Er. 65 Erstes Matt 178. Zahrgang Mittwoch, 14- März 1028 (tr|d)eim laglich.anßei Sonntage nnd Feiertags Beilagen. Wiedener 5amilienblättei Heimat im Bild Die Scholle monau«B<}ngspr führen, Haber Pfützen gebu hier täglich tief in den Lie haben ab die ihren Dl in die Mhe die zutraulich gerne die D Mchast fa am mein. ! die Dege { von Duch bekannten, ge unden, u Füge von Ltadtwa'd Besuch abstt vu den h< Tartanlagen ungsgrohen. Die ihr Heil sind, doch Dillen, besc ausschlagen, wechslnngsre gerne der 2 unserer bestt gesprochene Q belannte Sch nannt, ferne' Der Zaun! Dinier mit man dem t lleberah d unsere ein! wir sehen > anMesfenk Dangen Iw hervorleuchti ge'ärbf, und bchwanzdeckf über ihren S men Torfri Zrühlmgsba hört wie dm 2ollsni hallen Hai: an Acker sal Schere, Herrs platte, lafur faßten tDeifi Unterteile, j witeriltijdje einem dunst ■Blaumei anspruchslos und mit [ Zweigen h« noch e ©ärten sehe «"Mben beheimatete Unters. Meichnete Zarten die xn. 3n be "Bäume e'net Munt ” .eine Lui ^itlang >, wrinstch, 8 Nse her 58 ■ Annenst -mcher ? .K'Ä Wrot 1 Und n‘ V . . ti'-y.-'-—» 7 — Auf der Oberseite ist er schön blaugrau, unterseits ockergelb mit rostrotem Anflug gefärbt. auch....._ r — ... - Geräumigkeit ihres Fluglochs schön mit Lehm verklebt und für seine Größenverhältnisse eingerichtet hat und deshalb dafür vom Landvolke den Aamen „Kleber" oder Kleiber erhielt. erfordern stets eine forgfältige Tcxtgebung und Satzausstattung. Gute Sctzl ijiungett find nur erreichbar, wenn die Anzeigen Wiä oä smfaegeüen werden. Der Annahmefchiuß für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Nachmittag vor der Aufnahme. Empfehluiigs- anzeigen müssen, je nach Umiang uno Sctz. schwierigkeiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen IWin m etroünfaiten Wiz! Aus der Provinzialhaupistadi. Gießen, den 14. Warz 1928. Die Wintervöge! her Gießener Gärten. gegeben hat Mittlerweile ist es völlig Tag geworden. Das araue Gewölk, das tagelang den Himmel verhüllte, ist lichter geworden, und die Sonne, Die sich die ganze Zeit dahinter verbarg, kommt av und zu für einen Augenblick zum Morschem. Auch der Wind, der feither immer aus Westen kam und schwere Regengüsse. gelegentlich auch etwas Schnee, mitbrachte, hat sich gedreht und steht aus Südwesten. Wer weiß, ob er uns nicht statt Regen in den nächsten Tagen die ersten Zugvögel aus dem Süden bringt. Schon sind die Tage beträchtlich länger geworden, und Die Sonne vermag schon recht warm zu scheinen. Auf den Wegen, die aus der Stadt hinaus- führen, haben Regen und Schmelzwasser große Pfützen gebildet, und die vielen Fuhrwerke. Die hier täglich verkehren, haben ihre Radspuren tief in den aufgeweichten Boden eingegraben. Sie haben aber auch eine Menge Vögel angelockt, die ihren Wohnsitz im Winter von ben Feldern in die Rähe der Ortschaften verlege i. namentlich die zutraulichen Haubenlerchen sind es, die gerne die Vorstadtstraßen aufsuchen, oft m Gesellschaft mit Felds patzen urb Gold- ammern. In den Gärten, die rechts und links die Wege geleiten, haben sich ganze Schwarme von Buchfinken und Bergfinken, ene bekannten, bunten nordischen Winirrgaste, enge unben und in den Hecken tummeln sich ganze F üge von Felds patzen, denen ost der im Stadtwa'd beheimatete Sperber einen kurzen Talen für Donnerstag, 15. kiärz. Sonnenaufgang: 6.15 Uhr, Sonnenuntergang: 18.04 Tlhr. — Mondaufgang: 2.48 Llhr. Mond- eine wichtige Fahrplanverbesserung bringen. Bisher war es den Reisenden aus den Orten an dieser Strecke nicht möglich, mit dem Vormittags-- personenzug in Gießen den Anschluß an den beschleunigten Personenzug nach Frankfurt a. M., ab Gießen 9.44 Tlhr, zu erreichen, da der Zug von Alsfeld her erst nach dem Abgang des beschleunigten Personenzuges hier eintraf. Rach dem neuen Fahrplanentwurf wird der Per- sonenzug 574 von Alsfeld her, Der bisher 9.50 Ilhr in Gießen ankam, um 17 Minuten früher gelegt, so daß er künftig 9.33 älhr in Gießen eintrifft und die Reifenden dann den Anfchluß an den beschleunigten Personenzug ab Gießen 9.44 Uhr nach Frankfurt bequem erreichen können. Die Bewohner in den Orten an der Gießen— Fuldaer Strecke werden diese Fahrplanverbesserung mit dankbarer Anerkennung für das Entgegenkommen der Reichsbahn- biret'.ion begrüßen. ** EinAchtzigjähriger. Am Freitag, dem 16. März, kann der Eisenbahnafsistent i. R. Jacob Kunz, als Pensionär im Katholischen Schwestern- zugespihten, hartkieligen Schwanz zu stützen vermag. Hat er endlich eine von Holzschädlingen aller Art befallene Aststelle entdeckt, so fängt er mit feinem harten Schnabel zu hämmern an, daß die Späne nur so fliegen, und vermag auf diese Weise ebenso wie sein schwarz-weiß- rotet Vetter, der Buntspecht, die Aufmerksamkeit der Spaziergänger zu erregen. Roch häufiger als diese beiden Arten treffen wir an diesen Orten den Baumläufer an, der mit seinem langen, dünnen, etwas gebogenen Schnabel die Insekteneier meisterlich aus den Rissen der Borke herauszuholen versteht, oft in engster Rachbarschaft mit einem höchst merkwürdigen Vertreter, einem Vogel, dem man wegen seines spechtähnlichen Kletterns und seiner nahen Verwandtschaft mit den Meisen den Rn- ,Spechtmeise" oder Kleiber gegeben hat. gläsernen Räumen, zu denen das Licht ungehindert zutreten konnte, aber man sorgte für große Wärme und für Vermeidung jedes Zugs. Der Gefundheitszustand der As en wurde dadurch etwas besser- manche, die den weniger empsrnd- lichen Arien angehärten, brachten es zu einem respektablen Alter, aber sehr viele Affen gingen auch weiterhin ein. In den neuesten Londoner Afienbehausungen hat man auch mit dieser Art völlig gebrochen. In den „K.i.ig-Gärten", die jetzt eingerichtet wurden, können die Olfen, solange sie wollen, in freier Luft ble b:n. Man hat erkannt, daß kalte frische Luft den Lebewesen nicht schädlich, sondern für sie heilsam ist, und daß der Mensch das einzige Lebewesen darstellt, das kräftig genug ist, um einen längeren Aufenthalt in geschlos enen Räumen o.jne Er raniung auszuhallen. In dem neuen As en Haus des Londoner Zoo können die Tiere nach Bel eben aus ihren K figen in die davor-zelegm Gärten heraus,pringen, und nach wenigen Tagen ha^en die Tiere von dieser Frech it b recks dm vollsten Gebrauch gemacht. Selbst in b n kältesten Ta-en des Januar, auch im fträmenben Regen, ziehen sie es vor, in freier Luft zu bleiben und halten sich nur wenig in den geheizten K figen auf. Selbst wenn die Dunlelbeit hereinbrich^ und Der Zock g sche ©arten geschlos en wird, b eiden Die Affen draußen. Viele von ihnen schla en in der „falten Rachtluft", die man früher als fo schwere Gefahr für die Tiere ansah Die behagliche, elektrisch durchwärmte Behausung hat für sie keine Reize: sie schlafen draußen in Regen und Sturm. Dabei befinden sie sich aber Wohler denn je. Ihre Behaarung wird immer dichter, denn das neue Affenhaus ist mit Lampen ausgestattet, er mit Vorliebe im Vorfrühling die Knospen junger Obstbäume und Sträucher verzehrt und dadurch oft recht merkbaren Schaden anzurichten vermag. Eine besonders charakteristische Erscheinung der Gemüsegärten ist auch unser trauliches Rotkehlchen, das zwar erst seit den letzten Jahrzehnten bei uns überwintert, dann aber stets die Rahe menschlicher Wohnungen aufsucht. Zum Schluß wollen wir noch einen kurzen Blick auf die für die Gießener Anlagen in Betracht kommenden überwinternden Baumvögel werfen. In erster Linie wird es sich dabei um Angehörige der Spechtfamilie handeln. Von diesen ist am meisten vertreten der olivgrün gefärbte und mit einer karminroten Kappe ausgezeichnete Grünspecht, der sich bei uns stets in den höchsten Baumkronen aufhält und ruckweise an dicken Aesten fjcrumflettert, wobei er sich, wie fast alle Spechte, trefflich auf seinen Besuch abstattete. Den bäuiigften Vögeln unserer Garten und Parkanlagen gehören auch die kräftigen, sper- ttngsgroßen. grünlich geärbten Grünfinken, die ihr Heim, obwohl sie ziemlich menschenscheu sind, doch recht gern in kleinen Gärten von Villen, besonders häufig aber in Friedhöfen auffcfalagen. Gerade diese Stätten nut ihren abwechslungsreichen Gebüschgruppen besiedelt auch gerne der D l u t - oder G r o u h a n f l i n g, einer unserer besten einheimischen Singvögel. Aus- aesprochene Gartenvögel sind Dagegen unsere allbekannte Schwarzdrossel, auch Am s e l_ genannt, ferner einer unserer kleinsten Singvogel, der Zaunkönig, der seine Triller selbst un Winter mit einer Tonstärke hinausschmettert, Die man Dem kleinen Liliputaner gar nicht Kutraut. Heberali Da, wo Obstbäume stehen, haben sich unsere einheimischen Meisenarten eingefunDen wir sehen vor allen Dingen Die häufig bei uns anzutreffende K o h l m e i s e, Deren schneeweiße Wangen luftig aus dem blauschwarzen Köpfchen hervorleuchten. Ihre Unterteile ist schon gelb ae ärbt, und von Der Kehle zieht slch bis zu den Schwanzdeckfedern ein schwarzer Langsstreren über ihren Leib. Schon beginnt fie an Den mt* men Vorfrühlingstagen an ihrem melodischen Frühlingsbalzrus zu studieren der sich etwa an- hört wie .Di, bü, bi, bü, bi du" unö der von Dem Volksmund Die paiiende Uebersetzung erhalten hat: „Spitz die Schar, Die anDre Woch an Acker fahr". Auch ihre Gevatterin, die zierlichere, herrlich bunte, mit einer hellblauen Kopf- platte, lasurblauen Flügeln, dunkelblau eingefaßten weißen Wangen und einer fattgelben Unterfeite, der aber Der für Die Kohlmeise charakteristische schwarze Streifen fehlt, ferner mit einem dunklen Strich über Den Augen veriehene Blaumeise übt schon recht eifrig an ihrem anspruchslosen Liedchen und turnt Dabei munter . und mit lebhaft bewegtem Köpfchen an Den 1 Zweigen herum. Im Winter läßt sich zuweilen auch noch eine andere Meifenart bei uns m Den Gärten sehen, nämlich die mit Vorliebe in ‘malern mit fließendem Wasser und Strauchvegetatton beheimatete, unscheinbar schwarz und grau, an der Unterseite mit leisem weißlichen Anflug gezeichnete Sumpf- oder Ronnenmeife, Sie gern auch unsere winterlichen Fu terplahe besucht Endlich wäre als letzte Meifenart unserer Gärten die nicbttche S ch w a n z m e i s e zu nennen. In den dünnen, herabhangenden Zweigen Der Bäume tänzeln die kleinen Kobolde mit einer Munterkeit und Gewandtheit herum, Daß es eine Lust ist. Das Hin- und Herhuschen eine Zeitlang zu betrachten. Meist kugeln sie sich förmlich, mit Dem Kopf zu unterft, um Die Zweige herum. Ihre kleinen Körperchen haben eine richtige Kugelgestalt, aus Der das Schnäbelchen kaum hervorlugt, Der etwa 9 Zentimeter lange Schwanz dagegen wie ein Stiel aus dem xederballchen herausragt, was dem Vögelchen nn Volksmund auch den charakteristischen Ramen Pfannenstielchen" eingetragen hat. Außer Den bereits oben genannten »mieiu» arten finden wir in unseren ^Baumgarten noch einige weitere Vertreter dieser umfangreichen Familie vor. z. B. den in mit Strauchwerk vermischten Obst- und Gemüseanlagen stets anzu- trcffenden Distelfink ober S He gl i tz dessen Köpfchen in Die alten beutschen warben schwarz- weiß-rot gehüllt und dessen schwane Flügel mck einem herrlichen goldgelben Streifen gebändert sind, und weiterhin den von Haus aus zwar un Walde, neuerdings aber als Kulturfolger auch in unseren Baumanlagen beheimateten G i m- toet ober Bluts ink, Dessen schwarze Haube chm auch Den Ramen „Dompfaff' einbrachte. Beide erfreuen sich wegen seines bunten ©erlebet^ allgemeiner Sympathien, finb fic doch beide sehr geschützte Küfigvöge! unserer Vogelliebhaber unb verhältnismäßig leicht zu halten und zu zähmen, nur bet Blutfink wird gelegentlich mit Dem Gartenbesitzer in Konflikt kommen. Da *• Prozeß um einen Volkshalle- Anteil. Vor Der Erbauung Der hiesigen Volkshalle hatte sich cin Gießener Bürger durch die mit seinem Einverständnis gegebene älnterfchrift seiner Ehefrau Dem Volkshallevercin gegenüber verpflichtet, zu Der Errichtung der Volkshalle 1000 Mark als Anteil beizusteuern. Später verweigerte der Zei'yner die Zahlung seines Anteils mit Der Begrünbuna, es seien ihm s. Z. von Beauftragten Des Volkshallevereins Warenlieferungen bei Veranstaltungen in Der Volkshalle im Falle seiner Antellzeichnung zugesagt worDen. Diese Zuhage habe man nicht gehalten, und Deshalb halte er sich für berechtigt. Die Zahlung des 1000-Mark-Anteils zu vert-cigern. Der Volkshalleverein verklagte Daraufhin den Zeichner auf Erfüllung seiner Zeichnungsverpflichtung und erzielte beim hiesigen Amtsgericht ein obfiegendes Urteil, das mittlerweile rechtskräftig geworden ist. In Dem Urteil toirD Die Unterfchriftslcistung Der Ehefrau. Die im Einverständnis mit Dem Beklagten erfolgte, als verbindlich und zahlungsverpflichtend für Diesen erklärt. Die von Dem Beklagten vorgebrachten Einwendungen wurden nicht als stichhaltig anerkannt. insbesondere auch nicht Der Einwand eines Versprechens von Warenlieferungen, da ein solches Versprechen von den Zeugen unter Eid bestritten wurde. Der Beklagte hat nunmehr nicht nur seinen Anteil von 1000 Mark zu zahlen, sondern muß auch noch rückliegende Zinsverpflichtungen und die Gerichts- und An- waltskosten auf sich nehmen. Da noch einige weitere Strci.igkeiten um Zahlung Der Volkshalle-Anteile zur Zeit schweben, Dürfte Den betreffenden Mitbürgern anzuraten fein. Den AuSgang Dieses Rechtsstreites zu beachten. -* Wichtige Fahrplanverbesserung auf Der Strecke Gießen— Fulda. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, wird der neue Iahresfahrplan 1928/29, Der am 15. Mai in Kraft tritt, auf Der Strecke Gießen—Fulda Langsam beginnt es zu tagen, Der fa^lgraue Himmei hellt sich im Osten auf. Die Morgen- Dämmerung bricht an. Aus Den Dachritzen und Wandiöchem Der alten Häuser tommen Die ©bähen berDor, setzen sich auf Die Dachrinnen, schütteln den Schlaf aus Dem Ge.wder und machen Morgentoilette, mit munterem „cochilp, Schilp" Den Rachbarn „guten Morgen wun- toenb. Dann fliegen sie hinab au, die Straße um ihr Frühstuck zu suchen, das gro;jtenteilfe aus jenen Aepfeln besteht. Die nicht gzrabe am Daum Der Hesperiden gewachsen finb, sondern einem sehr geschätzten Vierfüßler entstammen, machen dann einen kurzen Abstecher in den Garten hinter Dem Haus, um noch schnell ein paar ausgefallene ilnlrautfamen zu erhaschen, unb Dann geht s spornstracks zu ben beliebten Tummelplätzen, wo Der neuste Gießener Stadtklatsch ausgelauscht wird, unb es die Spatzen von den Dächern pfeifen, daß Bruder Studio wieder mal mit einem „barwarifchen Höhenrauch" nach Hause getommen ist, daß die Mulwr- fche ihre Rachbarin eine Dumme Ga.rs Sehttßen und es bei Schulzes wieder mal einen Ehekrach Untergang: 10.17 llhr. 44 v. Ehr.: Julius Cäsar in Rom ermordet (geb. 100 v. Ehr.). — 933: Heinrich I., der Vogler, der eigentliche Gründer des Deutschen Reiches (geb. um 876), schlägt Die Ungarn an Der Unstrut. — 1830: Der Dichter Paul Hetz ' Berlin geboren (geft. 1914). — 1917: Abdankung des Zaren Rikolaus von Rußland. haus wohnend, in voller körperlicher unb geistiger Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag begehen. Kam in brand. 9n der Lacksabrik Zur- b u ch, in den Eichgärten, entstand gestern Nachmittag gegen 85 Uhr ein Kaminbrand Die sofort herbeigerusene Feuerwehr konnte nach kurzer Zeil die Brandstelle wieder verlassen, nachdem jegliche Gefahr beseitigt war. Um 5.12 Uhr rückte die Feuerwehr wieder im Depot ein. *• Derkehrsunfall. Vor dem Bankgeschäft Herz & Co., Neuen Bäue, ereignete sich gestern Nachmittag gegen 5 Uhr ein Unfall. Ein vom Lud- wigsplatz her kommendes Auto wollte in der Neuen Bäue einen Radfahrer überholen, wobei es diesen aber von hinten ansuhr. Dabei wurde das Hinterrad des Fahrrades vollständig verbogen. Im übrigen kam der Radfahrer mit dem Schrecken davon. Die ultraviolette Strahlen verbreiten, unb dies künstliche Sonnenlicht hat einen erftaun.iajen Einfluß auf bas Haarwachstum sogar bei bem kahlsten Orang-Utan. Zwerge des Tierreichs. In Der Tierwelt giot es eine unendliche Mannigfaltigkeit von Den größten bis zu ben kleinsten Tieren, aber auch Die winzigsten Infekten können wir nicht „Zwerge" nennen, Da sie ja innerhalb ihrer Art Die normale Gröhe erreichen. IeDoch findet sich Der Zwergenwuchs, wie wir ihn beim Menschen beobachten können, auch innerhalb vieler Tiergattungen, und diese tierischen Zwerge bilden interessante SvnDercrfchcinungen, von Denen Dr. K. M Schneider in Der Leipziger „3 1 tust r i r t e n Zeitung'' erzählt. Merkwürdigerweise neigen unter ben Haustieren gerade Die zum Zwergwuchs. Die auf Inseln leben, so z. B. Die Ponys Der SbetlanDinseln. Die Esel Der Balearen unD Sardiniens, die Zebus auf Ceylon. Vielleicht schasst eine lange betriebene Inzucht besonders günstige Bedingungen, die noch durch Züchterhand verstärkt werden können. So züchtete Lord Londonderry, als er Die Frauen- und Kin- Derarbeit in Den Bergwerken durch Tiere ersehen wollte, eine besonders stämmige Ponyart, Die kleiner ist als ein großer Hund. Die Zwergzebus. Die Die leichten zweirädrigen Karren Der Singhalesen ziehen, sind besonders anmutige Vertreter des tierischen Zwergentums. Reue.dings hört man vielfach von europäischen Zwergrindern. Denen sich sogar eine ausgestorbene Form, Der Zwergur. zugesellt. Die ebenso drolligen wie frechen Zwergziegen Afrikas klettern Dort selbst auf Bäume unb weiden bas Laub ab. In der Hundewelt sind Zwergschnauzer unb Dackel Die Vertreter Der Liliputwelt, während Zwergente und Zwerghuhn unter Dem Federvieh Den Kleinwuchs repräsentieren. Rur die Hauskatze und Die Gans haben feine „negativen Kulturgröhen" erzeugt. Die meisten Tiere. Die als „Zwerge" ange- sprcchen toerDen, gehören aber nicht Der Art an, mit Der sie durch Den Ramen verglichen toerDen. Solche „Scheinzwerge" sink) z. B. Das Zwerg- sluhpferd. Die handlangen madagassischen Halb- äffchen mit den niedlichen Diebsgesichtern, Die fast nur Rase. Auge unb Ohr