Freitag, 13. April 1928 178. Jahrgang llr. 87 Erft« Blatt Mailand. 13. April. (IU.) wir gestern nachgesprochen. ig Hauptmann Köhls Ozeanflug icnt. 12 3»nl -e mittag schon durch Aushang gemeldet, wurde heslern vormittag bei der Eröffnung der Mailänder Mcfic ein Attentat auf König Viktor Lma- n u e l verübt. Kur; bevor der König im Automobil in Begleitung der Staats- and Stadlbchörden nach der Internationalen Mustermesse fuhr, explodierte vor ihrem Eingang auf dem place Ginlto Lefare elaehöllenmafchine. Unter den Truppen. die den Abfperrungsdiensl versahen und unter den Zuschauern gab es 16 Tote und mehr als w verwundete. An der UnglücksfleUe und in dem hause, vor dem die Explosion erfolgte, wurden unterirdischen Kanälen sein übles, zerstörendes Handwerk treibe. Vieser Anarchismus habe trotz der äußeren Ruhe im Lande im heutigen Italien noch genau fo feine Schlupfwinkel wie von jeher. Erscheint täglich,außer Stmniags and Feiertags- Brtlegew. Gießener Famtlienblättrr Heimat im Bild Di. Scholle. Monalr-Vezvgrpret,. 2 Reichsmark and 20 Reichs Pfennig für Tröget» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsfe: 51. 54 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gieße». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. ;i).3O 0,6^ Ä ä zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Vie Bombe war in eine Strafzenlaterne gelegt worden. Der königliche Aulomobilzug blieb vollständig unversehrt. Trotz dieses Anschlags eröffnete der K ön ig die Messe und besichtigte pro- grammähig die wichtigsten Stände. Zahlreiche 3n- spektoren der Sicherheitspolizei sind von Rom nach Mailand gereist. Der Podesta von Mailand hat eine Belohnung von 100000 Lire aus die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Rach der Rückkehr des Königs in sein Palais brachte ihm die Tnenfdjcn- menge begeisterte Ovationen. Vie Zeitungen in Rom, Mailand und anderen Städten erscheinen mit Bildnissen des Königs und bringen warmgehaltene Hut- digungsortikel. Vie öffentlidjen Gebäude, die Autobusse und Strafzenbahnen sind geflaggt Oie Höllenmaschine. Mailand. 12.Aprit (WB.) Man nimmt an, bah das Attentat folgendermaßen vorbereitet wurde-. Vie Straßenlaternen haben an ihrem Sockel : in höhe von etwa einem Meter eine kleine! Klappe, die ziemlich leicht geöffnet werden kann. Vie Attentäter haben wahrscheinlich, als Angestellte des Elektrizitätswerkes verkleidet, unter Vortäuschung von Reparaturarbeiten die Höllenmaschine, die durch ein Uhrwerk in Tätigkeit gesetzt wurde, durch die Klappe eingeführt. Jedenfalls kommt keine andere Ocffnung in Frage. Die Gewalt, mit der der Sockel der Laterne gesprengt wurde, war so groß, daß die Metallstücke in weitem Umkreis umherslogen. Die Menge ergriff angsterfüllt die Flucht, und in »hr Schreien mischten sich die Hilferufe der verletzten. Einem Soldaten war der Bauch aufgefchliht worden, fo dah die Eingeweide hervorlraten. Einem Mann hatte ein Splitter den Schädel vollkommen geöffnet Lin Polizist lag in einer Blutlache und neben ihm drei schwerverletzte Kinder. Die Rettungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen und die Ordnung alsbald wiederhergestellt. Feuerwehr, Sanitäter und Mitizsoldaten beförderten die verwundeten mit Automobilen in die Krankenhäuser. Oie Rettung des Königs. i.ruM fc- 1,7*1 58, £ iii'g tu. Iti; «2,W (> 16-*» so.« •-,1)01 Ä Ä j,O2-1 18.1' E TTr7 67,9» •»2,24 lll.f? Ä ll!,03 80,S 70,21 12,315 >rkündigungsblsi«. f entholl * 0 - Straßen' Auch die konservative ..Kreuzzeit ung" ist der Meinung, daß die beiden Anschläge nicht darüber hmwegtauschen können, dah trotz der unter dem Druck der Herrschaft Mussolinis Herr- schenden Ruhe umstürzlerische Elemente nach wie vor in Italien .es Bürgermeisters von Mailand wird die Bevoue- rung aufgefordert, die Anwesenheit des Königs mit den Gebräuchen des Sieges und der Arbeit 0«,» ,rFd 7,34? K Schweres Bombenattentat auf den König von Italien. 6i„, tzöN-nm-schm- Mr d-m Eingang znr Mnffnnd-- M-ff-. - D« König nn°-rl-ff«. - S-ch,-h» Tod-s-I-i-r d-r Sn»°ff°». . ..«....* i--n,s sä-*■“’-“• - 168.01 iS? p),W ir.H (j. 'S* GiehemrAnMer General-Anzeiger für Oberhessen »ni« m» Derlog: vrSHI'ich- Uiü-rrfitülrvuch- Strindnickkrei 8. in S««»en. Schnftl- 7 R o m, 18. April. (WTB. Funkspruch.) Der deutsche Botschafter Freiherr v. N c u r a t h hat der italienischen Regierung die Glückwünsche der beut, schen Regierung zur Rettung des Königs übermittelt. Der deutsche Generalkonsul Dr.E. Schmitt in Mailand hat im Auftrage des Botschafters dem Präfekten und dem Bürgermeister von Aes Gesetz Besitzer. - ÄLE legt werden. 3n* S-ÄK tateibun g !nfl c,ncn ■Vertretern kommunaler Berufs,landen lnb Tewerbei und Sach- wird Die lammen- >mmi der Mimsier. «m iSenttimiQung zu richten «t den Mne-ii unb -MM insbeiMdere da« ^'Vracheaden ®runbfiüdc üümet brizusiigen. Pläne io von den zusiälldiqen lang offenzalegen. 63 'M Mise zu geschehen, i sind innerhalb einer Frist schriftlich unter n Kreisamt vorzubringen Deirols und des vvrbc- >ebarf es nicht. Venn es liche Änderungen oder Ser Anlagen handeln genannten Art, die der genehmigt hat. und für Inkrafttreten dieses Geil 1928. ausgefühlt vor- ntminiftcrhim dem Anter- Enteignung Micken und iteinfaQiei ßnt- \ ftaitfinbet. wenn b\t 1 des Gesetzes, die ^V mtum betretend, vom Ang der Mannimachung >9 vvrliegen. d. h. das n Eigentümer nur gegen ns und nur in dem Falle - werden, wenn die Snt- tung für ein zum offenl- ? Unternehmen erforben )ie vereinsachte Art und oestinmit das obengenannte 1928. Seine Vorschriften ,rleitllngen. die durch die i ober mehr Gemeinden - Maßgabe AnwendmiS. IMrn von einer Offen der Beschreibung. >c Zeirates abschen kann. Oer (Start der Bremen. (Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 13. April. Hauptmann K ö hl ist nun endlich nach mehr als vierzehntägiger, für ihn sicherlich recht gualvoller Wartezeit zum ivZ & ä,03» 16,«f i,#. j.5021 zu erreichen vermochte, während es bisher nicht möglich war. vom Boden loszukommen. worauf auch das Mißlingen der Versuche deS Vorjahres mit zuröckzusuhren ist. Hauptmann Köhl rechnet mit einer 45stündigen Flugzeit, er wird also am Freitagnachmittag bei Reuyork nie- dergehen können, wenn ihm das Glück günstig gewesen ist. KeineAachnchlvon bet,Bremen" St 3 o b n (Reufundland). 13. April. (MTB. Funkspruch.) Trotz schärssler Beobachtung haben die Küstenslationen. Leuchttürme, Funkstationen und Telegraphenstalionen bis gegen Mitternacht das Flugzeug „Bremen“ nicht gesichtet, von der Ittnity-Bay an der südöstlichen Küste von Jleufunblani) wurde Motoren- geräusch gemeldet doch blieb bisher eine Bestätigung dieser Mahrnehmung aus. Das Detter ist unklar. Kurz nach Miltemacht meldeten die Funkstationen, daß sie von keinem der 24 Schiffe, die sich vermutlich in der Rachbarschaft der ..Bremen“ befanden, irgendwelche Auskunft über das Flugzeug erhalten hätten. Um halb fünf Uhr morgens deutscher Zxit war das Metier klar. Der wind hatte südöstliche Richtung. Auch von den Küstenstationen ist bisher von der „Bremen“ nichts gesehen worden. Die Wetierverhäitniffe an der amenlapischen Küste. Reuyork, 12. April (WTD.) Dr. SH mb al von der hiesigen Wetterwarte erklärte, die „Bremen" erhalle im Gegensatz zu den gewöhnlich oorherrfcheN' den Windoerhältnisien bei Westflügen eine b e - trächtliche Windunter st utzung. Eine große odjroierigteit für den Flug bildeten jedoch die Berhältnisie östlich von Neufundland, wo die Temperaturen dem Gefrierpunkt nahe seien. Ein weiteres Hindemis kurz vor dem Ende der Flugstrecke fei die Luftströmung, welche von der Dclaware-Küste hinausgezogen fei, heute morgen Eap Cod erreichte und heute abend wahrfcheinlich mit einer Windstärke zwischen 44 und 60 Meilen stündlich Sabie Island erreichen werde. Ein Eis- partouillenboot der amerikanischen Regierung berichtete, daß die Temperatur bei der großen Reufundland-Bant heute morgen 36 Grad Fahrenheit betrug und daß die aus Nordwesten kommenden Winde eine Stärke von 2* Meilen erreichten. Der Himmel war tellweise bewölkt. Dr Äimbal meinte, dieser Wind werde die Tendenz hoben, die „Bremen" südlich von Cop-Raec zu tragen, besonders falls die Flieger die Windkraft nicht genügend in Rechnung stellten. Zalestis Besuch in Rom. Part», 12. April. (TU.) In polnischen diplo- matischen Kreisen von Paris wird versichert, daß der Besuch des polnischen Außenministers Z a l e s k i in Rom, der übrigens a u f E i n l a d u n g Musso- i i n i v erfolgt fei, nur einer Besprechung des polnisch-litauischen Streitfalles dienen werde. Die Gerüchte über die Bildung eines Staaten blocks zwischen Polen, Ungarn, Bulgarien, Griechenland, der Türkei und Italien ent' bchrten jeder Grundlage. Möglich sei es allerdings, daß in der morgen stattfindenden Unterredung zwischen Zaleski und Mussolini auch die Frage der B e - Ziehungen zwischen Polen und Ungarn zur Sprache kommen werde, die, wie man in Pariser polnisd-en diplomatischen Kreisen betont, st e f» sehr sreundschaftlich gewesen seien. Obwohl Polen der Verbündete Rumäniens sei, habe es ntemus seine freundschaftlichen Gefühle für das ungarische Volk verheimlicht. Oie Budapester preffe zur Mailänder Konferenz. Budapest. 12. April. (TU.) Budapester Blätter befassen sich ausführlich mit der außenpolitischen Lage, wie sie sich durch die Mailänder Konferenzen MusfvliniS ergeben hat. Gs wird von allen Blättern einmütig die Auffassung vertreten. datz in der Kombination Mussolinis, die auf die Bildung eines Osteuropa- blvckS auSgehe. Ungarn eine wichtige Rolle zukomme. ,Az Mag" erwartet in der nächsten Zeit wichtiae autzenpolitische Ereignisse. AuS den Ausführungen de« tschechischen Außenministers Bene sch im .leleataaf" fei nach Auffassung der ungarischen Kreise herauS- zulesen. daß der tschechische Außenminister glaubt, nicht nur ganz sicher einer Revision der Friedens- Verträge auSweichen zu können, sondern nun I selbst einen Weg sucht, um für die Tschechoslowa- I fei einen günstigen Ausgleich M erlangen. Mnnabw ww Sijelat« für die 2agt»nnmma ols zum Nachmittag vorher. Preis litt 1 mm höh« für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig, für N- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig. Platzvorfchnft 20*. mehr. Chefredakteur Dr. Fttedr. Wilh. Lange. DeranttoortNch für Politik Dr. Fr. Will). Lange für Feuilleton Dr. H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil kurt Hillmann, fämtllch in Gießen. SM I 1.790 Llj 58,» M.3 , UP lU'8 1V. Amerika rüstet zum Empfang. Große s-anuung in Neuhork. — Die letzten Vorbereitungen. Neuhork, 12. April. (WTD.) Der unerwartete Abflug der „^Bremen“ bildete heute auf allen Straßen und in allen Verkehrsmitteln fast das ausschließliche Gesprächsthema der zur Arbeit eilenden Neuvorker Bevölkerung, wobei einmütig der Wnnscy und die Hoffnung geäußert wurde, daß der Flug erfolgreich ende. Schon beim Abflug der .Bremen" nach Irland war das Interesse groß und hat sich in der Zwischenzeit noch gesteigert. Auf dem Flugplatz Mitchellfield begannen sofort die umfassendsten Vorbereitungen für den Empfang der Flieger. KriegSsekretär Dawes hat die Armeekorpskommandeure in Nerchork, Boston und Philadelphia angewiesen, den deutschen Fliegern jede nur mögliche Unterstützung zu gewäh- ven, wo immer die „Bremen" landen wird. Der Kommandant des ersten Armeekorps, Generalmajor Preston Brown, hat sämtlicheArmee- p ost en der Befestigungen in Neuengland angewiesen, nach der .Bremen" schärfsten Ausguck zu halten. Die Offiziere des Armee- Funkdienstes sind die Nacht hindurch für den Meldedienst tätig. In Neuhork treffen die Stadtbehörden umfangreiche Vorbereitungen für einen begeisterten Empfang der Bremen-Flieger. Bei dem offiziellen Empfang in der Stadthalle morgen mittag wird eine riesige Menschenmenge die Flieger begrüßen. Die Armee-Flieger in Mitchellfield äußern sich zuversichllich über das Gelingen des Fluges. Die ganze Besatzung des Flugfeldes wird zur Aufrechterhaltung der Ordnung bei der Landung aufgeboten werden. Der Kommandant von Mitchellfield, Major Neunolds, erllärte, daß er die Bremen-Flieger einlade, in seinem Heim zu wohnen. Botschafter Echunnan zum (Start der „Bremen". Berlin, 12. April. (WB.) Der Botschafter der Bereinigten Staaten, Jakob Gould Shurman, gibt den Transozeanfliegern folgenden G e l e i t s p r u ch mit auf den Weg: „Von ganzem Herzen hoffe ich, daß das Unternehmen der tapferen und wagemutigen Flieger Hauptmann Köhl und seiner Begleiter auf der „Bremen" durch die Gunst der Elemente und des Geschickes gefördert werden möge, und daß sie glücklich in A m e r i k a eintreffen, wo meine Landsleute bereits sich rüsten, ihnen einen ihrer würdigen, herzlichen Empfang zu bereiten." Die Koalitionspolitik des Zentrums. Ohne Bindungen nach rechts oder links. Berlin, 12. April. (WTB.) Der Reichspartei- ausschuß der Deutschen Zentrumspartei trat heute vormittag im Sitzungssaal des preußischen Landtages zusammen. Die Sitzung wurde eröffnet mit einer Ansprache des Parteivorsitzenden Dr. War-, der einen Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit der Zentrumsfraktion des Reichstages erstattete. 11. a. wieS Mar? darauf hin, daß das 3entrum feit Weimar ununterbrochen in der Verantwortung gestanden habe. Besonders beschäftigte sich Marx auch mit der Koalition des letzten Jahres im Reiche, wobei er betonte, daß es ein bedeutender Fortschritt auf dem . Wege der Sicherung der Republik war, daß die Deutschnationalen sich genötigt gesehen l hätten, die von der Zcntrumspartei entworfenen Richtlinien als Richtschnur für die Politik F der Koalition anzuerkennen. Hinsichtlich der künftigen Koalition nach den Wahlen erklärte Marx, daß das Zentrum ohne jede Bindung nach rechts und nach links in die kommenden Wahlen gehe. Wir werden, so sagte er, unsere Kräfte auch später toieber für die Regierung zur Verfügung stellen, wenn nicht unvorhergesehene Gründe grundsätzlicher Natur entgegenstehen und werden mit allen Par - - t e i e n zusammenzugehen bereit sein, die mit uns für das Wohl des Staates und des Volkes einzutreten bereit sind. Dr. Marr machte dann dem Parteivorstand offizielle Mitteilungen von der fertiggestellten Reichsliste für die kommende Wahl. Diese hat insofern eine Aenderung erfahren, als an vierter Stelle, für die vom Parteivorstand der Abg. H er old nominiert war, der schlesische Abg. Dr. Perlitius tritt. Der von einer vom Parteiausschuß eingesetzten Kommission nochmals überprüfte Wahlaufruf wird Ende der Woche veröffentlicht werden Die Gefangenenbefreiung in Moabit. Keine Spur von den geflüchteten Kommunisten. Berlin, 12. April. Der Untersuchungsrichter beim Reichsgericht, Landgerichtsdirektor Vogt, hat gegen die Stenotypistin Olga Benario, unter deren Mithilfe Braun befreit wurde, Haftbefehl erlassen. Da Braun Unter- suchungSgesa n gener war, besteht gegen ihn nach wie vor Haftbefehl. Von Braun und seinen Komplizen fehlt vorläufig nock jede Spur. Zahlreiche Beamte der politischen Abteilung des Polizeipräsidiums waren die ganze Nacht hindurch unterwegs, um Nachforschungen durchzuführen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß Braun und die Olga Benario sowie ihre Komplizen sich nicht mehr in Berlin auf Gülten, vielmehr versuchen werden, mit falschen Pässen zu entkommen. Im Berliner Kriminalgericht fand heute vormittag unter dem Vorsitz des Landgerichts- Präsidenten eine Konferenz der Spitzen der Berliner Gerichtsbehörden statt, die der Aenderung des Reglements für Unter- suchungsgesangene galt. Einmütig war man der Ansicht, daß der bisherige Zustand nicht weiter anbauern dürfe. Vorläufig wird man sich mit einer Zwischenlösung behelfen, die den bisherigen Zustand erheblich verbessert Man wird nämlich die Gänge, die von den Zimmern der Untersuchungsrichter zu den anderen Gänaen führen, mit Eisengittern abschl keßen. Vor jedes Eisengitter, das automatisch verfchliestbar sein soll, wird man zum Zweck der Kontrolle einen Iustiz- wachtmeisterposten einrichten. Die nötigen Bau- arbeiten sollen sofort in Angriff genomm-n werden. Gtresemann im Wahlkampf. Oer Außenminister spricht in Kassel. Kassel. 12. April. (WSA.) Innerhalb des am 12. und 13. April in Kassel ftatthnbenben Parteitages der Deutschen Vottspartei für den Wahlkreis Hessen-Nassau eröffnete Reichsausten- mintster Dr. Gtresemann in einer öffentlichen Wahlversammlung in der Stadthalle den Wahl- kainpf mit einer großangelegten Rede. Er führte u. a. folgendes aus: Der frühere volksparteiliche' Abgeordnete dieses Wahlkreises, Herr Hepp, hat sein Ausscheiden aus der Deutschen Dolls- partei mit seinem Gegensätze zur Wirtschaftspolitik der Partei begründet. Folgerichtig mühte Herr Hepp auch allen andern Partelien der Regierungskoalitwn den Kamps ansagen. An dieser PÄitik der Reichsregierung waren alle Parteien beteiligt, die in ihr vereinigt sind. Wir haben bei dem deutsch-französischen Wirtschaftsvertrag und dem deutsch-griechischen Vertrag genau dieselben Richtlinien verfolgt, unter denen die Verhandlungen mit Polen geführt werden. In diesen Fragen bestand im Kabinett Einigkeit. Um so seltsamer ist es, daß die Kritik sich immer wieder an bet Wirtschaftspolitik des Reichswirtschaftsministers oder des Reichsaußenministers vergreisen will. Wir alle sind uns der schwierigen Lage der Landwirtschaft bewußt, und haben daraus die gebotene Rücksicht genommen. Die Erhaltung der Bauernfrf)aft und des für die Ernährung der Städte unerläßlichen Grundbesitzes ist eine Frage, in der es keine Parleiunterfchiede geben sollte. Die landwirtschaftliche Frage ist aber nicht nur eine Frage des Zollschuhes, sondern auch eine Frage der inneren Organisation zur beste, reu Befriedigung des heimischen Bedarfs. So, wie in der Gesamtwirtschaft leider der individuelle Betrieb den Konzernen hat weichen müssen, so kann er sich auch in der Landwirtschaft nicht aufrecht erhalten, wenn wir nicht gegenüber dem Wettbewerb der ausländischen fion- zernwirtschast erliegen wollen. Hur Innenpolitik übergetyenb, führte der Reichsaußenminister aus: Das Scheitern desSchulgesetzes war zugleich das Scheitern der Koalition. Mancher sucht die Schuld der Deutschen Volkspartei aufzubürden. Es ist geradezu grotesk, Herrn Dr. Scholz, der, wie kein anderer, feit Jahren für eine bürgerliche Koalition gewirkt hat, als denjenigen bin« zustcllen, der mutwillig dieser Koalition den Scheide« or,ef gegeben hätte. Der Hauptgegenstand der Schulfrage war der Kampf um die Erhaltung der Simultanschule. Ader man hat seitens des Zentrums und der Deutfchnationalen eine Lösung überhaupt nidjt abgewartet, da man in der Frage der Simultanichule nicht einmal diejenige Fassung akzeptieren wollte, die im Kabinett von den beiden volksparteilichen Ministern vertreten wurde, und die sich vollkommen deckt mit dem Reichsschul- gefetzentwurf des Kabinetts Fehrenbach, nämlich die Erhaltung der Simultanschule in ihren hi- storifchenGebieten bis zu dem Zeitpunkt, wo die Länder selb st ihre Auslösung beschließen. Wenn die Weltanschauung des Zentrums ihm gestatteten, diese Fassung in dem einstigen Reichsschul- gesetzentwurf zu ertragen, so ist nicht zu verstehen, worum diejenigen Kulturkämvfer fein sollen, die