Nr. 115 Erstes Matt 178. Jahrgang Montag, 14. Mai 1028 eri4<«ai iagHd),ou&tt Sonntag« inb Joiertag« Beilage« ■ öiefttntr FamlltendUW« Helmai >m Bill» Die Scholle Koiats-Bejagirrets: * Heid)«earb unb 20 9kl4)«pfe*mg ftr Trägt» lohn, auch bet Btchter» scheinen etnjeintrNummtra infolge höherer Gewalt. 3ern|pred)on|d)lfl||e: 61, M und 112 leWrtfl fllr Drahtnach- richten Bnjelger tiefte«, polfcheckkonto. jraiffirt am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vltd Verlag: vrühl'lche Unive7sttül5'vuch. «nd Stembnideret B. £ange in Sietzen. Schristieitnng und SeschSftrftelle: 5chnl*ttatze 7. Senaftmt oo« Snjeiae« für bie Iage«nummer Die zum Jladimthüg uorftet. Preis tir | mm höhe ftr Anzeigen ton 27 mm Brette örtlich 8. auswärt» 10 Beich»p|enn,g für R— klameanzeigen von 70 . m Breite 35 Reichepfennig, Platzvorfchnst 20* mehr. Cbefrebakteur Dr cJriebr Wilh Lange. Derantwonlich für Dohnk Dr Fr Will» Lange für Feuilleton Di H Thyriot, für den übrigen Teil itrnft Blumlchein, für den An. zeigenteil Aurt Dillman«, sämtlich in (Bieften Eröffnung der Kölner Pressa. Die erste deutsche Weltausstellung nach dem Kriege. - (Sine internationale Schau der Zeitung. Vorbesichtigung. vo« unserem nach Stöln entsandten klk. Redaktions- Mitglied. Köln, 12. Mai 1928. Dollen über dem Rhein. Dazwischen ein wenig Sonne, ein Fetzen blauer Himmel. Einmal schaut es so au«, al« ob e« schon werden, al« ob es Mai merben wollte, mit viel Warme und Blaue und Bluten. Aber bann kommen roieber die Wolken. Da» war gestern um bie Mittagszeit Man steht am Kölner Ufer, hinter sich ben Dom, unb blickt hinüber Aur anberen Rheinseite, nach wDü$', zum Mcssegelönde, zur Pressa. Stehl, starrt und staunt: ein neuer Stadtteil ist bort drüben in ein paar Monaten au» dem Boden aestampst worden, eine Messestadt von großzügigen Ausmaßen, übersichtlich gegliedert, lang hingestreckt, städtebaulich, als Rheinuferflankierung, ausgezeichnet bewältigt. Köln hat eine zweite Schauseite erhalten, ein jenseitiges Panorama, moderne» Wiberspicl zu den altehrwür- digen, turmbekrönten Häuserfronten hier, wo wir eben stehen. Die Bauten, die Abel geschaffen hat, tragen bau Merkmal schlichter, strenger und schöner Sachlichkeit. Die langgezogenen Baumassen werden durch die Dertlkalbetonung ihrer Fassadengliederung unb burch den als Wahrzeichen der Zeitungsstadt errichteten, 85 Meter hohen Turm in der Masse vortrefflich auebalanciert. Das Ganze ist dabei so ruhig, vornehm und zurückhaltend in seinem baulichen Charakter, so ohne alle falsche Prätension, dem K. Iner Ufer Konkurrenz machen zu wollen —, daß man nur Freude daran haben kann. • Arn Freitag um 2 Uhr fängt die Presse vor- b e s I ch t i g u n g an. Treffpunkt an der Hängebrücke. Rund 700 Journalisten aus Deutschland und au» aller Herren Ländern. In zwei großen Gruppen beginnt alsbald die Führung. Man läuft gut und gern vier volle Stunden, bis um 6, wo die Gruppen sich auflösen und nach allen Richtungen verteilen. Man läuft und läuft und schaut unb staunt und notiert. Bier Stunden lang. Mit der kulturhistorischen Abteilung geht es ’os. Dann „Die moderne Tages- zeitung-, die Maschinen, bie Zeitschriften, bie „(Euro- väische Buchkunst", bas Staatenhaus, bas Görres- hau», die Pressa-Kirche unb weiter unb weiter unb immer weiter bi» ’um Weinbors unb zum Vergnügungspark. vier Stunden lang. Und wir haben kaum bie Hälfte gesehen Was wir eben aufzählten, ist wahllos herausgegriffen: man kann hier unmöglich alles nennen. Und dabei ist bie Ausstellung noch längst nicht fertig. Roch längst nicht: aber es wird fieberhaft gearbeitet. Wirklich fieberhaft! Roch 24 Stunden Zeit! In 24 Stunden kann unendlich viel geschasst und geschaffen werden. (Eine Heerschar von Arbeitern und Arbeiterinnen Ist in allen Hallen, auf allen Gängen, auf allen Treppen, H fen und im Freien am Werk. Das klopft und zupft unb hämmert unb feilt und pinselt unb lackiert unb bürstet und schruvvt. Farbeimer, Leitern, Glasscherben, Holzwolle, Kisten, Gestelle, Papier, (Eimer. Draußen Autos, Sipos, Aufseher, Kellner, Rabfahrer, Pferbekarren. Unb Staub und nocheinmal Staub Unb „Frifch gestrichen"? Und Lärm unb Zuruf unb Geschrei. Fieberhaft — ohren- betäubenb! Da» wir gesehen haben, was wir für Eindrücke batten, worum es sich eigentlich handelt bei dieser Ausstellung am Rhein, davon soll später die Rede fein. Denn wir mehr gesehen und ruhiger ausgenommen unb einigermaßen Orbnung gebracht haben in die rasende, wirbelnde. au[ uns bereinbrechende Flucht der Erscheinungen. Für heute nur soviel: es Ist etwa» Großes Schönes und etwas ganz Reue» geworden. Man muß schon den Markt- schrelerausdruck gebrauchen, der hier den Ragel auf den Kopf trifft etwas noch nie Dagewefenc- Das die regsame, tatfrohe Stadt Köln, war die ziel- sichere Ausstellungsleitung zuftandegebracht und geleistet haben an geistiger Arbeit, Organisation und materiellem Aufwand, bas ist hohen Pnhr» ro-rt. So nie! kann man schon jetzt sehen unb sagen, obwohl man erst etwa die Hälfte kennt unb Diele» überhaupt erst im Derben ist. Enivsana der presse. Abenbs ist P r e f f e • (E m p f a n g. Festliche Menge im Rheinterrasscn-Restanrant, in prachtvoll gelegenen, lichtburchbrochenen Räumen. Mit bcm Blick auf den Rhein, auf den Dom und das alte Äöln. Es hat sich aufgeklärt und durch die hohen und breiten Fenster schaut man auf das in raun- dervoll schwingenden Linien dunkel hingelagerte Stadtbild. Steil und massig, mit messerscharfen Konturen stehen die Türme vor bcm abenblichcn Maihimmel, ber in ben zartesten Pastelltönen violett, Mau, rosa, Kupfergrün unb Hellorange getönt ist. Ein unvergeßliche» Dilb. Man Ißt, man trinkt, man tauscht die ersten Eindrücke aus. Die Musik spielt zum guten Dill- kommen ein rheinisches Lied. Und der Oberbürgermeister Adenauer, mit dem auch der Reichs- kornmissar der Pressa, Reichsminister a. D. Dr.fi ülj. erschienen ist, erhebt mit einem trefflichen Trinkspruch fein Glas: Er beiße die R-esicertnc'-r auf das herzlichste willkommen: dieser Saal sei nicht zum Sprechen, sondern zum Feiern und Schauen ba; man möge ben Prozentsatz, zu bcm die Ausstellung fertig ist, nicht heute abend sondern erst morgen um vier Uhr abschähcn. ..Meine Damen und Herren' Ich trinke auf Ihr Wohl!" Roch einen Blick hinaus, auf den Dom, dann fährt man beim. Die Lust ist kühl, und es dunkelt und ruhig fließet der Rhein. Hinter uns verfinkt die Preffa mit taufend Lichtem. Auf der Brücke tastet der lange Scheinwerferarm vom Ausstel- lungsturm über uns hin. Und bann fällt man in» Bett. Totmüde. — Oie Eröffnung. Samstagmorgen 10 Uhr. Alles arau in grau. Rur die bunten Fahnen beleben bas Bild ber Stadt. Regen, nichts als Regen. (Ein Heerbann von Automobilen, eins hinter dem andern, zieht über bie große Brücke. Riesengroß, schwer, feucht schlagen in langer, langer Reihe, vor ber Hauptfront ausgcpslanzt, bie rotweißen Pressafahnen im Wind. Regenschirme und triefende Zylinder. In der großen Halle im Rheinpark drängt sich Im Saal und auf den Balkonen die festlich und erwartungsvoll gestimmte Menge Kopf bei Stopf. Sturz nach 11 Uhr beginnt der Festakt, mit dem beute, am 12. Mai, die Internationale Presseausstellung eröffnet wird. Das .Halleluja" aus Händels „Messias" intoniert die Feier. (Das städtische Orchester, der Gürzenich- chor unb der Kölner Männergesangoercin: Generalmusikdirektor Abendroth dirigiert.) Dann spricht der Oberbürgermeister, Dr. h. c. Adenauer: er begrüßt bie Versammlung mit herzlichen Worten: sein Dank gilt in erster Linie ben Mitgliedern der Reichsregierung, des Reichs- tage» unb bes Reichirates, dem preußischen Mi- nifterpräfibcnlen unb ben übrigen Vertretern Preu- Kens für tatkräftige Unterstützung bei bcm Kölner Ausstellungswerk. Die Ausstellung habe zum Gegen- ftanbe bie Welt bc» in Wort ober Bild gefaßten unb vervielfältigten Gedankens: „bie Entwicklung unb Gesch chte des menschlichen Wortes, seine Diel- sältigkeit, leinen beftimmenben Einfluß, in Niedergang unb Ausstieg ber Menschheit, die Macht, die es gerade in unseren Tagen, in denen der Fortschritt Einsiettung der japanischen Offensive. Vormarsch der Lüdtruppen gegen Peking. Antijapanische Voykottbewegung im Lüden. Tokio, 12.Mai. (XU.) Auf Anordnung deS japanischen Kriegsministers wird die japanische Offensive in China mit der Besetzung der Xfi- nanfu-vchantung-Bahn vorläufig eingestellt. Gleichzeitig wird von der Aankingregierung voller Ersatz für jeden Materialschaden sowie Bestrafung sämtlicher an diesen Zerstörungen beteiligten Soldaten und Offiziere verlangt. Sollten diese Forderungen angenommen werden, wirb sich Japan mit der besetzten Zone al- Sicherheit für die Erfüllung feiner Ansprüche begnügen. Die von China vorgeschlagene Vermittelung deS Völkerbundes wird a bg e 1 e h n t. Japan hat weitere Truppenverstärkungen nach Schan- tung entsandt. Vach Einstellung der chinesisch- japanischen Kämpfe rückt die Südarmee in überraschender Schnelligkeit gegen Peking- Tientsin vor. Mongolische Kavallerietriippen des Generals Zengyusiang wurden bereits 100 Kilometer südlich Tientsin gesichtet. DaS GroS der Südarmee hat in großem Bogen daS von den Japanern besetzte Tsinansu umgangen. Die Truppen TschangtsollnS haben neuerdings an verschiedenen Punkten Widerstand geleistet. Es wird ein neuer Konflikt befürchtet, da japanische T r u p p e n s e n d u n g e n zum Schutze Pekings unmittelbar bevorstehen. In Banking sind japanische Marinesoldaten gelandet worden, bie an strategischen Punkten der Konzession Sandsackbarrikaden errichten. InHankauhat eine anti-japanische Boykott- bewegung begonnen. Die außerhalb der Konzession wohnenden Iapaner verlassen ihre Häuser und begeben sich in die Konzession. Die Vereinigung der Kaufleute in Kanton hat den Boykott aller japanischen Waren beschlossen. Vie- mand wird japanisches Geld benutzen oder in japanischen Hotels wohnen, die bereits vollkommen leer sind. Die Studenten haben überall hervorragenden Anteil an der Bewegung. Die Arbeitervereinigungen beraten über einen Streik in allen japanischen Unternehmungen. Was tut der Völkerbund? Tie RatLmächte und Nankings Hilferuf. Gens, 12. Mai. (XU.) Das Telegramm der Nankingregierung an den Völlerbund hat naturgemäß die hiesigen politischen Kreise lebhaft beschäftigt. Die Nanllngregierung ist international nicht anerkannt und ist kein Mitglied bes Völkerbundes, kann also den Artikel 11 des Paktes nicht anrufen. Daß das Völkerbundssekretariat trotzdem das Telegramm den AatSmächten vorlegte, und damit jeder von ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme bot. können wir um so lebhafter begrüßen, als wir wünschen würden, daß dieser Modus öfter angewendet und der Oeffentlichkeit mitgeteilt werde. Der Unterzeichner des Telegramms. Tan ‘Jen Kai. wird von aewissen chinesischen Kreisen als der wirkliche Chef der Nanllngbewegung bezeichnet. während andere chn nicht kennen wollen. Falls zwischen ihm und Lschangtsolin ein Uebereinkommen wirklich erfolgt, kann Peking die Nankinger Beschwerde sich selbst zu eigen machen. Daß eine dritte Macht die Beschwerde aufgreift, erscheint wenig wahrscheinlich, da darin Peking wie Tokio einen uns reundlichen A k t erblicken könnten. Eher scheint eS, als ob Japan die Beran.cs ung ergtei en tolrhc. um vor dem Vat seine Politik gewissermaßen freiwillig zu erläutern, wie dieS England im Vorjahre tat, als der damalige amtliche aber schon zu Nanking neigende und später auch dahin übergegangene chinesische Vertreter Chu eine chinesische Desch Coerde vorlegte. Nanking an Amerika. Ein Hilferuf an Coolidge.— Tsinansu, ein Hohn auf das Völkerrecht. Schanghai, 12. Mai. (TU.) Die Ranking- regierung verössentlicht den Text eines Telegramms, das sie an Präsident Eovlidge gesandt hat. ES lautet etwa folgendermaßen: „DaS Vorgehen Iapans in der Schantungprvvinz hat zahlreiche chinesische Beamte und friedfertige Bürger getötet. Das Bombardement der un- vertetdigten Stadt T f i n a n f u beweist den planmäßig eingeleiteten Angriffskrieg und ist ein Hohn auf das Völkerrecht. Iapan bringt fortgesetzt militärische Verstärkungen nach China. Die chinesische Regierung erlaubt sich, die Aufmerksamkeit der amerikanischen Rcgi.- tung auf diese Angelegenheit zu lenket). Der Friede in China bedeutet die Aufrechterhaltung deS internationalen Friedens und ist eine Frage, die alte zivilisierten Staaten angeht. China wird deshalb mit Geduld den japanischen Angriff ertragen. Die chinesische Regierung weist darauf hin. bah die Schantungfrage auf der Washingtoner Konferenz durch alle freundlich gesinnten Staaten und in der Hauptsache durch die Vereinigten Staaten q e l ö ft worden ist. China bringt dem amerikanischen Volk größte Freundschaft entgegen und bittet bie amerikanische Regierung, ihre Haltung zu dieser Frage zu erklä.en angesichts der durch Iapan in der Schantungprvvinz hervor gerufen en Lage." Ein Friedensangebot Pekings Japan empfiehlt feine Vermittlung. Peking, 12. Mai. (111.) Der Ministerpräsident der Pefingreglcrung hat i m vamen Tjchang. t f o 11 n » an das chinesische Volk einen Ausruf gerichtet, in dem erklärt wird, daß die Regierung die Absicht habe, mit dem Süden Frieden zu schließen. Der Vörden habe keine Absichten auf da» der Südregierung unterstellte Gebiet. Tschiankaischek wird zu einer Besprechung c i n g e l a d e n , um die Möglichkeit de» Friedensschlusses zu erwägen. Dieser Aufruf ist von der Pekingregierung auch dem Doyen des diplomatischen Korps zur Kenntnisnahme unterbreitet worden. Der japanische Gesandte erklärte, Japan wäre bereit, die Bolle de» Vermittlers ;w schen dem Süden und dem Vörden zu übernehmen, um den Bürgerkrieg beizutegen. Oie Auffassung in England. London, 12. Mai. (TU.) In London wird es alS ziemlich befremdlich empfunden daß bis zum Spätabend des Freitag- im Foreign Office noch keine amtliche Bestätigung ber Auf orderung TschantsolinS zur Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Rorb- unb Sübchina eingegangen ist. Man fragt sich daher bereits, ob die von Peking in dieser Angelegenheit veröffentlichten Erklärungen nicht lediglich eine ArtBerfuchsballon darstellten. Ferner hat daS Foreign Office bisher noch keine Bestätigung der Meldungen über die Forderung ber japanischen Regierung nach Schaffung einer neutralen Zone rund um Tientsin erhalten. Die in London eingegangenen Berichte besagen nur, daß der Zwi chensall zwischen ben japanischen Behörden und dem Führer ber füb- chinesischen Truppen in Tsinansu noch nicht restlos und befriedigend beigelegt worden ist. WaS die Forderung ber Rankinger Regierung nach Bölkerbundinterven- t i o n anlangt, so ist man in englischen politischen Kreisen ber Ansicht, daß biete Forderung beträchtliche Schwierigkeiten bereiten werde. ber Technik feine Verbreitung unb Vervielfältigung so ungeheuer erleichtert hat. In der Form der Ze», tung ausübt, barzustellen: bas ist ber Zweck dieser Ausstellung". Mit dem Dillkommensgruß an die Vertretungen von 43 Staaten unb des Völkerbundes, und mit dem Wunsche, bie Ausstellung möge, ber Dölkeroersöhnung blenenb, ein Werkzeug de« Frieden» sein, schloß Adenauer seine Ansprache. Generaldirektor Dr. Esch, gefchäftssührender Vorsitzender der Pressa, sprach anschließend über bie Entstehung und bie Zielietzung der Ausstellung — die Bedeutung der Presse al» geistiger Macht, als Kultursaktor», als verantwortlich für ben Geist ber Ration unb der Welt, ihre Bindungen an Wirtschaft und Technik, und die Weltgeltung und Welt- bedeutung der Presse zu veranschaulichen —, unb gab einen llebcrblick über die zahlreichen Ausstellungsgebiete mit ihren Sonbergruppcn. Nachdem bie von Abendroth hervorragenb geleitete 3. ßeonorcnouoerture verklungen war, sprach der preußische Ministerpräsident Dr. h. c. Braun: er begrüßte es, daß gerade eine preußische Stadt, das ehrwürdige Köln, den Vorzug genieße, wieder einmal Mittelpunkt zu sein, auf den sich heute die Blicke unzähliger geistig interessierter Menschen in fast allen Teilen der bewohnten Welt richten: er schilderte ferner das Verhältnis von Staat und Presse, die Pressefreiheit unb das journalistische Derantwortlichkeitsgefühl, wünschte die Presse in den Dienst der Dölkerversöhnung und des Menschheitsfriedens gestellt au sehen und rief schließlich dem Urheber ber Ausstellung, Dberbür- gcrmciftcr Adenauer, namens ber preußischen Staatsregierung ein herzliches Glückauf zu. Hieraus wurde bie Ausstellung von Reichsarbeits- minifter Dr. Brauns als dem Vertreter de» Reichskanzlers und der Reichsregierung mit kurzen Worten offiziell der Oeffentlichkeit übergeben. — Die Versammlung erhob sich, das Deutschlandlied zu fingen, und da» große Finale der 9. Sinfonie mit dem Chor „an die Freude" beschloß in machtvollen Akkorden die Feier. Oie Ehrengäste. Es ist unmöglich, an dieser Stelle olle hervorragenden Ehrengäste namentlich aufzuführen, die ben Eröffnungsfeierlichkeiten beiwohnten Es feien genannt: von ber Reichsregierung außer den schon erwähnten Dr. Brauns und Dr. Külz: Minister des Innern Dr. K e u d e l l, die Staats- fefretäre Dr. Pünder, Zweigert und Dr. Geld, Ministerialdirektor Dr. ZechIin, Reichs- kunstwart Dr. Redslob, der deutsche Gesandte in Bern, Dr. Müller, der deutsche Gesandte in Luxemburg, Dr. Mertens; von her preußischen Regierung außer dem Ministerpräsidenten die Mi- nister G r z e s i n s k i, Dr. Schmidt, Dr. Hirt- siefer, Dr. Becker und der Staatskommissar für die Pressa, Dr. Fuchs: vom Reichsrat Dr. von Preger und Erz. Boden: vom Reichstag Prä- fibent Löbe; vom Preußischen Landtag Dizepräsi- bent Dr. v Kries: Hessen war durch seinen Staatspräsidenten Dr. Adelung vertreten; vorn Völkerbund war der Generalsekretär Sir (Eric Drurnmond erschienen, außerdem eine große Anzahl ausländischer Staatsvertreter in Berlin, Botschafter, Gesandte usw., ferner zahlreiche führende Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens, die Abgesandten der Verleger- und Iournalsst-nvcr- bänhe und ungezählte Vertreter der ausländischen Presse. Im künstlerischen Teil der Feier unter Leitung von Prof Abendroth wirkten als Solisten mit: Mia Peltenburg (Sopran), Frieda Dieraut (Alt), Kammersänger Waldemar Henke (Tenor); Friedrich Schorr (Baß), sowie der Domorganist Prof. Bachem. Man bricht auf. In ben Regen hinaus. In die weiten Hallen hinein. (Ein zweiter, ruhigerer Rund- gang durch die mächtigen Räume Man wundert sich, wie vieles über Rächt noch fertig geworden ist. Morgen wollen wir den heiklen Versuch unternehmen, zu erzählen, was es zu sehen gibt unb was es mit biefer merkwürdigen und einzigartigen Ausstellung eigentlich auf sich hat. Das Festbankett im Gürzenich. Tie Gtückwünfchc ber fremden Mächte. 3m großen Saale des Gürzenich gab Samstagabend die Stadt Köln den Ehrengästen der ..Pressa'" ein Festbankett, auf dem Oberbürgermeister Dr. Adenauer die Gäste im Ra men der Stadt Köln willkommen hieß. