• Nr. 189 Erster Matt 178. Jahrgang Montag. 15. August (928 «Tjch««»l täglich,«tzei Smotiag» iü Feiertags BfUegee; <8irfcf»a J^aiflenblditu tzeimal tm Bild "Die Scholle 2 Äri*t*arh unb 20 Reichspsenatg für Trüge» lohn, auch bei Richter» fch» ne«etN,elnerR -merR rnfoltz« höherer '$alt Iemspf chanschlSss«: 61. S< mb 112. 2»schrrfi fti Drohwach' rieten, lediger Oletze«. DelH jteiffirl ae Seh 1 IBM. GietzemrAilzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck ««d Verlag: VrihNsche Univerfttülrvuch. end Steinöraderel B. Lange In Kletzen. Schrlstleitnng und keschäflrftetze: 5chul|ttatze 7. liMbet »M Injrtace für bi* lageeneeuner die Nachmittag rerber. Preis für 1 mm hü he er Anzeigen von 27 mm reite önlich 8, ommärt» 10 Nerchspsennig, für Ke» 6lameanzeigen von 70 mm Brett« 35 Reichspsennlg, Platzvorschrist 20*. mehr. (Tbcfrebabteur Di Fnedr Dich. Lange. Berantmonlich für Tohnk Dr Fr Dich Lang, für Feuilleton Dr H Tbynot. für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für ben Anzeigenteil Kurf Hillmann, sämtlich in Gießen Oer Tag der Verfaffungsfeier. 3n der Htichshaupifiadt. — Reichspräsident von Hindenburg wohnt der Feier im Reichstag bei. — Iackelzug und Feuerwerk. OieFeier öerReichsregierung. trr ehemalige Reichsiustizmmifter Prof, «adbruch spricht im «eichstag. Berlin. 11. 3ufl. (WTB.) Zur Verfassung», feier war beule der Plenars aal de« Reichstages in überaus prächtiger Weise gc- «chmückt. Pie Tribünen waren mit grünen ®ir- landen und ben Warben de» Reiche« fledert. Heber dem Präsidium prangte do» Wappen de« Reiches und über der großen Ghrenloge hing die Standarte M Reichspräsidenten 5n wuchtigen Leitern war die Präambel der deutschen RcichSver- sosfui'g. von jedem Platze au» sichtbar, angebracht. Die Büsten S b e r t » und Hindenburg« in der Halle waren mit Blumen geschmückt. Gegen 12 Ubr betrat der Herr Reichspräsident do» Reichs tag^aebau de. und ihm folgten die Herren seiner Umgebung. Gr wurde aus der Treppe vom Reichsinnenminister S e v c r i n g und dem stellvertretenden ReichStagSprälidenlrn v. Äarborf f begrüßt. Oft» der Herr Reichspräsident wenige Minuten nach 12 11 bt bieDräsi - dentcnloge betrat, erhoben sich zu seiner Begrüßung sämtliche Teilnehmer b.r Stitt. - Roch musikalischen Darbietungen betrat Universitätsprofessor Or. I^adbruch da» Rednerpult, um im Ramen der ReichSregte- rung der Ration den Festgruß zum Verfassung»- tage zu überbringen Herr ReichSpraslbent! Deutsche Volksgenossen und VolkSgeoofsinnen! Richt Scharfsinn oder Weisheit einzelner schasst eine Verfassung, sondern dir allmächtige Geschichte Richt nur die Rational- ncdommlung von 1919 steht bestimmend hinter unterer Verfassung auch da» Grlebni« von 1914 ffinflt in ihr wieder Denken wir daran, in welcher Gesinnung dainol« die Besten und Tiefsten ßinouSzogen. ein Ludwig Frank etwa. Sie waren gewillt, als Frucht ihrer Kämpfe auch «in erneuerte», freiere» Vaterland heimzubringen Da« VolkSheer bedingte den deutschen Volksstaat. wir können der Verfassung des erneuerten Deutschland nicht gedenken, ohne de» kämpfenden und leidenden deutschen Volke» von 1914 bl» 1918 zu gedenken — und ohne dem Manne Ju danken, in dem sich deutsche Volkheit jener 'oge sinnbildlich orrbldjfel. Dem. der damal» da» Reich rettete, dem ersten Soldaten de» alten Deutschland, dem ersten Bürger de» neuen Deutschland, gilt unser ehrfürchtiger Gruß und Dank. Da» Volk, da» der Träger de» neuen Staate» ist. entfaltet sich in dem vielfältigen Reichtum kämpfen- brr Gruppen, Klassen und Parteien. Sprechen wir. ahn, daran Anstoß zu nehmen, die Wahrheit rückhaltlos au»; daß der Volksstaat ein Parteien- float ist. Fede Partei hat zu ihrer Ausgabe nicht» anderes als das v a t e r 1 n n d. Die Parteisland. punkte bedeuten die verschiedenen möglichen Aus- fastungen vom Wohle des Landes, jeder von ihnen von febem anderen mit Recht zu bekämpfen und jeder von ihnen von jedem anderen zu achten. Man beklagte oft die Schäden unseres Partei- nx|en»; ober nicht die Vielheit der Parteien ist der Grundschaben, sondern ihre Starrheit. Man sagt unseren Parteien wohl nach, sie seien in zu hohem Grade Interestenporteien. Do» Gegenteil ist richtig: sie sind in ,u starrem Maße Weltanfchau- ung»-. Uberzeugungsparteien. Wir müs- 'en hoffen, daß der Parlamentarfsmus allmählich iich die Parteien erziehen wird, wie er sie braucht. Unser politisches Leben ist aber nicht nur mit dem Gegensatz der Parteien belastet, sondern auch mit dem Gegensatz der Klassen. Der Untertan ist zum ctaotebürfler geworden, aber der Staatsbürger ist noch immer Wirtschaft», untertan. Den Arbeitnehmer zum kvlrlschast». büraer ju erheben, ist eine im Geiste der Verfassung selbst vorgezeichnete Ausgabe. 6» hieße ungeschichtlich denken, zu glauben, daß für unsere Clirlid)a!f»enlrelm Dunkeln. Jener Sturmwind, der das Kleine hinwegfegt, jener Donnerschlag, in dem die stimme be» Großen zu uns spricht, sie werden do sein in dem Augenblick, wo Oesterreich, von dem allen 'Völkern verheißenen Seldstbestim- mungsrecht Gebrauch machend, sich dem großen deutschen Mutterlande anschließen wird. Dann wird ein brauiender Jubel durch die deutsche Seele geben, ein Jubel, vergleichbar nur dem Jubel jenes Erlösung», und Befreiungstages. an dem der legte fremde Soldat deutschen Boden räumen an dem der Rhein, die Ptalz. die Saar wceder ganz unser fein wird. «»gibt keinen Deutschen, der nicht in diesen tH'lOrn_ Jorberangen der Vereinigung mit Oesterreich und der Befreiung der besetzten Gebiete mit allen anderen Deutschen einig wäre. Do» nationale versteht sich wie do» Moralische von selbst. Aber bah c» sich von lelbst versteht, ist nicht zum minbeften da« Werl der Weimarer Dersafsung. (Sine Verfassung ist wie ein Schild, der seinem Träger um so lieber wird, je mehr Schrammen und Rarben vergangener Kämpfe er zeigt. Wie unendlich viel Leben ist in da» Fuicdament unserer Verfassung eingemauert worden! Rn der Stelle, an der ich stehe, grüßte mit einem unvergeßlichen Klang in der Stimme, mit einer unvergeßlichen Handbewegung Friedrich 6 b er 1 den Sarkophag, der Walter Ralhenau» sterbliche Hülle barg, der große Staatsmann, der daS Reich zum zweiten Riale gründete, den großen Staatsmann, der die neue Außenpolitik Sc« Reiches am sichtbarsten vertrat, beide urngeiiert von der Verleumdung, beide Opfer der Pflicht bi« in den Tod. Und wieviele Ramenlofe haben neben ihnen für diese Verfassung gekämpst und geblutet! Bürger und Bürgerinnen der deutschen Republik, da« Banner, daS schwarzrotgoldene Banner, wird stehen, die Weimarer Verfassung wird stehen, die deutsche Republik wird stehen. Rach Professor Radbruch» Rede wurden musikalische Darbietungen zum Vortrag gebracht. Sodann nahm Reichskanzlei- Hermann Müller daS Wort zu solgenden RuSsührungen: Herr R etch«t räsidcntl Meine Damen und Herren! Wenn da» deutsche Volk ht seiner Mehrheit auch heute wieder den Tag festlich begeht, an dem die in Weimar in schwerster Zeit geschaffene Bedas- sung die gesetzliche Grundlage dcS Reiche« wurde, so darf e« da« mit stolzer Genugtuung, denn diese erste große staatSrechtl.chc Schöpfung nach dem tragischen RuSgong be« Weltkrieges in einer Zeit grenzenloser innerpolitischer Rot und Bedrängnis war eine Ta t ungebeugten deutschen Lebenswillen». ein lebendiger Beweis für ben nationalen Zusammenhalt des ganzen Volke«. 3n allen feinen Stämmen und Schichten und ein starke« Bekenntnis zum freiheitlichen demokratischen Volksstaat. Immer mehr wächst von Jahr zu J thr die Zahl derer im t eullche > Volke, die dankbar und sreudig die Wiederkehr be« Geburtstage« der Weimarer Verfassung feiern. 3n dieser Feierstunde wollen wrr alle erneut geloben, für den Schutz und die Achtung Oie Besatzung verbietet den Bahnbau in Rüsselsheim. Endgültige Entscheidung der Besahungsbehörde. - Schwere Schädigung der hessischen Wirtschaft. Rüf|e(»beim, 11 Aug. (Canbe»prrfMHrnff.) Die feit Jahre »frist zwischen Reichsbahn und Bf- satzung»behörde gepflogenen Verhandlungen wegen der Erweiterung de» Rüsselsheimer Bahnhof», sind von der Besatzungsbehörde endgültig ablehnend beschleden worben. Der vor fünfzig Jahren gebaute Rüsselsheimer Bahnhof konnte bekannlllch den ins riesenhafte gesteigerten Personen- und Güterverkehr nicht mehr bewältigen, so daß sich die Opelrocrfe gezwungen sahen. einen eigenen verlade- Bahnhos von mehreren ftllomeler Ausdehnung anzulegen, der mit der Reict^dahnllnie durch An- schlußgleis verbunden werden soll. Die Genehmigung der Ausführung diese» Anschlußgleise» macht die Besahungsbehörde von den. die Rhein- landräumung betreffenden politisch - militärischen Fragen abhängig, obwohl keinerlei Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Maßnahmen der Opelwerke und dem militärischen Belange der Entente besteht. Diese durch nicht, gerechtfertigte Ablehnung stellt nicht nur eine schwere wirtschaftliche Schädigung der deutschen Industrie dar. sondern bedeutet auch eine Gefährdung de» Personenverkehr» Frankfurt a. 211.—Büffet •- heim, der heute bereit» durch die Materialkran»- porte der Opel werke stark überlastet Ist. Die Rheinlandräumung. Frankreichs unmögliche vedingungen. London, 11. Äug. ($11.) Wie der diplomatische Korrespondent deS .Daily Telegraph" hort, ist eine Fühlungnahme der deutschen Regierung in Den europäischen Hauptstädten in 5er Frage der Rheinlandräumung erfolgt. weil die deutsche Regierung die Rheinlandräumung während der Seplernbertagung de« Völkerbünde« anzuschneiden beabsichtige Da« Ergebnis sei nicht befriebigenb gewesen, weil Pan« klar zu verstehen gegeben habe, daß eine frühere Räumung nur edobjen könne 1 wenn eine dauernde internationale Kontrolle über die cntmtlitarlfiertc Rheinlandzone errichtet werde und 2. eine endgültige Abänderu na de« DaweSplanes entsprechend den Wünschen Frankreich« edolge. d. h. ein wesentlicher Teil der DaweSzahlungen bald mobilisiert werde. Diese beiden französischen Forderungen habe sich auch Belgien zu eigen gemacht und außerdem noch die Einlösung von 7 Milliarden Franken verlangt, die während de« Kriege« von den deutschen 1^'atzungsbehörden in Belgien auSgegeben worden seien Sa« belgische Kabinett zeige sich in die'er Frage unnachgiebig. Weiter hört der Korrespondent, daß die i t a l i c • nifche Regierung entschloßen sei. sich nicht von den RäumungSverhandlungen auSschließen zu lasten, weil die'e Frage nicht nur die Besatzungsmächte. sondern alle alliierten Hauptmächte an- gehe. Der Londoner Berichterstatter des . TempS" erklärt, daß die Frage der Rheinlandräumung, ob sie nun anläßlich der Unterzeichnung de« Kellvgg-Pakte« oder in der BöllerbundSver- fammlung aufgcroUt werden möge, nicht Gegenstand einer gesonderten Erklärung der Londoner Regierung sein werde. 2n gut unterrichteten Kreisen sei man der Ansicht, daß da« Zusammengehen der drei Beladungsmächte heute mehr denn je Gebot sei. und daß die aus "bie deutschen Dorfühler zu erteilende Antwort Gegenstand der Beratungen zwischen London, Pari- und Brüssel fein müsse. ®« scheint, daß bei den anderen im Augenblick nicht allzuviel Sympathie für eine Lösung de« Rheinlandproblems herrscht Man soll sich jedoch gesagt sein lassen, daß Deutschland eher auf eine vorzeitige Räumung verzichten wird, al« neue Tribute aus sich zu nehmen. Wenn man au« dem Geschäst. daß ursprünglich nur finanzieller Art sein sollte, jetzt ein Geschäft politischer Rakur machen will, so kann dem von deutscher Seite allerdings nur entgegengehalten werden, daß d.e« für un« auch nicht im geringsten in Frage kommt. Weder dauernde Kontrolle, noch territoriale Sanktionen im Osten find für un« akzeptabel. Die Rheinlandräumung ist für Deutschland vielmehr eine Rech t«frage . d e bereit« im Versailler Vertrag geklärt worden ist. Entweder — oder! raß Echo de Paris zu der Frage der Rßeinlandräumung Pari«, 11. Rüg. (WTB.) DaS Scho be Pari- schreibt mit Bezug auf die Rachricht über eine bevorstehende Offensive Deutschland« wegen der Rheinlandräumuna: Deutschland will seine Karten offen auf den Tisch legen und gleich beim ersten Male so weit gehen, wie e- gehen kann. Wenn unsere Forderungen über seine Vorschläge hinauSgehen sollten, so wird e« endgültig auf die dadurch aussichtslos gewordenen Verhandlungen verzichten und den Frist ablauf 1930 und 1 935 a b tt> a r i e n. Wir treten jetzt die Aktion an. Streseinann spielt ’eine Trümpfe au«. Seine Locarnopolitik muß letzt au m Ziele führen ober scheitern. Die Rheinlandräumung ist da« Hindernis, auf das sie stöß:. ober b a« Sprungbrett, non bem ou« sie sich triumphierend erheben wird. Hier werden Frankreich und Deutschland ihr Versöhn ung S- f c ft feiern, ober bie Unmöglichkeit biefer Versöhnung feft ft eilen Strcfemann hat für sich alle Konzessionen, bie wir seit Jahren gemacht haben unb bie. wenn fie un« nicht zu einem Zusammengehen mit Deutschlanb führen nur bie Wirkung haben, untere Kraft ihm gegenüber zu schwächen. Da« Matt kommt bann auf bie von der deutschen öffentlichen Meinung geforderte Ablehnung einer Gegenleistung, insbesondere in Form eine« Oftloca rnoS, zu sprechen und erklärt. eS handele sich um eine ernste Frage, bei der daS Schicksal Frankreich« auf bem Spiele stehe. Die Ehre unb ba« politische -Interesse geboren Frankreich, ben polnischen Verbündeten nicht im Stiche zu lassen- andererseits bad man un« aber auch nicht zu Sklaven b e r Vergangenheit machen. Man sagt uns: »Klammert euch nicht an bie traditionelle Sicherheitsgarantie der Strategie unb ber BündniSpolitik. wählt lieber bie moralische Garantie, bie euch durch bie Freundschaft mit Deutschland gewährt wird." Ist ein Kompromiß zwilchen diesen beiden gegenseitigen Auslassungen möglich?, so fragt ba« Matt zum Schluß ber Reich«i>edassung unb ihrer Spinbole einzutreten, indem wir, worum id> Sie Herr Reichspräsident, unb Sie meine Damen unb Herren bitte. In ben Rus ein stimmen da« in der Republik geeinigte deutsche Voll, e« lebe hoch' Die Versammlung stimmte darauf in dielen Hochruf ein und lang bann die erste unb letzte Strophe be« Deutschlandliede«. Dann erhob sich der Reichspräsident, begrüßte die Ikr- sammfung unb verließ den Plenarsaal, womit die Feierlichkeit im Reich«!agSgebäude ihr Gnde erreicht hatte Währenb ein Flugzeuggeschw ider über bem Festplatz kreiste, begaben s,ch der Reichspräsident unb bie Mitglieder de« RcichSkabinett« durch ba« Houptportal auf die Freitreppe Dort, vor bem ViSmarck-Denkmal. hatte eine ö b r en- kornpagnie der Reichswehr Aufstellung genommen, deren Kapelle die n ach Tausenden zählenden Menschen auf dem festlich geschmückten Platz der Republik mit Musikrorträgen unterhielt. Brausender Jubel edcholl. al« Reichspräsident v Hindenburg aus der Freitreppe erschien Der Reichspräsident schritt zusammen mit dem Reichswehrminkster unb den übrigen Herren seine« Gesolge« die Front ab Die Musik spielte da« Deutschlandlied da« von ber Menge entblößten Haupte« mitgelungen wurde. Unter immerwährenden Hochrusen verließen der Reichspräsident unb die Minister m ihren Wagen den Platz VersüffungSseier in derKrolloper. Festrede de« Verliner Lberbürgermeisker». Berlin. 