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Keine Spur von Verletzungen, keine Spur von Nervenzusammenbruch, um deretwillen er angeblich auf f'chentliches Bttten seiner Untergebenen als erster T'Q retten lieh. Dieser Held der Phrase findet ^^aschend schnell fein seelisches Gleichgewicht lieber; in bombastisch-schwülstigen Telegrammen verkündet nun der eitle Poseur selbst den ersten -nuhm seiner Taten. Und während der ge- s^wätzige Gernegroß versucht, seine erbärmliche Handlungsweise vor der Welt mit hochtönenden Trraden zu rechtferttgen, werden die Reste seiner von ihm feige im Stich gelassenen Mannschaft Kehraus im Reichstag.-Dis zum November Ferien. Das landwirtschaftliche Notprogramm. - Annahme der Amnestievorlage. Berlin, 13.3uli. (DDZ.) Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung der Vorlage, durch die in dem Gesetz über Einstellrmg des Perionalabbaues die Frist zur Regelung der Rechisvcrhältnifse der Wartestandsbeamten bis zum 31. Januar 1929 verlängert werden soll. Abg. Gottheimer (Sn.) begründet eine Entschließung, tn der die Regierung ersucht wird, den Entwurf zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Wartestairdsbearnten mit möglichster Beschleunigung vorzulegen. Ministerialdirektor Dr. Lv t h holz erklärt, das vorbereitete Gesetz über die Anrechnung der WariestandSzeit auf das PensionSdienstalter werde rückwirkende Kraft bis April 1926 haben. — Die Vorlage wird in dritter Beratung angenommen, die Entschließung Gottheimer abgelebt. Cs folgt die erste Beratung der Novell« zur Unfallversicherung. Dadurch sollen in die Unfallversicherung eingeschlossen werden der Feuerwehrdienst, das Personal der Krankenhäuser und Pflegeanstalten, naturwissenschaftliche und technische Laboratorien, der Betrieb der Schauspielunternehmungen. der Schaustellungen und der Lichtspielbettiebe. Abg. Frau Schröder (Soz.) begrüßt die Vorlage und wünscht chve Ausdehnung auf weitere Kreise des Pflegepersonals, auch auf die Schwestern und Aerzte. Die Gehaltsgrenze von 8400 Mk. sollte gestrichen werden. Die Vorlage wird dem Sozialpolttischen Ausschuß überwiesen. Zur Beratung kommen hierauf die Anträge der Deutschen Volks Partei, des Zentrum- und der Bayerischen Volks Partei über die Durchführung des landwirtschaftlichen Notprogramms Ein Antrag Stegerwald (3J, Leicht (BVD.) verlangt eine Nachprüfung der Richtlinien für die Verwendung von Reichsmitteln zur Förderung der landwirtschaftlichen Genossenschas- t e n. Bis zum Abschluß dieser Prüfung sollen Reichsmittel nicht hergeaeben werden. Ein ReichS- tagsausichuß soll mit Der Ausarbeitung neuer Richtlinien beauftragt werden. Abg. Neddenrieg (Ehr. Hat D. P.) verlangt beschleunigte Durchführung des Notprogramms. Das zollfreie Gefrierslrischkonttnaent müsse sofort aufgehoben, die ausländische Kon- kurrenz auf dem Lebensmittelmarkt eingeschränkt werden. Abg. S ch m i d t-Köpenick (S.) meint, es dürfe nicht die Aufgabe des Reiches fein, die verkrachten Genossenschaften des Reichslandbundes ohne Ausnahme zu sanieren. Die Sozialdemokraten würden dem Antrag Stegerwald-Leicht zustimmen. Abg. Stubbendorff (Dnl.) verlangt wirksame Fortführung des ÄotprogrammS. Don einer Bevorzugung der Großen zum Schaden der Kleinbauern könne keine Rede sein. Mit der Aufhebung des zollfreien GefrierfleischkonttngentS würde den Dauern ein schlechter Dienst erwiesen. Reichsernährungsminister Dietrich bittet, sämtliche Anträge einem Ausschuß zu überweisen, der alle landwirtschaftlichen Fragen. auch die der Landarbeiter, behandeln müßte. Einzelne Punkte in den vorliegenden Anträgen seien bedenklich. Im Ausschuß werde sich leichter eine Verständigung errreichen lassen als durch längere Debatte im Plenum. Abg. Freybe (W. P.) crlemrt die Notlage der Landwirttchaft an. Die Hilfsaktion dürfe aber nicht auf Kosten deS Fleischergewerbes und anderer Mittelstandseristenzen durchgeführt werden. Abg. Hänse (Chr.-Nat. B.-P.) beantragt, den beiden Vauerngruppen einen Platz in dem zu bildenden Ausschuß einzuräumen. — Damit schließt die Aussprache. Angenommen wird der Antrag der Deutschen VolkSpartc: auf Einsetzung eines Ausschusses zur weiteren Durchführung deS Notprogramms, ebenso der Antrag Stegerwald-Leicht. Die übrigen Anttäge werden dem neuen Ausschuß überwiesem Abg. Drewitz (W.-P.) teilt mit. daß die Deutsche Bauernpartei jetzt mit der WirftchaftS- Partei eine Fraktionsgemeinschaft bilde, also i m Ausschuß vertre ten sein werde. Der An- trag der Christlich-Nationalen Bauernpartei wird gegen die Antragsteller abgelehnt. Der Gesetzentwurf über die Erstattung von Re ch t s a n w a l t s g e bü hr e n in Armensachen wird in zweiter und dritter Beratung angenommen, ebenso die Aenderung der Gebührenordnung für Gerichtsvollzieher. Der Entwurf zur Verlängerung des SteuermilderungSgesetzeS bis zum 30. September 1929 wird nach kurzer Aussprache in erster und zweiter Beratung angenommen. Der dritten Beratung wird von den Kommunisten widersprochen. Ministerialrat direktor Dr. Zarden erklärt, das Reichssinanz- miniftcrium werde nach dem Ablauf des Gesetzes am 30. September 1928 Stundungen für den Mehrbetrag der Fusionssteuer gewähren. ES folgt die zweite Seraiung der Amnestievorlage, in der Kompromißform, wie sie der Rechtsausschuh gefunden hat. ReichSjustizmini- st e r Koch drückt feine Freude auS über die große Mehrheit, mit der der vorliegende Entwurf im Ausschuß angenommen worden ist. Daraus ergibt sich schon, daß eS sich nicht um eine einseitige parteipolitische Maßnahme, sondern um einen Akt wohlverstandener Dolks- souveränttät handelt. Die Notdelikte konnten aus prattisLen Gründen nicht unter die ReichS- ainnestle fallen, aber wir wollen gern den Ländern Begnadigungen für solche Fälle empfehlen. Wenn da- Reich die Amnestie für politische Delikte auch auf die Länder ausgedehnt Hai. so ist das keine unitarische Rechtyaberei, sondern der einzig praktische Weg. Auch unter dem alten Regime ist 1913 eine Reichs' amneftie mit Wirkung für die Länder erlassen worden. Um aber alle Bedenken aus dem Wege zu räumen, wollen wir den verfassungsändernden Eharakter des Gesetzes betonen. Ich bin an sich kein Freund von Amnestien. Es darf nicht die Meinung austommen. als wäre in regelmäßigen Zeitabschnitten damit zu rechnen, daß die Gerichtsurteile durch Amnestien weggewischt werden. Wir wollen jetzt mit der Amnestie vorgehen, weil wir einen Schlußstrich ziehen wollen unter die Zeit der Erregung und Erbitterung. Die politische Beruhigung ist jefct so weit gediehen, und das Staatsgefüge tst so gefestigt, dah wir neue erfolgreiche Auflehnungen gegen die Republik nicht mehr zu befürchtern haben. Abg. Dr. E v e r l i n g (Dn.) bedauert, dah die Amneftie nicht weitergegangen sei, vor allem in der Amnestierung der sog. Fememörder, die tatsächlich aus idealen Motiven gehandelt hätten und dann im Stich gelassen worden seien. Der Redner begründet eine Entschlichung, die die Länder auf- fordert, für diese Fälle oollen Straferlaß oder wenigstens Umwandlung in Festungshaft zu gewähren. (Ein weiterer deutschnationalcr Antrag will die Einstellung des Verfahrens auch für solche Straftaten erreichen, die bis zum 1. April d.I. begangen worden sind. Abg. G e s ch k e (Rom.) richtet heftige Angriffe gegen die Sozialdemokraten und bezeichnet die Vorlage als unzureichend. Don den Sozialdemo- traten wird ihm wicderholl zugerufen: „Wollt ihr denn die Vorlage ablehnen?" Die Erregung der Sozialdemokraten steigert sich bei den weiteren Angriffen des Redners. Mil lautem Gelächter wird von den Sozialdemokraten die Schlußerklärung des Abgeordneten Geschke ausgenommen, daß die Kommunisten dem Entwurf zu stimmen würden Aog. Dit t mann (6.): Wir hol en nach schweren Bedenken den vorliegenden Entwurf unterschrieben. Wir rechneten damit, daß wir trotz unserer Unterschrift von den Kommunisten beschimpft werden würden' daß die Beschimpfung einen derartigen Grad erreichen würde wie eS jetzt beim Auftreten des 2lbgeordneten Geschke erlebten, haben wir nicht erwartet. Die Sozialdemokratie betrachtet die Amnestie- frage jedoch nicht alS Parteifrage. Die schmähenden Urteile, die der Abg. Geschke über daS Gesetz abgegeben hat, finden ihre treffendste Widerlegung in der Tatsache, dah die Äonununiften selbst dem Gesetz zustimmen wollen. Die Sozialdemo- fratie wird deshalb trotzdem chre Unterschrift nicht zurückziehen. Abg. Dr. Weg mann (Z.1 erklärt: Das Zetr- trum habe die schwersten Bedenken gegen sich wiederholende Amnestien. Nur die Tatsache, daß durch die Agitation großer Parteien rechts und links für eine Amnestie große Hoffnungen bei den politischen Gefangenen und ihren Angehörigen erweckt wurden, veranlasse daS Zentrum, diesmal noch diese Bedenken zurückzustellen. DaS Zentrum lasse aber keinen Zweisel Daran, daß diese Amnestie die letzte sein m^ffe, wenn nicht die deutsche Rechtspflege unb die deutsche Republik den schwersten Schaden erleiden soll. Nach Ablehnung aller Aenderungsanträge wird hierauf die Vorlage gegen die Bayerische Voltspartei und die Deutsch-a)anoveraner angenommen. Präsident Lobe stellt fest, daß die für oerfafsungs- ändernde Gesetze erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht fei. Angenommen wird mit großer Mehrheit die Ausschuhentschließung, die den Ländern die Beanabigung bei Notstaiidsdelilten empfiehl. Die Entschließung der Deutschnationalen, die den Ländern weitergehende Strafmilderung für die f»genannten Fememörder empfiehlt, wird ab» gelehnt. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Der Präsident erhält die Ermächtiaung, den Zeitpunkt der nächsten Sitzung selbst zu bestimmen Der Reichstag wird voraussichtlich am 10. November wieder zusammentreten. Oie Verfaffungs- unb Verwaltungsreform. Beschlüsse deS Reichskabinett^ Eigener Drahtbettcht des ..Gießener Anzeigers'. Berlin, 13. Juli. DaS Reichskabinett befaßte sich in eingehetrber Aussprache mit der Verfassung-- unb Derwaltungs- r e f o r m. Aus ber Grundlage der Beschlüsse ber Länderkonferenz bestimmte bie ReichSrc,ie- rung den Reichsminister des Innern als diejenige Stelle, die zur Herbeiführung von Vereinbarungen über daS Aufgehen kleinerer Länder In Nachbarländer sowie für bie Auflösung von Enklaven unb Exklaven in enger Fühlungnahme mit den Ländern anregend vermittelnd und auf Anruf der Beteiligten alS SchiedSinstanz zustän- d i g fein soll. Da die Berichte der vom Der- fassungsreformausschuh der Länderkonferenz bestellten Berichterstatter bereits vorliegen bzw. demnächst eingehen werden, hat die Reichsregierung die Einberufung dieses Ausschusses für etwa Ende September d. 3. in Aussicht genommen. Die Beratungen des Kabinetts erstreckten sich sodann auf eine Anzahl damit zusammenhängender Einzelfragen, und auch hver kam daS Äabiixett zu ber einmütigen Auffassung von der Notwendigkeit der Förde-' rung der Reichsreform. Der Antrag Mecklenburg. daS Reich solle die Justizverwaltung des Lande- übernehmen, stößt zunächst bekarmtlich auf durch tapfere Russen in selbstlosem, hartem Ringen mit den furchtbaren Elementen nordischer Eiswelt dem Leben wieder gegeben, naefcbem fast keine Hoffnung auf Rettung mehr geblieben war. Aber Malmgreen ist tot, und verschollen bleibt Amundsen. der nicht einen Augenblick gezögert hatte, zur Rettung des Mannes alles eiTrzusetzen, der nach ber Fahrt ber .Norge" ihn mit Schmähungen und Beleidigungen überhäuft hatte. Äkan hätte wohl erwarten dürfen, daß bas offizielle Rom. um eine letzte Spur von Prestige zu wahren, mtt aller Entfchiebenheit von ihrem jämmerlichen Fliegergeneral abgerückt wäre ober ihn zuminbest energisch zur Rechenschaft gezogen hätte. Aber dort hat man anbered zu tun.^Wäh- renb bie skandinavischen Nationen in Trauer um ihre Toten bas Haupt verhüllen, begehen die faschistischen Legionen in bet alten beulschen Stabt Bozen eine Siegesfeier eigener Art. Der Weltkrieg hat den italienischen Armeen sowenig wie bie Einigungsfelbzüge bes vergangenen Iahrhurrderts erlaubt. Sieges Palmen an ihre Fahnen zu Hestern Ein merkwürdiger Unstern waltete nackchalttg über den italienischen Waffen: aber nicht minder merkwürdig sind die reichen Erträgnisse, die das junge Italien von der Lombardei. Denekien unb Rom angefangen bis zu Tirol. Görz unb Triest den Waffenerfolgen Derbünbeter Heere ober einer günstigen politischen Konstellation trotz hartnäckiger eigener Niederlagen verdankt. So gab es einen Sieg römischer Waffen auch diesmal nicht zu feiern, wenn man auch glaubte, die Welt durch ausreichenden Tamtam darüber täuschen zu tonnen. Die Den!- malsweihe in Bozen hat aber für uns Deutsche eine sehr andere Bedeutung. Sie soll ein Symbol sein für den Sieg des Faschismus über deutsches Volkstum in Südtirol, die leuchtende Marke zu einem Abschnitt italienischer Entbeutschungs- poltttt in Südtirol, ein Gehlerhul, den wellche Staatsmacht im Lande Andreas Hofers aufrichtet, ein Zeichen der Schmach und Erniedrigung, einem Volke auf gebrannt, das nichts anderes will, als seine deutsche Kultur, seine deutsche Sprache, seine deutsche Frömmigkeit erhalten, darum allerdings auch bis zum letzten Atemzug zu kämpfen unb — was vielleicht mehr heißen will — zu leiden bereit ist. Und das m einem Augenblick, wo die römische Politik offenbar Anstalten macht, in bessere Be- riehungen zu Oesterreich und dem Himer ihm stehen- cen Deutschland zu kommen. Oder wie sind sonst die Botschaften aufzusasien, die zwischen Rom und Wien soeben ausgetauscht (mb? Die Deffentlidjleit hat zwar erstaunlicherweise durch die italienische Nachrichtenagentur nur in den Teil des Schriftwechsels Einsicht bekommen, der von den Zusicherungen ^Oesterreichs zur Bereinigung der Südtiroler Frage handell, während sich beide Teile über die italienischen Gegenleistungen beharrlich aus- schweigen. Auch die venraulichen Erklärungen des Bundeskanzlers Seipel im Nationalrat scheine« mcht genügt zu haben, über diesen wunden Punkt volle Marheit zu schassen. Kein Wunder also, daß namentlich in Innsbruck, aber auch im übrigen Oesterreich und selbst bei uns im Reich die Wogen des Erstaunens, ja der Empörung hochgehen, daß man sich übers Ohr gehauen fühlt und vom Äa- nossagana des Bundeskanzlers spricht, den das Volk Oestereichs und Tirols nicht mttzumachen ge- willt sei. Die Undurchsichtiakeit der gegenwärtigen Situation macht eine Stellungnahme sehr schwer. Nur soviel sei gesagt, daß jede einseitige Dchand- lung der Tiroler Frage als „innerpolitische Ange- lcgenheit Italiens" unmöglich zu der Entspannung der bis zur Siedehitze geladenen Atmosphäre führen kann. Die wirkungsvolle Kundgebung des Tiroler Volkes am Berge Isel als lauter Protest gegen die Bozener „Siegesfeier" und die Welle der (Empörung, die der Notenaustausch in ganz Oesterreich ausgelöst hat und die sogar den Bundeskanzler sottzuschwemmen droht, sollte dev römischen Machthabern doch eine Warnung sein, den Bogen nicht zu überspannen.^ Die größte Hochachtung vor dem bewunderungswürdigen Werk der Sanierung von Volk und Staat, das Italien seinem Mussolini zu danken hat, darf nicht hindern, laut und entschieden auszusprechen, daß weder der Nordvolslug Nobiles noch die Behandlung des Tiroler Problems geeignet sind, dem faszistischen Italien neue Sympathien zu erwerben oder alte zu erhalten. tte??