Nr. 2<3 Erstes Blatt 1Z8. Jahrgang Montag, 15. Oktober 1928 Erschein» tägltd),aufeet Sonntag» nnb feiertags. Beilagen; Gtetzener Jamtltenblättei Heimat >m Bild Die Scholle Dlonats-Beingsprets; 2 Reichsmark und 20 Retchspfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen etnzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsf«: 61. 54 und 112 Anfchrist für Drahtnache richten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Krmlkfvrl am Main 11686. Mtzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Stcinörndcrei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. rinuahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag oorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig.- für Re. Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrist 20°/n mehr. Chefredakteur Dr Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Will) Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den Anzeigenteil Kurt Hillmcmn, sämtlich in (Bieben. „GrafZeppelin" heute nachmittag in Lakehurst erwartet Schnelle Behebung einer Havan'e.—passieren der Bermudas.-Kurs auf die amerikanische Küste.—„An Bord alles wohl". Ein Sonntag in Zeichen Zeppelins. Seitdem das stolze Luftschiff „Graf Zeppelin" am Morgen des 11. Oktober zu seinem großen Amerika- flug gestartet ist, gibt es für das deutsche Volk nur noch einen Gedanken, ein Empfinden: Zeppelin! Begleitet von den heißen Segenswünschen eines ganzen Volkes hat der Luftriese seinen Weg über den Ozean angetreten, in fieberhafter (Ermattung wurden die Meldungen über den Verlauf der Fahrt buchstäblich verschlungen, und bange Sorge senkte sich am Sontag in aller Herzen, als die Nachricht oon der leichten Beschädigung des Luftschiffes eintraf, und das Eintreffen über amerikanischem Boden sich immer länger verzögerte. Wie das Luftschiff über ein Meer voller Gefahren und Tücken dahinstrich, so daheim ein Meer voll Hoffnungen und Sorge. In Stadt und Land^gab es nur noch eine Frage: W 0 i st der Z e p p e l i n jetzt? Vor den Zeitungsaushängen, in den Straßenbahnen, am Biertisch, am Telephon, überall nur ein Thema: Zeppelin! Der Rundfunk dürfte wohl noch nie so viele Hörer gehabt haben wie an diesem Sonntag. Am Sonntagabend steigerten sich die Erwartungen bis zur Siedehitze. Gerüchte schwirrten umher, daß das Luftschiff bereits gelandet sei, und man wollte das Gegenteil einfach nicht glauben. Unterdessen kämpfte das Luftschiff mit starken Gegenwinden und bahnte sich mühsam seinen Weg dem Ziel entgegen. Beim Erscheinen dieser Zeilen wird das stolze Werk deutscher Technik wahrscheinlich schon in Lakehurst gelandet lein, bejubelt und bewundert von einem Volke, das noch Immer ehrliche Begeisterung für hohe technische Leistungen und tapferen Wagemut aufgebracht hat. Für uns aber bedeutet dieser Tag einen jener stolzen Augenblicke, die unvergeßlich fein werden. An Zwischenbericht ans Madeira Berlin. 14. Ott. Der „Lok.-Anzeiger" veröffentlicht einen Drahtbericht aus Funchal (Madeira) von dem deutschen Konsul Gesche, wonach ein Po st beutel des „Graf Zeppelin" mit Reiseberichten an der Küste von Madeira ins Wasser gefallen war, jedoch später aufgefischt werden konnte. Die Bewohner Madeiras, so heißt es in dem Telegramm des Konsuls, sind begeistert über den Zeppelin, der ziemlich niedrig über unsere Stadt hin- wegflog. Die ganze Bevölkerung war auf den Deinen und überall hörte man Worte der großen Bewunderung für baä deutsche Können. Rach den Berichten des an Bord befindlichen „Lokal- Anzeiger"-Derichterstatters Rolf Brandt von Samstag früh machte das Luftschiff gute Fahrt. Die fünf Motoren arbeiten gleichmäßig. Die Windverhältnisse waren günstig. Den stärksten Sindruck machte auf die Passagiere die R achtln h r t über die unendliche Weite des Ozeans. Südlich der Azoren war ein Rachtgewitter ju beobachten, das von dem Luftschiff umfahre n wurde. Die Havarie. Schnelle Behebung, aber verminderte Fahrtgeschwindigkeit Washington. 13. Oft. (ID23.) Das ZRarincamf veröffentlicht die beiden Funksprüche, in denen der »Graf Zeppelin" eine Havarie und deren vorläufige Beseitigung mitteille. Der erste, vom Kommandanten Rosendahl stammende, lautet: 11.25 Uhr Greenwicher Zeit. Standort 32 Grad -nördlicher Breite, 42 Grad westlicher Länge, fiurs- klchtung Kap hatteras. Fahren mit halber Geschwindigkeit, ungefähr 35 Knoten. Luftgeschwindigkeit vegen Beschädigung des Ueberzugs der B a ck b 0 r d - S t a b i l i f i e r u n g s f 1 ä ch e. Nehmen Reparaturen vor. soweit es die 23er- hällnisse gestatten. Ersuchen, daß ein Fahrzeug unserem Kurs folgt und sich bereithält. (Brüllten Wetterberichte nach Westen. Sind augenblicklich in Regenböen. Die zweite 2Neldung lautete: Fahren mit oer- ningerter Luftgeschwindigkeit und 50 Knoten Boden- .geschwindigkeit. Um 14.30 Uhr Greenwicher Zeit mar der Standort 33 Grad nördlicher Breite und •45 Grad westlicher Länge. Führen vorläufige Ausbesserungen aus. halten gegenwärtig Dampfer- ßilfe nicht für nötig. (Erbitten wettervor- «usfage für gegenwärtigen Kurs. Der Hearst-Korrespondent Wiegand berichtet von 3orb des „Graf Zeppelin" Einzelheiten über Len Augenblick, in dem das Luftschiff durch eine »läßliche Bö leicht beschädigt wurde. 2ie Passagiere saßen gerade beim Frühstück, als ein vindstoß das Schiff erfaßte. Durch das Aufbäumen '.es Luftschiffes stürzten die Tische um, und cls Tafelgeschirr fiel herunter und zerbrach, wäh- »?nd des Augenblicks der Gefahr klingelte -ody hay nach Bedienung. Gelächter über merkwürdige Verhalten im Eckfalon half über Vie gefährliche Situation hinweg. Dr. Eckener be- Diiickwünschte die Lady wegen ihrer Kaltblütigkeit and dankte ihr. daß sie dazu beigetragen habe, daß öle männlichen Passagiere ihren 2H u t behielten. Die Beschädigung entstand dadurch, daß eine Vertikal-Bö die untere Bespannung der linken Steuerfläche elngeriffen hat. Kein Grund zur Beunruhigung. Der Konstrukteur Dr. Dürr über die Ausbesserungsmöglichkeiten an Bord. Das WTB. erkundigt) sich in Fredrichshasen bei Dr. Dürr, dem Konstrukteur des „Gras Zeppelin" telephonisch nach seiner Ansicht über die Beschädigungen des Luftschiffes. Dr. Dürr erklärte: liegt kein Grund zur Beunruhigung vor. 3n der Tat ist die Stabilisierungsfläche nach den letzten bei mir eingegangenen Rachrichten auch bereits wieder in stand- gesetzt. Man kann nämlich von innen an die Bespannung he^an ommen, indem man über die Konstru.tionst ile geht, und kann die abgeschlagene Bespannung wieder bifes.i en. Sollte sie sich nicht von den Krnstrultionslellen gelöst haben, sondern zerrissen s.in, so kann man eoenso gut die zerris enen Teile wieder ane nander befestigen. Refervebespannung ist nicht an Bord, aber es schadet auch nicht, wenn schlimmsten'alls eine Oeffnung bleibt. Die Steuerfähigkeit ist nicht beeinträchtigt. Das ist das wesentliche. Der einzige Rachteil ist, daß d i e Geschwindigkeit etwas vermindert ist. Rach der Durchführung der Reparatur habe ich bereits eine Mitteilung bekommen, daß der „Graf Zeppelin" wieder mit 8 7 Stundenkilo- rne tern fährt." Heber die Ursache des Defekts erftärte Dr. Dürr schließlich noch, daß die Stabilisierungsflächen sehr stark beansprucht würden, wenn das Schiff scharfe Veränderungen in der Höhenlage vornimmt, also schnell steigt oder heruntergeht. Dadurch entsteht in der Flosse erheblicher ilntet'örud, und es ift durchaus möglich, daß das Zerreißen hierauf zurückzuführen ist. Das Schiff tft übrigens durch schwere Regenböen gefahren. Zn Friedrichshaf:ner Fachkreisen wird daraus hingewicsen, daß die Instandsetzung der beschädigten Stabilisierungsfläch? mit großer Lebensgefahr für di: Männer verbunden war, die sich dieser Aufgabe unterzogen haben. Da die Beschädigung die untere Bespannung betroffen hat, schwebten sie auf den schmalen Gerü st teilen über dem tief unter ihnen liegenden Ozean, so daß die Gefahr des Abstürzens bei dem schweren älnwetter ihnen vor Augen stehen mußte: umsomehr ist dieses Bravourstück treuer Pflichterfüllung und persönlichen Mutes hervorzuheben. ■Unter den Männern, die das schwere Werk vollbrachten, sind besonders die drei Ingenieure Bäuerle, Siegle und der junge Knud Eckener, der Sohn Dr. Eckeners, zu nennen. Nie Sicherheit des „Graf Zeppelin". „Sich nicht gleich aufregen" sagt Dr. Eckener. Der Sonderberichterstatter des WTB. in Friedrichshafen hatte wenige Tage vor dem Aufstieg des „Gr-af Zeppelin" zur Amerikafahrt über die Sicherheit des Luftschiffes mit Dr. Eckener eine älnterhaltung, die jetzt angesichts der inzwischen ja wieder beseitigten Beschädigung des Schiffes von besonderem Interesse sein dürfte. Dr. Eckener führte aus: Dr. Dürr hat das Schiss so gebaut, daß wir es mit vollkommenem Vertrauen in den Ozeanverkehr einsehen können. Wir haben weder Fallschirme noch das vielbesprochene aufblasbare Gummiboot an Bord, sondern alle Sicherheitsvor- lehrungen sind in die Konstruktion hinein- gelegt. Der „Graf Zeppelin" hat fünfMotore. Es tut seiner Sicherheit keinen Abbruch, wenn davon wirklich der eine oder der andere ausfällt. Das Schlimmste, was einem Schiff, ebenso einem Luftschiff, passieren kann, ist, daß es steuer- los wird. Wenn die Hauptsteuerung in der vorderen Gondel versagt, tritt die Reserve- Neuerung in der Hinteren Gondel m Tätigkeit. Man könnte sich auch vorstellen, daß in einer außerordentlichm Sturmboe eine Beschädigung der Hülle einträte, obwohl sie eine viel stärkere Beanspruchung verträgt, als etwa gleichdicke Aluminumplatten. Sie besteht aus einem ausgezeichneten, besonders imprägnierten Stoff. Unter Umständen kann man d i e Bespannung wieder zus ammenzi chen. Aber selbst, wenn uns bei einer solchen Beschädigung eine Gaszelle ausläuft, kann das Schiff ruhig weiterfahren, ja sogar, wenn der noch nie dagewesene Fall eintritt, daß uns das mit drei Zellen zustößt. Man kann das Luftschiff vielleicht mit einem Dampfer vergleichen: wie er seine Schotten hat, hat der „Graf Zeppelin" seine Zellen. Wir werden also auch im schlimmsten Fall immer noch den nächsten Dampfer ober das nächste Land ansteuern können, wenn auch mit verlangsamter Fahrt. Endlich ist auch die Funkstation eine Sicherheitseinrichtung. Auf alle Fälle, schloß Dr. Eckener seine Ausführungen, sagen Sie unseren Leuten in der Heimat, sagen Sie es ihnen jetzt oder wenn wir unterwegs sind, sie sollen sich nicht gleich a u f r e g e n, wenn die Rachrichten einmal ausbleiben ober nicht so günstig scheinen. Wir bringen das Schiff schon hinüber und herüber. Oie letzte Etappe. Die Bermudas überflogen. — Kurs auf Lakehurst Lakehursi, 15.Oktober. (2VTB. Funkspruch.) Die Verbindung mit dem „Graf Zeppelin" ist während des ganzen Sonntags äußerst spärlich gewesen. Dr. Eckener Hal nur wenige Posilionsan- gaben gesandt und auch diese erst aus dringenden Wunsch des Kommandanten der Flugstation. Die Behebung der am Samstagmittag eingetretenen Havarie Hal die Fahrt des Lustschisses erheblich verlangsamt, während der Rächt wurde nach einem Funkspruch des Kommandanten Rosendahl mit etwa dreiviertel normaler Geschwindigkeit gefahren. Am Sonntag früh 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit war der Standort des Luftschiffes 34,40 Grad nördlicher Breite und 55,10 Grad westlicher Länge. Sonntagvormittag 11.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit wurde die Position mit 35 Grad Nord und 65 Grad West angegeben. Etwa um 5 Uhr nachmittags mitteleuropäischer Zeit wurde von der Küstenwache bei Kap hatteras (Rord- carolina) ein Funkspruch aufgefangen, wonach der Zeppelin 33,40 Grad nördlicher Breite und 68 Grad westlicher Länge stand. Um 6 Uhr nachmitags befand sich das Luftschiff etwa achtzig Meilen nordöstlich der Bermudas mit Kurs nach Südwester». Angesichts der notwendigen Verringerung der Marschgeschwindigkeit war dies nach einem Funkspruch von Bord wünschenswert, um ein Gebiet günstigerer winde zu erreichen. An Bord sei alles wohl, Brennstoff sei genügend vorhanden. Die Bermudas wurden Sonntagabend 6.41 Uhr amerikanischer Zeit (etwa Montag 0.41 Uhr mitteleuropäischer Zeit) mit mäßiger Geschwindigkeit, die auf 32 bis 40 Kilometer geschäht wurde, gegen starken Rordwestwind ziemlich niedrig überflogen. 1.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit wurde das Luftschiff von der 5L Georgs-Insel gesichtet. 5 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit befand es sich 150 Meilen westlich der Bermuda-Gruppe. Der Funkverkehr mit der Station von Savannah (Georgia) wurde aufgenommen. Man nimmt an, daß „Graf Zeppelin", der für mindestens 150 Stunden Betriebsstoff an Bord hat (25 000 Kubikmeter Blaugas und 14 Tonnen Benzin), mit direktem Kurs auf Lakehurst hier am Montag nachmittag e i n t r e f f e n wird. Das Marineamt hat bereits am Sonntag drei in Charleston (Südkarolina) folgende Zerstörer angewiesen sich bereit zu halten, um gegebenenfalls innerhalb einer Stunde zur Hilfeleistung für den „Graf Zeppelin" abzufahren, falls das Luftschiff Beistand erbittet. SieneuestepssitwnbesLuMUs Friedrichshafen, 15. OfL (WTB. Funkspruch.) Auf der hiesigen Werftstation ist ein Funkspruch der amerikanischen Marine eingetroffen, wonach sich,heute um 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit der „Gras Zeppelin" 2 7 0 Kilometer nord- westlich Bermudas in Richtung hatteras befindet. Rach den bis heute vormittag vorliegenden wet- lernachrichten ist das Schiff gezwungen worden, infolge sehr starker Rordwestwinde nach Süden abzudrehen. Ls sucht jetzt ein südliches Hochdruckgebiet auszunuhen und Kap hatteras zu erreichen, wo es etwa gegen 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit einlrefsen soll, von da ab wird es dann direkten Kurs nach Lakehurst nehmen. Die Strecke zwischen hatteras und Lakehurst beträgt 500 Kilometer. Es wird hier angenommen, daß das Schiff m i t halber Geschwindigkeit fährt und daß die Motoren stark abgedrosselt arbeiten, heute nachmittag etwa gegen 2 Uhr werden hier neue wetter- nv.chrichien erwartet, worauf man sich endgültig über das an der Ostküste der vereinigten Staaten herrschende Wetter und über die dortigen Windverhältnisse im klaren sein wird. Fieberspannung in Lakehursi. Tausende erwarten die Ankunft. Lakehurst, 15. Oft. (WTD. Funkspruch.) Infolge b:8 unausgesetzten Zustroms von Menschen, bic der hier mit zunehmender Spannung erwarteten Ankunft des „Graf Zeppelin' beiwohnen wollen, ist auf allen nur mäßig breiten Landstraßen in einem Umkreise von 2D Meilen eine derartige Menge von Kraftfahrzeugen im Anrollen, daß der Verkehr völlig gestaut ist. Auf der 9 Meilen langen Landstraße Lakewood—Lakehurst stehen die Automobile in dreifachen Reihen. Sie müssen stundenlang warten, ehe sie toi.bet ein paar Meter vorrücken können. Deutsch-amerikanisch« Pressevertreter tre fen aus allen Teilen der Union in Lakehurst ein. Western- ilnion und Radiogesellscha't haben im Raum der Luftschiffhalle ein provi.orisches Bur:au mit sechs Fernfprechleitungen cingerich.et. Außerdem hat die Western-Union zu den zwei im kleinen (51 fen» bahnbureau befindlichen Leibungen noch 12 toätere gelegt, so daß insgesamt 20 Leitungen für Weitergabe der Presseberichte zur Verfügung stehen. Die Hauptschwie.igleit bildet in Lakehurst zur Zeit die Frage der Verpflegung der unzähligen Fremden sowie der Wohnungsfrage. Diele Autobesiher haben aber bereits erklärt, daß sie in ihren Wagen nachten wollen, während Diele andere i m Freien kampieren wollen. Ab Sonntag 6.55 älhr morgens war erhöhte Alarmbereitschaft angesagt. Vorläufig kein Verkauf an Spanien. Leistungsprobe in eigener Regie. Berlin, 14. Oktober. (WB) Nach einer Meldung aus Neuyork soll d i e spanische Luft- schiffahrtgesellschaft den „Graf Zeppelin" für 1,2 Millionen Dollar g e - kauft haben. Auf telephonische Anfrage des WTB. wird diele Nachricht von dem Generaldirektor der Zeppelin - Luftschiffbau - G. m. b. H., Kommerzienrat C 0 lsmann , dementiert. Kommerzienrat Colsmann erklärt, daß ein solcher Abschluß bis zum Ausstieg des „Gras Zeppelin" zu seiner Amerikafahrt nickt erfolgt fei. Der Vertreter der spanischen Gesellschaft, Oberst H e r r e r a , befindet sich an Bord des Schiffes, um einen persönlichen Eindruck von der Praxis des Transozeanverkehrs im Luftschiff zu gewinnen, und es sei ja auch bekannt, daß der Luftschiffbau seit längerem mit Spanien verhandelt. An sich sei nichts dagegen einzuwenden, daß der „Graf Zeppelin" eines Tages nach Spanien verkauft werde, wenn damit die Mittel gewonnen würden, um das Luftschisfahrtsproblem weiter zu entwickeln. Dazu sei aber vertragsmäßig die Z u - stimmung der Reichsregierung erforderlich. Vorläufig sei aber nur beabsichtigt, das Schiss zu ver chartern. Ehe es jedoch soweit komme, wolle die Luftschiffbau G. m. b.H. selbst mit der Durchführung ihres großen Fahrprogramms erst einmal zeigen, welche Leistungen aus dem Schiff herauszuholen seien. Französische SiebenWhigfeiten TLl. Paris, 14. Oft. Ein Teil ber französischen Presse kann sich gegenüber den Leistungen des Zeppelins hämischer Bemerkungen nicht enthalten. Wenn der Zeppelin im Kampf gegen das schlechte Wetter zur Zeit nur eine Stundengeschwindigleit von 100 Kilometer fliegt, so gibt bas dem „QUatin“ Veranlassung, die ganze Leistung anzuzweifeln und» zu schreiben, daß die Schnelligkeit vollkommen ungenügend sei, um einen regelmäßigen Luftverkehrsdrenst über den Ozean einzurichten. Auch die Meldungen der Schifsslei- tungen, daß der am Samstag eingetre ene Unfall nur geringfügiger Ratur sei, wird mit der ironischen Frage begleit't. warum dann von der amerikanischen Ma.ineleitung Begleitschiffe angefordert worden seien. Versuche mit Kurzweliensunk. Tie ersten Erfahrungen auf dem „Graf Zeppelin". Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers". Berlin, 14. Oktober. In Fachkreisen hielt man es für unverständlich, daß das Luftschiff „Graf Zeppelin" außer seiner normalen Funkausrüstung nicht mit einer Kurzwellensende- und empfangsanlage ausgestattet worden war, zumal der vorhandene Haupt- sowie der Notscnder infolge ihrer recht geringen Energie keine Gewähr bieten, daß eine ständige Funkverbindung mit dem Festland hergestellt werden kann. Nachdem bereits einige Stunden nach dem Start des „Grafen Zeppelin" mit der Funkstelle in Nauen keine Ver - ständigungsmöglichkeit infolge ungünstiger atmosphärischer Verhältnisse gegeben war. Härte man, daß auf einer kurzen Welle eine Verbindung sowohl mit Norddeich, Stiel und der Versuchsanstalt für Luftschiffahrt in Adlershof bei Berlin möglich war. In aller Heimlichkeit war auf Veranlassung der Versuchsanstalt für Luftschiffahrt für Versuchszwecke ein Kurzwellensender mit einer ßeiftung von etwa zwei Watt eingebaut worden, der aber nicht dem regelrechten telegraphischen Verkehr dienen darf. Im Einvernehmen mit der Deutschen Betriebsgesellschaft für Bordtelegraphie, werden diese Versuche auf dem 40-Meterband von der Versuchsanstalt für Luft- schiffahrt durchgeführt. Es soll nun zunächst versucht werden, welche der kurzen Wellen für den Verkehr vom Luftschiff zum Festland die geeignetste ist. Nach Durchführung dieser Versuche beabsichtigt man, die Leistung zunächst auf 15 Watt, später auf 100 Watt zu bringen. Wie wir von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftschiffahrt erfahren, sind die mit dem Kurzwellensender des Zeppelih zu den verabredeten Zeiten gegebenen Zeichen auf allen Beobachtungsstellen gut ausgenommen worden. Nach Abschluß der Versuche dürfte im Interesse der Fahrtsicherheit des Zeppelin dieser 'bereits vor einem neuen Flug mit einer allen Anforderungen entsprechenden Kurzwellensende- und empfangsan- läge ausgerüstet werden. Wie wichtig das Vorhandensein einer derartigen Anlage ist, ergibt sich wohl am besten daraus, daß bei der verunglückten Nobile-Expedition lediglich durch einen Kurzwellensender, der bekanntlich bei ganz geringen Betriebsmitteln große Entfernungen zu überbrücken in der Lage ist, die Rettungsaktion in so kurzer Zeit zu einem Erfolg fuhren könnte. 