amtalfmt von Hnjetgett für die Tagesnammer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrist 20°/n mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot. für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den An- zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen ..... «r.268 Erstes Blaff 178. Zahrgang Dienstag, 13. November 1928 Lrfchetni ragt, Da das ©ort zu weiteren Ausführungen von beiden Patteien nicht mehr gewünscht wurde, schloß der Vorsitzende die Beweisaufnahme, und das Gericht zog sich zur Beratung zurück. Nach eineinhalbstün- diger Beratung wurde vom Arbeitsgericht folgender Spruch verkündet: „Ls wird festgestellt, daß ein Tarifvertrag auf Grund de» für verbindlich erklärten Schiedsspruchs vom 30. Oktober 1928 nicht besteht. Die kosten des Rechtsstreites haben die Beklagten zu tragen. Der Wert des Streitobjektes wird mit einer 2TI i lli o n Reichsmark anerkannt. Die Gerichtskosten betragen 500 Reichsmark. An den Spruch schloß sich eine kürzere Begründung an, die noch einmal die wichtigsten Punkte des Streites hervorhob. 2n Duisburger Kreisen wurde erklärt, daß die ausführliche Begründung deS Urteils den Parteien noch zugestellt würde. Rach der rein formellen Seite hin bestanden über die Zulässigkeit der Feststellungsklage keine Bedenken. Die Beklagten hätten mangelnde Passiv-Legitimation eingewandt. Das Gericht hat jedoch die Einrede der mangelnben Passiv-Legitimation nicht für begründet erachtet. Es war der Meinung, daß die Beklagten, wenn sie organisatorisch eine gewisse Selbständigkeit besäßen, doch ein Teil der großen Zentralverbände seien. Dadurch wird die Passiv- Legittmatton nicht berührt. Das Gericht hat daher zu einem Urteil kommen können, nachdem die Parteien sich mit der Verhandlung einverstanden erklärten. Materiell ist das Gericht der Ansicht, daß die Feststellungsklage begrün- det sei. Es war auch der Ansicht, daß für ein Schlichtungsverfahren kein Raum war, weil es in einen laufenden Tarifvertrag eingreift. Es stellt ferner fest, daß auch in formeller Hinsicht ein Mangel des Schiedsspruches vorliegt. Oie Gewerkschaften gehen bis zum Reichsarbeiisgerichi. Essen 12. Rvv. ($11.) Die drei Metallarbeiterverbände haben einen Aufruf an ihre Mitglieder erlassen, in dem es heißt: Die drei Metallarbeiterverbände betrachten das Urteil des Arbeitsgerichts Duisburg als ein Fehlurteil und werden den Rechtsweg bis zum Reichs- arbeitSgericht durchfechten. Das Urteil ändere an der gegenwärtigen Lage nichts. Die Gewerkschaften werden der Arbeiterschaft zu gegebener Zeit entsprechende Anweisungen geben und erwarten, daß nur diesen Folge geleistet wird. Die Kommunisten an der Arbeit. Essen, 12. Noo. (TU.) Die von den Kommunisten ausgegebenen Richtlinien beginnen sich in der Praxis auszuwirken. Es deutet olles darauf hin, daß die von den Kommunisten beabsichtigte Der- fchärfung der Situation eintreten wird. Die geplante Aktion wendet sich vor ollem gegen d i e Rotstandsarbeiter unter der Behauptung, daß es sich bei diesen Notstandsarbeiten um Streikbrucharbeit durch Faszisten handele. Die Angehörigen des Roten Frontkampfer-Bundes werden aufgefordert, in Uniform Streikschutz - t o I o n n e n zusammenzustellen und Streikposten zu besetzen. Wo die Kräne des Roten Frontbundes allein nicht ausreichen, sollen ausgesperrte und erwerbslose Arbeiter herangezogen werden. Die Maß- nahmen sind vor allem auch für den Fall geplant, daß die anscheinend von den Kommunisten in ____ starkem Umfange befürchtete freiwillige Wiederaufnahme der Arbeit durchgeführt werden sollte. Für diesen Fall werden die Roten Front- fämpfer jetzt schon aufgefordert, geschloffen und uniformiert vor den Betrieben anzutreten und sog. Streikbrecherarbeit zu verhindern. Unabhängig davon ist auch die Aufforderung ergangen, daß schon jetzt vor den Betrieben mit Transparenten usw. demonstriert wird. In Duisburg und Gelsenkirchen ist es nach Bekanntwerden des Spruchs des Duisburger Arbeitsgerichtes zu tom- munistischen Protestumzügen gekommen, an denen einige hundert Personen teilnahmen. Ausspermngsdebaiie im Reichstag. Reichsarbeitsminister Wiffell begründet seine Gchlichiungspoliiik. Berlin, 12. November. (BDZ.) Auf der Tagesordnung der heuttgen ersten Reichstagssitzung nach den Sommerferien stehen die Anträge und Interpellationen, die sich mit der Aussperrung in der rheinisch-westfälischen Hüttenindustrie befassen. Die Kommunisten haben neben einer Interpellation zwei 2lnttäge eingebracht, in denen die Gewährung der Arbeitslosenunterstützung an die Aus gesperrten und die Aufhebung des gesetzlichen Schlichtungswesens verlangt wird. — Das Zentrum beantragt die Gewährung der Arbeitslosenunterstützung an di« Ausgesperrlen und Aenderungen der Tarifvev- tragsverordnung und der Schlichttmgsvevordnung in dem Sinne, dah Streiks und Aussperrungen während der Geltung eines Tarifvertrages unzulässig sein sollen. — Die Sozialdemokraten beantragen die 2lnnahme «irres Gesetzes zur Unterstützung zu Anrecht ausgesperrler Arbeitnehmer. Danach soll den Ausgesperrten die Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt und die an der Aussperrung betelligten Arbeitgeber sollen zum Ersatz der Kosten herangezogen werden. — Die Beratung der Anträge zur Aussperrung wird ein geleitet durch Reitzsarbeitsminister Wissell. Er teilt zunächst unter lebhaften Hörl-Hört-Rufen der Linken mit, dah vor kaum einer Stunde das Duisburger Arbeitsgericht die 25er- binvlichkeitserklärung des Schiedsspruches für rechtsunwirksam erklärt, sich also dem Standpunkt der Arbeitgeber angeschlossen hat. Eine Begründung dieser Entscheidung hab« der Vorsitzende noch nicht gegeben. Es sei mit Sicherheit zu erwarten, dah das Reichs-Arbeitsgericht angerufen werde, die Rechtslage sei also nach wie vor ungeklärt. — Der Minister schildert dann die historische Entwicklung des Lohnstreites und der ersten Schlichtungsverhandlun gen. Am 13. Oktober haben die einzelnen Arbeitgebergruppen noch vor Beginn der letzten Schlichtungsverhandlungen ihren Arbeitern gekündigt. Diese Maßnahme hat die Schlichtungsverfmnd- lungen auherordentlich belastet. Der Schlichter hat sich wiederholt bemüht, die Rechtswirlsarnkeit der Kündigung zu verlängern, um den in der Kündigung liegenden Druck vom Schlichtungs- verfahren zu nehmen. Diese Bemühungen, die für die Arbeitgeberseite keinerlei Prestigeverlust bedeutet hätten, sind nicht von Erfolg gewesen. <5ch habe im friedlichen Sinne schon vor dem Schiedsspruch auf die Parteien eingewirkt. (Rufe bei den Kommunisten: „2lber gegen di« Arbeiter!".) Ich muhte mich aber überzeugen, dah bei der Gegensätzlichkeit der Aufsassungen ein« Verständigung nicht in Frage kommen konnte. Deshalb mußte ich den Schiedsspruch fällen. Wir war wohl bekannt, daß durch den Schiedsspruch eine neuerliche Belastung der Werke entstehen würde. Ich konnte aber andererseits nicht übersehen, daß in anderen Bezirken der Metallindustrie die Löhne und Verdienste der Arbeitnehmer günstiger sind als in der Gruppe Rordwest, und zwar sogar noch nach Durchführung des umstrittenen Schiedsspruches. Diese höheren Löhne sind sogar z. T. frei vereinbart worden. Wirtschaftliche Dinge werden aber natürlich verschieden gesehen. Jedoch hat auch die Kölnische Zeitung" vom 27. Oktober dem Schiedsspruch im wesentlichen zugestimmt und vor weiteren Kampfmaßnahmen gewarnt. (Rufe bei den Kommunisten: „Gehören Sie zur Volkspartei?") Bei Erörterung der Rechtslage will und kann ich nicht der Entscheidung der Arbeitsgerichte oorgreifen. (Lachen bei den Kommu- nisten.) Aber soviel kann ich sagen: Selbst, wenn die Kündigung überhaupt rechtsgültig war, war sie doch erfolgt zum Zwecke des Arbeitskampfes. Die Entlassung konnte nur erfolgen, wenn am 1. November ein tarifloser Zustand vorlag. Andernfalls war die Entlassung eine Verletzung der Friedenspflicht des Tarifvertrages. (Sehr wahr! links.) Ein tarifloser Zustand ist auch nach meiner Ansicht nicht eingc- treten, denn 1. November schloß sich der neue verbindlich erklärte Vertrag dem am 31. Oktober abgelaufenen an. War der Schiedsspruch rechtsgültig, so stellt die Kündigung einen Bruch des Tarifvertrages durch die Arbeitgeber dar (Sehr wahr! links und in der Mitte), weil sie die Durch- fiihrung des Vertrages unmöglich machte. Die Arbeitgeber waren verpflichtet, die ausgesprochenen Kündigungen zurückzunehmen. Sie haben aber trotz alldem die Dinge weiterlaufen lassen. Eine solche Stellungnahme kann nur damit begründet werden, daß ein rechtswirksamer Tarifvertrag nicht zustande- gekommen fei. Die Arbeitgeber nehmen den Standpunkt ein, daß der Schiedsspruch rechtlich nicht wirksam gewesen sei und diese Rechtswirksamkeit auch nicht durch die Verbindlichkeitserklärung habe erlangen können. Wollten sie diesen Standpunkt durchsetzen, so war es nicht nötig, deswegen 213 000 Arbeiter auszusperren. Die Rechtsfrage konnte durch die Arbeitsgerichte entschieden werden, während in den Betrieben weitergearbeitet wurde. So konnte auch die wirtschaftliche Tragbarkeit des Schiedsspruchs für die einzelnen Betriebe am besten praktisch erprobt werden. Es war also auch zur Erreichung des von den Arbeitgebern verkündeten Zweckes nicht notwendig, einen Wirtschaftskamps zu entfesseln, der Hunderttausende, vielleicht Millionen in schwerste Bedrängnis bringt und der Wirtschaft schwere Wunden schlagen muß. (Beifall links.) Ich habe mich bemüht, die arbeitsgerichtliche Ent- fcheidung der Rechtsfrage möglichst zu beschleunigen. Ich will auch alles tun, um die Revision des heute vorn Arbeitsgericht Duisburg gefällten Urteils durch einen möglichst baldigen Termin zu erreichen. Wenn angeregt worden ist, die Rcichsregierung möge erneut vermitteln, fo glaube ich, daß eine Vermittlung für die Reichsregierung bis zur Klärung der Rechtslage nicht in Jrage kommen kann. Ich siehe auf dem Standpunkt, dah durch den für verbindlich erklärten Schiedsspruch ein rechtsgültiger Tarifvertrag zustandegekommen ist. Ich kann meine Hand nicht dazu bieten, daß der rechtsgültige Tarif durch eine von mir als unrechtmäßig betrachtete Kampfhandlung einer Partei geändert wird. Ich hall« eS aber für möglich, auch noch jetzt den Zustand herbeizuführen, der durch die Ver- bindlichkeitserklärung herbeigesührt werden sollte, dah nämlich in den Werten der Arbeitgeberorganisation weitergearbeitet wird und die stritttge Rechtsfrage auf dem dafür vorgesehenen arbritsgerichtlichen Wege ausgetragen und entschieden wird. Eine unrechtmäßige Belastung der Arbeitgeber tonnte dadurch nicht eintreten, wohl aber würde durch das Beschreiten dieses Weges eine schwere Bedrängnis von der deutschen Wirtschaft genommen werden. Wenn sich die Arbeitgeber auch jetzt noch nicht zur Wiedereröffnung ihrer Betriebe entschließen können, müffen sie sich bewußt sein, daß sie die Verantwr rtung für diese weder tatsächlich noch rechtlich gerechtfertigten Entlastungen tragen. Es fragt sich nun, was für die Ausgesperrten geschehen kann. Rach §94 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes kann im Falle von Streiks oder Aussperrungen die Arbeitslosenunter stützung nicht gezahlt werden. Die Streitfrage ist die, ob das auch für Aussperrungen gelten soll, die unter Tarifbruch vorgenommen werden. Der Vorstand der Reichsanstalt hat dem geltenden Recht gemäß einen solchen Unterschied nicht gemacht vorbehaltlich der letzten Entscheidung des Spruchsenats beim Reichsverficherungsamt Die Reichsregierung hat zu den Anträgen auf Gewährung der Arbeitslosenunterstützung noch nidjt Stellung nehmen können. Ich persönlich möchte warnen vor der Tendenz, die Folgen solcher Aussperrungen auf die Arbeitslosenversicherung zu legen. Solange kein anderer 2Bcg sichtbar ist, ist die gesetzliche Pflicht der Gemeinden gegeben, helfend einzugreifen. Um das den Gemeinden zu ermöglichen, will sich die Reichsregierung mit der preußischen Regierung in Verbindung setzen, um nach Maßgabe des Bedarfs mitzuhelfen. Zusammenfassend tann ich sagen: Die Staatsgewalt hat alles getan, was sie tun konnte, um diesen Kamps zu vermeiden. Rachdem er ausgebrochen war, habe ich alles getan, um eine schnelle Klärung der Rechtslage zu ermöglichen, uni) schließlich glaube ich, Ihnen auch den 2B*eq gewiesen zu haben auf dem der Kampf ohne weitere schwere Schädigungen der Volkswirtschaft beendigt werden kann. (Beifall links und im Zentrum.) Abg. ör. Siegenvald (3.) begründet die Interpellation des Zentrums, die an die Reichsregierung die Frage richtet, was sie zu tun gedenke, um die durch das Vorgehen der Arbeitgeber gefährdete Autorität des staatlichen Schlichtungswesens und den Arbeitsfrieden wiederherzustellen sowie den der gesamten deustchen Wirtschaft erwachsenen Schaden abzuwenden. Es ist ein unerträglicher Zustand, so führt der Redner aus, daß die Interessenten herüber bestimmen, ob ein Gesetzesakt wie ein rechtsverbindlich erklärter Schiedsspruch als rechtswirstam oder nicht zu gelten hat. Durch die vorn Ministerium angewandten Maximen läßt sich dieser Zustand nicht beseitigen. Man hätte verfügen müssen, daß bis zur Austragung des Rechtsskretts die alten Löhne weitergezahlt werden und der 2tcft rückwirkend nach der gefällten Entscheidung gezahlt wird. Die -Unternehmer haben schon vor einem Jahre in einem Rundschreiben angekündigt, dah sie bei erster Gelegenheit dem Arbeitsmimster die Stirn bieten und zu diesem Zweck einen umfangreichen Kampf durchfechten wollen. Zu diesem Zweck haben sie einen Kampffonds von 50 Millionen angesammelt (Hört! Hort!). Für diesen Kampf hat sich aber das Unternehmertum die unrechte Zeit und die unrechte Stelle ausgesucht, denn gerade in der nordwestdeutschen Eisenindustrie sind die Löhne besonders schlecht und die Gewinne der Industriellen besonders gut. Bei feiner Eisensorte machen die Löhne mehr als fünf Prozent der Gestehungskosten aus. 2luch nach dem Schiedsspruch erreichen die Löhne in dieser Industrie kaum den Bettag der Um» satzsteuer. Die ReformbedürftigLeit des jetzigen staatlichen Schlichtungswesens wird von allen Beteiligten anerkannt. Die 23efeitigung dieses Schlichtungswesens haben aber auch die Unternehmer auf der Konferenz beim Arbeitsminister nicht zu fordern gewagt. Das wäre auch bei der heutigen Starte der gewerkschaftlichen Bewegung eine große politische Gefahr, denn den wirtschaftlichen Konflikten folgen die poli- t i scheu unmittelbar auf dem Fuße. Es geht einfach nicht, daß ein für rechtsverbindlich erklärter Schiedsspruch von einer Partei nicht anerkannt wird. Wir müssen eine Klärung haben: Entweder verschärfter Klassenkampf oder verstärkte Friedensbereitschaft in beiden Lagern. Die Große Koalition auf der politischen Seite, von der jetzt so viel geredet wird, hat nur einen Sinn, wenn auch nach der wirtschaftlichen Seite hin der Boden zur beiderseitigen 25erständigungsbereitschaft resolut betreten wird. Es hat keinen Sinn, wenn wirtschaftlich das kaputtgeschlagen wird, was wir politisch ausbauen. Das ist der Hintergrund "für unsere Anträge. Wir sind nicht ip allen Punkten mit dem Minister einverstanden. Wir betrachten die Derbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches als einen staatlichen Hoheitsakt von ganz. besonderer Bedeutung. Die Erfahrungen der letzten Zeit haben gezeigt, daß es notig ist, diesen Hoheitsakt mit Der ganzen Autorität und Rechtskraft auszustatten, die seiner Bedeutung entspricht. Ein verbindlich erflärter Schiedsspruch muh wie ein vollstreckbares Urteil gegen jeden Widerspruch durchgesetzt werden. Wenn es nicht anders geht, müssen wir diese Frage in ähnlicher Weise regeln, wie beim 2k- beitszeitnvtgeseh. (Beifall im Zentrum.) Weiterberatung Dienstag. Amerikanische Aufrechnung. Der Temps kritisiert Coolidge. Paris, 12. Noo. (WB.) Der „lemps* ist von der gestrigen Rede Coolidges wenig erbaut. Er schreibt: Der amerikanische Heroismus verdient restlose Anerkennung, und Frankreich wird ihn niemals vergessen. Wenn man das gesagt hat, darf man aber feststellen, daß man einen ziemlich beunruhigendenEindruck empfinden muß, wenn man an unsere Toten, an unseren Ruin, an unsere verwüsteten Städte und an unseren aufgewühlten Boden denkt, der vier Jahre hindurch allen Volkern als Kampffeld gedient hat: hören wir doch den Präsidenten der Vereinigten Staaten in einer öffentlichen Red« erklären: „Obzwar unsere eigenen Verluste sehr bedeutend aewesen sind, können die der anderen Mitkämpfer noch bedeutender erscheinen, aber sie sind doch durch die Tatsache terri- torialen Gewinnes und durch dies Reparationszahlungen vermindert worden." „Niemand", so sagt der „Temps", „wird jemals gutgläubig verkennen, daß die Amerikaner ihre Pflicht gegen sich selbst und gegen die anderen während des großen Krieges erfüllt haben. Aber man kann auch nickt zulassen, daß die von allen in dem großen Dölkerringen gebrachten Opfer f i ch in eine einfache Geldfrage auslösen, daß vergossenes Blut und ausgegebenes Geld gleich f ch w e r ins Gewicht fallen sollen." Das neue Kabinett poincare. Don unserer Berliner Redaktion. Entgegen der Erwartung auch der fvanzösi- schon Öffentlichkeit ist eS Poincarö gelungen, nach mehrtägigen Verhandlungen am gestrigen Sonntag ein neues Kadinett zu bilden. In diesem Kabinett sind aber di« Radikalen, also die starke Fraktion Herriot, nicht mehr vertreten und vom rechten Flügel her ist der Führer der Rechtsrepublikaner, der viel umstrittene Louis Marin ausgeschieden, um durch zwei gemäßigtere Mitglieder der Demokratisch-Republikanischen Vereinigung ersetzt zu werden, von denen einer, Vonnefous, das Hanbels- ministerium übernimmt. Gewichtsmähig bedeutet das in noch höherem Maße als arichmetisch eine Verschiebung nach rechts; denn obwohl die links von den Radikalen stehende Fraktion der Sozialrepublikaner mit Vriand, Painleve und Forgeot, sowie mit dem bisherigen Pen- sionsminster Anteriou noch stärker als bisher vertreten ist, fallen die 123 Stimmen der Radikalen künftighin fort. Die Mehrheit der Regierung, die bisher eine erdrückende war, wenn sie auch bei der geringen fraktionsmährgen Bindung der französischen Abgeordneten nicht in allen Fällen eine so sichere war. wie das zahlenmäßig den Anschein hatte, ist dadurch ganz erheblich reduziert worden. Denn es stehen nun die Radikalen, die Sozialisten, die Kommunisten, die Rechtspartei und einige Fraktionslos«. bzw. Splitter mit 260 bis 270 Stimmen außerhalb der Regierung, die ihrerseits über 330 bis 350 Stimmen verfügen würde — wenn sich die Abspaltung der Radikalen nicht ber künftigen Abstimmungen überhaupt als Hindernis für die Herstellung einer geschlossenen Regierungsfrvnt erweisen sollte. Das für uns Wesentlichste ist freilich das Verbleiben Vriands und die Verstärkung seines fraktionsmähigen Einflusses auf das neue Kabinett. Denn dadurch wird Gewähr geleistet für die Aufrechterhaltung des außen- polittschen Kurses, der bisher verfolgt wurde. Lind auch das Wiederauftauchen des ehemaligen Kriegsministers M a g i n o t, freilich in der für politische Entscheidungen weniger maßgeblichen Rolle des Kolonialministers, wird dieser Entwicklung kein Hindernis in den Weg legen können. Man hat also offenbar versucht, die unfreiwillige Rechtsentwicklung, die durch das Ausscheiden der Radikalen herbeigeführt wurde, durch die Personenwahl und durch die Verstärkung des Vriand-Flügels wett über seine fraktionsmäßige Stärke hinaus einigermaßen zu paralysieren. In der Tat haben die Sozialrepublikaner nun etwa «in Siebentel der in der Regierungskoalition verttetenen parlamentarischen Mandat«, aber mitt 4 von 15 Portefeuilles mdyr als ein Viertel der Ministerposten. Charakteristisch ist ferner an dem neuen Kabinett der Verzicht PoincarLS aus das Finanzporteseuille. Wenn man das auch vielleicht als eine Kundgebung der Lleberzeugung auffassen kann, daß die finanzpolitische Mission Poincar^s von ihm selbst als vollbracht angesehen wird, so ist doch die Mottvierung nicht uninteressant, die er beim Verlassen der konstituierenden Sitzung selbst gegeben hat: daß er während der Reparationsverhandlungen vielleicht Paris verlassen und sich nach Berlin begeben müsse. So erfreulich es an sich wäre, wenn nach dem Beispiel Dr. Stresemanns auch ein amtierender politischer Führer Frankreichs nach Berlin käme, wird man doch diesen Zusammenhang nur dann verstehen, wenn Poin- care damit irgendeinen Llnierzeichnungsvorgang im Auge gehabt hat. Denn es ist kaum anzunehmen, daß Sachverständigen-Verhandlungen selbst Anlaß oder Gelegenheit zu einer Beteili- §ung amtierender Staatsmänner geben könnten. m ganzen wird man das neue Kabinett Pvin- carö erst beurteilen fimnen, wenn sich aus seiner Tättgkeit ergibt, inwieweit der Wegfall der Radikalen sie beeinflußt. Schwere Schiffskatastrophe in dm amerikanischen Gewässern. Der Dampfer „Bestris" gesunken. Die Rettungsboote noch nicht aufgefunden. Reuyork, 12.Roo. (WTB.) Der In Seenot befindliche Dampfer „B e f( r i»“ funkle, daß er 32 Grad Schlagseite habe und ein starke» Leck. Das S chifs sinke langsam. An Bord der „Bestris" befanden sich 140 Passagiere, 210 Mann Besatzung. Diese bestiegen nach den letzten Funkmeldungen die Rettungsboote. Die „Bestris" ist im Jahre 1910 gebaut und hat einen Gehalt von 10 494 Tonnen. Dec Dampfer war von Reuyork nach Barbados und den südamerikanischen Häfen unterwegs. Das Schiff ist Samstag nacht in der Rähe der Küste in einen Sturm geraten, wobei sich die Ladung verschob, so daß dos Schiff Schlagseite erhielt. Lin Telegramm, das der Dampfer „San Juan" von der „Bestris" erhielt, besagt, daß das Deck aus Steuerbord bereit» unter Wasser ist und daß es dem Schiff unmöglich ist, weilerzufah- ren. Ls herrsche ziemlich starker Seegang. Der Dampfer „San Juan" hofft, um 16.30 Ahr örtlicher Zeit die „Bestris" zu erreichen. Außerdem sind noch andere Schiste zur Hilfeleistung unterwegs, darunter fünf Küstenwachlschifse. von denen eines über eine Geschwindigkeit von 32 Knoten verfügt, außerdem der Dampfer „Lreole" der Morgan-Linie, ein japanischer Dampfer, der etwa hundert Meilen von dem Schauplatz des Unglücks entfernt ist, und der Dampfer „Santa Barbara“, der um 11.10 Ahr örtlicher Zeit etwa 140 Meilen entfernt war, im ganzen etwa zehn Schiffe. Passagiere und Mannschaft des Dampfers „Bestris", die sich um 13 Ahr amerikanischer Zeit in die Boote begeben und das Schiss seinem Schicksal überlasten muhten, sind entgegen den Erwartungen, die man auf Grund der von den verschiedenen Dampfern einlrefsenden Meldungen hegte, noch von keinem der zu Hilfe eilenden Fahrzeuge ausgenommen worden. Das Wetter in der Rühe der llnglücks- stelle hat sich anscheinend in einem solchen Grade verschlechtert, daß die hilfsschisfe Schwierigkeilen beim Dorwörl»kommen finden. Der Dampfer „Santa Barbara“ meldet, daß er die Schiffbrüchigen nicht vor 19 Ahr erreichen zu können glaubt. Der Marinekuiier „Davis“ glaubt, wenigstens am 17 Uhr amerikanischer Zeit eintreffen zu können. Der Lloyddampfer „Berlin" versucht unter Ausgebot seiner ganzen Maschinen- krasl, ebenfalls die Schiffbrüchigen noch rechtzeitig zu erreichen. Sollte es keinem der Dampfer möglich sein, vor Einbruch der Dunkelheit in Sicht der Boote za kommen, so würde das eine Erschwerung de» Retterwerkes bedeuten, da die Rettungsboote durch da» rauhe Wetter auseinanderge.ie- b e n werden dürften. Die Eigentümerin des Dampfers „Bestris", die Lampord-Holt-Linie, teilt mit, daß sich der japanische Konsul 3 n u o t) e in Buenos Aires an Bord des verunglückten Schiffes befand. Anker den Passagieren befinden sich viele Frauen und mehrere kleine Kinder. Der Dampfer „San Inan" teilte durch Funkfpruch mit, daß er d i e U n g l ü ck s st e l l e, wo der Dampfer „Bestris" in Seenot geraten ist, erreicht habe. Lr habe die Stelle abgesucht, habe aber keine Spur von den Rettungsbooten entdeckt. Auch von dem Dampfer „P o r t o r i c o" wurde ein Funkspruch gleichen Inhalts aufgefangen. Rettungsboote der ^Vestris" geborgen. Reuyork, 13. Rov. (WTB. Funkspruch.) Ein hier eingetroffener Funkspruch besagt, daß ein amerikanischer Dampfer Rettungsboote des gesunkenen Dampfers „Bestris" aufgefunden hat und m i t der Aebernahme beschäftigt ist. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Zehn Fahre Deuisch-Oesierreich. Oie Jubiläumsfeier in Wien. Empfänge beim Bundespräsidenten. Wien, 12. Rov. (WTB.) Der ©taatrfeiertag wurde heute früh durch eine musikalische Tag- wache in den Kasernen eingeleitet. Um 9 Uhr zelebrierte Kardinal P i f f I, Fürsterzbischof von Wien, ein feierliches Hochamt im Stephansdvm. Rach der kirchlichen Feier defilierten die Truppen vor dem Bundespräsidenten, der sodann im Palais am Ballhausplatz die Glückwünsche der Präsidien des Rationalrates und des Bundesrates, der Bundesregierung und des Diplomattschen Korps entgegennahm. Beim Empfang der Bundesregierung hielt Bundeskanzler Or. Seipel eine Ansprache, in der er auf den ohne praktische Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes von den Siegern zu- geteilten allzu beengten Lebens- und Wirtschaftsraum des österreichischen Volkes hinwies. Er erklärte weiter: Die Herstellung freundnachbarficher Beziehung nach allen Setten ist der Ausgangs- und Schlüsselpunkt der ganzen auswärtigen Politik Oesterreichs. Im Rahmen des Völkerbundes, dessen entscheidenden Beistand Oesterreich erfahren hat, nimmt unser Staat einen ehrenvollen Platz unter den übrigen Staaten Europas ein. Mit ihnen zusammen, allen voran mit dem Deutschen Reiche, dessen Bewohnern wir durch die Bande des Blutes, der Sprache und der Geschichte so innig vev- bunden sind, arbeiten wir gemeinsam an der Linderung der Leiden unseres Erdteils und an dem Ausbau eines friedlichen Europas. Der Bundeskanzler gedacht« sodann der während der letzten zehn Jahr« im Innern geleisteten Arbeit und hob die Probleme hervor, die noch zu lösen seien, vor allem die wahre innere Befriedung des Landes und die Befreiung der Wirtschaft von den letzten Ausnahmegesetzen der Kriegszeit. Romens der Bundesregierung und d«S ganzen Landes bankt« er dem Bundespräsidenten schließlich dafür, daß er stets die Würde der Republik und die Derfassungs- treue gewahrt und die Lage der Arbeiterschaft durch wirksame Ratschläge gebessert habe. Bundespräsident Dr. Samisch dankte dem Bundeskanzler und beleuchtete dann die in den letzten zehn Jahren erzielten Fortschritte und betonte schließlich, daß die österreichische Wirtschaf tnoch immer nicht vollständig saniert sei. Unter solchen Umständen erscheine es ihm als selbstverständlich, daß Oesterreich nach einem Anschluß an ein größeres Wirtschaftsgebiet streben oder mindestens verlangen müsse, daß die Zölle der benachbarten Staaten weitestgehend herabgesetzt werden. Gelinge das eine oder das andere, dann, glaube er, werden auch die wirtschaftlichen Verhältnisse sich dauernd bessern. Festsitzung des Rationalrats. Wien, 12. Rov. (WTB.) Der Rattonalrat hielt heute um 1 Uhr mittags anläßlich der Zehnjahrfeier der Republik eine Festsitzung ab. Die Präsidentenestrade war reich mit Flaggen und mit Emblemen in den Farben der Republik geschmückt. Die Tribünen waren von einer festtäglich gekleideten Zuhörerschaft dicht besetzt. Auf der Regierungsbank hatten mit Bundeskanzler Seipel sämtliche Minister Platz genommen. Präsident Miklas hiell eine feierliche Ansprache, in der er zunächst einen Rückblick auf die Umsturztage warf und die Rolle der Volksvertretung kennzeichnete, die damals di« Geschicke des Staates in die Hand genommen und das Land aus den schwersten Gefahren herausgeführt hatte. Präsident Mikla. führte Weiber aus: ES ist ein erhebendes Bewußtsein, zu sehen, wie unser so kleines Land namentlich auf kulturellem Gebiete in der großen Welt immer mehr eine ganz besondere Sendung erfüllt. Die Festtage dieses Sommers haben uns den klaren, reinen Zusammenklang unserer Herzen mit denen unserer Brüder im Deutschen Reiche und überall sonst in der Welt gezeigt, wo deutsche Mutterlaute erklingen. Wenn uns auch Grenzpfähl« trennen, wir gehören doch alle zusammen zu einem Volke. Unser Volk, das vor zehn Jahren in diesem Freistaate Herr seinen eigenen Schicksals geworden ist, feinem irdischen Herrscher mehr untertan, nur Gott allein und sich selbst verantwortlich, mag, einer gütigen Vorsehung vertrauend, bangen Tagen entgegensehen. die seinen Sorgen und Defchwer- niffen Abhilfe, seinem nationalen Hoffen, Erfüllung bringen mögen. Der Präsident brachte ein dreifaches Hoch auf die Republik und das österreichische Doll aus, in das die Versammlung, die sich bei seinen Schlußworten erhoben hatte, begeistert einstimmte. Giaaisbejahung Der Heimatwehren. Eine Feier der Selbstschutzverbände. Innsbruck, 12. Rov. (TU.) Zum ersten Male fett dem 12. Rovember 1918 feierten diesmal auch die bürgerlichen Kreise den Staatsfeiertag. Die Bundesführung der öjter- reich.schen Selbstschutzverbände hatte einen großen Heimatwehrt ag nach Innsbruck einberufen, auf dem auch der Dundesfühver der österreichischen Selbstschutzverbände, Dr. Sterdler, das Wort ergriff. Er führte u. a. auS: Bisher fei von nichtsozialldemokratischer Sette die Teilnahme an den Feiern des 12. RovemberS abgelehnt worden, well diese Feier von den Sozialdemokraten als eine Art Familienfest betrachtet werde, unter Hinweis auf die Rolle, öie sie bei der Ausrufung der Republik gespielt hätten. Außerdem sei aber bisher die Verfassungsfeier abgelehnt worden, weil man entweder den Zusammenbruch des allen Kulturreichs beklagt oder den neuen Staat verworfen habe, da er ein Hindernis für di« Vereinigung aller deutschen Stämme sei. Dr. Steidler fuhr dann fort: .Wir alliven vaterlandstreuen Kreise, die in unseren österreichischen Wehrvereinen vom Bodensee bis zur ungarischen Grenze vereinigt sind, haben nunmehr eine Revision unserer Stellung zum Staate vorgenommen. Die Frage nach Staatsform, Wappen und Fahne war für uns niemals die entscheidende. So sind wir dazu gelangt, die Republik Oesterreich zu nehmen, wie sie ist, als ben und von einer höheren Fügung zugewiesenen Boden, auf dem wir zu wirken und zu leben haben. Wir verneinen nicht den Staat, wir bejahen ihn weil wir ihn mit unserem Gei st erfüllen, nach unseren Ideen ausgestalten und für das deutsche Voll ihn wiedererobern und sichern wollen. Wenn wir unsere Sendung richtig verstehen, so ist vielleicht wie früher einmal die Rordmark nach einem Zusammenbruch des deutschen Volkes, diesmal di« Südmark auserfehen. auf die Zukunft und das Geschick der Ration einzuwirken." Die Rede schloß mit dem Gelöbnis, auszuharren und zu kämpfen mit allen Kräften, bis die Freiheit wiedergewonnen sei. Sturz der Dynastie Bratianu? An demselben Tage, wo in Berlin der deutsch-rumänische Vertrag unterzeichnet wurde, hat der Führer der Bauern in Bukarest fein neues Kabinett zus-ammen- geftellt. Das ist für Rumänien mehr als ein Szenenwechsel. Eigentlich solange das Land existiert, sind immer die Bratianus di« wirklichen Könige gewesen, ob sie nun selbst aus der Bühne ihre Roll« spielten oder hinter den Kulissen standen, um ihre Puppen tanzen zu lassen. Erst war es der Vater, dann sein Sohn Ionel, dessen Erbschaft wieder nach seinem Tode sein Bruder Vinttla übernahm. Wir haben damals schon die Ueberzeugung ausgesprochen, daß der dritte Drattanu dieser Aufgabe nicht g e • wach sen sei. Gewiß, die Schwierigkeiten hatten sich gehäuft, das Mißverhältnis zwischen der breiten Masse des Volkes, die nur zum Steuer - zahlen da ist, und den oligarchischen Führern, die nur für ihre eigene Kasse sorgten, war immer größer geworden, zumal feit den letzten Friedensschlüssen, die ein Groß-Rumänien geschaffen hatten. In den vergangenen zehn Jahren aber war nichts geschehen, um eine innere Verbindung zwischen den neuerworbenen Landesteilen und dem alten Staat zu bekommen, im Gegenteil, zumal die den Ungarn abgenommenen Provinzen, die kulturell wesenillch höher standen, httten das Gefühl, daß sie völlig rechtlos geworden waren. Hier hat denn auch die Bauernbewegung ihren Ausgang genommen und ihren starken Ausdruck gefunden mit dem Marsch der Hundert- tausende auf Kronstadt, der fast schon den Beginn einer Agrarrevolte bedeutete. Ionel Braiianu hätte es vielleicht noch verstanden, diesen Stoß abzubiegen, Vinttla war dazu nicht klug genug. Er hat geglaubt, die Bewegung würde sich totlaufen, und an diesem Optimismus solange festgehalten, bis er darüber stolperte. Freilich im letzten Augenblick hat dann auch er mit den üblichen Mätzchen gearbeitet. Er hat die kommende Bauemregierung sabotieren wollen, indem er sie in das parlamentarische System der Vergangenheit hincinpreßte. Aber auch damit ist er gescheitert. Maniu, der Führer der Bauern, hat es a b g e l e h n t, in ein Koalitionskabinett zu treten, er hat es auch abgelehnt, ohne Auflösung des Parlaments die Regierung zu übernehmen. Das hat seinen guten Grund, denn nach rumänischem Brauch hat die Opposition in der Kammer nur soviel Vertreter, als es der Regierung paßt. Die neuen Herren wären also hilflos gewesen, wenn sie sich von dieser Bindung nicht frei machten. Ob sie imstande sind, di« traurige Erbschaft zu meistern, di« ihnen Bratianu hinterließ, ob sie wirklich einen Volks st aat aufrichten können, das müssen sie erst beweisen. Sie sind im Parlament und in der Regierung Reulinge, werden also mancherlei Fallen auf ihrem We^e finden. Dafür sind sie freilich getragen von der Hoffnung der breiten Masse des Volkes. Wenn es ihnen aber nicht gelingt, sich durchzusehen, dann werden sie bald verspielt haben, allerdings kaum. um Drattanu wieder den Platz freizumachen, sondern dann ist Rumänien für die offene Revolution reif. Aus aller Welt. Langemark-Feier der Kieler SfubentenfdjafL Zum Gedenken der in der Zeit vom 9. bis 14. Rovember bei Langemark gefallenen Studenten und Abiturienten vereinigte sich die Kieler Studentenschaft Sonntagabend zu einem Fackelzug, der sich von der Unioerfität nach dem Aussichtspunkt Bellevue an der Kieler Föhrd« bewegte. Üiniversttätsprofessor Dr. Mau hielt eine Rede, in der er an die Opfertat der deutschen Studentenschaft und Abiturienten bei Langemark erinnerte und darauf hinwies, daß die deutsche Studentenschaft di« Patenschaft über die Kriegergräber bei Langemark übernommen habe. Diese. Ehrenpflicht und di« Gedenkfeier feien ein äußerer Dank. Zu ihn müsse sich ein innerer Dank gesellen. Riemand wünsche eine Wiederholung des Krieges. Sollte aber einmal wieder das Vaterland zu den Waffen greifen müssen, so werde die Studentenschaft und di« deutsche Jugend genau s o opfermutig in den Kampf gehen. Die Gegenwart fordere von den Studenten, sich in den Dienst der Volksgemeinschaft zu stellen und auch den Gegnern Verständnis entgegenzubringen. Es gäbe eine Volksgemeinschaft sachlicher Gegensätze, aus der fruchtbares Tun erwachse. Mtt dem Deutschlandlied sand die Feier ihren Abschluß. Das Ergebnis des Heidelberger Univerfitäts-Reubau-Weltbewerb». Von den eingegangenen Entwürfen für den Deubau des Hörsaalgebäudes der Heidelberger Tlniverfttät sind vom Preisgericht folgende Entwürfe ausgezeichnet worden: 1. Preis Professor Gruber (Danzig), 2. Preis Professor Freefe (Karlsruhe), 3. Preis Architekt Kuhn (Heidelberg). Lobend erwähnt wurde der Entwurf des Professors Schmitthenner (Stuttgart), außerdem waren in engsten Wettbewerb gekommen di« Entwürfe von Professor Länger (Karlsruhe) und Professor Rüster (Berlin). Bon Piratenschiffen umringt. Der bei der Fae-Insel in der Rähe von Futtchau auf Grund gelaufene chinesische Dampfer »Hsin Tschi" ist nach den in Schanghai eingegangenen Meldungen von etwa 20 Piratenschis en umringt. Das Schiff gilt als verloren, wenn nicht die sofort entsandten schnellen Torpedoboote rechtzeitig eintreffen. An Bord des Dampfers befinden sich 900 chinesisch« Passagiere und einige Engländer und Amerikaner. Die Reisenden wurden auf der Fae-Insel gelandet, doch nimmt die dortige Bevölkerung eine ausgesprochen feindselige Haltung gegenüber den Schiffbrüchigen ein. Für 75 000 Mark Seidenstoffe gestohlen. Große Deute machten Einbrecher, die in die Raume einer Berliner Seidengroßhand- l u n g in der Markgrafenstraße eingedrungen waren. Die Diebe brachten zunächst die über dem Geschäftslokal gelegenen, zur Zeit leerstehenden Räume auf. Dann durchbohrten sie den Futzboden und gelangten durch die Deffnung in das Seidengeschäft. Dort stahlen sie für 75 000 Mark kostbare Stoffe. Die Kriminalpolizei hat die Verfolgung der Diebe aufgenommen und bereits den Taxameterchauffeur verhaftet, der mit feinem Auto die Beute der Diebe fortgefchafft hat. Oie Wetterlage. Montag, ■Jan Hi \O s 32 C -zi \ ® * r H ’ -Ttiorsh. 2= tA. 0wof«enrm oncciti. ocatcti ® -omg, • ococvm • naflCW * Vhnee a tramin. e Hetiei H6awitttr.@wimJ50lic.