"ntf R iu.g ?615 'S .Ä ;3.w a. 'S* tt,# ä.oi S)X l,li 16, (jflJJÄ IO«1 ,963 d,5«3 58,85 1,3-0 iJ,UÜ s 68. > IIS „ruaa >KZ i.-sr -6,3« 111,61 112.16 111,36 10,w 5,116 3U,^ 1,18'6 16, 80,6- rf,9? Ä Ä 6,186 ;s lesandt. aller unter dieser Rubrik limmt die Redaktion dem einerlei Tkraniwtung.) ba6 etaMtiwrtet. Höhensonne" am Diens« Mikum die übliche Zeit Plätze nid)t eingeräumt. Pausen durch ein lang' ichen angekündigt und war es Älich, das Ende zweimaliges Alixkenzeich^n istagabenö ist nun a^t entweder nur einmal ge- das Mike Glockenzeichen en, daß es nicht bemeck alls Hal sich die Lat ache roher Tell des Publikums als der Vorhang schon die Aufführung begonnen 5 M Publikums -v fltofie Unruhe, dahm ergnügen der Darstell«, ?der Besucher emMd- mgc Zwischenruse ha^ E bekundet, W £ KZtz 55ss 1,?S? M,3j lll.il 112,15 I12,3< 10.51 5,11 30,1? 6,1-1 16,; 80,61} ?0L l,*! 0,606 bis K >te V? MX' * •CQ' 2°0 bi« S' doll. !.» S* uni«160 *tfa„b ■ “""«Ml Öen. S-tzlar. "i- Olm 3Q . mN v lem 2 5 i ä r «® 'ÄZD Utteiuen SS“mit er Tonnen- zahl der Kreuzer die Initiative zu ergreifen und ferner für ein internationales Abkommen für allseitige, wesertliche Herabsetzung der Marinerüstungen einzudeterr. Berlin, 15. März. (1BIB.) wie uns von zuständiger Sette milgeteili wird, Ist aus Anlaß der Verhaftung deutscher Ingenieure und Techniker im Donezgebiet der deutsche Botschafter in Moskau beauftragt worden, die Sowjetregierung um sofortige und genaue Aufklärung darüber zu bitten, welche konkreten Beschuldigungen im einzelnen gegen die verhafteten erhoben werden und welche Beweise für diese Beschuldigungen vorliegen. Zugleich wird in Moskau auf Grund der bestehenden Vertragsbestimmungen die Forderung gestellt werden, daß dem zuständigen deutschen Generalkonsul in Charkow gestattet wird, die verhafteten Reichsangehörigen zu besuchen. Ferner hat der Reichsauhenminisler den hiesigen Sowjetbotschaster aus die Erregung hingewiesen, die der Zwischenfall in der deutfchen Oesfentlichkeit, namentlich in ben am Wirtschaftsverkehr mit Rußland beteiligten Kreisen hervorgerusen hat. Er hat dem Botschafter mitgeteilt, daß es infolge der durch den Zwifchensall geschaffenen Sachlage an einer der wesentlichsten Voraussetzungen für ein gedeihliches Ergebnis der zur Zett im Gange befindlichen wirtfchaftsbefprechungen fehle, und daß die Reichsregierung es deshalb für geboten halte, diese Besprechungen bis aus weiteres auszufehen. Die Reichsregierung hoffe jedoch, daß durch schnelle Beilegung des Zwischenfalles eine Grundlage für die baldige Wiederaufnahme der Besprechungen geschaffen werde. 3n Berliner politischen Kreisen wird die Verlautbarung der Reichsregierung über die Bemühungen in der Angelegeicheit der verhafteten deutschen Ingenieure und Techniker im Donez- gebiet dahin beurteilt, bafi sie in der Form durchaus freundlich und zurückhal- t e n d ist. Diese Haltung hat ihren natürlichen Grund in unseren bisherigen freundl chastlichen Beziehungen zu Rußland und in dem Bestreben, die Lage der verhafteten Deutschen nicht noch mehr zu erschweren. Die Forderung, daß dem zuständigen deutfchen Generalkonsul g e st a t t e t werde, die verhafteten Reichs« angehörigen zu besuchen, stützt sich auf das deutsch-russische Wirtschaftsabkommen, das für Deutschland die Meistbegünstigung Vorsicht, die die Deutschen den Inländern gleich- st e l l t. Die Schwierigkeiten, die dieser Forderung, wie auch der Bitte um genaue Aufklärung über die konkreten Beschuldigungen und Beweise entgegenstehen, liegen in der Tatsache, das cs sich um ein ordentliches Gerichtsverfahren, also nicht um Maßnahmen der G. P. AL handelt, und daß bekanntlich bei ordentlichen Gerichtsverfahren Interventionen überall starken Hindernissen begegnen. Rach dem russischen Recht ist es auch für Inländer an sich nicht zulässig, daß vor Abschluß der Anklage irgendwelche Verbindung mit verhafteten Angeklagten auf genommen wird. Immerhin hofft man in Berliner politischen Kreisen, daß es den deutschen Bemühungen gelingen wird, sich zunächst wenigstens des persönlichen und körperlichen Wohls der Gefangenen anzunehmen. Der russische Botschafter K r e st i n s k i konnte dem Reichsauhenminister in der heutigen Besprechung leider nur sagen, daß er über den Stand der Angelegenheit nicht genügend informiert sei. Der Moskauer Korrespondent des „23. T.M meldet seinem Blatt: Das oon der Agentur Taß an das Wolfffche Telegraphenbureau gerichtete Telegramm, das die Fortsetzung des Verfahrens gegen die verhafteten deutschen Ingenieure ankündigt, ist als Ausdruck des Regierungsstandpunktes anzusehen und wirst die Tür vor der letzten noch vorhandenen Möglichkeit zu, die Angeklagten vor monatelanger Untersuchung zu fidjern und die deutsch-russischen Beziehungen vor einer ernsten Belastungsprobe zu bewahren. Es wäre durchaus leichtsinnig und ein Beweis falscher Einstellung zu den hiestgen Derhältnissen, wenn etwa in Deutschland nicht mit voller Bestimmtheit auf die Erhebung der Anklage schon jetzt gerechnet würde. Die verhafteten Ingenieure befinden sich, wie nunmehr endlich festgestellt wird, im Gefängnis in R o st o w am Don. Es wird versichert, daß sie dort gut untergebracht sind. Zustimmung der Presse. Berlin, 16. März. (WTB. Funkspruch.) Sämtliche Berliner Blätter, mit Ausnahme der „Roten Fahne", billigen die Maßnahmen der Reichs- regterung im Hinblick auf die Verhaftung deutscher Ingenieure im Donezbecken. Die konservative „K r e u z z e i t u n g" schreibt: „Irgendweld)e wirtschaftliche Verhandlungen können nur den Zweck haben, wenn die notwendigen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Diese Voraussetzungen sind aber nid)t gegeben, wenn Deutsche, die in Rußland wirtschaftlich tätig find, in dieser Weise behandelt werden." — In der agrarischen „Deutschen Tageszeitung" heißt es: Avgesehen von den deutschen Kommunisten wird die ganze beut[d)e Oeffentlichkeit die Schritte der Reichsregierung billigen. Wir hoffen, daß man sich in Moskau darauf besinnt, welche Gepflogenheiten zwischen Ländern, die gute wirtschaftliche Beziehungen unterhalten wollen, üblich sind." — Die volksparteiliche „D A Z" schreibt: „Diese Angelegenheit wird besonders für die Leute in Deutschland wieder eine Lehre [ein, die unter allen Um- ftänben die wirtschaftlichen Beziehungen zu Rußland in den Vordergrund aller deutschen Handels- beziehungen zu dem Auslande stellen wollen. Wenn der deutsche Generalkonsul in Charkow sich mit den Deutschen in Verbindung setzen soll, so soll dies nicht etwa einen Einarisf auf die im Gange befindliche Untersuchung bedeuten, vielmehr soll den Derhaf- teten dadurch einmal die Möglichkeit gegeben wer- den, sich wieder mit ihrer Heimat in Verbindung zu setzen und mitzuteilen, was sie zu den An- klagen zu sagen haben." — Die „Ger- m a n i a", das Organ des Berliner Zentrums, führt aus: Die russische Regierung muß sich im Klaren darüber [ein, daß es sich um deutsche Reichs« angehörige handelt, und daß aus ihrem 23 er- Hal test Rückwirkungen auf das beiderseitige Verhältnis eintreten müssen, wenn nicht schleunigst alles geschieht, um den Fall objektiv zu klären und die Methode der Vergewaltigung einzustellen." — Die demokratische „D o s s i s ch e Zeitung" weist bar- aus hin, daß die nunmehr unterbrochenen Derhaird- Iungen nur fünf Tage vor der offiziellen 23ertagung ausgesetzt wurden. Viel jei bei diesen Besprechungen nicht herausgekommen. Die unverschämt großen Forderungen der Russen hätten gleich oon Anfang an zu einer Derhandlungsgrund- lage geführt, auf der man sich auf einen baldigen Abbruch der Beratungen gefaßt machen mußte. Reue Derhandlungen müßten auf rvesent» l i ch entgegenkommenderer Basis von feiten Rußlands aus geführt werden. — Der „Vorwärts" betont, auch eine rein sozialistische Regierung hätte in einem solchen Falle nicht anders handeln können. Re neue Abrüstmgsdebatie in Genf. Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers" Berlin, 16. März. Die Vorbereitende 2lb- rüstungskommission ist gestern wieder in Gens zu- fammenaetreten. Die Tagung wird kaum das gleiche rhetorische Niveau erreichen, daß die vorige und vorletzte gehabt l-aben, es fehlen einige der hauptsächlichen Redner im Streit. Weder der beredte französische Sldvokat Paul-Boncour, noch der Nach- folger Lord Robert Cecils, Lord Cushendun, noch oer^chechoslowakische Außenminister Benesch sind Aber weder damit, noch mit den Argumenten, die wir aus den vergangenen Tagungen sattsam kennengelernt haben, wird es sich rechtfertigen las. sen, wenn der Vorbereitende Abrüstungsausschuß nicht diesmal zu einem greifbaren Ergeb- niß seiner Beratungen gelangt. Denn eben das Sicherheitskomitee, das nach den ursprünglichen Entscheidungen auf französischer Seile ein neues Mittel zur Vertonung und Verschleppung der eigentlichen Abrüstungsarbeit werden sollte, hat vor wenigen Tagen Sttchworte geliefert, auf die sich die Anhänger einer beschleunigten Vorarbeit und baldigen Einberufung der endgültigen Abrüstungskonferenz stützen können. Man wird nun vielleicht von feiten der verschleppungswilligen Parteien verfuchen, die noch nicht abge- schlossen«n Arbeiten oes Sicherheitskomitees als Vorwand dafür zu verwenden, um zu einer neuen Vertagung zu gelangen. Aber auch das wird nicht viel helfen. Denn die übrigen, Graf Bernstorfs an der Spitze, werden es nicht verabsäumen, auf den Simt und Wortlaut des Beschlusses der Völker- bundsversammlung vom September zu verweisen, durch den das Sid-erheitskomitee geschaffen worden ist. Und dieser Beschluß fordert deutlicy und einwandfrei die Parallelität der Arbeiten beider Ausschüsse, ihre Gleichzeitigkeit und damit einbegriffen ihre Unabhängigkeit von einander. Denn gleichzeitig und an verschiedenen Stellen kann man zwei Dinge nur behandeln, wenn fein Zusammenhang organischer Art zwischen ihnen besteht, wenn nicht das eine oon dem andern abhängt. Wird man über diese Fragen zu einigen Auseinandersetzungen kommen, so ist ein weiterer interessanter Punlt dadurch gegeben, daß d i e russischen Vorschläge vom 30. Rovember v. I. zur Diskussion aus die Tagesordnung gestellt worden sind. Diese Vorschläge Litwin o s, die damals zunächst in etwas primitiver Form die re st lose Abrüstung aller Staaten for- >e t:n, dann 'n der Diskussion eine allmähliche, aber mit gründlichen Maßnahmen beginnende Umarbeitung erfahren haben, sind inzwischen gründlich ausgearbeitet worden, und wenn ihnen | auch in Anbetracht der gesamten politischen Lage, der psvchologischen Einstellung einiger Hauptmächte usw. keine unmittelbare.'. Verwirllichungs- chancen innewohnen, so wird man sich breb ernsthaft mit ihnen belassen müssen. Wichtig ist auch, daß die türkische Regierung diesmal durch eine Delegation vertratm ist. und daß auch der türkische Außenminister, allerdings erst von Montag an, sich an den Verhandlungen be- * teiligen wird. So wenig sensationell also der erste Tag dieser Beratungen aussah, liegen doch Spannungen genug in der Luft, um sie im weiteren Verlauf, der unbedingt zu einer zweiten Lesung und Annahme einer i tternationalen Abrüstungskonvention und damit zur SichersteUung einer baldigen Abrüstungskonferenz führen mühte, recht interessant zu machen. Deutschland beantragt Offenlegung des Rüstungestandes. Genf, 15. März (WB.) Der Vorbereitende Ausschuß für die Abrüstungskonferenz ist heute unter dem Vorsitz des Holländers Loudon und unter Teilnahme von 24 Staaten, unter denen sich als Richtmitglieder des Völkerbundes die Vereinigten Staaten von Amerika, Sowjetrußland und die Türkei befinden, zu seiner fünften Tagung zusammengetreten. Die deutsche Delegation steht unter Führung des Grafen Bernstorfs. Loudon hob besonders hervor, daß bei den vom Sicherheitskomitee vorgeschlagenen regionalen Sicherheits- haften sorgfältig vermieden wurde, ihnen den Charakter von Defensivbündnissen gegen Dritte, außerhalb eines solchen Paktes stehende Dölkerbundsmitglieder zu geben, und daß bei den vorgeschlagenen Sicherheitsmaßnahmen jeder Zwang ausgeschaltet wurde. Zu dem russischen Abrüstungsvorschlag erklärte Loudon, der Ausschuß werde prüfen müssen, ob diese Vorschläge den heute gegebenen politischen Derhältnissen und dem Geiste des Völkerbundes genügend Rechnung tragen und überhaupt zu verwirklichen seien. Trotzdem verdienten sie eine sehr sorgfältige Erwägung. Graf Bernstorfs hat im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß schriftlich einen Antrag Über die vollkommene Offenlegung aller die Rüstungen betressenden Zahlen als einzige Möglichkeit zur schrittweisen Verwirklichung der Abrüstung eingebracht. Dieser Antrag, der sich auf Artikel 8 § 6 der Völker» bundSsatzung über di« allgemeine, aber bis heute noch nicht erfüllte Verpflichtung zur Offenlegung der Rüstungszahlen bezieht, wird bei Behandlung des dritten Punktes der Tagesordnung des Abrüstungsausschusses zur Debatte gestellt werden. In der Begründung wird darauf hinge- wiesen, daß genaue Angaben über die Rüstungen der Staaten die Grundlage für das Vertrauen find, das eine der besten Friedensgarantien ist. Es ist unmöglich, sich ein Bild der nationalen Sicherheit zu machen, solange die Staaten nicht auf dem laufenden sind über die Rüstungen anderer Staaten, die ihre Sicherheit bedrohen könnten. Auch kann man den Ausgangspunkt für den allgemeinen Abrüstungsplan nur dann finden, wenn vor der Durchführung der Abrüstung die bestehenden Rüstungen bekannt sind. Die Staaten müssen sich deshalb zur Lieferung jener Angaben verpflichten, die unentbehrlich sind, um sich ein Bild über ihren Rüstungsstand machen zu können. Zur Begründung des Verlangens nach einer Tabelle über die industrielle Leistungsfähigkeit wird besonders betont, daß die maximale Leistungsfähigkeit der Rüstungsindustrien entsprechend der staatlichen Einschätzung bekannt sein muh, ferner in welchem Maße die Beteiligung anderer industrieller Betriebe in Kriegszeiten vorgesehen ist. Schließlich wird noch zur Erwägung gestellt, ob nicht auch untersucht werden soll, in welchem Grade den einzelnen Staaten wichtige Rohstoffquellen fehlen und in welchem Maße sie infolge ihrer besonderen industriellen Lage von der Einfuhr von Kriegsmaterial abhängen. Auch wäre noch eine Vervollständigung dieser Listen durch Angaben über Festungen, Flotten- und Lustslotten- ftüöiDimfte zu erwägen. Amerikas Zloitenpläne. Washington, 16. März. (WTB. Funkspruch.) Das Repräsentantenhaus verhandelt noch immer über das Bauprogramm, das nach dem Beschluß des Komitees auf 15 Zehntausend- Tonnen Kreuzer zu je 17 Millionen Dollar Baukosten und ein Flugzeug-Mutterschiff zu 19 Millionen Dollar Baukosten beschränkt werden soll. Marinesekretär Wilbur, der den Verhandlungen beiwohnte und inmitten der Abgeordneten Platz nahm, wurde von den Demokraten hefttg angegriffen, ohne jedoch nach der Geschäftsordnung des Repräsentantenhauses auf diese Angriffe antworten zu können. Die Abstimmung über das Bauprogramm wird jedenfalls i m Laufe der nächsten Woche erfolgen. Oas Llnierhaus verwiest einen AbrüstungSanirag. London, 15. März. (WTB. Funkspruch.) Rach einer längeren Debatte, in der der erste Lord der Admiralität, Bridgeman, die britische Haltung bei der Genfer Marineabrüstungs- konserenz nachdrücklich verteidigte, verwarf das Hinterhaus mit 204 gegen 109 Stimmen einen Antrag der Arbeiterpa.tei, in dem die Regierung ausgefordert wurde, für di« Abschaf- Ossiziersmeuterei auf der britischen Mittelmeerflotte? Unklare Meldungen aus London L o n d o n, 16. März. (MTB. Funkspruch.) Die Sensation der heutigen presse ist ein angeblicher Aufruhr von britischen INarineofsizieren aus Malta. Die letzte Rachricht von ernsten Schwierigkeiten auf dem Schlachtschiff „Royal O a f“ wurde kur; vor Mitternacht Im Unterhaus durch eine Anfrage des konservativen Mitgliedes, Commander Bellairs, bekannt. Line spätere Agenturmeldung aus Matta besagt, daß dort beträchtliches Interesse wegen der 13er- zögerung in der Abfahrt des 1. Schlachtgeschwaders der Mittelmeerflotte aus Malta erzeugt worden ist. Die Flotte sollte am Sonntag nach Gibraltar abfahren, lichtete jedoch erst am Montagvormittng die Anker, nachdem man gesehen hatte, wie die Flagge des Flaggschiffes „Royal Oaf“ nieberge- holt wurde. Diese Zeremonie wird durdigesührt, wenn