9000 Kilometer in so Stunden. Eine erste Teilschätzung der zurückgelegten Flugstrecke. Berlin, 14. Oft. (WTD.) Am Sonntagnach-- mittag um 4 älhr war das Luftschiff „Graf Zeppelin" genau 80 Stunden unterwegs. Das ist ungefähr dieselbe Zeit, die der Z. R. III vor vier Jahren für seine Fahrt von Friedrichshafen nach Lakehurst gebraucht hat. Z. R. III hat allerdings bei weitem nicht so große Umwege zu machen brauchen, wie „Graf Zeppelin", der nach seinem Standort von Sonntagfrüh 5 Uhr schätzungsweise bereits über 8000 Kilometer zurückgelegt hatte und nach seinem mutmaßlichen Standort nach 80stündiger Fahrt ungefähr 9000 Kilometer bewältigt haben dürfte. Diese Angabe kann sich allerdings nur auf ungefähre Berechnungen stützen, da man ja nicht weih, wie groß im einzelnen die Umwege bei lokalen Störungen waren, zumal, die bekanntgewordenen Standortmeldungen sich verschiedentlich widersprachen. Immerhin dürfte eine Strecke von 9000 bisher zurückgelegten Kilometern der Wirklichkeit ziemlich nahe kommen. Das bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit vvn über 100 Kilometer, also eine großartige Leistung des Schiffes, wenn man bedenkt, daß sie trotz der zeitweiligen schweren Gegenwinde und der Havarie vollbracht worden ist. Die ganze Strecke von Friedrichshafen nach Reuhork, die auf der normalen südlichen Route etwa 7500 Kilometer umfaßt, ist nach den Berechnungen der Sachverständigen durch die Umwege auf etwa 10 000 Kilometer verlängert worden, also um ein ganzes Drittel der normalen Route. 2luch mit diesen Berechnungen würde unsere Schätzung der bisher zurückgelegten Strecke übereinstimmen. Eine Programmrede des Ministers Enriins. Die Koalitwnsmöglichkeilen in Preußen und im Reich. Heidelberg, 14.Olt. Auf einer Tagung der Südwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Dolkspartei, welche die Wahlkreise Hessen-Rassau, Baden, Hessen, Pfalz ; unb Württemberg umfaßt, erörterte Reichswirtschaftsminister Dr. Curt ins verschiedene Möglichkeiten und Wege der Großen Koalition, die er an sich als gegeben für die nächste Führung der politischen Geschäfte im Reiche und in Preußen und als Grundlage einer stetigen und verständigen Politik der Mitte sieht. 3n Preußen freilich werde die Frage der Großen Koalition für di« Deutsche Volkspartei von den Grenzen des schwebenden Konkordats abhängig zu machen sein, während im Reich die Frage des Panzerkreuzerbaues unstrei-tig hemme. Erfreulicherweise lasse der Parlamentarismus manche Wege zur Abtragung hier noch vor- bandener Unstimmigkeiten zu. Der Minister ging dann auf die Krise des deutschen Parteiwesens ein. Zu wenig Beschäftigung mit den geistigen Strömungen unserer Zeit, zu wenig Beschäftigung mit den wirtschaftlich-sozialen Strukturänderungen, die die Rachkriegszeit brachte, seien die Ursachen dieser allseitigen Parteiunlust. Ideologien und Taten stimmten heute bei keiner Partei mehr überein. Vereinheitlichung, die allerdings nur auf stärkste Durcharbeitung der Probleme aufgebaut sein kann, müsse erreicht werden. Immer würden sich freilich nüchterner Formulierung reine Gefühlsmenschen entgegenstellen, ipenn und wo diese Stimmungen zur direkten und indirekten Verunglimpfung der Partei und ihrer Führer führen, da zieh.' die Deutsche VolkK- partei ihre Konsequenzen. So sei der Austritt der volksparteilichen Stahlhelmmit- glieder im Reichs- und Landtag zu werten. Die drei nationalen Ziele, um diie di« Deutsche Volkspartei kämpfe, liehen sich dahin umreißen, daß sie den deutschen Landwirt nicht untergehen lassen, di« Lebenskraft des deutschen Mit*' telstandes erhalten und die Seele des deutschen Arbeiters vor der Macht der Maschine retten wolle. Landwirtschaft und Einzelhandel. Eine Rede des Reichsernährungsministers. Berlin, 13. Oft. (WB.) In der Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft des deut-. schen Einzelhandels begrüßte namens der Reichsregierung der Reichsmini st er für Ernährung und Landwirtschaft, Dietrich, die Versammelten mit einer Rede, in der er erklärte, der Einzelhandel sei immer noch ein kräftiger und leistungsfähiger Bestandteil des Mittelstandes. Die Konkurrenz der Konsumvereine falle immer noch nicht so ins Gewicht, daß man von einer Verdrängung des Einzelhandels ernstlich reden könne. Die Konsumvereine haben nur dann eine Existenzberechtigung, wenn sie ohne staatliche Begünstigung dem Einzelhandel gewachsen sind. Irgendeine steuerliche oder sonstige Bevorzugung läßt sich nicht verantworten. Die vom Handel beanstandete Aktion des letzten Reichstages zur Rationalisierung des Genossenschaftswesens ist nicht nur nötig gewesen angesichts der Zustände, die sich da und dort herausgestellt haben, sondern auch im Interesse der Absahverhältni se der Landwirtschaft. Diese Frage ist eine Kernfrage für den Bestand der deutschen landwirtschaftlichen Produktion. Di« Standardisierung gerade der im Kleinhandel eine besondere Rolle spielenden landwirtschaftlichen Erzeugnisse ist eine Voraussetzung dafür, daß der inländische Produzent wieder bestehen kann. Der Redner wies auf die katastrophale Lage hin, die in der Landwirtschaft dadurch entstanden ist, dah der Großhandelsindex für Agrarstoffe Mitte Lloyd George gegen Chamberlains AnßenpMk. England hat den JriedensverLrag gebrochen.—Oer Völkerbund eine Komödie, Locarno eine Zolle. London, 13. Oft (T. U.) Auf einer Massenversammlung in Varmouth, dem Tagungsort des Liberalen Parteitages, hielt Lloyd George eine Rede, in der er die Außenpolitik der Regierung scharf angriff. Chamberlain sei lediglich eine Figur, die von anderen geleitet werde und deren Anweisungen er ausführe. Die gegenwärtige Außenpolitik Englands stelle eine Gefahr für den Frieden Europas und der Welt dar. Deutschland habe seine Verpflichtungen in der Abrüstungsfrage dem Geiste und den Buchstaben nach t> o 11 erfüllt, während die Alliierten nichts getan hätten. Die britische Regierung habe in den vier Jahren ihrer Amtszeit praktisch nichts getan, um die feierlichen Verpflichtungen, Die Großbritannien 1919 übernommen habe, durchzuführen. Der Bezeichnung des englisch- französischen Fl o 11 e n a bk o m m e n s als den unheilvollsten Vorgang feit dem Kriege, stimme er durchaus zu. Eine Politik gegen Italien sei unsinnig, aber eine gegen Amerika gerichtete Vereinbarung sei ein reiner Wahnsinn. Frankreich, die Tsche- chei und Polen seien jetzt in der Lag«, acht' Mil- lionen Soldaten ins Feld zu stellen, aber auf einer Abrüstungskonferenz werde nicht einmal die Erörterung dieser Tatsache erlaubt. Der Abschluß des Flottenabkommens mit Frankreich bedeut« nach seiner Ansicht eine völlige Abkehr von den vertraglichen Abmachungen, die Großbritannien durch die Unterzeichnung des Friedensvertrages eingegangen sei und die Deutschland damals ausgezwungen worden seien. Bei diesem Friedensvertrag handle es sich keineswegs um «inen Vergleich oder einen Kontrakt, sondern um etwas, was von Deutschland anerkannt worden ist und um etwas, „von dem wir damals sagten, daß wir es tun werden und von dem wir jetzt sagen, daß wir es nicht tun werdet." Lloyd George rief: „Schande auf ein großes Land!" und fuhr fort: Großbritannien hat einen Fetzen Papier unterschrieben: Großbritannien hat niemals in seiner Geschichte sein Wort gebrochen. Jetzt aber reißt es den Vertrag in Stücke. Er kündigte an, daß eines Tages Rußland wieder auferstehen und wieder in die Kombination der europäischen Rationen eintreten werde. Lloyd George betonte, daß, wenn der augenblicklichen Polittk nicht Halt geboten werde, die V ö lkerb u nd s s a tz ung eine Komödie fei und Locarno «ine Falle. Unter riesigem Beifall schloß Lloyd Georg«: Wenn man Frieden will, muh man für den Frieden arbeiten. Man muh für den Frieden dieselben Opfer bringen, die man für den Krieg bringen würde. Dies wird die größte, edelste und hciligft« Aufgabe sein, deren Vollendung sich der Liberalismus im Interesse der Menschheit zur Aufgabe gemacht hat. Die liberalen Blätter vertreten in Leitartikeln die Ansicht, daß der Verlauf des liberalen Parteitages in Varmouth sich leicht als ein Wendepunkt für die Liberale Partei erweisen könne. D e Empfehlung einer Zusammenarbeit mit der Arbeiterpartei wird begrüßt. Der sozialistische „Daily Herald" sagt in einem Leitartikel „Unsere Antwort an Llo^d George", daß die Arbeiterpartei mit keiner anderen Partei zusammengehen werde. Die der Lloyd Georgr-Rede zugrunde liegenden Voraussetzungen, daß im nächsten Unterhaus die Lage im wesentlichen die gleiche sein werde, wie im Jahre 1924, werde von der Arbeiterpartei ab» gelehnt, die entschlossen sei, alles zu tun, durch die Wahlen nicht nur die Rcg erungsgewalt, sondern die wirkliche Macht zu erhalten. Das Geheimnis um Anastasia. Eine Erklärung -er Zarenfamilie zum Fall Tschaikowsky. Darmstadt, 13. Okt. (WTB.) Die Familie des ehemaligen Zaren von Rußland veröffentlicht zu dem Fall der Frau von Tschaikowsky die nachstehende Erklärung: Die Presse hat oft über eine Frau berichtet, die sich Frau von Tschaikowsky nennt, und die Großfürstin Anastasia Rikojalewna, Tochter des Zaren Rikolaus II., zu fein behauptet. Auf wunderbare Weise will sie dem Tode entronnen sein. Rach den Zeitungsmeldungen sollen verschiedene Persönlichkeiten in ihr die Großfürstin wiedererkannt haben. Wan fragt nun häufig bei uns an, ob diese Meldungen der Wahrheit entsprechen. Da unser Schweigen so gedeutet würde, als fei die Möglichkeit eines solchen Tatbestandes denkbar, halten wir es für unsere Pflicht, um allen Vermutungen und falschen Gerüchten ein Ende zu bereiten, folgende Erklärung abzugeben: Die Großfürstin Olga Alexandrowna, die mit den Kindern des Zaren, ihres Bruders, auf sehr vertrautem Fuß stand, hat die sog. Frau von Tschaikowsky gesehen und gesprochen. Die Großfürstin erklärt nun auf das bestimmteste, daß diese Frau nichts mit der Persönlichkeit der Großfürstin Anastasia Nikolajewna gemein hat. Die Ehrendame Ihrer Majestät, Baronesse Buxhöveden, Herr Gilliard, der Hauslehrer des Großfürsten-Thronfol- gers und zugleich französischer Sprachlehrer der Zarentochter, und Frau Gilliard, die letztere betreute, alle diese Persönlichkeiten, die mit der Zarenfamilie bis zu deren Internierung in Jekaterinburg im Mai 1918 zusammen waren, haben ebenfalls Frau o. Tschaikowsky gesehen und gesprochen und auch diese haben auf das allerbestimmteste erklärt, daß sie in der fraglichen Frau keineswegs die Großfürstin 21 n ajt a f i a Nikolajewna erkennen. Herr S. K o st r i t s k y, der Zahnarzt der kaiserlichen Familie, der die Zähne aller Kinder zu behandeln pflegete und diese zuletzt in Tobosk im Jahre 1918 sah, hat Gipsabdrücke des Ober- und des Unterkiefers der Frau von Tschaikowski in seinen Händen gehabt. Er konnte aber nur feststellen, daß diese Abgüsse keineswegs in der Ordnung der Zähne denen der Großfürstin entsprechen. Herr v. Bischof, der Direktor des Institutes der Polizeiwissenschaft an der Universität Lausanne, hat ebenfalls nach einer peinlich genauen Begutachtung und Vergleichung der Photographien der Großfürstin mit öfenen der Frau von Tschaikowsky erklärt: Es ist unmöglich, daß eine llebereinftimmung der Persönlichkeiten zwischen Frau von Tschaikowsky und der Großfürstin vorliegen kann. Indem wir uns nun auf alle diese Zeugenaussagen stützen, geben wir hiermit unserer festen Ueberzeugung Ausdruck, daß die Frau, die sich Frau v. Tschaikowsky nennt und zur Zeit in den Vereinigten Staaten lebt, nicht die Großfürstin Anastasia Nikolajewna i ft. Unterzeichnet ist diese Erklärung von sämtlichen Mitgliedern der Zarenfamilie. Sie Mer Witte von Rußland geftorven. Kopenhagen, 13.Oft. (TU.) Die Mutter des letzten, von den Bolschewiken ermordeten russischen Zaren Ä'ckolaus II., die Kaiserin Maria Feodorowna, Witwe des Zaren Alexander III., geborene Prinzessin Dagmar von Dänemark, ist im 81. Lebensjahr in ihrem dänischen Exil Hvidöre bei Kopenhagen gestorben. An ihrem Sterbebett wellten ihre älteste Tochter, di« Großfürstin Tenia und ihr Enkel Prinz Andreas. Maria Feodorowna ist das Schicksal zuteil geworden, ihre beiden Söhn«, Kaiser R i k o l a u s II. und den Großfürsten Michael, durch Mörderhand zu verlieren und, an der Stufe des Greisenalters stehend, den Zusammenbruch des Reiches zu erleben, das ihr in früher Jugend zur zweiten Heimat wurde. Ihre politische Rolle im kaiserlichen Rußland ist im allgemeinen Wohl stark überschätzt worden, wenngleich in ihr der Gedanke des absoluten Weltherrschertums bis zuletzt ein« starke Stütze fand. Ihr willensstarker Mann duldete auch von ihrer Seite keine Einmischung in die Staatsgeschäfte und ihr Sohn Nikolaus II. stand wohl zu sehr unter dem Einfluß seiner Gemahlin, als daß Spielraum für eine politische Betätigung der Mutter vorhanden gewesen wäre. Di« ausgesprochene Deutschfeindlichkeit der Zarin-Witwe leitete sich vom deutsch-dänischen Krieg 1864 her. Ihr Vater war der dänische König Christ i a n IX., der „Schwiegervater von Europa", ihre Schwester, die erst im vergangenen Jahre verstorbene Königin Alexandra von England, Gemahlin König Eduards VII., eine andere Schwester ist di« Herzogin von Cumberland in Gmunden, ein älterer Bruder war der König Georg I von Griechenland. Rach Ausbruch der bolschewistischen Revolution flüchtete sie aus der Krim durch Deutschland nach Dänemark und hat die letzten Jahre mit ihrer Tochter, der Großfürstin Olga, und einem Hofstaat von etwa 30 Personen in ihrer Villa Hvidöre bei Kopenhagen zugebracht. September 133,5 war, während der Index für Fertigfabrikate, also für das, was der Dauer kaufen muß, sich auf 140 bis 160, bei Texttlien und Schuhzeug auf nahezu 180 beläuft. Der Einzelhandel ist auf Gedeih und Verderben mit dem Grade der Wohlhabenheit der ganzen Bevölkerung verbunden, der Grad der Wohlhabenheit des Gesamtvolkes hängt aber entscheidend davon ab, dah der größte Erwerbszweig, die Landwirtschaft, nicht völlig verarmt. An den Detailhandel wie an das ganze deutsche Volk ist die Bitte zu richten, den inlän- dischenProduzenten den Vorzug zu geben. Die möglichst weitgehende Ernährung des deutschen Volkes aus den Erzeugnissen der deutschen Landwirtschaft ist für die Lebenshaltung und die Zukunft unseres Volkes vielleicht das w i ch t i g st e Problem. Die politischen Ziele des Stahlhelms. Düsterbergtz Kritik an der Außenpolitik. Halle, 14.Okt. (TU.) Auf einer Stahlhelmtagung, an der Prinz Oskar, der älteste Sohn des Kronprinzen, der Herzog von Koburg, General Matter, Graf von der Goltz, Admiral von Schröder, Admiral von Krosigk und Feldmarschall von Mackensen teilnahmen, sprach der Bundesführer, Oberstleutnant Düsterberg, über die politische Lage Das Ergebnis der Politik, die die Annäherung zwischen England und Frankreich verhindern sollte, sei die Wiederherstellung der Entente auf Grund eines englisch-französischen Geheimabkommens gewesen, während die deutlichen Annäherungsversuche Italiens, das heute eine große politische Macht darstelle, unbeachtet geblieben wären. Düsterberg warnte davor, daß sich Deutschland nun auch bei den neuen Verhandlungen über die Reparationsfrage in die von Frankreich ange« strebte a n t i a m e r i k a n i s ch e Front in der interalliierten Schuldenfrage drängen lasse. Die deutsche Politik habe die nationalen Kräfte nicht zu nuhen verstanden, sondern sie als lästige Ruhestörer bekämpft. Das sei eine Folge des parlamentarifchen Systems, das den Minister bei den Verhandlungen mit dem Feind ängstlich nach rückwärts auf die parlamentarische Mehrheit blicken ließe. Der Stahlhelm sei entschlossen, das Uebel an der Wurzel zu packen. Die Verstärkung der Macht des Reichspräsidenten sei aus Gründen einer starken Staatsführung notwendig. Wie notwendig die Aufhebung der Immunität hei Landesverrat sei, habe noch in den letzten Tagen die landesoerräterische Veröffentlichung eines um Jahre zurückliegenden gegenwärtig vollständig gegenstandslosen Vertrages der Reichswehr mit Rußland gezeigt. Reichsinnenminister Severina habe auf der Bundesversammlung des Reichsbanners in Hannover mit einer amtlichen Sabotage des Stahlhelm-Volks- begehrens gedroht. Gegenüber der Haltung der Deutschen Volkspartei wies Düsterberg darauf hin, daß in der Nationalversammlung von Weimar der Volksparteiler Dr. Heintze den übertriebenen Parlamentarismus der Weimarer Verfaß sung scharf getadelt habe. Uebdrparteilich und un« politisch im verwaschenen Sinne fei der Stahlhelm n i e gewesen. Die tiefgehenden Weltanschauungsgegensätze in unserem Volke ließen sich nicht durch eine Politik der mittleren Linie überkleistern. Im Zeichen des Stahlhelms schieden sich die Geister. Am Anfang des Jahres 1929 müsse der Stahlhelm zu seiner großen politischen Aktion fertig- stehen. Ziele despreußischenKonkordalS? Berlin, 13. Oft. ^TU.) Rach dem demokratischen Zeitungsdienst hat bei den Verhandlungen zwischen der Kurie und dem preußischen Staat die Kurie gewünscht, daß das bisherige Collegialstift Aachen in ein Bistum umgewandelt werden soll. Die sachliche Berechtigung dieser Umwandlung dürste kaum bestritten werden können, schon angesichts der Größe der Diözese Köln. Außerdem gingen gr- wisse Wünsche darauf hin, den Fürstbischofs von Breslau zum Erzbischofs zu machen. Die Schaffung eines Bistums Essen sei im Laufe der Verhandlungen zwar gefordert. di« Forderung sei jedoch abgelehnt worden. Bei der Frage der Vorbildung der Geistlichen spiele das collegium germani- cum in Rom eine Rolle, da die Kurie wünsche, daß eine Anzahl von Geistlichen, die in diesem Kollegium studiert haben, als Geistliche in Deutschland zugelassen werden sol-. len. Besonders gefährlich seien bei den Verhandlungen auch die Forderungen erschienen, die darauf hinausliefen, dah die katholische Kirche ein Mitbestimmungsrecht bei der Einsetzung von weltanschaulichen Professuren erhält. GchweresEisenbahnunglückinEnglan- London, 13. Oft. (TU.) In der Grafschaft Gloucesterfhire stieß heute vormittag 5.20 Uhr ein (3 ü t e r 3 u g in starkem Rebel in der Röhe von Stroub mit dem nach Bristol fahrenden Person e n z u g 3usammen. äuq bevor der Personen- zug Lharfield erreichte, sollte ein Güter3ug von der Hauptlinie nach einer Seitenlinie umrangiert werden. Der Lokomotivführer des Personen3uges erkannte die Gefahr zu spät und fuhr fast mit voller Kraft auf die Lokomotive des rangierenden Güter3uges auf. Beide Maschinen wurden vollkommen zerstört. Die Trümmer fingen sofort 5 e u e r und verbrannten bis auf die Metallteile. Die Katastrophe wurde noch dadurch vergrößert, daß der Güterzug Petroleum und Del mit sich führte, die sich bei den Zusammenstoß über die Trümmer ergossen und ebenfalls sofort Feuer fingen. Die Flammen waren so stark, daß jede Rettung für die unter den Trümmern liegenden Personen unmöglich war. Die Feuerwehr konnte sich erst später einen weg 311 den Opfern der Katastrophe schaffen. Bisher sind 11 Person en als vollkommen verkohlte und unerkennbare Leichen aus den Trümmern g e 3 0 g e n worden. Man vermutet jedoch, dah sich noch einige Arbeiter unter den Trümmern befinden. Von den 21 verletzten haben eine Anzahl so schwere Verletzungen erlitten, daß mit ihrem Aufkommen kaum zu rechnen ist. Die Weiterlage. AL nayen- ,8 0 Lond. löst- HZ Sonntag, d. 14. Okt. 1928, S"mg5. V *D „ Hör. \O 7 A-3 S ' (3) , fUparanddk-,' 0 (DWofXen!os.Q neuer amro otaecxt ®womiie»tdccii •Recnee & Graupein ■ NeDei K Grwitter.