Th. 12 Erster Mast 178- Jahrgang Samstag, 14 Januar 1928 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 61. M *nb 112 1nl4)rtft ftr vrahwach» rttbtfn Hnjdgrr »icfcnu P»t1*t diente: Äreeftwrtam Kein 11686. Soweto*» Bettein Strtzei« 5e*dienMfttter ne Bild Dl. Schale ®ew«u-Be)»6i»rels 2 Reich» mord inb 20 9ftid>tp«tewig ftr Irägro lohn, auch bei Richter- scheinen eteinerShunmeni mfolg< höherer ®«ealL dn>» «t6 tWrtaj: BrüfrlW UitctrSÜH Biib. »d stditnidertl 1 ton«« ti Sieben. 5christlettin, unö 6e|*äftsMt: SdjilWrabe 7. ta jnm 91od>eitnag vorher Preis tir | mm hohe t*i ÄK|eiqen von 27 mm Steile Srtlich 8, auetPilrts 10 9ta4)*pfrnmg; für 9?e« hlamean-eigen von 70n m Steile 35 *.liei(htp|fnnv, PlatzvorschnN 30* . mehr. Chesredaktcr De Fnedr Dich Lange. Srrantworthd) |6r Dohlih Dr jr Dich Lanae, ftr SeuiDeton Dr tz Ihoriot. für ben übrigen 2eil Ernst Blumlchrin, für ben Sn. Geßlers Abschied. ReichSwehrmmtster Dt (Pebler hat heb ent« Wollen, von bet politischen Bühne abzutreten. Ir hat Ichon 'eit Iaht und Tag mit dem ®e- hanken gdpiell, ihn aber immer wieder zurück- leftellt, bi« Ichwete Schick.alSfchläge in feiner Samlhe. die sich gerade in den letzten Iahten »duften, leine Widerstand«keaft wohl soweit er- chüitert haben, datz er 'ich den Anstrengungen 'einer Xäligteit doch nicht mehr gewach en fühlt ind ben Reichspräsidenten um lofortige Enthebung au« Ieiner Stellung gebeten hat. tfr ist der bienftältefte unter sämtlichen TU- ilstetn. Wenn wir richtig «üblen. ist er nicht tivniger al« 15 mal -um Minister ernannt r>ort*n. -um erstenmal 1919. al« er von den ^emeftaten au« Rürnberg geholt, seinen bor» Ilgen Oberbürgermelfterpoften ausgab, um da« Ministerium für Wiederaufbau zu übernehmen. Dach dem Kapp-Putsch ist er dann in« Weht« »In H e r i um &uuibcrqeivecbfclt. weil man ihm tic persönlichen Fähigkeiten «utraute. die scbwle- ngc Liquidation auch nach der psychologilchen Seite hin durchzuführen Im großen garucn II diese« örperimcnt geglückt. Herr Gebiet hat tatet dem Gesichlswinlel de« Staate« gesehen, ttc Erwartungen, die auf ihn gesetzt wurden. Et hat allerdings seine Pflicht ».-füllt auf kosten persönlicher Freund- s ch a s t e n. Seine eigene Partei wollte ihm auf den, Liege, den er ging, nicht folgen. Er hat ^nächst sein ReichStagSmandai niebcrlegcn nullen, und ist dann auch au» der Partei offiziell ausgetreten. Die Sozialdemokraten ha- ben ibn gehabt, sie machten Ichon 1923, al« Di ctre'cinann die Große Koalition zu'ammen- drachte. Harte Einwendungen gegen Gehler gelten b und haben im November 1926 nur au« Hab gegen ihn bic Möglichkeit eine« Zusammen- gehenS mit dem Zentrum zerschlagen, damals, ehe da« neue Äabmctt Mort mit den Deutfch- iMtionalen gebildet wurde. co ist Dr. Gehler In den letzten Jahren anläfe- hdi der mancherlei kleineren und größeren Zwischen- Hille im Betriebe der Reichswehr oft umstritten gelassen. Aber wenn man die heuttge Berliner Presse : Jt. |o findet man. daß er im Grunde und als Oe- intperfonlitbfeit überall in den verschiedenen 'Jjrte,lagern aufrichtige Anerkennung i. n b Würdigung findet Das Hot feine guten (Brünbe. Denn wenn man auch da und dort in LH nf »blättern ben Dorwurf leise wieberholt steht, ,r habe doch aus der Reichswehr nicht lenes zuver- li'hg republikanische Instrument bet Reichsleitung Huben können, da > man von dem Demokraten Gest- 1.1 erroarktc. so hat doch oiich bie Kritik, die oft fciug bie Grenzen bes Sachlichen überschritt, im tirunbe genau gewußt, welche schier unüberfteig- : d-en Schwierigkeiten biefer Mann zu meiern wußte. Don Hanse au» Zivilist unb Demokrat, !,inte er nur zwei Wege gehen: entweder den niksichlsloser Gewalt, um au» der Reichswehr xeqen alle Widerstände der in ihr verbliebenen (Sie- nnnte des alten Vfft-ier»korps au» der Kaiserzeit t re ausgesprochen republikanische Institution zu machen — unb dazu fehlte ihm fast während der aanzen Amtszeit die nötige politische Macht einer >,engen, aleichgerichteten Reoicrunc:sgewalt: oder Ci* das Vertrauen unb bie Sympathie bei Reichswehr selbst dadurch zu sichern, daß ir sie mit ihren (Viqentiimfidifeiten weitgehend gegen bif politische Kri'i' in Schutz nahm und langsam b-.irch Beispiel und Anleitung zu bestem suchte, was ■hm an ihrer Konstruktion etwa unerwünscht schei- ien mochte. (Fr hat den letzteren Weg gewählt, n-fenbar. weil er ihm der politisch allein rr »gliche schien Und er ist dadurch vielleicht zeit- •seifiq vor der Alternative: Demokratische Politik »brr Autorität bei der Reichswehr stärker an fein Gestört als an den politischen Grundgedanken ge- Hunden erschienen. Ader es ist eine große ftrafle, ih ein anderer als er es hätte bester machen können,, mb ob ein anderer als er es künftighin L* f i c r machen wird. er selbst ih. da« bestätigt ihm jetzt auch der »Vorwärts". kein Kleber gcroefen. Gr bat nur en« ehrlichem Pttichtbewusttsein ausgehalten und Venn er jetzt geht, darf er sich lagen, bah ferne Aufgabe im wesentlichen erfüllt ist Cr hat lah'ir Sorge getragen, daß hie Reichswehr ,in zuverlässiges Instrument des Staate« geworden ist. hast alle Versuche he parteipolitisch zu infizieren sehlgefchlagen nnb. ksicht wird es nicht fein, ihn xu ersetzen, weder T.rdb der persönlichen noch nach der politischen feite, weil der Kampf der Fraktionen um den Ministersessel das ohnehin gelockerte Gefüge der feaentnärtigen Regierungskoalition unter llny finben überanspruchen könnte GZ wird auch Breits ernsthaft davon gesprochen. ihn zunächst f„r xu beurlauben und einen feiner M.nistet- h legen mir der Vertretung zu beauftragen, so- l::ige bis fi an der er Summa cum laude zum Doktor btr Rechte promovierte. Vach dem Eiaatskonkurs wurde er auf ein Jahr Der Wechsel im Reichswehrministerium. Berlin. 14. Jan. (Wolff.) 3n parlamentorifchrn Äreifen wurde mit grober Bestimmtheit davon gesprochen. bah Reichswehrmini sl er DrGetz- I e r seine schon wiederholt geäußerte Absicht der Amtsniederlegung schon In allernächster 3ell durchführen wolle. Da» Gerücht wurde aus Acutzerungcn de» TNinister» zu rückgeführt, besten Gesunbheit»zustanb in letzter Zeit viel zu wünschen übrig Hetz. Anbererseit» wurde bezweifelt, dotz Dr. Getzler noch vor der Lrlebi- gung seine» in diesem Jahre besonder» heitz umstrittenen Etat» zurücktreten werde. Wie da» WIB. dagegen von gut unterrichteter parlamen- forischer Seite erfährt, mutz e» al» sicher gelten, datz Dr. Getzler die Leitung seine» TUinifferium» tatsächlich niederlegt. In polittschen Kreisen nahm man heute mittag noch an. datz die Bemühungen namenttich de» Herrn Reichspräsidenten doch noch dazu führen würden, datz Dr. Getzler bl» jur Neuwahl de» Reich», tage» im Arni bliebe. Die Besprechungen, die diesem Ziele dienen sollten, haben aber nur zu dem Ergebnis geführt, datz der Rücktritt Dr. Getzler» nunmehr al» unvermeidlich anzufehen ist. Ob die Riederlegung der Leitung de» Reichswehrmini. fterium» zunächst in der Jorm einer Beurlaubung Dr. Getzler» erfolgt, steht noch dahin. Wahrscheinlicher ist aber die baldige formelle Genehmigung der Rücktrittsbitte Im Laufe des Dormittag» find denn auch berert» Besprechungen über die RachsoIge Dr. Getzler» ringelet fei worden. In diesem Zusammenhang erinnert man in Parlamenteri|d>cn Kreisen an die Dereinbarung, die bei der letzten Kabinett»- bilbung zwischen den Regierungsparteien getroffen wurde, wonach bk Deutsche Doir»partei bas Reich»wehrminislerium bekommen solle, sobald der bereit» damals akute Rücktritt Dr. Getzler» Wirklichkeit werden würde. Unter diesen Umständen Hal der Reichspräsident heute vormittag dem Führer der Reichstag»- sraklion der Deutschen Dolksparki. Reich»minisfer a. D. Dt. SchoI;. den Posten de» Reichswehr- Minister» angeboten. Dr. Schot, hat jedoch abge- lehnt, da die parlamentarische Lage gerade in den nächsten Monaten fein Derbleiben in der Leitung der Auktion erfordert. In parlamcnlarifchen Kreisen halt man es nunmehr für wahrscheinlich, datz die Jrage der Nachsolge Dr. (Defekts so gelöst wird, datz bis zu den Reuwahlen eine k o m m i s - sarische Beaustragung erfolgt, etwa in der Jorm. datz einer der anderen Reichsminisler die Leitung bes RNnisleriumc- mit übernimmt Man nimmt an. datz für diesen JaU der Reichskanz- l <* r perfönlich die Leitung des Reichswehrminisle- riums übernehmen wird. Der DAZ. zufolge sollen jedoch in einigen Kreisen der Koalition Besurchtungen gehegt werden, datz eine solche Art der Lösung als ..Abwicklung»- zustand" bes jetzigen Kabinett» aufgefafel. also als Bereitschaft zu baldiger Dornahme der Wahlen und etwaiger späterer Kabinettsumbildung, aufge- satzl werden. Der Reichspräsident dürste sich daher nach dem genannten Blatt zu einer provisorischen Regelung erst entschließen, wenn die Dersuche, einen neuen Wann für das Wehrminiilerium zu finden. gescheitert sein sollten. Was diesen neuen Mann anbetrifft, so wird in den Blättern eine ganze Reihe von Hamen genannt, deren Träger vornehmlich der Deutschen Dolfspartei angehören. Wenn man der „G e r- m a n i a“ Glauben schenken darf, so scheint es jedoch noch nicht kestzuslehen, datz unbedingt ein Mitglied dieser Partei Rrichswehrminister werden wirb. Das Zrnlrumsbtatt sagt: Ob der Dolfspartei die Bemühung um dieses Amt gelingt, ist durchaus noch fraglich. Darüber hätten auch noch andere zu befinden. Es gibt nicht unbedeutende Kreise, bie eine parteipolitisch nicht gebundene Kandidatur empfehlen. In diesem Zusammenhang hört man den Kamen von General O r ö n e r , der ernsthaft faoorl- fiert wc den soll. Die ..Deustche Zeitung" verzeichnet da» Austauchen des Gedankens. General Heye als Stellvertreter des Wehrminlffer» einzufetzen. General Heye soll übrigen», wie man Ihm hier und da nachfagt, nicht abgeneigt fein, nicht nur Stellvertreter. sondern Relchswehrminister zu werden. Schiietzlich sei noch ein von dem „Lokalanzeiger" verzeichnete» Gerücht erwähnt, dotz In der Umgebung de» Kanzler» der Gedanke erörtert worden sei, den früheren Reichsinnenminisler Dr. ft ü I j in da, Reichswehrminislerium zu berufen. Die Lnl fcheidung wird durch den Reichspräsidenten nicht überstürzt, aber mit Rücksicht auf die 6fal»arbciten bald gefällt werden. Zm Echo der Presse. Berlin, 14. Jan. Zu dem von Dr. Getzler dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler zum Ausdruck gebrach en Wunsch, von feinem Amte als Reichswehrm nister zu scheidem nimmt bisher nur ein Teil der Berliner Blätter Stellung. 3n der ..D A 3“ hecht es M i t aufrichtiger Bewegung sieht da« deutsche Volk einen Mann, der acht schwere Jahre hindurch den mühsamen Wiederaufstieg -dcS Reiches mit nimmermüder Treue gefördert. der ihm Gesundheit und beste LebenSkia't geopfert hat. au« den Reihen der aktiven politischen Füh- rer scheiden. Das beste, was ein Mann und Politiker von seinem Wirken erhoffen kann, ist geschehen: Sein Werk ist gesichert! - In der ..T ägl. Rundschau" wird auSgeführt: Irgendwelche politischen Gründe dürften für die gegenwärtigen Rücktriltsabsichlen nicht vorhanden fein. Dr. Gehler« Gesundheitszustand hat unter den letzten SchicksalSschlägen besonders Ein Aufruf für die Aufrechterhaltung München. 14. Jan. (WTD. Funkspruch.) Die .Münchener Reuesten Rachrichten" veröfsent- lichen unter der llcbcrschrist^ .Der Kamps um Bayern" einen Aufruf, der von einer großen Zahl führender Männer aller Kreise unterzeichnet ist und für die Aufrechterhaltung und Ausgestaltung de« bundesstaatlichen Sharak- ters de« Reiches eintritt. In dem Aufruf heißt es u. a.: -Ohne eine gewisse wirtschaftliche Kraft und Macht al« Rückhalt ist eine eigene, freie, im Heimatboden und dem Wesen seiner Bevölkerung wurzelnde kulturelle Entwicklung und Blute nicht möglich und ohne eine gewisse politische bundesstaatliche Selbstbestimmung mit einer GesehgebungSkompetenz und Finanzverwaltung ist eine entsprechend günftige Wirtschaftsentfaltung auf Grund der eigenen Vorbedingungen dcS Landes und seiner Bevölkerung in Bayern und ähnlich in den anderen Bundesstaaten auch nicht möglich. Das ist der Kernpunkt des Problems. Rur auf dem Wege des Bunde« st aatSgedanken« wird die Einiakeit und nationale Einheit aller Deutschen gesichert einer bodenständigen wirtlichen Kultur im ganzen deutschen Volke die Entwicklung ermöglicht und für eine unbegrenzte Heimat- und Vaterlandsliebe aller Deutschen die Grundlage geschaffen, und auch nur so bei wirklich bundesstaatlicher Struktur de« Reiche« und seiner Verfassung ist dann der Zusammenschlutz mit Deutsch-Oesterreich und die Wiedergewinnung der verloren gegangenen deutschsprachigen Gebiete und des allgemeinen Ansehens Deutschlands in der Welt möglich." Die Elaaisvereinfachung in Bayern. Ein Rcgitrungsprogramm zur Lenkung der Verwaltungskoften. München, 13. Jan. lWTB.« Der Entwurf eine« Gesetzes über die Staat«verein'achung in Bayern ist heute dem Landtage zugegangen. Sr sieht vor. daß im Bereich aller Ministerien bis 1. April 1933 die Zahl der Besoldungsempfänger um wenigsten« 1 0 v. H. gegenüber dem Rechnungsjahr 1926 z u mindern ist. Die Einsparung ist auf alle Besoldungsgruppen gleichmäßig zu verteilen. Im ganzen wird innerhalb der seit dem Tode seiner Mutter sehr gelitten Wie es scheint, kommt dem Rücktrilisgesuch diesmal eine ernstere Bedeutung zu. so daß man mu. einem Wechsel aut dem Posten de« Reichowedr- minifter« wird rech en müssen. — Im Gegensatz zur ..Täai Rundsch " ist dav „ P T." der Ans , daß nicht nur persönliche und gesundheuliche Rücksichten für den Rücktrittswunsch de» Reich.- wehrministers ausschlaggebend sind, sondern daß auch die ganze politische Situation maßgebend mitspreche. 3« ki eine sehr lebhafte ReichSwehrdebatte im Parlament au erwarten, der sich Gehler offenbar nicht niepr gewachsen fühle. — Der .Deutsch e" betont: Die Reichswehr hat sich zu einer starken und sicheren Stütze des Staates entwickelt. Daran hat Gehler zweiseUos starke Verdienste. Der .Vorwärts" schreibt: Der Reichswehrminister Dr. Gehler ist. das müssen auch seine Gegner ihm nachsagen, nie ein .Kleber" gewesen Er hat schon in früheren Jahren oft feinem Wunsche nach einer weniger veranttvor- tungsbeladenen Tätigkeit in einer Weise Ausdruck gegeben, bah an seiner Aufrichtigkeit nicht zu zweifeln war Später traten schwer Schicksalsschläge in der Familie und eigene Krankheit dazu, um den Wunsch zu verstärken. Sein Al- egeluch kommt der Regierung dKr in diesem Augenblick ebenso unwlllkoinmen wie in früheren. Denn für die Erbschaft, die Gehler hinterläßt, ist nicht so leicht ein Erbe zu finden. Ein jetzt zu erneimender Reichswehrminister wäre doch nur ein Platzhalter für den Mann, der nach den nächsten Wahlen kommen wird. des Bundeschaeatters des Reiches. nächsten fünf Jahre mit einer Einziehung von etwa 2500 bi« 3000 Stellen und neben der entsprechenden Senkung von Sachausgaben mit einer Minderung der Personal- auSgaben von im BeharrungSzustande jährlich etwa 1 4 Millionen Mark gerechnet. Die beabsichtigte Stelfenverminderung entipricht jedenfalls dem Maße, das die Reichsverwaltung auf dem Wege erreichen will, daß von drei freiwerdenden Stellen grund'ätzlich eine Stelle eingezogen wird AIS unerläßliche Voraussetzungen für diese Senkung der StaatSausgaben verlangt der Entwurf neben der Entlastung des Staates von Staatsaulgaben eine großzügige Verwaltung«- und Bureaureform und eine entsprechende Vereinfachung der Behördeneinrich- tung. Mit den, Ermächtigungsgesetz vom 9. Juli 192(5 sind aber die Reformen zeitlich nicht zum Abschluß zu bringen. Zwar liegt ein vom Ge- samttninisterium au«gearbciteler Reiormplan vor, der in der Hauptsache ferliggefteUt ist Die er Plan ist aber in allen seinen Einzelheiten 'chon deshalb nicht zur Vorlage reif, weil neuerhing« auf Verlangen de« Reichstage« von der ReichS- regierung Verhandlungen über die Aufhebung von Reichsbehörden eingeleitet find, von denen auch Bayern stark berührt wird. Zur Durchführung der gesamten Maßnahmen auf dem Gebiete der Behördenorganisation halt der Gesetzentwurf eine Frist von drei Jahren und eine dementsprechend bemeßene weitere Ermächtigung der Reg.erung für crior- derlich. Spätesten« in der gleichen Zeit soll die ichon eingeleitetc Vereinfachung der Dermal- tung-geschäszc mit Einschluß der Sichtung und Zusammenfassung des LandeSrechle« zum Abschluß gebracht sein. Oie Länderkonfereii;. Berlin. 14. Ian. (WTB. Funkspruch.