finb. Diesen wunderlichen Rachtgeistern ähnelt ein winziger Flugbeutler und ihnen gefeilt sich Die Zwergfleder- maus und Der Liliputaner unter den Rächt- vögeln. Der Sperlingen ttauz. Unter Den afrikanischen Antilopen gibt es solche, Die nicht größer sind als ein Hase. Der Zwerg unter Den Büffeln ist der in Celebes heimische Anoa, ein Gemsbüfsel. Der nur einen Meter groß toirD. Kümmerlinge. Die auf Inseln leben, sind Der Rothirsch Der Hebriden, Das WilDschwein Sardiniens unb Der fofiUe Ztoergelefant von Malta. Zypern und Kreta. Den Seefahrern sjnD die Däumelinge unter Den Bartenwalen bekannt, Zwerge, Die immerhin fünf Meter Länge erreichen. aber winzig finb gegenüber Der Gröhe Der Hauptformen. Die bis zu 3000 Zentner wiegen. Die argentinische ZwergschUDkröte ist nicht länger als ein Fingerglied unb zu Den Kakadu- und Sitticharten gesellen sich getreue Ebenbilder en ministure. ** Der Bezirkslehrerverein Gießen- Land hielt am Samstag unter dem Vorsitz von Lehrer ch o f m a n n (Lang-Göns) im Hotel Kobel eine Versammlung ab. Nach der Begrüßung gedachte der Vorsitzende in warmen Worten des seitherigen 2. Vorsitzenden, des Rektors i. R. H. Schmidt in Heuchelheim, der am 23. Februar verstorben ist. Er schilderte die Verdienste, die sich der Dahingeoangene um Schule und Verein erworben hotte, und versicherte, daß der Verein Gießen-Land stets in Dankbarkeit seiner gedenken werde. Die Versammlung ehrte den Verstorbenen in der üblichen Weise. Es folgten umfangreiche geschäftliche Mitteilungen, woraus Lehrer Stoll (Wieseck) einen Vortrag hielt über „Die Auswirkungen b e e Konkordats in Bayern". Ganz kurz feien hier einige Punkte angeführt. Der Redner begrüßte zunächst, daß das Reichsjchulgesctz in der geplanten Fassung gescheitert ist: denn sonst wären auch bei uns Fälle vorgekommen, wie in Boyern. An Hand einer B-oschüre von Dr. N ü ch t e r wurden einige dieser Konflikte zwischen Kirche und Lehrerschaft näher erläutert (seinerzeit schon von Professor Dr. Messer im „Gieß. Anz." mitgeteUt). Vom Standpunkt der Lehrerschaft soll man diesen Auswirkungen die größte Aufmerksamkeit schenken. Die Lehrer verlangen Staatsaufsicht. Die Fälle aus Bayem aber zeigen, daß der Staat gar manchmal das tun muß, was die Kirche wünscht. (Konkordat.) Weiter betonte der Redner, daß man beim Abschluß des Konkordates wohl in der Hauptsache an die Pflege und Wichtigkeit des Religionsunterrichts gedacht habe, daß aber in Wirklichkeit durch diesen Zwang sehr oft das Gegenteil (Heuchelei und Gleichgültigkeit) her- vorgerufen wird. Der Vorsitzende dankte dem Vortragenden für die klaren und sachlichen Ausführun- gen. Eine rege Aussprache schloß sich an. * Bund b e r Kolonialfreunde. Am Samstag hielt der Bund der Kolonialfreunde bei Dippel seine diesjährige Generalversammlung ob. Nach dem Geschäfts- und Kassenbericht Hot die Bewegung im vergangenen Jahre gute Fortschritte ae- inacht. Die Mitgliederzahl ist auf 150 gestiegen. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Hof, Schriftführer Weh rum, Kassierer Scheller, Pressewort Stephan, Werbewott Bock, Jnoendleiter Schneider. Beisitzer Winterlin, Klarholz, Kunz, Ditt- m a r , L iih r und Hermes. Eine Entschließung, die geaen den Raub der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Ostasrika seitens der Engländer Stellung nimmt, wurde einstimmig angenommen, und ferner beschloßen, demnächst hier in Gießen mit einer Vrotestnersommlung gegen di- Aufteilung des ehemolioen Kolonialbesitzes in die DeffentH*feit w treten. Der B"nd hofft, daß er bei di-ser ProEst- versammlimg *ie Unt«"-stütz"ng aller Kreise findet, die auf dem Boden . Kolonialbesitz bedeutet Arbeit und Brot" stehen. Näheres hierüber wird noch bekanntgegeben. Turnsn/ Sport und Spiel. B. f. B. V. f. B. — Frohnhausen 4:4. Liga Reserve — W. S. V. Liga Reserve 1:1. 3. Reserve — W. S. V. 3. Reserve 2:2, abgebrochen. 1. Jugend — W. S. V. 1. Jugend 1:0. 2. Jugend — Leihgestern 2. Jugend 0:3. 3. Jugend — Großen Buseck 1. Jugend 1:12. Der vergangene Sonnag war ein Tay des Mißerfolges für den V. f. B. Die ersatzgeschwächte g a holte in einem sehr mäßigen Spiel gegen die Frohn- hausener Liga-Neulinge nur ein unentschiedenes 4:4 heraus. Das für die Gäste schmeichelhafte Resultat entspricht dem Spielverlauf. Die Spiele der zweiten und dritten Mann- schäft standen im Zeichen einer Spielweise, für die I schon die Bezeichnung „hart" nicht mehr passen dürfte. Das Treffen der dritten Mannschaft wurde beim Stande 2:2 vom Schiedsrichter abgebrochen. Auch die erste Jugend hatte mit den robust spielenden Wetzlarern sehr zu kämpfen: sie gewann knapp aber verdient 1:0. Während die zweite Jugend sich gegen Leihaestern einigermaßen holten konnte, mußte sich die Dritte der körperlich und spielerisch weit überlegenen 1. Jugend Großen-Busecks mit 1:12 beugen. Berliner Börse. Berlin, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Rachdem gestern abend auf Die Spezialbewegun- gen in Kunstfeidenwerten Die TenDenz recht fest gewesen war, ist es heute früh wieder sehr ruhig gewesen, doch glaubt man, daß sich das Interesse für Spezialitäten erhalten wird, wobei man besonders Bemberg für zurückgeblieben hält. Ob sich die übrigen Märkte dieser Tendenz anpassen werden, ist noch nicht zu ersehen. Man taxiert vorläufig nur Dlanzstosf 712 unb Bemberg 509. Am Devisenmarkt hört man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,35, Madrid 29,01, London gegen Kabel 4,8785 und die Reichsmark gegen Kabel 4,18275. ?!WÄUM Böta-to) 01980 (V. H. CJ 2843D i' i Zweigverein Gießen Rodheim a. d. B., den 12. März 1928. 2855V 286 ID Norddeutschen Saathafer 01978 Frühjahrs-Neuheiten Im Saalbau Sauer 2748^ jhk £ I ^mpieklungen | 4/UUd smeBOlDe o. 8. Sflheijfiö o. 8. erster Münchener Künstler tritt gesucht. 01951 empfiehlt 01975 01964 Peters, Rechtsanwalt «.Notar Ilies urahe 14. (H965 gesucht. 2839D für leichte Arbeit gesucht. 2845V tenntntssen auf ein .<•1 in Brennabor-Kinderwagen und Sportwagen in großer Auswahl Gebr. Bär, Marktstrahe 29. anerkannte Absaaten bat noch preiswert abzugeben Die Beerdigung findet Donnerstagnachmittag 3 Uhr statt. AeltereS Ehepaar sucht tn Gienen eine schöne 3 Zimmer. Wohnung mit Küche u. Zubeh. zu mieten. Schrifil. Angeb. m. Pretösord. u. 01844 a. d. Gü.Anz. Gesucht: 5 Zimmer Wohng. Geboten: 4-Zimm.°Wobng., Stäbe üftanlage. ob. 3 Zimmcr-Wobng. Schristl. Angebote unter 01969 an den Gien. Anzeiger erb. Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 16. März, um 128/4 Uhr mittags, in unserer Hauskapelle statt und anschließend die Beerdigung auf dem Echzeller Friedhof. __ 2842V Marie Lucius geb. Kißner Forsthaus bei Echzell, den 13. März 1928. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 16. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. auf Abbruch Eichenholz, Lstöckig. nut 10 zum Teil gut erhaltenen Fenstern, Treppen und Türen und prima Falzziegeln, im KreiS (Stehen, billig zu verkaufen. Schristl. Eilangebote unter 28561 > an den Gtehener Anzeiger. BMolp Küferei Eommcrkorn l Bleichste. 10y W Wallenfels Marktplatz nur 21 (gegenüber der Engelapothekei. Fischkochbuch gratiß. ZrleüMtzeyüLSovll HauS» tt. Küchenger. Verkäufe | 3g. Jahr- u. Heute nachmittag gegen 5% Uhr entschlief sanft unsere liebe, gute, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabethe Peppier Ww. geb. Schleenbecker im Alter von 44 Jahren. Die trauernd Hinterbliebenen: Die Kinder und Familie Dönges. 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TücntUei- Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren guten, braven Sohn und Bruder Willi Erb durch einen plötzlichen Tod in Butzbach abzurufen, was wir hiermit allen Bekannten tief betrübt mitteilen. Die trauernd Hinterbliebenen: Familie Balth. Erb. Gießen, Frankfurt a. M., Laubach, Altenhain, Ullrich stein, den 14. März 1928. Samstag, den 17. März 1928, abends V 8'/, Uhr, im Cafe Leib, Walltorstraße MWMMWÄ Nur Mitglieder (Mitgliederkarte vorzeigen) und deren Angehörige sowie eingeladene Gäste haben Zutritt WWUgiWUWsMMM Donnerstag, 15. März, 8' « Ubr. im Katb. BereinSbauS: Filmvorführungen durch Ingenieur Ertel, Giehen Wege zu Kraft und Schönheit Mit dem Kraftpostwagen durch Deutschland und die österreichische Alpenwelt Ortsaruvve Giefien, Abteilung BildnngSweien. | Vermietungen | Mae 3-Zini Joiin. sofort beziehbar, zu vermieten. 01945 Wieseck, Ludwigftr. Nr. 17. Pens. Brandl B"ae“?2 Sonn. möbl. Zimmer, gate Räche. Tel. 1085. S. Simmet sofort z. verm. M9n Landgr. PH. 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Gegenüber dem Jahre 1924 war die Güterproduktion im Jahre 1927 um etwa die Halste größer, die Ausfuhr an Fertigwaren hat eine erhebliche Zunahme er'ahren. Die günstigere Gestaltung aus dem Arbeitsmarkt. Lohnsteigerungen und ein starkes Wachstum der Sreuereingänge waren die zunächst sichtbaren Folgen dieses Aufschwunges. Es sind vor allem zweierlei Faktoren, die bei der Beurteilung und Entwicklung dieses Aufschwungs besonders wesentlich sind: einmal der Ein'luh, den darauf die Auslandkredite gehabt haben und ferner die Zusammenhänge, die sich zwischen diesem wirtschaftlichen Aufschwung und dem Ratio- nalisierungsprozeh in der deutschen Wirtschaft zeigen. Die Auslandkredite waren erforderlich, um der deutschen Wirtschaft die nöligen Kapitalbeträge, hauptsächlich auch zur Durchführung der Rationalisierung, zur Verfügung zu stellen. Sie haben auch jedenfalls stark zur Belebung der Jnlandkonjunktur beigetragen und insoweit hat der Präsident der Reichsbank durchaus Recht, wenn er davon gesprochen hat, dab unsere Konjunktur in hohem Matze eine geborgte sei und dah es deshalb notwendig sei, in der weiteren Aufnahme von Auslandkrediten die größte Vorsicht walten zu lassen. Diese Auslandanleihen haben als „Ankurbelungs- lredite" für die Wirtschaft gewirkt; sie haben auch als neue, zusätzlich hinzugekommene Kaufkraft, die nicht aus der eigenen Produktion stammte, jedenfalls auch zu der Preis st eige- runa beigetragen, die wir im letzten Jahre erlebt gaben. Während die Indexziffer der Großhandelspreise im Jahre 1926 bei den Produktionsmitteln 132,5 und bei den Konsumgütern 162,2 betrug, beliefen sich diese Zahlen im Dezember 1927 aus 133,6 bzw. 172,2. Don dieser Preissteigerung ist heute bei uns vielfach die Rede. Vor allem find es zwei Gesichtspunkte, unter denen sie besonderes Interesse bietet. Man hat zunächst ganz allgemein als Folge des Rationalisierungsprozesses, der doch zu einer Verminderung der Produktionskosten führte, eine Verbilligung der Preise erwartet; ferner stehen mit dieser Preissteigerung die Forderungen nach Lohnerhöhungen, die jetzt von den Gewerkschaften erhoben werden, in engem Zusammenhang. Zwar sind auch die Löhne vom 1. Januar 1927 bis 1. Januar 1928 nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamts im Durchschnitt um etwa 10 Prozent gestiegen, eine Erhöhung, die jedoch von feiten dec Vertreter der Arbeiterschaft im Hinblick auf diese gute Konjunkturperiode als unzulänglich bezeichnet wird. Freilich wird nun demgegenüber auS den Kreisen der Wirtschaft betont, daß diese sog. gute Konjunktur des Jahres 1927 doch in mancher Hinsicht nur einen recht illusorischen Charakter getragen habe. In den Kreisen von Industrie und Handel spricht man deshalb von einer „Mengenkonjunktur" und einer „Selbstkosten- krisis". Mit diesen Ausdrucken soll gesagt sein, dah wohl die Produktion in ganz erheblichem Ausmaße g e st i e g e n sei, daß auch der Absatz zugenommen habe, daß aber infolge der Steigerung der Selbstkosten der G e - Gießener Stadttheater. Ludwig Fulda: „Höhensonne". DaS muhte mal kommen. Früher oder später. Der Stoff lag gewissermahen in der Luft. Denn die abenteuerliche Gestalt des Harry Dvmela ist beinahe ebenso charakteristisch für die grotesken älmkehrungen und Aeberschneidungen unserer aufgeregten Zeit, wie etwa Max Schmeling oder Otto Peltzer, und an sich ebenso unbedeutend wie die Rekordfliegerei über den Ozean oder der aufgebauschte Empfang Aman älllahs in Berlin. Es ist so lange über den phantasiebegabten Rachfolger des weiland Hauptmanns von Köpenick geredet und geschrieben worden — viel zu ausfichrlich und viel zu wichtig —. bis schlieh- lich Fulda, etwaigen Filmspekulanonen des geschäftstüchtigen jungen Mannes energisch vor- greifend, ihn zum Pseudohelden eines (mehr als harmlosen) Lustspieles erkor, dessen durchsichtige Decknamen keinen kundigen Zeitgenossen zu tauschen vermögen. Was die in umfänglichen Presseberichten bequem bercitliegende Fabel angeht, so ist zu sagen, dah hieraus eine handfeste Komödie hatte wachsen können, ein halb tragisches Zeitbild vielleicht, eine hanebüchene Satire zum mindesten. Bei Fulda langte es eben zu einem gemütlichen Lustspielchen mit nachhaltigen Abstechern in reichlich ausgebeutete Schwantreviere. und jedenfalls wäre es — dies festzustellen, gebietet die Gerechtigkeit — für den minder mit den Fortschritten der jüngstkn Zeit vertrauten Theaterbesucher nicht leicht gewesen, dem Stück seine Herkunft aus den erlauchten Bezirken der immer weiter um sich greifenden Dichterakademie anzumerken. t Die K .-rnPunkte der drei QUte tt d m Kurze wiedergegeben. Beim Aulo.abri an'.en Kno t erscheint, zwecks Erstehung eines feudalen Tourenwagens, der „Freiherr von Löwenklau". Das ist er. So genannt, weil er der Löwe aller Salons ist und klaut. Mithin eine sinnige Visitenkarte. Geschäftige Fama, ihm vorausgeeilt, lüftet das Inkognito. Leider das falsche. Die Bauchkriecherei beginnt, von „Höhensonne" mild beschienen. Hingegen wird Herrn Knosts Privatsekretär, der bloß Bert Burger heißt, gleich zu Ansang bem vergnügten Publiko mit vertraulichem Augenzwinkern als der richtige Prinz vorgestellt. Tüchtiger junget Mann. Ohne Hochmut. Herz auf dem rechten Fleck. Arbeit schändet nicht. Im Gegenteil: trögt ihm ernstgemeinte Sympathien von Herrn Knosts überraschend vernünftiger, aufgeklärter und moderner Tochter Marlene zu. w i n n damit nicht Schritt gehalten habe; im Gegensatz zu anderen Au,schwungsperioden habe sich Die Rentabilität der Linlerneh* mungen nicht gebessert. Zur Erklärung dieser Tatsache wird namentlich auf d e gewaltige Steigerung der sozialen und steuer- l i ch e n L a st e n hi gewie en. Rach den Angaben der bekannten, im Februar dieses Jahres herausgegebenen De.ilschrist der Vereinigung dec deutschen Aroettge.ecverbänve zur Lohnbewegung, haben sich die Aufwendungen für Soz al» versicherung im Jahre 1927 gegenüber 1913 etwa vervierfacht und damit eine Steigerung um über 2,5 Milliarden erfahren, während nach den Angaben des Reichsveröandes der deutschen Industrie im Jahre 1925 gegenüber 1913 die Gesamtsteuerbelastung einer Reihe caür untersuchter industrieller Llntecnehmungen auf mehr als das Achtfache gestiegen ist. Der soeben erschienene Geschä:s e.icht der Deuts en Dank für das Jahr 1927 teilt mit, datz die ge anue Steuerlast die es Jahres mit 13,23 Millionen Mk. 88. Prozent des Betrages ausmache, der für die Dividendenausschüttung bestimmt sei. So stehen also in der deutschen Wirtschaft zwei Kräfte einander gegenüber und sind nach verschiedenen Richtungen hin wirksam: auf der einen Seite die eben erwähnte Zunahme der steuerlichen und sozialen Lasten, die steigernd auf die Produktionskosten wirken muh und auf der anderen Seite der Prozeß der Rationalisierung, der einen entgegengesetzten Einfluß ausgeübt hat. Es ist natürlich vollkommen ausgeschlossen, für die deutsche Wirtschaft in ihrer Gesamtheit zu sagen, welche Kräfte die stärkeren waren, diejenigen, die auf eine Steigerung oder diejenigen, die auf eine Senkung der Produktionskosten yingewirkt haben. Je nachdem das eine oder das andere der Fall ist, wird man mit Recht oder Unrecht für das vergangene Jahr von einer Selbstkosten.ri'is und lediglich von einer Mengenkonjunktur iprechen dürfen. Denn es ist ja auch zweifellos, dah in dieser Hinsicht die Derhält- nisse bei den einzelnen Industriezweigen und Llnlernehmungen recht verschieden gelagert sind. Das gilt weniger von der Kostensteigerung durch soziale Lasten und Steuern, von der wohl alle Llnternehmungen gleichmäßig betroffen wurden, als vielmehr davon, ob die Möglichkeit vorlag, dafür einen mehr oder weniger vollkommenen Ausgleich auf dem Wege technischer und wirtschaftlicher Verbesserungen zu schaffen. Es ist sicher, daß in dieser letzteren Hinsicht die Verhältnisse recht ungleich liegen. Davon ganz abgesehen, dah schon allein die technische und wirtschaftliche Eigenart der einzelnen Industriezweige und Unternehmungen allzu verschieden ist, um einen derartigen Rationalisierungsprvzeh überall mit dem gleichen Erfolg durchführen zu können, sind doch dazu beträchtliche Kapitalbeträge erforderlich, die keineswegs allen Unter* nehmungen in der gleichen Weise zur Verfügung ftanden. Man wird wohl im allgemeinen annehmen dürfen, dah in dieser Beziehung besonders die kleineren Unternehmungen ungünstiger gestellt waren, als die größeren. Wenn also in dieser Hinsicht die Verhältnisse keineswegs gleichartig lagen und wenn man es ohne weiteres verstehen kann, dah es zahlreiche Unternehmungen gab, bei denen man recht wohl nur von einer bloßen Mengenkonjunktur und einer Selbstkostenkrisis reden konnte, so darf man das freilich nicht für die ganze Industrie verallgemeinern. Zahlreiche Di- Zweiter Akt — man kann sich jetzt kürzer fassen —: Honoratiorenversammlung im Hause des Autofabrikanten; Festessen, Toast, große Cour. Kriecherei steigert sich, die Sonne scheint. „Durchlaucht" haben ein zartes Techtelmechtel mit Frau Knost; dann brennt ec durch mit ihr und dem Auto. Indessen Knosts Tochter und „junger Mann" sich verloben und selbständig machen. Zum Kummer des Alten. Ieht gleitet das Ganze sanft in bewährte Schwanksituationen über und lebt