11. Aug. (WB ) Die Reich«regtc- rung. die preußische Staatsregierung unb die Stadt 'Berlin veranstalteten heute abend in der SlaatSoper am Platz der Republik eine gemeinsame Feier de« neunten Jahrestage« der Weimarer Dersassung. Da« m neuem Gewände wiedererstandene Gebäude der Kroll-Oper war außen und innen prächtig ge'chmückt lieber der Bühne wölbten sich riesige Flaggen de« Reiche« unb ber Stadt zu einem Baldachin, unter dem die Vesangchöre und die Orchester ihren Platz hatten. In der ersten Reibe de« edten Range« saßen Reichskanzler Müller. Kultusminister • Dr Be cke r , der erste Vizepräsident be« Reichstage«, v. Aarborff, unb Oberbürgermeister Bäh Mit ihren Gemahlinnen und ber päpstliche Runtius Pace 1 li. Weiter fah man In bunter Folge bie Reichsminister ® r oe n e r, Dr. Hilferding. v Guörard, Schätze! unb Dietrich, StaatS'ekretär Dr v Schubert, die preußischen Minister Grzesinski, Dr. Höpker-Aschofs und Dr Schmidt unb viele andere Persönlichkeiten. Besondere Aus» merksamkelt erweckte auch bie Anwesenheit von Frau Hugo P r e u ß . Albert 0 i n ft e i n , f Zobel11tz . Suber mann. Dr Damaschke. Der musikalische Üe'l dr« Programm-, bei dem der Dirigent Dr Wilhelm Furtwängler, die Sopransolistin Frau Lotte Leonhard. der K.ttellche clhor die Knaben be« Staat«- unb Domchor«, ba« Berliner Philharmonische Orchester unb ba« Berliner Stzmphonie- Orchefter mitwirkten, wurde eingeleitet mit bem conccrto grosio für Stre-chquarteN von Hänbel, dem sich ber Dortrag be« 150 Psalm« von Anton Bruckner für Lhor, Soli unb Orchester anfchloß. Rachdem die letzten Töne verhallt waren nahm Überbürgermeiffer Böß da« Wort zu einer temperamentvollen Festrede, in ber et u. a. folgende« auSführte Meine Damen unb Herren! Die wir heute leben und arbeiten, wir bauen eine neue Welt, nicht mir für unser Doll, sondern auch für die Völker ber ganzen Welt. Wir bauen mit bem unzerstörbaren Opi miSmu«, ben nur ein junge«, kräftige«, an Körper und Deist gesunde« Volk zu eniwickeln vermag. Wir haben getragen, wa« un« ein unerbittliches Schicksal, wa« eigene unb fremde Schuld un« auf erlegten. Aber wir haben Männer geianden al« Führer unsere« Volle«, die sich für be« Vaterlandes Auferstehen opferbereit ein* seh.en und Gesundheit und Leben Hingaben für UNS alle: Srzbetger, Rathenau. Gbert Ehre ihrem Andenken! Unb wir haben heute einen Führer an der Spitze der Republik, unseren R e i ch « p r ä s i be n t e n von Hindenburg, zu dem wir auilchauen in Siebe unb Verehrung unb Danttxrrkeit, zu dem Manne, der in unstillbarem Pflichtgefühl, in unzerstörbarer Arbeitskraft. in Ruhe unb Besonnenheit erfüllt von tiefster Vaterlandsliebe sich für un« eingesetzt und ba« Ansehen deZ deutschen Dr/ke« m der Welt wiederhergestellt hat. Mitten im Werden! Mitten in der Unruhe ber Rationen untere« ®rb* balle«, dce die Rachwirkungen de« Weltkriege« in so mannigfacher Beziehung darstellen, steht ba« deutsche Voll von heute, ohne Wehr unb Waffen, unb doch in hochgeach.eter Stellung. Wir wirken und leben in friedlicher Arbeit. Wir haben ein neue« Reich aufgebaut, wir haben bae alle nicht zerstört. Wir fetzen ba« Reich Bismarck« fort, wir bauen in feinem Geiste nicht zuletzt. Wir finb heute soweit, baß andere un« wieder aufsuchen, um wieder von un« zu lernen, unb wir freuen un« dieser Tatsache. Wir Deutsche haben es nicht vergessen daß wir drauf und dran waren, einen Bürgerkrieg ent* fesselt zu sehen, wie er furchtbarer nicht gedacht t Oie Wetterlage OieToienfeier für Stefan Raditsch Am Grabe -es kroatischen Bauernkönigs.—Ruhe in Agram e*f*e*fw <9 «V 9 •*» • •e'*’» • e«e•«* »,,nr üitW* **1 «• •*'*’< 0- ec ee- SUOOM« »««’**• L* entsprechen im wesentlichen dem Grundsatz des 6c- i setzcs, und ich befürworte die A u f h e b u n g jener Bestimmungen des Gesetzes, die eine neue Quote nberechnunp verlangen. Hoover schloß seine Rede mit einer Verherrlichung de» Präsidenten Eoolldge, der, wie er sagte, der Geschichte des Landes das Siegel seiner Recht« schassenl-eit und seiner Staatskunst aufgedrückt habe. Hoovers Programm. Ter repnblikanischc Präsidentschaft^ kandidat über daß Einwandcrungsgcsetz. San Franzisko, 11. Auq. (WTB.) 3m (Station der «tanford-Universität in Polo Alto fand '»eilte der feierliche Akt statt, in dessen Verlauf der frühere Handelsminister Herbert Hoover offiziell von seiner durch den Republikanischen Partei« tongreß von Kansas City vollzogenen Wahl jum Präsidentschaftskandidaten der Partei in Kenntnis gesetzt wurde. Hoover nahm die Nomination formell an und zeichnete in längerer Rede die Umrisse seines politischen Programms. Er sprach sich für eine wirksame Durchführung der Prohibittonsgcsctze aus, gab jedoch das Vorhandensein gewisser Mißstände zu. die aus der Durchführung des Alkoholverbotes cntfton den seien. Sehr ausführlich beschäftigte sich Hoover mit der Frage einer st a a t l i ch e n Hilfsaktion für die garmrr, die er als das dringlichste Problem der Ration bezelchnete. Er lehnte die Be- milligung staatlicher Subvention ob und erklärte, die Hilfe für die Former müsse in einer Erhöhung gewisser Zollsätze, in der Verbesserung und Verbilligung des ^rachtvcrkehrs und in dem durch staatliche Unterstützung geförderten Ausbau kooperativer Derkaufsge- nossenschaften bestehen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat vermied es, den Romen feines demokratischen Gegenkandidaten zu nennen, richtete jedoch an die Hörer, die seiner burdi Rundsunk verbreiteten Rebe lauschten, einen leibenschaftlichen Appell s ür religiöse D u l b s o m k e i t, der im Hinblick auf die Angriffe, die von einem Teil der amerikanischen Presse gegen Gouverneur Smith wegen seines katholischen Glaubens gerichtet werden, feine besondere Bedeutung nicht verfehlen wird. Auf die aktuellen weltpolitischen Probleme ging Hoover nicht ein. Er begnügte sich lediglich mit der Erklärung. daß die auswärtige Politik dem Frieden und der Idee der Abrüstung dienen müsse Zugleich tprnri) er sich für die Erhaltung einer Flotte aus, die ben Erforbernissen der nationalen Verteidigung entsprech,. Von l',sonderer Bedeutung ist es daß sich der republikanische Präsidentschaft»- tandioat gegen die berüchtigte Ur- sprlingsklausel des Einwanberungs- g e s e tz e s aussprach. Auf Grund dieser Klausel sind bekanntlich Bestrebungen im Gange, die deutsche Einwanderung aus die Halste der zur Zeit geltenden Quote herabzusetzen Er erklärte, wir werden das Einwanderungsgesetz abändern, um unnötige Hörten für die Familen der Einwanderer zu beseitigen. Al» Mitglied de» Ausschusses, dessen Ausgabe e» ist, die Einwanderungsquoten noch ben Be- himmungen de» Gesetzes über die nationale Abstammung festzusetzen, habe ,ch gesunden, daß e» unmöglich ist. die» ohne Hörten zu tun. Die jetzt bestehenden Einwanderungsquoten Agram, 12. Aug. (TU.) Die Bestattungsfeier, lichkeiten für Stefan Raditsch sind 'M allgemeinen u n g e st ö r t o e r l a u f e n. Die Leichenfeier wurde zu einer starken Kundgebung des St r o atentum», nicht nur durch die ungeheuere De tciligung, sondern auch durch die bedeutsamen politischen Reden, mit denen sie eröffnet wurde. Die Feier dauerte etwa acht Stunden. An dem Leichen zug beteiligten sich mehr als 100 000 Menschen, die zahllosen Zuschauer nicht mitgerechnet. Während der letzten Tage hatten sich Abordnungen von Bauern aus allen neuen Provinzen des jugoslawischen Staates eingefunden, Kroaten, Slowenen, Dalmatiner, Bosnier, Herzegowiner, Wojwodiner, Bunjevaren usw. Eine Gruppe von 50 Bauern aus Süddalmatien ist in viertägigem Fußmarsch zu der Beerdigungsfeier gekommen. Nur die altserbischen Gebiete und Montenegro waren nicht vertreten infolge der Absagen, die ihnen durch die Kroaten zuteil geworden waren. Auch tschechoslowa- kische und polnische Parlomentsabordnungen waren erschienen. In dem geräumigen Hof des Bauern- Heimes wurden einige tausend Kränze niedergelegt, die von den verschiedenen Ab- ordnungen dem Sarge vorangetragen werben sollen. Unter ihnen befand sich, vom kroatischen Bauern- rebelten Mathia» Gubetsch gestiftet, ein Dornen- krau; mit den kroatischen Nationalfarben, an dem die Reooloerkugcl befestigt war, bk Ra- ditsch am 20. Juni in der Skupschlina oernmn- det Hot. Dieser Kran; wurde später im Leichen- zug von den beiden ebenfalls in der Skupschtino verwundeten Abg. p c r n a r und ltzvondja begleitet. König Alexander hatte einen großen Lorbeerkran; au» reinem Silber mit Goldbuchstabcn gesandt: die eine Schleife trug die Inschrift: „Stefan Raditsch, die zweite ..Alexander'. Der Kran; rourbc im Leichenzug von vier Gordeunteroffizicren dem Sarge vor- angetragen. Als Vertreter des Königs nahmen der Kommandeur de» 6. kroatischen Armeekorps, Generat Matitsch, in Begleitung de» Divisionsgenerals Sreckowitsch teil. Die Baucrnabordnungen in ihren malerischen Volkstrachten, begleitet von Tausenden von Fahnen und Standarten erfüllten den weiten Zriny-Platz vor dem Bouernheim und die angrenzenden Straßen. Um 15 Uhr wurde der Sarg aus dem Bauern- heim aus ‘ben Platz gebracht und vom Erzbisckof oon Agram, Dr. Bauer, unter großer geistlicher Assistenz eingeseanet. Kroatische 'Abgeordnete trugen den Sarg, die Angehörigen folgten ihm unmittelbar. Rach der kirchlichen Zeremonie hielten vom Bal- kon des Bauernheims herab zehn führende Poli- tiker Nachrufe für Raditsch. Der neue Präsident der Bauernpartei, Dr. Matschek, erklärte: „Ra- ditsch war der ungekrönte König von Kroatien. Er hat 40 Jahre lang die Domen- fronc getrogen. Die Belgrader Machthaber hatten beschlossen, ihn zu töten. Aber seinen Geist konnten sie nicht umbringen. Er weilt unter uns und wird uns zum endgültigen Siege führen. Alle Kroaten werden für ewig durch ben Heist Rabitschs geeint, seinen Komps weiiersühre^, bis sie ihre Freiheit erringen." Mittag war bereits vorüber, als sich der ungeheure Trauerzua in Bewegung setzte. Turner mit gezogenem Säbel ritten an der Spitze de» Zuges. Eine unübersehbare Menschenmenge bildete auf dem ganzen Wege bis zu dem an der Peripherie von Agram liegenden Friedhof Spalier. Am offenen Grabe hielt der Bauernabgeordnete V a l c t s ch i t f ch die Abschieds- rede. Raditsch ist vorläufig zwischen den beiden on- deren Opfern des Skupschtina-Attentats begraben worden. Seine Leiche wird demnächst in die Fried- hosskapelle übergeführt und später in einem Mauso- leum beigesetzt werden. Die Auionomieforderung der Kroaten. Ein selbständiges Kroatien im Nahmen des südslawischen LtaateS. Wien, 11. Aug. (WB.) Der Sonderberichterstatter der ./Heuen Freien Presse" in Agram hotte eine ilnterreöuug mit den Führern der bäuerlich-demokratischen Koalition, Dr. Moeck und Pr ibi tschewi tsch. Dr. Maeck äußerte sich über die politische Situation u. a. folgendermaßen: Schon da- Attentat vom 20. Ium m der Skuplchttna hat all da- vollkommen zerstört, was die südslawische Idee beim ilmfturx mit sich gebracht hat und waS seit dem Jahre 1924 geschossen worden war, um eine Verständigung zwischen den Kroaten und Serben zu erzielen Ietzt. insbesondere nach dem Tode unseres Führers Raditsch. hat sich die Sachlage noch mehr zugesp ht. und im kroatischen Dolle hcrr'cht d e Meinung vor. daß ein Zusammenleben mit den Serben nicht möglich ist. Wir Kroaten sind heute insofern besser daran als im Jahre 1918. als nun auch b i c hiesigen Serben sowie jene in ben übrigen ehemals österreichischen Ländern ein- gesehen haben, daß die Dinge einen ganz anderen Verlauf genommen haben, als man sich damals vorgestellt hat. Jetzt sieht man ein, daß die Sprache allein nicht genügt, um eine einheitliche Nation zu bilden. Auch mir haben uns getäuscht, und biejenigen, ine diesen Staat geschossen haben, haben sich die Sache zu einfach oorgcslcll!, wenn sie glaubten, das, eine Nation schon die logische £otge einer Sprache ist. Es kommen eben noch andere l( m ft ä n b c in Betracht, um eine .‘Ration zu schaffen, und zwar Kultur und, was noch wichtiger ist, die geopolitische tage. Die Lander der einstigen österreichisch-ungarischen Monarchie waren westliche ftulfurnationen. Die Serben im alten Königreich hatten by , an - t i n i s ch e Kultur. Die weitere Entwicklung der Dinge hängt seh« von Belgrad und dessen politischer Einstellung ab. ID i r wollen ein felbfländigeskroatien, wenn wir auch au» aufzenpolitischen Gründen gegen eint Los- Irennung sind. Gs war eben ein schwerer Fehler, das) man die historische Individualität und die Grenzen ter* Wischern wollte. Kroatien war im Frieden ein eigener Staat und es kann un- natürlich nicht Passer., das, wir jetzt weniger haben sollen, als wir früher gehabt haben. Welches Maß von Föderation wir haben, hängt natürlich vom Handeln ab. 3c mehr Freiheit und Selb- ständigkeit. desto besser. Gemeinsame Gren-ea gemeinsamer Zollgebiet, gemeinsame auswärtige Vertretung: gut! Öfter schon ob ein gerne infam« Heer nötig ist. darüber läßt sich streiten, um unsere Forderungen durchzusetzen, haben totr vor- schicdcne Mittel, die noch Geheimnis sind. Die Eteuerverweigerung allein wird nicht genügen. Ich hoffe aber, daß sich alles auf friedlichem Wege lösen lassen wird Sveiozar pkibitschewitsch machte über die politischen Pläne der bäuerlich- demokratischen Koalition folgende Mitteilungen: „Dor allem möchte ich seststellen. bah alle untere Bestrebungen sich im Rahmen des südslawischen Staates halten. Auch wir wollen keine Sprengung des südslawischen Staates. sondern eine Aekonstruktio n feiner inneren Form, aber eine a rü n b l iche Rekonstruktion auf her Dasis völliger Gleichberechtigung und Ebenbürtigkeit und auf der Grundlage einer weitestgehenden föderativen Ausgestaltung unserer Dersassnng, über die wir noch beraten. Wenn hierbei von einer Personalunion zwilchen Kroatien und ©erbten gesprochen wird, so scheint mir das zu weitgehend zu fern. Unser ZiLl ist ein Föderalismus, wc ledes südslawische Doll alles, was die Sicherheit und das Leben in dem Gesamtstaate unbedingt er» sordern, in völliger Autonomie und im eigenen Wirkungskreis selbst verwaltet. ES hat sich eben gezeigt, dah die zentralistische, dureaukratische Derfassung. wie man sie jetzt mit allen Mitteln in Delgrad propagiert, nicht gehalten hat und sich nicht halten laht. Wir werden untere Wünsche und Forderungen durchsetzen, da die Bevölkerung Kroatiens gc» schlossen hinter uns steht. Wir werden Ruhe und Ordnung bewahren, die von der Führung ausgehen wtrd. Wir werden aber den Kampf fortsehen zmd nicht früher nach Belgrad in das Parlament zurückkehren, bis unsere prt- mären Forderungen erfüllt sind: Das find die Einsetzung einer neutralen Regierung, die Ausschreibung von Neuwahlen und deren unbednftubte Durchführung." totrten rann. Dir h-b«, -L-- auch mcht »«gellen. t>o5 die »otitito Stnllcht und Te- !°nL-nheU Zri-d-tch Eber s da- husche Dvlk damals vor ungeheurem Unglück bewahrt hat. Wir wällen es ihm danken, wenn es uns einst besser geht, und heute schon, wo wir den Kopf wieder heben. Den Abschluß der glänzenden Feier bildete bie Uraufführung de« „Hymnus zur DersassungS- feter" unter dem Dirigent en st ad feines Kompo- mften Waldemar v. Bansin em. Der Hymnus klang aus in das Deutschlandlied, dessen erste Strophe der Thor und dessen dritte Strophe die gesamte Festversammlung mitfaug. Dam, begab sich die Festversammlung nach den reservierten Inbünen vor dem Moli ketten kmal, den ein Fackelzug von Tausenden von Teilnehmern passierte. Sin geselliges Beisammensein in den Festräumen und aus den Terrassen der Staatsoper an dem Platz der Republik beschlosi den fest- lichen Abend. Das Deutschland-Feuerwert aus der Grünewald-Rennbahn. Berlin, 11. Aug. (S^L) Anläßlich des Der- sassungstages fand am Samstagabend auf der Grünewald-Rennbahn ein großes Deutschlandfeuerwert statt. Zwei Musikkapellen unterhielten da- sich allmählich ansammelnde Publikum V,» Stunden vor dem eigentlichen Feuerwerk durch ein großes Promenaden-Doppelkonzert. Dor etwa bOOOO bis 70 000 Zuschauern wurde daS riesige Feuerwerk abgebrannt. Die einzelnen Fronten dieses gigantficyen Deutschland-FeuerwerkeS hatten eine Ausdehnung von 250 Meter und bestanden in der Dorführung ganzer leuchtender Bilder- gruppen. Taufende von Leuchtkugeln, Kometen. Schwärmer und Bomben in den herrlichsten Da- riationen begleiteten btt einzelnen Bilder Außerdem wurden wahre Wunder der Pyrotechnik gezeigt, die ihren Höhepunkt in dem Aufstieg von zwei feurigen Hohlkugeln im Umfang von vier Meter mittel« Raketenantriebes fanden, die gleich- lam die ersten Modelle zum Raumluftschiff bil- beten. . „ Das erste Bild „UnierbemReichsadler bestand auS einem mächtigen Aehrenseld mit goldenen Riesengarben uno bunten Feldblumen, über dem schiw^nd der Reichsadler schwebte. — 3m zweiten Bilde, das der Kunst gewidmet war. stürzte kaSkadenartig ein märchenhafter Silber- Wassers all in ein mit zwei feuerspeienden Drachen verziertes Becken. Zu beiden Seiten leuchteten die Porträts von Wagner und Beethoven auf. — Das nächste Bild war dem Turnvater Zahn gewidmet. Gin weiteres Bild zeigte den deutschen Geist und die deutsche Arbeit: In der Mitte des BildeS stand die markante Figur eines Schmiedes am Amboß bei der Arbeit, während zu beiten Seiten die großen Porträts teS Grafen Zeppelin und seines RachfolgerS Dr. Eckener aufleuchteten. Drohe Feuerräder " mit Sirenengeheul versinnbildlichten die Tatkraft der deutschen Industrie und Technik, während die Front von Modellen des neuen Luftschiffes „L. L 127“ und des OzeanfluZeuges .Bremen" überzogen wurde. Auf vielseitigen Wunsch wurde die Wiederholung deS phänomenalen Tannen- berg-BildeS mit dem gewaltigen Denkmal auS nem Hindenburg-Feuerwerk vom vorigen Iahre gegeben In der Schlußfront leuchteten links und rechts die Porträts des ersten Reichspräsidenten Ebert unb des gegenwärtigen Reichspräsidenten v. Hi nden bu rg auf. ^wahrend in der Mitte in Feuerschrift die Worte zu lesen waren .Alles sürs Daterland". 