Samstag, !5. Dezember 1928 178. Jahrgang nt.295 (ftltes Blatt Mwaaljmt von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mnn Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfenmg, Platzvorfchrist 20°/, mehr, Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Gange» Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, ouher 0 M GietzenerAnzeiger scheinen einzelnerRummern 1 ___ -ZE General-Anzeiger für Gberhefsen richten: »>»eta«r Gteb««, v UÄZ'nm vrnck MI» Verlag: BrflDtW Un«vkrsi«Stt.V»ch. Ml» Steinbrndtrei H. Lange tu «I«»rn. SchNstltMmg mid S-schZfl,stelle: sq«lstr«»i 7. Sinter den Kulissen von Lugano. Die Tagung des DölkerbundsratS in Lugano hat dem deutschen Außenminister die erwünschte Gelegenheit gegeben, mit feinen beiden Mit- kontra heuten des Locarnopaktes ernste Zwiesprache zu hallen. Ehamberlain scheint sich allerdings anfangs absichtlich -urückgeba'ten zu haben. Ob er Englands europäische Interessen bei seinem Kollegen Briand in bewährten Händen glaubt«, oder ob eS sein Wunsch war, nur im Falle des Stockens der direkten deutsch- französischen Dechandlungen als .ehrlicher Makler" «inzugreifen, daS mag dahingestellt bleiben. Vielleicht hat er auch andere Sorgen, vielleicht gab es in Lugano Fragen, die dem Außenminister des britischen Weltreiches im Augenblick sehr viel mehr am Herzen liegen, alS Äheinlandräumung und Reparationen. GS kommt doch nicht ganz von ungefähr, daß gerade di« russische Presse jede Zusammenkunft der drei Lvcarnomtnister mit unverhohlenem Mißtrauen begleitet und Betrachtungen darüber anstellt, wie wett der Brite diese- täte-ä-tSte dazu benutzen könne, den Ring um die Sowjetunion enger zu ziehen, die Mauer gegen den Bolschewismus im Osten fester zu bauen. Lind wenn man unter diesem Moskauer Gesichtswinkel den verschlungenen Pfaden nachspürt, die die europäische Dündnispoltttk in den letzten Jahren .mit großer Hartnäckigkeit von allen Seiten verfolgt hat, wird man für die Sorgen der Herrn im Kreml ein gewisses Verständnis aufbringen können, für die Befürchtung nämlich, daß die Drähte aller dieser Puppen auf dem Welttheater in der Hand eines geschickten Regisseurs zusammenlaufen, der in der Londoner Downing Street sein Domizil hat. Die RachkriegSzeit hat in Europa im wesentlichen zwei große Bündnissysteme gezeitigt, die aus der «inen Leite der Sicherung deS in bcn Pariser Friedensschlüssen zusammengeraubten 'Besitzes dienen sollten, auf der anderen das Aneinanderrucken der durch dieselben Verträge In ihren Hoffnungen Enttäuschten an solch« Mächte bedeutete. di« in Paris gewaltige und belangreiche Teile ihres Besitzes an glücklichere Rachbarn hatten abtreten müssen. DaS eine ist Frankreich, das Polen durch ein Militärbündnis an sich ge- fesielt hat und über die ,Kleine Entente" der sog. Rachfolgestaaten. Tschechoslowakei. 3 u g o- slawten und Rumänien seine Schützerhände breitet. Das andere ist das sich um seine Siegerfrüchte betrogen fühlende 3 t a l i e n, das zu Ungarn und Dulgar ien,Griechenland und der Türkei Fäden gesponnen hat. Auch seine guten Beziehungen zu Spanien pflegt es eifrig, ohne daß es allerdings Herrn Mussolini gelungen zu sein scheint, feinen Kollegen Primo de Rivera zu einer einseitigen Stellungnahme gegen Frankreich zu bewegen. England steht nun offenbar seine Aufgabe darin, beive Bündnissysteme, die mit aller Gntichiedenheit gegeneinander gedacht waren und auf den ersten Blick schier imüberbtüdbare Gegensätze verkörpern — man denke an Frankreich und 3talien, an Italien und Jugoslawien, an Ungern und die Kleine Entente —. miteinander zu verknüpfen zu den höheren Zwecken britischer Deltpolitik. Englands eigenar’ige Stellung innerhalb des europäischen Staatensystems — wenn man bei dem Versailler Angst- und Hahprodukt überhaupt von einem System reden kann — war für di« Inangrissnahme einer solchen Riefenaufgabe zweifellos günstig. Es unterhielt die freundschaftlichsten Be iehun-.'en zu Frankreich, der römisch« FaszismuS räumte ihm willig eine eigen* arllce Beschützerrolle ein. wie eS sie schon im liberakn Italien innehatte, und den vielen Streit- franen, die die großen und kleinen Machte des europäischen Südens und Ostens trennten, stand «S als neutraler, persönlich uninteressierter Beobacht« gegenüber. Englands Politik des Ausgleichs ist ein gewisser Erfolg nicht versagt geblieben. So wurde zu den Verhandlungen über die Neuregelung des Tangerstatuts das ehrgeizige Italien herangezogen und ihm gewisse Vorteile eingeräumt, die zwar dem römischen Diktator keineswegs genügten, doch aber den Weg zu direkten Verhandlungen mit Paris anbahnten. Der äußerst delikaten Behänd' lung, der sich das reizbare, schnell aufbrausende Italien Mussolinis von Briand und der französischen Politik zu versehen hatte, scheint es zweifellos unter Aufwand unendlicher Mühen und Bciseitc- schiebens jeder sonst in Paris so stark beachteten Prestigefrage gelungen zu sein, zu einem zumindest erträglichen Verhältnis zu Italien zu kommen. Inwieweit auch handgreiflichere Argumente, als bloße Freundschaftsbezeigungen und Versprechungen für die Zeckunft, hierbei eine Rolle gespielt haben, wie z. B. Konzessionen in Tunis und Algerien, darüber sind nie eindeutige Verlautbarungen der Oef- fenllichkeit bekannt geworden. Vieles durfte auch hier noch im Fluß sein. Merkwürdige Kombinationen scheinen sich gleichzeitig auf dem Balkan zu ergeben. Hier ist offenbar Polen — im höheren Auftrag? — die Vermittlerrolle zwischen Italien und Ungarn einerseits, der Kleinen Entente andererseits, zugefallen. Der Warschauer Diktator Pilsudski hat feinen sehr notwendigen Krankheitsurlaub in diesem Sommer in Rumänien verbracht und wohl kaum seine Zeit lediglich mit Spaziergängen an der Seite der schönen Köniain-Witwe Maria wtgeschlagen, wie ausgiebig verbreitete Bilder uns weismachen woll- ten. Allzu prompt folgte nach der Rückkehr des Marschalls der Besuch des ungarischen Außen- Ministers in Warschau und der Abschluß eines polnisch - ungarischen Schiedsoer- Abschluß der Ministerbesprechungen. Das deutsch-französische Verhältnis in allen Teilen erörtert. - Kein sensationelles Ergebnis in Aussicht.—Ein Kommunique der drei Außenminister.—Ehamberlains Gonderverhandlungen. Cegano, 14. Dez. (I1L) Der heutige Nachmittag hat den Abjchluh der sehr intensiven ve- sprechungen dieser Woche zwischen den Außenministern Deutschlands, Englands und Frankreichs gebracht. Nachdem sich Reichsmiuister Dr. S t r e s e - mann gegen 17.30 Uhr in Erwiderung der verschiedenen Besuche des sranzösischen Außenministers zu Briand begeben hatte, suchten beide Staatsmänner kurz nach 18 Uhr gemeinsam Sir Austen Ehamberlain aus und setzten ihre Besprechung zu Dreien bis 19.20 Uhr fort Für Samstag ist noch einmal eine kurze Zusammenkunft zwischen den drei Außenministern vorgesehen, auf der lediglich ein Kommunique über das Ergebnis der bisherigen Besprechungen festgelegt werden soll. Heber das Ergebnis der bisherigen außerordentlich zahlreichen täglichen Besprechungen der Außenminister kann auf Grund von Mitteilungen von maßgebender deutscher Seite folgendes gesagt werden: Das Kommunique wird keinerlei sensationelle endgültige Beschlüsse enthalten und mit der bekannten Sechsmächte-Ent- schliehung vom September in Genf nicht zu vergleichen sein. 3m Vordergründe der Besprechungen haben fast ausschließlich alle diejenigen Fragen gestanden, die gegenwärtig zwischen Frankreich und Deutschland stehen. Die Unterhaltungen sind mit außergewöhnlichem Ernst und Rachdruck auf allen Seiten geführt worden. Sie haben zu einer sehr offenen und onzwel- d eutigen Erklärung über die bestehenden Differenzen geführt, wobei die Gegensätze vielfach scharf auseinandergeprallt find. Insbesondere ist hierbei die gesamte politische Lage erörtert worden, wie sie durch die verschiedenen parlamentarischen Erklärungen und die Diskussion in der Oeffentlichkelt, die sich in der vefsentlichkeil an die Genfer Beschlüsse vom September anknüpsten, geschaffen worden ist. Diese Fragen haben den wesentlichen Gegenstand der Unterredungen gebildet. Ls wird noch einmal hervorgehoben, daß ’rgenb- welche neue Beschlüsse nicht gefaßt worden sind, da grundsätzliche Entscheidungen nicht ohne die anderen an dem Genfer Beschluß beteiligten Regierungen erfolgen konnten. Die Reparationsfragen haben in den Besprechungen nur eine geringere Rolle gespielt, da die Verhandlungen hierüber zwischen den Regierungen laufen und die Außenmin ster für Entscheidungen auf dem Gebieie der Reparationsfragen nicht als allein zuständig anzusehen sind. L» wird sodann ausdrücklich erklärt, es könne keine Rebe davon sein, daß die im Genfer Beschluß vorgesehene Feststellungskommission einen anderen Romen erhältz möglicherweise als „Liquidationskommission" ernannt würde und in dieser Form weiterhin über das 3ahr 1935 in Kraft bleibe. Eine Konlrollinstauz im Rheinland, In welcher Form sie auch hier erscheinen möge, komme über das 3ahr 1935 auf feinen Fall in Frage. Weber die schwebenden Fragen werden jetzt aus diplomatischem Wege die Verhandlungen f o r t g e s ü h r t werden. Die Verhandlungen über die Rheinlandräumung und die Bildung der Feststellungskommission werden sofort ausgenommen werden, sobald der Sachverständlgenous- f ch u ß für die Reparationsfragen zufammengetreten ist. Der Gedanke einer etappenweisen Räumung des Rheinlandes entsprechend dem Stand der Verhandlungen über die Reparationsfragen wird heute von feiner der beteiligten Regierungen vertreten und fleht außerhalb der Disfussion. Die Gesamträumung der Rheinlande wird nach wie vor als möglich angesehen, sobald eine Einigung Berlin, 15.Dez. (Prio. Tel.) Die Reichstags- ftaftion der Deutschen volfspartei beantragt verschiedene Aendernngen der Reichsver- f a f f n n g. Danach soll dem Kabinett bei Beginn seiner Amtsführung und jeder Wahlperiode das vertrauen durch Mehrheitsbeschluß des Reichstags ausgesprochen werden. Zweidrittelmehrheit wird gefordert wenn dem Kabinett oder einem Minister das vertrauen wieder entzogen werden soll. Rur in Verbindung mit der Schlußabstimmung zum Etat soll einfache Mehrheit für das Mißtrauensvotum genügen. Ferner soll der Reichstag ohne Zustimmung des Kabinetts und des Reichsrots d i e Ausgaben des Etats nicht erhöhen können. Menn die Steuer- und Zolleingänge nach den Ergebnissen eines Vierteljahres den Voranschlag nm mehr als zehn Prozent übersteigen, so sollen die Mehreingänge bis zu zehn P7ozenl zur Verminderung de» Anleihebedarfs oder zur Schuldentilgung verwendet werden, der Rest zur Steuersenkung im nächsten Etatsjahr. Diese Grundsätze sollen sinngemäß auch bei den Landern und Gemeinden durchgeführt werden. Die von der Deutschen Dolkspartci im Reichstag emgebrachten Anträge auf Der as ungsänderung finden vorläufig nur Zustimmung in der Deutschen Allgemeinen Zeitung, während die Blätter der präfumiiren Koalitionsparteien ter Do'.ksportei, soweit die sich mit den Anträgen über die politischen Fragen erzielt worden ist. Sollte der Sachversländigenauvschuh zu keinem Ergebnis gelangen, so würde der Daroesplan weiter in Kraft bleiben, wobei jedoch keinerlei Aende- rnngen in der weiteren Verfolgung der schwebenden Fragen eintreten würde. Oos Ende der Ratstagung. Stresemann bleibt noch in Lugano. Die 53. Ratstagung wird voraussichtlich Samstagmittag zu Ende gehen. In der Schluß- sihung werden noch die auf der Tagesordnung befindlichen Minderheitenfragen aus Polnisch- Oberschlesien beraten. Aus den heutigen politischen Gesprächen ist - abgesehen von der bereits gemeldeten Dreier-Besprechung — eine Unterredung des rumänischen Ratsmitgliedes Titu- kritisch befassen, eine ablehnende Haltung einneh- men. Daß um die Anträge heftige Kämpf beitnehmer, wobei jeder Acbeitnehmerzusammrn- schluh als „wirtschaftliche Vereinigung der Arbeitnehmer" unter Berufung auf Artikel 159 RV. angesehen werde. Die Vereinigung erkenne für die Schaffung eines neuen TarifvertragsgesetzeS den Tarifvertrag als Grundlage für die Regelung der Arbeitsbedingungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf dem Boden freier Tarifvertragspolitik und als Instrument zur Förderung des sozialen Friedens an, wobei Iie zum Ausdruck bringe, daß auch durch rechtliche Anerkennung der Betriebsvereinbarung rn stärkerem Umfange als bisher dem Betrieb als dem Ausgangspunkt dieses wirtschaftlichen und sozialen Knedens zu feinem Recht verhalfen werden müsse. Die Vereinigung erkennt die soziale und kulturelle Bedeutung des Achtstundentags an, muh aber jeden Versuch einer schematischen Behandlung dieser Frage ebenso ablehnen, wie sie den Versuch für unverantwortlich hält, die Arbeitszeit im Gegensatz zu den wirtschaftlichen Rotwendigkeiten und der hierdurch bedingten Elastizität für die Betriebe zu verkürzen. Die Vereinigung weist auf die überwiegend ablehnende Haltung der übri- gen europäischen und außereuropäischen Industrieländer gegenüber dem Washingtoner Arbeitszeitabkommen hin und bringt darüber hinaus grundsätzlich zum Ausdruck, daß es nicht die Aufgabe des Internationalen Arbeitsamts in Genf fein darf, die nationale Gesetzgebung Deutschlands durch internationale Abkommen. die mit den nationalen Bedürfnissen unseres Landes nicht in ileberein ft immun g stehen, bindend zu beeinflussen. Zum Schluh betonte der Redner die Rotwendigkeit, Arbeit und Zielsetzung der Verbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Interessen der Volksgesamtheit unterzuordnen. Sevm'ng erneut im Ruhrgebiet. Werkbesichtigungen in Mühlheim. Düsseldorf, 14. Dez. (WTB.) Der im Aorbwestgebiet weilende Aeichsminister Severing besichtigte am heutigen Tage die grieb» rich-Wilhelrn-Hütte in Mülheim, die Stahl- und Walzwerke der Vereinigten Stahlwerke in Mülheim und die Werke der Friedrich Krupp-A.-G. in Essen sowie die Mannesmann-Werke in Hückingen. Wit dem Reichsminister des Innern nahmen an der Besichtigung teil die Leiter des Arbeitgeberverbandes der Rordwestgruppe und die Bezirksleiter der drei Metallarbeitergewerlschaften. In Berlin wurde in einer Aussprache des Ministerrates über die Wirtschaftslage die Rot- Wendigkeit anerkannt, nach 'fr er Wiederherstellung des Arbeitsfriedens im Bezirk Rordwest die beiden das Wirtschaftsleben zur Zeit lebhaft beunruhigenden großen Lohnkonflikte in der Werftindustrie und in der sächsischen Tex tilindu strie unverzüglich zur Lösung zu bringen. Der Reichsarbettsminister war in der Lage, mitzuteilen, dah er entsprechende Maßnahmen einae leitet habe und alsbald durchführen werde. Der Schiedsspruch m der sächsischen Textilindustrie. Berlin, 14. Dez. (WB.) Der Schiedsspruch, den der Schlichter für den Schlichterbezirk Sachsen im Tarifstreit in der w.stsächsischen und ostthüringischen Textilindustrie am 27. November 1928 gefällt hat, und den beide Parteien abgelehnt hatten, ist heute vom Reichsarbeitsminister im öffentlichen Interesse für verbindlich erklärt. Wiener QHototenfabrit Die genannte Motvrenfabrik weiß jedoch von der Sendung nichts. Vor einigen Tagen erschienen jedoch bei der Speditionsfirma zwei Herren, ein pensionierter österreichischer General und in feiner Begleitung ein Mann, der wahrscheinlich ein Ungar gewesen ist. Diese beiden kommen als die eigentlichenAuftraggeber in Betracht. Der General konnte bereits ermittelt werden und sagte aus. daß seine Begleitperson mit einem gewissen Kemeny identisch sei. Kemeny hat das österreichische Bundesgebiet bereits verlassen. Der General erklärte weiter, dah er bei der Demobilisierung seinerzeit Maschi- nengewehrteile in großer Menge aufgekauft hatte. Einen Teil des Materials habe er nach Budapest verkauft und die Maschinenge- wehrbestandtelle seien von Kemeny der Speditionsfirma übergeben worden. Die Erhebungen in der Angelegenheit werden fortgesetzt. Rach- träglich wird bekannt, daß auf dem Frachtbrief der Firma Blum & Popper al- Auftraggeber die Whitehead-Werke figurieren, deren Dureauräume sich ebenfalls in Wien befinden. Der Prokurist der Speditionsfirma gab weiterhin zu. den Hamen der Whitehead-Werke mißbraucht zu haben. Aus Budapest wird amtlich gemeldet: Wiener Rachrichten zufolge stellte die österreichische Polizei fest, dah beim Beladen eines Do nau- Frachtkahns Maschinen- gewehrbestandteile entdeckt worden sind. Die Sendung war als Rohölmotore deklariert und nach einer Meldung der Wiener Polizei nach Budapest bestimmt. Die Angelegenheit ist In Budapest vollkommen unbekannt. weshalb sich die ungarischen Behörden um weitere Aufklärung nach Wien gewandt haben. Reue Mitglieder des Reichsbahnverwaltungsrats. Auch ein Vertreter deS Personals ernannt. Der 11n, 14. Dez. (WB.) Die Reichsregierung Hat durch Beschluß vom 14. Dezember 1928 die Herren Dr. Hermann Schmitz, Geh. Kommerzienrat, Vorstandsmitglied der I.-G.- Farbenindustrie A.-G. in Berlin, Dr. h. c. Wel- cker, Generaldirektor der Firma Haniel & So.. Duisburg, Lokomotivführer Matthäus Herrmann tn Rürnberg und auf Benennung der preußischen Staatsregierung Dr. Otto Iei dels. Geschäftsinhaber der Berliner Handelsgesellschaft, Berlin, zum 1. Ianuar 1929 zu Mitgliedern des VerwaltungsrateS der Deutschen Reichsbahngesellschaft ernannt. Mit der Ernennung deS Lokomotivführers Herrmann isteinalterWunsch des Personals, einen Sih im VerwaltungS- rat zu haben, in Erfüllung gegangen. Es ist zu begrüßen, dah Beamten- und Betriebsrat dem Anerbieten des Reichsverkehrsminiiters von Guörard, ihnen gemeinschaftlich einen Sitz im Verwaltungsrat zu gewähren, durch Einigung nachgekommen sind und einen Vertreter threrGefamtinte ressen in Vorschlag gebracht haben. DaS Reichskabinett hat diesem Vorschlag geschlossen zu gestimmt. Irgendein System scheint der Auswahl der drei neuen Wirtschaftsvertreter im Reichsbahnverwal- tungsrat nicht zugrunde zu liegen. Dr. Otto Iei- dels ist feit Jahren Geschäftsinhaber der Berliner Handelsgesellschaft. In der breiteren Oessentlichkeit ist er durch gelegentliche Veröffentlichungen, deren kluae, sachliche Art auffiel, bekannt geworden. Seine Erfahrungen liegen vor allem auf dem Konsortialgeschäst, aber auch in den internationalen Finanz- beziehungen ist er gut vertraut. Weniger bekannt ist Geheimrat Hermann Schmitz, Vorstandsmitglied der J.-G.-Farbenindustrie, der am 1. Januar 1881 in Essen geboren wurde und mit Margarete von Mallinkrodt verheiratet ist. Er ist im Auffichts- rat unzähliger deutscher Jndustrieunternehmungen. Bei der J.-G.