Nr. 242 Erstes Blatt J78. Jahrgang Samstag, 13. ©Kotier 1928 Eriche«», täglich,aufcet Sonntag» anb Jtiertag». Beilagen: Gießener {Jamütenblättei Heimat im Bild Di» Scholle monatS'Bejugsprets: 2 Reichsmark und 20 Retchspfennig für Träge» lohn, auch bei Richter» scheinen «inzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüfse: 51, 54 und 112. Snlchrist für Drahtnach» richten: Anzeiger Steste». Poftfdfcdlonto: Srcntfnrtam Main 11688. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche UnwersilütL-vuch' und Steinörnderd L Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig.- für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20°/„ mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Dich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Dietzen LlmSau des Reiches. Fast zur gleichen Stunde, In der ein neues Wunderwerk kühnen deutschen Erfindungsgeistes vor der Wett davon Zeugnis ablegt, daß Deutschland mil- lens ist, im friedlichen Wettbewerb der Völker feinen alten geachteten Pionierposten zu behaupten, fast zur gleichen Stunde, in der Alldeutschlands Herzen sich in dem einzigen heißen Wunsch zusammen- finden, daß dem stolzen Luftschiff und seinem tapferen Führer Wind und Wetter zum Trotz der wagemutige Flug über den Ozean gelingen möge, fast zur gleichen Stunde hat auch die große innere Auf- gäbe des deutschen Volkes, der Umbau seiner staatlichen Organisation, einen neuen bedeutsamen Anstoß erhalten. Der von dem ehemaligen Reichskanzler Dr. Luther geleitete „Bund zur Erneuerung des Reiches hat das Ergebnis feiner Untersuchungen, Feststellungen und Besprechungen in einer umfangreichen Denkschrift der Oeffentlichkeit unterbreitet. Die praktischen Vorschläge, in denen diese Denkschrift in Form von Leitsätzen ausmündet, haben wir bereits in Nr. 238 unseres Blattes veröffentlicht. Daß diese Vorschläge sich von allen radikalen Reformgedanken, mögen sie den reinen Einheitsstaat ins Auge fassen, ober zur föderativen Verfassung Bisrnarckscher Prägung zu- rückstreben, weit entfernt halten, liegt einerseits geroifj in der Tatsache begründet, daß Männer verschiedenster politischer Einstellung von den Deutschnationalen bis zu den Demokraten an ihrer Aufteilung mitgearbeitet und sich durch ihre Unter- chrift zu ihnen bekannt haben, zum andern zwei- ellos in dem Wunsche, erst einmal Wege zu zeigen, die unverzüglich in der Praxis gangbar sind, ohne schwerste innere Konflikte auszulösen, die jedem Reformgedanken ein frühes Grad bereiten würden. Von einer Enblösung nach dieser oder jener Seite hin kann also bei diesen Vorschlägen des Luther- bundes nicht die Rede sein. Dieses in gewissem Sinne Unentschiedene, Kompromißartige an ihnen hat denn auch dazu geführt, daß sie überall Kritik, teilweise sogar schärfste Ablehnung erfahren haben, nirgends jedoch begeisterte Zustimmung. Der Luther- bunb wird kaum etwas anderes erwartet haben, und wenn auch die Folgerung aus dieser allseitigen Ablehnung falsch wäre, daß ein Vorschlag, der weder Unitarier noch Föderalisten befriedigt, gerade den rechten Mittelweg zwischen den Extremen hält und damit die gegebene Lösung wäre, so bietet die Denkschrift des Lutherbundes mit ihrem ungeheuren Material und den bis ins Einzelne formulierten Gesetzentwürfen doch zweifellos ein brauchbarer Beitrag zur Diskussion, in der mit Erfolg an dem Umbau des Reichs weitergearbeitet werden kann. Als Hauptursache der gegenwärtigen Uebelftänbe sieht die Denkschrift den Dualismus zwischen PreußenunddemReichan, „die falsche Konstruktion des verfassungsrechtlichen Verhältnisses zwischen dem Reich und Preußen, denen heute die enge Verbindung der Bismarckschen Verfassung fehlt". So wird als wichtigstes Ziel jeder Reichsreform die Ucbcrroinbunp des Dualismus und die Wiederherstellung der im Bismarckreich in anderer Form gefundenen Lösung, nämlich der Uebcrein- ftimmung zwischen preußischer und Reichsgewalt angesprochen. Die Klammern, die Bismarck nun einst um Preußen und Reich geschmiedet hatte, sind allerdings nicht wiederherzustellen. Die völlig ver- änderten politischen Verhältnisse machen eine andere Konstruktion notwendig. Der Lutherbund schlägt hierfür die Form eines Reichslandes Preußen vor, in dem alle anderen norddeutschen Staaten — auch unser Hessen wird dazu gerechnet — aufzugehen hätten, während lediglich Bayern, Württemberg, Vaden und seltsamerweise auch Sachsen, in dem sich doch eine sehr starke Bewegung zum Einheitsstaat hin geltend macht, als selbständige Länder neben dem eben skizzierten Reichsland be- stehen bleiben sollen. Dieses in Provinzen zu gliedernde Reichsland soll mit dem Reiche selber eine gemeinsame Regierung und ein gemeinsames Parlament haben. Der bisherige Reichsrat soll jedoch, um eine Majorisierung des neuen Reichslandes durch die übrigen Länder auszuschließen, in der Weise umgestaltet werden, daß die vielumstrittene clausula antiborussic», d. h. die Beschränkung der preußischen Stimmen auf zwei Fünftel aller Reichs- ratsftimmen künftig wegfällt, und statt dessen die Provinzen des Reichslandes für sich nach einem in der Denkschrift des Lutherbundes bereits festgesetzten Stimmschlüssel im Reichsrat selbständig neben den süddeutschen Ländern vertreten sind. Um nun zu verhindern, daß im Reichstag, der ja für das Reichsland auch die Rolle des bisherigen Preußischen Landtags übernimmt, in dem jedoch neben den Abgeordneten des Reichslandes auch solche der süddeutschen Länder Sitz und Stimme haben, den Interessen des Reichslandes zuwiderlaufende Beschlüsse Gesetzeskraft erlangen, will die Denkschrift den preußischen Staatsrat erhalten und mit einem Vetorecht gegen das Reichsland betreffende Beschlüsse des Reichstags ausgestattet wissen. Dieser Gedanke, Preußen mit den norddeutschen Staaten einschließlich Hessens zu einem Reichsland zu erheben — oder herabzudrücken, wie man es nehmen will — ist der Kernpunkt des Lutherschen Reformplans für einen Umbau des Reichs und hat natürlich auch als solcher die heftigste Kritik von allen Seiten auf sich gezogen. Während die einen von einer Zerschlagung Preußens zu Gunsten einer Hegemonie der süddeutschen Länder sprechen, sehen die andern in dieser Schaffung eines starken, einheitlichen norddeutschen Reichslands die Gefahr einer Verewigung der Main- (i n i c , den Anreiz für neue partikularistifche Tendenzen in Süddeutschland und ein Hindernis für den Anschluß Oesterreicks. Die einen wollen alles ober garnichts, mit andern Worten sofort den Einheitsstaat ohne langwierige und vielleicht nicht ganz 3n direktem Kurs auf die Bermudas. Stürmische Kahrt des „Graf Zeppelin" von der afrikanischen Küste über Madeira und die Azoren in Richtung auf die Bermudas.—Eckener hofft schon am Sonntag mittag Amerika zu erreichen. Auf schwerer Fahrt. Der „Graf Zeppelin" ist unterwegs nach Amerika. Alle guten Wünsche begleiten ihn, um so mehr als man weiß, daß er eine schwere Fahrt hat. Denn die Bedingungen sind ja diesmal sehr viel ungünstiger als die, unter denen der Z. R. 3 seine Amerikafahrt gemacht hat. Auch der Z. R. 3 hat Unwettern ausbiegen müssen, aber sie standen doch in gar keinem Verhältnis zu den meteorologischen Umständen, unter denen jetzt der „Gras Zeppelin" sich seinen Weg suchen muß. Ein Tief wandert hinter dem anderen her, die größten Dampfer berichten, wie sie mit Sturm und Wellen kämpfen müssen, und so ist es nur erklärlich, daß der „Graf Zeppelin" nur mit großen Umwegen an sein Ziel gelangen kann. Natürlich wußte die Führung des Schiffes, daß diese Fahrt n.cht leicht sein würde. Dr. Eckener hat den Entschluß zum Aufstieg auch keineswegs leichten Herzens gefaßt. Aber es lagen Gründe vor, die es wünschenswert erscheinen ließen, eine weitere Verzögerung zu vermeiden. Schließlich rechnet Dr. Eckener wohl auch damit, daß gerade diese schwierigen Umstände beweisen können, welchen großen Wert, welche Zuverlässigkeit und Beweglichkeit das Schiff hat. Dr. Eckener kennt das Schiff am besten, er weiß, was er ihm zumuten und zutrauen darf. Auck trotz aller Widrigkeiten können wir uns also darauf verlassen, daß der „Graf Zeppelin" sicher sein Ziel erreicht. Man muh nur in Kauf nehmen, daß die Fahrt länger dauert. Rechnete Dr. Eckener ursprünglich mit einer Ankunft in Neu- York für Sonntag vormittag, so dürste diese Zeit jetzt kaum noch eingehalten werden können, vielmehr ist anzunehmen, daß cs Montag wird. Das Sch.ff soll bei Tage in Neuy 0 rk eintreffen, es kann also möglich sein, daß die Ankunft sogar absichtlich hinausgezögert wird, um den Neuyorkcrn das Schauspiel zu bieten, das sie erwarten. Beim Z. R. 3 war es ähnlich. Er hat 81 Stunden gebraucht, hätte es aber auch schon 7 bis 8 Stunden eher schaffen können, wenn man nicht den Tag hätte abwarten wollen. Letzten Endes ist die Frage der Fahrzeit ja auch untergeordneter Natur. Für die längere Dauer auf dem Hinweg wird außerdem die Verkürzung des Rückweges entschädigen. Denn was jetzt ein Hindernis ist, ist später als Rückenwind ein Vorteil. Gewiß, es wäre sinnlos, in bloßem Optimismus zu machen. Das Schiff hat erst einen Teil seiner Aufgabe bewäl» t i g t. Vielleicht kommt der schwierigste erst noch. Es kann noch Stunden geben, in denen wir mit banger Sorge auf Nachrichten warten. Dr. Eckener hat selbst vor einigen Tagen in einer Unter« reöung darauf hingewiesen, daß die Meldungen vollkommen ausbleiben können, wenn das Schiff in die stark elektrisch geladene Atmosphäre am Golfstrom kommt. Diesen Zeitpunkt hat er auf etwa 40—50 Stunden nach der Abfahrt berechnet. Nach dem bisherigen großen Umweg wird er wohl noch etwas später eintreten. Dr. Eckener hat aber auch gleichzeitig hinzugefügt, daß man sich dann nicht gleich aufregen solle. Er hat eben volles Vertrauen zu feinem Schiff. Dieses Vertrauen kann man ruhigen Herzens mit ihm teilen. Und für uns kommt noch das Vertrauen zu dem Mann hinzu, der das Schiff führt. Er ist der beste Luftschifführer der Welt, sagte Commander Rosendahl, der als Führer der „Los Angeles" es Wohl wissen muß. lieber Weira imb die Azoren aus die Vermndas. Berlin, 13. Oft (ÖIB. Funkspruch.) Die Nachrichten über den Flug des „Graf Zepelin" gehen auch weiterhin nur sehr spärlich und unvollständig ein. Das Luftschiff ist durch schwere Stürme offenbar veranlaßt worden, einen weiten Bogen nach Süden zu machen. Das beeinflußt naturgemäß die Aahrldauer außerordentlich. „Gras Zeppelin" hat die Stadt Funchal auf Madeira am Jreitag- uachmittag uml3.30 Uhr deutscher Zeit passiert und über dem Kasinogarten in Pavao einen Postbeutel für den deutschen Konsul abgeworfen. Es hatte eine Geschwindigkeit von rund 130 Kilometer in der Stunde und fuhr in großer Höhe in Richtung auf die Azoren. Bereits um 2.35 Uhr deutscher Zeit war die Funkstation Sao Miguel in drahtloser Verbindung mit dem Luftschiff. Das Luftschiff teilte mit, daß die Passagiere in ungewöhnlichem Maße an der Luftkrankheit litten. Um 22 Uhr örtlicher Zeit wurde dann die zur Azorengruppe gehörende Insel Sao Miguel in einer Entfernung von 30 bis 35 Meilen mit einer Geschwindigkeit von 80 Seemeilen bei regnerischem und unsichtigem Met- ter passiert. Das Lustschiff nahm direkten Kurs auf die Bet- muda-Jnseln, wo man begonnen hat, an einem günstigen Aussichtspunkt eine Beobachlungs- ftation einzurichten. Man immt an, daß der Zeppelin die Bermudas am Sonntagmorgen erreichen wird. Die Wetterlage wird voraussichtlich günstig sein. Der Himmel ist zur Zelt etwas bewölkt, es herrscht ein Nordwestwind, doch ist das Barometer im Steigen begriffen. Nicht ganz in Einklang mit dieser Nachricht ist die Meldung der Funkstation der Radiomarine-Eorporation in Eha- tham (Massachussetts), die um 6.10 Uhr amerikanischer Zeit einen Funkspruch des „Graf Zeppelin" aufgefangen haben will, in dem es heißen soll: „Das Wetter ist warm und sommerlich, wir steuern unmittelbar die Bermuda-Inseln an und hoffen, falls das Wetter gut bleibt, am Sonntag- vormittag Amerika zu erreichen. Dir fahren mit einer Geschwindigkeit von 85 Seemeilen.“ Ein weiterer Aunkspruch aus Chatham von Samstag früh 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit lautet: „Wir befinden uns 5 2 0 Kilometer westlich von Madeira in einer höhe von 420 Meter mit einer Stundengeschwindigkeii von durchschnittlich 120 Kilometer. Fahrtrichtung Bermuda, wir hoffen, wenn das Detter sich hält, Sonntag mittag einjutreffen. An Bord alles wohl. „Gras Zeppelin"." Der erste Fahrtdenchi von Vord- Ein amerikanischer Journalist über den Flug über Frankreich und Spanien. Berlin, 13. Oft (Prio. Tel.) Dem Hearst- Korrespondenten Karl v. Wiegand, der bekanntlich an Bord des „Gras Zeppelin" d'.e Amerikasahrt mitmacht, ist es trotz der dauernden! Störungen des Funkverkehrs noch in der Nacht zum Freitag gelungen, einen Fahrtbericht nach Neuyork durchzugeben. Der „Lokal-Anzeiger" gibt einen Auszug aus diesem Bericht wieder, in dem es heißt: An Bord des „Graf Zeppelin", 12. Oktober (nacht s). Unsere Radiostation arbeitet s ch w e r mit starken Störungen. Zeppelin wird, wenn er Gibraltar 5 Uhr morgens hinter sich hat, Kurs wahrscheinlich beträchtlich südlich der Azoren nehmen. — Das Essen war ausgezeichnet. Es bestand aus kaltem Ausschnitt, Salat, Tee und Wein. Alles ist munter und wohl. Die Passagiere st.mmen darin überein, daß der erste Flugtag der wundervollste Tag ihres Lebens war. Alle sind erstaunt, wie leicht das Luftschiff dahingleit>t. Spät nachts machte der Stewart die Betten in den Pullman-Wagen. Flemming sagte mir auf der Kommandobrücke noch: „Der Abend war ausgezeichnet, wir machen gute Zeit." Dr. Eckener erklärte kurz vorher: „Morgen werden wir gutes Wetter haben." In den ersten 12 Stunden wurden 670 Meilen zurückgelegt. Start ausgezeichnet. Kurz bevor Luftschiff Rhein passierte, rief der Steward: „Letzte Post für Deutschland. Don Schaffhausen aus konnte man die Alpen durch auseinanderzlehende Wolken erblicken. In Richtung Basel hatten wir 71 Meilen Stundengeschwindigkeit. Dr. Eckener war während der ganzen Zeit auf der Kommandobrücke umd immer gut aufgelegt. Dann bogen wir in Richtung Be- sanxon ab. Das Luftschiff flog dabei niedrig. Die Passagiere erkennen von oben, wie die Menschen heraufblicken. Aber kein winkendes Taschentuch war sichtbar. Nur ein einzelner Fließe: begrüß eia Lu tf.tif'am nahe heran, phote- graphierie und winkte. Es ift ein faszinierendes Bild, zu sehen, wie Offiziere und Mannschaf.en arbeiten. Die Wetterlage über demAtlaM Nicht ungünstige Aussichten westlich der Bermudas Hamburg, 13. Oft. (Täl.) Das Seeslug- reserat der Deutschen Seewarte gibt um 2 Pilhr früh folgenden Bericht über die Wetterlage auf dem Atlantik aus: Während über der östlichen Hälfte vom Nordatlantischen Ozean das Hochdruckgebiet im Rerume zwischen dm Azoren und Kanarischen Inseln und der Iberischen Halbinsel mehr und mehr abbröckeln wird, breitet sich über der west - lichen Hälfte tiefer Luftdruck aus. Das Tiesdruckgebiet östlich von Neufundland weist m seiner ilmgclnr.g stärkere Temperatu r- gegensähe auf. Heber Labrador hinweg findet ein Zustrom kalter Lustmassen statt, wäh.e:d zwischen 35 und 45 westlicher Länge warme Lustmassen dem Tief zuströmen. Aus diesen Temperaturgegensätzen hat das Tiefdruckungefährliche Zwischenetappen, die andern sträuben sich dagegen, daß Preußen allein — wobei die andern norddeutschen Staaten gerne vergessen werden — in edler Selbstaufopferung in den Abgrund springen soll, während es Sachsen und den süddeutschen Ländern gestattet sein soll, ihr staalliches Eigenleben ad libitum weiterzuführen. Es ist nicht zu verkennen, daß in jeder dieser kritischen Einstellungen ein gut Teil Wahrheit steckt, und daß die Vorschläge des Lutherbundes von einer Ideallösung für die Reichsreform — die sich übrigens heute noch jeder ein bißchen anders denkt als sein Nachbar — noch weit entfernt sind. Namentlich scheint uns die psychologische Seite des ganzen Reformwerks nicht genügend in Rechnung gestellt zu sein. Der jetzige Reichsjustizminister Koch hat einmal sehr nüchtern gesagt, daß ein hohes Maß von Selbstverleugnung dazu gehöre, sich die eigene Entbehrlichkeit zu bescheinigen. Nun hat zwar der preußische Landtag schon im Jahre 1919 Preußens Bereitwilligkeit erklärt, im Reiche aufzugehen, jedoch nur gleichzeitig mit allen andern Ländern. Preußen wird also seine Umwandlung in ein Reichsland trotz der in Aussicht gestellten Vergrößerungen als ein Opfer betrachten, daß ihm zugeinutet wird, ohne daß Aussicht dafür besteht, daß nun auch die süddeutschen Länder in Bälde seinem Beispiel folgen werden. Im Gegenteil ist die Gefahr nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen, daß eine stark aufs Verwaltungstechnische zu- gescbnittene Neukonstruktion Norddeutschlands die Kluft zwischen Nord und Süd eher verbreitert, statt die süddeutschen Länder magnetisch an sich zu ziehen. Eine Lösung, und sei sie auch nur eine Teillösung, die vor Süddeutschland Halt macht, birgt zweifellos die große Gefahr in sich, das Endziel in nebelhafte Ferne zu rücken. Es ist auch nicht einzusehen, warum die Gründe, die von der Denkschrift des Lutherbundes sehr mit Recht gegen den Dualismus von Preußen und Reich angeführt werden, nicht für das Gesamtproblem „Reich und Länder" gelten sollen. Die merkwürdige Teilung der Gewalten, derart, daß das Reich die Legislative innehat, daß jedoch die gesamte Exekutive den Ländern zusteht, trifft doch für das ganze Reichsgebiet zu. Immerhin ein Kuriosum, das soweit geht, daß im Grunde genommen, die Reichsregierung in Berlin nur zu Gast ist und ihr Chef, der Reichskanzler, nicht einmal einen Schutzmann anfordern kann, wenn der preußische Innenminister es anders beschlossen hat. Daß aus diesem eigenartigen verfassungsrechtlichen Verhältnis sich schwere Mißstände, sogar außenpolitische Verwicklungen ergeben können, haben wir in den letzten Jahren oft genug erleben müssen, erinnert sei nur an die von preußischen Polizeiorganen ohne Wissen des Auswärtigen Amts vorgenommene Haussuchung in der Handelsabteilung der Berliner Sowjetbotschaft. Mer das gleiche gilt doch auch cum grano salis für die andern Länder. Man denke doch bitte nur an das unerfreuliche Kapitel „Bayern und Mßenpolitik", an Herrn Helds vra- torische Exkursionen auf das außenpolitische Gebiet, an die Vereidigung der Reichswehr auf das Land Bayern, an die Reichsexekutive gegen Sachsen u. a. Auch mit der Doppelarbeit der Verwaltung in Preußen und im Reich, so sinnwidrig sie uns grade hier auch entgegentreten mag, ist die Sonder- oehandlung Preußens schwer zu rechtfertigen. Dem dünnbevölkerten, agrarisch eingestellten Bayern ist seit langem der zweifelhafte Ruhm unbestritten, den bei weitem aufgeblähtesten und teuersten Verwaltungsapparat zu besitzen. Diese Gründe wirken also kaum stichhaltig, wenn man die süddeutschen Länder von den Segnungen einer Reichsreform ausschließen will. Das sind nur einige Pynkte der Denkschrift, an denen eine fruchtbare Kritik ansetzen kann, die Reihe ließe sich beliebig verlängern. Aber bei der Beurteilung des Lutherschen Reformplans scheint es uns gar nicht einmal so wichtig, die Frage zu entscheiden, ob er nun in seinem Grundgedanken oder gar in seinen technischen Einzelheiten die unanfechtbare Patentlösung barftellt ober nicht. Für weit wesentlicher halten wir, daß hier einmal sich Männer, die einen Namen von Klang zu verlieren haben, aus den verschiedensten politischen Lagern und Berufszweigen zusammengefunden haben und sich auf praktische Vorschläge einigen konnten, zweifellos ein Beweis, wie weit die Erkenntnis von der dringenden Notwendigkeit eines Umbaus unseres Staatsgebäudes um sich greift, aber auch ein schönes Zeugnis für die einigende und werbende Kraft des Reichsgedankens. Was jetzt not tut, was jedoch der Lutherfche Reformplan vielleicht allzusehr außer Acht läßt, ist nun die Ingangsetzung der Massen. Das Volk selber darf nicht mehr müde werden, die Reichsreform zu verlangen. Nur eine von allen Volksteilen getragene Volksbewegung gibt die Plattform ab, auf dem ein Kampf um den Neubau des Reiches gegen alle indolenten und retardierenden Gewalten, deren perfönlid}cs Interesse mit dem Status quo oft genug innig verbunden ist, mit Glück und Erfolg durchgefochten wird. Oer Fehlschlag des kommunistischen Volksbegehrens. Berlin. 13.Oft. (Priv.-Tel.) Die „Welt am Abend" veröffentlicht einen Aufruf des Reichsausschusses für den „Volksentscheid gegen Panzerkreuzer" zur Einzeichnung, in dem es heißt: Wir fühlen uns verpflichtet, vor euch offen zu erklären, daß die Zahl der bisherigen Einzeichnungen durchaus unzureichend ift. 160OCX) Llnterschriften sind vollzogen und 800 000 müssen wir in Berlin bis zum 16. Oktober aufbringen. •■Un rtay< M2L Freitag, d. 12. OKI. 1928, 7"avd5. 2lbend des Freitags westlichen Hälfte vom ungefähr 36 Grad Winde und vielfach -eigen daher über der Atlantischen Ozean bis Äordbreite westliche wieder Regen. Erst den Bermudas und gebiet neuerdings Energie gewonnen und sich vertieft. Schiffsbe richte von Rachmittag und Werden neue Steuern notwendig? Reichsfinanzminister Hilferding über die Aussichten für den neuen Etat. im Raume zwischen. der amerikanischen Ostküste b eitet sich wieder ein Hochdruckgebiet mU heiterem Wetter aus. Für die östliche Küste der Bereinigten Staaten wird jedoch bald ein Tiefdruckgebiet maßgebend fein, das zwischen der Hudson-Dah und dem unteren Lo- renzstrom in Entwickelung begriffen ist und das südostwärts vorstöht. Unter seinem Einfluß hiben bereits die Winde zwischen Reuyork und Reufundland sich jetzt z u rü ckz u d r e h en begonnen. Es wird Anschluß an das Tief vor Reufundland gewinnen. Dieses Tief dürfte werter südöstlich Vordringen, so daß es noch für die Fahrt des Zeppelin in Betracht kommen Hessen und die Lutherdenkschnst. Bedenken der Darmstadter Regierung. Darmstadt. 12. Oft (TU.) Die amtl'che hef- fische Pressestelle keilt mit: Die „Darmstadter Zeitung", das hessische Regierungsorgan, vermerkt }U den dieser Tage veröffentlichten Vorschlägen des Lutherbundes folgendes: „Die wir erfahren, sieht man in hessischen maßgebenden Kreisen in den Vorschlägen des Rundes zur Erneuerung des Reiches bis jetzt keine Lösung der großen Probleme der Reichsreform. Der vund versucht, mit seinem Vorschlag den Dualismus zwischen dem Reich und Preußen zn beseitigen, hierbei ober stellt er ein um sieben Millionen Einwohner vergrößertes Preußen den verbleibenden süd- und mitteldeutschen Ländern noch unmittelbarer als bisher gegenüber. Das ist aber offenbar nicht der weg. zu größerer Vereinheitlichung Deutschlands zu kommen. Mit größtem Bedenken aber erfüllt, daß nicht zu erkennen ist, wie auf dem vorgeschlagenen Dege die doch angeblich erstrebte Dezentralisation erreicht werden soll, vom Standpunkt dessen, der nur einen stark dezentralisierten staatlichen Aufbau für erstrebenswert und möglich hält, ist es nicht vertretbar. sieben Millionen deutsche Staatsbürger, die ihre Angelegenheiten bisher selbst verwaltet haben, in ein zentralistisch regiertes Staatsgebilde, auch wenn es stall Preußen Reichsland heißt, einzubeziehen. Line so tiefgreiDas Spielen der Nationalhymne wird bestrast. Unverständliches Urteil des englischen Militärgerichts in Königstein. Wiesb ade n, 12.Okt. (TU.) Dor dem englischen Militärgericht hatten sich am Freckagnachmittag der Kapellmeister Hiege, der Leiter der Kurkapelle in Königstein, und der Bürgermeister von Königstein, Böhm, wegen Spielens des Deutschlandliedes anläßlich der Schl oh bete u ch t u n g in König st ein am 15. März zu verantworten. Der englische Staatsanwalt betonte, die Rheinlandvrdonnanz sei im gemeinsamen Interesse der Engländer und der Deutschen erlassen worden, um Meinungsverschiedenhei.en zu vermeiden. Wohl sei bei amtlichen Feiern das Absingen des Deutschlandliedes g e st a t t e t, da hierbei kaum englische Soldaten anwesend wären. Bei öffentlichen Beran st altungen im Freien sei jedoch die E r. laubnis der Besatzungsbehörden zuvor einzuholen. Gegen dies« Bestimmung hätten sich die Angeschuldigten vergangen. Bürgermeister Böhm betonte, er habe geglaubt, es handele sich bei der Veranstaltung um eine amtliche Feier, zumal auch viele Dertretcr der Behörden anwesend waren. Der Der.eidiger, SenatSPräsident Dr. Führ, Landau, beantragte für beide Angeklagten Freisprechung, zumal an dem betreffenden Abend keinerlei Unstimmigkeiten zwischen Deutschen und Engländern vorgekommen seien und auch kein Engländer an dem Dor- dürfte. Erste Erfahrungen. Berlin. 12. Oktober. (DB.) Dis zum Postieren von Madeira hat der „Graf Zeppelin" in noch nicht ganz dreihigstündiger Fahri eine Strecke zurückgelegt. die in gerader Luftlinie etwa 2 8 0 0 Kilometer umfaßt. Man kann aber annehmen, daß der Weg des Luftschiffes b i s Madeira mindestens 3000 Kilometer ausmacht: denn es wird sicher nicht immer in gerader Linie, sondern in Bogen um kleinere Unwetter herumgesahren sein. Damit würde der „Gras Zeppelin" bisher eine Durchs chnittsge- schwindigkeit von mindestens 100 Kilometer gefahren sein. Interessant ist der Vergleich mit der großen Deutschlandfahrt, bei der das Schiff in 34$ Stunden etwa 3200 Kilometer zurücklegte, was einer Durchschnittsgefchwindlgkeit von gut 90 Kilometer entsprach, wenn man aus seiner jetzigen Jafjrf die Gegenwinde in Rechnung stellt, so ist die bisher erzielte Geschwindigkeit als normal anzusehen. Von fachmännischer Seile wird darauf hingewie- sen, daß das spärliche Eintressen von Meldungen aus dem Schiss mit der starken Inanspruchnahme der Funkstation durch den Wetterdienst zu erklären sei. Die Führung des Schisses muh sich ihre Wetterkarten selbst zusammenslellen und braucht als Material dafür natürlich sehr viel Meldungen. Schon auf der großen Dentschlandsahrt ist die Funkstation während saft vier Fünftel der Fahrzeit durch Wettermeldungen beansprucht worden. Diese Belastung hat wohl dazu beigetragen, daß auch die Werst in Friedrichshafen bisher überhaupt noch keine Positionsmeldungen von Bord bekommen hat. Die Vertreter der hearft- prcsse sind offenbar die einzigen, denen es bisher gelungen ist, nennenswerte Rachrichten durchzubringen. Ls scheint, daß die Boebftafion in der Zeit, die von Wettermeldungen frei ist, von Hearst vollkommen blockiert ist, so daß z. B. ein Telegramm, das die Friedrichshafener werstteitung gestern abend abschickte, erst nach sieben Stunden in die Hände von Dr. Eckener gelangt ist. Roch den bis heute abend bei der werft vor- liegenden Wettermeldungen herrschen auf dem Atlantik weiterhin schwere scharfe Westwinde bis zum 3 5. Grad nördlicher Breite; unter diesem dürfte Windstille bzw. Osl- wind Herrchen. Darauf ist auch die hier mit großer Befriedigung aufgenommene Schnelligkeit der Fahrt des „Gras Zeppelin" von Gibraltar bis Madeira zurückzusühren. und es wird als sicher angenommen, daß er Mitwind gehabt hat, und dabei eine Geschwindigkeit von 150 Kilometer erreichte. Das Schiff dürfte nunmehr direkten Kurs nach den Bermudas-Inseln nehmen und so an den Azoren südlich vorbeikommen. Amerika in Erwartung des Zeppelins. Nach Mitteilung Arnsteins noch in diesem Jahre ein zweiter Rundflug geplant. Lakehurft, 12. Okt. (WTD.) Angesichts der bevorstehenden Ankunft des „Graf Zeppelin beginnen sich die Hotels in der Umgebung von Lakehurft bereits zu füllen. Für die 1800 Seelen zählende Einwohnerschaft bildet der Zeppelinflug das einzige Gesprächsthema. Ueberall, auf der Straße und m den Läden, stehen Gruppen beisammen die die Flugberichte auf das Lebhafteste und mit größter Zuversicht besprechen. Alle Leute, auch die Offiziere des Lufthasens, sind davon überzeugt, daß das Luftschiff genau f o fahrplanmäßig wie ein Ozeandampfer eintreffen wird. 3n der näheren Umgebung des Flugfeldes schießen Derkaufsstände aus dem Boden, tn denen Erfrischungen und die verschiedenartigsten Cr- innerungsartikel zu haben sind. Besonders lebhaften Absatz finden Winiatur-Zeppe- line. Dr. Arnstein, der frühere Konstrukteur der Zeppelinwerft in Friedrichshafen und jetzige Dizepräsident der Goodyear Zeppelin Company in Akrvn (Ohiv), erklärte, der „Graf Zeppelin" dürste sehr bald seine Rückreise antreten, denn, so viel er wisse, hoffe Dr. 6(lener, noch in diesem 2 ahre einen zwei- ten Rundflug zu unternehmen. Auch auf seiner Rückreise werde das Luftschiff wahrscheinlich einige Passagiere mitnehmen. Es lägen bereits mehrere Anfragen von Personen vor, die die Rückreise mitmachen möchten. 