'Die Front schloß mit dem Aufstetgen der herrlichsten Bomben und dem märchenhaften Aufleuch- ' ten des ganzen Grunewakd-Halbkreises. DaS Fest wurde beendet mit dem gemeinsamen Absfngen deS Deutschlandliedes. Ruhiger Verlaus der Wilnaer Legionärstagung. Warschau. 12. Aug. (WB.) Die Wilnaer Legionärs-'Tagung nahm einen überaus festlichen Verlauf. Es beteiligten sich daran Marschall P i l s u d s k i. sämtliche im Lande anwesenden Minister, zahlreiche Generale und Offiziere und die aus ganz Polen hei beigeströmten Wasfenaefährten des Marschalls. In der reich mit Fahnen geschmückten Stadt wogte eine viel tausendköpfige, festlich gestimmte Menge. Unter den zahlreichen aus dem Auslande herbergeeilten Pressevertretern befanden sich auch sieben litauische Iour- na listen, die unter ausdrücklicher Zustimmung des litauischen Ministerpräsidenten Woldema- ras und der polnischen Behörden den Abend vorher die sonst gesperrte Grenze im Auto passierten. um der Tagung beizuwohnen. Den Hauptpunkt des Festes bildete der mit Spannung erwartete Dort ragMarschallPilfudfkiS. der ein unpolitisches Gepräge trug Der Dertrag war wesentlich eme Derhrrr'ichung seiner Vaterstadt Wilna, untermischt mit lote aneinanberge- reihten Erinnerungen au» den Tagen des Well- kriege» und der ersten Iahre deS wredererstan- benen Polens. Pilsudski schloß feinen Dortrag mit dem Appell, daß der heutige Feiertag so begangen werden möge, wie der Tag der Befreiung ter Stadt, woraus stürmische Begettze- rungsruse folgten. Die Feier schloß mrt dem von sämtlichen Tterfammtllen gelungenen Soldaten- Ired von der ersten Cegitmärbrtgate. Gesetze, mit denen die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen verbunden ist: Äbleh- nunq des Bodenreformgefetzenlwurfes (Wohn-Heimstättengesetz): Ablehnung oon Lenderungen des Bürgerlichen Gesetzbuches zur Schaffung eines sozialen Miettechtes; Lenkung derReal- fl c u e r n ; keine neue Aufrollung dec Aufwertungsfragen. Der erste Vorsitzende dcs Kartell» des Rcichsausschufses der deutschen Mittelschicht und Vorsitzender de» Kartells für geistiges Eigentum. Dr. Eberling, behandelte das Thema „Die Sendung ter teuZlä»en Mittelschicht'. Der Vertreter der österreichifchen Hau»desitzerorganisationen, S ch r ä l t, gab seinem Bedauern Ausdruck, daß bic österreichifchen und deutschen Hausdesitzer- organisationen noch nicht zu einer Ardeitsgemem- schast zusammengcschlosien seien. Lin Auto gegen einen Zug gefahren. Auf einem fchrankenlvfen Bahnübergang auf der Strecke Olpe - Finnentrop fuhr da- Auto eine# Geterfabrifanten gegen die Lokomotive eine- Personen,zugeS. Da» Automobil wurde etwa sechs Meter zurück g-c^chleu- d e r t. Durch den Anprall erplodierte der Benzintank. Eine gewaltige Feuergarbe fchoß aus dem zertrümmerten Wagen hervor, so daß die in der Rähe befindliche Tclegrapheirdrähte durchbrannten. Der Fabrikant, der mit schrecklichen Brandwunden und anderen schweren Der- letzuirgen unter den Trümmern hervorgezogen wurde, st a r b kurz darauf. Sein Sohn, ter da» Auto steuerte, erlitt einen Schädelbrvch und schwere Schnittwundei^. HHctec ein Opfer ter schrankenlosen Bahnübergänge. Auf ter fchienengleichen, unbewachten lieber- fahrt vor Bahnhof Hafenlohr bei Aschaffenburg wurde durch einen RebenbahnMg der 80jährige Adam Grcscr aus Hafenlohr üb er fahren und _ Getötet Nach Zeugenaussagen kann dem Zua- sührer keine Schuld beigemessen werden. Der alle Mann wäre nicht in ben Zug gelaufen, wenn erb- nungk IN ästige Schranken vorhanden wären. Es ist dies die gleiche Stelle, an der vor einiger Zeit ein Auto vom Zug erfastt wurde. 3n ten Bergen vermlstt Der 25jä()rifle Rudvl' Beer au» Graz und ter 32jährige Franz Pfisterer au# Karldorf. bte sich auf einer Ferienrelse befanden, versuchten dte Dent -Blanche bei Zermatt von der Südtette her zu besteigen. Dabei verstiegen sie sich. Die beiten Tourtsten waren nicht an* geteilt. Deec tat einen Fehltritt, stürzt« 70 Meter ab und blieb mit bebeutenten Quetschungen auf dem Gletscher Legen. Pfisterer lief dem Abgestürzten zu, daß er sich nach der drei Stunden entfernten Schönbühelhüttc begeben wolle, um Hilfe zu holen Seitdem ist Pfisterer nicht mehr gesehen worden Beer mußte ohne Proviant drei Lage auf dem Gletscher ouSharren: er schleppte sich schließlich mH unsäglicher Mühe zur Schönbüheler Hütte, wo er in völlig erschöpftem Zustande chilraf. Eine Kolonne brachte ihn nach Zermatt. Sein Befinden ist ernst, doch nicht hoffnungslos. Man vermutet, daß Pfisterer während deS Marsche» nach ter Hütte in einen Htetnschlag geraten oder in eine Gletscherspalle gestürzt ist. 3m vachstelngebiek verunglückt. Eine Gruppe von sieben Touristen, die am vergangenen SamStag eine Bergtour an ter Südwand des Dachstein gebiete» unternahmen, befindet fi<6 in Lebensgefahr einer ter Touristen ist bereit» geworben Drei Arbeiter getötet Aus unbekannter Ursache zersprang kurz hinter der Brücke des Rhein-Herne->ionals bei Duisburg ein zur Prüfung der Rohre der Ferngaslellung benutzter, etwa 250 Kilogramm schwerer guh- eiserner Kessel. Ein in der Nähe stehender und zwei auf dem Heimwege befindliche Arbeiter wurden von Teilen des Kessels getötet. Einige andere Arbeiter wurden verletzt. 'LtfClti'l'Uu . a. .'iußt. Das über England liegende Tief bat feine Loge »enifl verändert. Leine vorderen Ausläufer brachten uns schon gestern abend unter lokalen Gewitterstörungen Regenfalle Auch morgen wirb sich bei uns sein Einfluß geltenb machen, |o daß mit dem Auftreten weiterer Niederschläge zu rechnen ist- Wetteroorai'sfage für Dienstag: Meist bedeckt, etwa» kühler, weitere Regenfälle. Witter ungsausjichtenfürMittwoch: Wieder langsame Besserung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 12. Auaust: mittag» 27,7 Grad Eelsiu», abends 22,9 Grad Eelsiu». am 13 August: morgen» 17^ Grad Celsius Maximum 28,4 Grad Celsius: Minimum 13,5 Grad Celsius — ErLlempcraturen in 10 Zentimeter liefe am 12 August: abends 23,4 Grad Celsius, am 13. August: morgen» 19,5 Grad Celsius. — Niederschlag 13 Millimeter. Aus aller Wett. Ein historisches Tchlost cingeäscherk. In der Nacht zum Sonntag brach in dem Schloß des Grafen Schenk von Stau s je n berg in Jettingen in der Nähe von Dinkelscherben Großseuer aus, dem das Schloßgebäude, bas au» dem 15 Jahrhundert stammt, zum größten Teil zum Opfer fiel. Die Feuerwehren von Jettingen und Umgebung waren gegenüber bem wutenben Clement machtlos. Erst d,c Molorfpritzen ber Feuerwehren von Augsburg, Ulm, Neu-Ulm unb anderen Städten konnten ben Brand ersticken. Von der wert- vollen Bibliothek unb ben Einrichtungraegem ftänben konnte nur ein geringer Teil gerettet werben. Nur mit großer Muhe gelang es, ein Uebergreifen des Feuers auf ben Markt Iettin- gen zu verhinbern und eine Katastrophe roie in Luhe zu verhüten. Das Schloß muß wahrscheinlich ganz lid) abgebrochen und n r u a u f g e b a u t werben. 49 Zentralvcrbandsrag reukschrr Haus, und Grundbcsitzervkreine In Görlitz hielt ber 49. orbentliche Zentraloer- banbstag deutscher Haus- und Grundbesitzerverbände seine Hauptversammlung ab, zu ber etwa 1500 Delegierte au» allen leiten bes Reiches unb zahlreiche Vertreter von Ministerien unb Behörden, der politischen Parteien, von Handel und Industrie, von Handwerkskammern sowie Hausbesitzerorgani- lattonen des In- unb Auslanbes erschienen waren. Glückwunschtelegramme waren u. a. angegangen vom Vorstand te» Deutschen Slädtetages, vom Reichsarbeitsminister, vom Reichsinnenminister und oom Reichswirtschastsminiftcr. Universität»' prosesior Iwan Äljn (Berlin) hielt einen Vortrog über das Thema „Die Enteignung in Rußland und ihre Bedeutung für die Welt", der bei der Derfammlung jo starken Beifall sand, daß fie die Drucklegung Des Dortrage» stürmisch verlangte. Daraus sprach der Vorsitzende, Stabtrat H u m a r (München), über btt Forderungen des deutschen Hausbesitzcrftandts an den neuen Reichstag, di« folgende fünf Punkte enthalten: Aushebung aller 15. 'Sonntag.- Jggs.g*mgs- Au« der Provinzialhauptfiadt. Sieben, ben 11 Xiguft 1928. Vie (fffenfrägerin. Diiuogffonne braun« . börrte bU Bilden ueb Felder au», bräunte die ®ro|er unt Äarfen und fangt# fein Erbarmen. Raum eine brr tückischen meinen Wolken, bie wir seitliche Mädchen mioirden, aber im Gefolge die Wetter hoben, bie fturmblau d,rauf ziehen und von denen mrmanb rorifc, wo» sie dringen, stellte sich rin wenig per die sengende VntHflm Mensch und Itrr suchten Schotten aber auch er war nur eine loulchu ig. denn die Wut r«ne»um schoß mit tausend Pseüen noch ihm 3a»ei junge Hrbrlkr schritten de» Wege», die blauen laufen grossnet, da» Hemd -uruckgeschl^gen, die braune Brust vom Wind umweht, der au» glühendem Ösen zu kommen schien Bei einer Heck, morlen sie sich in» (Bro». Der eine schlürft, noch au» einem Rinnsal, do» zwischen den Wiesen hinweg, trage und unlustig, und sein Blick lies den Weg entlang. suchend und ein rnenifl unwillig Nicht lange, so kam ein Mädchen aus ihm ««schritt ter Ueichitußig ging e» den holperigen Pfad, al» ob die Steine vor ihm in den Boden oersilnken. Behutsam trug e» den Äorb. Und die Sonne brannte cuf den blonden kchettel. daß er schimmerte wie je» 'Boib „Kommst späf, sagte einer der jungen Leute vor- murltPoB. Die Antwort de» Mädchen» klang ruhig und wohlbegründet. ftafhg losselten die jungen Männer ihr Essen, trnnken einen Schluck Bier, steckten die Flasche mit dem Nest de» Getränk» in di, lasche, erhoben sich und eilten mit einem kurzen, gleichgültigen Ab- schiedeworte wieder zurück an ihre Arbeitsstätte Da» Modchen nickte nur. Eine gon,e Weile blieb e» flehen und sah den Daoonschreitenden noch. Die Lippen waren ma auseinander gepreßt, al» ob rin Wott ein Wut über sie springen wallte, dem sie mehrte. Dann wandte e» sich schross ab und schrill den «ea zurück, den e» gekommen 3m Grunde em tfÖtag»frlebnt» Aber oielleichl doch etwa» mehr. Hier stand eine der Stillen und Bescheidenen, die auch noch einem lieben Wort hungern, nach einer Hnerfennuno für Ihre Mühe und ihr Bürdentraaen, aber vergeblich warten Eine der sleihigen Ameisen, bie stündlich Lasten schleppen; al» selbstverständlich wird ,» hingenommen, aber der geringste Fehler wird mit schroffen Worten aerugt Eine der Unscheinbaren, die doch mit Haren Augen in die Welt schauen und da» Geschaute einschlleHen In ein Herz, do» nach ein wenig Güte hungert, ober nur herbe und Stacheln zu spüren bekommt Eine den Anspruch»losen, denen bescheiden scheinende Psllchttn zuo,wiesen werden; aber diese Tflid)ten können wie Sandkörner sein, die sich zu Hous türmen und einen Menschen erdrücken Und wenn nun ein solch stiller, immer abseits siebender Mensch einem begegnet, dem bie süßen Worte und Verheißungen leicht über die Lippen neben? Vielleicht wird er -Weiseln und fein Gehör schenken, weil er schon zu oft betrogen wurde und nicht mehr an da- Glück glauben kann. Vielleicht auch klammert er sich daran, wirft sich in die tauschende Flut der Versprechungen und steht dann eine» Tagf* mit leeren Händen und leerem Herzen do, ein Schiss, dem Anker und Mosten und Steuer genarrt men wurden lind e» ist doch nur ein kleine», ein billige» Work her Liede und Anerkennung, aus da» gewartet wird. loten für TienBtafl, 14. August. Sonnenaufgang 4 43 Uhr, Sonnenuntergang 19.25 Uhr — Mondoufgang 2.M Uhr, Monduntergang 19.27 Uhr 1M7; der Dichter Johanne» Trajan in Danzig geboren; — 1MO: der Psychiater Richard Freih. van Mrafft«ffbing In Mannheim geboren; — 1864: die Dichterin Marie (Fugenie della Grazie in Unter- Weißkirchen in Oesterreich geboren. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Licht- Ipiclbau», Bahnholftrafie: ,Lm Luxuezug'. — Asto- lio-Lichtspiele finalen". • ** 2kodemilchc Ehrung. Don der bete* rtnärmedi»inischen Fakultät der Universität Glesien wurde Herrn Direktor Dr. Alfred 2m- meldura, TorftanMmitglicb der 3. G. Kar- bentnbuftrte Wtiengefellschast, Höchst a M.. .der sich in 34jäh tiger Tätigkeit für die glanzvolle Ent Wicklung der deutschen Arzneimittelindustrie ernaesetzl hat. und unter beffen Leitung eine grrche Zahl wertvoller biologischer und svntheti- lcher Qugneimtttcl zur Behandlung von Tierseuchen hervvrgedracht wurden", die Würde eines Dr. med. vet. e. h. verliehen " Heute er st er Schultag! Die Ferien sind zu Ende, am heutigen Montag hot — bei trübem, iegnerischen Wetter — der Unterricht in den Schulen wieder begonnen. 3m frühen Morgen baten die in den lehten Wochen um diele Z,it noch recht unbelebten Hauptstraßen wieder da» altgewohnte Bild der scharenweise zur Schule wandernden Madel» und Buben, vorüber die goldene Ferienzeit! Manch einer wird heute morgen mit vielen heimlichen Er innerungen an Wald und Wiese, Berg und See den Weg in den Alltag angetreten haben. Der Ernst de» Leben, tritt nun wieder in seine Rechte. Mach len die Ferienwachen, die jetzt wieder einmal hinter un» liegen, unseren Hindern eine rechte Stärfung und (Erholung an Leib und Seele gebracht haben, so daß sie mit frischen Äraften, guten Mut», rot bockig und braungebrannt, die neuen Arbeitswochen g iiaen können' '* Offener« Donk. Die große Anzahl von Xuckwünlchen. die Dr. Eckener zu seinem 60. Ge- irlStog übermittelt wurden — es find außer ner großen Anzahl von Briefen allem über -30 Telegramme eingeganaen — macht es ihm "möglich. sich für die Glückwünsche einzeln zu l ■ banten. Er bittet daher, folgende Danksagung durch die Preise weirerzule-ten ..Anläßlich meine« tO. Geduristage« sind mir Glückwünsche. ins- l'e’onbert für erfolgreiche Zähr en de« L. Z. 127, ^*2° großer Zahl zum Ausdruck gebracht worden, daß H mir unmöglich ist, auf jeden einzelnen. 2’* ** mMlte. besonder« zu antworten. Ich bitte deShaL allen, bte hx so freundlicher Weise tunh ihre guten Wünsche für die ^-pvelrn.ache bekundeten, hiermit meinen wärm» • • m rJ .«"«sprechen zu dürfen Dr. Eckener." ,. . «Erfassungsfeiern sanden nach den ur •JM>rt^,ntlen ^Eldungen am Samstag an zahlreichen Orten der Provinz Oberhessen statt, wo- bei j«Mii« in ben im Mittelpunkt der Beranftaltun- «en stehenden Sieden auf die Bedeutung des Tage», aus die Begründung der Weimarer Verfassung im oabre 1919 hmgewiesen wurde und zu einmütigem Zulammenftehen aller Volksgenossen zum Wohle des !Oie Lohn- und Gehaltspfändung. Son Juftijinfpeffor Schröder, Susidach. Vie gesetzlichen Bestimmungen über d i e Lohn - und Gehaltspfändung sind in der ''lachkriegszeU entsprechend der jeweiligen Witt- schaflslng, so oft geäntkrt worden, daß in weiten Ereilen große Unklarheit darüber herrscht Oer Uedersichtiichkeit halber verrate ich vorweg schon hi, Disposition meiner Besprechung- 1. die „kahl pfanbungv; 2. die Pfändung zugunsten der Unter- haltsanspruche unehelicher Minder. 8. die reguläre Pfändung 1. Die Bezeichnung „8 a b I p f a n b u n g* ent- bihrt nicht eine» geroifirn Humors — für den tln beteiligten' Der Schuldner schimpft indessen weidlich. wenn auch ohne berechtigten Grund, wi, ou» den nachstehenden Ausführungen — ersichtlich Wer zur Zahlung non Unterhalt an Verwandte und Ehegatten (In der Regel also an seine Xmbfr und die geschiedene Ehefrau, verurteilt ist, muß beachten, daß da» Gericht bei Festsetzung der Hohe de» Un- terhaltsbeitrag» die Einkommen» und vermögen»- oerhältnisie de» Zahlung»pslichtig,n bereit» berücksichtigt hat. Wer nun in der (folge mit der Zah- lung im Rückstände bleibt, muß e» sich gefallen lasten, daß weaen der llnterhaltsbeitraae für die Zeit nach der Ätugrerbfbung und da» dieser vor- ausgehende viertesiahr sein Lohn oder Gehalt ohne jede Einschränkung gepfändet wird, selbst wenn ihm kein roter Heller bleibt. Dagegen Hilst kein Käso. nirrrn und Protestieren! 