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns dankte im Rainen der Reichsregierung der Stadt Köln für die Einladung zu dem heutigen Abend und würdigte lodann eingehend die „Pressa" als eine Tat von größter Tragweite für das ganz« Reich. Die „Preffa" fei eine Schau von Schauere, die die Allseitigkeit der Presse und Deutschland mit all seinem Schassen darstelle, und in der Art. wie sie es darstelle, ein Zeichen deS deutschenWiederausbaues sei. — Dann begrüßte der Reichskommissor Der „preffa^, Reichsminister a. O. Dr. Külz, im Auftrage der Reichs reg ierung, insbesondere auch im Namen des zu feinem schmerzlichen Bedauern durch Llnpäßlichkeit am Erscheinen ver- Oie Parteien im Wahlkamps hinderten ReichSauhenrninisterS Dr. Strese- mann, die Vertreter der auswärtigen Staaten und den Generalsekretär des Völkerbundes und dankte ihnen und ihren Ländern für die tatkräftige Förderung der Ausstellung. Die deutsche Reichsregierung empfinde mit besonderer Freude und Genugtuung diese starke Anteilnahme auch der anderen Staaten an der großen Kultur- schau, die dadurch in seltenem Ausmaße das Gepräge der Universalität und der Internatio- nalität erhalte. Die Press«, führte Dr. Külz weiter aus. ist im Besitze der stärksten geistigen Kräfte aur Beeinflussung des menschlichen Daseins auf allen Lebensgebieten. Sie wird sich dessen jeden Augenblick m allen Kulturstaaten der Welt und bei allen ihren eigenen Lebensäuberungen bewußt bleiben müssen. Bewußt werden sich dessen aber auch die sein, die daS Schicksal ihres Volkes und ihrer Völker lenken. Die Presse ist nicht lösbar von dem nationalen und geschichtlichen Boden, aus dem sie geworden ist. Aber je mehr die Entwicklung der Menschheit fortfchreitet, um so mehr überwindet sie äußere Greben, um so stärker strebt sie xum Großraum des Geistes, der Kultur, der Technik und des Verkehrs um so stärker werden über den selbstverständlichen Ausgangspunkt der Nation hinweg die internationalen Berührungspunkte und Zusammenhänge und damit die internationalen Gemeinschaftsbedürfnisse. Der russische Botschafter Krestinski, als ältester anwesender Botschafter, bezeichnete in seiner Ansprache dir internationale Presseaus- stellung als eine wichtige Etappe auf dem Wege der Entwicklung der internationalen Verständigung. — Der amerikanische Botschafter S h u r m a n betonte, er sei schon durch viele Ausstellungen gekommen. DieS sei aber die erste Presseausstellung, und einer Stadt, die sich getraue, eine solche Ausstellung zu machen, gebühre alle Hochachtung. Die Presse habe hier alles gezeigt, was sie bringen könne. Die Presse müsse das, was sie immer tue, in 24 Stunden zusammen- bringen und dos sei die große Gefahr, die der Presse immer drohe, die Gefahr der Heber- treibung aus der einen Seite oder die des Mo gelnS aus der anderen Seite. Das sei die ständige Gefahr für den Frieden der Welt. Wir müssen uns der Verantwortung bewußt sein, die wir tragen, und das Zusammenarbeiten al'er Presseorganisationen an der Kölner Ausstellung zeige den guten Willen ein- trächtigen Zusammcnarbeitens. Das schwere Merk sei nicht die Eingebung des Moments, sondern der kühlen, überlegenden Vernunft, die der Ausstellung em Symbol fei. Vach Botschafter Shurman führte <5ir Grit Or-urnmond, der Generalsekretär des Völkerbundes U. a. aus: Man hat in letzter Zeit wiederholt die Frage an mich gerichtet, warum das Völker- bundsfekretariat an der Ausstellung teilnimmt. Der Völkerbund hängt so stark von der öffentlichen Meinung ab, daß ohne die Mithilfe der Presse die Ausgaben, die von den 55 Mitgliedstaaten übernommen wurden, nicht erfolgreich durchgeführt werden können. Die Presse ist der hervorragendste Verbündete deS BölkerbundeS bei seinen Bestrebungen, die Mission ..friedvolle Zusammenarbeit unter den Nationen zum Zwecke der Erhaltung deS Friedens" zu erfüllen. Der zweite Grund für unsere Beteiligung ist darin zu suchen, daß diese großartige Ausstellung d e Vertreter der Großmacht .Presse" aus zahlreichen Ländern hier zusammen- sührt. Eine Versammlung so bedeutender Per- Unlirf)feilen muß alS mächtiger Faktor wirken, um Mißverständnisse aus dem Wege tu räumen und das bessere gegenseitige Verständnis und infolgedessen bessere Beziehungen zwischen den Böllern zu fördern. Ein derartiges Werk entspricht dem tiefen inneren Geist des Völkerbundes. Vach dem Generalsekretär sprachen noch der spanische Botschafter Espinosa de los Monteros, ferner Professor Julius Ferdinand Wol'f. Dresden, der erste stellvertretende Vorsitzende des Vereins deutscher ZeitungSverleger, Dr. D o v i f a t vom Reichs erband der deutschen Presse und Geheimrat B ol km a nn. Leipzi" als Vertreter des Buchgewerbes. D e Zeierlick- f ei len wurden mit einer Dampferiahrt au. dem Rhein zur Besichtigung der Uferbeleuchtung abgeschlossen. Gefährliche Friedenspolitik. Herr Basch und seine deutschen Hunger. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers" Berlin, 14. Mai. Der französische Pazifist und Präsident der französischen Liga für Menschenrechte. die bekanntlich in Frankreich sehr einflußreich ist. Basch, hat in Berlin einen Vortrag gehalten, der von prinzipieller Bedeutung sein durfte, allerdings in einem etwas anderen Sinne, als Herr Basch wohl gedacht haben mag. Der Höhepunkt des Dortrages war folgende symptomatische Szene: Herr Basch hatte mit großem, retorischcn Schwung die Frage gestellt, ob Deutschland seine Dervflichtungen aus dem Der- sailler Vertrag wirklich erfüllt und ob es ehrlich ab gerüstet habe? Auf diese Frage antworteten nicht etwa die Gegner des Herrn Basch, sondern seine deutschen Anhänger, zum großen Teil mit einem begeisterten „91 e i n", was natürlicherweise dem Vortragenden später die Ge- legenheit gab, iestzustellen, daß Frankreich daher Deutschland nicht trauen könne und daß seine Freunde in Frankreich deshalb auch nicht ihre Stimmen für die Räumung des Rheinlandes cinseßen könnten. Die Schluß- folgerungen des Hern, Basch, der zwar ein Friedensfreund und Derständigungspolitiker ist, sind vielleicht allenfalls noch unter französischer Per- IpeHioe zu verstehen. Aber es bleibt auch jedem Freund einer Annäherung zwischen den beiden großen Rachbarnationen unerfindlich. wie deutsche Bürger aus deutschem Boden imstande lein können, auf diese Weise jedes Gefühl nationaler Einheit und Würde x u vergessen. Im Endergebnis: Der in Berlin sprechende Franzoic Basch zeigte sich mehr als Franzose als die deutschen Zuhörer sich zu ihrem deutschen Dateriand bekennen wollten. Das Carol-Manifest. London, 14 Mai. (WTB. Funkspruch.) „Daily Expreß" veröffentlicht den Bericht eines der Teil nehmer an dem Äomviott des Prinzen Carol, namens Maurice Lewis, der zusammen mit dem Iounalisten Heathcote und dem Hauptmann L e Eine Rede Hergis. Görlitz, 13. Mai. (TU.) Re.chsjustizministcr Dr. Hergt sprach in einer Wählcroersammlung der DeutjchncUionalen Dolkspartei in Görlitz. Der Redner behandelte einleitend die Aufwertungsfrage. An den Fundamenten der Aufwerlungs- gesetzgebung, so bedauerlich es auch sein möge, könne nicht gerüttelt werden, obwohl in Eintel- heilen die >etziae Regelung noch verbesse- rungsbebürftig fei. Der allgemeinen Rot des deutschen Volkes müsse auch äußerlich durch Einschränkung von festlichen Beran- stakt ungen Rechnung getragen werden. Die endgültige Regierungsaktion in der Kriegsschuld f r a g e stehe noch aus, sie müsse bei einer sich bietenden Gelegenheit unternommen werden. Pflicht der deutschen Außenpolitik lei es, auch nur den Eindruck zu verhüten, als ob sie auf eine Beibehaltung des status quo, sei es in bezug auf den Versailler Vertrag, das Dawes-Gutachten ober hinsichtlich Ostpreußens und Oberjchlesiens hinausgehe. Bei Besprechung der innerpolitischen Aufgaben erörterte der Minister eingehend das lanbroirt- schaftlich.e Notprogramm, das zwar nichts fertiges, aber doch eine Hilfe für das notleidende Bauerntum fei. Dor allem müsse für die Rentabilität der deutschen Landwirtschaft gesorgt werden. Zum Schluß behandelte der Redner die Leistungen der jetzigen Reichsregierung auf kultur- und sozialpolitischem Gebiet, die er als Beweis für die von der Partei verfolgte Politik der Tat bezeichnete. Die Deutschnationalen wollen keine Po- litik der Hoffnungen und Besprechungen, sondern eine Politik d e r Realität. Sie machten kein Hehl daraus, völkisch und monarchisch zu sein. Die Verfassung könne auch auf verfassungsmäßigem Wege geändert werden. Euttius über Wirtschaftspolitik. Stuttgart, 11. Mai. (Tel.) Die Deutsche Volkspartei hatte den Reichswirtschaftsminister Dr E u r 1 i u s xu einem Vortrag über die deutsche Zukunft eingeladen. Dr. Curtius wandte sich gegen die ilnterreöungen mit ausländischen Staatsmännern über die bevorstehenden Wahlen. Er bezeichnete es als taktlos und gefährlich, wenn man auf diese Weise fremden Staatsmännern Einfluß auf die innere deutsche Verwaltung verschaffe. Besonders ausführlich ging der Minister auf die Fragen der Wirtschaftspolitik ein. Aus den Kreisen der Landwirtschaft fei die Exportpolitik der Regierung angegriffen worden. Es dürfe dnbei nicht vergessen werden, daß am Export zehn Millionen Deutsche interessiert seien, und daß öi$ Ausfuhr zur Belebung der Rohstoff- und Lebensmitteleinfuhr notwendig sei. Da man noch lange mit einem starken Lebensmitteleinfuhrüberschuß rechnen müsse, sei die Ausfuhr wohl bearünbet. Zölle allein könnten die Landwirtschaft nicht hochbringen. Die im Votprogramm bewilligten Mittel seien nur Trovfen auf dem heißen Stein. In den nächsten Jahren müsse bei der Arbeit auf wirtschaftlichem Gebiet daS Schwergewicht auf die Landwirtschaft gelegt werden. Line weitere Ausgabe des Staates bestehe darin, der Wirtschaft die nötigen Unterlagen zur Erkenntnis der eigenen Lage zu liefern. Durch besondere Einrichtungen könne der Staat auch zum Ausgleich der Gegensätze in der Das Geheimnis der sogenannten Donez - Verschwörung ist durch die bruchstückweise erfolgte Veröffentlichung der Moskauer Anklageschrift jetzt so weit enthüllt, daß man sich ein ungefähres Bild von den Vorgängen machen kann, die die sowjetrussischen Behörden veranlaßt haben, einzujchreiten und Verhaftungen vorzunchmen. Wir haben den Eindruck, als ob im Donrevier eine Reihe von Russen den industriellen Ausbau der Sowjetunion benutzen wollten, um sich persönliche Vorteile zu verschossen. Diese Leute, die Hand in Hand gearbeitet haben, sind wahrscheinlich an bie ausländischen Lieferfirmen he ränge t r e te n und haben ihnen bie Erteilung von Aufträgen in Aussicht gestellt, wenn sie dafür Provisionen erhalten würden. Wir wissen nicht, ob irgendeine deutsche Firma darauf eingegangen ist, alle Unternehmungen, die bisher genannt wurden, bestreiten das jedenfalls. Aber selbst wenn Vermittlungen dieser Art honoriert worden sind, dann ist das noch längst kein Verbrechen, denn überall ist es üblich, für Geschäfte, die durch dos Eingreifen eines Agenten zustande- kommen, entsprechende Summen auszuschütten. Mit konterrevolutionärer Betätigung deutscher Firmen in Rußland hat das nicht das geringste zu tun. Run kommt noch ein anderes hinzu. Diesem PersoncnkreiS scheint es gelungen au fein, mit den früheren Besitzern südrussischer Gruben in Fühlung zu kommen, denen vorgespiegelt wurde, daß die im Donrevier Beteiligten s i ch antibolschewistisch betätigten. Aus diese Weise dürfte es ihnen gelungen fein, aus den ehemaligen Inhabern erhebliche Summen herauszulocken. Ob aber auch hier wirklich eine gegenrevolutionäre Handlung der Verhafteten, soweit sie russischer Staatsangehörigkeit sind, vor- liegt, darf bezweifelt werden, weil eS allen doch nur darauf angekommen ist. Geld zu erhalten. Die sowjetrussischen Behörden Haven daraus nun ein groß angelegtes Komplott zur Unterminierung des Sowjetstaates gemacht und sind zudem mit ihren Beschuldigungen namentlich deutschen Firmen gegenüber außerordentlich leichtfinnig umgegangen. In ihrer Anklageschrift haben sie bisher nicht eine einzige der früher ausgestellten Behauptungen ausrechterhalten können, sie haben sogar zugeben müssen. M e s u r i c r bie Expedition nach Rumänien zur Verteilung der Carol-Manifeste unternommen bat. Darin wird ausführlich im Stile eines Detektivromans berichtet, wie die in London gedruckten Manifeste unterwegsverloren gin- gen und bei der Ankunft „in einem Balkanlande" neu gedruckt werden mußten, wie der Plan, die Manuskripte durch einen ehemaligen Kampfflieger über Rumänien ausjufl reuen, scheiterte, und wie die Manuskripte jchiießlich einer „A n - zahl von Banditen" übergeben worden Wirtschaft beitragen. Der Reichswirtschaf tsrat habe sich als der rechte Tisch bewährt, an dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich einigen könnten Diese Einrichtung sei deshalb weiter auszubauen. Dor allem aber habe der Staat in den nächsten Jahren die Wirtschaft in größtem Umfange zu entlasten. Voraussetzung dafür fei die Revision des Dawesplanes. Zum Schluß betonte Dr. Curtius, bei den Wahlen gelte es. dafür au sorgen, daß. nachdem die Deutschnationalen In die Opposition drängten, daS Pendel nicht zu sehr nach links ausschlage. Die Weimarer Koalition wäre außen- und kulturpoli- ttsch ein Unglück. Die einzige Möglichkeit eines gesunden Wiederaufbaues g?be die große Koalition, eine Politik der Mitte und der Verständigung unter Derbreiterung der Basis nach links. Wirth spricht in Hamburg. Hamburg, 11. Mai. (TU.) In einer Wäh- lerversammlung bet Zentrumspartei wies Reichskanzler a. D. Dr. Wirth darauf hin, baß von außen gesehen, das politische Leben im deut'chcn Taterlande nicht imponierend wirke. Wenn man die ungeheure Zersplit te r u n g im deutschen Parteileben betrachte, so könne man nur sagen, daß das deutsche Dolk immer noch e i n unpolitisches Volk geblieben ist. Die Art, wie heute der politische Kampf geführt werde, bedeute das Ende der Demokratie. Man müsse sich wieder auf das Wesen der politischen Parteien belinnen. Ohne Verantwortlichkeitsgefühl der politischen Persönlichkeiten könne kein Heil für den Staat erwachsen. Deshalb sei die Persönlichkeit in den Vordergrund zu rücken. Wit Säbelrasseln könne heute keine Außenpolitik gemacht werden. 3m Laufe diese- oder des nächsten Jahres werde Deutschland zu einer festen Umgrenzung der deutschen Reparativ ns Verpflichtungen kommen müssen, doch werde man sich hier in Geduld üben müssen, denn bie Entwicklung der großen Politik gehe im Schneckentempo vor sich. Die heutige Wahlbewegung könne nur alsschwung - los und ohne Ziel bezeichnet werden. Hätten die letzten Wahlen in Frankreich eine Beteiligung von etwa 90 Prozent gezeigt, so werde man in Deutschland dieses Mal mit vielleicht 60 Prozent Wahlbeteiligung rechnen können. Wenn P o i n - care sich auch dahin ausgesprochen habe, daß die Frage der Rheinlandräumung zur Besprechung stehe, so doch in einer anderen Weise, als sich Deutschland das gedacht habe. Diese Frage hänge eng zusammen mit der Frage der Reparationen. da Frankreich für die vorzeitige Räumung Vorauszahlung der von Deutschland zu zahlenden Reparationslasten verlange. Es sei eine Torheit, wenn das deutsche Volk selbst die Hand dazu bieten würde, große Lasten aus sich zu nehmen, wenn nicht gleichzeitig damit die Schuldenlast auf ein vernünftiges Maß zurückgeschraubt werde. Das deutsche Volk selbst müsse (ich etwas mehr um die große politische Aufgabe kümmern, lieber den materiellen Sonberinteressen müsse das Politisch Gemeinsame zu'ammenge'aßt werden. Der deutsche Reichstag müsse in der Lage sein, einen einheitlichen Dolkswillen zum Ausdruck zu bringen. waS nur auf dem Boden der Demokratie möglich sei. daß alle deutschen Ingenieure nach wie vor die ihnen zur Last gelegten Vergehen ernergisch bestreiten. Rur Badstieber soll ein Teilgeständnis abgelegt haben, was aber Wohl nicht stimmen dürste. Die neuesten Veröffentlichungen aus der Anklageschrift lassen also die ganze ..Donez-Verschwörung" in einem wesentlich anderen Licht erscheinen. Wie die Russen unter diesen Umständen ihre Anklage, daß deutsche Firmen die Sicherheit der Sowjetunion bedroht haben sollen, aufrechterhalten wollen, erscheint uns doch recht fraglich. Ein Besuch des deutschen Botschafters. Moskau, 12. Mai. (WB.) Der deutsche Bot- schaster. Graf D r o cl d o r f s - R a n y a u, besuchte heute in dem Dutyrka-Gefängnis bie verhafteten deutschen Ingenieure, um sich von ihrem Befinden persönlich zu überzeugen. Der Botschafter gab den angeklagten Ingenieuren vor Beginn deS Prozesses die Versicherung. daß die Reichsregierung im Rahmen des Möglichen alles tun werde, um ihnen den erforderlichen Schutz und Hilfe angedeihen zu lassen und erkundigte sich nach den persönlichen Wünschen der Verhafteten. Rach ihren eigenen Angaben befinden sich Otto und Dadstieber in guter Gesundheit. Mayer erklärte, daß sich sein Zustand in der letzten Zeit gebessert habe, und daß er im Gefängnisspital unter gebracht sei. Der Botschafter verbrachte bei den Verhafteten über eine halbe Stunde Die Gegangenen beteuerten auch dem Botschafter gegenüber ihre Unschuld. Die heutige Deröfsentlichung auS der Anklageschrift versucht zu zeigen, daß die ehemaligen Besitzer, die sich um den 6 r e - d i t LyonaiS gruppieren, sich für die Berg- werksindustrie in der Sowjetunion lebhaft interessierten und Spionage zugunsten Frankreichs betrieben. Zu den Beschuldigungen gegen Frankreich heißt es. daß der französische Botschafter Gelegenheit nehmen werde, mit Tschitscherin eine Rücksprache abzuhalten. Die in der Anklageschrift angedeutete französische Gruppe soll bereit fein, unter Cid ihre Unschuld zu bekräftigen. seien, die sie in Rumänien verteilen sollten. Der Bericht schlietzt: ,Lch weih natürlich nicht, was aus den Manuskripten geworden ist. Vielleicht befinden sie sich jetzt in den Händen der Bauern, vielleicht auch nicht. Das letztere ist aber wahrscheinlich" Die „vremen' -^licger in Cßikago. In Ehikago sind zum offiziellen Empfang der .Bremen"-Flieger Taufende von auswärts herbeigeströmt. Es herrscht ein festtägliches Gedränge in den Straßen der ganzen Stadt, die in Der ZiWnieurprozeß in Sowjetrußland. ein Meer von Flaggen getaucht ist. Flaggen wehen von den Automobilen. Taxametern. Hochbahnen, aus den Fenstern der Häu'er. Die ..Bremen'-Flieger begaben sich an der Spitze des Zestzuges durch die jubelnde Men- schenmafsenzum Eoldierfield. wo Ansprachen des Bürgermeisters und anderer her- Dorrügcnbet Persönlichkeiten gehalten wurden. Deutsche und »rische Vereinigungen entboten den Fliegern ihre Sänaergrütze. Der Entpsang wird als eins der größten und spontansten Stunb* geburgen in der Geschichte der Stadt Chilaao bezeichnet. Gouverneur Small fuhr in dem Fest- zug mit. Auch Militär nahm daran teil. Besonders bemerkt wurde ein Prunlwagen mit Riesenflugzeugen aus Blumen, die die Entwicklung des Flugwesens versinnbildlichten. In dem Riesenstadion auf dem Sold.er-Zield waren die Vereinigungen lo ausgestellt. daß ihre farbigen Ko^fbedeck-ng.n deutsche amerikanische und irische Riesenllaggen bildeten. Auch de Mitte de»Stadions bot ein farbenprächtiges Bild. Dort hatten Schulkinder in deutschen, ir.schen und amerikanischen Farben Aufstellung genommen. Auch Indianer gruppen nahmen an der festkchro Veranstaltung teil. Eine Wahlanfechtungsklage vor dem Gtaatsgerichtshof. Leipzig, 12. Mai. (WTD.) Unter Vorsitz des Rcichs^erichtspräßdenten Dr. SimonS beschäftigte sich der S t a a t s g e r r ch t s h o f des Deutschen Reiches mit der Wahlan ech- tungsk age der Rational-Sozialistischen Arbeiterpartei, Gau Mecklenburg- Schwerin. Die Klage richtet sich gegen daS mecklenburg-fchwerinsche Landesgesetz vom 13. Juli 1927, das einen Passus enthält, nach dem ein Wahlvorschlag von 3000 Wahlberechtigten unterzeichnet sein muh. wenn die Partei im Landtage noch nicht vertreten ist. Außerdem Hüffen dem Wayl- leiter 3 00 0 Mark hinterlegt werden. Wenn kein Abgeordneter gewählt wird, verfällt der Betrag der Staatskasse. Die