-Farbenindustrie ist er vor allem mit der finanziellen Leituna, gleichsam mit der finanziellen Außenpolitik dieses Riesenuntemehmens betraut. Dr. Weicker ist Generaldirektor der Firma Haniel & Co., die mit der ..Gute Hoffnungshütte"' und der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg in enger Verbindung steht. Deutscher Reichstag. Handelsverträge. — Sondcrfürsorge für Saisonarbeiter. — Zuüerzolk. Berlin, 14. Dez. Die WeihnachtSstimnumg war am Freitag doch noch nicht allgemein Im Reichstage. Die Mehrheit zeigte sich zwar sehr arbeitsfreudig, aber zum Schluß stellte sich heraus, daß die Wirtschaftspaket und die Kommunisten auf der Innehaltung der Fristen -wischen der Verteilung des neuen RachtragS- etats und seiner Beratung mit Rachdrruk bestanden. Infolgedessen konnte der RachtragSetat erst auf die nächste Tagesordnung gesetzt werden, die nicht vor Sonntagfrüh beginnt 3n der heutigen Sitzung wurden ohne Aussprache das ilebereintommen über die Sklaverei, der Sch.edsgerichtsver trag mit den Vereinigten Staaten, der Vertrag mit der Tschechoslowakei über die Grenzabkommen, die Handelsverträge mit Ghina, Panama und der Südafrikanischen Union verabschiedet. — Ohne wesentliche Debatte wurde ferner das Gesetz verabschiedet, das die Erhebung der Grunde rwerbS st euer von der Toten Hand vorläufig aussetzt, ebenso das Gesetz über die S o n d e r f u r f o t g e für die Sa isonarbei ter, für die daS Reich 28 Millionen zur Verfügung stellen soll. Die Erhöhung des Zuckerzolls von 15 auf 25 Mark wurde fast einmütig beschlossen, da die Sozialdemokraten im Ausschuß durchzesetzt hatten, dah eine Zollermähigung eintreten soll, wenn der Zuckergroßhandelspreis über 21 Mark steigt. Das Schankstättengesetz wurde dem Volkswirtschaftlichen Ausschuß überwiesen. — Nachdem man noch einige andere kleine Vorlagen erledigt hatte, war die Tagesordnung erschöpft. — Am Samstagabend um 22 Uhr wird der Reichstag die noch vorhandenen Reste auf» arbeiten und dann in einer neuen Sitzung unmittelbar nach Mitternacht (also am Sonntag früh 01 Uhr) den Rachtragsetat in erster Lesung beraten und dem Haushaltsausfchuh überweisen. Aus aller Welt. IkberfaU auf ein ttinotheaker in Mexiko. Die jungen Männer von Iilotepec im Staate Ialisco, die in der Rächt zum Freitag die weiblichen Angehörigen ihrer Familien tn das Kino der Stadt führten, um ihr Sehnen nach Romantik zu stillen, erlebten eine Lieberraschung, die ihre Roman ik für lange Zell gesättigt haben dürste. (Sine Schar verwegener Aufstän - bischer, die nicht damit zufrieden waren, die von den Kinobefuchern be.Ltffenen Wohnungen auszuplündern, drang in das Theater ein. Sie zwangen die Männer, mtf der einen Seite der Halle, unb die Frauen auf der anderen Seite Ausstellung zu nehmen. Darauf plünderten einige der Bondi en die Männer vollständig aus unb suchten sich darauf au» der Reihe her Frauen 20 ber schönsten alA Deute aus. Mit diesen flohen sie dann tn wildem Galopp rn die Berge. Regierungstruppen haben die Verfolgung der Räuber ausgenommen, doch gelang es ihnen bisher nicht, diese einzuholen. Aus dem amtlichen Berich! geht nicht hervor, ob die geraubten Frauen, wie ciist die Sabinerinnen, ihren Räubern verziehen haben. Die Leipziger Studenten gegen den Austritt aus der Deutschen Studentenschaft. Bei der heutigen Urabstimmung der Studentenschaft der Universität Leipzia, die über di, Frage des Austritts aus der Deutschen Studenten- schäft endgültig zu entscheiden hatte, stimmten 1843 Studierende gegen 1233 für den Austritt. Die Wahlbeteiligung betrug 57 o. H. Es bleibt nunmehr abzuwarten, wie sich die Studentenschaft zu der Aufforderung des sächsischen Dolksbildungsmlniste- riums, aus der Deutschen Studentenschaft auszutre- ten und eine sächsische Studentenschaft zu gründen, stellen wird. Es ist damit zu rechnen, daß vom Rektor der Universität Leipzig Einspruch gegen die Abstimmung erhoben wird. Da» zweite Leben des Verbrecher». Dis Stettiner Kriminalpolizei verhaftete ht Aw» flam einen Mann namens Funke, der. in dem kleinen Dorfe Görke bei Anllam einen Fisch- handel betrieb. ES würbe festgestellt, baß Funke mit einem Berufsverbrecher Otto Bornemann identisch ist, der auS dem Zuchthaus Raugard ausgebrochen und der amtlich als tot erklärt worden war. Eine Leiche, die in Berlin aus der Spree gelandet worden ist. wurde damals als die DornemannS rekognosziert. Als Fischhändler Funke war Bornemann auch wieder eine Ehe eingegangen. auS der 5 Kinder stammen. Wan rechnet damit, baß er auch in den Jahren feines amtlichen Tode» größere Straftaten begangen hat. von einem wütenden Bullen schwer verletzt. Als der Gutsbesitzer Pietsch In Schaupitz (Schleien) auf feinem Wirtschaftshof einen Dullei» treidelte, wurde das Tier plötzlich wild und pichte Pietsch mit den Hörnern auf. Die eine ®e- ichtshälfte vom Mund bis zum Ohr wurde völlig aufgertffen, wobei das Auge stark beschädigt wurde. Pietsch wurde von dem Tier In die Luft und über eine Wagendeichsel geworfen. Trotz seiner schweren Verletzungen schleppte er sich noch bis in feine Wohnung, wo er zusammenbrach. Oie Wetterlage. Freitag, d.t4.Bezb.1928J°aPds. 0VDftemeto »tn« ® mo wettet ®wem* e wem «*t«e> # Stftwee * e "eeei X @wi«d»t>w. -O scW Wehte» Ost Seeiee*eit $t•»*»<•«• eordvei» Sie Mene fbtee* -»t «e» winde Ok oc een siebenen $t«w*dte Ze» ttn gehen die Temperetvf an Oie um« «er*»«» 6ne *M okxM* *1 MtHMiteM M«r« besoldungskapitakien ganz verloren gegangen sind und weil die Kirchengemeinde an Liegenschaften, die sich aus Ackerland und Wiesen zusammensetzen, nur ungefähr 30 Morgen besitzt. Die Wiesen liegen zum größten Teil in der Gemarkung Wieseck. Gießener Aochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35. Wirsing 12 bis 20, Weißkraut 8 bis 15, Rotkraut 15 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 20, rote Rüben 10 bis 20, Spinat 20 bis 35. Unter-Kohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 15 bis 25, Rosenkohl 40 bis 60. Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 30 bis 40. Zwiebeln 12 bis 20. Meerrettich 50 bis 150. Schwarzwurzeln 40 bis 60. Karlos,eln 5. Aepfel 20 bis 40, Birnen 10 bi- 30. Dörrobst 35 bis 40. Rüsse 60 bis 80, Honig 40 bis 50. junge Hafme 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 90 bis 120 Pf. das Pfund; Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 12 bis 15, Aepfel 20 bis 35. Dirnen 10 bis 20, Kartoffeln 3,80 bis 4,50 Mk. der Zentner; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Eier 17 bis 18, Blumenkohl 60 bis 120, Endivien 10 bis 20, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück. Borrrotizeu. — Tageskalender für Samstag. Bortrag Johannes Lubahn: „Der Weg frei zur eigenen Heimstätte", Neue Aula der Universität, 8 Uhr. — Bund der Kolonialsreunde Weihnachtsfeier in der Turnhalle am Oswalds garten. 8 Uhr. — Spielvereinigung 1900 e. B.: Weihnachtsfeier im Cafe Leib, 8 Ahr. — Wassersportverein „Hellas" e.B.: Weihnachtsfeier auf der .Hardt", 8Ahr. — D. H. D.: Monatsversammlung im Ortsgruppenheim, Bahnhofstraße 71, 8,30 Ahr. — 2249'« b. geg. 22*,,1L 3um lebte» Male Eire Frau m Format Operette in 3 Akten von Sind. Schanzer und Ernst Welisch. 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Nr 2C5 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 15. Dezember 1928 3m fernen und nahen Offen. Außenpolitische Umschau. Don Or. OttoLoehfch, o.profeffor der Geschichte an der Universität Äerlin, TR. d. 5t Heber bas Ergebnis bet Besprechungen in Lugano kann nichts Abschielendes gesagt werben. Aber niemand glaubt, day sie etwas Entscheidendes bringen können. Chamberlain und Brtand haben ja mit den beiden Rheinland» e.kLrungen eine Barriere ausgerichtet, über die da- freundlichste Gespräch nicht hinausführt Auch die Abmachung über die Reparation s- srage liegt amtlich noch nicht vor. Hat die französische Presse recht, so sollen die Sachverständigen der alliierten Regierungen von der Reparations - Kvmmision ernannt werden, während Deutschland seine Beauftragten selbst ernennt. Das wäre ja nur das Selbstverständliche. Sonderbar aber wäre die Form, bah auch die Sachverständigen Rord- a m e r i k a S von der RLparatwnskommission „ernannt" werden sollen. Bestätigt sich das _— nur scheinbar ist eS eine Kleinigkttt —, so wäre uns das wieder ein Beweis, wie verhältnismäßig unsicher Rordamer.h auf diesem Gebiete diplo- mallsch vorgeht, auf dem eS doch politisch und finanziell absolut entscheidend ist. Wir wenden einmal unseren Blick nach dem Fernen Osten. Die Borgänge in E h i n a berühren unmittelbar Europa zunächst noch gar nicht, aber wichtig sind sie gleichwohl. Es ist doch kein Zweifel, daß sich nach der Eroberung von Peking die Rankingregierung oder die Regierung des Südens, oder wie man sie nennen will, immer mehr konsolidiert. Sie hat die Verfassung für ganz China geschaffen, die am 15. Oktober m Ära,t trat Sie ist ferner in lebhaften Verhandlungen mit den anderen Regierungen über die bekannten Punkte: Zollhoheit, Beseitigung der sogenannten „ungleichen Verträge" und bamtt endgültige Durchsetzung eines freien und unabhängigen Chinas. Mit den Vereinigten Staaten war ja am frühesten schon abgeschlossen worden, am 25. Juli. Seitdem lesen wir aber ziemlich häufig, wie China mit diesem oder jenen S.aate verhandelt und vorwärts kommt. Auch Deutschland hat dem schon bestehenden Handelsvertrag mit China eine Ergänzung angeschlossen. Hebrigens wurde bei der Beratung im Auswärtigen Ausschuß dabei mitgeteilt, daß der deutsch-chinesische Handel sich erfreulich entwickelt habe, aber — dah die Zunahme fast ganz auf die chinesische Ausfuhr nach Deutschland käme. Das ist nun gerade nicht das Ideal eines Handelsaustausches zwischen zwei Ländern! Auch die ch i nes i sch-j apa nis^che Spannung hat sich gemildert. Jedenfalls ist es zu ernsten Konflikten nicht mehr gekommen. Auch da geben die Fäden hin und her. Dah im Der- fplg der Entfremdung zwischen England und Amerika japanisch-englische Fühlungnahmen statt- SInden, gehört unmittelbar nicht in daS fern- stllche Kapitel. Hier sehen wir aber jedenfalls, das; die vom nationalen Gedanken, von der Idee der Freiheit und uneingeschränkten Gleichberechtigung getragene Bewegung nach und nach zu Erfolgen tommt. das Deich jedenfalls vor dem Auseinanderlallen bewahrt, und allmählich offenbar doch auch vermag, die ewigen MorschallS- kämpse zu ersticken und schrittweise aus dem Wege zur nationalen Hnabhängigkeit weiter- zukommen. Hnd das alles ohne Bundesgenossen und Unter ft Übung von außen! Die bereitwillig dargebotene Unter* stützung von Rußland hat die chinesische Ratio- nalbetregung aus guten Gründen ja abgewiesen. Von den großen und mittleren Mächten, die in China interessiert find, ist irgendwie eine Hilfe nicht zu erwarten. Die Vereinigten Staaten sehen in einer merkwürdigen Passivität der Entwicklung Gerech iglet: ringenden Zeit. In den meisten Äulturiänbevn besteh, heute vielfach ein: schwere Rechisnor, weil das Recht mit dem Cillaus des Lebens nicht Schritt hält, da sowohl Rech.sprrchung wie Rech sgestallung den sich stets verändernden Derh^l.nissen nicht zu folgen vermögen. Unwissenh it und Mangel an Beran wvriungs- gefühl für die Allgemeinheit bewirken zudem eine trau ige Gleichgüli igkeit drr großen Dvlksmassen einer so wich igen F.age gegenüber, wie sie die lleberfüh.ung der Strasen.lassenen in das Leben ist. In Europa ist der entlassene Sttäfling meist geächtet und verfemt. Der Schritt vom Wege der allgemeinen Moral wird ihm lange nach- getragen, ja meist sein Leben lang nicht Der- zieh.m. Das gesamte Verhal en eines Menschen wird durch Zusammcntti.l äußerer und innerer LebenZbedingungen bestimmt. Das gilt sowohl von ferner körperlichen Widerstandscraft gegen Kranchnten wie von seinen Reigungen und geizigen Fähigkeiten. Auch sein sozi les Verhalten ist durch die Vo.gänge in fei ter Gedankenwelt sowie derjenigen feiner UntttxL bedingt. Um den asozial getoorfrmen Menschen wieder z u einem brauchbaren Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu machen, bedarf es innerh lb des individuellen Strafvollzuges der Schnf.unq von Möglichkeiten, dem Ge^angeren schon während der Verbüßung für ein geordne.es Berufsleben vvrzubilden. Ich gliube. kein Mensch hat das Recht, dem für seine Missetat Gestraften den Weg zum Wiederaufstieg abzufchnciden. Die vielen Aulsehm erregendät Strafbrozesse gegen junge Mädchen und Frauen, die oie Spellen unserer Zei ungen erfüllen, geben Ausschluß, wie leicht Frauen, die auf guter Lebensstuse standen, plötzlich durch die Macht irgendwelcher Umstände in die Tiefe glitten. Viele waren ring H7tll. i t Lurus, verwöhn. verzärtel', jagd n Phantomen nach und waren also mit dem Leben unzufriedeni In übermä'ägem Vergnügen such en sie Vergessen, ergaben ich dem Allohol oder Rnuschgif.en und verlachen so in ihrem Persönkichkei.swert immer mehr. So konnten sie die Linie, die das har'e Leben dem einzelnen Menschen vorschreibt, nicht einhallen. . . ein Schritt . . . und es kam zur Katastrophe, die im Gerichtssaal mit der Verurteilung endete. Und nun beginnen Seelenqualen, die den Rest der Widersllendskrast vermich en. Als Besucherin der Gefangenen in ihren Zellen habe ich Einblicke in die Leiden weiblicher Strafgefangener tun können. Ich kenne die Stunden, grenzenloser Oed« und Deiltsfenheit innerhalb der Gefängnismauern. Quälende Reue und Sorge um die Zukunft zermürben jene Unglückseligen oder machen sie ganz stumpf ... am Leben verzweifelnd oerlaffcn sie meist die Strafanstalt. Hier soll nun „D a S Tor der Hoffnung" einen Durchgang zeigen zu neuem Leben. 2m Iahre 1926 entstanden, trägt es durchaus privaten Charakter. Grundprinzip ist: Das Döfe durch Gutes zu überwinden. Es will den Ent- rechteten nicht nur neuen Glauben an das Leben, körperliche Ertüchtigung, sondern durch Unterricht in kaufmännischer, gewerblicher und häuslicher Arbeit die Möglichkeit zu neuer Existenz geben. Seit der Eröfsnung sanden 172 Frauen und Mädchen völlig kostenlos Aufnahme. Unser Haus ist nid)t verschlossen, übt alfo keinen Zwang aus, dennoch haben Oaö Fett und sein Tläpschen. Wenn der Franzose sagen will: er hat ihm fein Tell gegeben, so braucht er dafür die Wendung il lui a donnö son fait, worauf beim gemeiniglich unsere Redensart „er hat sein Fett aekrieft, zurückgeführt wird. Auffallend ist, daß bisher niemand an das italienische fetta (= Stückchen, Scheibchen) gedacht hat. das in dem Ausdruck gli ha dato la sua fetta (er hat ihm das ihm zukom- mende Stück gegeben) im Lande des Apennins von jeher landläufta in demselben spöttischen Sinne gebraucht wird wie unser Fett. Was ist begreif lecher, als daß die deutschen Landsknechte diese- fetta in dem eiben Sinne in ihre Sprache übernahmen, es natürlich aber in An ehnung an das heimische Fett in dieses umwandellen? Was sie mit so vielen anderen fremden Ausdrücken taten, mußte ihnen hier doch besonders nabe liegen. Das unprüng.ich weiblich« Geschlecht des Wortes kümmerte sie dabei wenig, während noch Rofegger in feinem Waigewitter sagt: „Rachher hat er mii dem Welfer ge- mehr 8 1 Daimler-Benz-Reparatur-Werkstatt Daimler-Benz-Reparatur-Werkstatt 08793 $dfl bet 11027D Tonschönheit unter F. H. D. fe49. 10988V iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiHiiiniiiiii P. 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So anerkennenswert es rst aus Ruck» sicht auf die dami verbünde:,en, nicht Nichten Arbeiten, baß Or 1SvvrstanVSmitglieder nebenberuflich noch Decantoor ungSDolle Geschäfte erster Güte füh«n. fo i|t es an« dersciis. daß gerade die Bürge rfchaft i)re Orts- Vertreter für diese Zwecke in allerletzter rac Den LpfchenS um ati* ch< vaö inet an« unad)t# )toll des l»LM> Liter. W ■ Dascte irr durch ren vcr- bei um* t 5kl« all rs eiburS 00 Klein-Linden, 13. Dez. Dor aü zwei Jayrrn wu dr Lt unserer iScmcinbe» ftiffe ein Fehlbetrag voi rund 3900 Wk. festgestell:. Di« Schuldigen, zw i Gemeindebedirn- ftete, die einen L.il des unterschlagenen Geldes zurückerstalteten, wurden wegen dieser Unter- schkngungen zu Gesängnisstra en verurteilt. Der Gemeinderat woll e diese unterschlagenen Gelder fül" die Gemeindekasse zurückerstattet ha» Zur Grweiteruna unseres Absatzgebietes suchen wir mit der Privatkundschaft best vertrauten PesLvetev 11044V für Gießen und Umgebung in Dauerstellung. Dir gewähren neben einem festen Zuschuß von wöchentlich 15-20.- Mk. eine auskömmliche Provision. AusfÜhrl. Off. mit Angabe der bisheriaen Tätigkeit und Referenzen unter $. ft 3L 892 durch Rudolf Moffe, Frkf. a. M. Lehrling für kaufmännisches Bureau per Anfang April gesucht. Bewerber mit Oberlekunda" reise wollen schiiftl. Gesuch« einreichen an Wilhelm UM Tonwerke LIL, Iä Erdkauterweg 40. totm> ö* £0* Zreiwillige Versteigerung eines Villengrundstückes. Donnerstag, den 20. d. 2R.» abends 8% Uhr, versteigere ich meistbietend im Auftrage der Firma Louis Stoffel in Witzen- Hausen das dieser gehörige, in der Kohdener Straße dahier gelegene villengrundstück, bestehend aus modern eingerichtetem Wohnhaus mit Zentralheijuna. Hinterhaus mit Lutogarage und Lhauffeurwohnung owie schönem Zier- und Nutzgarten. Das Anwesen ist fofott beziehbar. 11030D Die näheren Bedingungen teile ich auf Anfrage alsbald mit. Nidda, den 15. Dezember 1928. Rarnge, Notar. Ben und stellte Ersatzansprüche an den Bürgermeister, ferner an den damaligen und den früheren Gemeinderechner. Diese drei Gemeindebeam en lehnten jeden Grsah ab. so daß die Gemeinde anlchttiche Klagen gegen die drei Beamten erhoa. Der Prozeß, der rund zwei Jahre dauerte, fand nun im Dovember Jet- nen Abschluß mit dem Ergebnis, daß von dem Landgericht Ei eßen für die Gemeinde nur ein teilweise obsiegendes Urteil gefällt wurde: ferner wurden 7/e der nicht unbe räch'.lichen Kosten der Gemeinde auferlegt und nur */, der Kosten einem der Bett g en zugewiesen. Gegen das urteil haben beide Partien Berufung eingelegt, ©egen den damals im Amt besindttchen Rechner soll nach dem Willen deZ Demeindarats cii Ber- fahren nicht mehr eingel i et werden, ba ber ein- zull^g:nde Betrag nur gering ist and der Aufwand i.i keinem Berhälmis zu dem mehligen Betrag stehl. Die Berufung soll sich nach dem Beschluß des Demelnderats nur auf daZ Urteil gegen den früheren Gemeinderechner Johannes Gemer und den derzeitigen Dürgermcrster Jung erstrecken.__ ®aölffll)!l56tlpfni3tienoeiiani durch das Städtische Wohlfahrtsamt Gießen. 9m ganzen Deutschen Reiche findet zur Linderung der in vielen Kreisen deutscher Volksgenossen herrschenden Rot in der Zeit oom 17. November 1928 bl» 31. Januar 1929 ein wohlfahrtsbriefmarkenverkaus statt. Die postalische Gültigkeit der Marken erlischt am 30. April 1929. Es werden aus- gegeben: 5-, 8-, 15-, 25« und 50''Pfennig- Marken zum Verkaufspreis von 10 Ps, 15 Pf., 30 Pf., ?9 Pf. und 1 Reichsmark, eil künstlerisch ausgestattete amtliche Bildpostkarte (Glückpostkarte) mit eingedruckter 8-Pfennig-Marke zum Verkaufspreis von 15 Pf. und Markenheftchen mit je vier 8- und drei lS-Pfennig°Marken zum Preise von 1,50 Reichsmark. Die 9Jlarfen find im gesamten In- und Auslondverkehr an Stelle der gewöhnlichen Briefmarken gültig und außer an den Post- schaltern auch beim Städtischen wohl- ahrtsamt, Gortenstrnhe 2, Zimmer Nr. S, erhältlich. 