Nr. U5 Erster Blatt 178. Jahrgang Mittwoch. 16. Mai 1928 Er,ch« i«i lüyl'ch.ovtz" Sonntag« nnfe ^«irrtiig» Beilegt« Bietzen« mitten bitot et Heimat im Bild Vie Scholl« monei>-F us. Dr. Schulmann. Wie die „B. Z." meldet, sind die Aerzte der An- sicht, daß Lebensgefahr für den Reichsauhen- miniflcr im gegenwärtigen Augenblick nicht b e - steht. Augenscheinlich hat Dr. Strcfcmann gestern nachmittag eine Krise durchgemacht, die von den Aerzten al» überwunden angesehen rd. Die Erkrankung de» Minister» ist deshalb besonder» ernst, weil diesmal beide Tlieren in ihrer Tätigkeit stark gehemmt sind. Die eine liiere de» Patienten ist seit langer Zeit chronisch krank. Bei der bisher gesunden liiere ist inzwischen eine Entzündung aufgetreten, die außerordentlich schmerzhaft verlausen ist. Gestern abend trat eine leichte Besserung ein, so dah Dr. Strefemann nach lagen wieder einige Nahrung zu sich nehmen konnte. Die Erkrankung ist um so ernster, al» gleichzeitig hiermit Derglffungeer Meinungen in Magen und Darm mit heftigem Erbreche« sestgestellt werden mußten, hinzu kommt, dah da» Herz de» Auhenminifterv wieder arg geschwächt ist. Da Dr. Strefemann durch seine Krankheit längere Zeit an» Bell gefesselt ist, wird Staatssekretär v. Schuberi, der in den nächsten Tagen von seinem Erholungsurlaub im Weihen Hirsch bei Dresden zorückkehrt, die Leitung der Geschäfte im Aohenministerium vertretungsweise Übernehmen. Der Herr Reichspräsident hat fich durch Staatssekretär Dr. Meißner wiederholt nach dem Befinden de» Herrn Reichsauhenminister» erkundigen und «hm seine besten Wünsche sür eine baldige Wiederherstellung übermitteln lassen. Britische Anteilnahme. London, 15. Mai. (WB.) Da- Befinden des Reichsministers des Auswärtigen, Dr. Strefemann. erweckt hier allgemeine An- toilnahme. Es wirb ber aufrichtigen Hoffnung AuSbruck gegeben, baß eine baldige Genesung Dr ©trefemann instand setzen wird, sein hier stets mit Bewunderung verfolgte- Wirken im 3ntercffe der europäischen Verständigung mit der gewohnten Energie fortzufetzen und die Früchte seiner staatsmännischen Politik voll reifen zu sehen. Der britische Minister des Auswärtigen, Sir Austen Ehamberlain, erkundigte sich bei dem deutschen Botschafter S t h a m c r eingehend nach dem Befinden de- Reichsministers de- Auswärtigen und drückte den herzlichen Wunsch nach Besserung seine- Gesundheitszustands und rascher Erholung aus. Rückzug Tschangtsolins. Japans Forderungen an Südchina. Paris, 15. Mai (WB.) Nach einer haoasmel» bung aus Peking räumen die Nordtruppen Rao- tingfu an der Eifcnbahnstrecke Peking—hankau und rücken über geling und Tientsin nach der Mandschurei ab. (Eine Meldung der na- tionalistischen Telegraphen-Agentur besagt sogar, daß Tschangtsolin Peking in einem Pan;er- zug bereits verlassen habe und am Sonntagvor- mittag in Tientsin eingetroffen sei. Die Nordtruppen sollen nach d'r gleichen Meldung eine S er tei blau ngslinie in Schankwan, wo die Große Mauer ;um Meere führt, oorberelten Das japanische Äriegsminiflerium hat den Ober- kommandierenden der japanischen Streitkräfte in I|inanfu, General Fukuda, angewiesen, der süd- chinesischen Regierung folgende Forderungen zu unterbreiten: 1. formelle Entschuldigung des Generals Dschiangkaifchek wegen der Zwischenfälle in Iftnanfu; 2. Bestrafung des Generals hoyaotfu und der übrigen für die Vorfälle oerant- roortlidxn Offiziere: 3. Einstellung der Feindselig! eit e n, ber Propaganda und der kriegerischen Betätigung in einem Umkreis von zwanzig chinesischen Mellen um Tsinanfu, Tientsin und die Eifenbahnstrecke von Schantung. Der chinesische Diplomat, der mit General Fukuda verhandeln wird, foll nachweifen, daß er von General Dschiana- kaischek akkreditiert ist. General Fukuda hat gleich, falls Anweisung erhalten, die chinesischen Gesungenen freiflulaf fen. Der WirtschafiSrai des völlerdundes. Die Handeldverlräge. — Tk Wettagrar« krisitz. Genf. 15. Mai. (DD.) 3m Wirtschaftsrat beS Völkerbundes hat ber frühere Reichs- Minister Dr. Hermes unter Bezugnahme auf bat ihm vorliegende Gutachten des Reichs- wirtschaftSrateS zu den Ergebnissen ber Welt- wirt'chafiskonferenz betont, baß ber ReichS- wirtschaftSrat nach eingehenden Beratungen sich einstimmig zu ben von der WeitwirftchaftSkon- ferenz aufgestellten Leitsätzen bekannt Hal unb daß damit nach der bereits vorausgegangenen Zustimmung der Reichsreg'.erung auch di« praktische Wirtschaft durch Vertreter sämtlicher bedeutenden Dirtschastsgruppen Deutschlands einschließlich der Arbeiterschaft einmütig dem Werk der Weltwirtschaftskonferenz zuge stimmt hat. Mit SerruyS stimmt. ro führte Dr. Hermes dann auS. die deutsche Delegation darin überein, daß eine der wertvollsten Auswirkungen der Weltwlrtschaftskonferenz da- Zustandekommen des deutsch-französischen Handelsverträge - ist. Die einsichtigen Männer ber Wirtschaft begrüßen diesen Erfolg rückhaltlos, trotz der nicht unbeträchtlichen Opfer, die für diese Verständigung haben gebracht werden müssen. D.e Förderung des Abschlüsse- eine- solch wichtigen Abkommen- zwischen zwei benachbarten WirtschastSnallonen durch die Weltwirtschaft-konferenz läßt erhossen, dah die In diesem Abkommen sich au-drückende Iona le Bereitschaft beider Vertragspartner zu einem angemessenen Ausgleich der beiderseitigen wirtschaftlichen 3ntercffen zu gelangen, al- ein nachahmenswertes Do r b r l d angesehen werden wird. Kein Wirtschaftszweig kann sich heute mehr der Erkenntnis verschließen, dah die allmähliche Ausgestaltung der Wirtschaftsbeziehungen der einzelnen Völker der örbc Im Rahmen eine- wohlabgewogenen HandelSvertragSshstemS eine» der stärksten und ersten Mittel für die Förderung der Wohlfahrt der einzelnen Staaten und damit deS friedlichen Fortschritte- der Menschheit überhaupt darstellt. DaS bedeutet nicht die Preisgabe lebenSwich- tiger nationaler Wirtschaft-Interessen, wie ja überhaupt die einzelnen Volkswirtschaften der Länder nicht durch eine überstaatliche Wirtschaftsorganisation ersetzt werden sollen. Die Weltwlrtschaftskonferenz hat In Ihrem Schlußberlcht auf die Internationale Bedeutung und das große Ausmaß der au» dem Krieg flammenden Schuldoerpflichlungen gegen das Ausland hlngewlefcn und den Sah aufgcflcllt, dah der Ausgleich eine» Saldo», den ein Land dem andern schuldet, rechtlich nur durch Lieferung von Waren oder durch Leistungen erfolgen kann AuS dieser wichtigen These ber WeltwirtschaftS- konserenz ergibt sich die natürliche Folgerung, daraus hinzuwirken, daß die zusätzlich erzeugten Waren und die zusätzlich angebotenen Leistungen eineS Lande- aus dem Weltmarkt untergebracht werden können. Wir werden hier erst dann au einer Gesundung kommen, wenn der deutschen Landwirt- s ch a s t die Möglichkeit zu rentabler Wirtschaftsweise zurückgegeben wird. Der Weg hierzu bestehl In der Erreichung eines ange- meffenen Verhältnisses zwischen den Preisen für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die Betriebsmittel. Der schwedische Generalpostmeister O e r n o • erklärte bann, bah In zahlreichen Ländern die Preise für industrielle Erzeugnisse zu doch seien im Verhältnis zu ben Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Der Vertreter der Amsterdamer DewertlchaftSzentrale. O u hege e ft, der die Kreoithilse für bic Landwirtschaft alS sehr dringlich bezeichnete, brachte einen Antrag ein, wonach vom VölkerbundSrat ein FachmännerauSschuh eingesetzt werden soll, der mit ben Regierungen die Möglichkeiten zur 3ntensivierung ber Lanbwirtschaft beraten soll. Der Führer beS Schweizerischen BauernbunbeS. Prvfelsor L a u r. wandte sich gegen ben unbeschränkten Freihandel, verlangte aber andererseits von bet Lanbwirtschaft alle Anstrengungen zur Rationoli'ierung unb Hebung ihrer Produktion. Der Oberkommissar für Indien. Sir Atu! E h a 11 e r j c e. vertrat die Ansicht. daß die europäische 3nbuftrie z u teuer fabriziere und deshalb keinen genügenden 2lbsay auf ben anberen Kontinenten finden könne. Für ben Fall von internationalen Besprechungen ber Hersteller bestimmter Fabrikate verlangte Ehatterjee bic Hinzuziehung ber Rohstofflieferanten unb der Verbraucher. Nobiles Polflug. Kingsbah, 15. Mai. (WTD.) Die ,3taliaw ift heute nachmittag um 120 Uhr aufgestiegen. General Robile hat um 6'» Mj>r nachmittags nach Rom brahtloS folgende Mitteilung gegeben: .Wir fahren feit l1/, Uhr übet Pack- e i S. Seit \xjt Stunden sind wir immerwährend in Rebe! eingehn Ilt unb finb infolge- besten tiefer gegangen, so daß wir jetzt 150 Meter über bem Spiegel be s zugefrorenen Meeres fliegen. Die Sichfigkeit wechselt zwischen 2 unb 15 Kilometer. Es b etet sich uns ein prachtvolles Schauspiel. An Bvrb ift alles wohl." Ein Funkst ruch von 9 Llhr abend- besagt: W:r befinden uns 81° 29" nördlicher Breit« und 35® 50“ östlicher Länge. Seit einigen 6tun* den fliegen wir über einer unerforschte ,on< zwischen Sk ihbergen und Zr b ä • £ a n b, 150 bis 203 Meter unter dem Nebel. Der Srchttreis reicht etwa 10 Meilen weit. Gegenwinde von etwa 30 Stui-.denlilorneter letzt b;e Geschwindlgleit un» |er i Fahrt au ungeiäh. 50 Kiw.net er herab Sniolgc des Nebels yai «ich am Luftschiff eine b i d e E i s i r u ,t e von br.>ierlenswerler Schwere gebildet. 3m ü rigen ist alles in Ordnung. Bisher haben wir teine Spur von Land wahrgenommen. Tas Padeis ist fester als am Rordlap und scheint für eine De- gchung günstiger. Ein seltsamer Erlaß. Tic Reichsgründungsfeiern bedrohen die Staats,or>u derRepuirtik — fagtHerrBraun Berlin, 15. Mai. (XU.) Die Fraktion der Deutschnationalen Volkspartei hat im Preußischen Landtag folgende Kleine Anfrage eingebracht: „Nach einer uns uon glaubwürdiger Seite zugcaangenen Mdteilung »st unter dem 21. Januar 1928 fo lge n- der Erlaß des preußischen Ministerpräsidenten Braun an den Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ergangen: „Nr. 33 der „Vossischen Zeitung" vom 20. Januar 1928 berichtet, daß der R c k t o r d e r Berlin e r Technischen Hochschule, Geh. Re- gierungsrat Professor Dr. B o o st, in seiner Rede bei der Seiet der Berliner Technischen Hochschule am 18. Januar 1928 folgende Worte gebrauchte: „Nur wenn man einen tüchtigen Knüppel zur Hand hat, kann man bei den äußeren auf Achtung rechnen/' Ich will dahingestellt lassen, ob die Worte des Rektors tatsächlich so lauteten, wie sie von der „Vossischen Zeitung" zitiert werden. Jedenfalls gibt mir die Erwähnung der bedenk- lichen Ausführungen dieses Universltätsprofefsors Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß mir d i e „Reichsgründungsfeiern" preußischer Hochschulen der Republik am 18. Januar jedes Jahres, also an dem Tage, an dem vor der Staatsumwälzung alljährlich die Krönungsfeiern in gle.cher Aufmachung abgehalten wurden, als ein Unfug erscheinen. Magen sie sich auch in jedem einzelnen Falle als Feier des Gründungstages des alten Reiches maskie- r e n, |o tann es doch bei der ganzen Aufmachung dieser Festlichkeiten und der dabei gehaltenen Reden keinem Zweifel unterliegen, daß in Wahrheit mit ihnen beabsichtigt sei, die E r i n n e • rungandieKr ö.n u n g s f e i e r l i ch k e i t e n vom 18. Januar 1871 zu Versailles festzuhalten, d. h. die alten Krönungsfeiern fort- zufetzen. Damit sind sie als ein Versuch der Aufrechterhaltung und Wiedererweckung monarchistischer Traditionen anzusehen. Es muß Aufgabe der Unter- richtsoerwaltung fein, derartig" v e r ft e ck t e Versuche zur Pflege monarchistischer Ueberlicferungen, die sich gegen die bestehende Staatsform richten, niederzu- halten. Ich bitte, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um künftig diese sog. Reichsgrün- Dungsfetern am 18. Januar zu unterbinden und an ihre Stelle würdige, dem Geist der Neu- zeit und der Republik entsprechende Derfas- fungsfelern der Hochschulen am 11. August zu setzen. (gez.) Braun." Wir fragen: 1. Ist tatsächlich ein solcher Erlaß ergangen? 2. Wenn ja, billigt das Staatsministe- rium oiefen Erlaß, der betreffend die Tendenz der 'Reichsgründungsfeiern fachlich von völlig ir- . rigen Annahmen und Vorausfeßun- 1 gen ausgeht, und der die Rechte der Hochschulen y und ihrer Angehörigen in einer gegen Artikel 118 der Reichsverfafsuny verstoßenden, unerträglichen - Weise e i n z u s ch r ä n k e n sucht?" Oer Colmarer Auionomistenprozeß. Dolmar. 15. Mai. (WTB.) MS letzter der Angeklagten wird der Buchhalter der „Wahr- heif. Köhler, verhört, lieber seine Bezrehun- gen zu Ley erklärt er. Ley habe sich in sämtliche Sachen eingemifcht. die ihn nicht- angingen. Die Behauptungen der .Straßburger Neuesten Nachrichten". er fei ein Spion, ein Spitzel, und stehe mit Hindenburg in Verbindung, bezeichnete er alS falsch. ES wird dann daS Verhör der Belastungszeugen wieder ausgenommen, und zwar mit der Vernehmung deS Polizeikorn- miifarS Becker- Straßburg. ÄlS der Zeuge von einem Verlangen von autonomistifcher Seite nach Eigen st aatlichkeit spricht, wird da« Wort .Eigenstaatlichkeit von ihm mit „un 6tat propre“, also mit ..eigener Staat", überseht. Den Angeklagten Kunstmaler G o l v e e n bezeichnet der Zeuge alS Mitarbeiter deS wissen- schaftlichen Instituts der Elsaß-Lothringer im Neich in Frankfurt. Solveen habe seine Mitarbeiter für seinen auf Nechnnng dieses Instituts berauSgegebenen Mmanach unter den schlimmsten Feinden Frankreich« gesucht. unter den Slsaß-Lothringern im Neich. also den Nenegaten. Becker wirft bann Solveen sein große» Interesse für deutsche Theatervorstellungen vor. worauf Necht«onwalt Berthon fragt, weshalb nicht deutsche Theatervorstellungen avgehalten werden sollten, wo doch auch die Tomödie Fran^aise auswärtige Gastspiele veranstaltete. Decker spricht bann über den deutschen Schutzbund In Berlin, der alle Minderheitenfragen, darunter auch die des Slfaft. bearbeite. Die .Heirnotstimmen" seien über die Schweiz und zwar in Umschlägen von irgendwelchen nicht cfiftlerenben schweizerischen Han- delssinnen nach Frankreich hineingeschmuggelt worben. Decker überreicht eine au« der .München- Augsburger Abendzeitung" entnommene Karte, die Groß-Deutschland darstellt, und erklärt warnend. daß der Schutzbund mit der Schaffung eine« Groß-'Dcutschlands von 90 Millionen Einwohner r droh.'. DaS wissenschaftliche Institut der Elsaß-Lothringer im 'Reiche in Frankfurt am Main sei 1920 zunächst al« Bibliothek gegründet wordcn. Im Jahre 1921 habe da« Institut dank der Zuschüsse deS Reiche», der Länder und der Städte sich in eine P r v- paganbaftelle umgewandelt. 1924 Hobe die Unüxriität Frankfurt Ihm Bureau- räume zur Verfügung gestellt. Die Autonomie- betoegung habe von dem Institut Direktiven erhalten, die Familie P i nck habe enge Be- ziehungen zu dem Institut unterhalten. — Es wird dann ein Bries von Pinck au» Straßburg vom 15. September 1927 verlesen, in dem cs heißt .Lieber Herr Doktor! Wir müssen alle Zwischenmänncr lSaarbrückens vermeiden, denn sonst heißt eS gleich: dmrische Propaganda.' — Aul eine Frage Der Verteidigung, ob die Malereien des Herrn Solveen auch a u t o- n o m . ch leien, antwortet der Zeuge Becker unter a einem Gelächter: .Ja". Sin gleiche« Ge ü. : r erhebt sich, al« der Zeug: auf die Frag.- der Verteidigung, was er vo ’ Albrecht Dürer halte, dessen Holzschnitte auch in einem von Solveen auSgeschmückten Almanach zu finden seien, die Antwort gibt: .Albrecht Dürer befindet sich in Berlin." Der Angeklagte Schall stellt fest, daß daS Programm der Autonomistenpartei, von dem der Zeuge Becker gesprochen hat. niemals erschienen sei. sondern nur ein Entwurf des Herrn Pinck, den dieser auf eigene Kosten habe drucken lassen, und zwar deutlich alS Entwurf erkennbar, nämlich mit freier weißer Seite zur Rieder- schreibung von Anmerkungen. Den Schluß der heutigen Sitzung bildete das Erscheinen de» Belastungszeugen Henri Riehl. 29 Jahre alt. auS Muhlhausen gebürtig Als der Vorsitzende den Zeugen Riehl vereidigen will, erhebt Rechtsanwalt Berthon Einspruch und weist darauf hin, daß nach den Bestimmungen des Gesetzes Denunzianten nicht vereidigt werden brauchen. Er richte an den Präsidenten die Frage, ob er von dieser Freiheit nicht Gebrauch zu machen «denke. Trotzdem besteht der Vorsitzende auf der Vereidigung des Zeugen. Riehl beschreibt, wie er sich nationalistisch erzogen und na- i tionaliftifd) denkend Eingang in die Kreise der,Lu- I fünft" verschosst hat und überreicht dem Vorsitzenden zwei Briefkopien, darunter die eines von R»ehl selbst an dcn Geschäftsführer der .^Zukunft", Matter, ge- schriebenen Briefes vom 4. März 1926. Der Brief enthält außerordentlich scharfe Säge, wie: „Der Borbehalt ,im Rahmen Frankreichs' muh [aUen" ober „Die Franzosen sind in unseren Augen häßliche Ungeheuer" oder ,Lm Rahmen Frankreichs ffnben wir niemals unser Hell", oder „Das Elsaß im Rahmen Frankreichs ist ein Utopie". Der Brief strotzt von derartigen Uebertreibungen, mit denen Richl s i ch das Vertrauen des Geschäftsführers der „Zukunft" erwerben wollte. Rechtsanwalt Berthon ruft während der Verlesung in den Saal:„Wir bringen unseren Ad- scheu zum Ausdruck". Riehl bietet sich in einem Briefe auch an, an der Verteilung der Zeitungen der „Zukunst" mitzuarbeiten. Dann wird die Antwort des Geschäftsführers der .Zukunft", Matter, an Riehl verlesen, die Angaben über Preisgestaltung der zu vertreibenden Nummern der „Zu- fünft" usw. enthält. Gin Asyl für Carol. Brüssel. 16. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die ,Etoile Delge" er ährt, hat Prinz Earol die Genehmigung zum Aufenthalt in Belgien erhalte unter der ausdrücklichen Bedingung. das; er sich jedes politischen Hervortretens enthält. Er wird in den nächsten Tagen in Brüssel e'ntrcffen. Oie Parteien im Wahlkampf. Viereinhalbtausend Reichstagskandidaten. statistisches zur Reichstagswahl. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 16. Mai. Rund 41 Millionen Deutscher werden am 20. Mai auf Grund von Berechnungen, die sich aus Angaben des Statistischen Reichsamtes ergeben stimmberechtigt fein. Bei der letzten Reichslag.wahl im Dezember 1924 betrug die Zahl ber Stimmberechtigten bloß 38 710 000, so daß eingerechnet der 2Q>gänge infolge Todes, rund 2 Vi Millionen Neuwähler hinzukämen. Rechnet man mit einer DurchschnittSbeteiligung an der Mahl von 75 bis 80 Prozent, so würden immerhin 33 Millionen Wähler am kommenden Sonntag ihre Stimme abgebrn. Das bedeutet, wenn fetbft eine Million Stimmen als ungültig abgezogen werben, baß ber neue Reichstag 3 7 Abgeordnete mehr, also im ganzen 5 30 Mitglieder haben würbe. Sehr auffällig zeigt sich bi« Zunahme der Splitterparteien in einer stark vergrößerten Zahl von Kandidaten gegenüber den Wahlen von 1924. So wirb bie in diesen Taaen erscheinende Kanbibatenliste des Statistischen Reichsamtes wesentlich umfassender alS die gleiche Aufstellung des Amtes für die Wahlen von 1924 sein. Damals wurden 3500 Bewerber für Reichs- tagssihe genannt, während man jetzt mit rund 4 500 Kandidaten rechnet. Oer Evangelische Bund zur Reichstagswahl. Der hessische Hauptoerein des Evangelischen Bundes hat einen Ausruf erlassen, In dem es u. a. heißt: Der kommende Reichstag wird über bedeutsame Kulturfragen (Reichsschulgcsetz, Reform der Ehe- aesetzgebung, Konkordat) Entscheidungen zu treffen haben. Von seiner Zusammensetzung hängt unendlich viel ab für Kirche und Schule, Familie und Ehe, Volk und Staat, sittliches und soziales Leben. Wir weisen mit ganzem Ernst hin auf die schwierige Sage, in der sich die evangelische Kirche und ber deutsche Protestantismus befinden. In unseren Parlamenten aber und seitens der Regierung werden Lebensbelange des evangelischen Volksteils und der evangelischen Kirche viel zu wenig beachtet, ihre Lebensfragen nicht mit dem nötigen Verständnis und Nachdruck vertreten. In diese schwierige Lage ist die evangelische Kirche und der deutsche Protestantismus dadurch gekommen, daß viele evangelische Christen ihreWahlpflichtnichterfüllt haben. Diele evangelische Wähler vergessen, daß Wahlrecht Wahlpflicht bedeutet! Das gilt namentlich auch von den Frauen. Der Evangelische Bund wahrt grundsätzlich allen politischen Parteien als solchen gegenüber seine volle politische Neutrali- t ä t und bleibt demgemäß von der Verbindung mit irgendeiner der politischen Parteien frei. Der Evangelische Bund empfiehlt ober bekämpft deshalb keine Partei als solche. Ebenso grundsätzlich aber hat er die evangelisch-kirchlichen und deutsch-protestantischen Belange zu vertreten. Deshalb sagt der Evangelische Bund: Evangelische Christen, alle, Männer und -Frauen an die Front! Die Reichstagswahl fordert euch alle an die Wahlurne! Zersplittert eure Stimmen nicht! Trekt geschlossen ein für die evangelische Sache! Wählt Männer und Frauen, bie bie Gewahr geben, baß sie innerhalb ihrer Parteien und im Parlament die evangelischen Belange wahren und vertreten. Landwirtschaft und Handelspolitik. Line Rede des ReichscrnälirungSminifterS. Herford, 15. Mai. (Tel.) In einer deutschnationalen Wahlversammlung erklärte Reichs- e r n ä h r u n g S m i n i st « r Schiele u. a.: .Die Denkschrift deS Völkerbundes über Zah» lungs- und Handelsbilanzen nach dem Kriege zeigt uns eine völlige Verschiebung des Welthandel» vom Atlantischen zum Sttllen Ozean. Der Handel Ost- und Mitteleuropas hat gegenüber der Vorkriegszeit um 18 Prozent abgenommen, der Amerikas und Asien« um 37 und 36 Prozent zugenommen. Die De- samthandelSbilanz Europa» ist mit 15 Milliarden. die von Deutschland allein mit vier Milliarden passiv. Die Stoppe der ersten Handelsverträge schließt für un» mit einem fühlbaren Defizit ab Diese Tatsache ist für un» ein untrüglicher wirtschaftlicher Maßstab aber auch ein Fingerzeig für unsere Zukunftsaufgabe. Wir können un« nur durch Heberschuß- wirtschaft von fortschreitender Verschuldung und wirtschaftlichem Zufammenbruch schützen. Wir müssen unser zollpolitilche» System von Grund auf revidieren Da« rücksichtslose und einseitige Bemühen um Meistbegünstigung geht auf Kosten der Landwirtschaft. Auch wir verurteilen übertriebene Zollschuhmauern. In der Herabsetzung der Zölle müssen wir aber angesichts unserer Lage den andern mit ihren überhöhten Zollmauern den Vortritt lassen. Ganz falsch wäre es, wenn wir in der Erwartung, daß andere unS folgen werden, vorangehen, zumal diese wichtige Frage in Verbindung gebracht wird mit den Tributlasten der Dawesgesetze. Die Reparationen sollen a u S dem lleberschuh der deutschen Wirtschaft gezahlt werden. Der UeberprotektioniSmuS deS Auslandes ermöglicht uns aber nicht die notwendige Erweiterung des industriellen Exporte». Wir können eine Exporterweiterung zur Zeit nur erreichen durch weitere Unterbietung der Preise f ü r Exportwaren, die ohne eine Erhöhung der Inland- preise für deutsche Industriewaren nicht möglich ist und unseren Binnenmarkt, besonders unsere Landwirtschaft, wiederum höher belastet. Dies Rennen der Industrieländer um die Exportmärkte können wir aber auf die Dauer nicht aushalten, weil wir damit von der wichtigsten Grundlage des Staatswesens, der Sicherung der Ernährungsbasis im eigenen Lande, immer weiter abgedrängt werden. Vier Milliarden Reichsmark für Import von Nahrungsmitteln bezahlen, die wir selber erzeugen könnten, muß für Deutschland au unerträglichen politischen Bindungen und letzten Endes zum Niedergang unseres Volkstums führen. Ebenso wichtig wie der Industrieexport, aber leichter durchzuführen, ist für die Gesamtbilanz unserer Wirtschast die Ersparung der NahrungSmitteleinfuhr. Sinsuhrerspa- rung ist sogar noch wichtiger, weil ein Erfolg in dieser Richtung zugleich die beste Grundlage unterer industriellen Betätigung. daS ist der Binnenmarkt mit 85 Prozent Aufnahmefähigkeit für deutsche Waren, stärkt. Also keine Handelspolitik, die nur de« Handel» wegen, der allein nicht produktiv ist. und be» Geschäft» wegen getrieben wird, sondern eine Politik der aufbauenden Nationalwirtschaft. Eine demokratische Kundgebung in Berlin. Berlin, 14. Wai. (211.) Die Deutsche Demokratische Partei patte Montag abend zu einer Massenkundgebung in den Sportpalast eingeladen. Nach einem Vortrag des Grafen Dernstorsf über die deutsche Außenpolitik ergriff der Partei- vorsitzende Abgeordneter Koch-Weser da» Wort über die Schaffung des Einheitsstaates. Das gegenwärtige Nebeneinander. Gegeneinander und Durcheinander bet Behörden hindere jeden Fortschritt. Dec Redner wieS das Verlangen nach mehr Macht für den Reichspräsidenten zurück und betonte, daß der deutsche Reichspräsident mehr Rechte habe als der König von England. 2>er deutsche Parlamentarismus stecke wohl noch in den Kinderschuhen, aber es werde gelingen, den deutschen Reichstag zu einem vollkommen gerüsteten Führer deS deutschen Volkes zu machen. Auf kulturellem Gebiete befänden wir unS in der Verteidigung. Wan denke nur an das bayerische Konkordat, nach dessen Bestimmungen an den Universitäten Würzburg und München kein Prozessor ber Geschichte wirken dürfe, ber nicht bie Zustimmung ber katholischen Kirche habe. Aus schulpolitischem Gebiete fei das Ideal der Demokratischen Partei die deutsche Einheitsschule. Zum Schluß forderte Dr. Koch ein neue» Wahlgesetz, da» dafür sorgt, daß wieder bet Mann seinen Wahlkreis erhält und nicht bie Partei- maschine. Der frühere ReichSsinanzminister Dr. Rein- hold beschäftigte sich bann vor allem mit wirt- schoftS- und steuerpolitischen Fragen und trat dabei insbesondere für eine weitere Steuersenkung fein. Eine volle öffentliche Kasse sei für die öffentliche Verwaltung kein Glück und reize zur AuSgabenwirtfchaft. Gr erinnerte an seine anfangs sehr umstrittene Steuersenkungsvorlage im Jahre 1926 und meinte, daß eS in Deutschland wohl leichter wäre, Steuern zu erhöhen. alS Steuern zu senken. Auf da» tiefste zu bedauern sei. daß die gegenwärtige Regierung in der Steuersenkung, die ja nur ein Anfang sein sollte, nicht iortge ahren habe. Ebenso sei man auf dem Gebiete der Steuerreform und Steuervereinheitlichung nicht nortoärt» gekommen. Auch eine gründliche Verwaltungsreform, ohne die eine wirtschaftlich tragbare und soziale gerechte Steuersenkung nicht möglich sei. müsse endlich erfolgen. Sittlichkeitverbrechen der Besahungsarmee. Vor dem französifchen Kriegsgericht jn Landau wurde gegen die Urheber der beiden Sittlich- keitsoerdrechen bk im März d.2 von An- I gehörigen ber Beiatzungstruppen in Ludwigshafen und Ludwigswinkel begangen wurden, verhandell. Während der ganzen Dauer der Verhandlung war die OefjenUichkeit ausgefchlosien und die Anwesenheit der deutschen Presse nicht geduldet. Die wir erfahren, wurde der eingeborene algerische Schütze Haifsa, der am 4. Mär; d. I. aus einem fahrenden Zuge der Bas- gau-Kleinbahn heraussprang, und ein auf der Straß« gehendes deutsches Mädchen, das bei seinem Heran- nahen in den Wald flüchtete, überfiel und vergewaltigte und trotzdem bis zu seiner Flucht bei der Wachtkompagnie Ludwigswinkel auf freiem Fuß belassen wurde, wegen Sinlichkeitsoerbrechens und Fahnenflucht zu einer (Befamtgcfängnirftrafe con einem Jahr verurteilt. Eine Strafe in gleicher Höhe erhielten die zwei Urheber des Ludwige Hafener Zwischenfalls, die auf offener Straße vor der Kaserne unter zustimmendem Gelächter ihrer am Fenster stehenden Kameraden eine deutsche Frau mit unsittlichen Anträgen in schamlose st er Weise belüft l g t e n. Aus aller Welt. Starke Frostschäden im WcinbaugflReL Nach den bisherigen Feststellungen haben die Nachtfröste auf den 11. und besonder» aus den 12. Mai, die Kältegrade bi» zu 3 Grad brachten, einen ungeheuren Schaden an den Weinbergen der Mosel, Saar und Ruwer angerichtet. Der Frost kam von der Höhe, so daß d i e Höhenlagen besonder« betroffen wurden. Streckenweise vernichtete der Frost aber auch bie Weinberge bi» in« T a l hinunter. E» waren Schäden von 10, 53 und 100 Prozent ber Ernte festzustellen. Im GesamtdurÄHnitt dürfte sich der Schaden auf mindesten» ein Drittel der Srnte beziffern, wa» einen Ausfall von 25 000 Fudern oder 25 bis 30 Millionen Mark bedeutet. Erdbebenkatastrophe In Peru. Chachapoyas, die Hauptstadt des Bezirks Amazonas, ist teilweise durch ein Erdbeben zerstört worden, auf das ein Wolkenbruch folgte. Drei Personen wurden getötet. Die Türme einer Kirche stürzten ein. Die Einwohner flüchteten in die Umgebung. von einem Löwen gebissen. Am Sonntag faßte im Zoologisch«n (Barten von M ü n ft e r ein zwölfjähriger Junge durch das Maschengitter, um einen kleinen Löwen z u streicheln. Das Tier zog den Arm des Jungen in den Käfig. Besucher und ein herbeigerufener Wärter versuchten mit Stöcken, den Knaben zu retten. Nur dem glücklichen Zufall, daß der in dem Käfig befindliche S) u n b den Löwen ablenkte, ist es zu verdanken, daß das Raubtier von seinem Opfer ablief}, das schwere Fleischwunden erlitt. Ein Raubmord nach acht Jahren aufgeklärt. 3m Jahre 1920 wurde ber Lanbwirt und Pferdehändler Wilhelm Krause au* Brüssow am Ufer eines Sees tot aufgefunden. 2000 Mark, die er am Vortage noch bei sich gehabt hatte, fehlten. Dieser Umftanb sowie Verletzungen am Kopfe ber Leiche und einige Kampfspuren In ber Nähe beS Sees ließen auf einen R a u b - m o r b schließen. Die damaligen Ermittelungen blieben jedoch ergebnislos. Dor einigen Monaten tauchten neue Verdachtsmomente auf. Der 50 Jahre alte Rechtskonsulent Erich Zastrow und ein 31 Jahre alter Arbeiter namen» Alfred Rieck, beide aus Brüssow, wurden unter dem dringenden Verdacht ber Täterschaft festgenommen unb überführt. Zastrow hat ?tzt ein Gestänbnis abgelegt, während Rie^- ie Teilnahme noch heft reitet. Die Wetterlage. "ken^ao den# mar && 7*aaends Oa«tM ©woittwot enr-fr »nue treten ®v»«'a • Käctu # Jtlett aVivxm e "«Kl X 1,11 Itithtr- Oii d «4$not* Q vereinet' ic'S e,( Mt.w llitet* ->"» WM S* KO gtotn e.t Temxrttu. " P« t**> •" »ICKl« tveitervoiauvtagc. Die gestern im Norden und Süden lagernden Ticfdruckwirbel haben fich zu einer Depression vereinigt, deren Kern heute morgen über Nord- deuttchland lag und v.elerort« Niederschläge brachte. Die an der Rückseite de» Tiefs vororin- genben ozeanischen Kaltluftmasfen werden morgen den Witteruntz-charakter noch unfreundlich gestalten und vereinzelt Schauerregen auftreten taffen. Wettervoraussage für Donner»* tag: Meist wolkig, verhältnismäßig kühl, vereinzelt Scha.rcrregen. westliche bis nordwestliche Winde. Witterung«au«sichten für Fr t: ag: Wolkig mit zei.we 'em Aufheitern. Temperaturen wenig verändert, noch vereinzelt leichte Niederschläge. Lufttemperaturen am 15 Mai mittags 10,5 Grad Celsius, abends 7,4 Grad Celsius; am 16. Mal: morgens 6,1 Grad Celsius Tlartmum 12,4 tirau Celsius, Minimum 5,6 Grad Celsius — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 15. Mai: abends 12,3 Grad Celsius: am 16 Mai: morgens 10,2 Grad Celsius. — Niederschläge 4,2 Millimeter. — Sonnen- scheindauer eine halbe stunde. ®urben »rill, *<• ; «uit» L *i4t " »urbf9 "'"flucht zu y* e» Nl? J?" t trhjfbJY *^r. ' ».tpft Bell ^"baugflllet sT« •Äft “I jmnbttan eiB to,a4 tintn Tul'aH 1 bis 30 Dilina - In Peru. lMadt der Bairt, 'm Srhbtbtn z,r. °. LnbJ.ud,lo,ett- e t- Die Tum. nw bner slüchletrn in die gebissen. og'fchen Garten von Junge durch da, lintn ßöwfn ju en Brm bet Jungen ein hndeigmisener en, den Rnabtt w «|aU, datz btt In dem Löwen ablenkte, ilt», Iler von feinem Opfer [djrounben erlitt. wahren ausgeklSrl. der Landwirt und raufe au4 Qtafflo» gesunden. 2000 Maä. ei sich schabt batte. sowie Lerlkhungrn einige Ramplfourtn n auf einen "Raub- lügen Srmltttlungro lo8. 2or einige» erdachtSmomente aus. lonlultnl 2nch Za« tn Arbeiter namens üffoto, wurden unter ier Täterschaft fest' t. Mrvw V oahrend Y\v- "’t irlage. L ’^MO Ort«6 i»“ UtiiftAeAn lagernde" und ui «w« Lor> -.-SS x.?Ks 5„ä>: 19-ri8r.i «i ^ini# ,n5 0roi ^"K.Z Aus der Provinziafhauptstadt. Giehen, den 16. Mai 1928. (Lhrifti Himmelfahrt. ten. Karfreitag. Ostern und Pfingsten noch hochragende Punlt: im 3af>rcilau!e. Ainia sie tritt da« Fest der Himmelfahrt 3efu lehr w cheiden yirüd. eS weist keine Im Volks'eben verwurzelten Bräuche auf. d e 3a5H der Kirchenbefucher ist an d e'em /teste kleiner a!S lonst an den hohen Festen. dicke K rchenbeiucher singen wohl innig fromme. gdftt>olle Lieder aber populär find diese Lieder niemals gewesen und werden eS auch niemals fein. Trotzd.m Hai da« StR grobe Bedeutung für das Leben des Lbristen. ES weist kir.em Streben zunächst ein jen einiges Ziel. Tie Spruchwet-Heit des Alten Te'tam nteS enthält schon daS IDort .Der BDeg deS LebenS geht übenoärts.' Menschliche« Ctrejen und Ringen regt mehr »ur Wehmut als zum Staunen an. Sechzig, fico ifl 3ahre lebt der Mensch, er fetzt sich hohe Ziele, er erringt sie zum Teil, da bricht fein LebenSfaden ab, und über feine Lebensarbeit wälzt sich der grobe, alles nivellierende Strom des Geschehens. 3mmer ändern sich die Zeiten und die Menschen. stürmisch drängen die 3unß?n. die Rüstigen die Hoffnungsvollen herein in da- Leben, sie drängen die Alten mitleidlos zur Seite Wie wenig bleibt von den Systemen aroftet Gelehrten zurück? WaS fie aufgestellt Haven, erscheint wie Krcideschrist an einer Wandtafel, andere kommen, wischen alle# wea und schreiben neue Sätze an. GS gibt Dichter und Künstler, die daS Entzücken ihrer Zeitgenosten find, zehn 3ahre nach ihrem Tode sind ihre Werkt welfeS Laub. Vielleicht auf keinem Gebiete deS menfchlichen LebenS werden grobe Erfolge wieder fo schnell unmirfiam gemacht als auf dem Gebiet.- der Politik. Davon kann jeht unser Volk ein Lied singen, daS so voll von Leiv ist wie daS Ribelungenlied D«4 Fest der Himmel ahrt 3esu will dem Lhristen zeigen, daß er ^ur rechten Vollkommenheit erst in einer jenseitigen Welt kommt DeS Apostels Paulus viel gebrauchte-, ober nicht Immer recht verstandenes Wort will dem Thristen sagen, worin er seine Vollkommen- beit erblicken soll, da- Wort: .Run aber bleibet ©laut*. Hosfnung. Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.- Rur die innige Verbundenheit mit Gott, die Hoffnung, die mit blitzenden Augen an dem Siege dtS Göttlichen in der Welt nicht zweifelt, vor allem die Liebe, die sich in Güte und Sreundlichkeit um den Beben- Menschen bemüht, geben der Wenschensetle Wert, diese Kräfte ragen auch hinein In ein anderes Leben. Sodann will unser Fest der Sehnsucht des Christen den rechten Wag weisen. lief ist jedem Menschen herzen da- Heimatgtfühl eingeprägt. in vielen schwermütigen Weisen erklingt der Preis der Heimat. Wenn auch durch daS Getriebe deS modernen LebenS, durch die moderne Völkerwanderung so breite Massen die Fühlung mit der Stätte ihrer Geburt und ihrem 3ugenblande verloren baben. im Herzen haftet doch das Vaterhaus, und im Herzen klingt es immer wieder .Dich mein stilles, stille« Tal. grüß' ich taufend-, tausendmal.- Wir haben edoch hier so tagt das Vtbelvort. keine bleibende Statte. 5>u Evangelisten Matthaus. MarkuS. LukaS und die Apostrigeichichte berichten von der Himmelfahrt Shristi als von einer acld)idbt- lichen Tatfache. 3ohannes tut daS nicht, aber er hat un.S Aussprüche 3e u überliesert. die von der zukün tizen Wei: K-nde geben: .3n meine« Dat.r^ )auS sind viele Wohnungen. 3ch aehe hin. euch dte Stätte zu bereiten. Der mir Dienen will, der folge mir nach, und wo ich bin. da soll mein Diener auch fein." An diese Worte hoben sich wegemüde vom Leben enttäuschte, vom Leid gebeugte Menschen gehalten, wenn daS Ruder ihres SchifileinS brach, sie haben durch diese Worte und durch den. der sie ge prochen hat Ruhe gesunden. H. D. Taten für Tonncrstag, 17. Mai. Sonnenaufgang 4.07 Uhr, Gonnenunlergang 19 46 Uhr. — Mondaufgang 314 Uhr, Monduntcrgang 16« Uhr. 1749: der Entdecker der Schutzpockenimpsuna, Ld- ward Jenner, in Berkeley geboren;— 1821: Pfarrer Sebastian Kneipp, der Begründer der D5ri»hoscner Wasicrkur, in Stephansried in Bayern geboren; — 1840 der Großindustrielle August Thyssen in Esch- weiler geboren; — 1844 der Theologe und Orientalist 3uliu» Wellhauscn In Hameln geboren; — 1886: König Alson» XIII. in Madrid geboren. Vornotizen. — TageSkalender für Mittwoch. Wahlver'ammlung der R^.chspartei deS Deutschen Mi'.telstandcS, 8.30 Uhr. (Ute Leib Redner: Wilhelm Leufen. — Dablversammlung der evangelischen Volksgemeinschaft, 3 Uhr. Saalbau Sauer. Oswald»girtcn. — Musikalifcher Abend zum Vesten d.r Kleinkinderbewachr- anftalt, 8 Uhr. im Sa tle des Realgymnasiums. Veranstalterin Glisabcth Fefchner. — Lichtspielhaus Vahnhossrra':.: .König der Könige". — Astor a-Ltchtspielc .Mann gegen Mann". — T ageSkalender für Donnerstag. Lichtfpielläus.r Programm wie Mittwoch. — Sozialdemokratische Partei Rom- menten Freitagabend im (Iaf4 lieib öffentliche Wäh- lerversammlung. Es sprechen Staatspräsident Adelung und der Reichstagskandidat Beckmann. — Siehe Anzeige. — 3abrc»feft der Gv Kirchenge- fangvereine deS Delanats Di ehen. Auf da- am Sonntag. 