-O3f» «tente» Osi naisigcr SOAuawesi q sturmoeno «ordwtsfc on nette fliegen mit gern wende. Oie oeioeo SUuoncn Mtntmien Za» xn geien die Temperatur an. Pie Unten VtrDffldrn Orte mit gleitfcca» o,t rveresotveo« umoerernneuo urflXruct Wettervoraussage. Das ausgedehnte Druckfallgebiet, das sich bis über Skandinavien erstreckt, ließ an feiner Südseite durch weitere Warmluftzufuhr nach Deutschland die Tern^ peraturen ansteigen. In unserem Bezirk lagen sie durchschnittlich vier bis sechs Grad höher als vor 24 Stunden und da die Winde wieder langsam nach Westen umdrehen werden und infolgedessen die maritimen Luftmassen aus etwas höheren Breiten zufließen dürften, so gehen die Temperaturen wieder langsam etwas zurück. Niederschläge, wenn auch nur vereinzelt, sind immer noch zu erwarten. Wettervoraussage für Mittwoch: Wolkiges Wetter, allmählich etwas frischer, vereinzelt Niederschläge, südwestliche bis westliche Winde. Witterungsausfichten für Donnerstag: Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 12. November: mittags 8,2 Grad Celsius, abends 9,2 Grad Celsius: am 13. Nov.: morgens 9,5 Grad Celsius. Maximum 9,6 Grad Celsius, Minimum 4,9 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 12. November: abends 5,7 Grad Celsius; am 13. November: morgens 6,8 Grad Celsius. — Niederschlag 0,8 Millimeter. Aus der Provmzialhaupistadi. Gießen, den 13. November 1928. Licht und Farbe. Müde ist das Licht geworden, die Farben, in Hellen Sommertagen in Fülle dargeboten, sind verblaßt. Düster ist es in den Stuben gewock»en. Nur wenn die Sonne, die immer seltener zwischen den Wolkenvorhängen hervorkommt, ihr Leuchten über die Erde wandern laßt, kommt auch ein ver- blichener Glanz schöner Sommertage zurück. Doppelt empfinden wir in diesen lichtleeren Wochen den Segen der freundlichen Strahlen unt> der belebenden Farbe, denn erst in ihnen werden wir recht ihre Bedeutung für uns gewahr. Es ist kein Zufall, daß man in der lichtleeren Zeit so viel Trübsinn, Unzufriedcnhrit mit sich und der Welt findet, und es ist gewiß von nicht zu unterschätzender Bedeutung, daß diese Zeit den Blick bereits auf das Lichlfest richtet, das groß und klein zu erfreuen vermag. Aber auch noch einen andern Gedanken bringen uns diese Wochen nähr. Wir sehen und in unfern vier Wänden um, denn wir wissen, daß wir nun stärker als bisher an sie gefesselt sein werden. Wir vergleichen unsere Räume unö machen unsere besonderen Beobachtungen. Da ist vielleicht der beste Raum unserer Wohnung, sora- fättig ausgestattet aber wir fühlen uns nicht wohl t>artn. Dunkel und kalt erscheint er uns, mögen die Möbel noch so kostbar sein. Die Farbe fehlt. Und daneben ist vielleicht der schlichteste Raum, aber wir halten uns gern in ihm auf, es ist, als ob wir von ihm immer wieder Freude empfinden, durch ihn fröhlich und leicht gestimmt würden. Die Farbe ist es, die ihre belebende Wirkung auf uns ausübt. Es gab eine Zeit, da liebte man zierliche, bunt« Möbel, dünne, leichte ©acbinen, lichte Tapeten. Mit Goldleisten hat man Nebensächlichkeiten verziert. Die spätere Zeit hat sich davon abgewandt. Geschmacklos, veraltet erschien ihr eine solche Wohnweise. Man wandte sich den dunklen, massigen Möbeln zu, den gedampften Tapeten, den schweren Vorhängen. Aber lange hielt auch das nicht an. Bald sagte man sich, daß diese Art der Wohnkultur nicht ganz das Richtige sei. Licht und Farbe! Das wurde der Ruf. Die Fenster wurden breit, die Gardinen dünn, die Möbel hell farbig. Sonnengeschopfe sind wir, sagte man; also wollen wir auch Sonne und Freude um uns haben. Mode! sagt man. Aber ganz so sinnlos ist keine Mode. Sie entspricht immer auch dem Denken und Empfinden der Menschen, dre sie mitmachen, und fände sie keine Gefolgschaft, so wäre es gar keine Mode. Sin wenig Vernunft ist immer dabei. Auch in diesem Falle der Wohnkultur. Man wird sogar sagen: Das ist im Grunde das Vernünftigste, weil Natürlichste. Uni) wenn man sogar so weit geht, die Stimmungswerte von Farbe und Licht auch ganz bewußt auszuwerten, so daß man für Räume, die vornehmlich der Freude, der Gesellschaft dienen, die warmen, lichten Farben sprechen läßt, dort aber, wo Ernst wallen soll, die strengeren Foornen und gedämpferen Farben benutzt, so ist das gewiß vernünftig. Zu welcher anderen Anschauung man nach einer gewissen Zeit wieder gekommen sein wird, braucht uns nicht zu fünrmern, denn alles ist zeitbedingt und zeitgebunden. Genug, wenn wir von unserem Wissen und unserem Geschmack soweit veranlaßt, werden, daß wir das erstreben, was uns am meisten zu entsprechen scheint. Allerdings blerben trotzdem noch einige Fragen offen. Vor allem die: Wie erlange ich das Geld, um mir das Heim modernen Ansprüchen entsprechend auszugestalten? Unb für nicht wenige kommt auch die Frage in Betracht: Wie bekomme ich überhaupt ein Heim? Aber das sind wieder Fragen besonderer Art. S. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarll: Butter 210—220, Matte 30—35 Pf. das Pfd. Käse 10 Stück 60—140 Pf. Wirsing 12—20, Weißkraut 8—15, Rotkraut 15—25, Gelbe Rüben 10—20, Rote Rüben 10—20, Spinat 25—40, Unter-Kohlrabi 8-10, Grünkohl 15-25, Rosenkohl 40—60, Feldsalat 100-120, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 12—20, Meerrettich 50—150, Schwarzwurzeln 40—70, Kartoffeln 5, Aepfel 20 bis 40, Birnen 10—30, Dörrobst 40. Honig 40 bis 50, junge Hähne 100—110, Suppenhühner 100—120, Gänse 90—120, Nüsse 60—100 Pf. das Pfund. Eier 17—18, Blumenkohl 60—120, Salat 10—20 Endivien 10—30, Lauch 10—15, Rettich 10—20, Sellerie 10—50 Pf. pro Stück. Hagebutten 10-15 Pf. das Pfd. Wirsing 10—12, Weißkraut 6—7, Rotkraut 12—15, Aepfel 20-35, Birnen 10—20, Kartoffeln 4,50—4,70 Mk. der Zentner. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: Tanz-Gastspiel von Gret Pcrlucca, Beginn 20 Uljr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Königin der Revue". — Astoria- Lichtspiele: „Rintintins Todesruf in der Nacht". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt- theaterburcau wird uns geschrieben: Heute um 20 Uhr findet das einmalige Gastspiel von Gret P a° l u c c a statt. Gret Palucca, eine frühere Meisterschülerin von Mary Wigman, ist heute die erste Tanzkünstlerin Deutschlands. Sie wurde in allen Städten mit jubelndem Beifall ausgenommen: auch in Gießen steht man ihrem Gastspiel mit großem Interesse entgegen. — Morgen, Mittwoch, bereits um 19.15 Uhr, findet die erste Wiederholung von Schillers „Don Carlos" statt. Die Neuinszenierung zu Schillers Geburtstag wahrt vor allem, sowohl im bildhaften Rahmen als auch in der Regie den ernsten Grundton des dramatischen Gedichtes. Oberspielleiter Hans T a n n e r t und der künstlerische Beirat Karl Löffler haben den Stil der spanischen Renaissance in möglichst einfacher und ausdrucksvoller Form angelegt. Auf diese theatersichere Konzentrierung des Stückes ist wohl der Erfolg der Erstaufführung zurückzuführen. — Bei der am Freitag, 16. November, stattfindenden letzten Wiederholung der Operette „Gräfin Eva" wirken wieder die erstklassigen Kräfte der ersten Aufführung mit. — Am Sonntag, 18. No- vember, vormittags 11.15 Uhr, wird als zweiter Tag des Kammerspielzyklus „Der Ackermann aus Böhmen" (Der Ackermann und der Tod) von Johannes von Saaz aus dem Jahre 1400 aufgeführt. Spielleitung Intendant Dr. Rudolf P rasch. — Die Deutsche Demokratische Partei lädt auf Freitag, 16. November, abends 8,15 ilfjr, ins Cafe Leib zu einem Vortrag deS Arbeits- und Wirtschaftsministers Korellüber „Zehn Jahre Republik" em. Der Abend soll einem Rück- und Ausblick anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Demokratischen Partei gewidmet sein. (Siehe Anzeige.) — Die Gesangschule Heermann veranstaltet am Samstag. 24. November, in der Beuen Aula einen Schülerabend -um Besten der Gießener Studentenhil,e. Es werden dabei ferner mitwirken einige Schüler von Frau Dr. Spohr, Referendar Birnbaum und Hilmut Eger. Näheres ist aus dem heutigen Lbrzeigenteil ersichtlich. L. U. Bvn der Landesuniversität. Cs habilitierten sich an unserer Universität: in der Medizinischen Fakultät Medizinalrat Dr. Heinrich Kllewe für das Fach der Hygiene und Bakteriologie; in der Philosophischen Fakultät, 1. Abtlg., Dr. Rudolf Gerber für das Fach der Musikwissenschaft. ** Justizperson alten. Ernannt wurden der Justizinspektor bei dem Amtsgericht Büdin- gen Jakob Dick le r, zu Orlenberg wohnhaft, zum Justizt-nspektvr beidem Amtsgericht Gießen, der geschä;frsleitende Justtzinspektor bei dem Amtsgericht Ulrichstein Georg Brücher zum Justizinspettor bei dem Amtsgericht Darmstadt 1, der Justizinspektor bei dem Amtsgericht Alsfeld Karl Friedrich zum Juftizinspektvr bei dem Landgericht Darmstadt, beide mit Wirkung vom 1. Dezember d. I. ab. ** Von der Sicher Straße. Der linke Bürgersteig der Licher Straße zwischen Landmannstraße und Georg-Philipp-Gail-Straße wird gegenwärtig mit Zementplatten belegt. Hierdurch findet auch der überbaute Treppenaufgang von der Karl-Bogt- Straße her einen guten Abschluß. Nach Fertigstellung dieser Arbeiten bleibt aber für die Bewohner und Passanten der Licher Straße sowie auch der anliegenden Straßen noch ein berechtigter Wunsch bestehen; dieser betrifft die Straßenbeleuchtung. Schon am Anfang der Licher Straße, nach dem Straßenstern Moltkestraße-Kaiserallee-Am Nahrungsberg, ist die Beleuchtung völlig ung«iügend. Aehn- lich ist es an der gleichen Stelle auch bei Der Straße „Am Nahrungsberg". Die erste Lampe in der Licher Straße befindet sich etwa 150 Meter aufwärts, wodurch der Straßenbeginn und auch der Anfang der Friedhofsanlage in Dunkel gehüllt find. Bis zur „Stadt Lich" folgen noch zwei weitere Lampen, die aber durchaus nicht genügen. Noch trauriger ist die Beleuchtung von der Straßenbahn- Haltestelle nach der Kaserne, sowie nach der Heiland Pflegeanstalt zu. Dort befinden sich wohl bis zum Beginn des Waldes einige Lampen, deren Lichtstärke aber völlig unzureichend ist. Vor einiger Zeit sind nun auf der rechten Seite bis zum Bahnübergang mehrere Betonmasten für die neue Lichtleitung aufgestellt worden. Es ist dringend zu wünschen, daß der Ausbau der Lichtleitung auch in diesem Stadtteil bald vorgenommen wird, damit die Bewohner in der Dunkelheit nicht noch Schaden erleiden. ** Der Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. Nachdem längere Zeit Hessen völlig frei von Maul- und Klauenseuche war, ergibt sich auS dem amtlichen Nachweis, daß am 1. November in einem Gehöft des Kreises Groß-Gerau die Seuche frisch ausgebrochen ist. •* Eine Heilkräuterwoche. Der Deutsche Drogisten-Verband veranstaltet gegenwärtig eine Reichs-Kräuterwoche, die den Zweck verfolgt, die Bürgerschaft in Stadt und Land mehr als bisher von den Vorteilen der Heillräuter zu überzeugen. „Vorbeugen ist besser als heilen!" Dieses Wort eines berühmten Arztes hat auch heute noch feine volle Bedeutung: aber wenn auch die Bekämpf ung der KranHeit dem Arzt überlassen bleiben muß, so Eaim und soll der Laie doch di« leichte Erkaltung, den kleinen Schnupfen nicht erst zur ernsten Krankheit anwachsen lassen. Zu dieser Vorbeugungsmaßnahme ist der Gebrauch von Heilkräutern besonders zu empfehlen. Aach die Gießener Mitglieder des Deutschen Drogisten- Verbandes haben eS sich zur Ausgabe gemacht, in den Schaufenstern ihrer Fachdrogerien eine übersichtliche Schau der verschiedensten Heilkräuter hsrzurichten. Aus dem heutigen Anzeigenteil ist ersichtlich, welche Fac^wogerien unserer Stadt sich an der Veranstaltung beteiligen. Die Anzeige sei der Beachtung unserer Mitbürger empfohlen. ” Hessischer Feuerwehr-Verband. Die Abgevrdneten-Versammlung des Landesverbandes der Hessischen Freiwilligen Feuerwehren findet am Sonntag, 18. Rov., von vormittag- 11 Tlhr ab im Dolksbildungsheim in Frankfurt a. M. statt. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 10. Noo. Ein Arbeiter E. von Butzbach hatte eine mit ihm in dem gleichen Hause wohnende Frau R. durch rohe Schimpsworte schwer beleidigt, woraus diese ihm und seiner Ehefrau einen Eimer mit schmutziger Flüssigkeit überschüttete. Sie erhob wegen der Schimpfworte Prioatklage gegen E., worauf dieser mit einer Widerklage wegen des Schüttens mit der Flüssigkeit antwortete. Beide Teile wurden hierauf vom Amtsgericht Butzbach wegen Be- leidigung zu Geldstrafen von je 55 Mark verurteilt. E. erkannte die Rechtskraft des Urteils alsbald an, Frau R. legte jedoch Berufung dagegen ein und wollte die auf die Widerklage hin gegen sie erkannte Geldstrafe herabgesetzt haben. Das Berufungsgericht war jedoch der Meinung, daß er erste Richter mtt Rücksicht auf die gleiche Schwere jeder Beleidigung mit Recht auch auf die gleiche Strafe für jede Partei erkannt habe und wies deshalb die Berufung als unbegründet zurück. Berliner Börse. Berlin, 13. Nov. (WTB.-Fmrksprucht) Nach der festen Frankfurter Abendbörse ist auch im heutigen Dormittagsverkehr die Tendenz freundlich, da man der Ansicht ist, daß die Dermitb- lungsaktion nach der Nichtigkeitserklärung des Schiedsspruches vor dem Duisburger Arbeitsgericht wahrscheinlich von Erfolg sein wird. Die feste Haltung der Auslandsbörsen regt ebenfalls an, Gleltrowerte bleiben gefragt. Die Abendkurse sind behauptet. Schuckert 239.50, 6lernen» 409.50 bis 410 und Farben 250. A___- 8 Rhnimo,Isch'a».Yextnschutz, 8 Tllll Y 9ttrocn« u. ...... SSS BETRIEBS-CHRONIK 1925 1926 1927 1928 1923 Eröffnung des Bahrenfelder Werkes. 1924 Beginn der Umstellung des Betriebes auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen. Unabhängigkeit der Werkstätten von klimatischen Schwankungen durch Luftabschluß und Schaffung einer neuartigen Klima- Anlage. Vollständige Durchführung der tweijährigen Versuchsergebnisse für die Mischungswerkstätten durch Schaffung einer mechanischen Mischanlage, die eine absolute Gleichmäßigkeit und sorgsamste Behandlung des Tabaks gewährleistet. gelang die Auflockerung und sichere Reinigung des Tabaks auf pneumatischem Wege. Aufnahme der Kartonnagenfabrikation in drei eigenen Werken. Die Belegschaft des Hauptwerkes Bahrenfeld hat sich in 4 Jahren verzehnfacht. Eröffnung des Zweigwerkes Hannover, ausgerüstet mit sämtlichen Einrichtungen des Bahrenfelder Werket Seitdem werden die Reemtsma - Werke als die vollkommensten Cigarettenherstellungsbetriebe der Welt von Fachkommissionen aus allen Erdteilen zu Studienzwecken besucht REEMTSMA CIGARETTEN UM WM NückbNck und AvSbNck anläßlich des zehnjährigen Bestehens der BeutWn SemoitdiiKDen Bartei Freitag, abends 61/* Uhr, (Laf6 Leib. Zur Deckung der Unkosten Erhebung von 30 Pfennig. 99330 Ohne Restauration. Mllei M Caf6 Astoria 9993D Wer verkaufen kann 99870 jfte kennt den Nutzen, dawim nimmt sie ■ Henho! Alzey (z. Z. Gießen, Asterweg 34), den 13. Nov. 1928. 99920 99760 Damen-Tag Hemden Herren-Nachthemden mit Trägern an an an an Mädchen-Hemden von 80 Pf. an aus Hemdentuch Prinzeß-Röcke mit Stickerei 9975A Kreuzplatz Nur solange Vorratl für Sir 11? Gießen, Rausch a, Adlig Rosenort b. Braunsberg (Ostpr.), Braunsberg (Ostpr.), Berlin, Zoppot, Breslau, den 12. November 1928. aus la Hemdentuch, von Mk. 4.50 aus la Flockköper.. von Mk. 6.95 Karten zu 2 und 1 Mark bei Challier, Studenten und Schülerkarten 50 Pfennig. mit AchselschluB ... von Mk. 1.55 aus la Flockköper.. von Mk. 2.65 Als kluge and wirtfehafriidt denkende Hausfrau intereffierr es Sie dodt Geher, tu willen, wie such Sie dielen Nutzen erzielen können Am Abend vor dem Wafdirag weicht man die Wä» (ehe in kalterHenkolöfung ein. Über Nacht lockert Henko dann behurfam allen Schmutz. 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Klavier- n Franz 'ei Ernst •harten lusB-efs. flattern wie sliegensucheich dicht über dem furchtbaren Fluh, halten sich mühsam, schwanken und taumeln schließlich wie fallende Blätter hinein. Vögel oder eiserne Brücken, das ist..... Lava eins. Die Eisenbahnbrücke bäumt Uu|, Weißglut rinnt durch ihre Adern, sie schmilzt. Vorbei. »r große lensllien iahn rel. 1403 er ^Matn Wilhelm von polenz. Zu feinem 25. Todestage. Von Walter Mahr. Die letzten 50 Jahre deutscher Literatur zeigen eine Rastlosigkeit cher Entwicklung, wie sie keine Zett vorher kennt. Ein Programm jagt das andere, eine Richtung löst die andere ab, was heute aktuell und modern, ist morgen abgetan und unmodern. Lind alle diese Richtungen beherrscht die gleiche Parole: Los von der Tradition! Von der Tradition im Leben wie in der Kunst. Wir brauchen eine andere Technik, einen anderen Stil, eine andere Stosfwahl, ein anderes Verhältnis des Künstlers zu der von ihm dar- »ustellenden Welt. Am Anfang dieser Entwicklung steht der Naturalismus: er leitet die neue Spoche ein. Richt daß der Raturalismus ein plltzliches Einbvechen neuer Ideen bedeutet. Er ist vielmehr letzte Steigerung und Auswittung ter Aufklärung, ja letzte Konsequenz jenes vernünftig, objektiv und wissenschaftlich gerichteten Weltbilds, das seit langem der sichere Besitz der gebildeten Oberschicht des europäischen Abendlandes war, und das, durch Romantik und Klassik kmz unterbrochen, im Jahrhundert der Ratur- ivissenschast, der Technik und des Materialismus seine letzte Konsolidierung erfuhr. In ZolaS Werben liegt der Riederschlag dieser neuen Welt- mschauung vor. Zola nachzueifern, ihn zu erreichen, ist das Streben der Dichter jener Zeit. Wilhelm v. Po lenz geht vom Raturalismus aus. Geboren ist er am 14. Januar 1861 auf Schloß Ober-Cunewalde in der sächsischen Ober- llarsih, Sohn eines Kammerherrn und Kloster- oogts. Er besuchte das Gymnasium in Dresden, genügte dort seiner Militärpflicht, studierte darauf tn Breslau, Berlin und Leipzig die Rechte. kurzem juristischen Vorbereitungsdienst in Dresden verlieh er fein« Laufbahn, studiert« in Verlin und Freiburg Geschichte, erwarb daS Rittergut Leuba und übernahm dann das Stamm- M seiner Familie Ober-Cunewalde, wo er am 13. November 1903 starb. In seiner literarischen Sturm- und Drangzeit Dar Polenz «in Mitglied der Schar, die sich an- '°mgs tn Berlin, später in Friedrichsbagen, um di« Bruder Hart sammelte. Trotz der äußerlichen Zugehörigkeit zu diesen Vorkämpfern des Raturalismus ist Polenz doch nicht konsequenter Natu- rÄist geworden. Seine Entwicklung beginnt mit ten modern-realistischen, feinen Llnterhaltungs- winan und erreicht ihren Höhepunkt in Werken iraftvoller Heimatkunst. ,Sühne" war Polenzens Magma. Don unserem römischen ^.-Korrespondenten. Taormina, Rovember 1928. Es wird immer unverständlich bleiben wieso in unserem aufgeräumten Europa, in diesem wohlgeordneten Hause, in dem die züchtige Hausfrau waltet, unartige Kerle zurückgeblieben sind, die sich damit vergnügen, in der „guten Stube", in dem Empfangssalon für seine Besucher, herum- ^uspucken. Wenn so etwas im Bureau vorkäme, tn Berlin, oder gar im Boudoir, in Paris! Wohlwollend, wie die Fremden nun einmal gegen di« Lausbuben ihres Gastgebers zu sein pflegen, betrachten sie die wilden Burschen: mit Interesse, wie den bösen Eber im Zoo: durch die Lorgnette, wie einen aufsässigen Chauffeur. Di« Herrschaften tomnten mit der Bahn zum Kraterrand heraufgefahren und brechen in den vorgeschriebenen Ausruf des Entzückens aus: Very nice, indeed! Die Sonntagsschriftsteller schreiben von dem Pfeifchen, das der Alte immer noch schmaucht. Zuweilen aber geht die gutmütige Spuckerei in Raserei über und das Pfeifchen tn den ilr- zvrn der Schöpfung. Mutter Erde gebärt. Wir stehen daneben, können jeden Augenblick, wenn uns die Geschichte riskant erscheint, ins Auto springen. Wir stechen mit dem Spazierstock in das Blut unseres Planeten, der Arbrei brodelt um die Lackkappen unserer Schuh«, Magmageruch steigt in gepuderte Rüschen. Magma —! Es wird immer unverständlich bleiben. der Theologie tn kirchlich-konfessionellem Sinne bricht. Er wendet sich von seiner Laufbahn ab, heiratet die Tochter eines atheistischen Arztes und widmet sich dem Beruf eines Volks- und Iugendlehrers. Zwei Jahre später erschien des Dichters Meisterwerk: „Der Düttnerbauer", „dem deutschen Nährstande gewidmet". Kein geringerer als Tolstoi hat dem Roman di« wärmsten Worte der Anerkennung gezollt. Der Büttnerbauer, der sein Gut bei der Erbteilung stark verschuldet übernommen hat und es trotz heißester Liebe zur Scholle und unermüdlicher Arbeit nicht zu halten vermag, ist der typische deutsche Dauer, sein Schicksal das tausend anderer, die wie er, von dem geltenden Recht hilfb>s im Stich gelassen, im unzerreihbaren Spinnetz eines gierigen Ausbeutertums zappelnd sterben müssen. Ganz vortrefflich hat Polenz das Standesmähige des Dauern mit individuellen Zügen, das Trieb- mäßige des Raturmenschen mit bewußten Antrieben durchsetzt, und so eine Dauerngestalt zustande gebracht, die von Anfang an überzeugend wirkt und zuletzt zu tragischer Größe emporwächst. Es werden nicht die Schwächen und Untugenden des Dauern verschwiegen, sein Trotz und sein Eigensinn, aber das eine, die Liebe zur Scholle, versöhnt. Es ist erschütternd, zu lesen, wie der alte «infame Dauer Abschied von der geliebten Scholle nimmt und fein Leben unter einem blühenden Kirschbaum endet. Soziale Fragen behandelt „Der Grabenhäger". Diesmal beschäftigt Polenz sich mtt dem Adelsstand. Der Roman wird vielfach als bestes Werk des Dichters bezeichnet. Aesthetisch gerichtete Ra- turen werden bte schöne Linienführung, die Feinheit und künstlerische Reife der Darstellung bewundern. Die Wucht des „Düttnerbauern" erreicht er nicht. Deine Entstehung geht wie die aller seiner Werke auf eigene Erübniss« und Erfahrungen zurück. „Der Grabenhäger" ist der letzte Roman seiner fest tn Duft und Boden der Oberlausitz begründeten Heima-tttvnst. Polenz rückt jetzt von der Scholle ab und behandelt tn feinen letzten Werken große Fragen der Zett im Anschluß an rein individuell« Geschicke. „Thekla Lüdekind" (1899), „Liebe ist ewig" (1901), „Wurzellocker" (1902) machen des Dichters letzte Schaffensperiode aus. Die ersten beiden Werke sind Frauenromane, in denen nicht nur Probleme angefchnitten, sondern auch gelöst und mit eindringlicher Wahrheit gestaltet werden. Ein Literaturroman ist „Wurzellocker". ein Bekenntnis Po lenzens aus seiner Berliner Zett. . . . . .. Alle ausländischen Botschafter in Japan wohnen den Krönungsfeierlichkeiten bei. Der Kaiser symbolisiert die Gröhe Japans und trotz aller revolutionären Agitationen im Land der ausgehenden Sonne hat man gegen die Kaiserverehrung nichts ausgerichtet. China ohne Kaiser ist zum Chaos herabgesunken. Japan ist groh und stark geblieben. Sonnenaufgang 7.16 llhr, Sonnenuntergang 16.13 llljr. — Mvndaufgang 9.23 llhr, Mond- un ter gang 17.10 llhr (Erdferne). 