101200 Den Freimachungswert erholten die Deutsche Reichspost und von dem lieber- schuß die Gießener wintcrnothilse 80 o. aber nur dann, wenn die Marken vom Wohlfahrtsamt bezogen werden. Verwende jeder und insbesondere für die weihnach» , Neujahrs- und ORerpoft nur die Wohlfahrtsbriefmarken und kaufe er sie beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Gar- lenstraße 2, Zimmer Nr. 8. Gießen, den 10. November 1928. Gießener Winternothilfe. Mniellessel, Gasherde, Koh enherde, Oefen, Rodelschlitten sämtliche Saus- und Küchengeräte Saushaltmaschinen kaufen Gie am günstigsten bei Wünch, 8"t^,u"6 Freilose auf alle Daren. I I >430 ___ Zur Erlangung von Dorentwürfen für den Bau einer sechsklassigen Volksschule nebst Turnhalle, Schüler- und Volksbad wird unter den am 1. Januar 1928 im Freistaat Hessen ansässigen deutschen Architekten ein Jdeenweltbewerb ausgeschrieben. An Preisen wird die Summe von 4000 Reichsmark zur Verfügung geftellt ^inb aufs Brot die h M frisdheJWt Wangsversteigemng^ Am Vonnerslag. den 7. Februar 1929, vormittags 9 Uhr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 112 (1. Stock), das Anwesen Walltorstraße 33 109840 Fl. 1 Nr. 1391 = 208 qm Hofreite, geschätzt auf 17 917 Reichsmark, im Grundbuche von Gießen a) dem Fenster genannt Baumann, Heinrich und b) der Feuster Marie geb. -ohmeyer in Gießen zugeschrieben, zum Zwecke der Ausem- andersetzung versteigert. Die amtsaerichtliche Versitzung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 12, Dezember 1928. L A. des Amtsgerichts Gießen: Leo, VrtsaerichtsVorsteher. 2 Amboh efhrautft irfc, t'eitiviubclbrcb- bäukc, Bobrma« । iclnncn. '??(cd>a- । mferbrebbänfe, | Niri tvlattcu, Cchleifoöcke uetL alles fvoilbillig | 18. Thoniae 1 Schiffend. 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Abendmahl für die Militärgemeinde: 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld: 2: Weihnachtsfeier der Kleinkinder-Bewahranstalt: Pfarrer Bechtolsheimer: 5: Pfarrer Bcchtolshcimer: Beichte und hl. Abendmahl für die Lukasgcmeinde: 8: Bibeldefprechung im Johannessaal; Pfarrer Bcch- lolsheirner. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrerr Lenz. — Elisabeth - Kleinkmdcrschule. 9.45: Pfarrer Dotzert. — Neue Aula. 11.15: Universitäts-Gottesdienst. Predigt Professor v. Cordier. — Klein-Linden. 11: Kindergottesdienst: 1.30: Houpt- aoltesdienst. — wieseck. 9.45. — Alten-Vuseck. 10: Alten-Buseck: 1: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 1.30: Mainzlar. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen, hl. Abendmahl: 12.30: Garbenteich. — wahenborn- sind Vorzüge der Bechstein, BlOthner, Feurlch, Schled- mayer.ThOrmer, Rosenkranz, Hupfe Id, Geb r. 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Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten: 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 4: Iungfrauen-Kongregation; 5: Christenlehre und Andacht.'— Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt, kningen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. €onntn~ ibtcnft d.eritr llvotberen nm 16. t2 28 Dr S. Klem. Dr. Wolf. Engelavoibeke. Knünarzt: l>r. Buchinaer. lD । Straube ZWKlllW fett lv69 bewährt, mehrfach vtämiierb inebr. '^tetfe. Zaw> lungserletchiernna. Fabrik: Vid), KrekS 03 jenen. 11002D Kraftfahrzeug- Besitzer । kaufen haltbare Sta-feta m-SoezIalvei Schluß und nützlichen 1 Auto - Bedarf praktische | Welbiiaciitsgeschenke preiswert bei I HgiorcliWapr Gießen Haus chwarz (Am Bahnhof) Prima ktzLiselSIISM ß-jollelongiK- Oeden dazu vaffcnde Wandbebaone. Th. Erb I otooi Sonnenstr. 12. Bekanntmachung. Letr- Beschaffung freier Lernmittel für die Volks-Fortbildungsschulen. 1 ? Einrelchungssrist der Angebote wird guf Rachsuchen bis zum 15. Januar 1929, vormittags 10 Uhr, verlängert. 10990C Gießen, den 15. Dezember 1928. Der Oberbürgermeister. 3.93.: Dr. Seid. Bekanntmachung. Dienstag, deu L. Dezember 1928, findet Nlndoirh- (Nutzvieh-> Illartt statt. Sämtliches Vieh wird stea-n Maul- und Klauenseuche schutzgeimpfl. Auftriebszeit am Markttage von 87, bis 10 Uhr vormittags. Der für Mittwoch, den 19. Dezember 1928 vorgesehene Schweinemarkt findet am S. Januar 1929 statt. 10990C Gießen, den 15. Dezember 1928. Der Oberbürgermeister. _____3.B.: Dr. Rosenberg. Wettbewerb! 3. Preis . . 700 Reichsmark. Außerdem sollen zwei weitere Entwürfe Mim Preise von |e 300 Reichsmark angetauft werden. Die näheren Bedingungen, das Programm sowie die notwendigen Planuntertagen tonnen zum Preise von 5 Reichs- mark bezogen werden. Dieser Betrag wird nar Einreichung eines vollständigen Ent- wurfs zurückoergütet. Die Entwürfe sind, mit einer Kennzahl versehen, bis zum 15. Jcbruar 1929, Obrob» 6 Uhr, an die Bürgermelftere, Gonsenheim einzureichen. Gonsenheim b. Mainz, 12. Dezbr. 1928 Hessische Bürgermeisterei Gonsenheim. Alexa n b e r, Bürgermeister. Versleigerungs-Älizejge. Mittwoch, den 19. Dezember 1928 vormittag» 9 Uhr versteigere ich zwangsweise gegen Darzah. lang im Ratskeller, dahier, voraussichtlich bestimmt, folgende Gegenstände: eine Drehbank, eine Rcvolverdank, eine Bohrmaschine, eine Shapingmaschine, eine Sckmellbohrmaschine (sämtliche mit Vorgelege und Zubehör), eine Exzenter- presse, eine Spindelpresse, eine Kalt- bügelfüge, eine Feldschmiede, eine Blech- schere, einen Schleifbock, eine Schmirgel- Poliermaschine, eine große Transmls- fionsanlage, eine komplette galv. Anlage mit Dynamo (5 Bott, 100 Ampere) nebst elektrischen Apparaten und Bottichen, einige Werkschränke und Bänke mit Schraubstöcken sowie sonstige gebräuchliche Werkzeuge, Drehstrommotoren mit Zubehör (220/380 Volt), einer zu 4 P. S., einer zu 3 P. S., einer zu 1 P. S. Ferner Tafeln Eisenbleche, Rundeisen, Kupfer- ftangen und Sonstiges. 10993D Friedberg (Hessen), 13. Dezember 1928. Steul, Gerichtsvollzieher. Klei n& Stiefel 88D Maschinenfabrik, Fulda ' . die führende bayerische | Unsere Maschinen machen Sie __ leistungs- fähig Fragen Sie i bei Bedarf bei uns an tigay MG MOTOR-OEL Die l Fernruf Nr. 1066 Sinclair Aulweg Nr. 112/114 13542D Statt jeder besonderen Anzeige. 11O16D IIOdjL uHiiniiiiiimiiiniiitiiimiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiimiimmiiiiiiiuiiiiiiinHiiiiirtiimiHiiiuiHmiiniiilMiHtuiiiiiHMRmiy 5 100060 - nu 11035A d-r bet Divandecken Södel, den 15. Dezember 1928. 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Für die vielen Beweise innigster Teilnahme an unserem schweren Leid, für die zahlreichen Kranzspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dörr, der Krankenschwester und für die Kranzniederlegung des Vereins Wandervogel .Höhenflug*. Gießen. bei der Grablegung unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Familie Gustav Duill und Braut Abendstern, den 15. Dezember 1928. Von Blumen spenden und Beileidsbesuchen bitte ich im Sinne der Verstorbenen freundlichst abzusehen. Nach längerer schwerer Krankheit entschlief heute morgen um 8 Uhr still und friedlich meine inniggeliebte, unvergeßliche Frau und treue Lebenskameradin Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei unserem schweren Verluste und für die zahlreichen Ehrungen, die unserem lieben Entschlafenen an seinem Grabe zuteil geworden sind, sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus. Familie Rud. Scriba. Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen; Otto Roth Verlagsbuchhändler, Heute morgen wurde unsere liebe Tochter, meine liebe Schwester, unsere gute Enkelin und Nichte Else Sack im 20 Lebensjahre nach langem Leiden durch einen sanften lod von uns genommen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Sack und Frau Elisabeth geb. Rinn Gretel Sack. Gießen, Landgrafenstraße 3, und Heuchelheim, den 14. Dezember 1928. Die Beerdigung findet Montag, 17. Dez., nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Wir bitten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Frau Margarethe Roth geb. Quaas im 68 Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 18 Dezember, nachmittags V»4 Uhr, von der Neuen Friedhofskapelle aus statt Bellersheim, den 13. Dezember 1928. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 16, Dezember, nachmittag 21/, Uhr statt. 08766 Zur Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Grobmutter Frau Marie Völsing Witwe des Lehrers i. R. Heinrich Völsing im 73. Lebensjahre heute nach kurzem Leiden zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: Bürgermeister Dr. Völsing Minna Völsing geb. Hellwig Erwin Völsing Gisbert Völsing. Gießen und Alsfeld, den 14. Dezember 1928. Die Beerdigung findet am Montag, dem 17. Dezember, naebm. 1*/. Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt /a itO2!D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe, gute Frau, unsere unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Bopp geb. Grieb nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im 74. Lebensjahre zu »ich zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Altbürgermeister Georg Bopp Samstag. 15. VezemberMst Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesfen) Nr. 295 Drittes Blatt iteitl Sitzungsbericht gegeben fei, werde er gegen die Vorlage stimmen. Stadtv. Ricolaus (Wirischasisp.) fordert He- bermehl auf, einen nach seinem Standpunkt formulierten Antrag doch einzubringen, dre Wlri- chaftspartei werde sofort dafür stimmen. -Jm übrigen tritt der Redner dafür ein, nachdem nun die automobile Müllabfuhr eingeführt ist, auch chnellstens dahin zu wirken, dah dre zu dem Auto-Müllwagen passenden Emrer tn kürzester Frist überall bereitstehen, damit die Arbeit der Müllabfuhr flott und in wirtschaftlrchster Weise vor sich gehen könne. Der Redner beantragt, durch Beschluß festzulegen, daß dre neuen Eimer päiestens bis zum 1. Februar 1929 überall vorhanden sein müssen. Beigeordneter Dr. Hamm erklärt sich damit einverstanden, daß die neuen Mülleimer raschestens überall zu beschaffen seren. Minderbemittelten würden diese Eimer von dem Wohlfahrtsamt geliefert werden. Scadtv. Hebe rm eh l (Dem.) bemängelt schließlich noch das chwere Gewicht der Eimer. Beigeordneter Dr. Hamm antwortet, daß die Beschaffung anderer Gefäße leider nicht möglich sei. In der A b st i m m u n g wird der obenstehende Antrag des Finanzausschusses gegen die Sozialdemokraten und den Stadtv. Hebermehl (Dem.) angenommen, ferner noch beschlossen, daß bis -um 1. Februar 1929 überall die neuen Mülleimer zur Stelle sein müssen. Einrichtung einer Krastwagenlinie. Der Finanzausschuß beantragt: Für die Einrichtung einer Kraftwagenlinie wird ein Kreon von 50 000 Mark zur Verfügung gestellt. 38 800 Mark bzw. 7600 Mark von der Mansfeld QI.-®, für Bergbau und Hüttenbetrieb in Eisleben gutgeheißeu. Aenderung der Kühlanlage im Städtischen Schlachthof. Der dringend notwendigen Aenderung der Kohlensäurekühlanlage im Städtischen Schlachthof in eine Ammoniakanlage, sowie den erforderlichen Reparaturen wird zugestimmt und der hierfür er- forderliche Kredit von 55 000 Mark bewilligt. Dio Verrechnung des Kredits geschieht zu Lasten der vorhandenen Mittel des Erneueningsstocks des Schlachthofes. Mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Angelegenheit wird die Schlachthofdeputation zur sofortigen Lieferungsvergebung an eine Spezialfirma ermächtigt. Die Einfuhr und Durchfuhr von frischem Fleisch. Einer neuen Polizeiverordnung über die Einfuhr und Durchfuhr von frischem Fleisch wird ohne weiteres zugestimmt. Die neuen Bestimmungen bringen, wie der Berichterstatter der Schlachthausdepu- tion, Stadtv. Detters (Soz.), hervorhcbt, auf hygienischem Gebiete eine Verbesserung der bisherigen Verhältnisse. Da die Verwaltung, trotz Umdrucks des Derordnungsentwurfs, keine Exemplare für die Pressevertreter mehr zur Verfügung hat, können wir Näheres über die Veränderungen, die im Einverständnis mit dem Hause vom Berichterstatter nicht näher behandelt werden, nicht berichten. Schankkonzessionen. Dem Anträge der Stadtverwaltung entsprechend werden folgende Schankkonzes'ionsgesuche zur Genehmigung befürwortet: Karl Paul Ernst gen. Heinrich Greilich, Ktinirstraße 21 (Heber- gang auf einen neuen Inhaber): Georg Trän- ker, Walltorstraße 28 (an Stelle seiner bisher betriebenen Schankwirtschaft): Wilhelm Will, Bahnhofstraße 95, zum Ausschanl alkoholfreier Getränke. Abgelehnt werden die Gesuche von Heinrich R e u l i n g, Wiesecker Weg 40. und Heinrich Raaf zum Ausschank von Bier und Branntwein in seiner bereits bestehenden Weinwirtschaft im Hause Walltorstraße 34. vaugesuche. Stadtv. Schmahl (Fr. Vgg.) gibt seinem Erstaunen über die Stellungnahme des Stadtv. W i n n Ausdruck und betont, daß man doch nicht eine falsche Sparsamkeit treiben wolle. Mit dieser Linie werde eine grundsätzliche Entscheidung getroffen, nämlich ob wir es zulassen wollten, daß andere Herr in unseren Straßen seien, oder ob wir selbst der Herr in unseren Straßen zu sein beabsichtigten. Diese Auto-Einrichtung müsse die Stadt in eigener Regie betreiben: damit solle nicht nur der Vorort-, sondern auch der Stadt- veriehr bedient werden. Die Berechnungen des Stadtv. R i c o l a u s halte er nicht für zutreffend. Wenn wir hier nicht handelten, hatten wir wieder eine verpaßte Gelegenheit. Die Betriebsberechnung sei so vorsichtig aufgestellt, daß unangenehme Lieberraschungen wohl ausgeschlossen seien. , „ Stadtv. Horn (Dt.Vp.) hält ebenfalls die Befürchtungen des Stadtv. Ricolaus für unbegründet. Hier handle es sich um ein Llnterneh- men auf lange Sicht imb da dürften wir auch nicht allzu ängstlich sein. Rach einer Antwort des Stadtv. Ricolaus auf die Rede des Stadtv. Mann kommt man zur A b st i m m u n g , bei der die Vorlage gegen die Stimmen der Wirtschaftspartei und des Stadtv. Winn angenommen wird. Die neuen Wochenmarktbestimmungen. Der Ausschuß-Berichterstatter Stadtv. M a n n teilt mit, daß statt der früheren vorgesehenen vier Kraftwagen nur zwei beschasft werden sollen. Beide Wagen kosteten insgesamt 38 000 Mark, dazu kämen noch 12 000 Marc für die Halle. Das wären die einmaligen Ausgaben. Die Wagen sollten in vier Iahren abgeschrieben werden. Als Derkehrsstrecke sei ins Auge gefaßt: Ludwigsplah, Ludwigstraße, Wilhelm- straße, Wetzlarer QDeg, Frankfurter Straße evtl, bis nach Klein-Linden und in gleicher Weise zurück. Eine Weiterführung der Straßenbahn bis nach Klein-Linden sei aus technischen Gründen zunächst noch nicht möglich, da man nicht über das Bahngleis hinüberkommen könne, deshalb habe sich der Finanzausschuß einstimmig für diese Lösung der drängenden DerkehrSfrage entschieden. Die 'Vergebung der erforderlichen Lieferungen und Arbeiten solle der Detriebsdepu- tativn überlassen bleiben. In der anschließenden Aussprache erklärt Stadtv. Ricolaus (Wirtschaftsp.), daß es wünschenswert sei, in irgendeiner Form eine gute Verkehrsverbindung mit Klein-Linden zu schaffen. Der Redner bezweifelt aber die Rentabilität der vorgesehenen Autolinie. Gr untersucht diese Frage unter Heranziehung der Erfahrungen des ZweckverbankxÄ Wieseck — Alten-Buseck und kommt schließlich zu dem Ergebnis, dah diese Autoeinrichtung die Stadt jährlich 50 000 Mark kosten werde. Mit der Schaffung einer solchen Linie solle man vorsichtig sein. Im Hinblick aus die zu erwartende erhebliche Zubuße der Stadt werde seine Fraktion die Vorlage ablehnen. Bürgermeister Br. S e i b betont, die Wiejecker Linie könne hier nicht als Vergleich herangezogen werden, denn dort seien große Strecken mit verhältnismäßig wenig Haltestellen zu befahren, hier aber handle es sich um Rahverkehr mit zahlreichen Haltestellen. Es sei beabsichtigt, auf dieser Olutolinie Viertelstunden-Verkehr einzurichten. Man habe einen Llnlostrnsatz von 60 bis 62 Pf. auf den Wagen-Kilometer errechnet. Ob die Linie rentabel sein oder Zuschuß erfordern werde, hänge nur von ihrer Benutzung ab. Wenn ein Fahrpreis von 20 Pf. zugrunde gelegt und die Verkehrsdichte der Straßenbahn als Maßstab genommen werde, so würden die Linkosten dieses Autobetriebs gedeckt werden. Wenn die Ab- schreibungen in der vorgesehenen Höhe erfolgten, könne alle l'/r Jahre ein neuer Wagen gekauft werden. Es sei gewiß nicht immer erwünscht, daß die Stadt neue Lasten auf sich nehme, aber es fei doch wohl richtiger, jetzt unter Llm- ständen auch ein Opfer zu bringen, um dadurch späteren guten Eniwicklungsmöglichkeiten die Bahn zu bereiten. Durch allzu große Aengft- sichlest könne man aber unter Llmstünden nur Schaden anrichten. Er glaube nicht, daß die Bevölkerung größere Opfer zu befürchten habe, wenn diese Autolinie eingerichtet werde. Stadtv. Leop. Meyer (Dem.) hebt hervor, bei allem Verständnis für Sparsamkeit und Vorsicht solle man sich aber doch nicht den Reuerungen der Verkehrsmittel widersetzen. Auch wenn in der ersten Zeit vielleicht ein kleiner Zuschuß zu leisten sei, solle man sich nicht dagegen sträu- ben, da diese Linie im Interesse dec Stadt liege. Seine Fraktion sei der Meinung, dah die Stadl sich dieses 'Verkehrsmittel nicht entgehen lassen dürfe. Stadtv. Dr. Kraus müller (D. Vp.) ist gleichfalls für Sparsamkeit. Früher, z. D. in den 90er Iahren, habe man aber manchmal am falschen Platze gespart: er erinnere nur an die SchulhauSfrage. In diesen Fehler wolle man nicht wieder verfallen. Diese Frage müsse auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, daß nicht eine andere Gesellschaft die Konzession für diese Linie erhalte. Er glaube nicht, daß die Berechnungen des Stadtv. Ricolaus zutreffend seien und dessen Befürchtungen Wirklichkeit werden würden. Seine Fraktion stimme der Vorlage zu. Stadtv. Mann (Soz.) weist auf die mutmaßliche, mit größter Vorsicht aufgestellte Betriebsberechnung hin. die so überaus vorsichtig und dadurch so beruhigend sei, daß er es nicht verantworten könne, gegen diese Einrichtung Stellung zu nehmen. Llnfere Stadt habe alle Llrsache, fortschrittlich zu sein. Gr bitte dringend um Zustimmung der Vorlage. Stadtv. Winn (St Vp.) erklärt, er könne der Vorlage nicht zustimmen. Er regt an, diese Einrichtung nicht zu genehmigen, sich aber für die Stadt die Konzession zu besorgen und den Betrieb einem Privatunternehmer zu übertragen. Zugestimmt wird den Daugesuchen von Va.. Schlicht Südanlage 7, zur Errichtung einer Lagerhalle: Gie Heuer Brauhaus QL u. W. Denninghosf zur Grweiderung des Gär- kellers: W. Göbel zur Errichtimg eines Wohnhauses zwijchen Marburger Straße und Wiesecker Weg. Spende an den Verein für Cufffdjlffafjtf. Für Zwecke der Iungfliegergruppe wird dem Verein für Luftfahrt tn Gießen ein einmaliger Beitrag von 1000 Mark bewilligt Mutolinle Gießen—Crumbach—Arankenbach. Für den Betrieb der Qlirtollnte Gießen—Crumbach—Franken bach wird etn einmaliger Zuschuß In Höhe von 500 Mark bewilligt. Gewerbe- nnd Maschinenbauschule. Bon dem beim Qlbschluh der Rechnung dcr Gewerbe- und Maschinenbauschule für das Rj. 1927 verbliebenen