llr. 138 Erft« Blaff 178. Jahrgang Donnerstag, 14. Juni 1928 Erich«,,, ,Af hdt.a^n Sonntag» m» 5wrtags 6di«e«i. ®iefcexa 3»*tfkxM4rtt! ßrtinal t» Bild tH« Schoss Dloiet»-Beje|*#rcü; 2 9teid)»earii «nb 30 fReid)» Pfennig ftr IrAgt» lohn, auch bei Ntchter- schetnen dnjeln«r9hwnmen, infolge höherer DewaU. Fernsprechanichiasse: 61, M nnb 112 Anschrift ftr Drahtnach- richte«: awjeiget Oletze«. plfcheckloitt»: SranfTnnamineln 11 CM. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ünid „d Verla-: vrSHI'sche Uirtöer1it8tsiBi<^ nb Steindriderei H. Lauge tu Stetzeu. Sd)riftletamg und Ges-ästrftelle: Zchulffratze I. 3«a«h»e von Injeigen für bi« Iflgetnummtr bts zum Nachmittag vorher. Preis |er | mm höhe für Unze,gen von 27 mm Brett« örtlich 8, auswärt« 10 Reichspfennig. für fRe« kiameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvors-Hnsi 20*, mehr. Chefredakteur Dt. Fried, Wilh Lange. BerantwonUch für Dclmk Dr. Fr Wilh Lang« für Feuilleton vk h Thyrcot, für den übrigen led Ernst Biumschein; für den Anzeigenteil Hurt Hillmann. sämtlich in Dietzen Der Zusammentritt des neuen Reichstags Mussolinis Balkanpolitik In parlamcntarifebcn Kreisen wird die Snt- toidelung, die die Verhandlungen über die R«- giernngSbildnng heute abend genommen haben, zunächst als eine Erschwerung der Situation betrachtet. Das hat seinen Grund darin, daß die Deutsch« Dollspartei die Erweiterung der preußischen Regierung, kne bisher mehr als Konsequenz der Groben Koalition im Reiche, denn cckS Bedingung betrachtet wurde, in der viel bestimmteren Form der Gleichzeitigkeit verlangt hat. Auf der anderen Seite muhte Hermann Müller in der Besprechung mit den volksparteilichen Unterhändlern darauf Hinweisen, dah die preuhische Frage in erster Linie ein: Angelegenheit eines Landes sei, so bah dre Einwirkungsmöglichketten für ihn nur gering waren. Gegenüber dieser Erschwerung der Situation wird in parlamentarischen Kreiten aber auch betont, dah die Verhandlungen sich erst im Anfangsftadium beenden, und dah man deshalb Schwierigkeiten, wie sie bei jeder Regierungsbilbung aufzutreten pflegen, noch nicht tragisch zu nehmen brauche. Jedenfalls gingen die Verhandlungen weiter, und das sei das Wesentliche. Der Reichstag wird sich nun morgen vertagen, imnDeftcns bis Mitte nächster Woche, wahrscheinlich wird er aber dem Präsidenten Vollmacht geben, ihn erst zu geeignet erscheinender Zeit wieder einzuberu^en, damit inzwischen die Verhandlungen über die Regierungsbildung zu Ende geführt werden können. Wifischastspak-tei und Regierungsbildung. Berlin. 13. Juni. (BDZ.) Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei nahm in ihrer Heuti' gen ersten Fraktionssitzung den Bericht ihres BorHandel«, die sich auf den Balkan beziehen. Es taucht daher die Dersion von einem bevorstehenden Abschluß eines Balkan-Locarno auf. Dem Belgrader Aufenthalt oe- rumänischem Außenministers wird aus diesem Grunde in diplomatischen Kreisen grohe Bedeutung beigemessen. Deutschlands Aufgabe in Mitteleuropa. Eine Unterredung mit dem ungarischen Ministerpräsidenten ttrafen Bethlen. Berlin, 13. Juni. (XU.) Der ,T a g" veröffentlicht eine Unterredung eines seiner Redakteure mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Bethlen über aktuelle Fragen der ungarischen und der europäischen Politik. Das Gespräch ging von der letzten Senatsrede Mussolinis aus, der Ungarn seiner besonderen Sympathie versichert und sich als grundsätzlicher Befürworter der ungarischen Ae- visionSwünsch« bekannt hatte. .Die italienischungarische Freundschaft", so sagte Gras Bethlen, .beruht auf mancherlei gemeinsamen Einsichten, Gesinnungen und Interessen der beiden Völker. Ich möchte freilich daraus Hinweisen, bas, man sich von dem Tempo der RevisionSauSsichten keine falschen Vorstellungen machen soll. Die Zeit arbeitet für Ungarn, und die Erkenntnis von dem unS zugefügten Unglück hat gerade im letzten Jahre außerorbentlicta Fort- fchrtttc gemacht, besonder« bei den Großmächten Italien und England. Die ungarisch« Regierung betreibt chrerseitS keinerlei Propaganda. die den völkerrechtlichen Verträgen enl- gegensteht \uxb vermeidet es durchaus, die europäische Unruhe durch irgendwelche Agitation zu fördern. Wenn ein Teil der össenlltchen Meinung gerade in angelsächsischen Ländern sich in der letzten Zeit so lebhaft für Ungarn eingesetzt hat, so beruht das aus dem Studium seiner Lage durch unabhängige Privatpersonen." Rach seinen bisherigen Beobachtungen hätten in ganz Europa die pazifistische Bewegung und der Wunsch zur Verständigung um jeden Preis die ehemaligen Siegerstaaten nicht zu besonderem Entgegenkommen veranlaßt Er glaube, dah eine deutsch-italienische Freundschaft auch im deutschen Interesse liege. Aber solche Freundschaften beruhten heutzutage oft auf einer gewissen verwandtschaftlichen Ueberzeugung in staatsvechtlichen Dingen, die dann die verantwortlichen Kreise der betrefsenden Länder leichter zusammenfuhne. CS gebe auch eine Internationale deS nationalen Vertrauens. Die herzlichen Beziehungen zwischen Ungarn und Italien seien sicherlich diesem Umstande zuzufchreiben. Es dürfte durchaus möglich sein, die deutsch-italienischen Beziehungen weiterhin zu fördern. Zu diesem Zweck mühte man die Südtiroler Wunde wenigstens provisorisch schließen, um später unter besseren Voraussetzungen die endgültige Heilung zu verursachen. Gros Bethlen betonte weiter, dah Deutschland den zentraleuropäischen Problemen, in die heute auch Italien ein- bezogen sei, besondere Aufmerksamkeit schenken sollte. Es sei weder für Ungarn noch für Oesterreich noch für Italien oder Deutschland beruhigend. wenn die Kleine Entente im Kern Europas zu wenig diplomatisches Gegengewicht fände. Den sehr vorsichtigen Aeuherungen des Ministerpräsidenten über die Lösung der deutsch- Bukarester „Enthüllungen". Bukarest, 12. Juni. (XU.) In einem Leit- artüei sein»- römischen Sonderberichterstatters bringt der „E u v a n t u l“ interessant« Enthüllungen über di« italienische Politik. Auf die kürzlich in Rom und Mailand stattgefundenen Kundgebungen eingehend, behauptet das Blatt, dah zwischen Rom und Belgrad Verhandlungen über den Abschluß einer G«- neralverständiaung geführt worden seien. Mussolinis Politik bestehe darin, Italien gewisse Zugeständnisse im Mittelmeer zu verschaffen. um sich dann freier in seiner Politik aus dem Dallan und in Mitteleuropa betätigen zu können. Für seine Zwecke bediene sich Mussolini nicht allein Frankreichs, sondern auch Ungarns und Albaniens, sowie der Kleinen Entente. Mussolini, so heißt eS weiter, habe der ungarischen Regierung folgende Vorschläge gemacht: 1. Bedeutende wirtschaftliche Zugeständnisse. 2. Eine direkte Verbindungslinie zwischen Ungarn und Fiume. 3. Direkte Derkehrsverbindungen mit Polen, wodurch Ungarn di« Drücke zwischen Polen und Italien werden würde, eine Angelegenheit, di« oelegenllich deS Aufenthaltes ZalelktS in Rom besprochen worden sei. Italien, so heißt es weiter, werde Ungarn in Zukunft politisch nach jeder Richtung unterstützen. Mit einer Revision deS Vertrages von Tria non sei Italien im Prinzip einverstanden, insbesondere über eine Drenz- regulierung auf Kosten der Xschecho- siowakei und Jugoslawiens. Gin« Wiedergewinnung Siebenbürgens für Ungarn halte jedoch Mussolini für ausgeschlossen: er erstrebe daher eine ungarisch-rumänische Verständigung. In Rom betrachte man die Entschließung der jugoslawischen Regierung. den Vertrag von Rettuno zu ratifi- zieren, ferner die Rolle, die T i t u l e s c u in diesem Fall« in Rom gespielt habe, sowie di« Empfehlung Frankreichs an Belgrad nach Mäßigung, wie auch die Verständigung von Tanger als Vorarbeiten für eine italienisch-französische Derst ändigung, di« ihre Ausarbeitung haben werde bei einer Zusammenkunft zwischen KönigDiktorEma- nue l und dem Präsidenten der französischen Republik. Doumergue, sowie bei einer solchen zwilchen Mussolini und Briand. Oer rumänische Außenminister in Belgrad. Ter Plan eines „Balkan-Locarno". Bukarest, 13. Juni. (WTB.) Wie der Belgrader Sonderberichterstatrer deS »Pester Lloyd" meldet, wird der rumänische Außenminister Ti- t u l e s c u morgen mittag in Belgrad erwartet. Roch im Laufe des morgigen Tages wird er mit dem Außenminister Dr. Marinkowitfch zu- fammentreffen und vorn König in Audienz empfangen Werdern Rach zweitägigem Aufenthalt wird Xttulescu die Reife nach Bukarest fort- setzen. Wie offiziell erflärt wird, wird er in Belgrad nur über solche Fragen sprechen, die mit der bevorstehenden Konferenz der Kleinen Entente in Zusammenhang stehen. In gut unterrichteten Kreisen wird versichert, daß die zwischen Titulescu und Warinkowitsch zur Erörterung gelangenden Fragen die Tschechoslowakei nicht rnt eres fieren, dah es sich also um Fragen Oie Lage in China. Vcnhsischaa hat Peking unt>2iaitfin bricht London, 14.3unl. (WTB Funkspruch) Noch den letzten Meldungen ist nicht nur Peking, Jon- bern auch Tientsin von den Truppen de» Mili- targouoerneur» von Schonst, Genera! P e n h s i - schon besetzt worden, während allgemein erwartet worden war, daß Fengjuhsiang trachte, Tientsin in seine Gewalt zu bekommen, um damit die Zu» suhrlinie nach Peking zu beherrschen Gestern vormittag flattde Penhsischan den Gesandtschaften Groß- britanntens, Amerikas, Japan», Deutschland», Frankreichs und Italiens Besuche ad Er wiederholte seine Zusicherung, Leben und Eigentum der .'In-- länber in Peking schützen zu wollen und erklärte, er habe die Lage vollständig in seiner Gewalt Im amerikanischen Staatsdepartement wird nach einem Funkspruch aus Washington die Entwicklung der Vorgänge in Ehina aufmerksam verfolgt Man begrüßt den bisher ruhigen Verlauf der Besetzung Pekings und Tientsins und ist sehr besrie- digt über die offenbar einsichtige Haltung der Südtruppen gegenüber den fremden Kolonien. Die Frage der Anerkennung der Kuomin- tangregieruna sei dagegen noch nicht akut, da die Südarmeen bisher immerhin nur das Gebiet südlich der großen Mauer kontrollieren und ganz allgemein eine gewisse Konsolidierung des umfangreichen chinesischen Reiches abae- wartet werden mülle, ehe Verhandlungen über die Anerkennung und Aenderung der Verträge begonnen werden könnten. Man nimmt an, daß diese Konsolidierung bald erfolgen werde und wird sodann den berechtigten Wünschen Thinas nach einer Neuregelung der offiziellen Beziehungen beider Länder gern und weitmöglichst entgegenkommen. Wohl nur bei feiner Eröffnung unb beim Schluß steht der Deutsche Rerchstag ein ganz volles Haus. Das zeigt« sich wiederum bei der ersten Sitzung des am 20. Mai gewählten Reichstages. Wer btagtlommen war in dec Erwartung, stürmische Auftritte zu erleben, wie beim Zusammentritt deS Preuhischen Landtages in der vorigen Woche, wurde allerdings enttäuscht. Man hatte vorsorglich den Aeltestenrat zusammenberufen, bet allerdings offiziell noch gar nicht bestand, um einen Beschluß faßen zu lassen, wonach der Alter-Präsident am ersten Xage überhaupt nicht das Wort erteilen sollte. Das war auch den Kommunisten mitgeteilt worden, und. um em Uebrige» zu tun. wurde vom Alterspräsidenten Bock der Kommunist Xorg- ler als provisorischer Schriftsührer berufen, was im ganzen Haus mit schallenoer Heiterkeit begrüßt wurde. Damit war auch txn Parteifreunden des Herrn Xorgler ein Lei..er Maulkorb angelegt worden, der sich gut bewährte. So konnte Die Sitzung kurz und ruhig verlausen, denn sie wurde nur ausgefüllt durch den Ra- meufcauiruf der neuen ReichStagSmugliedec. Unter ihnen sah man doch manche neuen Gesichter. Besonders eifrig erkundigte sich jeder nach den beiden Generalen v. Lettow-Dor- b « d unb v. Epp. So lebhaft das Getümmel im Reichstag war, so ledhast wurde auch die politische Situation in großen Gruppen besprochen. Was nun die Aussichten für die Arbeit des eben zusammengetretenen Reichstages betrifft, so läßt sich zunächst wohl lagen, daß die erste und größte Aufgabe die Bildung einer neuen Regierung ist. Darüber hielten die Fraktionen Sitzungen ab und darüber mürbe auch zwischen den Fraktionssührern mit tarn künftigen Reichskanzler Müller - Franken eifrig verhandelt. Wenn di« Regierung sich dem Reichstag oorgestellt hat und die eigenlliche Arbeit beginnt, dürfte al» dringendste Aufgabe die große verwalt ungsresorm in Angriff genommen werden. Dah diese nur gleichzeitig im Reich und in Preußen gelost werden kann, liegt für jeden Renner der Verhältnisse auf der Hand. E« ist keine leichte Aufgabe, die des Reichstages wie des Preu- ßifchen Landtages harrt. Man wird sich selbstver- stöndlich zunächst damit begnügen, die Ausschüsse zu wählen und den für die Derwaltungsreform zuständigen Ausschuß mit Material für die Vorarbeiten zu versorgen. Die eigentliche gesetzgeberische Arbeit de» Reichstages kann erst nach der Sommerpause im Herbst beginnen. Eine andere große Ausgabe, die dem Reichstag obliegt, ist die Vollendung der Strasrechtsresorm. An dieser hat bereits während der ganzen vorigen Legislaturperiode ein Sonderausschuß unter tarn Vorsitz des Seniors der Fraktion der Deutschen Volkspartei, des Abgeordneten Kahl, gearbeitet und es ist glücklicherweise dafür gesorgt worden, daß diese Arbeit nicht verloren gegangen ist. Der Ausschuß hierfür wird sofort nach feiner (Ernennung ebenfalls mit seiner Tätigkeit beginnen. Daß der Reichstag schon bald wieder in bi« Ferien geht, ist noch auS einem anderen Grund« nicht zu vermeiden. Wenn auch im neuen Kabinett verschieden« Minister aus der ver- flolfencn Regierung fitzen werden, so kommt doch eine ganze Anzahl neuer Ressortschess hinein, unb diese müssen sich erst mit ihren Amts^liegenheiten und dem Bereich ihrer amtlichen Tätigkeit vertraut machen. Dafür muß ihnen «ine Schonzeit gewährt werden. In dieser Zeit wird es Hauptaufgabe der Ressorts sein, bi« Etatsberatung für den Winter vor- 1 übereilen. Es muß das Bestreben herrschen, wie in den beiden letzten Jahren, so auch für das nächste Wirtschaftsjahr den Gesamtetat b i s zum 1. April unter Dach unb Fach zu bringen. Daß daS bei ber nicht unerheblichen Anzahl neuer Minister nicht leicht sein wird, ist begreiflich. Inwiefern noch weiter« gesetzgeberische Arbeiten, namentlich auf sozicüpvli- tischem Gebiet, angepackt werden können, wirb sich bn Lause der nächsten Wochen uni> Monat« Herausstellen, wenn sich erst die Regierungsparteien unb das Kabinett miteinander eingespielt haben. •*. Dafür ist nun freilich Vorbedingung, daß bald d i e Regierungsbildung gelingt und daß mar. auch für die Vorstellung im Reichstag wenigstens ein begrenztes Arbeitsprogramm besitzt. Es scheint, daß zwar noch große Schwierigkeiten zu überwinden sein werden, daß ober doch diesmal die von früher her gewohnte unendlich ausaedehnte Regierungskrisis vermieden werden kann. Darüber wird zu sprechen fein, wenn das Derk der Regierungsbildung geglückt ist, und das neue Programm oorliegt. Die eigenlliche Probe aufs (Fjrcmpcl wird aber die neue Regierung im neuen Reichstag c r st i m H e r b st ab- zulegea haben, unb bann wirb sich übersehen lasten, ob überhaupt eine Regierung der Großen Koalition Aussicht auf Bestand hat oder nicht. Sitzungsbericht. Berlin. 13. Juni. Saal und Tribünen sind dicht besetzt, als ber Alterspräsident. Abg. Bock, Gotha. (Soz.) die Sitzung eröffnet Er stellt fest, daß er am 28. Rovcmber 1846 geboren. also mit 82 Jahren das älteste Mitglied sei. Alterspräsident Dock gedenkt zunächst, während sich die Abgeordneten von den Sitzen erheben. der furchtbaren Eisenbahnkataftrovhe bei Siegelsdvrf unb spricht den Hinterbliebenen ber Opfer das herzliche Beileid deS Reichstags aus. Der Reichstag, so führt der Alterspräsident in einer kurzen Aussprache aus. steht vor großen Aufgaben. Millionen erwarten von ihm die Linderung ihrer Rot, die Witwen unb Wallen, bie Kriegsinvaliden, die Sozialrentner unb Kleinrentner. Der Reichstag kann biefc Rot lindern, wenn er will. (Ruse bei den Rationalsozialisten unb Kommunisten: Er will aber nicht! Laßt alle Hoffnung fahren.) Die Gefahren, die dem Dolle aus einer übermächtigen Konzern Herrschaft drohen, gilt es zu bannen. Möge bas dem Reichstag gelingen. Schriftführer Abg Dr Philipp (Dn.) nimmt daraus den Ramensausrus vor. Der Schriftführer verliest bann bi« ha abschriftlich cingegcngcnen kommunistischen Anträge. Ein Antrag verlangt bie Haftentlassung des kommunistischen Abgeordneten Kippenberger, ein anderer fordert bie Amnestierung ber politischen Gefangenen, mit Ausnahme der Fememörder. Ein weiter verlesener Zentrumsantrag fordert schleumge Hilfsmaßnahmen für das besetzte Gebiet. <5in deutschnationaler Antrag verlangt allgemeine Amnestie für politische Verbrechen, mit Ausnahme des Landesverrat- und deS Verrat- militärischer Geheimnisse. Der Antrag erstreckt sich auch auf die Disziplinarverfahren gegen Beamte. ihn 16 ilhr stellt der Alterspräsident bas Einverständnis des Hauses damit fest, daß bi« nächste Sitzung am Donnerstag. 