heute für eine Bestimmung eintreten, die vor wenigen Jahren dem Zentrum annehmbar erschien. Wir haben mit kulluckämpsecischen Neigungen nichts zu tun. 3d) habe stets an das Wort Bassermanns gedacht, daß her Kulturkampf der größte Jebler der Bismarckschen Politik und des Liberalismus gewesen sei, und danach meine Einstellung gebildet. Die heutige Situation läßt irgendwelche Voraussagen für künftige Koalitionen nicht mit Sicherheit zu. Nicht der Wahlausfall entscheidet über die künftige Regierung, sondern die Persönlichkeiten, die die Aktionen führen. Die Deutschnationalen scheinen sich auf eine künftige Oppositionsstellung einzurichten. Die Deutschnationale Korrespondenz erklärt plötzlich, daß die Arbeit dieser bürgerlichen Regierung eine Enttäuschung nach der andern gezeigt habe, während bisher diese Arbeit gerade von den Deutfchnationalen gelobt wurde. Die Aufstellung von Männern rechtsradikaler Richtungen zeigt die Zunahme des Radikalismus in der Partei, die sie aber nicht einmal davor schützt, von den Konservativen abgeschüttelt zu werden. Der Deutschen Volkspartei hat ihre Mitarbeit an der Regierung gegenüber den Wahlen von 1920 zunächst schwere Verluste gebracht. Trotzdem ist sie immer den einzig richtigen Weg gegangen. Auf Popularitätshascherei kann auf die Dauer keine Partei aufgebaut werden. Wir haben so wichtige wirtschaftliche, soziale und ganz große außenpolitische Fragen zu losen, daß die rein politischen inneren Fragen demgegenüber in den Hintergrund treten sollen und müssen. Der Streif um die Slaalssorm muß au» dem politischen Leben ausscheidea. Wir werden arbeiten am republikanischen Deutschland und im republikanischen Deutschland. Die Republik ist so gefestigt, daß e» ihr nur zum Schaden gereichen kann, wenn ihre allzu eifrigen Verfechter vor jeder jridericurmarke erschrecken. Die Welt der Nachkriegszeit hat un5 von der Zeit der Volksbeauftragten über daS konsti- tutionelle Deutschland zum Wiederaufbau in der Gegenwart geführt. Die Deutsche Volkspartei hat dabei nicht versagt, sondern hat unendlich viel dazu beigetragen. — Nach einer Darstellung der außenpolitischen Entwicklung betonte der Redner zum Schluß: Die Aufgabe der Deutschen Volkspartei ist Dienst am Staate. Wir wissen, daß wir allein die großen Aufgaben nicht lösen können, vor denen wir stehen. In Zeiten, wie den heutigen, kann man Programme für eine Regierung nicht wie Parteiprogramme mit einem Endziel oder Ideal aufstellen, sondern muh sich freuen, wenn eine möglichst tragfähige Majorität für die Hauptlinien der Politik in der Gemeinschaft vorhanden ist. Dabei soll man von den parteipolitischen Spielen mit dem Worte „national“ absehen. sondern allein die Möglichkeit fruchtbringender gemeinsamer Arbeit inS Auge fassen. Der Minister schloß mit den Worten: Ich möchte wünschen, daß die Wahlen so auSsehen, daß eine festgefügte Mehrheit sich findet zu einem Programm, das unS vor Rückschlägen bewahrt und uns auf dem dornenvollen Wege zu einer besseren Zukunft und Freiheit führt. Ist Gefangenenbefreiung strafbar? Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 12. April. Die Gefangenenbefreiung im Moabiter Amtsgericht gibt Anlaß zu der Frage, inwieweit die ©efangenenbefrehmg strafrechtliche Folgen hat. Die strafrechtliche Seite der in Deutschland im allgemeinen seltenen Art von Oefangenertbefreiung unterscheidet Gefangenenbefreiung und Gefangenenselbstbefreiung. Letztere ist nicht strafbar, die Gefangenenbefreiung durch dritte ist es jedoch. Der Gedanke, der den Gesetzgeber bei dieser Regelung geleitet hat, ist der: Der Freiheitsdrang des Menschen ist so groß, daß er durch keinerlei Strafen unterdrückt werden kann. Aufgabe des Staates ist es, selbst auf die Gefangenen zu achten. Erfüllt er diese Pflicht nicht, so soll der Gefangene für eine menschlich verständliche Tat nicht erneut bestraft werden. Sine zweite Frage ist es jedoch, inwieweit sich der Gefangene nicht anderer Delikte bei seiner Gefangenenbesreiung strafbar^ n?acht. Würde er beispielsweise seinen Wächter.Niederschlagen, so würde er je nach dem Tatbestand, wegen schwerer Körperverletzung oder Mordes zu verurteilen fein. Bei Ausbruch aus dem Gefängnis dürfte meistens Sach b e schädigung vorliegen, die jedoch nur geringfügiger Natur sein und dementsprechend nur milde bestraft wird. Der Gefangene, der einen Befreiungsversuch gemacht hat, kann jedoch ohne weiteres disziplinarisch bestraft werden, indem ihm alle Vergünstigungen entzogen werden Auch wird bann in den meisten Fällen sofort die Strafhaft verschärft. Die Gefangenenbefreiung durch dritte Personen ist als selbständiges Delikt strafbar, ebenso die Beihilfe and Mittäterschaft dazu. Der Gefangene selbst jedoch, der befreit werden soll, kann niemals wegen Beihilfe zu dem Delikt des dritten bestraft werden. Denn, ist schon die Gefangenenselbstbefreiung strafbar, so kann man sich nicht einer minderen Form der Gefangenenbefreiung, wenn es sich um die eigene Person handelt, strafbar machen. Im Falle bet Befreiung des Kommunistenführers Braun kommt für diesen selbst also feine Straferhöhung in Frage. Das Strafmaß, mit dem die Befreier bedacht werden sollen, läßt sich in seiner Höhe freilich nicht eher an geben als bis diese alle ermittelt sind und der Tatbestand restlos geklärt ist. Die Donez-Affäre. Ter Prozeß gegen die deutschen Zugenleure. — Die „Spezialisten". Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers". Berlin, 13. April Den verhafteten brutschen Ingenieuren, die sich jetzt in Moskau befinden, ist die Anklageschrift ausgehändigt rvor- ben. Was sie enthält, wird allerdings nicht verraten, mie es ja auch den Verhafteten uirmögttch gemacht nwro, den Beamten der deutschen Botschaft, die sie jetzt in kürzeren Abständen besuchen dürfen, irgend- welche nennenswerten Mitteilungen über die Anklage zu», machen. Dafür hat die höchste pariamen- tarische Instanz der Sowjetunion, bas Bereinigte Plenum des Zentralkomitees und der Zen- tralkontrollkommissian der Kommunistischen Partei, sich mit der sogenannten Donez - Affäre beschäftigt und in einer Resolutton die alten Klagen über eine im Donezgebiet bestehende gegenrevolutionäre Bewegung wieder ausgewärmt. Wirklich Neues enthält diese Resolution nicht. Merkwürdigerweise wird in ihr aber gar nicht auf die deutschen Ingenieure Bezug genommen, man spricht nur allgemein von den Spezialisten, verlangt die Heranbildung zuverlässiger roter Ingenieure und chünscht sogar die Betätigung ausländischer Spezialisten. Beinahe sieht es so aus, als versuchte man von höchster Stelle aus wieder abzu wiegeln und den Kampf gegen die Fachleute abzublas en, nachdem man sich überzeugt hat, daß man auf ihre Mitwirkung nicht verzichten f en unter Assistenz bei ? an den Mandeln vde. Desinden der beiden Pa- r vollkommene Vrnesuna va zehn Inge in Ansprua tet St&amtr unb Stau 'idabung bti tna« aatei nach M Stdtag vvLMm g* loraussag^' e einer ^e»nfiüVnurD< ijtSÄ '«>* V gemeiner q e fa n g aI * all» zur rechten Leitung — Tageskalender für Freitag. Stadt 'slawischen Aerzte dem früheren Heraus, der russischen Zeitung .Rowoje Wrenja' am 22. surt a. M. turne- Gaue« mit diesem Aufschwung noch kein Ziel erreicht, es ist mit ihm nur eine Lichtung gegeben. ftebt unrei des Spiels Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden Samstag, den 14. April 1928 men. her zum Männer g cs an g im eine wesentlich andere Ltellungnadme herbei- geführt hat. als sie vor wenigen Jahren in bcn meisten Städten noch bestand. Allerdings it die bekannten vier (-------------- „ - reit» in der Woche vom 15. bis 21 April Aus der Provinzialhauptstadt. Dietzen, den 13. April 1928 Oer Furunkel. •#on Or. med. Hühnlein, Dresden. Ss ist überflüssig, ihn zu beschreibe» I Lin jeder kennt ihn. diesen lästigen Gast, der sich wohl bei jedem Menschen gelegentlich einmal ungeladen Stellung, Weg und 3W der Männergesangvereine. Von Or. Rudolf predeck. Mit großer Schnelligkeit ist die öntwid« lung der Kunst des Hiänncrgcf angel nach dem Kriege vor sich gegangen und Hal einen inneren und äußeren Aufschwung genom» geöffnet. " Herdbuchbullen-Versteigerung in Darmstadt. Der Landwirtschaftskammer- Ausschutz für Starkenburg veranstaltet am Dienstag. 8. Mai. vormittags 11 Ubr, auf dem P^rdemarttplatz in Darmstadt (Holz^sallee) eine Versteigerung von erstklassigen sprungfähigen Herdbuchbullen des Fleckviehschlages auS den ßefter Starkenburger Zuchten. Es kommen nur Herdbuchbullen mit Abstammungsnachweisen Aur Versteigerung. Wan beachte die gestrige Anzeige. "Auftrieb auf dem heutigen Frank, furter Schlachtviehmarkt: 1111 ftälber, 155 Schafe, 581 Schweine zugefuhtt. •• (Sine bedeutungsvolle ein stellte. Wohl aber mutz man sich über das Wesen des Furunkels klar sein, um seine Gefahren abschätzen zu können und um die richtigen VehandlungSwege einzuschlagen! Dringt ein bestimmter Eiterbaziüus. der Staphylveoccus, In die Haut ein — meist an den Haarbälgen — so bildet sich an dieser Stelle ein Entzündungsherd. Rasch herbeigeeilte weiße Vlutkörperchen bekämpfen in großer Zahl die Eindringlinge und schmelzen daS benachbarte Dewebe ein Sin Stterofropsen entsteht, der sich alS gelbes Köpfchen den Weg nach außen sucht. Ringsherum bildet sich eine blaurote, schmerzhafte Schwellung. daS Zeichen des vermehrten Dlut- und Lymphzuftromes. Werden die Keime nicht restlos vernichtet, so brech ic in die Lymphbahnen ein und erreichen bi: .. »achbarten Lymphknoten — rote Stränge in der Haut, schmcrzhaite Schwellung der Lymphlnoten zeigen dies Ereignis an. 3a. in seltenen Fällen vermögen sie sogar das Blut zu verseuchen und eine Vlutvergistung Hervorzurusen. AIS Begleiterscheinung dieser Entzündung tritt bei größeren Furunkeln Fieber. Kopfschnierz, Appetillosigkeit und Eiweiß im Harn auf, Läufig genug bleibt eS nicht bei dem einzigen Furunkel, sondern es bilden sich durch den übers liehen den Eiter in der Rachbarschaft R Fachkritik. Buntes Allerlei Suroorin al» Munderarzl. in der die Gesangvereine und die fördernde» Kräfte weiterzuarbeiten haben. Dem bisher Erreichten steht auch im Männergesang noch manches Gewollte und Erstrebenswerte gegenüber. Der Ausstieg, der aus den eigenen Reihen des Männergesanges kommt, und der von helfe» jubelnder Gewalt au überzeugen weiß, der allein wird mit Kraft und llnfehlbarkeit werbend wirke» für die große Mafse des Volkes unb vor allem für denjenigen VoikSteil, der bisher den Weg zum Herzen des Männergesanges noch nicht gefunden hat. LS gibt eine Volksschicht in Reserve. die noch taub ist. weil sie noch nicht hörte. Schon sind Scharen hinübergeströmt ins bisher unbekannte Lager der Männerchöre, ober der Sieg deS Männergesanges wird erst vollkomme» fein, wenn die Barrikaden der geistigen und gt* sellschastlichen Rücksichten ganz gefallen ImB. Dann werden die goldenen Zeiten des Rkännev gelanget kommen, die wir jetzt erst unftreben. Die Konzerte der Männergesangvereine. die i» den Städten die guten Vereine auf daS Podium bringen, gehören in starkem Maße zu den Mit» teln, die den Männer, ' '' * ~' gemeine Volkskunst zur rechten Geltung und 'Beachtung bringen. Diese Konzerte haben sich ihrer ganzen Auffassung unb Aufmachung nach in den letzten Jahren ebenfalls von Srund auf geändert und gehoben. Sie sind vor allem in den Bereich der künstlerischen Qualität abgetreten. in dem auch die berufene Kritik mit Sachlichkeit und Sachkenntnis zu raten und af Helsen hat. Der Männergesang ist zum Kunh- faktor geworden und hat bewußt den Schritt getan, der aus der Vereinsmeierei zum Gelang als Kunst führt. Wenn vorerst auch nur wenigen Vereinen dieser Wurf gelungen ist, mit starken Wurzeln auf dem Podium der Kunst Berechtigung gefaßt zu haben, so ist durch diese Vereine doch der Weg für die Zukunft fe ft gelegt. Die kleineren ober weniger geschulten Vereine werden folgen und ebenfalls Kulturarbeit leisten durch die Kunst, auS dec deS gesamten deutschen Volles Seele und Sehnen klingt, die im wahrsten Sinne des Worte- deutfcheS Volkseigentum ist ohne Unterschieb deS Standes und der Partei. Zu diesem Ziele müssen alle Kräfte anaesetzt werden eipene Kräfte aus den Reiben der Männer- gefanguereinc. die musikalischen unb kompof - torischen Kräfte der schassenden deutschen Well und die fördernde und begleitende Kraft der von der Macht de« Männergesanges überzeugten den er sicher zum Siege auSnutzte Orbach spielte als Weißer gegen v Holz- Hausen Samengambit; die Partie stand lange x3s. Dann fragte ich nach dem Warum. „2O:r gaben drei Kinder," sagte er gelassen. Zuerst meinte ich. ec wolle damit anbeuten, daß er daheim a.Heater genug habe. Dann aber verstand ick) ihn. Der Weg führte uns an einem stadtbekannten ®af4 vorüber, vor dem einige Autos auf ihre Besitzer warteten. ..Wollen wir nicht einkehrenT fragte ich. ..Rein, ich habe es noch nie von innen gesehen. Für unsere drei Kinder trage ich schon Gebäck in bet Tasche." Wieder sagte er das so vor sich hin, aber ohne Bedauern ober Bitterkeit _ . Gin Schulkamerad flitzte auf fernem Motorrad vorüber und winkte uns zu. Unwillkürlich streifte mein Blick daS Rad, das mein Freund mit feiner Linken schob. Sicherlich fuhr er es schon vwle Jahre. Ganz unansehnlich war es geworden Schon längst hätte ein neues an ferne Stelle treten müssen. Ich glaube, mein 3«un» erriet meine Gedanken. <$r schaute mich an, und ich las nw feinem Gesicht ab: Erst kommen die Kinder! 6r erkundigte sich nach meinen Verhallniswi und wollte wissen, wie ich den hinter ^rlevt batte. Ich erzählte ihm von meiner Arbeit, aber auch von den Winterfestlichkeiten, die mir.manche .rohe Stunde bereitet hatten. Und da ich ihn als nunteren Gesellschafter von früher her kannte, »ragt, ich verstohlen, ob er nicht auch an Vergnügungen teilgenommen. Diesmal jurfte « um falknen vor sicherem Untergang zu retten, zeichnet sich durch gute und wirksame Photographie, eine teil- weise recht intereffante Technik und eine gefdjmcd- volle Besetzung aus (in welcher die schöne und vor nehme (Erna Morena, Harry Liedtke, der Liebling ber Frauen, 3ean Brabin, die S a n b = rock unb Paul Otto sich hervortun)^dagegen ist bic Regie unzulänglich, unb ber ganze Streifen wiederum ein Beweis dafür, wie leicht es ist, gute Literatur zu einem mittelmäßigen Film umzubilben. wozu übrigens auch gar feine Veranlassung vorlag. Die psychologisch und hanblungsmäßig überaus fein zusammengesetzte Erzählung Zweigs ist im Film innerlich umgebogen, motivisch vergröbert und zu einer Liebesgeschichte im Geschmack ber breiten Ma sie verkehn. — Das laufende Programm wird, abgesehen von der üblichen Wochenschau, im ersten Teil des Abends durch Darbietungen Frankfurter Kabarettisten auf ber Bühne vervollständigt; als An jagcr unb mit heiteren Vorträgen, älteren unb neueren Witzen unterhielt Aböls Fretty bas Pu blikum: in die übrigen Darieteevorführungen teilten sich Vonni) Böhme mit Phantasie und fioftüm- länzen unb Trude Star mit Tanzparodien und Wiener Grotesken. Beide Damen fanden mit ihren hübschen Darbietungen lebhaften Anklang. -Y Henncke emdjtei b* elfte Txjubftuminmanftah Deutschland, in Hamburg; — 1854: ber Bildhauer Max ft rufe m Berlin geboren; — 1865: ber amerikanische Staatsmann Abrahan. Ömcoin m Washington ermerbet (geboren 1809); — 1868: der Archirc-ll Peter Behrens in Hamburg geboren; — 1871; Annahme ber deutschen Derjasjun^. — 1926: ber Aüenforscher Gottsrieb Merzbacher in München gestorben (geboren 1846). Internationales Gchachtnrnie^ in Gießen. Gestern wurde die Schlußrunde gefbielt Rvti. ber zum l. Preise nur eint Remise brauchte, spielte ohne jeglich? Komplikation die Abtauschvariante der französischen Partie, welche ein leichtes Remi« ergibt; er sicherte sich damit den B e r l i n , 13. April. (WTB. Funtfpruch., Nach glatter Ueberwinbuna des Liquioationstages unb dem recht festen Derlauf ber gestrigen Frankfutter Abendbörse sieht es im heutigen Fruhoerkehr weiter reundlich aus Heute ist Limiteerneuerung unb man rechnet bamlt, baß fid) hierdurch zu den ersten ftur- sen Malerialmangel vemcrkbar machen konnte. Die bisher genannten Kurse liegen etwa auf gestriger Höchstbasis: Farben 268 zu 68,6, Siemens zirka 30»>, Danatbonk 251, Commerzbank 190, Charlottenburger Wasser 141 und Karstadt 247. Am Devisenmartt nennt man Paris 124,02, Mailand 92,58, Spanien 29,05, das Pfunb 488,34 und bcn Dollar 4,18075. — Personalveränderungen in der hessischen Justiz. Ernannt wurde der Se- s natspräsident beim Oberlandesgericht Darmstadt. Dr E r n st Z u n k. »um Landgerichtspräsidenteu beim Landgericht der Provinz Rheinhessen. Der Landcsgerichtsdirektor beim Landgericht der Provinz Starkenburg. Dr. Richard Härtner. | wurde zum Senatspräsidenten beim Cbzrlan- deSaericht in Darmstadt ernannt. Beide mit Wirkung ab 1. April. Auf Grund dcS Gesetzes über die Altersgrenze der St atSbeamten tritt am 1. Juni der Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht in Darmstadt. Jakob Hofmann. in den Ruhestand. •’ Schulpersonalie. (Ernannt wurde der pro viforischc Gewerbelehrer an der gewerblichen Abtel- lung der ForWildungsschule zu Büdingen, Peter N i e ß, zum Gewerbelehrer an. dieser schule mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts ab. • • Ministerialrat Borne mann KreiswahNeiter in Hessen. Das hesll- sche Gesamtministerium hat den Ministerialrat Borncmann in Darmstadt lDienstadresse: Staatsministerium. Darmstadt. Aeckarstraße 7) zum Kreiswahlleiter des Wahlkreises 33^ Hessen- Darmstadt. unb den Leganonsrat Dr. Heinemann in Darmstadt zum Stellvertreter für Die am 20. Mai stattfindenden Reichstagswahlen ernannt. Wegen fristgemäßer Kreiswahlvorschläge. Derbindungs- und Antragserklarungen verweist das Ministerium auf die entsprechenden Paragraphen des Reichswahlgesetzes. •• Polizeistrasen für unberechtigten Plakatanfchlag Uni den bei den setzten Wahlkämpfen auf getretenen Mißständen beim An bringen von Tßablp totalen zu steuern, teilt das hessische Polizeiamt in Darmstadt mit, baß nach den geltenden hessischen Vorschriften ..Druckschriften, ohne Unterschied, ob dies ge- werbsmäßig geschieht oder nicht, nur an solchen Stellen öffentlich angeschlagen oder angeheftet werden dürfen, für die das Polizeiamt crusbrück- Slabtttrche. 2 Uhr: Beichte für bi« ftonfirmanben aus der Matthäusgemetnde unb beren Angehörtae. Pfarrer Mahr. — Johanneskirche. 