Donnerstag, 16. Zedruar 1928 <78. Jahrgang Nr. 40 Erstes Blatt Annahme von Lszetgen für Nie lagt» raum*« bis pun Nachmtvag vorher. Preis für 1 m2 '* fiankl ■ '■ ■ Wien 1\ -Wr O / 0. 25L ■x--- -WS- G wolkenlos O »eiter. 3 naro bedeckt.» wolkig. $ oedeext. «negem * Schnee o Graupeln n Nebel K f«wit’/r.@windstille. 5tM leidtte' Os< -nissiger Südsüdwest Q stürmische to.-dwesl Otc Piene fliegen mit dem winde Die beiden Stationen stenendeo Zäh* len geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit.gieicne» auf neercsniveau umoereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Wettervoraussage für Freitage Wechselnd wolkig, auch vorübergehend aufbei- ternd, milde, jedoch etwas kühler, weiterhin vereinzelte Niederschläge. Witterungsaussichten für Samstag: Keine wesentliche Aenderung. Aus der Provinzialhauptstadi. Gießen, den 16. Februar 1928. Mangel an Fleiß oder an Begabung? Alljährlich wird viel Freude an Weihnachten und den damit verbundenen Ferien durch di« Mitteilung der Schule an die Eltern vordorben, daß die Versetzung des Schülers oder der Schülerin in die höhere Klasse zu Ostern fraglich sei, wenn sich die Leistungen in diesem oder jenem Fache nicht besserten. Damit beginnt dann die böse Zeit der Sorge für die Eltern und der Aeberarbeitung für die Kinder. Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, werden nun Privatstunden bestellt und ein fürchterliches Ge- pauke geht los. Waren die schlechten Zensuren nur die Folge von Faulheit und Unaufmerksam- keit, dann Pflegen diese Bemühungen nicht vergeblich zu bleiben, und die Versetzung wird allmählich gesichert. Es wäre aber töricht, sich dabei zu beruhigen und dem Spröhling zur De- lohnung wieder drei Bummelviertcljahre zu gestatten. Wer nur für die Versetzung im letzten Monat lernt, was unbedingt verlangt wird, erschwert sich spätere Prüfungen und versäumt die wichtige Gelegenheit, sich während der Schulzeit im allgemeinen zum Ernstnehmen und pünktlichen E u'len von Pflichten zu erziehen. Es gibt aber auch Kinder die das ganze Jahr hindurch fleißig und gewissenhaft ihre Schulaufgaben gearbeitet haben und doch nicht reif zur Versetzung zu fein scheinen. Das sind die weniger Begabten. Sie verdoppeln jetzt unter dem Drucke der elterlichen Forderungen ihre Anstrengungen und lernen bis tief in die Rächt hinein. Auch sie bekommen Rachhilsestunden, aber alles scheitert an der unzureichenden geistigen Befähigung. Gelingt es ihnen doch, so viel Fortschritt in ihren Leistungen zu erreichen, daß sie in die nächste Klasse aufsteigen dürsen, so haben sie damit doch wenig gewonnen. Jede weitere Versetzung kann ihr Schicksal besiegeln. Roch immer gibt es leider viele Eltern, die das Aussteigen ihrer Kinder über die berufliche und gesellschaftliche Stellung des Vaters erzwingen möchten, auch wenn die entsprechenden Anlagen dafür nicht vorhanden sind. Gewiß, es steckt auch darin eine Form von Kindesliebe, aber sie führt dazu, daß der »junge Mensch gequält und gar leicht für sein ganzes geben geschädigt wird. Die sorgenschwere Zeit zwischen Weihnachten und Ostern sollten die Ätern solcher Kinder zum Anlaß nehmen, ernsthaft zu prüfen, ob das schwer um das Klassenziel kämpfende Kind überharrpt den Anforderungen seiner Schule genügen kann. Das geschieht am besten in ernster Aussprache mit dem Lehrer. Dem Kinde kann mehr damit gedient sein, wenn es die Volksschule regelrecht durchlaufen hat, als wenn es aus einer mittleren Klasse einer höheren Schule schließlich doch abgehen muh. Aus den unteren Klassen der höheren Schulen ist ja ein Rücktritt in die Volksschule noch möglich vhfte großen Nachteil für den Schüler. Diele Enttäuschungen der Eltern, viele Irrwege der Kinder ließen sich ersparen, wenn die Eltern ihre Kinder mehr nähmen, wie sie sind, anstatt sie zu Trägern ihrer Ideale machen zu wollen. Gtadtiheaier Gießen. Man schreibt uns: Am Sonntag, 19. Februar, 18 Uhr, geht die hochinteressante Krinnnalkomödie „Der Hexer", von dem bekannten Autor Edgar Wallace, in Szene. Ursprünglich war „Ern Sommernachtstraum" angesetzt, doch ist die Musik für den nächsten Sonntag nicht zur Verfügung. „Der Hexer" hatte bei seiner Erstaufführung am Dienstag einen sehr starken Erfolg. Das Publikum folgt der äußerst spannenden Handlung mit der größten Aufmerksamkeit. Das Stück kann nicht direkt als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen gegeben werden, da es noch durch das Abonnement gehen wird: es werden also gewöhnliche Preise genommen. Der Anfang um 16 Uhr wird jedoch beibebalten, da er sich gut bewährt hat. Es stehl zu hoffen, daß der Besuch von auswärts ein schr reger wird. Dvrbestell-Annahmen sind eingerichtet: Krofdorf: bei Kaufmann Karl Wagner, Hauptstraße 79. Lich: bei der Buchhandlung Hermann Dvlkmann. Wißmar: bei der Schreibwarenhandlung H. K ü m m e l. G r. - B u s e ck: bei K. Schmidt, Kaiserstraße 27. Daten für Freitag, 17. Februar. Sonnenaufgang 7.13 Uhr, Sonnenuntergang 17.17 Uhr. — Mondaufgang 5.01 Uhr, Mond- untergang 12.29 Uhr. 1819: Max Schneckenburger der Dichter der »Wacht am Rhein" in Talheim in Württemberg geb. (geft. 1849). — 1854: der Großindustrielle Alfred Krupp in Essen geb. (gest. 1902). — 1856: der Dichter Heinrich Heine in Paris geft. (geb. 1797). — 1888: der Schriftsteller Hans Blüher in Freiburg in Schles. geb. — 1925: großes Zechenunglück in Dortmund. Gießener Wochcnmarktpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170 Pfennig, Matte 25 bis 30, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 30 bis 40, Weißkraut 20 bis 25, Rotkraut 30 bis 35, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 20, Spinat 35 bis 40, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 30 bis 35. Rosenkohl 50 bis 60. Feldsalat 100 bis 150, Tomaten 120, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Endivien 100 bis 120, Kartoffeln 5 bis 5,5, Aepfel 10 bis 20, Birnen 10 bis 15 das Piund: Eier 15 bis 16, Blumenkohl 60 bis 180, Salat 20 bis 40, Lauch 15 bis 30, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 60 Pfennig das Stück. Borrrotizerr. — Tageskalender für Donnerstag: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. 8l/.t Uhr, Reue Aula der Universität. Lichtbildervortrag. - - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Höhere Töchter". — Astoria-Lichtspiele: »Die Fremdengasse von Reuyork". * *• Aus der hessischen Statistik. Rach den Mitteilungen der hessischen Zentralstelle für Landesstatistik entfielen im Jahre 1927 auf 1000 Einwohner an Hauptunter st ühungsemp- fängern in Hessen am 1. Juni 14,2 (im Reich 10,4), am 1. Juli 11,6 (8,7), am 1. August 10,1 (7,3). und am 1. September 9,6 (6,5). — Die Viehzählung am 1. Dezember ergab in den Provinzen Starkenburg 69 899 Viehhaltungen, Oberhessen 49 279, Rheinhessen 39 719. ** Hohen Wa ff erstand infolge der andauernden Regenfälle zeigen nun schon feit Tagen die Lahn und die Wieseck. Beide sind aber zum Glück bisher nicht unmanierlich gewesen und haben besonderen Schaden nirgendwo angerichtet. Die Lahn bewegt sich auch heute noch in ihrem Flußbett, während die Wieseck schon ein wenig wieder zurückgegangen ist. *' D i e dritte Rate der Gießener Winterbeihilfe an Kapitalrentner und Sozialrentner wird am kommenden Freitag und Montag ausgezahlt. Die Interessenten mögen die heutige Bekanntmachung beachten. ** Städtische Holzversteigerung. Aus den Waldungen der Stadt Gießern, gegenüber dem Forsthaus Hochwart, wurden bei der gestrigen Drennholzversteigerung im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 17 Mk., Eichenscheiter 12,20 Mk., Duchenknüppel 13 Mk., Eichenknüppel 9 Mk., Buchenstöcke 8 Mk., Sichen- stöcke 5,20 Mk., Fichtenstöcke 3 Mk. je Rm.: Buchenreisig per 100 Wellen 35 Mk. ** Von einem Auto überfahren. Gestern abend wurde ein 13 Jahre alter Junge namens Luh in Klein-Linden von einem nach Großen-Lin- den zu fahrenden Personenauto überfahren. Der Chauffeur fuhr, wie uns berichtet wird, weiter, ohne sich um den überrannten Jungen zu kümmern. Die SMlS-kWschlWMeW erfordern stets eine sorgfällige Textgebung und Satzausstattung. Gute Satzleiftungen find nur erreichbar, wenn die Anzeigen ItMig genug angegeben werden. Der Annahmeschluß für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Nach» mittag vor der Aufnahme. Gmpfchlungs- anzeigen müssen, je nach Umfang und Satz- schwierigsteiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt sein. Nur mit Sorgfalt und dem not-, wendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen iWtii im kmiMken Wlg! Insassen eines aus entgegengesetzter Richtung kommenden Autos fanden den Jungen auf der Straße liegend vor und brachten ihn zu 2r. Boßler in Klein-Linden. Hier konnte zum Glück für den Buben festgestellt werden, daß er außer dem Schreck und einigen Hautabschürfungen keine weiteren Verletzungen daoongetragen hat. " Volkstrauertag 192 8. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einem Runderlaß des Ministers des Innern entnimmt, sind aus Anlaß des dem Gedanken für die Opfer des Weltkrieges gewidmeten, vom „Voltsbund deutscher Kriegsgräberfürsorge e. D." in diesem Jahre am Sonntag, 4. März, in Aussicht genommenen Volkstrauertages einschränkende behördliche Maßnahmen nicht beabsichtigt, da dieser Tag fein gesetzlich anerkannter Feiertag ist. Eine Beflaggung der preußischen Staatsdienstgebäude aus diesem Anlaß kommt nicht in Frage. Der Leiter der Bad-Rauheimer Kurkonzerte. Als Leiter der Sinfoniekonzerte im Kurhaus zu Bad-Rauheim wurde auch für dieses Jahr wieder Generalmuslldirektor E i b e n s ch ü h verpflichtet. •* Evangelisch-kirchliche Rachrich - t e n. Durch die Kirchenregierung wurden dem Pfarrassistenten Alfred Strack zu Reustadt i. O. die Rechte eines desinittven Geistlichen übertragen und der durch den Dekanatstag des Dekanats Gießen für den Rest der laufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des Pfarrers Karl Sattler zu Wieseck zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Gießen die 'Bestätigung erteilt. Aus dem Dienst der Landeskirche entlassen wurde auf sein Rachsuchen der Pfarrassistent Heinrich Dög - l e r zu Hahn. *• Die Ortskrankenkasse Giehen- Stadt hielt gestern im Schipkapaß eine Aus- schuhsihung ab. Rach einer kurzen Einleitung durch den Vorsitzenden des Vorstandes wurde Kaufmann Adalbert B i n d e w a l d als Vorsitzender des Ausschusses. Buchdrucker Braun als Schriftführer und die Herren Klein und Kühner als Beisitzer bestimmt. Außerdem erfolgte die Wiederwahl der seitherigen Rechnungs- Prüfungskommission. Bei den tociteren Verhandlungen berichtete der Vorsitzende über die Vorarbeiten bezüglich der Erbauung eines neuen Verwaltungsgebäudes, was Veranlassung zu einer eingehenden Aussprache gab. Weiter wurde eine Reihe von Wünschen bezüglich Erweiterung der Leistungen, Bekämpfung des Si- mulantentums, ordnungsmäßige Anmeldung der Versicherten durch die Arbeitgeber ufw. zum Ausdruck gebracht. " Kriegerverein Gießen. Man berichtet uns: Die recht gut besuchte diesjährige Hauptversammlung fand dieser Tage im „Post- keller" statt. Reben einer stattlichen Anzahl Kameraden konnte man auch viele Kriegerwitwen und Angehörige von Kameraden sehen. Der erste Vorsitzende, Landgerichtsrat Trümpert, begrüßte alle Erschienenen und dankte für den zahlreichen Besuch. Besonders begrüßte er Oberst a. D. K l e i n h a n s, der für diesen Abend einen Vortrag über die .. Krieg Sschuldküge" übernommen hatte. Der Schriftführer, Kam. ©teuer» sekretär Krämer, erstattete den Jahresbericht. Aus dem in vorzüglicher Weis« abgetanen Bericht ist besonders hervorzuheben, dach der Verein einschließlich 51 Krieaerwitwen zusammen 417 Mitglieder zählt, und daß im abgelaufenen Jahr sechs Kameraden aus dem Leben schieden, bereit Angehörigen ein Sterbegeld von je 100 Mk. ausgekehlt wurde. Aus den Erträgniffen dec zugunsten von Kriegsveteranen statt gefundenen Konzerte und aus der Vereinskasse tonnten an Kriegsveteranen und bedürftige Kriegerwitwen zusammen 521 Mk. als Unterstützung gezahlt werden. Von zwei Kameraden wurden Gaben von 100 und 50 Mk. hierzu gestiftet. Denselben wurde der Dank für diese hochherzigen Gaben ausgesprochen. Die verstorbenen Kameraden, denen der Vorsitzende einen Rachruf widmete, ehrte die Versammlung in der üblichen Weise. Hierauf erstattete Kamerad Waas den Kassenbericht, der im allgemeinen ein erfreuliches Ergebnis zeigte. Der Vorsitzende häufte den Kameraden Krämer und Waas für die umsichtige Geschäftsführung, woraus auf Antrag der Rechnungsprüfer dem Vorstand und dem Rechner Entlastung erteilt wurde. Der Voranschlag sand mit einer Einnahme und Ausgabe von je 2600 Mark seine Genehmigung. Vor der nun folgenden Vorstandswahl sprach Kamerad Schiff nie dem 1. Vorsitzenden Landgerichtsrat Trümpert für seine vorzügliche und zielbewußte Tätigkeit im Ramen des Vorstandes und des Vereins herzlichen Dank aus, der durch ein dreifaches Hurra bekräftigt wurde. Die Wahl ging rasch vorüber, da auf Vorschlag der 1. und L Vorsitzende, sowie die übrigen Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewähll wurden. Reu traten in den Vorstand der Kamerad Fritz Baumert und Frau Assessor M ü l - l e r ein. den beiden wiedergewählten Mitgliedern der Kasseprüfungskommission trat Karl Bender neu hinzu. Fahnenträger und Begleiter wurden wiedergewählt. Der Vorsitzende gab von eingegangenen Einladungen anderer Militärvereine Kenntnis: Vertreter wurden bestimmt. Oberst K l e i n h a n s nahm hierauf daS Wort zu feinem Vortrag über „die neuesten Forschungen auf dem Gebiet der Kriegsschuld- lüge". Er schilderte eingehend das Verhältnis Deutschlands zu Rußland. Oesterreich und Italien vor dem Kriege und gab ein eingehendes Bild über die Ursache und Entstehung des Krieges. Mit scharfen Worten kennzeichnete er den uns ausgezwungenen Schandvertrag von Versailles und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Zeit nicht mehr fern sein möge, daß Deutschlands Unschuld am Kriege bewiesen werde. Starke Beifallskundgebung dankte dem Redner für den überaus klaren Vortrag, aus dem man die Gewißheit entnahm, daß Deutschland frei von Kriegsschuld ist. Der Vorsitzende stattete dem Vortragenden herzlichen Dank ab. Rach weiteren Besprechungen und Mitteilungen gab Oberinspektor Kretschmer noch eingehende Mitteilung über das Verhältnis des Allianzkonzerns zur Hassia, woraus den Kameraden Schröbel, Rickel, Möser, Kranz, Schmalz, Bernhard und A. K l e i n für mehr als 25jährige Zugehörigkeit zum Verein Ehrenurkunden und das Hassiazeichen mit der Zahl „25“ überreicht wurden. Der hierauf folgende gemütliche Teil war durchflochten mit einigen von Kameraden zu Gehör gebrachten Musikstücken und gemeinfamem Gesang. ** Auftrieb auf demheutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 1036 Kälber, 331 Schafe, 369 Schweine. ■ 1,1--— .. . . ■■!!'. _J.LL 1 Das BefteM gerade gut genug für Ihr Kind. Ernähren Sie es deshalb mit EnMilch! 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S. 246) auf Grund der Mitteilungen des Pfarrers Schmied -aus dem dor- ttgen Kirchenbuche nachgewiesen hat — habe vor seiner Hinrichtung, die am 21. November 1803 zu Mainz siattfand, dem „ersten Kriminalrichter und Hvfgerichtsrat in Hessen Adolf von Grolman nach der Urteilsverkündung durch diesen den Wunsch geäußert, „noch einmal eine Frau wiederzusehen, die so schön gewesen sei". Auf die Frage, wer diese Frau sei, habe er geantwortet. '„Die Frau von Grolman, Ihre Frau." Grolman habe ihm darauf die Erfüllung dieses Wunsches versprochen. Frau von Grolman, „in der Lat wegen ihrer Schönheit berühmt" und „nicht weniger kleinlich als ihr Mann" (soll heißen: ebensowenig kleinlich wie ihr Mann!), sei zum Gefängnis gegangen, und Schinderhannes habe „von seinem Fenster aus auf dem Balkon eines benachbarten Hauses noch einmal die Gestalt und Las Gesicht der schönen Frau gesehen, bei deren zufälligem Anblick nach seiner Berhaftung er ausgerufen habe: ,Die Frau ist ja schon wie em Engel!"' Diese Anekdote geht zurück auf die mündliche Lleberlieferung von Grolmans Tochter Berta, die am 9. Januar 1816 in Gießen geboren war und am 18. November 1917 im Alter von fast 102 Jahren starb. Ihre, Mutter, die zweite Frau ihres Vaters, hieß Klara Waldeck, war am 19. April 1793 zu Alsfeld geboren, hatte am 4 Juni 1811 zu Grünberg geheiratet und starb am 6. Dezember 1875 zu Gießen. Eine Verwechslung mit Grolmans erster Frau, Elisabeth Heerz, geboren am 1. März 1787 zu Grunberg, gestorben am 20. Oktober 1810 zu Gießen kann nicht vvrliegen, denn diese Ehe wurde erst am J. März 1804 geschlossen. Die Politik Washingtons. Don * * * Niemand wird sich heute noch der Ueber- zeugung verschließen wollen, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika die einzigen und tatsächlichen Sieger aus dem Weltkriege sind. Während alle Staaten Europas, auch die sogenannten Siegermächte, trotz des äußeren Erfolges, unter den Nachwirkungen des vierjährigen Völkerringens schwer zu leiden haben, hat der Weltkrieg die Machtstellung Nordamerikas, das durch seine Teilnahme den Krieg entschied, außerordentlich verstärkt. Das wirtschaftliche Schwergewicht der Welt ist über den Ozean nach Amerika hinübergewandert: der Dollar hat das Pfund abgelöst: Wallstreet ist der Finanzdiltator für Europa geworden: während auf den außereuropäischen Märkten der europäische Handel dauernd abnimmt, steigert sich der amerikanische Handel stettg. Daß die wirtschaftlichen Hintergründe naturgemäß auch Len politischen Auseinandersetzungen ihr Relief geben, liegt in der Natur der Dinge. Heute ist im wesentlichen eingetreten, was fast prophe- ttsch „Seestern" vor 20 Jahren in seiner damals Aufsehen erregenden Schrift „1906", der -Zusammenbruch der alten Welt, voraussagte: der Llebergang der weltpolitischen Suprematie auf die