--wo’ zs=^*- 535=»^ Nr. M Erster Blatt 118. Jahrgang Mittwoch, 15. August 1928 ümd unb Derlag: BritflW nnö Stetiöniderd R. tauge te «ieften. $d)riftkttiiig und GeschLstrftele: Schnlffraße 7. Oie bnüschfranzösischen Meinlandmanöver rutohfl zu kaum cm 3®cifcl bar- eine mütiafdt des Wesens 1858 Wurde Harnisch als Sohn Das Schicksal Ostoberschlefiens bekannt ist, daß er sich vor iren. des daß stets ein reger Mitarbeiter österreichischer vollswirtschaft- (1919). t, für den übrigen I«il Ernst Blumschein: für den An« jeigenteil Kurt fuDmann, sämtlich in Gießen verpulverten und btn technischen Betrieb in Grund und Boden wittichafteten. Wäre nicht vor zwei Jahren der englische Streik dazwischen a< - kommen, der dem polnischen Bergbau die Möalich- feit bot, beträchtlich« Kohlenmengen auszu'üoriN, so wäre der Zusammenbruch des ostoberfchle- sich für den Ka 1 low itze r Bergbau, die Bismarckhütt« und di« Silefia zu interessieren, darüber werden Wohl nur gewisse Warschauer Negierungskreise zuverlässig Auskunft geben können. Als einheitlich«- 3nbuftriegebict tonnte Oberschlesien mit dem großen deutschen Markt vor sich, wachsen und gedeihen. Nach der Zerreißung hat sich West oberstes i cn wohl um- gestellt und uniöSbare Fäden mit der deutschen Wirtschaft wieder angeknupft. Allein Ostober« schleficn ist von einer Strife tn die andere getaumelt, weil der Mangel eines grohen Alsiatz- marttes nun einmal nicht zu beseitigen ist. Erst nachdem tr.e Eisenbahnlinien zum Danziger Hasen ausgebaut wurden, gelang eS emigermoßen. nach Nordeuropa Kohlen auü zu fuhren. Der Äalto- witzer Bergbau bettpielsweife. der in der Hauptsache den Grasen Diele-Winckler gehörte, i-cr- fügte allein über etne Förderung von fast drei Millionen Dörmen. Wenn es gelingt, die vier großen Betriebe unter «in Dach zu bringen, io wird Harriman allerdings über eine bet rächt- lrche Wirrschaftsmacht verfugen. Zu welchem Preise Harriman seinen Anteil erworben hat, ist ebenfalls nicht zuverlässig bekannt. Es ist aber auffällig, daß diele Erwerbung zu einer Zeit geschehen ist, tn der sich bi« Aussichten eines deutsch-polnischen Handelsvertrages künftiger entwickelt haben, als das bisher angeblich der Fall war. Nur sind diese aünftigen Anzeichen einstweilen rein 'nnerpolmscher Natur, denn darüber hinaus be- recht gl nichts zu der Annahme dah sich ein« deutsche Negierung und eine deutsche NelchStagv- mehrheU haben könnte, die die Interessen der deutschen Wirtschaft wegen des Linsengerichtes c.neS Handelsvertrages mit Polen preisgebet werden. Harrnnan schemt indesien der Auffas- stmg zu fern, dah dieser Abschluß nahe bevorsteht. wodurch d« Wahrtcheinlichkeit sich erhöht, Ostoberschlesien aus der Wirtschaftskrise herauS- zufuhren. Ohne den deutschen Markt kann Ost- oberschlesien auf die Dauer nicht leben, denn es wird noch Iahrc und Jahrzehnte bauern, bist bte wirtschaftliche Entwicklung Polens weit genug fortgeschritten ist. um Ersatz für den deutschen lilartt zu bieten. Gute Kenner Polens glauben, daß das niemals eintveten wird, so dah allo Deutschland immer wieder den Rückhalt bieten muf). Ober glaubt Harriman etwa, dah sich ein günftigei Geschäft in Polen dadurch machen ließe, daß er auf seine osto berschtet siche 3nbuftrietoerte gestützt. Eisenbahnen in Polen baut? Polen hat sich in Ostoberschlesien eines Industriegebietes bemächtigt ahne über die finanziellen und betr-ebsw^rl'chast.'-.chen Voraussetzungen zu verfügen. Französisches llchechifches und englisches Rattert. hat bisher c nspnngen muffen. Das hat alles nicht gereicht, fo dah mm ein Reuhocker Der Neuyorker Bankherr Harrima n will in Ostoberschlcsien seßhaft werden. Soweit Harriman bisher als internationaler Iruftcr ober Großspeku- lant aufgetreten ist, waren seine Unternehmungen nicht immer vorn Glück begünstigt. Das vielbesprochene Rußlondgeschaft hat ganz sicher nicht zur Nachfolge gereizt, wobei der Schluß offen liegt, ob die geschäftlichen Talente Harrimans nicht ausreichten ober ob die Schläue der Sowjetleute größer war als die eines gerissenen Wallstreetkapitäns, immerhin ist der Ausflug Harrimans nach Dftobcr- schlesien mehr als ein merkwürdiges Zwischenspiel. Gewiß sind in Oberschlesien gewaltige Boden- schätze an Kohlen und Erzen vorhanden, aber bas ist weder in Europa noch in anderen Erdteilen etwas Außergewöhnliches. Ebenso gewiß ist cs, dah das Jndust iegebiet Oberschlesiens vor feiner Zer- reißung eine mächtig aufblühende, in sich starke und gefertigte Organisation war In ganz Europa, ja vielleicht auf der ganzen Erde, gab es nicht ein gleiches Gebilde, bas so wunderbar durchorganisiert war, wo alle Räder und Rädchen wie in einer ein zigen gewaltigen Maschine ineinanbergriffen Die Zerreißung Oberschlesiens, die eine Verletzung völkerrechtlicher Grundsätze Ht und bleiben wird, hat Polen den Teil des Industrie- gebietes übereignet, in dem die stärksten Vager an Kohle und Erzen vorkommen. Das war ein verhängnisvolles Geschenk für Polen, das bei der Rückständigkeit seiner gesamten Volkswitt- schäft mit dem hoch entwickelten industriellen Mechanismus gar nichts anfangen konnte. Zunächst einmal wurde von den Polen Raubbau getru den. das heißt, der ganze Klüngel von Beutepolitikern. der iich in Warschau und Kattvwitz an- : gemacht hatte, oman^c klingenden Lohn für d,e tätige Mitwirkung an der Eroberung Ost oderschiesiens. Dieser klingende Lohn wurde vielfach in Form von Direktor- und Auttichtsratsposten an den großen Indufttie-Unternehmungen gewährt, wöbe, allerdings der Rachtc.l in Kauf genommen werden mußte, daß diese sri'chgebackenen Direktoren von der Sache nichts verstanden, bas Aktienkapital werden In etwa ölet Wochen beendet fein. Wenn bis dahin die Genehmigung zum Anschluß des Verladebahnhofs an die ffauplgleffe der Reichsbahn noch nicht eingegangen Ist. fo würde dies bedeuten, dah der veriadedahnhof nicht benutzt werden kann und somit fein Dau völlig zweck- i o s wäre. THan wird von den In Paris entscheidenden Stellen erwarten können, dah sie «In« solche Erledigung der Angelegenheit ,u verhindern wissen, denn die auf diese weife elnlrdenbe schwere Schädigung des grohen deutschen Industrieunternehmens müßte in der ganzen Welt als ein Akt der Willkür empfunben werden. Der Borfall zeigt jedenfalls wiederum, ein wie großes Hindernis die vcfahu,ng für die endgültige Vereinigung des dcutsch franzöfifchen Verhältnisses barstellt und wie sehr sic zu einem Hindernis für die wirtschaftlich« Entwicklung geworden ist. £uffmanöt>er über London. London. 14. Aua. (WTB.) Di« Blätter berichten ausführlich über die Luftangriffe auf London, die gestern abend nach 6 Uhr begannen und bis in die Nachtstunden hinein fortgesetzt wurden. 4 0 Bombenflugzeuge verliesten ihre Flugplätze und flogen zur Küste, woraus sie umdrehten und auf London lossteuerten. als ob sie eine vom Äontinent her kommende Streitmacht wären. Unter dem Schuh dicht. r Wolken näherten fit sich London Um ? Uhr abends hatten vier Gruppen der angreifenden Flugzeuge London erreicht. Die herankommenden weiteren Gruppen wurden von der Küste von Else^r her gemeldet, ffuu Grupoe wurdr t Geschwader der LerteibigunaSstreitkräfte angegriffen und nach längerem Äampf in fübtoefi- llcher Richtung »urückgetrieben. Eine Anzahl Flugzeuge erreichte aber die Eith unb monierte Bombenabwürfe auf das Lult- fahrtministerium und andere strategische Punkte durch Abschicsten roter Leuchtkugeln. Rach einem um 10 Uhr abends ausgegebenen amtlichen üom- muniauö waren an dem Angriff auf London 70 Flugzeug« beteiligt, während 72 Kampfflugzeug« die Derteidigungsstreitmacht bildeten. Grvye Menschenmengen hatten sich an verschiedenen Punkten der Tity angesammelt, um die LustkSmpfe zu beobachten. über, dah, wenn schon bas Militär die Anregungen gegeben hat. bi e Zivilbehörde nicht ausgeschaltet wurde, daß vielmehr die Einlabung zur Teilnahme des Regiments an den französischen Manövern vom Qual b'Or» s a h ans Foreign Office gegangen ist. also den ordnungsmäßigen Geschäftsgang durchlaufen hat. Gerade dadurch aber gewinnt die Angelegenheit noch eine besondere Bedeutung, es handelt sich jetzt nicht mehr um eine militä^sche Extratour, sondern um «ine politische Aktiv n die vermutlich in der Richtung zu suchen ist, day auch durch diese Manövergen,cinlchaft die neuen herzlichen Beziehungen zwischen England und Frankreich den Deutschen vor Augen geführt werden sollen. Daß wir über den Fall einigermaßen entgeistert sind, ist schließlich begreiflich. Wir wissen doch aus unserer eigenen Vergangenheit, wie derartige Dinge aufgezogen werden, wir wissen, ein wie ungeheuerliches Faktum es ist. daß ein Regiment im Frieden in einem ausländischen Manöververband mitreitet. Das wäre selbst bei den engen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich em Ding der iln- mögsichke, t gewesen. Wir brauchen deshalb auch nicht daraus zu reagieren, toenn di« englische, Stockkonservativen uns mangelnden Takt vor- werfen und eine deutsche Kritik an Angelegenheiten, di« nur England und Frankreich angepen, rundweg ablchnen. Die beste Antwort läßt sich aus der eng- tischen Press« selbst ableiten. Fast alle liberalen Zeitungen begreifen die Erregung, di« in Deutschland cntstanoen ist. sie sprechen von einer Politik der unnötigen Nadelstiche gegen Deutschland und nennen diesen Husarenrttt «inen ungewöhnlich törichten Einfall. Damit haben sie wirklich das Aind richtig getauft, denn eS gibt eigentlich tnchis WiderfpruchsvollereS. als daß dasselbe England. das durch seinen Außenmimster bei jeder Gelegenheit seine Bereitwilligkeit zur Räumung erklären läßt, nun sich an einer Handlung beteiligt. die von Deutschland als ein Schlag ins Gef-.chl empfunden werden muß. Wäre es nicht nahel.cgend. daß im besetzten Gebiet auf Manöver überhaupt verzichtet würde, um wenigstens nach außen hin die Tatsache der Besatzung einigermaßen zu verschleiern? Statt dessen tut das französische Militär alle-, um uns und der Welt begreiflich zu machen, dah eS sich auf dem deutschen Boden als Eroberer fühlt. AuS Gründen der Sicherheit der 'De- satzungstruppen wird den Opelwerken in Rüsselsheim der Bau ihrer BahnhofSanlage erschwert, obwohl jedes Kind herausfühlen muß, dah es sich habet lediglich um eine Znduttric'chtkane handelt. Wan arrang.ert Manöver, als ob da- Rheinland Ariegtiaebiet wäre. Eine unglaubliche Illustration zur Locarno-Politik und zum Äel- logg-Pakt. die auch den deuttchen Pazifisten begreiflich machen müßte, wie wenig Hintergrund bet den sämtlichen französischen Streifen — und leider neuerdings auch in England — der Gedanke einer friedlichen Verständigung hat. Amerika verlangt Aufklärung. Rückkehr zum Militärbünduitz der fvorkriegtzzeit? W a f hr ng t on, 14. Äug. tWTB > Die .Neu- hod World" eriiätt. daß tnc Nachrichten über bte englisch-französische Verständigung in der Flotten frage immer noch mysteriös klängen und daß diefe hier Beunruhigung verursachten. Es sei an der Zeit, nunmehr m biefer Frage zur völligen Klarheit zu gelangen. Auch bte „Baltimore Sun“ fragt, ob es sich bei diesem Abkommen lediglich um eine Einigung bezüglich bestimmter Schisistopen oder um ein regelrechtes militärisches Bündnis banble. 3n her Vermutung, daß das letztere, und zwar in viel gewaltigerem Maßstab als vor dem Desikr-.e^ geplant sei, werde man durch die Meldung bestärkt, dah England gemeinsam mit den Franzosen Man över im Rheinland abhaften wolle. Deuttchlarrd sei als Unterzeichner der Locarrrs-Verträge berechtigt. Aufklärung darüber zu verlangen, ob hier, wie der ..Manchester Guardtan“ erklärt, nur eine Taktlosigkeit vorliege, oder ob schlimmere- beschlossen fei. Aber auch ander« Nationen feien an der Klärung biefer Frag« stark interessiert. Englische Oeutungsversuche. London, 14 Aug. (DTB) Zu der TeUnahmc eines fiufarenregim/nts der britischen Besatzung on den französischen Rheinlandmanövern berichtet „Dailq Telegraph", in militärischen und diplomatischen Steifen tverdc darauf hingewiefen. >ios3n 'S 532. - »=: *3,J> 2.=? »Ilp* M ___ ■£''5 , O3n SHS.O-'3"?5 -•'-er•*ö s C 2i—i W-W* 2." -7® 2 J - - iSSgJfgS 'ca2 fre" 3 = i 6)3 85£5I1 ■f?= .Ä’2rl Dienstag, August 1928J_71,abds. Dankherr auf einem Gelände sein Glück versuchen fall, das deutsche Arbeit und deutscher Fleiß organisiert haben. Keine falschen Hoffnungen! Die Freigabe des Deutzen Eiqcntu«s in Amerika Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 14. Aug. Bedauerlicherweise tauchen immer Mieder Meldungen in der Oeffent- lichkeit auf, die die Freigabeglüubiaer irreführen inrb falsche Hoffnungen sehr zum Schaden aller Beteiligten erwecken. So wird jetzt berichtet, daß die Freigabe bereits auf da- Grundeigentum ausgedehnt sei. daß die ersten Grundstücke schon zurückgegeben waren und dast die Verwaltung in Amerika hofft, gerade diesen Teil deS deutschen Vermögens schnellstens abwickeln zu können. 