ltr.293 Erstes Blaff 178. Zahrgang Voimersfag, 18. Vezember 1928 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Vie Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. vezugrpretr für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Ließen. Postscheckkonto: Kranlfnrtam Main 11688. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vrvck Mld Verlag: vrühl'lche Nntversitätr-Vuch. Mld rieindnkckerei 8. Lange ht Siezen. Schrlftlettnng vnd Geschastrftelle: ZchnMraße 7. Lmiah»e m le$eia«w fit di« Tagesnummer vis gern Nachmittag vorher. Preis für V mm höhe für Anzeigen von 27 mns Breite örtlich 8. ausroärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20"/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. ReichSkanzlerMller erhebt erneuiAeuischlMdsRechisaOwchaufMemlandräWUNg Eine Kanzlerrede vor der deutschen presse.-Deutschland und das Gelbstbestimmungsrecht der Völker.-Rheinland, Saar und Oesterreich.—Die parlamentarische Grundlage des Reichskabinetts. Berlin, 12. Dez. (DB.) Der Verein Ber- liner Presse vevanstal e e heute feinen diesjährigen Empfang zu Ehren der Reichsoegierung und dec preußischen StaatSregierung. Als Gäste der Berliner Presse vereinigten sich bei dem Bantett mit den Mitgliedern des Reichs- unö des preußisch.n Kabinetts, den ausländischen Diplomaten und Vertre.ern des Reichstages, den Führern der politischen Parteien, hervorragenden Vertretern der Kunst und der Wissenschaft, der Industrie, der Finanz und des Handels, des Schrifttums und des Theaters. Erschienen waren u. a. Reichskanzler Müller und fast sämtliche Reichsminister, der preußische Minister- präsidenl Dr. Braun und fast sämtliche Slaats- minister, der Doyen des diplomatischen Korps, Runäus P a c e l I i, die Do schafter von Amerika, England. Rußland und Spanien, die Gesund.en Tierreichs, 2iorwegens, Bulgariens, Rumäniens, Brasiliens, Ehiles, ferner fast alle Vertreter der deu.schrn Länder im Aeichsrat, Reichstagspräsi- den Lobe, eine Reihe von Abgeordneten, Staats- sckretär Dr. Meißner, der Chef der Heeresleitung, General Heye und der Ehef der Marinclritung, Admiral Räder. Reichskanzler Hermann Mütter führte bei dem Empfang u. a. folgendes aus: Gemäß dem Vertrag von Versailles haben wir zehn Jahre nach dem Kriege immer noch fremde Truppen im Lande und find immer noch nicht im Besitz der vollen Souveränität. Die Welt muß w.ffen, daß, so uneinig da» deutsche Volk sonst in seinen politischen Auffassungen ist, cs einig ist in dem einen Punkt: der Forderung der Rau- mung der besetzten Gebiete. Der Ausgangspunkt für diese Forderung ist und bleibt der Rechts ft andpunkt. Für diejenigen, die, wie ich, den Beitritt zum Völkerbund feit Jahren gefordert hatten, weil sie von der Notwendigkeit der Durchsetzung der Völkerbundsidee überzeugt waren, war es selbstverständlich, daß Deutschland im Völ- kerbund als gleichberechtigt anerkannt würde. Mit der Idee der Gleichberechtigung verträgt sich aber die Fori, mer der Besetzung nicht. Die Besetzung, die nach dem Versailler Vertrag zeitlich begrenzt ist, ist kein Sicherheitspakt. Außerdem ist die Entwaffnung Deutschlands aner- fonnt. Die Besetzung ist auch kein Leistungs- pfänd, Rach dem Versailler Vertrag wird die Frist im Jahre 1935 auch für die dritte Zone cndon. Im übrigen hat der Dawesplan bis- her f u n k t i o n i e r t. Der Reparationsagent be- (tätigt das von Bericht zu Bericht öffentlich. Was fehlt, ist die Endlösung. Sie darf nur ge- funben werden, nachdem die Leistungsfähigleit Deutschlands ernstlich und genau nachgeprüft ist. Die Grenzen im Westen sind durch die Locarnoverträge garantiert. Auch daraus muß als Konfe- luenz gezogen werden, daß endlich Rhein und Saar befreit werden. Die Saarbeoölferung ist kerndeulfch. Als Sohn eines Saarländers bin ich dafür ein lebendiger Zeuge. Denn wir die Befreiung dieser Gebiete von der Fremdherrschaft for- dern, so nicht zuletzt deshalb, weil damit auch die Zwischenfälle ausgefchattel werden, die immer wieder dazu beitragen, daß alte Wunden aufgerissen werden, wir wollen in friedlicher Mitarbeit unsere Stellung beziehen im Rate der Völker. Selbstverständlich muh bann auch für die Deutschen das Selbstbestimmungs- recht gelten. Wenn ich von Selbstbestimmungsrecht rede, denke ich auch an D e u t f ch - O e st e r r e i ch. Wir kön- nen uns die Voraussetzungen nicht nehmen lassen, die selbst nach dem Vertrag von Versailles für den Anschluß gegeben sind. Mit dem Selbstbestimmungs- 'echt der Völker steht der Au.schluß Oesterreichs an Deutschland in keiner Weise im Widerspruch. Wir lind eine Ration, wir tragen gemeinsames Leid, und das hat uns gefühlsmäßig nur noch näher gebracht. Auch in der Anschlußfrage ist das ganze deutsche Volk einig. Der Reichskanzler ging dann auf die innenpolitischen Schwieriger en über, die die Regierung demnächst zu überwinden habe und wobei n in erster Linie cm das Defizit im Etat und seine Deckung erinnerte und sagte: Weil diese Ausgabe aus außen- und innenpolitischen Gründen gelöst werden muh, bin ich bestrebt gewesen, die Regierung auf eine föftere Grundlage zu steilem Die Verhandlungen hierüber gehen jedoch nur langsam vorwärts. Ich nehme an. daß die Mehrheit des deutschen Volkes keine Krise will. Persönlich bin ich der Heber* zeugung, daß nach den Maiwahlen dieses Jahres eine Regierungskrise nur schwer eine Lösung finden könnte, daß bald hinter der Krise die Auflösung des Reichstages kommen würde, auch wenn sie niemand will. Gerade das ist es, was gebieterisch verlangt, daß sich die Parteien auf den Boden unserer repirblikanischen Verfassung zu einer Mehrheitsregierung auf Dauer zusammenfinden. Wie sollen sonst große Aufgaben, wie z. D. die R e i chs re f o r m, ihrer baldigen Lösung entgegcngcsührt werden? Der Reichskanzler richtete schließlich an die Presse die Ditte um Hnterstützung bei der weiteren Ronfolibienmg der deutschen Verhältnisse und teilte im Hinblick auf eine bessere Fühlungnahme zwischen Regierung und Presse mit. daß der Reic^innenminister aus den Heberschüssen der Drahtlosen Dienst-Aktiengesellschaft die ihm zur Verwendung gegebenen 225 000 Mark als Beihilfe färben Dau eineSPressehauses zur Verfügung stellen will, wenn die gemeinnützige Dcrivendung unter Kontrolle der Reichs- regierung vertraglich sichergestellt wird. Hnd wie sich dann, schloß der Reichskanzler, die Presse aller Parteien gemeinsam in ihrem Pressehaus des Reichsverbandes zusammenfinden wird, so ncögen sich in Zukunft unter dem Dache der Deutschen Republik Immer mehr alle diejenigen zusammenfinden, die den Staat bejahen, die in Zeiten nationaler und wirtschaftlicher Rot bereit sind, für den Staat doppeltenDienst zu leisten zum Rutzen unseres Landes und zum Wohle des deutschen Volkes. Rervenchok in Paris. Tie „brutale Offenheit" des Reichskanzlers. Paris. 13. Dez. (WTD.-Funkspruch) Die Rede des Reichskanzlers im Verein Berliner Presse wird von drei rechtsstehenden Blättern besprochen, die sie ablebnen. „Avenir" schreibt: D i e brutale Offenheit dieser Rede ist geeignet, den Glauben zu erwecken, daß die deutschen Sozialdemokraten keine Annähe- rungspolitik wünschen. Cie bemühen sich, uns Sie Versicherung zu geben, da > man Deutschland vergebens einen großen Teil feiner Schulden erlassen hat und die Solda'en vergebens zurück- gerufen, die die Wacht am Rhein halben. — »Figaro" vertritt den Standpunkt, daß der ReicAkanzler das Verdienst habe, s ich m i t hartnäckiger brutaler Aufrichtigkeit ausgedrückt zu haben. Er nehme gar keine Rücksicht, auf das, was Chamberlain, Mussolini, Iaspar und B iand gesagt haben. — „Gaulois" schreibt: Die Erklärungen des Reichskanzlers sind nichts anderes als die bitteren Früchte des absurden Vertrauens der Poli iker von Angers (also der Radikalen) auf den guten Willen Deutschlands. Das Reich, daS wirtschaftlich und finanziell wiederhergestellt ist, nutzt den „guten Willen" der veruneinigten Sieger aus. Dom Reichsverband der deutschen Industrie. AktuelleLicuer» und Rcparationsprobleme. Berlin, 12. Dez. (WB.) Präsidium, Vorstand und Hauptausschuh des Rerchsverbandes der deutschen Industrie hielten unter dem Vorsitz des Industriellen Fr owe in (Elberfeld) Sitzungen ab. Das Präsidium bekannte sich einstimmig zu der Auffassung, daß für Deutschland eine aktive und intensive Exportförderungspolitik eine dringliche Rotwendigkeit sei. Im Vorstand referierte Direktor Dr. Haußmann über die Vorschläge zur Deckung des auf etwa 500 Millionen Mari bezifferten Defizites des Reichsetats 1929. Die Steuermehbeträge, die die Regierung bei der Gewerbe- und Grundsteuer vorgeschlagen habe, seien viel zu hoch und mühten so herabgesetzt werden, daß sie keinen Anreiz mehr böten, als Rormalsteuerfähe angesehen zu werden. Hube- dingt sei die Aushebung der Steuerfrei- hert der Betriebe der öffentlichen Hand zu verlangen. 3m Hauptausschuß behandelte Geheimrat K a st l die Entwickelung der Reparationsfrage seit der Genfer Konferenz vorn 16. September 1928 und die Vorbereitungen zu einem neuen Sachverständigen-Gut- achten, wobei er vor allem die Forderung der deutschen Regierung unterstrich, daß das neue Sachverständigengremium unbedingt frei von politischen Instruktionen und völlig unabhängig fein müsse. Das Komitee dürfe sich nur leiten lassen von dem allgemeinen Interesse am Aufbau der Weltwirtschaft und der Sicherheit der internationalen Handels- und Kreditbeziehungen. Von einer wirilichen Lösung der Repa- rationSsrage könne nur dann gesprochen werden, toenn die Endregelung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands nicht übersteigt, d. h, wenn sie Deutschland die Erfüllung feiner Verpflichtungen dauernd aus eigener Wirtschaftskraft und ohne Gefährdung der Lebenshaltung deS deutschen Volkes ermöglicht. Die Finanzgebarung der Landkreise. Berlin. 13. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Vorstände des preuhrschen und deutschen Land- k r e i s t a g e s , die im Landlreishause in Berlin tagten, haben folgende Entschließung gefaßt: „Der deutsche und der preußische Landkreistag stellen fest, daß die immer wieder in der Oeffentlichkeit aufgestellte Behauptung über die Ausgabenwirtschaft der „Oemcin&en“ jedenfalls auf die Landkreise nicht zutrifft. Von einer ungesunden Verschuldung kann bei den Landkreisen keine Rede sein. Wie die Ergebnisse der Reichsfinanzstatistik zeigen, haben die Landkreise in Würdigung der Rotlage der Wirtschaft die Erfüllung freiwilliger Aufgaben auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt. Aber schon die Durchführung der ihnen gesetzlich obliegenden Aufgaben — insbesondere Wohlfahrtspflege und Landstraßenbau — fordern Beträge. die die Grenze der Leistungsfähigkeit der Kreise erreichen. Die Ausgaben für nichtgesetzlich festtzelegte Aufgaben spielen daneben nur eine untergeordnete Rolle. Im Interesse einer geordneten Finanzwirtschaft und einer von der Oeffentlichkeit mit Recht geforderten sparsamen Wirtschaftsführung muh aber verlangt werden. Eine neue Unterredung zwischen Stresemann und Briand. Das deutsch-französische Verhältnis. - Die NeparatwnSfrage im Vordergrund. Lugano, 12. Dez. (WB.) Reichsminister Dr. Stresemann und der französische Minister deS Aeußeren Briand sind heute abend kurz nach V-6 Hhr zu einer zweiten Besprechung zusammengekommen. Die Zusammenkunft sollte zunächst am Sitze der französischen Delegation. im Hotel „Splendide", stattfinden. Da aber au der vereinbarten Zeit Briand sich bereits tm Grand Hotel Palast eingefunden hatte, wird die Besprechung am Sih der deutschen Delegation abgehalien. Die Besprechung dauerte anderthalb Stunden und verlief wieder in sehr freundschaftlicher Form. Die Besprechungen werden fortgesetzt. Die heutige Zusammenkunft galt einer allgemeinen Erörterung der deutsch-französischen Polltik und ihrer Weiterentwicklung. Unmittelbar nach seiner Unterredung mit Dr. Stresemann stattete Briand dem englischen Außenminister noch einen Besuch ab, der etwa eine Viertelstunde dauerte. Eine Funsmächtebesprechung ist vorläufig, wie die Tel.-Un. ergänzend mitteilt, nicht vorgesehen. Der allgemeine Eindruck, der sich aus den zunächst nur außergewöhnlich zurückhaltenden Mitteilungen ergibt, zeigt, daß jetzt tatsächlich sachliche Besprechungen in der Repara- tions- und Räumungsfrage auf genommen worden sind. Die Mitteilung, daß in den Besprechungen ausschließlich die deutsch-französischen Beziehungen und keine anderen Fragen behandelt worden sind, zeigt, daß man bestrebt ist, nach den ersten sehr allgemein gehaltenen und vagen Unterhaltungen jetzt die weiteren Besprechungen auf die für das deutsche und französische Interesse im Vordergrund stehende Reparationsfrage zu konzentrieren. Gleichzeitige Räumungsverhandlungen? Chamberlains Vermittlerrolle. Conbon, 13. De;. (MTV. Funkfpruch.) Der ftorrefponbent des „Daily Telegraph" mclbef au» Lugano: während der gestrigen zweistündigen Besprechung zwischen Briand und Dr. Stresemann hat der französische Außenminister ein wichtiges Zugeständnis gemacht, das dahin geht, daß die Verhandlungen wegen der Räumung des Rheinlandes gleichzeitig mit den Reparationsbesprechungen gesührj werden sollen. Das bedeutet, daß, wenn einmal die Anempfehlungen der Finanzfachoer- ftänbigen zu den notwendigen Vereinbarungen zwischen den Regierungen geführt haben, Frankreich nicht darauf bestehen wird, daß die deutscheSchuld fundiert wird, bevor es feine Truppen zurück- zieht. Chamberlain hatte es abgelehnt, an der Unterredung teilzunehmen. Man glaubt allgemein, daß er wünscht, soweit wie möglich im Hintergrund zu bleiben und nur im Notfall als Vermittler einzugreifen. Tatsächlich wurde er nicht herbeigerufen, aber Briand gab ihm nach der Unterebung mit Dr. Stresemann eine kurze Schilderung des vorgefallenen mit dem Bemerken, daß weitere Unterredungen folgen werden. daß auch die Gesetzgeber der wirtschaftlichen Lags Rechnung tragen und bei der Heberwei- fung neuer Aufgaben an die Gemeinden und Gemeindeverbände die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen." Kommunistischer Terror in der Hamburger Bürgerschaft. Ausschluß der kommunisttfchcn Frattiou auf vier Wochen. Hamburg, 12. Dez. (WB.) Anläßlich der Beratung des Rachirags zur B e a in t e n b e - soldungsordnung kam es heute abend zu schweren Zwischenfällen in der Hamburger Bürgerschaft. Der kommunistische Abgeord nete Westphal ergriff nach Schluß b?r Aussprache zur Geschäftsordnung das Wort, wurde jedoch durch den zweiten Vizepräsidenten unterbrochen. Da Westphal d.n wiederholten Aufforderungen, nicht weiterzusprechen, nicht Folge leistete, unterbrach b?r zweite Vizepräsident mehrere Male die Sitzung und schloß Westphal schließlich von der Sitzung aus, ohne daß dieser den Saal verließ. Den Beamten deS Hauses, die ihn ab führen wollten, wurde Widerstand geleistet, und es entwickelte sich eine schwere Prügelei, so daß Präsident Leu- terih schließlich die gesamte kommunistische Fraktion von der Sitzung aus- schlieh en mußte. Die Kommunisten b lieb e n jedoch im Saal und die Prügelei mit den Beamten deS Haus^ hielt an, worauf der Präsident die gesamte kommunistische Fraktion auf die Dauer von vier Wochen ausschloß. Da die Kommunisten trotzdem den Saal nicht verließen, erschienen etwa 12 Mann Schutzpoli- zel, denen es nach vieler Mühe und weiterer Prügelei gelang, die kommunistische Fraktion a u S dem Saal zu bringen. Die Kommunisten verließen unter dreimaligen Rot-Front-Rufen und unter Protest gegen diese Behandlung den Saal. Hessen und die Reichsreform. Eine demofralische Anfrage im Landtag. D a r m ft a b t, 12. Dcz. Der Abg. Schreiber hat in Uterbr.ang mit der demokratischen Fraktion folgcnbe Große Anfrage an die Regierung gerichtet: „Welche Haltung hat die Regierung aus der Länderkonferenz b'i der Beratung über die Verfassungs - und Verwaltungsrefornr im Reich und in den Ländern eingenommen? 