Rational-Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei begründet ihren Antrag damit, daß der StaatSgertchtS- hof in der Sache Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Strelitz in einem Urteil vom 17 Dezember 1927 zugunsten der Klagesteller entschieden hat. Der StaalSgerichtShof wies die Einsprüche betreffend die Zuständigkeit des Staatsgerichtshofes des Deutschen Reiches als unbegründet zurück. Die Auffassung der mecklenburg-schwerinschen Regierung, es handele sich nicht um Rechts st reitigkeiten nach Artikel 19 der Reichs Verfassung, hat sich das Gericht nicht anschl'teßen können. Weber den Klageantrag selbst wurde keine Entscheidung getroffen Er wird nochmals einer näheren Prüfung unterliegen und in der Schluß-Sitzung zur Erledigung gelangen. Aus aller Welt. Der Reichspräsident beim hindenburg Zagdrennen in Hannover. Reichspräsident o. Hindenburg traf Sonntag nachmittag, begleitet von seinem Sohn, mit dem Zuge in Hannover ein. Der Reichsprasi- dent wurde von dem Präsidium des Rcnnvereins empfangen und begab sich dann, vom Publikum bejubelt, tm Auto zum R e n n o l a tz. Sein Erscheinen in der Dorstandsloae, in Der auch die Spitzen der Behörden sich eingefunden hatten, löste wiederholte Hochrufe aus. Der Reichspräsident wohnte drei Rennen, darunter dem Hindenburg-Jagdrennen, bei und nahm darauf anschließend die Preisver teilung für diese Rennen vor. Rach Schluß des Hindenburg Jagdrennens verließ der Feldmarfchall stürmisch begrüßt unter den Klängen der Deutsch landliedes gegen 6 Uhr abends den Rennplatz und fuhr dann nach einem kurzem 'Ausenthalt beim Rennklub zum Bahnbof, wo er mit dem fahrplanmäßigen Zug unter den Klängen des Deutschlandliedes, das von dem aus dem Bahnsteig versammeltem Pub^kum angestimmt wurde, Ha.tnover wieder verließ. Die Arbeit der Heilsarmee. ES ist leicht, mit einem spöttischen oder mitleidigen Lächeln an der aufopfernden Tätigkeit der Heilsarmee vorübrrzugchan und es ist eine bedauerliche Tatsache, daß dies gar allzu oft geschieht. Nur wenige haben eine tatsächliche Ahnung davon, welche überragende Bedeutung der sozialen Arbeit der Heilsarmee in Wirklichkeit zulommt. Einige Herren der Presse hatten unlängst Gelegenheit, eine der größten Samariter Rationen der Heilsarmee in Augenschein zu nehmen und dabei von den Helfern und Helferinnen über die wirkliche Tätigkeit unterrichtet zu werden. Diese einzige Samariterftation, von der eS in allen größeren Städten mehrere gibt, ist eine soziale E i n- richtung erster Ordnung. Sie gliedert sich in ein Wöchnerinncnheim, ein Mädchenheinu ein Kinderheim, ein Kindererholungsheün, zwei Männerbeime und ein Frauenhospiz. Täglich tverden dort Hunderte von Mahlzeiten verabreicht und Nachtquartier fur gaM geringe Sätze, die sich um 50 Pf. bis 1 Mark bewegen, gewährt. Der Eindruck, den man bon der Organisation der umlaHenben Hilsstätiakeit gewann, bestätigt, daß die Heilsarmee tatsächltch eine der sozialsten Einrichtungen ist, die es überhaupt gibt. Im Gegensatz zu einer viel verbreiteten Ausfassung, die davon wissen will, daß die in Deutschland ausgebrachten Gelder der Heilsarmee nach England gehen, kann festgestellt werden daß alle Mittel, die der Heilsarmee zur Verfügung gestellt werden, restlos den deutschen Institutionen zugute kommen. JrübjabrsausausHeUung der Preußischen Akademie der Künste. Die FrühjadröauSstellung der Preußischen Akademie der Künste wurde mit einer Ansprache deS Präsidenten der Akademie. Professor Dr. Max Liebermann eröffnet. An der Eröffnungsfeier nahmen der italienische Botschafter, der dänische Gesandte. Vertreter der schwedischen Gesairdtschaft, ferner der württembergische. der badische, der hessische. der medlenburg- fchwerinische und der hamburgische Gesandte, sowie zahlreiche Vertreter der ReichSminifterien und preußischen Ministerien teil. Die beiden vom Minister für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung für die Früh ahrSauSstellung gestifteten staatlichen Preise im Betrage von je 2000 Mark find vom Präsidenten der Akademie. Professor IDr. h. c Max Liebermann, dem Maler August Wilhelm D r e ß l e r in Berlin für sein Bild .Der Maler und dem Bildhauer Professor Wll- jvM: oem über. tat bk fön ! tutet in i Sl« um. Ä Dom K 60 » In t fall» 8dtl tert stieb bie £ eißu lich«" bett £1 rintfli V'ch schal Nn a träge * fung t» I«1 8'atu »»» höht Dai stellt itanbig ju le»' bisher 90. bt btt t las | tut 27. 5 üblen Oer (LolmarerAutonomistenprozeß Volkstum voll unk> ganz und damit große Aussichten |üt bk Zukunst hab« Der Zusammenhang, den der Vorsitzende zwischen dem Briese Seeger- und dem (Selb de- । Schweizer Rechtsanwalts Wildy sehe, sei völlig unerfindlich o |&te gute Zigarette 2 und Sie werden- wissen, was eine gute Zigarette ist. jHuf> slels unseren -jeweiligen geistigen und seelischen ^Bedürfnissen in idealer IDeise entgegenhonunen. - Sind wir abgespannt, so nuif> sie uns anregen und jerfrischen, sind wir aufgeregt oder nervös, so muß sie die Störungen- unserer Tlecoen beseitigen. Sie Mtuf> seelische Zufriedenheit heruorrufen, während innere ‘Beschwernisse durch ihren Genuß aufgewogen werden. daß es nichts durch den- Qenuß einer guteu- Zigarette, nach iwa= kattunener gemacht werden könnte. - “Rauchen Sie eine Lei HtuKjverffspfüny RIC°H BRANDT'j ÄcKivmerpillerr verstchen ist Ausgabe unseres Deutschtums — wir dürfen unsere vtammesgenosscn In der Zern« nicht verderben lassen. Als dritte Schwierigkeit iß di« Kultur eil Bildungsproblem xu werten. Jedes BoU bat *cine eigne Kultur, die nur ihm eigen IW. du sie entstand aus den seelischen Bebürsnisse» gerade diele- Botte-. Durch ®eburt. Bass« und Abstammung sind jedem Menschen dies« bestimmten Äulturtoerte. die naturgemäss nationaler Art sein müssen, muaegeben. Das trifft auch sür das deutsch« Auslandlmd zu. Doch auch die Kultur d<» irernten Landes iridt aus leine Seel«. In mittelbar gelühlSmästige die Wertung überftülHa macht. Menschen ober als Lehrversonen an die deutschen Au-Iandschulen zu lenden, die durch die Unmittelbarkeit ihres deutlchen Deiens zu wirten salsch ausgesaht und ausgelcgt worden sei. Man dürse dielen Bries nur verlieben als Korrelvondenz zwischen zwei Journalisten, die sich über die Möglichkeiten, ein neues Blatt aufzuziehen, unterhalten hätten, bte aber beibc in diesem Augenblick mit den Gründern des betreuenden Blatte- in gar kein« Beziehung gestanden hätten Es Bnne kein Zweifel bestehen, daß die Angebote der Delegrapyen-Union durch Seeger ouSschliehlich technische, ober keinerlei politische Bedeutung gehabt haben. Die großen Agenturen^wie Reuter, S)a- vas TelegrapHen-Union, DDB. ulw.. unterhielten sortlausend Beziehunaen au den Blättern, machlen diesen Angebote, gäben ihnen gute Ratschläge Derartig seien die Direktiven, denen vom Vorsitzenden so .grobe geheimnisvolle" Bedeutung beioetncl en werde. Seeger habe ausdrücklich heravigevoben, daß die Straßburger Presie mit ihren Nachrichten 24 Stunden hinter der übrigen Prelle hinterherhinke und daß ein neues Blatt in Straßburg mit dem Nachrichtendienst der Lelegraphen-Union wesentlich besser liege ___x X -_: A__f.. or.hi* M > Oiihtnf» Es folgt dann dos verhör des tingeflagten 6 d) l «• 0 e l. der Gruppenführer des cheimatbundes in einem Strabburger Stadtteil war. Bei ihm ist eine Reihe von Dokumenten beschlagnahmt worden, meist nichtssagende Sitzungsprolokolle. Kieron hält sich der Vorsitzende, der Schlegel nach allen Seiten hin aus- fragt, ob er von militärischen Hebungen, geheimen Berichten und Heberwochungsdienst etroac, weist Schlegel kann alle Fragen restlos zu seinen und der übrigen Angeklagten fünften ausklären. Die Verhandlung wird dann aus Montag mittag vertagt. Gvomemo» Oernn oeeie Dcdttn » woit'e e t>*6 leitMfi ö nAinge- lo«$udwot q norwuehf ie »jene !iito<" *>i dem wmdt Dx »fdr* Menoeee >i«neil erklärt dazu, er hab« nach dem ihm im Gefängnis vorliegenden Schriftwechsel nicht genau gewubt. wer der Urheber dieses Brieses gewesen lei. ®r sehe, dab er s i ch geirrt habe. Heil weist darauf hin, dast er al- Journalist mit einer groben Zahl von Blättern in ständiger Fühlung gewesen sei. Er habe in einem Briefwechsel di« Einzelheiten niedergeschrieben, wie journalistisch üor^uqcbcn wär«. Für die Xel«graL’ben-ilnton habe er lediglich einige Artikel geschrieben und keine anderen Beziehungen zu ihr unterhalten. Die Verteidigung legt dann geschlossen einen Antrag vor, in dem die Berufung eine- Pressesachverständigen erbeten wird. Sie schlägt den Vertreter des e3oumal de ©enCw:", William Martin, vor. Die Der» leidiger stellen sodann erneut fest, dast der Dries Seeger- an Heil vom Oerich.shos vollständig Verein für das Deutschtum im Ausland. Am Freitagabend sprach auf Einladung des Vereins sür das Deutschtum im Ausland Herr Dr. H e n b In der Aula der Universität über da- Thema: „Grundfragen deutscher Erziehung im Ausland". Wenn man bedenkt, wie viele Millionen Deut- scher im Ausland leben, wie viele kostbare beut- fche Volks- und Arbeitskrast dem Heimatlande durch dessen Gleichgültigkeit und Achtlosigkeit verloren gehen können, so wird man begreifen, dast alle- getan werden muh, um dieses, uni nach dem Kriege doppelt wertvolle. Out dem Vaterland zu erhalten. Das ist Ausgabe der deutschen Schule. Sie will deutsches Wesen, deutsche Kultur» und Erziehung-werte dem deutschen Au-landkind vermitteln. Wie kann sie es? Da- ist die Frage, die sich immer wieder erhebt. G- ist sehr schwer, ja säst unmöglich, eine allgemein gültige Theorie auszustellen — sind doch die örtlichen Verhältnisse, die jeweiligen Grundbedingungen überall verschieden. Etn grober Unterschied ist e-, ob die Au-landdeutschen in Art einer Diasporagemeinde zusammen wohnen, wie es meist in überseeischen Ländern der Fall ist, oder ob sie ein geschlossenes VolkSganzeS im fremden Staate, wie z. B. in Siebenbürgen, bilden. Nur die Praxis kann im Einzelsall da- richtige lehren, uni) doch muh eine besondere I Pädagogik für Au-lankerziehung gefchaf en werden, da nur eine solche alle Ausgaben klar erkennen kann und Irrtümer vermeidet. heim B v l l in Saarbrücken für feine grob« Sw« .Badende zugesprochen worben Birfenidaben durch dea Jsaft io den Weinberge« am Mittetrhe»n. Erst itfii lasser, sich bi« schweren Schäden, die । ber pl-tzi.ch «ingtiuitnt stark« Frost In bet Dachl vom Dvnner?!aa auf Freirag in den Weinberg- gegraben am Ttmtlrbein angenchtet bat. ooUtg üi^riehen In Braubach sind etwa 50 bU 00 d X bet ^emstScke vernichtet worden. In den AheintLlern bet Vacha roch ist ebenfalls mit einem groben Ernteverlust zu rechnen, obwohl überall in der Rächt Aauchseuer ongeiegt worden waren. Bei Lorch find ganze ®emar- kunasail^gen vollkommen erfroren, wahrend ü» anderen Lagen di« hofsnungrvollen Ausftchten aus «ine gute Weinernte zum größten Teil «er- nithtcl find. Aus Bingen wtrd gemeldet, daß in Dromer-iheim und A'PiSherm Viets unstet bet Srntevernichtet sind. Di« Kleinberger und AieLiings-Reben wurden vollftändtg vet- ntchtel. Auch die Ingelheimer Gegend hat schwere.: Schaden erlitten. Zeh« Grad »alte im SL Gotthordgeölet. Wirolo, 14. Mat. (WTB gunkspruch) 3n der Gotthorbzone ®or di« vergangene Rächt so falt, mi« es selten i m Winter ber Fall ift Die lern- Statut lag b i • -u zehn ® r a b unter BulL onfofl früh wurde beim Hospiz eine Schneehöhe von brei Meter gemessen. Der neue Präsident des Roten »reuje*. Das 3nl«riuiiionale Kole Areuz Komitee hat an Stelle des verstorbenen Gustav Adar Professor Mar Huber- Zürich, Stichler und Vorsitzender de» flanbigcn Internaiionalen Gerichtshofes im Haag, zu (einen Präsidenten ernannt. Der Gewählte war bisher Vizepräsident de» Komitees. 90 Versammlung deutscher Naturforscher und Henle. Die 90. Versammlung ber Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte findet in Hamburg oem 16. bis 22. September flott. Der Aufbau des wisienschaftltchen Teiles der diesjährigen Tagung entspricht den früheren. An die drei allgemeinen Sitzungen und Sitzungen der beiden wisienschaft- lichen Hauplgruppen schliesten sich E I n z e l sitzungen ber Obteilungen und die besonders wichtigen k o m • dinierten Sitzungen mehrerer Abteilungen. 9n einem ber Hauptvorträge werden diesmal die Wechselbeziehungen zwischen Wissen- schäft und Hande! behandelt werden. Cs (in- den außerdem «Ine ganze Reihe öffentlicher Vorträge für die Interessierte Bevölkerung statt. Dir wissenschaftlich« Bedeutung der diesjährigen Tagung wird durch die rege fBeteiliaunq des Alts lande» beftätigt Während und im Anschluß an die Tagung sind Besichtigungen vorgesehen. Die Stadt Kiel hat die Teilnehmer eingeladen. 600 Wohnhäuser eingeäschert. Di« in Fentralrustland Im Gouvernement Rjasan liegende Kreisstadt Sassowo wurde von einer riesigen Feuersbrunst heimgesucht. Der Brand brach in der Wohnung einer Arbeiterfamilie auS. von wo sich daS Feuer mit rasen- der Geschwindigkeit weiter verbreitete. In kurzer Zeit stand ein ganzes Stadtviertel lichterloh in Flammen. Der orkanartige Wind trieb das Feuer unaufhaltsam weiter, so daß die Löschversuche vergeblich blieben. Der Aiesen- hrand grill auch auf daS Kreiskranken- Hans und mehrere andere öffentliche Gebäude über 3m ganzen wurden etwa 600 Wohnhäuser ein Raub der Flammen Der Brand sorderte auch Opfer an Menschenleben. doch stehl die Zahl der Toten noch nicht sest. Eisenbahnunglück bei Kaschau. Der Prager Schnellzug, ber um 22 44 Uhr in Kaschau eintreffen sollte, ist vor Laschau ent- gleist Die Lokomotive und der Postwagen stürzten um. Drei Perjonenwagen wurden zertrümmert, die übrigen Wogen entgleisten zum leit Bisher sind Jro e I Schwer- und 13 Leichtverletzte ae- orgtn worden. Ein Sanitätszug aus Kaschau brachte die erste Hilse. Lio Mittäter de» Poft räuber» Hein verhaftet. Rach langen Bemühungen ist es der Jenaer Polizei gelungen, seftzustellen, dast bei dem am 4. Dezember 1927 auf da- Dostamt in K l o st erlauf i tz verübten Raubüberfall außer den in Haft befmdlichen Verbrechern He t ne und La rm ein dritter Täter in Frag« kommt der jetzt überführt und ebenfalls festgenommen wurde. Er war auch an dem in der Rächt vom 27. Rovember voriaen Jahres in Weimar verübten Sinbruchsdiedstahl beteiligt, bei dem ein Geldfchrank gesprengt und dabei das ganz« Vu» Oie Detiei-laqe. Sonntag de- ZI 77?#t Z928 8 INK N» Der Redner will in seinem Vortrage nun einige der Grundprobleme entwickeln, ohne jedoch sofort eine Lösung angeben zu können. Das allgemeine Erziehungsziel in den deutschen Auslandschulen ist dasselbe wie im Inland. Als erste- Ersord^rniS nennt da die Pädagogik die Anknüpsung an die Heimat als der Umwelt bc» Kindes — sie steht im Mittelpunkt der 6t- ziehung. Welches aber Ist die Heimat deä aus- landdeutschen KindeS? Ss kann nur die sremd« sein, denn sie ist eine vertraute Umgebung. Und nur waS anschaulich erlebt, erkannt und empsunden ist. kann innerlich verarbeitet werden und neues Leben erzeugen. Aber bedeutet die starke Beachtung der neuen Heimat nicht eine Entfremdung gegenüber dem deutschen Vaterland und seinem Wefen? Richtig ift. dast da- ererbte deutsch« Heimatgut im Kinde nicht unterdrückt werden darf - es wird sonst wurzellos und verliert feinen durch Bluts- und Kulturbande ge- knüpften Halt. Doch würde ein zu starke« Betonen der alten Heimat wiederum seine Tatkrast lähmen, das Kind zu einem unzufriedenen Tlen- fc&CTi erziehen, denn eS ist ja auch verwurzelt im fremden Land — physisch. Darum dars und soll erst im späteren Alter des KindeS die geistige Verwurzelung mit Volk und Heimat im weiteren Sinne erfolgen. Die Erbanlage in der Struktur der Kindesseele wird dabei selbsttätig mitwirken. Das Mittel aber zur Erreichung dieses Zieles ist und bleibt an erster Stelle die deutsche Sprache und daS Vorbild deS Lehrers. Die deutsche Sprache alS Ausdrucks- und Emp- findungsmittcl sollte daher von frühester Jugend an von deutschen Lehrpersonen gelehrt werden, denn nur der deutsche Lehrer kann k> durchdrungen fein vom Werte der heimischen Kulturgüter. dah er Vorbild zu sein vermag. 3n diesem Zusammenhang ist daS Problem der Zweisprachigkeit zu erörtern, denn neben dem Deutschen alS Sprache deS Elternhauses und der Schule reicht di« Landessprache alS die der Umgebung deS KindeS so tief in sein Leben hinein. dah sie meist gleich gut oder gleich schlecht gesprochen wird. Da» ist ein großer Schaden für die empfindliche kindliche Seele, wie von Vertretern der dopvelfprachigen Gebiete auf dem internationalen Kongrch zu Luxemburg einstimmig festgcstellt wurde. Ausdrucksfähigkeit. Denk- Icistung und Denk'chnelligkeit leiden. Wenn sich ja nun Zweisprachigkeit für das deutsche AuS- landkind auch kaum vermeiden läßt, so sollte doch I ber Versuch gemacht werden, bis zum 9. Jahre möglichst nur eine Sprache zu lehren. ___________I a 'vihmu llr.ll Ein Sonder-Angebot von ungewöhnlicher Preiswürdigkeit! Sie Wir kauften — weit unter Freie — von einem allerersten Serie Chemnitzer Fabrikanten 3000 Paar ca. Serie Serie Damen-Strümpfe Serie Modehaus Salomon • Schulstr. 4 4634« Wleseck, den 13. Mai 1928. Gießen, den 14. Mai 1928. 4936D 49260 Nerven Nachruf. tBaldravln* Fabrikant Gustav Franke 4924D DRUCKSACHEN Gießen, den 13. Mai 1928. BrOhl’eehe Druckerei 49250 tMid 4928 D B. Moser, Gieben, AmTswaldsAarleä^ nefutbt. 035U2 biilio ad 4*37 D Leden in (Hebeni Marktplatz 8, Telephon 1459 mit denen Sie sich bekleiden oder Ihr Heim schmücken, werden in unserer Färberei u. Chem. 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Mai, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. ___03798 (ca. 500 Paar) la Seidenflor. fein- fÄdige Qualität und H aechknnet* eeide mit Naht, verstärkte Sohle u. Hochferse, in vielen Farben ... (ca.600 P.i best.8eldenner,kraft.Qual„ gut verst.f- uß. i. mod. Farh.tLschw.u. la Waschseide, gleichmaß. Gewirke. Doppels. u.Hochf. In all. Rleiderfarb. Die Angestellten und Betriebsangehörigen der Firma Franke Ptntet ö lvot rr Dottrn ÜMfaAt Drona Lehrstelle flefutbt für lljäbr. jungen bei einem SlvoWUlveliveMk der Ko । und TLob- nung gemährt. Angemessene Bergütg. wird gezahlt. «mD Rreionrnt Wehe« iRreiSiagendamt». Gott der Herr erlöste am Samstag meinen geliebten Mann, unsem lieben guten Vater, Schwiegervater und Großvater Friedrich Schneider Oberpostschaffner i. R. im Alter von 64 Jahren von einer schweren Krankheit. In tiefer Trauer: Elise Schneider geb. Ruhl Wilhelm Schneider und Frau geb. Eichelmann Fritz Schneider und Frau geb. Göbel. Gießen, Stephanstr. 29, Eßlingen a.N., den 14. Mai 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. Mai, um 21 /, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. kfßtSett EL eine WhnHtet Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, herzensgute, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katharine Braun geb. Klingelhöfer jm Alter von 69 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Beschlagnahmesreie 2 Simmet mit Küche und Zn- bedör sofort zu oer- mieten. Schrtniiche Änacb. um. 49291 a i den Äied.Ant.erbci. siadlichen der IRep« zurbi $u btnus 3unä bi« ®ir- kann n fotvohl 3rt 0 gegen ö dem §t wählend lich nilj •rirtctu bah es | Operativ b tischen ben Iah Sattfinde nicht vn Die II gegen bi- zinsav V» iuchr toitb di tobbnk' nLaen, bahn t Ändere auch n bei Sm Da- Trani rung de Ziele hc bischen , Zinsen- schrr 1 D., Tai de« Sier bild auf sich auf Mei da« Pu Heute vormittag hat es dem Herrn gefallen, meine Hebe Mutter Fran Elisabeth Völlmar Witwe geb. Wahl Im 80. Lebensjahr in die Ewigkeit heimzuholen. 