3n Wirklichkeit ist aber die Lage ganz ander-. Die Freigabe erfolgt überhaupt nicht nach Kategorien, wie Grundeigentum, sondern nach der Reihenfolge der Anmeldungen. Dor allem ist aber gerade die Freigabe des Grundeigentum-, die angeblich schnellstens erfolgen soll, besonders schwierig, ba bei jedem dieser Fälle zunächst die Frage der Zurückbehaltung von 20Prozent de - Wertes geregelt werden muh. was oft zu sehr schwierigen finanziellen Transaktionen führen wird, und daher besonders viel Zeit in Anspruch nimmt. Seit Annahme des Freigabegeseyes sind, wie man hört, bisher auher zwei Fällen, die eine Stuttgarter Firma und Hirsch-Kupfer betreffen, keine weiteren Freigaben erfolgt. In zuständigen mnerilanifchen Kreisen, die wirklich über den Stand der Dinge informiert sind, nimmt man «in, dah die gan^e Freigabe mindestens drei Jahre dauern wird. Die sehr komplizierten Steuerreaelungen. die für jeden einzelnen Fall btfonbcr« vereinbart werden müssen, scheinen vor allem an diesem langsamen Gang Schuld zu sein. Gs dürsten aber auch sehr menschliche Motive dabei eine Dolle spielen, denn für die Beteiligten amerikanischen Beschlagnahme- beerben, auf die nach Erledigung der Freigabe der gefürchtete Beamtenabbau wartet, liegt kein Anlast vor, das CB erfahren sonderlich zu beschleunigen. Reichsdeutsche Tumer im Gaargebiet. Das verbotene Deutschlandlied. Saarbrücken, 14. Aug (TU.) Etwa 60 Stu< deuten und Studentinnen der Hochschule für Leibesübungen find gestern abend unter Füh. rang ihres Leiters Dr. Klinge, von den Olympischen Spielen in Amsterdam kommend, in Saarbrücken eingetroffen. Vor dem Hauptbahnhof waren die Abordnungen der hiesigen Turn- und Sportvereine mit Fahnen aufmarjchiert und eine tausendköpfige Menge erwartete die An- kommenden. Beim Erscheinen der Studenten, die ihre Fahnen vorauftragen, fang die erwartungsfrohe Menge begeistert das Deutschlandlied. Dies gab dem Oberinspektor der hiefigen Bahn- Polizei, Stolinski, Veranlassung, an den Ordnungsdienst die Auftorderung zu richten, der Musik das Weiterspielen des Liedes zu un- t erjagen. 2Tbcr weder die Musiker noch die Zuschauer kehrten sich im geriHaften an diese Aufforderung. Unter Dorantritt der Musikkapelle und unter Hochrufen der die Straße umsäumenden Tausende von Zuschauern ging der Zug ine Innere der Stadt. ^Dienstag vormittag wurde Die Hochschule für Leibesübungen auf dem Rathaus durchdie Stadt- nerroaltu ng begrüßt. Am Nachmittag erfolgten Vorführungen im Ludwigspark. Am Abend wird die Bürgerschaft Gelegenheit haben, die Darbietungen bei Hochschule kennenzulernen. Oer Bau des Panzerschiffes. Die Zusiimoinnq der fozialdcinoVralifchen Aabiorttemitglicbcr. Berlin. 14. Aua. (WTD.) Amtlich. 3n einem Teile der Presse wird der Beschluß deS Beichskabinetts hinsichtlich deS Panzerschiffes dahin interpretiert, dast sich nunmehr sämtliche Kabinettsmi tglieder. insbesondere die der sozialdemokratischen Fraktion, von der R o t - wendigkeit des KriegSschiftSdaues überzeugt hätten, und düst der Auftrag zum Bau des Panzerschiffes „A" selbstverständlich auch die Bereitschaft zum Bau der Schiffe _B". „C" und „D" in sich schlleße. Diese Schluß - svigerungen sind falsch. Richtig ist folgendes: Die Frage des DaueL oder Richtdaues deS PanzerschisteS „A" war bereits mit der Verabschiedung deS Reich«- dauShalteS 1928 durch Reichstag und ReichSrat positiv erledigt. Der Reichsrat hätte es durchaus in der Hand gehabt, den positiven Beschluß zu verhindern Hätte er nämlich Einspruch eingelegt, so wäre die bann erforderlich gewordene qualifizierte QlZebrbett im Reichstag mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht erzielt worden. Einen solchen Einspruch hat aber der Reich-rat bekanntlich nicht eingelegt, sondern lediglich eine von Preußen borgetdylagcne Entschließung ar genommen, die die Billigung des Reictzstveßr- ministers gefunden hatte. Diese Entschließung erstrebt lediglich eine nochmalige finanzielle Nachprüfung der Möglichkeit des Baues und sah deshalb ferner vor, dast bis nach Abschluß dieser Prüfung^ allensalis biS zum 1. September d. I., der Bau nicht in Angriff genommen werden solle. Auch sollten keine Lieferungsverträge abgeschlossen werden, um zu verhindern, daß infolge einer etwa notwendig werdenden Einschränkung der Ausgaben der Weiterbau vorläufig eingestellt werde. Dagegen sah die Entschließung ausdrücklich not. daß die reinen Konstruktionsarbeiten weitergeführt werden sollten. ES handelte sich in den letzten Wochen für die ReicksreisortS und das ReichSkabinetl also ledig- sich um die Ausführung dieser Gnllchließung. Die finanziellen Möglichteiten sind auf das sorgfältigste nachgeprüft worden. Die Nachprüfung hat ergeben, dast Schwierigkeiten für den laufenden Etat 1923 durch die erste Baurate für das Panzerschiff nicht entstehen. Bezüglich der künftigen Jahre ist auf Grund der Prüfungen und auf den eigenen Vorschlag deS Reichs wehrmiTft- sterS vom Äabinett feftgelegi worden, dast Ersatz- bauten der Marine unter allen Umftrnbcn nur innerhalb der Höbe des jetzigen Mari nee tat S ausgefuhrt werden büder. Es ist also erreicht worden, dast in Durchführung b? Sta- überwinhm. namentlich in or- -ht. Der Zweck der Der- ersicherungSgrenze Aus aller Wett. Tie neue tzrafsin-E^pedition. und Gerne indearbeiterverbandeS. Becker, and der Dodiymde des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes. Falkenberg. Ein $geoebneten Doma Popo- vitsch und Luvu Zavanowitsch, die an der Lch.eßerei in der Skupschtina beteiligt waren, ist peute von der Skupschtina endgültig beschlossen worden. Vor neuen Kämpfen in China. Nationalistischer Angriff auf die Mandschurei? Peking. 14. Äug ($11.) Der größte Teil der japanftchen T ients in - Des atzung ist auf dem Wasserwege nach Schanbgikwan transportiert worden, um an der Mandschureiarenze die Eisenbahnlinie abzuriegeln. 3n Mukdener chinesischen Kreisen ist aber inzwischen die Nachricht eingetroffen, dast die Nationalisten auf einem anderen Wege hie Mandschurei angreifen werden. Die liationaliftcn beherdchen bereits die gesamte inner? Mongolei. Sie stehen damit i n der Flanke der nördlichen Mandschurei. wo Japan Mac Truppen unterhält, tzs heißt, daß Tschiankeischek in Schanbgikwan ruhig at'wart.'n dagegen einen Angriff über die Hl o n g o i e t gegen Chardin und Z i - zikar auSsiihren will. Zahlreiche Truppen sind in der letzten Woche bereits auf der mongolischen Automobilstraße über Iehv' abgegangen. Der Flankenangriff trifft die Wandfchurei völlig unv orderet tet. Die am Dienstag beginnende Generalkonferenz in Peking wird den endgültigen Erhöhung der Dersicherungsgrenze für die Ortskrankenkaffenpflichtigen. Berlin, 14. Aug. (WTD.) DaS Re^chs- arbeitsministerium ist gegenwärtig mit der Ausarbeitung einer Derordmmg beschäftigt, die sich auf bk DerficherungSgvenzen für die OrtäfcanBen- Schwierigkeiden zu überwinden, namentlich in or- gamfctodfdwr BeziehanL Weitere Begrüßungsansprachen hielten der Vorsitzende des Staats- Oie badische Staatsregierung zum Tode Friedrichs II. Karlsruhe. 14. Aug. (Xll.) Bei der dadi- scheu ötaatüregienrng ist vom Prinzen Mar von Baden folgende Drahtnachricht auSSalem eingegangen: ^AlS nunmehriger Chef deS groß- herzoglich Badischen Hauses teile ich. eben aus Btztzern zurück lehrend, schmerzerfüllt der Staatsregierung mit, dast mein geliebter Vetter, Seine Königliche Hoheit. Grohherzog Friedrich II., nach langem schweren Leiden verschieden ist. 3d) bin gewiß, dah die badische ^Regierung, ebenso wie alle Badener dieses pslichterfüllten Fürsten und ausgezeichneten Menschen in Trauer und Verehrung gedenken wird. gez. Mar, Prinz von Baden." Die Regierung hat hierauf erwidert: „Prinz Max von Baden. Salem in Baden. Die badische Regierung bestätigt mit Dank den Empfang der Rachricht vom Ableben Großherzog Friedrichs II. Sie spricht Ihnen sowie den Angehörigen der Familie ihre aufrichtige, warme Teilnahme aus. Die Regierung gedenkt an der Bahre des Verblichenen mit hoher Achtung deS von Pflicht erfüllten Lebens und der ausgezeichneten menschlichen Eigenschaften deS früheren Landesherrn. Bei Regierung und badischem Volk wird ein gutes Gedenken an den Heimgegangenen weiterleben, gez. R e m m e l e. Staatspräsident." bergen nehmen wird. Samojlowitsch sagte weiter: Es wird eine Basis für die italienischen und ruffi- ichen Flugzeuge m der Hinlopenftraßc am Kap Leigh Smith ober an einem anderen vorteilhaften Platz tmgelegt werden. Wenn die Erkundungsstu ge erfolglos fein werden, wird der „Krassin" seine Suche von ^Spitzbergen nach Franz-Iosephs-Land fvrtsetzen, aber er kann Nachforschungen nicht länger als bis Ende September betreiben. Amundsen, sagte Samojlowitsch weiter, hatte immer seine eigenen Pläne gehabt, unb es ist möglich, daß er direkt nach der Alessandri- Gruppe geflogen ist, ba er wußte, daß die anderen sich mit der Rettung der Nobile-Gruppe befaßten. Nach meiner Meinung müßen wir Amundsen im Osten von Spitzbergen suchen. Es ist möglich, daß es der Alesiandri-Gruppe gelang, mit dem Luftschiff herunterzugehen und auf das Eis zu fpringen, und daß die Explosion, die von der Nodite Gruppe beobachtet wurde, sich erst danach ereignete. Samojlowitsch fügte hinru, daß Nobile die Erlaubnis erhalten habe, an der neuen „ftraf- sin"-Expedition teilzii nehmen, aber Nobile sei nach Italien gereift und seitdem habe er nichts von ihm gehört. Tagung der deutschen 3nnung»franfenfalfcn. Der Verband der deutschen Zirnungsftanken- kasfen hält feine Derbandstagung in Nürnberg ab. Der Geschäftsführer des Verbandes. Dr. Estenfeld, Hannover, berichtete über die Ziele des Derbandes. Ausführlich sprach er über die Frage der Rationalisierung der Krankenversiche» rung. Die Innungkrankenkassen hätten hn all- gemeinen 1 bi« 2 Prozent billigere Beiträge als Die Ortskrankenkassen und mindestens gleichwertige Leistungen aufzuweßen. Die Innungskrankenkassen stellten deshalb die Forderung auf eine gesunde Rationalisierung der reichsgesetzlichen Krankenversicherung, und zwar durch berufä- stLndige Bindung. Der Redner fordert die Erhaltung der bestehenden Jnnungsk ranken lassen sowie das Recht zur Errichtung neuer Anstalten — Der Direktor des städtischen. Dersicherunasamtes München, HanS Jäger, hielt einen Vortrag über die Beziehungen zwischen Arzt und deutscher Sozialversicherung. Oberregierungsrat Dr.Böhm vom Landesarbeitsamt Bayern gab eine lieber - sicht über die Tätigkeit der ReichSanstalt und über bic Bestimmungeit des ArbeitSiosenver- sicherungSgeseheS. Tagung de» Reichsverbandes des deutschen Groß- und lleberfeehandet». Der Reichsverband deS Deutschen Groß- unb । lleberseehandelS hält seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung am 20. und 21. September in München ab. Die Tagesordnung sieht Vorträge vor von: Reichswirtschaftsminister Dr. CurtiuS (Berlin), Konsul Gumprecht (Hamburg), Otto Keinath (Berlin), Mitglied des RWR., Geheimrat Dr. Ravens (Berlin) und Prof. Dr. Schumpeter (Bonn). 3n der Reichsausschußsitzung am 20. September werden sprechen. Minister Höpker-Aschoff, Staatssekretär Prof. Dr. Popitz Grcellenz Schiffer. Dr. Leo Engel, Dr. Gnke (Gssen), Rechtsanwalt Dr. Heinrich Friedländer, Wilhelm Herrmann. F. Hildebrandt und R. Wagner (Hamburg). Die nächste Tagung findet erst im 5ahre 1930 statt. Delegierten tagung der Gewerkschaft deutscher cokomotinfsthrer und Schiffsheizer. Die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer und Schiffsheizer hielt dieser Tage in Heidelberg einen Delegiertentag ab, au dem 65 Delegierte erschienen waren. Es wurden verschiedene Referate gehalten, besonders über Standes- unb Berufs- fragen. 1L a. sprach der 1. Vorsitzende des Zenttal- gewerkschaftsbundes deutscher Steichsbahnbeamten Wieg über die großen organisatorischen Fragen und Reichsbahn-Oberinspektor Kullmann (Heidelberg) über Desoldungsftagen. Der bisherige erste l Vorsitzende, Lokomotivführer Wiskow (otettin) wurde einstimmig wiedergewählt. Der nächste De- legiedentag soll in Köln abgehalten werden. Der 13. Bundestag de» Deutschen verkehr«bunde,. 