m. 62 Erstes Platt 178. Jahrgang Dienstag, 13. März 1628 Erschein» »ügUch.anbei Sonntags unb Feiertags Beilagen; köiesMner {Jamihenblättei Heimat im Bild Die Scholle OlonatS'Besngspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Liehen, poftfcheckionlo: Sianfftirt am Main 11688. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen vnttk vnv Verlag: vrühl'fche Univerfilitts-Vuch- Mld Stetnöniderd B. £ vielleicht noch einiges mehr. Zu ändern ist an den Geschichten nichts mehr. Ob Kapitän Lohmann wenigstens für einen Teil seiner Geschäfte Generalvollmacht gehabt hat, ob und wann er über diese Vollmacht hinausgegangen ist, das ist wichtig für die Verbesserung der Kontrollmahnahmen. Die Haftpflicht des Reiches wird dadurch nicht berührt, denn mit Recht ist der Bericht darauf abgestellt, dah das Reich es aus einen Prozeh nicht an» kommen lassen dars, schon weil die Rückwirkungen auf alle anderen Ressorts sich nicht übersehen lassen und das Vertrauen der Geschäftswelt in die Möglichkeit eines Abschlusses mit einzelnen Ministerien schwer erschüttert würde. Das einzige, was übrig bleibt, ist, nachdem das ganze Geschwür nun ausgebrannt ist, möglichst schnell die Akten darüber zu schließen und dafür Sorge zu tragen, dah künftig ähnliche Llnregelmähig- keiten sich nicht wiederholen können. Daran sind alle Parteien gleichmäßig interessiert. Es ist ja auch bereits festgestellt, dah die Regierung, die jetzt ihren Buckel dafür Hinhalten muh, keinerlei Verantwortlichkeit zu tragen hat. Parteipolitisch ist also aus dem .Lohmann-Trust" für den kommenden Wahlkampf nichts mehr herauszuholen. Das haben offenbar auch die Oppositionsparteien eingesehen, uno wenn nicht weiter Ungeschicklichkeiten passieren, wird dieser leidige Fall wohl in den nächsten Tagen im Hauptauöschuh begraben werden. Der Bericht. Berlin, 12. März. (VDZ.) Der Bericht der Reichsregierung über die Phoebusassäre ist am Montag den Mitgliedern des Haushaltsausschusses schriftlich überreicht worden. 3n ihm heißt es u. a.: Kapitän Lohmann hat vom Zähre 1924 bis 10. August 1927 der Phoevus- Filrn-A.°G. zu Lasten der- Sondermittel mehrere zwischendurch teilweise wieder abgedeckte Darlehen zur Verfügung gestellt, die am 10. August 1927 einen Saldo von 1 057 770 Reichsmark zu Lasten der Phoebus-Film-A.-G. ausmachten. Außerdem hat Kapitän Lohmann nominal 1 620000 Reichsmart Aktien übernommen und dafür 1 750 000 Reichsmart in bar entrichtet. Danach arbeiteten im Phoebusbetrieb am 10. August 1927 2 807 770 Reichsmark Loh- mannmittel. Die Altienübernahr^e seitens des Kapitäns Lohmann erfolgte, ohne daz bis zum August 1927 einer seiner Vorge- setzten Kenntnis davon hatte. Ebensowenig hatten bis zu diesem Zeit-uncte seine Vorgesetzten Kenntnis von dem vorerwähnten, in die Phoe- bus-Film-A.-G hineingegebenen Darlehensbetrag. Auch dem Reichsfinarnminisier Reinhold gegenüber lieh sich Kapitän Lohmann eine schwere Pslichtwidrigkeit zuschulden kommen dadurch, daß er ihn nicht aus diese Geldinocstie- rungen hinwies, als er sein (Einoer ff an b- n i s zur Abgabe der am 26. März 1926 übernommenen Bürgschaft des Reiches für den 3-Millionen-Kredit der Deutschen Giro-Zentrale an die Phoebus unter Hinweis auf die sonst n4cht abwendbare amerikanische Aeber- fremdungsgesahr erwirkte. Diesmal haben sowohl der" Reichsfinanzminister a. D. Dr. R e i n- hold wie der Reichswc rm'nister a. D Dr. Gehler und der Admiral Zenker nicht gewußt, dah es sich 'bei der ihnen von Lohmann milgelcilten selbstschuldnerischen Bürgschaft und Garantien der Lignoke -G. nur um eine Formalie zur Berschlele- rung der Tdeichsgarantie gehandelt hade und dah fich Lohmann namev- des Reiches der Lianose gegenüber verpflichtet hatte, die Lignose von allen Verbindlichkeiten aus diesen JormalgaranFen freizuhalten. Das Jahr 1927 machte sodann eine Sonder« beschaffung neuer Geldmittel notwendig. Lohmann übernahm wiederum die Vermittlung der Bankkredite, und .zwar in Höhe von 3,5 Millionen Reichsmark und 920 000 Reichsmark. Für diese beiden fand sich die an der Rohsilmlieferung interessierte Lignose wieder bereit, für das Reichsministerium nach außen hin in Erscheinung zu treten Kapitän Lohmann unterzeichnete den diese beiden Kredite betreffenden Verpflichtungsschein, diesmal ohne seine Vorgesetzten in Kenntnis zu setzen. Diese Verpflichtung, wie auch die dem Kredit der Giro-Zentrale vorausaegangene vorerwähnte Geldinvestition ooif 2 807 770 Reichsmark kam erst im Anschluß an die im August 1927 erfolgten Dresseveröffentlichungen an den Tag. Der Bericht fährt bann fort: „Auch wenn man die Frage des Für und Wider, ob der Staat auf die im Film liegenden Propa- ganchamöglichkeiten Einfluß nehmen soll, offen laßt, fo ist doch kein Wort darüber zu verlieren, daß es sich im vorliegenden Fall um einen untauglichen Versuch mit untauglichen Mitteln gehandelt hat. Die Berufung darauf, daß die Marineministerien anderer Länder fich ebenfalls mit der Filmpropaganda befassen, ändert daran nichts." Die heute zweifellos erscheinende V o l l - machtsüberschreitung des Kapitän Lohmann bei Abgabe der die zweiten und dritten Bankkredite betreffenden Garantien und namens des Fiskus abgegebenen Verpflichtungserklä- r u n g löst die Frage aus, ob das Reich überhaupt verpflichtet ist, diese Erklärungen ein zu lösen. Das Problem ist geprüft mit dem Ergebnis, daß die gerichtliche Austragung dieser Frage nicht angebracht erscheint. Die gleiche An« ficht hat der Präsident oes Reichsrechnungshofes als Untersuchungskommissar des Reichskanzlers vertreten. vis Feststellung einer vorliegenden Vollmachts- Überschreitung des Kapitäns Lohmann hat zur Folge, dah hinsichtlich des dadurch entstehenden Schadens dem Fiskus Regrehan- fprüche gegen l h n erwachsen sind. Der der Zwangsvollstreckung unterliegende Teil seiner Bezüge wird daher bereits im Aufrechnungswege einbehalten. Es wird dann die Frage erörtert, warum der Fiskus nicht die Phoebus-Film-A.-G. einfach ihrem Schicksal, d. h. dem sicheren Konkurs überlassen hat. Der Konkurs wurde nicht beschritten, weil man der Ueberzeugung war, die Interessen der Allgemeinheit durch Vermeidung des Konkurses am besten zu wahren. Die Erlöse auS der Masse hätten wegen des Wegfalles fast aller Aktiven kaum die Konkurs- ko st en gedeckt. Die Offenlegung eines andern Betätigungskreises des Kapitäns Lohmann führt in einen Komplex hinein, dessen Vorhandensein dem Ansehen der Reichsmarine besonderen Abbruch getan hat. Hier wird vor allem die geldliche Interefsennahme des Kapitäns Lohmann an dem Berliner Bankverein erwähnt, die, wie der Bericht sagt, Lohmann ohne Wissen und Willen seiner Vorgesetzten vorgenommen hat. Die Beteiligung selbst befindet sich in der Abwicklung. Es steht zu hoffen, daß eine weitere Kapitalzusammenlegung vermieden bleibt und das Aktienpaket bald an eine Interessengruppe abgegeben werden kann. Schließlich wird gesagt: „Eine ins einzelne gehende zahlenmäßige Klarstellung aller Vorgänge ist bei der Undurchsichtigkeit der von Kapitän Lohmann getroffenen Maßnahmen noch nicht möglich gewesen". Um für die Zukunft eine Wiederholung von Vorkommnissen der vorbehandelten Art a u 6 8 u - schließen, wird auch im De.eiche der Marineverwaltung der angetündigte paritätische, aus Dertie.ern des Reichs inanzministeriums und des Rechnungshofes zusammengesetzte Ausschuß feine Tätigkeit binnen kurzem aufnehmen. Der Phoebusbericht, der leine Unterschrift trägt, dürfte in der Dienstagsltzung des Haus- halisausschusses, wie das Rachrichtenbureau des VDZ. in parlamentarischen Kreisen hört, von den Oppositio.:s,;ar:e e.-i lebha te Kritik erfahren. 3n diesen Parteien wird erklärt, der Bericht schaffe keine Klarhert über den finanziellen Umfang der Geschäfte und lasse sehr wesentliche Dinge fort mit der Tendenz, die ganze Angelegenheit zu einem persönlichen Fall Lohmann zu machen und die Porgesehten des Kapitäns zu entlasten. Kritik der Presse. Berlin, 13. März. (Priv.°Tel.) Zu dem Phoebus-Bericht nimmt nur ein Teil der Berliner Presse Stellung. Der „Lok.-Anz." erklärt: Leder, der den Saemisch-Bericht mit etwas Fingerspitzengefühl lieft, sieht, dah h.er ein Fall vorUcgt. in dem man einen Untergebenen handeln ließ, ohne etwas wissen zu wollen. — Die ..D. QL Z." sagt, man könne gerade nicht behaupten, dah dieser Bericht ausreichend wäre, der deutschen Oeffentlichkeit jenes Maß von, Aufklärung zu geben, auf das sie Anspruch hat. Trotz des stattlichen Umfanges des Berichts bleibe noch allerhand nachzuho 1 en. Eine Frage werde man sich bereits bei der Lektüre der vorliegenden Ausführungen verwundert vorlegen, nämlich die, wie es geschehen konnte, daß 6 i n einzelner Mann geraume Zeit über solche Summen disponieren konnte. Es müssen schwere organisatorische Mängel vorliegen. — Die „Germania" verlangt, daß eine strenge Kontrolle zur Verhinderung künftiger ilnregelmäfeigfeiten durchgeführt werde. Das Blatt stellt „mit aller Deutlichkeit" fest, daß dieses Kabinett nur Unter- suchungsrichter ist und mit den Verfehlungen des von demokratischer Seite empfohlenen Helden des Trauerspieles nichts zu tun hat. Es könnte sich höchstens nur darum handeln, daß es das Amt des Staatsanwalts übernimmt. — Ln der „Voss. Ztg." wird daraus hingewiesen, dah die gesamten Geschäfte der Gruppe II! des Berichts auf ein Haar den Geschäften ähneln, wegen de^en 'Barmat und andere in das Untersuchungsgefängnis und auf die Anklagebank kamen. Es fei indirekt aus Reichsmitteln und mit Reichsbürgschaften in viel schlimmerer Weise noch als es Barmat unter Zuhilfenahme der Gelder der Preußischen Staatsbank getan habe, ein Konzern zusammengeschweißt worden, von einem Mann, der auf keinem der in Frage kommenden Gebiete Fachmann gewesen sei. — Das „B. T." vermißt in dem Bericht die Antwort auf eine ganze Reihe von Fragen, so auf die: Wie groß sind die Mittel, die man Herrn Lohmann zur Verfügung gestellt hat? Wie hoch ist der Verlust, den er dem Reich insgesamt! zugefügt hat. Das Blatt fordert von dem Haus- haltsausschuh. daß er die Feststellung der Verantwortlichkeit bis zur oberften Stelle verlange. — Der „Vorwärts" kritisiert gleichfalls den Bericht wegen seiner Mangelhaftigkeit und fragt: L st das alles? Keine Volksvertretung, kein Parlament, das auf sein Haushaltsrecht irgendwelchen Wert legt, dürfe es gestatten, daß man es so wegwerfend behandelt, wie es mit diesem sogenannten Saemisch-Bericht versucht werde. Die Verhaftung der deutschen Ingenieure in Rußland. Am Samstag wurden wir durch Rachrichten aus Moskau überrascht, wonach sechs deutsche Ingenieure wegen angeblicher Beteiligung an einem Komplott gegen die Sowjetregierung verhaftet worden waren. Schon diese Meldung aus russischer Quelle mußte erhebliches Kopfschütteln verursachen, denn man kann sich auch beim besten Willen kaum vor st eklen, dah deutsche Techniker und Ingenieure, die von ihren Firmen nach dem Innern Rußlands geschickt werden, angesichts der ihnen vollständig bekannten Verhältnisse unter der Sowjetregie- rung sich aus solche Abenteuer einlassen würden. Die deutsche Botschaft in Moskau konnte nur kurz in einem Telegramm die Richtigkeit der ersten Meldung von der Verhaftung bestätigen und ist seitdem bemüht, sich um das Schicksal der betroffenen Deutschen zu bekümmern sowie näheres in Erfahrung zu bringen. Der weitere Umstand, daß bis Montag abend keine weiteren Meldungen der Botschaft vorliegen, läßt die ganze Angelegenheit noch merkwürdiger erscheinen, denn es geht daraus hervor, daß auch unsere diplomatische Vertretung in Moskau keine weiteren Informationen erhalten hat. Wohl aber ist inzwischen etwas anderes geschehen. Rach der ersten Darstellung der russischen Staatsanwaltschaft in Moskau mußte man den Eindruck gewinnen, dah es sich um eine Verschwörung von gewaltigem Umfange, ja um eine vollständige Bewegung gegen die Sowjetherrschaft handele. Einen Tag später wurde eine Rede bekannt, die Volkskommissar Rykow in der Moskauer Sowjet gehalten hat. Darin sprach er zunächst von zwölf „schurkischen Monarchisten" und dann fügte er hinzu, daß einige Ausländer an dem Komplott beteiligt gewesen seien. Seine offiziell bekanntgegebene Aeußerung darüber lautet: „In die Angelegenheit finden wir nicht nur sog. Sow etbürger verwickelt, die sich nun vor dem Gericht der proletarischen Diktatur verantworten werden, sondern auch Ausländer. Ich will nicht den Gedanken zulassen, dah deutsche oder englische Firmen, die mit uns zusammenarbeiten, sich als solche mit derartigen Dingen beschäftigt haben. Cs steht aber fest, dah ihre Vertreter und Beamten unmittelbare Mitglieder des K o m° p 1 o t t e s sind. Einige dieser fremden Spezialisten sind verhaftet worden und werden vor Gericht erscheinen." Rach dieser Aeußerung Rykows sind in das angebliche Komplott also außer den Ausländern auch noch Russen verwickelt, die nicht Kommunisten sind, wohl aber im Dienste der Sowjetregierung als Techniker und Ingenieure stehen. Demgegenüber muß wieder eine andere amtliche Aeußerung aus Moskau hervorgehoben werden, wonach es sich um eine große Bewegung von erheblicher lokaler Ausdehnung handelt. Diese Wtte.spräche und das Geheimnis, das d.e russische Re gierung um die ganze Angelegenheit bis jetzt gewoben Hal, läßt sie in recht verdächtigem Lrchr erfchei: en. Schon seit längerer ^eit waren Rachrichten privater Act aus Rußland gekommen, wonach mit der Möglichkeit eines Umsturzes gerechnet wurde. So unwahrscheinlich derartige Rachrichten zunäepst immer klingen, so erhielten sie doch eine gewisse Rahrung durch den großen Kampf, der sich zwischen den jetzigen Machthabern und den früheren mit Trotzki und Sinowjew an der Spitze abgespielt hat. Cs wäre also schliehlich nicht unmöglich, daß man eine vielleicht vor dem Ausbruch stehende Bewegung noch im letzten Augenblick auf» gespürt und im Keime erstickt hat. Was aber völlig unverständlich ist, bleibt die angebliche Betelligung der sechs Deutschen. Die in Frage kommenden deutschen Firmen, die A. E. G. und Köppers, lassen mitteilen, daß sie die nach Rußland entsandten Beamten und Angestellten mit besonderer Sorgfalt ausgewählt haben. Es sind durchweg ruhige, besonnene Leute, die sich ihren Geschäften und technischen Aufgaben widmen, von allen politischen Sachen aber mit peinlichster Gewissenhaftigkeit fern halten. Gerade von den sechs verhafteten Deutschen sind einige erst feit gam kurzer Zeit im Lande. Alle aber sind durch sorgsame Studien über die politischen Verhältnisse in Rußland vollkommen unterrichtet, und es ist somit völlig undenkbar, daß sie sich zu irgendeiner Beteiligung in irgendeiner Form an irgendwelchen politischen Umtrieben herbeigelassen haben könnten. Die einzig mögliche Erklärung ist die, daß die Sabotage-Bewegung, von der ebenfalls in den russischen Berichten gesprochen wird, in den Betrieben zum Ausbruch gelangt ist, in denen d i e Deutschen beschäftigt sind und daß man sie daher kurzer Hand mitverdächtigt und verhaftet hat. Bei so summarischem Vorgehen sollte sich aber die russische Regierung über die Folgen klar sein. Rußland ist eifrig bestrebt, feine Industrie mit Hilfe der deutschen Technik wieder aufzubauen. Zur Zeit schweben in Berlin Verhandlungen über die Ausdehnung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Welche Firma in Deutschland und anderswo wird sich in Zukunft noch herbeilassen, Vertreter mit solchen Aufbauaufgaben nach Rußland au entsenden? Und wo werden sich in Zukunft noch deutsche Beamte und Techniker finden, die bereit wären, derartige Aufgaben zu übernehmen, wenn sie jeden Augenblick gewärtig fein müssen, in Sowjetgefängnisse gesteckt und wegen Aufruhrs gegen die Sowjet-Regierung angeklagt zu werden? Just zur rechten Zeit kommt Volkskommissar Litwinow auf der Durchreise nach Genf in Berlin an. Die Vertreter der Reichsregierung werden ihm hoffentlich sehr klaren Wein darüber einschenken, wie man über solche Vorkommnisse denkt und was für Folgen sie haben müssen. Der deutschen Botschaft in Moskau wird es hoffentlich gelingen, die sofortige Freilassung der verhafteten Deutschen durchzusetzen. Der Schritt Brockdorff-RantzauS. Berlin, 13. Mär;. (prio.-Iel.) Das Auswärtige 21 m 1 hatte, wie bereits mitgeteilt, unmittelbar nach Bekanntwerden der Bereitungen der deutschen Ingenieure und Monteure im Done;-we- biet den deutschen Botschafter in Moskau, Grasen Brockdorfs.Rantzau, beauftragt, sich mit den maßgebenden russischen Stellen ins Benehmen zu sehen und sich über die Gründe zur Berhajtung zu informieren. Tschitscherin hat dem deutsa/en Botschafter m'.tgeteill, dah eine eingehende Untersuchung der 2tngelegenheit eingeleitet worden ist. Ein Ergebnis der Untersuchung liegt noch nicht vor. Was man in Paris erwartet. „Bankrott der Napallopolitik " Paris, 12. März. (TU.) Der „Temps" beschäftigt fich im Zusammenhang mit der V e r h a f t u n g der deutschen Ingenieure im Donezbocken mit den deutzch russischen Beziehungen. Das Blatt bezeichnet es als unwahrscheinlich, ja geradezu als lach.rl.ch, anzunehmen, daß auslandtzche 3ngenuure sich an einer Verschwörung gegen die Lolsch.w.sten- herrschaft beteiligt hätten. Die Unordnung und der Niedergang der russischen W>rt- s ch a s t seien allein den bolschewistischen M e t h o d e n zu verdanken. Es wäre vergeblich, dies Ausländern in die Schuhe schieben zu wollen. Die Weigerung der Sowjetreg.erung, die verhafteten Ingenieure freizulassen, beleuchte in völlig neuer Weise die deutsch-russischen Beziehungen, die sich feit einiger Zeit st a r k verändert hätten. Man dürfe annehmen, daß die Politik von Rapallo zu einem Bankrott führen werde. Deutschland erkenne, daß es auf Grund der bisherigen Erfahrungen sehr unklug wäre, den Russen neue Kredite ohnegenügendeGarantienzu geben. Nach acht Jahren gelange man in Berlin zur Erkenntnis, daß eine politische Zusammenarbeit mit Moskau unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Europa unmöglich sei. Gegen die Verewigung der Kriegshetze. Brüssel, 12. März. (TU.) Die Presse Der* össentlicht soeben den Text eines zwischen dem Rektor der Universität Löwen, L a d e n z e, unb dem amerikanischen Architekten W a r r e n statt* gesundenen Briefwechsel, in dem Ladenze erklärt, daß die Universität Löwen gegen die antideutsche Inschrift auf der Fassade der wiederaufgebauten Bibliothek ist. Die Universität dulde keine Inschrift dieser Art. Ladenze fügt hinzu, daß Löwen die wissenschaftlichen Beziehungen mit den deutschen Universitäten wieder auszunehmen wünsche und daß Deutschland an der Wiederherstellung der Universität mitgearbeitet habe. Eine Zentralstelle für die Landwirtschastshrlfe? Vorschläge des LtaatssekreiärS Hagedorn. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 13. März. Der frühere Staatssekretär Dr. Hagedorn hat jetzt zur Durchführung des landwirtschaftlichen Rotprogramms überaus interessante Borschläge gemacht, die auch, wie man beobachten kann, in den führenden Kreisen der Landwirtschaft selbst größte Beachtung finden. Es handelt sich dabei um die Schaffung einer Zentral st elle, die die Bewirtschaftung der für die Landwirtschaft bereitgestellten staatlichen Mittel durchführen soll, womit Hagedorn besonders vermeiden möchte, daß die gegebenen Mittel sich zersplittern und dadurch in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden. Staatssekretär Hagedorn, ursprünglich preußischer Derwaltungsbeamter, war während des Krieges sehr stark an den Maßnahmen zur Zwangsbewirtschaftung unserer Ernährung beteiligt und gehört heute zu den gemäßigten sachlich denkenden und politisch zurückhaltenden Führern In der Landwirtschaft. Seine neuen Gedanken verraten ihre Herkunft von einem Manne, der persönliche Erfahrungen in der Zwangs- wirtscha.t des Krieges gesammelt hat und daher liegt ihr Schwergewicht zunächst auf dem rein Organisatorischen. Er schlagt im Zusammenhang mit den kürzlich erfolgten Beratungen des Deutschen Landwirtschaftsrates die Bildung einer besonderen Reichs st elle vor, etwa nach dem Dorbild der Reichsbahn- oder der Branntwein-Mvnopol-Berwaltung. Liebri- «ens brachte vor einiger Zeit der »Deutsche" in ieser Richtung eine Meldung, nach der man unter der Führung des Reichskanzlers a. D. Dr. Luther eine ähnliche Zentralstelle für die Landwirlschaftsbeihilfe schaffen wolle, toaS sich aber gleich als eine Falschmeldung herausstellte. 2m einzelnen soll das neue Llnternehmen nach den Vorschlägen Hagedonis als eigene Rechtspersönlichkeit mit einem Sondervermögen — eben die Gelder, die jetzt z. B. im Rotprogramm für die Landwirtschafts- Hilfe bereitgestellt werden — ausgestattet sein. Ein Verwaltungsrat wird die Verwertung dieser Gelder unter sich haben, die im Sinne der Hilfe für die Landwirtschaft erfolgen müsse. Der Vorsitzende würde auf Vorschlag des Verwaltungsrates vom Reich ernannt werden, während die Mitglieder des Verwaltungsrates zu einem Teil vom Reichsernährung s- minister zum andern von den Spitzen- verbänden der Landwirtschaft berufen Werdern aber auch Vertreter der Dank - und Industriewelt sollen in ihm zu finden sein. Dor allem soll aber die Deschlußfreiheit dieses Unternehmens durch verschiedene Maßnahmen gesichert sein, so dah auch daS Auf- fichtsrecht des Reichsernährungsrninisters hier stark eingeschränkt würde. In Kreisen der Landwirtschaft fte&t man diesen Vorschlägen sympathisch gegenüber, besonders, weil sie eine planmäßige mrd schnell durchgeführteHilfs- aktion für die Landwirtschaft unter Umständen verbürgen würden, allerdings zeigt sich in diesen Kreisen ein gewisser Skeptizismus in der Frage, wie sich die Länderregierungen zu einem solchen zentralen Institut stellen mögen. Oer Kreditbedarf der öffentlichen Hand. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers" Berlin, 13. März. Die am letzten Freitag abgehaltene Sitzung der Genehmigungsstelle für Auslandanleihen im Reichsfinanzministerium hat in der Frage von Anleihen der öffentlichen Hand insbesondere der Kommunen nichts Reues gebracht, Das von der Beratungsstelle ausgegebene Eommunique be- fchränkte sich lediglich auf die Mitteilung, daß ihre Tätigkeit zunächst in einer Art „F est stel - lungsverfahren“ bestehen werde, um auf diese Weise die Gesamthöhe sämtlicher Anträge festzustellen und sich erst dann darüber schlüssig zu werden, welche Beträge den einzelnen Gemeinden zugesprochen werden können. Aus dieser Erklärung geht klar hervor, dah die maßgeblichen Stellen nach wie vor für eine An l e i h e s p e r r e sind, soweit sie von Kommunen ausgehen und dies um so mehr, als die Bestrebungen, die kommunale Finanzgebahrung einer scharfen Kontrolle zu unterziehen, in letzter Zeit intensiver geworden sind. Die Bestrebungen gehen besonders auf die Stellungnahme des Reichsbankdirektoriums zu Auslandanleihen zurück. Die Ansicht des Reichsbankdirektoriums in dieser Frage kann man wohl kurz dahin präzisieren, dah gegen Anleihen, die eine Produktions steigern ng zur Folge haben, nichts einzuwenden ist, auch wenn sie im Auslande aufgenommen werden, dah aber ein Unterschied gemacht werden muh zwischen privaten Anleihen, bei denen der Rehmer ohnehin den wirtschaftlichen Rentabilitätsgedanken beachtet, und Anleihen der öffentlichen Hand bzw. der öffentlichen Unternehmungen, fwi denen das Prinzip der Rentabilität in Anbetracht ihrer besonderen Stellung im wirtschaftlichen Leben nicht immer im Vordergründe zu stehen braucht. Was die Kommunen anlangt, so spielt auch in ihrer Aus- aabenwirtschaft die politische Konstellation der städtischen Parlamente eine große Rolle, und macht sie gelegentlich ausgabefreudiger als nötig wäre. Die Verschleppung der Verwaltungsreform. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 13. März. Die im Januar auf der großen Berliner Länderkonferenz beschlossene K o m- Mission zur Untersuchung über Möglichkeiten der Verwaltungsreform in Deutschland wird nun, wie man aus parlamentarischen Kreisen hört, e rst im Juni d. I. zusammentreten. Man hat solange gezögert mit der Zusammenstellung dieser Kommission, daß, wenn man sie jetzt einberufe würde, ihre Ar beitszeit mit der Neichstagsauslösung und den Wahlen zusammenfallen Das Genfer Ergebnis. Oie halbe Investigation. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers" Berlin, 13. März. Die eclösenoe Formel ist also in Gens auch diesmal wieder gefunden, die vom Rat eingesetzte Dreiertommission zur Untersuchung des Wassenschmuggels bei St. Gotthard Hai weitgehende Vollmachten erhalten, sie kann Sachverständige nach Ungarn entsenden, um den Tatbestand an Ort und Stelle nachzuprüfen und wird daun im Sommer dem Rat über die Ergebnisse be chten. Der Fall selbst ist ja eigentlich die ganze Au regung nicht wert, und wenn Ungarn sich Mit einer solchen Lösung bereit erllärt hat, köimte man füglich die Akten über die ganze Geschichte vorläufig schließen; wenn eben nicht, worauf wir von Anfang an hinwiefen, sich sehr viel weitergehende Absichten dahinter verbergen. Es ist ja eigentlich lächerlich, daß gerade die Staaten, die einen schwunghaften Waffenhandel mit den Resten des Weltkrieges treioen, sich so aufgeregt zeigen über fünf Waggons Maschinengewehre, von denen man wohl weiß, daß sie aus Italien stammen, von denen aber niemand weiß, wer der Empfänger ist; die inzwischen längst verschrottet sind, also auch durch das Auge des klügsten Sachverständigen nicht mehr entdeckt werden tonnen. Aber Frankreich hatte eben die Absicht, hier einmal eine Hauptprobe für d i e Investigation zu exerzieren, um später gegen Deutschland eine Präjudiz bei der Hand zu haben. Das ist nicht ganz gelungen, Herr Briand hat sich davon überzeugt, daß die Italiener, die sich selbst zu kompromittieren fürchten, nicht mitspielten und daß auch England nur sehr mäßig interessiert war, er hat deshalb auf 50 Prozent aklordiert und wird allen Grund haben, im Innersten seines Herzens damll zufrieden zu fein. Eine Investigation im Sinne des Protokolls von 1924 und 1926 ist die Untersuchung nicht, sie ist aber doch eine Investigation in anderer neuer Form, die unter Umständen für uns Deutsche mindestens ebenso gefährlich werden kann. Denn der Widerstand, den wir gegen das Investigationsprotokoll erhoben haben, richtet sich doch gegen den Begriff einer Untersuchung a ls solche, der mit der Würde eines Großstaates unerträglich ist. Er war besonders unerträglich, wenn etwa französische oder englische Offiziere wieder ihre Rase in die Interna der deutschen Reichswehr stecken durften; aber allzu viel wird nicht daran geändert, ob das nun gerade Offiziere unserer ehemals feindlichen Staaten oder neutrale Offiziere sind. Und das ist der Haken bei der ganzen Geschichte. Es klingt ja harmlos genug, daß eine Kommission von drei Reutralen einen solchen Fall untersucht, ihr steht aber der ganze Apparat des Völkerbundes zur Verfügung, sie hat daher durchaus die Möglichkeit, auch Offiziere als Sachverständige zu bestellen, die sich an Ort und Stelle begeben können. Aus uns übertragen, würde das heißen: wenn jetzt nicht die Wahlen beoorständen und die Franzosen fürchteten, daß sie durch ein Jnoestiaations- begehren die Aussichten der Deutschnationalen bessern würden, bann wäre vermutlich schon längst eine Beschwerde über den deutschen Phoebus- Fall von Frankreich an den Völkerbund gegangen. Nach den Wahlen kommt sie sicher. Dabei ist es zum mindesten sehr wahrscheinlich, daß eine Reihe von Staaten sich grundsätzlich weigern wurden, gerade französische Offiziere auf Deutschland loszulassen, daß aber für sie die Dinge ein ganz anderes Gesicht bekommen, wenn die Untersuchung in den Händen von Neutralen liegt. Die Aussichten, daß ein Antrag auf Investigation in dieser Form im Völkerbundsrat sich durchsetzt, find also sehr viel größer, als der Versuch einer Investigation im alten Sinne. Und das ist der kritische Punkt, der uns diesen Beschluß des Dölkerbundsrates nicht gerade als einen Erfolg der deutschen Politik betrachten läßt. Rumänien gegen den Ratsbeschluß. Der Optanlenstreit mit Ungarn. Bukarest, 12. März. (WTD.) Ministerpräsident Dintila B r a t i a n u erklärte vor Vertretern der Mehrheitsparteien, daß Rumänien die Optcmtenangelegenheit als abgeschlossen betrachte, und gab dem Erstaunen Ausdruck, das durch den Widerspruch zwischen der Entscheidung des Völkerbundsrates vom September und der vom März ausgelöst worden fei. Die Kammer nahm dann einstimmig eine Entschließung an, in der das Verhalten Tituleskos vor dem Völler- bundsrat gebilligt wird, ebenso seine Weigerung, im Ramen Rumäniens die Entscheidung des Rates anzunehmen, durch die der Rat seine letzte Entschließung vom September ' zugunsten einer neuen Umstürze, die die Souveränität Rumäniens beeinträchtige. Im Ramen der Rationalen Bauernpartei erklärte der Abgeordnete Madgearo, seine Partei weise die Genfer Entscheidung mit aller Energie zurück. DaS ganze ßanb nehme geschlossen und s ohne Vorbehalte gegen diese Ungerechtigkeit, die dem Lande schädlich fei, Stellung. Im Ramen der vom General Averesco geführten Volkspartei erklärte der Abgeordnete Papa- c o st e a , die Opposition müsse sich in Fragen der auswärtigen Politik hinter die Regierung stellen. Die Volkspartei werde, soviel in ihren Kräften steht, mithelfen, um der Sache deS Vaterlandes zum Triumph zu verhelfen. würde, was man wiederum im Interesse einer möglichst fachlichen Arbeit anscheinend gern vermeiden möchte. Die Reichsregierung hat zwar ihre Vertreter bereits festgestellt und den Länderregierungen davon Mitteilung gemocht. Zugleich wurden auch die Länder gebeten, ihre Vertreter namhaft zu machen, was inzwischen wenigstens teilweise auch geschehen ist. Aber die Behandlung dieser ganzen An- Gelegenheit in einem auffallend schleppenden Tempo ist wirklich kein sehr rühmliches Verfahren. Lan-bundkundgebungen. Breslau, 12. März. (WTD.) Der Aufmarsch des Landbundes in Breslau auf dem Schloß- platze umfaßte noch den Angaben der Leitung etwa 45—50 000 Personen. Von der Rednertribüne in der Mitte des Platzes wurden die Reden mit Lautsprechern über den weiten Platz geleitet. Teilweise führten die einzelnen Abteilungen Trauerfahnen sowie Landbundfahnen mit Trauerflor; sehr stark ist die Beteiligung besonders aus Oberfchle- f i e n gewesen. Die Züge führten zahlreiche Schilder mit sich. Ähre Aufschriften lauteten beispielsweise: „Wo bleibt die Zinsverbilligung?" — „Der Bauer kennt keinen Achtstundentag!" — „Wir fordern Besetzung der Aemter nicht nach parteipolitischer Zugehörigkeit, sondern nach Fähigkeit/ — „Wir sind keine Großgrundbesitzer, sondern wir sind das Landvolk." Pünktlich 12 Uhr wurde, obwohl noch immer neue Massen aufmarschierten, durch ein Trompetensignal die Kundgebung eröffnet. Als erster Redner begrüßte Frbr. o. Richthofen-Boguslawitz die Anwesenden. Es sprachen dann noch verschiedene Bauernführer. Zu Zusammenstößen ist es bisher nirgends gekommen. Dagegen zogen in Kyritz in der Mark im Anschluß an eine Protestversammlung des Landbundes der Ostpriegnitz die Demonstranten nach dem Finanzamt und dem Land- rotsamt. Dor dem Finanzamt kam es zu erheblichen Ausschreitungen. Als die Menge durch Sfeinroürfe etwa 20 Fensterscheiben zertrümmert hatte, trat die im Finanzamt stehende Polizeiwache unter Gewehr und machte Anstalten, gegen die Demonstranten vorzugehen. Auf Veranlassung der Landjägerbeamten wurde die Wache jedoch zurückgezogen, weil man hoffte, die erregte Menge beruhigen zu können. Diese setzte jedoch das Steinbombarbement fort, holte den Reichsadler vom Portal herunter und zertrümmerte ihn. Nunmehr schrill die Polizei ein, woraus die Menge abzog. Weiterer Rückqanq der Arbeitslosigkeit. Berlin, 12. Marz. (WB.) In der Arbeitslosenversicherung hat sich der Rückgang der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Zeit vom 15. bis 29. Februar 1928 in dem gleichen langsamen Tempo fortgesetzt, wie in der ersten Februarhälfte. Die Gesamtzahl der Hauptunter- stützungsempfänger war am 29. Februar 1928 rund 1 237 500 gegenüber 1 291 000 am 15. Februar 1928. Die Abnahme beträgt also 53 500 oder 4,1 v. H. Die Krisenfürsorge zeigt für den gleichen Zeitraum nur einen geringen Rückgang um 0,3 v. H. (rund 215 000 Hauptunterstühungsempfänger am 29. Februar gegenüber 215 500 am 15. Februar 1928). Die Zahl der Notstandsarbeiter hat in der Berichtszeit um rund 16 o. H. zugenommen und beträgt am 29. Februar insgesamt 67 700; davon entfallen auf Personen, die in der Arbeitslosenversicherung unterstützt worden sind, rund 51 600, und auf solche, die in der Krisenfürsorge unterstützt worden sind, 16100. Der langsame Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfte im wesentlichen darauf zurückzuführen sein, daß die Saisonarbeiten, insbesondere im Baugewerbe, infolge der schwankenden Witterung und aus anderen Gründen, nur zögernd in Gang kommen. Zur Deamtenbesoldung in Hessen. Darmstadt. 12. Zitat). (Landesprestedlensl.) Die wir erfahren, gehl dem Finanzausschuß des hessischen Landtages noch in dieser Doche eine Regierungsvorlage über die Beamten- besoldung in Hessen zu. Die Beratungen über diesen Gegenstand innerhalb des Kabinetts sind im wesentlichen abgeschlossen. Die der „Volksfreund" hierzu erfährt, lehnt sich der (Entwurf in der Hauptsache an das badische Gesetz an und bleibt bei den oberen Beamtengruppen hinter den Sähen des Reiches zurück. Das preußische Aulagensystem habe keine Berücksichtigung gefunden. dagegen feien mehrere Gruppen auseinandergezogen. Verbin-lichkeitseiklärung des Schieds' spruches für die Berliner Metallindustrie Berlin, 12. März. (WTB.) In der Tarif- • streitigkeit zwischen dem Verband Berliner Me- ' tallindustrieller e. V. und dem Deutschen Metall- l arbeiterverband wurde der Schiedsspruch vom | 10. Marz 1928, der unter dem Vorsitz des Schlich- I terS für den Bezirk Groß-Berlin gefälll worden \ ist, gemäß Artikel 1 § 6 der Verordnung über das Schlichtungswesen vom 30. Oktober 1923 von Amts wegen im öffentlichen Interesse für verbindlich erklärt. Die streikenden Werkzeugmacher der Berliner Metallindustrie nahmen am gestrigen Montagnachmittag in einer Versammlung zu den letzten Verhandlungen vor dem Schlichter Stellung. Im Verlauf der Versammlung wurde die Verbind- lichkeitserllärung des Schiedsspruches bekannt. Entgegen den Aufforderungen der kommunistischen Opposition, die.Bewegung weiter fortzusehen und auszudehnen, erklärte die Ortsleitung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen der Streik als beendet erklärt werden müsse. Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes erläßt an alle streilenden Werkzeugmacher und ausgefperrten Metallarbeiter der bisher bestreikten Betriebe die Aufforderung, die Arbeit am Mittwoch, 14. März, zur gewöhnlichen Zeit wieder aufzunehmen. Der Schiedsspruch im Buchdruckgewerbe. Berlin, 12. März. (Priv.-Tel.) Wie der „Bor wärts" meldet, haben die Gauleiterkonferenzen der drei Tarifgewerkschaften des Buchdruckgewerbes den Schiedsspruch des Zentraltarifamtes, der die Löhne der Buchdrucker in der Spitze um 3,50 Mark erhöhte, abgelehnt. Die Vorstände der drei Gewerkschaften sind diesem Beschluß beigetreten. Die Unternehmer haben ihre Stellungnahme zu dem Schiedsspruch noch nicht bekanntgegeben. Einigung in der Schuhindustrie. Berlin, 12. März. Gestern wurden laut „Vorwärts" die Verhandlungen über den Reu- abschluh des Reichstarifes für die Schuhindustrie fortgefeht. Roch zur Verhandlung stand im wesentlichen nur die Lohnfrage. ES gelang schließlich, auch hierüber zu einer Einigung zu kommen. Hiernach werden die Löhne ab 1. April um vier Pfennig pro Stunde in der Spitze erhöht. Der Manteltarif, der als wesentliche Verbesserung die Urlaubszahlung für Heimarbeiter enthält, ist für zwei Iahre. d. h. bis 1. April 1930, abgeschlossen worden. Aus aller Wett. Die Bergrutschlataftroptze in Lanio-. Santos, 12. März. (WB.) Die Abräumung der Crd° und Gesteinsmassen von den durch die Erdrutschkatastrophe betroffnen Teilen der Stadt dürfte eine Woche in Anspruch nehmen. Es sind gegenwärtig über 2000 Arbeiter hiermit beschäftigt. Unter den geborgenen Opfern befinden ftch die Leichen von 23 Kindern. In der Rahe der Unglücksstätte spielen sich fortgesetzt erschütternde Szenen ab. So wird berichtet. daß ein Familienvater bei der Heimkehr unter den Trümmern seines Wohnhauses die Leichen seiner acht Kinder fand. Schweres Erdbeben in Persien. In den späten Abendstunden des Samstags ereignete sich in der Provinz Siftan ein Erdbeben, durch das der größte Teil der Stadt Re- bandan zerstört wurde. Die Verluste an Menschenleben sollen jedoch nicht hoch Jein, da wegen des Ramandvn-Festes die meisten Einwohner zur Zeit der in der Rächt erfolgten Katastrophe nicht schliefen. Infolgedessen wurden nur vier Personen getötet und eine schwer verletzt. Die von Schrecken ergriffenen Einwohner leben jetzt in Zelten außerhalb der zerstörten Ortschaft. Ein Brautpaar von einem Kraftwagen überfahren. Auf der Köln—Berliner Chaussee wurde in der Nacht vom Montag ein Brautpaar von einem Kraftwagen überfahren. Das Paar befand sich auf dem Heimwege und war durch die Scheinwerfer des chm entgegenkommenden Kraftwagens geblendet worden. Mit schweren Verletzungen wurden beide dem Krankenhaus zugeführt. Der Wagenführer kümmerte sich nicht um die Verletzten, sondern fuhr eiligst davon. Schwerer Aulounsall bei Hamburg. Auf der Chaussee bei Pinneberg fuhr ein in voller Fahrt befindliches Hamburger Auto infolge des Glatteises in den Chaussee- graben und dann aus chm wieder heraus mit voller Wucht gegen einen Baum. Der Wagen zerschellte. Der Führer, ein Kaufmann auS Hamburg, war auf der Stelle tot, der Beifahrer wurde mit Gesichts- und Hcmdverlehungen in das Krankenhaus eingetie'erf. Schwerer Betriebsunfall. In Gelsenkirchen stürzten im Betriebe der Der- . einigten Stahlwerke, Abteilung Schaiterverein, aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache zwei Schlosser aus einer Höhe von etwa 10 bis 12 Meter von einem Gerüst herab. Ci.er war sofort tot, während der andere lebensgefährliche Verletzungen davvntrug. Der älteste Mann Bayerns gestorben. In Wunsiedel starb der älteste Mann Bayerns, der Ragelfchmied Iobann Ruckdelchl, im Alter von 105 Iahren. Beisetzung des Polizeipräsidenten Freiherrn v. fiotff. In Kassel wurde der Polizeipräsident, Frhr. von Korfs unter starker Beteiligung der Beamten- und Beoölkerungskreise auf dem Friedhof zu Wehlheiden beiaesetzt. Anwesend waren u. a. Oberpräsident Dr. Schwander, Regierungspräsident Dr. Frie- bensburg, Landeshauptmann o. Gehren, Oberbürgermeister Dr. Stadler und andere. Ministerialdirektor Brandt vom preußischen Ministerium des Innern sprach im Auftrage des preußischen Innenministers am Grabe und schilderte den Werdegang des Verstorbenen. Er zollte dem Verstorbenen Dank und Anerkennung für seine Arbeit in Den verschiedensten Staatsstellungen. Darauf gedachte Oberpräsident Dr. Schwander der Verdienste des Verschiedenen, worauf nach Kranzniederlegungen durch Vertreter des Polizeipräsidiums und der Stadt Aachen eine Abteilung Schutzpolizei drei Salven ab= feuerte. Die Wetierlaae. Baren-my flayen lenund1 5 5l«l IDerdeen. 