9ft die Regierung bereit, mit allem Nachdruck für die Schaffung des dezentralisierten Ei n - heitsftaates einzutreten?" Auf der Tagesordnung des Hessischen Landtages steht als einer der letzten Punkte die Beratung eines demokratischen Antrages betreffend die sofortige Einsetzung eines Ausschusses in Hessen, der die Eingliederung in den dezentralisierten Einheitsstaat vorbereiten soll. Wie wir hören, wird die Regierung diese Große Anfrage alsbald schriftlich beantworten. Die eingehende Aussprache über die Regierungsantwort wird wohrscl-einlich beim Wiederzusammentritt des Hessischen Landtages Ende Januar stattfinden. Keine Aussicht für das preußische Konkordat? Tie Auffassung der Berliner Nnnziatur. Berlin, 13. Dez. (Privattel.) Aus Kreisen, die der päpstlichen Runtiatur in Be: ftn nahestehen, hört die „D. A. Z.", man betrachte das preußische Konkordat als einfttoeilen gescheitert. Begründet wird die e Aufsagung mit dem Hinweis auf bie Haltung der Deutschnationalen, die '.ich für gleichzeitigen Vertragsabschluß mit der evangelischen Kirche ausgesprochen ha^en und auf die Rotwendigieit, die bisherigen Abmachungen über das Konkordat ohne Aenderung zur Annahme zu bringen. Man hält die Möglichkeit, im Landtage eine Mehrheit für das bisherige Konkordat zu finden, anscheinend nicht mehr für gegeben. In preußischen Zentrumskrei en ist man nach dem Blatt nicht ganz so pessimistischer Auffassung. Es hat den Anschein, als ob noch nicht alle parlamentarischen Möglichkeiten ausgeschöpft fe en. Es sei anzunehmen, daß in Besprechungen des preußischen Kabinetts, die in den nächsten Tagen stattfinden sotten, die Lage einigermaßen ge- klärt wird. Weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit. Berlin, 12. Dez. (WB.) Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung hat auch in der zweiten Hälfte des Rovember wieder erheblich zugenommen, und zwar sowohl absolut als verhältnismäßig noch stärker als in vorhergehenden 14 Tagen. Während in der Zeit vom L bis 15. Rovember die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger um 134 000 oder fast genau um ein Fünftel zunahm, stieg ihre Zahl vom 16. biS 30. Rovember von rund 805 000 auf 1030 000. d. i. um 225000 oder um mehr als ein Viertel. Die Zunahme war bei den Männern und bei den Frauen verhältnismäßig ungefähr gleich. Die Zunahme ist nach wie vor in der Hauptsache aus die Entlassungen aus den Detongewerben zurückzuführen. Deutscher Reichstag. Ausdehnung der Unfallversicherung. Berlin. 12. Dez. (DDZ.) 3m Reichstag wurde heute die zweite Beratung deS Gesetzes über die weitere Ausdehnung bet Un* fallversicherun g abgeschlossen. Bei den vielen Abstimmungen, die sich besonders um die Ausdehnung der Versicherung auf kaufmännische und BerwaltungSanaeste'lte in versicherungspflichtigen Betrieben orchten. gab es in verschiedenen Parteien Absplitterungen der Angestelltenvertreter »Ol dem Gros der Fraktion. Keiner der vielen Aenderungsanträge fand aber die erforderliche Mehrheit, und so wurde die ganze Vorlage im wesentlichen nach den Ausschußbe chlüssen mit unwe entlichen. mehr ve- daktionellen Aenderungen angenommen. Angenommen wurden auch die Ausschuhentschlie- hungen. in denen eine Erhöhung bet fiel' stungen der Unsa'lver icherung und ihre A u 8- dehnung auf weitere Berufe für die Zukunft angeregt wird. . _ ES folgte dann die erste Beratung eine« Gesetzes. durch daS der Zoll fürDerbrouchs- z ucker von 15 auf 25 Mark je Doppelzentner erhöht werden soll unter der Voraussetzung, daß der an der Magdeburger Börse amtlich notierte Zuckerpreis nicht 21 Mark für 50 K logramm übersteigt. Die Sozialdemokratin Frau Sender kündigte für die Ausschuhberatung Anträge auf Ermäßigung deS Zuckerhöchstpreises und aus Sicherheitsmaßnahmen gegen eine Umgehung dieses Höchstprei es an und erklärte sich siir den Fall einer Erfüllung der sozialdemokraii- scheu Wünsche mit der Vorlage einverstan- den. — Schließlich wurden noch ohne Debatte verschiedene Anträge auf Hilfsmaßnahmen für die Sturmgeschädigten, be chleunigte Auszahlung der örtlichen Sonderzuschläge an die Beamten und auf Weihnachtsbeihilfen für Erwerbslose. Sozial- und K einrentner, den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Hessischer Landtag. Die Lage der altere« Angestellten. Darmstadt, 12.Dez. Vizepräsident Blank eröffnet die 31. Sitzung um 10 20 Uhr. Ava. Widmann (Soz.) begründet die vorn Ausschuß auf sozialdemokratischen Antrag vorge« schlagenen Maßnahmen zum Schutze und zur Sicherung der Existenz der älteren Arbeiter und Arbeiterinnen. Der Red- ner bringt einige Einzelfälle zur Sprache und kritisiert den ungenügenden Schutz dieser Arbeitnehmer- schichten durch den letzten Reichstag. Es gehe nicht an, daß ein Teil der Bevölkerung im Lichte lebe, während weite Kreise de» Bolle» in b i t t e r st e r Not ihr Dasein fristeten Er verlangt umgehende Abhilfe in Fällen, wo Leute beschäftigt würden, die Schon eine Existenz besitzen oder Doppelverdiener ind. Faulenzer und Arbeitsscheue fänden daaegen »ei ihm keine Unterstützung. Er wünscht Deröfsent- lichung de» Ergebnisses der vom Ministerium an- gestellten Erhebungen in dieser Angelegenheit, bannt das Volk und namentlich die betreffenden Volksschichten sähen, das etwas geschehe. M i n i st e r K o r e l l erklärt seine entschiedene Mitarbeit. Der hessische Gesandte habe die Vorlage eines entsprechenden Reichsgesetzes verlangt und sich in Berlin für die Gewährung der Beihilfen an ältere Angestellte stets eingesetzt. Den Mißständen auf Außenstellen sei nachgegangen worden. Von allen Ressorts sei bereits ein Fragebogen an die Außenstellen gegangen. Außerdem werde er Stichproben vornehmen, um zu sehen, ob bei der Anstellung soziale Gesichtspunkte beobachtet seien. Ein Schema könne er jedoch lischt anwenden. Doppelverdiener werde er nicht dulden. Die Abgeordneten Wolf (VRP.) und Hain- st a d t (Zentr.) unterstützen die Tendenz des Antrags Widmann. Frau Heraeus (Dn.) stimmt ebenfalls grundsatz- sich dem Antrag zu. Sie finde allerdings in der Tätigkeit einer Prinzessin im hessischen Staats- dienst an sich nichts. (Es handelt sich um eine Prinzessin Isenburg, deren Beschäftigung am Kreisamt Büdingen von der Linken beanstandet roirb} Äbg. Dr. Müller (Vbd.) vermißt daS soziale Derantwortungsbewußtsein auf Arbeitgeber- wie auf Arbeitnehmerseite angesichts der großen Rot. Der Antrag wirb darauf einstimmig angenommen. 2'u^ eine Kleine Anfrage des Abg. von der Schmidt (Komm.) bezüglich der Ein'ührung eine- Sonderdienstes bei der Polizei erklärt Innenminister Leuschner. daß die Regierung nicht bereit fei, den Sonderdienst bei der Polizei abzuschaffen, da dieser notwendig sei, um die Polizei in dienstlicher Hinsicht auf einem höchst möglichen Stande zu erhalten. Es sei keinerlei Grund zur Beunruhigung gegeben, da die Interessen der Beamten In jeder Beziehung gewahrt würden. Auch in allen anderen deutschen Ländern sei dieser Sonderdienst ein-' ge'ührt. Es folgt der Antrag aus Genehmigung de« Disziplinarverfahrens gegen den kommunistischen Abgeordneten Lehrer Hamman n. Abg. von der Schmidt (Komm.) begründet den ablehnenden Standpunkt seiner Partei unter Heranziehung der Bestimmungen der Reichsverfassung. Staatspräsident Adelung stellt fest, daß der Abg. Hcnnmann zwar seinen Dienst nicht verweigere, aber auch nicht ausübe. ES dreh« sich hier um keine grundsätzliche Frage, sondern um den Spezialfall Hammann. Wie jeder Arbeiterabgeordnete müsse auch ein Deamtenabge- ordneter seine übrigen Pflichten erfüllen. Abg. Glaser (Bbd.) stimmt der Vorlage au- rein sachlichen Gründen zu, er lehnt e- aber ab. für jeden Abgeordneten, der Beamter sei, einen Stellvertreter zu bezahlen. Abg. Keller (D. Dp.) erblictt in dem Verhalten des Abg. Hammann eine grobe P flicht - Verlegung und stimmt der Aufhebung der Immunität zu. Di« Abgeordneten Dr. Werner, Dr. B e st (Volksr.-P.) unb Kaul (Soz.) stimmen der Vorlage zu. . Das Haus genehmlgt das Disziplinarverfahren gegen die Stimme de- Abg. Hammann und seiner drei Genossen und lehnt ein Mißtrauensvotum gegen den Kultusminister ab. SenMlmgsvrchche inisiidammkanischen Konflikt Boliviens Antwort an den Völkerbund. Seine andere Vermittlung ald die Argentiniens. Lugano, 12. Dez. (WB.) Soeben wird um Mitternacht ein Telegramm des bolivianischen Gesandten in Paris an den Generalsekretär des Völ- kerbundes veröffentlicht, in dem In längeren Ausführungen eine historische Darstellung des jahrzehntelangen Konflikts zwischen Bolivien unb Paraguay gegeben wird. In dem Telegramm wird Paraguay als An- greiser bezeichnet unb darauf hingewiesen, daß die bolivianische Regierung auf Grund des 1907 abgeschlossenen Vertrages keine andere Vermittlung annehmen könne, da Bolt- Dien bereits durch bie schiedsrichterliche Vermittlung Argentiniens diplomatisch unb juristisch gebunden sei. Diese Aktion könne die bolivianische Regierung nicht stören. — Nach einer soeben aus Buenos Aires in Lugano eingetroffenen Depesche hat die argentinische Regierung in einer gemeinsamen Besprechung mit den Vertretern von Uruguay, Paraguay und Bolivien b i e Möglichkeit einer argentinischen Vermittlung zur Lösung des Konfliktes zwi- fchen Paraguay unb Bolivien gefunden. Lokalisierung des Konflikts. Eine Aktion der A-B.C-Staaten. Reuhvrk, 12. Dez. (XU) Der Vertreter Bolivien- auf der panamerikanischen Konferenz soll dieser mitgeteilt haben, daß Bolivien wieder an Ben Sitzungen teilnehmen werde. Man hofft in den Kreisen der Konferenz, daß Bolivien sich auch einem unpa rteiifchen Schiedsgericht unterwirft, das auS Brasilien, Argentinien und Chile bestehen soll. Chile und Argentinien erklärten, daß sie im Falle des Krieges zwischen Bolivien und Paraguay neutral bleiben wollten. Diese Rach- richt hat in. Washington sehr beruhigend gewirkt, man hofft, daß die Krise dadurch total bleibt. Die beiden Länder würden im Kriegsfälle ohne Hilfe von außen die Kampfhandlungen nicht lange weiterführen können, da das Gelände ein unwegsames sei. Aus La Paz wird gemeldet, daß Bolivien bereits mobilisiert habe und das bolivianische Kabinett zurück- getreten sei. Man erwartet, daß eine neue Regierung gebildet wird, in der sämtliche politischen Parteien vertreten sein werden. Hoover in Zuenvs Aires erwartet Buenos Aires, 12. Dez. (XH.) Wie die „Prensa" meldet, hat Hoover bei der Eisenbahnstation Las Cuevas, die über 3003 Meier hoch in den Anden liegt. Bie amerikanische Grenze überschritten und wird morgen in Buenos AireS eintreffen. Die Presse widmet ihm herzliche Degrühungsartikel und erörtert, inwieweit seine Reise zur friedlichen Beilegung des Konfliktes zwischen Bolivien und Paraguay beitragen könne. Ein Krieg, so heißt es, fei weniz wahrscheinlich, sofern gewisse mächtige Konzerne, die sich für die im Chaco angeblich vorhandenen Petroleumläger interessieren, die Völker nicht gegeneinanderhetzen. 3nParaguay fet die Stimmung bisher sehr ruhig. Die welipoWchen Hintergründe des Streits. der letzten Zeit, ' aiyet im Ehaco Petroleumquellen vermutet werden, an Ausmaßen zu und führten zu einem bewaffneten Zusammenstoß in der Nähe der bolioienischen Militärstützpunkte Bahia Negro (Puerto Pacheco). Bolivien wird außenpolitisch von den Vereinigten Stoa- Die sübamerikanischen Staaten Bolivien unb Paraguay, die gegenwärtig miteinander in einen schweren Konflikt geraten finb, stellen an Flächen- große unb Einwohnerzahl sehr ungleiche Gegner bar: Bolivien umfaßt 1333 000 Quadratkilometer (also zweieinhalbfache von DeutschBOLIVIEN r r m FATL. OZEAN N m > z UND PARAGUAY Sucre £ land» Gedieh, während Paraguay 253 000 Qua- bratfHometcr einnimmt, bie Einwohnerzahl Boliviens beträgt 2 200 000 Menschen, bie von Para- guay nur 850 000. Auf diese vielfache Uebedegen- heit Boliviens ist wohl bie brohende Haltung des letzteren zurückzuführen. Den Konfliktsstoff bildet die riesige, fruchtbare, jedoch äußerst schwach besiedelte Steppenlandschaft Chaco Boreal (der nördliche Teil ber großen sübamerikanischen Steppe Gran Chaco) auf deren Besitz beide Staaten An- . spruch erheben. Die Grenzstreitigkeiten nahmen in | t e n von Amerika, welche da» ganze Wirtschaft»- leben des Londe» beherrschen, unterstützt, während hinter Paraguay Argentinien, bas — nicht ohne Englands Wohlwollen — einen Kampf gegen die Wirtschaftsübermacht ber Vereinigten Staaten von Amerika auf dem amerikanischen Festlande führt, steht. So bedeutet ber Konflikt zwischen Bolivien und Paraguay nur eine Episode in dem großen Weltmachtkamof Englands unb den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Krankheit König Georgs. Vornahme einer Punktion. London, 12. Dez. (X11.) Zum erstenmal seit ber Erkrankung des K rnigS ist am Mittwoch auch nachmittags ein Krankheitsbericht ausge- grben worden, der lautet: »Die leichte Besserung im Befinden deS Königs, die heute morgen feftgestellt wurde, hält an. Ein gevis eS Quantum eitriger Flüssigkeit rund um die BasiS der rechten Lunge wurde durch Punktierung entfernt. Wei ere FIÜI iigleitsentziehungen werden notwendig fein.“ Die Punktierung ist völlig überraschend unb se'.bst für die Umgebung deS K >nigS im Palast unerwartet vorgenommen worden. Während des Eingriffs, der etwa eine Stunde dauerte, befanden sich fünf Aerzte tm Krankenzimmer. Die Aeußerungen über die Punktierung sind sehr zurückhaltend, doch wird eine leichte Besserung tm Al'gemcinbe.inden b?8 Kranken a 1S ein gute- Zeichen angesehen. Der Pri nz von Wales hat heute vormittag zusammen mit dem Herzog von Bork im Palast einen Besuch abgeftatteL Er war auch während der Punktion des KänigS im Palast anwesend unb kehrte erst am Abend in sein Palais zurück. Wie nunmehr bekannt wird, ist der Verzicht auf die Benutzung eines Flugzeuges auf der letzten Strecke der Reise des Prinzen von Wa'es auf den starken Druck des Premierministers Baldwin zurückzuführen. Die Wahlen in Rumänien. Großer Wahlsieg der Baucrnregierung Maniu, Bukarest, 12. Dez. (WB.) Auf Bem ganzen Gebiet Rumäniens begannen heute die W a h 1 e n zur Deputiertenkammer, an Benen sich folgende bedeutende Parteien beteiligen: 1. Ratio n a 1 e Bauernpartei, die sich in einem Wahlkartett mit Ben Deutschen Minderheiten. den Siebenbürg.schen und Dukotrini chen Zionisten unb Ben Ukrainern befindet. Diese Parteien geben ihre Stimme auf eine gemeinsame Liste ab. 2. Liberale Partei. Bie mit dem Jubenverband Alt-Rumäniens in ein Wahlkartell getreten ist, 3. das Wahlkartell Iva rscun. Rationale VvlkSPartei unb die unter Führung Jorgas stehende nationaldemo- kratische Par ei. 4. BiLlngaiischeP r tei, 5. Block der Werktätigen in den Städten unb auf dem flachen Lande, eine extreme Gruppe mit kommunistischem Einschlag, 6. Christlich-nationale Schutzliga und Antisemitische Partei GuzaS. Außer diesen Hauptgruppen gibt es noch zehn unbedeutende Gruppen. Die Verteilung Ber Mandate ist an ein kompliziertes System gebunden. Die Zahl sämtlicher zur Verteilung gelangender Mandate beträgt 397. Davon erhält die Hälfte eine Partei, der eS gelingt, 40 Prozent Ber im ganzen Lande abgegebenen Stimmen auf sich zu vereinigen Der Rest wird prozentual unter sämtliche Parteien verteilt. Eine Partei, dir weniger als zwei Prozent sämtlicher abgegebener Stimmen aufweist, erhält überhaupt kein Mandat. Aus den bisher der TäT vorliegenden Berichten geht hervor, daß der Regierungsblock auf Bem slacken Lande 95 v. H. aller Stimmen auf sich vereinigt hat. 3n Siebenbürgen ist In den Tistrittrn mit rumün scher Bevölkerung Ber Regierungsblock s a st e i n st i m m i g gewählt worden. Die Liberalen und bie Pa.-tei Averescus erzielten nur drei bis vier vom Hundert der Stimmen. Der Regierungsblock hat insgesamt330 Mandate er Bai ton. Davon entfallen auf Bie Deutschen 12 Mandate, auf die So ia'lsten 10, auf die Zionisten 4 Mandate, die übrigen auf die Rationale Bauernpartei. Außerdem er,leiten d e Ungarn 12 Mandate, die Liberalen 10, die Anti- femtten 8, die Lupu ->artei 2, die Averescu- Iorga-Gruppe 5, dir Kommunisten kein Mandat. — Die Wahlen sind im ganzen Lande ruhig verlausen. 3m Innenministerium ist keine Anzeige über Zwischensälle eingelrofsen. Aus aller Wett. Die Ursachen des Flugzeugunglücks bei Letzlingen. Wie wir von der Leitung der Deutschen Lufthansa erfahren, hat die Kommission, die zur An.ersuchung dr- Flugzeugunglückes nach Letzlingen entsandt worden ist, Ijren ersten Bericht erstattet. Danach hat sich ergeben, d.iß die Ursache brs Unglücks nichts mit d icm Fehler an ber Maschine zu tun ha'. Die Plomben an Bem Vergaserbrandlöscher sind unve rseh rt gesunden worden: dis bebeulet, daß ein Schaden dieser AN in der Luft nicht ausgetreten fein kann. Wenn behauptet worden ist. die Maschie habe schon in der Luft gebrannt, fo beruht diese Aussage offenbar auf einem Irrtum. Es wird angenommen, daß bie Maschine bie fian» düng« st euer gefetzt hatte, aber nicht mit ber Absicht zu Lntoen, sondern um bet dem außer- orden.lich schiech en Wetter eine bessere Sicht au haben. Die Amsterdamer Maschi'e der Lufthansa. die bie Unglücksstelle acht Minuten vorher passierte, berichtet nämlich über einen ungewöhnlich schweren Schneesturm, der die Sicht zur Erde oollitän'ig fort nahm. linier diesen Hmftänben wollte dec Führer wahrscheinlich ziemlich niedrig geben, unb bte Maschine ist Babci bann wo')! In voller Fahrt a uf die Erde aufgeschlagen. Daß eine Ro lanbung nicht beat>sicht war, ergibt sich daraus, daß bas kurze S.ichwort, das vor Ro.landungen stets an oie Lufthansa gefunkt wird, nicht ct.gegangen ist. Vie Betrügereien eine» französischen Senators. Senator Klotz hat dem Senatspräsidenten Douii'.er schrritlich davon Kenntnis gegeben, daß er sein Mandat als Senator niederlege. .Paris Midi" berichtet übrigens, daß Klotz bereits seit Monaten sich Unrcgel- mähigkei.en habe zuschulden kommen lassen. 