3n Leipzig fand der 13. Bundestag des Deutschen Vcrkeyrsbundes. Sitz Berlin, statt. Der Vorsitzende Schumann betonte, daß der Verkehrs- bunb im k&ten Jahre 38 000 Mitglieder gewonnen habe und jetzt einen Bestand von 366 000 I Mitgliedern zähle. Sodann wies er auf die wichtigen Aufgaben des Bur'.deStage^ hin namentlich auf die Arbeiten zur Schaffung eines Gin- I heitsverdandes mit den Sisenbahnern und den Gemeinde- und Staatsarbeitern. Ministerialrat Knöner überbrachte die Wunsche dos Reichs- postininisteri ums. Zwischen feinem Ministerium und dem VerkehrSbund bestehe eine Verbundenheit. da ein großer Teil des Pvstpedonals im Verkehrsbund organisiert fei und tm Verwal- tungsrat der Reichs poft drei Mftgsieder des Ver- kehrSbundes fitzen. Für den Allgemeinen Deutschen Gewcrßchastsbund sprach der Vorsitzende, Peter Großmann, der betonte, dah die Gewerkschaftsbewegung im ständigen Wachstum fei. Sr wies daraus hin. dah der Bunde-.siag des Verkehrsbundes einen wichtigen Auftakt ztnn Hamburger Gewerlschaftskongrd, darstelle, der sich vor allem mit der Frage der Wirtschafts- demokratte zu befaßen bade. Der Vorsitzende deS Ginbeitsverbandos Deutscher Eisenbahner Reichs- tagsabgeordneter Scheffer, erklärte, der Gifen- I dahnerverband stehe einer Vedchmelzung der f1 irofen Verb inde nicht ablehnend gegenüber. Ss den jedoch bis zur Verwirllichung noch große Dorarbeften für die neue Verordnung sind bereits soweit gediehen, dah die Festsetzung der Derficherungsgrenzen innerhalb der nächsten Tage erfolgen dudle. Darauf wird der endgültige Wortlaut der Verordnung festgelegt unb veröffentlicht werden. Feldzugsplan a uff tonen. Die Madck>älle Sun- Echuanfana, Tfchengsuntschang sowie der Haupt- beratvr Dichavgt olins. General Bangtzuting. sind am Dienstag von der Front kommend, in Mulden einflotroffen. Prosefior Samoilowitsch, der oon ixmger in Oslo emgetroffen ist, sagte Presse- DOTtretem, als Za ppi gefunden wurde, war er wohlauf, aber sehr erftannt, den .Jcroihn zu sehen. Za ppi war ein wenig iKrmirrt, aber das war nicht überraschend, da Zappi und Mariano schlechtes ®ett?r barten und mcht wußrcn, d.iß der ,,Krassin" in der Nähe war. SamoiIoDrt'<1' hofft, baß der .Krassin" am Samstag ausgebessert fei und sofort Kurs nach dem Norden von Spitz- WeiterbaueS de« Panzedchiftes .Au die wettaren Bauraten eventuell bei den Ansätzen für wertere Ersatzbauten in Abzug gebracht werden müssen. Dann aber ist schließlich ?ror2uL besonderer Wert zu legen ist — ausdracklkch fest- gefegt worden, daß der Beginn des Baues des Panzedchiftes .A“ in gar keiner Weise zukünftigen Entlcherdungen n der dre etwaigen Panzerschiffe „B. ,*C und ,D“ vorgreife. 3m Gegen tc l war d^ Kabinett mit dem Reichswehrministor emstmuntg der Ausiassung. daß diese Fragen selbstve^ränd- sich wie alle anderen Fragen zukünftiger RerchS- etats ihreordnungsmähigeparlamen- tarische Erledigung finden muffen. Rach all dem kann allo gar feine Rede davon sein, daß itgenb ein Kabinetts Mitglied in tnc Rvtwendigtcit versetzt worden sei. seinen materiellen Standpunkt in der Panzerschiftrage aus zu- geben Soviel wir unterrichtet sind, dürfte von einem solchen Aufgeben seiner pedönlichen Sin- stellung auch bei keinem einzigen Ttitgltebe bre Rede fein. Rach dem ganzen Gang, den die Angelegenheit bei Erledigung des Reichshaushaltes 1928 genommen hat. erscheint die getroffene Entscheidung gerechtfertigt, da die in der genannten Enftchliehung aufgeworfenen Fragen eine zu- friedenstÄlendc Erledigung gefunden hoben. Zwei Knaben von neun Jahren wurden vom Zuge edaht und bei fette geschleudert. Beide blieben mit schwerem Cchädelbruch liegen. Zwölf Opfer einer Erplosion. 3n Hammond (ll. S. A.) ereignete sich ht einer vaont für modi.zin.sitze Präparate eine Erplosion. bei der 12 'Pedonen ums Leben kamen. Durch die Ervlosion entstand ein Brand, der es zunächst unmöglich machte, die Leichen der Ter- imgftrrai> Celsius, abends 16,K Grad Celsius: am 15. August: morgens 15 Grad Celsius Maximum 21 lstrad Celsius, Minimum 12,8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14 August, abends 19,7 Grad Celsius am 15. August. morgens 16,9 Grad Celsius — Riel erschläoe am 13 August: 3 mm . am 14. August 0,1 mm. — ^onnenscheindmier 3’i Stunden. Aus der provinzialhouptfiadi. Gießen, den 15. Tüqjnft IMS Der Schaben am Volksvermögen durch Keuer. Th< ««Sache daß WrM> 400 Wtllivnen Aaichsmark a n S a chwerten durch Brände vernichtet Verden, d. h datz tOg- >ch e*0r oU I Millrvn Mert« dem Heuer »um Opfer 1 de- I u n fl persönlich überreicht. Eluch die Spitzenleistung de» diesjährigen Dem- schen Turnfeste» in Köln wurde erfreuticherwekse von einem hessischen Turner erreicht Ter Turner Kaul Reuter aus Gießen wurde Sieger im Zwölfkampf. Die ihm gewidmete Ehrenurkunde wird ihm durch den Oberbürgermeister der Stadt Gießen hn Auftrag de» Staatspräsidenten übermittelt Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Luxuszug". — Asto- ria-Lichtspiele „Rivalen". ** Manöver-AuSmarsch unserer ®arntfoit Unser 1. (Hess) Batt. 3ns.-Regt- 15 wirb heute abend die Darnttvn verlassen, um sich zunächst zu den üblichen Herbstübungen nach dem 2nu>penübmiaeplah Allen-Arabow und anschließend zu Manovern im oerstärkten Regimentsver- bände nach Rord-Thüringen zu begeben Der Abmarsch von den Kasernen erfolgt heute abend 20.15 ilbr; der Marsch gebt unter Dorant rin der Militärkapelle durch die Licher Straße, n&er den LudwigSp'an. bann durch die Sartenstr-a^ Süd- anlage. Frankfurter Straße. Weylaoer Weg Über die Sisenbahnbrücke tm Zuge der KllniFtraße zur Deriaderampe beim Gstterbahnhos. Rach der Derladung erfolgt von dort au# die Aisiahri um 22.32 Uhr Aus dem Truppenübungsplatz Allen-Grabow verbleibt das Bataillon bis zum 12. September, dann rückt eS nach Aord--rhüringen ab. Die Heinttehr auS dem Manöver tn die Siebener Garnison erfolgt am 23. September. "EinRoheitsakt wurde, wie uns heute von amtlicher Seite mitgeteilt wird, Ende vergangenen Monats dadurch verübt, daß zwei an der östlichen Einfriedigungsmauer des Alten Friedhofs stehende (Brabbenfrnäler gewaltsam umgewarfen und hierdurch schwer beschädigt wurden. Es ist zu wünschen, daß solche Rohlinge entüUeU werden und von dem Gericht eine gehörige Strafe erhalten. Wer irgend- welche Hinweis«, die zur Ermittlung der Täter fuhren können, geben kann, wird gebeten, dem Polizeiamt hiervon Mitteilung zu machen ** 3 um Leichen künde auf der Bahn- strecke Gießen — Lollar. Bei der gestern früh m her Räbe des Blocke Radberg auf der Bahn- strecke Gießen—Lollar aufgefundenen männlichen Leühe handelt es sich, wre Öre (frmitihingcn ergaben, um einen 33 Jahre elfen, durch Kopfschuß ichwer knegsb «schädigten Mann au* Briicrshain bei Grün berfl. Der Bedauernswerte befand sich zu einer Ali- nikuntarfuchung in Gießen und wurde bereits von feinen Angehörigen Mer gesucht ” Bon einem Sterbe getreten unk» schwer verletzt 6:n ernster älnglückSfall ereignete sich heute vormittag gegen 9 Llhr in Dro- sien-vtnhen Dort wurde her 21 Jahre alte Knecht Erich Klein, beschäftigt bei hem öanbtniet Ludwig Luh IX . beim Anschirren feinet Pferdes von dem Tiere heftig gegen k»en Unterleib geschlagen. Mit schweren inneren Der- MMIMMwnWn erfordern siete «ine sorgfältige 2 «p geb weg und Saßausstattung. (Bule Satzleistungen Heb ernt erreichbar, wenn die Iwietgen IrlUtiiig genug anfgegehen werden. Oer Nnnabmristtuh für alle Anzeigen fm Gießene- Iwiehrer entfällt auf den Rach- mittag vor der Aufnahme. (Empfehlung*, anzeigen müssen, je nach Umfang und Satz- schwierig!»eiten, zwei bis drei läge vorher deftelll {ein. Rur mit Sorgfalt und dem not wendigen Zeitaufwand gefetzte Empfehlungen Wern -kN emiWlen Crfolg! letzungen mußte her bedauern-werte jung« Menlch von her Oi<*rnet Freiwilligen Sani- tülSkolonne vom Roten Kreuz mit dem €ttott- fchen Sanitätsauto in die «Lhirurgische Klinik verbracht werden. •• Seinen Verletzungen erlegen Der bei dem Molorradunfall m Rainrod iKreis Schotten» schwer versetzte 21 3abrc alte Kaufmann Tlx ob. Braun aus Reullingen criag in her Rächt zum Montag in brr Chirurg Klinik frinen Verletzungen, nachdem er fast drei Tage vewußtlos war. Die Einäscherung der Leiche fand gestern im biesigen Krematorium statt. DeschästsjuoilÜum. Herr Philipp Gans. Kolomalwarenhandluna. Dämmst raße 14, begeht heute sein 30jähriges Geichä»ts,ubiläum Herr Gan- verwaltet nebenbei eine Ausgabestelle für Selbstabholer de- .Gieß. Anz.". " Deutsche Mei st e r f e st f p ielc tn Bad-Aauheim Am morgigen Donnerstag, 16. August, abends 6 30 Albe findet in Bad-Rau- Henn ttn Kurhaus die letzte Aestverartstaltung her Deutschen Meistersestspiele stall, unb zwar bringt dieser Abend im groben Bühnensaal des Kurhauses Richard Wagners .Tristan unb Isolde". Die musitalische Leitung Hai Deneralmusikhirektor Heinz D o n g a r tz. Sine große ^lebcrraschung wird Gotthets P i st o r au- Vayre. !h als T^ristan werden. Die Isolde singt Frau Della Fortner- H a l b a e c t h vom Stadttheater Duisburg. Die Künstlerin hat noch vor kurzem mit großem Erfolge diese Partie in Berlin unter Bruno Walther gesungen. Kammersänger Dietz, der sich durch btt- .Salome"-Ausführung bestens ringe- führt hat. singt den treuen Diener Kurwenal. Die Kölner Altistin (Smmi) Senf f-Thieß hat die Brangäne übernommen, und her stimmge- wettige Ernst Osterkamp final den König Mark«. Wie bei der .Salome" srnd auch beim »Tristan" die kleineren Partien von allerersten Küickttern besetzt. So singt Stammerfänaer Henke Mm der Der! ner S iaatsoper den Hirten. Die 'Bud- und Kurverwaltung hat für diese Feswer- anllallunfl vollständig neue Bühnenbilder geschaffen. so daß Wohl die letzte Festveranstaltung der Höhepunkt her diesjährigen Mrißer-Festspiele werden wird. Man beachte die heurig« An- zrige. ** SinbeitSkurzschrift. Don der ersten AeichSlurzschrift-Desellschaft .Gabelsberger" unb Damenabteilung Dietzen, c. D., wird uns gefchrie- ben: Dei dem vom Deutschen Stenographerrbund Dresden anläßlich der steiwgraphischen Werde- wvche abgehaltenen Preis-, Schön- und Richtig- fchreiben in der SinheitSkurzschrist wurden die nachstehenden Mttglieder der 1. ReichSkurzschrifi- griellschLft .DabelSberger" unb Damenabtcilung e. D. Dießen ausgezeichnet' 1. und Shrenpreis« Heinz Graf, Johanna Flamme. Siml Wolf, Wilhelm S ch a r h t, Dörte König und Karl Dalfer: 1. Preife: Friedrich von Lem- mer«. Ernst Heibert-Hausen. Fritz Weiß Hugo Baumann, Heinrich Adolph unb Richard Hock; 2. Preis: Aenne Thein. ** Verkehrsampeln statt Verkehr-- fchupos. Dem Beifpiel anderer Städte folaenh, werden demnächst in Frankfurt a. W. die Der- kehrsbcamten durch Lfchfsignale (DerkchrSampeln» erietzt tverden. Die Ampeln find bereit- in Auftrag gegeben und werden in etwa 14 Tagen an- gebracht Zunächst soll die Katterftratze mit den Ampeln versehen werden ” Stenographie. Lehrgang Die Erste Reichslurzschriiigesellschast „Gabel»berg« ' und Do- nicnabteilung e D , Gießen, gibt im heutigen An- zeiyenteil den Slunbenplan für die am 4 September beginnenden Äu* In dar Gsnh«M»t«rtzfchtttt bekannt. Di« ZNftcihnl« nehmen bereu» am ewglgm von neretag ihren tlnfang. OntenfWttten seien auf di« Anzeige besonder» tztngewtesen hr Oie 3uflenbDerelnigung der öieHNäuegr rneinbe Gießen besuchte in den letzten vierzehn Tagen der dienfähriaen Sommerierien do« araß« Bundeefest be» Bunde» tzeusicher Iugentzvereme dem die Berrini- «ung ongefAlofkn »fl, da» in gber»watde adgetzai- len wurde Dn eingehender dreitägiger Besuch neri Berlin und be» anmutigen Potsdam ging der eigentlichen Tagung vorauf, bk ibrcrlcu» unser dem GkMinubeina ..Jugend und Bolt" stand. Mor- aenfeiem. Versammlung der Aelteren und der Iungertti, der Buden und der Mädchen, öfsentkche Begrüßung,Versammlung, In der neben den 'Bcrtrt- trm der hervorragend gastfrtundsichen Stobt unb ber Kirche besonder» Freunde au» Oesterreich, nen der Saar au» Riga unb von Ostpreußen sprachen, ein Bormittag ganz dem Spott und der Gnmnatttk gewidn,«. die große Bundeoversammlung. In her der Wonlaut brr neuen Satzung sestgeleai wach, unb die unter einem ganz besonderen Zeichen ber Begeisterung stand, der Dottraa von Oberslutztzßt»- dlrektor Schlemmer (Franksutt a. d. O l über „Jugend und Volk", der Bunde»gott«»dienst in bem allchrmurbigfn Klotter Ehottn, bei dem Pfaner Goethe (rarmftabO predigte, und al» Au»klang Festwiese und Bundesfeuer, da» war da-> reich- ausaefüllle Programm dreier läge. Im Anschluß en die Tagung zeltet« die Gruppe drei weitere Tage «nf der Insel Ru>ien bei Saßnitz an einem herrlichen Ffecken der Ostseesteilküst«, von wo au» man bm Blick über das weile, unendliche Meer hat: den Abschluß brachte dann der Besuch der Stadt flopew- Hagen, der durch die Vermittlung der deutschen Ge- sandlschoft jilau onnftatten ging. Vie Führung ber gesamten Fahrt hatte ber ehemalige Leiter bet Gruppen, Psarrer Hertel Von der Reise zurück Hein 8 Stiel wu. £ 74JOD 05883 abends. Babubositr. 71 1L .7 f. sofort gesucht. omm ■ Ferniürechcr 1659. 897D Vereine gesucht 05-«S 7410V sucht 06880 gesucht 05887 gesucht Grabenstraße 7 SelterSweg 10, 05864 Sämlliche MaschiBM lir Scbreiner, Wagner oin »mnminiinia Gewandtes rächt. HauS- und Zimmermädchen gegen hohen Lohn Tüchtige Kleiderstoffe nur von Carl Nowack sÄ. Ntodcn f erteilt gewlssenhaft Nachhilfeunterricht und beaufsichtigt Schularbeiten. Schr. Angeb U.0QM7 an d. tyich.Ylny erb. r. Stiwnclcr. Datenhofen 14Y rretfeiahve sind 6 meiner ältesten Herren zusammen für mich tätig! Ich s u ch e noch weitere vorwärtSfirebende Sertäufer gewohnt, in Stadt und Land privatkund- schäft zu besuchen. Angebot mit Lebenslauf, Lichtbild und Referenzen u. 7390V a. d. Geschäftsstelle d. Gießener Anzeigers Donnerstag, den 16. 