20. Mai. nachmittag» 2 Uhr in der Kirche zu Kirchberg ftatttinbenbe OahreSfest der ev Kirchengefangvercine deS Dekanats Giehen fei noch einmal hingewirfen (Dgl. Anzeige). Die Rachverfammlung unter Mitwirkung de» Klein-Lindener PofaunenchorS. der auch im Gottesdienst spielt, findet 3 30 älhr auf der idyllischen Burg Staufenberg statt Dabei singt nach einem Massenchor jeder Verein 2 selbst- gewählte Lieder. Möge dem Feste gute» Wetter und ein gesegneter Verlaus befchieden fein. — DieGinteilungderAbstimmungS- bez i rke in der Stadt Giehen wird im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Dabei wird äleichzeitlg mitgeteilt, dah die W a h lz ei t in »sehen auf 8—17 Uhr festgesetzt ist. Stimm- erfordern Hel» eine forgfiltige Xepgebung und Satzauo'.anung. Gute Sc|L l tungen »nd nur erreichbar, wenn die Anzeigen itööÄ genug oofgegeöeu werben. Der Annahmeschlutz für alle Anzeigen m (Blefjener Anzeiner entfällt auf den Rach mittag vor her Aufnahme. Empfehlung», anzeigen wüsten. |e nach Umlang uns Satz- ichwierigtzeiten, zwei bl» drei lane vorher bestellt fein. Kur mii Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen Wlo oen errouniaiten erfolg! scheine können nur noch bis einschliehlich Freitag. 18 Uhr. beim Ltädtilchen Wählamt beantragt werden Die wtchtigr Dekanntmachung fei der Aufmerksamkeit unterer wahlberechtigten Leser dringend empfohlen. •• Der Provlnzialausschuh Oberhes- f e n wird am nächsten Samstag. 19. Mal, vor- mittags 8,30 Uhr beginnend, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudcs zu Giehen eine öffentliche Sitzung halten mit folgender Tagesor u: q 1. Be fchwcrde des Otto B o l t i f ch und Genosien in Aulendiebach gegen die Entscheidungen des Bezirks- wohnungckommiffars des Kreises Büdingen vom 5. Dezember 1927, L 6.: Beschaffung von Baugelände für die Christian Streun, Eheleute daselbst; 2. Mage des Bezirk sfürsorgeoerbandes Bretten (Vaden) gegen den Bezirksfürforgeverband des Kreises Lauterbach auf Ersatz von Wegekosten für Margarethe Schmidtke. •• Maienblafen. Bei dem heutigen Maien- blasen um 7 Uhr, anschliehend an das Lauten, werden zum Dortrag kommen: 1. In allen meinen Taten, 2. Harre meine Seele; 3. Dir, dir Jehova will ich fingen. •’ Aenderungen Im Strabenbahn- fahrplan. Vorn nächsten Freitag ab treten im Fahrplan unserer Straßenbahn einige Aenderungen ein, über die auS dem heutigen Anzeigenteil näheres ersichtlich ist. •• GraSver st eigerungen der Stabt Diehen finben vom Montag bis Mittwoch nächster Woche statt. Näheres ist in der heutigen Bekanntmachung der Stadtverwaltung enthalten •• Freiflüge al» je 500 Gast des Flugplatz, cafös wurden in den Monaten Februar bis Mai folgenden Giehcner Bürgern von der Flugplatzleitung zugcteilt: Frau Frieda Poly, Frankfurter Strohe, und die Herren Ludwig Schmalz, Bahnhofstraße, Friedrich Eickmaner, Schillerstrahe, und H. Bangert, Am Äugelberg. •• DaS Englische Seminar der LandeSuniversitüt. daS sich die Pflege hrlturlunblicber. literarischer und persönlicher De- ztehungen mit England und den Vereinigten Staaten von Amerika zu Aufgabe gestellt hat, beabsichtigt im Sommer-Semester 1928 mit drei Veranstaltungen an Mc Oeffentlichkeit zu treten, bte wegen Ihres allgemeinen Tharakters bei alten Kreisen, die sich für die angelsächsische Äulhir interessieren, rege Anteilnahme finden tollten. Am Freitag 18 Mal. wirb Herr R. 3 Fleming. Süt'otg.'beamtet aus Con* bor. über die englifchen ..rmenvtertel (dum- OUe» sprechen Anfang 3uni wird Herr Professor H Mutschmann von der Ünioersität Dorpat e n.'n Vorttag über The Tllysttcism of Bernhard Shaw' ha.ten. Am Freitag. 22 3unl, trieb die hier b.reits bestens bekannte .mglisch« VorteagSkün ler^n 5"rf- ® He rpe ein neues Programm. D chtungen in Prosa und Vers, von Ld k:spe-r.- biv Mase leid rez tieren Sämtliche Veranstaltungen werden im neuen Hörfaal des Kun st a icn'chafllichen Inst.tuts iLudwig- strahe 31) hatr.nben. Rährres über den Vorttag vom 18. Mal stehe in der heutigen Anzeige. Berliner Börse. Berlin, 16. Mat tWTB- ßunliprud)) Die len- denz de» heutigen Fruhverkehr» ist ebenfaU», Die die gestrige Burse, abhängig von neuen Nachrichten über den kteiundheiiszustand ötrefemann». Vorläufig ist nicht» Neue» zu Horen, daher bleibt da» Geschäft sehr still. Die Spekulation verhall sich abwartend. kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Donnerstag, den 17. Mat. Christi Himmelfahrt. Slabtlirdz. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Hertel — 3ohaiine»kirche. 9 30. Psarroerwalier Dotzert. — Kapelle de» ttiten Friedhof». 9.30 Pfarrer Lenz. — Dieseck. 9.30. — Hauscu-Garvenlelch. 10 (Barben- leid), 1: Hausen. — Lich. 9.30: Missionar Schweik- hart; 3: in der Meilbach Missionssest; Missionar Schweikhart. — flloflcr llrn»burg. 10: Stistsdechont Kahn — Llten-Vuseck. 10. katholische Gemeinden. Mittwoch, den 16. Mai. Giehen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte Donnerstag, den 17. Mai. Christi Himmelfahrt. Giehen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2: Vesper mit Segen — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt eonntafl Jbinift .‘lerne tu ttpoti k-, am 17AtB euer Velikannoothrka' MAIZENA ist unentbehrlich zur Herstellung von Puddings. Flammeris, Frühlings- und Sommersveisen, Gebäck jeder Art, zur Verdickung v. Suppen, Tunken, Gemüsen usw. Kochbüchlein gratto durch die Deutsche Maizena Gesellschaft m.b.H. MAMBURG 15. 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Verkaufstelle Frankfurt am Main. Abteilung Personenwagen, Raihenauplatz 14 Vertretung; FABER * SCHREINER. G m. b. K. Oleben. Südanlage 7. Fernruf 1341 Das Englische Seminar der Landes - Universität lädt ein zu einem forlran des Bbitd R. JJIeniiog aus London über SIum-Life (engl. Armenviertel) im neuen Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts. Ludwißstrabe 34 iür Freitag, den 18 Mai 1928, abends 8.15 Uhr Lehrer-, Schüler- und Studentenkarten xu RH. 0.50, Gast- kartrn xu RM. 1— an der Abendkasse. »Wpd tMtenereinWi925Wiesedi Sonntag, 20. Mai, abends 730 Uhr, im neuen Saalbau „Zum kühlen Grund“ (Gastwirt Hermann) IK ©'M ZIEIRT Mitwirkende: Kapelle Mank, der Sängerchor - Leitung: Herr Ph. Groß. — Zum Vortrag gelangen Chöre von Schubert Kreutzer, Werth, Uthmann, Hirsch, Zeller, Zander, Strauß, Orchesterwerke von Schubert, Verdi, Schmidt, Mozart, Zeller. Eintrittspreis 1 Mk. Saalöffnung 7 Uhr. Autobusverbindung für auswärtige Besucher 2211 Uhr ab Wiesede Gießen Bahnhof an 22* Uhr. 5015V Turngau Hessen D.T. Samstag, 19. Mai, abds. 8.30 Uhr in der Turnhalle des Turnvereins Großen-Linden Werbeabend der Kölner Riege des Gaues Dazu ladet freundlichst ein: Der Gauturnausschuß Eintritt 50 Pfennige «wo Eintritt 50 Pfennige Herzliche Einladung zum Lahresfett der evangelischen Kirchengesangvereine bt» Dekanate Serben ju Kirchberg - Staufenberg am Sonntag, 20. Mai (Qjraubi). FestgolteSdienst: 2 Uhr tn der Kirche zu Kirchberg Festpredigt: Pfarrer Steiner-Hausen Nachversammlung: ' ,4 tlbr auf 2>urg Stauten berg Mitwirkung be» PofaunenchorS Klein-Linden NameoS der Dekanatsvereine: RamenS deS KirchenovrstandeS -' Staubach, Pfarrer Submann, Orion w Dahenborn-Steinberg »*L Ziemer, ultllete Ta1, litt, Mietqesuche I Znnqe^ tiiiro. lucht nöül. Süilaliliumet naö 6ö(fie ob. Lügenden zum 1. .lui'L Schrtkiltche Angeb n <13^45 a. d. Anzeiger frb. Einfach möbl. 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Die Deutschen Europa- lind allo in Lagen die haatercdbtlidb überhaupt denken lind, teilen lie sich doch In der schwerten Dosen zu entwickeln. Der Gottmensch, der verklärt in den Himmel fuhr, war der Vorläufer unter ihnen." Und Linda schwärmte, baß Hellmut als ein neuer Heiland gekommen sei. die Welt zu erschüttern, und daß eben deshalb der Flug gelingen werde und müsse. So redeten sie, die müde Alte und das lahme Mädchen, ganz Glaubensinbrunst alle beide, und falteten betende Hände um das Lichtlein ihrer Hoffnung, indes draußen Wetterkundige. Techniker, Gekehrte, Luft- und Seefahrer an dem Verschollenen bereits verzweifelt waren. Endlich, am dritten Tage — Linda hatte Vureau und AlltagSpllicht unter der Wucht der Ge- fchehnil'e vergessen —. entzündete der Funk'pruch einen Glanz über den Abgründen des Bangens. Gelandet! Aus Umwegen, schwach bewohnter Insel. — doch die Tat der Heberqucrung deS Ozeans war vollbracht. Die beiden Frauen, abgemaaert und mit geisterhaft vergröberten Augen sanken sich in die Arme und weinten lautlos. Die Entspannung brachte grenzenlose Erschöpfung. Mit einem Mal wußte das Mädchen nicht mehr, warum fie eigentlich hier war. noch hier war. Schon trat die Mutter in den Lichtkreis. Irgendeine Zeitung hatte wiederum auf fie aufmerksam gemacht. Glückwünsche und Blumen tarnen, erst spärlich, dann körbeweise. Die Alte verlor erst jetzt die Fällung. Endlich ein Aabeltelegramm in das nicht mehr einsame Haus. Es meldete Sieg und Gesundheit und bat um Verzeihung wegen der wohlgemeinten Verheimlichung. 7tun lachte die Mutter Die Hot war ja vorüber. Sie depeschierte zurück: »Linda ist bei mir. Sie hat mir beigeftanben", fügte sie in ihre Antwort ein. Sie vergab, dah für den in Stürmen abgekämpften Mann, den jetzt ein Orian des Jubels umrauschte, der Harne Linda leerer Schall war. Doch er erwiderte tröstlich und zärtlich: »Linda soll bei dir bleiben, immer" Eie ahnte nicht, welches Schwergewicht von Sorge von ihm abfiel, seit er einen Menschen wußte, dem er beruhigt die Mutter anvertrauen konnte, von der sein Leben in immer fernere Zonen sich löste. Linda nahm es als Schicklalsspruch. Sie blieb. Hub einmal kam er. Ein Fremder. Groh und braun und hager. Stählern. Wortkarg. Sachlich. Nicht ohne Güte. Allmählich dämmerten ihm die kleinen Dinge der Jugend auf. »Schwesterchen", sagte er und spielte mit ihren Fingern. »Du hast einen lieben Hamen. 6ci ihm treu." Staate StaatSvoll In Danzig. Oesterreich und ‘ “....... ■ * ‘ VolkS- und Nachfolger von Geheimrat Hantzsch an die Uniöerfität Leipzig abgelehnt hat, einen Huf an das neugegründete Ka.ser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg als Wissenschaftliches Mitglied und Dirccktvr des Chemischen Instituts desselben angenommen. — mit drei romanisch-sprechenden Völkern in die Staat. !übrung. Denn also die Deutschen untereinander über die Grundfätze einer gerechten Lösung der Probleme von Staat und Boll-tum Klarheit gewonnen haben, so werden sie eine V Ölung finden, die nicht bl oh ihnen in ihrem örtlichen Stampf eine moralische Sicherheit gibt, sondern auch aller Voraussicht nach überhaupt den Schlüssel zu einer Neuordnung in Europa bedeutet, eine Lösung. die nur auf einem gerechten Ausgleich zwischen Staat und Volk oder auch zwischen den Voller i Europa- beruht Im sicheren Bewußtsein dir Straft und Würde des eigenen VolkStum- sollen wir an diese Fragen heran- «chen. _________________________ Rechtsgleichheit, eine «rohe Freiheit der Rechte der Einzelpersonen, gleiche Besteuerung, gerechtes Gerich:. weitgeheiü>e Verein»- und Versammlungsfreiheit kurzum LebenSraum für ein Volkstum, das sich, auch wenn es vom Staate nittn begünstigt war. frei entwickeln konnte. Daß beweisen die Tatsachen der blühenden Entwicklung polnischen und dänischen Volkslebens vor 1914. Frankreich gewährte dagegen seinen sprachlichen Minderbeiten keinerlei Hechte Das liberale Italien der Vorkriegszeit engte den Leben-raum der deutsch- und sranzöfllchsprachi- gen Volksgruppen in den Alpentälern mehr und mehr ein. Da» zaristische Hufolanb Halle Ukrainisch und Litauisch a'.S Sprache überhaupt verboten, auch Polen, stark russlliziert, sich mit übelster Valtenoerfolgung besudelt Aus Ungarn kamen Klagen über die x?iia?tinnebaltung de- an sich trefflichen Nationalitätengesetze» von 1867 und über die apponihfchen Schulgesetze. In Belgien mußte da- Flamentum hart um Anerkennung ringen. Oesterreich war innerlich zerbrochen durch Nationalitätenhader. Nur die Schweiz bildete eine Insel deS Friedens in Mitteleuropa: nicht darum, weil fie besonder- treffliche NationaliiätengefeheS gehabt hätte — ihre Sprachengefetzgebung ist vielmehr denkbar dürftig sondern weil die falsche Auffassung von Nationalstaat die ältere Auffassung verdrängt hatte Prophezeiungen flatterten auf in Zeitungen und Gesprächen. Ein Blatt gedachte brr alten Mutter des Piloten. Sie hatte nichts von seinem Wagnis geahnt. Erst glückliches Gelingen, auf das er vertraute, sollte ihr die Kunde in ihr weltfremdes Dorf tragen. Schonende Liebe hatte zu solcher Heimlichkeit getrieben. Nun jedoch war alles am Tage. Auf den fünf Erdteilen wurde um das Schicksal des kühnen Pfadfinders der Lüfte gebangt. Völker rissen sich um die Gunst, ihn zu ehren und auszuzeichnen. Das Geschlecht der brausenden Jugend würde den gescheiterten Helden als ihren Fahnenträger betrauern. Wie mochte bei soviel Schwung der Massengefühle Rücksicht auf baö Zittern des MutterherzenS genommen werden? Linda, selbst überreizt, und überfeinert bis in alle Nerven, malte sich die zagende Not der einsamen Frau mit zwingender Pein in allen Stadien aus. Und plötzlich erkannte sie ihre Ausgabe. Ich muß bei ihr sein, um die nächste Nacht, den nächsten Tag stummen, stumpfen Harrens mit ihr au teilen. Kein dritter Mensch auf Erden verstände in die Seelengemeinschaft einzudringen, die zwei zur Untätigkeit und zum Deifeitestehen verurteilte Frauen verschmelzen würde. Kein Zweifel, daß andere da wären, glückliche, beglückende. die ihn liebten, die von seiner Liebe, seinem Erfolg sich ungeheure LebenSsteigerung erhofften. Jene standen im Lichtkreis, denn Hoffnung ist Kraft, und Kraft durchleuchtet. Nur die Verzichtenden, die Alte, jenseits des Wünschens, und die Junge. Angekettete, ermaßen das schwere Dunkel über Auge und Ohr, denen sich kein Zeichen enthüllt. Eie benutzte den letzten Urlaubstag zur Fahrt in das Dorf der Heimat, wo keine anderen Ve- ziehungen sie mehr hielten als das Häuschen von Hellmuts Mutter. Die Alte, im Fieberkrampf des Wartens fast zur Hellseherin gesteigert, begriff ohne Worte und nahm das Mädchen an ihr Herz wie eine Tochter. Eie klammerten sich aneinander. Sie lächelten sich mit blaffen Lippen Zuversicht zu. Eie sprachen, fletn und erb- gebunden, von seinen Abenteuern wie von einer Reise zu anberen Gestirnen. »Die Welt hat den Glauben verloren", sagte die Mutter. »Die alten biblischen Geschichten find Märchen für sie. Mein Sohn wirb sic wieder gläubig machen. In Fleisch und Blut unternimmt er eine Fahrt bis in den siebenten Himmel. Hat Gott nichts dawider, so ist erwiesen, daß die Menschen berufen und auserwählt find, sich zu höheren, freieren, unbe- III. Es ist hier nicht der Ort. die Notwendigkeit einer Einigung des mehr als je zerrissenen Europa auszuführen. DaS geschieht oft genug aus den vcr chiedensten Lagern heraus. Männer, die vollsmänig benten, denen Volk ein Vegrilf unb Wert ist. und Männer, die nur Staat und Beziehungen von Staaten untereinander sehen, find sich darüber einig. Aber über die Mittel, die zur Vcffcrung anzuwenden sind, gehen, eben wegen der verschiedenen Ausgangspunkte, die Anschauungen weit auseinander. Wenn eS richtig ist. daß das Verhältnis von Volk zu Staat. daS Sichnichtdecken der Staats- und VolkSgrenzen heute als das entscheidende Problem angesehen wird, so ist die Folgerung zwingend, daß Voll unb Staat in ganz anderer Weise al- bisher zum Gegenstand der Untersuchung zu machen find. Man kann fragen: ist das Aufgabe der Volls- politik. derer, die sich um die Erhaltung deS VollStums unb seines Bestandes zu kümmern haben? Das ist zu bejahen: aus zwei Gründen: Wir verstehen unter VollstumSarbeit praktisch eine Fülle von Cinzelarbeit. Jeder denkt sofort an die Orünbung von Schulen und Kindergärten, an di« Abhaltung von Kursen für wirtschaftliche und geistige Fortbildung, an Krankenhäuser unb sonstige wohltätige Anstalten mit volkStumSsördcmder Bedeutung, an wirtschaftliche Unter tepmungen, an Preße unb Volksbücher, ien, an Verein-Wesen unb viele- andere. Gewiß, das alle- muß fein, da» ist da- unentbehrliche Werkzeug in der Hand des Arbeitenden: aber diele Hand wird gelähmt, da- Werkzeug wird zerschlag m. solange daS Verhältnis von VolkStum und Staat nicht einer Vereinigung unterzogen ist. Solange es möglich ist. daß Volkstumsrechte durch einen Gewaltakt ober durch formale Mehrheitsbeschlüsse von einem Tage -um anderen zum Verschwinden gebracht werden, solange Schulen willkürlich gesperrt. Vereine ausgelöst. Presse unterdrückt. Ge- meinschasts- und Privatbesitz beschlagnahmt werden kann, ist die Ein-elarbeit auf Sand gebaut ES fehlt ihr daS Fundament einer gesamteuropäischen RechtLanschauung. Der tätigen Einzelarbeit fehlt die Voraussetzung: die Rechtsgrundlage. Nun zur anderen Seite: ein Volk. daS in schwerem Ringen steht, bedarf des Bewußtseins feines Rechtes, um der Ueber- macht nicht zu unterliegen. Dieses Recht muß in Einklang stehen mit den höchsten sittlichen Grundsätzen der Zeit. Es muß aber auch einheitlich fein. Es geht nicht an, daß b.iuiid)c Volksgruppen an den Rändern des Sprach- Dozenten Lie. Dr. phii. Bonn ergangen. — Der ordentliche Professor an der Glogen. Technischen Hochschule in Zürich vr. Richard Kuhn hat. nachdem er soeben einen Rus als Ordinarius gebiete» sich bloü für ihren Sonders all Rechtsgrunds ätze zurecht machen, die womöglich den an a ibcrc.1. Stellen gettmdenen widersprechen Das geht nicht au» äußeren da- g ht nicht au» inneren Gründen Ünfcr Voll ist in einer ungewöhnlich schwur gen Laae In 14 Staaten Europa- ß \ > nicht Staatsvvll. teil» au» gegebenen V.rbJil hülfen b.rau». teilt unter bau Zwange von Fr d.n--d laten. ES ist aber auch in kleinen einem mittleren unb einem großen he rauSge arbeitet werden, nicht der Kampf von Boll zu Volt daS Erste und der Anfang, sondern „de r Staat": der Staat der abendlän- bttchen Völler In Europa und Uebcrfce maßte es sich an. einen umgestaltenden Einfluß auf die VollSpersönlichkeiten. vor allem durch Erziehung der Jugend, auSzuüben. Später greift et mit einschneidenden Maßnahmen auch in das sonstige Kultur- und Wirtschaftsleben ein. Er beengt den LebenSraum bet nicht zum StaatS- voll gehörenden Volksgruppen immer mehr. In alten Zeiten hatte man nur den Kampf zweier Völler in ihrer staatlichen Organisation gekannt. daS