3n Reuhork wurde eine durch Rundfunk verbreitete interkonfessionelle Andachtsübung abgehalten, bei der ein stilles Gebet für den Erfolg des Zeppelinfluges verrichtet wurde. Es sprachen katholische und protestantische Geistliche. Zum Schluß wurden die letzten Meldungen Über den Flugverlauf verlesen. Ein amerikanischer Meteorologe bewundert Eckeners Nevigation. Reuyork, 12. Oft (WTD.) Der Leiter der hiesigen Wetterwarte, der Meteorologe Kimball, erklärte heute einem Vertreter der Associated Preß' Auf dem Kurs, den der Zeppelin eingeschlagen habe, herrsche im allgemeinen günstiges Wetter vor. Ratürlich fei immer die Schritte auf dem dritten Wege nicht allzu zahlreich und stark zu werden brauchten. Rähere Einzelheiten über diesen letzten Punkt zu geben, sei vor endgültiger Stellungnahme des Kabinetts nicht möglich. Der deutsche Steuerdruck sei hoch, und die neuen Steuern müßten so gewählt werden, daß der Druck auf die Wirtschaft nicht etwa durch eine falsche Auswahl des Steuer- objekts unerträglich würde. Der Minister streifte in diesem Zusammenhang die Frage des Steuervereinheit- lichungsgefetzes. Tie Widerstände der Länder gegen das Gesetz seien sehr groß, es sei aber zu hoffen, daß der Reichsrat die dritte Lesung des Gesetzes rechtzeiüg erledigen werde, damit es dem Reichstage bei seinem Zusammentritt vorgelegt werden könne. Zu den Sorgen Über den ordentlichen Etat komme aber noch die Sorgefürdenaußer- ordentlichen Etat. Aus dem Jahre 1926 bestände noch ein Fehlbetrag von 661 Millionen Reichsmark, der aus dem Etat für ordentliche Ausgaben entnommen worden sei und dadurch die Geldlage des Reiches beengt habe. Es dürften daher in diesem Jahre keine neuen nennenswerten außerordentlichen Ausgaben entstehen. Aus reparations- und währungspolitischen Gründen könne ein Defizit nicht zugelassen werden. Wenn aber auch das bevorstehende Etatsjahr, das erste der vollen Reparationszahlung, schwer sein werde, so brauchten wir deshalb den Wut nicht sinken zu lassem Die Genfer Derhandlungen hätten zur Einsetzung eines Experten-Komitees geführt, das sich mit der Endlösung der Reparationsfrage zu beschäftigen habe. Der Dawesplan habe bei allen kritischen Vorbehalten an Stelle der Gewaltlösung den Versuch gemacht, die wirtschaftliche Vernunft wieder in die Herrschaft einzusetzen und damit die wirtschaftliche Erholung Deutschlands gebracht. Bei der heutigen Verflechtung der Weltwirtschaft könne fein Glied gesunden, wenn Deutschland krank bleiben würde. Der Dawesplan sei ein Provisorium. Deshalb erfordere dieselbe Vernunft, die ihn geschaffen habe, seine Tleberprüfung und damit die Befreiung aus seiner Llnsicher- h e i t, die dem weiteren Wiederaufbau Deutschlands und damit das Wiedererstarken der gesamten Weltwirtschaft hindere. Gelänge es, die Lasten herabzusetzen, dann wäre damit der Krieg auch wirtschaftlich liquidiert imö Deutschland stände vor neuen Möglichkeiten. mit 'bier Möglichkeit lokaler Stürme zu rechnen, da derartige Stürme auf dem Atlantischen Ozean stets auftreten könnten. Jedoch fei nach den Anzeichen auf Grund der Berichte der Wetterwarte keine Gefahr eines allgemeinen großen Sturms. Kimball drückte feine Bewunderung für das ungewöhnlich gute Urteil aus, das Dr. G ck e - ner tn der Frage der Ravigation bewiesen habe und hob besonders hervor, daß er auf dem von ihm gewählten Kurs jetzt die Möglichkeit habe, die derzeit herrschenden günstigen Rordo st Passatwinde auszunützen. Gestern nacht habe es auf den Azoren zwar geregnet, er glaube jedoch nicht, daß der Zeppelin durch lokale Sturmwetter behindert werde. Lebhaftes Interesse in England. London, 12. Okt. (WB.) Die gesamte Presse verfolgt mit größtem Interesse den Flug des „Graf Zeppelin" und veröffentlicht eingehende Berichte darüber. Der „Manchester Guardian" schreibt, das augenblickliche Unternehmen habe ausgezeichnete Aussichten auf Erfolg trotz der schlechten Wettervoraussagen. Die Bedeutung des Fluges werde fein, daß er bis zu einem gewissen Matz die Ansichten zahlreicher Sachverständigen bestätigen werde, daß das Luftschiff zwar als Waffe unbrauchbar sei, aber in Zukunft die rascheste und eine der bequemsten Methoden für die Zurück legung einer großen Entfernung bieten werde. Ein Gruß von Bord an den König von Spanien. Madrid, 12. Okt. (WB.) Der König hat von Bord des Luftschiffes „Graf Zeppelin" einen von dem spanischen Oberstleutnant H e r r e r a unterzeichneten Funkspruch erhalten, worin der Kommandant und die ganze Besatzung des „Graf Zeppelin" dem König herzliche und ehrerbietige Grüße übermittelt. Berlin, 12. Okt. lWTD., Vor der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels gab Reichsfinanzmini st er Dr. Hilferding in großen Ilmriffen ein Bild der Finanzlage des Reiches. Für den nächsten Etat sei eine Steigerung der Aep a r a t i on sau s g a ben um etwa 312 Millionen Reichsmark zu erwarten, während auf der Einnahmeseite große Posten fehlten, die noch im vorigen Etat enthalten waren. 165 Millionen Reichsmark Mün^gewinn und 125 Millionen Reichsmark äleberschüsse aus den früheren Jahren seien verbraucht, so daß in oiesem Jahre für einen Ausfall von 6 0 0 Millionen Reichsmark Ausgleich geschaffen werden müsse. Hierbei feien noch die Forderungen der Resforts unberücksichtigt. Zur Bilanzierung eines Etats gäbe es nur drei Wege: erstens Ersparnisse zu machen, zweitens die Hoffnung aus vermehrte Einnahmen aus Steuern und drittens den Weg neuer Steuern. Der Redner erörterte sodann die Möglichkeiten dieser drei Wece. Dom Bruttoetat von etwa 12 Milliarden gehe etwa die Hälfte als äleberweisung an die Länder und Gemeinden, während dem Äeich ein Rettoketrag von 6,3 Milliarden übrig bleibe. Der größte Teil hiervon werde durch zwangsläufige Ausgaben, die durch die bestehenden Gesetze her- vorgerufen sind, verbraucht. Der Weg einer Aen- derung der Gesetzgebung sei aber kaum zu beschreiten. Weder die Kri^sbeschädigtenfürsorge noch die Beamten in ihren Gehältern, noch schließlich die Sozialversicherung könnten gekürzt werden. Unter Berücksichtigung der Reparationslasten von 1.2 Milliarden Reichsmark bl'eben nur eine Milliarde Reichsmark für fach- liebe Ausgaben übrig. Ersparnisse auf diesem Gebiet bedeuteten al o einen Verzicht auf Wünsche und gewisse Ausgaben im Interesse des Volkes. Was den zweiten Weg betreffe, so entspreche die bisherige Entwicklung der Einnahmen voll den Erwartungen. Die Steuereinnahmen des ersten Halbjahres hätten mit rund 4,5 Milliarden Mark das Etatsoll um etwa 100 Millionen Mark überschritten. Die weitere Entwicklung der Einnaymen sei aber von der Konjunkturentwicklung abhängig. Bei optimistischer Beurteilung könnte so eine gewisse Reserve eryosft werden, doch dürfe nicht vergessen werden, daß durch den Rückgang gewisser Zolleinnahmen andererseits wieder ein Ausfall entstehen werde. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß durch das Beschreiten der ersten beiden Dege trag Anstoß genommen habe. Das Gericht schloß ftch der Auffassung, daß es sich um eine amtliche Feier gehandelt habe, nicht an und sprach den Kapellmeister, der sich den Weisungen des Bürgermeisters habe fügen müssen, frei, verurteilte jedoch Öen Bür ger me ister zu 10 0 Mark Geldstrafe. Ein neuer Flaggenzwischensall in Zweibrücken. Berlin, 13. Oktober. (Priv.-Tel.) Wieder haben unbekannte Täter die französische Fahne vom Of fizierskasino in Zweibrücken heruntergeholt. Das ist der zweite Zwischenfall dieser Art, der in einem Zeitraum von wenigen Monaten verzeichnet werden muß. Es dürste noch in aller Erinnerung sein, welche peinlichen Folaen für das Reich, besonders aber auch für die Zweibrückener Bevölkerung selbst aus der in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai vorgenommenen Entwendung der Trikolore entstanden. Die Franzosen setzten sofort ihren polizeilichen Geheimdienst in Bewegung, der ip der rücksichtslosesten Weise arbeitete, bis sie dann sehr schnell herausbekamen, daß einige inzwischen gefluchtete junge Burschen die Täter waren. Nur nach langen und wenig erfreulichen diplomatischen Derhandlun- gen und auch lediglich mit Rücksicht auf die damals unmittelbar bevorstehende Unterzeichnung des Kellogg-Paktes erklärten sich die Franzosen bereit, von einer Auslieferung der Schuldigen Abstand zu nehmen, die zu verlangen auf Grund Der bestehenden Vereinbarungen ihr Recht war. Nicht verhindern ließ sich die Enthebung des deutschen P o l i z e i k o m m i f s a r s Bauer von seinem Amte, mit dessen Vorgehen in dieser Affäre die französischen Besatzungsbehörden nicht einverstanden waren. Kaum ist diese leidige Angelegenheit aus der Welt geschafft, da finden sich schon wieder einige törichte Leute, die nichts besseres zu tun wissen, als eine französische Flagge her- abzureißen und dem Deutschen Reich neue U n • annehmlichkeiten zu schaffen, das auf derartige .Heldentaten" durchaus keinen Wert fegt wo w,IH f-hE voll w Sten, di' 5 art V Ä1 „M veitab " &'e meist,dam bracht!" Sa könnte er - feinem Wertvollere! auf, gibt |i4 auf die pini ggutem 6i, Mn, doch auch beträchtlich« Mr die seltener. Ue und sie ist nur nach liert den i vergrößert, bedeutsam verdrossen schwerer w menschen. : schone 2 tiefer. Täte Schatten Licht ist. E Der hat es sich einer, die der trag müssen alki besitzen, ilnö Mnt. so b denach. ob W nicht viMc als unserer leicht aus l Amt ause Stelle fiel Tausch zu, vcllkomme unglücklich Es wär nur intmt wichtigste W und zu sehen. 2 der Verlud darf uns so wenigstens, mit Barem ' uns dort üd lei dabei (er sende skaalsorganisalorlsche Aenderung verlcmgl gleichzeitig enlscheidende Schritte, die ein wirkliches Eigenleben der einzelnen Teile des Reiches sicherstellen." Im übrigen wird auch betont, daß dort, wo zum Zwecke der Entwicklung sich Zusammenschlüsse als notwendig oder doch förderlich erweisen sollten, diese bei den großen Interessen, die für die beteiligte Bevölkerung auf dem Spiele stehen, doch wohl nur nach sachlicher Uebereintunft möglich seien. Die hessische Regierung beabsichtigt, in dem Landerausschuß zu den Fragen der Becfassungs- und Verwaltungsreform eingehend Stellung zu nehmen. Bayern lehnt ab. Es soll alles beim Alten bleiben. München, 12. Okt. (Prioatmeldung.) Die bayerische Staatsregierung steht, wie nach Informa- tionen an maßgebender Stelle gesaat werden kann, den Vorschlägen der Denkschrift des Bundes zur Erneuerung des Reiches ablehnend gegenüber mit der Auffassung, daß letztes Ziel auch dieser Vor- schläge nichts anderes als der Einhei t s st a a t fei. Die bayerische Regierung steht demgegenüber auf dem Standpunkt, daß Reichseinheit do zu bejahen ist, wo Neichsnotwendig. feiten in Frage kommen, daß aber der Einheitsstaat geradezu verhängnisvoll für das deutsche Volk märe, wo Reichsnotwendigkeiten, wie beispielsweise in der Außenpolitik, nicht in Frage stehen. Die Konstruktionen der Denkschrift zur künftigen Gestaltung Preußens bzw. des aus Preußen und den norddeutschen Staaten zu bildenden Reichslandes sieht man als unmöglich an, insbesondere steht man auch der Verteilung der Stimmen in dem vorgesehenen Reichsrat ablehnend gegenüber, da 71 Stimmen des norddeutschen Reichslandes nur 18 Stimmen der süddeutschen Länder gegenüberstehen würden. Die bayerische Staatsregierung ift der Auffassung, daß eine Besserung der Verhältnisse nur dadurch geschaffen werden kann, daß die Reichszuständrg- feiten, so weit sie Reichsnotwendigkeiten betreffen, genau aogegrenzt werden, und daß alles, was nicht Reichsnotwendigkeiten umfaßt, den Ländern überlassen wird. Auch in der Frage der Enklaven und Exklaven sieht sie bei gutem Willen Lösungsmöglichkeiten als gegeben, wobei allerdings nicht eine Terminologie Platz greifen dürfte, daß etwa die Pfalz als bayerische Exklave anzusprechen sei. Aus dem Hessischen Landing. Darmstadt, 12. Oft. Der Aeltestenrat des Landtages tritt am Freitag, dem 19. Oktober zusammen, um den Antrag des Landbundas betreffend Sparmaßnahmen in Hessen und den eventuellen Zusammentritt des Landtags zu beraten. Am Donnerstag sand eine Sitzung des Gesehgebungsausschusses statt, in der eine Reihe von Strafsachen erledigt wurden. Hierbei beschloß der Ausschuß, daß in allen Fallen, in denen eine Prüfung durch eine Vorinstanz noch nicht stattgefunden hat, die Regierung den Eingebern mitteilen solle, fte mögen sich zunächst an die Aufsichtsbehörde bzw. an den Iustiz- minister wenden. Zur Eingabe Phil. Reehrig- Gießen wird die Regierung ersucht, nach Ablauf der jetzigen dreimonatigen Tlrlaubsgewäh- rung den Fall erneut zu prüfen, ob der Strafrest erlassen werden kann. Die nächste Sitzung des Ausschusses ist auf Dienstag, 23. Oktober, anberaumt worden. Interessante Nachwahl in England. London, 12. Okt. (WB.) Bei den Grgän- zungswahlen in Tavistock erhielt der konservative General r i g f) t 10 745 Stimmen, der Liberale F l e t s h e r 10 572, der Kandidat der Arbeiterpartei Davies 2 449 Stimmen. Bei den Wahlen hatten seinerzeit die Konservativen mit einer Mehrheit von 1 300 Stimmen gesiegt. Der Wahlkampf war sehr scharf. Der Ausgang der Wahlen gilt als em wichtiges Anzeichen für die Stärleverhültnisse der Parteien in Westengland. y wontenios.0 "ent* <1 nan» oeoecai. ® woixig. ® oedtexi • itetKW < jchntc & Graupem « «eoei R Gewitter @wmd$tiiic. -O se>» leichter Ost £ massiger Südsüdwest (5 stürmischer ngrdw’esl 6le Pfeitt (liegen mit dem winde Oie oe otn Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an Die Linien eeromdeo Oe« eut gleichen «ul neercsniveau umoereehneteo Luttaru^a An der Vorderseite des im Westen lagernden Hochdruckgebietes sind bei uns Kaltluftmassen ein- gedrungen, die die Temperaturen stark zum Sinken brachten und Barometeranstieg verursachten. Das Hoch wird sich ostwärts ausbceiten, so daß auch wir in sein Bereich gelangen. Es ist daher nut meist heiteren, vorwiegend trockenem Wetter zu rechnen. Leichte Nachtfrostgefahr bleibt bestehen. Wettervoraussage für Sonntag. Meist heiter, zeitweise bewölkt, Temperaturen nachts bis in Gefrierpunktsnähe, trocken. Witterungsaussichten für Montag: Keine wesentliche Aenderung. Oie Wetterlage. $ in Enhiünd. B.) Bei brn ErM» erhirlt brr kvchcrc- 107-15 Stimmen, da 22, ta Kandidat ta 2 449 Stimmen. Dri zeit die Konserva- it von 1300 Stimmen lvar sehr schürf. Der r(t al' ein wichtiger Verhältnisse der W 9 ober ^u- ^'«unh >• "ach ij “M den, “nö"« ??• °°d 9 » il ab. 101 »leibe,, * ®“ b«1e. 5 ju 'er Aor. ■i|d)e^rGin. punkt, Sft steht B ober bet &‘ L 6i«M3®' 6efl GUS * W wurden. Die «« Aussas ung, bafc ° nur dadurch üLf Wendigkeiten betres. Jt werden, und dab d'gkeiten umfaß« den wird. Auch in der oven sieht rie b. Jjy ?lr gegeben, Önologie Platz grei. ole baye« en |et v m tonbtog. ^eiteftenrat ^og, dem 19. Oktober bä Landbundü br, 'en in Hessen und tttt tti Landtags zu nab eine Sitzung der ■tt, m der eine Reihe wurden. Hiebei dein allen Wen, in eine Dorinstanz noch Regierung den Einmögen sich zunächst bziv. an den Justiz- abe Phil. Aeehrig. mg ersucht, nach D "igei MauöSgetväh- Tüfen, ob bet Straf« Me nächste Sißung nstag, 23. Oktober, irlage. )d5- K »"""l )V(1I > "" M > Aus der provinzmlhauptstadt. Dießen, den 13. Oktober 1928. Sieh unter dich! Zwei Möglichkeiten haben wir zum Vergleich: lieber und unter uns zu schauen. Aber nur selten machen wir von ihnen richtig Gebrauch. Meist blicken wir zur unrechten Zeit über uns, wo wir eher nach unten sehen sollten, wenn schon der Begriff oben und unten gerechtfertigt sein soll. Und ebenso schauen wir zur unrechten Zeit nach unten, wenn wir besser taten, über uns zu blicken. Da ist einer, der jammert, daß es ihm schlecht geht. Zugegeben, daß er nicht mit Glücksgütern gesegnet wurde. Er verdient nicht eben viel, hat eine zahlreiche Familie zu ernähren und baau eine kranke Frau. Bei aller Sparsamkeit will es ihm nicht gelingen, aus einer gewissen Bedrängnis herauszukommen. Mißmut, Verdrossenheit erfaßt ihn. Er sieht dorthin, wo mehr verdient wird, wo das Schicksal mit gelinder Hand vorüberging, wo alles in geordneten Bahnen vor sich zu gehen scheint. Immer und immer wieder richtet er seinen Blick dorthin und vergleicht sich mit jenen, denen es besser geht. Gerade ihm ober täte es wohl, dorthin zu schauen, wo die Bedrängnis weit größer ist. Vielleicht wohnt in seiner Vachbarschaft ein anderer, der seit Icchren arbeitslos und krank ist, wo ähnliche Verhältnisse wie bei ihm herrschen, nur daß sie noch weit ungünstiger sind. Es gibt viel Vot und Sorge auf der Welt, und fast jeder darf überzeugt fein, daß er gar nicht weitab einen finden wird, der sich glücklich schätzen würde, wenn er mit ihm tauschen könnte. Und dort ist ein anderer, der es mit Vorliebe umgekehrt macht. Er hat es im Leben ein gut Stück vorwärts gebracht und blickt nun voll Befriedigung, ja mit Stolz auf diejenigen, die auf der Veunbahn des Lebens zurückgeblieben sind. Sein Denken dreht sich zumeist darum: „Wie herrlich weit hab' ichs gebracht!" Damit gibt er sich zufrieden. Vielleicht könnte er es noch viel weiter bringen, könnte seinem Volke und der Menschheit noch weit Wertvolleres schenken. Er verzichtet aber darauf, gibt sich mit dem Erreichten zufrieden, blickt auf die hinab, denen es versagt war, mit elegantem Schwung über Schwierigkeiten hinwegzusetzen, wie er es getan, und vergißt, daß es doch auch so manchen gibt, der noch einige beträchtliche Stufen weitergekommen ist. Aber diese Art des llmiichschauens ist weit seltener, llebcrwiegend ist schon die erstgenannte, und sie ist auch die schwerer wiegende. Denn wer nur nach oben, nie nach unten sieht, verliert den rechten Blick für die Verhältnisse. Er vergrößert, was klein ist, und verlleinert, was bedeutsam ist. Wer nie nach unten sieht, wird verdrossen und mißmutig, und — was noch schwerer wiegt — ungerecht gegen seine Mitmenschen. Denn meist sieht er auch nur die schöne Außenseite, aber er blickt nicht tiefer. Täte er es, so wurde er wohl auch die Schatten sehen, die überall dort sind, wo Licht ist. Es ist sehr leicht gedacht und gesagt: Der hat es viel besser als ich. Aber selten findet sich einer, der auch die Lasten mittragen will, die der trägt, dem es scheinbar besser geht. Wir müssen alles bezahlen, war wir erlangen und besitzen. Und wenn einer im Dolde zu schwimmen scheint, so beneiden wir ihn, fragen aber nicht danach, ob ihm all sein Besitz und all sein „Glück' nicht vielleicht eine Last ist, die ihn schwerer drückt als unsere Beschränkung. So mancher möchte Vielleicht aus den Fesseln heraus, die ihm Besitz und Amt auferlegen, und würde gern an unserer Stelle stehen. Aber das Schicksal läßt keinen Tausch zu, und es weiß warum. Denn durch einen vollkommenen Tausch würden wir erst recht zu unglücklichen und unzufriedenen Menschen werden. Es wäre natürlich nicht gut, wenn wir auch nur immer nach unten sehen wollten. Das Richtigste ist unter allen Umständen, mit klarem Blick und ohne Voreingenommenheit um sich au sehen. Aber da wir dabei zu leicht und zu ost Der Versuchung verfallen, nach oben zu schauen, darf und soll es für uns eine Aufgabe fein, uns wenigstens von Zeit zu Zeit einmal zu zwingen, mit klarem Blick auch nach unten zu schauen und uns dort richtig umzusehen. Es läßt sich mancherlei dabei lernen, was für uns wertvoll fein kann. Eines bewirkt es gewiß: Es macht uns gerech- t e r und zufriedener. Und Gerech.igkeit und Zufriedenheit sind zwei Worte, die auch heute noch ihre Geltung und ihren Wert besitzen. S— r. Daten für Sonnlag, den 14. Oktober. Sonnenaufgang 6.22 Uhr, Sonnenuntergang 17.10 Uhr. — Mondaufgang 6.55 Uhr, Monduntergang 17.41 Uhr. 1644: der Quäker William Ponn, Gründer von Pennsl)lvanien, in London geboren (aeftorben 1718); — 1813: Beginn der Schlacht bei Leipzig: Reiter- gefecht bei Libertwolkwitz; — 1919: Ratifikation des Vertrags von Versailles durch Frankreich. Daten für Montag, den 15. Oktober. Sonnenaufgang 6.23 Uhr, Sonnenuntergang 17.08 Uhr. — Mondaufgang 8.05 Uhr, Monduntergang 17.57 Uhr. 1804: der Maler Wilhelm von Kaulbach in Arolsen geboren (gestorben 1874); — 1810: Eröffnung der Berliner Universität; — 1844: der Philosoph Friedrich Nietzsche in Röcken bei Lützen geboren (gestorben 1900); — 1924: das Zeppelin-Luftschiff „L. Z. 126" landet nach 7O/4ftünbiger Fahrt in Lakehurst (Nordamerika). Auskunft Sonntags geschloffen! Ein unglaublicher Zustand besteht im Gießener Personenbahnhof. Wer dort an den Sonntagen in der amtlichen Aus» k u n f t s st e l l c beraten sein will, steht vor verschlösse.cr Tür. Der Beamte, der den Auskunftsdier.st zu versehen hat, muh Sonntags Bahnsteigschaffnccdicnste mit versehen und ist infolgedessen für die Bedienung der Auskunft nicht verfügbar. Da angeblich wegen Personalmangels auch andere Kräfte für diesen Dienst an den Kunden der Reichsbahn nicht vorhanden sind, hat man kurzerhand die Auskunftsstelle an den Sonntagen geschlossen. Daß ein solcher Zustand in dem Bahnhof einer Stadt von 35 000 Einwohnern, in einem Bahnhof, der Knotenpunkt zahlreicher, stark frequentierter Linien ist, eine glatte Unmöglichkeit darstellt, wird wohl niemand — mit Ausnahme der Gisenbahn- direktion Frankfurt — zweifelhaft sein. Man darf wohl erwarten, daß diesem Verkehrsskandal schleunigst ein Ende bereitet wird! Die berufenen Stellen unserer städtischen Verkehrs- arbett sollten sich der Beseitigung dieses Mißstandes sofort mit Vachdruck annehmen. &■.Wochettmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 bis 220, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 15, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30 bis 35, Römischkohl 10, Bohnen, grüne 30 bis 40, gelbe 50 bis 70, Unter-Kohlrabi 8 bis 12, Rosenkohl 50, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 20 bis 30. Zwiebeln 12 bis 18, Meerrettich 50 b-is 150, Kartoffeln 5 bis 51/», Falläp,el 8 bis 15, Aepfel 20 bis 35, Birnen 10 bis 23, Preiselbeeren 60 bis 65, Hagebutten 15, Brombeeren 60 bis 65. junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120, Russe 60 bis 100 Pf. baS Pfund; Eier 16 bis 17, Blumenkohl 50 bis 150, Salat 10 bis 25, Endivien 10 bis 25. Ober-Kohlrabi 5 bis 15. Bornotizeu. — Tageskalender für Samstag. Turnverein von 1846: Dühnenschauturnen, 8 IHjr, in der Turnhalle. — Mandolinen- und Gitarren- Berein „Veapolita": Llnterhaltungsabend, Kath. Dereinshaus, 8 Uhr. — G.D.A.: Monatsversammlung, 8.30 Uhr, im Eisenbahnhotel (Hop- feld.) — Reichsbund der Zivildienstberechtigten: Monatsversammlung, 20.30 Ahr, in der „Stadt Lich". — Artilleristen-Verein: Monatsversamm- lung, 8.30 älhr, im Vereinslokal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Iackie der Schiffsjunge 1, 2, 3 Los. — Astoria°Lichtspiele: Richard Tal- madges größter Coup. — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: Dollarprinzessin, Anfang 18 Uhr, Ende gegen 21 Uhr. — Arbeiter-Kulturkartell Gießen: 2. Volkskonzert in der Volkshalle, 3 Uhr nachmittags. — Turnverein 1816: Schau- und Wetturnen. Anfang 8.30 Uhr vormittags. — Vereinigung der Spengler- und Installateur- meister: Dezirksversammlung, Gastwirtschaft Faulstich, Bahnhofstraße. Anfang 10.30 Uhr vormittags. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, Iackie der Schiffsjunge. 1, 2, 3 OoS. — Astoria-Llcht- spiefe: Richard Talmadges größter Cour. — Die morgige F^remdenvor st ellung im Stadttheater. Man schreibt uns: Wie bereits mitgeteilt. bringt das zweite Gastspiel des Neuen Operetten-Theaters, Frankfurt a. M._ an diesem Sonntag, 14. Oktober, um 18 Uhr, eine Aufführung der Operette „D i e Dollarprtnzes- s i n", die besonders in musikalischer Hinsicht als ein Meisterwerk des berühmten Komponisten Leo Fall angesprochen werden darf. Da sich mit dieser herrlichen Musik auch eine packende Handlung verbindet, welche die bekannten Textdichter A. M. Willner und Fritz Grünbaum zu Autoren hat, so ist eine unterhaltungsreiche Vorstellung mit Sicherheit zu erwarten. In den Hauptrollen sind die Damen Gisa Bergmann, Käthe Itter und Nuschi Wiesner beschäftigt, welche letztere ebenfalls zu den be- liebtesten Mitgliedern der Frankfurter Bühne zählt, sowie die Herren Mario H a i n d o r s s, Albert Badewitz, Adolf Wiesner. Arthur Hoffmann und Richard (3 u 11 m a n n. — Das Arbciter-Kulturkar teil Gießen trift am morgigen Sonntagnachmittag 3 Uhr mit einem zweiten Dolkskonzert vor die Oeffentlichkeit. Das Programm, das 350 Sängerinnen und Sänger, hervorragende Solisten und den Orchesterverein 1908 Gießen unter der Leitung des Chormeisters Meyer (Wieseck) auf die Bühne bringt,, besteht aus bedeutenden Komponisten, deren Wiedergabe den Musikfreunden unserer Stadt einpn besonderen Genuß bieten wird. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als erste große Klassikerinszenierung geht am Dienstag, 16. Oktober, „Richard II l." von Shakespeare in Szene. Intendant Dr. Rolf P r a s ch bringt das Schauspiel in einer ganz modernen, dem Stück entsprechenden Veuinszenierung, in der er bie sechszehn Bilder sich serienweise abwickeln lassen wird. Zur Bühnenmusik ist die Komposition des Herzogs von Meiningen zu „Richard III.