2 Beichte für bir flonfirmanben aue der Johannesgemeinbe unb deren Angehörige; Pfarrer Ausfeld. Ifraelittfche Gemeinde*. Israelitische BeUgiontgemdnbt. Gottesdienst m der Synagoge (Sübanlagc) Samstag, den 14. April Vorabend 7 Uhr morgen» 8.80; abend» 7J8 wwb 8.06 lich lernt Genehmigung erteilt hat' Zuwiderhandlungen werden bestraft Auch wird darauf aufmerksam gemacht, daß das An heften oder Anschlägen von Druckschriften an verbotenen Stellen eine Eachbeschädigmrg darstellt unb daher auch aus diesem GeseheSgrund bestraft werden kann. Die Polizeiorgane sind angewiesen, bei Zuwider- banMungen unnachsichtllch Strafanzeige zu erstatten. "EtäbtischeNutzholzoersteigerung. Bei ber gestrigen vottetzten Nabelnutzholzversteigc. rung aus bcn Waldungen ber Stabt Gießen wurden I folgende Durchschnittspreise erzielt Fichtenlangholz la.ftL 38 Mk., Ib-ftl. 39 Mk.. 2a-ftl. 38 Mk., 2b-ftL 4f)Mk. 3» Kl. 41,50 Ttf. je Festmeter. Kieftnilanq. Holz Ib-ftl. 26,50 Mk., 2a.ftL 26 Mk.. 2b ftl. 33 Mk., 3a. und 3b-ÄL 46 Mk. je Festmeter Lärchenlangholz le., 2a- und 3a-ÄL 33 Mk. je Fest Meter. Fichten- berbftangen 1. unb 2. RI. 3,80 Mk. per Stück. •• Ein Autounglück, das noch verhältnismäßig glimpflich endete, ereignete sich gestern nachmittag gegen 5 llhr auf der Landsloiße Gießen—Marburg dicht bei der Abzweigung der Straße nach Drubringen in der Aähe ber Wcllersburg Der Reisende einer Marburger Firma, der als alleiniger Znsafte mit dem Kraftwagen in der Richtung nach Gießen fuhr, wollte an der genannten Landstraßenstelle einem großen Gespann au-weichen. Dabei tarn da« Auto von | der gepflasterten Fahrbahn ab und geriet auf I die seitliche Erdauftchüttung. wodurch es ins Rutschen kam und in den Straßengraben stürzte. Dabei überschlug sich der Kraftwagen, der vollständig in Trümmer giiut Wie durch ein Wunder kam der Reisende zum Glück nur mit einer Rip- penquettchung unb mit Hautverletzungen davon, ör wurde von einem anderen Auto mit nach Marburg genommen und dort in seine Wohnung verbrach, Das Befinden des verunglückten Man- ne« ist den Umständen entsprechend gut. Die iincb brauchbaren Stücke de« zertrümmerten Krastwagen« tourben von dessen Besitzer gestern adenb noch nach Lollar verbracht, während da« Wrack heute vormittag mittel« Lastkraftwagens nach Marburg transportiert wurde - Auf der Reise vom Tobe ereilt. Heute früh kurz nach 8 Uhr verstarb auf dem Gießener Bahnhof infolge eines Schlag «anfalle« der in weiten Kreisen bekannte Getreidehändler Mar Stern aus Hungen. Der so plötzlich auS dem Leben abgerufene Mann wollte eine Reise in Richtung Köln antreten und hatte gerade den tt-Zug nach Hagen bestiegen, al« er zu- fammenbrad) und wenige Augenblicke darauf verschieb. Die Leiche wurde zunächst in den Leichenraum des Bahnhofes verbracht und im Lause des Vormittags dem Reuen Friedhof 1. Preis. Dr. Tartalower eröffnete gegen Dr. B ech- igel mäßig, c« gelang ihm. im Lause einen Stellungsvorteil zu erringen. Riege, die au« 15 der besten Turner deS GaucS bestehl, soll bei dem Deuftchen Turnfest in Köln da« Können unseres HeimotgaueS zeigen. Erstmalig turnte die Riege mit geradezu beispiellosem Erfolge in Dab-Rauheim. In Heuchelheim findet daS zweite Turnen statt. Rach einem Lichtbildervortrag des Turner« S i n n w e N, der an ber Amerikafahrt der Deutschen Turner- schaftSriege teilnahm, mit dem Thema. »Deutsche« Turnen im Bilde unb Au«- theater: 8 Uhr, „Mrs. Cheneys Ende" (Ende tOUjr). I L Sangen die allgemein oerbint>.^en Sreiübungen I ^'"(SdudK-n des^De^and^ - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Schllksal fiötn zur Darstellung. Hierbei darf man auf tüMlatoifAen 2le?Alc dem früheren Heraus- einer Nacht". - Aftoria-Lichtspiefe: „Nwolen der ^e vollendete Wiedergabe rechnen, banur ettt- ^dftaw.s^n Aerz^e dem ruhe-en Mfige Zurner tätig mb. Sann b« ™ ."RrZ Rrieac barch |dn. Hebungen der Zecknege. die m bieser Zu- D^^ch^^indlichkeit unb Kriegshetze sich einen fanuncnftellung /ur daS Deuttche Tu^ses. a^ I die Ausübung ärztlicher wählt find, geturnt. Sie find schwer, stellen yätiafeit untersagt. Saworin behauptete große Anf^derungen an ^ ^nzelnm Turner. ^Nechoden insbesondere durch und es wird für den Zuschauer recht anregend I -v n fi »n ftrnni»* heilen au können unb unb interessant sein, die hatte^bereits eine große Anzahl von Anhängern gegeneinander a^uwa gen. Ein Kur tu rnen an @r cr|rcilte hd> ven in seiner Behandlung P ero und Barren vervollständigen bas turne- »rnnftm nrnfim Ansehens ri chc Bilb. toic es Diclfeitig« unb hochwertiger Kcftenben «ranken gto6 WWrstt. 5. Sauberes, zuverlM. MM für kleinen, besseren Haushalt ges. 02859 SelterSwcg 19 I. WM das selbsiand. kochen kann. m.best.Zeugn., in klnderreich. Haushalt für sofort ober fpäter gesucht. Zu erfrag. t. d.GeschäftSst. d. Gietz. Anz. (3886V Stellengesuche] Für meinen Sohn, 16 Jahre alt, mit Primareife Lehrstelle auf Bureau für sofort gesucht. Schr.Angebot. unter 02842 a. d. Gietz.An». Pflegerin mit la Zeugnissen, die schon längere Zeil tätig war. sucht Stellung in Privatoder Krankenhaus. Schr.Angeb. u.02851 a.d.Gteh. Anz. erbet. Verkäufe | Tadelloser, kupfern. Badeofen preiswert zu verk. snesD Walltorslr. 17. Für die Gemeinde Beuern soll die Herstellung eines Bade weiher», oestehend in Erd- und Betonarbeiten, veranschlagt zu 1515 Mark, vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen lieaen auf der Bürgermeisterei Beuern offen, wo die Angebote in Prozenten des Kostenanschlays verschlossen und postfrei einzureichen sind. Er- öffnungstermin. Donnerstag, den 19. d.M., nachmittags Uhr, auf dem Rathaus zu Beuern; freie Auswahl Vorbehalten. Gießen, den 7. April 1928. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Wer verkauft Wohn- od. Geschäftshaus, Billa, Land« wirifch-Gasth-Fabr. od. sonstig. Betrieb, Für Landwirtschaft I u. Gewerbe geeignet. I 1 Waas 2stöckig, Scheuer und Stallungen, alles in gutem Zustande, mit Garten, in kl. Land- städtch.. NäheGiehen zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unt. 02846 a. d. Gieß. Anz. Freibank. SamSiag, den 14. Avril, von 8 Uhr ab 3847V MWmlM. likisukMüllei füttert rote mild) vorzügliches, billiges Mast- u. Mtlchfutter für Mast», Zucht- u. Jungschweine,Milchkühe, Geflügel, pro Sack, ca. 150 Pfd., 10.50 Jl, 5 Sack 50 -A ab Station Bebra, verNachnahme. Täglich eingehende Anerkennungen beweisen die Güte des Futters. *"°v Chr. 8Inger, WU- bloh 38, b. Geismar lEichSfeldi. | Kaufgesuche | Gebrauchtes Motorrad steuer- und führet* schetnsrei sofort auf Teilzahlung zu kauf, gesucht. Angabe des Preises erwünscht. Schriftl. Angeb. unt. 02854 a. d. Gteh. Anz. Gebt sehr guterhalt. Mnder wagen zu kaufen ges. Schr. Angeb. mit Preis u. 02864 a. d. Gieß. Anz. auch Bauterrain? Sofort. Angebote an W. Schnlti, Köln- Zollilock, HÖnlnner weg 194. . [3893A Vereine BieneDjOmter- oerein Men M Mesens Sonntag, d. 15. d. MtS., nachm. 3 Uhr, Bttiammlung in Glesien bei Kraft, Franks. Slr.81.(«-'v Tagesordnung stehe „Biene- Buh. T.C.I Samstag,14 April Kneipe SamStag, 14 April abends 8*/? Ubr BeteinHöenö imttaufmänn.Bcr- cinSbauS. 3K9V Gllbelsb.-Slellogk.- Deteln oon 1861 uaO Bamenuerein „Glldelsverg?k" TotaL Ausverkauf nur bis Samstag An Wiederverkäufer verkaufen wir Reet» Posten nur gegen bare Zahlung zu “ Schleuder - Preisen! Sdiuhhaus ROMEO 31 Seltersweg 31 3860a DAS MARKENRAD AB FABRIK Mit 5 Runden Vorsprung haben Tonani-Dinale auf Mifa das 25 - Stunden- Rennen in Dortmund am 1. April gewonnen. Ostern erkämpfte Ernst Kaufmann auf der Ber- liner Olympiabahn denS ieg a uf Mifa. Berlin -Cottbus - Berlin sah 8 Mifa-Fahrer in der Spitzengruppe durchs Ziel gehen und in Rund um Hannover belegte Noerenberg auf Mifa einen ehrenvollen 2. Platz. nnter Verwendung von Polack-Bereifung. Mifar ad er direkt von der Fabrik für Wochenraten von 2,50 RM an. FAßRIK- VERKAUFSTELLE KATALOG GRATIS Gießen, Neuenweg 4 Leiter: J. P. Mono | Vermietungen | 4-6'3lmmer-Wohng. in gut. Brivathnuse, bester Lage, Nähe Kliniken U-Bahnhof, abzugeben. Bernitt, d. Umzugsk. Beding. Schr. Anfr. unt. 02849 n. d. Giesi. Anz. erb. UM. Wotinang 3Zimm^eotl.Küchen- benullung, an nur beff. Ehep. oder auch für GefchäftSzwecke zlt vermieteu. Schr. Angeb. unt. 02796 an d.Gtesi.Anz.erbeten. Pen«. Brandl Sein. möbl. Zimmer, gete Kiele. Tel. 1686. ©FöNerc Lagerräume evtl z. Unterstellen von Motorrädern geeia., sofort z. verm. Walltorttr. 12 I Mietgesuche Stud. sucht ruhiges Zimmer Schriftl. Angeb. unt. :Mva. d.Gtesi.Anz (Stellenangebote] MMM nüchtern u. »uoerL gesucht. 3696 V (4cbr. Kahl. Kinderliebes Mädcben über 17 Jahre, zum 1. 5. gesucht 02853 Ara« Stad.-Aff. Fuhr, Mtthelmstrasie 60 I. suchen einen modernen Amt oder Mantel finden ihn in reichhaltiger Auswahl bester Verarbeitung, modernen Stoffen und zu überraschend billigen Preisen Herren-Anzüge Modern sind Kammgarn, Cheviot und Gabardinestoffe in Kariert oder Ueberkara, 1- und 2-reihlg Frühjahrs-Mäntel Modern sind Ulster und Raglan-Mäntel In 1- und Preislagen: 28.— 35.— 39.— 45.— Hauptpreislagen: 55.— 68.— 75.— 89.— Modell Anzüge: 95 - 110- 124 - Hauptpreislagen: 45 — 50.— 58.— 65.— Modell-Mäntel: 70— 74 — 85.— 95 — LE- ,s 2-relhlg, vorwiegend mit Rundgurt BSäSSSÄ 3875* vormals Fritz Nowackz Seltersweg Srf. 1800 Leichtalbletik-AbtilL Das Babutraining beginnt am 15. April. TratningStage und -zetten: Dienstag und Freitag, ab 5 Ubr für Jugend!, ii. Schüler, ab 6 Ubr für Aktive,- Sonn tag vormittag ab 9*/, Ubr für die Gesamtheit. (38620 Regelmäßiger und ordnungSgemäfu-r Besuch Ist Pflicht jedes einzelnen. Die Leitung. (Siebener Bnöf.- Berein 1885 Sonntag, lü.d. M. Anfahren Abf. 2 Ubr nachm. »Hcff. Hot." 3871D Bon 4 Ubr ab Familien- zufammenkunft im Schüycnbaus. D?r Borstand. goloninlfrennöe Mitglieder- Versammlung nicht 38640 SamSiag, den 14.1V. sondern Samstag. 21. IV. Seitag, !5. April 1928 Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessetü Er 87 Zweites Blatt kauf Schlauer, als die Polizei erlaubt ms EO >31 orb 1093 so aut heißen können: das verbindend Gemein- | Gotteshaus oder die Gememd schaftliche ist die Sammlung der Veröffenttt- Bekenntnisses, die Predrgtkrrche chunaen deS Rordnicderländers Hans Dredemann die Synagoge gilt. Rur w> wenige Kirchcnneu- Hochschulnachnchien. d>ungcn des -llordnieoerianoers jjan» -oE^Ln.inui>n de Dries (um 1568)? Auch ein holländischer Architekturhisloriker gesteht zu, daß seine Er- sindungen in Deutschland früher Anklang und Derwendung sanden als in Holland und sie sozusagen von da nach seiner Heimat zurückgewandert seien. . Der bürgerliche Hausbau — Wohn-. Speicher-. Zunft- und Derwaltungsbauten umfassend — ist die umfänglichste und wichtigste Aufgabenstellung der Zeit. So könnte man meinen, wirklich physiognomische Unterschiede in den eben gemach- ten Bemerkungen entdeckt zu haben. Das hecht aber gerade die besonderen Eigentümlichkeiten der deutschen Baukunst außer acht lassen: für die ober- und niederdeutschen Gebiete Fachwerk, für die letzten reinen Ziegelbau. , In diesen beiden Fassungen hat die namenlose deutsche Meisterschaft dauernd in Uebernahme und Erfindung Eigenstes gefordert. Und Zierform und Wesen des neuen Geschmackes, die Anordnung des Ganzen kam den Gegebenheiten des Baustoffes gefügig und in reichem Maße C$un gar im Berg- und Landschlosse und im Stadtpalaste der Fürsten und Herren wurden absonderliche und eigentümliche Gestaltrmgen gefunden. bei denen man von wesentlich ander«! Grundanschauungen ausging als in Italien oder auch in Frankreich. Das steile Satteldach bleibt bis auf wenige besondere Fälle fremder Einwirkung und fremdartiger Prägung das gebräuchliche: davor legt sich über den hohen Mauerflächen das ..Zwerchhaus', d.h. ein Dach- giedel quer zur Firstlage und bis zu gleicher Höhe mit dieser aufgezogen. Wo das nachdrückliche Betonen der Stockwerkschichtung im Quader- oder Verputz bau noch nicht mit fester Hand durchgeführt ist — und das läßt lange auf sich warten —. da bleibt die Höhenrichtung ohne Ausgleich oder ohne den von der neuen Gesinnung geforderten über- windenden Segenzug. die — noch — gotische Richtungsbestimmung ist herrschend. Im Kirchenbau geht das Bedürfnis stark zu- rück. Das. waS da neu geschaffen wird, schließt sich an die Dorbilder aus gotischen Gewöhn- heiter. an, durchgehend, ob es das katholische schöpfungcn werden nach grundsätzlich landfremden Anschauungen aufgebaut, und diese gehören der Spätzeit an, ohne deswegen etwa zum Festlegen eines sogenannten Iesuitenstiles zu berechtigen und zum Gleichsetzcn mit einem barocken Wesen oder Unwesen. Dasselbe gilt in bezug auf die geringe Zahl von Rathäusern, die nahe Anschauungsbeziehungen zu Italien verraten. seiner dritten Festnahme einen Kriminalbeamten erheblich verletzte, Um ein neues Entweichen unmöglich zu machen, erhielten alle Behörden für diesen Verbrecher folgende besondere 'Anweisung: ..Rur EinzeltranSport in Begleitung drei geschulter Beamten, schwerste Fesselung! Uyter- bringung nur in besonders gesichertem Stockwerk und Flügel einer Strafanstalt! Zellenfenster dürfen nicht in der Rahe einer Regengosse oder eines Blitzableiters liegen! Wiederholte Leibes». Bett- und Zellenkontrvll' zu allen Tages- und Rachtzeiten. wobei den Gitterstäben besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist! Genaue KATALOG GRATIS snweg 4 Mono Durchsicht aller aus fr-r Zelle kommenden Bücher und Zeitungen, die Görisch bisher immer beschrieben hat. um Rachrichten an zur Entlassung kommende Gefangene weiterzuleiten, keine Abnahme von Schuhwcrk. KIe.dungsstücken. Toiletteartikeln. LebenSmitt^ln. vielmehr nur von barem Geld, von dem die GesänaniSverwaltung alles Gewünschte für den Häftling beschaffen kann! Besuche, selbst solche von nächsten Verwandten, aus bas Mindestmaß beschränken, ohne Hand- und Kußbegrüßung, im Beisein geschulter Beamten. .. .u Taschenspieler Göh. Zum bevorstehenden Gastspiel des Eurt-Göh- Ensembles gehen uns vom Stadttheaterbureau die folgenden Ausführungen zu: - | Gotteshaus oder die Gemeindekirche des neuen ' » der Jesuiten oder MlslWM DasBabolrumns “SU** ii S»üler ab Mr m ffT bie Melmähiger un «firtnueto». >ebe8$(J Lciwttg. «s.V Stz Käufer egen 'senk Europa vergeudet Menschen und spart Dinge: Atnerika vergeudet die Dinge, aber spart die Menschen. Schon seit einem halben Jahrhundert, besonders aber seit den letzten Jahren, studiert Amerika mit leidenschaftlicher Hingabe das Problem, wie der Anstrengung eines jeden Menschen ihre höchste Nutzwirkung gegeben werden kann: dank der Maschine, dank der Standardisation, dank der Arbeitsteilung und Arbeitsorganisation, hat sich das ganze Wesen der Produktion in einem Grade verändert, von dem wenige Leute auch mir eine Ahnung haben. Doch in dieser bis zum Par- oxismus getriebenen Kollektivarbeit liegt dauernd eine Falle verborgen: der Mensch läuft Gefahr, seine Individualität zu vertieren; weder als Produzent, noch als Konsument ist sein persönliches Wesen mehr sichergestellt. Man muß nicht glauben, daß die Etile der Amerikaner sich nicht bewußt wäre, welchen Gefahren das Menschenmaterial daourch ausgesetzt ist. Doch ebensowenig muß man glauben, daß sie dem Menschen die Maschine opfern würde: in Amerika gebührt der Produktion vor allen andern Rücksichten der Vortritt. Während die Amerikaner darauf verzichten, die Individualität des einzelnen im Getriebe der Fabrik zu retten, sehen wir, wie sie sich andererseits seiner annehmen: wenn er tagsüber nur der Bestandteil einer Maschine ist, so soll er abends we- Wirtschaftlich ist Amerika gesund• es gedeiht, trotz immer möglicher Krisen, dank des enorm«i Ueberslusses seiner natürlichen Hilfsquellen und dank der unvergleichlichen Wirksamkeit einer organisierten Produktion. Die Herrschaft über die Ma- terie, die dem Menschen zur Verfügung gestellt ist, erreicht einen anderswo unbekannten Grad: amerikanischen Augen erscheint Europa wie ein Armleuteland, Asien wie ein Kontinent des Elends. Die Uebertragung des Gurus in den Verbrauch des täglichen Lebens, die Verbreitung einer Lebenshaltung, die früher einigen Wenigen vorbehalten war, auf die breiten Masten sind eine neue Erscheinung in der Geschickte der Menschheit, ein glänzender Fortschritt. Doch vielleicht das größte Navum in der Gesellschaftsordnung, die diese Wunder vollbringt, ist der llmstand, daß alle Triebkräfte, auch die idealen und sogar beinahe die religiösen, dem einen großen Ziel, der Produktion, dienstbar gemacht werden. Ganz im allgemeinen ist zu sagen: Man sei nur bereit und geneigt, die Fülle der Werke in Deutschland, deren Ursprung wir der neuen Kunstanschauung danken, als Wallachen ohne Voreingenommenheiten zu betrachten und zu unter* fudjen: dann wird man auf8 höchste interessiert, ja gespannt den Cingana und Fortgang beobachten. ganz wie das Aufdämmern und Erwachen und schließlich die Klarheit neuer Einsicht und Geistesverfassung. Allerdings geschah im deutschen Kunstgebiete das Ausstrecken der Fühler von dem im Raupengange gewonnenen Standorte auf dem festen Zweige der gotischen Konstruktions- und Anschauungsweise aus langsamer. Und so brachte es schwere Mühen für die Vereinbarung und Dewälttgung. das Umlernen und ästhetische Wohlgefüyl mit sich. Mithin stellt sich der Vorgang etwa so dar wie bei den Franzosen, in gewissem Gegensätze zu Italien wiederum, wo der berückende Falter aus der heimisch«! Puppe schlüpfte: dem Sh- stemgedanken und sicheren harmonischen Einheitsgefühle der Romanttk. s ü h r a n g s e i n e s B r u d e r s vor den Untersuchungsrichter. Dann erschien er selbst m der Uniform eines Gerichtsdieners und lieh sich unter Vorzeigung einer gefälschten Urkunde ben einen der EiÄrecherkönige übergeben. Erst nach einigen Stunden wurde der Betrug entdeckt, aber es gelang lange Zeit nicht, die Verbrecher za fassen, und alS Emil Strauß nach seiner endlich erfolgten Wiederverhaftung zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, rührte ihn daS wenig, da er vorher wußte, daß er bald wieder entweichen Oie Architektur der deutschen Renaissance. Von Sari Horst. Bor kurzem erschien im Propyläen-Der- lag. Berlin, und in der Ausstattung der Propyläen-Kunstgeschichte ein reich illustriertes Werk des Marburger Kunsthistorikers Earl Horst über »Die Archi- teftur der deutschen Renaissance'. Wir geben im folgenden mit Erlaubnis des Verlags eine kurze Probe aus dem Werk. Deutschland, recht eigentlich das Land der Litte in Europa, mit seiner Geistigkeit, bereitwilliger als jedes andere, sich mit den allseitig iibringenben Eigenarten der umwohnenden Döl- fer auSeinanderzusehen. indem es sich ihrer mit erstaunlichem Entgegenkommen annimmt — dieses Deutschland zeigt im Zeitalter dec Renaissance ein deutlicher erkennbares Selbstbeharren als ic in anderen Abschnitten der Architektur — ®ie der allgemeinen Kunstgeschichte. Die Macht ter Einflüsse von den Riederlanden her feint rr. niederdeutschen Gebieten unwidersprechlicher targetan. Die Zahl der Künstlernamen bestätigt mar, was die Beobachtung der Merkmale auf vm ersten Blick verrät. Die Aehnlichkeit der '-cbensverhältnifse wie die Gleichheit der örtlich rsrhandenen oder besser: der gewählten Dau- Ftoffe können doch Bedenken dagegen nicht genug Kühen. Jedoch ist ein einfaches Auf teilen der Länder deutscher Zunge — im Sinne des alten Leiches — in eine niederländische und eine italienische künstlerische Einflußsphäre ganz und gar «cht geraten oder auch mir zulässig. Ober- teutschland, das an Burgund, die Schweiz und teird) diese an Italien, audj an Italien unmittel- t*ir grenzt, besteht fester dem Rachbarn im Lesten wie dem im Süden gegenüber auf eigenem Lefitz oder Erwerb. Ein Bürgerhaus der letzten Keife des Stiles in Danzig oder Königsberg kennte gleich gut an der Grande Place in Krüssel oder in Leydens Straßen stehen. 