11. a. habe er den Direktor eines großen Pariser Warenhauses um 100 000 Franken gebeten unb hierfür einen ungedeckten Scheck Überreicht. Bei einem Pariser Juwelier habe er ein kostbares Halsband im Werte von 60 000 Franken gekauft und einen ungedeckt en Scheck von 100000 Fran- ken hierfür in Zahlung gegeben Den Unterschied habe er sich in bar auszahlen lassen. Es sei Klotz gelunaen, diese Fälle mit Hilfe von Freunden zu regeln. Aber schließlich habe man es für geraten gehalten, ihn in das Sanatorium nach Malmaison zu schaffen. Der„3ntranfigcant" berichtet, daß noch etwa 15 weitere Strafanträge kommen dürsten, von Personen, die ähnlichen Machenschaften zum Opfer gefallen seien. Andere Personen würden sich noch melden, ungerechnet die Wettbureaus, deren Forderungen zwar gesetzlich nicht anerkannt feien, die ober Klotz ziemlich hohe Kredite eingeräumt hätten, die nicht gedeckt gewesen seien. Das Blatt bemerkt, daß bie z ü g e l l o s e Spielleidenschaf t in jeder Form Senator Klotz zu seinen fttaf- baren Handlungen veranlaßt haben. furchtbare Bluttat eine» polnischen Arbeiterin Metz. 3n Metz tötete tn einem Anfall von Geistesstörung ein dort wohnender pol» nischer Arbeiter seine Frau unb feine beiden kleinen Kinder. Dann begab et sich in das Erdgeschoß des Hause- und ermordete den Gesch^llSmann Meyer unb dessen Frau, schlief l h richtete er die Waffe gegen sich selbst unb machte lenem Leben ein Ende. Die Wetterlage. 765. 77» MiUVOCh, V ■bezt).1928,7? abdsj f>*Dfteniei>e a«iio <1 ntf» eteetxL ® • otdtm • Scüncc * IrMPti» e ।»rot« X @)umdMiU<. «O~ **• eicht#, Oi« y Mjutc» Ivdsvowcii 6 vurmucaer *ar*4«• Orw ea gKKM* e»t n«/es*‘ve«* »utraMit» Wettervoraussage. Durch bas weitere Eindringen polarer Lustmasien. bie aus dem skandinavischen Hoch aubströmen, ist der Luftdruck allgemein kräftig angestiegen. Das Tiefdruckgebiet hat sich dadurch erheblich abgeflacht. Da die polare Luftzufuhr anlM, so werden die Temperaturen immer noch niedrige Werte behalten. Auch werden vereinzette Schneeschauer auftreten. Voraussage für Freita g: Wolkig, auch zeitweise aulheiternd, Temperaturen weitcv- hin um AM, stellenweise darunter, noch t*r- ernzelt Schneeschauer. Aussichten für HamLtag: Keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 12. Dezember: mittags 0,7 Grad Celsius, abends 0,2 Grad Celsius, am 13. Dez.: morgens 0,3 Grad Celsius Maximum 0,7 Grad Celsius, Minimum 0 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 12. Dezember: abends 1,5 Grad Celsius: am 13. Dezember: morgens 1,2 Grad Celsius. — Niederschlag 0,1 Millimeter. LlmMcher Wintersport. Rachrichlendiensl der Hessischen VellerdienststeVe. Vogelsberg (Hohcrodskopst. Leichter Schneefall, Temperatur — 4 Grab. Schneehöhe 15 Zentime er, Reufchnee keiner, Do fchaff«rhcit gekörnt, Sportmöglichleit für Ski gut Sanerland (Dinierberg). Rebel, — 5 Grab, geringe Schneedecke. Schnee verharscht, Ski unb Rodel nur stellenweise möglich Rhön (Dasserkuppe). Rebel — 6 Grad, 27 Zen Imeter Schnee, 1 bis 2 Zen imeter Reuschnee, Beschaffenheit: gekörnt, Ski unb Robel mäßig. Schwarzwald (Feldberg). Bewölkt, —3®.ab. 77 Zentimeter Schnee, Reu- schnee 3 bis 5 Zentimeter, pulverig, Ski- und Rodel-Sportmöglichkeit sehr gut. Alpen: Hirschberg. — 5 Grad, nebelig, 177 Zentimeter Schnee, 1 btt 2 Zentimeter Neuschnee, pulverig, nur Ski möglich Thüringer Walb: Oberhof. Leichter Schneefall. — 5 Grad, 40 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Neuschnee, pulverig, Ski unb Rodel sehr gut 4 » DU ®elj Jer IJJg ; finb . fie al firnen ^3 tlvrS * ift 5 S, Äber - & 8V 6u Die vor - inet Nett E S-e Teil ®er^ MS W sie» sie ouÄ VScheiß. 3a, 3üin liegt 1 «»4 !»ran rv t kam - । n M n geheimes ober Bxi * dich all» ich eil Uiib b spät an ichtt mehr A etvaS ' t wohl ai mr SwM t wird i>:> 'Veld fchi Palen gibt zehn Mack alles ein ®' sät nichts Öüie dich blende als o! lieft, z. teichen, n lasst» a leid) und ü lunben. Bin »uch an der ir nl(' xf linnen llsten Sac Deber Pfer mu& inne Reichnmi < li»rtn oder »u netn ganz Liebe ist alle 3« chcnk. S 'itn nur l An die fl Tta 'chiti an uni lc4hbot fiinbti hier Wir Also ffudj 0on( Äom habt -WnltDunf J.r f ft; jy*l~3n >\0 Da ist nun c,u er Rat teuer, tea.i tMtti polarer ßultmaiien । an un|ere Kinderwelt folgende Weih- io4 aueltromen, I «x t s b o t s ch a f t: l fl'-'öe S; fljjnf. Kinderchen in Stadt und Land. ich fl. ('wrblit Hierdurch gibt man euch bekannt, r anyan, |0 , I Wie seither schon immerdar, niednge 2I.Ho wird auch dieses Jahr Jtflit Eucv ein Märchentviel ocaeben. Habt gewiß viel Freude dran. 7.15 7.19 7.20 7.22 7.24 7.31 7.33 wieder eingerichtet: Gießen, Bahnhof Gießen, Liebigstr. Kl.-Linden-Nord Kl.-Linden-Mitte Kl.-Linden-Mitte Kl.-Linden-Nord Gießen, Liebigstr. W 17.30 17.32 17.39 17.41 17.50 17.52 17.59 18.01 8 14.15 14.17 14.24 14.26 14.30 14.32 14.39 14.41 W 18.20 18.22 18.29 18.31 18.35 18.37 18.44 18.46 W 12.30 12.32 12.39 12.41 13.15 13.17 10.24 13.26 Dießen, den 13. Dezember 1928. Das richtige Geschenk. an, egt. c soll Irre sie auch einen Wunschzettel aus füllen? Du tzchelft. 3a, wenn du es eben noch nicht weißt, tuen liegt der Fall sehr schwierig. Wir sollten mS daran grwöhien. das ganze Jahr zu ib er [egen, was an Weih.rach en geschenkt wich, einmal kann man sich mit seinem Gelde danach Euch ein Wärchenspiel gegeben. Ganz was Neu'»: Snmbol und Leben. Kommt nur all' und seht's euch an! Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittag», 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen. Anzcigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile \u richten Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. ►arunter. v» ' ’Moth,, . wohnender w ! "und sei,. Dann btgai er und ermot« f.unö dellen ta Walle fle. i-nm Leben ein ’JSÄ 'lus der provinzialhauptsiadi I tzvon lftMa Aich furt a. M.. JtofeT und Mannheim freuten sich die Kinder ganz außerordentlich an diesem neuen und wunderschönen Akärchenspiel. Soviel sei euch daraus verraten: Pinlepuck ist ein junger Maler, der in e.ner Märchenstadt den guten Bürgern eine Sonnenuhr übers Stadttor gemalt hat. Und mit freier Sonnenuhr hat es nur eine besondere Bewandtnis: Der gestrenge Herr Bürgermeister und sein schlauer Ratsherr, die wollen efi»»«*'1' ’"*2 X jivrtWW **><«<* OH» wi £)smm Eknstdaum «ettm in an Mußfertig en Kettend Keine Dranögefakr, kein flbfropfen, stimmungsvoll, a|thdifch£>. Du meine ßeli!“ sag e Frau Müller Qa ihrem n e, »wir hrüen noch nicht davon gespro-- n waS wir u.isern Kindern au Werh.,achtrn mken wollen. Was meinst denn im? Bist Gießen, Bahnhof w; werktags, S; nur an Sonn- und Feiertagen. nach -nie? r n=d) ftÄVh! U ?en lch noch UrfQU5, beren Stannt »5 £ yräunt [flfO. Dog 8/oy ta'ur - ' > , ctberfl)-Schnee *&***’; gut elig,nu OWW aeniim^l i rjctzten - das ist oft die Hauptsache — zum aiDem hat man aber auch f-t>on viele Monate tin geheimes Glücksgefühl im Busen: Was wird fit, oder waS wird er für Augen machen! Ist title Freude nicht auch etwas wert? Wenn hi dich also noch nicht entschlossen hast, dann räche ich einen Vorschlag: Rimm einen B.ief- fogtw, unb schreib daraus: .Ich habe dieses Jahr p toät an unser Weihnach siest gedacht unb licht» mehr taufen können. Ich verspreche aber, ßvL- etw.rs Außergewöhnliches -u bringen.“ DaS |ibt wohl auch eine Ueverraschung, vielleicht gar eine Enttäuschung, aber am nächsten Weih.achts» tft wird dann Me Freude desto größer sein. Oder willst du es dir ganz bequem machen und Oel b schenken? Ober gar so, wie es bei man* wei Patenlindem gemacht wird? Der eine Pate -tibi zehn Wart, dafür geben die andern auch M Ma Richt mehr und nicht weniger, damit d> alles schon ausgleicht. Ist das überhaupt roch ein Geschenk? Die Kinder selber merken ja -ÄS icüber ist nicht nur für den Augenblick, sondern ir alle Zeiten. Wir haben ein richtiges efchcnk. Echte Liebe und echte Freundschaft innen nur in dieser Form etwas fchsnlen. L. IAn die Kleinen in Stadt und Land. Da» Stadttheaterbureau in Gießen »Pinkepunk" heißt das Märchenspiel. Wer ist siinkepunk? Davon habt ihr gewiß noch nichts «hört, gelt? Darum sagen wir ja: etwas ganz . mittaas 0,7 3ene«l - In Leipzig. Breslau, Hamburg. Frank- Pinlepunk das ,erttg Ir.ejen? Einen Sonnenschein soll er schaffen — es geht doch auf Weihnachten zu, wo b.e Tage trüb und kurz sind und die Rächte lang — wo Sonnenstrahlen kaum da sind! O, das ist e.ne schwierige Sache! Ater es gelingt dem Piniepunk, denn ihm Helsen zwei liebe gute Kinderchen: der kleine Peter unb die kleine Liese. Peterchen unb Lieschen haben nämlich einen gar gu.ea orcunb — wer bas ist unb we der heißt, wird nicht verraten. Der kommt, der Hilst, macht dabei aber ein Mords» durcheinander — ach. was geschieht da all! Was gibt es ba zu sehen, wo werbet ihr da überall hingeiührt im Märchenland, wie wird ba getanzt, gejubelt und gelacht Unb ganz zule st kommt der Win.er herein unb eS wird Weihnachten. Lille Herren unb beinahe alle Damen des Theaters spielen mit, unb wieviel Kinder unb Musik unb Tanz unb Solotanz des Fräulein Ballettmeisterin Ilse Graes. Uch, was gibt es ba viel zu sehen unb zu hören! Kommt olle! Papa Dolck unb Onkel Lössler, Onkel Keim unb Onkel Boeck arbeiten mächtig, auf daß alle Kinder — kleine und große — auch Heuer wie- der am Märchenspiel im Stadttheater Helle Freude haben werden. Erstmalig erfolgt die Aufführung am Montag, 17. Dezember, 15.30 Uhr zu ermäßigten Preisen. Theaterkritik. Ein Gutachten Über die SchLleraufführung des Don LarloS. Am SamStagabenb ging ich auf dem Heimweg vom Theater hinter zwei Schülern her — ich schätzte sie für Tertianer — die sich eifrig übet die Aufführung unterhielten. Ich konnte vielleicht zwei Minuten lang ihre Unterhaltung mit anhören. Die ging etwa so: „Ui, waS hott' der Don EarloS für schöne weihe Trikothose an!“ „Ja, er hat se manchmal yanz dreckig gekniet. Da War der Posa mit feine schwarze Dein' besser dran. Der Don LarloS hott' aber strammere Bein' wie der Posa.“ „Ra, dem Posa seine waren auch gut. Weißte, daS macht bas Schwarze, da sehn sie dünner aus.“ „'S kann sein. 'S waren d'r aber doch zwei StaotS- kerle! Der Carlos hat sich ganz barwarisch abgetobt. er hat geschwitzt, ich hab S gesehn!“ „Der Posa net. Aber bet Alba, den hält' ich mit aber doch ganz anders voraestellt. So 'n RikelauS? Der war ja ganz dreckig im Gesicht. pfuideiwel! Unb die Ras'!! „Ja, und sein Helm hält' er auch als emal ab» setze dürfe. Der stand ja das ganze Stück über da wie e Schildkrott! Ich glaub', der iS mit sei'm Panzer ins Bett gegange.“ „Hahaha! Und der König hat so 'n komische kurze Säbel gehabt, da iS er alS mit erum» gestockt. Der hat ei'm doch als emal dauern tonne; et hat ja auch emal e Stück geflennt!“ „Ja. Aber die Ebolil Die hat ja lein’ Ahnung vom Zupfgeigespiele! Die hat ja bloß so mit m Saume drübergeschrurnrnt; es hat mich gewundert, daß es so gut geklunge hat!“ „Ach, und der Schuß, wie der Posa totgeschosse worbe is! Ich hott' mich den ganze Abend auf den Schuh gefreut gehabt. Ach, wie arm! Das sollt 'n scharfe Schuß geWefe sein? Roch net emal en Schreck schuh war das! Ich glaub', die habe hinter der Bühn' mit 'me Selters» Wasserslaschche geschosfe!" „Ja, 's war arm! Aber zuletzt der Großinquisitor, den hott' ich mir auch ganz anders vorgestellt gehabt. Do steht im Schiller (hochdeutsch): Ein Greis von neunzig Jahren, blind. Ich dacht, eS wär so e ayl buckelig Männche. daS kaum dappele könnt'. Da kam d'r aber auf einmal so ’n himmelgroße dicke Dom- burmajor mit sei'm goldene Stecke ’riranar» schiert---" Eine Straßenbahn dröhnte mit lautem ,.beng- beng“ heran, verschlang die weiteren Worte und trennte mich von den beiden Kritikern. X. Daten für Freitag, 14. Dezember. Sonnenaufgang 7.57 Uhr, Sonnenuntergang 15,52 Uhr. — Mvndaufgang 10,11 Uhr, Mond- uni ergang 17,24 Uhr. 1546: der Astronom Tycho Brahe in Knud- strup geboren; — 1716. bet Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz in Hannover gestorben; — 1799: G. Washington, Begründer der Unabhängigkeit RordamerikaS, in Mount Dernon ge« llche Mitallederversammkuna, 20.15 tm Oe* tellscha tShauS. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Alt-Heidelberg". — Astoria-Lichtspiele: „Indianer auf dem Kriegspfade". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen. Freitag. 20 Uhr: „Perlenkomödic", Gesellschaft«» stück von Bruno Frank. — Sonntag Fremdenvorstellung außer Abonnement zu ermäßigten Preisen, „Der Patriot" von Alfred Reumann. — Montag zum ersten Male Wärchenaufführung „Pinkepunk" von Fritz Peter Buch, Regie Äad Dolck. Die Bühnenbilder sind von Karl Löss* l e r entworfen. Kostüme Erika Ezubinski. Musikalische Leitung Rudolf Bernhard. — Der Dortrags-Dereinigung ist: eS gelungen, so schreibt man uns, die unter ber Leitung von Prof. Dr. Fr. Roack stehend« Madrigal-Bereinigung Darmstadt für nächsten Montag zu einem Kirchen- und WmhnachtS- konzert zu gewinnen. Damit wird den Mitgliedern und hiesigen Musikfreunden ein künst- terisch hochwertiger Genuß bereitet werden. Die Darmstadter Madrigal-Bereinigung pflegt weltliche und kirchliche A-capella-Ctefänge aus alter unb neuer Zeit und Will durch die Wiedergabe der Meisterwerke der Geangskunst auS Jahrhunderten Verständnis für deutsche Kultur und Freude am Gesang wecken und fördern. Der Chor, dessen künstlerischer Auf übrigens noch von seinem früheren hiesigen Konzert her in bester Erinnerung steht, bringt diesmal vornehmlich Weihnachtsge?änge. Mtt Rücksicht auf bie Rückreise des Thores muß die Beranstailtung pünktlich um 8 Uhr beginnen. (Siehe heutige Anzeige.) •• Sine Störung in ber elektrischen Stromzufuhr trat gestern gegen Abend in einem Teile unserer Stadt ein. Die Störung machte sich besonders in der Marktstraße, Bahnhofstraße, in der Neustadt und jenseits der Lahn^sehr unangenehm bemerkbar. Nicht nur daß die Werbewoche „Gießen im Licht", die gestern wieder einen Haupt- tag haben sollte, durch dieses Malheur in sehr eigenartigem Lichte erschien — manche Kritiker sprachen sogar von „Gießen in der Finsternis" — auch der Verkehr in den Ladengeschäften unb in den gewerblichen Betrieben wurde zum Teil empfindlich beeinträchtigt. Von einer Wirkung der Sichtwerbungen am Markt und in der Bahnhofstraße, zwischen Neustadt und Westanlage, und in der Neustadt konnte natürlich keine Rede (ein, ebensowenig kam die Bestrahlung ber Stadtkirche für längere Zeit in der rechten Weise zur Geltung. Erst nach längeren Bemühungen war es möglich, den Schaden zu beheben, jedoch war es mittlerweile so spät geworden, oaß von einem Werbeerfolg des elektrischen Lichtes in dem von der Störung betroffenen Stadtteil nicht mehr die Rede war. Diese Einbuße der Gießener Werbearbeit ist recht bedauerlich. Hoffentlich tritt am nächsten Sonntag, dem letzten Gießener Lichtwerbetag, nicht eine neue Schwierigkeit dieser Art ein. •• Stärkerer Schneefall ging heute vormittag von ber zehnten Stunde an in Gießen hernieder. Wenn die Flocken in der bei der Rieder- schrift dieser Zeilen vorhandenen Dichte weiter auf bie Mutier Erde hrrabsinken. Wird gar bald eine weiße Decke Stadt, Feld und Wald ein» hüllen. •• Scharfe Bestrafung we gen böswilliger Alarmierung der Feuerwehr. Der Senat der Landesuniversität hat den Studenten 3t Z. wegen Einschlagens einer Zeuermeldescheib« und böswilliger Alarmierung der Feuerwehr für das laufende Semester vom Studium an der LandesuniversitLt ausgeschlossen. •• Die Maul- und Klauenseuche in Hessen. Aus der amtlichen Rachweisung über den Stand der Maul- unb Klauenseuche ergibt sich daß nach dem Stande vom 1. Dezember im Kreise Oppenheim ein Gehöft erneut mit der Seuche befallen wurde. Da aber die Seuche im Kreis Groß-Gevau erlosch sind nach wie vor nur tficr Gehöfte befallen und daher seuchen- pvlizeilich.gesperrt. •• Auftrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 1521 Kalber, 736 Scha'e, 593 Schweine. (Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt.) Berliner