ungedeckten Fehlbetrag werden anteilmäßig 11263,51 Mk. auf die Stadt übernommen. Mitteilungen und Anfragen. Beigeordneter Dr. Hamm weist darauf hin, daß immer wieder die Bereinigung der Stadt durch Einziehung der alten Gäßchen gefordert werde. Welche Erfahrungen die Stadtverwaltung bei der Erfüllung dieses Verlangens aber machen könne, zeige jetzt wieder ein DorfalL Die Kornblumengasse, die zwischen der Reustadt und der Mühlstraße liege, sollte in diese Stadtberci.ngung einbezogen werden. Zuerst forderten die dortigen Anlieger 10 Mk., dann 15 Mk. und jetzt 25 Mk. pro Quadratmeter Grundstücks fläche, außerdem solle die Stadt noch alle übrigen Kosten des Besitz- Wechsels übernehmen. Derartige Forderungen könn ten natürlich nicht erfüllt werden, wollte man es tun, so schüfe man einen gefährlichen Präzedenzfall. Oberbürgermeister Dr. Keller crEiärt, es würden tn solchen Fällen Forderungen an die Stadt gestellt, die geradezu unver- schämt seien. Er werde in Zukunst nicht davor zurückschrecken, diejenigen Mitbürger, die derartige Forderungen stellen, öffentlich namhaft zu machen. (Lebhaftes Sehr richtig! im Hause.) Frau Stadtv. Prof. Dr. Kramer (Fr. Vgg.) wünscht eine andere Anordnung der E i n- und Aussteigemöglichkeit in den Wagen der Elektrischen, die aus der Richtung Schützenhaus die Kaiserallee passieren und an der Ecke Ludwigsplah halten. Veranlassung zu diesem Wunsche ist die Gefährdung von Personen durch den starken Fahrzeugverkehr. Bürgermeister Dr. S e i b antwortet, dah diese Angelegenheit schon Gegenstand von Erwägungen der Verwaltung gewesen sei, jedoch habe man bisher noch keinen gangbaren Ausweg gefunden. Die Sache werde von der Verwaltung im Auge behalten. Stadtv. S ch w i e d e r (Dt. Vp.) beschwert sich darüber, dah au8 den nichtöff en tlichen Sitzungen Mitteilungen an die Oe f- fentlichkeit gelangen, und zwar so rasch, dah man schon wenige ©tunben nach der Sitzung an den Diertischen hören könne, was vorher in dec geheimen Stadtverordneten sihung verhandelt worden sei. Die Presse mit ihren Berichten über die öffentliche Sitzung werde beim Erscheinen am nächsten Tage in der Regel schon durch die unzulässigen Mitteilungen aus der geheimen Sitzung am Qlbend vorher überholt. Diese Verletzung der Schweigepflicht bringe das Stadtparlament in M i h k r e d i t. Es sei natüi> lich nicht festzustellen, von welcher Seite die Indiskretionen kämen, aber es sei zu wünschen, dah damit nun aufgehört werde. Andernfalls brauche man keine geheime Sitzung mehr. (Zustimmung im Hause.) Schluß der öffentlichen Sitzung. Es folgt eins nichtöffentliche Beratung. Bei dieser Gelegenheit werden aus der Mitte des HauseS Einzelwünsche zur Verbesserung der Beleuchtung vorgebrachi. Beigeordneter Dr. Hamm betont, daß er diese Wünsche wohl verstehen könne, jedoch sagen müsse, mit der Erfüllung von Einzelwünschen könne es nicht mehr so weiter gehen, wie bisher. Er fordert, dah der ausgestellte Plan zur schema'ischen 'Verbesserung ber Beleuchtung eingehalten werde, da man sonst auch ganz die Liebersicht über die Betriebskosten der Straßenbeleuchtung verliere. Stadtverordneter Dr. Krausmüller (Dt. Vp.) pslichtet diesem Standpunkt bei und fordert, daß man auch bei der Beleuchtung im Rahmen des Voranschlags bleibe. Instandsetzung des llöer-Dcnkmal». Auf Antrag des Bau- und des Finanz-Aus- schusies wird für die Qlbdichtung des Beckens des 116er-Denkmals auf dem Land gras-Ph.lipp- Platz ein Betrag bis zu 1000 Mk. bewilligt. Sie Ausführung der Arbeiten wird aber soweit zurückgestellt, bis feststeht, dah eine weitere Senkung des Deckens nicht mehr eintritt. Dieser Beschluß wird gegen eine Minderheit der sozialdemokratischen und der bürgerlichen Linken gefaßt. In der vorangehenden Aussprache betont Stadtv. Mann (Soz.). seine Fraktion könne nicht zustimmen: wenn ein Denkmal der Stadt in Obhut gegeben werde, müsse es so beschaffen fein, daß die Stadt nicht erst die Errichtungskosten zum Teil noch zu zahlen habe. — Stadtv. K ä st - ner (Komm.) erklärt, es bestehe kein Anlaß, für die Toten ein Denkmal zu errichten, sondern man solle für die Lebenden sorgen: für den hier vorgeschlagenen Zweck habe die Stadt kein Geld. — Stadtv. Dr. K r a u s mü l l er (Dt.Dp.) lehnt es ab, sich mit dem Standpunkt Kästners auseinanderzusehen, weist aber nachdrücklich daraus hin, daß es Pflicht der Stadt sei, nachdem sie das Denkmal übernommen habe, dafür zu sorgen, dah die Mängel beseitigt werden. — Stadtv. Höhn (Dem.) wlll an sich in feiner Weise gegen die Herrichtung des Denkmals sein, er empfiehlt aber, die Angelegenhell noch einmal zurückzustellen bis klargestellt worden sei, welche weiteren Ausbesserungen an dem Denkmal, die er für sicher hält, notwendig würden. — Sie Stadtv. Leop. Mayer (Dem.) und Ricolaus (Wirt- schastsp.) sprechen sich im Sinne von Prof. Sr. Krausmüller aus. Für einen Antrag Höhn auf Zurückstellung tritt nur eine Minderheit der Linken ein. Die Vorlage wird dann, wie oben berichtet, genehmigt. Straßenpflasterungen Zur Reubefestigung des Wetzlarer Wegs von der Frankfurterstraß« bis zur Klinilstra^.e, sowie zur Reubesestigung dec Verbindungs- straße zwischen Westanlage und Hamm st raße wird die Beschaffung von ManSfelder Schlackensteinen im Brirage von f • Gießen, 14. Dez. 1928. Die Stadtverordneten hielten heute ihre letzte diesjährige Sitzung ab. Dis auf ein fehlendes Mitglied waren sämtliche gewählte Vertreter der Bürgerschaft zugegen. Don wechnach'sicher Feier- tagsstimnn»ng war allerdings, obwohl tprr nur raxb eine Woche bis zum Feste haben, nichts zu bemerken. Richt etwa, daß man die Formen des Anstandes verletzt hätte: aber die sachlichen Gegensätze bei den wich.igsten Vorlagen wurden zum Teil recht lebhaft ausgetragen. Gleich zu Beginn gab es ei re Lleberraschung, als das Haus sich bei der Entscheidung über die von der 'Verwaltung gefordert Erhöhung der Hundesteuer in zwei gleichstarke Lager schied und diese 'Bedrohung unserer Wauwau, die ein Stadlvater gelegentlich recht lieblos nut dem .schönen" Wort ^Scherenschleifer bezeichnete, mit 22 gegen 21 Stimmen ab lehnte. Die bedeutsamste Vorlage war das Projekt einer städtischen K r a f t om ni b u s l i n re vom Ludwigsplah nach dem südlichen Stadtteil und evtl, nach Klein-Linden. Auch hier gab es lebhafte Meinungsverschiedenheiten. Werm wir es auch verstehen können, daß die WirischaflSparici nach gewissen Erfahrungen in unserer Rachbarschast mit reichlichem Mrß- trauen an dieses Projekt herangeht, so glauben wir aber doch, daß nach den überaus vorsichtigen Kalkulationen der tBertoahung hier eine bessere Grundlage für die Durchsührung des guten Gedankens gegeben ist. Wir begrüßen den Mehr- heitsbeschluß, durch den diese Kraftwagenlime «istandegckommen ist, als ein Zeichen Wenaus- schauenden wirtschaftlichen Blickes und starker Entschlußkraft zur Vorwärtsentwicklung unseres Gemeinwesens. Die neuen Destim mungen für den Wochen markt fanden heute ebensalls ihre endgültige Verabschiedung. Seiber war es dabei nicht möglich, die bisherige Schutzbestimmung für die breitesten Schichten dec Bürgerschaft, dah vor 11 Llhr vormittags auf dem Markte von den Händlern nicht gekauft werden durste, aufrechtzuerhalten. Die. neueste Gesetzgebung hat sich in diesem Falle weniger befriedigend als in der Kriegszest erwiesen. Eine längere Aussprache brachte das 'Verlangen der Cßertoaltung, für Reparaturarbeiten am 1 16er-SenImaI einen besonderen Kredit bis zu 1000 Mark zu bewilligen. Er- fveulicherweise war sich die weitaus große Mehrheit des Hauses darin einig, dah es selbstverständliche Pflicht der Stadt sei, das in städtische Obhut übernommene Gedenk- und Ehrenmal wüvdig zu erhalten, und beschloß auch demgemäß. Daß der Okrireter der Kommunisten. Stadtverordneter Kästner, scharf gegen diese Vorlage Stellung nahm, überrascht uns und sicherlich auch die weitesten Streife der Mitbürger nicht, wenn man sich vergegenwär igt, wie diese Porieiangehörigen zu den Denkmälern soldatischen und nicht russischen Charakters eben stehen. Wenn Herr Kästner aber den Mut hatte, zu erklären, man brauche für die Toten (also für unsere gefal- lenen Brüder) kein Denkmal, so verdient diese Aeußerung die schärfste Zurückweisung. Genau so tofc Sowjetrußland seines Lenin durch ein gewaltiges Denkmal gedachte, werden auch wir es uns nicht nehmen lassen, unsere Brüder, die ihr Leben für Voll und Vaterland dahin- gegeben haben, mit einem schlich'en Denkmal zu obren. Daran wird auch kommunistische Eng- Herzigkeit und Llnduldsamkell nichts ändern kön- Sen von der StadtverordnetewDersammlung am 26. Oktober an den MarktauSschuh zurückverwiesenen Entwürfen zum Erlaß einer Polizei Verordnung über die Abhaltung der Woch e n- märkte und einer Polizeiverordnung über die Regelung des Verkehrs und der Sicherheit auf dem Wochenmarkt- plah wird nach nochmaliger Beratung des MarktausschusseS zugestimmt. Sie Zurückverweisung am 26. Oktober erfolgte zu dem Zwecke, die in der früheren Polizei- Verordnung enthaltene, diesmal aber teeggelaf,er.e Bestimmung, daß die Händler an den Wochenmarkttagen vor 11 Llhr vormittags auf dem Markte nicht aufkaufen dürften, damit den Gießener Hausfrauen die Ware nicht weggekauft oder ungebührlich im Preise gesteigert werden Dnne, in die neue Polizeiverordnung mit aufzunehmen. Diese Bestimmung habe sich sehr gut bewahrt. Beigeordneter Iustizrat Dr. Rosenberg bc- rich^t heute, nach einet Auskunft vom Polizeiamt sei diese einengende Vorschrift eine Bestimmung tn der Kriegsgesetzgebung gewesen, die durch Gesetz jetzt aufgehoben sei. Daher könne diese Bestimmung auch nicht in die neue Polizeiverordnung übernommen werden. Stadtverordneter Schwieder (StDp.) bedauert, daß diese wirklich einmal gute Leistung der Kriegsgesetzgebung nicht mehr angewandt werden könne. Sem Gesetz werde mau sich aber beugen müssen. Straßenbeleuchtung. Beschlossen wird: die Anbringung einer elektrischen Straßenlampe im vorderen Asterweg, zwischen Wallwr- und Schillerstraße, Kosten 820 Mk.: die Beleuchtung der Straße ,An den Bahnhöfen", Äoften für die Anbringung von 5 Lampen 1300 Mk.; eine Verbesserung der Beleuchtung des Landgraf- Philipp-Plahes, Kosten 1700 Mark. Anwesend: Oberbürgermeister Sr. Keller, Bürgermeister Dr. Seid, die Beigeordneten Dr. Hamm und Iustizrat Dr. Rosenberg, sowie 41 Stadtverordnete. Im Zuhörerraum befinden sich nur wenige Bürger. Die Erhöhung dcr Gcmcindc-Hundesteuer für 1929 abgelehnt. Rach einem Anträge des Finanzausschusses soll die Gemeinde-Hundesteuer vom Kalenderi.a -r 1929 ab um 25 Prozent, also für den E'.nzel- hundebesih von 24 aus 30 Mari jährlich erhöht werden, unb dementsprechend sollen auch die Steuersätze für den mehrfachen Hundebesitz sich steigern. Der Ertrag dieser Steuererhöhung wird auf 6000 Mari beziffert. In der Aussprache wendet sich Stadtv. Mann (Soz.) namens eines Teiles seiner Fraktion gegen die Erhöhung, wobei er das^ Auskommen der erwarteten Summe bezweifelt. Stadw. Schwieder (St Vp.) lehnt die Vorlage gleichfalls glatt ab. Stadtv. VetterS (Soz.) spricht sich. für die schärfere Besteuerung aus: wer sich einen Hund halte, könne auch die höhere Steuer be- Die nun folgende Abstimmung zeigt ein sed tenes Bild: auf allen Seiten des Hauses scheiden sich Gegner und Freunde der Vorlage etwa zu gleichen Teile*. Die Abstimmung, bei der auch die Mitglieder der Verwaltung mitstimmen, bringt zunächst keine klare Entscheidung. Es folgt daher eine nochmalige Abstimmung, bei deren Aus- zählung sich ergibt, daß die Steuererhöhung mit 22 gegen 21 Stimmen abgelehnt ist. Tic Reinigung der Straßen uitl> Plätze und die Müllabfuhr. Der Finanzausschuß beantragt, dem Eriah der Ortssatzungen mit Gebührenordnungen, sowie der Etzeiverordnung über die Reinigung der Stra- und Plätze und Müllabfuhr unter Berück- tigung der vom Rechtsausschuh vorgeschlage- nen Ölenderungen zuzustimmen. Stadtv. Hornberger (Soz.) erklärt, die sozral- demokratische Fraktion werde di« Polizeiverord- mmg, wie auch die Gebührenordnung ablehnen. ES sei Ausgabe der Qlllgemeinheit, die Straßen reinigen und den Müll abfahren zu lassen, daher müßten auch die Kosten von der Allgememhell durch Llebemahme auf Steuermittel getragen werden. Stadtv. Heber mehl (Dem.) bekennt sich als grundsätzlicher Gegner des Llmlegungs- versahrens. Er ist dafür, die Gebühren von den Vlüchtigen direkt |u «rheberr. Da dies hi« nicht Gießen als Krastomnibns-Äniernehmer. Autoerstbließung -es Südviertels.-Reue Wochenmarktbestimmungen.-Hundesteuer-Erhöhung mit 22 gegen 21 Criimmen abgelehnt. - Teilweise Verbesserung der Straßenbeleuchtung. Der Licher Weihnachismarli. s Licher Weihnachtsmarkt Montag, den 17. Dez F erdinandZimmer*Lich Erstes Geschäft am Platze Krämermarhl Preise, reelle Bedienung IO999D »1008D GRÖSSTE HT08D BRAUEREI OBERHESSENS U003D und Damenwäsche H004D Licher Bank e.G.m.b.H., Lieb Baumaterialien Kohlen Briketts Koks H007D bausteilen. ausgebauten Originalsaaten. empfiehlt ihre hervorragenden Qualitätsbiere Durch gemeinsamen Einkauf mit über 400 bedeutenden Geschäften bin ich in der Lage beste Qualitäten zu billigsten Preisen anzubieten G Große Auswahl in: Strickwaren, Westen, Pullovers, Trikotagen, Kurz-, Weiß-, Wollwaren, Strümpfen, Handarbeiten, Herren- Spirituosen, Liköre, Kranken-, Weiß- und Rotweine In allen Preislagen • Watten und Munition fOr Jagd und Scheibe. Reparaturen an Gewehren lasse Ich ausführen Nachladen von Patronen • Für Vereine alle Gegenstände für Preise und Verlosungen • Vertretung der Musiklnstrumententabrik Merfeld L Cie., Neuenrade i. W Alle Musikinstrumente zu Fabrikpreisen (franko). 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Für Händlervieh ist Nachweis der Quarantäne erforderlich. Der Auftrieb hat in der Zeit von 9—10 Uhr vormittags stattzufinden. Lieh. 10. Dezember 1928. Hessische Bürgennelslereilldi GelL Montag, 17. Dezember 1928 Schweine-und Lieh Fernsprecher 7 Wir vergüten für Spareinlagen bis auf weiteres 7*4 Prozent und nehmen Einlagen von 1 RM an entgegen Kassen tage: Dienstags und Freitags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr Postscheckkonto 67827 Frankfurt am Main KenWsmiellUS (BezirkssM in derTurnhalle in M üffl SoMtok. 16, and Montag, 17-Dezhr. 1181 In Lidi bestellt man den Gießener Anzeiger bei der Vertriebsstelle Friedr. Schreier Mittelgasse 5 Itt R Sonntag, den 16. und Montag, den 17.12.28, veranstaltet vom Verein zur Förderung des Oberhessischen Braugerstenbaues. I. Gerstenschau ab 9“> Uhr vormittags: Mehr als 100 Muster aus über 40 An- Eisen ■ ■■■■■ H005D eins, bet neben der Erforschung der Anbaumog- lichfeiten und der geeignetsten Anbamnaßnahmen seine Aufgabe in der planmäßigen Sortenprüfung auf breitester Grundlage sieht. DieS geschah in diesem Jahre durch 13 Sortenanbauversuche und den Cinrelcnibau in weiteren 20 Anbaustellen. Der Grdrusch sämtlicher Bestände wurde sowohl mechanisch, wie chemisch nach den heute gültigen Regeln untersucht und bonitierl. Heber 100 Muster der Jahrgänge 1927 und 1928 kommen zur Ausstellung. — Eine nutzbringende Besichtigung der Gerstenschau ist nur bei bestem Tageslicht möglich. weshalb der Besuch in den Bormittogs-- und Mittagsstunden dringend empfohlen wird. Als Aeuerung bringt der Braugerstenlag 1928 einen Saatgut markt für Gerste. Es kommt nur die erste Absaat der im Verein angebauten Original-Gerstensorten zum Verkauf, und von diesen werden auch nur diejenigen Sorten als Saatgut abgegeben, deren weiterer Anbau nach den bisherigen Erfahrungen keinen Mißerfolg erwarten läßt Damit wird dem Landwirt Gelegenheit geboten, vorzüglich gereinigte, sortenreine Saatgerste hochwertiger Sorten zu angemessenen Preisen zu erhalten. Aeberlegte. planvolle Saatauterneuerung ist die Vorbedingung für den Erfolg, auch In diesem Jahre, in dem der gute Ausfall der Ernte nur zu leicht über die tatsächliche Minderwertigkeit der allen Gerste zu Saatzwecken Hinwegtäuschen kann. Der Verein zur Förderung des oberhessischen Draugerstenbaucs Will durch die Veranstaltung des 2. Oberhessischen Braugersten.a ',es in Lich den Wünschen der gesamten Landwirtschaft entgegen tommen, und er hofft, daß alle Besucher befriedigt von der Tagung nach Hause zurück- kehren werden. Große Geflügelausstellung „Bezirksschau". Der Geflügelzüchterverein Lich und Umgegend will auch in diesem Jahre fein Am kommenden Montag, 17. Dezember, findet ^n Lich der alljöh.liche Weihnachtsw. arkt statt. Dieser Markt war bisher aus der näheren und weiteren Umgebung gut besucht, und er wird auch in diesem Bahre sicherlich wieder die ge^ . bührende starke Beach ung der Einwohnerschaft zahlreicher Orte um Lich finden. Ein Lichtseft . oder eine ähnliche Veranstaltung, tote man sie jetzt fast in jeder Stadt antrifft, hat man in Lich nicht als erforderlich angesehen. Um jedoch den weihnachtlichen Charakter der ganzen Licher Werbeveranstaltung auch nach außen hin her- vvrzuheben, ist auf dem Adlerplatz ein etwa 10 Meter hoher Tannenbaum ausgestellt worden, . der in den Abendstunden im Lichte zahlreicher elektrischer Glühkörper erstrahlt und dadurch dem Stadtbild eine besonders sttmmu aas volle Bote verleiht Don einer tod eren Ausschmückung der Stadt, wie sie in manchen Bürgerkreisen z. B. für die Stadteingänge aus den verschiedenen Richtungen der Rachoarschaft gedacht wc»r, hat . man gleichfalls Abst and genommen, jedoch sott damit nicht gesagt sein, daß man eine solche Art der Schmückung Lichs endgültig verwerfen würde. Die Licher Geschäftswelt, die sich im wirtschaftlichen Wettbewerb mit den Fi men der benachbarten Provinzialhauptstadt Eießen eifrig regt, hat sich auch diesmal wieder eine sorgfältige Ausgestaltung ihrer Lager und eine anziehende Herrichtung der Schaufenster angelegen sein lassen. Das kaufende Publikum aus den Orten der Umgegend, das bisher gerne zum Kaufgeschäft nach Lich gekommen ist und zufriedengestellt wieder heimleyrte, wird auch diesmal seine Erwartungen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der Licher Geschäftswelt in vollem Maße erfüllt sehen. Als wirtschaftlicher Mittelpunkt eines großen Bezirks der nördllchen Wetterau, der zahlreiche Dörfer umfaßt ist man sich in Lich von jeher seiner Verpflichtungen gegenüber der Konsumentenschaft und gegenüber der Eigenart der Bedürfnisse der Landbevölkerung bewußt gewesen, und man hat daraus die entsprechenden ZMWM MAGNET Bestes zur Belebung des Licher Weshnachks. markte- beitragen. Er veranstaltet am Sonntag, 16., und am Montag, 17. Dezember, in der geräumigen Hellen Turnhalle dahier unter dem Protektorat des Fürsten Reinhard zu SolmS- Hohensolms-Lich eine Ge f lügelausstel- lung »Bezirtsschau". Zur Prämiierung sind insgesamt 317 Rummern mit ungefähr 360 Tieren angemeldet. Sie setzen sich zusammen in Abteilung 1 aus 10 Rummern Groß- und Wassergeflügel, Abteilung II 178 Stummern Hühner