Vereinigten Staaten als Folge der Zerfleischung der europäischen Mächte. So steht denn heute auch Amerika im Brennpunkte des außenpolitischen Interesses. Durch den hier kurz skizzierten Umschwung werden in erster Linie die englisch-amerikanischen Beziehungen maß gebend beeinflußt. England hat seine Rolle als Weltgelbgeber an Amerika verloren: England, das klassische Handelsland Europas, wird durch die Tatsache, daß Amerika auf den Weltmärkten den Vorsprung hat, am nachdrücklichsten betroffen: überall, so nicht zuletzt in der Petroleum- fr a g e und auf dem Gummimarkt, tritt der vorerst wirtschaftliche Kampf der beiden angelsächsischen Mächte gegeneinander in Erscheinung. Seinen machtpolittschen Ausdruck findet dieses Verhältnis zwischen London-und Washington in der Flottenfrage, oder präziser ausgedrückt in der Kreuzersrage, der für den aggressiven und defensiven Handelskrieg gleich wichtigen Waffe. Während auf der Washingtoner Konferenz hinsichtlich der großen Schlachtschiffe auf der Basis des 5:5 Standard eine Einigung zustande kam, blieb die Frage der Kreuzer offen. Auf der Genfer Flottenkonferenz im vorigen Jahre, die im Grunde genommen mit Tonnage und Stärkezahlen wenig zu tun hatte, suchte Amerika seine auf der Washingtoner Konferenz eingeleitete Politik um die Vorherrschaft in der Welt fortzuführen und die in dem Marineabkommen mit England erreichte Parität allgemein durchzusetzen. Als England enttchieden a b l e h n t e — die Gründe sind bekannt — ging Amerika über dieses Zwischenstadium hinweg und steuerte auf die klare Vorherrschaft zur See hin. So stellt sich der 4. August 1927, als in Genf die Seebeschränkungskonferenz der drei Mächte England, Amerika und Japan ergebnislos auseinanderging als weltpolittscher Wendepunkt in den englisch- amerikanischen Beziehungen dar. Die Folge war das gewalttge amerikanische Flottenprogramm für die nächsten fünf Jahre, Verstärttrng der Flotte um 71 Fahrzeuge, und zwar 25 Kreuzer zu 10 000 Tonnen, 9 Zerstörer, 32 U-Boote und 5 Flugzeugmutterschiffe — bei einem Kostenaufwande von 740 Millionen Dollar. Der Marineausschuß des Repräsentantenhauses ist bei Genehmigung des Flottenprogramms sogar noch über die Absichten der Regierung hinausgegangen, indem er die Klausel, die den Präsidenten ermächtigt, die Schiffsbauten nach eigenem Ermessen ganz oder teilweise einzustellen, gestrichen und die Bauzeit festgelegt hat. Unb im Kongreß besteht starke Neigung, das Programm burchzuführen, trotzdem England im letzten Moment einzulenken versucht hat, i-ndem das Kabinett das englische Kreuzerbauprogramm, das für die Baujahre 1927 bis 1929 sechs Kreuzer vorsah, auf drei reduzierte und sich die Entscheidung Vorbehalten hat, ob zwei dieser Kreuzer, wie vorgesehen, in diesem Jahre auf Stapel gelegt werden sollen. Die maritime Rivalität der beiden großen Seemächte England und Amerika läßt sich jedenfalls nicht mehr leugnen. Die Weiterentwicklung hängt davon ab, welche Maßregeln England ergreifen, ob eS den Rüstungswettbewerv mit Amerika aufnehmen will, ja kann, und welche Stellung Japan zu dem g anzen Problem ein- nehmen wird. Der amerikanische Imperialismus tritt in kleinerem Ausmaße in Nicaragua, in mittlerem auf der Panamerikanischen Konferenz in Havanna zutage. Die macht- und wirtschaftspolitische Durchdringung Mittel- und auch Südamerikas durch die Vereinigten Staaten hat seit dem Kriege einen immer größeren Umfang angenommen. In den latein-amcrLani chen Staaten sind die amerikanischen Kapitalsinvestierungen um das Fünffache gestiegen. Die bolivianischen Bergwerke, die aufblühende Petroleumindustrie Venezuelas befinden sich in nordamerikanifchen Hunden. Brasilien ist durch seinen Kaffee-Export von dem mehr als 50 v. H., Argentinien und Uruguay durch ihren Schlachtviehexport, von dem ungefähr 75 v. H. nach den Vereinigten Staaten gehen, von diesem mehr oder minder wirtschaftlich abhängig. Auch in politischen Fragen sucht Washington seinen Einfluß zu sichern, so durch seine Schiedsrichterrolle im Tacna-Arica-Konflikt zwischen Peru und Chile. Die Jnterventionspolitik in Nicaragua, das Washington schon mit Rücksicht auf das von ihm sich gesicherte Recht auf den Bau eines interozeanischen Kanals analog dem Panmckanal als seine ureigenste Inter ssenzone ansieht, ist schließlich nur ein Ausschnitt des planmäßigen panamerikanischen Imperialismus der Vereinigten Staaten. Ueber und hinter allem steht die Monroe- Doktrin. Auch sie hat im Laufe der Zeiten bei unverändertem Namen ihre Bedeutung gewandelt. Anfänglich hieß sie: „Arne ika den Amerikanern", also Ausschluß europäischer Intervention. Heute lautet die Parole „Amerika den Nordamerikanern“. Gewiß, die mittel- und in noch höherem Maße die südamerikanischen Staaten stehen dem großen Bruder im Norden mit reichlich mißtrauischen Augen gegenüber und erblicken, wie noch kürzlich die Madrider Zeitung „El Sol" aussührte, in der Monroe-Doktrin nur noch eine Maske zur Deckung der Vankeevorherrschaft, aber die lateinamerikanischen Staaten sind füv sich zu schwach und in sich zu uneinig, dazu zu sehr angewiesen auf die finanzielle Hilse der Vereinigten Staaten, was auch schließlich von den südamerik. Staaten, selbst dem A-B-C-Bund, Argentinien, Brasilien und Chile, gilt. Eine Anlehnung an England scheint kaum möglich, und das alte Mutterland Spanien muh sich auf kulturelle Ein luhnahme und wirtschaftliche Betätigung in seinem ehemaligen Kolonialreich beschranken. Die Mißstimmung der mittel- und südamerikanischen Staaten hat zwar auf dem Kongreß von Havanna beredten Ausdruck gefunden, letzten Endes aber wird der Erfolg auf feiten der Vereinigten Staaten fein, zumal die Politik Washingtons darauf abgestellt ist, einen außenpolitischen Kurs zu steuern, der sich bereits in Mexiko ausgewirkt hat und auf eine Ausgleichung und Ueber- brückung der zwischen den Vereinigten Staaten einerseits und den mittel- und südamerikanischen Staaten andererseits bestehenden Spannungen hinausläuft. Mit großem Geschick hat es Coolidge in seiner großen Rede in Havanna verstanden, das Adolf Grolman, der am 25. Januar 1773 zu Gießen geboren war, 1812 geadelt wurde und am 28. Februar 1855 daselbst als Hvfrat a. D. starb, war im Jahre 1803 peinlicher Richter in dem Oberfürstentum Hessen, und Direktor des Zuchthauses in Gießen. Außer diesem Landesteil umfaßte die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt damals das Fürstentum Starkenburg und das Herzogtum Westfalen, während der 1806 zum Grohherzog emporgestiegene Landgraf Ludewig X. erst durch Patent vom 8. Juli 1816 von der gegen Westfalen eingetauschten heutigen Provinz Rheinhessen Besitz ergriff. Im Jahre 1803 war Mainz französisch. Es ist daher ganz unmöglich, daß der hessische Kriminalrichter Grvl- man, der 1818 eine „aktenmüßige Geschichte der Vogelsberger und der Wetterauer Räuberbanden" und 1822 ein „Wörterbuch der in Deutschland üblichen Spihbubensprache" veröffentlichte, bei der Verurteilung und Hinrichtung des Schinderhannes mitwirtte. Die Untersuchung gegen ihn führte der 1798 von dem Präfetten Jeanbon Saint-Andre zum Spezialrichter ernannte Johann Wilhelm Wernher, der am 4. Februar 1767 zu Zweibrücken geboren war und am 7. Juni 1827 als Großh. hessischer Staatsrat zu Darmstadt starb. Er ist der Verfasser der Anklageschrift gegen Schinderhannes und seine Spießgesellen, er verkündete ihnen das Todesurteil, das am 21. November 1803 in dem heutigen Mainzer Stadtpark vollstreckt wurde. Einige alte Pappeln kennzeichnen heute noch die Stelle. Die von Dr. Ochsenius mitgeteilte Anekdote ist also ohne Frage in das Reich der Fabel zu verweisen. Sie verdient aber deshalb Beachtung, weil fie zeigt, wie sich um die Person des zwar allgemein gefürchteten, aber nichtsdestoweniger ungemein volkstümlichen Straßenräubers Sagen bildeten und vielleicht Geschehnisse, die sich in Wirklichkeit an andre Persönlichkeiten geknüpft hatten, zu Unrecht mit ihm in Verbindung gebracht wurden. Sie ist aber auch darum beachtenswert, weil sie dem gefürchteten Räuber einen schönen Zug andichtet, und zweifellos besah er solche Züge. Gerade diese heben die neuesten Bearbeitungen, die chm zuteil geworden sind, hervor: die dramattsche KarlZuckmahers (1927) und deren hauptsächlichste Quelle, das 1925 erschienene Buch von Dr. jur. Kurt Elwen- spoek, das den Straßenränder Schinderhannes zum Rebellen erhebt und sich selber als die „erste krittsche Darstellung nach Akten, Dokumenten und Ueberlieferungen" ausgibt und da- Einigende zwischen den amerikanischen Staaten in den Vordergrund zu stellen, wobei er betonte, daß die amerikanischen Staaten gegen andere Teile der Welt, also Europa und gegen andere „Einrichtungen", gemeint ist sicher der Völkerbund, keine aggressiven Ziele verfolgten, aber sehr deutlich den Standpunkt unterstrich, daß die amerikanischen Staaten unter s i ch zu bleiben und ihre Differenzen s e l b st zu schlichten wünschen. Für die Vereinigten Staaten hat der Panamerikanismus in erster Linie praktische Seiten: nämlich ein einheitliches Amerika, unter Führung Washingtons mit der Front gegen Europa und den Völkerbund, vor allem aber gegen jeden Staat, mit dem die Vereinigten Staaten etwa in kriegerische Verwicklungen geraten könnten. Gesundheit - höchstes deutsches Doltsßut. Es ist außerordentlich nützlich, daß sich das Reichsinnenministerium allmählich der Mühe unterzieht, aus Mitteilungen der Gesundheitsämter, Universitätskliniken und der großen Krankenkassen genaues Material über den Stand der deutschen Volks gesunb- h e i t zusammenzutragen und dem Reichstage vorzulegen. Und vornehmste Aufgabe auch des vielbeschäftigten Parlamentariers müßte es fein, dem Studium dieser Veröffentlichungen eine ruhige Stunde zu widmen. Es klingt nämlich durchaus nicht alles freundlich, was wir in dem Material der Regierung finden, wenngleich anerkannt werden muß, daß sich der Gesundheitszustand des deutschen Volkes bis in das Jahr 1926 hinein, mit dem die Denkschrift ab» schließt, langsam, aber stetig gebessert hat. Doch schon die ersten Zahlen über die Bevölkerungsbewegung sind geeignet, Bedenken geltend zu machen, muh doch der Beobachter feststellen, daß die Bevölkerung auf eine starke Einschränkung des Nachwuchses hin- strebt, obwohl die Zahl der Eheschließungen trotz der Wohnungsnot seit 1924 wieder zugenommen hat und sich auf der Höhe der letzten Vorkriegs- jahre hält. Die Zahl der Lebendgeburten hat in dem Berichtsjahr einen nie gekannten und kaum erwarteten Tiefstand erreicht, und da auch nur eine sehr geringe Abnahme der Sterblichkeit eingetreten ist, so wird der fortschreitende Geburtenrückgang in keiner Weise ausgeglichen. An der Gesamtzahl der Geburten hat der Anteil der unehelichen Kinder stark zugenommen und weist auf den großen Ueberschuh an Frauen hin, wobei aber auch andere, in der Lebensauffassung liegende Gründe zu berücksichtigen sind. Die Abnahme der Gesamtsterblichkeit im Deutschen Reich ist zum Teil durch die Verminderung der Sterblichkeit der Säuglinge erreicht worden. Im mittleren Lebensalter war der Verlauf der Sterblichkeit dadurch charakterisiert, daß an der Senkung der Sterblichkeit die Frauen weniger teilneymen als die gleichalttigen Männer. Die Ursachen können hier- siir in der Zunahme der beruflichen Frauenarbeit mit ihren starken Gesunb- heitsschädigungen und — tn dem starken Anwachsen der nicht selten tödlich verlaufenden Abtreibungen gesucht werden. Es ist bekannt, daß in Zeiten großer Arbeitslosigkeit die Zahl der sich krank meldenden Personen bei den Krankenkassen erheblich anfchwillt. Diese Beobachtung trifft gerade für das Jahr 1926 mit seinen besonders hohen Crwerbslosen- ziffern deutlich zu. Fast jedes zweite Krankenkassenmitglied war im Berichtsjahre durchschnittlich einmal 26 Tage krank. Zwar lassen die Angaben über die Todesursachen gleichfalls eine Besserung Les Ges undh ei tszustandes erkennen, aber es haben sich immer noch genug und übergenug tödlich verlaufende Krankheiten herausgestellt. So hat die Zahl der Scharlach- und Keuchhustenerkrankungen eine erhebliche mit die zuerst 1891 erschienene „attenmäßige Geschichte über das Geben und Treiben des berüch- Hgten Räuberhauvtmannes Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, und seiner Bande" von Karl Rauchhaupt, d. i. Ferdinand Har- rach, geb. 1856 zu Biebrich, gest. 1918 als Zeitungsverleger in Kreuznach, zu gering einschäht. Karneval in Nizza. Don Prof. Dr. W. Bombe. Es wird vielfach behauptet, der Karneval sei tot und finde nur noch am Rhein eine verständnisvolle Pflege. Im allgemeinen mag diese Behauptung zutreffen: In Venedig ist von der Maskenfreiheit und den großen Feuerwerken nicht mehr viel, und von den Tierhehen und Herkules- spielen überhaupt nichts mehr zu sehen. Auch der von Goethe im zweiten Teil der Italienischen Reise so launig und anmutig geschilderte römische Karneval gehört der Dergcnrgenheit an. Roch immer jedoch zeichnet sich Nizza durch lustiges Maskentreiben aus, bei dem mindestens 50 000 Fremde Erholung und Ents) annung suchen. Nelen Monte Carlo ist Nizza Wohl der am meisten besuchte Erholungs- und Vergnügungsplah der Wett. Auf mehr als 200 000 schätzt man die Zahl der Fremden, die Heuer dieses irdische Paradies aufgesucht haben. Auf dem Korso und in der Rue Saint Francois de Paula drängt sich die Menge. Die Häuser haben ein farbenschillerndes Festgewand angelegt. Feurige Spanier und Spanierinnen, Apachen und Apachinnen, geradewegs aus Paris, der „Waschbütte des Teufels", impottiert, tummeln sich lustig zwischen behäbigen Holländern einher, Maharadschas mit ihren Lieblingsfrauen. Cowboys mit dem Gürtel voller Pistolen, jung und alt, arm und reich, alles ist bunt zusammengewürfelt. Paillasse, der französische Hanswurst, macht seine anzüglichen Späße, der närrische Prinz läßt seiner Freude Strahlen sprühen und zünden. Eine Konfettischlacht, an der ftch alle beteiligen, der schlichte Maim aus dem Volke wie der Vornehme, die ©rifette wie die Dame der großen Welt, entwickelt sich, und des Lachens ist fein Ende. Namentlich müssen die Policiers, die Wächter der öffentlichen Ordnung, diesen Regen von Gips und Mehl über sich ergehen lassen. Auf dem Platz der Präfektur sind Tribünen errichtet, und der Präfekt mit dem Bürgermeister und den übrigen Spitzen der Behörden Zunahme erfahren, der UnterletbSthphus grassierte in Nordwestdeutschland und nahm epidemischen Charakter in Hannover an, die Zahl der Grippe erkrankungen weist keine Senlung auf und nur auf dem Gebiete der Tuberkulose bekümpfung sind Erfolge zu verzeichnen. Deutschland weist z. Z. in dieser Hinsicht Zahlen auf, die ganz nahe an das europäische, in Dänemark und England beobachtete Minimum heranreichen. Endlich darf auch in gewisser Weise von einem Rückgang der Geschlechtskrankheiten berichtet werden. Trotz der zunehmenden wirtschaftlichen Beruhigung kann aber leider nicht von einem Rückgang der Selbstmorde gesprochen werden. Wenn der bitter-süß klingende Bericht des Reichsinnenministers auch immerhin zeigt, daß eine gewisse Besserung im Gesundheitszustand des deutschen Volkes eingetreten ist, so liegt eine Erklärung in der Tatsache, daß die Srnäh - rungsschwierigkeiten der Kriegs- und Jnslationsjahre endlich überwunden sind. Man ist allgemein wieder zu einer Ernährung zurück- gekehrt, die den besonderen Verhältnissen in Deutschland durch Reichhaltigkeit und Gehalt an emährungswichtigen Stoffen entspricht. Gelingt es erst einmal, die schweren Schäden des Krieges beispielsweise auf dem Gebiete des Wohnungsbaues auszugleichen, fo darf vielleicht erwartet werden, daß auch in der rückläufigen Bewegung der Geburtenzahl der notwendige Stillstand eintritt. Das Zungdeutsche Manifest. Das Jungdeutsche Manifest, das nach Ankündigung des Ordenshochmeisters Artur M a h- raun Ende vergangenen Jahres als Buch erschienen ist (Jungdeutscher Verlag), enthält auf 200 Seiten das Programm des Iungdeutschen Ordens, aus dem folgende Gedankengänge mitgeteilt seien: Wir befinden uns in einer dauernden Staatskrise. Das deutsche Volk steht dem Parteisystem innerlich ablehnend gegenüber, weil es die Erfolglosigkeit dieses Systems erkannt hat. Parteien sind ursprünglich von Idealisten gegründete Wettanschauungsgruppen. Je mehr nach der Gründung des Bismarckreiches die wirtschaftliche Entwicklung in den Vordergrund trat, desto mehr wurden die Parteien von ihrer ursprünglichen staatspolitischen Einstellung auf wirtschaftliche Denkweise eingespielt. Dabei ging der ideale, weltanschauliche Schwung mehr und mehr verloren, um durch Interessenvertretungen bestimmter Wirtschaftsgruppen abgelöst zu werden. Die heutigen Massenwahlen verschlingen so viel Geld, daß ein Wahlkampf ohne wesentliche Geldunter- stühung bedeutender Wirtschaftsgruppen kaum geführt werden kann. So kam es, daß der Einfluß einzelner großer Geldgeber in den Parteien herrschend wurde. Damit hat das Parteishstem eine Entwicklung genommen, deren heutigen Zustand man nur als Geldherrschaft bezeichnen kann. Das gilt für alle Pariein dieses Systems. Jede Partei hat bei der heutigen Organisation der Massenwahl nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie verzichtet auf große Geldgeber und bleibt bann unbedeutend, oder sie nimmt die Geldgeber an und muh bann deren Bedingungen Folge leistem Der Wähler hat babei feinen Einfluß. Es gibt ehrliche Parteivertreter genug In Deutschland, die diesen Zustand als untoürotg unb un- bemokrattsch empfinden unb nach einem Ausweg suchen. Die Sehnsucht nach einem wirklichen Dvlksstaat, der der Wesensart unseres Volkes entspricht, ist in allen Kreisen gleichmäßig groß. Daraus erwächst ben unparteilichen Organisationen die ernste und heilige Aufgabe, die Neugestaltung des deutschen Staates zu durchdenken unb nach Kräften vorzubereiten. Das