3ein 'Nürnberger oder Ulmer Privatbau würde ir Verona oder Bergamo wahrscheinlich wirken, irrch Basler oder Sttahburger fünf- und sieben- rhsige Schauseiten in einer Sttahenflucht von Lijon oder Lille. Sollte es aber vielleicht eben- Es haben Berufungen angenommen: Prof. Dr. med. et phil. Wilhelm Steinhaufen in Frankfurt a. M. auf dem Lehrstuhl der Physiologie in Greifswald als Rachfolger von Prof. A. Kohlrausch. Prof. Dr. Johannes Wei- gelt in Halle a. S. auf ben Lehrstuhl der Geologie unb Paläontologie in Greifswald als Rachfolger des Geh. Rats Otto Iaekel. Privatdozent Dr. Mas Braubach In Bonn auf den Lehrstuhl der mittleren unb neueren Geschichte an der bortigen Universität als Rach- fvlger von Geheimrat Alohs Schulte, unb Privat- dozent Dr. Hans Bonnet in Leipzig auf dem Lehrstuhl ber Aeghptologie In Bonn att “ * Wiedemann. u ^schrecken. Hanz anders verlief die Befreiung eines po- tuchen Verbrecher-, die vor nicht ganz einem "ahr die ganze Welt zum Lachen brachte unb ■i«r bei ben französischen Behörden mit wenig ftwmor ausgenommen wurde: b i e Flucht 2«on DaudctS aus bem Pariser Gefängnis. 2e>n Daudet, bet Herausgeber der ..Actwn r«ncaise". war in einem Prozeß zu einer ®elb- jib Freiheitsstrafe verurteilt worden, weigerte ich aber. inS Gefängnis zu gehen, unb konnte 11 nach erbitterter Gegenwehr seiner Anhänger .rxt her Polizei verhaftet werben. Sines Mor- wurde ber Gefängnisdirektor Eatry ans 5«lephon gerufen, und ein Monn, ber mit bet Stimme deS Innenministers Satraut sprach, befahl, gleichzeitig mit Daudet dessen Partei- 'rmmd Delest und ben Kommunisten Semard aus bet Haft zu entlassen. Der Gefängnisbirektor □artete einige Minuten und rief bann bas Innen- ni mtsterium an, um sich zu erkundigen, ob er H la.'sächlich mit Sarraut gesprochen habe. Das Ministerium hat zwölf Telephonleitungen, und «bi t Anhänger Daubets, die mit der Rückfrage c-rechnet hatten, benutzten elf Telephonleitungen. ■ in bem sie sich von Ministerialbeamten fort- s«brenb irgendwelche gleichgültige Auskünfte erteilen ließen, fo daß nur die zwölfte Geltung frei blieb. In diese hatte sich ein Partei- Iteunb Daubets eingeschaltet, der bem Gefängnis- bireltor Eatry auf die erwartete Rückfrage barsch .cllatte. er solle sofort den ihm erteilten Befehl luSsühren. D i e Befreiung gelang, Daube! begab sich sofort nach Belgien, alle Welt achte über die Mystifikation — nur ber Ge- 'itngniSbirektor. ber ganz korrekt gehandelt hatte, ■ t'i'-be als Sündenbock in die Wüste g«'chickt und \ nutzte sein Amt nicbetlegen. Vie telephonische Befreiung spielt aber nicht int bei politischen Verbrechern eine Rotte: das »erüchtigte Brüderpaar Strauß, das sich mit Itedjt den zweifelhaften Ehrentitel der „Sin* 'M'cherkönige" erworben hat. ist bei seinen zahl- eichen Ausbrüchen aus dem Desängnis nicht iemcr mit Feile ober Säge vorgegangen, sondern Mit sich auch einmal des Telephons bedient. >mil Straub war nach einem Einbruch in ) - SMuseum der BerlinerKriminal- o ölige i, bei bem er das dort zur Schau geteilte beste Einbrecherwerkzeug stahl, rwrbaftet worden. Sein Bruder Erich, der zu Ziffer Zeit im Zuchthaus saß, entsprang in Berlin bet einem Gefangenentransport und widmete sich !®fort liebevoll der Befreiung seines Bruders. Mit den Gebräuchen im Untersuchungsgefängnis oertraut, rief er vom Kriminalgericht aus bei bem Gefängnis an und bestellte bic Vor- ähnlichen goldenen Worten zuckt es in seinen Mundwinkeln. Der Kopf neigt sich leise verbindlich. übet dem Gesicht liegt eine harmlos strah- lende Lourtoisie: aber die Mundwinkel dementieren den tadellosen Kavalier. Götz ist ein ganz Heimlicher. . . Götz ist auch als Stückeschreiber ein Heimlicher, ein Zerstörer des Ernstes dort, wo er am ernstesten ist: ein Unterminieret der Trauet durch Wegzaubetung ihrer Ursache. Man lebt in steter Unruhe, ob nicht im nächsten Moment die Bombe platzt. Götz ist auch geistreich parodistisch, vor allem aber von einem aggressiven llnemft: _ ein Revolutionär des Lachens. Er baut gern zunächst bitterernste Situationen auf, aufregende Kino- f jenen, die Katastrophen an künden: dann — vorbereitet durch viele weise Ironien — wanken die Fundamente der Tragik: ein Elefant ent- wickelt sich alS Mücke. Göhens, des Schauspielers unb Stückeschreibers. Gtunbgefühl ist: alleS ist nur halb so schlimm. Diese DemaSkietung beet Schlimmen als halb so schlimm, alS viertel so schlimm, als gar nicht schlimm. Göhens optimistische Ironie. Göhens spielerische Auslösung der Tragöbie ist ber Quell unseres aus tiefster Seele ftammenben Lachens. baS bet hinterlistige Ernst deS Schaufpielers unb Stücke- fchtcibets immer toieber in uns weckt. Götz ist ein charmanter Verführet zur Entrunzelung ber Stirne. Sein „Hokuspokus" zaubert uns bie harte Wirklichkeit fort: großer Taschenspieler Götz Europäische Kultur unb ainerilanische Kultur Von Slndrö Sieg rieb, Professor an ber pariser Sorbonne. AB FABRIK Vorsprung [anfMifa ennen in April ge- erkämpfte fder Ber- 'nSiegauf ns-Berlin ■ in der chs Ziel um Han- iberg auf n 2.Piotr. ' von Wir freuen uns, im folgenden einem der berühmtesten französischen Gelehrten das Wort zu einem Thema geben zu können, das heute die europäische Menschheit als Ganzes in höchstem Maße angeht. Professor Siegfried, der in Frankreich als bester Kenner und unabhängiger Kritiker Nordamerikas gilt, sucht hier an den Kern des amerikanischen Kultur- Problems heranzukommen. Als Kolumbus die Neue Welt entdeckte, war sie für unsere Vorfahren in geographischem Sinne neu. Heute hat ihr wahrhaft revolutionäres System der Massenproduktion sie zum zweiten Male zur Neuen Welt gemacht, die wir, ohne es eigentlich zu ahnen, erst entdecken müssen. Das ame rikanische Volk ist im Begriffe, in großzügiger Weise, in einer von Tradition und politischen Hemmungen freien Atmosphäre eine neue, durchaus originelle Gef ellf cha ssordnung zu schaffen, deren Aehnlichkeit mit der unfrigen immer oberflächlicher wird. Die Befreiung deS kommunistischen Schriftstellers Otto Braun aus dem Moabiter Untersuchungsgefängnis hat mit Recht sofort überall ungeheures Aufsehen erregt. Unser kriminalistischer Mitarbeiter schildert anschaulich, in welchem Umfang unb auf welch eigenartige Weife ähnliche Gefangenenbrsreiungen in den letzten Jahren vorgekommcn sind. jletfetmauern — bas hat fich in letzter Zeit ■ft genug gezeigt — sperren ben Gesungenen Scht fo lieber von der Außenwelt ab. wie eS ; jd> der friedliche Bürger im allgemeinen vor- hpU. Dor ungefähr zwei Jahren hat der da- laJlge Regierungsdirektor und jetzige Polizei- NzrprSsident von Berlin, Weiß, öftentlichüber sie unzureichenden SicherungSmaßnahmen Klage ,führt, die den Verbrechern häufig Möglichkeiten «lAHlucht lassen und dadurch die mühevolle Ar- 'ti ber Kriminalpolizei zunichte machen. Po- üVche Verbrecher pflegen freilich im allgemeinen 41 auf so halsbrecherische Weise den Weg ni Freie zu suchen wie Einbrecher ober Fassaden- 1Mietet, sondern sich durch Tricks aus ihrem teilec zu befreien. Aber die Flucht des Kom- ruitften Braun mit Hilfe bewaffneter Parter* reunbe zeigt, baß auch politische Gefangene bet bitt Befreiung nicht vor Gewaltanwerrdung zu- toütbe. Falsche Uniformen waren von teher b-j der Befreiung von Gefangenen beliebte Hilfsmittel. I Nur wenige werden aber wissen, daß sich sogar der polnische Ministerpräsident Marschall Pli - sudlki einmal unrechtmäßig einen -arrsthen Offiziersrock angezogen hat, um einige zum Tode verurteilte Revolutionäre zu retten, damals war Pilsudski noch ein sozialdemokratischer Agitator Als im Jahre 1905 drei Teilnehmer wegen eines Attentats aus einen -arischen Beamten zum ^.ode verurteilt wurden, erfuhr man. daß die «LooeS- kandibaten in der Warschauer Zitadelle untcr- gebracht waren. In der Rächt vor der Doll- I ftredung des Todesurteils erschien nun em Offizier der Ochrana. begleitet von vier Pott ist en. bei dem Kommandanten der Warschauer oita*. eile und legte einen Befehl deS kommandierenden Warschauer Generals vor. der die ileberf up- r ung der drei Todeskandidaten in ein anderes Gefängnis anordnete, weil ein revolutionärer Befreiungsversuch verhindert werden sollte. Während die Verurteilten in schwere Ketten gelegt wurden, las der Oftizier in der ..Rowoje Wremja", dem reaktionären Regierungsorgan: dann trieb er seine Getan- genen mit Fußtritten aus der Tur und ließ sie recht unsanft in ein geschlossenes Auto Hetzen. Der Wagen fuhr schnellstens zur deutschen G r e n z e. Als sie deutschen Boden erreicht hatten, waren die Gesangenen unb Pilsudski. der sie in seiner Verlleidung entführt hatte, tn Sicherheit. Recht unliebsame politische Zwischenfälle entstehen. wenn nicht nur eine politisch: Partei, sondern sogar Beamte einer f rem ben Macht an bet Befreiung politischer befangener beteiligt sind. Als am 4. Mai 1924 ber tourttem- bergische Kommunist Bozenharb von zwei Kriminalbeamten im Auftrag bes Staatsgerlchts- böses von Stuttgart nach Pommern transportiert | werden sollte, überredete Bozenhard die beiden | Polizisten, auf dem Wege vom Anhalter Bahnhof zum Stettiner Bahnhof in Berlin mit ihm zusammen in das Haus derrusfis ch e n Handelsvertretung zu gehen, von dem er behauptete, es sei ein Casö. Dort wurden die Beamten von einigen Freunden Bozenhards einige Zeit festgehalten, bis der Kommunist entflohen war. und bie Berliner Kriminalpolizei nahm das zum Anlaß, ohne Rücksicht aus die Erterritorialität des Hauses eine 5■ u - chung vorzunehmen unb fünf russische Beamte zu verhaften. Die Befreiung BoAenhards unb bie anschließende Haussuchung führte bann zu einem schweren diplomatischen K o n s l i t t zwischen der deutschen unb der russischen Regierung. Ungefähr ein Jahr vorher erregte eine andere Befreiung eines politischen Gefangenen in Deutschland gewaltiges Aufsehen. Als nämlich der bekannte Kapitän Ehrhardt nach bem Kapp-Putsch verhaftet werden sollte, bewahrte er sich seine Freiheit durch die Flucht nach München wurde aber am 30. Rovember 1922 dennoch verhaftet und nach Leipzig überführt. Dort wurde er am 13. Juli 1923 von Gesinnungsgenossen aus der Untersuchungshaft befreit. [ Bon Casanovas berühmter Flucht aus den Bleikammern von Venedig bis auf den heutigen , Tag sind Ausbrüche und Befreiungen von politischen und gemeinen Verbrechern immer wieder , vorgekommen: man kann eben nicht jeden Haft- i ling fo streng bewachen wie den Schwerverbrecher ■ Paul Görisch. der zweimal entfloh und bei nigstens Mensch s e i n ! Die Beschäftigung seiner Miißcstiinden, fein Geld, die Erzeugnisse, die ihm die Serienfabrikation in Massen zur Dersügung stellt, mögen ihm dann vielleicht jene Würde des intellek- tiiell unabhängigen Menschen wiedergeben, deren die mehr und mehr organisierte Arbeit ihn beraubt. Eine soziale Umwandlung von unermeßlicher Tragweite ist das Ergebnis dieser GejeUsck>!fls- Ordnung, die alle Kräfte einem einzigen Ziele unter- ordnet. Der Mensch, mehr Mittel als Zweck, nimmt feine Rolle, Bestandteil einer Maschine zu sein, hin, ohne auch nur einen Augenblick daran zu denken, daß er sich dadurch herab setze. Aber eingeklemmt zwischen dem kläglich entwickelten Individuum und der allzu mächtig organisierten (tzesellschast, findet sich die Familie in ihrem Wett herabgesetzt. In den Augen derjenigen, die nur darnach trachten, den größtmöglichen Ertrag der menschlichen Gesellschaft zu erreichen, ist die Familie beinahe wie ein lästiges Wehr, das die Strömung aufhält. Unter dieser sozialen Zucht scheinen besonders d,e besten unter den erst schlecht assimilierten F r e m - den zu leiden. Auch vereinzelte Amerikaner altem Jahrgangs lehnen sich dagegen aus. Doch die I u • gend zeigt nicht die geringste Austehnung ober Reaktion gegen die Tyrannei der Vlasse: sie nimmt sie als s e l b st v e r st ä n d l i ch hin. denn sie denkt nicht individualistisch: das Regime paßt ihr. Urteigene zieht sie daraus so großen Gewinn, befindet sie sich so wohl beschützt, ist der Gedanke, an etwas mitzu- arbeiten, bas größer als sie selbst ist, so berauschenb, daß bei bieser mystisch gefärbten Hingabe an das Ideal der Masse alles Uebrige vergessen oder sicher nicht bereut wird. Wir werden aber nicht aushoren. zu fragen, ob in dieser Atmosphäre das Individuum weiterleben kann. Läuft Amerika in feiner Begeisterung, einen unvergleichlichen materiellen Erfolg zu verwirklichen, nicht Gefahr, die Flamme persönlicher Freiheit zu ersticken, bie bas wirtschafllich vielleicht kindliche Europa als eines der größten Güter der zioiliserten Menschheit betrachtet hat? , So beschleicht im Momente, ba die Vereinigten Staaten sich in einem Zustande allgemeiner Prosperität befinden, wie ihn die Welt überhaupt noch nie gekannt hat, ein Zweifel ben unparteiischen Beob- achter. Wirb diese unerhörte Demeisterung ber Guter dieser Erbe zu einerhoheren Kultur führe n ? Europa, die Begründerin ber modernen Methoden der industriellen Großproduktion, stutzt erschrocken ob dem Anblick der letzten logischen Aus Wirkungen seines Vorgehens. Erfüllt sich sein Schick sal, indem cs diese Folgen omrimmt? Würbe es nicht Gefahr laufen, feine frühere Kultur Goß- .zustellen, eine Kultur, bie mit Fordisierung unver einbar ist und bie vielleicht Europas eigentlichster Ausdruck war? Wenn gewisse Europäer die Industrie des alten Kontinentes nach amerikanischem Muster verjüngen wollen, fo zaubern anbere unb betrauern die Vergangenheit, weil fie besser und verfeinerter war. Wenn sic nach ber Neuen Welt reisen, so eftcheint ihnen Europa von brüben besehen ander», als sie sich es dachten, anders auch, als europäische Denker cs ihnen geschildert litten. Ziehen sie ben Vergleich mit Amerika, fo sehen fie, daß in der Wertordnung Europas nicht einzig bie Verfolgung materiellen Wohlstandes geachtet wird, fonbern baß das freie, nicht auf materiellen Gewinn bedachte Denken noch in hohem Ansehen steht. Wer ihn zum ersten Male sieht, derrkt wohl 'unächst: Ein gut auSschender, gepflegter, junger Man", vom Schicksal für den Frack bestimmt, für abgetönte Salongespräche. für die Begleitung junger Damen. Dann traut man ihm plötzlich nicht mehr recht: Man sucht sein glattes Gesicht ab und findet zwei heimliche Mundwinkel. Und immer gerade, wenn seine kultivierten Sätze i , am konventionellsten sind: bei Sprichwörtern oder I Rachfvlger von Alfred Handelt es sich zwischen Europa und Amerika nicht viel weniger um einen geographischen Unterschied als um Len Gegensatz von zwei aufeinander- folgenden Zeitaltern unserer westlichen Kultur, die zwei verschiedenen Lebensauffassungen entspre- chen? Die eine erblickt im Menschen nicht nur ein Produktionsmittel und Instrument des materiellen Fortschrittes, sondern den unabhängigen Geist, dem in sich selber ein Ziel gesetzt ist: ine andere, die Auffassung der industriellen Massenproduktion, stellt den ganzen Menschen, samt und sonders, in den Dien st des materiellen Zielst redens. So betrachtet, treten — eine eigenartige Perspektive — gewisse, europäischem und asiatischem Denken gemeinsame Züge hervor: die Auseinandersetzung wird auf eine breitere Basis ge- stellt, sie wird zur Rede und Gegenrede zwischen Ford und Gandhi. Zwischen Flensburg und der Königsaue. Don unserer 'Berliner Redaktion. Der Versailler Vertrag hat dafür gesorgt, daß Deutschland im Vörden wie im Süden, im Osten wie im Westen gleichzeitig bluten und wertvolle Teile feines nationalen Bestandes Vergeben muhte: schon um überall an unseren Grenzen freiwillige Wächter aufzustellen, die eine antideutsche Politik machen muhten, wenn sie ihren Raub nicht wieder zurückgeben soffen. Auf diese Weise hat Dänemark den nördlichen Teil Schleswig-Hol st eins „erobert", freilich unter dem Deckmantel einer Volksabstimmung. Wie solche Abstimmungen mit Hilfe einer feindlichen Besatzungsmacht gehandhabt werden, wie vor allem die Zahlenergebnisse aus- gewertet werden, das haben wir am schlagendsten in Obcrschlesien gesehen. Aber auch in Nord- schleswig ist es nicht viel anders gegangen, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß die Abstimmung unter den deprimierenden Rachwirkungen der Riederlage und unter rücksichtsloser Ausbeutung wirtschaftlicher Röte erfolgte. Die Dänen haben 1920 den Stimmenfang glänzend organisiert, der Volksmund hat eigens den Begriff der „S p e ck-- dänen" geprägt, für die Leute, die sich durch Speckpakete oder andere handgreifliche Vorteile zur Stimmenabgabe für Dänemark einfangen liehen. Aber die Ernüchterung hat nicht lange auf sich warten lassen, die Dänen sind als Erlöser ins Land gezogen: viel Freude an ihrem neuen Erwerb haben sie nicht gehabt. Die ehemals deutschen Gebiete waren industriell und agrarisch aus das deutsche Hinterland e i n g e st e l l t. Rachdem ihnen nun durch eine willkürlich gezogene Grenze diese Verbindungen abgeschnitten waren, sahen sie mit ihrer Produktion fest, die in Dänemark nicht unterzubringen war. Und das Ergebnis ist eine wirtschaftliche Krise gewesen, die, wenn heute noch einmal ab- gqsttmmt würde, vermutlich auch dreiviertel der Dänen veranlassen würde, für die Rückkehr nach Deutschland zu stimmen, weil sie in ihrem jetzigen Zustand kaum imstande sind, Haus und Hos vor dem drohenden Bankrott zu halten. Trotzdem haben die Kopenhagener Eiderdänen die Politik der nationalen Vergewaltigung nicht aufgepeben. Das Deutschtum in der Rordmark kämpft einen schweren Kampf gegen Vergewaltigung und Unterdrückung. Als letztes Hilfsmittel hat der deutsche Abgeordnete Schmidt-Wodber, der Sprecher der deutschen Minderheit im Folketing einen Gesetzentwurf eingebracht, der für die Deutschen die Selbstverwaltung in Kirchen und Schulen sicherstellen will, um s i e wenigstens vor dem nationalen Terror zu schützen. Viel Hoffnung auf einen Erfolg seines Vorstohes wird er freilich selbst nicht haben. Die Dänen stellen sich plötzlich auf den Standpunkt, daß ein Minderheitenrecht nur dort besteht, wo Unterschiede in der Rasse, Sprache und Religion gegeben sind: was sie — mit Recht — für Rasse und Religion in Nordschleswig ablehnen. Daß sie aber dabei gleichzeitig auch dem moralischen Anspruch, den sie früher aus Rordschleswig geltend machten, nachträglich den Boden wegziehsn, übersehen sie. Sie übersehen auch, daß gerade in Rordschleswig die Gefahr eines Hinüberspringens der nationalen Gegensätze ins Wirtschaftliche sehr groß ist, daß bann aber die Frontstellung ganz anders wird, weil auch ein großer Teil der Dänen dann mit den Deutschen nicht nur kulturelle, sondern and) wirtschaftliche Autonomie verlangen und damit die Loslösung Rordschleswigs von Dänemark einleiten wird. Was für die Dänen um so gefährlicher ist, als ja ohnehin die Grenzziehung, wie sie uns nach der Abstimmung aufgezwungen wurde, auf die Dauer politisch, national und wirtschaftlich unmöglich ist. Oberheffen. Fortbestand der Primen der Oberrealschule Buhbach. * Butzbach, 13. April. (Gig. Drahtbericht.) Am Ostersamstag erhielten die Eltern der Schüler der Obersekunda die Mitteilung, daß der Fortbestand der Primen der hiesigen Oberrealschule zweifelhaft sei. da die notigen Wittel In Höhe von 20 423 Mk. im Voranschlag für 1928 nicht aufzubringsn seien: sie sollten vorsorglich die Kinder anderwärts an* melden. Darob große Erregung, eine Einberufung einer Bürgerversammlung, in der die erschienenen Stadtverordneten gebeten wurden, für den Weiterbestand der Oberklassen einzutreten. 