14 ilhr, stattfindet und auf bie Tagesordnung die Wahl des Bureaus unb bie heute verlesenen Anträge gesetzt werden. Oie Regierungsbildung. Tie Tcutschc BolkSPartci fordert die Große Koalition auch in Preußen. Berlin, 13. 3unL (Drioalinsorrnation.) Vie brütigen Verhandlungen über die Regierungsbildung wurden durch eine elastündige Besprechung zwischen Hermann Müller und tarn Fraktionsoorfihen- den der veukschen Volkvparlei, Dr. Scholz, abgeschlossen. An dieser Besprechung nahmen uvn tat sozialdemokratischen Fraktion fünf Herren leit Aus Seiten der Deutschen Volk»parlei die Abgeordneten Dr. kempkes, Dr. Zapf und Admiral Brünlnghaus. v. Scholz entwickelte die Forderungen der Volkspartei, wobei die Frage einer gleichzeitigen Umbildung der preuhischenBegierung im Vordergrund stand. Hermann Müllet wird sich nunmehr mit tarn preuhischen Ministerpräsidenten Braun in Verbindung sehen, und dann im Lause de» morgigen Tage», vielleicht schon am vormittag, Herrn Scholz über da» Ergebnis dieser Unterhaltung unterrichten, von oolksparteilicher Seite wird betont, dah die Verbreiterung der preuhischen Regierungsbast» eine conditio sine qoi non sei und daß diese Forderung auch nach der Besprechung m't den sozialdemokratischen Unterhändlern weiter b e st e h e. Auhetdem wurden auch die übrigen Punkte behandelt, aus bie die Deutsche Volksportei Mert legt. Dazu gehöre die Frage der Arbeitszeit in Kleinbetrieben, die Notlage der Landwirtschaft und steuerliche Milderung für den Mittelstand. Nachdem die in Frage kommenden Fraktionen noch einmal beraten haben werden, erwartet man in politischen Kreisen vielleicht schon für morgen auch allgemeine interfraktionelle Besprechungen. 3m Augenblick aber, so wird von beteiligter Seite betont, hängt die ganze IDcifer- entwicklung von der Lösung der preuhischen Frage ab. sitzenden Drewitz über seine Besprechung mit dem Abgeordneten Hermann Müller entgegen. Die Frak- tion faßte einen Beschluß, der besagt, daß bie Wirt- schastspartei sich keineswegs ber verantwortlichen Beteiligung an einer Koaiitlonsreoierung entziehen wolle, wenn bie Voraussetzungen erfüllt werden, bie bie Partei im Intereste bes deutschen Volkes unb bes Mittelstandes fortarn müsse. Im übrigen wurde ber Froktionsoorsttzende zu wei- teren Verhandlungen ermächtigt. Bemühungen um eine neue $raffion. Berlin, 13. Juni. (v. D. Z.) Zwischen ber Deutschen Bauernpartei (früher Dayri- scher Bauernbund), ber ch r i st l i ch - n o t i o n a - len Bauernpartei, der Deutsch-Han- nooerschenPartei unb bervolksrechts- Partei sind Verhandlungen darüber eingeleitet worden, ob sich der Zusammenschluß dieser Gruppen zu einer Fraktionsgemeinschaft ermöglichen ließe. Die Verhandlungen dürsten morgen zum Abschluß kommen. Die Fraktionsbildung würde nicht zustandekommen, wenn die zehn Ehristllchnationalen sich der Deutsch- nationalen Fraktion anschliehen. Dann würden die acht Mitglieder der Deutschen Bauernpartei, die vier Deutsch-Hannoveraner unb bie beiben Vertreter der Dolksrechtspartei nicht zur Fraktionsbildung, bie fünfzehn Mitglieder erfordert, ausreichen. In diesem Falle würden die Mitglider der Deutschen Bauernpartei voraussichtlich bei der Wirtschastspartei hospitieren. Die zwölf Nationalsozialisten würden fraktionslo» bleiben. österreichischen Frage konnte man ferner entnehmen, bafi nach seiner Meinung Vie 3b« deS österreichisch-deutschen Gesamtstaates sich schließlich boch durchsetzen würbe. Auch scheine Gras Bcthlen zu glauben, bah der italienische Widerstand gegen den Anschluß unter gewissen Voraussetzungen überwunben werden tonnte. Oie Kandidatur Hoover. Protestkundgebung der Farmer. Neuhork. 13. Juni. (Tel.) Die Präsident- schaf tskanbidatur beS Handelsministers Hoover scheint nach dem bisherigen Verlaus der Dinge auf dem republikanischen Konvent in Kansas Eich nunmehr gesichert. Hoover wird voraussichtlich mehr alS TCO Stimmen erhalten, obwohl er für seine Aufstellung nur 545 Stimmen benötigt. Allerdings besteht immer noch die Möglichkeit, daß die Farmergruppe, deren Sympathien dem im Westen der Vereinigten Staaten angesehenen ßotoben gehören. abschwenkt. Aber man glaubt, dich es den republikanischen Führern gelingen wird, sre au beschwichtigen, indem sie einen Farmersuhrer für die Vizepräsidentschaft Vorschlägen. AlS Kandidaten für diesen zweithöchsten Posten kommen in erster Linie General D a - weS und Curtis in Frage. Von der Eröffnung der heutigen Sitzung des re- publikanischen KonventS in KansaS Tith kam es vor der Konventhalle anläßlich einer Kundgebung von etwa 2000 Farmern, die gegen eine Nominierung HooverS zum Präsidentschaftskandidaten protestierten, und eine staatliche Hilfsaktion für die nolleidende Land- Wirtschaft deS mittleren Westens verlangten, zu stürmischen Szenen. Die Farmer versuchten in die Konventhalle etiuubtingen, wurden jedoch von einem großen Polizeiaufgebot mit geschwungenen Knüppeln hinausgedrängt, ehe sie den Sitzungssaal erreichten. Die Farmer umlagerten dann lännenb die KonventhaUe und riefen: »W i r w o l l e n H o o v e r n i cht I Wieder einmal wirkt man die Farmer hinaus! Jeden außer Hoover!" Die Kundgebungen der Farmer waren offenbar gut vorbereitet. Sie führten bei ihrem Anmarsch eine Musikkapelle mit und trugen zum Teil ihre Arbeitskleidung mit den typt- scheu breitrandigen Strohhüten der amerikanischen Farmer. Nachdem sie später nochmals ver- geblich versucht hatten, den Eingang zur Kon- venthalle zu stürmen, erklärten die Farmer schliehlich, sie würden keinen Versuch mehr unternehmen, sich gewaltsam Einlaß zu verschaffen, sondern heimleyren und am Wahltag im November ihrem Protest den nötigen Nachdruck zu verleihen wissen. Enttäuschung in Litauen. DaS Genfer Ergebnis in der Wilnafragc Storono, 12.3uni. (XU.) Doldemaras ist aus Paris kommend am Montag in Kowno «ingetrof- fen. Die Blätter besprechen die Genfer Ergebnisse. Das Verhalten des Vülterbundsrates in der litauisch-polnischen Frage löst allgemein in Litauen starte Unzufriedenheit aus. „Lie- tuDOß Aidas" erklärt, daß der Völkerbund den Wunsch-habe, zwischen Litauen und Polen zu vermitteln, Litauen wünsche ebenso wie der Völkerbund den Frieden. Es handle sich bloß um die Frag«, wie ein Frieden zustande gebracht werden könne. Ein Fried« könne aber nur auf gerechter Grundlage gesichert werden. Im l weiteren Versaufe hebt der Ofsiziosu» hervor, daß dort, wo man Verträge und Recht verletze und 7 Gewaltstreich« mache, kein Frieden zustande kam- . men könne. Mit der Ausrufung Wilnas ' zur Hauptstadt, die in di« litauische Staatsverfassung ausgenommen worden sei, wolle Litauen noch einmal erklären, daß es keinesfalls den Staatsstreich Zeleaowstis anerkennen werde und daß Wilna Litauens Hauptstadt war und bleibe. Niemals fei die Regieruny fester gewe- |en, als in der Wilnasrage. Der chnsllich-demokra- tische „Rytas" glaubt, daß nicht nur London und Paris, sondern auch Berlin und Rom Litauen dahin bringen wollen, mit Polen ein« Derstän- d i g u n g herbeizuführen. Badstiebers Aussagen im Oonezprozeß. Tic angeblichen Sabotagcvcrsvche der deutschen Ingenieure. Moskau. 13. Juni. (WB.) 3m weiteren Verlauf seines Verhörs erzählte Badstieber von dem Eintreffen eines Monteurs ber Firma Eyshof. ber die Arbeiten DadstieberS be- m 6 ngel te. woraus Vadstieber die Arbeit nieberleflte. Vadstieber will das unrationelle Arbeiten bei ber Ausstellung ber Ma- schinen erkannt haben, wogegen er freillch vergebens Einspruch erhoben habe. Er habe falsch geschaltete Motor« vorgesunden. kur» gesagt, er habe eine ganze Neihe von Betriebsstörungen infolge von Maschinenfehlern festgestellt. Die russischen Arbeiter hätten daran keine Schuld gehabt, da die Maschinen schon vor ihrer Inbetriebnahme schlecht gewesen feien. Durch Apparaturen habe er iln- glückssälle verhindert. Vadstieber gibt seinen Ausführungen den Charakter eineS unumstößlichen Sachverständigenurteils. was für einen gewöhnlichen Monteur jedenfalls auffallend ist. Vadstieber hat nach ferner eigenen Aussage die Mißstände der Kommunistischen Partei a n q e a e i g t. die daraufhin auch tatsächlich eine Kommission entsandt babc. Diese hibe jedoch die .Konstruktionsfehler" nicht beseitigen können. Der Staatsanwalt läßt sich von Vadstieber die Fehlerhaftigkeit ber Maschinen nochmals bestätigen. Vadstieber erklärt weiter. Gawrju- s ch e n k o habe zu viel Geld von See- bold erhalten. Nikischin habe bestätigt, gleichfalls 400 Nübel von Seebold erhalten zu haben, nominell für Heberftunben. Seebold habe eine Beschleunigung ber Arbeiten gefordert. die zur Schädigung der Sowjetwirtschaft hätten dienen sollen. Koester habe dieser Unter- rebung b«'gewohnt Die Schädigungsarbeiten seien von Kumar unterstützt worden Der Betriebsrat der Fabrik habe ihm. Babftiebcr. gesagt, für die Maschine,! sei Altmaterial verwendet rooeben. Der Staatsanwalt richtet nunmehr an den Angeklagten die Frage, vd Gawrjuschenko. Seebold. Koester und anbevc nach einem befonberen Sabotageplan gearbeitet und die gleiche Einstellung General Nobile berichtet über die Havarie der „Italia" Hom. 13. 3anL (ÖIB.) Dk funkeuiele- graphische Verbindung zwischen der Station der ..Italia -Mannschaft und der „tiita di Milano", die gestern sehr schwierig geworden war, wurde heute vollkommen wieder hergestelll. Mm Abend des 12. 3nui befand sich die Grupp« Jlo- blles bei 80 Grad 38 Min. nördlicher Breite und 26 Grad 55 Min. östlicher Länge. Der Bericht Nobile» über den Unfall der Italia" lautet fal- gcndermaßeu: Am 25. Mai um 10JO Uhr flog die „Italia" in einer höhe von 500 Sieter, al» sie plötzlich schwerer wurde und sehr schnell Heron l e r g i n g. Der Absturz auf da» Packeis dauerte nur zwei Minuten. Die Sabine und ein Teil de» oberen Gestelles verbrachen, während da» Luftschiff in östlicher Richtung abgetrieben wurde. Unter den Trümmern fanden sich rok durch ein Münder alle Insassen der Sabine auf dem Eise wieder, auch fast alle Gerätschaften waren da. Am Abend des 30.Mai trennten sich 12 Kilometer nordöstlich der Insel Doyn die italienischen Majore Mariano und Z a p p i und der schwedische Gelehrte M o l g r i n von ihren Kameraden und schlugen, mit Lebensmitteln versehen, d l e Richtung zum Nordkap ein. Sie gedachten, zehn Kilometer täglich zurückzulegen. Bei Nobile selbst befinden sich ber tschechoslowakische Gelehrte B c - hunek, der Leutnant zur See, viglieri, der Ingenieur Itomaal, der Techniker C e c i o n i und der Funker B i a g I. Die anderen Mitglieder der Expedition, bk auf dem Luftschiff geblieben waren, sollen Lebensmittel für mindestens 3 Monate und ihre ganze Au»- rüffung mit sich haben. Von der Gruppe Nobiles find zwei Mann verletzt worden, einer ist schon wieder hergestellt, der andere, der am Bein unterhalb des Knie» verwunde! wurde, wird in einiger Zeit geheilt sein. Das E i s, auf welchem sich Nobile befindet, zeigt verschiedentlich Hisse, die sich zuweilen zu Kanälen erweitern. Nach Meldungen auS Krngsbah konnte noch immer keine Verbindung mit den Mitgliedern der Besatzung hergeftellt werden, die nach dem Aufschlagen des Luftschiffes auf bem Eise von dem Wrack toeitergeschleppt worden sind. Es ist völlig unbekannt, was aus ihnen geworden ist. Das HilfSschifs .D r a g a n z a" meldete dos Vorhandensein von altem Packeis östlich des Nordkaps. Es bestehen Schwierigkeiten. in östlicher Dichtung vorzudringen. Die Aussichten für einen östlichen Vorstoß im Flugzeug sind aber immerhin nicht ungünstig. Lühow Holm und fein Flugzeug Mechaniker hatten übrigen- vor einigen Tagen während ihres erzwungenen Ausenthalles an ber Drandh- Bah auch Schwierigkeiten durch verschiedene Eisbären, die anscheinend durch den Geruch der renntietlebernen Schlafsäcke an gelockt waren. Sie waren dadurch genötigt, während der Dacht Wache zu halten. Gestern hat schwerer Nebel alle Flugunternehmungen verhindert. Der Dampfer .Draganza" ist zur Ausreise in östlicher Dichtung nach bem Nordkap bereit. Er hat -Wei Hundegespanne und acht Alpenjäger an Bord genommen. Die .Hobby' wird hentte abend in ber Wahlenöergbay erwartet. (Sin Hundegespann toirb von hier längs ber Küste nach Nordostland ausbrechen, um den drei Mann der _3talia" entgegen zu gehen, die nach dem Lande unterwegs sind. Die .Hobby' wird zuriüÜehren. während die .Dra- ganza" auf die Hundeschlitten wartet. Oie Heftung Nobiles. Professor Berson über die Aussichten der Hilsserpedilionev Berlin. H. Juni. lW.T.B.-Furckspruch) 3n ber nächsten Woche beginnt in Leningrad die Tagung der internationalen Gesellschaft für die Erforschung der Arktis durch das Luftschiff. Bon den deutschen Gelehrten und ßuftfafjrem wird neben dem Geographen Prof. Wegener und dem Luftschiffer Dr. Bruns, auch Prof. Berfon an ber Tagung der Aero-Arktik teilncbmen. Prof. 'Berfon äußerte sich unmittelbar vor seiner Abreise nach Leningrad zu einem Mitarbeiter der D. A 3- auf Grund persönlicher Erfahrungen zu den Möglichkeiten für die Rettung Nobiles: Da man feit einigen Tagen den Standort der siebenköpfigen Teilbesahung (darunter Nobile) kennt, ist wenigstens die Möglichkeit gegeben, den Schiffbrüchigen Hilfe zu bringen. Unter den gegebenen Verhältnissen muß jedoch die Hilfeleistung außerordentlich schwierig genannt werden. Mit Eisbrechern biS in die Nähe Nobiles vorzudringen erscheint gänzlich unmöglich. denn das Treibeis, bas sich je nach der Lichtung der Winde aufschiebt, erschwert das Vorwärts- fommen von Schiffen nicht nur, sondern bringt sie in Gefahr, einzufrieren ober unter den Pressungen des Eises zu havarieren. Dagegen bietet daS Flugzeug ein vorzügliches Mittel, um sich unzulänglichen Orten zu nähern. Gelingt es in abfebarer Zeit, von Spitzbergen aus regelmäßige Flüge auszuführen, bann besteht die Möglichkeit, die auf der Eisscholle treibende Luftschissbesatzung mit Lebensmitteln und Kleidung zu versehen, bis ihr Hilfe gebracht werden kann. An eine Landung der Flugzeuge kann man bei ber Beschaffenheit ber Eiszone nicht denken. Den Flugzeugen gegenüber böte allerdings das Luftschiff Aussicht, als Retter in Funktion zu treten. Leiber aber gibt e» in Europa fein Luftschiff, daS groß genug ist, um hier eingesetzt zu werden. Es wird in Erwägung gezogen, von Amerika aus mit dem FR III taüraftig Hilfe zu leisten. Sollte aus irgend einem Grunde Amerika das Luftschiff nicht frei geben können, bliebe als einzigste Möglichkeit, die Italia-Mannschaft zu retten, eine gemeinfame Hilfsaktion von Flugzeugen und Hundeschlitten übrig. Zusammenfassend kann man sagen, daß eine Rettung durchaus möglich ist. vor allem, wenn sie unter einheitlicher Leitung mit Nachdruck gefördert wird. gegen bas Sowjetshstem gehabt hätten, worauf Vadstieber mit .ja" antwortet. Koester habe gewußt. daß die Maschinen unbrauchbar seien. Badstieber beschuldigt Koester und Seebold in unglaublicher Weise, indem er sich selbst gleichzeitig für schuldlos erklärt, da er zu spät di« Echädigungsarbeiten erkannt habe. Durch Daschkin in Berlin seien der Organisation 8000 Rubel zugeslofsen. Der darauf vernommene Angeklagte K a s a r i n o w sagt aus. Koester sei aus Gewinnsucht zu jeder Schädigungsarbeit bereit gewesen. Eine Erklärung der Firma Knapp. Berlin, 14.3uni. (Priv.-Tel.) Zu der Aussage des Monteurs Badstieber im Moskauer Schachty-Prozeh gibt die Firma Knapp. Essen, eine Erklärung ab: Die Aussagen des Monteurs Badstieber sind der Firma Knapp völlig unverständlich. SS sind nur gute, brauchbare Ma schinen zur Absendung gelangt. Eidesstattliche Aussagen hierüber sind von folgenden Beamten der Firma eingeleUet: dem betre senden Werkmellter, dem Prüfungsingenieur, der sämtliche Maschinen in der Werkstatt abgenommen hat, dem Montageleiter. Weiter sind eidesstattliche Erklärungen des Direktors Koester und des Bergingenieurs Seebold zur Verfügung gestellt, daß keinerlei Schmier-, BestechungS- ober Schweigegelder gezahlt worden sind. Beide Herren sind bereit, diese Aussagen vor deutschen Gerichten oder selbst in Moskau zu wiederholen. Nie „Bremen"-Klietzer auf der Heimfahrt. Bremen, 13. 3unL (WTB.) 3n einem Telegramm v. HüneselbS an den Norddeutschen Lloyd von Bord des Dampfers »Solombus" wird kurz übet die bisher wundervoll verlausen« Reise berichtet und besonders betont, daß die Flieger irach den Strapazen der amerikanischen Empfänge die Ruhe des Dordlebens auf das angenehmste enpfänden. Bei bet Abfahrt des Dampfers ..Columbus' von Neuyork fang die zur Verabschiedung erschienene Wenge am Neuhorker Pier deutsche Lieder, die aus die Flieger sowohl als auch auf die übrige.’ Passagiere de« vollbesetzten Dampfers „uolumbuö“ Hefen Eindruck machten. Von befreundeter Seite wurden während der Einschiffung den Gat.innen der Flieger Blumenkörbe und andere Aufmerksamkeiten an Bord des .LolumbuS" überreicht. Der Bürgermeister der Stadt Boston sandte den Fliegern ein Telegramm, indem er die Bitte auSsprach. ihren Vaterländern die wärmsten Grüße der Stadt Boston zu übermitteln. Die Flieger beantworteten dieses Telegramm auf das Ixrzlichste. Weiter richteten sie an den Kommandanten des Militari lugplatzes Bollingeielb. Major Davidson, ein BelleidStelegrannn anläßlich ber bereit« gemeldeten Sturmkatastrophe, worin sie der Hoffnung Ausdruck gaben, daß er und feine Familie, die sre beim ersten Besuch in Washington herzlich ausgenommen hatten, un* rien An rgermeister Walker von Neuhork richteten die Flieger ein Dankte leg ramm. das in der Ueberfefrung wie folgt lautet: Bei unserer Abreise nach Guropa danken wir Ihnen herzlich für alle Ihre Freundlichkeiten und Freundschaftsbeweise während unseres Aufenthaltes in Ihrer wundervolleß großen Stadt. Wir werden Neuhork und seinen bewunderungswürdigen Bürgermeister niemals vergessen. Auf Wiedersehen unb alles Gute für die Zukunft! In Dankbarkeit gez. Köhl, Fitzmaurice, v. Hüne- seld. Aus aller West. Der Reichspräsident geht nach Dietramszell. Wie aus Dietramszell berichtet wird, trifft der Reichspräsident v. Hindenburg am 17. August b. 3 zu einem mehrwöchigen Sr- holungsaus enthalt aus dem Gute der Frau v. S ch i l ch n e r in Dietramszell (Oberbayern) ein, wo der Reichspräsident bereits zum vierten Male einen Teil seines Urlaubs verbringen wird. Der bayrische Staat zur Herausgabe von 66 Menzel-BUdern verurteilt. Ein Stvett um eine Reihe von Menzel-Bilder hat in der ersten Instanz mit der Verurteilung des bayrischen Staates geendet. Es handelt sich um 66 Werke Adolf MenzelS, die die Nichte des Künstlers. Fräulein K r i - gar-Wenzel, im Jahre 1008 bem bayrischen Staat zum Deschent gemacht hatte. Im Jahve 1925 verlangt« ber Vormund deS entmündigten Fräulein Kr^gar-Menzel von der bayrischen Regierung wegen Ungültigkeit ber Schenkung die Herausgabe der Kunstwerke, wobei er mitteilte, bah Fräulein Kriaar- Menzel vermögenloS getoorben fei. Nunmehr ist das schriftlich« Urteil ergangen, bai den S.aat zur Herausgabe der 66 Werke Menzels verpflichtet. Dedcndnfturj In Westminster. Durch Einsturz einer Decke in der in der Näh« ber Londoner Westminfterabtet gelegenen Zentral- halle, die religiösen Versammlungen bient, wurde ein Kind getötet ; sieben Personen mürben schwer verletzt vier Personen vom Schnellzug überfahren. In Molfetta in Sübitakien wurde ein Wagen mit vier Personen durch einen Schnellzug überfahren und afft Insassen de» Wagen» sofort getötet. Dk Caspar hauser-Legenbe. 3m LandeSkriminalmuseum in Karlsruhe wurde neuerdings auf Veranlassung des badischen InLenminesters eine Heine Sammlung aus der Caspar-Hauser-Literatur und von Reliquien untecaedracht. teils auS dem General- landcSarchiv stammend, teils gestiftet von dem bekannten Cafpar-Hauser-Forscher. Rechtsanwalt Dr. V a r t n i n q, Hamburg. Polizeibeamten und Vertretern ber Prelle war ®ekgenbeit gegeben worden, diese Caspar-Hauser-Sammlung zu be- k.chtwen. wobei Polizei rat Laib le bi zweieiir- halbstundigen Darlegungen ein« biteteflant« Darstellung ber vielumstrittenen sagenhaften Safpar- Hauser-Ge chcchre gab. Obgleich feine Ausführungen. die sich auf ein eingehendes Studium der gesamten Ta^van-Hauser-Ltteratur 6te zu den neuesten Forschungen erstreckte, objekttv und le* diglich referierend war. gewann der Hörer die äleberzeuguna, daß das einhunderjährige Diel* umstrittene Problem noch immer nicht geklärt st — unb wohl auch bleiben wird. Autodroschkenrundfahri Köln—Pari»—Köln. Der Autodroschkenbesitzer Henneck jun. hat mit fernem 6 25 Citroän. in bem sich drei Fahrgäste befanden, die zweimal 600 Kilometer lange Strecke Köln — Pari- — Köln in 236 tun- den zurückgelegt. Der Wagen fuhr die Route Köln— Sa-rdurg Verdun—Ehalon—für Saone- Paris unb zurück. Die Fahrtteilnehmer finb nut der ihnen zuteil gewordenen herzlichen Begrüßung in Paris sehr zufrieden. 6ie trarcn dort auch mit dem »eisernen Gustav" zusammen, der zum 14. Deutschen Turnfest in Köln cm- fairen will. Acht jugendliche Opfer eine« Kalomobilengläxf». In Springfield (Illinois) wurde ein mit sieben Kindern unb jungen Leuten im Alter von 3 bis 17 Jahren besetztes Automobil, bas von einem ISjährigen jungenTianngelenft wurde, von einem Dorortzug erfaßt unfT völlig zertrümmert. Sämtliche Insassen unb ber Lenker kamen hierbei ums Leben. Die Entgleisung des D 47. Ein amtlichesLomtnuuique derRcichöbaha Nürnberg, 13. Juni. (WTB.) Die Reichs- bahndirektion veröffentlicht ein Kommunique, in welchem gegenüber den vielen Mutmaßungen betont wird, daß die bisherigen mehrtägigen iln- terfuchungen. die von einer ganzen Rech« b«r kompetentesten Sachverständigen auf dem Gebiet des Oberbau- und LokomottvtoeseuS vorgenommen worden finb. eine bestimmte ilrsache der Entgleisung dcS D 47 bei Siegelsdorf immer noch nicht haben finden lassen. BiS heute, so heißt eS in ber amtlichen Wittei- Inug, steht nur fest, daß bie sührende Achse bes Drehgestells der Lokomotive zuerst entgleist ist, und zwar gegen daS Gesetz ber Fliehkraft nach der inneren Seite der Kurve, ferner, baß betriebsdienft- liche Verfehlungen nicht vorliegen, unb daß Fehler an den Sicherungseinrichtunoen und ber Gleislage oder mangelnde Festigkett bei BahnuntergrundeS bie Entgleisung nicht veranlaßt Haven können. Die zwischen den zwei Eisenbahnschranken wahrgenommenen Sprünge unb Risse sind ohne jeden Zweifel nicht olö Ur- fache, sondern a l S Folge der Entgleisung an- zusvrechen, bie hauptsächlich dadurch entstanden sind, daß sich oas wuchtige Drehgestell der Lokomotive in das Erdreich einbohrte. Die von mehreren Reisenden nach chren Mitteilungen an bie Presse an dem Tage vor der Entgleisung beobachteten Schwankungen und Stöße können, wenn sie sich wirllich auf die kritische Stelle beziehen sollten und nicht örtliche DeobachtungS- fehler vorliegen, nicht durch Fehler deS GleifeS verursacht sein, sondern müssen als Erscheinungen angesehen werden, bie beim Durchfahren von Strecken mit 500 biS 600 Meter Halbmesser mit 80 biS SO Kllometer Stundengeschwin» bigfeit häufig auftreten, in keiner Weise be- triebSgesährlich sind, unb in der Regel durch die Verschiedenheit in der Abfederung der Wagen unb in der Einwirkung deS Alters ober der Laufzeit ber eisernen Wagen ihre natürliche Erklärung finden. Die älntcrsuchuna toirb fortgesetzt unb bürste im Lause der Ausräumungs- arbeiien noch weitere Aufklärung bringen. Oie Wetterlage. eeräten ft* OW 22 p o O T/lf/huorA, de.n G Juni 2* ywon-tnioKSfierttr q "tm etfltnL e =*•#<• t e * treuKi» e Rteci K «c- erkettr Oll Q -o-d-r*» BJt NdK flteote wit «*» wmot »x HC',r«d«^ en jeden dK f'<» -« » »«»- Orw eil OKilMB m« nctrrwvcee eeetrtceM«- UiMrwc» tociicrvuvauviage. Sehr rasch hatte sich 1 *r ozeanische Wirbel oft wärt» vewcat. Heute morgen lag bereit» ber Kern über der Nordsee und unter dem Einfluß der Warmluft an ber Dorbersei erfolgte bei uns kräftiger lern- peraturanftiea rind im westlichen unb nördlichen Deutschland kam es bereits zu Gewitterstörungen und Rieberschlägen. Die in Begleitung des Wirbel» folgenden kühleren Lustmassen werden beim (Eintreffen auf bem Kontinent zu (Gewitterstörungen mit anschließenben Tempcraturrückgang führen Wettervoraussage für Freitag: Vielfach Gewitterstörungen unb Gewitterregen, etwas kühler Witterung,aussichtenfürEamsta^: Teils wolkig, teil, aufheiternbes Wetter, wieder warmer und meist ttocken. Lufttemperaturen am 13 Juli: mittags 21 Grad (felfius, abend, 153 Grad Telsius: nm 14. Juni: morgens 19,4 Grad Celsius TOajnmum 26 Grad Tel- siu«. Minimum 11^ Grad Celsius. — (Erbtempero- turen am 13. Juni: abends 23^3 Grad Celsius: am 14. Juni: moraens 17,9 Grad Celsius. — Sonnen« scheinbauer 14H Stunden. 25 3« in ®l< «tn v »<« 6 e n 3 Stündung bat^ni E ÄS 'S x-'ebt^ «Ho» * -üh». <(d) abri c w Nj -eben" ck teinnöchsi lsrrä A-ch an d'.e Ia-b be« traityj $fid bet jeu Illch »rti i® c S® Lek ber am 6. Hewerbcht Hlännem ntonateian CBerlamml Verein to Leben» in ber tatst- toüfcltt N rigt Ä fhieung b Wendung tragfählgtt sicher M «ne käiti man auch! bars. muhst 6tc hing bei hohen Hx beilSsreud auch bas «eine 0rei 2W6 bruar 193 Sebniar 1 Iorsihcnb« letbinbun Liadwerw noch enget für Lecke! "deigeordn ben ‘Borftt in diesem onberen 2 ^tigfeü e baroul hin auch durch von Mbr ein» im ' toirflam i 1 Sonnen« Uhr. - 3 17.22 Uhr. 1520: ßu 1M3: ber I bortn; — Habermehl Meiner (Ern 1«5: der t Deitenbach *- Tag E^ölgshöhe Mitoljrf lammlung i J- ^eichch^ fcv* H. ’ MA 2UI «Web un8a Eie in“ toutbe vor i”1, Stan borbm ; «uni tof (- Ni Aus der Provinziashoupistadt. Gießen. den 14. 3uni 1928. 25 Jahre Verkehrs Verein Siehe«. 3n bidcn Jo^rt Cann b«D« rl«b r »-Verein »leben auf leu 25iäbrige< Be- Ueben ^urüdbllden. Die Seft’tellungcn über Mc »rünbung des Vereins, die recht schwierig waren, da von den Vereinsakten mclc Stüde nutz: mehr auUuftnben sind, haben ergeben, dah der 3. MLr» 1903 als entlcherdender Zag für tke Vereinsgründung in Betracht kommt. An Mtfem Tage wurden die beim Amtsgericht eingereichten Satzungen genehmigt und damit die Organisation A. 1. ober 2. Stellvertreter bei dem ötabtamt für Leibesübungen Mitwirken sollen. Insgesamt wurden folgende Gruppen gebildet: Gruppe Aasensport. in der zusammen- aesastt sind: Ballfpielllub 1922. Sport:lu5 1900, Verein für Bewegungsspiele, Siebener $enni8- flub. Gruppe Wassersport, umfassend: Gie- fxener Rudorgrtellichast, Verein Rudersport. Ru- betflub .^alfia“. Wasserfvortveretn .Hellas", Paddler-Gl Ide. Gieftener Schwimmverein. Gruppe Turn - und Fechtsport, um- fatfenb: Turnverein von 1846. Männer-Turn- Dcrcin, Freie 2umer1 brrbeigeführt hat. ist ibm als besonderes Verdienst anzufchreiben Dinen sehr we'entlichen Anteil daran hat aber auch der Gauvertreter Marr vorn Aadsahrsport. aus dessen Anregung hin der Gießener BerkehrSverein sich mit dieser Sache beschäftigte. Man must allen Vereinen, die in dieser harmonischen Weise geschlossen einem groben Fiele entgegenftreben. ausrichtige Anerkennung lür ihren Beschluß vom Dienstag zollen. Dast die Stadtverwaltung und die Stadtverordneteuvers ammlung der Schaffung des Stadtamtes für Leibesübungen nunmehr, nachdem sämtliche Sportvereine sich geeinigt haben. 8 u ftimmen werden ist wohl nicht zu bezwelseln, zumal durch dieses neue Amt feine Belastungen mit Gehältern entstehen wird, da sämtliche Arbeiten biS auf weiteres ehrenamtlich geleistet werben sollen. — Die Vortrags-Vereinigung bit et uns, nochmals aus dcn morgen abend ftattfintien- den Lichtbildervortrag hinzuweisen, bei dem der Srsinder deS Aake:erautos. der Astronom Ma, D a l i c r, über das Thema .Vom Raketenauto zum Weltrauntfchifs" sprechen wird. — De r 5 o m 11 i e n t d g der Matthaus- gemeinde findet am kommenden Sonntag Im Philosophenwald stall. Im heutigen AnzeigcnteU werden die Gemeindeglieder zu der Veranstaltung eingeiaden. — Der Geselligkeitsoereiv Gleiberg veranstaltet am nächsten Sonntag auf der Vurg Gleiberg ein Sommcrfcst, zu dem jedermann Zutritt hat. Uahcre» in der heutigen Anzeige Gictzencr IVochcnmarttyreife Gs kosteten auf dem heutigen Dochenn-irkt: Buller 160 bi« 183. Matte 30 bis 35. State (10 Stück) 60 bis IW. gelbe Rüh.m (Bund^ 15 Ü- 35. Wirsing 25 Spinat 25 bis 33, Römitch- kohl 20 bis 25. Bohnen 55, Spargel HO. Erbsen 40. Wischgen üse 20. Tomaten 83 bis 100. Zwie'-eln 20. Rhaoarber 20. Aortof ein 5 bis 6, Aep el 25 bis 60. Airfchen 45 bis 70. Stachelb rren 30, Erdbeeren 90 bis 120. Honig 40. junge Hähne 100 bis 130. Suppenhühner 100 bis 130 Ps. daS Psund: Eier 11 bis 12. Blumenkohl 50 bi« 150, Salat 8 bi« 20. Salatgurten 30 bis 60, Ober» Kohlrabi 15 bis 30. Rettich 10 bis 20 Ps. das Stück. Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf. • LU. Don der Landesunioerfität Am Sonntag, 17. Juni, vormitt gs 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitätsgottcsdienft statt Die Predigt halt Professor D. Bertram. ' Der Provinzialausschuß Oberhessen wird am nächsten SamSlag. 16. Juni, vormittag« 81 , Uhr beginnend, im Siyunp^laal bei Regierungsgebäudes zu Gießen eine ctf.-nt- siche Sitzung abhalten mit folgender Tagesordnung: Gesuch des Fritz le i g le r in Gießen zum Betriebe einer Schankwirtschaft im Hause Wielccker Weg 44. " Personalien. Ernannt wurden durch Ent- schließung de» Ministeriums für Aullus und VU- dungswcfen der Studienreferendar Ernst Kaust au» Grünberg zum Studicnalsessor: der Rektor ftorl Storck an der voll »schule zu Darmstadt zum Kreisschulrat bei dem 5treisfdjutarnt Darmstadt: her Rektor Ignaz G o y an der Volksschule zu Darmstadt zum streisschulrat bei dem streisschulamt in Oppenheim, bdbe mH Btrhmg ooei Tape be» Dienst- antritt*. — In den Aubrflanb verfestt wurde der In- stitutsgehilse beim Pathologischen Institut der tian- bes.in,oerfität Giesten, Martin Stroh, aus sein Nachiuchen vom 1 Jul! 1928 an " Zum Bäckertag in Gießen fei beute in Kürze noch berichtet, dast in Verbindung mit dem Verbandstag auch eine kleine Ausstellung von Bäckcre.Maschinen usw. stattfand, in der den Derbandstagsbe'uchern die neueste« ErzeuMiiBe der Väckereimaschinenmdustrte. sowie eine Reihe von Hilfsmitteln für den Bäckerei- betrieb in üder'-chtttcher Weise gezeigt wurde». Sk Schau sand bei den Benutzern des Verbands- tages starke Tür saubere leichte Arbeit suchen wir zum sofortigen Ein- tritt ausgewcckteö MAll nicht unter 17 I. Mist & Ebe Mlldbvl. mwD Statt besonderer Anzeige. Heute In der Frühe nahm der Herr seinen treuen Diener, meinen geliebten Gatten, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder, den ev. Pfarrer i. R. Verein für Äewegungsspiele e. D. 08, Gießen Wo gesucht. Schr. Ang. u. 5798D an den Giest. Anz. Am Dienstagabend braunes Täschchen Inhalt ungefähr 13 Mark u. ein kleiner Bettel, im Theater oder auf dem Wege Aleichstr vcr loten. Der ehrliche .rinder tüirb arbeit dasselbe gegen gute Belohn, auf der Bo- lizei abzugeb. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Gräf und alle Verwandten. snnrrofh & Benoer. G. m. o. 0- (Sieüen. Svedtilon u. Möbeltransport. Walltor- sirahe 49 b. Tel. 1519. Kaufmann mittleren Alter» iReisenderi sucht stch mit zirka M. 5000 an solidem (Keschätt sttll oder tätig zu beieiligen. 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S'/rUbr im Bbiloiovbcnwald Kamilientag Ansprachen. Musikai. Darbietungen. Svtei der Jungen und der 'Mädchen* Vereinigung ufro. Eintritt frei! Die Gemeinde ist hierzu herzlich ein- Kunstwissenschaftliches Institut der Universität Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde veranstalten im Tarmhan* am Brandplatz eine schieden es._________ Bcitschenfabrik sucht für Hessen- Nassau einen tücbtv möglichst b. Sattler- kundschatt gut ein- geführten Vertreter geg. hohe Provision. Schristl. Angeb. unt. 57rÄDa.d.Gtest.Anz. ^Vsfsehivdenes^ Tori per Ballen Jl 455 u. Torfmull ver Ballen 4.76. Ballengröhe0,40cbm frei Hau» od. (Marken. erster Tage etn- treffend. Grostabneb- mer PorzugSoretse. B. Sauer L Co., Noblen n. Landes Produkte Walltorftr.48,T.1154 | Kaufgesuche | Ktz-Z!mmer oder Semu-WM zu tauf, gefuchk. Schr. Angeb. unt. 04516 a. d «Metz. Anz. erbei. 5,mD • < a Raketenflugzeugs Kartenverkauf bei Chalher V” am Freitag, dem 15. Juni 1928, abends und an der Abend-Kasse 9 JS. IwUl S1/3 Uhr, Neue Aula der Universität N den Der 6 unb K! s -ad an Sty MN " -je ten p iu führci idjaftspol bart) Arurtt arvhen schäft « Aektzgeb tingt' jonnn h Verden, der tert jjD&ntnix ßnrten. hmg fei schal" der erh« Für d nach w) gtotbnd vervo Borschic Snttout nung rechterh« lieber 6urt>erei der 5ej einylnen verstarte fei zloar die fvr Dirls" licht t tnuW veilen kapiialif Handv« schäft m oiffen, schaftlich leüiv g zu einem 8ozialls>! der 3uh In b Mittelst- tQtfräftij wirtschaf geht urt sä«« Die float sehen, las Tinschlütz Li lamtnltti des neu Gleich fchaftszl maß vo 2fn d, tige P- Derwc Glied- seine die dende ik ration Aeuttaeh stungzsäh tragt uni hallg Aeärrs inneren: Tra 3umio 2m 15 ein dm 6o[ **. dvn m Gr^ Stumm Sezogen, *«erm «efaöt, , Mog ei (Wetiiti 1°ch Dori das nrals Ar iv S^funöe .Aach e ihr Zr' Nr. 138 Zweite; Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Donnerstag, H. Juni (928 Was erwartet das Handwett von den kommenden Parlamenten? Der Generalsekretär M Deutschen Handwerk-- unb GewerbekaTnmerlages, Dr. Meusch. Han- nover, sprach tn einer Versammlung de- Wittel- deutschen Harrdwerkerbund«^ $u Dera über die Frage ..Da- erwartet da- Handwerk von den kommenden Parlamenten V". Dr. Weusch streifte einleitend die in letzter Zeit immer wieder hcr- vorgeiretenen Versuche, da- allgemeine Parlament unter dem Desicht-punkt wirtschaftlicher Eondertnteresfen der einzelnen Verus-gruppen umzublld«n ör wie- auf die damit verbundenen schwersten Dcsah- ren für eine nach einheitlichen Gesichtspunkten zu führend« Gefamtpolitik auf staats- und wirt- schasispoluischem Gebiete hin. Der Rcichsver- band de- deutsch-n Handwerk- habe au- diesem Drund« heraus immer wieder gefordert, dast di« grohen Veruf-stände der deutschen Volk-Wirtschaft in die Willensbildung bei der politischen Gesetzgebung und Verwaltung auf legale Weise ei/igeschaltet würden. ES müht« daher ein Forum für alle Är«ife der Wirtschaft geschaffen werben, auf dem wirklich die einzelnen Glieder der deutschen Wirtschaft nach der ihnen innewohnenden Vedeutung sich zur Geltung bringen könnten. Der Versuch zu einer solchen Mitwirkung sei im Vorläufigen ReichSwirt - s ch a f t - r a t unternommen, dessen Tätigkeit leider erheblich unterschätzt werde. Für da- Handwerk fordere der Veich-verbanb nach wie vor eine durch gesetzliche Vollmachten geordnete und ermächtigte berufliche Selbstverwaltung. 