bis zum Schluß von der allzu gründlich ausgeschlachteten Verwechslung zwischen dem echten und dem falschen Prinzen, welcher erst der alte Fürst, dann Frau Knost, zuletzt Herr Knost (samt den übrigen) zum Opfer fallen. Der dritte Akt wird außerdem mit der Fürstenabfindung, mit der Vernehmung des erwischten Hochstaplers und der obligaten Verlobung (des echten Prinzen mit Knosts Tochter; so daß Knost also gewissermaßen trotz allem noch die Treppe hinauf fällt) etwas künstlich aufgepäppelt. Irn Ganzen hat sich Fulda so vorftchtig wie möglich zu benehmen versucht, damit keiner (außer den allzu unmittelbar Beteiligten) vor den Kopf gestoßen oder an politisch empfindlichen Stellen gelitzelt werde. Zur Satire fehlt ihm das Zeug; ihm genügte der dankbare, mehr als dankbare Stoff; die schon fast als billig zu bezeichnende Gelegenheit, dec herrschenden Stimmung liebenswürdig lächelnd enlgegenzu- kommen. Und es mag genug Leute geben, die es für unnötig halten, eine an sich schon reichlich breilgetretene Affäre ohne lieferen künstlerischen Ehrgeiz auf die Bühne zu stellen. Auch solche, die am Ende von einem gewissermaßen offiziellen Dichter ein wenig mehr erwartet hätten an innerem Gewicht, an Repräsentation im Stil und an Originalität in der Wahl feiner Mittel. (Es fei hier nur an die äußerst bequeme Dramaturgie des ersten Aktes bescheiden erinnert) Die Ausführung, von D o l ck geleitet, hatte Bewegung und allerlei handfesten Humor in den ersten Akten, schleppte aber zuletzt, wo energische Konzentration des abfallenden Textbuches geboten war, merklich, konnte (und wollte wohl auch) die Mängel des Stückes nicht verbergen und tat gelegentlich, für unser Empfinden, mit dick Auf getragenem, des Guten etwas zuviel. Im Ensemble glänzte Goll als der durch eigene Schuld heftig blamierte, jedoch keineswegs geheilte Autofrihe mit saftigen Pointen. — Baste (Löwenklau oder Domela oder Wuttke aus Pasewalk: nach Belieben) hochstapelte mit Nonchalance und abgefeimten Gaunermanieren, die stellenweife von fataler Echtheit waren. — lanzen von Aktiengesellfchaften, die in den letzten Wochen und Monaten herauSgekommen sind, zeigen doch, dah c*ei vielen wichtigen Industrien recht wohl von einer ausgesprochenen Gewinnkonjunktur gesprochen werben kann, wobei noch hinzuzufügen ist, daß im vergangenen Iahre noch keineswegs überall bereits die E - folge des durchge ührten Rattonatts.erungs- prozesses zum vol.en Ausdruck kommen konn.en. Allerdings muh man, um einen genügenden Einvlick in diese Zusammenhänge zu erhalten, beachten, dah die Dividendenpolitik einer Unternehmung nxh kein brauchbares Bild iür die Höhe des Ertrages abgibt und datz diel heute in weit geringerem Maße der <^a!l ist, als in den Zeilen vor dem Kc.ege. Wir dürien nicht aus dem Auge verlieren, daß innere Industrie in starkem Llm.ang laufende Ue^erschüf,e z u Investitionszwecken verwendet. Zahlreiche Gesellscha ten haben bei uns en.weder ganz auf die Ans chüttung einer Dividende verzichte, oder nur eine niedrigere gegeben, a.s es nach dem Ertrag möglich gewesen toä.e, weil sie De- triebsüberschüsse da ür verwendet haben, um den Betrieb zu verbessern und auszubauen. Es ist das eine ganz besonders wichtige und vorfichtige Form der Bildung von inneren, von stillen Reserven; auch manche priva.en Unternehmungen werden ähnlich gehandelt haben. In die er sog. Selbstfinanzierung der Wirtschaft liegt ein Vorgehen, das volkswirtschaftlich nicht hoch genug gewertet werden kann. Es ist das eine Form der Kapitalneubildung, die volkswirtschattlich genau die gleiche Bedeutung hat, wie das übliche Sparen bei einer Sparkasse. Beträge, die sonst als Dividende verteilt, vielleicht mehr oder weniger für den Konsum von Genutzgütern verwendet worden wären, haben so dazu gedient, Mittel für Betriebs- Verbesserungen und Detriebserweiterungen zu liefern. Es entzieht sich jeder zahlenmähigen Schätzung, in welchem Umsang z. B. im vergangenen Iahre eine solche Selbstfinanzierung sich vollzogen hat; nur das eine wird man mit aller Bestimmtheit sagen dürfen, dah es in recht großem Umfang dec Fall gewesen ist. Soweit es aber zutrifft, wird man — auch wenn die Höhe der Dividenden gering war — nicht von einer reinen Mengenkonjunktur sprechen dürfen; denn dann tragen die Gewinne beträchtlich größer, als es in den zur Vec.ei.ung georachten Dividenden zum Ausdruck gekommen ist. Wenn man diese Zusammenhänge beachtet, dann wird man auch zum Teil die Tatsache verstehen, datz trotz der Rationalisierung die Preise nicht gesunken sind, ja, sogar noch eine Steigerung erfahren haben. Ganz abgesehen davon, dah das immer in Zeiten auf- steigender Konjunktur der Fall zu sein Pflegt uni) dah hierbei auch als Folge der Auslandkredite gewisse inflationalistische Momente eine Rolle gespielt haben, wurden eben die durch die gesunkenen Produktionskosten gestiegenen Erträge eine Quelle, um die Unternehmungen innerlich zu kräftigen und auszubauen. Soweit die Steigerung der Preise darauf beruhte, der deutschen Wirtschaft Mittel zur Kräftigung zuzuführen, und sie damit auf fremden Märkten konkurrenzfähiger zu machen, wird man auch das unbedingt vom Standpunkt der ganzen Volkswirtschaft aus g u t h e i h e n können. Denn von diesem Standpunkt aus ist es doch immer besser und vorteilhafter, die Mittel zur Kräftigung unserer Wirtschaft durch eine Ein schrän kung der Lebenshaltung, auf die ja schließlich jede Preissteigerung hinausläuft, als durch eine weitere Vers chuldung an das Ausland, zu gewinnen. Daß eine jede Stärkung der Wirtschaft, die sich auf solchen Grundlagen vollzieht, auch günstig auf die Entwicklung der 2age auf dem Arbeitsmarkt wirken muß und auch erst die wirtschaftlich unentbehrlichen Voraussetzungen weiterer Lohnsteigerungen schassen farm, Eine sehr hübsche Leistung bot Alix K r a h m e r , der die ihr sichtlich zusagende Aufgabe anver- traut war, eine junge Dame von heute zu spielen, welche ihren alten Herrn mit „Ferdinand" anredet, über eine Weltanschauung von neuester Sachlichkeit verfügt und keineswegs auf den Mund gefallen ist. — Zurückhaltend und sympathisch spielte Hennig den jungen Prinzen mit dem schlichtbürgerlichen Ramen. Sein seriöser Papa, der sich schwerfällig in den „veränderten Verhältnissen" zurechtfindet, wurde von G e f f e r s sehr angenehm gesprochen. In kleineren Rollen: Baumann, Telekh und V o l ck. Die Reuigkeit wurde mit vielem Beifall entgegengenommen. (In Erfurt wird man sich um die Erwerbung des Stückes reißen.) Dr. Th. Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Als Abfchluß der Filmdarstellung aus dem Leben Friedrichs des Großen läuft gegenwärtig im Lichtspielhaus Bahnhofstraße der zweite und letzte Teil des Films „Der Alte Fritz". Dieser Ausklang, wie der zweite Teil des Films genannt ist, rückt noch einmal die Persönlichkeit des großen Königs scharf in den Vordergrund, vermeidet alle Rebensächlichkeiten und unwesentlichen Dinge und ist ganz darauf abgestellt, dem Beschauer die überragende Gröhe dieses Fürsten sowohl als Soldat, wie als Staatsmann eindringlich vor Augen zu führen. Mitten hinein in wichtige Vorgänge der damaligen Zeit führt dieser Dildstreisen. Man sieht Oesterreich in der Zeit des bayerischen Erbfolgekrieges im Jahre 1778 seine Hand nach Bayern ausstrecken. Oester- reichische Truppen marschieren in Bayern ein. aber Friedrich zerschlägt die Annektionspläne des Wiener Hofes, indem er dessen Gesandten in Sanssouci kurzer Hand hinauskompttmentiert und dem Habsburger Joseph sagen läßt, die Antwort aus sein Vorgehen gegen Bayern werde im Feldlager der preußischen Armee geschrieben werden. Es kommt dann zum erneuten Ausrücken Friedrichs ins Feld, zum sog. Kartoffelkrieg, der 1779 nach längerem Gegenüberliegen beider Heere mit der Verständigung von Tcschen ab- schlieht. Die Dramatik dieses historischen Ge- schehens hat der Regisseur in packender Weise herausgearbeitet, eine Anzahl militärischer Episoden im Feldlager fein im Bild gestaltet Man erlebt bann die vielen Sorgen des Königs, insbesondere seinen Verdruß über den oberflächlichen und genutzsüchligen Thronfolger, der dem einsamen Alten auf Sairssouci noch auf dem Sterbebette schwerste Kümmernis bereitet Reben liegt für jeden klar zu Tage, der ökonomisch zu denken versteht. Ohne Diesen Rationalisierungsprozeh, der sich bei uns vollzogen hat, wären die Lohnerhöhungen ganz un, ragbar, um die jetzt bei unS verhandelt und gelämp t wird. Diese Lohn* ncigerungen, wie sie nun langsam einfetzen, werden — von der re.n sozialen Seite ganz abgelegen — auch volkswirtscha.t.ich günstig wir.en können. Sie bedeuten einen verstärkten A b- satz aus dem inneren Markt und können damit auch unsere Konkurrenz ähigkeit auf dem Weltmärkte günstig bceinfluf e... Ist es doch bekannt, dah eine Industrie um so leichter der Konkurrenz auf fremden Märkten begegnen kann, ür einen je größeren Teil ihrer Produktion sie uen gesicherien Ansatz aus den eigenen inneren Markte ha.. Freilich sind diese günstigen Wirkungen nur dann möglich, wenn die jetzt kommenden Lchne.höhun. en zui ächsi ein bestimmtes Mah nicht überschreiten. Sie öüt en nicht in zu großem Hm ang die Mittel absorbieren, die in der eben dargelegten Weise dec Industrie die Deträ e zu wirtschaftlichen und technischen Derocj e.ungcn und Reuanlagen zur Verfügung -gestellt haben. Da unsere Wirtschaft solche M.tie' auch aus eigenen Lieberschüssen braucht, tonnte sonst e ne über das zur v,eit wirtschaftlich mog.lce Mah hinausgeßende Lohnsteigerung zu weiteren Preiserhöhungen führen, die unsere Konkurrenz.ähigkeit auf fremden Märk.en verminde.n. aber auch die Konkurrenz äh.g.eit fre.ndländifcher Jndustr en auf dem deutschen Markte erhöhen mühte. Dadurch könnte dec Absatz der heimischen Industrie eine Einbuße erfahren. Dah eine solche Entwicklung aber ungünstig auf un eren Arbeitsma.kt und damit auf die Lage der Arbeiterschaft teufen mühte, liegt auf der Hand, davon abgesehen, dah durch solche Preissteigerungen die jetzt eintretenden Lohnerhöhungen mehr oder weniger illusorisch gemacht würden. Denn für die Lebenshaltung des Arbeiters kommt es ja nicht auf die Höhe des Rominallohnes, sondern auf die Höhe des Reallohnes an, daraus, welche Mengen an Gütern er sich mit dem ihm gezahlten Lohne zu laufen imstande ist. Oberheffen. Landkreis Gießen. !—! Lollar. 13. März. Dieser Tage veranstaltete unsere Konfirmandenklasse in dem überfüllten Saale „der Linde" einen wohl- gelungenen Elternabend. Rach einleitenden Wyrten über die Bedeutung eines solchen Abends von Rektor Saab und dem Klassenlehrer Keller unterhielt eine sehr reichhaltige Vortragssolge die Besucher aufs angenehmste. Die Darbietungen, die nach den Gesichtspunkten „Winter" und „Frühling" ausgewählt waren, und aus Vorträgen. Chören, Gruppenspielen, Theaterstücken, Reigen und Musikstücken einer kleinen Schülerkapelle bestanden, wurden alle recht flott vorgetragen. Die Einübung der Reigen, die noch besonders durch felbftangefertigte Papierkostüme sehr wirkungsvoll waren, halte unsere Handarbeitslehrerin. Frl. Weimar, übernommen. Zum Schluß sprach Rektor D a a b dem Klassenlehrer und den Kindern für ihre überaus große Mühe und Arbeit den wohlverdienten Dank aus. t Allendorf a. d. Lda., 13. März. Der Geflügelzüchterverein Allendorf u. Umgebung hielt am Sonntagnachmittag bei Mitglied Eberhard Ranft, „Gasthof zum Bahnhof" dahier, eine gutbesuchte Jahresversammlung unter seinem Vorsitzenden Wilh. R a ch t i g a l l ab. Rachdem der Vorsitzende auf die gute Entwicklung des Vereins im abgelaufe» nen Jahre hingewiesen hatte, erstattete der Rechner, Christoph Ranft, die Rechnungsablage, die vom günstigen Stand der Kassenverhältnisse diesen beiden Hauptteilen des Filmausklangs stehen noch eine Reihe feingestalteter Episoden, die sich ebenfalls durch Handlung und feine Dildwickung auszeichnen. Erichüttemd wirkt am Schluffe die Darstellung von dem Hinscheiden des großen Königs. Otto Gebühr als Hauptdarsteller überragt in feiner wunderbaren Maske des Alten Fritz und in feiner künstlerisch höchst eindrucksvollen Gestaltung der Rolle alle übrigen Mitwirkenden um ein Vielfaches. Rächst ihm ist vor allem Franz Stein als Lord- marschall Keith eine Persönlichkeit, die packend wirkt. Die übrigen Darsteller bewegen sich in ihren künstlerischen Leistungen etwa auf der Durchschnittslinie. In der Gesamtheit bewertet ist festzustellen, daß dieser letzte FilmteU aus Friedrichs Leben als eine hervorragende künstlerische Leistung anzusprechen ist, die als würdiger Ausllang der bisherigen darstellerischen und film- technischen Schöpfungen auf diesem Produktionsgebiete deutscher Filmkunst bezeichnet werden muß. B. Preußen kündigt Goethe. Wie wir von der Leitung des Frankfurter Goethemuseums erfahren, hat der Preußische Finanzminister es abgelehnt, für-das Frankfurter Goethehaus weiter Unterstützung aus Staatsmitteln zu gewähren. Roch ist die Rot des Goethehauses am Hirschgraben in aller Erinne- rrng, jene grausen Jnflationsjahre, da durch die aus dem Ausland zusammengebettelten Dollar,cheine und Pesetanoten die Instandhaltung des Dichterhauses ermöglicht wurde. Zwei Jahre lang hatten die preußischen Zuschüsse, geholfen, diesen unwürdigen Zustand zu beseitigen. Run scheinen die schmachvollen früheren Verhältnisse wiederkehren zu fotlen, und toir werden wieder wie in der Inflation erleben können, dah es heißt: Goethe geht betteln. Man sollte aber bedenken, daß auch beim Goethehaus der Verlust des Stisttingsvermögens durch die staatliche Jnflationspolitik verursacht worden ist, und daß der Staat die moralische Pflicht hat, hier wenigstens zum Teil gutzumachen, was er verschuldet hat. Darüber hinaus s ollte man sich vergegenwärtigen, daß der Rame Goethe bei der Zersplitterung unseres Volkes in Stämme, Konfessionen und Parteien vielleicht das einzige Symbol ist, das im Inland und Ausland als Repräsentant deutscher Gröhe in gleicher Liebe und Ehrfurcht gegrüßt wird. Wir sind zu uneinig, um unseren Gefallenen ein Ehrenmal errichten zu können, sind wir aber auch wirllich so arm, daß wir die Rattonaldenkmäler, die wir haben, preisgeben müssen? Zeugnis gab. Bei der daraus vorgenommenen Neuwahl des Vorstandes wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder und Beisitzer einstimmig wicdergcwählt, also außer den Obengenannten der Schriftführer Heinrich Stein (Climbach), die Beisitzer H. Walter (-Saubringen) und H. Nein zu Winnen. Als die einzigen noch lebenden Bereinsgründer wurden unter Verleihung eines Diploms Eberhard Ranft zum Ehrenvorsitzenden. Ludwig Römer (Allertshausen) zum Ehrenmitglied ernannt. Sodann wurde beschlossen, jedes Mitglied nach 25jähriger treuer Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied zu ernennen. Rach einem Bericht des Vorsitzenden über die kürzlich in Gießen stattgefundene Der- bandsversammlung wurden noch allerlei Praktische Hinweise und Erfahrungen besprochen, die für Züchter zu wissen und zu beobachten wichtig find, und eine Sammelbestellung von gut empfohlenem und als bewährt befundenem Geflügcl- futter aufgegeben. • Treis a. d. Lda., 14. März. Am Samstagabend veranstaltete der Gesangverein „Liederkranz" eine Familienfeier, die gut besucht war. Rach der Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden trugen die Sänger unter der Leitung des Chormeisters Konrad R i c o l a i (Großen-Buseck) Chöre und Volkslieder vor, die sämtlich fein durchgearbeitet waren und bewiesen, daß der Verein unter der Führung des Herrn R i c o l a i einen bemerkenswert ersreulichen Aufschwung genommen hat. Der künstlerischen Führung des Vereins durch Herrn Ricolai wird allgemein wärmste Anerkennung zuteil. Eine Tvmbolaverlosung, zu der die Preise von den Gewerbetreibenden gestiftet worden waren, vervollständigte da« Programm des Abend» in guter Weise. : Beuern, 13. März. Begünstigt durch die gelinde Witterung der letzten Zeit konnten die Holzhauerarbeiten im hiesigen Gemeindewald bereits beendet werden. 