- Da« Reich-kabinett beschäftigte sich auch in feiner gestrigen Sitzung mit den Vorbereitungen zu der in den nächsten Tagen beginnenden B e - sprechung mit den Ministerpräsiden- t e n der Länder. Die Beratung wurde abgeschlossen. ES wurde ein Einverständnis über die zu behandelnden Punkte erzielt, die für die Verhandlungen al« Grundlage biegen sollen. Vorgesehen ist, am Schluß der Sitzung ’t einer gemeinsamen Kundgebung der Reichs re gierung und der Ministerpräsidenten der Länder hervorzutreten. Bayern und die Rkichsresorm. als Hilfsarbeiter ins Justizministerium berufen und dann zum dritten Staatsanwalt in Straubing ernannt Im Rovem- ber 1905 wurde er durch die Beschlüsse der städtischen Kollegien in München zum Se- werberichtcr gewählt. Am Dezember 1910 wählte das Gememdekollegium in Regensburg mit 23 liberalen Stimmen Dr. Gehler zum ersten rechtskundigen Bürgermeister der Stadt Regensburg. Am 9. Dezember 1913 wurde er sodann al« Rachfolger Dr. Schuhs zum Oberbürgermeister von Rürnberg gewählt. Während der Räteherrschaft war e« dort Dr. Getzler. dessen zielsicherer Energie es zu verdanken war. datz Rürnberg und das übrige Rordbayem von dem bolschewistischen Bluwer- gießen bewahrt blieben. So kam es. daß er im Oktober 1919 als Leiter des neu begründeten Wiederaufbaumini- ft e r i u m s nach Berlin berufen wurde, vorge- schlagen von der Demokratischen Partei, der et angehörte. Jedoch blieb er nicht lange in diesem Amte. Als infolge des Kapp-Putsches Ende März 1920 Roske als Reichswehrminister zurücktrar. übernahm Gehler seine Rachfolgerschaft. In dieser Stellung hatte er zunächst die Herabsetzung der Reichswehr auf ein 102 000- Mann-Heer bis zum 1. Januar 1921 durchzuführen und gleichzeitig die gesetzlichen Grundlagen für die endgültige Reichswehr zu schaffen. Auch bestrebte er sich, die Entpolitisierung der Reichswehr durchzuführen, indem er ihren Angehörigen nach und nach bic Zugehörigkeit zu allen in diesem Sinne ungeeigneten Bereinigungen verbot. Aus dem Kabinett Dauer ist Getzler dann in alle folgenden Kabinette bis zum zweiten Kabinett Wirth vom Oktober 1921 übergegangen. Selbst in diesem, aus dem feine Partei sich ausdrücklich zurück- zog. verblieb er auf Ersuchen Wirths und mit Zustimmung seiner Fraktion al« .Fach- minifter". Ebenso trat et im Rvvembet 1922 in da« Kabinett Euno. im August 1923 trotz starker Anfeindung durch die Sozialdemokratie auch in da« Kabinett Stresemann und später ebenso in die Kabinette Marr unb Luther und wieder Marr über. Während dieser ganzen Zeit wurde sein Derhältni« nicht nur zur Sozialdemokratie sondern auch zu seiner ctqcnen Par'.ei nach und nach immer gespannter. Ein Konflikt mit dem demokratischen Oberbürgermeister Dr. Luppe von Rürnberg wurde im Rovember 1925 überbrückt. Sein Versuch, im Mai 1926 ein Kabinett zu bilden, scheiterte. Ganz offenbar wurde der Konflikt mit seiner eigenen Partei, als im Januar 192Z während der neuen Kabinettskrise Getzler dem General Reinhardt Genehmigung zur Derösfentitchung eines Artikels erteilte, in dem dieser gegen Pläne der Linken in der Frage des Hecreser- teil drei Jahre aber stets beobachten, datz gelebt. 3n der M Punkte würbe hierbei um De- i 37,4 letz- fogor t sich um einet Landen Der Oe Die Unferfmftuno btt Lachliesei-ungsslbwin-els. «Hcn. 13 Ion s WTB f «ne Besprechung über bie Durchs ührung beS Schiedsspruches kür hie nordwestliche Gruppe des BereinS Deutscher ««en- und Stabil n duft rieller. Vie am DienS!ag im Re chSarbeitSm.nisterium begonnen darre, wurde - . . . g- in Slltn I o e I * e fetzt 3p ber piLbna&l der noch strittigen i ' _ -. * 2 i eine Verständigung eratflf Die noch vorban deinen Meinun:sversch,e- denbeiten Hwikchen den Parteien dürfen in Äür.tf behoben sein Die noch vorhandenen Tb kremen, gemessen an der gesamten Bedeutung des LchredStpruchee s.nd so geringfügig, hast durch he bte Durchtührung im ganten keiner Beziehung in Frage stellt ist s a tz e S ans trat, wodurch die demokratlfche Partei sich angegriffen kühlte Dehler verteidigte seine Haltung in einem schreiben vorn 17. 1. 1927 an Len demokratischen Führer Dr Koch Die Partei tidie daraufhin in einer örfläruna vom 19. 1. 1927 von Gehler ab. der nun feinerfetti. nachdem er doS ihm abermals von dem Reichskanzler Warr angebotene Portefeuille deS RetchSw^r- miniftenum« angenommen batte, am 27. 1 1927 feinen Austritt auS der Parte, erfUrte. trridesundikotSlainmer Benedict Rach dem .Watin" sind wegen Betrügereien bei Hopfen- Das deuWnalionale Programm. Eine Rede de» Grafe» Veftarp. Kassel, 13. Ian. (DB.) Der Vorsitzende der Deutschnationalen Dolkspnrtei Gros Westarp, h elt in Kassel eine Hebe in der et den Standpunkt der Deutschnationalen VolkS- parkei dahin kennzeichnete, daß der 21>bpruch auf die 7t ä u m u n g deS besetzten Gebietes unbedingt und unbegrenzt fei ohne Kompensationen. In der Frage der Kriegsschuld hab« daS vergangene Jahr, ab^eiehen von der Lannenbergrede deS ÄeichSprLsitz e n t e n, keine Erfolge gebracht. Artikel 132 de- Versailler Vertrages mfif'e auS der Welk geschafft werden Bei Srwchnung der Si- cherheitSoe^trug« und Rtchtangriffspakte wandte sich der Ttedner entschieden gegen ein Ost- locarno und jchilderte die Enteignung der Deutschen in Polen. daS auch nach der Besitz- erqr« ifung von Danzig und Ostoreuhen strebte. Wir müssen im Sommer, so fuhr der Ttedner fort, eine verhandlungSsähige Regie- rung haben. DaS könne nicht erreicht werden, wenn vorher gewählt werde. Die jetzige Koalition habe sich aufeinander eingestellt, und iDcrbe sich weiter aufeinander einftellen. Die Veutichnationalen seien gewillt, den christlichen 'harakier der Simultanschu- l t n nach Möglichkeit zu schützen. Der Ttedner schloh, die Deutschnationale VolkS- poriei sei geneigt, vertrauensvoll mit dem Bun- de zur Erneuerung deS Reiches zu- sammenzuarbeiten. Die Deutschnationale VolkS- parlei lehne aber den Gedanken eines uni ta- rischen Einheitsstaates mit Gnt'chieden- heit ab. ebenso die Umwandlung PreutzenS in ein TteichSland Für eine Stärkung der Gewalt des Reichspräsidenten sei cm^u treten und neben dem Absolutismus die P a r l a m e n i S Herr s ch a f t der Parteien zu bekämpfen. Beseitigung deS Dualismus zwischen Reich und Preuhen durch Herstellung her Personalunion zwischen dem Reichs- kanzler und dem preuhischen Minisiervrüsidenten sei zu erstreben. Der Reichspräsident müsse gleichzeitig preussischer Staatspräsident sein. Kur die Deutschnationale DolkSpartei müsse daS Ziel gelten. nach wie vor im Reich und in Preuhen mit in der Regierung tätig zu fein. Die Zunahme derArbettSlosigleil (Eigene Drahtmeldung des „(Siebener Anzeigers". Berlin, 14. Ian. Der jetzigen beträchtlichen Steigerung der Zahl der männlichen Haupt- unlcrstühunaSemosänger in der Arbeitslosenversicherung für die zweite Dezemberhälfte rund 46,3 Prvz geht schon in der ersten zemberhülflc eine beachtliche Erhöhung um Prozent voraus. Wan kann im Lause der nicht einmal der Dezember, sondern meist erst der Ianuar oder, wie 1926, sogar die höchsten Ziffern erst der Februar zeigt Im allgemeinen brachte bat vergangene Jahr ja eine erfreuliche Verminderung der Erwerbslosigkeit. denn am 1. Rovember 1927. also vor Beginn der üblichen Saisonverschlechterung. betrug die Zahl der Arbeitslosen einschließlich sogar der Kurzarbeiter 697 COO gegen 2 Millionen im Vorjahr. 3m Laufe deS SommerS ergab sich sogar für einzelne Gebiete ein empfindlicher Facharbeitermangel, während fast ein Tr bei der verbliebenen Arbeitslosen aus ungelernten Arbeitern bestand. Hätte sich also damals daS Arbeit'angebot qualitativ mit der Arbeitsnachfrage besser gedeckt dann wären die Zissern der Arbeitslosigkeit wohl noch gün- ftl- er ausgefallen. - d'-ti>er dagegen ist Im Augenblick die Frage zu übersehen, ob die Steigerung der Arbeitslosigkeit. wie man in gut unterrichteten Kreisen annimmt, vor allem von der üblichen winterlichen Minderbeschäftigung in den Austenberufen abhängt. oder ob sich hier auch ein von Kapitalknappheit bedingter aVgcmetner Konjunkturrückgang t i - w ile mit auSwirkt. Für 1925 kann man fest- stellen, dast durch den üblichen Saisonübergang etwa •/, Million Arbeiter freiaesetzt wurde, eine Zif'er die nach den vorjährigen Dezemberberichten noch nicht ganz erreicht wurde, während 1926 die Schwankung relativ viel geringer war. Ter Dezember 1925. in einem besonders günstigen Iahr der Arbeitslosenziffern, brachte etwa 1 400 000 Arbeitslose, wahrend am 1. Ianuar 1926 schon 1 900000 gezfh't wurden 1926 liegen die Zahlen für dieselben Monate auf 1 S'OOOO und ebenfalls 1 900 000. allo timner noch höher al# man aus den vorliegenden Statistiken für 1927 ersetzen kann Dtr (^chiedsspfuck in der (Nroßeiseninbustrie. Paris. 13 3an < DIB.» Die daS .Echo de Paris" berlchtek. find gestern in Paris »tret weitere HauSsuchung-i rungsaf äre er'olqt IS jar.D gewissen Daul und den Vo Der Sozialetat im Saushaltsausschuß wiener, unb gaben einmütig dem Willen waltung war < AuStz Oie studentische Gelbstvenvallung. Nach Auslösung der „Dcntfchcn Ltudcntcnjchast" m Preußen Berlin. 13. Ian. (Priv.-Tel.) Die Mitglieder der Studentenvertretung der Berliner Anedrlch-Wilhelm-Universität waren gestern abend zu einer Sitzung wfammen- betulen. in der zu der hochschulpoltmchen Lage Stellung genommen wurde Die überwiegende Mehrzahl der gewählten Vertreter der Studenten lieserungen im Slsatz eine ganze Reihe von Haussuchungen vorgenommen worben. ÖS soll sich um 8003 Doppe'zenlner Hopsen handeln, dessen Qualität auherordentsich gering gewesen sei und der höchstens einen Kauswert von 25 Mark pro Doppelzentner gehabt hat während der Hopsen mit einem Preise diS zu 630 Mark bei einer Provision von 540 Franken pro Doppelzentner fakturiert wurde die studentische Selhstver- auch ohne staatliche An- InduRrieer-euanisle txraufgdefci werben tollten Tlaturl ch handelt eS sich dabe. nicht um Waren, die bei den beu''ch-frantzösitchen Berhandlunger, al« Guter deutschen Interesses tariflich gebunben wurden aber wenn also auch diese Frage mehr Belgien und die Schwer ai>» geh', die zur Zeit noch mit Frankreich hx Ber- yantzlunaen stehen, so bedeutet daS doch Im Endeffekt l chcrlich auch für eine Rethe deutscher Erzeugnisse. gerade well si« von dem Dellabkom- men noch nicht erfaßt waren, eine Benachteilig gung. Roch bedenklicher ist freilich bte nach Warschauer Blättern in Polen bestehexxde Absicht, die gültigen Zolltarife durch eine Valorisierung abzuändern. Würde eine solche etwa auf der BasiS deS Gvldzlow erfolgen, fo bedeutet fxe eine Erhöhung der Sätze um 60 biS 70 Prozent d. h. cme einschneidende Veränderung der ganzen KalkulationSbasiS. auf der man bisher deutscherseits die KompensationS- wünsche für die von Polen geforderten deutschen Konzessionen vorbereitet hat. Selbstverständlich würde in einem solchen Fall« die deutsche Wunschliste ganz erheblich abgeänbert werden müssen, und es würben dadurch neue Schwierigkeiten unb Verzögerungen in die im übrigen hoffnungsvoll begonnenen und durch di« jüngsten Reden Zaleski» unb Rau'cherS ermutigten Verhandlungen getragen werden. Der DollstSndihkeit halber sei schltetzllch noch der deutsch - griechischen Verhandlungen gedacht. die im Dezember unterbrochen wurden, weil über die Frage deS griechischen Verzichts auf die berüchtigte Beschlagnahme Hansel deS §18 der Anlage II zu Teil VIII des Versailler Vertrages zunächst fehle Verständigung erfolgt war. Inzwischen ist diese Erklärung Griechen- landS c'mgegangen, und die Reichsregierung hat die griechische gebeten, die weiteren Verhandlungen in Berlin zu führen, da chre Unter- händler durch die ungarischen und rschechollowa- kischen Verhandlungen stark in Anspruch genommen seien. Eigen« Drahtmeldung bet Girtzener Hruetger»* Berlin, 14. Ian. Dte deutsche Aktivität auf dem Gebiete des HanbelSvertraz-wetenS. die im abgefoufenen Iahe« zu wichtigen Grgebnillen. besonders In Frankreich, führte, ist mit dem neuen Iah« erneut in stärkstem Umfang ausgenommen worden. Die deutsche Delegation führt den Vertrag mit Bolen im Weg« von Verhandlungen weiter, die heut? in Warschau ausgenommen werden, nachdem die Delegation unter Führung des Ministers a. D. Hermes wieder in Warschau eingetroffen it; mit Ungarn sind beiderseitige Wunschlisten auSgetauschk worden, und die Verhandlungen mit der Tschechoslowakei stehen in Kürz« bevor, nachdem auch da eine kurze Unterbrechung etn- getreien war 3m Anfchluh an die deutsch- tschechischen Verhandlungen wird man wohl mit Oesterreich über den Abschluß eine« endgültigen Handelsvertrages als Ersatz für daS Wirtschaftsabkommen in Verhandlungen treten. DaS Gebiet ist ein outzerordentllch weites uNtz schwieriges-, beim angesichts der noch immer nicht überall geregelten WährungSverhält- nisse sind auch nach Abschluß von Verträgen einseitige Eingrisfe in bi« sestgesetzten Tarife möglich Gerade jetzt wieder liegen zwei Beispiele dieser Art vor. Der französische Ministerrat hat sich mit einer Zollnove l le befaßt. die verhältniSmähig starke Erhöhungen der Zollsätze für eine Reihe von Erzeugnissen deutschen Interesses bringen soll. Der Weizenzoll ist bereits vor einiger Zeit im DerordnungS- wege erfolgt; für andere Agrarerzeugnisse sotten nun entsprechende Heraufsetzungen burchgesührt werden, well die landwirtschaftlichen Preise in Frankreich zu n großen Teil im Verlauf deS letzten Iahres stark gefallen und nicht einmal den Selbstkosten entsprechend entwickelt sind. Ob allerdings eine Zollerhöhung diese Konsequenz der Franc-Stabilisierung wirksam zu bekämpfen vermag, steht vorläufig dahin. UnS könnte das wenig berühren, wenn nicht gleichzeitig auch die Zölle für verschiedene deS sächsischen Obcrverwaltungsgerichts, vertreten. Aber wichtig bleibe, day die Vereinbarungen auch in den anderen Ländern durchgeführt werden. Die Frage, ob die Sewerbe- aufsichtsbeamten zu ReichSoeamten werden würden, werde bei den Beratungen über daS Ar- beitSschutzgeseh erörtert werden. Die Reform der Verwaltung der Sozialversicherung müsse kommen. Beim ReichsversicherungSamt seien fünf neue Senate angefordert und eine entsprechende Vermehrung der Beamten vorgesehen. ferner vier neue Senate im Reichs- versorgungSgericht. DaS Gutachten des Arbeitsausschusses des Reichswirtschaftsrates über die Höchstzahl der Lehrling« im Handel Sgewerb« gehe dahin, datz daS Reich eine Rahmenverordnung erlassen möge, innerhalb deren die Länder Ausnahmen zulafsen könnten. Sein Appell an die Wirtschaft gehe dahin, die über 50 Iahre alten Angestellten nicht brotlos werden zu lassen. Die Grenzen der Lohnpfändung zu erhöhen, werde in seinem Ministerium erwogen. Abg. Borrmann (W. Dg.) erflärte. die Vervalkungskvsten der Svzialversiche- rungScinricbhingen seien v i«l zu hoch. Zu kostspielige Bauten würden au^gefüyrt. Viele Tarifverträge feien durchaus unwirtschaftlich, z. B. der für das Bankgewerbe. Abg. Hoch iSvz.' erklärte, wenn auch fünf neue Senate im ReichsversicherungSamt gebildet würden, fo Kirnten sie doch wegen Platzmangels vorläufig nicht arbeiten. Komme man mit den fünf Senaten nicht aus. fo muhten im Laufe deS IahreS noch weitere nachbewilligt werden. Abg. Schmidt -Stettin (Dn.) ist mH der Verstärkung der Senate einverstanden. Aber diese Stetten mühten wieder Wegfällen, wenn der jetzige Andrang nachlätzt. Der Wohnungsbau für Beamte müsse weiter gefördert werden. Angenommen wurde eine Gntschliehung der Sozialdemokraten. die einen Gesetzentwurf über Mahnahmen zur S cherung der Gristenz der älteren Arbeiter und Angestellten fordert, angenommen wurde ferner ein sozialdemokratischer Antrag schleunigst einen Gesetzentwurf vorzu- legen, durch den die rechtliche Benachteiligung der techn schen Angestellten gegenüber anderen Beru, »gruppen der Angestellten beseitigt wird. Schltehlick» sand Annahme ein weiterer fozialdemokratsicher Antrag, dahin zu wirken, datz alsbald etn Gesetzentwurf die derzeitige Lohnpfändungsgrenze erhöht. konnten, ohne Unterschied der politischen lieber- zeugung stimmberechtigt sein werden. Die L i q u i d a t i o n ber Organisationen und lech Nischen Einrichtungen der aufgelösten „Deutschen Ttudentenschast" schreitet an den preußischen Unioerf,täten nur langsam voran. Man Dorf dabei nicht übersehen, datz die Deutsche Studentenschaft in grotz ausaezogener Konstitution tmb mit eigenem Bermogen sieden Zähre lang bestanden und die hüben hi dx del bftDrrnx)l rung durchgefuhn bat. Än der Berliner Universität sind rechtsgerichtete Stu- dentenkreis« mit der Forderung rxrvorgetreten. den Kopsbeitrag »ür die Deutsch Lvchentrnschaft zurückzuzahlen, nachdem Mewenig zuruck gerortfert werden wie irmotlö rme Steuer mit der Massgabe zurück verlangen könnte, datz der seiner Änficht nach damit ju oerfolaende Zweck nicht e r r ei d)f »erben fir i Vt ter -au-kach tim Leist )in Wgli-kf.l acwii frt btetnRimmi •i Wgem. 34)u Irr Verflochtenhe' er teÜ gar toW •er retner Midi > S »irfrn l aJtr 3ndn(pnt4)i fh»:j nur Mtnft fetavrint durch MerilÄ tm fitben Mi stntchtr hin ®er er MtiH der Htterltn Jage feir Irjwr Arbeit. &rr Per W <<*»<■ i* W" jrer- *•< r»«*•••.