Nr. 157 Erstes Blatt 178. Jahrgang Mittwoch 13. Juni (928 Erich«!»» lägltdJ.aMfcet Sonntag* en* erlag* Belief ei. Eietzener ^amtiiewbtätt« tzeimal rm Bild TM« Scholl* Blonat»«BtjE{»prtU: 2 Heid)searii and 20 N«ichspf«»nig ftr Iräget» lohn, auch b«i Nicht«!- Semen etnjdnerThrmmmi folg« höhere, Dewalt. F«rnspr«chan|chlüsse: 61, 54 »»6 112. Lnschrtt» tth vrahMach- richten a»jdgtr Kietze». vo»fch«ckkontO: Ireiffirl am Main 1168t. GieheimAiizeiger General-Anzeiger für Oberheffen t>mtf nb Derlag: vrühl'sche UxtoerfUtts-Bed?- etb Stetnöniderd R. langt tu Siezen. Schrtftfettnng und Seschäftrftele: Schalsttaße 7. .InnaQOf von Bejetaee für di« Tagtsnummet bi« pun NachmMag vorher. Preis |er 1 nm Höhe für Innigen r>»n 27 mm Brette örtltd) 8, auswärts 10 Neichspfenmg. für R«- hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Recchspfennig, Dlatzvorfchrist 20' , mehr. ttbefrebaktrur Dr. Fnebr Wilh. Lange. SeranttDonfid) für PolinK Dr. Fr WUH Lang« für Feuilleton Dr H.THynot, für den übrigen Teil Ernst $Iumfd)ein; für den An» zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen Hermann Büller-Franken mit der Regierungsbildung beauftragt. B t,r 11 n . 12. Juni (WB.) Amtlich. Reichs Imijler Vr. Marx begab sich heute oormlttaq ju dem fyerrn Reichspräsidenten und überbrachte ihm die Demission de« Gesamt- f a b I n e 11«. Der Herr Reichspräsident nahm die Demission entgegen, ersuchte aber bas Kabinett, bi» joa Zusammentreten der neuen Reichsregierung die Geschäfte welterzusühreu. 3m Anschluß hieran empfing der Herr Reichspräsident den Abgeordneten Hermann Blüller-jranfen und erteilte ihm den Auftrag zur Bildung ber Regierung. Abgeorbneter Müller-Franken hat bie- sen Auftrag angenommen. Hermann Müller-Franken begab sich nach bcm Empfang beim Reichspräsibenten In bcn Reichstag und nahm bort sofort bie offiziellen verhanbiungen mW ben Parteiführern über bie Bilbung ber neuen Regierung aus. Er besprach sich zunächst mit dem Abgeordneten o. (Dutrarb vom Zentrum. Rach bem Zentrumsführer hatte ber Abg. Müller-Franken Besprechungen mit bcm Abgeordneten Leicht von der Bayrischen Volkspartei und dem Abgeordneten K o ch - w e s e r von ber Demokratischen Partei. Müller Franken empfing ferner in ber Mittagstunbe den Abgeordneten Dr. Scholz (vvp.), mit dem die Unterredung ziemlich lange dauerte, und ferner den Abgeordneten vrewih von der Mirtschasts- partei. Die Unterhaltung mit letzterem war nach wenigen Minuten in negativem Sinne abgeschlossen. Hermann Müller hat heute mittag auch bereit« mit Reichswehrmini st er (Broener und dem Reichsarbeitsminister vr. Brauns Besprechungen gehabt, nach denen oeriautet, daß Dr. Braun» voraussichtlich da« Arbeitsministerium behalten wird. Don Marx zu Müller. Don unterer Berliner Redaktion. Man mutz dem Führer der Sozialdemokraten, Hermann Müller, zugcben, daß er die Vorherei. tunasarbeilen innerhalb seiner eigenen Partei für die Uebernahme des Kanzleramtes ungewöhnlich ge- schickt durchgeführt bat. Es ist gewiß nicht ganz leicht gewesen, die 152 Mann — unter denen doch auch (Elemente sitzen, die sich von den Kommunisten nur durch Nuancen unterscheiden — [o weit unter einen Hut zu bringen, baß sie gegen den (Eintritt in die Regierung, und zwar in eine Koalition mit bürgerlichen Parteien, nichts einzuwenden hatten: ohne auch vorher nur den Versuch zu machen, inwieweit noch links zu den Kommunisten hin Tuchfühlung zu bekommen war. Insoweit ist also Herrn Müller« Start recht günstig gewesen, und wer ihn bisher nur für einen Parteiführer höchstens mittlerer Art und Güte gehalten hat, mutz diese Auffassung einer Revision unterziehen. Er bat, was in der kurzen Zeit seiner früheren Kanzlerschaft und auch in den Jahren, da er die sozialdemokratische Fraktion leitete, nie recht in die Erscheinung getreten ist, unverkennbar sehr erhebliche taktische Begabungen, die ihm Ä kommen werden bei den fehl einsetzenden nblungen. Gr selbst geht an die Aufgabe auch mit sehr grober Zuversicht heran und glaubt, schon in wenigen Tagen ein Kabinett auf die Deine stellen zu können. Allerdings, heute wird schon mit einer Frist von mindestens einer Woche gerechnet. Und es sollte unS nicht wundem, wenn noch er- bebfid) mehr Zeit vergeht, ehe über den positiven oder negativen AuSgang der Million Müllers sich etwas Tagen läßt. Denn die Sachen stoßen sich nun einmal hart im Raume. Es ist gewiß richtig, daß mit Richtlinien allein nicht allzu viel anzufanaen ist, zumal da bie Richtlinien, womit baS Zentrum vor Jahr und Tag seine Ehe mit den Deutschnationalen eingmg, auch für eine Regierung der Drohen Koalition grundlegend fein könnten: eS ist auch gewiß richtig. daß ausschlaggebend für die Arbeit eines ÄabincttiB nicht bas Programm ist, sondern daß die entscheidende Bedeutung in der Persönlichkeit der Minister liegt. Aber auch, wenn die Krise ganz von der persönlichen Seite abgehaspelt werden soll, bleiben doch eine Reihe von sachlichen Fragen, die unbedingt gcflärt werden müssen. Die Sozialdemokratie stellt sich auf den Standpunkt. daß die Wahlen einen R u ck nach linkS ergeben haben, ber auch im künftigen Rcgicrungs- lurS sich auszuwirken hat. Das ist zunächst eine Phrase, eS fragt sich, was sie sich darunter vor- stellt Als die Deutschnationalen in die Regierung eintraten, hat ledensalls die Mitte daran festgehalten, daß eine Kursänderung nach rechts nicht erfolgen foll. Unb es wäre nur logisch, wenn jetzt der gleiche Grundsatz auch gegen links verfochten würde. Herr Müller will durch die Besetzung des Wirtschaftsministeriums und deS Arbettsrnmistcriums die Bedenken, die beim Zentrum und bet der Deutschen Bolkspartci bestehen könnten, zerstreuen. 'Aber wie ist es mit dem Finanzmintsterium? Die *€0310!- demvkratie ist unitarifd) eingestellt, das Zentrum föderalistisch. Das neu zusammen tretende Kabinett muß wahrscheinlich den Finanzausgleich machen, bei dem diese Gegensätze scharf aufeinanderplatzen. Auch wenn also das Zentrum die Frage des Schulgesetzes — die ja ebenfalls ein Stein des Anstoßes wäre — nicht an- schneiden sollte, bleiben also im Gebiete des Mnanzministeriums Fragezeichen genug, die noch einer Beantwortung bedürfen. Man kann nicht ein Kabinett vor den Reichstag stellen, ohne zu wissen, was mit der Steuerpolttik und mit der Finanzpolitik werden soll. Und eS ist nicht ohne pikantes Interesse, daß hier gerade daS Zentrum die Rolle des peinlichen Fragestellers übemehmen muß. Herr Müller wird also rasch merken, daß die Schwierigkeiten sich häufen, je mehr er aus der theoretischen Äonftrullion in die praktische Durchführung ferner Regierungsabsichten hineingerät. Der erste Tag der Verhandlungen Berlin, 12. Juni. (Prioatinformation.) In politischen Kreisen wird der Verlauf des heutigen ersten Tages der offiziellen Verhandlungen über die Neubildung der Regierung als durchaus normal und befriedigend bezeichnet. Es wird darauf hin- gewiefen, daß den Besprechungen von heute vormittag und mittag zunächst nur die Bedeutung einer persönlichen Fühlungnahme beizumessen ist und daß ernste fachliche Verhandlungen bisher eigentlich nur mit dem Zentrum stattgefunden haben, während bei den übrigen Parteien erst die Fraktionen morgen Stellung nehmen müssen. In den Verhandlungen zwischen Herrn Müller, Vertretern der Sozialdemokratie und der Zentrumssraktion mürben olle Fragen des Regierungsjirogramms durch- gesprochen: so wurde z. B. von feiten des Zentrum« Wert auf die Behandlung der Agrarkrise und der S ch u l f r a g e gelegt. Im Anschluß an diese Besprechungen trat das Zen- tru zu einer Fraktionssitzung zusammen, während gleichzeitig die sozialdemokratischen Unterhändler für sich eine Besprechung abhielten. lieber den weiteren Gang ber Verhandlungen wird von unterrichteter Seite betont, daß Herr Müller voraussichtlich die Parteiführer nach ben morgigen Fraktionssitzungen erneut zu sich bitten wirb, um zunächst enbgültlg bie Frage des fachlichen Programms und der Stellung der kleineren mlttelpartel- l i ch eingestellten Gruppen zu einem Kabinett Hermann Müller zu klären. Wie die ..Doll. 3bg.“ >u sagen weiß, ist die prinzipielle Bereitwilligkeit zum (Eintritt In die neue Regierung von allen Fraktionen ausgesprochen worden, unter der Voraussetzung, daß eine Verständigung über programmatische Forderungen erreicht wird. Da Müller-Franken sich zu den Verhandlungen mit Fraktionen entschlossen hak. werden die nächsten Tage mit diesen programmatischen Auseinandersetzungen ausgefüllt werden müssen und daraus ergibt sich, daß das neue Kabinett nicht mit jener Raschheit wird gebildet werden können, die Außenstehende erwartet haben. 3n Zentrumskreisen wird der Stand der Verhandlungen alS gün« st i g beurteilt. Müller-Franken hat an den Reichsarbeitsminister Brauns bzw. an die Zentrumsfraktion das dringende Ersuchen gerichtet, daß Minister Dr. BraunS in seinem Amte verbleiben möge. Dr. Brauns und die Zen- trumsfraktion haben diesem Ersuchen z u gestimmt. allerdings unter der Voraussetzung, daß Dr. Brauns alsbald zur Wiederherstelluna seiner Gesundheit einen längeren Erholungsurlaub antritt. 3n Kreisen der Deutschen Volks- Partei wird darauf hingewielen, daß diese Partei vor allem auf drei Punkte Wert legt, nämlich bi€ Unterstützung der Landwirtschaft. die Derücksichttgung der Mit leist andSinteressen und di« Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Systems der Reichswehr. Es tft anzunehmen, daß der Vorsitzende der volksparteilichen Fraktion, Dr. Scholz, Herrn Müller-Franken in der heutigen Unterhaltung entsprechend» informiert hat. Die Reichstags- und die Landtagssraklion der Deutschen Vollspartei werden Mittwoch vormittag in gemeinschaftlicher Sitzung tagen und bei btefer Gelegenheit wohl auch die sachlichen Voraussetzungen der künftigen Regie- rungsbüdung in den KreiS ihrer Besprechung ziehen. Wenn die beiden Fraktionen zusammen tagen, so beweist daS. wie es in der Täglichen Rundschau heißt, allein schon, daß die Deutsche Dolkspartei auf die Gleichartigkeit der Entwickelung im Reich und in Preußen entschetdenden Wert legt. Rach ihrer Ansicht muh die Große Koalition auch in Preußen durchgeführt werden, wenn sie im Reiche zur Tat werden soll, und zwar unmittelbar im Anschluß an die Regierungsneubildung im Reich. Diese Forderung werde nicht aus parteipolitischen Gründen erhoben, sondern allein mit der Rücksicht auf ihre sachliche Rotwendigkeit. Wenn das große und dringende Werl der Derwaltungsreform überhaupt in Angriff genommen werden solle, mühten in Preußen unv tm Reich die Regierungsverhältnisse gleich fein, sonst werde man überhaupt nicht vom Fleck kommen. Aus diesem Grunde werde die Forderung gleichartiger Regierungsbildung im Reich und in Preußen von allen Parteien erhoben werden müssen, die es mit fruchtbarer Regierungsarbeit ernst meinten. Wie die .Tägi. Rundschau" berichtet, werden die Verhandlungen über die Kabinettsbildung am Mittwoch auf breiterer Basis ihren Fortgang nehmen. Man rechnet damit, daß am Mittwoch nachmittag zum ersten Wake die Vertreter aller in Betracht kommenden Fraktionen sich zu einer interfraktionellen Besprechung mit dem Abgeordneten Hermann Müller zusammenfinden. Die Erörterungen, die das Zentrum mit der Sozialdemokratie gepflogen haben, werden dann in größerem Rahmen weitergeführt werden können. Deutschland und polen. Zaleski über Wirtschaftdverhandlungen und Rheinlandräumung. Pari«, 13. Juni. (WTV. Funkspruch.) Der polnische Außenminister Zaleski hat Vertreter der französischen Presse empfangen. Er erklärte: Die Wirt- schaftsverhandlungen mit Deutschland sind nicht durch bie deutschen Wahlen verzögert worben, sie sinb wenig oorangekommen. Man stößt immer reicher aus bie Klippe ber lanbreirtschastlichen Fragen. Man muß hoffen, baß die neue deutsche Regierung entgegenkommender sein wird. Ein Staat kann nicht an einen Nachbarn verkaufen, ohne von ihm kaufen zu wollen Es muß unbedingt ein Gleichgewicht des Wirtschaftsaustausches vorhanden fein. Die polnischen Landwirtschastserzeugnisie müssen nach Deutschland ebenso eingeführt werden können, roic die deutschen Industriecrzeuynisse nach Polen. Die deutsche Presie habe seine Erklärung, daß bas Pfand der R h e i n 1 a n d b e f e tz u n g gleicherweise Polen interessiere, kritisiert. Diese >tn- tik überrasche ihn nicht, ändere aber auch nicht feinen Standpunkt. Die Rheinlandgaranlie fei für sämtliche Alliierten von wesentlicher Bedeutung. Man würde ohne reifliche Ueberlegung und ohne sämtliche unerläßlichen Garantien erhalten zu haben, nicht daran rühren können. Es fei leichter Truppen zurückzuziehen, als sie wieder zu entsenden. Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit. Berlin. 12. Juni. sWB.l 3n der Arbeitslosenversicherung ist In der Zeit vom 15. bis 31. Mai die Zahl der männlichen Hauptunter- stützungsempfänger weiter um rund 19 700 oder um 4 v.H gesunken, während bei den Frauen wieder eine geringe Zunahme um 7000 oder 4,8 v. H. zu verzeichnen ist. Insgesamt ging die Zahl der Hauptunterstützungsempfänqer Don rund 642 200 auf 629 500, d. i. um 12 700 oder um 2 v. H zurück. Die Zahl her R 0 t - standSarbeiter hat in der BerichtSzeit um 4,3 v. H abgenommen. Sie betrug am 31. Mai rund 87 900. Die Untersuchung des Siegelsdorfer Eisenbahnunglücks. Wichtige Aussagen. Lchon am Nachmittag vorher starkes Schwanken an der Unfallstelle. Nürnberg, 12. Jaul (TDIB.) Da« in dem drei Stationen von Siegelsdors entfernt gelegenen Jl e a ft a b t a. b. Aisch erscheinende c a fl ä b - ter Anzeigenblatt- schreibt über die Ursache de« Eisenbahnunglücke« bei SlegeUborf folgendes: 3n verschiedenen Berichten ist zu lesen, daß bas Unglück möglicherweise aus ein Attentat zurückzuführen fei. Demgegenüber stellen wir fest, daß eine Anzahl von Personen von hier und Umgebung, die am Samstagnachmittag mit dem beschleunigten Personenzug die Strecke befuhren, übereinstimmend erzählten, daß an der Unglücksstelle von den Fahrgästen ein starke« Schwanken und Stoßen de« Zuge« bemerkt wurde, so daß die Gepäckstücke aus den Rehen geworfen wurden. 6« ist sogar daran gedacht worden, die Rotbremse zu ziehen, und die Passagiere waren froh, als sie an ihrem Bestimmungsort, Reustabt, angekommen waren. Der Damm wurde vor einem Jahre verbreitert, um, wie man hört, b i e Kurve ju verflachen, vielleicht hängt das Un- glück mit den Arbeiten an dieser Stelle zusammen. Noch kein Ergebnis der amtlichen ilntersuchnng. Qi ü rn ber g, 12. 3unl (WD.) Die Reichsbahndirektion QZümberg teilt uns mit: Die Untersuchung über die Entgleisung des l>ZugeS47 bei Siegelsdors nimmt ihrer Fortgang. An ihr beteiligten sich heute weiter die Hauptverwal- tung in Berlin, die Gruppenverwal tung in München, das Reichsbahnzentralamt in Berlin und das Zentralmaschinenamt in München. Von der Hauptverwaltung sind hierzu eingetroffen die beiden Reichsbahndirektvren Student und Dr. 3ng. Müller und von der Gruppenverwaltung Bayern deren Leiter. Staatssekretär v. Frank, und ReiöM>ahndirettor Qlng er er. Auch durch die neuerlichen Untersuchungen ton.ite die Urfacbe der Entgleisung nicht ausgellärt werden. Das abgesprungene vordere Drehgestell ber Lokomotive. daS einige Meter weit von der Maschine entfernt im Erdreich vergraben liegt, foll Sorgfältig auf etwaige Materialsehler ober sonstige Beschädigungen. auS benen sich der Hergang des Llnglückes er- klären liehe, untersucht toerben. Ebenso sollen noch Feststellungen getroffen werden, ob der Gleisoberbau an der betreffenden Strecke irgendwelche Senkungen aufwies. Am Bahnkörper werben zur Zeit von einer ge- richtlichen llntersuchungskomission Schlitze gezogen, um sestzustellen, ob einbringenbes Wasser ben Bahndamm zum Nachgeben veranlaßt hat. reoburch Schwankungen ber Lokomotive unb deren Entgleisung Hütten nach sich gezogen werben können. An der Unfallstelle schneidet nämlich bie von Siegelsdors kommende Straße den Bahn- dämm, so daß sich dort das Master gestaut und seinen Ausweg durch den Bahndamm gesucht haben kann. Mit einer schweren Lokomotive werben noch von ber Ausfahrt Siegelsdors bis zur Entgleisungs- stelle Druckproben auf demselben Unglücks- gleis angeftellt, um festzustellen, ob der Unterbau nachgibt ober nicht. Die Annahme, baß die Entgleisung durch einen Maschinenschaden entstanden ist, hat sich ebenfalls bis jetzt nicht b e • (tätigt. Am Bahnkörper sowie an den Schienen und Schwellen sind keine hervorstechenden Merkmale vorgefunden worben, bie dafür sprechen. Man sieht wohl an den Schienen und auf den Schwellen tief eingeschnittene Rillen, die von den Radbremsen der Schnellzugslokomotive herzurühren scheinen. Auch Schrauben und Muttern, mit denen die Schienen auf den Schwellen befestigt sind, sind verbogen ober stark abgeschrammt. Wo die Maschine die Böschung yinuntergestürzt Ist, hat sie die Gleise auseinander- geristen und Hart verbogen. Ausaeristene Stellen, welche durch einen herabfallenden Maschinenteil verursacht warben sind, sind nicht zu sehen. Wie verlautet, ist schon vor dem Unglückstag von einem Lokomotivführer eine Meldekarte über die AuSfahrl bei Tiegelsdorf beim Dauamt Rürnberg eingereicht worden. QDorauf sich diese Meldung bezog, konnte jedoch noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Die Gleise sind noch nicht allzu lange neu gelegt worden und sehen auS, als ob sie wenig benutzt worden wären. Alle Züge — Personen- wie Eilgüterzüge — erleiden infolge der Aufräumungsarbeiten große Verspätungen. Es wird jedoch eine Ausweichstelle eingebaut werden, so daß man dieser Unstimmigkeit bald Herr werden wird. Wegen der fest in» und aneinander geklemmten auf der hohen Böschung liegenden Zugwagen gehen die Aufräumungsarbeiten, bei denen ein 25 000 Kilogramm tragfähiger Kran gute Dienste leistet, nur sehr langsam vorwärts. Die Verletzten. Rürnberg, 13. 