verschiedenster Rassen 1,0 oder 0,1, Abteil- lung III 25 Rummern Zwerg Hühner der verschiedensten Rassen 1,0 oder 0,1, Abteilung IV 20 Rummern Hühner- und Zwerghühnerstämme der verschiedenchen Rassen 12. Abteilung V 84 Hummern Tauben. Die Prämiierung liegt in Händen bewährter Preisrichter, und zwar Wanderlehrer Jean Dörr, Reuenhain (Taunus) und Fr. 5rId, Biebrich. Für die Prämien stehen neben Geldpreisen 43 gestiftete Ehrenpreise zur Verfügung. Die Ausstellung wird infolge ihres größeren Umfanges allen Besuchern reichlich Gelegenheit zur Prührng und Aum Urteil geben und zu einem bemerkenswerten Ereignis für die ober hessische Geflügelzucht werden. Daß heute die Geflügelzucht nicht mehr eine reine Liebhaberbeschäftigung ist. sondern einen sehr wichtigen Wirtschaftszweig des Haus- Holls des Züchters darstellt, ist u. a. in der „Scholle" des Gießener Anzeigers wiederholl dargelegt worden. Man darf wohl annchmen. daß diese Hinweise von fachmänniscyer Seite in ihrem Werts auch im Licher Bezirk immer mehr anerkannt und in Verbindung mit der Licher Geflügelschau zu einer weiteren gedeih lichen Aufwärtsentwicklung der Geflügelzucht in Lich und den Orten seiner Umgebung fuhren roertkA. Unserer Volkswirtschaft würde durch gesteigerte Eier- und Fleischproduktion auch von hier aus ein wertvoller Dienst erwiesen, der in einer günstigeren Gestattung unserer Handelsbilanz sichtbar zum Ausdruck käme. Schlußfolgerungen für die Bereitstellung der Warenvorräte gezogen. So hofft man denn auch in Lich. daß bie letzte Kaufwoche vor W Unachlen sowohl dem Puolikum in Stadt and Land, tote auch den Geschäftsinhabern die Grsüllung aller Hoffnungen und Wünsche bringen wird. Braugerfleniag in Lich. 3m Dezember 1927 veranstaltete der Verein zur Förderung beS vberhessischen Braugersten- bau es den ersten öffentlichen Braugerstentag in Lich mit dem Zwecke, einen wich.igen landwirtschaftlichen Produktionszweig, die Drauger- stenerzeugung, zu fördern, und in der Absicht, bei genügenden-! Interesse seitens der Landwirte die Licher Draugerstentage als alljährlich wiederkehrende, ständige Einrichtung einzuführen. Die Besucherzahl bewies, daß der Verein den richtigen Weg beschritten hatte: sie überstieg die Erwartungen beträchtlich. So kann denn damit gerechnet werden, daß die diesjährige Veranstaltung in noch weiteren Kreisen ‘Beteiligung findet, denn sie dürfte hinsichtlich der Ausstellung ihrem Umfange und Ausbau nach nicht allzu häufig übertroffen werden. Das Programm für die diesjährige Veranstaltung ist aus dem heutigen Anzeigenteil zu ersehen. Die Zett ist für die Abhaltung von Brau- gerftentagen scheinbar wenig günstig. Die Gerstenernte ist oualitativ und quantitativ gut ausgefallen. Die natürlichen Folgeerscheinungen sinb Ueberangcbot und — wenigstens zeitweise — Absatzstockung. Hieraus ergibt sich häufig Mißstimmung unb mitunter völlige Verärgerung, die zu einer falfdjen Beurteilung der ganzen Drau» gerftenfrage führen kann. Um so notwendiger ist die Aufklärungsarbeit über das Wesen und die Bedeutung des Qualitätsgerstenbaues im Rahmen unserer heimischen LandtoirtschafL Sie wird der wesentliche Teil eines regen Meinungsaustausches am kommenden Sonntag fein. Die Gerstenschau gibt dem Fachmann ein eindrucksvolles Bild von der Tätigkeit des VerPRAKTISCHE GESCHENKE finden Sie bei Job. Herrn. Schmidt I. Lieh von von 11034A Prinzeferöcke Hemdhosen • Schlaianzüge Damenttiäsdie Damenhemden^Q-L TDTm^-Na95 Tisdiwäsdie \ "9chtuch, 130/160 cm erob. Z4V „ [ ^»D^*e6.70. I Halbleinen |: 7.95 K KfflSÄ"0'’5 Trikotagen vamen-8ckwptdo«°°1.45an Kinder^luP«hosenn0.65. Herren-Normal' Unterjadren Herren- ......,„„1.93 Normalhosen Herren- « o ...von J.A'*-* Einsatzhemden cf immfcfkl H Wst D. KAMIHKA * GIESSEN * MARKTPLATZ 11 11036D OrflIStee Spezialgeschäft am Platze 11»iA Schneeketten 3 Kugd Marke ■■iiiiiiiiiiiiiw Telephon 1462 10823A Musik an! jeden Weihnaditstisch! 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Svarr Srosrb tvttwe. üriiwiiiiiiHiüii^ 5 Uhr Ladenschluh am Weihnachtsheiligabend liegt im Interesse der Käufer, Geschäftsinhaber und Einzel- handelsangestellten. Alle wollen den schönsten Abend des Jahres daheim in Ruhe und Freude genießen. Bürger, helft dazu alle! Erledigt Eure Weihnachtseinkäuferechtzeitig! Kauft nicht nach 5 Uhr abends. Kauft nicht an Sonntagen. Fordert den 5-Uhr-Ladenschlufo am Weihnaditsheiligabend. Deutsdinationaler Handlungsgehilfen-Verband Ortsgruppe Gießen. himsd EL Glas | Porzellan | Kunstgewerbe 3 weitere Schlager förden Schluß d. Lichtwerbewoche 1 Posten Bettücher 4 EH weißes Haustuch erstklassiges Fabrikat Mk. t.UV t Posten weiße Kopfkissen 1 IC mit reicher Stickerei aus prima Dowlas.-Mk. A.1U t Posten KünetlertiNChdeeken C CO in ludanthrenfarben. schöne Dessins . - Mk. v.UU Aul allo anderen Artikel gewähre ich während der Lichtweroewoche beim Einkauf von 1 Mk. an 1 Los der Gießener Jubiläumslotterie. 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Stengel-Marburg SPRECH MASCHINEN -MUSIKSCHALLPLATTEN IN ALLEN EINSCHLÄGIGEN GESCH'A* FT E N ZU HABEN 10784v Uhren — Goldwaren — Trauringe Karl Äeck vormals Gg. SpieS sorgfältigster Ab- Hermann von der Heyd Sophie von der Heyd geb. Kneter Vermählte 3Für bie anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Auf- merksamkeiten banken wir herzlich Karl Malkomeflus u. Frau Lotte geb. Maisch Gießen, Dezember 1928 Jn allen offiziellen Verlaufsslellen der DEUTSCHEN GRAMMOPHON-AKTIENGESELLSCHAFT ÖnhlnR Pnffä Marhlirn Herrl. Aussicht Marburgs. Qualitäten UulllUu*udlU| mdl UUI y allererster Güte. — Auto-Halteplatz DRUCKSACHEN • Iler Art liefert die Brührsehe Druct.erei Odeon-Electric-Plattc ist naturgetreu im Ton und frei von Nebengeräuschen. 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HehimltiUeder erhalten Eintrittskarten zu Mk. L— an der Abendkasse. Stndeatenkarten zu Mk. L— gegen Vorzeigen dee Ausweises bei Herrn Sekretär Ritter, Univ.-Gebäude Al SWMg U SM Vergessen Sie nicht, sich bas reizende Winter- landschaftsbild von Schiffenbergs Altan an- zusehen. Gelegenheit zum Rodeln und Ski- Statt Karten! Für die erwiesene Aufmerksamkeit anläßlich ihrer Verlobung banken herzlich Anneliese Schlüter Karl Halter Ser Simmelu von Wm (1338) böö seine Stellung in Der groben Will! Her Zeil. Gäste willkommen. Restauration ,3um schwarzen Walfisch" Tel. 1786 Seltersweg 50 Tel. 1786 Samstag und Sonntag Familien Konzert 3um AuöschankIhring-Melchior-Szoort- vier. bürgerlicher MittagStisch, auch im Slbvnnement. Um gütigen Zuspruch bittet Zranz Solban hotod laufen.________________ Passende Weihnachtsgeschenke für den Herrn Oberhemden Unterzeuge Pullover Westen Kragen Selbstbinder Socken Sportstrflmpfe Handschuhe Sammet Bahnhofstrabe 8 Kein Laden. 1 Treppe hoch, Tor- eingang.__U07eD Brennholz Anmachholz Sagemehl zum Räuchern iaJ) Jul. Wellhöfer i^ernivrecher 743. Nur noch 2 Tage Samstag, den 15„a. Sonntag, den 16. Dezember Jeder muh einmal Giefeen im Licht gesehen haben. Keiner darf von auswärts den Weg zur lubiläK-Verkehrs-Me scheuen, es stehen Ihm hohe Genüsse bevor. Prunkvolle Schaufenster-Beleuchtung, Festbeleuchtung und Bestrahlung öffentlicher u. privater GebAude u. Plätze Grobe Jubiläums-Lollerie kauf ein Freilos! Allabendlich Konzerte und sonstige Darbietungen / Bunter Abend uaw Verkehrs verein Gieben 10052D Ludwigsiraße 27 not ID rtaiiCl Nr 295 vierter vlatt Tlehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen) Samstag. 15. Dezember 1928 Von der Straße zur Macht. Muffotini, der Journalist. Von unserem römischen E.-ÄOrref pon tonten.') Mussolini ist der geborene Sournalift. Einer von ton aktiven, die alle« werden können, nur nicht Federfuchser. Der italienische Ausdruck pubblicista tri.ft das Wesen dieses merkwürdigen Decuses viel genauer als der französische, von tor völlig verfehlten deutschen Bezeichnung „Zei- iungSldbietber“ ganz zu schweigen. Sin Publizist, ein Mann der Oeffenllichleit, ist ge- rato das Gegenteil pon dem hinter feiner Zeitung verschwindenden Schreiber. Der Uomo pubblico, geben wir Mussolini selber daS Wort, ..wird als pubblico geboren. Das ist ein Kennzeichen, das ihn von tor Geburt an begleitet, ein sittliches, ein «besonderes Kennzeichen'. Wan wird als Wann der Oesfentlichleit geboren, wie man gescheit oder beschränkt geboren wird. Keine Lehrzeit kann auS einem häuslich gearteten Menschen einen Publizisten machen. Dem Warm tor Oef- fentlichkeit geht eS wie dem Dichter: er bringt diesen Fluch mit auf die Welt. Vie wird er ihn loswerden. 3d? £a>e mich vollkommen mit meinem Schicksal abgc, unton, manchmal bin ich davon begeistert. Der Gedanke, mir nicht mehr selbst zu gehören, sondern allen — von allen geliebt, von allen gehabt — und ein notwendiges Element für das Leben anderer zu fein, versetzt mich in eine Art von nirwanischem Rausch, lind dann, wenn man allen gehört, gehört man niemand. Die Menge, die Oefsentlichkett kann uns auf die Derven fallen, aber auch die stille Freude einer Einsamkeit tiefer ctiS die Wüste verschallen." Sv heißt es in dem Vorwort, das er der Schilderung seines Lebens durch eine ihm nahege- Itantone Frau, Margherita Sarfotii. mit auf ton Weg gab. Durch den Journalismus zur Macht gekommen, vevleugnet er aus der Höhe niemals die ßeitet, tor er den Aufstieg verdankt. Wenn wir von tor rastlosen Feder zu ihm fommen, so fühlt er sich, und tafit es uns fühlen, unter Kollegen: „Als ich die Regierung übernahm, habe lch nicht vergessen, daß ich ein Journalist bin und oft und gern schreibe ich etwas nieder, was die Italiener intereHietcn lann. Das hat dann ton feievlichen Anstrich offizieller oder offiziöser Roten, wie man will. 3n Wirklichkeit aber sind eS nichts als kleine Artilel, Handlungen, die das Heimweh nach dem Beruf verraten." ES ist vvrgekommen, daß ich mit Mussolini in seinem Arbeitszimmer im Palazzo Chigi über entscheidende Fragen der hohen Politik sprach und Feuer und Funken aus seinen Augen sprühen sah, aber zum Schlüsse wischte er das alles mit einer Handbewegung weg und kam auf journalistische Dinge zu sprechen, auf Auflagenzifsern. auf Literatur. Dann wich das finstere Gewölk in seinen Zügen einem versonnenen Lächeln. „Wissen Sie, dah ich seinerzeit — damals, damals, ja — Platen übersetzt habe? Wo das Buch hingekommen ist, nein, das kann ich nicht mehr sagen. Vorbei, vorbei —I Man muß immer vorwärts schauern" „Der Journalismus," wieder ein Bekenntnis. haS Sarfatti erwähnt, „hat meinen Deist geformt, der Journalismus hat mich die menschliche Materie, den Stofs kennen gelehrt. auS dem man die Politik macht. Der Journalismus hat mir auch jene gewisse Arbeitskraft veüliehen, tonn das Regieren ist keine Kleinigkeit. w:e mancher sich einbiltot, eS ist eine Mühsal. Man muh aushallen können, zehn oder zwölf Stunden am Schreibtisch. Ihr wißt, Kollegen, dah ich ton Journalismus achte. Ich sage euch voller Sympathie und Brüderlichkeit, dah ihr sehr viel Zuversicht haben könnt, tonn jeder Journalist trägt ton Marschallstab im Tornister." Der Tornister Mussolinis war das Felleisen tos politischen Walzbruders. Wo immer er fein •) Vgl. „Benito tor Rebell" in Rr. 289 tos „G. A." vom 8. Dezember. HandwerkSbüntol ablud. in der Schule wie in tor Schenke, in tor Maurerhütte wie in tor Arbetts a nmer, ob in Italien oder in tor Fremde, immer sielen zunächst tote Flugblätter heraus. Gr reifte in Revolution. Ich bin ein camminante, pflegte er zu sagen, tor ewige Jude, der Wanderer. So ein Wann sieht vielerlei, auf das er keinen Reim findet, und die Ideenwelt in chm wechselt wie die Laichschaft um ihn. Aber wie oft er auch sprunghaft nach rechts oder links auswich, wie oft er in die Irre ging, in tor cerne leuchtete chm immer dasselbe Final. So toutlich sah er es vor sich, so zielsicher war sein Instinkt, dah er eS auch erreid^e, als et. scheinbar. von tor falschen Seite kam: Es wurde eine Revolution von rechts her und dennoch war er sich damit im Innersten treugeblieben, denn die Umwälzung selber galt ihm mehr als ihre Farbe. Die Bewegung mehr als ein Programm. Aus dem Menschen Mussolini heraus muh man ton Journalisten Mussolini verstehen, antom- ,alls kommt man nie ohne Trugschluß über seine $ arteifprünge hinweg. Erwerbsquelle ist ihm tor Journalismus niema.s gewesen, immer nun Ambos, auf dem er seine Ideen schmietote. Als Schulmeisterlein in Gualtieri Emilia hätte er Interesse daran haben können, seine 56 Lire monatlich durch Rebenverdienst abzurunton aber er haßte die Zeilenschintorei. Als sozialistischer Parteisekretär verweigerte er jede Gehaltserhöhung über 123 Lire hinaus, die genügend seien. Er wolle kein Domherr tot Partei werden. Als Chefredakteur tos „Avanti" ließ et die tausend Lire Unterstützung, die ihm die Partei für seine Familie anbot, Im Stich, obwohl er das Geld für die Gründung seiner Konkurrenzzeitung recht gut hätte gebrauchen können. Als Duce durfte er sich rühmen, stets eine Verachtung tos schnöden GoltoS bewiesen zu haben. In die Schweizer Sturm- und Drangperioto fällt daS Debüt tos DelegenhertSarbeilers Mussolini als Redakteur. Mit dem blühenden Selbst- bewußtsein tot Jugend war er stolz, an tor roten Wochenschrift „Avvenire del Lavoratote", die in Lausanne herauskam, mttbauen zu dürfen und damit, wie er glaubte, eine Rolle m tor Oesfentlichleit zu spielen. Später jedoch kam mit tor Reis« die Unsicherheit und nun zeichnete er vier Jahre lang, von 1910 bis zmn Kriege, seine Artikel mit dem viel'agenton Pseudonym „Homme qui cherche“. Ge.ade in dieser Zeit war tor Suchende. Wegsucher oder Gottsucher, gläubig im Sinne seines politischen Ideals: zu schwanken sing er an, als die andern an seinen klingenden Rainen glaubten. Da sie ihn aber verstießen, sand er m tor Einsamkeit zu sich selber zurück, wuchs er an seinem Willen zur Macht. Rietzsche hat keinen leidenschaftlicheren Schüler gehabt als Mussolini. Die unheilschwangeren Tage der irretontifti* scheu Bewegung sehen den vierundzwanzigkaräti- gen Italiener in dem Hexenkessel Trient — als Sekretär tor österreichisch-sozialistischen Ar- beitslammec, beiden Ländern verdächtig, nur nicht tor Internationale. Aber bald wechselt er von tor Mitarbeiterschaft an tor bloß sozialistischen „Avvenire" zu dem auch irretontistischen „Po- polo". daS Cesare Battisti gegründet hatte, tor wenige Jahre später in Oesterreich als Verräter gehängt und folglich in Italien als Märtyrer unsterblich wurde. Was tut ein Chefredakteur' in einer so zwiespältigen Lust? Er wütet, politisch, gegen alles Deutsche und weiß sich, priva im, nichts Schöneres als deutsche Literatur. Schreibt über Klopstvck und Schillers Frauen gestalt en, fintot in Platen ton Mediterranes und läßt sich von Rietzsche zu einer Geschichte tor Philosophie begeistern, die von einer eifersüchtigen Geliebten ins Feuer geworfen wipd. Ein Buch über Johannes Huß erlebte eine tschechische Uebersetzung. Dazwischen literarische Tändeleien, Rovellen, Satiren, ein Kolossalroman „Claudia Particelle oder die Geliebte tos Kardinals". Ein Ungeheuer an Länge und Unwahrscheinlichkeit, so lang und so „furchtbar inieressauf für die Leserinnen, daß Vater Mussolini vor seinem eigenen Geschöpf g.aufte. AVer sowie er eS umbringen wollte mit eigener Hand, raufte sich der Verleger Battisti die Haare: „Um Gotleswillen nicht töten! Lieber ein bißchen Sauerstoff geben — das Quartal läuft ab, die Avonnements müssen erneuert werden!" Do zugkräftig tor Autor auf der Hintertreppe sein mochte, als Politiker übenoarf et sich mit al.en Kreisen, mit ton Herren von tor Ar- beitslammer wie mit seinem Verleger, mit Irredentisten wie mit Oesterreichern. Gerade weil er angewiesen wurde, seine Propagandatätigkeit auf wirtschaftliche Dinge zu beschränken, trotzte er auf: ..Die Grenze Italiens endet nicht bei Ala." Da legten sie ihm Handfesseln an und schoben ihn nach Ala ab. Kaum in Italien, rächte er sich mit einer bissigen kleinen Broschüre: Das Trentino, von einem Sozialisten gesehen. In vbllen Zügen trank et jetzt das Blut tot Heimaterde, tor tebet.ischen Romagna. Mit gellen Fanfaren setzte seine Wcxhenschrift „La tot la di c lasse", der Klafsenkampf, ein und setzte sich durch. „Richt um Blätter handelt eS sich, die wöchentlich gefüllt werden müssen. Für uns ist die Zeitung die Partei, eine Fahne, eine Seele l" Maßlos wühlte er in peitschenden Sätzen, jeder ein Schlag ins Gesicht des offiziellen, für seine vulkanische Glut viel zu braven Sozialismus. Zuerst Brot, dann das Alphabet! Lenin war ein stiller Denker gegen diesen lärmenden Wüterich. Alles, was nicht unmittelbar tor direkten Aktion, tor sofortigen Revolution dienen konnte, warf er skrupellos über Bord, seine besten Freunde hinterher, sowie sie zauderten. Man kann sagen, daß er in dieser furchtbaren Zeit, wo er nicht links und rechts, nur stier auf sein loderndes Ziel schaute, der reine Rihi- l l st war. Den Menschen gegenüber ist er es in unerschütterlichem Mißtrauen fortan geblieben. AIS sein Vater starb, rief er ihm in seinem ..Klafsenkampf" ergreifende Worte nach, aber tor Tag tarn, wo er brütete: Und wenn er auf die Welt zurückkehren sollte — nicht einmal meinem eigenen Vater würde ich mehr trauen! Wenn Gott selber herabsteigen und mit sagen würde: Ich bin dein Freund! — mit geballter Faust würde ich auf ihn einschlagen l Bei diesem Aufruhr in seinem Innern behielt er merkwürdigerweise doch eine sittlich k are Kampflinie ein. Wegen verschiedener Sabotagealle vor Gericht aeschleppt, bekannte er sich der überlegten wirtscha tlichen Zerstörung schuldig, verwarf jedoch ton bllnden Vandalismus. „Einen Telegraphendraht kann ich als Zeichen tos Protestes abschneiden, dagegen keinen Zug zum Entgleisen bringen. Der Zug ist neutral. Die Sabotage muß einen moralischen Sinn haben." Und zu den Richtern gewandt: „Wenn ihr mich freisprecht, macht ihr mir ein Vergnügen, aber wenn ihr mich verurteilt, erweist ihr mir eine Ehre!" Sie erwiesen dem HetzaposteL gegen den Tripolis krieg die Ehre. Rach einer solchen Reklame blieb der größten sozialistischen Tageszeitung, dem „Avanti" in Mailand nichts anderes übrig, als diesen größten Sozialisten zum Führer zu tüten. Run war beiden geholten: der „Avanti" verdoppelte unter tor neuen Leitung seine Auslagenzisset und Mussolini hatte ton dröhnenden Resonanzboden, ton er brauchte. E in neuer Ton zog durchs Land, hart und HÄl wie Schwerterllang. Die Bureauluft tot Arbertskammem über tot Bewegung zerteilte sich wie Rebel, wenn die Sonne durchbricht. Keine Versöhnung, immer aus Kriegsfuß! So lautete die Losung. Dec Redner Mussolini, tor ton Journalisten begleitete wie sein Schatten, gebrauchte denselben mitreißenton Stil. Richts von iänzelntom Esprit, nichts von tiefschürfender Gelehrsamkeit, nichts von doktrinärer Gebundenheit. Ein Stll tot mauert und schmiedet, mit Blöcken hantiert, Quator türmt. Handwerker