“ heran- ge$ogen. Die Rolle des Königs Richard spielt der erste Charakterspieler Edelbert Gareis. Die Bühnenbilder sind von dem künstlerischen Beirat Karl Löffler entworfen und unter seiner Leitung in den Werkstätten des Stadttheaters hergestellt. — ChriftlicheVersammlung Gießen. Man schreibt uns; In der Totensonntagswoche wird die Christliche Versammlung Gießen auch in diesem Iahre wieder christliche Vorträge halten lassen. Sie hat hierzu den im Mittelpuirkt der Stadl Gießen gelegenen Saal des Cafe Leib gemietet. Der Vortragende, Paul Schwefel (Berlin), wird die int heutigen Anzeigenteil bekanntgegebenen Themen behandeln. Diese umfassen eine Darstellung der Dinge, „von Ewigkeit zu Ewigtetf, aus Grund der Heiligen Schrift, Die Vorträge werden gewiß für viele, und ba sie auch das Zeitalter Israels betreffen, den unter uns wohnenden Israeliten von großem Interesse sein. Da der Vortragende eine besondere Gabe besitzt, diese Dinge im Lichte des Wortes Gottes zu behandeln, hatte er überall, wo er jetzt sprach, eine nach Tausenden zählende große Zuhörerschar. Es sei deshalb jetzt schon auf diese Vorträge aufmertfam gemacht. — Das volkstümliche Konzert im Katholischen Dereinshaus am kommenden Dienstagabend sei den Musikfreunden unserer Stadt noch einmal in Erinnerung gebracht. Bei der Veranstaltung, die ein sehr abwechslungsreiches und gehaltvolles Programm bringt, wirken hervorragende Gesangskräfte und Instrumentalisten von Frankfurt a. M. mit, ferner wird unsere Gießener Militärkapelle unter der Leitung des Obermusikmeisters Gober die Vortragsfolge bereichern. Die Veranstaltung fei zum Besuche empfohlen. Interessenten mögen die Anzeige am kommenden Montag beachten. * ** Verkehrssünder. In der Zell vom 1. bis 30. September wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bzw. Kraft- und Radfahrer gegen verkehrs- polizeiliche Vorschriften erhoben: 23 Anzeigen toegen Fahrens zur Vachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 8 wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 20 wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 10 wegen Fahrens ohne die rechte Strahen- feite einzuhalten, 14 wegen Fahrens durch gesperrte Straßen und 50 wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. ** Der Oberhessische Kun st verein eröffnet morgen, Sonntag, den 14. Oktober, vormittags 11 U£>r, im Turmhaus am Brandplatz eine neue Ausstellung, die erste nach der diesjährigen Ferienpause. Der hier durch seine Frühjahrsausstellung von Aquarellen, Zeichnungen und Radierungen bereits bekannte Westfälische Dauernmaler P. A. B ö ck st i e g e l-Dresden bringt, einem damals vielfach geäußerten Wunsch entsprechend, jetzt 12 große Oelgemälbe von leuchtender Farbenpracht zur Schau. Die Bilder sind ihrem Gegenstände nach meist Motive seiner westfälischen Heimat Arrode. in welcher er sich Sommers auf^uhalten pflegt, entnommen und stellen charakteristische Dauerntypetr aber auch Landschaften und mächtige Blumen- stücke bar. Bei der Kollektion befindet sich auch ein großes Porträt des bekannten Malers F e l i x m ü l l e »Dresden. Die Döckstiegelschen Gemälde machen zurzeit die Runde durch die größeren Städte Deutschlands und dürften auch hier berechtigtes Interesse sinden. Eine größere Zahl von Oelgernälden — Landschaften und Dlumenstücke — stellt Alfred K i e h l-Lang-Göns aus. Der Künstler ist erst kürzlich in unsere Provinz verzogen und führt seine Werke zum ersten Male in den Räumen des Kunstvereins vor. Vertreten sind weiter die hier bereits bekannten angesehenen Darmstädler Maler Lothar Toller, Willi H o f f e r b e r t und Ellrich Hollerste de mit ansprechenden Aquarellen und Zeichnungen, Toller auch mit mehreren Oelgemäldm. Heinrich Küche l°Gies;en bringt Illustrationen zu E. T. QL Hoffmanns „Goldenem Topf" (8 Kreidezeichnungen) und Hauffs „Wirtshaus im Spessart" (6 Bleistiftzeichnungen). Reinhart Bergmann-Fürth i. O. einige kleinere Zeichnungen und ein Pastell landschaftlichen Charakters. Die Ausstellung ist wieder Sonntags, Montags, Mittwochs und Freitags von 11—1, Mittwochs auch von 3—5 älhr geöffnet. Es wirb zu regem Besuch eingeladen. *• Die Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 älhr geöffnet. ** (Sin schwerer Au tounf all ereignete sich gestern nachmittag gegen 6 Mr auf der Landstraße Gießen—Grünberg zwischen Linden- struth und Grünberg bn der Vähe der Straßen- abzwevgung nach Queckborn. Dort geriet ein großes Personenauto, das aus Dad^Vauheim stammte, unb auf der Fahrt von Grünberg nach Gießen begriffen war, beim Lieberholen eines Lastautos zu well an den Straßenrand heran. Der Kraftwagen erhielt hierbei einen /Reif en* defekt, wodurch das schwere Fahrzeug gegen einen dicken Baum sauste, der glatt umgerissen und schräg auf die Landstraße geworfen wurde, während der Wagen selbst quer über den Baum ebenfalls auf die Straßenmitte zu liegen tarn. Wie durch ein Wunder kamen die beiden Insassen des Kraftwagens mit ganz geringen Verletzungen davon, dagegen wurde der Vorderteil des Autos bölhg zertrümmert. Die Landstraße war durch den Baum und das Auto zunächst gesperrt, und erst der tatkräftigen Hilfe einiger mit Lastkraftwagen die ilnfallftelle passierender Chauffeure gelang es, durch Deiseitefchleppen des Baumes die Straße wieder freizumachen. Die Trümmer des verunglückten Kraftwagens wurden von einem der helfenden Lastautos nach Gießen abgeschleppt. ** 500 Mark Belohnung. Das Hessische Iustizministerium hat für die Ergreifung des Täters, der auf den Grafen Hardenberg im Reuen Palais des ehemaligen GroßherzogZ einen Raubmordversuch verübte, eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig in der Niederlage Hirsch-Apotheke Oießen, Frankfurter Straße Nr. 4 Das Pfarrer Heumann-Buch 272 Seiten, 150 Abbildungen, erhält jeder Leser vollständig umsonst und portofrei von Ludwig Heumann & Co., Nürnberg M 613.______9024 D Geschäftliches? Fachlnger Wasser. Ein bekannter Facharzt sagt „Wenn Typhus, Ruhr, Cholera und andere Seuchen grassieren und die gewöhnliche Trinkwasserversorgung verdächtig geworden ist, darf man doch das völlig bakterienfreie Fachineer Wasser unbedenklich trinken. 7469D AB841 KÖR CIGARETTEN CIGARETTEN | Vermietungen | Große 4-gimmer- Wohnung sofort au vermieten. Schriftl. Angeb. unt. 07221 a. d. Gieß. Anz. Feos. BraodI B”a'„°e?2 Sonn. möbl. Zimmer, poteKttehe. TeL 1085. Gut möDL Wohn- und siDlüljimmet mit sep. 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Anton Zweifel marschierte nicht auf der breiten Heerstraße der Arbeit, sondern als Passanten- Photograph gehörte er mehr zum Freikorps der Gelegenheitsarbeiter. Er war indessen augenblicklich gut bei Kasse. Schnell entschlossen ging er in den Zeitungsverlag, um dort eine kleine Anzeige aufjugebr Für diese Guttat würde manches aus dem Sündenregister seines wechselvollen Lebens gestrichen werden. Frau Zuberbühler kam nicht aus dem Staunen heraus, als am andern Tage so viele nette Menschen das Zimmer sehen und besonders das Klavier erproben wollten. Die meisten beriefen sich dabei auf eine kleine Anzeige in der Zeitung. Die Frau hatte die Anzeige zwar nicht geschrieben, aber lesen mußte sie sie nun wohl GeovS Appel Gießen, GelterSweg 56. W>rs warme» Gie J^rtrtBttotrbungtn auf Anzeigen ebne Samen Zeugnisse, urfunben ob. sonst wichtige Papiere betiufügen; Abschriften genügen zur (Stnteltung v. Anstettungeveehanb- lunatn. 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Da sie für ihre beiden verwaisten Enkelkinder zu sorgen hatte, würde ihre fleißige Arbeit doch nicht genug abgeworfen haben, wenn nicht die Wvhnungsmiete durch den „möblierten Herrn" gesichert worden wäre. Bis vor vier Wochen war es ein junger Beamter gewesen, der immer pünktlich am Monatsersten die Miete hingclegt hatte. Deshalb war die alte Frau heftig erschrocken, als ihr Mieter versetzt worden war. Zwar hatte sie sofort die Papptafel unten an das Haustor gehängt, aber es hatte sich noch niemand gezeigt. Heute war allerdings ein etwas eigentümlicher Herr da- gewe^en. Nichts an ihm hatte ihr gefallen, am wenigsten sein weicher Umlegekragen aus schwarzem Seidenstoff. Ein rechtschaffener Mann trug Halswäsche aus schneeweißer Leinwand. Sie hatte es ihm auch nicht geglaubt, als er versprochen hatte, noch einmal vorbei- kommen zu wollen. Jetzt saß er wieder vor ihr und steckte sich eine scharf duftende Zigarette an. — „Also, Frau Zuberbühler, ich habe in der Bahnhofsgegend gemietet. Die Wohnung liegt für mich günstiger. Natürlich hatte td) sie aus der Zeitung erfahren. Sagen Sie, gute Frau, warum zeigen Sie Ihr Zintmer nicht auch in der Zeitung an? Wenn Sie sich auf die Papptafel verlassen, bann werden Sie in Jahr und Tag nicht vermietet haben!" — „In dem Zimmer steht ja sogar ein Klavier! Warum haben Sie das unten nicht auf die Papptafel geschrieben?" Der Herr probte daS Instrument, es war noch gut erhalten. „Nun alles Gute, Frau Zuberbühler. Aus Wiedersehen, und ml Zimmer mögl. mit Zentralheizung u. fliehendem Wasfer, zum 15. X. oder 1. XL gesucht, evtl, auch mit Verpflegung. Schriftl. Angebote unt. 8982D a. d. Gieß. Anzeiger. Zwei Stttdemen. nicht korv- suchen zwei hübsche 5$laliimmet in einer Wohnung. Schr. Ana. unt.07190 an den Gieß. Anzeig. Für Student ab 1.11. freonöl. Simmet gesucht, möglichst mit Abendbrot. SchriftL Angeb. mit Preis (mit u. ohne Abend- lisch! unter 8928D an den Gieß. Anz. erb. 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Also weiter!" ruft der Beamte und streicht Ailandrow auf der Liste aus. Der Mann an der Tischkante zündet sich langsam seine Zigarette an. Es war Ailandrow. Tags darauf kam Denikin und befreite die Gefangenen. Am Dienstag beginnt im Giehener Anzeiger Maria Grigoriewna Rasputin mit der Veröffentlichung ihrer Erinnerungen an ihren Vater, den berühmten sibirischen Wundermann, dessen verhängnisvolle Rolle am Hof des letzten Zaren heute noch Stark umstritten ist Sufmenlunjt TonnetMaß, bcn \ Cft. ttatbmut. 4 Uhr. im hont hvMV Trr Vorhand. „— deshalb, weil ich mit frühstücken werde! . . . III. herauszupressen, die sich wirtschaftlich, d. h. ohne Gefahr für die dauernde Zahlung der Annuitäten rechtfertigen liefe. Die bisherigen Annuitäten sind ziemlich glatt geleistet worden. Allerdings steigt im Rormal- jahr die Annuität um nicht weniger als 750 Millionen, verglichen mit 1927, und der Stand des deutschen Budgets ist derart, dafe vermut- lich ohne neue Belastung der Produktion durch Steuern, d. h. Einschränkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nad; außen oder des Lebensstandards nach innen, dieser Mehrbetrag nicht aufgebrad)t werden kann. Aber mindestens bis hierher ist der Dawesplan scheinbar ein Erfolg. Es ist aber festzustellen, dafe die bisherigen Zahlungen nicht aus dernLleber» schüfe der deutschen Wirtschaft, d. h. aus der Ersparnis des deutschen Bockes aufgebracht worden sind, sondern durch zahlreiche Auslandanleihen, insbesondere des Reichs, der Staaten, der Gemeinden, der Landwirtschaft und der Industrie, im wesentlichen aus amerikanischer Quelle. Diese Anleihen beliefen sich in den letzten vier Jahren auf zwu- schen 4 und 5 Milliarden Mark zu sehr harten Bedingungen. So ist auch die Lieberweisung der in Baluta zu zahlenden Teile der AnnuitÄ an die Gläubiger nur mit Hilfe der geliehenen Auslandvaluta — lang- und kurzfristig, und die kurzfristige ist, als nicht safe- bar, in der genannten Summe nicht enthalten — möglich gewesen. Denn der Lleberschufe des Exports über den Import, den die Verfasser des Plans annahmen, und von dem sie die Deckungsmöglichkeiten der Dalutaschulden erwarteten, ist nicht eingetreten. Das ausgepowerte Land hat in den vier Jahren ein« passive Handelsbilanz von nahezu 5 Milliarden, d. h. Warenschulden in dieser Höhe gemacht, die gleichfalls zum Teil aus den Anleihen mitgedeckt werden mufete. Es ist und bleibt eine ernsthafte Frage, ob dieser Anleihestrom in nö- Guitrh, der vor dem Schminktisch sitzt und ihm den Rücken zuwendet, glaubt, dafe der Bewunderer bereits hinausgegangen ist, und wendet sich mit donnernder Stimme an seinen Sekretär: „Alfted, Sie schreiben sofort an diesen klebrigen Kerl, dafe ich morgen zum Früh'tück leider nicht kommen kann. . (Hier hält Guitrh plötzlich inne, denn er hat im Spiegel bemerkt, dafe der erwähnte klebrige Kerl noch immer in vor: der Mann ist ganz ruhig, ohne sich um* zusehen, weitergegangen — mit dem Koffer in der Hand! Kann man halt nix machen. . ." II. * Während des Zwischenaktes drängt sich ein Theaternarr in die Garderobe des berühmten Pariser Schauspi.lers Lucien Guitrh, und bestürmt diesen, ihn doch morgen zum Frühstück zu besuchen. „Also gut,“ sagt Guitrh, um ihn nur loszuwerden. „ich komme". Der andere dankt, verabschiedet sich und steuert auf die Tür zu. der Garderobe ist. . .) Lind mit einer graziösen Handbewegung weist Guitrh ' ' Besucher und sagt lächelnd: Schweigen. „Rikandrvw!! Zum Donnerwetter!!" Grabesstille. Plötzlich sagt einer der Gefangenen — lehnt sich an die Tischkante und rollt taste taigira 11 Morgen Conulag, 14. Cftobrr WWA nach Großen «Lind« w WiebSeUM. Mnarlch mlitnnß 2 Uhr nm «ntnubei- gnigSranli.Slr.0), SIbW mit bet VadnLLUbrnaM. Zahlreiche etroiinW. $ Vorstanv. Im russischen Bürgerkrieg. Denikins nähert sich Charkow. In der Stadt Historisch-politische parallelen. Deutschland, England und Frankreich in der Marokkokrisis im Jahre 1905. Von Dr. Gustav Roloff, o. Professor der Geschichte an der Universität Gießen. preffezensur und Satire. Von O. Sronf. Die Auswirkungen der Zensur selber muten uns heute wie eine Satire an. Wozu sie eigentlich nixfe lächerlich machen? Wenn wir den ungeheuren Wust der Verordnung n, Zeasurmandalen, uff. überblicken, wie sie in Deutschland, besonders nach den Karlsbader Beschlüssen im ersten Viertel des vorigen Jahrhunderts mit unerschöpflicher, bürokratisa-er Fruchtbar.eit hervorgebracht wurden, und andererseits bedenken, bafe alle diese mühevollen Schreibereien zweck- l»z waren, den Sieg der freien Mei - niingSäufeerung doch nicht verhindern konnten, dann können wir unter dem Kontrast dieser Vorstellung.'n unmöglich ernst bleiben. Einige amüsante Einzelheiten geben der komi- Idten Gesamtszenerie lustige Pointen. Auf der Krlner Pressa sahen wir Probeabzüge von Zeitungen, schwarz von Eintragungen und Strei- cfringen des Zensors. In den fertigen Exemplaren gähnen grofee toeifee Lücken: nicht nur Svalten. sogar ganze Seiten fehlen. Heine hat bekanntlich in seinen „Reisebildern" diese Streichungen in gelungener Weise persifliert: — — — — — Die Deutschen Zensoren — — Dummköpfe — — — —. (Die Gedankenstriche, welche bi? ganz« Seite einnehmen, sollen Streichungen bedeuten, nut noch das eine Wort blieb dazwischen sichen.) Die Zensur erstreckte sich nicht nur aus den Text, sondern auch auf bildliche Darstellungen. (Sin aus dem historischen Museum in Wien st ammendes Blatt veranschaulicht die Art der von den Zensoren in dieser Hinsicht geleisteten „Kulturarbeit". Das Bild stellt Bajazzo mit der schlafenden Colombine dar. Die eine Brust dec Schlafenden ift_ unbedeckt: das war zu stark. 5>tr Zensor malte über die bemängelte Stelle ein dickes Tintenkreuz und gab den ebenso wohl- tv-vllenden wie energischen Rat, falls man auf Druckerlaubnis reflektiere, die Decke etwas weiter heraufzuziehen. Wir können heute darüber lachen; den damaligen Publizisten, die unter dem Druck der Zen- sucschraube viel zu leiden hatten, kamen diese 5>inge im Allgemeinen wohl nicht besonders heitig vor. Sie hatten sich ihrer Haut zu wehren, suchten ih.en Meinung.na unter mancherlei Maskierungen freien Durchgang zu verschaffen. Miebt war die Einkleidung aktueller Dis- htlfitmen in die Form der „Totengespräche" nach gonntao, 14. Lst, jiuiict tibonnemtn "henuotiieiiuM sMiel des M? iHSge AKtzÄ •Ass iv'e m »Seaie dem Vorbild L u l i a n s. Doch die stillschweigend geschluckte Berbftterung über die mafelose Knebelung der freien Meinungsäußerung schaffte seelische Indigestionen. Die Spannung entlud sich ost in bissiger Satire, besonders das Bild, die Karllatur mit ihrer durch Polizeiparagraphen etwas schwerer zu fassenden Symbolik, war geeignetes Medium. Das Berliner Kupferstichkabinett besitzt aus jener zopfigen Zopfzeit unter anderem eine sehr originelle farbige Äari'atur, betitelt: „Der Den- kerklub, auch eine neue deutsche Gesellschaft." Lind was sieht man auf dem Bild? — Lim einen Lisch herum eine Versammlung von Männern, die Maul.örbe vorgebunden haben. Am Kleiderständer hängen noch einige dieser kynologischen Auhapparaturen für etwa neu Hinzukommende in Reserve. Triumph des Geistes: Der Maulkorb hindert ja nicht am Denken. Das tun diese Leute auch sehr angestrengt; sie debattieren sogar miteinander, natürlich nur in Gesten und Mimik. Auf einem Schild an der Wand findet sich die Gcschästsordnung verzeichnet: „Wichtige Frage, welche in heutiger Sitzung bedacht wird: Wie lange mochte uns das Denken wohl noch erlaubt bleiben?" Richt minder witzig ist eine Königsberger Karikatur aus dem Jahre 1842, die auf einen Zwischenfall bei der Königsberger Zeitung Bezug nimmt. Der Redakteur (Dr. Witt) wird mit einem Hängeschlofe am Mund vor die Tür gesetzt. Seine Stelle am Redaktionstisch nimmt ein Fuchs ein, der im Verein mit anderen Vierfüßlern die offizielle, von der Huld des Zensors überschattete Zeitung ferftgstellt. Die Rot.attons- maschineaa der Druckerei werden von zwei großen ... Krebsen bedient, Sinnbildern der Reaktion. Auf her Strafe« aber wartet das Publikum auf das Erscheinen der Zeitung: es sind Ochsen, Kälber und Schafe in Zivil. Das exekutive Organ der Zensur, die Polizei, welche damals hau ig auf den Redaftionsstuben gastierte, war natürlich gleichfalls Zie.scheibe des Spottes. So erblicken wir beispielsweise auf einem, aus dem Jahre 1843 stammenden anonymen Blatt einen Redakteur am Schreibpult, von zwei Polizisten flaniert Während der Redakteur seinen Artikel schreibt, spitzen die zwei Uniformierten bereits ihre Gänsekiele, um dann nachher das Blatt mit ihren Kreuzbalken und Arabesken zu verschcn. Aber halt, da sieht man noch etwas auf dem Bilde, von oben her in die Fläche ragend; es ist der Arm eines tigern Umfang dauernd fließen kann, zu- mai es mittlerweile klar geworden ist, dafe von einer Unerschöpflichkeit der amerikanischen Quellen nicht die Rede fein kann. Ein solcher Zu^ ström könnte, was die Aufbringungsmöglichkeu der Annuitäten in Mark angeht, nur cntbehrc werden, wenn die Kapitalbildung in Deutschland entsprechende Fortschritte macht. Das ist aber allem Anschein nach nicht der Fall, d. h. di« steuerlichen Entziehungen sind zu grofe. Der Beweis liegt in der Höhe des Deutschen Zinsfußes, der zur Zeit bei der Reichsbank 7 °/o, für Dankdebitoren 10 °,'o, und für erste Hypotheken 9 bis 10 % beträgt, ohne auf das ausländische Kapital einen hinreichenden Eindruck zu machen, der einen zinsdrückenden Zufluß herbeiführt. Mit diesem Zinsfuß hat natürlich auch die deutsche Wettbewerbsfähigkeit auf dem Auslandmarkt zu kämpfen. Aimmt man aber eine weitere Bergfreudigkeit des Auslandes an — im letzten halben Jahr find kaum noch Auslandanleihen getätigt — so steht man vor der .euen Frage, ob neben der Dawesannuität auch die Zinsen und die Rückzahlungsverpflichtungen aus den Anleihen in Valuta gedeckt werden können. Der Schluß aus diesem allen ist, daß d: Da- wesplan trotz seiner bisherigen reibungslos.n Erfüllung den Beweis einer dauernden Durchführbarkeit noch nicht erbracht hat, weil feine Leistungen zwar durch ausgezeichnete Pfänder sichergestellt find, soweit das Budget in Frage kommt, Dafe aber volkswirtschaftlich gesehen, derjenige Lleberschufe an Gewinn d. h. in nationalen Ersparnissen ebenf otoentg nachgewiesen ist, wie der Exportüber- s d) u fe . der die notwendigen Devisen schafft. Es ist deshalb richtig, von dem kommenden Jahr als von dem kritischen Jahr zu sprechen und die Llnruhe ist begreiflich, die auch den Reparationsagenten über den gegenwärtigen Zustand des Plans ergriffen hat. dritten Polizisten, der dem Schreibenden die Feder führen hilft. Das Bilderbuch ließe sich noch beliebig erweitern; diese wenigen Beispiele jedoch geben eine hinreichende Vorstellung von der satirischen Bissigkeit der mundtot gemachten Publizisten. — Als nach langen erbitterten Kämpfen die Zensur siel, da Quittierte die Karikatur auch dieses freudige Ereignis und sandte der Toten einen parodistischen, von befreitem Lachen kontrapunktierten Trauerg.sang nach: Lächelnde 2tebatteure tragen den schwarz verhängten Sarg. An der Spitze des Zuges schreitet hoch erhobenen Hauptes und eine Fackel tragend eine Göttin, die wieder auferstandene Poesie, welche mit ihrer Leuchte die zensurgewollte Finsternis bannt. ÄtzS" MD, i St"11'3 ÄÄ schwarzer Hund jSohctmanni, auf den Amenlunch' hörcnd, eutlflnien. ibiebcrbrinflci erhall Belohn, m-d FruklBrier Str. 60. und dem Botschafter in Paris gibt die Antwort. Danach hat die englische Regierung aus eigener Initiative während der ersten deutsch» französischen Besprechungen über die Sicherung der deutschen wirtschaftlichen Ansprüche in Marokko mündlich und schriftlich in Paris erklären lassen (April 1905), ihr scheine die Haltung der deutschen Regierung „unvernünftig", und England sei bereit, Frankreich „jede in seiner Macht stehende Unterstützung" zu gewähren, wenn es sich darum handle, die zu erwartende deutsche Forderung nach einem marokkanischen Hafen zu bekämpfen. Venn schon diese Erklärung geeignet war, eine französisch- deutsche Verständigung zu erschweren, so gab Lansdowne, der englische Minister des Auswärtigen, dem französischen Botschafter noch zu verstehen, daß England beanfprud)e, ein Wort mitzusprechen, wenn Frankreich etwa die deutschen Ansprüche in Marokko mit Zugeständnissen an anderen Stellen abkaufen wolle; England und Frankreich, sagte er, müßten sich vertrauensvoll über alle diplomatischen Vorgänge unterrichten und „sich vor allen Möglichkeiten besprechen." Natürlich mußte Frankreich darin die Aufforderung sehen, Deutschland möglichst wenig entgegen^utommen, denn offenkundig wünschte England eine Verstärkung Deutschlands im tropischen Afrika, das als Konzessionsseld in erster Linie in Betracht kam, nicht. Die französische Regierung hätte angesichts dieses Begehrens die englische gern noch weiter gedrängt und ein ausdrückliches Hilfeoersprechen für den Fall eines Bruches mit Deutschland erhallen, aber hieraus ließ sich Lansdowne nicht ein; über das Versprechen „einer uneingeschränkten und vertrauensvollen Aus- spräche ging er nicht hinaus. Es war eine ähnliche Politik wie im Juli 1914: keineswegs eine Absage an Frankreich; England wollte sich vielmehr nur formell freie Hand wahren, um den Zeitpunkt seines Eintritts in dey Krieg sich nicht von Frankreich diktieren zu lassen, sondern mit Rücksicht auf seine öffentliche Meinung selbst bestimmen zu können. An der grundsätzlichen Bereitwilligkeit, Frankreich im Kriegsfälle zu unterstützen, änderte das nichts. Eine amtliche Unterlage für feine Erklärung im Ministerrat hatte Delcass« also nicht: ein Bündnisangebot hat die englische Regierung nicht gemacht. Aber trotzdem war seine Behauptung nid)t ganz unrichtig und politisch sogar berechtigt. Denn die Aeußerungen der englischen Regierung hatten ihm deutlich gezeigt, daß Frankreich im Notfälle von England Hilfe erwarten konnte. Wenn England an einer Verhandlung mit der deutlichen Absicht, Deutschlands Wünsche zu bekämp en, teilnahm, dann war es auch an alle daraus ent pringenben Folgen gebunden. Was solche morali che Verpflich- tungen bedeuteten, hat ja das geheime, also for« mell ungiltige Flottenabkommen zwischen England und Frankreich im Jahre 1912, das von Frankreich immer als verschleiertesBünd- n i s betrachtet worden ist, bewiesen. Um so mehr durfte die französische Regierung auf die antideutsche Gesinnung in London rechnen, als in den nächsten Wochen englische Generalstabsoffiziere das Maasgebiet vereisten und die Flotte Demonstra- tionsfahrten nach Brest und der Ostsee unternahm. Man kann noch fragen, ob Delcasss außer den amtlichen auch noch private, aber politisch vollwertige Mitteilungen aus London erhalten hat, die ihn auch formell zu seinen Aeußerungen berechtigten. Man denkt da sofort an König Eduard, über dessen Tätigkeit In dieser Hinsicht die Akten freilich nichts enthalten. Aber das schließt nicht aus, daß Eduard VII. sich in Paris in dem von Delcafs6 herrscht der Terror; das Gefängnis ist überfüllt. Täglich wird vor den versammelten Gefangenen die Liste der heute zu Erschießenden verlesen. Jeder Aus gerufene muß sich mit „Hier!" melden und wird von den Soldaten in Empfang genommen. . . Der au',rufende Beamte ist nervös, überarbeitet. Die Liste zittert in seiner Hand. Durch die von Frankreich verlangt« und von England begünstigte Verkoppelung der Reparationen mit der von uns begehrten Räumung des Rheinlands steht der Dawesplan, der diese Reparationen rorläufig regelt, wieder im Mittelpunkt der Erörterung. Solches lag nicht im Sinn seiner Verfasser, die stolz darauf waren, die Frage der Reparationen aus dem Gebiet der Politik in das der geschäftlichen Erledigung zu überführen. Der Dawesplan, der mit dem 1. September 1924 zu laufen begann, sieht eine gewisse Skala ftei- «emder Richtung für die ersten vier Jahre vor, eie als Liebergangsjahr« bezeichnet sind und läßt -da- erste Rormaljahr, in dem die ßeste dauernde Annuität zu leisten find, mit Ansang dieses Monats beginnen. Diese Annuität Beträgt 2500 Millionen Mark; dazu soll vom »nächsten Jahr ab ein Zuschlag auf Grund eines gewissen Wohlstandindexes treten, von dem sich heute infolge seiner Kompliziertheit und seines unlogischen Aufbaus nur sagen laßt, Laß er die deutsche Leistung in unbestimmter und wechselnder Höhe steigern kann, aber zu keiner Zeit «ine Senkung der Rormal- annuität herbeiführt. In den letzten vier Jahren hat Deutschland auf Grund dieses Plans 5470 Millionen Mark in bor aus Steuern. Zöllen, Industrie und Bahn geleistet. Rechnet man die Verluste anrechenbarer Art, die feit dem Waffenstillstand Deutschland erlitten und den Gegnern zugeführt hat, das Auslandsguthaben, . Anlagen und Wertpapiere, die Besahungsunkosten bis 1924, die deutschen Bar- und Sachleistungen bor dieser Zeit hinzu, so kommt man auf eine bisher gezahlt« Kriegsentschädigung zwischen 37 und 38 Milliarden Mark. Dabei ist nicht zu vergessen, dafe Deutschland den Krieg aus eigenen Mitteln si- nanzieren mufete und grofee verlorene Beträge für die Kriegführung seiner Alliierten aus- gegeben hat. Die unerschöpfliche Geldquelle, die die Entente in Amerika fand, stand uns nicht zu Gebote, und der Llnterschied zwischen den interalliierten Schulden und den öeutfdjen Reparationen ist eben der, dafe di« Entente die von itzr nicht aufgebradjten Kriegslasten zurückzahlen soll, während Deutschland überdies den Preis .feiner Riederlage zu entrichten hat. Man kann wohl annehmen, dafe vor dem Krieg Ziffern wie die genannten als astronomische Größen angesehen wurden