2 Z Senn r ■Rn 5 0 o 2 6 Land, A A-5 « Waryh 0 wen ’ ° O 1 7 ° Kki( 0wotKeni6s onriter (jnaie oedecitt. ® *oiRig. • oedecat eiteceix * Schnee a Graupeln s «edel R t!en sjch ।bet ' ab, Sö toi SN c bei ÄW b" " I--K, tden iw s iz 6 j fi rt nOQm8tag8 ME 5-pihiÜ! Uafhuagen übctjahten ?>* wurde in ^au-paar Mn J* Jwwn Aerittzunaen fe5 WM S s ™ fc Wn. । bei Hamburg. Jinne&etg fuhr ein m 5 -ymnburger 3uto ' ®«,n Khaussee. »in toktwr heraus mit Aa.um. Der Dagm r- era Kaufmann aus teile tot, bn nw Hlmdverlehungm C tu. ibrunfall. im Betriebe der Der« rilung Tchaiteverm, Wärter Apache zwei vhe van etaxl 10 bii Aerüst herab, tzi.er nd brr andere lebens« avvntrug. ayerns gestorben. rb der älteste Sann ed Johctm ÄuMchl trfaM. '<*el5Ä<«»v* MjS*» ■eitet sich °ÄruckdlU-k< s-r'g-jiis dl!*1“. $i»ip ......,n„, tkL'ÄA ouer: * Lprechstunden der Ncdattion 12 bte 1 Uht mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittagL Samstag nachmittag geschlossen__ bescififil sofort Sprödigkeit und Röte. Stfiediieln zu 40 Ä 60 a ISO Pt Tuben zu 60 und 100 Pt Wort in drei Choralparaphrasen (für 2 Frauenstimmen, Orgel, Violine-: „O Lamm Gottes", „Herr wie du willst, so schick's mit mir" und „O Haupt voll Vlut und Wunden"; das typische Merkmal des evangelischen Chorals, herbe Natürlichkeit. Ursprünglichkeit und Einfachheit, findet hierin seine Prägung. Die einleitenden Trios für Orgel waren von Jos. Rheinberger. Don I o h. Sebastian Bach ward fein Adagio aus der k4-Moll Sonate für Violine und Orgel wicdcrgegeben, sein Sohn. Phil. Emanuel Bach trat uns in seinem Lied „Schau hin! Dort in Gethsemane" (für Alt und Orgel) entgegen. Die Gesamtleistungen waren trefflich; insbesondere verdient die Aeubeleöung unserer musikalischen Andachten durch Mitwirkung des Frauenchors des Evang. Kirchengesangvereins Gießen Erwähnung, der in drei Stimmen „Alle die tiefen Qualen" von Lotti und ein altes geistliches Volkslied „Wer hat dich, mein Jesu", beides technisch nicht leichte Chorsätze. in einer Tonreinheit und Abtönung aller Nuancen vertrug, die allgemeine Anerkennung fand; dem Chorleiter, Otto Linden st ruth (Gießen) gebührt Dank. 455 Diebe durch den Sicherheitsdienst der Reichsbahn und 67 durch andere Personen festgenom- men. Der Sicherheitsdienst stellte 4187 Dahn- polizeiüberschreitungen fest, ferner 4283 Nachlösungen von Fahrkarten, 819 Nachabfertigungen von Gepäck und 4244 sonstige Unregelmäßigkeiten im Verkehrsdienst. Diebesgut wurde über 100 000 Mark zurückgewonnen. " Der Verein „Amicitia". Gießen beging am Samstagabend im festlich geschmückten Saale des Cafe Leib die Feier seines 40. Stiftungsfestes. Die Veranstaltung wurde durch einige flotte Musikvorträge der K a p e l l e Weller, durch die auch ein Teil der übrigen Programmpunkte in trefflicher Weise ausgesüllt wurde, eingeleitet. Nach einem von Frl. Lotz gesprochenen Pr-log begrüßte der Eh.envor- sitzende, Herr Koch, die Mitglieder und die zahlreich erschienenen Gäste, sowie die Vertreter mehrerer anderer Vereine. In seiner Ansprache bot der Redner einen kurzen Rückblick aus die 40jährige Dereinsgeschichte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Verein und den Teilnehmern am 40. Stiftungsfeste vergönnt sc n möge, auch den 50. Iubeltag festlich zu begehen. In einer weiteren Ansprache nahm der Ehrenvorsitzende die Feier des 40jährigen Bestehens 5um Anlaß, zwei verdiente Mitglieder auszu- zeichnen. Der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Diehl, wurde anläßlich seiner 25jährigen Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt und ihm eine geschmackvolle Urkunde ausgehändigt: Herr Heinrich Lehrmund erhielt ein künstlerisches Ehrendiplom für 40jährige treue Mtt- aliedschaft. Als Geschenk an den Jubelverein überreichte der Vorsitzende des Gesangvereins „Concordia" einen Fahnennagel. Im weiteren Verlaufe des Abends kam dann die gesellige Unterhaltung zu ihrem Recht. Von diesen Programmpunkten verdienen besondere Erwähnung vier Chöre, die vom Gesangverein „Heiterkeit' in klangschöner, ausgezeichneter Weise zum Vortrag gebracht wurden. Langanhaltender Beifall belohnte die Sänger für ihre trefflichen Leistungen. Diel Anklang fand ferner ein flottgespieltcr, lustiger Einakter, der die Ueberleitung zum heiteren Teile der Dortragsfolge brachte. Anschließend folgten zwei lustige Terzett-Dorträge von Mitgliedern des Bauerschen Gesangvereins, die durch ihren gediegenen Humor sehr zur Hebung der Stimmung beitrugen und mit außerordentlich starkem Beifall belohnt wurden. Mit einem Fest-- ball fand die in allen Teilen wohlgelungene Feier ihren Aasklang. Berliner Börse. Berlin, 13. März. Nach der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches in der Metalkindustr.e und nach überwundenem Medio ist die Grundstimmung des heutigen Frühverkehrs wieder etwas beruhigter, das Geschäft aber noch sehr still, und die Kurse gegen gestern abend nur wenig verändert. J.-G.-Farben spricht man 253 bis 253,5. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London mit 124,02, Mailand 92,40, Madrid 28,91, London gegen Kabel 4,8795 und die Reichsmark gegen Kabel 4,1830. Pfirsichzarten Teint elbi NIVEA-CREME t-'rUhjahrskar für |yerw4BEaa- u und in Abwicklung auf die heilige Passions- ;it, ihr Thema lautete: .Das Leiden und Sterben unseres Heilandes Jesu Christi"; und hier war Gemeindegottesdienst eine Veranstaltung der Gemeinde, die neben den Gebetswortcn von Pfarrer Mahr durch gemeinsamen Gesang zweier Passionslieder mitbeteiligt war. In den äußeren Rahmen eines einleitenden und eines beschließenden Orgelspiels fügten sich die Bilder vom Leiden und Sterben harmonisch ein. Diesmal war es ein „moderner" Meister, der zur Passionsgemeinde sprach: Max Reger, der durch Verwendung der Chromatik der Musik neue Ausdrucksmoglich- keilen gegeben hat; aus seinen Werken spricht daher eine starke Gefühlsbetonung, die fedoch nicbts gemein hat mit oberflächlicher Sentimentalität. Neben dem Orgclpräludium zu Lämmlein geht" und der Fuge m O-Moll für Orgel kam diese besonders zmn Ausdruck in dem Largo aus der Suite im alten Stil für Dtonne und Orgel. Arnold Mendelssohn, unser heM^ev Ä"'-'*-'nmirfifmeiff-'r, kam eten^alls zu Die Solisten waren Frl. Ida Stammler, deren Altstimme voll weicher, voller K'angwir- kung war. und Frl. Hedwig Gunderloch (Darmstadt), die mit ihrer vorzüglich geschulten Sopranstimme sich mit Liebe in den Stoff versenkt hatte. In den Duetten haben sich beide Sängerinnen wirkungsvoll ergänzt. Mufiklehrer Franz Bauer jun. (Gießen) spielte seine Violine-Partien mit vollendetem künstlerischen Können. An der Orgel saß Heinz Simon (Gießen), dessen Fähigkeiten zum besonderen Ausdruck gelangten in dem Regerlchen 2argo. wo die zarten Soli mit den weichen K ängen der Violine (Franz Dauer) in herrlicher Weise zu- fammenHangen, auch hat er sich um den Gesamt- auVau in besonderer Weise verdient gemacht. Auch dieser Abend zeigte wiederum, welch eine Bedeutung in unserem gottesdienstlichen Leben der musica sacra zukommt. hr. Kunstausstellung in Amsterdam 1925 Bei Gelegenheit der IX. Olympiade Amsterdam 1928 werden auch internationale Kunstwettbewerbe stattfinden. Es sind zugelassen Werke der Malerei (Gemälde, Zeichnungen, Graphik- und der Bildhauerkunst (Figuren, Reliefs, Medaillen), teren Darstellung sich auf Sport — in weil gefaßtestem Sinn — bezieht. Die Werke werden in den einzelnen Ländern von Kunstkommissionen juriert. An der Spitze der deutschen steht Dr. Red s lob; ihre weitere Zusammensetzung ist noch nicht bekannt. Die Beteiligung hessischer Künstler ist durch den Ständigen Rat gesichert worden. Einsendungen oder Anmeldungen entsprechender Werke werden bis 25. März ins Stadthaus Darmstadt. Zimmer 70, erbeten, wo auch alles Nähere über die Wettbewerbe zu erfahren ist. Die von der Neuen Arbeitsgemeinschaft jurierten Werke teere-en a's- dann Dr. Redslob angemeltet und von diesem, soweit sie ihm geeignet erscheinen, der in Düsseldorf zusammentretenden Gesamtjury vorgelegt werden. Die Kunstausstellung in Amsterdam auf dem Gelände des Stadions ist vom 17. Mai bis 12. August vorgesehen. ES werden Ghrenmedaillen verliehen und Verkäufe vermittelt. Daten für Mittwoch, 14. Marz. Sonnenaufgang 6.17 Uhr, Sonnenuntergang 18.03 Uhr. — Mondaufgang 1.54 Uhr, Monduntergang 9.36 Uhr. 1804: der Komponist Johann Strauß in Wien geboren (gestorben 1849); — 1853: der Astronom Giovanni Virginia Schiaparelli in Savigliano geboren (gestorben 1910); — 1916: die Deutschen erstürmen die Höhe „Toter Mann"; — 1918: Einnahme von Odessa durch die Deutschen; — 1926: großes Eisenbahnunglück in Costarica. Ghcftener Wschenmarktpreife. Gs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 140. Wirsing 40 bis 45. Wech- (rQut 20 bis 25, Rotkraut 35 bis 40. gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 20. Spinat 48, Unter Kohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 45. Rosenkohl 60 bis 65. Feldsalat 1.50, Endivien 100 bis Aus der Provinzialhaupistadi. Gießen, den 13. März 1928. Oer Wintereinbruch. Nach der amtlichen Wettervorhersage ist mit weiteren Schneefällen und in den nächsten Sagen mit einer Verstärkung des Frostes zu rechnen. Warme Dorfrühlingsjonne und zarte Erstlinge ter keimenden Natur sind durch Schnee und Eis- Humen abgelost worden. An sich sind solche Winterainbrüche eine an der Scheide zwischen Winter und Frühling gewöhn'iche und alljährlich wiederkehrende Ersch.mung. Cs hat freilich schon manchen langen Winter gegeben, der bis in die Märzwochen hinein überhaupt keine milden, frostsreien und schneelosen Tage gebracht hat während umgekehrt in anderen Jahren aus milde Februar- oder März-Wochen noch um die Aprilwende schwere Winterrückfälle zu verzeichnen waren. Wenn uns Heuer schon um die Märzmitte der Wintereinfall so weh tut, so ist das darauf zurückzusühren, daß wir in den Februar- und Märztagen schon wochenlang eine ganz ungewöhnlich milde Vorfrühlingswitterrl^g genießen durften, die uns der Härte des Winters ent- wohnte. Natürlich bringt für Arbeiten im Freien, die in ter Landwirtschaft, im Baugewerbe usw. unter dem Einfluß günstiger Witterung schon begonnen haben, ter Witterungsrückfall _ auch in gesundheitlicher Beziehung mancherlei böse Ucb:r- raschungen und Änzuträglichkeiten mit sich Das Tröstliche aber ist, daß erfahrungsgemäß solche winterliche Nachspiele keine lange Dauer mehr haben und daß bald wieder mildere Witterung 120. Tomaten 130, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 5 bis 5!/2, Aepfel 10 bis 18. Birnen 10 bis 15, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Blumenkohl 60 bis 180,'Salat 25 bis 40, Lauch 10 bis 25. Rettich 10 bis 30. Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück. Bornotizcn. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 71/9 Uhr „Höhensonne" (Ende 10 Uhr). — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: ..Der Alte Fritz" (Schluhteil). — Astoria-Lichtspiele: „Der rote Blitz". — Dom Konzertderein wird uns getrieben: Am Donnerstag, 15. März, findet abends 7.15 im Sladttheater das letzte Orchesterkonzert in diesem Winter statt. Unter Leitung des Universitäts-Musikdirektors Dr. Stefan Temesvary und mit einem von ihm zusammengeftellten ecle.e.ien Programm spielt das Frankfurter S y m p h on i e-O r ch e- st e r. Einen weiteren Anziehungspunkt wird die solistische Mitwirkung des mit unserem Musikleben eng verwachsenen, weltbekannten G:.gers Joseph Szigetl aus Budapest bilden. Er wird zusammen mit dem Orchester Coreliis „La folia“ und das schöne Violinkonzert in O-Dur (Köchel 218) von Mozart vortragen. Von den beiden anderen Nummern ist Regers „Suite im alten Stil" in der Orchesterfassung, wie sie hier dargeboten wird, eine Erstausführung für G:e- ßen. Die Bearbeitung in dieser Form rührt von dem Komponisten selbst her; das Werk hat insofern eine besondere Beziehung zu G:ehen, als das für Klavier und Dioline geschriebene Original vor einer Reihe von Jahren hier von dem Meister selbst mit Marteau zusammen und später von den Brüdern Adolf und Fritz Busch zum besten gegeben wurde. Den Beschluß bildet Beethoven mit einem seiner mächtigsten, sein ganzes Genie offenbarenden Werke, der „Croica", mit deren Ausführung zugleich einem allgemein gehegten und ausgesprochenen Wunsche willfahrt werden soll. ** Perionalie. In den Ruhestand versetzt wurde auf Grund des Altersgrenzegesetzes der Vorstand des Gewerbeaufsichtsamtes zu G i e ß e n, Obergewerberat Dr. Gerhard, mit Wirkung vom 1. Juni 1928 an. ** 6in größerer Schwarm Kibitze, auf dem Zuge nach Norden befindlich, wurde gestern nachmittag von Spaziergängern auf dem Gelände am Flughafen beobachtet ** Städtische Nutzholzverstelgerung. Bei der gestrigen Nate;Nutzholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Kiefern» l an g Holz: dl°Klasse: lb 30 Wk., 2a und 2b 32 Mk., 3a und 3b 47 Mk. je Festmeter; ^-Klasse: 3a und 3b 63 Mk. je Festmeter. Kiefern- abschnitte: dl-Klasse: 2a und 2b 33.50 Wk.. 3a und 3b 49,50 Mk., 4a 70 Mk. je Festmeter, ^-Klasse: 3a und 3b 66 Mk. je Festmeter. Fichtenlangholz: ^-Klasse: la und lb 38,50 Mark, 2a und 2b 43.50 Mk.. 3a 48 Mk. je Festmeter. Fichten abschnitte: di-Klasse: lb35£0 Mark, 2a und 2b 39 Mk., 3a und 3b 42 Mk., 4a und 4b 42,50 Mk.; ^-Klasse: 3a und 3b 52 Mk. Fichtenderbstangen. 1. Klasse 38 Mark, 2. Klasse 32,50 Mk.. 3. Klasse 23 Mk. ♦♦ Zuchtvieh-Prämiierung. Anläßlich des Butzbacher Faselmarktes findet am 22. März in Butzbach eine Zuchtvieh-Prämiierung statt. Der Landwirtschaftskammerausschuß für Oberhessen und die Faselmarkt-GeseUschaft Butzbach laden im heutv gen Anzeigenteil die Landwirte der Provinz zur Beschickung und zum Besuch des Marktes ein. Näheres in der Anzeige. t , " Der FahndungS- und Streifdienst bei der Reichsbahn umfaßt 113 Fahndungsbeamte. 807 Beamte und 915 Arbeiter im Streifdienst und außerdem 378 Kräfte im örtlichen Wächterdienst, die an besonders gefährdeten Stellen, hauptsächlich in den Werkstätten. eingesetzt sind. Llnterstützt wird dieser Dienst durch 569 ausgebildete Hunde. Im Dezember wurden insgesamt 3237 Diebstähle. 473 an Gepäck und Erpreßgut, 645 an Eilstückgut, 2383 an Frachtgut und 136 an Wagenladungen festgestellt, i 854 Diebstähle wurden nachweisbar verhütet. |inb nnftre toten N-üvorf-LM-n mit ihrem mterftaftento Jnto to ihrem ^Jen Smmebert. - höchste der fiaarette verömö^ sich hier mit einer Werbung von bejtoerer tonreller Untere OBERST - von Zeher durch ihre MbaLmischung berühmt- «ud infolge ihrer entzückenden ktLwrijrhen Beilagen für jeden Rancher zu eurem doppelten Genuß. $W&orf-2L$foria Zigarekvujnönk A.-Ä (fine hcudige Überraschung in jeder 25er Schachtet OBERST 5/Ä «NEUE ARBEIT"i..... ~ ' Ä'fjrJ«* U RA WM a Wer m«ias mMe rjolateldje HauSkux mt- Bem echten 27I0D Und a feine Arbeit kann, Total-Ausverkauf WEßen Ränmonß des Ladens nnd Geschäfts * Verlegung! Darum sind die Preise bis zu 30% herabgesetzt! 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Ich möchte sie dringend bitten, dasselbe auf dem Polizeiamt abzugeben, andernmlls Anzeige erfolgt. ",eu SliiBiete 1 ßMNlMß werd, sachgemäst u. preiswert gestimmt u. revar. OöettÄ ©leben. Oiomtrli Telephon 2403 Ankauigbr. 5Haö. u. Harmoniums iLÄlaNosigkeit usw. Die SSIrtung (U>tt- rascht geradezu. Orglnalstaschen in 2. 3.90 u. 5,- Ml. 3u baden In alten Sß>ot6rtcn und Lro. Serien, bestimmt bei, Drogerie E. Karn, Cchulttraste, Drogerie C. Leibet, Drogerie Hans Noll.Ludwiasvlatz u. Neustadt, Dro- gerieOttoWinter- stoff, Krenzvl.0 10, HausHiudcnbura, H. ElgeS, LellerS- weg 68a, Katier- drogcrieErustRoll Liudenvlav, Sto- ger.eGebr. Michel, WaUtorstr.S9.»°°V Grünere Partie VMM zu verkaufen. *s,c brülstWe Druüerei Schulstrafte 7/9. 'tetrt. Ut. fonn »M Die Ä die ' -ndem 2 M ( arte jJ* m b, Ä eine ®’£ S’wSi «S*. >« fr?« anÄ.ii gespannt ist. enerat, »ur ausbrtnaer» mache eine R> ® M * Wchdnilk. au! ‘ Äövra M ^jgen ^Äiaelleldeta ßöcklte all« iicce» - ^n. Me, J» tz,e l MM L-° bi F V fomtnen. korrekten Sg« ® - immer mü teti ZMmS un? Efihnt, durchgerak (1e 82-nc Muster Briedens- un! ^gesetzt, dns allen s au. ®* Men haben. <5° gelchichte. Don hier und heu Dr. Denesch 'anr Wehr noch: er wrt Mittelpunkt und di Wmt-Locarno, da innes Geistes Kmd. ihm zur Seite stank in seinen Arbeiten diesem Komitee, d Plenarversammlung timet Arbeit hink ^usammensand, sas junger Mann — immer für einet habe, vielleicht lio intellekütellen, abe gar nicht mondän« Stahlbrille, vt'elli schwarzen Anzug, i teil von tailor-mai kein Thcologiestud« Seiner Majestät t> U n ö 6 n, CÖranti bund, einer der hx gung, die er übrig um dm ßintrüt L ietoiefen hat. We ‘ieite junge Mann iMiche „Unter un ierenz-Eaal erfüll! Wort hat tzerr U und der tzrMntz ■ rinnen j^ vers< unddreihig Hnrei anlaht sehm, im loir eigentlich ha und teils ein bif iichen Kämpfer fi wahre $rie Jerärgert - wel öie Sache erfchnt W richtig - sch der auS Ottatva dahernoch auherc Juxplatz für das große Radfahrer-Fest in Wifcmar am 30. Juni und 1. Juli ds. Js. zu vergeben Meldeschluß am 1.Mai Radfahrer-Verein «Germania 03» Witim ar 2829D Aero uni) ji Von Gust, ®ie über den C * ■Wening& bem neuen N>absteigei ^chrelang hattet ^lte Cvstanzi > L?^kenten Klc wordm. NAn» Menschentum fOn, Mantcolo »u « St toi fr1'Snfrig«, £J° Reale dell feLS?4 NW Wottoanbe ein «i« »x Nfabt »«t ÖÄ KL- ZW Gut erhalt. Frack- anzua zu tauf. ges. Schr. Ang. unt. 01918 a. d. Gteh. Anz. erb. j Empfehlungen] Teppiche - Läufer ohne Am. tn IDMcnatsr. Ile! TeppltShans Agay & Glück, FranldnrU/. Schreihen Sie sofort 171M |Verschiedenes| gff 300031t. oeien Ueberlassung beschtagnahmesreier schöner Wohnung in neuem Hauke, tiiähe Gtehen, an ruhige, klnderl. F-am. 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Die Beerdigung findet Mitt wochnachm. 3 Uhr statt. 