• •* Oi i • Orv W" *.* '»m •»«'" »»«in Letter*« stvettcrvoraussage. Rachdem daS gestern über dem Rordmeer I»- gende Xief rasch ostwärts nach SüdfchWeden und - ; ft ein neueS V0te nordatlant ichen Ozean heran. Sente IDatmleH hat bereit* w eder die britischen Inseln erreicht unb über Irland *um Autireten erneuter Utebete schtäge geführt. Bei der werteren östluhen Dek» la gering deS T esst wrb di« Warw.u'twelte auch Mtkteleuropa über-Inten, fo datz der Wüter ungScha ratter der vergangenen Tage noch letzte Aenderuckg erfährt. Wettervoraussage für Sonnt dl Veränderliches, wechselnd wNk.ges auch y npftu trübeS Weiter. Temperaturen schwankend. ,edoch mild, mü Ucber.iang zu erneutem Regen DitterungsauSsichten t ü r 1R oi* t a g: Fortdauer deS unbeständigen WrttetunDßE charakterS. Lusttemperoturen am 13. Ianuar mitt eg» M ®rob Celftu», abend» M ö»rab Celsius- am 14. Ol* nuor- morgen» S.l «rod Celstu» Marimu« Grad Celsius, Minimum öß Grad Ceisin» — tft* temperolurcn in X) Zentimeter liefe rm T3.3* nuor: abend» 0.4 Ärob Celsius, am 14 morgen» Oß Grad Celstu» — Riederschttge 3ch H*®- Meter Vch. Mq(. wird M.» 'Qrbtfr^, »IN L0(ln2?i0: ÄZ iwt i.ch . *n Ntitut. Lastautos 2®*' WdbdH- J5*» Ä S* ü ln M trfdx^ ÄHKaumur. E, ' bie ®oUin einet ‘»nuar ermortkt w " Derhosiki, tiS Dur6e er von bn e'gnrn M. wi> Thaustna 3* 9« nt ber Prvdnu ln'olge einet In- Mjmii wirt« • l'/rlühvger 3«. 1 Dacht am 'M,, "en worden. Udtr 8 Postamt Lttschu 21 000 TU. erfror. ■ srrnn, M? Prt. 1 im D^emb?r 192* Februar 1926 125X1 brikeiirbruch m $rr,. ii 1926 (23000 B leugnet Udert holt, ; dir Pwviry et: uto angrichaC^ beruft en örnbrrchrr^ Herzegowina. stagrt in Nosf-l i, dah Ich Kauf' benben Devil« ta mehrten. Dir n.r -egütekt« 2a^ mittet zu vrrscha''.- Aufrechterhaltung In zahl Scn-armev: •Mit >25^ J nssagt- an- ttschen igentn », -°Ä dir-; fite« ' HM"" . r ... Janua .. ^U- ad?el^'griwu-' 0rfl Tie e el"-> tf. «" ,4tif Aus der pwvinziashaupifiadi. s-- ® l < ■, beit 14. 3ammr 192? Oie Hauptsacke Bon 3 e 1 n 6 o I b 3 r e hä. Der Mensch IW die Haupttache und am Bkenichen wieder feine Seele richt der Äratn um Ibn herum. Doch es kommt eben Jianfl darauf an was einem wertvoller er- chetnt Girier oder Auch-Giner zu fein! •älar Flofschlen 0* gibt Menschen, bte eine wahre Kunstserttg- fcit besitzeii. das Nebensächliche ali ein Stüd ft>Watti ;cr Hauptsache zu erleben und bte Hauptsache ihres Lebens. ,hre Seele, als die .£Mte Nebensächlichkeit von der Welt zu be- ! rächten Ich kenne Menschen, die Itch sdrmlich nut einem Ringe von Nebensächlichkeiten umgeben. der hnen an Mark und Nerven zehrt, für den sie lid» «brauchen Sie schelten über den Ballast. der hnen andüngt, und tonnen doch nicht ohne ihn eben; jo. sie haben eine Sucht ihn immer noch , -1 verpröftern sie füttern ihn wie ein heimliches Saubtter — Sin gewisser Lei! unterer 3imh- •tion lebt nur davon die Nebensachen und das Mlafttocrf bte Dateins den Menschen als Hauptsache schmackhaft zu machen Ihre Macht »»steht zu einem Teile, ich löge, zu einem Teile, uir In der Aulplusterunq und Uebcrflitterunfl >es Leuste re,' Und die anderen opfern dieser ^riebmocht ihr sauerverdientes Geld. Die Un* laesentlichkeit macht sie zu Sklaven und Trotteln, und fie leben nicht, wie ihr Leben, vielleicht irotz äußeren Glanze- und mancher Machtbefugnis. in eine oft tragisch anmutende Nebensäch- Üchkeit gleitet . Sv offenbart sich in vielen, fielen lallen der Makel der Kulturlosigkeit un- lerer 3eit . Sin Mensch dagegen, der Kultur hat. offenbart diese in allererster Linie in der feinen Weisheit von her Hauptsache (eines Leben Die größte Angelegenheit (einer irdischen Wallerichaft bleibt chm eben feine Seele, seines Menlchlums göttlicher Kern. Und fo baut er sich in der Welt der großen Hauptsache an. da das Swige in immer wunderbaren Strahlungen sichtbar wird in Liebe Sehnsucht. Andacht. Friede. Heldentum und wie wir die Sricheinungen des Innentums nennen wollen Dieser Mensch wird nun keineswegs alle Ne- benlatben des Daleins ablehnen ober sanatisch bekämpfen. Sr lernt die seine Kunst inaner mehr (eiche Nebensachen in seinen Dienst zu stellen b e der Hauptsache seines Lebens doch in irgendeiner Weile bienen tonnen, durch bte er die Möglichkeit gewinnt, ihr besser zu leben ober Ute Beeinflussung nach der günstigen Seite hin tu steigern Dazu stehen wir auch alle zu sehr in kt BerNochtenheil des modernen Lebens. Aber er weist gar wohl zu unterscheiden zwilchen dem. das reiner Ballast ist und dem. was doch kultur- helserisch wirken kann. Nebensache bleibt ihm bei •Iler Inanspruchnahme eben immer nur und einzig nur Nebensache. So bleibt er der Herr, der Souveräne durch seine Weisheit, wenn er auch äußerlich im Leben manches verrichten muh, was wm Knechte hin näher liegt als zum Herrn. Aber er bleibt bet Königliche in jeher, auch der HtterWen Lage seines Levens, unb er schämt sich feiner Arbeit Sein Ziel unb bie Inbrunst, ihm >ohe zu kommen, macht ihn zum heimlichen Xnniael Dteviel Leid, Unrast, zersplittertes Wesen ist »nter uns, well wir im allgemeinen bet Nebensache mehr Shre enoeilen. als notwendig ist. Das ist fast auf jedem Gebiete der Fall und fast Vt jedem Lebenvkreise HvchgeNnntbeit dagegen, •blig Wesen, wahre Freude blühen nut auf dem Grunde echter Hauptiächiichkcit. da Doti rnd das Swige artet Dinge Mitte bleiben! Heben wir uns täglich, immer mehr Siner & werden! Legen wir unS jeden Abend Nechen- aft ab. ob wir es am Tage waten! Dann ist für uns das ®lüd. wie eS Otto Srnst meint, »lein Sekt mehr, der bald schal wird", sondern eine heilige, uns immer mehr beglückende unb l rch das andere segnende Tat innerster Befrci- np zum Gipfel, da der Mensch der Seele bell- cuf in die Sonne ragt! Baten für Sonntag. 15 Januar. Sonnenaufgang 8 Uhr; Sonnenuntergang 16,19 Ubr. Monde.uignng 0.33 Uhr; Monduntergang 11 42 Ufer — 163: der ftow^Wche Lckttptetoichter Mo. litte m Pari, jwberen toritoIffTS); 1791 der Dichter Franz Grillparzer m Dien geboren (geftor- den 1872); 1858 der italienische Maler Oionarun be-antini m Ärfo geboten (gestorben 1899), 1868 der Kriigionrhcktonker 'Kochon Sdberblom in Xrönö geboten. Daten für Montag. 16. Januar Sonnenaufgang: 759 Uhr; Sonnenuntergang 16-2U Uhr Mondausgang: 1.41 Uhr; Mondunter - Sing 11J® Uhr - INS der osoph Jranj rentono in IR-r.n6erg bei Boppard geboren (ge» storben 1917); 1859: her Afrikasorscher (t-jqrn Zlnt- svais in Dützeldvr! geboren (geftorben 1897); ter Maler Arnold Bocklm in ixielok geftorben (geboren 1827); 19U6: Marotko Konserene in Atgecira« (bis tzum 7.April). 1922 der Polanorschkr Ernest Henrg Sbadirton geftorben (gedorrn 1874): 1924: Erdbeben in eübrohimbien. Publikum und ZeiiungSbild. •in westdeut'ches Droststadtblatl hatte kürzlich bet einet Umfrage an feine Leier u. a auch festiustellen versucht, ob die Bilder im Tertteil der Zeitung beim Publikum Anklang landen Das Ergebnis war insofern überrafivend als die weitaus gröhte Zahl der Antworten aus arten Berufs- und Brvölferungsfchtchten Ne Brt- ber im Tertteil a b I c b n t c und statt dessen eine gediegene sorgfältige und vielseitige Aus- qestaltung des Terttrils leibet wünschte. Na- mentlich auch die infolge der heute leider noch mangelhaft ausgebildeten ReproduttionStechnik meist auhrrordentlich mSstige Örfennbarfeit der Zeitungsilluslrationen machen diele beim lesenden Publikum geradezu zu einer ständigen Quelle des Aergers Um so mehr freuen wir uns. den Lesern des .Gießener Anzeigers" in der .Heimat im 75 i I b" nun schon im fünften Jahrgang eine Beilage bieten zu tonnen, bie auf gutem Papier sachlich wie künstlerisch gleich wertvolle Bilder in technisch einwandfreier Wiedergabe mit Aussehen aus der Jeder der besten Kenner unserer heimatlichen Kulturgeschichte unb Bo kslunbe vereinigt Das) wir mit der Ausgestaltung dieser Beilage aus dem rechten Wege sind, beweisen uns die zahlreichen anerkennenden Zuschristen. die wir gerade jetzt wieder beim Dorliegen eines neuen vollständigen Jahrgang- unserer .Heimat im Bild" nicht minder aus unserer Leserschaft, als aus dem Äreife unserer Mitarbeiter erhalten haben. So sagt eines dieser Schreiben u. a.: .Der Jahrgang enthält austerordentlich viel Wertvolles, vieles, was jeden, auch die einfachsten Menschen erfreuen muh, vor allem auch sehr vieles, was den Architekten und Kunst- gelehrten von grobem Wert ist. Ich kenne keine Tageszeitung, die mit so sipönem Erfolg ein populär unb wissenschaftlich gleich wertvolle- und erzleherilch wirisames Beiblatt Herausgabe." Wenn wir in diesem Zusammenhang auch den künstlerischen Wandkalender erwähnen, so deshalb, weil uns auch bet dieser Neujahrsgabe für bie Bezieher bes .(Siebener Anzeiger«' das Bestreben leitet, mit dem Kalender ein wertvolles Stückcken Kunst in jedes Haus zu bringen, in dem der .Gießener Anzeiger" Eingang gefunden 5aL Go hat der Wandkalender im Laufe der Jahre unseren Beziehern die Bekanntschaft mit einer Neide der bedeutendsten graphischen Künstler vermittelt. Auch der Kalender hat hei Lesern, wie Fachleuten stets hohe Anerkennung gefunden. So wurde uns eben erst von geschätzter Seite geschrieben: .Ihren Kalender erwarte ich immer mit besonderer Spannuna. Denn neben den Sittenfeld fchen zeigten die Ihr>gen bie höchsten künstlerischen Leistungen. Auch Ihr diesmartger Zeitwei'er mit den trefflichen mafrr- Ichen Holzschnitten schließt sich den früheren Arbeiten würdig an." In diesen unb ähnlichen Zeugnissen von berufener Seite, dürfen wir einen Ansporn zum weiteren Ausbau unseres Blatte- auf dem einmal beschrittenen Wege sehen. Miefjener kochet,Marktpreise. Ss kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt da- Pfund Butter 160. Matte 30 bi« 35. Käse (10 Ltück) 60 bis 140, Wirsing 25 bis 30. Weißkraut 15 bis 20. Notkraut 25 bi« 30. gelbe (Hüben 15 bis 20. ' rote Stuben 15. Spinat 40 bi« 50. Endivien 100 bis 120. Unter-Kohlrabi 8 bi« 10. Grünkohl 25. Nvfenkvhl 50 bis 60. Feldsalat 150. Tomaten 100 bis 120. Zwiebeln 20. Meer» k^lkfch 40 M« 60. Schwarzwurzeln 40 W 90. Kariv"esn 5 M« 5’, Aeperi 12 bis 20. Birnen 10 bis 15. Honig 45 bis 50. junge Hähne 90 bi* 120 Suppenhühner 100 bis 120. Gänse 90 bis 110. NüNe 50 bi# SO; das Stück Sier 18 dis 21. Blumenkohl 30 bis 120. Salat 40. Lauch 5 bis 15 Nettich 10 bis 30 Sellerie 10 hi« 60 Pfennig Vornotizen. - Tageskalendrr für Samstag UcMtbeater: 5 Uhr nachm »Peterchens Mond- Mr!“ (Snde nach 7.30 Uhrl - Gewerbe-Berein 8 U5r. Safs Leib Stiftungsfest Sifenbahn- ^ahrbcamten-Berem S Uhr. Turnhalle ,0s- waldsganeni. Sf.stung-fest. NeichSbund der ^ivildirnstberechtigten: 8.30 Uhr. Bereinslok^l Iah ree Hauptversammlung. Garde • Berem 8 Uhr. Hotel Hopfeld. Generalversammkung. Gesangverein . Frohiinn" 8J0 Uhr. Restaurant .©tebt Marburg- Generalversammlung Bund der Kolonialfreunde S Uhr. Kathvliichrs Brr- ein-haus. Weihnachtsfeier Ruderklub Hasiia 8.30 Uhr. Bootshaus. Mitgliederversammlung Pioniere: 8 Uhr. Nestaurant .Schwarzer Wal- fisch". Derfammlung. — Lichtspielhaus Bahnhof- strafte: .Zwei unterm Himmelszelt". — Astvria- Lichtspiele .Spuk im Schloft". — Tageskalender für Sonntag Stadttheater: 6 Uhr .Die Försterchristel' .Gnde 9 Uhr>. Oberhesfischer Kunstverein 11 Uhr Derrn. Eröffnung der Kunstausstellung - Gie- fiencr Konzert-Berein: 5 Uhr ?icue Aula der Universität. Konzert Lubka Kolelsa. Ma»- tbäusgemelnde: 7.30 Uhr Safi Leib, Gemeinde- abend. — Wohltätigkettskonzerl: 8 Uhr. Katholische« Bereinshaus. — Gieftener FreiwUItge Feuerwehr und Freiwillige Gailfche .Feuerwehr 12.45 Uhr norm Hauptübung — Lichtspielhaus Bahnhofstrahe. 11 Uhr Dorrn. Kultursilm-Zyllu». — Lichtspieltheater wie Samstags Das Oberhessische Schwurgericht wird am Montag. Dienstag unb Mittwoch kommender Woche seine erste diesjährige Sitzung abbaltcn. Am Montag wird gegen Srnst Wilhelm NÖmer von Heuchelheim wegen Meineids verhandelt; Vertreter der Anklage ist Staats- anwalt Fischer. Verteidiger Nechtsanwalt Schneider. Am Dienstag folgt die Verhandlung gegen Walter Fleck von Gießen, ebenfalls wegen Meineids; die Anklage vertritt auch hier Staatsanwalt Fischer, die Verteidiguna fuhr, Nechtsanwalt Dr. L K a h. Am Mittwoch wird gegen Herbert Liebe von Waldhof-GlgerShau- sen verhandelt, der unter der Anklage des Meineid- steht; Anklagevertreter ist Staatsanwalt Fischer. Derteidtger Rechtsanwalt Schl in k. ** Don der Bautätigkeit am Äugel- b/rg. In der neuangelegten Strafte zwischen der Strafte „Am Kugelberg" und der Bahnstrecke (Rieften—Fulda wurden im Lause des vergangenen Jahres mehrere Wohnhäuser im Mhbau fertigge stellt. Die Innenarbelten an diesen Neubauten schrei ten zur Zeit rüstig vorwärts, so daft, wenn nicht unvorhergesehene Hindernisse einfreten, damit zu rechnen ist, daß die neuerrichteten Wohnungen im kommenden Frühjahr bezugsfertig fein werden •• Die Alte-Friedhofs-Kapelle erhielt noch Beschluß des Stadtoorftandes eine neue Hei jung durch Aufstellung moderner, leistungsfähiger und völlig geruchlos brennender (tzas-Heizkörper. Diese Kapelle ist bekanntlich das älteste Gotteshaus Gießens. Es wird von ihr berichtet, daß im Jahre 1623 vor dem Neuenwegertor eine „artige loben- kaperte erbaut wurde, worin die Leichen predigten ?lebalten werden und viele schone Epitaphia zu eben sind". Diese schönen (Brabmäler sind noch heute zu sehen. (Fe werden aber jetzt nicht nur Leichen- predigten dort gehakten, sondern es findet jeden Sonntagmorgen um halb zehn Uhr Gottesdienst daselbst statt, der von den nahe wohnenk-'n Gliedern der neuen Pfarrei der Iohannesglmeindc. aber auch von anderen Freunden einer kleinen, in innerlicher Gemeinschaft sich erbauenden Gemeinde gern besucht wird. L ** Diehmärkte in 0icfi<’n Am Dienstag nächster Woche findet hier Rind'ieb (Nutz- vich-)Markt statt, am Mittwoch ist Schwe-ne- markt. Auftrieb von 8 bis 9' . Uhr vormit'aas. '• D i e Frühjahrs-Schaumefse in Gießen findet vom 9. bis 16. April statt. Nähere« ist für die interessierten Schausteller aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. Schn eeaS nie. Aus unL rem Gieftener Leserkreise wird uns berichtet: Am Donner?taa* abend gegen Uhr wurde von mir •tfc Ofebfgft r’fte Aick her Wefstrrk^e ein Zug Schncegänle beobachtet die nordwärts flogen etwa m der Richtung rzergwer.swald Lollar in Io geringer Höhe und laut lebtetenb. daft ich alaubte. es feien Hausgänfe auf einem anhejen- ben Grundstück. üScnn auch daraus Irinc vor» eiligen Schlüffe auf ein auftergewbhnlich zeitiges ckrüd-ahr gezogen werden tonnen, fo bftr’tc de^ch burd) diele seltene Naturerscheinung bei einem Hril der Volksgenossen unterer engeren Heimat bie Hof'nung auf Frublmg genährt werden ** ®Oberhe 1 sische Kunstverein eröffnet morgen Sonntag 15 Januar vormittags 11 Uhr feine erste Ausstellung im neuen Saftre mit einer aröfteren Kollekt ov grapsti- sther Arbeiten von K ä t h e Kollwitz -Beriin m welcher Herr Dr Iteunbörler-Ottenbach cm führen w^rd AusgesteUt hnb meiier ein eben vollendetes Porträt von der Hand rar! B a n tz e r - Marburg, sowie Oelgemülbe beim vorigen Jahre verstorbenen Malers AdoU L i n s - Düsseldorf, meist Landschaften mit ligür- Ircher Staffage In Gestalt einer ..Sonderausgabe für die Mitglieder des K u n ft v e r e i n «" wird diesen bas ebtnlart# ausgestellte reizende Kinderb.ldnis ivn P P Bubens ...Knabe mit Zeisig" in technisch vollendetem Piperdruck zu einem mäh;gen Vorzugspreis zur Verfügung gesteNt. iNSheres in ber gestrigen Anzeige » •• ttine Äullu rf llmoorf übrung nrr anflaltct das Lichtspielhaus, Bahnl,osstrafte. am morgigen Sanntagvormittog 11 Uhr Dr »rrm Otto VaudeI vom hiesigen Geographischen Znstittit wird den Vorttag zu dem Kulturfilm halten fk sonders lei noch Darauf hingewiesen, daft für diese Veranstaltung ein Cinheitspreic. von .50 Pf. ge schaffen wurde, der jedem Besucher die Auswahl eines Platze» nach seinem Belieben üherffiftt clebe heutige Anzeige. (weitere Cofolnodnkhten im 2. Bleit.) Berliner Börse. Berlin, 14. Ian en 5t( L.7-A: JjmV« Stellengesuche 03» halber te« Karl Roth 2 Uhr statt. 0323 flottfinbenbtn ftottfinbenben Maskentoll Möbel liefert Verkäufe Jüngerer, tüchtiger 0321 Mittweida, Gießen, d. 14 Jan. 1928. 