/3Juh #z<£ 7* atentfs VM in WW btn M Linde bei 'M deren ' btt Sir viele ü Heimlv, und fi lag. 2 Lande mb 6h unb Ach 4i W lutttt ' Mit IV Deihlii 25 bis Sömi|<4 Tomate barber 55 bis i 20 big < 90, Hün kttwii « bis sc bis 10, 20, 2 WMl 15 22*41» ■.Sy ® ■$& Jin »nippe 7id di' Nr Sc Last l< J*“® ein -D der Ki Gericht barntrt Schv Dank, ihren < triefe. ; im Tai Nadel &f* I «W L-triVi e-jk$h fr 2en| Litern Id M r®rt da it rin ®' hntbenb 1 W ih s * ^d«m §ev>, K U' f* ^ri-vo« n.fi/n tln « Tiere Linde Ä Arsten ri iu inerlr der Dnl Dänin, das le« Honig Vinnne' und 'N -V^D frit Vi ft-. J5®rtH 8-45 Qi - ®d versa mi m ßWW oftoriai — X F° Mfcr “ Lier Rettung der Aleffandn'-Gruppe verständlich jederzeit zur Verfügung. ®o hen dahiaa, unter der Qlutorität der Pekinger Regierung sich eine gewisse Autonomie in der Mandschurei zu sichern. Bundeskanzler Geipel Der Notenaustausch mit Rom. ganzen Schriftwechsels aufoaut, deshalb zumindest verfrüht, weil in keiner Weis« eine Aenderung des Standpunktes sowohl der Regierung als auch der Tiroler Abgeordneten gegenüber ihrer früheren, sehr eindeutig eicklärte-n Stellungnahme erfolgt Ift. Die. Xiroler Abgeordneten und die Mehrheit, die am 23. Februar d. 3. den Mut zur öffent- sichen Rede hatten, haben jetzt auch den viel »-schwierigeren Wut zur vorläufig schweigenden Verantwortung im Interesse der Sache. Sie stehen der Tiroler Wählerschaft selbst- Wien, 13. Iuli. ($11.) Die kursierenden rüchte, die von Rücktrittsabsichien des Bundes- knnzlers Seipel wissen wollen, dürften, wie in politischen Kreisen verlautet, darauf zurück- zusühren fein, daß am Donnerstag in einzelnen Wiener Zeitungen unb politischen Kreisen davon gesprochen wurde, Dr. Seipel würde naturgemäß den Srfctlg oder Richterfolg seiner Verhandlungen mit Mussolini als persönlichen Erfolg oder Mlh- erfolg ouffassen unb gegebenenfalls die Folgerungen daraus ziehen. Die Stimmen sind zunächst als Demisstonsdrvhung aufzufassen. SS ist insbesondere in Tirol aber auch anderwärts erkehrsesellfchaft „Iberia" von der Deutschen Lufthansa gechatterr« Dornier-Wal-Flugboot .Lübeck" hat in ben lagen vom 7. bis 11.Juli die geplanten örtlichen Rund- und Erkundungsflüge auf den Kanarischen Inseln durchgeführt. Das Flugboot ist daraufhin gestern von Las Palmas nach Cadiz ac- stattet, wo es nach einer Zwischenlandung in Cosa- binnen nbenbs landete, der Flug wurde in rund elf Stunden gegenüber 48 Stunden Dampferfahrt zurückgelegt. Ein Opfer ber Berge. Der Bezirksamtmann Dr. Wilhelm Johannes aus München stürzte auf der großen Bischofsmütze beim Filzmaß in der Randschlucht ab und blieb tot liegen. Die Leiche konnte geborgen werden. Konnersreuth. In ben ekstatischen Visionen ber Theres« Reumann ist insofern eine Erweiterung eingetreten, als sich nunmehr bie Fähigkeit ihre- hellseherischen Vermögens nicht nur auf Ehristi- Begebenheiten, sondern in letzter Zeit auch häufig auf foldje aus bem Leben ber „Heiligen" erstreckt. Das Eintreffen bes päpstlichen Segens wurde von ihr schon längere Zeit vorauSgesagt. Die Blutungen der Stigmata in ben Freitag- Ekstasen haben, wie an Ostern von ihr voraus- gesagt wurde, am Herz-Iesuf«st wieder begonnen. Der Kuß als Zeichen sozialer Zersetzung. Es ist fein Produkt eines von ber HundstagS- hihe weichgeglühten Gehirns, sondern nach einer Meldung aus Moskau Wirklichkeit, daß die Or- ganifatton ber Iungkommunisten im Gouvernement Saratow ihre Genossen zum Kampf gegen das Küssen auffordert. Sie begründen ihr« 3ni- tiative damit, „daß der Kuh ein trauriges, attstv- krattsches ileberbleibfel des alten Regimes unb ein ZÄchen sozialer Zersetzung und infolgcbeffen eine Widerwärtigkeit für die klassenbewußten Arbeiter und Bauern sei". GS ist nicht anzunehmen, dah sich die deutschen Parteigänger ihren russischen Genossen anschließen werden. Sie werden sich mit uns allen ber österreichischen Auffassung anschließen, bi« ba singt: „Küssen ist keine Sünd..." Oie Wetterlage. Gwofienios snenn. 0mre Dtdettt • *»**'£• offlten • * Schnee otreuoein. ■ ntoei X0#wffzr^Q)wii'41tine«O' X* leichter Osi d ulsver' SOdsefle'est q MOrencne» -ardwe* Sie Piene nieoQ?m U ,in btn Iflnfl. ^Äunb. «n Ranari. ’a* Slugboot jst "xchrÄ«. andung In to fl, wurde in rmi Dmpschjn ' m Johann», w Lischofrinützr ab und blikb tot otrbtn. Ifrmlt vtoeitcnmg ein* Wgfclt ihre« ur auf Shristi. M aud) häuhg Eiligen“ tt- Archen Stoen« li vvrau-geiasL ru den Frrilaa* von ihr Vorort- tötetet tegmtr. n 3er|t(juni. i ter Hundstogt* mtern nach tintt teil, daß dir Or* m im Vouvemf um Äambf gegen timten ihre Jni- kraimM drifte»* m Aegimes und mö infotgcteflen mbevuhkn 2r* M m-Mchmm, ngcr item tu"i' -den. Sie werten lischrn LlssassMg Äülfen lt Um ge. d eitet® ?j^ten b» W g von Jxm- ? werde" lug-L'L L-Z w . «sei* Zettel- AostU s,&<“ HkSe >'-Äx «°-'F [i: morflen Aus der Provinziashaupistadi. Sieben, den 14. 3ult 1928. 3m Schatten der Linde. Denn wir im Schatten aller Bäume geruhsame Bost halten, dann tft et gut äu lauschen wenn da« Blattwerk, von leisem Wind bewert, raunt und rauscht. Der Wandel der Zeilen ist H, von dem die alten (Bäumt dem kleinen Aachwuchs ringsum erzählen, und vieles ist dabei, von dem sie einst in ihrer Kindheit hörten. Lassen wir uns von Merlin, der die Sprache der Tiere und Bäume cerftand. zu einer alten Linde führen. Unter den weitausladenden dichten Tieften ist von der Heiden Mittagssonne nichts zu merken, wie Träume liegt eS in dem Wipfel, der Duft der Lindenblüte umwebt den ganzen Baum, und wie ein leises Schlummerlied tönt da- feine (Mumme der Bienen, die fleißig den Honig aus den Blüten holen. Tin glihernder, flimmernder Schleier liegt über der Landschaft und macht da- Auge müd eine Art leichter 7 täubung macht sich geltend — auZ Wirklich, leit wird Traum. Und alte Zeiten werden Kreis ernster Männer umschließt eine Truppe anderer, der Richter. ein Angeklagter und die Kläger. Derrat an dem heiligen Gesetz der Sippe ist H. den man dem Beklagten zur Last legt und da- Todesurteil ist ihm gewiß. Hart schlagen die Schwerter an die Schilde, und ein Beisausgemurmel geht durch die Beiden der Krieger . . Unter einer Linde wurde diele Gerichtssitzung abgehalten, und Femelinde heißt darnach der Daum — Schwatzend sitzen die Dorfältesten auf der Bank die nngs um die Dvrflinde geht, welche ihren' Platz auf dem Anger, der groben Spielwiese hat. Und jubelnd und jauchzend springt im Tanz die Jugend, schwingt der Bursch fein mabeL Des Leben- Freuden. deS Lebens Sorgen, sie wurden von den Dörflern zur alten uinde getragen. — — — Längst ist das Mittagsdämmern vorüber, die lastende Sonnenglut gewichen, und dankbar schaut tat mache Auge zur Baumkrone der alten lieben ötnbe. Die ganz blütenübersäte Krone hält sie den Menschenkindern hin: „Tle&mt in meinen Blättern nnd Blüten liegt Heilkraft. Siehst du das Fieberkranke Kind, ein Tee meiner Blüten nimmt da« Fieber." An kalten Winterabenden Ist ein GlaS Lindenblütentee mit Bum ein ge- kündend wirkende« Bluterwärmungsmitlel. doch schätzt ihn als tägliche- Getränk so eigentlich rrchv.a nur der deutsche Landbewohner 3n Frankreich ist es dagegen allgemein Sitte, dab lelbft in den besten Hotel- neben dem üblichen schwarzen oder grünen Dee Lindenblütentee für ten Gast zu haben ist. Linden. — — Der Großstädter kennt kaum ta« Blattwerk, weiß ihn kaum von einem ankeren Baum zu unterscheiden. . . Lebendig lebt fte Linde aber im Herzen aller durch unendlich viele Lieder, aus denen sehnsüchtig weich ein Heimweh klingt nach freiem Anger, 3ugendlust imb friedlichem Schatten nach lebensvollem Tag. Wer aber In der Kleinstadt und auf dem Lande lebt und noch vertraut ist mit Daum »md Strauch, der wird der Linde die Liebe und Achtung geben, die sie verdient K. K. viic&cncr ^ochcnmarttprcisc. Ts kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 30 biS 35, «äse (10 Stück) 60 bi- 140. Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 15 bi- 20. Botkraut 30. gelbe Büben 25 bi- 35, rote Büben 10 bis 15, Spinat 15, Bömifchkohl 15, Bohnen 70. Erbsen 25 bl« 30. Tomaten 50 bi- 100, Zwiebeln 17 bi- 20. Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 6 bis 6b, Kirschen V bi« 60, Heidelbeeren 40 bi« 50, Stachelbeeren 20 bi« 30, Johannisbeeren 30. Erdbeeren 50 bis 30, Himbeeren 70. junge Hähne 100 bi« 120, Suppenhühner 100 bis 120 das Pfunde Tauben 80 bis 90. Gier 13. Blumenkohl 20 bis 80. Salat 5 bis 10. Salatgurken 35 biS 60. Oberkohlrabi 5 bis 20. Rettich 10 bis 30 da« Stuck. Radieschen 40 bis 15 Pfennig da- Bund. Vornotizcn. — Tageskalender für Samstag. Stutschnattonaler Handlungsgehilfen • Verband: MO ubr im Ortsgruppenheim, Monatsverfamm- »na. — Reichskurzschriftgcsellschaft „(Babelsberger": 130 Uhr, Restaurant „Zum Philosophenwald", -5amUlenabenbL. — Lhem. Kardedragoner 23: 1.46 Ubr Im Restaurant „Lamm", Versammlung. — ®. L.. 9 Ubr, Hotel „Hopfeld", Mitglieder» eerfammlung. — Attillcriften-Vercin: 8.30 Uhr im -Schützenhau»", Zusammenkunft mit Damen. — Etchtspielhau», Vahnhofstraße: .Liebelei". — Uftoria-Lichtspiele: „Eddy Polo". — Tageskalender für Sonntag. Reit* mb Fahr-Wettbewerb in (Liehen, nachm. 2 Uhr |uf der Hardt. — Meisterschaft von Deutschland im tzer-Rasen*Radball, nachm. 4 Uhr. Sportplatz 1900. — Vienenzüchterverein Gießen und Umgegend: Versammlung, 3 Uhr, bei Ära ft Frankfurter Straße. — 143er: Zusammenkunft in Wetzlar, Restauration „Zur Stadt Wetzlar", nachm. 3 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebelei". — Aswria-Lichtfpiele: „Eddy Polo". •• Personalien. Ernannt wurden der AmtsgcrichtSrat bei dem Amtsgericht in Gießen Gustav Knauh unter Belastung in der Stelle eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht in Gießen »um Canbgeridjtsrat bei dem L'anbgcricM der Provinz Ober Hessen: der Schulamtsanwärter Artur S ch w i ck e r t au- K.ein-Steinheim, KreiS Offenbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Rieder-Mörlen. Kreis Friedberg, mit Wirkung vom Tag« de« Dienstantritts, der SchulomtS- anwärter Ernst Ludwig H ö r r aus Haufen. KreiS Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Gießen, mit Wirkung vom Tage drS Dienstantritt-; der Schulaintsanwärter Arthur Mahn au- Wen- delSheim. KreiS Al^eh. zum Lehrer an der Volksschule zu Michelau, KreiS Büdingen, der Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Hirsch^rrn Richard L o t h zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Laubach, mit Wirkung vom 1. August d. 3. ab; der Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Rtdda Wilhelm Reuter zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Hirschhorn, mit Wirkung vom 1. August d. 3. ab. der Lehrer Fr art- Demi zu Gießen, mit Wirkung vorn Tage deS Dienstantritt-, zum hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer an der Fortbildungsschule daselbst; der Lehrer Richard Ulrich zu Schotten zum Rektor an der Volksschule daselbst, mit Wirkung de- Dienstantritts; der Lehrer Heinrich Holzapfel zu Rudingshain, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Ober- Wegfurth, KreiS Lauterbach, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritt-. — 3n den Ruhestand versetzt wurden: der Arbeitsinfpektor bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Otto Georg auf Rachsuchen mit Wirkung von 1. Rovember 1928 ab; auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten der Rektor Heinrich Fenchel an der Volksschule zu Rieder-Florstadt Kreis Friedberg. — Herr George Seibel, unser deutsch- amerikanischer Gast, über dessen Ankunft in Gießen wir am Donnerstag berichteten, war am gestrigen Freitagnachmittag einer Einladung der Gießener Studentenhilfe zur Inaugenscheinnahme ihrer Einrichtungen gefolgt 3m Egerheim auf der Schönen Aussicht begrüßte der Vater des studentischen HilsSwerks. Professor Dr. Eger, Herrn Seibel und eine Reihe weiterer Gäste, darunter auch den in Vertretung Seiner Magnifizenz erschienenen Herrn Exrektor und gab ein anschauliches Bild von dem kulturpolitischen und sozialen Ziel, das die Studentenhilfe mit ihrem glänzend durchorganisierten und in allen seinen vielen Verästelungen, den Besonderheiten und Erfordernissen des akademischen Lebens sorgfältig angepaßten Werk erfolgreich zu erreichen bestrebt ist. ein Ziel, dem auch die geplante Errichtung eine« neuen, den vermehrten Aufgaben besser gerecht werdenden Studenten- hauseS dienen soll. Der Gast sprach in seiner Erwiderung von dem großen Fortschritt, den Deutschland seit seinem letzten Hiersein gemacht und den er vor allem darin sehe, daß daS deutsche Volk ohne Rücksicht auf Stimmungen und Gefühle anderer wieder feinen eigenen Weg zu gehen beginne. Amerika habe wohl noch niemals fo große Sympathie für Deutschland empfunden. Sr hoffe, daß sich die« Gefühl der Freundschaft und Verbundenheit auch in einem regeren Besuch der deutschen Universitäten, speziell Gießen-, durch amerikanische Studenten äußern werde. Rach einer weiteren Begrüßung des Gaste«, der bekanntlich Präsident deS Deutsch-amerikanischen Turnerbundes ist, durch den Vorsitzenden der Gießener Turnerschast. Alni- versitätsoberinspektor Erle, sand eine eingehende Besichtigung der vielfältigen Anlagen der Studentenhilfe statt, die bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. •* Kein Gastspielvon Augufte Prasch» Grevensberg. Wie uns aus dem Stadttheaterbureau mitgeteilt wird, kann die für kommenden Dienstag angckündigte Aufführung im Stadttheater n i ch t ftottfindcn. Das Theater bleibt am Dienstag geschloffen. * Straßensperrung Dom Oberhesfifchen Audomobil-Elub E. D. (A. v. D.). Gießen, wird unS folgende Straßensperrung mitgeteilt: Abzweigung nach der Kalbsburg bis Abzweigung nach Wildungen vor Fritzlar im Zuge der Straße Gießen—Marburg—Kassel für alle FahrzeugebiS 24. Juli, Umleitung über Kleinenglis—Uden- born—Zennern. * Die Museen sind am Sonntag bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. •• Oberheffischer Kun ft verein. Die Albrech-Dürer-Gedächtnis-Ausstellung ist morgen Sonntag, von 11 bis 1 Uhr, zum letztenmal geöffnet. •• Von der Straß enbahn. Anläßlich des morgigen SonderzugeS an den Rhein wird vormittags 6 Uhr ab Siechenanstalt etn Straßenbahnwagen zum Bahnhof verkehren. *• Don der Lahn. Heutige Dasterwärme der Lahn 23 Orab Eelstus. •• Sin Schüler in derLohn ertrunken. Gestern vormittag gegen elf Uhr ereignete sich, wie in einem Teil unserer gestrigen Auflage schon gemeldet, im g r e i b a d in der Lahn ein schwerer Unglücksfall, dem bedauerlicherweise ein Schul- kind zum D p f e fiel Dort war eine Kloße der Goetheschule unter Führung des Lehrers zum Vaden erschienen. Der 12 Jahre alte Schüler Han» Fuchs, in der Sonnenstraße wohnhaft, soll sich dabei, obwohl er des Schwimmens nicht recht kundig war, von der Nichtfchwimmerabteilun^ in das tiefere Master begeben haben, das nur für Schwimmer bestimmt ist. Do» bedauernswerte ftinb v e r f a n k h i e r vor den Augen der Schüler und des Lehrers in der Flut Aus der benachbarten Badeanstalt herbeigerufene Schwimmer tauchten nach dem Kleinen, sie konnten ihn aber erst nach Verlauf von etwa zehn Minuten finden und an Land bringen. Anhaltende Wiederbelebungsversuche, an denen sich u. a. auch ein Arzt und geschulte Leute der Feuerwache beteiligten, vermochten den armen Knaben nicht mehr zum Leben zurückzurufen. •• Tödlicher UnglückSs all eine« Bergmannes Gestern nachmittag, kurz vor 2 Uhr. verunglückte der 49 Jahre alte Bergmann Wilhelm Alk> ach au« Grüningen in dem Gießener Braunstcinbergwerk Dorrn. Fernie tödlich. Der bedauernswerte Mann stürzte etwa 17 Meter tief in den Förderschacht ab und schlug auf einen gerade emporkvmmenden leeren För- derkorb auf. Der Sturz war fo unglücklich, daß Albach daS Rückgrat und das Genick brach, wodurch der Tod auf der Stelle eintrat. Der fo jäh auS dem Leben gerissene Mann hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Rach den bisher festgestellten Umständen zu schließen dürste der tragische Unglückssall wohl aus Selbstverschulden, allerdings unter Einwirkung der großen Hitze, zu- rückzusühren sein. Die Leiche wurde nach Feststellung des Sachverhalts zur Bestattung frei- gegeben. •• DaS 5. Abvnnementskonzert unserer Militärkapelle unter Leitung des ObermusikmeisterS L ö b e r hatte am Donnerstagabend auf der ^Liebigshöhe" ein außerordentlich zahlreiches Publikum zusammengeß hrt. Wenn auch das wunderbare Sommerwetter zu dem starken Besuche mit beigetrogen haben mag. so war diese eindrucksvolle Bekundung deS hohen Interesses an den Leistungen unserer Militärkapelle aber doch wohl auf deren bisherige vortrefflichen Darbietungen und dann besonders auf die Im Donnerstagkvnzert gebotene Mitwirkung des Posaunenvirtuosen Alfred Günther vom Hessischen Landestheater in Darmstadt zurückzuführen. Untere Militürmusiker unter der schneidigen Stabführung deS ObermusikmeisterS L ö be r boten wieder eine solche Fülle ausgezeichneter musikalischer Unterhaltung, daß es schwer ist, auS der Reichhaltigkeit und dem hohen Riveau dieser Musik noch besondere Spitzenvunkte herauszuheben. Daß sämtliche Vorträge oer Kapelle wiederum stürmischen ‘Beifall fanben und Anlaß boten zu zahlreichen gern gegebenen Zugaben, versteht sich natürlich von selbst. Einen sehr feinen Kunstgenuß bot Herr Günther seiner großen Zuhörerschast. Gs ist schlechthin bewundernswert, wie dieser hochbegabte Musikus und feinfühlige Instrumentaltechniker feine Posaune beherrscht. Selbst die schwierigsten Teile der zum Vortrag gebrachten Kompositionen wurden mit einer Eleganz und Reinheit des Tones, dabei aber mit so starkem künstlerischen Empfinden wiedergeaeben, daß man sagen muß: hier waltete ein hochbegabter Künstler und feinfühlender Mensch seines schönen AmteS, Mittler und Künder starken geistigen Erlebens zu fein. Daß auch diese Vorträge anhaltenden stürmischen Beifall fanden und dem Künstler Veranlassung boten, seine Zuhörer mit einer weiteren Darbietung zu beschenken, sei hier ebenfalls als Selbstverständlichkeit registriert. Hoffentlich läßt es sich ermöglichen, daß Herr Günther bald wieder in unserer Stadt alS Interpret wertvoller Kompositionen auf dem Podium erfcheint. •• Der Zirkus Krone, ein weltbekanntes Unternehmen auf dem Gebiete der zirzensischen Kunst, gastiert vom 17. bis 20. Juli zu einem Zirkus- gastspiel in unserer Stadt. Die Eröffnungsvorstellung ist auf Dienstag abend festgesetzt. Das Unternehmen genießt von jeher einen sehr guten Ruf und kann auch aus der neuesten Zeit viele glänzende Erfolge seiner Gastspiele in großen deutschen Städten auf- weisen. Der nächste Frankfurter Pserde- markt findet am 16. Juli statt. Aus diesen Märkten stehen durchschnittlich etwa 700 bi- 800 Pferde zum Verkauf, und es bietet sich hierbei immer günstige Gelegenheit, Arbeitspferde zu verkaufen und zu vertauschen. Schlachtpserde werden auch stets aefucht und in größerer Zahl zum Verkauf gebracht. 