354: der Kirchenlehrer Aurelius Augustinus in Tagaste geboren; — 1716: der Philosoph Gottfried Wilhelm v. Leibniz tn Hannover gestorben: — 1825: der Schriftsteller Jean Paul (Friedrich Richter) in Bayreuth gestorben: — 1840: der Bildhauer Augwsto Rodin in Paris geboren. Der Blick von Taormina auf den nächtlichen Vulkan ist übet alle Mähen schön. So ähnlich muß es vor Millionen und Abermllllonen Jahren ausgesehen haben, als dieses Gestirn die Kruste anlegte, auf der wir heute stehen. Treiben auf dünner Scholle über der Magma — unbegreiflich. Unten, am Fuße der Hephalstosschmlede, sieht es anders aus. Flüchtling« mit hohlen Augen, Lastwagen mit ärmlichem Hausrat, Massen von Militär. Ein KrlegSblld. Eben schraubt man die Schienen auf, drei Glutarme greifen nach der Hauptlinie Messina—Catania. Es heißt, die Eruption ebbe. Niemand weiß Sicheres. Professor Ponte, der Letter des Observatoriums, hat Die Hausbesitzer, dl« das vom nächsten Hügel aus mttansehen müssen, die erst dem Befehl des Militärs wichen, erstarren. Aschgrau überzieht ihre Züge wie die Lava aschgrau an der Oberfläche erstarrt. Zu erstarren scheint. Der Schein ist das Tückische daran. Di« Tiere müssen es erfahren. Magma, daS glutflüfsig« Erdinnere, hat eine seltsame Gewallt über alles Irdische. Bevor es erstarrt, macht es erstarren. Die Katzen ducken sich vor der heranzischenden Schlange, unbeweglich, bis es Zett ist zum Sprung. Dann sind sie mtt einem Satz in ihrem Racken, krallen sich in di« Hydra hinein, statt zur Seite zu springen. Hetzen über di« dünne, heiße Kruste, irrsinnig hin und her, bis sie einfinfen und schon im Wegsacken zerschmelzen, zu Rlchts zergehen. Die Vögel, von der unheimlichen Gewalt unwider- stehlich angezogen, stoßen tn Schwärmen herab, Für die menschlichen Schmarotzer im grünen Fell des Berges bedeutet jede solche Sage den Verlust von Haus und Herd, von Hab und Gut, toenn nicht von Leib und Leben. Manchmal wiederholt sich das Märchen alle dreihundert Jahre, manchmal schon in einem Dutzend, in einem halben Dutzend von Jahren. Das letztemal schrieb man 1923. Damals jedoch war eine andere Gegend an der Reihe. Heute hat es wieder, wie im 17. Jahrhundert, Mascali getroffen. Genau so getroffen: Begraben. Richt einmal Blumen aufs Grab. Zugeschüttet. Aus. Mascall besteht aus drei Ortschaften mit insgesamt 7000 Einwohnern. Runzlata, Punta- lasso und Carrabba, wenn man auch noch diese Industriegemeinde hinzunehmen will, zählen zusammen nicht mehr als 2500, Mascali ist also die größte. Sie hat saubere Häuser mit Bal- konen, Bogenlampen, Faszio und einem Kriegerdenkmal, das gerade elngeweiht werden sollte. Da natürlich auch der Ortsheilige ein Fest hatte, war das Städtchen festlich geschmückt, als die Hydra kam. Mir war wieder so, als rückte die russische Dampfwalze heran. Drei Armeen auf eine Front von höchstens 200 Metern Ausdehnung, umklammernd. Es blieb nichts anderes übrig, als der Rückzug. Kaum war die Stellung geräumt, da — Ob man jemals so etwas schildern kann, so darstellen, daß ein Leser es miterlebt? Ich stehe in einer Straß«, die ganz leer ist und daher um fo aufgeräumter wirkt: eben die „gute Stube", die nur gelegentlich geöffnet wird. Die Häuser wundern sich: auf was warten wir denn? Die Fenster stehen offen, die Haustüren aber sind sorgfältig geschlossen, damit fern Unbefugter während der Abwesenheit der Bewohner eintrete. Run, wir brauchen nicht allzulange zu warten. Auf einmal bricht zwischen dem Haus Rr. 27 und dem Haus Rr. 22 — oder ist es Rümmer achtundzw — — schon nicht mehr zu lesen — bricht die Kraterdiviston durch. Richt stürmisch, durchaus nicht, langsam, zäh, unwiderstehlich, als Ätoänge sich nur ein Berg in eine enge Straße. Ein rauchendes, stinkiges Ungeheuer. Heut« vor acht Tagen, man saß gerade beim Tee in Taormina, stieg aus der schneeweißen Stirn des Aetna plötzlich eine Rauchsäule auf, die sich zu einem ungeheuren Pinienschirm entwickelte. Pallas Athene brach aus dem Haupte des Zeus, des gewaltigen DctterS. Di« Erde wand sich in Wehen. In der Rächt war das „grandiose Feuerwerk' der Sonntagsschriftsteller da. Am nächsten Morgen öffnete sich der Mund des Gottes zu einem gräßlichen Schrei. Dumpf rollte er unter den Füßen der Menschen fort. Die Seismographen ließen vor Schreck den Zeiger fallen. Der Aetna öffnete hundert Mäuler zugleich, eines auf 2700, eines auf 1650, eines auf 1150 Meter Höhe. In Strömen floß das glühende Blut heraus, vermengt mit gelbem ©eifer. Hier stürzte es herunter wie ein Wasserfall, dort kroch es schlammig über die Falten und Runzeln hinweg. So oder so spritzt« «s schließlich auf die Menschen. Sie wuselten durcheinander wie Käfer, wie aufgescheuchte Ameisen — was sind wir anders als Ungeziefer für einen Berg? Eine feurige Hydra mit drei Hauptköpfen wälzte sich aus vererbtem Instinkt dem Meere zu. Seit Jahrtausenden ist das in der Aetna- familie so üblich. Di« Herrschaften, die den Winter in Taormina oder Syrakus verbringen, schauen schon gar nicht mehr zum Fenster hinaus, wenn der Zug durch die erstarrten Schlangenleiber fährt. Sie sehen kolossale Rumpftrümmer am Strand und im Meere liegen und lesen tn ihrem Führer, daß das die Steine seien, die der uchl. 080» aet>-,ul Mn» crd iÄS jdft um Flugzeuge gebeten, die hundert cater zu beobachten. Fünfzig Meter noch, dann stürzt die Lava Die Kaiserlrönung in Kioto. Den zehnten Tag des durch Hausgeseh für die Thronbesteigung des Kaisers festgelegten Monats Rovember haben die das Ritual beherrschenden Priester des kaiserlich japanischen Hauses als das glückverheißende Datum für die Hauszeremonie der Thronbesteigung erkundet. An diesem Tage nimmt der neue Kaiser, gekleidet in ein rotes Gewand — Symbol der ausgehenden Sonne — und mit einem Zepter — dem Symbol der kaiserlichen MachtVollkommenheit — zum erstenmal auf dem Thronsessel Platz, nachdem ein Gottesdienst vor dem an geweihter Stätte aufgestellten Kashiko Dokoro vorausgegangen ist, diesem kaiser- lichen Heiligtum, in welchem der Heilig« Spiegel aufbewahrt wird, eine Gabe der Sonnengöttin - ht Private!' } hi Men. arte W*- llberg-. Hessen, giiedenes] W die Hinten- Gebildete iame et angenehm MM LLß- ’ ober ia>'»e Sä5 „ 9568A Ächiiger steiner- zeselle lu?bilfe flflj- MMT Tüchtige «M Turnen- unb )edltibet gei. hl Angeb. unt. i b. QHeh, Arn. wroiitti awnonimen. \en mH jleufl' an^Holci VV, Friedberg, nden. HO chliger, junger iellmacher don aui Karosse' iqu gearbeitet jucht iüriosort ende vtellnug. -reS zu erfr. in SelchasM. des . Am. Mit Jüngere MM ewanden in in ogravbie. Ma> mittiteiben und südrung. mA iort ob. ibater c. Ang. u.MV iJitM Trauerseier für Minister Henrich. 3m städtischen Saalbau in Darmstadt fanden sich am Sonntag auf Einladung der Demokratischen Partei Parteifreunde und Freunde des verstorbenen Finan^ministers Henrich zusammen, um feiner gemeinsam zu gedenken. Die Feier, zu der sich auch Staatspräsident Adelung eingefunden hatte, wurde eingeleitet durch den Vortrag eines Streichquartetts in v°Moll von Franz Schubert durch das Drum-Quartett. Generalintendant Prof. Ebert rezitierte die Abschiedsrede aus Hölderlins Empidokles. Frau Kuhn-Liebel, begleitet von Erwin Palm, leitete durch eindrucksvolle Darbietungen der Litanei von Franz Schubert über zu Minister Korells Gedächtnisrede, in der er davon ausging, bah man, um den Verstorbenen zu verstehen, an feine Herkunft aus einem oberhessischen Bauernhause denken müsse. Aus diesem Kreise harter Pflichterfüllung fei er in das Büro des 'Beamten gekommen, wo er ebenfalls nur die Pflicht gekannt habe. Da sei in feinem Leben die Sonne Friedrich Aaumann auf gegangen, der manchen Mann zum Kämpfer neuer Ideen gemacht habe. Henrichs Arbeit weitete sich. Die ersten Baugenossenschaften in Darmstadt entstanden unter seiner Mitwirkung. 3n den großen politischen Kämpfen in Hessen 1906/0Z war er der Führer seiner Partei. Allen feinen Mitkämpfern war er überlegen an Dienst- und Pflichtgefühl. Später trat er in städtische Dienste und bald im Staatsdienst in die vorderste Linie. Dann schilderte der Redner das glückliche Familienleben, das der Verstorbene geführt, die volle Harmonie, In der er mit seiner Frau gelebt habe, und die Freude, toenu er, nach scharfer Debatte im Finanzausschuß oder im Landtag heimgekehrt, die Enkelin auf dem Arme tragen tonnte; dann ging ein Leuchten auf in feinen sonst so ernsten Augen. Als vor zehn Jahren das Staatsschiff in Aot war, da war auch Henrich unter denen, die es wieder auf geraden Kurs brachten Es folgte die Besatzung. Henrich half dem Staat über die Inflation hinweg. Aber die Folgen der Stabilisierung waren für Herz und Seele noch schlimmer, denn jetzt muhte auch gerechtfertigten Wünschen gegenüber ein hartes „Aein" gesprochen werden, weil die Mittel fehlten, nicht aber der Wille zur Hilfe. Mit den Worten: „Er ist vollendet, wir haben ihn gefeiert, uns bleibt nur übrig, in seiner Art zu wirken und unsere Pflicht zu tun", schloß Minister Korell seine Rede auf den Verstorbenen. Franz Schuberts „Verklärung", gesungen von Frau Kuhn-Liebel, und die „Envatine" aus dem Streichquartett V-Dur, op. 130, von Beethoven (Drum-Quartett), beschlossen die Feier. Das neue hessische Kirchensteuergesetz. Der Minister für Kultus- und Dildungswesen, Staatspräsident Adelung, legt jetzt mit Zustimmung des Gesamtministeriums dem Landtag den Entwurf eines Gesetzes über das Besteuerungsrecht der öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaften (Kttchensteuer- gesetz) vor, nach dem bereits die Veranlagung und Einziehung der Kirchensteuer 1929 dorgenommen werden soll. Der Gesetzentwurf, der wahrscheinlich schon in den nächsten Sitzungen des Geseh- gebungsausschusses beraten werden dürste, besagt in seinen 28 Artikeln etwa folgendes: Aach Auffassung des Kultusministers verlangt die Vorschrift in Art. 137 Abs.3 der Aeichsver- fassung, wonach jede Religionsgesellschaft „ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranlen des für alle geltenden Gesetzes ordnet und verwaltet", zur Regelung des Kirchensteuer- rechtes ein Staatsgesetz. Diese staatsgesetzliche Regelung erscheine auch mit Rücksicht darauf erforderlich, daß die Kirchen und sonstigen öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschasten vermöge ihrer hohen kulturellen Aufgaben und Bedeutung eine weitgehende staatliche Förderung verdienen. Andererseits müsse sich der Staat bei Inanspruchnahme der Steuerpflichtigen durch Kirchensteuer entsprechenden Einfluß sichern. Die evangelische und die katholische Kirche sind berechttgt, von ihren Kirchenangehörigen Steuern zu erheben, insoweit nicht die Erträgnisse ihres Vermögens und die sonstigen ihnen zu Gebote stehenden Mittel xur Bestreitung ihrer kirchlichen und religiösen Bedürfnisse a u s - r ei ch e n (Landeskirchensteuer). Das gleiche Recht steht den Kirchengemeinden (OrtSkirchen- fteuer) zu. Die Steuererhebung ist abhängig davon, daß ein ordnungsgemäßer Voranschlag der Kirche oder Gemeinde aufgestellt ist, daß eine aus den Kirchenangehörigen oder den Gemeindemitgliedern gewählte Qlkrtretung (S teuerver tre tung) dem vorgesehenen S.euerbedarf zustimmt und die Steuersätze beschließt (Steuerbeschluh) und daß die Steuererhebung staatlich — durch den Kultusminister — genehmigt ist. Diese Steuervertretungen der Kirchengemeinden müssen aus mindestens fünf Mitgliedern bestehen. Der Kultusminister behält sich die Genehmigung einer entsprechenden Verfassung für diese Steuerausschüsse, die von der Kirchenverwaltung aufzustellen wären, vor. In Ausnahmefällen sind die Kirchen zu Kirchen-- steuerrorauszahlungen ermächtigt, wenn nämlich die Steuerbescheide nicht rechtzeitig zum Beginn des Rechnungsjahres zugestellt werden können. Die Kirchensteuer wird erhoben als Zuschlag zur Reichseinkommen st euer. Daneben ist die Erhebung eines Zuschlages zur Reichsvermögens st euer ober nach den Desteuerungsgrundlagen zur staatlichen Grund- und Gewerbesteuer zulässig. Auch kann die Kirche auf Grund einer besonderen Cteuersahung eine Kopfsteuer von ihren volljährigen Mitgliedern erheben, also gewissermaßen einen Mitgliederbeitrag, wie es bisher in Württemberg, Thüringen, Braunschweig zugelassen und in Preußen geplant ist. Für Lohnsteucrpflichtige erfolgt die Besteuerung nach festzusehenden Pausch- sähen der Lohnsteuer, die der Genehmigung des Ministers bedürfen. Bei besonderen Verhältnissen kann die Erhebung nach Klassen erfolgen gemäß der vom Kreisamt erfolgten Klassifizierung der Einwohner nach Einkommens- und Vermögensverhältnissen, was bisher nur in israelitischen Gemeinden geübt wurde. Del gemeinsamer Veranlagung zur Kirchensteuer von Ehegatten verschiedener Bekenntnisse wird die gemeinsam zu entrichtende bürgerliche Steuer halbiert und der kirchliche Zuschlag nach den Sähen der einzelnen Kirche bemes en. Das gleiche Verfahren gilt für in Mischehen lebende Lohn- und Gehaltsempfänger. Falls nur ein Dreißig Jahre Bücher- and Lesehalle in Gießen. Von Universiiciis-OberbibliothekarprofL)r.Frihsche, Schriftführer des GießenerLesehalle-Dereins Eindringliches ßefen macht still. Es sondert den Menschen ab von seiner Umgebung, sammelt ihn auf das innere» lautlose Zwiegespräch mit dem Schriftsteller Wenn der vordem lärmende Knabe in ein Geschichtenbuch versinkt und schwer davon loskommt, sängt er an. ein Selbst zu werden. Daß er nicht überhaupt vereinsame, dafür sorgen schon die Gespielen und Haus und Schule, aber er hat doch einmal gelernt, durchaus bei sich und zugleich durch eine Vorstellung, im Umgang mit den Personen jener Geschichte, gesellig zu sein. Er wächst heran zum Verkehr mit Gedanken; auch sie spinnt er weiter, wie er dort die Erzeugnisse der Einbildungskraft verlebendigt; er gewöhnt sich jetzt, zu verweilen, die Beziehung zwischen Gedanke und Ausdruck wird ihm wichtig, er ahnt, was Stil sei, und schließlich wertet er das Buch als Denkmal des Schrifttums und das Schrifttum als Form seines Volkes. Wer dieser Wohltat teilhaftig geworden ist, der gönnt sie den andern. Man sage nun nicht: „Die Zeitung bringt ja überall hin — damit sei es genug!" Die Zeitung erseht niemals das Buch. Sie bietet Stoff im Flusse bar. Fehlt im Denken und Fühlen des Lesens das Ständige als Grundlage und Widerhall, so gleiten Bericht und Betrachtung vorüber. Man werfe auch nicht ein: „Auf Gemeinschaft nur kommt es an. Ihr entzieht sich der Leser im Winkel." Gemeinschaft beruht auf Wechselwirkung. Wer zu Zeiten für sich zu sein fähig ist, steuert dem Verband reicheren Beitrag, als wer nur in ihm sein Dasein empfindet. Dieses älrgesetz menschlichen Wesens gilt unabhängig von der Verteilung geistiger Gaben und wirtschaftlicher Güter. Träfe das im Schrifttum Vollendete mit dem Volkstümlichen zusammen, so wäre ein höchstes Ziel erreicht. Aber was heißt denn „vollendet", und wie fassen wir Umfang und Inhalt des Begriffswortes „Volk"? Wir nähern uns von beiden Seiten her, und dabei beobachten wir, daß jenes „Ständige", von dem die Rede war, doch nichts Starres an sich hat; wir staunen über die Fülle der Erscheinung, die von hüben und drüben zueinanderdrängt. Das zeitlich Bedingte und das Ueberzeitliche, der Gemeingeist und das persönlich Einzigartige sind zwischen Leser und Buch und weiterhin zwischen einer Lesergemeinde und ihrer Bibliothek tausendfältig aufeinander eingerichtet. Bei größeren Maßen kann das Triebwerk leicht zum „Betrieb" vergröbert erscheinen. In Heineren Verhältnissen, auf übersehbarem Raume, gewahren wir deutlicher die Feinheit der beweglichen Gliederung. Unsere Gießener Bücherhalle ist unansehnlich. Sie enthält etwa 7500 Bände und leiht im Jahre etwa 15 000 aus. Diese Statistik besagt nicht viel. Auch die durchschnittliche Zahl der regelmäßigen Entleiher — rechnen wir 3001 — bedeutet wenig gegenüber der Einwohnerzahl. Die Zunahme war aber nie nur berechenbar, sie war Wachstum. Ein Leserstamm hat Ringe angesetzt, und dieser Lebenstrieb hat den Krieg und die ihm folgende Aot unb Erregung überdauert. Den Grundstock der Büchersammlung gaben 1898 Geschenke ab. Durch Sichten unb Ordnen bekam der Zufall Sinn. Dann gestaltete sich langsam ein Bücherschah durch sparsamen bedächtigen Ankauf. Die beiden ersten Verwalter, der eine dem Leben, der andere unserer Gegend längft entrückt, haben sich entsagend gemüht, unsere Armut fruchtbar zu machen. Bei der Erwerbung der Bücher wurde ein literarischer Plan gegen die Wünsche der Leser immer abgewogen. Diese Wünsche kommen uns ja niemals einheitlich und selten unmittelbar eindeutig zu Gehör. Auch versagen — auf dem dichterischen Felde zumal — die herkömmlichen Maßstäbe verbriefter Vorbildung. Aus Wahlverwandtschaft haben oft einfache Leute etwa über Gottfried Keller den Weg zu Goethe gefunden, und zu Homer, zu Shakespeare hin bedarf vielleicht eine ursprünglich weltoffene, weltkräftige Aatur überhaupt keines Vermittlers. Dennoch wäre es verkehrt, einen Kanon der Klassizität allen aufzudrängen. Lesestoff mittlerer Lage, der mit seinem Menschenalter oder auch nur mit seinem Jahrzehnt auftaucht und einsinkt — die Engländer nennen das fiction — läßt sich menschlicherweise nicht ausschliehen. Wir „führen" die Marlitt nicht mehr, aber sie zu verspotten ist billig: unseren Müttern half sie über den Alltag hrnweg, sie dachte rechtlich, und sie war eine gute Erzählerin. Der Anspruch ans Erzählen ist es, der sich geheimnisvoll toanbelt In dem, was er herauskehrt und was er verdeckt, wechselt der Fadenzug des Berichts von Geschlecht zu Geschlecht nach bisher unerforschten Gesetzen. Wir verstehen noch nicht, warum eben noch beliebte Romane wie übet Aacht langweilig ober gar lächerlich wirken. Aur ein kleiner Teil bet jeweils guten Erzahlunasliteratur behält bauernden Wett. Aber gerade von ihr, von der natürlichen Freude am Fabulieren ans entringt sich mancher Leser unb manche Leserin der Stofflichkeit unb ersehnt eine strengere Einpassung des Gehaltes in die Gestalt, und jene anberen, die nicht dahin gelangen, die an der Erzählung haften, bei denen die Bewegung des Lesens mit dem Fortgang vorgestellter Geschehnisse zugleich erfolgt, sie vernehmen doch eine edlere Sprache und erfassen ein höheres Leben. Das vollzieht sich unbewußt unb trägt sich auf breiter Fläche ans; literarisches Bewußtsein entkeimt ba und dort bei einer Minderheit unb beeinflußt mittelbar in unmerklichen liebergängen das tätige tägliche Zusammensein. Wir sehen durch einen Schleier. Selbst die Vorliebe für das „Reueste", so unreif sie oft an