53SD Büglerin von Henrik,)t*a gesucht "288 getuchk. tragt ift 0274 Fritz Becker, Ingenieur Familie Dambmann für die Ihren. Hinterbliebenen: umq tf). jurfl (fjufenbta. Gd tnirb nochmals üudbrOtff. betont, M bie DoeverkauMsUsg Ginläptqrten n. qtqr Vorzeigung htm Idbunqffartfn dbg* »60 Oer V orfta* der Hinterbliebenen: Schmidt Schmidt geb. Alban Für die uns zuteil gewordenen Beweise aufrichtiger Teilnahme an unserem schweren Verlust sagen wir an dieser Stelle herzlichen Dank. Verwandten. Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Nachricht dah es Gott dem Allmächtigen gefallen hat meine Hebe Frau, unsere gute Mutter. Schwiegermutter. Grobmutter. Urgrobmutter und Schwester Cktnfach möblierte» Zimmer gesucht 2(triftl. Änorb. mit PrelSang.unter (M4 a b. Wehen, tlrueti. am 11. Januar entrissen. im Namen Wilhelm Karoline Meiucbt i. 50 <)adre alten l’lann l'iflraoeatilelloig. Sauiion wird geltellt Schrift 1. Angeh an: ür Haubarkeit mir *' garantiert Werk hätte f neuzeitliche .Vuhbeflcibunn 8ori SUfDffltln bhCRfB trieuftadt 5dimH. I Todesanzeige Heute nacht 1 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe, gute Frau, unsere liebe treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin u. Tante Danksagung Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen, besonders dem Herrn Pfarrer und dem Gesangverein Heiterkeit, unseren herzl. Dank. Frau Anna Volz und Kinder. Giessen, den 14. Januar 1928. Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme an unserem schweren Verluste sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Paul Müller. Gießen, den 11. Januar 1928. Elfriede Schmidt Sprendlingen (Kreis Offenbach). Alten-Buseck, Heuchelheim, den 13. Januar 1928. hat»!. Zimmer sofort zu verm Wab. lieber Strafte 153 bei Minor HXMH Tarne. berufSr sucht k 1.2. bei nett. Veuien sol. Zimmer betzbar,b '^Mk. und Mittagessen 2 dir. Angeb. um. 0825 q. d. Wien. Anz erbeten. tJ Urtnlübiunn Cberbcffifd>er IBurfftsüren erbitte ich VreiSiifte Lchr Angeb. u.MHD an den Giek An zeig. ISOMark Belohnung! Verloren gingen Lebensmitteigescbän oder dazu geeigneter Laden mieten gefuch. 2dir. Anaeb unter «Id a. d. Mei«, flne IWöl. älmmrr zu vermieten 0814 NaplaiiSaafte 2 1 11 Nach Gottes Ratschlub entschlief beute sanft meine Hebe Frau und treusorgende Mutter.Tochter, Schwester. Schwägerin und Tante Margarete Klos geb. Schwalb im 45. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Klos Alten-Buseck, den 12. Januar 1928 Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. Januar, nachmittags 2' , Uhr statt. Frau ElisaMe Peter leb. Damm Im Alter von 74 Jahren von Ihrem schwerem Leiden zu erlösen. Im Namen aller Trauernden: Karl Hermann Peter. Reiskirchen, den 13. Januar 1928. Die Beerdigung findet Montag, den 16. Januar, nachmittags BaoetfUenwni- vttklo ev Unter Dlaetenbal Anbei am 4. Hebt, um Sillbr im Taaie deö Gefell'chaftSver» eineftnn iHnlafif da«, bei Mitai. «>r tob Babnbolktrahe »in khnplnn« aen. roer|. Stadttheatcr Studienrat Roth, Rostock Fr1«4na Frani-Strü« S I. Butzbach iTaunusstr. 27j, den 11. Januar 1928. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. Januar, nachmittags 2' , Uhr, vom Portal des Friedhöfe« aus statt. , 528D Mklliz »u Ostern auf Rn« walt-bureau gelacht. Schriftliche Bewer» bungen unter 0376D a. d. Oiiefacrter Anz. V.s.B. Dir bitten unsere Mitglieder, bi« vor einiger Zeit übermittelt Dor» einiadun-an für b. ae Sam^ag, 4. Jebnw 1928, In fdmfl. K4» men d. Ticbt^bbbT fleeti Am Ticnlinfl den 17. Januar, von 2 bif 1 Uhr werb, die L!i" giieds- u. AuSrotil» karien für da» dacr 1988 au-gegeben.E Speise- KarlollelD best Qualitäten empfiehlt nd H. Trecbsler Steinstr afie 73 Telephon 1581 2 Räume alö Werkfidue oder Vafler geeignet so fort «u vermieten r lecker, ■epierstrJL Frau Sophie Jam geb.Hoistadt im 71. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Janz and alle Angehörigen. Gießen, trdkauterweg 50, den 14. Januar 1928. Die Beerdigung findet am Montag, dem 16. Januar, nachmittags P/s Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt King«-. tfin Briüantrinn. m. 5 BriUonitn lr-ryf. und ein Nino mit .» 'verlernte rl schalem Da thbfiütf uno Änbenfen wird der "inser erfuchu die Ringe aegen obige Beiodnung bei oem Volizeiamitviieden abzugeben. «D Statt besonderer Mitteilung. Der unerbittliche Tod entriß un« heute nach kurzem Krankenlager im Johanniter Krankenhau« zu Niedrrwelsel unsere Inniggeliebte Mutter, Schwiegermutter. Großmutter und Schwester Emilie Roth Ueh. Schneider Äuhrr flbonnrmret .IrtmOnioirlMiie von IM bix' 21 Ubt Die Zöffierchriiel Lveretie tn 3 firn von (8. Oerno. «■* TirnxMae.17.3aa. 15. Dlm6l0flHI. il von V.< , b gea. LÜ 9er Sevlssf Somödie in 6 Isb n von R Goe» Mittwoch, 11«». 15.SltieedFH.-Kt v 19*/, b nachLL Äora Aränleiu lmittl.Be- nmtim sucht gut mööi. Simmet im. eLLicht). ftcunöL L'age. bei nlleinlteb. lytnu I ß—4,5 3.1 od. -5l>eoaarlMannUber 00 X Crrau 35 biS 45 3 ) Schriftl. -in- geboie unter 0811 an den Wei}. Anz. erb. ÄJTöbhcrtcd Simmet ncf. Suerfr. im e,D Coie UmecO v 10 , b.ito. i-'-lM Die fdiöne Seit- Burleske C oereW in drei Akten •* Lfienbach Sonntag.rr.2«o- fiutzer fioonnennM von 14' ,b nach 1“, Peterchens W rchenfpifi ■ " lang und Tanz w* üterdi v. Vai r-'i» Mnftk 0 >*mel** AbendS Anher flboonei*’ ^rnnömoodlfW, 0 1H b. ora.3»jBf c^piel im €d)iN SornSdie in 3 8*** von 3ranz öScdeticdMiltSL- echt eiche Schreibtische Uk. 75.- Kluteiel , 75.- Chaiietoigoes „ 55.- re» Aren 3. Vogel Vubrota’irahr ftL üiefuch« für tagsüber gebildete eitere Dame zum Kochen. Räben. 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Diel versöhnlicher und optimistischer hat ter polni f che Auhenminister Z a l e s k i in einer großen Rede am 9. Januar gesprochen. Er sprach optimistisch über daS Verhältnis zu Litauen, zu Ruhland und auch zu Deutschland. Gegenüber Ruhla nb betonte er, dah 'Polen nach wie vor in ter Verhandlung über ten RichtangrissS- Pakt die Schiebs^erlchtsllausel fordere, und Ruh- land sich nach tote vor dagegen sträube, mit ter bekannten Begründung, dah «s einen Schiedsrichter aus einem kapitalistischen Staate nicht akzeptieren könne. Sbenso hält Zaleski an ter polnischen Forderung sest, dah zunächst stoischen Polen und ten anderen Randstaaten Rccht- angriff-Pakte geschlossen werten mühten, eh« Dolen und Rußland mttelnanter abschliehen könnten. Auch gegenüber Deut schlank» toar di« Red« de- polnischen Außenminister- versöhnlich und freundlich gestimmt Er toieS auf die Haltung Deutschlands bet ten VölkerbundSkonferenzen tn diesen Fragen und auf ten Umschwung hin, ter sich tn der deutschen öffentlichen Meinung Polen gegenüber vollzogen habe. Die letzter« Bemerkung tft insofern richtig, alS man in Deutschland selbstverständlich die Augen nicht dagegen verschließt, dah Polen im letzten Jahr Fortschritte in seiner Konsolidierung gemacht hat. Wir wären ja töricht, wenn wir unS blind stellen wollten. Dagegen ist der Umschwung in ter deutschen össent- lichen Meinung in tem anderen Sinne, ten Zaleski damit verbindet, dah eine Zusammenarbeit, «ine Verständigung mit Polen gewonnen werten müsse, nicht so groß, einfach deshalb, weil er von ter deutschen Seite aus nicht so fein kann Sonst mufften wir Forderungen und Ansprüche an die Haltung Polens anmfiten deren Erfüllung im Sinne unterer nationalen Lebens- intereflen im Osten einfach notwendig ist. Die Rede Zalellis ist intcrcHant und beachten-- toen. aber irotztem bleibt, was wir Polen vorzuhalien haben. Sem Verhalten gegen btc deutschen Volksgenossen in seinem Staate und die Frage ter teuttch-polnsichen Gvenze über bk die Akten noch nicht geschlossen find, weil sie für uns nicht geschlossen stein können, weil wir. um das unendlich oft Getagte noch einmal zu wiederholen, mit diesen Grenzen in unserem Osten einfach nicht bestehen können Will ter polnische Auhenminister einen dauerhaften teut'ch polnischen Ausgleich. so muh er auch in diesen betten Fragen :,atte bekennen. Und er muh intern et ich an feine öffentliche Meinung wendet, dafür sorgen, dah sowohl die polnisch« Verwaltung wie bk öffentliche Meinung sich in dieser 'Beziehung eben umstellen. Blickt man auf bk ebuelnen Fragen Danzig oder Ostoterschlesien, so ist davon freilich wenig zu svüren. Bleibt das ober so, dann sind auch Aus'ühru.ioen. wie die tes jetzigen polnischen Außenminister- eben mehr oder minder nur gut flingente Formeln, um nicht das unhöflichere Wort Redensarten zu brauchen. Genau so tote tm deutsch-französifchen Verhältnis gilt beut« tat deutsch-polnischen, dah hie Zeit für wohlgemetn»« allgemeine Erörterungen über Verständigung und dergleichen nicht ist. sondern dah man mit dem Willen dazu an die konkrete Einzelarbeit gehen muh. und dah man dabei ernsthaft wollen muh. Das aber hängt, wie die Dinge gelagert sind, von Polen ab Zaleski mag selbst bis zu einen, gewissen Grate ernsthaft wollen, aber er hat dabei bi« realen Faktoren in seinem Staate heute nicht hinter sich. So werden sowohl di« polnisch-lllauifchen wie bk polnisch-deutschen Verhandlungen nach wie vor aus sehr erheblich« Schwierigkeiten unb Hemmungen stoßen! Havanna. Don <5. von UngerivOttrnberg. Demnächst wird in Havanna eine panamerikanisch« Konferenz zusammentro- ten, deren Arbeiten Insofern «ine besondere Beachtung verdienen. alS auf ihr blc Gegensätze zwischen Lateinamerika und den Vereinigten Staaten schroff an- emanter zu prallen versprechen. Argentinien, Meriko. Paraguah. Haiti und Sanio Dvrninao haben bereits im voraus beschlossen, gleichlautende Anträge einzubringen, wonach jeder Mitgliedstaat ter panamerikanischen Union, ter sich in die Angelegenheiten eines unteren amerikanischen Staates etnmischt, [ti as durch Ge- bietsbesetzung ober durch irgendeine andere Fram, ter Intervention, ohne weiteres seiner Mii- gliedschast verlustig gehen soll. Dieser Beschluß richtet sich natürlich gegen hie Intervention - t a k t i k der Vereinigten Staaten, von bet die letzten Greignilf« in Rikara- g u a ein besonders krasses Beispiel abgebtn Es wird bereits amtlich mttgetefli, bah bk Regierung in Washington auher ter militärischen auch bie finanzielle Verwaltung ter kleinen mittclamerikanischen Republik zu übernehmen av- tenkt, und bah sie ihren bisherigen finanziellen Ratgeber in Haiti. Dr. Eumberlanb, nach Managua entsendet Riöaragua soll unter bat bauernbe Protektorat der Vereinigten Staaten gestellt werten, unter das «s sich saktisch schon heute befintet, da sich bi« Regierung teS konservativen Staatspräsidenten Diaz nur unter tem Schutze ter Bajonette her nord amerikanischen Warinesoldaten halten kann, die in sortdauem- tem Kampfe mit ten liberalen .Rebellen" unter General Sacasa liegen. In ten Wahlen zu den Stäbtekammem. die letztens ftattfanben, haben bie Konservativen eine volle Rieder läge erlitten. Sogar tn ter Hauptstadt erzielten bie Liberalen boppelt soviele Stimmen als die Konservativen, aber die Dolksstimmung wirb bie im Hotel fängt — man mag essen waS man will — mit 35 Frank an. und auf bet gestempelten Rechnung kommt noch so allerlei bazu. 45 Frank sinb hier rasch auSgegeben. „La bonne vic“, waS die Brüsseler so schätzen, hat sich sehr gehoben. Dagegen kann man in kleinen, sauberen Lokalen im Zentrum schon für 8. 10 und 12 Frank sehr gut dinieren Eine Unmenge Brauereien unb Bierlokal«. Wenig Obst. Fast keine Obftftänbe. Dagegen kann man in Süssigkeiten. Patisserien, Kuchen. Lebkuchen. Bonbons. Schokoladen usw. ersticken. Die Küche ter Belgier ist berühmt. Rahrhaster unb .solider" alS bie französische. Bis in bie Rächt hinein werten Muscheln auf ben Straffen gesotten, bie man von ten wachstuchbezogenen Tischen iht. Herrliche Fische gibt- hier. SS weht schon Meerluft in Brüssel. AuS tem Regen macht man sich gar nichts mehr. Es regnet viel, e- zieht unb schüttet. Die Damen tragen Wetterseste Hüte die Herren klappen ben Mantelkragen hoch Unb man geht burch ten strömenden Regen weiter Die Moten? Wie bei uns Reue- sieht man nicht. Die Damen stülpen sich dieselben Blumen- töpse über ten Kopf, tragen dieselben, mit hellem Pelz besetzten Mäntel, frieren in seidenen Strümpfen und für den Abend trägt man Perlen- roten unb bestickte zartfarbige Flitterkleider. Sine .Dame" sieht man so selten, bah man nicht sagen kann. waS sie trägt. Die Strahenuniform gleicht ganz ter deutschen. Rur sind bie Röcke hier nicht ganz so kurz wie bei unS — nicht mehr —. sondern man trägt sie hier eben länger. In ben Spitzensabriken sitzen immer noch die Frauen über ihre Ratelarteit gebeugt, sie arbeiten ten hauchfeinen Tüllgrund mit der Radel, aus blauem Papier, sie applizieren bie feinsten Rosen unb Tüll, aber wer soll biefe mächtigen Scharpcs tragen? Es muh schon toicber eine Spitzenmod« tommen... bie jenige ist im AuS- sterben. In den Klöstern tes Landes wo man noch Zeit hat. Jahre an demselben Kiagen zu arbeiten, werden sie noch gemacht — bie Dalen- ciennes. die Walines unb Duchekes —. ater wer sie laufen soll, weih man nicht Auf welchem Kleid kann man heute noch einen Brüsseler Spitzenkragen tragen ?... Die Brüsseler Häuser sind sch naltrontig. oft unten nur ein Fenster unb eine Tür. ater sie sind gemütlich -war lebt man in vier Stockwerken ater die K.:che im Seut'rrain ist m i allen Stagen burch einen Auszug verbunden, der deS Morgens schon bie Schokolabe in- Schlafzimmer hinausbringt: unten ein Salon. Nein, schmal, nach dem Garten das Ehzinuner, mit kleinem Wintergarten, ein schmaler Garten, ein winziges Treibhaus fehlt leiten, oben Schlasräume, Bab. unb im ztotziten Sto ckwohnen die Dienstboten. Jede Dame versteht zu kochen, nicht jebe Hausfrau kann sich noch eine Köchin halten Früher hatte man hier nur deutsche Bedienung, jetzt.behilft" man sich. Brüssel ist ganz international. Man hört flämisch hier. Rie war diese Sprache so hervorgetreten wie jetzt. Ein Teil ter Bevölkerung versteht kein Wort Französisch. Viel Holländisch unb lufemburger Platt wirb gesprochen. Wenn man atenbS auS ber oberen Stadt. In der .man wohnt", heruntersteigt In baS lichterglitzemte. von Rellamen bunt strahlende Zentrum, macht man immer wieder Halt auf tem herrlichen Markt vor den goldglänzeirden Falladen ter alten Häuser Geschichte wird wach mit all ihren Bildern. Sgmont. ter Herzog von 2Hba. Man ist bezaubert und formiert von dem Reichtum unb ter Schönheit dieser groben, alten Plätze. Man hat sich jetzt ganz hier auf da- .Internationale" eingestellt Man ist wieder „neutre", ater man hat nicht vergessen. Immer wieder blitzt eS aus. die Erinnerung an vergangene Kriegsjahre. Sogar in ben Dars, im (Sinema. Im Theater, in bad man geht, um zu lachen — sinb betonter- die Damen sehr politisch. In ber „Gaitl" tritt eine dicke Blondine al- Amor aus. Wa- stellst du vor? Je suis l’Amour, je fais l’Amour. Und sie singt ein zündendes Lied, welche- da- ganze Parkett mitfummt... in tem der Revolver, die Politik unö die Boche- eine grohe Rolle spielen. WaS und wundert, ist die veraltete Ausstattung ber Lokale, ter Theater, besonders dieser überlebte verstaubte, stillose Prunk. Mein Rachbar fragt mich, ob es so waS auch in Berlin gäbe? Er findet es wunderbar . Früher gab man hier Brüsseler Schauspiele, die hier gewachsen waren, köstlich fr'kch von Witz und Humor. Was ich jetzt hier sah. sind amerikanisierte Pollen, in denen ein Mann mit roter Rase in schmutzig tariertem Sommerjackett die Hauptrolle spielt ohne dah man zu lachen braucht. Abends gosi es wieder. Als ich im strömenden Regen mit einem mühsam eroberten 'Tari" ins Hotel fuhr, wurden gerate die eisernen Vorhänge der Bierlokale aufgezogen, über die Gesichter ter , Manifefiasionierenden" Männer ging ein Aufleuchten, unb sie strömten hinein, kaum dah ter Garton btc Türen aufgeschlossen hatte, sie quollen, sie stürmten bie Restaurants, unb bie Boulevard- wurden endlich frei — für bie anberen. An einer Scke sah ich einen Men- schenauslauf um ein Gemälde, Kaiser Wilhelm in der weihen Kürassieruniform. ber seiner Schwester, einer Greisin im Brautschleier, blc Erlaubnis erteilt, sich mit einem .Schüsselauf- Wascher" zu vermählen... Unter einem kaSkadenartigen Regen stehen ruhige Fläminnen mit ihren Ponysransen unb Kittelschürzen unb rufen unermüdlich die neuen Zeitungen aus und sieden ihre .,Maules“ vor tem Gare du Nord — für späte Pasfanten, die mit ten Rachtzügen tn die Provinz zurück- sahren. Hochschulnackr-jchten. Der Lehrstuhl ter Statistik In ber 8t l p g t g e r philosophischen Fakultät ist dem OberregierungS- rat Dr. oec. publ. tm Preuhifchen Statistifchen Landesamt und nichtplanmähigen auherordent- lichen Profelfor an der Berltner Universttät Dr. Rudolf Weerwarth angeboten toorbex. Professor