Jungdeutsche Manifest macht einen grundsätzlichen Unterschied zwischen der Tätigkeit als Derufsmensch unb als Staatsbürger. Als Staatsbürger haben wir alle ein gleichmäßiges Interesse baran, in einem gesicherten unb arbeitsfähigen Staate zu leben, während wir als Beberteilt die Preise für die schönsten (Blumen» wagen. Die Läden, in denen sonst aus den Rivierablumen Gedichte beftilliert werden, jedes Fenster ist an Schaulustige vermietet. Bald hier, bald dort taucht aus dem dichten Gewühl der Wagen des Prinzen Karneval auf, der sein getreues Volk begrüßt. Wenn es Abend wird, erstrahtt die ganze ütabt in einem Lichtermeer, und eine nach Hunderttausenden zählende Menge drängt sich durch die Straßen. Aufdringliche Leuchtrellame ködert die Fremden für Tanz- und Darbetrieb. Um 11 Uhr beginnt dann in den Theatern der Maskenball, der so lange währt, bis der neue Morgen heraufdämmert. Wer es sich leisten kann, mietet sich eine Loge. Die Herren aus der Fremde beschränken sich meist darauf, im Smoking oder Frack mit bunter Kravatte ober einer großen Blume im Knopfloch zu erscheinen. Das Orchester lockt von einer Estrade draußen die Schaulustige an, drinnen wird die Konfetti- und Dlumenschldcht fortgesetzt. Das Spiel der Moccoletti, Heiner Kerzen, die der Nachbar auszublasen sucht, erhöht noch die allgemeine Lustigkeit. Helles Geflimmer im Saale, alles dreht sich um alles, alles dreht sich um nichts. Arn Fastnachtsdienstag erreicht die Freude ihren Höhepunkt. Durch die Rue Cassini wälzt sich der unabsehbare Zug zum Square Garibaldi, in dessen Mitte sich die große Marmorstatue des italienischen Nationalhelden erhebt, der in Nizza 1807 geboren wurde. Nun noch einen Blick in das Nizza, am Fischmartt. Auch ein ehrlicher Fischmartt hat nicht eitel Wohlgeruch zu bieten, nicht einmal an Festtagen. Hier hausen die Italiener und die provenzalisch sprechenden Franzosen der Arbeit erttasse. Die engen Gassen wimmeln von Menschen. Kinder bec Straße raufen unb prügeln sich um die Konfetti, die aus den Fenstern herabgeworfen werden. Ver- fleibete gehen ab unb zu, meist von bem Jubel der Strahenjugend begleitet. Die bekannte Karnevalsfigur des Dalochard im blauen Kittel, eine Art Kölner Tünnes, tritt auf. Eine echte spanische Pepita tanzt die Aragonaise und die Cachucha. Ein fetter Ochse wird mit vergoldeten Hörnern und bunten Bändern herausgeputzt und unter Begleitung von allerlei Masken zur Schlachtbank geführt. Am Fastnachtsdienstag beendet dann ein großes Feuerwerk und die Verbrennung einer Puppe, die den Prinzen Karneval barftellt, die Festzeit, aber zu Mittfasten (Mi-Careme) findet noch eine ebenso lustige Nachfeier statt. ruf-menschen mancherlei Llnterschiede und Spannungen haben. Diese Spannungen sind z. T. nicht aus der Welt zu schaffen, weil sie auf Natürlichen Grundsätzen beruhen. Sv werden z. D. die Unternehmer stets Wert darauf legen, möglichst billig zu produzieren, während die Angestellten und die Arbeitnehmer ihren Verdienst als Grundlage ihrer Lebensführung möglichst günstig gestalten wollen. Es ist keine staatspolitische, sondern eine berufsständige Aufgabe, solche Fragen zu lösen. Der Staat darf in diese Gegensätze nicht hineingezogen werden, weil er nicht Streitgegenstand zwischen einzelnen Interessengruppen, sondern der Staat des ganzen Dolles sein soll. Es gilt deshalb, den Staat unabhängig von Interessengruppen auf der Grundlage des Gesamtvolles zu organisieren, während die berufsständischen Fragen der Lösung durch einen besonderen berufsständischen Aühreraufbau Vorbehalten bleiben müssen. Oberheffen. Landkreis Gießen. cp Lollar, 15. Febr. Aus der gestrigen öffentlichen Sitzung des Gemeinderates ist u. a. zu berichten: Wiederum hatte sich der Gemeinderat mit der Angelegenheit der Erschließung von Baugelände „A u f d e m Stein" zu befassen. Der Bürgermeister teilte hierzu mit, daß sich nunmehr die privaten Besitzer mit dem Angebot der Gemeinde gemäß Beschluß der vorigen Sitzung auf Bezahlung von 1,85 Mark für den Quadratmeter bei besonderer Bewertung der vorhandenen Bäume einverstanden erklärt haben. Die Buderusschen Eisenwerke haben in dem fraglichen Gelände drei Grundstücke mit zusammen 2706 Quadratmeter liegen. Vach einem Schreiben der Werksleitung erklärte sich diese damit einverstanden, daß dieses Land zur Masse genommen und mitbereinigt wird, fordert dagegen nach erfolgter Vermessung und Einteilung der Bauplätze sieben näher bezeichnete Bauplätze zurück, was einen Flächeninhalt von 2999 Quadratmeter ausmacht. Das Mehr von 293 Quadratmeter will das Werk mit 2,25 Mk. für den Quadratmeter käuflich erwerben. Dieser Preis entspricht etwa dem Gestehungspreis (einschließlich der Vermessungskosten) der Gemeinde. Dagegen will die Firma keine Kosten für die Bereinigung ihres Eigentums übernehmen, auch keine Bindung in Hinsicht auf die Zeit der Bebauung eingehen. Die von dem Werk gewünschten Plätze liegen zu einem Teil (drei) im südlichen Teil des neuen Baugebietes, wo nach einem Beschluß der Gemeindevertretung die Bebauung beginnen soll, zum anderen Teil (vier) am Rord- ende, gegenüber der Werkmeisterwohnung der Firma. Die Gemeindevertretung glaubte einhellig, diesen Wünschen nicht insgesamt zustimmen zu können. Wenn man auch grundsätzlich gegen die Ausbedingung der Plätze zum Zwecke der eigenen Bebauung nichts einwenden will, so erscheint es jedoch ungangbar, die Kosten für die Bereinigung des von dem Werk in die Masse einzubringenden Geländes der Gemeinde aufzulegen, wird doch erst der jetzige Besitz der Buderusschen Eisenwerke durch das Verfahren der Gemeinde zu baureifem Gelände hergerichtet. Auch erscheint es nicht möglich, insbesondere für die im südlichen Teil ausbehaltenen Plätze, die Zeit der Bebauung freizustellen. Um die Sache im Hinblick auf die bald beginnende Bauzeit möglichst zu beschleunigen, glaubt der Gemeinderat richtig zu handeln, zunächst den Weg der gütlichen Verständigung gehen zu sollen, wobei mehrfach betont wurde, daß sich die Firma den berechtigten Wünschen der Gemeinde nicht versagen möchte, im Interesse der Hebung der Bautätigkeit im allgemeinen durch Bereitstellung geeigneten Baugeländes, als auch der Tatsache, daß es für die Gemeinde nicht möglich wäre, die Firma anders zu behandeln als die übrigen Beteiligten. Der Bürgermeister wurde durch einstimmigen Beschluß beauftragt, den Buderusschen Eisenwerken die Zustimmung zu dem übersandten Schreiben mit der Einschränkung dahingehend zu übermitteln, daß die Firma die Kosten für die Bereinigung ihres Eigentums anteilmäßig übernimmt und die Bebauung der ausbedungenen Plötze gleichzeitig mit den angrenzenden vornimmt. — Infolge Ablebens und Ausscheidens von Gemeindevertretern ist die Veueinteilung der Kommissionen erforderlich. Hierzu beantragte Gemeinderat W i s s e m a n n, alle Kommissionen mit sechs Gemeinderäten zu besehen, dazu jeweils der Bürgermeister als Vorsitzender. Die Bildung der Kommissionen geschah wie folgt: F i n a n z k o m m i s s i o n: Hofmann, Taubert. Keller, Göttlich, Deusing, Klinkel. Baukommission: Fuchs, Keller, Geißler, Göttlich, Rohrbach, Zecher. Landwirtschaftliche Kommission: Hofmann, Wissemann, Moos, Zecher, Geißler, Rohrbach. v. Londorf, 15. Febr. Dieser Tage fand dahier im Bügerschen Saale die 4. Allgemeine Geflügelausstellung des Geflügelzuchtvereins Londorf und Umgegend statt, die aus der näheren und weiteren Umgebung sehr stark -- über 200 Rummern beschickt war. Es war sehr gutes, prachtvolles Material, so daß die Preisrichter keine leichte Arbeit hatten. Vachstehend berichten wir die Ehren- und 1. Preise: Abteilung 1, Großgeflügel: Bronzeputen: Ehrenpreis Peter Schepp, Saasen. Perlhühner, stahlblau: 1. Preis Heinrich Schmidt, Saasen. Peking-Enten: 1. Preis Heinrich Högh, Laubach. Indische Laufenten, weiß: Ehrenpreis Ludwig Göbel III., Londorf. 1. Preis Christoph Ranft, Allendorf a. d. Lda. Indische Laufenten, wildfarbig: Ehrenpreis Mink, Hesken. — Abteilung II, Hühner: Italiener, rebhuhnfarbig (Brut 1925): 1. Preis Hch. Theiß, Londorf. Ehrenpreis Wilhelm Vachtigall. Allendorf a. Lda. Italiener, schwarz: 2 Ehrenpreise Iakob Burk, Londorf. 1 Ehrenpreis Wilhelm Schomber III., Kesselbach. 1 Ehrenpreis Heinrich Mink IV., Mölln. Karl Henkel, Odenhausen a. Lda., Ludwig Lich V., Londorf, je einen 1. Preis. Wyandottes, blaugold: Ehrenpreis Hch. Peil, Wittelsberg. Wyandottes, schwarz: Ehrenpreis Ludwig Klinkel, Lollar. Sussex, hell: 1. Preis Philipp Höchst, Londorf. Barnevelder: Ehrenpreis und zwei 1. Preise Bürgermeister Metzger, Röthges. Minorka, schwär;: Ehrenpreis und 1. Preis Heinrich Lesch, Gr.-Scelheim. Hamburger Silberlack: 1. Preis Ernst Borsch, Wermutshausen. Hamburger Schwarzlack: Ehrenpreis Heinrich Högy, Laubach. Silberbrakel: 1. Preis Heinrich Keßler,Beuern. — Abteilung Hl, Zwerghühner: Bantam, schwarz: Ehrenpreis Wilhelm Loh, Allendorf a d. Lda. 1. Preis Heinrich Högy, Laubach. Zwergkämpfer, neumodisch silberhalsig: Ehrenpreis Dr. Kurz, Alsfeld. Zwerg-Malayen, braun: Ehrenpreis Heinr Kommiinalpoliüsches aus bem Kreise Wetzlar. Das vom preußischen Landtag beschlossene Gesetz über die Regelung verschiedener Punkte des Gemeinde-Verfassungsrechts vom 27. Dezember 1927 bringt in bezug auf die Verwaltung der Landgemeinden im Kreise Wetzlar wesentliche Aenderungen gegenüber dem bisherigen Zustands. § 1 des Gesetzes behandelt die Frage des E i n g e in e i n d u n g s r e ch t s, auf die hier vorläufig nicht näher eingegangen werden soll. Von größerer Bedeutung sind die Paragraphen 2ff., nach welchen die Landbürgermei- stereien des Kreises hinfort die Bezeichnung „Am t“ führen. Gemeindevorst and ist nicht mehr, wie bisher, der Bürgermeister, sondern der Gemeindevorsteher. Der Gemeindevorsteher beruft die Gemeindevertretung und führt den Vorsitz in dieser mit vollem Stimmrecht. Für die Wahl der zu wählenden Amts- verordneten (bisher Bürgermeistereiverordneten) bildet das Amt (bisher Bürgermeisterei) einen Wahlbezirk. Aus die Wahl der Amts- verordneten finden die Vorschriften des Ge- meindewahlgesehes über die Wahl der Gemeindeverordneten entsprechende Anwendung, d. h. die Amtsverordneten werden von den Einwohnern des Amtes im gleichen, allgemeinen und geheimen Wahlrecht nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Der Bürgermeister ist in der Regel ehrenamtlich zu bestellen, ebenso die Beigeordneten. Im Falle eines besonderen Bedürfnisses können durch Amtsbeschluß (Dürgermei- stereibeschluß) einzelne Bürgermeister- und Bei- geordnetenstellen als besoldete eingerichtet werden. Diese Vorschrift dürfte sich in oer Praxis kaum als eine solche auswirken, die Aenderungen gegenüber dem bisherigen Zustande bringt. Denn auch nach den bisherigen Vorschriften der Landgemeindeordnung für die Rheinprovinz bzw. der Rheinischen Kreisordnung sollte das Amt des Bürgermeisters zunächst denjenigen übertragen werden, die es als ein unentgeltlich zu verwaltendes Ehrenamt zu übernehmen in der Lage waren. Ein Bürgermeister mit Besoldung sollte nur angestellt werden, wenn ein geeigneter Ehrenbürgermcister nicht zu gewinnen war: Die letztere Vorschrift hat schon seit Jahrzehnten in sämtlichen Landbürgermeistereien des Kreises Platz gegriffen, so daß das neue Gesetz hier also eine Aenderung nicht bringen wird. Die Beigeordneten dagegen waren bisher schon in sämtlichen Bürgermeistereien ehrenamtlich bestellt. Während bisher der Bürgermeister die Gemeindevertretung berief und in ihr den Vorsitz führte, wird er jetzt von dem Gemeindevorsteher zu den Sitzungen der Gemeindevertretung nur noch eingeladen. Stimmrecht hat er nicht, hatte es auch bisher nicht, sondern als Vorsitzender nur bei Stimmengleichheit die entscheidende Stimme. Die Beschlüsse der Gemeindevertretung sind dem Bürgermeister möglichst vor der Ausführung schriftlich mitzuteilen. Der Bürgermeister und die Beigeordneten werden von der Amts- Vertretung gewählt, und zwar der Bürgermeister auf 12 Iahre und die Beigeordneten nach jeder Veuwahl der Amtsvertretung. Die gewählten Bürgermeister und Beigeordneten bedürfen der Bestätigung durch die Aufsichtsbehörde (das ist der Landrat in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kreisausschusses). Wegen der Zugehörigkeit des Gewählten zu einer politischen Partei darf die Destättgung nicht versagt werden. Die Bestätigung kann von der Aufsichtsbehörde nur unter Zustimmung der Be- schluhbehörde (Kreisausschuß-Kollegium) versagt werden. Der Bürgermeister muß die zur Verwaltung des Amtes erforderliche Befähigung besitzen. Wählbar zum Bürgermeister und Beigeordneten ist jeder, der nach dem Gemeindewahlgesetz wählbar ist, mit der Maßgabe, daß für den besoldeten Bürgermeister der Wohnsitz nicht Voraussetzung der Wählbarkeit ist. Der Bürgermeister darf nicht gleichzeitig Beigeordneter sein. Bei Erledigung einer Bürgermeisterstelle kann mit Zustimmung der Amtsvertretung die vorläufige Verwaltung einem Kommissar übertragen werden, den der Oberpräsident ernennt. Vor der kommissarischen Bestellung eines Bürgermeisters muß die Amtsvertretung gehört werden, die das Recht hat, von sich aus dem Oberpräsidenten Vorschläge zu machen. Von diesen Vorschlägen soll der Oberpräsident nur in äußerst dringenden Fällen abweichen. Die kommissarische Verwaltung einer Dürgermeisterstelle darf in der Regel die Dauer eines Iahres nicht überschreiten. Diese Vorschriften bedeuten gegenüber den bisher gültigen Bestimmungen der Landgemeinde- bzw. Kreisordnung eine Aenderung insofern, als bisher die Bürgermeister und Beigeordneten durch den Oberpräsidenten auf Grund von Vorschlägen des Kreisausschusses ernannt wurden, welche dieser nach Anhörung der Bür- germeistereiversammlung zu machen hatte. Selb st verwaltungsangelegen hciten der Gemeinden können nach dem neuen Gesetz durch Beschluß der Amtsvertretung für das ganze Gebiet oder für Teile des Amtes mit der Wirkung übernommen werden, daß sie damit den zu dem Amte gehörigen Landgemeinden gegenüber gesetzlich dem Amte Vorbehalten werden. Das gleiche gilt von solchen Angelegenheiten. die von Zweckverbänden übernommen sind, die aus Landgemeinden innerhalb des Amtes bestehen. Wird eine C.lbstverwaltungsan- gelegenheit nur für Teile des Gebietes des Amtes auf das Amt übernommen, so sind diejenigen Gemeinden, auf welche sich die Ueber- nahme nicht erstreckt, von den Kosten, die durch die Uebernahme dieser Angelegenheit erwachsen, freizulassen. Durch Amtssahung kann eine Mitwirkung des Bürgermeisters bei der Aufstellung des Haushaltsplanes und der I a h - resrechnung, sowie bei der Verwaltung und Beaufsichtigung des Rechnungs- und Kassenwesens der einzelnen Landgemeinden in dem Umfange beibehalten oder eingeführt werden, wie sie gemäß der diesbezüglichen Vorschriften der Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen besteht. Schließlich schreibt das Gesetz noch die Auflösung der fürstlichen Gemeinden im Kreise Wetzlar vor. Hiervon werden folgende fürstlichen Gemeinden betroffen: Schloßgemeinde Braunfels, Schloßgemeinde Altenberg, fürstliche Gemeinde Heisterberg, fürstliche Gemeinde Schwobacherhof und fürstliche Gemeinde Hohensolms. Wie sich das Gesetz in allen Einzelheiten praktisch auswirken wird, läßt sich zur Zeit noch nicht genau übersehen, da der Minister des Innern die zur Ausführung nötigen Anweisungen bis jetzt noch nicht erlassen hat. Vau, Beltershausen. Mille-Fleurs: 1. Preis Hch. Högy, Laubach. Zwerg-Wyandottes, schwarz: Ehrenpreis und 1. Preis Wilhelm Lich IV., Londorf. — Abteilung IV, Tauben: Hessische Kröpfer, blau: 2 Ehrenpreise und 1. Preis Ludw. Olemotz, Kesselbach. 