heißt den Kampf zweier Staaten gegeneinander. Die nächste Pdale war der Kampf deS Staate» g c gl n Volksgruppen, die in ihm eingegliedert waren. Der übervölkifche altösterreichische Staat hatte wohl deutsche VcrwaltungSsprache. aber, und das ist der grundlegende Unterschied gegen französische unb sonstige Verhältnisse, ihm lag fern, die zahlreichen anderen Völker ein- deutschen zu wollen. Er kämpfte nur. um fein Leben, um daS immer schlaffer werdende gemein- I. <4* ist eine geschichtliche Aufgabe deS Echuy- Hunde». ein Bindeglied zu bilden -wischen den einzelnen voll-deutschen Bewegungen, in den Grenzgebieten deS Reiche» und Ocftetre ch» wie im Raum der au-landdeutschen Volksgruppen, tue um Erhaltung ihre» Voll»tum» kämpfen. Die Arbeit ist vielgestaltig, wie die Leben»- Äußerungen de» deutschen Volle» überhaupt. Denn eine Tagung, wie die S. Schuhbundversammlung in Essen, die Frage der VolkStumS- arbeit unb Volk-tumSp olitik zum Gegen- stand der Beratung macht, fo bedeutet da» bewußte Beschränkung. Beschränkung aber auf da» zentrale Problem Boll,will sich erhallen. Voll, da» seiner selbst bewußt geworden ist. da» sich al» Einheit auch dort empfindet, wo ein gemeinsame» staatliche» Band c» nicht umschlingen kann, sei es au» zeitlichen Hinbernillen, sei e» aber auch begründet au’ die geopolitischen Hindernisse alLju weiter geographischer Entfernung. Volk-Politik ist ein Wort, da» Nock, keinen gesicherten Platz im deutschen Sprach'chatz und vor allem in bet bcutfdxm Begriff»welt har. E» ringt heute noch um Anerkennung Denn die Vergangenheit kannte die Rotwendgkeit einer besonderen VollSpvlitik nicht. II. Bor mehr al» hundert Jahren wat e» vor allem Frankreich, da» schon mit dem Beginn bet französischen Revolution ein staatliche» Gleichheitsideal für alle seine Völker ausstellte. die eben sprachlich und im Denken völlig einheitlich werden sollten, damit die „republique unc et indivisible“ durch Einheit de» Volkstum- gesichert werde. Dem französischen Staat»volke sollten die nichtfranzösischen Volksgruppen an- gcglichen werden. Hatte der absolute Staat Wohl auch 'chon zentralistische Neigungen gezeigt, haupi’achlich. damit da» Regieren einfacher. damit die Verwaltung weniger verwickelt wäre kMaria Theresia und Josef II. in Oesterreich), batte in früherer Zeit der Staat die Religion bcftimmen sollen, so brachte doch erst die Wende de» 18. und 19. Jahrhundert» den Wunsch unb die Mittel VolkStum im Interesse de» Staate» umzuwandeln. Von der M ite de» 19. Jahrhundert» an wurden diese Gedanken fast in ganz Europa mehr oder weniger rafch auf genommen, ha» VolkStum war fortan bedroht von Forderungen und Gewaltmaßnahmen der Staatlichkeit, die durch ein andere» Volk — daS Staatsvolk — geleitet war. ES ist, unb da» soll hier mit aller Härte durch die Emeritierung des Geh. Rats an der Uniöerfität Franksurt er- Lehrstuhl der englischen Philologie ist dem orb. Prof. Dr Bernhard Fehr in Zürich angeboten worden. — Der durch die Emeri- Himmelfahrt. Don Anna Kappstein. Da» Flugzeug stieg in phantastisch hohe Luftschichten. Nicht großer al» ein Kinberballon erschien es dem Auge. Geradewegs in die unergründlich blaue HunrnelSkuppcl stieß es. Mit verzücktem Gesicht folgte ihm das Mädchen, den gehlendeten Blick mit starren Pupillen aufwärts gerichtet. Unau-benkbar für ein Wefen. daS nie auf einem Berg und nie auf einem Turm gc- Sanben. war e». daß dort oben im fchwindel- etlen Bereich de» engen Gefährts zwischen Vögeln unb Winden ein Mensch atmete, ein Mensch Entschlüsse faßte, die Maschine meisterte, den Elementen gebot. — ein Mensch, den sie kannte als ihresgleichen. ausgewachsen in derselben Um- welt. äußerlich ihr vertraut als ein brüderlicher Spielgefährte. BIS das Unglüd tarn, der Sturz vom Hab. her ihren Fuß versteifte und sie fortan von aller federnden Bewegtheit auSschloß. Sin ihr längft entglittener Mensch. Seit der junge Ruhm seiner verwegenen Flüge ihr gefesseltes Leben erreichte, baute fie bet frühen Erinnerung an ihn eine Kultstätte In ihrer Seele. Sr war für fie Verkörperung alles Hohen. Schwebenden. Wunderfernen. Heber den Feiertag hatte sie Urlaub genommen im Vureau. in dem fie vor der Schreibmaschine sah, zur Reise auf den Flugplatz. Hellmut starten zu sehen zur unerhörten Unternehmung. deren Plan er geheim zu halten wünschte, und der dennoch durchgeflckert war in die Menge. „Himmelfahrt!" dachte sie klopfenden Herzens. .Ist nicht aller frommer Glauoe eingeholt von greifbarer Wirklichkeit? Verklärt den beflügelten Menschen nicht der Glanz der Sphären?" Jetzt war der Flieger in Flocken silbernen Dunstes verschwunden. Die Bibelstelle der Him- fahrllegende fiel Ihr ein, sie stimmte aufs Wort. .Sine Wolke nahm ihn auf. vor ihren Augen weg'. Run war für sie das Himmelslicht erloschen. Der Schwarm unbekannter Gefahren, dem er ent- aeaenraste. verdunkelte ihr den Ausblick wie eine Schar von Raben. Elend an Leib unb Seele schlich Linda davon. Der abendliche Rundfunk brachte die cr'tc Meldung. daß das Augzeug über der Küste gesichtet sei. Andern Tages blieben die Nachrichten aus. Doch das Detter verschlechterte sich. Unheils- tierung des Pros. H. Marx nach Würzburg an der Unit/Criität Münster erledigte Lehrstuhl der Ohrenheillunde ist Professor Dr. Walther Albrecht in Tübingen angeboten worden. — Zur D.cderoef Atzung des durch daS Ableben des Prof. H. Baute erledigten Lehrstuhls für Kirchengeschichte an der -Uniöerfität Kiel ist ein Ruf an den Privatdozenten Lic. Dr. phii. Die Mutter, sich selbst auslöschend, voll Stolz nur in ihm lebend, verlangte, daß er erzähle, damit sie alles nachleben könne in sich. Er lächelte eigen. .Es wird gedruckt, verfilmt. Ich kann nicht mehr davon reden. Alles in allem: es war eine Höllenfahrt." „3a. aber dann —" bebten die Frauen zerknirscht. „Dann?" — „Darfst du nie wieder auf steigen!" — „Oh —", fein Lachen flirrte. Seine Blicke schossen in» Weite wie flinke Vogel. Eine Woche später nahm er Abschied Die Mutter, in Aengsten flackernd, stützte sich machtlos auf da- Mädchen. Linda, schmal unb schmächtig, sah ihm still und fest ins Auge. Da küßte er sie. „Ich bin dir gut. Linda. Nur dir. Alm mich sind Sportsweiber al- meinesgleichen unb große Damen von schneller Huld unb schnellem Vergessen. Du bist die Treue." -- „Unb bie Erdgebunbenheit . vollenbete sie bitterselig. „Deswegen. Ich werde immer zu dir zurückstnden müssen. Du bleibst Heimat. Ist dir das genug?" Sie breitete die Arme. Ihr Herz tat seine Himmelfahrt. Ihre Augen sprachen: Genug und übergenug. Denn ein Geschenk wie bie» wirb nicht gemessen unb gewogen. famc Band um bie Aufrechterhaltung geschichtlicher Entwicklungen. Gerade auf dem Boden Oesterreich» wurde bie dritte Phase zurückgelegt: hier kam es unter einem in Wirtlichkeit mehr ober weniger neutralen Staate zum Kamps der Völker untereinander. War eS schon den Polen und den Dänen möglich gewesen im deutschen Reiche zu erstarken und kräftige VollstumSorganisationen in» Leben zu rufen, die erfolgreich den Kampf gegen Staat und staatsführende» Voll auf sich nehmen konnten, so kam c6 in Altösterreich nach dem Au-gleich mit Ungarn zur Ausbildung hart umrdkner Voll-tümer. Sic kämpften einmal gegen den Staat und die Dynastie, sie lämpftcn aber auch gegeneinander und standen im Ringen um die Vorherrschaft im Staate und den Kulturbesitzstand. um Land unb wirtschaftlichen Boden und städtischen HauSbesitz. ja um Industrie und 3n- buftricgnippcn, um Banken, Spar- unb Dar- lehnStasfen, um Schule, Hochschule, um Kindergärten. um Ministersessel unb Rachtwächter- posten. Bi» schließlich der Weltkrieg die Karte Europa» umftürzte und die Pariser Friedensveriräge sie mit neuen Farben versahen. Kennzeichnend für bie letzten zehn Jahre ist die Tatsache, daß Völker, denen bisher solche Verantwortlichkeit (wenigsten» im vollen Umfange) nicht oblag, staat-führende Völker wurden: Esten. Letten. Litauer. Polen und Tschechen: au» dem kleinen StaatSvolk der Serben bildet sich der Sübllawe unb rückt Slowenen, Kroaten und bi» dahin unerlöste Serben in bevorzugte Stellung: Rumänien vergrößert sich um bas Doppelte und führt Millionen von fiebenbürgjschen unb inner-ungarischen Rumänen in die Stellung al» Staat-Volk. Der vierte Schritt in der Entwicklung. Die gestern noch im Volks- tumSkampf stehenden Anderen übernehmen heute alle Methoden der vergangenen Zeit in ihre Staatssühmng. Ihr neuer Staat ist nicht wie der bisherige altösterreichische mehr der gerechte Verteiler von Gut und Böse über alle Völker de» Staate», sondern nur noch Vater de» Staat»noUc» und böser Stiefvater für bie. welche, al» Fremde, als Eindringlinge, al- ehemalige Unterdrücker gekennzeichnet, mehr oder weniger brutal ihre» kulturellen Besitzstandes enttleibet werden. Run beginnt jene Verfolgung, wie sie ohne Beispiel ist in der Geschichte der letzten Jahrhunderte. Unter dem Schutze von Minberheit-fchuhverträgen Stehende werden tatsächlich zu Heloten. Der Etaat-gebanke erfährt durch diesen Mißbrauch feine stärkste Belastung — und dies alles in Staaten, die fast durchweg demokratische Verfaffungen haben, in denen freie Wahlen durch bie Verfassung garantiert werben unb teilweise auch stattfinden, in denen verfassungsmäßig alle Garantien moderner Freiheitsforderungen gegeben find. Jedoch sind die Regierungen aller dieser demokratischen Staaten bloß einfache parlamentarische Mehr- heitSregierungen. aber die parlamentarische Mehrheit ist meist identisch mit der Mehrheit des Staat-vvlkeS gegenüber der Gefamtbevölkerung, und die parlamentarische Minderheit die Sammelstelle aller fremden Volksgruppen, fo daß neben der rein parlamentarisch-m Kampfstellung zwischen Regierungsmehrheit unb Minderheit der Kampf der VoIIfltümer zum Ausdruck kommt. E» besteht kein Zweifel, bah auch die Staaten vor 1914 bereits Schritte auf biefe schiefe Bahn unternommen hatten. Preußen hob 1874 bie Gesetze unb Verordnungen über bie Doppelsprachigkeit in ben au« der zweiten Teilung Polens erworbenen Gebieten auf. Aber in bem VorkriegSpreußen beftanb etwas, bas heute leicht übersehen wird: eine tatsächliche 50 3aftre ärztlicher Kreisverein Gießen. Am SamStag feierte der hiesige ärztliche KreiSverein bas Fest seine» Svjährigen Bestehen». Au» diesem Anlässe waren so berichtet man un6 Vertreter her staatlichen unb städtischen Behörden. Freunde und Deaus- tragte anderer ärztlicher Organisationen erschienen, um bem Verein ihre Glückwünsche darzubringen. AuS der Begrüßungsansprache be» derzeitigen Vorsitzenden, Dr. R e 1 n e w a l d . entnehmen wir, baß der Verein seine Entstehung einer Anregung der Regierung verdankt, die nach der staatlichen Medizinalreform In Hessm in dem neuen Verein eine Vereinigung von Aerzten schaffen wollte, die ihr bei der Beratung von Gesetzen und Verfügungen, die bas Gesundheitswesen betrafen, behilflich fein sollte Von bem Vereine sollten Gutachten über ärztliche Fragen bearbeitet werden: er sollte auch selbst seinerseits Anregungen auf allen Gebieten der öffentlichen Gesundheitspflege geben. Gleichzeitig diente der KreiSverein der Förderung des kollegialen ZufammenhalteS. der wiffenfchaft- lichen Fortbildung unb der Vertretung ber Ve- rufdintcreffen. 3n ben 50 Jahren seines Bestehens hat der hiesige KreiSverein unermüdlich in diesem Sinne gewirkt. Alle großen, da» Medizinalwesen betreffenden Vorlagen find vom Verein bzw. feinen in ben früheren Zentralausschub unb in die jetzige Aerztekammer entsandten Vertretern durchberaten worben. Viele Anregungen auf sozialem Gebiete find von hier ausyegangen. AIS mit dem Ausbau der Krankenversicherung wirtschaftliche Fragen immer mehr an die Oberfläche drängten, würbe zu ihrer Bearbeitung eine befonberc Unterabteilung be« Kreisvereins gebildet, damit er selbst für seine idealen Ausgaben unb Ziele freibleiben konnte. Mit befonberem Stolz erfüllt es den Verein, daß er es durch seine unablässigen Bemühungen erreicht hat, baß eS jetzt gelungen ist. eine Ver- sorgungskasse für Witwen unb Waisen, sowie für die alten Kollegen zu schaffen, die, durch die Inflation ihres erworbenen Gute» beraubt, nicht mehr arbeiten können. AIS erste brachte die Staatorcgierung, vertreten durch Ministerialdirektor S p a m c r unb Ministerialrat Dr. Schrohe, bem Geburts- tagskinde ihre Glückwünsche dar, wobei besonders betont wurde, > welchen Wert die Medizinalabteilung der Regierung auf die Mitarbeit des KreiSverein» lege. Der Krei» Dießen war durch Jur 9. Schuhbundtagung in Essen. Lon Dr. Start 6. von Loesch, Vorsitzendem des Deutschen Echutzbundes. Provinzialdirekior ® r a c f, die Stadt durch Bürgermeister Dr Seid vertreten, der die Verdienste deS KreiSvereinS um die Gesundheitspflege der Stadt hervorhob. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Rosenberg, über- brachte die Glückwünsche der Universitär. Prof. 3cfionef die der medizinischen Fakultät. Für die hessische Acrztekammer sprach Geheimrat Habicht auS Darmstadt, für die hiesige medizinische Gesellschaft Geheimrat Pros. Dr. P o p - p e r t. Die übrigen Kreisvereine Hessen- hatten Dr. D a l a u e n mit der Uebermittlung ihrer Glückwünsche beauftragt. Den Mittelpunkt der Festsitzung bildete ein Dortrag von Drof. Dr. Honig mann. In geistvoller Weise zeigte er an der Hand der literarischen Ueberlieserungen, von den homerischen Gesängen angesangen bis zu den modernsten Büchern der Jetztzeit, wie sich da- Publikum geistig dem Arzt gegenüber gestellt hat, wie cs den Arzt sah und waS der Arzt ihm bedeutete. Das Aus und Nieder der Wertschätzung ist zugleich ein Spiegel über den jeweiligen Stand der medizinischen Wissenschaft. Die Festsitzung wurde eröffnet und geschlossen durch musikalische Darbietungen auS Kollegenkreisen (Gesang und Violine), die der Feier angepaßt waren. Später vereinigte ein gemeinsames Essen noch co. 70 Personen zu einer gemütlichen Feier, die durch scherzhafte Reden und ein launiges Theaterstück, das den Arzt in der Sprechstunde zeigt, angenehm verschönt wurde. Oberheffen. Landkreis Gießen : Aus dem Busecker Tal, 15. Mai. Durch die trockene Witterung sind die landwirtschaftlichen Bestellungsarbeiten sehr gefördert worden. DaS Setzen der Spatkartvffeln dürfte in unserem Tale bis auf wenige Ausnahmen beendet sein. Der Standder Saaten ist recht zufriedenstellend. Der Stand des Roggens, der zu Anfang des Frühjahrs zu Klagen Anlaß gab, hat sich austerordentlich gut entwickelt. Auch die Futteraussichten finfr befriedigend, allerdings wird das Wachstum durch die augenblickliche kalte Witterung stark beeinträchtigt und zurückgehalten. : Beuern, 15. Mai. Am Sonntag fand, begünstigt von schönem Wetter, hier ein Sängertag statt. Die unter der Leitung des Musikers Kaspar Karl Eommerlad stehenden Vereine hatten sich in dessen Lokal zusammengesunden und trugen abwechselnd ihre gut eingeübten Lieder und Ehöre einem zahlreich versammelten Publikum vor. Reicher Beifwll wurde den Sängern zuteil, die einige frohe Stunden in unserem Dorfe verbrachten. Der Gesangverein Polyhimnia von hier, der an dem Wertungssingen des Ohm-Lumda - talsängerbundes in Homburg a. d.O. unter Leitung seine« Dirigenten Heinrich Schomber von hier teilnahm, hat von den 24 an dem Wettsingen beteiligten Vereinen die höchste Punktzahl erreicht und somit die beste Leistung vollbracht. Als selbstgewählten Ehvr sang der Verein „ilnterm Lindenbaum". Der von sämtlichen Vereinen gesungene vorgefchrieben? Chor war das Lied „3m Mai" (Draußen ist alles so prächtig). Diese schöne Leistung ist um so mehr anzuerkennen, als einige gute Sänger wegen Erkrankung an dem Eingen nicht teil- nehinen konnten. Die Sänger wurden durch unseren VerkehrSomnibuS hin- und zurück befördert. A, Allendarf a. d. Lumda, 15. Mai. Am l Sonntag unternahm der unter der Leitung des Lehrers Schmidt von Kesselbach stehende hiesige F"M ännergesangveretn seinen diesjährigen ersten F a m i l i e n a u s f l u g. Die Fahrt begann * mittels Autos um 6 Uhr vormittags über Marburg. Frankenberg, Bad Wildungen nach dem EnHsiele Waldeck und Edersee. 3n Wil- düngen wurde Rast gemacht und den Teilnehmern Gelegenheit zur Besichtigung des Bades gegeben. Ebenso wurde nach dem in Waldeck eingenommenen Mittagessen die herrlich gelegene Burg Waldeck sowohl, als auch der Edersee mit Sperrmauer besichtigt. 