2804D Todes-Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat,meineliebe einzige Tochter, unsre gute. Schwester, meine treue Nichte Gretchen Becker im Alter von 19 Jahren, nach langem, geduldig ertragenem Leiden, zu sich zu nehmen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Margarete Becker Wwe. nebst Kinder, Onkel Ludwig Hahn I. und alle Verwandten. Heute morgen entschlief plötzlich und unerwartet meine gute, treusorgende Mutter, unsere Hebe Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin u. Tante Frau Elise Klinge Wwe. geb. Ströhmann im 59. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Ernst Klinge. Gießen, den 12. März 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. März, nachm. l*/3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 01933 - fic kennt den Vsihm, cki^sim nimmt1 sie f wäscht billige Als kluge und wirtfchaftlidi denkende Hausfrau inrereflkrr es Sie doch Geher, zu willen, wie auch Sie dielen Nutzen erzielen können. Am Abend vor dem Wafchrag weicht man die Walch e in kalter Henkolöfung ein. Über Nacht lockert Henko dann behutsam allen Schmutz. Henko, Henkels bewährtes Ein# weichmitrel, macht das lästige Vorwäschen der Wä» sehe überflüssig Darin liegt ein außerordentlicher Vorteil, den Henko bietet. SIE kaufen Qualitätsware in grober Auswahl sehr preiswert im Schuhhaus Weidemann Giefeen, Seltersweg 71 Schuhe und Stiefel (Ballenschuhe) für empfindliche Füße In großer Auswahl ____________________________ ________2802a „Ich war Ober und Ober mk behaftet und diente deshalb oft zum Spott meiner Kameraden. Ich versuchte verschied.Mittel, alles half nichts. Da wurde mir empfohlen. Der Erfolg war verblüffend.“ R. G. in V. | Preis: RM 0.20 und 1.—. 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Eine wirklichen Bedeutung des Besuches des afghanischen Königs die Ausübung der notwendigen Re- präsentationspflichten kritisiert werden, solange der fremde Souverän sich noch auf deutschem Boden besindet. Wir wollen nicht hoffen, daß König Aman illlafj die gegen ihn gerichteten Unfreundlichkeiten allzu ernst nimmt, denn es könnte ihm sonst einfallen, dah er seine Absichten bei der Rückkehr über Deutschland aufgibt und die noch weiteren für die deutsche Wirtschaft bestimmten Aufträge in anderen europäischen Ländern, die die wirtschaftliche Bedeutung Afghanistans durchaus nicht verkennen, tätigt. In weitem Umkreis sind die Straßen cckge- sverrt. Faszistenketden, Karabmierr in hoher Unr- form.' selbst die Verkehrspolizei mit Helmbusch. Die Linke am Steuer, kämpft man sich durch, indem man in der Rechten die grüne Sesam- karte wie ein Signal schwingt. Aiemand konnte sich eine Karte kaufen, es gibt nur Eingeladene. Trotzdem sind die Geheimagenten schrecklich mißtrauisch. Schließlich erreicht man doch jene tx>. rückende Wolke aus warmem Pelzwert und suhem Frauenduft, legt sich hinein und läht sich treiben wie ein Weberschiffchen. Es geht durch Prunk und Pracht, bis am Ende die Herrlichkeit erdrückend eleganter Karabinier! einen Raum frei- gibt, der sicher nach Erdbeeren riechen ^wurde, wenn er nicht so groh, so hoch rmd feierlich Wäre: alles fraise, rosa, rot. Statt der eisernen volle Stunde dauert der Uebergang, die Dämmerung in allen ihren Abstufungen ringt sich langsam, klar und heiligschön durch. Rie sah man auf einer Bühne eine solche Landschaft. Rie eine so weite, weite Ferne. Wer es nicht wüßte, würde die Albanerberge für echt halten, voll Wanderdrang im aufziehenden Morgen ihnen entgegenstreben. Bier Stunden Weges, denkt man, gute vier Stunden. Rein, das sind keine Kulissen mehr. Und keine „Beleuchtungseffekte". Das i st Licht. Wie es im Osten Heller wird, das Rachtblau in Stahlblau, in Madonnenblau, in italienisches Blau übergeht, wie es Tag wird, erhellt sich auch im Widerschein der Zuschauerraum, so daß man einander ohne elektrisches Licht wieder erkennen kann, wieder Mussolini sieht. Er faßt Rero scharf ins Auge. Rero spielt vor ihm. Irgendetwas Unheimliches schwebt zwischen diesen zwei Augenpaaren. Okkultes. Als habe der Duce den Cäsar heraufbeschworen. Run muh er vor ihm regieren. Wie machst du das? Mussolini im Frack! Man denkt sogleich an die modernen Hamletaufführungen und wird das Gesühl nicht los, auch der Duce trage eine ihm nicht zukommende moderne Kleidung. So legendär, so historisch ist seine Erscheinung bereits. Run kommen Gladiatoren des Weges, Reiter sprengen vorbei, der kaiserliche Triumphzug zieht auf. Waffen klirren, Germanen mit langen Haaren marschieren voraus, Sklaven aller Rationen. Fanfaren. Freudenmädchen, Tänzerinnen, Rosen und Ranken. Eine Biga, zwei schneeweiße Rosse davor. Rero hört seine eigenen Verse erklingen, Angst und Schwermut fallen von ihm ab, er ist wieder Herrscher, umbraust von dem Jubel des Volkes, ist Gott wie die jetzt strahlende Sonne — Mussolini gibt das Zeichen zum Beifall. Rero tobt sich, im zweiten Akt, in einem zu Orgien aufreizenden Tempel aus, sinkt vor der Dea nieder, läht sie aber, als er in der Göttin das Weib erkennt — das kommt ja vor — den Schlangen vorwerfen und zertrümmert mit eigenem Hammer die heiligen Götterbilder. Rero schwingt sich selber auf den Priesterthron und greift gewaltig in die Leier. Rero läßt die Christen jagen, Rero versäumt die Gelegenheit nicht, sich vor dem Circus maximus vorteilhaft unters Volk zu mengen. Und Rom brennt, und die zyklopischen Mauern brechen zusammen-- Mussolini folgt mit kreisendem Auge. Und, siehe da. von Vorschlägen ist kein Wort zu hören. Die Herren Debatteredner haben nur, wie einzelne von chnen ein bischen verlegen erklären ihre Gesichtspunkte zur Erörterung steilen wollen, konkrete Formulierungen haben sie gerade nicht bei der Hand. Der einzige Mann in Genf, der Formeln und Formulierungen nur so aus dem Hemdärmel herausschüttelt, eben Dr. Benesch, ist ja durch den Vorsitz gehindert, seine diplomatischen Zauberkünste zu produzieren. Und so beschließt die Versammlung unter allgemeiner Heiterkeit, daß es bei den» im Entwurf vorgesehenen Bestimmungen über Krieg und Boykott und Waffenhilfe in casu foederis b leiben soll. Die Staatsmänner und Diplomaten werden in Hinkunft nichts anderes mehr zu tun haben, als vorgedruckte Formulare aus Genf zu beziehen, wodurch der Weltfrieden auf ewige Zeiten gesichert ist. zordisierung der Weltgeschichte. Nachklänge zurGenferLicherheitskonfercnz. ; Von unserem R. R.-Sonderberichterstatter. < Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Genf, März 1928. Draußen liegt der See im letzten Schein der Abendsonne, unmittelbar unter dem Fenster des Beratungssaales, draußen tanzen schneeweiße Möwen unruhig auf und ab, atmen Palmen und Immergrün ewigen Frühling, trippeln hochgestöckelte lichtgekleidete Genserinnen am Quai spa- »ieren — und das alles, der See und die Abendsonne, die Möven. die Palmen, der Frühling und vor allem die lichtgekleideten Genferinnen, ist doch viel wichtiger, als die Klauseln über sccurite, non - agression, assistance mutuelle, Die ein Herr in schwarzem Sakko und nicht ganz akzentfreiem Französisch herunterleiert. Vierund- dreihig Herren in schwarzem Sakko hören diesem einen auch nicht recht zu. Mechanisch blättern sie um, wenn sie merken, dah rundherum Papier raschelt. Sie sind dann in dem Vertragstext, den jeder in Händen hält, um eine Seite weitergekommen. Und wenn sich diese vierunddreißig sehr korrekten Herren durch zwei Rachmittagsstunden — immer mit dem Blick auf die Fenster, auf den Frühling und die Genferinnen — durchgegähnt, durchgeräkelt und durchgeträumt haben, beglückwünschen sie einander, feierlich und aufgeräumt zugleich. Sie haben soeben das historisch bedeutsame Muster eines internationalen Friedens- und Freundschaftspa k t s festgesetzt, das allen Locarno-Abkommen der Zu- funft zugrunde gelegt werden soll. Man wird nur noch die Ramen der hohen vertragschließenden Teile, die Daten und die Paragraphen einzusehen haben. Fvrdisierung der Weltgeschichte. Don hier und heut beginnt eine neue Zeit und Dr. Benesch kann sagen, er sei dabeigewesen. Wehr noch: er war nicht nur dabei, er war der Mittelpunkt und die Seele vom Ganzen. Das Patent-Locarno, das hier entworfen wurde, ist seines Geistes Kind. Ein Redaktionskomitee, das ihm zur Seite stand, dürfte ihn eher gestört als in seinen Arbeiten gefördert haben. Denn rn diesem Komitee, das sich vor und nach allen Plenarversammlungen des Ausschusses zu intimer Arbeit hinter streng verschlossenen Türen zusammenfand, sah auch ein sehr unbequemer junger Mann — ich weih nicht, warum ich ihn immer für einen Theologiestudenten gehalten habe, vielleicht liegt das an seinem glattrasierten intellektuellen, aber gar nicht verbindlichem und gar nicht mondänen Gesicht mit der altmodischen Stahlbrille, vielleicht auch am schlotternden schwarzen Anzug, der ungejährt nach dem Gegenteil von tailor-made aussieht. Aber er ist doch kein Theologiestudent. sondern der Auhenminister Seiner Majestät des Königs von Schweden, Herr Und 6 n, Brantings Rachfolger, im Völker- bund, einer der wenigen Köpf« von eigener Prägung, die er übrigens anläßlich der Diskussionen um den Eintritt Deutschlands eindringlich genug bewiesen hat. Wenn dieser energische und gescheite junge Mann den Mund auftut, ist die gemütliche „Unter uns"-Atmosphäre, die den Konferenz-Saal erfüllt, plötzlich verflogen. „Das Wort hat Herr Unden", bedeutet, dah der See und der Frühling und die Palmen und die Genferinnen jät) verschwunden sind und dah tner- unddreihig Herren in schwarzem Sakko sich veranlaßt sehen, im Manuskript nachzublctttern, wo wir eigentlich halten und dann, teils gespannt und teils ein bihchen verärgert, diesem jugendlichen Kämpfer für wahre Sicherheit und wahre Friedensgarantien lauschen. Verärgert — weil sich nach einer Rede Undens die Sache erfahrungsgemäß in die Länge zieht. Und richtig — schon erhebt sich Herr Riddel, der aus Ottawa herkommt und die Beratung daher noch außerordentlich ernst nimmt, und er- B o i t o s „Nerone" ist kein derartiges Kunstwerk, daß man darüber einen Mussolini übersehen könnte. Ein musikalisches Schaustück, so recht geeignet, die unvergleichlichen technischen Möglichkeiten des neuen Theaters vorzuführen. Die Pausen gehören Mussolini ganz allein. Wenn der Vorhang fällt, rührt sich kaum eine Hand. Im grellen elektrischen Licht fühlt man, daß doch Tausende von Jahren klassen zwischen Bühne und Loge, daß dieser Rero doch ein wesentlich leichteres Regieren hatte, widerspenstige Probleme abschlachten lassen konnte und kaum von schwereren Dingen bedrückt wurde, als sie das Schmieden einer korrekten Derszeile mit sich bringt. Zuweilen lächelte der Duce. Das erlesene Publikum zeigte jene traditionelle Zurückhaltung der römischen Gesellschast, jenen vollendeten Anstand auch in der Betrachtung — des Duce. An allen anderen Orten der Welt, Mailand und Neapel nicht ausgenommen, wäre er sicherlich unentwegt angegasst, mit tausend Doppellinsen erdolcht worden. Hier fiel er, nachdem der Begrützungsjubel vorbei war, nid)t mehr auf. Man hat in Rom eine klassische Art, zu sehen, ohne es merken zu lassen. Die Damen schauten gelassen geradeaus, als gelte der Beisall — ihnen, ja. eine rassige Bronzeschönheit mit riesigen Brillantohrringen wandte sich in der Rebenloge förmlich ab, mit königlichem Stolz. Vielleicht war es eine ... Spanierin. Manchmal wechselte der Herrscher über Rom ein paar Worte mit seinem einzigen Begleiter, dem Staatssekretär G i u n t a , manchmal mit den Damen der Gouverneursloge zu seiner Rechten. Rur ein dünnes Säulchen trennte ihn von der Gesellschaft und das wurde gänzlich zu- gedeckt von einem riesigen weißen Pelz. So kam es, daß der Jmperatorenkops beim Gespräch mit seiner Rachbarin wie auf weißem Marmor lag und sich seltsam konturenscharf im Dunkel abhob. Wie mein Blick wieder einmal von der langweiligen Bühne zurückwcmderte, war dieses Bild wie ein Schemen verschwunden. Mussolini hatte kurz vor dem Ende unbemerkt das Theater verlassen. Von draußen drang Wohl gedämpfter Beifallssturm herein, aber man glaubte, er käme aus dem Circus maximus der Bühne. Für Rom erlosch damit das Licht des Abends, und die Zuschauer gingen nach dem peinlich korrekten Fallen des Vorhangs stumm hinweg. Was geht unS Rero an? Oer Afghanenbesuch und die deutsche Wirtschaft. Von unserer Berliner Redaktion. klärt irgend etwas im Ramen der kanadischen Regierung und der kanadischen Delegation. Ungeduldig nagt der französische Dolmetsch an der Oberlippe. Er möchte so gerne schon sein „adopte" in den Saal schmettern, damit wir weiterkommen, weiterkommen, weiterkommen... Sein englischer Kollege bewahrt den Gleichmut, mit dem Albion die Wett eroberte. Er weiß offenbar, dah man die eben mündig gewordenen Dominions sich austoben lassen muh. Mister Riddel aus Ottawa soll ruhig weiter in der Vorstellung leben, daß er hier Weltgeschichte macht, und zwar ganz selbständig. Da erhebt sich ein überlebensgroßer Greis mit einem kugelrunden rosigen Gesicht und flatternden weißen Haarsträhnen. Iohn Dull, wie er leibt und leb!. Und es ist wirklich der Vertreter der britischen Krone, der sehr ehrenwerte Lord Cushendun. Sensation... Der sehr ehrenwerte Lord hat nur einen ganz kurzen Sprach gehalten und — ganz unter uns — hat ihn die überwiegende Mehrzahl der vierunddreihig Herren nicht recht verstanden. Aber sie sind alle sehr begeistert von soviel geistiger Klarheit, po- Ittischem Weitblick und menschlicher Attersweis- heit. Der Bericht verzeichnet lebhaften Beifall. Der Redner wird beglückwünscht. Es ist immer richtig, sich mtt seiner Lordschaft gut zu stellen, obwohl Seine Lordschaft gleich wieder in tiefe Apathie versinken, als dächten sie sich ihren Teil über den tosenden Beisall der Delegierten von Uruguay und Litauen und Albanien. Sie alle buhlen um seine Gunst — obwohl sie es doch eigentlich nicht nötig hätten. Denn im Schoße des Völkerbundes wird statutengemäß kein Unterschied gemacht zwischen dem britischen Imperium und Beludschistan oder der Republik Andorra. Wie das schon so ist mit den bösen Beispielen. .. Rachdem drei Redner zu irgendeinem Punkt das Wort ergriffen haben, dürfen die dreißig anderen, die noch im Saale sind, nicht nachstehen. Einer nach dem anderen hebt die Hand, einer nach dem anderen schlägt sich mit den Mysterien der französischen oder englischen Sprache herum, einer nach dem anderen hat plötzlich einen Standpunkt, Diskussion, Diskussion. .. Die Möwen da draußen sind schon schlafen gegangen und diese Genferinnen, Die noch am Quai du Montblanc auf» und abtrippeln, dürfen von sehr torretten Herren schon lange nicht mehr träumerisch begutachtet werden — und die Diskussion fließt weiter. Worterteilung, Rede, Uebersetzung, Worterteilung, Rede, Uebersetzung... Sogar der dicke Japaner, der zur Rechten des Präsidenten sitzt, Herr Su- g i m u r a, der Direktor der politischen Abteilung des Völlerbundes, der den ganzen Rachmittag über stillvergnügt und sehr wohlerzogen vor sich hkngelächelt hat, trommelt schon mit den Fingern auf dem grünbespannten Tisch. Keiner fragt den anderen — denn diese Herren in schwarzem Sakko sind lauter sehr korrekte Herren — aber jeder fragt sich selber: Wozu? Wozu? ... Außer Mister Riddel aus Ottawa dürfte ohnehin kein Mensch in diesem Saal, Dolmetscher und Diener nicht ausgenommen, die Sache gar zu tragisch nehmen. Da springt von einem der Tische ein kleines Männchen mit einem wunderschönen grauen Kopf auf. Ein Künstler, ein Geiger, ein alter Stauen- liebling... Der Virtuose von Gens ist es: Monsieur Paul-Dvncour. Der Star meldet sich nicht zum Wort. Er läuft auf den Präsidenten zu, f l ü st e r t mit ihm, nickt ein paarmal, lächelt sehr befriedigt, Dr. Benesch lächelt auch... Und dann fragt Dr. Benesch, der Präsident, die verehrten Herren, welche Vorschläge wir eigentlich als Ergebnis der Diskussion sesthalten und zur Abstimmung bringen wollen. Er fragt es natürlich nicht über Paul-Boncours Anregung, denn von französisch-tschechischem Zusammenspiel ist in einer neutralen Körperschaft von der hohen internationalen Bedeutung des Sicher- ! heitsausschufses gar keine Rede! Er fragt nur so . ins Blaue hinein. Nero und Mussolini im Theater. Von Gustav W. Eberlein, tfom Wie über den Circus maximus der Palast des Cäsars, so erhebt sich der Palazzo JBiminale der Regierungspalast Mussolinis, dicht neben dem neuen Theater. Der Duce wird heute abend herabsteigen, es einzuweihen. Rom fiebert. Jahrelang hatten wir keine Oper mehr, das uralte Costanzi mit seinen unbefestigten Reihen aus eisernen Klappstühlchen war unmöglich geworden. D'Annunzio plante ein fernem lleber- menschentum kongeniales Uebertheater auf den Gimiicolo zu türmen, Mussolini jedoch, noch nicht Caligula, begnügte sich mit einem radikalen Umbau. Aus einem Chaos von Ueber- lebtheit. Intrigen und Kunstschutt «rnlltand das Teatro Reale dell’ Opera, das königliche Opernhaus. Ieht klafft dort, wo seitWenschengedenken Plakatwände ein geheimnisvoll tuendes Nichts verbargen, ein weiter Platz: die Auffahrt. Dahinter eine marmorverheißende, antikisierende F Immer wieder wurde die Cröffnungsvorstel- luna hinausgeschoben und mit einem Mysterium umgeben wie der Bau des Kolosseums Arn Montag endlich sollte „unwiderruflich der.Vor- Hang hochgehen. Da erhielten die privilegierten Leute plötzlich am Samstagmittag Einladmrgen für den Samstagabend zugesteckt, einige Stun- öen vorher erschien eine Mitteilung in den Zeitungen, die Frack vorschrieb, einen anderen als den auf der Karte angegebenen Eingang befahl und gleichzeitig — so siel der Schleier — das Erscheinen des Duce ankündigte. Oie Gewiffensfrage -er Minderheiten. In dem österreichisch italienischen Konflikt wegen der jüngsten Beschwerden im österreichischen Parlament über die Behandlung der Südtiroler erblicken die Stammesbrüder der Betroffenen eine Frage des kulturellen Schutzes, die italienische Regierung eine Einmischung in d i e Fragender inneren Verwaltung. Im Grunde handelte es sich um eine Frage der Menschlichkeit, eine Frage der Menschheit. Der Rechisstandpunkt Italiens ist aber dadurch gegeben, daß man ihm als einer der alliierten Großmächte keine bes anderen Bestimmungen zum Schuhe fremdsprachiger Minderheiten auferlegtc, als man ihm das Tren- tino und Deutsch-Südtirol bis zum Brenner, überdies auch kroatisch-slowenische Gebietsteile an der Ostküstc der Adria zusprach. Kann man derartige Fragen aber überhaupt vorn Rechts standpunkt aus behandeln? Der italienisch-sirolische Fall ist ja nur ein Teilausschnitt aus dem Gesamtkomplex des Minderheitenproblems. Den neugebildeten Staaten gegenüber hat man in Paris ein gewisses Derantwortungsbewutztsein gezeigt, indem man ihnen Bestimmungen des Minderheitenschutzes auferlegte und Schlich- tungsbehö rden schuf, wie sie z. D. in Oberschlesien funktionieren. Schlecht und recht, aber immerhin nicht ganz wirkungslos und vor allem moralisch bedeutsam, weil sie den Minderheiten das Bewußtsein geben, daß eine Stelle existiert, an die sie sich mit ihren Rechtsansprüchen wenden können. Auch sieht das Statut des Völkerbundes Bestimmungen vor, die dem damals erwachten Derpslichtungsgefühl der Gesamtmenschheit gegenüber den aus ihrem nationalen Zusammenhang gerissenen Volksteilen dienen. Aber gerade der Gegensatz, der sich in der Tiroler Frage