3unL (Wolff.) Rach Besichtigung der llnfallstelle besuchten Staatssekretär v. Frank und Präsident Kaeppet die sämtlichen Verletzten in den Krankenhäusern Rürnberg und Fürth, versicherten sie ihrer herzlichsten Anteilnahme unb gaben der Freude darüber Ausdruck, daß die Verletzten der Lebensgefahr entronnen sind und ihrer Genesung entgegengehen. Schon am Vormittag deS Hn- falltages selbst hatte sich im Auftrage deS Präsidenten der ReichSbahndirektivn Rürnberg bet Reichsbahnoberrat Alzheimer in den beiden Krankenhäusern eingefunden und den Verun- glückten bie Teilnahme bet Reichsbahngesellschaft aussprechen lassen. — In einem Bericht über bie Hilfsarbeiten bei der Bergung der Toten und Schwerverletzten heißt es u. a.: Besonders muß daS leider inzwischen verstorbene Fräulein Erika v. Laffert erwähnt werden. Der Unglücklichen waren beide Oberschenkel abgequetscht. Sie hing mit dem Oberkörper eingeklemmt zwischen Maschinenteilen frei in der Luft unb muhte stundenlang von Sanitätern in dieser schrecklichen Lage gestützt werden. Trotz der großen Schwerin verhielt sie sich tapfer. Erst zwilchen 8 unb 9 Uhr konnte sie auS ihrer unglücklichen Lage befreit werden. Amnestierung , Ricklins unb Rostes? Tie Gültigkeit der Tcputiertenmandate. Paris, 13. Juni. (W. T. D.-Funkjpruch) .Oeuvre" glaubt berichten 311 können, daß die Regierung geneigt sei. die im Eolrnarer Prozeß Verurteilten bedingt freizulafien, bis zur Entscheidung des Obersten Gerichtshofes. Wenn dieser das Urteil bestätigen sollte, würden Dr. R i ck l i n und Rosse gelegentlich des französischen Rationalfestes am 14. 3uli amnestiert werden. Es sei möglich, daß der Abgeordnete Michael Walter, ber über die Pläne der Regierung auf dem Lausenden gehalten worden sei, sich mit dieser Lösung zufrieden geben werde und seinen Vorschlag zurückziehe. Der mit der Nachprüfung der Wahlen Dr. Ricklins und Rosses beauftragte Ausschuß hat sich für die Gültigkeit der Mandate entschieden. und zwar mit 11 Stimmen bei 8 Enthaltungen. Es wurde eine LohalitätSer- jlttsder schuh in der deutschen Togo- Länder befassen. Oie Wetterlage. Voten hatte. ediglick Otganit onifra- gen öien«nu>c Sitzung r lief ruhig, obwohl die tv mit der 6 2i a ttoncufonKiU» oer- üblichen Ovationen und der bevorstehenden Tagung von neuem bereits früher behandelten Bittschrift Cooiidge, der sein hohes Amt aus eigenen Wunsch verlasse, ungeachtet der Tatsache, dah seine Nominierung und seine Wahl mit «icherhcit erfoL acn würde, wenn nicht fccr Präsident selbst seine Nominierung verboten hätte. ManüaiStagung des Völkerbundes. Genf, 12. 3um. (WB.) Der MandatSauS- schuh deS DöllerbundeS ist zu feiner 13. Tagung zusammengetreten. Der langjährige Präsident Teo doli (3talien), der Vizepräsident van AeeS (Holland) und der Leiter der Man- datSabteilung deS Böllerbundssekretariates. der Italiener E a t i st l n i, wurden In ihren Funktionen bestätigt. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung sieht die Behandlung des von der Regierung Reu-Seelands nunmehr vorgelegten Berichtes über die Anruhen auf Samoa im vorigen Sommer vor. Das deutsch« Mitglied, Geheimrat Ä a ft I, wurde zum Berichterstatter über die Kernfrage, nämlich die Auflösung Aniger Selbstverwaltungen der Eingeborenen ernannt. Äußerten, wird sich der AuS- sei aber ganz ungenügend gewesen. Dadstieber behauptet, der Firma Knapp darüber geschrieben zu haben. Wie er später vom Betriebsrat gehört habe, sei dieser Brief auch angekommen. Badstsi- ber habe wiederholt Auseinandersetzungen mit Seebold gehabt. Koester habe geschimpft, daß Dadstieber den Akt unterzeichnete und gesagt. eS sei Illoyalität gegen da« Reich und die Firma, dah er etwas unterzeichne, was einen Tadel für gelieferte Maschinen enthalte. Wenn Kusma Seid bekäme, seien solche Anterzeichnungen Dolliommcn überflüssig. Das Gericht beschloß, den Staatsanwalt zu ersuchen, Koester und Seebold in Untersuchungshaft zu nehmen. Aus aller Welt. Schreckenstat eines Irrsinnigen. Ein Einwohner des polnischen Dorf«- Sucho- wvla hat in einem Wahnsinnsanfall sein siebenjähriges Schwesterchen und sein fünfjähriges Brüderchen in den Dorfbrunnen gestoben. Er selbst sprang dann in die Tiefe nach. Don dem furchtbaren Dorfall haben die Dorfbewohner erst zwei Tage später durch Erzählungen herumstehender Kmder Dachricht erhalten. Aus dem Brunnen wurden dann die drei Leichen herauSgezogen. Der Jndienslug der „lenür. London, 11. Juni. (WTD. Funkspruch.) Laut „Daily Expreß- ist bis gestern Mitternacht über die „Tenia", in der Die 6 2jährige Herzogin von Bedford gestern von Lympne nach Indien abgeslogen ist. In der Absicht, die 9000 Meilen lange Strecke hin und zurück in acht Tagen Kurückzulegen DaS Flugzeug sollte um 6,30 Ahr in Sofia eintreffen. Beim Start wäre daS Flugzeug fast verunglückt, da eS mit dem Unterbau an Telegraphendrähte anhakte und diese mitriß. MN 01 Utb u» rf'8 Bl und ©JJ $ Ks gküneu Äidjt so' uni ’V ^Kgies . i« 1 Mr. prül' °M-bK erfüll1 u ge'eßt sich."' l-gtn ■ die M in Srunb itn. Ott hin zu bei tnb 6mlc, a lener » «elichü bteft Vacht verftc -Levöllerung unb wranfti saft Ällig oi Atmmtl g.gc fallende Meere londa wie 'chr der cn diele bcho der - ein steiler einmal „W toattl ur.b wie < bc» vch nicht 6e Die „Times" zum Gilbettberichi. Tie Notwendigkeit einer Begrenzung der Reparationsiumme. London, 13.3uni. (WTB. Funkspruch.) Jo einem Leitartikel über Parker Gilberts Bericht sagt „Times": Obgleich der Dawesplan erfolgreicher gearbeitet Hot, als von den Sachverständigen erwartet werden konnte, ist das Reparationsproblem keineswegs geregelt. Das fundamental« Problem der endgültigen Festsetzung der deutschen Reparationsoerpslichtungen muß in An- !rifs genommen werden, 'aber es ist zu be- ürchlen, daß diele Frage nicht Geregelt werden wird, evor das Jahr der Standard-Annuitäten erreicht ist. Gegenwärtig ift fein Zeichen sichtbar, daß Frankreich, der größte Reparalionsgläubiger, bereit ist, in neue Erörterungen über eine endgültige Regelung einzutreten, mit der seines Erachtens d i e Frage seiner eigenen Kriegsschuld- Zahlungen untrennbar verbunden ist, es wird allgemein zugegeben, daß eine endgültige Festsetzung der deutschen Verbindlichkeiten eine beträchtliche Verminderung der bisher genannten Zahlen mit sich bringen wird. Frankreich wird aber besser in der Lage fein, an einer Erörterung teilzunehmey, wenn es seinen eigenen finanziellen Wiederaufbau beendet hat, was in diesem Jahre erwartet werden kann. Die Ergebnisse der im kommenden Standardjahr erlangten Reparationen wer- den im Lichte der Erfahrung der voraufgegangenen Jahre eine entsprechende Grundlage bieten, auf der eine Formel für die Kapitalisierung der jährlichen Zahlungsfähigkeit Deutschlands erreicht werden kann. „Times^ führt aus, daß die Regelung für die Gläu- biger ebenso wie für den Schuldner Vorteile bringe. Oie Präsidentenwahl in Amerika. Der republikanische Parteikonvent. Hoovers Nominierung wahrscheinlich. Kansas City, 12. Juni. (WTB.) Der republikanische Parteikonoent wurde heute oormütaa 11.03 Uhr unter dem Vorsitz Butlers eröffnet Rach den üblichen Formalitäten führte Butler den Programmredner der Tagung, Senator F e ß, ein, der in einer großangeleytcn Rede die Leistungen und Ziele der Republikamschen Partei darlegte. Innenpolitisch pries er als Erfolge der republikanischen Regierung, daß sie das Land durch die Note der Rachkriegsdeprefsion hindurchgesteuert, einen großen Teil der Kriegsschulden abgezahtt, die Steuern erheblich ermäßigt und einen Zustand der gesunden Prosperität geschaffen habe. In außen- politischer Beziehung betonte Feß die Bereitschaft Amerikas, bei der Lösung der Weltprobleme m i t z u h e 1 f e n, lehnte jedoch einen Eintritt Amerikas in den Völkerbund mit der Begründung ab, daß dies ein Aufgeben der Souveränität für einen zweifelhaften Schutz vor neuen Kriegen bedeuten würden. In diesem Zusammenhang bedauerte Feß den Mißerfolg der Genfer Abrüstungsbe ratunaen, der. wie er erklärte, zurückzuführen sei auf die Schwierigkeiten, die Frankreich und Italien in der Frage der Landheere, England in der Frage der Flottensiärke gemacht hätten. Frankreich habe bann als Ersatz einen Kriegsver- semungspakl angeboten, den die amerikanische (Regierung abgeändert habe, um eine wirkliche Ga rantierung des Friedens zu erzielen. Feh schloß seine Programmrede mit Worten höchsten Lobes für pittoresken Szenen nicht kehlten. Dach der Erklärung Butlers, er sei überzeugt, daß Eoolidge keine Domination annehme, ist die Dominierung Hoovers nur noch eine Formalität. Hunderte von Photographen durchschwirrlcn oie Konventhalle, der kucke Blitzlichtquattn erhöhte das Anbehagen der brückenden Schwüle. Die Delegierten fangen die von Frau Schumann» Heiirt vorgetragene Sternenbannerhhmne mit Präsident Cooiidge wurde eine Ovation dar- gebracht, als Senator Zeh ihn als den größten persönlichen poltttfchen Faktor der heutigen Welt bezeichnete, der nach 67 Monaten Führerschaft der (Kation auf eigenen Wun!ch ausfchetde. Das Rätselraten über die Haltung der Abordnung Pennsylvaniens zum republikanischen Parteuongreß, deren Entscheidung größte Bedeutung für den Ausgang des Kongresses zugeschrieben wirb, hat damit sein Ende gefunoen, daß Mellon, der Führer der Delegation, sein bisheriges Schweigen gebrochen und erklärt hat, dah di« Delegation für Hoover als Präsidentschaftskandidaten stimmen werde. Diese Erklärung ist das Ergebnis einer Besprechung der Delegation, in der unter großer Begeisterung der Entschluß gesoßt wurde, für Hoover zu stimmen, nachdem Mellon vorher fest- SeftelLt hatte, es sei jetzt klar, daß Cooiidge als andidat nicht in Betracht kommen werbe. Butler, der Vorsitzender des Nationalkomitees der Republikanischen Partei und em intimer Freund Präsident Cooiidge» ist, hat gleichfalls erklärt, daß er für Hoover stimmen werbe. Man rechnet jetzt damit, daß angesichts des Eindrucks, den diese beiden Erklärungen auf die übrigen Delegationen machen wird, Hövers Aufstellung als Kandidat bereits im ersten Wahl gang am Donnerstag ge- sichert ist, zumal auch die Delegation von Idaho erklärt hat, daß sie im ersten Wahlgang ebenfalls für ihn stimmen werde. Bis jetzt hatten starke Zweifel darüber bestanden, daß die nötige Stimmenzahl für Hoover sich bereits im ersten Wahlgang ergeben würde, und man hatte dabei ausgerechnet, daß ihm etwa 45 Stimmen fehlen würden. Oie Vereinfachung der (Zollverwaltung. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 13.Juni. Wie wir erfahren, hat eine vom (Reichssparkommissar zusammen mit dem Reichsfinanzministerium ein berufene Zollkommt s s i o n ihre Arbeiten zu einem einstweiligen Abschluß gebracht. Es handelt sich dabei um die Arbeiten einer vor einem halben Jahr eingesetzten Sonderkommission, die anfangs unter der Leitung des Sparkommisfars. später unter der des Ministerialdirektor- D e n h a r b sich mit der (Vereinfachung deS deutschen Zollwesens beschäftigte. Diese äußerst wichtige Aufgabe wird aber noch mindestens zwei Jahr« in Anspruch nehmen, da es sich hier nicht nur um Fragen der Zollsätze, sondern abhängig davon und in engem ZusammenHang auch um die Problem« der Zollerhebung handelt. Die Ergebnisse der Kommission stellen nur allererste Dorarbeiten dar. Wie wir weiter hören, soll im Herbst dieses Jahres parallel »ur Zoll- kommission, die ihre Arbetten jetzt einstweilen abgebrochen hat, eine interministerielle Fi- nanzkommissivn wahrscheinlich unter Leitung deS jetzigen Landesfinan-amtSpräsidenten v. L a e r in Kassel eingesetzt werden. Diese Kommission soll speziell die Erfahrungen, die in den verschiedenen Landessinanzäintern seit der Erz- bergerschen Steuerreform in der praktischen Arbeit gesammelt wurden, den kommenden Steuergesetzen dienstbar machen. 20j -eS Ä Der (Ben 8.3. 08 «Mi am Samstag, •n seinem Deo anbetet Spv, aesundrn. Aü 'lernten, bie los an sich se eins |u atfr Siückrvünsche osfiMen 2d Dllößüch b b« M. als w, TWthufl c k Wt vominay etr »vnge c ehendei Sin Posaun« Lenz, bet b führte u. a. Me gedenke, siele aus den «n denen ei. Dir den) jj< schweren renk, dah die irres Lebens Opfer, »o l«btm maz Sotles und tSören viele UI MH«, die es bringen unser -A! -n uns, l Jt Der Sedc Mte fette Ottoorbt an st M toll nicht aeringe- Die Hochbruckwetterloge wirb uns nur vorübergehend beeinflussen, denn das Borbrinaen einer neuen ozeanischen Störung führt zur rafchen Ost- märtSDcrbrängung bes hohen Druckes. Die neue Störung hat sich im Bereich der britischen Inseln ausgedehnt und dort zu Riederschlagen geführt. Der Einfluß an der Vorderseite dürfte sich bereits im Lause des morgigen Tages durch Dolkenaufzug bemerkbar machen, jedoch ift mit dem Auftreten von Niederschlägen, bie teilweise gewitterhafter Art sein werben, erst später zu rechnen. Voraussage für Donnerstag: Wieder langsam Bewölkungszunahme, warm, meist trocken. Voraussage für Freitag: Wolkiges Wetter. Temperaturen wenig verändert, vereinzett Niederschläge. teilweise gewitterhafter Art. Lufttemperaturen am 12. Juni: mittags 19,2 Grad Celsius, abends 18 Grad Celsius: am 13. Juni: morgens 11,8 Grad Celsius. Maximum 23 Grad Celsius, Minimum 4 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 12. ?;iai: abends 21,7 Grad Celsius, am 13. Juni, morgens 14,9 Grad Celsnis. — Sounenfcheindauer 13 Stunden. Das Schicksal der ^Zialia". Große Schwierigkeiten für die Hilfsexpeditionen Oslo, 12. Juni. (WTD.) Obwohl die norwegische Presse in der Veröffentlichung zweifelhafter Meldungen über das Schicksal der Dobile- Expedition etwas vorsichttger ist, als es die ausländische Presse zu sein scheint, so zirkulieren hier doch sehr viele unkontrollierbare Gerüchte, und es ist schwierig, genaue Informationen zu bekommen. Die Sachverständigen neigen noch immer dazu, die Lage als ziemlich kritisch zu betrachten. Da das Treibeis nördlich von Spitzbergen von Tag zu Tag seine Trift ändert, so bestehe wenig Hoffnung, dah Dobile und feine Begleiter ohne Hilfe Lander» reichen können. Die norwegischen Sachverständigen find sich darüber einig, daß (Norwegen unter den bestehenden Verhältnissen daS Menschenmögliche getan hat, aber sie betonen, daß die großen ausländischen Flugzeug« und Eisbrecher, die zur Hilfe gesandt werden sollen, viel früher an Ort und Stelle fein müßten. Dach den letzten Meldungen aus KingSbay scheint jetzt soviel festzustehen, daß keine verläß- I lichen Dachrichten über bie sieben Mitglieder der „Italia"-Mannschaft vorliegen, die mit dem Luftschiff abgetrieben find. Die W,tte- rungsverhäktnisse im nördlichen Spitzbergen ,ind unsicher. Das Dornier-Wal-Flutens. das von Italien zur Hilse gesandt wird, kann Spitzbergen erst Freitag oder Samstag erreichen. Dach Meldungen aus Spitzbergen ist die Witterung in den letzten Tagen milde gewesen, so daß für di« Besatzung der „Italia" günstige Bedingungen bestehen. Ein wesentlicher Teil der Borräte und Ausrüstungsgegenständ« ist in d«m Augenblick verloren gegangen, in dem bas Luftschiff auf dem Eise niederging. Gondel und Motoren sind zertrümmert. Die Dach- richt. wonach ein Mechaniker tm Augenblick der Landung ums Leben gekommen sein soll, ist noch nicht bestätigt. Dobil« hat nichts darüber gemeldet. Ein Eisbrecher der Sowjetunion wird in fünf Tagen in Spitzbergen erwartet. Zu der Dachricht. daß Dobile und feine Begleiter sich auf dem Wege nach dem Lande befinden, erklärt A m u n b f e n . daß fi« sich nicht weit auf dem Sis« würden fvrtbcwcgen können. daS in der ®egenb der Anglücksstelle zuweilen 30 Fuß Hohr Berge bildet. Das Verteidigungsministerium erhielt einen Bericht des Leutnants Lützow-Holm. der die Schwierigkeiten schildert, mit denen ®r- kundigungs flüge von Spitzbergen verknüpft sind. Dach diesem Bericht startete Lützow-Holm am 6. d. M. von bet .Hobby", di« in der Dähe von Verlegen Hook lag. St geriet in dichten (Hebel und mußte, da er nicht umlegten konnte, in einer Höhe vom nur zehn Metern fliegen. Schließlich sah er sich genötigt, in Brandy Bay zu landen, da die Wolken fast bis zur Erde verabreichten. Erft am Freitag frich um 1.30 Uhr formte er wieder auIfteigen China und die Machte. Die Nankingregierung fordert Zurückziehung der fremden Truppen. L o n b o n , 12. Juni. (TU.) Ein am Montagabend uon der Nankingregierung veröffentlichter Entwurf einer Kundgebung an d i c ausländischen Mächte enthält einige überraschende Forderungen. Die Nankingregierung verlangt darin die Zurückziehung aller ausländischen Truppen von chinesischem Boden, weil dadurch allein die Mißverständnisse und das gegenseitige Miß- trauen zwischen China und den ausländischen Mächten beseittgt werden könnten. Außerdem müßten neue Verträge auf der Grundlage voller Gleichberechtigung und gegenseitiger Achtung abgeschlossen werben, da die verletzenden Bestimmungen der alten Verträge weder für die Ausländer, noch für die Chinesen befriedigend seien. Die Forderung auf Zurückziehung aller ausländischen Truppen vom chinesischen Boden wird mit der Versickerung begründet, daß die wich, tigste Garantie für den Frieden wie für die Sicher- heil und das (Eigentum der Ausländer nur in einer gegenseitigen Verständigung liege. Der Zwischenfall in Tsinanfu wird für die Unsinnigkeit und Gefährlichkeit der Anwesenheit ausländischer Truppen in China herangezogen. Die Beibehaltung des gegenwärtigen Brauches, nach allen Teilen Chinas Truppen zu entsenden, wo Ausländer sich niederliehen, werde die nationalistische Regierung dazu zwingen, das innere China für Ausländer z u s ch l i e ß e n. Die Regienmg sei bereit, mit den China freundlich gesinnten Mächten zufam- menzuarbeiten, weil sie glaube, dah nach Beseitigung aller internationalen Unterdrückung eine neue Epoche in der Geschichte der ausländischen Beziehungen Chinas anbrechen werde. In einer zweiten Kund- flebuna wendet sich die Nankingrcgierung an die chinesische Bevölkerung, in der Unterdrückung des Bandenunwesens, die Abschaffung der zu hohen Steuern und die Auflösung der überflüssigen Trup. penverbände zugesagt wird. und Mossel Bah erreidben, wo norwegische Jäger (eben. Obwohl die Maschine fast keinen Betriebsstoff mehr besaß, stieg Lützow-Holm auf. fand das