und Baumeister blieb vieler Redner auch in den Versammlungen und auf der Straße. Oft brutal, nicht fetten widerspruchsvoll, niemals ledern. Immer aktuell. Er hatte daS Zeug zum Demagogen, um aber tn tor Demagogie stcckenzublei.be n, dazu fehlte ihm >nes Gesühl für ton richtigen Augenblick tos Rückzugs, das so viele vorsichtige Barrikaden- schre.er auszeichnet. Das Sprichwort von den lautesten Rudern im Streue, die zu ton besonnensten Männern im Rate werden, er strafte es Lügen. Auch als Chefredatteur des „Avanti" fauchte er die Richter an: „Ob ihr mich freisprecht oder verurteilt, das läßt mich kalt. Ein russisches Sprichwort sagt: Um ein ganzer Mann zu werden, muß man vier Jahre Gymnasium, zwei Jahre ilnroerjüäl und zwei Jahre Gefängnis hin er sich haben!" Daß eine große Zeitung immerhin Rücksichten auf ein weiteres Pub.ilum nehmen müsse, sah er knurrend ein, daher gründete er eine Zeitschrift „U t o p i a", in tor er seinem sich oft zum Para- doxismus Überschlagenden Temperament die Zügel schießen lassen konnte. Sie war aggressiv bi- zur Schainlosigleit. Wo die Rationalisten nur vom Ke.ege ckls einem Stahlbad sprechen, da berauschte sich der Revolutionär an dem Blutbad deS Klassenkampfes, das für das Proletariat noto wendig sei. Es wurde sein eifrigster 2efer und wenn es die Sätze ü. erflog, die der Herausgeber wie mit Fackeln niedergeschrieben hatte, dann schlug sein G.aubensbelenntnis aus seinem sanatt- schen Atem. Es hieß immer Aufruhr und Revolution. , . , . Da stürzte ihn der Krieg in fein erstes Gewissense tarnen. Diesen Vorteil hat der Denker vor dem Journalisten voraus, daß ec sich im kritischen Augenblick in sein Gehäuse zurückziehen und so lange tor Meditation obliegen kam, bis chm dte Lust rein genug zu fein scheint, um mit seiner abgeklärten Weisheit vor das Do.k zu treten. Der Journalist, tor Mann tos Tages und tor Oe.sent- lichkeit lann sich ton Luxus einer solchen Beschaulichkeit nicht leisten. Wan verlangt von chm gleichzeitig mit dem Ereignis e.ne Stellungnahme. Cs ist daher billig, ihm hinterher Mangel an Einsicht, Kritik und sonstigen Tugenden toS Klausners vorzuwerfen. Mussolini folgte der einzigen Richtschnur, die er be'aß und bisher immer bc.olgt hatte: seinem Impuls. BedingungsloseReulralität! Entweder die Regierung kommt dieser Forderung rach oder das Proletariat wird ihr mit Grwalt seinen Willen aufzwingen I Generalstreik, Barr,- laton, Bürge Lieg — es sprudelt nur so Drohungen. Krieg und Sozialismus, schreit eineS seiner Plalate, sind unvereinbare Gegensätze! Heute wissen wir, daß Mussolini mit diesem Toben nur sich selber überschreien, eine Stimme töten wollte, die sich immer stürmischer in ihm meldete, gebieterisch an Herz und Hirn pochte: die Stimme des Staatsmannes. Eines Tages gewann sie die Oberhand. Er horchte nach seiner instinktiven Art tn sich hinein. Witterte in einer radikalen Schwenkung die Möglichkeit, fein Lebensziel ungeahnt schnell zu erreichen. Und über Rächt streifte et ton Parteimann ab. Schüttelte den „Avanti" ab. Verriet seine vielen Ideale von gestern um tos einen, größeren vrn morgen willen. Mussolini wurde zum Eondottiere. Das kann man den hungernden Vögeln geben? In tor Rocht auf Freitag ist plötzlich ein Temperatursturz eingetragen, verbunde.i mit Schnee, all, so dah am Frettagmorgen die Ratur in ihr winterliches Schneekleid gehüllt war. Dies gibt urs zu dem Hinweis Veranlassung, wiederum derer zu gedenkm, die ohne unsere Hille bei Frost und Schnee sd)utzlvs dem Hungertoto preisgegeben sind: unserer Vögel. Und die Frage: „Was Eunn man den hungernden Vögern ge^en?", ist eine Frage von größ.er Bedeutung. Tenn im Winter ergeht an jung und all vielfach die Mahnung, die toi uns überwinternden Vögel zu füttern. Leider wird ator vielfach vergessen, die richtigen Futtersorten für die verschiedenen Voge arten anzugeben. Infolgetoisen Gießener Konzettverein. Geistliche Abenvmusik. Unter tor heutigen Organistengeneratian nimmt Günther Ramin trotz seiner Jugend bei weitem die führende Stellung ein. Fast möchte es wie eine Fügung des Schicksals erscheinen, daß er schon von feinem elften Lebensjahre an Schüler tor Thomas- schule m Leipzig war, jener Stätte, die tor evangelischen Kirchenmusik als heiliger Hort gilt. So wird chm also von Jugend auf der Blick geöffnet und geweitet für das Werk Johann Sebastian Bachs. Gleichzeitig aber fallen seine jugendlichen Entwicklungsjahre in Leipzig mü dem Wirken Max Regers zusammen, und so wird ihm von vornherein auch das moderne Orgelspiel erschloßen. Wenn er nun noch tor Schüler Karl Straubes wurde, jenes Mannes, der stch als allererster mit vollster Begeisterung für Reger einsetzte, und feinen Orgelwerken die ihnen gebührende Stellung im Musikleben verschaffte, so war das ein glückliches Zusammentreffen denkbar günstiger Momente für Ramins Entwickelung. Gewiß trafen diese günstigen Umstände auch für andere zu, um so höher aber müssen wir darum seine musikalische Fähigkeit einschätzen, und hier kam ein Genie zur vollen Entfaltung. Es ging seinerzeit wie ein Staunen durch die Reihen der Fachmusiker, als es bekannt wurde, dah man dem Zwanzigjährigen das Organistenamt cm tor Thomaskirche übertragen hatte (1918). Alles war begierig, diesen jungen Künstler zu hören, und gär mancher hat sein Vorurteil der Jugend gegenüber ändern müssen, denn es war verwundernd, mit welcher Reife der junge Meister die technisch und geistig schwierigsten Werke erfaßte. Meist war tor Organistennachwuchs fast nur historisch geschult worden, durch das Studium der alten Meister. Es soll auch nicht verkannt werden, dah auch auf diesem Wege Gröhes geleistet worden ist. Hier aber wurde die Erkenntnis für das Werk tor Alten verliest und befruchtet durch das Werk Mar Regers: und so erschien manches, was man früher doktrinär behandelt hatte, mit gänzlich neuer Beleuchtung im Blickfelde des Musikers. Und so finden wir bei Günther Ramin die glückliche Verschmelzung von geheiligter Tradition und dem warmen musikalischen Pulsfchlag tor Gegenwart. So erstehen die Werke der Alten durch Günther I Ramin in neuer Frische und Wärme. Stets hält er | sich frei vom persönlich Manierierten und Bizarren; rein sachlich orientiert, mit denkbar feinstem Rach- empfinton läßt er alles in ursprünglicher Kraft und Lcbenswahrhett vor uns erstehen. Ob Johann Sebastian Bach oder Max Reger,.alles erklingt mit der ihm zukommenden Rote. Alles, was er spielt, wirkt so klar und selbstverständlich, als müßte es so sein, da werden die großen Zusammenhänge bei Reger aufgedeckt, und man begreift bei feinem Spiel so recht Regers Aeußerung: „Meine Orgel- lachen sind schwer, es gehört ein über die Technik souverän herrschender geistvoller Spieler dazu. Man macht mir oft den Borwurf, daß die Sachen fo schwer sind, dah ich absichtlid) so schwer schreibe, gegen diesen letzten Vorwurf habe ich nur die eine Antwort, dah feine Rote zuviel darin steht." (An Gustav Beckmann, 31. Januar 1900.) An ton Anfang der „Geistl chen Abendmusik" hatte Ramin Johann Sebastian Bachs „Präludium und Tripelsuge in Es-Dur" gestellt unter reichlicher Ausnutzung der Rohrwerke gab er dem Präludium ein prunkvolles, barockes Gepräge m.t seinen Schattierungen der Zwischensätze: die fünfftimm ge Tri- pclfuge entstand in überraschender Kiarhctt und gipfelte in dem grandiosen Aufbau tor Schlußdurch- ftihrung. Don ganz anderer Seite ließ er Bachs Welt in der oierfätzigen Pastorale erscheinen, jedem einzelnen Abschnitt durch die Klangfarben und durch die Phrasierung einen besonderen Charakter verleihend. Der zweite, Max Reger gewidmete Teil der Vor- tragssolge wurde durch zwei Choraloorspiele eingeführt, vollendete Me.sterstücke kontrapunktlscher Kleinarbeit. Den Höhepunkt bildete der Schluß mit der Phantasie und Fuge über den Choral: „Wie schön leuchtet der Morgenstern" Hatten wir ge- lcgentlich der Regerfeier vor Jahren schon einige der großen Choralfantasten des Meisters kennenge- lernt in der Darstellung durch Adolf Wieder (Halle), fo wurde dieses Werk eine reine Offenbarung Regerschen Geistes, die in dieser Vollendung des Vortrags wohl kaum ihresgleichen findet. Hier konnte man ermeßen, was Max Reger mit feiner Aeußerung meinte: „Die Protestanten wißen gar nicht, welch musikalischen Schatz sie an ihren Chorälen haben". Es waren Augenblicke erhabenster Weihe, wie der Choral als cantus firmus zunächst im sonoren Bahreg.ster, bann mit vollen Klängen von der Oberstimme getragen durch den Kirchen- raum wogte. Inmitten der Jnstrumentalklänge kam die menschliche Stimme zum Wort. Charlotte Ramin sang nut starker deklamatorischer Kraft Johann Sebastian Bachs Altarie aus dem We.hnachtsoratorium „Bereite dich, Zion". Besonders in dem Rezftativ kam die Fülle ihres Organs zu vollster Klangentfaltung. Töne inniger Versenkung fand sie für Regers ,Zch sehe dich in tausend Bildern" und in Frische gestaltete sie des Me.sters „Morgengesang" Für diese musikalische Weihnachtsfeier werden dem Konzeriverein alle Hörer von Herzen dankbar fein. Dr. H. Sie Gegenstellung des Mrs im Dezember. Don Professor Or. Küstermann. Wer auch nur ab und zu einmal in ein sternkund- liu.es Buch hineinfieht, stoßt bald auf das geheimnis- voll klingende Wort „Opposition der Wandelsterne". Mit Opposition im politi|d)en Sinne hat diese astronomische Opposition nichts zu tun; denn die Mutter Sonne beherrscht ihre West so unumschränkt, daß kein Wandelstern es wagen könnte, in Gegensatz zu ihr zu treten. Es handelt sich also nicht um einen gefährlichen Gegensatz, sondern nur um eine harmlose Gegenstellung tor Wandelsterne zur Sonne, daß aber diese in tor Tat eine besondere Hervorhebungoer- bient, das wird gerade bei der Beobachtung tosMars deutlich. Kein anderer Stern tos Himmels zeigt einen fo starken Wechsel seines Lichtes wie dieser, und die größte Helligkeit tritt immer bann ein, wenn er in der „Gegenstellung" zur Sonne steht, das heißt wenn er abends bei Sonnenuntergang ausgeht und morgens bei Sonnenaufgang untergeht. Er bietet dann also auch noch den Vorteil, die ganze Rocht sichtbar zu sein und um Mitternacht seinen höchsten Stand zu haben. Für die alte Sternkunde kam als weiterer Vorteil hinzu, dah die Berechnung tor Stellung des Wandelsterns zur Zett dieser Gegen- stellung verhältnismäßig einfach war; dieser Grund fällt für uns freilich weg, da wir den Stand der Sterne zu jedem beliebigen Zeitpunkt ebenso genau angeben können. Ein Bild wird die Bedeutung tor Gegenstellung klarer machen! Rehmen wir an, zwei Reiter oder zwei Rennfahrer bewegen stch auf kreisförmigen Bahnen, die denselben Mittelpunkt haben, mit verschiedener Geschwindigkeit, und zwar sei die des inneren Reiters größer. Da nun auch außerdem feine Bahn kürzer ist, fo wird er den außen umlaufenden fortwährend überrunden. Es ist klar, daß es diese Augenblicke der Ueberrunbung sind, in denen sich die beiden Renner am nächsten kommen: denn hier beträgt ihre Entfernung nur den Unterschied der Bahnhalbmesser, während sie sonst immer größer ift Run ift der innere, schnellere Renner die Erde» der äußere, langsamere, der betrachtete Wandelstern, und Im gemeinsamen M.ttelpunkt ihrer Bahnen steht die Sonne. Dann wirb natürlich gerade zur Zeit der Ueberrunbung die Entfernung am kleinsten fein, der Stern erstrahlt infolgedessen am hellsten, und Gegenstellung haben wir, weil vom Standpunkt des inneren Renners aus der äußere Renner und der Bahn- mittelpunkt einander gerade gegenüberliegen. Wenn die Renner mit dauernd gleicher Geschwindigkeit umlaufen, so wiederholen sich auch diese Ueberrundungen in gleichen Zeitabständen, und ebenso wandert auch der Ueberrundungspunkt ständig weiter. Tatsächlich finden denn nun auch die ©egen» ftettungen tos Mars etwa alle zwei Jahre und zwei Monate statt. Die letzten waren im August 1924 und im Oktober 1926. Die diesjährige Gegenstellung ist nun dadurch ausgezeichnet, daß sie gerade am 21. Dezember, also zur Zeit des kürzesten Tages, stattfindet. Der Mars steht alsdann fast genau an der Stelle, wo die Sonne zur Zeit des längsten Tages, also zum Sommerbeginn steht, auf der Grenze der Sternbilder Stier und Zwillinge an tor äußersten Spitze der Keule des Orion. Nun sind freilich die Umlaufbahnen der Wandelsterne nicht genau kreisförmig; infolgedessen ist die Entfernung der Wandelsterne von der Erde nicht bei allen ©egenfteCungen gleich groß. Der Unterschied wird dadurck) verstärkt, daß beide Bahnen, die der Erde und noch m-hr die des Mars, von der Kreis- form abweichen. Am nächsten kamen sich die Erde und der Mars bei dessen Gegenstellung im August 1924 Schon größer war die Entfernung im Jahre 1926. und diesmal ist sie noch weiter angewachsen. Der Gesichtswinkel, unter der die Scheibe des Mars erscheint, ist daher diesmal nur 16 Bogensekunden groß, gegen 25 im Jahre 1924 Ihre Helligkeit ist entsprechend geringer, wird jedoch auch diesmal noch bedeutend genug fein, um eine auffallende und der Beobachtung im höchsten Grade würdige Himmels- erscheinung abzugeben. hmgSneigung grTe^b und vrrschi:d2nttich Wollte men am Faröemrt-ien und »boAbJma.-t c die anfänglich |o statt vermißten 3nter&en'.bndfäute beooachtcn. Am Slellromattt, an dem die an- sängllchrn Kursverluste großenteils Li der auf- geholt werden konnten, soll sich betetts Wieder einiges Au.lindi: eresse bemerkbar gemach' haben, doch dürfte es sich hier nur um kl-rrere Kaufe gehandelt haben, wie überc orker Börse eing:tretenen, allerdings von Vi:l n Seiten prophez.i en Baisse, deren Einwirkungen auf die deutschen Märkte zunächst noch nicht abzusehen war. 3n manchen Kreisen erhielt sich jedoch dir schon in dem Bericht der Vorwoche erwähn e Hofinung, daß die Abwendung der interna . Iona len Spekula Ion vom amerikanischen Markte infolge der augenb.icklich dort bestehenden Unsicherheit zu eitet lebhafteren Beteiligung am deu.schon Börsengeschäft führen werde. Beunruhigende Momente waren noch das weiter beso.gniserregrnd: De l den des Königs von England und die zur Zurückhaltung mahnende außenpolitischs Si uation, wie sie in der Ungewißheit über die Repara lonsneuregelung und den wahrscheinlichen Verlauf der Dölker- bundstagung in Lugano zum Ausdruck kam. 3n der zwei en Wockenhälfle konnte sich die gewisse Er' clung durchsetzen. Rach den teilte:lfe beträchtlichen Abgaben der Spekulation machte sich Dek- füttern viele Leute die Vögel ohne richtiges Te.ständnis, und indem sie toobltun wollen, verschulde.i sie unbewußt den Tod diefer Hunge.n.en. Es ist vielfach Sitte. Brotkrumen und Kar.vsi'eln xu ft reuen: diese bekommen aber den meisten Vögs.'chen schlecht -md verursachen oft Krank- teilen und b?n Tod. Es eignen sich: Für Meisen, kleinere Spechte und Finken: öcnnenbiumcnfeme, Gurten- oder KürbiLkerre, Hanf, Rußkerne, ungesalzener Speck, Tasg, gck.chtes. nur ganz schwach gesalzenes frisches Fleisch. Alle diese Kerne sind, mit Talg zusammengeschmolzen. in den „Suiterringen" ent» hal.en, welche zu billigem Preise bezogen werden IJnre.i. Für Lerchen, Ammern, sinken und Zeisige: Heusamen, Dreschabfa.le, Garten- sarnenab älle, Mohnsamen, Hanfsamen. Für Sperlinge: Heuanen, Haferabfall, geringes Getreide, allerlei Samenabiälle: auch Brot und Kartoffeln. Für Amseln, Drosseln und Stare: Weißdornfrüchte, Schnee- und Vogelbeeren, ge- getrocknete Holunder» und Heidelbeeren, Trauoen von teUbem Wein, Hagebutten^ zerschnittene Aepsel und Birnen, gelachtes ungesalzenes Fleisch (P e:befleisch). Für Zaunkönige: K feine Mehlwürmer mit eingedrückten Köpfen, Ameisen puppen und damit ve-mischt etwas Mohnsamen. Für Elstern, Raben, Dohlen, Eichelhäher ufto.: A:i aöfetts gelegenen Stellen Ka- taaer von Füchsen, Dachsen, Mardern, Ottern u. dgl., sowie ungenießbar gewordene, aber un- gesa ze?: Abfälle vom Schlachten. Für keine Vöael schütze man die Futterplätze mit DornengestruPP, ta.nit ihnen die Tauben nicht das Futter wegsresfen, und damit sie gegen die Rachstellungen seite-s der Raubvögel und dec Katzen geschützt sind. trieb der vergangenen Woche waren 54 Rinder, 290 Kälber und 153 Scha.e mehr angetr^en, während 67 Schweine weniger zum Verkauf ^SezabU wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen 153 bis 57 Wn 48 bU 52, 1 42 bis 47; Bullend 43 bis 51, 6 42 btS 47; ÄüfeA 42 bis 46, B 35 bU 41, C 30 bts 34. v 22 bis 28; gärfenA 54 bis 57, B 43 bis 53. C 42 bis 47; Kälber B 70 bis 75, L 65 bis 69, D 58 bis 64; Schafe A I 45 bis 50, B 40 bts 44, C 30 bis 39; Schweine 8 73 bis 76, C 74 bts 77, D 74 bi« 78 Mk. 3m Vergleich zu den Rotte- nmgen der v:rgangenen Woche blieben Rinder gut behauptet, Kälber zogen bis 3 Mk. an. Sck a e teuren bagegen bt- zu 1 Mk. und Schweme eben.alls bis zu 1 Mk. billiger. » - Preußische Zeniral-Boden- Kredit» A.-G. Berlin. 3n der ge,l .i^ea Si-ang d-etz Dertea.tungörates wurde mitgetttit, daß die bisherigen Ergebnis e des wahres 1923 voraussichtlich die Verteilung einer Dividende von 10 Proz. (L V. 9 Proz.) 6rs en lassen werden. Zur Zett werden bei der Firma rund 1200 Ar- better beschäf.lgt. Der Regierungspräsident hat darauf genehmigt, daß zunächst 353 Arüei er zur Entlassung kommen, während die übrigen 650 Arbeiter erst nach Ablauf drr g:frtzllchen Sperrfrist von vier Wochen zur En lassung kommen sollen. In der gestrigen Magtstratssitzrmg der Stadt Stettin wurde beschlossen, eine Kommisston einzusehen, die über Maßnahmen zur Stützung der Stöwer-Werke brra'en soll. • Zusammenschluhbewegung in der Solinger Industrie. In eiter Mitgliederversammlung der Vereinigung der Haar- schneidmxnschi.tenfabritanten wurde die Dlldung einer Preiskouven i:n beschlossen. Mit den außenstehenden Firmen wird wegen des D.i ri'sts zu der Konvention, di»r man angesichts der Unmöglichkeit. un'er den Heu Igen Verhältnissen zu dem ursprünglich geplanten festeren Zusammenschluß zu kommen, gewählt hat. verhandelt. Drei außerhalb der Vereinigung stehende Firmen haben ihren Beitritt bereits vollzogen. Fran.,urter Börse. Frankfurt a.M., 15. Dez. Tendenz zurückhal. tend. Zum Wochenschluß machte sich wieder eine große Zurückhaltung bemerkbar. Die Kxirs- geftaltung war gegenüber der gestrigen Abendbörse nicht einhettlich. da verschiedentlich Abgaben und au der anderen Seite kleine Deckungen vorgenommen wurden. Die pestim'.stische Beurtellung der Lage in Lugano verstimmte unb hatte eine größere Zurück- hallung der Spekulation zur Folge. Das heraus- kommende Material fand ohne Schwierigkeiten Aufnahme. Die Veränderungen gingen kaum über 1 v. f). hinaus. Die Tendenz neigte eher zur Schwäche. Die Erholung der gestrigen Börse mochte sich dagegen günstig bemerkbar. Das Geschäft bewegte sich aber in den eng Ken Grenzen. Angeboten und vernachlässigt lagen am Elektromarkte AEG. unb Gesfürel mit je minus 0,5 v. ch. Dis 1,5 v. H. schwä- cher lagey^Siemens. Für Schuckert bestand dagegen einige Nachfrage. Farben waren knapo behauptet. Scheldeanstalt knapp gehalten. Bankwerte lagen bis 1,25 v. S). schwächer. Montanwerte still. Am Automarkt machte sich für Stieger bei etwas höherem Kurse einiges Interesse geltend. Daimler bis 1 o. ch. niedriger. Montecati .iwerte behauptet. Der Abbruch der Verhandlungen zwischen Hapag und Nordlloyd ührte zu größerem Angebot der Prämienware und hatte abbröckelnde Kurse zur Folge. Die an der gestrigen Abendbörse stark gesuchten Victor Talling waren eher angeboten. Deutsche und ausländische Renten o^rnachlafsigt und etwas schwacher. Nach den ersten Kursen wurde es auf Abgaben der Kulisse überwiegend schwächer. Das Fehlen von Orders machte ich ungünstig bemerkbar, so daß das Geschäft fast vollkommen zum Stillstand kam. Schuckert verloren 2 v. Sy, I.