der Kapitän eines Schisses seinen Befehl niederlegt. Die volle Bedeutung dieses Aktes ist noch nicht bekanntgegeben worden. Lr soll erfolgt fein wegen des Verhaltens gewisser höherer Offiziere, von denen zwei nach England über Gibraltar abgefahren fein sollen. Das Schlachtgeschwader des „Royal Daf ist unter Kapitän O s b o r n e (vom Kriegsschiff „Lgmont") als Kommandant des „Royal Vak" in See gegangen. wie die Blätter weiter meiden, verlautet, daß bei der Admiralität inzwischen bestätigende Meldungen eingegangen sind, daß aber bisher noch keine Einzelheiten über die Art der vergehen und die Anschuldigungen, die gegen die in Frage kommenden Offiziere erhoben werden, bekannt find. Das Unterhausmitglied Commander Bellairs hatte gestern nacht im Unterhaus erklärt, daß ein Telegramm heute morgen in der presse erscheinen werde, wonach die Offiziere des Schlachtschiffes „Royal Oaf" s i ch geweigert hätten, unter dem Admiral in Seeju gehen und daß sie vor ein Kriegsgericht gestellt und als Passagiere nach Gibraltar geführt worden seien. Der Flnanzsekrelär der Admiralität erwiderte, über die Schwierigkeiten aus dem „Royal Oaf" lägen nicht genügend Informationen vor, um eine Antwort zu erteilen oder irgendwelche Erklärungen zu der Frage abzugeben. Ltnmhen in Afghanistan? Beschleunigte Rückkehr des Königs. London, 16. März. (W. T. B. Funkspruch.) Rach dem diplomatischen Korrespondenten des „Daily Expreß" sollen Umstände eingetreten sein, die dazu führen könnten, daß der König von Afghanistan seinen geplanten Besuch in Rußland aufgibt. Es heißt jetzt, daß das afghanische Königspaar vielleicht direkt nach Kabul zurücklehren wird, sobald der Besuch in England beendigt ist, statt, wie ursprünglich geplant, über Paris, Brüssel, Berlin, Warschau, Moskau und Rordpersien nach Hause zu fahren. Die Hauptgründe für die Aenderung der Reisepläne sollen mit der inneren Lage in Afghanistan zusammenhängen. Es wird angenommen, daß die Lage in Afghanistan unruhig geworden und daß eine Verschwörung entdeckt worden sei. Die endgültige Entscheidung wird jedoch vom König selbst getroffen werden, wenn er eingehende Informationen von seinem Außenminister und Schwiegervater erhalten haben wird, der das Königspaar nicht, wie ursprünglich geplant, nach London begleitet hat. sondern statt dessen von Paris aus plötzlich nach Kabul abgefahren sein soll. Die Veröffentlichung der französischen Kriegsdokumente. Paris, 16. März. (V TB. Funkspruch.) Hebet die gestrige erste Sitzung des durch Dekret vom 20. Januar 1928 unter dem Vorsitz des Rektors der Universität Paris, C h a r l e t y , gebildeten Ausschusses zur Vorbereitung der Veröffentlichung der Dokumente über den Ursprung des Krieges 1914/18 wird folgender Bericht verbreitet: ..Der Minister des Aeußern hat dem Ausschuß mitteilen lassen, daß ihm alle Dokumente für seine Arbeit, die in einem rein geschichtlichen Geiste erfolgen soll, übermittelt werden, gleichviel, ob sich diese Dokumente in den Archiven des Riinisteriums, bei den Dienststellen oder bei den diplomatischen oder konsularen Stellen befinden. Der Ausschuß beschloß, daß sich di« Veröffentlichung auf den ganzen Zeitraum von 1871 1914 beziehen soll. Die Serie 1871/1903 soll erst später bearbeitet werden, lieber di« Periode 1901/1914 wird die Veröffentlichung in zwei Teilen erfolgen, der eine von 1901/1911, und der andere von Rovember 1911 bis August 1914, die gleichzeitig erscheinen sollen. Der Ausschuß hat die unverzügliche Vorbereitung eines Bandes für jede dieser beiden Abteilungen beschlossrn.- Ein innerpolilisches Programm Ter ehemalige Reichskanzler Luther spricht in Wien. Wien, 15. März. (WTB.) Als Gast der Deutschen Handelskammer in Wien hielt der ehemalige Reichskanzler Dr. Luther gestern abend einen Dortrag über die deutsche Volkswirtschaft. Dem Dortrag wohnten u. a. Bundespräsident Hainisch, Bundeskanzler Seipel mit den Ministern Schurs f und Kienböck, sowie der deutsche Gesandte, Graf Lerchenfeld, und zahlreiche namhafte Persönlichkeiten von Industrie und Handel bei. Dr. Luther berechnete den Fehlbetrag der deutschen Außenwirtschaft auf 3,5 Milliarden, der durch Steigerung dec Aus'uhr und durch Derminderung der Einfuhr ausgeglichen werden müsse. Die beutfcbe Wirtschaft müsse durch fortschreitende Rat o lisieru -g die P r o - duktionskosten senken. Die Auslandanleihen mühten unbedingt nur produktiven Zwecken zuge^ührt werden. Rotwendig sei eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion. Dr. Luther unterstrich, wie wichtig es sei, wenn wenigsten- die nötige Ernährung der Bevölkerung auf eigenem Boden gesichert sei. Außer der Ausfuhrsteige' rung und der Einfuhrverminderung komme für Deutschland die baldmögliche Festsetzung der Reparationsschulden aus eine tragbare Endsumme in Betracht, was ja überhaupt die wichtigste Doraussehung für eine befriedigende Entwicklung der gesamten Weltwirtschaft sei. Dr. Luther kam dann auf die in Deutschland so lebendigen Bestrebungen für einen 11 m b audes Reiches zu sprechen und erwähnte die deutsche Desonderh?it, welche in dem Problem Preußen liegt. Es sei weder auf die Dauer möglich, ein Land, das drei Fünftel des Reiches umfasse, als dem Reich untergeordnet in völliger Selbständigkeit zu erhalten, noch sei es auch nur denkbar, den großen Staatszusammenhalt, den Preußen zwischen Ost und West geschaffen habe, zu lösen. Gleichwohl müsse im Interesse deS ganzen Deutschen Reiches die Staatsgewalt so stark werden als irgend möglich. Das bedeute aber keine Gleichmacherei, welche dem deutschen Wesen völlig zuwider fei, wohl aber sei es wichtig, ein gegenseitiges Verstehen im ganzen deutschen Volke aus freiem Entschluß aller Beteiligten Hervorzurusen. Darum seien alle Bestrebungen auf Rechtsangleichund und andere Formen der Kickturannäherung zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich sehr zu begrüßen. Es sei charakteristisch, daß diese Bestrebungen in beiden Staaten von Persönlichkeiten mit starken inncrpolitifchen Gegensätzen betrieben würden. Wirtschaftliche Zusammenhänge und K ckturge- meinschaft, so schloß Dr. Luther, stellen im Gesamtbild das dar, was in Wirklichkeit Oesterreich und das Deutsche Reich verbindet, die in der ganzen Weltgeschichte ihren Ausdruck findende deutsche Schicksalsgemein schäft. Lebhafter Beifall wurde den Ausführungen des früheren Reichskanzlers zuteil, der vom Bundespräsidenten und Bundeskanzler und den Ministern herzlich begrüßt wurde. Evangelische Kirche und Veichsschuigeseh. Hin Beschluß des deutschen Evangelischen Kirchcnausschusses. Berlin, 15. März. (WTD.) Der heute zu feiner Frühjahrssitzung in Berlin zusa-mengetre- tene Deutsche Evangelische Kirchen- a u s s ch u h, das ver as ung imäßi e Bert e un .s- organ des Bundes der deutschen evan elischen Landeskirchen, hat nach eingeh.: den ($r:itecungen zu der durch das Scheitern des R i r u gesetzes geschoßenen Lage die folgende @ n ' L-< ' ießung gefaßt: Der Deutsche Evangelisch? K rchenausschuh ist von dem Scheitern der Verhau ^ugen über das Reichsfchulgeseh schmerzlich enttäuscht. Der Deutsche Evang: l sche Kirchenausschuß erwartet, daß alles versucht wird, sobald als möglich ein Reichsschulgeseh zustande zu bringen, das dem Schulprogramm des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Stuttgart vom Jahre 1921 Rechnung trägt und unter voller Wahrung der Staatshoheit Gewisseus'reihcit,evangelische Erziehung und Elternrecht gewährleistet. Preußen und der Landbund. Minifte.rPrasidcnlBraun lehnt den Empfang einer Landbundaborvnung ab. Berlin, 16. März. (Priv.) Der Reichslandbund hatte an den preußischen Ministerpräsidenten Braun die Bitte gerichtet, eine Abordnung des Pommerschen Landbundes, die im Anschluß an die letzten Notkundgebungen der Landwirtschaft nach Berlin kommen sollte, zu empfangen. Auf diese Bitte hat der Ministerpräsident dem Reichslandbund eine Antwort zugehen lassen, in der es heißt: Auf Ihre Zuschrift erwidere ich Ihnen, daß ich im Hinblick auf die mit unwahren Behauptungen gegen die preußische Regierung inszenierte demagogische Hetze des Canbbun- des es ablehnen muß, die Deputation zu empfangen. Uebrigens sind die Schwierigkeiten, unter denen die Landwirtschaft zur Zeil leidet, der preußischen Staatsregierung hinreichend bekannt. 3m Rahmen ihrer Zuständigkeit und nach Maßgabe der Finanzkraft des Staates tut die Staatsregierung alles, was geeignet ist, diese Schwierigkeiten zu beheben. Der pommersche Oberpräsident Lipp mann erklärte bei Eröffnung des Provinziallandtages, bei weitgehender Rachsicht gegen Form und halt der Reden und Entschlüsse, die bei den Landbundkundgebungen Dorgetragen werden müsse es zurückgewiesen werden, daß systematisch gegen die preußische Regierung der Vorwurf erhoben werde, als ob sie Maßregeln, die die Rot der Landwirtschaft beheben sollen, verweigere und sabotiere. Ebenso unzulässig sei es, daß in solchen Versammlungen mehr oder minder verhüllte Drohungen ausgesprochen und zur Steuerverweigerung aufgefordert werde. Gerade die Landwirte sollten wissen, wie wichtig Ordnung und Gesetzmäßig- leit für die Erhaltung der Kraft des Staates, auch feiner wirtschaftlichen Kraft, sind. Sie sollten auch nicht vergessen, daß ihre Unter- stühungswünfche durch die Gesamtheit ihrer Mitbürger befriedigt werden sollen, von denen viele durch den Krieg und feine Folgen selber auf I Annahme des Wehretats Berlin, 15. März. (VDZ.) Der Reichstag setzte die zweite Lesung des Reichswehretats fort Abg. Dr. B red t (2B. Vgg.) führte aus: Die gestern vom Minister für den Panzerkreuzer gegebene Begründung sei ganz anders gewesen, als die erste im Ausschuß. Der Pazifismus, von dem geftern soviel gesprochen wurde, könne unmöglich die Grund- läge einer Armee sein: Pazifismus und Heermacht feien Gegensätze. In einem künftigen Krieg werden ganz andere Waffen verwandt werden als im Weltkrieg, ganz andere Waffen auch, als sie unsere kleine Reichswehr hat. Deutschland wird von anderen Mächten als Bundesgenosse nicht gesucht werden wegen seiner militärischen Kräfte, sondern nur, wenn es seine inneren wirtschaftlichenKräste entwickelt. Selbst die alte deutsche Armee, die die beste der Welt war, konnte niemals den Weltkrieg gegen eine solche Uebermacht gewinnen. Der Weltkrieg war schon verloren unter der Reichskanzlerschaft Bülows, als sich das Netz der internationalen Bündnisse um Deutschland zusammenzog. Ebenso wie die alte Armee unbedingt zur Monarchie stand, muß die Reichswehr der Republik unbedingt zur Republik stehen. Ein Zwischenfall. Abg. Strasser (Ral.-Soz.) erklärt: Die Deutschnationalen seien jetzt schon mit den Sozialdemokraten in einer pazi iftischen Einhettsfront. Die Rationalsozialisten dagegen seien bewußte Militaristen, weil sie Rationalisten und Sozialisten seien. Der Versailler und der Dawes- Vertrag verhindern den Befreiungskampf des deutschen Proletariats. Wer in Deutschland Kriegsdienstverweigerung predigt, ist ein Schall! ein Lump! ein Achtgroschenjunge der Dawesparteien. (Präsident Loebe ersucht den Redner, sich zu mäßigen.) Die Reichswehr müsse die Grundlage des kommenden deutschen Dolksheeres sein. Geßler und v. Seeckt seien auf Wunsch von Driand verabschiedet worden. Der Reichsaußenminister Dr. Stresemann habe bei seiner Zusammenarbeit mit Briand bewußten Landesverrat getrieben. Bei diesen Worten entsteht große Unruhe im Hause. Ein Herr auf der Publikumstribüne klatscht Beifall. Präsident Loebe erteilt dem Abg. Strasser einen Ordnungsruf und ersucht den Beifallrufer, die Publikumstribüne zu verlassen. Als dieser der Aufforderung nicht folgt, wird er von einem Diener entfernt. Abg Strasser übt an dem Verhalten des Präsidenten Kritik, die sich Präsident Loebe verbittet. Der Redner wendet sich dann in heftigen Ausdrücken gegen den Minister Groener. Die Ra- tionalsozialisten würden mit den Kommunisten gegen das Ministergehalt und für den Mih- trauensantrag stimmen. Der Minister habe nur die Bedeutung der 30 Silberlinge, die Judas für seinen Verrat erhielt. Der Präsident Loebe schwingt nach diesen Worten dauernd die Glocke. Von den Sitzen der Mehrheit kommen stürmische Pfui-Ruse, von den Rationalsozialisten Heil-Rufe. In diesem Lärm gehen die letzten Worte des Abg. Strasser verloren. Reichswehrminifler Groener: Die Worte des Abg. v. Schulenburg waren mir aus dem Herzen gesprochen. In der Frage des Osfizierersahes stehe ich gairz auf dem Boden Scharnhorsts. Scharnhorst schaffte die Privilegien ab und ließ die Vorbildung entscheidend für die Beförderung zum Offizier. Ich muh daran festhalten, daß nur nach dem erfolgreichen Besuch einer Wasfenschule jemand zum Offizier gemacht werden kann. Die Vorbildung muh entscheidend fein, nicht die gesellschaftliche Stellung. Ich lege Wert auf eine einheitliche Auffassung der Offiziere, nicht aber ihrer Väter, Onkels und Tanten. tSehr gut.) Als Hauptucsache der zahlreichen S e l b st in o r d e in der Reichswehr bezeichnet der Minister den Zwang zur zwölfjährigen Dienstzeit. Dieses uns durch den Versailler Vertrag ausgezwungene menschenunwürdige S)stem trage die Schuld an der Zerstörung manchen jungen Menschenlebens. Abg. Lucke (W Vg.) stimmt im wesentlichen den Ausführungen des Abg. v. Schulenburg zu: in erster Linie gebühre den alten Unteroffizieren der Dant für die gute Ausbildung der Reichswehr. Die Versorgung der auLscheidenden Reichswehrangehörigen müsse verbessert werden. Der kommunistische Antrag auf Streichung des Ministergehaltes und der kommunistische Mih- trauensantrag werden gegen die Antragsteller und die völtischen Gruppen abgelehnt. Die Ausschußentschließungen werden angenommen. Die sozialdemokratischen Streichungsanträge werden gegen Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Der Etat des Landheeres wird bewilligt. — Freitag: neben kleineren Vorlagen der Etat der Reichspost. das allerschwerste geschädigt, ja vollkommen verarmt sind. In Karlsbiese (Königsberg-Reumark) be° schädigte sich die Gemeindcve Sammlung mit dem Steuerdruck. Einstimntig wurde beschlossen, alle Zahlungen einzu st eilen und diesen Beschluß den zustöndigett Behörden mitzulei.en. — In G ü st e b i e s e, ebenfalls im Kreise Königsberg, wurde in einer Protestversammlung der Landwirte einstimmig beschlossen, alle 6.euer- Zahlungen mit Ausnahme der Gemeindesteuern wegen Zahlungsunfähigkeit ein-ustellen. Ein Wirtschafisvorschlag. Seydoux befürwortet ein Zusammengehen Englands, Frankreichs und Deutschlands. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 16. März. In den Londoner „Times" versucht der bekannte französische Finanzsachverständige Seydoux England zu bewegen, sich mit dem Gedanken des Abschlusses einer französischen g li sch - deutschen Wirtschaftsentente zu beschäftigen. Er geht dabei von der beutfd^fran- zösischen Zusammenarbeit aus, an der sich auch Großbritannien beteiligen solle. Bisher hat er mit dieser Anregung an der Themse kein Echo, weder in zustimmendem, noch in ablehnendem Sinne, auszulösen vermocht. Die Engländer werden ihm aber noch antworten, wenn sie sich den Fall erst einmal gründlich überlegt haben. Da sie recht gut darüber orientiert sind, wer bisher aus der deutsch-französischen Zusammenarbeit die größten Vorteile ge- zogen hat und wie das Wirtschaftsverhältnis dieser beiden Staaten zueinander tatsächlich aussieht, werden sie sich wahrscheinlich n i ch t für die Seydouxschen Gedankengänge begeistern. Sie wissen genau,' daß man in Paris ehrgeizig genug ist, um sich nicht mit der militärischen Vorherrschaft in Europa zu begnügen. Frankreich möchte zu gern auch d i e wirtschaftlicheFührung ergreifen und England in eine ähnliche Lage hineindrücken, wie ihm das mit uns gelungen ist. Eifenpakt und Wirtschaftsvertrag sind gewiß anerkennenswerte Vereinbarungen, es kommt aber nicht nur darauf an. daß man derartige Verträge abschließt, sondern ihnen auch eine Form gibt, diederwirtschastlichschwä- cheren Nation ausreichenden Spielraum gewähren. Frankreich hat aber nicht im geringsten auf unsere besondere Situation Rücksicht genommen, so daß wir Zugeständnisse der Gegenseite noch extra teuer erkaufen mußten. Trotzdem befriedigt uns die Zusammenarbeit mit Frankreich, so wie sie sich uns heute darstellt, nicht. Infolgedessen ist die deutsch-französische Zusammenarbeit keineswegs so gefestigt, daß man anderen Staaten Aufforderungen im Sinne Seydoux zugehen lassen könnte. Aus diesem Grunde allein wird sich England vermutlich aus ernsthafte Debatten gar nicht ein lassen. Kinanzaueschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 15. März. Die heutigen Verhandlungen wurden mit einer längeren Geschäftsordnungsdebatte eingeleitet über die Ankündigung eines Gesetzentwurfs durch denReichs- ernährungsminister Schiele zur Herabsetzung des zollfreien Gesrierfleischkontin- g e n t s und dessen Reuverteilung, wobei nur Gebiete berücksichtiat werden sollen, die schon bisher Bedarf gezeigt haben. Es wurde der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß Offenbach, wo viel Gefrierfleisch gebraucht wird, nicht mehr berücksichtigt werde. Von der Regierung wurde erklärt, es sei nicht anzunehmen, daß der Offenbacher Bezirk nicht mehr beliefert werde. Die Beratungen über den Staatsvoranschlag wurden dann bei Kapitel 82 (Landwirtschaftliches Unterrichtswesen usw.) fortgesetzt. Es lag ein Antrag Glaser-Dr. Leuchtgens vor, einen Titel neu einzusetzen, in dem für landwirtschaftliche Haushaltungsschulen 3000 Mart in Ausgabe einzustellen sind. Rach einem Zusah- antrag der Abgeordneten Weckler, Heinstadt und Blank soll die Verteilung an die in Frage kommenden Schulen allein durch das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft erfolgen. Beide Anträge wurden mit 7 gegen 6 Summen angenommen. Ein Antrag Weckler Blank, worin die Regierung ersucht wird, die Landwirtschaftsschule Butzbach im Herbst 1928 zu einer V o l l a n st a l t auszubauen, wurde mit 8 genen 4 Stimmen angenommen und dann das Kapitel genehmigt. Zu dem Kapitel 83 (Bodenverbefse- rung und Wasserversorgung) wurde ein Rachtrag der Regierung, daß im Geschäftsbereich des Landesvermessungsamtes die Stelle eines höheren Vermessungsbeamten als Inhaberstelle im Feldbereinigungsdienst zugehen soll, mit allen gegen eine Stimme gutgeheißen. Ferner wurde eine Regierungsvorlage, worin die Regierung ermächtigt wird, Darlehen an Beamte für Kraftfahrzeuge zu Dienstzwecken zu gewähren, genehmigt. Ein Antrag Weckler. Blank, Heinstadt ersucht die Regierung, Vorschläge zur Finanzierung der Feldbereinigungs- und Meliorationsarbeiten durch ein zentrales Geldinstitut (Landesbank. Girozentrale) zu machen: der Antrag wurde einstimmig angenommen. Ein Antrag Angermeier, daß die Kosten für die Feldbereinigungen im Vogelsberg restlos vom Staat getragen werden sollen, wurde der Regierung als Material überwiesen. Ein Antrag Jost und Genossen, daß die Kosten für die Durchführung der Feldbereinigungsarbeiten zu s/s den Grundeigentümern ersetzt werden sollen, wurde mit sechs gegen sechs Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Eberle will, daß außerordentliche Zuschüsse an Feldbereinigungsgenossenschaften ärmerer Gemeinden bezahlt werden und daß die Regierung im Bedarfsfall über die angesehte Summe von 10 000 Mavk hinausgehen darf. Rach einem weiteren Antrag Eberle zur Verbesserung der Hutweiden im Vogelsberg soll die Regierung ermächtigt werden, über den Betrag von 20 000 Mark hinauszugehen. Beide Anträge fanden Zustimmung: dagegen wurden Anträge in gleichem Sinn der Abgeordneten Jost und Gen., die für Feldbereinigungen statt 10 000 Mark 30 000 Mark und für die Hutweiden statt 20 000 Mark 40 000 Mark forderten, abgelehnt. Das Kapitel wurde genehmigt. Aus aller Wett. Osloer Feier lichkeitcn zu Ehren Ibsens. Die Feierlichkeiten anläßlich des 100. Geburtstages Henrik Ibsens begannen mit der Eröffnung einer Ibsen-Ausstellung in der Llniversitätsbücherei, zu der der König, der Kronprinz und eine große Anzahl Gäste aus dem Ausland, darunter Vertreter der meisten europäischen Länder und der Vereinigten Staaten, erschienen waren. Am Abend gab das Rationaltheater Ibsens „Brand" als F e st Vorstellung in Anwesenheit des Königs, des Kronprinzen, der Mitglieder des Kabinetts, der Parlamentspräsidenten, des Diplomatischen Korps und der ausländischen Gäste. Daran schloß sich ein vom norwegischen Autorenverband veranstaltetes Festessen. Dr. Fett (Rorweo.en) brachte dabei einen Trinkspruch auf die ausländischen Gäste aus. Ibsen war ein Norweger, so führte er u. a. aus, aber er hatte außerdem ein größeres Vaterland, das sich soweit dehnte, wie seine Träume reichten. Der Redner erwähnte dann die zahlreichen berühmten Persönlichkeiten des Auslandes, insbesondere Deutschlands, die an Ibsens Schaffen Anteil genommen haben, und erinnerte daran, daß Ibsen seine ersten weitreichenden Erfolge deutschen Theatern zu verdanken hatte. Hindenburgs Gruß an die „Emden". Reichspräsident v. Hindenburg hat den Blättern zufolge an den heimkehrenden Kreuzer ..Emden" folgendes Begrüßungstelegramm geschickt: „Kommandant, Offizieren und Mannschaft des Kreuzers „Emden" rufe ich bei ihrer Rückkehr nach langer Fahrt ein herzliches Willkommen in der Heimat zu. Zugleich spreche ich der Besatzung meine Anerkennung für ihr musterhaftes Verhalten während der großen Reise aus." Stapellaus und Taufe von vier Torpedobooten. In Wittzelinr. Haven fand der Stapeckauf und die Taufe von vier neuen Torpedobooten der Reichsmarine statt, die die Ramen „Tiger", „Lux", „Jaguar" und „Leopard" erhielten. Die Opfer der Dammbruchkakaskrophe in Kalifornien. Los Angeles, 16. März. (WTB. Funkspruch.) Die amtliche Liste der Opfer der Dammbruch-Kata- sirophe zählt nunmehr 28 5 Tote. Acht Behörden haben selbständig Untersuchungen über die Ursache des Dammbruches angestellt. Man sieht als wahrscheinlichste Ursache schlechte Fundamentie- r u n g. Die Bundesregierung hat eine Inspektion sämtlicher ihr unterstehenden Dämme angeorbnet. Zusammenstoß zweier Flugzeuge. — Vier Jlieger lot. San Diego, 16. März. (WTB. Funkspruch.) lieber bem Flugplatz von Mahroney stießen heute nachmittag zwei Reg.erungsflugzeuge zusammen und stürzten ab. Die Insassen, vier Marineflieger, wurden getutet. Zubkow ausgewiesen. Der Regierungspräsident von Köln als Landes- Polizeibehörde hat Alexander Zubkow. den Gatten der Priirzessin Villoria von Preußen, der Schwester des ehemaligen Kaisers, nachdem er wegen Paßvergehens rechtskräf- ti. verurteilt worden ist. aus dem deutschen Reichsgebiet ausgewiesen. Zubkow soll bereits das Reichsgebiet verlassen haben und sich aufdemWegenach Afrika befinden, während seine von der Ausweisung nicht betroffene Gattin sich zur Zeit wieder in Bonn befindet. Warenschwindel en gros. llnter dem dringenden Ver. acht, K.edllbetl-üge- reien in gro >em Umfange verübt zu haben, wurde tn -öerun ver ö8 Jahre alte Kaufmann Kohlmeir, Lyisenstraße 53, feftgc.Tomme.i. Da» ■Unternehmen befaßte sich mit Ein- und Verlauf von Waren aller Art. Rachdern Kohlmeier zuerst einige Po len bar bezahlt Halle. gaben ihm die Lieferanten später, der WirtschasiS age entsprechend, auf Kredit gegen Wechsel und Schecks, die sich im Verkehr als völlig w e r t - l0 $ erwiesen. Als Kohlmeier feft genommen wurde, fand man in feinen Lagerräumen noch große Mengen Waren der verschiedensten Art. Rach vorsichtiger Schatzung dürften in Deutsch- Iar.J> allein etwa 200 Firmen von Kohlweier geprellt worden sein. Eine Berliner Schule wegen Masern geschloßen. Die Volksschule in dem Berliner Vorort Dahlem i‘< wegen Masern geschlossen worden. Wie die Voss. Ztg." erfahren haben will, sollen bere is 30 Schüler er Lauft sein, so daß von einer Epidemie gesprochen werden müsse. D.e Schließung der Schule ist auf Anordnung des Kreisarztes erfolgt. Ende des Schulstreiks in Berlin N. Nach der Volksschule in der Sonnenburger Straße, die in eine Sammelschule umgewandelt werden soll, hatte die Elternschaft, die sich f ü r die Erhol- tung de r Schule in der bisherigen Form einsetzt, eine Versammlung einberufen, um gegen den Beschluß der zuständigen Deputation erneut zu p r o t e fl i e r e n und die weitere Stellungnahme in dem Konflikt, der bekanntlich zu einem Schulstreik geführt hat, zu erörtern. Der Leiter der Versammlung teilte mit, daß die Kinder von Montag ab wieder am Unterricht teil- nehmen werden. Sollten unverzügliche Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Behörden nicht zu befriedigenden Ergebnissen führen, so würde man zu weiteren Maßnahmen greifen. Die (Eröffnung des Exzelsior Tunnels in Berlin. Berlin, 15. März. (WTB) Heute mittag wiu-de ber Ercelsior-Tunnel. der das Hotel Ercelsior mit dem Anhalt-'r Bahnhof verbindet, feierlich dem Verkehr übergeben. Der 100 Meter lange Tunnel, der vom Fernbahnsteig des Anhalter Bahnhofs bis ins Vestibül des Hotels Excelsior führt, enthält mehrere Läden und hat auch zwei öffentliche Ausgange, wodurch er auch zu einem öffentlichen Verkehrsweg gemacht wird. Todesurteil. Das Schwurgericht Landshut verurteilte den 20 Jahre alten Dienstknecht Sebastian Faltermeier wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Ehrenrechtsverlust. Faltermeier hatte am 20. November 1927 seine frühere Geliebte, eine 24 Jahre alte Dienstmagd, erwürgt und aufgehängt, um sich feiner Vaterstandsverpflichtungen zu entledigen. Der Schiedssvruch im Buchdruckgewerbe. Berlin, 16 März. (Priv.-Tel.) Der Schleds- svruch im Lohnstreit des deutschen Buchdruckgewerbes ist von den Vrinzipalen angenommen worden; sie haben Verbindlich keitserkla- r u n g des Spruches beantragt Die Verhandlungen über diesen Antrag finden Anfang der nächsten Woche statt Bier japanische Schisse gekentert. 85 Mann ertrunken. Rach einer Meldung aus Tokio sind vrn den an der Chiba-Küste wahrend eines Sturmes gekenterten vier japanischen Schissen 45 Mann von der Besatzung des einen geret- t e t worden, während es unmöglich war. den 85 Mann der drei anderen Schiffe Rettung zu bringen. Wettervoraussage. Durch die südöstliche Verlagerung des hohen Druckes hat auch bei uns weiterer Barometeranstieg eingesetzt und die Hochdruckwettertage sich weiter gefestigt. Nächtliche Ausstrahlung führte in der vergangenen Nacht zu starkem Temperaturrückgang (Gießen Minimum — 6 Grad Celsius): tagsüber setzte infolge der ungehinderten «Sonnenstrahlung weitere Erwärmung ein. Da wir zunächst noch hn Bereich der Ho-bdruck Wetterlage verbleiben, so dauert der herrschende Witterungscharakter fort und die ich ostwärts ausbreitenden westlichen Tiefdruck- törungen gewinnen nur langsam Einfluß auf unsre Wetterlage. Wettervoraussage für SamStag: Weiterhin Nachtfrost, tagsüber fortschreitende Erwärmung. Meist heiter und trocken. W i 11 e r u n g s a u s s i ch te n für Sonntag: Abschwächung des RachtfrvsteS, zeitweise bewölkt, noch meist trocken. Lufttemperaturen am 15 März: mittags 5,4 Grad Eelsius, abends —1,3 Grad Celsius: am 16 März: morgens — 4,1 Grad Celsius. Maximum 5,6 Grad Celsius, Minimum — 6 Grad Celsius. — Erdtempe- raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 15. März: abends 3,6 Grad Celsius: am 16 März: morgens 0,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: 7H Stunden. VÄf 55;»"' [fräB ^KD xM ,r. »Jle,sn«g(tlo, 1 ™r» wurden 0 von P^"d°tten Äi'b.-S'4t »Äg w4<&r bei en gr0$. Each!,K:e^. ,n9? verübt w iJ? 6in' w>d Tetldtf zurrL ° ö U ha k, gaben ihm :r Dichcha^t- aar eif, f gegen Wechsel H ü6IIifl teert« »hlmerer sestgensnimen m 2ag?rräunen noch « verschirt^stm A-t. 29 dürsten in Deutsch. ü^rmen von Kohl- :ben sein. ?gcn Masern geschloffen. dem berliner Vorort asern geschlv'sen worben. er'ahren haben will, « erlauft sein, so bah gesprochen werden müsse, hule ist aus Anordnung reih in Berlin N. der Sonnenburger Straße, umgewandell werden soll, sich sür die Erhol- in der bisherigen l'ommlung einberufen, um ujtanbigen üepuMn er« unb Die weitere Stellung- 5er bekanntlich zu einem , zu erörtern. Der Leiter ml dah die Kinder von msünierrichi teil« m unverzügliche Aerhond- id)t lommenben Behörden roebnifien sühren, so würde ^nahmen greisen, dfiorlunncli In Berlin. ßS$)j)fufemitf»ao"r^ r tos Hotel (Fr* mit erbindet, feierlich tan9k« Mter lange Tunnel, der lnboll. r rahnhosr bis ms fior führt, enthalt mehrere Öffentliche rukyüW.ww rnllichen Dertchrsweg ge- urteil. ndsstut verurteilte den » Äbastian FatteM-er lobe und zum dauernden Meter hatte am 2a . Geliebte, «’m 24 W« atundausgehangt, tWPW* F jgtS« ***«*s*Ä lyung de- . öflr. den ;;'S« *"•" sravssa-k- Äffe ^un9Äfltur2!S arfef^Sus); MJ* .6®röiwl; 'n1 Jungen Familie Rerhaus Onkel Vereine | um- Ftir SlfcYe Eichen bei Ballen S. im 2912D Total Ausverkauf Ftcßbastdetf Eichen Klasse Max Maro Kiefern 0,26 fm Gießen,Bahnhofstraße Nr.4 Fichten gesucht ('2037 Das Stein- Gießen, Marktplatz 2. Be 2895a (Güteklasse N). Eichen 1. 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März 1928, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs Allcndorf a. d. Lumda, 14. März 1928. Hess. Bürgermeisterei Mendorf a. d. Lda. Rein. bet Butzbach, erber. Für einen Verlangen Sie ausführliche Druckschrift G 44 von der Schulleitung Glcfaen, Goethestrahe 32 __ 2908a Morgen SamStag. ab 18 Uhr, Gulasch- essen mit Klötzen, dazu das gute Stein- bäuicr Bockbier 02053 Besichtigen Sie unsere 8 Schaufenster! 1 Stück-- 1 » ° (Güteklasse N). 1 Stück = 2 1 23 311 252 57 20 10 Zur lledernahme einer General-Agentur Banerffijer Gefoüa- oeteln e.I. SamSiag, 17.3„ 20V? 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Rur ernst» hafte Äewerber, die Sefähiqunq für den Aufbau eines großen Oieschäftes nach, weisen können, wollen sich schristlich unter Aufgabe von Referenzen melden bei Kosmos Kranken- und Sterbegeldversicherungsbank A.-G. im Konzern der »Frankfurter". 3 Millionen Aktien »Kapital. Filialdirektion Darmstadt, Tel. 2358. Elifabethenstr. 34. Tel. 2358. Langholz Ib'Klasse 2b» „ Kutz-und Brennholzversteigerung Aus den Waldungen der Stadt Allen» oors a. d Lumda (Försterei II) soll am Mittwoch, dem 21. Mürz 1928, von vormittags 9 Uhr ab beginnend, nachstehendes Holz an Ort und Stelle versteigert werden: Forstort: Neuer Wald, Abteilung 15 und Zimmerplatz, Abteilung 31. Langholz und Abschnitte, Güteklasse N. --- 2,65 fm =- 5,42, „ - 1,25 „ -- 0,16 „ - 0,62 „ - 1,13 „ - 0,34 „ - 0,48 „ - 0,09 „ = 0,65 „ = 0,65 „ = 20,51 „ = 46,51 „ = 10,90 „ = 1-48 „ Bekannt für Qualität, Auswahl und Preisniedrigkeit lunjumLsiuis___। ___________________________ _ _____________________________________ 2925a bete iWh. ,‘Sy über M Sekretärs schwichtige sächlich E' wachs nu des" en Schisse lk -Lundessc habe. Warui der Präs einem A für neue als habe Ämter et Kongreß und erfla: im 2B sprüchen, amt geste Um at die Aegic Dilbursä teollte de Hauses ni gutgeheiß aufnehme Kreuzer. . langten L Angriff gi aestellt das erstef zrrnber« nicht an deS hau zweiten! statisinkx die Dill bei Aegii Bevillig Aoch i reichung hräsenton entschlösse die Durch sechs Jak ständig kvllegl hrogramn innerhalb seitigung Charakter Admiro des Dax Möbel-Verkauf in Waldgirmes am 17. März 1928. nachmittags 2 Ubr: Eichenes ($1p und Schlafzimmer (massiv Elches, Schlafzimmer «Mahagoni) Küche, Schränke, Betten, Tepvichc, Schreibtische, Stutz-Flügel «tadellos), Qeiacmälde, alte Watten, Kristalle. Klubiessel. Bücher.Nähmaschine u. a. in. Besichtigung jederzen. {01924 Srcu Ctocrkicht Wwe., Waldgirmes. Mittwoch nachmittag entschlief sanft infolge einesSchlag- anfalles unser lieber Vater und Großvater Herr Heinrich Noll im 84. Lebensjahr. WMMMIW Das DundeSsängerfest des Sängerbundes „Heimatland" findet am 1. und 2. Juli d. I. in Weipoltshausen statt. Die Verpachtung der Gastwirtfchasterfolgt am 25. März, nachmittags 3 Uhr in der Gastwirtfchatt Rücker in Weipoltshausen. Die Bedingungen werden im Derpach- tungstermin bekanntgegeben. Der Vorstand d. Männergesangvereins ÖurlODD MmaWoen Adler-, Diamant-, Presto-, Torpedo- Fahrräder Triumph-Motorräder ©rammoDMüP zu günstigen rfab» iungsbedingiingen Zakob Schupp SelierSweg 83 H Heporfli 'werWkke Mratogen Modell 1928, noch nicht gefahren, Morgen Eamötag, den 17. März: Z^enkimil Will). Bötz. ""D Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr auf dem Triftweg, am Eingang des Waldes (Pestilenzstrauch). 2884D Försterei II. Forstort: Eichstachel, Kinnwald, wald und Hünerling. Turnverein W Gießen. Wanderung Sonntag, 18. März: Treis «Hessen» — Climbach — Wienern — Eirotzen • Buscck. In TretS Beuch» itgung der Stein» zetihöblen. Abfahrt: 9.48 Ubr. 2921 0 Der Wauderwart. --- 52,00 -- 9,56 = 6,96 Brennholz. (Lang-, Seif» und Kalkberg.) rm: Buchen 33,5, Eichen 1, Fichten 9 rm: Buchen 8, Eichen 9,5, Fichten 3. = 17 -- 2 = 1 =- 1 =» 1 = 1 --- 5 -- 1 = 1 = 3 = 47 = 63 = 10 Rutzschett. 