Börse. Berlin, 13. Dez. (WTD. Funkfpruch) Ohne größere Veränderungen ist die Tendenz des Mutigen FrühverkehrS im Einklang mit Reuyork eher ruhiger. Die Spekulation, bleibt unsicher unb zurückhaltend, zumal ber Ordereingang merklich fleiner geworden ist. Kurse werden noch nicht genannt Am Devisenmarkt hört man: Paris 124,15, Mailand 92.64, Spanien 29,90, daS Pfund 485.13, und den Dollar 4,195250. Gießener Wochcnnrarklpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 140; Butter Pfund 210 bis 220; Matte 30 bis 35; Wirsing 12 bis 20; Weißkraut 8 bis 15; Rotkraut 15 bis 25; gelbe Rüben 10 bis 20; rote Rüben 10 bis 20; Spinat 20 bi- 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 bis 25; Rosenkohl 40 bis 60; Feldsalat 1,00 bis 1,20; Tomaten 30 bis 40; Zwiebeln 12 bis 20; Meerrettich 50 biS 1,50; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 5; Aepfel 20 bis 40; Birnen 10 bis 30; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,00 bis 1,10; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Gänse 90 bis 1.20; Rüsse 60 bis 80; Eier Glück 17 bis 18; Blumenkohl 60 bis 1,20; En- divien 10 bis 20; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellcr.e 10 bl« 50; Wirsing Zentner 10 bis 12 Ml.; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 12 bis 15; Aepfel 20 bis 35; Birnen 10 bi« 20; Kartoffeln 3,80 bi« 4,50. Bornotizen. -7- TageSkalender für Donnerstag. Gießener Konzert verein: Diertes Konzert „Günther Ramin", 7.30 Uhr, in der Stadtkirche. — Gesellscha. tsverein «. D. (Club), Gießen: Ordent- gat nichts davon. Hüte dich aber, mit einem billigen Geschenk p blenden! Lieber gar nicht« geben, als so un, als ob du große Aufwendungen gemacht itlest, z. D. wie au« Versehen daS Preis- :ttelchen, nach oben abgeändert, daran hängen u lassen d. ä. Da« kommt einer Beleidigung lc-rch und wird auch von den Leidtragenden so mpiunben. Gin Geschenk soll nicht nur erfreuen, sondern auch an den Geber erinnern. Es kommt dabei ar nicht darauf an, ob eS sehr teuer ist oder chi. Ein Buch, eine kleine Buse, ein Blumen- !»ck können mehr Freude auslösen als die teert» itoilftcn Sachen. Besonders wenn man weiß, daß W Geber ein Opfer gebracht hat. Und ein vpfer muß ein Geschenk schon sein, das gibt ihm -x inneren Wert. Aus der Fülle seines Achtum« etwas zu verschenken, kann jeder. Aber >iren oder gar darben, um feinem Freunde eine reute zu machen, daS läßt die Geschenke in nem ganz anderen Lichte erscheinen. Wir fühlen ic Liebe des Gebenden, und unsere Freute störten; — 1849: ter Komponist Konradin Kreutzer in Riga gestorben; — 1911: Roald Amundsen erreicht den Südpol. Schnee — Ski — Paddel. Der Skiklub Gießen bereitete gestern a'e.ib mit einem Lichtviltervortrag des Sport- sch.i^lste lers Dr. Luther, München, in ter Reuen '2 u a über „Schnee-Sri-Paddel" einem grof.e/i Kreise von Ski Portiern und Paddlertr, sowie Freunden der sportlichen ErtüchtiLung unfe er Jugend einen wertvollen Abend. Das In e.esse an dieser Darbietung behütete sich in einem außerordentlich starken D. suche; die Aula war nat.e u vollständig besetzt. Rach kurzen Betrüßungswor.en des Dorsitzenten des S?i- klubS, Land, e.ichtsrats Dr. W o d a e g e, über- ükemahm Dr. Luther die Füh.uig seiner gros.en Zuhörerschar aus einer wundersamen Reise in Wort und Bild ^urch herrliche Gegen- te.i ter Alpenwelt und ter schönen deutschen Flüsse und S.röme. Der Dortragente hatte im Handuw.d.ehen den innigsten Kontakt mit seinen Zuhöcern pergestellt. Er schilderte zunächst d.e erhabene Schönheit ter Landschaft im Schnee, pries in hoher Tegeifterung den Schnee als ein wunde.bares Geschenk des Himmels für die Sport er, die auch in den Dintermonaten ter körperlichen Ertüchtigung leben wollen, aber auch für ,eten wahrhaft natur.ietenten unb schön- heitstreudigen Menschen. Dann machte Lu her seine Zuhörer mit den hohen Reizen des Sri- spvr eZ bekannt, die hier wohl für viele ter De- hu.e.' vn ganz neuem Lich e eckchie. en fei t möoen. Da es aoer nia)t ewig Winter b.eiben lärm, sondern auch das Frühjahr und der Sommer ihr Recht geltend machen, verband der Dor tragende die Schilderung der Schönheiten des Wmter» sportes in glücklicher Weise mit Berichten über die wertvollen Eindrücke von Wanderfahrten im Paddelboot auf unseren Flüssen und Strömen. Ob Luther nun von der Schönheit des Schnees, den gesundheitlichen Vorteilen des Skisportes, ter erhabenen Schönheit ter Alpenwelt, dem Rauschen und Gurgeln der Wildbäche, den ge- fähcücheu, aber doch so unendlich reizvollen Paddelbootfahrten auf den reißenden Gebirgs- gewäfiern erzählte, stets War sein in Form von Reifete richten gehaltener Vortrag blendend und von hinreißender Kraft. Die In außerordentlich großer Zahl selbstau, genommenen Lichtbilder, die den guten und geschmackvollen Photographen erkennen ließen, waren eine glückliche Unterstützung des fef.feinten und oft mit humoristischer Beigabe gewürzten Dortrayes. Dcr Skisport und das Paddlertum tonnten sch in ter Tal keinen besseren und eindrucksvolleren Werber für die Ausbreitung ihrer sportlichen Itea.e wünschen, als Dr. Luther ihn gestern darstellte. Der Abend war, wie ter langanhaltende und sehr starle Deisall bekundete, ein glänzender Erfolg des Redners, aber auch der von ihm geschilderten Sportarten, denen sicherlich viel neue Freunde erstanden sind. Krastpost-pendelverkehr Gießen — Kiein-Linden. Infolge der in letzter Zeit eingetretenen stärkeren Inanspruchnahme der K r a f t p o st zwischen Klein-Linden und Gießen werden vom 15. Dezember ab die seinerzeit wegen schlechter Be- Nutzung aufgehobenen Pendelfahrten auf dieser Strecke nach folgendem Fahrplan versuchsweise Mu. noch ziemlich bei Kasse?" Dann wird ausgezähll, was die Kinder notig hben. Der Herr des Hauses gibt die Scheine, mb Frau Müller g:h: einkausen; erwirbt noch «irer Kleinigkeit für ch en Mann, und sie ist Wieder einmal eine Do ge los. Liebe Leserin und liwer Leser, wenn du es h so machen willst, ist es sicher ga:iz praktisch, d)zr ist das nun auch ein Geschenk, ein richti- , e« Geschen!? Hist du deine Kinder einmal fragt, was sie sich wünschen? Richt? Deshalb nj> sie auch so still am Weih.iachtssest, wenn sie ter schönen Halstücher, ihre Letermappen oder schuhe stehen sehen. Sie finden es als selbstver» uAdlich daß sie diese Gegenstänte erhalten, >LCum sie aber un er dem W-ih ach sbaum Hein, das Will ihnen nicht einleuch en. Im ge» taten haben sie ja gehofft, daß vielleicht doch ?.ch etwa« Beso -teres kommt. D« ist ein großer Irrtum zu glauben, daß llrre Kinder nich' auch besondere Wünsche hät- tn Aber man gibt ih ien so wenig Gelegenheit, rlche zu äußern. De^h tlb ist Immer noch — nach vor — ter Wuns chze 11el dis schönste !»rich.una vor dem Wcih-rachtSsest. Die Kiner sind Ta große Schlauoerger. Sie schreiben W mehr auf diesen Zettel, alS sie erwarten, i e svrdrrm ziemlich viel und denken dabei, einen Lei! Werden wir schon erteilen. WaS sollen sich aber Eheleute schenken? Golden guten Pin les. u rt fein ehrlich verdientes Honorar nicht eher bezahlen, bis Pinkepunk zu der Uhr auch so viel Sonnenschein lie>r teß sie das ganje Jahr über richtig de Cett Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Klein-Linden Großen-Suseck den 12. Dezember 1928 Der Vorstand 08726 108350 Ruttershausen, den 12. Dezember 1928 Kunst und Werbeturnen [9373A Plortttrane 14. Nur noch 37 Mark 10924D Praktische Geschenke Für den Herrn Für die Dame grdflte Auswahl In guter, Sie finden bei mir die solider Ware zu den niedrigsten Preisen fasüttg M.G.Grode gesucht. 10936D j Ge UNde Kokel Moria. Weihnachis- ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ cabcn SKrrtilpA. Pin lirhud .. _ gesucht. 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J. verschied unser langjähriges Mitglied Herr August Zoll Wir verlieren in Ihm einen lieben Kollegen, der allzeit für unsere Interessen eingetreten ist Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Gfeßen, den 12. Dezember 1928. Verband nHsemder Kaufleute Deutschland«, wrmofl fifeoen. Heute mittag entschlief plötzlich und unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Karl Bender Werkmeister a. D. im vollendeten 78. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. 08717 Nr 295 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhesseu)Donnerstag, (5. Dezember (928 Hessen und die Neugliederung des Reiches (Fortsetzung folgt.) Meine beiden interessantesten Fälle Verfassung der Unterausschüsse Berichterstatter die finanzielle und Ländern. zone, die von der Ostsee bis zum Aegäischen Meer, von Ostdeutschland und der Adria bis zu jener auch klimatisch wichtigen Niederungs-, Seen- und Sumpfzone reicht, die vom Finnischen bis zum Asowschen Golf reicht und von P e n ck der Warägische Grenzsaum genannt worden ist. Jenseits dieses Saumes, in Sowjctrußland, besteht heute ein auf die Spitze getriebene Kulturautonomie der Sprachgebiete und lebensunfähigen, schriftsprachenlosen Restvölkchen, deren Gesamtzahl man aus 156 in die Höhe gedrückt hat. Hier sind künstlich Rechte gezüchtet worden, die Millionen von Hochkulturmenschen in der Trümmerzone vorenthalten werden. [eine Feinde. Die Polizei hatte daher nur zwischen der Einbruchstheorie und der obenerwähnten Annahme zu wählen. Nun war in einer der vorhergehenden Nächte in einem Hause in" der Nachbarschaft eingebrochen Wor.en. Der Dieb hat e alle Silbergeaenstände, deren er dort habhaft geworden war. in ein Laken gepackt, aber nur e i n silbernes Sal-f ah mit genommen und den Nest der Deute dagelasen. Aus dieser Handlungsweise war zu sch ießen, das; es sich um einen ängstlichen und unerfahrenen Einbrecher handeln muhte. Aiir persönnch erschien es weitaus wahr chein.ichcr. daß ein E.n- brecher entgegen den Regeln der Einbrecherzun t gebandelt haben, als daß ein OHitg'hD eines ruhl- cen Haushalts ein Verbrechen begangen ha.^en sollte, für das kein Motiv vorlag. Am Grund dieser Annahme wurde dann auch die Tat „re - konstruiert". Ein Stuhl wurde so an den Tisch gerückt, daß das Licht so gut toi? nur möglich auf das Duch de) dort sitzenden Lesers fa len mußte. Der Einbrecher hatte das Fenster un- aesichcrt vorgefunden und war in das Sp.me- zimmer in der Hoffnung, dort Sitber zu finden, eingestiegen. Als er seine Erwar ung enttau cht sab. halte er den Schürhaken als Waffe mitgenommen und sich die Treppe hinaus geschlich-'n. um in den Schlafzinunern nach Deute Ausschau zu halten. Die erste Tür hatte er, als er die Klinle geräuschlos niederdrückte, versch'ossen gefunden weil die Gouvernante ihr Schlafzimmer abgeschlossen hatte. Die zweite Tür hingegen öfr.etc sich Der Einbrecher, der darauf gefaßt gewesen war, ein dunkles Zimmer vor sich zu sehen, stand plötzlich in einer Flut von Licht. Sin Mann, der auf dem Stuhl gefejen hatte, wandte sich bei dem Geräusch um und sah dem Einbrecher ins Gesicht. Hier war also e n Zeuge, der ihn wiedererlennen konnte, ^eshalv schlug der Einbrecher erbittert mit dem schweren Schüreisen auf den Mann ein. Um dem Hagel von Schlägen zu entgehen, versuchte das Opfer, das Dett zwischen sich und den Einbrecher zu brinren und sank hinter dem Dett bewußtlos nieder. Der Mörder ergriff die Uhren, schatte c das Licht aus und schlich sich die Treppe hinao. Diese Annahine hatte viel Wahrschttn ich'e t für sich, aber tote sollte man ohne nähere 3nfci;ien den Täter unter den acht Millionen Bewohnern von London herausfinden? Wie üblich, war eine Beschreibung des Salzfasses und der beiden Uhren an alle Pfandleihen in London gesandt worden. Aber wir setzten nur geringe Hoffnung auf diese Prozedur, wenn uns nicht ein Zufall, wie das brs- toeilen geschieht, zu Hilfe kommen sollte. Die krön amtliche Totenschau war immer wieder in der Hoffnung vertagt worden, dah es doch noch gelingen werde, einen Wahrspruch, dah der Fall nicht aufgeklärt werden forme, zu vermeiden. Spur auf Spur war verfolgt worden, bis sie sich ttickien Struktur Aus dem Gebiete der Physis hob dagegen zeigt eine beispiellose Sprachverfilzung. ÄSS or: die . Seifet Am ftärtfien « »W. In ».r poM. ?en Xr_ rung unter Aufrechterhaltung und Bildung von leistungsfähigen Ländern machen soll, mährend der zweite die Abgrenzung der Zuständigkeiten und die Frage der Auftragsverwaltung zu prüfen berufen ist. Indes haben Bayern und Württemberg gegen die Uebertragung von Reichsaufgaben an die Länder in Form von Auftragsverroaltung gestimmt. Die Frage der Aufstellung neuer Richtlinien für die " Länder ist unter den Aufgaben der nicht erwähnt, aber es sind doch dafür bestellt worden, ebenso für Auseinandersetzung zwischen Reich Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Vortrag von Or. von Loesch. Der Vortrag des Herrn Dr. C. von Los sch, Begründers und Leiters des deutschen Schutzbundes für bas Grenz- und Auslandsdeutschtum, war einer her Höhepunkte der Gesellsä-ast. Die Ausführungen des Redners über das Thema: „Europa von innen heraus“ begannen mit einem Hinweis auf die doppelte Aufgabe der Wissenschaft, das Sammeln neuen Tatsachenmaterials und die gene- tische Verknüpfung bekannter Tatsachen. In einem Vortrag über die politischen Hauptprobleme unse- ree alten und in der Vorkriegszeit so uninteressanten Erdteils konnte es sich nur um die zweite dieser Aufgaben handeln. Die Lage Europas schreit geradezu nach einer solchen Betrachtung. Denn so verschieden auch Nationalität und Parteietnstellung sind, eines ist allen Einsichtigen klar: Die Volker und Staaten Europas müssen neu £F9°nt1'crt werden. Es fragt sich nur, auf welche Welle das geschehen soll, ob z.B. die Auffassung des Grafen Coudenhooe-Calergi Erfolg verspricht, dah bei dieser Neuorganisation an den zur Zeit bestehenden Staatsgrenzen nicht gerüttelt zu werden brauche, da diese zu Jnnengrenzen der „Vereinigten Staaten von Europa" würden, datz jedoch Voraus- setzung die allseitige Einführung der demokratischen Swatssorm sei. Der Vortrag von Loesch deutete in keinem Schluß andere Lösungsmöglichkeiten an. Der aus der Zeit altgriechischer Schiffahrt stam- wende Name Europa, ursprünglich lediglich ein Begriff der physischen Geographie, hat in der Zeit der Türkeninoasion einen wesentlich anderen, tub turaeoaraphischen Inhalt bekommen. Er umreißt feither bie scharfen kulturellen und zivilisatorischen Unterschiede zwischen dem Abendland und der mohammedanischen Welt. Das z.sural.sche Rußland muß man nach Loesch in diesem Sinn noch zu Europa rechnen. Die Wesenheit des Erdteils spiegelt sich dann in dreierlei Gestalt: in einer bestimm- fen Physis, in deren Veränderung ,e nach dem Stand der Technik und in einer bestimmten vöt- vom 22. Oktober ein Programm vorlegte, das als Hauptpunkte enthielt: territoriale Neugliederung ohne Beschränkung auf Gebiete in Gemengelage; Aufstellung von Richtlinien für Verfassung und Verwaltung der Länder; Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preußen; Betrauung der Länder mit Verwaltungsausgaben nach Anweisungen des Reichs (Auftragsverwaltung). Zur Prüfung dieses Programms und zur Ausarbeitung von Vorschlägen setzte der Ausschuß zwei Unterausschüsse ein, von denen der erste Vorschläge für Neugkiede- Conan Doyle erregt einen Sturm. Sir Arthur Conan Dohle, der Schöner der Shrrlock-Holmes-Gestalt. bei inte: sich augenblicklich auf einer Reise in Südafrika und hat sich dort sehr unbeliebt gemacht. Ein Sturm der Entrüstung brauste gegen ihn auf, vor dem er sich schnell zurückzog. Er hat nämlich die ^ait- losigreit besessen, von seinem englischen Standpunkt aus über das Denkmal zu Dloeinsontein zu sprech.'n, das zur Erinnerung an die Duren- fvauen und Durenkinder errich.et wurde, die während des Durenkrieges in den englischen 5 Dgl. die Aussätze K l u t e : Geographische Voraussetzungen in Nr. 283 und 284 des G. A. vom 1 und 3^ Dezember; Aubin: Geschichtliche Be- trachtunaen in Nr. 287 und 289 des G. 2Ü vom 6. und 8. Dezember und M o m b e r t : Die Reichs- reform in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in Nr. 290 des G. A. vom 10. Dezember. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 13. Dezember 1928. GemeindeabendderMaLthäuSgemeinde Alljährlich im Advent hält die Matthäus- gemeinde ihren großen Gemeindeabend ab. Der Saal des Eafe Leib war am Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt. Da« charaktervolle Pro- Sramm des Abend« hatte viele angezogen; ins- efondere aber auch da« Bedürfnis nach Gemeinschaft untereinander. Denn das letzte -Ziel dieser Gemeindeabende bleibt, aus der Gemeinde Gemeinschaft zu bilden, zumal bei der Gröhe und besonderen Schwierigkeit der Matthäusgemeinde als der gröhten Gemeinde unb Altstadtgemeinde Dietzen«. Ein Grundgedanke trug den Abend: Die Heimkehr der Seele auS dem Weltgetriebe. Moskowskis Suite für zwei Violinen und Klavier leitete den Abend ein. Frau Dr. Fischer (Klavier), Musiklehrer Franz Bauer junior unb Studienassessor Knauh (Violine) spielten: drei Musiker, prächtig aufeinander eingespielt, Menschen guten Willen-, die seelischen Hintergründe der Suite aufzusuchen. Es war eine Freude, diese Musiker musizieren zu hören. Wie sie das taten, mit Hingabe und Freude an der Sache, tat wahrhast wohl. Ein Menuett von Haydn, Deutscher Tanz von Mozart, zwei romantische Stürfe von Dvorak folgten: alles feine, gepflegte Musik, voll sprudelnder frischer Einfälle, nicht vom Gehirn, sondern vom Herzen diktiert. Frau Dr. Wehl fang mit weicher, warmer Stimme, beseelt unb ohne jede Ausbring- lichkeit, drei Lieder von Schubert, Lieder von Wolfgang Frank, Friedemann Bach, Max Reger; „Seligkeit" von Schubert. „Mariä Wiegenlied" von Reger lagen ihr vortrefflich. Reicher Beifall lohnte die Musiker: ihnen ein Beweis, wie gute Musik in einer Zeit des musikalischen Kitschs ein Bedürfnis unsres Volkes ist. Der Vorsitzende der Männer- und Frauen-Dereinigung der Matthäusgemeinde, Berufslehrer W e h r h e i m , halte die Anwesenden begrüßt unb darauf hingewiesen. Wie in dieser Welt des Materiellen ideelle Werte gepflegt werden müssen, wie dazu die Kirche berufen ist. in eine Welt der Rot unb der Schuld die Botschaft der Liebe unb bet Vergebung zu tragen. Der Gemeindepfarrer. Pfarrer Mahr, unterstrich diese Gedanken; er sprach von Weihnachten als dem Lieb der deutschen Seele. In dieser Welt deS Machtrauschs. deS wirtschaftlichen Kampfes, der Organisation, verkümmert die Seele unb kommt bet einzelne nicht zu seinem Recht; bet einzelne fühlt sich nur als Rümmer in einem großen Betrieb. Mittel zum Zweck. Die Seele schreit nach ihrem Recht. Hier setzt die soziale und religiöse Botschaft des Ehristen- tums ein. Sie sucht den Menschen unb sucht aus neuen Menschen eine neue Welt zu gestalten: ein im Sande verlief. Da erschien eine- Tages ein Herr in meinem Butcau, bet feine Ahnung davon hatte, bah er bas fehlende Glied herbei- brachte. Er legte eine silberne Ähr auf den Tijch und erzählte mir, baß ein schweizerischer Hanblungsreiienber, der keine Aufträge in England erhalten hatte, ihn unb Eap tain Tighe eines Tages auf der Straße ange- spr«hen, und ihm zwei Musterexemplare von Schweizer Repetier-Uhren zu zwei Pjund das Stück angeboten habe mit der Versicherung, daß das die beiden einzigen Exemplare fe en. die in England existierten. Eaptain Tighe sei stets auf mechanisches Spielzeug vergessen gewesen, unb so hätten beide sich die ilßcen gekauft. Die Uhr Eaptain Tighes war verschwunden. der Herr stelle daher fern Exemplar der Polizei zur Verfügung, wenn sie glaube, _ baß sie ihr von Ruhen sein könne. Diese Alßr führte dazu, daß der Mörder in die Hande des Gerichtes tarn. Der Leichenbeschauer wollte mit der Freigabe des Toten zur Bestattung schon nicht mehr länger warten, wenn ich ihm nicht die Versicherung geben könnte, daß neues Beweismaterial zu erwarten sei. Aber irgendein Gefühl sagte mit. daß ich dieses Material noch rechtzeitig finden würde. Am Mittag des Tages, der für die endgültige kronanttiche Leichenbeschau festgesetzt war, ries ein Pfandleiher aus der Gegend von Piccadlllh an, und teilte mit, daß man einen verdächtigen jungen Menschen, bet ein silberne- Salzfaß versetzen wolle, mit einer freundschaftlichen Plauderei im Laden aushalte. 3n weniger al« zwei Minuten, als die Unterhaltung bereits zu stocken begann, erschienen dort Detektive unb hielten den jungen Mann auf ein Zeichen hin mit Mitteln zurück, die wett überzeugender wirkten als Unterhaltung. Der Mann sprach englisch mit französtschem Akzent unb erklärte, er heiße de S tarntet, sei französischer Bürger und sei Korporal In der Königlichen Freiwilligen Truppe. Da- Salzfaß sei ihm von einem Freunde geschenkt worden, dessen Ramen ihm im Augenblick entfallen sei. Als die Detekttve erkürten, sie würden mit ihm fein Quartier au,suchen, malte sich Bestürzung auf seinem Gesicht: noch bestürzter wurde et. als sie dort unter dem Bett versteckt einen Kasten fanden, der zwei silberne Uhren unb einen alten Regenmantel enthielt; denn eine der beiden Uhren glich auf« Haar der Uhr, die mir anvertraut worden wat, und der 5>tener aus Wingsield Lodge erklärte sich bereit, darauf zu schwören, daß der Regenmantel ihm gehörte. De Siamiec hatte seinen Beruf verfehlt gehabt. Es war ein ganz erbärmlicher Einbrecher unb ein ungeschickter Mörder. Aber als Ro- vsllenschreiber hätte er sicherlich ein großes Vermögen verdienen können. Aus den Schatzkammern seiner Phantasie holte er einen australischen Soldaten mit Ramen Reginald Fisher hervor, der in bedauerlichem Umsange dem Trunk er» geben war. Fisher war ein Deserteur, der sich rinen Lebensunterhalt damit erwarb, daß er andere Soldaten freihielt, wobei er seinen Gasten Opium in die Gläser schüttete, um ihnen dann bk Taschen cvuszuräumen. ES war ein rechter Filmbösewicht. Ec hatte da- Hau- in Wimbledon ausgekundschaftet unb be Stornier gezwungen mitzumachen. Er hatte das Fenster offen gefunden und erklärt, daß sei geradezu eine Einladung zum Einsteigen. Er hatte sich nach oben mit dem Schüreisen geschlichen unb den Regenmantel gestohlen, um damit die Blutflecken auf seiner Uniform zu verdecken. Die Leichenbeschaukommission hielt e« für angebracht, ihrem Gutachten die Bemerkung beizufügen, daß fte Zweifel an der Ex ist enz Fisherö hätte. De Stornier faß allein auf der Anklage banck und wurde allein im Gefängnishof von Wandsworth gehängt. Sensationelle Erfindungsgabe hatte nichts genützt. fein, sondern eine schöne Schrift. 3m Zeitalter der Schreibmaschine müßte man daraus den größten Wert legen. 3um Schreiben solle man sich Zeit nehmen. Prof. Koch baut seine Schrift auf der gotischen Schrift auf. Sie hat nicht die vielen Rundungen wie die von Sütterlin, auch keine Schlei,en, sondern ist eckig. Da« Schristblld soll ruhig wirken. 3n seinen Schlußworten betonte der Dorttagende, daß er selber keine Stellung für ober gegen die Offenbacher Schrift nähme, da man erst die Entwicklung abwarten müßte. 3n der Aussprache dagegen wurde sehr deutlich darauf hingewiesen, daß man nun nicht wieder — nachdem an s ast allen Schulen deS Kreises Gießen die Sütterlinschrift. wie auch in Preußen, ein- geführt sei — ändern solle. Daß die Offenbacher Schritt schön sei, wurde von allen Rednern anerkannt, ob sie aber für das prakttsche Leben, und dafür habe die Schule doch In erster Linie zu erziehen, großen Wert hat, das wurde bezweifelt. Eine entsprechende Entschließung wurde an die Vereinspresse unb an den Hauptvorstanb des Hesfifchen Landes-LehrervereinS gerichtet. 3m zweiten Teil gab der Qbmannftelloertreter des Landesve.elns, Lehrer Kaufmann. Gießen, einen kurzen Bericht der Verhandlungen über den Stellenplan. Gegen 6.30 Uhr schloß der Vorsitzende, Lehrer Hofmann, Lang-Göns, mit Dankesworten an die Vortragenden die anregend verlau ene Verlamm ung. ** Der Kavallerie-Verein Gießen beging am Samstag im Saale des Gas« Leib sein diesjähriges Winterfest, verbunden mit dem 22. Stiftungsfest. Die Kapelle Weller leitete die Feier mit schneidig gespielten Kaoalleriemärfchen ein. Pro- sesfor Dr. K r a e m e r als Bezirksvorsteher des „Haffta"-Bezirks Gießen hielt eine eindrucksvolle unb zu Herzen gehende Ansprache. Große Begeisterung trat zutage, als wm Schluß der Rede Prof. Dr. K r a e m e r im Namen des „Hafsia"-Präsi- diums dem Vorsitzenden des Kavallerie-Vereins Gießen, Kamerad S o l d a n, das „Hafsia"-Ehren- kreuz für hervorragende Leistungen im Kriegeroereinswesen überreichte. Kam. S o l d a n dankte bewegt, begrüßte die anwesenden Gäste und schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf das Vaterland, worauf stehend das Deutschlandlied gesungen wurde. Ein Elfenreigen, den Kam. Hartmann unter großer Mühe mit Kindern von Kameraden eingeübt hatte, fand volle Anerkennung. Eine angenehme lleberraschung wurde dem Verein zuteil, als die Iungmmmschaft des Marine-Vereins Gießen unter ihrem Qugenbleiter Emrlch einen Flaggenreigen vorführte, der ausgezeichnete Schulung zeigte und ganz dem Rahmen des Festes angepaßt war. Sogar eine stattliche Anzahl Fuldaer Kameraden ließen es sich nicht nehmen, sich an dem Fest zu beteiligen. Es war ein wohlgelungener Abend. Oberheffen. Landkreis Metzen. CO Klein-Linden. 12. Dez. Aus der jüngsten Gemeinder at ssi h ung ist als beioiv ders wichtig u. a. zu berichten: Die Stabt G ie- ßen beabsichtigt,eineKraftwagenlinienach den Außenteilen bet Stabt bzw. auch nach unserem Vorort einzurichten. Es wurde eine Unteriommission gewählt, die mit der Kommission der Stabt Gießen über bk Angelegenheit verhandeln soll. In diese Kommission wurden Bürgermeister Jung und die Gemeinderäte Friedrich Jung, Friedrich Weber unb Wilhelm Langsdorf gewählt. Don einer Seite wurde angeregt auch mit der KraftverkehrSgesell- schäft .Hessen" in Frankfurt a. M. in Unterhandlungen au treten, ein Beschluß darüber wurde aber nicht herbeimführt. An Hundesteuer sollen Im Jahre 1929 zu den staatlichen Sätzen durch die Gemeinde für den ersten Hund 6 Mk., für den zweiten Hund 12 Mk. und für den dritten Hund 18 Mk. erhoben werden. Auf Anttag der Bewohner der De r g ft r a ß e um be s fe re Be- 1 euchtung ihrer Straße beschloß der Gern einberat die Anbringung einer Straßenlampe an die Straßenecke Am Kirchpfad—Bergstraße. An Stelle des verstorbenen Gomeinderatsmitgliede« Wilhelm Weber wurde Gemeinderatsmitglied August L u h als Vertreter der Gemeinde in den Vorstand der Bezirtssparkasse Gießen entsandt K Alten-Duseck, 12. Dez. Zu einer Weihnachtsfeier im RühIschen Saale, di« einen sehr schönen Verlauf nahm, Hai en am Sonntag die Schüler der 1. und 3. Klasse ihre Angehörigen unb Bekannten eingeladen, um einige sich im Rahmen der Zeit hallenden Theaterstücke zur Ausführung zu bringen. Trotz einer am Sains.ag vorausgegangenen Kindervorstellung und anbertociagen örtlichen Veranstaltungen h ttte die Einwohnerschaft der Einladung in so großer Zahl Folge geleistet, daß der Saal eine halbe Stunde vor Beginn der Feier schon überfüllt war und für die zahlreichen Rachkommenden eine Wiederholung der Auf.ührung für Montagabend in Aussicht gestellt werden mußte. Während bte Schüler der 1. Klasse zwei von Weih lachtsstim- mung getragene S ücke in packender Weise zum Vortrag brachten, hatten die Kleinen sich die Aufgabe gestellt, hauptsächlich den Humor zur Geltung unb die Lachmuskeln der Besucher in Bewegung kommen zu lassen. Allen Darstellern konnte man es an merken, daß sie mit vollem Herzen bei der Sache und ihrer Ausgabe aufs Beste gerecht zu werden bemüh, waren. Daß ihnen die« gelungen, zeigte der starke Beifall der Gäste. Am Schlüsse d.r Mo ttagsaufführung sprach Schul- vvrstanbsmffglieb C i n h ä u s e r den Schülern seine A::er^nnung für d s von ihnen Darg^bo.ene aus. dankte den beuen feLenoen Lehrern Ranft und Fatz für ihre großen Bemühungen und bat sie, in ihren Bestr^oungen um die Pflege eines guten Verhältnisses zwischen Schule und Elternhaus auf dem beschrittenen Wege wie bisher von l, g, f tusw. Sütterlin geht schon weiter unb gibt ganz gleichmäßige Teilung, baß also auf die Kleinbuchstaben ein Drittel des Zeilenraums entfällt, aui I. b lufto. zwei Drittel und aUf f, h ufto. drei Drittel. Prof. Koch teilt den Rarm in sieben Teile unb gibt den Kleinbuchstaben drei davon. Weiterhin verlangt er nicht, wie Sütter- (im, die Steilschrift, sondern eine leichte Schrägschrift. Er erklärt, eine steile Schrift sei tot Die Offenbacher Schrift will keine Schnellschrist umgekehrter Weg, al« ihn Vie Well mit ihren ' Organisationen geht. Don dieser Wandlung des Menschen, von seiner Heimkehr au« der Welt des Irdischen zur Welt deS Swtgen sprach er- greifend bte bramatische Legende „Die Heim- i seh r" von K. Roettger, der von allen r Charondichtem der bekannteste ist, bekannt durch i seine Legenden von Lkesus. 3n drei Dildern gestaltet der Dichter das Gleichnis vom verlorenen I Sohn: dramatische Bilder von tiefer psycho- 1 logischer Wahrheit, reich an Innerer Handlung, i arm aber an äußerer Handlung unb darum für die Spieler schwer zu bewältigen. Daß eS den- । noch gelang so daß das Spiel tiefe Bewegung auSlöste. beweist, daß hier eine Spielschar am Werke ist, die Spielgemeinschaft ist, die nicht Theater spielt, sondern Mittler des Leben« für das Leben selbst sein toill: Laienspiel im höchsten Sinn des Wortes. Diese Spielletstung ist ein neues, wohlverdientes Ruhmesblatt in der langjährigen Arbeit der Bereinigung. Ihr „Gevatter Tod", das Märchen von den „Sterntalem“ sind nicht vergessen. Solche Darbietungen find Höhepunkte deS GemeindelebenS. Wesentlich zum Erfolg trug die einheitliche Inszenierung, die Stilbühne, bei. Die großen Linien deS Spiels wurden durch nicht« gestört. Theophilus-Spiel. Die Katholische Spielgemeinschaft Gießen für Mo.ttagabe..d zu ci .ec »Theo- philus"-Aufführung ei.igeLben. Diele waren der Einladung gefolgt. Der Saal war dicht besetzt, als Univ.-Drof. D. Dr. Steinbüchel das Wort ergriff, um in einem eialei enden Dort rag die Grundidee des Stückes zu erläutern. Der Redner führte u. a. aus: Das Stück stammt aas bem Griechischen, wurde später ins Lateinische übertragen und von Roswitha von Gan» dersheim umgedichtet. Der Dame Theophi- luS, zu deutsch Gottlieb, ist ein Symbol für den Inhalt. DaS Stück zeigt un« Gott im Mittelpunkt des Leben«, es verkündet die Tiefe des Gottesgedankens. Der Kampf Gottts um den Menschen wird symbolisch dargestell.. Gott tritt uns einerseits gegenüber als der heilige, der in seiner Souveränität Gehorsam von den Menschen fordert. Er zeigt auf der anderen Seite aber auch seine Heilsbereitschaft; er neigt sich aus seiner Gottesferne herab zu den Menschen unb sucht die Gemeinschaft mit ihnen. Der heischende Gott in seiner absoluten Heiligkeit ist allein gut. Darum heißt das Gesetz, das wir im Gebot des Herrn zum Ausdruck bringen: „Dein Wille geschehe!" Wenn wir dann weiter beten: ,Dein Reich komme!", so müssen wir uns klar sein darüber, daß das Reich Gottes, d. I die Gemeinschaft aller derer, die sich dem Gotteswillen beugen, nur bann kommt, wenn der Wille Gottes geschieht. DaS Christentum ist in seinem innersten Wesen eine tief sittliche Religion; es will die Vereinigung des Menschenwillens mit dem heiligen Gotteswillen. Es fordert ein tiefftes Reffen der Menschrnpersönlich- feit durch den Gehorsam gegen Gott. Rur in diesem Gehorsam gegen Gott wird der Mensch heilig. Die ewige Seligkeit ist die fetbftoerftänb- ließe Folge des WenschengeswrsamS gegen Gott; sie ist die Erfüllung de« menschlichen Wesens in Gott. Dem Menschen tritt Gott aber nicht nur als der heischende Gott, der Gehorsam fordert, entgegen. Er zeigt un« auch seine Gnade und seine Liebe. Er {teilt an den Menschen nicht bloß Forderungen, er ermöglicht auch deren Erfüllung. Gott ist nicht nur der „Herr", er ist auch der .Vater". Er weckt in der Seele des Menschen die Sehnsucht nach Gott. Er kämpst in seiner Gnade m i t dem Menschen und u m den Menschen. Der Mensch, der durch Gottes Heiligkeit, zerbricht, wird durch Gotte« Siebe erhoben. Gott sandte seinen Sohn zu den Zöllnern unb Sündern, um ihnen die frohe Botschaft von der Erlösung zu bringen. Das ist der tiefe Ernst des heutigen Spiels, das in der Adventszeit von besonderer Bedeutung ist. Rach einer Pause begann das Spiel. Theophilos verschreibt sich, um zu Reichtum zu kommen, dem Teufel; er schwört Gott unb die Matter Gottes ab. Dafür erhält er Gold m Fülle. Später wird er von der Reue gepackt; er wirft sich der Mutter Gottes zu Füßen unb fleht um Fürbitte bei ih em Sohn. Durch die Hilfe Maria- et wieder in Gnaden angenommen. Die Darsteller: H. Schäfer (Vorsprscher), P. Schäfer (Throphilus), Werner (Gauller), H. Gantenberg (Sa'anas), A Heiß le r (Prediget). und Luise Dechert (Maria) entledigten sich ihrer Aufgabe mit viel Geschick unb großem Können. Sie schufen eine prächtige Leistung, die auf die Besucher einen starken Eindruck machte. •• SchülermonatSkarten gelten nicht mehr für Eilzüge. Anläßlich der Tarifänderung am 7. Ok.ober wurden im Bezirk der Reichst hndirektton Frankfurt a. M. die Eilzüge für 2nh iber von Schllermonatskarlen allgemein vorbehaltlich icberyn igen Widernuses freigegeben. Leider kann diese Maßnahme aus betrieblichen Gründen nicht beibehalten werden. " Siesta-Reisekissen. Der „Siefta“-®«- sellschaft ist von der Reichsbahn vertraglich das alleinige Recht eingeräumt worden, auf den St reden der Deutschen Reichsbahn an die Reifenden der Schnell-, Eil- unb Personenzüge Reisekissen zum Gebrauch während der Fahrt zu vermieten. Die von der Siesta bereitgehaltenen Kissen sind mit weißem Leinen überzogen unb haben eine Schlinge zum Au hängen. Sie werden gegen die Gebühr von 1 Mk. verliehen. Die Kissen werden in einem versiegelten Papierumschlag geliefert, wodurch gewährleistet wird, daß fee frisch und unbenutzt sind. •• Vom Bezirks-Lehrerverein Gie- ßen-Land. Der D.D. Gießen-Land hielt am Samstag eine Versammlung im Zeichensaal der Goetheschule ab, in der Lehrer Kreiling, Heuchelheim, einen Vortrag über die Offenbarer Schrift (Pros. Dr. Koch, Offenbach, ist ihr Schöpfer) hielt. An Hand von Beispielen zeigte der Vortragende die Eigenarten der neuen Schrist unb gab die nötigen Erläuterungen. Rach Prof. Koch haben die sogenannten Kleinbuchstaben, wie o, a, e ufto. *u wenig Berücksichtigung gefunden, in der alten Schrift bilden sie nur einen Bruchteil der Ober- und Unterlängen Begrüßung-Worten de« Dorsihenben Heinrich Münster Lehrer Traut einen aufschlußreichen Lichtbildervvrtrag über „ZiLgenkrank- heiten, Rasse unb Körperbau der Ziegen" hielt. Anschließend sprach Kontrollassistent Sinn vom Landwirtschaftskammerausschuß Gießen über die Wichtigkeit der Milchleistungsprüfung und neuzeitliche Fütterung der Ziegen. Hierauf berichtete der Vorsitzende des Kreisziegenzuchtvereins Gießen, Landtagsabgeordneter Fenchel (Ober- Hörgern), über die Erfolge der Ziegenzucht In Oberhessen, besonders aber im Kreise Gießen, auf den Prämiierungen In Dortmund, Darmstadt unb Leipzig Der Redner forderte auf, bei der weiteren Aufwärtsentwicklung der Ziegenzucht nicht zu erlahmen, sondern sich der guten Sache mit allem Eifer zu widmen unb die Zucht immer weiter auszubauen. Kontrollassistent L i n n überreichte schließlich noch dem Züchter Heinrich Rau I V. ein Ehrendiplom von der Leipziger Wanderausstellung der D.L.G. für erfolgreiche Ziegenzucht. Eine kleine Verlosung und gesellige Darbietungen bildeten den Ausllang de« Abends. U Ronnenroth. 