1. Preis Wilhelm Becker. Kesselbach. Hessische Kröpfer, fahl mit Binde: 1. Preis Konrad Stetzenbach, Vordeck. Steigerkröpfer, gehämmert: Ehrenpreis derselbe. Steiger- kröpfer, rot: Ehrenpreis und 1. Preis Ludwig Lich V., Londorf. Brünner kröpfer. weiß: Ehrenpreis Heinrich Högy, Laubach. Brüsker, braun: Ehrenpreis und 1. Preis Adam Hebrais, Als- seld. Französische Dagdetten, schwarz: Ehrenpreis und 1. Preis Iohann Heinrich Vau, Beltershausen. Französische Bagdetten, scheckig: 1. Preis Willy Ebel, Lang-Göns. Schönheitsbrieftauben: Ehrenpreis und 1. Preis August Beckel, Londorf. Reisebrieftauben, gereist bis 300 Kilometer: 1. Preis Ernst Hasselbach, Londorf. Brieftauben, nicht gereist: Ehrenpreis Gg. Kornmann, Wermertshausen. g. Allendorf (Lah n), 15. Febr. Die hiesige Gefolgschaft des Iungdeut scheu Ordens hatte für Samstag zur Bannerweihe im Saale der Gastwirtschaft Luh eingeladen. Außer zahlreichen hiesigen Einwohnern hatten sich trotz schlechten Wetters eine große Zahl Ordensbrüder mit Spielmannszügen und Bannerabordnungen aus den benachbarten Einheiten eingefunden. Vach kurzen Begrüßungsworten durch den Gefolgschaftsmeister der hiesigen Gefolgschaft sprach der Wanderwart der Ballei Oberhessen über die aus dem Fronterlebnis heraus geborene jungdeutsche Staatsauffossung. Der Großmeister der Bruderschaft Gießen weihte hierauf das neue Banner und übergab es der Gefolgschaft Allendorf mit der Mahnung, treu zu ihrer Fahne zu stehen. Deilamationen und Gesänge umrahmten die erhebende Feier, die mit einem kurzen Schlußwort des Großmeisters ihren Abschluß fand. - - Großen-Linden, 15. Febr. Die im Laufe der vorigen Woche täglich im hiesigen Christlichen Vereinshause abgehaltenen E v a n - gelisationsversammlu ngen erfreuten sich eines regen Besuches hiesiger und auswärtiger Gemeinschaftskreise. Prediger Meier von der St. Chrischonagesellschaft wußte in seinen tiefgründigen Vorträgen, die oft von Gesangsvorträgen des hiesigen gemischten Chores würdig umrahmt wurden, seinen aufmerksamen Zuhörern Erbauliches zu sagen und wertvolle Rat-' schläge für ihr religiöses Leben zu geben. ' Hausen, 15. Febr. Am Sonntag veranstaltete der Gesangverein „Germania" unter der Leitung seines bewährten Chormeisters G ö r l a ch sein diesjähriges Wintervergnügen, das sich eines sehr guten Besuches erfreute. Rach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden trug Frl. Happel einen Prolog vor. Die zu Gehör gebrachten Chöre des Vereins legten Zeugnis ab von der vortrefflichen Arbeit/die die Sänger unter ihrem Chormeister für das deutsche Lied leisten. Lehrer F l a u a u s hatte gleichfalls mit dem Verein einen schönen Chor eingeübt, den er in trefflicher Weise zum Vortrag brachte und anschließend selbst einige Lieder mit Klavierbegleitung sang. Im - weiteren Verkaufe des Abends wurden zwei Theaterstücke recht flott gespielt. Chormeister G ö r l a ch und den mitwirkenden Theaterspielern wurden Dan- kespräsente Überreicht. Zur Verschönerung des Abends trugen weiterhin einige Chöre des Gesangvereins „Eintracht" wesentlich bei. Sämtlichen Darbietungen wurde mit Recht lebhafter Beifall gespendet. Tanz bildete den Abschluß der Veranstaltung, auf die der Verein mit Befriedigung zurückblicken kann. * E b c r st a d t, 15. Febr. Arn Sonntag veranstaltete der hiesige Dadfahrerverein einen Theaterabend. Aufgeführt wurden das Drama „Der Meineidsbauer" von Ludwig Anzengruber und das Volksstück „Beim Kreuz'l im Tannengrund" von Hermann Marcellus. Obwohl die Aufführung bereits zum zweiten Mal geschah, wohnten wieder annähernd 300 Personen der Veranstaltung bei. Pfarrer K ö d - ding sprach am Schlüsse begeisternde Worte für die wohlgelungene Veranstaltung aus und dankte ganz besonders Lehrer Bell für die vorzügliche Leitung. s. Utphe, 15. Febr. Am Samstag hielt der Gesangverein „Lorelei" sein diesjähriges Wintervergnügen im Saale der Wirtschaft Wilhelm Veunobel ab. Vach einer Begrüßungsansprache des Vereinspräsitenten Wilhelm Tag gingen drei flott gespielte Theaterstücke über die Bühne. Das Stück „Der alte Schmied" weist auf die Gefahren der Fremdenlegion hin. Es kann nur von Vorteil fein, wenn durch derartige Stücke auch immer wieder darauf hingewirkt wird, junge Deutsche vor dieser Schmach zu bewahren. Es schlossen sich zwei humoristische Einakter an. Die theatralischen Vorführungen wurden durch Gesangseinlagen umrahmt. Besonderen Dank verdiente sich, wie der Vorsitzende hervorhob, der Schmied Wilhelm D u e für die vortreffliche Einstudierung der Theaterstücke. Auch die Darsteller ernteten lebhaften Beifall für ihr gutes Zusammenspiel. Flotter Tanz beschloß die wohlgelungene Veranstaltung. Die Musik lag in den Händen der Kapelle Bellersheim. Wegen der beschränkten Raumverhältnisse werden die Theaterstücke an einem anderen Abend für die älteren Ortseinwohner wiederholt. ch Harbach, 15. Februar. Zn der Gastwirtschaft Herzberger hielt Direktor Traulmann vom Landwirtschaftsamt Grünberg einen Vortrag über „Anlage und Vorteile einer Iungv'i ehw er de". Bürgermeister Schomber leitete die gut besuchte Versammlung. Direktor Trautmann erläuterte die technischen Maßnahmen zur Anlage einer Weide und befaßte sich mit den Grundbedingungen, die bei Anlage einer Iungviehweide zu beachten sind. Die großen Vorteile einer Weide für unser Jungvieh wurden besonders hervorgehoben. Die Entwickelung der Tiere, die Knochenbildung u. a. m. werden durch den Weidegang ganz hervorragend begünstigt. Die interessanten, lehrreichen Ausführungen fanden allgemein starken Beifall Die sich anschließende Aussprache war äußerst rege und vielseitig. Die Landwirte Münch und Stark schilderten ergänzend die großen Vorteile, die die Anlage einer solchen Iungviehweide für die Landwirte mit sich bringt. Die Vorteile sind sowohl für den Heinen, wie für den großen Landwirt von weittragender Bedeutung. Bürgermeister Schomber dankte Direktor Trautmann für seinen trefflichen Vortrag. — Die Gemeinde Harbach bzw. verschiedene Interessenten tragen sich ernstlich mit dem Gedanken, eine Jungviehweide hier zu errichten. Kreis Büdingen. LPD. Büdingen, 15. Febr. Für den Dü - dinger Petrimarkt, der vom 19. bis 22. Februar stattfindet, sind großzügige Vorbereitungen im Gange. Der Markt wird ein ganz besonderes Gepräge erhalten. Seine Einleitung bildet ein großer historischer Festzug am Sonntag, der in drei Abteilungen geführt wird. Im ersten Teile wird die Lleberreichung der Markturkunde im Jahre 1330 gezeigt, weiterhin die damals üblichen von Frankfurt nach Büdingen gekommenen Kauffahrteiwagen und ihr Schuh durch Schützen und Edelleute: der zweite Teil bringt die heimischen Innungen in ihrer Blütezeit im 15. bis 16. Jahrhundert, während im dritten Teile die neueren Gewerbe dargestellt werden. Für den Pferde- u n d V i e h m a r k t, die die drei letzten Markttage in Anspruch nehmen, liegen bereits zahlreiche Anmeldungen vor. Mit dem Markte ist eine Lotterie verbunden, die wertvolle Gewinne bringt. △ V i d d a, 15. Febr. Der heute hier abgehaltene Schweinemarkt hatte unter der Sin* gunst des Wetters etwas zu leiden. Es waren etwa 220 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Der Handel war anfangs etwas gedrückt, weil di« Preise gegen früher bedeutend höher gestellt wurden. Allmählich entwickelte er sich aber lebhaft und erbrachte guten Absatz. Für sechs Wochen alte Ferkel wurden 30 Mk., für acht Wochen alte 36 bis 40 Mk. das Paar bezahlt. Läufer kosteten das Paar 60 Mk. und mehr, je nach Alter. Auch für fette Schweine find in der letzten Zeit die Preise wieder gestiegen. Das Pfund Lebendgewicht kostet jetzt 58 bis 60 Pf., gegen 53 Pf. vor vier Wochen. Der heute nachmittag abgehaltene Krämermarkt war infolge des Regenwetters nur mit wenigen Verkaufsbuden bezogen und schwach besucht. Kreis Schotten. # Freienseen, 15. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein „Liederkranz" sein Wintervergnügen ab, das sich wie alljährlich, eines guten Besuches erfreute. Ein reichhaltiges Programm konnte geboten werden. Im Vordergrund standen gesangliche Darbietungen, unter denen das Volkslied und volkstümliche Lied erfreulicherweise den ersten Platz einnahmen. Mit voller Hingabe wurden die Lieder von . einem gutgeschulten Chor zu Gehör gebracht. Reicher Beifall lohnte die aufgewandte Mühe und erbrachte den Beweis, daß das Volkslied mit seinem dem DolkSemP- finden eigenen Text und der diesem angepahten schlichten Stimmführung und reinen Harmonie bei guter rhythmischer und dynamischer Vortragsweise seine ihm gebührende Stellung zu behaupten weih. Der musikalische Teil der Unterhaltung lag bei der Orchestervereinigung Laubach in besten Händen, die damit einen wesentlichen Anteil am vollen Gelingen hat. Sie mußte sich wiederholt zu Zugaben verstehen. Ein flott gespielter Zweiakter nebst einem HanS Sachsschen Fastnachtsspiel „Das Kälberbrüten", ergaben eine wohlgelungene Ergänzung. Der Verein hat mit seinem älnterhaltungsabend einen vollen Erfolg zu verzeichnen. )r-( Ruppertsburg, 15. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein Sängerbund im Saale des Gastwirts Schlörb seine 46. ordentliche Generalversammlung ab. die. von dem langjährigen Vorsitzenden Iakob B ö ch e r geleitet, von 53 Mitgliedern besucht war. Mit dem Chor „Dir, meinem Vogelsberg" wurde die Tagung eröffnet. Der 1. Präsident erstattete einen eingehe.' n Jahresbericht, der zeigte, daß der 03e; H im abgelaufenen Dereinsjahre eifrig lu.mht war. das Ziel, das er sich gesteckt hat, zu erreichen und auch mit Erfolg, was die gute Wertung bei dem Bundeswertungssingen in Langd bewies. Leider hatte der Verein im Iahre 1927 den Tod von 4 OHitgliebern zu beklagen, 4 andere verzogen. Cs traten 9 neu ein, so daß zur Zeit 39 aktive und 106 passive Mitglieder dem Vereine angehören. Die Rechnungsablage durch den bewährten Rechner W. Lehr II. ergab eine Einnahme von 499,34 Mk. und eine Ausgabe von 354,40 Mk., also einen Kassenbestand von 144,94 Mark. Das Barvermögen beträgt jetzt 400,34 Mk. Da besondere Anträge nicht Vorlagen, so schritt man zur Ergänzungswahl des Vorstandes. Der 1. Vorsitzende B ö'ch e r wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Als wei- - tere Mitglieder wählte man in geheimer Wahl Friedrich Diehl HI. und Karl Konrad. Der Chor „Du herrliches Land, du, mein Vaterland" von Rektor Schaad beschloß den offiziellen Seil. Bei einem guten Glase Bier, schönen Liedern und dem Vortrag humorvoller Gedichte in Vogelsberger Mundart durch den Sangesbruder Hermann Müller blieb man noch längere Zeit gemütlich beisammen. -s- Stumpertenrod, 15. Febr. Rachdem unsere Gemeinde bisher hinsichtlich des P o st - autoverkehrs recht stiefmütterlich behandelt worden war, ist es ihr endlich nach langen Verhandlungen mit der Postbehörde gelungen, an den Postautoverkehr Rieder - Gc- münde n—G roh-Felda angeschlossen zu werden. Don heute ab fährt das Postauto, das abends um 8 Llhr von Rieder-Gemünden abgeht, nicht mehr, wie bisher, nur nach Groß- Felda, sondern weiter bis Stumpertenrod, wo cs kurz nach 9 Llhr ankommt, um dort über Rächt zu bleiben, und dann morgens kurz nach 5 älhr wieder über Groß-Felda nach Rieder- Gemünden zu fahren. Hoffentlich ist dieser neue Versuch, unsere Gemeinde an den Postautover- kehr des Vogelsberges anzuschließen, von bleibender Dauer. — Wie kürzlich gemeldet wurde, soll die von dem hiesigen gemischten Chor „Eintracht" angeschaffte neue Fahne noch vor Pfingsten in der Stille eingeweiht werden. Die damit verbundene Festlichkeit findet in der dem Kriegervcrein gehörigen Festhalle statt, die zu diesem Zweck gemietet wurde. 0 Gedern. 15. Febr. In voller körperlicher und geistiger Frische und unter allseitiger Anteilnahme seitens der hiesigen Einwohnerschaft konnte heute Alt-Bürgermeister Karl Rispel Mt Feier seines 80. Geburtstages begehen. Dem um Kirche und Gemeinde hochverdienten Manne, der viele Jahrzehnte hindurch an der Spitze der bürgerlichen Gemeinde gestanden hotte und noch jetzt ausführendes weltliches Mitglied des Kirchenvorstandes ist, dem er fast 40 Jahre ununterbrochen angehört, wurden mit Recht große Ehrungen zuteil, unter denen besonders yervorhebenswert die der Kirchengemeinde ist. Unter der Führung des Ortsgeistlichen. Hofpredigers Widmann, begab sich oer Kirchenvorstand in die Wohnung des Jubilars, woselbst der Dorschende eine Ansprache hielt und die Glückwünsche der Kirchengemeinde, des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeindevertretung überbrachte und ein wertvolles Geschenk überreichte: Eugen Burnand, Die Gleichnisse Jesu. Ferner überbrachte der Ortsgeistliche die Glückwünsche des Landeskirchenamtes und verlas ein in warmen Worten gehaltenes Schreiben des Prälaten D. Dr. Diehl; weiter übermittelte er die Segenswünsche des Evangelischen Dekanats Schotten, die in einem anerkennenden Schreiben von Dekan Bolp (Laubach- Ausdruck fanden. Die Landeskirche ehrte außerdem den Jubilar durch Verleihung eines künstlerisch sehr wirkungsvollen Gedenkblattes. In allen Schreiben wurde die besondere Pflichttreue von Alt-Bürgermeister Rispel, der auch lange Jahr« hindurch dem Dekanats-Ausschuß und der Dekanatsshnode angehört hatte, betont, sowie auch das herzliche Verhältnis zur Landeskirche, zum Dekanat und zum Ortsgeistlichen. Glückwünsche überbrachten weiter Bürgermeister Müller namens der bürgerlichen Gemeinde, sowie eine Abordnung des Kriegervereins, dessen Ehrenpräsident Alt-Bürgermeister Rispel ist, und eine große Fahl von Freunden und Be- kannten. Der Jubilar war über alle Ehrungen sichtlich erfreut und tief bewegt durch die Bezeugungen der Liebe und Dankbarkeit. X Gedern, 15. Febr. Gelegentlich seiner Vortragsreise durch das Dekanat Schotten weilte der Basler Missionar W i e b e r , der 20 Jahre lang im Missionsdienst auf der Goldküste in Westafrika tätig war, auch in unserer Gemeinde. 3m Vormittagsgottesdienst des letzten Sonntags wies er in seiner Missionspredigt auf die Missionspflicht hin, erzählte nachmittags im Kindergottesdienst der Jugend von den Leiden und Freuden des Missionars bei der Arbeit an den Heiden und hielt am Abend in Der Kirche einen sehr lehrreichen und fesselnden Lichtbildervortrag; die prächtigen, zum größten Teil von ihm selbst aufgenommenen Bilder gewährten einen anschaulichen Einblick in die Ratnr- und Gcisteswelt der Bewohner der Goldküste und in die erfolg- und segensreiche Arbeit der Basler Mission in jenem fernen Lande. Der Ertrag der Kollekten für die Basler Mission betrug etwa 42 Mark, der Erlös für verkaufte Missionsfchriften, welche durch die Konfirmanden in den Häusern angeboten wurden, ungefähr 50 Mark. Kreis Lauterbach. P. Schlitz, 15. Febr. In früheren Feiten wurden, bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, in unserer Stadt auch Schweinemärkte abgehalten, die dann wohl aus Mangel an Interesse und Beteiligung eingingen. Auf Gemeinderatsbeschluß hin werden diese Märkte nunmehr aufleben. Am 14. März soll der erste dieser Art wieder stattfinden. P. Bernshausen, 15. Febr. Hier wurde der 26jährige unverheiratete Schreinermeister Georg Straub in seinem Betrieb von einer zerspringenden Riemenscheibe am Kopfe so unglücklich getroffen, daß er schon nach einer halben Stunde seiner schweren Verletzung erlag. Starkenburg. * Darmstadt, 15. Febr. Der angebliche Monteur Emil Warsow aus Berlin zog vor einigen Tagen hier zu und meldete sich mit Ausweispapieren, auf diesen Ramen lautend, auf dem zuständigen Polizeibezirk an. Etwa acht Tage nach der Anmeldung erschien der angebliche Warsow auf der Paßstelle und beantragte einen Auslandspaß. Rachfrage in Berlin ergab, daß die A u s w e i s p a p i e r c, auf Warsow lautend, dort g e st o h l e n sind. Bei dem Antragsteller handelt es sich um den von vielen Behörden gesuchten Hochstapler Kaufmann Wilhelm Heinrich, gen. Bernhard Schäfer, geb. am 30. Oktober 1838 zu Büdinge n. Schäfer ist unter Zurücklassung eines größeren Lederkoffers mit Kleidungsstücken flüchtig. — Hier wurden der vorn Amtsgericht Wurzen wegen Diebstahls gesuchte Schneider Karl Borowsky aus Torgau und der Chemiker Wilhelm Müller aus Ems wegen Urkundenfälschung und Betrugs festgenommen. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Wetzlar, 15. Febr. Die Zwangs- Innung für das Op tiker- und Mechanik e r h a n d w e r k hat sich durch Beschluß der Jnnungsversammlung a u f g e l ö st. Die Auslosung tritt mit dem 1. März 1928 in Kraft. Z Krofdorf, 15. Febr. Sen größten Konfir- manden des Kreises Wetzlar dürfte wohl die hiesige Volksschule zu verzeichnen haben Es ist dies der am 10. Februar 1914 geborene Alfred Henkel von hier mit einer Größe von 1,78 Meter. A Krofdorf, 15. Febr. Lei der Holzver fteigerung aus dem hiesigen Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Buchen: Scheitholz 15 bis 16, Knüppel 10 bis 12, Reiser 2 bis 2,50 Mk.; Eichen: Scheitholz 7 bis 8, Knüppel 5 bis 7,50, Reiser 1 Mk. — Am Samstag konnte der Dirigent des Gesangvereins „Germania", Ludwig Abel Hierselbst, seinen 71. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische feiern. Unter Herrn Abel hat der Gesangverein manchen ersten Preis errungen. Groß-Rechtenbach, 15. Febr. Gestern abend fand im Gemeindesaale im neuen Schulhause Hierselbst ein ülnterhaltungsabend der Ortsgruppe der Kreisbauern schäft statt, der sich eines guten Besuches erfreute. Cs hielten Vorträge der Geschäftsführer der Kreis- bauernschast Wetzlar, Diplom-Landwirt Dornberger, Wetzlar, und der bekannte Bauern- schriftsteller und Heimatdichter Wilhelm Reuter, Dornholzhausen, über die Rotlage und die dadurch bedingten Aufgaben dör Landwirtschaft. Ferner sprachen Bürgermeister Schneider, Groß-Rechteirbach; Lehrer M e s s e r s ch m i d t, Groß-Rechtenbach; der Direktor der landwirtschaftlichen Schule Wetzlar, Dr. ü I r i , und Oberstleutnant a. D. von Lohberg. Wetzlar. Neue Bücher. — Jacob Dur ck Hardt: Die Kultur der Renaissance in Italien. Mit einem Geleitwort von Exzellenz Wilhelm von Bode. Herausgegeben von Dr. L. Heinemann. Vollständige Ausgabe. 588 Seiten 8°. Verlag Th. Änaut Rachf., Berlin W 50, 1928. — Rach der Herausgabe von Gustav Frehtags vollständiger Ausgabe der „Bilder aus der deutschen Vergangenheit" liegt jetzt als zweites Standardwerk der deutschen Kulturgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts Durckhardts grundlegendes Buch (erschienen 1860) in einer mustergültigen Ausstattung vor. Der Preis von 2,85 Mk. für den in Helles Leinen gebundenen Band mit farbiger Bildvignette und Titelprägung macht dieses Buch zu einer anerkennenswerten Leistung des deutschen Buchgewerbes. Ein dieser neuen Ausgabe beigegebenes Ortsregister wird von Jtalienreisenden sicherlich begrüßt werden. 