2. Da für bie Unterhaltsbeiträge de» unehelichen 8 I n b e • die Lebensstellung der Mutter maßgebend ist, kann da» Gericht bei der Urteilsfindung auf die soziale Lage de» Later» keine Rücksicht nehmen. E» kann also der Fall rin- treten, daß der Vater zu einer ilnterhaltsrente v,r- urteilt werden muß, die in keinem Verhältnis zu seinem Einkommen steht Deshalb muß ihm bei einer Pfändung sein Lahn oder Gehalt insoweit belasten werden, al» er dessen ,4ur Bestreitung feine» notdürftigen Unterhalt» und zur Erfüllung der ihm feinen verwandten und seiner Ehefrau gegenüber obliegenden UnterhallLpslicht bedarf." Welcher Betrag hiernach nicht gepfändet werden darf, bestimm! da» Dollstreckungsaericht, da» den Psändungsbeschluß erläßt, nach billigem Ermessen. Hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge für die Zeit, bie weiter al» ein Vierteljahr vor der 8fageer- Hebung zurückliegt, kommt hier wie auch in den Fällen zu 1 nur die reguläre, nachstehend unter 8 besprochene Pfändung in Frage 3. Collen für die zuletzt erwähnten älteren Ruck ftände von Unterhalt»beiträgen oder sonstige urteilsmößig feftgefteUten Forderungen Lohn oder Gehalt gepfändet werden, so ist zunächst Au unterscheiden, ob es sich um Beamt, (auch in Ruhestand befindliche) ober um Angestellte und Ar heiter handelt; unter Angestellte und Arbeiter sollen alle bifjeniaen, bie aus Grund eines Privatdienst- vertrage» Lohn, Gehalt, Honorar usw. beziehen Auch bei den Staatsbehörden werden seit dem Personalabbau jetzt vielfach Leute auf Grund Dienstvertrag» beschäftigt die nicht Beamte im Sinne de» Gesetzes sind 11 cf*-fteigen da« Diensteinkommen, die Pensum oder die sonstigen Bezüge der 'Beamten hie Summe von monatlich 195 Mk.. so ist der dritte Dell de« Mehrbetrag« der Pfändung unterworfen. Beihilfen und Zulagen. bte mit Rücksicht auf da« Vorhanbrnttin unterhalt«* berechtigter Angehöriger gewährt werden iKinbettzulagen!). sind der Pfändung nicht unterworfen vno sonach bei Berechnung de« der Pfändung unterliegenden 'Betrag« unberücksich- Hgt au lassen. Die gleichen 'Vorschriften wie für Beamte gelten auch für die Pensionen der Wit- wen und Waisen unb da« Diensteinkommen der Unteroffiziere und Mannschaften der Wehrmacht. Das Einkommen au« einem Arbeit«- ober Dienstverhältnis auf Grund Prioat- oertraa« (Lohn. Gehalt. Honorar usw.) ist bei Auszahlung für Mona le oder Bruchteile von Monaten ots zur Summe von monatlich 195 Mk., bei Auszahlung für Wochen bi« zur Summe von wöchentlich 45 Mk. bei Auszahlung für Tage bis zur Summe von täglich 7,50 Mk.. und soweit es b-.de Beträge übersteigt, zu einem Drittel des Mehrbetrag» der Pfändung nicht unterworfen. 5Hm« unpfändbare Drittel eHöht sich jedoch noch für jede Person, der der Schuldner Unter» ba’i zu gewähren hat (Ehefrau, gdchiedene Ehefrau, Dervanbte) um je ein Sechstel, höchsten« jedoch auf zwe Drittel bei Mehrbetrag» Das heißt Hat der Schuldner Frau unb em Jttnb, denen er Unterbau zu gewähren hat. fo sind für jede» ein Sechstel, zulammen er fo daß bi, Höchstgrenze der Pfands rechen mit zwe Dritte', bereit« erreicht Ist; ist bie ^^ahl der Lin ter halt «berechtigten größer, so ist da» ebne GinAuß ein Drittel be» die oben erwähnten Monat»- Wochen- oder Tagesbezüge übersteigenden Betrags ist unter allen Umständen pfändbar. Ufbcrftc.gt aber twa« allerdings nicht oft Vorkommen wird!» der Arbeit«- ober Dienst lohn bi, Summe von 650 Mk monalltch. von 150 Mk wöchentlich oder von 25 Mk täglich, fo tritt eine Erhöhung der planbfrctcn Grenz, infdge Unter- haitsplsichten überhaupt nicht ein; b. h. dann unterließen volle zwei Drittel de« Mehrbetrag« der Pfändung. Bei Anträgen aus Psänduna und Ucbcnpci- lung (zur Einziehung) von Gehalts- unb Lohnforderungen ist im Interesse der De'chleunigung der Erledigung dr.ngend zu empfehlen: 1. genaue Bezeichnung de« ‘Beruh' de« Schuldner« (bei Beamten und Wehrmoch:sangehörigen die 2ml«- vder Dienstbezeichmung», 2. bei Privatangestellten bie Angabe ob sie ihre Vergütung monatlich bexieben «wie etwa bei Handlungs- gehilfen. Technikern. Privatlehrern usw ); 3. fo- weit e« sich nicht um Beamte oder um Fälle der Kahwfändung (I) banbelt, die Angabe, ob der Schuldner verheiratet ober geschieben ist imb ob er außer dem Ehegatten noch Kindern (auch chcn) oder Ökrtxxjnbfcn Unterhalt zu gewähren hat. Diese Angaben lind auch in bezug auf Beamte zu machen, soweit es sich um Pfändung für älnterhalt-anfprüchc unehelicher Kinder handelt. Dem Wittag ist beizusügcn der Schulb- titcl (vollstreckbare« Urteil, vollstreckbarer Vergleich. DollstreckuiigAhefehl ober vollstreckbare Urkunde) mit Urkunde de« Gerichtsvollziehers über Zustellung an den Schuldner; ohne bieten Zustellungsnachwei« kann bie Zwangsvollstreckung nicht beginnen Ferner muß der Gläubiger nicht nur den Antrag auf Pfändung, sondern auch gleichzeitig auf .Ueberwnsung zur Einziehung" stellen, ba andernfalls später ein entsprechender neuer Beschluß erwirkt werden must. Sehr zweckmäßig ist e« endlich noch, die Geschästsstelle de« Amts- fericht« um Vermittlung der Zustellung zu er- uchen; die Praxis der Gerichte ist hier nicht einheitlich; manche Dertrelcn die Ansicht, sie seien stillschweigend um Vermittlung der Zustellung ersucht, andere wieder übersenden die Ausferti- gliiig de« Pfändung«- unb Ucbcrtreilung«- veschlusse« dem Gläubiaer Wenn bieser in Rechtssachen unerfahren ist. läßt er ben Beschluß im Schreibtisch liegen unb wartet vergeblich auf den Eingang de« gepfändeten Lohne« ober Gehalte«. Gegen ben Psänbunas- unb llebertoeilung«- befchlusi steht dem Schul bn er bie »Erinnerung gegen die Azt und Weise der Zwangsvollstreckung" zu. bie bei dem Vollstreckung«- gericht zu erheben ist, unb gegen bie daraus ergehende Entscheidung die sofortige Beschwerde (etnzulegen binnen zwei Wochen) Aus Grund der Entlassung-Verordnung entscheidet auf Pfändungsanträge jefit fast allgemein der llr- kundsbeamte der Geschäftsstelle, ein Beamter de« gehobenen mittleren Dienste«. Dem Gläubi- a e r steht aegen eine zurückweisenbc Entscheidung des Ürkund«beamtcn zunächst der Weg offen, di, Entscheidung des Vollst reckungs- gcricht« anzurufen, und zwar muh da« binnen zwei Wochen, von Zustellung de« Ablehnunas- heschlusfe« ab gerechnet, geschehen. Hält der ilr- funMbcamtc die Einwendung de« Gläubigers für begründet, fo kann er seine Entscheidung ab- änbem. Findet aber weder er noch ba« Vollst rcckungsgericht hierzu Veranlassung, so gllt die Einwendung de« Gläubigers al« sofortig, Beschwerde. über die ba« Lanbgericht entscheidet Ob auf ben Psänbungsantrag bet Urfunb«beamtc bet Geschäftsstelle entfchieben hat, ist au« ber Art ber Unterzeichnung zu erkennen; er unterkchreibl In Hessen mit beni Zusatz .Krast Auftrags^ ober »K. A.", in Preußen unb an bereu Cänbem unter Beifügung ber Worte ,als Aecht«psl,ger". Vaterlande» aufgeforbert wurde; e» würde zu weit führen, auf sämtlich. Feiern in der näheren und weiteren Umgebung einzeln einzugehen. •• 3a b n t e t c r der Gießener Turn erschaff. Anläßlich be« 150. Geburtstages de« deutlchan Turnvaters Friedrich Ludwig 3ahn am 11. August veranstaltete die Gießener Xumer- Ichasi am Samstagabend einen Fackelzug. der auf dem Oswaldswarten zufammengestrlli wurde und sich durch die Anlage nach dem Zabndeukmal an der Vergstraße bewegte, wo anfchlleyend unter lebbafier Beie.lrgung ber Gießener Bevölkerung, u. a. auch vieler Teilnehmer ber vorher zum Abschluß gekommenen VerfassungSseier im Stabt- theater. eine Feier Äittfanb. bei ber nach 2b- ftngung gemeinsamer Lieber unb einem Prolog Privatdvzent Dr. Georg Mäher eine Ansprache hielt. ®r feierte 3ahn als Begründer des deutschen Turnen«, al« Pfleger ber deutschen Sprache und al« deutschen Patrioten. Aach einem drei- fachen .Gut Heilf auf den Turnvater wurde das Deutschlank^ied gelungen und darauf unter ben Klängen ber Kapelle ber Aückmarlch angetreten "Ein Gewitter leichter Art ging heute nacht gegen 1 Uhr über unsere Stadl nieder Der im (befolge niedergehende Kegen hält heut, morgen noch an. Obwohl noch sehr viel Körnerfrucht im Freien stehl, ist der Kegen für Hackfrüchte, Kartoffeln ufw. dringend notwendig. w S i n Aasenbranb. Am Sonntagnachmittag geoen 130 LIHr entftcmb ein Aafenbrand. der leicht Ichlimmerc Folgen hätte haben können. Oberhalb des Unteren Hardthofe« brannte dürres Gras auf einer Fläche von etwa 30 Quadratmeter. Der inzwischen auftretenbe Wind bracht, durch die drohende Möglichkeit von Flugfeuer die im Hofe sie« Unteren Hardthof es ein gefahren« Ernte in Selahr Die schnell eingefrorene Feuerwehr löschte ben Brand ab und konnte bald wieder cinrüden. — Vom Bund hessischer ßeibgarbi» ft en. Darmstadt, wird un« geschriebene Darmstadt rüstet sich, bie Angehörigen seines alten stolzen Aegiments, mit dem es in ZSOjähriger Geschichte eng verbunden war. die alten Letb- garbiften, würdig zu empfangen unb ihnen Stunden ernsten Gedenkens und siwhen famerabfdbaft» sichen Erleben« zu bereiten, frei von aller politischen und konsessionellen Einstellung. Die Anmeldungen sind bis jetzt schon so zahlreich ein- gelaufen daß mit einer überau« stattlichen Zahl von Zeitnehmern aus allen Gegenden de« weilen Vaterlandes gerechnet werden kann. Turnerische Vorführungen der gesamten Darmstädter Turner» schäft. Lichtbildervortrag, sowie lebende Bilder au« Krieg«- und FriedenSzcit werden die gewünschte Abwechsiung unb Unterhaltung bringen. Den Abschluß des Feste« bildet ein Massenkon- zert von etwa 100 ehemaligen Militärmusikern au« dem Aeaiment, woran sich ein große« Brik- lontfeuerwetf anlchließt *• Personalien. 3n den Auhestand versetz', wurde cm 9 August bi, Hanbarbeitslehrerrn an ber Vvll«lchule zu Dtehen Mar-e Decker auf ihr Aack/uchen vom 1. Oktober 1928 ab. — Aus Grund be« Gesetze« über bie Altersgrenze ber Staatsbeamten freien am 1. September in ben Au heft and. ber Lehrer an der Volksschule zu FramrrShe.m Konrad Etellvagen und ber Lehrer an ber Volksschule zu Gießen Karl Schmidt. •• Postüberweisungsverkehr m l t Frankreich. Am 20. August wird der Post- überweisungsverkehr init Frankreich ausgenommen. Demgemäß können die Pofttcheckkunden Betröge von ihrem Postscheckkonto tn Deutschland auf em Postscheckkonto bet den Post'checkämtern in Aiaccio. Algier Dort« aur. Elermcnt-Ferrand, Dijon. Lille. Lrnwye«. Lyon. Marsellle. Montpelller. Tiana). TUarti. Drtcan«. Paris.AenneS.Aouen. Straßburg und Toulouk und umgekehrt die französischen Po't«Leckkunben Beträge auf Postscheckkonten in Deutschland überweisen. Die HebtrtDe-,'ungen nach Frankreich, zu benen bie innerdeutschen Heber- weisungssormblätter zu verwenden sind, können in Reichsmark und Reichs Pfennig oder tn französischen Franken und Tentünon ausgestellt werden. Der Betrag ist unbefchränlr. Die Gebühr beträgi 5 Ps für je 100 Mk. mindesten« 20 Ps. Mitteilungen für den Empfänger lind auf dem Abschnitt der Mebetöeifuito gebügTenfrct >uge- lassen. — Außer mit Frankreich besteht zur Zelt noch Postüberweisungsverkehr mit Danzig. Belgien, Dänemark. Lettland. Sutern bürg, ben Hie» Iberlanden Oesterreich. Schweden ber Schweiz, ber Tschechoslowakei unb Ungarn. •• # ii f t r I , b zum heutigen Frankfurter Schlochtviehmiirkt: 535 Ochsen. 115 Bullen, 614 Sütx. 511 Färsen, 647 Kalber, ISO Schal, und (W3 Schwein, VIIL Herbst'Regaita des Lahn-Regatta-Verbandes Zur Vni. Herbst-Regatta be« vahn- Regatto-Derbande« zu Gießen auf ber Lahn, veranstaltet von t*in Verein Rudersport Gießen 1913 und ber Akad Ruder- Abteilung , B am 26. August, liegen sol- genbe Meldungen vor l. Rennen. 3ungmannvierer 1 Wasser! portverein Mülheim < Ruhr i. 2. Verein Rudersport Gießen 1913, 3. Wellburger Rudervcreln lft05. 4 Wetzlarer Ruderklub 1830. 5 K llner Rubergescllschast 1891 2. Rennen. 3ungmanneincr: 1. Limburger Ruberverein 1895 (H Lehnarb). 2. Hanauer Rußerklub Hassia (3can 3 ü n g - ling). 3. Wetzlarer Ruderklub 1830 (E. Le i tz jr.l. 4. Limburger Ruderklub 1907 (Albert Endres). 5. Was erlportverein Mülhsin t Rubr), (H. von der Linden). 6 RudergelelIIchatt Lahnstein IDr. S trusf mann), 7. Moinz-Kasteler Ruderges. 1880 (Fritz Schandual. 8 Verein Rudersport Dießen 1913 (Karl Dietrich. 3 Rennen Ansänaervierer: 1 Fronk- furtcr Rudergesellschasi Sachsenhausen 1879 2. Verein Rudersport Gießen 1913. 3. Wetzlarer Ruderklub 1880. 4. Hanauer Ruderklub Hassia. 5. Limburger Ruderklub 1907 4. Rennen. Gastvierer: 1. Wetzlarer Ruberklub 1880. 2. Offenbacher Rudervercln 1874. 3. RubcrNub Germania Köln. 4. Limburger Rude rverc in 1895. 5. Frankfurter Ruderg.'seNschalt Sachfenhaufcn. 6 Malnz-Kasteler Rudergesell- schaft 1880, 7. Reuwleder Rudergesellschatt 5. Rennen 3u it g m a n nDie re r: 1. Gieße ncr Rudcracsclllchaft 1877, 2. Limburger Ruder- fiub 1907 , 3. Franks. Rudergesellschatt Sachsenhausen. 6. Rennen. Herb st achter: 1. Kölner Ru- dergesellschast 1891. 2. Limburger Ruderverein 1895. 3. Ruderverein Mainz-Kostheim-Gustavs- burg, 4. Reuwleder Rudergesellschasi 7. Rennen Schülervierer: 1. Limburger Ruderverein 1895. 2. Verein Rudersport ®lenen 1913, 3. Wetzlarer Ruderklub 1830. 8. Rennen. I. Vierer: 1. Limburger Ruderklub 1907. 2. Limburger Ruderverein 18ro, 3. Wetzlarer Ruderklub 1830. 9 Rennen 3ungmannachler: 1. Verein Rudersport Gießen 1913. 2. Limburger Ruderklub 1907. 10. Rennen Akt he rrenvtere r: 1. Verein Rudersport Gieszen 1913, 2. Frankfurter Rude rverein 1865. 11. Sennen. 3uniorvierer: 1. Wasier- sportverein Mülheim (Ruhr). 2. Offenbacher Rude rverein 1874. 3. Hanauer Ruderklub Hassia. 4. Reuwledcr Rudergesellschast. 5. Verein Rudersport Gießen 1913. 12 Rennen. Lahn»3ungmannvierer; 1. Verein Rudersport Dietzen 1913, 2. Gietzener Rudcracsellfchaft 1877, 3. Wetzlarer Ruderklub 1880, 4. Limburger Ruderklub 1907. 13. Rennen. Lahneiner; 1 Verein Rudersport Gießen 1913. 3. Boot (Ä Dietrich), 2. Rudei-g^ellschalt Vabnftcin F l u cki, 3. Verein Rudersport Dießen 1913. 1. Boot ffl. Plan f). 4. Derselbe 2. Boot (TI. DecherI > 14. Rennen Herb st vierer: 1. Reuwied« Rudergesellschasi Reuwied, 2. Weilburger Ruderverein 1905. 3. Kölner Rudergesellschast 1891, 4. Waslerlporlvcrein Mülheim (Ruhr-, 5. Frankfurter Rukttraeselllchasf Germania. 6. Limburger Ruderverein 1895, 7. Fransiurter Rudergesellschast Sachsenhausen, 8. Kölner Ruderklub Germania, Köln. 9. Gietzener Rudergesellschast 1877. 15 Rennen. Grmun terung«v ierer; 1. Wetzlarer Ruderklub 1880. 2. Ruderklub Germania Köln, 3. Verein Rudersport Gießen 1913, 2. Boot 4. Wassersportverein Mülheim (Ruhr). 5. Verein Rudersport Dietzen 1913. l.Boof, 6. Frankfurter Rudergesellschatt Sachsenhausen. 7. Dießcner Rudergesellschatt 1877. 8. Weilburger Ruberverein 19Ä. 9. Limburger Ruderverein 1895. 16 Rennen. Großer Lahnachter 1. Limburger Ruderverein 1895. 2. Wetzlarer Ruderklub 1880. 3. Verein Rudersport Gießen 1913. 3m ganzen haben 18 Vereine mit 363 Ruderern und 76 Booten gemeldet. Vermischtes. Zzkjcnunterschlagungcn in Berlin. Die Generalftaatsanwaltschasi be« Berliner Landgericht« I beschäftigt sich mit einer aufsehenerregenden Riesenunierlchlagung beim Wtrt- s ch af 16 a m t der Kommandantur Ber- l i n. Rach den noch im Dang» befindlichen Ermittlungen ist schon letzt ein Fehlbetrag von 450 000 Mark festaestellk worden. Beschulbigl wird in erster Reih, ein bei dem Wir^chatts- amt tätiger Oberza HI meister. 3n die Dnterschla- gung«affarc ist außerdem der vorgesetzte 3n- Ibeftor. ein Beamter, der erst vor kurzem sein 50;ährigc« Ticnstjubiläum gefeiert hat, verwickelt Die llnterfTagungen erstrecken sich auf einen längeren Zeitraum, Wilhelm von TNassom tödlich verunglückt. Der Schrrttsteller Wilhelm v. Massow wurde in Berlin von einem Au tobu« übersä h re n unb auf der Stelle getötet Wilhelm v. Masfov stand im 73. Leden«iahre. hatte zuerst d c mist tärilche Laufbahn eingeschlagen, aks Hauptmann fernen Abichied genommen und war mehr al« zwe: 3ahrzehntt lang der politische Redakteur der Täglichen Rundschau". Daneben hatte er zahlreiche politische Schritten und Bücher verfaßt und sich al« Her- au-geber bet Reben be« Fürst« Bülow einen 2amen gemacht Berliner Börse. Berlin, 13. Aug (SIS. Funkspruch) Dor 3 H BeDarai -Werntßtte Das Holz ist mit Rinde gemessen aber entrindet. Nähere Auskunft erteilt Förster Braun, Danbringen. Schriftliche An- geböte sind b's zum Mittwoch, dem 15. August nachmittags 2 Uhr auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Angebote sind immer aus ein ganze- LoS - 0,29 „ “ 13,81 „ — 23,25 „ - u -14,79 ,, - 4,67 „ - 1,93 _ 28 Paar Zugstiesel, 3 Herrenfahrräder, 30 Hemden, 50 Paar Sporistrümpfe, 100 Selbstbinder, 1 Läuferschwein. voraussichtlich bestimmt: 1 Mantel, 1 Koffer, 1 Aktentasche. Plötzlich und unerwartet verstarb am Samstag, dem 11. August, meine gute Frau, die herzensgute Mutter ihrer beiden Kinder. Tochter. Schwiegertochter, Schwester, SchwSgetln^und Gote Eli labet he Damm geb. Fritzel In tiefer Trauer: Ludwig Damm nebst Kindern und allen Angehörigen. Reiskirchen, den 13. August 1928. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 14 August 1928. nachmittags 2 Uhr, statt. Stellenangebote] jüngerer UWM- OtlHle möglichst Druckerei buchbindcr. für so- fort gesucht 7333D Brühl'sche Univ.