und das Probleme, wie die Abbürdung solcher Summen, der internationalen Finanz völlig unbekannt waren. Es ist bekannt, daß in der Londoner Konferenz 1921 die Gegner die deutschen Reparationen aus insgesamt 132 Milliarden im Wege des Diktats festgesetzt haben, und die französisch« Behauptung geht dahin, daß bis heute trotz aller Leistungen noch nicht einmal die auf die Reparationsschuld aufgelaufenen Zinsen berichtigt sind. Der Dawesplan glaubte eine sehr sorgfältig ausgedachte Maschinerie ausgestellt zu haben, mit deren Hilfe die deutschen Annuitäten sichergestellt und notfalls eingetrieben werden könnten. Diese Maschinerie aber knarrt und ächzt, weil eben auch jene Sachverständigen die Gröhe und Vielseitigkeit der Aufgabe $ugege- benerweise nicht ganz richtig eanzu- sch ätzen wußten. Da es der Daweskornmission verwehrt war, die Gesamtsumme der deutschen Schuld endgültig festzusehen, bleibt diese noch völlig im Dunkeln und die Annuitäten lausen, akzeptiert man die französische These, auf ungezählte Jahre. Zugegebenermaßen ist der Dawesplan «in Versuch, den Bestimmungen des Versailler Vertrags ensiprechend die Höchstsumme aus Deutschland Frankreich sich anschickten, über die Rechrc aller anderen Staaten hinweg die Zukunft dieses bisher unabhängigen Landes zu bestimmen. Der Widerstand Deutschlands gegen diese Gewaltpolitik führte zunächst zu. gereizten Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich (Frühjahr 1905), und da England sogleich Frankreich zur Seite tret, wär Delcasse, der französische Minister des Auswärtigen, dafür, jede Nachgiebigkeit abzulehnen und selbst einen Krieg nickt zu scheuen. Er berief sich im Ministerium, wie bald von ihm bekanntgegeben wurde, darauf, daß man unbedingt auf England rechnen könne, ja daß die Londoner Regierung ihm ein Bündnis für einen deutsch-französischen Krieg angeboten habe. In einigen auf Delcasss zurück- gehenden Zeitungsartikeln wurde sogar näher aus- geführt, England habe versprochen, den Kaiser- Wilhelm-Kanal zu besetzen und hunderttausend Mann in Schleswig zu landen. Indessen die anderen französischen Minister waren weniger Der- trauensvoll als Delcasfö. Sie sahen in der englischen Hilf« einen ungenügenden Ersatz für den Ausfall der russischen Armee, die soeben durch den japanischen Krieg und die Revolution lahmgelegt worden war, und zwangen chren Kollegen zum Rücktritt (6. Juni 1905), um eine friedliche Verständigung mit Deutschland zu versuchen. Es kam infolgedessen bekanntlich zu der Konferenz von Alge- c i r a 5, wo ein leidliches Kompromiß für einige Jahre gefunden wurde. Die Frage ist nun: was berechtigte DelcassL zu feinen Aeußerungen im Minifterrat? Hat er tatsächlich derartige Angebote und Versprechungen von der englischen Regierung erhalten? Die intime Korrespondenz zwischen dem englischen Minister Vereine MlMWW in ve,01 billig-. EM Wf S« tewrbton brr S?" ftÄ , fc »em « J ii Wem M» Heirat tehKÄ säö xSLL Don 45 b. UARS Sntii Geistesgegenwart. Drei wahre Geschichten. Don Sigismund von Nadecki. i. Karl Dallentin, der Münchener Komiker, langt in Kissingen zur Kur an. Den Koffer in der Hand, spaziert er durch eine Allee und sieht vor sich eine Gestalt gehen, die ihm be- kaimt vorkommt — richtig, es ist der Komiker Otto Reutter. selbst von der Rückseite unverkennbar! Reutter wand.lt tief in Gedanken, läßt die Arme steif hängen und haft dabei die Finger gekrümmt, als wenn er zwei unsichtbare Koffer trüge. Karl Dallentin erkennt sein« Chance, schleicht kahenarttg von hinten heran — und hängt seinen Koffer ganz vorsichtig in gekrümmten Finger hinein! Lind wartet, gespannt auf den Effekt — ? Mit vollem Recht hat Paul Rohrbach in Nr. 236 des „G. A." von einer Kapitulation Englands vor Frankreich gesprod-en. Man muß schon weit in der englischen Geschichte zurückgehen, um eine ähnliche Abhängigkeit Englands von Frankreich zu finden. Etwa in der Zeit vor dem endgüttigen Sturz der Stuarts (1688), als Ludwig XIV. zugleich den englischen König und die Parteiführer im Solde hatte, um beide gegeneinander auszuspielen und so die englische Macht zu lähmen, spielte England eine ähnliche Rolle in der europäischen Politik wie heute. Damals hat eine große Koalition zwischen Holland, Spanien und dem Deutschen Reiche (Eng- land aus dieser Abhängigkeit befreit und Europas Freiheit gegen Frankreich gesichert. Heute ist eine solche Verbindung unmöglich, da England selbst wesentlich dazu beigetragen hat, den natürlichen Gegenspieler gegen die französische Vorherrschaft zur Ohnmacht zu verurteilen. Solange Deutschland sich nicht erheben kann, wird England die selbst ge|d)miebeten Ketten mit ihren politischen und wirtschaftlichen Übeln Folgen nach menschlichem Ermessen tragen müssen. Der Jahrzehnte vor dem Kriege in England genährte Irrwahn, daß ein starkes Deutschland mit Englands Sicherheit und Reichtum unverträglich sei, rächt sich. Wie sehr diese falsche Vorstellung in England geherrscht und zur Verschlechterung der europäischen Lage oeigetragen hat, zeigt auf Grund der neuesten britischen Aktenstücke, auf die kürzlich' an dieser Stelle hingewiesen worden ist, Graf Paul Mont- gelas im letzten Heft der „Kriegsschuldfrage". Eins der wichtigsten Kapitel in der Vorgeschichte des Krieges ist die marokkanische Angelegenheit seit dem Jahre 1904, als England und berichteten Sinne ausgesprochen hat: tatsächlich hat er während der deutsch-französischen Verhandlungen (Ende April) in Poris gewellt und mit den maß» gebenden Persönlichkeiten Zusammenkünfte gehabt. Deutschfeindliche Aeußerungen hat er gewiß nicht gescheut; nach dem belgischen Gesandten waren seine Reisen geeignet, die Stimmung zu verschärfen, und ein Jahr darauf kritisieren sie sogar sein Auftreten als unnütz und gefährlich. Einige Jahre später (1909) hat Eduard an einer anderen Stelle gegen Deutschland geschürt: er hat, wie wir aus Geheimberichten des russischen Botschafters in Rom erfahren, dem König Viktor Emanuel und dem Minister Tittont das Schreckgespenst eines nahe bevorstehenden englisch-deutschen Krieges vor Augen gehalten, um sie in ihrer Dreibundspolitik irrezumachen. So ist die Möglichkeit, daß er auch 1905 in Paris Delcassö gegenüber weitgehende antideutsche Aeußerungen getan hat, gewiß nicht von der Hand zu weisen. Maa aber Eduards Rolle auf sich beruhen, gewiß ist, daß die englische Regierung in einer politisch bereits gespannten Lage versucht hat, die deutsch-französischen Beziehungen zu verschärfen, in der Absicht, der deutschen überseeischen Politik Steine in den Weg zu werfen. Auch vor einem Kriege Frankreichs und Englands gegen Deutschland scheute sie sich nicht. Daß es damals nicht zum Kriege gekommen ist, verdankt man einerseits der Furcht der französischen Minister vor der deutschen militärischen Ueberlegenheit und andererseits der Mäßigung Deutschlands, das nicht daran gedacht hat, die so günstige militärische Lage auezunutzen und einen Krieg gegen das au Lande so gut wie isolierte Frankreich heraufzubeschwören. Oberheffen. Wiesecker Gasfragen. £, Wieseck, 13. Ott. Dor Eintritt in die Tagesordnung der gestrigen Sitzung des G e - meinderals legte Derbandsvorsihender Denner vom Zweckveroand Wieseck-Allen-Duseck die Abrechnung vom ersten Halbjahr 1928 vor, die einen Gesamtumsatz von 61 205,40 Mk. oufweist. Mit halbstündiger Verspätung konnte Bürger- meister Schomber die Sitzung eröffnen mit dem Ersuchen an einzelne Gemeinderäte, für die Folge pünktlicher zu erscheinen. Dei der Erledigung der Tagesordnung beschäftigte man sich zunächst mit der Beratung und Genehmigung des Gas- Regulativs. Hm den Gemeinderat wieder in alle Einzelheiten über die Gasversorgung ein- zuweihen, verlas Bürgermeister Schomber den am 5. 3anuar 1928 zwischen der Gemeinde Wieseck und der Gas- und Kraftwerke A.--G. Derlin-Wilmersdori abgeschlossenen Vertrag. Das Regulativ ist auf Grund des Regulativs der S.adt Gießen ausgestellt und enthält die Bestimmungen über Gasabnahme, Instal alion. sowie Instandhaltung der Anlage. Im wesentlichen fei auf folgende Paragraphen aufmerksam gemacht: § 4. Zuleitung: Die Lage und Weite der Zuleitung bestimmt im Einverständnis mit der Gemeinde die Gas- und Kraftwerke-Aktiengesell- schaft, der allein die Herstellung der Zuleitung bis zum Gasmesser sowie das Seyen der letzteren in Verbindung mit der Hauptleitung zusteht. Besondere Wünsche des Abnehmers sind nach Möglichkeit zu berücksichtigen. §5. Innenleitungen: Hausleitungen vom Gasmesser bis zu den Verbrauchsstellen können auch von ansässigen Installateuren hergestellt werden, sofern dies geprüfte Installateure sind: sie müssen in allen Fällen um Genehmigung bei der Verwaltung nachsuchen. Wenn von Installateuren hergestellte Zuleitungen nicht den Installationsvorschriften entsprechen und bei der Prüfung, di« durch die Verwaltung oder deren Beauftragte vorzunehmen ist. beanstandet werden. ist di« Verwaltung nicht verpflichtet, Gas in solche Leitungen zu geben. Für jede zweite oder weitere Prüfung solcher Leitungen hat der Gasabnehmer eine Gebühr von 3 Mk. zu zahlen. Eine Haftpflicht erwächst der Verwaltung aus den Prüfungen jedoch nicht. § 6: Der Gasabnehmer hat dafür zu sorgen, daß jede Veränderung an seiner Gasleitung der Verwaltung rechtzeitig mitgeteilt wird. Verläßt «in Gasabnehmer die bisher benutzten Räume, so hat er dies der Verwaltung vorher mitzuteilen, andernfalls bleibt er für di« Zahlung des weiteren Verbrauchs an Gas In diesen Räumen haftbar. § 7. Gasmesser: Der Gasverbrauch wird durch amtlich geeichte Gasmesser gemessen. Die Gasmesser sind Eigentum der Gemeinde. Das Setzen und die ordnungsmäßige Instandhaltung obliegt der Gas- und Kraftwerke-Aktiengesell- schaft. § 11. Minde st gebühren: Das Gas kostet 22 Rpf. je Kubikmeter. Als Mindestabnahme kommen 10 Kubikmeter pro Monat zur Berechnung. Gas zum Beheizen von Wohnungen oder sonstigen Räumlichkeiten wird zu einem Preise von 12 Rpf. je Kubikmeter geliefert, in welchem Falle ein besonderer Gasmesser aufzustellrn ist. Jede Veränderung des Gaspreises erfolgt nur mit Zustimmung der Gemeinde. Hierbei ist der Gemeinderat einstimmig der Meinung, daß die vorgesehene Mindestabnahme von 10 Kubikmeter viel zu hoch gegriffen ist und gerade vieler hohe Sah dazu betgetragen hat, daß viele Einwohner von der Anlage der Gasleitung absehen wollen. Um eine Erleichterung für die Interessenten zu schaffen, wird vom Gemeinderat die Mindestabnahme von 5 Kubikmeter vorgefchlagen: er ist der bestimmten Meinung, daß die Dertragspartne.in daraus eingehen wird. In § 12, Gasmessermiete, ist vorgesehen: Für jeden leihweise aufgestellten Gasmesser sind für Derzinsung und Tilgung sowie für Reparaturen seitens des Konsumenten monatlich an Miete zu zahlen: Für einen Sflammigen Gasmesser 0,75 Mk., für einen lOflammigen 1 Mk., für einen 20flammigen 1,25 Mk., für einen 30° flammigen 1,60 Ml. Hierzu wird angeregt, doch die Sähe der Stadt Gießen anzunehmen. Bei den übrigen Paragraphen wurde dem Regulativ zugestimmt. — Die Gasanschlüsse in den Gemeindegebäuden sollen gelegt werden, es sei denn, daß die Mieter sich weigern, Gas abzunehmen. In diesen Fällen sollen mit den Gas- und Kraftwerken besondere Vereinbarungen für die Ge- meindegebäude schriftlich festgelegt werden. — Die Verpachtung von Gemeindegelände an Wilhelm H o f zwecks Errichtung einer Geflügelfarm wurde dahin geregelt, daß Hof für jeden Morgen pro Jahr 10 Mk. Pacht bezahlen soll, die Pachtdauer wurde auf 15 Jahre vorgeschlagen. 3m Anschluß an die öffentliche Sitzung fand eine nichtöffentliche Sihiang statt. Buntes Allerlei. Das Aussterben der vierten Klasse. Mit der Abschaffung der vierten Klasse bei der Reichsbahn stirbt diese im europäischen Verkehrsnetz fast ganz aus. Das Vierklassenshstem ist heute nur noch in einigen östlichen und südöstlichen Staaten, wie in Polen vorhanden und wird außerdem noch in Elsaß-Loth- ringen entsprechend dem allen System bei- behalten. Das Vierklassensystem ist überlebt, während sich das Dreiklassensh st em in den meisten europäischen Staaten bewährt hat. Ein reines Zwei.lassensystem haben in Europa nur die englischen Bahnen, da dort die zweite Klasse nur in einigen besonderen Zügen nach den Kanalhäfen geführt wird. Alle übrigen europäischen Staaten haben, was die Klassenzahl anbelangt, ein Drei lassensystem. Allerdings ergeben sich in der Praxis wesentlich« Ver- schiebungen, wie z. B. in Rorwegen, wo auf vielen Strecken nur die dritte Wagen- klasse gefahren wird. Durch Kohlenoxydgas gelötet. Zwei Telegraphenarbeiter, die mit Installa- iionsar beiten beschäftigt waren, wurden im Waldhotel Rotschrei bei Todtnau im Wiesental bei Freiburg in ihren Betten tot auf» gefunden. Rach dem ersten Befund der staads» anwaltschaftlichen Untersuchung scheint eine Kohlenoxydvergiftung vorzuliegen, die in den Abgasen einer unter dem Schlafzimmer befindlichen L i ch t m o t o r s , der während der Rächt lief, ihre Ursache hatte. Das Gas ist durch die undichte Decke in das Schlafzimmer eingedrungen. Zwei andere Arbeiter, di« im gleichen Zimmer schliefen, sind mit dem Leben davongeiommen, haben aber im Saufe der Nacht an Erbrechen und Unwohlsein zu leiden gehabt. Der Varagraphenkrieg. In der Mitgliederversammlung des Verbandes sächsischer Industrieller wurde zu einem Vortrag über „Länderkonserenz und Verwaltungsreform" von einem Redner folgendes ausgeführt: „Ich habe neulich die Begutachtung des Ge, setzes über biß Abfälle von Edelmetall im Hausierhandel gehabt. Dieses Gesetz ist veröffentlicht vom Reich. Im R e i ch waren es neun Paragraphen und die Ausführungsverordnung. Dann kamen 22 Verordnungen und 22 Ausführungsverordnungen der Länder dazu. Wir .sind auf etwa 400 Paragraphen gekommen, um den Absatz von Abfällen der Edelmetalle im Hausier, handel zu regelnI" Asfen-Promenade. Das Bild muß allerdings zum Malen gewesen ein. Ging da neulich ein Abgeordneter i m Boulogner W äl dchen bei Paris spazieren, harmlos vergnügt. Ratür ich ohne zu wissen, daß am Vormillag fünf Affen aus dem Zoologischen Garten ausgebrochen waren, die sich auf dm Bäumen dieses Wäldchens vergnügten. Run haben Affen bekanntlich eine fatale Angewohnheit, alles nachzumachen. Als sie daher den Abgeordneten langsam und würdig, die Hände auf dem Rücken auf und ab gehen sahen, kletterten sie von den Bäumen herab und gingen, langsam und würdig, die Hände auf dem Rücken, hinter dem Abgeordneten her. Menschen sammelten sich an, Photographen knipsten, doch der Abgeordnete merkte erst etwas, als ein kleiner Junge zu seiner Muller sagte: „Guck mal, lauter Affen!" Woraus sich der Mann umdrehte, während die „anderen" Affen wieder rasch auf die Bäume kletterten. Ein neues Hochhaus in Stuttgart. In Gegenwart von Vertretern der württembergi- fchen Regierung und des Landtages, sowie höherer Beamter des Reiches und des Landes wurde heute an dem Platz des früheren Staats- m i n i ft e r i u m 5 an der Königsstraße das neuerbaute zehn Stockwerke hohe staatliche Geschäftshaus feierlich eingcweiht. Um die Erinnerung an die bedeutendste Gestalt unter den Leitern des wurt- tembergischen Staates im 19. Jahrhundert, des Ministers F r h r n. v. M i 11 n a ch t, der von 1870 bis 1900 in dem früheren Staatsministerialgebäude wirkte, wachzuhallen, hat das Staatsminffterium beschlossen, ihm zu Ehren dem Bau den Namen „M i 11 n a ch t - D a u" zu geben. Die Bauzeit betrug eineinhalb Jahre, die Kosten 3 Millionen Mk. Rekordsucht treibt neue Blüten. Wie es nicht anders zu erwarten war, hat der in einem Berliner Restaurant „gestartete" Dauerredner P a r l a t u s, der einen Rederekord von 132 Stunden auszustellen beabsichtigt, bereits ein Pendant gefunden. Rachdem Parlatus sein Programm heruntergeredet haben wird, sofern er es überhaupt durchzuführen in der Lage ist, wird sich an der gleichen Stelle eine Frau produzieren, die sich mit der Absicht trägt, 132 Stunden z u schweigen. Der älnsinn, dem die Behörden nicht, wie man annahm, rechtzeitig gesteuert haben, treibt also seine schönsten Blüten, und es wird nicht lange dauern, so wird sich ein ganzer Gesang- oder Schau- spielervercin zu dem gleichen lllnsinn verleiten lassen. Erdbeben in Mexiko. Ein Erdbeben, das in der Rächt zum Dienstag Mexiko-Stadt heimsuchte, dauerte etwa fünf Minuten. Als die Erdstöße einsehten, stürzten Tausende von Personen in größter Panik aus den Häusern, Kinos und Hotels auf die Straße. Zur Zeit des Erdbebens tagte die mexikanische Deputiertenkammer. Die Sitzung wurde sofort aufgehoben und die Abgeordneten suchten sich durch schleunige Flucht zu retten. Das Beben wurde in neun mexikanischen Städten verspürt. Bisher sind Verluste an Menschenleben nicht bekannt, dagegen soll der Materialschaden besonders in der Stadt Oaxaca, deren südlicher Teil zerstört sein soll, sehr bedeutend sein. Landkreis Gießen. Dg. Grohen-Duseck, 13. Ott. Heute begeht der älteste Einwohner unseres Dorfes, Konrad B o n a r i u s, Schloßstraße, feinen 9 0. Geburtstag. Er fühlt sich körperlich und geistig noch recht frisch und konnte, wie auch an anderen Arbeiten, an der diesjährigen Kartoffelernte tätigen Anteil nahmen. * Leihgestern, 13. Oft. Eine seltene Jubiläumsfeier nahm dieser Tage hier einen würdigen Verlauf. Der Schäfer Heinrich Habe r m e h I stand am vergangenen Dienstag 4 0 Jahre im Dienste der hiesigen Schäfereigesellschaft. Diese ehrte den Jubilar, indem sie ihm einen Fackelzug darbrachte, dem eine Musikkapelle vorausmarschierte, die vor dem Hause des Jubilars zu Beginn der Feier zwei schone Volkslieder spielte. Das Vorstandsmitglied Gg. Jung gedachte in einer Ansprache der langjährigen treuen Dienste des Jubilars und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es ihm vergönnt sein möge, in bester Gesundheit und im guten Einvernehmen mit der Schäfereigesellschaft, wie seither, noch lange Jahre seinen Dienst versehen zu können. Rachdem der Jubilar einen Korbsessel und eine Geldspende als Geschenk entgegengenommen hatte, wurde auch der Schäferin, die dem Jubilar in den Sommermonaten täglich das Mittagessen ins Feld gebracht hatte, eine schone Torte als Geschenk überreicht. Ein von der Musikkapelle Sarnes (Watzenborn) flott gespielter Marsch schloß den ersten Teil der Jubiläumsfeier. Mit der Schäferschippe in der Hand und mit geschmücktem Hut begab sich der Jubilar dann mit den Veranstaltern in das Lokal der Metzgerei und Wirtschaft Gg. Sern, wo in guter Stimmung noch einige Stunden weitergefeiert wurde. > Aus der nördlichen Wetterau, 12. Oft. Jetzt ist die Kartoffelernte, die trotz anfänglicher Bedenken sich als gute Mittelernte erwiesen hat, soweit beendet. Es hat sich gezeigt, daß die Landwirte, die nicht allzufrüh mit der Ernte begannen, ein Geschäft gemacht haben; denn die Knollen haben nach dem Regen an Dicke beträchtlich zugenommen. Mancher Landwirt hebt sich deshalb das Einbringen der Resternte auf nächste Woche aus. Die noch meist grünen Kartoffelsträucher haben des Futtermangels wegen als Viehfutter Verwendung gefunden. Im Gegensatz zu den Vorjahren, da unsere Kartoffel schon während der Ernte waggonweise zum Versand kam, ist die bis jetzt verladene Mengs sehr gering. Der Handel wird zur Zeit meist von einheimischen Händlern bestritten, die bestrebt sind, vor allen Dingen den Bedarf der Provinzial- Hauptstadt zu decken. Dort wird gerade das Erzeugnis unserer Gegend, die als Kartoffelgebiet weithin bekannt ist, besonders bevorzugt. Auch die Dickwurzernte hat diese Woche ihren Anfang genommen. Der Ertrag bleibt um ungefähr ein Drittel hinter der vorjährigen Ernte zurück. Kreis Friedberg. > Gambach, 12. Oft. Die Firma Schneider von hier, die den Kraflomnibusver- kehr Gambach — Holzheim — Grüningen — Steinberg — Gießen unterhält, hat jetzt eine geräumige, neuzeitlichen Anforderungen entsprechende Autogarage bauen lassen. Der Verkehr auf der Strecke, der In der Zeit der Erntemonate immer etwas zurückgeht, scheint jetzt wieder aufzuleben. Kreis Büdingen. Ri d d a, 12- OH. Das überaus starke Angebot an Ferkeln, wie es aus fast allen auf Landwirtschaft eingestellten Gemeinden vor- liegt, laßt erkennen, daß auf dem Gebiet der Schweinezucht noch keine rückläufige Bewegung eingesetzt hat. Da im allgemeinen die Rachfrage im Herbst geringer ist, als im zeitigen Frühjahr, wo der Richtlandwirt fein Schlachtschwein einlegt, sind jetzt die Preise sehr niedrig. Für fünf bis acht Wochen alle Tiere werden 8 bis 15 Mk. bezahlt. Im Hinblick auf das starke Angebot sind die Ferkelbesitzer fvoh, überhaupt ab- sehen zu können. Soweit sich übersehen läßt, dürfte die Schweinemast im nächsten Jahr kaum hinter der des abgelaufenen Jahres zurückbleiben. Die billigen Ferkelpreise in Verbindung mit guten Schlachtpreisen regen zum Einlegen an. — Dei den eingekellerten K a r t o f - fein will man an bestimmten Sorten, insbesondere den Odenwälder Blauen, schwarze Stellen im Fleische beobachten, die auf beginnende Fäule hindeuten. Ob es sich dabei um zu frühes Ernten bei heißem Wetter, unn EntartungLerscheinungen oder durch die trockene Witterung bedingte Schädigungen handelt, ist schwer zu sagen. Im allgemeinen aber ist der Ertrag über Erwarten gut, Kreis Schotten. □ Laudach, 12. Oft. Die Arbeiten der Kanalisation in der nördlichen Hälfte unserer Stadt sind jetzt beendigt („Untere Langgasse, Markt- platz, Grünes Meer, Planke") bis auf einige Haus- anschlüsse. Auch die Unterführung der sog. „W a s ch b a ch" durch die „Kleine Halle" in einem betonnierten Kanal von 1,70 Meter Höhe und ein Meter Breite ist fertiggestellt. Ebenso ist die Röhren- leitung am „Bürgeler Weg", wodurch der Uebertauf der Wetter bei Hochwasser abgeleitet werden soll, zur Ausführung gebracht. — Gestern wurde die älteste Bewohnerin unserer Stadt, Frl. Marie Kolb, geb. 25. Juni 1837, zur letzten Ruhe bestattet. Die alte Dame, bis in die letzten Tage verhältnismäßig rüstig, hatte ihren Lebensabend im „Altersheim" des hiesigen Johann-Fried- rich-Stiftes" verbracht. Sie war die Schwester der beiden Frauen des Bürgermeisters Daniel Ritter, der von 1866 bis 1884 amtierte. — Die Kartoffelernte ist jetzt beendet. Sie ist vorzüglich ausgefallen. Auch die Dickwurzernte ist sehr befriedigend. Sie ist zur Zell noch in vollem (Bang. Diese Hackfrucht hat teilweise durch M a u s e f r a ß gelitten. § Lllrichstein, 12. Olt. Im Laufe dieses Sommers haben hier verschiedene öffentliche und mehrere private Gebäude neuen Anstrich erhalten und sind teilweise neu geschindelt worden, so die Spar- und Leihkasse, die Kimpelsche Buchhandlung und die Synagoge. Das schmucke, gefällige Aeußere der neu hergestellten Häuser trägt zur Verschönerung des Straßenb'cldes nicht unerheblich bei. — Schon lange wurde es als ein Mißstand empfunden, daß unsere Gemeinde nicht im Besitz eines Leichenwagens war und bei Beerdigungen der Sarg auf unseren doch vielfach recht steilen und abschüssigen Straßen getragen werden mußte. Das war besonders im Winter bei Glatteis oft schwierig. Vorige Woche wurde nun ein gebrauchter, nvch gut erhaltener Leichenwagen, der einer Wormser Gemeinde gehört hatte, von Bürgermeister Appel für die Gemeinde erworben. Er wird künftig bei den Beerdigungen verwendet werden. § Vom Oberhalb, 12. Oft. In verschiedenen Bezirken wurden im Sonnner die Schnei- sen durch Anbringung von Ramenstafeln kenntlich gemacht, durch die die Orientierung sehr erleichtert wird. Auch kommen einige schone alte Rainen dadurch wieder mehr zur Geltung, die noch daran erinnern, daß auf dem Boden, der jetzt wieder mit Wald bepflanzt ist, früher einmal zehn Jahre lang ein Remvntedepot gewesen ist. Kammern- und FohlenstaUschneHl in der Rahe des Wiesenhofs sind solche Schneisen- und Distriktsnamen, die noch heute öle Erinnerung an die Jahre 1872 bis 1882 feft* halten, in denen das Remontedepot dort bestanden hat, an das sich heute nur noch die ältere Generation zu erinnern vermag. Kreis Lauterbach. P. Schlitz, 12. Oft. Hier fand ein sehr gut besuchtes Dekanats fest der Inneren Mission statt. Direktor Pfarrer Schneider von der Epileptischen» und Krüppelanstalt Rie- der-Ramstadt h.elt die Festpredigt und erzählte in einer Rachversamnrlung in ergreifender 'Weiss von der Rot, aber auch von dem Segen, den die Anstalt für diese Aermsten unter den Armen bedeute. Wie sehr der Redner es verstand, dis Herzen zu bewegen, bewies schon der stattliche Ertrag der Kollekte, welch: in Hohe von 265 Mk. Rieder-Ramstadt überwiesen werden konnte. — Im Anschluß an einen von Generalsekretär Thiel hier abgehaltenen Vortrag, bildete sich eine Ortsgruppe des Evangelischen Bundes, der bereits 50 Mitglieder beigetreten sind. P. Hartershausen, 12. Oft. Hier spielte sich eine interessante Kirchenge- meindevertreterwahl ab. Waren doch für diese Wahl in unserem flehten Dörfchen zwei Listen ausgestellt worden: auf der einen befanden sich die Anhänger und aus der anderen die Gegner der im Dau begriffenen Wasser lei- tung! Es erhielten die Erstgenannten, „ble Rassen" 5 Sitze, während „die Trockenen" mit 7 Mandaten die Mehrheit erreichten. Preußen. Kreis Wetzlar. Q Wetzlar, 12. Oktober. Am nächsten Sonntag findet hier die hundertjährige Jubelfeier der Rheinischen Mission statt, die vormittags 11 älhr mit einem Kinder gvttes- dienst in der Hospitalkirche ihren Anfang nimmt. Um 12 U&r ist im Dorn Festgottesdienst, in welchem Pfarrer Schmidt aus Siegen die Fest- Predigt halten und der hiesige Kirchenchor Mitwirken wird. Rachmittags 3 il^r beginnt di« Rachversammlung im Schützengarten unter Mitwirkung der Posaunenchöre des Kreises Wetzlar. Anschließend an die Jubelfeier wird eine Mif - sionsausstellung im „Schützengarten" eröffnet, in der vieles aus den Arbeitsgebieben der Rheinischen Mission auf Sumatra, Rias, China, Südafrika und Reuguinea zu sehen ist. Die Ausstellung ist 14 Tage lang geöffnet (Bgl» die Anzeige in der h:utigen Rümmer). Die Jubelfeier sollte bereits früher stattfinden, nrußte jedoch durch die Gastpredigten in der Wetzlarer Pfarr- stellenbesetzung wiederholt verschoben werden, Di« große Jubiläumsfeier der Rheinischen Mission hat am 19. und 20. September in Barmen statt- gesunden und war besonders auch aus dem Kreise Wetzlar gut besucht. Klein-Rechtenbach, 12. Oft Diese« Tage fand hier kurz nach der beendeten Zusammenlegung eine Grund st ücksverpachtung durch einen auswärtigen Besitzer statt, die sehr gut besucht war. Insgesamt wurden rund zehn Morgen Land auf eine Dauer von neun Jahren verpachtet: für das Ar wurden 1,10 bis 3,20 Mk. Sacht bezahlt, ein Betrag, der als angemessen zeichnet werden muh. Kreis Biedenkopf. Ißuttiot ,5 Äovembi h t Senioren! ■fcr? « w»w 1 mA IjrenlMfenl , einen antat alten E ■t ein argerlM itrn. ®ie W iorengencht lut ft aus dem 3o M Men E > Dvchenpredt ,1 sich aber des egt, dah er o | ifid) nehme, an ijöcr ist hinauf Htin Nam bri 3i Herrn Obe eben zur Lestr hat der Gerla . Im, der kann alle, t:,un und darf fd s'äch gehen Wen. eSb der Sberschults i t sn Missetäter befl fat jedenfalls nid Molhen über ihn. M^'Ägenc oDb^MinE * PW Ü-r. lä; BlinlliWlini JS btt |iet unhb 4 Aau flU5in;biePl v- i5f,rUi Me Mi-tf AvtA er1 genaueste [feitet hat. DtrMel # Holzhaus en bei Gladenbach, 12. Oft. Es dürste in weiten Kreisen bekannt sein, daß zur Pfarrei Holzhaufen bei Gladenbach der der Filialort Damshausen gehört Man fragt sich, wie das kommt, da doch der Fußweg von Holzhausen nach Damsbach 3,25 Kilometer lang ist und über Herzhausen führt, das zum Kirchspiel Dautphe gehört, wahrend der Fahrweg 13,6 Kilometer lang ist, immer einfach geregnet, und über die Dörfer Runz- hausen, Bollnhausen, Sinkershausen und Diedenshausen führt, die zu den Pfarreien ©laben* «dach 1 uab 2 gehören. Die Gemeinden Holzhauses und Damshausen gehörten bis 1659 zum Kirchspiel Dautphe. Dann wurde Holzhaasen selbständig. Erster Pfarrer wurde ein damaliger Vikar in Dautphe: da sich dieser aber gegen seinen Pfarrer etwas renitent gezeigt hatte, wurde ihm zur Strafe Damshausen als Filialort beigegeben. Lind unter dieser Strafe haben alle übrigen Pfarrer von Holzhausen und die beiden Gemeinden bis auf den heutigen Tag zu leiden, und sie werden weiter darunter leiden, wenn dieser mittelalterliche Zustand, der in de« heutigen Zeit unhaltbar ist,, nicht bald beseitigt wird. Der Pfarrer von Holzhausen hat die weiteste Filiale in der ganzen nassauischen Landeskirche. In Holzhausen sagt man: „Uns bleibt teilt Pfarrer wegen Damshausen": und in Damshausen sagt man: »Wie soll es werden, wenn irk den nächsten Jahren infolge des Geburtenrück« ganges in den Kriegsjahren nur ein Junge obrt gar nur ein Mädchen wöchentlich ein- ober zweimal zur Konfirmandenstunde nach HolzhauseN muh, durch Wald und Feld, bei Wind und Wetter, auf schmalem Pfad, den sonst feind Menschenseele geht." Außerdem gehört Doms- Hausen auch zum SlandeSamtsbezirk Holchausen. Wohin aber nun mit Damshausen? Zwei Wegs wären gangbar. 