3n der gestern abend abgehaltenen Stadtver- ordnetensihung wurde nach eingehender Aussprache, an der sich in der Hauptsache die bürgerlichen Parteien beteiligten, auf Antrag des Stadtverordneten E i n b r o d t der Beschluß gefaßt, die Oberrealschule als Voll- anstalt weiterbestehen zu lassen. •Heber die Aufbringung der Mittel soll der Finanzausschuß beschließen. Gegen den Antrag stimmten die Kommunisten. Die Sozialdemokraten enthielten sich der Stimme, weil sowohl den Beigeordneten, als auch der Stadtverordnetenversammlung von dieser einschneidenden Maßnahme vorher nicht Kenntnis gegeben worden war. Seitens der Stadtverwaltung wurde noch folgende Entschließung vvrgeschlagen, die einstimmig angenommen mürbe: „Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Butzbach richtet an die hessische Regierung in letzter Stunde das dringende Verlangen, die Gemeinden bei der Erhaltung der höheren Schulen zu unterstützen. Gerade die Doffanstalten in den zentral gelegenen Phönix Hermlannm. Eine Römersiadi, die ans der Asche entsteht. Don unserem Sonderberichterstatter Or. Hermann Budzislawsli. chonen, iem Boden nie- Jahre, im April 1927, hat man nun endlich in großzügiger Weise begonnen, die alte römische Stadt wieder aufzudecken. Längst hatte sich indessen die vergeßliche Bevölkerung dieses scho unheilvollen Landes wieder auf bi bcrgelaffen, der auch nach der Katastrophe des Jahres 79 häufig von Erdstößen erschüttert wurde. Aus der Lavaschicht, über der Stadt Herculanum, stehen heute die drei Orte Portici, Refina und Torre bet Greco, enp verwachsen mit Neapel, lachende, schmutzige, kinderreiche, vergnügt-traurige Orte, wie sie überall in Süditalien zu finden sind - im ursprünglichen Sinne deö Wortes auf dem Vulkan tanzend. Langsam werden große Teile von Portici, Refina und Torre del Greco wieder verschwinden müssen, denn der Boden soll jetzt den Raub wieder herausgeben, den er vor 2000 Jahren begangen hat, und der Spaten, ober richtiger: die Bohrmaschine ist schon an der Arbeit, Herculanum von seinem steinernen Leichentuch zu befreien. Professor M a j u r i, dec Direktor des berühmten Nationalmuseums in Neapel und Leiter der pompejanischen und herculanischen Ausgrabungen, schildert mir in seinem Arbeitszimmer die Fortschritte, die im letzten Jahr gemacht worden sind und von denen die ganze Welt Wunderdinge erwartet. „Es sind die schwierigsten Grabungen, die je gemacht wurden", sagt er, „nicht zu vergleichen mit denen in irgendeinem Teil der Welt. Aber dafür darf man hoffen, Landstädten müssen im Interesse der kulturellen Entwickelung unseres Volkes erhalten werden. Dies ist den Gemeinden infolge ber fortwährend steigenden finanziellen Lasten allein ohne ilnter- stühung des Staates nicht länger möglich. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Butzbach erwartet deshalb l.baß die nach dem Kriege ausgebauten Voll- anstalten denjenigen, die vor dem Kriege errichtet wurden, finanziell gleichgestellt werden; und 2. daß eine gesetzliche Regelung ber G a st - schulbeitrüge zur Entlastung der Schulsitzgemeinden baldigst herbei- geführt wird." Liebestragödie in Bad'Aauheim. WSR. Bad-Nauheim, 12. April. Heute abend 5.30 Uhr erschoß hier in der Ludwig- straße ein Student die Tochter eines hiesigen ArzteS. DaS Mädchen saß mit feiner Mutter auf einer Dank, als ber Student Plötzlich auf beide zutrat und die Tochter durch zwei Schüsse aus einem Armeerevolver nieder- streckte. Hierauf richtete der Mörder di« Waffe gegen sich selbst und brachte sich einen tödlichen Schuß in die Schläfe bei. Zwischen den beiden jungen Leuten bestand seit längerer Zeit ein Liebesverhältnis. Es handelt sich um den Sohn und die Tochter von zwei angesehenen hiesigen Aerztefamilien. Das Liebesverhältnis zwischen den beiden jungen Leuten wurde von per Familie des Mädchens nicht geduldet. Der junge Mann war 24 (Zähre alt unb studierte in Gießen Medizin: das Mädchen war 21 Jahre Vor genau einem Jahr hat die italienische Regierung die Ausgrabung der im Jahre 79 n. Ehr. verschütteten bedeutenden Stadt Herculanum im größten Umfang in Angriff genommen. Unser Sonderberichterstatter schildert auf Grund einer längeren Unterredung mit Prof. Majuri. dem Direktor des Nationalmuseums in Neapel und Leiter der pompejanischen und herculanischen Ausgrabungen, den augenblicklichen Stand der bedeuffamen Arbeiten. Neapel, im April. Wenn die untergehende Sonne den Vesuv violett überflutet und die dicken, schweflig- schmutziger Watte ähnlichen Wolken, die dem Krater entsteigen, purpurrot aufleuchten, wird der Wanderer, bet vom Posilip nach Neapel schlendert und die blauen, grünen, gelblich-roten und purpurnen Farben des abendlichen Meeres bewundert, von einem leichten Grauen vor den dunklen Gewalten gepackt, die geheimnisvoff im Innern der Erde walten und an dieser Stelle großartig, majestätisch, drohend dem menschlichen Auge sichtbar werden. Am Tage freilich sieht der Vesuv ebenso harmlos aus wie der Aetna, dieser schneebedeckte, 3000 Meter hohe Berggipfel Siziliens, oder der Stromboli, der kegelförmig aus dem Meere auftaucht und im Abstand von ein bis zwei Stunden Lava und Asche ins Wasser sendet. Gewaltig, furchterregend ist jedoch ber Eindruck, den man erhält, wenn die Dämmerung den Vulkanen ihre Schwerfälligkeit zu nehmen, die feuerspeienden Berge zu lebendigen, unheildrohenden Wesen zu machen scheint. Unvorstellbar, daß Menschen den Mut aufbringen, solcher Naturmacht zu trotzen. Dennoch — an den Abhängen des Vesuv und des Aetna steht Haus an Haus, und sogar der Stromboli, dieser grausige Vergkegel von 800 Meter Höhe, rings von einer Wasferwüste umgeben, ist besiedelt, bietet über 2000 Menschen Obdach. Unglücksfalle, die die wackelnde Erdkruste verschuldet hat, scheinen schnell vergessen zu werden. Bei dem Erdbeben, das vor 20 Jahren Messina heimsuchte, sind allein in dieser Stadt 84 000 Menschen ums Leben gekommen, und heute wohnen in dem barbarisch häßlichen Messina, das die modernen Italiener für die schönste Stadt ihres Landes halten, wieder 120 000 Menschen. Fährt man durch Sizilien ober Calabrien, so erfährt man, daß fast jeder Ort ein ober mehrere Wale durch Erdbeben zerstört worden ist: stets wurde er bald darauf wieder aufgebaut. - Auch die Bevölkerung, die vor 2000 Jahren am Fuße des Vesuv lebte, war nicht furchtsamer. 3m 3ahre 29 n. Ehr. richtete ein Erdbeben in Pompeji und Herculanum heftigen Schaden an; 13 Jahre darauf ließ Vespaffan Herculanum neu aufbauen — aber schon im Jahre 79 n. Ehr. erfolgte eine neue Katastrophe. Bei einem furchtbaren Ausbruch des lange Zeit erloschen geglaubten Vesuv wurden Pompeji und Herculanum unter Massen von Asche, Lava, Tuff und Bimsstein begraben, und bis jetzt ist eS erst gelungen, Pompeji wieder auszugraben, während Herculanum noch immer unter einer 15 bis 20 Meter hohen Steinschicht wie in einem Sarge ruht. Vor genau einem Dinge zu sehen, die selbst Pompeji nicht bieten konnte. Die Flüchtlinge aus Pompeji haben ebenso wie die Bauern, die später in dieser Gegend wohnten, unermüdlich die Trümmer ber verschütteten Stadt nach Schätzen durchsucht, Kostbarkeiten auf eigene Faust ausgegraben und die Steine der oberen Stockwerke für neue Bauten verwendet, so daß Pompeji heute nur einen unvollkommenen Eindruck von einer alten römischen Stadt vermittelt. Die dicke Steinschicht. die über Herculanum liegt, hat eine ähnliche Beraubung verhindert. Dazu kommt, daß diese Stadt weit mehr Kunstwerke besaß als die Handelsstadt Pompeji". 3n Herculanum hatten die reichsten Römer ihre Villen, unter anderen auch Gäsars Schwiegervater LuciuS EalpurniuS Pifo Eaefo- nius, ber bei der Verwaltung Mazedoniens phantastische Reichtümer erworben hatte und sein Geld dazu benuhte, eine kostbare Sammlung von Plastiken anzulegen, die man schon vor langer Zeit auSgegraben hat. 3n dem Haus des Piso hat man außerdem eine große Bibliothek gesunden, die einige bisher unbekannte, für die Philosophie des Altertums sehr bedeutsame Schriften des Epikur enthielt. 3n Herculanum haben auch bedeutende Gelehrte des Altertums gelebt, und Professor Majuri ist fest überzeugt, daß wichtigste Werke und kostbare Bronze- plastiken bald gehoben fein werden. Schon die unsystematischen, planlosen Grabungen früherer Zeit haben Kostbarkeiten zutage gefördert, die heute Glanzstücke des Nationalmuseums in Neapel bilden. Da sieht man die prächtigen Reiter- ftatuen des jüngeren und des älteren Marcus Nonius Baloo. den würdigen Kopf des Euripides, strenger gehalten als die enffprechenden Plastiken aus ber Sammlung Farnese, ein wunderbares Bronzeporträt von Scipio Africanus dem Aelteren, der einen ganz modernen, scharf um- riffenen Kopf hatte und mit dem energisch vorspringenden Römerkinn, dem harten, nachdenklich weiffchauenden Blick, den glatten festen Lippen einen unvergeßlichen Eindruck macht, und schließlich, neben Atlethenköpfen, Epheben, zwei Kämpferstatuen von lebendigster Schönheit, neben vielen großen und bedeutenden Plastiken den durchdachten, von Gedanken zerwühlten, mit struppigen Haaren bedeckten Bronzekopf des Seneca, ein Meisterwerk ohnegleichen. Ein unbeschreiblicher Gegensatz zwischen diesen Kunstwerken, die in der Erde ruhten, und der traurigen Vorstadt-Wirklichkeit, die sich über dem alten Herculanum heute erhebt, und durch die man endlos mit der Straßenbahn zu den Grabungsstcllen fährt. „Es besteht kein Zweifel, daß dort unten wertvollste Kunstschätze in großer Zahl ruhen", versichert Professor Maiuri, „und es wird nicht mehr lange bauern, bis sie der Menschheit wieder gehören werden. Vor genau einem Jahr wurden die Arbeiten von neuem auf genommen; zunächst wurden die oberen Stockwerke von drei Häusern freigelegt und Straßenzüge festgeftc-llt, die nun systematisch freigelegt werden sollen. Dabei wird besonders auf die Erhaltung ber oberen Stockwerke Rücksicht genommen, die in Pompeji vernichtet sind. Schon jetzt hat mgn viele Dinge gefunden, die im benachbarten Pompeji zerstört wurden; alle Gegenstände aus Holz find nämlich in Pompeji durch die einbringenbe Feuchtigkeit verfault, während sie in Herculanuin erhalten blieben, da das Wasser die 20 Meter tiefe Lavaschicht nicht zu durchdringen vermochte. Betten, Schränke, tausend Dinge sind in eine Art Kohle verwandelt („carbonizzato" sagte Professor Majuri) und zeigen anschaulich, wie man vor 2000 Jahren gelebt hat. 3n einem weiteren 3ahr wird man so weit sein, daß auch für Laien der Besuch der neuen herculanischen Ausgrabungen lohnend fein wird'. — Wie lange wird es dauern, bis die ganze Stadt wieder zu sehen ist? — „Hm Pompeji auszugraben, hat man zwei Jahrhunderte gebraucht", erwidert Professor Majuri. ..Herculanum wird In fünf bis sechs 3afrren so sehenswert wie Pompeji fein. Die italienische Regierung gibt Millionenbeträge für die Ausgrabung, und von englischer Seit? ist ebenfalls ein gewisser Betrag zur Verfügung gestellt worden." Die Finanzierung scheint also gesichert zu sein, und schon in kurzer Zeit werden wir in den Dillen reicher Römer spazierengehsn können, deren Einrichtung unversehrt erhalten geblieben ist, da die Natur den Ort mit einem steinernen Panzer von ber Außenwelt abschloh, als wollte sie späteren Generationen ein authentisches Denkmal einer unerhört reichen und entwickelten Kultur erhalten, die vor zwei 3afn x ten für die Ewigkeit geschaffen schien und heute nur noch mühsam aus Trümmern zu rekonstruieren Ist. alt. Die Tat geschah, als Mutter und Tochter auf einer Bank die Rückkehr des Vaters 'abwarteten, der in einem gegenüber liegenben Hause einen Krankenbesuch machte. Das junge Mädchen wurde noch lebend In bas Kranken hau« gebracht, wo es aber bald nach der Einlieferung v e r - starb. Der Täter starb bald nach dem tödlichen Schuß, ben er sich in ben Kopf beibrachte. Landkreis Gietzcn. Beuern, 11. April. Gestern, am 10. April, mar ein Jahr verflossen, dah unsere Autolinie eröffnet und dem Betrieb übergeben wucke. Aus diesem Anlaß hatten geschäftig Hände unfern V«r. kehrsomnibus mit Girlanden festlich geschmückt. Der Errichtung unsrer Autolime stand vor Jahresfrist ein Teil unserer Einwohner sehr skeptisch gegenüber, da mit Rücksicht auf die zu befahrende kurze Strecke Beuern—Äroßen-Buseck bk Rentabilität des Unter» nehmens stark angezweifelt tourte. Das Ergebnis des abgelaufenen Jahres hat nun bewiesen, daß die gehegten Bedenken unbegründet sind. Das Berkehrs- auto wirt außer von der Arbeiterschaft, für die es ja besonders ein« große Erleichterung bedeutet, da ie morgens und abends von und zur Bahn befördert werden kann, auch von dem übrigen Teil der Bevölkermrg unseres Ortes regelmäßig benützt. Die Linie ist sozusagen ein Bedürfnis für unser abseits oom Verkehr gelegenes Dorf aeiüorten. Auch die finanzielle Seite kann als zufriedenstellend ang< sehen worden. Der Verkehr hat sich in letzter Zeit erbebtiib gesteigert. Der Unternehmer hat sich in- olgedessen vor acht Tagen erschlossen, einen mo« xmen geschlossenen Sechsfi verwogen, der sich be« onders zu Krankentransporten und Sonderfahrten eignet, m Betrieb zu stellen. Sa besondi Werks ti Sunlichl verschrr Schaum allem S, altes ei mm hört. Sur der emp; die Frau jeher ihi Reinigur Dot Kreis Alsfeld. LJ Ober-Ohmen, 12. April. Linser Rathaus, ein schöner Fachwerkbau, soff neuen Anstrich erhalten. Wie man Ä0| lseuerl L'-Va» S6,0et Won ?äun9:i8a 1el'hldj ua Ml * den-,,., S* un?ä' u!t, Don bi Sarnen bevor "'»mU ü-rige Lf Tin rL» 0t-ts-bnai :]LS zrank' Az.iidcr. Der IKung einst«"" SErtet der Kas rfetclt ««J lESotibest D & er wies ii. a ' »MlcüE ve fanden HW *üt X •n* werde. -in Hamburg. U Drrdearbcit. lv tunte* ® 3-, treteti der M xSÄfS t lich ssten Snw fakt; er hob d soll habet der Vorbau über ber Trevpe, bet dem ganzen Gebäude seinen altertümlich«,, ehrwürdigen Charakter verleiht, Wegfällen, ba einige Balken und Sparren im Lause ber Zeit morsch geworben find. Es wäre schade, wenn dies die Gemeinbevrrtretung zuließs. Dies, Balken sind doch wohl ohne besondere Wüy« zu ersetzen. Es wäre angebracht, die Gemcind, holte sich einmal von dem Denkmalpfleger für Hessen, Professor Walde in Darmstadt, cü Gutachten über die geplante Renovierung tet Rathauses ein. Die Unfoften hierfür sind nicht sehr bedeutend, und die Gemeinde hat bic Gewähr dafür, daß die Renovierung in sachgemäße, Weise erfolgt. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 12. April. Die Frei, willige Sanitätshauptkolonne be< geht in diesem Jahre ihr vlerzigjäbrig«>< Bestehen. Um dieses Jubiläum würdig z» feiern, werden schon feit geraumer Zeit vom HauptfestauSschuß und einer Anzahl von sinter« ausschüssen umfangreiche Vorarbeiten für daß Fest erledigt. Die Festfolge ist bereit« in ben Hauptzügen festgelegt. Dem Empfang der auswärtigen Gäste am Samstag, 30. 3unl, mittags, soll sich eine Besichtigung der Ausstellung ober der Sehenswürdigkeiten Darmstadt« anschffeßen. Am Abend versammeln sich alle Festteilnehmer zu einem Begrühungsabend mit buntem Programm, zu dem namhafte Künstler ihre Mitwirkung zugesagt haben. Al« Hauptfesttag il Sonntag, 1. Juli, vorgesehen. ®« ist beabsichtigt, vormittags einen feierlichen akademischen Festakt zu veranstalten, an den sich dann eine eingehend, Besichtigung der Ausstellung anschließt. dieser Ausstellung sollen Krankenbeförderun^s- mittel Derinfektions- und Wiederbelebungsgerät, und dergleichen gezeigt werden. Große Fachfirmen aus Darmstadt, Frankfurt usw. hab« ihre Teilnahme zugesagt. Die Ausstellung wird einige Tage vor und nach den Hauptfesttagen in der Darmstädter Festhaffe offengehalten. Um 14 Uhr wird sich ein Festzug der hiesigen und auswärtigen Mitglieder der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz durch die Straß« der Stadt bewegen. Der Zug wird sich an ber Festhalle auflösen und hier soll alsdann eine große Schauübung abgehalten werden, um die Leistungsfähigkeit ber Freiwilligen Sanitätskolonnen vor aller Oeffentlichkeit zu zeigen. Preußen. Zum Marburger Irauenmord. WSR. Marburg, 12. Aprll. Bei der gerichtlichen Besichtigung des Tatorte« der Ermordung der Frau Krämer trug der jugendliche Mörder Weil ein zynisch-dreistes Wese« zur Schau, ör hat trotz feiner 17 Jahre scho» manches auf dem Kerbholz und deshalb auch ost Bekanntschaft mit der Polizei gemacht. Wie die „Obechess. Ztg." erfährt, hat er zuletzt Einbrüche in Ntederbeisheim, Homberg und Marburg verübt. Die gerichtliche Leichenöffnung hat ergeben, daß ber Tod durch eine schwer« Zertrümmerung des Lchädelknochens mit Verletzung des Gehirns verursacht ist. Der Täter hat m't einen Holzknüppel jein Opfer mit großer Gewalt so lange auf den Kops geschlagen, bis ber Tod eintcat. Zunächst hat Weil ein Sittlichkeitsverbrechen an b« Krämer ausgeführt und sie bann getötet, um bte einzige Zeugin der Untat stumm zu machet, Rach T'erübung dieses Verbrechens hat er in derselben Nacht noch ein Gartenhaus al Rotenberg erbrochen. Weil ist am 12. Wäch 1911 in Offenbach geboren. Obwohl er die Tat an sich nicht bestreitet, hat er gegen den Haff» befehl Bestywerde eingelegt. Oie neue Mordtat auf dem Westerwald WSR. Wirges, 12. April. Die furchtba« Fa milien trag ödie, die sich voraesteM abend hier abspielte, hat nunmehr ein drittes Opfer gefordert. Wie berichtet, wurde b* Bruder der Geliebten deS Arbeiters Frort L a m o 11 c ebenfalls von dem Mörder uep Selbstmörder durch zwei Revolverfchüffe nieder» gestreckt. Er war so schwer verletzt »orpe* bah er in das Dembacher Krankenhaus Lberfüho werden muhte, wo er noch in ber gleichen Nacht cP G r ü n i n gen, 12. April. Die Einsegmurn der diesjährigen Konfirmanden fand am zweiten Osterseiertage statt. Es wurden 13 Kinder, 8 Mädchen und 5 Knaben, konfirmiert. Die Feier fand noch eine Verschönerung durch zwei gut porgetragens Lieder der Schulkinder unter Leitung des Lehrers E i f f. Mit Beginn btt neuen Schuljahres kommen 20 Kinder zur Schulaufnahme. Da 13 Schüler an Ostern zur Entlassung gekommen sind, erfährt die Ge- sarnffchülerzahl keine wesentliche Aenderung. Kreis Büdingen. tz. Bad Salzhausen, 12. April. Rach kurzem Kranksein starb hier die Dadekassiererni und Gemeinberechnerin Anna K o r e l l Wwe. geb. Schwan. Sie hat die beiden verantwortungsvollen Posten, die früher getrennt von Männern aus- gefüllt waren, viele Jahre mit großer Gewissen, Hastigkeit, Treue und Verständnis bekleidet und war daher allgemein geehrt und beliebt, nicht nur bei den hiesigen Einwohnern, sondern au( bei den Kurgästen. Sie hat ein Alter vo, 53 Jahren erreicht. — — Kreis Schotten. V Gebe rn, 12. April Am zweiten Oste» feiertag stürzte auf b:r Straße zwischen Wenings und Merkens ritz ein 28j ädriger Mann so unglücklich von feinem Fahrrad, daß er an den erlittenen Folgen gestern ver, starb. Der Verunglückte hinterläßt eine Witwe mit zwei kleinen Kindern. — Beim Holzsägen mit der Kreissäge schnitt sich am DieirStag em 22jäbriger Bursche aus Gedern im nah«» Steinberg den Daumen, Zeige- uni Mittelfinger der rechten Hand ab. ± Köddingen, 12. April. In unsere? Dorfe treten feit Ostern die Masern außer, ordentlich heftig auf. Fast der gro ß tß Teil der Schulkinder liegt krank darnieder. Da sich unter ben Erkrankten auch eine Anzahl Konfirmanden befinden, muß in diesem Jahre sogar die Konfirmation, Die acht Tage nach Ostern ftattfinben müßte, um einige Wochen verschoben werden. SU findet wahrscheinlich an Pfingsten statt. g au« ihre diesiahrtge Haupt, mit vorausgehender Wit- cs a m m l u n g Spotten. le Äon Meld. empfehlen wir zu außergewöhnlich billigen Preisen: 25ee ZeU.srb.SevvsoN 2.L6 Alle Preise verstehen sich einschließlich Flasche. <3.25 Ml „ R. 0. 