(Q)windst'iic.X» Richter Ost massige- Südsüdwest Q stürmischer nordweil ftle Pfeile fliegen mit dem winde Oie oo oen Stationen stenenden Za» len geoen die Temperatur an Die Limen «rO.ndeo Qrw eit glcitnc* •uf rteerasmveau umotrecBneteo Lultdrutfc ^c.rervo raussage. Der hohe Luftdruck Hal sich ostwärts ausgebreitet und nimmt zur Zeit Zentraleuropa mit in fein Bereich. Kaltluft und nächtliches Aufklaren brachte Mittel- und Süddeutschland Frost. München meldete h:ute morgen noch minus 5 Grad, Gießen minus 3 Grad. Lieber England lagert ein^ruaiallgcuiet, das auch unserem ^ez.rk wieder Temperaturanstieg und Riederschläge bringen dürste. Wettervoraussage für Dienstag: Bewölkungszunahme und Temperaturanstieg. Später Uebergang zu Aiederschlägen. Witterungsaussichten für Mittwoch: Wolliges Wetter, Temperaiuren -wi^cyen Tag und Rächt weiter mehr ausgeglichen. Einzeln« Niederschläge. Lufttemperaturen am 13. Oktober: mittags 6,9 Grad Celsius, abends — 0,3 Grad Celsius: am 14. Oktober: morgens —2,9 Grad Celsius. Maximum 7,2 Grad Celsius, Minimum — 5,5 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 13. Oktober: abends 6 Grad Celsius: am 14. Oktober: morgens 3,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8% Stunden. Wsr KK , h>3 bin.®!’« r,,n ein aV.Vt« £ fafcli&’S? *’Ä £ r'WtbS «-- 'ft1.'*»’? liefen ledvch ^.gesor. etiÄ‘{,' i>4 die Äuri1"'1'"1 A«I« M'LL ,nS'ü(fiitenjtj|1| der (BtaHdviff ? Awmb 101 Wkecho «( ^be°°rdtt Hnen. «n ©utequg Mnbo nink umranglen öes ^rfonenjages ei. laö fuhr W mii volle, l7 7' tanlh. Blaldjinen L D>e Itümmtt fingen nnlen bis auf die K. 'urde noch dadurch oei- I Petroleum und ’ bei den Zchmmensloh !n und ebenfalls fojorf uwmn waren so litt/, unter den Tthmm >ich war. Die Deg zu dm l^skrn der 1 sind 11 Person» bohlte und uuer- B den Trümmer» 'ermulef jedoch, daß sich en Irümmetn befinden. haben eine Anzahl jo daß mit ihrem rechnens. itrlage. K rtZ s5§2 ifessS 4UV»“ kausiage- ;b nu0 3 .«< ftSS# ®^T, «IJ OS' ,Ä#n$ v>° Aus der provinAt'alhauptstadi. Gießen, den 15. Oktober 1928. Abschluß der Gießener Ferienkurse. Am Samstag, 13. d. M., wurden die Siebener Ferienkurse zum Abschluß grbrachi. Dormittags kurz nach 11 Uhr versammelten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Leo» gangeS im Hörsaal des Botanischen Instituts, wo oct Kursleitcr, Pros. Dr. Küster. den letzten Vortrag hielt. Prof. Küster, der Botaniker der Ludoviciana, hatte em Thoma acwäylt. das s-inem Fachgebiet zwar nahe lag, zugleich aber auch, allgemeineres Interesse beanspruchend, darüber Hit» ausreichte: Deutsche Gartentunst und Oie ten> Wicklung der deutschen Kunstgärten. Er ging von den allgemeinen und vera^ichsweise bekannten Zusammenhängen zwischen K.mstübung aller Art und den Boden- und Klunavorhältnißen eines Landes aus. Bei uns in Deutschland sind, wie der Vortragende ausführte, die Bedingungen gerade für Gartenkunst am schlechtesten. In einer karten- mäßigen Darstellung mühte unser Gebiet etwa ziemlich genau diagonal aufgeteilt werden: der -Kcrboften ist im allgemeinen gartenfrei, der Süd- Westen gartenreich. Die erste große Dlüteze:1 der deutschen Gärten ist nach dem 30jährigen Kriege anzusehen. Die ffinttmdlung wurde nun im einzelnen mit einer Analyse der wichtigsten Kunstgärten an Hand von Lichtbildermaterial aufgezeigt: es wurden -. D. besprochen und in ihrer Qlnlaae entwickelt: Herrenhausen bei Han- neuer, Wilhelmshöhe, Schleißheim und Bymphen- bura, dw Münchener Schöpfungen Max Emanuels, ferner aus der Rhnngegend Brühl, Bonn und Mainz (die 1792 von den Franzosen zerstörte „Favorite"), In Bayern ist zunächst Würzburg zu nennen, wo der ursprüngliche Charakter eer Anlagen noch erhalten ist, und dann vor allem Veitshöchheim, des en Park mit geringen Mitteln zu restaurieren wäre. Ferner in Wien Belvedere (Prinz Eugen) und Schönbrunn (Fischer von Erlach), dann Schwetzingen und im Borden Sanssouci. 'Die Blüte der Dresdener Gartenkunst fällt in die Zeit Auausts des Starken (Zwinger). Eine zweite große Periode steht unter vorwiegend englischem Einfluß und bevorzugt den sogenann- len landschaftlichen Stil. Kassel, Sanssouci, Wörlitz und München (Englischer Garten) gehören in diese Entwicklung, die etwa mit den Anlagen des vrelscit'.gen Grafen Pückler-Muskau abzuschließen toore. In neuester Zeit werden die Fürstenschöpfungen durch öffentliche Anlagen 'Friedhöfe und Parks) verdrängt. Der Charakter des Gartens als eines städtebaulichen Faktors ist in der Gegenwart (Kassel, München) nicht zu unterschätzen. — Bach seinem mit lebhaftem Beifall aufgenom- menen Dortrage richtete Prof. Küster einige herzliche Worte des Abschieds an die Teilnehmer in den Ferienkurse, Worte des Dankes auch für bewiesenen Eifer, Aufmerksamkeit und den harmonischen Ton des Zusammenlebens; er gab lerner dem Wunsche Ausdruck, die Kursteilnehmer möchten die Deranstaltung und die Stadt Sieben in freundlicher Erinnerung behalten, und hoffe auf ein Wiedersehen bei noch stärkerer Be° ieiligung im nächsten Jahre. Die Kursteilnehmer dankten ihrerseits durch einen Sprecher aus ihrer Mitte für die reiche Anregung und Belehrung, die allen durch die Gießener Ferienkurse zuteil geworden seien, und würdigten insbesondere mit warmer Anerkennung die Bemühungen des Kursleiters Pros. Küster, die in jeder Hinsicht zu einem vollen Erfolge geführt haben. Reichsbahnflausen. Dor Tisch hörte stchs ganz leidlich an. Nicht wahr, die vierte Klasse verschwindet, wir haben nur noch eine Holzklasse, die künftig einmal geradezu sashionabel ausgestattet wird. Die erste Klasse verschwindet auch, abgefchen natürlich von einigen Zügen, in denen sie auf Grund internationaler Abmachungen bestehen bleiben muß. Der Deutsche der Zukunft fährt nur noch in zwei Klassen. In der Uebergangszeit wird es natürlich einige Schwierigkeiten geben, aber es wird nicht lange dauern, und dann ist alles in herrlichster Ordnung. Die Praxis sieht sich etwas anders an. Aufmerksame Beobachter haben festgestellt, daß die erste Klasse tatsächlich nicht verschwunden ist, sondern munter weiterbesteht. Man erzählt sich, daß alle l)-Züge von Berlin nach Hamburg, für die dock weiß Gott keine internationalen Abmachungen in Frage kommen, frisch-fröhlich die erste Klasse weiterführcn. Außerdem hat die Reichsbahnverwaltung eine nicht unerhebliche Zahl von b e s ch l e u - niaten Personenzügen zu — natürlich zuschlagpflichtigen — Eilzügen avancieren lassen. Die Reichsbahn hat ferner der fröhlichen Hoffnung Ausdruck gegeben, daß künftig Die zweite Klasse stärker als bisher benutzt wird. Das mag man ihr im Interesse ihrer Finanzen wünschen. Was aoer wird nun, wenn hier plötzlich ein Wagenmangel eintritt? Durch die Presse ging die Nachricht, daß die Reichsbahn in diesem Falle dazu übergehen würde, eine Anzahl der durchaus nicht sehr luxuriösen dritter Klasse Wagen in solche zweiter Klasse durch Auflegung von Polstern umzuwandeln. Ideal kann auch dieser Zustand nicht genannt werden. Die Oef- fenllichkeit ist nachgerade der Meinung geworden, daß die deutsche Reichsbahngesellschaft nach der Erhöhung ihrer Tarife auch einmal dazu übergehen könnte, etwas für die Bequemlichkeit der Reifenden zu tun, denn es geht nicht an, daß die jetzigen, wenig erquicklichen Zustände noch jahrelang auf das Konto Uebergangserschei- nungen gebucht werden. Bei aller Würdigung der finanziellen Schwierigkeiten der Deutschen Reichsbahngesellschaft, deren Belastungen durch die Dames- leistungen das deutsche Volk keinen Augenblick verkennen sollte, hat aber dasselbe deutsche Volk schließlich einen Anspruch daraus, künftig einigermaßen vequem zu reifen. Vor allem sollte man es vermeiden, die sicherlich doch vorausgesehe- n e n Uebergangsschwierigkeiien dem Publikum 00» Auenthalten, denn der stimmungsmäßige Rückschlag in der öffentlichen Meinung, der jetzt einzutreten droht, kann der Reichsbahngesellschaft nicht gerade angenehm (ein. Bornotizen. — Tagestalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Llnterwelt. — Astoria- Lichtspiele: Der Held der Arena. Daten für Dienstag, den 16. Oktober. Sonnenaufgang 6.25 Uhr, Sonnenuntergang 17.06 Uhr. — Mondaufgang 9.16 Uhr, Monduntergang 18.16 Uhr. 1456: Gründung der Universität Greifswald; — 1726: der Maler Daniel Chodowiecki in Danzig geboren (gestorben 1801); — 1856: der Dichter Oskar Wilde in Dublin geboren (gestorben 1900). • 211. Don der LandeS-llniversität Gießen. Studierende, die bereits hier immatrikuliert sind und ihre Studien hier fortsetzen wollen, haben sich auf dem Universitäts-Seire- tariat, Dismarckstrabe 22 (Zimmer 16), 2. Stock, anzmnelden, um die Ausweisiarte abstempeln zu lassen uni) ihre Wohnung anzugeben. Dies hat in der Zeit vom 15. Oktober bis zum 10. Bovem- der, vormittags von 9 bis 12 Uhr, zu geschehen. Anmeldungen zur Immatrikulation werden in der gleichen Zeit auf dem Sekretariat (Zimmer 9), 1. Stock, angenommen. Bach dem 10. Bovember werden Anmeldungen nur dann angenommen, wenn die Derspätung in genügender Weise entschuldigt wird. ’* Aufgehobene S t r a ß« u s v e r ru n - gen. Dom Oberhessischen Automobicklw' c B. (A. v. D.). Gießen, werden uns folg ndc aufgehobene Straßensperrungen mitee eilt: Gießen — Steinbach im Zuge der Straße Gießen—Lich ab 13. Oktober. Ortsdurchfahrt Groß korben bis zur Gehs; itze im Zuge der Straße Großkarben— Ilbenstadt ab 15. Oktober. ** Neuerung im öffentlichen Fernsprechverkehr. Das Reichspostministerium hat angeordnet, daß sämtliche öffentliche Fernsprechstellen und Fernsprechautomaten im ganzen Reich eine einheitliche Bezeichnung erhalten. In weithin sichtbaren roten Buchstaben auf weißem Feld wird ein Schild, das bei Dunkelheit beleuchtet werden kann, an den Fernsprechstellen angebracht, das die Bezeichnung trägt: „Oeffent- licher Fernsprecher." Darunter kommt ein kleineres Schild, das auch in jeder Fernsprechstelle zu finden sein wird, mit dem Text „Nimm Rücksicht auf Wartende, fasse dich kurz." *• Wohlfahrtslehrgang des Roten Kreuzes. Morgen vormittag 10 Uh, beginnt in der Aula der Universität der vom Roten Kreuz veranstaltete Lehrgang für Wohlfahrtspflege mit den ersten Dorträgen. Interessenten seien darauf besonders hingewiesen. ** Volkshochschule. Die Herbst- und Winterkurse der Dolkshochschule beginnen am Montag, 29. Oktober, 20 Uhr, in der Universität. Das Kursverzeichnis ist erschienen und wird kostenlos abgegeben. Siehe die Anzeige in heutiger Bummer. *f Ein schwererllnglücksfall ereignete sich gestern abend gegen 10 Uhr in Krofdorf, dicht am Eingang des Dorfes aus der Richtung von Gießen her. Dort stieß ein Motorrad, das von Willy Wagner, Krofdorf, gr'ührt wurde und auf dem als Mitfahrer der Fritz Emmerich aus Krofdorf saß, mit einem Iagdwagen zusammen. Bei dem Zusammenprall wurden die beiden Motorradler von ih.er Maschine geschleudert. Hierbei erlitt Wagner einen ilnter- schienkelbruch, während Emmerich mit einer schweren Gehirnerschütterung bewußtlos an der 11 n- glücksstelle liegen blieb und von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen noch ohne Besinnung nach der Gießener Klinik verbracht werden mußte. Die Insassen des durch den Anprall umgefallenen Wagens wurden weiter nicht verletzt. Pferd und Wagen blieben unbeschädigt. Wie wir heute früh hören, dürfte Emmerich einen schweren Schädelbruch davongetragen haben. Der bedauernswerte Mann ist zur Zeit noch bewußtlos. Dem anderen 3Wbtv radler geht es den llmständen entsprechend gut. " Kriegsbeschädigtentagung in Gieß en. Der Landesver and Ooerhessen ZentralrerbandeS deutscher K.iegsbeschädig.e: und Kriegshinterbliebener hält srinen diesjährigen Landesverbandstag am 28. Oktober in Gießen ab. In Verbindung damit soll eine öffentliche Kundgebung über d e Frage der Kriegsbeschädigten- und Hinterblie.enenvorsorgung ftatifinbcn. •• De r heutige Polizeibericht meldet: In der Bacht zum 14. d. M. wurde in der Krofdorfer Straße zum Nachteil eines Wirtes ein Kellereinbruch ausgesührt. Entwendet wurden 3 Literflafchen Weißwein. 4 Flaschen Sekt, 4 Krüge Steinhäger und 2 Liter Rum. In der Bacht zum 15. wurde in der Bleichstraße zum Nachteil der Firma Schade & Füilgrabe eine Erker^cheibe eingeschlagen und daraus einige Düchs-en Oelsardinen entwendet. Anscheinend ist hier die Tat mittels Eintretens mit dem Fuß ausgesührt worden. In der gleichen Nacht wurde. im Seltersweg ebenfalls eine Erkerscheibe ein» I geschlagen. Sachdienliche Mitteilungen, die zur ’ Ermittelung der Täter zweckmäßig find, nimmt die Kriminalpolizei entgegen. ** Aufgehobenes Paßvisum. Der Sicht- vcrmcr.sz r ang zw s e i Den schl nd uni) Spanien ist vom 15. d. M. ab aufgehoben. *• Auftrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 471 Ochsen, i 96 Bullen, 745 Kühe, 492 Färsen, 489 Kälber, I 104 Schafe, 5594 Schweine. ' Berliner Börse. Berlin, 15. Oft. (WTD. Funkspruch.) Im heutigen Frühverlehr bleibt die Tendenz abwartend. Geschäft konnte sich noch nicht entwickeln, so daß Kurse noch nicht zu hören sind. Am Devisenmarkt nennt man: Paris 124.23, gegen Mailand 92.62, Spanien 30.02, das Pfund 485, den Dollar 4.20 etwa. fr 7# < 1 um Unsere bedeutend vergrößerten Verkaufsräume im ersten Stock werden heute eröffnet und laden wir zur unverbindlichen Besichtigung höflichst ein. Anläßlich der Reichsporzellanwoche zeigen wir besonders schönes Zier- und Getrauchsporzellan und bitten um gefl. Beachtung unserer Schaufenster Porzellanhaus Löwer & Bechstein Neustadt 2—4 •101D !■ Drucksachen aller Art ■ = = »le Srübl'sche UniversttStr-vntckrrei, R. Lange, Sietzen. 5chnlftr. 7 = Wstm. Brandl = Sonn. möbl. Zimmer, = Lute Küche. TeL 1085. möbliert. Zimmer wl. au öerm. 072"i Cteiustratze 54 1. Möbl. Zimmer mit l ob. 2 Beiten u. cl. V: a. verni. 07286 Marktplatz 7. Bekanntmachung. Unter Zugrundelegung der Reichsver- dingungsordnung sollen die nachstehend aufgeführten Arbeiten für den Bühnenbau auf der Liebigshöhe vergeben werden: i. Erd- und Maurerarbeiten. 2. Zimmerarbeiten. 9105V 3. Dachdeckerarbeiten. Die Unterlagen liegen bei uns offen. An- aebotsformulare sind daselbst zu haben. Die Angebote sind verschlossen, oersieaelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum (Eröffnungstermin Donnerslag, den 18. Oktober 19a vormittag» 10 Uhr bei uns einzureichen. Zufchlagsfrtzl drei Wochen. Gießen, den 13. Oktober 1928. Städtisches Hochbauamt: O r a p e r t. Donnerstag, den 18. Oktober lasten die Erben deL verstorbenen Christ. Kraft in Ovenhausen (Haltestelle Frte- delhaufen), von vormittags 9 Uhr an 2 Kühe. 1 Wagen und sonstige Gerate sowie Heu und Stroh öffentlich gegen bare Zahlung versteigern. Wagner, Ortsgerichtsoorsteher. Schönes, flr„ möbl. Zimmer in mit. Hanse, ei. L., UeiAb- Tel. i. Hanse, an sol., anft. Herrn f. fof. ob. spät, ah verm. Zn erfr. in d.Gefchst. d. Gteh.AnA. U/289 M «Miene» Zimmer für sofort zu ver- mieicn 91U2D Selleistneg 521. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Wohn-u.Scblalzimmer f. aut möbl.. i. flul.H. fof. f. lob.2Geb.'Herf. zu uerm, • otL 3 Zim. n. Küchenbenutzunfl. Schr.Anfleb. u. 07295 an den Gieß. Anz. IIIIIIIIIIIIIIIIWIIIIIII11IIIIIW Mietgesuche | Eni. Zier gesucht. Schr. Anqeb. u. 07285 a. d. Gieß. Anzeiger Suche für sofort für meinSve-talflefchäft jüngeres Fräulein mit guten Umgangs- formen u. ans achtbarer iyamiltc, das sich für den Verkauf eignet. Schrtfil. Bewerbungen mit Ge- baliSanspr. u. 9099D an den Gieß. Anz. Junges Wen bas sich tm Haushalt auSbilbcn will, als MMkl flesukbt. Offenen an Pension (Würger 6 of. Mesvlmn. Taimnsur. 11 (|,nMn •••••eeeeeee Für meinen kleinen Haushalt (2 Verf.l ein braves [U7290 JiMiiiöWeil für tagsüber gesucht. 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Zvi Ul And Wien zlch W, bann Realer mit Ha aljo. zweite ■ Wr, die Sjtt. Der e d'n und her" ly« und in prellen" - ^Nbidc e tz-» Sfiji Punkt) ^UNgstzA ^bischen ot lii Ä1.*?** ®iÄBe" ÄS lb< Bezirksverein Nord-Ost Kietzen Donnerstag, den 18. Oktober 1928, abends 8.30 Uhr, Im Caf6 Leib öiull. Versammlung KommunaleNordostForderungen Alle, die an dem Auf' und Ausbau dieses Stadtteiles Interesse haben, werden hierzu herzlich eingeladen. Ol'lßD Kühler regulär gestrickt reine Wolle Westen 8 Sweater Anzüge Kleidchen Refonnhosen dleideale.gesün- ___H deste Kleidung ^£6 B O1H Otl in grob. Auswahl WlfilVllBVll Modehaus 81/01 Belacht die Handels- sohnle Kanzelmann! 3m Eigenheim wohnen Sie billiger alS zur Miere. Wirtschaftshilfe Frankfurt a. M., Bezirksdtrcktion MtM ©fehl«. Marburger Str. 22. Damen* Regenschirm u. fttiivaue Vcbcc« tafdie nut Inhalt auf der Hardt verloren. VlbAimcb. u7,'r Südanlage 11 I. Mittwock». 17. Oft* nbendS 8Vn Uhr, int Clublokal „Bayer. Hoi": Ordentliche Generalversammlung. 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Int.-Regiments, unter Leitung des Obermusikmeistera Wilhelm Löber Karten im Musikhaus E.Challier, Neuenweg 9. und an der Abendkasse Nftheros siehe Plakate «ts» Soll. Vollheringe 0.15,0.20 AeuesAilderSauerttaut0.25 Sardellen und Sardinen 89/1D LMSchulboß Marktstrafie 4 Eingang Burggraben Tel. 449 u. 1289 Lieferung frei Saus Lichtspielhaus Bahnholstrabe 34 Heute Premiere Heute CUVE BROOK u. GEORGE BfflCROFTÄ EVELYn BRETIT D LARRrsEmon 1 EINE HECTOR ■njR‘^1 PROOUKTTON Der größte Kriminal- und Sensationsfilm aller Zeiten in acht spannenden Akten. Wahre Begebenheiten aus der Verbrecherwelt In Chikago, unter persönlicher Mitwirkung der gesamten Chikagoer Polizeibehörde. Ferner das erstklassige Beiprogramm Sowie: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt Dieses Programm bleibt bis einschließlich Donnerstag auf dem Spielplan. Verstärktes Orchester! Gewöhnliche Eintrittspreise! Ab Freitags Pat u. 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C. der Hassia Stoben ig28 Frey lck Alsfeld ler'uarmstadt Rd« Herrn hysiol Institut Oktober 1925 ^mmer, Ober- il statte Düsseldorf Ia6 des Herrn «Frauenklinik willkommen! (3m Eigenhm wohnen 90$) D Ito bet hei Eie billig all zur Meie. Wirtschaft,hUst Frankfurt a. M., 6t|itl#Mtc!tton Wtta. fflotbutfler Sir. L / Damen- ' Regenschirm u. lchwarze ticdcr- takbt m\v (au\ btx $)(\xbt ücv \oxtn. tlbwneb. i'r! \ Subanloo? 111. r\ Vereine s US 106 i- n. ich 8 US. der itail- nng ober uen- IS Jbr .20 25 nd 'N n uN' Md. loUen, Alter unter Iril« Bileliknri' lürllliiHUiehill „eüiliieigir" i DimenibUl U| , V. 6HB11 er Heute 'M Wederbc-i«- btt Rane.___M uoniy;j-nflioit :ZV- ZM M wünAr M'VÄ'ub^!! ubenSö Hoi": Ctbcntli®e ,/id Genera!- - »«iammW 1 8tl»««gS |W ..d Der Serwi l-SHlr,r W M MM M iiilze Nr.243 Zweiter Blatt — ■ nii i nviin..■iiiie 1111.....«ei nir-.