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In diesem Nahmen soll deshalb die sinanzwirtschaft- llche Seile einer Betrachtung unterzogen werden. Dah sranzäsischerseits bas Augenmerk aus die hypo- thetarisch gesicherte deutsche Verpflichtung in Ge- «all der gegenüber den Neoarationsgläubigern bestehenden Obligationsschuld der Deutschen Reichsbahn gesellschasl und der deutschen Industrie gerichtet wird, ist nicht wrwunberlid), übrigen» auch nicht neu: ist doch im Laufe de» Jahres 1926 dieser Gedanke mehrmals in die französische Presse lanciert worden. Das französische Augenmerk ist dabei auf die Sanierung der Finanzen des Londes gerichtet: denn nur die Stabilisierung des Franken kann der französischen volkswirtschast bie alte Lebenskraft verleihen, da die Spekulation bei kommerziellen Geschäften dadurch Im Nahmen de» Möglichen auf ein Minimum beschrankt wird Die Verwirklichung de» Poincaröfchen Plane» deckt fich auch mit dem LondonerAbkommen. Danach sind für 11 Milliarden Goldmark Schuld- Verschreibungen der Industrie den in Betracht kommenden beiden Treuhändern übergeben worden. Der Zinsen- und Tilgungsdicnst dieser Schuldverschrei- düngen beträgt 5 plu» 1 v Sy, d. s. im Normaljahre 660 Millionen Doldmark für die Reichsbahn und 300 Millionen Goldmark für die Industrie. Für die Schuldentilgung wurde im Plan ein Zeitraum bis zum 31. Dezember 1964 in Aussicht genommen. Die Treuhänder sind berechtigt, die in ihren Händen be- findiichen Sck)uldverlchreibungen mit Genehmigung der Reparationskommifsion zu verkaufen oder zur Sicher st eilung neuer Wertpapiere zu benutzen. Zunächst fei nun die Frag« aufgeworfen: wird di« Emission schon bald erfolgen? Die Frage kann man verneinen. Die Gründe hierfür find sowohl politischer als auch flnanzwirtschaftlicher <8rt. In politischer Beziehung sprechen hiergegen die überall stattfindenden Dahlen. Dor dem Frühjahr 1928. dem Amtsantritt deS zu Wählenden amerikanischen Präsidenten, ist sicher- ltch nicht damit zu rechnen, dah eine ernsthafte Erörterung über die Revision deS Desamtschulden- vrvblem« erfolgen wird. Hierzu kommt noch, daft es für die Durchführung einer so wichtigen Operation einer ruhigen und abgeklärten politischen Atmosphäre bedarf, die aber im laufenden Jahre mit seinen bei unS wie in Frankreich stattfindenden Parlaments- uni) Demeindewahlen nicht vorhanden ist. Die finanzwirtschaftlichen Gesichtspunkte, die gegen die Emission sprechen, sind in der D e r - zins un g und In der Transferklausel zu suchen. Die DcrzinsungsbasiS von 5 Prozent wird dem durch hochverzinsliche Anleihen verwöhnten internationalen Kapitalmarkt nicht ge- nüaen trcHi des vorzüglichen RuseS der Reich»- bayn und der deutschen Industrie im Ausland. Andererseits werden die ReparationSgläubiger auch nicht den Derlust tragen wollen, der sich bei Emission unter dem nominal« ergibt. Da« nun die im DaweSplon vorgesehene Tran-fcrklausel anlangt, die die Sicherung der Stabilität der deutschen Währung Aum Ziele hat, so wird das Bestreben der ausländischen Kapitalisten daraus gerichtet fein, den Zinsen- und TilgungLdienst in ausländischer Währung sicherzu stellen, m. a. W.. Garantien gegen eine plötzliche Einstellung deS Dienstes der Schuldverschreibungen im Hinblick auf die Schwierigkeiten zu verlangen, die sich aus den Transervorschriften ergeben. Alles in allem genommen sehen wir also, daß das Projekt viele Wenn und Aber enthält. Den Draht entlang. vlick in ein moderne- Fernsprechamt. Don Lil Picard. Witten in einer Telephonverbindung überfiel es mich. — Ob es Reugier, Wissensdurst. Luft hinter bie Kulisse zu sehen oder Langeweile war. was mich dazu brachte, meinen gesprochenen Worten nachgehen zu wollen, weiß ich nicht. Tatsache ist, es packle mich ein unbezwinabaver Drang. meinen Telephonapparat zu untersuchen, den Draht zu sinden, der meine Worte weiter- befördert und diesem Draht nachzuspüren. Der feine dünn« Metallfaden zieht sich bescheiden durch die Wand hinaus auf den Schachthof eines Berliner Gartenhauses. In einer z«ntim«terbrei:en Röhre klettert er die steile Hauswand hinab und verschwindet ganz unten im traurigen Lichthof in der Erde. Sein Weg geht unter den Afphaltstrasten Berlin» hinweg, und steigt mit anderen Drähten zusammen alS dickes Kabel im Umschalterraum des Teler Honamteau» ter De.senkung aus. Der S.auosauger furrt dort im Umschalter- raum. — alles wird sauber und staubfrei gehalten. Sin Knistern, ein leises aber eindringliches Knattern und Ticken kommt auS dem Gewirr der Drähte. auS den Kästen der Relais. Sind es bie Millionen gesprochener Worte, die hier sich drängen? — An den Sisenleisten zwischen den Sicherungen und Kontakten stehen die Zahlen, ordentlich und sauber hingeschrieben und so habe auch ich meine eigene Rümmer wieder- aefunben, meinen lieben Draht, der hinauf - stlhrt zu dem „D i e l f a ch f e l d". zu einer Telephonistin. Und eine blonde oder brünette, lang- behaarte ober kurzgebob.re Telesonbeamtin wird immer wieder und zum millionstenmal das Lichtpünktchen von Bismarck 2328 aufleuchten sehen, wirb mich und meinen Draht bedienen und in das Mikrophon ihr leises stimmgeschultes ..Bismarck" sprechen. Ruh el!l steht hinter mir an der weihen Tür auf einem Pappschild. Ich lese die Bestimmungen für die Beamtinnen. Stundenpläne Berechnungen, Bervrdnungen. — „Auswechselungszwang bah es auherordentlich verwickelt ist. Für uns kommt es daraus an, wachsam zu fein und zu verlangen, dah kein« neu« Belastung erfolgt dah weiter vom Transferkomitee die wäh- rung-schützende Transserklaufel aufrechterhalten wird. Es gibt allerdings auch bei uns Stimmen, die Slaubpaft zu machen versuchen, dah der Wegfall er Transferklausel bei der Smisfion der Obligationen uns nicht schaden könnte. Diese Rufer im Streit vergessen aber, dah die Transferierung bis jetzt nur durch geborgte hochverzinsliche Zahlungen möglich war. Deutschland muhte neue Schulden aufnehmen, um seine alten zu begleiche. Wir dürfen deshalb unter keinen Umständen die Beseitigung der Transferklausel zulassen. Schliehlich darf bei der ganzen Regelung neben der Gefahr der Einengung deS ausländischen Kapitalmarktes für Deutschlands Kreditwünsche auch der Gesichtspunkt nicht vergessen werden, dah durch den Berkaus der Obligationen an Private der Entscheidung, ob Deutschland weiter in der Lag« ist, die ihm durch daS Dawes-Gut- achten aufgebürdeten Lasten zu tragen, in gewissem Sinn vorgegriffen wird. Durch eine derartige Regelung würden di« Reparations- Verpflichtungen ihren polittschen Eharakter ver- lieren und zu reinen Privatfchulden werden. Auf diesem Weg« begäb« sich Deutschland eines wichtigen Trumpses. der bei künftigen weltpolitischen Derwicklungen evtl, eine ausschlaggebende Roll« spielen kann. Warum sollen wir uns durch Sirenenklänge betören und auf den Dawesplan als feststehende Gröhe s e st l e g e n laffen? Es dürfte wohl keinen vernünftigen Menschen geben, der einen solchen Schritt billigen würde. Deden wir uns doch keinen Illusionen hin, dah unS irgendeine Gläubigernation zu Hilf« kommt. Achten wir vielmehr daraus, dah wir uns nicht wieder, wie schon einmal, zu Abenteuern in der Repara- tionssrage angeregt fühlen, die dann das deutsche Dolk und die deutsche Wirtschaft mit schweren Schäden bezahlen müssen. Bestehen wir angesichts der überall lauernden Gefahren fest auf unserem Recht und werden wir nicht müde, das unS im Art. 231 des Versailler Vertrages er- prehte Schuldbekenntnis als das hinzustellen. Waes wirklich ist. nämlich ein Geständnis auf der Folter. Rur so können die Schranken fallen. Diejenigen Volksgenossen aber, die anderer Auffassung sind, mögen sich stets die Tribut- Rormalleistung vor Augen halten. 2.5 Milliarden Doldmark müssen jährlich auS der deutschen Volkswirtschaft an ba« Ausland abgeführt werden: daS sind in der Sekunde 80 Goldmark, in der Minute 480 Goidmark. in der Stunde 288 000 Doldmark. je Tag 6912 000 Goldmark, im Monat 207 360 000 Doldmark. Angesicht« dieser Ziffern kann eS nur die «ine Parole geben: Einig festhalten an unserem Recht! Große Heiterkeit im Reichstag. Don Walther Lambach, M. b. X In nächster Zeit soll wieder jeder feine Stimme zu den neuen Reichstagswahlen abgeben. Wie fieht eS nun eigentlich im Reichstag auS und was haben die 500 Abgeordneten. di« unS vertreten, alles zu tun? Wohl die wenigsten find darüber genau unterrichtet. Der ReichStagSabgeord- ncte Walther Lambach führt uns in seinem Buche „Die Herrschaft der 500" (Hanseatische VerlagSanstalt. Hamburg 36) an Hand eines fingierten Abgeordneten Müller-Hinterwalden in feffelnder, humordurchsetzter Form in daS Leben und Treiben deS deutschen Parlamentarismus ein. Wir entnehmen dem Buche, dem noch fünfzig intcressante Momentaufnahmen auS dem Reichstag, feinen AuSfchüffen und feinem Restaurant beigegeben find, den folgenden netten Abschnitt. 2lls jenes Berliner Blatt mit Wohlbehagen daS bekannte Bildchen brachte, da- den lustigen AuSspruch des Abgeordneten Müller-Hinter- walden ..Ss ist wie mit dem abgehackten Hundefchwanz. dem man daS Leben stückweise auSbläst." illustrieren sollte, vergab es. feinen Lesern mit- Anteilen, dah solche rednerischen Entgleisungen un Deutschen Reichstag gar nichts Seltenes find. Wie sollte eS auch ander- sein? An 200 Tagen im Jahre wird angesichts leerer Bänke und überfüllter Tribünen und angeficht- zweier emsiger Dleiftiste der ReichStagSsteno- graphen, und einem Dutzend noch viel schärfer gespitzter Bleistifte der Herren und Damen von der Presse von mittag» 2 Uhr bl» abends 7 Uhr ---„gerebe r. Dar nicht selten werden sogar Überstunden gemacht. Reden ist Silber. Schweigen ist Gold! Wenn allerdings da- Reden, da- im Reichstag geschieht. wirklich Silber wäre, bann würden wir die Reparationsforderungen der Feinde bequem bezahlen können. 5733 Seiten hat di« Rationalversammlung in 180 Sitzungen geredet, 12 830 Veiten der erste Reichstag der Republik in 411 Sitzungen. Auf wieviele mag e» der nächste bringen? Aber im Reichstag wird nicht etwa nur in den Stunden geredet, über die bie Zeitungen berichten. in ben Stunden „der Plenarsitzung", nein, in den anderen Stunden wird noch viel mehr geredet. Während der Plenarsitzungen der Schuh« für bie Telephonistinnen" ist Gebot. Ich sehe die Beamtinnen, die an den Telephon- schränken arbeiten, an. Sie sitzen auf Drehstühlen, vor den hohen Tafeln der Schränke, bie von weitem gesehen, groben aufgerichteten Schreib- mafchinen gleichen. Mädchen neben Mädchen, Kops an Kopf, Blaukittel neben Blaukittel und hinter ihnen stehen Aufsichtsbeamtinnen, beobachten bie Arbeitenden. — Diese tragen weihe oder graue, absatzlose Schuhe, blaue oder sch varze Kittel, den Kopfhörer mit dem einen Hörer am Ohr, daS Mikrophon nahe am Mund. So fitzen sie vor chren Plätzen und voll Intensität horchen, sehen, suchen, tasten und sprechen sie gleichzeitig, entwirren da» verschieden arbige Reh der D.ähte vor der Tafel, brücken auf Taster, notieren gebührenpflichtige Gespräche, tun vielerlei mechanisch, genau, aufmerksam, diszipliniert, und Hunderte von Verbindungen werden so hergestellt. Sine auhergewöhnlich« Ruhe herrscht in dem großen vollbesetzten Raum. Kaum hört man ein summendes Geräusch. Unwillkürlich muh man an bie lauten Stimmen der telephonierenden Menschen denken, an das Dröhnen der Grohstadt Berlin, wo das Telepho-gespräch zu den wichtigsten Rotwendigkeiten geban. Hier ist es ruhig. Im Zentrum de» Betriebes, wohin Millionen menschliche Stimmen ihre geschäftlichen Gespräche, leidenschaftlichen Worte, Aerger, Fröhlichkeit, Kummer, Wut, Aufregung entsenden, — geht es unpersönlich mechanisch zu. Jetzt, da ich hinter bie Kulissen des Telephons schauen darf, werde ich von Reugierde ersaht. Ich frage bie Lehrbeamtin, bie Sprechunterricht gibt Neuerungen im Ver ehr mit ben wenigen, neu eingeführten Handämrern erklärt unb sie gibt mir bereitwillig Auskunft. „Der Beruf der Telephonistin ist infolge der ununterbrochenen stundenlangen Arbeit am gleichen Platz schwer und aufreibenb,“ erzählt mir die Beamtin. Man erlernt bi« Arbeit in vierzehn Tagen bis drei Wachem Rach einem Stundenplan ist die Arbeitsleistung festgelegt und schichtweise nach dem automatischen Glo-erreichen lösen sich die Beamtinnen ab. Jede packt bann ihren Kopfhörer mit dem Mikrophon in ein numeriertes Säckchen, legt die» in ein vor» bestimmtes Regal unb begibt sich entweder nach rebet im groben Saal im allgemeinen doch nur einer, unb all bie anbern bürfen ihm höchstens zuhören. Aber vorher. deS morgen« von 10 bi« 1 Uhr tagen zwei Treppen hoch in all den vielen schönen unb grohen Sitzungszimmern bie Kommissionen, bie man jetzt „Ausschüsse" nennt Jeden Morgen ein Dutzend nebeneinander. Während dieser Stunden redet also andauernd in jedem dieser Ausschüsse mindestens einer, unb bort hören bie anderen auch wirklich zu. Aber eS wirb noch mehr geredet im Reichstag. Denn die Abgeordneten des Deutschen Reichstags bilden ihre neun Fraktionen: Kommunisten, Sozialisten, Demokraten, Zentrümler, Wfrtschastspartciler. Bayern, Deutsche Dolks- parteller, Rationalsozialisten unb Deutschnationale. Alle diese Fraktionen halten täglich ihre Fraktionssitzungen ab, je nachdem, ob bie Herr- schasten Frühaufsteher oder Spätzubettgeher sind, morgen« um neun Uhr oder abends nach dem Plenum. Wer wundert sich also, wenn er hört, dah im Reichstage rednerische Entgleisungen, wie bie mit bem stückweise zu Tode geblasenen Hundefchwanz, eigenllich an der Tagesordnung find? Oft merken es bi« Rebner fetoft, bah da plötzlich ein Satz dem Gehege ihrer Zähne entschlüpft ist, dem sie lieber den Austritt verwehrt hätten. Das Gefühl glaubte Herr Müller auch bei dem demokratischen Abgeordneten Erkelenz zu bemerken, alS er in den letzten Tagen einer Sommersitzung zu einem Sozialversicherungsgesctz sprach. Erst sucht« er nach Worten, machte gedehnte Handbewegungen. bie Geburt beS Gesetzes war offenbar nicht leicht, unb bann kam cs herauS: „Meine Damen unb Herren! DaS Gesetz, baS wir jetzt machen, ber Schritt, den wir jetzt tun. ist nichts Besondere«. nichts Unerhörtes, ja. man kann sagen, bieser Schritt lag seit Jahren In ber Luft. Wenn so etwa- gesagt wirb, bann merkt man boch. bah bie jcitung&efenben unb briesschrei- benben Zuhörer unten im Sitzungssaal wenigsten- mit einem Teil ihre- DehörS immer noch beim Rebner sinb, benn fröhliches Lächeln erscheint auf allen Gesichtern, jeder stellt sich ben Schritt vor. ber in ber Lust liegt, benkt an den kleinen Däumling mit ben Sieoenmeilenstiefeln. oder an Münchhausens Abenteuer, und bie stille Fröhlichkeit, bie sich bei biesern oder jenem temperamentvollen Zuhörer auch etwa» lauter äuhcrt, steigt zum Redner empor, auf dessen Antlltz fie Haufe, oder zur Kantine im Ruheraum. Die Arbeitszeit beträgt für alle Beamtinnen mit Kopfhörer 48 Stunden in der Woche. Die 25 Minuten währenden EssenS- und 15 Minuten währenden Frühstückspausen können Telephonistinnen dem Amtes Bismarck-Olivia auf dem Dachgarten aus nütz en. Gymnastikübungen werden dort oder im Ruhe- jaum ausgeführt. Kaffee, Tee usw. kann selbst gekocht ober au» ber Kantine bezogen werden. Unb wenn ba- Glockenzeichen nach kur er Zeit ertönt, gehen bie Frauen wieber zum öeitung»- schrank an ihren Platz auf ben Drehftuhl, unb jebe einzelne verbindet ihre 70 bi» 100 Teilnehmer, drückt auf bie Tasten, bedient bie Stöpsel unb horcht und spricht leite Worte „besetzt!", „Ich verbinde", ..Teilnehmer antwortet nicht" in daS Mikrophon. Am Dielfachseld stecken weihe, gelbe, rote, grüne, karierte Fähnchen oder Knopfe. Diele Rummern haben so ihre besonderen Kennzeichen. Ich erkundige mich nach der Bedeutung der gelben Knöpfe, es waren eine Menge davon ba. „ES sinb gesperrte Leitungen," verrät mir bie Beamtin. So kann man manche- vom Telephonschrank ablesen, vi« es hören, viele- durchschauen, selbst die Deldrerhältnis« der Berliner liegen am Dielsachseld „fest". Der rote Knopf zeigt die Rümmer der Feuerwehr, ber Grüne Die de» ^Ueberfalls" der grünen Polizei an. Die weihen Fahnen bedeuten veränderte Rummern ber Anschlüsse, die schwär en. abgebrochenen Leitungen und blauen Knöpfe sagen den Beamtinnen, dah der betreffende Teilnehmer au bestimmten Tagesstunden nicht angerufen werden will. Jede Farbe hat etwas andere- zu sagen und täglich ändert sich die Defteckung deS Felde«. Roch einmal gehe ich durch bie Kantine, wo bie Beamtinnen lachend unb schwatzend an ben langen Tischen sitzen, überquere den blumenbepflanzten Dachgarten. Da üben gerade zehn blaubekittelte Mädel- (die meisten noch mit langem Haar, obwohl ber Bubikopf für ben Kopfhörer praktischer wäre) zu ihrer Entspannung langem Sitzen, Rumpf rollen und Deinelchwingen, unb über die Treppe hinunter komme ich zum sich verklärt widerfpiegell — Wenn er ein einigermaßen gemütlicher Herr ist tok- der Abgeordnete Erkelenz. Wenn er aber ein verbissener Fanatiker ist. wie ber kommunistische Abgeordnete HölIcin. bann kommt« anders. Herr Höllein verfügt über eine auherordentlich bilderreiche Sprache unb über eine Ausdauer Im Reden, vor der Freund unb Feind fluchtartig ben Sitzungssaal verlassen. Wie lange er reden kann hat unser Müller im ersten Reichstage der Republik zweimal erfahren: einmal zu seinem Leidwesen, und einmal zu seinem Erstaunen. Da» erste Mal stand da« Gesetz über bie Bewilligung von Reich-zuschüssen für ben Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte zur Aussprache. Seine Fraktion hatte ihn mit einigen anderen Kollegen Au’ammen aut vpezialbearbeitung diese« Gesetze« bestimmt. Bei der ersten Lesung hatte ein anderer Abgeordneter der Fraktion gesprochen. Müller-Hinterwalden hatte bie Ausgabe, bei der zweiten Lesung mit wohlvorbereiteten Unterlagen für eine etwaig« Red« im Auftrage der Fraktion der Verhandlung zu folgen, fall« e« nötig sei, die Rednertribüne zu besteigen unb bie Meinung der „Reuen Fraktion" zum Ausdruck zu bringen, oder aber, ganz wie bie polittsche Aussprache lief, sich mit anderen Parteien dahin zu Der- ftänbigen. bah nur einer für alle ober überhaupt keiner rede Wie bie Abstimmung laufen würbe, stand ja schon fest. Obgleich nämlich im Reichstage soviel ger'bet wirb, sinb doch die Fälle in der Mehrzahl, in d?nen nicht geredet wird, in denen die Parteien fich freiwillig einigen, das Reden Im Plenum zu unterlassen ober wenigstens erheblich einzu- schränken. Da solche Abmachungen meisten« erst im letzten Augenblick getroffen toerben, unb hier unb ba, trotzdem sie getroffen sind, nicht von allen llbgevrdneten gehalten werden, muh man auch bann seine Rede vorbereiten, um — gerüstet zu sein. Da« sind die Fälle, die bei besonder« redehungrigen Abgeordneten. bie mit wohlvorbereitetem Manuskript In der Brusttasche t>crumlaufen unb vielleicht schon nächtelang von ihrem in Aussicht stehenben parlamentarifchen Erfolg geträumt haben. Seelenstimmungen erzeugen, bie ein Spaßvogel mal in bie Worte gekleidet hat: »Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so helft, wie eine ungehaltene Rebe, von ber nicmanb nicht- weift." Also Müller saft bamal» vorn in der ersten Bank unb hörte den Mehrheit-sozialiften zum Reederelabsindung-gesetz sprechen. — et hätte eS auch kürzer machen können, viel kürzer, bann hätte er sich Müller» Dank geholt. Rach ihm kam ber Unabhängige, der offenbar ein noch gröberer Gegner von stark konzentrierter