12. Dez. Bei der Wahl des Kirchenvorstandes wurden hier uie- dergewählt: Konrad Mißler. Konrad X o chlll^, Georg Heinrich Rinker, Friedrich Kiefer und Heinrich Lang, neugewählt wurde Bür- germeifter Hoppe. Die Herren wurden am Sonntag im Gottesdienst durch Pfarrer Köhler feierlich auf ihr Amt verpflich sst. — ‘Sei der zweiten Versteigerung der Masse- grundstücke aus der Feldbereinigung wurden 8000 Mark mehr als bei der ersten Versleigeruna erxielt. Die Versteigerung des Mnssegeländes erbrachte insgesamt nahezu 50 000 Mark. Di« Feldbereinigung ist bis auf einige Fälle, die das Oberschicht wrricht en schttden soll, b :e.ibeL Soweit man yört, sind die Grundbesitzer im allgemeinen mit dem Ergebnis des Fel'obeveini- glmgsverfahrenS zufrieden. Kreis Friedberg. # Wohnbach, 12. Dez. Heute feierte bet Dienstknecht Wilhelm Diehlmonn von hier sein 25jähriges ArbeitsjubilSurn bei Landwirt Hermann Rückeifen unb besten Schwiegersohn Georg Wolf. Kreis Büdingen. A Ridba. 12. Dez. Heute fand hier der Weihnachtsmarkt statt. Vormittags war Schweinemarkt, auf dem etwa 250 Fe lei unb Springer aufgetrieben waren. Der Handel war lebhaft, da ville Kau luftige erschienen waren. Die Preise waren fest u.ib blieben aus der seitherigen Höhe. Es wurden für je ein Paar bezahlt: 6 Wvchm alte Ferkel 35 bis 40 Mark, 8 Wochen alte 50 Mark und 12 Wochen ala 60 Mark. Springer wurden mit Z5 bis 80 Mk» daS Paar bezahff. Rachmittags war Krämermarkt, der meistens S.äabc mit Spielsachen, Wvtt° und Weißwaren aufwies unb nur mäßig von Käufern besucht war. y Echzell, 11. Dez. Der bisherige Pächter dec ßiejigen Gemeindejagd, Hochächtee Schuch zu Hof Schleifelb, ha: die 3agb für den Rest der laufenden Pachtperiode an Edgar Bieber in Offenbach abgetreten. Der Gemein berat hat dazu die Genehmigung erteilt, aber bett jährlichen Pachtbetrag von 1000 auf 1200 Mk. erhöht. Bei einem kürzlich in unserer Gemarkung abgeßaltenen Treibjagen wurden 2 79 Hasen erlegt. An diesem Tage nahmen 60 Schützen an der 3ayb teil Kreis Schotten. V Gedern, 12. Dez. Aus eine Eingabe der hiesigen Bürgermeisterei an tAe Reichsbahndirektton Srantfurt a. M. wird nun auch an Werktagen bei den Perfonenzügen 4104 und 4137 der Wagenzug Heldenbergen—Windecken bl« Lauterbach durchaeführt. Durch diese Anordnung ist daS luftige Umsteigen in Stockheim fortgefallen. — Fast durchweg kann man in den Bogelsberggemeioben die Tatsache feststellen, daß die während der Kri^szeit und ersten Rachkriegszeit stark empor zeblühfe Schafzucht merklich im Abnehmen begriffen ist. So zählte die hiesige Schafherde noch vor wenigen Jahren etwa 650 Tiere, während e« heute nur noch 250 sind. — Die von der Stadt errichtete Wander Herberge geht ihrer Vollendung entgegen. Täglich kommen stellenlose Wanderer und verlangen Obdach, das ihnen zur Zeit nur in dem falten Arrest lokal gewährt wenden kann. — Die Abrechnung des in diesem Jahre erbauten neuen 5 af e l ft a 11e« ist nun erfolgt Die Gesamtbausumme für die mustergültige Qlnlage beträgt 32 506 Mk. — An der von dem Rhein-Main-Lahn- Fulda-Sugenb^erbergen- verbond zu errichtenden Jugendherberge ist nun das gesamte Holzfachwerk und das Dach auf geschlagen worden. Durch den eingetrelence Frost wirb es nicht möglich sein, das Gebäude zur Wintersportsaison schon so weit serttgzustellen, daß es benutzt werden kann. Kreis Alsfeld. r. Ober-Ohmen, 12. Dez, Heute vormittag wurden auf der Ohmtalstraße infolge Glatteises drei Automobile aus der Fahrbahn geworfen. Die Kraftwagen konnten nur durch Inanspruchnahme fremder Hilfe wieder flott gemacht werden. — Infolge des Glatteises stürzte ein siebenjährige Junge zwölf Treppenstufen tief auf den Hof und zog sich erhebliche Verletzungen am Kopfe zu. Kreis Lauterbach. ß Lauterbach, 12. Dez. Der Stadtvor- stand beschäftiate sich in feiner aeftrigen Sitzung unter bem Vorsitz des Bürgermeisters Walz zunächst mit der Prüfung der Rechnung der Stadt, sowie des ft ä bt. Elektrizitätswerkes für 19 2 7. Die Rechnung der Stadt schließt in Einnahme mit 373 539,57 Mark, in Ausgabe mit 302 567,03 Mark ab. Es verbleibt somit ein Rechnungsrest von 70 972,54 Mark. Der Rechnungsrest des Vorjahres betrug 67 034,19 Mark. Der diesjährige Rechnungsrest hat sich somit um rund 4000 Mark erhöht. Die Dermögensrechnung der Stadt schließt in Einnahme mit 246 689,41 Mk., in Ausgabe mit 243 328 Mark ab. Der sich hiernach ergebende Rechnungsrest in Höhe von 3360,45 Mark besteht in der Hauptsache aus liquidierte« Außenständen, die noch Bücherfchluß größtenteils bereits eingegangen sind. Die Gefamteinnahme des stabt- Elektrizitätswerkes beträgt 140 624,52 Mark, i bte Ausgabe 120 082,68 Mark. Es verbleibt somit ein Rechnungsrest von 20 541,84 Mark aegenüber t 18 025,43 Mark im Vorjahre. Die Versammlung genehmigt die Rechnung. — Die Hundesteuer . für bas Kalenderjahr 1 929 bleibt in ben» i selben Höhe, wie im Jahre 1928 bestehen. Hierna« i beträgt bte Steuer für den ersten Hund 12 Mark, n g e n, 13. Dez. In der Wirtschaft Weimer versammelten sich am Samstag die Sie b* zigjöhrigen des Kirchspiels Kirch berg zu einer würdigen Feier. Herr K r ö l z begrüßte in einer seindurchdachten Ansprache die Iw bilare, die sämtlich in körperlicher und geistiger Rüstigkeit das biblische Alter erreicht haben. Darauf folgte man mit großer Aufmerksamkeit dem interessanten Vortrag des Lehrers Dr. Balser, der auf Wunsch der Siebzigjährigen das Werben unb Wachsen des deutschen Volkes schilderte. Don der Frische feines Gedüchtnisfes legte Weißbinder» nieifter Heinrich Weimer eine Probe ab; in bvamntifd) beschwingtem Vortrag hörte man von ihm die während der Schulzeit gelernte Schillerballade „Die Bürgschaft-, Erinnerungsgefpräche wechselten mit gemeinsamem Gesang unb musikalischen Borträgen und hielten die Gäste bis zu später Stunde zusammen. 9 Hattenrod. 12. Dez. Der hiesige Ziegenzuchtverein hatte für Samstagabend in den Saal deS Gastwirts Dörr eingelaben, wo nach Ar "JW 1 «atm» ? bet l Regelt, Suten ^Zucht \Niet ö k , hilft, DNunt ^ilang 'Dah, wt Ute, «»♦UL Jhfej irbe am ÄoMgj D-> kl Masse. d touren 'dfäüna •deläabet Di- .bubaj X Lv. : tot oft, tVoberdei, feierte btt i oon ihr äum bti dessnt hier der Üags ttot 250 Fe. Ä kr handel -neu Waren, ui der feit« ein Paar 5 40 Mark, Men ala bü 80 Ml. Krämer« öpielsach-; nm Eärjj ißt Wer hoWta dgfifii teu kdgaiDir« SMinderai , ater den f 1203 M. Gemarkung S La/err Wn air Angabe bet jMhndirek« h an Drrk« n 4104 und i-3inbeden hrl. Durch Umstehn in i rchM t kamt die ratsache ciegszeit und lühte Schate !n begriff >afherde noch ex. toahrend ,on der Stadt it ihrer ^olst m stellenlose ki8 ihnen zur gewährt Vers in diesen lies ist mm die nutste- _ An der wn ^adherberzen' dherberge und^r-S eing^5 S-f* Ttadiv^' Äg«5 «• der d) n un ß -1 j, glatt iung ”* Hui« S; Ö Huth ?9 Mart. «’Ä »“ rtzs :tz>- •Ä 9 bJeJ*ftiefljjf M oormit« ?jt insolS« / der Sahr- konnlen nur siite wieder LslaU- ge 2ungr ^V,"6 B Iftt’ Praktische Geschenkartikel Aktenmappen, Leder, Mk. 4.50 Lederschulranzen für Mädchen von Mk 6.50 an Lederschulranzen für Knaben von Mk. 6.75 an Hosenträger von 75 Pt an Damen'Handtaschen in allen modernen Formen und Farben, sowie alle Offenbacher Lederwaren Fachmännische Niedrigste Bedienung! Preise! LederhandhmgRöhrig Gleisen, Neustadt 53 Freilose werden ausgegeben csm Ar 's Biedenkopf. plötzlich geht das Licht aus! Größte Verlegenheit! Einfache Abhilfe: X4e,6 Amp. RM. 4.6», TO Amp. RM. 1-, TS Amp. RM. 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Die tur- nerischen Dorsührungen unter Lei ung von ‘4yu- Helm Becker, sowie die musi'alisch-en Darbietungen von Mi gliedern der Gießener Mililär- Handwerk und den Mittelstand hat die hast das niedrigste Angebot die Arbeit zu 16 055 Ma.k Herstellen wollte, während das Höchstgebot sich auf 101 500 Ml., also aus mehr als das Sechsfache belief. Oaö Gutenberg-Museum bestohlen. LPD. Mainz, 12. Dez. Das Mainzer Gutenberg-Museum ist durch Dieb• stähle aus der »Pressa" schwer g'sctzdtat wordrn. Don dem Ausstellungsgut der S.adt Mainz ist dir wertvolle illustrierte DLel Karls des Kühnrn von Burgund abhanden gekommen. Die Biacl ist eine Handschrift des 15. Jahrhunderts und stell e ei.ich auße ordentlich hohen Sel- lcnhei'swert dar. Aebea diesem Stück fehlen auch einige andere Ha rdschns en, so eine Dilder- bibel aus dem Jahre 1450, ein Eva.gelium aus dem 15. Jahrhundert und ein Pergamenistuck aus dem 12. Jahrhundert. Ueirr den Derbleib dieser Handschriften ist bisher nichts zu erfahren. Preußen. Kreis Wetzlar. 00 Münchholzhausen, 12. Dez. Bei einer im hiesigen Jagdbezirk statgehabtcn Treibjagd wurden 23 Hasen und drei Füchse zur Strecke gebracht. Ab heute bis einschließlich Sonntag: Indianer an! dem Kriegsplade Ein großer Wildwestfilm von Liebe, Abenteuern und indianischer Kriegskunst in 6 spannenden Akten. Ferner: Wein eine Mumie eine Reise tut Lustspiel in 2 Akten. — Sowie: Bitte recht freundlich Lustspiel in 2 Akten. Heute leister Tag: Alt-Heidelberg Der große neue Ernst-Lubitsch-Film in 10 Akten. L d. H.: Ramon Novarro, Norma Shaerer Ab morgen bis einschließlich Sonntags ausgehängt. Gießen, den 12. November 1928. I. 2l. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsserichtsvorfteher. für den zweiten 24 Mark, für den dritten und jeden weiteren Hund 48 Mark. — Die Anwohner des Wörth sind an die Stadt herangetreten mit der Bitte, das sog. Wörther Wasser gänzlich zuzulegen. Nach den Ausführungen des Bür- germeistsrs würde die Durchführung dieses Pro- iektes mindestens 20 000 Mark Kosten verursachen. Der Stadtaorstand konnte sich, da in absehbarer Zeit noch sehr dringende Aufgaben ihrer Erledigung harren, nicht entschließen, dem Gesuch zuzu- stimmen und beschloß, die Zulegung dieses Wasier- laufes bis zu einem späteren Zeitraum zurückzu. stellen. — Für Straßenherstellungen stehen nach den Ausführungen des Bürgermeisters noch etwa 20 000 Mark zur Verfügung. Auf Vorschlag des Bürgermeisters sollen hierfür die in der Alexander-Stöpler-Straße, Schillerstraße, Goethe- straßc und teilweise auch am Nudloferweg erhöhte bekieste Fußsteige angelegt werden. Außerdem soll das Pflaster vor den Häusern in der Lindenstraße umgepflastert werden. Bürgermeister Walz teilte sodann mit. daß die Provinz im Frühjahr nächsten Jahres beabsichtige, die Lindenstraße mit einer sog. halbschwcren Decke zu belegen. Durch diese Arbeiten entstehen etwa rund 10 000 Mark Kosten. Nach den bestehenden Bestimmungen hat sich die Stadt bei Ausführung dieser Arbeiten mit 50 v. H. an den Kosten zu beteiligen. Außerdem soll durch die Provinz eine Verbesserung der Kurve in der Nähe des Dtehmarktplages vorgenommen werden. Der Stadtoorstand beschloß in beiden Fällen, sich an den Kosten wie vorgesehen zu beteiligen. Rheinhessen. Lichtspielhaus Bahnhofatrabe 34 .. Robert Garrison La Jana • ’ Betty Blrd . Harry Liedtke ........R. van Riej ........ Else Revai Ferner: Hoch zu Roh iBLÄL Sowie: Die neueste Ufa-Wochenschau Astoria-Lichtspiele schriftlichen Verhältnisse ein wenig günstiges Ergebnis gehabt. So waren die Aufwendungen für die ausgesteuerten Erwerbslosen um 4 Millionen Mark höher, als im Etat vorgesehen war. Heber 3000 ausgesteuerte Erwerbslose mußten zu Lasten des Wohlfahrtsamts unterstützt werden. Hinzu kam die ungünstige Entwicklung einer ganzen Reihe von Etatskapiteln, vor allen Dingen auch die Auswirkungen des Eingemeindungsgesetzes mit einem Fehlbetrag von 2,6 Millionen Mark. Weiter mußten infolge Lohnerhöhungen 2 Millionen Mark mehr aufgewendet werden. Der Stadtlämmerer glaubt trotzdem, daß es noch in den letzten Monaten des laufenden Finanz sah res gelingen wird, da- entstandene Defiztt wesentlich herabzumindern, so daß Steuererhöhungen im Etatsjahr 1928 vermieden werden können. Im nächsten Etatsjahr aber sei ohne Erhöhung der Steuern nicht auszukommen. Der Stadtkämmerer machte dann noch Mitteilungen über den außerordentlichen Haushalt, der aus dem Jahre 1927 mit einem Fehlbetrag von 36 Millionen Mark belastet war. Die Ber- handlungen zwecks Abdeckung durch eine QIu8- lanbanleihe konnten wegen beS bekannten Eiw» greifens der amtlichen Stellen nichtzu Ende geführt werden. 1928 ist man zur Abdeckung des Fehlbetrages gekommen durch Auflegung von 20 Millionen Mark 5prozentig«r Schahanweifungen und durch di« H^-Millionen-Dollar-Anleihe in den Vereinigten Staaten. Auch für 1926 wird damit zu rechnen sein, die Bedürfnisse des außerordentlichen Etats durch kurz- oder langfristige Anleihen abzudecken. Bei seinen Verhandlungen in Amerika und England hat Stadtrat Asch den Eindruck gewonnen, daß man dort die finanzielle Position Frankfurts sehr günstig beurteilt. Wir beehren uns, hiermit bekanntzugeben, daß wir nach dem Ableben von Herrn Eduard Weisel unsere Vertretung für Giefeen u. Umgebung in die Hände von Frau Eduard Weisel Ww. gelegt haben. - Frau Eduard Weisel Witwe wird bemüht sein, unsere werte Kundschaft jeder Zeit schnell und gut zu bedienen. könnt. — Dm Sonntag feierte inttcr aroster Teil-- | n^hme von hier und auswärts der hiesige <3 e - | milchte Chor fein 50 jähriges Bestehen. Diele Glückwünsche und Geschenke von nah und fern liefen ein, an Geld 575 Mark. Die Feier begann mittags mit Kranznirde.legtmg am Krie- gerd.nkmal. Sn den beiden Festgo.tesdiensten am Aachmiltag in der gZchmück.en und überfüllten Kirche spracb.n außer dem Or.spfa 'rer Pfarrer Gründler aus Kö .igrbrrg, Pfar.er H eider aus Dorlar und S.ad Missionar Schmidt aus Wetzlar. Der Posaunenchor und der festgebende Derein verschönten die Feier. Maiirgan. WSA. F r a n k f u r t a. M.. 12. Dez. Kvmmer- zienrat Dr.-2ng. h. c Heinrich Kleyer, der Gründer und AussichAratsvo. sitzende der Adlerwerke, wird am 13. Dezember 75 Jahre a l t. Sein Harne ist mit der Geschichte deS deutschen Fahrradbaues eng verbunden. 1880 erös nete er in Frankfurt eine Maschinen» und Delozip'dh ndlmtg. aus der sich dann die spä e- ren AdLrwerle entwickel en. Heinrich Kleyer ist trotz seines hohen Al ers noch rüstig und unermüdlich täiig. nimmt auch lebhaften Anteil an der kommun len Entwicklung Frankfurts und ist noch heute ein eifriger Förderer von Wissenschaft und Äunft. Sleuererhöh ungen in Frankfurt in Sicht WSA. Frankfurt a. OIL, 12. Dez. 2n einer Pressekonferenz machte der Frankfurter Kämmerer, Stadtrat Asch. Mitteilungen über die finanzielle Situation der Stadt Frankfurt. Während das Jahr 1927 dank seiner günstigen wirtschaftlichen Konjunktur einer. Aeberschuh von 700 000 Mk. erbrachte, hat da« Jahr 1928 mit der Verschlechterung der wirt- Frettag,denl4.Dez.l928 nachmittags 2 llhr versteigere ich im ,^öwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Sarzahlung: 1. 