3ntereffenten feien auf die heutige Anzeige aufmerffam gemacht. Todesurteil gegen einen Muttermörder. Lpd. Limburg, 14. Juli. Der IS1.,]ädrige Anton Horn au« Riederzeuzbeim bei Limburg, der am 14. März feine Bluttcrlm Stall beim Melken mit einem Beil tötete um in den Besitz einer geringen Summe zu kommen, die er zur Anschaffung von Radioettaytcilen benötigte, wurde gestern ?om hiesigen Schwurgericht wegen vorsätzlichen und überlegten MordeS zum Tode und den üblichen Rebenstrafen verurteilt. Ein Bild grcmenlofer menschlicher Verirrung bot triefe Verhandlung, an deren Beginn der Mörder zunächst fein schriftliches Geständnis vom 22. März in nüchterner Sachlichkeit wiederholt«. Horn hat eine gute Erziehung genossen, doch wurde er seiner Mutter frühzeitig durch gelegentliche strenge Züchtigung entfremdet, obtootf er auch zugeben mußte daß feine Mutter eS gut mit ihm meinte. Das Gericht stellte fest, daß er schon mehrere Tage vor dem Morde den Entschluß gefaßt hatte, feine Mutter au« dem Weg« .yu räumen, fall- sie ihm die Mitt«! zur Anschaffung von Radioerfatzteilen nicht geben würde. Bei der allgemeinen Verwirrung über den Tod der Mutter glaubte er. sich die gewünschten Mittel verschaffen zu können. DaS Geständnis des MuttermörderS überraschte ob ,einer grauenvollen und brutalen Rüchtemheil. Die Zeugen schilderten die Ermordete alS eine ehrenwert«, fleißige Frau. Der als Sachverständiger vernommene Prosefsor Dr. 3 a hr mär ke r-Mar- burg erklärte in einem Gutachten den Angeklagten als geistig durchaus normal und alS voll verantwortlich für die Tat. DaS Plädoyer des Staatsanwalts erklärte vorsätzlichen und überlegten Mord für gegeben. der Vertreter der Anklage beantragte Daher die Todesstrafe. Der Offizialverteidiger des Angeklagten. Geheimer Iuftiz- rat Raht, vermochte bet der Sachlage feine wesentlichen GntlastungSmomente vorzubringen, da sich die Schwere der Tat kaum abschwüchen ließ. Gegen 71/, Uhr verkündete der Vorsitzende den oben berichteten älrtellfpruch. Rundfunkprogramm. Sonnlag, 15. 3uli. 8 biS 9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet von der 2. Methodisten-Gemeinde. — 11 bis 11.30: Die Elternstunde. — 12 biS 13: Literarisch-musikalische Mittagsstunde. — 14: Von Hamburg: Funfbeinzelmann-Gingstunde. — 15 bi« 16: Vom Rürburgring (Köln): Rennen um den Großen Preis von Deutschland für Sportwagen. — 16 bis 17: Die Stunde der 3ugenö. — 17 biS 18: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18 biS 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Volkslieder der Heimat", Vortrag von Otto Gtückrath, Biebrich. — 19 bis 19.45: Führung durch den Zoo: ReptUienhauS. — 19.45 bis 20: Einführung in die nachfolgenden OpernauFührungen — 20: Von Baden-Baden: Kammeropern, 1. „Saul", in einem Akt, nach dem Drama von A. Lemel-Hvlenia, Musik von Hermann Reutter. 2. „Tuba Mi rum", eine heitere Anaelegenheit von Ernst Falkner. Musik von Gustav Kneip (Uraufführung). 3. „In zehn Minuten", Kammeroper in einem Akt, Tert und Musik von Waller Eronostah (Uraufführung), -t. „Der Held", Kammeroper in drei Bildern von Alexander Mossolow (Uraufführung). — Anschließend: Sportnachrichten. — Daraus bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 16. 3nIL 16.30 biS 17.45 Uhr: Konzert deS Rundsurck- orchesters: Sprelopem. — 17.45 biS 18.05: Die Lesestunde. — 18.30 bis 19: Funkhochschule: „Der Sinn der deutschen Geschichte in Meisterwerken der deutschen Geschichtswillenschaft: Leopold Ranke und seine preußische Geschichte", Vortrag von Professor Dr. G. Küntzel. - 19 biS 19.30: Stunde des Kulturkartells der modernen Ar- beiterbeweaung: „Bernhard Shaw al« Gesell- schaftSkritiker". Vortrag von Pros. Hillmann. — 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. — 19.45 biS 20.15: Englischer Sprachunterricht. — 20.15 biS 21.15: Konzert. — 21.15: Frankfurter Liebhaber-Dichtungen. — Anschließend: Schall- platten-Konzert, VlaS-Musik z—Was ist Togal?— Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minbertoerttge Mittel. Ueber 5000 Aerzte anerkennen die hervorragende Wirkung deS Togal. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken Mark 1.40. 0.46 Chln. 12Z Uth 74J Adil acet mL ad 100 AeyL . Kyffhäuser -Technikum Frankenhausen. Sd'Wb-n.SurhtromL AUL fclküttUHn. e. Hegtet*. Ingenieur- u. Wertem. - Abt fflr Maeeh - o Automobil bin. Lieber Sommermarkt (Prämienmarkt) Mo «lag, den 16. I»li 1928 »tebDieb-, Schweine- und flrämermartt, Lchafbockauttioa. Zum Markt zugelassen sind Tiere aut ».nverseuchten Gemeinden der Kreise ließen, Friedberg, Büdmgen und Schc>t- :?n. Die seuchenpolizeilicken Vorschriften nd zu beachten: Ursprungszeugnisse für Srzeuger, Nachweis der Quarantäne für Händler. Mit dem Martt ist eine Prämiicrusg Sir Hessische» Fleckvieh und Vogelsberger ^ieh verbunden. Hieran anschließend sindet die allseits Klanntc Versteigerung von Lammböcke« (Schafböcke) fatt Auftriebszeü von 7—8% Uhr Dormit- die Prämiierung beginnt um 9 Uhr. »achmittag© Umzug der prämiierte« vere, VoNsbelostigung, Konzert, lanj. Lich, den 12. Juli 14)28. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. 6620 D Holzversteigerung. Mittwoch, den 18. Zull 1928, vormittag« 8 Uhr, werden in den Salbungen der Gemeinde Mendorf a. d. Lumda nn Distrikt Tisenschade unb Zimmervlatz folgende holzsortimcnte versteigett: 2 Kiesernstümme 2 1 Fichtenstamm 1 17 Fichtenstämme 7 3 2 Kl. 1b - 0,35 Fstm. „ 2a - 1,28 „ la - 0,16 „ 1b - 0,40 „ 2a - 12,20 , 2b- 8,15 „ 3a - 3,75 „ 3b = 2,51 Fichtenderbstange mit 0,09 Fstm. Zusammenkunft im Distritt Lisenschade bei Stammholz Nr. 1246. Lllendorf a. d. 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Die Beerdigung findet Montag, den 16. Juli, nach- Wohnungs tausch. Geboten: 4-Zimmer- Wohnung mit Zubehör, nn Südwesten von Wetzlar. Gesucht: Gleiche oder grühereWohnungim Süden von Giehen. Schr. Ang. u. 05189 an den Gieh. AnA. Mädchen für Landwirtschaft, wegen Sterbesall,sofort gesucht. uw” Karl Kliuaelbvscr Ovvcnrod Pensionär aus Hamburg ikinderl.Ehevaar) sucht abgeschl.beschlagttsr. 2—S-Zim.-Wobn. m. all. Zubehör, evtl. geg. direkten Tausch gegen seine 4-Zim.-Wohn. in Hamburg. Offerten unter H. O. 3564 bef. Rudolf Mosse, Hambürg 1. [6604ss Lager mit Bureau elektr.Lichtu. Wasser, in der Viebiflftr. zu vermiet. Zu erfrag. 0^70 Bleichstr. 14. Schuhreparaturfabrik 5. Blum, Kirchenplatz 8 Znverl. saub. fungeS Mädchen tagsüber oder ganz gesucht. Goeibestrahe 31 I. Für 1. Oktober rotrd eine nur sehrg.möbl. 2—3-gimmer- wohnung gesucht. Nähe d. Kliniken bevorz. Schr. Ang. u.05207 a.d.G.A. Mbl.Zimmer zu vermieten. osiee Kavlausgasse 21. Junger, zuverlässig. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscbelden meines lieben Mannes, unseres Sohnes, Bruders und Schwagers, für die Kranzspenden, sowie dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe und der 1. Kompanie des 15. Inf.-Regts., sowie dem Musikkorps für das letzte Geleite sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. , __ Frau Elisabeth Hopp und Kind nebst Angehörigen. Adreßbuch ssää Siaichiau und Einwohner- und Geschciftsverzeichnissen von 7 Stadien und 74 Orisgemeinben mit etwa 100000 Einwohnern nebst wert«? 'fern Wirt- schafts-undkulturgeschichtlichenSonderabschnitt/preislOOieichümark Sberhessischer Adreßbuchverlag, Gießen, Schulstr. 7 Herren und Damen werden von einem leistungsfähigen Textil- unternehmen als 6628A möbl. Zimmer m.elekt.Licht z.verm. Kaiierallee 8v. uEiIimmer ieteklr. Licht, Auhen- eingang» mit voller Pension an Dauer- mieier 'Beamten ob. Beamtin) sof. z.verm LndaUgttratze 221. Möbl. Zimmer zu vermieten. 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Die Sowjetregierung selbst wird nicht glauben, daß sie die Wirkung erzielt hat, die sie mit seiner Aufmachung beabsichtigte 3m Verhältnis zu dem großen Apparat und der monatelang aufrechterhaltenen Agitation ist auch im Sinne der Wünsche der Sowjetregierung das Er- gebnis außerordentlich gering. Was ist nun eigentlich naa>gewiesen ? Don irgendeiner den Bestand des Sowjetregimes bedrohenden gegenrevolutionären Bewegung ist keine Rede Was an sog. gegen revolutionären Akten wirklich erwiesen ist, das ist im Verhältnis zu der Tatsache, daß die Sowjet- rrflieninq besteht, gleich Null. Der Prozeß war ein «elastui.gsmaiiover, sollte die Unzufriedenheit im Lande a d l e n ke n , indem die Stimmung gegen die log „Spezialisten", gegen Techniker und Ingenieure geruhtet und das Massengefuhl der ?lrbeiterschaft dagegen aufgepeitscht wurde. Die Massen haben so einen ßtegner vor Augen gestellt erhalten, der an- geblich vollständig erledigt ist. Wer unter diesen Arbeitern überhaupt etwas nach denkt, wird aber fragen, wie es möglich war, daß jahrelang diese sog „Sabotage" überhaupt gehn I b f t werden konnte. In der Liste der Angeklag- ten sielen verhältnismäßig viele Namen von Leuten auf, die früher Besitzer waren und nach der Cntcig nunfl als Beamte dem Sowjetstaat dienten. Hat man ha nicht entsprechend kontrollieren können? Konnte man von diesen Leuten verlangen, daß sie mit besonderer Begeisterung dem Sowjetregime in Bc trieben dienten, die man ihnen genommen hatte? Diejenigen, die etwas nachdenken, werden weiter iragen, inwiefern durch dieses Agitotionsvorgehen die mm einmal vorhandenen Schäden im Wirt- i ch a ft s s >) ft e m abgestellt fein sollen: Die Sowjet- rgienmg ist sonst so außerordentlich geschickt in der Regie. Glaubt sie, daß diese ermüdende, jeder Schlager und der Sensation entbehrende Prozeßaufmochung und Prozeßführung die gewünschte Wirkung auf die Gemüter haben wird? Selbst dem überzeugtesten Bolschewisten mußte die Berichterstattung über diese Prozeßverhandlungen einfach langweilig werden! Der Prozeß hat dafür Rußland, d. h. dem jetzigen Regime draußen nur geschadet. Daß es kein Rechtsstaat ist, daß keine Sicherheit des Rechtes existiert, hat der Prozeß dem Auslande wieder gezeigt. Es ist eine Klassenjustiz, die da betrieben worden ist, und wir wundern uns nur, wie bei uns der Kommunismus auf Abschaffung der Todesstrafe drängen kann, während drüben bei diesen verhältnismäßig geringen Verfehlungen die Todesstrafe ausgesprochen und sogar vollstreckt wird. Bei der Doll- streckung Hal sodann, wie bei dem ganzen Prozeß, die Sowjetregierung den gleichen Fehler begangen, nie seinerzeit bei den Massenerschießungen nach dem Abbruch der englisch-russischen Beziehungen. Das Ausland verträgt dergleichen einfach nicht mehr! I!nd die Sowjetreaicning ist doch auf die öffentliche Meinung dieses Auslandes angewiesen, mit dem sie Geschäfte machen und von dem sie Kapital borgen will. Dazu hat der Prozeß monatelang vor einer praktischen Tätigkeit der Innenpolitik abgehalten, die recht notwendig wäre. Man hat hier Spezialisten verurteilt, das ganze Problem der nicht- kominunistischen sachverständigen Mitarbeiter aufge- rührt, Unsicherheit und Unruhe in diese Kreise getragen, die Maßen darüber aber doch nicht beruhigt. Und man braucht diese nichtkommunisti- scheu Spezialisten: die Ausbildung in den kommunistischen Anstalten für den Ersatz reicht ja nicht im rntfernteften aus. Nun hatte der Prozeß noch eine besondere außenpolitische Seite darin, daß die Sowjetregierung, mit ihrer starren Tendenz dadurch Angst einzujagen, d i e Beziehungen zu Deutschland wirklich auf bas ernsteste auf» Spiel gesetzt hat. Schließlich hat Sie Regierung wie das Gericht auch begriffen, daß her eine äußerst gefährliche Hetze betrieben wurde, und der Ausgang ist in bezug auf die deut- ßhen Angeklagten wenigstens nicht so, daß ganz «rnfte Folgen für das deutsch-russische Verhältnis daraus erwuchsen. Aber gerade, wer jahrelang an Ser Notwendigkeit enger deutsch russischer Belebungen sestgehalten hat und auch heute noch daran l-'fthält, wird nachdrücklich fordern, daß dergleichen ffch nicht wiederhole. Eine zweite derartige Be liftungsprobe hält das deutsch-russische Verhältnis, iisonderheit da» Verhältnis der deutschen Wirtschaft rU Rußland, nicht aus. Man kann es der deutschen Wirtschaft und ihren einzelnen Gliedern nicht vcr Goethe kneipt nicht mehr. Von Gustav W. Eberlein (Vom). Mit gewaltigem Getöse, so habe ich gehört unb elsbald den 'Behebt an meine Zeitung weiter- «geben, ist die altberühmte O ftcrx a della Matena, wo Goethe feine Faustina fand, ein- gestürzt. Kaum war die histohsche Depesche fort, der "Botenjunge hat sie geschwenkt wie einen pleite gegangenen Divibenbenschein, verfiel ich in Mc- ancholie. Man bente. Goethe kann jetzt nicht mehr kneipen, rauchender Schutt verhüllt die Stätte, vv ein Göttlicher sterblich ward, sogar eine Leiche bat man herausgezogen. und das alles erfährt die Welt bereits ein paar Stunden später, nichts (inn man ihr mehr schonend beibringen. Die ganz anders damals, wie schön hatte es mein Kollege Wolfgang, der als Kriegsberichterstatter noch gußeiserne Dollkugeln aus bronzenen Kanonenrohren herausspazieren sah und als Journalist richt zu befürchten brauchte, die Konkurrenz werde vielleicht seinen Drahtdienst mit einem Funkdienst schlagen. Ach, der Herr Geheime Rat fktzte sich einfach malehsch hin. federkielte einen diplomatischen Bericht für Weimar, hübsch aus- gifeilt mit Rücksicht auf die Epigonen unb Literarhistoriker. faltete ihn kunstgerecht, setzte abwechselnb e-n Siegel und einen Decher Frascati, erhob sich gravitätisch, schellte dem Diener, sprach bedeut- s-ime Worte geradeaus und (bei sich) wohl- 'kandierte Verse. dann wurde das Ding nach allerhand feierlichen Prozeduren durch die Poft- krtsche auf genommen, so und mm... nun konnte fr auf ein paar Wochen zu seiner Faustina X-gen. Zwischen Brief und Antwort vergingen ba- nals Seligkeiten, heute kaum noch Stunden. Diesen Zeitunterschied hatten sie voraus, wvchen- denken, wenn sic sich dafür bedankt, Kredit und Lieferung an sich schon zu riskieren unb dabei Gefahr zu laufen, daß sowohl ihre Angestellten drüben als Verbrecher behandelt werden, wie, daß die deutsche Wirtschaft, die einzelnen Firmen, ohne jeden Beweis, auch ohne daß nur der versuch des Beweises gemacht wurde, vor aller Welt zielbewußter Unterstützung der gegenrevolutionären Bewegung an- geklagt werden. Wir wollen auch trotzdem die Beziehungen zu Rußland ruhig betrachten. Was in ihnen für uns wichtig und notroenbig ist, bleibt es nach wie vor. Aber die Frage, ob es Deutschland, seiner Wirtschaft und feiner Politik, möglich gemacht wird, auf so unsicherem JBoben überhaupt zu arbeiten. Wir stehen vor dec Frage, ob die an diesem Prozeß abgebrochenen deutsch russischen Wirtschaftsoerhand. l u n gen wieder ausgenommen werden sollen. Wir sind dafür, daß das geschieht, aber mit der Zurück- Haltung und auch mit der Klarheit über die deutschen Forderungen, die geboten ist. Wir müssen aus der Unsicherheit dieser Beziehungen heraus. Die deutsche Wirtschaft muß sich im Verhältnis zu Rußland f e st zusamm^nschließen trotz aller dem entgegen stehenden Schwierigkeiten, damit in diesem Verkehr der Geschlossenheit und Entschiedenheit auf der einen Seite auch auf der anderen Seite das gleiche gegenübersteht. Das ist Rußland nicht an- genehm, aber das muß es sich gefallen lassen, und das ist eine Forderung, die längst erfüllt sein müßte. Daß sie das bisher noch nicht ist, ist kein Ruhmesblatt für unsere Exportindustrie und unseren Exporthandel. Wir brauchen bann weiter eine Wiederaufnahme der Vertragsverhandlungen von Staat zu Staat. Was hierin erreicht ist, ist nicht genug, und der Prozeß hat gerade in dieser Beziehung die Unsicherheit tur Gknüoe behtonftrierL Rußland wird einsehen müssen, daß es das in feinem eigenen Zn- tereffe braucht. Wen hat es denn auf der weiten Welt überhaupt noch als Freund? In der Frage der Anerkennung durch andere Staaten ist seit langem eine Pause eingetreten Weder die politischen Verhandlungen, noch die Wirtschaftsbeziehungen und Krediterörterungen mit den anderen Staaten fentlang störte sie nichts in ihrer Ruhe, es war halt doch eine gute alte Zeit. Unb ich sinniere weiter, wie wohl bet Herr Minister unb Kammerpräsibent den Schlag im Ghetto ausgenommen hätten. Ha, bies rollenbe Auge! War es nicht gestern noch, baß bic Hexameter auf hohem Kothurn sich drängten heran an den fremden Apoll: Seib mir gegrüßt, ihr Schenken. Offenen, wie euch schicklich ber Römer benennt! Freundin, o wie wirb mir! Faustina. „bic auf dem hölzernen Blatt Kreise bot Feuchtigkeit zieht"! Wie. bas sollte jetzt nicht mehr fein?? Richt mehr in Liebe geantwortet auf nämlid'c Art? Kreis auf Kreis, so unterhielten wir uns. wurde boch Wort auf Wort, ein jedes Verheißung, daraus! Faustina —! Bitte, nicht im Lexikon nach- schlagen. Dort steht sicher nur von einer Mutter unb Tochter zu lesen, beide wegen ihrer freien Sitten bekannt. Lieber die römischen Elegien wieder genoffen, den Schmelz des auf schönen Rücken getrommelten Versmaßes! Zürne nicht. Mädchen, bah bu dich so schnell mir ergeben... Faustina war übrigens dabei ganz modern, sie hatte schon einen legitimen (Satten. aber der Mutter gefiel ber herrliche Fremdling. Goethe wußte das frellich nicht fo genau wie unsere Literarhistoriker, ein Glück, daß er so schlecht Italienisch sprach. 