30 Holzhauer waren mit dieser Arbeit ca. 14 Wochen beschäftigt. Der Hiebsatz der jährlichen Holzernte beträgt für unsere Gemeinde 2700 Fstm., doch wurde in den letzten Jahren etwas weniger geschlagen, da die Frühjahrsstürme der vergangenen 3al)re erhebliche / Windfall gebracht hatten. Für dieses Jahr waren vorgesehen 2328 Fstm. Ruh- und Brennholz. Hierzu kommt eine auherordentli^e Fällung für die Abholzung des neu zu schaffenden Sportplatzes, die 348 Fstm. einbrachte, so daß in diesem Jahre zusammen mit noch 100 Fstm. Windfallholz 2776 Fstm. geschlagen worden sind. Es entfallen auf Ruhholz: 1. Fichtenstämme 816,49 Fstm., 2. Kiefernstämme 145,92 Fstm., 3. Buchen- und Cichen- Stämme 143,45 Fstm. Hiervon werden in den nächsten Wochen noch etwa 200 bis 300 Fstm. Fichten« und Kiesernstämme auf einer öffentlichen Submission vergeben werden. Auf das Brennholz entfallen 1671 Fstm. (.) Lang-Göns, 13. März. Am Samstag hielt der Gesangverein „Germania" in der Turnhalle fein 37. Stiftungsfest ab. Der hiesige Musikverein unter Leitung von Dirigent Müller leitete die Veranstaltung mit einem Marsche ein und trug durch zahlreiche andere musikalische Darbietungen viel zur Verschönerung des Abends ►>•.. Rach einem Chor des Vereins begrüßte der 1. Vorsitzende, Wilhelm Sern II., die Erschienenen und ermahnte die Sänger, immer treu zum deutschen Lied zu stehen. Die packende Ansprache schloß mit einem Hoch auf den deutschen Sang und das deutsche Vaterland. Der Gesangverein „Germania", der von Musiklehrer Leib (Gießen) dirigiert wird, hatte Gelegenheit, im Laufe des Abends in mehreren Chören sein Können zu zeigen. Besonders her- vorgehoben sei hier das „Witinger-Schlachten- lied", in dem die Stärke und Wucht der gut geschulten Stimmen voll zur Geltung kam. Gleich Darauf folgte „Es blies ein Säger auf fein Hom", das in feiner Schlichtheit und doch vertrauten Schönheit noch mehr gefiel. Sehr stark wirkte auch das Lied „Die Söldner". Wie treu die Mitglieder zu dem Verein „Germania" stehen, zeigt die Tatsache, daß an diesem Abend vom Vorsitzenden 21 zu Ehrenmitgliedern (25jährige Zugehörigkeit) ernannt werden konnten. Drei davon erhielten außerdem noch den Lorbeerlranz für 25jährige Sängertätigleit. Es sind dies die Herren: Wilhelm Reu sch, Alfred Rompf und Karl Boller. Zu gleicher Zeit gedachte der Vorsitzende dreier Mitglieder, die, toenn sie nicht im Weltkriege gefallen wären, Die gsmenen Berge. Roman von Clara Viebig. Eophright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 13 Fortsetzung. Nachdruck verboten Des Doktors Fenster sah nach der Mosel hinaus, nur durch den vorderen Garten war er vom Wasser getrennt, aber er empfand nichts von einem kühlenden Hauch. Es rauschte, es rauschte, wie heißes Flüstern klang ihm dies ständig herauf. So flüsterte es die ganze Nacht. Uno vom Garten stieg ein Duften auf, das zu dem Flüstern paßte: der Flieder war bereits abgetan, aber Jasmin verhauchte seinen schwülen Atem, Holunder und Rosen mischten sich drein und die ersten blühenden Linden. Es war in warmer Nacht ein Duft, so stark, daß er fast betäubte, ein Duften, so erregend, daß cs wild machte. Der Bräutigam riß sich das Hemd auf der Brust voneinander und lehnte sich, aus beengter Kehle atmend, weit hinaus. Diese Moselnächte hatte er sehr geliebt, zur Zeit aber bekamen sie ihm nicht; sie entnervten, machten matt. Er fühlte selber: er war energielos. „Du bist zu verliebt", sagte der Vater und lachte ihn aus. Er hatte dringend gewünscht, der Sohn möchte erst in der Praxis drin sein und dann heiraten. Es war doch wohl besser, wenn beides gleich zusammen an fing, der Mensch hatte ja sonst gar nichts anderes im Kopf als Braut und Heirat. Täglich trug er Briese zur Post und bekam auch täglich welche. Der alte Dousemont schüttelte den Kopf, er war fast ärgerlich über den Sohn: wie konnte man nur um ein Frauenzimmer sich so haben, sich ihm so ver- fthreiben mit Haut und Haar!? Er vergaß, daß auch er einst in jungen Tagen nicht viel anders gewesen war, daß er ebenso stürmisch begehrt hatteund war er selbst nicht noch einer, der begehrte? Nur daß es jetzt keine Schöne von Fleisch und Blut mehr war, die er zu genießen begehrte — jetzt waren's die Mosel und ihr Wein. „Du solltest nicht soviel trinken, Vater", sagte der Doktor; bas fast bläuliche Rot im Gesicht des Vaters, das seltsam abstach gegen sein schlohweißes Haar, beunruhigte ihn. „Es bekommt dir nicht." Er Frankfurt-Kassel durch den Vogelsberg. Man schreibt uns von gut unterrichteter Seite aus Alsfeld: Durch die gegenwärtige Bewegung i m Vogelsberg, eine Eisenbahn quer durch diesen zu bauen und den Vogelsberg weiter dem Verkehr zu erschießen, ist auch das alte, bereits vor dem Wettlrieg erörterte Projekt Alsfeld — Loshausen wieder in den Vordergrund gerückt worden, weil die zur Erschließung des Voge;sbergeö erstrebte Slck>- Rordver- binkmng Schotten—Ulrichstein-Als eld naturgemäß i^re Fortsetzung nach Kassel finden muh, wenn sie ihren Zweck erfüllen soll. Die Wichtigieit der Bahnstrecke Alsfeld — Treysa, die jetzt in die Station Zella der Hersseld—Treysaer Bahn einmünden würde, ist schon lange enannt worden, insbesondere auch von der Eisenbahnverwaltung schon vor dem Kriege. Bereits im Sahre 1911 lag eine Eingabe einer Anzahl von Gemeinden des Schwalm- tales dem preußischen Abgeordnetenhaus vor, die eine Bahn von Loshausen nach Alsfeld erstrebten. Das preußische Abgeordnetenhaus beschloß damals in der Sitzung vom 30. Mai 1911 auf Antrag der Budgetkommission, die Angelegenheit der Staatsregierung als Material au überweisen, wobei der Berichterstatter von Pappenheim be»er.te, die Ge nei den hofs- ten, daß die Ausführung möglichst bald bewerkstelligt würde. Die preußische Staatsregierung stand auch dem Projekt durchcnrS wohlwollend gegenüber, es traten aber innerhalb des Kreises Ziegenhain Hemmungen ein, die damals die Ausführung des Projektes, das schon in recht greisbare Rähe gerückt war, leider vereitelten. Heute ist nun das Projekt wieder, wie schon eingangs erwähnt, in den Dordev- grund des Interesses getreten, und es wäre Pflicht aller Beteiligten, insbesondere der Bewohner des oberen Schwalmtales und der Stadt Alsfeld, nunmehr dieses Projekt, das einen untrennbaren Bestandteil der Rord- Eüdverbindung durch den Vogelsberg von Frankfurt bis Kassel bildet, wieder auszugreilen und mit allem Rachdruck zu betreiben. Interessant ist die Feststellung, daß man im Jahre 1911 auch seitens des LandralsamtZ Ziege'Hain damals auf dem Sta d eunkt sta ib, daß der Ausbau der Guterver adestelle Schellbach? die Aussichten für eine Bahn Als'eld—Scheid'ache nicht nur nicht beeinträchtigen, fentern sogar fördern würde. Die Gründe, biie damals für die Erbarm "g einer Bahn von Alsfeld nach Los- Hausen sprachen, bestehen auch beute noch. Die Bahn Treysa-Hersfeld berührt die wohlhabenden preußischen Orte Salmshausen, Rollshausen mit Schönberg. Schrecks 'ach, Holzburg und Hattendorf mit zusammen etwa 3QOO Einwohnern nicht. Cs kommen hier außerdem noch die hessischen Orte Heidelbach, Münchleusel, Schwabenrod und Eudorf in 'Betracht. Run kann freilich der Personenverkehr für die Frage der Rentabllität einer Eisenbahnstrecke nicht maßgebend sein, sondern in erster Linie ist der Güterverkehr aussch'.aggebend. Dieser wird aber gerade für die Strecke Als, eld—Zella eine besondere Rolle spielen, im Zusammenhang mit der geplanten Vogelsbergbahn Schotten-Alsfeld. Der Hauptabsatz des zentralen Dogelsberges ist bekanntlich Basalt von ausgezeichneter Beschassenheit und Holz. An beiten herrscht in Rorddeutschland Mangel. Die Der- bindungsstrecke Alsseld— Zella, die den Durchgangsverkehr nach Kassel vermitteln würde, wäre dann in erster Linie als Ver- bindungsglied zur Beförderung ter Produtte des Vogelsberges nach Rorddeutschland von hervorragender wirtschaftlicher Bedeutung, und gerate dieser weitere Gesichtspunkt spricht auch ganz besonders für das Projekt Schotten—Alsfeld. Zu berücksichtigen wäre ferner, daß eine Bahn Alsseld—Zella—Treysa den Weg von Alsseld nach Kassel um 50 Kilometer abkürzen würde! Ferner würde die Strecke Kassel—Bebra- Fulda durch die neue Verbindung Kassel- Treysa—Alsfeld Fulda hinsichtlich des Güterverkehrs wesentnch entlastet inerte i können. Auch die Bedeutung des Lo'alver.ehrs für die Bahn Alsseld—Zella ist nicht zu unterschätzen. Vieh, Getreide und andere landwirtscka t iche Produkte, Dasatt von Holzburg und Schönberg. Sandstein von Hattendorf. Bau- und Grubenholz aus den benachbarten großen Staatswaldungen kommen für den loyalen Güterver ehr in Betracht, ferner Industrie'rodutte von Alsfeld und Lauterbach, Kali von Fulda nach der Kasseler Gegend usw. Schließlich spricht noch ein sehr wesentlicher Faktor für die Erbauung dieser Bahn. Dies ist die Tatsache, daß auf der zu erbauenden Strecke überhaupt keine Geländeschwierigkeiten zu überwinden sind, denn es sind keinerlei Höhen zu durchschneiten oder zu umgehen. Angesichts ter großen wirtscha'llichen Bedeutung einer Bahn von Alsseld nach Loshausen, jetzt Zella, im Jusanmenhan.g mit dem Pro ell einer Süd-Rordverbindung durch den Vogelsberg über Schotten—Alsseld dürste jetzt ter richtige Zeit >unkt gekommen fein, das Schwalm talbahnbroelt wieder auszugreifen und ihm endlich, als einem der ältesten Projekte, zur Verwir lichung zu ve'- Helen. Es wäre sehr zu wünschen, wenn auch das im Jahre 1911 beftetene Eisenbahn- ko m i t ee ter beteiligten Schmalmtalorte, das seinen Sih in Schrecksbach hatte, seine Tätigkeit wieder aufnehmen würde. Es ist anzunehmen, daß die Hemmungen gegen Has Pro'e't, die sich vor dem Kriege gellend machten, heute einer höheren und besseren Einsicht gewichen sind. auch Ehrenmitglieder geworden wären. Ein besonderer Genuß war noch ein Solo Vortrag (Tromba) von Ernst Weih, „Und kommst du auch nicht mehr zurück". Daß ein Theaterstück, gespielt von jugendlichen Sängern und Sängerinnen, nicht fehlte, versteht sich von selbst. Die Aufführung fand lebhaften Beifall. Alles in allem war es ein unterhaltsamer und wohl- gelungener Abend. ne. Lich, 14. März. Am Samstag fand im hiesigen Schulhause die Monatsversammlung des Bezirkslehrervereins Lich unter ter Leitung des Vorsitzenden, Lehrer Sprengel (Bellersheim), statt. Dr. H e n s o l d t als Vertreter der Firma M. Hensoldt & Söhne in Wetzlar führte den neuen Projektionsapparat vor. den feine Firma insbesondere für Schulzwecke herausgebracht hat. 2m Anschluß an diese Vorführung fand noch eine Besprechung über verschiedene schwebende Fragen des Lehrerstandes statt. ch L i ch, 13. März. Unsre Friedbofsanlagen haben in letzter Zeit ein gepflegteres Aussehen bekommen. Die vor dem Friedhof liegenden, an der Bellinger Straße herzichenden Sträucher waren stark in die Höhe gegangen und wurden in letzter Zeit zurückgeschnitten, so daß man jetzt wieder von der Straße her den Friedhof überschauen kann. Aber auch auf dem ■aBvwMixsMBaKMHHanwwttaaijsiaiiidHnBMMoaaQ hob ernsthaft den Finger. Aber gleich darauf mußte er lachen, das Gesicht, das sein alter Herr dazu schnitt, war sehr komisch. Jean Claude Dousemont schloß die Augen halb und blinzelte pfiffig: „Probier du erst mal meine zwei letzten von der Trierer Weinoerfteigerung — „Hohe Domkirch", „Bischöfliches Priesterseminar" — Auslese — dann sagste kein Wort mehr von „trink nit!". Ich sag dir. Jung, en Tröppchen!" Er schloß die Augen ganz, spitzte den Mund, und lehnte sich in den Stuhl zurück wie versunken in selige Erinnerung. „Ach, mein Sohn," — es klang fast wehmütig — „der is ’n Esel, der nit Moselwein trinkt. 3)er ihn nit versteht. Das Feinste vom Feinen, das Edelste vom Edelsten! Kein anderer Wein kann dagegen an. Nit süß wie der Südwein, nit so voll wie der Rheinwein, aber eine Blume, eine Blume so fein! Ha, der Duft, der Duft!" Nun öffnete er die Augen weit und sprang lebyaft vom Stuhl auf: „Mild und doch voll. Es durchläuft einen wie neues Leben, man wird jung davon — nä, man bleibt jung!" Er reckte seine mächtige Gestalt und lachte. „Und froh wird man; man wird nit gleich betrunken, beileib nit — sag, Junge, haste mich je betrunken gesehn? — aber'froh, leicht, en glücklicher Mensch! Kleinlichkeit, Kummer, Aerger, alles geht weg beim Mosel. Ich sag dir, und man wird auch ’n besserer Mensch. Wenn ich mit Leut zusammensitz, die ich eigentlich sonst gar nit mag, beim Wein scheinen sie mir nit mehr so übel. Der Wein setzt einem ’n rosige Brill' auf. Schenkt ein, stützt an, prost, du sollst leben, mein Freund! — Jung, Jung, sag mir nit, daß ich keinen Mosel mehr trinken soll'" „Aber für deine Arterienverkalkung, Vater — du hast zu hohen Blutdruck." „Ach wat!" Der Alte schnitt dem Sohne sofort die Rede ab. .Ich will dir wat sagen, Doktor, an etwas muß der Mensch ja doch sterben, und da kannst du auch nix bei machen. Masern und Scharlach, en Kinderkrankheit, werd ich ja wohl nit mehr kriegen — Arterienverkalkung — nu ja, dann sterb ich eben dadrcm. Aber eh ich bann sterb, bat sag ich dir, krabbel ich noch einmal auf den Herrenberg — zum letztenmal — und trink da oben die letzte flasch, und grüß noch einmal die Mosel, die Berge: Prost, euer Wohl? Oh, dann is dat Sterben so leicht!" Er hatte sich förmlich in Begeisterung ge» Friedhof selbst ist eifrig gearbeitet worden, um der Stätte unserer Entschlafenen ein würdigeres Aussehen zu verleihen. Der Cinfahrtßweg wurde auf beiden Seiten mit Bäumen bepflanzt, und noch in den letzten Tagen wurden an besonders geeigneten Stellen Reupflanzungen von Zier- bäumen vorgenommcn. Durch die sorgsame Pflege der das Kriegerdenkmal von 1870/71 umgebenden Anlage hat dieses ein würdigeres Aussehen bekommen und bildet jetzt eine Zierde des Friedhofes. Der nach der Feldbereinigung zum Friedhof gekommene neue Teil in der Rordecke fand namentlich für Grüften Verwendung. Ganz besondere Verdienste um die Neugestaltung der Friedhofsanlagen hat sich der derzeitige Friedhofswärter und Totengräber Christian Leder - mann erworben, der der Sache viel Sinn und Verständnis entgegenbringt. s. Hungen. 13. März. Samstagnachmittag fand im „Solmser Hof" eine Versammlung des Bezirkslehrervereins Hungen statt. Lehrer Jockel (Hungen) setzte seinen Vortrag über „Erforschung der Ortsgeschichte" fort und sprach über die Steinzeit. Er zeigte eine ganze Anzahl steinzeitlicher Werkzeuge, wie Hämmer. Beile u. a., sowie ein selbstgefertigtes Modell zur Erzeugung von Feuer durch Reibung eines Rundholzes in einem ausgehöhlten Holze. 3m übrigen wurden innere Angelegenheiten, die redet, sein Rot stammte, mit starken Schritten ging er durchs Zimmer. Maria trat eben ein, sie hielt ein Tablettchen vor sich auf beiten Händen, daraus ein großes Glas stand, bis zum Rande gefüllt: ter tägliche Morgenschoppen. Sie lächelte freundlich, auf ihr blühendes Gesicht fiel vom Fenster her vergoldender Schein. „Sieh dir die mal an," schrie ter Alte. „Das Bild ter Gesundheit! Und is mit Moselmilch groß- gezogen. Die hat als Winzerkind sicher mehr Wein zu trinken gekriegt als Muttermilch." ,T> nä, Herr Dousemont," sagte Maria und wurde rot — der Blick des jungen Mannes hatte sie'voll getroffen und blieb auf ihr hasten — „wir haben zu Haus nie Wein gekriegt. Der is zu kostbar." Heinrich Dousemont war überrascht: Donnerwetter ja, war die hübsch! Der Kater halte recht: ein Mädchen wie ein Bild. Und er verwunderte sich, daß ihm das bis jetzt noch gar nicht so ausgefallen war. Was für ein liebliches und doch stolzes Gesicht! Ganz römischer Schnitt, die Nase gerate, die Augen tiefdunkel — wirklich, er hatte selten ein so schönes Mädchen gesehen. Mit Wohlgefallen ruhten die Blicke von Vater unb Sohn auf Maria. Sie senkte die langen Wimpern, ihr Tablett, auf das Herr Dousemont das rasch geleerte Olas wieder gestellt hatte, wurde unsicher, das Glas rutschte, sie griff schnell danach. ,hoppla", sagte der junge Mann und lächelte. Sie biß sich auf die Lippen: oh warum sah ter sie auch so an? Das verwirrte sie ganz. Und ärgerlich war sie: er lächelte, warum lächelte er? Er lachte sie wohl aus? Er sollte sie nicht auslachen! Der Alte zog sie zu sich heran: „No, wat is es dann mit dir, Maria, en bös Gesicht? Un gestern war doch Sonntag, und dein Schatz war doch da!" „Ich hab keinen Schatz, Herr Dousemont", sagte sie. Es klang herb, fast unartig. Oh, wie sie das aufbrachte, daß Herr Dousemont noch immer dieses Necken nicht sein liefe? „Sie soll'n bat nit sagen," stieß sie heftig heraus, „und auch nit denken, sonst bleib ich lieber gar nit mehr hier!" Ihre Wangen wurden glühend, die Tränen schossen ihr in die Mimen. Hatte die ein Temperament! Und so urgesund, so vollsaftig! Der junge Mann mußte sie wieder am sehen. die Organisation des LandeslehrervereinS betreffen, behandelt. # Langd, 13. März. Gestern fand hier eine Brennholzversteigerung der staatli^en Försterei Langd statt, zu der sich eine außerordentlich große Zahl von Kauf.i.bhabern aus den umliegenden Ortschaften und bi3 weit in die Wetterau hinein eingefunden hatten. Die Preise waren, obwohl große Holzmengen ausgeboten wurden, entsprechend hoch. Es tarnen 114 1 rm Hartholz und 1 3 7 9 rm Reisig zur Versteigerung. Es wurde bezahlt für den Dop- pelraummeter Buchenschettholz 1. Klasse 16 biS 18 Mk., 2. Klasse 2 bis 3 Mk. billiger, Hainbuchenscheitholz hatte nahezu denselben Preis. Eichenscheiiholz kam je Raummeter auf 12 bis 13 Mk.. Kiefernscheitholz auf 9 bis 10 Mk.. Fichtenschci Holz 1. und 2. Klasse war im Preis entsprechend billiger. 1 rm Duchenknüppel kam durchschnittlich auf 14 bis 17 Mk.. Hainbuchenknüppel auf 12 bis 14 Mk.. Eichenknüppel 7 bis 9 Mk., Kieferntnuppel 6 bis 7 Mk.. Lärchenknüppel hielten sich im Preise ettva auf der Höhe der Kiefernknüppel und Fichtenknüppel wurden mit 5 oiZ 6 Mk. pro rm bezahlt. Eichen- knüvpelreiftg 1. Klaffe kamen 8 rm auf 4 bis 6 Mk., Buchenstammreisig (Reisig 2. Klasse) kosteten je nach Lage und Qualität das rm 2 bis 3 Mk. und Astrci ig (Reiser 3. Klasse) kamen 24 rm auf 24 bis 34 Mk. Tie Rachfrage nach Stöcken war diesmal geringer, als bei der vorhergehenden Versteigerung. Buchenstöcke kosteten durchschnittlich 6 bis 8 Mk., Eichenstöcke 4 bis 5 Mk., Kiefernstöcke etwa auf denselben Preis und Fichtenstöcke wurden mit 1,5 bis 2 Mk. bezahlt. f Rodheim a. d. Horloff, 13. März. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse e. G. m. b. H. hielt dieser Tage ihre ordentliche Generalversammlung in der Gastwirtschaft von Ludwig Rudel ab. Rach den üblichen Vegrüßungsworten durch den Vorsitzenden deS Aufsichtsrats, Lehrer Dietrich, erstattete ter Rechner, Otto Hofmann, einen ausführlichen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Es ging daraus hervor, daß die Genossenschaft sich in diesem Zeitabschnitt wieder ganz bedeutend entwickelt hat. Die Bilanz weist in Aktiva eine Summe von 76 106,16 Mk. auf, darunter Gelder auf laufende Rechnung von 68 147,72 Mk. Erfreulich ist die stetige Erhöhung der Spareinlagen, die im vergangenen Detriebs- jahr schon wieder die für ausgesprochen klein- ländliche Verhältnisse stattliche Summe von 19 683,43 Mk. erreichten, ein Beweis dafür, daß trotz wirtschaftlichen Drucks der Wille zum Sparen unb Vorwärtskommen vorhanden ist. Der Reservestock beläuft sich wieder auf 1200 Mk. und macht mit der Betriebsrücklage nahezu 2100 Mark aus. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Reingewinn von 1556,25 Mk. ab, nachdem auf die Geschäftsanteile eine Dividende von 10 Proz., wie im Vorjahre, verteilt wurde. An- geschlossen sind der Sparkasse die Schulsparkassen von Steinheim, Rodheim und Rabertshausen. Wenn es auch bei dem Sparen ter Kinder nicht auf große Summen ankommt, fc oll doch in der Hauptsache der S p a r f i n n gepflegt werden. Bei der Wahl der fahungsgemäh ausfcheidenden Mitglieder des Vorstands unb Aufsichtsrats wurde einstimmig beschlossen, diese Ehrenämter in den Händen der settherigen Inhaber zu belassen. Der Vorsitzende wies in feinen Schlußworten auf die Rotwendigkeit der Geldinstitute gerade auf kleinen abgelegenen Plätzen hin, ermahnte die Mitglieder zu weiterer treuen genossenschaftlichen Mitarbeit unb dankte dem 82- jährigen Rechner unb Gründer für feine im Dienste der Kasse geleistete Arbeit. Äreis Büdingen. Ridda, 13. März. Der 3. Bezirk des Gaus Hessen D. T. hält am nächsten Sonntag in der hiesigen Turnhalle ein Geräte- toetturnen ab. Gleichzci ig findet an diesem Tage das letzte große Wilitärkonzert für diesen Witter in derselben Räumlichkeit statt. Es konzertiert wiederum das M u f i k k o r p s des l.Batl. I. R. 15 Gießen, da durch seine künstlerisch hochstehenden Darbietungen nicht allein unter den Einheimischen, sondern auch aus einer weiten -Umgebung sich eine große Zahl von Verehrern und Freunden erworben hat. △ Ridda, 13.März. Der hiesige Qlrbei- tergefangoerein »Eintracht" gab am „Verstehst du, warum die so bös wurd?" fragte der alte Mann ganz betreten, als bas Mädchen rasch 1)inausgelaufen war. „Nein", sagte der Sohn. Doch er verstand sie: man mag mit so etwas nicht geneckt sein. Er mochte bas auch nicht. Aber ob sie wirklich keinen Schatz hatte? Das mußte er doch ergründen. Und er sah bas schöne zornige Gesicht noch vor sich, die auftprühenten Augen und den ganzen leben« atmenden Körper, als er in der heißen Nacht am Fenster stand, schlaflos, weil sehnsüchtige Gedanken ihn quälten. — Auch Maria lag lange wach. Sie war böse auf sich, böse auf Herrn Dousemont. So gut der's auch meinte, er war doch öfters recht ungeschickt: wie tonnte er sie gestern vor dem Herrn Doktor nur so blamieren? Und sie, sie hatte sich auch zu dumm benommen! Sie weinte. Es kam ihr auf einmal vor, als hätte sie großen Kummer. Der Kaspar hatte ihr gestern von Haus auch nichts besonders Gutes berichtet: der Vater war so abgeschafft — er hatte die Krankheit im Warmenberg, bas hatte sie sehr erschreckt, sie wußte, daß bas doppelt und dreifaches Spritzen bedeutete. Und der Vater hatte doch schon Sorgen genug. Aber der Kaspar hatte eine so ruhige Art zum Trösten, sie hatte die Stirn gegen seine Schulter gestützt, und dann war gleich alles gut gewesen. Heute fiel ihr bas nun alles wieder ein. Es gab neue Mittel gegen die Krankheit im Weinberg, aber die Mittel waren sehr teuer — wie konnte ter Vater nur alles, was ter Weinberg kostet, auf« bringen? Als sie bas letztemal daheim gewesen, war er ihr ordentlich gealtert vorgekommen. Ob er wohl Geld aufnehmen mußte wie fo viele? In Porten konnte er sich freilich nichts borgen, da hatten sie alle nichts — nur Kinder Der Kaspar hatte gesagt, er würde ihrem Vater gern vor« strecken, aber der Kaspar war ja nicht sein freier Herr, war noch von seinem Vater unb den Brüdern abhängig. Und hohe Zinsen mußte der zahlen, «ei sich irgendwo anders was lieh. Es war Maria, als wäre sie bis jetzt immer noch Kind gewesen, und jetzt erst — feit gestern, nein, eigentlich seit heute erst — war sie auf einmal fern Kind mehr. Wie er sie angesehen hatte! Ach, wie kann man sich durch einen Blick nur so verwirren lassen?! Rastlos warf sie sich. (Forts. folgt.) Sonntagabend zum besten der K i r ch c nreno- oierung i i der Turnhalle ein Konzert, das sich eines recht guten Besuchs zu erfreuen hatte, was im Hinblick auf den guten Zweck »ehr zu begrüben war. Die gutgeschulten Chöre und vorzügliche Jnstrumentalvorträge fanden bei den über 300 Zuhörern großen Beifall. Der recht ansehnliche Erlös für Eintrittskarten konnte fast ganz dem Kirchenfonds überwiesen werden, weil dem Verein nur geringe Unloften entstanden waren. Der evangelische Frouenverein will auch zu den Kosten der Kirchenverschönerung nach Kräften beitragen und hat beschlossen, an einem Sonntag nach Ostern in der Turnhalle einen Gemeinde- abend abzuhalten, bei dem eine Tombolaverlosung von zweckmäßigen Gegenständen statl- finden soll. Es haben schon viele Frauen und Mädchen des Kirchspiels selbstangefertigte Handarbeiten und sonstige Gegenstände zur Verlosung gestiftet, oder in sichere Aussicht gestellt. Auch Geldbeträge, die zur Anschaffung von Ber- losungsgegenständen dienen sollen, werden von Gemeindegli.dern gespendet werden. Erfreulich ist das allgemeine Interesse, das der guten Sache im Kirchspiel entgegengebracht wird. Areis Schotten. a. Schotten, 13. März. Die Freiwillige Feuerwehr Schotten hielt in der Schützeichalle am Sonntag ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Aach der üblichen Begrüßung durch den 1. Kommandanten Stang, nach dem erstatteten Jahresbericht, der Aechnungsablage und Boranschlagsgenehmigung fand eine Ehrung von elf Kameraden statt, die zum Teil schon 40, zum Teil 25 Jahre der Wehr als aktive Mitglieder angehörten. Aeg.-Aat Dr. H e l m r e i ch überreichte namens der Staatsregierung die von dieser ve-liehenen Auszeichnungen, Bürgermeister Menzel übergab namens der Stadt Aum Dan! für die langjährige treue Mitarbeit den Zubilaren geschmackvolle Ehrenurkunden, die von einer einheimischen Künstlerhand entworfen sind Einige neu in die Wehr eintretende Mitglieder wurden nach alter Sitte in feierlicher Form durch Handschlag ausgenommen. 3m nächsten Jahr wird die Wehr in größerer Feier ihr öOjähriges Jubiläum begehen. Aach einem ausführlichen Aeferat, das Geh. Aeg.-Aat Boeckmann erstattete, bildete sich aus Mitgliedern der Wehr eine Freiwillige Sanitätskolonne. Sie wird baldmöglichst durch Kreisarzt Medizinalrat Dr. Orth ausgebildet werden. Die nötigen Tragbahren, sanitären Einrichtungen, auch die notwendigen Gelder stehen zur Verfügung. Eine neue segensreiche Organisation ist damit für die Stadt geschaffen worden. CI. L a u b a cy, 13. März. Dieser Tage wurde die im 65. Lebensjahre verstorbene Gattin des hier im Ruhestand lebenden Pfarrer^ A e b e l bestattet. Die Abgeschiedene ha! über drei Jahrzehnte eine sehr ausgedehnte gemci.mühige Tätigkeit als Leiterin des hiesigen , Frauenvereins" und des ,M ä d ch e n k r a n z e s" ausgeübt. Sie war eine Tochter des Superintendenten Moser in Aohla am Harz und eine Schwester deö vor zwei Jahrzehnten in Wohnbach (Kreis Friedberg) verstorbenen Pfarrers Moser, des bekannien Volkskundlers, der feine gesamte große Bibliothek und Manuskripte ban „Verein für hes i'che Volkskunde" vermacht hat, — Am Sonntag unternahm der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs seine zweite Wanderung über Queckborn nach dem W i r b e r g und G r ü n- 6 e r g. 3n Queckborn zeigte Professor Dr. Ao eschen die Anlage der a l t A n Wasserburg. deren Stätte jetzt teilweise vom neuen Schulgebäude bedeckt ist. Er machte auch aufmerksam auf die alte Kirche, die deutlich ihren .Ursprung aus dem alten Burggebäude zeigt: sie gehört noch der romanischen Stilepoche an und ist auf der Aordseite noch merkwürdig durch das hier angewandte „Fischgräten-Mauerwcrk". Aus dem W i r b e r g zeigte Prof. Dr. A o e s - ch e n die Ueberreste des alten, 1527 der Universität überwiZenen Klosters. Auch mit der wechsel- vollen Geschichte des Klosters machte der Führer bekannt. Es wurde um 1140 durch die Wi'we eines ermordeten Cdelherrn namens Manegold gestiftet. Tisse wandelte, dem Geist der Kreuzzüge folgend, die alte Stammburg eines tapferen Geschlechtes in ein Kloster für Augustinerinnen. Die Höhe bot eine wundervolle Aussicht in das prächtige, schneebedeckte obere Wieseck- tal. 3n Grünberg wurden ebenfalls di? hervorragendsten Sehenswürdigl'i'en, das alte Antoniterkloster, noch aus der Mitte des 13.3ahrhunderts stammend, sowie die lieber» reste der alten Stadtbefestigung und der schöne Marktplatz besichtigt. ± Ober-Lais, 13. März. 3n den Gottesdiensten am letzten Sonntag in Unter-Lais und Glashütten predigte Pfarrer Hoch (Selters), der vor zwanzig Jahren kurze Zeit hier Ortspfarrer war, im Auftrag des Allgemeinen Evangelisch-Protestant scheu Wis ions- vereins. Außerdem hielt er am Sonntagabend in der Schule zu Ober-Lais einen Lichtbilder- Vortrag über die Arbeit der Ostasien- m i s s i o n. Die Ge'amtcollekte für diese Mission erbrachte den schönen Betrag von 21.50 Mk. Kreis Lauterbach. •* Lauterbach, 13. März. Unter dem Vorsitz des Landwirtschastsdirektors Glaser fand in dem Keutzerschen Saale dahier die diesjährige Ve. .ammlung des Kreisrinderzuchtvereins für den Kreis Lauterbach statt. Der seitherige Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt, ebenso der Ausschuß und die örtlichen Vertrauensmänner, insoweit sie noch dem Verein angehören: für die ausgetretenen Mitglieder wurden aus den betreffenden Gemeinden Ersatzleute bestimmt. Die mit einem Kassevorrat von 1006 Mk. abschließende Vereinsrechnung des Jahres 1927 wurde genehmigt und dem Rechner Entlastung erteil. Der Voranschlag für 1928 enthalt erstmalig einen Beitrag zu dem neu in Aussicht genommenen Prämienmarkt in Grebenhain. Die Versammlung setzte diesen Beitrag auf 200 Mk. fest und sprach die Hoffnung aus. daß durch diese Zuwendung die Mitgliederzahl des Vereins aus der Grebenhainer Gegend zunehmen werde. Ms letzter Punkt der Tagesordnung war ein Vortrag des Landwirtschaftsassessors Dr. P a st o r über „Die Beeinflussung der Milchbildung" angesetzt. Der Vortragende behandelte eingehend die Bildung der Milch in dem Körper der Kuh, das Melken, die Stallung und die Pflege der Tiere. Weiter gab der Referent wertvolle Fingerzeige für die Fütterung. Generalsekretär Dr. Wagner (Gießen) teilte mit. daß die Landwirte des Kreises Lauterbach bei der Landesausstellung in Darmstadt sehr gut abgeschnitten hätten: von 16 ausgestellten Tieren seien 15 mit wertvollen Preisen ausgezeichnet worden. Weiter gab der Generalsekretär die Ergebnisse der Milchleistungsvrüfung des letzten Jahres bekannt und bemerkte, bah solche Prüfungen wertvolles Mittel seien, den Milchertrag zu steigern. Aach Erledigung der Tagesordnung kam der Film „Die Milch, eine Quelle dec Volkskraft" zur Vorführung. Meinhessen. WER. Worms, 13. März. Als ein hiesiger Arzt vor 14 Tagen ein Mädchen in Rar- kose versetzt hatte und mit der Operation beginnen wollte, biß ihn die zu Operierende in einen Finger. Es entstand hierdurch eine Blutvergiftung, an deren Folgen jetzt der Arzt v e r st o r b e n ist. Preußen. O Hochelheim, 13. März. 3n der vergangenen Woche fanden im Vereinshaus der hiesigen Evangelischen Gemeinschaft, sowie in der Kirche Evangelisationsvorträge statt, die sich eines sehr guten Besuches nicht nur aus der hiesigen Gemeinde, sondern auch aus den umliegenden Orten erfreuten. Als Redner war Stadtmii.ionar de Meiern auS Köln gewon- en, der v'richiedene religiöse Themen tiefgründig behandelte. Zur Verschönerung der Evanaeli- sationswoche trug der hiesige gemischte Chor durch Cesangsvorträge bei. Dornholzhausen, 13. März. Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgehabten Dau- und Auhholzversteigerung wurden folgende Preise erzielte Kiefernstämme Klasse la und 1b 20 bis 25 Mk.. Klasse 2a und 2b 30 bis 35 Mk., Klasse 3a und 3b 45 bis 50 Mk. Fichtenstämme Klasse la bis 2a 25 bis 30 Mk. Lärchenstämme Klasse 2a und 2b 20 bis 25 Mk. ic Festmeter. Kiesernnuhholz (3 Meter lang) 10 bis 12 Mk. je Raummeter. Fichtenhainen 1. Klasse 3 bis 4 Mk. und 2. Klasse 2 bis 3 Mk. je Stück. O Riederklee n. 13. März. Bei Neuschnee hatte man am Sonntag im Distrikt „Dorn- Holzhäuserseite" des hiesigen Gemeindewaldes Wildschweine eingekreist. Von 3nstizinspek- tor D i e r h e l l e r (Butzbach) wurde ein Schwarzkittel im Gewichte von 150 Pfund zur Strecke gebracht. — Daß in der hiesigen Gemeinde keine besondere Aachfrage nach Pachtland besteht, zeigte eine am Samstag stattgehabte Acker- verpachtung. Für erstklassiges Land wurde eine Pacht von 3 Mk. je Ar bezahlt: für mittleres und geringeres Land wurden bei geringer Aachfrage nur 1 bis 1,50 Mk. je Ar geboten. Maingau. WSA. Frankfurt a. M., 13. März. 3rt der Theobaldstraße versuchte ein Arbeiter seine Frau mit Spiritus zu überschütten und anzuzünden. Er wurde als gemeingefährlich nach der Heilanstalt gebracht. - Einbrüche in Lebensmittelgeschäfte in verschiedenen Stadtteilen Frankfurts sind neuer» dings wieder an der Tagesordnung. Die Täter yaben es hauptsächlich auf Butter, Dauerwurst, Käse, Sardinen usw. abgesehen. Da die Ein» gangßtüren und Fenster nicht genügend gesichert waren, wurde in vielen Fällen den Einbrechern ihre Arbeit sehr leicht gemacht. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) Dr. A. Al. in Gießen. In dieser Angelegenheit müssen Sie sich bei einem Rechtsanwalt befragen. Die Forderung' der Newell verlangt von der Hautfrau, der das leibliche Wohl der ganten Familie anvertraut ist, heute ein größeres Verständnis für den Nährwert der Speisen, als wie das früher der Fall war. Deshalb hat das wieder neu erschienene Dr. Ociker’s Schulkochbuch Ausgabe C bereits begeisterte Aufnahme gefunden, weil es für jede Hausfrau und besonders für die angehenden ein guter Ratgeber für die Haushaltführung sein will, denn es trägt den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung und berücksichtigt die neuen Forschungs-Ergebnisse in der Ernährungswissenschaft. Zahlreiche farbige Tafeln über Fleisch, Gemüse, Pilze, Kuchen, Torten, über die Anrichtekunst usw. vervollständigen die Sammlung von fast 500 Koch-, Back- und Einmache-Rezepten. Das 150 Seiten starke Buch ist in dauerhaftem Pappband, wo nicht vorrätig, gegen Einsendung von 30 Pfennig in Marken von mir portofrei zu beziehen. Viele neue und wertvolle Anregungen zum Backen bietet Ihnen mein bereits in Millionen-Auf läge verbreitetes neues farbig illustr. Octkev-Rezeptbuch, Ausgabe F, das für 15 Pfennig in allen einschlägigen Geschäften erhältlich ist. Sie erfahren aus dem Buche auch Näheres über den vorzüglichen Badcapparat „Küchenwunder", mit dem Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen, braten u. kochen können. Dr. Oetker's Badspulver „Badsin", Puddingpulver, Van^ Zucker, Gustin usw. sind in allen Geschäften stets frisch zu haben. Auf die Schutzmarke „Heller Kopf" wollen Sie bitte achten. 1 Dr. August Oetker, Bielefeld. \ Nutz- uns Brennholz - Versteigerung Freitag, den 23. März 1928, vormittags 9‘/o Uhr beginnend, in der Zicgen- halnfchcn Wirtschaft z» Nieder-Ohmen aus den Forstorten Mühlberg 4, 9; Haag 1, 2; Pfeifensack 1, 2; Oberer Haagkopf, Junger Zwilling 3, 5, 6, 7; Alter Zwilling 1; Dornkrätzer 1; Vorderster Köpsel 1; Hofstrauch 2; Sandberg 3 der Försterei Nieder- Ohmen: 1. Nutzholz: Stämme: Güteklasse N, Eiche: l.Kl. 3 St. 0,54, 2. Kl. 11 St. 3,30, 3. Kl. 5 St. 2,35, 4. Kl. 2 St. 1,25, 5. Kl. 1 St. 0,65. Buche: 3. Kl. 5 St. 3,62, 4. Kl. 1 St. 0,87, 6. Kl. 1 St. 1,93. Kirsch, bäum: 2. Kl. 2 St. 0,58. Kiefer: lb-Kl. lSt.0,41, 2aKl. 11 St. 5,17, 2b-Kl. 7 St. 3,67, 3 a-Kl. 3 St. 2,10, 3b°Kl. 1 St. 0,41, 4a.SU. 1 St. 0,86. Lärche: 2a-Kl. 1 St. 0,25. Fichte: la-SU. 28 St. 4,43, lb-Kl. 45 St. 11,85, 2a-Kl. 20 St. 11,31, 2b-Kl. 17 St. 14,16, 3a.SU. 10 St. 12,10, 3b-Kl. 2 St. 3,32, 4a-Kl. 3 St. 3,69,4b°Kl. 1 St. 0,50, 5. Kl. 1 St. 3,75. Wcißtarinc: 4b-SU. 1 St. 3,98 km. Derbstangcn: Eiche 3. Kl. 41 St. (Deichseln), Fichte: 1. Kl. 106 St., 2. Kl. 97 St., 3. Kl. 41 St. Nutzscheitcr: rm 4 Hainbuche (rund), 3 Fichte (3 m lang). Nntzkniippel: rm 19 Eiche (2 m lang), 4 Lärche (2 m lang). 2. Brennholz, rm: Scheiter: 337 Buche, 11 Hainbuche, 42 Eiche, 4 Birke, 1 Aspe, 30 Kiefer, 67 Fichte. Knüppel: 151 Buche, 28 Hainbuche, 164 Eiche, 22 Birke, Kirschbaum, Aspe, Weide, Linde, 47 Kiefer, 7 Lärche, 92 Fichte. Reiser 1. Kl. (Knüppelreisig): 44 Kiefer, 6 Fichte. Reiser 2. Kl. (Turchforstungsreiser): 260 Fichte (Schichthaufen in Sandberg 3). Reiser 3. Kl. (Astreisig): 284 Buche, 74 Eiche, 2 Birke, 7 Fichte. Stöcke: 57 Buche, 17 Eiche, 27 Kiefer, 48 Fichte. 2853D Die zur Versteigerung kommenden Holz, itummem sind rot unterstrichen. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Landmann, Nieder- Ohmen, sowie die unterzeichnete Stelle. Am Schlüsse des Nutzholzverkaufs lonv men noch nachstehende Hölzer von der 1925er Holzfällung wiederholt zum Verkauf aus den Forstorten Haag 2, Junger Zwilling 6a, Alter Zwilling 1, 4, Hirzkopf c, Vorderster Köpfe! 1, 3, der Försterei Nieder-Ohmen: Stämme: Fichte la-KI. 2 St. 0,26, lb-Kl. 16 St. 5,17, 2a-Kl. 28 St. 16,92, 2b-Kl. 12 St. 9,86, 3a-Kl. 1 St. 1,06, 3b-Kl. 1 St. 0,92. Kiefer 2a-Kl. 1 St. 0,34, 2b-Kl. 6 St. 3,31, 3a-Kl. 3 St. 2,34 km, sowie aus den Forstorten Eich- heege 3, Gänsheege 1, 3, Försterei Merlau, Sinnes 3, 11, Lehnhcimer Sinnes 2, Kammerwald 7, Försterei Sehnheim 15 rm Kiefern-Fichtenrundjcheiter. Das Holz muß in dem Zustand übernommen werden, wie es sich im Walde befindet. Vorherige Besichtigung ist daher geboten. Grünberg, den 12. März 1928. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. Holzsnbmissiou. Aus der Gemeindewaldung kommen fol- gende Holzarten zum Verkauf: Los 1, Güteklasse N 23 Eichenstämme 2. Klasse = 7,68 fm 7 „ 3. „ = 2,46 „ 1 „ 4. „ = 0,75 „ I Buchenstamm 3. „ = 0,4-1 „ 1 Birkenstamm 2. „ — 0,37 „ 1 „ 3. „ = 0,51 „ Los 2, Güteklasse N 7 Kiefernstämme Ib-Klasse ----- 2,28 fm 89 „ 2a- „ = 49,13 „ Los 3, Güteklasse N 43 Kiefernstämme 2b-Klasse — 32,03 fm 3 _. 2 74 Los 4, Güteklasse N, Abschnitte 17 Kiefernstämme 2a-Klasse — 7,45 fm 25 „ 2b- „ = 14,90 „ 15 „ 3a „ = 9,56 „ 2 „ 3b- „ -- 2,14 „ 1 Kiefernstamm 4a „ — 0,92 „ Los 5, Güteklasse A, Abschnitte 8 Kiesernstämme 3a-Klasse — 4,60 fm 9 „ 3b- „ -- 6,42 „ 6 „ 4a- „ ----- 5,57 „ 1 Kiesernstamm 4b- „ = 0,95 „ Los 6, Güteklasse N 194 Fichtenstämme Ib-Klasse --- 60,38km Los 7, Güteklasse N 58 Fichtenstämme 2a-Klasse — 32,52fm Los 8, Güteklasse N 122 Fichtenstämme la-Klafse -- 20,30km 7 „ 2b-Klafse — 6,24 fm Los 9 Fichteuderbstg. 