2. Kl (1,25 lg.) = 4rm = 3,20fm Nutzknüppel. 2. Kl. 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Angebote mit zusammengezogenen Klassen oder Vorbehalten und Bemerkungen versehen, bleiben unberücksichtigt. Es wird empfohlen, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Die Betriebsbeamten, Herr Förster Bing zu TreiS a. d. Lda. (Försterei I) und Forster zu Allendorf a.d.Lda. (Försterei II) zeigen auf Wunsck) das Holz vor. Die Verkaufsbedingungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden und werden beim Termin nochmals bekannt gegeben. 28840 Allendorf a.d.Lda., den 14. März 1928. Hess.Bürgermeisterei Allendorf a.d.Lumda. Rein. , 85 „ „ 41 „ „ 11 „ 1 „ (Güteklasse A) Sje werden nach sorgfältiger Prüfung IhrerFüßc im May-Fußspiegel von geprüften Fußspeziallsien In unserem Suplnatorium sorgfältigst verpasst. Am W.März und am17.März d.J. 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Polsicrgefchäft erlernen will, sucht passende Stellung. Angeb. an Sorl Haub, Niederklccu 2928D Gestern mittag verschied nach kurzem Kranksein mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Jobs. Karl Ommert im 71. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Therese Ommert geb. Hänert Gießen, Kaiserallee 38, den 16. März 1928 z. Zt. Asterweg 59 Die Trauerfeier und Einäscherung findet Montag, den 19. ds. Mts., vormittags ',,11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Lollar, den 16. März 1928. 2566D Danksagung. Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, dem Herrn Dekan Gußmann für die trostreichen Worte am Grabe,dem evang. Frauenvet ein, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagt herzlichen Dank Familie Chr. Viehl. Nr. 65 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefseil) Freitag, <6. März 1928 Amerikas Flottenpläne vor und nach Tisch. Don unserem A. G. A.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Reuyork, März 1928. Präsident Coolidge hat nicht lange gezaudert. den redseligen Admirälen der amerikanischen Kriegsmarine, den Scharfmachern und Kriegspropheten eins auszuwischen. Er hat der Presse und dem Publikum den Rat gegeben, ihren Unkenrufen keine Beachtung zu schenken, da die Bramarbasse der Flotte immer dann am kräftigsten auftrumpsen, wenn die Marine dabei ist, im Kongresse eine kolossale Bewilligungsvorlage durchzudrücken. 3n seiner Rede über das Dräget hat er die allgemeine Aufregung über das Bauprogramm seines Marine- Sekretärs Wilbur mit der Erklärung zu beschwichtigen versucht, daß daS Programm hauptsächlich Ersahbautcn umfasse uird der geplante Zuwachs nur „den Bedürfnissen des Lan- d e s" entspreche. Auch hänge der Dau neuer Schiffe jeweils davon ab, wieviel Geld der Bundesschahmeister für diese Zwecke verfügbar habe. Warum aber, wenn man fragen darf, läßt es der Präsident überhaupt zu, daß die Marine mit einem Male rund achthundert Millionen Dollar für neue Schiffe fordert? Es scheint wirllich, als habe er die Kontrolle über die Regierungs-- ämter ebenso verloren, wie er sie über den Kongreß verloren hat. Der Präsident mag sagen und erklären was er will, die »Big Ravy Men" im Warineamt kümmern sich den Teufel darum. Wäre es nicht weit besser. Herr Coolidge schickte seine, nicht Herrn Wilburs Empfehlungen dem Kongresse zu? Dann wüßte man wenigstens, wer dafür verantwortlich ist. und seinen .Beratern" wäre die Gelegenheit genommen, über die Stränge zu schlagen. Allerdings ist damit, daß der Bau von Schiffen .autorisiert" wird, noch lange nicht gesagt, daß sie auch gebaut werden. Lieber die Bewilligungen, die von Jahr zu Jahr zu machen sind, hat jeder Kongreß selbst zu entscheiden. Das Wilson-Programm des Jahres 1916 und das Herrn Coolidges von 1924 sind noch heute erst teilweise verwirllicht. Für den Rest kann Wilbur oder sein Rachfolger vom Kongreß die nötigen Gelder ansordern. Ob er sie bekommt, hängt von dem allmächtigen Haushaltsausschuß ab. Lind der richtet sich nach dem Kassenrapport des Bundes-Säckelwarts sowie nach den Ansprüchen. die von anderer Seite an das Schatzamt gestellt werden. Lim aber wenigstens den Versuch zu machen, die Regierung zur Durchführung eines Teils der Wilburschen Wettrüstungspläne zu zwingen, wollte der Marineausschuh des Repräsentantenhauses nach langem Hin und Her in seine soeben gutgeheißene Maßnahme allerlei Bestimmungen aufnehmen, wonach die 15 neuen 10 000=2onnen« Kreuzer, die man dem Marineamt statt der verlangten 25 bewilligte, innerhalb drei Jahren in Angriff genommen und innerhalb sechs fertig- gestellt sein sollen. Falls von den fünf für das erste Baujahr in Aussicht genommenen Kreuzern der eine oder andere mit Ablauf des Jahres nicht angesangen sein sollte, müßten laut Wunsch des Hauskomitees für Marineangele^enheiten im zweiten Jahre mindestenszehnK ellegungen stattfinden. Lind schließlich, als Hauptsache, sieht die Bill vor. da'h der Marinesekretär jeweils bei Beginn der Kongreßtagung seinen Antrag auf Bewilligung der benötigten Gelder zu stellen habe. Roch In letzter Stunde, unmittelbar vor Einreichung der Vorlage an das Plenum des Repräsentantenhauses. hat der Marineausschuß sich entschlossen, die Bestimmung zu st r e i ch e n, welche die Durchführung des Bauprogramms innerhalb sechs Jahren verlangte. Dies ist eine v o 11 - ständige Riederlage fürdasMarine- k o 11 e g i u m, das nicht nur auf einem Maximal- programm, sondern auch auf seiner Durchführung innerhalb einer bestimmten Zeit bestand. Die Beseitigung gerade dieser Bestimmung schwächt den Charakter der Vorlage weiter erheblich ab. Admiral Beuret, Chef der Bauabteilung des Marineamts, machte den Ausschuß darauf Was die Eignungsprüfungen lehren. Berufswahl nach wissenschaftlichen Grundsätzen. Von Siegfried Ascher. Die Zeit der Berufswahl ist für viele tausend junge Menschen gekommen; unser Mitarbeiter, der die wichtigsten psychotechnischen Institute besucht hat, schildert die Möglichkeiten, die Eignung für die verschiedenen Berufsgattungen festzustellen. „Beruf saus lese" ist ein Schlagwort, das erst vor wenigen Jahren in Deutschland auf- tauchte, als man mit der Einführung amerikanischer Geschästsmethoden begann. Man war sich darüber klar, daß der richtige Mann an den richtigen Platz gestellt werden müsse, und zu diesem Zweck begannen einige große Industrie- Werke bei der Einstellung von Lehrlingen Prüfungen vorzunehmen, durch die sie die körperlichen und geistigen Fähigkeiten der Bewerber feststellen wollten. Immer weitere Kreise haben sich in den letzten Jahren von der Rotwendigkeit dieser „Eignungsprüfungen" überzeugt, und in vielen Berufszweigen, z. B. bei den Konditoren, den Goldschmieden, den Mechanikern und den Chemigraohen des Duchdruck- gewerbes wird heute von dem Einzustellenden der Rachweis verlangt, daß er sich einer Eignungsprüfung mit Eriolg unterzogen habe. Die Reichsbahn, die Reichspost und die großen Der- kehrsg.'fellschasten haben komplizierte Methoden erdacht, um ihre Angestellten genau zu prüfen, und im Preußischen Landesarbeitsamt ist eine PrüfungsÄteilung geschaffen worden, zu der bie Berufsberatungsämter junge Leute schicken, über deren Fähigkeiten sie kein genaues Urteil abgeben können. Auch die meisten großen In- dustriewerke verfügen heute über Prüsungsabtei- hingen, in denen die Bewerber auf ihre geistigen und körperlichen Fähig'eiten untersucht werden. In steter Zusammenarbeit mit der Wissenschaft werden immer neue Apparate konstruiert, mit deren Hilfe man feftft*llen will, in welchem Grad der Prüfling üb-r Geschicklichkeit. aufmerksam, daß die Baubefristung manche Werft davon abhalten würde, Bauangebote einzureichen, und daß sich die Kosten der Schiffe dadurch wesentlich erhöhen würden. Dies Argument scheint den Ausschlag gegeben zu Habern Wie immer dem aber auch sein möge, das Wichtigste ist, daß das Repräsentantenhaus jetzt ein weit vernünftigeres Programm vor sich hat als vor ein paar Wochen, wo die Pläne Herrn Wilburs von den Großmarinefreunden mit Jauchzen und Frohlocken begrüßt wurden. Allem Anscheine nach ist man bei der ganzen Angelegenheit von dem bewährten Geschä.tsprinzip ausgegangen, möglichst viel zu verlangen, um überhaupt etwas zu erhalten. Dem Marineausschuß des Kongreß -Unter- hauses muh es herzlich schwer gefallen fein, Herrn Wilburs verlangte 71 Schiffe auf sechzehn herunterzuschneiden. Aus 25 Kreuzern wurden 15, aus 5 Flugzeug-Mutter-SchÜfen ward eins, und seine 32 Tauchboote sowie 9 Zerstörer-Führer sind spurlos versenkt. Hierfür stimmten zwanzig der einundzwanzig Mitglieder dieses QI: sschusses. Es ist dies um so erstaunlicher angcfiajti der Tatsache, daß es in diesem Ausschüsse von Groß- marine-Enthusiasten nut so wimmelt. Man darf die plötzliche Bescheidenheit dieser Landadmiräle nicht so sehr auf die allgemeine Mißbilligung des Wilbur-Programms — um nicht zu sagen Auflehnung dagegen — zurückführen, als weit eher darauf, daß die Herren zu der Einsicht gelangten, daß sie damit der vorläufig bis Mitte März hi:ausgeschobenen Steuersenkungs- Do r l a g e ein frühes Grab graaen, die Mississippi-Stromregulierung zur Verhütung einer abermaligen verheerenden Lieberschwemmung zum Scheitern bringen und auch sonst allerhand Maßnahmen, die Geld erfordern, gefährden würden. Gerade in einem Präsidentenwahljahre ist eö aber ganz besonders bedenllich, wenn man das ganze steuerzahlende Publikum enttäuscht und die ohnehin rebellische Bevölkerung der Staaten entlang dem Vater der Ströme noch extra vor den Kopf stößt. So reduzierte man Wilburs Wunschzettel von fast 800 auf 274 Millionen Dollar, verteilte aber die 15 Kreuzer auf drei Jahre statt der für die 25 in Aussicht genommenen fünf. Der großen Masse ist die Herstellung der von den Marinegewa.tigen so heiy ersehnten Gleichstellung mit England höchst gleichgültig. Dem Durchschnitts-Amerikaner ist weit mehr daran gelegen, wie viel oder wie wenig er an Einkommensteuer zu zahlen hat, als was die Scharfmacher vo.n Marineiollegium für Paritäts-Pläne bebrüten. Das amerikanische Marineministerium muß sich der Tatsache, daß die öffentliche Meinung ganz entschieden g e g en ein Wettrüsten zur See ist. ebenso bewußt sein, wie die englische Admiralität. Die Admiräle auf beiden Sellen des Atlantik nehmen deshalb zu dem Argument ihre Zuflucht, ihr Programm beruhe auf der „relative n" Stärke und auf den „Bedürfnissen des Landes". Sie rüsten nicht gegeneinander, sagen sie. Leider stimmt das nicht. Worauf gründen sich die „Bedürfnisse" eines Landes? Wenn es auf den sieben Weltmeeren keine andere Flotte gäbe, „bedürfte" die britische Admiralität dann siebzig Kreuzer? Wozu? Als Spielzeug? Kaum. Kriegsschiffe sind zur Qlbwehr da. Lind zum Angriff. Herr Wilbur hat keinen Zweifel daran gelassen, daß sein Programm das Resultat des Fehlschlags der Genfer Konferenz ist. Admiral Hughes vom Marinekollegium ward noch deutlicher mit der Erklärung: „Dies Programm wird jeder im Kriege liegenden Ration zur Warnung dienen, falls sie es sich einfallen lassen sollte, aus einer Verletzung unserer Qleutralität durch Einschränkung unseres Handels mit Kriegführenden oder Reutralen Vorteil zu ziehen." Kaim man deutlicher sein? Der Zweck des Wilbur-Programms kann demnach nur der fein, Amerikas Seewehr auf solche Höhe zu bringen, daß England niemals wieder Beherrscher der Meere sein kann, wie in den napoleonischen und im Weltkriege. In diesem Programm liegt eine ausges prochene Heraus Forderung, und toemi man es dahin auslegt, als sei es nur eine Abrundung, ein Ausgleich der technischen Leistungsfähigkeit der amerikanischen Flotte, so ist man entweder blind oder man macht Ausflüchte. Handsicherheit, Tastsinn und Druck- empfindung verfügt u t. ist bet Aegierunacr« rlder von ihr untedtM tkrieges durften unsere rtfehen. Vehrcrc 6N e Niffionsgebichtt gut e in gleicher Mise m Julbach unb DannemoS essen. irz.3nderMMWen )-trieb in AuNels- Arbeiter *‘äS Mi.« d-i ö*"*; || an «Ä» ®* U,>. * m Sprechstunden f'Ä flU( be eftndcr iw nft-. ■ ^r ' dek pj'tf.fi fsA* Der MochmHadamarsor Gericht. Täter die Fürsorgeer-iehung zu beantragen. O Dornholzhausen, 15. März. Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgehabten Drennholzverstetgerung wur^n folgende Preise erzielt: Buchenscheit und Knüppelholz 32 bis 35 Mk.. Eichentnüppel 30 brs 35 QT» je 2 Raummeter, Duchentvellen 10 bis 15 QEr Eichenwellen 8 bis 10 Mk. je 50 Stück, Kiefern» knüppel 4,50 Mk. je Raummeter, gemischte Wellen 4,50 Mk., Kiefernwellen 4 bis 5 Mk. je 50 Stück. Kiefernstockholz 4 bis 5 Mk. je Raummeter, Fichtenstangen 3. Klasse 0,80 bis 1 Mk. ie Stück, 4. Klass« 2 bis 3 Mk., 5. Klasse 2 bis 2 50 Mk., 6. Klasse 1 bis 1,50 Mk., 7. Klasse 0*50 bis 1 Mk. je 10 Stück. — In der Turnhalle wurde aus Anlaß des hundertjährigen Jubiläums der Rheinischen Mission in Barnten der von der F t l m st e l l e B e t h e l hcrgestellte Film „2uf Dorposten im Urwald einer heidnischen Insel" durch einen BeaUitragten der Filmstelle Bethel vorgesührt. Missionar Bähr, Groß- Rechtenbach, der lange Jahre im Dienste der Rheinischen Mission gestanden hat, hielt zu den einzelnen Bildern ausklürende Dorträge. Mit einem gemeinsam gesungenen Liede und einer Ansprache nebst Gebet des Pfarrers Schneider (Hochelheim) wurde die Veranstaltung geschlossen. Der Reinertrag ist für die Jubiläumskasse der Barmer Mission bestimmt. Kreis Limburg. WSN. Limburg, 15. März. In den letzten Tagen ist hier und in der Umgebung eine große Anzahl falscher Zweimarkstücke in Umlauf. Im benachbarten Eschhofen wurden gestern 44 solcher Stücke und in Limburg zwölf festgestellt und eingezogen. Die Polizei verfolgt bereits eine bestimmte Spur. Warnung vor dem juristischen Studium. Die Bereinigung der Borstände der Deutschen Anwaltskammern schreibt uns: Die Bereinigung der Dorstände der Deutschen Anwaltskammern sieht mit steigender Besorgnis, in welchem Maße die Zahl der Studierenden der Rechtswissenschaft ständig zunimmt. In Preußen ist seit dem Jahre 1913 die Zahl der die Rechte Studierenden von 6000 aus 12 300 gestiegen: die gleiche Entwicklung ist in anderen deutschen Ländern zu beobachten. Die Zahl der Rsi-rendare in Preußen beträgt zur Zeit etwa 5000. Ihre Unterbringung in staatlichen oder kommunalen Stellen wird nur zum kleinsten Teile möglich fein, und daher wird der größte Teil der Anwaltschaft zuströmen. Dieser Zuwachs wird aber die Aufnahmefähigkeit der Rechtsanwaltschaft erheblich übersteigen. Schon heute ist die deutsche Rechtsanwaltschaft als überfüllt anzusehen, und die Einkünfte einer nicht geringen Zahl deutscher Anwälte bleiben mehr oder weniger erheblich hinter dem zurück, was selbst bei bescheidensten Ansprüchen für einen standesgemäßen Unterhalt erforderlich ist. Die Gefahr, welche dieser Zustand nicht nur für die Rechtsanwälte selbst, sondern auch für die Rechtspflege in sich birgt, wächst, wenn die Zahl der Rechtsanwälte weiterhin in solchem Maße wie in den letzten Jahren zunimmt. Dte Bereinigung der Dorstände der Deutschen Anwaltskammern hält sich für verpflichtet, auf diese Gefahr hinzuweisen und gegenüber dem noch immer fortdauernden Andrang zum jurist'schen Studium warnend ihre Stimme zu erhuLen. WER. Limburg. 