uns heran tritt, sie entspringt nicht immer nur bet Aeugier von heute auf morgen: manchmal spricht berart unbeholfen der Glaube an eine hellere Zukunft, ohne ben der Mensch unb die Menschheit nimmer beständen. Die Auswahl der Bücher zum Einordnen in die Sammlung und die Ausgabe des geeigneten Buches in jedem besonderen Falle erfordern weiten Um- blick, regsame Einsicht unb Stetigkeit ohne Enge. Daß die leitende Bibliothekarin mit den Büchern so vertraut war wie mit den Bücher suchenden Menschen, hat ein günstiges Geschick gefügt. Sie bleibt uns hilfreich, sie gibt ihre ilebertieferimg weiter zu treuen Händen. In den letzten Jahren hat sich die Vvlksbildungs- lehre, wenn anders der Streit der Schulen das bezeugt, beinahe zur Wissenschaft entwickelt. Wir sind an diesen Erwägungen beteiligt, wir beachten auch die Erfahrungen anderer Städte: aus dem, wie unsere Bücherhalle geworden ist unb was sie werben soll, aus besonderen Bedingungen und einem allgemeinen Ziel ergibt sich ihr Charakter. Bei aller so dankenswerten Fürsorge der Stadtverwaltung konnten wir niemals aus dem Vollen wirtschaften. Das hat fein Gutes, es spannt, es schmeidigt die Kräfte. Freiere Bewegung brauchen wir dennoch. Von Grund aus wandeln sich in der Gegenwart die Ansichten der Aatur wie der Geschichte; an den Problemen diel mehr als an „Ergebnissen" der Forschung ist die Gesamtheit der Ration wie nie zuvor durch vielfältige Vermittlung beteiligt, unb dazu ringt diese Gesamtheit selbst um neue Formen ihres Bewußtseins. Wissenschaft unb Bildung suchen einander. So müßten wir unseren Bestand an lehrhaften Büchern stetig erneuern. Hier fehlen uns Helfer und Mittel. Darm schieben wir den Aerchruck des Katalogs von Jahr zu Jahr hinaus, und ohne offenen Katalog wiederum stellt sich die Bibliothek weder ihren Benutzern noch nach außen hin als ein Ganzes dar. Die 1927 wieder eröffnete Les ehalle wird erst bann — wie vor dem Kriege — mit der Dücherhalle dem Wesen nach verbunden fein, wenn die Wochen- und die Monatsschrift von der Zeitung zum Buch die Drücke schlagen. Die Aussicht des Publikums über sich selbst reicht nicht aus, die Jugend bleibt unberaten, es ist ba fast alles noch zu tun. Richt nur darauf kommt es ja an, dc»h die wirtschaftliche Grundlage sich verbreitere. Wir hoffen auf die tätige Teilnahme jüngerer Frauen unb Männer. Die Generation der Gründer hat sich gelichtet, der Lesehalleverein ersehnt inneren Zuwachs. Der Wirkungskreis des durch Wahl und Amt in Staat und Stadt beauftragten Gemeinsinns ist jetzt weiter gezogen. Trotzdem behalten die gemeinnützigen Vereine ihren Beruf. Aus ihrer privaten Herkunft heraus, in ihrem loseren Gefüge wiederholen sie je und je den ursprünglichen Vorgang menschlichen Zusammenschlusses zu seinen Zwecken. Staat und Gemeinde in ihrer jeweils befestigten Gestalt fordern ein ergänzendes, immer neu aufquellendes Element. Aur wo es dauernd einströmt, wird sich aus Bindung und Freiheit Kultur, das heißt lebendige Gesittung ergeben. Ehegatte aus Arbeitslohn zur Einkommensteuer herangezogen wird, so haften beide als Gesamtschuldner, also auch der „Verdiener" für des „Aichtterbieners" Kirchensteuer. Die Kirchensteuer Verwaltung erfolgt durch das Landesfinanzamt, das auch die Beitreibung unb Festsetzung der Zahlungstermine vornimmt. Eingeengt ist in Zukunft bas Recht der Beschwerde gegen die Heranziehung zur Kirchensteuer. Es können nur noch angefochten werden: die Steuerpflicht gegenüber der besteuernden Kirche ober Gemeinde, die Heranziehung zu einer Kopfsteuer, die Richtigkeit der Steuerverteilung (etwa bei Gesellschaftern von offenen Handelsgesellschaften, 'Kommanditgesellschaften), sowie die Richtigkeit der Einstufung in einen Pauschsatz ober eine Klasse. Die Beschwerde geht in erster Instanz an das Kreisamt, die weitere Beschwerde an den Kultusminister. Erweist sich aber im Einzelfall die Einziehung der Kirchensteuern als eine außergewöhnliche Härte, so kann die Steuervertretung die Steuer ganz ober zum Teil erlassen. Gegen diesen Beschluß der Steuervertretung, bas heißt also für die örtliche Kirchensteuer der Kirchenvorstand, ist kein Rechtsmittel gegeben. Mit diesem Gesetz, das auch gilt „für die israelitischen Religionsgemeinden mit der Maßgabe, daß ihre Verbände berechtigt sind, ihre Umlagen unmittelbar auf die Mitglieder der dem Verband angehörenden Religionsgemeinden auszuschlagen" sowie „für andere religiöse Körperschaften und die Gemeinden, die sich die gemeinschaftliche Pskge einer Weltanschauung zur Aufgabe machen, soweit ihnen die Rechte jener Körperschaft des öffentlichen Rechtes gewährt sind", tritt das alte hessische Kirchensteuergesetz von 1875 mit seinen Abänderungsgesetzen außer Kraft. Um schon für das kommende Rechnungsjahr wirksam werden zu können, sollen als Steuervertretungen die nach den bisherigen Bestimmungen gebildeten kirchlichen und religionsgemeindlichen Vertretungen gelten. Der Entwurf beabsichtigt keine grundlegenden Aenderungen in den seitherigen rechtlichen Beziehungen zwischen den politischen Gemeinden und den QrtSttrchengemeinben. Den Kirchen ist auch nicht verwehrt, mit Zustimmung des Ministers nähere Vorschriften über die Besteuerung ihrer Mitglieder zu erlassen. Oberheffen. Landkreis Gietzen. CO Klein-Linden, 12. Noo. Die Beerdigung des Rektors i. R. Albert Boßler fand heute unter Teilnahme fast der gesamten Bevölkerung und vieler Freunde des Verstorbenen aus nah unb fern statt. Den langen Leichenzug eröffnete der Turnverein, dessen langjähriges Mitglied der Verstorbene war. Am Grabe eröffnete ein Schülerchor die Trauerfeierlichkeiten. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Bremmer, zeichnete an Hand des Bibelworts aus dem Evangelium Matthäus Kap. 20, Vers 8 ein getreues Lebensbild des Verstorbenem Ungezählte Kranzspenden wurden am Grabe niebergelcgt und dabei von allen Rednern die großen Verdienste des Verstorbenen gewürdigt. Es ließen Kränze nieber* legen: das Lehrertollegium und die Schule, die Gemeinde, der Lehrerverein Giehen-Land, der Turnverein, der Verein der Kinderschule, die Gesangvereine „Eintracht", „Arion" unb „Harmonie" und die christliche 3ugenbberein igung. * Lollar, 12. Noo. Der Sängerchor der hiesigen Sängerverenigung unter der Leitung seines Chormeisters Rhode (Marbura) brachte den Patienten der Chirurgischen Klinik in Gießen, unter denen sich zur Zeit auch drei Mitglieder des Vereins befinden, ein Frühkonzert dar. Der Verein fang drei Chöre und einige passende Volkslieder in schönster Weise. Die Darbietungen wurden von den Patienten mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Oberschwester der Klinik brachte den Herz- lichen Dank der Kranken in warmen, anerkennenden Worten für den Verein zum Ausdruck. U Rabertshausen, 12. Aov. Das zu imferer Gemeinde gehörige, im vorigen Jahre von Bürgermeister Reichhardt gepachtete Hof - aut Ringelshausen ist verkäuflich. Die Geldknappheit, sowie die schlechten landwirtschaftlichen Verhältnisse in der gegenwärtigen Zeit » Alöfel b>Mag sand ' Ecxb anö^V keslLzelzu MügelMM se- nes 25jäfri| hat. Sie 2Iu ntlag mit eil zlladener Gäst rMfrtadje des barg), überbra Irr dem 3ubi einer Feier un vc grobe volle tzftgelzucht hm! forderte. 3ii neister Dr. I kr Stadt dem br- @enttaUeh «Schusses für ö inz. Die,« aabtenötoerte KM Million?! statt. Sief 2'ugusi Zimmer jSitM i^lT 2k Stelle ein fos E yo V-iedettvahl , ßhembert vurd reiftet Faust» ^ngsbruch! hcu stehende ne ItterWasse formt, dürste & W- -essens Vorsitzender. ? ruhe des D fc uag für e Luchgang de Innung. Dies« ru AutzgM Kn. Außer,> Duien, fotoie euere. Der J. 1 m trotz der I :‘T und auch Ve. ba eine g GeflÜg Schulen ö *>*ilMten Q »'Oft Dei,e ba EÄ ^igte Maae, die v Wellung iU] r uiin?:. ! L^erkäeit Hau! • -ÄL .Üsßl! i *ens«e,tz, 1 »SW» Wersen ihre Schotten hemmend auch auf die Lösung dieser Aufgabe. Allzu großes Äauf- intercsse für dieses Besitztum soll nicht vorhanden sein. Der zur Gemarkung Ringelshausen gehörige Steinbruch dagegen, der von Pflastermeister Zimmer (Bisses) in Betrieb genommen ist, zeigt eine aufwärtsstrebende Entwicklung. Das vorzügliche Steimnaterial wird zum Teil von Zimmer selbst zur Pflasterung verwendet, zum Teil wird es mit der Bahn verfrachtet. Durch die Herstellung einer neuen Abfuhrst raße wird bet Abtransport erleichtert; burch Pferdefuhrwerk werden die Sterne nach dem allerdings über eine Stunde entfernten Bahnhof Oberwiddersheim zu« Verladung gebracht. U Rodheim a.d. Horloff, 12. Aov. Der Gesangverein „Sängerkranz" dielt am, Samstagabend feine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Aach kurzen Be- grühungswvrten gab der 1. Vorsitzende, H^Ru- b c l, einen Rückblick auf bas vorflossene Arbeits- jahr. Der Verein nahm an dem Bundesfest m ^Hmgen unb an bem Sängerfest in Steinheim tetL ®aö rin letzten Jahr angeschaffte Harmonnmr befriedigt vollauf. Die Rechnungsablage zeigte einen wirtschaftlich guten Stand des Vereins. Die Mitgliederzahl ist durch Wegzug von Sängern etwas gesunken. Bei der Ergänzungswahl des Vorstandes wurden Georg Klippen al8 2. Vorsitzender unb Hermann Aagel als Rech- ner gewählt. Von einem öffentlichen Winterver- gnügen will bet Verein in diesem.Winter absehen; erstmalig hat man sich für die Abhaltung eines Famvlienabends entschlossen. Außer an dem im Mai 1929 ftattfinbenben We rtungssin- gen des Horloff-Wettertal-San^ev- b u n d e s gedenkt bet Verein noch an em em Wettstreit im kommenden Sommer teilzunehmen. Rach Erledigung der Tagesordnung blieben bw Mitglieder bei Liederootträgen noch einige Stunden beisammen. — Allgemein fällt in diesem Herbst das starke Auftreten der Blut- lau s in unserer Gemarkung auf. Besonders werden die Obstbäume bet Gärten von diesem Schädling heimgesucht. Scharfe Bekämpf ungsmahnah- men, am zweckmäßigsten mit Unterstützung durch die Gemeinde, wären am Platze. — Der noch vor wenigen 3ähren hier herrschende Wohnungsmangel ist nun vollständig behoben. 3a das Wohnungsangebot ist vielleicht größer als die Aachfrage. Eine im vorigen 3ahr leerstehende Hofteite ist zwar wieder von zwei Familien bezogen worden, dafür ist aber neuerdings die Wohnung der nach Amerika ausgewanderten Familie Uftner unbewohnt. Kreis Friedberg. WER. Friedberg, 12. Aov. Am Samstag ist in ber hiesigen Zuckerfabrik der 25jährige Arbeiter 3oseph Ebert tödlich verunglückt. — In diesen Tagen fand die diesjährige Mitgliederversammlung der Bezirks- sparkasse Mathilden st ist Friedberg statt. Rechner E l b e c t erstattete den Geschäftsbericht für 1927. Aus ihm ist besonders die Zunahme im Sparverkehr hervorzuheben. Im Jahre 1927 wurden 2 480 000 Mk. neu eingelegt, 140 000 Mk. Zinsen wurden gutgeschrieben. Zurück- erf>oben wurden 1340 000 Mk., so daß ein Reinzuwachs von 1 280 000 Mk. zu verzeichnen ist, durch ben bet Bestand an Spareinlagen auf ben Bettag von 3 330 000 Mk. angestiegen ift 3n ben Monaten Januar bis Ende Oktober 1928 wurden 2 659 000 Mk. eingelegt, zurückerhoben wurden 1 376 000 Mk., so daß die Sparkasse heute 4 631 000 Mk. Spareinlagen verwaltet. Dieser De trag wurde von Januar 1924 bis heute, also In vier Jahren zehn Monaten, hereingenommen und verteilt sich auf 7472 Sparbücher. Die Giroeinlagen beziffern sich auf 1 400 000 'Mk., so daß Spar-- und Giroeinlagen zusammengenom- inen heute 6 Mill. Mark Einlagenbestand ergeben. Auf jeden sechsten Einwohner des Bezirks entfällt ein Sparbuch, unb auf jeben Einwohner 100,70 Mk. Sparguthaben unb 30,50 Mk. Giro- guthaben <£ Bad-Nauheim, 12. Nov. Die Anregung zu gemeinsamer freundnachbarlicher Zu» sammenarbeit zwischen unserer Stadt und der Kreisstadt Friedberg ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Am Samstagabend fand im Sprudelhotel die erste Aussprache über dieses Problem im Rahmen eines Kommunalpolitischen Abends der Deutschen Volkspartei statt, zu dem auch einige Herren aus Friedberg erschienen waren. Als Referent sprach Landtagsabgeordneter Dr. Nie» poth über allgemeine Fragen der Verwaltungsund Kommunalpolitik. Er gab in der später einsetzenden Aussprache der Hoffnung Ausdruck, daß die beiden Nachbarstädte künftig gemeinsam an der Lösung ihrer großen kommunalpolitischen Aufgaben arbeiten möchten. Stadtv. Hotelier Krauß behandelte in eingehender Weise das Zusammenarbeiten beider Städte und bedauerte, daß nicht schon früher der ernsthafte Versuch gemacht worden sei, zwischen den Nachbarstädten ein besseres Einvernehmen zu erzielen. Die von Friedberg anwesenden Herren gaben ihre Bereitschaft kund, den Gedanken der Zusammenarbeit nach feder Richtung hin zu fördern. Kreis Schotten. □ Lauk»ach, 12. Aov. 3n ber jünaften Sitzung bes Gerneinberats wurde zunächst die Errichtung einer Haushaltungsschule beraten. Rektor Döll gab hierzu ausführlich« Erläuterungen. Man beschloß bie Errichtung einer solchen Schule unb bewilligte zu diesem Zweck für dieses Jahr 1000 Mark. Weiter wurden bau Kreise zwecks Vergrößerung der Kreisbaumschule weitere zwei Morgen Land überlassen. Zur Ehaussierung des von ber Planke nach bet unteren Langgasse ziehenden Hofes unb zum Sehen bet hier nötigen Grenzsteine wurden 100 Mark bewilligt. Betreffs ber Kanalisation würbe beschlossen, keine Kanalgebühren zu erheben. Für Ablauf bes Wassers soll ein prozentualer Zuschlag zum Wassergelb erhoben werben. Die Beschaffung eines Kanalreinigungsge- rates wirb zurückgestellt. Der seitherige Wiesenwärter bleibt bis zum 1. April 1929 im Dienst. Die Stelle soll zur Bewerbung ausgeschrieben werben. Die Miete in ben Reubauten ber Gemeinde an der Licher Straße soll um 50 Prozent erhöht werben. Am sog. Bürgerturm sollen bie nottoenbigen Ausbesserungen Dorgenommert werben. Außerdem wurde beschlossen, zwei Totenfrauen anzunehmen. ? Eichelsdorf, 12. Aov. Ein eigenartiger Fall einer Grenzverwirrung, wie er in feinen Auswirkungen wohl nur selten vorzukom- men pflegt, konnte jetzt in hiesiger Gemarkung festgestellt toerben. Ein Ausmärker erbte vor Jahrzehnten von seinem hier ansässigen Schwiegervater u. a. einen Acker, ber aus zwei Parzellen bestand unb insgesamt 37 Ar groß war, wie es auch un Grundbuch verzeichnet ist. Sei k"; Mcte iJWgc Jj lK??afaI’0 Ka FjW i w.ä , tetc, i 7 ,-o daß ' SV .ML ■ «ri - Hartma . K Slädl-n. Liebig M * ® ' Lobet-e V:Ln!cnhai ft daß mck Mrupt'äA'H liife. DM mQ Kw bütfte fei' Sroß.E i;ne Besitzer, der über den Flächeninhalt seines Steuern bewirt- seine daß er Grundstücks nicht richtig orientiert war. bewirt- schaftete aber nur eine Parzelle von 20 Ar, iie durch Marksteine abgegrenzt war. Sn seine zweite Parzelle rückte der Nachbar ein, so daß tcssen Besitztum wiederum vom Nachbar bc» virtschaftet wurde. Da die nachfolgenden Grund- .fiide ziemlich eine Größe hatten, wurde man licht auf d^n Irrtum aufmerksam. Durch das Aufrücken war das vorletzte Grundstück der kewann herrenlos und kam an die Besitzer der tzeloanngrenze. Bei der Vermessung eines dieser Letzten Grundstücke stellte sich heraus, daß die ^wirtschaftete Fläche weit größer war, als »zahlenmäßig angegeben. Man ging der Sache cuf den Grund und konnte alle Irrtümer auf- Lrcn, so daß zu hoffen ist, daß die beteiligten drundstückseiaenlümer in gütlichen Verhandlungen zu den iynen rechtlich zusteheirden Parzellen irückkehrcn. Die etwas verwickelte Sachlage hat ’.id) noch eine humoristische Seite. Der iusmürler, der seit vielen Jahren die ir das Grundstück zahlte, das er nicht haftete, hatte im letzten Jahrzehnt igene Parzelle gepachtet, so Dch den Pachtpreis bezahlen muhte. Am Samstag 25jafrtgt ödlich ver« fand die dics» -r Dezirsr- Stic denWiÄ- betonte Sie rrzchim Sm . nai fi/igekgt» Men. Zurück» fo dah ein verzeichnen ist, miniagen aus inaesiiegm ist e Oktober 1928 jurikfetfobtn Mt tyarMe i verwaltet. Ä4 M heute, hnetngenvm» oardücher. Die IWM, le ilammaigenom« bestand ergeben L Bezirks ent- den Einwohml W OHL ©iw . Die Anregun, arlicher Zu- x ßtadt und der iartn Boden gf Sprubclbottf dir 'M im Nahmen Abends der , zu dem auch i'en waren. Als ier Dr. Nie- ■ Demaltungs« Später einsehen« sdruck, dah dtt üam an der 2> >en Aufgaben ast JaufcbeHe» enarbeiten bM schon früher dtt sei, fischen de« rnehmen ju/r en .Herren gaben jrbern. Sitz i-. 'N Avv «■ft« ss „Greins, j*1 Aech, Iossin, Langer» » M einem ^une^men. blieben fa «mgetztun- «phb 5*8 tow MsemLchäd. iungsmahnah, '»uhung durch Der noch do, Ahnung-, 'behoben. 'Ht gröst-r nr 3ahr leer» °°n zwei Ja« aber neue» merika Wsg-» vhnt. feS L> *Ä Pla»!- Ks W Pro^ M8 * ei£^ Z« läcker • au- i'lc. tpJ1 >7 Ott 8*2 l) Hartmannshain, 12. Nvv. Täglich »erden hier Nehe und Hasen nach den üjen Städten verladen. Die Jagd ist recht cgiebig und wird zur Zeit in allen Bezirken eifrig ausgeführt. (D Ober-Seemen. 