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(£ine Buchbesprechung 3« »eit« wir uni von btt Katastrophe ent» lernen, b* boi Cnbe bei Hauses Romanow bebrütete. um fo mehr wächst die Literatur um bie Personen bet Drama» non 3eloterin«burg. Besonderes Interesie fmbet habet natürlich bie Ver1bnjuf)!cit ber leiten (Zarin Für bie Oe» Ichichlslchreider ist ei vielleicht noch zu früh sich mit bet Holle zu beladen bie Mc Kaiserin Hlcianbra gctoollt ober ungewollt m ben letzten zwei Iaht zehnten ber (Selchichte bei Zarenreichei gespielt har Immerhin wäre ci auch jetzt schon eine bantbare Aufgabe, bie beungftiaenb an- fchwellenbe 2nemoircnliteratur mir sachtunbiget Aonb zu fichten um einmal bie Spreu von hem Dez« zu Icheiben. Dich nach dem bisher per» rhentiutiim Material ein zutreffen bei Bild von ber Periönludkell ber Zarin Alerandra zu machen, »rfcheint fo gut wie unmöglich 3ebei neu er» scheinende Buch ergibt — abgesehen von her fast rege'mast g vorhandenen Tenbenz - eine andere Darstellung von bem (Jbaraflet her 3arm unb hon Gang ber Ereignisse, die endlich 1917 zur Katastrophe geführt haben. Auch bas *3ilb 7t a 1 b u 11 n i. bei sibirischen Wundermanncs. schlltcri noch m allen Farben. Ader bas scheint jedenfalls lestzustehen. hast beide, die Zarin Aleranbra unb bet Starez Rasputin. einen ganz auherorbenllichen Tin Hust aus ben Kaiser Ai» fofaui unb bannt auf bie (beschicke Rußlands vor bem Kriege unb im Weltkriege selber gehabt haben Ti wurden hier kürzlich bie Memoiren der Anno Wtrubowa an^ezeigt, ber intimen Freundin Aleranbras, bie m den letzten Jahren offenbar ali Mitteliperson die Verbindung zwischen dem .sarenpaare und Rasputin aufrecht» erhellten hat Da» jetzt erschienene Buch Wladimir Pollakosis'). hab in feinen ersten Teilen auf Briesen unb Tagebüchern bei Zaren Paares auf» baut, unb dessen Verfasser an schein en b auch Rasputin persönlich nähergetreten ist, gibt eine sehr andere Schilderung dieses mysteriösen Mannes. Aber auch Pvliakoff stellt fest, bah Aasputin vor bem Eintritt Auslands in den Weltkrieg dringend gewarnt hat, weil er aus bem zu erwartenden Ausgang des Krieges den Umsturz unb die Katastrophe des Houses Romanow beuilich vorauchah Aber in den entscheidenden August tagen war Rasputin fern von Petersburg in feiner sibirischen Heimat, sein Sin- nufl am Zarrnhose war ausgeschaltet, Rckolaus unterlag den Einwirkungen ber Grohfürst en Partei unb unterzeichnete ben verhängnisvollen Mobilmachungsbefehl. Das Buch Pvliakofss gibt von ber Ehe bes letzten Zaren eine Darstellung, die In allen wesentlichen Zügen wohl zutrefsen mag. Nikolaus' Heirat mit ber hessischen Prinzessin, Enkelin Königin Viktorias von England, war eine ausgesprochene Neigungsehe. Der Großsürst-Thrvnfolger muhte dne Reihe von Schwierigkeiten überwinden, namentlich auch ben Widerstand seiner klugen unb ber Heirat widerstrebenden Mutter, der Zarin Maria Fevdorowna. Die starke persönliche Zuneigung, bie beide Ehegatten verbunden hatte, blieb die ganzen, mehr alS zwanzig Zähre hindurch biS zur bitteren T odesstunde im Kerker von 3ef ater inen bürg unvermindert. Hnb bei ber weichen Natur des Kaisers Nikolaus war es vielleicht nicht anders möglich, bah mit btt Zeit ber grohe Einstich, ben bie Zarinmutter Maria Fevdvrowna in ben ersten Jahren ber Regierung auf ihren Sohn ausgeübt hatte, immer mehr auf die junge Alerandra überging. Aleranbras, durch bie Heirat notwendig gewordener Hebert ritt zur grie» chisch-vrthodoren Kirche war keineswegs aus rein formal-politifchen Gründen erfolgt, sondern eine tiefinnerste Heberzeugung verband sie von Jahr zu Jahr mehr - wenn wir dem Buche von Posiakoft Glauben schenken dürfen — mit dem mystischen Kultus des Orients. Nur aus dieser, für ihre geistige Entwicklung rnahgebenden Einstellung, ist ihre Auffassung vom absolutistischen *) Wladimir P ol ia ko f s: Die Tragödie einer Kaiserin Lebensgeschichte der 3arm Alerandra von Rußland. Verlag Z. Bruck- mann. A -G . München Mit acht Bildbeilagen in Leinen gebunden 7,50 Mk. (314). Verhängnisse. Vornan nen Liesbek Dill. Copyright by Marlin Feuchtwanger, Haste (Saale). Nachdruck verboten. E- ONir nach schwül, obwohl e» beieits buntelte. Line zarte, violette Dämmerung, sanft wie ein Schleier, den jemand leise über eine Stabt breitet, sank herab über die ftiDyeroorbcnen Gassen. Da» Nollen de» Zuges, der allabenblid) gegen acht Uhr au» der Richtung Lyon in bem kleinen Landstädtchen B. eintraf, unterbrach für einen Augenblick bie lähmenbe unb druckende Stille in ber die Stabt wie versunken lag. Luch auf bem kleinen verödeten Bahnhof war jegliche» Leden wie enterben. Au» bem Zuge fliegen nur vier Menschen aus. Zwei Soldaten, bie vom Urlaub kamen unb nicht mehr ganz nüchtern warm: sie hatten unterwegs unaufhörlich Lieber gesungen und mit Kameraden, die nach anderen Garnisonen fuhren, Notwein ge- tHinten, sie strebten ihrer Kaserne zu, ein kleiner aller Mann, der sich mit einer schweren Leder- moppe schleppte, unb sorgenvoll unter seinem allen Schlapphut hervor!ab. ein Beamter, ber von einem auswärtigen Termin kam. unb ein Herr, der au» erster Klaise ausstieg und sich nach einem Gepäckträger umzuseben schien, und. da keiner ankam. rasch die Gelcüe überquerte unb den 3kg nach ber etabt einschlug, ohne bie beiden Omnibusse zu benutzen, bie hinter bem Stationsgebäude hielten unb deren Kutscher auf ben Trittbrettern iahen und nutetnanber schwatzten, ohne auf die Reisenden zu achten. «ie schauten ben beiden betrunkenen Soldaten nach, bie sich untergehakt hatten, unb riefen ihnen alieriei nach, was von ben Betrunkenen gedühvenb cruxbert wurde. Dann bestiegen die beiden Kutt'cher ihre v'tze^inb ratterten mit den leeren Omnibusse» "07 der etahl zurück. Der ältere Vagen trug bie Aufschrift "Ltonb or . S« andere, ..Hotel des Arcades. nut mfchern, gelbem Lack bezogen, sah mit seinen grünen oammetpolftem unb epicqeln im Innern um einen Grad eleganter aus. Dieses der vornehmere Gastho'. aber noch zu neu. um besucht zu sein, im .Lionb'or* stiegen meist Regime des russischen Zarentums zu versteh«. Ihr unerichütterkuher Glaube an bie besondere Sendung des Zar«, chres Mannes, ber bei 'einer Thronbesteigung, durch ben „Pakt mit bem Himmel zum Selbstherrscher aller Neusten Ik- stimmt, feinen zwilchen sich mb Gott dulden dürfe, bieler G.aube trieb He. die feit ber furchi- baren Krankheit ihres einzigen Sohnes starr und emlam geworden war. tat ben verhängnisvollen Krieasja^r«. nach ben schweren Niederlagen Mr russischen Armeen, ben beherrschenden Emsiuß auf ben Zar« und die N:g erungsgrichäfte. an sich zu reisten Aber die Zarin batte feil langem nicht mehr die Volkstümlichkeit, die m dieser Zeit notwendig gewesen wäre, bae russische Doll zum Ausharren zu bewegen Die bei' -Berichterstatter">. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verholens S k u t a r i, 3uü 1828. Dor ber Hnahhänglgkeitserkiärung Albaniens war Skutari (auf albanisch Schkadra. unb auf serbisch Skabre) ber Wohnsitz dos türkischen Genera l-GouverneurS «des Wall) unb hatte eine beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung Infolge des Ballankrieges unb be« Weltkrieges hat Skutari beinahe sein gesamtes Hinterland verloren, da ein groster Teil Albaniens, das ganze Dilajet Äoflottw, an Jugoslawien abgetreten werben muhte. Ein Gebiet, beff« au«- schließlich albanische Bevölkerung früher in ber Hauptsache über unb mit Skutari Hanbel getrieben hatte Nun. nach bem wirtschaftlichen Ruin Skutari« ist e« naturgemäß auch kein po- lltische« ober Verwaltungszentrum mehr Seine Bevöllerung. bie vor bem Balkankriege auf über 30 000 geschätzt wurde, ist stark zurückgegangen und wird z. Z. nur noch auf 22 000 bis 24 000 Seelen geschäht Die Türken haben bem freien Albanien in Skutari zahlreiche Kasernen hinterlassen, die jedoch während des großen Krieges mehrfach in Brand gerieten, unb ein wundervolle« b reift Mi» ?e« Gebäude, in dem früher die Verwaltung sah. In diesem Gebäude, in dem man alle Ministerien Albanien« hätte unterbringen können, befindet sich jetzt bie Präsektur. und es ist daher fein Wunder, bah man bort heute mehr 3 immer al« Beamte borfinbet. Obwohl Skutari in der Hauptsache von katholischen Albanesen bewohnt ist, bietet bie Stadt — eS gibt nur eine Straße, bie europäisch aussieht — ein« gänzlich asiatischen Anblick. Die Straßen sind eine ununterbrochene Folge hoher Mauern, hinter denen sich die Häuser verbergen. Dabei trag« in Skutari die Männer, und zwar nicht nur die junaen, heute noch ihre pittoresk« Nattvnal- kostüme mit den breiten Gold- und Silberstickereien. Auch die Äoftüme ber Frau«, beten Wert durch schwere goldene Ketten vermehrt wird, stellen ein Heine« Vermög« bar. Denn Skutari auch seine alte wirtschaftliche unb politische Bedeutung verloren hat. so ist es doch der religiöse Mittelpunkt der la- kholisch« Bevöllerung Albanien« geblieb«, die ja immer noch eine gewisse Bedeutung behalt« hat. besonder« wenn man berücksichtigt. daß die katholisch« Bewohner der Berge nicht nur ber kultivierteste, sondern auch der unabhängigste und stolzeste Teil der albanischen Bevölkerung sind. Nord-Albanien, da« fast ausschließlich von katholischen Meridit« uckd Malissoren bewohnt wird, die sehr fromm sind und ihrer Priesterschaft blind gehorch«, gliedert sich in fünf Bistümer unb zwei Erzbistümer, die von Durazzo e) Dgl. Nr 176 be« ..G. QL“ vom 28. Juli, und Nr. 181 vom 3. August unb Skutari Der Erzbischof von Skutari hat ben ältesten Bischofssitz unb ist der Reichste unter seinen StandeSgenosfcn. Er ailt daher auch als der eigentliche Ehef der katholisch« Kirche in Albani«. Man muß der katholisch« Geistlichkeit in Albani« Gerechtigkeit widerfahren lassen. Sie hat nicht nur viel für die Unabhängigkeit Albanien« getan, sondern auch viel für die Volksbildung. Wenn Albani« 1913 seine Unabhängigkeit erklärte, unb wenn e« imstande war, diese 1921 zurückzugewinnen, so war bie« zum großen Teil dem Einfluß und ber Prova- ganba ber katholischen Geistlichkeit zu verdanken. Die durchweg albanischer Abstammung ist. AIS feurige Patrioten befolgen die katholischen Priester Die Regeln ihre« Ordensbegründers sie sind meist Franziskaner — sie sind ebenso arm, wie eS der heilige Franz von Assisi war Qlber was die Verteidigung ihreS Vaterlandes an» betrifft, so sind sie eher mit den Templern zu vergleichen, beim oft genug haben sie zur Zeit der Herrschaft QkncbigS unb der Xürfen selbst zu ben Waffen gegriffen unb sinb an ben Spitze ihrer Pfarrkinder in ben Kamps gezogen. Die katholische Geistlichkeit lebt babei wie bie 'Bevölkerung, teilt also mit ihnen Freud unb Leid Daher haben sie cb«fo wie die Führer der Elan«, ber BairaktarS, ein« groß« Einfluß, ber praktisch unter d« Dergstämm« unbegrenzt ist. 3a, man kann sag«, daß ihr Einfluß immer unter all« Umstand« größer ist. al« ber Einfluß ber Regierung in Tirana. Die katholische Geistlichkeit hak überdies zahlreiche Volksschulen geschaffen, und zwar für bie Kinder beider Geschlechter, sowie ein Seminar, ein Gymnasium unb eine Handelsschule in Skutari, wie auch ein« Kindergarten für 400 Kinder! Die Lehrer in all« katholisch« Schul« sind italienische Jesuiten, die aber die albanische Sprache ausgezeichnet beherrsch« und gewiegte Pädagog« sind. Der Erzbischof, der in Skutari ein« groß« Palast bewohnt. besitzt eine prachtvolle Bibliothek, in der Bände enthalt« sind, die noch au« der Zeit der v«ezianisch« Herrschaft stamm«. Die Schu- 1« unb die katholisch« Einrichtungen werd« au« Stiftung« ber Bevölkerung unb au« Unterstützung« ber öongregatio Propaganda Fidel unb solch« ber : taIien ischen Regierung unterhalten. Die itali«ischen UnterstützungSgel- ber sinb an die Stelle der früher« allerdings größer« Subsidien der Oesterreicher aetreten. Der Erzbischof von Skutari. der mich sehr freundlich aufnahm, schi« von ber gegenwärtig« Regierung nicht sehr viel zu halt« Er sagte mir, bah bie Regierung Mc Absicht habe, alle katholischen Schul« der Geistlichkeit zu nehmen unb Lai« gnzuvertrauen. Man kann über Me Konfessionsschule verschieben« Ansicht Reifende ab. (Fr hatte, obwohl er etwa» veraltet umt, feinen guten Ruf und fein Stammpublikum befonder» an Markttagen, wenn die Reis«den unb Viehhändler ankamen. Von diesem letzt« Abendzug fuhren die beiden Omnibusie meist leer zurück, wie auch heute. Selten kam bann noch ein -stachzuglcr. Unterwegs holten die Kutscher den kleinen Mann mit der Aktenmappe ein. Der Kutscher be» „Lion b or* lub ihn ein, aus seinem Bock Platz zu neh- men. inbem er bie Peitsche senkte, aber ber kleine Mann nickte bekümmert unb dankte, (fr war ein alter Bureauoorfteher eine» Advokaten, der aus dem Dienst entlaßen war und mit dieser Nachricht belastet, vor feine vielköpfige Familie treten sollte, und bem biefe fo im Kopse berumpmg, bah er weder auf die Menschen, noch etwas anderes achtete, fände« tiefgebeugt unb mit feinen Sorg« beschäftigt burch die abenbstillen Straßen trottete, inbem er bicht an ben Häusern auf bem schmal« Bürgersteig weiterschritl. Den anher« Herrn hollen beide Wagen nicht mehr ein. (fr mußte wohl seitwärts in eine der engen, dunklen Gasi« eingebog« fein, bie von ber Dahnhofsstraße strahlenförmig nach bem ZeMrum der Stadt führten, wo die Hotel» und die Kache- brale lagen. Den,- Bahnhof gegenüber strahlten bie Fenster eines Soldatencafs» weithin. Das Cas« war ganz leer, man sah bie Kellnerin hinter bem Schenktlsch tttzcn. bic etwas nähte. Alle Fenster unb Türen standen weit offen, der Hitze wegen, bie noch in den engen Gaff« lagerte. Kein Winbstoß ging, unb kein Lüstchen wehte. Alles war schwer, schwül, brückend und still .. . Nirgendwo brannte ein Licht. In d« Häusern schien man bereits zu schlafen, die Läden waren berabgelafien, auch hinter ihren Nitz« sah man ^e*n~ Fernand faß vor der Tür, wie oft sonst an Sommerabenden, nur ein paar Ragen schlichen lautlos, auf Beute gehend, bicht an den Häufe« entlang. In ben «gen Winkeln ber Gasi« lagerte bereits tiefe Dunkelheit, unb ber Mond, ber eigentlich fällig war, hielt sich hinter Wollen verborg«. Matt glänzte das blaue Schieferdach der alten Kathedrale, die bie Stabt überragte; eine Uhr schlug langsam rafielnb achtmal, eine anbere wiederholte es irgendwo in der Ferne. Die Schritte ber Sol boten waren verhallt, die »oferne, die links hinter dem Bahnhof lag, hatte fie ausgenommen, unb der kleine Herr mit ber Mapve war in einem ber ersten Hauser einer engen, büfteren Gasse verschwunden. Die Geschäfte hatten ihre Türen geschlossen, der runde Marktplatz, der sich noch einer Seite schräg lenkte, lag in tiefer Ruhe da. Nur im „Üionbor“ brannte im unteren Stock noch Licht, unb man sah hinter den Gardinen eine Familie um ben runden Eßtisch fitzen, die eben ihre Abendmahlzeit einnahm. Die Suppe wurde von einer alten Wirtschafterin mit Mullhaube aufgetragen. Obenan saß eine stattliche ältere Dame, eine würdige Matrone im schwarzen Seidenkleid und mit blitzend« Ohrringen, die mit ihrem Sohne, einem großen, stattlichen. blonden Mann von ungefähr funfunddrcißig Jahren^ sprach. (Eine dunkle, anmutige, brünette junge Frau von unbestimmbarem Aller gab ihren beiden Söhnen die Suppe auf. «Zch- hatte mir gleich gedacht, daß .er nicht kommt", sagte die alte Dame. „Er ist immer pünki sich und 'ährt mit Exvreßzüg«. Wir hätten gar nicht _mit dem Esten aus ihn warten sollen. Nun ist der Fisch zerfallen, unb bas Filet verträgt auch das Herdfeuer nicht so lange.