15. März. Unter starkem Andrang des Publikums begann hier heute morgen vor dem Schwurgericht der M ord- Prozeß gegen den 52jährigen Kraftfahrer Franz Harth aus Hadamar, geboren zu Weißtirchcn im Taunus. Harth hat am 29. Oktober v. I. die geschiedene und zweimal verwitwete Frau Bunke erstochen. Rach der Anklage soll Harth die Tat vorsätzlich und mit Ueberlegung begangen haben. Zunächst wurden die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten eingehend erörtert. Harth ist unzählige Male vorbestraft, u. a. zweimal wegen Kindesunterschiebung und einmal wegen Ehebruchs. Er war bereits zweimal geschieden. Als er im März v. I. eine längere Gefängnisstrafe in Freiendiez verbüßt hatte, wurde er mit der Frau Bunke in Hadamar bekannt, bei der er sich bald einquartierte und mit ihr zusammenlebte. Frau Bunke hatte fünf unmündige Kinder und hoffte, daß der Angeklagte sie heiraten würde. Sie hat ihn verschiedentlich finanziell unterstützt im Bertrauen darauf, daß er ein reicher Mann sei, wie er immer behauptete, ihm u. a. zwei Hypotheken aus ihr Haus gegeben und Bürgschaft geleistet. In letzter Zeit kam es aber zu Zerwürfnissen, als Frau Bunke merkte, daß Harth sie nicht heiraten wolle. Als am Morgen des Mordtages ein Gläubiger schriftlich die Hypothek auf das Haus der Frau Bunke kündigte, kam e! zu ci.i m schar,en Zusammenstoß zwischen Harth und der Frau, in dessen Berlauf Harth die Frau zu Boden schlug. Als eine Rachbarin dazwischentrat, ließ Harth die Frau in ihr Schlafzimmer gehen. Als kurz darauf Harth das Schlafzimmer betreten wollte, fand er es verschlossen und öffnete die Tür mit einem Beil. Er forderte von der Bunke Geld, die ihm darauf das Portemonnaie an den Kopf geworfen habe. Sie seien dann in einen heftigen Streit gekommen. Die Frau habe aus dem Bett ein Messer gezogen und ihn in die Brust gestochen, aber nur leicht verletzt. Daraufhin habe er in höchster Erregung ihr das Messer abge- nommen und es der Frau in die Brust gestoßen, Frau Bunle sei umgefallen und habe gebetet. Der Angeklagte begab sich dann in die Parterreräume, da gerade der Gerichtsvollzieher kam, um seinen Lieferwagen zu pfänden. Die Frau Lanio, die in demselben Hause wohnte, hat er dann gebeten, für die Kinder zu kochen, da Frau Bunke schlafe. In aller Gemütsruhe hat Harth dann in der Rachbarschaft Einkäufe be- Aulomatische Ziehung bei der Staatslotterie. Die sensationellen Betrügereien der Lotteriebeamten Böhm und Schleinstein hatten die Generallotteriedirektion veranlaßt, nach einem sicheren und zuverlässigen, sowie automatischen Ziehungssystem Umschau zu halten. Eine ganze Reihe von Erfindungen, die in diesem Zusammenhang angeboten wurden, mußten wegen Unvollständigkeit abgelehnt werden. Rur einige wenige Dorschläge konnten zur engeren Wahl gestellt werden. Unter diesen Vorschlägen befindet sich nun auch, eine Konstruktion des Ingenieurs Schnee, Hagen, welche bei dem Ziehungsvorgang jeden Betrug und jede U n regelsorgt. Als er wieder zurückkam. zog er den Dolch aus der Brust der Frau. Dabei wu.de i m schlecht und er legte sicy auf das Bett, bis die Kinder heraufkamen und schreiend der Rachbarschaft verkündeten, was geschehen war. Der Angeklagte flüchtete darauf, wurde aber von der Polizei und dem Publikum gesteslt. Der Dorsihende hielt dem Angeklagten vor, daß er heute eine neue Darstellung der Tat $ebe. Zuerst habe er gesagt, er und Frau Bunke hätten ausgemacht, gemeinsam zu sterben: dann habe er behauptet, die Frau habe das erst ge agt, nachdem sie das Messer in der Brust gehabt habe, und jetzt behaupte er, die Frau tm Streit erstochen zu haben. Der Angeklagte erklärte, erst als die Frau gestochen worden sei, habe sie gesagt: „Jetzt wollen wir zusammen sterben". Rach der mehrstünk m Vernehmung des Angeklagten wurde als e. e Zeugin Frau Lanio, die im Hause der Ermordeten wohnte, vernommen. Harth habe sich immer als Herr im Hause aufgespielt. Frau Bunke habe sehr unter ihm zu leiden gehabt und immer von Ahnungen gesprochen, so daß sie einmal erklärte: „Die Sache mit Harth kostet mir noch das Leben." Die Zeugin schilderte bann, wie sie bei dem ersten Zusammenstoß am Mordtage den Streit geschlichtet habe, und wie die Tat entdeckt wurde. Die Verhandlung wurde darauf auf morgen vertagt. Neuer Mord auf dem Westerwald? WSR. Riederzeuzheim (KreisLimburg), 15. März. Gestern abend wurde in dem Stall des Landwirts Kalt die Ehefrau Horn tot aufgefunden. Die Frau hatte am Abend im Stall gemolken. Als man sie infolge des langen Ausbleibens suchte, fand man sie mit einer schweren Schädelverlehung am Boden liegend tot vor. Rach Aussage der Angehörigen soll die Frau von einer Kuh aufgespießt worden sein. Verschiedene Momente, u. a. der Hm» stand, daß nach den bisherigen Feststellungen die Leiche nur eine klaffende Wunde am Hinterlopf ausweist, lassen den Verdacht einer gewaltsamen Tötung auflonmen. Die Limburger Staatsanwaltschast war die ganze vorige Rächt an der Fundstelle tätig und hat sich auch heute nachmittag wieder dorthin begeben. Die Frau stand im Alter von 45 Jahren und war Mutter von zehn Kindern. Mäßigkeit automatisch auSschalt et. Der Ersinder hat seine Maschine bereits allen in Frage kommenden Fachleuten vorgeführt und auch beim Patentamt angemeldet. Auch dem Auslande, Amerika, Schweden und Spanien ist die Maschine angeboten worden. Die ganze Anlage besteht aus 30 je 4,60 Meter hohen Säulen, von denen jede 5 Systeme ä 10 Kegel oder Hauptverteiler enthält. Heber jedem System befindet sich ein Dorverteiler, so daß insgesamt 150 Dorverteiler _ orhanden sind. Heber Dem gesamten Apparat liegt in zentraler Anordnung ein Serienverteiler, d. h. ein Verteiler, der eine Kugel «auf die einzelnen Systeme ober Serie verteilt. Die Kugel .............. nn—■m Buntes Allerlei. läuft dann weiter auf dem Kegel, wo sie in einer Rummernöfsnung verschwindet, die bann durch eine K appe sofort automatisch verschlosfen wird. Jede Klappe hat nur eine Rümmer, so daß eine Doppelstehung nicht vorkommen kann. In demselben Augenblick, in welchem sich eine Klappe schließt, werden Losnummern und Gewinnbetrag leuchtend an die Wand des Raumes geworfen und gleichzeitig auf einem Kontrollstreifen gedruckt, wodurch eventuelle Satzfehler, wie sie bei den Gewinnlisten schon vorgekommen sind, vermieden werden. Die ganze Anlage wird ungefähr 3 Millionen Mark kosten, aber von unbegrenzter Lebensdauer fein, da sie fast gar nicht abgenutzt wird. Da nach den bisherigen Dispositionen der Generalverwa tung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie die kommende Ziehung noch nach dem alten System gehandhabt werden soll, dürste erst bei der übernächsten Ziehung b efer Apparat, der im Augenblick die meisten Aussichten für die Inbetriebnahme bei den Ziehungen hat, zur Verwendung kommen. Radio In der Zelle. Die „Voss. Ztg." knüpft an die Rachricht, daß der preußische Justizminister anläßlich der Einweihung eines Vortrag^saales im Uniersuchungs- gefängnis einige „neue Zellen" b e s i ch - t i g t habe, eine Reihe von Mitteilungen über die Pläne zur Reform der Untersuchung s- haft. Das Blatt schreibt: Die „neuen Zellen", denen der Besuch des Ministers galt, bedeuten nichts weniger als den Ausgangspunkt einer grundlegenden Reform der Untersuchungshaft. Ganz im stillen haben die zuständigen Behörden, das Strafvollzugsamt und das preußische Justizministerium, das von der Oefsentlichkeit wiederholt geforderte Reformwerk in Angriff genommen, alle theoretischen und bureaukratischen Erwägungen zurückgestcl t und zunächst zwei V ersuch szellen geschaffen, um auf Grund der hierbei gewonnenen praktischen Erfahrungen die weiteren Schritte zu unternehmen. Der Grundgedanke der Reform ist, dem Hntersuchungsgefan- genen den Hebergang aus der Freiheit in die Gefangenschaft zu erleichtern. Hastpsychosen sind besonders bei Hnterfuchungsgefangenen eine häufige, wohlbekannte Erscheinung. Die Absicht geht dahin, dem Hntersuchungsgefangenen eine Wohn- und eine Schlafzelle einzu- räumen. Denn gerade das Anaewiesensein auf einen Raum von wenigen Quadratmetern Hm- fang ist für den der Freiheit Beraubten schier unerträglich. Ferner sollen die Wände B i lösch m u ck. die Fenster Vorhänge erhalten, und das Mobiliar soll nicht mehr in der bisherigen, nie'oerdrückenden Dürftigkeit gehalten werden. Darüber hinaus will die Behörde dem Unter* suchungsgesangenen die Benutzung des Radio gestatten. Allerdings ist die K o st e n f r a g e noch ungelöst. Barum ärgern Sie sich immer wieder, daß Ihre Zahn- pafta beim Gebrauch io spritzt und Ihnen febesmaf 3bre Sachen bcichmutzt? Ver uchen Sie einmal die M0X-vi^kä.-Zahnpasia, sie besitzt dieien Fehler nicht, sie ist bester und dabei bedeutend «partamer. BiOX-ULTRA Die bfarkschäumende Sauerstoff-Zahnpasta wird von Dielen Zahnärzten ais beste ejiftterenoe Zahnpasta bezeichnet u. leibst benutzt. Kleine Tube 50 Pf. fßeim Angebot von Zigaretten wird vielfach -gas sagt, ihre Qualität würde verbürgt durch eine Pecstellung nach modernen, .patentierten Verfahren, rieten Lizenzen sonst niemand, besäße. - Seien Sie mißtrauisch! "Warum? - Patente oedüegen AeineQualität.ts glAt keinedei Patente, Sriteneen oriec Eclüi= dangen, die imstande wüten, aus einem Salak von gedngec Sode einen guten machen, ts gilt kein Vecfahcen, an einem an sich schon guten und teilen Ja&ah noch eine Vec= edelung zu Aeuäehen, und es hedad dessen- auch nächt'. Sa&ah ist ein Tlaiucptodukt, und nut durch Auswahl bester und gut zueinander .passender Arten wird der WohCgesdunack erzielt. Alle anderen tßehaupiuagen gehören deshalb mut' in das Peich ded Pabel. - "Unsere Salah? meister sind im Orient geboren und kennen seit ihrer Pindheit die Eigenschaften desSa&aks genau. Siesoc? deren und mischen unsere Palake auf Qrund ihrer fahr? zehntelangen Erfahrungen, sie wachen mit größter Sorgfalt und Aufmerksamkeit darüber, daß die Pabake vor geglichen störenden Einflüssen behütet werden und ihnen dec reinste Qeschmack, das edelste Aro= ma erhalten bleiben. P)ie Pro= dukticn von Qceiling: Auslese geschieht durchaus nach die? sen Erfahrungen. Diese .Marke kann daher von keiner Ziga? rette in dieser Preislage im "Wohlgeschmack übet? boten werden. Verwöhnte Poucher, welche eine Zigarette edelster Pabake lieben, wählen daher nut -AÜisfese su 5 3ilc jßesiwidecs feMcfie yWasse wie tiitseee„fyw2£‘'zii 6 Jty. MU Verkauf: 1. Stock Bahnhofs-Reftaurant Gießen Wiedereröffnung des neuhergerichteten Speifefaales Samstag, den 17. März 1928, 19 Uhr Eintritt 20 Pf. Eintritt 20 Pf. 2915D Muükalifdie 02036 Achtung: Sichtung: 2902a Neuenweg 10 Telephon 1160 2923D Westen lacken, Fromms gute, diätgerechte Ärote, Mehle, Schokoladen ufto.l Interessante Preisliste frei! Kräuterhaus Jung, Gießen. Hk. 28.-, 21-, 17.-, 12.00 SPEISENFOLGE Samstag, den 17. März Abendeffen Mk. 3.00 Kalbsmilchner auf indliehe Art Junge Rouener Ente mit Sellerlelalat Röftfchnitte mit Käle Mk. 25-, 20 -, 15.-, 11.00 SPEISENFOLGE Sonntag, den 18. März Mittagellen Mk. 2.20 Herzogin-Suppe SchweinecarrS, Frühlingsart, Trüffeltunke Ruffifche Charlotte SPEISENFOLGE Sonntag, den 18. März Abendelfen Mk. 3.50 Känguruhfchwanzfuppe in Taffen Rheinfalm mit Kaviartunke Ochfenlendenftück Richelieu Eisauflauf Mascotte Wartefaal II. Klaffe Spezial-V erkaufsabteilung Schokolade Pralinen Keks Wartefaal II. Klaffe Spezial-Verkautsabteilung Zigarren und Zigaretten Gießener, Hamburger und weftfälffcher Fabriken Zu Mk. 3.50 Kraftbrühe Solferino Hummerpaftetchen mit Spargel Deutfche Maftpoularde mit Herz-Kopffalat Ruffifche Charlotte Jolausi'ch' «bilden we' müllen, sich nach ' fleihigen u doch. hn des, W erhörte P Sache gcie dingt als mangelhaft Aimies. Jammerst Theaterstück schickt inerte Aur der A emr Theatr des Drama test yigüni Dies di< einem Sch Amanda Aaldria: Aede nach menes Ges Leben so l Amanda: Baldrian nicht das < Sieh her! . lang geloge gemordet hl Aeunmolhui ~ Dos mir schmaus, Amanda und vergräl Da W Hannover, der ewigen Zeit entroii Dero an( großen 1 dramatisiere (3ei Lut eine längen Dramaturg. Eine Wen seiner Derl vermutlich 1 die Prvdul als wieder drama - glücklichen voll Achtm ter Autor bei ter üb und unten -u begrün! daß das ji und seines geben sei i angerichtet! lag auch fd in derbe, takus" vor Mitwirkende: Frl. Emmy Schaum, Oratorien- und Konzertfängerin, Frankfurt a. M. Herr Wilhelm Schättler, Mufiklehrer, Gießen (Violine), Herr Lehrer Auguft Habicht, Organift an der 29040 Eintritt frei! Johann eskir ehe. Eintritt frei! Die moderne Frau trägt Strick schiede Sink’! stöbert deck'. ent!B itut 3le Mlfem in prima Qualität empfiehlt billigst W. Hantel, Heuen Baue 2. 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Was alles für deutsche Bühnen geschrieben wird. Von Martin Hauser. Unter Mitarbeiter hat auf den verschie- schiedensten Lheaterkanzleien die üblichen Einsendungen an die Dramaturgen durchstöbert und dabei einige Talentproben entdeckt, die wir unseren Lesern nicht Dvr- eulhalten wollen. Rur Fleiß ist das Talent der Talentlosen. Uni) beklagenswecterweise wird sich der, dec in den Theateclanzle en und Bühnenvectriebs^ellen nach Stücken fahndet, die nach menschenmöglicher Voraussicht niemals das Licht der Rampe erblicken werden, ausschließlich mit ihnen be,assen müssen, denn: in 99 Fallen von 100 handelt es sich nach übereinstimmendem Urteil um diese fleißigen und völlig Unbegabten. Und doch, es hat etwa- Rührendes, Mitleid Erweckendes, diese hingebende Begeisterung. diese unerhörte psychische Energie an eine verlogene Sache gesetzt zu sehen, durch nichts anderes bedingt als durch das Fehlen oder die höchst mangelhafte Ausbildung des selbstkritischen Sinnes. Da sitzt solch ein „Dichter" in der Rühe von Hannover. Hat sich nach altem Muster, und um der ewigen Stosfqual zumindest für sehr geraume Zeit entronnen zu sein, daran gemacht, von Dero angefangen die Schick, ale aller großen Leute der Weltgeschichte zu dramatisieren. (Dei Luther angelangt, werde er sich Wohl eine längere Erholungspause gönnen, hofft der Dramaturg. Es wäre beiden zu wünschen!) Eine Menge seiner opera — er bezeichnet jedes seiner Werke wie der Musiker mit opus Dw..., vermutlich wegen der leichteren Uebersicht über die Produktion — wurden schon zurückgeschickt, als wieder einmal ein grandioses Spartakusdrama — in Jamben I — aus den Tisch des unglücklichen Dramaturgen ge logen kam. Dieser, voll Achtung vor der unsagbaren Mühe, die sich der Autor diesmal genommen, wollte es nicht bei der üblichen Retournierung bewenden lassen und unternahm es, die Ablehnung eingehender zu begründen. Vor allem wies er daraus hin, daß das jambische Versmaß den Stoff sprenge und feines Erachtens der Prosa der Vorzug zu geben sei usw. — Was hatte der Arme damit angerichtetI Keine vier Wochen — und da lag auch schon, bitte sehr, bitte gleich! der neue, in derbe, kraftvolle Prosa umgegosfene „Spartakus" vor chm. Jammerschade, daß es kein Archiv dieser Theaterstücke geben kann! Sie müssen zurückgeschickt werden, vergilben in den Schreibtischladen. Dur der Zufall, der einen zur rechten Zeit in eine Theaterlanzlei führt, oder Aufzeichnungen des Dramaturgen machen einem einen Originaltext zugänglich. Dies die letzte Szene deS vierten Aktes auä einem Dchauerdrama: Amanda (wimmernd): Gnade, Baldrian! Baldrian (eisig): Ich habe während deiner Rede nachgedacht, warum wohl ein so verkommenes Geschöpf wie du um sein erbärmliches Leben so lange winseln kann. Amanda: Baldrian! Baldrian: Du sollst nicht sterben, bevor du nicht das Ziel deines Strebens erreicht hast ... Sieh her! Hier ist es, um was du ein Leben lang gelogen, betrogen, geheuchelt, gehöhnt und gemordet hast. — Geld! Geld! Geld! Geld! — Deunmalhunderttausend Mark, richtig gezählt! — Das wird wohl reichen für einen Leichenschmaus mit Pauken und Trompeten! Amanda (stößt einen schrecklichen Schrei aus und vergräbt ihr Gesicht im Bärenfell). Baldrian: .... nun wollen wir abrechnen. Du hast mir gemordet die Gattin. Du hast in Verzweiflung gejagt meinen Sohn Randolf. Du hast verführt mein unschuldiges Kind Sigur. Die Toten steigen aus den Gräbern .... (3n diesem Augenblick beginnt — geisterhafte Orgel ein Requiem. QI u f der Leiche 6 i - gute zittert ein feiner Lichtstrahl. Das große Oelbild der ruhenden Venus verwandelt sich in die am Meeresufer auSgcftredte Leiche Randolfs). . Baldrian: Daß du mich ruiniert hast, verzeihe ich dir. Daß du mein Weib ins Grab gebracht hast, magst du dort oben verantworten. Aber daß du meine Söhne in den Tod gehebt hast, verzeihe »ich dir nie!!! — Und deshalb denk an Gott und stirb!! (Er tötet sie. bann — ans Telephon): Hier Graf Baldrian. Soeben wurde Grün- straße 11 eine Frau ermordet. Schicken Sie augenblicklich Schutzleute nach der Villa!! (Vorhang.) Die Gerechtigkeit scheint gottlob ihren Lauf zu nehmen, indes die Ergriffenheit über den unerbittlichen Ausgang der Tragödie nicht Zeit hat, sich in uns breit zu machen, denn schon naht der freundliche Dramaturg mit einer heiteren Sache. Ein Sektierer hat ein Stück ein- gereicht, worin er nicht müde wird, Wein und Bier zu preisen. Daß es schlecht ist und mit Rot den Unterhaltungsanfprüchen der