2 Büfetts, 2 Kredenzen, 3 Diwane, fünf Nähmaschinen, 1 Ledersessel, 3 Vertikos, 1 Fahrrad, 1 Kastenschrank, drei Sofas, 1 Hotzbadewanne, 1 Motorrad, 1 Schreibmaschine, 3 Klaviere, 1 Schreiblabenkaste, 1 Waschtisch mit Spiegelaufsah, 1 Schrank, 1 Standuhr, i Flurgarderobe, 1 Regulator, 2 Tische, 6 Stühle, 1 Chaiselongue, eine Partie Puppen und Spielwaren, 1 Bücherschrank, 1 Pferd, 2 Schweine. 10919D 2. Bestimmt: 1 elektr. Eisenbahn, eine größere Partie Puppen, verschieb. Größe, Perrücken und Lederbälge. Aohhpl Sertchtevollzieher st, Steße» yCVVt-l Vammstraße 241, 239 I Fllr fVtei aq etntteb »end emptehle Nordiee- SeetackiS, i. «u^schn. 'l>'d. 60 Nordiee Kabeljau, i. Ausscbi^ Pfd. 70 4 NordieeiSchellfiiche t. A >Sschn. Psd. 70 5) NordiroLcheUfilche kleine. Viv 50 Nordsee -Bo dbsrsob o. K. Bsd. 50 att«ng ?tlur 1 Nr. 681 = 19 qm Grabgarten süv Gietze« ».Marburg zu beleben. geschätzt auf 9050 Mark, versteigert. Es wird geiucht: Lrgantfaiorlscb verantamer, werbeläliger Die amtsgerichtirche Verfügung ist an $en mu großer Ardettvireude. der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht _ geboten: Außer feftem Zuschuß hohe Provtstonen, ausgehangt. 91680 tulrtnieüe Bedingungen für ftrantenver- Gießen, den 16. Oktober 1928. sicherung, _ _ F. A. des Hess. Amtsgerrchts Gießen. konkurrenzlose Tarife sür die Sterbegeld» L e o, Ortsgerichtsoorsteher. Bersii erung. ______ a__'----!— -------- Auw nvetnnet für General- oder Haupt» -T«** K agenten mit beneheuoer Organiiaiton. 40/28 Zuschriften erbeten unter 08710 an den Gießener An^eiaer. Am Donnerstag, drrn 10. Januar 1929, vormittag» 854 Uhr. we jen im Amts- gerichtsgebäud:, Zimmer 112, die nachstehenden, dem Johannes Schäfer 111. und Ehefrau Etifavethe geb. Kinzenbach in Gießen zugefchriebenen Grundstücke: Fl. 1 N-. 472/i« = 935 qm Hofrette Bleich- straße 6, geschätzt auf 68 179 Mark, Fl. 1 Nr. 47*/io - 559 qm Grabgarten, geschätzt aus 5072 Mark, Fl. 1 Nr. 47®/io - 314 qm Grasgarten, ge- sd)ötzt aus 1884 Mark, Fl. 38 Nr. 172 = 2612 qm Acker hinter der Pulvermühle, geschäU auf 5224 Mark, zum Zwecke der Auseinandersetzung versteigert. 100320 । Die amtsgerichttiche Verfügung ist an der Ortstafel BerHstraße 20 zur Einsicht -U?.. Können Sie ein Geheimnis für sich behalten? Der Mensch freut sich am meisten über ein Geschenk, wenn demselben gelegentlich ein Wunsch vorausging und dann die Erfüllung des Wunsches unerwartet auf dem Weihnachtstische steht. Machen Sie aus Ihren Weihnachtsvorbereitungen ein Geheimnis und Sie werden doppelte Freude bereiten. 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A ©rilnlxn Ehepaar bah der gen W waren t lutwnär torbttiei Glanz 1 deni wa Das Pr enthalt wir der von den er sei d und den erfamtf Sorgfalt gcßotl Halte ni- tem geH bti San kön?/' reich und Dvurbon. 3m Inse S ,0 datz r Mflibt, u der G« täW\ (Sonan ' Qn d dch^b^ -u fein. 1 war«« aber der • sein 3ußi Kinberfta kannten U Äaundors sich wühl sranzosts« erstrebte um b« * einmal < die würben her .^1 fik» ttrbebe 20 Forts Mit r. ?eib um in ~~ dam ohne n Mari geh:n, Flüsse 'er den auilchlul ders flf HL P tvoh IW bön dv. Us?0 Mitt e $ eine, ?°ter t M k Donnerstag, 13. Dezember 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderb.^en) Nr. 293 Drittes Blatt Schöffengericht Gießen Hofrat Ringler drückte feilten Gast in liebend* würdigster Weife auf bad Keine Gobettnsofa schäften und Helfer zu wirklichen Gemeinden. Pfarrer zur Nie den (Hutzdorss dankte im 01 amen der Versammelten und unterstrich besonders die Ausführungen vom Wirken Gottes rn unserer Zeit, Gebet und Opfertet Uigfcbt. Ermuntert wurde zur Beteiligung an Dibelstunden, die helfen einen Kreis engere Gemeinschaft zu bilden zur Rückenstärkung der DolkSmission. richt keinen Anlaß fand, t>on der Beurteilung durch das Finanzamt abzuweichen. Das Urteil lautete auf die gleichen ©trafen, außerdem wurde auf Verbsfentlichung erkannt. Das Geheimnis des Temple Oer Roman eines königlichen Kaspar Hauser. Kirche und Schule. Volksmission. X Die Hess ischeVolksmission hatte zum Dienstag in den Saal der Herberte zur Haimat etngeladen zu einem Vortrag von Direktor R ö h* richt (Darmstadt): »Die Hilfe der Volk S- mifflon bei der Gern ein beb lldung". Der Redner sagte u. a: Nachdem die Kirche vom Staate sreiqcwvrden ist. ist lange Zeit durchgeschlepptes Christentum in Kirchenfeindfchaft um- grschlagen. Die Seelsorge ist vielfach vom Pfarrer auf den Arzt übetgegangen. Dazu w'rd die Kirche noch immer für den Schildträger des Kapitalismus gehalten. Das äusteoe kirchliche Leben beruhigt noch viele, darf aber nicht über das Fehlen der wirklichen Gemeinde hinwegtäuschen. Hoffnungslosigkeit ist nicht angebracht, wo man weist, dah auch heute Gottes Stunde schlägt. 'Die Volksmission ist nW ein Mittel, die Entfremdeten für die Kirche imd das Christentum wrederzuge- toinnat, sondern sie erreicht diese höchstens indirekt durch die mit der Kirche noch in Ver- bindung stehenden. Gin« VollSmis'tonSwoche kann solche, die mit Ernst Christen sein Wien, schulen zum Svangelistendienst im Kleinen. Die gibtS unter der Jugend, wie unter den Erwachsenen. Als Gemeindekerne können sie In her Gemeinde fruchtbar werden. Die Vollsmission darf nicht nur predigen, sondern muh Gemeinschaftspflege werden So muh sie immer mehr xu einer dauernden Arbeit werden. Der geeignete Boden wäre der Landesverein für Innere Mission. Ein Zwang für innerlich nicht zum Mittun bereit Gemeinden wäre zu verwerfen. Ohne ernstlich betriebene Nacharbeit hat keine Dolksmission Erfolg. DaS Begehren nach Gemeinschaft soll sie erfüllen. Diese Gesinnunggemeinschaft um Gottes Wort soll kein neuer Verein sein; Satzungen und Beiträge braucht sie nicht, aber Mitarbeiter, in * Gießen, 12. Dez. Ein Dienstmädchen trt Bad-Rauheim hat von einer dort wohnenden Frau einen Eingriff vornehmen lassen. Es erhielt eine Gefängnisstrafe von drei Monaten, die Mitangeklagte wegen Lohnab-- treib ung — sie hatte sich 50 Mk. bezahlen lassen und gab zu, auch in anderen Fällen, dte sie nicht näher bezeichnen wollte, geien Entgelt tätig gewesen zu fein — neun Monate Gefängnis. Sine Frau aus dem Vogelsberg, die das Mädchen an die Täterin verwiesen hatte, erhielt lL u t ___________ ... wegen Beihilfe drei Monate Gefängnis, bi her Brudecaedanke lebendig ist. Sie geben Ein Viehhändler au« TreiS an der Lumda die wertvollsten Glieder der kirchlichen Körper- hatte gegen zwei Steuerbe cheide des Fi- ' * " ' “■" " 1 nanzamtes Giesten auf gerichtliche Entscheidung angetragen. Wegen Umsatz- und Einkommen steuerhinierziehung hatte erGeld- strafen von 850 und 525 Mark erhalten. Die Beträge beruhten auf Schätzung, da er dis erforderlichen Bücher teile nicht geführt, teils sie, als die Sache aufkam, vernichtet hatte. Seinem Antrag, die Sache an den ReichSfinanzhos zu verweisen, wurde nicht stattgegeben, da das Ge- Briefe. Sine überwältigende Wasie imbekannter, kostbarer Literatur ist hier verarbeitet und zu einem übersichtlichen Bilde gestaltet worden. Raundorsf ist gestorben. Gerade in dem Augen, blick, da ein Vertrag mit der niederländischen 'Regierung über seine KriogSerfindungen die materiellen Sorgen von ihm und den Seinen gebannt hatte. 3n den Äachschlageteerken steht er immer noch als Betrüger verzeichnet. Aber feine Söhne und Enkel haben den Kampf um ihre Anerkennung niemals aufgegeben. Von England und Holland ist er als Ludwig XVII. anerkannt worden, und Offiziere der holländischen Armee tragen heute mit verbrieftem Recht seinen Hamen. Zahlreiche Bilder und Dokumente sind dem Buch beigegeben. Auch die letzten Sprossen des Hauses Aaundorss tragen, wie ihr Ahnherr, der preußische Uhrmacher, Ne unverkennbaren Züge der Bourbonen. Fel ist Pan ton. „Ich habe ihn fallen lassen!" „Ola - Mizzerl!" „3aI“ schrie sie aufweinend hinaus. _Js ja gar net möglich daß d das fertigbracht hast!" wimmerte Leopold. „Letzt, wo er kein Wenschn mehr hat als dich! - Wagst dir 'n an- fd>ami, wann f ihn bringen, mit einer Kugl durch dcn Kopf? — Oder wann s 'ihn Lus dem Wasser ziehn, well das noch billiger is? — Soll ich .ihm nachlaufn? — Sag doch, Mizzerl. — Ich hol 'n noch ein!" Ihr Körper wurde vom Weinen hin und her geworfen. „Schick ihm meine ganze Mitgift, dah er sich eine Existenz gründen kann. Wenn's nicht reicht, verkaufst du meinen, Schmuck und was mir sonst noch alles gehört. Ich will nicht schuld sein an feinem Tod!" .Mizzerl. was redst denn! — Dem Joachim Geld schickn! Jetzt! — Der Hütt deine Liab braucht und ein Plätzeri, wo er sich hält können hinflüchten In seiner grohen Rot, und einen Menschen, der ganz zu ihm ghört Hütt. bei Tag und Aacht! — Das hätt ihn wieder aufgricht! — Aber dein Geld!" Er lachte verächt'ich hinaus. „Jetzt is nix mehr zu ändern! Bleibt nur zum hosien, dah dich net reut!“ „Wein Geld nimmt jeder!" weinte sie in Angst und Trotz. . »Du hast recht! Fragt sich grab, was d dir für einen damit kaufst. Ich hab noch im Geschäft zu tuni ‘On einer Stund bin ich wieder zrück!" Ohne sie wie sonst zu küssen, ging er aus dem Zimmer. Sie horte ihn draußen eine Welle eindringlich mit Franz, dem Dienet, sprechen, dann blieb es still. Die Rachmittagssonne rann unablä.fig über die hohen Spiegelscheiben. Aus der Stukkatur der Decke erschienen die Schattenbilder des ununterbrochen flutenden lebens, das drunten in der Mariahilferstrahe vorüber "'astet.': Fuhgänger, Autos, Trambahnen und Droschken Der Lärm drang dumpf verworren zu ihr herauf. Die Augen brannten und der Kopf schmerzte sie, so hämmeHe das Gewissen in ihr. .Fallen hat sie ihn taffen am Tage seiner größten Rot!" Sie sprang auf und schrie feinen Äamen in den Raum. < Stockheim. 11. Dez. Dieser Tage fand hier Ne L e h rer konf e ren z des Kreises Büdingen statt. Am Dormtttag bl.lt Lehrer Hermersdors aus Offenbach einen sehr ein- gehenden Vortrag, verbunden mit Schriftproben, über die sogenannte »Offenbacher Schrift" (Dr. Koch). Der Vortrag löste eine lebhafte Aus- spräche aus, wobei es sich besonders über das Derhäl nis ter beiden „Schrif en", der „6üttei> lin-" uiib der ^Offenbacher Schrift" zueinander drehte. Beide wurden von den verschsid"nsten Seiten aus beleuch et, tootel man ans praktischen Gründen mehr die „Sütterlinschrsit" befürwortete weil diese älter und auch bereits in Preußen im Gebrauch? sei. Arn Rachmillag fand die Äon- fer nz ih e For setzu g verbunden mit der Tagung der heimatkundlichen Vereinigung des Kreises Büdingen, beide unter Geltung von Schulrat G ö ck e L Zunächst hielt Gtzm- seines Empfangszimmers und setzte sich dann neben ihn. Es tut mir unendlich leid, verehrtet: Herr Rich Hofen. aber Kollege Fehmann ist feit vier Tagen in der Schweiz. — Eine Bem? Hochzeitsreise, wenn auch ein bihchrn verspätet." Er lach« tc zwischenhin in, ,Aber ter Äalzge hat's wirklich gebraucht und die k eine Frau auch. Sie glauben gar nicht, wie diese beiden jungen Leutchen mich alten, einfamen Wann verwöhnen. So viel Liebe habe ich in meinem ganzen Leben nicht gen offen, womit ich fetzt überschüttet werden Ich bitte gar nicht gedacht, dah e3 so dankbare Menschen gibt." „Die Adres e meines Freundes wissen Sie nicht, Herr Hofrat?" „Mein Gott, der ist freute da und morgen dort. Einen Augenblick!" Er trat an seinen Schreibtisch und kramte in seinen Papieren. Die erst« Karte war von Zürich. Er reii>'.e sie tem Gaste hinüber und drückte dann auf den Knopf einer Klingel, worauf ein alte3 Fattotum erschien. »Sehen Sie einmal nach, Felix, was uns die Post gebracht hat!" Ain'er den Zeitungen, die der Alle gleich darauf hereinbrachte, steckte eine Karle. „211x3 Lugano, lieber Richthofen! Er ist asio schon ziemlich weit südwärts. Hüter Sie den Kollegen dringend benötigt? Wenn Sie mit mir vorlieb nehmen wollen? Ich habe die Verlrrtung!" Richkhofen stand auf und ftrei te seine Lederhandschuhe platt. „Es handelt sich nicht um einen Kranken, für den ich den Lehmann gebraucht hätte — oder doch —, vielleicht hätte ich sogar sagen sollen, für einen Schwerkranken. Der junge Hettingen — Sie kennen ihn eh, Herr Hofrat —» her Joachim, ist drauf und dran, Schluß za machn mit sich selber. Ich hab jetzt grab eine Stund lang auf ihn hineingredt. Es hilft nix. ^Es hat keinen Zweck mehr." sagt er. Ich bat vielleicht die rechtn Wort nicht gfunbm Aber der Feßmann, der hätt's fönnem Der hat ja auch schon trübe Tag g ehn, da kann man dann leichter das Richtige treffen." °Es ist entseh'ich, die'es Unglück im Hause Hettingen!" sagte ter Ho>rat. „Cßknn Ei? meinen, stelle ich dem lungen Baron gerne mein Haus zur Verfügung. Der Kollege ist sicher eütoerfianbm.* (Ffttsetzung folgt) Jnuner, wenn ein königlicher Geschlecht unter wirren llmftänten zugrunde geht, melden sich Rachzügler: Die Romanows fielen unter den Händen der Revolution, und hie rätselhafte Groß- fürftin Anastasia tauchte auf. Die Geschichte erfinhet hte spannendsten und rätselvollsten Romane, vor der Eindringlichkeit der Tatsachen verblatzt die erhitzte Phantasie der Schriftsteller. Hans Roger Wadol schreibt ein Buch „Der Schattenköni g"e) er überliefert Geschichte, er prüft affte Dokumente, holt aus einer kostbaren und verschollenen Literatur wesenttiches anS Licht, er hat das Glück, unbekannte Materialien zu entdecken, die er nun in sein Thema verarbeiten farm, auf etwa zwanzig Heiken gibt er allerlei Rachweise und Belege, so dah kaum ein Satz dieses Bandes „unbelegt*' bleibt, und doch lieft sich diese Geschichte aus der Geschichte romanhafter, spannungsvoller, rätselhafter als eine Sherlock-Holmes-Spisode von ftonan Doyle. Denn hier redet daS Leben. In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfdjien der Uhrmacher Karl Wilhelm Aaundor ff au« Preußen tn Paris und behauptete, der Sohn jenes Ludwigs XV!. zu fein, her bekanntlich am 17. Januar 1792 in Paris durch die Guillotine hingerichtet worden war. Er selbst aber, dieser llhrmacher OtaunZtorif, der Dauphin fein wollte, war doch schon 1795 als zehnjähriger Knabe im Temple, in dem die königliche Familie damals gefangen geh allen worden war, geft otben? War sein Ende nicht ut tun blieb belegt, war er nöcht ordentlich begraben worden? Hatte nicht die Well von den entsetzlichen Wärtern gehört, unter denen der zarte Dauphin bei dem rohen Schuster Simon und seiner megärenhasien Frau gelitten hatte? Run kam plötzlich der Uhrmacher Raundorff aus Preußen daher, behauptete, der älteste Sohn Ludwtgs XVI. zu sein, un Beginn seines Pariser Ausentha-ltS war er der französischen Sprache kaum mächtig — aber der Hofstaat des letzten französischen Königs, sein Justizminister und fein Geheimsekretär, die Kinderfrau des Dauphins, die ncd> lebte, ev- fannten ihn sämtlich an; in Jules Favre sand Raundorff den leidenschaftlichsten Verteidiger, der sich mühte, die Sache seines Schützlings vor ein französisches Gericht zu bringen. Denn weiter erstrebte der Ausgetauchte ni-dyt#, er rang nur um hie Anerkennung seines Ramens — aber nicht einmal ein Gericht konnte er in Frankreich finden, die Regierung wich ihm ängstlich aus, viermal wurden Attentate gegen ihn verübt, und die beschlagnahmten 202 Dokumente, mit denen Raundorfs feine legitime Herkunft beweisen wollte, hat er niemals wieder gesehen. Lieber seinem Grabe zu 'Delft ist ein Stein errichtet: Hier ruht Ludwig XVII., König von Frankreich und Ravarra, geboren in Versailles den 27. März 1785, gestorben in Delft den 10. August 1845. Aus dem Buche Madols ersteht nun sein Leben. Es ist eine Legende, die aus durchsichtigen Gründen verbreitet wurde, dah jenes berüchtigte Ehepaar Simon unendlich brutal gewesen und hab der Dauphin sozusagen unter seinen Schlä- gen seinen Geist aufgegeben habe. Die SimonS waren recht gutmütige Leute, die sich sehr revolutionär gebärdeten, weil es die Umstände erforderten, im Innern aber immer noch an dem Glanz des königlichen Hauses hingen. Außer- hem waren sie nur ganz kurze Zeit die Wärter. Das Protokoll über den Tod des Dauphin aber enthält folgende merkwürdige Sähe: . haben wir den toten Körper eines Knaben gefunden, von dem uns die Kommissare gesagt (1) haben, 5c BereichLrung unserer Heimatkunde die Ersor- schuivg der Flurnamen gib Sein Vor rag sand reichn Beifall, ebenso der Vortrag des nach- solgendm Redners, des Pfarrers Wolf von Ranstadt, der über das Thema fpr,nch: „Wrc treibt nun O.tsgeschichie?" Zur Ei leitung stell c er als Grundsatz auf, dah die OrtsgefchiHte mit derselben We hohe und der gleichen Fragestellung zu arbeiten habe, wie übsrhaup; die moderne Geschich's'o.schung, soll ein Prak sicher Wert entspringen. Rich! darf man sich wie es die ältere Grschich schreibung getan, damit begnügen, unter Aneinanderreihung der einzelnen Ereignisse zu wissen, was haben unsere Dä^r erlebt, sondern es gilt, dis inneren Zusammenhänge^ ^u gewinnen und zu fragen: Unter welchen Verhältnissen Pott.sicher, kul'ureller, wirtschaftsicher, fo- xialec und geiftigtr Art haben unsere Väter ge-» lebt. Er empfahl mit der Erforschung der Slur«* namen zu beginnen, die uns zum Teil in die vorgeschtchtliche Zeit weisen, dann auf bk geschichtliche Zeit überzugeh n. die »Herren" der Dörfer festzustellrn, dann die Anlage des Dorfs von. ältesten Zeiten her, Ortsstvasten, alle Häuser, Befestigungen, Stadttore, Grabsteine ufta, । sod:nn die Verwaltung des Dorfes (Schul h.