Schiff, warf feinen Bericht ab und kehrt« darauf nach Mosfel Bay zurück, wo er warte» mußte bis 4 dem Schiss möglich war. mit Betriebsstoff sich einen 255eq durch das Ei- zu bahnew Die Alpenjäger befinden sich mit dem Flieger Lützow-Holm zusammen immer noch an der Mosfel Bay. Dem Dampfer .Hobby" gelang es gestern, ihnen eine Anterm auf ben Selbem baceiU in nattn^er Höhe Die Lehren heben «ich noch froh unb unbeld)3>ett empor, eine Gemeinschaft von unzähllgen kleinen Kammern, in denen die Körner der Frucht wachten und der Helfe ent- aegen'chlummern. Die grünen Köpfe der Halme sind noch leicht und grüben an den Ländern des Feldes hinüber zur Diese, auf der jetzt Sicheln und Senken blitzen und rauschen, die fetten Gräser au mähen. Loch ist für das Korn die Zeit der Mahd nicht gekommen, noch harren die Lehren der sommerlichen Glut, noch lft alles im aufrechten grünen Heer des SMerA üoll Hoffnung und Wachstum. Denn der D nb über bie'c grünen Felder, die sich weit ins Sand dehnen, b n' reicht. so neigen sich non Halm zu Halm die Millionen und Milliarden Lehren mit anmutigem *21.den. und daS Luge erblidt in der Lunde em bewegtes Weer. das wallt und wogt und flüstert im Dindesraufchen die Ursprache der Lniur. Der Landwirt geht an 'einen Saaten vorüber, prüft manch einen Lehrenkopf, und der ausgebrcitete Leichtum des Wachsens und Werdens erfüllt ihn mü Stolz und Zuversicht. Doch Je feilt /sich auch die Sorge hinzu, ob es ge- iigen wird, einmal das bi Tracht stehende Lchronfeld glüdlich ßeinuuemten. Gerade die vergangenen Tage und Wochen brachten jähe Unwetter, die mit Hagelgüssen oft manche Saaten in Grund und Boden schlugen. Loch find diese wallenden Meere der Saaten Dersprechun- gen. die Sr'üllung selbst hebt noch aus. Darüber allein zu bestimmen hat der Herr über Saat und Ernte, aus dessen geöffneter oder geschlossener Hand Dürre und Legen kommen. An- gesichts bie'er Lbhäng gleit von der höheren Wacht versteht man es. daß in der ländlichen Bevölkerung ein starker Glaube lief wurzelt und verankert fein muj. da ihr Lrbeitserirag fak völlig auf schwankende Halme und gnädigen Himmel qrgrünbet ist Wallende Saat — eine beredte Flut grüner Meere landaus und landein, die uns predigen, wie sehr der Mensch und fein tägliches Brot an diese Scholle gebunden sind. Wogende Felder — ein lieblicher Anblick. den Gottfried Keller einmal besingt: „IM wallt das Korn weit in die Lunde, und wie ein Meer dehnt es sich aus. doch wohnt auf seinem grünen Grunde nicht Seegewürm noch andrer GrauS." H. 3. LOjähnges Gtiftungsfeft des D. f. B. e. D. Od Gießen. Der Herein für Bewegungsspiele G. D. 08 eröffnete feine 20 Gründungsfeier am Samstagabend mit einem Herren-Kommers in seinem Deveinsheim. Dazu hatten sich Dertreter anderer Sportvereine und Korporationen etn- gefunben. Aach einer Begrüßungsrede des 1. Dor- fitzenden, die mit dem Gelöbnis ausklang, rastlos an sich selbst und der DntwuLung des Der- ernS zu arbeiten, brachten einige Gäste ihre Glückwunsch« zum Ausdruck. Lach Schluß des offiziellen Teils faß man noch lange zusammen. Lnläßlich des Stiftungsfestes betrachtete es der DIB als seine selbstverständliche Pflicht der im Weltkrieg gebliebenen Mitglieder zu gedenken. Zu dieser Ai«r versammelten sich am vonntag- vormutag eine größere Anzahl Mitglieder und Angehörige an dem in schöner gärtnerischer Anlage stehenden Ghronmal auf dem Waldspwrtplatz. 0schluß der Hinfahrt und -'en landschaftlichen Höhepunkt bildete nach der Beiich.igung ter herrlichen lenuelbauten von Luxor und der Grabstätten von Theben, das liebliche Asfuan. Hier stürzen die Ufer als kühne Granits ollen hinab in den Strom, dicht vor Alluan erstreckt sich die lange, schmal« Insel Glephantine mit Palmen gelchmüdt Dor dem Ausgangspunkt der Fahrt, Kairo, wurden noch die toeliberühmten Pyramiden von Giseh besichtigt. dann tritt in der Stadt Kairo eine andere Kultur in ihre Rechte. Hier herrscht ber Islam Don den zahlreichen Minarette« ruft der Muezzin zum Gebet, und nur im Museum ’oegelt sich yoch einmal di« versunkene Dell dos alten Aegypten wieder — Durch dos sruchtbare Della ging es zurüd nach Xeranbria. über 3tafi *- ns dem Sonnenland« nach Hause. — Lebhastec Beisall dankt« d«r Dortragenden, die da»^ »gce Schilderungen auch die Hörerinnen die Schönheit der Reise genießen liest Preußen. Kr i» Wetzlar. 3 Au» dem Kreile Wetzlar, 12. Juni. Die Zahl der ArbeilStolen im Bezirke des Arbeitsamtes Wetzlar hat auch im Lause des Monats Mai wieder einen sehr wesentlichen Rückgang erfahren. Wahrend zu Beginn des Monats in der Arbeitslosenversicherung 587 Hauptunterstühungs- ompsänger mit 327 Frauen und 600 Kindern unterstützt wurden, betrug die Zahl der Unter- ftützungsempsänger am Gnde des Monats nur noch 311 Hauptunterstützungsempsängor mit 181 Frauen und 309 Kindern. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 118 Hauptunterstützungs- empfänger, 60 Frauen und 108 Kinder, auf die Landgemeinden des Kreises Wetzlar 157 Hauptuilterstühungsempfänger. 102 Frauen und 157 Kinder und auf die zu dem ArbcitLanrtS- bezirk gehörigen Gemeinden des Kreises Biedenkopf 36 Hauptunterstützunasempfänger, 19 Frauen und 44 Kinder. Die Zahl der in der Arbeitslosenversicherung beschästigten Lotstandsarbeiter betrug Gnde Mai 9 gegenüber 19 zu Beginn deS Monats. Die Rotstandsarbeiter wurden sämtlich in der Stadt Wetzlar beschäftigt. In der Krisensürsorge wurden Gndo Mai 63 Haup'.v gSempsängcr. 43 Frauen und 64 xintet unlcrftüßt gegenüber 97 Haupiunter» stützungsempsängcrn. 60 Frauen und 94 Kindern zu Beginn des Monats Diese Zahlen verteilen sich wie folgt: a) Stadt Doytar 37 Haupt- unterstützungsempfängor. 26 Frauen und 39 Kinder; b) Landgemeinden deS Kreises Wetzlar 26 HauptunterstützungSempsänger. 17 Frauen und 25 Kinder; c) Biedenkopsschc Gomeiitdon: feine Unterstühungsempsänger. Die Zahl ber in der Ärifenfürlorge bofchästigten Rotstandsar- beiter betrug Gnde THii 4 gegenüber 7 anfangs CDlai. Diese Rotfiandsarbeiter wurden ebenfalls sämtlich in der Stadl Wetzlar beschäftigt. DSL. Wetzlar. 12. Iuni. In Shrings- Haufen geriet ein Holzfuhrmann unter sein e i a e n e 6 Fuhrwerk, daS mit Langholz belaten war Die Räder ginaen über ihn hinweg und verletzten den Unglücklichen so schwer, daß er kurz haraus verstarb. Knnsisioplerei KöniS " repariert Kleidungistüdce, Seidenstrümpfe und Teppiche in 3-4 Tagen / Arbeit konkurrenzlosl Walltorstr. 12 SALEM AUSLESE Weuie to Deunchliid io allen Spezialgetchinen erhUrtich "SINDBAD, der SALEM"RAUCHER, erzählt weiter; So lebte ich lange Zeit geachtet und geliebt am Hofe des Königs Mihrdschan. Uner- wartet kam eines Tages mein altes Schiff in den Hafen. Ich eilte zum Kapitln und sprach: „O Rais, kennst Du nicht Sindbad, den Salem-Raucher, den Allahs Gnade am Leben erhielt?*4 Da staunte er und wollte seinen Augen nicht trauen, und die anderen Kaufleute auf dem Schiffe erkannten mich auch wieder, und waren alle so voll großer Freude. Meine wertvollen Waren, die ich noch auf dem Schiffe vorfand, schenkte ich dem guten König Mihrdschan, der darüber sehr gerührt war und mir als Gegengabe eine Schiffsladung jener seltenen Tabake bringen ließ. Dann nahm ich Abschied und segelte vergnügt gen Basra, um mit meinen Tabakschltzen nach meiner Vaterstadt Bagdad zurückzukehren. Genießt die zarten Dufrwolken und gedenket, liebe Freunde, des guten Königs Mihrdschan, dessen Tabak die Mischung meiner geliebten Cigarette bereicherte. Freut Euch über die seltene Gabe Allahs, die Vertreibe rin aller Sorgen und Mutter aller guten Gedanken, die herrliche Cigarette (F-ruettaag folgt) Bademantel-Stoffe m sewergw • • Mwleliaos Salomon, sw. <. M m moderner Bademäntel *Mustern am uger' M8I6ll6W>I8 581001011, Seitenweg 81 fl Herr Konrad Sauer Frau Helene Jaeger (Meßen (Steinstraße 76), den 12. Juni 1928. 04478 Klein-Linden, Krofdorf, Emmerich, den 13. Juni 1928. 5773D Altervkameraden 5766D Jüng. perfekte Stellengesuche |Wohnungstausch| 5668V bild an Engel. 04462 Bahnhofstraße 35 Verkäufe | 04461 Hinterbaus. | Mietgesuche | sSrugras (Stellenangebote) Lichtspielhaus Geübte Bahnhofstrabe 34 Nagler Heute letzter Tag: 5767D gesucht. 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S-r haft Me < trefft^.6 Prinzipien 1. 3etx auf Errich Zulassung ed)ule, rr eigener " Sprach.' i Ntantoo vergeben, .Situation irflärung oblroh! I Mchüfiun unbegrenzt der bas entsprechen 2. Die 1 Mnderhei lassen, de zichungsb bvüahch 3. Poli antvortli übet die1 Dekret tu? gend eine B. Der auf, dara träge ai Sellen lön die die Ai drei vvrh Verden. Diese L der Olufie; mnmen u Irtife! 131 bot für i schliehi, dii heiMulei prüfen einstimmig Döllerbui punkt ges benten t und von Dan dar der Dinb Der deutsc b e r t hat die interne PrvblmS stslgestellt, Die $ Aatslag" zusamt Irogtc*11' SincS^ dabei r»n K" $S> Mbung o )7r MU Drei 2 heitenschull tvvice um Semis^^ steiler ent' denvar-- nischen^ träge sur atg Dutt t Doi -84 ist fin Huhn, vn Stadl bar. ,Ez bühnerhau allein zu aus der - Mte e« l«ta tid «wer b und bn ■ W6 fe; d« Ä* ^un Sch, im uri ZÄ !ch,°Ä> ?*..* Mte{ & Sw“ n m ?rüh. imeff «II» Utter .1 Mlli b »•11 s-°?L «.in a W® Jet- 127, ril ßflij. 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Mit Ausnahme eines einzigen von den 6 deutschen BZchwerdepunkten nämlich einer Rechtsfrage mit Bezug auf das Win- derheiten-Lyzeum in Königshütte ist die Entscheidung de» Völkerbundes durchweg im Sinne der deutschen Auffassung gefallen. Drei Anträge auf Errichtung von Minder- heitenfchulen in Biertullovy (Bicrtultau), Gier al - towice und Stara Wie-, die vom Präsidenten der Gemischten Kommission im Sinne der Antragsteller entschieden und von Polen abgelehnt worden waren, hatten den Hauptanlaß zu der polnischen Tkrlugung gegeben, wonach alle Anträge für ungültig erflärt wurden, in denen als Muttersprache .Deutsch und Polnischs' angegeben war. Das vom Rat eingesetzte Dreier- somitee hatte folgende Fassung für den Bericht des Rats voracichlagrn A. Der Döllerbundsrat beschließt, bah in Zukunft die Erklärungen Erziehungsberechtigter betreffend Sprache der Kinder von folgenden drei Prinzipien geleitet sein sollen. 1. Iede Person, die Antrag stellt, fei es auf Errichtung einer Minderheitenschule, sei eS-aus Zulassung emes Kindes zu schon bestehender Schule, muß gemäß ihrem Gewissen und unter eigener Verantwortlichkeit erklären, welche- die Sprache des Kindes ist, für besten Erziehung sie verantwortlich ist. Die Erklärung muh da- wiedergeben, was der Erziehungsberechtigte für die .Situation de fait" hält Diese Freiheit der Erklärung über die Sprache bcÄ 5wiDw stellt, obwohl sie einen gewissen Spielraum in der Abschätzung der Umstände mit sich bringt, keine unbegrenzte Möglichkeit dar, die Sprache, in der da- Kind unterrichtet werden soll, und die entsprechende Schule zu wählen. 2. Die polnische Regierung ist berechtigt, zu Minderheitenschulen bieienigen Kinder nicht zuzulassen, Deren Sprache nach Erklärung von Erziehungsberechtigten nur das Polnische ist, ober bezüglich deren Sprache Erllärung fehlt. 3. Polnische Behörden dürfen Srllärung verantwortlicher erziehung-berechtigter Personen über die Sprache Der Kinder keiner Nachprüfung, Bestreitung, Druck und Beeinträchtigung in irgend einer Form unterwerfen. B. Der Rat fordert bie polnische Regierung auf. darauf hinzuweisen, daß sie neue Anträge auf Errichtung einer Minderheitenschule stellen können. Auf die neuen Spracherllärungen, die die Anträge zu begleiten hätten, mühten die drei vorher erwähnten Prinzipien angewandt werden. Diese Srllärung hat der polnische Vertreter, der Außenminister Z a l e s k i zur Kenntnis genommen und dabei ausdrücklich festgestellt, dah Artikel 131 der Genfer Konvention das Verbot für die polnischen Schulbehörden in sich schlicht, die für die Einschulung in die QHinber- heitsschulen abgegebenen Erklärungen nachzu- prüfen ober z u bc ft reiten. Durch die einstimmige Annahme de- Berichts hat sich ber VöllerbunbSrat voll inhaltlich auf ben Standpunkt gestellt, der bisher stet- von dem Präsidenten der Gemischten Kommission. 6aIonber, und von deutscher Seite vertreten worden ist. Man bars also hoffen, bah nunmehr die Frage der Minderheitenschulen volltommen geregelt tft Der deutsche Delegierte Staatssekretär d. Schubert bat in einer programmatischen Erklärung die internationale Bedeutung de- Minderheitenproblems an sich unterstrichen. Er hat dabei festgestellt, dah e- sich nicht um gewöhnliche vertragliche Stipulationen zwischen zwei Staaten handelt, die nach Belieben geändert werden lönntcn. sondern um eine Institution von h. internationalen Rang Ünb es scheint, als ob mindestens bei der Entscheidung der Schulfrage allgemeines Verständnis für diese Feststellung aufgefeimt wäre Vielleicht wird sich da- in ben Beziehungen zwischen Deutschland und Polen demnächst günstig au-wirlen. Bund hiknoerlehtek Krieger. WSR. Frankfurt a. M.. 11.3uni. Auf die Bedeutung der Pflege ber hirnverletzten Krieger, deren un allgemeinen wenig gedacht wird, da sie bie unter ben Kriegsverletzten sind, bie am wenigsten aussallen und dennoch gerade am schwersten in ihrer SrwerbStätigkett bedroht find, w e- gestern die Tagung des Bunde- ber hirnver letzten Krieger in der Deschlechterstube hin Auch die Regierung von Wiesbaden hatte einen Vertreter entsandt, bet das Interesse und bie Bereitwilligkeit, bei Lösung bes Problem-, ber Fürsorge zu helfen. bekundete. Prolestor Dr. Goldschmibl. eine auf dem Gebiete der Hirnverletzungen erfahrene und anerkannte Kapaziläl, schilderte bie Bestrebungen. gerade diese Kriegsbeschädigten bei ihrem schwierigen Ertstenzkamps zu umerstützen. Seiner Ansicht nach ist es nur möglich durch Schaffung von Heimen, wie sie bi- jetzt nur in München und in Frankfurt a. W. bestehen, diesen öeibenben. deren Wundbehandlung teilweise heute noch nicht abgeschlossen sei, Hilfe zu bringen. Der Redner forderte aber weiter, dah die Verletzten auch nach ihrer Entlassung ständig unter behördlicher Kontrolle stehen, damit alle Schädigungen frühzeitig vermieden werden können. Ern wichtiger Punkt ist bie Rentner- fürforge. Hier dürfe man nicht bad allgemeine Schema bet prozentualen Arbeitsunfähigkeit antrenben, da jeder Hirnverletz.e, selbst, wenn er nur sehr selten Anfälle hat, von vornherein stärker geschädigt ist al- jeder andere KriegS- oerletzte. Desgleichen sei unbedingt zu vermeiden, dah Hirnverletzte in ben allgemeinen Irren- und Pflegeanstalten untergebrachl würden. Gesellschaft zur Förderung deulscherpflanzeiWchi. wirtschaftlichen Organisationen de- Reiches und der Länder, die Vertreter der Presse, auf deren äknterstützung die Gesellschaft besonderen Wert lege, und all die anderen zahlreich Versammelten. Die Grühe und IubiläumS-Glückwünsche der Hessischen Landesuniversität brachte anschliehend Sc. Magnisizenz der Rektor Pros. Dr. Bosenberg in herzlichen Worten zum Ausdruck. Auch er heb hervor, dah Giehen llassisch-histori- scher Boden für die LandwirtschaftSwissenschaft sei, und er erinnerte in diesem Zusammenhang an IustuS v. Liebig und Albrecht T h a e r. An der hessischen LandeSuniversität habe von jeher die Landwirtschaft ein besonderes Gebiet gehabt, dem die Regierung stets ihre Pflege und Fürsorge habe angedeihen lassen in Der Erkenntnis der hohen Bedeutung der Landwirtschaft im Rahmen der deutschen Volkswirtschaft. Er begrühte diese Tagung der Gesellschaft mit besonderer Freude, denn die Gesellschaft erstrebe dasselbe Ziel, bem auch bie Herren deS (Siebener Landwirtschaftlichen Instituts mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit nachstreben: Deutschland in seiner Ernährung unabhängig und frei vom Auslande au machen. Wer dabei mithelfen wolle, müsse Die Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht un- lerfrühen. Im Ramen des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sprach Dann Ober- rcgicrungÄrat Dr. Moritz. Für die Hessische Regierung sprach Ministerialdirektor Hebel, namens des preußischen Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Ministerialrat Dr. Miquel, im Auftrage ber Hessischen Landwirtschaft sk am mer und Der Deutschen ßanDtolrt- schastSgesellfchaft Generaldirektor Dr. Hamann (Darmstadt). Sämtliche Redner verbanden mit ihren Grützen *ur Iubiläumstagung die herzlichen Glückwünsche der von ihnen vertretenen Behörden bzw. Korporationen, und sie brachten weiterhin mit toarmen Worten ber Anerkennung zum Ausdruck, dah die Gesellschaft zur Förderung Deutscher Pflanzenzucht sich im Laufe ihre- 20jährigen Bestehen- hohe Verdienste um Die Landwirtschas tswif fenfchas t und Darüber hinaus um Die praktische Landwirtschaft erworben hat. Oberbürgermeister Dr. Keller entbot Der Tagung zugleich mit herzlichen Glückwünschen Den Willkommengruß der Stadt Giehen. Der Vorsitzende L. Kühle sprach den Rednern Den Dank Der Gesellschaft aus und versicherte. Dah Diese sich auch weiterhin mit unermüdlichem Gifer Der Erfüllung ihrer Ausgabe widmen werde. 