geistiger Rahrung war al» sein mehrheitssozialistischer Kollege. Da jeder wuftte, wie bie Abstimmung au»fallen würde. — denn von den Mehrhert«- sozialisten bi« zu ben Deutschnationalen wollten alle Parteien für ba« Gesetz stimmen — leerte sich der Saal immer bedenklicher Müller« Frak- tionSkollegen hielten drauften Besprechungen ab, und nur ab unb zu kam jemand au ihm herein, der fragte: »WaS hat er gesagt? Hat ec un« so angegriffen, dah es nötig ist. zu antworten?" — Es war nicht nötig, zu antro orten, Schliehlich bekam al« Redner der Kommunisten Herr Höllein da« Wort. Genau wie sein unabhängiger Vorredner lieft er die bösen Deutschnationalen gänzlich ungeschoren unb verspritzte fein ganze« Gift gegen seine Genossen von der Mehrheit»- sozialistischen douleur, die diesem. In seinen Augen geradezu fürchterlichen Gesetz zuzustimmen versprochen hatten. Er war sehr gründlich, fing etwa bei den gesellschaftlichen und wirtschaft- lichen Zuständen auf dieser Erde zur Zeit der Geburt Kains und Abel- an. besaht« sich auch mit sehr interessanten Dergleichen zwischen dem Blutkreislauf und dem Rervenbau de« Menschen mit ähnlichen Dorgangen im Wirtschaftsleben, kam schlieftlich auf die moderne Gesetzgebung und entwickelte an ihr den Unterschied zwischen kapitalistischen, marxistischen unb kommunistischen Theorien. — man s a h kein Enbe. Immer leerer würbe der Saal AIS Müller sich um- blickte, muhte er feststellen, dah feine fä ntlichen Fraktionskollegen sich in weiter drauften liegende Stellungen zurückgezogen hatten unb sich offenbar auf feine interessante Tätigkeit al» Horch- Hauptverteilerraum. vorbei an den für mich vcrwrrenben Drahtgebäube \ des Umschalter- raume». Wieder erklärt mir mein Begleiter bie komplizierte Abwicklung be» 'Betriebe» unb zeigt mit zuletzt ba» Zahlershstem im Unlerge choft be« HauleS, wo jede Rumn er ihren selbsttätigen kleinen DesprächSzählapparat in 'Bett eb hat. Dre Beamtin führt da- Gespräch au-, tastet auf bie Zählertaste, unb hier unten an der Rielentafel au« win-igen automatischen Kästchen knattert «s. und ein Gespräch mehr ist angerechnet. Ich aber gehe mit einem Gefühl des Respekte» vor dieser konzentrierten Energieleistung von maschineller und menschlicher Kraft htnau» auf die Helle Strafte. Menschen eilen, Auto« rasen unb in allen Häusern, in fast jeder Wohnung, jedem Bureau und jedem Geschäftsraum, überall wird telephoniert, telephoniert. telephoniert! Mit einem Gruft voll Achtung und eirer innerlichen Bcrbeugung schaue ich am Haus de« Telephonamtes in bie Höhe Mein eigener bescheidener Telephondraht aber, der bet un» zu Hause geduldig wartend an der Wand träumt, ist mir jetzt noch einige Grade liebenswerter geworden, al» zwei Stunden vorher. Hochschulnachrichten. Die seit 1. Aprll d. I. von den amtlichen Bet# Pflichtungen entbundenen ordentlichen Professoren in der Frankfurter tHil''ovhischen Fakultät Geh. RegierungSräte Dr. Ma ihias Friedwagner «Romanische Ph^.ogie) und Dt. Francis I. Cutt iS (Englische Philologie) sind vom Kultusminister beauftragt worden, im Sommerfemefter 1928 ihre bisherigen Amtsge- schäite weiterzuführen. — Der Privatdozent für Paläobotanik und Botanik an der Universität Frankfurt a. QU, Studienrat Dr Richard Kräusel, ist zum nichtbeamteten auherordent- lichen Professor ernannt worden: zugleich wurde er beauftragt, vom Sommerfemefter 1928 ab in der naturwissenschaftltchen Fakultät der dortigen Universität die Paläobotanik in Dorlesungen und Hebungen zu verrieten. posten da vorn verliehen. Schliehlich sah von jeder Partei nur noch der Hocchpoften da vorn und hörte mit einem Ohr auf di« Wiedergabe des kommunistischen Katechismus durch den Ab- grordneten Höllein. Der Präsib-mt deS Hauses wehrte sich gegen die ihi überfallende Müdigkeit dadurch, daß er sich schliehlich au, raffte, die Glocke schwang und den Redner mit den Worten unterbrach: „Herr Abgeordneter Höllein, durch die Besprechung der Kartoffelpreise und die ausführliche Behandlung des Zuckersteuergesetzes entfernen Vie sich aber immer weiter vom Ree- dereiabfindunasvertrag." Woraus ihm der Ab- arordnete Höllein ebenso aussührlich antwortete, daß das alles ja nur notwendige Begründungen für seine besondere und eigenartige Stellungnahme zur Sache sei. Müller hatte an b eiern Tage auS irgendwelchen Gründen noch nicht zu Mittag gegessen und muhte, nachdem Höllein schon über zwei Stunden bar» auslos redete, seine eiserne Ration, die berühmte Tafel Schokolade, die ein vorsichtiger Abgeordneter für solche Fälle in seiner Schublade liegen hat, angreifen. Damals hit er also zu feinem Schmerze erfahren, wie lange ber Abgeordnete Höllein reden kann. Er (Höllein) hat schliehlich ausgehört, — so gegen das Ende der dritten Stunde und sich dann stolz auf seinen Platz gesetzt. Die Abstimmung ergab die schon vorher bekannte Mehrheit für das Gesetz, und die Horchposten der bürgerlichen Parteien konnten ihre Vortragsmanuskripte $u dem vielen übrigen beschriebenen und bekritzelten Papier legen, das sich bei einem Abgeordneten ansammelt. Aber Herr Müller freute sich doch, einmal gezwungen gewesen zu fein, eine ganze Rede bed Abgeordneten Höllein vom ersten bis xum letzten Wort anhören zu müssen. Es geht doch nicht- über seine bilderreiche Sprache. Als er einmal einen Zwischenruf von den Mehrheitssozialdemokraten be'am. da schrie er sie an: Unter den Fittigen diese« Schlagworts sind Sie doch in den Wahlkampf gezogen!" Und als er sich mit getäuschten Hoffnungen in der Mitte des Hauses auseinandersetzte. fand er dafür das schöne Bild, das man sich mit allen Einzelheiten auSmalen muh: „Diese anfteigenbe Welle hat sich als ein Strohfeuer entpuppt."--- Aus 6er Provinzialhauptstadt. (Sieben, den 14. Mai 1928. Wenn die Weiden Säst haben! Drüben am Bachrand stehen sie Reih in Reih, alte, ergraute Veteranen, die unfern Jungen jährlich ihre Zweige liefern. Es kommt wohl von Zeit zu Zeit einmal ein Korbmacher und „köpft" sie ein bißchen, im übrigen besorgen das aber die Jungen. Solche Weidenbäume haben eigentlich den größten Lebenswillen. Wenn man ihnen auch nur den Stumps läßt, wenn man ihnen alles nimmt, was an Aeste ober Zweige erinnert, sie kommen doch wiederl Schon auS dem Grunde, um unsere Jungen nicht zu enttäuschen. So ist also der Bach, eben an den Sonntagen — ob warm, ob kalt — das Ziel vieler, vieler Knaben. Fast auf jedem Daum sitzt einer und schneidet. Die Taschenmesser (und MutterS Küchenmesser!), die sie haben, sind aber oft so, daß man von „Säbeln" sprechen kann. Die glattesten Gerten werden ausgesucht, davon daS schönste Stück (ohne Warze, ohne Aestchen!) herausgeschnitten. Schon sitzen einige am Bach- rand oder auf dem Steg und klopfen, die Messerklinge in her Hand, mit dem Messergriff schlagend, aus die Rinde. Gin eintöniges Geschäft. Aber es wird vom Gesang munter unterbrochen. Sie fingen noch, was auch wir einst fangen: „Saft, Haft, Seire . . . Wenn die Weiden recht im Saft stehen, dann wird nach dem Absingen des Liedes einmal versuchsweise gedreht, und siehe da! die Rinde gibt nach. Der Zweig wird von den gesunden Zähnen gehalten, mit beiden Händen wird gedreht, die Augen rollen, endlich knackt'S! Run aber Vorsicht, daß es nicht doch noch einen Riß gibt Der „Stöpsel" wird zurecht- geschnitten und eingesetzt, das Mundstück wird besonders behandelt, und fertig ist die Pfeife. Ist der 3a>eig nur dünn, bann gibt es eine „F a r z e." Die größeren Jungen dagegen wagen sich mit ihrem „Käsmesser" an die Aeste, die die Starke einer Bohnenstange haben, und schneiden aus der Rinde lange Streifen, machen ein Horn daraus, befestigen daS Ende mit einem Schwarz- dom und setzen al« Mundstück eine „Farze" ein. Das ist dann eine „Schalme i". DaS können aber nur die „Großen". Die Kleinen dagegen begnügen sich mit den Pfeifen und den Etn- zelfarzen. — ilnfere Jungen haben doch viel zu tun. Sogar am Sonntag schaffen sie. Abe.r wer sie fo sitzen sieht, der freut sich. Er hält sich auch nicht die Ohren zu, wenn nun Überall „Musik" gemacht wird. Er läßt sich die Pfeifen und Schalmeien zeigen, probiert auch einmal, ob er noch „pfeifen" kann, und vergißt vielleicht im Eifer, daß er längst etwas grau hinter den Ohren ist. Aber beim Pfeifenschneiden zieht einem der Mai fo recht ins Herz hinein. M. Schnup en im Mai. Maiensonne und Maienblüte locken mit Recht jung und alt hinaus ins Freie, um Körper und Seele in Licht und Luft und Sonne zu baden. Das letzte, was noch an den Winter erinnert, Pelz und Winterkleider, werden in die Schranke gesperrt, und selbst der Sommermantel wird meist zu Hause gelassen. Allein die Maiensonne hat ihre Tücken und auch der Sonnenschein trügt. Während mittags die Temperaturen leichte Sommerkleidung durchaus gestatten, pflegen im Ma, die Morgen- und Abendstunden oft noch recht kühl zu sein, und die Folge allzu leichter Beklci- düng ist gewöhnlich ein Schnupfen. Nicht selten läßt sich auch der Maiwanderer verlocken, kurze Rast auf einem Feldstein, ober einer grünen Wiese zu machen. Diese Heine Sünde muß man meist mit einem Schnupfen ober Rheumatismus büßen, denn die Sonne hat die Steine sowohl wie auch das Erdreich noch nicht genüaenb durchwärmt Nun ist ja ein Schnupfen glücklicherweise kein ernstes Leiden, aber er trübt uns doch die rechte Maienfreude, beeinträchtigt unsere Lelstungsfähig. feit und wächst sich nicht selten zu einem sch wc ren Erkältungskatarrh aus. Darum ist Vorsicht geboten. Aber auch die Maienblüte kann unter Umftän. den unserer Gesundheit gefährlich werden Manche Menschen werden, wenn sie den feinen Blutenstaub bestimmter Gräser ober Getreidearien einatmen. oom Heuschnupfen befallen. Dabei handelt es | sich stets um Personen, die gegen Blüten staub eine besondere Ueberempfindlichkeit besitzen. Diese äußert sich im Auftreten von entzündlichen Krankheiten, besonders der Schleimhaut des Auges, der Nase und der Luftröhre, und führt zu 'Lindehautkatarrh, Schnupfen und Luftröhrcnkatarrh, resp. .zu asthmatischen Zuständen. Nicht selten tritt auch Fieber, bas sog. J)eufieber" auf. Die ärztliche Wissenschaft bat sich seit Jahrzehnten darum bemüht, diesen Menschen, denen ihr Leiden die Freude an der schönsten Jahreszeit vergällt, zu helfen. Das sicherste Mittel ist und bleibt dabei wohl der Aufenthalt an der See, oder zum mindesten in einer Gegend, wo es keinen Blutenstaub und keine Pollen gibt. Da aber bei weitem nicht jeder in der Lage ist, eine solche Reise zu machen, hat man versucht, durch Behandlung mit bestimmten Pollenextrakten, sowie durch verschiedene Medikamente dieser Art Kranken zu Helsen. Ist das Leiden bereits ausgebrochen, dann vermag ärztliche Kunst es zu mindest zu mildern. Ein voller Erfolg ist indessen nur bann zu erwarten, wenn der Kranke schon mehrere Wochen vor Eintritt der Blütezeit sich in sachgemäße ärztliche Behandlung begibt und diese bis über die Blütezeit hinaus durchführt. Es brauchen also heutzutage auch die Heuschnupfen- kranken sich nicht mehr die Freude am Frühling trüben zu lasten, und alle anderen Maiousflügler werden gut tun, es, wenn auch in abgeschwächter Form, mit dem alten deutschen Spruch zu halten: „Ein deutscher Mann von deutscher Art, trägt seinen Pelz bis Himmelfahrt". Errichtung privaierpostannahmestellen Der Reichspostminister hat eine Verfügung erlassen, nach bet im gesamten Deutschen Reiche in Zukunft eine große Anzahl von P o st - annahme stellen bei privaten Kauf- leuten errichtet werden sollen. R'cht nur alle größeren Betriebe, fonbam auch kleinere Gäben, Die an verkehrsreichen Punkten liegen, können in Zukunst auf ihren Antrag eine eigene Post- annahmestelle erhalten. Soweit die Post in diesen Fällen anerkennen wird, daß ein öffentliches Bedürfnis für eine derartige Stelle vorliegt, wird sie evtl, einen Zuschuß zu der Betriebsführung der Annahmestelle leisten, wie es bei den Postagenturen auf dem Lande geschieht. Die großen Firmen müssen ebenso wie die kleinen, wenn ein Bedürfnis für das Publikum nicht vorliegt, ihre Poststelle auf ihre Kosten betreiben. 3n diesen neu einzurichtenden Postzweigstellen sollen Briefe und Pakete aufgeliefert werden können, hr.ar Geld fo l einge;ahlt werken können: in welchem Umfange, ist jedoch noch nicht festgesetzt. Einweihung der Liebig-Gedenktafel in Bad Salzhausen. g. Am Samstag, am 125. Geburtstage des in der ganzen Welt bekannt gewordenen großen Gelehrten und hessischen Landsmannes Professor Justus von Liebig in Gießen, versammelten sich in Bad Salzhausen nachmittags 4 11 br auf Einladung des Kur- und Verkehrs- Vereins Bad Salzhausen-Ridda und der Gesellschaft Liebig-Museum Gießen zahlreiche Freunde und Verehrer Liebigs, um für ihn eine Gedenktafel am Laboratorium anzubringen und einzuweihen. Diese Tasel trägt die Aufschris t: „Zur Erinnerung an Justus von Liebig, der 1823 und 1814 hier an der Analyse der Salzhüuser Quellen gearbeitet hat. Bad Salzhausen, im Sommer 1928. Gesellschaft Liebig- Museum in Gießen. Kur- und Derkehrsverein Bad Salzhausen-Ridda." Eingeleitet wurde die schlichte Feier durch eine herzliche Begrüßungsansprache des Geh. Justizrats R ö m h e l d - Ridda, der im Auftrage des Kur- und Derkehrsdereins die Gäste, insbesondere den Vertreter der Regierung, Staatsrat Balser- Darmstadt, sowie die Vertreter der Kreis», Bade- und Gemeindeverwaltung begrüßte. Er gab die Gründe an, warum man jetzt noch Liebig, einen der Größten unter den Großen, durch die Gedenktafel, die mit Hilfe deS Verein- Liebig-Museum gestiftet wurde, ehre. Liebig hat als erster die Salzhäuser Mineralquellen mehrmals analytisch untersucht und dazu wesentlich beigetragen, baß bie Quellen, die bis dahin nur dem Salinenbetcieb dienten, auch zu Bädern ausgenützt wurden, deren Heilkräfte er wissenschaftlich nachgewiesen hat. Zum Bade stand Liebig in regen Beziehungen, und er war mit dem Damaligen Salinendirektor Reuß befreundet. Bei mehrmaligem Aufenthalt in Bad Salzhausen hat der große Chemiker im Laboratorium gearbeitet. Roch jetzt ist fein Arbeitszimmer vorhanden, allerdings leer. Auch versuchte er, bie Quelle zur Fabrikation von Bittersalz, das vor 100 Jahren als wichtiges Heilmittel galt, zu verwenden, fand aber bei der damaligen hessischen Regierung keine wesentliche Unter» stützung und Förderung. Deshalb ging bie von ihm gegründete Bittersalzfabrik bald wieder ein. Trotzdem bewahrte Liebig Salzhausen, wie seiner engeren Heimat, zeitlebens seine Liebe und Treue, woran bie neue Gedenktafel die Gegenwart und Rachwelt stets erinnern soll. Als Vorsitzender des Vereins Liebig-Museum gab Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer- G-eßen feiner Freude und den Gefühlen des Dankes darüber Ausdruck, daß diese Feier stattfinden konnte. Er überbrachte als wichtige Urkunde für den Badeort bie erste Arbeit v. Liebigs über bie Salzhäuser Quellen. Im Auftrage deS Finanzministeriums dankte Staatsrat Balser den beiden Vereinen, bie die Gedenktafel für Liebig gestiftet haben, schilderte in längeren Ausführungen bie Verdienste deS Gelehrten für Salzhausen und bie gesamte chemische Wissenschaft und nahm bie Tafel in den Besitz des Staates, der sie durch die Babeverwaltung in sorgsamer Obhut halten werde. Rachdem noch Der Verein Deutscher Chemiker, B e z i r k S v e r b a n b Oberste ssen, durch seinen Vorsitzenden einen prachtvollen Kranz mit entsprechenden Worten ehrenden Gedenkens an der Gedenktafel hatte n eder- legen lassen, begab sich die Versammlung in den neuen Kursaal im KurhauS. Hier hielt Prof. Dr. Brand- Gießen einen Vortrag über den Gelehrten und unermüdlichen Forscher Justus v. Liebig. Der Redner erntete* großen Beifall, und Geheimrat Prof. Dr. Sommer- Giehen sprach ihm herzli-sten Dank auS. In anregender Unterhaltung kli b?n bie an der Feier Beteiligten noch einige Zeit Im Kursaal bereinigt. Taten für Dienstag, 15 Mai. Sonnenaufgang 4.09 Uhr, Sonnenuntergang 19.44 Uhr — Mondaufgang 2 49 Uhr, Monduntergang • 14.05 Uhr. 1525: Sieq der Fürsten von Sachsen, Braunschweig und Hessen über Thomas Münzer bei Frontenhausen ^Bauernkrieg); — 1773: der österreichische Staats- mann Fürst von Metternich in Koblenz geboren (ge- slorben 1859); — 1816: der Maler Alfred Relhel in Haus Diepenbenb bei Aachen geboren (gestorben 1859); — 1862: der Dichter Artur Schnitzler in Wien geboren; — 1926: das Luftschiff ./Borge“ landet in Alaska nach Ueberfliegen des Nordpols. Bornotizen. — TageskalenderfürMontag: Wahlversammlung brr Drutschen Demokratischen Partei 81', Uhr im CafL Leib. Rebner: Lanbtags- abgrordnetrr Oberamtsrichter Schreiber unb Univettitäts-Professor Dr. Deutschbein. — Jubiläumsfeier bes Frauenvereins vorn Roten Kreuz für Drut'che über See. 8 Uhr. Große Aula ber Universität, Lichtbildervortrag: Dr. B r e n n e r - Winshuk über: Die Lage des Deut'chtums in Sübwestasrika. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: König der Könige. — Astoria- Licht'ptete: Brillanten. Hutsch im Kamps auf hoher See. — D i e Deutsche Demokratische Partei macht noch einmal auf die heute, Montag, abend 8.15 Uhr, im Eass Leib stattfindende Wähleroersammlung aufmerksam, in der Landtagsabgeordneter Oberamtsrichter Schreiber und Universitätsprofessor Dr. Deutschbein sprechen werden. (Siehe Anzeige.) — Deutsche Volkspartei. Für die Deutsche Volksvartei spricht am Dienstag, 15. b. M.. abends 8.30 Uhr im Safe Leib der bekannte hessische Parteiführer Dingeldey. Bei dieser Gelegenheit wird der Vortragende, wie man uns schreibt, au$ auf die verschiedensten Vorwürfe eingehen, die im Wahlkampf gegen die Führung der Reichsaußenpolitik erhoben worden sind. (Siehe heutige Anzeige.) ** Landwirtschaftswissenschaftliche Tagung in Gießen. Am 11. und 12. Juni wird die Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht ihre diesjährige Wanderoersammlung und Jubiläumstagung anläßlich des 20jährigen Be- flehens in Gießen abhalten. Am Montag, 11. Juni, ftndet am Vormittag die ordentliche Hauptversammlung statt, nachmittags soll die Er- Öffnung der wissenschaftlichen und Jubiläumstagung im Umoersitätsgebäude erfolgen. Anschließend wird Pros. Dr. Sessous, Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzucht der Universität Gießen, einen Vortrag halten über das Thema „Der Wert des deutschen Ausleseoerfahrens". Sodann findet unter Führung von Prof Dr. Küster, Direktor des Botanischen Instituts der Landesuniversität Gießen, ein Rundgang durch den Botanischen Garten statt. Für Dienstag, 12. Juni, sind folgende Vorträge vorgesehen: Geh. Reg.