3m Schlohhofe trug der Männer- gesangvcrein einig« Chöre vor, die bei den vielen anwesenden Touristen reichen Anklang fanden. Die Rückfahrt erfolgte gegen 7 Uhr nach- Mai-Adagio. Von Anton Schnack. Wenn ich mich erinnere, so waren schon viele da, dreißig Maimonate oder noch mehr: Maimonatc des Sechsjährigen, des Zehnjährigen, des Fünfzehnjcihri- gen, Maimonate am Kindyeitsbrunnen verspielt, Maimonate auf den Schulbänken verdrückt, Mai- monate an den Tischen der Fremde, Maimonate im Kriege, Maimonate auf dem Meere, Maimonate in den Cafshausern, verbracht mit dem Löffeln von gelbem Vanilleeis, Maimonate, berauscht von der Liebe und den Zusammenkünften der Heimlichkeit. Wie wird der jetzige sein? Eine große Bureaustube, ein Schreibtisch mit Büchern, und von Briesen und Zeitungen überschüttet, ewig gleichen Gesichtes jeden Morgen, jeden Nachmittag, jeden Abend. Ich weiß — um die kleinen Dörfer hat sich jetzt ein Kranz von Blüten gelegt. Aus den Wipfeln am Mühlwchr seufzt die Nachtigall aus Vogelträumen. Am Gartenzaun steht ein kleines Mädchen und wartet. Die Schicksale werden immer gefesselter und monotoner. Tausendjährig erscheine ich mir, der schon lange von den Waldern Abschied genommen hat. lief unten im Dunkel der Erinnerung sitzt ein Trieb, ein Bild, ein schattenhaftes Leben. Das Bild von der Wanderung durch Kontinente, über Flüsse, durch die Irrwege der Steppen und die Halbnacht der Wälder. * Im Mai hatte ich die Städte Halberstadt, Würzburg und Venedig besucht. Es aab den Mai des Knaben, der die Botanisier- buchse vus dem Halbdunkel und Staub des Speichers herauskranste und das durchlöcherte Schmetterlingsnetz suchte: denn die Zitronenfalter und Pfauenaugen flogen über den Wiesenweg. Jener Mai, der mich zu den Landkrämern trieb, die Zigarren zu drei, fünf und stoben Pfennig hatten: »Haben Sie eine leere Zigarrenschachtel?" — In das faserige, braune Holz, mit der Tabakplantage und der dunkeläugigen spanischen benjoro auf Dem Deckel, wurden Dustlöcher gebohrt. Im Dustrausche der Dämmerung brummten die Maikäfer Im Geäst der Zwetschenbäume saßen sie, in die Blätter gekrallt, wie braune Klumpen. E» gab Könige unter innen, Schuster und Müller, die Könige hatten ein rötliches Nuckenschild und waren selten Eine neue Heilstätte in Gießen. schlossen ist von den übrigen, um dadurch jede Infektionsgefahr innerhalb der Heilstätte von Rach dem Abschluß langwieriger Vorderer - tungsmastnahmen ist in den letzten Tagen mit den Dauarbeiten zur Errichtung einer Heilstätte für Tuberkulose der oberen Luftwege begonnen worden. Diese Heilstätte, die bekanntlich von dem Heilstättenverein für Hessen schon seit langer Zeit als eine dringende Rotwendigkeit bezeichnet wurde und die von den Fachkreisen im Interesse der leidenden Menschheit außerordentlich willkommen geheißen wird, soll ihre segensreiche Tättgkeit in enger Verbindung mit unseren Gießener Unlvers'ttäts- klinikcn ausüben. Die Leitung der Heilstätte wird der Direktor der Universitätsklinik für Hals-, Rasen- und Ohrenlranke, Professor Dr. Brüg - gemann, übernehmen, die Anstalt wird für sich selbst geleitet, aber der medizinischen Fakultät unserer Landesuniversität angegliedert und bedeutet somit auch für diese eine höchst bedeutungsvolle Bereicherung der mustergültigen klinischen Anlagen. Der Bau findet seinen Platz südöstlich des Lupushcimes zwischen der Gafskhstraße und dem Aulwcg. Das Gebäude wird außer dem Kellergeschoß aus einem Erd- und drei Obergeschossen bestehen. Cs wird für 72 Betten eingerichtet, von denen 12 im Erdgeschoß _ als Aufnahmestation und je 30, getrennt für Männer und Frauen, in den Obergeschossen untergebracht werden. Es wird weiter mit umfangreichen Opera- Hon»-. Röntgen-, Licht- und Inhalationsräumen ausgestattet, die sich zweckdienlich dem Ganzen einfügen sollen und in ihrer (Änrichtung das Vollkommenste auf medizinischen und fachtech- nischem Gebiete darstellen werden. Die hygienischen und sanitären Anlagen sollen eine vorbildliche Gestaltung erfahren. Während das Erdgeschoß und zwei Obergeschosse, wie oben gesagt, Heil- und wissenschaftlichen Zwecken dienen werden, wird im dritten Obergeschoß der erforderliche Raum für die Aerzte und daS Pflegepersonal geschaffen. 3cbe Abteilung soll so eingerichtet werden, daß sie streng abge- vornherein auszuschließen. DaS große Heilstättengebäude soll im Eha- rakter moderner Architektur gehalten werden und ein fsacheS, begehbares Dach bekommen, das durch den Mittelbau in zwei Flüael geteilt wird, von denen je einer den Frauen dzw. Männern zu Freilicht-. Luft- und Sonnenbäbrrn dienen soll. Das Gebäude wird eine monumentale Gestalt ausweisen und in dieser Art als eines der bedeutendsten Bauwerke anzusprechen sein, das seit vielen Jahren in unserer Stadt errichtet wurde. 3n unmittelbarer Verbindung mit dem Gebäude wird ein besonderes WirtschaftShauS stehen, in dem die Kochküche. Kühlanlage, Wäscherei, Plätterei. Personalräume, Vorratskeller usw. eingerichtet werden. Ein weiteres Reben- aebäude wird die Desinfektionsanlage. _ einen Müllverbrennungsofen und Stallungen für die Impftiere enthalten. In der Gesamtheit gesehen kann man heute schon sagen, daß diese Heilstätte eine Muster» anlage werden wird, die als erstes Institut dieser Art in Deutschland sicherlich größte Beachtung finden dürfte. Um die Schaffung dieses Instituts zum Segen der leidenden Menschheit hat sich der Präsident deS Heilstättenvereins für Hessen. Dr. Reumann, gana besondere Verdienste erworben. Die Geldmittel werben von dem HeUstättenverein aufgebracht, die Reichsbehörde und der Hessische Staat gewähren namhafte Zuschüsse. Der Entwurf zu dem bemerkenswerten und interessanten Dau stammt von dem Architekten Baurat Meyer, der auf diesem Gebiete wiederholt hervorragend tätig gewesen ist, und der auch die Bauleitung übernommen hat. Der Bau soll noch in diesem Jahre unter Dach kommen und dann so gefördert werden, daß er Ende 1929 seiner Bestimmung übergeben werden kann. mittags über Haina, Kirchhain durch den Ebs» dorfer Grund: die beiden Autos waren von dem Gemeindever band Wieseck-Alten- Buseck gemietet. Die Teilnehmerzahl betrug über 100 Personen. Alle Teilnehmer waren von Dem Ausfluge hochbefriedigt und werden noch lange an die schön verlebten Stunden ^urückdenken. Oesters wurde der Wunsch geäußert, der Dereins- vorstand möge derartige Ausflüge einigemal im Laufe des Sommers veranstalten. — Als in der Sonntagnacht gegen 1 Uhr Pas'anten d e Bahnhofstraße passierten, bemerkten sie aus dem W o h n- hausdacke von Dr. Kunz eine männliche Person hin- und herkkettern. Man verständigte Dr. Kunz hiervon, der sofort, unter Zuhilfenahme einiger anderer Personen, eine Durchsuchung des Hauses, Hofes und Gartens vomahm, die jedoch ergebnislos verlief. Ob man es mit einem wirklichen Einbrecher zu tun hat, oder ob sich vielleicht ein junger Mann einen Scherz erlaubt hat, muh dahingestellt bleiben, doch neigt man eher zu letzterer Annahme. 00 Klein-Linden, 15. Mai. Aus der kirchlichen Statistik unferer Filialgemeinde Allendorf an der Lahn auS dem Jahre 1927 ist als bemerkenswert zu berichten: Die Zahl der zur evangelischen Landeskirche gehörigen Mitglied: r beträgt 1920. Daneben befinden sich in unserem Orte noch 27 Altlutheraner und Freilutherische, 14 Reuapostolische. 7 Adventisten und 15 Freireligiöse. Uebcrtritte zur evangelischen Kirche erfolgten einer, Austritte einer. Die Durchschnittszahl der Besucher eines Hauptgottesdienstes betrug 124 Männer, 149 grauen und 46 Kürder, für einen Rebengottcsdienst betragen die Zahlen 80 Männer, 160 Frauen und 50 Kinder. Die Kindergottesdienste wurden durchschnittlich von 65 Knaben und 85 Mädchen besucht. Am Heiligen Abendmahl beteiligten sich im ganzen 2203 Personen, nämlich 10c7 Männer und 1126 Frauen. Eheschließungen wurden 11 vollzogen, geboren wurden 35 Kinder, konfirmiert 38 Kinder. Die Zahl der Verstorbenen beträgt 24. An milden Gaben wurden aufgebracht: für Aeußere und Innere Mission und den Duftav-Adolf-Verein 530 Mk., für die Krankenpslegestation 1676 Mk. und für die Krnderschule 1267 Mk., ohne die nicht unerheblichen Kirchenkollekten und die fo-n- ftigen freiwilligen Leistungen für kirchliche Zwecke. ' Großen-Linden. 16. Mai. Rächsten Samstag, 19. Mai, veranstaltet die Gauriege des Gaues Hessen D.T. für Köln einen Wer beabenb in der hiesigen Turnhalle. Für den Turnverein ist es eine befonbere Freude, die Gauriege in seinem Heim begrüßen zu können, da zwei feiner Mitglieder dieser Riege anaehören. An diesem Abend ist der Einwobnerfchast Großen- Lindens sowie der umliegenden Ortschaften Gelegenheit geboten, dem Turnen der Besten unseres Gaues an Pferd, Barren und Reck unter der Leitung des Gauobertumwartes Will (Gießen) beizuwohnen. Die Veranstaltung wird eingeleitet durch einen L i ch t bi 1 de r v o r t r ag deS Turnlehrers 6 i n n w e 11 von Bad-Rau- heim, der Teilnehmer der Amerikariege war. Großen-Linden, 15. Mai. Am Himmelfahrttage wird wieder, wie alljährlich, im Wäldchen bei der Luhmühle ein christliches Waldfest abgehalten. Diese Veranstaltung dürste sich, wie auch sonst jebeS Jahr, eines regen Besuches aus den umliegenden Orten zu erfreuen haben. ----- Lang-Göns, 15. Mai. Selten hat unser Dors ein so großes Trauergeleite gesehen wie heute, als unser Ge.neinderechner,- Architelt Ludwig Velten zur letzten Ruhe gebracht wurde. Wit ihm ist ein Mann in den besten Jahren, dahingegangen, der in dem Leben von Lang- Gons eine bedeutende Rolle spielte. 1919 war er mit großer Mehrheit zum Bürgermeister gewählt worden. Dieses Amt hatte er biS 1923, wo er Demei nder e ch n er wurde, inne. Er war außerdem Mitglied des KirchenvorstandeS. Die Entwürfe ßu den zahlreichen Wohnhäusern, die feit Kriegsende hier erbaut wurden, stammten fast ausnahmslos von Ludwig Belten. Pfarrer Wahl fand treffende Die Schuster glänzten pechschwarz und die Müller wie von Mehl bestäubt. * Wer in diesem Monat geboren ist, soll das Kupfer lieben. Bon Steinen aber Öen Saphir und Öen Türkis schätzen. Ich bin nicht im Mai geboren; Öeshalb wähle ich mir auch nicht öie Sechs zur Glückszahl. Ich liebe Gelb, aber die Maigeborenen roeröen Öas Blau zu ihrer Farbe machen. Auch Violett ist für ihr Wesen harmonisch. Den ©ranatftein sollen sie meiöen; er bringt Unglück. Es ist Öoch gut, wenn man vieles gelesen hat. So erinnere ich mich an eine Wesensbcschreibung Öes berühmten Astronomen Tvcho Brahe. Nach seinen Feststellungen werden im Mai geborene MöÖchen fröhliche unö zu Neckereien geneigte Geschöpfe. Ein Hanöbuch aus öcm Jahre 1565 berichtet, daß der öritte, sechste, fünfzehnte unö zwanzigste Tag voll Unheil feien. Ichwciß nicht, ob öies stimmt. Schlage ich in meinem Tagebuch nach, fo finöe ich, daß an dielen Tagen nichts geschehen ist, weder Unheilvolle» noch außerordentlich Beglückender-. Irgendwo heißt e» vorn 7. Mai: Das Dorf Elfershausen betreten, die Kinder beteten in der Stube; auf einem Pferde ritt ein Knecht vorbei; a . einer Fensterscheibe drückte sich ein neugieriges Frauengesicht platt. Es ift fo lange her, daß ich nicht mehr weiß, wo dieser Ort liegt. ♦ Die Nächte Haden einen Schimmer von Helle; etwas Gläsernes im Gewölbe. Königin des Himmels ist die Venus. Königin der Liede auch. Am Anger liegen die Liebenden, mit dem Befragen des Blumenorakels bcfchästigt. Ein Knabe lungert in der Dämmerung am Fenster, um die Fledermäuse zu betrachten, die über den Firsten mit großen und zickzackenden Bögen lautlosen und gespenstischen Fluges vorbeiflattern. Er hört die Kinder in der Gasse rufen: ,Jomm unter meinen Hut, Fledermaus, Dann geb' ich dir ein Stückchen Speck zum Schmaus!' Die ersten Gewitter ziehen ums Hau». Im abendlichen Wiesenland, nabe am Rande de» sumpfigen Waldes, schreien die Frösche. Unermüdlich, die Halde Nacht hindurch, tönt ihr Geschrei. Mir dünkt, als schreie die Erde selbst. Der Mai des Jünglings war die Bank im Hain, die er mit einem Herzen und den Initialen von H.W. versah. Mitten durch dieses Herz flog ein Pfeil Der Mai des Jünglings war, daß er mit der (Beige ans offene Fenster trat und die Serenade von Toselli mit den gicksenden Lauten spielte. Leise bewegte sich eine Gardine im Nachbarhause. Wenn der Mond aufging, stand das junge Mädchen am Fenster unö hatte den Kopf geneigt. Ich habe sie gekannt. Aber jetzt weiß ich nicht einmal mehr den Namen von ihr. * Was wird mir dieser Mai bringen? Ich wünsche mir Maibowlen, Spargelessen, eine kleine Reise an einen Fluß, eine halbe Nacht lang unter einem blühenden Fliederbusch mit irgendwem zu sitzen, wieder einmal die Abendtrommeln der Frösche zu hören, ein zielloses Gehen in die Wälder, einen Hang von ergrünenden Birken, ein Herz voll Torheit, den Besuch einer Maiandacht, in der wie vor fünfzehn Ianren eine kleine weige Nonne Harmonium spielt, eine Gardine, die sich meinetwegen im Mondschein bewegt Da finde ich noch geschrieben, daß am 15. Mai im Jahre 19.. sie die Tür schloß und mich in der braunen Dämmerung stehen liefr Sic gab mir einen kleinen Ring, der einen Diamant, einen Aquamarin und einen Malachit trug. Erst später fiel mir ein, daß die» bedeutet: Denk an mich! Das Geheimnis her Oroschle479 Y29. Ein phantastischer Kriminalfall, der die Erfindung aller Detektivgeschichten in den Schatten stellt, beschäftigt jetzt die französische Polizei. Die Umstände erinnern ein wenig an den berühmten Kriminalroman .Das Geheimnis einer Droschke" von Fergus H u m e, der vor einem Menschenalter verschlungen wurde, sind aber viel verwickelter. 3m Mittelpunkt der geheimnisvollen Angelegenheit steht die Droschke Rr. 479Y29. die am 16. 3uni des vergangenen 3ahreS auf einer Straße außerhalb der Stadt Sa en in der Rorrnandie verlassen aufgesunden wurde. 3m 3nnern des Wagens lag die Leiche des Kutschers und Eigentümers, eines ManneS namens Jean Boulte, der durch den Kops arichossen war. Die Polizei entdeckte bei den sofort aufgenommenen Rachsorschungen als Mörder einen gewissen William Follain. Bei seinem Verhör kam aber noch ein anderer Mord zur Sprach?, der in einem Zug« an einem französifcken Obersten begangen war. Wan sucht» nachzuweisen, Worte. die die Verdienste des VerstoaLenen hen?orhoben. Für die Gemeinde sprach Bürger- meifkr Rompf. 3m Romen b-s KrrisamSes legte Oberreg ierungSrat Dr. Heß einen Kranz nieder und betonte besonders dos _ gute Einvernehmen, das zur Zeit der Amtstätigkeit von S2ubw;g Velten als Bürgermeister zwischen der Verwaltungsbehörde und der Gemeinde Lang- Göns gehe r scht Hatto. Für den Gesangverein »Frohfirm" sprach Wilhelm Euler, für den ÄrLegenxr.'ia Dorsteher Flach. — Ludwig Velten wäre iin Dezember dieses Iahrvs 50 3ahre alt geworden. Er hinterläßt eine Witwe und zwei Kinder. Die Anteilnahme an dem schlieren Trauerfall ist allgemein. < AuS der nördlichen Wetterau, 15. Mai. 3n hiesiger Gegend ist man gegenwärtig eifrig an der Hederichbekämpfung tätig. Wie im Vorjahre, tritt biete« lästige Unkraut auch Heuer toiefcer in zahlloser Meng« auf. Durch Hacken, durch Streuen von Hederichkainit und ungeöltem Kalkstickstoff, ferner durch Bespritzen mit Eisenvitriol und andern heberich- bc lamp senden Mitteln rückt man ihm zu Leibe. Die Sommersrucht ist infolge-bü- n Aufmarsch pg.n itet Tjoranhüt w" . Lch^MnLm. 4- terüdl Denerslen ragen Odrrbohnmetkv irbe SchützenDntg und Den Miten Pmt n n dchicr, den bnttm Qlldel von 0d«- Der im verfblrnw, bcnds 'and 'rtachifttt er Kos", statt. 2uh-r »icr am voriM W te Deranßaltun sonders Vie lrtilleristrn da 7^ . Dersammlungen der es Mingcn und 7L°^L ”tor£n. M° W der OSagen sSeä , W.Üa t nlcht Kutscher Mordes W'V totS Vtti sfsS» Sfösjsrs »STsäiS Lh--b-^ n« * «s £*°S» ipW’Äien Ä Sie StzK SSL '4rä4 rKZr-' itntf 01 b"-< 'M 'S.Ä5 SS.*« mein ** da. 'en Wett-, -d ist mLUetaa. u^Äusra ttuenTo^* man ifo LK •« b«Ä darr am Pi^' *4t ijra? “6 fi- K K etanb «S 3)nitt beginnen, vbcrg ÄÄ& m&agnafyntttig tnl ^nigung lc,.. Säfte kfu^^ Qudto M nahnm abtr^X e E'i- 2m Sonntag : ^ezukögnchpe tw !"Senteurr tm \e eingehende reden SrabieriDtrltn us der Wirte M den technischen 2k* wat Berd hielt m 5ei[ ganz neuem tjal einen, hochintn- cllfaffungen und re- rn. a, 15. Mai. Au» bei Hotels wurde am wr« hrrad aeslotzlen. arte, aus bir tr mit« lungen einstellcn, sandte Es ist Ihr Vorteil, einen General Motors-Wagen zu kaufen CADILLAC Dar Aristokrat der Automobile. In der ganzen Welt hin von Leuten höchster Lebensführung gewählt. Weil er — der beste aller Wagen der höchsten Klasse — seinem Besitzer hohes Prestige gibt. LA SALLE Wie der Cadillac mit kraftvollem Acht• zylindrr-Motor, jedoch ein wenig ver* kleinert. Farbenprächtig, rassig, schön. Ein Wagen, der seinem Besitzer Triumphe verschafft. BUICK Überschuß an Kraft. Schnelligkeit, Festigkeit. Ausdauer. Die natürliche Wahl von Führern auf allen Gebieten, der meist• gekaufte vornehme Wagen. OAKLAND Schönheit, anmutige Linien und Farben. Lang und tiefliegend. Jugendlich, färben* freudig. Der schönste Wagen su mitt* lerem Preise Starker 6* Zylinder* Motor. OLDSMOBILE Ein Pionier der Automobile. Seit 1893 ständig vervollkommnet. 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Das konnte nur bedeuten, daß die Straße ausgerissen und da- her in ihrer ganzen Breite für den Verkehr gesperrt »ar. Er war aber am Nachmittag hier entlang gekommen und konnte sich an keine Straßenarbeiten erinnern, außerdem mußte der Lastwagen hier erst toeben passiert fein. Er steckte den Kopf zum Fen- 'ter hinaus und erblickte im Licht des Scheinwerfers dicht neben der Straße eine zerfallene Mauer, die vilder Efeu In dichtem Teppich umrankte. An einer Stelle zeigte die Mauer eine Lücke. Hier vor offenbar eine Pforte eingebaut. Sein Blick wanderte zu den drei Lampen zurück. Cr griff In die Hükttafche und zog feinen Revolver. Dann blendete er feinen Scheinwerfer ab und stieg tue, nach allen Seiten lauschend. Außer dem gleichmäßigen Geplätscher des Re- sens und dem hohlen Fauchen des Windes war kein Laut vernehmbar. Sich vorsichtig in der Mitte ler Straße haltend, legte er d>e paar Schritte bis ju den Lampen ungefährdet zurück. Er hob die mittlere auf und betrachtete sie eingehend. Sie war clt und verrostet, die rote Farbe war ungleich auf lern Glas verteilt Die zweite Lampe war neuer mb von anderer Konstruktion, aber auch Hier war das Glas erst nachträglich bemalt worden, und nicht anders sah die dritte Lampe aus. Er stieß die mittlere Lampe, die seine Anfahrt cm meisten hinderte, mit dem Fuß in den Graben, daß sie in tausend Scherben zersplitterte. Dann ging er rasch zu seinem Auto zurück, schlug die Tür zu und setzte den Fuß aus den Starter. Der kleine Motor zog an, doch der große rührte sich nicht. Der Wagen war warm, an der Temperatur konnte e salso nicht liegen, und der Motor hatte noch niemals ohne guten Grund versagt. Er stieg wieder aus und umschritt den Dogen. Die Transparent- lampc leuchtete auf den Benzintank. Die kleine Benzinuhr verriet die Ursache des Versagens, der Zeiger stand auf „leer*. „So, so", sagte Dick und starrte verblüfft auf die Uhr. Er hatte in London ausreichend getankt. Nach menschlichem Ermefsen konnte das Benzin noch nicht verbraucht fein Aber als er versuchsweise auf den Tank klopfte, gab er einen hohlen Klang. Ein neuer Windstoß benahm ihm säst den Atem. Die ganze Luft roch plötzlich nach Benzin. Er knipste feine Taschenlampe an und leuchtete die Straße ob. Auf dem Boden, dicht vor seinen Füßen, sah er eine Metallkapsel liegen. Ringsumher leuchtete die Straße in opatenem Schein. Jetzt wurde ihm klar. Jemand hatte die Messingverschraubung seines Benzintanks gelöst und das Gasolin auslaufen las- sen, während er vorne die Lampen untersuchte. Er schraubte die Kapsel wieder an, die, lüft- und wasserdicht, durch ihre Konstruktion gegen Spielerei geschützt war. Nur mit Hilfe eines Schraubenschlüssels konnte sie entfernt werden. Er wunderte sich, daß er das Geräusch nicht gehört hatte. Die dem aber auch sein mochte, er führte keinen Reseroenorrat mit und lag hilflos gestrandet auf vieler öden Straße, wenn ihm nicht irgendein Anwohner mit seinem eigenen Benzin aushalf. Er leuchtete mit der Taschenlampe den Torweg ab. Die verwitterte Tür hielt sich schon lange nicht mehr in ihren Angeln und lehnte wie ein Betrunkener gegen einen Lorbeerbusch. Bisher hatte er sich nicht zurechtgefunden. Jetzt aber erkannte er deutlich, wo er war. Die Mauer schloß das Gartengrundstück de? „Galgenhofs" zur Straße hin ab. Er ließ seine Lampe brennen und schritt die Allee hinaus. Zu beiden Seiten hemmte undurchdring- liches Gestrüpp den Blick in den Garten. Darüber trafen sich die Wipfel der Tappeln zu einem grünen Zelt. Plötzlich wurde das Licht seiner Taschenlampe von einem ßcd) aufgesogen, das eine Tiefe von anLietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesseus Nr. U5 Drittes Blatt Die Veichstagswahl und die Deutsche Volkspariei. Die Deutsche Dolkspartei, Ort«- iruppe Gießen, dielt geftern abend tm af6 Leib ihre »weite öffentlich« Wählerver» fammluno unter der Leitung be« Ort«- gruDpenvorlchenden Pros Dr Ärau«müHtr ab Der Versammlungsleiter gedachte tm Anschluß an seine Begrustung«wort« de« ernstlich erfreuten Porteivor itzenden. Rrichsau^en- Minister« Dr. Stresemann. dem er recht baldige volle Genesung wünschte. Darauf sprach der Vorsitzende der hessischen vanbe-partei der D.V.P. ttbfl. Tmgtldey-rarmstadt In etwa 1'/«stündiger Hebe über die nationale Realpolitik der deutschen Vol!