* „Immerhin, wir hab« da» unfrige getan*, sagte ber Sohn, und begann die Suppe zu elfen, eine Fleischbrühe mit geröstetem Brot unb vielen grünen Kräutern. Der „Uion d ar* war bekannt wegen ieiner ausgezeichnet« Küche. Madame Gontarb führte bas Geschäft, feit fie Witwe war, unb. nachdem ihr einziger Sohn Tharies geheiratet hatte, nxir sie es, bie hier das Regiment sichrte, nicht bie jungt Frau Obettc. Diese beschäftigte sich mit ben Kinbern. einem neunjährigen Zwillingspaar, benen fie bie Ser- oietten oorbanb unb das Fleisch schnitt. Zuwell« hob sie die Lug«, ein paar zerstreute, sehr Helle blaue Hupen mit dunklen Wimpern, die in die Herne zu >eh« schienen. Sie schaute über ben stillen Marktplatz, auf dem sich kein Menich zeigte, unb senkte den Blick dann tvieder auf ihr« Teller, von dem sie wie in Gedanken etwas mit ber Gabel nahm, ohne zu sehen, was es war. Mutter und Sohn sprach« von einer Hypothek, bie ihnen gestern zuruckgezahlt war, unb über bic Neuanlage dieses Gelbes. Die Mutter machte die Vorschläge, ber «ohn, ber dem Filet und den salz- •ein. aber fo. tv e Ne Dinge hegen wurde diese Umwandlung der fatfooiddb« Schul« In Albani« ihrer Unterdrückung gleichrvinmen. Sie würden verschwind«, da b:e albanische Regierung keine Lehrerschaft bat. die zum Sr- lan der katholisch« Lehrer und der 3efult«- patres ausveich.e 3m allgemein« lasten d.e Beziehungen zwilchen d:r Regierung AchZned 3ogu» und der kathv- lifwen Geilinchke.t zu wünschen übrig. Die Geistlichkeit hat einen harten Kampf gegen d>c Zivilehe und die Z i v i l s che i d u n g getübrt. die durch ein Londergesitz im letzt« öabre e ingesührt wurde. Man muß zwar ai.er- fenn«. daß in Albanien einem Lande, in dem cs drei verlchiedene Religionen gibt bic Einführung der Zivilehe und der ZisilschZdung vom Standpunkt der Staatsraison au» eine kluge Maßnahme toar obwohl naturgemäß auch der IDiber- stand der katholischen und ortbobocen Geistlichkeit gegen bte*e Maßnahme verständlich ist Weniger flug beflog« ist die Weigerung der Regierung Achmed Zogus. mit dem Papst et r Konkordat ab- zufchlleßen. was zur Folge bat. daß der Gelandte des Papstes in Tirana d« heilig« Stuhl nicht offiziell bei der Regierung vertritt. Trotzdcm sind äußerlich bie Beziehungen zwischen dem Erzbischof von Skutari und der Regie- nma von Tirana lehr korrekt, da selbst Achmed öngu bicoffene Kriegserslärung an die katholische Geistlichkeit nicht wag« kann. Gambach, 14. Aug. Der hiesige Gesangverein „Harmonie" unternahm am Sonntag einen Familienausflug nach Holzheim, um seinen langjährigen, verdienstvollen Dirigenten, Georg Sarnes, durch einen Besuch zu beehren. In dem geräumigen DameSschen Saale hatte sich auch der Gesangverein „Harmonie" Holtheim eingefunden. Lieovorträgc der beiden Vereine und gemeinsame Ehore wechselten miteinander ab. Der Vorsitzende der „Harmonie" Dambach, Herr Reck, würdigte die Verdienste des Im ÜmkreiS weit bekannten Dirigenten, der sich schon jahrzehntelang mit ganzer Kraft der Forderung des deutschen Männergesangs widmet. Herr DameS führt zur Zeit die Vereine von Hambach, Holzheim, Oberhörgern und Gberstadt. :: Pohl-GönS, 14. Aug. Der 12. August wurde dahier als Wlssivnssvnntag gefeiert unter Beteiligung der ganzen Gemeinde und ztchlreicher Gäste von nah und fern, so daß Der große Platz vor der Kirche voll besetzt war. Im Gottesdienst predigte der Sohn des OrtS- ^eistlichen, Pfarrer R a u m a n n von Ober-Seemen, in packender, begeisternder Weise auf Grund von Luc. 5.4,5 über den Segen gottgewollter, treuer Arbeit, wahrend Missionar Walther, der vormittags in der mit Pohl-Göns vereinten @cmctnbe Kirch-Göns gepredigt hatte, die Liturgie versah. In der Rachversammlung sprach Missionar Walther ernst und eindringlich „Ueber den Wert der Kleinigkeiten im Leben!" 'Beide Veranstaltungen wurden verschönt durch 'Vortrag von Thören und Liedern des Gesangvereins von Pohl-Göns und des Kirchenchors von Lang-Göns, wie auch des Posaunenchors Lang-Göns, unter Leitung des Herrn Boller zur Erhöhung der Feier mitwirkte. Rack kurzer Oie kirchlichen Wahlen. Ein svwoyl für das kirchliche Leben der Einzel- gemeinde als auch für dos der Evangelischen Landeskirche in Hessen bedeutsames Ereignis steht nahe bevor die kirchlichen Wahlen, und zwar zunächst btc der K i rche n gern e ind e - Vertreter Bekanntlich hatten die letzten Wahlen im September Oktober 1922 stattgefunden. Da nun gemäß dcr Kirchenverfassung b:c Amtsdauer der Mitglieder der Kirchengemeindevertretung auf 6 Jahre beschränkt ist. hat das Landeskirchen amt demnächst vorzunehmende Reuwahlen angesrdnet welche wieder aut Grund des Kirchengefetzes. die kirchlichen Wahlen betreffend, vom 28. Juli 1922 zu erfolgen haben. Dieses Gesetz sieht die Listenwahl vor. welche aber, wie die nun sechsjährige Erfahrung lechrt. bei der grasten Mehrheit des hessischen evangelischen Kirchenvolkes keine günstige Aufnahme gefunden hat. In weiten Kreisen lehnte man mit Recht bk Uebertragung der staatlichen Wahl- Praxis aus die Kirche ab und protestierte mehr oder weniger stark gegen das neue Kirchenwah'.- oesetz. Leider haben sich die Hoffnungen aus die dringend gewünschte Aenderung dieses Gesetzes nicht erfüllt, so daß noch einmal noch dem Wahlmodus von 1922 gewählt werden must. Die Kirchenvoriländc haben nun die Ausgabe, die Wählerlisten nachzuprüfen und zu ergänzen bzw. neu aufzustellen, damit nach § 11 der Kirchenvcrfassung in sie ausgenommen werden können „olle konfirmierten Gemeinbeglieder. die bei der Offenlegung der Wählerliste das 25. Lebensjahr vollendet haben". Dabei ist zu beachten. bd3 das Stimm recht bei denjenigen Gemeindegliedern ruht, die nicht geschäftsfähig sind oder denen die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt sind. Sehr wichtig ist auch folgende Bestimmung der Kirchenverfasfung: „Durch Be- schluh des Kirchenvorstanbes kann einem Gemeindeglied das Stimmrecht imb Vie Wählbarkeit entzogen werden, wenn es durch seinen Wandel öffentliches Aergernis erregt oder die Beobachtung der kirchlichen Ordnung in Bezug auf Taufe. Religionsunterricht feiner Kinder. Konfirmation und Trauung offensichtlich und beharrlich verweigert. Solche Entziehung kann nur auf Zeit, höchstens auf 5 Jahre, erfolgen. Der sie aussprechende und dem Beteiligten zuzustellcnde Beschluß kann binnen einer Woche durch Beschwerde an den Delanatsausschust angefochten werden. Gegen dessen Beschlust können der Vorsitzende des Kirchenvorstandes und der Beteiligte Beschwerde an das Landeskirchenamt erheben, das endgültig entscheidet." Von Bedeutung ist ferner h 18 der Kirchenverfafsung. welcher besagte „Wählbar sind alle nach § 11 stimmberechtigten Gemeindeglieder von bewährtem kirchlichem Sinn uni) chvbarem Lebenswandel." Damil wollte der Gesetzgeber etwas Doppeltes klar zum Ausdruck bringen, einmal dies, dah es sich bei den Wahlen zu kirchlichen Körperschaften nicht handelt um Zugehörigkeit zu irgendeiner politischen Partei oder irgendeinem Berufsstand, sondern um die religiös-sittliche Qualität der« jenigen Personen, die als gewählte Vertreter das kirchliche Leben entscheidend zu beemslutten haben, lodann dies, da st unumgängliche Voraussetzung tut Mitgliedschaft bei einer kirchlichen Körperschaft ist: die Bewährung in kirchlicher Aktivität. d h. in lebhafter und übcryugimge- treucr Teilnahme am kirchlichen vor allem am gottesdienstlichen Gemeindeleben. Der Wahl- k v m m i s s i o n aber ist auf Grund von $ 9 des kirchlichen Wahlgesetzes, wonach sie die Wahlvorichiage zu prüfen. Anstände zu beseitigen und über ihre Gültigkeit oder älngüliig'eit zu entscheiden ha:, eine grobe Verantwortung auf- erlegt, da sie ktc Ausgabe hat, in sorgfältiger Prüfung scstzustellen, ob jene Bedingungen des § 11 der Kirchenverfassung erfüllt find oder nicht, eine Aufgabe, die angesichts der kirchlichen Lauheit und Gleichgültigkeit in unserer Zeit gar nicht ernst genug genommen werden kann. Bezüglich der für die Wahlen der Kirchengcmeinde- vertreter festgesetzten Termine ist noch zu bemerken, bah Vie Wahlen selbst in der Zeit vom 23. September bis 7. Oktober stattfinden und dah die Wählerlisten vom 20. bis 25. August ofsenzulegen sind. Ist der Wahltag ordnungsgemäh festgesetzt und bekanntgegebcn. so sind mindestens drei Wochen vorher Wahlvorschläge bei dem Vorsitzenden der Wahckommission einzureichen, welche von 20. in Kirchengemeinden. bic weniger alS 10 Kirchenvorsteher haben, von 10 wahlberechtigten Gemeindealiedern unterschrieben sein und die schriftliche Erklärung der Vorgeschlagenen enthalten muffen, dah sie zustimmen und bereit sind, die Wah! an*unei>men. Die Ausnahme bcsfeEben Gerne:ndeglieds in mehrere Wahlvor- schlage ist unstatthaft, die Verbindung mehrerer Wahlvorschläge ist möglich. Ist nur ein Wahl- vorschlag evngerercht und unbeanftanbet geblieben. so wird dies zwei Wochen vor dem Wahl- termbn bekanntgemacht mit dem Anfügen, dah innerhalb einer Woche ein weiterer Wahlvorschlag eingereicht werden kann. Erfolgt dies nicht, so gelten di« auf dem einzigen Wahlvorschlag Dor geschlagenen ohne wei-tcre Wahlhandlung als gewählt. Beschwerden gegen Anordnungen der Wahlkommission gehen an den Dckanstsausschuh. dessen Entscheidung unverzüglich einzuhvlen und endgültig ist. Die Beteiligung bei den kirchlichen Wahlen lieh seither leider viel zu wünschen übrig. Wenn man aber bedenkt, dah gerade vom AuS- gang der Wahlen zur Kirchengcmeindevertrctung auch die Zusammenictzung des örtlichen Kirchen- vorstandeS. des DelanatStages und des Landes- kirchentages abhängt, dann dürfte erhellen, welche Bedeutung den kirchlichen Wahlen zukommt. Es kann und darf den Wahlberechtigten nicht gleichgültig fein, welche Personen die örtlichen Kirchen- körperschaften und die gesamtkirchliche Vertretung des Kirchenvolkes bilden. Darum: mehr Interesse und mehr Beteiligung bei den kommenden kirchlichen Wahlen! —nn. Ansprache des Ortsgeistlichen, Pfarrer Rau- mann, sprach Missionar Walther das Schlußwort. daS im gemeinsam gesprochenen Vater ilnfcr und Mit dem Gesang .So nimm denn meine Hände" ausklang. Es war ein in allen fernen Teilen schön und erhaben verlaufenes Fest: die für die Baseler Mission erhobene Kollekte ergab den schönen Betrag von 140 DU. Aus der Wetterau, 13. Aug. Die neue Wetlerbrücke zwischen Ossenheim und Fauerbach wird gegenwärtig von der Prvvmziäl- verwaltung mit einem Kostenaufwand von 36 000 Mark errichtet. Die Brücke ist für den starken Berlehr von Friedberg quer durch die Wette rau bis Ridda von größter Bedeutung. Deshalb hat auch die Provinzialverwaltung die Hauptstraße Friedberg Rieder-Florstadt Staden mit Klein- pflaster hcrgestellt so dah Tie, zu den schönsten Vcrlehrsstraßcn Oberhessens zählt. Die neue Wetlerbrücke soll am 1. Oktober übergeben werden. KreiS Büdingen. A Bad Salzhausen, 14. Aug Heute in der Mittagsstunde ereignete sich hier etn schwerer Unfall. Ein Fuhrmann des Him- melsbachschen Sägewerks in Ridda fuhr mit einem Wagen Holz durch bk Hauptstraße, als plötzlich das Pferd vor einem Tanzbären scheute und durchging Der Fuhrmann konnte nach einigen Augenblicken Herr über das ängstliche Tier werden und wollte dann etwas am Wagen ordnen, als das Pferd mit den Hinterbeinen auSschlug und den Mann schwer auf der einen Seite traf, so dah er bewußtlos zu- sammenbrach Gin Auto brachte bert Schwerverletzten nach Ridda. ]:[ Gelnhaar. 