12. Nov. Die Natu- 2 li e n-S a m m l un g für unser Bezirks- ankenhaus ist nun abgeschlossen. In An- tracht der guten Ernte wurde reichlich gegeben, l daß mehrere Fuhren notwendig wurden, hiwtfächlich für Kartoffeln, Steckrüben und Ge° Küste. Wenn man das Krankenhaus weiter unter» 1hy, dürfte sein Bestand gesichert sein. r— Groß-Eichen, 12. Nov. Gestern fand hi?r die Neuwahl des Kirch en vor st an- 6'6 statt. Die seitherigen Mitglieder, Karl Merz, August Zimmer, Ludwig Steuernagel, Wilhelm Myardt (Klein-Eichcn) wurden wiedergewählt. "tZn Stelle eines verstorbenen Mitgliedes und Ls wegen hohen Alters und Krankheit auf Diederwahl verzichteirden Altbürgermeisters 6dl erobert wurden August Hofmann und ‘Bürger» Mister Faust neuhinzugewählt. — Durch L e i - 1 ngsb ruch wurde dieser Tage das im Roh- Icu stehende neuePfarrhaus etwa 3/t Meter ui te r Wasser gesetzt. Wenn kein früher Frost staunt, dürfte Schaden am Mauerwerk kaum ent» Khen. iwioo- tlwiiite Um itänbe halber intii-nert abzugeb. -^"lragen, nnt. HüftD an d. G. Anz. ^'bv'Uküche.Vuv- i"vs>nbe,möbt.. ver- •ft >Boflelfäfi9, B:n?uCtt,CU' §iar- iivstlbett btll. w88 imiw,®oe^eft671 Kreis Alsfclv. i»4 Alsfeld, 12. Nov. Am Samstag und Corcntag sand in der hiesigen Festhalle dre 2 8. Derbanosschau der O b e r h e s s i s chen Meflügelzuchtvereine statt, die dem Kreis» Vflügelzuchtverein Alsfeld anläßlich der Feier strines 2ojährigen Bestehens überwiesen worden Im. Die Ausstellung wurde am Samstagvor- nitttig mit einer kleinen Feier vor einem Kreis gtabener Gäste eröffnet. Nach einer Begrüßung s- orip-rache des Vorsitzenden, Lehrer Stoll (Alten- Äur.j», überbrachte KreiSdircktor Dr. Stamm- Itr dem Iubiläumsverein die Glückwünsche zu hin er Feier und zu der Ausstellung, wobei er auf bi, große volkswi rtschaftliche BedrÄung der Ge- stiqelzucht hinwies und zu deren Hebung auf» forberte. In ähnlichem Sinne sprach Bürgerin! ster Dr. D ö l s t n g. welcher als Vertreter bk Stadt deren Glückwünsche übermittelte, sowie bei Generalsekretär des Landwirtschaftskaamner» dl । <± uff cd für die Provinz Oberhessen, Oeko» nomicrat Dr. Wagner, und der Vertreter des Drzuchtsinstituts der Universität Gießen, Dr. ihrig. Dieier teilte in seiner Ansprache die be- «tlenswerte Tatsache mit, daß alljährlich Wer 30) Millionen Mark ins Ausland gingen für Sici* mri> Geflügeteinsuhc. Namens des ober» shkisifchen Geflügelzuchtverbmrdes sprach dessen ^-sitzender. Kolter (Bad-Nauheim), der die 3rüße des Verbandes überbrachte und die Aus- $t.lung für eröffnet erklärte. Alsdann folgte ein Dibgang der geladenen Gäste durch die Aus- Itdung. Mese war recht gut beschickt, vor allem mit Autzgeslüget, rnsbesondere Hühner und Tau- Her Außerdem waren ausgestellt Enten, Gänse, $..ien, sowie Kaninchen, msgesamt etwa 700 li-rc. Der Besuch der Ausstellung am Sonntag axr trotz der ungünstigen Witterung ein recht ginr und auch für den Nichtzüchter von Snter* •fle, da eine ganze Anzahl seltener und inter» ■fijiuler ©eflügelarten vertreten toaren. Seitens Dr Schulen wurde die Gelegenheit zu einem orie.lhaftcn Anschauungsunterricht in ausgie- Äciv Weise benutzt. Bei'Gelegenheit dieser Aus- Itliing zeigte sich wiederum, dah die städtische FiÜhalle, die von der Stadt unentgeltlich für die iäiöitenung zur Verfügung gestellt worden war, iii Ausstellungszwecke sehr geeignet ist. Für die :Äiss!ellung hatte die Stadt einen Ehrenpreis ; i;e liftet. '!' Mücke, 12. Nov. Gestern fand hier der ° Mkrjührtge Dirigententag des Ohm- iSimZ) atal°Sängerbundes unter der Lei- des Vorsitzenden, Becker (Kesselbach), statt. iZriächst verhandelte man über die Beitrags» °>'ih e der Vereine, die wegen Mangels : iiivS Dirigenten vorübergehend nicht fingen fön» •«i Es wurde beschlossen, daß solche Vereine ■ar den Beitrag für zehn Mitglieder zu zahlen ;Müenu Dann folgte der Bericht über die öän» :;; und Schomber (Kesselbach). Diesen Herren fällt zunächst die Aufgabe zu, über die für das Wertungssingen in Aussicht gestellten Chöre zu entscheiden. Es handelt sich um den Chor Retterlied von SchenkeWaa) und »Wo gen Himmel Eichen ragen“. Dieses Jahr stellte man den einzelnen Dirigenten anheim, das Wahllied aus dem Gebiete des VcÄs-, oder Kunstgefanges zu entnehmen, während man im vergangenen Jahre dem VollsliÄ) den Vorzug gab. Das We r tu n g s sin g en findet am 7. Juli 1929 in Bleidenrod statt. Die Aussprache über die einzelnen Punkte war sehr rege. Kreis Lauterbach. WSN. Lauterbach, 12. Nov. Wie der „Lauterbacher Anzeiger" mitteilt, wurde in der Gemeinde Dernshausen (Kreis Lauterbach) amtlich ein Fall von Paratyphus festgestellt: ein 21jähriger junger Mann liegt an der Krank» heit darnieder. Die Arsache tonnte noch nicht festgestellt werden. In Angersbach sollen drei Personen an Paratyphus erkrankt sein, wovon ein Fall tödlich verlief. ch Lauterbach, 12. Nov. Die Lichtbildstelle des Kreisschulamtes nimmt ihre Winterarbeit jetzt wieder auf, nachdem für die Schulen des Kreises etwa ein halbes Jahr keine Borführungen ftattgefunden haben. Im Laufe des Winters werden selbst die Schüler der entlegensten Landschulen Gelegenheit bekommen, einige hochwertige belehrende Filme kennenzulernen, darunter als den ersten „U 9". Weiter werden laufen die Filme: Die Nibelungen, Das kalte Herz (nach nach einem Märchen von Hauff), Quo vadis, Onkel Toms Hütte, Der Faust. Die Ueberschüsse aus diesen Filmvorführungen kommen zwei gemeinnützigen Zwecken zugute: der Lichtbildeinrichtung und der Wanderbücherei des Kreises. Sehr gespannt ist die Bevölker.ung auf den von Schulrat Lorentz selber aufgenommenen Heimatfilm: „Mit der Bogelsbergbahn von Frankfurt a. M. über Stockheim—Gedern—Hartmannshain nach Lauterbach.“ 4= Engelrod, 12. Nov. Schon feit einem halben Jahr ist unser Kirchspiel verwaist, seit dem Wegzuge von Pfarrer L e h i n g nach Ortenberg. Da die Pfarrstelle wegen der Schwierigkeit des Dienstes mit ihren vier Filialgemeinden zur Neubesetzung alsbald wieder ausgeschrieben war, hoffte die Gemeinde, bald einen neuen Pfarrer zu bekommen. Leider hat sich aber auf das erste Ausschreiben niemand gemel» d e t, trotzdem die Kirchengemeinde eines der schönsten Pfarrhäuser Oberhessens ihr eigen nennt, samt Gemeindesaal und Konfirmandensaal. Die Stelle mußte ein zweitesmal ausgeschrieben werden. Diesmal fand sich ein junger Geistlicher, Pfarrer Dotzert, Gießen, bereit, in den Vogelsberg zu gehen. Dem Vernehmen nach muh Pfarrer Dotzert auf feiner gegenwärtigen Verwalterstelle in Gießen aber noch so lange ausharren, bis eine dort offene Stelle beseht ist. DarWer kann nun leider noch eine lange Zett vergehen. Einstweilen wird der Hauptdienst nebst Kvnfirmandenstunden in Engelrod von Pfarrer Z e y f u ß mitversehen. Wie soll das aber möglich fein, wenn erst der Schnee die Wege beschwerlich macht? Auch im Interesse des Spezialvikars wäre es darum dringend erwünscht, wenn Engelrod bald seinen neuen Pfarrer bekäme. Em Protest der hessischen Kanzlei- nnd Vureaubeamten. Zu einer gemeinsamen Versammlung zwecks Stellungnahme gegen die durch das neue Be - s oldungsgeseh eingetretenen Härten und Zurücksetzungen hatte die Arbeitsgemeinschaft Hessischer B u r e a u be a m te n - verbände die Mitglieder der angeschlossenen Verbände nach Darmstadt einberufen. Die hessische Regierung hatte mehrere Vertreter entsandt. Von den cingelabenen Mitgliedern des Finanzausschusses des Landtages hatten nur Äe Landtagsfraktionen der Deutschen Volks- Partei, der Sozialdemokrattschen Partei und der Komm. Partei Vertreter entsandt. Der hessische Deamtenbund war durch seine beiden Vorsitzenden vertreten. Die Versammlung wurde, so berichtet man uns, durch Wehr ich (Darmstadt) geleitet, der eingehend zu dem durch die Besoldungsordnung geschaffenen Unrecht und den vorhandenen Här» ten im allgemeinen Stellung nahm. Wiederholt brachte er zum Ausdruck, daß gerade die Bu- reaubeamten und deren Anwärter am schlechtesten behandelt worden seien und hier unbedingt durch den Stellenplan und die Desoldungsnovelle Besserungen geschaffen werden müßten. Daß dies möglich sei, wurde von ihm eingehend begründet. Seitens der Vorsitzenden der einzelnen Verbände wurden unzweideuttg die bcrechttgien Forderungen vorgebracht und immer wieder auf die vorliegenden ungünstigen Verhältnisse bin» gewiesen. Insbesondere wurde auch erklärt, daß es — und nicht zuletzt — an den Landtagsabgeordneten gelegen sei, für die berechtigten Forderungen der Dureaubeamten einzutreten. Ausgabe und Pflicht derselben müsse es sein, als gewählte Vertreter des Volles auch hier das begangene Unrecht zu beseitigen und für Besserstellung einzutreten. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach- redaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr 187. Don K. Traxler. Schwarz. 3 b c d e l g h a b c d e r g h Weiß. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 6 Steine. Kb2; Da5; Tf6; Lc5, e2; Sg7. Schwarz: 12 Steine. Kg3; Dh2; Th6; Lgl; Sa7, hl; Bd7, e3, e4, g2, h3, h5. Endspiel Nr. 65. Don L. Holzer, Graz. s Schwarz. g 8 6 D 3 2 4 d e Weiß. g h s b Weih am Zuge erzwingt das Remis. Weiß: 6 Steine. Kh2; Df3; Sc4; Bd3, g2, h4. Schwarz: 10 Steine. Kg6; Db8; Lc7, h7; Bd4, e6, f4, f7, g7, h5. Eine sehr elegante Aufgabe. Lösung des Problems Dr. 184. Don I. Salminger. 1. Sei—e2, d4xc3. 2. Lb8-e5! beliebig. 3. Da8 oder Sxc3 matt. 1..... Te5 (Lh6). 2. Dd7 + , KXe4. 3- Dd7xd4 matt. 1..... Le5. 2. Db5+, Kxe4. 3. Dc6 (b7) matt. 1......Tf5. 2. Dd7,+, Kxe4. 3. Dd7xf5 matt. Aus der Schachwelt. Im 3. Internationalen südamerttanischen Schachturnier, welches im argentinischen Badeorte Mar del Plato abgehalten wurde, siegte Grau vor Palau. Der Städtewettkampf Berlin — Stockholm, welcher tn Berlin ausgetragen wurde, endete unerttschieden. Capablanca spielte kürzlich in Essen gegen ein Honorar von 500 Mk. dreißig Simultanpartien. Er gewann 24, machte fünf unentschieden und verlor nur eine Partie. Ein glänzendes Resultat,, wenn man bedenkt, dah unter den Mitspielern die 1. Klasse teilnahm, und Spieler wie v. Rüh verloren. Aljechin spielte in Paris acht Blindpartien und gewann sie sämtlich. Lasker befindet sich gegenwärtig in Amerika. Die Tiarrenkappe. Splltter und Sparren vom Redaktionstisch. Protest. Bei der Fahrprüfung rennte Max Behrendt mit feinem Wagen zunächst mal in einen Vorgarten. Das war noch nicht so schlimm, denn es wuchsen Levkoien in dem Gatten und eine be* sondere Art Rosen, die sehr nett anzusehen waren. Das Schlimme kam erst später; da fuhr Max Behrendt ein Reiterdenkmal an und richtete es so zu, dah niemand wußte, ob es sich bei dem Monument um einen Kavalleristen oder einen Fußgänger Handelle. Im Anschluß daran geriet Max Behrendts Magen mit dem Bug in das Schaufenster eines Sarggeschäfts. Schließlich kappte er einen Mast der Straßenbeleuchtung und stieß so unglücklich gegen eine Rotunde, dah der Examinator in hohem Dogen von seinem Sitz aufs Pflaster flo^. „Cs ist natürlich fein Gedanke daran, daß Sre einen Führerschein kriegen!" ächzte der Unglück- 1 liche. „Na, Herr Rat, Sie dürfen nun aber auch nicht rigoros fein!“ antwortete Max Behrendt vorwurfsvoll. (Lust. Dl.) Praktische Anordnung. Tief im Schwarzwald, dort, wo er garu dunkel ist, liegt ein kleines Städtchen, und mitten in diesem Städtchen befindet sich die Ladengasse, ein schmaler Durchgang zwischen zwei Häuserreihen. And dort, wo sie sich tn einem Winkel verliert und es ganz finster ist, hat das Bürgermeisteramt eine Tafel angebracht mit den tiefsinnigen Worten: „Hier ist es bloß den Hunden erlaubt." Ganz schön, nur wie bringt man das de« Hunden bei? C. Für die Regierungsvertreter gab Ministerialrat Dr. von E i f f u. a. eine Erklärung dahin ab, daß für die Desoldungsordnung in Hessen diejenige im Reich und Preußen maßgebend gewesen sei. Er müsse ausdrücklich feststellen, daß die Verbände in jeder Beziehung ihre Schuldigkeit im Interesse ihrer Kollegen getan hätten. Die Regierung habe stets Verständnis und Bereitwilligkeit in bezug auf die vorgebrachten Forderungen gezeigt, und sie werde dies auch weiterhin entgegenbringen. Ob allerdings der Stellenplan schon die gewünschten Besserungen bringe, sei noch fraglich. Der Zeitpunkt der vom Recch vorzulegenden Novelle zum Besoldungsgesetz sei zweifellos gekommen und werde wohl auch von der Regierung erwartet. Seitens des Abg. S t u r m f e l s (Soz.) wurde erklärt, dah zur Verabschiedung des hessischen Besoldungsgesetzes wenig Zeit vorhanden gewesen sei, da ja die Beamtenschaft auf rasche Erledigung gedrängt habe. Gegenteilige Aeuhe- rungen wurden aus der Mitte der Versammlung und durch den 1. Vorsitzenden des Hess. Deamteirbundes dahingehend abgegeben, daß Hessen doch reichlich spät, nachdem in anderen Ändern dies schon längst erfolgt war, zur Verabschiedung des Besoldungsgesetzes gelangte. Nachdem noch die Vertreter der Deutschen Volkspartei und der Kommunisten zusagende Erklärungen abgegeben hatten, ergriff der Vorsitzende des Hess. Deamtenbundcs, Dr. C l a h . das Wort zu längeren Ausführungen. Er erklärte u. a., daß nur ein fester Zusammenschluß und gemeinsame Arbeit zur Erreichung der berechtigten Forderungen führen können. Zum Schlüsse der Versammlung faßte diese folgende, einstimmig angenommene Entschließung: „Die in Darmstadt stattgeh ibte, zahlreich besuchte gemeinsame Versammlung der hessischen Dureaubeamtenverbände erhebt Protest gegen die Zurücksetzung der hesiischen Kanzlei- und Dureaubeamten am Anfang und Ende der Laufbahn und die Verkürzung des Desoldungsdienst- allers in der neuen hessischen Besoldungsordnung vom 30. März d. I. und fordert ihre Be- feitigung in dem noch ausstehenden Stellenplan, in den Ausführungsvorschriften und in der von den Regierungsparteien in Aussicht gestellten Novelle zum Desoldungsgesetz. Die Vergütungen der Kanzlei und Dureaugehilsen bedürfen einer Erhöhung. Die Kanzlei- und Dureaugehilfen wünschen eine frühere Ablegung der Sekretärprüfung. Die bisherige Anstellungsart soll beibehalten werden. Besonderen Wert legen die geprüften Sekretäre auf die neu geschaffenen Stellen in den Ministerien. Ferner wird der Aufstieg der Sekretäre in die mittlere Laufbahn gefordert. Das hessische Kanzlei- und Dureau- personal ist für Staat und Voll ebenso nötig und erfüllt seine Amtspflichten auch ebenso gut. wie die übrige staatliche Beamtenschaft. Nichts kann die Schlechterstellung in der neuen Hess. Besoldungsordnung begründen." Die Frau merkt’s nicht, daß Du utel geraucht hast, wenn Deine Stimme klar bleibt. Dtes erreichst Du durch Gebrauch von Fay'S echten Sodener Mtneral-Basttllen. 8326V Winterknr für 5924si Nervenkranke u.Nervöa-Erschöpfte. Spezlalkuranstilt Hofkeim tin Tannas bei Frankf.a.M. — Prospekte durch Dr. M. 8 chulze-Kahleyss, Nervenarzt Jmmer wieder müssen Sie darauf achten, daß Jhr MAGGI• vaSy Fläschchen aus dieser großen MAGGFFiasche f nachgefüllt wird. Verfangen Sie stets ausdrücklich MAGGlWüne Sappe» UürzB 1 SWWNM birken votiert, 1 Sjjeifwet 180 cm, eichen, 1 SemvWM 180 cm, eichen, im Auftrage sehr preiswert zu verk. Th. Brück, "“D Braudvlatz. | Kaufgesuche \ Kelteräpfel jedes Quantum, geg. Kaste zu kaufen gesucht. 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Es waren vertreten die Fechter- abteilangen der Turnvereine zu Gießen, Tv. 1846 und Männerturnverein. Turn- und Sportverein 1860 Marburg, Turngemeinde Friedberg, Tv. 1860 Dab-Rauheim, Turn- und Sportverein Butzbach und Tv. Wetzlar. Unter der Leitung des Gaufechtwartes Fr. Gross (Marburg) wurde in je einer Bor- und einer Endrunde mit über hundert Gefechten die Rangfolge der Teilnehmer in beiden Waffen herausgearbÄtet. 3m Flvrettkarnpf belegte den ersten Platz Erwin Lemke, Tgde. Friedberg, mit 4 Siegen, den zweiten Rang erkämpfte Ludwig Krämer, T.- und Sp.-B. Butzbach mit 3 Siegen, dritter wurde Walter Gerhardt, To. 1846 Gießen, vierter Hans Mulch, Tv. Wetzlar, beide mit je 2 Siegen und je zehn Minustreffern, deren Rangordnung durch den letzten Gang entschieden wurde: damit sind diese vier Fechter in die Gruppe der Altmannen aufgerückt. An die fünfte Stelle der Endrunde kam Ludwig Kraft, Mtv. Gießen, mit zwei Siegen und acht Minustreffern, an die sechste Ernst Beck. T. und Sp.-B. Butzbach mit zwei Siegen und sieben Minustreffern. Als die Kampfbesten aus der Vorrunde erhielten den siebenten Rang Emanuel L i ch t e, T. u. Sp.- D. 1860 Marburg, Hans Maurer, Mtv. Gießen und Wilhelm Ludwig, Tv. 1860 Bad-Rauheim. Beim Säb elfechten stiegen zu Altmannen auf: 1. Ludwig Vaubel, To. 1846 Gießen, mit fünf Siegen: 2. Hans Mulch, Tv. Wetzlar, mit vier Siegen; 3. Karl Frankenberger, Tgde. Friedberg, mit drei Siegen; 4. Josef Schlier, Mtv. Gießen, mit zwei Siegen; den 5. Rang in der Endrunde behauptete Wilhelm Ludwig, Tv. 1860 Bad-Nauheim; den 6. Rang Ludwig. Kraft, Mtv. Gießen. Aus der Vorrunde fam an die 7. Stelle Wilhelm Chateau, To. 1860 Marburg; an die 8. Stelle Ernst Beck, T. u. Spv. Butzbach. Die zu Altmannen aufgerückten Fechter sind nunmehr mitberechtigt zum Wettkampf beim Gauturnfest, das Ende Juli in Alsfeld ftattfindet; die drei als Gaubeste zu ermittelnden Altmannen kommen in das Ausscheidungsfechten um die Sonderklasse des Mittelrheinkreises, die bei der Aufstellung der Sonderklasse der Deutschen Turnerschaft mitwirkt. Aus den anschließenden Verhandlungen sei hervorgehoben, daß die frühere Hebung, am Vorabend des Gauturnfestes ein Schaufechten darzubieten, wieder aufgenommen werden soll. Ferner wurde der Zeitplan festgelegt, der außer einem Kreislehrgang Prüfungen für Anfänger, Ausscheidungsfechten für Jung- und Altmannen, Wettkämpfe für Fechter über 40 Jahre, und zum ersten Malo auch eine Prüfung für Fechterinnen, im Gau aufgenommen hat; gemeinsame Hebungen mit benachbarten Gauen sollen der weiteren Ausbildung eine breitere Grundlage geben. Leider ist der seitherige verdienstvolle Gaufechtwart Fr. G r o o s (Marburg) nicht mehr in der Lage, die Führung über das kommende Frühjahr hinaus beizubehalten; in Würdigung seiner Gründe beschloß der Gaufechtertag einstimmig, dem nächsten ordentlichen Gauturntag die Wahl des Turners Karl Kühn, Tgde. Friedberg, zum ersten Gaufechtwart vorzuschlagen. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Tv. von 1846 I — 21Uo. I 2:2 (2:0). Wer. das obige Resultat als schmeichelhaft für den Tv. 1846 bezeichnet, ist im Llnrecht. Das Spielergebnis entspricht vollkommen dem Spielverlauf. Ein neuer Beweis für die Beständigkeit der Mamrschaft vom Gießener Turnverein ist erbracht. 1846 ist ohne Zweifel augenblicklich die spielstärkste Mannschaft des Gaues. Sie versteht bis zum letzten Augenblick zu kämpfen und triumphiert durch ihre Geschlossenheit auch über technisch bessere Gegner, wie z. D. über Tv. Wetzlar. Das Spiel am Sonntag gegen Mtv. konnte in jeder Weise befriedigen. Beide Mannschaften gaben ihr Bestes her. Die erste Halbzeit sah Tv. 46 leicht überlegen, was in zwei Treffern zum Ausdruck kam. Halbzeit 2 :0 für 1846. Rach der Halbzeit stellte Mtv. um. Die Mannschaft war sichtlich deprimiert, doch raffte sie sich wieder auf und vermochte dem gegnerischen Tore einige Wale gefährlich zu werden. Ein Ball, der infolge der Rässe dÄn Tormann entglitt, verhalf dem Mtv. zum ersten Erfolg. Kurz darauf erzielte der Linksaußen den Ausgleich: der Verteidiger wurde allerdings von einem Mtv.er regelrecht festgehalten, was der Schiedsrichter übersah. Das Endergebnis lautete gerecht 2 : 2. Vorher spielte die 2. Mannschaft gegen die 1. des T. u. Spv. Butzbach Rachdem Butzbach am Sonntag vorher die 2. Mannschaft des Mtv. 9:2 schlagen konnte, war man auf ein hohes Ergebnis zugunsten der Gäste gefaßt. Doch hielten sich die 1846er über Erwarten gut und verloren nach schönem Spiel 4 :2. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 1. Mannschaft — D. f. L. Wetzlar 2. Mannschaft 9:3. 1900 2. Mannschaft — V. f. B. Gießen 1. Mannschaft ausgefallen. 1900 1. Jugend — V. f. L. Wetzlar 2. Jugend 3:1. 1900 2. Jugend — D.f. D. Gießen 1. Jugend, vom V. f. D. abgesagt. ö. Aus dem Gelände der Ochsenwiese in Wetzlar standen sich die zweite Mannschaft des V. f. L. Wetzlar und die erste Elf der 1900er am Sonntag zum fälligen Punktspiel gegenüber. Obwohl die Spielvereinigungsleute vier Ersatzleute einstellen mußten, lieferten sie ein weitaus besseres Spiel als am Dorsonntag. Die günstige Wendung ist in der Hauptsache auf das Mitwirken des neuen Mittelstürmers, der einen vorbildlichen Sturmführer abgab, zurückzuführen. Zu Spielanfang erschien es allerdings nicht so, als ob die Gießener zu einem klaren Sieg kommen würden, denn die Wetzlarer Mannschaft fand sich sofort gut zusammen und ging in Führung. Rach Verlauf einer Viertelstunde hatte 1900 jedoch die Oberhand gewonnen und dominierte bis zum Schluß, nachdem man beim Stand von 5:2 die Seiten gewechselt hatte. Das Spiel der 2. Mannschaft gegen V. f. D. Gießen kam nicht zustande, da der Waldsportplatz zu der für das Spiel angesetzten Zeit nicht fvei war. Die 1. Äugend traf in Wetzlar auf die zweite Garnitur des V. f. L. und hatte in ihr einen recht hartnäckigen Gegner. Der bis zur Halbzeit gesicherte Vorsprung von 3:1 konnte in der zweiten Spielhälfte nicht vergrößert werden. Handball im Lahn - Oünsberg - Gau. Garoenleich I — Londorf 1 3:1. Am Sonntag trafen sich diese Mannschaften in Garbenteich zum fälligen Verbandsspiel. Sofort nach Spielbeginn konnte man eine leichte lleberlegenheit der Garbenteicher feststellen, die sich während des ganzen Spieles immer mehr auswirkte, da diese ballsicherer waren. Einige Durchbrüche der Londorser, von denen einer auch zu dem Treffer führte, scheiterten an der Hintermannschaft Garbenteichs. Obwohl Londorf eine sehr flinke Mannschaft darstellt und sich die größte Mühe gab, die zwei Punkte an sich zu bringen, mußte sie sich doch der technisch besseren Mannschaft beugen. V. f. B. Liga — W. S. D. Liga 2:1. Ligareserve — W. S. D. Ligareserve 1:7. Dritte — Ettingshausen I. 2:0. 1. Jugend — Riedergirmes 1. Jugend 2:5. 