3m Anschluß an die Ansprachen nahm ber Dekan ber Philosophischen Fakultät unserer Landesuni- Am Montag und am gestrigen Dien-tag hielt die Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht ihre diesjährigeWan- derversamrnlung. die im Hinblick auf da- 20- jährige Bestehen ber Gesellschaft zugleich Iubi- läum-tagung war. in unterer Stabt ab. Die Tagung war auS allen Teilen bes Reiche- sehr gut besucht Rachdem eine ordentliche Hauptversammlung für die Mitglieder am Montagvormittag Im großen Hörsaal des Landwirtschaftlichen Institut- ben engeren DereinSangelegcnheiten gegolten hatte, würbe am Montagnachmittag bie wissenschaftliche und Iubiläumstagung in der kleinen Aula der Universität eröffnet. Der Begründer und langjährige Vorsitzende der Gesellschaft. Ludwig Kühle in Quedlinburg, betonte in seiner Eröffnungsansprache, dah Die Gesellschaft gerne wieder nach Giehen gekommen sei. nachdem sie zuletzt im Iahre 1911 hier getagt habe. Mit besonderer Freude fei Die Iubiläumstagung nach Giehen einberufen worden, der Forschungsstätte, von der aus Die Landwirtschaft Der ganzen Welt gründ stürz end um» gestaltet wurde durch die Lehren des großen Liebig, die da- Fundament Der Landwirtschaftswissenschaft geworden seien Man sei sich bewußt, dah man in Giehen auf einem für die Landwirtschaft-Wissenschaft geweihten Boden stehe. Der Redner teilte dann mit, dah Ni Der Hauptversammlung am Vormittag Die neue Satzung zur ForDerung Der Deuts chen Pflanzenzucht angenommen worden sei, Damit beginne eine neue Epoche in Der Geschichte Der Gesellschaft. Er begrüßte Dann al- Hausherrn deS TagungS- gebäudes Se. Magnifizenz Den Rektor Prof. Dr. Rosenberg unD Den zahlreich vertretenen Lehrkörper Der Landesuniversität. Den Vertreter Des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, OberregierungSrat Dr. Moritz, den Vertreter Der preußischen Regierung, Mi- nlftcrialrat Dr. Miquel vom preußischen Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Ministerialdirektor U c b e I al- Vertreter des hessischen Ministeriums, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, Oberbürgermeister Dr. K c l l e r als Vertreter der Stabt Gießen, Generaldirektor Dr. Hamann von der Hess. Landwirtschaftskammer, und als Vertreter der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Prof. Dr. S e s s o u S . Direktor deS Institut- für Pflanzenbau und Pflanzenzucht an ber LandeS- unioerfität, als treuen Freunb bet Sache der Gesellschaft, die zahlreichen Vertreter der lanb- fagte Es ist wirklich wahr! Sin unbekanntes Märchen. Don Dans Christian Andersen. .Ss ist eine fürchterliche Geschichte!“ ein Huhn, und zwar drüben am wideren Ende ber Stabt, ba, wo die Geschichte nicht passiert war. .ES ist eine fürchterliche Geschichte im HühnerhauS! Ich traue mich heute nacht nicht allein zu schlafen! Rur gut. baß wir so viele auf der Hühnerstange find!" — UnD Dann erzählte es. baß sich bei Den anderen Hühnern Die Federn sträubten und der Hahn den Kamm fallen ließ. SS Ist wlrllich wahr! Aber wir wollen mit dem Anfang anfangen, und ber war am anderen Ende Der Stabt in einem HühnerhauS. Die Senne ging unter und die Hühner flogen hinauf. Eins von ihnen, es war toeißgefiebert und kurzbeinig, legte seine reglementierten Sier und war, alS Huhn, über alle Maßen respektabel. AlS eS auf die Stange kam, putzte eS sich mit dem Schnabel, und ba fiel ißm ein kleines Federchen auS. .Futsch ist siel" sagte eS. ..je mehr ich mich putze, desto schöner werde ich noch!" Dies war mm im Scherz hingesprochen: Denn diese- Huhn war da- muntere Element unter Den Hühnern, im übrigen jedoch, wie gesagt, äußerst respektabel. Und Dann schlief eS ein. Finster war es ringSumher. Huhn faß neben Huhn, und da». waS unserem Huhn am nächsten faß. schlief nicht: eS horte und horte auch nicht, wie man ja in dieser Welt tun soll, um in Buhe leben zu können. Aber zu seiner anderen Rachbarin mußte e- doch sagen: .Hörtest Du, was hier gesprochen wurde? Ich nenne niemand, aber eS gibt ein Huhn, das sich rupfen will, um gut auSzusehen: wäre ich Der Hahn, so wollte ich eS verachten.“ Und oben, gerade über Den Hühnern, faß die Eule mit ihrem Eulenmann und den Eulen- ftnbem. Sie hatten scharfe Ohren in der Familie: sie horten jede- Wörtchen, was das Rachbarhuhn sagte, und sie rollten mit Den Augen, und Die Eulenmutter fächelte mit Den Flügeln: .Hört nur nicht darauf hin, aber ihr konntet ja wohl hören, was ba gesagt wurde? Ich hörte es mit meinen eigenen Ohren, und man muß viel hören, ehe sie abfallen! Da hat eins von den Hühnern in solchem Grade vergessen, was fick für ein Huhn schickt, baß es da sitzt und sich alle Federn ausrupft und Den Hahn zu» sehen läßt“ „Prenez garde aux enfants!“ sagte der Eulenvater, .daS ist nicht- für Die Kinder!" .Ich muß eS doch der Rachbarin erzählen! Sic ist eine so achtbare Eule im Umgang I" Und dann flog Mutter. .Hu—hu! Uhuh!" tuteten fie beide, und zwar gerade hinunter zu den Tauben in RachbarS Taubenschlag. .Habt ihr schon gehört, habt ihr schon gehört? Uhuh! Ss gibt ein Huhn, daS sich alle Federn au-gerupst hat, wegen des Hohns! ES wird erfrieren, wenn eS da- nicht schon getan hat uhuh!" .Wo? Wo?" gurrten die Tauben. .Im Rachbarkwfel Ich habe efl so gut wie selbst gesehen! Es ist beinahe unanständig, so etwa- nur zu erzählen! Aber es ist wlrllich wahr!" .Wahr, wahr, jedes einzige Work!" sagten die Tauben und gurrten hinab in ihren Hühner- hof. .Ss gibt ein Huhn, ja manche sagen sogar, eS gibt Awei, die sich alle Federn abgerupft haben sollen, um nicht wie die anderen auS- zusehen und so die Aufmerksamkeit deS Hahns au erregen. DaS ist ein gewagtes Spiel, man rann sich erfüllen und am Fieber sterben, und sie sind auch beide gestorben!" .Wacht auf! Wachtz auf!" krähte ber Hahn und flog auf den Bretterzaun. Der Schlaf faß ihm noch in den Augen, aber et krähte trotzdem: .SS sind drei Hühner an unglücklicher Liebe zu einem Hahn gestorben: fie haben flch alle Federn au-gerupst. Es ist eine garstige Geschichte, ich will fie nicht bei mir behalten: laßt sie weitergehen!“ .Laßt sie weitergehen!“ pfisfen die Fledermäuse. und bie Hühner gluckten und bie Hähne krähten: .Rur weiter! Rur weiter!“ Unb so flog die Geschichte von Hühnerhaus zu Hühnerbaus und zuletzt zurück an Die Stelle, von Der sie eigentlich auSgegangen war. .Ss waren fünf Hühner,' hieß es. die sich alle Federn ausgerupst haben, um zu zeigen, welches von ihnen am magersten geworden wäre aus Liebeskummer um den Hahn. UnD Dann hackten fie aufeinander loS, bis daS Blut floß, und fielen tot um zu Scham und Schande für ihre Familie und dem Besitzer zu großem Verluste." Und das Huhn, das die lose, fleine Feder verloren hatte, erkannte natürlich seine eigene Geschichte nicht wieder, und da es ein respektables Huhn war, sagte es: .Ich verachte diese Hühner! Aber es gibt mehr von der Sorte! So etwas soll man nicht totschweigen, und ich gebe das meinige dazu. Daß Die Geschichte in Die Presse kommt und im ganzen Land verbreitet wird: das haben die Hühner verdient, und ihre Familie mit!" Und eS kam in die Zeitung, und eS wurde gedruckt, und eS ist wirklich wahr: eine Heine Feder kann gut zu fünf Hühnern werden. (Ins Deutsche übertragen von L. Tronier-Funder.) Gießener Siadiiheaier. Ludwig Hirschfeld und Paul Frank: „Stiefmama". Das zweite Gießener Gastspiel des Bad- Rauheimer Kurtheater- versetzte unS ein Schwänllein, daS sich alS Lustspiel ausplustert, aber über seine wahre Ratur unmöglich Hinwegtäuschen kann. Schon die Dovpelautorfchaft spricht fast immer für die harmloseste und sommerlichste Gattung heiteren ThcaterspieleS. Und außerdem die verwickelten FamUlenangelegenheiten und die Sucht nach hartnäckiger Vertauschung der Rollen. Endlich — dies ist das alleruntrüglichste Merkmal —: die uralte und möglichst handgreifliche Drastik der Situation. Zum Beispiel: wenn sich einer in einem Stück neben ben Stuhl setzt, statt daraus . . . oder toerm einer, rebebebürftig und exaltiert, von seinem Sessel ausstehen mochte und immer wieder aus halbem Wege vom körperlich überlegenen Partner sanft auf seinen Sitz zurückgedrückt wird. . . oder wenn jemand auf dem Tisch steht und mit Dem Taschentuch selbstvergessen der tm oberen Stockwerk entschwundenen Liebsten nachwinkl .während sich unten daS Zimmer mit Leuten füllt, die den Winkenden für einen armen Geisteskranken halten müssen .... barm, o Theaterbesucher, kannst du sicher fein: e- ist ein Schwank. Auch wenn die Autoren im Grunde ihres Herzen- ftch um ein Lustspiel bemüht haben. Du kannst dich daraus verlassen. Erste Ehe und zweite Ehe. Gnädige Frau hat auS erster Ehe schon eine immerhin zur jungen Dame herangereifte Tochter. Außerdem pit sie einen Freund. Die plötzlich zu Besuch kommende Tochter ist, eben des Freundes wegen, unbequem. Was tut die gnädige Frau? Sagt: sie sei gar nicht die Mama, sondern die Stiefmama (da- schadet nicht-). Der Stiefpapa hingegen sei gar nicht „ftieT, sondern der leibliche Erzeuger. (Bei Männern kommt es nicht so genau Drauf an.) Verwechselt, verwechselt das Bäumchen. Run, der Schwindel kommt natürlich bei nächster Gelegenheit heraus. Stiefpapa (der richtige) versität. Prof. Dr. Rubin, bie gestern bereits gcmclbctc Shrenprom otion de- Vorsitzenden Ü. Kühle vor. bei Der die Versammlung mit starkem Bei all ihre Ucbtrtinftim- mung mit unlerer Alma mater in ber Ehrung des verdienstvollen Vorsitzenden Dielet landwirtschas t-wissenschaftlichen Gesellschaft zum Ausdruck brachte. Rach c.ncr kurzen Pause hielt der Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzucht an der llnlDcrlität Diesten. Pros. Dr. SesfouS. Den ersten Vortrag Der Taguni über das Thema .Der Wert de- deutschen A u S l es e ve r s a hren S". De» Redner teilte im Rafrnen seine- Fachreferats u. a mit. baß er wr Klärung Der von ihm behandelten Frage 58 RunDIragen an Züchter verschickt und Da» auf von 51 Herren Antworten mit zum Teil sehr eingehenDer Begründung erhalten habe. Die Rcußerungen Der Züchter Deutete der Redner nach Sebdbcrung seiner eingehenden Unter- suchungen für Die 'Beibehaltung und IDeiter- fübrung des gegenwärtigen Verfahren- Die 'Teilnehmer an Der Sitzung begaben sich hierauf zum Botanischen Garten, Der unter Der Leitung seine- Direktor-, Professor Dr. Küster, belicht,gl wurde Am Abend vereinigte man sich zu einer gemeinsamen Tafel im Saale DeJ Geselllchaf 1 -verein-. Der Vorsitzende Dr. Kühle feierte in einer Tischrede die Harmonie zwischen landwirtfchast- licher Wissenschaft unD Praxi-, wie fie in dieser Vereinigung so wunderbar zutage trete. Pro- vinzialdirektor Graes sprach über das Verhältnis zwischen Beamten und Landwirtschaft, die er wieder eng zu einander in Verbindung gebracht wissen möchte, und anschließend über die wirtschaftliche Struktur unserer Provinz. Anknüpsend an diese wirtschaftliche Betrachtung sprach Generaldirektor Hamann gleichfalls über die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Dem Vogelsberg und der Wetterau er -erseitS. Starkenburg und Rheinhessen andererseits: aiSGruh auS Rheinhessen ließ die LandwirtfchastSkammer dann rheinhessischen Wein kredenzen. Geheimrat von Rümlcr feierte den Vorsitzenden und Ehrendoktor Kühle, sowie Die Ehrenmitglieder der Gesellschaft, dabei insbesondere da- anwesende Ehrenmitglied Geheimrat Edler. Im Anschluß an diese Tischrede dankte Geheimrat Edler und ließ feine Worte au-klingen in einem Trinkspruch auf die Damen. Der zweite lag. Der gestrige Dienstag war ber wissenschaftlichen Beratung getoibmet, zu ber sich eine lehr zahlreiche Zuhörerschaft im Großen Hörsaale des Landwirtschaftlichen Instituts versammelte Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Appel, Direktor der Biologischen ReichSanstalt für Land- iuib Forstwirtschaft, Berlin, sprach über „D i e Schaffung von Sortenregistern u n b ihre Bedeutung für bie Pflanzen- züchter“. Der Vortrag beschäftigt« sich mit Dem Stande und Der Weiterentwicklung Der Sorten regifterfommlffion und deren Bedeutung. Roch vor ganz kurzer Zeit haften wir von den UnterRbeiDungömertmalen bei den Kartoffeln so wenig Kenntnis, Daß an eine Sortenbeftimmunfl auch von feiten des Fachmannes nicht zu denken war. In der Kartofselsortenbestimmung haben wir sehr schnell auf Grund von morphologischen Arbeiten der Registerkommission Fortschritte gemacht, bei den anderen Kulturpflanzen ist auch mit diesen Arbeiten begonnen worden. Soweit «S den Weizen betrifft, liegen auch hier schon die ersten Ergebnisse vor. Di« Anfänge zu diesen Arbeiten wurden bei der Gründung des Kar- toftelforschungSinstituts gelegt, daS inzwischen in der Biologischen ReichSanstalt au,gegangen ist. Zunächst wurde ein Archiv geschaffen, in dem Material aller bekannten Sorten zusammen- gebracht wurde. UnD zwar wurden zu diesem Zweck konserviert« Knollen, gepreßte Stauben und Blüten, Photographien der verschiedenen Derliebt sich prompt In feine plötzlich ausgetauchte Tochter, blitzt aber — unter Vermeidung jedweden überstürzten .OedipuSkompleres" — empfindlich ab. Der bewußte Freund Der gnädigen Frau hingegen — der Zufall, Der in Sdjtoämcn überhaupt eine interessante Rolfe spielt, will es so um jeden Preis — entführt die weinenbet junge Dame unb blitzt nicht ab. Sondern Darf mit bem Taschentuch winken (siehe oben!), unb Dann kriegen sie sich, wie sich's gehört Und Damit die zwei Schlafwagenplätze, Die Die gnädige Frau — v bitte feßr: in allen Ehren! — für sich und Den Freund nach Dxm Lido bestellt hat.. Damit Die allo nun- nicht völlig umsonst bestellt sind und das schöne Geld verpulvert ist. fahren Mama unb Papa (xtoeite Ehe) selbander nach Venedig. Und eS toirb gar nicht lange bauern, dann braucht Mama nicht mehr -Stiefmama" zu fein — dann ist fie auf einmal Großmama, ohne alle Dänfebeinchen. Unb obwohl fie doch erst 38 ist. Die- ereignet sich rn drei Akten, unter D a - st 6 S Spielleitung, der daS Stück so gab. wie es ist. und sich nicht die Mühe machte, mehr au veranstalten, als Die Autoren ihm geliefert hatten: immerhin hätte manches in Der Svenen* führung gestrafft, zusammengerückt und im Tempo getrieben werden können. Hübsch war Dafl Bühnenbild nach einem Entwurf von Löffler. Die jugendliche und «iferlüchttge Mama modernster Richtung gab Eva Ierndorf (Kammerspiefe Hamburg) als Gast. Die für die noch feßlenDe Vertreterin deS Salon fach- ein* gesprungen war, mit geschmeidiger Anpassung ins Eniemble und flüssiger Konversation: nur ließ infolge ihrer etwas harten und manchmal verschwimmenden Arttkulation die Verständlichkeit einiges zu wünschen übrig. Gar« is . Den wir in Rauhrim schon kennen lernten, dürfte sich besser für seriöse Aufgaben, al- für derartige LebemannsPartien eignen; er unterzog sich der Aufgabe mit Geschmack und reservierter Heiterkeit, schien aber textlich seiner Sache nicht ganz sicher. Alix Krahmer zwit* scherte quicklebendig und ganz naiv den mit zwei Elternpaaren gesegneten Dacksisch Lena, Tanner t machte treu herzig und in biederer Verliebtheit den jungen Mann Bob mit bem vorerwähnten Taschentuch, und B o l ck , als altmodischer. aber authentischer Vater durfte in wohlgefetzten Worten di« moralische Rede hatten, auf Grund welcher die Autoren ihr Stück für «in Luftspier ausgegeben haben. Das gutbesetzte Parkett unterhielt flch bestens, Dr, Th, in der Stufenleiter ihrer körperlichen Vervvlb 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten. bann an einer Reihe von Beispielen die Vererbung erworbener Eigenschaften auf psychischem und körperlichem Gebiete annehmbar zu machen. Zum Schlüsse die Mahnung, nun endlich die Wacht der Umwelt besser zu erkennen, um endlich begreifen zu lernen, daß wir uil8 im Laufe der Jahrzehnte viele hundert Millionen Mark sparen fennten, wenn wir, statt fortgesetzter Einfuhr von Zuchtmaterial, die eigene Scholle und die Umwelt der Tiere verbeifert hätten. 3m Anschluß an die Borträge fand jeweils eine Aussprach« statt. Den Abschluß der Vor- mitlagstagung tiibsicn Besichtigungen des Landwirtschaftlichen Instituts, tej Reuen Forstinstituts und des Agrikultur- chemischen3nstituts. Am Rachmitlag weilten die Tagungsteilnehmer auf den Universi- tätsgütern Unterer und Oberer Hardthof, die einer eingehenden Besichtigung unterzogen wurden. Ten Abschluß deS TageS bildete ein Besuch der gestrigen Aufführung im Stadltheater. Der dritte Tag. Heute vormittag begaben sich die Teilnehmer zu einer Besichtigung nach dem Versuchsgut Selgenhof der Hessischen Landwirt chasts- fammer in den hohen Bogelsbrrg bei Ulrichstein. Bon dort erfolgt heute mittag die Weilersohrt nach Bad-Ra »heim, wo di.' Teilnehmer heute nachmittag auf Einladung des Hes.i.chen Staates eine Besichtigung der Kuranlagen vornehmen und daran anschließend sich im Kurhaus zusammen- finben werden. Zahlreiche _________ _ . Zähigkeiten der Menschen erkannt, und Eoue selbst hat da- Berdier.st, durch die Einfachheit seiner Formeln sich dem geizigen Niveau seiner Patienten angepaßt zu haben. Dies Verdienst aber ist auch hinlänglich, um ihn aus seiner Apotheke in die Apotheose ernpor- steigen zu lassen. 