Dorfkruginsassen zu Pasing etwa entsprechen könnte, ist eine Sache für sich. Seltsam ist der Begleitbrief, und man sieht baö Schreiberlein lustig mit den Qleuglein zwinkern, als es ihn schrieb. Da steht nämlich — sonderbare Klarheit über intimste wirtschaftliche Zusammenhänge in einem Mann, dessen Blick doch vorzüglich nad) dem Jenseits gerichtet sein sollte! — da steht also, daß der Tendenz wegen eine anständige Subvention der Brauherren und Weinproduzenten zu erreichen sein müßte!?! Dichter — nein; indessen mühte er als Held eines feisten Schwankes rechte Eignung haben! Es ist die interessante Feststellung gemacht worden, daß gewisse Stoffgebiete — so wenig irgendeines vor Zugriff sicher ist — temporär immer wieder aus tauchen, und zwar in den verschiedensten Gegenden und von den unterschiedlichsten Leuten, so daß jeder Zusammenhang ausgeschlossen erscheint. ES sind dies vornehmlich der Sündenfall, die Christustragödie — ein Dichter vergaß sich so sehr, daß er auf die Ablehnung hin wissen liefe, er wünsche dem Lektor mit der verruchten Hand vierWochen Gelenkrheumatismus! — und, natürlich, das wechselvolle Schicksal Rapoleons. Andere auf Aktualität bedacht, greifen ihre Stoffe aus den Tagesereignissen. Ohne Zahl sind die Dramatisierungen des Schicksals von S a c c o und V a n z e t t i, der Hochstapeleien D o m e - las, der Ozeanübersliegung, des Falles Grosavescu. Auch die Tragödie um Hilde Scheller, mit dem sich die Oeffentlichkeit anläfelich des vor kurzem in Berlin abgeschlossenen Prozesses stark beschäftigte, liegt schon zu einem Drama verarbeitet vor! Seit dem „Schinder- Hannes" ist eine Hochflut in Räuberdramen eingetreten, und als die Grvfedeutsche Theatergemeinde mit ihrem Programm kaum an die Oeffentlichkeit getreten war, da waren — flugs! — 40 Wilingerdramen da! Augenblicklich macht sich Übrigens auch auf die bodenständigen Dichtergemüter der anglo--amerikanische Einflufe geltend, wohl seit den großen Erfolgen der Schwänke mit kriminalistischem Einschlag. Schade um die Mühe, schade um die Zeit, die in Dielen Fällen nur vom Schlaf abgespart sein kann! Hub doch hat es. trotz a ler Lächerlich eiten von Inhalt u.ib Form, etwas Rührendes, solch ein viele Hunderte von Seiten starkes Manu- । script, sauber alligcaphiert, ober etwas Mitleib Errege .des. dieses in Lei:en gebunden, goldgeprägter Rücken, gutes Pa icr. sorgfältige Ma- schinenschri t ober etwas u sagbar Trauriges, jenes Rvtizbuch mit ben hi gewor'enen B ei- ftilteir.tragu -gen eines Autors der, jenseits der Greirze von Genie und Wahnsinn - dichtet: Gesang vom Schiff: Dach Stirnen Wurf — Ha en Triumphen darf. (Ende Erster Auszug.) Und es wird eifrig weitergedichtet, unbekümmert um alle Ablehnung. Lettorc i und Dramaturgen rauien weiter die im Gegensatz zur Bol's- mcinur.g schon lange nicht mehr vorhandene Mähne, lind auch weiterhin wird die in diesen Bureaus meistverwendete Bo abel sein: „Zurückschicken — zurückschicken! Turnen, Sport unk Spiel. Seltenes Tu neriuMäum im Mittelrheintreis der D. T. = Kreisoberturnwart Georg Frcv (Mainz), der technische Leiter des Gießener K eisturn- sestes. kann im nächsten Fahre sein 5,i j.. hriges Turnerjubiläum begehen. Seit 1882 ist er Vorturner. In diesem Jahre begeht er zwei Vierteljahrhundert-Jubiläen. Er ist nämlich 25 Jahre Gauoberturnwart des Gaue- Rheinhessen und ebenso lange ununter brachen Mitglied des Kreisturnausschusses, leit 1919 als Kceisoberturn - wart. 1519 6er ic ihn auch vr Deutsche Turntag in Erfurt in den Män crau ischuß der D. T., in dem er neben dem verstorbenen Oberturnwart Max Schwarze ein sachkundiger und geschätzter Mitarbeiter war und heute noch ist. Aus dem Turngau Hessen O. T. Die Gauriege für Köln. = Wie schon bekannt, wird der Gau Hessen für das Deutsche Turnfest in Köln eine M u st e r- r i c g e stellen, die unter Leitung von Gauoberturnwart W. Will (Giefeen) am Reck turnen wird. In mehrmaligem Zusammentreffen der geübtesten Geräteturner des Gaues sind fünfzehn hervorragende Kräfte ausgelefen worden, die sich in den gemeinsamen Turnstunden nun auch schon recht gut zusammengefunden haben. Am morgigen Samstag tritt die Kölner Gauriege erstmalig öffentlich auf, und zwar in Bad-Rauheim in Form eines grofecn Schauturnens, dessen Darbietungsfolge ganz von den Kölnfahrern bestritten wird. Für die nächste Zeit sind weitere Werbeabende der Riege im Gau- gebict geplant. Der Riege gehören Turner aus Gießen. Grofeen-Linden, Krofdorf, Burgsolms, Ridda, Marburg, Dad-Rau- heim und Friedberg an. Turnerehrung. = Für Verdienste um die deutsche Turnsache wurden mit dem Ehrenbrief des Turngaues Hessen ausgezeichnet die Turner Heinrich Z e i ß (Griedel) und Carl Ahrens (Bad- Dauheirn). Letzterer ist mit über 60 Jahre noch aktiver Turner und Vorturner in der Altersriege seines Vereins. Aus dem 5. Bezirk im (Bau Hessen (D. T ). bpw. Der 5. Bezirk im Turngau Hessen, dem die Vereine des Kreises Friedberg und des südlichen Teils deS Kreises Gießen angehören, veranstaltet sein Wintergerätewettturnen am nächsten Sonntag in der Turnhalle zu B a d - R a u h e i m. Es ist recht gut für die Veranstaltung gemeldet worden. Vormittags turnen die Turner und Jugendtumer, nachmittags die Schüler. Handball -er O. T. Mtv. Giefeen 1 — Tv. Dillenburg! 9:1. Mtv. Gießen II — Tv. Dillenburg II 6:0. Die Ergebnisse beider Spiele fielen di.smal erheblich höher aus, als dies die Vorspiele in Dillenburg vermuten ließen; besonders die zweite Mannschaft des Mtv., die sich bekanntlich ein bescheidenes 1: 1 gefallen lassen mußte, nahm Vergeltung und schickte die Spieler von der Dill mit einer 6:0-Diederlage nach Hause. Die erste Elf des Mtv. fertigte die erste Elf des ;aBntami ■ n11. ■ iiwiwi» i m.aajwymi■ • i ■—nn■ Tv Dillenburg mit 9:1 ab Die erste Elf des Mtv. entwickelte ein ficheres, beständiges Können, was deutlich an den Erfolgen der letztgezeigten Spiele er.ichtlich ist. -dur muß das Zu ammenarbeiten von Läuferreihe und Sturm noch flüssiger und das Zu'piel noch genauer werden. M.T.A. Gießen I. - T.D. Wetzls I. Am kommenden Sonntag spielt die erste Mannschaft des Mtv. Giefeen erstmalig gegen die neuerstandene Els des Tv. Wetzlar. Wetzlar hat sich durch seinen 10:3-Cieg geg n Tv. 1846 Giefeen sehr gut eingeführt. Ein schuß- sicherer Sturm, der an Flinkheit und Gewand- heik nichts zu wünschen läßt, ist die - ö.'te Stärke der Wetzlarer Mannschaft. Auch iie r- teidigung weif) sich geschickt eines Gegn. zu erwehren. In seiner ganzen Stärke tritt Mtv. dem Gegner gegenüber. Voraussichtlich wird es einen scharfen, vielleicht auch harten Kampf geben, über dessen Ausgang vorher nicht das geringste gesagt werden kann. Turngau Lahn-OünSverg. Die Geräteturner und »turnerinnen deS Lahn-Dünsberg-Gaues treffen sich am Sonntag, 18. März, in Wieseck, um sich in friedlichem Wettkampf zu mcifcn. Geturnt wird in je zwei Stufen. Den vorliegenben Meldungen - 122 Turner und 50 Turnerinnen - ist zu entnehmen, bafe bte Winterarbeit im Gau lebhaft gewesen sein mufe. Rach dem Wertungsturnen folgt eine Werbeveranstaltung des Gaues. D.ese wird ausgefüllt durch Schauturnen der zehn ersten Sieger und Siegerinnen, Sondervorfüh- rungen verschiedenster Art von einzelnen Gau- Dereir.cn und musikalische Darbietungen. Handball der Sp.-Vg. 1900. 5. Die Handballabteilung der SP. - V g g. 1 900 hat für die nächste Zeit mit einer Reihe guter Gegner Privatspiele abgeschlossen. So trifft sie sich nächsten Sonntag mit dem V. f. D. Friedberg als ersten süddeutschen Gegner auf dessen eigenem Platz. Durch die starke Ausbreitung des Handballsportes in der näheren Umgebung Frankfurts — es wird in Liga-, A- und B-ÄIaffen gespielt — haben auch die Friedberger Bewegungsspieler eine beachtenswerte Spielstärke aufzuweisen. Sie sind der A-Klasse zugeteilt, unb stehen an zweiter Stelle hinter bem Meister unb Aufstiegskandidaten Polizeisportverein Butzbach, der übrigens übernächsten Sonntag bei den 1900em zu Gast sein wird. Die Mannschaft des Lahnkreismeisters wird daher die Sache von einer ganz anderen Seite anfassen müssen, als sie bas gegen ihre beiden letzten Gegner tun konnte. Wenn — wie zu erwarten steht — Mittelstürmer und linker Läufer nicht mit von der Partie sein können, wirb sie alles daransetzen müssen, um ehrenvoll zu bestehen. Ein Ergebnis auch nur annähernd Voraussagen zu wollen, wäre gewagt. Westdeutsche Fußball-Meisterschaft. Kurhessen Kassel, unser Dezirksmeister, hatte das Pech, am vorigen Sonntag gegen Preußen Krefeld gleich vor einer ziemlich schweren Aufgabe zu stehen, die er mit seiner knappen 2: 3-QUeberlage immerhin noch ehrenvoll löste. Am kommenden Sonntag werden noch grö- fOie gowenen Berge. Roman von Clara Diebrg. Copyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten Immer wenn Simon Brsmm davon las, bafe einer aufgestöbert worden war, irgendwo an einem kleinen Ort Im Rheinland, daß geschwärzte Männer nachts ins Haus gedrungen waren, ihn abgestraft hatten, durchfuhr es ihn: was war aus dem Joseph geworden? Und wo war der? Zuletzt war er im Rheingau gewesen. War er jetzt irgendwo eingelocht? Oder irrte er umher, unftät und flüchtig? Manch einer hatte sich aus dem Staube gemacht nach Afrika, die Franzosen warben an für ihre Fremdenlegion. Wäre der Joseph ein ehrlicher Arbeiter geworden, verdiente sich feinen Unterhalt jetzt mit etwas, das ehrenhafter war, als das Mitlaufen in jener Horde, so hätte er doch wohl von sich hören lassen. Schon der Mutter zuliebe. Der Mann wußte, wie seine Frau an dem Joseph hing, und es schmerzte ihn für sie, daß sie von dem Sohn keinerlei Nachricht hatte. Für sich selber aber war es ihm lieber, er hörte nichts. Nicht, daß auch er nicht den Joseph schmerzlich in seinen Gedanken getragen hätte — man macht sich von seinen Kindern niemals ganz los —, aber er hatte eine aeheime Angst vor dem Wiedersehen. Mit dem Joseph war es nun einmal verpfuscht, am Ende wäre es besser, der läge, wo die beiden anderen lagen. In Ehren sterben, das war doch etwas wert. Simon Bremm fiel fast aus den Kleidern. De Frau sah mit Besorgnis, wie mager ihr Mann war. Kein Winzer ist dick, der Weinberg zehrt alles auf, was Fett heißt, aber bei ihm war auch das Fleisch weg, nur Haut über Knochen gespannt. Es jammerte sie allemal, wenn sie beim Waschen das sah. Knapp war es bei ihnen, aber satt hätte er sich doch noch essen können an Kartoffeln und Brot. Kartoffeln brachte der Acker, und Brot, Gott sei Dank, Brot konnte man immer noch kaufen, wenn man auch nicht gerade fett darauf zu schmieren hatte. Aber Bremm mochte nicht essen — ach, er machte sich eben zu viele Gedanken! Allzu viele Sorgen. Daß er, wie so viele, ein Darlehen hatte aufnehmen müssen, einen Kredit, das verwand er gar nicht. Aber wie hätte er sonst all die Spritzmittel zahlen sollen, all das giftige Zeug, das man für den Weinberg brauchte: Kupfervitriol, Schwefel und das neue Mittel von den Höchster Farbwerken. Das war sehr teuer, aber .diese Sachen waren doch nötiger noch als Schuhe und Kleider und Leinenzeug. Ach, wo war ihre schöne Ausstattung hin! Anna Bremm seufzte. Ihre Mutter hatte ihr damals so viel an Wäsche mitgegeben, sclbstgesponnenes Lcinenzeug, starkfädige Säten, Bezüge, Hemden, Handtücher, soviel weißes und schönes Linnen, daß sie glaubte, sie hätte für ihr ganzes Leben genug. Und nun war so wenig noch davon da — alles mürb. Ach, nur einmal dies Jahr eine Ernte! Eine Ernte, die all die leeren Fässer füllte, die der vorige Herbst nicht hatte füllen können. Da hatte sogar manch ein Winzer, der sonst seine fünf Fuder machte, nicht mehr als sechshundert Liter gemacht — und das Jahr davor?! Ach, du lieber Gott, Trauben genug, aber es waren deren viele erfroren. Doch wenn die Ernte dieses Jahr gut wurde, dann würde Bremm wieder lachen; dann konnte er auch das Darlehen zurückzahlen, das chn fo drückte. Die Frau betete heiß und vertrauensvoll. Sie hatte einen festen Glauben — wer den hier nicht hat, der ist übel daran. Wenn sie in der kleinen Kirche kniete, die, unendlich bescheiden, am Ende des ansteigenden Gäßchens, schon fast in den Berg hinein gebaut, liegt, dann kam es immer über sie wie neue Kraft. Von der heiligen Jungfrau herab, die mit roten Wangen, in sternbesätem Mantel, als einzig Buntleuchtendes übenn Altersgrau des Kirchleins thront, sank Beruhigung aus sie nieder, süße Tröstung in allen Nöten ihres Lebens. Gewiß, man hatte auch gute Zeiten gehabt, bessere Zeiten als jetzt, aber ein Weib, eine Mutter von vielen Kindern hat immer zu beten: .Jungfrau, wir dich grüßen, O Maria, hilf! Fallen dir zu Füßen, O Maria, hilf!" Und die l-eilige Jungfrau l-atte immer geholfen. Nicht umfonft würden auch dieses Jahr die Bitt- I Prozessionen längs der Mosel ziehen. Und wie hätte Bremm ohne die göttliche Gnade wohl all die I Krankheiten aus seinem Weinberg vertreiben können. Er hatte so viel gespritzt, daß ihm das Wams I durch die fressende Brühe in Fetzen vom Leibe gefallen war, aber ohne der Menschen Schirm und Helferin wäre es ihm doch niemals gelungen. Bremm hatte noch sein bestes Fuder, seinen heimlichen Schatz im Keller liegen. Den würde er erst verkaufen, wenn die diesjährige Ernte so gut wurde, daß er einigermaßen Ersatz hatte; denn das wenige, was vom vorigen Jahr da war, das hatte er losgeschlagen, es taugte ja auch nicht viel, er war froh gewesen, wenigstens einigermaßen das wieder herauszubekommen, was er hineingesteckt hatte. Wenn er jetzt nur das Geld hätte, um sich Arbeitshilfe zu leisten! Bremm fühlte, daß es Zeit für ihn wäre, einmal öfter zu ruhen; mit den Vierzigen im Weinberg, das will mehr heißen, als mit den Sechzigen in der Arbeit der Stadt. Aber für den Mann im Weinberg gibt es fein Ausruhen, der kann erst ruhen, wenn er im Grabe liegt. Und doch, wenn er hoch hinauf zu feinen letzten Stocken gestiegen war, und da wieder einmal verschnaufte, dann flog fein Gedanke des Neids zu jenem hin, der tief unten in Ebenen fein Korn baut und feinen fetten Klee mäht. Mit einem Gefühl, das nicht Hochmut war, aber stolze Liebe ließ der Weinbauer feinen Blick über die Reben gleiten, die ihm im Sonnenglanz voller Verheißung schimmerten: dies war das Edelste, was man bauen kann, dies war allen Schweißes und aller Mühsal am meisten wert. In grünen Zeilen hinauf und hinab standen jetzt die Rebstöcke, keine Furche im Acker konnte gerader gezogen sein. Jetzt sah man recht, wie sorgsam gepflegt die Weinberge waren — kein Unkraut, keine wuchernde Ranke — sie kamen wohl aufgeräumten, sorglich behüteten Staatsstuben gleich, vornehmen Gärten, in denen man lustwandeln kann, ohne auch nur den Schuh zu beschmutzen. Simon Bremm schaute zum Zuckerberg hin, an dem der Ohm seinen Besitz hatte. Ei, da war ja heut der Ohm Jakob! Der stand jetzt gerade an der steilsten Stelle, es sah aus, als klebe er an der Wand; ein einfamer Kaser, der langsam hinankriecht. Man mußte sich wundern, wie der das noch immer schaffte. Simon Bremm fühlte eine gewisse Bewunderung: an dreißig Jahren älter als er und noch immer im Berg! Alle Achtung! Auch Jakob Bremm sah den Neffen im Warmenberg. Er sah den aber nur von weitem, wenn er in den Reben arbeitete, im Dors sah er ihn nicht. Nah- kommen ließ er sich keinen von den Bremms — wozu? — er war nicht für Familie. Er schätzte auch seines Bruders Sohn, den Simon, nicht hoch ein; der Joseph hatte recht: der Vater war beschränkt. Oh, der Joseph, der war schon ein Schlauer, der schlug mehr nach ihm, dem Großonkel, aber well der Joseph mit Wölfen heulte, die ihm gar nicht gefielen, darum hatte der Alte auch ihn nicht in seinem letzten Willen bedacht. Jakov Bremm hatte sein Testament gemacht, obgleich er noch langst nicht ans Sterben dachte; solange er noch in seinen Berg gehen konnte, lebte er gern. Aber man mußte doch für den Berg sorgen auf alle Fälle, im Leben und Sterben, und so vermachte er, was ihm am Zuckerberg gehörte, dem bischöflichen Priester- feminar zu Trier. Die waren reich, die konnten seinem Berg mehr Gutes antun, als er ihm hatte antun können — kein einzelner Winzer hat dazu Geld genug, — dann wurden seine Reben reichlicher gedüngt und geliefert, gewässert und gespritzt, und neue Gesetze wurden angelegt; er konnte dann ruhig im Grab liegen bleiben, fein Berg war aufs beste versorgt. Mit immer noch scharfen Augen und schlau lächelnd blinzelte der Greis seinen Rebstöcken zu: „Ihr könnt euch freuen, ihr könnt euch freuen!" Oh, sie waren ja auch brav, sie hatten viele Gescheine in diesem Jahr. Wenn die alle zu Trauben wurden, gab’s einen guten Herbst. — Auch am Klosterberg drüben standen die Reb« hänge hoffnungsvoll. Der Vater Dreis war plötzlich gestorben, die drei Brüder hatten sich das Weingut geteilt Der Kaspar nannte jetzt soviel fein eigen, daß er es wohl hätte wagen dürfen, einen bescheidenen Hausstand zu gründen; aber wo fand er das Mädchen, das er zur Frau wollte? Es war nicht der Tod des Vaters allein, der den jungen Mann fo ernst stimmte. Seine Miene war fo niedergeschlagen, daß die Väter im Dorf den Toten beneideten, der von einem Sohn so betrauert wurde. Die Bremm hatte den Kaspar Dreis getroffen oben am Kirchhof auf dem Klosterberg — ach, sie war so unruhig um ihre Maria, die ließ nichts, gar nichts mehr von sich hören feit dem letzten Bestich — würde der Kaspar nicht fo gut fein, die einmal aufzusuchen? Sie selber konnte jetzt nicht fort. Da hatte der Bursche sie angesehen, fo gramvoll, daß sie betroffen ward; und er hatte stumm verneinend den Kopf geschüttelt. (Fortsetzung folgt) hält in 'rahtzaun NÄDIGE FRAU! Das Innenlenker-Cabriolef Citroen ist Ihnen gewidmet. ♦ Sie selbst sollen lenken, - spielend beherrschen Sie das Steuerrad und den geschmeidig arbeitenden Motor. ♦ Ein leichter Drude Ihres zierlichen Schuhs auf ein kleines Pedal— und die Saugkdt bremst die vier Räder. Ihre Freundinnen bewundern ehrlich die Vorzüge dieses Wagens« Ganz aus Stahl die Karosserie, das leine Tuch, die breiten Türen, Edelholz alles, und die Formen und Farben I ♦ Alle diese Eigenschalten machen ihn zum Kameraden der modernen Frau. " * ' j t*. *. k Here Ansprüche gestellt. AIS Gegner stellt sich der Favorit des Westens. Köln-Sülz, die „Swatoschmannschaft". 