zeigt, wo sich eine Großmacht auf ihre unbeschränkte Souveränität berufen kann, um jede Einwirkung Dritter auf solche Fragen a belohnen, zeigt die Unvoll st ändigkeit der für die Minderheiten geschaffenen Rechtsordnung. In Europa leben schätzungsweise 40 Millionen Menschen der verschiedensten Sprach» und Kultur- freife außerhalb ihrer nationalen Landesgrenzen: das ist soviel, wie die Einwohnerschaft Frankreichs, Italiens oder Englands. Und wenn man sich mit größtem Ernst in Genf jeder Streitfrage annimmt, die die Lebensinteressen einer einzigen solchen Großmacht berührt, um wieviel mehr mühte man dann nach einer enbgültigen, allgemein anwendbaren Rechtsordnung streben, die das Schicksal dieser Millionen regelt, das eine ständige Gefahrenquelle für den Frieden der gesamten Welt bildet. Die Rücksicht auf die Souveränität und auf die unbeschränkte Derwaltungshoheit jedes Staates innerhalb seiner Grenzen ist ja bereits im Prinzip gefallen. Denn mit dem Inkrafttreten der Dölkerbundssahung sind alle Staaten der Erde, die an dem Bunde teilnehmen, zu einer Reihe von Maßnahmen verpflichtet und zur Unterlassung anderer gezwungen worden, die man noch vor wenigen Jahrzehnten gleichfalls als integrierende Bestandteile der selbständigen und unbeschränkten Souveränitätsausübung ansah. Tage abermals nach Berlin zurück kehren wird, die Abschlüsse tätigen kann. Es wird alsdann nach Maßgabe eines Exportkredits, der im Rahmen der Exportkredit-Versicherungs-Be- stimmungen getroffen ist, ein Teil in bar aus» gezahtt und der Rest in Raten erledigt. Die wirtschaftlichen Kreise, mit denen König Aman Ullah Fühlung genommen hat, sind, wie uns von allen Stellen versichert wird, durchaus befriedigt von dem Aufenthalt des Königs und seinen bisher erteilten Aufträgen. Wie wir durchaus zuverlässig erfahren, hat König Aman Ullah bei feinem 14tägigen Besuch in Deutschland bisher rund 20 Mill. Mk. an Aufträgen an die deutsche Wirtschaft vergeben. Das ist immerhin ein nicht unbedeutender Posten, der den getriebenen Aufwand des Reiches bei dem Empfang und den offiziellen Anlässen durchaus rechtfertigt. Dem Reich hat der Aufenthalt des Afghanenkönigs mit seinem Gefolge alles in allem rund 1 Million gekostet, inklusive der Geschenke, die König Aman Ullah und sein Gefolge vom Reich erhalten hat. Es zeugt keineswegs von Takt und Anstand, wenn in kleinlicher Verkennung der ____ Zusammenhang mit der Abreise des Afghanenkönigs Aman Ullah sind in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten in der Oesfent- lichkeit sehr unfreundliche Bemerkungen über den wirtschaftlichen Wert des Aufenthaltes des Königs in Deutschland gemacht worden, der in keinem Verhältnis zu dem großen Aufwand, der von amtlicher Seite während der Dauer des Aufenthalts gemacht worden ist, stehen soll. Mtt krämerhaster Mentalität hat man zu errechnen versucht, daß der Aufenthalt König Aman Ullahs mit seinem Gefolge in Berlin mehr gekostet habe, als im ganzen Jahre nach Afghanistan exportiert würde. Besonderes Befremden in diesem Zusammenhang muß ein Artikel im Berliner 8-Uhr-Abend- blatt erregen, der geeignet ist, den ganzen tat* sächllchen Erfolg der Reise des Königs in Frage zu stellen, auch gerade für die wirtschaftlich dabei interessierten deutschen Unternehmungen. Was da im einzelnen gesagt wird, ist unwert, es an dieser Stelle zu wiederholen. Richtig ist, dah der König sein Einkaufs- programm bereits in Kabul fest gelegt hat. Er will eine Zuckerfabrik, eine Tuchfabrik und vieles andere kaufen, will eine Flug- verkeyrsgefellschast in Afghanistan errichten, Schmalspurbahnen bauen und vieles andere. Diese Dinge hat er bisher noch nicht zum Abschluß gebracht. Das Reichswirtschastsministerium und das Auswärtige Amt haben ihm aber eine Reihe von Sachverständigen zur Seite gegeben, die ihm bei seinen Informationen in den deutschen Wirt- schastskreisen geholfen haben, so dah der König, wenn er von London aus auf mindestens zehn Klappstühlchen kleine, samtene Klubsauteuils. Ein fünffacher Logengürtel herum. Rom fiebert. Nero selbst wird in der Arena auftreten. Ave Caesar! Das ganze mussolinische Rom ist da. Die unheimlich fernhohe Gallerie schimmert grünlich, bevölkert von den modernen Göttern: nichts als Soldaten. Unter dem Olymp beginnen bereits kostbare Pelze, einen Rang tiefer nackte Ala- basterschultern. Die Logen verkünden, dah Rom wieder einmal nach langer Zeit eine Sensation hat, ein gesellschaftliches Ereignis. Dis zur Hochzeit des Königspaares, versichert einer, müsse man, einen Vergleich zu finden, zuüückgehen. Und da merkt man: das königliche Rom ist nicht da. Es wird sich erst zwei Tage später, zur „zweiten Einweihung" einfinden. Rechts das „Schiff" der Senatoren, links das der Abgeordneten. Die Minister vollzählig wie zum Appell. Der Herzog des Sieges, Marschall D i a z. Der Grohadmiral des Sieges, Thaon de Revel. De Pinedo. Alke Uniformen. Kunst und Musik. Grazia De le d da. Sem Benelli. Die Journalisten. Die römischen Vertreter der Weltpresse. Man fühlt: ein historisches Gastspiel! Die Frauen hingegen ganz Gegenwart. Hinreißende Bubiköpfe, Biedermeierlocken, eine Saharetfrisur. Alle, alle blenden mit inserathaft lachenden Zähnen. Was geht sie der olle Nerv an? Sie wollen Mussolini sehen. 8 Uhr 55 künden die leuchtenden Ziffern. Fanfaren — Ein Ruck durch die Erdbeerfauteuils, ein Hochreißen, eine Woge der Begeisterung, sieghaft entgegenftürmenbe Hymne: Giovinezza, giovi- nezza —! Ave Caesar! Mussolini ist, zwei Logen Distainz zur leeren königlichen einhaltend, im zweiten Rang erschienen. Statue. Kaum, daß ein dankbares Lächeln seinem klafsischen Jmperatorenkopf Züge verleiht. Dann ist auf einmal die nächtliche Via Appra da. er weicht zurück wie eine Erscheinung. I J .ß i Man verlangt neuerdings Verpflichtungen in bezug auf den Stand der Bewaffnung, auf den Gebrauch oder Vichtgebrauch bestimmter Kampfmittel, auf die Behandlung von Kolonialgebieten ufto. Es ist also keineswegs ersichtlich, warum man nicht diese friedensfördernden Einschränkungen der absoluten Souveränität auch aus die Behandlung nationaler Minderheiten ausdehnen sollte, indem man einfach die einzelne,: Staaten auserlegten Sonder- bestimmur.gen zu einem gemeingültigen Völker- bundgeseh erhebt. 3n diesem Falle würde eine ständige Behörde beim Völkerbund Beschwerden entgegenzunehmen und Prüfungen vorzunehmen haben, die der Eigenliebe der einzelnen Regierungen deshalb nichts schaden könnten, weil sie ja alle betreffen. Denn es gibt keinen einzigen Staat, der nicht irgendwelche fremden Minderheiten einschlösfe. (Schluß.) Diese Vorgänge wirkten naturgemäß auch auf den Ausbau der hessischen höheren Mädchenschulen ein. Zwar erfolgte zunächst keine eigentliche Regelung des hessischen höheren Mädchenschulwcsens, aber die höheren Mädchenschulen wurden immer mehr als den höheren Knabenschulen gleichberechtigte Anstalten angesehen und im gleichen Sinne verwaltet, so daß die für die letzteren gehroffenen Anordnungen sinngemäß auf sie Anwendung fanden. Erst im Jahre 1911 erschienen „Richtlinien für die Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens in Hessen", denen dann im Jahre 1913 der erste amtliche „Lehrplan für die höheren Mädchenschulen" und im Jahre 1915 der „Lehrplan für die Studienanstalten und (die inzwischen eingegangenen) Lehrerseminare" folgten. Durch Einzelverfügungen wurden daneben noch die Einrichtungen der Frauenschulen geregelt, da neben die auf die höhere Mädchenschule äusgebaute dreiklassige Studienanftalt auch in Hessen eine Frauenschule treten sollte, der eine besondere Förderung und Pflege zuteil wurde. Wie in Preußen, so vertraten auch diese hessischen Verordnungen den damals für die Mädchenbildung neuen Standpunkt, daß auf die Verstände s- b i l d u n g und Beurteilung der Wirklichkeit gegenüber der seither im Vordergrund stehenden ästhetischen und Gemütsbildung mehr Rücksicht zu nehmen sei. Andererseits sollte den Mädchen nach Beendigung der höheren Mädchenschule die Möglichkeit gegeben werden, ihre Ausbrldung in derRich- tung der künftigen Lebensaufgaben einer deutschen Frau, als Hausfrau und Mutter, in Hauswirtschaft, Gesundheits- und Wohlfahrtspflege usw. zu vertiefen und zu ergänzen. Dem ersteren Gesichtspunkts diente die Einführung der Mathematik und die Erweiterung des naturkund- Uchen Unterrichts. Der zweiten Forderung sollen die neu einzurichtenden Frauenschulen dienen. Die vollständig eingerichtete höhere Schule in Hessen besteht demnach, jetzt, nachdem die Vorschulen weggefallen sind an die Grundschule anschließend, aus dem sechsjährigen Lyzeum und darauf sich aufbauend einer Zjahttgen Studienanstalt bzw. 2- bis 3jährigen Frauenschule. Es ist zu bedauein, daß die. gute deutsche Bezeichnung höhere Mädchenschule" durch das wenig schöne Wott „Lyzeum" ersetzt werden mußte. Das war aber nicht zu umgehen, weil in Preußen die höheren Mädchenschulen gegenüber den Lyzeen nicht vollberechtigt find und dadurch beständig Schwierigkeiten in der gegenseitigen Anerkennung der Zeugnisse entstanden. Auch die aus dem gleichen Grunde von Preußen übernommene Bezeichnung „Stu- .dienanstalt" erscheint nicht glücklich, da sie im Außenstehenden die Meinung erweckt, als sei sie allein auf . ein späteres Studium zugeschnitten. Das ist, wie der Lehrplan beweist, durchaus nicht der Fall und viele andere, nicht akademische, Berufe setzen heute schon das Reifezeugnis einer Studienanstalt voraus, was in Zukunft noch in viel höherem Maß« der Fall sein wird. Auf die weitgehende Gabelung der preußischen Lyzeen und Studienanstalten war mit Rücklicht auf die ganz anders gearteten Verhältnisse in Hessen verzichtet worden. Die hessischen Lyzeen und Studienanstalten wurden vielmehr den lateinischen hessischen höheren Knabenschulen (Realschulen und Oberrealschulen) angepaht. Dadurch war es möglich gemacht, daß in Städten mit Lyzeum ohne Studienanstalt die Mädchen ohne weiteres in die Oberrealschule übertreten und dott zur Reifeprüfung gelangen konnten. Das war deshalb für Gießen be anders wichtig, weil nur für Starkenburg (Darmstadt) und Rheinhessen (Mainz) Studienanstalten vorge ehen waren, Gießen aber und damit die Provinz Oberhesien dabei leer ausgfng. Dieser Zustand entsprach nicht der Größe und der Bedeutung Gießern als Provinzialhaupt- und Universitätsstadt und war auch aus praktischen Gründen auf die Dauer unhaltbar. Die Studienanstalt vermittelt den Mädchen eine den höheren Knabenschulen gleichwertige und gleichberechtigte, aver nicht ohne weiteres gleichartige Ausbildung, da ifjr Lehrplan den besonderen Bedürfnissen der weiblichen Natur in einer Weise angepaßt ist, wie es bei einer Knabenschule nie der Fall sein kann. So setzte denn auch sofort hier in Gießen das Streben nachderErrich- t u n g einer Studienanstalt ein. Dieses Streben wurde zunächst durch den Krieg in den Hintergrund gedrängt. Dann stand seiner Erfüllung vor allem die Forderung der vorgesetzten Behörde entgegen, die die Errichtung einer Studienanstalt von dem Vorhandensein einer Frauenschule abhängig machte. Das Landesamt steht grundsätzlich auf dem durchaus berechttgten Standpunkt, daß die Studienanstalt für die Schülerinnen des Lyzeums nicht der einzige Weg für die Weiterbildung fein darf, sondern daß den Mädchen zunächst die Weiterbildung für einen ihrer weiblichen Eigenart entsprechenden Lebensberuf, wie sie in der oben geschilderten Weife die Frauenschule bietet, ermöglicht werden muß. Sie Studienanstalt darf er ft in zweiter Linie und für wissenschaftliche Betätigung besonders Begabte in Frage kommen. In jenen Tagen war aber diese an sich berechtigte Forderung hier in Gießen nicht zu erfüllen, weil infolge des Krieges und feiner wirtschaftlichen Folgen, die für die Einrichtung und den Betrieb einer Frauenschule notwendigen Räume und Einrichtungen in absehbarer Zeit nicht zu beschasten waren. Der in dieser Frage tätige Elternausschuß wies besonders darauf hin, daß für die Möglichkeit zur Aus- bÜbung der Mädchen im Sinne der Frauenschule hier in Gießen durch private und unter staatlicher Aufsicht stehende Anstalten (Aliceschule, Haushaltungssemi- nar, Fröbelseminar usw.) wohl in ausreichendem Maße gesorgt sei und daß die Zeitverhältnisse zunächst die Errichtung einer Studienanstalt für Gießen dringend erfordern. Da trotzdem das Landesamt auf feiner Forderung beharrte und von sich aus die Errichtung einer Stubienanstalt ohne Frauenschule ablehnte, nahm bann die Stadt Gießen die Sache selbst in die Hand. Dem tatkräftigen und weitblickenden Eingreifen der Stadtverwaltung und der wirksamen Unterstützung einiger Stadtverordneter ist es zu oer banken, baß nach Ueberminbung erheblicher Schwierigkeiten mit Genehmigung der Regierung, jedoch ohne deren Mitwirkung und finanzielle Unterstützung, Ostern 1925 die unterste Klasse (0II) der Studienanstalt eingerichtet werben konnte. Am 20. Februar 1928 wurde bie c r ft c Reifeprüfung unter dem Vorsitz von Herrn Staatsrat Block mit gutem Erfolg abgehalten. Damit ist die Studienanftalt und der Ausbau unserer höheren Mädchenschule }u einer den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden Vollanstalt beendet und staatlich anerkannt. Es ist das ein für die Geschichte des Schulwesens der Stadt Gießen bedeutungsvolles Ereignis, das ihr zur hohen Ehre gereicht und von dem wir überzeugt find, daß es ihr auch stets Segen bringen wird. III. Ausblick. Nachdem damit ein gewisser Abschnitt in der Geschichte des höheren Mädchenschulwssens der Stadt Gießen erreicht ist, erscheint es angebracht, noch einen Blick auf feine zukünftige Weiterentwicklung zu werfen. Als der hessische Landtag die Mittelschulen aufhob, bestand wohl di« Absicht, zwischen den Volksschulen und den höheren Schulen eine völlige Scheidung her- beizuführen, und die Erwartung, daß nun bie Schüler und Schülerinnen der Mittelschule, wenigstens zum weitaus größten Teil, in der Volksschule verbleiben würden. Diese Erwartung hat sich hier in Gießen nicht erfüllt. Die Eltern, deren Kinder früher die Erweiterte Mädchenschule besucht hätten, haben es vorgezogen, sie nun der Höheren Mädchenschule zuzu- fichren. Dadurch ift im Lyzeum, namentlich in den mittleren Klassen bis zum 14. Lebensjahr, eine solche UeberfüIIung entstanden, daß alle Jahrgänge in mindestens drei und die mittleren in vier, in einem besonderen Falle sogar in fünf nebeneinander her- taufenbe Parallelklassen zerlegt werden mußten. Den Eltern, die chren Kindern eine über die Ziele der Volksschule hinausgehende Schulbildung vermitteln wollen, bleibt eben dazu keine andere Möglichkeit als das Lyzeum, selbst wenn sie von vornherein die Absicht haben, ihr Kind die Schule nur bis zum vierzehnten Lebensjahr besuchen zu lassen. Das ist ein auf die Dauer unhaltbarer Zustand, der auch dem Kinde keinen Vorteil, sondern eher großen Nachteil bringt. Eine abaeschlofseue, wenn auch weniger um- fanareiche Schulbildung ist ohne Frage ungleich wertvoller, als auf einer höheren Schule eine Tellbildung, die in einem beliebigen Zeitpunkt, ohne ein abschließendes Ziel erreicht zu haben, abgebrochen wird. Das Lyzeum kann seiner ganzen Anlage nach auf solche Schülerinnen keine Rücksicht nehmen. Es wäre deshalb zu erwägen, ob nicht in irgendeinerFormErfatzfürbieeinge» gangeneErweiterte Mädchenschule ae- schaffen werden könnte. Daß ein Bedürfnis dafür besteht, wird dadurch bewiesen, baß die Volksschule schon Klaffen mit erweiterten Lehrzielen eingerichtet hat. Es bliebe also nur die Aufgabe, diese Klassen zu einer Schule im Sinne der Erweiterten Mädchenschule und etwa in der Form der preußischen Mäd- chenmittelschulen auszubauen. Dadurch würde auch das Lyzeum in Wünschenswetter Weise entlastet und der dort herrschende empfindliche Raummangel beseitigt. Eine andere Erwägung gilt dem Ausbau des Lyzeums. Die neue Stubienanstalt ift zunächst eine rein städtische Einrichtung, die zwar der staatlichen Aussicht untersteht, aber vom Staat finanziell nicht unterstützt wird. Die Gründe dafür sind oben schon näher ausgeführt worden. Aus die Dauer ist das nicht durchzuführen und auch nicht wünschenswert. Vom hessischen Staat ist hier keine Abhilfe zu erwarten, solange seine grundsätzliche Forderung einer staatlichen Frauenschule nicht erfüllt ist. So wird es denn die Aufgabe der Stadt fein müssen, die Einrichtung einer solchen Frauenschule in die Wege zu leiten, um so mehr, als dann der hessische Staat zu den laufenden Kosten, nicht nur der Frauenschule sondern auch der Studienanstalt, beitragen wird. Daß auch für die staatliche Frauenschule Bedürfnis vorhanden ist, wird durch die Tatsache bewiesen, daß schon jetzt Schülerinnen von hier aus bie uns zunächst gelegene Frauenschule in Friedberg besuchen und die nicht geringen Unannehmlichkeiten (Bahnfahrt usw.), namentlich in der Frühe und im Winter, mit in Kauf nehmen, um die stattlich gewährleistete Ausbildung und die damit verbundenen Berechtigungen und Vergünstigungen zu erwerben. Da die Frauenschule unter gewissen Voraussetzungen auch solchen Schülerinnen zugänglich ist, die nicht das Lyzeum durchlaufen haben, wäre ihr auch hier in Gießen eine günstige Ausnahme sicher. So birgt auch die Zukunft neue Aufgaben und Probleme. Stillstand ist Tod, das sahen wir an dem Schicksal der (Erweiterten Mädchenschule. Rur Dor- märtsftreben und Weiterentwicklung bringt Leben. Möge in diesem Sinne dem höheren Mäbchenfchul- roefen der Stadt Gießen eine erfolgreiche Zukunft be- schieden sein! Die höheren MdchenWlen in Gießen Von Prof. Dr. Markert-Gießen. Kleine (Straffammer Gießen. * Gießen, 12. März. Ein Landwirtssohn aus Schellnhausen war vom Amtsgericht Homberg wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt worden. Hiergegen hatte er Berufung eingelegt. Der Tatbestand der Anklage stellte sich folgendermaßen bar. Anläßlich eines Tanzvergnügens in Schellnhausen hatte der Angeklagte eine junge Verwandte, die aus dem denachbatten Elpenrod zu Besuch weilte, nach Hause gebracht. Auf dem Heimwege war er deswegen von einem eifersüchtigen Elpenroder Burschen zur Rede gestellt worden. Jener schlug Ihm ins Gesicht, worauf bann der Angeklagte mit dem Messer ohne weiteres auf den Angreifer eingestochen und ihn an der Hand verletzt habe. Ein Freund des Gestochenen fei zur Hilfe geeilt und sofort auch mit Messerstichen .empfangen und erheblich verwundet worden. Darauf have der Angeklagte zu flüchten versucht, fei aber eingeholt und am Halse gepackt worden. Er habe nun wieder verschiedene Messerstiche ausgetetlt und sei bann weggelaufen. Das Gericht erster Instanz hatte in der Tatsache, bah der Angeklagte sofort zum Messer gegriffen habe, eine strafbare Ue- berschreitung der Notwehr erblickt. Die Strafkammer bemerkte jedoch in den Aussagen der beiden Verletzten Widersprüche. Die Darsiellung des Angeklagten, baß er sofort einen Fausts chlag ins Gesicht erhalten habe, von den beiden Angreifern am Halse gepackt und gewürgt worden fei und bann erst zum Messer gegriffen habe, erschien daher dem Gericht durchaus glaubhaft. Der Staatsanwalt beantragte nach dem Ergebnis der Hauptverharrdlung, da der Angeklagte in Notwehr gehandelt habe, Freisprechung. Die Strafkammer schloß sich den Ausführungen des Staatsanwatts an und sprach den Angekla^en von Strafe und Kosten frei. Oberheffen. Landkreis Gichen. X Klein-Linden, 12. März. Die Bautätigkeit hat in hiesigem Orte wieder lebhaft eingesetzt. Trotz der frühen Jahreszeit sind von privater Seite bereits 5 Wohnhäuser in Angriff genommen, die sämtlich im Spätsommer bezogen werden sollen. Weitere Neubauten sind projektiert, so daß eine ganze Anzahl neuer Wohnungen erstellt wirb. An der Fertigstellung der im vorigen Jahre begonnenen Neubauten wird intensiv gearbeitet, neun Nebengebäude und Werkstattsräume wurden errichtet. Durch bie Ausdehnung des Ortsbauplanes gewinnt das Dorf nach allen Richtungen sehr an Ausdehnung. Besonders vorteilhaft wirkt sich der groß« Neubau der Zigarrcnfabrik Behrens am Brandweg aus, der in rotem Ofenbrandstein ausgeführt ist. Das Gebäude ist mit allen neuzeitlichen Einrichtungen, Warmwasserheizung und gesundheitlich musterhaften Aufenthalts-, Arbeits- und Aufbewahrungsräumen versehen. 