3a also, um aus den verteufelt sühen Hexametern herauszukvmmen. da macht er sich auf, eiligen Schrittes, unb nimmt unter bie Füße den traulichen Weg. Man kommt dabei auch an dem Fenster vorbei, aus dem die schöne Mailänberin heraussah — aber das gehör: nicht zur Sache. Bleiben wir bei Faustina. Schon finb wir am Hause ber aphrodisischen Beatrice angelangt, die ber Betturinv. den Barbaren belehrend, stets men irgendwie voran. Die politische Lage Rußlands in der Welt hat sich zusehends verschlechtert. In der großen Aktion, die Kellogg eingeleiici hat. ist Ruß land übergangen und ignoriert. Das ist natürlich auch nicht richtig Denn die ganze Aktion verliert ihren Wert, wenn größere Teile der Welt, wenn ein Staat von der Größe und Bedeutung Rußlands nicht in sie einbezogen wird Auch hier ist cs, wie in der Adrüstungsbewegung, Deutschlands Ausgabe, Mittler und Vermittler zu sein, Rußland klarzumachcn, daß cs in seinem eigensten Interesse in die Welt hineinwachsen muß, in die Weltwirtschaft wie in die Weltpolitik. Dann muß cs aber auch den anderen Staaten das möglich ntachen, auf der Grund- läge, die ja in Genf bei der Wirtschaftskonscrenz gefunden wurde, der „Nebeneinanderexistenz- und der .Zusammenarbeit". Im Ernst denkt kein Meitjch daran, die Well ztt einem Kreuzzug gegen Rußland zusammenzufassen Die Gefahr ist für Rußland viel mehr, daß cs selber seine Isolierung immer weiter treibt, so weit, daß es schließlich allein dasteht und, weil die Hilfe von außen fehlt, endlich das Rad seines Wirt- schastsprozesses stillsteht. Die Aufgaben der deutschen Politik und besonders ihrer Vertreter in Moskau find darum nicht leicht und erfordern viel Selbst beherrschung und Zuruckhaltung, (tzeschicklichkeil und Vermittlungstatigkeit Sowohl die deutsch.- Presse wie die deutsche Politik haben sich in diesen schwie- rigen Monaten der deutsch-russischen Spannung außerordenllich zurückgehalten und aus Herausforderungen nicht geantwortet. Der Prozeß ist jetzt vorbei. Run möge der Schaden, der ungerichtet ist, baldig st wieder giilgemacht werden Rußland braucht die Unterstützung und die Freundschaft Deutschlands. Darin halt Deutschland auch in seinem Interesse durchaus fest. Wenn wir es gegeneinander abwägen, so braucht wohl heute Rußland Deutsch land mehr als umgekehrt. Die beste Einsicht ober in die Notwendigkeit einer Gemeinschaft der Interessen und der beste Wille, sie zu betätigen, finden ihre Grenzen, wenn der andere Teil es an Verständnis und Ernst zur Verwirklichung fehlen läßt mit Dantes unsterblicher Geliebten verwechselt, bic aber bie unglückliche Cenci war. und es öffnet sich, ber Geruch schon fünbet es an und das Tohuwabohu ber Kinder, ber köstliche Ghetto. Da also — da — Ich kann nicht umhin, schmerzlich die Hand vor die Augen zu legen, elegisch wirb mir zumute, mich packt schon wieder ber Rhythmus: Faustina. wo bist bu —? Herz in die Hand, hier war es, hier das Theater des Marcellus das sie freilegen von den angeklebt en Zinshäusern, bie seine Säulen nahmen zur Stütze ber schwächlichen Wänbe. Mussolini toill es anders, ber Duce nahm den Pickel in bic Faust unb demolierte zur Ehre ber ewigen Roma. Da krachten zuiammen die Dächer aus Schindeln, es sprang aus dem Stuck hervor wie aus dem Haupte oes Zeus einst Pallas Athene die Wucht der Quader der hehren Antike — und nicht nahm ber Grollenbe Rücksicht aufs Häuschen, das doppelgefcnstert dabeistand. Osteria della (Satena geheißen. Hm die Wahrheit zu sagen, die alte Kneipe war längst, längst ausgeflogen, umgezogen, von einem Signor Goethe wußte niemand mehr etwas zu sagen. Rur König Ludwig, deS Bayernlandes Stolz und olympischer Herrscher weihte dem Bruder in Apoll eine Gedenktafel aus Marmor mit sinniger Inschrift, voll Rührung Iden sie stets bic gvethetrunkenen Deutschen. Gefetzt den Fall, bas schmale Häuschen, es sah aus, wie eine auf den Kops gestellte Zigarren- schachtel, ein nur durch die Anschmiegsamkeit gleichgesinnter Wohnstätten gemilderter Anblick, gefetzt den Fall, es wäre schon vor Goethe eingestürzt: wir wären um bie schönsten ber römischen Elegien ärmer. Bielleicht hätte sich bann bas mit ber Mailänberin anders entwickelt, bie ganze Literatur- unb Weimarer Geschichte hätte eine andere Richtung genommen — nicht auszudenken Die internationale Zunft der Spione. Wie Frankreich unb Polen in Deutschland spionieren. — Russischer ErkundungS- bienst.—EineuropäischesSpionageneh!—GeneralstabsoffiziereimGeheimbienst. Die Verhaftung des deutschen Regie- rungsbaumeisters Ludwig wegen Luftfahrt-Spionage ist umso bedeutungsvoller, als erst vor wenigen Tagen der dänische Jknfanteriehaupttnann Lembourn feftgenommen wurde, weil er militärische Geheimnisse — wahrscheinlich in französischen Diensten — zu erkunden suchte. Weitere Verhaftungen ber letzten Zeit beweisen, baß ganz Europa von einem Retz von Spionage-Organisationen überzogen ist. Rach einem Wort Rapvleons werben Kriege mit ben drei Hauptwaffen Infanterie, Artillerie unb Kavallerie geführt; die Entscheidung fällt aber durch bie vierte und wichtigste Waffe, die Spionage. Run besteht kein Zweifel, daß in kriegerischen Zeiten weit mehr Mittel für Spionagezwecke zur Verfügung gestellt werden als in friedlichen Epochen. Doch auch im tiefsten Frieden finb bic Generalstäbe aller Länder bemüht, zu erfahren, welche Aufmarschpläne in fremden Kriegsministcrien vorbereitet liegen, wie gegnerische Heere bewaffnet sind und. besonders in letzter Zeit, welche Vorbereitungen für den chemischen Krieg getroffen werden. Vor allem sucht man zu erfahren, ob in fremben Laboratorien Versuche mit gesährlichen Gasen erfolgreich gewesen sind und welche Verbesserungen es im Flugzeugbau anderer Staaten gibt da der Gaskrieg der Zukunft, sollte es einmal zu einem so schrecklichen Ereignis kommen, sicherlich mit Flugzeugen geführt werden wird. Der deutsche Regierungsbaumeister. der nach wochenlangcr Beobachtung jetzt mit einigen Helfershelfern in Adlershos verhaftet worden ist. hat also nicht allein Werkspionage betrieben, indem er nichtige Zeichnungen über den Bau moderner Flugzeugmotore bei ber »Deutschen Versuchsanstalt für Luftverkehr" in Adlershof unb bei ben Junkers werken in Dessau entwendete, um sie der Sowjetregierung zu verkausen, sondern er hat neben ber wirtschaftlichen Schädigung der Betriebe, in denen er beschäftigt war. auch Verrat am Deutschen Reich geübt, da er durch seine Untreue bic militärische Rüstung einer fremden Macht stärkte. Gerade in diesen Tagen ist auch ein anderer Spionagefall aufgedeckt worden, bei dem frellich ungleich plumper und daher auch erfolgloser gearbeitet wurde. Der dänische Znfanteriehaupi- mann Lembourn vcZüchte unter salschem Ra- men, wahrscheinlich als ein Mr. Brown, in ben Besitz militärischer Geheimnisse zu gelangen; er bediente sich dabei einer zweiundzwanzigjährigen Stenotypistin, die dumm genug war, einen noch dümmeren Bekannten ins Vertrauen zu ziehen. Dieser naive junge Mann ging schnurstracks zu einer hohen Reichs Wehrbehörde, ber er so seltsame Fragen vorlegte, daß man ihn sofort in ein scharfes Kreuzverhör nahm und ben Drahtzieher mühelos feststellte. Es erscheint zunächst unbegreiflich, daß sich Offiziere eines fremden GeheimbiensteS an völlig einflußlose Personen wenden, von denen von vornherein sicher ist, bah sie selbst weder Geheimnisse wissen noch Beziehungen zu gut informierten Persönlichkeiten besitzen. Doch ist erst kürzlich vom Reichsgericht bic Berliner Stenotypistin Berta König zu zwei Zähren Gefängnis verurteilt worden, weil sie im französischen Geheimdienst gestanden hat. unb ähnlich erging cs ber Bureau- angestellten Wally Howillcr aus Freiburg im Breisgau. Man benutzt solche Frauen, die sich der Tragweite ihrer Handlungen fast nie bewußt werden, um Verbindungen z u Reichs- wehrsoldaten herzustellen. bie bann nach ber Stärke ihres Truppenkörpers, nach ihrer Bewaffnung und nach internen Vorgängen in ber Reichswehr ausgefragt werden. Diese Ermittlungen sollen basu dienen, Deutschland auf irgendeine Weise Verstöße gegen die Bestimmungen des Fricbensrertrages nachzuweifen und damit diplomasisches Material in bie Hand zu bekommen, das u. a. zur Begründung ber weiteren Besetzung ber Rheinland« ober zu ähnlichen Schikanen dient. 3n gut informierten Kreisen ist man ber Ansicht, daß gerade die französische Spionage - Or g a n i s a t i o n, die unter ber Leitung des Generals Gourrcaub steht, in letzter Zeit immer größer geworden ist. Richt nur in den Grenzlänbem, in Belgien, Holland, Dänemark. Polen und ber Schweiz, gibt e» Bureaus die'es französischen Geheimdienstes: auch i m besetzten Gebiet in Mainz. Trier. Koblenz und Ludwigshafen, bestehen Filialen ber .Süreto •nilitaire.“ die über große Geldmittel rerlügen. Auch diese Stellen haben es besonders auf Soldaten ber Reichswehr aboesehen, die das besetzte Gebiet nur unter Innehaltang besonderer Vorscheinen betreten dürfen, verstoßt cm Soldat gegen diese Vorschriften, fo wird er verhaftet. Doch stellt man chm meist In Auo- sichr. ihn wieder sofort freuulaffen. falls er auf bestimmte ihm vorgelegte Fragen Auskunft erteilt. Aber nicht nur Frankreich unterhält einen großen Spionageapparat. auch in Polen läßt man sich die Ermittlung milltärischer unb politischer Gebemtnissc gern etwas kosten. G* gibt in Warschau eine regelrechte Schule für bic Ausbildung von Geheimagenten, und es steht außer Frage, daß viele der hort angelernten Epione ihren Weg nach 'Deutschland finden. Besonders groß ist die polnische Spionage tu den deutschen Oftprovinzen. vor i.Mcn Dingen t n Ostpreußen, gerade im letzten Jahr mußten eine ganze Anzahl Personen dort verurteilt werden weil sie ben polnischen De he Midi en st Material geliefert hatten Aber der polnische G c n c r a l st a b. ber so gern etwas über interne 3ngelcgenbcitcn des deutschen Heeres wissen nwchte, ist scll»st keineswegs fieber, nicht auSspioniert zu werden Es gibt in Polen und in den östlichen Randfraaten große russische Deheunorganisationcn, die na- türlich zuweilen auch auf Mittelenro^i unb bc- fonbtre aus England übergreifen. Fabrikbirek- toren, Inhaber von Spielhöllen von Kaffeehäusern und von Handelsfirmen nxiren in bic Prozesse verwickelt, die in Polen fast ununterbrochen gegen russische Spione stattsinden Am erfolgreichsten Uxir wohl die Tätigkeit des früheren Direttors ber polnischen Agrar-HanbelSge- nosienschast. Znicz, der von polnischen Offizieren, z. B. von dem Kapitän S t rcelecki, Ctnfnrmalionen über das polnische Heer erhielt: biefc Informationen waren besonders wertvoll, weil Strcelecki im polnischen Deneralstab beschäftigt war. und zwar in der Spionageabteilung. 3n Litauen ist Ende Mai vorigen IahreS ein hoher Offizier, ber General Klctfchinski, vor ein Kriegsgericht gestellt unb kurz daraus erschollen worben, weil er der Sowjetregierung wichtige Atten ausgehändigt hatte und dafür bas schäbige Gehalt von SOO Lit im Monat erhielt. Es gelang der litauischen Polizei damals, Kletschinski gerade In dem Augenblick zu überraschen, in dem er sich mit dem russischen Militärattache Sokolow in seiner Wohnung unterhielt. Ein diplomatischer Konflikt zwischen der Sowjetregierung und Litauen ist daraus nicht entstanden, da die litauische Regierung auf dem vernünftigen Standpunkt steht, daß Militärattaches im allgemeinen z u Spionagezweckcn in fremden Ländern weilen, also die Regierung, die solche diplomatische Beamten zuläht, sich selbst die Schuld zu- zuschreiben Hut, wenn sie bespitzelt wird. Man sprach damals von einem „litauischen Fall Redl", in (Erinnerung an jenen österreichischen Oberst Redl, der wenige Monate vor Ausbruch des Krieges dem russischen General st ab den österreichischen Ausmarschplan verschaffte und sich erschießen mußte, als die Angelegenheit entdeckt wurde. Der Ausmarch - plan wurde zwar sofort geändert: aber es ist erst vor kurzem herausgekommen, daß auch das ab- geänderte Dokument nach Petersburg ge- wandert ist, dort photographiert wurde und dann wieder in der geheimen Kassette des österreichischen Kriegsministeriums landete, wo man den Diebstahl nie bemerkt hat. Die Wahrheit ist erst durch die bolschewistische Veröffentlichung zaristischer Dokumente bekanntgeworden. Jede Regierung b c st r e i t e t, Spione au entsenden, aber jede Polizei muß Agenten fremder Regierungen bekämpfen. In England war z. B. die Entrüstung der bolschewistischen Spione vor etwa zwei Jahren außerordentlich groß — doch hütete man sich, darauf hinzuweifen, daß Sir Paul Dukes im Jahre 1922 feine Memoiren veröffentlicht hat und dabei ausplauderte, wie er sich als englischer Geheimagent durch das revolutionäre Rußland schlich, seine Auszeichnungen auf Pauspapier schrieb, das er dann in seine Jacke einnähte und sich nachher rühmte, ein erfolgreicher Spion gewesen zu sein. Auch im letzten Jahrechat man in Rußland englische Spionageorganisatianen entdeckt und damit den Beweis geliefert, daß der Geheimdienst ein internationales Uebel auf Gegenseitigkeit ist. Gefetzt den Fall aber, bet weinsellge Verse- trommler hatte biefen Einsturz, wie eben geschildert, hütet lebt, die elegischste ber elegischen Elegien hätte ben Weg nach Weimar genommen. Statt meines nüchternen Telegramms. So weit war ich mit diesem Feuilleton gekommen, als mich ber Hafer stach, ben Ort des Geschehens selber in Augenschein zu nehmen. Es ist ja bekannt, baß eS ben Verbrecher immer zum Schauplatz seiner Tat zieht. Schwang mich also ans Steuer unb preschte los, einen langweilig daher- s kandierenden Herrn glatt überfahrend. Wie der Polizeiberichl später wissen wollte, handelte es sich um einen ausländischen Minister aus ber durch die RationalVersammlung Anno 1919 bekannten deutschen Stadt. Auf ber Piazza Montanara. neben der dis Piazza della Eatena liegt, angekommen unb das schon halb freigelcgtc Marc cllusthea ter kritisch ins Auge fassend, stellte ich fest, daß nicht bic alte Goethe kneipe, sondern ein Stück eines benachbarten Hauses anticipato eingefallen war. das heißt etwas vorzeitig. Hätte ich nur nicht gleich brauf- lostelegraphiert! Schade, daß die Konkurreriz meinen Drahtdienst nicht durch Funkdienst geschlagen hat. Freilich, ber feuchte Tisch mit dem selig hin- gezogenen Liebesbialog wird durch diese Voreiligkeit auch nicht mehr lebendig. Wusiolinis Pickel hat ihn zu Tode getroffen. Die Gedenktafel des Bayernknigs soll bereits in irgendeinem Museumarchiv bei»?fetzt worben sein. Man schallt Luft für die Eookschen Herdenautos. Goethe hat bie Kneiperei hier auf gegeben. Dagegen fand ich in bet Rähe das Fenster ber schönen Mailänderin wieder, völlig intatt, unb als ich hin aufsah — als ich hinaufsah da — es war nicht leer — nun, ich will nur Jagen es bcfamcterte mir heiß unb kalt über den Rücken. Oberhessen. Landkreis Gietzerr. j) Lich, 14. Juli. Morgen, Sonntag, wird auf dem Hardtbergs das 2u ae nd fe ft gefeiert. Nach den Gepflogenheiten der Vorjahre stellt sich nach- mitags am Rathaus unter Beteiligung der Schuljugend und aller hiesigen Vereine ein Festzug auf, der unter Vorantritt der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lich nach dem Festplatze marschiert. Ansprachen, (Sesanasvorträge der hiesigen Gesangvereine, turnerische Vorführungen des Turn- uereins, Jugendspiele und Konzert der Kapelle werden für genußreiche Abwechselung sorgen. Der F e st g o t t e s d i c n st in der Stiftskirche findet mittags 12.45 Uhr statt. ' Lich, l4.Juli. Am Montag, 16.Juli, findet in Lich der allbekannte Sommer markt (Rindvieh-, Schweine- und Krämermarkt) statt. Mit dem Markt ist eine Prämiierung und Schafbockversteigerung verbunden. Da die hiesigen Märkte in den letzten Jahren sich eines zunehmenden Besuchs erfreuten, ist auch jetzt wieder mit einem starken Auftrieb zu rechnen. Auf die Bekanntmachung der Bürgermeisterei Lich im Anzeigenteil sei besondere hingewiesen. -Lieh, 13.Juli. An ein und demselben Tag, am 10. Juli, konnten in voller körperlicher und geistiger Frische zwei Frauen unserer Gemeinde, Frau F. L. F i s ch e r Wwe. und Frau Ehr. Stotz Wwe. das 80. Lebensjahr vollenden. Der Posaunenchor brachte beiden Geburtstagskindern am Abend ein Ständchen dar. Zwei Tage darauf konnte Frau Lehrer Sauer in bester Gesundheit ihren 89. G e - burtstag feiern. Die große Zahl hpchbetagter Gemeindemitglieder ist gewiß auch ein Zeichen für das gesunde Klima unseres Städtchens. Hreis Schotten. ; Aus dem Niddatal. 