«partei. Der Redner erinnerte einleitend daran, daß unsere ganze politische Arbeit durchau« unter dem Schatten non Versailles und der nachfolgenden Verträge steht und daß wir noch auf lange 3eit birfau« in der Gestaltung unserer politischen Entwicklung von den politischen Faktoren außerhalb Deutschland« abhängig sein werden. Sodann beschäftigte sich der Redner eingehend mit der Außenpolitik, die für die Deutsche Volkspartei keine Parteisrage. sondern eine 2n- gelegenbeit de« ganzen deutschen Volke« sei. Abg. Dingeldet) rief zunächst die furchtbaren Verhältnisse in die Erinnerung der Zuhörer zurück, die vir alle im Jahre 1923 bur.chgcmacht haben, »le« daraus hin. daß Dr. Strefemann damals tn opferbereiter Weise al« Reichskanzler die Leitung de« StaotSschifse« übernahm und es unter großer Ausop'erung und stärkstem DerantwortungSbewußtlein au« dem gefährlichen Strudel herauslührte. Mit Genugtuung konnte der Redner daran erinnern, bah es bann Dank der Politik Strefemann« möglich war. bi« Reparationsfragr au« bem Bereich machtpolitischer Einflüsse und Ziel« heraus- eubrtngcn ö« sei allerdings wichtig und bleibe bie nächste Hauptaufgabe unserer au-wärtigen Politik, zu erfahren, welche Endsumme wir nun dflentild) an bie ehemaligen Kriegsgegner zu -ahlen haben, und dafür »u sorgen, baß diese (Summe vereinbar bleibe mit bet Leistungskraft der beutschen Wirtschaft. Ein« andere große Aufgabe unserer au-wärkigem Politik in der nächsten Zukunst sei bl« machtpolitisch«. bi« inter- staatliche Auseinandersehung tx>n Macht zu Macht Auch biese AuSeinanberfetzung. bei der wir uns vor allem die moralische Macht einer Sschtofsenen Volksgemeinschaft al« Rü^halt der ußenpolitik wünschen müßten, könne — so schwer «S auch für manchen sei — nur auf dem Weg« der interstaatlichen Verständigungspolitik erfolgen. Es gebe eben keine andere Methobe. die deutschen Forderungen gegenüber den andern Mächten durchzusetzen, al« ble Methode der Verhandlung und der Derstänbigung. 3ebe« QI6- kren von Metern Woge bebeute bas Experimentieren mit bem Leben unteres Volkes. SS sei unleugbar, bah von 1923 bis jetzt unter ber Führung Stresemann« Fortschritt« erzielt worden fekn. Der R«bner verteidigt bann, obwohl dieses Oreigni« nicht überschätzt werden dürfe, den Eintritt Deutschland« in den Völkerbund al« ebne Tat realpolitischen Handeln«, besprach Thoiey und Locarno, wobei er betonte, daß au« dem Deist von Locarno endlich Me wahre Schluß- folaerung gezogen werden müsse, daß es Heuchelei f«C wenn di« Franzosen heute noch unter der Vorspiegelung der bedrohten Sicherheit ihre Soldaten am Rhein stehen ließen. DaS weitere große Ziel unserer Außenpolitik müsse die ‘Bereinigung dieser Frage sein, damit wir den deutschen Boden wieder frei bekommen und unser« 6our>eränttat in vollem Maße wiedererlangen. Aber auch diese« Ziel sei nur zu erreichen auf dem Wege der bedächtigen, klarblickenden Der- hanblungspoi.kik. Da« Ziel unserer Außenpolitik erreichten wir nicht, wenn wir uns selbst Möglichkeiten norgauleltcn. di« wir nicht hätten, wenn wir uns selbst berauschten an Machtmitteln, die wir nicht besäßen. Dieses Ziel werde nur erreicht unter der Führung eine« alle Möglichkeiten ausnuhenden. auf die Grundlage klaren oaterländi'chen EmvIindenS eingestellten Mannes. der mit klarem und staatsmännischem Blick btt Dinge weivertreibe und unter der Mithilfe de« ganzen deufchen Dockes. Abg. D i n g « l d e y besprach dann die Mitarbeit der Deut'chnationalcn in der Regierung und betonte hierbei, daß dabei stets «ine völlig« Geschlossenheit ber Parteien ber Regierungskoalition. auch In ben Fragen der Außenpolitik, bestanden habe. Die deuttchnationalen Minister hätten die einstimmigen Beschlüsse des Reichskabinetts in allen Fragen der Außenpolitik mit- gemacht. milgebllligt und unterstützt. Da könne man nun heute von deutschnationaler Seite die stet« mitgemachte Außenpoli'.ck doch nicht ab- Iebnen und bekämpfen. Die Verantwortung müf c von den Deutschnationalen mitgetragen werden, auch wenn das unpopulär fei. Weiter lehnte der Redner bei der Besprechung von wirtschaftspolitischen Fragen jede einseitige Behandlung dieser Probleme ab. denn man könne keine einseitige Landwirtschaftspolitik und ebensowenig einseitig« Ondustriepolitik treiben. Der Redner forbertc Steigerung unserer Ausfuhr, Stärkung de« InlanbmarfteS. Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft. Kredithtlie auch für das Handwerk. gerechte Sorge für die Kriegsopfer und die Inflation«geschäbigten. weich' letztere anstelle der Fürsorge einen klaren Rechtsanspruch gegenüber dem Reich bekommen müßten. Weiter wandte sich der Redner gegen die llcberftcigerung unserer Sozialfürsorge und forderte eine durchgreifende Umorganifatton unsere- getarnten Staatswesen«, wobei aber der reine Zentralismus wie In Frankreich abzulehnen fei. Da« Ziel müsse ein Einheitsstaat in vernünftiger Gliederung lein. Rotwendig sei auch eine Senkung der Steuerlast und vor allem ein Steuervercinyeitlichungegesetz für da« ganze Reich, einheitliche Grundsätze über Me Desteuerungsmerimale und eine Höchstgrenze, über die hinaus auch bie Länder und Gemeinden nicht gehen dürsten. Die Deutsche DolkSpartei werbe dafür eintreten, daß diese- Gesetz bald zur Tat werbe Sodann besprach ber Redner Me Frage ber Schulgesetzgebung, wobei er Me bekannte Stellung ber Deutschen DolkSpartei zum Äeubcll- schen vchulgesehentwurs bariegte und betonte, baß bie Deutsche DolkSpartei an der bewährten Simultanschule sesthalte und auch einen neuen Entwurf im Sinne be« Keudellschen schärfsten Widerstanb entgegensetzen werde. Schließlich sprach sich ber Redner noch gegen Me Bildung und Unterstützung von Splitterparteien aus, die doch immer ohne politischen Einfluß und damit ohne Gestaltungskraft bleiben würden. Wie auf dem Gebiete der Außenpolitik die national« Einigkeit notwendig sei, so sei es auch im Innern erforderlich, den Geist ber nationalen Gemeinschaft über alle- Trennenb« zu stellen unb in diesem Geiste am nächsten Sonntag zu wählen. (Langanhaltender lebhafter Beifall). In der anschließenden Aussprache äußerte sich zunächst ein InflarionSgeschädigter. daraus sprach otuMenrat Dr. Lenz (Gießen), al« Wrovinzial« Vorsitzender ber Deutschnationalen Volk-Partei in Oberhessen, unb schließlich ein junger Mann, ber all diese politischen Dinge nicht ernst nehmen könne, mit seinen Worten aber ber Versammlung einige erheiternde Augenblicke bereitete. Abg. Dingeldeh antwortete besonders Dr. Lenz in sehr eingehender Weise, darauf schloß Prof. Dr Ätou6müller Me Versammlung mit der Aufforderung, am 20. Mai di« Deutsche DollS- partei zu wählen. Hessischer Industrie- u. SandelSkammettag. WGR. Mainz, 14. Mai. Am Samstagvormittag fand hier die diesjährige Vollversammlung deS Hessischen Inbustrie- u n b HanbelSkammertages statt, au der von sämtlichen hessi'chen Kammern ungefähr 70 biS 80 Delegierte, sowie zahlreiche Vertreter der Behörden des Reiches, des Landes und der Stadt erschienen waren. In der Begrüßungsansprache hieß der Präsident, £?anbtag«abgcorbnc ter Scholz (Mainz), besonders den Vertreter deS hesii'chen Staatspräsidenten, den Minister für Arbeit und Wirtschaft Kor eil, den Referenten. ReichSminister a. D. Hamm, unb die Behörden Vertreter Herz- lich willkommen. Sr betrachtete ihr Erscheinen als einen Beweis für bas Interesse, welche« sie ber Arbeit d?r Handelskammern zollen. Im weiteren Verlauf seiner Rede wies er bariuf hin. daß die H a n b e I « k a m m e r n sich nicht als Bertr.'ler bestimmter Interessentrngruppen betrachten, sondern al« Betreuer ber deutschen Wirtschaft. Er gab dann drm Bedauern Ausdruck, daß auch diese Tagung wieder in dem leider immer noch besetzten Mainz stattfinde unb erwähnt: den schweren Druck, der durch bie Besetzung auf der Wirtschaft de« be'e^tenGebiet« liege. Minister K orell dankte dem Präsidenten im Damen ber hessischen ßtaatSregierung für bie Einlabung und die freundliche Bezrüßung. Er bat die Handelskammern vor a lern um ihr Vertrauen unb gab ihnen Me Versicherung, baß er stet« für Me Wünsche ein offenes Ohr haben werd«. Der Referent de« Tages. Reich-Minister a. D. Hamm, sprach dann in einem längeren Vortrag über die Ausgaben der Industrie- unb Handelskammern. Der Redner bezeichnete im Verlauf seiner Rede die Lage der deutschen Wirtschaft als nicht schlecht, aber doch al« noch immer nicht genügend gefestigt, unb verlangt« weiter eine stärkere Einheitlichkeit in ber Führung ber deutschen Wirtschaftspolitik, iln ere passive Handelsbilanz müsse nicht nur durch Förderung ber Ausfuhr, sondern auch durch Förderung der Eigenerzeugung im Lande zu bessern versucht worden. Der Redner faßte schließlich seine AuS ührungen zusammen in den Worten- Aufgabe der Handelskammern ist eS. Handel unb Gewerbe zu betreuen um ber Volkswirtschaft willen, unb bie Volkswirtschaft zu betreuen, um bes DolkeS willen. Der Vortrag wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Präsident Scholz dankte dem Referenten für seine trefflichen Ausführungen unb schlug vor, MeSmal nicht in eine Diskussion über Einzelheiten einzutreten, um den Gesamteindruck deS Vortrage- nicht zu verwischen. 25 Jahre Waiserifchuh Buhbach, gb. Butzbach. 15. Mai. Der hiesig« Fechtverein Waisen- s ch u tz beging am SamStag unb Sonntag baS Fest seine- 25jährigen Bestehen«, womit gleichzeitig bie 36. Lanbe-versammlung bes Hess. Lanbesverbande« der Waisenschutzvereine verbunden war. Durch einen Festkommer- im großen Saal des Hessischen Hose- wurde da- Fest eingeleitet. Der Dorsitzenbe bes Verein-, Herr Frank, begrüßte Me erschienenen Gäste unb Vertreter der Behörden. Seitens ber Stadtverwaltung dankte Bürgermeister Dr. Jansen. Die Festrede hielt Beigeordneter Wittig, in der er u. a. auSführte. daß 13 Männer vor 25 Jahren den Verein gründeten, ber bi« heute auf 600 Mitglieder herangewachsen fet Rund 3000 Waisenkinder konnte ber Verein seit seinem Bestehen beschenken unb unterstützen, wofür über 30 000 Mark aufgebracht unb gesammelt wurden. Nebenbei würben an den Hauptverein Mainz noch 15 000 Mark zur Erbauung eine« Waisenhause- abaefübrt Der in allen Teilen schön verlaufene Abend wurde umrahmt von Musikstücken ber Kapelle des Diederweiseler MusikvereinS. De- sangSvorträgen und turnerischen Ausführungen. Am Lonntagvormittag sand im gleichen Saale Me Hauptversammlung beS L a n b es - v e r o a n b e S statt, zu ber fast alle Zweigvereine Vertreter entsandt hatten. Auch ber Vorsitzende deS Reichsverbandes der Waisenschutzvereine, LandgerichtSdirektor Drehmann. Magdeburg, war erschienen. Seiten« ber Behörden waren erschienen KreiSbirektor Gebharb t. Bürgermeister Dr. Jansen unb andere. Dach De- grühungSworten deS Butzbacher Verein« eröffnete ber Landesverband-vorsitzende Schr apen- burg. Mainz, bie 36. Hauptversammlung. GS wurden Geschäft«- und Rechenschaftsbericht verlesen. ebenso die Bericht« ber verschiedenen Ausschüsse. AlSdann wurde ber Voranschlag für 1928 beraten unb genehmigt. In knapp zwei Stunden war di« umfangreiche Tagesordnung nähernd sechs Fuß unb die Länge eines mensch- lichen Körpers hatte. „Mein (Bolt, das sieht wie ein frisch geschausel- tes Grab aus", dachte er schaudernd. Er beschleunigte den Schritt, bis er den schmucklosen würfel- förmigen Dau des Wohnhaufes vor sich hatte. Er beleuchtete die kahlen Mauern und fah erst jetzt, wie verwittert sie waren. Ucberaö war der Putz abgefallen, und die nackte Zicgelmauer schaute wie rohes Fleisch aus den Wunden. Das Haus lag da, wie in Todesschkaf versunken, kein Hund bellte, hinter den blinden Fensterscheiben brütete eine tiefere Nacht als hier draußen Dick wartete eine Sekunde, bevor er die Stufen zur Haustür hinaufstieg. Als er den Klopfer in Bewegung setzte, rollte ein hohles Echo durchs Haus. War es leer? War der unheimliche Bewohner aus- geflogen? Er klopfte noch einmal und wartete wieder, und plötzlich vernahm er knarrende Schritte in der Halle, das Krächzen eines verrosteten Schlüsiels, das Klirren einer zurückaeschobenen Kette. Die Tür öffnete sich zu einem schmalen Spalt, unb darin erschien, von Dicks Lampe erbarmungslos ins Licht gezerrt, das gelbliche Gesicht und der schwarze Bari Doktor Stalettis. Obwohl Dick ihn bereits einmal gesehen hatte, wirkte er in dieser Beleuchtung so abstoßend unb grauenerregend, daß er vor Schreck beinahe seine Lamve fallen ließ. „Wer ist dort? Was wünschen Sie?" fragte bie mürrische Stimme bes Alten. „Benzin? So, es ist Ihnen ausgestosien? Scheint ja nettes Auto zu fein. Ja, ich kann Ihnen Benzin geben, natürlich nur gegen Bezahlung verschenken kann man nichts in biefen schlechten 3rHäuften." Er gab kein Zeichen des Erkennens, auch bann nicht, als er bie Tür weiter öffnete und Dick in ben vorstur eintreten ließ. Er trug einen schwarzen, in der Mitte gegürteten Overall, ber über und über besteckt war Seine Füße steckten in abgetragenen russischen Schaftstiefeln, bi« bei jedem Schritt knarrten Er trug keinen Kragen unb hatte sich augenscheinlich leit Dicks letztem Besuch vor sechs Monaten noch nicht wieder gewaschen. Seine großen kräftigen Hände starrten vor Schmutz, unb bie Nägel waren zu wahren Krallen gewachsen von dem vorflur aus konnte Dick in die Halle sehen, die mit ihrer kostbaren Ausstattung in merkwürdigem Mittwoch, 16. mal 1928 unter Leitung des Studicnratcs Z11 ch e t, Offenbach a. M. erledigt. — Erwähnt 'ei noch, daß tm Vorsitzenden des Iubiläumovercln«, Heinrich Frank, für seine uneigennützige 25- lahrigc läiiglctt ein Geschenk seitens des Vereins überreicht wurde. Rachmlttags sand in ber Halle am Lahnwr ein Volksfest mit verschiedenen Unterhaltungen unb Konzert, abends am gleichen Platze eine Familienfeier statt, bei denen besang- unb Radfahrerverein von Griedel mit- wirkten unb bie Feuerwehr!apelle konzertierte. Justus Liebig und her Bauer. Man schreibt un«: Vor mehr als fünfzig Jahren la- ich in einer Zeitung oder einem Kalender folgendes Geschichtchen. das. wenn nicht wahr, so doch hübsch erfunden ist Ein Bauersmann aus ber Umgegend von Gießen hatte einen Korb mit Eiern zur Stadt gebracht. Run war unterwegs ein verdorbenes Ei zerbrochen und hatte eine Anzahl Silbermünzen. Ne gleichfalls im Korb untergebracht waren, schwarz gefärbt: kein Mensch wollte sie nehmen. Da tarnen «in paar junge Leute mit bunten Mützen de« WcgS. unb ifmen klagte er seine Rot. Don diesem riet ihm einer: .Da drüben wohnt ein Mann, der kann Euch Helsen: menbet Tuch nur an ihn". Damit beutete er auf ba« chemisch« Laboratorium. Der Dauer folgte dem Rat. .Seid Ihr ber Mann, ber schwarze« Geld wieder weiß machen Fann?“ fragte er den berühmten Gelehrten, der mit ber großen Schürze tote ein einfacher Arbeiter au«sah. Lächelnd nahm Liebig Me Münzen unb gab sie nach wenig Minuten rein und blank dem erfreuten Eigentümer zurück. Eine Bezahlung lehnte er zum Erstaunen be« Besuchers ab. .Run. bann gebt baS Durern Gesellensagte der Dauer - er meinte bamit Liebig« Assistenten, ben spateren ProfeNor Will —. legte zwei Groschen auf ben Tisch unb ging befriedigt seine« Weg«. Wirischafi. 3ur Wirtschaft Stage. Dem soeben erschienenen DirtschaftSberichi ber Direktion ber DiScontogesellschaft entnehmen wir bie nachstehenben Ausführungen. Die deutsche Wirtschaft befindet sich gegenwärtig in einer UebergangSphase mit verschwimmen den Dildgrenzen. Die Konjunkturbedingungen zeigen in ben einzelnen 3nbuftrien unb Gewerben kein einheitliches Dilb, aber cö ist doch ein gemeinsame- Moment unverkennbar: Die WiberstanbSfähigkeit der Gesamt- w i r t s ch a s t gegenüber ben Tenbenzen, die auf Tempo unb Umfang von Produktion und Güterumschlag drücken. Sie ist ble Folge bes allgemeinen Kräftezuwachse-, ben die deutsche 0c- sarnttoirtschaft au- der Entwicklung ber letzten Jahre hat zieben können. Dieser wirkt dämpfend auf ba« Ausschlagen der Konjunkturkurve unb sorgt dafür, daß Me U«Hergänge sich in flacherer Wellenbewegung vollziehen. Wirtschaftlich« Krästesammlung bedeutet in erster Linie Wachsen ber Kapitalreserven. AllerMng- ist Immer vor Augen zu haften, bah Mese- zum Teil künstlicher Natur ist unb baß burch die AuSlandanlethen unsere volkswirtschaftliche Bilanz für die Zukunft mit einer starken Hypothek belastet ist, neben ber ble noch größere ber Reparation steht. 3m ganzen genommen bebeuten für Me Kapitalversorgung unserer Wirtschaft Me AuSlanb- anleihen heute nicht viel mehr al« Me Spitzen- beträge, deren Beschaffung ber inländische Kapitalmarkt verweigert bzw. für deren Aufkommen Me Ergiebigkeit ber beutschen Wirtschaft, kapital- mäßig gesehen, noch nicht ausreicht. Ohne Repa- rationSbelastung wären wir heute auf bie Kapi- talhils« des Auslandes nicht mehr angewiesen. Zu den über ben Kapitalmarkt gegangenen bzw. bei ben Gelbinstttutm angesammelten Summen kommt noch bie Ansammlung von Lieberschüssen in der Hand ber wirtschaftlichen Unternehmungen selber hinzu, Me zahlreiche Betriebe In Gegensatz zu der verwitterten Fassade des Hauses und seines Besitzers stand. Ein schwellender Teppich bedeckte den Boden, die Dorhänge waren aus fchwe- rem Samt, die vergoldeten Stuhle und Sesiel mit französischem Damast bezogen. Ein silberner Kerzenhalter hing von der Decke herab unb spendete aus einem Dutzend elektrischer Kerzen dem Raum ein blendendes Licht. Aber der Staub lag Zentimeter- hoch, und als Dick auf den Teppich trat, wirbelte er in dichten Wolken auf. „Warten Sie hier. Ich hole das Benzin, vier Liter für einen Schilling und zehn Pence." Dick wartete, bis die Schritte Stalettis verhallt waren, dann unterzog er den Raum einer sorg- fälligen Prüfung aber er fand nichts, was irgendwelche Schlüffe auf Charakter unb Beschäftigung bieses unheimlichen Mannes gestattet hätte. Plötzlich Härte er das Klirren von zwei Benzinkannen. Staletti kehrte zurück. Er setzte die Kannen nieder und wischte den Staub von den Händen ab. „Sechzehn Liter von ber besten Qualität Sie werden zufrieden sein." Dick sandte chm einen mißtrauischen Blick. Sollte ihn Staletti immer noch nicht erkannt haben? Als hätte er des andern Argwohn erraten, räusperte sich Staletti, und Dick schärfer ins Slug« fassend, fragte er: .Ich dächte doch, wir hätten uns schon gesehen. Nicht wahr. Sie sind der Detektiv, der mir die .Generelle Morphologie' entführt hat? Ich bin Professor Staletti!