7. 0.25 0.35 ", F>. 1.30 1.40 Kottvein LafelvotweU» LNsntagne Lprcchstunden der Redaktion. 12 bl» 1 Uhr mittag», 5 bl» 7 Uhr nachmittag Sometoq nachmittag qeschiostn^ Für unocdongl eingesandle TNonulkripk« ohne beigefügtc* Hüdpodo wird keine Gemshr übernommen Unjelgcnaullrägc sind lediglich an Hfl Geschäftsstelle ju richten BESTEGfiSCHAFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER «Plant? Aenovimmg b Men hierfür finb n: dir Gemeinde hat die S Renovierung in sachMä^ Lpd Herborn, 12. April Du» prcutzische CtaatdminifUtiuin hat dem Obertertianer - - — (Br* Helmut Keiner in innerungsmedailke f Gefahr verliehen. Krankenkasse mit ihren über 200 000 männlichen Stammversichcrten und mit ihrer a^gedehnten Fam'lienversichcrung eine der größten Krankenfassen überhaupt sei und damit einen wesentlichen Faktor in der Krankenversicherung bedeute. Tillkrei», Junggeselle :'HdttbTc,furbti)ie 8e- kannn'chau einer an» nand.Da" e.sb)we.m. l>lind nicht ausneichi- zwecks bald. Heirat. WuctGinbent.i.Vanb» w'rilch. Berm. vorh. Anon.zwecklos.Schr. Angb.u.OLSOa.d.iLA. Speise-Kar Wn in nur beiten Cualiiäten 13809D H.Trechsler, St»i»»tr.TI, T»L 1M1. Saure Hrbeit macht die abendlichen Mußestunden besonders genußreich, wenn all der Staub und Russ der Werkstatt erst einmal abgestreift ist. Da hilft die gute Sunlicht Seife wie keine andere! Sie reinigt die obgen verschmierten Hände leicht und gründlich; ihr herrlicher Schaum erfrischt den müden Körper und säubert ihn von allem Schweiß und Schmutz. Sunlicht Seife ist so rein und mild, daß sie selbst der empfindlichsten Haut nichts schadet. Dies wissen auch die Frauen und Mütter, ist doch die Sunlicht Seife von jeher ihr bester Helfer für die große Wasche und alle Reinigungsarbeiten Doppelstück 40 PIg. - Großer Würfel 35 Pfg. Handstück 15 Pfg Gemüse-Evbfen .voseO.OS Lunge Erbsen /. - MO LVeiSwew ‘asl Meitzer Llstbtveln 1.25 20ev Edenkobener 1.45 20ev ^vvenhesmev 1.80 25er Äierstein Domtnt 2.— 2Sev LiebfranmUtb 2.20 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Venera für Rj. 1928 liegt vom Samstag. 14. b. M. ab eine Woche zur Einsicht der Interessenten aus dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Pro- tokoll während der üblichen Dienststunden vorgebracht werden. 3892D Beuern, den 18. April 1928. Hessische Bürgermeisterei. Linden st ruth. ISA. Frankfurt a. M.. 11. April. Die ^«tichnationale Krankentasse, Auch der Werktätige liebt Sunlicht* Seife 2He»vürrh.Senevl»ev» 1.40 23ee RousNUon 1.66 2366 S-aulolals, Surg 2.- 2366 Medoe, «orbeaug. 2.26 bte QuatttStsmavke | lö 6- psb. 4.60, 4-, 3.40, 3.20, 2.80 | fc ’S. weißen Sonntag Zucker naä: mod. Neform- orunbfiiuen. Nets. Brau fonc. Edelkost. KrHaterlinni Jnr.g. Jeimletr. 8. 8ÄW in prima Qualität empfiehlt billigst W. Hantel, Tleuen Baue I. Teleph. 612. 45D Kostentose Feuerbestattung Cb«c Wartezeit gegen Zahlung manigcr Monardbeiträge. Sonder- Ableitung: Bargeldversicherung bU SUSORM^auchsürErdbeirattungzul. Politisch und religiös ueatral Rechtsanspruch Kein Kirchenaustritt! SkMlMllklW für den Bezirk (Dieben au organtsa- ,arisch und aauisitorisch gewandicn Herrn von bekannt. BerstcherunaS- unternebmen zu vergeb Fachmann au» d. StleinlebenSi od.BesialtuugS- dranchc bevorzug«. Günnige Tarife. weitgehd^Nnrerstützung,DirerttanS- vertrag. Angebote erbet um. ID 925 an Iivandendank,Ann^xp.,BernnW9 38V4id strafte 05. 4. S. Loeb, Bahnhofsiratze 52A. 5. Wilhelm Moeser, Mäusburg 1. Wilhelm Moeser, Seltersweg 38. Städtisches Gas- und Wasserwerk, Gartenstrafte 3. Verkehrsverein, Selterstor. Desgleichen bei sämtlichen Wagen- ■ar aus den verschiedensten Orten des Gebiet» itprnen waren Die Leitung der Versammlung - in der Hand de« 1. Vorsitzenden Hermann beider. Der Jahresbericht wurde vom * 'Jmann erstattet, der zu- t eb. 3m übrigen erfährt der „Rah. Bote" b, datz der Täter, der als Glasbläser in c Fabrik in Wirges tätig war. als roher > gewalttätiger Mensch bekannt und ! t nvt den Gerichten in Konflikt geraten war. verlgngte am Dienstag von dem ermordeten beiter Andreas Duboe die (Einwilligung zur c mit seiner Tochter Dieser widersprach und Tarn zu einem Wortwechsel der mit brr Tat ! Ogmotte endete. Oeutschnationale Rranfentaffe. ihm dies nicht, da er trog der Länge der Zeit nicht das Geringste dazu getan habe, sie wieder zurückzugeben, verurteilte ibn vielmehr wegen militärischer Unterschlagung. Wearn der beiden Vergehen erhielt H.. der wegen militärischen Diebstahls schon vorbestraft ist, eine Gesarntgesängnisstrase von drei Monaten zwei Wochen. Ausicrdem wurde aus Dienstentlassung gegen ihn erkannt. Äottoein Lavvaaona Xiter 1.15 Liter 1.36 GK»t»tad6« und iKonfttÄre« VisEslS»Solad6,3 tafeln 6.15 Kveme-pvaNnen ’iPfb 6.26 i2,nna ______ ... M verantivor, , ch ^tverwaitungsstelle Frankfurt a. M beten I?nl b°nSnnMüD' ? Ufcittflcbiet sich über Hessen-Rassau. Ober" fr Mit aST” l| e n, Rheinhessen und die Provinz Starken- erstreckt, hielt ihre diesjährige Kaupt« Schime in großer Auswahl, zu billigen Preisen. Heinrich Sack, Miltfiraße 19. Ltpglgwren. P irh,ir - 1 in wi -’Jj.iv ««« ♦bnl. 2frn . t>neiber. Der 3 o t'chäftssührer $off «Mtit) luven mit der 3ahr< folgen .D'd Mae^enden^richt'"über"da-'RechnungS- kitt sich m ÜR mVni» der Gesamtkasie, der von den Vertretern ------------------------------^.rh, 'ÄÄ” ■•»SörJE it besonderer Befriedigung ausgenommen wurde, rd-er wie- u. a. besonders darauf hm, datz die hl «enleitung der am 8. 3uni in Dresden fifltt- rdemden Hauptversammlung der Kasse -öor- s.^ge zur Erweiterung b e r ß e t ft u n g c n täin toerbc. Der Leiter der Werbeabteilung Hamburg. Ullrich, hielt einen Vortrag über i n öe r liM i 87? ' Hamburg. Ullrich, hielt einen -oonrag uuvl ter hin 1< rbearbeit. worin er die Vorzüge der Berufs« ?• ‘Äffe, wie Freizügigkeit. Leistungsaus- oen befinden ,ung aü 52 Wochen, forme btc Samthen- ])II ( herausstellte. In dem Schlutzwort des Ver» r.wrs der Kafsenleitung kam besonders der Dank 6r alle die Mitarbeiter zum Ausdruck, die tm ^offenen Gcschüstslahr an der autzerordent- ) guten Entwicklung der Kasse mitgepolfen er hob hervor, dah die Deutschnationale MWekllll gemadlen.inPaviet- säckcn sämtliche Sorten Wtöihioei empfiehlt ad V. ger oder annelielert auy Bermendtinnüitelle s. Trechsler Sieinstr.7L Tcl.löttt Prima KiIÄM enivncbtt 02867 Louis Vogt Neucnwea 10, Televbon 1306 Starke MM NdgM- M» aller Art emufieblt M.Wll Gartenbaubetrieb, Am Nahruniibera 43 Tel. 1057. I3WD Zur Soorlsaisoii Fuhball - Stiefel Rennschuhe Marke «Adler-Palmen» Die DeronuSie Qaalilfilsmarte Tennisschuhe Turnschuhe | Marktplatz 2 Marktplatz 2 Deutschnationaler Handlungsgehilfen - Verband Montag, den 16. April, abends 8 Ubr, beginnt im Singsaal der Oberrealschule der für drei Abende berechnete Dortrag für Frauen u. Töchter über Süuglings- und Kinderpflege mit praktischen Vociührungen,Lichtbildern und fZilin. «Beranstaltet vom B. f. B.l EinlrittSkarien in unserer Geschäftsstelle. Babnhosftrane 71, erhält liefe.[02866 Damenfrisieren Shampoonierenmit prima Ondulation Bubikopf-Schneiden (vollendete Ausführung) sowie Maniküre und Vibrationsmassage mtd Beruh. Dosch Damen - und Herren • Friseurgeschäft Neuen Baue 12, Ecke der Weidengasse auch hi den hartnäckigsten I allen. toerden in einigen Tagen unter Garantie durch daS echte unschädliche TetnverschönerungS- mittet „Venus“ Stärke B iges. gesch.) WT beseitigt m Preis 2.75 Mk. Keine Schälkur. Nur zu haben bei: 84A Drogerie O.Wintcrboff, UrcuzpUS 16 Hindenburg-Drogerie, EelterSweg 68a Sonder-Verkauf vom 14. April bis zum 21. April 3866a Modehaus Carl Nowack - Gießen - 85 Seitenweg Statt Karten! RASSOL AlleN'Äuseck, den 13. April 1928 Caf€ Leib, Walltorstrafce, 3873D 02826 1 gr. ffl. Md. 1.75 Wir veranstalten in der Woche vom 14. April bis 21. April einen großzügigen Sonderverkauf in sämtlichen einfarbigen Wollstoffe- tür Kleider, Mäntel und Kostüme und gewähren während dxxer Zeit auf unsere schon bekannt billigen Preise und nur gu.cn Qualitäten einen Sonder-Nachlaß von zehn Prozent Es handelt sich um große Posten: Popeline, Rips- Popeline, Rips, Schattenrips, Epinglä, Ottomane, Charmelaine und Crepe Caid. Machen Sie von diesem außerordentlich günstigen Angebot den regsten Gebrauch. Es ist Ihr Vorteil! mengen. Verlangen Sie nur echtes Raflot in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel- apotheke Dietzen. Iu Haden in allen Apotheken. Drucksachen aller Art stattung stilrein und preiswert die vrübl'sche UniversttStr-Druck-rei. 8. Lange, Gießen, Zchulftr. 7 91 IIP Gerhmotno besonders auch kränkliche, WAX zurückgebliebene und solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes National-Sozialistische deutsche Arbeiter-Partei Ortsgruppe (neben Elisabeth Oöpp Heinrich Lepper Verlobte OetenO-VersamniM Sonntag, den 15. April 1928, nachmittags 3 Uhr, Es sprechen: Reichstagsabgeordneter Strasser und Stadtverordneter Sprenger, Frankfurt Eintritt 50 Pf, Erwerbslose gegen Vorzeigen des Ausweises 30 Pf. Volksgenossen erscheint in Massen! Der Vorstand. MEnisiüiöW Samstag. 14. April. abds.SUhr TANZ 3854D Morgen Samstag und Sonntag zur Messe Tanz im 02863 Saalbau auer y T’gii- W -Gasherde, neueste Modelle in spars.Gasverbrauch nicht übertr. Kohlenherde, Oefen. MrMevd & Sota 3428a Seltersweg 12 ZagdverpachLung. Die Nutzung der Jagd in dem Jagdbezirk II der Gemeinde Königsberg soll am Dienstag, dem 1.2Hai, nachmittags 5 Ufer, in der Wirtschaft Karl Georg Geller, dahier, öffentlich meistbietend auf die Dauer von fünf bzw. acht Jahren verpachtet werden. 3869V Gemäß § 21 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907, G. S. S. 207, bringe ich dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß die in Aussicht genommenen Pachtbedingungen vom 14. April 1928 ab zwei Wochen lang auf meinem Dicnst- zimmer öffentlich ausliegen und daß während dieser Zeit jeder Jagdgenosse sowohl gegen die Art der Verpachtung als auch gegen die Pachtbedingungen Einspruch beim Kreisausschuß in Biedenkopf erheben kann. Königsberg, den 11. April 1928. Der Jagdvorsteher. Lepper. DrnMznim sdiafft Ihnen Ruhe Dieser vor unwillkommenen Eindringlingen. Er schützt Ihr Anwesen, Ihren Obstgarten, Ihre Grundstücke auf Jahre hinaus, ohne daß Sie nennenswerte Unterhaltungskosten hätten. Ein Drahtzaun ist leicht aufzustellen, wegen seiner Dauerhaftigkeit billig und beim Einkauf von Drahtgeflecht, Bindedraht und Stützen bekommen Sie bei mir alle Anweisungen und alles nötige Handwerlrezeug dazu. I.B.Häuser,Bleien Am Oswaldegarten.Teteph. 660 1.50 i. beige Mädchen echt 1.36 1.66 I. Streif. Größe Sweater großer Auswahl kräftige Qualität in schönen Farben Wolle plattiert Strapazierqualität Jedes Kind erhält Schul-Strün kräft. Qual., schwarz, Zephir, einfarbig -Strickanzüge, Sweater, Westen, Pullover kräft B’wolle. für Alt.v.6—TJahren . an einen Riesenballon Einkauf von 1.80 1.7 Mädch Knab.-Hemdhosen weiß Trikot, kräftige Qualität n- Q 7 a - 7olle plattiert besonders halt- ar ...... Größe 3 2.00 1.1 - 2.60 Pullover 3.25 3.00 2.75 2.50 Leibchen porös, Rückenschluß, la Verarb. Seidenfl., meliert, m. bunt Rand -. 10 9 8 7 Gr Mädch.-Schlupfhos. Ja Kunstseide, gestreift in schönen Modefarben, für das Alter von 6—7 Jahren......... Mädch. Hemdhosen la Trikot, Windel form n- tiA 7A IV. „ kräftiges Hemdentuch, mit Feston Gr. 80 75 70 65 60 rjr Batisthemden uni in Farben sortiert Gr. 80 70 3.65 3.15 0.95 0.90 0.85 0.80 Söckchen la B’wolle mit Wollrand Gr. 10 9 8 7 1.15 1.10 1.05 1.00 Schul-Strümpfe ägypt. Mako, bes. strapf., gr.. Gr. 10 9 8 7 Aeilisl 1908in 1 n In den W W * *7 Sri» ™ . M und erst in die ö-tzw Kn rademubm fiffi in W J olhlnpilche Möcr haben 3*11 3° «s Meren > Svielergebnis jüngeren Rrar inb mit W. Schweizer Ma MgMg als M Lieg rr 6fnefodk oe seÄ vcke 5 stelckmg. Die Mar Mentors <2 sMünchen^ brecht sDüsl naucr, Pött rane), Hossn Sechehaye.(6 leher ('Bern), decke). Hein vÄftjilV. (6i man (ßugani der Äaitaf d Schon am Mannscha nia“ M ' auf Mgm 2eide Da stellung an für sich ji sollte mai überlegenh größeren sprechen, t ausgesprock Sc&cnfallg müssen um gleichwertig, cs ihnem C verein schul höhere Spiel Mit der auch die QI, Nannscha Mfe^Öerr Die j Wright bh 3‘- Sortierung ..^oria verlie no Sä". S5jie fra rMna&tC( moat bi- zu ^«rzveif, /1 Vater fc Krochen KQr ü Nicht m " tiel viel W Nr.8c Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag, (3. April (928 Turnen, Sport und Spies. 2:4 Nachdruck verboten. 37. Fortsetzung. verloren. Handball der O. T. Oie goldenen Berge. Vornan von Elora Diebig. Eopyrtght by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. Tv. Heuchelheim I — Io. 1846 I 2:6. Das Spiel der beiden Mannschaften am zweiten Osterfeiertag endete, wie zu erwarten war, mit einem Siege der Einheimischen. Sie waren ihren Gegnern taktisch und technisch überlegen. Nächsten Sonntag spielen die 1. und die 2. Mann- | schäft des Tv. 1846 gegen die gleichen des Tv. Dil- hatte das nicht gegeben. Die Kinder hatten angefcm- gen zu weinen, und das hatte der Vater gehört. Mit Rauheit hatte er sie zur Ruhe verwiesen, so daß sie keinen Laut rnehr wagten. Auch Peter und Paul hatten ihr Teil abbekommen: was, rauchen?! Er httte chnen die Zigarette aus der Hand geschlagen: waren sie Millionärssöhn«? Die Brüder murrten: sie selber hatten sich ja gor nichts zu rcmchen getauft, sie hatten's vom Kaspar Dreis, der hatte fte ihnen l-eute geschenkt. Mario war zusammengezuckt: wenn sie den Na- nien nur nicht mehr zu hören brauchte! Der Vater hatte kein Wort mehr eingewendet, die 8 rüber hat- ten sich die Zigaretten wieder aufgrtejen, und er tWr dann stumm noch der Tür gegangen. Wo ging er hin? Die Mutter hatte sich aufgerarft, sie ro.ir vor ihm bei der Tür und versperrte ihm sozusagen den Ausgong: „Wo willst« hin. Bremm?" „Geht dich nix an." Er hatte sie zur Seite geschoben. aber sie hielt ihn am Aermel fest und schrie jo laut, daß mon's durchs ganze Haus hörte: „Geh nit in den Keller!" Da hatte er die 5rau angesehen mit einem Blick, den man gar nicht vergessen konnte, den man nie vergesten würde, und hatte gesagt: „Memste, ich tun et nur zum Pläsier? Wenn keiner meinen Wem trinken will, muß ich ihn ,'elber saufen." Da war die'Tochter geflohen. Run lief sie schon lang herum in der Nacht, ganz planlos. Hinter ihr Dunkel, vor ihr Dunkel, sie sah keinen Weg. Ach. einen Ausweg sah sie ja auch nicht. Wohin sie sah, wohin ihr Blick suchend irrte, überall das gleiche traurige Schwarz. Das machte sie ganz verzweifelt. All das bißchen Fassung, das Maria^tagsüber sich noch erhalten hatte, war jetzt dahin. Sie hörte die Mosel rauschen, und in dies Rauschen hinein jammerte sie. Das starke Rauschen nahm ihr Jammern mit fort, niemand hörte sie. Sie rang die J)änbc über ihrem Kopf unb rannte weiter. Verzweiflung war in chr. mehr noch als Verzweiflung: Wut. Sre wollte ihres Schicksals ledig werden, wieder los fern das. was sie quäke, was ihr das Leben jetzt so verstörte. Und es ihr zerstörte für alle Zeit. Was das Ncttchen sagte, das war ja närrisch: die war so verrückt, daß sie sich gar nicht schämte.' Aber sie, Mana Bremm, sie schämte sich, unb darum mutzte sie das lenburg. Das Spiel der 1. Mannschaften dürsten die Gießener gewinnen, während beim Spiel der 2. Mannschaften der Ausgang offen ist. Handball der Sp.-Dg. 1900. ö. Nächsten Sonntag empfangen die Handballer der Sp.-Vg. 1900 die erste Mannschaft des D. f. L. Wetzlar. Dem Spiel der Senioren ist ganz besondere Bedeutung beizumcsscn. Zunächst durch den Umstand, daß es sich um die beiden führenden Lahntreismannschaften handelt, von denen jede die Hegemonie an sich reißen möchte. Zum anderen brennt der V. f. L. darauf, eine Revision der Lahnkreismeisterschaft, an der er nicht beteiligt war, durch einen Sieg über die Meistermannschaft der 1900er herbeizuführen. Da sich beide Mannschaften in ziemlich starker Besetzung gegenüberstehen werden, ist der Ausgang des Stumpfes schwer vor- auszusagen. Rein gefühlsmäßig möchten wir auf einen knappen, jedoch fid)cren Sieg der Leute um Paulus tippen. Die Spielvereinigungsleute haben, obwohl sie sich in letzter Zeit nicht unwesentlich ver- stärken konnten, doch immer noch nicht die Kampf- erfahrung, wie sie die Nachbarstädter In Spielen gegen starke Gegner zu sammeln Gelegenheit hatten. Hauptauöschuhsihung der O. T. Der Hauptausschuh der D.T.. der nächst dem Deutschen Tumtag die wichtigste entscheidende Behörde der D.T. ist, tritt vom 13. bi« 15. April in Karlsruhe zu einer Tagung zusammen. Die umsangreiche Tagesordnung beschäftigt sich u. a. mit den Vorbereitungen für das im Juli stattfindende 14. Deutsche Turnfest in Köln, mit der Gestaltung der Deutschen Turnschule, mit der Frage der Jugenderziehung und der Stellungnahme der D. T. zu anderen Verbänden, und mit der Erledigung der laufenden Vcrwaltungsarbciten. Im Rahmen der Tagung des AauptauSschusses wird auch, wie gestern schon gemeldet, eine Feier des 100. Geburtstage« von Alfred Maul stattfinden. Deutsche Waldlaufmeisterschaft (D. T.) Die Deutsche Tumerschast trägt am 22. April ihre Waldlaufmeisterschast in Erfurt aus. Die Laufstrecke beträgt 7.5 Kilometer. Sie fuhrt durch herrliches Waldgelände und bietet den Läufern reiche Abwechslung. Aach dem Lauf finden cm Handball-Länderspiel. ein Mannschasts-Speev- werfen und Staffelläuse statt. Deutsche Turuer beim Schweizer Turnfest. Zum Eidgenössischen Turnfest in ÖuAcrn wird die D.T. eine elf Turner starke Aiege entsenden. Für das Ausscheidungsturnen. das am Sonntag vor sich geht, können je sechs Bayern, Württemberger und Badenser, sowie vier Pfalzer gemeldet werden. Leiter der Aiege ist der Männer tum wart des TumkreiseS Bayern, Prof. Brechtel (München). Der Gau Hessen beim Deutschen Turnfest in Köln. Am 14. DeutschenTumsestinKöln wird sich auch unser Heimatgau Hessen in stattlicher Zahl beteiligen. Da schon mehr alS 700 Meldungen vorliegen und immer noch Vererne mit ihrem endgültigen Entschluß ausstehen, da ferner anzunehmen ist, daß bei der Aähc der Feststadt viele Turner der Gießener Gegend, btc für die ganze Zeit des Festes nicht abkommen können, aber vom Samstag zum Sonntag nach Köln fahren werden, ist mit einem V e s a ch von über 1000 H e s s e n t u rner n in Köln zu rechnen, die teilnehmen wollen an dem großen turnerischen und vaterländischen Erleben am deutschen Ahein. Die meisten unserer Kölnsahrer. für die ein Sonderzug (ab Gießen am Mittwoch. 