0 3 Kassel tritt erst am 25. März in die Runde der Zweiten ein. Es Handelt sich Hier um Spiele nach dem Polalsystcm, nach dem der Verlierer jeweils ausscheidet. Bei unentschiedenem Ausgang wird das Spiel wiederholt, m.. w. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Ligamannschaft der Spielvereinigung 19C0 trägt am nächsten Sonntag das Rückspiel gegen die Ligamannscha t des Sportvereins 1906 Alsfeld-Altenburg aus. Wenn auch die Gießener das Vorspiel in Alsfeld knapp mit 3: 2 gewannen, so ist es keineswegs ausgeschlossen, daß in Giehen die Gäste den Spiest umdrehen. Die Alsfelder Elf verfügt über beachtenswertes Können. Die Mannscha t gehört zur Spitzengruppe der Kreisliga, Abteilung Fulda, in der sie zur Zeit den 3. Platz einnimmt. Die Gäste bevorzugen schnelles Flügelspiel und sind, infolge guter körperlicher Verfassung, äußerst durchsch agskrästig. 1900 wird voraussichtlich die Aufstellung vom Vorsonntag wählen und bei Aufbringung desselben Eifers als knapper Sieger aus dem Treffen hrrvvrgehen. Dor dem Ligaspiel tritt die Ligareserve des Platzvereins gegen die 1. Ma.mscha't vom Sportverein 1920 Heuchelheim zu einem Freundschaftsrückspiel an. Die Gießener Vorort- ler, zur 1. Gaurlasse gehörig, sind zur Zeit in einer derart guten spielerischen Ver'assun". daß sie bestimmt in der Lage sein sollten, dem Cie 'es- lauf der 1900er Reserven Einhalt zu tun. Bei beiderseits komplettem Antreten wird die Begegnung sportlich auf beachtenswerter Stufe 1900s 1. Jugend fährt zum Diplomrückspiel nach Daubringen. Der Vorspielsieg sollte von den Gießenern wiederholt werden, wenn sie komplett nach dort gehen. V. f. 23. Ein schon längere Zeit für kommenden Sonntag festliegendes Spiel der Ligamannschaft gegen die Marburger „Germania" aus deren Platz muhte von Marburg wegen eines dort stottfindenden Aufstiegsspiels abgesagt werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird nun die V. f. B. - L i g a schon am nächsten Sonntag das Rückspiel gegen Frohnhausen austragen. Auf Grund ihrer stärkeren Aufstellung sollte sie diesmal, trotzdem der Gegner den Vorteil des eigenen Platzes hat. ein günstigeres Resultat herausholen als das am Vorsonntag erzielte 4:4. Die Dritte trägt in Daubringen gegen dessen Erste ein Gesellschaftsspiel aus. Die e r st e Iugendelf ist bei der gleichen des Bad-RauheimerS Portvereins zu Gast. Sie muh mit Ersatz antreten und wird sich sehr zu wehren haben, wenn sie nicht verlieren will. Zweite und dritte Jugendmann- schäft tragen Diplomspiele aus. Erstere hat auf hiesigem Platz Leihgesterns erste Jugend zum Gegner und wird versuchen, die 0:3- Riederlage vom letzten Sonntag wieder auszugleichen. Letztere tritt in Steindorf gegen dessen zweite Jugend an. Arbeiier-Turrr- und Sporibund. Kommenden Sonntag beginnt die Frühjahrsrunde. In der ersten Klasse treffen sich in Alsfeld die dortige erste Mannschaft mit Giehen Ib. Hier werden die Platzbesitzer die meisten Siegesausfichten haben. In Wetz - l a r treffen sich Wetzlar 1 und Heuchelheim 1. Ob Heuchelheim die Platzbesitzer niederringen wird, steht in Frage. In Wieseck wird das spannendste Treffen vor sich gehen. Wieseck l hat Lollars Erste im ersten Spiel zum Gegner. Eine Voraussage über den Ausgang ist nicht möglich. In der zweiten Klasse, die in Gruppe Ost und West spielt, treffen sich in Gruppe O st in Hungen Hungen I gegen Alsfeld II. Hier werden die Platzbesitzer sich Sieg und Punkte nicht nehmen lassen. In Oppenrod trifft Daubringen mit der dortigen ersten Mannschaft zusammen. Hier werden die Gäste den Vogel abschießen. Großen-Linden geht nach einrelbenf Erfolg. Schmerzloses Rasieren blendendes Schneiden des Messers, keine Reizung der Häuf. , fw: m o» - m i» Burkhardsfelden, um sich dort die ersten Punkte zu holen. Hachborn hat Fronhausen zu Gast Auch hier werden die Gäste Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. - In Gruppe West treffen in Kinzenbach zwei Rachbarn zusammen. Ob Rodheim gegen die aufstrebenden Einheimischen standhalten wird, steht in Frage. Wetzlar II hat Gießen II im ersten Spiel zum Gegner. Da beide unbeständige Gegner sind, muß der Ausgang des Spiels offengelassen werden. Wiesecks II. geht nach Raunheim. Ob es ihnen gelingt, den Sieg mit nach Hause zu nehmen, ist ungewiß, da Raunheim in neuer Aufstellung antritt. In Wieseck treffen sich vor dem Spiel der ersten Mannschaft Wieseck Jugend gegen Heuchelheim Jugend. Rach dem Ausgang des Spiels vom Sonntag wird hier der Glücklichere Sieger bleiben. Alten-Busecks Jugend geht nach Treis, um sich dort die ersten Punkte zu holen. Klein-Linden geht nach Raunheim. Hier werden die Plahbesitzer im Vorteil sein. Wetzlars Jugend hat Leuns Jugend zu Gast. Auch hier werden die Platzbesitzer Sieger bleiben. Groß-Seelheim, der Reuling des Bezirkes, hat Gießens Jugend im ersten Spiel zu Gast. Der Ausgang dieses Treffens muß vffengelafsen werden, da die Spielstärke der Platzbesiher unbekannt ist. Raunheims E r st e hat im weiteren Rückspiel Bürgel bei Offenbach zu Gast. Auch hier werden die Gäste Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. Sternstafettenritt nach Schotten. Zum dritten Male rüsten sich die Reiter- vereine Oberhessens zu einem groß angelegten Stafettenritt. Die erste Stafette wurde 1926 zwischen Kassel und Fulda geritten. Da sich herausstcllte, daß diese Stafettenritte eine vorzügliche Propaganda für die ländlichen Reitervereine sind, wurde im März 192? der Stern- stafettenritt „Südwestdeutschland" gestartet. An diesem ersten, groß angelegten, sternförmig ein größeres Gebiet umfassenden Stafettenritt nahmen sämtliche Reitervereine von Hessen und Hessen-Rassau teil. Der Ritt endete damals in Als,eld. Auch in anderen Bezirken des Reiche» wurden ähnliche kleinere Werbestafetten veranstaltet. Wenn die Zahl der ländlichen Reiter seit 1926 um das Dreifache gestiegen ist, so ist dies nur der wirkungsvollen Propaganda durch die Stafettenritte zu danken. Vieles ist also bereits erreicht. Aber noch immer scheuen viele Landwirtssöhne die Selbstüberwindung, die mit dem Reitsport, wie mit jedem andern Sport verknüpft ist. Roch immer tragen die Väter Bedenken, die wertvollen Arbeitsp'erde zu Sportzwecken herzugeben. Gerade die Reitervereine find dazu beru-en, durch die praktischen Hebungen bei ihren Mitgliedern Lust und Liebe zum Pferd zu wecken, und durch theoretischen Unterricht das Verständnis für den Wert einer zielbewußten Pferdezucht innerhalb der gesamten Landwirtschaft zu pflegen und zu vertiefen. Immer wieder muh auf die hohe Bedeutung der Reitervereine für unsere deutsche Pferdezucht hingewiesen werden. Der Sternstafettenritt am nächsten Sonntag, 18. März, endigt in Schotten. Die Schlußreiter werden dort um 12 Uhr mittag- eintreffen. 34 Abteilungen der Provinzialabteilung Oberhessen mit rund 350 Reitern werden für die Sache der ländlichen Reitervereine werben. Eine große Zahl von Ortschaften wird berührt. Lind wenn in den Bezirken, in denen seither noch keine Reitervereine bestanden haben, der Gedanke des hohen Wertes des Reitsports sich durchsetzt, dann ist der Zweck des Stern- sta.ettenrittes 1928 voll und ganz erreicht. f sL Selbstrasierer! Vor dem Einseilen die Häuf gründlich mlf fiiT NIVEA-CREME Zum Osterfeste Damerifrisieren Shampoonierenmit prima Ondulation Bubikopf-Schneiden (vollendeteAusführung) sowie Maniküre und Vibrationsmassage mto Bernh. Dosch Damen- und Herren - Friseui geschäft Neuen Baue 12, Ecke der Weidengasse mengen, u. toei|er apoihe Alic lolfy m en ®ti Zur Konfirmation finden Sie bei mir die schönsten Schuhei Riesen-Auswahl Beste Qualitäten! Billigste Preisei abgesetzt 2913a M. G. Grode Frankfurter Str. 19 ■ Billige Wäschetage ■ Während dieser Tage habe ich B meine Preise in Damen- und j Kinderwäsche bedeutend her- | länget*.. wie ein Holzzaun. Er hält Unberufene — Menschen und Tiere — von Ihrem Eigentum ab. 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Beamienbundc». Nr. 65 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) • wx —tr» ~ nuatitarTnmwoax». Wirtschaft. Das neue preußenkaffengeseh. Das preußische Staatsministerium hat dem vom preußischen Finanzminister vorgeschlagenen Entwurf eines Gesetzes über die Preußische Zentralgenossenschaftskasse und über eine Erhöhung der Kapitalbeteiligung des preußischen Staates zugestimmt. Die Kapitalbeteiligung des preußischen Staates bei der Preußischen Zentralgenosscn- schastskasse wird von 45 Millionen Reichsmark um 130 Millionen Reichsmark auf 17 5 Millionen Reichsmark erhöht. Die Preußische Zentralgenossenschastskasse wird gleichzeitig zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes gestaltet, deren Träger die Genossenschaften und der Staat find. Der „Amtliche Preußische Pressedienst" führt zu dem Entwurf, der dem Preußischen Staatsrat zugegangen ist und noch bis zur Auflösung des Landtages verabschiedet werden soll, u. a. aus: Das für die eingetretene Strukturveränderung der landwirtschaftlichen Genossenschaften kennzeichnende M i ß- Verhältnis zwischen Eigenkapital und Geschäftsumfang besteht auch bei der Preußischen Zentralgenossenschastskasse. Einem eingezahlten Geschäftskapital von rund sechzig Millionen Reichsmark steht ein Kreditengagement gegenüber, das sich z. Z. um 900 Millionen bewegt. Rach sorgfältiger Prüfung hält das preußische Staatsministerium eine Erhöhung der staatlichen Kapitalbeteiligung um 130 Millionen Reichsmark für erforderlich. Das Staatsmini- sterium ist bereit, das Reich und die Länder an dieser Erhöhung des Kapitals zu beteiligen und ihnen einen der Beteiligung entsprechenden Einfluh einzuräumen. Hand in Hand mit der Kapitalerhöhung muh eine grundlegende Umgestaltung ihres organisatorischen Aufbaues gehen. Es erscheint angezeigt, die Preußische Zentralgenossenschaftskasse aus einer Anstalt des Staates zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes umzuwandeln. Die Träger der Anstalt sollen die Genossenschaften und der Staat sein. Die sich aus der kapitalmäßigen Majorität des preußischen Staates ergebenden Befugnisse werden in Zukunft nicht mehr von einer außerhalb der Anstalt stehenden, mit der Leitung betrauten Aufsichtsbehörde, sondern innerhalb der Anstalt in engster Zusammenarbeit mit den Genossenschaften ausgeübt. Erforderlich ist weiter die Äeberführung des Angestelltenapparates vom Beamtenverhältnis zum freien Dienstvertrag. Gebr. Himmelsbach A. G. 3n der gestrigen Gläuberversammlung erstattete der Konkursverwalter einen ausführlichen B i - lanzbericht per 31. Dezember 1 9 2 7, wobei er auch Angaben über die weitere Abwicklung des Konkurses und den Gesamtverlauf der Werke und Warenbestände an die neu gegründete „Impreva", Holzimprägnierungs- und Holzverwertungs-A.°G., machte. Aus dem Bericht ist hervorzuheben, daß die Holzlombarde fast vollständig abgedeckt sind. Durch den Verkauf der hauptsächlichen Werke an die neue „2m- preva" ergibt sich für die Konkursmasse ein Verlust von rund 800000 Mk. auf Werke und sonstige Anlagewerte, die bekanntlich in der Konkurseröffnungsbilanz mit 466,000 Ml. zu den alten Buchwerten der Gebr. Himmelsbach A.--G. ausgewiefen waren. 3n den Aktiven erscheint neu die Bewertung der Ansprüche auf Grund des LiquidationsschädenschluhgeseheZ mit 400 000 Mark, die nach Ansicht des Konkursverwalters nicht von den Vorbesitzern in Anspruch genommen werden können. Bezüglich des Verkaufes der Werke sagt der Bericht, daß die Kausofferte eines unter Führung der Dresdener Bank stehenden Konsortium, an dem die Firma 3. 3. Vo- winckel in Charlottenburg erheblich beteiligt ist, als die vorteilhafteste a izusehen war. Die Anwendung des Steuermilderungsgesetzes auf die Reugründung habe eine Ersparnis von 150 000 Mark Steuern zur Folge. Die Dresdner Dank bleibt im Konkurs mit einer Million beteiligt. Die Forderungen der Gelsenkirchener Bergwerke A.-G. haben sich auf sieben Millionen ermäßigt. Ohne Berücksichtigung der bekannten Schadenersahsorde- rungen der bayerischen Regierung bleibe jetzt mehr als 40 Prozent f ü r die Gläubiger in der Masse. Der Konkursverwalter glaubt auch, daß diese Gruppe von der Ausnahme des Prozesses gegen das Reich und die Länder absehen müsse, da die Prozehführung eine jahrelange und lostspiclige sein würde. Der Bericht wurde nach kurzer Diskussion zur Kenntnis genommen. Auf Anfragen wurde erklärt, daß die Firma Gebr. Himmelsvach A.-G. den Sta dpunkt, daß die Ansprüche aus dem Liqui^ationsschäden- schlußgesetz der Konkursmasse gehörte, nicht anerkennt. Dann wurde der Kon.ursvecwalter Dr. Zinner vorbehaltlich der Genehmigung seiner Schlußrechnung auf seinen Antrag hin seines Amtes als Konkursverwalter enthoben, da seine Tätigkeit ersetzt und er in die neugcgründcte Firma als Vorstand eingetreten sei. * 3-Millionen-Dollar-Anleih e.Die Dortmunder A.-G. für Gasbeleuchtung, die Dortmunder Wasserwerks-Geselischaft m. b. Sy und die Dortmunder Straßenbahn G. m. b. Sy haben soeben eine Anleihe im Betrage von 3 Millionen Dollar mit dem Reuyorker Ban Hause Field, Glore & Eo. unter Mitwirkung des Bankhauses Gebrüder Lismann in Frankfurt a. M. abgeschlossen. Die Anleihe ist eine sechsprozentige, die Dai er beträgt 20 3ahre mit üblicher Amortisationsmöglichkeit. Die Sicherheit besteht in der Eintragung einer ersten Hypothek auf den Gesamt- besitz der drei genannten Gesellschaften. Die Auflegung in Reuyork soll nach Erledigung aller Formalitäten demnächst erfolgen. * Rheinische Braunkohlen A. - G., Köln. Auf eine Anfrage aus Anlaß der Dörsengerüchte über die- Rheinische Draun- kohlen-A.-G. teilt die Verwaltung dem WTB.- Handelsdienst mit, daß der Ertrag des am 31. März ablausenden Geschäftsjahres 1927/28 im wesentlichen der gleiche wie 1926/27 sei. Alle Gerüchte, die auf Grund oder aus Anlaß der jüngsten Kurssteigerungen verbrei.et werden, sind, was die Gesellschaft betrifft, gegenstandslos. * Daimler-Benz- A.-G. In dem soeben erschienenen Geschäftsbericht der Daimler-Benz-A.