13. Juli. Mit dem Umbau der elekirischen Ortsnetze werden auch die Hausleitungen einer eingehenden Prüfung unterzogen. (Sämtliche Zink- Drähte, die während und unmittelbar nach Dem Kriege verlegt wurden, müssen durch Kupfer- leitungen ersetzt werden. 3m Weigerungsfälle werden die beanstandeten Leitungen abgeschnitten. Den davon betroffenen Hausbesitzern erwachsen durch die Neuausgaben doppelte 3nstallations- kosten. Die Ortsbeleuchtung, die in den meisten Dörfern ungenügend war, weil die Brennstellen unpraktisch angelegt und geringterzige Lichtbirnen Verwendung fanden, erfährt eine zweckentsprechende Verbesserung. Die hinderlichen Holzmasten verschwinden, wo es möglich ist, die Lampen werden über der Skrahenmifte angebracht. Kerzen von größerer Lichtstärke kommen zur Benutzung. Manche Gemeinden sind dazu überaegangen, besonders gefährliche Stellen im Ortsbereich während der ganzen Nacht zu beleuchten. Bei dem Strompreis von 10 Pf. pro Kilowattstunde — der Grundpreis ist entsprechend gestiegen — fällt der gesteigerte Stromverbrauch finanziell kaum ins Gewicht. Die Neuregelung oes (Strompreises hat vielfach, namentlich unter der Landbevölkerung, Unwillen erzeugt. Die Ortsbeleuchtungen haben sich aber dadurch wesentlich verbessert und werden in dieser Hinsicht weitere Fortschritte auszuwetsen haben, was im Interesse der Allgemeinheit nur begrüßt werden kann. Die elektrischen L i ch t u hren, die selbsttätig das Ein- nnd Äusschalten der Ortsbeleuchtung vornehmen, werde,: jetzt in den Transformatorenhäuschen angebracht. Kreis Alsfeld. .6s* AlSfeld, 13. 3ult Aus der Stadt- vorstandsihung: 3n der am Donnerstag abgehaltenen Sitzung gelangte zunächst der Voranschlag der Oberrealschule und der höheren Bürger-Mädchenschule für .das Rechnungsjahr 1929 zur Beratung. Darnach *beträgt der Zuschuß der Stadt zur Oberrealschule 40 432 Mk., wovon 10 600 Mk. auf die sachlichen Ausgaben entfallen. Einer Mehreinnahme aus Schulgeld stehen Mehrausgaben infolge der Bs° soldungserhöhung gegenüber. Der Voranschlag wurde gemäß dem Beschluß der Finanzkommission aenebmigt, ebenso der Voranschlag der höheren Mädchenschule, jedoch mit dem Vorbehalt, daß die darin angesetzten Beträge nicht zur Aus- wirkuna kommen, nachdem die Schülerinnen bis auf Weiteres mit den entsprechenden Klassen der Oberrealschule vereinigt sind. — Ein von der Oberpostdirektion Darmstadt vorgelegicr Nachtragsvertrpg wegen des Posthausneubaues wurde genehmigt Der Nach- MSwe im Sturm. ZRommi von Sophie Kloerß. 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Scheußlich. Ja, man muß heutzutage etwas durchmachen. Was meint ihr, wie es uns gegangen ist? Vor einem Jahr war ich so weit, daß es eine Katastrophe bedeutete, wenn ich mir die Stiefel besohlen lassen mußte. Ja, ich wußte, warum ich heiratete. Uebrigens — mein Mann war Hauptmann der Reserve. Lag in Meiningen Im Lazarett mit Beinschuß — daß ihr nicht etwa denkt, wir haben uns durch den Heiratsvermittler gefunden. .Reicher Fabrikbesitzer wünscht aristokratische Heirat.' -- Was lartsst du so, Elena? Kommt oster vor, als du denkst. Nein, bei uns war alles ganz korrekt. Und mir leben glänzend zusammen." Sie strahlte von Wohlwollen und Zufriedenheit, und die langen Brillanthänaer in den Ohren strahlten ebenso. Als sie Gast auf Elena» Hochzeit war, hatte sie ganz beslveiden Ametdysten getragen. „ha, der Fredi schrieb mir außer der eigenen Not auch die eure. Daß der liebe Sergei einmal wieder ganx unten ist und beinahe reif für die Fremdenlegion. Daß ihr hier am Starnberger See säßet nnb verhungern wolltet — Ihr seht übrigens noch gar nicht so aus." „Dank dem Pratklops geht es immer noch." „Jedenfalls spürte ich den Wink mit dem Zaun- psahl und beschloß, mich nach euch umzu|el)en. Herr Schulz mußte gesrtMlich nach Bamberg, da fuhr ich mit Ihm und gleich ein wenig weiter. — Also nun schüttet eure Sorgenlast einmal aus. Aber das sage ich euch gleich, Ich bin sehr dafür, daß die Menschen sich auch selber helfen, denen ich helfen soll." Elena hob den Kops mit kurzem Ruck. „Und wie sollen wir uns nach deiner Meinung helfen?" ..Da» müßt ihr selber wissen. Wer will, dem tut sich immer ein Weg auf." „Wie Herrn Schulze?^ Die Hoheit lachte ganz unbeleidigt. ..Du würdest nicht zu ihm passen, gewiß nicht. Und über- Haupt —" Sie sah die schöne Nichte mit einem langen prüfenden Blick an. „Lallen wir das Abe- für Mario wäre eine Heirat —* tra gSvcrtrag stellt lediglich eine Ausführung und Ergänzung der Hauptvertrags vom 23. Februar 1928 dar. Mit den vorgelegten endgültigen Plänen für den Neubau, die im Sitzungssaal ausgehängt waren und von dem Stadtbaumeister erläutert wurden, erklärte sich die Versammlung einverstanden. — Einführung der Neichsverdingungsorb- nung: Wie der Vorsitzende dazu ausführte, seien bereits seither schon deren Bestimmungen bei Vergebung von städtischen Leistungen zur Anwendung gekommen, es sollte jetzt noch ein formeller entsprechender Beschluß gefaßt werden. Es wurde demgemäß beschlossen, die Reichsverdingungsordnung bei Ausschreibungen und Vergebungen aller städtischen Arbeiten und Lieferungen zur Anwendung zu bringen. — Der Punkt der Tagesordnung, Verpachtung des alten Elektrizitätswerks, bzw. Genehmigung zur Untervermietung wurde aus Vorschlag des Vorsitzenden zur Verhandlung in die nichtöffentliche Sitzung verwiesen. Der seitherige Pächter will den Vertrag kündigen, wenn ihm nicht die Genehmigung zur Untervermietung von der Stadt erteilt 'wird. — Zu einem Gesuch des Alsfelder Schwimmvereins wegen Aeberlassung des städtischen Schwimmbades zu älebungszwecken wurde beschlossen, den Alsfelder Vereinen, welche den Schwimmsport betreiben wollen, das Schwimmbad auf Antrag an Sonntagvormittagen in der Zeit von 7—12 Ahr gegen Bezahlung der festgesetzten Badepreise bis auf Weiteres widerruflich zur Verfügung zu stellen. — Ein Gesuch des Gewerbelehrers Franz Seyffarth um Niederlegung eines käuflich erworbenen Hauses wurde gemäß Art. 2 Ziffer a der hessischen Ausführungsverordnung vom 1. Oktober 1924 brtr. die Ausführung des Wohnungsmangelgesetzes genehmigt unter der Bedingung, daß der Gesucysteller nach der Fertigstellung des Anbaues eine Dreizimmerwohnung mit Küche dem Wohnungsamt zur Verfügung stellt. — Bei dem nächsten Punkte der Tagesordnung: Anschaffung eines Straßen- sprengwagens entspann sich eine längere Debatte, die schließlich ziemlich erregte Formen annahm. Es drehte sich dabei um die Frage, ob ein Automobilsprengwagen oder ein solcher mit Pferdebetrieb angeschafft werden sollte. Während die Vertreter der Linken für die Anschaffung des ersteren eintraten, wünschten die Vertreter der rechten Parteien die Anschaffung eines Pfevdewagens unter Hinweis auf die hohen Kosten eines Autosvrengwagens und dessen Unterhaltung und Bedienung. Der geringste Preis für einen Motorsprengwagen in der geforderten Größe beträgt etwa 12 000 Mk. 3m Laufe der Debatte, als zur Abstimmung geschritten werden sollte, entfernten sich die Vertreter der sozialdemokratischen Partei, wodurch die Versammlung beschlußunfähig wurde. Die Sitzung mußte daraufhin geschlossen werben. Wie der Vorsitzende ankündigte, findet am nächsten Dienstag eine erneute Sitzung statt, die alsdann ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen beschlußfähig ist, in welcher die Angelegenheit endgültig ihre Erledigung finden soll, ebenso der Rest der nicht erledigten Tagesordnung. --er. Homberg a. d. Ohm, 13.3uli. Der Gemeinderat beschloß in seiner jüngsten Sitzung die Aufstellung einer automatisch-elektrischen Turmuhr auf dem Rathausturm. Die Neuerung ist um deswillen besonders bemerkenswert, weil die Uhr nicht nur ganze, sondern auch halbe Stunden schlagen wird, und weil sie zwei Zifferblätter aufweist, während die alte Stadtuhr kein Zifferblatt hat und nur ganze Stunden schlägt. — Bei dem 35. Bundesfeste des Lahntal-SängerbundeS, das dieser Tage in Kirchhain gefeiert wurde, erhielten Mitglieder des hiesigen Gesangvereins „grauen lob" ehrenvolle Auszeichnungen. Die drei ältesten aktivenSängerdes Gesangvereins „grauem* lob“ wurden von einem Vertreter des Hessischen Sängerbundes wie folgt geehrt: Den Deutschen Ghrenbrief für 50jährige aktive Mitgliedschaft erhielt Georg Wilhelm II., eine künstlerische Arkunde wurde den Sängern Eberhard Schildwächter und Daniel Kraus VII. anläßlich ihrer 40jährigen Mit- gliedschast ausgehändigt. Das Veisvtel dieser verdienstvollen Sängerveteranen sollte andere stimmbegabte Bürger, insbesondere die jungen Leute, anregen, ihre Kräfte ebenfalls in den Dienst des deutschen Liedes zu stellen. uw iTiiwi-iiirTt--- —nm n ■ m i. hwiibiii—— „Ich verzichte von vornherein." „Es muß euch noch nicht so übermäßig schlecht gegangen sein. — Hast du etwa andere Aussichten, Die sann einen Augenblick noch „Ich habe immer ein kleines Zeicheirtalent gehabt. Ob sich das aus. bilden ließe? So daß es mir weiterhilst?" „Davon verstehe ich nichts. Könnt Ihr da nicht in München Nachfragen?" - Maria hat ihre Beziehunatn, die ihr Helten werden, wenn sie wirklich an solch abenteuerlichen Weg denkt. Ich — ich könnte ja Mannequin werden. — Warum nicht? Olga Woronzosf ist Verkäuferin in einem Pariser Modesalon. Und Sergeis Kusinen .Yeiiia und Alix bedienten in Bukarest In einem Eafs." „Weiß ich. Wenn dich die Umgebung nicht schreckt — ich rate keinem ab, der sich mit der neuen Zeit ausciirandersetzt. Denn auf deinen Mann kannst du wohl für» erste nicht rechnen." Elena sah hochmütig in die Ferne. Sie hatte für diese sogenannte Tante nie viel übrig gehabt, nur Ihre Heiterkeit hatte die erregt. Sich von ihr raten zu lassen wie ein Schulmädchen — es ront das letzte, was sie ertragen konnte. „Im übrigen," sagte sie kühl, „wir haben immer noch Brillanten." „Wundert mich, daß ihr sic nicht versoiclt habt. Sergei war eine Spieirattc, wie es keine schlimmere gibt. — Gott sei Dank, bei un» zm Hause werden keine Karten angerührt." „Ja, das ist kein bürgerliches Laster." „Liebes Kind, fett der Revolution ist dies Laster in Berlin so verbreitet wie in Monte Earlo. Man spielt sogar auf offener Straß», bi» ein Grüner kommt. Mit Kreidestrtchen auf den Trittstetnen. Darum — Aber mein Mann duldet es nicht." „Wer verkehrt denn bei euch?" „Bisweilen auch ruinierte (Brofofüifteii. Aber sie kämmen selten wieder. Dann auch allerhand kleinere Aristokraten, unter denen sich manche ganz famos in die Verhältnisse gefunden hoben. Dann allerhand Leute der Kunst und Wissenschaft —" „Du hast einen Salon?" "Dies weniger. Dazu bin ich nicht schön genug, n,4t geistreich genug, md)t albern genug. Aber ein- mol in der Woche steht unter Hou» allen offen, die uns gefallen. Und uns gefallen sehr unterschied. -er Nieder-Ofleibcn, 13. 3uH. Dieter Tage wurde die im Basaltwerke der Mitteldeutschen Hartstern-Industrie errichtete Neuanlage in Betrieb genommen. Von jetzt ab wird täglich nur in einer Schicht gearbeitet. da diese Anlage das Dreifache der alten zu leisten imstande ist. Die durch die maschinelle Einrichtung eingelparten Arbeitskräfte finden nunmehr im Bruche leib ft "Verwendung. Nachdem die alte Anlage abgebaut ist, wird an der Stelle ein zweiter Neubau in derselben Ausdehnung aufgeführl werden. Sie hessischen Konsumvereine gegen Minister Korell. WSN. Darmstadt, 13. 3uli. Der Südwest- deutfche Revisionsverband des Zentralverba n d e S deutscher Konsumvereine hatte Die Verwaltung der hessischen Konsumvereine am vergangenen Sonntag zu einer Konferenz nach Darmstadt eingeladen, um gegen die Bekämpfung der K o n f u m v e r e i n e durch den Einzelhandel und gegen die Ausführungen des hessischen Ministers für Arbeit und Wirtschaft, Korell, anläßlich der Tagung des hessischen Einzelhandels in Bingen Stellung zu nehmen Der Minister hatte bekanntlich dort gesagt, daß er in einem Gutachten den Beitritt von Kommunen zu Konsumvereinen für eine Schädigung des selbständigen Mittelstandes und eine Verletzung der von den Kommunen im Wirtschaftskampf einzuhaltenden Neutralität erklärt habe. 3n der sehr bewegten Verfammlung kam schließlich, wie letzt bekanntgegeben wird, eine Entschließung zur Annahme, die neben schärfstem Protest gegen die Kampfmaß- nahmen der Händlerorgane u. a. besagt: „im weiteren bedauert Die Vollversammlung die Stellungnahme bei hessischen Ministers Korell in der Frage der Mitgliedschaft der Gemeinden bei Konsumvereinen. Die Anwesenden fordern von Reich, Staat und Gemeinden die Anerkennung der Gemeinnützigleit der Konsumvereine unter Hinweis auf die in der Reichsverfassung niedergelegten Vestimmunaen. Sie fordern von den Behörden, daß sie sich, gerade zur Vermeidung der Verletzung wirtschaftspolitischer Neutralität, jeder einfeitigeln Stellungnahme gegen die Konsumvereine enthalten." Wie wir hören, dürften Oie angefochtenen Erklärungen des hessischen Ministers für Arbeit und Wirtschaft auch zu einer Interpellation im hessischen Landtag führen. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 13. Juli. Zwei Landwirte E. und K. aus E i ch e l s D p r f wohnen dort in nächster Nachbarschaft und benutzen für ihre Landwirtschaft gemeinschaftlich Hof und Scheuern, die in getrenntem Eigentum stehen, an denen jedoch gegenseitige Uebersahrts- und Einfahrtsrechte bestehen. Die Beziehungen zwischen ihnen sind seit Jahren gespannt und haben schon häufig zu Zivil- und Privatklagen Veranlassung gegeben. Zum Teil mögen hieran die sehr engen und unzureichenden örtlichen Verhältnisse die Schuld tragen. E. hat nun in letzter Zeit zwei Prioatklagen gegen K. angestrengt, die eine wegen verleumderischer Beleidigung, die andere wegen wörtlicher Beleidigung seiner Ehefrau. Der ersteren lag folgender Sachverhalt zugrunde: Bei dem Kreisgesundheitsamt in Schotten war ein Schreiben eingegangen, in dem gegen die Höhe der Rente, die ein gewisser H. aus Eichelsdorf erhielt, Beschwerde geführt wurde. K. erzählte nun dem H., der bei ihm arbeitete, er fei bei dem Kreisarzt gewesen, dieser habe ihm gesagt, fein Nachbar fei der Verfasser des Beschwerdeschreivens. In Wirk- lichkeit war K. gar nicht bei dem Kreisarzt gewesen, dieser hat ihm auch nicht die erwähnte Mitteilung gemacht, die Verfasserin des Briefes ist auch nicht E., sondern eine Frau aus Eichelsdorf. Wegen dieser Beleidigung wurde K. von dem Amtsgericht Nidda zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt. Er hat dagegen Berufung eingelegt. um eine Herabsetzung der Strafe zu er- reichen. In der andern «achc war K. von der Anklage der Beleidigung der Ehesrau E. mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Dagegen hat E. Berufung eingelegt. In der heutigen Hauptverhandlung, in der über die Berufungen verhandelt wurde, verglichen sich die Parteien. E. übernahm in der einen Privatklage die auf seiner Seite liche Leute. Auch die hohe Finanz und Industrie läßt sich sehen. Stinnes, Opel, Kollmann —" „Kollmann?" fragte Maria, die den Sticheleien der beiden Damen in stiller Helkrkeit zugehört hatte. „Ich lernte einen Herrn Kollmann kennen, als ich hinunterfuhr nach Venedig." Und sie b« richtete. „Und das sagst du jetzt erst? Und um den Mann habt ihr euch weiter gar nicht gekümmert?" „Wie sollten wir denn?" 