2. Jugend — Spielvereinigung 2. Jug:nd 0:1. Die Ligamannschast schlug in Wetzlar den dortigen Sportverein. Das Resultat mutet zwar etwas knapp an, es war aber vollauf verdient und stellt in Anbetracht der Umftänbe eine recht gute Leistung dar. Daß Wetzlar dem Gießener Rivalen den Sieg nicht ohne weiteres überlassen würde und dank seines energischen und wuchtigen SpiÄs selbst nicht ohne jede Chance in den Kampf ging, war vorauszusehen. Trotzdem überraschte die Platzmannschaft durch eine unerwartet gute Gesamtleistung. Wenn auch V. f. D. gerade nicht in Hochform war, so war er seinem Gegner in punkto Technik und Taktik doch um ein bedeutendes überlegen. Der beste Teil der Mannschaft war die Verteidigung einschließlich Tormann: auch die Läuferreihe lieferte eine prächtige Partie. Der Sturm dagegen hatte einen schwarzen Tag und zeigte eine erschreckende Schußunfähigkeit. An ihm lag es, daß das Resultat nicht wesentlich höher aussiel, wir es dem Gesamtspielverlauf entsprochen hätte. Die treibenden Kräfte der Angriffsreihe waren die beiden Außen, die jedoch zu wenig bedient wurden und infolgedessen nicht wie sonst zur Geltung kamen. Auffallend indisponiert war der gesamte Jnnensturm, der jegliche Schutzlratt und -sicherheit vermissen lieh. Der Spielverlauf war kurz folgender: Trotz des fremden und schlechten Platzes fand sich D.s.B. zuerst und zeigte das bessere Feldspiel. Seine flott vorgetragenen Angriffe brachten das Tor wiederholt in Gefahr, ohnr daß die hierbei herausgearbeiteten Torgelegenheiten ansgenutzt wurden. Wetzlar wehrte sich unter äußerster Ener- gieentfaltung und überschritt hierbei mehrmals die Grenzen deS Erlaubten, was ihm eine Reihe von Strafstößen und Verwarnungen durch den Schiedsrichter eintrug. Einen Elfmeter schoß der Mittelstürmer an den Pfosten und verschenkte damit die sicherste Gelegenheit zum Führungstor, das aber dann kurz darauf nach forschem Alleingang des Mittelläufers von diesem erzielt wurde. Bis zur Pause leicht überlegenes Spiel Gießens, das im Feld besser war als Wetzlar und auch die größere Zahl Erfolgsmöglichkeiten hatte, von denen der Sturm jedoch keine verwertete. Aach dem Wechsel kamen die Sportvereinler etwas aus und trugen einige recht gefährliche Angriffe vor, die jedrxh von der Gießener Verteidigi'.ng abgestoppt wurden, oder im Tormann ein Hindernis fanden. Rach kurzer Zeit schon übernahm Gießen wieder daS Kommando und vermochte durch den Halblinken auf 2:0 zu erhöhen. Gegen Schluß verschärfte der Gegner nochmals das Tempo und versuchte unter allen Umftänben das Resultat für sich zu verbessern, was ihm auch gelang. Der Rest der Spielzeit war ausgefüllt mit beiderseitigen Angriffen, die aber ergebnislos blieben. Nachdem die D. f. B.-Mannschcht auch diese beiden Punkte gewann, steht sie nach sieben Spielen ungeschlagen an der Spitze der Tabelle. Die Ligareserve verlor ihr erstes Spiel dieser Serie, indem sie gegen die gleiche des W. S. V. hoch unterlag. Der Sieg der Wetzlarer war verdient, wenn auch nicht ganz in dieser Höhe. V. f. B. lieferte das schlechteste Sp'el der Saison und brachte kaum eine einheitliche Aktion zustande, lieh es aber auch sehr am nötigen Eifer fehlen. Die Dritte gewann ihr Verbandsspiel gegen Ettingshausens Erste und errang damit einen wertvollen Sieg über die spielstarken Ettings- Häuser, die mit zu ihren stärksten Gegnern zählen. Geld fällt vom Himmel. Roman von Paul Enderling. Copyright by Earl Duncker, Verlag, Berlin. 42. Fortsetzung. Nachdruck verboten. ,Jch habe eine Riesensumme geopfert, weggewor- sen. Wenige Menschen in Europa konnten eine solche Summe verschmerzen. Sie bekommen von mir keinen Pfennig, keinen Der, keine Kopeke, keinen Sou, verstehen Sie mich?" „Ich verstehe Sie gut. Ihre Stimme ist deutlich gemtg. Aber Sie sollten Ihre Weigerung noch überlegen." „Warum? Was noch von meinem Gelbe vorhanden ist, gehört nicht mir. Es gehört meiner Tochters Sie soll gesichert bleiben, sind nun genug." Blinskys Stimme gewann einen drohenden Klang. „Sie vergessen eins. Man kann nicht jedes Spiel beenden, wann man will. Wer sich so weit einließ wie Sie, muß auch weiter mithalten." Brodersen richtete sich auf. Es sah auf, als wollte er sich auf den andern stürzen. Seine breiten, schweren Hände ballten sich. „Wollen Sie erpressen, Sie Schuft?" Er ließ eine Menge Schimpf- worie auf Blinsky niederregnen, und Blinsky duckte sich wie unter Steinwürfen. „Ich bin an Ihre starken Ausdrücke schon gewöhnt", begann er endlich. „Sie sind mit mir nie besonders zart umgegangen." „Mit Ihnen nicht unzarter als mit andern." „Ich bin in einer Zwangslage. Bis sich Ihr Geld widerfindet, muß id) neues haben. Das Komitee fordert es von mir.' „Es tut recht daran. Sie haben unverantwortlich gehandelt, als Sie das Geld so offen zur Schau yinlegten." „Geheimnistuerei wäre noch gefährlicher gewesen/ „Schluß. Ich inache Sie darauf aufmerksam, daß ich mit dem Komitee abgeschlossen habe." „Maizow hat...?" „3a, Maizow hat einaefeljen, daß ein blinder Mann ein ungeeigneter Mitarbeiter ist." „Das ist Verrat." „Sie irren. Das ist Vernunft/ „Wenn ich ihn finde!" keuchte Blinsky. „Wenn ich ihn finde!" „Nun, was geschieht dann?" „Dann muß er sterben ..." „Mord? Sind Sie schon so weit?" „Das wäre kein Mord, das wäre Vergeltung, Gericht." jonglieren Sie nicht mit solchen BegriffenI Tat ist Tat. Kein Mensch und kein Gott befreit Sie davon." „Gott?" machte Blinsky achselzuckend. „Nun habe ich genug von Ihrer Narretei. Verlassen Sie mich." Er wandte sich an Si, die bis dahin lautlos, bewegungslos daneben gestanden hatte, und sagte ihr einige malaiische Worte. Sie glitt fort. Niemand schien sie hier aufzufallen. Man sah über sie hinweg wie über einen Schatten. „Meine Tochter kommt gleich wieder. Gehen Sie. Ich will nicht, daß sie Sie hier sieht. Außerdem ist es Zeit zum Schlafen." Blinsky erhob sich mühsam. Ohne ein Wort zu sagen, verließ er die Nische. * Vor seinem Zimmer blieb Blinsky einen Augenblick horchend stehen. Er hatte ein Geräusch darin gehört, und er öffnete vorsichtig und sprungbereit. Er fühlte im Zimmer den Atem eines Menschen und knipste eilig das Licht an. Der Lange mit den Sommersprossen saß auf einem Stuhl am Fenster, das halb geöffnet war und kaute Sonnenblumenkerne. „Was soll das?" „Ich habe den Namen meines Hotels vergessen, Brüderchen. Was doch alles vorkommt, nicht wahr? Nun mußt du mir schon ein Dach über dem Kopf gönnen." „Warum hast du dich nicht hingelegt?" „Ich wolltö warten, Ilja, bis du mich aufforder- test. Man muß auch Gastfreundschaft nicht ausnutzen. Es saß sich übrigens schön hier. Die Stimmen der großen Stadt, diese vielfälttgen Stimmen, sie sind wie das Geflüster eines Stromes in der Nacht. Kennst du den Dnjepr?" „Ja, aus Gogol", sagte Blinsky finster. „Nun also, das ist es, was mir die ganze Zeit durch den Sinn geht: wie verwandt doch alles ist, Stadt und Strom. Man fühlt, sie sind beide von der gleichen Hand geformt. Der gleiche Wille steckt dahinter und gibt beiden den Atem. Widersprich nicht, Brüderchen! Auch die Menschen, die die Stadt auftürmten, sind nur Werkzeuge gewesen." „Du redest wie ein Pope. Sieh zu, daß du nicht verdächtig wirst. Das geht heutzutage schnell." Der Sommersprossige knackte einige Kerne. „Ich rede doch nur literarisch. Begreifst du übrigens, daß Gogol sich das Leben nehmen konnte?" ,3a, das begreife ich!" schrie Blinsky auf. „Du bist nervös, Brüderchen. Du solltest etwas für deine Gesundheit tun. Beruhigt dich diese verworrene Sinfonie der Stimmen draußen wirklich nicht? Klingt es nicht, als wenn in hundert Kirchen hundert Totengebete zu gleicher Zeit gesprochen würden?" Blinsky setzte sich an den Tisch, der mitten im Zimmer stand, und entzündete eine Zigarette. „Bist du nur deswegen zu mir gekommen, um mir solche Dummheiten zu erzählen?" „Wie du redest! Ich sagte dir doch schon, daß ich den Namen meines Hotels nicht weiß." „Den kann ich dir sagen. Gehst du bann?" Der Sommersprossige lächelte. „Bin ich dir so zuwider? Laß mich nur noch ein Weilchen hier fitzen." „Bis zum Morgen, wie? Bis du abgelöst wirft?" „Wer wird solche Worte gebrauchen? Es klingt so nach Dchrana." „Nein, nach Tscheka." „Jacke wie Hose, Brüderchen. Db Dershawin oder Iwan der Schreckliche — das immer gutgläubige russische Volk betet sie an. Sie müssen notwendig fein, sonst wären sie nicht, verstehst du das?" Blinsky zerdrückte wütend seine Zigarette. „Du solltest dich um einen Philosophenposten bewerben." „Leider bringt er nicht ein. Inzwischen bin ich Briefträger geworden. Hier ist etwas für dich. Ein Eilbrief aus Deutschland. Wartet ein Liebchen auf dich?" Blinsky riß ihm den Brief aus der Hand. „Ich habe an andres zu denken, du Narr." Ehe er den Brief öffnete, untersuchte er den Hmschlag. „Nicht aufgemacht? Da muß ich mich wohl noch bedanken?" „Wo denkst du hin? Das Briefgeheimnis ist unverletzlich — solange es sich nicht um wichtige Briefe handelt." Der Sommersprossige las am Gesicht des Lesenden eine ganze Skala der Leidenschaften ab. Alles war drin, von der Enttäuschung bis zum gellenden Triumph, von fliegender Hngeduld bis zum genießerischen Auskosten von Einzelheiten. Also doch eine Liebelei — dachte er. „Ich bin gerettet', stieß Blinsky endlich hervor. „Ich bin gerechtfertigt. Lies!" Der andere knackte erst einige Kerne auf, ehe er den Brief überflog, jch verstehe mich schlecht auf Deutsch. Lies ihn mir vor, aber füge nichts hinzu!" Der Brief war von der Auskunftei Dkulus, Letter Kiewenina. Er schrieb seinem Auftraggeber, dessen richtigen Namen er längst verwandte, daß es dem Scharfsinn seines Instituts gelungen sei, „den Besitzer des geraubten Geldes zu „eruieren". Er erzählte vom mürbe gewordenen Dekepper, der Grot- teck bei Martha Rebmann belauscht und angegeben Die erste Juaendmannschaft verlor ihr erstes Diplomspiel. Rachdem sie in der Vommde Riedergirmes 5:0 schlagen konnte, muhte sie diesmal im Rückspiel eine Riederlage hinnehmen. Abgesehen von den schlechten Platzverhältnissen und den wenig befriedigenden Leistungen des Schiedsrichters, zwei Momente, die den Spielverlauf ftarf beeinflußten, war die ersatzgeschwächte V. f. V.-Elf der Platzmannschaft nicht gewachsen. Die zwecke Jugend mußte einige ihrer heften Spieler als Ersatz an d:e Erste abgeben und verlor gegen die gleiche der Spielvereinigung mit dem knappsten aller Resultate, 0:1. Fußball in Großen-Buseck. F. C. 1926 Großen-Buseck I — Sportv. Heuchelheim I (0:6 (0:3). Jugend beider Vereine 0:0. Der aufgeweichte Boden, der durch das voran- gegangene Handballspiel noch spielunfähiger wurde, ließ ein präzises Spiel nicht zu. Die Heuchelheimer Mannschaft, an und für sich körperlich kräftiger, konnte auf dem glatten Rasen besser durchhalten, und es ließ sich eine Niederlage, die allerdings nicht so hoch hätte auszufallen brauchen, schlecht umgehen. Der Busecker Torhüter hatte dazu noch reichlich Pech, auch machte ihm der Boden aufs schwerste zu schaffen. Dadurch, daß der F. C. Er- satz, der sich nicht bewährte, einstellen mußte, war man auf den Punktverlust gefaßt. Das Spiel war in jeder Hinsicht fein und ließ sich reibungslos durchführen. Die Jugend trennte sich unentschieden, nachdem sie sich ein ansprechendes Spiel lieferten. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern 1. Jugend — Sportverein Rieder- Weisel 1. Jugend 12:0 (6:0). Leihgestern 1. Schüler — Sp.-Vgg. 1900 Gießen 1. Schüler 5:1 (2:1). Leihgesterns Jugend hatte am Sonntag die Jugend von Rieder-Weisel zum fälligen Pflichtspiel zu Gast. Die Platzmannschaft spielte in der ersten Halbzeit ständig überlegen, und es gelang ihr auch, bis zur Pause beit Torwart der Gäste sechsmal zu schlagen. Rach der Pause wurde die äleberlegenheit der Leihgefterner noch größer. Der Sturm schoß aus allen Lagen und brachte es bis Schluß des Spieles fertig, noch sechs Tore zu schießen. Rieder-Weisels Jugend [am an der Leihgefterner Hintermannschaft nicht vorbei. Leihgesterns Schüler trugen aus eigenem Platze ein Freundschaftsspiel gegen die erste Schülermannschaft der Sp.-Vgg. 1900 Gießen aus. Die Platzmannschaft gewann das Spiel mit 5:1. Sp.-Vgg. 1900 Schüler traten allerdings nur mit neun Mann an. B. f. K Lich. Die erste Mannschaft weilte am Sonntag in Grünberg und konnte durch einen 3:1- Sieg (2:1) zwei weitere Punkte erringen. Dem Dtärkeverhältnis nach zu urteilen, hätte das Resultat höher ausfallen müssen, aber Grünberg verstand es, durch zahlreiche Verteidigung das obige Ergebnis zu halben. Die zweite Mannschaft unterlag auf eigenem Platze den guten Leihgesternern mit 6:3 (3:2). Lich spielte erst mit 10 Mann und hatte Ersah. Das hohe Resultat ist auf viele Umstellung und schwache Stürmerleistung zurück- zuführen, dem Spielverlauf nach zu urteilen, wäre ein Unentschieden gerecht gewesen. Sport am Polytechnikum Friedberg. Das Hockey-Probefpiel gegen Tv. Sachsenhausen 185Z am vorigen Sonntag ermöglicht die Aushatte. Der Schluß des Briefes enthielt eine leise Drohung: „Bezugnehmend mif Ihren geschätzten Hinweis absoluter Diskretion erlaube ich mir die ergebene Anfrage, was nun geschehen soll. Es steht zu befürchten, daß besagter Dekepper die Angelegenheit der staatlichen Polizei mitteilt, die seinen Komplizen von damals (wegen eines andern nicht hierhergehörigen Delikts) schon in Händen hat. Da die Befürchtung naheliegt, daß die Hntersuchung dann in Ihnen unerwünschte Bahnen gelenkt wird, empfiehlt es sich, besagten D. mit einer Geldsumme zu versehen, um ihn von hier zu entfernen. Andernfalls wäre ich nicht in der Lage, Ihren Wünschen nachkommen zu können, ohne mein Institut, vorzüglich seinen Rus, zu schädigen. Ich sehe Ihren Anodnungen, insbesondere bezüglich des Grotteck, mit Vergnügen entgegen, und bemerke gleichzeitig, daß die bislang gelieferten Vorschüsse ausgeoraucht sind ..." Blinsky war fertig. „Nun?" sagte er. „Bin ich nun gerechtfertigt?" Der Sommersprossige überlegte einen Augenblick. „Wir wollen zu Maizow. Rue Legendre, nicht wahr?" „Hnd was sagst du dazu?" „Nichts, Brüderchen. Vergiß nicht, daß ich nur ein kleiner Vertrauensmann bin, der sich keine eigne Meinung leisten kann." Sein ironisches Lächeln gefiel Blinsky nicht. Sie verließen gemeinsam das Hotel, fuhren durch die nächtliche Stadt, am Warenhaus Printemps vorüber, über den Bahnhofsplatz St. Lazare, bis sie in der Nähe des Alexandre-Dumas-Denkmals ausstiegen. „Kennst du den Grafen von Monte Christo?" fragte der Sommersprossige. „Der Mann mit dem Schatz? Der da Hot ihn geschrieben. Ein fabelhafter Erzähler. Die Phantasie auf zwei dicken Männerbeinen." Er lachte gemütlich. Der Kommissar Maizow wohnte in der kleinen russischen Pension. Er lag, noch wach, im Bett, beim Schein einer Nachttischlampe Broschüren und Zeitungen lesend. Auf der Bettdecke und dem Fußboden lagen ganze Stapel aufgetürmt. Sein hageres, gelbliches Gesicht, das der schwarze Knebelbart noch verlängerte, lag wie eine Totenmaske auf dein Kissen. Es schoß ein wenig Farbe hinein, als Blinsky erzählte. „Her mit dem Brief!" Blinsky reichte ihn, tief aufatmend, hin. Der Kommissar betrachtete aufmerksam den Hmschlag, dis Marke und den Stempel darauf, bis er iyn endlich, ohne eine Miene zu verziehen, las. (Fortsetzung folgt.) nähme der Hockehmannfchaft des Polytechnikums Friedberg in den Süddeutschen Hockeyoerband. Die spielstarken Sachsenhäuser waren von vornherein als gefährlicher Gegner bekannt. Sie hatten mehrere Mann der 1. Klasse im Feld: dagegen war die Mannschaft des Polytechnikums infolge der gerade erst beendeten Semesterserien noch nicht wieder so fest im Sattel, wie es diesem Gegner gegenüber notig gewesen wäre. Die zah- lenrnähige Niederlage von 0:6 ist alles andere, als ein getreues Bild beider Gegner. Die ersten 20 Minuten des Spiels verliefen ergebnislos. Der Gegner nützte mehrfach die günstige Gelegenheit und konnte bis zur Pause die Partie auf 0:4 zu seinen Gunsten stellen. Mit unvermindertem Eifer bemühte sich die Mannschaft des Polytechnikums in der zweiten Halbzeit. Die Sachsenhüuser konnten aber schließlich das durchaus ausgeglichene Spiel mit 6.0 gewinnen. Arbeiter-Turn und Gporibund. Frankfurt o. IN.-Veslend I — Gießen I 8:1. Gießens erste Mannschaft (Kreisklasse) mußte am Sonntag die Fahrt nach Frankfurt unternehmen. Wohl hatte man mit einem Siege Westends gerechnet, jedoch dieses hohe Resultat nicht erwartet. Wcstend, das auch zu diesem Spiel wieder mit ersatzgeschwächter Mannschaft antreten mußte, zeigte wieder ein besseres Spiel, als in den vorhergehenden Spielen. Nach Anstoß begann sofort ein eifriger Kampf. Nach Verlauf einer Viertelstunde kam Westend zum ersten Erfolg. Gießen lag dann stark im Angriff, doch kam Westend zum zweiten Tor und in kurzen Abständen zum dritten und vierten Treffen. Bis f)albgeit gelang es ihnen sogar, die Torzahl auf fünf zu erhöhen. Noch Seitenwechsel war Gießen wieder lebhafter und konnte bis zur Mitte der zweiten Spielhälfte das Resultat halten, um dann oanz zu erlahmen und bis Schluß sich mit 8:1 geschlagen zu bekennen. Gießen 1b — Lollar 1:3. Zu ihrem letzten Spiel der diesjährigen Serie trat Gießen Jb in Lollar gegen die dortige erste Mannschaft an. Allgemein rechnete man mit einem Siege der Gäste, wurde jedoch belehrt, daß Lollar immer noch eine spieleifrige Mannschaft stellt. Nach Anstoß entwickelte sich flottes Spiel. Bis Halbzeit gelang es Lollar, zwei Tore vorzulegen. Nach Seitenwechsel weiter offenes Feldspiel. Gießen konnte jetzt sein Ehrentor erzielen. Lollar dagegen erhöhte seine Torzahl auf drei und konnte mit diesem Nesultat als verdienter Sieger dos Feld verlassen. Wehlar I — Großen-Linden I 5:4. Zum Gesellschaftsrückspiel weilte Großen- Linden, der Gruppenmeister der zweiten Klasse, in Wetzlar. Wohl war Wetzlar technisch überlegen, doch glich Großen-Linden dies durch größeren Eifer aus. Fünfmal gelang es Wetzlar, durch seine bessere Spielweise zum Erfolg zu kommen, aber auch Großen-Linden war nicht müßig und konnte durch seinen Spieleifer vier Tore aufholen. Dieses Resultat ist für den kommenden Neuling der ersten Dezirksllasse ein vielversprechender Erfolg. Allendors I — Wehlar-Nledec-Girrnes 1 2:6. Allendvrss I. hatte zum Freundschaftsspiel Nieder-Girmes I. zu Gast. Nach Anstoß entwickelte sich ein flottes Spiel, in dem die Gäste bald zum ersten Erfolg kamen. Nieder-Girmes wurde nun mehr und mehr überlesen und stellte das Resultat bis Halbzeit auf 3:0. Nach Wechsel der Seiten siel das Spiel etwas ab. Niedrr- Girmes gelang es, seine Torzahl auf sechs zu echöhen. Nun wu-rde auch Allendors wieder lebhafter und konnte bis zum Schluß zwei Tore aufholen. Heuchelheim (komb.) — wieseck (komb.) 0:5. Durch Mißstände kamen die angesehten Spiele nicht zum AuStrag. In dem zustande gekommenen Spie! zweier kombinierten Mannschaften siegte Wieseck mit obigem Resultat. Wirtschaft. Von den Gchlachtviehmärlien. 