74 — Pitirim Sorokin, Soziologie der Revolution. Ueberseht und herausgegeben von Dr. Kahpohl, München. I. F. Lehmanns Verlag. Geh. 8 Mk. — Fünf Jahre hat der Verfasser dieses Buches als Professor der Petersburger Universität irft Mittelpunkt des revolutionären Geschehens gestanden. Er hat also hinreichend Gelegenheit gehabt, sein Thema gewissermaßen am Experiment zu studieren. So entstand auch keine trockene theoretische lebensferne Soziologie, sondern eine wirklichkeitsnahe Darstellung des Wesens der Revolution auf Grund eigener Erfahrung. Sorolin schildert die Umwertung aller Werte während aller Revolu- tionen, die Zerstörung von Familie und Ehe, von Zucht und Scham, von Religion und Autorität, die Vernichtung der Bildungsmöglichkeüen, die Lähmung des Arbeitswillens, die furchtbare, über Millionen von Leichen gehende Umschichtung aller gesellschaftlichen Ordnung, der Zerstörung der Vermögenswerte, die Verelendung des ganzen Volkes, vor allem der Bauern, lediglich zugunsten einer kleinen Schar von Emporkömmlingen. Spekulanten und Verbrechern. Vieles ist uns auch in Deutschland wohl vertraut. so die Phrasen der Revolution, die Wahngebilde und Versprechungen, die den Massen vor- gegaukelt wurden, wenn man im ganzen auch steht, wie wenig revolutionär unsere Umsturz- Helden gewesen sind. Sorokin ist kein Reaktionär, der die Derechtigung von Revolutionen blindlings leugnet. Er ist sich bewußt, daß sie lehr wohl berechtigte Ursachen haben können, daß aber eine vorausschauende Gesellschaft und Regierung rechtzeitig Mittel und Wege zur Vorbeugung und Bekämpfung finden muß. (6) — Paul Maria Baumgarten: „Römische und andere Erinnerungen" in künstlerischem Geschenk-Einbande, 10 Mk. Reue Brücke Verlag G. m. b.H.. Düsseldorf. — Paul Maria Baumgarten, dessen Rame bei den Historikern im In- und Auslande einen guten Klang hat, hat ein Menschenalter hindurch als Deutscher in Rom gelebt. Schon mit 29 Jahren wurde er, der deutsche Hilfsarbeiter im vatikanischen Archiv diensttuender weltlicher Kammerherr des Papstes Leo XIII. In dieser.Eigenschaft muhte er beim vielbesprochenen Antrittsbesuch des jungen Kaisers Wilhelm II. bei Leo XIII. im Jahre 1889 offiziell Dienst tun. Seine genaue und lebhafte Schilderung der Vorgänge vor und bei diesem Antrittsbesuche beanspruchen hohes Interesse. Rach einigen Jahren wurde Baumgarten Geistlicher und alsbald Prälat der römischen Kirche. Seinem freien Berufe als Historiker und Schriftsteller blieb er trotzdem treu. In bunter Folge, in stets interessanten, abwechselungsreichen Schilderungen sehen wir nun die weiteren Ereignisse dieses selten bewegten und begnadeten Lebens an uns vorüberziehen. Wir tun aber vor allem auch interessanten Einblick in die Werkstatt des Verfassers als Quellenforscher in dem vatikanischen und anderen europäischen Archiven und in seine Tätigkeit als Mittelsmann und Vertrauensmann des Zentrums ■ zur Päpstlichen Kurie in den kirchenpolitisch aufgewühlten 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. 806 — Dora Barnas; A n der Schwelle. Roman. Rieder-Rheinischer Verlag, Burg an der Wupper. — Das Ungewöhnliche geht eigne Wege. Das bezeugt dieser Roman, in dem der Geist der Romantik lebendig ist. Dora Barnas fordert die Menschen zur Umkehr, zur Einkehr auf. Sie beschert ihrer Lesergemeinde ein Buch, das in blühender Bildlichkeit, im Schmelz wundersamer Melodien die formende Kraft einer Künstlerin verrät. Ohne Spannungskunststücke wird das Substanzhafte, Gediegene des Romans offenbar, ohne phantastische Vorstellungen trägt die Dichterin Bausteine zu einem Heiligtum der Zukunft zusammen, indem sie wahrer Humanität und dem Menschheitsfrieden QHtäre errichtet. Die Menschen, die sie auf den Plan stellt, stehen an der Schwelle eines neuen Abschnitts der Menschheitsgeschichte, sind Erwachende in der Liebe und im heiß ersehnten Geist. Frauen find es, die in dem Roman eignen Lebenssinn erlauschen, die die Fragwürdigkeit verworrenen Daseins auf Strömen neuen Weltbegreifens zur Selbstgenügsamkeit, zu friedlicher Menschheitskultur führen und den höchsten Sinn des Lebens deuten. Gewiß, daß mancherlei in dem Roman aus der Tendenz zum Romantischen sich ins Unwahrscheinliche und Märchenhafte verliert, die Stärke der Kontraste aber, originelle Charaktere, singuläre Reflexionen und eine dichterisch erhobene Sprache einen sich, das Buch, dem ich viele verständnisvolle Leser wünsche. zu einem Kunstwerk zu stempeln. QL D. 28 2m übrigen wurde der Abend durch reichhaltige Musik- und Gesangsvorträge ausgefüllt. Bei einer von den Jungbäuerinnen zubereiteten guten Tasse Kaffee und Brötchen verblieb man in heiterer Stimmung bis über die Mitternachtsstunde hinaus zusammen. Hörnsheim, 15. Febr. Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgehabten Brenn» Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheitholz 42 bis 50 Mk., Vuchen- knüppel 36 bis 40 Mk., Stockholz 8 bis 12 Mk.. Eichennuhknüppel (2 Meter lang) 30 bis 35 Mk. je zwei Raummeter. Durchforstungswellen 13 bis 15 Mk., Buchenwellen 16 bis 18 Mk. je 50 Stück, Fichtenstangen 1. Klasse 1,80 bis 2 Mk., 2. Klasse 1,20 bis 1,50 Mk. und 3. Klasse 0,70 bis 1 Mk. je Stück. . -o- Lützellinden, 15. Febr. In der hiesigen Kirche fand gestern abend durch Missionar Bachmann von der Herrnhuter Brüdergemeinde ein Missionsvortrag statt, der aus unserer Gemeinde gut besucht war. Der Redner verstand es, in fesselnder Weise aus seiner früheren Wirksamkeit in der ehemaligen deutschen Kolonie Ostasrika zu berichten und hierbei die große Bedeutung des Christentums für die Eingeborenen hervorzuheben. DieSchluh- kollekte wurde der Brüdergemeinde in Herrnhut zugeführt/ Kreis Biedenkopf. I" Rodheim, 15. Febr. Rach einer Zusammenstellung des hiesigen Pfarramts befinden sich im Kirchspiele 18 Personen im Alter von 80 Jahren und darüber. Davon sind in Rodheim fünf, in Steinheim vier und in Rabertshausen neun. Besonders auffallend ist die hohe Fahl der Qllten in der Kirchspielgemeinde Rabertshausen, die bei 200 Einwohnern eine so große Zahl Betagte auszuweisen hat. Die größte Gemeinde Steinheim weist die kleinste Zahl Achtziger auf. ^Königsberg. 15. Febr. Unter großer Beteiligung der Gemeinde wurde am Sonntag die Hebamme Pfeiffer zu Grabe g: = tragen. Der Verlust für die Gemeinde ist um so größer, als vorläufig keine andere Hebamme zur Stelle ist. Tillkrcis. bl. Driedorf, 15- Febr. In unserem neuen Schulhaus werden nunmehr die 3nnenarbeiten erledigt. So dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, dis baß stattliche Gebäude feiner Bestimmung übergeben werden kann. Kreis Usingen. —!— Cleeberg, 15. Febr. Im hiesigen Gemeindewald fand gestern die diesjährige Stangennuh Holzversteigerung statt. In Anbetracht der nicht erklassigen Qualität blieben die Preise im wesentlichen hinter denen vorangegangener Versteigerungen zurück. Für Stangen 1. Klasse wurde pro Stuck 2,50 Mk.. für 2. Klasse 1,20 Mk. und für 3. Klasse 0.40 bis 0,60 Mk. bezahlt. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 15. Febr. Bei Grabarbeiten an der Galluswarte sind heute morgen drei Skelette gefunden worden, deren Köpfe nach Rorden lagen. Da auch eine Helmschiene aufgefunden wurde, ist anzunehmen, daß es sich um ein Solda teng rab handelt, das aus dem 18. Jahrhundert flammen dürfte. — Das Dersicherungsamt hat den Plan für den Qlcubau der Ortskrankenkasse genehmigt. Die Gesamtbausumme einschließlich des Bauplatzes und der Rebenkosten ist von 5 auf 4,4 Millionen Mark herabgesetzt worden. Mit Ri-.1 sicht auf die günstigen Witterungsverhältnisse ist mit dem sofortigen Beginn der Bauarbeiten zu rechnen. Adelungs Abschied von Mainz. WSR. Mainz, 15. Febr. Die heutige Stadtverordnetenversammlung gestaltete sich zu einer ehrenden Kundgebung für den neugewählten Staatspräsidenten, Bürgermeister A d e I u n g. Oberbürgermeister Dr. Külb beglückwünschte den neuen Staatspräsidenten zu dem verantwortungsvollen, aber auch ehrenden Amt, das ihm anvertraut worden sei. Es dränge ihn, in der Abschiedsstunde zu sagen, wie schwer allen der Abschied werde, wie sehr alle, vor allem in dem engeren Kreise der Stadtverwaltung, den neuen Staatspräsidenten vermissen werden. Mit Freude und Genugtuung dürfe er feststellen, daß die gemeinsame Arbeit trotz der verschiedenen politischen Einstellungen niemals irgendwie gestört worden fei. Er bat den Staatspräsidenten dringend und herzlich, er möge auch in Darmstadt nicht das besetzte Gebiet vergessen, nicht vergessen vor allem auch das teure Mainz, die Stadt, in der feine Frau und feine Kinder geboren seien und er selbst eine zweite Heimat gefunden habe. Staatspräsident Adelung dankte tief bewegt in herzlichen Worten und betonte, wie schwer ihm der Abschied werde. Wenn es nur nach ihm gegangen wäre, hätte er feinen bisherigen Posten nicht preisgegeben. So aber sei er nur höheren Pflichten gefolgt. Richt endenwollender Beifall der Stadtverordneten folgte den beiden Reden. Der hessische Einzelhandel zur Gewerbesteuer. Der Landesverband des hessischen Einzelhandels e. V. hat in seiner Steuersitzung am 15. Februar folgende Entschließung gefaßt: ..Rachdem die neue hessische Regierung gebildet ist und der Landtag seine Tätigkeit ausgenommen hat, muß der hessische Einzelhandel verlangen, daß die Regelung der staatlichen und kommunalen Gewerbesteuer nunmehr besch leunigt in Angriff genommen wird. Der Einzelhairdel erwartet, daß die neue Regierung die Zusage der allen schnellstens ein» löst unb einen Gesetzentwurf vorlegt, der die endgültige Veranlagung schon für das 2 ahr 1 9 2 7 auf gerechter Grundlage vorsieht Es kann hier keinesfalls gewartet werden, bis das durch die politischen Verhältnisse im Reich vielleicht auf lange Zeit hinausgeschobene Steuervereinhe tlichungsgesetz erlassen wird. Für die Jahre 1925 und 1926, die nicht mehr veranlagt werden sollen, müssen die bei der Erhebung der vorläufigen Gewerbesteuer entstandenen Ungerechtigkeiten und Härten unter Berücksichtigung des tatsächlichen Ertrags ausgeglichen werden." Turnen, Spott und Spiel. Die Olympischen Winterspiele in St. Moritz. In St. Moritz und Umgebung regnete es am Mittwoch morgen. Da die sportlichen Veranstaltungen für gestern abgesagt werden muhten, traten die Kommissionen und Komitees zu Besprechungen zusammen, um zu beraten, was nun geschehen soll. Im allgemeinen herrscht zwar noch die Ansicht vor, daß die Olympischen Winterspiele nicht endgülsig abgesagt werden. Auf jeden Fall ist aber mir einer Qlenberung bzw. Äürxung des Programms zu rechnen. Die für die E i S sch n e lla u f w e tt - bewerbe gen'ctbeten Rorweger, Schweden, Finnen und Holländer sind bereits abgereift. Die Vertreter der nordischen Länder haben eS scheinbar vorgezogen, zu den am 18. und 19. Februar in Trondhjern stattsindenden internationalen Eislaufwettbewerben rechtzeitig zur Stelle zu sein, da ihnen dort eine sichere Startgelegenheit geboten ist. Das Interesse an den Cislaufwettbewerben der Olympischen Winterspiele wird durch die Qfbreife der favorisierten Mannschaften jedenfalls eine starke Einbuße erleiden. St. Moritz, 15. Febr. (WB.) DasExekutiv - komitee der Zweiten olympischen Winterspiele hat in Uebcreinftimmung mit den technischen Kommissionen, mit denen es zu einer dringenden Sitzung Fusammentrat, beschlossen: Das Programm der Zweiten olympischen Winterspiele wird in Würdigung der atmosphärischen Verhältnisse ab geändert. Das Komitee hat alle Dispositionen getroffen, um die Fortsetzung d e r Spiele zu den festgesetzten Seiten sicherzustellen. Den Eisläufe rn wurde bis Ijeute abend 8 Uhr eine Frist gefetzt, bis zu welcher sie sich darüber zu erklären haben, ob sie sich an der Fortsetzung der Wettkämpfe beteiligen werden, lieber den amerlfa- Nischen Protest wurde beschlossen, die bisheri- gen Resultate des 10000 - Meter- Eis- s ch n e 11 a u f e s zu anuliieren und den amerikanischen Protest abzuweisen. Dagegen wird über eine Reuansetzung des 10 000-Meter-Laufes noch verhandelt. Wie offiziell mitgeteilt wird, beabsichtigen die Amerikaner, nach Ablehnung ihres Pro- teftes nicht mehr zu starten. Erweitertes Heilverfahren bei derLandesven'ichernngsanstaltSeffen Der Gesamtvorstand der Landesversicherungsanstalt Hessen hat eine erhebliche Erweiterung der H e i l v e r f a h r e n s g r u n b - sähe der L a n b e s v e r s i ch e r u n g s a n - st a 11 beschlossen, die durchweg am 1. Januar 1928 in Kraft getreten sind und sich im wesentlichen auf folgende Punkte beziehen: Die Landesversicherungsanstalt übernimmt ein Heilverfahren im allgemeinen schon bann, wenn die War tezei t für die Invalidenrente erfüllt und die Anwartschaft aufrechterhalten ist. Bei Jugendlichen, d. h. Personen, die bereits in eine versicherungspflichtige Beschäftigung eingetreten sind, das 24. Lebensjahr jedoch noch nicht vollendet haben, wird ein Heilverfahren auch dann übernommen, wenn feit Eintritt in die Versicherung bis zum Tage der Antragstellung im Durchschnitt 10 Beitragswochen jährlich nachgewiesen sind. Die Erfüllung der Wartezeit ist in diesem Falle nicht notwendig. Für diele jugendlichen Personen werden Heilverfahren jeder Art durchgeführt und trägt die Landesversichernngsanstalt die vollen Kosten. Die Wartezeit von einem Jahr zwischen 2 Kuren ist beseitigt. Die Begrenzung auf höchstens 3 Kuren ist gleichfalls fallen gelassen. Die Beschränkung der Äurbauer auf höchstens 13 Wochen ist aufgehoben. Die Dauer der Kur richtet sich nach dem einzelnen Krankheitsfall und wird diesem angepaht. Die Bestimmungen über die Altersgrenze sind aufgehoben. Eine Altersgrenze besteht jetzt weder nach unten, noch nach oben. Die Landesversicherungsanstalt wird jedoch die Anträge von Personen, die über 60 Jahre alt und nabe an dem Bezug der Rente angelangt sind, eingehend prüfen und ein Heilverfahren nur dann übernehmen, wenn die Heilaussichten günstig sind. Für Ehefrauen von Versicherten, die nicht selbst Mitglied der Invalidenversicherung sind, werden Heilverfahren gleichsalls übernommen. Voraussetzung ist jedoch, daß die Hälfte der Kosten von anderer Seite getragen werden. Erholungskuren für Mütter kinderreicher Familien sind neu eingeführt worden. Diese Erholungskuren werden auf die Dauer bis zu 4 Wochen gewährt. Als tinber- re'.che Familien gelten solche mit 4 ober mehr Kindern unter 16 Jahren, die sich im elterlichen Haushalt befinden. Die Erholungskur wird auch gewährt, wenn die Mütter selbst keine Beiträge zur Invalidenversicherung verwendet haben. Voraussetzung ist jedoch in diesem Falle, daß der Ehemann die Wartezeit für die Invalidenrente erfüllt und die Anwartschaft aufrecht erhalten hat. Anträge können bei der Landesversicherungsanftalt gestellt werden. Die Einsendung eines ärztlichen Zeugnisses ist nicht erforderlich. Bei Kindern wird unabhängig von einer Markenverwendung Heilverfahren übernommen. Als Kinder im verwaltungsmäßigen Sinne werden alle Personen gerechnet, die in eine versicherungspflichtige Beschäftigung noch nicht eingetreten sind und bas 16. Lebens« 1 a b r noch nicht vollendet haben. Die Ucbernabme von Heilverfahren für diese erfolgt unabhängig von einer Beitragsverwendung nach Maßgabe des Folgenden: 1. Für Kinder, für die gemäß §§ 1259, 1291 A. V. O. Waisenrente oder Kinderzuschuß zu gewähren ist, wird Heilverfahren jeder Art zwecks Verhütung oder Beseitigung von Gebrechlichkeiten übernommen. Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen sind in diesem Falle unter Kindern auch Personen über 16 Jahre zu verstehen. 2. Für Kinder, die zu dem Kreise der ver- sicherungspslicktigen Bevölkerung gehören oder ihm nahestehen, übernimmt die Lan- desversicherungsanstalt Heilverfahren nur bei Tuberkulose jeder Art und bei Geschlechtskrankheiten. 3. Für beide Arten von Kindern führt die Landesversicherungsanstalt bas Heilverfahren durch. Bedingung ist, daß die Hälfte der Heilverfahrenkosten der Landesver- slcherungsanstalt von dritter Seite ersetzt werden. Bei der D ä d e r f ü r s o r g e für skrophu- lofe-, rachitisch- und tuberkulosebedrohte Kinder von Versicherten beteiligt sich die Landesversicherungsanstalt im Raymen der ihr zur Verfügung stehenden Mittel an den von den Kreisen und Städten durchgeführten Sol- und Seebadekuren durch Uebernahme von ein Drittel der durch die Unterbringung, Verpflegung, Bäder und ärztliche Behandlung entstehenden Kosten. Das Hausgeld für Angehörige von in Heilstättenbehandlung befindlichen Kranken ist erhöht worden und kanir jetzt bis zum 2,5 fachen der gesetzlichen Mindestleistung gertQft werben. Auch den Anoehvrtg« von tn §^Mk>enhetmen untergebrachten verheirateten Rentenempfängern wird jetzt für die Dauer der Onvaltdenheiinpsiege ein Hausgeld in Höhe der haDen Rente bewilligt. Ledigen Rentenempfängern wird ein Zehntel ihrer Rente, mindestens aber Mk. 3.— zur Befriedigung kleinerer Bedürfnisse belassen. Die Zuschüsse zum Zahnersatz sind verdoppelt. Es wird jetzt zu jedem ersetzten Za^l ein Zuschuß von Mk. 2.— und für jede beschaffte Platte aus Kautschuk ein Zuschuß von Mk. 3.— gezahlt. Alle Anträge werden mit größtmöglichster Beschleunigung bearbeitet, um die einer Heilbehandlung bedürftigen Kranken sobald als irgend möglich in diese übernehmet zu können. Buntes Allerlei. (Ein Amokläufer. Dei einem von der Feuerwehr in Köchstedt bei Magdeburg veranstalteten Vergnügen geriet der 22jährige Schäfer Dodendorf mit einem Feuerwehrmann in einen heftigen Streit. Der Vater des jungen Mannes wollte den Streit schlichten: da sein Sohn sich ihm gegenüber aber ungebührlich betrug, gab er ihm ein paar Ohrfeigen. Wutentbrannt stürzte der junge Dodendorf nach Haufe und bemächtigte sich eines Armeerevolvers, den er mit sechs Schuß lud. Dann stürzte er auf die Straße und. fing an zu feuern. Dabei verletzte er ein junges Mädchen schwer an der Wade. Er lief zu seiner Braut, feuerte drei Schuh auf sie ab, die sie in Brust und Arm trafen und schwer verletzten. Auch die zukünftigen Schwieger- elttrn wurden beide von ihm durch Schüsse schwer verletzt. Rach weiterem Herumtoben wurde der Wüterich von der Polizei festgenommen. Auszeichnung zweier deutscher Künstler in der Tschechoslowakei. Die Jury für die Verleihung des Staatevreisee von je 6000 Kronen an zwei deutsche Künstler der Tschechoslowakei hat ihre Entscheidung getroffen. Es wurde beschlosfen, den Staatspreis diesmal einem Dichter und einem Musiker zu verleihen. Wie verlautet, siel die Wahl aus Franz Werfel und Fidelio Finke. Die Entscbeidung der Jury bedarf noch der Bestätigung durch den Schulminister. Wer- el ist Mitglied der literarischen Sektion der preußi- chen Akademie, erhielt vor längerer Zeit den Grill- ;arzerpreis und kürzlich gemeinsam mit Fritz von lnruh und Hermann Durte den Schillerpreis. Er ist Prager von Geburt und steht im 39. Lebensjahre. Finke ist Kompositionslehrer an der Prager deutschen Musikakademie und ist der erste deutsche Trager eines Staatspreises für Musik. Fünfzehn Personen bei einer handgranatene^plosion oerlehi. 