'Liebes Kind, wenn uns jemand einen jolchen Dienst erwiesen hat, ich meine natürlich, ein Mann von solchem Einfluß — der andere Jüngling mar nebensächlich — dann schreibt man ihm bei Gelegenheit ein paar passende Zeilen. Bleibt in einer, wenn auch noch so lösen Verbindung mit ihm Weiß zur gegebenen Zeit wieder anzuknüpfen.' „Mir scheint, wir verstehen doch noch wenig davon, wie mnn heutzutage leben muß." „Das scheint mir auch. Aber gut, daß ich e» weiß. Vielleicht —" „Bitte, lassen Sie den Herrn nicht denken, ich wünschte etwas pon ihm." „Ich bin nicht so ungeschickt, wie hu zu denken scheinst. Dos laß nur meine Sorge sein. — Ader nun einmal im Emst, menn du also in München dein Talent ausbilden willst, dazu würde ich dir helfen. Ich werde mit meinem Manne reden." „Er kennt un» ja gar nicht. Wie können wir ihm lästig sollen!" „Tatata. Eine Prinzessin heiraten bringt Ver- pfUchtiingen mit sich. Darüber war er sich vollkommen klar, und es freut ihn, wenn er mir da einen Wunsch erfüllen kann. Nur — wie ich schon sagte — aus dem Fenster wirft man das Geld nicht gern. Und nun muß ich zurück zum Schiff, Ich will meinen Mann heute abend in München treffen. Du könntest mich begleiten, Mario." Als sie durch die waldiaen Weg» zum Schiff hin- untergtnaen, sagte Ihre Hoheit Frau Schulze: „Ich habe nicht so sehr große Eile. Wir können lang cun gehen. Ich wollte dich nur einmal alleine sprechen. Mit Elena ist vernünftig nicht zu reden. Ich dachte, ihre Erfahrungen In den letzten Jahnen hatten mehr Eindruck auf sie gemacht. Ader sie ist, wie sie Immer war. Der alte Fürst Woronzoff sagte es mir schon vor dem Krieg« einmal, als sie erst zwei Jahre In Petersburg mar: Sine entzückend« örairf Entzückend erwachsenen Kosten, während K. alle übrigen Kosten in beiden Sachen übernahm. Wirtschaft. Wochenbericht vom Sranffurter Gffefftnmorff. In dieser Woche war das Geschäft am Effektenmarkt sommerlich still. Soweit Arns atze überhaupt zustande kamen, wurden sie von der Kulrsfe vorgenommen. Publikum und Ausland waren am Markt« kaum vertreten und es macht« sich «ine wachsende Lustlosigkeit und Zurückhaltung bemerkbar. Anderseits wurden aber auch von der Kundschaft kaum Verkäufe vorgenommen, wie man es vielfach befürchtet hatte. Zunächst konnte sich hie Börse langsam, aber stetig von der Erschütterung er« hoien, Die durch die LLwenstein-Anaeicaenheit verursacht worden war. Eine stärkere Beruhigung ging von der Erklärung der Löweicheingruppe aus. woirach die finanzielle Lag« der Konzern- unternehinungen gesund fei und man zunächst nicht an einen Verkauf der Löwenfteinschen Elektro- und Kunstseideinteressen denke. Trotzdem bleibt damit das Schicksal dieser großen Aktienpakete noch ganz ungewiß. Es befriedigte jedoch, daß auch die Auslandbörsen den Rückschlag teilweise ziemlich rafch überwunden und die Reu- horler Börse von der Angelegenheit offenbar ganz unberührt blieb. Sodann betonte man, daß Löwenstein in Deutschland wohl kaum Ver- Pflichlungen gehabt habe und die deutschen Börsen somit nur indirekt von der Katastrophe betroffen worden sind. Weiter war die Tatsache von günstiger Wirkung, daß Die Mebioliquida- Uvn an der Brüsseler Börse nicht die befürchtete Schwierigkeiten und neue Fallissements mit sich brachte, da Reportgeld in ausreichender Menge »ur Verfügung stand. Trotzdem blieb eine ftade Unsicherheit und Zurückhaltung bestehen. So kann es kein Wunder nehmen, daß eine überraschend gekommene Maßnahme wie die Diskonterhöhung der Federal ReserveBank von Ehlkago von 4,5 auf 5 Prozent der Börse einen neuen Stoß versetzte und zu einer ausgesprochen schwachen Tendenz führte. Man befürchtet von dieser Diskonterhöhung sehr nachteilige Einwirkungen auf die weiter« Entwicklung der internationalen Geldmärkte. Besonders der Neuyorker Geldmarkt war wieder sehr angespannt, und die Tatsache, daß am Devisenmarkt der Dollarkurs sofort ein« kräftige Steigerung erfuhr, schien dabei die Ansicht zu bestätigen, daß die schon im 3uni beobachteten Abziehungen kurzfri st i ger amerikanischer Leihgelder aus Deutschland in stärkerem Maß« einsetzten. Vor allem aber wurden die immer noch gebeglen Hoffnungen hinsichtlich einer baldigen Senkung des ReichsbankdiskonteS durch die amerikanifche Diskonterhöhung fast vollkommen zerstört, trotzdem der ReichsbankstatuS nach dem Ultimo bereits eine ziemlich kräftige Entspannung zeigt. Der heimische Geldmarkt blieb anfangs unverändert stark angespannt, da di« Rückflüsse nur sehr zögernd einsetzten. Nur für Tagesgeld war ausschließlich eine Erleichterung zu verzeichnen (Hatz: 6,5 Prozent). Die Zukunftsaussichten der deutschen Geldmärkte werden in Börsenkreisen über auch weiterhin nicht sehr rosig betrachtet, aus den schon im Bericht der Vorwoche erwähnten Gründen. Dazu kommt noch, baß die Einzahlungen auf die neue Preußenanleihe vorbereitet werden müssen. Die Aledioliquidation , machte sich kaum bemerkbar in Anbetracht der meist nur sehr kleinen Engagements der Spekulation. Die durch die Ehikagoer Diskonterhöbung verursachte flaue Tendenz der Neuyorker Börse führt« an den deutschen Märkten naturgemäß zu einer weiteren, allerdings geringeren Abschwächung. Gegen die Kurse der vergangenen Woche traten überwiegend etwa 2- bis öprozeu- tig« Kursrückgänge em. Die Baissespekulation versuchte verschiedentlich die Abwärtsbewegung der Kurse durch Blancrxrhgaben zu beschleun.gcn, doch hatte sie damit wenig Erfolg, da di« Marktlage im allgemeinen ziemlich bereinigt ist, und di« Engagements eine weitere Verringerung erfahren haben. Einiges Interrise blieb für Elektrowerte bestehen. Auch Scbiffahrtswerte waren zeilweise etwas beachtet. 3.-G.-Farben. Montanaktien unb Danken wurden dagegen start 1 ■ ig schön und entzückend leichtsinnig. Trotz ihres öerpei, ocr sie stark beherrscht«, hatte sie Immer noch ein paar — hm — Verehrer. Wollen annehmen, daß sie ihr nicht mehr waren." Maria stieg das Blut in das Gesicht. Sie schwieg. „Wenn du vorwärts willst, mein liebt» Kind, mußt du dich losmachen von ihr. Sic ist die Frau der früheren Zeit, sie ändert sich nicht. Du kannst vielleicht eine neue Frau werden. Du host Willen im Gesicht und in den Fingern. Ich sehe es, mic du sie zur Faust ballst, weil du mir auf meine Worte über deine Schwester nicht so antworten willst, rote du möchtest." »»w) trenne mich nicht von meiner Schwester." „Sehr töricht, denn eine» Tage» wird sie sich von dir trennen. Ihr seid im Gleiten, meine liebe Maria. Es gehört eine feste Hond und ein fester . Tritt dazu, Balance zu hallen und wieder feftrn Fuß zu fassen. Elena wird sie nie haben." „Ort) werde sie hallen " „Du traust dir viel zu. — Lassen mir das Wo» habt ihr noch an irdischem Besitz? Wir wollen in dieser letzten halben Stunde doch offen reden. Aus- 9 dringlichkeit liegt mir fern, aber wenn euch geholfen werden soll, muß id) klar sehen." Und als Tiana ihr reinen Wein cingeschenkt: ,Ho, damit werdet ' ihr bald am Ende sein, trotz eurer Bratklopspeäjion. Ich werde dir schreiben, und du wirst mir offen antmorltn. Zunächst bleibt nur hier draußen, und wenn der Herbst kommt, gehst du nach München und versuAt, ob du da etwas mit deinem Zeichnen erreichst. Aber einschränken müßt ihr euch. Ss sind zu viele, die mich beanspruchen." „Wir beanspruchen nichts." „Willst du dir durch da» Leben helfen, mein Kind, dann gewöhne dir vor allem di« Empfindlichkeit ab. Prinzessinnen auf der Erbse finden heute keinen Konig-sohn mehr. — vjelletcht" — sie blieb stehen und bohrte mit dem Sonnenschirm im Sand« — „für Elena wäre eine Stelle als Repräsentantin in einem reichen Hause — so als Hausdame, um e» plebejisch cmszudriicken - Hm — Da» ließe sich machen. (Eine Pause. Ein kurzer Ruck. „Nein, cs acht doch nicht. Sie ist zu schön und au leichtsinnig. Denn sie wenigstens Witwe wäre, ober geschieden. Aber so — Immer den Sergei im Hinteranmd. von dem man nie weiß, wo» er anstellen roirt — (Fortsetzung folgt.) . L Hittiarff WK? *Ä»<» M ML ÄSÄ -&s£ ZdL 3ä ,7^ kaum H,. 2»l- ’M bie tai|a*, c $tblt>liffl|jk, ! &le brsüchtt« - Fmenw mj A^ött AyM *.86 km f ufcrraffrnb S;hjtitlanf ,5 9nwit /e unb zu en« ä fc. Jüan düng sehr nach, SntoufiuM . y* btt * W w .M Wtwfl Jhflt filttjtrwtf W zu KM^ M Abriebe nerikanls-tt tlanb in flöt» Ws aber mürben Hingen binnchtlich ewbflntbiibnitf erSebung laholl- SltManlflaM ziemlich frältige Mche Mbmortt •l dngefpfnnt, ba ) einfetftn. Hut ich eine arseich- S ^toinü). ?ie it brunchen Nwtfrtlffii r»Hfl beiuchici. Soktvoche ttfcäfyv ch, hab dir 6w ubenanW. w* MH'Mquidaim n Anbetrach! bn ments der öpelu- r Diskonterhöbung Attchsckr Wji rf/en naturgemov geringeren W' der vergangenen 12< bu Sprozt!'' rMlelpelulatidn XtoätübrtKflunfl i zu belchleumfl-'n. Stfolfl, bi bi< milch Wil * iterc Dernngenmg Mrsie blltb hJt täS et. Z.'S^ar«m Iroti lhreiA^ ie immer M 'w cn anntbnw, baß **ä*Ä . :4,| ju fannl' ’ Wm* jsflrt\s * rx 4 SS I*«* xn.“ ffÄÄ-3 ■*£S u* **5 61« »ÄS’ du nw wn»n ÄW zt >hr s"*SS 1 unD ö 5‘'wW denwchlässiaf DeuHdbe Anleihen gaben ettoa» nach <".--länd-'ch? Renten lagen geschäft-los. Lochenbericht vom ffronffurfer produftenmarkt. Der Frankfurter Produktenmarkt eröffnete in b Aach Abzug von 15 Mill. Mi (0,75 Mill Mk ) Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 25 641 939 Ml. (15414609 Mk.), woraus eine Dividende von 8 Prozent <4 Prozent) verteilt und 6 245 945 Mk. (5 570 652 Mk ) auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. Norddeutsche Kabelwerke. Aus Eintrag der Darmstädter und Nationalbank X G a A. sind 2,5 Mill. Wk. neue Stammaktien der Norddeutschen Kabelwerk? in Berlin-Neukölln, die in der Generalversammlung vom 19. April 1928 geschaffen wurden und von denen 1.5 Mill. Mk. den alten Aktionären im Verhältnis von 5:3 zu 115 Prozent zum Bezüge angeboten wurden, zum Handel und zur Notiz an der Berliner Bpr stimmte Obsternte; 6. biblische» yand und Volk; 7. römischer Kaiser; 8. altnordische «Sagenfammlung; ti. Gotteshaus. 10. Schlachtort aus dem zweiten Schlesischen Kriege; 11. weiblicher Personenname; 12. Gebirge in Griechenland. 13. Haustier; 14. andere Bezeichnung für Bruchstück Diagonal: A—B weiblicher Personenname. Problem ..Mcisezett." Fehlaufgabe. Unter Hinzufügung der Silbe „si" als zweite in jedem Worte fallen aus nachstehenden 16 Silben acht Wörter gebildet werden, die folgende Bedeutung haben: 1. getrocknete Frucht: 2. biblischer König. 3. schwe. discher Astronom; 4. Gesellschaftslokal; 5. afrikanisches Reich; 6. Erdteil; 7. tierroanbte; 8. männlicher Personenname. — Diese Wörter ergeben in ihren Jlnfa g-buchskaben ein von Wandeiern und rouristcn viel und gern benutzte» Ausrüstungsstück. a — a — bar — cel — cou — en — ka — fa — mir — ne ne — no — ro — san — u — i** Bilderrätsel. Auflösungen Silbenrätsel. 1.Isolde; 2. Niagara: 8. Teheran. 4. Armgard; 5. Erbsenbrei, 6. Branche. 7. Ehrenpreis, b. Nesse; 9. Girlande In die Berge — 21n die Lee. o Tstogliche» Dreieck. u | r a Ilie Buchstabenfüllrätsel. Samum — Xante — Erhard — Anden — Pasch — Lagune — Legat — Klein — Netzes — Hulda — Lenau. Mutterhand schloegt keine Beulen. Kreuzworträtsel. IDöl subuki u inm rnntHKii wechfelrStsel Flosse — Ecker — Reisig — Inhalt — Eichel — Narbe — Zeile — Unna — Gilde. Ferienzug. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Nedakttonsttsch. Aber, aber ...! Tolle Zustande scheinen in Spremderg zu herrschen, wo amtlich folgendes bekanntgegeben wird: „Gemäß tz 5 der Polizeiverordnung, betreffend Körung der Ziegenböcke, wird nachstehend da« Verzeichnis der von der Körkommistion migekörten Ziegenböcke bekanntgegeben. 1. Franz Moysas, Schlesische Strafte 1. 2. Wilhelm Handrick. Kochsdorf er Weg 5. 3. Wilhelm Schnelle, Lantdors. 4. Christiane Rothnick. Graustem. Wer einen anderen als die vorstehend ausge- führtetz Böcke zum Decken von Ziegen verwendet, wird in jedem Ginzelsalle bestraft.^ Wenn es auch schon nicht nett ist. bekanntzugeben, daß die drei Herren Böcke geschossen haben und diese anscheineird zum Decken von Ziegen verwenden, so ist völlig unersichtlich, wie man noch eine Dame in diel- Gesellschaft einbeziehen konnte. Am Lisferungsmarkie war Weizen, unter dem Eindruck der festen Liverpooler Meldungeli, befestigt, ebenso hatte Roggen in den Hervstsichten einen kleinen Gewinn zu verzeichnen. 3uliroggm lag auf da« verstärkte Angebot von prompter Ware etwas schwächer. Gs notierten für je 1000 kg: Weizen, mark.. (74,5-kg bl-Gewicht, östlich Stationen über Roti^) 249 bis 251, CVuli 263, Sept 281,50 bis 260,50, Oft. 262 bis 261 B. (ruhig): Roggen mark.. (69-kg/bl-Vewtcht. östliche Stationen über Noti^) 266 bis 268, Juli 272 bis 273.50 bis 272.25. Sept. 247 bis 245,75. Oft. 247 biS 246,25 (ruhig); Sommergerste 241 di« 281. Sommergerste, neue, 214 bi« 224, ab schlesische Stationen: Hafer, märf, 247 bis 257. 3u(i 259 bis 260 bis 259,50, Olt 250 bis 252 (fest); für je 100 kg; Weizenmehl 31 bis 34.50 (behauptet): Roggcnmehl 35,25 bi« 37,50 (behauptet): Weizenkleie 15,15 bi« 15,40 (ruhig); Welzenkleiemelasse 16,25 bi« 16,50; Roggenlleie 17,25 bis 17,50 (ruhig); Viktoriaerbsen 46ol« 62; kleine Srbsen 35 bi« 40; Futtererbsen 24 bis 25.50; Peluschken 26 bis 27. Ackerbohnen 24 bi« 25, Wicken 25,50 bis 28; Lupinen, blau, 14 bis 15,50; Lupinen, gelb, 16 bis 17: Rapskuchen 18,80 bi« 19, Leinkuchen 22,90 bis 23.50, Trocken schnitzel 17; Svhaschrot 20,70 bis 21,40, Kartosselilocken 23.60 b,s 24.20 Mark. (Vraxlfun a. M Ltrankfuri a. SR Berlin II 6.8 20.5 165.16 162 Bantno teu. Lombardzinssuh 8 Prozent. 11,4 17,1 51.6 17 . B 10 10 10 12 11 12 10 10 10 . 9 , 8 tl 161,.- 161,Zo 165. j 140 «♦ 141 Wi.tt 152,8 136 143 139 26t 181 865 161.75 IM) 163.6j 201 . «nbntL Mtr . IlelMV. . . Eiosttr. v. 1910 1.75 11.©5 18 11 11,65 10,75 20.5 - 160 1V7 197.25 1510 136.3 143 DediseumarU Derllo—Ircmffun a. relegraphtsche Au« »ahlun 1.8 ti.I 11.6 10.9 20.5 165 143.5 184.75 273 165.76 161.5 165,5 ! S.16 M.Oti 169,14 rr.ii 112.27 59.44 2,5« 112.54 81,21 68,99 12,485 ?',3U »1.3 IT M.5 76.7 16«, M 22.05 III.« 5», 80 1,66 US,'n ■O.VJ 68,71 12,425 73.00 163.7» 201 202.13 IM 138 144 280 183.5 4% Ungatifdy ftronenrtr..... lütt RoOarür»« ». 1911 . - Tuasss. eaefcatfcalH.gnl. btiflL Gede II...... ♦vi Rum Ina onDttL »ie. . < . f!i% Sumtaa »olbanL von 1913 51,8 17.1 ' 90.5 । 70.5 3 e o. 1W7 . ' D. enI.-eNM.-6*uJb «h Vu» lss.-Rechien........ 1*1. ohne luilel. Red)!# • . L‘4% Sbfu**« «e»..e •ew * erpt-el . .... 6 LtcifMrrb IU#.......« Saaofl-Reauui .......0 iTieitf. Rafd’me« ...... 6 .....11 Heilizeniratt.l ....... 0 äwei««»..........4 £e±r-r’t...... 9 Retfe .»••«.. 8 .......i 8Martulaei ........ 8 Seiet’ Urion . ....... 8 chedr. Roeder.......10 Betet 6 Haattne,......6 em. .3.75 357.5 362.5 334.25 TranJiabio ....... ■ . 8 147.5 143.25 £*fl6mtn#T * 4o.. .... 10 168.6 166,25 168 |h6.» Buderus ....... . 6 80 11.3 117.13 SO -1 «trbH..... . 6 113,6 lli Gflenet c'emfobte .... . 9 — Ul S :.16a R8.85 169,i'i Buen-Ütetl 1.772 1.773 1,777 Br^^Airnv #8,39 58,51 -8.12 58,54 Ktrt Rud. Leisler Neuenweg 23 Telephon 1573 Gegründet 1886 Hühneraugen Vertilger Totsicher" wirksamstes Radikalmittel! Kreuz-Drogerie Babnbosstrahe 51. JusammeuikrrE der ehemaligen Hessischen Lew ArtMevistert Sonntag, 22. Zull 1928 in Lanssdori zu welcher die Kameraden in Langsdorf alle ehem. Hess. Feld-Artitteristen nebst ihren An- gehörigen herzlichst einladen. DerLundesprö- stbent Generalleutnant von Kleinschmidt wird anwesend sein u. der Mustkverein Niederweisel unt. Leitung des Kameraden Liebau Mitwirken Namittags 2 Llhr Festzug nach dem Festplah --'S LZ; 2 A - c ; Montag letzter Tag meines Saison- Ausverkaufs Reste und Restbestände in Ludwigshafen Zuli 1925 SoimnerstoHen sowie allen anderen Artikeln Größte Auswahl Billigste Preise L.Bernard Plockstraße 16 Sauerstoff in Vefbf., jed. Quant, fof. ab Lager abzug. J. Weisel, ^ss Sonnenstr. 