D. Dr. Karl Stange in Göttingen hat den Rus an die Universität Ber- l t n abgelehnt. An der Friedrich Wilhelms- Universität sollte et ten durch bie Emeritierung des Geh. Rats Prof. Reinhold Seeterg erledigten Lehrstuhl ter Dogmatik übernehmen. — Auf daS durch ben Weggang deS Geb IustizratS Prof. Manigl nach Marburg erledigte planmäßige Ordinariat für römisches und bürgerliches Recht an der Universität Breslau ist der ordentliche Prosessor ebenda Dr. Eberhard Bruck berufen worden. — Prof. Dr. med. Hans Reinhard Schmidt in Bonn hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Geburtshilfe unb Gynäkologie an der Medizinischen Wadernie in Düsseldorf alS Rachfolger von Prof. O. Pankow angenommen. — Der a. o. Professor für Chirurgie an der Universität Frankfurt a.M. und Oberarzt ber chirurgischen Klinik Dr. Karl Scheele ist von bet Italienischen Urologischen Geselllchast zu ihrem korrespondierenben Mitglied ernannt worden. - Zum ordentlichen Professor für bürgerliches und römisches Recht an ber Tübinger Universität als Rachfolger von Prof. v. Blume ist der Professor ebenda Dr. Heinrich Stoll ernannt worden. willen 8 bis 9 lürf Lckiiedsfprüche Ibafbingtoni feine Annahme fan b< n einem 3ufammenttob vorgebeugt werden. Auch beute noch tagt die Schiedsgerichtskoni ein Ziegenmarkt txrtnmNn werden tfreie Büdingen. mae» trug oder W# Sr . f4>en die u der D.rku'. I 3 e N»MU umOAaaS >..4____ e ---W Wohlrun und Lot zu lindern. Die Klei», kinderschule für Londorf und Kesfeldach tt ein ewiges Denkmal ihrer vornehmen, foetalen und wohltätige» Gesinnung Ohne Ansehen der Perlon, des Standes und der Religio» hatte die Verstorbene für iederman» ein freundliches □Bert. Das Andenken dieser wahrhah edlen Stau wird in Ehren weiterleben. > Lich, 14. Ian. Sestern fand die erst, Holz, oerfte ige rung in den Salbungen der Stabt Lich. Distritt Großhöuservera. statt Infolge des regnenschen Wetters waren Ääuftr aus der Setter- auer Gegend nur schwach vertreten trogbem konnte ^,r 9anKn Serfkigerung ein flotter Geschäftsgang beobachtet werden 8» kostete ein Raum- Meter BuchenscheNer 13 bis 14 Mark, Vuchenknüppel 7 bis 8 Warf, BuchenstoekhoU 4 bi» 5 Warf, Buchen Aus der Provinzialhaupifiadt. Stehen, den 14. Januar 1928 DeNe-iswachl und ^ßMgereniehuna. Der ..Allgemeine Deutsche Äumu*M * (Hub* te München der mit der Berktzrswacht sein besonderes Augenmerk der Verkehrserziehung der Jugend zuwendet, über «er bet uns die zehn Gebote für .Vjfcganger. die An lang Januar in großen Mengen an die Berliner verteilt worden find. Eine io großzügige Verkehrserziehung kann nur begrüßt nerben. unb wir entsprechen gern tem Wunsch des ADAC., indem wir nachstehend die Gebote für Fußgänger, welche allen Verhältnissen angepaßt sind, zum Abdruck bringen: Ctebe Fußgänger! 1 Liebst du dein Leben und willst du dich deinen Angehöriaen erhalten, so beachte die Regeln des Straßenverkehr-! 2. Geh' immer rechts, Io läufst du niemanden in den Weg! Bleib' nicht unnütz stehen' 3. Verlaß die Vehbahn nur, wenn du die Fahrbahn uberidyreiten mußt! 4. In verkehrsreichen Straßen überschreite die Fahrbahn nur an Kreuzungen aber an den rür Fußgänger bezeichneten Schutz wegen! 5. Geh' stets in gerader Richtung und ohne unnötigen Ausenihalt über die oahrbahn! Sieh erst nach links, bann nach rechts, damit du Mtung de flhre Ekstasen und das Bergiesren blutiger Tränen AAe diese Srfcheinungen tön- ÜS.Jiüi Untersuchungen Wilken- schaftl»ch geschulter Beobachter al« Tatsachen be- werden. Als betanders erstaunlich muh ba« angebliche Aushören teglicher Rahrungs- aufnahme sett 9nb< 1926 angesehen werden und die Gewichkslchwankungen zwilchen 103 unh HO Want, ertenaft, Huri Bi"J betiibw* Krankenschwestern unter ärztlicher Kon- l4 ta^* m 2uli 1927 bat njwte '.tardachtiges ergeben. Doch erscheint eine Wiederholung solcher ^Beobachtung nröai ä>st wädrmd eines längeren Zeitraumes unD unter aere Vorlage vmirfgeflrirten werden - Der Pla tz vor den beiden ad)ulbäufern ist i»»besondere bei Regenwetter itarf aufgar. Die Rotwendiafeit einer Besserung wurde anertaiurt lf» wurde die Pflasterung eine» '™‘1 <>'«*><- W«,., oon t*r Boft zu den beiden Schilhaujern in Borichag ge- bt^ lVr Düraern.elfter beauftragt, flrgebote auf Kteinpilatter dritter oorte eenztchoten — St ijt me Arnchaftung eine» Vogelsberger Zuchtbullen notwendig geworden ISe Land- wirvchaftttche Komnniswn soll ben Rauf oomeb- ü*n- - g» wütrtx Puntt der Tagesordnung be- trat dte Abgabe von Gelände am Lollarer top», über dse schon ö£ter» verhandelt wurde. Auf rlntrag riofmarui unb Seipp wurde teer die Oef- lemstchkeit ausgelchoffen. (3m Aegentatz zu der Be- ^runöung feiner Snmmabgobe bet Vuntt Um- (•guna von Baulands bet der der Öur<;rrmeif*r au »führte, daß ja doch da» Ergebnis betagt tSX, unb ti •ogar in der Zeitung iu tefen wäre, hnb wir naät wt.- vor der HrtiiAl. daß bie Gerne,ndentit. ;v'Wx rin Rech darauf haben über >o »dtexn angelegenbeiten durch o"enlliche Sitzung be» Gemeinde rat» unterricht zu werden ®erm wir kürz- ld> bie Richofkenttichkrit der Bcrbanbl uig dein Kanteten (hierauf bezteht sich bie Aurtafiung be Surgerme ster?i. io haben wir damit nur do» g». [an. wa» vom Standpunkt ber Burger.Allgemein- Wit ^rtorderttch war. ohne im geringsten auf b>e d Hungen, 13 Ian. Hier wurde ein junger Mannfestgtnommen.derin eleganter Jäger rldöung auftrat und in Iägerkreifen um geldliche Unterstützung nachsuchte, jum Teil hat er auch Be- trage erhalten. Tech» Staatsanwaltschaften interessieren sich für ihn f S t e t n 6c i m. 14. Jan. Die Borbmitun* rn zum goldenen Jubelfest unseres eLlnJD15,e1,le .Srohsinn- das vom t. bis 9. Juli statmndei und gleichzeitig als Bund es fest des Sängerbundes,Mitt- leres 21 i b b a t a T gefeiert wirb, sind tatxxit vollenbet Sämtliche Ausschüsse wurden gebildet und als Festpräsident der einzige noch lebende Gründer, der Auszügler Karl Dietz bestimmt Da seit mehr als einem Iahraehut vier keine größere Festlichkeit flattgefunben hat. bietet die Bevölkerung alles auf um den 5S. Geburtstag des ältesten hiesigen Vereins In schöner ländlicher Ausmachung zu feiern. Als Fest platz tturbe das günstig gelegene Wielengelände am Südausgang des Dorfes auserlehen. Die Be- luftimingsaefeaenheiten und Vertaufsstönde für den Iurplatz sollen nun vergeben werden. (Stehe heutige Anzeige!) Mreio -riedteerg Sttebbera. IS Jan Der Kreis- ziegenzuchtvereln des Kreises Friedberg begeht tm kommenden Sommer fein 25- LJ V c fl e 6 e tt e b e n Der vere n wird seit 20 Jahren von Detonomietai Spieß. Ftiedbera geleitet. Als dieser 1908 ben Verein übernahmt iäblte vieler kaum 200 Mitglieder heute hat er bie ftaitl ch vkibl von über 12CO Mitglieder er- rer<|>t Mit bem 25. Jubiläum wird auch voraussichtlich eine Kreis-Iiegenausstel- I u n g unb ein Ziegen markt verbunden Hl’.?1»«*!». ^°'d" Ä I ti™ ^S0.K ÄL'vL ;6m »xtbtt. (ei$ mÖ.i* MZ .statt. «Qi, -Si^MsS »erg Der Äret|, öommtr sein 25- I «Kie wirb ftü Surtbttj, . Herrin ubctnabq ÄrJ*uU da» n 1230 QKitflliebtr «. im wird auch vor, 3iegrnauift,s. markt detbimben iflen. ü Äeujahr such « llt lüt hüt FlNta. Für bat -n 54 Psemitz E* fr* bu bi ldit)fu:;üäi absatzm 6intaifa>tti|t M, bötüu. un durch Ewan m s«M mXinhlh» Ähjahr tiru 3i|. ingebaut ver- bttttti beim 3® ■en erörtert, muhte tat. da 6tt ffl/w m« noch Ächt die Infernal locxmkt ; ein tbaigtlb «gründet. 8t schloß d-sirchücher Krauer.» ersten Wend« hält serbandes. frdulrii ach, einen Äorlrag jcnt>en-lnt auf dem Familien- und des die erste der Jahresbericht stellt und die Tor wurden. Teväbl! rctalsJollcho«. ellverttetend« 2v» b i ch t al« Schrift 08" wxb ^ttxi •hrlamtliew^äuf« totrben te 9rfi&- iaftr Im 21mmfl genommen — Die fccf’flc Tret- gewordene Pfarrstelle i| znr Bewerbung Brfchrieben und bürft« M tnöe Stbniar Oie Ä rcheuregierung besetzt werben 2Bü icht auf die btoorfte^enben jtjnfirmaltonen wird aber die Uebedieblung des neuen Pfarrers »rst nach Ostern erfolgen _O Herchenhaln. 13. Jan. Der hiesige Zweiaveretn des B H L. plante eine Gesamt- Verbesserung der Wege und Anlagen. GnSbesonbere sollen neue Dünke in genügender Wenge beschafft und aufgestellt werde,». Zum Zwecke der MUtelbeschasfung wird am 29. Gan. ein TDiRterpergnügen abgeballen. Der letn- gewinn toll auch zum letl zur Verschönerung der 21nlaflc um das Ghrenmal der B £. tk er auf der Herchenhamer Höhe verwendet werden. Mrci* Lauterbach. la. Schlitz, 13 Jan Bor etwa zwei Jahren wurde in Schlitz, Hutzborl und Berus- Hausen die Feldbereinigung beschlossen und auch in Angriff genommen. Bun haben sich auch die beiden andern Orte im streuzerSgrunb. Bieberstoll und Uetzhaufen. entfchloffen. die ficlbbm'.ntgung durchzuführen. Damit wird bas gesamte Schlitztal, das sich von Salzschlirf bis zur Smmünbung in die falba unterhalb chutzdorf hinzieht. auf einmal bereinigt. Obgleich in den drei erstgenannten Gemarkungen die Arbeiten schon im Dange find, so wird doch erwartet, dab die Zuteilung der neuen Grundstücke im ganzen Tal zum gleichen Termin erfolgt. Ärcie «lsscld. r. Ober-Ohmen. 13.Gan. 3m Auftrage mehrerer Gradierwerke und Stiefel- selder-Detriebe werden gegenwärtig in unferer Gemarkung die Schwarz- und Schlehdornhecken niedergelegt. Das gewonnene Material wird auf der Station Mücke verladen, um von dort aus nach den Werken bzw Rieselfeldern zur Derwendung geschafft zu werden. Den Arbeitern erwächst aus Meter Befchaf- tigung. für die Akkordlohn bezahlt wirb, ein schöner -Verdienst, mancher Landwirt wird auf diese Weise eine lästige und hinderliche Hecke los jedoch vom Standpunkte des Bogel- f ch u y e S aus ist die'e Beseitigung der 21 i ft - und Schutzmöglichkeit der -Vogel nicht zu begrüben Ss ist zu befürchten, dab hierdurch .1— ■ ■ ■■■ ■ eine weitere ®errh»gtrwng unterer Bogekweit etntrtiL (•) Groh- Felda 13 3ail Der hiesige Kriegerverein hiev dieser Tage ferne Ge - neralDetfammluifl efc. 2ht de Stell« des durch ArbeitSübcrhäu una beh ndetlrn ersten Oor'^enbc-N Gduard L u tz - Aiein-Felda wurde Dr. Bern- Groh-Felda euiflimmtg zum ersten Dorfitzenden gewählt Die übrigen Bor- stanbsämter Hieben in den Adaben der bisheei- C Inhaber An die geschäftlichen Der-and- 8en schlich Ik6 ein gemüts ches Beckammen- fetn an Starkenburg. Lpd. Darmstadt 13 Gan. Dieter Tage wurde am Landrslheater ein Personenkraftwagen entwendet Aut Grund fo- fort erlassener Funkkprüch- und Ausschreiben konnte das Auto kurz batar tn Kreuznach bdchlagnahmt werden Det Täler war entkommen. konnte aber jetzt in Darmstadt ermittelt werden. GS handelt sich um einen 1 6iA beigen Wechantkerlehrling der vor längerer 3eü öfters Schwarzfahrten mit Autos fernes Oehrherm unternommen hat Warmwafferquellen in Rüsselsheim? WSA. Aüffelsheim. 13. Gan. 3n den letzten Tagen waren zur •noeiterung dreWasfer- versorgungsanlagen in den Opel-Werken innerhalb des Fabriklerrains X i e I b obtu n g e n erfolgt Bach Durchbohrung einer 40 Meter liefen Letlcfchicht gelangte man auf eine Bodenschicht wie sie bei Srbohrung der Heist- wasserquellen in Wiesbaden in geringer Höhe vorgefunden worden war. Der Wünfchelruten- forfcher von Graeve aus Bcrnrobe stellte u a daS Borhandenlein eines starken Warm- walfetstromes von Osten nach Westen fest. Die Opel-Werke lassen nunmehr die Bob- rungen fort cYen. Sie wollen, sofern die Warm- toaflerquelle zutage tritt, sie der Stadt zur "Verfügung stellen. Diele Angaben wurden auf Anfrage von der Bürgermeisterei bestätigt. Preußen. Das Dehlarer Hotelprojeki gescheitert DSB. Wetzlar, 13. Gan. Die Stadt», verordneten behandelten gestern eine Bor»' läge der Stadtverwaltring die die Errichtung einer Hotel-Akte'gc'ellschaft iu Gegenstand hatte. D-. C.a.t txao .^tiflte M» kanntlrch. ihre Grundstücke -Hertzoauchäs Haus unb .Gastho» zum Dom' md Bebcngcdäuden -u einem Sachwerte von ftDOOO 3H( in bi« A-G. euizubr.ngen unter bet BorauSfetzung bah auch die B u d e r u s l ch e n • i f e n » «tl c fich mir emem Darkapt«! von 100 000 Ml beteiligen, roohir eine bindende Zulage vorlag D.e S.adl wollte weiter das um 200 300 Mk zu erhöhende Aknenkavitat ihrerseits übernehmen und 130 000 Mark hiervon der Allgemelnheu »um Kauf an- bieten. Weiter wollte sie die felvst'chulünenfche Bürgschaft tn Höhe von 1.7 «UL Ml für ein Darlehen zur Srr.chtung des neuen Hoie.gebäu- des übernehmen Das Ho"l feilte m dret Ab- Knuten errichtet werben, die fbch auf mehrere 3ahre erstrecken würben. DaS ^.-«n-iTtTroieh würde an reinen Baukosten 875 000 Ml an Gnnenemv.chruna 180 000 Mk. beanspruchen. Tie Stadtverordneten lehnten nach längerer Beratung mit Mehrheit die Durch'uhrung vieles Projektes als zu umfangreich und dem Stande der Drrischalt nicht entsprechend ab. Kreitz Wrykar. EJ Lus dem streife Wetzlar 13 Jan. Vie Zahl der tlrbeilelolen im Bezirke des A r. deilsnachweifee Wetzlar hat auch tm iiaufe de» Monat» Dezember wieder «Ine sehr ft arte Steigerung erfahren Wahrend zu Beginn de» Manats In der allgemeinen Crwerbs- lofensürforgc 556 chauplunierstützungsempsänaer mit 290 trauen unb 550 stindern al* Zuschlags- empfanger vorhanden waren betrug die Zahl der Unk'rftü(uing»fmpfönger am Ende de* Monats Dc zember 1.397 Hauptunterftutzungsempfänger mit 765 grauen und 14.33 Äinbcrn al» 3u|d>lagccinpfon. gcr chieroon entfallen auf die Stadt Destlar 242 nai ptunterflützungsempfänger 132 grauen und 225 Äinöer. auf die Vanbaemrinben de» streife» S94 nauptunterfiüBung»empiängfr, 521 Zrauen und 959 Kinder und auf die zu dem Arbeitsnachweis ge« hörenden Gemeinden de» streife» Vicdenkopf 261 f)auplunterftü6ung£empfanger. 109 Frauen und 249 Kinder Die Zahl der bekräftigten Wat- ftanbsorbeiter i «trug 1 3n ber Ärllen- fürforge wurden Ön -her unterstützt: 128 Aauptunterftübungaempfängtr, 88 Frauen unb ■ * 162 sttnber aegenübtt 91 ^auplunterstützungsemp- fingern. 66 grauen und 114 Winbrm zu Beginn des Agnat» viele Zahlen «Necken stch wie folgt; Stadt Wetzlar 67 chaupruUienttztzungsempfünger. *3 'rauen unb ® stintzer Landgemeinden de» sttetfes 5S td.iuptuMerflutzungsempfänaet, 44 grauen unb 78 Kinder, unb Biedenkopi'che Gemetnben i pti'nterstSstuUg»«mptäi,ger 1 Krau unb vier Kinder G Lützellinden 13 Gan. Der bkhgt Kaninchen- unb Geflügeltzuchlvereln veranstaltet am 22. Ganuar tn den Bäumen der Gastwirtschaft Franz eine Ausstellung, in der eine grvhere 2lnidbl guter Bafsetlere gezeigt werden toll. Bon kUcn der hiesigen Gemeinde sind dem Berein durch Beschlust der Gemeinbe- pertretung zwei ahrrupre fe bewilligt worben O Aiederkleen. 13 Gan. Bei ben Wahlen des Borstanstes der hlesizen Dränage- Genolfenschaft wurden g tv dl! al# Ge noffevschaftSvorsteher Heinrich Mack II . als dessen St.l oct tretet st ri B e u t e r. als stall erer LouiS Messerfchmibt alS Be l*er Karl Meuter. Louis M e i s e r I ch m i b t. Gemeinde- vorlreher Sisen Hardt und LouiS 111 m als Belfitzer-SteNvsrtreter Wilhelm Steiger. st>n- rab Haupt Johannes Bern VII. und Louis Engel TtUfrcio. bl. ’S e 11 |t e i n , 13 Jan. Di« Gemeinde Hal ben Bau einet Gemelndrhaufet mit Schme- ftem und 8ünb|ägrrn>ohnung beschlossen. Die (le- lumtfofkn weiden mit 20—25 000 Mark angegeben Im Frühjahr soll mil dem Bau begonnen werben bl. Uckersborf, 13 Ian Die striebhos # - a n I a a e der Gemeinde ist nun vollendet worden — Der Bau einer Wasserleitung wurde he schlossen. Reste Demenkleldcrstoffe. reine Wolle, «pottbillig Herren-Winterwckcn per Paar 39 Plg. Bauer,Tuchhandluni$fGiehen Seiterewcg 91 - L Sockt - Kein Laden ............... ....... W»W l*klr E-ifcJfl Inventur* Ausverkauf dauert nur noch bis lum Dicnetag, dem 17 Januar Nützen Sie die enormen Vorteile aus. die er Ihnen bietet Sie linden eine riesige Auswahl in Mantelstoffen Kleiderstoffen Seiden Lindener Samten sowie allen Baumwollwaren XU fabelhaft niedrigen Preisen Grobe Posten Reste L.Bernard Plocketrahe 16 Wahrend des Ausverkaufs gewähre idi auf alle reguläre Ware 107. Rabatt ____________________________________>*s». Erfinder - Vorwärts strebende Berbienstmügl Anfkl. Brosch, .(itn neuer Weift graus durch (Erdmann * 6o.. Berlin, stönianränerktr. 71. 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Matthäus-Gemeinde Sonntag, den 15. Januar, abends 7', Uhr im Call Leib Gemeindeabend Ansprachen.musikalischeDarbietungen Aufführung der dramatischen Dichtung .Gudrun* durch die Spielschar der Jugend Vereinigung. Die Mitglieder der Gemeinde sind herzlichst eingeladen 432d Die Männer* und Frauenvereinigung. Gießener Konzertverein Sonntag, 18. Januar, nachmittags 5 Uhr, In der Unlvarsltlts - Aula Fünftes Konzert Lubka Kolessa (Klavier) aus Wien Werke von Baoh-BueonL Scarlatti, Weber, Schubert xt Lihzt Der Öechstein • Konzert - Flügel Ist au» dem Pianobaus Schönau, Gießen. Eintrittskarten -. Mk. 4 —, 3 — und 2.