*7 „Ganz recht, Herr Profesior, ich bin ber Detektiv". sagte Dick. Eine Stimme in feinem Innern rief ihm unaufhörlich Warnungsfignale zu. und er wandte keinen Blick von dem bärtigen Mann. „Sie haben meinen Namen gewiß schon früher gehört? Ja, ja, ich genieße einen guten Ruf in gelehrten Kreisen", prahlt« Staletti. „Aber nun zahlen Sie bitt«. Ich bin zum Umsinken mübe!“ Dick Martin gab ihm jehn Schilling. „Behalten Sie ruhig ben Rest für Ihre Mühe", sagte er großmütig. Zu seinem Erstaunen steckte Staletti bie Banknote mit einem vergnügten Schmunzeln ein Er war ougenscheinNch nicht zu stolz, auch aus dieser kleinen Gefälligkeit einen Nutzen zu ziehen. (Fortsetzung folgt) A 'A 7 sein. Frankfurter Börse. aus- Frankfurt a. TtJ Berlin 18.9 3,8 85.65 13.15 1 13.13 84 164 164,25 6 111,5 :7?l «74.15 Banhiotra «?.. 51.9 18.9 12.8 13,5 12.75 13.13 18.75 13.85 168.*9 88.65 118.U7 58 91 8. KN 111.81 RO 61 70.07 18.43 73.07 c II 'I 12 11 18 IU :0 10 51,85 19 Die wr« 87.4 51.8 19 92.5 । 78 , 183 476.5 167 u 164.5 164.6 •64.75 XI».5 161.5 141 , 150 182.75 • 73 167.5 IM.S 164 4 116 HZ.5 tfri 274.5 1*1 n< l»7 IM 164 L 144 Sekm ttniit: ttt Arichita! |0r die Itfti mit Sen in wplttingeteüt vcrikatze (? Ibn Wöget ! V.’orfDeuthDtr xloud 21U0 Deutsche ürtbiiaufl Bann r Bantorrrtn BrrUnrt €-anbtl»q:knifl>- ttoinuien und Privai-Bk Xannit. u Nanonalvank Deuiiche Bant TiiV.'nto t?ricni(6ah Ini Srtlbnet Bant 'Diureiötuuclx ÜttOitoant MriaUdant ....... Weiffitfbant..... 163.4 819.5 161 141.7j 149.2. 161.75 141.5 150 150 173.5 ■ 67 164.4 164.75 143.5 -54 6P Devisenmarkt 'Betfin—Stanrhirl a. B Telegraphische Rusiadlnng. und 6aug[än>932 4V|°/0 'JitKiuiidK Svv Bank Viqu -a>o bvi « cc Ä abg PorkrtegS-Lb ligauonia. rudtablbar \Wi 4° > Ecvwcu Bu. bebb -Änl 4*/» Crhrrtltbilrbf (»olbrtt 4.2U', Ctfltn ich ßUbtrrte 4J/W Ceiteirei* cin.eiii Site 4°/e Ungarijch» (Solbrtt 4c.,llnoari1cbf 6taai«r v 1910 4'//, btOtil von 1913 4Uneari|«6r Utoncnrte . . 4»/ lüft ^ollnnkibr v 1911 4«/, lurt vaababbabn-flnl e.nc I 4°/, bcifll. 6ert< H 4° o SNumäncn conorrt Rtr 4'/," „ Rumänen ®olban(. D0D 1913 die Lage 'oerf&tf., sich ohne Inanspruchnahme des Kapital- und GelLmarktes selber zu iinan- zieren Diese sogenannte Selbstfinanzierung hat in manchen Industriezweigen fehr erheblich zur Erhaltung des AuftragsoestandeS beigetragen. Kommen hierfür im wesentlichen nur die PrvduktionSmit'.elindustrien in Betracht, so scheint der Beschäftigungsgrad In den Konsum- gütecindustrien weiter nachzulassen. DaS kaufende Publikum hält sich sehr zurück, nachdem im vergangenen Iahre die meisten aus früheren Jahren verbliebenen Bedarfslücken ausgefüllt worden sind. Die Belebung des Baugewerbes entspricht immer noch nicht den Erwartungen, die auf eine erheblich gesteigerte Bautätigkeit als Llusgleich der lanqbauemben Stockung hofften. Die Eifenin- buftrie klagt darüber, dah die Anforderungen des Baumarktes sich infolge der Schwierigkeiten der Geldmittelbeschasfung in engen Grenzen halte eo- roeit die öffentlichen Stellen als Eisenoerbrauck;er in Frage kommen, macht sich vor allem bie Zurückhaltung ber Reichsbahn in der Auftragserteilung bemerkbar. Die Roheifenaewinnung ist im April erstmalig gegenüber dem Vormonat stark zurückgegan- gen. Es wirb alsdann weiter das Bestreben erkennbar, für die Einschränkung im Jnlandabsatz und die darin zum Ausdruck kommende Verringerung ber Kaufkraft der deutschen Abnehmer in der Hereinholung vermehrter Aufträge aus dem Auslände den Ausgleich zu suchen. Manche Industriezweige haben darin erfreuliche Erfolge aufzuweifen. Die Maschinenausfuhr war im ersten Vierteljahr 1928 etwa 30 Prozent größer als zur gleichen Zeit des Vorjahres. In bezua auf die Lohnerhöhung und Arbeitszeitkürzung und die dadurch bedingte Preissteigerung für Kohle und Eifen wird im Berichte ausgeführt: Steigende Preise und Löhne sind als Begleiterscheinung ansteigender Kon- junktur verständlich, und ihre hemmenden Wirkungen werden durch den Aufschwung leichter ausgeglichen. In Zeiten der Stockung sind sie eine doppelte Gefahr. Um so mehr ist es zu bedauern, daß der von einer Teuerungswelle bedrohten Wirtschaft die weitere Belastung in Gestalt einer la« riferhöhung der Reichsbahn kaum erspart bleiben dürfte. Auch sie würde nur die Auswirkung eines Preisauftriebs barftcUen, ber burch die behördliche Lohnpolitik ausgelöst worden ist. Zur Geldmarktlage wird dargelegt, daß in den letzten Wochen Veränderungen wesentlicher Art nicht eingetreten find. Sie stehe unverändert im Zeichen der Aufrechterhaltung eines hohen Produktions- ftanbcß und Warenumsatzes und des dadurch bedina- ten Geldbedarfs Weiter wird gesagt: Der Geldbedarf der Börse macht sich für den Gesamtgeldmarkt nur wenig bemerkbar, obwohl er zweifellos mit ber Vermehrung ber Engagements gestiegen ist. Die für die Vörfenkreditgewähruna erforderlichen Beträge werden mühelos aufgebracht. Im wesentlichen ist die zuversichtliche Haltung und die Geschästsbelebung der Börse in einer Reihe von Sonderbewegungen in Erscheinung getreten. Die Masse der Kafsepapiere hat sich aber über das Anfang des Jahres erreicht« Kursniveau kaum erhoben. b«S Reichsaußanmi"isterS Dr. 6 freiem ann Haber, im heutigen Dormittagsverkehr eine sehr nervöfe Stimmung zur Folge gehabt. Die Spekulation fühlte sich in ihren Trancaitionen gehemmt, so baß es nur zu geringen Umsätzen kam. Es war kaum Reigung zu größeren Engagements vorhanden, zumal die Börse morgen auSsöllt und der Feiertag wieder zu starker Wahlpropaganda benutzt werden dürste. Zu den ersten Kursen machte sich bann eine gewisse Beruhigung bemerkbar, zumal es nach privaten Informationen im De inden des Reichsaußenministers zu einer Beruhigung Nierenentzündung gekommen sein soll. Das Interesse außenstehender Kreise war wieder nur sehr gering, doch hatte das Angebot anderseits we'entlich nachgela sen, so dah die Abweichungen gegen gestern mittag im allgemeinen nur gering waren und selten über 2 Prozent hinausgingen. Fest blieben von Bankaktien D a n a t b a n t und besonders Reichsbank plus 7.75 Ptvzent. Karstadt hatten lebhafteres Geschäft und waren schon zu Beginn 5,75 Prozent höher. Svenska plus 4.50 Mk. und Schlesische G a S plus 3,5 Prozent. Stär- kere Abschwächungen hatten G l a n z st o s f minus 12 Prozent, Schuckert & Salzer minus 4 und Schuhfabrik D e r n e i s - W e s s e l minus 4,75 Prozent. Deutsche Anleihen ruhig und eher schwächer. Ausländer still. Anatolier besestigt. Rumänen weiter sehr fest. Pfandbriefmarkt geschäftslos Farbenbonds 141,50 bis 145 Prozent Der Geldmarkt war unverändert angespannt. Taaesgeld 6 bis 7,5 Prozent. Mo- natsgeld 7.5 bis 8,5 Prozent. Warenwechsel 6.75 bis 6.90 Prozent etwa, obwohl der Zahltag überwunden ist. 3m Verlaufe machte die Besserung Fortschritte, die Kurse erholten sich aus Deckungen der Spriulation um 1 bis 3 Prozent. Sehr lebhast lagen weiter Schlesische Gas plus 5 Prozent, wobei die bekannten Käufe ihren Fortgang zu nehmen scheinen. Karstadt wurden ebenfalls 5 Prozent über Anfang gehandelt und Bankaktien unter Führung von Da- natbank zogen bei größeren Käufen etwa 2 Prozent an. frankfurter- Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Mai. Trotz der festeren Auslandsmeldungen zeigt auch heute der hiesige Produktenmarkt äußerst geringes Geschäft. Es bestand fast gar kein Mehlabsatz und außerdem fast kein Konsumbedarf, so daß die Händler sehr vorsichtig sind und nut die notwendigsten Abschlüsse tätigen. Die Preisbewegung zeigt ein unverändertes Bild gegen gestern. Es wurden notiert: Weizen 23,50 Mk.; Roggen 28,50; Hafer, inländischer 27.75-23.25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24,75—25; Mais (gelb) für andere Zwecke 24.75—25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38—39,75; Roggenmehl 39,50 bis 40,50; Wcizenkleie 15,50; Roggenkleie 17,50 bis 17,75 Mk. — Tendenz: geschäftslos. Franksurtcr Lchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 16. Mai. Austrieb: 102 Rinder. 1154 Kälber. 54 Schaf«, 492 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: Beste Mast- Kunst und Wissenschast. Süddeutsche Uraufführung von „Oeblpue Rex" in Ulain}. Im Mainzer Siadllheater fand am Dienstagabend die süddeutsch« Uraufführung der oratorischen Oper in zwei Akten .OebipuS Äef** von Igor Stravinskv statt. Zahlreiche prominente Persönlichkeiten des öffentlichen LebenS. Dertreter der auswärtigen Presse, der Musik- und Theaterwell hatten sich cingcfunben. Die Ausführung selbst, der ein kurzer Vortrag Franz WilmS' über das Schassen Strawinskys voraus- Sing. war mit großer Sorgfalt von Intendant bgat Klitsch inszeniert, der auch die Regie führte. Die Entwürfe für das monumental gehaltene Bühnenbild und die Kostüme stammen von Heinz H e l m b a ch. bic musikalische Leitung lag in den Händen deS Generalmu'ikdirekwrS Paul Breifach. Die Hauptpartie des OedipuS fang HanS Hoefflin mit feiner Einfühlung, die der Iokaste Alberta ©Otter. Als Sprecher waltete Hermann G a u 11 Das gut besetzte HauS nahm die Reuheit mit lebhastrm^Snteresse entgegen und bereitete am Schluß allen Beteiligen warme Ovationen. Der Austahrung des .Oedi- pus Rex" folgte die Ausführung der zweitelligen Oper .Die Geschichte deS Soldaten" von Strawinsky. Zum lobe Emil Lohnte». Ein tragischer Tob hat, wie schon kurz gemeldet, einen ernjten beutschen Künstler abgerufen. Warmes menschliches, von echtem flünftlertum durch- glühtes Schaffen, tatkräftige» Arbeiten, innert» Wollen, äußeres Rönnen, Vielseitigkeit und menschliche Größe zeichnen bie Persönlichkeit des bebtu- tenben Berliner Dirigenten, oein (djarfumriffeiys Künstlerprof.l, fein seinnervige» Musizieren beuten auf Ernst unb Ehrfurcht vor ber Kunst. In Pasewalk, einem kleinen ibollischen Städtchen ber Mark, wurden infolge eine» Autounalücke» Generalmusikbirektor (Emil Bohnke ber Leiter de» Berliner Enrnphonieorchesteis, unb seine Gattin, die feinsinnige Tochter flranz von Mendelssohns, au» dem Leben gerissen. Wer den Künstler kannte, muß den Verlust, der in Sonderheit dos Berliner Musikleben getroffen hat, mit aller Schwere empfinden. In Leipzig, im engsten Kreise bei Si11 und Stephan K r e h 1, dem großen Meister kontra- punktlscher Arbeit herongebildet, regte Bohnke da» Interesse durch vorbildliches Bratfd)cn|piel auf sich, so daß er seine hohe Kunst dem Banbler- und später dem Buschguattctt nutzbar machen konnte. Doch bald vertauschte er die Bratsche gegen den Takt- stock, behielt sie nur in lehrendem Sinne al» Hochschullehrer, wurde Dirigent und Nachfolger Oskar Frieds im Berliner Symphonieorchester. Starkes Musikertemperament, eine besondere, von eigener lleberlcgenheit erfüllte Zeichengebung, energischer Taktstrich gaben ber Gesamterscheinung de» Künstlers das rechte Profil. Fern jeder trockenen Sachlichkeit und äußeren Geste diente er der alten unb neuen Literatur, spürte nach Neuem, Zukunftskräftigem und hob da» Niveau des Orchester» vorbildlich. Auch als Komponist hat sich der Verstorbene einen guten Namen gemacht. K. V. Au» dem Darmstädter ftunftkben. Die Ausstellung „Der nackte Mensch in ber neuen Kun st", die von der Interessenge« meinschajt fortschrittlicher Künstler Heften» (Darm- ftäbter Sezession und Darmstädter Gruppe) für den Sommer 1928 auf der Mathildenhöhe vorbereitet wurde, kann in diesem Jahre nicht stattfinden, ob- Slkich die Mehrzahl ber eingeladenen Künstler bei n- unb Auslandes ihre Beleiliguna zugesaP hatten. Die Zeit ist infolge der Schwierigkeit der Vorbereitungen schon äu weit vorgeschritten. Ausstellung wird auf den Sommer 1929 schoben und bestimmt ftattfinben. Frankfurt a. M . 16. Mai. Tendenz uneinheitlich. - An der heutigen Börse ließ der Kursdruck merklich nach unb nach den gestrigen Abschlägen bestand etwas Declungsbegehr. Die Spekulation schritt verschiedentlich zu Rückkäufen, die aber kein großes Ausmaß annahmen. Tie im Befinden deS Reichsaußenministers eingetretene Besserung brachte der Börse eine Beruhigung. Anderseits veranlaßte die Börsenunterbrechung durch den Feiertag eine gewisse Zurückhaltung. Unangenehm fühlbar machte er sich, dah seitens des Auslandes die Kauflust erheblich nachgelassen haben soll. Da auch das private Publikum sich abwartend verhielt, war die Umsatztätigkeit im allgemeinen nicht groß. Bei der ersten Rotierung waren bie Kurse nicht einheitlich. Die Abweichungen gegenüber der gestrigen Abendbörse waren im allgemeinen gering. Am Ehemiemarkt lagen I -G.» Farben 1 Prozent gebessert. Scheideanstalt mit plus 3 Proz. stärker erholt. Von Glektrowerten waren G e s f ü r e l mit minus 2,5 Proz. und Bergmann mit minus 0,75 Proz. eher ungebeten. AEG. und Siemens & Schuckert konnten sich dagegen leicht erholen. Lebhafteres Interesse machte sich für Reichs bank geltend, die schließlich 9 Proz. anziehen konnten. Montan w e r t e lagen still und meist nur wenig verändert. Phönix 1,5 Proz. gebessert, Buderus aber minus 1 Proz. Danatbank zogen 2,5 Prozent an. Von den Zel 1 stosf werten gaben Aschaffenburg 2 Proz.. W a l h h o f 1 Proz. nach. Autoaktien eröffneten durch'veg etwas schwächer. Karstadt konnten ihre Kurssteigerung mit 1,5 Proz. fortsehen. Ablösungsschuld blieben behauptet. Schutzgebiet waren dagegen etwas schwächer. Von Auslandrenten gaben Türken und Rumänen etwas nach. Im üreiverkehr nannte man Victor Tolking mit 98 bis 99, Bemberg-6. -Shares mit 150 bis 152 Dollar. Im weiteren Verlaufe konnte sich die Stimmung weiter etwas bessern, und es traten meist neue kleine Kurserholungen ein. Zellstoff Waldhos konnten 6 Proz. anziehen. Der Geldmarkt war etwas leichter. Ta^esaeld 6.5 Proz. Devisen waren weiter angeboten. Man nannte Reichsmark ge^en Dollar 4,1794. gegen Pfund 20,403. London Kabel 4.8320, Paris 124,02. Mailand 92.60. Madrid 29,12, Holland 12,0975. Berlin? Börse. Berlin, 16. Mai. Die sich widersprechenden ernsten Meldungen über den Gesundheitszustand Deutsche Tanz-Gemelnschast. Auf Einlabung von Frau Mary Wigman haben sich bebeutenbe Schulen bes mobernen künstlerischen Tanzes unb bie heraus hervorgegangenen Tänzer, Tänzerinnen unb Tanzreg sseure soeben zu einem Fachoerbanb zusarnmengeschloften, der bc« Namen Deutsche T a irz - G e m e i n sch a f t E. D-, Bund für tänzerische Körperbikbung, Berlin, führt. Gegenüber ber künstlerischen Vermischung mit überlebten lanAformen, gegenüber ber Dis- krebitierung von Unberufenen will bie gegründete Organisation eine entschiedene Front bes neuen künstlerischen Tanze» barstellen. Gewerkschaftliche Ziele werben nicht verfolgt Maßgebend für bie Aufnahme in bie Deutsch? Tanz-Gemeinschaft sind lediglich Niveau unb Qualität der geleisteten künstlerischen Arbeit. Der Vorstand setzt sich zusammen aus: Mary Wigmon, Valerie Kratina (j)eUcrau-5uremburg), Palucca , Jutta K l a m t, Margarete W a 11 m a n n , Pvonne Georgi. Den Vorsitz führt Dr. Felix CEmmel, der frühere Direktor des Schauspielhauses Düffelborf. 1l J”'' 5TCI Mobt j£S<(15), Pli (8), Si. MM» 6;E»5 I«ew ur Mi StP,nTnPlu^i Berlin 15 "lat uirlb ^rantonfrbe vioicn 16,14.. Hollänvilche ^oltn .... 16111 sinifitntfdic Vioten...... NorwraUche 9ioitn..... ji •; 111 6J Demlch Ccfirrr. 4 ioo Kronen 53.66 Rumänisch« V/oien...... 1.48? iLchwedischr Vlot-n...... 111.7* CdinxUfr Rvcrn ...... SO.29 f,v.*i rsch.chonowntischk Roien . • 11.37 Ungarische Wcun ■ . ■ 71 77 Frmiiisutia. M SerUn Sd)lu6 Aut» 1 Uhr- ft’ir» Sch »b ft'ir* l.niang Her« Datum: 15.5. 16 5 | IS. 5. ' 16 5 'Bblltup Holzmann . W I.K 5 159.V — öcibclbtr er $ cm ent - . k UH I4Z — — ttment Larlnadt......b 1*3 •• L-avb 4 Rrciiaa . . . 1( 148.5 14 i — — Schunde,» Pavcndofcr. . 16 — — J69 5 97t Cftrotrfr......12 — • VI» 327 thr. ^'.aniftoff .... 15 *— d *b8 »56 Bemberg..........6 — — v95 596 Zellllo l tPalbhof . . . . 12 SI6. 315 115.5 317.5 3cllftoft Tlidiafffnbtrro . IC eo: 205 .05 Ubarlotrnburaer Gast» . 7 - - UZ.75 113 kstauer <3aJ . . . > 207.5 205.75 Taimt» T.ctoten.....v 112.5 111,75 113 114,75 Tema« .......o - 50,75 50 Holerrotrft Ältütt.....0 M.5 94.25 J5 91.75 Ludw Üotne .....1 • • 167 . r" Nai Hutomobf!.....6 — »0.5 »n,z> Crrnft in & vopvet .... 4 * * u7 127.15 L'inte t-o mann . . . . r — — — Leondard .... f E» Z9< tu Bamag- egrm .....0 — £5 ffran! T? ichmen .... c 11.9 — N2 — i*riijntt .....i 137 * 135 * fetDliaenftQtbt.......0 — HungbanS . ...... r Lrch werte .......6 87.15 12N • 89.5 — INatntroftTOrrfe ...... * 11 .5 HZ 'Ui ica ..... 10 41, Ü 150 I5O.Z5 9ttfadnlm»....... 6 71.5 TV :i Beter« Union..... . s i09 • 10* 45 25 344.5 Iran rabio . 8 * 161,5 I6U Ladmeoer Jk So. ...... .9 176 — 176.75 176.5 Buder » ....... 0 92 91 91 5 91 Teutiche Erdöl..... .6 138.5 138 139 187.85 Sstener © etntoble • • . . 8 * • 140 138.6 ÜlelfcnNrtbcn« f. */» 9 Haruei er ..... 4 8 139 GO 138.5 170 139.10 171.25 139 Harsch Esten ....... .5 * — 15t.75 153.75 3l*e Berabaa....... .8 — — •71 glückn^rwerke ...... . S 125.75 Hö.zJ 125.9 Löui-Sreuestcn ..... — 151.75 151 anneSmatm .f- V» 9 4 156.5 156.4 Ij6 155,15 Man» elder 7 122 1t.*. 5 Itl 5 IW Cberidiltf Ikisend. Brdar 0 — — Hl - Lderschlel «otSwerle l'bbntx Beryl au f % 9 0 — 98.5 101.5 3 97 97.» 98 Nbemilche Braunkoblen 10 304 5 04.> 305.5 Wo ^betnitabl Rtedeck Montan ..... .0 6 169 it>8.5 169.25 157.5 168.5 l6v t'trtinlatr ©tablro. f. */• 9 3 101.25 101,4 100.9 ioi Otaot D»ta« i 1 th 56.4 u« 13 Kb V 55.