3n dieser Richtung werden die Vorschläge, die der vor acht Jahren vorgelegte Entwurf einer Reich-handwerk-ord- n u n g enthielt, dem Ziele nach unverändert ausrechterhalten und wieder ausgenommen. Üebergehend zur Frage der freien oder gebundenen Wirtschaft bemerkte Dr. Meusch, daß der Vegriff der freien Wirtschaft in den einzelnen Kreisen der Wirtschaft recht verschieden verstanden werde. Die eigentliche Sozialisierung sei zwar abgewendet, damr erlebten wir aber die fortschreitende Ausdehnung der Wirtschaft-sührung durch diebffent- liche Hand. An die Stelle der freien individualistischen Wirtschaft trete mehr und mehr in weiten Kreisen von Handel und Industrie eine kapitalistisch-kollektiv geimndene Wirtschaft. DaS Handwerk wolle den Grundsatz der freien Wirtschaft nicht nur dem Staate gegenüber angewendet wissen, sondern auch im Verhältnis der wirt- schasllichen Erwerb-stände untereinander. Die kollektiv gebundene G r o b w i r t s ch a f t sei bis zu einem gewissen Grade selbst Wegbereiter einer vo-ialisierung. DaS Handwerk werde auch in der Zukunft weiterbesteyen. An die Stelle der bisherigen sogenannten MittelstandSpolitik der Parlamente müsse eine tatkräftige und positive Politik treten, die den wirtschaftlichen Zusammenhängen auf den Grund geht und allen wirtschaftlichen Kreisen, nicht nur bevorzugten Tellen derselben, Rechnung trägt Die staatliche Wirtschaftspolitik als Ganzes gesehen, lasse leider einen Produzenten freundlichen Ginschlag vermissen. Die ganze Steuerpolltik sei letzten Endes nur der Ausdruck schwankender parlamentarischer Mehrheit-Verhältnisse. Aufgabe de- neuen ReichSiageS bleibe es, ein neue» Gleichgewicht zwischen den einzelnen Wirt- fchast-zweigen herzustellen derart, daß ein Höchst- mah von Leistungsfähigkeit erreicht werden könne. An der Spitze aller Forderungen für die künftige Politik stehe da- Verlangen nach einer Derwaltung-reform an Haupt und Gliedern. Das deutsche Volk könne nicht seine viel zu kostspiellge und täglich teurer werdende Verwaltung und daneben noch die Reparationslasten tragen. Für letztere werde eine Neuregelung notwendig, die der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft Rechnung trage und aud)j>on der Seite des öffentlichen Haushalt» her eine Senkung der Lasten ermögliche. silebergehend zu den Verhältnissen auf dem inneren Markte wies Dr. Weusch auf die große Bedeutung «nee gefunden Landwirtschaft für da- Handwerk hin. Die Hils-maß- nahmen ter Reich-regicrung erschienen aber nicht geeignet, die gegenwärtig« Krisi- in der Landwirtschaft auf t ie Dauer zu beheben und für sie die Grundlage einer gefunden Preiswirtichaft wieder herzustellen. Auf sinanz- und fteuerpolllischem Gebiet biete sich ein ähnliches unbefriedigendes VUd. Die Wirtschaft sei nicht mehr in der Lage, die ungeheuere Steuerlast zu tragen; insbesondere fei eine kräftigcSenkung derRealsteuern nottoenbig, vornehmlich der Gewerbesteuer. Sben'o bleche es Aufgabe de- neuen Reichstags, einen endgültigen Finanzausgleich zwischen Re:cd, Ländern und Gemeinden zu schaffen, der dem Zwange zur Sparsamkeit aus allen Gebieten Rechnung trage. Erinnerungen an den berliner Kongreß. Von Dr. 2l Dor fünfzig Jahren wurde im Reichs- kanzlerpalai- der .Berliner Kongreß" eröffnet, der für die politische Lage Europas in den nächsten Jahren von ausschlaggebender Vedeutung wurde, linier Mitarbeiter. dessen Vater damal» al- Geheimer Legation-rat de- Auswärtigen Amtes an den Verhandlungen beteiligt 1 war. schildert anschaulich au- seinen eigenen Erinnerungen gesellschaftlich und politisch bemerken-werte Episoden diese-Kongresses. Al» im Sommer 1878 unter dem Vorsitz des Reich»kanzlcrS Fürst Dismarck in 'Berlin ein Kongrest zusammcntrat. um die durch den russischtürkischen Krieg verwirrten und verschobenen Grenzen der Staaten Oft- und Südvst-Guropa» zu ordnen, empfand es jeder Deuttche mit Stolz, vast gerade die RcichSpauptstadt zum Sitze des Kongresse» erwählt worden war. Diese Empfindung beherrschte besonder» in Berlin jung und alt, und sie war wohlberechtigt. Sie teilte sich auch der Heranwachsenden Schuljugend mit, und sie blieb meinem Elternhaufe um so weniger fern. alS mein Vater dem Auswärtigen Amt als Geheimer Lcgationsrot angehörte, also dem grohen Kanzler, den Europa zum Schiedsrichter erkoren hatte, unmittelbar unterstellt war und ihm regelmäßig Vortrag zu halten bitte. Wir lebten sozusagen in DiSmarckscher Atmosphäre, und von den deutschen Bevollmächtigt«', de» Kongresse« waren mehrere, wie Herr von Rado w i tz und Dr. Clemens Dusch, meine- Vaters befreundete Kollegen, deren Romen uns Kindern geläufig waren. Radowih wurde, wie man weiß, später Deutschlands Vertreter in Konstantinopel und Madrid, ein geschmeidiger aristokratischer Hofmann Dusch, später llnterstaatssekretär im Auswärtigen Amt und Gesandter in Du da pest, war aus der Dolmetscherlaushahn &en>oracgan- gen. ein Umstand, der allein schon eine Unterenante Persönlichkeit au- ihm machte. .Die ganze Welt sieht in diesem Augenblick auf die Wilhelm st raße in D.Tliirl" So schrieben die Zeitungen. so sprach man an den Stammtischen, an denen mehr politisiert wurde beim je, und von der Wichtigkeit der Verhandlungen siel ein kleiner Abglanz auf die Gehilfen DiSrnarcks, ja sogar auf ihren hoffnungsvoll noch die Dank des Gymnasiums drückenden AachwuchS. Bismarck besucht Oisraeli. Drennender noch al» die Reuaierde auf politische Rachrichten war der Wunsch, Einzelheiten au- dem Leben der berühmten Leute zu erfahren. Wie erstaunte man, als eine» TageS DiSmarck — wo» feit langem nicht mehr vorgekommen war — zu Fuß von feinem Palai» quer über den Wilhelmplatz schritt, um im Hotel »Der Kaiser- Hos" dem englischen Premiermmister D i » r a e 11, Garl os BeaconSsield, einen Desuch ab- Auftatten. der, wie man später erfuhr, den Zweck hatte, England in einem der strittigen Punkte zu einem Kompromiß mit Rußland zu veranlassen. Vermied es Dismarck doch sonst, sich tn der Oessentlichkeit zu zeigen; er hatte, so schwer ihm das wurde, selbst den Besuch der Theater aufgegeben — .well mich die Leute immer so anftarren“. DaS war ein großes Opfer, denn DiSmarck hatte vorher gern das Theater besucht und sich häufig an den harmlosen Possen im Wallner-Theater vergnügt. In Privathäusern war er gleichfalls nur selten zu sehen, ilnb nun von Wilk«. hatte er sich sogar zu Fuß in ein Hotel begeben! Freilich, der .Kaiserhof" war für jene Zeiten ein ganz außergewöhnliches Hotel; das geht schon darau» hervor, daß der alte Kaiser bei feiner Besichtigung zu feinem Bruder Karl tagte: .So schön haben wir- nichts" 66 war eher ein Palast al» ein Hotel, eine europäische Sehenswürdigkeit und vor allem eine Hochburg des Kongre'seS. Bevollmächtigte der verschiedensten Länder waren in diesem HauS abgestiegen und zur Mittagszeit — man speiste damals um vier oder fünf alhr in Berlin — schwirrten ein halbes Dutzend Sprachen durcheinander. DS ist sicher das letztemal gewesen, daß BiSmarck in Berlin zu Fuß über die Straße ging. Ein Kongreß ohne Damen. Vom ‘Berliner Kongreß hätte der spöttische Fürst von Vigne nicht wie vom Wiener Äongrefo witzeln können: .Der Kongreß tanzt, aber er schreitet nicht vorwärts!" Denn der üppige Kranz von schönen, geistreichen und galanten Damen, der dem Wiener Kongreß sein Gepräge verlieh, fehlte dem fleißigeren, sachlicheren Berliner Kongreß vollständig. Rur die Damen des Bis- marckschen Hauses, di« fromme wirtfchaftliche Fürstin Johanna und ihre Tochter Marie, die nachmalige Gräfin Rantzau, erwiesen die Honneurs des Kongresses, lind .bei Bismarcks" tarnte man nicht, sondern dinierte, und -war auSgiebig; man soupierte, und abends wurde musiziert. Gin Heer von Sekretären und Attachä», wie es sich jetzt zu den Tagungen des Völkerbundes in Gens versammelt, gab eS damals noch nicht, und wenn die wenigen jüngeren Herren, die den Kongreßmitgliedern bet «geben waren, sich amüsieren, .das Tanzbein schwingen" wollten, mußten sie mit den Berliner Dallokalen vorliebnehmen, wo sich die Heinen Mädchen mit den weilen Herzen mit Leutnant» in Zivil. Kommis oder Studenten im Walzer- oder Polkatakt dreh en. So war es auch noch ein paar Jahre später. alS wir un». eben flügge geworden, kopfüber in den Strudel des Vergnügen- stürzten. Oer Kongreß geht zum Vier. Hatte der Kongreß fein Tages Pensum erledigt und zu Mittag gegeffen, so zog diese und jene Gruppe, da eS ein schöner und warmer Sommer war. in einen Biergarten, nicht selten in den seit langem verschwundenen ©arten von .KemperS Hof" am jetzigen Kemper-Platz. Geke Bellevue- und Lennöstraße. Dort gefeilten sich ihnen bisweilen bekannte Männer der Feder zu, Paul Lindau, dem Grasen .Dill" DiSmarck befreundet, der ernstere Friedrich Dernburg und der Nein« schlagfertig« Herausgeber der.Wespen", IuliuS S t e 11 e n h e i m. der in der von ihm erfundenen Gestalt des ewig vorschußbedürstigen Kriegsberichterstatters .Wippchen" auf seine Art an den blutigen Schlachten bei Plewna und am Schipka-Pah teilgenommen hatte. Paul Lindau, der unerschöpfliche Plauderer, hat mir gelegentlich diese ach so harmlosen Bierabende des Kongresses am Rande des Tiergarten- beschrieben, aus denen di« Konversation mit Scherzen, die niemand Weh taten, gewürzt wurde und munter dahinsloh. biS man sich zu einer Stunde trennte, in der jetzt da- Berliner Rachlleben erst sachte anhebt. GS war ein solider, seiner Würde bewußter Kongreß. Trauerfeier in Dornburg. Zum 100. Todestage Karl Augusts, 14. Juni Don Winand Walter. Am 15. Juni des Jahres 1828 hatte Goethe nach einer musikalischen Rachmittagsgesellschast vorn Sohne die böse Rachricht erhalten, daß der Großherzog Karl August am Tage vvr- ber, von einer Reife nach Berlin heimkehrend, in Graditz bei Torgau plötzlich verschieden sei. Stumm hatte er sich in seine Gemächer zurückgezogen. der Sohn hörte ihn Hagen und laut mit sich sprechen. Am Abend, alS der getreue Sdtrmann ihn zu trösten kam, sand er ihn gefaßt, aber erschüttert. Wenige Tage später entzog er sich der äußerlichen Trauer und den Feierlichkeiten der Beisetzung durch eine Reise nach Dornburg an der Saale, in dessen Schlößchen. das oben hart am Fel-abhang liegt und in» Tal schaut, er das Gleichgewicht der Seele wiederzugewcnnen gedachte. Wie benommen war er nach der Ankunft durch di« Zimmer gegangen, hatte abwesenden DlickeS di« färbtaen Lahnlandschaften betrachtet, die da an den Wänden hingen, und war schließlich an das Fenster seines Gemaches getreten, hatte, immer tn heimlicher Zwiesprache mit dem geliebten Verstorbenen, in» Tal der Saale hinabgeschaut. die in anmutigen Windungen, mannigfach durch Dusch. Wiese und Siedelung belebt, den Hellen Svmmertag zurückftrahlte, batte die waldigen Hügel gegenüber, die Aussicht in di« blaue Ferne und die Iunipracht der nahen Rebengärten wie einen Gruß des nun Ewiggetrennten empfunden und nach neuer Arbeit gesucht, die blutenbc Seele zu Hellen. Dach einem tätigen Tage früh eingeschlafen, weckte ihn da» ungewöhnte Licht der Hohe schon tn der Morgendämmerung, er fühlte sich gestärkt und empfand Trost. Der fast Achtzigjährige trat in» Fenster, um den Morgen herannahen zu sehen; er nahm aber den Raum nicht tn der Mitte ein. sondern lehnte sich mit einer rührenden Bewegung zur Seite, al» ob er einem zweiten Platz machen wolle, der da diesen neuen Sommermorgen miterleben möchte Er empfand es mit einer verhaltenen Andacht, neben ihm lehnte Karl August, der .liebe Herr" und Freund seiner Jugend, seiner Mannes)ahre, und seine» olympischen Alters, blickte mit ihm in dieses morgenfrühe Tal unZ> hörte seine Worte, er ließ sich wie in alter Zeit mit dem traulichen Du anreben und antwortete auch so. Oben strahlten am grünlich leuchtenden Dämmerungshimmel die drei Planeten in seltener Zusammenstellung. unwahrscheinlich hell in ihrem Licht, und die weite Landschaft darunter flimmerte unwirklich und unirdisch, tote au» Weltabgründen hinaus. ,Riemand kannte dich so durch und durch wie ich. ein großer und bedeutender Mensch warst du, ein Zuf rühgeborener; ein Heines Jahrhundert länger, und wie würdest du an deiner hohen Stelle unser Deutschland vorwärts gebracht haben! Wie umfaßtest du alle-, StaatSweis- heit. Wissenschaft und Kunst. Wer macht es dir nach, mit neunzehn Jahren einen solchen Brief au schreiben, wie du ihn dem Staatsminister von Frctfch sandtest? Und wie umfaßtest du die Kunst, wie die Raturl Achtzehn Jahre alt warst du. alS ich nach Weimar kam, aber schon damals standest du voll Blüte und Sprossen, und man sah, was einst der Baum fein würde. Wie waren wir Freunde! Wie nahmst du an allem, wa» ich trieb, tiefsten Anteil. Mein Gartenhaus, di« Stätte meiner schönsten Stunden tn Weimar, schenktest du mir, wie ich Mr alle äußeren Würden verdanke. Zehn Jahre war ich älter als du. und daS kam unserer Freundschaft zugute. Danze Abende sahen wir zusammen bei mir in versunkenen Gesprächen über Kunst und Ratur. Wir saßen oft bis tief in die Rächt hinein, und eS war nicht selten, daß wir nebeneinander auf meinem Sofa «inschliefen. Fünfzig Jahre hatten wir es miteinander fortgetrieben, und es war kein Wunder, wenn wir eS endlich zu etwas brachten!" Reben dem Dichtergrelle auf dem leeren Platz« geriet der Vorhang in leis« wehende Betonung, war es der leichte Wind vor Sonnenaufgang, war es eine Geisterhand, die daran rührte, selbst von Bewegung ergriffen. „ilnö unsere verbundenen Schicksale, das köstliche. unverlierbare Treiben der Geniezeit damals, mit Knebel, dem Guten, der jetzt uralt und grau ist. mit Einsiedel, dem sich auch schon die Schatten gesellen und all den lustigen Gesellen und untere Kunst, aus dem wilden Wesen Menschenweisheit zu formen! Unb Jahre ernster Arbeit, und die Donnerschläge der Franzosenzeit und da» Altem und die tätige öinfebrl Du warst ein Mensch aus dem Ganzen, alles kam bei dir aus einer einzigen, großen Quelle! ilnb wie das Danze gut war, war auch das Einzelne gut, du mochtest tun und treiben, was du wolltest. Du warst, wenn dein Land auch Hein war. ein großer Regent. Du hattest Menschenkenntnis, edelstes Wohlwollen und die wichtigste Eigenschaft. größer zu sein alS dein« Umgebung. Wenn dir über irgendeinen Fall zehn Stimmen berichteten. hörtest du dabei die elfte, beste, in Mr selbst und entschiedest danach!" Immer Heller wurde es im Osten, immer irdischer sahen Tal, Berg und Ferne aus, immer näher und menschlicher hoben sich Rebenranken und Vartendüfte zum Fenster hoch Goethe sah, wie in einem Bilde, leibhaftig den Freund vor sich, ein wenig beleibt in einem grauen unscheinbaren Mantel, die abgegriffene Militärmüye ein wenig schief über bem gesund rötlichen bartlosen Antlitz mit den scharfblickenden, menschlich tiefen Augen Er empfand da» Dasein seines da hi rtgegan genen Freundes und Fürsten gleich einem klaren Kristall. Er lchnte sich an die morgenkühlen Scheiben und sprach leise, als flüftete er ein Debet, zu der leeren Stelle neben sich gewendet, al» eine Feier für den Toten; .ilnb wenn mich am Tag die Ferne blauer Berge sehnlich zieht. nachts da- ileoermah der 6ferne prächtig mir zu Häupten glüht — All« Tag und all« Rächte rühm’ ich so des Menschen Los; Denkt er etoia sich ins Rechte, ist er ewig schön und groß.' voö Duisburger 2Regen$eff. Duisburg. 12. Juni. Es war von besonderem Interesse, auf dem dies- jährigen Feste neben einer Reihe von bekannten Werken den problematischen Meister neu zu erleben. Neben den Hiller-Variationen wurde auch In diesem Jahre die Sinfonietta (hn vorigen Jahre durch Clemens Krauß in ihrem Wesen verkannt), ein echtes urwüchsiges Stück Regerscher Kunst, vor dem Hörer ausgebreitet. Generalmusikdirektor Paul Schein- fing erreichte im Larghetto, thematisch durchleuchtet. „La Macedoine!" E- war ein ungalanter, ein humorloser Kongreß. zumindest nach den Anschau ungern die un» in Fleisch und Blut übcrgegangen sind. 5r zeitigte nur c i n Bonmot, da- würdig ist. nicht auS dem Gedächtnis getilgt zu werden Man feilschte und man intrigierte um Mazedonien, da» aufgeteilt werden sollte, von Griechenland jedoch ganz für sich begehrt wurde. Zu Tiich bei Vismarcks wupde der griechische Gesandte R a n q a b 6 — im Rebenamt ein Dichter und der Vater hübscher Töchter, die wir Jünglinge im Winter aus der Si-bahn um ihrer Grazie willen au» der Ferne anschwärmten — von BiSmarck gefragt, ob er von jener süßen Speite Rlakroneiwudding mit Früchtefüllung, die au» uner'erschlichen Mdaeben im Küchenjargon »Macedoine heißt, noch eine Portion begehrte. Seufzend erwiderte Rangabö: .Ach. mein Fürst, ich möchte am liebsten ganz Mazedonien!