3n eingehender Begründung wendete llch dann schließlich der Reimer gegen den Ausbau der Selektlonslehre (Germinalfe- leltion. Kampf der Teile im Organismus, Kampf der Determinanten im Keimplasma ufto.). um MMMlMslköenSWim Vornan von Edgar Wallace. Oop>riLlil by Wilhelm Goldmann, Verlag, Leipzig. kommnung auch zu Sonderentwicklungen ihrer Leistungen emporsteigt - Rellere, Instinkte, Gnosis. Assoziationen. Prärie. Verstand und Vcr- riunft Daneben aber bleibt in Unbewußtheit das Gedächtnis aller lebenden Zellen und Gewebe des Körpers für Reize und Erfahrungen von außen, bleibt ein wunderbarer .Rachrichtendienst" im Staat« der Zellen, und es würde geradezu wie eine Unte-gü des natürlichen Geschehens anmuten, wenn davon allein die Keimzellen ausgeschlossen sein sollten, die für die Entwicklung der Arten die höchste Bedeutung besitzen. Melleicht, daß übrigens gerade bei den Primitiven und Armen im Geiste die niedr.gere Stufenleiter der Sonberentwicklung der Psyche nicht zu einer fo rolligen Loslösung von dem unbeirubtcn Treiben der ilrfeek geführt hat, und daß sich gerade hieraus gewiss« überraschend« Föhigkctten zu Autosuggestion uni», "Bo- einflussung des Leibes durch die Seele erklären. Vorläufer von Eoue haben diese Lntw.cklungs^ustände sowie Aquarell« aller Sorten hergestellt. Außerdem wurden aber alle Sorten neb»x«inanb«r angebaut und während der ganzen Versuchszeit beobachtet. Dadurch gelang es. zu den bekannten Wertmaten »sch neue zu finden, tote z. B. das verschieden« Verhalten der Lichtleim«. und so wurde es möglich Beschreibungen aufzustellen, mit denen man jede Kartoffelsorte genau bestimmen kann. Di« 2lr- beikn führten weiter zu der Feststellung, daß sehr viele Sorten nicht selbständig aufrechtzu- erhalten sind. Wie weit dies der Fall ist, geht daraus hervor, daß von den im Handel befind" lichen 830 Sorten nur 176 selbständig sind, wäh- rer/v alle anderen nichts weiter alS Hamen dar- stellen, die keine Berechtigung haben. Di« Züchter haben in richlcaer Erkenntnis dieser Arbeiten sich dies« Ergebnis^ zu eigen gemacht, und fo kann men die Sorten frage als bereinigt betrachten WrStig ist, daß bei dieser Gelegenheit Prüfungen auf Kr .bssest'.gkeit und Widerstande-äh gleit gegen die Krauffäule gemacht werden, was Sie Züchtung widerstandsfähiger Sorten wrsenllich fördert. Bon den Getreid-arten hat der Vortragende sich Iri enter S über- Weizen verbreitet. Hier werden zur Zeit etwa 560 Sorten geführt. Die Durcharbeit. die ähnlich wie bei 6et Kartoffel vor sich gebt, hat ergeben, daß die bis jetzt untersuchten 108 Sorten sich auf 27 zusammenziehen lassen. Diese Arbeiten werden gemcinschaftlich von der Biologischen Reichsanstalt und Professor Dr. W a cke r. Hohenheim. auSgeführt, während der Hafer von Pros. Za de. Leipzig, und Opitz, Berlin, die Gerste von Prof. Kieseling. München und Römer, Halle, bearbeitet wird. Auch bei den Getreidearten wird außer den morphole- gffchen Merkmalen, deren Kenntnisse weientiich vertieft worden sind, auch di« Rostempfänglich- keit außer anderen physiologischen Merkmalen zur Prüfung mit herangezogen Wahrend bei Selbstbefr ch rn oder r gulativ vermehrten Pflanzen nach Ansicht des Redners keine Schwierigkeit besteht, selbständige Register aufzustellen, ist das bei Fremdbefruchtern nahezu unmöglich. Man wird aber auch da zu irgendeiner Lösung kommen müssen, weil die S.ortenregister in Zukunft auch die Grundlage bilden müs en für den Schuh des geistigen Eigentums des Züchters, das in der Schaffung neuer Sorten liegt. Der folgende Referent, Hosrctt Professor Dr. v. T s ch e r m a d, W en (Hochschule für Bodenkultur), sprach über das Thema „Lieber seltene Weizen- und Haferbastarde und Versuche ihrer praktischen Verwert u n g". Der Redner illustrierte fein« fad)- wissenschaftlichen Ausführungen mit einer großen Reihe von Lichtbildern, die die Ergebnisse aus den vielseitigsten Bastardierwrgsvecsuchen und eine Anzahl wissenschaftlicher Tabellen zeigten. Weiler gab der Redner spezialisierte Ausschluss« über die Untersuchungen und die prakiischc Verwertbarkeit der gezogenen Bastarde. Hierauf sprach Prof. Dr. Kraemer. Direktor deS Tierzuchtinstituts an der Universität Gießen, über das Thema „Zur Frage der Entwicklung der Arten". Er wendete sich zunächst gegen die Versuche einzelner Derer- bungStheoretiker, unter Berufung auf die Stabilität der Gene in den Keimzellen di« ganze Abstammungslehre zu erschüttern. Sie ist in der Systematik, der Palaevntvlogie, der Morphologie. der vergleichenden Anatomie und Embryologie, der Tiergeographie und der künstlichen Züchtung so gut begründet, daß die Ergebnisse der Vererbungslehre ihr in den Augen eines ticlfeitig gebildeten Menschen nichts anhaben können. Dagegen bleibt es heute noch eine Streitfrage, wie wir uns die treibenden Kräfte in der Entwicklung der Arten vorstellen l wollen. Die reine Selektionslehre, der Ultra- - darwiniSmus. mit feinem rein zufälligen Daria- * Honen im Körperbau und dem Kampfe ums . Dasein kann daS Raffel nicht lösen, schon aus mathematischen Betrachtungen nicht. Am einfachsten ist die Erklärung des großen W-rdenS durch zielstrebige Abänderungen, veranlaßt durch die Macht der Umwelt. unter Annahme der Vererbung erworbener Eigenschaften. Man tonn die Chromosomen ruhig als „Foci" der Ver- erbungSfunktion auffassen, ohne deswegen zu glauben, daß sie prinzipiell ganz alleine mit der Funktion xu tun hätten und von keinerlei Einflüssen erreicht werden könnten. Wir finden schon bei den einzelligen Wesen ein Sammeln von Erfahrungen und ein Gemen; wir finden schon eine Urfeele, die bei den Gewebetieren Oberheffen. Landkreis Gießen. • Allcndorf (Lahn), 13. 3uni. Heute vormittag gegen 8 Albt ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall. Der 20jährige Adolf U I m wollte, auf einem Fahrrad sitzend, in den Hof eines Gehöftes, in dem er in Arbeit stand, einbiegen. als im gleichen Augenblick ein kleines Lastauto herangefahren kam und den jungen Mann so unglücklich streifte, daß er v o n seinem Fahrrad ftürxte. Bei dem heftigen Sturz erlitt der bedauernswerte junge Mann s chwere Kopfverletzungen und Rippenbrüche, die feine sofortige Uebevfüh- rung in die Gießener Klinik notwendig machten. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen holte den Bewußtlosen auf ärztliche Anordnung hin ab und verbrachte ihn in die Klinik. Das Fahrrad wurde erheblich beschädigt. + Beuern, 13.Juni. Beim Füttern wurde gestern ein hiesiger Landwirt von einem sonst ruhigen und treuen Pferde am Unterleib aebiffen und schwer verletzt. Die Ber° letzungen des bedauernswerten Mannes sind so schlimm, daß die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz ihn nach Gießen in die Chirurgische Klinik überführen mußte. Länge nach auf den Boden. Als er sich von diesem schmerzhaften Sturz aufraffte, fand er Sneed an feiner Seite. „Ist er entwischt?" fragte der Inspektor keuchend. „Ich glaube, ja", sagte Dick. Wut brannte in seinem Herzen. Sie leuchteten den Weg ab und fanden, daß im ganten Obstgarten von Baum zu Baum Drahthindernisse gespannt waren. Der Mord- schütze hatte seine Flucht vorsorglich gedeckt. Sicher hatten sie es mit keinem gewöhnlichen Verbrecher zu tun. Als sie den Garten durchschritten hatten, sahen sie, daß er nur durch einen Graden von einem wogenden Roggenfeld getrennt war. Den Weg fort; zusetzen, lohnte nicht mehr. Sicher gab es mehr als eine Flucktmöglichkeit aus dem Feld. Enuäuscht und zerbrochen kehrte Dick ins Haus zurück. Wo war Sybil Lansdown? Unaufhörlich stellten feine angstvollen Gedanken diese Frage, und er wußte keine Antwort daraus. Rach dem Widriaen, das ihn betroffen hatte, er wartete ihn im Hause eine angenehme Ueberraschung. Alle Lampen brannten. Sergeant Staynes hatte entdeckt, daß die Stahltür des Transformators der Ueberlanbleitung gewaltsam eröffnet und der Strom ausgefchaltet worden war. Durch einfache Drehung des Hahns hatte er den Schaden behoben Dann hatte er nach dem durch, fchnittenen Telephondraht gesucht und die beiden Enden im Garten unter dem Bibliothekszimmer gefunden. Eben batte er die Reparatur beendet. Die Schüsse im Hintergarten hatte er wohl gehört, aber geglaubt, die beiden Kollegen hätten sie abgefeuert Um so mehr war er setzt empört, als er hörte, daß ein Attentat auf ihr Leben geplant gewesen war. Im Hause hatte Inspektor (Sibert eine systematische Durchsuchung begonnen. Martin und Sneed schloßen sich ihm an, ohne eine wesentliche Entdeckung zu machen. Als sie sich in Mrs. Codys Schlafzimmer befanden, zitterte der Boden unter schweren heran- rollenden Rädern. Ein Lastwagen brachte die ganze Polizeimannfchaft von Chichester an den Tatort Offenbar hatte Scotland $arb genug gehört, um das unterbrochene Gespräch richtig zu deuten. Eine dringende Aufforderung war an die Polizeidircktion von Suste^crgangcn, die Londoner Kriminalbeamten in voller »lärfe zu unterstützen. Lnecd wartete ab. bis sich die Polizei im Hause verteilt hatte. Dann fuhr er in der Beschäftigung „3dj möchte wohl wissen, was hinter den Kohll köpfen hockt?" fragte Sneed flüsternd. „Ein ganzes Regiment Soldaten, eine feindliche Armee...?" „Rur ein Mann mit zwei automatischen Pistolen", gab Dick ebenso leise zurück. „Ich konnte die Schüsse nicht zählen, es ging zu schnell, aber zwanzig sind es mindestens gewesen." Sie verbrachten noch einige Minuten in ihrer unangenehmen Lage. „Ich glaube, wir können jetzt aufftehen. Die Lust ist rein! sagte Sneed. Dick beschränkt« sich auf ein zweifelndes „Glauben Sie?" Doch er war der erste, der auf Händen und Knien vorwärts kroch. Es war eine mühselige Fortbewegung. In der einen Hand hiett er die schwere Pistole, die angespannten Halsmuskeln schiic. :;x ihn, die harten Kieselsteine schnitten durch feine Lci.iilelder und rieben die Hände wund. Aber schließlich fühlte er, daß hier der Kiespfad endete und in den lehmigen Gartenweg überging. Als er in die Höhe blickte, sah er über sich die Zweige der Dbftbäume. Ein Blütenblatt, vom Winde bewegt, fiel leise auf seine Schläfe. Er lauschte eine Weite. Dann richtete er sich auf. „Sie können kommen-, rief er zurück. „Es ist alles in Ordnung." Kaum waren die Worte feinem Munde entflohen, da schoß jemand au» unmittelbarer Rähe eine Pistole in sein Gesicht ab. 23. Die Kugel skreiste haarscharf an »hm vorüber, ohne ihn au verletzen, doch der Lustdruck des Geschosses, die Röhe der Explosion raubten ihm einen Moment die Besinnung, und er stürzte in die Knie. Als die Betäubung nachlicß. hörte er das Geräusch flüchten der Füße. Das riß ihn wieder empor. Er schwankte, hieU sich und setzte dem Flüchtenden nach. Da stieß er an ein Drahtseil und fiel zum zweitenmal der Kreis Friedberg. Z Bad-Rauheim, 12. 3unt Dieser Tag« gab der Baucrfche Gesangverein Gießen unter Leitung seines Ebormcisters O. G ö r l a ch auf der Terrasse nachmittags und abends unter Mttwirkung der Kurkapelle Kon- zerte, die ein vorzügliches Können der Gießener Sänger verrieten: sie ernteten starken Beifall. — Marburger Mediziner besuchten gestern das Bad. auch eine Anzahl chinesischer Acrzte weilte studienhalber hier. Den auswärtt- gen Besuchern tpurten die Betrieb« d«s Bad«S unter sachkundiger Führung erläutert. Kreis Büdingen. „T 2idd2. 11. 3unt Sein 50 jährrges ArbeitSjubiläum im Dienste der Him- melSbach'chen Holzindustrie konnte gestern der Betriebsleiter Meyer hier begehen. Zu Ehren des Jubilars, der sowohl beruflich als menschlich 'ich höchster Wertschätzung erfreut und weit über die Grenzen seines Wirkungsbereiches hinaus bekannt ist. versammelte sich die Beamten- und Arbeiterschaft im .KarlShvf", wv sie von der Firma bewirtet wurden. An die Kinder wurden Brezeln verteilt. Eine Musikkapelle konzertierte. Der Männe rgesongverein ,Eintracht" (CichelS- borf). dellen Ehrenmitglied der 3ubilar ist. verschönte die Feier durch gut wiedergegebene gesangliche Darbietungen. Ser 3ubilar leitete während mehrerer 3ahrzehnte das Sägewerk der Firma 3. Himmelsbach in SichelSdvrf. Rach Verlegung des Hauptwerks nach Ridda siedelte er dahin über. Roch jetzt steht er in körper- licher und geistiger Frische, mit wirtschaftlichem Weitblick an der Spitze des großen Unternehmens, das fast 400 Arbeiter beschäftigt. J:j Bindsachs« n, 12. 3unL Dieser Tag« fanden hier die Jugend-Wettkämpfe des Bezirkes Büdingen von der Deutschen Turnerschaft statt. Morgens wurde ein Festgottesdienst abgchalten. dann begannen die Wettkämpfe. Die Kampfrichter hatten schwere Arbeit, denn es wurden von vielen gleichwertigen Tümern sehr gute Leistungen gezeigt. Mittags bewegte sich ein stattlicher Festzug nach dem Festplah, wo die Massenfreiübunaen unter der Leitung des Herrn Dr. Sigrist von Stockheim vorgeführt wurden. Abends war die Preisverteilung. Die drei ersten Preise fielen nach Büdingen, Stockheim und Gelnhaar. „?" 21 u 3 b e m 71 i b b a t a 1.12. 3unt Rach den Regentagen, die dem Landwirt sehr willkommen waren, hat überall das Setzen der Dick- wurzpflanzen begonnen. Man beeilt sich, damit fertig zu werden, um bei Eintritt günstiger Witterung in der Heuernte nicht behindert zu fein. D«xeits in der Borwoche wurden vereinzelt Wielen gemäht, namentlich solche, die in Ortsnähe liegen. 3n nächster Woche wird, geeignetes Wetter vorausgesetzt, allgemein mit dem Grasschnttt begonnen werden. — Die beiden Hirsche, die schon anderwärts beobachtet wurden, zeigten sich auch in vergangener Woche in den Waldungen östlich der Ridda. Es ist an- Aunehmen, daß die verirrten Tiere ihr heimisches Revier zu erreichen suchen, wenn sie nicht vorher eine Kugel trifft Kreis Schotten. rI Laubach, 12. Juni. Am Sonntagnach« mittag wurde der sog. Ausschuß, das Lau- bacher Rationalfest, daS sich auf drei Tage erstreckt, auf der „Hülle", dem alten Marktplatz, zwischen der Hungener Straße und der Wetter, mit allgemeiner Volksbelustigung (Konzert, Tanz unter der Linde, Karussell, Schiehouden usw.- eröffnet. Trotz deS ungünstigen Wetters hatten sich zahlreiche Festgäste von nah und fern in den Zelten versammelt. Das Fest erinnert an den alten Heerbann. Der „Ausschuß" stellt die „ousgeschossene" (ausgewählte) Mannschaft dar, die regelmäßig eingezogen, .in den Waffen geübt und durch einen »Ausschuß-Hauptmann" inspiziert wurde. Aus der Vermischung dieser Inspektion mit dem Preisschießen der Laubacher Schützenailde ist das heutige Laubacher Ausschuß- fest verbunden. Gs beginnt immer am zweiten Sonntag vor 3ohanni. Rach alter Sitte traten morgens die einzelnen Srkffonen, 13 an Zahl, auf dem Marktplatz unter ihren Hauptführern zusammen. Der Schützenkönig vom vorigen Jahre, der sog. „H a m m e l s ch u h e". Landwirt K n ö ß, trägt das alte Schützenkleinod von 1540. Mit Musik und wehenden Fahnen setzte sich der stattliche Festzug von gegen 400 Mann nach dem Schloßhof in Bewegung. Der AuSschuß-HauPtfort, in der er bei ihrer Ankunft gestört worden war. Er hatte ein geschnitztes, indisches Kästchen unter Mrs. Codys Lett hervorgezogen und probierte mit einem im Nachtisch gefundenen Schlüsielbund daran herum. Endlich schien er den passenden Schlüssel dazu ge- sunden zu haben. Der Deckel sprang auf. Das Käst, chen war bis zum Rande mit Briefen, allen Rech- nungen, zerfaserten Theaterzetteln und vergilbten Tanzkarten gefüllt. Sogar ein gepreßtes Sträußchen lag dazwischen. Interessiert beugte sich Dick zu ihm nieder. „Sehen Sie," sagte oneed, zu ihm aufblickend, „ein Herz mag noch so vertrocknet sein, irgendwo bewahrt es doch einen Funken von Romantik." Er reichte ihm ein Bündel Briefe, das mit einem Scidenbändchen verschnürt war. „Nehmen Sie das? Ich sehe den Rest durch." Dick löste das Band, und sofort fielen ihm zwei Briefe in die Hände, die mit steiler kindlicher Handschrift bedeckt waren und die Unterschrift trugen: Dein Neffe Johnny. „Und ich dachte, sie hätte außer Tom Cawler keinen Neffen gehabt!" „Wieso nicht? Trauten Sie ihren Geschwistern nicht mehr Nachkommenschaft zu?" fragte Sneed trocken. Sie durchblätterten die Korrespondenz ber Toten. Ein paar Minuten des Schweigens vergingen. „Hier finde ich eben einen Brief, in dem auch Tom Cawler erwähnt wird. Alfo hot der Chauffeur doch einen Bruder gehabt!" Sneed legte den Brief auf den sortierten Haufen. „34 möchte wohl wissen," grübelte er mit gefurchter Stirn, „wo dieser Tom Cawler steckt? Die übrigen Dienstboten wird man aus dem Hause entfernt haben — aber Cawler ein I für ein U vorzumachen, das dürfte schon schwieriger sein. Ich lasse jetzt das ganze Gelände noch ihm obsuchen. Noch bin ich nicht sicher, daß er nichts mit dem Morde zu tun hot." „Tom Cawler ein Mörder?" fragte Dick ungläubig. ..Do bleibt da Ihre Menschenkenntnis? Ich würde Tommy keinen Brillantring und keinen silbernen Löffel anocrtrauen. mein Leben jeden Moment?" So leicht ließ sich Sneed nicht überzeugen. Er wiegte zweifelnd den Stopf: „Qui vivra. verra.“ mann begrüßte den Graten und di« erlaubt Familie und brachte ein dreifaches Hoch auf das GrafenhouS aus. Der Graf dankte herzlichst, hob die Bedeutung des .Ausschusses" als echtes Hei- maffest hervor und ließ die Stadt Laubach und ihre Bewohner dreimal hochleben- Hierauf nahm der Festzug feinen Weg durch dos Hintere Schloß- tor und bewegte sich zum Ferplay. An der Spitz« marschierte der vom Grälen gestiftete, laubge- fdnnüdte Hammel dann folgten 22 .Gaben" (Preise). Auf dem Feltplatze begann alsbald das Preisschießen nach Sektionen. Es wird auf der anliegenden Anhöhe, dem .Hällenbcrg" von der alten Schießhalle aus gelchosien. und ^war auf di« .Hammelsch«tbe" und b;t .Gabenfcheib«". Aus der Haminelscheibe gilt der Wettbewerb den gräflichen Stiftungen, dem Hommel und dem von der Gräfin gestifteten Frauenil.ide. — 3n der Stadt find dte Wafern so heftig ausgetreten, daß die beiden untersten Stassen der Stadtschule geschlossen werden mußten. .7* Sinartshausen. 12. 3unl Unsere in diesem Frühjahr erbaute Wasserleitung Ist seit etwa 14 Tagen in Betrieb genommen. Damit hat eine der letzten Gemeinden deS Kreise-. die seither noch unversorgt waren, Waller- versorgung erholten. Sie t>ct)ögrttr- sich dadurch. daß keine hochgelegene Quelle dienstbar zu machen war. Endlich entschloß man sich, die im Ortsbereich befindlichen starken Quellen au fassen und ein Pumpwerk anzulegen, so daß die Gemeind« fjlnrekttenb mit Wasser versorgt werden konnte. Die neue Wasserleitung wird namentlich von denen sreudig begrüßt, die von ihren hochgelegenen Wohnungen seither täglich vtehr- mals weite Wege zu den tiefgelegeneu Brunnen zurückzulegen hatten. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm. 12. Juni. Gelegentlich des dieSiahrigen Prümlenmarkte- wartete auch der Reitervereln, eine sportlich« Bereinigung, mit fernen interessanten Darbietungen wieder auf. Ungefäfjr 60 Reiter nahmen an den Vorführungen teil. Sie gehörten den Reitervereinen Geilshausen, Ober»®k«n, Rieder- Ohmen und Büßfeld an. Die Vorführungen ließen gegenüber dem Vorjahre einen bedeutenden Fortschritt erkennen. Schon am Tage vor dem Prämienmarkte hatten die Vorprüfungen im 2£6tei(ungSTciten auf den eigenen Reitplätze» stattgefunden mit dem nachstehenden Grgebni-: 1. Abteilungswettbewerb Klass« A. 1. Dreis Ober-Gleen. 2. Düh eld 1, 3. Rieder-Oymen. 2. Reiterprüfung Klasse A. S4 wurde zwischen Anfängern und Forlgrschrittenen besonder- gewertet. 1. Preis 3ul. Vock. Abt. Büßfeld lDorgeschrittcne). 2. Frtedr. Decker, 2Lt. Düß- seld, und Karl Becker, 2lbt. Oder-Gteen. 3. Kari Dörr, Abt. Büßteld (Borgcschrittene). 4. Aug. Becker, 2lbt. Büßfeld. 5. Gottfr. Christ, Abt. Büßfeld. 3 3agdfpringen Klasse A. a) Abteilung für Kaltblüter. 1. Preis Hch. Wilhelm. Abt. Büßfeld. 2. Hch. Dock. Abt. Büßfeld. 3. Wilh. Decker, Abt. Ober- Gleen. b) Abt. für Warmblüter. 1. Preis Wilh. Krug. 2lbt. Geilshausen. 2. HanS Schenck, Abt. Ober-Gleen. 3. K. Decker. Abt. Ober- Gleen. 4. K. Erb, 2lbt. Meder-Ohmen. 5. Ad. Röcker. 4. Sattelrennen. 