- liali Sicher »lebe i 10 irti 5 — 166 15 184 AaliZBeiteteqc a 10 19« • 195.5 Raltnxrf ©üUbetfurt6 12 — 628 «7 9 ® 9or*'en-9u6uftrtt rnnamit Nobel .... 1t . 0 — .*78, M <77.6 10.5 <78 113 Schr,k> annalt ....... .8 191 75 202 75 • • old'chmidt .... i> IUJ 5 103 IUJ 102.13 Ruieer»werte....... . V 97.5 98 »7.5 Tletanoee(B L vrik' Tle.Sv 168.91 168.45 168.7» 1.785 1.7b» 1.785 »8 235 1.769 »A.tS 58.40 58 55 111,87 ULU9 111,60 114.04 111.04 >14.26 lic.uo 114.21 114,181 II-' 24 114.ü* IM.23 lu.51l 10,541 10,5.8 10.524 21. *95 42.045 41,94 44.03 20.385 40.425 «,d79 10. 119 4.1745 4,1045 1.1.40 4,1620 16.445 16. .75 16.44 16.47 »0.40 40.64 >0.46 60. b4 tv 'Ji 70 67 hJ 95 70 '>» 1. *48 1.952 1.950 1.954 40 A J.54H6 |>.*U2» 9.504» -8.7, 58 86 -8.76 »8.97 11,174 14.4*4 14.371 11.991 7.45, 7.267 7.65j 7,367 72.94 71,08 7t.92 73.0» 4.U/S 4.017 1.U2.I >.019 17.84 I 17.87 17.93 17-6 11 46 51.64 »1.41 81 60 4.15. { 1,155 4.1 4 4.157 ■.4'5 6.4-5 5.415 5.415 1,171/ j 4.179 4.168 4.176 4.301 | 4.609 4.261 «1.905 40.945 «.902 10.941 tkrim. 15 Ä?al rnr- rimenkaniiche 'Nom..... rrn 4777» ■btfgillx 'Roten ..... . 5* 18 5- ir lam'ch« 97 oten ...... Lnglklche Koten ........ 111.83 49.457 111,17 10. «17 Verhältnis zum Verkaufspreise bem GOLD 3 4 5 6.30 Nhr Bahnhof an Neu eingelegt werden folgende Wagen: ent und Nachfolger Ditar Symphonikorchkiitr. Star- i, An der Wi secket «eg ab... . 6.37 Uhr 6.52 Uhr 6 vahnhof an .»01 sD St ölte. 7 3. 8 9 10 11 4998 B 25 Abteilungen. 12 13 14 16 rozenl. 16 tfli 17 18 II N jtl®. scrtchen (17), Thaerstraße (8), Tiesenwcg G. Peil 03836 J. B. Häuser, G eßen, Am Oswaldssarten öiilei Qelfifdier LMeM gemg ßfientKi® n. Bl. oui 14. büI 15.3o!l Volk-Halle ab Vahnhof an Hunderte von Hausfrauen haben schon die besten Erfahrungen mit ihmgemacht. er wird auch Ihnen gefallen 6 12 Uhr 6.30 Uhr 6.35 Uhr 6.52 Uhr Ein Roeder ist universell. Sie können aul ihm backen, braten und kochen was Sie wollen, dabei Ist er praktisch und einfach in seiner Einrichtung und auherordentlich billig Voltihrtifr ab Vahnhof an Gießen, den 16. Mai 1928. Direktion der städtischen Straßenbahn. Gießen, den 14. Mai 1928. DerLberburgermeister. I.B.vr Rosenberg. Edenfo fährt der Wagen Wiefeckcr Weg ab 6.22 Uhr, Bahnhof an 6.37, 7 Minuten früher, alfo: Wicfccker Weg ab, . . . 6.15 Uhr Bekanntmachung. Beir.: Ltraßenbahnhetrieb. Vom 18. d. M. ab treten folgende Aende- rungen im Straßenbahn-Fahrplan mit Rücksicht aus die Anschlüsse an die Reichsbahn ein: Der Wagen Volkshalle ab 6.20 Uhr, Bahnhof an 6.37 Uhr, fährt 7 Minuten früher, also: Jede dei B.U 1.631 'Sil 5:8 4* Die bekennten deutschen Sektkellereien vollziehen die Sektberettung in großem umfange mit den neuzeitlichsten H.lfsmitlein. Dadurch Sind sie In der Lage, überaus p-eiswert zu liefern und in ihren Merken Weine zu verwenden, die im |i.f< Illg t.« Hl.** 69.81 l<-3. Grasversteigerung der Stadt Gießen. Die stabt Gießen laßt Montag, de» 21., Tienstag, de» 22., Mittwoch, den 23. und ronnerotag, den 24. Mai 1928, folgende Grasnutzungen für das ganze Jahr öffentlich meistbietend versteigern, und zwar: 1. Montag, den 21 Mai 1928, vormittags 9 Uhr (Husammcnkunst an der Robbetmet Straße, beim städtischen Schlachthof), die frühere Lckelsche Wiese an der Rodheimer Straße in einer 21b- tcilunq, anschließend die frühere Hoivi- talwiefe auf der Hohleich in 10 Abteilungen, weiterhin die städtisch. Feldwege und Gräben usw. im Neustädter Feld. •2. Dienstag, den 22. Mai 1928, vormittag- 9 Uhr (Zusammenkunft in der Gartenstroße an der Wiescckbrucke), i.;s> Ä.t» tu.«" iit tu.* i».Ji* ft s :Ü H.I Ft-3 65 !-.« AB Bekanntmachung *trifft: Die Reichstagswahl am 20. Mai 1928. Kür die »eichsfagswahl ist die Ltadt Gieße» mit Gemarkung Lchissenberg und 0mr»wat6 in folgende Abstimmungs- bezirke eingefeilf: Ein „Roeder Herd hat sich bewährt die Grasnutzung von den Wieseck- böschungen, anschließend zwei Grasflüde aus der Insel und die Böschungen an der Kläranlage, sowie sümtl. Feldwege, Grüben usw., zwischen der Lahn und der Kreisstraße nach Schisfenbetg gelegen. Mittwoch, den 23. Mai 1928, vormittag- 9 Uhr (Zusammenkunst im Lchissenberger Weg, am Bahnübergang Ecke Gnallü-straße), eine Wiese rechts deS Schisfenberger Weg-, desal. eine am LeegstrauchSweg, hieran anschließend sämtliche Feldwege und Gräben usw. nebenstehenden, bekannten Marken kostet In den Weinhandlungen und einschlägigen Ladengeschäften - nur RM. 0.60 die ganze Flasche emacm. steuer Huck in Jkrem Heim, darf , . 3.» - guter, deutscher Sek! nick! fehlen ! Bekannte deutsche Sektmarken Im Markenschutzverband. Berlin W 15' Bekanntmachung. Die Voranschläge der Gemeinde und der Mark Birklar für Rj. 1928 liegen vom 16. bis 22. d. M. zur Einsicht der Interesse» len aus unseren Dienstzimmern offen. Bei dem Gemeindevoranschlag ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die AuSmärker ocizufragen haben. 49910 Birklar, 14. Mai 1928. Bürgermeisterei Birklar. Der Markmeister. Muller. Seibert. Rudolf Paul; in der Restauration „gut Stobt Sich', Sicher Straße 69 (Sälchen); Äbstim- mungSvorsteher: Stadfverorbnefer Vermittler Joseph Maier; Stellvertreter: Sparkasseninspektor Peter Ritsert; im Iustizgebäude, Ciianlagc 15, Saal Nr. 18, im Erdgeschoß, Eingang Südseite : Abstimmungsoorsteher: Schorn- fteinfegermeister Georg Steil; SteUvertreter: Schneidermeister Heinrich Sagenbad); im Regierungsgebäude, Landgraf-Phi- lwp-Platz 3, Sitzungssaal; Abftim- mungSvorsteher: Verwalter Wilhelm Riebel; Stellvertreter: Geschüftsstchrer Heinrich Rau; im Hotel ,Prinz Carl", SelterSweg 40 (Hinteres Sälchen); Abstimmungsvor. fieber: Kaufmann Otto Georg; Stellvertreter: Kaufmann Karl Marth; im Stadthaus. Gartenstraße 2 (Altes Bürgermeiftereigebäude),ZtmmerRr.7: Adstlmmungsvorsteber: Stadtverordneter Weißbindermeiüer Heinrich Saunspach: Stellvertreter: Stadtverordneter Rechtsanwalt Paul Hornberger. ^nschasi. l9 öoq unj. ^dlptz, M Ä SB ir.it Ordl-H, !*as'cs 8ohuke,. . dne befonber«, oon etc«- ütf Zeichengebung, tntr;? der (Bflamtfridjeinunii M rofiL Fern jeder trockenen i Elfte diente er der alten spürte nach Seutm. 3u« )b da» Niveau der Drall Komponist l)oi stch der Namen gewacht. K. V. islädler ftonflkbra. er nackte Mensch in die von der Fnteresfenge- - ftünftitr Men, (Dam- rmftäbter Gruppt) für ixe Mathildenhöhe oorbrrtHft ihre nicht statlstnden, oö- üngrladenen stünsüer t*, ; DeMPlnn zugefagt hat- tat der Schw-ergkni der m weit vargefchrilten- r t ii den Sommer 1929 veo stattsinden. (rür die in den Kliniken, Kranken- und Psiegeanstalfen usw. untergebrachten Stimmberechtigten, die lernen Wahlraum außerhalb der Anstalt aufsuchen können, tst ein besonderer AbstimmungSbezirk (der 19.) gebildet. Ter AbstimmungZvorstand wird m den Anstalten die Stimmen (gegen Ab- gäbe eine» Stimmscheins) entgegen nehmen. Abstimmungsvorsteher: Gewerbelehrer Karl Becker; Stellvertreter: Post- inspektor Hugo Lueas. Tie Abstimmungshandlung (Wahl) ftn- bet am Sonntag, dem 20. Mai 1928, »»»«erbrochen von 8—17 Uhr, statt. Zur Stimmabgabe dürsen nur amtlich hergcstelUe Stimmzettel, die alle zuge- laffenen Kreiswahlvorschläge, die 'tartei und die Rainen der ersten vier Bewerber jedes Vorschlages enthalten, verwendet werden. Die Stimmabgabe geschieht in 6» Flasche^ Straße (14), Glaubrechtstraße (8), ©lei» berget Weg (3), Gnauthstraße (12), Goethe- 2), Sichweg (13), Erdkauterweg (9), Erlen- lasse (16), Fichtestraße (8), Flugplatz (14), frankfurter Straße (7), Freiligratbstraße («), FnedhofsaUee (4), Friedrichstraße (7), otabelsbetgerstraßc (5L Gasfkgstraße (8), Gorfenstraße (11), Georg-Philipp-Gail- zwischen der Kreisstraße nach Schissen- berg und der Wieseck, sowie die GraS- nutzung vom Friedhof auf dem Nahrungsberg in 19 Abteilungen und zwei Ewiglleestücke links der Sicher Straße, außerdem zwei desgl. an der Sandgrube in der Nähe der Liebigshöhe. 4, Donnerstag, den 24. Mai 1928, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft am Hause Marburger Straße 60), die Gras- nutzung sämtlicher Feldwege, Gräben usw. zwischen der Wieseck und der Lahn; vormittags 9% Uhr, an Ort und Stelle die GraSnutzung vom Friedhof am Rodtberg, sowie ein Kleestück daselbst; vormittags 11 Uhr (Zusammenkunft in der Ederstraße am Diadukf), die Diesen und Sleestücke in der Schwarzlach in totiliitei MiMeii Telephon Amt Gießen 1423. Halte meine Lokalitäten Vereinen, Gesellschaften bestens empfohlen. im Lyzeum und Studienanstalf (Höhere Mädchenschule), Rordanlage 14, Schulsaal Nr. 48; Abstimmungsvorsteher: Stadtverordneter Schreinermeister Gg. Haubach; Stellvertreter: guftizinspektor Karl Link; im Gewerbehaus, Kirchstroße 16, Saal Nr. la; Abstimmung-Vorsteher: Bcr- waltungsinspcktor Karl Reitz; Stell Vertreter: Eisenbahnobersekretär HanS Althaus; in der Schillerschule (Stadtmädchcn- schule), Schillerstraße 8 (Turnhalle); AdstimmungSvorsteher: Lekonom Heinrich Gottmann: Stellvertreter: Lehrer August Wehrheim; in der Pestalozzischule (Sfadtknaben- schule), Nordanlage 8 (Lehrerzimmer): Abstimmungsvorsteher: KausmannEmsl Krause; Stellvertreter: Sattlermeister Ehristian Spies; in bet Goetheschulc (Bezirtsschule), Westanlage 43 (Turnhalle): Abstim- mungSvorsteher: Hausverwalter Zoh. Loh; Stellvertreter: Bertvaltung-sekre- tör Friedrich Feyh; in der Alten Klinik, Liebigstraße 16 (Zimmer Rr. 17), Eingang linker Flügel; Abstimmungsvorsteher: Cbet- kafseninspektor Heinrich Freunblieb: Stellvertreter: Architekt August Wll- helm Seuling; in der Alten Klinil, Liebigstraße 16 (Saal 10), Eingang am Hauptportal; Abstimmungsvorsteher: KausmannEmil Niederhausen: Stellvertreter: Ge- schästssührer Heinrich Weimer jun.; in der Alten Klinik, Liebigstraße 16 (Saal 4), Eingang rechter Flügel; Abstimmung-Vorsteher: Stubienrat Pro- sessor Ctto Deißgerber; Stellvertreter: Stadtverorbneter Oberingenieur Adolf Kurz; im Realgymnasium, Ludwigstraße 11 (Turnhalle); Abstimmung-Vorsteher: Kaufmann Ludwig Lembke: Stellver- tretet: Kaufmann Heinrich Waaener; im Stadthaus, Bergstraße 20 (früher Steins Garten), Zimmer Nr. 6: Ab- stimmung-vorsteher: Stadtbauoberin- spektor Heinrich höhn; Stellvertreter: Architekt Gustav Hamann: im Gymnafium, Südanlage 6, Erdgeschoß, Abstimmung-Vorsteher: Land- gerichtsregistrator Ernst Rumpf; Stellvertreter: Kaufmann Jakob Hell- bronner; in der Lberrealschule, Stephanstraßc 12, Schullaal Rr. 22; Adstimmung-vor- fieber: Stadtverordneter Lehrer Heinrich Goerz; Stellvertreter: Reallehrer lU.5* IU.J i , * uA -i Ä Ä w* •I e* 4,10 -!,»U 5(rbcitdvctftebmiq» Die Gemeinde «taufenberg vergibt im Wege schriftlichen Angebot- die Ehaussie- rung eines Feldweges von ungefähr 280 qm. Nähere Bedingungen sind auf der unten» zeichneten Bürgermeisterei einzusehen. Schriftliche Angebote sind bis ;um Montag, dem 21. l. M., mittags 12 Nhr, auf hiesiger Bürgermeisterei abzugeben. Staufenberg, den 18. Mai 1928. Bürgermeisterei. Meyer. f>008D Cfl.-trän Hirt it___ i,»’ H',U9 M litt* 10.M* d.iys *•*? 16, *0.« 70.0 ts ?iS 11-6 i,< I $ I ivMmeWast. n Frau Mr» «lgm°' Schulen bes mobemtn hi n< d°m> d?"««:''' mb W# IW. ulammtngt^ofien,Jvhannesstraße (18), »aiscrallee (15), rufentn will du SS Kanzleiberg (16), Saplaneigasfe (16), Äa- schiedtne Äronl öj . rlansgofse (18), Sathannengasse (18), bar(teüen. TtwtM-^ Keplerstraße (13), Kirchenplatz (1), Srrch- -rfolgt MHtbttld d'k - ti), Kleine «ühlgasse (5), Ähml- Hebe Tanz-EtME^.., ft«ße (87, Körnerstraße (8), Kornblumen- lualität btr «osse (5), Sreuzvlatz (17), Krofdorfer Borftanb W P* Kraße (3), Lahnstraße (5), Landgrafen- ?!? Cakrie »«ße (16), Landgraf-Phil.pp.Plap (16), tRaincca, T., kandmannstraße (14), Leihgestemer Weg NN. r GmmtL Nr TW Kaufes DufiM^ der Weise, daß der Wahlberechtigte durch ei» Kreuz, das er I» den auf dem Stimmzettel aufgcdruckte» kleinen Ärcil fetzt, oder durch Unterstreichen ober in sonst erkennbarer Weise kenntlich macht, welchem Wahlvorfchlag er feine Stimme geben will. Stimmzettel, bie mit sonstigen Vermerken ober mit Vorbehalten versehen sinb, sowie nicht amtlich hergestellte Stimmzettel, sind ungültia. Wenn auch der Stimmbercchligte in der Art der Kennzeichnung deS Wahl- vorschlags freie Wahl hat, fo empfiehlt es ick boch zur Vcrmeibung einer Ungültig- crflärung, die Kennzeichnung nur durch ein Kreuz in de» Kreis des Wahlvor- chlngs, dem man feine Stimme geben will, vorzunehmen. Die Ausgabe der amtlichen Stimmzettel erfolgt am Wahltage im Dahlraum unter gleichzeitiger Aushändigung eine- amtlichen Wahlumfdstags: und zwar erhalten bie männlichen Stimmberechtigten blaue Wahlum)chläge, die weiblichen Stimmberechtigten graue Wahl- umfckläge. Stimmscheine, bie nach § 12 deS Reichs- Wahlgesetzes für besondere Anlässe aus- Scftellt werben (z. B. wenn sich ein Stimm- erechtigter, der in die Stimmkartei eingetragen ist, am Wahltage während der Abstimmungszeit au« zwingenden Gründen außerhalb seines Wahlbezirks aushätt), kännen nur noch bis einschließlich Freitag, den 18. Mai, abends 18 Uhr, beim städtischen Dahlamt — Stadthaus, Berg- trafje 20, Zimmer Rr. 13 — beantragt oerben. Tie Entgegennahme bet Stimm- cheine hat burch bie Stimmberechtigten elbst zu geschehen, bie sich übet ihre Person jenügenb auszuweisen haben. Sind dritte Personen mit ber Entgegennahme eine« Stimmscheins beauftragt, so haben diese sich bura) Vorlage einer Vollmacht bei Dahlberechtigten au-zuwcisen. Bei bet WahN'anblung selbst hllst der stimmberechtigte da- Dahlgeschäft et- Icidjtem, wenn er beim Aufsuchen seine- Namen- in bet Stimmkartei zuerst Straße und Hausnummer seiner Wohnung und bann Familien- und Borname nennt ES ist untersagt, daß im Wahlraum ober in besten Zu- ober (Eingängen Plakate irgendwelcher Art (Wahlaufrufe usw.) aufgehängt werden. DaS Abstimmungsergebnis für den 19. AdstimmungSbezrrk (Kliniken, Kranken- unb Pflegeanstalten) wirb nach beendeter Wahlhandlung im Stadthaus, Betgstr. 20 — 3immer Nr. 8—9 — sestgestellt werden. Gießen, den 16. Mai 1928. 4987B Der Oberbürgermeister. I.B.: Dr. Seid. Freitag, de» 18. Mai 1928, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Bar- zahluna: I. 1 Personenwagen, 1 Schrerbrollpult, 1 Echätfmaschlne, 2 Bücherschränke, 2 Vertikos, 3 Büfetts, 3 Tische, 3 Sofas, 6 Sessel, 1 Kredenz, 1 Bohrmaschine, 1 Rauchtischgarnitur, 2 Rohrsessel, 17 Karton Schokolade, 1 Waschtisch mit Spicgclaufsatz, 1 Schrank, 2 Schreib- ladcnkaisen, 2 Äüchenschränke, 1 Diwan, 2 Klaviere, 1 Chaiselongue, 1 Ofen, 1 Eislchrank, 1 Handwagen, 1 Aus. jchmUmaschme, 20 Flaschen Sein, 3 Nähmaschinen, 1 Watenschrank, 10 Paar Schneeschuhe, 75 Paar Turn- ichuvc, 13 Paar Sportschuhe, 5 Paar Sklsneiel, 40 Badeanzüge, 8 Paar Zug- stiefel, 1 Motorrad, 3 Schreibtische, 3 Stühle, I Standuhr, 29 Allo Strick- wolle, 1 Strickmaschine, 4Vi Dutzend Hand tuchsgc bilde, 1 Fahrrad, 1 Partie Spielwaren unb 2 Pferde. II Vorauolichllich bestimmt: 1 große Partie AnslcktSkarten von Gießen und Umgegend, Federzeichnungen, Radierungen verschiedener Gtötze, Glcßcnet AlbumS, Postkarten- ttänber, Puppenbälge, Puppenatme und Beine. 5001 v Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen, Dammstraße 24 I. — Telephon 239 |5i, Trilletgcsse (16), Uhlanbsttaße (8), kcrl-Boat-Ltraße (14), ©agengaöc (16), fi chatb-Wagnet- Straße (8), Dalltorstraße (L), Wartwcg (10), Weidengasse (16), Welckerstraßc (9), Wefcrstraße (2), West- inlage (6), Dctteraaste (17), Wetzlarer E3eg (8), Wetzsteingasse (1), Setzsteinstraße (1), viefeckcr Weg (4), Wicjenstrahe (15), Lilhelmstraße (10), Dllsonstraße (9), Viß- narer Weg (4), Dolsstraße (14), Wollen- ,asse (17), Zevpelinstraße (15), Zozelsgasie [1), Zu den Mühlen (3), Straße entlang ber Jtlbaer Sisenbabnstrccke (Am Kugelberg) (14). Für Lbstimmungsbezirt: 1 befindet sich ber Dahlraum im Alten Rathaus, Marktplatz 14, TrauungSsaal; AbstimmungSvorstehet: Kaufmann S. Mencrfeld; Stellvertreter: Drogist Ernst Roll; vM"- canomanninaBe «ih ^,0!.9L‘f4 nut Bergwerk (9), Lestmgstraße (12), Sichet Straße (14), Liedtgstraße (9), ßinbengaffe (1), Ltndenplatz (1), In Ldbers i>»f (5), Löberstraße (11), Löwengaste (17), Lonvstraße (12), Ludwig-Platz (10), Lub- «gstraße (10), Mäusdurg (17), Maigasje (17), Marburger Straße (4), Marktlauben- ftraße (16), Marktplatz (1), Marktstraße (1), «ittelweg (8), Moltkestraße (15), Muhl- kraße (5), Reuen VSue (16), Neuenweg (18), Neustadl (6), Rotdanlaae (3), Oft- cnlage (15), Plockstraße (18), Fritz-Reuter- Straße (8), Rittergasse (17), Rodhetmer 1 Strafe (3), Rodhohl (7), RSntgenstraße (10), Roonstraße (13), Sundgasse (5), €anb- leuterroea (9), Schanzensttaße (5), Schiffen- bftg (Gemarkung) (13), Scbisfenberget Äeg (13), Schillerstraße (2), Schlachthof- haße (3), Schloßgaßc (16), Sckottstrasfe 13), Schubertstraße (8), Schützenstraße (3), Schulftraße (16), Selterswea (17), Senckcn- «rgstraße (16), Sonnenstraße (16), Stein- ' ' taße (4), Stevhanstraße (11), Studenten» f:tg (9), Subanlage (18), Leuselslust- Nitrit unb ZT ■8- und leint Tanin, bit M°nJDlenbd.ioljr.», £ wn Künstler tonnte, rr:A das Strlhut Dhifj». aller Schwere tmpfmba reife bei 5il| -• großen Meister lt-r. kdlldet, regte Vob.it, r «teenstraße (Abstimmungsbeztrk Nr. 18), )ts Vratschcntoiel ml fi* I ^ter Rbbgrr Wcg (16), Alter Schissen- st bem Landler, und r - (l3)' Äm Kugelberg (14), Am »bat madjen lonnlt M Kahrungsberg (11), Am Pfarrgarten (6), woW WMn btn' bli ’lm «iegetpfad (10), Am Robtbery (4), ^nbem Sinnt al» Ao«. Äm Steg (8), Am Weiher (8), Am Singer! |tnt unb Nachfolger Ä?r (4>' Sollswck (7), An den Bahnhöfen SomobonitL L! "".«n der Hardt (3), An ber Foianne^ hrche (18), An bet Kaserne 1« 2adr« ntt I» n «tn«B b(H*tiiattieei Wählen Siezum Einkauf für Damen-, Herren- und Kinder-Kleidung das große Kaufhaus vormals Fritz Nowack Seltersweg Gießen finden Sie In größter Auswahl bei x" oV" 1 G/ESSE/V*M#U6BURG ICT 50001 Drucksachen aller Art ftaitung stilrein unb^ preiswert die BrilllW UniverNtSts Druckerei. N. tanqe. «ieften. Scdulftr. 7 Nur noch Jubiläums Verkaufs 5021» wahrnehmen. / Versäumen Sie deshalb nicht, diese überaus günstige Kaufgelegenheit nach Kräften auszunützen. Ganz ungewöhnlich niedere Preise zeigen Ihnen, daß es auch möglich ist, hohe Qualitätsware für wenig Geld zu erstehen. 3 Tage können Sie die Vorteile meines Nehmt das vorteilhafte JDoppelpaket/ Preis 85 Pfg. | d«en!W^ zur Wäsche nur fc^^iDas iÄ der richtige Helfer! Einstimmig klingt das Lob aller, die es kennen. 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