3m großen und ganzen wurde in der Berichtswoche an den deutschen Schlachtviehmärkten ein annehmbares Durchschnittsgeschäst getätigt. Günstig beeinflußt wurde die Ilmsatztätigkeit durch das kühlere Wetter, sowie durch den befriedigenderen Verlauf der Frischfleischmärkte. Die Zufuhren zeigten nur bei Schweinen gegen die Vorwoche stärkere Veränderung. Sie beliefen sich im einzelnen für Rinder auf 23 400 gegen 22 200 Stück, für Kälber auf 18 800 (18 100), Schafe auf 8500 (8900) und Schweine auf 86 500 (78 000). Das Rindergeschäft war mittel. Die besseren und brauchbaren Tiere wurden durchweg schlank abgesetzt. Ochsen, Dullen und Färsen waren bevorzugt, während Kühe teilweise leicht nachgaben. Kälber waren im allgemeinen etwas mehr gefragt, so daß das Angebot sich verschiedentlich als zu klein erwies. Die Ausschläge hielten sich im Rahmen von 1—3 Pf. Das Schafgeschäft war mittel, die Preisgestaltung nicht einheitlich, wobei sich Heine Einbußen bzw. Zuschläge die Waage hielten. Prima Lämmer waren wieder recht knapp. Die Schweinemärkte nahmen einen etwas angenehmeren Verlauf: die Hinterbringung ging verhältnismäßig schlank vonstat- ten. Sauen gaben vorwiegend leicht nach. Speckschweine erfreuten sich weiter größerer Nachfrage. Die Aufschläge betrugen zumeist 1—2 Pf. Nachstehende Preise in Pf. per Pfund Lebendgewicht: Rinder Kalbet Schafe Schweine Berlin 16-57 40-93 28-72 66-81 Bremen 22-52 45-85 30-54 60-73 Breslau 16-55 45-73 48-64 69-83 Ehemnitz 20-56 55-84 35-50 64-84 Dortmund 22-58 45-88 30-50 60-76 Dresden 24-60 53-84 40-68 67-84 Düffeldorf 20-55 48-85 — 65-81 Elberfeld 20-56 50-85 — 65-80 Esten 24-57 54-115 30-56 64-79 Frankfurt M. 22-58 55-75 26-50 60-80 Hamburg 15-53 33-90 18-59 62-79 Hannover 16-58 40-90 35-55 60-75 Husum 18-53 — Karlsruhe 22-56 50-79 — 72-82 Kastel 22-56 47-68 — 62-75 Kiel 18-53 30-84 31-57 50-76 Köln 20-58 52-115 35-54 60-81 Leipzig 23-56 50-83 32-65 66-82 Magdeburg 20-55 34-73 30-54 65-81 Mannheim 16-58 43-78 40-48 64-80 München 16-58 64-84 — 60-80 Stettin 15-54 30-85 22-55 63-81 Stuttgart 15-55 57-78 — 53-85 Zwickau 15-56 60-78 40-60 72-84 * Vierprozentige innere rumänische Anleihe von 1 88 9. Wie WTB.'Handelsdienst vom Bankhaus Baß & Herz in Frankfurt a. M., das diese Anleihe seinerzeit in Frankfurt a. M. emittiert hat, hört, ist es gelungen, für diese Anleihe dieselbe Aufwertung durchzusstzen, wie für die übrigen in Deutschland emittierten vierprozentigen rumänischen Anleihen. Die rumänische Regierung hat sich jedoch für diese Anleihe ausbedungen, daß nachgewiesen werden muß, daß die Stück« am 27. August 1928 in deutschem Besitz waren. * Henschel.Maffei. Heber die Aufteilung des Arbeitsprogrammes zwischen Henschel und Maffei teilt jetzt die Maffei-Verwaltung mit: Unser Werk in München soll im vollen Umfange im Betrieb erhalten werden. Wir werden nach wie vor Lokomotiven fabrizieren: dasselbe gilt für Masfei- Schnellzugwagen. Es ist eine Vereinfachung der Konstruktion und der Derkaufsorganisationen, eine Vereinfachung der Verwaltungen und eventuell ein Austausch von Arbeitsgebieten beabsichtigt. 1 Kammgarnspinnerei Stöhr & C o., A.-G. Leipzig-Plagwih. Wie die Verwaltung der Gesellschaft mitteilt, ist ihr nach einer Neuyorker Kabelnachricht der größere Betrag der Amerikasorderung in Höhe von 3,9 Millionen Dollar ausgezahlt worden. * Geplanter Zusammenschluß des Bürbach- und Gumpel-Konzerns.Der Burbach-Gumpel-Konzern yat die Vorstandsund Ansichtsratsmitglieder sämllicher Konzernwerke, mit Ausnahme der badischen Werke, zu einer gemeinsamen Sitzung auf den 15. November nach Magdeburg einberu en, die über die Zusammenfassung der Werte des Burbach-Gumpel- Konzerns zu einer Gesellschaft beschließen soll. ' Eisenwerke Gaggenau A.-G. Gag- genau. 3n der gestrigen o. G.-V. wurde von der Versammlung erklärt: Durch das völlige Stocken des Fahrradgeschäfts in den Saisonmonaten April bis 3uni d. 3., sowie durch den langsamen Zahlungseingang eines großen Teils unserer Kundschaft ist unser Status sehr angespannt. Wir haben daher seit längerer Zeit versucht, zur Wiedererhöhung des Aktienkapitals nach erfolgter Zusammenlegung ein Garantie- konsortium zustande zu bringen. Das ist nicht gelungen. Infolgedessen haben wir uns entschlossen, in einer alsbald einzuberufenden außerordentlichen G.-D. zur Durchführung der Sanierung an die Aktwnäre direkt heranzutreten. Endgültig stehen die Vorschläge noch nicht fest, jedoch ist eine Zusammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis von 8:1 und Wiedererhöhung auf bis zu 3,6 Millionen gedacht. Da bis zur abgeschlossenen Sanierung neue Bankkredite nicht zur Verfügung stehen, werden wir uns, um ruhig Weiterarbeiten und unsere umfangreichen Aufträge erledigen zu können, mit dem heutigen Tag mit unseren Gläubigern zur Einleitung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens in Verbindung sehen. Wir hoffen, mit Unterstützung aller Beteiligten unser ^Internehmen in gesunden Bahnen fortführen zu können. Die G.-V. beschloß, eine Revisionskommission von drei Personen einzusehen, die aber erst und nur dann in Funktion tritt, wenn das Vergleichsverfahren zu einer Einigung mit den Gläubigern geführt hat. Bei der Abstimmung über die Entlastung der Verwaltung enthielten sich die genannten Opponenten der Stimme. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 13. Nov. Tendenz fester. Nachdem bereits an der gestrigen Abendbörse die Stimmung auf die beabsichtigte Vermittlungsaktion im Eisenkonflikt im Anschluß an die Nichtigkeitserklärung des Schiedsspruches durch das Arbeitsgericht freundlicher war, konnte sich die Haltung am heutigen offiziellen Beginn weiter bessern. Lebhaft war das Geschäft in der AEG.-Aktie. Die erften Kurse lagen heute 188 v. H., also 4 v. H. höher. An den übrigen Märkten war die Umsatztätigkeit wesentlich geringer, doch konnten sich überwiegend Besserungen von 1 bis 2 v. H. durchsetzen. Angeregt durch die feste Haltung von AEG. bestand für die anderen Elektrowerte, namentlich im Verlaufe, ebenfalls etwas lebhafteres Interesse. Bergmann, Elektrische Lieferungen, Felten, Gesfürel, Lahmeyer, Schuckert und Siemens gewannen durchschnittlich 1 bis 2 v. H. Fester eröffneten noch Kleyer plus 1 v. H., Deutsch« Linoleum plus 2 v. Sv Jung- hans plus 1,5 v. H., Holzmann plus 2 o. H., Karstadt plus 1,5 d. H., Zellstoff gewannen 2 bis 2,25 v. H. Nachfrage bestand für Otavi. Mehrere Kaliwerte zogen an. Farben und Scheideanstalt gut behauptet. Schiffahrtswerte und Banken überwiegend leicht abgeschwächt, nur Reichsbank etwas höher. Auto wieder uneinheitlich. Adler angeboten und 2 v. H. schwächer. Daimler plus 1,5 v. H. NEU. behauptet. Deutsche Anleihen waren knapp behauptet. Von Ausländern Rumänen wieder etwas gefragt. Nach den ersten Kursen zogen Elektrowerte unter Führung von AEG? weiter um 2 v. H. an. Später setzten Realisationen der Tagesspekulation ein, und die Kurse bröckelten etwas ab. Schuckert verloren IL v. H. gegen Anfang. Am Geldmärkte machte die Erleichterung Fortschritte. Tagesgeld 5,75 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1932, gegen Pfunde 20,366, London gegen Kabel 4,8779, Paris 124,12, Mailand 92,58 und Madrid 38,07. Bc.l.»er Börse. Berlin, 13. Nov. Nachdem es schon im Vormittagsverkehr bei lebhaftem Geschäft recht freundlich aussah, eröffnete die Börse bei überwiegend befeftigter Haltung. Die Stimmung war weiter freundlich, vor allem, da die Ansicht vorherrschte, daß di« Parteien im Eisenkonflikt jetzt nach der Nichtigkeitserklärung des Schiedsspruches in Duisburg, noch bevor das Reichsarbeitsgericht sich damit beschäftigt hat, zu einer Einigung kommen werden, da hierzu der Wille bei allen Beteiligten besteht. Die feste Haltung an der Neuyorker Börse gab ebenfalls eine Anregung, auch die in dieser Woche in Paris beginnenden internationalen Eisenverhandlungen, von denen der Montanmarkt profitiert. Man bemerkte besonders am Elektro- marft zunehmendes Interesse des Auslandes. Die Umsätze waren zum Teil schon recht beträchtlich. Im Verlaufe fliegen AEG. bis um 3,5 o. H. Die Verkäufe aus der Schweiz haben aufgehört, nachdem die Insolvenzen anscheinend feine weiteren Kreise zogen. Auch Bergmann, Schuckert, Siemens und Rheinische Elektro lagen lebhafter und fester. Banken, di« in letzter Zeit vernachlässigt waren, lagen heute befestigt. Reichsbank und besonders Braubank lagen sehr fest. Grammophon-Werte und Polyphon zogen bei lebhaften Umsätzen 7,5 o. H. an. Auch Farben hatten große Umsätze aufzuweisen. Kaliwerte wurden durch die heute beginnende Tagung des Reichskalirates angeregt. Glanzstoff und Svenska verloren im Verlaufe bis zu 4 v. H. Deutsche Anleihen waren behauptet. Von den Ausländern Bosnier und Mexikaner etwas niedriger. Im Verlaufe wurde es allgemein lebhafter, bei neuerlichen Kurssteigerungen bis 1,5 v. H., doch bröckelten sie später wieder ab. Elektrowerte blieben weiter fest. Ehade, Zellstoff, Bemberg und Kali lagen dagegen etwas schwächer. Der Geldmarkt blieb unverändert. Tagesgeld 5 bis 7 o. H., Monatsgeld 7,75 bis 8,75 v. H., Warenwechsel etwa 6,88 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Nov. Der Frankfurter Produllenmarkt verkehrte auch heute in flauer Haltung. Die schwächeren Auslandinel- dungen verstimmten, so daß Umsätze kaum zustande kamen. Zumeist blieben die Preise gut behauptet. Am Mehlmarkt war Roggenmehl ver- nachlässigt und stark an geboten. Es wurden notiert: Weizen 23.10 bis 25; Roggen 22 bis 22.25; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24.25; Hafer, inländischer, 23 bis 23.25; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Weizenmehl, süddcutscheS, Spezial 0, 33 bis 34.25; Roggenmehl 29.25 bis 30; Weizenkleir 13,50 bis 13,60; Roggenklei« 13.75 bis 14. Tendenz: Flau. Büch erlisch. — Helene Christaller: Der Ruf des Herzens. Ein« Auswahl heimatlicher Erzählungen. 72 Seiten Kl. 8°. 6. bis 10. Tausend. Verlag von Friedrich Reinhardt, Basel. (536) — Gustav Renker: Geschichten aus dem Wald. Zwei Erzählungen aus Kärnten. Kart. 1 Mk. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. (537) — — Peter Zoege von Manteuffel: Halbblut. Roman. Geh. 6.'— Mark, Leinen 8— Mark. Verlag von Ad. Bonz & Comp. in Stuttgart. (545.) Karl Figdor: DerNarr der Liebe. Em Roman, der fast so grotesk ist, wie das Leben selbst. 240 Seiten 8'. Geh. 3 Mk., Ganzleinen 4,50 Ml. Verlag Dr. Selle-Chsler A-G Bersin SW 68. - (447). — Hermann Bahr: Himmel auf Erden. Ein Zwiegespräch. 8°. 45 Seiten Tert und 13 Äubferli«, brucfi tiber. 3n Bütienumschlag 1,60 Mk. Verlag ,,Ars sacra“ 3osef Müller, München 23. 1928. (555) — Alexander Sokolowsky: Carl Ha- genbeck und fein Werk. 176 Seiten. Groß-8° mit zahlreichen Photographien. Verlag E. Haberland, Leipzig 1928. (216). — Die evangelische Welt Mission. Von Professor D. Dr. 3. Witte. 3n Sammlung „Religionskundlichc Quellenbücherei'. Zweite verbesserte Auslage. Kartoniert 1 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (459.) — Olding, Dr. Heinz, Das Abrü- st u n g s p r o b l e m. Eine Materialsammlung. 1928. Berlin W 35, Zentralverlag G. m. b. H. Preis 2 Mk. 454 „Unter Franz", ein Lebensbild des Etahl- helmgründers, mit 8 bisher unveröffentlichten Bildern, darunter 3 Kunstblättern, von HanS- georg Roth. (Otto Sollet Verlag, Magdeburg. Preis 1 Mk.) (487.) — Neuwcrk-Kalender 1 929. Reuwerk- Verlaa, Kassel. Preis 75 Pf. 1489) — Der 5. Jahrgang ist besonders gut ausgefallen. Eine Fülle von eindrucksvollen großen und Heinen Geschichten, Gedichten, Sprüchen, viele Bilder von Thylmcmin, Heinsdvrff, Richter und eine prächtige Kunstbeilage von Czger-Lienz zeichnen ihn aus. Don den literarischen Mitarbeitern seien Prof. Dr. Georg Koch (Gießen), Georg Flemming, Anna Schieber, Heinrich Lerch und Ma? Barthel genannt. — Floyd Dell: „Sein Vater, der 3ung gef eile“. Aus dem Amerikanischen übertragen von Carl Ehrenstein (Romane der Welt. Th. Knaur Nachf. Verlag, Berlin W50). Ganzleinen 2,85 Mk. (494) — 3n diesem Roman in dem alles anders kommt als man denkt, fesselt das humorvoll beleuchtete Schicksal «irres sympathischen Don 3uan. der — vom Schicksal überrumpelt — nach vielfachen Wirrnissen glücklicher Vater wird. — Die Femelüge. 3nhalt: Friedrich Felgen: Die Schwarze Reichswehr und Oberleutnant Schulz. Hans Albert von Dirckhahn: Die Femehetze gegen Oberleutnant Schulz. Walter Weiß: Oberleutnant Schulz in den Händen der preußischen 3ustiz (mit Benutzung der Rechtsgutachten von Prof. Dr. Grimm und Dr. W. ßuetgebruae). München 1928. 3. F. Lehmanns Verlag. Mit 3 Abbildungen. Geh. 4 ML, geb. 5 ML 449 Letzte Nachrichten. Oie Rettungsaktion für die „Destris". Neu York. 13. Nov. (WTB. Funkspruch.) ttadj einem Funkspruch sah ein amerikanischer Dampfer unter 37,19 Grad nördlicher Breite und 70,38 Grad westlicher Lange auf dem wasser flackerndes rotes Licht. Bald darauf gelang es ihm, das Rettungsboot des Dampfers „Deffris“, von dem das Licht ausging, längfeits zu legen. Die Stelle, an der sich der Untergang des Dampfers „Beflris" ereignet hat, wird von fünf Dampfern, darunter das Schlachtschiff „Wyomings, abgesucht. Weitere 15 Dampfer befinden sich auf dem Wege zur Unglücksstelle. Die Dampfer, die das Meer mit Scheinwerfern absuchen, berichten über starken Rebel bei hohem Seegang. In der Passa- gierliste des gesunkenen Schiffes ist rin Reichsdeutscher, Hermann Rückert, jedoch ohne Nennung des Heimatortes, erwähnt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinssiih 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Schluß '-Uhr- Sch,uh An sang Rurs kure Kurs Kur. Datum 12 11. 13. 11. | 13 11. 1 13 11. 6% TH. «eich-arüeihe o. 1827 $L LnI.-ilbwI.-Schuld mU Aus- 57 — 87.5 — U)|.«8ied)ten 51 — 51 51 DtfiflL ohne SuSios.-Rechte . 14.5 14.4 14,3 14.3 7% yiattfl. Hdv.-Bt Soldps. uw tünobar die 1932 90 «— — IV.% Rheinische Hhp^BcmI Ltau.- ®olbpf. 17,5 — •• — fl-U.® abg. BodriegfrObllgatimt., rücUahlbar 1932 — — — - 1% Echwrlj. SuudeSb^LM.. 96.25 — 4% Oefteneübfldie ®olDrte.. — — V0% Deften Silberne. . . 4% Cefleneid) einbeitl. 3Ht 2,75 2,75 —- — — — 4% Ungaritoe «Bolotte. 4% Ungariidje Staat«, v. 1810 26,425 —* 26,4 — — — — 4¥t% oeogl. von 1918 — —• — — 4% Ungarische R-ttmenrte.. 1,9 — 1.9 —- 4% tfirl. HoUanleihe v. 1911 1% Türkische OagbabbatazUnL, 13.25 13.4 13.2 18,4 Serie I 12,9 13,1 i% deSgi. Serie 11 12,76 —— 13. i: l% Rumänen conöert 8tte. . 11.13 — _ iy.% Rumänen öolbanL von 1818 23,65 — 23,65 — Dcatiche tftiea'xdm Oamburg-Smerifa Holet . . Hamb.-Südam. Damvftch. y> — _ _ 6 B 147,5 147,25 147 147,25 Hansa Dampftchift . . 10 *• — 180,5 180 •Rotbbeutfdie: Lloyd . . . Wg. Deutsche EreditanL - . 8 144,25 143,5 144.25 144 10 — — 137,25 137,25 6armer iBanfoecetn . . 10 140,5 141 140.25 140,25 Setihtet Handelftgelellsch. . . 12 284 233,6 282.76 kommen- und Privat-Ban! . 11 LAS l«7 16i 187 Darmft. u. Nationalbaut 12 289 289.25 28« 289,4 Deutsche ©an! ... 10 167 106,ö Lu7.25 lb7 DlUonto-GeseUschati DU.. . 10 1-2,6 — 162,25 101,75 Dresdner Batck . . . 10 • <>8,6 168,5 u>8 168 Dttnelbeutidje ftwettkal . • S •• — 215 215 [RetaUban!........ 8 135,5 136 135,75 135,9 «rWbnd ....... u 303 305 :X)4 305.25 Frankfurt a. M Berlin Schluß» VUHr. Schiuh ! Aniana Kurs Kurs Kur» Kur» Datum: 12. 11. 13 IL 12. IL | 18 IL -2.S.G. .... . 8 184 188 183,5 187 Bergmann . . . » Elektr. Sieferungei. . . ■ ■ . $ 223 225 222.5 224.9 e » 10 171.«S 169.25 170,. Licht und Kraft . . . Felten 4 Guilleaume. . ®e|. f. Elektr. Untern.. . A . 10 233,75 233,9 232 233,5 M • . 6 119 151 149.5 150,25 Ä * 10 268 269 5 267.5 268,5 Hamb. Elektr. Serke . . 10 — 147.5 147,9 Rhein. Elektr. . S — 158 156 159 Schlei-Elektr. • • 10 228 228.1 240.25 Schuckert . . . , , • * . 8 239,25 240.75 239.4 Siemens 4 Halük» . . . e e 12 110,25 411,5 409.25 411 Tran-ravio . . . . . 8 — ■— 152,75 153.5 üabmeöei 4 4o.. . . • e e 10 167.5 168,2a 167,5 — Buderus ... . 6 88.75 89 89.25 89.25 Deutsche CrtiAl .... M • . 6 — 139 138.5 139 Essener Steinkehis . . . e . . 8 — 124 126,5 (gelieulriäenei . . . Vi 3.4 125 125.25 124.5 124,5 Harpenet . . . . . 6 136.25 - 136,5 137 Hoesch Eisen. ..... . 8 — — 133.5 134,65 3He Bergbau..... e e . e 247 — 245.2., Z4K Slbcknerwerke . . • • * e « . 7 109 Ito 110.5 110.5 Söln-Neuessc»..... e » . 9 — 130.75 131 Mannesmann . . . e e . e 129 129 128,25 129,2s Mansseldet . . . . e e . 7 117 115.75 116,75 Oberschles. Eftenb. ®ebar . 6 128.75 114 115 114,75 Oberschiei. SokSwerke . 6 — 111.5 112.1. Ddönft Bergbau Rheinische Braunkohlen 32.75 10 275,6 93.4 274.75 92.75 276 Rheinstabl f. % 135.25 — 134,5 134,9 (Riebed Montan . . U — —— Öereintflte Etahftv. . . e e . 6 94,25 94,5 95 94,75 Otavi Minen . . . e e • sh 61.5 61.9 60.65 61,5 Saft Sjcherriebeo . . • e e w 286 286.5 284.5 285.65 Saft Westeregeln.... Ralimetf Saübetfaril . • • 10 290 U 491 291 288.25 489,5 289,5 491,5 3. ®. oart’cn.JnDutol . Dynamit Nobel ...» 12 . 6 150.75 251 .48,5 251 205 205 _ Goldschmidt . • • e e e . 6 98 _ 96,25 97,5 RüigerSwerle . . • • • MetallaeieMcheLU ... e e . e 105,5 — 10s,75 105,9 • • u — 188,25 Frankfurt a. M Berlin Schluß Kurs l-Uhr. ÄUT8 Schnch- ÄUT» Anfang Kur» Datum: 12. 11. | 13. 11 12. 11. | 13. 11. PHUipp Holzmann . . ... 7 — 135 134 135,j Heidelberger Eemeul . Eement Saristadt . . • . . to . . . 8 137.5 177 137.25 Wayß 4 Freitag . . . . 10 130,75 131 — Schultheis Patzenholer . . 15 — — 28 5 d26,5 Cfttoerfe .... e . . 12 — 283 - Ser. Glanzstoft . . . ■ . . IS — — 594 590 Bemberg ..... . . 14 — 501 499 gellktofs Waidhos . . • . . 12 273,5 275.5 273 274.5 Bellftoff Aschaffenburg . . 12 202,5 205 203 202,75 Charlonenburger Wasser ... 7 — — 127.75 127 Dessauer GaS ... 8 — — 191,73 191J Dmvller Motoren . . • • . 0 55.5 87 85.75 86,5 Demag . . . e e . . 0 — — • — — Adlerwerie Klev« . . • • . . 6 112 110 — 109 Ludw. Seewe . . . . . 10 — 244.5 — •Rat. Automobil . . . . . . 0 60,25 59.7- Ctenftctn 4 Sovvei . • . . . 6 105.4 1(15.5 Leonhard Die- . . e . . . 6 289,9 e»9.25 Bamag-Megutn . . . . . . 0 — — 20.25 — Franls. Maschine» . . A . . . 6 70.5 71 71 — Gritznet . . • M • . 11 122.25 — 121 — Hehliaenstaedt ... Iuughank . • e e . • . 0 ... 4 86 87,1 87 _ Lechwerie. . . « • « • • • . 8 112.75 — — Miag .... '10 135 — 136 136 Nekars ulmer .... M . . . 8 22.5 22 22 — Vererft Union ... e . . . 8 106 105,9 — «ebr. Roeder . . . e . . 10 124 — — — Sorgt 4 Haeffner . . e . . . 8 210 — — —- Sstdd. Zucker .... * . . - S 149,9 — 150 — Banknoten. Berlin. 12. November Srret Lweriftmtsche Note» M Li76 TTTffi Sclellche Roten . - » • . . 5i .13 58,37 Danftche Noten . .. • • • • 111.56 112,00 dr«irrot xmu« ch * ♦ .... 20,305 30,385 Telegraphische Auszahlung. Berlin. 12 Olovember Keld I Vrief Sran$öfiic6e ’Jiotett Holläudtsche Noten .... Italienische Noten...... Norwegische Noten..... Deutsch-Oe sterr, i 100 Stnnun Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ...... Evonische Noten ....... Tschechoslowakische Note» . . Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin- 16,345 168,02 21,92 111,60 58.87 2,575 111,90 80,63 67,41 12,402 72,90 —Frankfurt 16.405 168,70 22,00 111,94 59,11 2,545 112,34 80,95 67.69 12,462 73,20 a. 211. 12. November 13 Novemb r Amtliche Notierung Geld Briet Amtliche Notierung Seid ! Briet Linst.. Nott. Buen-ÄireS Brss.-Antw Thrikliürria Kovonbagen Stockholm ■ HclsingiorL. (r kalten. . . London. . • Neuvork .. Paris.... Schweiz .. Evaniru . . yavan . . . Rio de Jan. Wien W D-- Ceft abgest Pray . Be ri rad . . Dndavefi. . Bn Li arten Lissabon Daurig.. . Sooft.nein, »tben. . . Sanaba Uruguay. . Wbte . . . 168,39 lato to.28 111,77 111,83 112.14 10,557 21.975 20,338 1,1960 16,385 80,74 57,59 1,953 J.501 •>».>55 12,434 7,370 73,11 j,027 18,91 81,30 2,103 5,425 4,191 4,286 20,86 168,73 1,772 »8,40 111,99 112,05 112,36 10.577 22,015 20,378 4,2040 16,425 60,90 67,73 1,957 0.503 59,075 12,454 7,385 73,24 3,033 18,95 81,46 2,107 5,435 4.199 4,294 20.90 168,39 1,769 »8,28 111,77 111,80 112,13 10,555 21,975 20,339 4,1955 16.38 80,735 u7,59 1,949 0.500 58,94 12,434 7,368 73,125 ^,027 18,88 81,30 2,108 5,425 4,191 4,276 20,86 i6877J~ 1,773 68,40 111,99 112,02 112,35 10.575 22,015 20.379 4,2035 16,42 80,895 67,73 1.951 0.503 69,16 12,454 7.383 73,265 ->.083 16,93 >1,48 2.112 5,435 4,190 4,284 20.90 a a S > o a; --j: c 2 , £' c <- Ä cj - o -’s zV, y h = |