- — ES gab noch kein Te'ephon in allen Häusern, aber nach vierundzwanzig Stunden hatte da» Wort feine Runde durch Berlin vollendet und auch mein Elternhaus nicht übersprungen ... Südwestdeutsche Konferenz für Innere Mission. — Die Südwestdeutsche Konferenz für Innere Mission hielt ihre diesjährige Sommertagung bei sehr gutem Besuche au» allen Teilen SudweftdeutschlandS in Bad-Rauheim ab. Sin BegrühungSabend im Evang. Gemeindehaus eröffnete die arbeitsreich« Tagung. Orgelvorträge von Oberrea.lehrer BechlolS - hetmer und sonstige musikalische Darbietungen umrahmten die Ansprachen deZ AbendS. P'arrer Wüterich (Stuttgart) entbot dm WillkommenS- gruf) im Rainen de» Landes verbände) für Inner« Mission in Württemberg, dem für di« eS 3abr di« Geschäftsführung der Südwe'ldeut chen Konferenz übertragen worden ist. Sehr beifällig wurden die Glücktounschgrüße auficnommcn. die u. a. vom hessischen Kultusministerium, von Bürgermeister Dr. Ahl, vom KreiSamt Friedberg, vom Dekanat Friedberg, vom Landeskirchenamt Kll cL vom badischen Landesverband eingegangen wa>en. Oberkirchenrat Wagner (G e'ien) sprach im Auftrage des hessischen LandeskirchenamtcS Tie Kirchenregierung in ID eihaben ließ durch Landeskirchenrat Ernst begrüßen, während für den hessischen Landesverein Pfarrer Wegner und Oberstudienrat Weimer für den odeihef ischen Verein für Innere Mission sprachen. Die Dad- und Kurverwaltung lieh durch Oberbaurat Derck begrüßen, Pfarrer Knodt entbot den Will- kommenSgruß der hiesigen evangelischen Gemeinde. Dann bleit Frau Pfarrer Stange (WilhelmShöhe) einen tiefgründigen Vortrag über .Warum brauchen unsere Mütter die Innere Mission und warum braucht die Innere Mission untere Mütter?" Die Rednerin entwickelte treff* liche Gedanken über den Helferdtenst in der Inneren Mission. Am Sonntag fand morgen» in der Dankeslirche ein Fe stgotteSd lenst, bei dem Pfarrer Mößner von der Diakonieanstalt KarlShö! c bei Ludwigsburg die Festpredigt hielt, wahrend im anschließenden Kindergotte »dien st Pfarrer O s ch m a n n (Stuttgart) predigt«. Der Rachmittag vereinigte di« Kongreßbesucher mit vielen Demeindegliedern auf dem Johannisberg zu einer Iugendversammlung, bei der mehrere ober hessisch« Posaunenchöre mitwirkten. Landes- jugendpfarrer v. d. Au richtete tn seiner inhalt- reichen Ansprache beherzigenswerte Worte an die Jugend. Bei der öfsentlichen Versammlung am Abend im Gemeindehaus, die sehr starken Besuch auftote», dankten Regierungsrat Grein vom Kreisamt Friedberg und Bürgermeister Dr. Ahl für die ihnen gewordene Begrüßung mit Ansprachen, die viel Verständnis für die Wohlfahrtstätigkeit der Inneren Mission verrieten. Im Mittelpunkt des Abends stand die Behandlung de» Themas .Krankheit undSünde". Dazu kontrapunktisch erarbeitet, geniale Momente, wie sie dieser unerhörten (Eingebung eigen sind. Auch in den Chorwerken (Requiem, Einsiedler, 100. Psalm) konnte der außeroktzentlich tüchtige Dirigent seinen vortrefflichen Chor und das mit mächtiger Virtuosität spielende Orchester zu lichten Höhen emporfuhren. Reben diesen auf Monumentalität und innere Größe aufgebauten Werken wurde das oielsarbige Bild durch den überperfön(id)en Ausdruck feiten vernommenen kammermusikalischen Stiles iHuftriert. Die Introduktion, Passacaglia und Fuge für zwei Klaviere wurde von Eduard Erdmann und Waller G i e s e k i n g durch unerhörte Pianistik in klangbefeelle Geistigkeit, fern jeder prunkvollen Virtuosität, emporgehoben. Die machtvoll in sich gestaltete Introduktion bleibt durch die organische Entwicklung flüssig, überpersönlich baut sich die Passacaglia in zeitlose Formen, und die geniale Fuge, thematisch eng an die Form ge- fessell, steigert den Gedanken. Erdmann und Giese- fing waren mit innerer Kraft dabei, dos enorme Werk in glutvoller Entwicklung zu höchster (Entfaltung zu bringen und in der Fuge das Kontrapunk- tische in letzter Reise zu erfassen. Meisterhaft spielt« auch der Geiger K u h l e n k a m p s der in der Diolinsolofonate die Tiefe Regerscben Geistes und die Schönheit des eigenen Tones sich aussprechen liefe. Und die vergeistigte Atmosphäre steigt in das Zeitlos« hinaus, wenn im Es-Dur-6treid)quartett, von ®re- vesmühl, Spindler, Hilbert und Frank« mit absoluter Klarheit vorgetragen, das allegro con grazia con spirito wie ein domartiges Gebilde sich selbst entwickelt und wie eine Rauchwolke di« Fuge in das Reich der Ewigkell emporhebt. Dem feinsinnigen Klavierkomponisten widmete Eduard Erdmann fein geistvolles Spiel, für das unbekannte Lied warb Klara W i r z . W y fe, am Ria- vier K. H. Pillney. Das Klavierkonzert, von G i e f e k i n g rein pianiftiftb bis an die Grenzen der Möglichkeiten erschöpft, wurde aus einer verdichteten Schwermut durch intensives Rachschasien in seinem Wesen blofegeleat. Der Rheinische Madrigal-Chor unter Josephson erreichte in einigen Volkslied- bearbcUungen höchste Klangkultur, während der Orgelsolist Hans Bachem durch oberflächliches Spiel dem Geist des Kunstwerke» ins Antlitz schlug. Der 100. Psalm liefe das Fest macbtvoll ausklingen. Unter den Gästen bemerkte man Adalbert Lindner, den treuesten Freund des verewigten, und Frau Elsa Reger, der man den Ehrenvorsitz übertrug. K. V, . ---- - J "VT 4 4.Kl.: Aa 20 25 30 tzOss« «eignete s torradu sicher infol /kurve ni ju «che. A unb tarn t toobienb tx geldjleu erlitt Der band an, 1 len In das WSV. Friebbcrg. 13. Juni. Lum heutigen Schweine markt wurden 449 Ferkel aufgc- Mk.. 8 bis 10 Wochen alte Tiere 20 bis Wk.. für 10 bis 12 Wochen alte Tiere 25 bis Mk. Ss verblieb kein ikberftanb. Arcie Büdingen. trefflichen { dieser jung Bem eine Z tot 1 Preis Ernst War?, Ruppertsburg: 2. Preise 21 ug. Lind 3.. Gonterskirchen, und Ruhl 5., Laubach; 3. Preis Hch. ^ecteL, Laudach — Laidrdfr füllen Din! -elMvom ML Haaptt Hflnnt«_ hatte für S un vorigen scheu Aorc jetzigen D Olussiel! jche Saal, ein färben Tischen un und Schön der Tutte fischen 3Ci Seranftaltii und auch । fonnte hier gen waren gemeinschait dem sie Diel töotben war in der H« bet AMe und Eiehe Einwohner 2m Hont unter Aich S 0 -er njoWfr wS Orehiheaier—nickt Drehbühne! 4 in !*« ' $ie Ü ertragen. —-------------- ------ .. ....... —- letzten T-ercui^jabrt. hiernach bat sich trieben. Der Geschäftsgang war flott. Es wurden bau in den letzten Jahren im KrcUe wieder bezahlt für fechS Wochen alte Tiere 15 biS 1 bedeutend gehoben, irx^u die Errrchtong der Dvbll^ ianbe< toj Pflanze! Biebertal. Ä ♦ 2 idda. 13. 3unL Die diesjährige Hauptversammlung des Obst- und Gartenbau- Verein» für den Kreis Du dingen fand hier im Gasthaus „Zur Traube" statt und war recht gut besucht. Der Dorsitzende. Ärei^öireltor Dr. Gähner (Bübingen) widmete den feit der letzten Versammlung verstorbenen Vorstandsmitgliedern einen ehrenden Vachruf. Der Vorstand hat weiter durch Wegzug deS Pfarrer» Kahn von Ortenberg nach Lich ein fehr verdienstvolle» Mitglied verloren. Hierauf begrüßte Bürger- meister VingShaufen al» Vertreter der Stadt die Versammlung. Die Vechnungen von 1925 und 1926 und der Voranschlag für 1927 wurden nachträglich verlesen und genehmigt und bann zur Beratung deS Voranschlags für 1928 geschritten. Vach mesern ist die weitere Erwerbung eines Anteilscheines der Oderheffi- fchen Obstwerke vorgesehen. Landesvbstbau- inspektor Pfeifer au» Darmstadt hielt bann einen Vortrag über .Die Arbeitsgemeinschaft der Obst- und Gartenbaimenossenschrtten in Hessen". 3n überzeugender Weife wies der Redner die unumgängliche Zusammenfassung aller kleineren und grvsteren Eristenzen dieser Berufe zu einem Ganzen zum Kampfe gegen dic Konkurrenz deS Auslandes nach und forderte alle Obst- und Gemüsezüchter zur energischen Mitbils« zweck» Erreichung der Ziele bet Vereinigung auf. Zuletzt erstattete Obstbauinfpektot Metternich von Tübingen den Rechenschaftsbericht der beiden 3. Preis Hch. Hertel, Laubach. — lbinn « n: Ehrenpreise -Ehr. Kircher. Laubach, und Demh. Höav. VuvpertSburg. 1. Preis Otto Zimmer 1., Villingen; 2. Preife Obstwerke in Büdingen wesentlich beigetragen hat. weil sie den Obstzüchtern für den Absatz ihrer Erzeugnisse sorgt. Durch eine Unter Rügung von 6000 Mark aus dem Reichszuschuß konnte eine planmäßige Timveredlung mit den bewährtesten Sorten im letzten Frühjahr durchgeführt werden. Sine grünliche und sachgemäße Dekämp- fung der Obstbaumschädlinge wurde in sieben Gemeinden des Kreises Dor genommen, muh aber unablässig in allen Gemeinden weitergeführt werden. 3n der Aussprache wurde hauptsächlich der Ruhen der Obstwerke In Büdingen hervor- gehoben und über die Erwerbung von Anteilscheinen Aufschluß erteilt. Allseitig wurden die Verdienste de» Obst bauinsPertor» Wetter- n i ch durch die Gründung dieser Obstverwer» tungSstelle anerkannt und rhm von KreiSdirektvr Dr. Gähner in herzlichen Worten aufrichtiger Dank ausgebrückt mit dem Wunsche, dah eS Herrn Metternich vergönnt sein möge, noch recht lange seine unermüdliche Arbeitskraft dem Wohle des Obstbaues des Kreises widmen zu formen. Damit schloß der Vorsitzende die ebenso lefrr- reichen wie mtereffanten Verhandlungen. △ Vidda. 13. 3unL Die von Zahlreichen Emwohnern des evangelischen Kirchspiel» gestifteten Preise zu einer Verlosung zum Besten de» Kirchenerneuerunas- fonds wurden jetzt verlost. Auf 2000 Lose kamen 250 Gewinne darunter waren wertvoll« Haushaltunas- und GebrauchSgegenstände. di« hiesige Handwerker und Kaufleute gestiftet hatten. Der Jtnngennrax der Verlosung wird etwa 900 Mark betragen Abends sand ein evaugeli- scher Familienabend in der Turnhalle statt, der sehr stark besucht war. Die Gesamt- cfnnahme dieser Veranstaltung betrug für den Kirchenbaufvnds rund 250 Mark. Die staatlich« Qluf der Hauptversammlung der Vereinigung lunstlerischcr Bühnenvorstande wurde zu dem heitzunrstrittenen Problem „Regie und Technik" Stellung genommen. Unser Mitarbeiter hatte Gelegenheit, auherdem Autoritäten der Regietechnik über ihre Ansichten zu befragen. 3n stummer Ergriffenheit verharren bie Besucher eines Opernhauses, wenn tn bet Schluß- apothevse bie Schünwerfer ih Licht auf Die Hauptdarsteller lenken, und das prächtige Bühnenbild hinterläht bei ihnen emen tiefen Eindruck. Zwar ist in Den letzten Jahren der Schlichtheit des Bühnenbildes immer von neuem das Wort geredet worden: doch bie überwiegende Zahl der Theaterbesucher will die Ausstattung nicht vermissen und ist — das lehrt die Erfahrung — nur von einer Vorstellung befriedigt, an der sich auch ihr Auge ergöhcm kann. Der Laie, der nie einen Blick hinter bie Kulissen getan hat. kann sich nur schwer vor stellen, welch großer technischer Apparat Aufgeboten werden must, um die Schaulust des Publikums zu befriedigen. Während die technischen Fortschritte sich in den letzten Jahren auf Den verschiedensten Gebieten durchsetzen konnten, haben sie jedoch bisher auf den bühnentechnischen Betrieb allzu» wenig Wirkung ausgeübt. Selbstverständlich darf sich die Technik bei einer künstlerischen Ausführung nie in den Vordergrund Drängen, sie Darf für Den Spielleiter nur ein Hilfsmittel fein. Doch must sich jeder Regisseur natürlich Der Technik bedienen, um einen reibungslosen Ablauf Der Vorstellung zu ermöglichen und dem Publikum zugleich neue künstlerische Eindrücke zu verschaffen. Immer deutlicher haben Bühnenleiter und Regisseure die Bedeutung der Technik für das Bühnenwesen erkannt, und in den letzten Tagen haben sich bei einer Jahresversammlung der künstlerischen Bühnenvorstande Deutschlands die künstlerischen Leiter der meisten deutschen Bühnen in Berlin vereinigt, um sich über das Thema „Regie und Technik' auszusprechen. Alle maßgebenden Persönlichkeiten stimmten Darin überein. Dast Der moDerne Regisseur sich toeit- gehenD Der Errungenschaften Der Technik bedienen müsse, um Durch immer neue Versuche einer künstlerischen Stagnation vorzubeugen. All- xutoeniß Gourde aber bei dieser Aussprache Die schwierige Lage der Bühnenleiter berücksichtigt, denen für technische Zwecke nur bescheidene finanzielle Mittel zur Verfügung stehen: Doch können die Bi'chnenleiter. wie der technische Leiter Der Berliner Staatstheater. Si rett ar Linnebach, unD der bekannte Regisseur Erwin Kaiser ausführten, selbst im Rahmen ihres bescheidenen Etats mit allerlei bühnentechnischen HilsSmitteln starke künstlerische Wirkungen erzielen, wenn sie nur geschickt in der Auswahl ihrer Requisiten sind. „Vicht jeder Bühnenleiter hat unbeschränkte Mittel zur Verfügung", so erklärte Direktor Linnebach. „und die neuen maschinellen Einrichtungen der Staatsoper mit ihrer Doppeletagenbühne, die drei Spielzonen aufweist, bilden eine Ausnahme, sind von anderen deutschen Bühnen noch nicht erreicht worden. Wir können zwei Dekorationen übereinander aufbauen, und in sechs Sekunden können die Dekorationen auSgewechselt werden. Während wir früher zum Aufhängen von 80 Prospektzügen sieben Stunden brauchten, kann heute dieselbe Arbeit in drei Stunden erledigt werden. Welche Bedeutung die Technik für daS Bühnenwesen besitzt, kann man ermessen, wenn man einem Bühncnumbau auf einer veralteten Bühne beiwohnt. Keuchend schleppen Arbeiter die schweren Versatzstücke herbei, an langen Schnüren werden Prospekte herabgelassen, unter Aechzen und Stöhnen die Kulissen ausgestellt, die man mit vieler Mühe befestigen und versteifen muß, und Die langen Pausen, die für einen Umbau notwendig sind, reißen den Zuschauer aus der Stimmung. Ganz anders dagegen geht es auf einer technisch mooemen Bühne zu. Mit hydraulischer Kraft werden die Dekorationen nach unten und nach oben gerollt. Mit Grauen denke ich noch daran, wie früher ein Heer von Arbeitern die Prospekte, die oft 13 Meter hoch und 19 Meter lang waren, mühsam aufgerichtet haben. Wog doch ein solcher Prospekt manchmal an 400 Kilogramm, und Gewichte von 380 Kilogramm mußten emporgewunden werden, um die Aufstellung zu ermöglichen. Heute werden diese Arbeiten auf maschinellem Wege von einem Zentralstellwerk aus reguliert, und reibungslos werden die schwierigsten Umbauten bewerkstelligt. Nehmen wir nun einmal als Beispiel die Bühne hatte der hiesige Arzt Dr Haeberlin bas medizinische Referat übernommen, daS in philosophischer Grundlegung „Die LoSlösung des Menschen aus den ewigen Lebensgesehen als Verhängnis' besprach und die Forderung erhob, daß der fortschreitenden (Sntfeelung De» Menschen ent* gegcnzuwirken fei. Don Der theologischen Seite faßte Tirektor Dr. Schweitzer von der Apologetischen Zentrale in Spandau da» Thema an; er trat warm für das Zufammenarbeifen von Aerzten und Seelsorgern ein. Am Montag folgte einer Morgenandachl im Gemeindehaus, bei der Pfarrer Knodt sprach, eine Sitzung der Vereinigten Ausschüsse, in ter eine sehr anregende Aussprache zu dem Thema „Die Auswirkungen deS Gesetzes zur Bekämpfung von Schund und Schmutz" stattfand. Anschließend war der öffentliche Vortrag von Direktor TönjeS (Wihenhausen) über „Was schuldet die Kirche den deutschen Auswanderern?" ein Höhepunkt der Tagung Deren Abschluß Besichtigungen der Kinderßeilanstalf Slllabethenhaus unb b< s ZanbrrinstitutS waren, bie den Nachmittag auSsüllten. Interessant sinb einige Zahlen aus dem Arbeitsbereich b e r Inneren Mission, bie im Laufe der Tagung bekanntgegeben wurden. In der gesamten deutschen Inneren Million haben toir: in der Gesundheitsfürsorge 2200 Anstalten mit rund 114 000 Betten; in der Erziehung»- und Iugenbfürsorqe 1200 Anstalten mit 56 000 Betten und 2850 Krippen unb Kindergärten mit 185 000 Plätzen: in der Wirtschaftsfürsorge über 600 Heime mit 26 700 Betten und 350 Bahnhofsmissionen und Bahnhofsdienste. In ganz Deutschland find 41 000 Schwestern, über 4200 Diakonen unb Theologen. 12 000 anberc Berufsarbeitrr unb etwa 17 000 Hilfsarbeiter im Dienste der Inneren Mission, ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter. Aus der Geschichte der Inneren Mission in Hessen sind folgende Gründungen hervorzuheben : 1847 gab der sog. „Blindrnfchafer" (Direktor Schäfer von der Blindenanstalt in Friedberg) Die Anregung zur Gründung be» ersten Rettungsbause» in Hessen zu Kloster Arns° bürg; 1850 ries er bie Friebberger Blinben» anftalt ins Leben. 1851 und 1852 entstanden bie Rettungshäuser in Hahnlein unb Jugenheim (Rheinhessen). 