-j—i Bulgarische Gedentiage Das Jahr 1928 ist für Bulgarien ein Jahr »der Jubiläen, ein Jahr der Erinnerung und der Sammlung. Am 5. Oktober waren es zwanzig Jahre her, daß der damalige Fürst Ferdinand von Bulgarien eine Proklamation erließ, in der er das Vasallenverhältnis Ostrumeliens ‘ aut Türkei löste und sich zum König des g e - «einten Bulgarien erklärte. Gleichzeitig wei- a-erle sich Bulgarien, die Scptemberquote des für Ostrumetien schuldigen Tributes an die Hohe Morte zu zahlen. Als Antwort rüstete man in Konstantinopel zum Kriege, und türkische Truppen nückten an die bulgarische Grenze. Fast gleich- ,«itig mit der Königserklärung richtete Oester- «ich-llngarn ein kaiserliches Handschreiben an die Mächte, in dem die Annexion Bosniens und der Herzegowina ausge- 'prochen wurde. Es fehlte wenig, so wäre der Weltkrieg, anstatt erst 1914, schon 1938 aus- q-cbrvchen, aber England war noch schwankend. Der englische Botschafter in Petersburg, Sic Arthur Ricolsvn, konnte dem zum Kriege drän- | «enden Iswolsky keine blutenden Erklärungen «eben. Dor allem aber muhte der russische Kciegs- iMinister General Rüdiger rn einer Geheim- fi.tzung der Duma zugeoen, dah Rußland nach ter Riederlage in der Mandschurei im Jahre 1904 noch nicht zu einem neuen großen Kriege gerüstet sei. Rußland vermittelte im Streit zwischen Bul- «crlen und der Türkei. Durch Austausch dec Kriegsentschädigung, die Rußland noch aus dem russisch-türkischen Kriege vom Jahre 1876 zu bekommen hatte, gegen den Tribut, den Bulgarien ar das Osmanische Reich abführen muhte, wurde Öen bulgarisch-türkischen Konflikt die Spitze abgebrochen. Da gleichzeitig die Botschafter der lVcoßmachte sowohl in Petersburg als auch in Konstantinopel Dorstellungen machten, und da bfie Königsvroklaimation zuerst in Wien und in Berlin anerkannt wurde, und bald auch die Enteren Großmächte zustimmten, so gelang es schließlich auch, den russischen Widerstand zu imechen. Obwohl König Ferdinand in Petersburg wich nicht anerkannt worden war, nahm er die Gelegenheit des plötzlichen Totes des Großfürsten Wladimir wahr, um am Zarenhofe zu erscheinen. Nikolaus II. erteilte den Befehl, ihn mit dem Titel „Majestät" zu begrüßen, und dadurch war öer Konflikt, wenn auch nicht de jure, so doch de facto gelöst. Bulgarien begeht in diesem Jahre auch das »nszigjährige Jubiläum a l s selb- ; d Lndiger Staat. Der russisch-türkische Krieg hatte es vom türkischen Joch befreit, und Zar Mexänder II. gilt noch heute in Bulgarien als •J öec Befreier. Cs begeht auch den tausend- Ljcihrigen Gedenktag der G ründung .Ades bulgarischen Zartums, das in der beschichte von Byzanz eine Rolle spielte: indessen hier mögen die historischen Zahlen ungenau sein. ' Bon allen Staaten, die im Weltkriege unterlagen, ift Bulgarien der einzige, der seine Dynastie ter K vburger aus der Katastrophe rettete. König Ferdinand mußte zwar abdanken, um schwere Verwicklungen zu vermeiden, aber er konnte den Thron seinem Sohn Boris überlassen, und leit die kommunistisch verseuchte Diktatur Stam- brüijskis gestürzt wurde, droht der Monarchie in Bulgarien keine Gefahr mehr. Wie alle im Kriege unterlegenen Staaten ist auch Bulgarien blühen- bet Landstriche in Mazedonien beraubt nyorten. Die Bulgarien geschlagenen Wunden sind iricht vernarbt. Im neuen Kabinett Ljaptschew, i)Os aus ter letzten Ministerkrise hervocging, sind die Promazedonier in der Person des Kriegs- ninisters Wolkow in der Reg'.erung verblieben. bedeutet, daß zu einer E.nigung mit Jugoslawien, und somit zu einer Befriedung des Bal- Gießener GtaVttheater. „Die Tollarprinzessin". „Dollarprinzessin": Märchen aus uralten Zei- ten, erfolgreichste Operette ter Vorkriegszeit. Wie lang das schon her ist. Aber man begreift diesen Srfolg auch heute noch, obwohl heute die em* jache Dorstellung „Amerika" nicht mehr die glleiche Sensation bedeutet wie damals, und ob- w»»hl eine Schreibmaschine für uns ein durchaus allltägliches Möbel geworden ist. Der Text von Willner und Grünbaum genau so blöd und unmöglich, wie bei den mdften Operetten. Aber auf den Text kommt es nicht an. Sondern auf die Musik. Die ist von Sa l L Und der verstaixd sein Geschäft. Seine Delodven ziehen noch heute. Es hätte nicht viel gefehlt, dann hätte ün zweiten Akt das ganze Theater mit Mann und Maus mitgesungen. M also. Der zweite Akt macht es. Er hat die beiden Dchlager, die damals durch ganz Deutschland misten. Der eine — „Wir tanzen Ringelreihen h'm und her" — ist schmissig, gefällig, sangbar, lanzbar und in zahllosen Variationen zu wieder- h ölen. Der andere — „Das find die Dollar- p ^nuessen" — besteht aus lauter Schmalz, ater d ie faustdicke Sentimentalität schmeißt das ganze Parkett um. Höchste Zeit, daß der Dorhang füll, sonst wären die Taschentücher gezückt worden. Solange man also einer modernen Operette n.cht ganz sicher ist (wie nämlich das Publikum darauf reagiert, und das ist doch der springende Punkt) —, solange ist es immer noch am testen, man holt sich eine alte aus dem Kasten von schätzungsweise 1910 und klopft ihr den Staub erin bischen ab. llnb frisiert sie auf neu, wie ter Oberregisseur Wiesner das gemacht hat mit einigen Text» m tuschen, einigen Charlestonschwenkungen. mit b-iel Ausstattung (Dekoration von Lö ff le r), einem lila Scheinwerfer im rechten Augenblick (Beleuchtung von Keim) und einer tatet» las gebimsten Gruppenkvtonne von acht hübschen Ei cis (Tanzregle: Klüfer). Einfach unwiter- li chtich. Applaus auf offener Szene nebst entsprechenden Wiederholungen. Der Kapellmeister Harder hielt seine Leute ftraff beisammen und hotte alles aus ter dankbaren, manchmal über Operettenmaß breit instru- inentierten Partitur heraus. Es klappte sehr kchön. (Rur die Souffleuse war gelegentlich etwas laut.) Gisa Bergmann hatte als milliartengeseg- n-irb für die Dm '"«legi, um bei de 1Kd wn Zeugen i r1w ■ Tlüfej, Ql & yt um « iM > da •^5 »le 5 esseg. r brr Schupobeamte Kreis Wetzlar. ifZk—Dahnhofstraße) umgeschaltet Gleichzeitig sixen die vorhandenen elektrischen Anschluß- i i !e zur Ablieferung und werden durch das ■■■■•■EEÜEB C3i:ixia zu 2 Vs Jahren Gefängnis Der» der ctpifl, der immer a tittoiü worden war. Das Landgericht Limburg « rih mi&uumb« a SBti für die Dauer des Prozesses nach Wetzlar vwLest, um bei dem immerhin bedeutenden Appa- . JU J cm t*>n Zeugen und Sachverständigen Kosten zu f tiS 7--=------—---- Selb fallt tom Simmel Starkenburg. Darmstadt, 15. Ott. 3n der graul» gab t H'sreundetenVMm dann kam der W 5 Kreis Alsfeld. |t| Romberg a. d. Ohm, 14. Ott. Zu dem Be- M des «--Mitarbeiters au* Homberg a. d. Ohm, Hü Oktober, im 2. Blatt des „Gieß. Anz." vom k höhere Svannung dem Stromabnehmer kei- rlort Kosten erwachsen dürften. «AS; |Ur stelle ■ ts °uf nahm,1, V°n Sߣn Merit,. ^dyerde DDrfff(„aus tg . fttDt^ Hhr,be'' ’m ©efnh, । lumm ff 4.^6 sich v 1 Dttob». ertönte k m* ff'iprs ff; nii rv„. . .. . I Meinen ine Entrüstung aus. Die unbeschränite Zu- ' . der Obstwirtfchasts stelle seitens der Pro- “■/.ff1UWimflraßemDcrtoaltung wurde sehr bemängelt. SÄM-ei^caii früher stattgehabten O b st v e r st e i g e - Bßtl1 gderStadtHomberga. Ohm war die ff xuditmk! LOi'srtelle Luckau auch zugelas en. ihr Vertreter tzlemdrutz am vch ; aber wegen dauernden rücksichtslo'en Kaufs mrd M dabei zur Psnt die drohende Haltung der Hornberger Stei- rnbruch nach „«rr. die Versteigerung zu verlassen, zum Auf- n DtlmmgämMm 3» ßöiMi und Weggehen gezwungen. tr tyreii pw Äubilmete nach der Stadt zu bv: n Schaftveidrn iber und ®runctoa’. lieber zu ten gleichen I USA. Wetzlar, 14. Ott. Wie bereits be» Ser urrite-t, brzrnnt am Dienstag der Berufungs- ti*n Pächter 1500 gegen den ehemaligen Kassierer der nfung ber^oprS* C2>.\te& Fräulein Kraft wurde in m Herstellung sii-^x r v e rl e tz t em Zustande ins Kranken» e_ öu i. gebracht. Der Grund der Tat soll in Saugehuwe Bnrb borc - . [ärten Liebesangelager.h iten zu suchrn sein, so lange, bis ine aß Preußen. iptc ~ “u® 5ito , ! Ul ^rlandwert für die neue Spannung umgear» , "k I Isst. Die Kosten für die Auswechslung der - J«ii° uff ft'•fiGIarnpen sind mit Zustimmung des Provin- n^r (in ÄoTv ff IWLlisschusses den Stromabnehmern auferlegt. • c Ipit Ijerbtiaffff !Vr Dorzugspreis in Höhe von 1 Mk. für jede 'egen unter Öeifim . ' ßr ^wechselnde Glühbirne wird von dem kleinen l| Ob st Versteigerung am 9, Oktober an /yl6clL 56t Provinzialstraße Homberg—Dannerod war Ott Mit Itzt sigentliche Fortsetzung der am 33. September "5adftüd)tc;6 ütfltfz Streitigkeiten zwischen zwei Obstaufkäu- ^uch diese Emir ist t™ DDn Großen Buseck und Luckau abgebroche- usgesMn. 3it 16™ 'w versteigerung, wo noch etwa Vs der Ernte t ist nunmehr fei 2 iliktg blieb. Die Versteigerung begann bei Baum kellcnweise treten IBS ®n Hochbehälter der Arbeiterkolonie Reu- ftarf auf dass SJ ' Michstein. Es waren etwa 25 Steigerer er» imphina Gilt IWeiwn, darunter ein Obstaufkäufer der Obst- trotz der schr «rK Haftsstelle des Kreises Luckau (Aieder- ine Hadifran, i8c.fb). zur Zeit in Homberg. Aachdem Steigerer » nach ffff Aäume angeboten hatten, bot der Aufkäufer iiten gehören. 6t> ff' rer- keinem Angebot „unb zwanzig Pfennig" fast titoMtlx-Jtpiftwmff' Üfczunb auf jeden Baum. Dadurch war es ärme- ein Gebot aff ff eBr S€dten und Selbstvrrbrauchern von Aepfel- unter den (Wirten) gänzlich unmöglich, ihren Bedarf * ZÄ zu erhalten, da über 3/4 des Obstes von >er TBiEuL 6k? Aufkäufer erworben wurde. Di:ses ruck.ichts- ** ® tn)1™n I ö: TAufkausen löste bei den meisten Anwe enden CTh be* #2? >kitiDint>ifl!ett in der Stadt Grunberg be- ’^rht der Gemeinderat. dah von einem Ein- I Atn-tzrastenverkehr abgesehen werden soll. Das Prsamt Giehen soll aebcten werden, dast in । Arnberg, dem Vorschläge der Polizeiverord- •erfl entsprecherrd, für Kraftfahrzeuge eine Oe» Ur indigkeit von 15 Kilometer festgesetzt wird. - Den Landwirten von Grünberg wird ..uT' ;fc Standgeld und die Gebühr für Ur» -- ff >:? angszeug nisse beim Auftriebe von 3 Hublik ff-'S ikvieh und Schweinen auf den hiesigen Vieh» °"t- gerettet'^" u »r|,cn erlassen. !Vr 5la'nrÄnb'” Kreis Budi. gen. Irtö'ff und bif ,T Aid da, 14. Olt. Aachdem im Laufe dieses »Wen Um. eine größere Zahl von Ortsnetzen v(B Pas ilebcrlanbtoerl Oberhessen und einen F luirubb der A. E. G. umgebaut wurden, tito jetzt mit der ülmschaltung dieser in- |m3gefet)len Ortsnetze a us erhöhte Span- f ng begonnen. 3m Laufe der beginnenden Me wird hier der erste Straßenzug (Bismarck- f^oman von Paul Enderling. ; jB-arum kommen Mhmen Sie an, Hiaenlt habe." Nachdruck verboten. Sie erst heute damit?" daß ich den Raub erst heute ter Araber noch «j* rÄem Id««6?»»% «5 J nm eu.vu. e-, Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. HS.8i.rtl.B-n» ..... „. M so." Blinsky zog seine Brieftasche und ent- penr- Mta ipu^' « ihr einen Schein, den er auf den Tisch warf, (»nen voi4!8ltit, quittieren." •w Detektiv steckte den Schein sofort in seine n9n^ acw M JWivsche und quittierte. Sein Interesse wuchs. Sr ac'^ca'n;fl2 ' E«imchte sich um eine große Sache handeln. . Mt I* ijn welchem Hause bat der Raub stattgefunden, $ in di« ? ;fir£ic aiöe'1’ ich fragen darf?" ibn mlt ■ _.ffi"der zauderte Blinsky. „Es ist wohl nötig, daß J,Mg M' .' ®IÄ tol9 wissen", sagte er nachdenklich. .r!>crwun6cu ftiirb „..Mrbings", höhnte Kiewening, über soviel An- und fcdjaft lächelnd. zwn - an einem Hause der Altstadt, nicht weit von der >-2 V 0b-re Flubstr-b-.- iil & Mnmer?" St Ai • <ä»& eui. „ murt) baä ® Jas kommt vor, gewiß. Namentlich, wenn m seiner H- "lm oiel uerreift Aber Sie müssen zugeben, daß ' Dändr W si"stim dieser Zeit die besten Spuren verwischt haben gegen li'binen." te ,-puren sind keine da. Der Verbrecher muß mit r daran hMchuhen gearbeitet haben." El den - n ' ü^zoening lächelte geringschätzig. „Es wären lieber 6fln$ 'c^n Spuren zu finden gewesen. Diese Herren >vn Lorwnri sc dhAKen bisweilen bei ihrer anstrengenden Tätig- «y. Zachen, 0« i^el* S^2’"ickst geschwitzt, verlassen Sie sich ber^t^K -Hin was für Papiere handelt es sich?" ohnmächh^ ..Msky zögerte. „Das ist hier gleichgültig." meiner .Bitte, Ich muß alles wissen, wenn ich erfolgreich on«sanii, fliuk’ifen soll." über & Jlffin", entgegnete der andere schroff. „Das müs- lich s°ikSie nidjC' Alle Üctnening zündete seinen ausgegangenen Zi- k> l^rci Pummel wieder an. So fand er seine Ruhe niäoe:r und bemerkte augenzwinkernd: „Wollen wir bipt erst die Frage des Vorschusses erörtern?" sparen. Man rechnet mit einer Prozeßdauer von vier Tagen. Tillkreis. WSA. D i l l e n b u rg. 14. Ott. 3n dem benachbarten Dorfe Sechshelden fielen in der vergangenen Aacht einem Großfeuer fünf Scheunen zum Opfer. Da Verdacht der Brandstiftung bcri ht w rda die Limburger CtaatSanwallschafi noch in der Aacht benachrichtigt, die sich sofort im Kraftwagen an die Brandstelle begab und bis zum h.uiigen 2lbcnd umfangreiche Ermittlungen vornahm. Mairraau. WSN. Frankfurt a. M., 13. Oktober. Heute um 18.17 Uhr wurde bei der Begegnung des Personenzuges 781 mit dem O°Zug 28a zwischen Groß-Karben und Okarben eine offen- stehende Tür des Persone nzuges 781 a b e r i f f e n. Bis jetzt konnte nicht festgestellt werden, ob die Tür sich selbst öffnete, ober geöffnet würbe. Ein 12jähriger Junge erlitt durch Glas- splitter leichte Kopverletzungen. Kreis Limburg. Lpd. Limburg, 13. Oft Ein im Alter von 12 3ähren stehendes M v dchen kam dem Herdfeuer zu nahe. Die Kleider singen Feuer und das Kind wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wo es unter großen Qualen starb. Forderungen der süddeutschen Landwirtschaft. WSA. Darmstadt, 13. Oft Auf der hier abgehaltenen Konferenz der süddeutschen Landwirtschaftskammern wurde eine Entschließung zur allgemeinen Lage der Landwirtschaft gefaßt, die u. a. besogt: ^Die anhaltend ernste Wirtschaftslage der sSxnbtoiit» schast veranlaßt die süddeutschen Landwirtsch<»ftS. lanuncm, die Aeichs- und Landesregierungen aus den drohenden Zusammenbruch vieler Betriebe hrnzuweisen und baldige wirksame Abhilfe zu fordern. DaS Mißverhältnis der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Bedarfsartikel, die ständig steigenden Steuern und sozialen Lasten inti> die mißlichen Arbeitsverhältnisse müssen zwangsläufig zum Auin unserer landwirtschaftlichen Betriebe führen. Wir halten es für untere Pflicht, in ernsteter Stunde auf die Unhaltbar feit der jetzigen wirtschaftlichen Zustande der Landwirtschast und aus die im Hintergrund stehenden Gefahren mit größtem Aachdruck bin* zuweisen und die Aeichsregicrung auf die ernsten Folgen aufmerksam zu machen, die mit einer weiteren Verschleppung von wirlscunen Abhilfe- lnaßnahmen verbunden wären." Ferner wurde eine Entschließung zur Durchführung des l a nd- w i r t s ch a s t l i ch e n A o t p r o g r a m rn s gefaßt, in der eine beschleunigte Abwicklung des Aotprogramms, insonderh.nl zur Verbesserung der Produltions- und Absatzverhältnlsse, sowie weitere Mittel aus den kommenden AeichSetats zur Fortsührung dieser Maßnahmen gefordert werden. In einer Entschließung zu dem Entwurf eines Gesetzes über den endgültigen Reichswirtschaftsrat vertreten die süddeutschen Landwirtschastskammern den Stand- punlt. daß sowohl in der bisherigen Zusammensetzung, als auch in der des neuen Gesetzentwurfs den berechtigten Interessen der Landwirtschaft zum größten Teil nicht Rechnung getragen wird. Die Landwirtschaft müsse angesichts der Produktionsbedeutung der deutschen Landwirtschast innerhalb der deutschen Volkswirtschaft die Mindestforderung stellen, daß chr einDrittel derSitze im endgültigen ReichS- wirtschastsrat zugeteilt werden. Tumen, Sport und Spiel. Die deutschen Olympiasieger f beim Reichspräsidenten. Zu Ehren der deutschen Olympiasieger fand am Samstag im Han"e des Reichspräsidenten en Tee Empscnz statt, zu dem sämtliche deutschen Preisträger der dies- jährigeir Olympiade, der Reichskairzler, der Reichswehrminister und der Reichsminister des Innern, der deutsche Gesandte im Haag, Graf Zech, die Vertreter der beteiüq'en Ressorts, der Vorstand des Deutschen ReichZausschusses für Leibesübungen und der Deutsche Olympi che Ausschuß geladen waren. Aachdem der Herr Reichspräsident die Vorstellung der Sieger und Siegerinnen entgegengenommen hatte, dantte dec Vorsitzende des DRA., Staatssekretär a. D. Dr. 2c» Wald, dem Herrn Reichspräsidenten für die Einladung. Der Herr Reichspräsident erwiderte hierauf, daß es ihm ein? besonde e Freude bereite, die Olympiasieger und -siegerinnen zu sehen und ihnen persönlich seine Glückwünsche aussprechen zu können. Die großen Erfolge, die die deutsche Olympiamannschaft in Amsterdam errungen hat, fanden im deutschen Volke freudigen Widerhall, und er sprach namens des Reichs Dank und Anerkennung den Olympiakämpfern und dem Deutschen Olympischen 2IuS- schuh, sowie dem Vorstand des Deutschen Reichs- ausschusfes für die Arleit der Vorbercilung und Durchführung der deutschen Beteiligung an der diesjährigen Ol-mpiade aus. Den ersten Siegern und Siegerinnen überreichte dann der Reichspräsident mit herzlichem Handschlag die Ehren- Plakette der Reichsregierung. Diese erhielten: Frhr. v. Langen, Ober.t. Kahl, Hensel, Helbig, Straßberger, Leucht, Frl. Ma , er, Moesch- ter, Müller, Frl. Schrader, Erich Rademacher, Frau Radke, Engelhard und Hirschfeld. Im Anschluß hieran vereinigten sich die Teilnehmer an dem Empfang zu zwanglosen Gruppen und verblieben noch längere Zeit in angeregter Unterhaltung, wobei der Reichspräsident Gelegenheit nahm, die deutschen Sporlslerile persönlich näher kennenzulernen. Lahnfeier in der Walhalla. In der Walhalla bei Regerrsburg wurde gestern die Düste Friedrich Ludwig Jahns feierlich enthüllt. Auf den breiten Steinstufen zur Walhalla hatten bei Beginn des Festaktes Abordnungen der Sumer und Studenten mit ihren Fahnen Ausstellung genommen. Mit Fanfarenttängen wurde die Feier eingeleitet. Unter dem weihevollen Gesang der Sängerriegen des Bayerischen Turneroundeö zogen die Ehrengäste, an ihrer Spitze Ministerpräsident Dr. Held, in den Marmorprachtbau ein, wo sie vor der Düste Jahns Kränze niederlegten. Unter den Ehrengästen befanden sich der Vertreter der Reichsregierung, Gesandter v. Han iel, für die preußische Regierung Minister a. D. Denk, für den Reichstag Vizepräsident v. K a r d o r f f, die Vertreter der Länder und die führenden Persönlichkeiten des deutschen Tum- und Sportwesens, darunter auch Führer der Turnerschaft Oesterreichs unb der Tschechoslowakei. Aach Ansprachen des Kultusministers Dr. Goldenberger, des Iusttzrats Dr. Fritz Thoma, München, und des Professors Dr. Oskar Berger, Berlin, deS ersten Vorsitzenden der Deutschen Turnerschast, wurde die überwältigende Feier mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Iahnmarsches geschlossen. Fußball-LMkü'mpse in Gießen. Das gestrige Lokaltreffen der L i g a m a n n- schaften der Spielvereinigung 1900 Gießen und des D. f. D. Gießen endete mit dem Ergebnis von 1:0 (Halbzeit 0:0) für V. f. B. Das Spiel der Ligareserven schloß mit 3:2 für D. f. B. AäHeren Bericht werden wir morgen bringen. Äm den D.F.B.