25. Juli) gesichert ist, werden am Höhepunkt des Festes, am Festzuge am Sonntag, aklw mit dabei sein wollen, viele werden es sich auch nicht nehmen lassen, die allgemeinen Freiübungen Maria verließ kaum mehr das Haus. Nicht daß fit es nicht noch hätte können, ihre jugendschlanke Gestatt verriet noch nicht allzuviel, unb ein grobes Umschlagetuch würbe bei dem ständigen Regen auch niemandem auffallen, aber Maria scheute oonn hellen Tag; nur wenn es Nacht war, traute fie sich heraus. Sie fragte dann nicht danach, ob der Regen sie durchnäßte, ruhelos strich sie an der Mosel ent- lana oder wagte sich auch aus der Chaussee weiter hinaus bis zu den Weinbergen. Die lagen schwarz unb schweigend, kein Stern stand über ihnen. Mit einer Verzweiflung im Herzen, die so groß war. daß sie glaubte, größer könnte in der ganzen Welt keifte sein, lief sie weit, weit; cs war der unbewußte Drang, vor sich selber zu fliehen und vor dem, was in ihr sich regte. Der Vater hatte noch kein Wort mit ihr darüber «sprachen — ach. auch er, auch er mochte es aus U Welt schaffen dadurch, daß er darüber sa-wieg^ Za, wenn man das so könnte! Aber durch Schweigen schafft man nichts aus der Welt, sie streckte die ISe vor sich ins Dunkel, sie ballte sie m b.e Nacht hinein, als wollte sie etwas, wegstoßen. Den haßte sie wohl am allermeisten? «sich, das Kind oder den Mann? Sich, sich doch am allermeisten. Denn war- um war sie dem Mann gefolgt m icner Nacht, so blindlings und willenlos?! Sie batte es selber ,o gewollt. Nur das Warum wußte sie sich mcht zu erklären. — Heute war sm wiederum weit hinausgelauscn. Es war schon tief dunkel, ober sie hatte cs im tyauje nicht ausgehatten. Dieses Haus, m dem sie einft jo viel gelacht und gesungen hatte, daß es voll gewesen war ihrer Fröhlichkeit, voller Sonne und ^leiß. m dem. dünkte sie. sci jetzt alles gestorben. Die kleinen Geschwister duckten sich scheu; sie waren vordem zur Mutter in die Küche geschlichen - mit erhobenen Händchen stand bas Christinchen am Küche nschrank — sie bettelten um noch ein Stück Brot, die Mutter wühlter BlKen. Hier war etwas vergraben gewesen. Sie bückte sich, von einer plötzlichen Neugier gezwungen. Ein Bündel, ein Päckchen in Zcitungs- papier, auseinandergerissen. Und in dem Zeitungspapier —?! Maria stieß einen gellenden Schrei aus: da lag ja ein Kind, ein nacktes Kind! Der Mond zeigte es grausam: ganz nackt, ganz starr! Von einer unsichtbaren Gewalt niedergezwungen, stürzte Maria auf die Knie, sie wollte wieder schreien, ihrem Entsetzen Lust machen: J)ilf, zu Hilf!" — aber sie brachte nur ein heiseres, halb er« ssicktes Aechzen heraus — lag da ihr Kind, ihr eigenes Kind?! Wie eine Irrsinnige schlug sie um sich, sie bäumte sich, sank zurück unb bäumte sich wieder auf. Ein Kind — umgebracht — hier ver- graben — ihr Kind?! OJesus, nein, nein, Gott sei gedankt, cs war nicht ihr Kind! Wie ein toter Vogel lag das arme Kind da. Wie einer von den nackten Spatzen, die im Frühjahr auf dem Hof herumliegen, von den Alten aus dem Nest geworfen, das Köpfchen auf die Seite gedreht, die Eingeweide herausgequollen. Schauer auf Schauer packte Maria und rüttelte sie — oh, wie sie sich fürchtete! Sie wollte fortlaufen unb lief doch nicht fort. Sie fniete noch immer, sie war gebannt an die Stelle. Um sich herum fühlte sie etwas schleichen. Und es wimmerte, es winselte. — stieg bas auf aus dem Schotter, aus dem zerfetzten Papier — kam es dort aus den Stöcken — ober von weiter her — aus der Ferne, aus der Nähe — traute es sich jetzt wieder ganz nahe? Horch, klägliches Miauen, ganz leise! Katze? Marder? Oh. so weinten ja auch die ganz kleinen Kinder! .Asch, gehst du fort!" Maria, sich ermannend, padte einen Stein und schleuderte ihn ins Dunkel. Da entsprang etwas fauchend. Ach, das Kind, das unschuldige arme Kind! Tränen fielen jetzt in heißen Tropfen auf den längst er- starrten kleinen Leib. Tränen, in tiefster Erschutte- rung geweint, Tränen voller Mitleid, Tränen voller Reue. (Fortsetzung folgt.) tritt, sollte sie ihren Gästen daS Rachsehen geben i können. Die Dritte hat sich den Sportverein Burkhardsfelden cingeladen. Die Spielstarke der dem Westdeutschen Spielvcrband noch nicht lange angehörenden Gäste ist hier noch nicht bekannt, so daß eine Vorrusi.'.ge nicht gemacht werden kann. Die D. f. B.-Els sollte jedoch die Lehren aus ihrem Spiel gegen Watzon- bomtOtcinbcrg gezogen haben unb sich vor Ueberraschungcn schützen. Die zweite Jugend trägt noch ein fälliges Pflichtspiel aus. Sic*bat auf hiesigem Platz die erste Jugenbmannschaft Werdorfs zum Gegner. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Ligamannschaft unternimmt am kommenden Sonntag voraussichtlich — der endgültige Abschluß war bei Aiederschrist dieser Zeilen noch nicht getätigt — eine Wettfpielreise noch Pfungstadt bei Darmstadt, um dort in einem Gesellschaftsspiel ihre Kräfte mit den Ligisten des Rasensportvereins Germania 03 zu messen. Pfungstadt nimmt in den diesjährigen Meisterschaftsspielen einen guten Mittelplatz in der Kreisliga ein. trotzdem der Verein gute Kräfte verloren hat: dabei u. a. den Mittelstürmer 'Sättiger, der jetzt beim hiesigen B. f. B. tätig ist. Für 1900 wird der Gang nicht allzuleicht werden, da man zur Ersatzgestellung gezwungen sein wird. 1900s Reserveelf liefert dem Ballspielclub 1920 Sinn das Rückspiel. Im ersten Tressen in Gießen siegten die Blauweihen 3: 2, also äußerst knapp. Ob eine Wiederholung des Dorspielsieges, zumal auf fremdem Platz, möglich ist. hält man für sehr fraglich, da zweifellos die Gießener durch Spielerabgang etwas geschwächt erscheinen. Ein Sieg liegt aber immerhin im Bereiche der Möglichkeit. Die 1. Jugendelf trägt das letzte Diplom- spiel der Serie 1927/28 aus. Ihr Gegner ist der Verbandsneuling Grünberg. Das 'Bor* spiel wurde von den ,Vereinigten" ziemlich hoch gewonnen. Man rechnet auch sin Rückspiel auf einen Sieg der Gießener. Aach fünfwöchiger Ruhepause hat die 2. I u - g e n d wieder einmal ein Spiel. Die 2. Jugendelf vom F ußbollver ein 04 17 e u to i e b kommt auf ihrer Ferienfahrt nach hier zu einem Freundschaftsspiel. dessen Ausgang vollständig ungewiß ist. Die 1. Schülerelf 1900s tragt auf eigenem Platz ein Rückspiel gegen die Schüler Heuchelheims aus. Die „Ulten Herren" folgen einer Einladung des Wetzlarer Sportvereins nach Wetzlar. Bei 1900 hat man diesmal eine andere Mannschaftsaufstellung gewählt Klappt das Zusammenspiel, so rechnet man auch bei diesem Freundschaftsspiel mit einem knappen Sieg der Gießener. Arbeiter-Tum und Sportbund. In der Fortsetzung der F rühjah r s runbe treffen sich am kommenden Sonntag Gießen Io mit Heuchelheim. In diesem Spiel werden die Dorstädter Sieger bl erben. Lollar hat Alsfeld zu Gc^t. Hier wird es ein spannendes Spiel geben, besten Ausgang offen zu lasten ist. Wetzlar fährt nach Marburg. Hier treffen zwei gleichwertige Mannsck-aften aufeinander, von denen bet Glück > , sichere Sieger werden wird. r In der zweiten Klasse hat Gießen ll W i e s e ck II zum Gegner. Auch frier werden die Gäste, wenn sie nicht vorziehen, unvollständig an« jutreten, Sieger bleiben. Rodheim geht nach Leun, um sich dort .50ei Punkte zu holen. Naunheim II hat Wetzlar II zu Gast und wird sich die Punkte nicht nehmen lassen. Großen-Linden hat Hungen zu Gast. Der Ausgang des Spieles muß offen gelassen werden. In Du rkhardsf eiben treffen zwei Nachbarn zusammen. Db Oppenrod der Glücttichere blei- Kußbattkampf Deutschland — Schweiz. Zum 13. Male stehen am kommenden Sonntag in Bern die Länbermannschaften von Deutschland und der Schweiz einander gegenüber. Deutschland — Schweiz war der erste Länderkampf, den die deutsche Vertretung bestritt; 1908 in Basel siegte die schweizerische De.i.etung 5:2. In den folgenden vier Kämpfen blieb Deutschland Sieger; 1913 aber stellten die Eidgenossen durch einen weiteren Sieg das Dorkriegs- ergebniÄ auf 4:2 Siege für Deutschland. Bis ksichin war die schweizerische Spielstärke nicht allzu hoch, wie zum Teil hohe Aiederlagen gegen Belgien. Ungarn, England und Frankreich beweisen. In der Aachkriegszeit ist der Fortschritt in der Schweiz stark erkennbar. Den Höhepunkt erreichte die Schweiz durch ihre Erfolge in den Olympischen Spielen 1924 zu Paris, wo sie sich bis zum Endspiel durch- kämpsie und erst dort gegen Uruguay 3: 0 unterlag. Deutschland ist nach dem Kriege sechsmal gegen die Schweiz angetreten, je zwei Kämpfe wurden gewonnen und verloren, zwei endeten unentschieden. Die letzte Begegnung sand im Dezember 1926 in München statt unb brachte den Schweizern einen 3:2-Sieg. Insgesamt hat bte deutsche Vertretung feit 1908 62 Länderkämpfe durchgesüfrrt, nur 18 wurden gewonnen, 32 verloren. 13 endeten unentschieden; also nicht gerade ein überaus günstiges Verhältnis. Die neue Begegnung Deut sch lmrd — Schweiz fällt in den Rahmen der Vorbeitungen zu den Olympischen Spielen in Amsterdam. Derbe Länder haben einige neue junge Kräfte in die Mannschaft gestellt und einige bewährte Kräfte aus früheren Kämpfen daheim gclaffcn. Für das Spielergebnis kommt es ganz darauf an, tote die jüngeren Kräfte sich in die Mannschaft cinfugen und mit welchen Leistungen sie aufwarten. Dre Schweizer Mannschaft gilt namentllch in der Verteidigung alS stark beseht; ihr energischer 'Birte zum Sieg und die kraftvoll vorwärlsstrebende Spielweife der Schweizer erfordert auch deutscherseits volle Hingabe und eine hohe taktische Einstellung. Die Mannschaften lauten: Deutschland: Wentorf (Altona), Müller (Würzburg). Kutterer (München), Knöpfte. Leinberger (Fürth). Albrecht (Düsseldorf), Berthold (Dresdens. S)Genauer, Pöttinger (München). Hofmann (Meerane). Hoffmann (München). — Schweiz: Sechehaye (Genf), Fachinetsi (Cantonal). Ram- seyer (Bern). Heinrich (Zürich). Jäggi III. (6er- vette), Heine II. (Basel). Tschirren (Zürrch). Jäggi IV. (Servette), Roomberg (Aarau). Hmder- man (Lugano), Dailly (Servette). Geleitet wrrd der Kampf von dem Engländer R v u s D. s. B. Schon am kommenden Sonntag tritt die Liga- Mannschaft der Marburger „Germania" zum Rückspiel gegen die D. s. B. - Liga auf hiesigem Platze an. Das Vorspiel am 1. Osterfeiertag endete, wie noch bekannt, mit 4:4. Beide Mannschaften werden in stärkster Aufstellung an treten und bestrebt fein, das Treffen für sich zu entscheiden. Aller Voraussicht nach sollte man der V. f. B.-Els. nach ihrer Feldüberlegenheit im Vorspiel zu urteilen, die größeren Aussichten auf einen Sieg zu- sprechen. vorausgesetzt, daß nicht wieder ein so, ausgesprochennes Pech sie um den Erfolg bringt. Jedenfalls wird sie alles aus sich herausgebcn müssen um den Marburgern zum mindesten eine gleichwertige Partie zu liefern. Die Gäste sind es ifrncm Ruf als benachbarter Bezirks-Liaa- verein schuldig, der Gießener Kreis-Liga ifrrc höhere Spielklasse zu fühlen zu geben. Mit der Liga-Elf der „Germania" kommen auch die Alten Herrn, um mit der A. H- Mannschaft des Plahvereins die Kräfte zu meffen Wenn D. f. D. in bester Aufstellung an- ben wirb, stehl in Frage. Fronbause n hat Alsfeld au Gast unb wird auf eigenem Platz Sieger bleiben. Daubringen geht nach Hach- born, um sich bart zwei Puntte zu holen. In der Jugendklasse treffen fick,: Wie^ck- Jugend — Groß- Seel heim-Jugend; Wetzlar-Jugend gegen Treis-Jugend; Gießen Jugend — Heuchel- hnm Jugend; Leun-Jugend — Klein-Linden Jgd . Alten Bujcck Jugend — Naunheim-Jugend: die erstgenannten Vereine sind playbauenbc Vereine. Naunheim 1 fährt nach Schwalheim bei Friedberg zum weiteren Ausstiegsfpiel. Tritt die Mannschaft komplett an unb bringt den Willen jum Sieg mit, so dürfte sie mit zwei wertvollen Punkten die Heimreise antreten. Kußball in Süddeutschland. In der Runde der Meister wurden für den kommenden Sonntag zwei Treffen angesetzt, von denen das wichtigste in Worms zwischen Wormatia Worms und Eintracht Frankfurt stattfindet. Eintracht muß unter allen Umständen gewinnen, wenn sie die letzte Hoffnung auf den endgültigen Gewinn des zweiten Tabellenplatzes nicht zu Grabe tragen will. Der sehr Inappe Ausgcn.g des Vorspieles in Frankfurt mit feinem 4:3-os Ausscheidungsturnen des Mit- "lrhein kreis es der D.T. ftstzustellen, da- am 6. -Mai in Mainz sür Turner und Turne rinnen stattfindet, im Geräteturnen sowohl c! -. ouct) m den volkstümlichen Hebungen SaJ der Gau auch am Turnen des Kreises in Äoln teilnimmt ist selbstverständlich, wie auch zu erwarten ist, bah einzelne Vereine mit Ver- etnsrie-en vertreten sein werden. Den Gau als Ganzes wird eine Muster- r t e g r vertreten, die sich in mehrmaligem Zu- ^umentreffen in Gtesten im Laufe dec letzten Vttinatc aus den geübtesten Turnern des Gaues gebildet und als Gerät das Reck gewählt hat Die Hamen der Teilnehmer wurden früher schon von uns veröffentlicht. In Bad-Rauheim hat die 5rülncr Riege unseres Heimatgaues, wie wir be- richteteu schon vor der Oefseullichkeit Proben ihres reifen Könnens abgelegt. Dost dic Riege morgen, Samstag. in Heuchelheim zu Gast ‘ft wurde in anderem Zusammenhanae schon mit« geteilt. Aus dem Turngau Hessen (O. T.) Kommenden Sonntag findet in der Turnhalle de« Tv. 1846 Giesten die 2 G a u v o r t u r n c r « stunde statt. Als Aebungsstofs sind vorgesehen: Aufmarsch und Freiübungen für die Gauver« anstaltungen und das Deutsche Turnfest in Köln, die Hebungen des Kreises beim Deutschen Turnfest in Köln und dre Pflichtübungen für das Gauturnfest in Butzbach Nachmittags wird eine Gauvorturnertagung abgebalten, bei der wie bei der Turnstunde alle Gauvereine vertreten sind. Mercedes Gleihe die in der vergangenen Woche die Straße oon Gibraltar durch»chwamm, ist inzwischen nach London zurückgekehrt und erhielt dort eine telegraphische Herausforderung d"r jungen amerikanischen Dauer« schwünmerin Lvtty Schoemmell zu einer erneuten Kanaldurchquerung. Hu diesem Wettschwimmen, das im September stattfinden soll, wurden Gertrud Eberle, Mrs. Carson und Mist C. Barrett cingeladen. Beginn der Länderfahri des ADAC. Am Mittwoch morgen erfolgte in Augsburg ter Start zur Ländcrfthrt des AUgeme.uen^Deut- schcn Automobil-Clubs. Eine Abteilung des Schwäbischen Auiomobiiclubs begleitete die Fahrer bis Laaer Lechfeld. Dic Abfahrt vollzog sich in Anwesenheit einer grasten Zuschauermenge rasch und reibungslos. Das 3i *f des ersten Tages ist öt Moritz. Deutschland ins Oavispokal. Die Begegnung der ersten 5unbe gegen Griechenland ist endgültig nach München gelegt worden, wo sie in den Tagen oom 4. bis 6. Mai auf der neuen Anlage des Münchener Lown Tennisturnierklubs ausgetragen werben wird. Griechenland wird unter der Führung des Berbandepräsidenren 3. Reffea als Mannschaft A. Zerlenti und M. Ballis entsenden. Die deutsche Mannschaft wird voraus- iichllich aus Froitzheim und Dr. Buß in den Einzelspielen und Bergmann und Dr. Kleinschroch im Doppelspiel bestehen. Führer ber Mannschaft ist Froitzheim. Luftschiff-Begleitung durch Automobile. Das von General Dobile gesteuerte Polar- j ch i f f ..Italia" wird während des ganzen Fluges bis nach Ltolp in Deutschland von 20 hervorragenden italienischen Automobilisten begleitet werben. Die Fahrer haben sich zur Hilfeleistung zur Verfügung gestellt, fall« das Luftschiff unterwegs zu unfreiwilligem Aufenthalt gezwungen ist. Der Automobilclub von Deutschland und die ihm angeschlosfenen Elubs haben cs übernommen, die italienischen Fahrer durch die Städte hinburchzugeleiten und für jede gewünschte Erleichterung zu sorgen. Alle Vorkehrungen find getroffen, um einen glatten Verlauf der Fahrt zu gewährleisten. Der Automobilclub von Deutschland wird auch bei der Ankunft des Luftschiffes unb der Fahrer, die aus der Rückfahrt in Berlin Gäste de« A. v. D. sein werden, vertreten fein. Als offizieller Vertreter des A v. D. wird Georg Z e t t r i tz die Fahrer begrüben unb sie zurück nach Berlin geleiten. Wirischast. Keine wesentlichen Veränderungen der Konjunlmrlage. Las Institut für Konjunkturforschung gibt in seinem neuesten Wochenbericht die Ergebnisse seiner Untersuchung über den , Zahlungsverkehr und Güterumschlag bekannt, die dahingehend lauten, daß wesentliche konjunkturelle Veränderungen weder auf der Seite des Zahlungsverkehrs, noch im Bereiche des Güterumschlags eingetreten sind. Es handelt sich im März, soweit Bewegungen in Frage kommen, nur um saisonmüßige Erscheinungen. Das gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahrei erhöhte Riveau auf dec Geld- und Gvierftite der Wirtschaft ist fast unverändert geblieben. Immerhin wird vorläufig ein leichter Rückgang des Lätigleitsgrades von dem Institut bei der errechneten Indexziffer des Produktivgüterverkehrs festgestellt. der jedoch erst für den Monat Februar vorliegt. Deiannt- lich ist der Produktivgüterverkehr im Januar erheblicy zurückgegangen und wie bas Institut seststelft - nicht wieder gestiegen. Der Rückgang des Produktivgüterverkehrs hält damit seit Rovember 1927 an. Englisch-amerikanischer Kinauzlrust. London. 12. April. (WB.) Die Bildung eines grohen englisch-amerikanischen Fi- nanztrusles mit ein' > Kapital von mehreren Millionen v sund Sterling wurde beute belanntgegeben. Der neue Konzern trägt den Ramen „Sinance Company of Great Britain und America Ltd." Die Imperial Chemical Industries Ltd., der große britische F a r = bentrust. und eine Anzahl führende amerikanische Industrielle und Finanziers sind an der neuen Gründung beteiligt. Das Rominalkapital wird zwei Millionen Pfund Sterling etwas übersteigen. Eine öffentliche Emission der Aktien findet nicht statt. Sir Alfred Mond erklärte, die neue Gesellschaft werde Finanzierung^mög- lichkeiten für den Handel und die Industrie des britischen Reiche« in Europa und in den Vereinigten Staaten liefern. Man erwartet, dah die Bildung der neuen Gesellschaft einen bedeutenden Einfluß auf die gesamte britische Industrie haben werde. * Ermäßigung des Privatdiskonts. Der Privatdiskont wurde gestern in Berlin für beide Sichten um je ein Achtel Prozent auf 6,63 Prozent ermäßigt ‘ Erzeugung und Verbrauch von elektrischem Strom. Wie in den Vorjahren ist auch zu Anfang des Jahres 1928 in der Stromerzeugung feit dem Dezemverhochstand ein starker Rückgang eingetreten. Die arbeit«» tägliche Stromerzeugung war im Februar nach einer Berechnung in dem neuen Heft „Wirtschaft und 6t itiftit“ um 15 Punkte niedriger als im Dezember und um 8 Punkte geringer aLs im Januar. Gleichwohl war sie um 15 Prozent höher als im Februar des Vorjahres. Die Wenge der von 122 Werken selbsterzeugten Energie stellte sich im Januar 1928 bei 26 Arbeitstagen auf 1238,9 Kilowatt, im Februar bei 25 Arbeitstagen auf 1127,6. Der arbeitstägliche gewerbliche "Stromverbrauch ist im Januar leicht ^uriidgegangen. Die arbeitstägliche Stromabgabe insgesamt war um 20 Prozent, die Strvmabgabe je Kilowatt Anschlußwert um 11 Prozent höher als im Januar des Vorjahres. Es entfallen somit 9 Prozent des Mehrverbrauchs an gewerblichem Strom auf Reuanschlüsse. Der Anschluß- wert selbst ist in dieser Zeit um rund 3 Prozent gestiegen. • Zunehmende Konsolidierung der deutschen Attiengesellschaften. Das Statistische Reichsamt veröffentlicht jetzt wieder eine interessante Linkersuchung der Bilanzen der deutschen Attiengesellschaften nach den Wschlus- sen zwischen dem 1. Juli 1926 und dem 30. Juni 1927. Cs wurden 3021 Bilanzen von Gesellschaften in die Untersuchung einbezogen, deren Anlage- unb Betriebsvermögen sich auf insgesamt 45 Milliarden Marl belief. Aus der umfangreichen und sehr eingeheudan Veröffentlichung gewinnt man den Eindruck, daß sich in der Zeit von 1926 übergehend auf 1927 (berücksichtigt ist dabei bereits die Zeit des beginnenden Lllisstftgs der Wirtschafts- und Konjunkturbelebung) die wirtschaftlichen Verhältnisse der Aktiengesellschas- ten im allgemeinen nicht unerheblich gebessert haben. Beteckigungen und Effekten sind gestiegen, Vorräte zurückgegangen, flüssige Mittel bei allen Gruppen gestiegen, obwohl die Abschreibungen höher waren als in 1925/26. * Verschlechterte Lage der deutschen Dampfkessel- und Appara te- Industrie. Die Lage in der deutschen Dampfkessel. und Apparateinduftrie zeigte im abge- laufenen Vierteljahr eine nicht einheitliche Entwicklung. Es machte sich bei den meisten firmen der abnehmende Auftragseingang .bereits be- merkbar, während die in den meiften Fallen nur informatorischen Zwecken dienenden Anfragen zugenommen haben Auch das Ausland- ncföäft hat auf allen Gebieten feine Dosierung gebracht, vor allem nicht hinsichtlich der zu erzielenden Preise, die keinen Gewinn lassen. Cs wird damit gerechnet, daß das Jahr 1928 den Beschäftigungsgrad deS Jahres 1927 nicht erreicht. ' D i e Anleihe der Elektrowerke A. - G. Die amerikanische Anleihe der Elektro- werke A.