00 Klein-Linden, 12. März. In der gestrigen Sitzung des Kirchen Vorstandes wurde dem Antrag der De n k ma l k om m i f f i o n ftatt- gegeben und befdjtoffen, von dem alten Friedhof, dessen Abnutzung der Kirchengemeinde zustcht, zum Bau des Ehrenmals für die gefallenen Krieger unserer Gemeinde -100 Quadratmeter Land zur Verfügung zu stellen, lieber die Ablösung des Nutzrechts, das der Kirchengemeinde zufteht, muffen noch Verhandlungen mit ber politischen Gerne inde, bie die Eigentümerin des alten Friedhofes ift, geführt werden. — Eine Ortssanrm - lung für den Gustav - Adol^ - Verein ergab in unserer rund 2000 Seelen zahlenden Gemeinde den Betrag von 175,90 Mark. — Um bie neuzubesetzende Stelle eines Feldschützen in unserer Gemeinde haben sich 23 Bewerber gemeldet. IH Lollar, 12. März. Am Sonntagabend veranstaltete die verstärkte Kapelle Mank (Wie- scck) unter der Leitung des ehemaligen Kammervirtuosen Louis Kümmel aus Darmstadt im Saale „Zur Linde" ein Harmonie-Orchester- Konzert. Die Zusammenstellung des Programms zeugte von dem feinsinnigen Kunstverständnis der Mitwirkenden. Die Darbietungen standen auf solcher Höhe, daß es nicht möglich ist, einzelne Stucke als Glanzleistung besonders hervorzuheben. Der stürmische Beifall, ber der Kapelle zu vielen Einlagen Anlaß gab, die mit besonderer Befriedigung cufgenommen wurden, war wohlverdient. — Reiche Ernte hält in diesem Sabre der S ch nit- ter Tod in unserer Gemeinde. Während im Vorjahre insgesamt 18 Todesfälle ju verzeichnen waren, mußten in den wenigen Wochen des Jahres 1928 schon 10 Personen zu Grabe getragen werden. t Treis a. d. L d a., 12. März. Nachdem im vergangenen Jahre zwei neue Wohnhäuser und in diesem Winter die Zigarrensabrik von Rinn & Cloos errichtet worden find, regt sich die Bautätigkeit in unserem Dorfe von neuem, indem wieder zwei neu» Wohnhäuser in Angriff genommen worden sind und mit einem dritten in den nächsten Wochen begonnen werden soll. : Annerod. 12. März. Die Wasserleitung. mit der von hier ans die Kasernen in Gießen mit Wasser versorgt werden, wird zur Zeit um einen Rohrstrang verstärkt. Die Straße nach Gießen ist streckenweise aufgebrochen, der Verkehr ist jedoch nicht behindert. — 2n nächster Zeit wird die große Berke h r s ft r a ß e vom Trieb bis in die Aähe der ©anfeburg mit Kleinpflaster versehen. DaS Material ist zum größten Teil schon angefahren, die Arbeiten sind vergeben und werden in aller Kürze begonnen werden. Für den Verkehr wird die Straße gesperrt werden, die Umleitung erfolgt über Vödgen—Großen-Vuseck. T> Lich, 12. März. Um bie in nächster Zeit in unserer Stadt beginnende Kleinpflasterung der Oberstadt vornehmen zu können, find in letzter Zeit gewaltige Mengen Pflastersteine auf dem Kirchenplatz und auf dem Marktplatz an der Beijinger Straße angefahren worben. Die Fertigstellung dieser Arbeiten wird von den Flchrwerks- besitzern jeglicher Art mit Nachdruck gefordert. Auch Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach- redaktion des „Gießrner Anzeigers". Problem Nr. 152. 6 5 3 2 7 4 8 b g n 6 8 5 3 2 4 Don D. Hälsen. Schwarz, edel Weitz. Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 5 Steine. Kal; Del; Sa5, d3; Bc4. Schwarz: 4 Steine. Kc3; Ba2, d4, 64. Partie Nr. 98. Die nachstehende Partie wurde im Meisterturnier des Schachvereins „Hakoah", Wien, Anfang März dieses Jahres gespielt: von bekannten Meistern nahmen an diesem Sumter teil: Pros. Becker, Rett, Spielmann, Dr. Tartakower, Tacacs. Französische Eröffnung. Weih: Glaß. Schwarz: Röll. 1. e2—c4 I. e7-e6 2. d2-d4 2. d7-d5 3. Sbl-c3 3. Sg8-(6 4. Lei—g5 4. d5xe4 Diese sofortig« Abtauschvariante wählte auch Aljechin im Wettkampfe gegen Gapablanca und erreichte damit bequemen Ausgleich. 5. Sc3xe4 5. Lf8-e7 6. LgSxfö 6. Le7xf6 7. Sgl-f3 7. Sb8-d7 Notwendig, um evtl. e5 ober c5 durchsetzen zu. können, womit sich Schwarz nachträglich, ähnlich wie im Damengambtt, befreit. 8. c2-c3 8. 0-0 9. Lfl-d3 Der Läufer sollte hier lieber auf e2 zu Der- teidigunaszwecken verwandt werden, wobei er auch spater Lg4 verhindert. 9. . ... 9. e6-e5 10. 0-0 10. e5xd4 H.Se4xf6H- 11. Dd8xf6 12. Sf3xd4? Hier ist cXd4 unbedingt vorzuziehen, um dem Springer die wichtigen Felder c5 und e5 zu nehmen. 12..... 12. Sd7-e5 13. Tfl-el 13. c7-e5 14. Sd4-b5 Der Springer gerät hier vollständig außer Spiel. 14..... 14. Lc8-g4 15. Ddl-c2 15. Ta8-d8 16. Ld3-e4 16. Df6-g5! 17. Tel — e3 Dem Gegner in die Hände gespielt, aber auch sonst war die Partie unhaltbar. 17..... 17. f7-f5 18. Le4xb7 18. f5-f4 19. Te3xe5 19. Dg5xe5 20. Sb5xa7 Dies kostet noch zum Lleberfluß eine Figur. 20..... 20. De5-c7 21. Dc2-b34- 21. Ki?8-h8 22. Tal -el aus 22. Sc6 entscheidet Td7. 22. .... 22. Td8-b8 Weiß gibt auf. Lösung des Problems Dr. 149. Don 3. Kotrö. 1. Sg3-hl!, f3-f2 2. Df6-h8, a4xb3 oder Ka3xb3 3. Dh8-a8 oder Dh8-h3 matt. 1....., a4xb3 2. Df6xf3, Ka3 - a4 oder Lei - b2 3. Df3 —a8 matt. 70jähriges Jubiläum des Gießener Schachklubs. Wie wir schon kürzlich berichteten, feiert der Gießener Schachklub an Ostern fein 70jährig«s ununterbrochenes Bestehen Das Programm, das kürzlich erschienen ist, sieht folgende schach- liche Wetttämpfe vor: Internationales Meisterturnier, Teilnehmer find: Frh. b. Holzhausen, Kmoch, Orbach, A6tt. Sämisch. Tartakower, sowie zwei Mitglieder des Gießener Echachllubs. Außerdem wird die Einzelmeisterschaft für Hessen ausgetragen. Das Turnier ist offen für die stärksten hessischen Spieler, sowett sie einem hessischen Sch ach verein als Mitglied angehören. Die Teilnehmerzahl mußte auf acht beschränkt werden. Gehen mehr Meldungen ein, so behält sich der Schachklub Gießen vor, eine Auswahl nach der Spielstarke zu treffen. Außer diesen beiden Turnieren finden noch statt ein Aeben-, sowie ein Tombolaturnier. Am sieben turntet, welches für weniger starke Spieler (ohne Beschränkung auf Hessen) offen ist, können zehn Spieler teilnehmen, oder, falls mehr Meldungen entlaufen sollten, wird es als Gruppenturnier ausgetragen. Sämtliche Turniere beginnen Freitag, 6. April, vormittags, und enben, mit Ausnahme des Meisterturniers, das sieben Tage in Anspruch nimmt, Dienstag, 10. April, nachmittags. Die auswärttgen Teilnehmer am Haupt-(Hessi- schen)-Turnier und, soweit möglich, am Heben* furnier, erhalten freie Unterkunft und Qkti>fle* gung bei den Mitgliedern des Gießener Klubs. Die Preise des MeifterturnierS sind: 1. 600 Mark, 2. 450 Mk., 3. 300 Mk.. 4. 200 Mk., 5. 150 Mk. Äichtpreisträger erhalten 30 Mk. pro Punkt. Die Preisliste des Hauptturniers ist folgende: 1. 100 Mk., 2. 70 Mk., 3. 50 OZZL, 4. 30 Mk.', ferner ein Ehrenpreis für denjenigen, der gegen die Preisträger am besten abgeschnitten hat. Zeder Teilnehmer zahlt ein Reugeld von 10 Mk. Preistafel des Aebenturmers: 1. 50 Mk., 2. 40 Mark, 3. 30 Mk., 4. 20 Mk., 5. 10 Mk. Reugeld 5 Mk. Sämtliche Turniere finden im großen Saale des Eafö Leib statt. Die Meldungen für das Hauptturnier werden erbeten bis spätestens 25. März an Herrn Prof, Weißgerber, Gießen, Liebigstraße 68. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom AedattlonSttsch. Prinzenerziehung. Der Mandarin mit fünf Knöpfen Pong hatte das ebenso ehrenvolle wie schwere Amt der Prin- zenerziehung erhalten, so erzählt eine chinesische Chronik, und wollte vor allem bei seinen Belehrungen die Achtung vor dem kaiserlichen Sprossen nicht verletzen Da begegnen sie eines TageS auf . dem gewohnten Spaziergang einer Schafherde, und der Mandarin fragt den erlauchten Zögling, was das für Tiere seien. »Schweine", erwidert der Prinz. „Eure kaiserliche Hoheit haben bis zu einem gewiffen Grade vollkommen recht," bemerkt der Mandarin, „und die Antwort verrät hohen Scharfsinn: denn die Tiere haben vier Deine wie die Schweine, und wenn sie nicht mit Wolle bedeckt wären, konnten es sehr wohl Schweine fein. Indessen nennt man solche Schweine, die mit Wolle bedeckt sind, für gewöhnlich Schafe." MM Äenn önbstangei den Aaldunc men afn öttiiag, den StzNh den M. 6b u 2,3/ 4b, 10a, 23, 24 des Försters 1 Digest weiden: ,4 2 Aesernsch ’.'Vm Erchen, i hamduchr M nn Aejernin L ™Ntenln 7 Men Gche 1 ™ Utenin M»2,Klefern- ^F-chtenderbsta 68 § Eichenderbstan -W- 7 2 ?rcnvholi ' und 9, «bi;. < D« Obe w» ÖfSft N. N: N; " N- bit n-ng 2ec H h flc’6 utern SÄA» iSPäiSe 0°r fr 1 -ZV Unterkunft. Erncn Mhe der 6>"anZ M käuflich-lw ming dulch eme fommlung der N M der feinem neuen Stadtteils t kommen- . WEN. Friedb Dafferturmau nachdenWnende qtt (Friedbergs n 230 000 SDiarf von D( Ä.Ä Vasjerbehälter von Ser Hochbehälter m Irin Wolfer von der die hoher gelegenen rli oleichvitrg als A ' ab-11 au gelischeTvll hier organisiert > Vorsitzender ist Sestern abend ti Mrbeveranstaltu feit Acöner va lots), der sich ii sachlich mit dem nalen beschäftigte Standpunkt aus war schwach besu i Echzell, 11 Lohftnt und § hinten gestern -a- Bauens entscheidend mitzuarbeiten, mit entwickeln, >rS Gießener SchachllM. sortimente: 2704D Krämer. 2814B ES «°-L> H' Ä N la*ÄL 283 St. 61,32fm Fichtenlangholz 1,27 14 5 294 36 7 107,82 26,42 7,94 2. 3. N 1 A 1 A 1 1,39 0,99 1,49 dem gege- datz 5. Kiefern-Nntzschetter 8,2 rm. 6. Fichten-Nutzrcisig 270 rm 0,53 0,13 in den Nlb* N2a- N2b* 0,82 fm 3,89 n 0,84 „ 1,38 „ 105 209 99 40 8 1 3a-Klasse 3b* „ 4a* „ 4b* „ = 68,77 -- 58,74 -- 37,12 = 10,48 = 2,80 18,— fm 4,92 fm 1,74 fm 0,15 fm Mainzlar, am 10. März 1928. Vogel, Bürgermeister. ’ Uebrrslnh eine $ianr, 20. De5—c7 21. K?8-b8 6 entschritet Td7. 22.Td8-b8 Staufenberg, den 12. Mürz 1928. .Hess. Bürgermeisterei. Meyer. der innen mit Blech ai'.soefch'agen ist. damit er nicht allzu schnell das Opfer der Ragezähnr wird. Bedingung für ihr Wohlbefinden ist, daß sie ihre Ragezähne mit anderen Stoffen abstumpfen können, weil diese sonst übereinanderwachsen und dos Fressen unmöglich machen." Gießen, den 12. März 1928. Stadtbauamt: Braubach. Nutzholz-Versteigerung. Donnerstag, den 15. l. M., von bot» mittags 10 Uhr beginnend, soll im Gemeindewald Mainzlar nachverzcichnetes Holz öffentlich an Ort und Stelle versteigert werden: Angebote sind, nach Klassen getrennt, pro Festmeter, bis zum Mittwoch alS dem 14. d. M., nachmittags 2 Uhr, bei der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer bei der Einreichung unterwerfen, eingesehen werden können. Tas Holz ist mit Rinde gemessen und entrindet. Steinbach, am 8. März 1928. Hess. Bürgermeisterei Steinbach. Hachborner 2729V fabläni 11.149. 3. Mt. 2 2. DI6-h8, tixb3 ob« der Dh8-b3 matt. f6xß,Ka3-a kommt bei diesem Wettbewerb ausschließlich darauf an, den Grundgedanken der Deutschen Bauausstellung, als Werk- und Bauplatz Deutschlands an unserem Aufbau im Wege produktiven Nachstehendes Holz ist auf dem Sub- mifsionsweg zu vergeben: Eichenstammholz II. Klasse ca. 12 fm | Das Holz ist III. Klasse ca. 30 fm > mit Rinde IV. Klasse ca. 3 fm J gemessen 19 fm Grubenholz (Kiefern). Angebote ersuchen wir bis zum Samstag, dem 17. März, einzureichen. Ober-Widdersheim, den 10. März 1928. Hess. Bürgermeisterei Ober-Widdersheim: Schäfer.27990 rttn w® Fichten-Ltämme: Stück — 17,63 fm die Bauausstellung dieser großen Ausgabe wirksam zu dienen vermag. Die Aufgabe, die den Bewerbern gestellt ist, ist keineswegs einfach. Es handelt sich um die Zentrale Baufachausstellung, die Werkstatt allen neuen deutschen Dau- schaffens, die in ihren Grundzügen zu gestalten für die deutschen Architekten von besonderem beruflichem Interesse sein muh. An Preisen sind ausgesetzt ein erster Preis von 6000 Mk.. zwei zweite Preise von je 4000 Mk., drei dritte Preise von je 2000 Mk.: ferner stehen noch 5000 Ml. für Ankäufe zu je 1000 Mk. zur Verfügung. Das Eichhörnchen als „Zlascheniind". Es gibt kein entzückenderes Schoßtierchen als ein junges Eichhörnchen, und wem es gelingt, ein solches zu bekommen, der kann es sehr gut mit der Flasche ausziehen. Im „Raturforscher' erzählt C. Lohmann von einem solchen Eichhörnchen, das er als „Flaschenkind" im zartesten Alter durch- .gebracht hat. Er fand das junge Tierchen, das aus dem Rest gefallen war, nahm es mit nach Hause und gab ihm die Saugflasche. Das kleine Tier wuchs kräftig heran und vermag jetzt schon seine Lieblingsspcise, die Haselnuß, auf seine Hinterbeine gestützt, zu verzehren. Aus Fruchten macht eS sich nichts: nur nach Bananen ist es begierig und wird schon unruhig, wenn es die gelbe Schale sieht. „Wiederholt am Tage gaben wir ihm die Freiheit, die es benutzte, um in Schraubenlinien um den großen Speisezimmer- tisch zu laufen und seine anmutige Gewandtheit im Klettern an den Gardinen und Portieren zu zeigen," erzählt der Dersasser. „Wir hatten große Mühe, er wieder einzufangen, wobei es seine List und Verschlagenheit zum besten gab. Für die geistige Begabung spricht sein gutes Gedächtnis. So wußte es sehr genau, daß nach seiner Mahlzeit die Stunde der Freiheit kam. Mußten wir aus Zeitmangel die Freiheit abrürzen, so gab es seinem Aerger durch ein nicht gut durch Silben zu beschreibendes Murren Ausdruck, ja es Pfiff dann sogar. Angenehm ist seine Reinlichkeit. Es leckt und putzt sich ohne Unterlaß. Aus diesem Grunde eignet es sich zum Halten im Zimmer, wenn es nur nicht die unangenehme Eigenschaft hätte, alles anzubeißen und anzunagen. Änser Flaschenkind kommt auf Anruf und ist das Entzücke:^ aller Besucher. Leider können wir es nicht behalten, denn feine Freiheit ist ihm fein höchstes Gut, und so wird die Stunde kommen, wo wir uns von unferm Liebling trennen müssen, um ihn der Freiheit im schönen grünen Buchenwalde zu Übergeben. 3n der Lkugend sind alle Eichhörnchen muntere, lustige und durchaus harmlose Tierchen, die sich gern hätscheln und schmeicheln lassen. Sie erkennen und lieben ihren Pfleger und bekunden eine gewisse Gelehrigkeit, indem fte dem Rufe folgen. Leider werden fast alle, auch die zahmsten, mit zunehmendem Alter tückisch oder wenigstens bissig. Freies älmherlaufen im Hause darf man ihnen nie gestatten, weil sie alles beschnuppern, untersuchen, benagen und verschleppen. Man hält sie deshalb in einem Käfig, besonders für Gartenspalier Geeignet. Die Zusammenkunft an Mc Hachb Straße am Waldeingang. - ! W ItJgp* Zusammenkunft: am Wirtschasts* gebäude des Flugplatzes. 2814B Das Holz aus den Abteilungen am Flugplatz wird vorgezeigt, das Holz aus den anderen Abteilungen dagegen mcht. Vorherige Besichtigung wird daher empfohlen. Die Brcnnholz-Vcrsteigerungcn vom 7. und 9. März 1928 (Nr. 20 und 21) wurden genehmigt. Die Abfubrsckeme sind bis spätestens 25. März 1928 in Empfang zu nehmen. ' Gießen, den 12. März 1928. Der Oberbürgermeister: I, V.: Dr. Rosenberg. „ N3a* „ 1 » 7 „ Schriftliche Angebote find bis zum SamStag, dem 17. März, nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei em* zureichen. Die Bedingungen werden daselbst bekanntgegeben. Das Holz ist mit Rinde gemessen, aber entrmbet. 28300 zeit. Beide Jubilarc erfreuen sich einer seltenen I körperlichen und geistigen Rüstigkeit. Kreis Schotten. X Schotten, 12. März. Die frühere Sommerfrische „P o st hä u Sch en", seither der Stadt gehörig, ist durch Kauf an Wilhelm Schlörb, Sohn von Friedr. Schlörb, „Garn- brinus". übergegangen und wird ihrer früheren Zweckbestimmung als Pension, Sommerfrische und Gastwirtschaft wieder zugeführt werden. □ Laubach, 12. März. Gestern morgen ver - starb plötzlich der hiesige Forstrat Otto_K r a tz im 50. Lebensjahre. Geboren in Lich als Sohn "eines Fürstlich Solmsischen Kammerrats besuchte er die Gymnasien in Gießen und Laubach, wo er 1899 ab» ging, sodann die Universität Gießen. Nach Dienstleistung als Forstassessor in Schotten und Ulrichstein wurde er nach Worms versetzt und dort zum Oberförster ernannt. Von Worms kam er als Forstmeister der Oberförsterei Feldkrücken nach Schotten, hieraus als Forstmeister nach Laubach (als Nachfolger von Forstmeister Andre). In Laubach wirkte er nur drei Jahre. Er galt als tüchtiger, pflichttreuer Forstmann und hatte auch lebhaften Sinn für die Aesthetik des Waldes: außerdem war er ein großer Blumenfreund. Das frühe Hinscheiden des liebenswürdigen Mannes wird allgemein tief bedauert. I Gedern, 12. März. Gestern fand hier die offizielle Entlassung der Kochschülerinnen des dritten Fortbildungsschuljohr- gangs statt. Der Kursus war der erste in unserer Stadt und dauerte vier Wochen. Täglich von 8 bis 13 Llhr, mit Ausnahme der Samstage, wurde Unterricht durch die Fachlehrerin Frau Kuhl erteilt. Rach allgemeinem Llrteil hat sich die neue Einrichtung bestens bewährt. Anläßlich dieser Entlassung fand eine kleine Feier statt, bei welcher der Lehrerin Frau Kuhl volle Anerkennung gezollt wurde. Starkenburg. - Darmstadt, 12.März. In Rüsselsheim wurde bei Ausschachtungsarbeiten eine 25 - Pfü n - der-Kanonenkugelaus älterer Zeit gefunden. Man vermutet, daß sie schwedischen Ursprungs ist und von der Erstürmung Rüsselsheims durch die Schweden während des Dreißigjährigen Krieges stammt. Buntes Allerlei. Die Deutsche Vauausstellung Berlin 1930. Der Verein Bauausstellung veranstaltLt einen Reichswettbewerb zur Gewinnung von Vorentwürfen für die städtebauliche Ge* staltung der Deutschen Bauausstellung Berlin 1930 Das Preisausschreiben wendet sich nicht nur an die reichsdeutschen Architekten im 3n* und Auslande, sondern auch an die deutsch-österreichischen und Danziger Architekten. Es ist der erste Wettbewerb, der streng nach den von den großen Architektenverbänden ausgestellten Grundsätzen für das Verfahren bei Wettbewerben auf dem Gebiete der Baukunst und des Städtebaues veranstaltet wird, die auf eine rationellere Gestaltung des Wettbewerbswesens abzielen. Dementsprechend sind die von den Bewerbern verlangten Leistungen auf das unbedingt Rotwendige beschränkt. Zu liefern sind nur ein Bebauungsplan für das Ausstellungsgelände mit Einzeichnung der Baumafsen Brennholzversteigerung Tonuerstag, den 15. März 1928, soll im Gemeindewald Lang-Göns, Distrikt „Heide", nachstehendes Brennholz versteigert werden: 25 rm Buchenscheiter 150 rm Kiefern-Rund-Scheiter 20 rm Fichtenscheiter 10000 Stück desgl. Wellen 85 rm Kiefern- und Fichten-Stöcke Zusammenkunft vormittags 9 Uhr an der Kreisstraße nach Holzheim, am Wald. Lang-Göns, 13. März 1928. 