6. Heue gelWfdjige FriWoMi 50 kg mit Sack Mk. 6.75, versendet unter Nachnahme 6M*v 3nfoö Slero-Silliüii. Jriedbcrg / Hessen, Telephon 4402. Zirkus Krone kommt Ein kurzes Gastspiel von nur 4 Tagen. - 17.-20. Juli. Der gewaltige Zirkus, von dem ganz Europa spricht, ist von seiner außerordentlich erfolgreichen Tournee durch Spanien zurückgekehrt. Mit 4 eigenen Sonderzügen 240 Zirkuswagen, mit 80 Ix>wen und Tigern, einer riesigen Elefantenherde, wie man sie noch nicht gesehen hat. 60 Kamelen und Dromedaren und 245 Pferden trifft Zirkus Krone am 17. Juli in GIESSEN ein. Die Eröffn ungs-Vorstellung findet Dienstag, den 17. Juli, punkt 8 Uhr abends statt. Zirkus Krone bringt nicht die altväterliche altbekannte kleine runde Zirkusmanege, wo die nur ständig wiederkehrenden Produktionen vorgeführt werden können. Krone bringt in seiner Riesen- Arena von 75 m Länge ein wirklich nie gesehenes. 96 Schaunummern umfassendes Sensationsprogramm. Seine Manege ist ein gewaltiger grober Ring, eine Rennbahn, in der Krone seine einzigartigen Zirkusspiele zeigt, wo er seinen Artisten, seinen tollkühnen kaukasischen Reitern, seinen verwegenen aftrömischen Rennfahrern und Reitern Gelegenheit gibt, wirklich ihr ganzes Können zu zeigen. Kroncs Elefanten-Revue ist was ganz Neues, das kann noch keiner gesehen haben. 24 dieser enormen Dickhäuter auf einmal in der Manege, diese einzig dastehende Dressur sah man auch noch nie. Und Krone hält, was er in seinen Ankündigungen verspricht. — Krone bringt wirklich, was andere auch ankündigten, aber nicht brachten. — Krone kann jedem tatsächlich dk angekündigten Tiere, alle angekündigten Sensationen zeigen. — Krones Tierpark umfaßt wirklich über 700 Tiere. — Dabei ganz volkstümliche Preise von Mk, 1- bis Mk. 7 -, und nur Sitzplätze. Zu haben an den Zirkuskassen. Krone kommt, und Krone kommt mit seinem ganzen Troß an Menschen u. Tieren. Zirkus-Festspiele 17. bis 20. Juli finden Sie in größter Auswahl bei G/ESSEN*MAV<5ßURG ICT Nr. 164 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 14. Juli (928 Bau eines Markttaubengebäudes in Gießen. Kein städtisches Gelände im Erbbau für eine Zahnklinik der Ortskrankenkaffe. • Vietz-n. 13 Juli 1928. Do» Stadtparlament fand sich heute nach etwa zweiwöchiger Arbeitsruhe bereits wieder zu einer Sitzung zusammen. Es handelte sich dabei um das Drobreinemachen vor den Ferien, die mit dem Ende der gestrigen Sitzung begannen und acht Wochen dauern werden. Trog der reichhaltigen Tagesordnung gingen die Verhandlungen flott oon- ftalten, so daß die ösjenlliche Sitzuno nach etwa dreistündiger Dauer bereit» gegen 7 Uhr geslylossen werden konnte. von den wichtigen vorlaaen ist vor allem das Projekt eines Morktlaubengebaudes hier hervorzuheben, dos nach Begründung und kurzer Aussprache einstimmige Annahme fand. Durch die- ses Bauvorhaben wird cs möglich sein, in abseh« barer Zelt die mancherlei Klagen der Marktinter- essenlen über unzulängliche Unterbringungsoerhält- niste bzw. Beeinträchtigung der Qualität der Waren durch Willerungseinslüste abzustellen. In glücklicher Verbindung mit diesem Projekt hat es die Stodtbau- verwaltung ermöglicht, bei dieser Gelegenheit auch eine Anzahl Kleinwohnungen zu schaffen, sw dost also „zwei Fliegen mit einer Klappe durch dieses Projekt getroffen werden. Wenn auch von einem Mitglied des Marktausschusses zunächst einer gewissen Verstimmung dieses Ausschusses Ausdruck gegeben wurde — weil der Ausschuß vorher nicht gefragt worden war — so ist es doch erfreulich, daß die einstimmige Annahme des Projekts hierdurch nicht behindert wurde. Nach den vorliegenden Plänen und Skizzen und nach den in Aussicht stehenden weiteren städtebaulichen Möglichkeiten kann man diesen Bauplan der Stadt nur begrüßen. Da- zweite wichtige Ereignis der Sitzung war die nochmalige Beratung des Baugelände- konfliktS mit der Allgem. Ortskrankenkasse und die Entscheidung des Hauses in dieser Angelegenheit. Was wir zu dieser Sache kritisch zu sagen hatten, ist in unserem Artikel . 3d ff ragen der Gießener Kommunalpolitik" im Gieß. An> Ar. 158 vom 7. Juli zur Genüge ausaesührt worden. Diese Stellungnahme konnte auch durch die gestrigen Erörterungen und die dabei von den Vertretern der Sozialdemokratischen Fraktion gemachten Ausführungen nicht geändert werden. Wenn Stadtv. Mann dabei hervorhob. cS sei unrichttg. von einer kostenlosen Hergabe deS GcländeS zu sprechen, denn es solle ja für das Land ErbbauzinS gezahlt werden, io möchten wir zunächst daraus Hinweisen, daß man auch im Stadtparlament in der vorigen Sitzung von einer .kostenlosen Hergabe" gesprochen hat, so daß man als Außenstehender doch annehm en mußte, daß auch der sonst natürlich übliche Erbbauzins hier in Fortfall kommen solle. 3m übrigen aber wäre der Zinssatz von etwa 2 Proz. des Grundstückswertes doch so bescheiden gewesen, daß man mit gutem Grund auch hierbei noch eine untragbare Vergünstigung der feuerfreien Ortskrankenkasse gegenüber steuer- -ahlenden Bürgern hätte behaupten müssen. Die Mehrheit deS Stadtparlaments ließ sich denn euch durch die Reben von der linken Seite des Hauses her nicht beirren und lehnte es ab, der Ortskrankenkasse die Vergünstigung des Erbbaurechts für ein Gebäude mit Zahnklinik zu bewilligen. Damit hat die Mehrheit der Stadtver- Lrdncten eine Entscheidung getroffen, die gerecht unb billig ist und die vor allem der grundsätzlichen Bedeutung de er Angelegenheit in gebührender Weise Rechnung trägt. Sitzungsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Dr. Keller, Sürgcrmcifter Dr. Frey, die Beigeordneten Dr. chamm, Iustizrat Dr. Rosenberg und Kam- werzienrat K l i n g s p o r. sowie 34 Stadtverord- rete. Der Zuhörerraum ist nur schwach besetzt. Errichtung eines Marktlaubengebäudes. Auf Antrag der' Stadtverwaltung wird einstim- nifl beschlossen: Die Errichtung eines Wohngebäu- Ses mit Marktlauben in der Marktlaubenftraße nach Sen vorliegenden Plänen wird genehmigt und der erforderliche Kredit in Höhe von 344 600 Mark aus Mitteln der Sondersteuer zur Verfügung gestellt. Stadtv. Mann (Soz.) als Berichterstatter teilt mit, daß das neue Marktlaubengebäude auf dem fädtischen Grundbesitz gegenüber den jetzigen Marktlauben errichtet werden soll. Nach dem Kanzleiberg zu soll der Anschluß an das Hoch- fättersche Haus hergestellt werden. Für spätere Zeit bieten sich hierdurch auch Möglichkeiten zur besseren Ausgestaltung des Lindenplatzes, etwa durch Zurückziehung Der Häuser am Kirchenplatz und Erweiterung der. Durchfahrt vom Kirchenplatz nach dem Lindenplatz, sowie durch Umgestaltung der Cchloßgaste, diesen ganzen Stadtteil neu und besser als jetzt zu gestalten. In dem neuen Gebäude werden 12 Marktlauben und 15 Wohnungen, außerdem ein großer Laden und eine Bedürfnisanstalt für Männer und Frauen errichtet. Durch diesen Dau vird dem Wunsche nach überdecktem Raum für Marktzwecke auf absehbare Zeit entsprochen. Da di« umliegenden Gebäude bis auf eines bereits im städtischen Besitz sind, dürften, der späteren Errich- ting einer Markthalle keine Hindernisse mehr ent- ßegenstehen. Ferner dürste nach der Erstellung die- les Baues die Möglichkeit bestehen, von den neuen bis zu den alten Marktlauben eine Ueberdochung herzustellen und durch Schließung dieser Sttaße für ixn Verkehr eine Markthalle zu schaffen: freilich ist das heute noch Zukunftsmusik. Die Geldmittel für dm jetzigen Bau stehen aus der vom Staate nach- ttöglich überwiesenen Sondersteuer zur Verfügung. Heute handelt es sich darum, mit der Genehmigung freies Projekts den (Bambftein zu einer Bereini- der Stadtbildoerhältniste in dieser Gegend zu In der Aussprache stimmen die Stadtv. Profestor £r. Krausmüller (Dt. Dp.), der die erwähnte Überdachung von den neuen bis zu den bisherigen öarttlauben möglichst bald hergestellt sehen möchte, rw Balzer (Mittelstandspt.) dem Projekt zu. ^taotn. Schmieder (Dt. Vp.) beanstandet, daß ** Marktausschuß, dem doch so vielerlei Wünsche zLaingen, vor der Ausarbeitung des Projekts nicht zehort worden sei. Beigeordneter Dr. Hamm er- Hart, daß mit dem Bau so bald nicht begonnen und rCr L.°nn QV$ "'cht mehr bis zum Herbst in der geplanten Weise vorangebracht werden könne, wenn Mn auch erst noch der Marktausschuß gehört werden solle. Der Bauausschuß hat sich mit dem Pro- jekt bereits befaßt und es gebilligt. Darauf faßt das Haus den oben erwähnten einstimmigen Beschluß. Der Geländcsircil mit der Ortskrankenkasse. Sine lange Aussprache entspinnt sich wieder um die Frage, ob der Allgem. Ortskranlen- kasse Baugelände im Erbbaurecht für ein Verwaltungsgebäude mit Zahnklinik abgegeben werden soll oder nicht. Stadtv. M o o s d o r2s (Soz.) weist in seiner Eigenschast als Vorsitzender der Ortskrankenkasse auf deren soziale Leistungen für ihre Mitglieder hin und sagt, die Ortskrankenkasse leiste mehr als die Ersah- und Innungslrankerckaslen. Der Redner polemisiert damit gegen die Stadtv. Löber (Dl. Bp.) und Schulz (Fr. Dgg.) über das Ausmaß der Kas- senleiftungen. die ihrerseits als Dertreter von Onnungs- bzw. Ersatzkrankenkassen dem Stadtv. M o o s d o r f entgegentreten und die Leistungen ihrer Kassen als besser und günstiger für die Versicherten Herausstellen. Zu der Gelände-An- gelegenheit selbst wird von den Stadtv. R i c o - lauS (Mittelstandsp.) und Horn (Dt. Bp.) erklärt, daß ihre Fraktionen auf der in der vorigen Stadtverordnelensihung eingenommenen Stellungnahme verharren, 'also städttfches Gelände im Erbbau für ein Verwaltungsgebäude mit Zahnklinik nicht bewilligen können: dabei handele es sich in keiner Weise um einen Kampf gegen die Ortskrankenkasse als solche, sondern um eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung. Wenn die Ortdfranlenfaffc das fragliche Gelände von der Stadt zum üblichen Preise käuflich erwerben wolle, so habe niemand etwas dagegen, und dann könne ja die Ortskrankenkasse mit ihrem Eigentum nach Belieben Der» fahren. Dieser Standpunkt wird von den Stadtv. Schulz (Fr.Vgg.) und Löber (Dt. Vp.) im weiteren Verlause der Aussprache noch einmal betont, wobei Stadtv. Loder u. a. nachdrücklich hervorhebt, hier handle es sich um den Ansang einer Sozialisierung und Kommunalisierung, wenn dem Ersuchen der Ortskrankenkasse zugestimmt werde. Die Stadtv. Mann (Soz.), MooSdors (Soz.) und Beckmann (Soz.) treten für die Bewilligung der Grbbau-Der- günftigung an die Ortskrankenkasse ein, wobei Stadtv. Mann (Soz.) il a. erklärt, eS sei unrichtig. wenn in dieser Sache geschrieben worden sei. das Gelände solle kostenlos an die Ortskrankenkasse abgegeben werden, denn tatsächlich bleibe das Gelände Eigentum der Stadt und dafür sei ein Erbbauzins zu zahlen. Stadtv. L. Mayer (Dem.) erklärt, seine Fraktion stehe auf dem Standpunkt, daß die Stadt das Gelände im Erbbau geben könne, wenn die Ortskrankenkasse darauf ein Verwaltungsgebäude mit modernen Einrichtungen schaffen wolle: anders sei es, wenn in diesem Gebäude auch ein Unter* nehmen in der Art der Zahnklinik geschaffen werden solle, die Ortskrankenkasse also das Heilverfahren selbst auszuführen beabsichtige, das nicht zu ihren Ausgaben gehöre. Da die demo- krattsche Fraktton den Bau eines reinen Verwaltungsgebäudes unterstützen möchte, die andere Absicht der Ortskrankenkasse aber nicht billigen könne, so werde sie sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten. Ein Schlußantrag, gegen den nur die sozialdemokratische Fraktton stimmt, während die Mehrheit dafür ist, macht der Aussprache ein Ende. An der A b st i m m u na nehmen auch die Mitglieder der Stadtverwattung teil, wobei eine Spaltung deS Magistrats eintritt. Mit 20 gegen 18 Stimmen wird ein Antrag der Mittelstandsfraktion angenommen, in dem bestimmt wird, daß bei der Abgabe von städttschem Gelände im Erbbau an die Ortskrankenkas e diese auf dem Grundstück nur ein Gebäude errichten darf, das reinen Verwaltungs-Wecken dient und daß jede darüber hinausgehende andere Einrichtung, die gewerblichen Zwecken (also die Zahnklinik) dient, verboten ist. Für d'esen Eintrag stimmen die Fraktionen der Rechten und die Mittelstandsfraktion, sowie die Minderheit deS Magistrats: dagegen stimmen de sozialdemo- krattsche Fraktton und die Mehrheit der Derwal* tungsmitglieder. die aber zusammen in der Minderheit bleiben. Die Demokraten enthalten sich der Stimme. Anbau des Kulissen Hauses. Für die Fertigstellung des Kulifsenhauses und die notwendige Erweiterung der Schrninerwerk- ftätte im Stadttheater wird ein Kredit von 15 500 Mark bewilligt. Der Berichterstatter teilt mit. daß beabsichtigt ist, die Theaterkasse in das neugeschaffene Kulissenhaus zu verlegen, die Q3ertoaltung8räume des Theaters aber im Stadttheatergebäude selbst zu belassen. Voranschlag bet Plockschen Stiftung. Dieser Voranschlag für 1923 wird m Einnahme und Ausgabe mit 1371,97 Mk. genehmigt. Reue Ortssahungen. Zugestimmt wird: einer Ortssatzung und Pvli* zeivervrdnung bett, die Absuhr von H a u S- in ü 11 (eine» Stunde nach der Abholung des Mülls müssen in Zukunst die Müllbehälter von der Straße wieder verschwunden fein); demDe- bauungsplan und der Ortsbausatzung für das Eichgärtengebiet; dem Bebauungsplan nebst Orlsbausatzung für Oie Straße .Hinter den Schiehgärten". 5 chankkonzesfionsgesuche. Befürwortet werden die Konzessionsgefuche: für das Hasso-Rhenanenhaus. Burggraben 9; Willy Keller, Licher Straße 29; Gustav Müller, Kaiserallee 20; Walter Run-Heimer. Ludwig- strahe 55; Peter Sauerborn, Plockstraße 5: Ludwig Wenner, Sonnenstr. 29; Ottmar Zöller, Brandgasse 8, nicht befürwortet wird das Gesuch von Fritz Adami. Marktstr. 5, zum Aus- schaick von Branntwein und dessen Verkauf über die Straße. Saugesuche. Die Daugesuche des Eisenbahner-Heimstätten* Vereins und des Otto Georg zur Errichtung einer Autohalle auf dem Grundstück Alicenftraße 1 werden antragsgemäß genehmigt. Vergebung von Arbeiten und Cicfcruugen. Die Erd-, Maurer- und Detonarbeiten für den An- und Umbau der Gewerbeschule werden an die Firma Birkenstock & Schneider. Gießen, zum Angebotspreis von 53 154.60 Mark vergeben Bei dieser Gelegeicheit wird gesprochen über die bis letzt noch nicht zum Abschluß gekommenen Verhandlungen über den Ankaus des Ge- werbehauseS durch die Stadt, und empfohlen, diese Verhandlungen auf einer für beide Telle annehmbaren Basis doch baldmöglichst zum Abschluß zu bringen. Die Liescrung von 28 Eisenbetonmasten zum GesamtpreiS von 3 534 Mk. wird der Firma Duisburger Zemenlwarensabrik Carstanien & (So. in Duisburg übertragen. Die Verrechnung erfolgt zu Lasten des Elektrizitätswerkes. Die Verlegung der Gasrohrleitungen in den neu auszubauenden Straßen in den Eich- gärten wird genehmigt und der erforderliche Kredit von 10 000 Ml. bewilligt. Die Gußrohre sind von dem Deutschen Gußrohrverband m Köln zu beziehen. Stadtv. S ch w i e d e r (D. V.) bringt bei dieser Gelegenheit die Klagen au6 der Bürgerschaft über den geringen Gasdruck in den Hauptkonsumzeiten zur Sprache, andere Mitglieder dos Hauses stimmen chm bei. Bei- georbneter Dr. Hamm erkennt die Berechtigung ieser Klagen an und betont, das Rohr vom Gasbehälter bis zum Druckrohr sei gegenüber dem außerordentlich stark gestiegenen GaSkonsum zu gering dimensioniert. Die Beseitigung dieses Mangels koste aber soviel, daß die Angelegenheit nur bei dem Reubau des Gaswerks oder der Einrichtung der Ferngasversorgung erledigt werden körme. Inzwischen sei aber eine Zwischenlösung gefunden wvrdcn dadurch, daß im Zusammenhang mit der kommenden Gasversorgung von Wieseck eine neue Druckleitung in der Ostanlage an das städtische Gasrohrnetz angeschlossen werde, wodurch auch der Gasdruck in der Stadt selbst eine Besserung erfahre. Diese Besserung werde schon zu Anfang der nächsten Woche ein treten, und er hoffe, daß dann die Klagen der Hausfrauen verstummen würden. Die Verlegung der Wasserrohrleitun - g e n ln_ den neu auszubauenden Straßen in den Eichgärten wird genehmigt und der erforderliche Kredit von 11000 Mk. bewilligt Die Gußrohre sind von dem Deutschen Gußrohrverband in Köln zu beziehen. Für die Beschaffung von Kabeln werden zusammen 62 200 Mark zu Lasten des Voranschlags des Elektrizitätswerkes für 1927 zur Verfügung gestellt. Die Lieferung wird den Vereinigten Zünder- und Kabelwerken, Meißen, übertragen. 