-Druckerei Schulftruße 7 9. Tüchtiger, »uverläss. MM MW ftet» auf Vager ober Anlieferung Ber- wenbungSfteUe. H. Trechsler, Stctnskrastc 73? Televd. 1581. Frau Martin Dörr Wwe. Nordanlage 18 Spezialgeschäft und Lager in echtem, schwerem Bleikristall GEWINNE Im Gesamtwerte von 28000™. darunter H6ehstgew. Im Werte von Lichtspielhaus Bahnhoistrahe 34 3ol. tohmonn Straft» und Pferde- fuhrbetrieb. Roddeimer ftr.M I Saubere-, 'leißiges Mädchen , für halbe Tage ge- I sucht < 3601 Benanlagt 19 n Lehrmädcheo fürHerrenartike - Geschäft sofort geiudjf. Selbstgeschriebene Bewerbungen mit * lb- „ * 2a- „ h 2 b» ,, ,, 3a- „ Lo» 6, Distr : Zichienlangholz la-JH. « lb- „ ■ 2a- „ „ 2b „ n 2b- „ * 3a- , 3b- „ kommen z. Auesplelg. am18.Aug. In der Ziehung der Lotterie zu Gunsten d. Füreorgeerbeit des Marburger Studentenheims. MO/ Baraueiahlung /«garantiert. Lose ZU RM. 1 e * Liefe 10 Pfennig extra Ueberall erhllthchl A. Dinkelmann, Worme. Postscheck - Konto 15194 Frankfurt a.M Hier bei: Staatl. Lotterie- Einnehmer Pli»®, außerdem bei: Zia arrenhausl. Italer, fr. Biekaeke., Jeeel Chaebrl, L. Ellert, lonr. Beeer lef, L. Jeoit, Here. Kahl, 8. Leek, Friseurkoti, Wllh.8eeeler.Wllh. LoS 4, Distr. Birken. Aickiienlangholz Ib-ÄI. 37 Stück — 15,86 fm „ 2a- „ 24 „ = 13,52 „ LoS 5, Distr. Maistrauch. Dienstag. IS.Aug. Beginn der Diktat- stunden für dieWetischreiber 7—8 Uhr eOHOStlb. 8—9 Uhr v. lOOoufro. Neue Anfänger', ^ortb.Idunas und Redeschrift Lehr gänge beginnen am Montag. 3. Levi., abdo. 7 Uhr, in ber («oetdcickuleiWesf anlaaei. Änmelbnng und AuSkunst durch ben 1. Dors. Herrn Kranz Haustein. Wildelmttr. 6 11. kurzschkllkverelv oon 1861 ü. Damenoerein ..Hadessvkrser- LebenSlauf unter UvlIUltU; 7854 D an den Gieß ! Abzug. gep Belohn. Anzeiger erbeien Mittelweg 14 p. " — Unser Geschaftslokal befinbef sich jetzt Bahnhofstraße 90 (Neubau Cafe Schwarz) gegenüber der Hauptpost Michael Margulies Run-, Gtahl- und Spielwaren en gros 1 Stück 32 „ 30 „ LoS 2, Distr. Maistrauch Zichienlangholz la-Kl. 120 Stück — 27,43 fm „ lb- ,, 159 „ =57,02,, LoS 3, Diftr. Birken. Fichtenlangholz 1s-Kl. 125 Stück 159 „ Junges llila für tagsüber gesucht. Borzustellen Liebtg- strafte .18II ab5Uhr nachmittags. [06845 Saubere®, ehrliches MIA Belchlagnahmesreie 3- öls 5-3immpr- mobDung für L Septbr. ober 1. Oktober gesucht. Miete kann f. halbes ober ganzes Jahr ooraudbezahlt werben. Schr. Anged. u. 05835 a. b. GH. Anz. Zch suche eine be- schlagnahmefreie Wohnung von 3—1 Zimmern. Schr.Angeb. u. 05840 । an b. Gteh. Anz. erb Jung. Ehevaar lucht in guter Lage freie 2-3-Zimmer- Wohnung. Schr. Angeb. unter 05832 a. b. Gieß Anz. gütiger Kaufmann sucht für sofort mööl. dimmet mit Morgenkaffee. Schrift!. Angebote mit Preis unt 05831 an den Gieß. Anz. JbeTta.erifr bfltltiflttiantnmrhiyluitni, Weta ftr«, Ttur.iftn, Sliitotm. 6ommn[ptojfrn u|ro_ TTlit btrva- 6fHe tnlrlt man äfal und ontiilbf *21nnkfnnungm. CrWtücb In aüm Aosthd-rn g>roQtrira, ‘Parfümnitn und SriJnngdMita 16 Uhr gesucht (Soetoeftr. 65 IL Verkäufe | %'S miidiileflen sowie zirka 10 Air Heu zu verkaufen. 05828 Wetzlarer Weg^I Bekanntmachung. Die Umlage zur Aufbringung der Kosten ber Handwerkskammer für das Rechnungsjahr 1928 ist nunmehr festgesetzt worden. Mit Genehmigung bc-5 Herrn Ministers für Arbeit und Wirtschaft werden außer einem Stammbeitrag von 6 Reichsmark für jeden Handwerksbetrieb 34 ReichS- pfennig für Je 100 Reichsmark Steuerwert des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals erhoben. — Die Zahlung ber Umlage hat in 4 Zielen zu geschehen, unb zwar: 1. Ziel sofort, 2 bis 4. Ziel jeweils bi» zum Ende ber Monate September unb Dezember 1928 unb März 1929. AnforberungSzettel werben ben Um- lagepflichtigen zur Zeit zugestellt. Gießen, ben 8. August 1928. Der Oberbürgermeister: I. B.. Dr. Seid. 7348B Unerwartet entschlief am Donnerstagabend unsere herzensgute, treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, GrobmutSer. Urgrobmutter und Tante Frau Margarete Hexamer Wwe. geb. Weller Im Alter von 81 Jahren. Auf Wunsch der Verstorbenen haben wir sie In der Stille beigesetzt - Für alle Beileidsbezeugungen unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Hexamer. Gieben (Henselstrabe 10). den 13. August 1928. Ab heute die einschl. Mittwoch: Rivalen Fine erschütternde Liebesgeschichte eines franzos. Mädchens und zweier amerikanischer Soldaten In 7 spannenden Akten. In den Hauptrollen Dolore* del Rio. Edmund Lowe, Victor Hc. l,aKlcn. Ferner; Arzt wider Willen Lustspiel in 2 Akten. - Sowie: Deutsche Grenzgebiröe im Winter Kulturfilm in 1 Akt. 7360c ’eos. Brandl Sonn. möbL Zimmer, qalo Elche. Tel.llSS. Mietgesuche | Beamter sucht Wohnung von 5-6 Zimmern ober auch solche von 8—9 Zimmern. Näh. Auskunft erteilt Kirchenrat Mickel, BiSmarckstr. 20. wi Sextil- und £cder£e£»enfiände, nieder nie neu! GiElBlRelRC^VIEIR — Bedeutendstes W erk der Branche In Süddeutschland 2. Schisser: Die gestohlene Braut Ein Film in 6 Akten mit spannender dramatischer Handlung, scharmant und mit starkem u. sicherem Empfinden für Bildwirkung inszeniert. ion einer wundervollen Photographie aufs prächtigste unterstützt. — In den Hauptrollen. Hlllie Dore and Haus in Biegen, ruh.Lage, In gut. Zustanb, mit fretw.4!>Zimmerw. bet einer Anzahl.von 8-10000 Mk. zu verk. Schriftl. Angeb. unt. 05838 a. b. Gieß. Anz. Mars 25 mit Kalibeiwagen, neuwertig. Tachometer, Boschltcht mit Selbltlaber. Bolch- Horn u. Sociu» tMao- bachmotor 950 cum), 3)1 f. 850.-. ,73520 Hermann Köhler, Echzell. kan fgeauche Lrine gutztehende, gut erhaltene SflagörnlDompe mit 3 m Schlauch u. ca. 5 m Rohr basu, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 05829 an den Gieß. Anz. Klein-Auto bis Rood, versteuert, sofort günstig zu verkaufen. Zu erfr in der GefchäftSft. des Gieß. Anz. 05839 Gebrauchter, gut erhaltener Geld IUM preiswert zu kaufen Selllcht. Schriftliche Ingcdote unt. 73550 an d Gießen Anzeig. National- und LoS 7, Distr. Lahnkops. Wcimutskiefernftämme: 2a»ÄI. 1 Stück =■ 3a- n 1 n = Vermietungen | 5-3immeürooönung 'N gut. Haufe lelektr. Licht) kann los. frei- gemacht tverb^ falls eine Hypothek von einigen 1000 Mk. an fich. Stelle gegeben wirdUriedensmiete kann m. Hnooth. verrechnet w. Schr Ang. u05837a.dGieg.Anz. Nr. 189 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Montag, 15. August 1928 Oie Verfassungsfeier in Gießen zuerhalten fein würde. Danzig hat von war war erböte gegen der Aerzte warnten vor dem die die- fahr für Dan da örplofion hing mit ihren unheilvollen Folgen und endlich ein Drittes, was wir unS für unsere Betrachtung eindringlich vor die Seele stellen wollen. Die Auslösung des Reiches in mehrere hundert Länder hat den Charakter des deutschen Menschen in verhängnisvoller Weise verdorben Ric- rnand hat das schärfer zum Ausdruck gebracht als ein Historiker der noch vor wenigen Iahren in Gießen.Geschichte vorgetragen bat. Iohanne- Haller Die erste besreiende Tat aus dein Wege zum Neuaufbau de» Reich» fällt in die Zeit vor genau stunden Jahren, in da» Jahr 1*28. In den zwanziger Fahren de» 19. Jahrhundert» kommen Verhandlungen zwischen einer Reihe von Ländern auf, die daraus abzielen, die Zollgrenzen im Innern zu beseitigen oder wenigsten» zu inildern. Aber in welch kläglicher Weise verlausen diese Verhandlungen! Die ganze Not der deutschen Kleinstaaterei tritt un» noch einmal entgegen, wenn wir etwa bei Treitschke lesen, roa» damals nicht alles möglid) war. Im Februar 1R28 endlich kam es zu jenem bedeutungsvollen ver- traa Zwischen Hessen unb Preußen, durch den die Zollgrenzen zwischen den beiden Landern aufgehoben unb beide Lander zu einem einheitlichen Zollgebiet erklärt wurden. Der erste Schritt heraus aus dem Zustand der Auslösung und Zerstörung, den eine unglückliche Geschichte von mehr al» 500 Iahren geschossen hatte. Und 1S34 steht bann der Deutsche Zollverein im wesentlichen fertig da: die deutschen Binnenzölle unb Zollgrenzen find verschwunden, eine Einigung des Reichs ist erreicht, freilich nur auf wirtschaftlichem Gebiete. Eine Tatsache von ungeheurer Trag- weite unb größter erziehlicher Bebeutung für den künftigen Reichsgebanken (Fine verfasiungsfeier im Iahre 192R roenbet sich von selbst dem Iayre 1MR zu. Wir erblicken die Bedeutung de» Iahre» 1M8 in erster Linie darin, daß hier zum ersten Male bas deutsche Volk selbst den Versuch macht, sein polittsche» Schicksal zu gestatten. War e» hierzu stark genug unb politisch g<* rüstet? In zweifacher Hinsicht muß ba» bezweifelt werden Wir wissen heute, wie dünn die Schicht de» deutschen Volkes war, die sich damals mit Politik befaßte. Polittsche Schulung aber war notwendig, wenn die Bewegung von 1848 zum Erfolg geführt werden sollte. Und Dann da» andere, der berühmte Vorsitzende der Nationalversammlung, Heinrich von (Bagern, hat bei der Eröffnung de» ersten deutschen Parlaments al» die Aufgabe der Versammlung bezeichnet: Wir sollen schaffen eine Verfassung für Deutschland, für das gesamte Reich. Der Beruf, die Vollmacht zu dieser Schaffung, sie liegen in der Souveränität der Nation. Kein Zweifel: (Bagern und die Manner der Paulskirche haben an die Souveränität des Volke» geglaubt. Aber konnte man übersehen, daß man einer anderen Souveränität, der Souveränität der Fürsten, ausgezwungenen Wirttchaftsgemeinschast mit Polen. dessen ökonomische Dauerkrise nur $u bekannt ist, lauter Nachteile gehabt. Der einzige Vorteil, die billigeren Eisenbahn- ta r i.se, die der Trans, tverk^r im Hasen brauchte, konnte ihm auf bie Dauer nicht vorenthalten werden. GS hat ihn nunmehr erreicht — freilich wiederum unter Zugeständnissen an den polnischen Willen zur ..friedlichen Durchdringung". Vunmehr totrb die polnische Ber- Das Haydnhaus. 23on fcittbd OHL In Wien eilt man sich nicht. Man springt nicht aus die Straßenbahn, fahrt nicht auf dem Trittbrett mit, noch Hämmert man sich an den Wagen, wenn er schon besetzt ist. Man bleibt einfach stehen unb «artet auf den nächsten In Wien hat man Zeit. Aber daß man soviel Zeit brauchen würde, um ein berühmte» Hau» zu sinden, hatte ich mir doch nicht träumen lasten. Bekannte hatten mir gesagt «6if fahr n bi» an» Haydndenkmal, gehen hinter dem Denkmal in eine (Baste, da wer'n Ahnen die Leute schon sagen, wo da» Haydnhaus steht * Da» Haydn- Denkmal steht vor der Mariahilferkirche, die Straßen- bahn hält davor Ich begeb, mich also in eine der vielen engen (Basten hinter dem Denkmal Aber da» Haydnhaus kannte hier kein Mensch. Ich fragte Frauen, fragte Männer, fragte Kinder. .Wonnen Sie mir nicht sagen, wo da» Haydnhaus steht?* Die Leute sehen mich alle verdutzt an, einige fast erschreckt. „Von so einem Hau» ist mir nicht» br- könnt' Darauf gehe uh zurück zu dem Denkmal und fuche in der entgegengesetzten Richtung da» berühmte Hau». Aber dies, Richtung schien auch nicht hie richtige zu sein. Ich frage Bäckerjungen, Metzger- burschen auf Rädern, alle Manner, bie aussehen, al» hätten sie ihr Leben in Dien verbracht, aber alle schütteln brn Kopf. Sie wissen alle nichts von diesem Hau«. Endlich sehe ich einen Straßenbahnschaffaer, der an einer Kreuzung steht und ein rote» Fähnchen schwenkt ... „®a» soll das für ein Hau» fein?“ fragt 3ur Feier des Berlastungstages ließen am Samstagmittag von 12 st:? 12 15 ilbr aus Anordnung des Landeskirchenamtes die Glocken unserer Kirchen ,hr Geläut über die Stabt er- 'challen. Die staatlichen und städtischen Gebäude hatten Flaggenschmuck in den Reichs- unb Landesfarben angelegt Arn Abend. 7.30 Uhr. fanb im Stadttheater unter Mitwirkung ber Kapelle des 1. Batl. Ins.-Regts. 15 unb ber Gesangvereine .Gintracht" und .Heiterkeit" die offizielle Der- fasfungsfeier statt, zu der Prvvinzial- direktor Graef unb Oberbürgermeister Dr Keller bie Bevölkerung ber Stabt unb des Kreises Gießen eingclaben hatten Die Reichswehrtapelke eröffnete bie Feier mit dem Tortragc von 6. M. v. Webers . Freischütz"-Ouvertüre. Daraus brachte bet Gesangverein .Eintracht den Uthmannschen Thor.Empor zum Licht" zu Gehör. Anschließend ergriff Rreitftoulraf Fischet-, Gießen, das Wort zu seiner im Mittelpunkt des Programm- stehenden Festrede, in der er u a. folgendes aussührte: Wozu versammeln wir uns heute - an dem Tage, an dem vor 9 Iahren der erste Reichspräsident seinen Hamen unter das Berfassungswerl von Weimar gesetzt und ihm damit Gesetzeskraft verliehen hat in diesem seitlichen Hause? Solls lediglich eine Stunde der Erinnerung sein? Wir wollen unserer Feier einen tieferen Inhalt geben. Wollen sie zu einer Stunde ber Einkehr unb ber Selbstbesinnung werden lassen und wollen unsere Betrachtung in einem Gelöbnis ausklingen lassen zu DoU und Baterland, das abzulegen keine Gelegenheit würdiger sein kann al- diese Stunde Die beste Lehrmeisterin für einen besinnlichen Menschen ist eine ernste Betrachtung ber Geschichte, ober sie kann es wenigsten- sein. Gerade das Iahr 1928 fordert zu historischer Rückschau heraus. lieber dem Weg. den das deutsche Dolk in den letzten IahrHunderten gegangen ist. steht schick- faibaft eine große Auseinandersetzung unb ihr unheilvoller Ausgang. GS hat in Deutschland einmal eine Zeit gegeben, in der alle politische Macht in einer Hand vereinigt war, in der eS in Deutschland nur den politischen Willen der Zen- schatt'.-che Forderung Danzigs. Polen möge d.e'eS gefährliche Spielzeug auf fein eigenes Jerrt- lonum verlegen, nach dem ..echt poln:«chen" Hafen Gdingen, den es unter Aufwendung phan- tast 'cher Summen fieberhaft a.s Krregshafen ausbaut. bisher nicht durchzufetzen getreten 5 r wird aber, wie man in verantwortlichen Danz'g^r Kreisen erklärt, auch nach ber nunmehr erfolgten Zwischenlösung n.cht verstummen Die Zwischenlösung geht von b:n beiden Tattachen aus. daß Polen den tlmschlagsplan au, der Westerp.atte prattisch nur ein paar Mal im Iahr verwendet, daß andererseits der Hasen von Danzig unter schwerer Raumnot leidet. Polen stimmt nunmehr, natürlich auch unter Aufrechterhaltung seiner prinzipiellen Borbebalte, der Erschließung eines Teile- der Westerplatte - die zu diesem Zweck in grüne, rote und Haue Zonen ein- geteilt wird — für den normalen Wirtschaftsverkehr zu. Es hat aber jeden Tag das Recht. Munition-tranSporte anzumelden und so den Handel von diesem Stück des Hafens zu vertreiben. Die Wirtschaft-Möglichkeiten im Danziger Hafen haben also eine ganz kleine Erweiterung erfahren, wogegen die Benutzung ber Wcfterplalte für bie militärischen Zwecke Polens neuerlich de facto sanktioniert wurde. Mitentsche.bend war auch die Frage de- Kontrollrechts auf dieser Westerplatte. Es besteht nämlich der begründete Derdacht. daß polnische Organe ihr angemaßte- Hoheitsrecht zu umsangreichem Zollschmuggel auf dem Gebiet, da- Danziger Zollbeamte nicht betreten können, ausnüyen. Nunmehr wird ..der Danziger Polizeipräsident oder einer seiner normalen Stellvertreter" jederzeit da- Recht haben, die Westerplatte zu besuchen. Zweimal im Iahre dürfen die Danziger Zollbehörden überd.e- Stichvroben vornehmen. aber auch da- nur. wenn he ..Anlaß dazu haben". Exekutivgewalt steht weder dem Polizeipräsidenten noch den Zollbeamten zu. Sie können ihre Wahrnehmungen lediglich dem polnischen Kommandeur, unter Umständen auch zur Weiterleitung dem Senat ber Freien Stabt Mitteilen. Es ist also auch hier dafür gesorgt, daß die Handlungsfreiheit Polens im Hasen des souveränen Danzig nicht fühlbar beeinträchtigt werde. Danzig wird nicht wider den Stachel locken — seine Wirtschaft darf dafür ein Stück bisher kaum benutzten Hafengeländes bis auf Widerruf mitbenutzen. Einen Erfolg, und zwar einen, der wirtfchasttich von weitest tragender Bedeutung ist. errang Danzig freilich in der Frage der „durchgerechneten" Tarife. Bisher lagen die Dinge fo, daß die Dahnen auf dem Gebiete des Freistaates unter polnischer Derwaltung standen, daß diese jedoch in Danzig ein Vielfaches jener Tarife einhob, die in Polen selber in Gülttgkeit waren und so den Verkehr, namentlich den Transitverkehr der alten Handelsstadt, in kaum zu ermessender Weise schädigte. Es war schon seit langem klar, daß dieser Zustand nicht aufrecht- schästigt hat. Auf der Desterplatte. die dem Danr.ger Hasen vorgelagert ist hat Polen bekanntlich e:n Wallen- unb Munitionslager bzw einen llmschlagplay für Waffen- und Munitirnstransporte eingerichtet Dieses Lager bedeutet nicht nur un Är.cgefail. wo es der natürliche Anziehungspunkt für feindliche Flieger und Kriegslch.fte fein muß. fonbern auch un Friede nszuftand eine fchwere Gc - er unb sieht mich feindselig an. ..Da» Haydnb.ius*, sage ich. ..Don einem solchen Hau» habe ich noch nie etwa» gehört Der soll ba brin gewohnt ham?