-Pokal. Die gestrige Vorrunde um den Pokal des Deut« scheu Fußball-Bundes brachte folgende Ergebnisse: In Stettin wurden die Vertreter des Balten- Verbandes von Westdeutschland mit 6:1 (2:1) leicht geschlagen. Die Basten konnten nur teilweise gefallen und waren nie imstande, Westdeutschland zum Letzten zu zwingen. Der Pokalverteidiger Südostdeutschland mußte sich in Frank- furt a. M. ebenfalls überlegen von den Süddeutschen mit 5:1 (2:0) als geschlagen bekennen. Das Resultat dieses Spieles entspricht vollauf dem Spielverlauf: die Leistungen der Südostdeutschen befriedigten wenig, während auch Süddeutschland „Nummer sieben. Zweiter Stock. Hinterhaus. Es ist dort eine Lichtpausanstalt, wo auch künstlerische Steindrucke gemacht werden. Nach einer neuen Erfindung. Es handelt sich übrigens mehr um Experimente." „Breite Lichtfenster also?" Blinsky bestätigte überrascht. „Mit Vorhängen?" „Natürlich." „Gs handelt sich nämlich darum, Herr Brod, ob die Wohnung von einer andern Stelle einzusehen ist. Sie wißen ja, daß die unterschiedlichen Höhenlagen unserer Straßen das bisweilen ermöglichen." „Eine gute Bemerkung." Es klang wie: du bist gar nicht so dumm, wie du aussiehst. „Geben Sie einen Stadtplan her. Da Sie die Stadt sicher besser kennen als ich, müssen Sie überlegen, von wo das Haus eingeseyen werden kann." Kiewening holte die Karte, breüete sie aus und fuhr mit einem unsaubern Zeigefinger vis zur oberen Flußstraße, wo er stehenblieo. „Nummer sieben kann eigentlich nur von der Kaiserstraße eingesehen werden, etwa von dem Warenhaus aus ober einem Bureau. Wohnungen sind ja dort keine. Allerdings auch hier vom Arbeitsamt der Schmelzstraße. Es ist das höchste Gebäude der Gegend und dem Warenhaus zum Teil vorgelagert/ „Schon. Dann hätten wir ja eine Spur." „Tausend, mein Herr. Seiner. Wer verkehrt nicht alles in einem Warenhaus und einem Arbeitsamt?" „Es kann sich nicht um einen zufälligen Einblick handeln. Der Täter muß die Gelegenhest genau geprüft haben." „Vielleicht. Haben Sie die Kriminalpolizei benachrichtigt?" „Nein", antwortete Blinsky schnell. „Ich wünsche auch nicht, daß das geschieht." In dem Gesichl, seine Worte erklären zu müssen, setzte er hinzu: ,Lch halte nicht zuviel von ihr." „Bravo!" schrie Kiewening. „Sie sind mein Mann. Sie sind vor die richtige Schmiede gekommen. Wir haben Fälle entdeckt, Fälle, wissen Sie! Da war hier eine alte Dame ... Blinsky schnitt die Geschichte mit einer energischen Handbewegung ab. „Interessiert mich nicht. Bleiben wir bei der Sache. Es handelt sich für mich nur darum, wer an jenem Mittwoch die Papiere geraubt hat. Alles andre ist meine eigne Sache." „Es sind also wichtige Papiere? Diskrete, sozusagen?" „Ja." Kiewening gab das weitere Ausfragen auf und griff zum Telephon. „Einen Augenblick, bitte." Er rief eine ÜZummer an und wartete, mit den Fingern ungeduldig auf dem Aktenbündel trommelnd. Endlich horte Blinsky ihn in den Apparat sprechen: „Sind Sie es selbst, Fräulein Rebmann? Gut. Sie müssen gleich zu mir kommen. Quevedo wird es nicht erlauben? Sagen Sie ihm, er kann mir gut fein. Wie? Ja, sofort." Er hing ab. „Es ist natürlich nicht Neugierde, wenn ich nach den Papieren fragte. Es wäre nur wichtig, ob es sich um Geld handelt. Man konnte dann auf Personen achten, die sich durch große Geldausgaben verdächtig machen." „Ich glaube, das tut heutzutage nicht einmal der blutigste Anfänger. Wen riefen Sie eben an?" „Eine Hilfskraft meines Instituts." „Eine Dame?" „Ja. Ein Fräulein Martha Rebmann." „Kann sie schweigen?" „Ich habe gefunden, daß Frauen zuverlässiger sind als Männer: sie trinken wenigstens nicht." Blinsky entzündete eine neue Zigarette, erhob sich und ging im Zimmer auf und ab. Plötzlich blieb er an der Portiere stehen, lüftete sie, hob die Ausguckklappe und sagte mit eisiger Verachtung: „Dadurch glaubten Sie mich prüfen zu können?" Kiewening stammelte bestürzt: „Es ist so meine Methode. Es sollte keine Beleidigung fein, Herr Brod." Blinsky ließ die Klappe zurückfallen. ,Lst es auch nicht. Es ist nur eine Narrheit, eine Idiotie, ein veralteter, lächerlicher Kniff. Natürlich habe ich Ihr Gesicht drinnen bemerkt. Ich hatte nicht übel Lust, Ihnen die Zunge auszufttecken." „Erregen Sie sich doch nicht über solche Kleinigkeit ..." „Guckt man auch durch diese Tür da?" fragte Blinsky leise. „Belauscht uns dort irgendein blöder Teufel?" Im nächsten Augenblick war er auf Zehenspitzen an der Tür angelangt und riß sie auf. Die Haushälterin fuhr aus gebückter Stellung auf. Siepening war mit einem Satz an der Tur. „Geh 3um Kuckuck, hu dummes Luder! Belauscht ohne besonderes Temperament spielte Wider Erwarten aeroanh das dritte Vorrundenspiel Nord- d e u t s ch l a n d gegen Mitteldeutschland nach Verlängerung mit 2:1 (1:1). Die Norddeutschen erwiesen sich als wesentlich schneller, zeigten ein viel genaueres Zuspiel und verdanken ihren Sieg allein ihrer Ausgeglichenheit. Oie Kußballverbandsspiele in Eüddeuischland. Im Hinblick auf das Vorrundenspiel um den DFB -Pokal fielen im gesamten Bezirk Main- Hessen die-Verbandsspiele der Bezirksliga aus. Im Bezirk Bayern gab es in der Gruppe Nordbayern eine große Ueberraschung, da der F. D. 04 Würzburg, allerdings auf eigenem Platze, der Sp. Vgg.' Sürth mit 1:1 Toren einen Punkt abnehmen konnte. Auch der 6:2-Sieg des D. f. R. Fürth über den 1. F. C. Bayreuth kommt vollkommen unerwartet. Nur der 1. F. E. Nürnberg ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und schlug Bayern Hof 6:1. In der Gruppe Südbayern scheint sich Wacker München 'von dem jüngst erlittenen Schreck schnell wieder erholt zu haben. Er schlug Schwaben Ulm mit 8:2 Toren. München 1860 erwies sich gegen den D. S. D. München nicht stark genug und verlor 1:4, Teutonia München rang den Bayern München immerhin ein 3:5 ab. Fußball in Hessen-Hannover. Grupp« Av«d. Spielvevein Kassel—Hessern 09 Kassel 4:1. Spiel und Sport Aortheim—S.C. 03 Kassel 0:2. SC. Göttingen 05—Tura Kassel 0:1. Grupp« Süd. Kurheiien Marburg—Borussia Fulda 1:6. Kurhessen Kassel—Herrnaunia Kassel 4:3. Handballresultaie. Gruppe A: Sp. V. 98 Darmstadt gegen Polizei Dp. V. Dutzbach 22:1. F. Sp. D. Ffrn. gegen Spiel-Vg. Arheili- gen 5:2. Polizei Darmstadt gegen HSV. Fsrn. 20:1. D. f. B. Friedberg gegen D. f. L. Rot-Weiß Darmstadt 3:5. Gruppe B: Polizei Wiesbaden gegen Hakoah Wiesbaden 4:4. Germania Wiesbaden gegen Kastell 06 ausgefallen. F. Sp. D. Mainz 05 gegen Sp. D. Wiesbaden 3:1. Wormatia Worms gegen Wiesbaden S. C. 6:2. Alemania Worms gegen Polizei Worms 2:4. Kußball-Länderkampf Schweiz — Zialien 2:3. Dor 20 000 Zuschauern standen sich am gestrigen Sonntag in Zürich di« LLndermannschafton der Schweiz und Italien gegenüber. Deide Mannschaften zeigten ein hervorragendes Spiel, und durch die überlegenere Technik gelang eis den Italienern, einen 8:2-6ieg zu erringen. Rademacher in Japan. Nach iagelanger Eisenbahnfahrt ging der deutsche und Weltrekordmann im Brustschwimmen Erich Rad« macher (Magdeburg) am Samstag in Tokio zum erstenmal an den Start. Sein Hauptgegner war natürlich der Olympiasieger T s u r u t a, der scher 100 Meter in 1:17,4 knapp vor Rademacher, der 1:18,4 benötigte, als Sieger einkam. Im 400-Meter-Bruftschwimmen schlug jedoch Rademacher den Japaner überlegen in 6:20; Tsuruta benötihte hier 6:24,5. Tjurrtta wieder vor Rademacher. Auch in der neuerlichen Begegnung mit dem japae nischen Olympiasieger T s u r u t a mußte Erich Rademacher sich in Tokio gestern geschlagen bekennen. Diesmal trafen sich die besten Brustschwimmer der Welt über 200 Meter. Tsuruta übernahm infolge seiner größeren Anfangsgeschwindigkeit sofort die Führung, während Rademacher in einem Abstand von etwa fünf Meter folgte. Bei 150 Meter setzte der Deutsche zu einem fabelhaften Endspurt ein, aber, wie in Amsterdam getan-' es ihm nicht, den in 2:52,6 siegenden Japaner ganz einzuholen. du etwa meine Geschäftsgeheimnisse?" Er drohte mit gebauter Faust. ,Lch verbitte mir das Du", sagte sie frech. „Wir haben nicht zusammen Schweine gehütet. Und viel- leicht ist mein Gewissen reiner als Ihres." Den Besen als Schutzwaffe vor sich haltend, verließ sie das Nebenzimmer. „Sie wird noch heute rausgefchmiffen", stöhnte Kiewening. „Aber vorher kriegt sie den Buckel voll- geschlagen." Davon würde ich abraten. Aber in Zukunft besprechen wir uns anderswo, nicht in diesem Idyll." Es läutete in bestimmten Abständen dreimal. Kiewening verließ das Zimmer und kam gleich danach mit Martha Rebmann zurück. Sie begrüßte den Fremden flüchtig und fragte Kiewening, was denn vorliege. Kiewening stellte vor: „Herr Brod — wenigstens für uns. Fräulein Rebmann, meine tüchtigste Kraft." Blinsky musterte sie ungeniert. „Sie fuhren im Auto zum Wald hinauf, nicht wahr? Wann war es doch gleich?" Sie sah ihn verblüfft an. „War das auch eine Geschäftstour? Ich meine: steht der betreffende Herr unter Beobachtung des Ofulus?" Ein scheuer Blick Matthas flog zu Kiewening hinüber. „Nein", sagte sie fest.. „Schade. Das hätte mich intereffiert", meinte er mit verkniffenem Lächeln. „Na, es ist ja auch so ^anz wertvoll. Aber nun zur Sache. Erklären Sie." Kiewening nahm wieder Platz und setzte Martha die Sachlage auseinander. Er schloß: „Sie haben doch Verbindung mit dem Arbeitsamt?" „Verbindung? Höchstens durch meinen Wirt, der dort vorübergehend in der Schreibstube arbeitet." „Richtta. Dekepper ist dort. Ausgezeichnet. Sie werden ihn sofort in seiner Arbeitsstätte besuchen. Ein Vorwand wird sich schon finden. In welchem Stockwerk ist die Schreibstube?^ ,Lm vierten. Es ift das oberste. Don dott dürfte man den besten Ausblick auf die Nachbarschaft haben." Kiewening meckerte. „Und den Einblick. Dergesien Sie den Einblick nicht!" (Fortsetzung folgt) verein gründeten. <3r gab bann Vttnen Bbrrß aus der Gießener Schühengefchichte vvm Jahre 1604 ab. wo der Bestand einet, Gießener Schütze.m s.l.schalt zum cr.ie.imal urÜLnd ich feststellbar ist, bis zum Jahre 1878, toiübei er die verschiedenen Phasen der ®nttotdlung des Gieße- rrer Schützenwesens in großen StrichM fesselnd skizzierte. Bach der QIu,löfung der Schüyenge- sellschaft im Jahre 1876 wurde am ,U. Oitober 1878 der Schützenverein Gießen gegründet und gleichzeitig eine fertige Schießordmnig erlassen, dec unmittelbar danach das Ero^fnroiPsscheßen folgte. 1881 trat der Verein dem Mtztelrheini- schen Schützenbund bei. Vom Gießenejc Schuhen- vercin ausgehend, wurde im Jahre 1835 der Gauverband Hesscn-Bassau gegründet und im Jahre 1886 das erste VecbaadsschLfien dieses Gauverbandes in Gießen abgehrlte». 1888/89 wurde von dem Verein das heutige Schutzen- haus erbaut, am 19. Mai 1889 wuide es in feierlicher Vteise eingeweiht. Im Iithre 1899 hatte dir Echühenverein das Schützenfest des Schühe.Vunbrs Mit.elrhei i-Dade -P aL; (irr und damit einen außerordentlichen HöhLA unlt des schießsportlichen Lebens in unserer ßltabt. 26 Mitglieder des Vereins haben den grollen Kneg zur Verteidigung des Vaterlandes nchtgemacht, zwei sind aus dem Felde der Ehre geblieben, aber ihr Andenken wird im Verein allezeit in Ehren lebendig bleiben. Mit den Behörden, der tlni- versität, den hiesigen Vereinen und tiefen aus' wartigen Druderve einen hat der Gießener Echützenvercin allez it bis auf den heutigen Sag beste und herzliche Beziehungen unterhiflten. In schieß sportlicher Hinsicht konnte ec dus ch zahlreiche Mitglieder bei großen Wettschiewen eine ganze Anzahl wertvoller Ehrenpreise tfür Gießen erringen, Pflege des guten .deutschen Schützengelftes hingebende Liebe zum Deutschen Daterlande, Förderung aller Bestrebungen, die auf die Einigkeit und das Glück des Deutschen Dolles abzielen, haben im Gießener Schützen- Verein von jeher eine gute Heimstätte gehabt und wurden als wichtige Destandtktile der Schützenausbildung angesehen. Das soll "ifrn Gießener Schützenverein auch weiter so bfelfren; in diesem Geiste will er mithelfen an dem Aufbau eines neuen, freien, deutschen Vaterlands für ein einiges und glückliches deutsches DolL. (Lebhafter Beifall.) Nachdem die Militärkapelle die. Große Fantasie aus Wagners Oper „Tannhäuser" .in hervorragender Weise zu Gehör gebracht und arischlic- ßnd Fcl. Weeg mit blendenden StimmittÄn und prächtiger Nuancierung, gesangskünstlerisch nein geschliffen, unter guter Begleitung durch die Ätzlitär- kapclle die Arie der Agathe aus K. M. o. Wbers Oper „Der Freischütz" gesungen hatte — wofür beiden Mitwirkenden mit Recht starker BeiM gespendet wurde — folgte bie «lange Reihe der- Glückwunschansprachen. Oberbürgermeister Dr. Keller sprach iwnens der Stadt Gießen dem Verein herzliche Glücku-.fnsche zum Jubiläum, warme Anerkennung für die bisherige Tätigkeit des Vereins unter der Pacche, des Dienstes an Volk, Vaterland und GemeinwokL, und beste Wünsche für die Zukunft aus. Er würdigte^ da- bei in ausgezeichneten und beredten Worten die hohen Ideale des deutschen Schießsports unfci die wertvolle Erziehungs- und Ausbildungsarbe) der Schützenvereine an den in Generationen iiumer wieder folgenden Männern, die sich zu schicem vaterländischen Tun in den Schützenvereinchr .zusammenfinden. Hauptmann Faulenbach als Vertreter; -es Kommandeurs und der Garnison fügte den ^Prz. lichen Glückwünschen der Garnison den Wunsch an, daß auch aus den Reihen des Schühenvereins sich allezeit, wie bisher, Männer finden möchten, bnt sich gern unb freudig dem Dienste für Volk und VäÄec- land widmen. Se. Magnifizenz der Rektor der Lanbes-Unirtersi- tät, Prof. Dr. Herzog, betonte im Anschluß an seine Glückwünsche das allezeit gute Verhältnis ZLvi- schen Schützenverein, Universität und ötuben|ten= schäft, feierte die Arbeit des Vereins als Dienst, am Vaterland und wünschte dem Schützenverein, ball er dereinst seine Hunderjahrfeier in einem freien, Einigen und größeren Vaterland möge begehen können. Weitere Glückwunschansprachen hielten, unter Dar- bringung von wertvollen Jubiläumsgaben mannigfachster Gestalt: Frau Horn für die Gießener Schützenschwestern: Professor Dr P o p p (Frank- furta M.) für den Deutschen Schutzenbund, den Verband Mittelrhein, Baden und Pfalz, sowie für den Frankfurter Schützenoerein: Heerth (Mainz) für den Gau Mittelrhein; Dr. Engelmann (Wetzlar) für die Schützengesellschaft des Kreises Wetzlar: Vertreter des Gau-Schützenverbandss Hef- sen-Rasfau und der Schützenvereine Biedenkopf und Offenbach: Schindling für den Schutzenverein Höchst a.M.: Korts für den Schützenverein Oberursel:' Barthelmes für die Schützengcsellschaft Gießen 1926; Erle für den Turnverein 1846; Reiber für die Gießener Rudergesellschaft 1877; Frl. Fabian für die Schützentöchter; Textor für die Schützengesellschaft Lich: Schmal! für den Verein Rudersport Gießen 191-3; Noll für den Verein „Geselligkeit-Frohsinn 1864"; Kunstmaler Gorsch (Frankfurt a. M.-Höchst) im eigenen Namen, der ein selbstgemaltes Bild Eckeners als ständig mahnendes Vorbild für alle Deutschen überreichte; Hirsch für die Gießener Burger-Gesell- schäft; Müller für die Kleinkaliberschutzenabtei- Lung des Schützenvereins. In sämtlichen Ansprachen, die stets lebhaften Beifall auslösten, wurde dem Verein hohe Anerkennung gezollt für fein bisheriges Wirken und ihm beste Wünsche für die Zu- funft ausgesprochen. Als Geschenke wurden u. a. überreicht eine Bowle, Pokale, Becher, Fahnenschleifen, Fahnennägel usw. Dec Vorsitzende Ph. Nicolaus dankte namens des Vereins für diese vielfachen Ehrungen und die wertvollen Geschenke unb versprach weitere treue Schützenbrüberschaft unb Freunbschaft zu allen Gratulanten biefes Jubiläumstages. Die Militärkapelle unter Obermusikmeister L ö b e r s Stabführung beschloß bie Feier mit dem ausgezeichneten Vortrag der Großen Fantasie aus Wagners „Meistersinger von Nürnberg". Oer weitere Der aus -es Tages. Nach der Akademischen Feier fand im Saale des Casö Leib ein Festes sen statt. Hierbei brachte dec Vorsitzende Ph. Nicolaus das Hoch auf bas Vaterland und den Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg aus, anschließend wurde gemeinsam der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde sodann an den Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg ein Gruß- unb Ergebenheitstelegramm abgesanbt. Ein Doppel- guartett des Baucrfchen Gesangvereins und Kurt Richter erfreuten in hohem Maße durch ihre Gesangsvorträge, bie man mit lebhaftem Beifall bedankte. Anschließend war auf der Lieüigshöhe 5 - Uhr - Tee mit Konzert, abends F e st b a l l im Saale des Gesellschaftsvereins. Spengler- und Installateure- Tüßung in Gießen. Die Spengler- und Installations- meister aus Hessen und Hessen- Bassau hatten sich gestern hier in stattlicher Zahl zum 2. Bezirkstag eingefunden. Der Verbandsvorfihende H e r r m a n n'° Frankfurt am Main betonte in der Begrüßungsansprache, daß die Absicht bestehe, durch Kräftigung der Organisation in Oberhessen den Derbandsmitglie- dern stärkere Unterstützung im Existenzkampf zu bieten. Bachdem der Vertreter Gießens die Ver- bcmdskollegen begrüßt hatte, erfolgte durch Decker- Frankfurt der Bericht über den Stand des Verbandes und bie Tätigkeit der Leitung. Die Auseinandersetzung mit der Süddeutschen Böhren-Großhandels-Gesellschaft kam zur Sprache, Ziel ist eine Verständigung gegenüber den Schwarzarbeitern und Gelegenheitsarbeitern. Die Reichsverdingungsordnung hat keine wesentliche Aenderung gebracht, das Unterbietungswesen blüht weiter. Auf ein Verzeichnis günstiger Grohhandelsfirmen für sämtliche Jnstallationsartikel wurde besonders auf* raerffam gemacht. Eine lebhafte Aussprache folgte dem interessanten Vortrag. Es wurden Beschwerden laut über die mangelhafte Berücksichtigung der Interessen der Handwerksmeister durch die ■■»■iiniMmBi,! ■um III ———■— .....■ 93er- Für den Fall, daß fehlschlagen sollten, Großeinkaufsgesell- Grundlage in Vor- Iimg feststellen konnte, daß bet Angeklagte durch das Verhalten seiner Verlobten schwer gereizt worben sei. Gerichtssaal. WSB. Frankfurt a. TL, 14. Okt. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den 24jährigen Maschinenschlosser Josef Bämig wegen Tot- sch 1 a g s unter Zubilligung mildernder Umstände und wegen fahrlässiger Körperverletzung zu drei Jahren und drei Wochen Gefängnis. Der Angeklagte hatte in der Bucht zum 20. Mai d. I. seine Verlobte, die 24jährige Hausangestellte Anna Gläser, erstochen, um darauf einen Selbstmordversuch zu machen, inbem eT sich dre Pulsader öffnete. Das milde Urteil ist darauf zurückzuführen, daß das Gericht in der Derhand- öer Raubüberfall im Darmstädter Schloß. 3000 Mark Belohnung. Lpd. Darmstadt, 13. Okt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, sind auf die Ergreifung der Täter des Baubüberfalles auf den Grafen Hardenberg von ungenannter Seite weitere 2500 Marl Belohnung ausgesetzt worden, so daß jetzt mit den vom Justizministerium bewilligten 500 Mark insgesamt 3000 Mark zur Verfügung stehen. Es folgten bann verschiebene Berichte. Herr» mann (Frankfurt) referierte über bie Landesfach- verbandstagung unb bie damit verbundene hervorragende Ausstellung von Meisterstücken in Koblenz. Er forderte für die gleiche Ausstellung 1929 in Kassel zu starkem Besuch auf. Becker (Frankfurt) berichtete vom Reichsoerbandstag in Halle. Dec Rcichsverband zähle rund 17 000 Handwerksmeister, habe ein Vermögen von 75 000 Mark und einen letztjährigen Rechnungsüberschuß von 15 000 Mark, ber Fachschule konnte er 12 000 Mark übergeben. In München soll die nächste Reichstagung abgehalten werden. Dr. Kappe (Köln) forderte in ber Aussprache, baß bie Gas- und Wasserwerke mit den Meistern zusammenarbeiten sollten. Nach dem üblichen Schlußwort durch den bandsleiter fanb die Tagung ihren Abschluß. Großlieferanten Frankfurts, die Einigungsbemühungen wurde die Gründung einer schäft auf genossenschaftlicher schlag gebracht. r . t Decker-Frankfurt referierte dann über Zweck und Ziele der Fachverbände. Sie sollen das Gemeinschaftsgefühl wecken, das Standesbewußtscin stärken. Bur durch Geschlossenheit könne man standespolrusche Fragen losen z. D. Handwerkernovelle, Bcrchsverlnn- aungsordnung, Steuersragen, PrriLmethoden und a. in. Installateur- und Spenglermeister B o - dig er-Gießen gab wertvolle Beispiele und Ergänzungen über Meldepflicht. Derbandsgeschäftsführer Dr. Kappe (Köln) hielt bann einen sehr lehrreichen Vortrag über „Der Staat, die Wirtschaft unb wir Mel - ft er". Er sch.lderte bic Notlage unb Bedrängnis tzes Mittelstandes, besonders der Handwerksmeister, deren Lebensnotwendigkeit er betonte. Selbst der Reichswirtschaftminister Curtius habe dies mit den Worten unterstrichen: Der eigenlliche Träger der Kultur, ber stärkste Hüter des Volkstums und ein Bollwerk gegen die Masfenüberflutuna sei der Mittelstand. Das Handwerk sei in den letzten Jahren stark vernachlässigt worden. Dagegen finde der Arbeitnehmer größtes Entgegenkommen, während dem Handwerk wenig Erleichterung gewährt wurde. Die heutige Belastung sei kaum noch tragbar. Hierher gehörten die Real- und Gewerbesteuer, die Sonderbesteuerungen, die Sozialversicherungen, die den Boden der gesunden Wirtschaft untergraben und die Existenz des einzelnen bedrohten. Man nehme dem Arbeitnehmer die Verantwortung, man verschärfe den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeitnehmer. Redner'wandte sich gegen die schematische Gleich- fehung des Mittelstandes mit der Großindustrie im Arbeitszeitgesetz. Das Vordringen der öffentlichen Hand in die Privatbetriebe dürfe nicht unterschätzt werden. Der Vortragendete unter allgemeiner Zustimmung mit den Worten: Ohne einen gesunden Bauern- unb Mittelstand kein gesunder Volksstaat. Oberhessen. Großfeuer in Trais-Horloff. r Trais-Horloff, 14.Oktober. Heute nacht zwischen 12 unb 1 Uhr ertönte hier Feueralarm. Die mit Erntevorräten reich angefüllten Scheunen des Schreinermeisters Friedc. Schmibt und des Schmiedemeisters Hublitz standen m Flammen. Das Vieh konnte gerettet werben bis auf die Hühner, bie bireft in bie Flammen flogen. In kürzester Zeit waren bie diesige unb bie Feuerwehren ber umlicgenbcn Ortschaften Utphe, Jnhei- ben, Steinheim, Robheim, Langb und Freiwillige Feuerwehr von Hungen zur Stelle unb nahmen die Bekämpfung des Feuers auf. Da bie Wasser- leiiung nicht genügende Wassermenaen lieferte, wurde mittels der Feuerspritzen Wasser aus ber etwa 100 Meter am Brandherbe vorbeifließenben Horloff entnommen. Anfänglich wehte mittelstarker Winb unb es beftanb große Gefahr, daß sich das Feuer nxiter verbreitete, zumal bie Flammen mitt- lerweile auch bie Stallungen unb bie Werkst ö t t e des Schreinermeisters Schmidt schon ergriffen hatten. Sämtliches Werkzeug und bie gesamte Motoranlage wurden ein Raub ber Flammen. Als bie erst spät herbeigerufene Kreis-Motorsoritze von Gießen unter Leitung des Kreisfeuerwehrinspektors D i ck o r e (GieHen) an der Brandstelle eingetroffen war, konnten die anderen Feuerwehren bald außer Tätigkeit treten, da die enorme Wirkung der Motorspritze in kürzester Zeit das Feuer erstickte. Gegen 3 Uhr gab ber hie- sige Feuerwehrkommandant Llbolf Löcher, der bis zum Eintreffen ber Gießener Motorspritze die Brandbekämpfung leitete, den Feuerwehren der umliegenden Dörfer ben Befehl zum Abrücken. Der Schaden ist ziemlich groß. Er soll durch Versilberung gedeckt sein. Die Ursache des Brandes ist vis jetzt unbekannt. Landkreis Gießen. V Mainzlar, 14. Okt. Mit dem Einbringen der letzten Hackfrüchte ist man bei uns jetzt beschäftigt. Auch diese Ernte ist trotz der Trockenheit gut ausgefallen. Die Aussaat der Winterfrucht ist nunmehr bis auf den Weizen beendet. Stellenweise treten jedoch die Mäuse dermaßen stark auf. daß schon mehrfach zu ihrer Bekämpfung Gift ausgelegt werden mußte. — Daß trotz der sehr geringen Obsternte f ast gar keine Bachfrage nach O b st und hauptsächlich nach Birnen besteht, dürfte zu den Seltenheiten gehören. So wurde bei der letzten Gemeindeobstversteigerung auf Birnen überhaupt kein Gebot abgegeben. Aeberall sieht man jetzt unter den Birnbäumen die abgefallenen Früchte massenhaft liege« und unter den Einflüssen der Witterung vollständig verderben. § Grünberg. 