1858 wurde bas Hellllche Diakonissenhaus Eliiabethsiist in Tarmstabl gegründet, das heute 369 Schwestern zählt unb in diesem Jahre seine 70. Iahrseier beging. Die Hessen, Baden. Württemberg und die Pfalz zusammen- faffenbe Sübwestdeutsch« Konferenz für Innere Vkission wurde 1865 gegründet. 1'68 die erste hefsifche „Herberge zur Heimat" mit 52 Betten in Darmstadt. 1878 trat der Oberstes f if che Verein für Innere Mission ins Leben. Der 1879 die Gründung der Kindersteilanstalt Esisabcthbaus in Bad-Vauboim veranlaßte und heute noch Dic 1836 eröffnete Gießener „Verberge zur Heimat" betreibt 1888 wurde von Kreisen der Inneren Mission das „Hessische Sonntagsblatt " herausgegeben; 1898 unser hessisches Bethel, die Epileptischen-Anstalt in Vieder- Ramstadt eröffnet, die heute in einem Neubau über 250 Pfleglinge ausnehmen Fann. 1900 wurde ein Krüppelheim dort angegliedert und am 18. April 1928 ein dreistöckiges Krüppelheim feierlichst eröffnet Das sind Zahlen unb Daten, die außerordentlich viel sagen und jedermann zur Mitarbeit am Werke der Inneren Mission an- regen sollten. SrtifQQ LU6r «H •WntDeq 9e^ Sari fSM. Der Kamps um die Bühne Oer Zukunst Äon Siegfried Ascher Obecheffen. Landkreis Gietzeu. * D Collar, 12. Juni. Bei dem siebenten Sohne des Steinbrucharbeiters I. R., der in e zweiter Ehe lebt, au» bet breizehn Riebet her- vorgegangen sinb — ein für heutige Verhält- niffc gewiß nicht alltägliches Ereignis . hat bet Herr Reichspräsibent v. Hinbenburg auf Dntrag Ehrenpatenschaft übernommen unb gestattet, baß sein Name in ba» Taus buch bet Gemeinde eingetragen werde. —Leihgestern, 13. Juni. Die dankbaren Sänger au» Westfalen brachten am Montagvormittag dem Bürgermeister und dem Heimatdichter Georg Hetz ein Ständchen. Um 11 Uhr marschierte der Gesangverein „R h e i n g o l b" aus Hagen zur Wohnung be» Bürgermeisters Hetz. Hier sprachen sie bem Bürgermeister ben Dank bet Hagener bafür auS, batz Hagener Kinder wteberholt In Leihgestern gastliche Ausnahme gefunden unb batz auch bie Sanger beim Sänger- unb Trachtenfest bie Gastfreundschaft der Einwohner Leihgesterns angenehm erfahren hätten. Bon hier ging der Zug zu bem Heimatbichter Gg. Hetz, ben bi« Sänger ebenfalls für di« herzliche Aufnahme dankten: zu- fleich sprachen sie die Hvsfnung aus, datz die reundschaftlichen Beziehungen weiterbestehen möchten. Dg. Hetz gab seiner Freude über Die Ehrung Ausdruck unb wünschte, batz bet goldene SiegeSkranz mit seiner rotweitzen Schleife bie Gäste allezeit an ben Hüttenberg erinnern möge. Mit Festmufik wurden dann die Hagener zur Station Droßen-Linben gebracht. Nachmittag» fanb «in festlicher Umzug statt, unb bann wurde auf bem Festplatz bie bieSjähritz« Kirin«», die mit dem Fest verbunden ist. gefeiert. • C o n g • (S ö n 9, 14. 3uni. In Ergänzung Dos Berichtes über Den Gesangswettstreit in Leihgestern am vorigen Sonntag ist noch mitzu- teilen, bog der hiesige Gesangverein „Germania" unter Der vortrefflichen Leitung seines Thormeisters, Musiklehrer Fritz Leib, nut 155 Punkten auch ben Dirigentenproi» errang, lieber bie anderen bei bem Wettstreit erlangten Preise des Vereins ist schon berichtet narben. 0 Göbelnrod, 13. Juni. Den hiesigen Landwirten wurde am Sonntagabend ein sehr anregender S3 o r t r a g über bas Thema „Die Aufzuwt des Jungviehs , geboten. Der Redner, Landwirtschaft»- rat Trautmann, Direktor des Landwirtschafts- amt» (Brünbrrg, entschied zunächst die Frage nach der besten Zuchtmethode Dabin, daß er Den Landwirten bie Reinzucht al» den besten und billigsten Weg empfahl Sodann wurden di« Faktoren besprechen. Die da» Jungtier vor unb nach der Geburt bestim menb beeinflussen, unb gezeigt, wie sie berücksichtigt werden müssen, will man einen leistungsfähigen und damit rentablen Liehbestand heranzüchten Nachdem noch einige aus Der Versammlung gestellte Fragen beantwortet waren, bnnfte der Leiter der Versamm- lung. Bürgermeister Weber, dem Vortragenden für seine klaren Ausführungen Kreis Kriedberg 6 Ufin ®t*rye. mi nung des fchoft, Äunf turschuh ton. Ts hc unb Hahitf kllype'. tot unter 1 Mte Tel l,rfl geh- ygenart er ®toinnuna $Weit tx Oubungen «Jrtbaben Men ™ gelchWc lfoen ®rur frühen, t lehrreiches in fei I Beihilfe zur inneren Erneuerung der Kirche ist mit 2000 Mark bewilligt worben, so daß nun am 25. b. W mit den Arbeiten an der Kirche innen und außen begonnen werden soll. »trete Schotten. —Laubach, 12. Juni. Auf bem heutigen Prämienmarkt war starker Auftrieb, besonder» von Der hessischen Fleckvieh - Rasse. Al» Preisrichter waren tätig Dr. Helfert. Schotten. Kari Hahn, Bellersheim, unb Techniker 2 üs - l c ”, Gießen. Ergebnis Der Preisbewertung: 1. Kloss«: Aeltere Bullen: 2. Preis« bie Gemeinten Detter selb unb RölhgeS. - 1ÄL: Ist ngere Bullen: Ehrenpreise Ad. Hofmann. Langsdorf, und Ioh. Hch 21.. Leihgestern; 2. Preife Bürgermeifter Krauß. Wetter eib. und Konrad Mohr 9^ Gambach: 3 Preise K. Bayer. Freienfeen; PH. Ärauttourn. GlaSbütr« b. Zroien- leen: W. Fabex. Leihgestern. Fr. DommerSdeim. Langsdorf. — 3. Ä L: 3ungrmber: Ehren- vreife Fr. Frank unb Ioh Güniher, Laubach: eine» größeren ötabttbcatcr». daS vormittags eine Motins nachmittag» eine Operette und abends vielleicht eine Oper hcrau-dringen will. Dieses Theater mutz selbstverständlich technisch so eingerichtet fein, daß mindestens ein zweite» Bild hinter der Bühne aufgzbaut unb heran- gerollt werben kann, wenn baS erste Bild beendet ist. Selbstverständlich bildet die Drehbühne eine ausgezeichnete Lösung: ich halte sie aber bei Auffahrungen von Opern mit großem Chorpersonal für weniger geeignet alS eine Schiebebühne. Außerdem ist für ein größeres Theater ein Rundhorizont mit Beleuchtungsanlagen unumgänglich notwendig, unb wenn die zwei Beleuchtungstürme unb bie vier De» leuchtungsbrücken ber Staatsoper, von benen bie erste allein 50 Scheinwerfer trägt, eine sehr kostspielige Anschaffung bedeuten, fo kann maa doch auch mit bescheidenen Anlagen sehr schöne Effekte erzielen. Daß bie Modernisierung veralteter technischer Einrichtungen erschwinglich ist. beweist übrigens ber Umbau de» Görlitzer Stabttheaters. ber ungefähr 300 000 Mark kostete. Dafür hat diese Bühne jetzt drei versenkbare Podien und eine vorzügliche Beleuchtungsanlage." ,An dem heutigen Stand der Technik gemessen, befinbet sich Die Bühnentechnik noch in ben Kinberschuhen", meint ber Schauspieler unb Regisseur Erwin Kaiser. „Wir müssen so weit kommen, batz bie Handarbeit beim Dühnenumbau vollständig durch Maschinencrrbeit ersetzt wirb. Schnell und lautloS müssen die Umbauten vor sich gehen, Damit illusionsstörende Pausen nach Möglichkeit vermieden werden. Selbstverständlich soll auch der moderne Regisseur die neuesten Hilfsmittel anwenden, und besonders der Film soll ihm dabei behilflich sein, dem Zuschauer starke künstlerische Eindrücke zu vermitteln. Das „laufende Band", da» P i s c a t o r in diesem Winter auf die Bühn« brachte, hatte ich für eine ideale Lösung; denn es ermöglicht ein blitzschnelles Auswechseln der Requisiten Bei der Form des modernen Bühnenstückes, das zuweilen eine lockere Aneinanderreihung von kleinen Szenen ist, wird das „laufende Band" nicht zu entbehren fein. Die konstruktive Bühne, mit der Piscatvr arbeitet, ermöglicht eS auch bem bescheibensten Theater, wirksame Aufführungen zu bringen. Alle Welt hielt bas Gerüst, das Piscator bei ber Ausführung von Tollers „Hoppla, wir leben!" txr- wandjf. für äutzcrst verzwickt unb kostspielig, während es tatsächlich nur aus einigen Gasrohren unb Leinwanbflächen zvsammengeziminert war. Wir haben Dieses Gerüst bei unseren Gastspielen im Reich stets nut uns geführt. In wenigen Stunben haben wir e» auf den "Bühnen von Köln, Mannheim und Frankfurt aufgebaut und damit eine wirksame Aufführung ermöglicht. Die Verwendung deS FilmS bei einer Aufführung bedeutet eine außerordentliche Ersparnis an Ausstattung, und eia sinnreich konstruiertes Gerüst erspart viele Treppen und Podeste. Gin Regisseur, der ein Stück mit bescheidenen Mitteln inszenieren muh. soll nicht versuchen. falschen Prunk vorzutäuschen, mit etwas Phantasie, einer Leinwandfläche unb einem Projektionsapparat können durchschlagende künstlerische Wirkungen erzielt werben." Aber nicht nur ben maschinellen Betrieb, auch den Zuschauerraum will bet nwDerne Techniker grunbtegcnb ändern. Doch das Theater der Zukunft wirb wahrscheinlich auch nicht so aussehen. wie eS sich Hofrat Hetterich, ber Direktor bes Wiener Burgtheaters. Vvrstellt. Et glaubt nämlich, batz man rings um eine große Bühne vier ober fünf Säle bauen wird, die ungefähr je 1000 Zuschauer fassen können. Diese 4000 Zuschauer werden bie Aufführung nur durch riesenhafte Spiegel sehen, während grobe Lautsprecher Dem Zuschauer DaS Wort der Schauspieler wiedergeben werden. Der Entwurf, den Professor GropiuS für ein solche» Theater der Zukunft gemacht hat, wirkt weit nüchterner. Er will den drehbaren Zuschauerraurn schaffen, während die Bühne unbeweglich sein soll. Um ba» Parkett soll sich eine Art von Korridor ziehen, ber mit weihet Leinwand bespannt fein würde, und auf den während der Vorstellung Filme projiziert werden sollen, damit sich Der Zuschauer gewissermaßen inmitten der Aufführung befindet. Statt der bemalten Leinwand ber Prospekte werden glatte Stoffflächen den Bühnenhintergrund bilden, und vom Zu- 'ckauerraum sowie von der Rückseite der Bühne wird Man Filmlanbschaften auf diese Leinwand werfen können. Hch. Fr. Frank, Laubach; Fr. Ehrist 2.. Ruppertsburg; 3. Preis« Ioh. W. Frank, Hck>. Jäger 2.. Hch. Kircher, K. Otto Louth, Laubach. — 5. Ä L: Junge Kühe: Ehrenpreise Ernst Horst, Ruppertsburg: W. Krämer unb W. Döll, Laubach: 2. Preise Ehr. Immelt, Freienseen: Hch. Ainc 2.. Stockhausen; Otto Paul 2. unb Otto Zimmer 1.. Dilling en; 3. Preise Goltfr. Stein, ötitn gelaufen; Hch. Part 3., Ruppertsburg, Hch. Diehl und Hch. Hertel, Laubach. — 6. Kl.: Junge Kühe in Milch: Ehrenpreis Gg. Zimmer 7.» Dillinaen; l.Prci'e Ernst Horst. Ruppert-burg. und Ehr. Immelt, 5rcicnleen: 2. Preise Ioh. Schombert und Wckh. Pitz 2., Laubach. — 7. Ä L: "2 eiter« Kühe: Ehrenpreise K. Lotz, Gonterskirchen: K. Göbel und Hch. Diehl 1., Laubach; 2. Preise Ehr. Stroh unb W. Part 5., Laubach: 3. Preise Otto Paul 2., Villingen, und Hch. Aug. Gunther. Laubach. Außerdem wurden zahlreich« Anerkennun* gen verteilt. r. AusDcmOhmtal, 13. Juni. DieOhmtal- stratze von Ulrichstein bis Grünberg Ist fertig geteert unb befindet sich nunmehr in einwandfreier Verfassung. Als Straßenbelag wurde EuphaU, ein kaltasphaltähnliches Teerpräparat, verwandt. Die vorjährige Teerung hatte zur Folge, daß bie Automobilisten, anstatt anderer Routen Ihren Weg durchs Ohmtal nahmen und so unsere Gegend in starkem Maße oerkehrsfördernd belebten. — Zur Zeit durchziehen Händler die hiesige Gegend und suchen Leute, die sich zu gegebener Zeit mit dem Sammeln von Heilkräutern und -p fka n- z e n befassen. r. UnterScibertenrod. 13 Juni. Der im Vogelsberg sehr bekannte Kraftwagenfuhrparkbesitzer Jakob von hier hat sein Unternehmen auf- gegeben. Damit fällt manche oortetthaftc Laft- beförderungsmöglichkeit in hiesiger Gegend fort. Besonder» unangenehm wird sich Diese Erscheinung im benachbarten Gilgesbachtal, von Ilsdorf bl» Feldstücken, wo Jakob eine Prioatpostautoklnie unterhält, auswirken. Da nach ooraufgegangener Vertragskündigung auch diese» Transportmittel fortfallen wird. (») Köddingen, 12. Juni. Am Samstag. Gonirlag und Montag feierte der hiesige Männergesangverein daS Fest feiner Fahnenweihe, verbunden mit dem diesjährigen Sängerfest der Schalm-Antrift-Felda-San c-- Vereinigung. Auf dem Festkvmmer» am Samstagabend unterhielt der Mufikverein Lauterbach auf daS beste. Der Sonntag wurde mit einem gut besuchten FestgvttesDienst Durch unseren Pfarrer SöDler eingeleitet. Wittags um 1 Uhr bewegte sich ein imposanter Fcstzug durch die festlich geschmückten Stratzen unseres Dorfes. Der Festakt wurde durch eine stimmungsvoll vor- getragene Ouvertüre de» Lauterbacher Musik- vereinS eingeleitet. Hierauf folgte ein Prolog, dem sich der DegrühungSchor de» teftgebenben Verein- anschlotz. dessen vorgeschrittenes Können man auch diesmal wieder bewundern konnte. 3m Namen dec Gemeinde htetz Bürgermeister Rühl die Festteilnehmer in schwungvollen Worten herzlich willkommen: er begrüßte oe'virderS den Protektor deS Festes. Geheimen RegierungSral Döck- m a n n, Schotten. He rauf weihte Pfarrer S ö b - le r in markigen Worten bic neue Fahne alS Sinnbild der einigenben Ära,le unb ber Reinheit. Sobann begrüßte ber Iubelverein unter ber Leitung feine» Dirigenien Schwand di« neue Fahne in einem herrlichen Liede. Nachdem noch ber erste Vorsitzende der Schwalm-Antrift-Felda- Sängervereinigung, Lehrer Walter, Hopfgarten, in zündenden Worten dem Iubelverem treu» deutsche Eängergrütze d«S ganzen Bund«» übermittelte unb im Damen bet hiesigen Jungfrauen eine von ihnen gestiftet« Fahn«nschleif« übergeben worden war, ergriff G. Provintzialvor^ifender der oberhestifchen Längerschaft und Vorsitzender des Lahntnlfängerb'.lndeS. überbrachte die Drühe de» Hessischen Sänger» bunde» und händigte im Austrag de» hessischen Staatspräsidenten einen silbernen Pokal au» al» Ehrengabe für die besonderen Verdienste, die sich Mc .Eäcilia" um die Pflege deS deutschen Wünnergeiange» erworben bat. Eine ganz beiondere Ehrung de» Iubelverein» war dann Lm Darme deS SüugllngS tn! irtxn im Sommer bei urq®tversalsiante mit fahrbarem Gestell, 2 Schreibladenkassen, eine Schreibmaschine, eine Schuhmacher-Näh- maschine, 1 Auspuhmaschine, einen Motor, 25 Kilo Strickwolle, 1 Klavier, 2 Pferde. ÄAkhol Senchtsvollzieher in «Siesten •V*""*! Dammstr. 24 L Telephon 239 Starkenburg. WSR Darmstadt. 13. Juni. Heute nachmittag gegen 4 Uhr ist beim Baden Im Müllers- teich bet Darmstadt der 22jährige Lackierer H- H e ck m a n n infolge eine» Herzschlages ertrun» fcn. Die Leiche konnte bisher nicht gelündet werden. Heckmann war ein guter Schwimmer. ®r ist nach einem Dauerlaus unmittelbar in» Wasser gestiegen LBEtlOlllSKflll »um Besuch der Stammkundschaft und »um Werben neuer Äunhtn aegen Soeien und 'SroctPu.H m Dauerstellimg »um 1. Juli d. I. gesucht. Schrtlil. ouSiuhrl.Anardote ______unt. 57V3D an den («test. AoseiGer. Silk ^öiö-8Ms( ■W fl 8 3na von bester Quoll- ■ W ÄJR I S* tAl und trrößter " d dM DUM Ergiebigkeit ru billigstem Preis C. Rübsamen, Gießen mann» .Wieland der Schmied" hinterliehen tn dieser Wiedergabe starke Sindrücke. Oer Zestsvnntag. Der Vormittag deü Festsonnlag» war <3ungefüllt durch ben Das anaS Wettstreit, über dessen Verlauf und Ergebnisse bereit» berichtet wurde Zu erwähnen th noch dast für da» Dett- singci-. zahlreiche wertvolle Preise gestiftet worden waren u a. vom Fürsten Reinhardt, von der Stadl Llch. von mehreren hefigen Vereinen. von der piefigen Industrie und von meb* reren Privatem Rachmiltag» starie.cn die Gäste durch einen färbe nprächligen Festung der Bevölkerung ihren Donk für die üderaue gastliche Aufnahme ab. Der Dvrl*imarfch bet Zuge», in dem neben den hiesigen Vereinen über 60 auswärtige Dcfang- vere.ne gezählt wurden, dauerte ein« halbe Stunde. Viel bewundert wurden die eingeordneten Festwagcn. von de-en die der Brauerei Jhring-Melchior. des Landjugendbundes. he» Turnverein» und der ..Demütltchkcil" besonders in die Augen fielen. Auf dem Festplatz begrühte Bürgermeister Geil namens der Stadl die groh« Festgemcinde. Stiftsdechant Aahn hielt an- fchliestend die gedankentiefe Festrede, die die Macht des Gesang» prie» und die grostc Rolle schilderte, die das deutsche Lied in der Geschichte gespielt hat. indem die Sängerbewegung frch hohe Verdienste um die Einheit des deutschen Volke» erworben hat. Anschließend erfreuten die Dast- Dcreine durch Gesangsvorträge in der Festdalle Die Lieberreichung her Preise an die Sieger tm Wettstreite nahm der Festpräsident, Bürgermeister Geil, am Spätnachmittag vor. Der Abschluß. Der am Montagvormittag von den noch anwesenden rheinischen und westsälifchen Vereinen unter sachverständiger Fühi-ung unternommene Rundgang machte die Gäste mit den Schönheiten unseres alten Städtchens bekannt. Eine grobe Anzahl Einwohner begleitete am Ra g von Hessen mit seiner Familie befand linier stürmischem Beifall der großen Festversammlung hiest Bürgermeister Gail die Vereine aus dem besetzten Gebiet willkommen. Das reichhaltige Prvgwmm des Abends war fein zusammenge- stellt. Es trug sowohl Im mufikalilchen Teil, als auch durch einen Vortrag der Tatsache Rechnung, dast wir im Jahre der 100. Wiederkehr des Todestages Schuberts leben. Die Gedenkworte de» Festdirig.'nten Stein an Schubert sanden den volkstümlichen Ton. der auch einem größeren Zuh'r" r-.se verständlich machen onnte. was Schubert für un» ist. Die trefflichen Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Dillkrei». 