14 Aug. Seit Dienstag. 7. August, ist der 14jährige Ludwig Wi l lm a nn. Sohn des Landwirts Heinrich Willmann von hier, spurlos verschwunden. Es ist schon öfters vorgekommen, daß der Junge sich 2—3 Tage von House entfernte. Seit SamStag werden nun eifrige Nachforschungen angestellt: heute morgen gingen die Schulkinder, sowie aus jedem Hause eine Person aus die Suche. Der Junge wurde aber nicht gesunden. y. VonderRidda und Ridder, 14. Aug. Die Getreideernte ist hier fast ganz beendigt. Rur vereinzelt sieht man noch Aecker mit Weizen und Hafer auf dem Halm. Roggen und Gerste sind ganz, Hafer und Weizen teilweise schon unter Dach. Auf Dreschplätzen und S)Dfen brummen die Dreschmaschinen. Die .<5merertrage ftnb bei Roggen und Gerste gut, noch besser aber beim Hafer. Weizen gibt ebenfalls gut ins Wah und hat in knesem Jahre fast gor nicht durch Brand gelitten. Dazu ist das Stroh von dem bis jetzt eingebrachten Getreide vorzüglich. Epötkartvf- fein und Hackfrüchte bube- t rotz der langen Trockenheit infolge des kürzlich nicbergegange- rcii Regens ein gutes Aussehen. In den feuchten Wiesengrnnden der beiden Flußtäler hat auch das Grummet noch einen verhältnismäßig befriedigenden Stand, auf trockenen Wielen dagegen ist altes verdorrt. Die Aepfelcrnte fällt überall gering-aus. Rur einige geschützt gelegene Gemarkungen zeigen stellenwei'e guttv^angenc Bäume, am besten sind Gelber Richard. Kanadareinette und Scha^Snase durch btc Frühjahrsfröste gekommen. An Dirnen gibt es eint W ttelernte, Walnüsse fehlen aber fast goni Sehr reichlich fällt bagegen bic Zwe tfchen- ernte aus. so dah jetzt schon viele Bäume gestützt werden müssen. Bleibt die Witterung noch weiwr günstig, so kann in diesem Jahre der Landwirt mit den Erträgnis'en des Feldes in unserer Gegend zufrieden sein. Leider wird aber rn manchen Gemeinden viel über Diebstähle in den Gärten geklagt. Befmckkrs. Gurken. Bohnen und Kohlgemüse sind nicht gleich- mäßig gut in den Gärten vorhanden und werben deshalb viel gestohlen. Strenge ^lufsicht nnb Verstärkung der Feldpolizei für einige Wochen wird als Abhilfe von vielen Gartenbesitzern gewünscht Hoffentlich wird dies wie in frühe^m Iahven von den Behörden recht bald angeoebnet Kreis Schotten. lb. Schotten, 13. Aug Von jeher war der Schottcner Sommermarkt für große Teile bes Dogelsberges Abnehmer von Jungvieh, bas von vielen Züchtern besonders für diesen OH art t aufgezogen wurde. AuS dem Erlös wurden vielrach Ziele von Güterfausgeld beglichen, denn der Schottcner Sommermarkt - ein aus der _ schweren Sommerarbeit des Gebirglers herausragender Feiertag - war ein vtzii gebrauchter Zahlungstermin. Da in diesem Jahre von auswärts die Rachfrage nach Jungvieh sehr gering war und bic einheimischen Viehhändler infolgedessen große Zurückhaltung zeigten, blieb das allerorts zahlreich vorhandene Jungvieh, das in diesem futterknappen Jahre nur mit Mühe durchgebracht werden kann, ohne Käufer. sGedern. 14 Aug. Das KrcisbezirkS- krankenhaus Gebern, welches setther Eigentum des hier begüterten Fürsten von Stolberg-Wernigerode war. ist in den Besitz der beteiligten Bezirksgemeinden überaegan- gen. Eine Kommission, bestehend aus Regierungsrat Dr. H e l m r e i ch - Schotten, Dr. mcd. Dach- Gedern, den Bürgermeistern Müller- Gedcrn, K i pper-Obericcmen und Kunkel- Burkhards verhandelte persönlich nut dem z. Z. im hiesigen Schlosse wohnenden Fürsten. In Anbetracht des guten Zweckes, den das Haus erfüllt, und von der Tatsache ausgehend, daß die finanzielle Cagc der BezirkSgemeinden durch bic mehrfachen Mihcrnten der letzten Jahre recht schlecyt ist. hat der Fürst in der richtigen Erkenntnis, hier ein wirklich gutes Derk zu tun. den vorher verlangten, wesentlich höheren Preis auf 3500 Mark herabgesetzt, was aufeits bankbar anerkannt wird. ♦ EichclSdorf. 13. Aug. Dieser Tage wurde der Tagelöhner H o p m a n u von hier von einem um stürmenden Getreidewagen in einen Weizenacker geschleudert und trug scheinbar nut schwere Prellungen davon. Auf ärztlichen Rat wurde der Verunglückte nunmehr in die Ehirup- gische Klinik nach Gießen überführt, da feine Verletzungen doch ernsthafterer Ratut zu sein scheinen. - Schon mehrmals hat «S in der Rachkriegszeit in den postalischen Verhältnissen unseres Dorfes Acnderungcn gegeben. Die vor einigen Jahren hier eingerichtete Postagentur wurde bald wieder abgebaut und nach Obcr-Schmitten verlegt, ist aber auch dort längst eingegangen. Am 1. August b. I. ist die hier bestehende PosthilfSstellc wieder m eine Postagentur umgctoanbelt worben Kreis Lauterbach ch Aus dem oberen Vogelsberg, 13. August. Gestern am Sonntag und heule kamen wieder eine Reihe von Bärenführern mit ihren armen Tieren durch die Oberwalbdörser. Da schon oft genug über die Grausamkeit dieser Tierquälerei geflagt wurde und die Bemühungen der zwisck)en hohen Gartenmauern eng und dunkel hinwand, über die einige alte Kastanien und Linden ragten. Das erste Haus, das Mit feinem Garten an den Hof des „Lion d'or" stieß, lag fast unsichtbar im Grün versteckt, von den Blutbuchen und Linden beschattet, in einem alten, tiefen, jetzt stark verwilderten Garten. Reben der kleinen Tür in der hohen Mauer waren eine Messingklingel und ein Türschild befestigt mit dem Warnen des Besitzers des Hauses. Auf diesem weihen Porzevanschild stand halb verwischt zu lesen: Dupvn, Advokat. Obwohl dieser Advokat längst verstorben war imd das Haus seit Jahren leerstano. Diese enge Gasse lief zwischen hohen Garten mauern hin, hinter denen noch andere Villen zwi- schen den Bäumen atlftauchtkn, und mündete in eine der dunklen und (ehr schmutzigen Gassen, die auf die Bahnhofstraße führten. Die Rue Victor Hugo spaltete sich in der Mitte, und Zwar durch einen schmalen ttßca, der zwischen den Gartenmauern nach dem Walde herauflief. Dieser Pfad mar von Brennesscln durchsetzt und sa eng, dah ein Magen hier nicht durchkam. Er mürbe nur selten benutzt und endete oben am Kirchhof der Stadt. Das Haus mit dem Schild „Dupon, Advokat", lag mit geschloßenen Lüden ui dem alten Garten. Der Sohn dieses Advokaten stand bei den Husaren in Nantes, und seit vier Jahren bemühte sich der Besitzer des „Vion b'or*1, im Auftrage seines Freundes. des ffapltainc Rens Dupon. dessen Haus zu nerkanfen, ober die Lage schreckte toben ab, der (ftelb genua gehabt hätte, das arohe Besitztum zu bezahlen. Früher hatte man sich wenig daraus gemacht, in engen dumpfen Gassen zu wohnen, jetzt ober war em neues Villenviertel draußen oor der Stadt erstanden, und diese Häuser in der Rue Victor Hugo standen olle leer und in ihren schon angelegten Gärten wucherte Nie Unkraut kniehoch E» wuchs dort, was eben wuchs, ohne Pflege und ohne Gärtner, und die Pappschilbei- ..Zu Verkäufen", die an den Balkons angebunden bmnnc'.ten. he wegte der Dind. Nachdem We Kinder zu Bett gebracht wiren. machte sich Herr Gontard fertig, um zur Jagd m fahren, (fr war schon rmgekleibet. in hohen Stic sein und Leberwesle, beim die Rächte waren N, - zulande immer kühl Indem er die fxhnte umhin;i und fehle Mütze mrfsetzte. sagte er zn feiner Fr« „Ös zieht ein Gewitter herauf, gib gut acht, daß nichts passiert." Sie lächelte, vor dem Spiegels stehend, und ordnete ihre Haarlocken über der Stirn, eine schmale dunkle Franse, die sie immer sehr glatt gekämmt trug. „Mas für eine unnötige Sorge?" bemerftc sie leichthin. „Was soll denn passieren?" „Run ja. ich habe immer die Idee, es brennt ein mal. So ein altes Haus ... der ganze Dachboden ist morsch ... man sollte eben keine alten Häuser übernehmen. Richt mal von seinem eigenen Vater." Sie antwortete nicht unb schob mit einer etwas ungebuldigen Bewegung eine Schublade zu. „Ja. nun geh doch endlich, Charles." Er zögerte noch einen Augenblick, als ob er etwas oergepen habe. ..Das ich sagen wollte, Odette. Hast du gesehen, wie blau Mamas Lippen wieder waren, heute abend?" „Reim das habe ich nicht gesehen", sagte sie, unb legte ein paar Handschuhe in die Schublade. „Ich habe nicht darauf geachtet. Sie sieht immer so aus, ich kenne sie nicht anders. Das kommt eben vom Herzen." „Ja, es kommt vom 5>erzen, und das Ist es, was mich ängstigt. Ich denke immer, wenn ich mal fort gebe, auch nur für eine Nacht, bann pasfiert etwas." „Ibn Himmels willen, Charles!" Die junge Frau drohte sich vor dem Spiegel nach ihrem Manne um. der in der Tür stand, die Klinke in der Hand. „Das haft du nur heute abend? Erst ^warten wir den ganzen Nachmittag auf deinen Freund, mit jedem Zuge soll er kommen, und er kommt nicht, bann stehst bu da. als ob der Himmel über bir einslürzt rnenn bu mal fortgehst. Die fetten geschieht bas, baß bu einmal wirklich über Nacht aus bem Hause bleibft. Rim hast, du dich veröd- rodel und laßt die anbein warten ... und wes- balb'> Um etwas Cingebilbetes, dos dich plötzlich üderfüllt. Geh mm endlich" Sie erhob sich und kiißic ibn, während sie seinen Kopf zwilchen ihre Aimbc nahm. Er hielt sie einen Augenblick fest „Odette " ..Ja?' Gib gut acht nicht Mol»' Unb wenn i 'Ä «n. üt. wti tn HiHtt. nd Äiiltb mit dm j.& ^en. 3n Andas Haus er- lchend, daß Mc inden dach dx !N Sahtk recht r richtig -r- Der! pi hm, höheren Pm, i allseits dank- ier £a(K frurtv itr hpr dm® 6tn in tiwn Mind« IQit ärzüichm lat in die Sfrrur* führt, da feine latur zu sein bat «S in der ischen 3tr- endrrungen er adgedaut aber auch bntt K d. L '«- -'*«■ le toicter tn *£. S :■ sf * °i Ä Sollte * «.$ wlf yLE ,no die v,51flr 4 stille, Mn- |t-) Tlerschutzoereine um Abhilfe bisher ohne (Erfolg geblieben find, möge hier ein Sorid>lüg gemacht werden, der die Kor der Tiere bfirodji'-r4) lindern wird. Man mache sich zur Siegel, den Führern nur dann ein Almosen ju geben, wenn sie erlauben, dass man vorher hr, oiersuhigen Desährtep mu einem Brocken Vror oder Fleisch oder Wurst hü- lern darf. Und man verabreich« die kleine Münze rrft dann, wenn das arm« Tier Zett genug gefun den hak, die Nahrung zu sich zu nehmen Auch ffloflfr soll man ihnen onbieren. Tie» Mittel ffl geeignet, die Not der geplagten Baren etwa» zu lindern. preuhen. Llreih Wetzlar. O Grohrechten dach . 14. Aug Qhn leh- len Sonntag fand tret aus Sem alten Friedhof bei bet Hintze da» bvdtäfcdge Ttalhewt- f e ll bfx, Kirchengemeindcn Älcinrechtendach und tTref^ed,:. nbad) statt, bo« bei gutem 'X>cftrr Zahlreichen Msiche« erfreute 3m «Ge: 5<.: Le« Feste« hielt 38 Wien ar efheim. Hörnsheim und Grossrechtenbach und Ge'ang^norträge be« Män- nerchvr« und de« gemilchten C hor« von Grossrech- tenbach verschönt. Du Kollekte war für die Rheinische Mission bestimmt j Hochelheim, 13. Ang Am 20 August finden in der hiesigen Gemeinde die diesjährigen Reich»- ju g e n b m r 11 f ä m p f e für bic Schulen des Amtes Rechtenbach statt. Alme Biedenkopf. Rodheim a. b. Bieber. 14. Bug 3n diesen Tagen lagen der hiesigen Gemeindevertretung bie P.änc ber fielbberetn i gnn g über neue« Strossen» und Baugelände zur Begutachtung vor. Olllgemein wurde l>edouerl dass da« seinerzeit von der Regierung anerkannte Bauaelände hinter bei Goisichen 'Besitzung, direkt an der Giessener Strasse gelegen, nicht in da« neue Tdegeneh ein» bezogen ist. tlRlrfil. Offenbach, 13. Aue Gestern feierte unsere Gemeinde da« breeiahnge Heibenmif- s i o n «s e st, ba« fich eine« guten Besuche«, auch ou« den Rochborgemeinben. erfreute Die Rach- mittogaversommlung sand um 2 Llhr statt ($4 sprachen Pfarrer Dr. 'Bornes. Strosseber«- bad), ber früher in ber -hinamissivn tätig war unh Missionar Haibach Der K>olonnenchor sowie der kirchliche Männer und gemischte tfbor trugen wesentlich zur Bertchtznernng bc« Feste« bei Main-ati £?pb Fronffurk o. M. 14 Bug Änsolge bee Linken« ber Weizenpvme Iss ber Prei« bc« Brote» um 4 Pi. he r adgeseh i worden. Der Poei« für Brsstchen bleibt wie bl Sher. TOSTk. Bad Homburg, 14. Aug. Llnmittel- bar nachdem bie Hochwilbiagd auf gegangen ist. gelang e« einem Frankfurter 3agdpächter, im Balder Hohlchen im Domholzhüuler chemeinbewald einen kapitalen Achtender zur Strecke zu bringen. — Llnlänglt wurden von 30 bi« 40 jungen Burschen und Mädchen «uf ber Saalburg und am MfthraSheilig- t u m wüst.' Ausschreitungen berübt und bie wertoollen Ausgrabungen tv'chübigi Die Ermittlungen haben ergeben, dass e« lich um Angehörige e.ntS BJanberbcrcin« n -ermSdvrf m Law'er handelt, gegen die nunmehr S traf- a n t r a g gestellt worden iss Sir SiGkiftiuna fctr Srantfsrter Sltfiebt. MSR Frankfurt a T(L 14. Aug Rachdem da« Prosek: der Eindeichung her Alt- stad' ba« ühnbcrftänbni« sämtlicher in Frage kommenden Körperschaften, wie euch be6 Be- »trtstkkm'ervaiora gefunden hatte, wurden Ende bc« Iahten 1Ü27 Stimmen laut, die sich argen bic An der städtebaulichen urB arch'fektonsschm Durchführung be* Ernbeichungöprojel^e« bk-1 beten. Do« tlefbauamt hat darauf gemeinsam mit dem 5>vchdauami eine Reubearbeitung be« Drvfeft« porgenommer.. da« nunmehr oorliegt. «mb da« auch den ästhetischen Rücksichten Rechnung trägt 3m großen und ganzen ist bc« biOherigc Projekt beibehalten worden, dagegen wird der städiebaulich wichtigste Teil des Mat n- kar«. nämlfch ber zwilchen Veonhardekirchen- und Ronrenturm. daburch für den Bhd lreigelegt. dass auf dieser Strecke ble Brutalnfl«mauer m Deafall kommt. Um diese Stelle vor tzochwaffcr tzu schützen, 'oll hier em k»eweglicher tzochwaher- schütz durch Dammballen geschossen werden, bie bei .