1. Kl. 93 Stück — 9,14 fm ,. 2. „ 32 „ = 2,05 fm 3. „ 8 „ = 0,36 fm Eichenderbftg. 2. „ 4 „ = 0,35 fm „ 3. „ 3 „ 0,16 fm Die Angebote find verschlossen mit Aufschrift nach Losen, Sortiment und Klassen getrennt bis Dienstag, den 20. L M. nachmittags 3 Uhr bei unterzeichneter Stelle einzureichen, wo alsdann die Öffnung erfolgt. Mit Einreichung der Angebote unterwerfen sich die Käufer den Bedingungen, welche auf der Bürgermeisterei eingesehen werden können. Das Holz ist mit Rinde gemessen und ist an die Abfuhrwege gerückt. Auskunft erteilt Förster Heß dahier. Leihgestern, den 12. Ättirz 1928, Bürgermeisterei. 2837D Neuen Anzug Zum 2557a liefern wir Ihnen JA ff*SÄ $ A2H» Modehaus das vollständige W Ma 't^alomon Futter «irm. iyeyy ® dSchulstraße 4 EEäSSß Ascherei-verpachtung. Samstag, den 17. März 1928, abends 8' , ilbr, wird in der Wirtschaft Ludw. Wagner. Ackendorf an der Lahn, die Fischerei in der Kleebach, Gemarkungs. grenze Lützellinden bis Gemarkungs- grenze Dutenhofen, auf die Dauer von 6 Jahren verpachtet. 0,061 Jakob Hahn, Allendors an der Lahn. Lieferungs-Vergebung. I Die Lieferung von Verzehrungsgegenständen und Reinigungsmaterialien (Seife usw.) soll für die Zeit vom 1. Llpril 1928 bis 30. September 1928 bzw. 31. März 1929 für die Universitäts-Kliniken, und zwar für 1. Medizinische Klinik, Frauenklinik und Hautklinik, 2. Chirurgische Klinik und Ohrenklinik 3. Augenklinik und Kinderklinik, 4. Stlinit für psychische und nervöse Krankheiten vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen und die Bedarfslisten kömren an Werktagen bei der Verwaltung jeder Klinik von 15 bis 17 Uhr (außer Samstags) eingesehen und die Bedarfslisten gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote und Muster sind getrennt voneinander, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an die zustäirdigen Verwaltungen bis Mittwoch, den 21. März 1928, 10 Nhr, einzureichen. Eröffnungoftunde der Angebote für die: 2809V a) Augenklinik und Kinderklinik . 10 Uhr b) Chirurgische Klinik und Ohrenklinik ...........11 „ c) Medizinische Klinik, Frauenklinik und Hautklimk .... 12 „ d) Klinik für psychische und nervöse Krankheiten........15 „ Zuschlagsfrist bis zum 28. März 1928. Holzversteigerung. Frettag, den 16. d. M., werden im Lteinheimer Gemeindewald versteigert: Eichenstämme: Kieferuftämmc: 1. Kl. = 6,30 fm 2a-Kl. --- 4,46 fm 2. „ = 25,81 „ 3. „ -- 11,82 „ 4. „ --- 3,18 „ 5. „ = 1,06 „ Fichieustämme: la-Kl. ----- 3,12 fm 2b. „ - 2,37 „ 3a. „ -= 1,35 „ Lärchenstämme: lb-Kl. = 4,81 fm lb. „ -- 6,50 „ 2a- „ -- 1,01 „ 2a. „ = 6,15 „ 2b- „ ----- 5,51 „ Birleustämme: 3b- „ = 1,61 „ 2. Kl. - 0,51 fm Das Eichenholz ist vorzügliches Wagner- Hol^ und auch eUicheS, welches sich zu Deichseln eignet. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr auf der Kaltrainsplatte. 2852D Steinheim, den 12. März 1928. Hefs.BürgermeiKereiGteirrheim, Schmidt Betrifft: Wasserversorgung und Kanalisation Fauerbach v. d. H. Arbeits- und Lieferungs-Vergebung. Auf Grund der Reichsverdingungsord- nung sollen die Arbeiten und Siefetungen für den Bau der Wasserleitung und der Ortskanalisatwn, soweit letztere noch nicht ausgeführt ist, in Fauerbach v.d.H. vergeben werden, und zwar: Los I (Leitungen, Schächte usw.): etwa 11200 cbm Erdarbeiten für die Rohr- grüben usw. in verschiedenen Tiefen; etwa 9200 lsd. m Wasserleitnngssrränge etwa 40—125 mm l. W., Armaturen für den Hochbehälter usw. etwa 1550 lsd. m Kanäle von 100—400 mm l. W.: 23 Revisionsschächte; 11 Straßensinkkasten usw. Los II (Hochbehälter): etwa 225 cbm Erdaushub etwa 200 cbm Zementstampfbeton usw. Angebotsvordrucke sind, soweit der Vorrat reicht, auf unserem Bureau, Kaiser- straße 136, während der Dienststunden erhältlich, woselbst auch die Pläne, die Verdingungsordnung, besondere Bedingungen und Musterabbildungen eingesehen werden können. Die Angebote sind verschlossen und mit der Aufschrift „Angebot auf die Anlage der Wasserleitung und -Kanalisation Fauerbach v. d. H." versehen bis Donnerstag, den 29. März 1928 vormittags 11 Uhr an die unterzeichnete Amtsstelle, Kaiser- straße 136, einzureichen, woselbst die Eröffnung im Beisein etwa erschienener An- bietet stattfindet. Die Zuschlagsfrist beträgt 3 Wochen. Die Anbieter sind solange an ihr Angebot gebunden. Friedberg, den 13. März 1928. Hessisches Kulturbauamt I. B.: Ackva. 2854V Donnerstag, den 15. März 1928, nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Löwen. Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: a) 1 Ladeneinrichtung, 2 Büfetts, 1 Aktenschrank, 1 Kassenschrank, 5 Schreibtische, 2 Sofas, 3 Vertikos, 2 Spiegel. b) Voraussichtlich bestimmt: 8 Kilo Älumenkohlsamen. 2859D ömGeiM-M Mel in MM __slemrase 13.____________ eeeeweeeeeeoeeeeeeeeeeee Möbel-Verkauf in Waldairmcö nm 17. März 1928, nachmittags 2 llbr: Eichenes Eß und Schlafzimmer (malsiv Eiche), Schlafzimmer «Mahagoni), Küche, Lchränkc, Betten, Tepvichc, Schrcibtiichc, Slutz-Nlügel liadellos), Cclncmälbc, alte Waffen, Kristalle, Klubwsse!. Bücher, Nähmaschine u. a. m, Sendniflunn jederzeit. 101924 Frau Stoerkicht Wwe., Waldairmes. Ui«! w»m Die als Zimmer schmuck beliebten MMsWWMlMkir sind in großer Farbenauswahl nochmals morg Donneistag a^f Dem Hiatlte zu haben. Stengel nut 10-15 Blüten 25 Pfg. E. Plückhahn omi la PorllandZement ingemerschule Maschinenbau bester Qualität, unter Syndikatspreis 0. Rübsamen. Gießen 897D Fernsprecher 1659. 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Wegen des zu erwartenden großen Andrangs in den Abendvorstellungen, bitten wir höfL nach Möglichkeit die Nachm.-Vorstellungen besuchen zu wollen. Lichtspielhaus Bahnhofstrafee 34 Nur noch heute und morgen: ----Der alte Fritz 2. und Schlußteil „Ausklang“. In der Hauptrolle: Otto Gebühr. Ab Freitag bis elnachl. Sonntag: „Bigamie** 2838c Zur Fußbodenpflege Bobner, Bohnerwachs, fest und flüssig. O Cedar-Mop. Ambronn Mov, Eigclla-Mov, Mov-Rcinigunaomittel, selbsttätig! Herdputzrmttcl aller Art. Friede. H eyd L Sohn Seltersweg. [2841a Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 17. April neue Karte. V 2710D Freiw. Gailscbe Feuerwehr i SamStaa. 24. März, abends 8''., Ubr• SlüeaMehWkverfsMlW bei Kamerad Sicrk. Tagesordnung: l.Jabresbertcht. S.Kasfen- bertcht. 3. Rechnungsprüfung. 4. Auszeichnung von Kameraden fettens der Wehr. 5. Eiwatge Anträge gein.Satz 20 der Satzungen. 6. Ersatzwahl des Lor- standes. 7. Verschiedenes. Etwaige Anträge sind bis zum 20. März bet dem 1. Hauptmann einzuretchen. Uniform: ArbettsauSrüstung. Helm. 2858D Der V erstand. Von der Reise zurück De. Herling Nervenarzt. Sprechstunde: 1—3 Uhr Mittwoch und Samstag 3—7 Uhr. 2800D — —i ■ Oberh; Aiilo- und Fahrradinduslrie Otto Göbel Alleiniger Inhaber: Otto Göbel Grieben SchiffenbergerWeg 24 Telephon Nummer 102 Adle r-Automobile, Hanomag - Automobile, D-Räder Reparaturwerkstätten, Vulkanisier-Anstalt, Garagen 2836D Stimmung, Denken, Tätigkeit, sowie jede Bewegung des Körpers sind abhängig vom Gehirn. Mattigkeit, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Nervenschwäche und allgemeine Körperschwäche sind Zeichen mangelnder Nervenkraft. Wollen Sie sich munter fühlen, mit klarem Kopf und kräftigem Gedächtnis, wollen Sie Arbeit und körperliche Strapazen leichter ertragen, so nehmen Sie KOLA-DULTZ es bringt Lebenslust und Tatkraft Verlangen Sie Kola - Dultz Umsonst I Jetzt biete ich Ihnen eine Gelegenheit, Ihre Nervenkraft zu beleben. 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Holterhoff Söhne - Gießen • Seltersweg 20 Alleiniges Mitglied der Handeis-Centrale für Gießen Ult ungesunden ' Staatsstreichs Zaren nicht H entwickelte fid Die revolution Vumaopvositil zusammensühr! kam dem bürj M die D gertum in d sehende Dori unvernnnoen Weltkrieges, schen Heere ’Ä« SrulliM luüon WV Träger warer die werktätige, unter Fühnn nur deshalb, ließ, rechtzciti reißen. Der \ an Organisati tonnte die Schwierigkeit Der versuch proletarische Unter Fiihri begann die" organisierte 1 dem Siege d ausgezeichnet wertvoller u historische Er güng, die da Dornenweg 1 1905 über di des Bolschew - 3osev sammenbr; ches. (2tit85 äs»» SW 5y«4 hoi,nt noA m- unter zwei far Dien. Preis ii Tersasser hat und vßerreich tigter den 12 stantinvpel t Militärattach war, hat er Dolk im Stc jungtürkischen Kriege, die d Feldzug unir 8“ führen ha Hot von diese Maße ©ebrai und wachen ( des alten türk er .jeht in dies Erinnerungen Wertvollsten z die Türkei w Dos Buch jst weil es den I reich-Ungarns am Bosporus beurteilen Wv richtig J" Hellen, das t mcht weniger iw den türk e ante Deleuc ^'ches und zoyem Nahe b-u'et eine w den Luches. ÄS dein Aktive ®«nne l5 * SA Nr. 65 Dritter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Mittwoch, K- März 1928 Für den Büchertisch. Politik und Geschichte. — Michael Smilg-Denario: DerZu- sammenbruch der Zarenmonarchie. (Mit 75 Abbildungen und zwei Karten. Amal- theaverlag in Wien.) — Der Charakter der zweiten russischen Revolution vom Februar 1917, die zum Sturz der Zarenmonarchie und in ihrem weiteren Verfolg zur dritten, zur Oktoberrevolution führte, ist noch immer heftig umstritten. Man Pflegt sie als eine „nationale Revolution" zu bezeichnen, mit dem Zweck, über die Leiche deS alten monarchischen Regimes hinweg Rußland zur siegreichen Beendigung des Weltkrieges zu führen. Der Verfasser des vorliegenden Buches versucht nun darzulegen, daß schon die Februarrevolution einen ausgesprochen sozialen, bäuerlich-proletarischen Charakter hatte, wie schon die Revolution von 1905 vom Verfasser auf die ungesunden sozialen Verhältnisse im Zarenreiche zurückgeführt wird, die durch die Stolypinsche Agrarreform keineswegs beseitigt worden seien. Auch die Rationalitätenfrage und die das Bürgertum in der Verwaltung des Staates zurücksehende Vorherrschaft des Adels bestanden in unverminderter Härte bis zum Ausbruch des Weltkrieges. Die schweren Riederlagen der russischen Heere führten das Zarenreich dem wirtschaftlichen und staatlichen Zusammenbruch entgegen. Seit Ende 1916 trug sich die bürgerliche und adelige Opposition mit dem Gedanken eines Staatsstreiches, der auch vor der Person des Zaren nicht Halt zu machen gedachte. Gleichzeitig entwickelte sich jedoch mit großer Schnelligkeit die revolutionäre Bewegung, die Regierung und Dumaopposition zu gemeinsamer Abwehr wieder zusammensührte. Die proletarische Revolution kam dem bürgerlichen Staatsstreich zuvor. Ihre Träger waren, nach Meinung des Verfassers, die werktätigen Klagen, die Arbeiter und Dauern, unter Führung sozialistischer Gruppen. Aber nur deshalb, weil das Bürgertum es unterließ, rechtzeitig die politische Macht an sich zu reihen. Der proletarischen Revolution fehlte es an Organisation und geistiger Führung. Unö so konnte die ehemalige Dumaopposition ohne Schwierigkeit an die Spitze der Revolution treten. Der Versuch, auf diese Weise die bäuerlichproletarische Revolution zu überwinden, mißlang. Unter Führung des Petersburger Proletariats begann die Revolution gegen das im Dumablock organisierte Bürgertum, die am 25. Oktober mit dem Siege des Bolschewismus endete. — Das ausgezeichnet illustrierte Buch gibt eine Reihe wertvoller und neuer Gesichtspunkte für die historische Erkenntnis der revolutionären Bewegung, die das russische Volk in einem einzigen Dornenweg von der Revolution des Jahres 1905 über die Februarrevolution in die Arme des Bolschewismus führte. 11 -- Joseph Porniankowski: Der Zusammenbruch des Ottomanischen Reiches. (Mit 85 Bildern und acht Beilagen, darunter zwei farbige Karten. Amalthea-Verlag in Wien. Preis in Leinen gebunden 26 Mk.) — Der Verfasser hat als k. u. k. Feldmarschalleutnant und österreichisch-ungarischer Militärbevollmächtigter öcn Weltkrieg zum größten Teil in Konstantinopel verbracht. Da er schon seit 1909 Militärattache bei der österreichischen Botschaft war, hat er Gelegenheit gehabt, das türkische Volk im Staate Abdul Hamids, während der jungtürkischen Revolution und der schweren Kriege, die die Türkei seit dem Tripolitanischen Feldzug ununterbrochen gegen ihre Rachbarn zu führen hatte, kennenzulernen. Pomiankowski hat von dieser Gelegenheit in hervorragendem Maße Gebrauch gemacht. Mit offenen Augen und wachen Sinnen hat er die Schicksalsstunde des alten türkischen Reiches miterlebt, Unö was er jetzt in diesem umfangreichen Bande als seine Erinnerungen niedergelegt hat, scheint uns zum Wertvollsten zu gehören, was an Literatur über die Türkei während des Weltkrieges existiert. Das Buch ist namentlich deshalb so interessant, weil es den Einfluß Deutschlands und Oesterreich-Ungarns auf den Verlauf der Ereignisse am Bosporus sehr genau und, soweit wir es zu beurteilen vermögen, auch im großen und ganzen richtig darstellt. Das Gegeneinanderwirken der verschiedenen politischen und militärischen Stellen, das wir ja leider bei uns in Deutschland nicht weniger beklagen mußten, erfährt hier auch für den türkischen Kriegsschaiiplah eine interessante Beleuchtung. Ein außerordentlich umfangreiches und für die meisten Leser gewiß in hohem Maße unbekanntes Bildermaterial bedeutet eine wertvolle Bereicherung des fesselnden Buches. m 67 . — Maximilian Harden: Von Versailles nach Versailles. (Avalun-Verlag, Dresden-Hellerau.) Als vor einigen Monaten die Nachricht vom Tode Maximilian Hardens durch die Zeitungen ging, bedurfte es erst bei uns Angehörigen der jungen Generation eines kleinen Nachdenkens und Erinnerns. Dieser Maximilian Harden war für uns längst tot, auch schon lange vor dem Attentat irgendwe-lcher politischer Radaubrüder. Er war langsam vergessen wie seine „Zukunft", und man muh erst wieder in der stattlichen Reihe dieser Bände blättern, um sich ein Bild davon zu machen, was Harden in der Zeit seiner fruchtbarsten Produktivität nach Bismarcks Sturz und in der dann folgenden wilhelminischen Aera für die deutsche Politik und die Bildung der öffentlichen Meinung in Deutschland bedeutet hat. Es ist wohl kein Zweifel, daß Harden in der Geschichte des Kaiserreichs der einzige Journalist gewesen ist, der sich durch sein mutiges Einsetzen für den ersten Kanzler und seine furchtlose Kritik an dem, was man das persönliche Regiment Wilhelms II. genannt hat, einen Namen gemacht hat. Die kleinen braunen Hefte der „Zu- kunst" find von Woche zu Woche von Tausenden mit Spannung erwartet und begierig verschlungen worden. Und dabei kam dieser Mann durchaus aus dem konservativen Lager und dachte nicht daran, an dem monarchischen System als solchem rütteln zu lassen. Heute nun liegt als stattlicher Band von mehr als 600 Seiten das postume Werk dieses Mannes vor, eine Enttäuschung für den, der glaubte, Havden, der Kritiker einer vergangenen Zeit, hätte auch unserer Gegenwart etwas zu sagen. Es ist nicht so. Uns gehen diese Dinge nichts mehr an, die hier, mühsam von Staub und Schimmel befreit, dargeboten werden. Im wesentlichen find es wohl Aufsätze aus der „Zukunft", die ^Harden an- einandergereiht hat, und die zwar keineswegs eine Geschichte des Kaiserreichs, wie man vielleicht dem Titel entnehmen könnte, aber immerhin die Geschichte eines Kampfes gegen die tatsächlichen oder vermeintlichen Sünden eines Systems geben. Dem Verlag wird man es Dank wissen, daß er diese Arbeit eines zweifellos bedeutenden Journalisten in einer so würdigen Form und ausgestattet mit vielen interessanten Bildern herausgebracht hat. 38 — D r. Ludwig Berg st räßer: „Geschichte der politischen Parteien in Deutschland" (3. Bensheimer, Mannheim). — Rechtzeitig vor den Reuwahlen erscheint soeben diese verbesserte und erweiterte Reuauflage. Sie gibt eine leichtverständliche, interessante und instruktive Entwicklungsgeschichte aller Parteien in Deutschland, von der französischen Revolution beginnend und bis zum heutigen Tage geführt. Wer sich für den Werdegang und die gegenwärtige Struktur der Parteien interessieren will oder muß, der findet hier den zuverlässigsten Führer. Das Buch ist für den bevorstehenden Wahlkampf dem Politiker das beste Hilssmittel. Die erwachende Sphinx. Unter diesem Titel hat der bekannte unö gern gelesene Reiseschriftsteller Colin Roß, ein Mann mit gutem weltpolitischem Blick und Urteil, bei F. A. Drockhaus in Leipzig ein Buch erscheinen lassen (mit 112 Abbildungen und 13 Karten. 