-G.. die gestern in Reuyork zum Kurte von 99.5 Prozent aufgelegt worden ist, im Betrage 5 Millionen Dollar, ist. wie W.T.B.- Handelsdienst ergänzend erfährt, während ihrer 25jährigen Laufzeit jederzeit kündbar. Der Rückzahlungskurs beträgt bis 1. April 1933 103 Proz., von da ab 100 Proz. Die Anleihe kostet die Gesellschaft weniger als 7 Proz. » Karlsruher Lebensversicherungsbank A.-G. Die Ergebnisse des vergangenen Jahres sind rech! befriedigend. Der Versicherungsbestand ist Ende 1927 auf mehr als 376 Millionen Mk. gewachsen, gegen 319 Millionen Ende 1926. Das finanzielle Ergebnis ist sehr günstig. Die Prämieneinnahme beträgt 18.4 Millionen, die gesamte Einnahme des Detriebs- jahres fast 22 Millionen Mk. Die Prämienreserve nebst Prämienüberträgen hat einen Betrag von 22.4 Millionen Mk. erreicht. Sterbefälle erforderten 2 Millionen Mk. Der lieber» schuß stellt sich auf 4 044 873 Mk. Davon sollen den Gewinnrcserven der Derficherten außer bem satzungsgemäßen Betrag von 3 132 632 Alk. noch weiter 464 241 Mk. zugesuhrt werden also im ganzen 3 596 873 Mk. Damit haben die Gewinn- refcrücn der Versicherten die Summe von 10 Millionen Mk. überschritten. An die Aktionäre soll eine Dividende von 12 Prozent des volleingezahlten Aktienkapitals verteilt werden. Ende 1927 besaß die Ban? Grundbesitz im Werte von beinahe 4 Millionen Mk. Der Hypothekenbestand war auf mehr als 15 Millionen Mk. gestiegen. Wertpapiere und Darlehen an öffentliche Körperschaften auf mehr als 13 Millionen Mark. * Barmer Bankverein. Die G.-V. des Barmer Bankvereins stimmte dem Verwaltungs- Vorschlag zu. aus 4,178 Mill. Mk. Reingewinn 10 Prozent Dividende zu verteilen. " Maschinenfabrik Buckau R. Wolf A.-G., Magdeburg. Aus einem Reingewinn von 729 894 Mk. werden 10 Prozent Dividende verteilt. Ararrksurter Börse. Frankfurt a. M., 13. April. Xeniwij; fest. — Im Anschluß an die feste Abendbörse blieb die Tendenz ihi heutigen Börsenverkehr fest, wobei sich die lebhafte Nachfrage nicht mehr auf verschiedene Spezialwcrft beschränkte, sondern ziemlich gleichmäßig auf alle Aktienmärkte erstreckte. Lcm feiten des Auslandes blieben allerdings wieder eitrige b-ejorubere Werte über die allgemein lÄ)hafte Umfatztütigkeit hinaus stärker verlangt. Illach der glatten Ueberroindung der Msdioliquido- tion nahm die Spekulation in größerem Maße Deckungen vor und schritt darüber bin« aus zu Meinungskaufen, und auch das private Publikum war wieder mit Kaufaufträgen am Markt vertreten. Allgemein anregertb wirkte die Tatsache, daß am Geldmarkt die Erleichterung merkliche Fortschritte machte und nomentüch Tagesgelb stärker angeboten war. Dagegen konnten sich verschiedene Lohr und Ta,rifstreitigteiter bei der herrschenden feften Stimmung nicht ungünstig ausmirken. Bei den ersten Notierungen konnten dic bereits stärker erhöhten Kurse der Abenldbörje meifl neue Besserungen oon 1 bis 3 d. H. erzielen. 23er« schiebene Werte waren stärker gesteigert. So wurden Zellstoffwerte weiter außerordentlich lebhaft verlangt. Waldhof konnten 9,5 v. H., Aschaffenburger 5,5 v. i). a-nziehen. Am Montan markt bestand für Mannesmann mit plus 3,5 o. H. stärkeres Interesse, es gab Kursbesserungen bis 2 v. H. Ob erheben und Klöckner blieben auf ihrem bereits gestern start erhöhten Kursstand behauptet. Elektrowerte waren etwa 1 bis 2,5 o. H. gebessert. Siemens blieben behauptet. Bergmann konnten sich mit minus 1,5 v. H. nicht behaupten. Auto werte waren 1,5 u. S). höher. Banken hatten keine einheitliche Ten denz. Danatbank, Deutsche Bank und Barmer Bank verein zogen weiter etwas an, während Commerzbank 1,5 d. H einbüßten Schissahrtswerte gewannen 1,5 bis 2,5 n. H. A.-G. für Verkehrswesen zogen 4 n. $)., Karstadt 3 v. H an. Deutsche Anleihen lagen etwas fester. Am ausländischen Rentenmarkt blieben Mexikaner unb Stumnncji gefragt. Goldrumänen 19,40 v. H. Im weiteren Der lauf wurde die Stimmung fest unb lebhaft. Gefragt blieben vor allem Mannesmann mit plus 2^ v H und Zellstoff Waldhof, die wiederum 4 v. H. anzogen. I.-G.- Farben, die fast unverändert eröffneten, gewannen trotz lebhafter Umsätze nur etwa 0,5 v. H. Verschiedentlich erschien die Tagesspe^kulation Ge- winnerhöhungen mitzunehmen. Der Satz für Tage s g e l d wurde auf 6 v. S). ermäßigt. Am D e Visen markt zog dic Mark weiter an. Auch das Pfund blieb fest. Mark gegen Dollar 4,1795, gegen London 20,418, London gegen Kabel 4,8835, Paris 124,02, Mailand 92,50, Madrid 29,05, Holland 12,1092 BcrUne Börse. Berlin, 13. April. Wieder einmal fiel heute der 13. auf den Freitag, aber im Gegensatz zum 13. Mai vergangenen Jahres herrschte heute an der Börse ausgcsprocheneHausse st immun g. Einige Verkäufe des Publikums auf Grund der gesteigerten Kurse wurden anfänglich überrannt, da die Käufer erheblich stärker waren unb besonders bas Interesse des Auslandes für Spezialwerte anhielt. Der Kreis der Favoriten Hal sich vergrößert. Zu den schon gestern bevorzugten Pa vieren kamen heute hinzu: A.-K. für Verkehrswesen, Bayrische Hypothekenbank, Köln-Neuessen, Mannes mann, Rheüistahl, Schlesische Zink, Schlesische Beu then, Salzdetfurth, Licht und Kraft, Oberbaars, Sa rotti ufro. mit Gewinnen bis zu 9 o. H. Zellstoff Waldhof lagen 14 v. H. höher Die Stimmung blieb zuversichtlich, zumal der Geldmarkt ein recht leichtes Aussehen hat. Die Befürchtungen bezüglich einer Diskonterhöhung in Neuyork fanden wenig Beachtung. Das Publikum suchte sich Papiere aus, die zurückgeblieben zu fein scheinen Durch das Fehlen von Limite war die Kursentwicklung nicht gleichmäßig. Teils lagen die ersten Notierungen auch schon wieder etwas unter den vorbörslichen Taxen, und im Verlaufe oerftärtte sich die Realisations- Neigung der Spekulation. Das Geschäft blieb aber lebhaft. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer teils aeschästslos. Mexikaner unb 3tu tnänen sehr fest Pfandbriefe vernachlässigt. Farbendonds 146 bis 147 v. H. Geld etwas leichter. Tagesgeld 6 bis 8 o. H. Monatsgeld 7,5 bis 8,5 o. H Warenroechsel 6,90. Im Verlaufe gaben die Kurse erneut etwas nach und Ingen bis 2 o. H. unter Anfang. Polyphon minus 3 v. H. Spritaktien bis 4 v H schwächer Frantfurtcr Getreidebörse. F r o n k f u r t a. M., 13. Fehr. Zum Wochenschluß blieb die Tendenz fest, das Geschäft war jedoch sehr klein. Der Roggen hatte weiter etwas größeres Geschäft infolge der steigenden Nachfrage des Exportes und des Auslandes zu verzeichnen. *ie zweite Hand gab hier kaum Waren an den Markt. Am Mehl- markt konnten noch verschiedentlich Abschlüße zustande kommen. Es notierten: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 v. H. Auswuchs, 27 Mark- Roggen 28 bis 28,25; Hafer, inländischkr, 27,25 bis 27,75; Mais, gelb, für Futterzwecke 24,50; Mais, gelb, für andere Zwecke 25,25; Weizenmehl, süddeutsches, Spe ,zial 0, 38,25 bis 39; Roggenmehl 38,25 bis 39; Weizenkleie 15; Roggenkleie 16 bis 16,50 Mark. Frankfurter Lchlachtvichraarkt. Frankfurt a. M.. 13. Aprll. Auftrieb: 29 Rinder, 1111 Kälber. 155 Schafe, 581 Schweine. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 75 bis 80 Mk., mittlere Mast- unö Saugkälber 68 bis 74, geringe Kälber 58 bis 67. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 54, mittlere Mastläinmer, ällere Masthämmel und gut genährte Schafe 45 bis 49 — Schweine: Dollfleifchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 50 bis 52, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebengewicht 51 bis 53, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 51 bis 54, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 47 bis 50, Sauen 43 bis 48 Ml. Marktverlaus: Kälber und Schafe ruhcg. Kälber ausverkauft. Schaft geringer lleverstanb. Schweine rußig, lleberstand Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes lebhaft. Vermischtes. Zwei neue .'funttücme für Berlin. Berlin mirb außer dem Funkturm in Witz leben, dem eisernen Wahrzeichen der Reichshaupl stadt, in absehbarer Zeit zwei neue große Funktürme erhalten. Zwischen dem Berliner Messeamt, der Funkstunde Aktiontzesellschaft unb einer Baufirma sind Verhandlungen un Gange, die sich um bas Projekt einer neuen go roßzügigen Senderanlagc drehen. Es sollen in unmittel barer Röhe der Bahnhofs E i ch k a m p zwei Funk türme errichtet werden, bu dieselbe Höhe wie der Witzlebener Funkturm erhalten. Mit dem Bau wird wahrscheinlich in einigen Monaten begonnen werden Im Gegensatz zu bem Witzlebener Funkturm werben die beiden neuen Türme aus Holz errichtet. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurler Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Frankfurt a.» Berlin 1 Uhr- Lchiutz-: RUT£ 1 Mnfanq fturs 1 Äurs Kur* Dalum 1-4. 13.4. 12.4. 18.4. pe D< SkldßanleHt v 1827 *>L uni Ablol 6(6u(b mit 87,24 - 87.5 - ■u«ld .Rechten 51.9 52 ! 52», 1 DeSal. ohne Äudtcf «Rechten >U yrankk Hyp -Bl. Goidv» unkündbar bl» i»32 16,45 99,5 16,8 “•‘j 16.6 ‘‘V/e Rhctnilch» Ltw «Bank 3tqu «Äoidvl 78,1 « L » ad, BortrteflMDb* (tQattoecn. rückzahlbar 1932 *7. Schweiz. Bondt-d.-Aul. — — Oefteretchllch« Oolbrlt. — Oefttml» eiüxrrtt is/e Oekrrrcich rinixiü. Siu - — 1.65 Nngarilchr Ävldrte 34.9 — 25,8 25,2 ltugartlche SiaatSr v 1910 — p/,*/» deS«I von 1913 — — 27 *% Unaari(d)i Äroneiutv . — 2.13 — <”/« lürf ZoVanlethc c 1811 Inrt Baodaddahv.rlnl Gerte 1 12,776 12.9 18.6 18,9 «*/. Met 6crt* IL 12.76 — 12,75 Rumänea convert »U — 223.75 poniü Damollchltz > — 289 231.0 Rorddeurlchcr dloyd 8 Ule Devklchc kredtlaov . 10 156.9 158. U 155.13 158 139 — 137,2.. 140. ■ >?cnn r Kaukv-rein io 153.5 165 152.Ü 154.75 Berliner HanvclSaclrllsch. 12 Commerz, unb Privat-Lk. 11 265 467 26, 191 169,5 167.5 169,9 Darrnü. u Rarionaldaut. U 351 351,9 .-49.23 töü Deuilch« Bank 10 168.5 164.25 I6S 168,5 Dttkonlv-Äelelllchali flet 10 153,15 154.36 158.6 158.6 Dre-daer Bunt ,o 157.25 157 156 156.5 «itttldeuychr 9 31» | 38U Oetadlxinr 135 194.5 133,5 »rttMbewf v> |95 197 195 Frankfurt a. M Balin jiaiikfurt a. M. Beran Schiutz. Sure 1.Uhr- Kur» fiurs Slnjang - Schluß, fiur» 1-Uhr. 1 kur« Sdjiufp; Vnjar 1 Aur* ■ fiu-r Tattnn: I 12. 4 13 4 lt~ r« ” Datum: 12. 4 | 13. 4. | 12. 4. I 13. 4. ®........7 168.75 ,ühL 169,5 Pduwv Holtmann . 12 dcibeUxititr Lemern r Temen, Äarfftabr . 6 162 165 161 165 Beramann ........s Elrttr. SitftninQci . . io 192.5 177.5 Hi 189.25 174,5 192 177.75 149.5 179.5 149 0 — Licht und Kraft io Zeltes A Äuillearnne ■ .6 ®«f. f. (Eltfit Unter» 10 Hamb Elelre Derkr . . io Rhein. Eleku « Schlei- klektr. .... 10 Schuckerr ....... 7 Stemeu» Jt H«ck«r . . . 16 Trancradio......... $ Ladmever * 6b-.....9 2.32 234.5 229.5 234. f> Wavh A «trtttaa lü — 140 — 129 295.25 163 192 300,13 >77 131.5 •295.75 163,75 192.76 300 179.75 129 181.75 395.25 166 168,25 202 299,75 147 178 Lchniwett VeeatWtr 15 — 872.6 379.5 291.4 164 160 106 189 296.25 145.75 CfttDcrte . 12 <3er. «Slmuftoff 15 Bemba».......8 Zellstori Walbbos. . 12 Zellüoss Akchaffenburp ■ >0 *barlottfebiitscr Easta 7 • effauer SaL 8 Daimler TtoCora . 0 1 i 1 *'’*« 1 1 H K2 X 309 •200 97.75 313 529 297 190,25 138.85 206,5 85.18 320 747,5 535 311 198 14 k. 75 21» 98.25 Buderuk .... 0 Deutsche LrdLI....... Essener Sictototzle.....g Tellenkirchencr t »4 3. 4 99.75 Itt 101 140 97.75 138.5 99 141 Demag ... 0 5'.blti-nxrte Steve» . . 0 92,5 -H 60 90.5 60 94 1-33 139 25 145.75 138 146,13 140 Lvdw. «ottve ..... 1( fiat automobil . . . . « _ 266.5 95.75 270 98.6 voesch Ejsev.......5 Ilse Vera bau . - .....$ Klöcknerwerte ...... 5 Löln-Reorsfeo ... 5>k Ihaantittnann f. «/. fj. a Manreldcr . 7 ttfab- Vedars 0 Oberschlef Lokswertr . 0 ®b°nu ScrgboB f S 9 3 8ramrfAbten . w 12.5 154.6 133 121 >02.25 294 162-5 153 96.5 45 17 2.6 268 124,75 158 120.75 102.5 295 IU.6 1 <0,5 146.5 282.75 122 145 |K 130.5 117 100 101,3 291.4 159.5 151 97 171 149 285.75 124.5 160 150 133.ö 118 102,4 103 166.5 155,5 99.ü Orroskriu L Kcvvel . . . . t Finke Homicmn t^onbcrC Lre». .... 6 Bamaa-R^e-um ..... . 6 Franks MaschUrr« .... 0 Äri«na 7 ßäeiitiadtaefci ......v yunaoani ...... e Lchwerke. ...... | Olatnfrafttoczet ...... 9 ■Dhflti ...... M> Sdarfntintt . ....... 8 Bettri Union ....... 8 ktzebr. Roeder ......10 84 183.5 24 87 5 121.75 143.6 s 1 TcS 1 l S 1 1 M 186.c5 240 28 78.4 135.5 85,75 i 138,75 243 — 143 57 ■ - Bavintflte Stahlv». t *4 3 3 OtoDi Minen 1 st *99 15,9 103 — IW - — Pali Nfchrr^ieber. . lo ix? 181 45,adhttt .... 6 SLdd Ander .... 0 — — 181.5 181.5 Loliwenerrqelo . 10 140.5 143 139.2.5 — Äalhötrf eäUOcthmO |8 fL?faeVnitb11.85 4,A65 112.» 'fnalKÄe Rott« . . . . f) .445 Salin. 12. Apnl (Weib BrTt Franjöfüch^ Roten . • ■ Holländische Roten 16,475 >68,08 iTH5 168.76 Äialienilchc Äotcn 22,20 22,28 Rorweaische Note»..... Denlsch.Qcüerr-, i 100 Kronen 111,43 53,65 111,K 56.89 Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... 2,62 2,64 111.4*8 112,42 Schweizer Roten . . . . so. 46 80,74 SvanüchL Noten....... * :o,ot 70.29 Tschechoslowakische Noten . 12,34 12,40 Ungarische Raten TZ 80 73,10 Devckeuurarkt Derlm —5tonfhin Prüf Äimt» Ron 168.40 168,74 168,40 168,74 ’ßutu-Hrti 1.78« 1.790 1.784 1,788 M--'fcnno 68,34 58.46 58.35 -8,47 iLüriManla 111,62 >11,X4 111,62 111,84 Vopenbaotr 112.09 113,31 112,06 112.30 Llockdoim - 112.21 112,4;. 112,16 112.40 HelKagsor<. 10.512 I0.5.K- 10,515 10,535 Italien - 22,035 ^3,075 22,05 32,0!' Landon - - . .-»,393 20,433 40,393 20,438 Reuvork - - 1,1765 4.1645 1,176 4.184 Bc-rtS.... 16,415 1«, .80 16,44 16,48 Echrveij . . ->0,48 80,64 80,49 60,65 Svaaien 76 15 70.34) 70,17 70 31 ftaoan . . . z.uoo 2.004 2,000 2,064 Rio bc Fan 3.5025 0.5045 0.5035 0.5045 Wien in CtfL ebert •*8.76 58.88 -8,76 w.tx 13,376 12,394. 12,374 12.304 Bel^rm> 7,345 7,3*3 7,335 7,36'.' «udaoc» - 72,95 73.lv 72,1)3 73.07 Bn l arten 5.019 >,0<5 3,019 3.1125 Lissabon 18.03 18,07 17.98 18,82 Tanrtg al, *2 81,68 81,63 31.68 »wen . . 5^14 M26 2,141 6.645 ;;lü 4,176 4.184 4,177 4,18.' 4.321 4.320 4.3» 4.M4 ^.99 *6.916 Vermischtes. Der Kamps um bae Europa-Hochhaus. Die Errichtung bet Hochhauses gegenüber dem Anhalter Dahnhol in Berlin, die — wie erinnerlich - durch plötzliches Einschreiten der Baupolizei inhibiert wurde als schon die Esteugerüste der ersten Stockwerte m die Lust ragten, wird durch ein Kompromiß zwischen den Erbauern und dem Wohlsahrtsministerimu doch ermöglicht werden Der Hof. gegen den die Baupolizei hygienliche Einwendungen hatte, da dw Lust- und Lichtzufuhr der unteren Stockwerke nicht gesichert war. wird voraussichtlich erweitert werden. Das Hochhaus bildet eine» Teil bet bereits bestehenden großen Europa-Gelchästs- Palastes 21»» der Irrenanstalt eatwrcheu. Dreimal aus der Irrenanstalt entwichen ist ein 20jädriger Gärtner, der die Bevölkerung des Berliner Westens dadurch in Ausregung versetzte, daß er an dem lehr belebten Witterbergplatz ohne jede Hilfsmittel die Außensront eines vierstöckigen HauseS erkletterte. Er wurde inzwischen verhaftet und als ein gemeingefährlicher Geisteslran- k e r erkannt, der bereits zweimal aus Irrenanstalten entwichen ist. Er wurde noch am späten Abend nach der Irrenanstalt Dalldorf gebracht, entfloh aber bereits nach Gr- lediaung der Ausnahmesormalitäten über die hohe Umfassungsmauer der Anstalt, von deren Bekrönung aus er dem Wächter, der ihn nach seiner Station hatte bringen 1ollen, mehrfach freundlich zuwinkte. Trotz sofort einsetzender Verfolgung blieb er dann verschwunden. Bluttat im Gerlchlrsaal. In Hindenburg schlug während einer Zi- VÜProzeßverhandlung der wegen einer Schaden- ersahsorderung für tätliche Mißhandlung be- klagte Grubenschläger Eieslok mit einem mitgebrachten Küchenschlüssel aus die Klägerin. die Ehefrau Sapia mit solcher Gewalt ein. daß sie blutüberströmt besinnungslos zusammenbrach. Eieslok konnte nur mit großer Mühe überwältigt werden. Erwürbe sofort in das GerichtSgesängnis abgesührt. Der Täter erklärte, er werde die Frau ermorden, wenn er wieder in Freiheit sei. Es wurde gegen ibn ein Verfahren wegen versuchten Totschlags eingeleitet. Verurteilung eines vriefmarkenfchwindlers. 9n Kattowist hatte sich der frühere Bureau- beamte Emanuel Dornogalla aus Brzezinka zu verantworten, der sich als D e r m i 1 t l e r s e h r wertvoller und seltener ausländi- tcher Briefmarken ausgab, um in den Be- H großer Geldsummen zu gelangen. Er schädigte le österreichische Firma Track in Linz um drei hundert Schweizer Franken, zwei stalienische Briefmarkensammler um Summen von 1000 bzw. 3680 Lire, ferner drei deutsche Sammler um Beträge Ein neuartiger Opel-Vennwagen | Auf dem Wege zum Raketenflugzeug und Weltraumschiff. WS2i Frankfurt a. M.. 12 April Zu unlcrcr gestern unter Meier Uebcrschrift gebrachten Meldung über Versuchsfahrten eines pulvetgetrtebenen Aennwa • gen* auf der Opelrerrndah« erfahren wir aul unsere Anfrage offiziell leiten* der Opel-Werke Alle Angaben der gestrigen Meldung sind z » t ref s e u d. Wir hatten den Wunsch, ueferc Versuche in abloluter Geheimhaltung durchzu- fübren. und sind erfreut, daß uns das ein ganzes Jahr lang vollkommen gelungen ist Durch die Verlegung der Versuche auf die jeder- mann zugängliche Opelbahn war die Oetfenttich- feit nicht mehr auSzuschalten. und wir wären auch von unS aus in einigen Tagen mit den Der- suchsergebnissen herausgekommen. Es handelt sich nicht um einen Gebläsemotor oder eine Turbine, sondern um ein Raketeuaggreaat. das nach den Ideen des als phantastischen Welt- ramnsliegerS verschrienen Privatforschers Mar Malier geschaffen wurde Unsere langwierige und mühevolle Arbeit hat zu dein erwarteten Erfolg geführt, so daß es unS heute schon möglich ist alle bisher erreichten GcfchwiudigkeUen zu überbieten. Roch im Laufe dieses Alonats werden wir. lediglich um den Fachkreisen die Aichttgieit des neuen Antriebspriuzips zu beweisen, eines unserer Fahrzeuge in Berlin mit der auf der Avusbahn möglichen Geschwindigkeit «etwa 150 Kilometer- vorführen und daraus mit einem zunächst auf Schienen laufenden Wagen den von England gehaltenen Geschwindigkeitsweltrekord Mt brechen versuchen. Die Aeichsbahnverwaltung hat sich bereits vor rneh- I rcren Wochen bereit erklärt, uns eine geeignete Strecke zur Verfügung zu stellen. Wir sind uni darüber Kar daß das Opel- So ndcr-Aggregat