5ür die Beschaffung des zur Schweißung von Schienenstößen erforderlichen Materials (Thermit) wird ein Betrag von rund 4500 Mark zu Lasten des Voranschlags der Straßenbahn für 1927 genehmigt. Die Lieferung des erforderlichen Materials wird der Slektrv-Thermit G. m. b. H. Derlin-Tempelhof übertragen. Sür die Beschaffung von 350 Holzmasten wird ein Betrag von 13 000 Mark zu Lasten des Voranschlags des Elektrizitätswerkes für 1928 be- toiirigt Di« Lieferung wird der Firma Katz & Klumpp in Gernsbach übertragen, wenn die Verwaltung sestgestelll hat, daß die in Aussicht genommene Lieferfirma mit ihrem Personal im Lohntarifverhättnis steht. Kreditbewilligungen. Für die Beschaffung einer Schreibmaschine für daS Bermessungsamt wird ein Kredit von 300 Mark bewilligt. Der Anschaffung eines Karteipultes für die Stadtkas e wird zugestimmt. Kostenpunkt 680 Mk. Die Lieferung wird der Firma Heinrich Roll übertragen. Für die unentgeltliche 2Tbgabe von Fichten- berbftangen im Gesamtwerte von 350 Mark an den durch daS ilntoetter im Januar schwer geschädigten Dadeanstaltsbesitzer Phil. Müller wird der erforderliche Kredit zur Verfügung gestellt. Für die Beschaffung von Regenschuhkleidung für die ständigen Außenarbei- t e r bei dem Stadtbauamt wird ein Betrag von 1300 Mark bewilligt. Die Ausstellung von vier Gasheizösen zur Beheizung der Kapelle auf dem neuen Friedhof wird beschlossen und der erforderliche Kredit in Höhe von 2100 Mark genehmigt. Der zur Herausgabe eineS botanischen Leitsadens durch die städtischen Anlagen und Friedhöfe in einer Auflage von 2000 Stück erfordcr^.che Kredit von 500 Mk. wird bewilligt. Dieser Leitfaden soll in den Schulen abgegeben werden und auch im Buchhandel zu einem geringen PreiS zu haben fein. Für die Einrichtung von zwei weiteren Tennisplätzen an der Straßenbahnschleife wird ein Kredit von 10000 Wk. zur Verfügung gestellt. Die Sladtkasse-Rechnong für Rj. 1924 schließt in der De t r ie b s r echn u n g mit 3 762 237,99 Mk. Einnahmen und mit 3 747 251.13 Mart 'Ausgaben, m der Vermögensrechnung mit 1 552 556.65 Mk. Einnahmen und mit 1 493 713.23 Wk. Ausgaben ab. Die Rechnung wird glatt genehmigt. Die Rechnung des Wohlfahrtsamtes für 1926. Die in Einnahme mit 1 4666 390.68 Mk. und in Ausgabe mit 1 465 107,46 Mk. abschließende Rechnung des Wohlfahrtsamtes für 1926 wird ebenfalls glatt angenommen. Die Rechnung des Städtischen Elektrizitätswerks für 1926. Die in Eickßahme mit 1 706 784.79 Mk. und in Ausgabe mit 1 707 202.58 Wk. abschließende Rechnung des Elektrizitätswerkes für 1926 wird nicht beanstandet. Schluß der öffentlichen Sitzung. Sprechstunde« der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. M njeigenaujträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Der Fremdenverkehr in (Ziehen im Winter 1927/28. 3n der Zeit vom 1. Oktober 1927 bis 31. März 1928 wurden in Gießen insgesamt 18 111 (in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1927 gleich 17 395) angekommene Fremde ge- zählt. Don den 18111 Fremden beanspruchten eine bis drei Uebernachtungen im Oktober 3149 Personen, im November 3110, Dezember 2127, 2en Karphaien. Kappfteln. Umfteigen sollten wir uns zwar auch in einem O-Zug befinden: nur merkten wir das nicht. Wir erinnerten uns peinlich der Eisenbahnfahrten in Deutschland während der Notzeit. Aus Kohlen- und Fabrikstädten gelangen wir in grüne Berglandschaft. Erste Rast im ehemals deutschen Städtchen T eschen, jetzt Tesin. Deutsche Namen an den Läden, deutsche Bedienung im Hotel. Spaziergang zur Brücke über die Olsa, schon sperren polnische Beamte den Weg. Der Fluß bildet die Grenze zwischen Polen und der Tschechoslowakei. Zwei Drittel, der schönere Teil der Stadt, sind polnisch. Die blauen Linien der Beskiden, zum Karpathenzug gehörig, bannen den Blick. Die Sisenbahnfahrt führt durch engemgeichnlltene Täler an schaumenden Dergwassern, über den Iablonkapaß. vorbei an keck auf Felszinnen gebauten Schlohru.nen. Slvwakendörsern mit schornsteinlosen Zwillingshütten, freundlichen Städten. Zigeunerzelten, übet die Liptauer und Poppertal- Hochebene, den gewaltigen Umriß bet Hohen Tatra zur Linken, die sanfteren Berge der Niederen Tatra zur Rechten. Station Strba. von hier keucht eine Zahnradbahn nach Strbsks Pleso, dem Esorber See. Ein Glanzpunkt decTatra^ 1350 Meter hoch, drei Hotels, ein paar Villen: alles behnbet sich in der Hand des Staates'. Also wird auch ftreng auf die Staatssprache gehalten. Man kann nach Belieben lururiöS oder touristenmähig leben, rS herrscht -feiö* strenge Kleiderordnung wie in den Speifesälen der Schweiz. Bergsteigerinnen legen nicht einmal bie männliche Kleidung ab. DaS ist nicht schön, doch oft unvermeidlich. In einem Heim des Touristen Vereins lernt man bei mäßigen Preisen die vorzügliche tschechische Küche kennen mit ihrer Vorliebe für Paprika, ihren Zwetschen- kirödeln und der ausgeklügelten Garnierung des hier eingeborenen Ltptauer KäseS. Der Esorber See mit mächtigen Wäldern und dem ft arten Kranz der ragenden Bergriesen, kahl, phantastisch zerklüftet, ist heroische Romantik. Wilder noch bet zwei Stunden entfernte Pop - Per-See unter bet Meeraugspitze, zwischen Felstrümmern, Geröll und Wasserstürzen. DaS Gegenbild ist Schmecks. heute Smokvee, ungarisch „Tatrafüred". Sin Idyll. Blumen. Wald- Himbeeren, Wacholder. Auch diese gany tannen- umrauschte Siedlung in einer Hand. Doch nicht staatlich. Gründung einet Bank in einer bet deutschsprachigen Städte deS Zipset Landes. All« Tatra-Sommerfrischen sind ähnliche Siedlungen für Fremde, Gesunde oder Kranke, nicht wie im Riesengebirge Dorfgemeinden mit ei gen wüchsigen Menschen. Die Kurdirektion verwaltet den Betrieb. So wohnt man auch in Schmecks uzt eleganten Hotel ober in einem der Landhäuser, die in dem 1000 Meter hohen Waldpark verstreut liegen. Den ganzen Tag bescheint ihn die heilkräftige Höhensonne. Alle Welt spricht hier deutsch: selbst die Blumen, die. verschwenderisch und künstlerisch ab» gestimmt, die Anlagen schmücken, sind deutschen Ursprungs, bezogen vom wellbekannten Stauden» Förster bei Sanssouci. Deutsche Männer andern Karpathenverein haben vorbildlich die Wege markiert und dicht unter den jähen Wänden des Hochgebirges die Schlesische Hütte erbaut. Erne Wienerin verwaltet fle. Der Schle- Gegen Gichi, Gtein- U. Gtoffwechsettei-en. Ermäßigte Pauschalkuren (mindestens) 3 Wochen: Pauschalpreis Mk.-ISS,-. Bewilligung v. Kredttluren auf Antrag Jm Kurhaus: Wochenpauschalpreis M. 80,50; im Ba-ehof. Wochenpauschale Mk. 105,--. Auskunst auch über Hauskuren durch die Dadeverwaltung. i F > Besucht deutsche Vüdev und Gommevsetscheuk Schlitz! Wenn die Hände ruben von de» Werktag» Last Und Erquickung du suchst von städtischer Hast, Dann sehnend Die Seele zur Ferne dringt, Wo Mutter Natur sie erfrischend umschlingt. Wtr kennen ein Blätzchen. da» Gotte» Hand In unendlicher Güte setzte in» Land. Wo Quellen geschwätzig sprudeln und springen Und Böglein dir goldige Lieder singen. Wo bald du vergissest de» Alltag» Spur In gottgesegneler sel'ger Natur. Wo die Stunden dir fliehen in kindlichem Glück Wo du träumst dich in Märchenländer zurück. Wo fröhlich die Angel du wirfst vom Gestade, Wo der Schlitzfluß dich lockt zu erauickendem Bade. Wo Eichen rauschen ein uralte» Lied, Wo ein Sehnen dich bt» in den Himmel zieht, Ein heilige» Sehnen.-- O still'» und komm' In der Schlitzer Wälder herrlichen Dom. Luftkurort Schlitz — altberühmt. Prospekt durch BerkehrSverein Schlitz (Cberbeffeni. UIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlUUlllllllllllllllllltlllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIL* Prospekte durch bie Kurverwaltung ! = 468 id = HiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiimiiiiiiimiiiir: Bad Setters (SberheKeu) ermöglicht es jedermann, auf Grund der preiswerten Pauschalkuren, feine Grholungszeit in den reizvollen Bergen und Wäldern Oberhessens zu verbringen. ^ber-, Sollen-, Sein altbewährter "cncvlUUV , Darm-, Frauenleiden sowie Gioffwechselstörungen, Ischias und Rheumatismus, Pauschalpreise im ganz neu erbauten und modern eingerichteten Kurhause, Pension (einschließlich Nachmittagskaffee), Däder, Trinkkur usw.: 3 Wochen Mark 145.-, 2 Wochen Mart 100.-, 1 Woche Mark 55.- Domäne Schiffenberg Telephon 183 Telephon 183 Schönster Ausflugsort Gießens. Herrlich mitten im Walde gelegene histor. Stätte au» 1129 mit prächtiger Aussicht. 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Der Weg führt uns durch die Otte Sichertshausen und Bellnhausen: hier überschreiten wir die Lahn und gelangen bald nach Fron- Haufen mit interessantem Kirchturm (gute Unterkunft). An einer uralten mächtiaen Dorflinde vorüber geht unsere Strafte durch Odenhaufen an mehreren großen Steinbrüchen vorbei, teilweise dicht an der Lahn her, nach Ruttershausen, wo wir den Fluft wieder überschreiten, um über Kirchberg nach unserem Endziel Lollar zurückzukehren. Dauer der Wanderung 4'/, Std. Reisewinke. Löst Fahrkarten im voraus! Wie oft ist es schon vorgekommen, daft Reifende ihren Zug noch erreicht hätten, wenn sie beim Eintreffen auf dem Babnbofe nicht eine lange Reihe Personen an den Fahrkartenschaltern anstehend vorgefunden hätten, so daft sie verspätet aus den Bahnsteig gelangten. Die« tönnte vermieden werden, wenn die Reisenden sich Fahrkarten im voraus lösen würden. 3m allgemeinen weift wohl jeder mindestem« einige Tage vorher, wann er eine Reise antreten wird, und in den Reisebureau« sind Fahrkarten für alle vier Waaenklassen ohne Aufschlag zu haben. Die M. E. R.-Bureaus verkaufen die Fahrkarten ebenso wie die Platzkarten bereit« vom dritten Taae vor dem Reisetage ab. Die viertägige Gültigkeit der Fahrkarte rechnet dabei natürlich erst vom Reisetage ab. Bettkarten für die Schlafwagen sind jedoch schon in Verbindung mit Fahrkarten 14 Tage vorher erhältlich. Wer mehr als 600 Kilometer reift, sollte sich an Stelle der Fahrkarte ein Fahr- 'cheinhest lösen, dessen Ausgabe nicht an die dreitägige Frist vor dem Reisetage gebunden ist und auch die Beguemlichkeit der 60tägigcn Gültigkeit bietet. Aust er dem kann mit einem Fahrscheinheft die Reise beliebig unterbrochen werden. Don deutschen Bädern. 3m Salzschlirfer Kurpark. Als ob Blütenkelchen leise und behutsam der Sonnenstrahl wieder entstiege, den sie tag-über in sich gesogen, flammen in Grün und Rot, den fröhlichen Farben des Sommer«, aus den Rasenflächen de« Park« Hunderte von kleinen Lichtern auf. In Dusch und Strauch blühen Feuerdolden. Die groften, ernsten alten Bäume neigen die Kronen dem fremden, fernen Licht da unten zu: ein zärtlicher Wtnd fhielt in ihren Blättern. Grüngoldene Dämmerung löst die Dinge au« strengen Konturen, m verklärter Unwirklichkeit fchim nert der abendliche Garten Fustwege lau’cn tote silberne Flüsfe du d> dae hd)t -,c Grün, und zum Schattentanz der Zweige und Blätter spielt, gedämpft, da« Orchester. Sine mu'ikbc Landschaft. Durch ein GlaS edlen Wein« betrachte ich. wie durch ein Pri-rna. die Men- fchen um mid). Gelöst vom t Alltag«, unbeschwert von Kran.heil und Sorgen, gebunkenlvS. bedenkenlos froh, sitzen sie. ernt'* finden — beglückt wie ich - die Bewegung de« Licht« auf der Rasens läch Illumination? Arranolerte Ratur? — Oh nein! Unsere Herzen sind illuminiert, unsere Sinne erleuchtet! Dte« Gla« auf da- Wohl meiner unbekannten Freunde. (Sin Paar beginnt zu tanzen, um die Wette mit dem Licht. Ihm folgen andere. Die weiften Kleider der Frauen lächeln au« dem Grün des Waldes. Der Wen'ch ist in den Rhythmus der Lichtwiefe einbezog.tu Die leuchtet noch, wenn da« letzte Gla« geleert, wenn der letzte Geigen- tim verklungen, der letzte Schritt verhallt ist. Dann redet die lebendige Stille der wundertätigen Ratur Lichter im Kurpark erlölchen. Kirche und Gchule. Evangelisch» lutherische .Konferenz für Lberhcffen. ri. (Brünberg, 13.Juli. Die seit Jahrzehnten, so versammelte sich auch diesmal die L u t h e r i s ch e Konferenz für Oberhessen hier im Gasthaus „Zum Hirsch" zu ihrer zweitägigen Sommer- togung. Nach der von Pfarrer Clotz (Hoizhausen v.d. H.) gehaltenen Eröffnungsandachl und Der Be- gruftung durch den Vorsitzenden, Pfarrer Nebel (Laubach), gedachte man zunächst des 60. Todestages des groften hessischen Theologen Üluauft Dilmar: Stiftspfarrer Lic. Schorlemmer (Lich) zeichnete in einer Ansprache ein Charakterbild diese» groften Kirchenmannes und seiner gerade jetzt wieder zu neuer Geltung kommenden Theologie. Daraus hielt Pfarrer (El o fe (Frischbarn) einen Vortrag über einen der groften Führer der gegenwärtigen Theologie. Karl Barth, und würdigte in lichtvollen Ausführungen seine theologische Stellung. Die Abendandacht hielt Pfarrer S c r i b a (Wetterfeld). Ein Referat des Mifsionsvertreters Pfarverwalters Draudt (Nieder-Erlenbach) gab bis in die späten Nachtstunden hinein Veranlassung zu einer ergiebigen Aussprache über die Leipziger Mission und den oberhessijchen lutherischen Missionsverein. Der zweite Tag brachte nach der van Pfarrer Schmidt (Schlitz) gehaltenen Morgenandacht einen Vortrag, in dem Pfarrer Nebel (Laubach) aus feiner reichen 45jährigen Amtserfahrung über seelsorgerliche Gedanken und Erfahrungen sprach. Beide Vorträge der Tagung fanden ihre Ergänzung in einer lebhaften Aussprache. Spiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Geschlossen vom 1. Juli bis 11. August 1928. Erste Dorstellung nach den Ferien 12. August: Der Troubadour. Schauspielhaus. Sonntag. 15. Juli. 16.30 biS gegen 18.30 Uhr (im Waldtheuter des Stadions): Der Widevspenstigen Zähmung. 20 616 22.30 Uhr: SchinckcrHannes. Montag, 16. Iull, 20 bi« gegen 22.30 Uhr: Torquato Tasso. DienS- lag, 17. Juli, 20 bis gegen 22.15 Uhr: Vinzenz Fettmilch. Mittwoch, 18. Juli, 20 bis gegen 22.15 Uhr: Vinzenz Fettmilch. Donnerstag, 19. Juli, 20 bis 22.30 Uhr: Torquato Tasso. Freitag, 20. Juli, 20 bis 22.30 Uhr. Torquato. Tasso. SamStag. 21. Juli, 20 bis 22.30 Uhr: Da« Kätzchen von Heilbronn Sonntag. 22 Iull, 19.30 b-.e 22 Uhr Liliom Bllmtag. 23. Iull, 20 bi« 22.30 Uhr: Tänzer im Fasching Äriefkasten der Redaktion. tRcchtsgutachten sind ohne Lerdindiichkeit der Schriftleitung) 1. W. iu St. Wir empfehlen Ihnen, sich wegen zunächst mit der fraglichen Lebensversicherunasbank m Dribindung zu sctzcn und bei ihr anzusragen, in welcher fiobe sie aufwertet, und wann sie den Betrag auszahlen wird. Erforderlichenfalls wenden Sie sich noch einmal hierauf an uns Aus öem Amtsvcrkündigungsblatt. • Das Amt»ocrkündigungsblatt Nr 51 vom 13. Juli enthält: Kreisvorani-tiiag 1928. — Di« Einfuhr von Kirschen nach Schottland - Straften- fperre-Sufhebung — Bürgerknnde in der Fortbil- dungsfchule. — Feldbereinigung Londorf. — Dienstnachrichten Kirchliche Nachrichten. Coongeliidjc Gemeinden Sonntag, den 15. Juli. 6. Sonntag nach Xrinitati». Stadtkirche. K Uhr Pfarrer Ausseld: Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Mattbausgemeinde: 9.30: Pfarrer Becker: 11: Lindcrkirche für die Mar» kusgemeinde: Pfarrer Becker. — Zohanneskirche. 8: Pfarrer Bechtoloheimer. Christenlehre für die Neu» tonfirmierten aus der Cufnegcmcintie; 9.30: Pfarrer Ausseld: 11: Kindcrkirche für die Iahannesgemcinde: Pfarrer Ausfeld: 8: Bibelbefprechung im Johannes» faal: Pfarrer Ausfeld. — fiapcUe des Allen Friedhof». 9.30: Pfarrer Lenz: Christenlehre für die Neu» fonfirmicrten aus der Luthergemeinde. — Elisa- belh-Kleinkinderschulc (Wetzlarer Weg). 9.45: Pfarrer Bechtolsheimer — Wicfcrf. 9.30; 10.45 Christenlehre. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Christenlehre für di« fonfirmierte männliche Jugend: 1.30: Mainzlar — haufen-tBarbcntcid). 10. Hausen; Christenlehre: 1: Garbenteich. — Öaftcnborn-Steinberg. 10: Predigt; 11: Christenlehre. — Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend, 12.45: Stiftspfarrcr Tic. Schorlemmer: Fcstgottesdienft anläßlich des städtischen Iugendsestes. katholische Gemeinden. Samstag, den 14. Juli. Gieften. 4.30 und 7 Uhr: Deichte. Sonntaa, den 15. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten, (Dieben. 6.30 Uhr: Beichte: 7. Messe: Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 2: satrarnentalische Bruderschaftsandacht. 2.45: Jungfrauentongregation. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Eomttaasdienftd.Aerne u. lluotürfm am 15.7.28 Dr. Schäster. Dr. Bloch. Hirfchavothefe. Zahnarzt: l)r. Metz. ’D Im Jublläumejahre unserer Firm» haben wir es uns angelegen sein lassen, unseren alten, treuen Kunden etwas ganz Hervorragendes zu bieten. 6608D Rosen-Kölnisehwasserseile JnÄnr ist eine Seife, die nur aus den reinsten Rohstoffen hergestcllt und erstklassig parfümiert ist. so daß sie die größten Ansprüche u.den verwöhntesten Geschmack befriedigt P. Job. 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