* fragt der ftohnenschwenkendc rSajsenjWand in Danzig. Von .Rtnt Hraus. Danzig. August 1928 Der Kleinkrieg zwilchen Da n» ig u nd Polen, der so alt ist wie der von den VerfalUer Machthabern geschallene .Freistaat* seiber, wurde durch einen Will fcnstll Island bei gelegt. (Bin Waffenstillstand rft das Abtommen. das k-ie wichtigsten ber ichwebenden Stret*fragen erlebigi — fein Fried ensfchluv Immer wieder wird bet Provisor (che Charakter der verschieben en Ao- aelungen betont, immer wieder erführen die beiden Parteien, daß 1te dielen Begebungen .unbeschadet ber Aul rech« erhall un fl ihres Aechts- standpunktes und ohne nnc Präjudiz »u schaffen' Aufhmmen. Voller ge'piy» mit Aefervaten und Vorbehalten ist wohl noch fein internationales Abkommen gewesen Immerhin, der Danzig-Polnische Paf» ist ein Grvignis von besonderer Be- deniung Nicht nur für den Freistaat seiber, dessen gesamte staatrechiliche unb wirtschaftliche Struktur von diesem Pakt entscheidend beeinftuhr wirk' e. am18. Aug. In dir Ziehung der Lotten« zu 6unttc n a. Fünorglt*ert «n MerburgerStudinten- hiime. MO) BinuHlhlvni ItgerinOert" .QSßtuRM I." ItU »ttenn>L ' > '» Wormi. Postscheck; Konto 15194 Frankfurt Hier bei SUatLLotte • un- nehmer FU» außerdem bei: Zijfjrreoban"»-"1- ’it, fr. „„IChMgrl.L» jaust, Wattenborn. IEWIHNF " Geiunhurft yh um. larunter Hithilgn. Ti Werte ren '2000., lauptgewmn I. W, r, 0000 . PtbmltlmWtrteien QVereine^J STtCUV'- . . 6 Diktat« .!K Ls E BuM E itn5 7 2?or’Cötiit- - bcn *■ HE n, die noch alle Machtmittel in der Hanb hielt'' Diese Macht mutzten di- Landesregierungen abgeben, frei willig ober unfreiwillig. Die Manner der Paulskirch« waren erfüllt von der Ueberzeugung. daß ihre Be schlüsse stark genug fein würden, um die Eintel reglerungen ,jur Zustimmung, d H. -um Verzicht auf «inen wesentlichen Teil ihrer Macht zu oeran- lossen. Welch eine Selbsttäuschung! Die glanzenden Hoffnungen — der Traum nach nationaler Einheit und bürgerlicher Freiheit — mutzten zu Grabe getragen werden ... Aber das Werk von 1848.49 ist dennoch nicht umsonst gewesen. Vieles von dem, was der größte Realpolitiker der deutschen Geschichte, Bismarck, 1866 und 1871 aufgerichtet hat, ist in der Verfassung von 1849 vorweg genommen worden. Auch das Werk Bismarcks ist nicht denkbar ohne das Werk der Paulskirchc. Erst die Paulskirche hat den — ach, so spröden, harten politischen Boden Deutschlands aufgelockert, und erst durch ihr Werk ist der deutsche Gedanke als Ziel für spätere, bessere Zeiten wirklich geweckt und zu einer Macht im deutschen Volke geworden. Endlich führt unsere Betrachtung dem dritten Fahre zu, zu dem das Fahr 1928 einlädt, dem Unglücksiahr 1918. In dieser Zeit grotzer oaierldn bischer 'Jlot haben uns zwei Lichtblicke aufgerichtet. Die weitere Entwicklung wäre nicht abzusehen ge- wesen, wenn damals nicht zwei Männer mit fester Hand in den Gang der Geschichte eingegriffen hätten: Friedrich Ebert und Generalfeldmarschall von Hindenburg. Der Generalfeldmarschall hat damals seinen Kriegstaten eine Tat heroischen Ver zichts und zugleich entschlossenen, zupackenden Gegenwartsinns zugefügt. Wir danken es ihm auch in dieser Stunde, daß er das Heer geordnet in die Heimat zurückgefuhrt hat, datz das Heer, das vier Fahre unüberwindlich einer ständig grötzer werden den Uebennacht standgehallen hat. nicht zum Spott der Gegner und zu einer Anklage vor der Geschichte geworden ist. Und bann: Als alle Form zerbrochen und es noch völlig unentschieden war, was nun kommen sollte — neue geordnete Verhältnisse ober russische Zustande — da hat Friedrich Ebert die Wahlen zur National- Versammlung durchgesetzt und hat damit den Weg frei gemacht zu einem neuen gesetzlichen Zustande. Man soll diesen Erfolg so hoch einschätzen wie mög- lich. Es wird immer das historische Verdienst Eberts bleiben, datz er der Versuchung, im Wege antidemokratischer Gewalt Staatsprobleme zu lösen, aus Staatsbewutztsein und stattsmännischem Verantwort lichkeitsgefühl widerstanden hat ... Unsere Uederschau über die Jahre 1828, 1848 und 1918 hat uns gezeigt, welchen Leidensweg das deutsche Volk Hal zurücklegen müssen, bis es — wieder— seinen Bestand gerettet und sein staatliches Haus erneut aufgerichtet hatte. Seinem anderen Volke ist das so schwer geworden. Die Grundpfeiler, auf denen unser Haus errichtet ist, sind Demokratie und Republik. Man will uns bisweilen glauben machen, Demokratie und Republik entsprächen nicht der Wesensart des deutschen Volkes. Aber die Erfahrungen der letzten Fahre sprechen durchaus für Demokratie und Republik. „Die Staatsgewalt geht vom Volke aus." Wie ein Weckruf klingt der Satz, und in Deutschland hören wir Um noch nicht lange. Die Weimarer Verfassung hat die Staatsgewalt in die Hand des deutschen Volkes gelegt. Das gilt nicht nur in dem Sinne, datz der deutsche Mann und die deutsche Frau nach Ablauf von einigen Jahren berufen werden, durch eine Dahl zu bestimmen, in welcher Richtung sie die Politik des Staats geführt wissen wollen. Es gilt auch in dem weiteren Sinne, datz das Volk jeden Augenblick aufgerufen werden kann, in wichtigsten Fragen seine Entscheidung zu geben, lieber Reichstag und Regierung hinweg spricht das Volk toi Volksbegehren und Volksentscheid. Bei ihm liegt der letzte Urgrund alles politischen Wollens i|n Reich. In der tat: Wir haben in unserer Verfassung ein hohes politisches Gut zu verwalten. Sorgen wir dafür, datz nicht einmal unsere Kinder mit der Anklage gegen uns aufstehen, wir hätten dieses kostbare (flut schlecht verwaltet! Möwe:m Siurm. Roman von Sophie Nloech. 39 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Eden tarn die Hoheit von der Halle herein. „Maria, das wäre wohl nicht nötig —" Sie verstummte. Dir Arneritanerin hatte sich zu ihr umgewendet unb sagte, sich leicht verneigend: „Frau SoUmann." „Wie meinen Sie? Frau .flollmaim? Oh, Sie sind eine Verwandte unseres heben Generaldirektors? Dann natürlich —" ,Lch bin feine Frau." „Seine Frau?" fragte Maria, und um sie her begann alles zu singen und zu schwingen. Was sollte da» heißen? — .Sollmann — Aber nein, ein Vump war der nicht. Diese Fremde log. Gott mochte wissen, aus welchem Grunde. Sie blickte die Hoheit an, die wurde abwechselnd blatz und rot, straffte sich und antwortete mit kühler Wurde: ,Zch bitte — wir sind genau unterrichtet. Herrn UoU- inanns erste grau ist tot. Sie kam bei einem Eisen- bahnunglück um da» Leden." „O no. Sie kam nur ein wenig um ihren Ver- stond. Von dem Nervenschock. Aber sie hat ihren Verstand nueberbefommen.' ,,3d) weitz nicht, wa» Sie zu dieser Romobic ver- anla^t. Herr Möllmann hat seinen Sekretär nach drüben gesandt, die genauesten Erkundigungen sind eingezogen worden — Die Leiche ist von der eigenen Kusine der Dame rekognosziert worden." ,,O yes, ich weiß. An den goldenen Knöchelringen. Sehr töricht. Die Damen tragen sie sehr Diel, tf» war so: Die Fran Miller ging in den «peiseuragen. Fch mochle nicht Dann wollte ich bort) hingehen, unb wie ich am offenen Fenster des (Range» norbeiging, da ist e» geschehen Der Wagen stand mit einemmal hoch wie ein Tier, fiel auf di- S a f t im Riemen zweier o. 6f. wurde bereits mitgetcilt «wobei die angegebenen Zeilen die im Endlauf um den 1. und 2. Platz von den beiden beteiligten Mannschaften erzielten sind). Viererrn. St.: 1. Italien 6: 47,8; 2 Schweiz 7; 3.4; 3. Polen. Aiemenzweier o. St.: 1. Deutschland iMullcr Möschtes vom Berliner Audcr- klub Hellas) 7:6.4; 2. England 7:6.8; 3. Amerika. 3m Endlaus gegen England ging die deutsche Mannschaft gleich nach dem Start in .'sührung, vergrößerte sie dis 750 Meter auf 2' . Längen, dann aber holten die Engländer aus, und eS gab einen erbitterten Cndkampf, den die deutsche Mannschaft mit einer knappen Länge gewann, damit die einzige goldene Medaille für Deutschland erringend. Einer: 1. Australien (Peareo) 7:11; 2. LISA. (Myers) 7:20.8; 3. England. Riemen zweier m. S t.. 1. Schweiz 7:42,6; 2. Frankreich 7:48.8; 3. Belgien. Vierer o. St.: 1. England 6:36; 2. 11621. 6:37; 3. Italien. Doppelzweier: 1. USA. 6:41.4; 2. Kanada 6:51; 3. Oesterreich. Achter: 1. USA. 6:3,2; 2. England 6:5.6; 3. Kanada. Oer Triumph der deutschen Reifer. 3n Hilversum wurde am Samstagvormittag das individuelle Dressurreiten vom Vortage zu Ende geführt und brachte Deutschland gleich zwei goldene Medaillen ein. In bestechender Manier konnte sich Frhr. v. Langen mit „Draufgänger" nicht nur die beste Wertung des Tages, sondern auch die beste aller Teilnehmer überhaupt erwerben. Mit 237,42 Punkten belegte er den ersten Platz vor dem Franzosen Marion mit 231 Punkten und den Schweden Olsen mit 229,78 Punkten und Sundblad mit 226,7 Punkten. Linken» bach (Deutschland) wurde Sechster mit 224,26 Punkten hinter Hptm. Thiel i Tscheche», flotoafei) 225,96 Punkten, während v. Lo tzbeck (Deutschland) mit 208,04 Punkten Gitter wurde. 3m Desamtklassement der Rationen vereinigte Deutschland 669,72 Punkte auf sich Zweiter wurde Schweden mit 650,86 Punkten vor Holland mit 642,96 Punkten und Frankreich mit 641.90 Punkten. Stirn mit Kölnischwasser betupfte. „Unb bie Gäste eingclaben, unb bie Anzeigen an bie Blatter ver- fanbt — unb die ganze Berliner Gesellschaft wirb drei Wochen lang lachen, wenn nur unser Name genannt wird — Unb bu gehst umher, als ginge bich bas alles nichts an. Ich glaube — Maria — ich glaube, bu bist noch froh!" „O Tante, jo 'bankbar, so unsagbar bankbar. E» war Rettung in der letzten Stunde. — Unb ich hab' ehrlich befahlen wollen." „Du redest ja irre," sagte bie Hoheit. ..Mein Gott, wenn boch nur Schulze käme!" Die „Maria Christina" fuhr burch ben sinkenden Abend — von Holland kommend — dem flanal entgegen. Elena ging auf bem Promenadenbeck unb (ab, wie bie Lichter aus ben Salon» unb Sabinen bunte Streifen über das leise wogende Wasser legten. Langsam ging sie, langsam, aber unermüdlich, unb mit ihren Schritten gingen immer die gleichen schweren Gebauten, unb zwischen bie farbigen Lichtstreifen schoben sich Bilder der vergangenen Wochen. Eine griechische Schenke, eine Berliner Villa, südländische Menschen, norddeutsche blonde Erscheinungen — unb immer ein Stopf, rein unb blaß, mit unregelmäßigen Zügen, warmen Deilchenaugen und dem Ausdruck unendlicher Liebe und Güte in federn Blick. Sie spürte e», sie sah Aaria nicht wieder. Nie wieder. — Sie hatte begriffen, was damals in Athen gewesen. Sie hatte auch verstanden, warum flollrnann ihr so überaus freundlich den Weg zun, Gatten gebahnt hatte. — Er wollte sie forthaben aus der Nähe ber Schwester, sie war für ihn eine Frau, die man nicht im Hause duldet. Seit sie Sergei in Rotterdam gesproßten, war sie sich klar. Er hatte sich noch ein Verdienst daraus gemacht, diese Verlobung 311m Abschluß gebracht zu haben. „Denn sie wäre ja, unpraktisch wie sie ist, auf nicht» ringegangen, bie dumme, kleine Maria. Unb nie wieder wäre un» solche Chance gekommen * ..Uns»" ..Wem sonst, liebes flinb? Glaubst bu, man hatte sich in London beeilt, mir einen Teppich unter die Füße zu breiten? Sie leben da mehr denn ic nach dem Grutchsofi: Chacun pour soi. Dien pour lous. — Unb ich hab** re nie goutiert, für mich selber zu sorgen. Künftig wird ha» Herr AoUmann übernehmen. Daß e» in einem au»reidxnben Maße ge- schlecht, dafür allerdings werde ich Sarge tragen.* Sie hatte nichts darauf erwidert. Unb wie sie nun wieder unb wieder auf dem menschenleeren Deck hin unb her ging unb wie es sie fröstelte in bem kühlen Abendwmd fragte es unaufhSrlich in ihr: „Unb nun? Das nun* — Beim Concours Complet d’Equitation" scht-h Deutschland am Vormittag aus, da ..Alpew- rofe“ unter Hauptmann Zeverabend beim Nehmen eines Hindernisses eine beträchtliche Verletzung erlitt. Außerdem schied auch Schweden aus. so daß nur noch Aerwegen. Holland und Polen im Wettbewerb blieben. Die deutsche Siegermannschaft in ber Dressurprüfung. Die b c u t j d) c Mannschaft in ber Dres - 1 U5 FuU ’ 11 n 9 hatte folgenbe Zusammenstellung: 1. dreibeiT von Langen (Draufgänger> 237,42 Aun"e; 6. Rittmeister L inkcnbach (Gimpel) 224,26 Punkte. 11. ,Freiherr von ÖoRberf (ffa- racaüa) 208,04 Punkte. 6 1 Deutsche,- Sieg im Jagdspringen. Das zur Dressurprüfung unb zum ©elfinbentt al» Mannschaftswettbewerb gehörende 3agbf pT in • gen brachte einen Sieg des deutschen Major» Neumann auf Ilja, der sein Pensum mit 0 F«h. lern in 1:04 absolvierte und somit die beste Leistung des Tages erzielte. Diese glänzende Leitung wurde nicht mehr unterboten. In ber „Military- placierten sich bie Nationen wie folgt: 1. Holland; 2. Polen; 3. Norwegen Oic phmerung im Wasserballturnier. Nachdem auch die Dasserhallspiele um den zweiten Platz des olympischen Turniers erledigt sind, ergab sich folgende Placierung der Länder: Olympiasieger: 1. Deutschland; 2. Un- flam (weil es nut Deutschland im Endspiel stand); 3. Frankreich (als Sieger in Gruppe 2). Tumultszenen beim olympischen Boxen. Die Kämpfe des vchinpifchen Voffturniers begannen wieder mit Verspätung, so daß da« Publikum von vornhere-n unruhig war. Kein Dun- der. daß cS bei jeder fraglichen Entscheidung zu wahren Tumultszenen kam. besonder- beim Kampf Isaac- Südafrika gegen Dalah -- UV2 Der Südafrikaner Hatte flat gewonnen und wurde auch tum Sieger erklärt. Da begannen die anwesenoen Amerikaner zu toben, sie stürmten gegen den Ring, und der Vorsitzende der F i b a muhte im Ving erscheinen, um daS Publikum zu beruhigen. Der Erfolg, daß der Amerikaner jetzt zum Sieger erklärt wurde mit der Begründung einer falschen Punkleerrechnung. Die Erregung des Hause« hielt auch in den nächsten Kämpfen an. Im Kampf Berggren- Schweden gegen Halaiko-USA. leisteten (ich die Aichter dann wieder ein Fehlurteil. Der Amerikaner, der in zwei Runden bestimmt der schlechtere war. wurde nach langer Beratung als Sieger auLgerufen, was die Empörung, besonders auf Seiten der Schweden, abermals her- vorries. Ein Tevl von ihnen, der auf der Salene laute Protestrufe au-gestoßen hatte, wurde von bev Polizei deS Saales verwiesen. Trotzdem konnte die Auhe nicht toiebcr her gestellt werden, der Radau verstärkte sich vielmehr, als den Schweden nach einiger Zeit gestattet wurde, bas Gebäude wieder zu betreten und hielt auch während der nächsten Kämpfe noch an. Oberheffen. Landkreis Gießen. ß Lich, 12. Aua. Recht rege war man im lausenden Jahr in unserer Stadt auf dem Gebiet der Bautätigkeit. Da unsere Stadt nl» ehemalige mittelalterliche Festunasstadt in ihrem Inneren keinerlei Baugelände auszuweisen hat, so entstehen sämtliche Neubauten an der Peripherie in der Haupt- fache im Bahnhofsviertel. In der Mengesgasse fenn- len in ben letzten Wochen b’-ei neue Wohn- Häuser bezogen werden, ein weiteres wird in den nächsten Tagen angefangen. Im „Hohlen Weg' hinter dem Bahnhof warten zwei Wohnhäuser noch im Herbst auf ihre Vollendung, unb in ber Hungener Straße ist ein Neubau im Erstehen. In ber Jahn- Bist bu nun glücklich, baß bu wieder immer mit ihm leben kannst? — Oder ist ber Ekel stärker al» das, was ihr Liebe nennt? flannft bu ohne jebc Achtung vor bem Manne »och immer an ihm hängen? — Spürst bu nicht heute schon einen Widerwillen, wenn er sich nähert? — Ja, wenn er will, wird er den besiegen, mit feinen Küssen, mit seinen Schmeichelworten, mit seiner brutalen Energie. Hundertmal wirb er ihn besiegen, aber was wirb bann sein? Dann bist bu ganz unten, ganz unten. Lahm unb müde, schlaff und verdorben. Gleichgüttig aegen alles, was in ber Heimat Stolz war unb Ehre unb Liebe und reine« Gluck. Unb da» Kind, bem bu bas Leben geben sollst, war nurb aus bem? Belastet mit niedrigen Trieben, clje es noch das Licht der Welt erblickt, leichtsinnig gen Blutes — denn wie kann es ander» fein bet bem Leichtsinn, der seit Jahrhunderten in leinen Vorfahren lebte — auswachsend in Verhältnissen, bie unsicher sind wie der Boden eine» Vulkan« — Es würde ein Abenteurer werden, wenn nichts ■schlimmere». Der sollte e» leiten? — Der Vater? Don dem würde es lernen, bie Menschen zu verachten und auszubeuten. Die Mutter? Die war ja nicht fähig, da» eigene Leben zu lenken. Willenlos war sie, leichtsinnig war sie, brennende Sehnsucht nach Lebensfreude und Genuß war ht ihr — Nein, sie täuschte sich nicht mehr über sich selbst. Was sie in so mancher Levenslage vor bem Aeußersten bewahrt, das war nicht Tugend ge- wösen. mir ein gewisser ästhetischer Widerwillen gegen br:i Lchmup Unb lebte sie bei diesem Wanne in Reinheit?" Sie stöhnte vor sich hin. Sie wünschte, diesen bitteren Gedanken entfliehen zu können, wandte sich unb jing zur Treppe, bie ein Stockwerk tiefer zu den salons führte. Wie sie in bie Tür trat, sah sie Sergei, ber eben non einem kleinen Epieltischchen aufftanb unb — sie erblickend — schnell herankam. „Wie siehst bu denn aus, Mignonne! Blaß und verweht. Was haft bu nadi «0 lange bl draußen getan9- Unb leiser, sie neben sich auf einen Divan ziehend: ..Sage doch, hast bu nicht noch von bem Reisegeld, bas der chevalereske Schwager dir so reichlich zur Verfügung stellte? -- Wie liehst bu mich an! Ich habe ein bißchen arg gepokert. Diese Holländer mit ihrer Temperamentlosigkeit haben es in sich. Wie bie einen h,nein,egen' Aber man lernt von ihnen." „Alles hast bu schon wieder verspielt?" .Sei nicht fo entsetzlich bürgerlich entrüstet. Man >ieht. baß bu bei ber Hoheit Fran Schulze in bie spießigste,' Verhältnisse Geraten bist. Morgen sind wir in London Uebermorgen, bu siehst, ich dränge dar niwt. schreibst bu Herrn flollmann ein kleine» Billetbour —" (Schluß folgt.) ' ftrofcf, wo erst vor einigen Jahren das Baust,lande durch di- -ladt erschlossen wurde, stehen drei Beu- bauten kurz vor chrcr Vollendung Butzbacher Strahe und Lardenteicher Weg haben |e einen Neubau auizumeifen, ein stattliche- J)ou» in dem Gor- banletcher «eg konnte in den legten Wochen seiner Bestimmung übergeben werden. Vie schon im letzten /)rrt>ft begonnene städtische »inderschule am Cbrrtor geht «Heer BoUenduna enlgegkn und kann in einigen Wochen emgew. hi werden, «an kann damit rechnen. Vast rund 15 Mahnungen im Jahr 16Ö neu geschossen worden find- Li reis Ariedberg. 