14. Oft Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist u. a. folgendes zu berichten: Dem Maurermeister Bocher aus Mücke wird die Erlaubnis erteilt, für den Bindewaldschen Beubau etwa 45 Kubikmeter Mauersteine im städtischen Steinbruch am Sich- berge zu brechen. Es wird ihm dabei zur Pflicht gemacht, daß der Steinbruch nach Beendigung der Arbeiten wieder in ordnungsmäßigen Zustand gebracht wird. Der Preis pro Kubikmeter wird auf 50 Pf. festgesetzt. — Die ©arten* strahe soll bis zur Schulstraße durchgeführt! werden. Zwecks Ankaufs des notwendigen Geländes sollen die Gelände-Kommission und der Bürgermeister mit den betr. Grundstückseigentümern verhandeln. Ein Gesuch des Lehrers Krohle um Herstellung der Diebsturmstrahe bis zu seinem von K. Christ gekauften Baugelände wird vorerst abgelehnt, und zwar so lange, bis die davor liegenden Bauplätze nach der Stadt zu bebaut werden. — Die beiden Schafweiden werden an die Pächter Gruber und Grünewald für das Jahr 1929 wieder zu den gleichen Bedingungen verpachtet. Der Pachtpreis beträgt pro Jahr für jeden Pächter 1500 Mark. Heber die Beschränkung der Fahrge- Hamil, der Araber. Don Sofie von Llhde. Die gelbe Lohe ber Manege stäubte un^er seinen feinen Hufen, als er von einem kräftigem Burschen nur mit Mühe hereingeführt und gu- rückgehalten ward. Den kleinen Kopf auf herzlicher Biegung des Halses hocherhoben, biJn schlanken Leib zitternd unter dem seidenschwar^esr Fell, so stand er und sah uns aus wilden Augen an. Um seine edle Gestalt brauste noch »e Freiheit seiner heißen Wüsten, in seinem dunklen Blick schlummerten alle Geheimnisse des ewigen Sandes. Ec stand hier zum Verkauf, der Vierjährige^ frisch aus seiner Heimat gekommen und noch zienv* lich „ungebrochen", er, dem der langgestreckte; Galopp ber „Kinder Alis" im Blute lag. Es mußte noch viel an ihm gearbeitet werden, aber, er hatte keine Geduld. Er wurde sofort nervös» er stieg, er widersetzte sich. Lind so vollendet schon er war, es wollte ihn niemand haben. „Aber heute muß er verkauft werden," erklärte der lange Däne, der diesem Tattersall Vorstand, in dem wir uns zu einem großen Musikreiten — ganz München wollte erscheinen — versammelt hatten. „Heute muh er in der Quadrille vorgeritten werden, damit man ihn sieht. Uni) zwar, werden Sie ihn reiten,“ wandte er sich an mich,, „sonst kann's doch keiner." Das war ein htzchst fatales Lob. Denn ein junges, noch nicht gut zugerittenes Pferd bei einer Quadrille reiten, vor hohen Ehrengästen,, das war nicht erstrebenswert und der Weg zur sicheren Blamage. Ich war bereit, Protest einzulegen. Aber irgend etwas in dem wilden und schwermütigen Auge des Pferdes zog mich an. Icb trat an ihn heran, ich sprach leise mit ihm und strich sanft über seinen Hals; er sah mich fremb an, mit unerhört nobler Abgesondertheit des Blickes, aber er begann doch sich unter meiner Hand zu beruhigen. Unb ich bestieg ihn. Das wurde eine hübsche Quadrille! Ich brachte mit dem lancierenden und ausbrechenden Araber bie ganze Sache durcheinander, der Däne rang die Hände, lind oben aus dec Empore sahen bie schönsten Leutnants, vor denen man eine so ausgezeichnete Figur hätte machen können auf „Blitzmädel" oder auf „White Star". Es war schmerzlich. lind dennoch verliebte ich mich in das Pferd. Dieses edle Geschöpf, ganz Blut und Berv, dieser scheue und stolze Fremdling hatte es mir angetan. Unb als wir von den Gäulen stiegen, trat ich vor den Dänen hin, der mir mit dem Blick eines enttäuschten Vaters entgegensah, und kaufte den Araber. Ba, das gab kein schlechtes Hallo! Alle Lichter wurden wieder entzündet, zwischen Sattelzeug und Beitröcken wurde eine „Tafel" gedeckt, und wir feierten bei Seckt und Kaviarbrötchen das große Ereignis. Doch in vorgerückter Stunde entwich ich und schlich mich heimlich in den nächtlichen Stall. Die Pferde schliefen, hinter einem Verschlage hervor tarn das ruhige Atmen der Etallwache. Ein Tier und noch eines hob den Kopf nach mir mit leisem Klirren der Kette, als ich zwischen ihnen hindurch zu dem Araber schlich. Er stand wach mitten in seiner Box, den feinen kleinen Kopf mit einer wilden Geste zurückgeworfen; das schwache Licht warf matten Glanz über fein nachtschwarzes, seidiges Fell. Und wieder traf mich aus seinen großen schwermütigen Augen jener dunkle und stolze Blick, der mich weltenweit von ihm absonderte. Warum schlief er nicht? Warum kreiste er hin und her in dem engen Baume? Quälte ihn Erinnerung an die Weite seiner Wüsten, über die | er mit tanzenden Hufen geflogen war, starkes Hengstfiillen zwischen den schlanken Stuten? Lebte in seiner Tierseele noch ein Klang jener eintönig-wilden Beduinenlieder, gesungen in nächtlichen Lagern am Bande der gelben Unendlichkeit? War er heimwehlrank, dieser dunkle Fremdling? Ich sprach lange zu ihm wie zu einem Menschen. Ich erzählte ihm von dem Haus und dem Garten am Bande des Sees, wo er mit mir leben würde, von ben Wiesen, über die er hin-^, fliegen sollte, frei unb unbeschwert, von den \ killen Wassern, in denen er Kühlung finden konnte. Ich liebkoste ihn, ich warb um fein Vertrauen, wie nur je um ein menschliches Herz. Und er duldete es schließlich ohne Zittern, daß ich meine Arme um seinen Hals legte. Als ich ,ging, folgte mir sein Blick. Am anderen Tage ritt ich mit ihm heim in .meine Wälder. Es bedurfte eines unerhörten Maßes an Geduld, um seine übergroße Bervvsität zu besiegen, Und unermüdliche Arbeit an ber Longe und unter dem Sattel war nötig, bis er endlich seine Hinterhand heranreiten lieh unb am Gebiß kauend weich unb im Gehorsam ging. Dann wurde er . herrlich. Er trug sich unerhört schon in Aktion, stark wie er war unb zart zugleich, er flog strahlend vor Grazie und Kraft über Hindernisse hin unb war aufs höchste zu trainieren mit seinen trockenen, stahlharten Beinen. Ich habe alle meinen großen Distanzritte mit ihm gemacht, über viele Landstraßen Deutschlands und Oesterreichs sind wir zusammen vagabundiert. Ich stand oft und sah ihm zu, wie er sich im Garten oder auf den großen Wiesen herumtrieb, mit wehender Mähne, mit fliegendem Schweif, die seltsam feinen Fesseln seiner Basse badend im hohen Gras, ein schöner Wildling noch immer. Sah er mich, so stieß er ein leises Wiehern aus, unter dem seine Büstern bebten, er flog heran, und seinen kleinen Kopf auf meine Schuller legend, ließ er sich liebkosen. Er hatte alle Scheu verloren. Da die Tür seines Stalles den ganzen Tag offen stand und er gehen konnte, wohin er wollte, folgte er mir meist auf Tritt unb Schritt, ja bis ins Haus, in alle ebenerbigen Zimmer, was den Teppichen nicht Wohltat. Ec schien sein Heimweh vergessen zu haben, er steckte den ganzen Tag voll Heber» mut, hetzte tobend mit den Hunden durch den Garten und jagte den kleinen Kater Peter auf die Bäume. Bur zuweilen sah ich ihn stehen, des Abends auf den Wiesen, den feinen Kopf zurückgeworfen mit jener kämpferischen Geste, die ihm eigen war. vom Abendlicht umflossen wie von Blut, ein schönes Bild aus Bronze. Dann stand in seinen dunklen Blicken wieder jene wilde Schwermut, die in ben Liedern seines Stammes lebt, und ich mußte mich fragen, ob doch noch immer, in unbewußten Tiefen der rätselvolle Zauber seiner Wüsten lockte. Wir schwammen zusammen, nachts, wenn das Mondlicht silbern über den Wassern lag, die uns umspielten tote flüssiger Glanz. Wir schwam- men in die Weite des Sees hinaus, meine Hand an seiner Mähne, wir tauchten wieder und wieder hinein, trunken vvm warmen Glück ber Sommernächte, und neben uns, ein gottergebener kleiner Schatten, schwamm der Pudel Pan. Wir durchstreiften zusammen die Wälder, diese geliebten Heimatwälder, bis an den Band der Berge. O, diese Bitte vor Tau unb Tag und erstem Dogellied, von Morgenkraft geschwellt und Iugendfreude! O, dies stillberuhigte Heim- tehren am Abend, mit losem Zügel, durch den nächtlichen Duft, durch den Bachttau der Wiesen, zwischen flüsterndem Schilf und kleiner Welle. O göttllch-heiteve, göllllch-freie Zeit, die von Krieg noch nichts wußte und nichts von Schicksalswende. Er kam nur zu bald, der ewig, der immer aufs neue Trennende. Lind er riß auseinander auch hier. Es erging Befehl, die Pferde zu stellen. Ich konnte Hamil -nicht retten, und so gab ich ihn denn wenigstens einem befreundeten Offizier mit, der mir versprach, alles nur Mögliche für das Pferd zu tun. ilnb dann kam der bittere Abschied. Drei Tage stand der Araber noch in einer Baracke vor München, mit einem großen Pferdetransport. Lind obwohl ich gelobt hatte, nicht mehr zu kommen, trieb es mich doch bin, ihn noch einmal zu sehen. Ich stand auf dem großen Platz vor den Ställen und sprach mit den Offizieren — da zerriß ein Wiehern die Luft, ein wiehernder Schrei, unb das Pferd, das meine Stimme, gehört hatte, schlug, an seiner Halfter reihend, tote rasend gegen die Wände seines Derschlages. Ich stürzte hinein. Ach, ich hätte besser daran getan, nicht mehr zu lammen. Bichts nimmt den Schatten einer solchen Erinnerung je wieder ganz hinweg, nichts kann mich den brennenden Dorwurf dieser schwermütigen Tieraugen vergessen machen, die ftumm- bnennende Frage dieses klagenden Blickes, vor der ich machtlos stand. Wie sollte ich diesem Geschöpf das bittere Gebot der Stunde begreiflich machen, tote mein eigenes ohnmächtiges Leid? Kein Weg führte von meiner Welt in seine. Hier erhob sich die dunkle Wand. Ich bekam getoeulich Bescheid über meinen fernen Kameraden. Alle acht Tage kam eine Feldpostkarte mit ehrlichem Berichte. Ich wußte alles: wann er auf hartem Boden stehen mußte und wann er Stroh zum Lager hatte, wann er Hafer bekam und wann nur Heu; und das Herz wurde mir leichter, wenn ich chn in den schönen Ställen eines verlassenen Schlosses wußte. Aber eines Tages kam ein Brief von fremder Hand, schonungsvoll mitgeteilt ein letzter Gruß: Baron C. war gefallen. Sein Lldjutant übernahm das Pferd. Aber wenige Tage später schlug eine Granate in die Dorfstraße, in der Sjamu stand, und traf ihn mit ihrem Splitter- iegen. Man mußte in Deckung gehen, es blieb leine Zeit, dem schwerverwundeten Pferde den erlösenden Schuß zu geben; und so starb er denn einen bittem Tod, treu bis zum letzten auch er. Unb irgendwo auf einem französischen Acker keimt unb reift der gelbe Weizen über seinem kleinen, feinen Araberschädel. K*> «» j, der immer ' g°b der hie. £od)er, der ^°t°chritze die D? der ' Mi. durch "rundes iftfa en. dem Sin. Ate ist mu ■lc ernte ist tm ■"• Sie Aus. lwnchr bis auf treten jedoch M daß Gilt außRlcflt 1 W geringen Kiragenach mrnen brstch:, 'ören. 6o wurde Steigerung aus Jbt>t ^geben. den Imchämen chast lieg« imb erung vvllMg Iu3 der jüngsten t Hfl. folgender kr Döcher aus erteilt, sm den i 45 Kubidneier inbruch am Eich, dabei zur Pflicht nach j^enbißung rngsrnäßigen Zu» pro Kubikmeter Sie ©arten» he durchgefüHrk notweMgen De- -Kommission ien bett. Grund- Lin Gesuch des rstellung der zu seinem ton inbe md oorcrst je bis die davor Stadt zu bebaut fweiden werden nb Siunevaid i den gleichen Sachtpreis b^ ichter 1500 Mart bcr Fahrge- c zu Ä b so gab ich w11 )den Ossizi« M Mögliche für das t du bitte« > ’fpr noch ® Sner TTl 8*" 'ich doch Kf' KLM, Ld, d-r ", *.Äi* ®ÖU •sS* denm Ar- Ite u^Listi-h : SUmde ^Leid? Z7K ichtIch Ü>E Doden er 'S» Sß5$ mit 4«®. tftß* ÄiM MeiM >eL schwindigkeit in bet Stadt Grünberg be* ichlieht der Gerneinderat, daß von einem Ein- bahnstraßenverkehr abgesehen werden soll. Das Kreisamt Sieben soll gebeten werden, dah in idrünbcrg, dem Dorsch!agc der PoUzeiverord- nung entsprechend, für Kraftfahrzeuge eine Geschwindigkeit von 15 Kilometer festgesetzt wird. — Den Landwirten von Grünberg wird das Standgeld und die Gebühr für 11 r- sprunaszeugnisse beim Austriebe von Rindvieh und Schweinen auf den hiesigen Dreh- nrärkten erlassen. Kreis Büdn geir. n?“ Didda, 14. Olt. Nachdem im Lause dieses wahres eine größere Zahl von Ortsnetzen durch das ülebcrlandwerk Oberhessen und einen Bautrupp der A. E. G. u m g e b a u t wurden, wird jetzt mit der Umschaltung dieser in- siandgesetzten Ortsnetze auf erhöhte Spannung begonnen. 3m Laufe der beginnenden Woche wird hier der erste Straßenzug (Bismarck- strahe—Bahnhofstraße) umgeschaltet. Gleichzeitig kommen die vorhandenen elektrischen Anschluß- neräte zur Ablieferung und tverden durch das Heberlanbtoert für die neue Spannung umgearbeitet. Die Kosten für die Auswechslung der Olühlampen sind mit Zustimmung des Provin- zialausschusses den Stromabnehmern auferlegt. Oer Dorzugspreis in Höhe von 1 Mk. für jede ouszuwechselnde Glühbirne wird von dem kleinen Manne, für den der Existenzkampf heute recht schwer ist. immer noch als starke Belastung empfunden. Weite Kreise stehen nach wie vor auf kein Standpunkt, daß durch die Umschaltung auf ebne höhere Svannung dem Stromabnehmer keinerlei Kosten erwachsen dürften. Kreis Alsfeld. ii Homberg a. d. O h m, 14. Ott. Zu dem Be- •id)t des ^-Mitarbeiters au* Homberg a. d. Ohm, 10. Oktober, im 2. Blatt des „Gieß. Anz." vom 11. Oktober ist folgende Vervollständigung nötig: hie Ob st Versteigerung am 9. Oktober an >er Provinzialstraf^ Homberg—Dannerod war tat eigentliche Fortsetzung der am 3D. September nfolge Streitigkeiten zwischen zwei Obstaufkäu- tetn von Grofzen Buseck und Luckau abgebroche- nen Versteigerung, wo noch etwa Vs ber Ernte übrig blieb. Tie Versteigerung begann bei Daum 13 am Hochbehälter der Arbeiterkolonie Reu- lllttchstein. Es waren etwa 25 Steigerer er» lchienen, darunter ein Obstaufkäuser der Obst- virtschaftsstelle des Kreises Luckau (Aieder- Laufitz), zur Zeit in Homberg. Nachdem Steigerer bi« Bäume angeboten hatten, bot der Aufkäufer mit feinem Angebot „und zwanzig Pfennig" fast dauernd auf jeden Baum. Dadurch war es ärmeren Leuten und Selbstverbrauchern von Aepfel- vrin (Wirten) gänzlich unmöglich, ihren Bedarf m Obst zu erhalten, da über U des Obstes von lern Aufkäufer erworben wurde. Di.ses rückftchts- lof« Aufkäufen loste bei den meisten Anwe'enden allgemeine Entrüstung aus. Di» un'xschränfte Zulassung der Obstwirtschaftsstelle seitens der Pro- dinzialstraßenverwaltung wurde sehr bemängelt Dei d:r früher stattgehabten Ob st versteige- rungderStadtHomberga. Ohm war die Obftstell« Luckau auch zugelas en, ihr Vertreter iDtttbe aber wegen dauernden rücksichtslo'en Kaufs turch die drohende Haltung der Hornberger Steigerer, die Versteigerung zu verlassen, 5um Aus- hören und Weggehen gezwungen. Starkenburg. TU. Darmstadt, 15. Ott. 3n der Frank- surter Straße 78 schoß der Schupobeamte L ch n e i d e r auf die dort wohnende Liesel 5 r a f t und verübte darauf Selbstmord durch kftschießen. Fräulein Kraft wurde in schwerverletztem Zustande ins Kranken» hius gebracht. Der Grund der Tat soll in rngellärten Liebesangeligei.h iten zu suchen fein. Preußen. Kreis Wetzlar. WSN. Wetzlar, 14. Oft. Wie bereits berichtet, beginnt am Dienstag der Berufungs- Prozeß gegen den ehemaligen Kassierer der Polksbanck Wetzlar, Drescher, der in der ersten Instanz zu 21/» Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Das Landgericht Limburg fcirb für die Dauer des Prozesses nach Wetzlar Kriegt, um bei dem immerhin bedeutenden Apparat von Zeugen und Sachverständigen Kosten zu Seid fällt vom Himmel. Roman von Paul Enderling. Copyright by Carl Sünder, Verlag, Berlin. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Warum kommen Sie erst heute damit?" „Nehmen Sie an, daß ich den Raub erst heute teinertt habe." „Das kommt vor, gewiß. Namenllich, wenn na» Diel verreist. Aber Sie müssen zugeben, daß sch in dieser Zeit die besten Spuren verwischt haben linnen." „Spuren sind keine da. Der Verbrecher muß mit faMdschuhen gearbeitet haben." Sieroening lächelte geringschätzig. „Es wären ton Spuren zu finden gewesen. Diese Herren trvitzen bisweilen bei ihrer anstrengenden Tätig- lit" 'Er hat nicht geschwitzt, verlassen Sie sich hrauf." „11m was für Papiere handelt es sich?" Blmsky zögerte. „Das ist hier gleichgültig." „Litte. Ich muß alles wissen, wenn ich erfolgreich •Arbeiten soll." „’Rein", entgegnete der andere schroff. „Das müs- |m Sie nicht." Sieroening zündete seinen ausgegangenen Zi- -irrenstummel wieder an. So fand er seine Ruhe tieber und bemerkte augenzwinkernd: „Wollen wir »chi erst die Frage des Vorschusses erörtern?" M so." Blmsky zog seine Brieftasche und ent- »chn ihr einen Schein, den er auf den Tisch warf, »kille, quittieren." Der Detektiv steckte den Schein sofort in seine nusttafche und quittierte. Sein Interesse wuchs. & mußte sich um eine große Sache handeln. -3n welchem Hause hat der Raub ftattqefunben, Wnn ich fragen darf?" Wieder zauderte Blinsky. „Es ist wohl nötig, daß das wissen", sagte er nachdenklich. -Allerdings", höhnte Kiewening, über soviel An- Mverschaft lächelnd. „3n einem Hause der Altstadt, nicht weit von der «parkasse. Obere Flußstraße." „Stummer?" sparen. Man rechnet mit einer Prozeßdauer von vier Tagen. Dillkreis. WSN. Dillenburg, 14. Oft. 3n dem benachbarten Dorfe Sechshelden fielen in der vergangenen Nacht einem Großfeuer fünf Scheunen zum Opfer. Da Verdacht der Vrandstiftung he"7 bt. w:rde die Limburger Staatsanwaltschaft noch in der Nacht benachrichtigt, die sich sofort im Kraftwagen an die Brandstelle legab und bis zum hiuügen 2lbcnd umfangreiche Ermittlungen vornahm. MuiNäQU. WSN. Frankfurt a.M., 13.Oktober. Heute um 18.17 Uhr wurde bei der Begegnung des Person e n z u g e s 781 mit dem O-Zug 28a zwischen Groß-Karben und Okarben eine offen- stehende Tür des Persone nzuges 7 81 0 b c r i | f e n. Bis jetzt konnte nicht festgestellt wer- den, ob die Tür sich selbst öffnete, oder geöffnet wurde. Ein 12jähriger Junge erlitt durch Glas- splitier leichte Kopverletzungen. Kreis Limburg. Limburg, 13. Oft. Ein im Alter von 12 wahren steßerrdes M ('• dchen lam dem H e r d- feuer zu nahe. Die Kleider fingen Feuer und das Kind wurde mit schweren Verletzungen mä Krankenhaus gebracht, wo es unter großen Qualen starb. Forderungen der süddeutschen Landwirtschaft. WSN. Darmstadt, 13. Oft Auf der hier abgehaltenen Konferenz der süddeut- sch en Landwirtschaftskammern tour» be eine Entschließ ung zur allgemeinen Lage der Landwirtschaft gefaßt, die u. a. besagt: „Die anhaltend ernste Wirtscha'tZlage der £anbtoiit» schäft veranlaßt die süddeutschen Lcmdtoirtsch<»fts- kaminern, die AeichS- und Landesregierungen auf den drohenden Zusammenbruch vieler Betriebe hrnzuweifen und baldige wirksame Abhilfe zu fordern. Das Mißverhältnis der Preise sür landwirtschaftliche Erzeugnisse und Bedarfs ar tikel, die ständig steigenden Steuern und sozialen La st en und die mißlichen Arbeitsverhaltnisse müssen zwangsläufig zum '.Ruin unserer landwirtschaftlichen Betriebe führen. Wir halten es für untere Pflicht, in ernfteter Stunde auf die Anhalt- barfeit der jetzigen wirtschaftlichen Zustände der Landwirtschaft und auf die im Hintergrund stehenden Gefahren mit größtem Nachdruck bin* zuweisen und die Reichsregierung auf die ernsten Folgen aufmcrlsam zu machen, die mit einer weiteren Verschleppung von toirifamen Abhilfemaßnahmen verbunden wären.'' Ferner wurde eine Entschließung zur Durchführung des landwirtschaftlichen Notprogramms gefaßt, m der eine beschleunigte Abwicklung des Notprogramms, insondech.il zur Verbesserung der Produltioirs- und Abfatzverhältnisse. sowie weitere Mittel aus den tommenben Neichsetats zur Fortführung dieser Maßnahmen gefordert werden. In einer Entschließung zu dem Entwurf eines Gesetzes über den endgültigen Reichswirtschaftsrat vertreten die süd- deutschen Landwirtschastskammern den Stand- punft. daß sowohl in der bisherigen Zusammensetzung, als auch in der des neuen Gesetzentwurfs den berechtigten Interessen der Landwirtschaft zum größten Seil nicht Rechnung ge- tragen wird. Die Landwirtschaft müsse angesichts der Produktionsbedeutung der deutschen Landwirtschast iimerhalb der deutschen Volkswirtschaft die Mindestforderung stellen, daß ihr einDrittel derSitze im endgültigen ReichS- wirtschastsrat zugeteilt werden. ohne besonderer Temperament spielte. Wider Er» roatten acroanh das dritte Vorrundenspiel Nord- deutschlaqd gegen Mitteldeutschland nach Verlängerung mit 2:1 (1:1). Die Norddeutschen erwiesen sich als wesentlich schneller, zeigten ein viel genaueres Zqspiel und verdanken ihren Sieg allein ihrer Ausgeglichenheit. Oie Kußballverbandsspiele in Güddenischland. Im Hinblick aus das Vorrundenspiel um den DFB.-Pokal fielen im gesamten Bezirk Main Hessen die-Derbandsspiele der Bezirksliga aus. Im Bezirk Bayern gab es in der Gruppe Nordbayern eine große Ueberraschung, da der F. V. 04 Würzburg, allerdings auf eigenem Platze, der Sp. Vgg.' Fürtb mit 1:1 Toren einen Punkt abnehmen konnte. Auch der 6:2-Sieg des D. f. R. Fürth über den 1. F. E Bayreuth kommt oolllom- men unerwartet. Nur der 1. F. C. Nürnberg ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und schlug Bayern Hof 6:1. In der Gruppe Südbayern scheint sich Wacker München 'von dem jüngst erlittenen Schreck schnell wieder erholt zu haben. Er schlug Schwaben Ulm mit 8:2 Toren. München 1860 erwies sich gegen den D. S. D. München nicht stark genug und verlor 1:4, Teutonia München rang den Bayern München immerhin ein 3:5 ab. Fuß-all in Hessen-Hannover. Grupp« Nv«d. Spielvevein Kassel—Hesse-n 09 Kassel 4:1. Spiel und Sport Northeim—S.C. 03 Kassel 0:2. SC. Göttingen. 05—Tura Kassel 0:1. Grupp« Süd. Kurhejien Marburg—Borussia Fulda 1:6. Kurhessen Kassel—Hermannia Kassel 4:3. Handballresuttate. Gruppe A : Sp- D. 96 Darmstadt gegen Polizei Sp. D. Butzbach 22:1. F. Sp. D. Fsm. gegen Spiel-Vg. Arheili- gen 5:2. Polizei Darmstadt gegen HSV. Fsm. 20:1. D. f. B. Friedberg gegen D. f. L. Rot-Weiß Darmstadt 3:5. Gruppe B: Polizei Wiesbaden gegen Hakoah Wiesbaden 4:4. Germania Wiesbaden gegen Kastell 06 ausgefallen. F. Sp. D. Mainz 05 gegen Sp. D. Wiesbaden 3:1. Worinatia Worms gegen Wiesbaden S. C. 6:2. Alemania Worms gegen Polizei Worms 2:4. Fußball-Länderkampf Schweiz — Italien 2:3. Dor 20 000 Zuschauern standen sich am gestrigen Sonntag in Zürich di« Länder Mannschaften der Schweiz und Italien gegenüber. Beide Mannschaften zeigten «in hervorragendes Spiel, und durch die überlegener« Technik gelang es den Italienern, einen 3:2-Sieg zu erringen. Nademacher in Japan. Nach lagelanger Eisenbahnsahtt ging der deutsche und Weltrekordmann im Brustschwimmen Erich Ra de macher (Magdeburg) am Samstag in Tokio zum erstenmal an den Statt. Sein Hauptgegner war natürlich der Olympiasieger T s u r u t a, der üher 100 Meter in 1:17,4 knapp vor Rademacher, der 1:18,4 benötigte, als Sieger einfam. Im 400-Meter°Brustschwimmen schlug jedoch Rademacher den Japaner Überlegen in 6:20; Tsuruta benötigte hier 6:24,5. Tsuruta wieder vor Rademacher. Auch in der neuerlichen Begegnung mit dem japae Nischen Olympiasieger Tsuruta mußte Ericlt Rademacher sich in Tokio gestern geschlagen bekennen. Diesmal trafen sich die besten Brustschwimmer der Welt über 200 Meter. Tsuruta übernahm infolge seiner größeren Anfangsgeschwindigkeit sofort die Führung, während Rademacher in einem Abstand von etwa fünf Meter folgte. Bei 150 Meter setzte der Deutsche zu einem fabelhaften Endspurt ein, aber, wie in Amsterdam getan" es ihm nicht, den in 2:52,6 siegenden Japaner ganz einzuholen. du etwa meine Geschäftsgeheimnisse?" Er drohte mit geballter Faust. ,Lch verbitte mir das Du", tagte sie frech. „Wir haben nicht zusammen Schweine gehütet. Und vielleicht ist mein Gewissen reiner als Ihres." Den Besen als Schutzwaffe vor sich haltend, verließ sic bas Nebenzimmer. „Sie wird noch heute rausgeschmissen", stöhnte Kiewening. „Aber vorher kriegt sie den Buckel voll- geschlagen." -.Davon würde ich abraten. Aber in Zukunft besprechen wir uns anderswo, nicht in diesem Idyll." Es läutete in bestimmten Abständen dreimal. Kiewening verließ das Zimmer und kam gleich danach mit Martha Rebmann zurück. Sie begrüßte den Fremden flüchtig und fragte Kiewening, was denn vorliege. Kiewening stellte vor: „Herr Brod — wenigstens für uns. Fräulein Rebmann, meine tüchtigste Kraft." Blinsky musterte sie ungeniert. ,,Sie fuhren im Auto zum Wald hinauf, nicht wahr? Wann war es doch gleich?" Sie sah ihn verblüfft an. „War das auch eine Geschäftstour? Ich meine: steht der betreffende Herr unter Beobachtung des Okulus?" Ein scheuer Blick Matthas flog zu Kiewening hinüber. „Nein", sagte sie fest.. „Schade. Das hätte mich interessiett". meinte er mit verkniffenem Lächeln. „Na, es ist ja auch so ^anz wertvoll. Aber nun zur Sache. Erftären Sie." Kiewening nahm wieder Platz und setzte Martha die Sachlage auseinander. Er schloß: „Sie haben doch Verbindung mit dem Arbeitsamt?" „Verbindung? Höchstens durch meinen Witt, der dort vorübergehend in der Schreibstube arbeitet." „Richtia. Dekepper ist dort. Ausgezeichnet. Sie werden ihn sofort in feiner Arbeitsstätte besuchen. Ein Vorwand wird sich schon finden. In welchem Stockwerk ist die Schreibstube? ,Lm vierten. Es ijt bas oberste. Don dort dürfte man den besten Ausblick auf die Nachbarschaft haben." Kiewening meckerte. „Und den Einblick. Vcrgeffen Sie den Einblick nicht!" (Fortsetzung folgt) Turnen, Sport und Spiel. Die deutschen Olympiasieger beim Reichspräsidenten. Zu Ehren der deutschen Olympiasieger fand am Samstag im Sjaife des Reichspräsidenten e n Tee Empfcnz statt, zu dem sämtliche deutschen Prttsträger der diesjährigen Olympiade, der 2keichSkmrzler, der Reichswehrminisier und der Reichsminister des Innern, der deutsche Gesandte im Haag, Graf Zech, die Vertreter der beteilig'.en Ressorts, der Vorstand des Deutschen Reichsausschus'es für Leibesübungen und der Deutsche Olympi che Ausschuß geladen waren. Nachdem der Herr Reichspräsident die Vorstellung der Sieger und Siegerinnen entgegengenommen hatte, dankte dec Vorsitzende des DRA., Staatssekretär a. D. Dr. Le - Wald, dem Herrn Reichspräsidenten für die Einladung. Der Herr Reichspräsident erwiderte hierauf, daß es ihm eine besonde-e Freude bereite, die Olympiasieger und -siegerinnen zu sehen und ihnen persönlich seine Glückwünsche aussprechen zu können. Die großen Erfolge, die die deutsche Olympiamannschaft in Amsterdam errungen hat, fanden im deutschen Volke freudigen Widerhall, und er sprach namens des Reichs Dank und Anerkennung den Olympiakämpfern und dem Deutschen Olympischen 2lus- schuh, sowie dem Vorstand des Deutschen Reichs- ausschufses für die Arleit der Dordereilung und Durchführring der deutschen Beteiligung an der diesjährigen Ol-mpiade aus. Den «^ten Siegern und Siegerinnen überreichte dann der Reichspräsident mit herzlichem Handschlag die Ehren- plakett« der Reichsregierung. Diese erhielten: Frhr. v. Langen, Oberft. Kahl, Hensel, Helbig, Sttaßberger, Leucht, Frl. Ma^er, Moesch- ter, Mütter, Frl. Schrader, Erich Rademacher, Frau Radke, Engelhard und Hirschfeld. Im Anschluß hieran vereinigten sich die Teilnehmer an dem Empfang zu zwanglosen Gruppen und verblieben noch längere Zeit in angeregter Unterhaltung, wobei der Reichspräsident Gelegenheit nahm, die deutschen Sportsleute persönlich näher kennenzulernen. Lahnfeier in -er Walhalla. In der Walhalla bei Regensburg wurde gestern die Düste Friedrich Ludwig Jahns feierlich enthüllt. Auf den breiten Steinstufen zur Walhalla hatten bei Beginn des Festaktes Abordnungen der Turner und Studenten mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Mit Fanfarenklängen wurde die Feier «ingeleitet. Unter dem weihevollen Gesang der Sängerriegen des Bayerischen Turneroundes zogen di« Ehrengäste, an ihrer Spitze Ministerpräsident Dr. Held, in_ den Marmorprachtbau ein, wo sie vor der Büste Jahns Krärrze niederlegten. Unter den Ehrengästen befanden sich der Vertreter der Reichsregierung, Gesandter v. Ha n iel, für die preußisch« Regierung Minister a. D. Denk, für den Reichstag Vizepräsident v. K a r d o r f f, die Vertreter der Länder und die führenden Persönlichkeiten des deutschen Turn- und Sportwesens, darunter auch Führer der Turnerschaft Oesterreichs und der Tlch<^Hofliowalci. Rach Ansprachen des Kultusministers Dr. Goldenberg«r, des Iustizrctts Dr. Fritz Thoma, München, und des Professors Dr. Oskar Berger, Berlin, des ersten Dottihenden der Deutschen Turnerschast, wurde die überwältigende Feier mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Iahnmarsches geschlossen. Fußball-Lokalkämpse in Gießen. Das gestrige Lokaltresfen der Ligamannschaften der Spielvereinigung 1900 Gießen und des V. f. D. Gießen endete mit dem Ergebnis von 1:0 (Halbzeit 0:0) für V. f. B. Das Spiel der Ligareserven schloß mit 3:2 für D. f. D. Näheren Bericht werden wir morgen bringen. Lim den O.F.B.-Pokal. Die gestrige Vorrunde um den Pokal des Deutschen Fußball-Bundes brachte folgende Ergebnisse: In Stettin wurden die Vertreter des Balten- Verbandes von Westdeutschland mit 6:1 (2:1) leicht geschlagen. Die Balten konnten nur teilweise gefallen und waren nie imstande, Westdeutschland zum Letzten zu zwingen. Der Pokalverteidiger Südostdeutschland mußte sich in Frank- f u r t a. M. ebenfalls überlegen von den Süddeutschen mit 5:1 (2:0) als geschlagen bekennen. Das Resultat dieses Spieles entspricht vollauf dem Spielverlauf; die Leistungen der Südostdeutschen befriedigten wenig, während auch Süddeutschland „Nummer sieben. Zweiter Stock. Hinterhaus. Es ist dott eine Lichtpausanstalt, wo auch künstlerische Steindrucke gemacht werden. Nach einer neuen Erfindung. Es handelt sich übrigens mehr um Experimente." „Breite Lichtfenster also?" Blinsky bestätigte überrascht. „Mit Vorhängen?" „Natürlich." rfGs handelt sich nämlich darum, Herr Brod, ob die Wohnung von einer andern Stelle einzusehen ist. Sie roisien ja, daß die unterschiedlichen Höhenlagen unserer Straßen das bisweilen ermöglichen." „Eine gute Bemerkung." Es klang wie: du bist gar nicht so dumm, wie du aussiehst. „Geben Sie einen Stadtplan her. Da Sie die Stadt sicher besser kennen als ich, müssen Sie überlegen, von wo bas Haus eingesehen werden kann." Kiewening holte die Karte, breitete sie aus und fuhr mit einem unsaubern Zeigefinger bis zur oberen Flußstraße, wo er stehenblieb. „Nummer sieben kann eigentlich nur von der Kaiserstraße eingesehen werden, etwa von dem Warenhaus aus oder einem Bureau. Wohnungen sind ja dott keine. Allerdings auch hier vom Arbeitsamt der Schmelzstraße. Es ist das höchste Gebäude der Gegend und dem Warenhaus zum Teil vorgelagert/ „Schön. Dann hätten wir ja eine Spur." „Tausend, mein Herr. Leiter. Wer verkehrt nicht alles in einem Warenhaus' und einem Arbeitsamt?" „Es kann sich nicht um einen zufälligen Einblick handeln. Der Tater muß die GelegenheÜ genau geprüft Haden." „Vielleicht. Haben Sie die Kriminalpolizei benachrichtigt?" „Nein", antwortete Blinsky schnell. „Ich wünsche auch nicht, daß das geschieht." In dem Gefühl, seine Worte erklären zu müssen, setzte er hinzu: ,Hch halte nicht zuviel von ihr." „Bravo!" schrie Kiewening. „Sie sind mein Mann. Sie sind vor die richtige Schmiede gekommen. Wir haben Fälle entdeckt, Fälle, wissen Sie! Da war hier eine alte Dame ..." Blinsky schnitt die Geschichte mit einer energischen Handberoegung ab. „Interessiert mich nicht. Bleiben wir bei der Sache. Es handelt sich für mich nur darum, wer an jenem Mittwoch die Papiere geraubt hat. Alles andre ist meine eigne Sache." „Es sind also wichtige Papiere? Diskrete, sozusagen?" „3a." Kiewening gab das weitere Ausfragen auf und griff zum Telephon. „Einen Augenblick, bitte." Er rief eine Nummer an und wartete, mit den Fingern ungeduldig auf dem Aktenbündel trommelnd. Endlich horte Blinsky ihn in den Apparat sprechen: „Sind Sie es selbst, Fräulein Rebmann? Gut. Sie müssen gleich zu mir kommen. Quevedo wird es nicht erlauben? Sagen Sie ihm, er kann mir gut sein. Wie? Ja, sofort." Er hing ab. „Es ist natürlich nicht Neugierde, wenn ich nach den Papieren fragte. Es wäre nur wichtig, ob es sich um Geld handelt. Man könnte bann auf Personen achten, die sich durch große Geldausgaben verdächtig machen." „Ich glaube, das tut heutzutage nicht einmal der blutigste Anfänger. Wen riefen Sie eben an?" „Erne Hilfskraft meines Instituts." „Eine Dame?" „Ja. Ein Fräulein Martha Rebmann." „Kann sie schweigen?" „Ich habe gefunden, daß Frauen zuverlässiger sind als Männer: sie trinken wenigstens nicht." Blinsky entzündete eine neue Zigarette, erhob sich und ging im Zimmer auf und ab. Plötzlich blieb er an der Portiere stehen, lüftete sie, hob die Ausguckklappe und sagte mit eisiger Verachtung: „Dadurch glaubten Sie mich prüfen zu können?" Kiewening stammelte bestürzt: „Es ist so meine Methode. Es sollte keine Beleidigung fein, Herr Brod." Blinsky ließ die Klappe zurückfallen. ,Lst es auch nicht. Es ist nur eine Narrheit, eine Idiotie, ein veralteter, lächerlicher Kniff. Natürlich habe ich Ihr Gesicht drinnen bemerkt. Ich hatte nicht übel Lust, Ihnen die Zunge auszusttecken." „Erregen Sie sich doch nicht über solche Kleinigkeit ..." „Guckt man auch durch diese Tür da?" fragte Blinsky leise. „Belauscht uns dort irgendein blöder Teufel?" Im nächsten Augenblick war er auf Zehenspitzen an der Tür angelangt und riß sie auf. Die Haushälterin fuhr aus gebückter Stellung auf. Kiewening war mit einem Satz an der Tür. „Geh zum Kuckuck, hu dummes Luder! Belauscht Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, haben die Der- TrieF Berlin. «3 Cttober 139 Boufnoten. Ziffern geben 139 31.1a 108 215 113.25 247 5. 109. ö 268 20 74.26 120.5 89 30 2 107,25 146 76 215 145 10 . 0 . 6 , . 6 , . 0 > . 6 , 11 , . 0 . . 4 . . 8 , . 8 . 10 . . 8 , . 8 . 10 . . 8 . . 8 war Verdes daß dem Die verändert, während die Indexziffer für industrielle Fertigwaren sich auf 160,0 (159,9) erhöht hat. * Vorratsbestellungen der Reichsbahn bei der Steinindustrie. Auf eine Eingabe des Zentralverbandes christlicher Transport- und Steinarbeiter hat die Deutsche Reichsbahn die Reichsbahndirektion ermächtigt, gewisse Mengen Bettungsstoffe für das kommende Geschäftsjahr schon jetzt auf Vorrat zu beschaffen. Fraittfurtcr Börse. Letzte Nachrichten. Neue positionsmeldungen vom Zeppelin Washington, 15. Oktober. (H3IB. Draht- bericht.) Belm Marinedepartement ist eine Meldung eingegangen, wonach die Position des Aeppelin- Luftschi'fes um 3.50 Uhr amerikanischer Zeit. b.L 9.50 Uhr mitteleuropäischer Zell. 70 Grad 50 Miu. westlicher Länge und 34 Grad 20 Minuten nördlicher Breite war. Das Luftschiff befindet sich demnach annähernd 480 Kilometer o ff f ü b • östlich vom Kap hatteras. Geschäftsjahres erstattete Bericht ergab, -Produktion und Absatz gegenüber Vorjahre weiter zugenvmmen haben. Absatzsteigerung in Stickstosfprodukten entspricht der erhöhten Produktion. Der Ausbau der- nor- wegischen Fabrik von Rorsk Hydro ist termin- mäßig borangeschrilten. Auf dem Farbengebiet war die Entwicklung gleichfalls ansteigend. Die fortschreitende Festigung der politischen Verhältnisse im Fernen Osten hat insbesondere zu einer wesentlichenSteigerungderFarben- a u s s u h r beigetragen. Die günstige Entwicklung der pharmazeutischen Produkte hat, wie im Vorjahr, im Sn* und Ausland angehalten. Der Absatz in Chemikalien bleibt gut. Dem steigenden Bedarf an Leichtmetall in der Automvbilindustrie und im Flugzeugbau tragen wir durch Erweiterung der Produktion Rechnung. Die Rachsrage nach unseren photographischen Artikeln ist derart gestiegen, daß eine Erweiterung der Fabrikationsanlagen für alle Produkte vorgenommen 57 5 109,25 270 Wirtschaft. Tabakbau und Tabakernie 1927 L'uoro. Loewe . . . Na«. Automobil . . Crenftein * 'iopod Leonhard Tietz Bamag-Meguin . < ,^rantl. Maschine» . Grttzner . . Öenfiaebt . < ans . . < Lechwerle. . . . MainKaitwert« . , Miag . . . Nekariulmer . . . Beter« Union . . Gebr. Roeder Botgt & tzaesfner Südd. Zucker . . . Brrei 4,198 58,44 112,(7 40.404 werden muß. Trotz der nuLaustgen Kvniunktur in Textilien in Deutschland hat unser Absatz an Kunstseide erheblich zugenommen. Die Anlage für Kupferammoniaifeide in Dormagen nut einer Produktion von 5000 Kilo täglich ist fertiggestelll. Lnsere Arbeiten aus dem Oelgebiet geyen programmgemäß weiter. Im Einklang mit dem allgemein befriedigenden Geschäftsgang stehen auch die bisher erzielten Gewinnergebnisse, die eineli günstigen S a h r e s a b s ch 1 u tz er- warten lassen. Ae Ferngasversorgung des Saargebiets. Französiiche *J2oieii Holländische Woten .... Ztl.lieiiilche «Zoten Norwegische Noten. ... Deuksch-Oesterr. 5100 Kronen Rumänische Noten Schwedische «toten Schweizer Noten Svanisch: Noten Tschechoslowakische Noten ■ . Ungarische Noten Devisenmarkt Derlm—! Telegravtztl ch e AuS«aylvna. Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Elberfeld Essen ' Frankfurt M. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau Z.-G.-Zarbenindustrie A.