5 Offenbach. 13. Juni. Dec unserem Orte ereignete sich am Offenbacher Berg ein Mo- lorrabunglüd. Der Motorradfahrer konnte, sicher Infolge de» zu schnellen Fahre-n», die Kurve nicht holen und geriet dem Abhang zu nahe. Der Beisitzer erfaßte in seiner Geistesgegenwart einen Prellstein am Rande de» Weges und kam ohne erhebliche Verletzungen davon, während der Fahrer selber in den Abhana geschleudert wurde und einen Beinbruch erlitt. Der herbeiyerufene Arzt legte einen Verband an, daS Arei»auto brachte den Verunglückten In da» Krankenhaus nach Dillenburg. Kreitz Ufingen. S LI singen, 13. Juni. Rahe der hessischen Grenzc-, tm idyllischen Usatalc, ist durch Verordnung des preustiichcn Minister» für TM,len- schäft, Kunst und Volksbildung ein neue» Raturschutzgebiet tm Taunus geschossen worden. SS handelt sich um die von Wanderern und Ratursreunden gern ausgesuchte .Quarzklippe", ron der eine Fläche von 0,3 Hektar unter Naturschutz gestellt wurde. DaS geschützte Gebiet, das zur Gemarkung C r a n » - berg gehört, soll in seiner ursprünglichen Eigenart erhalten werden. Deshalb ist jede auf Gewinnung von Dodenbestandtellen gerichtete Tätigkeit verboten. Für willenschaftllche Äus- arabungen kann der Regierungspräsident in Wiesbaden ausnahmsweise die Genehmiauna erteilen Der Baumbestand und das Gebüsch dürfen im geschützten Gebiet nur nach forstwiflenschast- lichen Grundsätzen genutzt werden. Ss ist zu begrüben, dast durch die Schutzmahnahmen ein lehrreiches geoloaifch«» Raturdenkmal der Rachwelt in seiner Ursprünglichkeit erhalten bleibt. Spezial jtes di »ft / für echtes Bleikristall Grobe Auswahl / Billige Preise Fran Martin Dörr Wwe. langdauernd n Hustenanfällen, Crstickunaserschcinun gen und heftig-l i Erbrechen verknüpft. Äon Iah sich genötigt, um einem wcderen M-i»breiten dieser Erkrankungen entgegen}utreten, ocr.äuhg bie Schule Lu schließen. D Herchentzai" 13.Jun, fc TB t b m e r . 13. Juni. Plärrer Dingel iß in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Die Koblenzer Kirchenbehörd« hat Pfarrer E a p « l ( In Kleinrechtenbach die bie’igc Stelle übertragen. Mrcte Biedenkopf. XX Lotzheim a. b. Bieber, 13 Juni. Wohl kaum eine andere Gegend unsere» Vaterlandes hat eine so mannigfache, dazu seltsame Pflanzenwelt auUutocfen w e unser schönes Biebertal. Als Grundbedingung dieser reichen Veaetarion darf wohl der kall- und eifenbal.igc Boden gelten, der eine so reiche Flora hat auf- komtnen lassen Dazu hat auch da» quc! len reiche, von bewaldeten Höhen umsäumte Tal gar manch ftillen Winkel und (teilen Felsabdang. die wohl selten vom Fuhe eine» Wanderers berührt wur- Alle Markenscbokoladen . Schöne Geschenkpackungen Lich 12.3m. 1928 Du Geichtchte de» deutschen Ttonnct^ong» umlast' kaum mehr oU 100 Jahre In unterer Gegend gab das erste Deutsche Sänger'est 1538 in Frank urt a. M. der BewAgung, die da» 6m- porblühen ier Männergefangveretne im Ge'olge hatte, eine mächtig« Förderung Auch m Ober- hellen entstanden die erk-e- Männergesanave^eine. so in Giesten, Butzbach. Lich u.a. Die Lichcr ^Eäcilta". die dama.s gcgrünbei wurde, ha.te bereit» einen Dottäuier gehabt tn dem Sing- vete n. eurem gemilchten *bot. der etwa zehn Jahr»- zuvor unter der Leitung von Heinrich Reeb den Ätrdxnge'ang äu pllegeir begann. Heinrrch Aeeb». bei später berühmt gewordenen Komponisten und Führers tn der Sängers'«we- aunfl, enge Verbu-chenhe t mit seiner Vaterstadt Lich mag wesentlich da^u beige tragen haben, dast in der „ttädlia" schon immer em Vorbild!id>er Sängergeist lebendig gewesen ist, her traditionell geworden ist und heute dem Verein einen Zusammenhalt und eine Leistungsfähigkeit gibt, die betounbernttoeti Und Natürlich ist auch da» seitens Glück, dah immer hochbegabte Dirigenten und tatfreudige Präsidenten an der Spitze de» Ehores gestanden haben, em Faktor gewesen, der die stete, ungehemmte Fortentwicklung be» Verein» fv günstig beemstustl hat. Von Philipp A n t h c » und P'nlipp Zimmer über Wilhelm Jäger, Heinrich Weitert, Geocg Storck (jetzt in Altenstedt). Karl Wulch (jetzt in Giesten) bi» xu Wilhelm Zimmer und dem jetziaen Ehorleiter Karl Stein lag die Stabführung des Verein» immer in bewährtesten Händen. waS in erster Linie dazu beitrug, dast her Rame der .Eäcilia" tm Lahntalsängerbund einen besonders guten Klang durch alle Zeiten hindurch gehabt hat. Die Festschrift zum 92jährigen Jubiläum, die der derzeitige Chronist des Vereins Fr. Gondolvb mit viel Lieb« zur Sach.' in ansprechender Aufniachung bearbeitet hat. hält den interessanten Werdegang der .Eäcilia" für die Rachwelt fest Die Jubelfeier, die ein Fest der ganzen Stadt Lich war, wie der Überaus reich« Schmuck der Strasten und die lebhafte Anteilnahme aller Bevvlkerungstreisc bewiesen, fand mit Erinnerungsfeiern den würdigen Auftakt. Sine Gedächtnisstunde am Kriegerdenkmal an der Stiftskirche galt den Gefallenen deS Weltkrieges und den Toten de» Vereins. Vorträge des hiesigen PosaunenchorS und d«S JubelvereinS umrahmten die tiefempfundene Gedenkrede de» LtiftspsarrerS S ch o r l e m m e r. die den Dahin- gegangenen Dank sagte und das lebende Ge- fd'lcdjt zur Pflicht mannte. Der erhebenden Feier schich sich am Geburtshause Heinrich Reeds eine ®rinnerungeicicr für den groben Sohn unserer Stadt an; eindrucksvoll brache dabei die .Eäcilia" Mozarts .Weihe des Gesangs" zum Vortrag Zahlreiche auswärtige Vereine trafen bereift im Verlaufe de» SamStagnacktmittag» ein. Ein Fcstzug brachte sie am Abend mit den hiesigen Vereinen und Festgästen nach dem schön gelegenen und trefflich hergerichteten Festplay auf der fog. .Osterwiese". woselbst in der diS zum letzten Platz gefüllten groben Festhalle die eigentliche schen Flora au» Wald Wie e und Feld in ihrer jetzigen Blütenpracht in einer botanischen Au»stellung zusammcngestel t Der Dender- sche Saal, al» Ausstellungsraum her^erichtet. bot ein farbenprächtiges Fruhüngsbild Von allen Tischen und Wändm grüstten in strotzender Kraft und Schönheit hundertfach die lieblichen Kinder der Mutter Erde aus der engeren Heimat. Dazwischen zeigte die mit emsigem Fleiste aufgebaute Veranstaltung gar manche» seltsame Pflänzchen und auch manche» .Kräutlein Rührmichnichtan" konnte hier gezeigt werdm. Alle öllantengattun- gen waren In übersichtlicher Weife nach Lebensgemeinschaften geordnet, und alle Blumen, trotzdem sie viele Tage zuvor, oft von weither geholt worden waren, in frischem Zustand«, »wie brausten tn der Raiar" erhalten. Während der Besuch der Ausstellung aus den Rachbarstädten Wetzlar und Diesten recht ersreulich war. hätten unsere Einwohner ein gröstereS Interesse zecgen dürfen. Am Montag trafen mehr als taufend Schulkinder unter Führung ihrer Lehrer au» den Rachbargemeinden. dazu auch Landrat Eostmann au» Biedenkopf zum Besuche ein. Dank gebührt dem trefflichen Fichrer und unermüdiichen Ikranftalter dieser jüngsten Pslanzenschau. die für grost und klein eine Fülle de» Interessanten und Lehrreichen hot -Pin -Gnjitv! Tragt sich spielend auf- 3nt üt*1 Bade-Anzüge leirtftti-Ättllel 5548a (I ► l Damen-Strümpfe Herren-Socken 0.50 Gr. 3 0.85 0.45 0.80 1.20 0.85 1.00 1.60 1.60 2.05 2.50 Verlangen Sie unser Strumpf-Abonnement! 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BadehändtiicherMk 195 iso. 0.95 SM Nr. 138 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesseu) Donnerstag, (4. Zrini 1928 MMwiammiuna der Hessischen HandwerMammer 3m flöt trollen Ttaibauefaak »u DarmstadI hielt am Montag die Hessische Hand- werkskammer ihre 34. Vollperfamm- lang ab Unter Den Anwesenden bemerke man u. a. den hessischen WirttchaftSminister A e r e 11. JÄtniNertalrat Hechler und vorn ftsnanzmini- ftenum Ministerialrat Wagner, ferner die Landtagsabgeordnelen Ha u rh ( D . Vp^ und ^autenbacher (A) und r»on der Hessischen Handwerkszenfralgenottenschasi Direktor Pnech -Varmstadt » Der Vorsitzende der Hessischen Handwerkskam- mer 21 e b l begrüßte die zahlreich idrfchtenenen mit freundlichen Worten. Aach ihm ergriff Minister Ao re II da« Wort und ging auf die einzelnen Forderungen des hessisch^ Handwerks ein, die ihm zur Kenntnis gebracht worden feien, dr versprach, sich im Aastrnen der ihm gegebenen )HpgH. Auch die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Ecker und Berger wurden toienergewählt. Äür das verstorbene Vorstandsmitglied Leonhard (®rün- berg) wurde Aest (Stiebberg) bis 1930 hin* zugewähit Dann erfolgte die Aeuwahl der Aus* I ch u st m i t g l i e b e r für den Vernfsprüsungs* ausschuh, den Beruf ungsausschuh und den Or* ganilaliousausschust nach den Vorschlägen der Versammlung. Der Voranschlag für 1928 wurde genehmigt. Zugeseyt wurden noch 45 000 Mark für den Bau eines eigenen Bnreauhauses Bei der Abänderung der Meisterprüfungsvrd- nung wurde verlangt, baß Prüslinae bei denen sich ergibt, baß sie mit unerlaubten Mitteln die PrüsungSbescheinlgung erhalten haben, diese Defcheinigung entzogen bekommen. Die Aeuge- Haltung der GesellenprüfungsauSschüsfe wurde einstimmig genehmigt Hierauf sprach Direktor P a e ch über die Hessische Handwerkszentralgenof* se nschast und forderte eine noch regere Mitarbeit aller Handwerker. Der Vorsitzende gab dann noch besannt, dast die Stadt Darmstadt der Handwerkskammer voraeschlagen habe, einen Platz zum Bau ihres Handwerkskammergebäudes kostenlos zur Q3etfügung zu stellen, wenn sich die Hessische Handwerkskammer verpflichte, das Haus bis zum 3abre 1930 zu erstellen Aach lebhafter Debatte wurde dieser Vorschlag gutge* beißen und beschlossen, das eigene Haus zu bauen. Die Vollversammlung stimmte weiter zu, einen Garantiefonds für die Landesgewerbe- ausstellung im 3ahre 1930 zur Verfügung zu steilen, über helfen Summe die nächste Plenarsitzung, die wahrscheinlich noch in diesem Herbst in Worms ftattfinbet. endgültig zu beschließen hat. Mit der Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten sand die Vollversammlung ihren Abschluß. Sprechstunden brr Redaktion 12 bi» 1 Uhr mittag», 5 hl» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen Anzelgenausträge sind lediglich an bk Geschäftsstelle zu richten. Wirtschaft. Vsn der Internationalen 7^ohffahlgemeinfchaft. Aach den bisher rnrliegenb^n Meldungen, soweit sie aas lranzsfilcher nnd belgischer Quelle stammen, ist damit zu rechnen, daß auf der am 26. 3uni in Düsseldorf stattfindenden Taprng der □ nternationalen Aohstahlgemein- schaff die Quotenfragc im Vordergrund der Verhandlungen steht. Dir französischen und belgischen Stahlwerke ^eabsichfigen mit einem gemeinsamen ArhvhungSantraq von 1 bi« 2 Mill. Donnen für ihre A-mtinqente herauszukommen. Deutschland hat selbstverständlich in erster Linie an einer Erhöhung feiner eigenen Quote dos größte 3nterefk. und die deutsche Industrie stehl auf dem etanbpuntt. daß ihre Quote für ben Fall weim überhaupt eine ünotenänberung vor- genommen tret hm foV.. bet Erhöhungen in erster Linie berncksichtigt werden muß. Die Lage der deutschen Eisen- und Stahlindustrie innerhalb der 3ntemotiena!en Rohstahlgerneinschaft ist nach wie vor eine nicht sehr günstige, da Deutschland in der Zeit des Bestehens der 3ntcrnatitmalen Avh* ftahlgemeinf chatt sein Aontingent um nicht weniger als 8 Millionen Tonnen Avhstahl schätzungsweise überschritten hat. 3ntolqehcf1en hatte es entsprechend den Bestimmungen der Önternationalen Kohstahlgememlchast bisher di* Hauptlasten mi tragen und die höchsten sogenannten Strasgelder an die Ausgleichskasse der Gemeinschaft abtzulühren. Sollte tatsächlich eins Erhöhung der französischen Quote beschlossen werden, so müßte zumindest wenn das derzeitige Verhältnis der Aohftahlpartner innerhalb der Gemeinschaft zueinander bestehen bleiben feil, eine Erhöhung der deutschen Quote in gleichem Um* fange einireten. Es ist fernerhin bekannt, baß Frankreich, indem es bisher unter der ihm zu- aestandeneii Produktionsmenge geblieben ist. den Hauptanteil an den Ausgleichszahlungen gehabt hat Sine andere bedeutende Frage, die gerade die Interessen der deutschen Eisen- und Stahlindustrie wesentlich berührt, ist das Problem der Bildung internationaler Verkaufsverbände, dessen Lötung allerdings in erster Linie von der strafferen Organisation innerhalb der französischen Sikenindustrie abhängig ist. Wenn natürlich auf der kommenden Tagung der 3.7t die Quotenfrage in den Vordergrund rückt, so besteht die Gefahr, daß die Frage der Bildung internationaler Verkaufsverbände demgegenüber in daS Hintertreffen gerät. Die von anderer Seite gebrachte Meldung über Beschlüsse betreffend Quoiennber- tragangen wird unS von zuständiger Seite für unrichtig erklärt ' Die Ernlefinanzierung. Wie all» jährlich, beginnen in diesen Tagen die Besprechungen im AeichskmährungSministerium mit den Vertretern der maßgeblichen landwirttchast* llchen Kreditinstitute, der Aeichsb-ank und der landwirtschaftlichen Organisationen über die Frage der bevorstehenden Erntesinanzicrung. Selbstverständlich handelt es sich dabei vorläufig nur um einleitende Besprechungen, in denen einerseits die seilens der Landwirtschaft für die Erntefinanzierung voraussichtlich zu beanspruchenden Kredite und andererseits die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel zur Erörterung stehen. Wie wir hören, hofft man ohne Inanspruchnahme besonderer Hilfsmaßnahmen unter Benutzung des Kreditmarktes auS* zukommen. • Erhöhung derPreisedes Aachener Steinkohlensyndikats. 3m Anschluß an die Preisregelung an der Auhr erhöhten der Aeichskobsenverband und der Große Ausschuß des Aeichsfovkenraies die Aoblcnpreije des Aachener SteinkvhlenstzndikatS mit Wirkung vom 11. 3unl an in einem Ausmaß, die einer Erlössteigerung von 1,10 Mark je Tonne des Gefamtabtehes entspricht Dieter Preiserhöhungsbefchluß gewährt dem mit der Auhr In engem wirtschaftlichen Zusammenhang siebenten Aachener Steinkohlenfhndi* fat. in besten Bezirk die Löhne einen Monat später al» an der Auhr erhöht worden sind, eine ähnliche Vergünstigung, wie sie Westfalen bereits mit Wirkung vom l.Mai zugeftanden worden ist. • Maschine n s a brik M oenu s A.-G., Frankfurt a. M. Die G.-V genehmigte den bekannten Abschluß mit 4 Proz (i. V. 0) Divi- benbe Das lausende Geschäftsjahr habe der Gesellschaft bis jetzt Auftragseingänge und Umsätze in ungefähr derselben Höhe wie zur entsprechenden Zeit des Vorjahres gebracht, itohdem In den von der Gesellschaft belieferten Industrien (Schuh- Fabrikation nnd Leberindustrie) empfindliche Be- triedseinkchränkungen vorgenonnnen tret hm mußten. • 5-Millianen-Dollar* Anleihe her ®e8f nrer Die b-Millionen-Do'.lar-Anteihe bet Grfellfchast für eiet tusche UniernchlMunoen wird, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, heute. Donnerstag, durch Harris. ftnrbes A So zum Kurse von 100 Prozent zur Zeichnung aufgelegt Der Zinssatz beträgt 6 Prozent. Die Anlagen der VtfelNchaft besitzen gegenroartig einen Wett von über 33 Millionen Dollar, d. h dieser Ist mehr alS sechsmal höher al» die flamten fundierten Schulden der GeseUfchaf t einschließlich der jetzigen Anleihe ^rnntfnrtcr Börse Frankfurt a. 'M., 14. Juni Tendenz: nach» lebend. — 3m heiulgen Äarmittagsoerketzr war die Tendenz am Franktutter (Fffeftenmarft tm Anschluß an die feftc gestrige flbenbbörje weiter etwa» erholt, doch wurde die Tendenz ent. gegen aller Erwartungen ;u Beginn bes offiziellen Berkehr» unsicher, bo neue Sfauforber« vom Auslands und der Banken kundschaft säst völlig ausblieben und auch die Sptfulation an gen des beoorstedenden Zahltage? zu Abgaben schritt. Die fester,- Haltung der gdtrlgen Aeuyorker Börse blieb ganz unbeachtet Der tongfame Fortschritt in der Negierung-vildung mahnte verschiedentlich zur Vorsicht. Gegenüber gestern flbcnb muren die Kursrückgänge jedoch meistens sehr klein, da die beoorzuaien Vene weuer verlangt blieben und somit der Börse eine krästtge cfüge gaben. \aliniertc schon gestern abend stark anzogen, letzten Aschersleben ihre Kurssteigerung heute mit plus 2,5 n H. und Westeregeln mit plus 2 v. H. foit Am Bankenmarkt blieben Discontgesellschaft gut behauptet. Metallbank waren mit 0,50 v. j). gefragt, während Deiüsche Bank 1,5 unö Äetchsbank 1 o. ch. nachgaben. Lebhaftere» Ge Idjafi hatten wieder die Autowerke. Adierwerke gewonnen 2,5 d. H, Daimler im Einklang damit 2 v ch Schiffahrtswerte gedrückt und bi» 1,75 o. ch. schwacher. Am Rentenmarkt war ha» Geichöst gering. Deutsche Anleihen waren uherreiegeno ange- boten und etwas schwacher. Ausländer unverändert. 