3n Reapel fand ein einähriger Knabe, der in den Keller geschickt worden war, um Hobz heraufzuholen, in einer Ecke eine Handgranate, die er auch als solche erkannte. Der Jungte wollte darauf, nachdem er eine ganze Anzahl Kinder um sich versammelt hatte, die Handgranate zur Explosion bringen, aber der Versuch, dies durch Werfen an die Wand zu bewerkstelligen, scheiterte. Hierauf steckten die Kinder einen Papierhaufen an und legten die Handgranate darauf. Als nun die Granate explodierte, wurden 13 Kinder, davon mehrere schwer verletzt. Außerdem erlitten zwei Passanten leichte Verletzungen. ____ Volksschule« und Lehrkräfte im Jahre 1626/27. Rach der Reichsschulstatistik betrug die Zahl der Schüler in Millionen 1921/22 8,89, 1926/27 6,63, so daß ein Rückgang um 25,5 Prozent zu verzeichnen ist. Die Zahl der Schulen hat sich von 52 320 um 0,8 Proz. vermindert, die Schulklassen von 207 000 auf 180 000 um 8 Proz. Von letzteren sind die Lehrer von 49 013 auf 43149 also um 12 Proz. zur ückg eg ang en, da der Rückgang der Lehrkräfte geringer ist als bei den Schülern, so kommen jetzt auf jede Lehrkraft durchschnittlich 37 Schüler gegenüber 45 im Schuljahr 1921/22. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Jeder seine eigene Dampfwalze. Dieser Rotschrei ertönt sicher beim Anblick der neu hergestellten Straße, die die Zufuhrstrahe zur Kindertlinik, Ohren- und Chirurgischen Klinik bildet. Fuhtiefe Geleise und dicker Schlamm kennzeichnen diese »Straße". Möge dem, der diese Arbeiten ausführen ließ, ein Transport in schwerkrankem oder verletztem Zustand über diesen „Weg" erspart bleiben. Sofern er ihn überlebt, er wird sicher bei dieser Marterfahrt eine baldige und gründliche Straßenausbesserung in diesem ganzen Viertel geloben. S. Berliner Börse. Berlin, 16. Febr. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern nachmittag und abend in Frankfurt noch recht lebhaft und fest gewesen war, ist es heute früh noch sehr still. Die Tendenz ist aber weiter stündlich. Das Publikum scheint sich weiter etwas am Geschäft zu beteiligen. Die bisher genannten Kurse sind aber wenig verändert. Man hört J.-G - Farben mit 265,5 bis 266, Rheinstahl 171,5, chapag 155 und Lloyd 159. Am Devisenmarkt nennt Paris gegen London 124,02, Mailand 92,04, Madrid 28,66, London gegen Kabel 4,8746, Reichsmark gegen Kabel 4,1925. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.) 6. G. in £). Nachdem die einmalige Umrechnung der Renten in Goldmark erfolgt ist, kann heute eine weitere Neuregelung der Rente unter Zugrundlegung eines höheren Ortslohnes in Ihrem Falle nicht mehr erfolgen. D. B. in G. Richtig ist folgendes: Für einen le- ditzen Arbeiter find 24 Mk. steuerfrei, für einen verheirateten Arbeiter ebenfalls 24 Mk., für die Frau 2,40 Mk., für das erste Kind 2,40 Mk. usw. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier den 18. Februar. Freitag abend 5.20 Uhr; Samstag vormittag 8.30 Uhr: Predigt; nachmittags 3.30 Uhr; Sabbatausgang 6.35 Uhr. Wochengottesdienjt morgens 6.45 Uhr, abends 5 Uhr. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 18. Februar. Vorabend 5.30 Uhr; morgens 9 Uhr; Predigt; abends 5.55 und 6.35 Uhr. Als Entfettungsmitte! m/s unschädlichen Toluba-Kerne gern genommen und wet- ter empfohlen. 30 Gramm tn Apotheken erhältlich. 1Z Jassen verschiedener Bohnensorfen •wurden geprüft. Die eine Hälfte war mit einer Zutat von „W*e b e r 's <2 a rls bade r" bereitet. Der Fachmann war nicht in der läge, sie herauszufinden. So einfach und unauffällig gleicht sich „We b e f’s 6arlsbader jeder Qeschmachs- Nuance der Ifaffeebohne an. Allerdings: Der Prüfende hatte die Augen verbunden, sonst hätte die schöne goldbraune Färbung und die IClarheiir des Getränkes ihm die Zutat von „We b e r’s (Paris Lader Freitag, den 11. Februar 1928 nachmittags 2 Lthr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: L drei Schreibtische, einen Ofen, einen Eisfchrank, einen Handwagen, einen Küchenschrauk, eine Auffchnittrnaschine, zwanzig Flaschen ID ein, eine Schreibmaschine, einen Kleiderschrank, zwei Waschtische mit Spiegelaufsah, einen Kücyenschrank, einen Kastenwagen, zwei Sofas, zwei Schränke, eine Schreibladenkasse, zwei Büfetts, eine Chaiselongue, eine Kommode, eine Ladeneinrichtung, bestehend aus zwei Laden- theken mit Marmorplatten, eine Registrierkasse und vier Fleifckwaagen, ein Klavier, einen Bücherscyrank, eine große partie Spielwaren aller Art, eine große Partie Lederwaren, zehn Paar Schneeschuhe. 1773V Ü. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im obigen Lokal): mehrere Säcke Spihsaat, mehrere Säcke Rübsen, vierzehn Zentner Dickwurzfamen, verschiedene Sorten Gemüse- und Salatsamen. Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen, Dammstr. 241 Telephon 239. Nutzholzversteigerung Am 21. Februar 1928, ab 9% Uhr vormittags, werden aus dem Gemeindewalde Ahbach in der Gastwirtschaft Tosch zu Ah- bach folgende Nutzhölzer öffentlich meist- bietend versteigert: 1781V 171 Eichenstämme 2. bis 6. Klasse, 95,85 km 2 rm Eichennutzscheit, 1,20 m lang (Kü- ferholz) 13 rm Eichennutzknüppel, 4 m lang 22 rm Eichennutzknüppel, 2m lang 4 Buchenstämme 3. und 4. Klasse, 2,98 km 182 Fichtenstämme Kl. la bis 3b, 66,30 km 68 Fichtenstangen 1. bis 3. Klasse 85 Kiefernstämme Kl. la bis 2b, 18,96 km 19 rm Kiefernnutzknüppel, 2,50 m lang. Krofdorf, den 15. Februar 1928. * Der Bürgermeister. Neue Kurse beginnen am 16. April! Vogtsche Handelsschulen (Heben Herborn Verlangen Sie ausführliche Druckschrift G 44 von der Schulleitung (Heben, Goethestrafec 32 1601a Bekanntmachung. Die Auszahlung der 3. Rate der Winterbeihilfe der Stadt Gießen für 1927/28 erfolgt in der Stadtkasse Gießen, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 4: a) für Kapitalrentner am Freitag, dem 17. Februar 1928: Buchstaben A bis R von 9 bis 12 Uhr; Buchstaben S bis Z von 15 bis 16 Uhr; b) für Sozialrentner am Montag, dem 20. Februar 1928: Buchstaben A bis N von 9 bis 12 Uhr; Buchstaben O bis Z von 15 bis 16 Uhr. Gießen, den 15. Februar 1928. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt), vr. Frey. Holzsubmisfion. Dienstag, den 21. Februar 1928, nachmittags 2 Uhr, werden aus den Waldungen der Gemeinde Oppenrod nachstehende Holzsortimente im Submissionswege vergeben: ' 1780V Kiefernstämme (Güteklasse N): 2a-, 2b-, 3a-, 3b-Klasse 5 Stuck, 2,08 km kämme (Güteklasse N): 88 Stück, 13,65 km 192 86 24 3 2 Stück, 55,66 km Stück, 46,19 km Stück, 19,14 km Stück, 2,46 km Stück, 1,81 km 2a-Kla 2b-Kla 3a-Kla 3b-Kla Fichten e e e e e e Hessische Bürgermeisterei. Kloos. Fichten la-ÄIa Ib-Klas iftämme (Güteklasse A): 3a-Kla se 1 Stück, 0,56 km Bedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. Es ist getrennt nach Klasien einzureichen. Oppenrod, den 15. Februar 1928. Sohlleder Gummiabsätze Schuhputz Einlegesohlen empfiehlt Köhler Neustedt 79 am Oewalds» garten. 10675D Teppiche — Läufer ohne Anz. In lOMonnfsr. lief Tepplchiaus Aßay 4t Glück, FranklurU/. Schreiben Sie sofort! 71M Noch ' eine Kur mit ' Mcd.-Leberthran aus der Drogerie Mnlerholl \Kreuzplatz_x 1790. imd A"’ . r. I r 'äli Das überlegene Lächeln der Hausfrau bei ihren Backvorbereitungen: Ich habe die butterfeine Rama, und ich weiß, daß mein Backwerk köstlich duften und trefflich geraten wird. JJnd — ich spare Geld. berücksichtigt die besonderen Wünsche unserer Kundschaft. Es weist ohnePreisei-h&twns wesentliche Verbesserungen auf. Moderne Linienführung und unsere umfangreichen Erfahrungen aus Straßen- und Zuverlässigkeitsfahrten sind in diesem Modell vereinigt Preis: Mit-Hupe, Werkzeug, Kniepoleter RW. 1WD.— Zahlbare In bar mit 2%% Skonto oder In 12 Monatsraten bei einer Anzahlung von 25% und mäßigem Aufschlag auf den Restbetrag. 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In den Hauptrollen: Dorothea Wieck, Helen v. HUnchhofen, Oskar Harlon, Harry Hardt, Dr. Manning, Karl Platen. — Ferner: Die wilde Emma Lustspiel In 2 Akten. Sowie die neuesten Tagesberichte ans aller Well Ur. <0 Drittes Statt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, jd. Zebruar 1928 Wie Prinz Aman Mah Emir von Afghanistan wurde. Nachdruck verboten. 45 Fortsetzung. Prinzen. Die Luft schwirrte von Gerüchten. Spannung schien unerträglich. Da geschah schon das Unglaubliche, was niemand von erwartet hatte. 3n der Nacht vom 20. dem Die auch uns zum Cs zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe -Lärche r. 21. Februar wurde der Emir Habib Ullah Chan in der Nähe seines 'Winter- Don Emil Rybitschka. gesehen. Er war so empört, daß er nicht nur den Prinzen verbannen, sondern auch selbst sofort aus Dschelalabad aufbrechen wollte. Wir waren über diese Nachricht aufs tiefste bestürzt, weil das Schicksal des Prinzen uns ja ganz unmittelbar berührte. Aber die Gegner Englands am Hose schienen mit den Drohungen des Emirs nur an Einfluß gewonnen zu haben. An allen Ecken und Enden wurden — was bis dahin nie geschehen war und niemand gewagt hatte — Vorwürfe laut, das; der Emir nicht rechtzeitig während des Krieges die Intereisen des afghanischen Volles gewahrt hätte. Kamen doch Nachrichten von dem Vordringen der Engländer in Russisch-Turkestan und von dem ungeheuren Chaos, das von den dortigen mohammedanischen Kreisen auf Afghanistan überzugreifen drohte. Man warf Habib Villah vor, daß er die englischen Hilssgelder für sich persönlich, für seine Spielereien und Bauten und seinen Harem ausgcgeben, für den Staat aber nichts übriggelassen habe. Mehr noch als seine Willfährigkeit England gegenüber wurde ihm die Verhaftung rechtlich denkender und volkstümlicher Leute sowie bekannter Fr:ihe ts.ämvfer aus dem Grenzland zum Vorwur, gemacht. Man drohte dem Emir, man sprach begeistert von Afghanistan, das .gottgegebene Land', ist in den letzten Jahren in eine neue Phase seiner Entwicklung getreten. Nach der Ermordung des Emirs Habib Ul« Iah — durch seine int englischen Fahrwasser treibende Außenpolitik beim Volk unbeliebt — trat nach erbitterten Kämpfen um den Thron sein jugendlicher Sohn Aman Ullah die Negierung an. Unter seiner tatkräftigen und reformfreudigen Leitung ist Afghanistan heute aus Dem Weg, seine unglückliche außenpolitische Lage als Pufferstaat zwischen englischen und russischen Interessengebieten zu verlieren und ein beachtlicher Faktor im Völkerleben Mittelasiens zu werden. Der kurze .dritte afghanische Krieg" hat den Engländern so schwere Verluste an Menschen und Material gekostet, daß sie notgedrungen die neue Macht des unliebsamen Nachbarn anerkennen mußten. Der österreichische Rittmeister Emil R h b i t s ch k a war während dieser uncuhvollen Jahre als Vertreter der Mittelmächte und fast einziger Europäer in Kabul. Sein ungemein fesselndes und gut illustriertes Buch „Im gottgegebenen Afghani- st a n" (Brockhaus, Leipzig) ist der einzige authentische Bericht, den es über jene Ereignisse gibt. Da sich der neue Emir zur Zeit aus einer Curopareise befindet — aus politischen Gründen? — und wahrscheinlich bald auch in unserem Lande eintreffen dürfte, drucken wir mit Erlaubnis des Verlags einen für unsere Lßer besonders aktuellen Abschuß au3 de u Werk ab. der schildert, unter weichen seltsamen Umständen ^Am an Ullah den Thron bestieg. Der 'Verfasser, den persönliche Beziehungen mit dem Herrscher verbinden, hat seinerzeit an der Krönungsseier teilgenommen Das Beiramfeft war herangeGmmcn. Kanonenschüsse leiteten es ein. Für uns brachte es keine Freude, keine Befreiung, sondern ganz besonders traurige Nachrichten: vom Was enstillstand, der ungeheuren Not in der Heimat, der Ablehnung der deutschen Friedensvorschläge, dem Vordringen der Engländer in Nordpersien und Russisch-Turkestan. Unsere Freunde in Afghanistan nahmen diese englischen Nachrichten nicht ernst. Sie brachten Meldungen vcn os enen Kämpfen zwischon den Siegern: auch sonst versuchte man, uns zu trösten, erzählte von einer Kriegsgefangenenarmec, die zum Kampf gegen die Engländer im Anmarsch nach Afghanistan sei, und andern Dingen mehr. Schließlich wurden wir am 12. März samt und sonders zum Kriegsminister bestellt. Er sprach uns sein anscheinend ausrichtig gemeintes Bedauern über den unglücklichen Ausgang des Krieges aus, stellte uns Bewegungsfreiheit in Aus.icht und hoffte, daß wir am 21. März 1919. dem Neujahrstage, an dem man die Friedensverhandlungen beendet glaubte, entlafs:n werden könnten. Jedenfalls zeigte er uns ein so ritterlich freundschaftliches Entgegenkommen, wie wir es kaum erwarten durften. So harrten wir. jeder für sich lebend, ohne Hoffnungen und ohne Pläne dem neuen Jahr entgegen. Aber die Spannungen blieben bestehen. Wir fühlten uns nur auö dem Stromkreis ausgeschaltet. Bis eines schönen Tages die Politik in mächtigster Form uns wieder mitten hineinriß in den Kampf und damit in einen neuen Lebensabschnitt. Qiman Ullah Chan war in alleroochstc Ungnade gefallen. Er hatte einen politischen Gefangenen. einen Revolutionär, aus dem nöcdticy Kabul gelegenen Bergland Kuhiftan freigelaaen. Dieser in Stellvertretung des Vaters von dem regierenden Prinzen vollzogene Gnadenakt war sofort widerrufen und dem Prinzen die Re- gierungsgewalt entzogen worden. Der Emir hatte in der Handlung seines Sohnes einen unmittelbaren Anschlag auf seine eigene Stellung fühle mich glücklich in dieser Hoffnung: Monsieur Bouoier wird in absehbarer Zeit ganz zu unserem engsten Familienkreise gehören!" „Aber fühlst du nicht auch neben dieser Hoffnung die Möglichkeit, daß ich dafür aus unserem Familienkreise ausscheiden werde, Melusine?" sie zuckte die Achseln und senkte den Blick. Ein Schmerz wallte plötzlich in ihr auf. Wie damals, i?ls ;ic die Hand zum letzten Male Dietwart zum Abschied geboten hatte. Der Schmerz, der aus dem noch im tiefsten Innern schlummernden Gefühl von neuem geboren war. „Du solltest alle nationale Abneigung gegen >hn als Franzosen zur Seite setzen und bedenken, es handelt sich um mein Herzensglück'." „Nein! Gerade deswegen schweige ich nicht. Ich habe die Pflicht, dich nochmals als Bruder zu warnen. Als ein Objektiver, als ein Zuschauer, der klarer zu sehen vermag. Besonders als ihr Frauen, wenn die Verliebtheit euren Scharfsinn und euer waches Beobachten einlullt!" Sie schloß für Sekunden die Augen, als sie nun, ihm den Rücken zugewandt, am Fenster stand und auf den Fluß hinaussah. Ihre Gedanken rasten zu Bouoier. Auch in ihrem Vorstellungsoermögen schlug feine einschmeichelnde Stimme sie wieder in Bann. Sie rief sich seine ganze schmeichlerisch-glatte Art ins Gedächtnis, mit der er sie immer entzückte und durch die sie sich tief geliebt glaubte. „Ich kann nicht von ihm lassen!" sagte sie dann leise, aber voller Eindringlichkeit. „Er ist mein Schicksals Ich fühle es. Mein Herz ist ihm gleich zugeflogen!" Raymond war durchglüht von der Ueberzeugung, sie ginge auf einem Irrweg. „Ich weiß nicht, bu bist doch im selben Milieu ausgewachsen wie ich, Melusine! Du hast vielleicht gerade die Eleganz, die gesellschaftliche Sicherheit an Dietwart geschätzt. Und setzt willst du nicht bemerken, wie salopp im ©runbe die Kleidung dieses Monsieur Bouoier ist, obgleich er sich immer in seinen Sonntagsstaat steckt! W.e er in jedem Zoll den Hauch der französischen Provinz offenbart! Er betont eben voll unnachahmlicher Selbstgefälligkeit den Künstler! .Deo Genialen! Der es verabscheut, einen korrekten Schlips zu tragen, wie gesellschaftlich üblich, sondern der seine Lava- liöre mit elegantem Schwünge knüpft. Glaubst du wirklich, es wird auf die Dauer die Ehe einer Baronesse Welzin-Hammerfchlag mit einem Manne glücklich fein, der nicht mir aus anderer Nation ist, son- Nach einigen Augenblicken betrat Melusine von neuem das Zimmer. Sie litt unter seiner Reserve, die er ihr gegenüber feit jenem Morgen nm Aus- weifungstage bei dem Zusammenstoß um Dietwarts willen an den Tag legte. Und doch unterschätzte sie seine schmerzliche Empörung über ihre Beziehungen zu Monsieur Bouoier. Der Eigensinn schlug seine Krallen um sie, nicht nachgeben, sondern ihr freies Recht.auf Glück zu bewahren. „Ich lese eben, daß Grandmama uns alle erwartet zum Heiligabend bei sich draußen." „Ja. Wie es feit Jahr und Tag wär. Nur wahrend der Kriegsjahre hast du dabei gefehlt, Raymond." r „ , „Und dieses Mal wird man zum ersten Male von der Gepflogenheit abgehen, den Heiligabend im aUerengften Familienkreise unter uns zu begehen,— man wird diesen — Monsieur Bouoier dazu bitten? Und Grandmama erwähnt selbst in dem Briefe, daß sie gern deinem dringenden Wunsche nachkom- men wolle, Monsieur Bouoier ebenfalls mit einzuladen!" , „ , Eine Pause folgte. Nie konnte sie fich entfimun, die dunklen Augen ihres Bruders so voll zorniger Ablehnung gesehen zu haben! Sie atmete langsam und schwer. Das Empfinden kroch in ihr auf: fetzt stellte der Bruder sie zum letzten Male vor die Alternative. -Jetzt ließ er sie wählen: zwischen sich und Bouoier. Und wenn sie standhaft blieb, mußte es zum Bruch kommen. — Aber lieber den Bruder opfern, von dem sie sich auch innerlich feit dem Zusammenbruch Deutschlands immer mehr entfremdet, als den Geliebten! . _ r , . „Du hast also das Empfinden, em Zusammensein im engsten Familienkreise, wie es feit unseren Kindertagen zwischen uns beiden, unserer Mutter und Onkel Camille mit Alceste bei der Grandmama statt- fand, — fei nichts mehr, ohne die Gegenwart von Monsieur Bouoier?" „Ja," gab sie nun schonungslos und unumwunden zu, „vielleicht mit Recht. Denn ich hoffe und quartiers Dschelalabad ermordet. Wenn man von den wilden Gerüchten und Schilderungen über den Tod des Emirs abzog. was auf phantastische Erregung zurück,zuführen und was zur Stimmungsmache klug in Umlauf gesetzt war, so blieben nicht allzuviel einigermaßen feststehende Einzelheiten übrig. Der Emir hatte sich in Laghman bei Dschelalabad, wo er auf einem Iagdausflug weilte, nach seiner Gewohnheit ziemlich früh zu Bett begeben. Da entstand in den ersten