28110 Hess. Bürgermeisterei Romps. sich berichteten, feiert der in Nnn se'm Mriges iehen DoS i ist, sieht folgende Ichach* ■ Internationales Weifte» sind: W v. Holrhackn, Samisch. Tartarol-er, l-M ü Gießener MjdmeiltoW W i Turmer iji offen für die Jtr Mir sie einem -ein* 'Mitglied angehoren. Sie SÄC ft eilt Nben-, W®» wupt,Heffv Leben- 30 ® EÄlN« WALZ HWZ 20 M-.01 . Waggon Fehlporzellan enthaltend: Terrinen, Ragoutschüsseln, Gemüseschüsseln, Fleischplatten, Saucieren, Teller usw. usw. ist eingetroffen 2819a Statt Karten! 3f)re Verlobung beehren sich anzuzeigen Einladung statt. 2793D 1928 2813D Statt Karten! empfiehlt 2319 Psd.0.30 2818D Berlin, den 13. März 1928. Zur Konfirmation empfehle in großer Auswahl: 2800D Für Knaben Mk. Konfirmanden- u. Jiinglingsanzüge Q von............................Mk. £U an Für Mädchen Bar-Rabatt! CHULZE » Kreuzplatz Gegründet 1859 Kreuzplatz 2808a 2797a 3h Strümpfe / Handschuhe / Taschentücher Taghemden / Nachthemden / Beinkleider Reformröcke / Schlupfhosen / Hemdhosen Hüfthalter / Strumpfhaltergürtel / Leibchen FürdenFrühjahrs- und Oster-Bedarf Hamburger Fischhandlung A. Koch Aachfolger, Mäusburg 15, Telephon 1612. Frankfurt a. M. 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Warburg & Co., „ Hannover bei dem Bankhause Ephraim Meyer & Sohn, ,, Karlsruhe bei dem Bankhause Veit L. Homburger. „ Köln bei dem Bankhause A. Levy, bei dem Bankhause Sa!. Oppenheim jr. & Cie. „ Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt) München bei dem Bankhause Merck, Finck & Co., Nürnberg bei dem Bankhause Anton Kohn, 4. in Amsterdam bei der Amsterdamschen Bank, bei der Internationalen Bank te Amsterdam, „ Wien bei der Mercurbank. biete ich in Herren- und Knabenbekleidung größte Auswahl und verkaufe gute Qualitäten zu billigsten Preisen I Gießen Älsmarckstr. 6 Zu Hause: Sonntag, den 25. März ...Psd.0.35 ...Pfd.0.40 Zosa Ehrlich Dr. med. Siegmund Bieringer Katharine Luh Theodor Häuser Verlobte bohJ. t "ui Fracht«? 3] 'S Bekanntmachung. Buhbacher Faselmarkt am 22. März 1928? Am Donnerstag, dem 22. März, findet in Buhbach anläßlich des Faselmarktes eine Zuchivieh-pramüerung Gl ESSEN-MARKTSTR.28 Fernruf 1395 Holländer Angeischellfische fstr. Aorosee-Kabeljau qnoo Mk. UU an K" w "5o toön!" !?■ Gi, N Aiiliie SlliWellWe, grüne beringe ».Mivlelellr Apfelsinen feinste Messina und Valencia, das Dutzend Mk. 1... 1.20.1.50,1.80, 2.. WO Wim« Babnbosstr. 27 Fernivr. 1631 __________________________________ 2545a Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. i-irbte § ' "Erzäh ? ° L 3»-- ■>Ä Sie H Leihgesiem Steinberg den 13. März 1928. nJinfft Ihnen Ruhe vor unwillkommenen Eindringlingen. Er schützt Ihr Anwesen, Ihren .Obstgarten, Ihre Grundstücke auf Jahre hinaus, ohne daß Sie nennenswerte Unterhaltungskosten hätten. Ein Drahtzaun ist leicht aufzustellen, wegen seiner Dauerhaftigkeit billig und beim Einkauf von Drahtgeflecht, Bindedraht und Stützen bekommen Sie bei mir alle Anweisungen und alles nötige Handwerkszeug dazu. I.B. Häuser. Bieüen Am Oswa!dsgarten,Teleph.660 amt» Mittwoch früh 9 Uhr eintrefscnd: Frische Schellfische im Ausschnitt Md.6.60 im ganzen Fisch.. . Pfd.0.55 ff.Kabliau ohne Kopf Von der Reise zurück Dr. WecMng Nervenarzt. de-Nl' Unseres Kantus' ut i®9'«1 , nm» 100 &*• L wn »» mäßig «ul * Turnern, /©auobettutn Carl Den- Gauschwrlnmr Erle), nähr den Abgeord Abstimmung^ Erb, Müller der, Loh: vo Äautenberg. Ein iveiheo -es Jahr lungen vorcii herben Derlr durch das m turnlvarts M entschlafenen l gewöhnliche J arbeitet habe Besonders ge Turnersührer Christian Da (2d. Meder«. 1860 Dad-Ao Die Deri folg gekrönte lausenen 2ah Vertreter Pi Tausrauentw Sauer, ® Gausech twar und durch < anstaltungen von einer s der mit 15 steuerpflichtig den Bestand sonders in wirtschaftlich« über binaus Gedanken üf und sollten lungen aller werden. Auc rechners, । drr-Döllstadt säumige Den Jahren im R den Uttel Turners-Hasts dank der s die im üar sondere Dil Aechnunc Einnchme u Doransch 1928 sieht daß der sc 18824 Mk. i an Kreis un 15788 Mk. > t Ter Teil der Dahle A 3usamm fahtt in die Äderung, in turnwart L, Schichten vr Driel (Ode ölt ^ophright b l2 Fortsetzul ^.Maria $r, ^Me hinstjt Aufttieb der Tiere von 7-8 Llhr Dorrn, am Diehmarktplah, Wetzlarer Sttaße. beginn der Prämiierung: 8.15 Uhr norm. Anmeldungen zur Prämiierung werden bis zum 16. März von Landwirtschaftsrar Dr. Dienst, Äuhbach, Langgaffe, in der Zeit von 8-12 Llhr oormitt. und von 4-6 Llhr nachmittags unter Angabe der Tiergattung, Rassezuhörlgleit und der Klasse, entgegengenommen. Nachmeldungen für Händlerpferde find zulässig. Wir laden die Landwirte der Provinz zur regen Äeschickung und zum Äesuch des Marktes höflichst ein. Landwirtschaftskammer ° Ausschuß für die Provinz Oberheffen. Zaselmarkt« Gesellschaft Duhbach. zu der am Dienstag, dem 3. April 1928, vormittags 10l/2 Uhr, in unserem Gebäude Berlin, Behrenstraße 68—70, stattfindenden ordentlichen Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichts für 1927. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz mit Gewinn- und Verlust-Rechnung für 1927 und die Gewinn-Verteilung. 8. Beschlußfassung über die Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafter und des Aufsichtsrats. 4. Satzungsänderungen: al § 5 (Umtausch in Aktien ä RM 1000,—) b) § 33 (Hinterlegungsbcstimmungen). 5. Aufsichtsratswahlen. Zur Stimmabgabe sind diejenigen Kommanditisten berechtigt, welche ihre Aktien oder den von einem Notar oder von der Reicbsbank oder von dem /Giro-Effekten-Depot der Bank des Berliner Kassen-Vereins über dieselben ausgestellten Hinterlegungsschein spätestens drei Werktage vor der Generalversammlung bei einer der nachbezeichneten Stellen deponieren, und zwar L bei unseren Hauptniederlassungen in Berlin (Behrenstr. 68—70) Bremen, Darmstadt; 2. bei unseren sämtlichen Filialen und Zweigniederlassungen: 3. in Barmen bei dem Barmer Bankverein H Insberg, Fischer&Comp. „ Breslau bei dem Bankhause Elchborn & Co., ,. Danzig bei der Danziger Bank für Handel und Gewerbe Aktiengesellschaft, Hermann Mettenheimer Inhaber: C. Kerber & W. Menges MatzseschM in modernen Korsett» aller Art, sowie Bruchbaudagcnvorrichtungen in Kor fetten, Leibbinden, Büstenhalter und Reformen. Modernisieren und Reparaturen billigst. Aeufierst billige Preise, da fein Laden. Sirair «Akse Damm ___________Moltkcftrairc 22.________m910 Halte mich In sämtlichen Plisachwaren bestens empfohlen. 01922 J. Spelir Wwe. Fernruf 206 Landgraf-Philipp-Platz 8. initiitiiii,~iirtTtiTir~~..... .....01919 j Versteigerung. Am Donnerstag, dem 15. d. Mts., vor« mittags 9'/, Uhr, versteigere ich wegen Aufgabe meiner Landwirtschaft 23210 sämtl. Wagen, Maschinen, wie Sämaschine, Grasmäher, Getreidemäher, Kartoffelroder, Heuwender, Schwadenrechen, sowie sämtl. pflüge und Geräte jeglicher Art. Außerdem 2 Rennschlitten, 1 Halbverdeck, 1 Landauer, Pferdegeschirre, Chaisengeschirre u. v. m. Grünberg, den 12. März 1928. Frau Shrist. Büchner Wwe.,MarNpl.r. Gute Lederschulranzen für Knaben 6.75 Mk. 01932 für Mädchen 6.50 Mk. Hermann Röhrig Lederbandluna, Gieken, Neustadt 53, "tisss: Steiners Paradies-Betten: sgfisass: —.«TW.— ■—mii .... 1. .1. ""Jill 1111 I II ■ II- n . ... ____________________ 2521 a Dienstag, 15. März 1928 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 62 Drittes Blatt Turnen, Sport und Spiel. Gauturntag des Turngaues Hessen (O.T.) bpw. G i e s; e n, 12. Marz. .Untere Stadt war am Sonntag der Treffpunkt , zahlreicher Lurnerabgeordneten, die sich zum 96. Gauturntag des Turngaues Hessen der D. L. im Saale des Cafe Leib, versammelten. QH8 der 1. Gauvertreter. Fabrikant 21. Pfeiffer (Wetzlar), den Turntag eröffnete, konnte er rund 200 Turner begrüßen, darunter 159 Stimmberechtigte vom Gauvorstand, Gauturn- ausschuß und Gauausschuh und aus 85 Gauvereinen, unter welch letzteren auch entlegene Orte von der Eder und vom Vogelsberg Verhältnis- mäßig gut vertreten waren. Außer den Gießener Turnern, die führend in der Gauleitung stehen (Gauoberturnwart W. Will. Gauschrist.ührer Carl Wenzel, Gausrauenturnwart R. Paul, Gauschwimmwart Sauer. Deziri svertre ter Erle), nahmen aus unserer Stadt die folgenden 21bgeordneten an den regen Aussprachen und Abstimmungen teil: vom Turnverein 1 846: Erb. Müller. Reining, Laudon, Dellof, <5cj)nei° der. Loh: vom M ä n n e r t u r n ver ein: Kling, Otautenbetg, Hebstreit, Müller. Ein weihevolles Gedenken an dreToten des Jahres 1927 ging den Verhand- hingen voraus. Der Vorsitzende beklagte den Herden 2)erlust, den die Deutsche Turnerschaft durch das viel zu frühe 20)leben ihres Ober- turnwarts Max Schwarze erlitten. Auch den entschlafenen Getreuen des Gaues, die über das gewöhnliche Maß hinaus für die Turnsache gearbeitet haben, galt ein herzliches Gedenken. Besonders genannt wurden die Heimgegangenen Turnerführer Peter M a r g o l f (Mtv. Gießen), Christian Vater (Tv. Lich), August Becker (Tv. Dieder-Wöllstadt), Heinrich Franke (Tv. 1860 Bad-Aauheim). Die Berichte über die vielseitige, von Erfolg gekrönte Tätigkeit des Gauss im abgelaufenen Jahre lagen im Druck vor. Was Gauvertreter Pfeiffer, Gauoberturnwart Will. Gausrauenturnwart Paul, Gauschwimmwart Sauer. Gauvollstumwar't L u ck h a r d t und Gaufechtwart G r o o s in statistischen Angaben und durch Schilderung des Verlaufs der Veranstaltungen mitteilen, zeugt im allgemeinen von einer stetigen Fortentwicklung des Gaues, der mit 15 342 Angehörigen (darunter 12 145 steuerpflichtigen Mitgliedern in 160 CBereinen) den Bestand des Vorjahres trotz der sich besonders in vielen Landvereinen auswirkenden Wirtschaftlichen Rotlage gut behauptet hat. Darüber hinaus enthalten die Berichte wertvolle Gedanken über die Pflege echten Turnerturns, und sollten daher in den Mitgliederversammlungen aller Vereine zur Kenntnis gegeben Werden. Auch der Bericht deS neuen Gaurechners, Steueroberinspektor O e r t e l (Rie- der-Wöllstadt), zeigt, obwohl leider immer noch säumige 2kreine mit Beiträgen aus früheren Jahren im Rückstand sind, nach dem anerkennenden Urteil der Rechnungsprüfer (Gießener Turnerschaft) ein wohlgeordnetes Bild, vor allem dank der sparsamen Verwaltung des Gaues, die im Laufe der Tagung wiederholt die besondere Billigung der Versammlung fand. Die Rechnung schließt ab mit 31 056,70 Mk. in Einnahme imd 29 329,03 M . in Ausgaben. Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1 9 2 8 sieht in Einnahmen und Ausgaben, ohne daß der seitherige Gaubeitrag erhöht wird, 18 824 Mk. vor. Unter den Ausgaben stehen die an Kreis und D.T. abzuführenden Beträge mit 15 788 Mk. voran. . Ter Teil der Tagesordnung, der im Zeichen der Wahlen stand, wickelte sich recht flott ab. Die Zusamn^nsetzung der Gauleitung erfährt in diesem Jahre nur eine kleine Der- änderung, indem für den verdienten Gauvolks- turntoart Luckhardt. der aus Gesundheitsrücksichten von seinem Amte zurücktrat. Lehrer Briel (Ockershausen), Jugendpfleger des Krei- ses Marburg, in den Turnausschuh eintritt. Ausgesetzt wurde die Wahl des G a u - I u - gendturn-Wanderwarts, da ein geeigneter Führer zur Zeit nicht zur Verfügung steht und auch nur der Turnverein 1 8 4 6 Gie - ß e n und die Turngemeinde Friedberg eine or- •ganifierte Turnerjugend haben. Die Wahl des Ortes für das Gauturnfest 1929 fiel in erfreulicher Einmütigkeit auf Alsf e l d, nachdem die Bad-Rauheiw.er Turnerschaft ihre Meldung zurückgezogen. Für das Gau s rauen - wetturnen 19 2 8, um das sich die 2kreine Laubach, Lauterbach, Lich und Ridda beworben hatten, hatten Lich und Laubach die meisten Aussichten. Die Wahlzettel entschieden für L a u- b a ch. Die Veranstaltung findet am 26. 21 u g u st statt. Gausrauenturnwart Paul teilte dazu mit, daß als volkstümliche Uebungen für die Wettkämpfe der Turnerinnen Kugelstoßen 8 Pfund, 75°Meter°Laus und Hochsprung bestimmt sind, ferner daß eine Gaufrauenvorturnerstunde am 1. April in Gieße n, u. a. auch der Vorbereitung für Laubach gilt In Zukunft soll, wie auf Antrag des Gauvorstandes einstimmig beschlossen wurde, der Ort für das ®aufrauenturnen auf dem Turn tage des vorher- gegangenen Jahres bestimmt werden, wie das auch mit dem ©autumfeft seit Jahren geschieht. Der nächstjährige Oauturntag hat also für 1929 und 1930 über das Frauenwetturnen zu entscheiden. Das Gauwettschwimmen wurde einstimmig dem Tv. Wetzlar übertragen, der für den 15. Juli die Vorbereitungen trifft. Gauschwimmwart Sauer ermunterte zu regerer Betätigung am „Turnen im Wasser" und forderte zur Schaffung geeigneter Sch wimm- Hätten auf. wozu der Kreis-Bäderausschuß gern mit Rat und Tat zur Seite steht. Zu den Gauveranstaltungen dieses Jahres teilte Gauoberturnwart W. Will einiges Wissenswerte mit. Für das Gauturnfest. das die alte Turnerstadt Butzbach in emsiger Vorarbeit für die Tage vom 30. Juni bis 2. Juli zurüstet, wurden als volkstümliche Hebungen der Wehrkämpfe bestimmt: Oberstufe: Weityoch- sprung. Kugelstoßen 7i/t Kilo. 100-Meter-Lauf: Mittel- und Unterstufe: Hochsvrung, Kugelstoßen 7'/« Kilo. 100-Meter-Lauf: Altersturnen 1. Klasse (35 bis 45 Jahre): Kugelstoßen 10 Kilo. 75- Meter-Lauf: Altersturnen 2. Klasse (über 45 Jahre: Kugelstoßen 10 Kilo, Weitsprung mit Brett. Bei den volkstümlichen Bezirksturnfesten dieses Jahres ist wieder ein Fünfkampf auszutragen, der eine Freiübung und die volkstümlichen Geräte Hochsprung. Kugelstoßen. Lauf, Weitsprung umfaßt. Die Gauturnsahrt fällt in diesem Jochre aus. Ein Kreis turn tag des Mittelrheinkreises der D.T. findet in diesem Jahre am 22. April in Hanau statt. Der Gau Hessen hat dazu außer dem Gauvertreter, der dem Kreisausschuh angehört. 2 4 Abgeordnete zu entsenden. Es wurden nach längerer Aussprache bestimmt: Gauoberturnwart W. Will als Vertreter deS Gauvorsihenden und dann die Turner C Wenzel (Gießen), Rektor Bach kGroßen- Linden), Schüler (Wetzlar), W. Erle (Gießen), Erb (Gießen), Bopf (Groß-Eichen). R. Paul (Gießen). Dr. Koch (Ridda). Oertel (Rieder-Wöllstadt). T e x t o r (Marburg), G r o o s (Marburg). Dern (Rieder-Ohmen), Ludwig Schmidt (Heuchelheim), Schuchmann (Friedberg). Kling (Gießen). Lang (Gießen). Hetz e r I e i n (Marburg). Wolf (Unter-Schmitten), Weih (Bad-Rauheim). Dr. Rern (Butzbach). : Thierolf (Friedberg). Reining (Gießen), : Dr. Stier (Marburg). Komder (Wetzlar). Dazu kommen noch Pfeiffer (Wetzlar) in seiner Eigenschaft als Kreisvertreter und Oh- wald (Bad°Rauheim) als Mitglied des Kreis- 1 Presseausschusses. > Eine längere Aussprache entspann sich um > einen Antrag der GiehenerTurnerschaft. - der innere Verwaltungsangelegenheiten des Gaues berührt, während ein Antrag des Turn- ■ und Sportvereins Marburg und des 1. Bezirks einmütiger Zustimmung begegnete, da er die unerschütterliche ©autreue der alt- hessischen Gebiete zum Gau zum Ausdruck bringt. Der Antrag hat folgenden Wortlaut: „Der Gauturntag wolle beschließen, dah der 1. und 6. Bezirk bei einer Grenzregulierung zwischen dem 7. und 9. Kreis ungeteilt Bei dem Gau Hessen verbleiben.“ Annahme fand auch ein beachtenswerter Dringlichkeitsantrag der Gauleitung, der den Abbau der Ueberorganisakion für notwendig hält und daher die Aushebung der Gau- verbände fordert. Der Antrag wird den Kreisturntog beschäftigen. Das Deutsche Turnfest in Köln beschäftigte naturgemäß auch den Gauturntag. Bis jetzt sind aus 29 Gauvereinen 666 Meldungen eingelaufen, so daß mit einem Sonderzug von Gießen aus bestimmt gerechnet werden kann. Der Gauvorstand wird die nötigen Schritte in nächster Zeit unternehmen. Gauvertreter Pfeiffer und Dr. Koch (Ridda) warben eindringlich und begeistert für die große vaterländische Kundgebung am deutschen Rhein und gaben beherzigenswerte Ratschläge jedem, der in der Feststadt Tage ungetrübter Freude und Begeisterung verleben möchte. Rach fünfstündiger fruchtbringender Arbeit wurde der sehr gut beschickte Gauturntag mit einem „Gut Heil" und einem Turnerlieo beschlossen. nachdem Studienrat Thierolf (Friedberg) der Gauleitung noch den Dank für ihre opferbereite Tätigkeit unter dem lebhaften Beifall der Versammlung übermittelt hatte. Zechten im Turnqan Hessen (O. T.) = Wetzlar, 11. März. Heute sand hier das Alt mannen - Ausscheidungssechten der Fechterriegen des Turngaues Hessen statt. Zwanzig der besten Fechter stellten sich dem Kampfgericht, das sich aus dem zweiten Krcisfechtwart E i ß n e r (Mainz), Schiebelhut h (Mainz), Gaufechtwart Groos (Marburg), dem ehemaligen Gaufechtwart N i e tz f ch (Bad-Nauheim) und Kühn (Friedberg) zufammensetzte und einwandfrei seine Entscheidun- gen traf. Oberturnwart Schneider begrüßte im Auftrage des hiesigen Turnvereins Kampfrichter und Fechter. Die letzteren, zwanzig an der Zahl, boten äußerst spannende und scharfe Kampfe, die von einer größeren Zuschauerzahl mit Interesse verfolgt wurden. Im allgemeinen wurde sehr schön und ruhig gefochten. Nachfolgend die Sieger liste: Florett: 1. Sieg Hahn, Tv. 1860 Bad-Nauheim ; 2. Gerhardt, Tv. 1846, Gießen; 3. Pfeffer, Tv. 1860 Bad-Nauheim; 4. Mulch, Turnverein Wetzlar; 5. Schaust, Tv. Wetzlar; 6. Berlich, To. 1860 Bad-Nauheim. Säbel: 1. Mulch, Tv. Wetzlar; 2. Hahn, Turnverein 1860 Bad-Nauheim; 3. Gerhardt, Turnverein 1846 Gießen; 4. Lemke, Tgrn. Friedberg; 5. Seibert, To. Wetzlar; 6. Kramer, Turn- u. Sportverein Butzbach. Die drei Er st en jeder Waffe sind berechtigt, an dem im Mai in D a r m st a d t stattfindenden Ausscheidungsfechten des Mittelrheinkreises für das Deutsche Turnfest In Köln teilzunehmen. Handball der O. T. Turnverein Wetzlar I — Tv. 1846 I 10:3. Wer dieses Ergebnis liest, der wird sehr erstaunt sein und die Wetzlarer eine Klasse höher einschätzen. Dem ist aber nicht so. Beide Mann- schasten hatten gleichviel vom Spiel. Was die Wetzlarer gefährlich machte, war der Sturm. Er verstand sich glänzend und zeigte sehr gutes Können. Besonders die Mitte spielte ausgezeichnet. Die Taktik der Gießener Hintermannschaft, einem solch schnellen Sturm gegenüber, war vollkommen falsch. Dazu kam noch die schwache Leistung des Torhüters, der den Wetzlarern zu billigen Erfolgen verhalf. Die Gießener Stürmer waren gut, konnten sich aber gegen die Wetzlarer Hintermannschaft, im Der- I ein mit dem guten Tormann, nicht durchsetzen. I Alles in allem war es ein schönes Spiel. Die Wetzlarer werden in der kommenden Spielrunde einen ernsthaften Gegner abgeben. Treis a. d. Lda. l.Mannsch. — Gr. Linden 3gb. 0:1. Am Sonntag trafen sich diese Mannschaften auf dem Treifer Sportplatz. Treis stellte die körperlich stärkere Mannschaft, die sich jedoch gegen die jüngere technisch bessere Mannschaft Großen-Lindens beugen mußte. Nachdem der eine Verteidiger von Treis ein Vergehen im Strafraum verschuldete, wurde der vom Schiedsrichter gegebene Dreizehn- meter sicher verwandelt. Dem Spielverlauf nach wäre ein höheres Resultat zugunsten Graßen-Lin- dens gerecht gewesen. T. V. Heuchelheim. Die erste Elf der Handballabteilung weilte am Sonntag in Butzbach und trug gegen die zweite Mannschaft des dortigen Turnvereins ein Gefell- fchaftsfpiel aus. Die Heuchelheimer traten mit Ersatz an, aber auch die Einheimischen konnten keine elf Spieler zusammenbringen. Nach schönem Spiel konnten die Gäste mit einem 5:2-Sicg den Platz verlassen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Großer Erfolg der Ligamannschaft. ö. Der vergangene Sonntag brachte die Begegnung mit „Sport" Kasse l. 1900s L i g a e l f, zur 2. Bezirksklasse gehörig, konnte den Gästen, die bekanntlich zur 1. Bezirksklasse in Hessen-Hannover gehören und darin auch eine große Rolle spielen, eine beachtenswerte 3 :0-Niederlage beibringen und verschoß obendrein einen vom Schiedsrichter verhängten Handelfmeter. Dem korrekt und sicher amtierenden Schiedsrichter Grünewald (V. f. B., Gießen) stellten sich die Kasselaner mit Ersatz für Kellner und Muth, während man beim Platzverein Dietrich und Schwarz ersetzt hatte. „(Sperr Kassel hatte Wahl, so daß die Einheimischen in der ersten Hälfte gegen den scharfen Nordwind kämpfen mußten. Dies brachte natürlich mit sich, daß die Gäste zunächst das Treffen überlegen gestalten konnten, doch konnte ihr schußschwacher Sturm nichts Zählbares erreichen. Allmählich -den sich auch die Blauweißen mehr zu einheitlicyen Aktionen zusammen. Das Spiel war jedoch durch die hohe Spielweise sehr beeinträchtigt, so daß die schnellen Flankenläufe der Gießener Außenstürmer immer wieder zerschellten. Bei einem Durchbruch des Rechtsaußen wehrte ein Kasseler mit der Hand im Strafraum. Bönig, der über- ragende Torhüter der Gäste, schlug aber den Elfmeterschuß ins Feld, und der Nachschuß ging über das Tor. Dann erzielte 1900 kurz hintereinander zwei Ecken, die obwohl gut getreten, nichts einbrachten. Das Spiel wurde dann ausgeglichener. 