1. Damshausen käme zu Wei- tershausen. das allerdings zur hessischen Landeskirche gehört. Aber dieses Hindernis ließe sich leicht beseitigen mit Hilfe der DerwaltungZreform die Reichsinnenminister Severing ja in nahe Aussicht gestellt hat. 2. 3n Sinkershausen würde eine Hilfspredigerstelle errichtet und ihr die Gemeinden Frohnhausen, Sinkershausen, Bellnhauseir. Diedenshausen und Damshausen zugeteilt. ^Dadurch würden die beiden Pfarrer in Gladenbach, die 13 Gemeinden zu bedienen haben, wesent- • lich entlastet, und konnten sich diesen mehr toib‘ men, da in einigen derselben jetzt jährlich nut zweimal Gottesdienst gehalten werden kann. An . Stelle von Damshausen konnte man bann Herz- \ hausen zu Holzhausen schlagen. Die Herzhäuser würden die Vorteile haben, daß sie nicht mehr den 5V» Kilometer langen Weg zur Kirche in Dautphe zu gehen brauchten, sondern daß jeden zweiten Sonntag in ihrem eigenen Dorf Gottesdienst abgehalten werden konnte, ferner auch daß ihre wenigen Konfirmanden nicht 51/?. sondern nur 2i/» Kilometer zur Konfirmandenstunde zu gehen hätten. Auch würde der Dautpher Pfarrer, der 7 Filialen zu bedienen hat, wesentlich entlastet. Als einziger Rachteil bliebe für die Herzhäuser, wie auch für die Einwohner der übrigen in Betracht kommenden Gemeinden, vielleicht eine geringe Erhöhung ihrer Kirchspie^- beiträge. Jedenfalls werben der am 16. b. M. in Gladenbach zusammcntretende Kreiskir^ > chentag sowie die Landeskirchenregierung in 1 Wiesbaden Wittel und Wege finden müssen. Kirche DST Die he fe 1928. 3n ' LJ™ insgesamt 10 •NJ gegenüber bz ijf» bal Moreno SnJ HElSl rÜÄt aus dem ty !Xt dm lä.Oiü n Wen hinan arkt statt, tzn arlt bewegt, ist .gehenden Iah MNd Fohlen ann i erregte und dies Auch, für den D mit einem großen W noch zu ertoä Wie auch der 3uj jnieu hergerichtet Vnmg ist einem k Markibesrcher en -A-Mbinöung ist Man beachte die *".diean S'r Weisi Dank Khr und Seriöse Herren mit nuten Beziehungen zur Industrie. Behörden und Autodranche können sich eine vornehme u. auSkömmlicheExistenz gründen durch Uebernähme einer Bezirks-Vertretung für einen konkurrenzlosen Artikel, der sich glanzend eingetübrt bat. Schrisii.Anaebote unter?. V.L.«7Vdurch Rudolf Moste, Frankfurt a.M. erb. Rätsel-Ecke Maingau. Zeit. Kreuzworträtsel. Humor in Alt-Gießen. Oer Kalte Markt in Ortenberg lenfopf. 8976a Konfektion kaufen Sie in meiner Abteilung BersicherungSeinrichtungen. 9027 V 9J3JL 07? 78 Gießen, den 13. Oktober 1928. Gießen, den 11. Oktober 1928. 8913 Dl Herren-Anzüge, Sport-Anzüge, Herren- und Damen-Mäntel, Burschen- und Knaben-Anzüge u. -Mäntel, Hosen, Berufskleidung usw. aus soliden, guten Stoffen, in vielen Formen und Ausführungen zu wirklich billigen Preisen Vaterländische Vieb-Vcrsicherungs- Gesellschaitzu Dreöde», Werderstrave29. Stottern Ängstlichkeit Zerstreutheit . ., aber nicht mit gewöhnlichen, für die große Wäsche bestimmten Waschmitteln. Diese zerstören die zarten Wöll- und Seidenfasern. Nehmen Sie die reinen, milden Lux-Seifenflocken. In ihrem prächtigen Schaum behalten auch die feinsten Farben und Gewebe ihre ganze Frische und Schmiegsamkeit. i'ii ) ert im hiesigen Saalbau besuchen wollte, -|: auf dem Wege dorthin einen Herzschlag Bruchstückaufgabe. ^Die nachstehenden Wort-Bruchstücke: al — nz — Im — ix — eu — rz — ou — lm sollen durch Hinzusügen je eines Buchstabens am Anfang zu Wörtern umgestaltct werden, die alsdann, zu einem Wort vereint, eine bestimmte Fruchternte ergeben. Technikum Jlmenau i. Thür. Ingenieurschule lür Maschinenbau und Elektrotechnik. Wissenschaftliche Betriebsführung. Werkmeisterabteilung Nonnalpakct $o Pfg. Verschmelzungsausgabe. Kaukasus — Inserat — Reaumur — Matador — Episode — Salpeter. Kirmes. Lohnenden Verdienst finden fleißige und zuverlässige Persöultch- keuen. die über gute Verbindungen in land- mtnschaillicheu und sonstigen Tierbesitzer- kreisen verfügen, durch Ucbernahme unserer Vertreumg. Feste Prämien, günstigste Allen, die an unserem Verluste in so freundlicher Weise teilnahmen, sagen wir herzlichen Dank. Kärl Alt, Lokomotivführer und Angehörige. Einschalträtsel. Im Lande bleib, wo eingebürgert du, der traute Herd, er sei dir ewig teuer! Wie Land, wie Meer dich locken, bleib in Ruh Auf deiner hellen Au, am stillen Weiher! Bleib treu dir selbst, der Hebel deiner Tat, Versäume nicht, dich selber zu befragen. Der Halm steht fest nur mitten in der Saat, Doch hoch das Haupt, man höre dich nicht klagen. Weh dem, der als ein halber Mensch allhier Nur schillern kann, unfähig sich zu lenken; Wer vieles singt, gibt wenig Gutes dir, Das ist bekannt, drum mußt du dich beschränken. Jede Zelle enthält den Namen eines deutschen Dichters oder Philosophen aus älterer oder neuerer Auslösungen. Silbenrätsel. 1. Domino; 2. Eilenburg: 3. Rechnung; 4. Kaleidoskop; 5. Eulalia; 6. Landeck; 7. Lazarett. Der Kelloggpakt. Ordnungsrätsel. Deut — Anis - Sole — Eilf — Rock — Nain — Toga — Emöd. Das Erntedankfest. Rätsel. Küchlein. Rösselsprung. Spiele nicht mit deinen Worten, Nicht einmal mit deinen Mienen, Dienest wahrlich schlecht den andern. Wirst dir selbst am schlechtsten dienen. Denn du wirst, ein leichter Vogel, Endlich ohne Federn flattern, Und wie ein gerupftes Gänschen Dich im Klingelklang verfchnattern. Ernst Moritz Arndt. Kreuzworträtsel. bei Kindern und Erwachsenen heilt Dr. J. Neumann Heilpädagoge Löberstraße Nr. 19 ✓ Anruf 1291 Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Künstteranekdolen. Menzel zeichnete einmal'Lichtwark, als dieser den Meister in seinem Atelier besuchte. Licht» wark hoffte im stillen, Mensel würde ihm die Zeichnung schenken. Als der Künstler aber fertig war, trat seine Schwester, die ihm den Haushalt führte, heran, sah ihm über die Schulter und sagte: „Das kommt in Mappe siebenunddreißig!“ SEIFENFLOCKEN 8UNLICHT GES.A.G. MANNHEIM LUX Doppel^akrt Nische Lehrerinnen, Iugcndleiterinnen usw. (ange- steUte und nichtangestellte). 14 Schulverwalter und -Verwalterinnen, ohne Hilfslehrer und -lehre- rinnen. Der Bestand an Schüler imb Schülerinnen am 15. Mai dieses Jahres war folgender: (Schülerinnen in Klammer) an den 10 Gymnasien 2406 (69), 1 Progymnasium (Alzey) 63, 3 Realgymnasien 1730, 17 Oberrealschulen 6053 (411), 16 Realschulen 1278 (490), 8 höhere gemischte Bürgerschulen — (68), 5 höhere Mädchenschulen — (951), 4 Frauenschulen — (253), 5 Studienanstalten — (2879) und 4 Aufbauschulen 427 (127). Auf die einzelnen Bekenntnisse verteilen sich die Schüler an den höheren Schulen wie folgt: evangelisch 8556, römisch-katholisch 3479, israelitisch 475, sonstige 161; die Schülerinnen: evangelisch 4417, katholisch 1974, israelitisch 438, sonstige 73. Die Gesamtzahl der Schüler betrug am 15. Mai 12 671 (im Vorjahr 13 394), die der Mädchen 6902 (im Vorjahre 7241). ^selben kann. n könnt- M- . MÄh sic nlLt ^ amten Hochy Knn 15. November 1670 wurde zu Gießen der Alueber Verlach Böß au Grab getragen. Er Sir, «in Bürger absonderlicher Art gewesen sein; Mi der Seniorenlonvent, ein aus Pfarrern und üiöiünvorstehern (Senioren) zusammengesetztes inl "gericht, hat sich ost mit ihm beschäftigt, ik vor Weihnachten 1653 wurde gegen ihn gebracht, daß er zu „Wahrsagern gelaufen •r Mi; «KP*1 ÜiSehr vorteilhaft «Msw-iÄ »JÄ käme zu ", «ta S>«*, f'tiS n=6«,r TÄ« nt( »N lptelt, hl kleinen M t.^cheinl?ch durch einen Bazillus ausgebrochen enen Qßnfr ill'md sich durch unmittelbaren Verkehr mit den Echten«»Iv' len innerhalb der Familie weiterver- ) »die & ßiieeic?; hat. die dem jetzigen Uebelstand baldigst abge- 1872 t?» WÄ Gen wird. ^ur Ä br. . -N. F ra n t f u r t a. M., U. v.« —— bernnto nmtfabenb stiegen Einbrecher In ein Haus in ewi •• v ... /n aIm (C\i ö ftoff tört ölfltf nennt man: Paris 124,24, gegen Mailand 92,63, gegen Spanien 29,98, gegen Amsterdam 1,21013 zu 1,21025, Schweiz 25,2075 zu 25,21, gegen Pfund 485,13, gegen Dollar 4,2010. xKgiTlo Liebermann, es war noch vor der Spaltung der Sezession, besucht Leo von König. „Deh'n Se mal, Kernig, drt habe ich eben! in der Straßenbahn jezeechnet. Find'n Sen bet?“ „Sehr gut, Herr Professor.“ „Äee, sarn Se mal janz offen, wat Se von denken.“ „Wirklich, Herr Professor, ich finde eS sehr aut.“ “Aber Keenig, wenn det eene von Ihre Schülerinnen gezeechnet hätte, dann müßten Se doch ooch wat sarrn, also nu saren Se et mal.“ „Aber wirklich, Herr Professor, ich finde die Arbeit ausgezeichnet." „Mensch Keenig, denken Se mal jarnrch, wer ick bin un wer Sie sind. Un nu saren De mal janz ehrlich.“ „Ja, also Herr Professor, wenn ich ganz ehrlich sein darf, vielleicht könnte das rechte Auge ..." „Wat denn, wat denn, det Ooje? Zeechnen Se erst mal so'n Ooje, Herr Baron von Keenig,“ nimmt Stock und Hut und verschwindet. („Kunst der Zeit".) w-w iHandl. f. zabnärztl. Bedarf) in Gießen und Umgebung best. ein- geführt, beabüchtlgt Ntederl. in Gießen zu errichten. Bewerber d. 1 Zimmer in guter Lage zur Verfügung stellen L müg. ausführliche Lebensbeschr. und Lichtbild senden unter F. ü. H. 9573 durch Badol! Dloise, Frankiert a. B. 9035V Aus dem Amtsversündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 74 vom 12. Oktober enthält: Strahensperre- Aufhebung; Errichtung einer Zwangsinnung selbständiger Duchbindermeister; Polizeiverordnung über die Entwässerung der Grundstücke in der Getneinde Äonnenroth; Feldbereinigung Harbach; Dienstnachrichten. Berliner Börse. Berlin, 13. Oft. (WTD. Funkspruch.) Bei stillem Geschäft spricht man am heutigen Dormit- l^gsverkehr etwas höhere Kurse, nachdem es schon gestern abend auf Deckungen eher freundlicher war. Da nach dem Feiertag in Aeuyork die Anregungen von drüben fehlen, bleibt die Spekulation abwartend, auch das Pub ilum hält sich weiter zurück. An Kursen find zu hören: Darmstädter und Aationalbank 289, Siemens 393 bis 394, I.-G.-Farben 255. Am Devisenmarkt Von links nach rechts: 1. Längenmaß; 5. Stadt in Südtirol; 8. wie 5; 9. deutscher Parlamentarier; 11. afrikanischer Strom; 12. Angehöriger eines asiatischen Volksstammes; 13. europäische Hauptstadt; 15. sibirischer Fluß; 16. Un» geziefer; 19. Himmelskörper; 21. Justizbeomter; 24. weiblicher Personenname (Kurzform); 26. Kampfplatz; 27. chemisches Element; 28. Figur aus dem Nibelungenlied; 29. Erzieherin kleiner Kinder. Von oben nach unten: 1. Englische Insel; 2. weiblicher Personenname; 3. Zinsleiste an Wertpapieren; 4. Schachmeister; 5. Teil des Baumes; 6. biblische- Frauenname; 7. Schlachtort aus dem Weltkriege; 10. Nebenfluß der Elbe; 14. Hühnervögel; 15. deutscher Dichter; 17. Name eines Helden aus der deutschen Geschichte; 18. andere Bezeichnung für Vereinigung; 20. scharfer Lauf; 22. geographische Bezeichnung; 23. Genußmittel; 25. Abschiedswort. Zusanrmcnslell-Ausczabe. Aga — As —- Au — Beil — Eid — Hau — Kot — Mal — Pik — Stier — Tube — Wachs. Je zwei der vorstehenden zwölf Wörter müssen, richtig aneinandergefügt, ein neues Wort, jedoch von ganz anderer Bedeutung ergeben. Wie lauten diese? Nätscl. Oftmals bin ich hochwillkommen, Oftmals, und das ist bekannt. Wünscht man mich ins Psefserland. Unschwer ist das Wort zu finden; Wenn du nimmst ein Buck;, mein Sohn, Fügst es ein, so hast du's schon. Anagramm. Aus den Wörtern: Edwin — Ober — Emmi — Udo — Siam — Lage — Enkel — Genie — Zeus — Stroh — Lech — Kain — Schale werden durch Umstellen der Buchstaben neue Wörter gewonnen, die in ihren Anfangsbuchstaben einen Jägergruß ergeben. jta uni) MWCsrl Horn/Giefeen/Marktstr. 28 ZVsich ri-- _ ____ III ■U1L.-UULII Jill i UL -lllllll Ilia Illi T-Ill PR— ersten a» c.-- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter danken wir herzlichst Moritz Bauer und Frau. . HiadmLL-, VL Vst aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, nsvi bdanui tyn, Mfrriikt vom 29. Oktober bis 1. November der weit rn dü MdaÜLch küiib>i Hessen hinaus berühmte Ortenberger Kalte aulen gehört. statt. 3n welchem Umfange sich dieser Mi, da doch der guyÄIt bewegt, ist daraus ersichtlich, daß in vor- Lch Dcmsbach 3,25 Üi-hoei^henden Jahren der Auftrieb von Pferden übri SSm5 iu|en sii^uim' Fohlen annähernd die Stückzahl von 1000 uivbe Mört. toabr»-'eDCr<:e und diese ziemlich restlos Käufer fanden. ,E.tec toiq ist, tmwMq iür den Rindvieh- und Schweinemarkt ist fifor die Dörfer '3ut nm it tleiem großen Auftrieb zu rechnen. Besonders Seershausen und M loch zu erwähnen, daß der Musterplatz, so- , mfarrden W'tM k auch der Iuxplatz mit einem festen Unterbau ^rgerichtet sind. Durch diese Aeuherrich- 1659 »um Mtunr; ist einem langgehegten Wunsche sämtlicher «.l.hau'tiMiuküöefucher entsprochen worden. Für gute mur ein f>M'3 U^rbindung ist, wie immer, Sorge getragen, ^chte die Anzeige. renitent Wt R «Ä Kirche und Schule. irr« m Zog Die hessischen höheren Schu- Auf b.’n 9^ 9 29 2 8. 3n den höheren Schulen Hessens ?n veiler dnrun, msgesamt 1097 Lehrkräfte beschäftigt, die siche ZufiE' ,^.Msi«ab gjigenüber dem Stand der Dorkriegsjahre r ist, nicht oalP i , Mh vermehrt haben. Es sind 52 Oberstudien- Holzhauseif M onnid-LmnL' Studiendirektoren, 618 Oberstudienräte, 161 iz:n nassaulf^" ^HMjTnassesforen, 1 Oberin, 20 Zeichenoberleh- iat man: .Uns pie»« re5in ^lxhrerinnen, Zeichenlehrer und -lehre- Raulen“; und in irijircm, 1 Handclslehrer, 97 Oberreallehrer und »soll es toerbm, M^^hrer, 91 Lehrer und Lehrerinnen, 29 tech- oar sofort tot. y J. Höchst a. M., 12. Oft. 3n einer Fa- c im Stadtteil Sindlingen ist vor einigen Typhus ausgebrochen. Bier Jamilien- ^.^iis'ch-n >14 ai: ;I ieder sind erkrankt und in das städtische ,,i lenhaus Höchst emgeliesert worden. Don den (littmitten ist eine Tochter bereits gestorben, die dlit-ce Tochter und zwei Söhne liegen noch stWUckrank darnieder. Aerztliche Beobachtungen wini genaueste Llntersuchungen haben zu der 21rmi)me geführt, daß die gefährliche Krankheit .^cheinlich durch einen BazilluS ausgebrochen PW ninmi vWieckracht, Daß er zu „ avayriagern geiauren r öttoebfrt'-i' «r wurde vorgefordert, erschien aber nicht, dir Frst. ei«.c Beweis, wie wenig Respekt er vor dem mit. Stfio renfontient hatte. Fünf Jahre später wurde o Ahi beginnt Mtiäec einen anderen Gießener Bürger und ihn ^mgarten unter M.p«rilolliert: „Samuel Fischer verübt wieder fei- e des Kreises ÄchsU vä- alten Muthwillen. Gerlach Böß hat das !e:er wird eine Mis.gM:hr gethan." 3m Jahre 1668 heißt es, er 1 -Schiigengatten" ein ärgerliches (uneiniges) Leben mit seinen i den ArbeitsgebietenM c-cn. Wie wenig sick) Gerlach Böß vor dem aus Sumatra, AiagDisolengericht fürchtete, geht aus einer Aieder- euQulnea zu schm ist'E t aus dem Jahre 1652 hervor, da heißt es: L9c lang geöffnet (TgI.<.Vckich Böhen Hausfrauw gestehet, daß sie in n Äimmrrs Die Wochenpredngt komme wegen der Arbeit, st-ütfmdrn, muhte ieboq^^ 'ich aber bessern. Er Gerlach Böß wird an- n der W.hiarer daß er anderer Leute Garn zu i Verschoben tverdcn. Di«l ui e h m e. Ist zur Buß erinnert worden. Er er Ahmischm Xinityidlßti ist hinausgegangen, lachend und sagend, ember in Därmen ftatt-f'8 1 ^am brings mit sich. Ist diese Sache ers auch aus dem Herrn Oberschultheißen anhcimb gegeben rro-oiien zur Bestrafung." Wer „Böß" heißt, ibad) 12 Ott der Gerlach Böß dadurch verlauten las- b der beendeten Rula^0”1 ö:''7üv V./tr'v / '-® I HAMBURG* AMERIKA LINIE HAMBURG 1. Nach Nord-, Mittel- und Süd- ÄME^BEC®, «LNAHM und allen Häfen der Welt Alljährliche Veranstaltung von Ver- gniigungs- u. 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Oktober auf dem neuen Marktplatz Grober Pferde-, Rindvieh-, Söiweine-u.Kränieniiarlit verbunden mit Prämiierung und Reiterfest Sonntag: Volksbelustigung. — Montag: Pferdemarkt, Pferde-Prämilerung, Reiterfest — Dienstag: Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt, Rindvieh - Prämiierung Bahnhofs- Restaurant Jeden Sonntag ausgesuchte Mittag- und Abendessen 8654a NWK Heinrich Schlusnus, Pattiera, Piccaver. Völker, Soot, Slezak, Baumann, Chamlee. Danise, Domgraf-Faßbänder. Hutt, Jad- lowker, Kalenberg, Melchior, von Pataky, Rehkemper, Rode, Roswaenge. Scheidl, Schipper, Schützendorf, UmbertoXJ'bano. Armin Weltner u. a. Anday, Belmas, Branzell, Clairbert, von Debicka, Hüni-Mihacsek. Ivogün, Leider, Leisner, Mysz-Gmeiner, Nemeth. Olszews- ka, Onegin, Reinhardt, Roselle, Schreker, Sonnenberg, Stünzner u. a. Arnar, Aranyi, Arrau, Bertram, Brailowsky,1 M Caffaret. Cassadö, Erdmann, Fischer, Go- ei dowsky, Hirt, Huberman, Kempff, von Koc- zalski, Kreutzer, Kulenkampff, Morinl, Ney, flß Prihoda, Rehberg, Sittard, Solloway, Ge- Q brüder Wladigeroff, Ibolyka Zilzer u. a. WlZM^SS-StVIiÜlMIlZIZ Max Hansen, Otto Reutter, L Hardt u.« M Paul Godwin, Schachmeister o. a. OSTI^®E)D^fl@iMirgM Richard Strauß. Blech. Busch. Fried. Furtwängler, Heger. Kleiber, Klemperer, Knap- pertsbusch, Kopsch, Mascagni, Pfitzner, Prüwer, von Schillings, Schreker, Toscanini, von Zemlinsky u. a. GIZZ / GKCUZZHIJIZ Basilica-Chor, Berliner Lehrer-Gesangverein, Bruno-Kittel -Chor, Erk’scher Männer-Gesangverein, Thomaner-Chor, Ural- Kosaken -Chor u. a. Philharmonisches Orchester, Berlin, Wiener Philharmoniker, Dresdner Staatskapelle u.a. Ansscteelilen! Voranzeige Meten! Vorträge niese im Lichte der BibeL O72U7 ChristlicheVersammlung, Grieben. Vom 19. bis 25.Nov. werden im Saal Caf£ Leib Gießen, von dem EvangeL Paul Schwefel, Berlin über nachfolgende Themen gehalten: 19. Nov. 1928: Die Schöpfung Im Lichte der Bibel, L Teil, 20. Nov. 1928: „ „ „ IL TeiL 21. Nov. 1928: Die Erlösung. 22. Nov. 1928: Die herrlichen Folgen der Erlösung. 23. Nov. 1928: Das Leben nach dem Tode. 24. Nov. 1928: Das Kommen des Herrn Jesu. 25. Nov. 1928: Die gegenwärtigen und zukünftigen Ereig- Unverblndllche Vorführungen in allen offiziellen Verkaufsstellen LlniversMs-Restauranl (Bierbaus Onkel Franz) 07267 Samstag und (Sonntag: Große MomerrSe ES ladet sreundltchst ein P. Sauerborn. ??^o?7 findet in Gießen vom 17.-21. Oktober das große Oktoberfest mit Original »Münchner Kapelle statt? MiMsiooM in Wetzlar Am Sonntag, dem 14. Oktober 1928, nachmittags 3 Uhr, findet in Wehlar im Schühen- garten ein Krelsmissionssest zur Feier des 100jährigen Jubiläums der Rheinischen Mis- sion statt. Fesiprediger: Pfarrer Schmidt, Siegen, und Vertreter des Lärmer Missions- Hauses. Anschließend an das Fest wird im Schühengarten eine größere Missionsausstellung eröffnet, die 14 Tage lang geöffnet ist. Alle Missionsfreunde von nah und fern sind zu der Feier und Ausstellung herzlich eingeladen. Orchesterverein 1908 Gießen. rinnen und Sänger). 8585D tl bis 14 Jahren 30 Pfennig 90 *>4 (J Solisten: Giesela Wanner, Gießen (Sopran), Lu Kramer, Frankfurt a. M. (Alt), F. Bertling, Frankfurt a. M. (Tenor), Erich Matthias, Frankfurt a. M. (Bah). Musikalische Leitung: Herr Chormeister H. Meyer, Wieseck. fr'lntrittekarten sind zu haben im Musikhaus Challier. Neuenweg, im Musikhaus Busch, Kirchenplatz, in der Ober- hessischen Volkszeitung. Bahnhofstraße, im Gewerkschaftshaus, Schanzenstraße, und bei den Vorständen der Vereine. — Eintritt auf allen Plätzen l Mk„ Kinder nur von Hotel Schütz Morgen, Sonntag, den 14, Oktober, abends 8 Uhr Vornehmes Familienkonzert Arteiter-KHlMartell Bieten Sonntag, den 14. Oktober 1928, nachmittags 3 Uhr In der Volkshalle#u Gießen ZVoiks-Kaazert 1. TEIL: Anläßlich des hundertjähr.Todesjahres von Franz Schubert Musik und Chöre aus RosaiiHide nach Gelminia von Chezye vieraktigem Schauspiel. II. TEIL: Das Lied von der Glocke Gedicht von Schiller, komponiert von Romberg. M i t wi r k en d e: Gesangverein „Germania“ Alt.-Buseck, „Eintracht", Giefcen „Vorwärts“ Lollar, „Sängerkranz“ Wieseck (350 Sänge- | Verschiedenes! I Besucht die Handels- echule Kunzeimann I Staden erteilt nrünölidje Nachhilfe bet billigen 'Ure-fen. Schrillt. Angeb. imt. 0/212 a. d.Gten.Anz. Referendar mit nie..riähr.Volks- schnivraxis erteilt WÄ in neueren Sorachen u. überwacht Hauö» aufgaben. Schriitl. Angeb. u. 07214 a. d. (Äien.An^. Student erteilt Nachhilfeunterricht Sä>r. Angebote unt. 07247 a. d.tÄien.Anz. Student erteilt Nachhilfestunden in allen Fächern. Schr.Ansr. unt. 07249 an den Gien. ?lnz. Aelterer enmter (mit Überlebterem» men und langjähriger Unterrichtser- fabtun t). erteilt, gestützt aut vorzüglichste Zeugnisse u. Referenz über erhielte Erfolge, energischen Nachhilfeunterricht. Schrifll. Angeb. u. 07244 a. d. Gteff.Anz. iiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiii QAuto Riedel Tel. 2502 llllllllllllllllllllllllllllllllllll Nr. 242 Drittes Blatt Selbsthilfe des Mittelstandes. Die deutsche Kultur beruht zu einem sehr wesentlichen Teil auf den Stiftungen des deut- schen Mittelstandes. Hier ist die Kraftquelle, ans der sich immer wieder das geistige Deutschland erneuert. Hier sind diejenigen geistigen und wirtschaftlichen Kräfte, die in der Vergangenheit einmal die stärksten Stutzen des Staatswesens "bedeuteten. Es galt als ein besonderer Vorzug in der soziologischen Gliederung Deutschlands, daß bei uns nicht jene unvermittelten Gegensätze zwischen reich und arm, zwischen besitzenden unb nicht besitzenden Klassen bestanden wie in manchen anderen Ländern. Dieser deutsche Mittelstand war auch im wahrsten Sinne des Wortes ein Stand und nicht eine Kaste, denn er ergänzt« sich aus allen Kreisen der Bevölkerung, und gerade aus den sogenannten unteren Ständen konnte man vor dem Kriege ein starkes Einströmen in den Mittelstand wahrnehmen. Politisch lebte in ihm die Idee der Selbstverwaltung, die nur da gut gedeihen kann, wo eine wirtschaftliche Anabyänaigkcit vom Staate und von den großen Wirtschafts- und Orgam- sationsbildungen vorhanden ist. Diese Unabhängigkeit des deutschen Mittelstandes, die es ihm vor dem Kriege gestattete, sich den Luxus eines weitgehenden und weltanschaulichen Individualismus zu leisten, schwand nach dem Kriege dahin. Politische und wirtschaftliche Entwicklungen scheinen seinen Untergang zu besiegeln. In der Politik scheint die Zukunft den großen Organisationen der Arbeitnehmerschaft zu gehören. In der Wirtschaft bilden sich die großen Vereinigungen des Großunternehmertums und überdies wurde durch die Inflation der deutsche Mittelstand wohl am schwersten betroffen. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen seiner früheren Stellung im staatlichen, geistigen und wirtschaftlichen Leben wären damit erschüttert. Der Mittelstand war „proletarisiert", und wenn die Lehre richtig wäre, daß die ökonomischen Voraussetzungen auch die geistige Einstellung des Menschen entscheidend beeinflussen, dann wäre damit dem Mittelstand das Urteil gesprochen, dann wäre er in der Tat zu einer Gruppe des Proletariats geworden. Es erwies sich aber, daß noch ganz andere Faktoren bei der Gestaltung der sozialen Verhältnisse mitsprechen als die rein öko- non'.ische Lage. Der Selbständigkeitstrieb wirkte nach, der Wille, die wirtschaftliche Lage wieder in die eigene Hand zu bekommen, blieb lebendig, der Gedanke der eigenen Verantwortung rang sich wieder durch. Es wurden neue Wege gesucht und gefunden, um den Mittelstand wieder zu seinem Lebensrecht zu verhelfen, und diese bestanden in der Selbsthilfe, in welcher der Gedanke der wirtschaftlichen Selbstverwaltung und Verantwortung einen reineren Ausdruck fand als es in unserer Sozialpolitik sonst der Fall ist. Es mag sein, daß die wirtschaftlchen Selbsthilfeorganisationen des Mittelstandes, die sich sowohl auf das rein wirtschaftliche als auf das soziale Gebiet erstrecken und die, was das Wirt- schaslliche anbetrifit, schon viel älter sind als die heutigen Grundprobleme des Mittelstandes, zuerst manche Fehler gemacht haben und dafür Rückschläge einstecken mußten. Im ganzen aber hat sich erwiesen, daß auch die soziale Selbsthilfe heute ein brauchbares Instrument im Kampf um die Selbstoehauptung des Mittelstandes geworden ist. Man kann die Bedeutung dieser Tatsache gar nicht übertreiben, denn hierin ist der einzige Weg zu sehen, auf dem cs noch einmal gelingen kann, den Mittelstand über seine schwere Krise hinwegzuführen und ihm ehx selbständiges Lebensrecht zwischen den großen Organisationen der Wirtschaft und den mächtigen Verbänden der Ardeittrehmer zu behaupten. Ie mehr aber der Gedanke der korporativen Vertretung im Staate an Boden gewinnt, desto mehr ist auch der Mittelstand verpflichtet, sich differ Bewegung anzuschließen. Die deutschen Handwerker streben schon lange nach einer Rcichshandwerksordnung, die ihnen eine Vertretung öffentlichen Rechts zur Wahrung ihrer Interessen geben soll. Ebenso sind jetzt in der Aerztrschäft starke Bemühungen vorhanden, schon im Hinblick auf die parallellaufenden Bestrebungen der Krankenkassenorganisationen Geld W vom Himmel. Roman von Paul Enderling. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Die Scheine! Wie konnte er so leichtsinnig sein, diele Scheine einem Beamten zu geben! War es nicht möglich, daß sie schon bekannt waren? Er hatte nur deutsche an sich genommen und sich auf diese Klugheit etwas zugute getan — aber gerade diese waren besonders gefährlich. Wie hatte er daran nicht denken können? _ Einen Dienstmann damit beauftragen und im Hintergrund abwarten wie ein Erpresser, der das Lösegeld von Schmach und Schande abwartet? Unsinn, sein Name stand ja groß und breit als Absender da. Er mußte draufstehen. Sonst nahm Mutter das Geld gar nicht erst an. , Was sollte er tun? Verzweifelt durchirrte er die Straßen. Aus dem Alcazar klang scharf rhythrni- siert ein Jazz. Es klapperte, schrillte, schepperte und lärmte. Wie hatte er dies je ertragen können? 2lls sich die Tür öffnete, Rauchschwaden entsendend, floh er. Lange hielt er vor einem kleinen Postamt der Vorstadt. Aber hier wagte er nicht einmal einzu- Ireten. Gegenüber war ein Polizeibureau. Ja, da konnte er hineingehen und den Fund anzeigen, wie ein Kind, das einen Regenschirm gefunden hat. Aber bann kam das Ausfragen, wo, wie und Darum. Kein Mensch würde ihm glauben, daß nan ihm dieses Vermögen in die Hand gedrückt. Sie würden ihn dabehalten und mit Fragen quälen, bis er irgendeinen Unsinn sagte Es war ja möglich, nein, es war wahrscheinlich, daß sie längst ton einer Bankberaubung wußten, daß sie diesmal eine steile Taktik einschlugen und auf die nicht "immer wünschenswerte Mitwirkung der Oeffentlicy- 3eit verzichteten. Dann war er vollends verloren. Und wenn sie ihn w2er Erwarten nach einer endlosen Zeit frei- ließen, „aus Mangel an Beweisen", dann war er Gestempelt. Jeder Mensch würde wissen, daß ein 5.urt Grotteck diesen kapitalen Fund gemacht und Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 13. Oktober 1928 vermögens, falls er nicht seine Rechte durch pflichtwidriges Verhalten verwirkt hat. Der Frau steht indessen nur die Sorge für die Person des Kindes (Erziehung, Bestimmung des Aufenthaltes) zu. Andererseits verliert die verwitwete (oder geschiedene) Ehefrau mit der Wiedcr- verheiratung die elterliche Gewalt und das Rutz- nießungsrecht am Kindesvermögen: es bleiben ihr nur das Recht und die Pflicht, für die Person des Kindes zu sorgen. Allerdings besteht die Möglichkeit, sie zum Vormund zu bestellen Die personenrechtliche Stellung der Ehefrau kann nur durch eine Gesetzesänderung verbessert werden. Daß eine solche Verbesserung angebracht wäre, ist wohl die Meinung aller einsichtigen — Ehemänner! Amtsgericht Gießen. • Gießen, 9. Oft. Am 22. Iuli 1926 erschien eine modern gekleidete junge Dame in einer Reihe hiesiger Geschäfte und kaufte dort Ausstattungswaren auf Kredit. Diese wurden ihr auch auf Grund ihres gewandten Auftretens und ihrer Angaben über chre Persönlichkeit, ihren Bekanntenkreis u. bgl. gewährt. In einigen Geschäften hatte sie sich als die Frau eines hiesigen Zahnarztes ausgegeben. Alle Angaben toar:n erlogen, um die Waren ohne Zahlung in Vefitz zu bekommen. Der Verdacht lenk e sich auf die heutige Angeklagte, die Hausangestellte bei dem genannten Zahnarzt gewesen ist, auch mit einem Metzger aus der Hmgegcnb verlobt war. Eine Anzahl der Verkäufer hatten in einer Photographie der Qln^cllagten im Ermittelungtver- fahren diese als dce damalige Betrügerin bestimmt erkannt. In der heutigen Hauptverhandlung vermochten aber die Zeugen die Angeklagte nicht mit der nämlichen Bestimmtheit zu erlernen, wie bei Vorlage der vor Iahren auf genommenen Photographie, obwohl ihnen letztere wiederum vorsag. Besonders ausfallend erschien dies indessen nicht, da seit den Betrügereien infolge der langwierigen Fahndungen nach der Angeklagten schon 2Jahre verflossen sind, die Angeklagte inzwischen auch Frau und Mutter geworden ist. Das Ergebnis der heutigen Verhandlung konnte nach alledem nur ihre Vertagung sein, um der Staatsanwaltschaft Gelegenheit zu weiteren Ermittelungen zu geben, zumal die Angeklagte erklärte, sie werde den Rachweis erbringen, daß sie am 22. Iuli 1926 fern von Gießen gewesen sei und als Täterin gar nicht in Betracht kommen könne. Strafkammer Gießen. * Gießen, 12. Oit Das Amtsgericht Gießen hatte einen Einwohner ein:s Rachbardorfeö wegen Beleidigung zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er in einer Wirtschaft mit Bezug auf die gerade ein tretenden Bürgermeister und ein Gemeinderatsmitglied gesagt halte: „Sa kommen ja die beiden Richtstuer." Seine Berufung war ohne Erfolg. Das Amtsgericht Friedberg hatte einen Kaufmann von der Anllage der Unterschlagung mangels Beweises freigffprochen. Heute wurde er zu 25 Mark Geldstrafe verurteilt, da die Beweisaufnahme ergab, daß er ein unter Eigentumsvorbchalt getauftes Rad vor bollän- diger Auszahlung des Verkäufers weiterveräußert hatte. Das Amtsgericht Grünberg hatte drei Pe.sonen wegen Betrugs verurteilt, weil sie in einem Antrag auf Gewährung von Erwerbslofenu.fter- stühung bewußt unrichttge Angaben über das Grundvermögen gemacht hatten. Die DeweiZ- aufnahme vor dem Derufungigericht ergab Zweifel an ihrer Schuld, so daß F r e i s p r u ch erfolgte. Ebenfalls freigesprochen wurde ein Kaufmann aus Fulda, 60 das Gericht seine Angabe, er habe bei Aufgabe der Bestellung r icht daran gedacht, die Waren nicht zu be'ahle.r, für nicht einwandfrei widerlegt erachtete. gleichfalls eine öffentlich-rechtliche Gesamtvertretung des Standes zu schassen. Denn es hat sich erwiesen, baß die privaten Zusammenschlüsse der einzelnen Dema'sftände und die Vereinigungen solcher mittelständischen Zusammenschlüsse nicht in der Lage sind, mit Dem gehörigen Rachdruck nach oben und nach unten die Interessen des Standes zu vertreten und die für den einzelnen Berufsstand lebenswichtigen Besonderheiten so durchzusetzen, wie es der Stand aus wirtschaftlichen und standesethischen Gründen verlangen muß. Leider Hit sich im deutschen Volke noch nicht überall die Erkenntnis durch- —— nrnwi 11» 11 ■ jrarx-mi■ m tore und machte einen Bückling hinter dem andern. Er trat an den Kutschenschlag, um ihn zu öffnen, wurde aber von dem Jäger unsanft zur Seite geschoben. Da öffnete sich von innen die Thüre, und statt eines alten, gebrechlichen Reisenden, den man vermutet hatte, sprang schnell und leicht ein junger Mann, in einen weiten Reisemantel gehüllt, heraus, und half mit der rechten Hand, während er die linke unter dem Mantel verborgen hielt, als trüge er etwas, einem, wie es schien, ebenso jungen Frauenzimmer aus dem Wagen, ließet das Alter seiner Reisegefährtin Leitung: Tanzlehrer Schneidt, Laubach Eintritt: Herren RM.1.50, Damen RM1.- Kapelle: Ehemalige Reichswehrmusik. Im Restaurant: Hallo, die Kiesels kommen Erstklassiges bayrisches Instrumental-Quartett Damen-Bedienung! Es ladet freundlichst ein: 9019D Hermann Eiertänzer Aus dieser Aufstellung geht erfreulicherweise hervor, daß der Grünberger Gallusmarkt nach den Röten der Kriegs- und Inflationszeit wieder in bemerkenswertem Aufwärtsstreben begriffen ist. Wenn die Ziffern der Vorkriegszeit bis jeht noch nicht wieder erreicht sind, so muh man sich bewußt sein, daß auch auf diesem Gebiete die Wiederaufbauarbeit nach den schweren Erschütterungen unseres ganzen Wirtschaftslebens durch Krieg und Inflation nicht so rasch Früchte bringen kann, wie manche Zeitgenossen es wünschen mögen. Mit Genugtuung bars die Einwohner und Freunde Grünbergs das Bewußtsein erfüllen, daß alle berufenen Stellen der Stadt mit regstem Eifer und in anerkennenswerter Weis« an der erneuten Vor- wärtsentwicklung des Gallusmarktes arbeiten und daß diese Tätigkeit bis jetzt schon befriedigende Resultate gezeitigt hat. Wie den alten Grünbergern noch erinnerlich ist, wurde der Gallusmarkt vor dem Bau der Okwrhessischen Eisenbahn, im Jahre 1870, aus einem Terrain abgehalten, das von der Gallus- straße ausging und sich über das heutige Dahn- hofsgelände hinweg bis in das freie Feld hinein erstreckte. Hier war der Markt aber nur im Jahre 1870. Er kam dann in den beiden folgenden Jahren auf die Felder links von der Landstraße Grünberg—Londorf. Diese Felder wurden durch den Dahnbau in zwei Teile getrennt und hierdurch für die Marktzwecke ungeeignet. Seit 1872 bis jeht hatte der Gallusmarkt dann seinen Platz auf der sog. Käswiese. Da deren unterer Teil nunmehr für die bauliche Erweiterung der Stadt in Angriff genommen werden mußte, haben die maßgebenden städtischen Stellen Grünbergs ein fünf Morgen großes, an die Käs - wiese ans chließendes Gelände stück noch mit zu Marktzwecken bestimmt und den ganzen Platz in vorteilhafter Weise sür seine Bestimmung Herrichten lassen. Hier wird sich in der nächsten Woche zum ersten Male der Grünberger Gallusmarkt entfalten, und er wird auf diesem hergerichteten Platze sicherlich die volle Te.riedigung der Marktbesucher auslösen. Reben der Stadtverwaltung hat aber auch die Geschäftswelt Grünbergs, tote bisher schon immer, für die Markttage großzügige Vorbereitungen getroffen, um allen Wünschen der Besucher in vollem Maße entsprechen zu können. Ist dergestalt von Grünberg alles geschehen, um auch den diesjährigen Gallusmarkt in glücklicher Weise zu gestallen, so bleibt jetzt nur noch zu wünschen übrig, daß der Wettergott em Einsehen hat und den Gründergem und den vielen Freunden des „Gallmarktes" gutes Wetter schenkt, damit alle Wünsche und Hoffnungen weitmöglichst in Erfüllung gehen können. Cme Galiusmarkt-Episode. Im „Kalendermonn vom VeitSbevg" von O. Glaubrecht (erschienen 1879 im Verlag Gundert, Stuttgart) wird unter der Heber- schrift „Der Gallusmarkt" eine hübsche Episode über den aufsehenerregenden Besuch einiger Fremden auf dem Grunberger Gallusmarkt erzählt. Es handelte sich damals um die Anwesenheit eines reichen holländischen Kaufmannes mit feiner jungen Frau und seinem kleinen Kinde, das der Holländer beim Absteigen im Wirtshaus unter dem Mantel ins Haus trug, • wodurch natürlich die Reugier der guten Grünberger stark erregt wurde. In Begleitung des vornehmen holländischen Paares, befand sich ein Jäger, der der Br ude r des Kalendermannes vom Deitsberg war. als solcher aber von keinem der Warklbesucher gekannt wurde. Aus der Erzählung Glaub rechts geben wir hier folgende Abschnitte wieder. D. Red. Es war Gallustag des Jahres 17... und In Grünberg, dm freundlichen Städtchen in Lande Hes.cn, war Jahrmarkt. Weithin über dir Felder am westlichen Teile b:r S adt brlltete sich e ne vielfache Reihe von Zelten aus, manche einfach Icon Leinwand, man!;« groß und mit meh Kunst von Baumästen aufg-füh-rt, znw. Ruhen und Vergnügen der Marktgäste. Vom Werden des Gallusmarttes. GrünbeNg steht wiederum vor seinem bedeutendsten wirtschaftlichen Ereignis des Jahres: am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche, 17. und 18. Oktober, findet der weithin bekannte Grünberger Gallusmarkt statt. Der Markt, etwa 450 Jahre alt, hat bis auf den heutigen Tag seine große Anziehungskraft bewahrt. Er wird nicht nur aus der allernächsten Umgegend Grünbergs, sondern auch aus Weller entfernt liegenden Orten, aus Gießen, Alsfeld usw. alljährlich sehr stark besucht. Dieses lebhafte Interesse weiter Bevölkerungskreise findet seine natürliche Begründung einerseits in der wirtschaftlichen Bedeutung des Marktes selbst, anderseits in der Tatsache, daß man in Grünbergs Mauern während und nach den Stunden des Marttgeschäftes mancherlei frohe Geselligkeit findet, die in dem Hasten und Ringen des Alltags für viele, insbesondere auch für die Landbevölkerung, eine willkommene Zerstreuung und Erholung ist. Bei dieser Vorschau auf das bedeutsame Marktereignis Grünbergs dürften einige Zahlen über die Entwicklung des Gallusmark- tes von Interesse seini Wir verzeichnen nachstehend unter Angabe der Jahre die Zahlen der zum Markt erschienenen Krämerstände und die Anzahl der znm Verkauf aufgetriebenen Schweine und Rinder. Man zählte im Wo gibt es auf dem Gallusmarkt das größte Vergnügen, die reichste Abwechselung? — Beim Vettrop Am Tienötaaabend Vorfeier verbunden mit «Schlachtfest Am erste« Tage ab */44 Uhr großer Ball bis zum Wecken, wie alljährlich bei Musidisstev Tanr-LNustk! Am zweiten Tage, abends */39 llbr, läuft daS herrlichste aller Kinottücke Wien Wien, nur du allein--— Sollst stets d. Stadt mein. Traume sei« sowie zwei Beiprogramme, io lustig, daß kein Auge trocken bleibt! Wahrend der Vorfeier und der Festage in allen Räumen, fesche, sl. kiiddeut. Bedienung. Gemütlichkeit, Humor mAbwechselung von Musik u.Geiana usw.in allen Ecken! 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Eben ward das Marktglöcklein gezogen, zum Zeichen, daß für heute das Kaufen und Verkaufen aushören sollte, da trat der Riesenwirth zu dem Jäger heran und sagte, auf das Fuhrwerk der Fremden zeigend: „Schön Fuhrwerk das!" „Wem's gefällt," war des Jägers Antwort. „Scheint im Ausland gebaut zu sein?" „Denk's auch," sagte der Jäger. „Ist die Herrschaft schon lange auf der Reise?" fragte der Riesenwirth. „Ziemlich!" — »Weit her??" — „Soll's meinen!" — „Aus Frankreich?" — „Rein!" — „Holland?" — „Ja!" — „Also aus Holland ist die Herrschaft?" fragte erfreut der Riesenwirth. ,.O, das ist schön, große Ehre für Grünberg. Doch wohl ein Kaufmann, der auf unserem Gallusmarkt denkt Geschäfte zu machenk Glück zu! Gibt auch nur einen Gallusmarkt weit und breit." Damit folgte der Riesenwirth zweien Gästen, die eben in sein Haus eingingen, „Hört, Landsmann," rief der Jäger einem Bauern zu, der näherge treten war. sich da« fremde Fuhrwerk zu besehen, „wo seid Ihr her, wenn's erlaubt ist. zu fragen?" Der Bauer lüftete seinen dreieckigen Hut und sprach: „Wie'« Euren Edlen gefällt, ich bin von Göbelnrod.' „Run, dann seid Ihr ja nicht weit von Veits- berg," sprach der Jäger, „und könnt mir wohl sagen, ob dec Schulmeister Justus noch lebt?" — „Wind wohl noch leben," war des Bauers Antwort, „denn wär' er gestorben, so hätf ich s sicher erfahren. Doch wart', alleweile fällt mir ein, daß der Kalend ermann noch lebt. Denn mein Rachbar, der Bornpeter, sagte vorgestern zu mir, er wolle bald auf den Veitsberg, und sich den Kalender holen für's künftige Iahr. Wenn Ihr don Schulmeister kennt, so wißt Ihr auch, daß Keiner auf weit und breit dyn Ka- teilbar besser versteht denn der Justus. Ehe die Sterngucker, Gott weiß wo sie sind, ihn gemacht haben, da haben wir ihn hier herum längst und Einer schreibt ihn vom Andern ab, und wenn die Drucker ihn endlich kiefern, so um Weihnachten hin, da weiß Unsereiner schon längst im neuen Jahre Bescheid. Und toertn er's wissen will, so sagt ihm der Kalendermann vom Veits- berg auch jede Sonn- und Mondfinsternis voraus, und das auf die Minute. Kurz, der Mann versteht seine Sache, daß mutz man ihm lassen. „Dank für die Rachricht, guter Freund," sprach 6c- Jager freundlich, „da trinkt, ehe Ihr heun- g6t Konzert tt-veiw"' Nu mü’rlfiM Detbun' HW »St ab '/.I Uhr «Sall wie «Whrlich bei ram-MMl e. abends -/,s w, b'le aller SinMe ■' du allein--- dtweio. Irdflflt ieitt ■ofltflmoif, io Initifl, Kfcn bleibt; üahrend der ntifoflc in allen . iübbeuL 'Öcbxcnuuö. imottullbtoccbicluiie uauiw.in allen M»! Lveiien am- eigener bet Tafltb'». -licht ■ toabl teilen i'ictt'Mt ! HtiJD imSMM i ein bittet Tchieiel mi tilgen Schrillen ein Zimmer im obew h mit den Wem und hie. des Gallustagcs nach tt vor der Stabt nahir. । die ©äffe im Liesen ) der Jäger bediente lei«. 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Wer die Verhältnisse in dem Bezirk vorn Kirchenplah ab über die Gegend der Nordanlage, die Walltorstraste und die Marburger Straste bis zum Wiesecker Weg betrachtet und dabei Vergleiche mit anderen Stadtteilen anstellt, wird zugeben müssen, dast das Bestreben der Nordost-Vewohner berechtigt und unterstützenswert ist. Wir wollen nicht soweit gehen, zu sagen, dast das Nordostviertel bisher das Stiefkind unserer Kommunalpolitik gewesen sei. Sicher ist aber, dast dieser Stadtteil gegenüber den anderen ohne sein Verschulden nur allzu oft ins Hintertreffen geraten ist. Bei dem Wunsch-Zettel des Nordost-Vierlels handelt es sich zunächst um das Damm st raste- Projekt, d. h. um die Verbreiterung der Dammftraße an der Einmündung in die Walltor- straste. Dast die Beseitigung dieses Engpasses und die bauliche Umgestaltung des dortigen Häuserblocks austerordentlich dringliche Aufgaben find, wird von allen einsichtigen Männern zugegeben. Die Stadtverwaltung Hai sich bisher in anerkennenswerter Weise um die Lösung dieser Ausgaben bemüht. Bisher ist ihr der entscheidende Erfolg versagt geblieben. Hossentlich wird es chr möglich sein, in Bälde — am besten noch im Laufe des nächsten Jahres — diese Angelegenheit befriedigend erledigen zu können. Dazu ist aber auch notwendig, dast sie verständnisvolles Entgegenkommen bei den beteiligten Bürgern findet. 3n dieser Gegend des Viertels muh weiter in absehbarer Zeil die Umgestaltung des Kirchen- und des Lindenplatzes vorgenommen werden. Auch dieser Angelegenheit steht die Stadtverwaltung bereitwillig gegenüber, leider konnte sie aber noch nicht die Möglichkeiten zur Lösung finden. 3m Nordost-Diertel hofft man aber, dah es gelingen werde, diese notwendige Erneuerung auf die eine oder die andere Art in absehbarer Zeit ins Werk zu sehen. Nicht minder dringend ist eine bessere Pflege und teilweise Neugestaltung der Straßen. Ein Gang durch zahlreiche Strahenzüge des Nordostens zeigt, dah diese Forderung kein unbilliges Verlangen ist: als Beispiele seien hier nur die in nördlicher Richtung von der (Stein* strahe ausgehenden Straßen angeführt. Auch hinsichtlich der Strastenreinigung und der Straßenbeleuchtung ist im Nordostviertel vieles „faul im Staate Dänemark". 3n den dortigen Dürgerkreisen hofft man, dast auch in dieser Hinsicht einmal auf den Knopf gedrückt wird, damit der Hebel zur Besserung in Funktion treten kann. Neben diesen Gegenwartsfragen steht als außer- vrdentlich bedeutsam die Forderung der um - fassendenbaulichenErschliehungdes Nordo st Viertels zur Steigerung der wirtschaftlichen Chancen In diesem Bezirk. 3n dieser Hinsicht muh der Nordosten mit der Stadt recht unzufrieden sein. Während in den anderen Stadtteilen Bauland in erheblichem Umfange erschlossen wurde, am meisten im Südviertel — nebenbei bemerkt, ist diese Betätigung der Stadt mir anzuerkennen —, ist man dem Nordostviertel auf diesem Gebiete noch alles schuldig geblieben. Da die Baulustigen in den anderen Stadtbezirken Bauland aufgcsch'o'sen vor inden, ist es natürlich kein Wunder, daß der Zug der Baulust nur dorthin gehr. Man sorge auch im Nordosten für baurti'es Gelände, und man wird sehen, dah gar mancher Bürger oder eine Baugenossenschaft auch in diesem Stadtteil zum Bauen schreitet! Ohne die Erfüllung der elementarsten Vorbedingungen durch die Stadt ist das freilich nicht nötig. Wenn hier eltoa eingewendet wird, die Erschließung von Bauland erfordere zunächst die 3nvestierung eines erheblichen Kapitals, das die Stadt aber kaum verfügbar machen könne, so sei dem entgegengehalten, dah man eine derartige Argumcntaiion vor der Baulandbereitung in den anderen Stadtvierteln nicht gehört hat. Die Notwendigkeit der Kapi alaufwendung für Skrähenaüsbauten usw. durch die Stadt ist selbstverständlich nicht zu bestreiten: aber was bei den anderen Stadtteilen möglich war, kann doch bei dem Nordostviertel nicht etwa untragbar sein. Uebtigcns könnte die Geländeerschliehung und die Anregung der Daulust z. D. am Rodberg und an der Wihmarer Strahe sehr wesenllich begünstigt werden durch die Ausdehnung des Sckrahenbahnnehes über den Rodberg hinweg durch die Schwarzlach, die Steinstrahe und Westanlage, also durch die Schaffung einer Straßenbahn-Ring st recke. §ür_ die Straßenbahn dürsten sich hierbei auch günstige Möglichkeiten bieten. Sollte das aber nicht durchführbar sein, so wäre evtl, an einen städtischen Autovmnibusbetrieb zu denken. Eines muh in diesem Zusammenhänge jedoch auch gleich gesagt werden: wenn die Stadt an die Dauland- erschliehung im Nordostviertel Herangehen wird, dann darf man von den beteiligten Grundbesitzern wohl erwarten, dah sie im. eigenen und im Gemeininteresse das Vorgehen der Stadt weit- gehendst unterstützen und es nicht durch Preisüberforderungen für Geländehergabe erschweren oder gar unmöglich machen. Man hofft Im Nordosten, dah von der S:adt miit der 3nangriifnahme dieses bedeutsamen Problems nun nicht mehr gezögert wird, nachdem die anderen Stadtteile bisher genügend berücksichtigt worden sind. Der hier präsentierte Wunschzettel des Nord- vstens ist etwas reichlich. Das ist aber nur darauf zurückzusühren, daß in früheren 3ahren und noch bis heute das nordöstliche Viertel in der Kommunalwirtschaft zu kurz gekommen ist. Man hofft, dah die Zukunft hierin eine Wendung zum Bessern bringen wird. Turnen, Sport und Spiel. Arbeiter-Turn- und Gportbund. Am morgigen Sonntag hat Gießen I (Krcis- Klas.e) auf eigenem Platze Praunheim I zu Gast. Die Gäste stellen eine gute Mannschaft dar, die über beacht.iches K nnen ver.ügt. Wohl hat Gießen den Vorteil des eigenen Platzes für sich es wird sich jedoch anstrengen mü sen, wenn es den Gästen ein gleichwertiges Spiel liefern und keine Niederlage erleiden will. Der morgige Sonntag bringt in den diesjährigen Derbandsspielen das entscheidende Spiel um die Führung der Tabellenspitze. W i e s e ck s 1. Mannscha t d e zur Z i. d e Tabellenspitze mit einem Puntt Dor.pr.nz vor Naunheim innehat, sieht auf eigenem Platze Naunheims 1. Mannschaft im Rück pi l bei sich. Wohl neigen die meisten Siegesaussichten zu Naunseim, jedoch sind die Siegesaussichten der Einheimischen gegen den körperlich überlegenen Gegner nicht aussichtslos. Heuchelheim tritt in Heuchelheim gegen Lollar I an. Führen die Cinhrimischnr das am vergangenen Sonntag gezeigt: Spiel vor, so dürste Lollar mit wenig Siegesaussichten nach Heuchelheim kommen. Alsfeld I fährt nach Marburg und wird, wenn nicht alle Zeichen trügen, als Sieger die Heimreise antreten. 3n der zweiten Dezirksklas'e hat Niedergirmes I Beilstein I zu Gast. Zwei g eich- wertiae Gegner treffen hier auseinander, wovon der Glücklichere Sieger blciben wird. 3n G r oßen-Linden trifft die dortige erste Mannschaft mit der ersten Mannschaft Oppenrods zusammen. Zwei gleichwertige Gegner werden hier um den Sieg rii^.n, wobei Großen- Linden den Vorteil des eigenen Platzes hat und Wohl Sieger bleiben wird. Naunheim II empfängt bei sich Leun I. Wer aus diesem Treffen als Sieger hervorgeht, ist unbestimmt. W i e s e ck II geht nach Kinzenbach und wird gegen die dortige 1. Mannschaft eine Niederlage ein stecken müs sen. H u n g e n I hat auf eigenem Platz Burkhardsfelden I zu Gast und wird wohl Sieger bleiben. 3n der 3ugendklasse hat Treis Naunheim zu Gast. Hier werden die Gäste Sieg und Punkt: mit nach Hause nehmen. 3n Grünberg tref en Grünberg — Groh- Seelheim aufeinander. Der Ausgang dieses Treffens ist offen. Gießen fährt nach Leun und wird gegen die dortige 3ugend die Schlappe vom Dorsonntag ausgleichen. Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Der Zauber der stillen Häuslichkeit. (f) London. Der Privatbeamte Stephan Matchus in London hat es fertiggebracht, den viel besungenen „Zauber" der stillen Häuslichkeit in wörtlichstem Sinne in die Tat umzusetzen, indem er über zwei 3ahre fein einziges Wort mit seiner besseren Halste wechselte. Manche Ehefrauen pflegen es wohl zu lieben, wenn sie stets das „letzte" Wort haben, nicht aber, wenn ihnen überhaupt keine Gelegenheit zu Auseinandersetzungen geboten wird, öo besagte Frau Matchus das ostentative Stillschweigen ihres Herrn und Gebieters gar nicht, und verklagte diesen wegen „ungebührlichen Benehmens". Als der Richter Watson dann den „großen Schweiger" vor Gericht ausforderte, sein eigentümliches Verhalten zu begründen, verweigerte Stephan der Schweigsame nicht die Aussage, sondern begann — feit dem 28.3uni 1926 zum ersten Male in Gegenwart feiner Gattin! — zu sprechen: „Während wir uns mit meiner Frau wegen einer Lappalie zankten, ergriff sie eine Teetasse, und erdreistete sich, mir folgendes zu sagen: „Schweigst du nicht sofort, fliegt diese Tasse an deinen Kopf!" 3d) verstummte im Nu. Nicht etwa aus Angst, sondern aus Wut. 3ch faßte den Entschluß, nie wieder mit meiner Frau zu sprechen. Sie wünschte ja, dah ich schweige..." Frau Matchus unterbrach jetzt hastig die Deichte ihres Mannes: „Natürlich war das nicht so gemeint, dah du für immer verstummst. Nur damals solltest du schweigen, da jedes Wort, das du gesprochen hast, eine Dummheit war!" Aus einem Blick ihres Mannes ersah die vorlaute Dame, dah sie sich wieder einmal ver- gallopiert hatte, und erschrocken beeilte sie sich, ihre Worte schleunigst zu fertigeren: „Wiewohl du sonst stets so klug und überlegen äu reden pflegtest I ..." Dieses Kompliment verfehlte seine Wirkung nicht: der bockige Schweiger begann zu lächeln. Unö legte, milder gestimmt, keine Berufung gegen das wahrhaft klassische Urteil des braven Richters Watson ein: „Sie haben über d ie Schnur gehauen, lieber Herr Matchus. Es war wohl richtig, dah Sie danals nicht weiter redeten: so retteten Sie die gewiß kostbare Teetasse. Daß Sie aber mehr als zwei 3ahre lang den Mund nicht wieder aufgetan haben, war eine empfindliche Verletzung 3hrer Pflichten als Ehemann und Haushaltsvorstand. 3ch verurteile Sie zu einer Geldstrafe von zwei Schilling und fordere Sie auf, von nun an „normal" mit 3hrer Frau zu sprechen." Matchus bezahlte zunächst stumm die Strafe und söhnte sich dann in einem endlosen Redeschwall mit seiner zärtlichen Gatfin aus, wie ihn Richter Watson wohl noch nie zu hören bekam. .. Herr von Nilrbck ans Ribbek in Amerika. (a) Neuh ork. Vielleicht würde der alte Theodor Fontane, weilte er heute noch unter uns Lebenden, statt des Herrn von Ribbek auf Ribbel im Havelland und seines Birnbaums Herrn Robert Sherwood in Neuyork, wohnhaft an der Untergrundbahn-Endstation in Flatbush und seine Ulme besungen haben. Robert Sherwoods Name halte im Amerika einer älteren Generation einmal einen hallenden Klang, denn er war damals der populärste amerikanische — Clown. Der alte Spaßmacher, — er zählt gerade 73 3ahre — hat sich schon längst von der Arena zurückgezogen: aber statt die Erwachsenen zu amüsieren, hat er sich zur Aufgabe seines Lebensabends gemacht, Kinder zu erfreuen. Dem Hause gegenüber, in dem Sherwaod zurückgezogen mit seiner alten Schließerin wohnt, steht an der Strahe eine alte Hüne. Nachts, wenn hier draußen alles längst erstorben und im tiefften Schlummer ist, verläßt der alte Spah- macher, der durch seine heitere Kunst ein nettes, runde Vermögen verdient hat, mit einem großen Korbe beladen sein Haus und begibt sich zur Ulme. An ihre tief herabhängenden Zweige hängt der alte Knabe, leise in sich hineinkichernd, Puppen, Spielzeug, Hampelmänner und Donbonbeutel auf, denn an dieser Ulme führt der Schulweg vieler Kinder vorüber. Und morgens in der Frühe, wenn die Kleinen in ihren Schulranzen jubelnd diesen Gabenbaum des alten Clowns plündern, steht dieser lächelnd an seinem Fenster hinter der heruntergelassenen 3alousie und freut sich mit. — Als er kürzlich seinen 73. Geburtstag feierte, brachten ihm die Kinder, samt und sonders gekleidet in Sherwoods historisches Clownkostüm, einen jubelnden Huldigungszug. — Um diesen Kinderfreund hätte, wie gesagt. Fontane ein rührendes Gedicht oder Dickens einen ganzen Roman schreiben können. 