— bei Ernst Chaliler und abends an der Kasse. — Studentenkarten: Mk. 1— nur be, Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. 2921) TANZMUSIK SPULEN Mi NEUESTE* MUSIKPLATTBI -ElECTROlfl- 1ACK WYLTON PAUL WM IT t MAN MAREK WEBER U. AM ZWfltÄMZI NDSTINMU8LSN voeweioMNW kamimm (Mw D.Kaminka,Gießen Marktplatz 11 *°D Telephon 1407 Lichtspielhaus Nur noch heute und morgen das große Doppel Programm Zwei unterm Himmelszelt Nach dem bekannten Roman der Berliner Illustrierten Zeitung Der Weiberfeind Spannende Wild West Komödie In B Akten Am Sonntag, dem Kk Januar 1 »28, vormittags ItUhr voranst altet die Direktion des Lichtspielhauses Ihren I Kulturfilm-Zyklus mit Vor trag des Herrn Dr. Hermann Otto Vaubel vom Geographischen Institut in Gießen 1. Da» Volk der schwanen Zelte, II. Im Lande der Pharaonen. 111. Da» Rennen auf der Creetabahn Eintrittspreise auf allen Plätzen 50 Pfennig Astoria-Lichtspiele Nur noch heute und morgen Spuk im Sdilob sowie das reichhaltige Beiprogramm _ Rar! Schmidt, (Swien Treuemveg 42Zd. 1075 Waagen UN» Gewichte aller Uri empfiehlt u strm der Selbst Greise i„„.„ Klavierspielen in 3—3 Monaten. Korrekt nach Noten, jedoch fabelh. leichte Erlernung. Alice Oberragende Erfindung ein. blinden Hnwlkera. 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Gisset, Licherstraße, Fritz Linker, Ludwigstraße, Chr. Pfundt, Neuenweg, Rud. Rüdiger, Walltorstraße. Alle Bgesucher wollen in Bauern trachten erscheinen. 540D Die Kirmesbursch* des „Radklub Germania“, Gießen. W audtmit 9’cwalt . iudvt*A Cafe „Astoria“ Heute: Tanz-Abend 0320 Sämtliche Typen unserer Valvo-Röhren besitzen den unverwüstlichen Heizfaden. Kauft Valvo-Röhren! RadioröMahriliü.m.bj.BainbDni Hamburg 15 Hammerbrookstrabe Nr. 93 IHII.I Saalbau Sauer Morgen Sonntag TANZ-ABEND 131 Direkt ab Fabrik ist das Schlagwort welches meistenteils von Fabriken, die sowohl in Deutschland wie am Weltmarkt nur geringe Bedeutung haben, und deren Hauptabsatzgebiete auf enge Landesgrenzen beschränkt sind, gebraucht wird. Diese Firmen liefern nach ihrer Ansicht stets das Beste, trotzdem deren Fabriken naturgemäß in Bedeutung. Größe und Leistungsfähigkeit keinen Vergleich mit führenden Weltfirmen aushalten, die Preise aber den ersten Marken nicht oder nur wenig nachstehen. / Wirkliche Welthrmen haben es nicht nötig, mit solchen Schlagworten arbeiten zu müssen, da ihre Erzeugnisse in aller Welt infolge der hohen Qualität und des ausgezeichneten Rufes auch ohne solche Art Reklame verlangt werden. Welturteil ist Werturteil! Pianohaus Schönau Seitenweg 91 GIESSEN Seltersweg 91 •na Reichsverband der Berufskraftfahrer ______________Ortsgruppe Gießen Somit, in 15. Jour, Tina. II Ihr, la Mäher lei. Itaimtr 2 Kraftfahrer-Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag über „Kraftstoffe Kraftstoffprüfung und Verbrennungsvorgänge hn Motor' Referent Herr Dr. Schulze. Ladenburg. 2. Freie Aussprache. 3. Geschäftliche Angelegenheiten Wir laden hiermit alle Kraftfahrer und sonstige Interessenten zu dieser Versammlung ein Der Vorstand. _______________________________3200 Geleillchafl liir Erd-n. Völkerkunde in Bieten Donnerstag, den 19. Januar 192«. abends 8*/, Uhr Lichtbilder-Vortrag des Herrn Kapitän z. S. Dr h. c. Spieß Berlin: Vorläufige Ergebnlffe der deutschen atlantischen Expedition au/.Meteor* Einzelkarten zum Besuch des Vortrags: Erwachsene Mk.l -, Studenten. Schüler und Militär 50 Pf. Vorverkauf bei Verlagsbuchhändler Dr Töpelmann. Sfldan- lage 4 und an der Abendkasse s)so Schumann-Theater Fränkinrt aas Main —'—- : , ■ Montag, den 16. Jsaaar, emd folgende Tage Das 6rökleBreifinis dei Theater Winten 1927/28 Gastspiel Erwin Piscator-Bühne nüt Ernst Tollere Hoppla - wir leben! in der Berliner Orig.-Besetzung und Orig -Inszenierung Vorbestellungen schriftlich od telephonisch Hansa 6841 u. Hansa 4693 od. bei den bekannten Vorverkaufestellen In ventursAus verkauf We > Rabatt ael alle WieleHtoWe !•' Rabat« fäaHl. ander«. Artikel Rvlte ,WWN brfondrr. 1* Preis ermäl^S Der Werkladen/ Lowengaffe 22 - - - - _________________________Ml Für finden Sie in meinem Geschäft alles, was Sie zur Kostümierung und Ausschmückung brauchen zu billigen Preisen JTCasfcenKtofiiimc zu verleihen I Seter Holling I I fließen, föismarcresth der Moskauer Dewobhaber geboren zu werden. Unter den männlichen Dorn amen, die von oben her nunmehr gewün'ch: werden, lieft man solche wie »Barrikade". ..Komintern" und ..Radio", welcher Harne einem Läugsing allerdings gut an- stkhcn must, der ja nichts anderes als ein otgani- f Akademia. Am- nestia. Iauresa. Dano.na. Bebclina ulw. Wa- gewist eine anmutige Auslese ist. angelicht- derer einem die Wahl aber schwer werden kann. Dcr (frifllänber und her Lchlittschnh. (r) Amsterdam. Einen beweglichen Stoßseufzer hat ein junger Holländer in einem großen heimatlichen Blatt von sich gegeben. Sr ist wahrend der letzten Wochen geschäft-halber in England gewesen, und erklärt nun auf Gründ der dort gewonnenen persönlichen Eindrücke, alles daran setzen zu wollen. die „Legende von der englischen Lpvrt- beaeisterung" zu zerstören. Bekanntlich Hal England, ebenso wie das Festland. heute schon einige sehr stvenge Wintertage gehabt, während dcver di' Landschaft in einer dichten Schneedecke begraben war. und Bäche und Teichc sich mit einer haltbaren Eiskruste bedeckt hatten. Der junge Holländer, der schon bei vier Grad Kälte den .al überquert hotte, war als begeisterter Wmterf portier Io vorsorglich gewesen, sich ein Paar Schlittschuhe mit nach England hinüber zu nehmen, wo cr sich mehrere Wochen aufzuhalten und feine Mußestunden mit Eissport auszufüllen gedachte. Wer beschreibt feine Eittgeisterung. als er am ersten Tage, an dem er sich feinem Sport widmen wollte, an dem großen zugeforenen Teich im Hyde-Park in London ankam und die ganze ausgedehnte Eis!lache völlig leer und unbefucht fand? Ünb durch weitere Nachforschungen und Erkundigungen kam er dann zu der erstaunlichen Erkenntnis. daß der Engländer, insbesondere der Londoner, nicht einen Schatten von 3ntereHe für den Eislauf besitzt, eine Erkenntnis, die gerade einen Holländer, der ja einem alten Sprichwort zufolge mit Badehose und Schlittschuhen geboren wird, mit der tiefsten Betrübnis erfüllen must. „Für das geistlose Fußballspiel.' so schreibt der Gekränkte, „mobilisieren die Städte Hunderttausende von Zuschauern, die alle mehr ober minder aktiv diesem rohen Sport huldigens der elegante Eislauf jedoch scheint in England keine Liebhaber zu besitzen." Dem enttäuschten Sohn der Riederlande kann jedoch geholfen werdens et braucht nur nach 6t. Moritz ober DavoS äu fahren, um das mit Passion fchlittschuhlaufende und rodelnde Albion ht voller Tätigkeit zu sehen. Tic bartlose Fran;osen-Armec. (—) Paris. Zufolge der Berührung mit den Armeen England- und Amerikas hat man auch in der französischen Armee mit einem allen Brauch gebrochen. nämlich mit dem Tragen des sprichwörtlich gewordenen französischen „Henry IV.“ Dahat in höheren militärischen Kreisen der fran- lichkeit der Krisis geäußert. Giniw Worte wurden jetzt zwischen chnen dreien über bas Befinden getauscht. Ein rotn»iger Hoffnungsschimmer schien heute auszulauchen. Als Melusine der Schwester die Hand gereicht, nahm Dietwart nochmals das 'Bort. „Fräulein Welzin hat Quartier in Ihrem Schwesternheim gefunden. Wenn oie sich ihrer ein wenig annehmen können — soweit es Ihr Dienst erlaubt, Schwester Wendula?“ Die Schwester schien von der Mitteilung im ersten Augenblick überrascht. Dann fühlte sie sofort die Fürsorge von Dietwart heraus, der Liefe für die Baronesse angenehmste Lösung der Duartierfroge zu erstreben gewußt. „Gewiß, Fräulein von Welzin, gern werbe ich Ihnen die Stabt hier zeigen, soweit ich dienstfrei bin. Unser Lazarett ist voll belegt. Aus Wiedersehen nachher beim Abendesten, nicht wahr?“ Als sie die Treppe zu zweit wieder herab- schnnen, begegnete ihnen der Chefarzt. „Ah, f)err Leutnant! Es ist mir heb, daß ich Sie noch ehe. Litte kommen eie in den Derbandsaal. Ich möchte eie neu verbinden, da ich morgen nach 61 Quentin muß." Dietwart hörte es mit einiger Verlegenheit. Baronesse, wollen Sie mich vielleicht jetzt entschuldigen? Ich hätte Ihnen .zwar gern noch den Weg zum Schwesternheim in Ihr Quartier gezeigt." Aber Melusine beeil* sich, ihm zu versichern, daß sie den ®ey ganz gut allein suchen und ihr Ziel um jo sicherer finden würde, als sic ja das iZranzösisch vollkommen beherrschte und sich weiter fragen konnte. Er beschrieb ihr hastig noch in großen Zügen die Richtung, die sie einzuschlagen hatte, und folgte dann dem Chefarzt in den Derbandfaal. nickst ohne noch ein Wiedersehen mit ihr für morgen früh zu verabreden. Es ging zur Rechten ein Stückchen des bäum- bestandenen Boulevard hinab, dann zur linken in eine noch stillere Seitenstraße entlang, an deren Straßenschild sie die gesuchte bereits erkannte. Auch hier die Häuserflucht entlang der Eindruck von Wohnungen des wohlsituiertcn bürgerlichen Mittelstandes. Meist waren es einstöckige Häuser, hinter denen sich wunder soll« (Bärten dehnuu». zösllchen Republik lebhaften Unwillen hervor- Gerufen und der bekannte General Fronchet b‘fr willig, ausgefpuckt hatte. Run war die Reth. an Hockney. Auch er schoß viermal und tral Haarschars. Beim fünften Male fehlt, er t doch. und das Geschoß mna statt in den Leib der Zigarette in den Untetriefer des Bankdr.ktors. thr blutüberströmt zusammenbrach Jetzt liegt er im Krankenhaus, und fein Zustand ist äußerst em',, da er sich zum Ucberfluft auch noch eine Wundinfektion zugezvgen &at 3n seiner Dienstwohnung aber trauert bei zerknirscht Pvsiz lobe: ft weil er seine Wette verloren hat Der Teufel hole alle Gefühlsdufelei und fämtliche landfremden Ideale!! Ein Blick in Spaniens Zukunst. Don General primo de JRioera, Marauös de Ssiella, Duque de Äjdir, (gl. spanischem Ministerpräsidenten. Es ist stets eine undankbare Aufgabe gewesen, die Rolle des Propheten zu spielen. Der Mensch denkt, (Bott lenkt. Katastrophen irgendwelcher Art. mögen fw wirtschaftlicher Natur sein oder in Form internationaler Verwicklungen auftreten, können unsere besten Vorsätze zunichte machen. Wir können die besten ‘Sufbauprogramme entwerfen, wir können mit größt • ein Krieg kann all bas zerstören, was wir mühselig aufgebaut haben. Spanien ist sichettich eines der friedliebendste n Länder der Welt, und zwar aus dem einsachen Grunde, weil seine Interessen nicht mit den Interessen anderer Länder kollidieren. Fast jedes europäische Problem, das einen Konflikt hervorzurufen tn der Lage ist, läßt Spanien unberührt. Um aber den Frieden ausrecht zu erhallen, muß der Friedenswille auf allen Seiten vorhanden fein. Ein Weltkonftikt würde jedenfalls der wirtschaftlichen Entwicklung Spaniens äußerst abträglich sein. Dies vorausgeschickt, beschränke ich mich daraus, die Pläne der spanischen Reaierung für die nächsten fünf Jahre kurz Zu skizzieren^ ich gehe dabei von der Voraussetzung aus. daß keine Katastrophe irgendwelcher Art die normale Entwicklung hindert. Das die Innenpolitik antangl. so bin ich überzeugt, daß Spanien auch nach fünf Jahren nicht in der Lage fein wird, zu der sogenannten reinen Demokratie zurückzukehren. Eine solche Demokratie ist, ich bediene mich dcr Worte Mussolinis, das Privileg starker und blühender Nationen: ihre Existenz ist an die Voraus- fekuna friedlicher Zeiten geknüpft. Das soll natur» sich nicht heißen, daß die gegemDärttge Regierung in der Zustlchenzell nicht vmgebildet werden kann ober bah ich persönlich Ende 1992 noch Minister. Präsident fein wend'- Es soll mir heißen, daß Spanien meiner Meinung nach nicht in der Lage fein wird, zur alten parlamentarischen Form mit ihren Parteikämpsen und chronischen Rajen zurück- zu kehren, da ja gerade diese Schwachen zur Ab- schaffung dieses demokratischen Parlamentarismus führten. Wie ich bereits in einem früheren Aufsatz aussührte, muß auf ein Jahrhundert osn schwa- chen Regierungen mindestens ein halbes Iah rhundert folgen, das durch eme ftarfe Regierung gekennzeichnet ist. In fast jedem Lande der Welt sehen mir dieselben Probleme aus tauchen. Die wichttgsSen dieser Pro- Weme berühren die Be rfassung und Verwaltung. Sie gipfeln in der Ausgabe, eine wahre Volksvertretung mit einer stabilen Regierung und einer guten Verwaltung in Einklang zu brngen. Dieses Problem muß sowohl in Rom wie in Dar- schau, in Moskau wie in Budapest, in Angora wie in Bickarest gelöst werden. Da, alte spanische Par- la ment hat seine Berechtigung verloren, iveil seine ursprüngliche wirtschaftliche Basis i n Trümmer ging. Es harmonierte nicht mehr mit unterer Zeit, 'hieber die spanischen Rationalisten noch die itasienischen Faschtsten sind wirklich die iwrflorften Konservativen, d. h.. die Anhänger am Alten, sondern vielmehr jene Demokraten, die so verzweifelt den überholten Parlamentarismus des letzten I^ihrhundert» verteidigen. Leider hoben wir noch nicht einen endgültigen Ersatz für das frühere parlamentarische System gefunden Vielleicht wird, was wir bekommen, dem korporattvcn System Italiens ähneln, vielleicht wird es ctroa, anderes fein. Wcnn eine neue Well geboren wird — in Italien ist dies sicherlich der Fall -- (o darf man nicht erwarten, sofort eine endgültige Form zu finden. Die Mitglieder der von mir einberufenen R a • tionaloerfammlung find nicht gewählt, he sind ernannt. Trotzdem vertreten sie besscr die wirksichen Interessen der spanrschen Ration ab das im September 1928 aufgelöste Parlament, welche Interessenvertretung stellte bann dieses alte Parkt- ment dar? Höchstens die Interessenvertre- tu ng einiger Hauptparteien', da, ist olles, llnd Neuwahlen bedeuten bei uns keinen ehr- sichen Volksentscheid, sondern vielfach Stimmen- kauf, Druck auf den Wähler von feiten der vor- gesetzten. Arbeitgeber usw. und gefälschte Wahl- eogednisse. In der neuen Rationalversam'nluna finden roir alle Interessen vertreten. Wir sehen darin Repräsentanten der Arbeller, der Bauern, bei Adels, der Presse, der Industrie und de» Gewerbe». Auch bie fl r o u e n — fett Jahrhunderten kn politischen Sinne rechtlos — haben zum erstem Male In der spanischen Nationalversammlung Sitz urtb Stimme. Ich kann tatsächlich ohne Uebertveibung behaupten, daß die Nationalversammlling mindestens ebenso bemofratifd) ist wie das alte Paria- ment. Sie besitzt zudem die Möglichkeit wirklich nützliche Arbeit leisten zu können, ohne es als ihre erste Ausgabe au betrachten, eine Krise zu provozieren. Dies ist rin nicht zu unterschützender Vorteil, setzt er doch die Regierung in den Stand, erfolgreich ihrer Aufgabe obzuligen. Ich bin mit der Arbeit, die die Nationalversammlung bisher geleistet hat, ganz zufrieden. Die wirtschaftlichen Aussichten Spa- nien» können als durchaus günstig beutchnet werden. Spanien — das dürfen wir nicht ver- Sessen — hat nicht mehr als 45 Einwohner auf den Quadratkilometer. Ihm ist also ein UeberoöKerungs- Problem unbekannt. Im Gegenteil, unsere Vevölke- tung kann und soll sich vermehren, um den Der junge Franzose richtete seine nachstchwarzen Augen von etwas mandelförmiger Rundung mit einigem Erstaunen auf sie. .Lhnen ist ein Quartier in unserem Hause angewiesen? Ich weiß von nichts! Sind Sie nicht die Enkelin von der Freundin meiner Großmutter, die heute aus Dazcy Herkommen wollte?" Ihr fiel ein, daß der Natne cm der letzten kleinen Erienbahnstation vor dem Orte hier gestanden hatte. Er hielt sie also für eine junge Dame aus dem Nachbarort. Es war zum zweiten Male heute, daß man sie hier für eine Französin hielt. .-34 glaube, es liegt ein Mißverständnis vor, mein Herr. Denn ich bin keine Bekannte Ihrer Großnwtter. Ich komme au» dem Elsaß hier !>er, um meinen schwerkranken Bruder im Lazarett besuchen zu können. Und da man mir mitteilte, tm Schwesternheim sei Quartier für mich eingeräumt, glaubte ich, hier richtig am Ort zu fein, aber ich l»he. ich habe mich wahrscheinlich in der Haus- nummer geirrt?* Seine Bewegung, mit der er sie jetzt wieder zur Tür geleiten wollte, als sie sich zum Ausgang wandle, war rein mechanisch. Denn nachdem er halb gedankenlos geäußert? „Das Schwesternheim be- linde: sich unmittelbar nebenan, Demoifeue!