1. Preis Grupp« Obcr-Dleen. 2. Gruppe Geilshausen. Während deS Wettbewerbs war der Sportplatz von einer großen Menschenmenge umsäumt, dte mit ihrem Beifall nicht geizte. Um 18 Uhr sand di« PreiSv«rteilung statt. Die Stadt Homberg sowie Freunde und Gönner der Reitervereine hatten stattliche Preis« gestiftet. Preußen. Schweres Einsturzunglück. Limburg, 12. Juni. (WB.) Im benachbarten E l z ereignete sich heute abend in der Ringofenziegelei (Sulinger & Arnold ein schweres Unglück. Bei Ausschachtungsarbeiten stürzte plötzlich ein Tunnel ein und begrub drei Arbeiter unter sich. Nach mühsamen, sofort ausgenommenen Rettungsarbeiten, die sich bis nach Mitternacht hin- zogen, gelang es, einen Arbeiter noch lebend, wenn auch mit schweren Verletzungen, aus den Erd- masten herauszugraben. Die beiden anderen konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Wie dos Unglück enfftanüen ist, steht noch nicht fest. Dick hörte nicht mehr hin. Er hatte einen Fund gemacht, der ihn im höchstem Maße intcrelflerte. (Es war ein kurzer Bries in krauser Handschrift. Liebe Mrs. Cawler! Ich habe eben mit Staletti gesprochen. Er war in qroßer Erregung und erzählte mir, daß Lord Sestord ernstlich erkrankt ist. Bitte, teilen Sie mir doch mit, rote es mit ihm steht. Sie müsten t» ja '^ließllch am besten wissen. Ich ztttere vor Ungeduld, wenn ich daran denke, wieviel von den nächsten Tagen für uns ab hängt. Schreiben Siek Schreiben Sie! Ihr getreuer H. Bertram. Dick zeigte dem Inspektor den Brief. „Es ist Codys Handschrift", sagte er. „Au» seinem Notizbuch kenne ich sie genau. Darum hieß er damals Bertram und heute Cody? Das muh doch einen tieferen Grund haben?" Er starrte auf den Brief, den ihm Sneed zurück- gegeben hatte. „So waren sie also alle miteinander bekannt — Cody, Mrs. Cody, Staletti, der alte Lord Gclforb. Ein geheimnisvolles Band umschlang sie ... Welcher Art mochte es sein? Cody hat es bei feinen Lebzeiten geleugnet." .Kunststück", lachte Sneed böse. „Die Angst vor dem Henker saß ihm im Nacken!" Dick las Brie, um Brief, aber keiner warf ein neues Licht in das Dunkel. Doch als der Kasten schon beinahe geleert war. fand er ein wichtiges Dokument, Mrs Codys Trauschein. ,^)rn," sagte er, über den wenigen amtlichen Zeilen brütend, „sie heirateten acht Monate noch dem Ableben Lord Selsords. Stolettt war ein Zeuge William Brown der zweite. Wer zum Teufel ist nun wieder William Brown?" „Suchen Sie ihn nicht im Adreßbuch." riet der In- fpefior scherzhaft, „sonst hocken Sie noch im nächsten Jahr darüber. Ich sag« Ihnen, es gibt mehr William Browns in London, als Haare auf meinem Kopf" Und er fuhr sich mit ber Hand über den Schädel. Die Durchsuchung war beendet, das Kästchen barg keine Geheimnistc mehr. Dick lehnte bleich und erschöpft in einem Sessel. Seine Augen starrten trostlos ins Leere. (Fortsetzwrg folgt.) / Wz, W/// ML 12. 3imi. 2t» ^madttl tea» ftM bociruU tllanitn Daibir. 0 ^titer nannten lte grhSrirn bei -Eea, litte, e Wfyungti ce ein«, 6t)tu» >n am Ta« vor ■ SorprüntiMci! men Äcitrläte ;nten Srgcbnlt: i A. L ett'4 «itbttOguitt tourt* -n betonter« gt# . M. 2Mld det.QIbL Mbt Ober-Slml. M 5. ®OtÜL 3. Jagdspringen ltblükr. l.^itil d. 2. Hch.Dvck. der,Mi. Ober« c. 1. V«it ÄL HanS Schena, ler. Mi. Ober« er-Ohmen. 5. 2d. . Preis Srupp« laufen. M-rend ■rvon einer t, die mit iiian ll-r sand Sie . Hvmberg Idwk nttttäm hallt» JÜB#** )andschust'- SSW i$s»5 Ich zittere ooc un »$&» 2«. *JC ihmS««d^' V-Mdbi'"" 4 Men6i' °°° »« ,a& [ vichuS" reßbu<^Ä'" .»«Z lgt.) A''6 Ws fl£e ML LrV°d. * 22 #te ?'rda^ 2 nberg- £2 dn ÄrZ cvs? 6(1 ^radtjch^ Unserem )o u"6 » LL »»5. ° M die A,. derben I toirb namrnt, 1 Dtt von 6t- * W Mt, Itltfltntn -Btue, iunglüd. । Im benachbaüei iberXingeffi* nolb ein schtttt» Eten stürzte ^zli» drei Arbeiter unur jgenommtnen h Mitternacht hinter noch Itbtnb. mgen, au» den H* itn andere" tonnten B werden. Lie da» nicht fest- Turnen, Sport und Spiel H. f. CB Äurfcefkn V. gelenfi. Doch vom eigenen Verteidiger ins Lor lange loJl« die Freude der Gäste nicht währen. G ehen drückt wieder stärker. Sin aufis Tor der in etwa- hartem Spiel, di« Düste ab» 2k teine. mit 3:1, fertigen. Die .Q ton Mit war für die Blauweihen aus Diehen von Srfo(g ib gegen I Schülerelf terxaT legten chccn fcicgcAuig «den fle diesmal über die.Alten Herren" vom Verein für Laienspiele 07 2un- burg siegreich obwohl das Spiel in Limburg »um Austrag tarn und 1400 fünf Srfafclcutc In feinen Lechen halte. Vas Sp.e! war von An- *ang bis Schlug spannend und schön. und war ein wirkliches Freundschattsfpiel. Di« l. Jugend 1XXX verlor in Limburg 1:2» wurde allerdings vom Schiedsrichter einem Herrn ohne TUgeUenntnifl« vom P'atzvemn B s R 07. ganz gehörig benachteiligt Sieben bitte in der zweiten SpielhLl.te den fettigen jjinö als Bundesgenoffen und war dementsprechend weit überlegen. Den sicheren Ausgleich Der» binderte der Leiter aber geschickt Am Lchluh pfiff er einfach das Spiel fünf Minuten »u früh ab. Das war sehr unsportlich Das Rückspiel der 1. Schülcrels in Marburg unterlag auf eigenem Platz dem 1400er Nachwuchs 3:2. während das Vorspiel an Pfingsten in Diehen nach beiderseits schönen Leistungen noch 0:0 endet«. 2frbeifer»$urn« und Spoi-tbund. (diehen lb — Naunheim I 1:1. Diehen Id hatte Naunheim I ivorjährigen De- zirkSmeift«) zum ersten Deroandsspiel zu Gast. Allgemein hatte man mH einer hohen Niederlage der Gnhermischen gerechnet, doch wollte das Glück e- anders. Nach Anstoh entwickelte sich ein flotteS Spiel. Man merfl sofort, dah Diehen seinen Gegner ernst nimmt, und manchmal muhte Naunheims stabile Berteidigung im letzten Mr» ment reiten. Rautckeim leibst zeigte ein planloses Spiel, man hätte von dieser Seite aus mebr erwartet, Wohl konnte es einige ge- führtiche Momente vor dem Heiligtum der Platz- befitzer schaffen, doch di« Hintermannschaft, insbesondere der To. Hüter Giehens, vereitelten jeden Srsolg. Mit 0:0 ging es in die Pause. Nach Seitenwechsel drückt Naunheim stärker. Sin hoher Ball auf daS Tor der Einbeimischen wurde im Gedränge vom Hüter verfehlt und Vorher spielten die Augendmannschaften beider Auch hier konnten die Einheimischen Große (krfolge d-S DUnne/.TuruvcremS L-eßen. Vet den am letzten Sonntag in Miesbaden Hottgebabten K r e i s m e i st e r s ch a f t e n für Bvlkslurnen. verbunden mit den Ausschef- dungskämpfen fAr das Deutsche Tum «st in Ä o l n. erzielte der Siebener Münnerturn- verein sehr schöne Srsolg«. ES wurden Kreis- meisierin im Hochsprunz Olle Bickelhaupt (1,40 Meter». Kreismeisterin im Weit- iprung Erna Althaus (5 Meter Kemer errangen. >m Vierttmps Else Bickelhaup 1 den 2 . LUI' Gspach den 3. Sieg, letztere im Wett- «prung lotpie un Hochs pruug )« dren 3. Lieg ün I^O-Mcter-Laus Stic BickeIhaupt den 3. L eg. txe 4> 100-Mcter-Staf el für Turnerinnen (Tspach. Amend. Althaus und Bickelhaupt» den 2. 8.eg. Turner Arndt im Diskuswerfen den 2 Sieg. Turner H Koch im 5000-Met«- La us den Gäste gegebener Dall wird abgewehrt, der Nachschub vom Torhüter ins Tor geienft. 1:1. Dieben bi« bt auch weiter stärker un Angriff, doch will es ihm nicht gelingen, noch einmal die stabile Verteidigung der Düste zu überwinden. Naunheim versucht zwar mit allen Mitteln zum Sr- 'olg zu tommen. kann jedoch die Hintermannschaft des Gegners nicht mehr überwinden. Mit dem Ülnentsch eden 1:1, SckenVerhältnis 5:3 für Dieben, mutzte Naunheim den ersten Punkt dem Dcgner lassen. Wetzlar I — wieseck I 0:4. Wieseck, daS ursprünglich nach Alsfeld verpflichtet war, konnte wogen Besetzung des dortigen Platzes dort nicht antreten. Wieseck trug deshalb sein noch ausstehendes Spiel gegen Wetzlar I in Wetzlar aus. Nach Anstob entwickelte sich ein flottes Spiel. Wieseck lützt viel von seinen sonstigen Leistungen vermissen. Wetzlar dagegen strengt sich sehr an, eine Niederlage möglichst zu vermeiden. Trotzdem konnte Wieseck beim vchlutzpsifs des Unparteiischen mit 4: 0 als Sieger den Platz verlassen. Treis (3ugenb) — Klein Linden (Jagend) 0:2. Obig« Mannschaften trafen sich in Treis. Klein-Linden allerdings nur mit ach! Marrn. Nach verteiltem Spiel konnten sie trotzdem mit obigem Nesultal gegen öie körperlich stärker« Mannschaft der Einheimischen Sieger bleiben. Groheu-Linden I — vollbringen I 2:2. Hatte man in diesem Spiel mit einem Siege der Drohen.Lindener gerechnet, so wurde man enttäuscht. Trotzdem Daudringen mit reichlichem Ersatz spielte, konnte e» obiges Resultat halten. Hungen I — Fronhallsea 1 0:1 Auch hier kam es anders, als die Vorschau voraus» sagte. Hungen muhte mit Ersatz antreten. In offenem Spiel konnte Fronhausen bei Halbzeit 1:0 führen. Nach Halbzeit war Hungen leicht überlegen, konnte jedoch nichts erreichen. Fronhausen konnte noch zweimal einsenden und so Sieg und Punkte mit nach Hemse nehmen. Lollar — Dietzenbach 3:3. Lollar I trug ein Rückspiel in Dietzenbach bet Offenbach gegen die dortige erste Mannschaft aus 6. Lieg. Hieran anschliehend fei noch erwähnt, dah bei bem am gleichen Tage in Wetzlar-Ried« r- g i r m e 6 ab^ehalt nen Be-irksturnsest der Männerturnverrin im ganzen 29 Siege erring. darunter 3 erste. 4 zweite. 1 dritten, 2 vierte Siege. Besonders die Leistungen der bei dem Wannschalt'kamps beteiligten Turner Mal - komesi us. Nehren, Weigel. Roth- ermcl (1. Sieg un Kugel st osten und Hochsprung) erregten allgemein« Bewunderung und Anerkennung. Rezirlsiunifest des 4. Bezirkes O. T. Sine schöne Veranstaltung war das Bezirks- turns est des 4. Bezirks, welches am 10. Juni in Psordt an der Suiba abgehalten wurde. Recht astlreich war die 'Betet igung seilender Turner, wie auch der Schlitzerländer Bevölkerung. Besonderes Lob gebührt der Gast- sreundfcha t der Piordter Sin wohne r. Am Samstagabend war ein turnerischer Probeabend Schöne und sehr schwierige Hebungen zeigte die Bezirks- tDerbenege an Pferd. Barren und Reck. Bezirks- Vertreter Duntrum hielt eine Rede über Zweck und Ziele der Deutschen Turnerschast und erntete starken Beifall. Am Sonntagmorgen traten 250 Turner -um Wettkampf« an. welcher in kurzer Zeit bei prächtigem Detter seinen Verlaus nahm. An den -inzel-Sonderkämp c i nahmen 30 Turner teil. Die Sonderlämpse waren Steinstohen und Dreisprung. Zum 4x100 Met r Stasse'.laus waren 7 Mannschasien gemclteL Nach dem Festzug« mittags 1 llhr. an w«lch«m sämtliche Turner teilnahmen. sanden die allgemü.ien Freiübungen statt Diese wurden mit Mu 1 Begleitung aus- Sesührt und klappten vorzüglich. Die zahlreichen Zuschauer spendeten stürmischen Beifall. Um 5 Uhr hielt Bezirksturnwart Bastian, Alsfeld, die Preisveriei lung ab: Aktive Turnerstus«: Ghrenpreis mit 95 Punkten: Hugo Kratz. Nieder-Ohmen, Gustav Hofmann, Grebenhain (89), Wilh. Seibert, Maar (88), 1. Preis Hch. 2 obmeier. Lauterbach (86). Iugend-Oberftuse: 1. Preis 92 Punkte. Karl Bücking II.. Alsfeld. 2. Ludw B ü ck i n g. AlSfeld (90). 3. Ludw. Lang. Lauterbach (87), Karl Geling. Schlitz (87) und 3. Schmidt, Wallenrod (87). 6. Karl Beier. Lauterbach (85). 3ugcnb-ilnterftufe: 1. Preis, 113 P. Georg HironhmuS, Frifchborn. 2. Willi Becker, Homberg a. d Ohm (103), 3. Wilh. Philipp. Burg Gemünden (93), 4. Karl Hch. Bücking. Al-leid (92). Schülerstuse. 1. mit 102 Punkten Werner Muth. Wallenrod. 2. Wilh. Dietz. Al-feld (100), 3. Arthur v. Müller. AlSfeld (95). und Hch. Bücking. AlSfeld (95), 5. Robert Woltz AlS'eld (94). Sonderkämpfe: Dreilpruna: 1. Preis Hch Lohmeier. Lauterbach. 11.78 Meter. 2. Willi Wenzel. Schlitz. 11,67 Meter. 1 Gustav Hofmann. Grebenhain. 11,42 Meter: Steinstohen: 1. Preis Wilh. Seibert, Maar. 735 Meter. 2 Gustav Hofmann, Grebenhain. 7,16 Meter: 4> 100-Metrr-Staffel: L Turnverein AlSfeld. 1. Mannschaft. 52.4 Sek.. 2. Tv. Maar. 53 Sei.. 3. Tv. AlSfeld. 2. Mannschaft. 53L Sek. Zubiläumöspiele des Ä. f. B. Liga — S. D. Wetzlar 2:2. Liga Reserve — 1. Herborn 1:3. A. H - AH W SV. 3:1. 1. Jugend — 1. Jugend Herborn 5:2. 1. Schüler - 1. Sch. V f. B. Friedberg 6:1. Das verhültnismüstig sehr gut besuchte 2i$a- spiel bot zwar keine besonderen technischen Feinheiten. nahm jedoch infolge des von beiden Mannschaften wechiel'eing vorgelegten schar en Tempos einen recht spannenden Verlaus. Die Gäste sanden fich etwa- schneller zurecht als die mit Grlatz für den Mittelläufer spielende Platzrnannschatt. und bewiesen durch ein« Reche äusteift schnell und forsch Dorgctragcncr Angr.f «. drst sie trotz der langen Paul« von ihrer Spie.stürkr nicht- ein- gebüstt haben. Die V s. B -Dl verstand es nicht, ihre Taktik dem ganz auf welle Vorlagen mit denen fbejiell btt Flügel bedient wurden, eingestellten Spiel der Wetzlarer anzupaffen Ohne im Feldspiel überlegen zu lein, hatten die Gäste mit ihren Durchbrüchen dis zur Pause zwei Tore erzielt denen Dosten trotz allem Si er nutzt- entgegensetzen konnte. Rach dem Setienwechlel fand «ich B. f. 2 mit dem hohen Spiel bei Gegners besser ab und begegnet, b.e em mit flachem Kor..- vinationSspiel, das bet leichter Feldüberlegerchcit Ins zum Sch last zu zwei Treffern führt. Das dem Spieloer auf gerecht werdende Endresultat von 2:2 dürfte auch daS Stärkeoerhültnis beider Mannfcha ten richttg wieder, «teben haben, wobei ledoch zu brruckficht gen ist hast V. s B ohne seinen in letzte» Zeit ,«hr gut bewährten Millel- Laufer und m stark gründ«ter Ausstellung an* treten mustte. Wenn auch die Platzmannschaft nicht E« enttäuscht«, so blieb ihr» Gesamtleistung : denen der letzten Spiel« etwas zurück. ar zeigte in dielrm Tressen, besonder- in der ersten Halbheit, dah e- wieder im Kommen ist und immer noch einen sehr gefährlichen Gegner abgibt Beide Mannschaften führten da- Spiel, das trotz allem ganz den Eharafl« eine- harten Kampfes trug, im Sinne der vor Beginn statt- gehabten herzlichen Begrustung. bei der g«jen- feitig Geschenke auSgetauscht wurden, mit Ruhe und sportlichem Anstand durch. Die Llaares« e hatte die bi»h« zur Lahnkreis- liga gehörende erste Mannschaft Herborn- zum Gegner and muhte sich d e er nach durchweg gleichwertigem Spiel mit 1:3 beugen. Trotz der Niederlage darf sie jedoch in Anbetracht der 8 fiel ft arte des Gegner- mit dem Ergebnis zufrieden fein. Die A. H.'Mannschast stellte ihr Kennen durch einen verdienten 3:1-Sieg über die Alten Herren des Wetzlarer Sportverein- erneut unter Beweis. Die erste Jagendmannschast gewann gegen die spielstarke Herborner erste Jugenb sicher mit 5.2. Das Resultat wie auch di« Spielweise der V f. B -Slf berechtigen zu der Hoffnung, dah die Spielstärke bald wieder dir alte ist. Auch di« Schülermannschast zeigte sich in sehr guter Form. Ihr hoher 6: 1-Sieg üfer den Friedberger Namensvetter war in jeder Weife verdient. Spiervei-einigung 1900 (Hießen. Liga gegen Dillenburg L 4:2. — 1L gegen Lollar L ausgr,allen. — III. gegen Nanzenbach I. 1:1. — A. h. gegen Limburg 07 il. H. 3:0. — L Jugend gegen Limburg 07 I. Jugend 1:2. — L Schüler gegen v f. V. kurheffeu Marburg V. Jugend (L Schüler) 3t2. D. DaS für den SamStag angefünbtgte Spiel der 1900er Liga in Betzdorf unterblieb aus un- bekannten Gründen. Die Begegnung am Sonntag auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe. zu der sich der einheimischen Liga der Sruppenmeister von der Dill, die Sportvereinigung 1911 Dillenburg füllte, brachte den wenigen Zuschauern eine große Snt- täuschung. Aus beiden Seiten wurde recht wenig Ansprechendes geboten. Das alte Lied, ein schwacher Gegner und demgemäh ein schwaches Spiel des Platzverein-. Bei 1900 fehlten Adelberger und Luft, während Dillcnb rg Verstärkung herangezogen hatte, durch Sinftellen der ehemaligen SPiel- Dcrcinlcr Schwarz und Wihmar. Letzterer im Tor verteidigt« sein Heiligtum mit »äher Aus- opserung. Sein Gegenüber, Brambach, tat das Dleiche. Besonders zu bemängeln war da- überlaute Rufen und Schreien des Siebener Grs atz- halb linken. Schon nach kaum fünf Minuten steht das Sptel 1:0 für Diehen. Durch Verwandeln eines Hand- elfmetcrS heiht es 2:0, und so wechselt man die Seiten. Nach der Paus« ist jede Partei noch zweimal erfolgreich darunter Dillenburg ebenfalls einmal durch Handelsmeter, bann endet da- Spiel, da- ohne Kraft und Saft durchge- führt wurde und obendrein in Herrn ®rote (Lollar) einen wenig überzeugenden Schiedsrichter als Leiter hatte, mit 4:2 für 1900. Die Reserven der Spieivereinigung 1900 blieben zuhause, da Lollar- I. Mannschast zu den Polalspielen in Vrohen-Bufeck geuieldet hatte und mit Lollars II. kein Spiel vereinbart war. 1900s dritte Mannschaft hatte Ranzenbach andern Dill tat auf dem Sportplatz an der Liehigs- höh« zu Gast. Wiederum spiette die Dritte un» cattchieden (1:1). Dieses Resultat über die I. Sls des GegnerS ist besonders hoch zu werten, wenn man berücksichtig! dah Nanzenbach an Pfingsten über Rot-Weih Frankfurt a. M II-Mannschaft 2:1 siegreich bleiben konnte unb brachte ein Unentschieden 3 3 nach Hause Da« Vorspiel endete ebenfalls unentschieden Tennis. Siebener feinift’lub 1922 e D II gegen Wetzlarer Tennittlub I 14:7. Am letzten Sonntag war Wetzlar bei dem Diestener Klub zu Saft, wie vorauszuseben. muht« es die Ueberlcgcnbcit b?r Giehener zweiten Be- setzuna anerkennen und sich mit obigem Resultat zufrieden geben. 3m Herren-Einzel schlug an erst« Stell« Dr. Schopper, Diehen se ntn Gegner Bersch 6:4, 6:4. im Herren-Topp«! mit K Fischer als Partner die W>:tzla^er Kombtnatton Bersch- Koch 6.0. 6:3. Frll StÜckratb hielt sich lOpfer gegen Frl. Reumann, Wetzlar und aao sich nur 5:7, 3 6 b« Siegerin in der 8-Klasse des vorjadrigen Diehener Turniers ^el4>laflen. Das 1. Btircd-Splel wurde durch bl« vorzügliche« .Lobs von Frll Neumann und bi« Nnsicher- hett von Ä. Fischer zugunsten der Wetzlar« Frll Neumann und Bersch entschieden, das zweit« dagegen ging leicht an die Gieyener Frl. Berg und Dr Schopper. Abschliehend ist zu bemerken, dah die Wetzlar« Damen relativ spielstärker sind als die Herren, unb bah auf ibr Konto di« meisten Pluspunkte für Wchlar zu fetzen sind. Ty. JRabfpoH im Lahngau. Der Lahngau des Bundes deutscher Radfahrer ueranflaltett am Sonntag seine Gaurneist erschaff über 150 Kilometer unter Leitung d«S Gau-Shrensahrwarts H. Mare. Dienen. Start unb Ziel war Aßlar b. Wetzlar Sr» gehnIH«: Klasses, 150 Km 1. A Deibel, 1885 Diehen, 4 Stb 55,45 Min., 2. S. Dolz. Der- mania Diehen, halbe Vorderradlänge zurück; 3. W. Ddringer. 