7 Mk., Seinen 9.50 Mk.), das dem schwarzen Erdteil Afrika und seinen Bewohnern gewidmet ist. Dieses Buch, außerordentlich fesselnd geschrieben, ist ein Warnungsruf an die weihe Welt. Man lese z. D. die Abschnitte über die Südafrikanische Union, und man wird zunächst ob der mannigfaltigen Fülle von Problemen verblüfft fein, die hier gelöst werden wollen: dann wird man ernst, sehr ernst werden. Denn überall die gleichen Sturmzeichen! Das jetzt asiatisch orientierte Rußland überschwemmt die weiße Welt mit seinen kommunistischen Ideen, die südamerikanischen Staaten kämpfen mehr wirtschaftlich gegen Europa, aber nicht weniger heftig, der ferne Osten erhebt sich aus tausendjährigem Schlaf zu einer einheitlichen gewaltigen, bisher noch friedlichen Freiheitsbewegung — und jetzt Afrika! Ra-, türlich steht auch hier die fRaff enf rage an < erster Stelle. Sie ist die Lebensfrage Afrikas, vorläufig erst Süd asrikas, aber auch im Innern regt sich bereits der Freiheitsdrang der Schwarzen. Besonders verschärft wird die Lage dadurch, daß bei den Weißen im eigenen Lager Uneinigkeit herrscht. In einem Distrikt wird der Schwarze offiziell noch als Sklave behandelt und die Rilpferdpeitsche straft seinen Ungehorsam, in einem andern Bezirk kann der Farbige Herr über fruchtbares Land sein und zu Reichtum und Macht gelangen — wenn er auch gesellschaftlich als Paria angesehen wird —, in einem dritten Gebiet wiederum kann er mit dem Weißen zusammen die erste Eisenbahn- klasse und die Straßenbahn benutzen. Solche ganz willkürlich geographisch orientierte, keineswegs politisch kluge Cingeborenenpolitik muh zu schweren Schädigungen des Ansehens der Weißen führen. Gestützt wird sie hauptsächlich von etlichen Handelsgesellschaften, die ihre Interessen dabei im Auge haben. Trotz all dieser Schwierigkeiten kommt natürlich eine freiwillige Räunrung des Landes oder auch nur ein teilweiser Verzicht auf seine Rechte für den „weihen Afrikaner" nicht in Frage, denn in Afrika liegen die Dinge tatsächlich jo, daß der weihe Siedler ein unbestreitbares moralisches Recht auf das Land besitzt. Allein seiner Tatkraft ist es zu danken, daß die afrikanischen Stämme sich heute nicht mehr wie wilde Tiere gegenseitig bekämpfen und zerfleischen und daß der Wohlstand der Bevölkerung — auch ter schwarzen — sich fortwährend hebt. Daber sind die ungeheuren Mineralschähe des ehemals „dunklen" Erdteils, die schon heute eine starke Konkurrenz für die Erzeugnisse anderer Länder bilden, kaum erst angekratzt. Eine landwirtschaftliche Bedeutung wird Afrika aller-, dings erst haben, wenn die Wäs'er, die in manchen Gegenden im Ueberfluß vorhanden sind, während sie in anderen fast ganz fehlen, erst einmal durch künstliche Kanäle über den ganzen Kontinent verteilt sind. Dieses kühne Projekt, das Roß, der Ingenieur, entwickelt, will selbst dem Menschen der Technik zunächst phantastisch und unmöglich scheinen, aber seine Durchführung wird in Afrika bereits eifrig erörtert. Die Wasserverteilung soll das Klima des ganzen Erdteils (!) in günstigem Sinne verändern und weite Strecken Landes urbar machen. Wenn das vollbracht ist, wird Afrika in noch viel stärkerem Maße als jetzt „d i e" Kolonie Europas werden — denn Asien und Amerika haben entweder die Fesseln, die sie an Europa ketten, bereits abgestreift oder sind im Begriff, es zu tun. Die Möglichkeit für Deutschland, sich an der Kolonisierung Afrikas zu beteiligen, ist nach Roh wegen unserer jetzigen ungünstigen politischen Lage augenblicklich noch gering, aber er hält es nicht für ausgeschlossen, dah in nicht allzu ferner Zukunft der Zeitpunkt kommen wird, wo Deutschland, ohne kriegerische Eroberungen machen zu müssen, wieder überseeischen Landbesitz sein eigen nennen kann. Und deshalb heißt es für Deutschland aus der Hut sein und den psychologischen Moment nicht verpassen, denn die Deutschen haben das gleiche Recht auf Kolonien wie alle andern europäischen Staaten, zumal ihre große kolonisatorische Begabung feststeht. Sagt doch Roh. dah selbst die Engländer die kolonisatorische Ueberlegenheit der Deutschen offen zugeben und daß heute niemand mehr in Afrika an die sogenannte koloniale Schuldlüge glaubt; nur in Europa weih man immer noch nicht, dah auch diese „Schuld" Deutschlands nur eine bewußte Verleumdung zu Propagandazwecken gewesen ist. Wer die früheren Werte von Colin Roh kennt, wird mit Spannung nach diesem neuen Buch greifen. Es ist eines von den Büchern, die man gelesen haben muh, wenn man „mitreden" will. Und wer anfängt, darin zu blättern, den hält es in seinem Bann. Denn Roh zeigt uns nacktes interessantes Leben auf jetzt zwar schlafenden, aber gefährlichen Vulkanen. 445 Neue Romane und Novellen. — Julie Wassermann-Speyer: Das lebendige Herz. Roman einer Ehe. 178 Seiten 8°. Geh. 4 Mk., in Leinen 5,50 Mk. Bücherlese-Verlag, Leipzig. — Die Geschichte einer unglücklichen Ehe, der Bericht vom Auseinanderwachsen und Sichverlieren zweier vertrauter Menschen. Geschrieben von einer bisher kaum bekannten Wiener Autorin, der früheren Gattin des Dichters Jakob Wassermann. Was für die Schilderung spricht, ist die allenthalben wohltuend zu empfindende Objettivität in der nachträglichen Formulierung eines schmerzlich nachzitternden Erlebnisses. So wird der Roman als leidenschaftliches, verspätet anklagendes Bekenntnis eines gebemütigten Frauenherzens empfunden; und gerade weil es sich hier um persönlichste Dinge handelt, muß man die Sachlichkeit loben, mit der diese Frau Öen endgültigen und entschiedenen Sieg einer verhaßten Rebenbuhlerin schildert. Die Unterlegene steht im Mittelpunkt des Geschehens, von ihr aus ist alles gesehen und geschrieben; dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Aber die an sich schon wenig sympathischen Charaktere der beiden anderen Hauptrollenträger bleiben (bei aller Sachlichkeit) blaß und unplastisch, werden dem Leser gewissermaßen als bekannt vorausgesetzt —, während vor allem die mehr als komplizierte Gestalt des Mannes psychologisch glaubhafter gemacht und seine oft geradezu aufreizende Haltungslosigkeit und Verbohrtheit entschiedener motiviert werden müßte... vor allem durch eine weniger verschwommene Zeichnung der zweiten, fremden und schließlich siegreichen Frau. — Der Roman ist stilistisch oft spröde und nicht immer glücklich in der Diktion, zeugt aber von Talent im Versuch zur disziplinierten Gestaltung eines schmerzlich durchgekämpften Erlebens. 31 Vicki Bau m: Hell in Frauensee. Roman. 273 Seiten 8". Brosch. 3 Mk., Ganzleinen 4,50 Mk. Verlag Ullstein, Berlin. — Die Dichterin der „Feme" gibt in dem vorliegenden Buch ein getreues Bild von der neuen Jugend und ihrer unsentimentalen Art, Liebesnöte sowie Röte des Geldbeutels zu meistern. Richt allein die Erlebnisse des jungen Ingenieurs, der sich während eines verregneten Sommers als Bademeister und Schwimmlehrer sein Brot sauer verdienen und sich mit verliebten Frauen und Mädels ehrlich plagen muh, und auch nicht der reizvolle (und reizend gestaltete) Schauplatz, eine Gebirgs- Sommerfrische, machen Vicki Baums neuen Roman so liebenswert — vor allem entzücken ihre frauliche Klugheit und die schone Warme bei der Darstellung einer durchaus neuen Form jener „alten Geschichte": einer Liebe, die ohne Redensarten auskommt, die eher ohne Probleme als ohne Kraft zu leben vermag. 45 — Wilhelm Speyer: „Frau von Hanka". (Verlag Ullstein, Berlin.) — Mit sicher abwägendem Geschmack rührt Speyer in feinem Roman an das Problem von Sexualität und Ehe — und die dichterische Art der Darstellung bewahrt ihn dabei vor trockenem Theoretisieren: der große Pan spielt eine berückende Melodie in diesem Buch. — Der Band ist in der Reihe der l-Mark-Ullsteinbücher erschienen. 136 — Konrad Beste: Grummet. Roman. 282 Seiten 8°. Stuttgart 1928, Engelhorns Romanbibliothek Band 1017,18. Broschiert 2 Mk., in Leinen 3,50 Mk., in Halbleder 5 Mk. — „Grummet" — dieser Titel ist nicht nur deshalb gewählt, weil die Handlung zur Zeit der zweiten Heuernte spielt. Das Wort weist darüber hinaus auf den tieferen Sinn des Buches: es mahnt an das Heimweh des entwurzelten Großstädters nach dem mütterlichen Boden dörflicher Landschaft; es ist Symbol für die späte Liebe des Mannes zum reifen, wurzelstarken Weibe, das ihn nach seinen langen Irrfahrten durch die Hohlheit großstädtischer Zivilisation und die diabolische Komik kleinstädtischen Spießertums zur Urkraft der einfältigen Ratur zurückführt. 69 — Josef Friedrich Perkonig. Ingrid Pan (Novelle, Verlag F. G. Spcidelsche Verlagsbuchhandlung, Wien IX, Derggasse 16, Preis Leinenband 4,20 Mk.) — Es gibt einen plötzlich lebendig gewordenen Hang zum großen Abenteuer, den nicht das leichtsinnige Blut verursacht, sondern der eine Gnade oder ein Fluch des Schicksals ist. In dieser Rovelle ist das Werkzeug die schone, fremde, seltsame Ingrid Pan, die das Leben zweier Männer mit einem kurzen Glück erschüttert. Liebende werden In dieser hinreißenden Geschichte einer Liebe Öen eigenen Jubel hören; Verlassene werden ihrer Trauer begegnen; Zuschauer des Lebens aber werden von einem sonderbaren Schicksal ergriffen fein, Venn dieses Buch handelt von der schicksalhaften Besessenheit des liebenden Menschen, von seiner berauschten Lust zum Leben und zum Tode. 133 — F. R. Rord: Der ferne Wille. (Roman im Ring-Verlag. Berlin W 30.) — Rord hat eine Reihe außerordentlich spannender Abenteurerromane gcfchrieben, die in Vorderasien meist ihren Schauplatz haben. Der vorliegende dreht sich um den grandiosen Kampf um das Oel. Er teilt alle Vorzüge seiner Vorgänger, aber auch die Rachteile, allzu phantastische politische Verhältnisse zugrunde zu legen und dadurch mehr Verwirrung als Klarheit zu schaffen. 5 • Kunst- und Kulturgeschichte. — Prof. Dr. Ed. Heyck: Gaja. Sinne und Sitte des Naiven in vier Jahrtausenden. 238 Seiten 8U. Pre>s 7 Mk. Moritz Schauenburg, Verlagsbuchhandlung, Lehr (Baden), 1928. — Der bekannte Ermatinger Historiker legt hier eine feinsinnig geschriebene Kapitelfolge zur Kulturgeschichte des Naiven in vier Jahrtausenden vor. Menschliches, Allzumenschliches von der Urzeit bis zur Gegenwart wird in ungewöhnlicher, stofflich und stilistisch überlegen bemeister- ter Auswahl behandelt; ein besonderer Wert des Buches liegt darin, dah es den seltenen Stoff nicht, wie meist Üblich, nach den Maßstäben der Gegenwart beurteilt, sondern in feiner historischen Bedingtheit erfaßt und vorträgt. Aus dem reichen Inhalt des ebenso amüsanten wie gelehrten Werkes feien befonders die Abschnitte über das Urbild des neuen Reichen (Zrimal- chiv), über Gautier und Tänzerinnen, über Per- leo, den Heidelberger Karzer, die Denedittbeurer Vagantenliedec, den Stammbaum der Gespenster und über die Rationalgerichte hervorgehoben. Ausgewählles Bildmaterial be c chert den fesselnden Text in wünschenswerter Weise. 84 — Kurt Ara in: Magie und Zauberei in der alten Welt. 378 Seiten 8°. Deutsche Buchgemeinschaft G. m. b. H„ Berlin SW 68. — Zum erstenmal wird hier versucht, in allgemeinverständlicher Weife weitesten Kreisen das viel- umstrittene, aber wenig gekannte Gebiet der antiken Magie und Zauberei zugänglich zu machen. Die Kenntnis dieses Gebietes ist die Grundlage für jedes Verständnis all der heutigen Phänomene, die wir als okkult $u bezeichnen pflegen. Zum erstenmal werden in diesem Buche die neuesten Ergebnisse und Hypothesen der Raturwissenschasten verglichen mit den zahllosen Ausgrabungen des letzten halben Jahrhunderts in Babylonien, Aegypten und Griechenland, um auf diesem Wege die Magie und Zauberei zu erklären. Biologie, Parapsychologie und namentlich die noch so junge Dorweltkunde (Palaäontologie) haben in den letzten Jahrzehnten Fortschritte gemacht, von denen man außerhalb der direkt beteiligten wissenschaftlichen Kreise leider nur sehr wenig weiß. Sowohl die heutige Vorweltkunde wie auch die heutige Kenntnis des Altertums verdanken ihre neuen, oft verblüffenden Ergebnisse ja nicht mehr vagen Theorien, sondern exakten Forschungen mit einem riesigen Material, das Spaten und Spitzhacke aus der Erde ausgegraben haben. Dabei fallen neue und eigenartige Lichter gerade auf das bisher so dunkle Gebiet der Magie und Zauberei. Bisher war all dies reiche Material nur in spezialwisfenschaftlichen Veröffentlichungen niedergelegt, die weiteren Kreisen nicht ohne weiteres zugänglich sind. Aus ihm wird hier alles Wesentliche zusammengetragen. Die Fülle des vorgetragenen Materials wird durch eine Reihe seltener unö interessanter Abbilöungen ausgezeichnet illustriert. 61 — Kurt Pfister: Albrecht Dürer Werk und Gestalt. (Mit 187 teils farbigen Bildtafeln. Amalthea-Verlag in Wien.) Rur wenige Wochen noch trennen uns von dem 400. Todestag des großen Rürnberger Meisters, dessen Werk, wie kaum das eines Zweiten, uns stets gegenwärtig ist. Unö Öoch bringt das Blättern und Schauen in einem Albrecht Dürers Kunst gewidmeten Buche immer wieder neue Überraschungen unö neue Gesichtspunkte. Das darf man auch von dem vorliegenden Buche Kurt Pfisters sagen, wenn es auch grundsätzlich darauf verzichtet, die vielen kunsthistorischen Untersuchungen über Albrecht Dürer um ein neues zu vermehren. Aber Dürers Persönlichkeit aus seinem Leben unö seinem Werk unserer Gegenwart wieder lebendig machen wollte Pfister, und man darf sagen, daß ihm dies gelungen ist. Gerade dem Laien, der sich zwischen kritischen Arbeiten des Kunsthistorikers sckwer zurecht- findet und deshalb leider häufig Den Mut verliert, fich mit Dingen der Kunst zu beschäftigen, wird das Buch Pfisters gewiß viel geben können, besonders auch dank der sehr zahlreichen und meist ausgezeichnet reproduzierten Abbildungen von Werken des Künstlers. 24 — Paul Stefan: „Franz Schubert'. Mit Abbildungen, Handschriften- und Roten- proben nebst einer Zeittaufel zu Schuberts Leben. (Dolksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. ß. H., Berlin-Charlottenburg 2. Preis 2,95 Mk. für den Halblederband.) — Dieses Buch des bekannten österreichischen Musikschriststellers beginnt mit einer farbenprächtigen und kkangreichen Schilderung der Stadt Wien, Oesterreichs und jener großen ereignis- schweren Zeit, die untrennbar mit dem Leben unö Schaffen Schuberts verbunden war. An dieses erste, fast anonyme Kapitel Schubertschen Seins schließt Stefan das zweite, erzählende an, das seines persönlichen, eines menschlichen Lebens. Jede Zeile dieses Buches atmet die tiefe, verständnisvolle Liebe des Verfassers zu Schubert. Stefan hat ein Volksbuch im besten Sinne des Wortes geschrieben. Er seht nichts voraus, auch wer nicht Roten liest, findet in diesem Buch wertvolle, allgemein fordernd? Anregungsstunden. Das Buch umschreibt Musik in Worten und spricht von einem großen Musiker nicht anders, als man sonst Geschichte erzählt. Der Dolksverband der Bücherfreunde, in dessen Auftrage dieses Buch geschrieben wurde, ehrt somit in würdigster Form das Andenken dieses großen Musikers, dessen Leben vor hundert Jahren allzufrüh endete, dessen Werk jedoch unsterblich von Generation zu Generation fortlebt. Auch dieses Werk ist — wie alle V. d. B.-Veröffentlichungen — mustergültig ausgestattet. 137 — Ä a r I Kobald: Franz Schubert und feine Zeit. (Mit 70 teils farbigen Bildtafeln im Amalthea-Verlag, Wien.) Kobald ist als Musikhistoriker kein Unbekannter mehr. Sein Buch über Beethoven hat im Beethoven-Iubiläums- jahr in weiten Kreisen Eingang gefunden. Das gleiche wird man auch der vorliegenden Schubert- biographie wünschen müssen. Sie gibt eine ausgezeichnete Milieuschilderung des Wiens zur Schubertzeit und sucht den Komponisten und sein Werk aus Öen Zusammenhängen von Kunst unö Kultur seiner Epoche zu begreifen. Eine warmherzige Schilderung seines Lebens an Hand der Quellen namentlich auch unter Anführung vieler Driefstellen, bringen uns den Menschen Schubert nahe. Mit den vielen sorgfältig ausgewählten und gut reproduzierten Abbildungen ist das Buch ein rechtes Geschrnk zum Schubertjubiläum. 35 HeimaikAndeun-Geographie. — Sn der Bücherreihe „Deutsche Stadt- Deutsches Land" (Deutsche Verlags-A.G., Berlin-Schöneberg, Hauptstr. 139) ist soeben der 15. Band „Franken — Seine Entwicklung und seine Zukunft" erschienen. Das Sammelwerk enthält ein Geleitwort des ehemaligen Ministerpräsidenten und jetzigen Reichsgesandtcn in Wien, Grafen Hugo von Lerchenfeld, und weist in jedem der folgenden interessanten Aufsätze auf die kulturellen und wirtschaftlichen Eigenheiten Frankens hin. ließet die Beziehungen zwischen „Franken und Bayern" schreibt Anton Chroust, über die „Fränkischen Kulturstätten" Professor Hanftmann-Dünau, über die „Hochschulen in Franken" Sebastian Merkle, über das „Germanische Museum" Direktor Dr. Zimmermann, über die „Kirchen in Franken" Felix Mader, über „Franken-Land und Volkstum" Dr. Leo Weismantel. Heber die Themen „Burgen und Schlösser in Franken", sowie „Forstwirtschaft und Sagd in Franken" schreiben die. hervorragenden Fachleute: Prof. Bodo Ebhardt und Ministerialdirektor a. D. Dr. L. Wappes. Die Kultur- und Wirtschafts- zcntren Nürnberg, Aschaffenburg, Bamberg, Bayreuth, Koburg. Eichstätt, Erlangen, Fürth. Hof a. d. Saale, Rothenburg o. d. T., Schweinfurt und Würzburg werden von berufenen Kennern geschildert. Sn dem überaus zahlreich illustrierten Werk werden auch die wirtschaftlichen Faktoren Frankens entsprechend berücksichtigt, insbesondere die „Fränkische Landwirtschaft" von Direktor H. Weißlein, die „Fränkische Sndustrie von Geh. Regierungsrat Dr. Alfred Kuhlo, der „Weinbau Frankens" von Weingutsdirektor Mattern, sowie „Die Heilbäder Nordbaherns" von Direktor von Heilingbrunner. Sn einem separaten Artikel „Verträumte Winkel im Lande" von Dr. Sosef Friedrich Abert finden noch eine Reihe kleinerer, ober besonders schöner Städte ihre Würdigung. Auch dieses Buch liefert wieder einen wertvollen Beweis dafür, mit welcher Sorgfalt die Bücherreihe und der Verlag bemüht sind, führende Persönlichkeiten der einzelnen deutschen Länder zur Schilderung der für die Entwicklung der Reichseinheit mitbestimmenden Landeseigenarten zusammenzusühren. Heber 160 Bilder, zum Teil ganzseitige, und zwei Kunstbeilagen verstärken den Eindruck der ausgezeichnet geschriebenen und gehaltvollen Aufsätze. 78 — Hans ßeitmeier: D i e österreichischen Alpen. (Mit 102 Abbildungen im Text und 38 Tafeln auf Kunstdruckpapier im Verlag von Franz Deuticke in Wien. Preis 24 Mk.) Das vorliegende Werk nennt sich eine „zusammenfassende Darstellung", ohne damit jedoch den Anspruch zu erheben, erschöpfend zu sein. Es ist entstanden aus einer Reihe von Vorträgen der Volkstümlichen llniversitätskurse in der Wiener Universität. Ein Stab hervorragend sachverständiger Mitarbeiter hat sich zusammengesunden, um namentlich die naturwissenschaftliche, geologischgeographische und historische Seite der Alpen und der Alpenländer zu behandeln. Prähistorie, Mineral- und Gesteinskunde, Klima, Tier- und Pflanzenwelt nicht minder, als die geschichtliche Entwicklung, Devölkerungs- und Siedlungspolitik, Kultur und Kunst in allen ihren Zweigen werden in einzelnen Abschnitten in durchweg klarer und auch dem Laien leichtverständlicher Form behandelt. Die außerordentlich zahlreichen und gut wiedergegebenen Abbildungen tragen in hohem Maße zum Verständnis bei. Das schöne Buch wird für jeden Freund der Alpen eine Quelle der Belehrung fein. 46 Kirche und Schule. 