*, riß er sich plötzlich aus seiner Versonnenheit und meinte mit Lebhaftigkeit: „Aus einen Augenblick noch, Mademoiselle! Sie kommen aus dem Elsaß? Welch ein Zufall! Auch meine Großeltern, denen dieses Haus gehört, flammen aus dem Elsaß. Würden oie nicht noch eine kurze Weile hier warten? Meine Großmutter muß jeden Moment kommen. Sie würde sich gewiß sehr freuen, eine Landsmännin aus ihrer Heimat begrüßen zu können Ich bitte Sie. warten Sie nur noch einige Augenblicke" War es die Begründung seiner Bitte, war es der Klo na ferner Stimme, der fie zum Bleiben zwang? Sie blieb stehen. Es war ihr, als ob plötzlich ein warmer f)oudj rings für sie in diesem Hause auf- sprang, der jie mit der eignen Heimat verband. Darum sollte sie eilen? Ins Schwesternheim kam sie noch früh genug. .Hhre Großmutter stammt aus dem Elsoß^ Ikt cs auch Ihre Heimat, Monsieur?" (Fonsetzung folgt) Während sie langsam ooranschritt und die Hausnummern verfolgte, begann sie auf rin herrliches Klavierspiel zu achten, das ihr immer naher erU- gegenfam. Sie kannte die Weise nicht. Aber cs klang wie ein fremdes, etwas fcfnvermütiges Volks- lieb. Nun stand sie vor dem Haufe, aus dem das Spiel tarn. Zweifelnd hing ihr Auge an der Stummer. Sie konnte sich nicht ganz genau mehr auf die Nummer besinnen, die Dietwart ihr in der Hast zugerufen hatte. Aber dem Aeußercn nach war es wohl möglich, daß in diesem hübschen, mit heller Fensterfront sich an der Straße hinziehenden Hause das Schwesternheim untergebracht war. Jedenfalls mochte es auf eine Frage ankommen Das herrliche ftlatrierfpiel ließ ihr das Haus gleich sympachtsch erscheinen. Zur Linken eine Art Toreinfahrt, die von der Straße breit zu einem schönen, tiri suh hm ziehenden (Barten führte. Zur Rechten der eigentliche Eingang wr Wobnung. Sie las nirgend rin Namensschild. Das bestätigte chre Dermuttmg, am rechten Platz zu sein. Deswegen zog sie jetzt om Glockenstrang, der nnt allmodischem ‘Ringgnri neben der Entreetür in einer Klammer hing, oofort brach das Klavieripiel brinnen ab. Schritte kamen näher. Em junger Herr öffnete ihr die Tür. Sie erkannte m ihm auf den ersten Blick den Franzosen. Dielleicht war es der Hausverwalter des Heims? Er lachelle nur verbindlich, schien über ;hr Er- scheinen durchaus nicht erstaunt, sondern tub sie mit einer ebenso eleganten, wie sicheren Bewegung rin, einzuttelen. Ein mittelgroßes, fast viereckiges sauberes Par- terrcymmer nahm sie au», wie man es mit seinem Meublement in den gut bürgerlichen Kreisen der sranzosischen Provinz zu sehen gewohnt war. Er bot ihr einen Stuhl an und tagte, während er auf das Klavier zuschritt und Aristalten machte, die Noten zuiartunenzulegen und dcn Deckel zu schließen: „Meine Troßmutier unrb jeden Augenblick zu- rückkchren, Mademoiselle. Lielleicht mögen Sie jo- lange hier Plag nehmen?" Melusine war tm Begriffe gewesen, sich auf dem Stuhle niederptlafsen. Ietzi erhob he sich wie- der und blieb neben dem runden Eßtische stehen. Sie antwortete ihm auf Französi'ch. daß Sie ihr Quartier beziehen wolle, das man ihr angewiesen hav«. €tfl rf ura der Jtolü. Me Spanien im Sdmer- ketzr fpieü. Such sonst Hnb fre wirrichaftlichen Hu»- iidbeen De» Lande» durchaus gunftig. 3m 3abre 1929 fpäleften» wird bi« grofce Ioero-amerika- e 21 u 6 ft« 11 u n g in 5 t d 11 ( den. Sei dieser Hueftedung rechnen wir nic£t nur auf einen äußerst regen Besuch europäischer touriften. fonbem auch aus viele (Bäfte au» Südamerika .mb vor allen Dingen auch aus starken nordamerikanilchei Besuch. Das (Beto, welches die Ausländer während des Ausftellungsjohres in Sevilla ausgeben Derben, dürste der Zahlungsbilo nz de» Landes sehr statten fommen, indem mit feiner Hilfe das letoer noch bestehende Lrijit In der Außerchondel». diianz «kürzt wirb. Glücklichenoette verringert fid) die'es Z*fi)it von 3er Vorsitzende, Hensel, Oekonomierat." Gleichlautende Telegramme wurden auch dem Veich-wirtscha't-minister Dr 6urtiu6 und dem VetchSarbeitSminfstek Dr. Brauns zugefieNt. Tagung des Landespferdezuchiverans für Hessen. Degen 1 Uhr mittags versammelten sich die Mitglieder deS Lanoe-pferdezuchtver- e i n s aus dem Hose deS MarstallaebäudeS. wo eine Vorführung der Hengste des LandeSgestüts stattfand. Hieraus wurde im Rummelbräu die Tagung deS LanbeSpscrdezuchtvereinS abgehalten. Oekonomierat Fritsch- Dilshofen begrüßte als Leiter der Versammlung die Vertreter der Landwlrtschaftskammer, sowie andere Ehrengäste, darunter auch den wegen Erreichung der Altersgrenze in denVuhestand getretenen Landstallmeister 6 ch ö rke und den neuen Leiter des LandeS- gestütS, den Landstallmeister Hertel. Er sprach Landstallmeister Schörke den Dank der hessischen Pferbezüchter aus für die großen Verdienste. die er sich um die Pferdezucht deS Landes erworben habe. Dieser dankte für die Ehrung und bat, das ihm geschenkte Vertrauen auch auf seinen Nachfolger zu übertragen. Lanb- stallmeister Hertel nahm ebenfalls Gelegenheit, zu der Versammlung zu sprechen und et erklärte, alle seine Kräfte einfegen au wollen -ur Hebung der hessischen Pferdezucht. Der Hauptgefchäftssührer an der Landwirt- schaftSkammer Bonn, Dr. Meyer, hielt hierauf einen Vortrag über daS Thema Rationeller Betrieb der staltblntzucht unter besonderer Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit. Der Redner machte etwa folgende Ausführungen: Durch den Krieg ist die Pferdezucht stark umge- haltet worden. Namentlich hat das rheinisch- deutsche Pferd (auf belgischer Grundlage» über fein UrsprungSgebiet hinaus an Verbreitung zugenommen und Eingang gefunden in Mitteldeutschland. Sachsen, Schlesien. Ostpreußen und Süddeutschland. Auch im Ausland schenkt man diesem Pferd immer mehr Beachtung. Die Auffassung städtischer Kreise, daß die ch^ GeNügelzuch- > e tn erster Lin^e vetnungSHucht unb au* p:e frvi-ehr-ig eines b^en •leverfrcge« gerichtet '.st *Mref*e 2* WWtr l ' Darmstadt, 13. Januar. Der Präsident der Landwirtfchaft»kamn«r, Hen- lei, eröffnete die Tagung mit der Feststellung, baß die heutigen Borträge ebenso zahlreich besucht sind, wie die an den Borlagen. Pros. Dr. Holback, der Direktor de» Land- mulchinen-Inftitut» der Universität Leipzig, sprach über do» Thema Der kleinbäuerliche Betrieb und die Mechani- flerung. Der Redner |aate, in den Gewerben beherrsche die Maschine den Produktionsprozeß, aber in der Landwirtschaft könne man nicht einfach durch Mehreinstellung von Maschinen ohne weitere» die Probuk- tlon heben auch sei dav Anwendungsaebiet der Maschinen in ber Landwirtschaft sehr beschränkt. Manche Maschinen wurden hier durch geringe Ausnutzung unwirtschaftlich, namentlich für kleinere Betriebe. Da» Einsetzen einer Maschine in einem bestimmten Moment gebe auch den kleinen Betrieben die Aussicht, Maschinen mit gutem (Erfolg zu verwerten. Die billigste und glänzendste Verbesserung des Betriebe» bleibe Immer noch do» Hacken, die Anwendung von Drillmaschinen unb Hackmaschinen bedeute also Borteile. Pfluge sollten nicht nach der Leichtzügigkeit, sondern nach der richtigen Boden- bearbeihing ausgewählt werden. Die Krümelung de» Boden» gelinge nicht immer so, wie man sie haben möchte, darum sei zu untersuchen, ob durch ein Gespann ober durch einen Motor ber Zweck erreicht werden könne, ßie Bodenfräse sei für ben Kleinlandwirt ein besonder» wichtige» Instrument, denn sie zerkleinere den Boden besser al» ein Pflug. Eigene Beschaffung von Maschinen, menn man das könne, sei besser aU die Verbindung mit der ®e- nofsenswaft, für diese eianeten sich nur Maschinen, die nicht on eine bestimm» Zeit gebunden sind. Ror- tnaHfieruna unb Typisierung wären nicht allein für große, sondern auch für kleine Betriebe von Nutzen. (But»päct*r 8 n b r e • (Westerhorn) sprach hier- auf al» letzter Rechner über arbeitsparende lvirtschaftselnrichtungen. Der Redner erklärte u.a., daß eine Steigerung des Reinertrag» nicht einfach durch eine Einnahme- erhöhung erreicht werden könne, denn baburd) werde keine»wegs ein Gewinnzuwachs erreicht. Der Vor- tragende mochte darauf aufmerksam, daß unter Um- ständen der Maschinenbetrieb teurer sei als die Handarbeit, obwohl ber Schein bogegen spreche. An Haito von Tabellen wurde gezeigt, wie durch zweck- mäßige Anordnung von Arbeitsvorgängen viel Leer- lauf In ber Wirtschaft vermieden werben könne-, es gelte verschiedene Arbeitsvorgänge miteinander zu verkopoeln. 3m uwiteren Verlaufe seine» Bortrage» jetgle ber Redner, wie durch geeignete Anlage des Wohngebäude», der Ställe und durch eine Reihe weiterer Umstände viel Arbeit gespart werden könne. 'Beide Bortröge wurden mit starkem Beifall auf- genommen. Die Redner beantworteten noch zahl- reiche fragen Landwirt Friedrich Heuser au» Rieder-Weisel stattete im Namen der Knrsusleilneh- nur den Dank für die Einrichtung der Vortrag»- kurse ab. in denen die Landwirte viele» Neue gehört und pieiet gelernt hätten. Präsident der Kammer erklärte bann nach einem Schlußwort ben Kursus für beendet. Die hessische Landwirtschaft und die Jtcicfwrcgicrunfl. 9In ben Reichslandwirischa'tSminister Schiele tou’-be nachstehendes Telegramm ge'airdt »Die hes ilche Landwirrscha tSkamiuer und die St. hcern dreiundzwan-tasten landwirilcha tlichcn Dvrkrunskurs Perfammeiten Landw.rte überm.t- 14'. grflutrrbaus jung Lchul'tratze 5 durch Drogen- und Photofachmann Wilhelm Bratherig Wilh. Kilbinßer Nachfolger Montag, den 16. Januar 1928 Geschäfts Übernahme Sinniere 1 werd tachgemäß u. oretSwert ge- trimmt n reoar ®.65errre; 6ie6en.Df8imT.il Irleubon Aakaalqbt. stlav u. varinonluiiifl Flur II, Rr - 92 qm Grabgarken, geschätzt Flur II, Rr 36**'ieo - Ml qm Hofrette, geschätzt Flur II, Rr 36"/,» 44 qm Grasgarten, geschützt Stöcke: rm: 63,2 Buche, 2,7 Hainbuche, 10,1 Eiche, 1,6 Kiefer, 17,5 Fichte. Blau unterstrichenes Holz wird nicht versteigert. Borgezeigt werden nur Scheiter und Knüppel. Zusammenkunst: Aus der Deißedriesch. schneise am Schäferwald 21 bei Brennholz Rr.L Gießen, den 13. (Januar 1925. . Der Vorsttzende des Markoorstands. Nicolaus, corftral Jür bas pem 7. bis 9. 3uli d. J. statt- findende 50 jährige Jubelfeir des (St- sangvekeins^Frofisinn",Eieinfieimbei jungen, find die Platze für Karuffell, Schießbude, Zuckerslände usw. zu ver- geben. Angebote finb an den Schrift« führer Uilhchn Honnann V., bei dem auch die Bedingungen einzusehen sind, bis zum 15. Jebruar d.3. einzureichen. *äie Breuer UNÜ Tielen aller Starken. z= 'kdwebiiche und bäuerliche fcobel- • £ - s breiter. Loaiterlotten. Eichen- u. ® o an Buchen - Schmi waren Metern in allen Starten I^D iHi Sogen Dön & Go., Kietzen 55oS Televbon 149. Lailes la alles Sttrkea prsepi lieber Wer Jagdverpachtung. Samstag, den 21. Januar, nachmittags 2* Uhr, wird die Gemeindejagd Hattenrod im hiesigen Rathaus auf wettere 6 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet. 558V Das Jagdgebiet umfaßt 112 Hektar Dald und 415 Hektar Feld und ift in 20 Minuten von der Bahnstation Reiskirchen zu erreichen Nähere Bedingungen der Verpachtung kännen auf der Bürgermeisterei eingesehen werden, auch werden diese nochmals vor bet Verpachtung bekannt- gegeben. Bürgermeisterei Hattenrod. Reed. Schtfftnberg der Bahn Gießen hausen sowie von der Station Garbenteich in das Jagdgebiet eingetreten werden. Hausen, den 14. Januar 1928. BÖrgermeiilcrei Hausen bei Gießen ZÄ^GroßerTranspott Gvmeländev u. ostpveutzisthe Ältrvetts Meede darunter mehrere egale Gespanne sowie Einspänner steh« ab Dienstag, 17. Januar, In unseren Stallungen tu ben Mühlen Rr. 2, gegenüber von dem Lteberfalbahnhof, zum kommistionsweisen Verkauf unb Tausch Gebrüder Isenberg Telephon 862 / Wohnung (Zieinstraße 69 I smd Löwen-Drogerie im Seltersweg M9D 5448 1: Försterei Rödgen (Förster Brück) ■ 100 cbm Stiickfteine. 2: Försterei Gießen (Förster Geisel) » 150 cbm Stucksteine orfterei Gießen (»xörfter Geisel) - 100 cbm Stucksteine. iorfterei Rödgen (Förster BrücO - 100 cbm Kleinschlag Jörfterei Hochwart (Forster Arft) - 50 cbm Kleinschtag. 6: Försterei Gießen (Forster Geisel) - 100 cbm lUein(d)lag. • L ®ro6e 3n60JM - Bettteigetung M Landwirtschaftskammer • Ausschusses für Lberhesten in fiepen am Mittwoch, dem 25. Januar 1925, in der Slostlchen Hostette, Rodheimer ©trabe 50. Zur Derfieigeruna sind gemeldet: 80 .Fleck- viehbuslen un6 «oef «ber des veredelten LanbschweineS. Beginn der Versteigerung vormittags 10' ,llhr Oie Gemeinden sind zum Ankauf von Zuchk- Pfuhl-Pumpen IW> E- mit 5 Jabx (lammte n. r 14 2 ao- 'Urobeseh. fertiet und | lief, in verich ®rbi< u fliithlbr #5 Karl 4»ernicr. 'inbr t. aevr Lederman'chenen ü lUraUeKonltT.ö.lhuin«. in ieb 1,/llM Giötze u.Liarke AlleMdPuni- venfnd) etnfcht. Reoamturen Nutzholzoersteigerung Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern toll Dienstag, den 17. d. vormittags 9} Uhr onfangend, nachverzeichne les Nutzholz versteigert werden. Distrikt Heegwald: 1. Eichenstamm. 1 KL, r. 40—49 Durchm 1 Stück. 0,75 fm, 2. Eichenstamm, 5. Kl., o. 50—59 Durchm.. 1 Stück, lr37 fm t zu lammen 2 Stück, Er rang Haar erhalt seine Irüherr Farve wieder durch 5fl}fn?Dherg9f)öar- foroe fflteoerher- flelier öroig Iuiiq lUüUtncb gewahrt 3u beueben durch Emil Noch, Baisü- mene. Seltersw 7ä Herrn Via kWw., ^elierflivefl K. Berndard o d>, tieiirn Verkschaite- angeftellter, 6. Siilgärtner, Jakob, Lagerhalter, 7. .^anSmann, Vilhelm, Gewerkschaftö- angeftellter, 8. Mirthner, i)ermann, Geschäftsführer a. D. bl Vertreter der Arbeitgeber? 1. Bergen, Otto, Direktor, 2. Täuber!, Otto, Kaufmann. 3. Gvttmami, Heinrich, Landnnrt, 4. Weimer, Heinrich, Okfcbäitbfthrer. Tie mi obigem Zwecke für ben 16. Februar 192K anberaumtc AuSschuß- sttzung findet daher nicht statt. 646U Gießen, den 18. Januar 1928. Allg, Ortskrankenkasse Äießen^Stadt. Vrennholzversteigerung In dem Markwald Gruningen—Dors- Gill werden versteigert: Donnerstag, den 19. Januar, vormittags 9 Uhr beginnend, aus den Forstorten Schäferwald 21d, Schlemperwald 23a, b, c und 27a unb b Scheiter: rm 16A,‘> Buche 1. P 2. Kl., 7/j Hainbuche 1. Kl., 3 Eiche 1. KL, 3,7 2. Kl , 1,9 Kiefer 1. KL Knüppel: rm: 174,8 Buche 1. KL, 1,6 2. KL, 2,1 Hainbuche 1. Kl 41.6 Eiche 1. RI , 3,4 Kiefer 1. Kl., 0,8 Lärche 1. KL, 1,5 Fichte 1. KL, 3,7 2. Kl. Beisig 2. KL (Stammrdfig): rm 104 Buche, 35 Eiche. Reisig 3. KL (Astrelsiß): rm: 204 Buche. 24 Hainbuche, 22 Eiche, 6 Riefer, 180 Auf Wunsch Teilzahlung Zu erfragen: In Fachgeschäften und beim Städtischen Elektrizitätswerk Gie&en In keinem modernen Haushalt fehlen: Waschautomat? Waschmaschinen mit eingebautem Motor Beihwasserspeicher Elektro-Öhonome Staubsauger und Fuhbodenbobuer An jede Lichtleitung anzusch ließen INVENTUR IISVERKAUF L.-wder 8 Schaufenster! Prüfen Sie selbst an Hand unserer Schilift: Beginn: GIESSEN SGI» R.-Chevr.-Spangenschuhe Lrdcrrtusführunß. Blattverzierunfl Boxrind-D.-Spangenschuhe rein Lederverarbeitung, solide Qual. R.-Chcvr.'Schnürsch., Lackkappe bequemer Absatz, flute Qualität Lack-Steg-u.1-Spangcnsch. echt L.-XV.-Absatz. fabelhaft billifl Lack Spangcnsch , graueGarn. L.-XV. u flache Abs .solide Qualität. Gr. Chevr. u. Kalbl.-Sp.-Sch. mit L.-XV.-Absatz, rlesifl billifl Grau, beige u. braun KalbL- Spangenschuhe, echt L.-XV - Abs.. elefl Formen, weit unt. 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Doi wiflanfline 3abt Hal ber de-tschen *lDirt- tooh di, höchsten ProduftttmSziffem feit brr Stabilisier na spracht CBM^rmö bi, 3ahrt 1925 wnb 1920 unter bem Zeichen bet Produkt wns- (rife standen die M )um Einsetzen des eig- Ntchen Vergarbeiterftreiks in der zweiten -Litte des Jahres 1926 anhiell ist. ausgehend von der durch diesen angeregten Konjunkturbelebung, eine Entwicklung noch oben etngeireten. die auch Teile der Fertigtvareninduftrie erfaßt hat Bei bem heurigen Stand bet Dinge werben sich von bet Prvduktionssesie her auch bei einem Rückgang der Konjunktur feint Schwierigkeiten ergeben, wohl aber kann die Frage einer Adfatzkrif« bei fehlender Ueberelnftlmmung -wischen Produktion und Absatz akut werden. Anzeichen einer Absatz- Irise mühten sich suerfl besonder» bei dem Einzel- handel bemerkbar machen, der al» letzter Derlei ler der Güter mit dem Markt byw. mit dem Verbraucher in unmittelbarer Derbtndung steht, unb zwar in Gestalt eines Rückganges der Zah- lungs«Lhigkeit einer Verlängerung ter ZahlungS- fiele und Verschlechterung der Konditionen In der velsentltchkeit wird immer wieder daraus hingewiesen, daß der DertellungSapparat innerhalb der deutschen Dvllstoirlfchoft zu teuer ist Man geht hierbei von geschätzten Zahlen aus. die 7 bis S Mtlliarden Mark für Unkosten des «in-elhontels gleich 25 Prvz nt deS Gesamtumsatzes betragen, wozu noch der Grohhandel mit 2.5 Milliarden Unkosten tritt. Seitens des Einzelhandel» wird daraus bingetoielcn. bah dieser 25prozentige Anteil durch tatsächliche Un- kosten stark ausgesülsi ist. so bah ein verhältniS- mühtg geringer Geschästsnutzen übrig bleibt. Man wird bei objektiver Betrachtung der Un* topenfragt des Einzelhandels zugeben müssen, boh feine Unkosten progressiv steigen (Umsatzsteuer). unb bah bie gegenüber ber Dorkriegs- Sit stark gewachsene Konkurrenz infolge der rünbung zahlreicher neuer Einzelhandel-Unternehmungen den Kamps um den sogenannten Hufen verschärft und zu einer Verringerung ber Verdienstlpanne beigetragen hat. Die Konkurrenzlage de- Einzelhandels ist überhaupt durch neue formen bet Derlaufsorganisation nicht nur bei ihm selbst, sondern auch aus anderer Seite eine Wesentlich andere geworden Der Gedanke des sog fliehenden Warenwege- hat in Deutschland Eingang gesunden und ist bereits in die Praris urngtsetzt worden. Sie AEG beispielsweise verkauft ihr.