3m weiteren Verlaufe blieben die Kurse allgemein behauptet. Da» Geschäft schrumpfte auf ein Minimum zusammen. Bur in 21dferuierten konnte sich das Geschäft weiter lebhafter gestalten, bei einem erneuten Kursgewinn von 1,5 v. ch Der Satz für Tagesgeld wurde auf 6 o. ch erhöht Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Dollar 4,1850, gegen Pfund 20,428, London gegen Kabel 4,8813, Paris 124,20, Madrid 29,3750, Mailand 92,85, Holland 12,0990. Berliner Börse. Berlin, 14. Juni. Nach der sehr festen Frank, furter Abendborsc machte sich im heutigen Bormit- tagsoerkehr eine recht freundliche Haltung bemerkbar, da auch 'Jkuijorl und einige andere Aus» lanbbärfen eine feste Tendenz bei größeren Umsätzen hatten An der Borbörse und zu Beginn des offiziellen Berkehrs blieb es nicht so fest, wie man er« wartet hatte, da die Spekulation zu geringen Reali« Nationen schritt, doch konnte sich das Kursniveau tm allgemeinen behaupten. Eine größere Anzahl von favorisierten Werten lug sogar bis zu 6 v ch. und mehr hoher. Im Vordergrund standen heute wieder Kaliwerke, vor allem Salzdetfurth mit Besserungen bis zu 8,75 v ch Mait will wissen, daß der Kaliamvtz eine starke Zunahme erfahren hat Dessauer (tzo- waren auf angebliche Auslandorders lebhafter und fest. (Eine größere Bewegung hatten Stoyr zu verzeichnen, die auf die Hoffnungen baldiger ^ßhinge-f aus den Freigabesätzen über 8 v H anzogen Auch Kunstseidcwerte konnten bis zu 10 v. H. gewinnen. Chadeaktien im Zusammenhang mit dem festen Brüssel gefragt und 7 Mark fester ft erben lagen im Gegensatz zu gestern abend zu den ersten Notierungen vernachlässtat. Bon smontanwertcn waren Nheinlsche Braunkohlen, Essener Steinkohlen und Stolberger Aink lebhafter und bis zu 4 v. ch. höher. Der Geldmarkt war bei unveränderten Sägen weiter leicht Deutsche Anleihen hatten nur wenig Geschäft. Ausländer wenig vciandert. '.Humanen auf die Verhandlungen fest Psandbriestuarkt weiter geschastslo» und unoerönbirt 3m Berlar.'e schritt die Spekula- tion mit Ausnahme der ftaoorlten zu Nealisationen, die das Aur 'nireaa um 1^ vereinzelt 2 v ch ab- schwächten Autowerte, St chr, Pegauer Gas und Kaliwerke blieben roe ter lebhafter. Arantturtcr Schlachtvichmarkt. ft r a n l f u r f a. M . 14 3uni Auftrieb: 07 Binder, 1033 Kälber 110 Schafe. 5S2 Schwein.-, ys wurden notert Kälber Beste Mast- Cavgfält*et 77 dis 92 Mk; mittlere Mast- imü Saugkälber 72 bis 76 ger.n,ze Kälber 00 bis 71. — Schweine Vvlstleifcht-e Schwe'ne von ekwr 240 dis 300 Pfund Lebendgewicht 64 bis 66; von etwa 220 bis 240 Pfund w bis 69 etwa 160 bis 200 P'nnd 64 dis 68 IleHcblrv Schweine von etwa 120 b;3 160 Pttind 80 bi-1 65 Mk Marktverlan'; Kälber rußig, zum Schluß abflanend. nusperkautt Schwe'ne und Schate tußtg efrnnf:ur:;r ftZclrciv.bsrse. ft t a n U u r i a 30., 14. 3uni. Aach der gestern etwas gebelferten Haltung, verkehrte der heutige ftranhurtcr Produktenmartt wieder in ausgefprochen »lauer Haltung Die Xenbeiu neigte eher zur Schwäate Weizen verlor 0.23 TRort ei'enjs Weizenmehl im flütllang damit und Weizenlleie lag gleichlalls schwächer. Roggen konnte sich l'ehaupteu, nur RoggenNete lag ebenfalls 0,25 Mark schwächer wurven notiert: Denzen 26,50 26,75 Mk, Roggen 28^0; Hafer, inländischer 27,7S 29^0: Mais igelbi Ifir ftutterzwccke 25, Mais (gelb) für andere dined«? 25; Weizeiunebl. süddeutsches Spezial 0 37,25 bis 38. Roggenmehl 39,50 40. Weizenkleie 14,25. Roggenkleie 16,50 16.75 Mk Tendenz flau. berliner VronnHcnbärk. Berlin, 13.3uni. Aom Auslande lagen heute wiederum ichwachere 'Meldungen vor, die Offerten lauteten sowohl für Weizen al» mich für Roggen entgegenkommender, namentlich ist weiter dringlichere», Angebot zweithändiger Partien im Markte ®efd)a|l konnte sich in Auslandgetreide nicht entwickeln, und auch Inlandgetreide behielt geringen Umlatz, da die Mühlen infolge des schleppenden Mehlaozuges mit neuen Käufen stark zurückhalten Da» Angebot von mitteldeutschem Weizen übersteigt nach wie vor die Serinqc Nachfrage, auch um etwa 2 Mark ermäßigte rorberungen konnten da» Geschäft nicht beleben. Da» logaenanqebot ist keineswegs reichlich, hier hatte feboen wiederum die Konktirrenz des Auslnndmate- rials einen Preisrückgang von I bi» 2 Mark zur ftoige Am Lieferungsmorkke stellten sich die '.Kotierungen für Weisen und Ist vagen niedriger, ocr- hnitnismästig aut gehalten sind Pit Herbst sichten für sstoggen anaeflrht» de» bestehenden Deport» von nahezu 20 Mark. Weizen- und '.stoggenmehte find in hen Offerten um etwa 25 Pf ermäßigt, die (8c- ichästetattgkeit blieb eng begrenzt Für Hafer unö Gerste hat sich die Marktlage nicht verändert (£s wurden notiert (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5- hl Gewicht, östliche Stationen über Notiz) 257 bis 259 Mark, Juli 274 bi» 273,50, September 267,50 bis 267, Oktober 267 (matter); Roggen, märkischer (69 kg/hl- Die dinier den Papieren angesührten Zistern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dlbibenbc an. — Aeichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSluß 8 Prozent. Berlin Scbiufc SntaM« Kur» ' Jtes Berlin. 13 ?>nnt Iranjdhfibt Jioun . . . . »oVLnrrnch- 7?efm ...... Htflttentfee 9tettn...... Nonveo((-e Totzn ...... Ceftrn ,4100 ÄroneD 'Jiumanifebt ‘Jioten...... SLwrdtschc ‘Jlotm ...... €d)nxiter Nölen....... Craniichr flottn....... TschrchoNlNvikischk -toten . . Ungarische Noten . . . Jrantfurt a. ® »frHn Schlotz- l-Uhe- flur» Aut» SHlus, flur» flnfen» flur» Darum: 13. ». 14.6 | 13.6. f 14. 6. P hv lvv Holz'n am,......' Hetdeldeiaee Zement .... 10 Lemrni flatfilaW -.....8 Var» s 7,-eita»......10 Tchulchcit Tatzeuho|er * . . 1j Ctoede.........ir ker. aimukoll........ 15. nkre.........11 Bdiftsri y*üb6cl.....12 . . . n Ubadütirnkirert Sehrt . . . ' Dessauer ...... . . 8 launlrt Notare» ...... 0 ttwa....... 811». Laeror.......10 ■te* flu!cr-Ml ....... o Crriftri^ * Kovvet . 4 ... 5 ^ksn-ard Hetz ......6 Perron •Snnrtn ....... o JtonK -"ilärtnai ...... 8 •Nrn- • ...... 11 162 183 IM z 2 312.5 XI. 5 tu 110,24 24 72.75 IN 30.. 115 127 14«.5 •». s IIS 192 155 - = - 5 _ r ei । »i i i i i i । । i > ui'o.1 ।L.P.i 11 । 151 355 319 710 r07 w< 131 217 114.-5 59.5 110 <44.ti 90 tt3.U 314 70 1M.5 89.5 149,75 67.75 116 185 154.5 I5e.z5 359 3-2 75 720 655 HO.75 m 220.75 116.25 60 112.25 IJÜ 150.25 Ted.-tfraf norde ....... f ........ Netarlm-.cr ........8 $nrT« P OFrtT. Refbrt.......10 Saltz' 4 tedfeet......8 €»». Zmlrr........8 "leld Briet 16.5, fM.M 16S,<|| 22.00 22, OX 111,83 112.27 58.61 W.92 2.565 111.90 112.34 W.4K W.HU 69,24- 69,64 18,33 12,39 72,72 73.08 Frmchfnrl e. 9 8ctHh Schü-s Aart i-Ubi- । Mar» Schnitz flur« Unfang ' flur» Damm n ». 1 14. 6. ii. e. J 14. 6. 5% Dl. IteixManlHte o. 19T1 . • Tt. 'dmrt mit Hti*- 87.85 51.4 — 87.» ü>|.*Wfd)tfn ..... — »1.5 ttiflL oh»e . 7% ,rtanff. Huv -Bk ' m-.t »re«- ..... io Rrtint t .....6 1. IHfhr r.ntrtw..... 1- Ha-ni- (üetn .... te Ktzeii, eirtrr.........9 5 Cfl 1 ü»t' । l 5 169.02 En'n. Htrt? 1.7b! «.41 1,7*5 1.781 1.765 yr'T.Ttnrw 4*1.53 58,40 58,52 6bn LraerUaTiitche Noir» ..... 4.16 Ui txietls? Nenn ....... 58,43 te.*7 111,83 23.88 111,12 » 46 AeMiMkaWMMm. Roman von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann. Verlag, XSeipjig. 31. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Was tun wir jetzt?" fragte Sneed und schenkte ihm einen aufmerksamen Blick. ,^6) weiß es nicht", sagte Dick mit bitterem Seuk" r. Mechanisch glitt seine Hand in die Tasche. Er fand den Schlüssel und zog ihn hervor. „Nummer drei", sagte er durch die Zähne. „Wenn es sieben sind, wird jemand diese Nacht am Galgen bezahlen." „Was tun wir jetzt?" fragte Sneed noch einmal und dringender. Dick versenkte den Schlüssel in die Tasche. Er erschauerte. Doch plötzlich ging eine Wandlung mit ihm vor. Die harte männliche Energie gewann die Herrschaft über Sorge und Qual. Er zoa die Uhr und blickte auf den Zeiger. Die zweite Morgenstunde war bereits vorüber. Er überlegte. „Wir fahren nach Selford Manor", sagte er dann rasch entschlossen. „Sie haben die Totengruft noch nicht gesehen. Don den Gräbern der Selfords gehen wie ein Strahlenbündel alle Fäden nach den Verschworenen aus." Er sprang mit jäher Heftigkeit vom Äuhl. „3a, Sneed, kommen Sie, in Selford Manor werden wir dem Geheimnis auf die Spur kommen." Er lief die Treppe herab und erreichte sein Auto lange vor Sneed. Doch als er den Fuß auf den «Starter setzte, reagierte das Auto nicht wie ein feuriges nervöses Pferd, sondern wie eine watschelnde Ente. Es wackelte und machte ein paar ungleichmäßige Sprünge und knarrte in allen Gelenkteilen. Dick zog die Bremse. Er sandte Sneed einen einzigen Blick, doch der war beredt genug. Dann stieg er aus dem Auto und bückte sich zu den Rädern herab. Eine Bubenhand hatte alle vier Gummireifen mit unerhörtem Vandalismus zerschnitten. 24. Es gibt Momente im Leben, die man nie wieder vergißt. «Sie mögen unter die «Schwelle des Bewußtseins tauchen. Aber in schlaflosen Nächten, in Fieber- stunden steigen sie empor und erfüllen die Seele mit Grauen und Todesfurcht. ___________ Ein solcher Augenblick war es für Sybil gewesen, als ihr aus der Dachluke Tom Cawlers Gesicht entgegenstarrte, während in ihrem Rücken das Keuchen und Wüten des Unbekannten ertönte, der mit Riesenfäusten die Tür zu zerhacken drohte. Das Gesicht verschwand einen Augenblick. Die Tür erbebte und knarrte in ihren Angeln. Von oben her drang ein quietschendes Geräusch. Das Gitterwerk drehte sich in seinen Scharnieren. Das Fenster, das Sybil vorhin nur zugedrückt hatte, flog auf. Eine Hand streckte sich zu ihr nieder. Noch einen Mick warf Sybil auf die Tür. Da sah sie die Füllung bersten und in der klaffenden Oefsnung eine riesige blut- besudette Faust. Ohne sich zu besinnen, sprang sie auf den Stuhl und ergriff die Hand, von der sie aufwärts gezogen wurde. galten Sie sich fest, mir geht die Luft aus", keuchte Eowler unter bedrängten Atemstößen. Sie umklammerte den schartigen Rand der Dachluke. Da sah ihr abwärtsaerichter Blick, wie sich die Tür unter gewaltigem Krachen noch innen bog und der Waschstander auf die Diele stürzte. hinauf! Hinauf? Sonst ist es zu spät", brüllte der Chausteur. Auf den Knien liegend, bückte er sich nieder, packte sie unter beide Arme und riß sie zu sich empor. . Sie befand sich aus einer schmalen Dachrinne. Eine Laterne, in der eine Kerze brannte, spendete ein trübes Licht. Cawler hielt sie in die Höhe und beleuchtete eine Leiter, die mit ihrer obersten Sproße über die Brustwehr hiaausragte. Ohne daß Cawler sie darum zu bitten brauchte, erstieg Sybil die Leiter, umschlang sie mit beiden Beinen, wie sie es oft genug als unbändiges Kind getan, und glitt in atemberaubender Geschwindigkeit zu Boden. Cawler folgte unmittelbar in gleicher Weise. Die Laterne hatte er auf der Brustwehr zurücklassen müssen. Er warf einen forschenden Blick aus das Dach. Der Mond hatte sich gerade hinter einer Wolke versteckt, ober der Lichtreflex des Himmels war stark genug, um die Silhouette eines riesenhaften Menschen nachzuzeichnen, der auf dem Dach kauerte und gerade in diesem Augenblick nach den Leiterstützen griff. Es war au spät, sie herabzureißen. Es blieb nichts als kopflose Flucht. Er packte das Mädchen am Arm. Sie eilten durch den Nutzgarten und sprangen über den Graben. Kein anderes Licht leuchtete ihnen als die zerstreuten Strahlen des unter Wolken dahingehenden Mondes. /r3u dumm — daß wir nicht in die Garage können, ober wir würden diesem unheimlichen Riesen Goliath nur in die Arme laufen. Kommen Sie, ich weih ein Versteck!" Dor ihnen lag ein Feld mit Winterroggen, der schon ziemlich hoch im Halme stand. Sie arbeiteten sick) mühsam hindurch und gelangten endlich zu einer Pforte, die nur eingetlintt war. Dom atemlosen Lauf benommen, wandten sie sich noch einmal zurück. Der gefürchtete Verfolger war nirgendswo zu sehen, und es wurde ihnen leichter zumute. Sie befanden sich jetzt auf einer Landstraße, die an einer hohen Mauer enllangsührte. „Selford-Park", sagte Cawler kurz und deutete aus die Mauer. Sybil sah ihn erschrocken an. „Selford-Park?" Ein deutlicher «Schauder klang durch ihre Stimme. Sie hatte keine Ahnung gehabt, daß Codys Besitzung fn unmittelbar an das Gelände des Herrenhauses stieß. Don allen Seiten kreiste fie dos grau- sigc Geheimnis ein, das auf unerklärliche Weise von Selford ausging. „Weiterhin weiß ich eine Bresche in der Mauer, die sonst niemand kennt. Da schlüpfen wir hindurch und führen ihn in die 3rre. Wir muffen vor allen Dingen verhindern, daß er unserer Fährte folgt, sonst sind wir verloren." „Wer ist er denn? Warum verfolgt er uns? Wer hat so gräßlich geschrien? Es klang, als ob einer ermordet wurde!' hörte die Schreie auch", sagte Cawler leise. ,Lch fürchtete schon, der Alte ließe Sie umbringen. Ich hatte ihn Ihretwegen am Nachmittag sehr nachdrücklich verwarnt. Als Sie am Abend verschwanden, behauptete er. Sie seien noch Selford gegangen, aber ich glaubte es ihm nicht. Ich sagte ihm auf den Kopf au, daß er sie gefangen hielte. Er zeigte mir alle Räume bis auf die drei Man- sardenzimmer. Ich fragte auch nicht danach: denn ich hatte mir vorgenommen, meine Feststellungen auf eigene Faust zu machen. Ich ging dann lange im ©arten auf und ab und spähte nach einem Licht. Ich wollte nichts unternehmen, bevor die beiden Alten nicht zur Ruhe gegangen waren. Da hörte ich plötzlich einen wüsten Lärm und langanhaltende Schreie. Ich lief nach der Letter und lehnte sie ans Dach. Meine Ahnung hatte mich nicht betrogen. Der alte Fuchs hatte sie in die Mansarde gesperrt.* Sie gingen eine Weile schweigend nebeneinander. „Wer wer ist der unheimliche Mensch, der tn mein Zimmer wollte?" „Ich weiß es nicht", sagte Cawler. „Er gehört zu dem Geheimnis, das alles hier umgibt Ich habe ihn schon einmal von weitem gesehen. Den Schreck vergeße ich niemals. So etwas sicht man ja nicht einmal im Raritätenkabinett. Dazu ist er nackt dis aus ein paar Lederhosen, die er mit einem Strick zu- sammenschnürt. Eins weiß ich sicher: wo der hin- schlag, da wächst bestimmt kein Gras mehr. Ich fürchte, er hat heute nacht in Codys Haus blutige Arbeit getan." Sybil zog das Kleid fröstelnd am Halse zusammen, aber sie sagte nichts. Ihr Gefährte blieb plötzlich stehen. An dieser Stelle war die ganze Mauer von Rhododendron überwuchert. Erst als Tom Cawler die Büsche der Zweige auseinanderbog, wurde die Lücke sichtbar. Er ließ Sybil zuerst durchkriechen und folgte ihr dann. Als sie sich aufrichtcte. lag vor ihr eine grasige Bodenwelle, die sich weichin im Mondlicht verlor. Tom Cawler erzählte ihr, daß hier zu Lebzetten des alten Lords seine berühmten Merinos geweidet hätten. Er hiett das Gespräch ununterbrochen in Gang. Er wollte die Gedanken des jungen-Mädchens von ihrem grausigen Verfolger ablenken, schließlich erzählte er ihr auch zu ihrem Erstaunen, daß Mr». Cody seine Tonte sei. „Mein Bruder Johnny und ich kamen als Waisenkinder zu ihr. Besser wäre es für uns beide gewesen, man hätte uns ausgesetzt!" „War sie so schlecht zu Ihnen?" „Schlecht ist kein Ausdruck. Wem, ich mal satt ins Bett kam, was selten genug geschah, dachte ich, mein Magen wäre verdorben. Dann hatte sie eine krankhafte Freude am Prügeln. Ja, solche Menschen gibts, denen das Prügeln Spaß macht — und ihnen vertraut man wehrlose Kinder an." „Sie haben eine schwere Jugend gehabt", sagte Sybil mitleibig. „Weiß Gott, das habe ich", sagte Cawler und knirschte mit den Zähnen. „Als mein armer kleiner Bruder starb, habe ich ihn glühend beneidet." „Und seit der Zeit leben Sie bei Ihrer Tante?" fragte Sybil. Cawler lachte oerächllich. (Fortsetzung folgt.) E. •le wunderschön und unvergeßlich — die entrückende Ouvertüre za den Flitterwochen, durch die zwei Menschen in den Zauberwald der jangen Ehe eintreten. Die glückliche Zeit ist jedoch schnell vorbei and die Hochzeitsreise wird bald ein Erlebnis, an das das Ehepaar in zärtlicher Erinnerung zurückdenkt. Zufriedene Stunden werden aber immer wiederkehren, wenn es verstanden wird, sich in glücklicher Harmonie gegenseitig zu dienen. Ein guter Ratgeber in vielen Fragen der Hauswirtschaft will für jede Hausfrau und besonders für die angehenden das soeben erschienene Dt. Oetker"s Schulkochbuch, Ausgabe C sein, das die heute veränderten Verhältnisse sowie die neuen Forschungsergebnisse in der Ernährungswissenschaft berücksichtigt. Zahlreiche färb. Tafeln vervollständigen die Sammlung von fast500Koch-, Back- o. Einmache- Rezepten. Das 150 Seiten starke Buch in dauerhaftem Pappband ist, wo nicht vorrätig, geg. Eins, von 30 Pfg. in Marken von mir portofrei zu beziehen. Dr. Oetker's Batkin - Backpulver, Puddingpulver, Vanillin - Zucker, Gustin usw. sind in allen Geschäften stets frisch zu haben. Viele neue u. wertvolle Anregungen zum Backen bietet Ihnen außerdem das neue farbig illustrierte Oetker - Rezept buch, Ausgabe F, das für 15 Pfg. in allen Geschäften erhältlich ist. Sie erfahren atu dem Buche auch Näheres über den vorzüglichen Backapparat „Küchenwunder", mit dem Sie anf kleiner Gaskocherflamme backen, braten und kochen können. Dr. August Oetker, Bielefeld. 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