-"chwaslergelohr rechtzeitig ausgeitellt werben. Die Ufer ss rasse wird an ihrer tiefsten Stelle 1,30 Meter aufgelchültet imb zu einer erstklassigen Verkehrs st rasse «•«gebaut. Man hv'st so. den Ost-West verkehr. durch den 3c.I und Broussachstrassc bereit« überlastet sind, durch eine dritte Hauptverkehrsstrasse zu entlasten Die Wchrtosten bc« neuen Projekt» gegenüber dem ersten befaukn sich auf 400 000 Mk Da ursprünglich 1,2 Millionen Mark vorgesehen waren, würden sich ailo bic Desamt- kosten der AUstadteindeichung auf 1.6 Millionen Mark belaufen. E.ne Beteiligung bc« Staat« an den Kosten kommt nur insoweit in Frage. dlÄ et TM) bereit erklärt hat. 100 000 Mk. au« Mitteln ber produktiven Erwerbolos.nsürkorge al« ver- lveenen Zuschuss imb 450 000 Mk. al« zinslose« Darlehen zu gewähren. Spi-itschiebungcr: und Gteuerhinterziehungen. WSR. Frankfurt a. M, 14. Aug. Bor einiger 3cit kam die Steuerbehörde grossen Sprit- schiebungen und Steuerhinterziehungen bei der Zimbo H m. b. H. in Ar- Heilgen t-ei Darmstadt aus bic Spur. In dem Unternehmen tourb* neben der Konfitüren Herstellung auch eine Branntweinbrennerei und Li- körtahrtkation betrieben. Bon den unter Zoll- Plomben liegenden Sprilmergen hat nun der Geschäftsleiter ber Firma. 3 immer, zusammen mit einem Brenner auf ganz raffinierte Werse Sprit entnommen, vhne dass e« zunächst den Zollbeamten möglich war. dielen Manipulationen aus bic Spur zu l orn rnen. Die 3ollf ahn du ng«stelle Franssurf a. Ttain stellte bei ihren Kontrollen fett, dass bic verkauften Mengen der Zimho sich mcht rmt den deklarierten Ziffern in Ginklang trtnflm kiesten. Bor etwa zehn Tagen hatte der überraschende Zttgriss der Zollbehörde Grsolg. Iimmer wurde verhaftet und befinbet sich feit tietor 3eit tn UntersuchungShast in Darmstadt. Der betreffenbe Brenner Hit. wie wir zu wissen glauben, auch bereit« seine Teilnahme an den von ,)iarmer inszenierten strafbaren Hängungen eintesto'ck en Zimmer wurde berate nachmittag einem Verhör unterzogen Die Hintergründe der ganzen Affäre sind noch nicht genau geKärt. Die ilntersuchung ist noch im Gange. Die anderwärts antgestellfen Behauptungen, dass mehrere hundert- tarnenb Mark an Steuer (unterzogen worden feien, dürften a<« falsch betrachtet werden. Zutreffend wird lediglich bie 3iffcr von e t to a « über 100000 Mark an hinterzogenen 6t«uetyi fein. Die Ghefrau Finnner ist sofort nach der Verhaftung ihre« Mannes a'i4 dem Kura'.ifenthalt nach Arheilgen zurückgeklehrt. wo Klabund ss B?;c ou« Toro# geweidet wird, iftber Dichter Klavund dort an e ner Limgenentzündung in Berbindung mit einer Rippente.lentzrindnng Re ft o r b e n; Älabvnb war feit Ungern langen» Hbenb und musste sich de«hafb viel In Davos aufhalten. öine anekdotenhaft l’.tnynbe. aber nicht erfundene Geschichte au« c:ncm kleinen deutschen Kurort ging noch in der lenten Seit durch die Blfltter: bei irgende.ner BeranftaUunq sollte auch Älabunb »u# feinen Werten vortragen: dies wurde von den massgebenden Stellen nicht gencbm-.flt mit ber m.rnnda'ten Begründung man wünsche keinen Bue;änNr am Bor trag«', ich >u sehen. 3nfoigcbeTien kam ber Abend nicht zu- stände Es kam aber e n freund.-chee Schreiben de« Dichter« K'.abund an die Stadtgewalt acn in dem er sich den bescheidenen ^intoci# gestattete dass er e gentlich. von Recht« wegen Alfred chenschke He sse und ber guten Stadt €reifen entstamme, welche n-.dft nur in Deutschland, fon- bern sogar in Preussen liegt. Tort ist er am 4. Rovember 1891 geboren, llnb jetzt ist er tot B elleicht veranstalten sie nun tn tenem merkwürdigen Kurort eine Totenfeier . Aber diese Geschichte, selbst wenn Fte nicht wahr wäre ist — gottlob — keineswegs charakteristisch. Äiabunb ober Hcnschke war in ber Tat von un- texen Modernen einer der bekannteren, v e leicht 'vgar volkstümlichsten; es gibt kaum eine Stadt, wo man ihn nicht aufge^ührt. wo er nicht emma au« leinen Büchern gelesen hat fr ist auch bei uns grtoeien. m Giessen. Man kennt hier leinen ^5na'.c" und er- einfachen Spiel voll menschlicher Güte und meickch- ste sich henke noch befindet Die weitere Klärung der Acigesegenhc.t durch die noch schwebenden Kontrollen unb Berncbrmmgcn muss abgewartet werben. Tieuc y?TtKroltt>affer|üiH«t m Xaffou. BSS2I. Frankfurt a. M. 14. 21 uq Da» an sich schon mit Vorkommen von Heillr2".rge-i Mine- ralwällem reich gesegnete Ranauer Land macht in der Erschliessung dieser weitbertlhinicn Bo* benlchave weitere Zvrtschritte. 3n der Gemeinde Rieder-Dalius bei DleSbaden wurden von privater Seite feit einiger Zeit Bohrungen durchgeführt. d-.e »etzt zu einem guten Ergebnis geführt höben 3n einer Tiefe von 128 Meter wurde ein heilkräftiger Sprudel von !o jrreTkr Stärte erschlossen, dass das Minera'.- waster bi« zu 1 5 Meter zutage steigt Ang.regt durch dielen guten örtolj privaten Untemehmmaogeifte« beabllchtigt die Gemeinde Rikder-'Dalluf. nun auch leibst Bohrungen vor- zunehinen Auch andere Gemeinden in Rafsau tragen 'ich mit solchen Abfichten So beabsichtigt die Gerneindeoerwaltung von Tllvillc. nach Mineralwasser bohren zu lassen, und Weilburg a. d L. will gar Bohrungen auf Thermen auOfuhrcr. welche durch Wünschelruten- fortchrmgen fe-tgesteNt worden sind. Oer Hlugplah Diesbar»en»Mamz DSR Mainz. 14. Aug. Die Mainzer Siadt- verwallung hat m der .Vragc her Errichtung Ci ne« $ I u gp[«|e« W i e « b a d e n- M ainz drei Berträgc au «gearbeitet, und zwar einen Bcrtrag über die gemeinschaftliche Zusammenarbeit bei Erwerb und Ausbau de» Flugplätze«, einen Berlrag über die Bildung der Flugplatz- gefellfchall und einen ErdbaÜbertrag Rachdem diefc Bert rüge von den Mainzer städtischen Körperschaften genehmigt find, ist anzu.iehmen, dass die Unterzeichnung zwischen den beiden Städten in kürzester Zeit crolgt. wonach dann mit den Arbeiten begonnen werden kann Der wichtigste Bcrtrag über die bann nur zeltwelle dl« ansprechend bcAerchne! '.verden die übrige Zeit Wirkte lic leine«meg« überzeugend Schuld hieran mag wohl haupllächl.ch bic vertchrw Aufstellung oewesen km. Dähvenb Bcrtfibigung einlchliess- lrch Tormann fich einigermassen, mc Läu'erreihe sich sogar gut mnereinander verstand, «ehlte e« Nm Sturm sehr an »mheitlichteit Setnt Aktionen waren durch den Mangel an Geschlolsenhe I unb Svstem fchom von vornherein zur eTfolglnligkit iXTurteilt. Der Gegner dagegen enktäulchte nach der angenehmen Seite, da er mehr zeigte, al« man von ihm erhofft hatte. Besonder« gefiel fein verständnisvolle« Zuspiel und SlcllungSvcrmögen. bet dem man unschwer da« Softem kuice Trainer«, de« bekannten früheren Ligaspieler« Moller vorn D.s.B. erkannte. Sn der ersten Halb- ze-i hatte Shringtzhaufen eine Kleinigkeit mehr vorn Spiel, ohne jedoch feine leichte Feldüberlegenheit in zählbaren ®rfolgen zum Ausdruck bringen zu können, wa« Giessen in erster Linie ber vorzüglichen Abwehr seine« Torhüter« zu betbankn hatte. Rach dem Se'.tenwechki kam die Platzmannschaft mehr und mehr aus und lag längere Zeit im llngriss. der Sturm war jedo-ch ntchr imstande, während diefer Schwäche- Periode de« Gegner«, der recht zahlreich verteidigte. zur Sicherstellung de« Siege« aunzu- nutzen. Da« Schlussretalfat von 2:2 entspricht nngrtäbr dem Spielverlauf. Die Dritte schlug nach durchweg unterlegenem Stxd Ehringshausen« Zweite erwartungsgemäss ho«) mit 7:1. Die Gäste kamen gegen da« weitaus belfere Sv«:l ber Platzmannschaft nicht auf und mussten froh fein, nicht zweistellig überfahren worben zu fein Wenn bic B.f.B -Dritte m bieser Aufstellung stehen bleibt, füllte ihr noch mancher Sieg auch über stärkere Gegner be schieden fein. Was der Monn schatt je&od) unbedingt zu empfehlen wäre, ist bic Erziehung einiger weniger Schreier und ständigen Ära- kehlcr zu ruhigen und anständigen Spielern, ober aber diese au« ber Mannschaft zu entfernen. Sehr gut liess fich bie erstmal« nach bet Sperre spiclenbc zweite unb dritte 3ugdi Halifax Suebec ontreal Nähere Auskunfl fiber Einreisebedingungen u. Abfahrten erteilt Gielen: Theodor Loos, KinUenplatz 13 6,9A Wetzlar: DornDnsdiä Binder, Lahnstrahe 12/14 Musikschule von Georg Kruse Gießen, Weserstraße 16, part u. 1. Stock Wiederbeginn des Winter - Semesters 1928/29 am 15. August 1928. Aufnahme neuer Schüler jederzeit für Klavier, Harmonium, Violine, Bratsche, Laute, Mandoline, Gitarre, sowie Blasinstrumente und Zusammenspiel Abend-Kurse von 8 bis 10 Uhr. — Honorar von TJeppiche ohne Aniahlnnt Linier. Tisch- n. Diwandedfen Id ISMonataraten Norddeutsche Waren-Handels Gescllschalt w. b. B. Abt Teppiche Berlin V. 62 Maasienstr. 36. VerlangenSie sofort bemusterte Offerte. Diskretion iwv zugesichert. lb-Ä(. und 2a 2b«ÄI. und 3a- 3b Kl. und Ib-Klasie (F), 2a« und 2b ÄL 3b «Klasse (A), 4b«Klasse (A), (N), 2b Klasse (N), 4a«Klaste 2a-Klasse (F). Klasse, 1. 2. Klasse, 3. Klosse, Das Holz wird nicht vorgezeigt. (Stunden s 11. No« Fichtenlongholz (N) 41,22 fm; Fichtenlangbolz (N), 12,92 im; Günstige Zahlungsbedingung, düng des Kaufgeldes evtl, bh vember 1928). Loleeinteilung nebst Verkaufsbedingungen können vom 20. d. M. ab von unterzeichneter Stelle unentgeltlich bezogen werden. Gießen, den 16. August 1928. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. 1,70 fm; Kiefernlangholz (F), 8,78 fm; Kiefernabschnitt 0,81 fm; Kiefernabschnitt 1,41 fm; Kiefernabschnitt 0,52 fm; Kiefernabschnitt 1,07 fm; Kiefernabschnitt 0,22 lm; 2,0 3,7 6,9 3,1 14,9 24,7 3,9 1,5 13,3 Fichtenlangholz la« (N), 28,95 fm; , Fichtenderbstangen 1,7lfm; , Fichtenderbstangen 0,36 fm; , Fichtenderbstangen 0,09 fm. B. Brennholz, rm Eichenscheiter „ Kiefernscheiter „ Fichtenscheiter „ Eichenknüppel „ Kiefernknüppel „ Fichtenknüppel „ Kiefernreisig „ Kiefernstöcke „ Fichtenstöckc. Hühneraugen- k Vertilger Totsicher“ wirksamstes Radikalmittel' «120 Kreuz Trogcrie Babnboinrake 51. Fichtenabschnitte 3a« und 3b«Kl (A), 1,93 fm; Kiefernlangholz lb Klasse (N), 2,09 fm; Kiefernlangholz 2a« und 2b Kl. (N), 22,42 fm; Nutz-und Brennholzversteigerung Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am 7402B Montag, dem 27. August 1928, 10!, Uhr. in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe" in Gießen versteigert werden: A. Tluhholz. 3 Stück Fichtenstammholz 2. Klasse (N), 1,01 fm. Zwangsversteigerung^«^ Donnerstag, den 18. Oktober 1928, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen. Zimmer Nr. 112, das im Grundbuch für Gießen den Ludwig Ranft Eheleuten in Gießen zugeschriebene Anwesen am Nahrungsberg 29 Flur IV Nr. 78 144 qm Hofreite geschätzt 4580 Reichsmark; Flur IV Nr. 785/l0 483 qm Grabgarten geschätzt 1690 Reichsmark versteigert. 73870 Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 8. August 1928. I. A. des Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rrin- hardshoin für 1928 Rj. liegt vom Donnerstag, dem 16. August, bis einschließlich Mittwoch, den 22. August, aus der Bürger« mcisterei zur Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen schriftlich oder mündlich voraebracht werden. Es ist eine Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 7403D Reinhardshoin, den 14. August 1928. Hessische Bürgermeisterei. Gieß. Bullenverkauf. Die Gemeinde Dorlar verkauft einen schlachtreifen, zirka 20 Zentner schweren Dogeisberger Bullen. Schriftliche Angebote sind bis zum 20. August an den Unterzeichneten einzu- reichen, woselbst auch nähere Verkaufs- bcdingungen einzusehen sind. 74120 Fiedler, Gemeindevorsteher. Zwangsversteigerung-M- Donnerstag, den 18. Oktober 1928, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gcbäude zu Gießen. Zimmer Nr. 106, das im Grundbuch für Gießen den Paul Arthur Gräfe Eheleuten in Gießen zugeschriebene Anwesen Wilhelmstraße 45 Flur V Nr. 208'/,» 862 qm Hofreite Flur V Nr. 2O8’/1(> 75 qm Grabgarten geschätzt 50 780 Reichsmark versteigert. 73880 Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 8. August 1928. 