- hauswirtschastlichen Fabrikate in eigenen Geschäften. Ob es gut ist, dah her Produzent gleichzeitig den Verbraucher beliefert, muh die Lebem-fLhigkeit derartiger Dersahren beweisen. Der Handel soll jedenfalls dem Verbraucher eine "Lislest aus einem bestimmten Warengebiet anbieten, ein gesunder Grundsatz für seine De- tfttiaung. ber allerdings bei dieser Art ber Der- kaussform nicht etnurgalten wird Starke Konkurrenten ftnb bem Einzelhandel in den Waren- büusern. die sich für bestimmte grvhe unb geschlossen, Vedart»gebiete aus den Einkauf vom Grohhandel, teilweise foaar auf eigene Produktion legen, unb ferner tu den Genossenschaften erwachsen. Die Suche noch DilliaMt hat bie Kundschaft vielfach z» ber genossenichaftsichen Derkaufsorganisation gedrängt und wohl auch die ritymählge Konzentrierung des Verkaufs in Warenhäusern begünstigt. Der Einzelhandel ist natürlich bemüht, sich gegen derartige kapitalistische Derkaufssormen zu schützen. In diesem Bestreben ist ihm seitens ber Kunden durch daS Wachsen der Anforderungen an gute Qualitäten eine Unterstützung zuteil geworden. Heute gilt mehr denn je wieder das Schlagwort i Seine Majestät der Kunde, und die unter dem Zeichen der Qualitätssuche stehende Entwicklung hat zur Ausbildung neuer Typen von Spezialgeschäften auch infolge der Abhängigkeit von Markenartikeln geführt (Funkhandel. De- leuchtungshandel usw.s. Dieser Strukturwandel Im Einzelhandel hat auch die Warenhäuser ersaht. indem die einzelnen Abteilungen der Warenhäuser sich spezialisiert haben. Eine ganz neue von Amerika herübc.gekommene Erscheinung sind die Slnheitsprersläden. durch die der Versuch gemacht wird, mehr Rentabilität im Einzelhandel zu erlangen. Der ursprüngliche Gedanke dieser Berkaufssorm ging dahin, dah jede» Geschäft nur drei Preislagen haben, und der Käufer nur bestimmte Waren bekommen sollte. Dies erfordert natürlich eine starke Beschränkung deS Sortiments in Qualitäten, und hierin liegt eine Schwäche ber Einheitspreisgeschäfte. Auch da» Bestreben des Einzelhandels ist auf die Vereinheitlichung der Preise, mit anderen Worten aut Typisierung von der Preisseite her unb aus Normung der Ware unter stärkster Einwirkung des QualitLtsprinzipS gerichtet. Die Typisierung der Warenform wird in Deutschland immer ihre starken Grenzen in dem Geschmack des deutschen 'Verbrauchers finden, der mit feiner Vack die Ware unb die Produktion bestimmt. Das Verlangen nach Maimigsaltiqkeit. dauerhafter Brauchbarkeit und nach Echtheit find heute wieder bei dem Kauf einer Ware auSschlaggeoend. und besonders ber Umstand, dah sich heute die Kauf» kra't anders verteilt als vor dem Kriege, da eS heule nur noch wenige Kapital- unb Vermögens- rentner gibt, zwingt den Einzelhandel, eine reichliche Auswahl und einen bunten Wechsel von Maren zu bieten. DaS Interesse ber Spezialleistung erfordert insvlgedef en wieder eine universelle Erweiterung. Markenartikel kommen in zunehmendem Mähe heraus, und Handelsmarken sind ein neuer Begriff des Einzelhandels geworben. Die unter der Zunahme der EinzelhandelS- betriebe unb ber Ausdehnung bet Großbetriebe stehende Entwicklung unterwirft im Einzelhandel mehr denn je den Preis der freien Konkurrenz, die vom Kunden ausgenutzt wird. Der Smzel- handel muh den Preis noch der Abfatzmögltch- keit kalkulieren nicht nur nach Unkosten unb Einkaufspreis. So ut das Rabatt- und Zugabe- toefen. in der Hoffnung dadurch eine Steigerung de» Absatzes zu erreichen, wieder in Srsche nung getreten. Die sich aus den Strukturwanbluncen ergebenden Verlaufsfragen unb Berkaufssorgen haben bereits vor einem Jahre zu ber Einr chtung der sog. ..Derkautsberatung' seitens bei Hau^tge- meinschatt des Deutschen Einzelhandels geführt, unb man hat mit dem neuen Jahre bie Verkaufs- Oie Lösungen der Weihnachispreisrütsel. Wir tonnen zufrieden sein! Da» Ergebnis unsere« wethnachtsichen Preisratselwettdewerv» ist vorzüglich ausgefallen und übertrifft sowohl rein zohlenmohig wie auch qualitativ boe Resultat von 1927 nicht unerheblich Die grofite Anziehung,kraft betoie», wie zu er warten mar, da» „(Blüd im Winkel". Unerhörte Anstrengungen sind gemacht worden, ein Rausch von Zahlen, Sorten, Warnen und Begriffen ist über Loser unb fiöftrinncn gekommen; e» ist mit einem auherordenUich anerkennenswerten Fleiß und S'ser, mit einer manchmal rührenden Sorgfalt, Ausoauer unb (debulb gearbeitet worben. Der gute Atlas von Anbrs, ber Gröhe Meyer unb ber Kleine Brock hau», deutsche, ftanzöfische, englische, ftallenifche, lateinische Dorterduchcr wurden gewalzt, unb auch der unbestechliche Duden erwies sich als ein getreuer unb brauchbarer Helfer in der Not. Bei uns hat'» aber auch viel Arbeit gegeben. Anfang», wie da» immer zu beobachten ist, liefen die Briefe an den Ratfelonkel nur dünn und tropfet- weise ein — aber bann, in den letzten lagen vor Torschluß, da kamen ganze Stoße mit jeder Post. Buchstabenreihen marinierten auf, Wörter in gewaltigen Kolonnen, leserlich und unleserlich, mit Zahlen und ohne Zal>len ... französische Komponisten, russische Dichter, italienische Staatsmänner, böhmische Dörfer, Flüsse in Hinterindien unb Berge in Innerafrika, daß einem die Augen übergehen konnten vor so viel Geographie unb Politik unb Literatur Allmählich aber kam Drbnung in den bebrohlichen Briefstapel, e» wurde gesichtet, es wurden geschieden die Alten von den Jungen, die Knaben von den Mädchen, die Richtigen von den Falschen unb Unvollständigen, die Auswärtigen von den Gießenern: unb es wurden Adressen ausgeschrieben und Vornamen, Schulklasten und Jahrgänge geprüft, richtige Wörter gezählt und Lösungen verglichen Bis am Ende aus dem großen Briesstoß ein kleinerer, wohl- geordneter Raufen geworden war: die Preisträger de» Jahres 1928. Von den übrigen Aufgaben ist zu sagen, daß sie größtenteils tadellos richtig gelöst waren unb offenbar keine befonberen Schwierigkeiten bereitet haben: bie halb nach Erscheinen ber Preisrätsel mehrfach zu hörenden Bedenken, die Aufgaben mochten diesmal zu schwer ausgefallen fein, scheinen, zu unserer Beruhigung, durch das Endergebnis doch einigermaßen widerlegt Allenfalls das Kreuzwort-Silbenrätfel, das sa etwa» noch nicht ganz Alltägliches barfkllt, mochte ba unb hort Schwierigkeiten aber auch hier sind bie allermeisten Lösungen richtig. Gerabezu einfach scheint die Geheimschrift gewesen zu lein, die uns eigentlich als bie härteste Nuß vorgekommen war. AI» Kuriosa, die uns viel Spaß gemacht haben, sind etliche. teil» gereimte, teils ungereimte An- sprachen an den Ratfelonkel und die Glück»göttin zu erwähnen, sowie etne merkwürdige unb im ersten Augenblick völlig unverständliche Lösung zmn dritten Reimrätftl; der Junge Einsender hatte offenbar von der sagenhaften Errettung de» Knpttof» durch die wachsamen Gänse nichts gehört und machte den etwa» zaghaften Vorschlag: „Vielleicht ist ba» die Kartoffel im Weltkrieg!" Die Kartoffel war xroar nicht gemeint, aber wir haben doch herzlich gelacht. Zum Schluß hoffen wir, den Gewinnern mtt unseren Preisen eine kleine ffreube gemacht zu haben: alle anderen aber, denen herzlich gedankt fei, Der- trösten wir bi» zum nächsten Mal. Auf Wiederraten Weihnachten 19281 Oie Preisträger: 1. Mariechen Baer, Nidda (Deutscher Kalender 1928). 2. Hugo Baumann, Gießen, Seltersweg 911 (Deutscher Werkkalender 1928). 3. Ilse B o e d n e r, Schlitz, j. A Gießen. Bleich- ftraße 2811 (Leopold Weber Parzival und ber (Brat). 4. Kun Burkhardt. Gießen. Schiffenderger Weg 7 (Steinhardt: Au» Busch und Dom) 5. Alden Datnbron, G*eßen, Reuen Baue 21 (E o Rieienchal: Naturdenkmäler unter den Iagdtieren Deutschland»). 8. Margot Dumke, Gießen. Steinstraße 5311 (Richard Zoozmann: Mucki-Pucki» wundersame Fahrten und Abenteuer). 7. Walburg Einst. Rodheim a.b. Bieber, Gießener Straße 4o (Adele Elkan. Im Drei Engel- Hau»). 8. Gretel Gorr, Watzenborn, Ärei» Gießen (Thienemanns Mäbchenbuch). 9. Otto Jüngst. Gießen, Destonkage 46111 (5)onn» Günther Dos Buch von ber Eisen- bahn). 10. Otfried Keller. Büdingen, Hindenburgstr. 2 (E. W. Pfizenrnaycr: Mammutleichen und Ur- waldmenschen in Rordost-Sibirien). 11. Walter Keller, Lollar, Gießener Strafte 23 (K. Wesibvecht: Deutsche ixlbcnfagen). 12. Hanna Kellner. Gießen, Keplerstraße 11 (Spernannt? Musikkalender). 13. Heinz Kirchhöfer, Hungen, Gießener Str. 7 und Helmuch Schönhals. Hungen, Gießener Straße 11 (Vas neue Universum). 14. Rudolf knauh, Gießen, Moltkestrahc 32p (Spemanns Alpenkalender 1928). 15. Kari-Heinz Krausch, Gießen, Iheringstr. 911 (Lämmel: Bon Naturforschern unb Natur- pffefjen). 16. Martin Lotz, Leihgestern, kirchstraße 8 (Der deutschen Jugend neue» Wunderyom). 17. Werner Lotz, Gießen, Bismarckstraße 10 (Spemann» Wanderkalender 1928). 18. Otto Luh , Gießen, kiinikstr. 16 (F. W. Mader: Am kilimandjaro). 19. Annemarie Margott, Nidder. Bismarck- strahe 15 (Kasperle im Kasperland). 20. Heinrich Müller, Heuchelheim, Rr». Gießen, Friedrichstraße 9 (Alfred Heurich: Fix, des Silbersffchleins Abenteuer). 21. Gerta Reidt. Heuchelheim, kreis Gießen, Marktstraße 26 (Iosesine Siebe: Sechs Bären- b rüber). 22. fxrta Richter, Gießen, Frankfurter Str. 411 l epemannfl Kunstkalender 1928). 23. Fritz Roth, (Brünberg, Kreis Gießen, Frank- rurter Straße 25 (Reinhard Roehle. (8»ebene Erlebnisse in Spanien). 24. Max Roth, Reihsirchen. Kreis Gießen (8. 6. Bibe: dem Go Ide nach) 26. Han» Rübf amen. Gießen, Wißmar« Weg 88 (Harrs Dominik: Triumphe der Technik). 26. Heinrich Schneider, Gießen, Marburg« Strafte 86 (Du MouiinEckart: Born offen Germanien zmn neuen Reich). 27. Lotte Uhl, Gießen, ftrontfurter Straße öp (Tony Schumacher: Heut — Beste Zettl) 28. Irmgard Wagner, Gießen, Ssephanstraße88 siklfe Model: Li-Lo, Au« bem ÜBimberlanbe Indien jur Nürnberger Großmutter). 29. Fritz Werner, Gießen, Bahnhofstraße 27J (Hanns Günther: Radio für Jungen). 30. Gudrun Werner, Butzbach, Üudwigstvaße 4 (Adolf Eyermann: Deutsche Heimatbilder). Die Preise können von den Gießener Lösern vorn nächsten Montag ab nachmittags zwilchen 5 und 7 Uhr auf der Redaktion in Empfang genommen werten; auswärtigen öäfem werden die Preise zugestellt. Oie Auflösungen: Krm zworkfilbenräsiei. Wagerecht: 1 Erfurt. 2 Adam; 3. Hades, 5. Fabel, 6 Reigen: 7 Rose: 8. Lama, 9 Zeisig. 10. England. 11. Reger; 12. Tiger, 13 Kompay. 15. Eber, 16. Drama. 17. Hausrat. 18. Beton. 19 5kuchen; 20 Tarock. 21 Alfen 22 Angel. 23. Lira: 25 Wilna, 26. Weste. 27. Kelle. 2d. Bison; 29. fieber; 30. Falter; 31. Thoa»; 32 Hanau; 33. Rilke. Senkrecht: 1. Erker; 2. Abel. 8 Hagen; 4. Ase. 5 Fama; 6 Reisig. 7. Roland. 8. Lager, 9. Zeiger 10. Engpaß. 11. Rebel; 12. Tiber; 13. Komma. 14. Slaotrat; 15. Eton; 16. Drachen; 17 Hausrock; 18 Besen; 19. Äugel; 20. Tara; 21. Aller. 22. Anna. 23 List«; 24. Muhle; 25. Wilson, 28. Weder; 27. Kelter. 28. Bio», 29. Lenau; 30. Falke Da» Glück Im winkel. Da» Ergebnl» übertrifft unferr Erwartungen bei weitem; wir hatten beste,'fall» mit 200 bi» 300 Wörtern gerechnet; diese Zahlen wurden jedoch von einer ganzen Reihe von Einsendern nicht nur erreicht, sondern sogar erheblich übertroffen. Den Vogel hat Werner Lotz au» Gießen adgefchoffen, mit der im wahren Sinne des Wortes märchenhaften Ziffer 1001. Die nächstbesten Losungen wiesen 700, 650, 600 und 500 Wörter auf. Die abfolut höchste Zahl — 1294 —, die eine Gießener Familie mit erstaunlichem Sammeleifer zustande brachte, wurden nur mit ausgiebiger Benutzung de» englischen, französischen, italienischen und sogar kroatischen Wortschatzes erreicht. Gehelmschrisl. Die Geheimschrift wurde In der Welse chiffriert, daß stets der nächstfolgende Buchstabe des Alphabets an Stelle de» richtigen stand, also an Stelle von a = b, von b ■ c ufm Den Text der Geheimschrift bilden die ersten drei Verse de» Evangeliums Luka». Kapitel 2 (Geschichte der Geburt Christi): E» begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Unb diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius ßunbpflcgrr in Syrien war Unb jedermann ging, daß er sich schößen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Zohlenrälsel. 1. Skagerrak 2. Sberlandzentrale 3. Sudermann 4. Almbern 5. Eskomihi 6 Rilke 7. Dudelsack 8. 3kM 9. Er,all 10. (Bßtnngen S. Ceglerune . Olympiade 18. Choren. ..Süßer die Glocken nie klingen .. ." SNbenrckffck 1. Dofailama; 2. Alabama; 8. Klarinette: 4 Seo- parbl; 5. Alax; 6. Karoste; 7. Ehreravache. 8. Tn- folore: 9. Gendarmerie. 10 Iwanowitsch: 11. fil- fette; 12. Genua: 13. Odessa; 14. Berenike; 15. Araukarie; 16. (Efbatana; 17. Monade. Alle Jahre wieder kommt dos Christuskind. # Rälfel In Keimen. I. Schnee — Schuh — laufen Schneeschuhlaufen. II. Pfeffer — Nüsse Meffernüsse. III. Gänse — Braten Gänsebraten (Gönseklein). IV. Blei — Gießen = Bleigießen. beratuna auf eine erweiterte Basis gestellt, da die bisherigen Arbeiten den VachweiS erbracht haben, daß auf gleichem Wdge fortgefchritterr werden muß. Die Derkaufsberatung steht in enger Derbindung mit dem Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit. Ihre Arbeiten lassen sich ein- teilcn in aufflätcnhe Dorträge (z. D. über Der- kausswesen, Statistik und Buchhaltung. Selbstkostenrechnung usw.), in Kurse, die für Spezialgebiete eingerichtet werden, und Beratungen, bei denen ein Derkaussberater in ein Geschäft entsandt wird, um dort Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsmethoden zu machen bzw. durchzu- sühren. Der Einzelhandel ist ernsthaft bemüht, di« ihm zukommerrde wichtige Rolle innerhalb der Volkswirtschast auszusüllen. Es wird allerdings einer langen Zeit bedürfen, gerade im Einzelhandel bei der Vielfältigkeit feiner Zusammensetzung das Prinzip der Rationalisierung durch- zuführen und damit eine Verminderung der iln- kostenspesen des Einzelhandel- zu erreichen. Wochenbericht vom Sranffurfcr Effektenmarkt. In dieser Woche hot die Börse ein Bild der größten Stille und Lustlosigkeit. Die f) .: redet einer, dem Leidenschaft für Theater und dramatische Dichtung im Blute heat. von den akuten Gefahren der deutschen S-Daubühne. — D.r zweite Herau«geber der ..Zeitwende Otto Grundier versucht 'n seinem Aufsatz . 4M';miemu«?~ bte jenfeit« vom Pessimismus und Optimismus liegende Haltung öe* Glauben» h 1 auszuarbeiten und fruchtbar auf bte gegenwärtige Äulturfnli« anzuwenden. in der un« nur da« -dennoch" de« Glauben« vor peNim.sttfcher Verzweiflung bewahren und |u tatkräftiger ® Vjih . tzamd -CitSani 7" Han la TauuUchiN ; H i'b Bann 1 ibdnhwreut Benin«, Oeabti-hj-UaK. tcmuwri- u"v PrU'<,i.tzt. Tannfl u Wiiiloitdipeu! 194.21 «43.1 171 ISS.74 v.% 1.927 I.W ui?S IUM 4.10 V 16.-JS ■.W 7t 7» i »79 lU.M KB a.iu ju.43 .1.014 3'auMurt a. M Berlin Schl«»- Hur» l-Uhr- Nur, Schluh Hur, Un|an4 Hur Datum: 11 I 14. I. 11. 1. 14. I B. 11 1kid)*aiU iwj ■U.l — _ « , HibviHi1»« vuo -Baut 9i9.75 101.75 419 98.R IUI.73 t49 "**> IN 6t m tu bl Ätebeif Mo man 0 ik; 1*5 IM. 5 114 j 104'13 ftemnteif € labile f % J Cicm -Mtiin . i 1 l> 107 i 41.35 - M Mäh «Kxtilfbe t Iv 179.73 »aliW<«lervn ■ Iv 1*6.5 talhzxrf eaUberhn* 12 ‘ iso 11*. 5 J ® ftartwn jnbntrte toesem Kabel . . . Bchei» anftau . . IC 0 .* •SU ISl. 5 - 579.5 IN. 33 mo.5 i» oilbt .... 5 119 130 5 te .duxrtr ■ ..... 0 07.75 N. 13 W |<5.5 ' Mr ■ Fraruonlcbk .',«en . . . . - >*, '.’rtru .1t. henHebe 97oten . WOrtKotfibe 9?ottu . ... Tfutfdi tetzrrr.41« tzrsoen Änmär.if<6# 'Jlnitn...... Lchivediiche lUotcu...... Schwester Roten....... vpanische Ästen....... Tfcb.*<6of(oreeh<4K Jtotcn . Uaaankbe Äotrn M.4- IW -1 43.175 111.33 19.01 1,49 111.57 71.M 11.30 73 1« I«.34 ISS. 19 a.u* HLM M.M J.OI 113.«3 11.11 ?l -I ii m 79.G 5 OJiMlurt a. M BerMe «chluft 1-ltbr- ^ch uz fltnr* Hur» H-ir, Hur Latum: 13. 1. 14 1 I'" 14. 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