-G., die bekanntlich im Geschäftsjahre 1927 einschließlich des Bortrages einen Reingewinn von 861 643 Mk. erzielte, der auf neue Rechnung vorgetragen wird, berichtet der Vorstand, daß das Geschäftsjahr 1927 innerhalb des Rationalisierungsprogrammes dem Weitcrausbau der Großferienfabrikation und im Zusammenhang damit dem Ausbau der allgemeinen Berkaufsorganisation für das In- und Ausland gewidmet war. Die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahre betrug etwa 80 Prozent. Erst in den letzten Monaten des Jahres war das Unternehmen in der Lage, die gesteigerte Nachfrage voll zu befriedigen. Die noch im Vorjahre vorhanden gewesene Bankschuld ist durch die im Mai durchgeführte Erhöhung des Grundkapitals um 14 Millionen, sowie durch die Aufnahme der sechsprozentigen Obligationsanleihe von 20 Millionen Mark beseitigt. Die durch die Umsatzsteigerung bedingten höheren Betriebsmittel sind im wesentlichen durch Verkürzung des Fabrikationsganges gewonnen worden. Jin neuen Jahre hat sich der Konkurrenzkampf wiederum verschärft. Das Ausland versucht unter Aufwendung ungewöhnlicher Propagandamittel seine Ueberproduktion in steigendem Maße in Deutschland abzusetzen. Trotzdem ist es gelungen, die hochwertigen Typen auf dem Weltmärkte an vielen Stellen wieder zur Geltung zu bringen, wenn man auch noch weit davon entfernt ist, den Dorkriegg- export, der etwa 70 Prozent der gesamten Produktion betrug, zu erreichen. Aber hier ist die gegenüber der Vorkriegszeit völlig verschobene Struktur des internationalen Wettbewerbs ausschlaggebend, die dazu zwingt, beispielsweise bei dem Export nach Amerika den vierfachen Zoll zu bezahlen, den gleichartige amerikanische Wagen in Deutschland zu erlegen haben. Dies ist um so bedauerlicher, als die einheimische Auto- und Zubehörteilindustrie, in der Hunderttausende von deutschen Arbeitern Beschäftigung finden, im Aufbau zweier Jahrzehnte sich stark auf den Export eingestellt hat und auf diesen nicht verzichten kann. * „M iaq“ Mühlenbau- und 3 nduft r i e ° A. ° G , Frankfurt a. M. Rach dem Geschäftsbericht brachte die im Lause des Jahres 1927 einsehende Belebung des Geschäftes eine Steigerung der Auftragseingänge um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahre, so daß bei kaum veränderter Beamtenzahl die Dauerbelegschaft der Werke um rund 1000 Köpfe verstärkt werden konnte. Die Llmsahsteigerung entfiel prozentual zum größten Teil auf das 3n- land, obwohl auch der Auslandumsah sich gegenüber dem Vorjahre wesentlich gehoben hat. Entsprechend dieser älmsahsteiverung sei jedoch ein größerer Verdienst nicht möglich gewesen infolge der eingetretenen Gehalts- und Lohnerhöhungen, sowie der hohen Steuern und öffentlichen Lasten. Die dadurch bedingte Erhöhung der Kosten sei nur teilweise durch das Fortfchreiten der Ratio- nalisierungsmahnahmen ausgeglichen worden. Das Programm zur Vereinheitlichung und Verbilligung der Produktion habe Fortschritte gemacht. Andererseits seien durch die Ausnahme und den Ausbau neuer Fabrikationszweige und durch neue Cinheitskonstruktionen Kosten entstanden. Es wurde ein Bruttogewinn von 12,868 (13,125) Millionen Mark erzielt. Rach Abzug von 9,454 (9.914) M llionen Mart Unkosten, 952 000 (873 000) Mk. Steuern und 824 000 (844 000) Mk. Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 1 803 182 (1 592 700) Mk., woraus wieder 10 Prozent Dividende auf 13,8 Millionen Mark Stamm- und 7 Prozent auf 200 000 Mk. Vorzugsaktien verteilt werden sollen. Zum Vortrag auf neue Rechnung verbleiben 165 349 (129 813) Mk. Für das laufende 3ahr könnten bestimmte Angaben noch nicht gemacht werden. Der Auftragsbestand und -eingang sei etwas höher als um die gleiche Zeit des Vorjahres. (Generalversammlung 31. März.) Frankfurter Börse. Frankfurt, 16. März. Tendenz: uneinheitlich. — Zu Beginn der heutigen Börse war die Tendenz nicht einheitlich, die ©cunöftimmun g blieb jedoch freundlich, da auf einigen Spezialgebieten weitere Meinungsläufe vorgenommen wurden. Die Spekulation zeigte jedoch verschiedentlich Abgabeneigung. 3m Hinblick auf den kommenden Quartals-Ultimo traten wieder Geldsorgen auf. Verstimmend wirkte daneben die deutsch-russische Spannung und die Unterbrechung der Wirt- schastsverhandlungen. 3m allgemeinen war das Geschäft klein. Bei der ersten Rotierung überwogen die Besserungen im Ausmaße von 1 bis 2 Proz. Stark ge ragt blieben Elektrowerte. 3m Vordergründe standen Siemens, die 3,25 Prozent gewannen. Schuckert zogen etwa 2 Prozent an, Gessürel plus 1 Prozent, Licht und Kraft plus 1,75 Proz. Kaliwerke lagen bis 2 Proz. höher. Stärkeres 3nteresse zeigt? sich auch für Scheideansta't, die 2,75 Prozent a'.zogen. 3.°G.° Farben eröffneten dagegen leicht a g schwächt. 3.°G.°2ezüge 9,55 bis 9,60 Prozent, Bonds 135,5 Prozent. Schiffahrtswerte blieben' nach den Kurserhöhungen an der gestrigen Abendbörse behau"tet. Banken lager meist etwas höher. Am Montanmarkt war die Haltung uneinheitlich. Harpener, Rheinsta'-l und Phönix blieben behauptet, Klöckner konnten 1,75 Prozent anziehen. Autoaktien lagen im Angebot. Daimler minus 1,25 Prozent, RSU. minus 2 Prozent. Zellstoffaktien blieben vernachlässigt. Waldhos etwas schwächer. Am heimischen Anleihemarkt zogen Ablösung ohne Option etwas an. Ausländer weiter fast umsatzlos. 3m Verlaufe blieben die Kurse gut behauptet. Elektrowerte zogen weiter geringfügig an, das Geschäft war jedoch sehr still, nur 3.--G.°Bezugs- rechte wurden zu 9,575 lebhafter umgesetzt. Tages- ge d war weiter ge ragt zu 7,5 Prozent. Am D e - v i s e n m a r k t lag die Reichsmark weiter fest mit 4,1820 gegen Kabel und 20,41 gegen London. London gegen Kabel 4,8790. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29,00, Holland 12,125. Berlins Börse. Berlin, 16 März. Auch heute lagen keine stärkeren Anregungen vor. Die D o r s ch ü s s e a u f i> i e Freigabegelder durch das Bankenkonsortiurn an die H a p a g hatten sich a st-rn rhnnh in surt auswirken können. Daß der a m e r i k a n i s ch e Bankdiskont ■ n verändert viiev, veraschte nicht mehr. Die starke Nachfrage der deutschen Banken nach kurzfristigen Krediten in Neuyork hat aber die Gcldcrwägungen, die einige Tage ruhten, wieder mehr in den Vordergrund treten lassen. Die Grundstimmunq war freundlich, die Kursentwicklung uneinheitlich. Während in einigen Spezialpapieren (Schubert & Salzer, Polyphon, Berger und Elektrowerte) die Nachfrage überwog, kam an anderen Märkten (besonders in Montanwerken) wieder Ware heraus. Heimische Anleihen freundlich, Ausländer eher fester. Bosnier etwa 1 v. H. höher. Pfandbriefe geschäftslos. Farbenbonds 135,25, Bezüge 9,5 v. H. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 6,5 bis 8 v Sy, Manatsgeld 7,5 bis 8,5 v. Sy, Warenwechsel etwa 7 v. H Nach den ersten Kursen wurde es allgemein ziemlich lebhaft und unter Bevorzugung von Elektropapieren fester. Siemens und Bergmann ie 3 v. H. über Anfang. Später ließ das Geschäft wieder nach, die Kurse lagen aber immer noch über Anfang. s'eitag, 16. März 1928 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. März. Die Markttags ist unverändert. Besonders fest liegt Mais und Hafer. Auch Weizen- und Roggenkleie sind gut gesucht. Der Mehlabsah ist weiter schleppend. Cs wurden notiert. Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 25,50 bis 26,75, Roggen 26,25 bis 26,50, Sommergerste für Brauzwecke 29 bis 31,50, Hafer, inländischer 26 bis 26,75, Mais (gelb) für Futterzwecke 23,50 bis 23,75, Mais (gelb) für andere Zwecke 24,50 bis 24,75, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 bis 33,25, Roggenmehl 36,25 bis 37,75, Weizenkleie 14,50 bis 14,60, Roggenkleie 15,50 bis 16. Düchertisch. — Goethe: Briefe und Tagebücher. (Zwei Bände. 3m 3nsel-Vcrlag zu Leipzig.) — Der großen 17bändigen Gesamtausgabe, der schönsten und vollständigsten, die wir gegenwärtig haben, sind nun in zwei äußerlich auf die Gesamtausgabe hübsch abgestimmten Bänden Goethes Briese und Tagebücher angegliedert. 3n zwei schmalen weinroten Leinenbändchen auf insgesamt 1700 Seiten sind säst 1000 Briefe des Dichters in chronologischer Reihenfolge nach der Auswahl Hans Gerhard Gräfs angeordnet. Es ist gewiß nur ein Ausschnitt aus der ungeheuren Korrespondenz, die Goethe in seinem langen Leben mit allen möglichen Leuten, die ihm nähertraten, gewechselt hat. llnö doch spiegelt sich in diesen Briesstellen, zusammengenom- men mit den fast 1000 Tagebucheintragungen des zweiten Bandes, der ganze Lebensweg des Dichters wieder. Von Frankfurt über Leipzig, Straßburg, Wetzlar und Weimar wechseln die Lebensstationen, die Adressaten ändern sich in bunker Folge, von mancherlei (Reifen nach der Schweiz, in den Harz, nach Karlsbad und noch 3kalien wird berichtet und immer ist es der Mensch Goethe, der uns in diesen Briesen und noch mehr in den oft winzigen, fast nebensächlich anmutenden Tagebucheintragungen entgegen* tritt. So sind diese beiden Bände eine wertvolle und für die Erkenntnis des Menschen und Künstlers unentbehrliche Ergänzung des Gesamtwerkes. 50 — ,.D i e Kunst" (Malerei, Wohnungskunst, Architektur, Plastik. Kunstgewerbe usw.), Märzheft, Verlag F. Bruckmann A.-G., München. Vierteljährlich 6 Mk. — Eröffnet wird das Heft durch einen illustrierten Lieberblick über die interessanten künstlerischen Erscheinungen der heutigen italienischen Malerei, in der im besonderen Carrä, Zanini und Oppi auffallen. Der zweite illustrierte Leitartikel hat einen der bedeutendsten Bildhauer unserer Tage zum Gegenstand, den Serben 3van Mestrovic, einen Künste- ler, der aus tiefem Volksgrunde schöpft und in dessen Werken die Geschichte seines Volles auflebt. Als Dritter erscheint van Gogh und zwar in seinen bisher sehr wenig bekannten Zeichnungen auf Grund einer Ausstellung seines zeichnerischen Werkes in Berlin. Den kunstgewerblichen Teil bestreitet eine illustrierte Veröffentlichung über schöne neue Arbeiten der Vereinigten Werkstätten in München (Möbel, Deko- ratBnsstoffe, Beleuchtungskörper usw.), dann die schönen, von Max Esser geschaffenen Arbeiten aus der Meißener Porzellan-Manufaktur. Vermischtes. Schulsireik in Berlin. Den Bestrebungen des Berliner Bezirksamtes Prenzlauer Berg, innerhalb seines Verwaltungsbezirkes die weltliche Schule durchzudrücken, und als erstes die Doppelschule in der Sonnenburger Straße in eine weltliche umzuwandeln, ist jetzt die. Elternscha t entgegengetrelen. Seit Montag morgen hat die Elternschaft die Kinder vom Besuch der Schule zurück^ehalten, so daß die meisten Schüler und Schülerinnen dem Unterricht fernbleiben. Bier Bergleute durch üohlengase erstickt. Ein schweres Grubenunglück ereignete sich auf einer der vielen kleinen Kohlengruben im Dom- browaer Revier (Polen). Vier Bergleute, die den Baska-Schacht der Flora-Grube befuhren, wurden durch plötzlich auftretende Kohlengase erstickt. Obwohl sofort eine Rettungskolonne am ilnfaUort eintraf und die Verunglückten wenige Minuten nach dem Ausbruch der Gase über Tag geschafft wurden, waren alle Rettungsversuche erfolglos. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren ange'übrten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Vombardzinsfuß 8 Prozent. z.audsurl a. M Berlin Schluh- Rurs 1-Uhr. Kurv Sch uh K -r.- ’2ln;ang Kur- Datum 15 3. [ 16.3. | 15 3. | 16. 3 P/« Dt Reichsanleihe o 1927 Dt 8tnl ilbläf Schuld mn «7,25 «7,5 - Ausloi -Siechten 51,85 — 52 52 Desgl. ohne Auöl f -Rechten 7°/o Franks Hyp.-Bl. föo dm 14.5 14,75 14,65 14,6 unkündbar drS >932 Rheinlicht 6dp «Bank Ligu >(Io dpi _ _ — AEG abQ BorlrtegS-Lb- ligationtn. rückzahlbar uwz — —- — — 4'/, Schweiz Bundesd.-Anl. — — — — 4% Oefterrichltche Goldric —— — — — «,20°/. Deftcrr ich Silberne «v/o Oesterreich em etil Rte — —- 4.15 — — — — — «% Ungarische Goldne — — 25.2 — «°/„ Ungarische Siaaiör D 1910 —— — — — «>/,"/. desgl von 1913 —- — — ♦’/o Ungarische Kronenrte — — i ,65 1,8 «»/, Tuck Sollankibe v 1911 «°/6 Turk Bagdaddahn-Anl S. rie I 12.4 — 12,75 — 12,65 — — (°l< deSgl 6erh 11 — —» «® o Rumänen convcn Rte - — * «•/tu n Rumänen (Soldcinl 15,9 von 1913 - - — Oda Leu,lch» Etlenbahn «’/2 — — 151.65 152,4 Hamburg-Amerika Puiei 0 153 153,25 pnmb «Sudam Damp sch 8 - 206 229.5 Hansa Damukichiss 6 — — 228,5 Norddeutscher Lloyd o 152,25 152.75 151.a 152.4 Allg Deutsche Errdiianst 1t 143,5 — 141 144 Barm r Bankverein lo 143.5 145 141 5 145,a Berliner HandelSgesellsch. 12 Commerz- und Pnvat-Bk I 174.5 174,5 249 174.5 249 . a 1 <4.5 Darmst. u Raiionalbank 12 .'28.25 230 -•28 229 25 Deutsche Bank io 161,5 162 160,5 161.5 DiSkonto-Gescllschaki Ani i0 155.5 156.5 155 5 ia6 Dresdner Bant lo 158.25 157,25 157 4 158 Mitteldeuische Errdilbank 9 — 207 210 prerallbank...... - ■ 8 126,75 127 126.5 — veschSlnmk......- lu — — 198,9 189 $ aiihfun a. M Berlin Schlich 1-Uhr- Sch ich Anfang k»rs Kurs K-/. I 3 99,5 99.4 100.5 43 75 Ltavi -JJitnea 1 51. - 43.25 13.25 Kali Aschersleben 11 167 5 169,5 166,5 16« KaliWestere^cll 10 178 _ 177 178.7a Kaliwerk Salidetkurtb 12 — 250 253,5 5 G ssar en Juduftrte Dvuamit Rodel .... l( v 158.75 258 e58 124,5 258 «chcio.annau .... .8 .5 195.25 198 Goldschmidt .... 107.75 107,25 107,75 106 9 Rutgerewerke ....... .0 99,5 101 ü 99.65 101,75 Metollgeielvchakl . . . . . 10 —- 173,5 ,y auhiuri a. M Berlin Schlug Kars , 1-Uhr. । Kurs |Sd) uh 1 K ir» 1 "Tinian. 1 Kur Datum: 15. 3. 1 16. 3. | 15. 3. | 16. 3. Bmupp Ouijmann 1 142 — 143 144 Heidelberaer Gement . 8 — 141.5 Temeni Karlstadt . 8 — _ ^avß 4 Kreitao • • ■ li — 127,5 — — Schultheis Bayenhotrr. . 15 — — 334.25 335.5 Cfirocrte . . . . 12 — — 264 266 Ber Glantstofs ..... 15 — — 693 692 Bemvcrg 8 — — 525 Wellston Waldbos. . 12 — 265.75 266.5 265 Zellstoff Lschafsendura • 10 172 173 170.25 Charlon ndurper Wasser - — 116,7 117 25 _ efiauer Gas . . . 8 — 172.5 174 5 Daimler Mo'oren..... 0 90.75 89.5 91 90 Demag . , . . , 0 54,25 Adlerwerk» K^ve, . . . . 0 78,5 — 79 — rkudw toeirc ..... I — — 239.5 24(1 Rat Automobil . . . . 6 —— — 90 91 Crrnfbin — — 99.5 _ Gebr Roeder ...... u — — — Boigi A Haeffue» .... 6 174.5 — 178 _ Sudd Zucker ...... 0 131 — 132 — Banknoten. Berlin. 15 Mär; I leid Brre> Änierikaniichc Roten. . . . 1 4,165 ! 4 185 «elgische 'Koren..... 58.18 68,42 Dänische Roieu ...... 111,68 112,12 Englische Roten . .. . . . ♦ 1 20,355 20.435 Telegraphische Auszahlung. Berlin 15 -y?är< -Äeld Br-ek ^ran;öiiiche Roieu . - . . 16.4b 16,52 Holländische Roten . . . 167.nl 168,59 Italienische Roten ..... Rorweaische Roten..... Deuisch-Lei'lcrr, ä ioo Kronen 22 18 22,26 111.33 111,77 58.75 58.99 Riiinänische Roten...... 2.595 2,615 Schwedische Roten...... 111,98 112,42 Schweizer Roten....... 80,37 80,69 Spanische Roten....... 70,00 70,28 Tschechoslowakische Roten . . 12,35 12,41 Ungarische Roten . . 72 82 73,12 Devisenmarkt Berlin —Sranfhirt a. M. 15. Mär; 16 Mär; Amtliche Rot, rung (Selb Brie' Amtliche Rorieruna itielb i Briet «mit.. olt 168,14 168,48 168,12 168,46” Buen-Airrt 1,788 1.792 1.788 1,792 Brff. 2lntw 58,23 58,35 58.21 58,33 lldristiania 111,29 111.51 111.31 111,53 Kovenbagen 111,93 112.15 111,95 112,17 Stockbolm 112,12 112.34 112,09 112,31 Helüngkors. 10,525 10,545 10,52 10,54 stlolien. . 22,07 22,11 22,07 22,11 London. . . 20,386 20,426 20,384 20,124 Reuvork . . ♦ , 1795 4.1875 4,1.85 4,1865 Be.rrS.... 16,44 16. .8 16,44 16,48 «chwctz . . 80.455 80.615 80,44 80,60 Sva den • 70 09 70.23 70.36 70 50 <>avan 1,963 1,967 1,963 1,967 h:o de Jan Wien in T - u.503 -8,85 0,505 0,503 0,507 Ccft adgeii 58 97 -8,8.3 58,95 Brag 12,386 12,406 12,384 12,404 Belgrad <,3uU 7,364 7,351 Budaoest. -3,00 73,14 73,06 73,20 Bul arten 3,017 3,023 3,027 3,033 rifiabon 18,88 18.92 16,21 16,27 Dan;ig 81.51 81,67 81,50 81,66 Konst utin 2.124 2,128 2,125 2,129 Älden 5,494 5,506 5,594 6,606 Eanada 4,178 4,276 4,186 4,178 4,186 llrn nao • 4,284 4,336 20.915 4,344 E-tro • , . 20,915 20,955 20.955 Sdiuhhaus ROMEO preiswert wie immer die große Mode 11-75, 9.50 ^orckz 7.90 8.75 GHK-Kaffee- Werbe-Woche 1. 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Georg Linden, Oberheflen 6 in Lich Die 1928 ststgeste Gefeges über und ^roomz droomzialtnt Bis zu - iundigungst liste für die daß in bcib der Wahlor! .eichkieten P der Borfchlä Betracht ton nach Erschein angefochten > 7°>aien Lo< N-. ä onh e Unb 0 äderen, tni 3en Rußt S.w°HI die ( he. mn könnte den kleinen ? ''"Mer nur ° ?usihrerC ruckfacken aller Art ftoftung liilrein und preisrotrt Srühl'sche UnloerfitätL-vruckerei. R. Lang«. Sieflen. SchulVr. 7. SMaierr in allen Stadtteilen! _________________ 2896c Dom 16. bis 24. März beim Einlauf von •/» Pfund <3 & S iKaffee ' 7, Pfd. feinen Krtstallzucker oder 7. Pfd. 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