6. Schotten, 13. März. Unter der Leitung von Dekan V o l p - Laubach fand gestern hier die zweite diesjährige Konferenz derGeist- lichen des Evangelischen Dekanats Schotten statt. Rach Bekanntgabe und Besprechung der kirchenbehördlichen neuesten Verfügungen wurde beschlossen, im laufenden Sahre vier kirchliche Feste zu veranstalten, und zwar Missionsfeste in Laubach und Wingershausen, Gustav-Adolf-Feste in Burk- Hards und Einartshausen. Pfarrer C r u l l - Alfa hielt sodann ein Referat über „Kirchliche Ordnungen, Sitten und Gebräuche". Die nächste Konferenz soll zwischen Ostern und Pfingsten gehalten werden. Wirtschaft. Oie Reichsbank im Zahre 1927. Der Rohgewinn der Reichsbank im Jahre 1 9 2 7 beziffert sich auf 149 Millionen Mk., gegenüber 112,9 Mill. Mk. im Vorjahre. Das Anwachsen des Gewinpes erklärt sich in der Hauptsache aus der gesteigerten Kreditbeanspruchung bei der Reichsbank, die sich besonders Im Wechselankaufgeschäft, aber auch im Lombardgeschäft auswirkte. Eine erhöhte Geschäftstätigkeit drückt sich auch in der Zunahme der erhobenen Gebühren aus. Im einzelnen trugen zum Rohgewinn die Erträgnisse aus dem Wechsel- und Lombardgeschäst mit 134 Mill. Mark (100,7) und die Gebühren mit 4,2 Mill. Mk. (3) bei. Die Ausgaben beliefen sich auf 123 Mill. Mk. (90,1), und zwar entfallen auf die Berwaltungskosten 75,1 Mill. Mk. (83,3) und auf Rückstellungen für den Delcrederefonds, für Notenneudruck und. für Neubauten insgesamt 47,9 Mill. Mk. (6,8). Es ergibt sich demnach ein Reingewinn von 26 Millionen Mark (22,8). 5,2 Mill. Mk. (4,6) fließen in den gesetzlichen Reservefonds: dem Reich fallen 5,5 Mill. Mk. (4,2) zu, die zur Tilgung umlaufender Rentenbankscheine zu dienen haben. Die Anteilseigner erhalten eine Dividende von 12 Prozent (10 Pzt.) mit 15,3 Mill. Mk. Der Rest von 0,6 Mill. Mk. (1,7) wird dem Spezialreservefonds für künftige Dividendenzahlungen zugeführt. Die Gesamtumsätze haben im Jahre 1927 729 930 Mill. Mk. (626 924) betragen. Der u n b e = lastete Goldbestand der Reichsbank betrug 'am 31. Dezember 1927 1 864 643 108 Mk., gegen 1831 383 722 Mk. am 31. Dezember 1926. Die zur Golddeckung des Notenumlaufs herangezogenen Devisenbestände bezifferten sich am 31. Dezember 1927 auf 281 986 000 Mk., gegen 519 168 000 Mark am 31. Dezember 1926. Der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen belief sich am Jahresschluß auf 23,6 Mill. Mk. (7,4), der Umlauf auf 716,2 Mill. Mk. (1164), ohne die Bestände der Reichsbank. Die W e ch s e l a n l a g e belief sich am Jahresschluß auf 3 128 656 000 Mark (1828 587 000), an Golddiskontbankwech- seln waren 17,9 Mill. Mk. vorhanden, an Wechseln und Schecks auf das Ausland 155,2 Mill. Mk. (424,6). Die Gesamtsumme aller angekauften Wechsel und Schecks stellte sich im Berichtsjahre - auf 22 631 796 263 Mk. (15 909 132 282). An Reichsbanknoten waren am 31. Dezember 1927 4 564 047 000 Mk. gegen 3 735 526 000 Mk. am 31. Dezember 1926 im Umlauf. Die höchste Umlaussziffer war die am Jahresschluß. Die Zahl der Beamten, Angestellten und Arbeiter hat sich von 10 236 am Ende des Jahres 1926 auf 9938 am Schluß des Berichtsjahres vermindert. In dem allgemeinen Teil des Verwaltungsberichtes wird u. a. ausgeführt: Die allmähliche Besserung der d e u t s ch e n W i r t s cha f t s- läge im Jahre 1927 trug im wesentlichen den Charakter einer Jnlandskonjunktur und vollzog sich in allen ihren Phasen unter weitgehender Verwendung ausländischen Leihkapitals. Leider wird die erreichte Besserung nicht gesichert sein, solange die außenpolitischen Hemmungen jene Empfindlichkeit des deutschen Wirtschaftskörpers bedingen, der wir noch überall begegnen. Deutschland braucht, um leben zu können, nicht nur die Befreiung von außenpolitischen Fesseln, sondern mit Rücksicht auf seine Reparationsoerpflichtungen zugleich eine Entgegennahme seiner Erzeugnisse und Leistungen durch das Ausland in einem entsprechend böheren Maße, als es seinerseits Erzeugnisse des Auslandes aufnimmt. Die Konjunkturbesserung war eine der Ursachen für den Ende Februar 1927 eingetretenen Umschwung amGeldmarkt. Bei der Herabsetzung des Diskonts auf 5 v. H. am 11. Januar 1927 betonte die Reichsbank, daß erst die praktische Entwicklung lehren könne, ob der neue <5afo bereits als ein für längere Zeit gesicherter angesehen werden könne. Bon da an zeigte sich jedoch eine Steigerung der Zinssätze des offenen Marktes, und die für Börsengeld gezahlten Sätze erreichten eine solche Höhe, daß, bei gleichzeitig wesenllich niedrigeren Sätzen am Wechselmarkt, ausländische Gelder in großem Umfang kurzfristig in das deutsche Bank- und Börsengeschäft Hineinflossen. Diese Entwicklung zeigt, daß die Höhe des Reichsbanksatzes, der ja nur einen Teil, nämlich die wechselmäßigen Geschäfte des Geldmarktes, trifft, nicht immer zur wirksamen Beeinflussung des Zu- oder Abfließens von Auslandgeldern ausreicht. Die Reichsbant nahm deshalb wiederholt Veranlassung, auf die Notwendigkeit einer ausreichenden Liquidität des privaten Bankgeschäftes hinzuweisen. Der größte Teil der Wechseleinreichungen entfiel im Jahre 1927 auf die Banken und sonstigen Geldinstitute, während die direkten Einreichungen der übrigen Diskontanten (Industrie, Handwerk, Handel, Landwirtschaft usw.) trotz gleichfalls steigender Tendenz demgegenüber an Bedeutung zurücktraten. Die durchschnittlichen Laufzeiten der diskontierten Wechsel vom Einreichungstage ab erhöhten sich gegenüber dem Vorjahre. Das Wechseldiskontgeschäft derGold- d i s k o n t b a n k wurde im ganzen weiter verkleinert entsprechend der Tendenz, es allmählich seinem natürlichen Ende entgegenzuführen. Es wird damit zu rechnen sein, daß die Mitwirkung der Golddis- kontbank bei der Verwaltung der öffentlichen Gelder in absehbarer Zeit aufhören wird, nachdem die Bemühungen der Reichsbank, diese Gelder für Rechnung der Beteiligten zu verwalten, bei den meisten in Frage kommenden Stellen Anerkennung gefunden haben. Die Höhe der öffentlichen Fonds ist im Berichtsjahre stark zurückgegangen und damit auch ihre Bedeutung für den Geldmarkt und die Diskontpolitik der Reichsbank. Dennoch bleibt eine einheitliche. den Interessen der Allgemeinheit dienende Bewirtschaftung aller dieser Mittel unerläßlich. Nur ein zentraler Geldmarkt ist in der Lage, seine verfügbaren Mittel nach allen Teilen des Reiches zu disponieren. Aust diese Weise werden alle entbehrlichen Beträge innerhalb der gesamten deutschen Wirtschaft weitgehend erfaßt, die gesamte öffentliche Geldhandhabung wird rationeller gestaltet und übermäßige Reservebildung und Zersplitterung verhindert. Soweit mit Hilfe von Ausländsanleihen eine befriedigende Produktionssteigerung zu erzielen ist, sind Bedenken nicht zu erheben. Diese Voraussetzung kann bei der privaten W i risch a f t in der Regel angenommen werden, weil bei ihr der Zwang zu genauer Rentabilitätsberechnung vorliegt. Natürlich bestehen auch bei den privaten Auslandanleihen mannigfache Bedenken, wenn sie im Uebermaß ausgenommen werden. Bei der öffentlichen Hand liegen infolge des Monopolcharakters ihrer meisten Betriebe und infolge des Hineinfpie- lens politischer Faktoren die gleichen Voraussetzungen nicht immer vor. Sparsamste Finanz- gebahrung im allgemeinen und größte Wirtschaftlichkeit der öffentlichen Unternehmungen im besonderen müssen deshalb immer wieder gefordert werden, um so mehr, nachdem der Reparationsagent in seinem letzten Bericht die Frage einer zahlenmäßigen Begrenzung der deutschen Reparationsverpflichtungen angeschnitten hat. Die enge Verbindung, die die Lösung dieses Problems zur Währungsfrage hat, stellt die Reichsbank vor neue und verantwortungsvolle Aufgaben. • * Von der Frankfurter Börse. Am Samstag vor Ostern, 7. April, bleiben die Dorsenräume für jeden Verkehr geschlossen. * Von der Internationalen Rohstahlgemeinschaft. Die Rohstahlgemeinschaft hat den deutschen Vorstellungen wegen der Einschränkung der Exportmärkte nachgegeben und gestattet den deutschen Verbänden, für das zweite Vierteljahr insgesamt 150 000 Tonnen mehr aus- zusühren, als dies auf Grund der bisherigen Vereinbarung möglich war. ' MitteldeutscheCreditb an k, Frankfurt a. M. Sn der gestrigen Generalversammlung der Mitteldeutschen Creditbank wurden sämtliche Anträge der Verwaltung genehmigt und die Verteilung einer Dividende von 9 Prozent beschlossen. Die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. Ein Vertreter des Deutschen Dankbeamtenvereins forderte angesichts des günstigen Geschäftsergebnisses von der Verwaltung die Aufgabe ihrer ablehnenden Stellungnahme gegen eine Erhöhung der Deamtengehälter. Ferner verlangte er eine Zergliederung des hohen Ankosten-- kontos und dabei namentlich die Bekanntgabe der Tantiemen des Vorstandes und der Direktoren, was die Verwaltung ablehnte und darauf hinwies, daß der Gewinn des Snstituts relativ hinter dem anderer Banken zurückbleibe. Auf Anfrage wurde erklärt, daß im neuen Sahre im Kontokorventgeschäst mit einem höheren Erträgnis gerechnet werde, während im EffÄtengeschäft erhebliche Ausfälle gegen das Vorjahr zu verzeichnen seien. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 14. März. Tendenz freundlich- — Sm Anschluß an die feste Tlbendbörfe blieb die Stimmung zur Beginn der heutigem Börse freundlich. Eine Stühe bot vor allem die weiterhin lebhafte Rachfrage nach verschiedenen Spezialwerten. Sm allgemeinen blieb das Geschäft außerordentlich still, und der andauernde Ordersmangel machte sich stärker fühlbar, ferner drückte die A n g e w i ß h e i t über die weitere Entwicklung des Geldmarktes auf die Stimmung, wenn auch heute die Entspannung Fortschritte machte. Günstig ausgenommen wurde der Reichsbankabschluß und der Geschäftsbericht der H a p a g. Ein stärkerer Einfluß konnte jedoch nicht von ihnen ausgehen. Gegen die Abendbörse war die Kursentwickelung nicht einheitlich, da verschiedentlich kleine Abgaben vorgenommen wurden. Die Kurse blieben jedoch meist gut behauptet, während Spezialwerte weiter anzogen. Für Rheinbraun erhielt sich größeres Snteresse (plus 5,75 Prozent). Am Schiffahrtsmarkte gewonnen Hapag auf die günstigen Abschlußziffern 1,75 Prozent, Rordlloyd plus 1 Prozent. Von Elektrowerten waren Gessürel weiter gefragt und 3 Prozent höher, auch Siemens stärker beachtet. Für Waldhof zeigte sich weiter einiges Snteresfe, doch blieb der Kurs nur gut behauptet. S.°T.°Farben waren wenig verändert, auch Scheideanstalt nur behauptet. Rutgerswerke plus 2 Prozent, Deutsche Erdöl plus 1,25 Prozent. Au to aktien säst unverändert. Von Banken gaben Commerzbank 1,25 Prozent nach. Montanwerte still. Deutsche und ausländische Renten weiter fast vollkommen geschäftslos.-.Zolltürlen leicht befestigt, Bagdad dagegen etwas schwächer. Sm weiteren Verlaufe hielt die Rachfrag-r nach Spezialwerten an. Siemens plus 1 Prozent, Ges- fürel 1,25 Prozent. S.-G.-F arben wurden lebhafter gehandelt und 1,25 im Kurse erhöht. Bezugsrechte 9,05 Prozent. Waldhof lagen dagegen auf Realisationen eher angeboten und minus 2 Prozent. Sm übrigen blieb das Geschäft still. Am Geldmarkt stellte sich Lagesgeld auf 6 Prozent. Sm Devis en verkehr behauptete die Reichsmark ihren hohen Stand. Reichsmark gegen Kabel 4,1828. gegen London 20,414. Paris gegen London 124,025, Mailand 92,37, Madrid 29,11. London gegen Kabel 4,8790. Berlinc Börse. Berlin, 14.März. Die ergebnislosen Verhandlungen im Ruhrbergbau wurden als Grund angegeben für eine zu Beginn der Börse eingetretene Erschlaffung. Vormittags waren Glanzstoff mit 715 Prozent gehandelt worden, an der Vorbörse stellte sich aber der Kurs um 700 Prozent. Sn Wirklichkeit hatte wohl die Börse von gestern Material übrig und neue Käufe traten nicht in Erscheinung. Die Kurse^ntwicklung war recht uneinheitlich, nur Spezialwerte lagen weiterhin verhältnismäßig fest. Bemberg plus 25 Prozent, Glanzstoff plus 15 Prozent, Waldhof plus 6 Prozent und Rheinbraun 7,13 Prozent. Von Reben - werten waren Bergmann, Deutsche Maschinen, Rorddeutsche Wolle und Svenska um 2 bis 4 Prozent befestigt. Auch einige Elektro- papiere blieben gefragt. Heimische Anleihen wenig verändert, Ausländer ruhig. Mazedonier plus 0,5 Prozent. P fandbriefe still. Liquidationspfandbriefe und Anteile anscheinend wieder eher angeboten. Lebhafteres Geschäft entwickelte sich in Farbenbonds, die mit 134 Prozent gehandelt wurden. Bezüge 8,9 bis 9 Prozent. Der Geldmarkt blieb unverändert. Lagesgeld dagegen etwas leichter. Tagesgeld 6 bis 8 Prozent, Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Prozent, Warenwechsel 6,9 bis 7 Prozent. Rach den ersten Kursen wurde die Tendenz allgemein fester und lebhafter. Bevorzugt wurden weiter Glanzstvfs. Bemberg, Rheinbraun und Elektrowerte: besonders in letzteren wollte man wieder gute Käufe beobachtet haben. Die Kurse zogen bis 3 Prozent an. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 14. Marz. Die Stimmung ist fest. Das Angebot in Weizen ist Verhältnis- mäßig klein bei steigenden Preisen. Roggen wird nur wenig offeriert, die Preise ziehen ebenfalls weiter an. Braugerste in guten Qualitäten, die bis zu 32 QKarf bezahlt wird, ist nur wenig vorhanden. Hafer ist lebhaft gefragt und steigt im Preise. Das Mehlgeschäft ist immer noch schleppend bei erhöhten Preisen. Weizen- und Roggenkleie zieht im Preise gleichfalls an. Auch Futter- und Rachmehle sind besser gefragt. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 26,50 bis 26,75, Roggen 26,25 bis 26,50, Sommergerste für Brau- zwecke 29 bis 31,50, Haser, inländ. 26 bis 26,75, Mais (gelb) für Futterzwecke 23.50, Mais (gelb) für andere Zwecke 24,50, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 bis 38,25, Roggenmehl 36 bis 37,75, Weizenkleie 14,50 bis 14,60, Roggenkleie 15,50 bis 16. — Tendenz fest. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Mittwoch, den 14. März. Iohanneskirche. 6 Uhr: Passionsandacht, Pfarrer Ausfeld. Freitag, den 16. März. Kapelle des Allen Friedhofs. 6 Uhr: Passionsandacht, Pfarrer Lenz. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Frankfurt a.M Berlin Frankfurt a. M Berlin Schlich. Äurs l.Uhr. fiurs Schluß- Kurs Anfang Kurs Schlrch. Kurv 1-Uhr- Kurs Schlichs Anfang Kurs fiurt Datum 13. 3. 14.3. 13.3. 14. 3. Datum: 13 3. 14. 3. 13.3. j 14.3. *1« Dt Reichsanleihe v. 1927 Dt. Hnl Ablös Schuld mit SluSlos -Rechten . . . Desjll. ohne Auslos.-Rechten 87,5 51,8 11,8 51,85 87,5 52 14,13 — 52 14,3 «-ES..........7 Bergmann ...... .8 Elektr. Lieferungen . . . lo Licht und Kraft......io 153 164 211 116 269 153 210,6 272 152,25 168.25 163 210 115 267.25 161,9 150.25 186 166.5 152 172,5 7°/o Franks Hnp.-Bk. (Sotbpf unkündbar big 1932 ... i’/.’/o Rheinische Ovv -Bank Liou -Goidps . . . 8 E G obg BorkrtegS-Ob- — - Helten & Guilleaume ... .6 Ses f- Elektr Untern. . . 10 Hamb- Elektr. Werte . . . lo Rhein. Elektr.......8 Echles. Elektr. ......io 271 150,5 185,5 166.25 (igahonen, rucfjablbar isn — — - - Schlicken . ...... .7 Siemens & HalSke .... 16 - 167.5 47» Schweiz. Bundesb.-Anl. — _ 262.5 263 259.26 263 ♦’le Oesteretchtsche Goldrte — 33,5 _ Tranoradio..... 8 — _ 127 127,75 4,20°/. Deficrr ich. Silberne *blo Oesterreich, einbeitl. Rte <°/o Ungarische Goldrte . . 4°/o Ungarische StaaiSr. v. 1910 dcsgl. von 1913 <% Ungarische Kronenrte . . 4°/0 Türk. Zollanleihe v 1911 <°/e Türk Bagdadbahn-Anl. Serie 1. 4°/o deSgl. Serie II. 4e/o Rumänen convert. Rte. 4Vt°/o Rumänen Goldanl. 3,5 — 3,8 _ Labmever & So......... 153,5 — 152 24,9 24.7 — 25 25,2 Buderus ...... . o Deutsche Erdöl ...... .6 Essener Sieinkohle.....8 90 119,5 122 90.4 120,5 134,5 91,25 134,5 12,5 12,85 1.65 12,9 1,65 (Gelsenkirchener . f. % g. 4 Harvener .......8 hoesch Nserr ........ .5 Ilse Bergbau..... . .8 129.75 160.5 236 130 129.13 161,5 136.25 236 129,5 162 135 238,75 5.4 12,4 12,7 12,5 123 Älöcknerwerke - ....... 5 Köln-Neuesseu ......5»/, Mannesmann ■ . .f. V» 3- 4 ManS'eldcr.........7 113 140.5 112 140,65 113,13 136,5 139,75 112,25 113.25 135.75 140,5 von 1913 , . 15,45 — 15,6 — Oberschles Essend. Bedarf 0 - 96,5 _ Sag Deutsche Eisenbahn .47, — — — Oberschles. KokSwerk« . . 0 — — 90.9 92.65 Hamburg-Amerika Palet. .6 148 149,75 148,25 149,5 Phon ft Bergbau f •/• 3 3 99 256 98.5 261 75 98.75 98.7 fcümb -eübam Damvssch d vtyeumche Braunkohlen ■ 10 252.9 260 Hansa Dampfschiff ■ • . -6 Norddeutscher Lloyd - - 6 222,5 147,9 Rheinssabl .....0 Rrebeck Montan.......6 152,75 152,75 15(1 152 152,75 149,4 149 .42 Allg. Deutsche Eredttanss.. 10 — — 142.5 142,5 Bereinigte Stahlw. f. V» 3 3 — 98,5 98,65 Barm, r Bankverein 10 142,5 — 142,75 143,25 Otavi Minen......1 eh Soli Aschersleben.....10 SaliWeslereael« .... 10 — — 43.9 43.13 Berliner Handelsaesellsch. 12 Commerz- und Privat-Bk. 11 171,75 250 170,5 247.75 170,5 247,5 171 166,5 176.5 — — 166 175,5 Darmst. u- Nanonalbauk. iz 224 —- Z23 222,25 Kaliwerk Salzdetfurth . - 12 — — — 248,5 Deutsche Bank 10 Diskonto-Gesellschaft Lnt. 10 159,5 154 154 159,25 153.5 159,13 153,5 9 ® ^arden-gndugrir 10 Dynamit Nobel.....0 252,75 252 251 251,25 Dresdner Bank . .10 156 156.5 155 155 Scheibcauftalt ........8 197.75 _ Mitteldeutsche Creditbank 9 — — 210 — Goldschmidt..... .5 105.5 _ 105,5 104,25 Metallbau!..........8 —— 122,25 123 -- Rütgeröwerkr........0 97 99 96 75 97 76 «ctchSbank.....kl) 197.5 197 197 196.25 Metall gesell'chatt.....10 172,5 Banfnolett Frankfurt a.M Berlin Schlich Kur» 1 1-Uhr- 1 Kur, i Schlich I Kurs Anfang Kur Datum: 13. 3. | 14. 3. | 13. 3. 1 14.3, Plnlwv Holzmaun . ... 12 142 — 142 _ Heidelberger Lernen! . . s Lemenr Karlstadt . .... . z 139.5 180 140 - Wayß