1685 Sichen. 4 Sld. 56,40 Min.; 4. Hch. Preis, Germania Giehen, 5 Std 0,10 Minuten. 5. K. Rieger. 1885 Diehen. 5 Std. 120 Win.: 6. H.Thöne. AlSfeld. 5 Std. 35.30 Minuten. 7. S. Henke. 1885 Diehen. 5 Std 35,31 Minuten; 8. D. Wittmann, 1885 Diehen. 5 Std. 56 Min. Klass« 8, 88 K m : 1. A B«cker. Krofdorf 3 Std. 32 Min.; 2. W. Adam, Wihmac, 3 Stb. 3 2,20 Min.; 3. L. Duker, 1885 Diehen, 3 Stb. 33,30 Min.; 4. K. Bernhard, Wetzlar. 3 Stb. 36 QU in.; 5. Fr. Hahn, Germania Vie- hen. 3 Std. 38,10 Min.; 6. D. Kern, 1885 Diehen. 3 Stb. 41 Min.; 7. W. Schwalm, Wißmar, 3 Std. 4112 Min.; 8. H. Schermult). Fortuna Diehen, 4 Stb 3 Min., 9. W. Schnecke!, 1885 Diehen, 4 Stb. 3,1 Win. Waffersporiverein Hellas 1920 e V. Am 23. unb 24. Juni findet m Diehen unter Leitung des Wassersportverein- Hella- eine Verbandsregat la des Süddeutschen R u d e r v e r b a n d « - statll Zu den einzelnen Rennen wurden von zwölf Vereinen folgend« Meldungen abgegeben: Degrü- hung-vicrer: Ruderklub Germania Offenbach; Ruderklub Hafsia. Diehen; Ruderllub Germania, Mainz-Kaste!: Wass«rsportv«ein Vorwärts, Mannheim. Ansängervier«: Wasserspvrtve rein Bürgel; Wassersport verein Hella-, Diehen. 3ung» manneiner: Ruderaesellschast Hieb; Ruderllub Hassia, Diehen. l.Boot; Qvallerfportv««in Hel- !aS. Giehen; Ruderklub Hassia. Giehen. 2. Boot; Wassersportverein Vorwärts, Mannheim. 3u» niorvicrer: WassersPortv«ein Vorwärts. Mannheim; Ruberverein Freiheit, Mühlheim; Ruderklub 1903, Mainz; Arbeiter-Ruder- u. Schwimmverein Vorwärts, Offenbach. Iungmannvierer: Wassersportverein Hella-, Diehen, Ruderllub Fortuna, Mainz, Rudergelevschaft, Ried. Seniorachter: Ruderklub Germania. Offenbach; Ruderverein Freiheit. Mühlheim. Iuniorein«: Arbeiter-Ruder- unb Schwimmverein Vorwärt-. Offenbach: Ruderklub Hassia, Diehen; Wassersportvev- ein Hella-, Diehen. Schülervierer: Ruderklub Germania, Offenbach: Wasserfportverein Vorwärts, Mannheim; Ruterverein Freiheit, Mühlheim; Arbeiter^Ruder- unb Schwimmverein Vorwärts, Offenbach. Seniorvierer: Rudergesellschaft Hieb: Ruberklub Germania, Offerrbach. Ruderklub Hassia, Diehen. Iungmannvierer: Ruderllub Fortuna. Mainz. Wasserspottverein Hella- Dieben; Ruterv«ein Freiheit, Mühlheim. Seniorvierer: Ruderklub Germania, Mainz - Kastel; Ruderllub Hassia, Giehen; Ruderverein Freiheit, Mühlheim. Hungmannachter: Ruderverein Freiheit, Mühlheim; Rudergesellschaft Fechenhe m; Ruderk.ub Fortuna, Mcnnz Srmunterung«Diercr: Rudergesellschatt Ried; Was fers Port v«ern Bürgel; Wassersportverein Hellas, Giehen. Droher Achter: Rudergesellschaft Fechenheim. DIE BESONDERS MILDE OSTERR. REGIE ZIGARETTE 11 Niri *• J * ■ K jjttfj S» Tu!» «” * ®K neuen ®b feinen ™ Wen/ □ufgclejt lind n-> ^koke dtt beacht«/u fiibflüIHflC hii wirt) buchen för mit uni r leuchte^, und Dan ine Frau« lehnen; tonnen, dem Ärr Müg tüt alle OT Der 1 dumjxrfl leichkerun Meine §r prMche, ftüef soba! Lommerto stosse Dor Tagefür ändert ' laumttn artig ver in der p druck toi big. Da dte Yl lant reÜ veiblichei Sude. A orgelte u für den < Die Ab und des der $ra Aeer t>0' webe, in der fltliel Aöchler rnbgMg und toiro' 'chr aern uninMck hauptm mittag u alle grü DanLel- Mn dun veM: schmeichel anmutige Sie Sürl Unterschit Will >mmer tt, «Zogen lv 0b es toi innerung 3n eine vorigen 3 Me h der P, 4alt gern, wurden, ( °n einer Valle ver v^ulege »end seir wagte ni ™ diese, uniert wir Mr öi *dW Q ^nrmerunt 2otcho e ZK ■ SJ?n seh tei «' FS h£ Ä Ä}» rS s« Io 5762D Heugras Fliegenschranke affc^3 4. ILHWMWM.SM Otto Göbel, Giehen 5764D von drei Wiesen yi verpachten. 044/d Schiff enberger Weg 24 / Fernsprecher 102 . ■■■ -Glocken und -jünger sowie (LtSschränke empstehlt "öl8a Liebigshöhe Donnerstag, den 14. Juni, 20" Uhr 1. Abonnements-Konzert der Reichswehr-Kapelle Leitung: Obermusikmeister Löber Kurhaus Bad-hauheim GroO.BühneosaaiI Donnerstag, 14.JunL abdS.8V« Uhr ■ DI. SinloniekoDzert d.Kororchesters ■ VciL(yen.»'J)lufttbtr.HelnxBongartx ■ ©oUftBmanailPenennenneyle mein Vater hinzu. Und er hat dies seinem Vater durchaus nicht verübelt, sondern es lacheind als etwas SelbstvciHändlicheS in seiner Erinnerung gebucht. Solche Kinder gibt es nicht mehr und sicher nicht solche Väter Die Kinder würden selbst um den fehlenden Löffel bitten, und der Kellner würde deshalb angesahren werden und wenn es (ich um einen Knirps von drei Jahren handelte . . . Heute wird den Kindern schon früh eingeprägt, ihr müht euch durchsetzen. Manche Eltern halten sogar daraus, dah, wenn Gäste ins HauS kommen, die Kinder vorgeführt werden: sie müssen etwas aufsagcn. eine Rede halten, damit sie sich an das „freie Sprechen gewöhnen". Früher hielt man die Kinder bescheiden im Hintergrund. bis die Gäste nach ihnen fragten. Ungebeten paradierte man mit seinen Kindern jedenfalls nicht. Häuler. in denen die Kinder dominieren, werden niemals ein ruhiger und gemütlicher Aufenthalt sein. Kinder sollen früh Disziplin halten: es schadet ihnen durchaus nichts, wenn sie sich fügen lernen. VS gibt für sie Hausgescye. so gut wie für die Erwachsenen . . . Und doch gibt es Mütter, die niemals zu einer Mittagsruhe kommen, weil sie ihre Kinder nicht erzogen haben, der Mutter eine Stunde Ruße am Tag« zu gönnen. Sie treten auf den Verven der Hausbewohner unbarmherzig und fröhlich herum, ohne zu wissen, daß ihre Undifzipliniertheit bad ganze Haus in Unruhe verseht. Für geistige Arbeiter ist eine solche Umwelt eine Holle Die Dome im Gommer. Don Oanna Sitte-Hutter. Nachdruck verholen. Swigss^D«ch'elspi«l »Wischen Ratur unbDlobe: allen bekannt, viermal jährlich erwartet und doch jedesmal mit Spannung erwartetI Immer wieder bte Sehnsucht nach Sonne. Freude. "Blumen und Farben, die es den Frauen angetan hat und Me sich schon darum willfährig der Mode unter- ordnen: ist doch auch sie gleich ihnen ein Abbild dieser beseligenden Iahr^Sz.nt Dult und Farbenpracht! Sie sind auch Heuer das Sharakteristttum der Sommermod. Die neuen Stoffe: Imprime, Foulards. Georgettes, Musseline, bezaubern durch ihre Neinen lustig- feinen Muster. In so einem Kleid doll bunter Blumen kann man gar nicht anders als gut aufgelegt sein Und noch eineS soll Wirklichkeit werden: die Mpoe des arosten Sommer-StrohhuteS. Wohl brach!« auch Der Frühling Strohhutmodell« Den endgültigen Sieg des Strohhules über den Filz- Hut wird aber doch erst her Sommer für sich buchen können, wenn — es der Dettergott gut mit uns meint. Sommerliche Strohhüte — groß, leuchtend, wippend, farbenfreudig, mit "Blüten und "Bändern —, sie sind es, nach denen sich die Frauen nach mehreren verregneten Sommern sehnen: einmal ohne Regenschirm ausgehen können, ohne den lästigen Regenmantel über dem Arm zu habeni Richtige« Sommerwetter ist die Voraussetzung für alle mobiid-.en und Frauenwünsche, die sich im Rahmen folgender Richtlinien halten: Der Vormittag beschert unS noch Immer das Jumperkleid. (Jin allgemeiner Seufzer der Er- leichterung wird dieses Modediktat begleiten. Keine Frau könnte es sich vorstellen auf dieses praktische, austerordentlich kleidsame Garderoben- stuck sobald zu verzichten. Während für kühlere Sommertage (die kluge Frau baut vor) Kasha- stosse dominieren, bringen die richtig warmen Tage für den Vormittag Erepella und unverändert moderne Rohseiden mit sogenannten "Bdumrlntenmuftern, welche teilweise vordüren- artig verarbeitet werden. Die sportliche Rote, die in der praktischen Dormittagskleibung zum Ausdruck kommt, verschwindet nachmittags vollstän- d'.g Da wippen Godets, Glocken und spielerische Plislees um schlanke Frauenbeine, ein Volant reiht sich lustig über den anderen — der weiblichen und modischen Kapricen gibt es kein Snde Wollgeorgettes, (Sbarmelaine, Eripe Georgette und Trip« de Ehine sind die Schlager für den Sommemachmiltag. Die Abendtoiletten sind ein Svmbol der Grazie und des Prunkes dieser an Blüten und glühender Pracht verschwenderischen Jahreszeit. Gin Meer von Spitzen, eine Wolke bauchartiger Gewebe. in den Händen ein RichtS. am Körper der geliebten grau -- ein Sommemachtsiraum! "Nüchterne Modedircktiren: Die Taille scheint endgültig zur anatomischen Mitte zurückzukehren und wird bei den Kleidern für alle Gelegenheiten sehr gern durch die Anwendung eines Gürtels unterstrichen: neben allen bunten Farben behaupten sich Schwarz und Weist für den Aach- mittag und Abend: daneben sind sehr en voguc alle grünen Töne, vom zarten Flustgrün. über Mandel-. Erbsen-. Moos- und Steingrün biS zum dunkelgrünen, ersterbenden Ton: langhaarige Pelzbesätze lind beliebt, da sie Dem Gesicht schmeicheln und. am Rockrand verwendet, einen anmutigen und graziösen Gindruck vermitteln. Die Gürtel- und Hutschmuckagraffen bestehsn zum Unterschied vom Vorjahre au» riesengroßen, meist viereckigen Simllis Aparte Tücher beleben sonst itreng geschnittene einsache Kleider und find überhaupt unentbehrliche» Requisit des Vormittags- und Nachmittagskleides Richt nur an der Riviera, sondern auch b:l uns Habet man Rodierstosfe als Material zu allerdings kostbaren Modellen. S.hr beliebt unter den so- fenannten .neuen“ Stossen ist gewachster (gc- adter) Satin, den man vornehmlich für Idx-iry Nachmittagskleider verwendet, doch zieht man die bunten Rodierstosfe dielen für Die Sommerzeit vor, wie sich überhaupt die Rodierstosfe durch ihre bizarre Zeichnung und den subttlen Geschmack. der sich durch Farbtönung kundgibt. Deltruhm erworben baden Die Rocklänge ist nicht so sehr Streitobjekt geworden, wie man geglaubt hat, da jedem Geschmack Rechnung getragen wurde: man findet enge, bis »um Knie reichende Klctder. daneben solche, welche durch einen dnfeltiqrn Zipfel oder unregelmässigen Rocksaum Verlängerung Vortäuschen, und schließ- lich das moderne Stilkleid, das den Fußknöchel erreicht und rückwärts meist noch etwas länger ist. In den balbftarren Pastellbatisten sieht das Stilkleid übrigens entzückend aus "Betont muh werden, dah da» große Dekottets immer mehr verschwindet: kleinen, viereckigen Halsausschnitten wird der Vorzug gegeben. Die Hülle richtet sich selbstverständlich nach Art und Gbarafter der Toilette. Fast jedes Sommerkleidchen wird mehr au» Spielerei, denn zum Schutz, durch ein kleines Jäckchen komplettiert: ferner finden wir starre, gerade oder auch gieden artig ausfallende Xoltmänid. dann solch« aus ombrierlan Cripe be Chine, die ungefüttert find und das Kleid durchschimmern lassen EapeS aus borpelfri tigern Velourchiffon flotte Lau!mänlel speziell für die Kurpromenade aus PastellkashaS mit Lamerücken > und schließlich wetterleste Homespuns und imprägnierte Cripe be cfy.ne- und Samtwettermäntel. Das Schuhwerk ist luxuriöser denn je und stets der Gelegenheit ongepaßt: derbe elegante Vorkalss mit Cbrornsohlen und slachen Absätzen. Sidechftn-Purnps oder Schlangenpromenadeschuhe mit doppelten Spangen und halbhohem Absatz. Diele Schuhe lind halbrund, manchmal sogar viereckig gegen die Spitze: Im Gegensatz zu den nachmittäglichen und abendlichen Galanterielchuben. die au» ombrierten und opalisierenden Lacken, allen Repttlledern. Seiden Vrokateii. Goldschnüren. Hlberleber artig mit Similisteinen abgesetzt, eine säst spitzige, weil graziösere. doch nicht zu lange Form bevorzugen. Die vermögende Frau leistet sich natürlich noch einen Sommerpelz und zu jeder Toilette den entsprechenden Schmuck: ist es doch in den Pariser Modehäusern, welche nur von Dollar- scheckS leben, gang und gäbe, das Kleid nach dem Schmuck, den sich eine Dame aus wählt, zu komponieren Aber auch ohne diese luiurlöfen Srtrakaganzen, bk stet» da» Privileg einer besonders begüterten Gesellschaftsklasse sind, werden wir elegant und schön sein. Liegt doch die Glücksmöglichkeit nicht so sehr an äußeren Dingen und Gütern, sondern ... in uns selbst. Wie lebt die berufstätige Frau von heute? Don Gertrud Zweig. „(ie ist schwer, sich als Frau durchzusetzen. doch e» lohnt sich Man könnte sich's etwas leister machen, aber dann würde es sich nicht mehr lohnen", jagte eine junge, erfolgreiche Schriftstellerin. Ihr Ausspruch auf dos Leben der modernen Frauengeneration bezogen, scheint die Quintessenz besten, was alle arbeitenden Frauen suhlen. Unsere Zeit, nüchtern und zwiespältig, schuf ein neues, schweres, aber unabhängiges Leben, in dem es weder soziale Vorurteil« noch Begrenzungen der geistigen und materiellen Möglichkeiten gibt. Der Weg ist jo, daß cs an den Frauen selbst liegt, ob sie aus ihrem Dasein als Siegerinnen heroorgehen oder ob |ic vom Leben unb feiner Problematik besiegt werden. Was für ein trauriges Kapitel sind die Frauen von „gestern“, das Heer der verwitweten Rätinnen oder Frauen der besseren Stände, die von dem unerbittlichen Rhythmus von heute wie von einem Sturm überrascht worden sind, die keine Wosfe der Abwehr besitzen und ihr enterbtes Leben handarbei- tenb ober zimrnervermietenb weiterschleppen. Diese Dafeinsform ist ber berufstätigen Frau unserer Tage glücklicherweise legendär geworben. Sie fühlt sich als vollwertig in ihrer Arbeit, nicht nur blc Pro- buktioe, für bie Beruf gleich Berufung ist, bie ausübende Künstlerin, die Schriftstellerin, die Wissen- jchaftlerin, die Akademikerin, nein, auch die Frau des bürgerlichen Berufe», die aussührenb«, ber ihre Arbeit oft nur Erwerbsmöglichkeit bebeutet. Rennen wir die Bureauangestellte, die Direktrice, die Verkäuferin, die Fabrikarbeiterin usw. sie alle haben erkannt, daß sie ber aussührende Faktor für bie Ma- Idjinerie bes Lebens sind. Well sie notwendig wer den, bekommen sie alle mehr ober minber die Neigung zu ihrem Wirkungskreise, ber ihnen innerhalb ber gezogenen Grenzen Anregung unb Beglückung bietet Es ist merkwürdig, aber wahr: unter den berufstätigen Frauen gibt es viel weniger verkrachte Existenzen, als unter den Männern. Diel weniger verfehlte Berufe, weil bie ffrau zu ihrer Arbeit Liebe bekommt, jclbft wenn sie sie zu Anfang nicht gehabt hat Die berufstätige ffrau ist gezwungen, genaueste Zeiteinteilung zu haben unb eß jogar bis zu einer gewißen Dirluosität zu bringen, damit bas Leben ihr nicht ein unlösbares Rätsel ist. Die Morgen- unb Vormittagsstunden, in denen der Organismus am straffsten arbeitet, sind die entscheidendsten des ganzen Tages. Daher heißt es: Aufstehen zu früher Tageszeit. Die gesunde Lebenstechnik hilft der berufstätigen ffrau außerordentlich. Sie kommt fo weit, daß bie Müdigkeit unb die Abspannung ihr schließlich ein unbekannter Begriff werden. Man kann beobachten, bah bie Frauen ein gewijfes Trai- ning bekommen, unb baß fie um fo leistungsfähiger sinb, je mehr sie sich mit Arbeit umgeben. Die Zerstreuung finben sie in ber Geselligkeu unb im Klub, von ben vielen geschickten Neuerungen, bie wir aus England unb Amerika übernommen haben, ist ber Frauenklub eine ber erfreulichsten. Seine unverheiratete ffrau ist heute noch gezwungen, ihr Leben in Einsamkeit zu vertrauern Sie Hot ihren Klub ober irgenbeinen ähnlich gearteten Kreis, in bem sie sich unter Gleichgesinnten sicher fühlt. Hier lernt fie Zusammenleben unb ©ollbarität. Sie schöpft sich voll Straft, um ben Ansorberungen bes Alltags ftanbzu- halien. Zwei Beispiel« aus ber Praxis »eigen, wie zwei Frauentypen ganz entgegengesetzter Berufe, bie durch ihre Tätigkeit gezwungen waren, ben Tag auf Vas genaueste einzuteilen, mit ihrem Leben fertig werben. Straffe Disposition machte ihnen Ar beit unb bas Dafein zur ffreube. Fall 1. Eine Ner- Es ist bekannt, baß man sich über den Lärm von fremden Kindern — und erst recht nicht von fremden Hunden — bei den Besitzern beklagen kann, ohne sich mit ihnen zu vedeinden. Daher trägt man lieber alles, oder rückt auS ins Freie. Sin Arbeiten ist unmöglich. In guten Häusern war es früher nicht Sitte, daß Kinder bei Tisch da» große Wort führten. Sie sahen dabei und hörten zu. Diese Stunde am Tage mußten sie auch einmal schweigen können. Man soilte Kinder an Selbstzucht gewöhnen. statt dah lie .auftreten" lernen und Reden halten bei Tisch. Ich glaube nicht, dah man einen BiSmarck, Luther, Wirabeau oder RobeSpierre und alle groben Redner im Sltern- hause dazu angelernt hat. Sie waren eben zu Rednern geboren. Wer das nicht ist, wird eS auch nicht, wenn er als Kind die Gäste ferner Ellern mit gestammelten, auswendig gelernten Reden ergötzt, die weder dem Kinde, noch ben Gästen Freude machen. Sin Redner entwickelt sich gan^ anders. ES kommt ja nicht Darauf an. dah wir grobe Reden halten, sondern dah wir ettvaS zu sagen haben, wenn wir aufstehen . . . Man muh erst , etwas fein, um etwas zu machen, sagt Goethe. . Die Kinder von beute sollten eher lernen, zu schweigen und zuzu hören, als zu reden. Es wird immer weniger Menschen geben, die zuzu- hören verstehen, als Durch'chnittsreDner . . Erziehung soll den Kindern das Leben er- leldHcrn. .In Freiheit dressierte Kinder" aber wird das Leben später noch manches lehren, was die Eltern versäumt haben, ihnen etnzu- prägen, die die Disziplin für eine überwundene Sach« erklärten. . . Kind und Krankheit. Don Lisa Honroth*Loewe. Nachdruck verboten. Welche liebevolle Mutter wünschte nicht ihrem Liebling, neben jeder Kümmernis, auch das Kranksein abnehmen zu können. Aber wie in allen Dingen, die ben Menschen beschieden sind, müssen wir uns auch darein fügen, dah unser« Kinder alles Schwere selbst Durchmachen. Wir können ihnen nichts abnehmen, wohl aber können wir durch unser Verhalten, abgesehen von der selbstverständlichen Erleichterung durch sorgsamst« Pflege, ihnen noch in anderer Weise helfen. Das wichtigste Ergebnis der Erziehung beruht sicherlich darin, dah wir das Kind daran gewöhnen, sich in die Tatsachen des Lebens zu fügen- — also auch in Die Tatsache einer etwaigen Erkrankung. Dazu gehört aber vor allem Die Selbsterziehung ber Mutter. Sieht ein ÄinD, Dah »Gr