Morgenstunden, wo bekanntlich der Mensch nicht nur am tiefsten schläft, sondern auch die Wachen am leichtesten der natürlichen Verlockung des Schlafs folgen, ein kurzer Auflauf. Kaum gab es einen Wortwechsel, kaum konnte der Herrscher zur Besinnung gekommen sein, da krachten auch schon die tödlichen Schüsse. Als die Posten aufgeschreckt an Ort und Stelle erschienen, war bereits der Kriegsminister, der Sipar Salar Nadir Chan, zur Stelle, überzeugte sich kurz von dem Geschehenen und schritt sofort gegen die Wache ein. Heftige Prügel setzte es nach allen Seiten. In der Erregung und dem Getümmel dachte niemand daran, als erstes die Verfolgung der Mörder aufzunehmen. Sofort wandte sich auch Nadir Chan an den diensttuenden Kommandanten des M litärwaffendepots in Dschelalabad, einen Oberst SchahUli R i s a Chan, und verlangte ihm die Schlüssel ab, ein Umstand, der später stark dazu beitrug, Der- dacht gegen ihn zu erregen. Die Ereignisse überstürzten sich nun. Schon am Morgen des nächsten Tages hatte der Bruder des Verstorbenen, N a s r Ullah Chan, in Dschelalabad das Kommando über die Truppen in die Hand genommen und sich zum Emir ausrufen lassen, und zwar unter Uebergehung des eigentlichen Kronprinzen Inojett Ullah Chan Ger auch in den folgenden Ereignissen keine Rolle spielte. D. Red.) Nichts lag natürlich näher, als ihn nunmehr des Mordes an seinem Bruder zu zeihen. Die völlige Verwirrung der Lage kennzeichnete aber der Umstand, daß auch gegen einen andern Serdar, den Bruder des Sipah-Salar, der Vorwurf erhoben wurde, den Emir aus persönlicher Rache getötet zu haben. Habib Ullah sollte den Wunsch gehabt haben, die junge Frau des Serdarä seinem Harem zuzusühren. Wie die Verhältnisse auch immer gelegen haben mögen, zunächst wurde in Ketten gelegt, auf wen nur der geringste Verdacht fiel, u. a. sämtliche Serdare der Mohmedsms, so die beiden Brüder Jakob und Iussuf Chan und ihre sämtlichen, sehr zahlreichen, in hohen Stellungen befindlichen Söhne. Dies geschah auf den Beschluß des Offizierskorps zu Dschelalabad an 27. Februar 1919. Man begründete den Schritt damit, daß den Serdaren der Schuh des Herrschers anvertraut war, und sie für seine persönliche Sicherheit verantwortlich getoef:n waren, in erster Linie gerade der Kriegeminister Nadir Chan. Diese Mohmedsa s waren Nachkommen des Emirs Schir Ali Chan, der von seinen Brüdern Afsal und Asim und Affals Sohn, dem Emir Abdur Rahman, dem Vater des Ermordeten, vom Thron gestürzt wordei war. Immerhin hätte sich damit nur eine der so häufigen Begebenh iten aus d.r Familienge chich- te des königlichen Hauses wiederholt. Von allen Herrschern des letzten Jahrhunderts ist wohl nur A b dur Rahman, allerdings gerade vielleicht der tatkräftigste, eines natürlichen Todes gestorben. Soweit die Ereig.iisfe in Dschelalabad. Unterdes war in Kabul ein neuer Thronbewerber auf den Plan getreten. Es war der P r i n z ,A m a n Ullah Chan, der durch einen Motorfahrer aus Dschelalabad Bericht über das dort Vorgesallene erhalten hatte. Zunächst schien er tief betroffen. Dann riß er seinen Degen aus der Scheide und schwur auf die blanke Klinge, ihn nicht einzustecken, ehe fein Vater gerächt fei. Die Ereignisse schienen ihn davon überzeugt zu haaen, daß 'ein Ohcim, mit dem er jahrelang persönlich aufs engste befreundet war und dessen politi'che Ansichten er weitgehend teilte, zumindest eine g'totfe Schuld an der Ermordung trage. In einer öffentlichen Erklärung gab er dem Volk von der Ermordung seines Vaters Kenntnis, schwor, fie auf jeden Fall rächen zu wollen, und weigerte dem Oheim feine Anerkennung als E.nir. Das Rätselraten über den geheimnisvollen Tod Habib Ullahs hörte auf. Es trat zurück hinter der ungeheuren Spannung, mit der man den Kamvf der beiden Thronbewerber berfelgte. Wie die Dinge auch immer ausgehen moHten, ein jeder fühlte sich von den Ereigni sen betroffen: die Anhänger Habib Ullahs, weil sie feiner schützenden Hand entraten mußten, die Freunde Aman Ullahs, weil es nun hieß, sich zu ihm zu bekennen, und die Gefolgsleute Ra r Ullahs, weil sie auf den Kampf mit einem nicht zu verachtenden Gegner gefaßt sein mußten. Die Parteien standen fich zunächst ziemlich gleich ft an gegenüber. Nasr Ullah stützte sich auf btt hohe Geistlichkeit, die Grenz- stämme und einen Teil des Landvolkes. Aman Ullah Chan hingegen durfte auf das dem volkstümlichen Prinzen anhängende Stadtvolk Kabuls zählen, und zwar vornehmlich die fortschritckich gesinnten Elemente, darunter dir Gebildeten Afghanistans, und den Anhang der Familie seiner Mutter, der berühmten Ulha Hasret. Nasr Ullah hatte den Vorzug, daß er mit den Grenzstämmen und dem Landvolk über die größere Kampfkraft der militärisch tüchtigsten Elemente verfügte. Zudem standen im QBir terquartier in Dschelalabad 20 000 Mann, auf die er unmittelbaren Einfluß ausüben konnte Ai an Ullah besah den Vorteil, daß sich die Stadtbevölkerung schneller sammeln und ausrüsten lieh, er konnte damit ohne Schwierigkeiten den Rahmen der 5000 Mann starken neun Bataillone in Kabul auffüllen. Ferner sprach für ihn ein Umstand, der ja für die Kriegsfübrung mit der wichtigste ist: er war in Kabul im Besitz des Staatsschatzes. Dies gab ihm die Möglichleit, bei den nun beiderseits einsetzenden Angeboten an die Truppen diese zu ersteigern. Die Soldaten- lohnungen stiegen innerhalb weniger Tage von 12 auf 20 Rupien. Der Prinz Aman Ullah mit der Staatskasse blieb, wie vorauszusehsn, bei dem Wettstreit Sieger. Auch meine Kameraden und ich wurden vom Strom der Ereignisse so weit mitgeripen, daß wir der feierlichen Thronbesteigung nicht fernblcGcn konnten. Die Vorbereitungen zu dem Festdurbar bem auch ein sonderbares Gemisch von Bohemetum und kleinbürgerlicher, französischer Provinz?" Wieder gab es ein langes Schweigen. Er fühlte, wie feine Worte in sie schlugen Die Hoffnung wurde in ihm wach: sie dennoch zurückzuhalten und auf den richtigen Weg lenken zu können, auf den Weg, der ihr auch als Weib keine Enttäuschung bringen würde. „Ich konnte Dietwart nicht als seine Frau über den Rhein hinüber folgen!" meinte sie bann sinnend, „es dünkte mich völlig unmöglich, wenn ich mir ausmalte: ich müßte künftig ganz in Deutschland leben und mich ganz in deutsche Verhältnisse einleben! Dazu bin ich eben im Grunde doch zu anders, als Dietwart es war und auch feine Angehörigen." Nun sah er seine Schwester auf dem Standpunkt, der ihm in den jetzigen Verhältnissen noch der einzig richtige, der einzig natürliche, der einzig würdige schien! Seine Stimme wurde wieder weicher. Er begann, nicht nur mit Empörung, sondern mit dem Herzen zu reden: „Das alles mag richtig sein, Melusine! lieber Gefühle läßt sich nicht rechten! Aber wenn bu jetzt eingesehen hast, baß du im Grunde keine Deutsche bist, so wird ganz gewiß ebenso sicher der Tag kommen, an dem dir klar wird, daß du auch keine Französin bist! Deswegen — sei dir bewußt: dich wenigstens als Elsässerin behaupten zu wollen!" Sie sah ihm schweigend ins Gesicht. Zum erstenmal an diesem Morgen seit Beginn dieser Auseinandersetzung hatten seine Worte es vermocht, innerlich etwas wie Beruhigung, wie ein Ziel, einen Ausblick in ihr auszulösen! „Sieh, ist unser Elsaß, unser Heimatland, nicht so schön, so eigenartig, baß nicht jeder einzelne von uns die Kraft besitzen müßte: sich in seiner Eigenart als Elsässer behaupten zu wollen. Warum willst du dich durch eine Heirat mit irgendeinem windigen Franzosen, den du in einem französischen Provinznest kennen lerntest, verwelschen lassen? Warum ziehst du nicht die jetzt einzig richtige Konsequenz aus all diesen politischen Ereignisten — und heiratest — einen Elsässer?" Sinnend sah sie nun wieder auf den Fluß hinaus. Ihre Gedanken eilten in die Vergangenheit zurück. Wieder sah sie sich am Flügel im Salon der Grandmama im Schlosse sitzen und musizieren: „Es zogen drei Burschen über den Rhein!" Und wie hatte doch waren im Nu getroffen. Er schien noch kaum angekündigt, als sich schon der Saal mit Fest- teilnehmern füllte. Einzeln, auf ein Zeichen des Hofmarschalls, erhoben sich die Erschienenen, um in ununterbrochenem langen Zuge dem Emir ihre Huldigung darzubringen. Oben auf dem Thron, zu dem einige Stufen hinauffüh.ten, den ganzen Festraum überblickend, saß der junge Emir. Seine regelmäßigen Züge sch. nen wie aus Stein gemeißelt. Nichts verriet di: überstandenen Kümmernisse und dir ungcl) ure Erregung. Er war der verkörperte Wille zur Macht. Mit ganz richtigem Gefühl war er, der Mächtigste unter allen, am einfachsten gekleidet. Während ein jeder zur Festfeier die prunkvollsten Gewänder angelegt hatte, die er besaß, war der Emir in einfacher Felduniform erschienen. Der Säbel hing ohne Scheide blank im Koppel. Auf den Stu'en des Thrones stand der zum Kriegsminister erhobene N a i b S a 1 a r, hinter dem Thron aber des jungen Herrschers Erzieher und p:r önlicher Freund, Mahmud Sami, der Nationalheld cer Afghanen und unser treuer Freund. Ec hatte den geladenen Karabiner schußbereit im Arm. Wie eine Bildsäule stand dec alte, hünenhafte Soldat auf seinem Posten. Nur bann und wann ging ein kaum merkbars Lächeln über fein Gesicht, wenn einer oder der andere der ihm früher feindlichen hochmütigen Serdare sich vor dem Thron neigt:, nicd.r- fnictc und nach altem Brauch dem jungen E.nir die Hand küßte. Es ging ein starker p ychclogck der Zwang von die,em Huldigungsa.t au.. Kei er wagte sich auszuschließen. Auch viele der Anhänger seines Rivalen und jetzigen Todfeindes Nasr Ullah, ja dessen eigener Schwieg.rcater blieben in der Reihe, wurden mit herange- schoben und huldigten. Auch wir fiyioVen uns nicht aus. Als wir vor den Thron traten, ging ein Leuchten über das Gericht unseres alten Freundes, und seine Augen winkten einen sreundlichen Gruß. Es war, als ob sie sagen wollten: »Es ist recht, daß auch ihr gekommen seid." Wirtschaft. Die Aussichten des KommunattreditS. Nachdem unlängst die kurzfristige Verschuldung der deutschen Städte mit mehr als 80 000 Cinüohnern auf Grund der Umfrage der „Beratungsstelle für Auslandsiredite' auf 525 Millionen Mark beziffert worden war, während der Deutsche Städtetag außerdem bei den Städten mit 30 000 bis 80 000 Einwohnern kurze Kredite von 135 Millionen Mart ermittelte, hat nunmehr auch der Reichs st ädtebund, die Spitzenorganisation der Klein- und Mittelstädte, Erhebungen über deren nichtfundierte kurz- befristete Schulden veranstaltet. Cs ergab sich, daß von 925 befragten Städten bis zu 30 000 Einwohnern 515 Städte Schulden der genannten Art in Gesamthöhe von 96 Millionen Mark — Stand vom 14. Januar 1928 — aufgenommen haben. Somit sind die kurzen Verbind- lichkeiten der deutschen Kommunen noch um rund 100 Millionen Mark höher, also auf 760 Millionen zu veranschlagen. Auch nach dieser Ergänzung der Statistik kann, selbst wenn man die unvermeidlichen Fehlerquellen berücksichtigt, von einer übermäßig aufgeschwemmten Schuldenwirtschaft der Städte nicht gesprochen werden. Was die Konsolidierung der schwebenden Verbindlichkeiten durch Auslandskredit betrifft, so hat diese Angelegenheit im neuen Jahr anscheinend noch keine merkliche Förderung erfahren. Wenigstens•hat man nicht den Eindruck, als ob die Beratungsstelle sich besonders bemühe, das Projekt und die sonstigen ihr vorliegenden fommunalen Anträge baldmöglichst zu erledigen. Ueber die Finanzierungsmoglichkcitcn am amerikanischen Markt lauten die Urteile zwar nicht ganz einheitlich, aber immerhin dürste drüben zurzeit wieder Neigung für wirklich einwandfreie gute Anleihegeschäfte mit Deutschland bestehen, wofür u. a. die 15 Millionen Dollar-Anleihe der Gelsenkirchner Berg- Kusin Alceste in seinem Protest über das deutsche Volkslied hänselnd zu ihr gemeint? „Wie, drei Burschen? Gleich drei Verehrer? Gelt, das tat dir passen! So zur Auswahl: ein Deutscher, ein Franzos, ein Elsässer?" Ach, Dietwart, den Deutschen hatte sie einsam über den Rhein hinüberziehen lassen. Aber im Moment, in dem der französische Bewerber im Begriffe stand, die Zusage ihrer Hand zu erhalten, warf sich der eigene Bruder mit feinem leidenschaftlichen Protest dazwischen und rief ihr zu: „Besinne dich auf dein Elsässertum und reiche einem Landsmanne die Hand!" „Ich habe deine Verlobung mit Dietwart damals mit Freuden begrüßt, weil ich feinen Wert kannte. Ueber dein früheres Verlöbnis mit Dietwart und dann über all die äußeren Wirren der Kriegszeit habe ich etwas nicht genügend beachtet, was mir in den letzten Tagen klar geworden ist: Daß Fritz Wenger dich liebt! Ja, wenn ich so zurückdenke über seine Haltung dir gegenüber, seine Aeußerungen über dich im Laufe all der letzten Jahre, dann wird es mir bewußt, wie er feit Jahr und Tag mit einer Neigung zu dir still neben uns hergegangen ist!" Melusine lächelte. Ganz umncrklich. Und doch stand plötzlich ein Schein von Sonnenglanz in ihren schönen, verträumten Augen. Der Gedanke an Wenger war ihr immer der Inbegriff von etwas Ruhig- Abgetöntem, etwas Harmonischem, etwas unendlich Harmonischem. Jetzt, wo sie an den dritten ihrer Bewerber dachte, war es ihr, als wäre sein ganzes Sein verkörpert in den ruhigen Glanz eines Erntebildes, in dem goldene Garben in köstlicher Reife sich neigten und über urwüchsiger, bodenständiger Kraft die Hochsommersonne stand. Ach, sie hatte schon früher eine Ahnung von der still verschloßenen Neigung Wengers gehabt! Damals schon, an jenem Ballabend mit dem Kirchweihfest, wie er sie als Bauernmaid neben sich geführt und leise ihren Arm in den seinen gepreßt und ihr in feiner diskret-herzlichen Art versicherte, ihre Anwesenheit sei an diesem Feste die Hauptsache! ... Dann war der jauchzende Frühlingssturm in der emporzuckenden Lebensfreude zu Dietwart in ihr erwacht. Und Wenger entglitt während der Kriegsjahre ihren Augen. Als er bei Kriegsende wieder- kam, stand sie schon wieder im Taumel einer neuen Liebe, die dem Champagnerfeuer glich. (Fortletzung folgt.) werksgesellschaft den Beweis liefert. Die Frage, ob auch der öffentlichen Hand und speziell den Kommunen der Auslandskredit wieder mehr zugänglich gemacht werden kann — allgemein ist zu sagen, daß das Ausland sich überaus vorsichtig gebärdet, — ist indes so lange unnütz als die Beratungsstelle keine Anstalten zur Entscheidung über die ihr vorliegenden Anträge trifft. Unter diesen befindet sich auch noch der Antrag der Deutschen Girozentrale wegen einer amerikanischen, durch das Haus Harris Forbes & Co. zu begebenden kommunalen Sammelanleihe, deren Plan bekanntlich schon aus dem vorigen Jahre stammt und der dazu dienen soll, den Kommunen langfristige Mittel für dringende werbende Anlagen zu verschaffen. Das Schicksal dieses Planes, der nicht mit dem der großen, Wohl gleichfalls durch die Girozentrale zu vermittelnden Konsolidierungsanleihe zu ver- zwechseln ist, bleibt angesichts der fragwürdigen Haltung der Beratungsstelle ungewiß. Auf die Politik der Gemeinden, namentlich die Bau Politik, muh diese Berzögerung der Kapitalbeschaffung natürlich stark einwirken, wodurch sich die Aussichten für den Baumarkt sehr verschlechtern. Zwar geben die Girozentralen auch weiter noch im Rahmen des Möglichen kurze Kredite, aber es ist selbstverständlich nicht angängig, langsristige Arbeiten und Werke durch kurzes Geld zu finanzieren. Am inländischen Kapitalmarkt hört man allerdings, daß die Hypothekenbanken zugleich mit der Besserung des Pfandbriefabsahes auch mehr Nachfrage nach Kommunalobligationen verzeichnen können. Allein in Ansehung des Wettbewerbs der großen Emissionen der Reichsbahn-Borzugsaktien. der erheblichen Kreditbedürfnisse der Landwirtschast usw. darf man sich auf diesem Gebiete doch keinen allzuweit gesteckten Erwartungen hingeben. Zudem stellt der heimische Markt, soweit er überhaupt Geldbeschaffungsgelegenheiten bietet, recht Hohe Zinsan- s p r ü ch e. Bezeichnend dafür ist, daß die Girozentrale, die Mitte Januar 10 Millionen Mark ihrer inneren Kommunalgoldanleihe auflegte und hierfür bei 92,5 Prozent Verkaufspreis die Iprozentige Verzinsung wählte, mit diesem Zinsfuß so schlechte Erfahrungen machte, daß sie den dieser Tage von ihr aufgelegten weiteren Abschnitt von 25 Millionen mit einem Lprozentigen Zins — bei 96 Prozent Zeichnungskurs — ausstatten mußte. Bisher sind, wie wir hören, von diesen Lprozentigen Stücken für rund 15 Millionen Mark verkauft worden. Vereinzelt konnten Gemeinden letzthin dem Vernehmen nach durch Bankirrvermittlung noch Schuldscheindarlehen ge- gegen Hinterlegung von Wertpapieren, z. D. von Aktien der kommunalen Kraftwerke und drrgl. erhalten, wobei die Gelder aus im Ausland beschafften Anleihen von Jndustrieunter- nehmungen stammten, welch letztere diese Mittel nur allmählich verbrauchen und daher vorläufig Teilbeträge für den genannten Zweck zur Verfügung stellen können. Dr. J. Oie Deutsche Reichsbahn im Januar. Gegenüber dem Dezember 1927, der durch den Weihnachtsverkehr noch besonders belebt war, liegt im Januar bei der Deutschen Reichsbahn ein Verkehrsrückgang von etwa 7,6 Prozent vor. Während im Dezember insgesamt 3 811313 Wagen gestellt wurden, waren es im Januar 1928 nur 3 540 513. -Durch Vereisung der Wasserstraßen gingen erhebliche Frachten auf die Eisenbahn über. Der Kohlenversand war rege. Richt nur die gesamte Ruhrkohlenförderung konnte abgesetzt werden, es war auch möglich, die Haldenbestände des Ruhrkohlengebietes um etwa 200 000 Tonnen zu vermindern. Der Personenverkehr war in den ersten Tagen des Monats durch die zurückkehrenden Fest- und Ferienreisenden noch lebhaft. Mit Ende der Schulferien flaute der Verkehr schnell ab. Er war dann im weiteren Verlauf des Januars der Jahreszeit entsprechend schwach. Infolge ungenügender Schneelage wurden nur wenige Wintersportzüge gefahren. Die im Gange befindlichen Abschluß- arbeiten geben gegenwärtig noch fein genaues Bild über die finanzielle Entwicklung des Monats Dezember 1927. Rach den vorläufigen Feststellungen werden die Einnahmen betragen: 1. Personen- und Gepäckverkehr 108,2, 2. Güterverkehr 289.3, 3. Sonstige Einnahmen 66, zusammen 463 Millionen Mark. Die Ausgaben werden die Einnahmen überschreiten. Zur Deckung muß die 1927 angesammelte „Allgemeine Rückstellung" erneut in Anspruch genommen werden. Für den Dienst der Reparationsschuldverschreibungen wurde die fällige Monatsrate rechtzeitig abgeführt. Reben den erforderlichen Rückstellungen wurden im Dezember 1927 für werbende Anlagen rund 96 Millionen Mark aufgewendet. Äon der Frankfurter Messe. Das Vertrauen, dessen sich die Frankfurter Messe in den Kreisen der deutschen und ausländischen Wirtschaft zu erfreuen hat, findet seinen Ausdruck darin, daß die Anmeldungen für die vom 22. bis 25. April stattfindende Frühjahrsmesse in einer Stärke getätigt werden, die zu den besten Hoffnungen für ihren Gesamtumfang berechtigt. Schon jetzt, 2Ve Monate vor der Messe, ist die Zahl der belegten Quadratmeter ebenso hoch wie die Gesamtquadratmeterfläche der Herbstmesse. Wenn man berücksichtigt, daß die aufsteigende Wirtschasts- kurve doch zum Teil durch die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse in der Entwicklung ein wenig gehemmt worden ist, so kann man diese starke Zuversicht der Industrie, die in den Anmeldungen zur Frankfurter Frühjahrsmesse zum Ausdruck kommt, als einen besonders überzeugenden Beweis der Bedeutung der Frankfurter Messen werten. * Frankfurter Brauhaus e. G. m. b. H. — Dank für Brauindustrie. Zum Zwecke der Ausschaltung des Wettbewerbs steht die Bank für Brauindustrie wegen ^lebernahme des Frankfurter Brauhauses c. G. m. b. H. mit letzteren in Verhandlungen. * Holex Schokoladen QI.»