-G.-Farben 1,5 v. Sy und Schiffahrtswerte weitere 1,5 v. Sy Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 bis 8 o. Sy unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1952, gegen Pfund 20,354, gegen Paris 124,15, London gegen Kabel 4,8515, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 29,86, gegen Holland 12,0780. Berliner Börse. Berlin, 15. Dez. DieetwashöherenTax> kurf e des Vormittagsoerkehrs, die ihren Grund in einer kleinen Erleichterung am internationalen Geldmarkt hatten, konnten sich trotz des äußerst geringen Geschäftes auch zu Beginn der Börse meist behaupten. Einige Spezialbeweaungen boten eine Anregung. Dessauer Gas, Leonhard Tietz und Akkumulatoren hatten, ebenso wie die führenden Elektrowerte, 2- bis 3-o. H. Kursbesferungen aufzuweisen. Julius Berger notierten 7,75 v. Sy höher und Polyphon, ür die die Festigkeit der Grammophonwerte auf den Internationalen Märkten anregte (auf die Fusionsabsichten Radio-Corporation Victor Talking) gewannen 6 v. H. Sonst hielten sich die Veränderungen in engen Grenzen, und die Kurse pendelten sozusagen auf Zufallsorders hin und her. Deutsche Anleihen ruyig. Ausländer meist wenig verändert. Ana- tolier etwas schwächer. Der Psandbrüfmarkt war uneinheitlich, bei geringem Geschäft meist gehecktem Geld war auch heute immer noch etwas gefragt Tagesgeld 6 bis 8 o. Sy, Monatsacld 9 bis 9,5 v. Sy, Warenwechsel etwa 7 n. Sy Auf diese anhaltende Anspannung wirkte sicherlich auch mit, daß heute die letzte Nate in Höhe von 30 d. Sy auf die große Farbenbondsemission von 250 Millionen fällig ist Der Verlauf hatte weiter ein st i ll e s Geschäft Auf den Abbruch der Verhandlungen Hapag-Lloyd hatten Schiffahrtswerte stärkeres Angebot und waren bis 2 v. H. gedrückt. Auf die Gerüchte, daß die Man- nesmann-Werke einem englischen Röhrensyndikat bei getreten seien, setzte sich an diesem Markte eine Erhöhung von 2,5 v. Sy durch, was auch die übrigen Montanwerte gürftig deeirfl-ßte. Julius Berger gewannen weitere 2 v.H. Auch Conti Kautschuk und die Elektrowerte blieben sehr gesucht Vermischtes. Enollsche rNlllionen-Gründung für de« Bllb-Runbfunt Rachdom kürzlich in England über den Großsender Daventry die Besuche mit einem Bild- Rundfunk des Systems nach Kapitän Otto Fusion abgeschlossen worden sind, wurde jetzt zur Durchführung des Bild-Rundfunks die Wi- releh Pictures Ltd. in London mit einem Kapital tal von 425 000 Pfund (8.5 Mill. Mk.) gegründet Der Grund für die Gründung der Gesellschaft, die mit einem derart hohen Kapital als außerordentlich fest fundiert bezeichnet werden kann, bildet die Vereinbarung, dir zwischen der Drttifh Broadcasting Co. und dem Ersinder, wonach die Großstatlon Daventry im Anschluß an das regelmäßige Rundfunkprogrmnm aktuelle Bilder und Zeichnungen nach dem Fultograph- Ehstem überträgt, getroffen wurde. Aufgabe der Wireleh Pictures Ltd. ist nicht nur die Fabrikation und der Vertrieb drr Dildfunk- empfanger, sondern sie soll auch dm Anschluß an die übrigen Sender zur Durchführung der Dildübertragung schaffen. Dem Vorstand der Gesellschaft gehören außer Kapitän Fulton hervorragende Persönlichkeiten der wirtschaftlichen und funktechnischen Kreise Englands an. Durch diese Gründung wird der internationalen Dild- funkbewcgung ein neu:r Impuls zuteil, nachdem sich bereits anläßlich der großen Drrliner Funk- ausstellung der Weltrundfunkverein auf seiner Tagung in Berlin mit dem Problem der Rov- mung des Bildfunks Intensiv beschästlgt hat. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloffen Anzeigenoufiräge sind lediglich an Ne Geschäftsstelle zu richten Für unverlangl eingefanbte Manufkrlpke ohne belgesügle» Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Reichsbankdiskont 7 Prozent. LombardälnSsuß 8 Prozent K7F Deoijenmarkl Lettin—Frank' 'rl a M Telegraphische Auszahlung. 96.5 2,25 25.8 SS,8 1.575 11.8 19.4 138.i 139.75 136,2. 292 63.2» -b4 172 172 188.5 188,6 6 104.75 104,75 105,6 U die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Die dinier den 6 10 12.2 11.9 11.6 19.65 139.5 316.75 io 1<> IV 11 IV l" 10 10 e 8 18 174.2 lu7.2 1-8,5 28.9 .»3.7. 4M).o liü.L 4% Lchweiz «undeftv -SUU.. . 4% Ctdrnclt^ildw iSolötte.. . 4,VO% Dfftta LUlxnie. . . 4% Crftearidi einbclti Ste. . 4% Ungonldif (Moibne 4% Unganictf (EiaatM. v. 1910 bk»g> Bon 1913 . . 4% Ungoriidie »Tonenttt.. . 4% kürt HoUonlnhl 6 ieiJ 4% lürHId» Basbabdahil-Aiü.. 6rrif I 4% vesgl Srrtf 11 ... 4% Sumdntti conoett. Ste. . . Sutnänrn ÄolDonl m 1813 U b SM, Deunax Slten'^tzo fcambutfl.'ilnynlo Sätet Aomb -Lüdom DamoNch. fcanlo $amplfluB-l fi'TS ! 'Uhr. Sch ulj- fl -r* Üiniong Sur« Tn turnt 14 12. 15 13. 14. 12. 15 12. 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Z79 502.ö 194,25 182,76 151 269 156.u 228 25 - -65 «28 181.5 82.6 136.2a 120 134-in 124 töä 132.75 11125 111 H5 88.r. :77.1 138 2j Ui,9 278.25 uU5 BVutpp vuijinann . . Heidelberger Ecmenl. Cement Äartfifltit . . Laub 4 itreitag . . SditUttatt Pa»«ndoia LNwerke ... Brr. Blanzsiosi . . . Bem berg ..... ZrilNoli Valdboi . . ZeUNoss Aschakkenbura Lharlottenburger Wage Dessauer @a» . . taimler Motoren . . Demag - . • Sdlerwerie Diener . • VuDto. Loewe ... Nai. Automobil . . » CrenflHtt 4 ÄotiPd • Leonbarv Dlrtz . • Bamag'Meauin . • Cronks Malchine» . . «riyner . . • HevUarnkiaedl . • « Zungt-anS . • • • Lechwerie . • • • 4R(rtntrüftw
«msi^Nott Buen.-Birer 168,31 1,763 J8.Z65 168,65 1.76? 5S..85 IGH.iti । 1.762 »8.2? 168.67 1.768 5V..S 111,77 Hl.b'J 111.74 111.96 AoDcnbnocn 111.87 H2.19 111.88 112.10 11-.-8 Stöckbolw 112,07 112,20 112..6 ÄelfinarotS- 10.al lU.ai lu,.543 lU.o'Z <1.95 41.99 41.945 21.'.85 2c, —ti 30.573 4U..»i>3 3u, .5 "Jceunorf . - 1.1910 1.1990 1.1910 4,1990 ‘Paris » - l >.u75 16.415 lo.o? lu.43 Schweiz . - 41.72 ,0.86 70.735 -ü.8'J.-> Sva 11.00 »9.12 >o,OI5 »9.135 Prag 12,422 '2.412 12,419 12.4.9 7.387 Belt rav 7.u<ü i,»«4 <3,20 <.»74 Dur>ao?0 • o.ub 13, "5 73.19 Bul arten ,026 ,0.2 .026 -.0 2 t'iflabon 18.20 18.24 18.18 18.22 TanUa ,1.27 ■1.43 ,1.30 6|,46 Onnh nttn 4.06. ..665 4.065 3.(69 Al tun 5.425 5. tu »,43a 1,183 5.4-9 Lanada 4.182 4.190 1.191 Ilm Cwö . 1.27» 4,281 4.-286 1.24« ■ - -0.855 40.89» | 41,86 40.90 Berlin. 14 Dezember neio Bne «m.-nkantiche Oion» ..... 17TR TTHS Belgilche Noten ....... »8.13 58.37 Dänische Noten . . ..... 111,65 112,09 Eugltsche Noten........ 40.30 Jlte« Nachdruck oertoftn Ohne Gewähr 14. Dezember 1928 1. Zlebvngstag 356744 341637 345010 340789 41124 bis 11 121487 115994 113128 135072 244 ®«totnne zv 10307 82123 69865 80828 67712 88518 91490 93312 100404 Dra LLL in einer Fülle künstlerischer Clusführungen und Geschmacksrichtungen Birken-Haorwasaer Preis: 2.20 u 37 3. XiLtcö Xltr. 1Q5°. ■n Kür den Weihnachtsbedar? 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JM» rr. Prrvbiscd-Sttt>deulsche (256. Preutz) Älaficn-eotterie W* 1" Prozent Rabatt! *W KAMI Sommeilüiü. LleWM. Rundfunkprogramm M Frankfurter Sender«. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, IS. Dezember. dayfMnsTQ ■für den ($aben fisch ct a-vr. In der Nachmittags,iehung wurden Gewinne über 120 M. gezogen in LS *»',8 irz.ö W.l3t 8.16 V4.4W 71.« Straßen-, Tanz- u. Gesellschafts- Schuhe, Zagd-, Touren- und Eki- Stiefel, Zungdeutschland-Stiefel Marke Riecker Gummischuhe, Filz- und Aamelhaarschuhe zu den billigsten Preisen Avs lebe gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer lu den beiden Abteilungen I und 11 ___________ Rundfunk, r den ©roß* einem Aid- n O.lo Jul* cde |?6t zur 8 die Dimm Kapital gegrünbet Ses.Äschaft, ali außer* erden kann, brc , wonach die m bi» reael« lieDilder Fultograph- tirbz. 2luf« ist nicht nur drr Aildfunk- , Anschluß Durchführung Lvrsiand ba i Fulton her* virtfchaMchen ds an. Durch ionalen Aild* M nachdem crfiner i auf feiner •m der 2ov* isiigt hat. Preise der Kassetten: R.H V. t«>. V». 2--. 2.». 3/-. 0 V öS-® itt^ IIS.O iu.» ID-"*? i>F i.n8 uW JM*. u.’-! iä ij.i -.81 |8.P »1-2 i-H !'ä jo.s° 332447 ~------ ---- ------ 262 ®u 240 M 616 967 2514 2648 61M 7178 9504 10068 11058 16797 18186 18561 22614 23279 32567 36788 37340 38500 39280 39344 4 m 24 44979 46358 48342 49321 49675 52852 55556 66614 61307 61840 61948 62007 65920 ----- 74712. 76374 „77906,^78837a 79581 ,85970 22346 22423 24559 26227 28254 31168 ” 36692 48901 59866 61281 61405 -------------- ----- 0507g 3n der Bormittagsziedung wurden Gewinne über 120 M. gezogen 2 ®«phme |u 60000 W 206746 2 ®«rtnne in 2000 TL 60825 3 «TcttHnn» en 800 Al 61768 143694 143922 1b'r9«ltri. L^toaren ^>ten LAten er? ^er= SS 7r,3®trk ??ld mit lrf nannte “J 20,354 gegen toeAemOmmflT. Bvrkrag von Walter Mm«), Hanau, stellvertretender Syndikus. 19.45 bis 20.15: Stunde deS Frankfurter Bunde« für Bolls- btldung: »Zum 75. Geburtstag von Isolde Kurz", Dortrag von Lilli v. Baumgarten. 20.15: Don Stuttgart: „Die Insel Tulipotan-. Operette von Jacques Ossenbach. Anschließend: Don Stuttgart: Klein-Kunst-Abend. Darauf: TanzmusiL 362456 392911 80 »ftninnt eu 400 TL 19167 34002 38014 50287 ----- 79377 106202 113872 126797 134136 149183 ---- ------ ------ ------ 216620 268053 16 Sevim., p, 500 M. 7841 67982 116949 118373 151949 244632 237748 314562 106 Sevwn' »□ 400 on. 1008 3625 37750 47770 - 72013 79588 84702 87208 92334 97259 ------ ------ 114953 119207 127802 4 OetDinnt |u 3000 W. 2089 392578 2 ®ewtnn* iu 2000 9IL 300187 6 Gewinn, e» 1000 TL 3185 128742 315858 22 ®<»tnn, *u 800 TI. 73914 133075 137297 149593 162708 178163 216326 220805 266589 281'93 354660 22 Gewinn« >u 600 M. 23557 1 03639 177105 239341 268939 296139 326805 354330 Tplelplan der 8rran!furter -Heater. Opernhaus. Sonntag. 16. De-., von 15 bis 17,30 Tlhr: Lrilltrall und fein« Brüder, von 19.30 bis gegen 22,30 Uhr: Cosi fan tutte. Montag, 1c, von 20 bis gegen 22 Uhr: Die toten Äugen. Dienstag, 18., von 19,30 bis nach 22.30 Uhr: FigarvS Hochzeit. Mittwoch. 19.. von 20 bi- 22.45 Uhr: Cavalleria rusticana: hieraus Drr Bajazzo. Donnerstag. 20., von 22 bis 22,45 Uhr. Der fliegende Holländer. Freitag, 21.: Keine Vorstellung. SamStag, 22., von 19,30 bis 22 Uhr: Martha. Sonntag, 23., von 15 bi« 17.30 Uhr: Drilltrall und seine Brüder: von 19,30 bis 22.30 Uhr: Der Zigeunerbaron. — Schauspielhaus Sonntag, 16. Dez., von 15 bi« 18 Uhr: Reidhardt von Gneisenau (Schülervor- stellung, kein Kartenverkauf), von 20 bis nach 22 U^: Schwengel. Montag, 17., von 20 bis nach 22 llbr: DantonS Tod. DienStag, 18., von 20 bis nach 22 Uhr: Schwengel. Mittwoch. 19., von 20 bis gegen 22 Uhr Krankheit der Jugend. Donner-tag. 20., von 20 bis gegen 22,30 Uhr: Der brave Soldat Schwejl. Freitag, 21., von 20 von gegen 22 Uhr: Krankheit der Jugend. Sams- tag, 22.. von 20 bis nach 22 Uhr: Schwengel. Sonntag. 23., von 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der brave Soldat Schwcjk. Montag. 24.: Opernhaus und Schauspielhaus geschlossen. IIJ37D__ Derbandes für DolkSbildung: ^GemeinschaftSer- lebnis im gesprochenen Wort", Dortrag mit an- schließenden Dorlesungen von Gerdi von Bre- men-Hirschheydt. Frankfurt. 19.30 bis 20.00: 1. Moderne amerikanische Dichtungen. 2. Berühmte Frauen-Charaktere von Shakespeare. 20 bis 21.15: Don der MarkuS-Kirche in Stuttgart: Weihnachtsmusik. 21.15 (Dach Stut:gart): .Fra Diavolo", Komische Oper in drei Sitten von Au- ber. Anschließend: Sportnachrichten. Darauf bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 17. Dezember. 6.30: Morgengymnastik. 12.30 biS 13.30: Schall- Platten-Konzert: Buntes Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 16.35 bis 18.05 (Dach Stuttgart): Konzert des Rundfunkorchesters: Operettenmusik. 19.15 bis 19.30: Englisch« Literaturproben. 19.30 biS 20.00: Englischer Sprachunterricht. 20.15: Don Stuttgart: .Zuleima", Oper in einem Akt von Heinrich Bien stock. Anschließend: Finnischer Abend. Dienstag. IS. Dezember. 6.30: Morgengymnastik. 13.30 bis 14.30: Wit- tagSkonzert deS Rundfunkorchesters. 15.05 bi« 15.35: Stunde der Jugend. 16.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bU 19.00: Don Laubsäge- W erkzeugk asten. Vorlagen in großer Auswahl Edgar Borrmann, Gießen Liaenwaren. Ha»*- uad KAchengerÄle. 1 265113 274970 306016 324455 327933 327948 ------ ------ 389217 1 ’Btuni) in yn Qeü): r|* gingen “mulalortn rooertt, j, eiJ- Julius Polyphon, "eons dm k Fusionz. Ifing) ge. höerungen "en |oju. utldje An- birt. Ana- WU war \\ Wwx 305 «H m 95 o.5)v holiendt An- i& beule die f die grobe n fällig Ist. Tesäiiift. Yapag-Lloyd t und waren oh die Man. 'fyndikal bei. rfte eine Er- die übrigen s Berger ge< fchllk uni die 8.30 bis 9.30: Katholische Morgenfeier. 11.30: Stunde der Jugendbewegung: .Dom Jugendbühnenspiel in der Weihnachtszeit", Dortrag von L. Rössings. 11.30 bis 12.00: Elternstunde. .Die Rechtsstellung deS Kindes", Dortrag von Obergerichtsrat Dr. Rumps, Joppot bei Danzig. 12.00: Einweihung deS Ce..rbaloS de« Frankfurter Rundfunks. 14.30 bis 15.30: Sin Tag auf der Wegscheide. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 1630 bis 17.30: Konzert des Rundfunkorchesters: Beethoven (geb. 16. Dezember 1770). 17.30 bis 18.30: Stunde deS Lande«. 18.30 bis 19.30: Stunde des Rhein-Mainischen Kassel: Stunde Kassel: .Die LehrauSflüge anftalt für praktische Landwirte in Wvlfsam- mer“, Donrag von Dir. Dr. Grauer. 19.00 bis 19.30: Funkhochschule: .Sport im Sntwicklungs- alter", Dortrag von Stadtarzt Dr. Lade, Hanau. 19.30 biS 20.00: Schachswnde. 20 bis 21.00: Don Kassel: .Glück auf!" Erster Teil: Wirklich- feit. Tiebertragung aus dem Bergwerk .Zeche Roter Stollen". 21.00: Don einem Privathaus in Eschersheim: Werke für zwei Klaviere. Anschließend: Schallplatlen-Konzert: Bunter Abend. Mittwoch, 19. Dezember. 6.30: Morgengymnastik. 12.45 bis 13.15: Schulfunk. 13.15 bi« 14.15: Schallplatten-Konzert: Au- Werken von Bach, Mozart, Beethoven. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 16.35 bis 18.05 (Rach Stuttgart): Konzert des Rundfunkorchesters: E. M v. Weber. 18.10 bl« 18.30: Bücherstunde. 18.30 biS 18.45: Don Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für Mutter und Kind. Dortrag von Mathilde Meißel. 18.45 bis 19.15: Stenographischer Fortbildungskurs für Anfänger und Fortgeschrittene lDiktat von 60 Silben auswärts). 19.15 bis 19.30: Senckenberg-Diertelstunde: .Mee- reSsäugetiere U*4, Dortrag von Dr. R. Merten«. 19 30 bis 19.45: Französische Literaturproben. 19 45 bis 20.15: Französischer Sprachunterricht. 20.15 bi« 21.15: Don Stuttgart: Militär-Musik. 21.15 bi« 22.15: Konzert deS Rundfunkorchesters: Alle Operetten. Donnerstag, 20. Dezember. 6.30: Morgengymnastik. 12.30 bis 13.30: Wit- tagskonzert des Rundfunkorchester«. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 16.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 I bis 18.30: Lesestund«. 18.30 bis 18.45: Don 1 Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. Dorlrag von Garteningenieur Karl Hinze. 13.45 biS 19.15: Don Kassel: .Die geschichtliche Entwicklung der .Herberge zur Heimat" und ihre Bedeutung". Dortrag von Martin Hagemann, Göttingen. 19.15 biS 19.45: »Wohl- sahrtseinrichtungen für Angestellte und Arbeiter in Fabriken", Dortrag von Stadtrat Dr. Linse. 20.15: .Der Snob", Komödie von Corl Sternheim. Anschließend: Don Kassel: .Glück auf l". Zweiter Teil: Dichtung und Musik aus dem Bergmannsleben. Freitag, 21. Dezember. 6.30: Morgengymnastik. 13.30 bi« 14.30: Schallplatten-Konzert: Buntes Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 15.35 bis 17.35: HauS- srauen-Rachmitlag. 17.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 13.30 bis 18.45: .Kinderturnen nach Raumann-Reurode". Dortrag von Eva von Heringen. 18.45 bis 19.15: Stunde deS Süd westdeutschen Radio-Clubs. 19.15 bis 19.45: -Der indische Glückphilosoph Krishna Wurti", Dor- trag von Marchesa Titelleschi. 19.45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.05 bis 20.15: Film-Wochenschau. 20.15: Don der Aula der Tlniversität: Weihnacht«» Konzert. Samstag, 22. Dezember. 6.30: Morgengymnastik. 12.45 bi« 13.15: Schulfunk. 13.15 bt« 14.15: Mittaaskonzert de« Rundfunkorchester«. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 16.35 bU 18.05: Rach Stuttgart: Konzert de« Rundfunkorchesters: Reue Tanzschlager. 18.10 bi« 18.30: Lesestunde. 18.30 bl« 18.45: Briefkasten. 18.45 bl« 19.15: Esperanto-Tlnterrichl. 19.15 bis 19.45: Dortragszyklus der Handwerkskammer — Rebenstelle Hanau: „Der Lehrling und die Ge- ?? Warum 77 Chrlstbaumstäiidßr Wett ich Gelo btnöti-ie. gebe iw bi« »um vlll IU l VD U IIIU IHIIIIU I 1. Januar anf Fleisch- und Waichdütten, Rodclichlitten. Handwagen Buntes Allerlei. Strafverfolgung gegen den franzSsifchen Senator klo^ 3m Senat gab Präsident D o u m e r bekannt, daß ein Antrag auf Strafverfolgung gegen einen Senator gestellt worden ist. Dieser 25ntrag wird, wie dies stets zu geschehen pflegt, einem besonderen Ausschuß zur Beratung überwiesen werden. Aach Havav han- beu es sich bei der Strafverfolgung um den Senator Klotz, den ehemaligen Finonzminister des Ka- bineUs C&menceau. Es wurde bereits berichtet, daß Klotz sich in e i n e N e r v e n a n st a l t begeben habe Er soll Scheck» ausgegeben haben, die ohne Deckung waren und daher von den de- treffenden Danken nicht ausgezahlt wurden. Nach dem „Temps" lautet die Anklage auch auf Fäl- ch u'n g- 3um ersten Male soll die Staatsanwalt, chaft von einem Industriellen auf die Verfehlungen ;e3 Senators Klotz aufmerksam gemacht worden ein. Klotz hatte diesem zwei Schecks als Zahlung ür ein Automobil im Betrage von 215 000 Franken überreicht, die aber ohne Deckuna waren. Zum anderen hatte sich der Gouverneur oer Bank von Frankreich an den Jinanzmimster gewandt mit dem Hinweis, daß Wechsel mit der gefälschten Unterschrift einer bekannten Pariser Firma versehen worden seien. Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Die schweren Stürme der letzten Wochen, die besonder» auch den Schissen auf See viel Unheil gebrach, haben, lenken die Ausmerksamkeit wieder auf da, gemeinnützige Wirken der Deutschen Gesell- fchast zur Rettung Schiffbrüchiger, deren Menschen- freundliche Aufgabe es ist, ten an bis deutsche Küste verschlagenen Schiffen Hilfe aus See- not zu bringen. Die Gesellschaft, die feit 1865 mehr al« 5000 Menschen da« Leben gerettet hat, körnte während der letzten Stürme wieder 29 Menschen, Deu sche wie Ausländer. dem sicheren Tode entreißen. Zur Un» terhal ung ihrer über die ganze deutsche Küste Verteil en Rettungsstationen, insbesondere zur Beschaffung starker, mit Mo oren versehener Rettungsboote bedarf die auf freiwillige Beitrüge au« unseren Dolkskreisen gestützte Gesellschaft reichlicherer Wittel, als sie in den letzten Jayren unter der Einwirkung der Kriegsnot ihr zugeslossen sind. Wir bringen deshalb die tatkräftige Unterstützung der segensreich wirkenden DÄellschaft unter dem Eindruck der letzten elementaren Ereignisse allen Menschenfreunden von neuem in Erinnerung. 933 000 Kraftwagen In Deul|'*1anb. Kraftfahrzeuge gibt es nach der neuesten Zählung vom 1. Juli im Deutschen Reich 933 312. Gegen da« Vorjahr haben sie um 209 377, oder 29 Prozent zugenommen, noch me^t al« au- letzt mit 152 042 oder 26.6 Prozent. Bei der Verteilung auf die einzelnen Gattungen hat sich die leichte Derfchiebung zuungunsten der Lastkraftwagen fortgesetzt. Am meisten zuaenommen mit 38,7 Prozent haben wieder die Zugmaschinen, dann die Personenkraftwagen mit 31.2 Prozent, die Kraftomnibusse um 30 Prozent, die Krafträder um 29,2 Prozent, die La st - wagen nur um 20.6 Prozent. Fast die Hälfte aller Lastwagen kommt auf die beiden untersten Größenttnssen biS zu 2000 Kilogramm. Zum ersten Wale wurde der Anteil de« Auslandes bei der Herstellung ermittelt. Don den Krafträdern stammen auS dem Ausland 11 Pro- Aent, von den Personenwagen 19,8 Prozent, von den Lastwagen 18,4 Prozent, von den Zugmaschinen 23,7 Prozent. D Auktionator Ludwig Metz ist beauftragt, Montag, 17. Dezember 1928, im Löwen, Neuenweg 28, ab nachm. 2 Uhr, von der Konkursmasse der Tabakgrobhandlung der Firma H. Kiaholz, folgendes zu versteigern: Zigarren, Zigarillos, Zigaretten, Krüll-, Fein- u. Grobschnitt u. Pfeifen Versteigerung bestimmt Der Konkursverwalter _____________ 110320 UWfc Grobe Konkursversteiternig Die größte Auswahl in Spielwaren und zu billigsten Preisen im Spielwarenhaus Moritz Gregor! Kreuzplatz 14, Fernsprecher 78g ist sicher dabei: Billige praktische Weihnacht» Geschenke? Kleid reine Wolle z gA gut gearbeitet........U.uU Kleid primaVeloutlne nr nn neueste Fassons.....Zu.VU Strick-Woll-Kleid dem Fed grrn gedettrt. Mt mQ.M-n u niete ld>«ut«niici en»cbcot können Sie Ihre Weihnachts-Einkäufe bei uns vornehmen. — Sie brauchen von Schuhen nichts zu verstehen, denn wir fuhren keine minderwertigen Qualitäten. Unser Prinzip seit fast 40jähr. Bestehen — auch zu billigsten Preisen nur Qualitäten zu liefern — führt uns täglich neue Kunden zu. Mäusburg 12 GIESSEN Gegründ.1889 Ausgabe von Gratis-Losen! Sonntag ist das Geschäft von 12 bis 6 Uhr geöffnet Achtung! Allererste Gelegenheit zum Bin- Gaul spottbilliger Welhnachlsbe- schenke non hohem Wert! BnwiflemiM letzte ßroüe Versteilenif am Montag, den 17. Dezember, von 10 Uhr vormittags ab Im ehemaligen Fabrikgebäude der Firma Flössen Ecke Kaiserallee und Molt- kestraße (Hintergebäude). Ich versteigere bezw. verkaufe freihändig zu jedem Preis aus den Restbeständen einer keramischen Werkstätte eine große Partie Kunstgegenstände aller Art. u. a.: Figuren, Vasen, Dosen, Bowlen, Leo [hier, Aschenbecher, Teller, Blumenkübel Lampenlöhe usw. H. Benner DL Auktionator und Taxator. IIQ34D Steppdecken Kolter, sowie Fenstermantel- Friese in verschiedenen Farben und Preislagen 11035A Chr. Arnold Gießen, Bahnhofstraße 31 k *A K X % ’ A Mittwoch, den 19., und Donnerstag, den 20. Dezember 1928, jeden Tag beginnend um 1 Llhr, versteigere ichAeuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: An Herrenfachen: Oberhemden Tracht- Hemden, Unterhosen, Netzhemden, Dor» Hemden, Krawatten, Schleisenbinder, Schals, Taschentücher, Sportgürtel, Hosenträger, Einsahhemden.GchiUcrkraaen, weihe Kragen, Krawattennadeln, Kro- wattenhaiter, Kraaenknöpse, Strümps- und Sockenhalter, Aerme'ha>tcr,Herren- socken,Sporistrümpse, Handschuhe. Manschettenknöpfe, emen echten Kreuzfuche- pelz. DieWaren sind neu. I.Qualitätund zu Weihnachtsgeschenken geeignet. Sevsteigevuus bestimmt. SunLev Gerichtsvollzieher in Gießen Goethestraße 29. Telephon 1353. WELLBLECH BAUTEN WELLBLECH GARAGEN MIT HEIZUNG WOLF NETTER5JACOBIwee« 3ERLIN W 15 • FINNENTROPVWE5TF «XBBEBBnEKMUUD Venr.: Emii ßec;er, ba.Dmsif.43, Gießen. Tei. 190 in reicher Auswahl Ta^tas Fort, tai# Plockstraße 14 iotsm NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Mit v „LUrrsw" 87x6 Br.-Reg.-Ts. 7. ORIENTFAHRT 1929 •vorn 8. zMärz bis 2. zApril ❖ Genua - Messina - Catania - Konstantinopel-Athen (Phaleron Bucht) — Haifa (Jerusalem)—Jaffa Port Said (Cairo) - Korfu - Cattaro Bucht -Venedig Fahrpreise von Hk* 680**** an aufwärts 77. O RI ENTFAHRET 1929 vom 5. zApril bis 2. zMai > Venedig — Kagusa — Cattaro-Bucht — Korfu Athen (Phaleron BuchtJ-Konstantinopel-PonSaid (Cairo) • Jaffa (Jerusalem) - Haifa- Neapel - Genua Fahrpreise von Mk» 660*** an aufwärts MITTELMEERFAHRT 1929 vom 3. zMai bis 23. tMai ❖ Genua —Viliefranche — Barcelona—Palma de Mallorca — Algier —Malaga — Cadiz — Madeira < Lissabon — Bremerhaven ••• Fahrpreise von Mk. 540*™* an aufwärts Kostenl. Auskunft u. Prospekte durch unsere sflmtl. 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Ihm zu begegnen bedarf es einer starken moralischen Willenserneuerung, vor allem der geistigen Oberschicht. Rohrbachs neues Werk ist. auch in dem bei ihm ungewohnten Gewände, eines der anregendsten und nachdenklichsten Bücher dieses Jahres. — Novellen und Legenden auS verklungenen Zeiten. Don Theodor Dirt. Gebunden 3 Mk. Derlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (467.) Man versenkt sich mit Behagen m diese kleinen Histörchen und findet schließlich, daß die Welt sich seit Casars Zeiten gar nicht so — Selma Lagerlöf. 21 nna, das Mädchen aus D^alarne. Roman. Berechn tagte Llebersetzung von Pauline Gottschau-Klai- ber. Preis in Leinen gebunden 7 Mk. Derlag von 2llbert Langen, München. (634). — Der neue Roman der Lagerlöf schließt sich eng an ihre Erzählung „Charlotte Löwenstöld" an. Man wird sich erinnern, wie dort der fanatisch in seine weltfremden Ideen verbissene junge Geistliche Karl Artur Ekenstedt durch feine überspannten Forderungen zum Bruch mit seiner reizenden Braut Charlotte Löwenstöld kommt unö in seinem Troy auf die Landstraße hinausrennt, sich von Gott die zeigen zu lassen, die ihm zur Frau bestimmt sei. Das erste weibliche Wesen, das ihm begegnet, ist Anna Svärd, ein armes Hausierer- mädchen aus Dalarne. Der neue Roman schildert die Eheschließung und die junge Ehe dieses ungleichen Paares, und es zeugt von der hohen Kunst Selma Lagerlöss, wie unter ihren Händen die in keiner Weife romantisch idealisierte, von 2lbstammung inu> Beruf her aus ihren Vorteil erpichte, ganz ungebildete Anna Svärd unvermerkt im wahren Sinne zur Heldin dieses nen Buches wird, so das) wir erkennen, eine wieviel bessere Mitgift fürs Leben ein unverbildeter. starker Charakter, eine schlichte, gerade Seele und ein praktischer 'Verstand sind als die schönsten, verstiegenen Ideale. Dieses Werk einer Siebzigj^rigen weist kein Alterszeichen auf: cs ist einer jugendlich lebendigen Phantasie und Gestaltungskraft entsprungen. Rur der milde Glanz reifer Weisheit liegt darüber, jener über menschliche Torheit gütig lächelnde Humor, der kaum einer Dichterin sonst so reich und selbstver- ständlich von Herzen kommt. — Palle Rosenkrantz: Der tanzende Tor. Aach 21. W. Sandbergs und Paul Knud- tens Film gleichen Ramens, autorisierte Lieber» tehung von Else von Hollander-Lossow. Berlin. Gesivn-Derlag (471). — Ein Zirlus^Lvman. ge- schickt ausgebaut, von Spannung getragen und nicht ohne idealistische Aoentien. Die Charaktere, die sich um den Clown Joe Higgins gruppieren, sind durchaus konventionell, der Held aber erweckt Teilnahme, wird vielen Leserinnen Tränen entlocken. 6. — 2lnatvle France: Di« rote Lille. Roman. Aus dem Französischen übertragen von F. Gräfin zu Revenclow. Reclams Llniversal- Bibliochrk Ar. 6917—20. Ganzleinen gebunden 2.40 Mark. (725) — Die rote Lilie ist das Symbol der Leidenschaft eines jungen Künstlers und der Gattin eines hohen französischen Beamten: die Lilie ist bas Wappen von Florenz, wo die der seine Leitsätze aus den historischen, räumlichen und wirtschaftlichen Begebenheiten, aus den realen Mach'fak'oren entwickelt. Das Reue an dem Buche ist die einheitliche, von intuitivem Weit- und Tiefblick gestal ete Verschmelzung von Bild und Tert. Grabows Geschichte der europäischen Politik schlechthin. Das ergibt auch dieser zweite Band, der die Geschichte der einflußreichen Familie bis in unsere Tage führt. Auch hier wieder das bekannte und doch immer von neuem staunenswerte Bild: Kaum eine tzroße finanzpolitische Transaktion der europäischen Machte, ja, kaum ein politisches Ereignis von einiger Bedeutung, bei dem nicht die Rothschilds als Mithandelnde auftreten oder ihr kluger Rat von den leitenden Staatsmännern nicht gern gesucht würde. Das 19. Jahrhundert bedeutet für das Haus Rothschild die tatsächliche Auflösung in eine Reihe national geschiedener Firmen, deren Inhaber in ihrem neuen Baterlonde zu den höchsten staatlichen und gesell- schastlichen Ehren emporsteigen und sich auch gesin- nungsmätzig als Angehörige der Ration fühlen, die ihnen Heimat geworden ist. Aber trotz dieser Trennung bleiben doch starke Familienbande zurück, die in vielen Fällen ein meinsames Auftreten des Ge- famthaufes verbürgen, noch mehr jedoch der klugen, einsichtigen Leitung ihrer gewaltigen Geschäfte dienen. Auch nach dem Weltkriege, der die Rothschilds — die übrigens in ihrer deutschen Heimat nicht mehr ansässig sind, Freiherr von Goldschmidt- Rothschild in Frankfurt ist ein Schwiegersohn des letzten Chefs des Frankfurter Stammhauses — in beiden Lagern sah, sind die Verbindungen wieder ausgenommen. Auch dieser vorliegende zweite Band zeugt von umfangreichen Quellenstudien und gibt sine ira et Studio eine fesselnde Darstellung eines der interessantesten Kapitel moderner Machtgeschichte. — Grabowsky. D r. Adolf, Deutschland und das Weltbild der Gegenwart. Mit 63 Karten und Diagrammen und 2 schematischen Llebersich en. Zentralverlag G. m. b. H, Berlin. Preis kart. 4 Mark. (561) — Grabowsky ist einer der besten Kenner der heutigen Wcltpolisik, Herausgeber der Zeitschrift für Politik und Leiter des Geopolitischen Seminars an der Deutschen Hochschule für Politik. Das Werk ist ein knapper und klarer Führer durch die politische Weltkonstellation der Gegenwart, Liebenden sich srnden, wo sie, inmitten der südlichen Landschaft. Monate der Gemeinschaft verbringen. Trotz alles glühenden Derlangens ist die letzte Verschmelzung von Mensch und Mensch unmöglich": infolge eines tragischen Mihverständ- nisses zerbricht ihre Liebe. Dce großangelegte Handlung dieser klassischen Dichtung, das glanzvolle Leben der großen Welt zu ''Paris uiid Florenz, das sie schildert, üben auf jeden Leser ihren Zauber aus. — Einar Christiansen. Ottilie. Roman Berechtigte Llebertragrmg aus dem Dänischen von Else v. Hollander-Lossow. 3n Ganzleinen geb. 10 Mark. Derlag Georg Westermann. Braunschweig. (699) — Ein starkes, schönes Lebensgemälde ist dieses Buch, reiz- und wertvoll vor allem dadurch, weil es daS Schicksal von Llrgrohmutter und Llrenkelin neben-einand erstellt. Ottilie hi eh die Alte wie die Junge: ähnliche Anlagen leben in beiden, aber rhr Schicksal ist so verschieden, wie es das Schicksal zweier Menschen ist. die durch ein Jahrhundert getrennt sind. Besonders den Frauen wird dieses Buch viel zu sagen haben, da es hineinspürt i,r die verborgensten Wege des werblichen Fühlens. Schön und stolz sind diese beiden Frauen, die beide nicht das volle Glück sanden und doch einen Reichtum der Gaben, des Verstandes und Herzens besaßen, der sie hoch hinausheöt über den Durchschnitt. Gewissermaßen spiegelt sich alles, waä die Frau im letzten Jahrhundert gedacht und erstrebt hat, in diesem Buche ab, obwohl es nicht von „emanzipierten" Frauen handelt, oder vielleicht gerade deshalb. — G. S. Viereck — P. Eldridge: Autobiographie des Ewigen Juden. Meine ersten 2300 Jahre. lleberfetzt von Gustav Meyrink. 10. Auflage. Leinen 10 Mk. Derlag Paul List. Leipzig. (690) — Mit einer suggestiven Gewalt ohnegleichen wird das Schicksal des Kar- taphiluS — nicht als eines Juden, sondern als eineS llebrrmenschen wie Faust, Don Juan oder Casanova — heraufbeschworen. Gr geht den PaßionSweg aller Leid.'nschaften, bis der Fluch Jesu allmählich sich in Segen wandelt und der Ausblick auf eine neue Zeit offenbar wird. Aus den Bekenntnis en des .Ewigen Juden" steigt eine Fülle der Gesichte: JesuS und sein Lieblingsjünger, Maria Magdalena, Dero, Kaiserin Faustina, Heliogabal. Apollonius, Pries.er Johannes, Attila. Mohammed, Karl dec Gröhe, Don Juan, Kardinal de Retz, Leonardo, Papst Alexander VI., Spinoza, Ro.hschild — bedeutsame Erscheinungen der Weltgeschichte, die bis in unsere Gegenwart hineinsühren. _______ ______»sky versteht es, nicht nur die gegenwärtige wel politische Lage durch kartographische Darstellungen anschaulich zu. machen, er deckt zugleich auch mit verblüffend einfachen, glänzenden zeichnerischen Mitteln die inneren Zusammenhänge und den zwangsläuftgen Ent- Reue Romane und Novellen. — Walter Bl oem: Sohn seines Landes. Roman Preis tu Leinen 7 Mk. Verlag K. F. Koehler. Leipzig. (502) — Walter Dloem, der sich als Verfasser historischer Romane mit einer Triotogic über den siebziger Krieg und anderen Schilderungen aus der deutschen 'Vcw- aangenheft einen Äanren gemacht hat, hat sich diesmal an eine nicht leichte Aufgabe gewagt. Er versucht in dem Werden George Washingtons, des groben Feldherrn der amerikanischen Freiheitskriege und ersten Präsidenten der Veceinig- 1en Staaten, das Erwachen Amerikas zu schrl- derir, das langsame Aufdämmern eines amerikanischen Dolksbewuhtseins, eines amerikanischen Rationalstolzes. Doppelt schwer diese Ausgabe, weil einmal für diese frühe Zeit amerikanischer Geschichte die zuverlässigen Quellen nur spärlich fliehen, und weil andererseits es gilt, einem mit der Geschichte Amerikas, soweit fie noch in die Zeit der Kolonisation hineinreicht, nur gewiß "ehr oberflächlich bekannten deutschen Publikum einen an sich schon lohnenden, aber doch dem deutschen Leser fernliegenden Stoff nahezubringen. Beide Schwierigkeiten scheint uns Walter Bloern, soweit dies überhaupt möglich ist. überwunden zu haben. Wir lernen George Washington, der später der Führer seines Volkes ht den Kämpfen gegen die englische Oberherrschaft werden sollte, kennen als virginischen Tabakspflanzer, der später als Kolonialofsizier als loyaler Untertan Seiner britischen Majestät an den britisch-französischen Kämpfen um das fruchtbare Ohiobecken teil- nimmt Politik ist damals noch nicht feine Sache, und er macht sehr erstaunte Augen, als ihm zum erstenntal einer der Kapital- und Landgewaltigen Virginiens von „Amerika" spricht und sich als „Amerikaner" bezeichnet, den die britischen Expansionspläne nichts anaingen, der in England ko gut den Feind „Ameruas" sicht wie in Frankreich. Außerordentlich anschaulich und fesselnd schildert Dloem die furchtbaren Kämpfe, die die britische Kolomalarmee mit Franzosen und Indianern zu bestchen Hatz Dieser Feldzugsbericht ist vielleicht die gelungenste Partie des Buches. Etwas schmachtend-sentimental dagegen die mehrfachen Liebesabenteuer des jungen Washingtons, die nach einer Ankündigung des Verlags zwar auch historisch sein sollen. Prächtig erzählt ist, wie schließlich eine energische kleine Witwe, die übrigens den Vorzug hatte, neben ihrer Schön- heft auch viel Geld zu besitzen, den zwischen neuen Liebschaften hin- und herlaumelndäi Washington an die Kandarre nimmt und ihm das Ziel seines Lebens weist: die Befreiung 2lmerikas. Wir hoffen, das; Dloem die Geschichte seines Helden, der zum Befreier und Vater seines Landes wurde, weft immer ist's die Liebe, die da flüstert, bebt, girrt, lockt, bacchantisch tollt und hinter dem Vorhang chluchzt. Doch hinter all dein Witzigen. Tollen. „Unmoralischen" klopft ein gerades, aufrechtes, großes Herz, ein ganzer Mensch. — Ulrich von Wilamowih ° Mö11cn - dorss: Erinnerungen. Derlag K. F. Koehler, Leipzig. Ganzleinen 10 Mk. (724). — Wenige Wochen vor feinem 80. Geburtstag, am 22. Dezember 1928, erschienen die Lebenserinnerungen dieses Meisters deutscher Wissenschaft, zu desfen Füßen Generationen deutscher Akademiker ge- essen haben. 2Tber nicht nur der Kreis der Fachgelehrten uni) seiner Hörer wird dieses Werk mit Genuß lesen: die Rückschau auf ein überreiches Leben, ein mehr ckls bOjähriges Wirken an drei deutschen Llniversitäten, die Stellungnahme zu den zahlreichen Problemen seiner Zeit, bieten jedem Gebildeten eine Fülle von Freude und Anregung. An Einzelheiten seien die Erinnerungen an schöne Jugend- und Studentenjahre, an den Krieg 1870, die Betrachtungen über die Verhältnisse in den polnischen Grenzprovinzen in den Jahren 1848 bis 1870 und die lebenssprühendcn Schilderungen italienischer und griechischer Städte und Landschaften mit ihren Kunstschätzen erwähnt. — Clare Sheridan: Ich, meine Kinder und die Großmächte der Welt. Preis in 2einen gebunden 10 Mark. Verlag Paul List in Leipzig. (492) — Seltsam, wie sein Ti:el ist auch das Buch. Richt ein x-beliebiges Memoirenwerk, wie es heute jeden Tag auf den Büchermarkt geworfen wird, sondern das mutige Bekenntnis einer Frau, die durch und durch Persönlichkeit ist, zu ihrem Leben und ihren Säten. Clare Sheridan entstammt altirischem Adel, enge Beziehungen verbinden sie mit Mitgliedern des britischen Königshauses. Die früh- verstorbene Kronprinzessin von Schweden, eine geborene Connaught, war ihre intimste Freundin, Winston Churchill, der britische Schatzkanzler! ist ihr Vetter. Ein hartes Schicksal, das sie chren Mann auf den Schlachtfeldern Flanderns verlieren ließ, zwang sie. die vermögenlose Mutter zweier Kinder, um des täglichen Brotes willen Verdienst und Arbeit zu suchen. 2lls Bildhauerin und Journaltsttn kommt sie in Beziehungen zu den leitenden Staatsmännern des biüif2» « Jluswam --l....»"-» 5teiieettit| 10987A «gk Jonolo - cgAfT e>. 10777V I0997D Moderne Beleuchtung Teppiche Oefütterle laSeidenschirme* 11025D 0336A Uroerteie» brlegi Gewinn iJ Latten in allen Starten preept Ue'erUr Weiter finden Sie bei mir 11012V »OOBA 0'. Kreuz platz 6 "•E »WHIW RESDscItirml edes Hous < I® Bestelle . von . von . von . von . von . von von ist in fast alten einschlägigen Geschäften erhältlich, wo nicht auf Lager, weist gerne Bezugsquellen nach, die Birma: Georg Hebstreit, Biergrofih., Klinikstr. 21, Tel. 163