4. Bad-Lauheim. 12. Aug. Sie Bad- Lauheimer Turnerschast beging heute durch em« schicht.- einbrurksvolle Iohnleier die ISO. Wiederkehr des Gebunslag» de» Lurmoalers 2ahn Doch einem 33mzug durch die Stadt wurde am Johonniebergturn. eine Erinoerung»- 1 asel an Jahn enthüll! Der Dorsitzende der Turnerlchasl. Kaufmann PH Weih, konnte eine arvhe deäflen’.cmtx und zahlreiche Gäste dcgru- ßen. darunter Bürgermeister i>r. Ahl. Oberbau- ral Berd von der 'Bad- und Kurverwaltung. Amttzgerichtsd'reltrr Bausch. Bkusilalitchc Darbietungen der .Heuerwehrla-elle und der von Lehrer Diehl geleitete.' Gesangsabicllung. be» Turnverein» 18cO umrahmten di, Decherede, dte Lehrer Ostwald h.eli »r feierte Jahn al» den Schöpfer be< deutschen lernen» und de» deutschen Ttelksfporte» und al* den begei- lterten C^rrlämpkr für deutsche Einheit und Wertteil Der Deist Jahn» möge über alle Klassen. Parteien und Meinungen zu einer Bolkögememschasi ,übten Oberlurnwari 'Jod dankte allen. Ne sich um die Feier bemüht Obet- daurat Berd übernahm die Sahntascl m den Lchun der Bade- und Kurverwaltung Die Sahnlalet ist von Kunstschlosser S e n b i d (5rieb- derg> kunstvoll auögetuhri und ist ein schöner Scharud de» alten, historischen Iohannisberg- turm». - Bilbel, 12 Bug. Lus sein 2 5j ädriges Be stehen biidt derHassia-Sbrudrl zurud. der im August 1903 von Fritz Hinkel erbvhrt wurde Vie Erbohrung de» Hasfia- Sprudel» ist c;n Markstein in der Geschichte Btlbel» geworden, denn das Heil- und Tafel- wasser hot mit einer Produktion von einer Mlllionen-Iahresfüllung den Hamen Bilbel» in die ganze Welt getragen und Bildet in die Beide der Mineralwasserstüdte gestellt. Do» JVHiifltnerf verfügt über eine neu erbaute, mobem eingertchtetc rullhalle, in der stündlich 5000 Flaschen gefüllt werden. — Au» dem hessischen Ufatale. 12 Aug Sn den letzten Vagen ist die 3 rnte ungewöhnlich schnell herangereist. Man kann säst von einer 71 ot reif e be» ®etreibe» sprechen Während in der vergangene" Woche Gerste und Korn gleichzeitig gdchnuien werden koimten. ist man jetzt vollauf damit beschäftigt. Hafer und Weizen abzumachen Fall» die hochloinmerftche Wärme noch einige Tage an- halten sollte, so wird die gefomie Fruchternte in so kurzer Zeit unter Doch und Fach gebracht sein tou ei selten mol vorgekommen ist. Die Erntemaschinen tonnen ergiebige Hilfe leisten, zumal die Frucht noch durchweg aufrecht steht. 7>on Hagel und schweren Wettern ist unsere Gegend verschont geblieben, was wohs ein gewichtiger Grund sein dürfte, dast nirgendwo Coger tnicht anzutressen war Da» Getreide an sich steht gut .ft nur in der Länge bei Halme» zurück- gel'lieven Heber aß sind nun die Drefchma- Ichinen in voller Tätigkeit. Der Äörnerertrog behriebigt allgemein. 7lachsrage nach Frucht neuer Ernte besteht kaum Bon Maklern, wird für We^en 22 bi» 24 Mark pro Doppel^ntner genannt. Einen tehr traurigen Anblick bietet da» Brachfeld mit seinen Hackfrüchten und den Futter« fr An teer Untere Landwirte wissen nicht mehr, wo sie die nötigen Futtermengen für ,hr Bi eh hernehinen sollen. Irndri gelegene 'Diesen wie auch die Kleeäcker sind vollständig gelb und werden keinerlei Ertrag mehr bringen können Tter der Heuernte ist in unserer Gegend der letzte ausg'ebige Hegen gefallen alle Gewrrierregen find vorbe,gegangen. Auf vielen Kartoffel- Adern liegen die Kartofse stauben verwelkt am Beben, m bet Brbc einigt Heine Früchte Die Frühtartosf et n Odenwälder Blaue" und . Allcr- * hi bette Gelbe bringen nur em en geringen «Betrog Trotzdem lind in der letzten Woche die Preis« für fette Schweine im weiteren Äteicen begnf'ei. Gegenwärtig begabten bie Händler 69 b*» JO Pfennig pro Pfund Lebendgewicht Dagegen find aber die Ferkelhreife .m Hinbiid auf die zu erwartende geringe Kar- toffnemte rückgängig. Da» Clüd etwa 7 Wcxhen alter Jungtiere kostet zur Zeit 16 bi» 19 Mark 3n unserer Gegend find in biefan Jahre bie Obsterträge gleich TluII, wo» Aepfel anlangt. Der geringe Behang ,st infolge der langen Irodätbcit und ber aufgetretenen Stürme her- untergesatten. Mrcio Büdingen. ow. Ober-Widdersheim. 12. Aug. Bei den Aenovierungsarbeitea a n unterer Kirche wurde auch der alte durch Aost verdorbene Wetterhahu abgenommen, leider bat man in dem Knopf der Wetterfahne keinerlei Urkunde gefunden. Es wird nun ein neuer vergoldeter Hahn aufgelegt, der dann infolge ber hohen Lage unsere Krche wieder wert- hin m die Detterau sichtbar sein wird. In den Kupserknaus wurde eine urkundliche Beschreibung der Tteitotv.erungiarbeiten mit den letzten Tlum- mem de» Giesiener Büdinger und Tliddaer Anzeiger» eingelegt. 3n der letzten Woche weilten auch wiederholt Glieder der Familie Gheliu» h.er. deren Ahnherren die drei ersten evangelischen Pfarrer zu Ober-D.dderSheim waren m den wahren 1528 bi» 1634. Zum ehrenden Gedächtnis dieser ihrer Ahnherren wird die weitve^weigte Familie Eheliu» unterer Kirche den Schmuck de» Chore» stiften. An Ort und Stelle haben bie in dieser Woche hier anwesenden Fomihenmitgbe- > Vollendung ihrer Renovierung wohl zu den schönsten Dorft.rchen Oberhe'sens zählen w.rd Sirciö Schotten. UÖaubadj, 12. Aug. In der letzten Sitzung C.Sc. -C '"kinderats. ber ersten, die unter dem ruten fällt c» schwer, die einzelnen Patente auseinanderzuhalten. Während fich nun alle anderen Gesellschaften vorläufig abwartend verhalten, hat da» Deutsche Lichtlpiel-Syndikat. dem 750 deutsche Lichtspieltheater ongeschlvssen sind, schon mit der Herstellung der neuen Fil ne begonnen, und Mitte August werden seine ersten Svvechfiime in Deutschland vorgesührt ..Wir sind davon überzeugt." erklärte der Geschäftsführer des Svn- dikates. ..dast die neuen Filme den Beifall de» Publikum» finden werben. und wir glauben fest daran, dast ein« neue Glanzzeit de» deutschen Film» anbvechen wird Wir hoben zunächst Musiksilme bergestellt, für bie berühmte Klaviervirtuvten und bekannte Geigenkünstler verpflichtet worden lind Daneben werden wir auch Sprech'ilme zeigen, bie luftspielartig abge- fostt flnb, und al» erster sprechender Filmschauspieler hat der ausgezeichnete Berliner Komiker Paul G r a e tz bei un» mitgewirft. Am meisten erhoffen wir von ber sprechenden Wochenschau, die nicht nur die Ereignisse be» Tage» zeigen, sondern auch alle damit verbundenen Leden bringen wird. ÄS wird sich bei diesen Ausnahmen nicht vermeiden lassen, auch die Ve beuge rausche auszunehmen, aber gerade da» wird den Film um so echter unb naturwahrer erscheinen lassen. Ferner wird erwogen, eine Art fremdsprachlichen Unterricht» einzuführen, bei dem der Lehrer von der Leinwand da» lernende Publikum aufforbecn wird, bestimmte englische oder französische Redewendungen nachznsprechen. Gs bietet sich dabei ber besondere Vorteil, dast bie .Schüler" die Mundstellung des Lehrers genau beobachten formen. Wir wollen wöchentlich ungefähr fünfhundert Meter produzieren: doch werden vorläufig kein« grösteren Spreä-drainen, sondern ungefähr fünf kleinere Lustspiele in der Woche hergcstellt. Für die Ausnahme benutzen wir do» Küchen- meister-Derfahren. das sich bi» jetzt durchaus bewährt hat. Selbstverständlich must sich jeder Besitzer eines Lichtspieltheater», der Tonfilme verführen will, eine besondere Apparatur in den Vorführungsraum einbauen lasten. Dieser Apparat wird für da» Küchenmeister- Versahren zwischen 2500 und 3500 Mark kosten, eine Summe, die für ein kleine» Kino ziemlich bedeutend ist. Man must aber bedenken, dast durch da» neue Verfahren unter Umständen ein Orchester erfpart wird " Vicht weniger hoffnungsvoll äußert sich Generalkonsul Druedmann, der Gründer de» deutschen Tonfilm-Syndikat». Erfinder unb Filmuntemehmungeii sollen in diesem Syndikat zusammengefaht werben, um bie Erfinder vor Ausbeutung, die Produzenten aber vor kostspieligen und verfehlten Gffperinienten zu schützen. Während man m Deutschland vorläufig ungefähr acht T vn f i l rn s y st e me kennt, sind in Amerika viel mehr Berfadren zum Patent angemeldet worden. TH an will z. D. beim Kurbeln der Filme auch Schallplatten aufnehmen: bie Schallwiedergabe kam, durch Grammophone oder — bei elektrischen Uebertragungen — durch den Lautsprecher erfolgen. Ditaphone nennt sich ein solche» System, das in Aeuyork bie große Filmfirma Warner Brothers verwendet, unb eine besondere Gesellschaft, die Vitaphone Corporation, ist für diese» Verfahren gegründet worden. Sämtliche neuen Filme der Wamer-Gefcll- fchaft werden Bitaphonebegleiiung haben: zur Zeit hat die Gesellschaft schon etwa 400 tonende Filmakten hergestellt. Der bekannte amerikanische Filmindustrielle fforf LaemmIe. der Präsident der l mxersal Pictures Corporation, beabsichtigt ebenfalls Tonfilme nach einem ähnlichen Verfahren herzu stellen: einzelne Szenen eine» bereit» in Produktion befindlichen Liesenfilm». der den 71 am en „The Show ßoat** führen wirb, sollen mit MulikbeAleitung versehen werden, und man wirb die Gelange be» Vegerchor» und den Lärm der Schaufelräder eine» Vkif- fissippidampser» naturgetreu vernehmen. Auch der in Deutschland schon gezeigte Film .Onkel Tom- Hütte' soll musikalische Szenen erhallen. In Deutschland wird da» Lchailplatten- verfähren von dem Lignose-Horfilm, System Breufing. verwendet werden. Aach demselben System arbeiten die amerikanischen Gesell- fchasten. Vocafilm. Orchestraphone. Briftolhbone. Hanaphone. Firnatone. Kalaidophone und Photo» phvne Wehr Beachtung verdienen die Verfahre», die zur Aufzeichnung eine» Tones nicht eine Srain» inophonplatte. fondern den Film felbst unb eine photographische Methode benutzen Dem Ermessen be» Aufnahineleilers bleibt es über- lassen, ob er ein Verfahren wählt, in bem Bild- unb Tonsilm getrennt flnb. oder ob er Photographie und nrnfikalifchc Illustrationen auf demselben Filmband vereinigt. WlerdingS must das optische Bild verlleinerl werden, wenn man bie Tonauf^eichnung auf demselben Filmband haben will. Diese Tonoufzeichnung auf photographischem Wege erfolgt nun entweder dadurch, dast .auf bem Filmband hellere odör dunklere Striche erscheinen. ober durch Veränderung der Länge ber aufgenommenen Striche Da gibt 0» das Sri- Srgon-Svstem. da» System Petersen- Poulsen, dann da» amerikanische Movie- tone- System, da» die Fvf-FUn:-§orporation erworben Hot. und da» System Küchenmeister. Bei allen Tonfilmausnahmen must selbstverständlich da» Atelier vollkommen schallsicher fein, damit störende Aebengeräusche vermieden werden. Bei dem Küchenmeister-System wird das Prinzip ber Ph0 t 0zellc angewandt, ber Ton selbst von einem Mikrophon in elektrische Energie umgewandelt, die eine austerordcnLlich empfindliche Lampe gemäß den Tonschwingungen mehr ober weniger hell aufleuchten läßt. Das Licht dieser Lampe fällt durch einen Spalt auf den Film, der nur zur Ausnahme de» TonS dient. Während nun der optische und ber Tonsilmstret- fen getrennt enttoidelt werden, werden beide Streifen auf einen Fllm kopiert. Bei der Vorführung läuft bann ber Fllm durch einen Apparat. der an jedem gewöhnlichen Dorsühropparat angebracht werden kann Unübertebbar find bie Folgen, die die Einführung des fprechenden Film» nicht nur für bie Industrie, fondern auch für die Darsteller und Fllmmusiker haben kann. Spricht man doch heut« schon von einer .Aevolution in Hollh- wvvd" , und wahrend eS bt»her bei vielen Fllm- darstellem nur darauf onkam. gut auSzufehen und elegante Kleidung zu befitzen, wird in Zukunft der Filmfchaufpieler ebenfo wie fein Kollege vom Theater über eine gute Stimme und vorzügliche Sprachkenntnis fe verfugen müffen. Die Wanuflriptschreiber werden in Zukunft vielleicht nicht mehr Drehbücher, sondern vollständige Theaterftüde mit ausgearbeitelcm Dialog liefern müssen. Man muß jedoch befürchten, daß ber Film auf* hort, international zu fein, benn noch gibt e» keine Sprache, die alle Völker ber Erde verstehen. Schon heute bestürmen Esperantovereine bie Filmproduzenten, bie neuen Sprechfilme in Esperanto herauszubringen, aber die Anhänger dieses Idioms überschätzen wohl bie Ausbreitung ber neuen Sprache Angesichts ber gern begu revolutionierenden Bedeutung kann man die Spannung verstehen, mit der die Oeffentlich- keit ber Dorsührung ber neuen Sprech- unb Tonfilme entgegenfieht Bisher unbekannte, na- menlofc Schauspieler können durch sie zu Lieblingen ber Welt werben, während bisher vergötterte. mit Aiescnsummeu bezahlte unb von ledem LuruS umgebene Filmbarsteller vielleicht bald in Vergessenheit geraten werden, toerm sie den Ansprüchen, bie bie neue Filmtechnik an bie Künstler stellt, nicht gewachsen sind. Die Erfahrung lehrt aber, dost von ber Lösung des technischen Problem» bi» zur ästhetischen Bollen- bung eines neuen KunstzweigeS noch ein weiter Weg ist. fo bah man den ersten Uorfüfcrungen ber neuen Tonfilme wohl noch recht krUifch ent- gegenfchen muh. 5 d) u n f (00m Windhof bei Gießen) Perhanbdt Teni Antragsteller wurden von der Gemeinde 7200 Quadratmeter zum Preise von 3000 Mark zweck» Srdauung eine» Wohnhauses überlassen. Tie Zahlung erfolgt ia dar. Sämtliche Kosten trägt der Käufer Mit bem Bau muß innerhalb zweier Jahre begonnen werden — Die Stelle einer neuen Feldschützen soll ausgeschrieben werden. — Der Entwurf zur Verpachtung de» Stein- b r u ch » im „61 r ä u d) e roirb genehmigt und beschicken, bie Verpachtung ou»zuschreiden — Die Errichtung einer Badeanstalt wird 3 u • rüdgcftellt. — Dos Baugesuch des Sekretor» M e tz g e r an der „Andrsallee" am Ramsberg wird genehmigt. Der Quadratmeter wird zu 1 Mark abgegeben. — Ter Bürgermeister wird beauftragt, mit Bildhauer Arnold, dem Schöpfer der neuen Ehrenmal», wegen dessen Schlußforderung mündlich Xu verhandeln — Der Wirtschastsplan über den Gemeindewald für da» Wirtschastsjahr 1929 tmrb genehmigt — Tic ,'raoe ber, Verwendung und dcr llnterbringuna des neuen Spreng- wagen» wird zurüdgestew — Weiter wird bc- schlossen, zwei Ersoyfeldgeschworene zu bestellen. tpg Gedern 12. Aug. Am letzten Freilag fanb hier bie dritte diesjährige Versammlung ber diesigen Ortsgruppe des Bundes der heffi- schenLeibaardisten Katt, in we'ch.