-Rot Prof. Dr. Appel, Direktor der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Berlin, über „Die Schaffung von Sortenreg.stern und ihre Bedeutung für die Pflanzenzüchter"; Hofrat Prof. Dr. v. Tschermack, Wien, „lieber seltene Weizen» unb Haferbastarde und Versuche ihrer praktischen Verwertung"; Prof. Dr. Äracmer, Direktor des Tierzuchtinstituts der Landesunioersttät Gießen, über das Thema „Zur Frage der Entwicklung der Arten"; nachmittags werden die Universitätsoer- suchsgüter Unterer und Oberer Hardthof besichtigt, abends findet auf Einladung der Stadt Gießen der Besuch einer Vorstellung im Stadttheater statt. Am Mittwoch, 13. Juni, wird das Versuchsgut der Hessischen Landwirtschaftskammer S e l g e n ■ h o f im Vogelsberg besichtigt, von dort aus erfolgt die Autofahrt nach Bad-Nauheim zur Besich- tigung der Kuranlagen mit anschließendem geselligen Beisammensein, wobei der hessische Staat Gastgeber ist. ** (Ein Verkehrsunfall ereignete sich am Samstagnachmittag am Lindenplatz zwischen dem Einhorn und dem Musikhaus Busch. Dort kamen ein Pferdefuhrwerk und ein Motorradfahrer ein» ander entgegen, die bei der (Enge der Straße nicht mehr ausweichen konnten und deshalb, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, ihre Fahrzeuge rasch zum Stehen brachten. Dabei ereignete sich in der Maschine des Motorrads eine Nachexplosion, durch deren lauten Knall die Pferde des gegenüberstehenden Fuhrwerks scheu wurden und beim Wegsprin» gen mit Heftigkeit den Wagen zurückdrückten. Hierbei wurde ein sechs Jahre altes Bübchen aus der Walltorstraße von dem Wagen erfaßt und unter seine Hinterräder geschleudert, die. ihm über ein Bein gingen. Das bedauernswerte Kind wurde von der Fieiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht, wo es anschei nend mit einem Unterschenkelbruch darnieberlicgt. WER. Vorbeugung gegen Ruhr. Erkrankung an Ruhr entsteht, wenn bie unsichtbaren Ruhverroger mit verunreinigten Lebensrnitteln in den Mund gelangen, und wenn Wagen und Darm durch Erkältungen ober durch andere Ursachen schon in Unordnung sind. Darum achtet bei roher Rahrung (Obst!) auf besondere Sauberkeit (Fliegen!!). Schützt Magen und Darm gegen Erkältung und sonstige Schädlichkeiten? Beachtet die geringste Darmstörung! •• Allgem. Deutscher Frauenverein. Man berichtet unS: Ueber Heim-Vollshoch- schulbewegung in Dänemark, Schweden und Deutschland sprach in ber Maftitzung bes Allgemeinen Deutschen FrauenvereinS Fräulein Irmgard Günther und gab in sehr bankenswerter und anregenbet Weife Einblick in ein den meisten noch unbekanntes Gebiet der sozialen Arbeit. Die Vortragende berichtete xuerft von den Anfängen der Bewegung, deren kulturelle Bedeutung weit größer ist, alS die der allgemein üblichen Abendkurse. Schon in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrbun- dertS tourüe in Dänemark bie erste Anstalt dieser Art gegründet. Unweit der dänischen Grenze bestand auch schon vor dem Weltkriege ein deutsches Vollst)ochschulheim, doch erst von 1918 ab entstand bei uns eine größere Anzahl derartiger Schulheime. Sie sind untereinander sehr verschieben, je nach den Bedürs- nissen der Gegend, in ber sie liegen. So befassen sich bie Heime ber Grenzgebiete in erster Linie mit politischen Abwehrbestrebungen, es gibt Anstalten für die bäuerliche und solche für die städtische Jugend, ebenso ausgesprochen christlich gerichtete. Es liegt diesen FortbildungSanstalten sine starke innere Rotwendigkeit zugrunde In unserer heutigen Gesellschaft ist für den Jugendlichen eigentlich fein Platz, sein Streben nach höheren Werten findet in feiner Umwelt keine Befriedigung, feste lle5erfiefcrungen fehlen. So enksteht ein Mißverhältnis zwischen den Bestrebungen des jungen Menschen und den an ihn berantreten^en Forderungen. An I dieser Stelle sucht bie Bewegung für Volks- I Hochschulheime einzugreifen. Sie gibt den jungen 1 Leuten Gelegenheit, im Rahmen deS Gemettr- schuf lslebens ihre Fragen in einer Weife beantwortet ju sehen, wie sie die unpersönliche Art ber Vortragslurse nicht kennt. Die Vortragende erörterte weiterhin Die Einrichtung bet schwedischen Anstalten Sie hat selbst einen Sommer in Sigluna verbracht, in dieser vorbildlich geleiteten Anstalt sind junge Menschen aller Richtungen und aller Stände vereint. Dieser schwedische Geist, für den es keine politischen und Standesuntersch ob« gibt, herrscht bei unS noch nicht, bie Besucher ber deutschen Heime gehören meist einer bestimmten politischen Richtung an. Die Anstalt, an der Frl. Günther lehrt — Achelwiede bei Osnabrück — wirb von jungen Handwerkern oder Söhnen un* Töchtern des dortigen gehobenen Bauernstandes besucht. Dir meisten haben Volksschulbildung. In den Som- merkursen der Mädchen bildet Erziebungsledrr das wichtigste Fach, in den Dinterkursen bet Burschen Staatsbürgerkunde. Die Plleae des Volksliedes wird besonders betont, gerade als Abwehr gegen den wachsenden Einfluß städtischer Jazzkultur. Auch einfache Theaterstücke werben den Schülern eingeübt und an AlfSchülertagen, sowie im den Dörfern ber Umgebung aut geführt. Wanderungen, Besichtigungen und kleine Reisen m billigster Form werden unternommen. Eine kleine aber anregende Aussprache schloß sich an den schönen Vortrag, ber durch seine interessanten Ausführungen den lebhaften Verfall der Zuhörerinnen sand. R. M. •• Der Verband reisender Kaufleute Deutschlands hält vorn 16. bis 20. Mai feine 42. Generalversammlung in Dresden ab. Jrn Mittel- rnntt ber Veranstaltungen steht eine öffentliche Kundgebung im Dresdner Rathaus mit einem Dortraae des Derbandsdirektors A. Günther über „Grundsätzliches zur Stellung der Berufsvertretunaen in der Gesetzgebung". Daneben werden besondere Tagungen der angcstellten Reisenden, der Handelsvertreter und der Obmänner der Derkehrskominisstonen ftattfinben, gleichzeitig halten einzelne Fachverbände und Fach- gruppen Sondersitzungen ab. •• Austrieb zum heutigen Frankfur- terSchlachtviebmarkt: 268 Ochsen, 60 Bullen, 566 Kühe, 320 Färsen, 789 Kälber, 46 Schafe. 6225 Schweine. Oie Dolksrecki-pariei zum 20. Mai. Die VolkSrecht-Partei (Reichspariei für Volksrecht und Auswertung) hatte für SamStagabend zu einer öffentlichen Wählerversammlung In das Eafe Leib eingeladen. Der Versammlungsleiter. Rentner Reiber, betonte in 'einer Eröffnungsansprache, am 20. Mai müsse sich zeigen, ob die beraubten und entrechteten Jnslationsgeschädigten endlich mit der Parteimißwirtschaft und Parteibiktatur ein ®nbc machen wollten. Es sei notwendig, baß am 20. Mai die Volksrecht-Partei gewählt werde, die Front mache gegen das ungeheure Unrecht an den Sparern und Kapitalrentnern und die fiir die Wiederherstellung des Rechts kämpfe. LandtagSabg Dr. Wolf, Mainz legte hierauf in etwa «inständiger Rede den Standpunkt bet VolkSrecht-Partei im Hinblick auf ben 20. Mai bar. Er erklärte einleitend, daß alle Versprechungen, die man vor der ReichS- tagswahl von 1924 von Sparern und Kapitalrentnern gemacht habe, nicht gehalten worden seien. Wenn sich die alten Parteien heute mit aller Macht gegen d.« Splitterpartei VolkSrecht- Partei wendeten, so geschehe daS nur. weil jene Parteien Angst hätten vor dem Tag deS Gerichts. ber am 20. Mai für sie anbreche Die VolkSrecht-Partei sei heute gar keine Splitterpartei mehr, zum mindesten sei sie doch schon — was dir eroberten Parlamentssitz« in Hessen und in Sachsen bewiesen — eine Spä.nevartei und sie hoffe, recht bald ein« Baltenpartei zu werden. Bei einem Rückblick auf die Tätigkeit bar anbeten Parteien in den letzten Jahren kam der Redner zu dem Ergebnis, daß die VolkS- recht-Partei ein Gebot der Stunde feu Er wies dann sein« Zuhörer auf die schlimmen Erfahrungen in den JnflationSjahren hin. di« zu dem furchtbarsten Unglück für d'e Kapitalrentner geworden seien, während da- Großkapital sich immer mehr bereichert habe, fritifiertc bann eingehend di« Geldpolitik Dr. Schachts und bie Finanzgekrnrung des Reiches, wobei er schwer« Vorwürfe gegen d.« Reichsregierungen und gegen die Rcichsbankleitung erhob. Sr kam bei dieser Betrachtung zu dem Schluß, daß die deutsch« Finanäpolitik der letzten Iahte, di« so unge- heures Unrecht auf der einen Seit« (Spater und Kleinrentner) und so viel Begünstigung auf bet andern Seite (Hochfinanz und Schwerindustrie) zeitigte, nicht zum Guten für Deutschland gewesen sei. Hinzu komme bei dieser Sachlage noch, daß wir bi- heute immer noch nicht wüßten, was wir eigentlich insgesamt an unsere ehemaligen Kriegsgegner zu zahlen hätten. Wir befänden unS heute wieder auf dem absteigende« Ast. Die Rot gucke dem deutschen Bolte aus allen Knopflöchern. Beweis Dafür fei die Lag« ber früheren Kapitalrentner, die Rot der Landwirtschaft und des Handwerks. Einst tei ein großer, mächtiger und leistuna-kähiger M.ttel- ftanb bagetoefen, der die beste Stütze des Staates gewesen lei. ES fei geradezu schamlos, wie man heute ben Mittelstand in Deutschland behandle, wie man ihn maträtiere und ihn vernichten wolle. Der Staat hab« den Mittelstand nicht geschützt, alS Barmat, KutiSker. StinneS usw. ihm da» Geld au« den Taschen herauSgehokt hätten, ber Staat habe den Mittelstand als Freiwild Den volkswirtschaftlich dgrch und durch geschulten Krei en überlassen; eS sei schamlos, daß damals kein Einhalt geboten worden sei. Ob ein solcher Staat der Recht- und Schutzlosigkeit der Schwachen vor den Stärkeren überhaupt cristenzberechtigt sei. müsse man bei einer solchen Erinnerung doch fragen. Wir seien heute in Deutschland auf dem besten Weg«, ein AuSbeu- tungSobjekt der internationalen Hochfinanz zu werden 3m Mittelalter hätten die Menschen unter den Raubrittern geseufzt; heute hätten wir in Deutschland auch noch Raubritter, die mit einem goldenen Panzer in großen und herrlichen Palästen wohnten und ihre schwächeren Mitmenschen auSpowerten Man sprech« heut« vielfach davon, daß Deutschland dem End« zu- fteuere, wenn es nicht gelinge, billiger zu produzieren. billige- Geld zu bekommen. Wenn das Unheil zu feiner Bekämpfung an der Wurzel angcpackt werden solle, bann müsse die Auß- wcrtungSfrage wirklich gelöst werden. Man werde nicht darum herumkommcn. bie AufwertungSfrage in ganz kurzer Zeit aufzurvllen; tue man daS nicht, bann werbe man auf Jahrzehnte hinaus bie beut'che Wirtschaft nicht in Ordnung bringen tonnen Wenn da- Aeutz Die Aufwer!u..g°sraa< nicht tof«, wenn ei nicht die alte »»rt.cht.-tt wtedcrherstell«. werde ei nie a.ebtr ®db gt- liehen erholten und auch nie die Hot in Deutschland verschwinden. D.e BoftScccht-Partei (Reich« Partei für Dotk«recht und Aufwertung! werde sich, frei und unabhängig vom Groh- kapital dafür einletzen. haft nur nach dem Recht verfahren das schreiende Aufwertungsunrecht be- feitigt und in Deutschland wieder dem Recht zum Siege crrfrolirn werde, damit im deutschen Dolle der Glaube an das A^cht Wiederkehre (Anhaltender lebhafter Deifalls. Da eine Auilprache von der Versammlung nicht beliebt wurde, verlas der Vorsitzende Reiber noch einen Aufruf der Leitung bei Rentner- bundeS an die Sparer und Kapitalrentner und tchloh fodann die Versammlung. Deuischnaiionale Wahlerversammtung. 2m Samstagabend fand in der Turnhalle am Oiwaldsaarten eine Wähler-Dersammlunq der Deuts «nationalen Volkspart et statt. Der Vorsitzende. Lehrer Kling, begrüßte in kurzen Worten den Redner des Abends Vdnbtifleabfl Steuer, Kassel der in etwa einstündigem Vortrag den Standpunkt seiner Partei entwickelte. Der Redner erklärte u. pbiam verschafft zu haben. Nach der Anklage haben sich dieselben in einer Druckerei Nezept Formulare eines Arzte» anfertigen lassen. Mil Hilfe der von ihnen aucaefüllten, also gefälschten Rezepte sollen sie sich in vielen Fällen aus Apotheken in Wetzlar. Haiger, Dillenburg. Herborn und Siegen Morphium beschafft haben. Während der Eh.mann die Urkundenfälschungen bestritt, war bie Ehefrau in vollem Umfange geständig. Sie will fich jedoch keiner strafbaren Handlung beanifet gewesen ein. Der Ehemann wurde baraufbm f oft en os freigesprochen und die Ehefrau wegen ort- gesetzter Urkundenfälschung zu einem Monat Gefängnis verurteilt Gegen Zahlung von 100 Mark Geldbuße erhält fie Bewährungsfrist von drei Jahren. Gegen einen Bergmann aus Offenbach (Dill- kreis) lautete die Anklage auf Erpressung. Wie die Verhandlung ergab, war nach der Ziich. tigung der Tochter des Angeklagten in der Schule durch deren Lehrer im Dorfe ein Gerede entstanden, durch welches der Lehrer unzüchtiger Hand- lungen bezichtigt wurde. Der Lehrer, dem das Gerede peinlich war, versuchte nun, um dem Gerede ein Ende zu machen, mit dem Angeklagten den Vorgang bei der Züchtigung des Mädchens zu be- sprechen und erzielte baoei auch eine Einigung mit diesem. Freiwillig gab er dem Mann danach auch einen Geldbetrag von 100 Mark. Doch der Angeklagte — anscheinend sah er hier eine gute Gelegen- beit zur Erlangung von Geld — forderte danach brieflich von dem Lehrer unter Drohungen weitere Geldbeträge, was den Erfolg batte, daß er nach den eidlichen Bekundungen de» Lehrers von diesem insgesamt 360 Mark, vielleicht auch noch mehr, erhielt. Ucber diese Geldquelle soll er sich sogar, wie ein weiterer Zeuge bekundet, noch gebrüstet haben. Der Angeklagte bestätigte, zwei Briefe cm den Lehrer gelchneden und Geld geforbert zu haben, er bezeichnete bie» nutzt al» Erpressung sondern sagte der Lehrer habe ihm erklärt, wen» er Geld brauM solle er ihm die» brieflich mittel» len. Auch will er nur insgesamt 228 Mark erhalte» haben. Die Verhandlung ergab weiter, baß zwar feilens ber Gtaateanwal'lcbalt ein ©erfahren gegen den Lehrer cm geleitet, diese» ober, da kein strafbare» Vergehen vorlag, wieder eingestellt worden war. Da» Gericht lob fortgesetzte Erpressung al» erwielrn an und verurteilte den Angeklagten zu zwei Monaten G e f a n g n i c Ge^en Q ?ung von 300 Mark Buße wird die «träfe bl» . Juni 1931 au«gefegt. woraus ber Angeklagte auf (ilnleaung von Rechtsmitteln verzichtete Anfang dieses Jahres wurden bei der Wetzlarer Zahiftelle be» Deutschen Metallarbeiter- verbände» erhebliche Unterschlagungen sestgcstcllt, die zu, (Ltfaflung be» Geschäftsführers unb (einer zeitweiligen Festnahme führten. Er hatte die Gelber in kleinen Beträgen für eigene Zwecke verwendet und stets vorgehabt, fie zu ersetzen, ließ aber bie Summe bis auf 2 00 Mark anichwellen. Er hat nun burch Uederschrcibungen etwa 1000 Mark obgedkckt Da er vor dem Richter einbrinalid) versicherte, mit allen Kräften auch bie restlichen 1500 Mar' zu erstatten, erkannte das Gericht auf zwei Monate Gefängnis unb bewilligte ihm Be- lvährungsfrist bi» 1933 Berliner Börse. Berlin, 14. Mai (WTV. Funkspruch ) Der erste grühoerkehr ber n..n Woche brachte bisher kaum größere Veränderungen. Das Geschäft ist wie Immer still: die Tendenz scheint aber weiter freundlich zu fein. Favorisiert liegen heute Äunftfeibeaftien und im Zusammenhang hiermit Zellstoff Waldhof. Für letztere nennt man einen Kurs von 329 (Gelbs. Sonst fino Kurse noch nicht zu hären. 21 m Devisenmarkt liegt Paris 124,02, Mailand 92,66, Spanien 29,12, bas Pfund 469,15 und der Dollar ca 4,18. Dl Weinreichs Mortenäther D nicht si' 'ilL3f *r * Aussonansfr h, ; - Schiagreg -n ^Pf)utKe£.n? V Qn Versuch mit «optyausf^ e\. ■ ß i rKenwa sser macht sie zum begeisterten Anhänger dieses idealen Haarpflegemittel3 Preis: RM. 2.20 und 375, Mer 6.-, % Liter 10.50. 9lrbeitduerqebiinfl» Unter Zugrundelegung der Reichsvet- bingungSorbnung sollen die Weißbinder- unb Anftrelcherarbeite» für die äußere Herrichtung be« Hause« Sonnenstraße 2 vergeben werben. Die Unterlagen liegen beim Stabt Hochbauamt zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck find versiegelt unb mit entsprechender Aufschrift versehen bi« zum Lamsiag, dem 19. Mai 1928, vor in. 1« Uhr bei uns einzureichen, wo die Ceffnung im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Zuschlagssrist 4 Wochen. Gieße», den 12. Mai 1928. StÜdt. Hochbauamt Gravert 4931B Arbeitsverftebunq. Aus Grund ber Rcichsverdingungsord- nung vom Mai 1926 sollen die im Rechnungsjahr 1928 (bis 31. 3. 1929) herzu- stellenden «ae- unb Wasscrleitungsrohr- graben össenUich vergeben werben. Die -crdingungsunterlagen liegen auf dem technischen Bureau bei Gas- und Wasserwerk« iGarteninaße 3, Zimmer 6) zur Ansicht aus. Angebot-Vordrucke sind dort erhältlich. Die Angebote sind verschlosien unb postsrei. mit entsprechender Aufschrift versehe», bi« zum 21. Mai 1*28, mittag« 12 Uhr an un« einzureichen. Die Ceffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart ber etwa erschienenen Anbieter am 21. Mai 1928, mittags 12*4 Uhr. Zuschlags- unb Binde frist: 3 Wochen, Gießen, 12. Mai 1928. 5täbL Gas- und Wasserwerk. Stebing. 4916D Dienstag, den 13. Mai l. I, nach«. 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Bar- zahlung: 2thaiiclonguc4,2 Schreibtische, 1 Bücherschrank, 1 Nähmaschine, 2 Waagen, 2 Ladenkassen, 1 Älasaussatz, 1 Fahrrad, I 2 Büfetts, 30 Paar Lederhandschuhe, 20 Paar Tennisschuhe, 20 Paar Herren- schuhe, 8 Paar Skistiefel, 3 Waren- schränke, 1 Schreibmaschine, 1 Diwan, 1 Ausziehtisch, 1 Kommode, 1 ovalen Tisch, 1 Eichchrank, 1 Kleiderschrank, 10 Paar Ledergamaschen, 1 Waschmaschine, 103 Flaschen Likör, 6 Stühle, 1 Serviertisch, 1 Sofa, 1 fiorbgarnitur, bestehend in 1 Tuch unb 2 Sessel, 1 Spiegel, 1 Regulator, 1 cncrnes Bett, 1 Rauchtisch, 1 Schreibtischsessel, 8 HÜ- ber, 1 Klavier, 1 Delgemälbe, 1 Tru-1 meau, 1 Pferd. 492OD . Möil, Gericht-Vollzieher kr. 4L in Gießen, Ueringstraße 7 — Telephon 1239. I Liciilspielhaus Bahnhoistrahe Premiere des gröhten Monumental- und Kunstfilms dieses Jahres 18 Akte 18 Akte König der Könige Die Darsteller dieses Monumental-FihnWerkes sind: Brooks Orassc Koslofi Alan Sam de Thoe Andreas Philippus Bartolomäu» Simon Thaddäus Barraba» Martha Maria von Bethanien Lazarus Satan Der Pharisäer Malchus Jesu» Maria Maria Magdalena . Pontius Pilatus... Petrus ...... Kaipbas Judas Ischarlot ... Simon von Cyrene Jakobus Johannes. ...... Matthäus Thomas. ...... Heute 3.45, 6 u. 8.30 Uhr Heute 3.45, 6 u. 8.30 Uhr David Imboden Charles Becher Clayton Packard Robert Eiswort John Prince G. Siegmann Julia Payc Josephine Loue K. Thomson H. B. Warner Dorothy Cumming iackel Logan riktor Varvony Ernst Torrence Rudolph Schildkraut Joseph Schildkraut William Boyd James Nelll Joseph Striker Robert Edeson Sydney Albrok Freikarten und alle anderen Vergünstigungen sind bei diesem Film ungültig. Dr. Ignatius Rieder, Fürsterzbiscfaoi von Salzburg, richtete an den Vertreter des Regisseurs. Cecil B. de Mille nachstehendes Handschreiben. „Ich hatte die Freude, der Uraufführung Ihres Christus filme beizuwohnen. Nehmen Sie meinen Dank und meine Gratulation entgegen, dah Sie dieses ideale und schöne Bild vom Heiland uns geschenkt haben. Jesus segne Siel Wegen des zu erwartenden Andrang« zu den Abendvorstellungen, bitten wir höflichst nach Möglichkeit die ungekürzten Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. Grobes verstärktes Orchester unter Leitung von Kapellmeister Hans Stork. 4» 13c Ein Film vom Leben, Wirken und Leiden Christi unter Zugrundelegung des neuen Testaments. Der Film wird teilweise in prächtigen Farbenbildern gezeigt und überbietet in seiner Aufmachung alles bisher Dagewesene, selbst Ben Hur. dflt einem tzavr Hane ich «nie «iliel eeren erfe'ele* De mochte Ich f?erbd.Seife In Kürze waren »'eie.den verschwunde«. ®leier, '»uiflienaenfelö 6t. IN - 65, SO1!« »erfldrti M 1 - Jur Ätrchded-ndlu»» ift »er- da--rewe de ondr'I zu e«p'.d en Zu dode« U> oilen «boixtcA. Drogertea un6 Ilailu««iea. N-Wstllll unserer modernen tkiS-Wele! Schnitzler: Theres« Hordon: Spione HScker: lD;rbel|hirm Ludwig: Menschensohn Roß: Heute in Indien Däubler: L'Asricana III len fron: Liedesdriefe Lindinq: Grlebles Leben Hasek: Soldat Schweyk vfüßeMe Bniß ßBölBDO Dalstorstraße 21 Fernruf 13»2 4932 n Arbeitsvergebuug. INGENIEURSCHULE Altenburg tm. MASCHINENBAU • ELEKTfiOTECM» AU10M0BIL-ii.FlU6tEU6eAU ,10 6»*"" e v » w * ■ e C ■ ter termin fix die Einreichung »ab Ceffnung der Angebote aus Erd-, Maurev- unb Betonarbeiten, der Zimmer-, Tach- decker-, Spengler- und Schlosser-Arbeite» zur Errichtung eines Einsamilien-Doppel- !>auseS, eines Lechs- und eines Zwölf- iamllienhauseS, wird anf Freitag, de« 18. ds.» oorm. 11 Uhr. verlegt. Gießen, den 14. Mai 1928. 