®., DadHom- burg. In der Angelegenheit der Zahlungseinstellung der Hollex Schokoladen A.-G., Bad Homburg, trat gestern die Gläubigerrersammlung zusammen und wählte in einer äußerst stürmischen Sitzung einen Gläubigerausschuß zur Weiterberatung der Dergleichsangelegenheit. Es soll versucht werden, einen Liquidationsvergleich außertonlursmäßiger Verwendung der Masse zustande zu bringen unter der Voraussetzung, daß der Schuldner für die innerhalb eines Jahres von 40 Prozent zu zahlenden Kreditoren Sicherheit stellen kann. Die Verhandlungen sind bislang zu keinem positiven Ergebnis gelangt. * Waggon- und Maschinenbau A.-G., Görlitz. In der Aufsichtsratssihung der Waggon» und Maschinenbau A.-G., Görlitz, wurde der Halbjahresabschluh vorgelegt. Er weist eine wesentliche Steigerung der Umsätze und einen guten Ruhen, namentlich im Maschinenbau, aus. Auch die Aussichten für das zweite Halbjahr sind günstig. Zur Vereinheitlichung des Aktienkapitals soll einer auf den 13. März einzu- berufenden außerordentlichen Generalversammlung die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien mit Wirkung vom 1. Juli 1927 ab vorgeschlagen werden, gegen einmalige Vergütung von 10 Prozent des Rennwertes. Das Bankenkonsortium der Gesellschaft hat fich bereit erklärt, den hierzu erforderlichen Betrag von 366 000 Mark zur Verfügung zu stellen. Dieser Betrag soll beim Umtausch der Aktien an die Vorzugsaktionäre zur Auszahlung kommen und aus dein Gewinn des laufenden Jahres an das Konsortium zurückgezahlt werden. Nach Eintragung dieser Aenderung soll die Zulassung des einheitlichen Aktienkapitals zu den Börsen in Berlin und Dresden alsbald beantragt werden. • 10»Mill. -Dollar-Anleihe der W ass erwirtschaft im Rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Die Wasserwirtschaft im Rheinisch-westfälischen Industriegebiet -(Ruhrkohlenbezirk) G. m. b. Sy, Essen, der die nachstehenden Körperschaften, nämlich die Emschergenossenschaft, der Ruhrtalsperrenverein, der Ruhrverband, der Lippevrrband und die Linksniederrheinische Entwässerungsgrnoftenschasr, angehören, hat unter Mitwirkung des Bankhauses Gebrüder Lismann, Frankfurt a. M., eine Anleihe von 10 Millionen Dollar abgeschlossen. Der Anleiheerlös ist für die fünf Verbände bestimmt. Die Emission wird durch das Bankhaus Field, Glore & Co., Neuyork, (bisher Marshal Field, Glore, Ward & Co.), in den nächsten Tagen in Neuyork aufgelegt werden. Der Typ der Anleihe ist 6 Prozent bei einer 25jährigen Laufzeit mit der Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung. * D i e Verluste bei der Rheinischen Handelsbank. Die Höhe der gefährdeten Kredite bei der Rheinischen Handelsbank in Mannheim wird nach neuerer Berechnung mit über 600 000 Mark angegeben. Die Depositen sind nicht angegriffen. * Elektrowerte A.-G., Berlin. Die Generalversammlung der Elektrowerte QI.»®., Berlin, deren gesamtes Aktienkapital sich in den Händen der Vereinigt. Jndustrieunternehmungen A.-G. befindet, genehmigte den Jahresabschluß und die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent (wie i. V.). Aus dem Reingewinn von 5 154 587 Mark werden 239 693 Mark auf neue Rechnung vorgetragen. Auch 1927 hat sich das Geschäft weiter erfreulich entwickelt. Die Stromerzeugung stieg auf 1677 Nkillionen Kilowatt (1,486 i. V.). • Qlllgemeen Rorit Matschappri, Amsterdam. Von der Verwaltung der All- gemecn Norit Matschappij wird den Amster- bamer Blättern mitgeteilt, daß die in deutschen Blättern erschienenen Meldungen über die Auflösung der seinerzeit zwischen der Vereinigte Chemische Industrie-A.-G., Frankfurt a. M. und der Qlllgemeen Norit Mij, Amsterdam, eingerichtete Jnteresjengemeinschaft nicht richtig seien. Die von beiden Gesellschaften errichtete gemeinsame AmsterdamerVe.kaufsorgani ation, die NoritTer- eenigung Verkoop Zentrale, werde ihre l^,ätiq» feit in der bisherigen Weise fortsetzen. Frankfurter Börse. Franffurt a. M., 16. Febr. Tendenz fest. An der heutigen Börse tonnte die gestern in etwas stärkerem Maße eingesetzte K u r s b e s s e- rung weitere Fortschritte machen und die Stimmung war allgemein recht f e ft. Man wollte verschiedentlich umfangreiche K.iufe von Grohbankseite feststellen, die die Spekulation zu weiteren Deckungskäufen veranlaßten. Das Geschäft war verhältnismäßig lebhaft, von Publifumseite soll sich jedoch der Orderseingang bei den Banken nicht merklich verstärkt haben. Ihren Ausgang nahm die festere Haltung wieder von der regeren Nachfrage nach Freigabewerten, daneben begegneten 3. ®.= Farben wieder stärkerem Interesse. Qlnregend wirkten neue günstige Meldungen über den Stand der Freigabeangclegcnheit. Der Zahltag machte sich kaum bemerkbar. Nur am Geldmarkt blieb kurzfristiges Geld im Gegensatz zu Berlin stärker gesucht. Der schwierigen rnnerpo- litischen Lage schenkte man weiter nur geringe Beachtung, bei den ersten Kursen lagen die Notierungen meist um 1 bis 2 Prozent höher. Eine starke Steigerung erzielten Mitteldeutsche plus 10 Prozent, die in Erwartung günstiger Abschluhzisfern rege gefragt waren. Schiff ahrtswerte konnten sich weiter be- feftigen. Scheideanstalt plus 1,5 Prozent. Holzverkohlung blieben nur behauptet. J.-G.-F a r - ben eröffneten 1,25 Prozent höher. Zellstoff- a 11 i e n gewannen 2 Prozent. Montanwerte bis 1 Prozent le her. Kalialtien lagen fast vollkommen unverändert. Deutsche Anleihen behauptet, Ausländer still. Im Verlaufs blieb die Stimmung fest. Nennenswerte Veränderungen traten kaum ein. Die Höchstkurse konnten sich verschiedentlich nicht ganz behaupten. Am Geldmarkt erhöhte sich der Satz für Tagesgeld auf 7 Prozent. Im Devisenverkehr war die Reichsmark weiter fest mit 41915 gegen Kabel und 20,432 gegen London. London gegen Kabel 4,8745. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,05, Madrid 28,66. Berltne. Börse. Berlin, 16. Febr. Das günstige Endergebnis die Freigabebesprechungen nun heute endlich be- der Reichsbahnemission und die Hoffnung, daß ginnen werden, haben der Börse erneut eine Anregung bieten können. Der heute veröffentlichte Bericht der Maschinenindustrie, der von einem Nachlassen der Konjunktur spricht, und der innerpolitische Konflikt blieben wieder ohne Einfluß. Außer dem anhaltenden Publikumsinteresse war auch eine Beteiligung des Auslandes zu beobachten. Die U m s a tz t ä t i g- keit war lebhafter, doch im großen und ganzen immer noch auf Spezialpapiere beschränkt, die über den Durchschnitt von 2 Proz. hinausgehende Kursbesserungen verzeichnen konnten. O st w e r k e plus 5,5, Ilse plus 3,5, Zellstoff Waldhof plus 4,5, Aschoff e n» bürg plus 7 ur.b Mitteldeutsche Credit, bei der gute Abschluhzisfern erwartet werden, sogar plus 11 Proz. Freigabewerte waren wenig verändert, nur Berliner Handels fester. Heimische Anleihen ruhig, Ausländer eher fester. Bosnier auf dem erhöhten Niveau von gestern behauptet. Pfandbriefe wenig verändert, Anteile eher angeboten. Geld war infolge des Zahltages leicht angespannt. Tagesgeld 5,50 bis 7,50, Monatsgeld 7,50 bis 8,50 Prozent. Es besteht die Möglichkeit, daß auch heute Reichsschahwechsel ausgegeben werden. Im Verlaufe wurde es allgemein etwas ruhiger. Die Kursentwicklung blieb nicht einheitlich. Freigabewerte unter Führung von Berliner Handel plus 2, dagegen Glanzstoff minus 4 Prozent und Spritwerte etwas abbröckelnd. Franks.'Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Febr. Bei unveränderten Preisen blieb das Geschäft klein. Weizen und Roggen zu Mahlzwecken liegt fast geschäfts- los. Weizen zu Futterzwecken wird noch in mäßigen Grenzen gehandelt. Mehl unverändert ruhig. Futtermittel find ebenfalls weniger gefragt, ebenso wird auch Weizenkleie für prompte Lieferung nur in kleinem Umfange gehandelt. Cs wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 24,50 Mk., Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Prozent Auswuchs 23,25—23,50, Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit 22,75—23,25, Roggen 24,50, Sommergerste für Brauzwecke 27,50—30, Hafer, inländischer 23,50—24,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50, Mais (gelb) für andere Zwecke 23,20, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36 bis 36,75, Roggenmehl 33—35, Weizenkleie 14 bis 14,15, Roggenkleie 15—15,25 Mk. Tendenz: tetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. gebt. Auftrieb: 66 Rinder. 1036 Kälber, 348 Schafe, 369 Schweine. Cs notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 72 bis 75; mittlere Mast- und Saugkälber 64 bis 71; geringe Kälber 50 bis 63. Schafe: Mastlämmer und jüngere Wasthämmel (Weidemast) 48 bis 51; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47; fleischiges Schafvieh 30 bis 39; gering genährtes Schafvieh 25 bis 28. Schweine: vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 57 bis 58; vollfleischige Schweine «on ca. 200 bis 240 Psd. Lebendgewicht 56 bis 58; voklfleischige Schweine von ca. 160 bis 200 Psd. Lebendgewicht 56 bis 58; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 54 bis 56. Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig und geräumt. Geschäft in Schweinen langsam, aus» verkauft. Strafkammer Gießen. * Gießen, 14. Febr. Die heutige Straf» karnrnersitzung brachte drei Berufungsfälle zur Erledigung. Zunächst wurde über die Berufung eines Mannes aus QI. verhandelt, der vom hiesigen Schöffengericht im Dezember 1927 wegen Sittlichkeitsverbrechens nach 8 176 Zif. 3 StGB, zu insgesamt 5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Er gab nunmehr in zweiter Instanz sämtliche ihm zur Last gelegten Fälle nach Maßgabe des Schöffengerichtsurteils zu, bat jedoch um eine erheblich mildere Strafe. Die Strafkammer verwarf fein Rechtsmittel unbestätigte das auf 5 Jahre Zuchthaus, sowie 10 Jahre Ehrverlust lautende Urteil des Schöffengerichts, rechnete aber 4 Monate der Untersuchungshaft an. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Wegen einer ganz unglaublichen Milch fälsch u n g wurde eine Frau auö Kohden auf staatsanwaltliche Berufung hin in strenge Strafe genommen. Während das Amtsgericht Qlidda auf 2 Wochen Gefängnis und 60 Mark Geldstrafe erkannt hatte, erhöhte die Strafkammer die Freiheitsstrafe auf 2 Monate Gefängnis. Zugestandenermaßen hatte die Angeklagte wiederholt die von ihr an einen Milchhändler abgegebene Milch stark gewässert. Der Sachverständige mutzte die von ihm untersuchte Probe als „Wasser mit Milchzusah" bezeichnen, da sie aus 86—87 Teilen Wasser und 100 Teilen Milch zusammengesetzt war. Der auf Aufforderung des Milchhändlers eine Kontrolle vornehmende Gendarmeriebeamte konnte eine solche nicht genau durchführen, da sein Laktodensimeter bis auf den Boden des Milchgefätzes herabsank. Das Gericht bezeichnete eine solche Panscherei als Verbrechen an der Gesundheit der Kinder und Schwachen, die auf Genuß einwandfreier Milch angewiesen sind, und ging deshalb sogar über den staatsanwaltschaftlichen Antrag erheblich hinaus. Dieser Fall sollte für die Milchproduzenten und -Händler eine deutliche Warnung sein, die Gerichte erkennen bei Milchfälschungen durchweg auf strenge Strafen. Letzte Nachrichten. Tödlicher Llnglircksfall auf dem Gießener Bahnhof. Heute vormittag gegen 9 Uhr wurde der bei der Bahnmeisterei 1 in Gießen beschäftigte Rottenmeister Lepper aus Wieseck im hiesigen Güterbahnhof von einer CR a n g i e r a b t e i- lung überfahren. Drei Güterwagen rollten dem bedauernswerten Manne über die Brust und führten feinen sofortigen Tod herbei. Der Verunglückte ist 52 Jahre alt und hinterläßt seine Frau mit zwei unversorgten Kindern. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft zur Bestattung freigegeben. Kurszettel der Berliner und FranksurSer Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfutz 8 Prozent. Franbsurr a. M Berlin Sd)luh-| Siirs 1 1-Uhr. Kurs Sch utz Clnianq Kars Kur- Datum: 15. 2. 16. 2. 15. 2. 16. 2. l*/0 Dt Bei'chsanleihe v 1927 Tt An! Adlöl Schuld mit Auvlot.Rechten 51,9 87,5 52 52 Desgl. ohne Äuslvs -Rechten 16/2 16,2 16,1 16 2 1°lo Hransf Hnp.-Bl. Go dvi unkündbar bis >932 _ Rheinische L>vv -Baut ciqu -(yo dpi _ _ _ CI C abg Borkrtegs-Ob- liganoncn. rudsoblbar 1932 — —- — — 4'-o Schweiz Bunbesb.-Anl. — 4°/o Oesterrichische Goldrtc — — 31,4 _ 4,20% Ockterr ich. Silberne — — 4.4 —— 4'7, Oesterreich cim eitl. Rle — —— _ 4% Ungarische Goldrle — _ 25 2 _ 4°/o Ungarische Siaatsr v 1910 —» — — —- 4'// , beögl von 1913 4®/„ Ungarische Kronenrke . — — 24,25 _ — _ 1,65 4°/ lurf. Zollanleihe v 1911 13,05 _ 13,25 13,3 4°/0 Turk Bagdadbabn-Anl Serie 1 13.75 13,75 4°/ u desgl. Serk !l . . . 13,1 _ 13,1 . 13 z 4°, Rumänen conven Rie _ 4'/,°/o Rumänen Äoldanl. vou 1913 — _ CUfl Dcunchr Eisenbahn .4'/, Hamburg-Amecila Pate«. 6 — — — — 154 154,7". ir-2,65 154 5 Hamb -Sudam Tamv'sch 8 • — — 209,75 210 Hansa Damvsschiis ■ ■ 6 Rorddeulscher uunb . . 6 158.25 158,5 216.73 156.5 218.3 157.75 Allg Deutsche Creduankt.. 10 146 — 146 147 Barm r Bankverein 10 14«. 1 149.25 148.7a 149,73 Berliner HandclSgcscllsch. 12 180 270 471,75 Commerz, und Privat-B' li • 80 179.23 180 Tarmst. u. Ranonalbank. iz 236 236.63 234. j 235 Deutsche Bank io 161 3 164 5 164,25 165 Diskonto-(Seselllchaf, Am 10 160 16(1 160 1 160.5 Dresdner Bant 10 163 162,2) 161,73 162 Miueldcutsche Crrdiibank 9 217 2.-7 217 228 BJkiüUbant.......8 128.5 129.9 127.9 |128,75 ReichSbauk ....... > - 196 195,75 196 1196.25 Frankfurt a. Dt Berlin Schlich- 1-Uhr° Schuch ! Ulnjang Kurs Kurs fi'irs I fiur Datum: 15 2. 16 2. | 15.2. 116 2. A.E 8 7 170... 171 170,13 1 171 Bergmann ....... 8 188,5 188 187.25 187,75 Clektr. Lieserungen ■ . . 10 — —— 173 174 25 Licht uitd flrart ..... 10 223 223.25 222,75 222.75 gelten riyner . . . 131 — 132 — Hebligenstaedi . . » . .. c 29 - — — 9ungbanS . .» . . ( 85.1 - 85.75 — Lcchwerke . • . » • . . 8 119 —- — Mamkraktwerke • « . « . . t 117 — — — Miag » , . . . u 140 139 — Rekarlulmer . . . . * . . . 8 100 - 100 — Beiers Union • . . * « . < 1 110.5 - 110,25 — (5kbi. Roeder . . » • « . . 11 - — - Prag, 4 Hacffner . ■ . . 6 178 — 179.25 179 Südd Zucker . .w - . . 1 140 5 140,25 139.75 — Berlin, 15. Febr. | g.eld Brre, Ameritaniichc 'Jioteu..... 4,172 1,192 Belgische Roten...... 58,26 58,50 Dänische Roten...... 111,98 112.42 Englische Roten....... ■0..-R7 •40.467 Devifenmartt Derlm—Frankfurt a. W. Berlin. 15. ft-cbr (Selb Briet ^ranzoiische Roten...... 16,5:)5 16759$ Holländische Roten .... 168,35 169,03 Italienische Roten...... 22.22 22,30 Rorwcgtsche Roten...... 111,28 111,72 Tcuksch-Lcstcrr.sioo Kronen 59,00 59,14 Rumänische Roten...... 2,575 2,595 112,23 112,67 Cchwei;er R^tcn....... 80,42 80,74 Spanische Roten....... 71,06 71,34 Tschechoslowakische Roten . - 12,38 12,44 Ungarische Roten - - 73 00 73,30 Telegraphische Auszah lung. 15. Febr- 16. Febr. Tlintliche Roti.rung Amtliche Rolicrullg (Selb Brie' o5elb Briet _ 21msl.» Roll 168,62 168,96 168,53 168,87 1,794 Buen-Aires 1,790 1,794 1,790 Bn>.-Ankw 58,305 58,425 58,275 58,395 Ehristiania 111,49 111,71 111,43 111.65 Kovenbagen 112,17 112,39 112,13 112,36 Stockliolm . 112,47 112,69 112,35 112,57 Helsingfors. 10,549 10,569 10,543 10,563 (stallen. . . 22,195 22,235 22,175 42,215 London. . . 20.423 40,463 40,09 20,449 4,1955 Otcuyork . . Baris.... 4,1890 4.1970 1,1875 16,46 16,50 16,47 16,51 Schweiz . . 80,56 60,72 80,54 80,<0 Soaiii.-n - 71,31 71.37 71.13 71.27 Japan . . • ■Kio de Ian 1,965 0.5(13 1,967 0,505 1,96a 0.503 1,967 0.505 Wien in D-- £?eft. adgest Brog . . - >8,97 12.411 59,09 12,434 58,965 12,41 59,85 12,43 Belrrab Bnimvell. 7,359 i,373 7,358 < ,v71 73,17 73.51 73,18 • 3» 3- Bu ».irren 3.029 3,035 u.OJO 3.0:76 i'ifTnbon 13.58 13.62 19,48 19,52 Danzig. . Bl, 59 51,75 >1,57 81,73 tronstrntin- 4,121 2.127 4,122 4,126 ’.’lthcn. . 5,544 5,i>56 5,564 ;,5<6 Canaba !. 180 4.188 1,178 4,186 Ura uay 4,276 4.284 4.276 4,284 Lsiro 40 947 40 987 20 «33 20.973 Cr.-V^ 9-Die Schc O krerseits enth ngkeitsn, als -rch die des ' Wenlchluhges Kleinrentnern: Auswirkungen tenigt sind ur Meinungen erb . aUgemei 6