-r haupl- löchllch über pie Beteiligung bei ber Denkmatt- ircibc unb Wiedersehen»ie>er in Darmstadt vom 18. bis 20. August beraten wurde 18 Kameraden haben sich entschlossen, an den Feierlichkeiten teil- zu nehmen. Ebenso werden die benachbarten Ortsgruppen Burkhards unb Wenings, welche dem Gederner Bezirks verein angeschlossen find. Abordnungen cnHerben. - Aach dem Wegzug des um die Sache de» Deutschen S«verein» sehr verdienten Lokomotivsiihrers Heinr. Brüdmann, welcher nach Detzdvrl iSicg) versetzt wurde, übernahm Elektro meister Ale ran der A e u ß den Borsitz der hiesige» Ortsgruppe des Deutschen Seevereins. Kreis Alsfeld. •I* Auppertenrob, 11. Aug. 7!achdem unsere Gemeinde in den Jahren 1923 24 da» neu« Echulhaus und 1927 bi« Wasserleitung gebaut hat. mmmi sie nun Ausbesserungen ber Feldweg« por Gute Zufahrtwegc zu den Feldern fmd bem Landwirt viel wert Aus dieser Erkenntnis verwendet die Gemeinde Sorgfalt auf die wichtige Frage der Zteldwege Als weitere Leistungen der unter ber rührigen Leitung von Bürgermeister V 0 l z i n g stehenden Gemeinde Auppertenrod feten bie Instandfetzung be 6 Larhauses und des KirchturmeS. sowie die Anlage einer Kirschenpflanzung zu nennen. Die Innenausstattung und Anschaffung emer Heizung unterer Kirche bürt tri weitere Aufgaben fein. Aheinheffen. WSN. Mainz, 1L Tfufl. Der hessische Minister des Innern hat anläßlich de» Derfofiung»tage» dem Beigeordneten der Stakt Mainz, chiemen», den Titel „B ü r g c r m € 1 fi c r* t erheben. — heute abend ereignete sich im benachbarten Weisenau eine Kanalexplosion. Durch dir Gewalt der Explosion wurden in einer Straße, bie auf ben Rhein stoßt, bie Äanalbedel unb drc Pflastersteine in bie Höhe geworfen.Feuer- und Rauchsäulen stiegen aus den stanalöffnung-n empor. Man nimmt an, daß durch eine fedgeworbene Tankstelle Benzol in ben Abflußkanal und von da au» in den Rhein gelangt war: durch einen jedenfalls von einem Mngjfer in Sen Rhein geworfenen Zigarettenrest wurde do» auf bem Wallte jchw mmende Benzol in Brand ge- fetzt, t.-r sich rasch in den Hanoi d Tod) wird erst eine llnlerfuchung über die genaue Ursache Bustchluß geben können ustüdsicherweise sind Menschenopjci nicht zu deNagen. Starkenburg. Lpb Darmstadt. 11 Aua BeiBischvfs- h e 101 mußte ein Fahrschüler ber Bödlinger Fahrschule bei Stuttgart eine Lotlanbung vornehmen Be ber Oanbuna brach ber Propeller. Io baß bas Flugzeug avgelchlcppt werben mußte Bei der Durch'.chrt (n Gros,-Gerau wollte ber borkig« französische Gendarmerie posten bas Flugzeug beschlagnahmen Der Pilot, nn junger Amerikaner, letzie sich mit dem französischen Konsulat m Berbmbung unb erreichte alsbald bie Freigabe be» Flugzeug» Preußen. Tillkreis. bk Haiger. 12. Aug Do» Kabelwerk .Aal sau" bal ben Betrieb ft ill gefegt. Es kommen etwa 70 bt» 80 Mann zur Entlassung bl. L 0 l h. 12. Aua Der Mublenbetiyer Strobel von Oberbemuplen rannte mit 'einem Fuhrwerk m einer Kurve gegen ein Hau» Der Wagen wurde zertrümmert ber Fudrmaim kam mtl leichteren Verletzungen davon, während ein Pferd infolge eines Beinbruches obgeschlachtet werben mußte. Viaingau. WSL. Frankfurt a W. 12 Aug Am Samstag und Sonntag stand Frankfurt im , .eichen her ,3kdaffur.g*lcier des LeichSlxmiiers Schwarz- Lot-Gold. Die Stadt halte reichen Fahnen- und Girlandenfchmuck angelegt Lu» allen Gauen Deutschlands, besonders aber au» den benachbarten «Bauen Hessen-Laflau. Hessen Baben. Württemberg, ber Pfalz, aus dem Saargebiet, vom Wiltel- unb Aieberrhein. au» Westfalen, aus Bayern, zahlreich auch aus Thüringen. Sachsen Berlin. Hamburg usw. waren im ganzen wohl an bie 90 000 Leich»bannerleute gekommen. In der Festhalle begrüßte der Oberbürgermeister ber Stadt Frankfurt daS Leichsbonner in der Stadt der Paulskirche. Alsdann ergriff ber Bun- desvorfiyende Otto H ö r f i n g da» Wort zu einer Begrubungsrebe. Xie Festrede hielt brr ehemalige Leichsminister Dr. Eduard David, älmrahmt war die Feier von Musik, Gefaug und Sprechchören. Den Abschluß de» Tages bildete ein Zapfenstreich, verbunden mit Feuerwerk am Main, bengalischer Beleuchtung des Domes und der Paulskirche. Am Aachmtttag war am Opferdenkmal ein Kranz für bie Gefallenen niebergilegt worben. Hier sprach dcr Leichs- jugendiüyrer des Lcichsbanncrs. Pape-Magde- burg, kurze Worte be» Gedenkens an die gefallenen Kameraden In einer großen Kundgebung im Ostpark hatten am Sonn tag morgen der Bundcsvarsitzendc Horst na. ferner Scheidemann, General Körner-Wien, General a. D. Deimling, Professor Dessauer unbLeichs- innenminifter Veve ring gesprochen Hochschulnachnchten. 10. Vertreter tag be» Deutschen Akademischen Ajsisteuteaverbanbe». Der 10. ordentliche Vertreter tag des Deutschen Akademischen Affiftentenver- banbe», der Gesamtvertrctutig der wissenschaftlichen Afsiftenlen ! amtlicher Hochschulen des deutschen Sprachg^nete» In Breslau wurde eröffnet durch eine Festsitzung in der Aula Leopoldina der Schlesischen Friedrich-Wilhelm-Unt- tvrfität, bei der der Verband unter anderem ben Lektor der Universität, Geheimrat Prof. Dr. Wollenberg, und den Lek'.or der Technischen Hochschule, Pros. Dr. Gottwem, begrüßen konnte. Aach einer kurzen Eröffnung»- und Begrüßung»- rehe des ersten Vorsitzenden Oberingenieur Dipl.- Ing. Liepe, Lharlottenburg, hielt Professor Dr. B rüg sch, Halte, bie Festrede über das Thema „Die Stellung der medizinischen Wlsten- schast im Lahmen der Universität litterarum". Ganz besonders herzliche Worte fand der Lektor ber Universität, Geheimrat Pros. Dr. W olle n berg, der dem Verbände für die Zukunft weitere gute Erfolge wünschte zum Wohle der Wissenschaft und damit des Deutsche» Lcuhes. Gegenstand der sachlichen Beratung war bie äußere Stellung be» wissenschasttichen Assistenten im Verband ber Hochschule unb be» Staate». Es ergab sich aus ben Berichten der Landesverbandsvorsitzenden . daß die fachlich unbegründete Gliederung des 2lsftftentenstandes (planmäßige. außerplanmäßige, ordentliche, auher- ordenttiche, Hilfsassistenten, gehobene Assistenten uftoj noch immer fori besteht Damit hängt auch die unbefriedigende, teilweise sogar unwürdige Besoldung der Hochlchulasfiltentcn zusammen. Zwar wurden in einzelnen Ländern bemerkenswerte Fortschritte erzielt, so z. D. in Bayern und Hessen durch gesetzliche Lcgelung der Assistenlcnbezüge, die bisher nur durch einseilige Verordnung ber Legierung geregelt waren. In materieller Beziehung dagegen lind fast von allen Londes verbänden lebhafte Klagen laut geworden. Die Anfangsbezüge der wissenschaftlichen ANistenien mit abgeschlossener akademischer Berufsausbildung liegen mancherorts weit unter den AnfanaSbezügen der anderen Staatsbeamten mit ata dem sicher Vorbildung und entsprechen kaum dem Sullommen eines Anwärters auf ben VollSlchuldienst —; bte Gehaltsvorrückung der älteren Assistenten ist andererseits begrenzt, was wiederum eine unbilligt Zurud- fe^ung gegenüber den anderen höheren Siaots- beamten bedeutet, die um so ungerechter wirkt, als die a-ademischen Assistenten keine unkündbare unb pensionsberechtigte Stellung haben Zunn Mindesten aber muß gefordert werden, daß die positiv-rechtlichc B9,1« 2.5, 412.0» «,74 69,56 12.191 72.85 6,9 v. S). Nach den ersten Notierungen ergaben sich weiter neue Kursrückgänge bis 1 o. ß. Fest lagen I. - G. - F a r d e n , die bei guten Käufen 1,5 v. H. anzogen. Auch R h e i n st a y l konnten 3 o. f). an- ziehen. Besonders waren Harpener, in denen Käufe des Rheinlandes beobachtet wurden, lebhafter und fester. Glanzstoff waren weitere 3 v. f). schwächer. bedeutenden Umsätzen 3,25 v. Jj. gewinnen, wähnenswert wären noch Reichs bank durchweg gut besetzt. Doch verhindert die mißliche Geldlage, in der sich besonders die Land- kundschaft befindet, ein flottes Geschäft. Die Stagnation erstreckt sich auf sämtliche Eisenforten. • Zusammenschluß beftrebungen de r deutschen Lchokoladenindustrie. Heber die aus den Zusammenschluß der deutschen Scholo- ladenindustrie gerichteten Bestrebungen wird folgendes berichtet Die Gruppe der Fabrikanten, welche Konsumware Herstellen (Grofsistenlie'eran- ten) hat «ich in einer Versammlung, die am 9. d. M. in Weimar statt gefunden hat, zunächst auf Mindestpreise für billigere Konsumware und ein- heittiche Lieferungsbedingungen geeinigt und die erforderlichen Garantien für die Einhaltung des Abkommens geschaffen. Die Vereinbarung tritt in Kraft, sobald die am persönlichen Erscheinen verhindert gewesenen Fabrikanten ihren Beitritt erklärt haben. • S a r o 11 i - A. - G., Berlin. Der von nicht verantwortlicher Seite verfrüht gemeldete Abschluß der Verhandlungen über den Verkauf der Danziger Fabrikationsstätte der Sarotti- A.-G. Berlin ist nunmehr erfolgt. Käufer ist ein unter Führung des gegenwärtigen Vorstandes der Danziger Gesellschaft stehendes Konsortium. Die erste, den Buchprcis der Danziger Aktie bereits übersteigende Rate ist eingegangen; bis zur vollen Zahlung bleibt die 'Aktie im Eigentum der Berliner Sarotti-A.-G Bis 31. Dezember 1929 bleibt die Fa. Sarotti noch in Danzig bestehen und unterliegt die Fabrikation der bisher von Berlin ausgeübten Kontrolle. * 3. A. Maffei A. - G., München. Das als Erbengemeinschaft geführte Unternehmen der Lokomotivenfabrik 3. A. Maffei, die bekanntlich mit Rückwirkung auf den 1.3anuar 1927 in die Rechtsform einer Aktiengesellschaft umgewandelt worden ist, mit der gleichzeitig die Firmen 3. A. Maffei & Wiedemann G. m. b. H. sowie Melms & Pfenniger Kommand.-Ges. verschmolzen wurden, legt nun den ersten Geschäftsbericht für das Jahr 1927 vor, der zunächst einen Heber- blick gibt über die Entwicklung des Maffei- Werkes bis zur Gründung der Aktiengesellschaft. Aus dem Bericht geht hervor, daß in den letzten 3ahren vor dem Kriege die Ausfuhr von Lolo- motiven durchschnittlich mehr als 70 Prozent der Produktion betragen hat. Das Unternehmen ist besonders wegen seines Exportcharakters von der Stabilisierungskrise schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, Reben einer durchgreifenden Reorganisation der Betriebe ist mit der Schaffung bzw. mit der Erweiterung von Verkaufsorganisationen im 3n- und Auslande für alle Fabrikate begonnen worden. Die Zusammenarbeit mit der Reichsbahn auf konstruktivem Gebiete wurde in verstärktem Maße fortgesetzt, und es wurde beschlossen, die Fabrikation von Werkzeugmaschinen, Brauereieinrichtungen, sowie Buchdruck- Maschinen aufzugeben und dafür der Fabrikation von Motorfahrzeugen, Etrahenzugmaschinen, landwirtschaftl chen Traktoren, Motorlokomotiven und Beton-Strahenbau-Maschinen das größte 3ntcreffe zuzuwenden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 13. Ang. Tendenz: g c • ten, sonst blieben die Preise im allgemeinen gut behauptet. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 v. f). Auswuchs, 24,25 bis 24,50; Roggen 23,50; Sommergerste, für Brauzwecke 27,50 bis 28; Hafer, inländischer 26,75 bis 27; Mais (gelb), für Futterzwecke 23,25; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 33,75 bis 34; Rag- genmebl 33,50 bis 34; Weizenkleie 14,15; Roggen- fleie 15,50; Erbsen, je nach Qualität, für Speisezwecke 32 bis 60; Linsen, je nach Qualität, für Speifezwecke 50 bis 95; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken, 8 bis 9; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4; Weizen- uno Roggenstroy, gebündelt, 3,25; Treber, getrocknet, 18,75 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n f f u r t a. M., 13. Aua. Auftrieb: 1845 Rin- der, darunter 535 Ochsen, 115 Bullen, 684 Kühe, 511 Färsen; 697 Kälber, 150 Schafe, 6083 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: volksleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts: jüngere 55 bis 58 Mark; ältere 50 bis 54; sonstige vollfleischige, jüngere 45 bis 49; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 49 bis 56: sonstige vollfleischige ober ausgemästete 43 bis 48; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 43 bis 47; sonstige vollfleischige ober ausgemästete 38 bis 42; fleischige 33 bis 37; gering genährte 25 bis 32; Färsen (Kalbinnen unb yungrinber): vollfleischige, ausgemcistete, höchsten Schlachtwerts 55 bis 58; vollfleischige 51 bis 54; fleischige 45 bis 50. — Kälber: beste Mast, unb Saugkälber 72 bis 75: mittlere Mast- und Saug, kalber 66 bis 71. geringe Kälber 55 bis 65. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfunb Lebend- Frankfur ?^trc.r:2üric. Frankfurt a. M. 13.. August. Tendenz: Der Frankfurter Prvduktenniarkt eröffnete in Haltung. Das Geschäft bewegte sich in engen beutje Wr j ne* 9 Itl! 'ich •Äerfe Nj?r Mtlt Soli lQnbi Raum." Wer d.ese Stufe des Erkennen- erklommen hat, sucht Gott nicht in unendlichen Weiten, er ist* aus sich selbst heraus mit Gott verbunden. wie Wort und Sinn im Lied vereinigt sind. ,,3br leibst seid Tempel deS Geistes und in jedem Glied an euch, wie in jedem inneren Organ stehl ihm ein heiliger Schrein aus un- s chtbarem Altar." Die Füll« der Weisheit kann nur hier angedeutet werden, die auS dem tiefsinnigen, wundervollen Werk strömt. SS ist wahrlich keine Ueberheblichkeit, wenn der Meister verkündet, daß er ein Buch gibt, wie eS die Welt in diesen Tagen braucht, ein Buch, da- allen Segen, Licht und Gewißheit bringt, die eS ohne Vorurteil lesen und in sich aufzunehmen willenS äran;on, SNehed ötonton......7,1 ^errintate Sta-tw......8 Ctrttrt Minen ...... t ih Kali LjcherLebeo.....10 ftafl Vesteregeln......10 SaUwerl Eatedetturt» .15 3- «. tzardcn^nbu«, ... 12 Dynamit Nobel ....... 6 scheide anstatt ........ 9 ^oteichmtdr ..•••»»•6 SMyerttrerte ........ 8 Metallgeielllchaft. • • • • • 11 183.5 205 178 423 140,75 272.5 154.5 208,5 182 176.5 84.4 124 153 257 171.75 135.75 93.6 277 97.5 457 471,36 207.5 96.6 108 182.5 205.5 179 2'0 5 - 271 708.5 379.5 178 84.75 142 119.5 134 - I 277.6 I - 455 267,5 207 108 196 182.76 206 178 224 140,9 272.9 157 151 245.25 208.64 382.25 151.5 174 84.75 142.4 124 123.35 157 133 255 1 1.9 124.5 135.5 110 105.9 115,4 93.25 276,7t 144,75 98.13 47.75 254.5 456 269.5 1X7 96.75 108.75 182 206 178.6 220.75 139.75 272 167.4 152 242 209.23 179.5 177.75 84,2. 142,5 122.5 124.75 153 130.75 118.25 128 5 133 nm 103 115,6 94.5 276.25 140 156.: 98 47.25 252.5 s MS.5 96.5 108,5 Ttifll. ebne «uNol.-Rcchle . • 7% Arantf. Hov-Sl. Soldpt- UN kündbar Ml 1932 ..... 4K% «betatfdie Pvp.-Bank Ltqu.- tu?.®, abg. Pprfrtrgl-ObllaaHon., rOdKblbax 1939 .... 4% erbroeu 2tunMb.-9taL. . . 4% Ctfitrtrttbtfcbf «olbrl».. . 4,20% Gelten. SUbente..... 4% Cefiemtd). rinbelU. . . 4% Ungarllche «Äolbtie. .... 4% Unqanfd'e Sloailr. ». 1910 . beifll. von ISIS..... 4% Unganfcfr fttonenrte..... 4-0 Türt. ^ollanldbe v. 1911 . . 4% Türkiich» Vaydadbabn-LnI.. istrte l ...... 4% beJflL Serie II....... 4% Wuminen converl. Äte. . . . 4H% Rumänen QtelbanL von 1913 <118- DeuNLe OUeeMm . 4H Hambura-Umerüo Watet ... 8 Pamb.-Lüdam. Tompfi* . - b tzanla Tampfldjiff.....10 Norddeutscher Llood.....8 ■211 Ifl. Teutldx 6ttbU«n!L . . 10 Barmer Bankverein . . 10 Berliner HandeU-e|eU|ch. . . 12 Commerz- und Privai-Banr. 11 Darmfl. u. NationaldaLt . U D-mjche Bank • • • • • Ttltonto-atettUKbaft «nL. . 10 Dresdner Bant •••••• " l-r^teldeullche tobttled . . . 9 ...................• ..................» Frmtkfurt a. M Berlin Schluit'i Kur» 1-Uhr- Kur» Schlutz Kur» Anfang Kur» Datum: 10. 8. 13.8. 10. 8. 13. 8. £>eithlbet6er Gement .... 10 Gement Karlstadt ...... 8 Waytz 4 Freitag......W Schultheis Dahenhoter ... 15 Cftoetle.........12 Fee. Glanzstol!......18 Bern berg ..... 14 SellRofl valdbol.....I» ZeNftols «ichailenhura ... 18 <( bati;’ttenbi:tflet @a||ex refiauct Bas.......8 laimter Motoren ...... 0 Temog ....... 0 tlbterroerte Kiener ..»••• 6 Lubw. .......... » 9?at. ...............® CTtnüeät 4 koppel » - 8 Leonhard Leh ...... 6 Bamoz-Meaum ....... 0 siranN. Maschine» ....».« (Hn»nn ....... 11 L-eyliaeastaedr ....... 0 Lechwerte. ...••••••8 Maintraltwerte ....... 8 ...............10 -letadttlmei ...... Beters Uuiou......... (Hefct. Roeder . ...... in p.-iq: A tsielfW......8 G66b .kucker .......8 147 136.5 170 220,75 — 111.75 141.6 — * - 20 71.25 129 21 83.25 112 1» 139 60 108.5 207 148.5 135.75 146.5 290.5 111 135.6 3 84.5 >45 341 29« 5 58- 516 kVZ 127.25 198.25 111.25 53.5 139 -45.5 86.75 120.5 255 20.25 73 130 83 139 60 107.25 207 148.5 339.75 297.5 576 511 25 291 126.6 196.6 111 54 137.5 243,75 85.6 118.75 64,1 10. Suguft 13. Mnoufl flmtltdx Ronerrma Amtliche Jjonerunfl Seid Brrei <9elB «riet krnk^Rot' 16».ej 168,57 168.31 169.65 1.773 Brren-Atre^ 1. 1,7,2 1,769 -8.36 Brn-üntw 48,360 5.8,1-.:, 58, 4, (iljrtfttanüi 111,94 113,16 111,97 112,19 Kovenboo05 J.5OZ5 Wien in D-- Cefl. abaeft -V,1,5 49,295 59,195 »9,315 Prag - - Belgrad - 1:8! 12,451 7.3»5 12,439 7,375 13,459 7,369 Vudar-st - • 73,11 73,25 73,15 73,29 Bnl: orten »,0rj 4.035 1,037 1.048 ytffabon 19,0b 19.12 19,0« 19.12 Tando .»e'jQ.enn. 51.39 2.153 61,65 2,137 81.39 2,162 81.55 2.156 mitten. . . S.415 5,425 5.415 s.425 Hanoi« . . 1.191 4,199 4.1925 4.2045 Urn.-n«» . Ceto . . - 4.29» 20.88 4,504 - 20.92 4,296 86.885 Berlin, 10. tlnju ‘*eß> ÄteientartMjt 'Äst» 97ottn .»•-»•-» «ngltfet 9tarn .•••*•». 4.172 58.30 111.73 10.317 56.51 113.1- M.W