-G. März 241,50 (ruhig); Roggen, märkischer (69=kg/hl. Gewicht, östliche Stationen über Rottz), 209 bis 212, Dezember 228,50 bis 228 (schwächer); März 236,50; Braugerste 231 bis 251, Futtergerste 202 bis 212■ Hafer, märkischer, 200 bis 210, Oktober 208 Geld; März 231 bis 230 Brief; Mais, zollbe- günstigter Futtermais, 218 bis 220; (100 kg): ©et« zenmehl 26,75 bis 30 (ruhig); Roggenmehl 27 bis 30 (ruhig); Weizenkleie 15 bis 15,25 (behauptet). Don der Verwaltung der 2.-G-Farbenindustrie A.-G. Frankfurt a. M. wird mitgeteilt: Die diesjährige Halbjahres?' n g des Auf- fichtsrats der S.-G enindustrie A.-G. fand am Samstag in Bu s-lld statt und mit einer Besichtigung der dortigen Werke Kunden. Der über den bisherigen Verlauf Büchertisch. — „W ege zum Wissen": Dd. 89: Dr. A. Hoche, „Schlaf und Traum"; Bd. 92: C. A. Dratter, „Die Vereinigten Staaten von Amerika"; Bd. 91: Dr. Carl Landauer, „Das Wesen der Wirtschaft ; Bd. 95: Dr. M. Aaphtali, „D i e K o h l e und ihre Wandlungen". (Verlag Ullstein, Berlin.) (473.) Ein Psychiater von der Bedeutung und dem Weltrufe des Freiburger Professors Dr. A. Hoche teilt seine Erfahrungen und Anschauungen über Schlaf und Traum mit. Von den Schlafverhältnissen im Tierreiche bis zu den prophetischen Träumen und Feruträumen mancher Menschen wird das Problem von Schlaf und Traum bis in alle Einzelheiten beleuchtet. — Der Band „Die Vercinigleu Staaten von Amerika" bringt" eine Fülle der wichtigsten, oft kaum bekannten Züge aus der Entwicklung des „Landes der unbegrenzten Möglichkeiten". Dazu ist das Werk flott geschrieben und mit Anekdoten durchsetzt. Ein Buch, das sich nicht in einseitigen Lobpreisungen Amerilas ergeht und'- aus dem wir gerade deshalb viel lernen können. ^an Landauer ist klar und jedem faßlich. Sein Buch gibt anregende Beispiele aus dem Wirtschaftsleben der Gegenwart. Das kleine Bändchen »Die Kohle und ihre Wandlungen" versucht im Erzählerton den Leser mit den Grundtatsachen der organischen Chemie und Technologie der Kohle bekanntzumachcn. Auch über die heute im Mittelpunkt stehenden Probleme der Ferngasversorgung und der Verflüchtigung der Kohle gibt das flottgeschriebene Werkchen Aufschluß. — Bardeleben, Anatomie des Menschen, Teil IV: Die Eingeweide (Der- dauungs- und Atmungsorgane. Harn- und Geschlechtsorganes Vierte völlig neub?arbei;ete und vermehrte Auflage von Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Dr. h. c. E. Ballowih. Mit 43 Abb. (Aus Datur und Geisteswelt. Bd. 421.) Geb. 2 Mk. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. (437) — Der Band behandelt. durch zahlreiche instruktive Abbildungen veranschaulicht. den Derdauungs- apparat, den Atmungs- oder Aespirationsopparat und die Atmung, die Harn- und Geschlechts- ' organe nach Bau, Funktion und Lage. Besonderer Wert ist in der Neuauflage auf die Bearbeitung des Abbildungsmaterials, das nun der modernen Technik völlig entspricht, gelegt worden. Die Darstellung kann weitesten Ärzten, de sich für den Bau des men'chlichrn Kirpers inter- es ieren, von großem Buhen sein. Sie wird aber auch Studierenden der Medi'in und Aaturwis.en- schasten die besten Dienste leisten. — Die H a u p t t he or i e n der Volkswirtschaftslehre. Don Professor Dr. O. Spann. Sn Sammlung „Wissenschaft und Bildung". 18. Auslage. Gebunden 3,60 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (461.) — Don Auflage zu Auflage verbessert und ergänzt und jetzt schon im 90. Tausend vorliegend sind die „Haupttheorien" des Wiener Soziologen und Rationalökonomen ein brauchbares Buch zur ersten Einführung in das Studium der Volks- Wirtschaftslehre wie zur Wiederholung und zur Vorbereitung auf das Examen. Knapp, klar und übersichtlich sind alle wichtigen volkswirtschaftlichen Theorien von der vormerkantilistischen Zeit bis zur jüngsten Gegenwart in ihren Hauptpunkten dargestellt. Auf die tatsächlichen Bedürfnisse des jungen Studenten zugeschnitten, regt das Buch überall zu eigenem Durchdenken der dargestellten Theorien an, die dadurch erst zum geistigen Eigentum des Lesers werden. Begrüßenswert sind auch die im Anhang gegebenen Ratschläge über den Studiengang. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. zuletzl beschloßenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. da auf fast allen Märkten Abgabenel- gung vorherrschte. Es scheint zur Zeit wirklich wieder ganz egal zu sein, ob günstige oder ungun- K Momente für die Tendenz vorliegen, denn die atztätigkeit ist so klein und eine Beteiligung des Publikums überhaupt nicht mehr festzustellen. Die Kaliabsatzziffern für Oktober wurden nicht beachtet, und die Nachwirkung des J.-G.-Farben-Cornmuni- auäs vermochte den Markt keine Anregung zu bieten. Etwas beunruhigend wirkten die Verhandlungen bei der Lohnbewegung in der Eisen- und Textilindustrie, die Verzögerung der Verhandlungen über em 100- Millionen-Geschäft in Jugoslawien und eine verrin- aerte Kohlenproduktion im Ruhrgebiet. Im allgemeinen betrugen die Verluste gegen den Samstagschluß 1 bis 2 v. H. Polyphon, Schultheis und Lemberg waren bis 5 vH. gedrückt. Dagegen Danab bank, Reichsbank, Licht und Kraft (letztere angeblich auf neue Auslandkäufe) 1 bis 3 vH. hoher. Anleihen waren schwächer. Ausländer dagegen freundlich. Bosnier 0,25 bis 0,50 v. H. gebessert. Der Pfandbriefmarkt verkehrte in freundlicher Haltung. Tages- gcld erfuhr eine weitere Versteifung bei einem Satz von 6,5 bis 8 v. H. Sonst war der Geldmarkt unverändert. Dieser Umstand und eine Derflauung der Neubesitzanleihe auf 13,60 nach 14,10 verstimmte die übrigen Märkte, und die Kurse gaben bis 3 v. H. nach. Nur Svenska gingen 3 Mark über Anfang um Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 15. Olt. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte in der neuen Woche in ruhiger Haltung. Die schwächeren Ausla.idno":■> rungen wirkten allgemein verstimmend, so daß । die Umsätze ziemlich klein blieben. Besonders bei Weizen- und Roggenmehl macht-n sich Preisrückgänge bemerkbar. Für Roggen u id Sommergerste machte sich etwas Interesse bemerkbar. Am gutfennittetmarft war Weizen- und Roggentle:e stärker angeboten. Es wurden notiert: Weizen 23,60 bis 23,75; Roggen 22,75 bis 23; Sommergerste für Drauzwecke 25,50 bis 25,75; inl. Hafer 23 75 bis 23,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 2175; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 34 bis 34 50; Roggenmehl 30,75 bis 31,75; Weizen- fteie 14,25 bis 14,50; Roggenkleie 14,75; Erbsen 32 bis 59; Linsen 60 bis 150; Heu 12 bis 12,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtaepreßt, 4,50 bis 5; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt. 4; Preber, getrocknet, 19,50 bis 20 Mark. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 15. Okt. Auftrieb: 1832 Rinder darunter 471 Ochsen, 96 Bullen, 745 Kühe, 492 Färsen; 489 Kälber, 104 Kälber, 5594 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 55 ots 57 Mark, ältere 48 bis 54 Mark, sonstige vollfl., lungere 40 bis 47 Mark; Bullen: jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts 48 bis 51 Mark, sonstige vollst, oder ausgemästete 44 bis 47 Mark; Kühe: jüngere, vollst, höchsten Schlachtwerts 43 bis 46 Mark, sonstige vollfl. oder ausgemästete 36 bis 42 Mark, fleisch ge 30 bis 35 Mark, gering genährte 22 bis 29 Mark; Färsen (Kalbinnen, Jungrm- der): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 55 bis 57 Mark, vollfleischige 48 bis 54 Mark, fleischige 40 bis 47 Mark , Kälbe r: beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 67 bis 71 Mark, geringe Kälber 57 bis 66 Mark; Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 81 Mark, vollfl. Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 81 Mark, vollfl. von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 78 bis 81 Mk., vollfl. von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 76 bis I 80 Mark, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 70 bis 75 Mark, Sauen 66 bis 72 Mark. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberftand. Schweine schleppend, Ueberftand. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Berliner Produktenbörse. Frankfurt a.M., 15.Okt. Tendenz: überwiegend etwas schwächer. Zu Beginn der neuen Woche blieb die Stimmung außerordentlich l u st l o s und ziemlich unsicher, und auch die feste Neuyorker Bor e vermochte keine Anregung zu bieten. Die fast vollkommene Orderlosigkeit machte sich weiter stark bemerkbar und übte einen merklichen Druck auf das Kursniveau aus. Die herrschende Unsicherheit und Interesselosigkeit, verursacht durch die unverändert fortbeftehenren Lohnkonflikte in der Eisen- und Textilindustrie, hielt an. Es bestand daher wieder über- wiegend Abgabeneigung, doch waren die Rückgänge nicht groß. Es traten bei dem sehr geringen Geschäft gegen die Schlußkurse von Samstag abend auf den meisten Märkten etwa 1—3-v. H- Kursrückgänge ein. Etwas stärker abgeschwächt waren trotz der weiter günstigen Absatzzisfern Kali Aschersleben mit minus 3,25 v. H. und Salzdetfurth mit minus 5 v. H. Am Elektromarkt waren vor allem Siemens mit minus 4,5 v. H., AEG. minus 0,75 und Schlickert 2,25 niedriger, während sich Licht 6- Kraft | behaupteten. Schwach lagen noch Karstadt, die 4,5 v. H. einbüßten. Am Chemiemarkt eröffneten J.-G.- Farben bei kleinen Umsätzen leicht rückgängig, Scheideanstalt 1 v. H. erhöht. Montanwerte waren still und etwa 1 bis 2 v. H. schwächer. Schiffahrtswerte gaben etwa 1 v. H. nach. Am Bankenmarkt ! lagen Berliner Handelsgesellschaft 2,75 v. H. und Danatbant 2 v. H. schwächer. Deutsche Bank dagegen bis 1 v. H. gefragt. Am deutschen Anleihemarkt gaben Neubesitz weiter etwas nach. Von ausländischen Renten waren Türken lebhaft verlangt bei weiter anziehenden Kursen. Im Verlaufe hörte jede Umsatztätigkeit auf. Verschiedentlich konnten sich leichte Kurserhöhungen durchsetzen. Einiges Interesse bestand wieder für Licht und Kraft, die 1,5 o. H. anzogen. Der Geldmarkt war unverändert angespannt. Tägliches Geld 7,5 v. H. Am Devisenmarkt war die Mark etwas erhöht. Man nannte Mark gegen D^nr A 9nm gegen ^f’inh 20 *7(1, London gegen Kabel 4,850750, aegen Paris 124,21, I geqen Mailand 92,63, gegen Madrid 29,98, gegen Holland 12,10. Berliner Börse. Berlin, 15. Okt. Die Hoffnung des Vormittagsverkehrs, daß die feste Neuyorker Börse eine Anregung bieten würde, hat sich nicht erfüllt. Das Geschäft war zum heutigen offiziellen Beginn wieder sehr klein, und die Kurse neigten eher zur Schwäche, Berlin, 13. Oktober. Der Produktenmarkt zeigte heute ein sehr stilles Aussehen. Infolge des gestrigen Feiertages fehlten die Anregungen von den Auslandmärkten, Winnipeg hatte schwächere Schlußkurse gemeldet und der kanadische Farmerpool war daraufhin auch heute mit billigeren Weizenofferten im Markte. Hier hat sich die Situation insofern gebessert, als für das sehr knappe Jnlond- angebot von Weizen und Roggen nur etwa eine Mark niedrigere Gebote als gestern erhältlich waren. Die Exporteure bekunden weiter Nachfrage, namentlich für Weizen, und das vorhandene Material reicht nicht immer zur Befriedigung der Nachfrage aus. Der Lieferungsmarkt war gleichfalls schwächer veranlagt. Weizen- und Roggenmehle blieben bei unveränderten Preisen fast gänzlich umsatzlos. Hafer und Gerste ruhig, aber in den Preisen wenig verändert. Es notierten (1000 kg): Welzen, märkischer (74-kg dl-Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 212 bis 215, Dezember 233,50 Brief, -leid 4,1.8 68.20 111.73 >0.322 Berlin Sch ufj | 'lln,ang Rura , Rur- 75.25 122.6 87,25 112 Berlin, 1.4. Oktober Amerikanische No« . . < Belgische Noten Dänische Noren Englisch« Noten ..... in Hessen. WER. Aach den nunmehr vorliegenden Schlußziffern der Slatiststchen Laudeszentra-le hat in Hessen im vergangenen Jahr der ^.abatbau erneut zugenommen. 273 Pflanzer haben sich mit 11 387 Ar in die Produktion eingeschaftet, an» gereizt wahrscheinlich durch die günstige Preisentwicklung im Iahre 1926 Es wurden. auch&im ggTB.-Hanoeisoienir equiju, vuue.t mr toei- vergangenen Jahre wieder meist Herbsttabal , nh[unacn über ^en Auf- und Ausbau der und Gunditaba.ke angebaut. Alm bie Qualita z (=nnr-ctprnaa5oer[orguTig in letzter Zeit verbessern, wurden verschiedentlich .mi . Fortschritte gemacht. In einer ti°fr 012IuA wurde jetst in Saarbrücken abgehaltenen Sitzung wurden die ÄMffijwS. «S Ä.Ä i»; O)ef4iaff«n5eit, toenn au$ ber { » S««« M r m b rü ft e r ferner für di- prioate Oruppe Mt «-*^^2,55 f®MnttMgt®tourCkrQbet€£abat namentlich bn Zweiganstalt Saarbrücken,. Zur Scrtretuna bered). nÄdlichm Dab^ in der Dheinpfalz rmb auf bem tigt wckd immer ein Reprafenfanf der offen liehen norotKyen-val^n, m lkl p .. , ffirunoe in Verbindung mit einem Repra entanten wea"? sL^? Oberguf^Kch- 105^Äd HO ker ^ioaten Gruppe fein. Die Verteilung des Ge- W sü?^ndb^tt zwischen 110 und 180 Mk. sellschastskapitals wird 58 v. H. für die öffentliche für Grapen zwN V und 63 Mk. pro Hand und 42 v. H. für die private Gruppe betragen. Doppelzentner. Insgesamt gab es in Hesten 1927 950 Tabalpslanzer (1926: 677) mit einer be- * Die amtliche Großhandelsindex- pflanzten Fläche von 31 015 (1926: 19 629) 2Ir. ,, f f e r Die auf den Stichtag des 10. Oktober be- rechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Von den vDO)lOu)rviC67*BarnCll. Reichsamts hat mit 140,5 gegenüber der Vorwoche Die Auftriebsziffern wiesen nur bei Schweinen (140,4) leicht angezogen. Bon den Hauptgruppen ist gegenüber ber Vorwoche eine Zunahme auf; in den die Indexziffer für 2lgrarftoffe um 0,2 vH. auf 135,3 nhriaen Gattungen hielten sie sich etwa auf vor- (135,1) gestiegen und die Indexziffer für Kolonial- wöchlger Höhe Auch in der Berichtswoche behielten waren um 0,9 v. H. auf l'd3,.l (13^'ö) zuruckgegangen. khmere Schweine wieder besonderes Interesse und Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halb- wurden vielfach über Notiz bezahlt. Auch schwere waren waren mit 133,5 gegenüber der Vorwoche um Bullen waren verschiedentlich gut gefragt für Wurst- > «nhuftnelle fabrifen. Jrn übrigen hielten sich die Preisschwankungen nur in mäßigen Grenzen. Es wurden folgende Preise (in Pfennig für ein Pfund.Lebendgewicht) notiert: Rinder Kälber Schake Schweine 17-52 50-92 25-70 70-84 20-52 40-81 35-60 55-75 16-56 45-73 50-66 70-83 20-58 64-87 44-58 66-83 24-57 75-115 — 60-77 24-58 60-85 42-66 66-83 20-56 50-87 — 62-80 20-54 55-88 — 66-78 25-55 53-115 25-58 58-78 25-59 57-77 28-49 64-80 15-53 37-89 20-60 62-80 17-55 40-80 40-58 60-76 18-52 — 44-55 — 20-56 50—79 — 74-84 30-57 53-75 — 67-85 17-51 30-64 38-57 60-75 20-58 55-115 40-55 60-79 25-55 45-82 30-60 70-89 20-56 40-78 25-55 60-80 16-59 42-76 40-45 64-82 17-58 70-83 — 60-80 15-54 30-82 20-62 64-77 15-57 55-80 — 67-83 15-55 60-75 48-63 72-82 Die bint« t den Papieren ang •rankfun a. M Berlin schluk»! 1-Uhr- Sch ub , Tlnjang fti'rs Rur» Rur» । Rur* Datum 13 10 | 15. 10. 13.10. 1t 10. 6% Dl Rrldjeanlefbe » I9ü7 Dl. am.-jlblöL-GetiulD mit ittus S?.2O 60,7 67.5 50,w 60.9 Ici.-iHediien — ttfal ohne Auslvl.-Rechi« 7% 5tanl(. Hyp.-Bl fflolbpl. un 14.6 13,8 14,G 14.1 tünbbat bis 1032 ■ iy,% dihelnildt? Hvv.-Bani Clou 75.9 — - - Ü.E.iS abß Borkrlegs-Obllgatlvn rüttiablbar 1932 — 4% ®diivei> BunveSd.-Sinl.. — - 4% CeitfnelchKd)« ®olorte.. — 3,35 4,20% Cefien eUbeme. 3,4 — 4% Lellerrelcd cinfaetU £Rte — 2 • 4 4% UngariidK Oolbrte. 27,3 — 27.25 — 4% Ungartldie StaotLr. 0. 1010 — • — 4y,% beegl. von 1913 ■ 2,35 4% Ungarlldir ftronenrte. . 2,3 12,25 — 4% Türk rtollanleüjt v. 1911 4% Eürtiidif Bagdadbabn-Anl.. 11,95 12 12.25 12.5 12.5 Gerte 1 . . . 12 12 25 4% beagl. Gerte 11 ... 11.9 12,13 12 12,4 4% Rumänen conoert 0he. 9.75 — — 1 yt% Rumänen (SolbanL von 1013 24. ö — 24.65 — Mg Deuricde Eilen'xihn . bamburg-Ämertla fiatei ... 8 — 152.7t 153.9 152.75 Hamb -Güdam Damplich. . . i 189 ■ >88 Hanla Dampliditfl . - 10 — 186.21 184.5 Norbbeuklwei Llovd . . . . I 149.75 | 116.9 Uü 117 75 Wlg teutitbrltreohanri . . IC 136 137 136.25 Öarmet ©onlocretn IC 141 141.5 HM Berllnei HanbelsgeieUIch. . li 297.25 498 297 Lommerz- und Prtoat-Banl 1 187.1? 187.. IBS 188 Darm 11 u Naklonolbant 1 28J '8- 488 289 Deutsche Boni • • l 167..‘ 169 168,7u 169 $t5tonto.ah flat. . 1 162 164 Ihj 1-3 Dresdner Boni - - l 169.25 169 170 169 5 anittelbeutldje (Uebttbajd . . • 206 408 208 .................... 135 131.1 134.25 131,25 Seüfcetxaf........1 402 303,5 303,6 ^raubfurt a. M Schluß. Rurs l.Uhr> Rurs Jranhfurt a. ’JJl | Berlin Schluh-, l-Uhr- Rurs ! Rur» Sch u(j | ’hniang Rur» | Rur* Datum: 13. 10.| 15. 10 13. 10. | 15. 10. tlbüivp vu^mann......1 Heidelberger Cemeat .... 10 Gement fiarlttabl ...... 8 Wayh 4 ßteltaa .....1° Schultheis Payenhoser ... 15 Istwerte 12 Ber. Glanzstofl......18 Bemderg ..... • • " 3eU(tof| Waldho,.....12 ZeUiwll Aichassendura ... 12 Charlottenburger Wailer ... 7 Teilauer GaS .......8 Daimler Motoren ...... 0 Demag ...... 0 Slblerwerte Älebe* ...... 5 5 By t £ i i i i l i -A'- 1 - P 3^ v ü . 1 1 1 5. S 1 1 1 1 1 1 1 137 328 28o 562 480 486 5 210 145.5 190,13 82 54.5 109,45 ”il| ' । S2™2 16.41 ibTiTS 167 88 168.56 21.96 22.04 111.68 112.12 58,86 59,10 2.54 2,56 112,03 112.47 80.59 80.91 67,66 67.9« 12.397 12.457 73.00 73.30 Frankfurt a. M. Datum: | 3 10 | 15 10 13. 10. | 15 1». ■21 U G ..... 8 183 18,4) 184.4 182.5 9 102.25 173 238.5 203 172 240 Clekcr. Lielerungen..... Licht und ftraft .... 10 10 1*4 238 238 zelten & Guilleaume.... 6 — — 151,75 51.18 Ge!. f. Elekrr. Untern.. . . . 10 263 — 263 25 464.75 Homd. Eletir. Werte .... Rhein. ............ 10 9 157 146.5 158.) 45, 58.75 Schlei. Glettr. . ..... 10 • 402,5 2i0 4-7.7» 8 401 40? 5 Siemens 4 HalSke ..... 12 393,6 389 390.5 390 Transradio ...... 8 — — Lahmever 4 So.. ..... 10 173.25 173 I — Buderus ..... Deutlche Erdöl ...... . 5 . 6 85,9 136.1 136 136.75^ 136.6 Giiener GteinfoM«..... . 8 - 126 — GelienNrchener ... 1 H 3- 4 Harpener ........6 123 136 - 137.75 124 25 138 128,7.' 124.75 HO 129.25 Rlötfnctroerfe ....... . 7 117 115, 248 I1-.5 Köln-Neueilen....... . 9 — 125 127 Mannesmann ....... . 8 124.75 124.6 1 25,25 144.25 MonSselder ...... . 7 - 112.2- 113 7. 1 13.3 Lberichlei Eiienb. Bedart . . . 6 - — 108.75 Cberldtlri. KokSwerte - - . 6 — — 113,5 113,5 Phönix Bergbau • • • 6 H 93,5 — 94 — Rheiniiche Brauntohlen 10 — 280 281 281 Rheinllohl f. % JE — 137 75 137 Riebeck Montan ..... 7,2 — 136,5 144.5 — Bereinigte Gtahlw..... . 6 94 — 95 94,76 Otavi Minen ..... • eh 53.5 — 53.65 53.75 Kali Aichersleben .... 10 285 282,75 283 — Raft Westeregeln ..... (tallroert GaUbetfurtl . . . 10 287.13 — 28o 284.5 15 474 471 473,75 — 3 <* 5arben-3nbutoe . . . 19 55 25 554,25 154.75 254.9 Dynamit Nobel . . . . . . — • Gcheldeanlialt ...... . i 211 211 — Goldlchmidt ...... . 100.1 101 101 — (Rütgeriroerte . ...... 101 — 102.13 102 Metallgei eM chatt...... V 186.75 — — — 13. Oltov.r <5 Oktod r Amtliche Non.runa Amtliche Notierung Geld Briet Briet Ämsl-.Noti 168,15 168,49 168,43 1,7'. 3 58.33 168,57 Buen--AireS Brsl -.'Intw 1.763 58,33 1, <67 58,45 1. <6< 08,45 Chr^sttania Kopenhagen Stockholm . HelnngforS. (rtalten . . London. . . 111,89 111,94 112,21 112,11 114,H 112.43 111.89 111.92 112,44 114,11 112.14 11..41 10,560 41,975 40,355 10,564 44.015 20,395 10.566 41.98 20,359 10,586 24.02 20,599 Neuvork . . «.196 1.404 4.1970 4.4050 PariS. . » . 16,375 16.415 16,58 16.42 S ch wetz . . 80.745 80. '-05 .0,79 80,95 Svantea - . 67 69 67.93 67,70 67,85 Japan . . . Wo de Jan 1.926 > 5015 1.9 JO 0.5ÜJ5 1.944 0.5015 1.9-8 0.5035 Wien in D-- -9.99 □9.11 □8,985 59.107 Prag . " . Belgrad . . Budapest. . 12,,35 12,455 12,4'5 12.455 7,375 73,14 7,389 73,(8 7,379 73,18 7,393 73.38 Bul'arieu 3,031 3.037 1.031 3,037 Vtflabon 18,88 18.94 18.88 18,92 Daniig. . . 81.33 81,19 81.36 81.51 Qonöantta 2.141 2,118 2.137 2.143 Äibea . ,.425 5.435 5,425 5,435 Tanada 1 4,19-5 1 4,2035 1 4.196 4.204 l.rn aat) • 4.266 4.274 4 266 4.274 . | 20.875 \ 20.915 20,87 20,01