4914D Baugenossenschaft 1894, e. ®. m. b. H-, Gießen. • Fourier. Dölfer. Heute Wählerverfammlung der Demokraten ~ Statt Harten Dr. med. Hugo Lach, praft Arzt und Srau Setti geb. Schwarz zeigen ihre Vermählung an ^e.b,ern- den 14. Mai 1926 Friedberg, 4916D: Cafe Astoria / Gießen Dienstag, 15. Mal 1926, abends 8 Uhr: Großer Operetten-Abend (verstärktes Orchester) unter gütiger Mitwirkung des Herrn Curt Richter I. Tenor am Neuen Operettentheater Bonn a. Rhein Bis 4 Uhr geöffnet I 03795 M des Itataora» vom Roten Kreuz am 3. Juni 1928 in der Volkshalle Anmeldungen für das Tanz-Tournier werden entgegengenommen von dem Tanz-Lehr-Institut ______________Bä ulke, Gießen, Wolfstraße 21.___________ nationale KealvoliM Abg. Dingewey Danksagung Allen denjenigen, welche uns bei der Haussammlung für das 2. Sanitätsauto mit Spenden unterstützt haben, sei hiermit herzlicher Dank ausgesprochen. Die Sammlung wurde eingestellt und wir bitten diejenigen Gönner, welche noch eine Spende in Aussicht stellten, um gefällige Ueberweisung auf eine der hiesigen Banken, oder auf unser Postscheckkonto Nr. 17505. Freie. Sanltaiskolonne lom Holen Kreuz e.V„ Gießen 4930D NM-Nein Sämtliche Mitglieder, sowie 3nfer- essenten des Nord «Ost-Viertels werden zu einer 0,7* UWVkMAuz für morgen, Dienstagabend, 8 llhr, in das Kaufmännische Vereinshaus eingeladen.Der Vorstand. Öür Sieben und Nmgeduna werden zwei Inspektoren von arSherer LebenSveri.-A ataegen flute tk*abluiifl ndudit. Schr.Anaeb. unter 4918V a.d. Giebener «nzeiger. Pöolo-llDporoie ‘Vbotüarbeitcn Prompt. 4827a Central-Drogerie Schulstr. BtenntM ofentertlg, Anmacd' bolz. flbfdUbol», BriocmcbUumiHau- chern abzugeben. J. Wcllhöfer. releoh 743. mD Dienstag, den 15. Mai 1928, abends 8V2 tfljr im Gafö Leib W9D Deutsche VotSspartei NACH NEW YORK mit den Riesenscbnelldampfern der WHITE STAR LINIE D. „MAJESTIC“ (56 621 T.) 23. Mai D. „OLYMPIC“ (46439 T. 30. Mai D. „HOMERIC" (34351 T.) 6. Juni Auskunft und Schiffskarten bei: Sehr. Juli™aaa, BleBen, Baknholstr. 13, Tel. 1141, und Buge Schneider, Bidingen A Heller'sehe Bncbbaadluag, BahsbelstraSe 5 Tdeghen II, un i Hermann Lob, Batxbacb, firiedler Strafe 9, Telephon 111. z7v;a WWWWWW Spargel täglich frisch gestochen , empstehlt billigst ""D W. Bankei, Denen Däne 7, Telephon 612. .leb war Ober and Ober tnk Siegeln behdtet und diente deatudb oft rumSpoa meiner Kamerad«. Id) vernichte »en du cd. Mittel, alles half nidna. Da wrn de mir Joft-feesand- DHandelftfeie empfohlen. Der Erfolg war verblüffend.* JL G. In V. Preia; RM 0.X) und L—. brterfteftar, Oi'aeeOH hktrt- Waffel« in prima Qualität empfiehlt billigst W. Hantel, Tteuen Baue 7. Televb. 612. «D Astoria-Lichtspiele Ab boote bin einschließlich Mittwoch: Das große Doppel-Schlager-Programm 1. Schlager: Brillanten Spannender Kriminal- und Detektivfllm in 6 Akten. In den Hauptrollen: Rod La Roqoe u. F.ntellc Ta.i lor- Dempecy. 2. Schlager: ** —- Hutsch im Kampf auf hoher See Ein Sensation»- und Abenteurerfilm In 5 Akten. «13c Orucksachen aller Att ttattung stilrein unb’preiswert Me Brübl’(d)? UnlDcrUtats-Brndtrci. R. tanac, Älefien, SAeltr. 7 SmtoWot Süßigkeiten Arohant-Sehoholahe, 100-g:Taf., 2 Tafeln 0.85 Nicht V« Pfund, sondern ein jEfr<||t>pfunb: Preiswerter Tourenproviant Oelsarbinen, beste OuaL, Dose 0.70, 0.58, 0.52, 0.30 4023D Weiher Tischwein. 25er (Ebenhobener 26er Oppenheimer 3 Tafeln 3 Tafeln Milchnuh-Schoholabe Dollmilch-SchoKolabe 7i Flasche 1.15 7, Flasche 1.30 7, Flasche 1.60 Pfund 1.48 Pfund 1.70 Pfund 2.10 Sahne-SchoKolabe, 100-g-IafeIn .. 2 Tafeln Manbelmilch, unb Vollmilch- Plockwurst, schnittsest ... Zervelatwurst, Holsteiner Mettwurst, weich........ . Dose 0.65 3 Pfund 1.20 Creme-SchoKolabe...... Riesentafel, 200 g Speiseschmelzschokolabe Ereme-Praltnen................ Pralinen, feine, sortiert........... Kokosflocken mit Schokolade Erfrischungswasteln............ Punschbohnen................... Schokolabeplätzchen, bestreut .... gitronen-Drops................. Feine Eisbonbons.............. Schweizerkäse, vollfett...... Emmentaler, ohne Rinde..... Camembert, oollfett......... Limburger................. Vollmilch, honb., gezuckert Drangen, sich und saftig...... .......Pfund .....Schachtel Schachtel 0.58, .......Pfund Vorzügliche Rhein- unb Moselweine in allen Preislagen 4 Tafeln 0.82 0.50 0.05 0.85 0.85 . 0.35 . 0.45 0.48 0.52 . 0.52 . 0.50 .. 0.40 . 0.40 1.70 0.72 0.35 0.36 Bowlen-Wein zu Ausnahmepreisen HEY SCHUH Wer einmal einPaarSchuhe mit H EY- Politur behandelt hat, will nichts anderes mehr. Machen auch Sie emen Versuch! Es gibt nichts Besserest Lvtioi flüssig für alle farbigen Schuhe Hey 6-m.b.H., ehern.Fabrik, Offenbach, M. Nr. H5 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (General Anzeiger für Gberhefieu)Montag, U. Mai 1928 Oberbeffen. La»r7 Is Gictzcn. z *x ö bg en, 14 Mai Die strengen ‘Beiler- Herren freiten am Sonntag gegen Wittag ihr scharfe« ‘Xegüpent schon so wett gemildert, baß bie Mitglieberoereine b c« Ober- Hess ischen Sängerbunbe« bet freunb- lt4>em Sonnenschein unter ben Klängen einer Musikkapelle in unser Dors zu ihrem V u n b e S - fingen n Baller« Saalbau einziehen konnten. «Degen 2 llfrr eröffnete her Männergesangverein „^ormmue** Rödgen ba« Dunde-singen ml zwei prächtigen, ffalt oot getragen en Chören. Q« fotflien nun bie Druderveretne von Kirch-Gon«, , Oermanla" Öang-Oön«, ..Lieberkranz " Pohl- ®im«, „•btfraÄr Leihgestern. „(tintratfrt" Steinbach. ..Harmonie" Grohen-Linben. imb nach einer Pause ..SÜngerkranz'" Watzenborn unb „Lieber- kränz" Leihgestern. Die Vereine, bie durchweg gute Leistungen boten, fangen zuerst einen Kunstchor unb bann in der Regel ein einfaches Lieb. Seine«, zartes Piano wurde gebracht: mächtige« Sorte klang durch den Saal: köstliche Fülle und Rundung sprach einen an; bei einzelnen Vereinen fiel die gute Sprachfchulung angenehm auf. Auftreten und Haltung der Sänger war so, haft man merkte, wie he in unbegrenzter Hingabe zu ihrer Sache stehen, daß iynen der ®e- ieng ein Feld froher, erquldenöer. edler De- tätigung ist. Deshalb fand auch daö Hoch deö Vundespräsidenten auf da« deutsche Lieb. daS er am Schluß der Vorträge auSovachte, frohe und begeisterte Zustimmung. ibt Keff «Ibach, 13. Mai. 2hnHimmelfahrt- lag werden hier die unter der Leitung de« Musiker« Schvmber von Deuern stehenden Vereine einen Lieber tag veranstalten. Der hiesige Verein hat bie Vorbereitung für diese Veranstaltung übernommen. * Aus dem Lumdatal, 13. Mai. Mit Beginn de« neuen Fahrplans der Reichsbahn am 15i Mai treten auf der Streike Diesten — Lollar — Londorf — Drünberg bedeut- lamc Zugpermehrungen in Straft G« wird durch diese Verbesserung deS Fahrplan« die bisherige neun- bzv. siebenstündige Zugpaufe durch Einlegen neuer Züge wesentlich verringert und der Vevölkerung die Möglichkeit geboten, weit besser al« bisher nach Diesten und zurück fahren zu können. Mm diese Verbesserung deS Fahrplan« für die Dauer sicherzustellen, ist eS allerdings erforderlich, dast die Züge die entsprechende Denutzung finben. «. AuS dem mittleren Horloff t a l. 13. Mai. Da die Witterung seither sehr günstig war. abgesehen von den letzten Tagen, in denen sich anscheinend die DiSheiligen auswirkten, geht bati Setzen der Spätkartoffeln bereit« feinem Ende entgegen, zumal bie Landwirte durch öfters drohende trübe Wolken zur Hile angefpornt wurden. Zur Aussaat kommen in un'crer Degend hauptsächlich .Haffia" und „Siegerin" zu Futter- zwecken. von denen besonder« letztere Sorte sehr ertragreich ist. Al« Speifekartofieln behält nach wie vor die .Industrie" den Vorrang, obwohl im letzten Winter vielfach über Xrodenfäule derselben im Keller geklagt wurde. Für die Frucht, die allgemein sehr gut steht, ist die Abkühlung nur von Vorteil, da sie zu rasch in die Höhe schvst. Da e« zu ausgesprochenen Maifrvften infolge bedeckten Himmel« nicht kam, haben auch in den Därten die jungen Aussaaten diese gefährlichen Tage gut überstanden. Der Klee war im Wachstum so rasch vorangekommen, dast er 6 früherer Zeit bk Feuerglocke für die Stadt und wurde 1846 bei Rinker In Leun gegossen. Da er jüngeren Datums war. so mußte er während des Weltkrieges geopfert werden. Sein heutiger Erfatz stammt von den Buderusschen Eifen- werken. die ihn nach dem Weltkriege in ihrem Wetzlarer Werk in Gußstahl goffen unb ben beiden Kirchengemeinden zum Geschenk machten. Die zweitgrößte ist bie Daterunser^locke, so genannt, weil sie beim evangelischen Gottesdienst beim Vaterunser-Gebet geläutet wirb. AlSdann kommt bie Elfuhrglocke, bie von ber evangelifchen Gemeinbe täglich um elf Uhr geläutet wirb. Sie war früher auch bie Sturmglocke bei Brän- den außerhalb ber Stadt. Die kleinste der „Und Sie erkennen bestimmt m jedem Brief seine Handschrift wieder?" „Selbstverständlich ... ein Zweifel dieser Art ist mir nie gekommen. Es ist ganz auogeschlosfen, daß die Briefe gefälscht flnb!' Dick reichte ihm die Mappe zurück. „Es tut mir leid, Mr. Havelock, daß ich fo wenig Erfolg hatte. Aber ich glaube, man fängt eine Schwalbe eher, als diesen jungen Lord, lieber einen Punkt glaube ich Sie inbeflen beruhigen zu können. Eine Frau steckt diesmal beftimmt nicht dahinter. Er war allein in Ncuyork und allein in San Francisco. Er landete in Sl»anghai ohne werblichen Anhang, unb in ganz Indien gesellte sich niemals eine Frau zu ihm. Wenn es sich irgend möglich machen läßt, bringen Sie mich bitte mit ihm im August zusammen." ..Gern,' lächelte Havelock grimmig, „bas heißt, wenn ich ihn lange genug feil halten kann!' Dick verabschiedete sich und schlug gedankenvoll den Heimweg ein. In feiner Taichc trug er einen Scheck über einen sehr ansehnlichen Betrag als Honorar für feine Dienste, in feinem Kopf wälzte er ein Problem, das ihm zu schaffen machte. JKbngetommen. fetzte er sich an feinen Schreibtisch, starrte auf bie Platte, als stände dort eine mathematische Aufgabe, und zerkömmtc sich das Haar mit den Fingern. Nach einer halben Stunde eifrigen Grübelns glich feine Frisur dem Schopf eines Papuanegers, aber ber Lösung feines Problems war er nicht um einen Schritt nähergekommen. Er hatte alle Koffer ausgepackt bis auf einen, unb dessen Inhalt horte er jetzt auf den Schreibtisch- Eine Flut von Papieren ergoß sich. Da waren Nottzblötter. Quittungen, Hotelrechnungea, Zei- tungsadschnitte, unb da mar auch ein Bogen Lösch- parier, den er mü beiden Händen aus hob unb gegen das Licht hielt. Deutsch war jetzt der Ab- druck einer Adresse darauf zu erkennen: Mr. Bertram Eody. Deald House, South Weald, Susiex. Er hatte dieses Löschblatt auf dem Schreibtisch des Prioatt'alons gefunden, den der rastlose junge Lord achtundvier^ig Stunden vor seiner Ankunft in Buenos Aires bewohnt hatte. Nach seiner Abreise batte der Roum unbenutzt gestanden, bis Dick ihn sich vom Geschäftsführer des Hotels zeigen Neß. Dick schloß das Löschblatt sorgfältig ein. Dann Glocken, aber immerhin nach Exil einen respektablen Gewicht, ist d.c Apvstelglvckc. benannt nach bei vier Aposteln. Es bad gehofft werben, baß mit E n üfrrung der elektrischen Kraft auch eine Terbtflerunp in ber Harmvme be« Geläute« ein treten wirb, be bish r hier unb ba wobt unter dem Mangel geüv.cr Ä.äftt. nicht immer gaiujiur schönen Snlfakung kam WSR. Wetzlar, 13. Mai. Durch ben heimischen Forscher Karl Metz wurde an ber südöstlichen Peripher e bcc Siebt, aus ber Stoppelberger Hohl, wo schon vor 3a&ttn ein römische« Laaer au!gedeckt war, dn neuer römischer Groben fest «stellt. Der Graben hat die normale Br« tc von 10 römischen Fuß, ist spitz, hat steil« Bös^un^en unb ist auf eine Läng« von 34 Meter verfolgen. Man fand in .hm Kohlen- unb Eiscn'puven. dn größere«, formlose« Stück Öden unb ein Schcröchen von lichter Oderfarbe mit feiner Strichelung, ba« ber archäologischen Forschung bedeutsame Aufschlüsse zu geben vermag. Der neu gefunden« Graden läßt auf ein bedeutenbe« römische« Lager schließen. - - Au« dem Kreis« Wetzlar, 13. Wai. Der Lanbrat hat bie Schulferien für 1928,29 l ni Krei « Wetzlar trie folgt festgesetzt: Weihnacht«ferien 12 Tag« (23.12. bi« 3.1): öflerlcricn 16 Tage (vom Palmsonntag bi» Montag nach bem Weinen Sonntag): Pfxngst- Pferien 8 Tug« (vom Samstag vor Pfingsten): Sommerserien 28 Tage (rom 27.6. bi« zum 27.7.); Herdsticrien 21 Tage (12.9. bi« 4. 10.). Den Bürgermeistern ist im Debürfnisfall« unb aus rechtzeitigen Antrag de« Schulvorstande« ohne weitere« aeRartet die Sommer- oder Herbstscrien «in« ober zwei volle Wochen früher oder später beginnen zu lassen Tilltrei». WSA. Dillenburg. 13 2!ax. 3m benachbarten RitterShausen wurden durch ein Großseuer zwei Wohnhäuser elnae- äschert. Fast nicht« konnte gerettet wcroen. Die Eiitstehungsursache ist imbdannt — Auf den Hirzcnyainer Höhen werben augenblicklich von dem bekannten Segelflieger Keg ex aus Kassel Flugversuche ausgeführt, bie zu überraschenb guten Erfolgen geführt haben. Kegel «rrdchte letzthin eine Flugdauer von einer Slunb« in 400 Mcfer Höhe. Auf Grund ber erfolgreichen Versuche soll nunmehr ber Plan verwirklicht werben, auf bem Fluggelänb« eine Flugfchule für Segelflieger zu eröffnen, ähnlich wie in ber Rhön. LPD Herborn, 13. Mai. Di« Stabtver- orduetenversammlung bat beschlossen, blc Regulierung der Dill, sowie die Kanalisation eine« Teile« der Stabt burchzusühren. Die Ausgaben für bie Dillregulierung belaufen sich nach bem Voranschlag auf 400 000 Mark, die der Äanalifation auf 326 000 Mark. Zu diesen umfangreichen Bauvorhaben stehen Zuschüsse unb Darlehen be« Staate« in Aussicht, für den Rest beabsichtigt bk Stabt eine Anleihe auszunehmen. Zu gleicher Zeit tourbe bem Bau von 10 bi« 15 Wohnhäusern zuge- stimmk. Lberwestcrwaldkrcis. WSR. Hachenburg. 12. Mai. 3m Kloster ber Zister-ienferabtei Marienstatt rutschte ein ScjtQner ba« Treppen geländer herunter. Plötzlich verlor der 3ungt das Gleichgewicht unb stürzte in da« Hefe, hohle Innere be« riesigen Treppenbause«. Er konnte nur noch aul Leiche aufgehoben werden. Amisqerichi Gießen. Dießen, 11. Mat Zwei Einwohner des Viertel« an ber Margarethenhürtc waren in Streit geraten, hierbei sollen beleibigenbe Wort« gefallen sein. Der Angeklagte 2L, ber in ber i>!äh« stand, schlug hieraus mit einem Knüppel den Hund eines der Streitenden. Der Hund knickte unter der Wucht de« Schlage« zusammen unb heulte auf. Da bie Tierquälerei in roher Weise unb öffentlich erfolgt war, auch einige Anwohner Aegerni« baten genommen hatten, da zu der Mißhandlung kein Grund vorlag, wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 20 Mk, Hilfsweife 5 Tage Haft und zu den Kosten verurteilt. ging er in fein Schlafzimmer unb stellte sich vor den Spiegel. „Und du willst Detektiv jein. Dick Martin?' fragte er fein Splegeldllb. unb seine Lippen kauften sich spöttisch. „Ein Hammel bist du, mein Lieber!" Er verbrachte den Rest des Tages mit dem (Ein- studieren eines Kartentricks, den er unterwegs gelernt hatte. Man mußte cs beim Geben der Karten fo einrichten, daß die Deckkarte von oben verschwand und die neunte Im Spiele mürbe. Mit einer Stoppuhr übte er den Trick, bis die Unter- schlebung in einer fünfzehntel Sekunde gelang. Er erhob sich befriedigt, um fein Auto aus der Garage zu holen. 8. „Fuhre ihn herein', sagte Bertram Eody. Er mar ein kleiner glatzköpfiger Herr mit einer fanften Stimme. Umständlich schob er die goldene Brille auf bie Nase unb buchstabierte die Visitenkarte: Mr. John Rendle 194, Collin» Street, Melbourne. Der Name faatc ihm nichts. Er hatte einen Rendle in den achtziger Jahren gekannt, einen sehr achtbaren Teehändler, aber die Bekanntschaft war eine so flüchtige gewesen, baß es sich um diesen Herrn kaum handeln fonnte. Er blätterte in einem kleinen Notizbuch, als der Besuch gemeldet wurde. Das Buch war in rotes Saffianleber gebunden und enthielt außer dem Schreibpapier ein Fach für Briefmarken unb ein Zweites größeres für Banknoten. Als der Fremde über die Schwelle schritt, schob er das Buch unter einen Haufen Papiere. ,.Mr. Rendle', meldete bi« rauhe Stimme einer ürau, und aus bem Dunkel bes in tiefe Schatten getauchten Raums kam ein hochgemachsener junger Rkmn, der nicht die geringste Aehnlichkeit mU dem Tee Händler hatte. „Rehmen Sie bitte Platz', sagte Bertram Toby freundlich. „Unb entschuldigen Sie bas Halbdunkel, in dem ich lebe. Jedes hellere Licht tut meinen auoen meh. Dies? Tischlampe, die ich sogar nvch verhängt habe, erfüllt ihren Zweck In angemessener Weise, wenn sie auch meinen Besuchern zuweilen nicht genügt.' (Fortsetzung folgt) -|73T IM.79 Et.« 111 "7 59 'U -TT7T I6f II n oo III h3 58.695 8.58 111.78 W 405 69.88 71 75 Widi Ton HU lei**6?1 cud) dat lk darüber F di« Zvrder- M tdttu «drnllichc i **■** Di« $oni,$,£ rt ^tld)4" I* "* te s'» 'Ultreten mi lljti de- «Wn» ur « ni m btt Urp gl*ft 5 *ur4 b Ml In »ti, ferfhli S*,n,nofrl N. «trabe । BL8,n" g Jr ^ü9tm SSä L' «inbe fcy* vi«n n*s "ch, ,!n > L'-L El ,in'«udi ksÄ & «• btii/: ?e0r br boi @runbi sichten der bilde! bat, Publiketion Dir voller «Icher bei lo langen Irichtbahn mb Fehler zulvrechen. DaS b« bereits als lie m Verde dun gtn der 1 rrMmg , lie bi. D° «Höhung, i larife 10 4 svneniarile ettlgtrn gaben ur Vie Leichsr btt sie nai aerichtSbarl buna beha ittilÄtoÄ n henveggehen grtxagtn, b wwar r> Delle u Atichsviri einem Ich nach unser Herbst d« seine Var sich aber Deichssina, konnte. 6o prüft DdR Sesam w große ( r« falte be p »olge, Ipruch axir lchn Den Ihn Dieber Rrtf, und < ” S?id)5ba nnb 6i|en , laufe br. M unmift Tumen, Sport und Spiel 8,50 bis 12,0960. Berlins Börse. Kunst und Wissenschaft. 3ba Boy-Ld t. Die Schriftstellerin 2da Boy Ed ist, einer ßübeder Meldung zufolge, dort im Alter von 76 Jahren nach einem schweren Leiden an Herzschwäche gestorben. Mit ihr ist eine der meistgelesenen deutschen Schriftstellerinr en au« dem Leben geschieden. 3n grober ßiebc chrer hanseatischen Heimatstadt Lübeck zugetan, war sie die Verkörperung einer norddeutschen Sckrift- siellerin, die trotz der Herbheit chres Stil« zu scs'eln wußte. Sie schrieb fast 50 Romane, von denen ..Sin königlicher Kaufmann" 50 Auflagen erreichte. Ihre letzten Werke, .Da« Martyrium der Charlotte von Stein" und ihre historisch- biographischen Studien über Charlotte von Kalb zeigen, wie tiefschürfend die geistreiche Frau den von ihr gewählten Vorwurf zu behandeln verstand. Deutschland verliert in ihr eine der fruchtbarsten Schriftstellerinnen. Berlin. 14. Mai. 3m heutigen Vormittags- verkehr konnte man im allgemeinen noch eine recht freundliche Stimmung beobachten. Besonders die feste Haltung einiaer Spezialpapiere (Kunstseideaktien) hatten eine Anregung geboten. Auch lagen sonst ungünstige Momente nicht vor. Ferner waren die Betrachtungen in der Presse recht optimistisch gehalten und betonten besonders, daß die Situation an den Effektenmärkten in und westlichen Reichsteifan weiter fortgeschritten, al« in den östlichen, wo auch sonst die Vegetation noch im Rückstände ist. Die Bestellung der Sommers rächte ist in den meisten Teilen de« Reichs bereit« zu Ende geführt. Das Sommergetreide ist. begünstigt durch da« warme "Detter zu Ende April, bisher in zufriedenstellender "Dei.se ausgelaufen. Die Bestellung der Hackfrüchte ist in vollem Dange: bei den Kartoffeln sind die Destellungsarbeiten bereits größtenteils beendet. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten. 2 --- gut. 3 = mittel. 