3ch muß mich auf den nüchternen Bericht beschränken. Auch eine Nictzsche-Eriirncnuig. K. Sils -Maria im Engadin. Wer glaubt, bei den Einwohnern des Ober» engadins noch persönliche Erinnerungen aus den 3ahren zu finden, in denen von 1881 bis 1888 Friedrich Nietzsche in Sils-Maria lebte, der wird ziemlich ohne Antwort auf seine Fragen bleiben. Natürlich, den Stein auf der 3nsel C h a st 6 kennt ein jeder, und manchem fällt auch ein, daß dieser Nietzsche ein deutscher Professor gewesen sei, der als einer der ersten hier oben herausgekommen und abgesondert von allem für sich gelebt hat. Es wundert wohl die Einheimischen, des Sommers zu sehen, daß fast tagtäglich erneuerte Blumensträuße Zeugnis davon ablegen, wie groß unter den Wanderern aller Nationen die Gemeinde derer ist, die oben, m der von ihm so geliebten Dergwelt dem europäischen Geiste, der Nietzsche war, chre Huldigungen darbringen wollen. Aber nicht von alt dem will ich erzählen, sondern von dem einfachen Steinhaus in Sils- Maria. dicht unterhalb der steilen Hänge die zur Marmore aufsteigen, bei dem eine über der Haustüre im Gedenken an Nietzsche ang wachte Tafel den Fuß fast jeden Wanderers hemmt. Eine Verkettung von Umständen hatte mich diesen Sommer in die jahrelang nicht ft> sehr ausgenützten Räume verschlagen. Vom allen 3n» ventar ist nichts mehr vorhanden, viel eher, daß man oben im Fextal oder auch sonst in Dündner- häusern auf Stücke stößt, die vorher zuc Einrichtung des Nietzschehauses gehört haben. Mir selbst ist doch ein Geschirrschrank in Fex begegnet. der einst Nietzsches Bücher beherbergte. Geblieben ist diesem Haus nichts, als der Strom der täglich vorsprechenden Fremden, Deutscher aller Länder, Franzosen, Engländer, vor allem aber Amerikaner lösen von morgens bis abends einander ab. Der Wunsch, nicht mehr Vorhandenes zu sehen, einen Blick zu tun auf so manches, was ihrer Auffassung nach hier hätte gehegt sein sollen, läßt sie zu allen Stunden des Tages bei uns einbringen. Was tun, wenn in der Sommerfrische solch unruhvvller Strom sich auf uns ergießt? Der Eigentümer des Hauses weih schnell Rat. Deutlich und klar steht es anderen Tages an unserer Tür zu lesen, daß das Haus bewohnt und „durchaus ohne Nietzsche-Andenken sei". Ob das wohl hilft? Für zwei Wochen vielleicht, wenngleich der handgeschriebene Zettel die Neugierigen nun besonders zur Haustüre lenkt. Schon denken wir, der 3nhalt des Anschlages habe sich vielleicht so herumgesprochen, daß niemand mehr den sonst ja mit Recht sehr nahegelegenen Gedanken an hier zu findende Nietzsche-Erinnerungen hat. Da kommen eines Tages meine Kinder voller Aufregung auf mich losgestürztI Während kurzer Abwesenheit hat ein Bewunderer, um wenigstens etwas von hier nach Hause zu tragen, den Zettel eingesteckt, und aufs neue beginnt seitdem der Besuch aller Verehrer. Eine Bündnerin. der ich davon erzählte, meinte nachdenklich, am Ende, wenn schon die Fremden es absolut wünschten, sei es vielleicht doch am besten, im nächsten 3ahr irgendein Nietzsche-Andenken im Haus zu zeigen! Freilich, ob es sich dann wohl um echte Erinnerungen handeln wird? Das „schwache" Geschlecht. (h) Rom. Die Signora Maria D o n z i in Palazzolo San Oglio scheint eine würdige Vertreterin ihres „schwachen" und „zarten" Geschlechts zu fein. Neulich abends erschien, blutüberströmt, händeringend und lallend, der ihr ehelich angetraute Gemahl auf der Ortswache der Carabinieri und bat die anwesenden Beamten unter Anrufung sämtlicher Heiligen des Kalenders, doch dem Toben seiner „besseren Hälfte" Einhalt zu gebieten. Sie hatte in einem Anfall von Raserei, entstanden durch eine verlegte Suppenkelle, ihren Mann, dessen beide Brüder, große erwachsene Burschen, den Knecht und einen herbeieilenden Nachbarn, fünf Männer also, windelweich geprügelt und blutig geschlagen, das Mobiliar zerttümmert, und stehe nun mit einem Knüppel in der Haus- t ü r, um jeden Vertreter des anderen Geschlechts den Wiedereintritt zu verwehren. Zwei tapfere Carabinieri machten sich federnden Ganges auf den Weg: nach einer Viertelstunde kamen sie geknickt, mit eingeschlagenen Nasen und zerrissenen Uniformen wieder. Sechs Beamte h itten schließlich, nach einer Viertelstunde erbitterten Ringens, das ungeahnte Glück, durch Beinstellen die Megäre zu Fall und in ihre Gewalt zu bringen. 3m Kittchen mußte sie angefettet werden, well sie sonst alles kurz und klein geschlagen hätte. — „Ehret die Frauen, sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben. . Ein gemütliches „Vogelhaus". Wer erinnerte sich nicht an den gemütlichen Gefängnisdirektor der klassischen Operette von 3ohann Strauß „Fledermaus", der Herrn Eisenstein so nett einlädt, die Freiheitsstrafe in seinem „Salon" abzusihen: „Mein schönes großes Vogelhaus, es ist ganz nahe hier, viel Vögel flattern ein und aus. bekommen frei Quartier.. Mitunter werden Operetten zur Wirklichkeit: das Bukarester Staatsgefängnis entspricht, insbesondere was das „Ein- und Ausflatttrn" anbelangt, in der Tat dem in der „Fledermaus" befangenen 3deal von einem Vogelhaus. Hatte da der Herr Oberstaatsanwalt in der Mittagsstunde auf der belebtesten Straße von Bukarest einen gewissen Herrn Gaetan zu seiner größten Verwunderung im ofenen Auto vorbeisausen sehen. Der Beamte hatte Grund zur lieber* rafdjang, denn ©a.tan war treten Mord ersuchs an seiner Gerichten zu einer mehrjährigen Kerker- strase verurteilt worden, die noch lange nicht abgclaufen fein konnte. Kurzentschlossen bestieg der Staatsanwalt einen Wagen, ließ sich zum staatlichen Vogelhaus fah ea und verlangte den „Gefangenen" Geatan zu sehen. Als dem Wunsche nicht entsprochen werden konnte, stellte es sich heraus, daß der Herr Sträfling wöchent ich vier- bis fünfmal einen kleinen Ausflug unternehmen durfte, um seine zahfr ihen Freundinnen zu besuchen. Gaetan war eben der „schöne Georg" von Bukarest, und ftine Gönnerinnen hatten das ganze Aufsichtsper anal des Gefängnis es bestochen. so daß sich d:r Don 3uan der rumänischen Hauptstadt so gut wie frei bewegen konnte. Er absolvierte denn auch Rendezvous und Geschäftsgänge in buntem Durcheinander, empfing in seiner Zelle Besuche von „Klienten" sowie vornehmen Damen und lebte überhaupt so, als befände er sich auf freiem Fuß. Run platzte die Bombe, und der Direktor, der — wohl nicht ganz unentgeltlich — ein Auge zugedrückt hatte, wurde seiner Stellung enthoben. Abzuwarten bfeibt nur, ob der neue Herr des „Vogelhau'es" die idyllischen Zustände in seinem Machtbezirk zu beseitigen in der Lage fein wird. Wirtschaft? Wochenbericht vom Sranffurfer Effektenmarkt. 3n dieser Woche war die allgemeine Börfen- tage gekennzeichnet durch die wieder außer- orbentlich stark gewordene 3n tereffelof igle i t des privaten Publikums. Bereits gegen Ende der vergangenen Woche war eine gewisse Unsicherheit nicht zu verkennen, die ihre Ursache darin hatte, daß der Ordereingang wieder minimal geworden war. Diese Unsicherheit nahm nun größeres Ausmaß an, und die T:n- denz wurde allgemein merklich schwächer, da die Spekulation, die namentlich in Spezialwerten verschiedene größere Käufe vorgenommen hatte, in ihrer Enttäuschung über das Versagen der zweiten Hand in stärkerem Maße Entlastunas- neigung bekundete und zu Realisationen schritt. Diese Abgaben trafen auf einen nur wenig aufnahmefähigen Markt, da auch das 3nter- es se des Auslandes, stark erlahm te. Die Umsahtätigkeit war im allgemeinen recht gering, und schon relativ kleine Umsätze bewirkten nennenswerte Kursveränderungen. Es darf daher nicht wundernehmen, daß verschiedene Vorstöße der Baissespekulation vollenEr- folg hatten. 3m Vordergrund des 3nieresses stand der starke Kursrückgang der Neubesitzanleihe, die von etwa 16'/z Prozent bis auf zeitweise 14,90 Prozent nachgab. An der Börse brachte man diesen Kurseinbruch in Zusammenhang mit der Stinnesaffäre, doch dürste er im wesentlichen nur auf größere Abgaben der Spekulation Hurückzuführen sein. Auch die Altbesih- anleihe, Seren Notiz während der Ziehungstage ausgesetzt worden war, war angeboten und merklich schwächer (etwa 50,7 Prozent). Die Verstimmung über den Anleihe rückgang teilte sich naturgemäß den übrigen Märkten mit und verstärkte Die schon bestehende Lustlosigkeit und Zurückhaltung. Der Markt war aber außerdem durch erhebliche Kurseinbußen einiger anderer Papiere merklich beunruhigt. So war man verstimmt über die starke Abschwächung der Daimleraktie bis auf etwa 84 Prozent. Deren Ursache war wohl in erster Linie die Ungewißheit über das Schicksal des Schapiroschsn Daimlerpaketes. Aber auch später, als die Neuregelung mit Schapiro bekannt wurde, wonach die 14 Mill. Mk. Daimleraktien von dem bekannten Dankenkonsortium, aus dem aber die Danatbank ausgeschieden ist, auf ein 3ahr beließen und zu einem ermäßigten Kurs neu in Option gegeben werden, konnte sich eine Erholung dieses Papier es nicht durchsetzen. Eine merkliche Unsicherheit ging sodann von dem starken Kursverlust der Harpenerattien aus, Die auf bis jetzt unbestätigte Gerüchte, daß bei der Harpener Dergbau-A.-G. mit einem Dividendenausfall zu rechnen sei, in größeren Posten angeboten waren und um 10 Prozent auf 14 Prozent nachgaben. 3n Dörsenkreisen wurden Befürchtungen laut, daß das private Publikum, durch diese Kurseinbußen verschiedener Papiere kopficheu gemacht, in Zukunft noch mehr von der Börse abrüden werden und eventuell noch vorhandene Effektenbestände abstoßen werde. Ungünstig auf genommen wurde ferner die vorübergehend ftarfe Abschwächung des Markkurses. Anderseits aber konnte der zunächst relativ leichte Geldmarkt kaum eine anregende Wirkung ausüben. Später trat am Tagesgeldmarkte eine lokale Verknappung ein, die ein Anziehen des Tagesgeldfahes bis auf 7 Prozent verursachte. Gegen die Vorwoche merklicher abgeschwächt waren noch u. a. Danatbank, Zellstoff Waldhof und die Mehrzahl der Elekttowerte. Nur Licht & Kraft lagen auf fortgesetzte Schweizer Käufe recht fest. Zum Wochenschluß konnte sich die Tendenz etwas bessern, da die Spekulation zu Deckungen schritt und die befürchteten Publikumsverkäuse ausbliebrn. Eine starke Stütze hatte der Markt ferner triebe: in der anhaltenden festen Haltung der Neutzorker Börse. Arn Markte der Auslandrenten bestand bei kleinen Umsätzen für Rumänien und Ungarn einiges 3ntereffe. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die sich schon zum Schlüsse der vergangenen Woche bemerkbarmachende freundlichere Stimmung konnte sich auch zu Beginn der neuen Woche fortsetzen. Die weiter steigenden überseeischen Notierungen und das wieder sehr knapp gewordene Angebot von 3nlandware machten einen günstigen Eindruck, so daß die Händler, davon angeregt, verschiedentlich zu größeren Deckungen schritten. Der Produttenmarkt konnte sich ziemlich lebhhaft gestatten. Besonders das Termingeschäft hatte einen bisher noch nie dagewesen en Umfang zu verzeichnen. Aber auch das Effektengeschäft war ziemlich rege. 3m Verlaufe der Woche machte sich jedoch auf schwächere Auslandmeldiungen wieder eine größere Verstimmung bemerkbar. Auch das wieder größer geworbene Angebot mahnte allgemein gut Zurückhaltung, so bah Umsätze nur noch in bescheidenem Rahmen zustande kamen. Trotzdem blieben die Preise durchweg gut behauptet. Rur in einzelnen Getreidesorten, die besonders stark vernachlässigt waren, traten geringe Abschwächungen ein. Das Mehlgeschäft hat in dieser Woche wieder merklich nachgelassen. Arn Futter- m i t t e l m a r k t bestand für Roggenkleie starkes Interesse. Auch Weizenkleie und Mais für Futtermittel waren begehrt. Zum Wochenschluh neigte die Tendenz eher zur Schwäche, da anregende Momente vollkommen fehlten und aus dem Auslande weiter schwache Rotierungen gemeldet wurden. Für Futterartikel bestand jedoch bei gut behaupteten Preisen weiter Interesse. 2m Vergleich zur Vorwoche waren jedoch bei allen Getreidearten Gewinne zu verzeichnen. Weizen zog 0,25 Mk., Roggen- und Weizenkleie ebenfalls 0,25 Mk., Hafer (in!.), Wals für Futtermittel, Weizenmehl und Roggenmehl je 0,50 Mk. an. Roggenkleie konnte sogar eine Mark gewinnen, während Sommergerste nur behauptet blieb. Die Woche schloß zu folgenden Rotierun- gen: Weizen 23,75 Mk., Roggen 22,75 bis 23, Sommergerste 25,50. Hafer (im.) 23,25 bis 23,50, Mais für Futterzwecke 21,75, Weizenmehl 34 bis 34.50, Roggenmehl 31 bis 31,75, Weizenkleie 14,50. Roggenlleie 14,75 bis 15 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das Vcschält am Frankfurter Schlachtvieh m a r k t war in dieser Woche schleppend. Besonders am Rebenmarkte machte sich eine gedrückte Stimmung bemerkbar, die auf die Zurückhaltung der Metzger zurückzuführen ist. Es verblieb allgemein Lieberstand: nur Kälber und Schafe waren auZverlaaft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1714 Rindern, darunter befanden sich 360 Ochsen, 81 Bullen, 733 Kühe und 430 Färsen, ferner aus 1610 Kälbern, 675 Schafen und 6665 Schweinen. Im Vergleich zum Auftrieb der vergangenen Woche waren 2 Rinder, 38 Schafe und 35 Schweine weniger angetrieben: während 5 Kälber mehr zum Verkauf standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen AI 55—59, II 51—54, BI 48—50, II 43-47, Dullen 49—53, B 45-48, Kühe A 44-48, B 39-43, C 33—38, D 25-32, Färsen A 56-59. B 51-55, C 44-50, Kälber B 70-74, C 64-69, D 57—63, Schafe A I 44-49, B 28—43, Schweine B 74-77, C 74—78, D 72—76, E 68—72. Verglichen mit den Rotierungen der vergangenen Woche waren Rinder gut 'behauptet. Kälber waren bis zu 3 Mark, Schweine bis zu 2 Mark billiger, während Schafe bis 1 Mar? Häher notierten. * Gutgläubiger Erwerb von Aus- losungsscheinen. Neuerdings ist die Frage aufgeworfen worden, ob ein gutgläubiger Erwerber von Auslosungsscheinen mit der Gefahr zu rechnen habe, seine Rechte zu verlieren, wenn sich nachträglich Herausstellen sc Ille, daß die von ihm ertoorbenen Auslosungsscheine im Ablösungsverfahren auf Grund betrügerischer llmtauschmanöver eines anderen ausgegeben waren. Das Reichssinanzministerium stellt in Hebet» einstimmung mit der Reichsschuldenverwaltung amtlich fest, daß solche Besorgnisse völlig unbegründet sind. Die Auslosungsscheine sind Schuldverschreibungen auf den Inhaber, bei denen nach den Bestimmungen des DGB. dem rechtmäßigen Inhaber gegenüber nur solche Einwendungen entgegengesetzt werden können, „welche die Gültigkeit der Ausstellung betreffen, oder sich aus der ilrtunbe ergeben, oder dem Aussteller unmittelbar gegen den Inhaber zustehen". Ersatzansprüche des Reiches aus Anleihebetrug würden sich daher nur gegen den ersten Empfänger der Auslofungsscheine richten können. Jeder andere Erwerber ist wie bei allen Inhaber- papderen durch seinen guten Glauben geschützt. * Freigabe des Amerikaguthabens der Berliner Handelsgesellschaft. Der amerikanische Verwalter des beschlagnahmten fremden Eigentums hat die Freigabe des nach dem Gesetze zunächst freizustellenden Teiles des beschlagnahmten amerikanischen Vermögens der Berliner Handelsgesellschaft verfügt. Die Geschäftsinhaber des Bankinstituts beabsichtigen, dem Derwaltungsrat vorzuschlagen, diese frdgegebe- nen Beträge den jRef erben der Dank zuzufuhren und für die Anteilseigner durch eine Kapitalerhöhung ein Dezugsrecht derart zu schaffen, daß auf je nom. 4000 Mk. alte Antelle 1000 Mk. neue Antelle mit Gewinnt»erechtigung vom 1. Januar 1929 ab zum Nennwert frei von allen Spesen entfallen. t • Die Preisentwicklung des deutschen Automobils. Rach den amtlichen Indexziffern haben die Preise für deutsche Personen- Neue Bücher. — Soziale undwirtschaftspolitische Anschauungen in Deutschland. Von Professor Dr. P. Mombert. 2. umgearbeitete Auflage. Gebunden 1,80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig (450). — Das Wiedererscheinen dieser Darstellung der sozialen und ökonomischen Hauptlehren des 19. und 20. Jahrhunderts, die längere Zeit auf dem Büchermarkt fehlte, wird bei dem heute besonders lebhaften Interesse für die Frage der Staatsbürgerkunde von weiten Kreisen freudig begrüßt werden. Das rein sachlich gehaltene Bändchen, dessen Verfasser bekanntlich als Professor der Staats- Wissenschaften an unserer Landesuniversität lehrt, bietet zunächst einen guten Lieberblick über das Werden unserer sozialen und wirtschaftspolitischen Strömungen und damll eine Einführung in den gegenwärtigen Kampf der Geister. Sozialismus und Anarchismus stehen im Mittelpunkt der Darstellung. Die politische Parteibildung, die Sozialresorm und die Fortbildung des Sozialismus führen bis zur deutschen Revolution. Besonders wertvoll und eine wesentliche Bereicherung ist die völlig neugestaltete Darstellung der Entwicklung in den Anschauungen seit der Beendigung des Weltkrieges. Die'es grotzangelegle Kapitel bietet auf knappem Raum eine umfassende Lieberschau über das Vielerlei der politischen und sozialen Parteien und Zielsetzungen. t Frei von aller einseitigen Stellungnahme sucht' Verfasser stets die den Erscheinungen zugrunde liegenden Ideenrichtungen aufzuspüren, und auch in der neuesten Zeit die großen Leitlinien der Entwicklung klarzustellen. So leistet das Bändchen treffliche Dienste für die Beurteilung der Gärungen des letzten Jahrzehnts bis zur jüngsten Gegenwart. Für Studierende und zur Weiterbildung wird die bis auf die letzten Monate fortgeführte Liebersicht über das einschlägige Schrifttum von besonderem Werte fein. — Was erto arten Schule und Uni* nerfität auf dem Gebiete des altsprachlichen Linterrichts voneinander? Zwei Vorträge, gehalten auf der 56. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner in Göttingen von Oberstudiendirektor Präses,ör Dr. E. Kcoymann und Professor Dr. O. Regenbvgen. (Reue Wege zur Anti.'e. Heft 6.) Geh. 1,80 Mk. Verlag von D. G. Teubner, Leip'ig. (452) — Reben d:c Frage der Berechtigung der humanistischen Bi'dung, wie sie unser altsprachliches Ghmna ium in unserer Zeit an sich pflegt, stehl die der Voraus ehungen, deren Ersüllung wechscl eilig Llnlversität und Gymnasium auf dem Gebiete d:s alt prachlichen Unter» richtes fordern, um die ihnen geftelltc Aufgabe lösen zu können, welche Vorbildung der Philologiestudierende, die Liniversität von dem Gymnasium, welche Bi'dung des Lehrers das Gymnasium von der Lkniver ität fordern muß. Beide hier vereinigte Vorträge, der eine vom Schulmann, der andere vom Llniversitätslehrer gehalten, im Zeichen der fortschreitenden Besinnung, der klassischen Philologie auf ihr Eigenrecht gegenüber der Historie und der zunehmenden Erkenntnis der humanistischen Bildungsidee stehend, laufen aus in höchst beachtliche Vorschläge zur Ausgestaltung der Lehrervor- und -sortbildung. — Weimar. Bilder von Günther Deier mit geschichtlicher Einleitung von Eberhard Freiherr Schenk zu Schweinsberg. Deutsche Derlagsgesellschast für Politik und Geschichte G. m. b. Sy, Berlin W 8. (405.) — Ein Llnternehmen, das wie dies mit dem vorliegenden Buch begonnene, es unternimmt, deutsche Städte und Landschaften in einzelnen Monographien zu schildern, kann auf Originalität allerdings keinen Anspruch machen. Aber es gibt in Bild und Text doch manches, was frühere Veröffentlichungen — und deren gibt es ja mehr als genug —, vermissen ließen. So sehen wir in dem vorliegenden Bande Weimar reizvolle Aufnahmen aus den schönen, stlllen Parks, auch gute Wiedergaben wertvoller Gemälde und Grab- mäler, interessanter Münzen und Medaillen mit Darstellungen bedeutender Persönlichkeiten aus der thüringischen Geschichte. Auch die Wiedergabe einiger zeitgenössischer Aquarelle und Radierungen verdienen besondere Erwähnung. Es gibt dem ganzen einen sehr schönen Eindruck von Weimar als Denkmal der hohen Kultur des heute so oft geschmähten deutschen Landesfürstentums. — Das deutsche Burgenland. (Eine Künstmappe mit zehn Kreidezeichnungen.) (362). — Vielleicht sind noch nicht immer die richtigen Wege gegangen worden, um die deutsche Oeffent- lich^it In ihrer Gesamtheit davon zu überzeugen, welche Kultur- und Seelenwerte im Grenzlandgebiet zu wahren sind. So haben zwar die Politiker mit verständiger Energie für das deutsche Burgenland geworben: aber ihr Wort blieb schließlich oft in der Fläche des Papiers, weil keine allgemeine deutsche Anschauung der vorgetragenen Meinungsäußerung antworten konnte. Die Wärme des Herzens indessen entzündet sich nicht am Begriff, sonderen am Bild und Erlebnis: und darum ist es gut, wenn jetzt ein Bildner und Zeichner dem Auge das Besondere einer Landschaft erschließt, deren Schicksal und Zukunft in lebendigem Zusammenhang an deutsches Volkstum gebunden ist. Eine Kunstmappe vereinigt jetzt zehn Kreidezeichnungen von Ragimund Rei- mesch, der in eindringlicher Linienführung das sanfte Profil dieses heimgekehrten deutschen Grenzlandes umreißt. Ein Geleitwort des Landeshauptmann-Stellvertreters Ludwig Leser und ein paar erklärende Sätze über das burgenländische Landschaftsbild von Fritz Heinz Reimesch sind der Mappe beigegeben. Möge dieses Werk dazu beitragen, daß das Reich van unserem Lande geistigen Besitz ergrei,e. Die Kunstmappe ist zum Preise von 3 Mark zu beziehen durch den Verein für das Deutschtum im Ausland, Wirtschafts- Unternehmen, Dresden-A. 1, Wilsdruffer Str. 16. lrastwagen mit 62,8 Prozent im August ihren tiefsten Stand erreicht. Seit August 1926 beträgt die Verbilligung 14,8 Prozent seit 1926 46,4 Prozent und seit der Stabilisierung 62,4 Prozent. Der deutsche Personen.'ras twagen kostet also nur noch ein Drittel soviel, als zu Beginn des Jahres 1924. In der Preisentwicklung der Lastkraftwagen ist ein nahezu völliger Stillstand eingetreten. Trotz der mehrfachen Zollsenkungen liegt -die Indexziffer für August mit 65,8 Prozent nur 0,9 Prozent niedriger als Ende 1926 und sogar 0,4 Prozent höher als im Januar dieses Jahres. • Derlustabschluß bei R. A. G. zu erwarten. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Rationalen Autonrobil-Gesellschaft wurde ausführlich über die Situation berichtet. Die Fusion mit dem Prestowerk habe außerordentlich große Linkosten verursacht, weil die Fabrikation der drei Werke Oberschöneweide, Chemnitz und Leipzig nunmehr so ineinandergefügt werden muß, daß eine wirksame Rationalisierung zu ermöglichen ist. Infolge des siebenwöchigen Streikes in der westdeutschen Montanindustrie sei der Llmsatz stark verzögert worden. Auch die Fahrradfabrikation leide unter der bekannten ungünstigen Konjunktur. Infolgedessen sei für 1928 ein Derlustabschluß zu erwarten. Die Entwicklung des Llnternehmens sei von der Zukunft der Kraftwagen-Industrie, die unter dem hohen Zollschutz leide, nicht zu trennen. Krankmrtcr Börse. Frankfurt a. M., 13. Oktober, Tendenz: unsicher. — Nachdem sich an der gestrigen Abendbörfe die Haltung etwas erholen konnte, war die Stimmung zum Wochenlchluß wieder unsicher und überwiegend schwächer. Die unvermindert bestehenden Lohnkonflikte in der Eisen- und Textil- inouftrie drückten weiter auf die Tendenz, während durch den amerikanischen Feiertag die Anregungen aus Neuyork ausfielen. Die llmsatztätigkeit war sehr gering. Vereinzelt wurden kleine Deckungen zum Wochenschluß vorgenommen, sonst bestand aber weiter Abgabeneigung, so daß bei uneinheitlicher Kursentwicklung meist Rückgänge um etwa 1 d. j). eintraten. Am Chemiemarkt zogen J.-G.- Farben in Erwartung günstiger Mitteilungen aus der heutigen Aufsichtsratssitzung geringfügig an. Scheideanstall unverändert. Von den Elektrowerten gaben AEG. 0,75 o. Sy, Licht & Kraft 1 v. Sy und Gesfürel 2,5 o. Sy nach, während Schlickert und Siemens gut behauptet blieben. Am Bankenmarkt verloren Berliner Handelsgesellschaft 2 v. H., da die Börse enttäuscht darüber war, daß in dem Derwal- tungscommunique die Höhe der eingehenden Freigabegelder nicht angegeben war. Deutsche Bank lagen 1,75 v. H. niedriger, Reichsbank bis 315 befestigt. Am Montanmarkt lagen Rheinstahl mit minus 2,40 v. H. angeboten. Don den Kaliaktien konnten Westeregeln 1,5 v.H. gew'nnen. Am Markte der Autoaktien lagen Adlerwerke mit 111 v. H. weiter schwach. Deutsche Anleihen waren fast ohne Um- satztätigkeit. Auch ausländische Renten ruhig. Türken weiter fest. 5m Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark zusammen. Elektrowerte konnten gegen die Anfangskurse etwas anziehen, so lagen Oeffürel 2 v. H. und Licht & Kraft 2,5 v. H. fester. Im übrigen waren die Kursveränderungen nicht groß. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 7^5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nennt man Mark gegen Pfmll» 20,375, gegen London Kabel 4,8514, gegen Paris 124,23, gegen Madrid 29,95, gegen Mailand 92,65, gegen Holland 12,1050. Berliner Börse. Berlin, 13. Oktober. Die heutige Börse eröffnete bei ruhigem Geschäft in allgemein nicht behaupteter Verfassung. Für einzelne Wert« waren die Kurse zwar etwas gebessert, doch waren ander- seits auch kleine Kursrückgänge festzustellen. Dis Spekulation nahm vereinzelt Deckungen zum Wochenschluß vor, das Publikum hiell sich aber weiter zurück. Aus Amerika fehlten infolge des Feiertages die Anregungen, und sonst fanden vorliegende Momente keine Beachtung. Hemmungen gingen von dem NAG.-Communiqus aus, und di« im Verlaufe der Börse eintretenden Abschwächungen sind ebenfalls hiermit im Zusammenhang zu bringen. Mehr Beachtung fand der Farbenmarkt, da man von der heutigen Aufsichtsratssitzung gün- stigere Erklärungen über den Geschäftsgang erwartet. Außer den Farbenaktien konnten noch Papiere wie Danatbank, Reichsbank, Karstadt, Polyphon und Salzdetfurth 2- bis 5-v.H. Gewinne erzielen. Soenska lagen um 4,50 Mark gebessert, während sonst die Veränderungen nach beiden Seiten gleichblieben. Für NAG. kam zunächst keine Notiz zu- stände. An der Maklerschranke erschien bas zu erwartende Minus-Minus-Zeichen. Sonst lagen noch Rheinstahl mit einem 2,25-o. H. Verlust wesentlich schwächer. Deutsche Anleihen nachgebend. Auslän- der freundlich. Bosnier bis 0,75 v. H., Türken bis 0,5 v. H. gebessert. Geld war weiter angespannt, mögliches Geld 6 bis 8v.H., Monatsgeld 8 bis 9 v.H-, Warenwechsel etwa 6 bis 7 v.H. Im Ver- wurde es, beeinflußt von den Vorgängen am NAG.