eine Krankheit mit llngeDulD ausnehmen, dah wir glauben, vom Schicksal besonders betroffen zu sein, dah wir mit übergroßer Angst ober Verstimmung selbst auf leichter« Krankheiten reagieren. so wirb daS Kinb, welches gewöhnt ift, sein eigenes Verhalten von bem unseren abhängig zu machen, sich genau ebenso ber Krankheit gegenüber benehmen. Lieht das Kind je- boch, dah wir bei eintretender Krankheit Geduld und Gleichmah bewahren, dah wir unsere Unluft nicht durch schlechte Laune an unserer Umgebung aus lassen, so wird das Kind, sosern es nicht ge- rabe schwer krank und bamit sozusagen nicht verantwortlich ist, versuchen, die gleich« Mähigung und Geduld aufzubringen. Gelingt ihm Das nicht aus dem eigenen Witten heraus, zu erreichen, so hat auch in Den Tagen der Erkrankung unsere Erziehung nicht auszusetzen. Ist das Kind nicht ledensgesahrlich erkrankt, so dürfen wir es nicht »ulassen, dah es feinet Laune die Zügel fchiehen läßt. Denn abgefen, dah solch ein launenhafter Patient für seine Umgebung zur Qual wirb unb feine Launenhaftigkeit auch späterhin gern beibehält. ist Hemmungslosigkeit ber Stimmungen auch für ben Patienten selbst von Hebel Die Mutter, die alle Launen des Kindes damit entschuldigt, dah es krank ist. ahnt nicht, welch einen schlechten Dienst sie in Wahrheit einem kranken Kinde Damit erweist. Denn jede "Beschwerde, die das Kind zu ertragen hat, verstärkt sich, wenn es ihr zu sehr nachgibt. Es steigert seine Reizbarkeit, seine Unrast, seine Auflehnung gegen die nicht zu ändernde Tatsache des Krankseins. Gewöhnen wir das Kind aber, auch in Zeiten der Krankheit sich zu beherrschen, so wird es sein« Leiden leichter ertragen. Das Wort ..Lerne leiden ohne »u klagen" hat also nicht nur rein ethischen, sonbern auch eminent praktischen Wert. Freilich kann die Erziehung bet unrauchsgegenstände vom Zweck zum LuxuS zu erheben, ihnen bie Strenge dec Sachlichkeit zu rauben, sie burch ein künstlerisches Gepräge zu ebeln, sie dem Stil des Menschen airzupassen, dem sie bienen. Wir haben heute, in ber Zeit äußerer Härte, verstärkt die Sehnsucht, uns bie Harmonie unseres Heims zu sichern. So sehen wir überall den allergrößten Wert auf bie Innenbekoration gelegt, wir erleben eine Blüte bes Kunstgewerbes unb erkennen allenthalben den Willen zur Der- edelung des Details. Unb je rascher uns bas Tempo voranpeitscht, je lauter die Maschinen uns umtoben, um so bequemer werben die Gegenstände gestaltet, die uns täglich umgeben, um so breiter und praktischer werden bie Sessel, bie uns tragen, um so weicher unb schmiegsamer werben bie Kissen, die uns wie zarte Nebenbe Hänbe stützen. Wirtschaft. Oie Entwicklung der deutschen Braunkohlenindustne. Der Deutsche Draunkohlen-Inbustrle-Derein legt jetzt für bas Geschäftsjahr vom 1. April 1927 bis 31. März 192L einen Rechenschaftsbericht vor, ber interessantes statistisches Material bringt und bie Entwicklung des Vereins im abgelaufenen Geschäftsjahre schildert. In dem allgemeinen Tell wird über den Arbeitskampf in der Industrie gesagt, daß er eine Folge ber nicht über- • einftimmenben Politik des Reichsarbeits- unb Aelchswirtschaftsministers war. Der Reichswirt- l schaftsminister lieh sich von dem Bestreben leiten, durch Festhalten der Preise in den Schlüssel- * inbufttlen die Konjunktur möglichst lange durch- zuhalten. Ohne Rücksicht auf diese Preispolitik kam es durch die Schlichtungspraxis des Reichsarbeitsministers zu ganz außerordentlichen Lohnerhöhungen bei gleichzeitiger Verkürzung ber Arbeitszeit. Wie die Frühjahrslohnkämpfe mit aller Deutlichkeit erkennen liehen, war diese verhängnisvolle Politik des Reichsarbeitsministers wohl durch politische Rücksichten bestimmt. Wenn deshalb auch bie ProduktionSergebnisse im gesamten deutschen Kohlenbergbau im Berichtsjahre mengenmäßig ein äußerst befriedigendes Bild aufweisen, so ist bas wirtschaftliche Ergebnis doch leider nur als unzureichend zu bezeichnen, da die Mengenkonjunktur kein entsprechendes finanzielles Ergebnis zeisigte. In dem Jahresbericht sind Braunkohlenförderung und Brikettherstellung im Deutschen Reich unb geordnet nach den einzelnen Ländern enthalten. Der Anstieg ber Förderung deS Braunkohlenbergbaus von 139,1 Mill. To. im Vorjahr auf 150,8 war mit 8.4 Proz noch größer, als der des Steinkohlenbergbaus mit 5.7 Proz. Bei der Braunkohlenbrikettherstellung ergibt sich eine Zunahme von 6,4 Proz. An ber Steigerung ist Preuhen mit 7.0 Proz., Sachsen mit 5,7 Proz. beteiligt, während das Land Thüringen einen geringfügigen von 0.8 Pro;, zu verzeichnen hat. An ber Gesamtförberung war der Tagbau mit 87 Prr^. unb ber Tiefbau mit 13 Proz. beteiligt. Es hat mithin der Tagbau den Tiefbau weiterhin beträchtlich zurückgedrängt. Die Gesamtbelegschaft betrug am Schluß des Berichtsjahres 84 085 Mann gegen 83 117 im April 1927. • Kurseinbruch an der Reuh or ker Fondsbörse. An der Reuyorker Fondsbörse kam es gestern zu einem Kurseinbruch im Ausmaße von 1 bis 20 Dollar, wofür in der Hauptsache neben ber Künbigung von 15 Millionen Dollar Tagesgeld durch bie Großbanken bie lln- aewihheit über den Ausgang ber fommenben Präsidentenwahlen maßgebend war. Die Abgabe* bewcgung hatte einen derartigen Umfang, daß der Kursticker am Schluß des Verkehrs mit dem Melden ber Kurse über eine Stunde im Rückstände war. * Preußische Landes-Pfandbrief- onftalt. Der preußische Staat hat seine Stamm cinlage bei der Preußischen Landespfandbriefanstalt um sieben Millionen Mark erhöht. Das Grundkapital der Anstatt beträgt nunmehr 24 954 000 Mk, wovon die C ammcinlage des preußischen Staates 24,1 Millionen Mark beträgt. * Adlerwerke norm. Heinrich Kleyer A.-G. An der Frankfurter Börse erfuhren gestern die Aktien der Adlerwerke vormals Heinrich Kleyer A.-G. im Zusammenhang mit den bekannten Fu- sionsgerüchten in der Autoindustrie eine stärkere Kurserhöhung (Abendbörsenkurs 108,5 v. H). Wie WTB.'Handelsdienst erfährt, sind von der Verwaltung der Adlerwerke Verhandlungen in irgendwelcher Richtung nicht geführt worden. Ebenso habe man den Gedanken einer Kapitalerhöhung nicht neu erörtert. Beschäftigung und Absatz seien zur Zeit zufriedenstellend. • I.-G.-F arbeninbustrie A.-G. Auf Grund eines ordnungsmäßigen Prospektes sind an der Berliner Börse 107,32 Mill. Mk. Stammaktien, sowie die im Jahre 1928 ausgegebenen 250 Mill. Mk Teil-Schuldverschreibungen der I.-G -Farbenindustrie in Frankfurt a. M. zum Handel unb zur Rotiz an der Berliner Börse zugelassen. Bei den Stammaktien handelt es sich um 47,32 Mill. Mk. Vorratsaktien, die der Gesellschaft aus ber Kapitalerhöhung vom 1. September 1926 zur Verfügung ftanben unb um bie in der Generalversammlung vom 14. Januar 1928 in Stammaktien umgewandelten 60 Mill. Ult Vorzugsaktien Serie A. Die neu zugelassenen Aktien dienen für den Umtausch der 250 Mill. Mark Teil-Schuldverschreibungen. Frankfurter Börse. Frankfurt, 13. Juni. Tendenz schwächer. Der flaue Verlaus der gestrigen Reuyorker Börse, der hauptsächlich aus eine größere Geldknappheit zurück- zusühren sein soll, löste auf der heutigen Börse eine größere Unsicherheit aus. Die Spekulation übte große Zurückhaltung, und das herauskommende Material wurde nur unter Kursverlusten ausgenommen. Die Umsatztätigkeit beschränkte sich im wesentlichen auf einzelne Werte. Die Baissespekulation suchte durch Blankoabgaben die Abwärtsbewegung zu beschleunigen. Auch verstimmte, daß vom Auslande größere Verkaufsorders eingetroffen fein sollen. Der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit blieb dagegen vollkommen unbeachtet. Gegenüber der gestrigen Abendbörse betrugen die K u r s v e r l u st e bis zu 7 v. H. Start vernachlässigt unb angeboten waren am Elektromarkt Siemens mit minus 7 v. H.. Schlickert verloren 5, Licht und Kraft 3,75, Elektrische Lieferung 4,5 v. H. Lechwerke blieben dagegen gut behauptet. Am Chemiemarkt eröffneten J.-G.- Farben mit minus 3,75 v. H., Scheideanstalt büßten 3 v. H. ein, Holzverkohlung gaben 5 v. H. nach. Montanwerte hallen kaum Geschäft. Rheinische Braunkohlen waren auf Abgaben der Spekulation 4,5 v. H. und Rheinstahl 4 v. H. schwächer. Von Kaliwerten verloren 2öcftere$eln 6 v. H. Der Bankenmarkt schloß sich der Abwärtsbewegung nur zögernd an. Metallbank blieben allgemein gut behauptet. Reichsbank konnten sogar 1 v. H. anziehen, während nur Commerzbank 2 v. H. niedriger eröffneten. Schiffahrtswerte lagen bis 2,5 v. H. schwächer Trotz des Dementis einer Automobilfusion waren Adlerwerke gut behauptet. Rur Daimler verloren 2,5 o. H. Süddeutsche Zucker konnten ihren Kursstand von gestern abend gut behaupten. Am Rentenmarkt war das Geschäft in deutschen Anleihen bei behaupteten Kursen klein. Ausländer konnten dagegen durchweg etwas anziehen. Im Verlaufe nahm die Kulisse auf dem ermäßigten Kursnioeau vereinzelt Deckungen vor, so daß die allgemeine Stimmung freundlicher wurde und zumeist Aursbesserungen bis zu 2,5 v. H. festzustellen waren. Äbhafter gehandelt waren Siemens mit plus 5 o. H. gegen den schwachen Anfangskurs. Der Geldmarkt bleibt weiter flüssig. Tagesgeld 5,5 o.H. Am Devisenmarkt lag Paris wieder schwächer. Die Mark konnte sich da- gegen etwas erholen. Man nannte Reichsmark gegen Dollar 4,8850, gegen Pfund 20,9250, London gegen Kabel 4,8813, Paris 124,20, Malland 92,85, Spanien 29,38, Holland 12,0990. Berliner Börse. Berlin, 13. Juni. In der ersten halben Stunde des heutigen Dormittagsverkehrs war die Stimmung äußerst still gewesen. Niemand wagte nach den gestrigen Einbußen an der Reuyorker Börse irgend ei' Taxe zu nennen. Dann griff aber eine beruhigtere Auffassung Platz. Man verwies auf den neuen Rekordumsatz von etwa 5,25 Millionen Stück an der Reuyorker Börse und war der Ansicht, daß die schwachen Eleytente jetzt dort noch stärker heraus- gedrückt sind und die Ware kapitalkräftigere Käufer gefunden hat. Trotzdem blieb eine Unsicherheit bestehen. Die Regierungsoerhandlungen gehen langsamer vor sich, als man erwartet hatte. Die Börse wurde als undurchsichtig angesehen. Die Presseftim- men des Auslandes zu den Ausführungen Parker Gilberts boten ebenfalls keine besondere Anregung. Auch über die Frankenstabilisierung war nichts Neues bekannt. Hier häll man die technische Position roeüer für gesund. Das Gesumst ist wieder sehr klein. Neue Orders, besonders aus dem Auslande, fehlten. Im allgemeinen 1 bis 3 o. H. schwächer als die gestrigen Schlußkurse waren Spe- zialwerte, bis zu 6 v. H. gedrückt. Polyphon minus 7,5 v. H., Bemberg minus 9 v. H., Glanzstoff minus 12,5 v. H. Als fest fielen auf: Adlerwerke, Laura- hütte und Chadeaktien. Deutsche Anleihen nachgebend. Ausländer ruhig. Anatolier schwach. Ru- mänen fester. Der Pfandbriefmarkt war still. Far- ben-Bonds 146,50 bis 147,50 v. H. Geld. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Im Verlaufe noch eher weiter schwach, wurde es später auf Deckungen ziemlich lebhaft. Spezialwerte, wie Dessauer Gas, Kunftseideakllen, Schlesische Zement, einige Elektro- papiere, Farben, Salzdetfurth und Adlerwerke erzielten 1- bis 5-v.-H.-Gewinne. Bemberg lagen 16 v. H. über Anfang. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Juni. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte heute in ruhiger Haltung. Die Geschäftstätigkeit hatte sich geringfügig gehoben, jedoch die Preise wurden unverändert notiert. Es kosteten: Weizen 26,75 bis 27 Mark; Roggen 28,50; Hafer, inländischer, 27,75 bis 28,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 25; Mais (gelb) für andere Zwecke 25; Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0) 37,50 bis 38,25; Roggenmehl 39,50 bis 40; Weizenkleie 14,25 bis 14,40; Roggenkleie 16,75 bis 17 Mark. Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 12. Juni. Heute fehlte es am Pro- buftenmartt faft gänzlich an Unternehmungslust. Das Mehlgeschast ist sowohl für Weizen- als auch für Roggenmehle unbefriedigend, die Saatenftandsnach- richten lauten vom In- und Auslände allgemein günstig, vor allem ist aber weiter ausreichendes Angebot von beiden Brotgetreidearten vom Inlande vorhanden und täglich kommen in beträchtlichem Umfange Partien von Auslandgetreide herein, Die von der zweiten Hand zum Tell recht dringlich angeboten werden. Auch die erfthändigen Offerten für Auslandweizen und -roggen waren heute ent- geyenkommender, Umsätze konnten sich auch auf er- mähiatem Niveau nur in geringstem Ausmaße entwickeln; Inlandweizen blieb gleichfalls faft geschäftslos, obgleich sich die Abgeber zu Konzessionen bereit zeigten; Roggen ist in Waggon- unb Kahnware knapp offeriert; die Konkurrenz ausländischen Materials macht sich stärker bemerkbar, so daß die Offerten um etwa 2 Mark ermäßigt wurden. 55. Serkxuidstag der Kriegerkameradschafi „%c!6f|.......... 77 L.S.G. aba. yMfrirfl*-D6Uflatton., rückzabloar 1932 ..... - — 4% Gdiiocy. 8unbeÄ.»fliU.. . . - - — 4% CelUneldjilibt Otefortc.. . . — — — — 4,20% Ccfterr. »Uberrte..... 3.26 - 4% Ctftrrrrid). tinbeiti. Rle. . . - — — — 4% Ungarische tBolbrte...... 2t5,3 — 26.4 26.4 4"‘e Ungarilcbt Staattr. b. 1910 . - 4>$% tx.^L Don 1918..... - - — — 4% UngarildM Äwnrntie..... 1.8 — 4% lütl. ZoUanIetbe p. 1911 . . 12,M 13.6 12,25 13,7 4% Tflrfifdie Vagdadba!>n-Unl., Sxrtc I ... 13 4% beieL $frie II....... 13.6 4% «umäntn ccnpert Stic. . . . 8.25 4H% RumSnrn Ot<>xinL von 1913 22,25 — ■ an», ttiuidx eileabalm . . 4H <— - Oafflbuip-ÄmerÜQ •BaTvi . . . v 167 161,6 166.75 164,5 Hamd.-Sül-MN. ramvtlch. . . 8 208,5 frinfa TampslLül.....10 - • 210.5 *18,7. Rordlxuklchrr Llohd.....8 158,25 156 158 156,25 Slllg. DeuilLe Lrrdttantt. . . 10 140.75 141,ti 6armer Bankverein .... 10 149 148,5 149.3 149 Beniner £anbeMflefe£fidj. . . 11 — — 473 269 loinmer,. und Privai-Bonk. 11 190.5 IM 190,25 Ito Tann ft u. ÄaMonalban! . . li SSI - <8i 477 Teutlitc Bank......10 lt>8 * 169 167 Ti«!ontoOlckll|d)aft Lnl.. . 10 165.5 - 163.73 164.77 Dresdner Bank......10 167 166 167 166.5 8RiUtlbeut1d)e Grebtitign! ... 9 E — .D8.5 8U7.5 Dldallbanf.........8 150.13 155.35 151 151.5 RrtiMMn' .......11 374 X75 *71.5 874 Frankfurt a. M Berlin üchluh- Kur, 1-UDr- fiurs Sch.utz Kur, Anfang Rur« Datum: | 12 6. 13 6. 12.6. [ 13 6. a.e.®....... . 8 184.25 181.75 182,65 182 Brrftwann..... e • e . 9 208 — 207.25 206 Delir. Lieferungen. . e e e 10 — — 175.25 172 Std)t unb Rra'l . . . 10 <32,25 228.5 231 229 yclten 4 OutUcaume. . 6 131 — 130.75 129 Hes. f. (Seklr. Untern.. e 10 281 279.75 378.25 278.5 Hamb. ®tttr. Verke . • ■ • 10 — * 160.75 1605 Khein. Nein. . . . . ■ ■ ■ . e — — 169.75 168 L-blef. (Hcto..... • e ■ 10 — — 251.5 350.25 Lchuckert...... . 8 208 203 205 203 Siemen« 4 Halste . . • e 12 153 352 556.5 353 Irunirablo..... e . ■ . 8 — — 161 161,25 Lahmever 4 $0.. . » • 4 • 10 17V 178 — Ändern« ....«» * ■ . 5 88.5 88 5 86.75 Deuljcke ürbbl . . . • . e . 6 143.5 110.5 142 140.3 liilfntr cttlnlcy« . . e . 8 — — Geljenlirchener . . • !• H 3- 4 139 — 139 138.5 Harpencr...... • I . . 6 — 163.5 163.6 Hoelck Stien. . . • • • « • . 8 — •w 141.75 138 fllfc Vergbau . . . . e • • . 5 — —e Jüx'tfnttwftb . e e • • 4 . 7 135.5 131.5 134 131.13 Röln^teurfirn.... • . . s 138.5 138 Monn es mann .... • • . 8 143 75 141.13 142 141 Manlfelder..... . 7 120 119 120 11825 Cfrfddjld. (Hknt. Bedarf. Cbtnml.’l. RcHtDfrtr . . • . 5 . 6 103,5 103 101.75 103.6 PbSnir Bergbau . . . Roetnlicke Äraunlohlen • » • bk 10 37.25 SOI 96.14 299.5 97 302,25 96.5 301.5 Rbelnstabl % Jam 9 Anfang Kur» 1 flur» Datum: 18. 6. । 13.6. | 12. 6. j 13. 6. Phtllov Hofmann ...... 7 Heidelberger (Lernest . • • • 10 St ment Karlstadt ......6 Dayb * Freitag......10 Schultbeis Patzenhofer ... 15 Lflwerle........ . 12 Ser. Slanzkoff........ Bemberg . ....... 14 Zellttolf Daldbof.....13 Zellstoff »fchaffenbina ... 12 SdarloUenburger Baffer ... 7 Destauer «a»........5 Daimler Motoren ...... 0 Demag ..........0 Äblerwerke Äeber ...... 5 Ludw. Loewe ....... 10 Nat. Hutomobil ....... 0 Crenftem 4 fieppd . .... 5 Leonharv Netz . ...... 6 Bamag-Meanin ....... 0 yrantf. Molchine» ...... 6 Krltzner..... • • • 11 Aunghan^. .........4 Eedimerfe. .......8 Malntraftwerr,.......8 Mlag..... 10 Rrtadulmer ...... ..8 ■Beteti Unten........8 rtiebr. »oeber.......10 Bo tflt « b<*fhter ...... 8 6tibb. fluder . ....... 8 B«nf 151 183 150 308 204 - 114,75 108,5 25 71.6 137 30.5 WO. 13 H4.8 117 150 69 116 153 7M*a I - 1 148.6 202.75 — 112.5 108.5 I s 114.8 127,6 j 148 355 318 712.5 645 310 124.65 113 £8.5 104 247 86.5 123.25 315 72.6 189 90 151.75 115,75 IM 158,75 — 852 315 700 636 303,75 ISO 216.75 112 59.25 109 243 «6 122.5 en 195 gertm. 17. Iimf i*eu> fne- Amerttamlche ’Reww . . . . , «elgilche Notes ....... Tsoilche 'Xota ....... Lnsllsche Lores........ i.It- 56.43 111, St •0,67 4,182 68.67 112.89 tu.46 Devisenmarkt Berlar—Frankfurt a. ZR. Telegraphische 2u«h«HI»ng. Berlm. U (7mii t^eld «riet Jraniönicbc Jtoren .... 16,14 16.50 Holländische Noten...... 168,41 169,09 Italienische Noten...... 22 00 22.08 Norwegische Noten...... 111.83 112.27 ?)eutf® ■Cefterr-, 5100 Kronen 58.7.' 58.9* Rumänische Noten...... 2.575 2,595 Schwedische Noten...... Echwener Noten ...... 111.93 80.4'’ 112.17 HO, 78 Evanische Noten....... 69,21 Tschechoslowakische Noten . . • 13,15 12,41 Ungarische Roten . ... 72,70 73.00 12. Juni 11- Juni Lintliche Wori-rnna Amtliche Notierung (*eib Brn- «rie< ÄmfL-'Nptt 168,70 16»,04 168.68 109.02 Bnen.-Ltre» 1.782 1.766 1.781 1,-85 Brss.-nnkw 58.40 58.52 48,41 58,5.3 dbrrftiante 112,01 112.23 111,97 112.19 Lovendaoen 112,1» 112,11 11.', 12 112. 11 Stodboün - 112,20 112,42 112.16 112.38 Äelfinoforf. I0.5ZI 10,511 10,521 10,541 Sahen. . . 41,96.5 23,025 21,Äw 22.025 Loiiken. . , 30. 451 20,407 -■». 117 Ncovort .. 4,1820 4,1900 4.1800 4.18-0 Baris.... 16,44 16,46 16,425 16.465 Schweiz .. 80,56 SU, 72 50,»45 80.705 Spanten . . 69 40 1.964 69.54 1.958 69,47 1,948 69.61 1,952 ^tio b< ?san <.5015 0.5035 9.5015 0.5035 <9trn in D^ CtfL atxjef» -8,825 58.945 ■<8,805 58,925 «roa .... 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