4 = gering, ergibt sich im Reichs durchschnitt folgende Begutachtung: Winterweizen 2.9 (Vormonat 3.2), "Dinterspelz 2.4 (2.6). Winterroggen 3,1 (3.3), Wintergerste 31 (3.3). Klee 3.0. Luzerne 2,7, DewätterungSwiesen 2,6, andere Wiesen 3.0. Dl« durch Auswinterungsschäden bedingten Umpflü- gungen sind zwar etwas umfangreicher als im Vorjahre, hielten sich aber zumeist noch in mäßigen Grenzen. • Lazard Speyer-Ellissen Komman- ditgesellschaft auf Aktien in Frankfurt a. M. und Berlin. Die Lazard-Speyer- Ellissen Kommanditgesellschaft auf Aktien in Frank- furt a. M. und Berlin ist nunmehr mit einem Korn- mnnbitfapital von 20 Mill. Mk. unb einer offenen Reserve von 5 Mill. Mk. konstituiert worben. Verlegung veS frankfurter VießmarkteS. Lpb. Frankfurt a. M., 12. Mai. Wegen des Hirnmelfahrts- und Pfingstfestes finden folgende Verlegungen der Vieh- und Fleisch- märtte statt: 1 von Donnerstag, 17., auf Mitt- wo ch, 1 6. M ai; 2. von Montag, 28., auf Dienstag, 2 9. Mal. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 14. Mai. Tendenz uneinheitlich. Zu Beginn der neuen Woche blieb die Stimmung im Grundtvn zwar unverändert freundlich. Seitens der Spekulation machte sich jedoch, wie schon im Verlaufe der Samstagbörse, nach den Käufen der vorhergegangenen Tage stärkeres Reali- sationsbedürfnis bemerkbar. Das Ausland kaufte auf den verschiedenen Marktgebieten weiter, so daß die Kursentwicklung im Vergleiche zu den Schlußkursen von Samstag uneinheitlich war. Ungünstig ausgenommen wurde der merkliche Rückgang in der Ruhrkohlensör« derung. Anderseits verwies man auf die Zunahme der Spareinlagen in Deutschland. Der Geldmarkt blieb zwar relativ leicht, zumal gegen Zahltag werden, obwohl die vergrößerten Engagements stärkere Reportgeldforderungen verursachen, keine Schwierigkeiten erwartet. 3m Vordergrund des Interes'es standen die Zellstoffwerte, von denen Waldhof 6 Proz. höher eröffneten. Ferner waren Reichsbank nach ihrer "Abschwächung am Samstag wieder 3 Proz. fester. Am Montan- markt konnten Phönix 1,75 Proz.. Rheinstahl 1,5 Proz., Stahlverein 2,25 Proz. anziehen, während Rheinische Braunkohlen im Angebot und 4 Proz. schwächer lagen. Arn Elektromarkt herrschte großes Angebot. Gesfürel verloren 3, ■ Siemens & Halske 3,5 Proz. Don den Chemlern e r t e n waren I.-G.-Farben leicht gedrückt, doch war der Kurs andauernd Schwankungen unterworfen. Scheideanstalt lagen knapp behauptet. Dagegen Th. Goldschmidt mit minus 5 Prozent stärker angeboten. RÜtgers- werke eröffneten 2l/e Proz. höher. Banken tagen bis 3 Proz. abgeschwächt. Autowerte verloren bis 1,75 Proz. Von Dauuntemehmungen zogen Philipp Holzmann 2,75 Prozent an. Deutsche Anleihen lagen auf Realisationen etwas schwächer. Ausländische Renten still. Für Türken bestand einige« Interesse. 3m Verlause blieb aber das Geschäft, wie schon zu Beginn, sehr still. Das Fehlen von Publikumsaufträgen machte sich bemerkbar. Ein weitere« Moment der Zurückhaltung waren die heranrückenden Wahlen. Die Kurse bröckelten daher meist etwas ab. 3.-G.-F arben verloren 1 Proz. Waldhvf büßten 2.75 Proz. ihres anfänglichen Kursgewinns ein. Der Sah für Tagesgeld wurde im Zusammenhang mit dem morgt’cn Zahltag um 0,5 auf 6 Proz. erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1800, gegen London 20,106. London Kabel 4.8355, Paris 124.02. Mailand 92.62, Madrid 29,06, Holland Mark. — Tendenz: matt. Frankfurter Schlachtvietmarkt. Frankfurt a. TL, 14. Mai. Auftrieb: Rinder 1221 Stück: darunter 268 Ochsen. 60 Bullen, 566 Kühe, 320 Färsen: Kälber 846; Schafe 46; Schwc.ne 6603. Rinder: Ochsen: vollfleischige. oiisge- mästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 61 bis 64 Mark; ältere 56 bis 60; sonstige ooUfleiscksiqe 51 bis 55. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 52 bis 58. Kühe: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 51; sonstige vollfleischige ober ausgemästete 40 bis 45; fleischige 34 bis 39. Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlacküwcrts 60 bis 64; vollfleischige 54 bis 59. — Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 75 bis 80; mittlere Mast- unb Saugkälber 68 bis 74; geringe Kälber 58 bis 67. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 54 bis 56; vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfunb Lebendgewicht 55 bi» 57; von ca. 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 55 bis 58; von ca. 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 56 bis 58; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 51 bis 55; Sauen 44 bis 50 Mark. — Marktverkauf: Reges Geschäft in allen Diehgattungen. Wirtschaft. • Die amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 9. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 140,5 gegenüber der Vorwoche (140,2) um 0,2 o.f). gestiegen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe mit 134,8 (134,3) um 0,4 v. H. und diejenige für Kolonialwaren mit 137,2 (136,3) um 0,7 v. H. angezogen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,2 o. H. auf 134,9 (134,6) gestiegen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren stellte sich auf 158,2 (158,0). • Stand der deutschen Spareinlagen Ende März. Ende Marz 1928 betrug der Bestand der Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen 5486,8 Mill. Mk., gegen 5326,8 Mill. Mk. Ende Februar. Die Zunahme stellt sich mithin auf rund 160 Mill. Mk. gegen 142,7 Mill. Mk. im Fe- bruar. Die Giro, Scheck-, Kontokorrent- und De- positeneinlagen stellten sich am 31. März 1928 auf 1284,1 Mill. Mk. gegen 1291,4 Mk. am 29. Februar 1928. • • Saaten st and im Deutschen Reich Anfang Mai. Heber den Stand der Futterpflanzen und Wiesen im Reiche lauten die Begutachtungen noch ziemlich verschiedenartig. 3m allgemeinen ist die Entwicklung in den südlichen 9; Weizen- und Roggenstrvh. draht- gepreßt. 4,75. Weizen- und Roggens! roh. gebündelt, 4; Treber lgetrocknet) 19,50 bi« 19,75 Große Erfolge des Turnvereins1846 Gießen Ausscheidungskälnpfc im Schwimmen für das Deutsche Turnfest in Köln Mit dem Abschnelden seiner Schwimmer und Schwimmerinnen bei den gestrigen Ausschei bungstämpfen für Köln, die in Darmstadt stattfanden, kann der To. v. 1 846 Gieße n sehr zufrieden sein. Nur die Besten des großen 9. Mit telrheinkreises hatten sich einaefunden, um ihre Teilnahme am Deutschen Turnfest zu erkämpfen Aus sieben belegten Wettkämpfen konnte 18 4 6 Tietz e n fünfmal als erster Sieger heroor- gchen und darunter drei neue D.-T.-Rekorde erzielen. Die Ergebnisse: Mehrkampf der Turner (17 Teilnehmer): 1. Sieg H. Geismar, 1846 Gießsn, mit einem Vorsprung von 20 Punkten. Streckentauchen für Turner, 50 M e - ter: 1. Sieg H. Geismar, 1846 Gießen, 41 Sekunden. Streckentauchen für Turnerinnen, 4 0 Meter. 1. Sieg Frl. Hauk, 1846 Gießen, 40,4 Sekunden. D.-T -Rekord in 1927 48 Sek 100 - Meter - Brustschwimmen für Turnerinnen. 1. Sieg Tilli Arndt, 1846 Gießen, 1,36,7. D -T.-Rekord in 1927 1,40. 2. Sieg Emmy Münnich 1,42,8. 100-Meter Rücken: 2. Sieg Elly Zipp Brust staffel für Turnerinnen 4 mal 50 Meier: 1. Sieg To. 1846 Gießen (Münnich, Reuscher, Hauk, Arndt )in 3,07,5 (D.-T.-Rekord in 1927 3,08. 2. Sieg To. Offenbach 15 Meter zurück. Darmstadt und Frankfurt a. M. belegten den 3. unb 4 Platz. Die Siege, sowie die Erfolge des To. 1846 bet den Ausscheidungskämpfen der Turner in Mainz, wo Karl Reuter seinen Platz als 1. Kreissieger von 1927 mit einem größeren Vorsprung wieder behaupten konnte, geben Anlaß zu großen Hoff- nungen für das Abschneiden in Köln. Deutsche Olympiamannschaft - Cowdenbeath 3:2. Die deutsche Olympiafutzballmannschast trug am Samstag vor 15 000 Zuschauern in Leipzig ein brii- tes Uebungsspiel aegen die schottische Berufsspieler- elf Eowdenbeath-Glasgow aus. In der ersten Spielhälfte zeigten die Deutschen infolge des glatten Bodens recht schwache Le ftungen, so daß die Schotten bis zur Pause mit 1:0 in Führung gehen konnten. Nach dem Wechsel hatten die Deutschen mehr vom Spiel und siegten knapp, aber verdient 3:2. Karlsruher Fußballverein — Destham United London 4:1 (2:1). Vor 8000 Zuschauern stellten sich die englischen Berufsspieler am Samstag in Karlsruhe dem K. F V. Sie machten einen sehr ermüdeten Eindruck, was wohl daher kam. daß sie erst am Tage vorher gegen die englische Armee in Wies- baten angetreten waren. Andererseits hatte die Karlsruher Mannschaft, die durch ihren Mittelläufer Groke außerordentlich verstärkt war, einen ausgezeichneten Tag. Die Engländer zeigten vorzügliche Technik, aber die vier Ersatzleute machten sich doch sehr bemerkbar. K. F. V.. ging In der 10. Minute durch seinen Mittelstürmer Links nach einem Fehler des linken englischen 1 Läufers in Führung. Kastner schoß 10 Minuten • darauf unhaltbar das zweite Tor, und in der 40. Minute kamen die Engländer, die dann doch , mehr aus sich heraurgingen. durch einen Kopf- bau Cox', des englischen Mittelläufers, zu ihrem ersten Tor. das auch das einzige bleiben sollte. Bereits 5 Minuten nach dem Wechsel schoß Kastner, allerdings aus Abseitsstellung, eine weite Vorlage Finneisens zum dritten Tore ein, und wiederum Kastner war es, der in der 33. Minute durch einen prächtigen Schuß, der vom Pfosten in« Tor prallte, den vierten Erfolg erzielte. Die Gäste hatten insofern noch Glück, als kurz vor Schluß ein Bombenschuß Grokes vom Pfosten ins Feld zurückprallte Selbst nach Aussage der englischen Reisebegleiter war der Sieg der Karlsruher verdient. Süddeutsche Fußballmeisterschaft. In der Runde der Meister wurde gestern in Stuttgart da« letzte Treffen auSgetragen. und zwar zwischen dem neuen Süddeutschen Meister, den Bayern München, unb den Stuttgarter Kickers. Beinahe hätten die Bayern bei diesem letzten Tressen ihre erste Riederlage bezogen, denn die Schwaben waren ihnen jederzeit gleichwertig und hätten, wenn Ne besser geschossen hätten das spannende Treffen für sich entscheiden können. Allerdings fehlten bei den Münchenern vler ihrer besten Leute, die in der deutschen Olympiamannschatt Verwendung gefunden batten. So endete der Kampf schließlich 2:2, nacydem München kurz nach der Pause bereit« 2:0 geführt hatte. In der Runde der Zweiten und Drit- t e n hatte die Gruppe Rordwest nur ein Spiel. F. Sp. V. Frankfurt war gegen den F. Sp B. 05 Mainz angetreten und lieferte ihm keineswegs ein überragendes Spiel. Offenbar hatte sich Frankfurt, nachdem es Gruppenmeister ist, die Sache diesmal etwas leicht gemacht und begnügte sich mit einem 1:0. Das Spiel F. G. 03 Ludwigshafen gegen Saar 05 Mainz fiel 7iu«. — Die Gruppe Südost hatte ebenfalls nur ein Verbandsfpiel, daS Wacker München und Union Böckingen zufam- menführte. Beide Mannschaften boten nur Durchschnittsleistungen. und Wacker München gewann 2:0. Wacker wird also in seinem letzten Spiel am kommenden Sonntag noch einen Punkt wenigstens erzielen müssen, um Gruppenmeister zu werden. Bei einem Spielverlust wäre ein Entscheidungsspiel mit dem z. Z. punktgleichen 1. F. E. Rürnberg erforderlich. Das Spiel D. f. 2. Stuttgart gegen S. C Freiburg wurde vom Verbandsspielausschuh verlegt. Tennis dorll1sn-Zugoslav!aSelgrad4:Z. Das Samstagfußballspiel im Berliner Post- stadion hatte nur 4000 Zuschauer angelockt, die aber Zeugen eines schönen und abweckslungsreichen Spieles wurden. Die Jugoslawin hielten das, was man sich von ihnen versprochen Halle, und bedrängten namentlich in der zweiten Spielhälfte das Tor der Berliner stark. Zur Pause lag Tennis Borussia mit 2:1 in Führung. Deutsche Wasserbattmeisterschast. Im ersten Vorrundenspiel um die Deutsche Wasserballmeisterschast 1928 standen sich am gestrigen Sonntag im Magdeburger Wilhelmsbad Spandau 04 und Magdeburg 96 gegenüber. Die Spandauer, die im vorigen Jahre die Magdeburger glatt hatten schlagen können, mußten diesmal mit Ersah antreten und verloren nach flottem und spannendem Kamps mit 6:3 Toren, nachdem bas Spiel beim Seitenwechsel schon 3:1 für Magdeburg gestanden hatte. $rl Außem schlägt $r(. Lily de Alvarez Am Sonntcg konnte der Lawn-Tennis Turnier- elub Rotweih Berlin das internationale Damen- tennisturnier beginnen. Den einleitenden Kampf bestritten Fräulein Ruth Kohnert und Frau v. Reznicek. Stark verbessert errang Fräulein Kohnert einen 6:3, 6:3-Sieg. Rach dem Kreuzfeuer der Photographen begann das aufregende Spiel de Alvarez gegen die deutsche Meisterin Fräulein Cilly Außem. Die Deutsche spielte klar auf Punkte und buchte damit gegen die wunderschön, aber leichtsinnig spielend Spanierin den ersten Satz mit 6:3. Auch der zweite Sah zeigte dasselbe Bild. Mit 6:3, 7:5 blieb die K ö Ine rin Eillh Au'hem Sieger über die Europameisterin und zweitbeste Spielerin der Welt. diesem Jahre wesentlich gesünder wäre. Die ft arte Zunahme der Spareinlagen im Marz und die Besserung der Arbeitsmartt* läge wurden ebenfalls beroorgehoben. Für die ersten Kurse kam es plötzlich an einigen Märkten zu starkem Angebot, das die Notierungen um mehrere Prozent unter die Dormillagstaxe drückten. In erster Linie waren die Realisationen der Börse, die durch die Abgabeneigung unsicher gemacht wurde, die Ursache, daß das Geschäft nur wenig umfangreich war und sich auf Spezialwerte deck; ränkte. Die Abweichungen gegen die Sonntagschlußbörse waren im allgemeinen nicht groß und singen selten über 3 o. H. hinaus. Fest lagen Dem- >erg und Glanzftofi (plus 11 refp. 12 o. H). So- rotti mit plus 5 o. H. Chade mit plus 4,50 Mark, auch Olavi konnten weiter anziehen. Schwach lagen dagegen Danatbank mit minus 4 v. H. Berger minus 5 v. H, Sprit werte minus 2 bis 4 o. H., Deutsche Atlanten minus 6 o. H. Auch Polyphon verloren nach Bekanntwerden des Dioidendenab- schlusses 5 v. H. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer uneinheitlich. Mazedonier bis 1 v. H. fester. Pfandbriefe still. Der Geldmarkt war unverändert. Für beruunorgigen Zahltag erwartet man keine Schwierigkeiten. Im Verlaufe der Börse überwog die Abgabeneigung weiter. Man suchte nach Gründen und fand, daß einige Wirtschaftsbetrachtungen, besonders der Rechtspresse, doch mehr zur Vorsicht stimmten. Mai» verwies auch auf die gestrigen Ausschreitungen bei der Wahlpropaganda. Frankfurt.r Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 14. Mai. Zu Beginn der neuen Woche zeigte der Frankfurter Produktenmarkt eine lustlose Haltung. Da« Geschäft bewegte sich in sehr engen Grenzen, bei bis -J 0,50 Mk. nachgebenden Preisen. So lag Roggen 0,50 Mk. und Weizen 0,25 Mk. niebriacr. 3m Einklang damit waren Weizen- und Roggen - mehle tn dem gleichen Maße gedrückt. Rur Hafer konnte sich behaupten. Es wurden notiert: Weizen 26,50 Mk.; Roggen 28,50; Hafer (InL) 27,75 bis 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24,75 bis 25; Mais (gelb) für andere Zwecke 24,75 bis 25; Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 38 bis 39,75; Aoggcnmehl 39,50 bis 40,50; Weizcnlleie 15,75; Roggenkleie 17,50 bis 17,75; Erbsen (je nach Qualität sür Speisezwecke) 32 bis 60; Linsen (je nach Qualität für Spcisezwecke) 55 bis 105; Heu (süddeutsche Z, gut, gesund, trocken) Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent tzranlrsurta. M Berlin Schluß- Aure 1-Uhr- Aiire sch.usj i ttur» | «njang flur« Yntmn 12 b. 14. 5. 13 6. 14.5 9!t Dl NeichSanIe'ye v 1927 «7.4 - H7.5 — Dl tlui tibloi Schuld nui Äuvlos.Rechten 61.7 5t 51 8 51.9 DeSgi ohne AuSl s «Rechten 19,73 211 18.5 20 25 7°/0 «ta: U Hvv.-Bl.Vo dps un kündbar bU 1932 _ 4*/ie/o Rheinische OOP »Bank Siqa »Ho dl" _ - — N H adg Bortrieg-»Od- llganonen. rudjablbar 193? — — — 4% ednviu Bui.d'Sv -Nnl •w — — ♦’/o Lettrreichiiche Soidne —• — -W» 4,9ü*/P Cefkrr ttb. €Hbenle — - 4 /e Ceuerreid) ein etil Rte —- ■ «Wo Unoaeische woldrlc *.6 — 26,75 2G.9 4W,Ungarische öia-tSr v 1911 *- — — 4'/,W. de»0> von 1913 - — • — ♦*/„ Ungarische ttronenrte . . 77. - 2 4°/ lurt. Zollanieilx u 1911 4W« lurt Vagdar-l-ahn-NnI 6 rle 1 13,13 18.3 13,13 13.6 13,6 14,13 13.5 13,8 4*/, belol Serie II 4». Rumänen convert 9tte. • 13.5 13 13.4 — - 4 V o Rumänen Oolbayl von 1913 — - 33.4 - lua Deuilche Etlendabn 4'/, Hanidurg'-Imenla Paiei. 6 170 168.75 •68.13 168.6 Aamb -eübam Tami- sch 1 - — ZW.5 325 Hansa Lamviichlss 1 — S.6..5 236 Rorbdeuischer Liovd 6 166,9 166 165.5 105.75 ^llg Deutsche Lrebitanft. io H3.74 - 143.9 145.7.* Barm t Bankverein 10 Ivl 153.9 15t 151.75 Berliner Hanbel-qciellsch. 12 gommerz- und Pnvat-Bk. 11 37» l»8.5 2») 167.5 ao.v 188 ZHi IM Tannfl. u Raiionalbank iz :83 6 -SV <83 479 Deuiiche Bank 10 -US.6 m 171.5 171.6 DiSkonio-Belellschaki Rot >0 153.X.' 165 166 i6i Dresdner Bant - iu Mnteideui'che itobttban! V |6I 5 | 165.75 164.5 162..* XX) M 03 Meiavbant •1 136 1 ■ 135.75 1.17 Steldrtbonf . . 1 I -VV 356 l Pf Frankfurt a. M Berlin Sd)lu6-| 1-Uhr- Rnre | flur» Sd)iub । flilT» liniang flur* Damm: 13 5. 14 5. | 12. 5. 1 14 5 iL 6 ®..........7 174.0 172,75 174.7u 173.0 äkrgmann ........8 305 306 208 5 208 (Ektlr. ütefeninaen - . . io - 1 — 183.5 I8i. 5 Licht und Slrait . . . . 10 235 235,75 336.75 337 freiten Jt i-uill aume .... 6 1J6 5 137 137 Gcs f Elekir Untern. . . 10 204 301 306.75 304.9 Hamb Slektr. Verte . . 10 — • 163 165 Äbrin- (£le(tr. ..... 8 174.25 176 173.5 175 iLchles. (klettr........io — • 133.5 223 Schultert ........7 215.5 217.5 217.75 215 Siemens i Halste .... 16 3.50 347.5 358.5 849 Tran radio......... 8 — 167,5 165 Ladmevcr k 6s. ... * • . - 9 181 183 — 181.75 BudernL ........0 94.5 95.5 95,25 95.4 Trutsche Erdöl.......6 139 HO 141.75 141 25 Essener L einkohle.....8 • 144.75 144.5 «eUenkircheoer - f. % 9- < Harvenrr ......8 MS 174 175.5 141.9 175.5 141 176 Harsch Eisen ......... 5 — •— 159 158 yHe Bergbaa........8 378 —• reo Z82 ttlöckneriverkr - ...... .5 12V.5 — 131 131.75 Äöln-')ieuefTen . . . . 5*, — — 158.25 157.75 ManneSmann - .f. *4 9 4 161 161 6 160.9 163 Man- elber.......7 122.35 12i.5 124 133.75 Oderschles Liienb. Bedari 0 Cberfdilei ÄoKroetfe . . 0 110.5 — 113 113 • — 103.13 104 Phönix Bergrau f 9 3 99.15 101.75 100.25 100,75 Rheinische Braunkohlen 10 315 313 317.5 314.0 'Hbeüntobl 0 176 177.5 177.75 178 Nir deck Montan.......6 167.5 — 164 164 Bereinigte etablto- f. •/, 9 3 CtatH Mtoeu . . 1 tb 100.5 103.35 10-' Ito.5 5u — 51.5 52.5 Soll nicberfleben.....10 1P9 — 191 IW ttoliWettrreeei» ... 10 Kaliwerk CalibeHnnb . 12 2V4 — 206 305.3 —• 346.5 557. r"> fr 9 frarlxn.Invustrte ic Tt)Dam(t Rodel .... .0 -M.5 386 «7 137.75 «87 137.9 ttdieto onfialt ...... .k 306 31)4.75 — • oldichmidt . ......5 101# 105 1'19.75 106.5 Huig.-rtroerfe....... r 99 5 103 101.5 101 5 Metall ge'ev^chatt.....'t> 183 181.5 — frraiibfuet a.M Berlin Sdjlub- 1-Ubr. Sd),ub Uniang fluTS p'ir. Aue» Datum: 12. 5. ' 14 5. I».l. |14.5 Pbiiivv Holzmann .... 12 161 163.25 165 166.5 beidelberaer Lement ... 8 155.75 — • lement Karlstadt......« IU0 * * tiaoi L frreüaa ..... 10 149.5 130 — Schultbei« Paeenbofer. . 15 — 385 381 Cftroetfe.........12 — 342 340 5 Ber (üloniftoR......15 866 »78 Amberg..........8 * 61V 6:V Zellsto Doldboi. ... 12 315 323.75 315.5 32,- Zellstoft rischassenbora . . io 307.5 207 ZI: Kbatlohfnbutqer Wasser. 7 — 136.13 137 cisaner iAa4.....> • * rir.d 210.75 Daimler Motoren.....u 116 115,4 116.75 116,5 Demag ......o - ■ ul.5 51 Tlölerroerte Kleve». . . . . 0 98.5 96.75 08 97.76 enbro Loene ..... 1 — — 274.5 274.9 Rat Automobil...... 6 * 93 V3 Cr-nft.-tn * «ovpel.... 4 * — 131 132 Linke Hoimann . . .. . o — —- — — 305 .305 Bamag- " eguin ...... 0 * ** r5 — frranlf. M- schMen . . . . 0 81.9 81,9 80.5 — •»rienet . . . . . 7 136 — 136 bevliaenttaedt.......0 — — * * frunaban» . ...... e — — 89. 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