3. A. des Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Kiefernlangholz 3a« und 3b«Kl., (N), 7,93 fm; Kicfernlangholz Liditipielhaus, Bahnhofftrabe 34 Heute letzter Tag: Der Luxuszug»Die geitohlene Braut Ab morgen bin elnnchl. Sonntag: Frühreife Jugend Eine Schülertragödie von Frank Wedekind in 5 Akten. Für den Film bearbeitet von Adolf Lantz u. J. Fleck. — Hauptdarsteller: Frieda Richard, Olga Limburg, Charles Willy Kalter, Leopold von Ledebour, Robert Scholl, Erich Kalner-Tit». — Ferner Der fchwarze Blitz Richard Talmadge in seinem neuesten und besten Sensations- und Abenteurerfilm in 5 Akten. — Sowie: Die neuesten Filmberichte aus aller Welt Aftoria-Lichtipiele, Seltersweg 81 Heute letzter Tag! Rivalen Heute letaler TatLote llebertragung kann man die ganze Erde an die neue ZeUweflusg anschltesten. Neucrdnxgs veröffentlicht Professor Rogowski von bet Technischen Hochschule in Aachen ungemein interessante Versuche, die unter ihn- nanben eine Heitmessung von einer Milliardstel Sekunde gestatten. Man kann also von einem Zeftmikroskop sprechen, das die Zeit in ganz ähnlicher Weile vergröbert und dadurch unseren Sinnen zugönalich macht, wie dies durch das ä^öhnliche Mikroskop für den Raum geschieht. Allerdings ftraxen wir nicht alle Geschehnisse ^urch das neue Zeitmikrof kop betrachten und messen, sondern nur elektrische Vorgänge. Aber gerade für sie ist eine Zeitmessung von unerhörter Femhcit ganz betonbert wichtig. Das Mittel, das zur Zeitmessung dient, bilden Käthedensrrahlen. also bekanntlich kleine Teilchen. sogenannte Elektronen, die von der Kathode einer ffn11abungiftrede auS mit ungeheurer Go- schwwdigkeit die hunberttaufenbe von Kilometer m der Sekunde erreichen kann, in den Raum hmausoeschleudert werden. Wir können dabei rm Anschtuh an Rogowski selbst folgenden Der- a^rch gebrauchens Nehmen wir an. ein Wa- schinengewehr schiebt dauernd Kugeln in einer Richtung. Liegt das Gewehr fest und find Kugel- misch mit Luft Angeführten Abgoien hat man in Gewächshäusern gute Erfolge erzielt Bei Frei- landpftanz ungen blieb fein Wert, zum Teil wohl infolge ungünstiger Nebenumstände, zweifelhaft Ern erheblicher Mangel der Abgasdungung hegt natürlich in ihrer Abhängigkeit von der Rach- barfchaft entfprechendc r Industrieanlagen. In neuerer Zeck ist in Gärtnerkreisen viel von den günstigen Ergebnissen mit der Düngekohie Oco die Rede die. aus inländischen Rohstoffen M*femmeng«hellt, in Brifettform m den Handel kommt und in einem besonderen, in jedem Gewächshaus leicht anzubringenden Ofen verbrannt wirb. Da jedes Brikett eine bestimmte Menge, nämlich 100 Liter Kohlensäure entwickelt, so ist man hierdurch in die Lage versetzt, die zuzu- führende Kvhfensauremenge genau zu regeln und den jewe ligen Bel chrungeverhältrill'en anzupassen. Die Begasung wird täglich wiederholt Rach manchen, allerbing» nicht unbestrittenen Beobachtungen, scheint der Kohlensäureanteil der Luft mit der Entfernung vom Erdboden zu schwanken. Reich an Kohlensäure sind zumal die boden- nahen Luftschichten, weil dort em ununterbrochener Kohlensäure ström, der von den verwesenden Hu- musstoften und sein verteilten Kalkteilchen des Untergrundes seinen Ausgang nimmt, an die Oberfläche tritt. Auf diese KohlensäurcauSdün- stung der Ackerkrume führt Iustus von Liebig die dichte und breite Blattbildung der Bvben- gewachse zuruck Der Humus- und Kalkdüngung durfte demnach neben einer chemischen und Pbofi- kalischen VobenVerbesserung und einer Belebung der Bolle rien tätckckeit in der Erde ein nicht zu unterschätzender Kohlei.läuredungwert für die Oberflächenluft zuzulprechen sein, der sie besonders für Freilandpft .nzungen bedeutungsvoll mach« Denn man den gewaltigen Kohlensäureverbrauch der Pflanzen dedenll, möchte man es kaum glauben, baß dennoch der Kohlenfaureanteil des Luftmeere dauernd nabeyi derselbe bleibt. Für den Ausgleich sorgen Menschen und Tiere, die unaufhörlich Kohlensäure hx groben Mengen ausatmen —' ein erwachsener Mensch allein täglich 000 Gramm — dazu kommen die Ber- wefungs- und llmsetzungsvoegänge und die menschlichen .^euerstellen. von denen ohne Unterlaß Kohlensäure in die Luft geschickt wird, xnxd «chlieblich die Kohleniäureau-hauchungen der Erdtiefe, die zumal in jungen und alten Vulkan - gebiete« an der Jcifeorlmunq sind Da die .Zecken erhöhter vulkanischer Tätigkeit mehrfach m der Erdgeschichte solchen bevorzugten Entwicklungen der Pflanzenwelt nahestehen, so bat man versucht die durch die heftigen vulkanifchen Ausbruche mit großer Wahrscheinlichkeit verursachte bedeutende Kahlensaureanreichernng der Curt zur Erklärung der lleppigfeit des do- maligen Pftanzenwuchfes heranzuziehen Wie ist es mit der Anziehungskraft? Don Karl Ammon. Nachdruck verboten. 3n der Gartenlaube ist ein sehr merkwürdiger Auftatz erschienen, der ftch mit der Frage befahl, ob es eine Anziehungskraft gibt. Der Auf f atz fußt auf einem Buch des Professors der W* Bild 1. trvtechnlk an der Technischen Hochschule in Wien Dr. Iohann Sahult « , das berecks rm Iahre 1907 erschienen ist. In diesem Buch wirb die QUoglidMeit einer Anziehungskraft bestritten, und es wird rechnerisch nachqewiesen, dah sich Bild 3. Spiralnabel im Groben Dänen. S’ T.px - *• • «... V e am N ewtons chen Gravitationsge- s e tz nichts ändert, wenn man annimml. daß Gegenstände, die das Bestreben haben, sich einander zu nähern, durch äußere Druckkräfte zusam- mengedruckt werden. Professor Sahulka führt aber auch den Ziisammenhaft der Körper auf äußere Druckkräfte zurück, ebenso die Wirkung von Magneten. Wenn man annimml. daß der ganze Wcllen- raum von Energie kreuz und quer durchflutet ist. die auch bie Weltkörper durchdringt, fv ist es klar, daß sie beim Hindurchgang durch diese Körper Verluste cAcißcn muß (Bnb 1). Wenn Bild 2. wir den Weg eines solchen EncrgiestrahleS beim Durchgang durch einen Körper betrachten, so ist es offenbar daß er auf diesen Körper an der Eintrittsseite einen stärkeren Druck ausübt. als auf der AuStriltsfeite. Daraus ergibt sich, daß der Körper Kugelsonn annehmen muß, daß er zusammengedrückt wird und daß die beim Durchgang abgegebene Energie in anderer Form wieder erscheinen muß. Sie kann wieder auftreten als gebundene Energie. daS heißt als Stoff, den wir ja beute als solche gebxmbene Energie an- sehen; sie kann sich aber auch in Wärme Umsehen. Beides bestätigt unsere Erfahrung: Durch die erste Art der Umsetzung find die Weltkörper Bild 4. Spiralnebel in Tama. (Seitenansicht eines Spiralnebels) xxberhaupt erst entstanden und vergrößern sich dauernd. Durch die zwecke Art der Umsetzung erwärmen sich die Weltkbrper, und zwar im Innern mehr als außen, wo sie durch Aus- strablung immer wieder Wärme verlieren. Ie größer die Weltkörper werden, desto weniger Wärme kann ausftrahlen. weil die Oberfläche gewicht. Ladung usw. immer gleich, so werden alle Äugeln haarscharf in dieselbe Stell« des Ziels einschlagen. Wir wollen mm an nehmen, die Äugeln würden durch irgendeine Ursache auS ürrer Richtung adgrlenll. sagen wir etwa durch ben Wind: beispielwecke wehe der Wind von rechts nach links. Die Kugeln, die wir unS in sehr kurzen Zeckobständen abgefeuert denken, wer- den nun nicht mehr genau in die frühere Stelle des Zieles einschlagen. sondern ein wenig nach links verschoben, natürlich um so weiter, je stärker der Wind bläst. Wir wollen die weitere Annahme machen, der zeitliche Verlauf brr Windstärke sei uns genau bekannt. Sie möge etwa gleichmäßig bis zu seiner größten Stärke an- wachsen. Wir können dann Die Große der Ablenkung einer Kugel von ihrem ursprünglichen Einschlagspxmkt an als eine Art Uhr betrachten. denn je weiter die Äugel nach links ab- gelenkt wird, za um so späterer Zeit ist fie ab» gefeuert worden. Run soll eine zweite ablenkende Kraft aus die Äugeln eintoirfen; fie mögen etwa von einem fallenden Regentropfen getroffen werden, der ja einen Stoß nach unten gibt Offenbar haben wir jetzt ein Zeitmaß, wann die Äugel von dem Regentropfen getroffen wurde. Ist eine weit nach links abgelenlte Kugel auch nach unten abgelentt, fo ift dies spät geschehen, bei eftrer wenig nach links abgelenkten Kugel früh. Diese Grundsätze werden nun auf unsere Glek- troncngcschofle angewandt. Wir lassen sie durch eine enge Blende gehen, so daß fie einen ganz scharfen Fleck auf einem dahinter ausgestellten Fluoreszenz schirm erzeugen. Auf ihrer Bahn aber unterliegen Re zwei ablenfcnben Kräften, die fie nach vermiedenen Richtungen — wie oben die Kugeln —, nach links und nach unten, ablenken. Die Art und Weise, wie di« eine Kraft wirkt, ist bekannt und dient als Zeitmaß, die andere, in anderer Richtung wirkende, wirb durch sie tn ihrem zeitlichen Verlauf gemessen. Zunächst untersucht« Rogowski die Vorgänge beim Einschall« einer elektrischen Leitung. Wir denken uns eine lange, bisher ftromfofe Geltung, beispielsweise von Aachen nach DuiSburg. Tiefe wird nun am einen Ende plötzlich an eine Hochspannung von etwa 50 000 Volt angelegt. Wie haben wir uns nun die Ausbreitung in dreier langen Leitung zu denken? Staut sich etwa die elektrische Spannung, ähnlich wie der Druck cmeS plötzlich hx ein Rohn strömenden Wassers? Hierüber konnten bisher keine Versuche cm gestellt werben, und die Theorie gab nur unvollkommene Auskunft. Die Beantwortung der Frage ist aber nicht etwa nur von wissenschaftlicher, sondern auch von lehr großer wirtschaftlicher Bedeutung; beim nur dann, wenn wir die Vorgänge beim Einschalten genau kennen, können wir die richtigen Schutzmaßnahmen treffen, die bie Leitung sowie an kie angefchlossene Maschinen und andere Vorrichtungen vor Durchschlag ufto. bewahre«. Rogowski benutzt nun die in Der Leitung an irgendeinem Punkte herrschende Spannung, um seine Glektronengeschofle adzulenkeii. nachdem fie durch «ne andere Kraft in anderer Richtung abgeleutt worden fmb Er ift fo in ber Lage den zeitlichen Verlauf des Anschwellens der Spannung bi» auf etwa 1 Milliardstel Sekunde genau anzugeben. Sine fo unerhörte Cbenauigieit bet Zeckmeftung ift aber hn vorliegenden Falle unbedingt notwendigdenn einerseits beeilen sich die elektrischen Vorgänge im Draht an sich nrtt großer GelchmnnLiakeit aus, anbererfeit« handelt es sich ja gerade Darum, die feinen Einzelheiten Mer 2lu 15.8. «.6.® Bergmann lUekrr. Lteserunge». . Licht und ftraft . . . tzeUen 4 ffluiUeaume. ®ef. I. (Helft. Untern., yamb. (iltfft. Werte . Rhein, tflettr Lchles. Sletft. . . . . Schultert Siemens & Hall!« . . Itaniiatilo . ... . Lahmroer 4Lo.. . , 9 liberal Teuibbe 6rb6l . . Stiener Steinlohl« . ®el>enLrch«uer . . 10 . 8 10 15 tr 18 14 12 12 . 7 . 8 . 0 . 0 . 6 10 . 0 . 6 - 241.6 - 206.75 377.25 378.2o Harvener ...... Hoeich Stien...... alle Bergbau Rlddntnccrf« ..... Aüln.fleuesten. .... Mannesman» .... ManSfelder CbcrfcNd. Silrnb. Bebart CbetlolrL »vbeetfe . 11.4 24,9 OB». TratlAe (hleniobn • Hambura-Lmenla Oakei . Hamd..S6bam. Tampürf). (•anla rampfiditll .... Worbbeurichft Ulonb . . . eaifl. £>tul|d>f Crtbitanu. . Barmer Bankverein . . . Berliner <'anbeUgeieltzch. > Esrnmett- und Bnvat-Baü DarmN-U.Rationaldanl . Teutidje Ban! . . . . - rWontc-Oeleindfch 8toL. Dresdner Bun! . . . . • yhutlbturt»« dratMon! . KRetallbanl ••••••• 98.63 47.5 860.5 453 *88.5 239 305.5 376,25 95.9 107.75 S7O.25 166.25 159.V 167 203.5 252 260.5 451 *70.75 128 »aki ESr>1i regeln. . . Mt®erf eäU6etfmS 3. • Raitien<3nbuttri» Dvnamn Rodel . . . S«d1d«eöifenmartt Berlm—FrcEurl a. T Telegraph tldbe Aus,qhluna. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Dividende an. — ReichSbankbiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh S Prozent. UH 3-4 6 159.85 164.5 l 198.5 1 19h | IM.<5 I 125.6 142,3 I 875.9 । 1*7..- ' 870.6 166.75 16U 167 308.5 H2 10* 195 I Frcuidsurt a.M Sdjiufe.' 1-Uhr- Kur, | Aurt 6 6 Bhduii Bergbau *'t Braunkoblea... 10 SMnOabl . . I. % Jahr 4h Riebeck Man i m . Setruriflte Stahl». CtetM ötintn . »all Ä-cherSIeben 8 8 260 7 irr.5 9 8 138,5 t*.rltn. l» flnquft .^ranu'niche Jioien ...... F-onänbiiite Roten...... Utalitr.tfdje Roten...... Aorwezlsche Jioten...... DemtzS CtRerr., i 100 Lrone» Nmnnnüche Aotell EchwedtILe LLweiier flöten epanrfd): flöten Tschechoüowat.'che Noten - - Unocrrldx flöten - ■ Feld tEw 167,86 21.96 111.70 59,11 8.575 112.03 ■fl.69 69.56 11.33 72.90 - 205 - 180.75 2IG 21« 140 139 - 269.0 Berlin Schlub-iillnsang fa !>ur. ‘Ettltpt’ Hoizmann . • . Heidelberger ücment . . dement Karlstad! . . . Qaytz » Freüag . . . . Schultheis Dahenhofer . Cltaetfc ...... Ber. VUari-koN . . . . Bemberg Zellstolj Waldhol . . . Stimoll MchaNenburg . v darUttenburger Lauer ItHauez G>a»..... TatmlerMatoren . . . Temag äol«werfe »leoer . • « Ludw. Loewe . . . . < Miet Äutonwbil . . • < Ctenhetn 4 »avvel . . Leonhard He| . . . < Bamag-«egmn . . . . rtrjntl. Malänue» . • ■ Grüner ...•••■ Hevliaenstaedl • • • ■ .1ungdan4..... 1 Le cb werte..... 1 fliainttofiDerfi . - ............. Selarfnlmet . - •Seiet» Union ...» Gebt. Kottxt - - xowt» . SSdv. 3«o!dp|......... v.s ch. obfl. BorfriegS-ObUgatton. kflcktahlbar 1933 4% BchweU- Bundelb.-Bnl.. . . 4% Oesterreichilchc »olbttt.. . . 4.80% Ccftca. Sllbrrrte 4% Oesterreich, rinhelll. Ute. . . 4% Ungartlche <."o!di c...... 4% Ungarilche €toaU*. 6.1910 . 4'i% be4fll. Dvn 1913 4% Unganldx KronenNe.. . . . 4% Lürf. Zollanieide 6.1911 . . 4% lürlilch« Bagdadbuhn.rinl.. €edt I 4% deSgl. Serl, 11. . . . - - - 4% Otumänen tonned. wie. . - - 4H% Rumopfn Ooldanl. hon 1913 - 148.5 176.25 85 *5.5 141 141.7a 130 129.5 130 159.5 159.5 135 260 - 183.7a 13, 140.13 139.25 Hl - 105.5 - 114.78 94 94.15 Mi 143.5 144 160 - 98.5 V | Ulyl l l V 14 \Jl||V4.44 5raiikfurt a. TI. Berlin Schluß Kur, 1-Uhr. Äur» Schluß "Hnfang ftur» j Aue» Datum: | 14.8. 15 *. 11.8. 15.8. ^raulifurl a-M Berlin Schlust- l-Uhr- Schiuk, Unfanfl $tur» 1 Kur» Aut» Aue» 14.8. 15. 8. 14.8. 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