-ih. I Schöffengericht usw.). das Ve.hältnis zur Herrschaft (Bede, Zehm eir, Fronden ufte.). Auswan- berung, Kriege, Völls künde u. . Fuchs, Waggonfabriken, A. - G., Heidelberg. Die Verwaltung berichtet, laut- „Deuer Mannheimer Zeitung", daß die erste Hälfte des Geschäftsjahres einen normalen Verlauf nahm, daß aber dann unerwartet die von der Reichsbahn angeordnete Streckung der Auf- trage kam, die in Verbindung mit dem fast völligen Ausbleiben weiterer Bestellungen geradezu katastrophal auf die Fabrikation eingewirkt habe. Die Produktion mutzte eingeschränkt und ein Teil der Belegschaft entlassen werden. Der Bericht bezeichnet die Reichsbahnquote im Verhältnis zur Leistungsfähigleit des Werkes als zu gering. Rebenfabrikationen. die mangels Aufträgen angenommen werden mußten, hätten nur Verluste gebracht. Der Detriebsüber- schutz wird per 30. Juni mit 1 108 014 Mk. (773 959 Mk. L V.) ausgewiesen. Allgemeine Unkosten beanspruchten 1 128 196 Mk. (L V. 1 169 778 Mark). Für Abschreibungen waren 103 020 Mk. (146 728) erforderlich, so dah sich wiederum ein Verlust von 166 910 Mk. (198 840) ergibt, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. • Kaliwerk Krügershall A.-G. In der auherordentlichen Genera.versammlung der Kaliwerk Krügershall A.-G. wurde die Erhöhung des Aktie, kapitals um 91 Millionen Mark und die im Zufarnrnenhang damit stehenden Satzungsänderungen mit rund 350 000 gegen 30 Stimmen genehmigt. Dachdem der Vorsitzende Dr. Korte diese Erhöhung mit einigen Worten begründet hatte, betonte er besonders, dah der Trustgeltanke, der nach feiner älebergeugung immer noch die beste Form für die Ka.iindustrie sei, bisher nicht recht Wurzel fassen konnte. Reben der Notwendigkeit zur Beschaffung neuer Mittel für die Umstellung sei für die Absicht der Kapi- talerhöhung maßgebend gewesen, dah sämlliche Schulten der einzelnen Werke abzudecken seien. Darüber hinaus seien weitere Mittel zu schaffen, um sich besonders dem kalichemischen Gebiete zuwenden zu können. Eingehende Berechnungen über die Gewinnausstchten hätten ergeben, dah selbst bei erheblichem Rückgang des Absatzes immer noch 10 Prozent Gewinn auf das Kapital erzielt werden könne, bei unveränderter Geschäftslage dagegen wesentlich mehr. • Sanierung der Eisen werke Gaggenau. Die Sanierung der Eisenwerke Gag- genau ist in der Weise geplant, dah versucht werden soll, eine Anleihe von zwei Millionen Mark bei der Badischen Girozentrale gegen Bürgschaft der betroffenen Gemeinden aufzunehmen. Die Verwaltung beruft eine neue außerordentliche Hauptversammlung auf den 29. Dezember, die zunächst der Herabsetzung des Stammkapitals von 4,8 auf 0.6 Millionen Mark durch Zusammenlegung im Verhältnis 8:1, sowie des Dorzugskapitals von 40 000 auf 20 000 Mk. im Verhältnis 2:1 und Herabsetzung des Vorzugsstimmrechts auf das Fünffache zustimmen und anschließend über Wiedererhöhung des herabgesetzten Kapitals um bis 3,4 Millionen Mark unter noch nicht genannten Bedingungen entscheiden soll. Frankfurter Börse. F r a n f f u r t a. M., 13. Dez. Tendenz schwächer. Zu Beginn der heutigen Börse machte sich wieder große Unsicherheit und Zurückhaltung bemerkbar, da die Börse von ungünstig lautenden Meldungen nachteilig beeinflußt wurde. Vor allem drückten der unregelmäßige Verlaus der gestrigen Neuyorker Börse und der wieder angespanntere Geldmarkt des hiesigen Platzes stark auf die Stimmung. Auch die unklare Lage in Lugano und das Ansteigen der Arbeitslosigkeit int Reiche blieben nicht ohne Wirkung. Das Fehlen der Auslandorders und der Bankkundschaft, die sich infolge der unsicheren Lage vollkommen vom Geschäft fernhielt, hatten einen geschäftshemmenden Einfluß zur Folge. Die Spekulation schritt in verstärktem Maße zu Abgaben, und das herauskommende Material fand nur bei Verlusten bis zu 3 v. H. Aufnahme. Die allgemeine Tendenz war schwach, das Geschäft bewegte sich in engstem Rahmen. Besonders stark angeboten waren von Elektrowerten Siemens mit minus 4 v.H. und Schuckert mit minus 3 v. H. Auch Farben er» öffneten 2,25 v. H. niedriger. Montanwerte fast ohne Umsatz. Am Dankenmarkt bestand für Discontogesell- schäft bei etwas gebessertem Kurse einiges Interesse. Die übrigen Bankwerte waren angeboten, doch gingen die Kursverluste kaum über 1 o. H. hinaus. Schiffahrtswerte bis 2,25 v. H. niebriaer. Am Auto» markt waren Daimler vernachlässigt. ASU. dagegen erneut 1 o. H. gefragt. In Reaktion der letzllägigen Steigerung waren Deittsche Linoleum angeboten und 3,25 v. H. niedriger. Gut behauptet waren Süddeutsche Zucker und Scheideanstatt. Die Rentenmärkte lagen still. Nur Deutsche Anleihen ohne Option konnten einiges Interesse auf sich lenken. Anatolier an- geboten und wieder schwächer. Im Verlaufe schritt die Spekulation, veranlaßt durch Eintreffen einiger Orders von außen her, zu Deckunaen, so daß sich das Kursnioeau allgemein etwas bessern konnte. Auch wurde die Stimmung zuversichtlicher, da die Börse von neueren Meldungen aus Lugano günstig beeinflußt wurde. Die Tendenz nahm ein freundlicheres Aussehen an. Verstärktes Interesse bestand am Elektromarkt für Schuckert mit plus 3 o. H. Auch die übrigen Elektrowerte konnten daraufhin anziehen. Sonst blieb im allgemeinen das Geschäft klein. Am Geldmartt war Tagesgeld zu 7 v. S). unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1953, gegen Pfund 20,354, London gegen Kabel 4,8518, gegen Paris 124,15, gegen Mailand 92,64, gegen Madrid 29,98, gegen Holland 12,0760. Berliner Börse. Berlin, 13. Dez. Das Angebot, das plötzlich im gestrigen SpLtnachmittagsvrrlehr hervorlrat, wurde mit der Möglichkeit einer Erhöhung der Diskontrate der Bank von England in der heutigen Sitzung begründet. Rührung fanden diese Gerüchte durch die weiteren größeren Geldkäufe Deutschlands, die aber größtenteils mit afrikanischem Golde befriedigt wunden. Auch von Amerika waren Rachrichten eingetroffen, die von einer eventuellen Diskont-« erhöhung der Federal Reserve-Banken sprachen, und die älnregelmatzigkeit in der Tendenzgesta5- tung der Reuyorker E.fektenbörfe wurde als Beweis dafür genommen, dah die Geldverhältnisse auch drüben noch sehr unsichere seien. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend, lagen die ersten offiziellen Rotierungen meist um mehrere Prozent gedrückt. Die Interessenlvsig- keit außenstehender Kreise verstimmt und hemmte die Unternehmungslust der Spekulation. Das Ausland war ebenfalls nur mähig vertreten und beschränkte sich mit seinen Aufträgen auf wenige Werte. Während die Rebenmärkte Verluste von 1 bis 2 Pvozent au'zuwersen hatten, lagen die schwereren Papiere bis zu 5 Prozent gedrückt. Darüber hinaus verloren Salzdetfurth 6,25 Prozent und Polyphon 11 Proz. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer behauptet. Anatolier eher schwächer. Der Pfandbrieftnarkb war vollkommen geschäftslos. Der Geldmarkt war etwas angespannter. Lagesgeld 6 L(s 8 Prozent, Monatsgeld mit 9 bis 9,5 Prozent gesucht, Wa.enwechsel etwa 7 Prozent. 3m Verlaufe tränen allgemein kleine Erholungen ein, die die An.angsverluste aber bei weitem nicht aufwogen. Das Geschäft war nur in wenigen Papieren etwas lebhafter und trug auch weiterhin einen sehr stillen Charakter. Die Ansichten, inwieweit mit eienr Diskonterhöhung in England zu rechnen sei, gingen stark auseinander. Da aber im Verlause einige Orders eintrafen, konnte sich die freundlichere Stimmung erhallen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 13. Dez. Der Frankfurter Produklenmarkt verkehrte heute in ruhiger Haltung. Die schwächeren Auslandnotierungen drückten auf die Stimmung, so dah Umsätze kaum zustande tarnen. Das Angebot in Inlandware war unverändert ziemlich groß, dem aber nur in geringem Maße Nachfrage gegenüberstand. Das Mehlgefchäft zeigte infolge der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage eine kleine Belebung. Es wurden notiert: Weizen 22.60, Roggen 22, Sommergerste für Drauzwecke 22.75 bis 24, Hafer, inländischer, 22.75 bis 23.25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22.25, Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 32.50 bis 33, Roggenmehl 29.25 bis 30, Weizenkleie 13.75 bis 13.85, Rvggenlleie 14.25. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M_, 13. Dez. Austrieb: 1521 Kälber, 736 Schafe, 593 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 70 bis 75 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 69; geringe Kälber 58 bis 64. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 45 bis 50; mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Scha e 40 bis 44; fleischiges Schafvieh 30 bis 39. — Schweine: Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76; von etwa 200 bis 240 Pfund 74 bis 77; von etwa 160 bis 200 Pfund 74 bis 78 Mk. — Markt- b erlauf: Schweine schleppend, auSverkauft. Kälber und Schafe rege, geräumt. Rundftmkprogramm. Samstag, 15. Dezember. 6.30: Morgengymnastik. 12.45 bis 13.15: Schulfunk. 13.15 bis 14.15: Mittagskvnzert des Rundfunkorchesters. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundiunkorchesters: Romantische Opern. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Viertelstunde der Deuischen Reichspost: „lieber den Weihnachtspäckchenverfehr". 18.45 bis 19.15: Briefkasten. 19.15 bis 19.45: Esperantvunterricht. 19.45 bis 20.15: Stunde des Frank.urter Bundes für Volksbildung: „Der israelitische Friedhof am Dörneplatz als Kul ur- und Kunstdenkmal , Vortrag von Prof. Dr. Hülsen. 23.15: Bunter Abend. Anschließend bis 0.30: Don Berlin: Tanzmusik. Büchertisch. — Gudrun: Stolz und Treue. Von Alma Johanna König. 152 S. mit 4 zweifarbigen Bildern. Gzlw 6 Mk. Franckhfche Verlagshandlung, Stuttgart. (643) — Ohne den überlieferten Inhall irgendwie zu ändern,' hat die Verfasserin Zne fernen Schemen und Gestalten der Sage zu Menschen umgowandell, die uns nahestehen. Aufoau und Handlung sind von dramatischer Spannung. Die Sprache ist schlicht, aber schwingend. — Wi r spielen Eisenbahn. Ein Eisen- bahnbuch für Jungen. Don Hanns Günther. 192 S. mit zahlreichen Abbildungen und Dau- skizzen. Gzlw. 6,50 Mk. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. (644) — Gunther hat, wie er im Vorwort seines Buches sagt, die Herstellung mit fernen Buben gründlich ausprobiert. Aus dieser Erfahrung heraus ist das vorliegende Buch entstanden, lind nun können es die jungen, gu- fünftigen Besitzer von Modelleisenbahnen auch ohne große Kosten, nur mit der Hände Arbeit, nachbauen. Der Verfasser hat's ihnen leicht gemacht. — Clara Schelper: Sporthansi. Ein Tennis-Roman für junge Mädchen. Kleinoktav. 245 Seiten. Wit Buchschmuck von Albert Elser. Ganzleinen mit farbigem Schutzumschlag 5 Mk. Levy & Müller, Stuttgart. (546) — Eur Buch, wie es sich die für Dem Sport schwärmender Mädchen heute wünschen, mit leuchtenden Augen werden sie den Ausstieg der Hansi Hardenberg zur Triumphe feiernden Tennismeisterin verfolgen. Kirchliche Nachrichten. IsraelUische Rellglonsgesellschaft. Sabbatfeier den 15. Dezember. Freitag abend 4 Uhr; Samstag vor» mittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.15. Wochenqottesdienst morgens 7.10, abends 4 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 15. Dezember. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9; abends 4.35 und 5.15 Uhr. Letzte Nachrichten. Mord oder Totschlag in der Frankfurter Altstadt? Frankfurt a. M., 13. Dez. (Täl. Drahtbericht.) Am Mittwoch nachmittag gegen 6 ttlhr wurde in einem Hi rterhaus der Drönnerstraße 6 der 48jährige Straßenhändler Jakob Both In seinem Bett in ei ter Blutlache t o t ausaefundrn. Da man einen Mord vermutete, wurde sofort die Mordkommission des Frankfurter Polizeipräsidiums alarmiert, die folgendes seststellte: Aller Wahrscheinlichkeit nach banbeit es sich um keinen Word, sondern Both ist an den Folgen einer Verletzung, die auf ci ten Sturz ober eine Schlägerei zurückzuführen ist, gestorben. Die Kleidung des Both lag, als ihn fei i Verrnie.er gegen 6 ttlhr nachmittags in eiter Blutlache vorsand, am Fußende des Bettes und war mit feinem Blut besudelt. Auch auf Grund dieser Feststellung muß Both die Verletzungen in sei ten Kleidern erhalten haben und schon mit der Verletzung nach Hause gekommen sein. Von Zeugen wurde beruhtet, daß er, als er nach Hause kam, in sehr betrunkenem Zustande fianbalierte, dah er sich später aber beruhigte. Danach kann mit aller Wahrfchttnli hkeit a tgenommen werden, daß Doch sich in sciter Trunkenheit ins Bett legte und dabei verblutete. Rach An- Eunft der Mo.dtommission und des Geftch'sarz'es wurde an der linken Kopfseite des Doch cite 3 Zentimeter lange Wunde festgestellt. Doch, der voit seiner Familie getrennt lebte, hatte seine Barmittel vollkommen verbraucht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die binter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSsuh 8 Prozent. Jrraukfurt a. M Berlin Schluß-! Ätire | 1-Uhr- flnrs Sch u(j- Äurs Ln,ang flute Datum 13 12. 13. 12. | 12 13 13 12. 1% Dr eddxonlfily o 1027 Di. Lol. Äblös.-Schun nrt! Lu» «17.25 - “7.5 — lm.-Rkchlcn 52,7 52,9 '2.8 52,8 Dtifll ohne Lullos.-Rechte fr ran ft Hyv.-Bt Snlbyt. m- 14.45 — 14,4 14,4 kündbar bti 1932 *H% «helntkbf Hdv.-Ban! 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Roeder ...... 10 Böig, » Hakst« ...... 8 Südd. Zucker . ....... 8 Boni 139.. 408.75 84 18.7 70 117,5 15 88 123 28 105 125 212 156.25 notett i $ , , y y * < 1 1 i । 1 < i । I i l l l i - iLi iI ! i I ( i r t b. । I40,o 137.^ 27.75 288.1- 550 147 a 280 208 132 120.75 84.75 47 89,9 247 55.7 102 194.25 20,15 69 ll7.2o 88 '38.5 24 35 105 205 155,1- iä7 326.75 ■286.5 >51 442 178.2-5 130.5 216 5 83 SO 244.5 56.5 100.5 292 139 - Berlin. 1 i De-.emdcr Lwerikantlche 91etr»..... Belgrsche Voten ....... Dänische Koten ...... Brre> 4,175 58.18 111,63 37T35 58,42 112,07 1 41.572 Lattiche 20.202 Berlin. 12 Deremver (»elh Bnes französische Vioun ... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten..... Tentlch-Oesterr, 5100 Shcmtn Äomänftche Roten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ....... Svaoitchc Noten..... . Tschcchoilowattsche Roten . . Ungarische Roten Devisenmarkt Berltn- Telegraphilche I6,:t6 168.03 21,92 111.58 58.84 2,53 111.83 80,&> 67.61 12.391 73.91 —Krank' rt Auszahl 16,41 108,71 21.00 112.02 »9,(18 2,55 112.27 80,97 7.80 12,451 73.81 a . m. u n g. 13 Dezemtur 13 Dezemb r Amtliche 'Non runa Ärmliche Nokteruna (Selb Briet Gelb Brie, Ämft.» Nolt ' 168,35 168,69 168,33 168.67 1,7'4 1.768 1.762 i.<66 Bris^Äntw J8.255 58,b<5 o8.27 58. »9 111.77 111,W 111.74 111.96 fiöixnbflften 111,88 112,10 111.88 112.10 ßtödbota 112,07 112,29 112. .0 IU.:,3 fietfinaiort. 10.54 10,5t 10..>43 10.u<2 Italien - . 21,950 21.99o 21,95 21,99 London. . . 2u.o34 2ü.u<4 3U,dd3 20,.>75 Network . . 1.1910 4,19-.- 4.1915 4,1995 Tort4 ... l>,»7 16. H lo.ü7 la.44 Schwetz . . >0.72 80,88 50.735 10.895 Svauten - ^•81 67. to ■8.03 »8.16 glwan 1.918 1,92,~ 1.922 1.926 Nio de Am. -.4085 >.5OOo '.4075 0.4995 Bien tn D-» Ceft abaett ■>5,975 59,095 ■».985 •>9.115 Prao 12,421 12,441 12.423 12.445 Belsrod . 7.808 (,u82 '.374 7.387 Budaorft. <3,l6 • 3.20 73.07 73.21 Bnl arten ,026 ^,0.2 '.025 >.0 1 Lissabon 18.48 18.52 18.26 18.30 Danpg . 61 29 -1,45 81.30 81.46 ffonttaHtie. 2,074 -.078 Alben 5.425 5,43o •>,425 6.435 Lanada 1.181 4.189 1.183 4.191 llrn aen . 4.28b 4.294 4.286 4.294 Ur» . . . -0.856 iO.896 4.86 20.60