-Markte, überwiegend schwächer. Man nannte hier NAG. mit etwa 58 nach 69,5 v. H.. eine Notiz ist aber bisher noch nicht zustande gekommen. Die Kursrückgänge gegen den Anfang stellten sich auf 1 dis 3 o. H., nur die anfangs stärker gedrückten Rheinstahl konnten sich um 1 v. H. erholen. Auch Svenska zeigten eine beachtenswerte Widerstands- fähigkeit, da angeblich von Paris aus Käufe getätigt wurden, a Berliner Produktenbörse. Berlin, 12. OEL Rachdem der Produktenmarkt schon gestern den schwachen Auslandmärkten nicht ganz gefolgt war, machte sich heute angesichts der etwas sesteren Meldungen vom Ruslan de und vor allem auf Grund des anhaltend knappen inländischen Drotgetre'dcangebotes eine merkliche Befestigung geltend. Das spärliche An- aebot begegnet ziemlich reger Gxporknachfrage. öle Preise konnten sich bei Weizen um etwa 2 Mark, bei Roggen um etwa 1 Mark erhöhen. Die Inlandmühlen klagen zwar immer noch über schlechtes Mehlgeschäft, namentlich für sofortig« Lieferung, sehen sich aber auch genötigt, die höheren Preise zu bewilligen, namentlich um Deckung für Mehlverkäufe per später zu haben. Rngesichts der vorhandenen Preisspanne zwr- schen naher und späterer Lieferung von Brotgetreide wird auch in beträchtlichem Umfange Material für Reportzwecke aus dem Marne genommen. Die Lieferungspreife stellten sich für Weizen, als auch Roggen um 1 bis 2 Mark höher. Am Mehlmarkte werden im allgemeinen gestrige Preise [gefordert, ifür nahe Lieferungen zeigen sich die Verkäufer sogar eher entgegenkommender, ohne dem Geschäft jedoch eine Belebung verleihen zu können. Hafer und Gerste liegen bei unveränderten Preisen sehr still. Es notierten für je 1000 kg: Welzen, märk., (74,5- kg/bl-Gewicht, östliche Stationen über Rotiz) 212 bis 215, Ott. 226, Dez. 235 bis 234, März 242,50 (sester,: Roggen, märk., (69-kg/bI-Gewicht, östliche Stationen über Rotiz) 209 bis 212, Oft 223 Dez. 229,75 bis 229,50, März 237,75 bis 237,25 B. (fester): Braugerste 231 bis 251 (stetig): Sutter» aerste 202 bis 212; Hafer, märk., 194 bis 209, Dez. 217,75, März 227,50 bis 228,50 (etwas fester): Mars, zollbegünstigter Futtermais, 218 bis 220 (bei).); für je 100 kg: Weizenmehl 26,73 bis 30 (beh.): Roggenmehl 27 bis 30 (beh.). Kunst und Wissenschaft. Die voraussichtlichen Nobelpreisträger dieses Jahres. In Schweden beschäftigt man sich bereits mit der Frage, welche Persönlichkeiten als diesjährige Robelpreisträger in Betracht kommen könnten. Als mutmaßliche Kandidaten für den Literaturpreis werden u. a. Maxim Gorki und Henry 'Bergt on genannt. Linker den Medizinern sollen angeblich der Schwede Fahraeus oder der Amerikaner C u s h i n g, unter den Physikern der Inder Raman und unter den Chemikern Professor Windaus, Göttingen, der Amerikaner Heß oder der Schwede Professor von Euler in erster Linie in Aussicht genommen fein. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuß 8 Prozent. Frankfurt a.M Berlin Schlutz- Änrs 1-Uhr. Kurs Schutz Kurs Anjang Kur» Datum 12 10. 13. 10 12 10. 18 10. 6% Hdd»eanltUK v. 1927 . 87,2< — 67.5 DL am.-ülbldU®d)ulb mit Lus. los.-Rechlen - - - 60 50,9 50.9 ttrtfll. ohne Aurios.-Siechte . . - 14,75 — 14,0 14.5 7% Kran kl. Hrw.-Bk Goldpi. uw kündbar bis 1932 SV — — 4F,% Rheinische Hvv.-Barrl ßlau-- Goldoi. 75,2 — — — e.G.0 atm. Gorkriegr-Lbligation., tüdiablbai 1933 — — - -7 <% Schweiz. iöunt*flb.«ianL. . - — — — 4% Oesterretchische Goldrte.. . . —• 32.6 — 3,4 — 4% Oesterreich. einheUL Site. . . 2.4 — — 4% Ungarische Goldrte. .... — — 27.3 * 4% Ungarische Staatsr. v. 1910 . -- -- — — 168 — 168 168 DiUonio.chejelllchoti Aal.. - 10 162.26 — li 2,26 163 Dresdner Bank . - 10 171 169,25 170 1.0 yiittelbrutldif Eredltbarr! . . S - — 208.5 Ji9 Vieta! ibank .......8 135 135 131 135 13 *d4>Ä>ent ...... 12 301.5 1 303 302 804... Frankfurt a.M Berlin Schluh-l 1-Uhr- Sch.uh- Lnsang Kur, | Kur» Kurs Kur« Dettum: 1? 10. 13 10. | 12. 10. | 13 10. A.S.G....... . p 184 183.2J 182.5 181 Bergmann..... M » . 9 201,25 •201 Elekir. Lieferung«». . e e A 10 171 — 173 172.6 gelten 6 Guilleaume. 10 235.5 235,6 234 2" 236 . 6 152 — 151.5 152.9 Ges. f. Elektr. Untern., • A 10 :66 263.5 265.5 264.5 Hamb. Elektr. Werke . ■ a a 10 117 146.5 Rhein. Elekir. . . . . * e e . 9 — — 159 Schlei. Elekir..... e e 10 — 230 23 i Schuckert...... a a a . 8 201,75 201,76 203 .5 204.75 12 393 393 392,<5 393.5 Transradio..... . 8 — — Lahme»« & 'io. . • • 10 - — 173 Buderus ... . 6 85 — 85 — Deutlche EriHI . . . . 6 138 137.6 138 137.13 Essener Steinkohle . . . 8 — — —- Geilenkirchener . . . tK9.4 125.13 — 125 125 Harpencc . .... Hoeich Eilen. . . . . • • . 6 137.65 —• 138 137 e • • . 8 — 128,75 128,5 Ilse Bergbau .... . 8 249 — — — Kivcknerwerle . . . . e e e . 1 117 — 116 115,5 Köln-Neueisen. . . . e e • . 9 — — 125 13 124,5 Mannesmann .... • • e . 8 126,65 126 25 127.25 126,25 Mansselder..... . 7 114 113 113.13 112,7s Oberschles. Eisenb. DedaT . 6 — 109 — Oberschles. KokSwerle ■ . 6 — - 113.75 113,13 Phönix Bergbau 5‘/, 93.5 93,5 03.9 94.25 Rheinische Braunkohlen. 10 282,6 — 281 76 242.5 Rheinstahl 1. % 3W *y. HO 137.6 138.5 136.26 Riebeck Montan . . - • 7,2 . 6 — 144 Bereinigte Stahl». . 91,5 — 94.'. o 95 Otooi Minen . . • • e »sh - - 54 53.5 Kali Aschersleben . . e e e 10 286 5 — 285.5 286.35 Kali Westeregeln. . . • • • 10 287 288 287.5 289.5 Kaliwerk Salzdetturch • • 15 «74 472.5 477.5 ;V G. Farben-^ndusM» a 12 255.5 255,9 254 <56,75 Dynamit Nobel . . a a . b — — 121 — Scheideanstalt . . . . • • a . 9 211 211 Goldschmidt . . . • a a . 6 101.26 100.75 101.5 Rütgerswerke . « . • M-'tollaeieMchaft. . . • e ■ . 6 102.5 —- 103 102.13 • e • U - 187,5 - Bantaoten. Fraultsurt a. M Berlin Schlutz- l-Uhr- Schtutz. Änsang Kurs Kurs K ir» Kurs Datum: 12. 10. 13. 10 12. 10. | 13. 10. Bhüipo vuymann..... . 7 136 40 - 13? - Heidelberger Gement .... 10 136.5 — - Gement Karlstadt..... . 8 170.75 — — Wayß 4 Freitag ...... 10 — 135.75 - Schultheis Plchenhosa . . . 15 — 327.5 330 Oktwerke....... . 12 — -d 288 Ver. Glanz stoss ..... 18 — 56 i.5 563,6 Vemberg......... 14 — — 477 473 Zellstofs Waldhos..... 12 289 287 287.5 187.5 Zellstoss Aschassenburg . . . 12 211 — 210 — Eharlottcnbuiger Wasser , . 7 U6 125.4 Dessauer GaS .... . 8 — — 190.1/ 191 Daimler Motoren ..... . 0 — 83.4 83.6 83,13 Demag ........ . 0 — — 52,5 52,75 Adlerwerke Slever ..... . b 111,75 111 Ul 112,75 L'ubro. Loewe . ...... 10 — — 24? 246 Nat. Automobil ...... . c 69 5 - Crenflein 4 Koppel .... . 5 — 110 110.5 . t 271 273 Bamag-Meguin . . . . . . . o 19 — 20 — Franks. Maschine» . • • • • . 6 — — 74.25 —— Grlyner . ...... 11 122.5 — 122 — Hehligenstardt ...... . 0 18.5 — — — Fungyan«..... • • . . 4 87 — 89 _ Lechwerke..... • • . . 8 112 — — Mainkrastwerke...... . 8 116 - — Miag. ...... . 10 139 — 138.5 189.6 Nekarsulmer ....... . k 32.5 32 — PeterS Union ....... . 8 107,i — 108 — Gebr. Noeder . ...... 10 126,75 — —• Voigt 4 Haessner..... . 8 214 — 216 — Südd Zucker ....... . 8 146 145 — Berlin, 11. Oktober tönet Amerikantiche 'JZotee..... 4.18t 4,201 Belgische Noten ....... 58.20 58.44 Dänische Noten . ....... 111,75 112. .9 Englische Noten........ -0.327 20.407 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Berlin f' Oktober tyeld Aratuvli'che Noten .... 10,415 16,475 1 Hollänvtsche Noten ...» 167.91 168,59 Äknlienische Noten ..... 4 22.00 22.08 Norwegische Noten. .... 111.68 112,12 s^eutsch-Oesterr., ä 100 Sroneu 58,86 59.10 Numänische Noten...... 2,525 2,545 Schwedische 'Noten ...... 112,05 Cchwetrer Noten ....... 80,59 Spanische Noten ....... 67,68 67,94 Tschechoslowakische Noten . . 12,40 12,46 Ungarische Noten . . • 73.00 73.80 Teiegravhtlche Auszahlung 12. Oktober 13. Oktob r Amtliche Nori.runo Amtliche Notierung Geld Briet iÄeld 1 Brief MmR.-SRott. Vuen.-AtreS 168,23 1,764 160,57 1,768 168,15 1,763 168,49 1,767 Brss.-Antw »8,34 68,41 58.33 58,45 Ehristiania 111.89 112,11 111.89 112,11 Kopenhagen 111,90 112,17 111.92 114,14 Stockholm . 112,25 114,4? 112,21 112.43 HelsingiorS. 10.563 10,583 10,660 10,562 (f taticii . . . 21,98 22,02 21,975 42,015 London. . . 20,358 20,398 20.355 20,395 Neuyork . . 4.1915 4.4055 1,196 4,204 Paritz.... 16,595 16.4:5 16,375 16,415 Schwei» . . ■0,7? 80,93 50.745 80,105 Svanterk . . 67,89 68,03 67 69 67.93 Japan . . . 1,9.3 1.9? 1.92b 1,930 Nio de Jan. 0.5015 0.5035 1.50)5 J.5035 Wien in D.» Ocft. abgest »9,00 39,13 ■>9,99 09.11 Prag 12,437 12,457 12,^35 12,455 Belirad . . 7,3,0 7,304 7,375 7,389 Dudav-K. . <6. 18 <3,32 73,i4 73,-8 Bulaarieu 3.034 3.040 3,031 3,037 Ltssabon 18,88 18,92 18.88 18.92 Danzig. . . fionft-'.ndn. 81,37 81.53 81.33 >1,19 2,150 2,154 2,144 2,1'8 Sltlxn. . . >.4 25 5,435 >.425 ">.435 Eanada 1.196 1.204 1,19'5 1,2035 ilra uat) laro • . 4 266 4,274 4.266 4,274 20.875 ■20.915 20 875 0.915 10 >8 Ni MN* U"' hi°?kn ium J£> liß* b lonit » der |7 I? 83 Ul 98 ji ;3 »I M vA 35 ll Ü •I u 10 )i )8 54 J5 i>4 <1 Ii IM. 5» ll. 08 IU,U 59.10 2,MS 112.4» 80.VI 61,9» 12.4« 73.30 d tw,ij l.iw 111,4» Ui.»? W.A 10,560 41.»» »,455 1,1*8 ‘6,375 « L« j9.II U.<’ Ä S ii.i A 1,1'* 0.91» .zrankfarl 2u6Ad6i^*Li. 'tfc. Mutige ?■$« ^‘sratsfihH«Tnartt- 9ün' 3yten SV®Qr< .^Adt ^>?Qp,«e !• T-°-Ln?-ph°n fi*“- 'E iÄM u. Sonff Inn tt« )■ Berlusi^ noi Mebend S rD-r *£s B‘„>gg kteubörse. 5 2er PwdM. ^AslandmSrden Je sich heute angn Dom Ä. ,arNfenb ÄSS? eine ■ Das spärliche Ln- irr Erpottnachsrage -Drizen um etwa 3)0 1 Alar! erhöhen immer noch übet Ech sür sosortrg, aucy genötigt, tue igen, namentlich um ^r später zu haben, ■n Preisspanne > Li.eserung von W tröchtlichem Mmat e aus den Macke »reise stellten sich sür i m l bis 2 Mark irden im allgemeinen für nahe Lieferungen rt>jar eher entgegen- «ft jüoi) eine Ze« Ntt unb Gerste eisen sehr still, @j ki$en, märt., (U,5* nrn über NvW 1\2 )is 234. Mürz 24250 Lx'pl'Tesvicht, östliche ) bis 212, Oft. 223, 231,15 bis 231,25 2. 5 251 (Ms); Futter« , märt., 194 bis 209, 3 bis 228,50 (etwas gier Futtermais, 218 kg: Weizenmehl 28,15 )l 21 bis 30 M). ,'ssenfchast. iskägtr dieses Jahres, man sich bereits mit Mten als dies« rräaet in Tetracht MW WMten «rben u. a. MaM ilon genannt Unter ngeblich der 6M merikaner Tushmg. Inder Raman uni Mor Windaus lauer Heb oder der u[er in erster Lim« ein. 8til 167,01 tt.00 III.« 63,86 2,525 114.08 60,59 67,6« 12,40 73.00 Rundfunkprogramm. Sonntag, 14. Oktober. 8,30 bis 9,30: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartourgvcrein Fraillfurt a. M. 11 bis 11,30: Die Stunde der Jugendbewegung: „Was will die Stunde der Jugendbewegung?", Vorträge von Rektor Wehrhan und Jugendpfleger Fritz Grebenstein. 11,30 bis 12: Elternstunde. 12 bis 13: Führung durch ein Fernsprechamt. 13,10 bis 14,10: Mittagsständchen des Rundfunkorchesters. 15,30 bis 16,30: Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,30: Konzert des Rundfunkorchesters. 17,30 bis 18,30: Stunde des Landes. 18.30 bis ' 19,30: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 19,30 bis 20: Sportnachrichten. 20 bis 20,30: Vortragsstunde (anläßlich des 86. Geburtstages von Intendant Emil Claar). 20,30 bis 21,30: Volkstümliches Konzert des Rund- lunkorchesters. 21,30 bis 22,30: Bunter Abend. Anschließend: Konzert. Montag, 15. Oktober. 6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Rach Stuttgart: Mittagsständchen des Rundfunkorchesters. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16.05: Haussrauendienft, unter Leitung von Fini Pfannes. 16,35 bis 18 05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lese- stunde. 18,30 bis 18.45: Viertelstunde der Deut- Ichen Reichl Post: „D i f äckchen und sonstige Pärt- «>cn, die einfachen, billigen und schnellen Der- lendungsmöglichkoite« für kleinere Warenmengen üurch die Post", Vortrag von Postinspektor Schatt. 18,45 bis 19,15: Von Kassel: „Vom unbekannten "Nietzsche", Vor.rag von Ernst Berg. 1915 bis 19,30: Englisch« Literaturproben. 19,30 bis 20: Englischer Sprachunterricht. 20: Vom Mainzer Marktplatz: Anläßlich des Domfestes: Serenade. Anschliehend: Konzett des Rundfunkorchesters. Dienstag, 16. Oktober. 6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Don Stuttgart: Mittagsständchen. 15,05 bis 15,35: Stunde Der Jugend. 15,55 bis 16 05: Hausfrauendienst »nter Leitung von Fini Pfannes. 16,35 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Von der Stadthalle Mainz: Airlählich des Domfestes: Festversammlung. 20 bis 20,30: Von Kassel: Dortragsstunde Thewnaria Lenz-Berlin. 20,30: Rach Stuttgart: Maurer und Schlosser, komische Oper in drei Akten von Auber. Anschließend: Schallplatten-Konzett, Opern-Abend. Mittwoch, 17. Oktober. 6,30: Morgengymnastik. 12,45 bis 13,15: Schulfunk: Ein Kapitel Rosegger. 13,15 bis 14,15: Rach Stuttgart: Schallplatten-Konzert, buntes Programm. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16 05: Hausfrauendienst, unter Leitung von Fini Pfannes. 16,35 bis 18,05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Bücherstunde. 18,30 bis 19: „Zehntagefahrt im Automobil von Halifax nach Reuyorc". Vortrag von Frank Arnau. 19 bis 19,30: Esperanto- Llnterricht. 19,30 bis 19,45: Senckenberg-Vvertel- stunde: „Krankheiten und Feinde der Dienen", Vortrag von Privatdozent Dr. G. Wülker. 19.45 bis 20: Französische Literaturprvben. 20 bis 20,30: Französischer Unterricht. 20,30: Rach Stuttgart: Restroy-Abend. Anschließend: Von Stuttgart: Parodie auf Wagners „Taimhäuser", von Johann Restroh. Donnerstag, 18. Oktober. 6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Von Stuttgart: Mittagskonzert. 15,05 bis 15 35, Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst, unter Leitung von Fini Pfannes. 16,35 bis 18,05: Don Stuttgart: Kc nzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,45 bis 19,15: Don Kassel: „Obstverpackung, Aufbewahrung und Winterarbeiten an Obstbäumen und Sttäuchern", Dortrag von Garteninspektor Bertel, Oberzwehren. 19,15 bis 19,45: Schachstunde. 20,15: Don Stuttgart: „Hallo, hier Welle Erdball", Horsinfon.e von F. W. Bischoff und Dr. W. Milch. Anschliehend: Don Kassel: Spätkonzert: „Guter Mond, du gehst so stille". Jreitag, 19. Oktober. 6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert, Orchesteru-erke. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst, unter Leitung von Fmi Pfannes. 16 35 bis 1Z.35: Hausfrauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauen-Derein Frankfurt. 17,35 bis 18,05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 19: Stunde des Südwestdeutschrn Radio- KlubS. 19 bis 19,30: „Die Frankfurter Verwaltungsakademie", Vortrag von Studienrat Liebmann. 19,30 bis 19,50: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20: Don der Stuttgarter Liederhalle: Sinfonie-Konzert. Anschliehend: Don Kassel: Alte Kammermusik. Samstag, 20. Oktober. 6,30: Mvrgengynmastik. 12,45 bis 13,15: Schulfunk: Musik. 13,15 bis 1415: Rach Stuttgart: Mittagsständchen des Rundfunkorchesters. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst, unter Leitung von Fini Pfannes. 16,35 bis 18,05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,45 bis 19,15: Briefkasten. 19,15 bvs 19,45: Stenographischer Fortbildungsunterricht sür Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 19,45 bis 20,15: Stunde des Frankfurter Bundes für Dolksbildung: „Reue Jugend als Anfang einer neuen Gesellschaft", Dortrag von Studienrat Dr. Herzfeld. 20,15: Rach Stuttgart: Kino und Kinomusik vor fünfzehn Jahren. Anschließend: Don Kassel: Menschen und Masken, ein Hörspiel in drei Teilen von Fr. L. Grauvogl. Anschließend bis 0,30: Tanzmusik. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 14. Oktober, von 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der Diktator — Das geheime Königreich — Schwergewicht oder Die Ehre der Ratton. Montag, 15., von 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Die Macht des Schicksals. Dienstag. 16. von 19.30 bis gegen 22.30 ilfjr: Samson und Dalila. Mittwoch, 17., von 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der Diktator — Das geheime Königreich — Schwergewicht oder Die Ehre der Ration. Donnerstag, 18., von 20 bis gegen 22 Uhr: Die toten Augen. Freitag, 19., von 20 bis gegen 22.45 Uhr: Cavalleria tufticana; hierauf: Der Bajazzo. Samstag, 20., von 19.30 bis 22.30 Uhr: Don Juan. Sonntag, 21., von 19 bis 22.30 Uhr. Tannhuäser. Montags 22.. von 20 bis nach 22.15 Uhr: Ariadne auf Raxos. Schauspielhaus. Sonntag, 14. Oktober, von 19.30 bis gegen 22 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. Montag, 15., von 19.30 bis 23 Uhr: Don Carlos. Dienstag, 16., von 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der brave Soldat Schwefk. Mittwoch, 17., von 20 bis 22.30 Uhr: Alt-Heidelberg. Donnerstag, 18.. von 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. Freitag, 19., von 20 bis 22.15 Uhr: Die Liebe auf dem Lande: vorher: Der erste Branntweinbrenner. Samstag 20., von 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. 'vSnntag, 21.. von 19.30 bis gegen 22 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. Montag, 22., von 19.30 bis 23 Uhr: Don Carlos. 3 O'f’oßjL, Tassen voU zum Frühstück! Sie sollten das Beste ist, w?5 überhaupt auf den Kaffeetisch bringen können! Aber nur — wenrfs Kathreiner istl Und mit viel Milch dabei. ihn Ihren Kindern auch geben! Schon deswegen, .. Kathreiner — wie der Arzt sag! — Dabei kostet das Pfundpaket nur 55Pfg-I - ■| ALLER bL ART Barzahlung 10 Prozent 9u76a Bekanntmachung. Die in der Kartei des Wohnungsamtes her Stadt Gießen eingetragenen Wohnung, lachenden werden hierdurch aufgefordert, lEjre Wohnungsgesuche mündlich oder fctjriftiid) zu erneuern und folgende dem derzeitigen Stande entsprechende Angaben zu machen über 1. Familien- und Vor nome; 2. Stand, Beruf: 3. Geburtsdatum: 4. Familienstand, ledig, verheiratet, ver- ivitn et njro.; 5. anwesende Familienangehörige, Ehefrau, Sohne, Töchter usw., deren Alter nach Jahren: 6. Zahl der Dienstboten, 7. Staatsangehörigkeit des ibeohnungsuchenden; 8. jetzige Wohnung, Straße, chausnumchner, Zahl der Zimmer, gliche, Bad, Kammer usw.: 9. Wird die Wohnung im Haupt- oder Untermietver- l)'j. nis bewohnt?: 10. Name des Der- imieters; 11. Friedensmiete der Wohnung: 12. Gesuchte Wohnung. 87838 Die mündliche Erneuerung und Ergän- jung ter Wohnungsgesuche wird auf dem (£Si|u)äft53immer des Städtischen Woh- n ungsamts, Lonystraße 21, in der Zeit o«u 9 bis 12 und 16 bis 18 Ahr entgegen« genommen von den Wohnungsuchenüen, deren Familienname beginnt mit dem Ziuchstaben: X. Dienstag, den 16. Oktober 1928; B,C und D: Mittwoch, den 17., und Donner tag, den 18. Oktober 1928; E ,F und G: Freitag, den 19. Oktober 1928; H unb J: Montag, den 22. Oktober 1928; ICunb L: Dienstag, den 23. Oktober 1928; yi und N: Mittwoch, den 24. Oktober 1928; 08, P und Q: Donnerstag, den 25. Oktober 1928; R Freitag, den 26. Oktober 1928; 5r Montag, den 29. Oktober 1928; Sch: Dienstag, den 30., und Mittwoch, den 31. Oktober 1928; Sti; Donnerstag, den 1. November 1928; T„ U und V: Freitag, den 2. November .1928; Montag, den 5. November 1928; X' Y und Z: Dienstag, den 6. November 1928. Oie bis zum 15. November 1928 nicht erneuerten Wohnungsgesuche werden für ungültig erklärt. Wohnungsuchende, die in der Kartei des Wohnungsamts noch nicht eingetragen fi 'd, können ihre Eintragung in der Zeit tiiom 15. bis 20. November 1928 bewirken. Gießen, den 4. Oktober 1928. ter Oberbürgermeister. 3. 23.: Dr. Hamm. Mr.: Kleinpflasteranlage Gießen—Reiskirchen. D:j Anfuhr von 500 Tonnen Klein- p|afterftcinen ab Station Großen-Buseck ar die P«,oiwMstr<.h. Bilanz für das Jahr 1927. Aktiva: G.-Mark 1. An Kapitalien-Konto . . . —,— 2. „ Immobilien-Konto: 1. vor 1918 erbaute Häuser. 52992,— 2. nach1918 erbaute Häuser. 1151837,71 1204 829,71 3. „ Hypotheken-Konto . . 3960,— 4. „ Kassa-Konto..... 361,04 1209150,75 Passiva: G.-Mark 1. Per Geschäftsanteil-Konto. 57703,85 2. „ Anlehen-Konto . . . 1035320,31 3. „ Spareinlagen-Konto . 1019,35 4. „ Reservefonds-Konto . 2705,— 5. „ Spezial-ReservesondS- Konto....... 43764,80 6. „ Aufwertungs-Konto . 32719,67 7. „ Straßenkosten- Beitrags-Konto . . . 11148,68 8. „ Bürgersteigbeittags- Konto....... 6400,— 9. „ Häuserunterhaltungs- Konto....... 15387,23 10. „ Gewinn-Saldo . . . 2981,86 1209150,75 Gewinn- und Derlustberechnung. Soll: G.-Mark Zinsen für ausgenvmmene Kapitalien .......... 18865,28 Zinsen für Spareinlagen . . . 30,20 Steuern und Abgaben .... 22190,88 Verwaltungskosten...... 1000,— Sonstige Ausgaben ..... 1952,46 Unterhaltungskosten sür Wohnhäuser .......... 9651,47 Zuweisung zum Spezial-Reservefonds ......... 5000,— Zuweisung zum Aufwertungs- Konto .......... 5272,39 Zuweisung zum Straßenkostenbeitrags-Konto ...... 2737,86 Abschreibung am Kapitalieir- Konto.......... 11502,— Gewinn-Saldo........ 2981,86 81193,40 Haben: G.-Mark Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien .......... 160,— Miete von Wohnungen .... 79690,— Sonstige Einnahmen..... 1343,40 81193,40 Mitgliederbewegung im Jahre 1927. Die Mitgliederzahl betrug Ende des Jahres 1926 .............. 703 Zugang im Jahre 1927 ........................ 66 769 Abgang im Jahre 1927 ............... 3 Mitgliederstand Ende des Jahres 1927 ..... 766 Die Haftsumme beträgt Ende des Jahres 1927 ........ 176800,— G.-Mark Das Geschäftsguthaben aller Mitglieder betrügt Ende 1927 . . . 57703,85 Gießen, den 31. Juli 1928. Dcr Borstaud: Fourier. Wölfer. Hamann. Müller. Benk. Allendörser. Einladung zur Hauptversammlung am Tamdtag, dem 20. Oktober 1928, abends 8% Nhr, im „Kaufmännischen BcreinShaus", Rordanlage 12. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Genehmigung der Jahresrechnung und Büanz sür 1927. 3. Verfügung über den Reingewinn. 4. Revisionsbericht. 5. Enllastung des Vorstandes und Aufsichtsrates. 6. Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat. 7. Verschiedenes. Gießen, den 10. Oktober 1928. Der Borstaud uud ttufsichtSrat. 9051D Drucksachen aller Art ■ ■ »le vrühl'fche UnlverfitStr-vntckeret, R. tauge, Gießen, Schulftr. 7. = = Wh reeten ihre Haare! darum senden Sie sofort etwas ausgekämmtes Haar zur kostenlosen, mikroskopischen Untersuchung ein, damit wir die Ursache des Haarausfalls feststellen können. Wir sagen Ihnen dann unverbindlich, was Sie dagegen tun können. —■ Rückporto erbeten. Diagnostisch - therapeutisches Haarinstitut _________Berlin-Lichterfelde SOI. 8005V Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 9010V Am 24. September 1928: bei der Firma Aron Griesheim in Beuern: Das Geschäft nebst Firma ist auf Aron Griesheim Witwe, Iettchen geborene Katz, in Beuern übergegangen. Am 28. September 1928: bei der Firma Heinrich Schneider in Gießen: Das Geschäft nebst Firma ist auf den Kaufmann Theodor Heinrich Ludwig Schneider in Gießen übergegangen. Die Prokura der Heinrich Schneider XIII. Ehefrau ist erloschen. Am 29. September 1928: bei der Firma Ernst Sarnes, Agenturen, in Dahenborn- Gießen: Der Sitz der Firma ist nach Gießen verlegt. Am 8. Oktober 1928: bei der Firma TB. kilbinger, Löwendrogerie, Nachfolger Inhaber Dilhelm Bralherig In Gießen: Die Firma ist -eändert in Löwendrogerie und Photo-Spezialgeschäft W. Kilbinger Nach, folger, Inhaber Wilhelm Bratherig. Gießen, den 10. Oktober 1928. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 10. Oktober 1928 bezüglich der Darmstädter und Rationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Zweigniederlassung Gießen, in Gießen folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 3. April 1928 unter Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafter ist der Gesellschaftsvertrag in § 5 (Umtausch von Aktien) und § 33 (Hinterlegung von Aktien für die Generalversammlung) geändert. 9009D Gießen, den 11. Oktober 1928. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. Das am 1. Oktober 1928 fällig gewesene Holzgeld kann im Laufe dieses Monats nod) ohne Kosten an unsere Stadtkasse oder deren Postscheckkonto Nr. 131 96 bezahlt werden. Lich, den 9. Oktober 1928. 9030V Hessische Sürgermeifterei Lich. ______________Geil._______________ Große Rast- und Zuchiviehversteigerung am Freitag, dem 19. Oktober 1928, mittags 1 Llhr, auf dem Selgenhof bei Ulrichstein. 902 D Zur Versteigerung kommen: 2 ältere Schlachtkühe, 2 jüngere Schlachttühe, 2 junge Stiere, ferner 15 junge Rin« besetztere zum Teil zur Zucht geeignet. Verkauf nur gegen Barzahlung. Gutsverwaltung Selgenhof. Menschen baben urkundlich, 15000Zeugnisse beweisen das, die Vorzüge, und Wirksamkeit der Kaisers Brust-Caramellen erprobt, also der JüngsteundderAelteste eines Stammes sind Nutzniesser dieser wohltätigen Erfindung, die keiner Schleckerei dient, sondern der Gesundheit der Menschen. Kaisers Brust-Cara- meUeu sind in ihrer Zusammensetzung gleichzeitig nahrhaft durch Malzextraktgehalt. Sie beugen vor, beseitigen vor allen Dingen schnell und sicher Hasten, Heiserkeit, Katarrh. Sie sind ein wahres Volksmittel. Beutel 40 Pfg. Dose 80 Ptg. Wer alt werden will, nehme Jung schon Kaiser*5 Brust-Caramellen mit den 3 Tannen Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. 90020 MW IW Wen doch am besten mit -wevg-LNavke als Beifutter. Kein gewöhnlicher Futterkalk. Deshalb auch sicherster Schutz gegen Knochen- lrankheiten. Man derlange unseren neuen .Ratgeber" gratis. Mrotlmn^Ä» Zu haben: In Gießen bei: Ernst Doll, Kaiser-Drogerie, Lindenplah 5. — In Langd bei: Wilhelm Dietz. 86IOV Schl nur mit dieser Schutzmarke! AvüutevhausLtMg Echutttraße 5 Spezialität: Alle Kneipp- AeMvSuter =„M BüthensMholz. Buchenrollen kauft ständig 9025V WallerGlüdf.HolzgroBlianillQng Dornholzhausen im Taunus Wolisachen niemals auswringen, sondern nur ausdrüdcen! Norm alwäfehe, Unterzeuge. Strumpfe, Handfchuhe, Decken urw. wäfcht man in fchwachwarmer Persil-Lauge. Leichtes Hin- und Herfchlagen und nachheriges Ausspülen in mäßig warmem Wasser reinigt diese Wäschestücke in bester Weise. Fa r b i g e Sachen wäfcht man kalt ! Wollsachen niemals auswringen, sondern nur ausdrucken! Zum Auffrifchen der Farben setzt man dem Spülwasser etwas Küchenessig zu und trocknet das Stück durch Ausbreiten auf einem weißen Tuch. wäschtUtot/e i wunderbar / Spezialangebot! 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Sin Tier stirbt selten an Krankheiten oder Altersbeschwerden. während der Mensch dem Feind seiner Gesundheit, de» täglichen Leben und seinen verderblichen Einflüssen unterliegt. Wollen 6U Ihren Kärver widerstandsfähiger machen, daß er diese Gefahren besser überstehen kann, dann nehmen Sie eine Seillang .Reichels Wacholder- Extrakt Marke Mediro". Er stärkt die KonstitutionSkratt. bewirkt lebbeftrm Stoffwechsel, steigert die Aktivität der LebenSkunktionen und hilft viele Krankheiten durch Ausscheidung von schädlichen Ablagerungen nnd Säuren an» dem Blute verhindern. In Drogerien und Apotheken erhältlich aber echt nur in Origtna lküllvngen mit .Marke Medieo ". Benimmt zu haben bei: 8952V August Aoll. Drogerie, Bahnhosstrahe öl Carl Seibel, Drogerie, Frankiurler Straße 39 Otto BZiUterboff, Drogerie, Kreuzvlatz 910. In Griinberg: finrl Schott. Ktonen-Drogerie. Moderne Befeuchtung 15” !15 Bestelle zu nebenstehenden Formen: 35 0... Mk. 0.75 --------------------------------------- 40 0 ... 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