1900 erzielte auf Flanke des Rechtsaußen das Führungstor, dem kurz vor dem Seitenwechsel nach schönem Zusammenspiel, ein zweites folgt. Nach der Pause spielte der Platzverein mit Rückenwind. Kassel ließ Immer mehr nach, daran halfen auch Umstellungen nichts mehr. 1900 beherrschte das Spielfeld, und nach schöner Einzelleistung des Halbrechten fiel der dritte Treffer, damit Kassels Niederlage besiegelnd. Alle drei Tore der Einheimischen erzielte der erst 17jährige Mittelstürmer Heilmann. Die Gästemannschaft fiel nun vollständig auseinander, und Gießen erzielte bis zum Schlußpfiff noch über zehn Eckbälle, denen „Sport" Kastel nur drei entaegenfteüen konnte. Vielbeinige Derteidiguna ließ aber feinen weiteren Erfolg der Platzmannschaft zu. |_ Der Sieg 1900s war verdient und dem Spielverlauf nach eher noch zu niedrig ausgefallen. Die Elf spielte mit selten gezeigter Energie und war auf allen Posten gut besetzt. „Sport" Kassel hat sehr enttäuscht. Dem Ligaspiel voraus ging ein Gesellschaftsspiel 1900 Ligareseroe gegen Ballspielclub Sinn 1. Mannschaft, das 1900 knapp mit 3:2 zu seinen Gunsten gestalten konnte. Der Platzverein war durch das Fehlen drei der Besten stark geschwächt. so daß die Elf nicht zu der seither gemeinten Form auflaufen konnte. Die 1. und 2. Jugend kombiniert verlor in Niedergirmes gegen die dortige 1. Jugendelf knapp 1:2 Bre gowenen Berge. Vornan von Clara Diebig. Copyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten Maria Bremm stand am Ufer und lieh flache Steine hinflitzen übers Wasser. Sie machte das sehr Öickt, die Steine hüpften erst viele Male über den -rspiegel, ehe sie versanken. „Können Sie bat auch?" fragte sie lachend, als sie die Näherin erkannte. „So haben mir et als Kinder immer gemacht — zu Haus —, ach ja, da war't doch auch chön!" Eine plötzliche Sehnsucht schien in ihr aufgeweckt. War die erwacht durch das «Piel mit den Steinen, durch den Duft des Flusses, der an ihrem Elternhaufe vorbei glitt, oder kam es daher, weil sie hier stand und wartete? Da oben lag der Moseltal. bahnhof, bald kam der Zug — ob er den Kaspar mitbrachte? Maria fing an zu erzählen vorn Dorf, von Vater und Mutter und von den Geschwistern. „Wieviel Kinder sind Sie?" „Wir waren unserer neun, jetzt sind wir noch sieben." Sieben Geschwister — sieben Kinder noch — glückliche Eltern! Das bleiche Gesicht der Einsamen färbte sich, oh, das mußte schön sein! Und sie bat: „Erzählen Sie doch noch was von zu Haus!" Aber Maria wurde jetzt unruhig. Sie wandte sich mehrmals um nach dem Bahnhof, spähte und schien ganz aufgeregt. r „ Nettchen war feinfühlig, sie spurte, die andere hatte jetzt anderes im Sinn als die Unterhaltung mit ihr. „Warten Sie auf jemand?" Ja ach — ja, ich glaube, et kömmt einer von uns zu Haus. Er hat mich als lang nit besucht. Da — ah, da kömmt jetzt der Zug, auf Wiedersehn! Sie gab hastig die Hand und rannte davon. Nettchen sah ihr enttäuscht nach, sie tfatte gehofft, länger mit dem Mädchen zusammen zu sein. Run sah sie, daß ein junger Mann eilig vom Bahnhof herunterkam, und daß das Mädchen ihm entgegen- lief, winkend und lachend. Wie, hatte die auch schon einen Schatz, vielleicht sogar einen Bräutigam schon?! Nettchen sah zu, wie sich die beiden begrüßten. Sie küßten sich aber nicht, sie schüttelten sich nur bie Hände. Jetzt kamen sie auch hier zum Wasser herunter, sie suchten gewiß diesen einsameren Weg; oh, da wollte sie lieber nicht stören! Und schon drehte Nettchen rasch um. Als sie aber nach einer Weile verstohlen umfdjaute, sah sie, daß das Paar nicht Diel weiter gegangen war, es stand ungefähr noch am selben Fleck, das rosa Kleid ganz nah dem dunklen Rock. Und nun lehnte auf einmal das Mäd° djen seine Stirn an die Schulter des dunklen Rockes, und der Mann beugte seinen Kops herunter. Wollte er sie jetzt küssen? Ei, waren die so verliebt, daß sie nicht einmal acht gaben, wenn andere zusahen?! Eine Nöte war im Gesicht der Spähenden aufgeflammt. Ah, jetzt, aber jetzt gingen sie fort! Nahmen die andere Richtung. Das Bahnhofsgebäude schob sich nun zwischen jene und sie. Die gingen jetzt wohl in den Weinberg, stiegen zur Höhe empor, setzten sich nieder dort oben, wo Wald war. Ach, ach! Ein tiefer Seufzer stieg aus Nettchens Brust. Ach, das rosa Kleid, das sah sie im Geiste noch immer, es wehte wie lauter Freude. Sa jung war die und hatte doch schon einen Bräutigam, und sie, die so viel ätter war, hatte nichts, gar nichts! Eine große Bitterkeit war in der Einsamen auf« gequollen. So wie heute, so wie jetzt, glaubte sie es noch niemals. empfunden zu haben, wie einsam sie war, wie leer ihr Leben. Und wie leer cs stets bleiben würde. Sie setzte ihre Füße schneller, sie lief. Jetzt achtete sie nichl mehr auf die Fähre, die, langsam über dem blauen Wasserspiegel schwebend, Spaziergänger hinüberfetzte zum Dörfchen am jenseitigen Ufer, das mit schönen, alten Fachwerkhäusern an obstbepflanzten Hügeln liegt, die nicht so stell anfteigen wie die Weinberge hinter der Stadt. Sie sah nicht die sanfte Lieblichkeit brühen, vom Sonntagsfrieden noch verklärt, sie sah nur überall Paare — Liebesleute — und Mann und orau und Mutter, die ihre Kinder an der Hand führten. Ueber- all Menschen, die zueinander gehörten. Der ganze Sonntag war voll von ihnen — ad), der ganze Äll- tag auch, die ganze Woche, das ganze Leden! Und sie, würde sie wirklich immer und ewig so allein bleiben müssen?! Ihle heißen, trocken brennenden Augen zwinkerten, ein unsagbares Gefühl schmerzhafter Sehnsucht beengte sie, sie rannte noch schnet- (er, rannte wie auf der Flucht nach Hause zurück. Gott sei Dank, jetzt war sie in ihrer ütube! Vorm Spiegel, in dem sich vor nicht langen Tagen die blühende Jugend im rosa Kleid gespiegett hatte, spiegelte sich die bleiche Näherin jetzt. Sie hatte auch ein helles Kleid an, hatte einen Sonntagshut mit Blumen auf den Flechten, hatte ein Gesicht darunter, das nicht unangenehm war — aber was dann kam — o Gott, was kam dann?! Mit einem Aechzen schloß sie die Augen. Und dann zerrte sie plötzlich den Hut vom Kops und schleuderte ihn in eine Ecke: weg, was sollte ihr der Blumenkranz?! Heftig zerrte sie auch an ihrem Kleid: weg, herunter damit! Es verbarg ja doch nichts. Sie riß die Augen weil auf, unbarmherzig bohrten' sich ihre Blicke ins Spiegelglas: hier, hier, war die hohe Schulter, eine Schulter, die sich so wölbte, daß sie den ganzen Rücken rund machte und schief. Und hier die Hüfte war auch verschoben, trat zu stark vor — o Jesus Maria! Sie schlug beide Hände vors Geficht und weinte laut. Nein, sie fand nie einen, der Sonntags mit ihr längs der Mosel spazierte und in die Weinberge hinaufstieg, der den Arm um sie legte, an dessen Schul- ter sie lehnen konnte, wenn sie müde vom Alltag war! Und sie hatte nichts, für das sie sich mühen konnte, sorgen mit Liebe — für wen, für was verdiente sie eigentlich? — für sich selber lohnte es ihr ja gar nicht. Ihr Schluchzen erstickte sie fast, ihr runder Rücken schütterte, zwischen den Fingern liefen die Tränen durch. Sie tat die Hände nicht weg, sie mochte sich jelber nicht mehr sehen. So stand sie lange, versunken in ihr Leid. Etwas ließ Nettchen plötzlich doch aufmerken. Es kraspelte draußen an ihrer Tür. Jetzt rief eine Kinderstimme, und eine kleine Faust klopfte „an: „Aufmachen, aufmachen, mach mir doch auf!" Da ließ Nettchen Sd)mitz die Hände heruntersinken. Wie Sonne nach Regen, so huschte ein freundlicher Schein über ihr vergrämtes Gesicht, sie wischte sich rasch über die Augen: sah man’s auch nicht, daß sie so dumm gemeint hatte? Sie lief zur Tür und schloß auf: Gott sei gedankt, das Kind, das Kind kam zu ihr! Sie hob es hoch in die Höhe, und bann hielt, sie es fest im Arm und küßt« es viele Male. 7. Kapitel. Bei Herrn Dousemont waren es jetzt vergnügte Wochen. Sein Sohn, ber Doktor, war da. Sämtliche Honoratiorentöchter beschäftigten sich in Gedanken mit dem jungen Arzt; auch die Mütter. Doktor Heinrich Dousemont wurde viel eingeladen. Ader er hatte schon im geheimen gewählt. „Mir soll et recht fein. Wenn bu sie wirklich so liebst, wie du sagst, hab ich nix einzuwenden", sagte der . Alte, obgleich es ihm lieber gewesen wäre, der Sohn hätte sich bei seiner Wahl ein wenig beraten taffen. Es gab fo viele hübsche und auch sonst nette Mädchen hier, die insofern vorzuziehen gewesen wären, als sie hier beheimatet waren und einen großen Verwandten- und Dekanntenanhang hatten. Und da der Heinrich sich hier niederlassen wollte, hätte ihm so eine gleich Praxis mitgebracht. Der junge Arzt lächelte: sein guter alter Herr, der hatte gewiß schon eine für ihn in Aussicht gehabt. Aber Praxis würde er auch schon bekommen; er war nicht umsonst ein paar Jahre Assistent in einem großen Donner Krankenhaus und nachher noch Leiter der Gynäkologischen Abteilung gewesen, er kannte sein Fach. Und es gab so viele abseitige Moselnester, die für äjtere Kollegen zu beschwerlich zu erreichen waren, die fielen ihm sicher zu; auf seinem Motorrad konnte er überall hin. Vielleicht schasste er sich, wenn er verheiratet war, ein Auto an, bann konnte ihn seine junge Frau immer begleiten. Er sah sich im Geist schon mit ihr fahren. Wie würbe sie staunen über die Schönheit der Landschaft! Sie kannte die Mosel nicht. Ihre blauen Augen würden sich verdunkeln vor innerer Bewegung, sie würde vor Entzücken jauchzen, in vollster Glücksempfin- dnng sich zärtlich noch dichter an seine Schulter schmiegen. In ihm selber zitterte es heiß, wenn er sich das ausmalte. Ob. daß er sie nickst jetzt schon hier haben konnte! In Bonn hatte er sie täglich sehen können; nun war sie bei ihren Eltern in Berlin und würde auch da bleiben, bis es so weit war, daß er sie holen konnte. Wie lange, ach, wie lange dauerte bas denn noch?! Er glaubte es kaum mehr aushalten zu können. Eine nervös machende, immer mehr und mehr zunehmende Bräutigamsungebuld hatte ihn . befallen. Und die Nächte an der Mosel steigerten diese Bräuttgomsungeduld noch. Es waren erst Mainächte und doch schon überaus warm, Nächte von einer Lindigkeit, bie ansahten wie mit Samt- Händen und doch das Blut mit heimlichem Feuer zum Sieden brachten. (Fortsetzung folgt.) Handball der Sp.-Vg. 1Q00. Gießen 1900 1. Mannschaft — Tv. Großen-Bufeck 1. Mannschaft 5:1. ö. Die 1900er hatten in den A.-D.-T.-Leuten aus Großen-Bufeck einen recht guten Gegner gefunden und gewannen nicht so leid)t, wie man aus dem Resultat schließen könnte. Bei aller Hartnäckigkeit der Gegenwehr seitens der Gäste stand der Sieg des Lahnkreismeisters niemals in Frage, und die Torzahl hätte lich vielleicht noch erhöht,' wenn nicht rechter Verteidiger und Rechtsaußen in der zweiten Halbzeit zum Ausscheiden gezwungen gewesen wären. Dos Spiel wurde schnell, zuweilen auch etwas hart durchgeführt. Die Spieloereinigungsleute konnten mit dem Wind im Rücken sofort den Ton angeben. Rach einigen Minuten Spieldauer vermochte ihr Linksaußen mit gut plaziertem Wurf das Führungstor zu erzielen. Sein Nebenmann und der Mittelstürmer machten dann bis zur Pause zwei nicht minder schöne Tore. Die zweite Spielhälfte nahm insofern einen kuriosen Anfang, als der vom Abstoß aus vorgetragene Angriff durch den Halbrechten unmittelbar zum Tor verwandelt wurde. Die Gäste boten nun alles auf, um eine Wendung herbeizuführen. Am Gießener Wurfkreis gab es während dieser Zeit recht heikle Situationen, von denen aber bet der aufmerksamen 1900er Hintermannschaft nur eine zum Tor verwertet werden konnte. Gegen Schluß wurde das Spiel wieder verteilter. Bei einem Gießener Borstoß wurde der Halbrechte regelwidrig aufgehalten. Der fällige 13-Meter brachte durch den benachteiligten Spieler das fünfte Tor ein. Die unterlegene Mannschaft fpielte einen recht annehmbaren, ungekünstelten Handball. Die große Linie fehlte allerdings. Die besten Leute standen im Sturm. Zu (oben war der Eifer jedes einzelnen. Der Sieger lieferte schön eine wesentlich bessere Partie als vor vierzehn Tagen gegen den Wetzlarer Sportverein. In der Hintermannschaft war im allgemeinen wenig zu radeln. Der Sturm hätte noch mehr erreichen können, wenn er flüssiger gespielt hätte. Die neuen Leute ließen sich recht gut an, müssen aber noch rationeller spielen. Schiedsrichter Bley vom Platz- oerein war bei der Sache peinlich genau und stand über den Parteien. Arbeiier-Turn- und Sporibund. Naunheim I — Neu-Isenburg 1 0:4. Naunheim hatte Neu-Isenburg zum Rückspiel zu Gast. Nach Anstoß entwickelte sich ein schönes Feldspiel, in dem die Einheimischen zeitweise etwas im Vorteil waren. Die Gäste, die jedoch ein produktiveres Spiel zeigten, konnten bis Halbzeit mit 0:1 führen. Nach Seitenwechsel dasselbe Spiel. Naunheim wollte es nicht gelingen, das Tor der Gäste zu finden, während diese im Torschießen glücklicher waren. Dreimal noch konnten sie cinfenden, da kam ein Verhängnis. Naunheim glaubte sich durch eine Entscheidung des Schiedsrichters benachteiligt und brach das Spiel ab. Daubringen I — w'.eseck 1 1:2. Daubringen hatte Wiesecks Erste zum Freundschaftsspiel verpflichtet. Vei mißlichen Platzverhältnissen, aufgetretenem, hartgefrorenem Boden, bei dem eine Ballberechnung unmöglich war, kam ein Spiel zum Austrag, das nur wenig Ansätze guten Spieles auf Seiten der Gäste zeigte. Wohl spielten diese technisch überlegen, konnten jedoch bei der massiven Angriffsweise der Einheimischen nicht zur vollen Ent- fültung kommen. Bei Halbzeit stand das Resultat 0:1 für Wieseck. Nach Halbzeit konnte Daubringen durch einen Fehler der Verteidigung gleichziehen. Im weiteren Spiele waren die Gäste im Vorteil, konnten aber außer einigen Ecken nur noch einen Erfolg buchen. Bei obigem Resultat, Ecken 8:0 für Wieseck, trennten sich die Gegner. Miefeck II — Treis a. d. Lda. 2:2. Wieseck II spielte in Treis a. d. Lumda gegen den dortigen Neuling. Mit nur 7 Mann spielend, konnten sie das Spiel unenffchieden 2: 2 halten. Wieseck — Heuchelheim. 3:3. Wiefecks Jugend war in Heuchelheim zu Gast. Hatte man bestimmt mit einem Siege Der Einheimischen gerechnet, so wurde man belehrt, daß die neue Jugend Wiesecks auch zu spielen versteht. Auch hier wurde ein Unentschieden erreicht, mit 3:3 trennten sich die Mannschaften. Gpielabteilung des L. L.-Gymnasiums Die 1. Handballmannschaft verlor gegen die Wetzlarer Aufbauschule 4:1. Ein besonderes Lob verdient der Gießener Torhüter. der die unmöglichsten Sachen hielt. Kommenden Donnerstag findet auf dem Waldsportplatz des D. f. B. das Rückspiel gegen die Maschinenbauschule statt. Das Vorspiel konnte das Gymnasium mit 4: i Toren gewinnen. Wirtschaft. Oer Abschluß der Darmstädter und Nationalbank. Der Aussichtsrai der Darmstädter und Nationalbank K. G. a. A. hat beschios en, der Generalversammlung vorzuschlagen, von dem sich einschließlich des Vortrages ergebenden Reingewinn von 16 270 553 (i. D. 20 95c 952) Mk. eine Dividende von 12 Proz. (wie im Vorjahre) zu verteilen, 1 Mill Mark wie im Vorjahre dem Beamtenpensionssonds. 5 Mill. Mark (im Vorjahre 10 Mill. Mark) der besonderen Reserve zuzusühren und 2 590 553 (2 277 952) Mark auf neue Rechnung vorzutragen. Die Reserven erhöhen sich damit auf 55 Mill. Mark, Kapital und Reserven auf 115 Will. Mark und der Beamtenpensionsfonds auf 4 Mill. Mark. Nach Der Gewinn- und Verlustrechnung (alle Zahlen in Mill. Mark) haben sich die Einnahmen auf Provisionskonto mit 40,16 (i. D. 35,55/ beträchtlich erhöht: Zinsen stiegen auf 33 35 (31,93), während Effekten- und Kensortialgewinne auf die Hälfte zurückgegangen sind, 5,00 (10,00). Unter den Ausgaben werden Derwaltungskosten mit 55,13 (52,93) ausgewiesen, während Steuern eine sehr erhebliche Zunahme auf 9,39 (5,85) erfahren haben. Aus der Bilanz sind hervorzuheben unter den Aktiven: Kaffe, fremde Geldsorten und Kupons einschl. bei Roten- und Abrechnungsbanken mit einem Rückgang auf 65,27 (76,38). Wechsel und unverzinsliche Schahanweisungen zeigen eine Zunahme auf 427,71 (331,40), Nostro- guthaben bei Banken und Bankfirmen auf 217,66 (200,44), während Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere, der allgemeinen Entwicklung entsprechend, mit 109,61 (159,07) einen bedeutenden Rückgang ausweifen. Vorschüsse auf Waren und Warenverschisfungen haben sich stark erhöht, 130,69 (84,12). Unter den eigenen Wertpapieren, die mit 23,21 (18,10) zu Buche stehen, befinden sich Anleihen und verzinsliche Schah- anweifungen des Reichs und der Länder mit 1,88 (1,51), sonstige bei der Reichsban? und andern Zentralnotenbanken beleihbare Wertpapiere, die auf weniger als die Hälfte, 3.58 (7,46) zurück- gegangen sind, während sich sonstige börsengängige Wertpapiere mit 15,43 (6,32) mehr als verdoppelt haben und sonstige Wertpapiere mit 2,33 (2,81). Die Konsortialbeteiligungen sind erheblich gestiegen, nämlich auf 23 94 (15,75), dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen ziemlich unverändert mit 21,49 (20 61). Debitoren in laufender Rechnung weisen, tote bei den anderen Großbanken, eine beträchtliche Erhöhung auf. Von insgesamt 727,40 (580,17) entfallen auf gedeckte Kredite 564,18 (443,29) und auf ungedeckte Kredite 163,22 (131.87). Auf der Passivseite sind entsprechend Kreditoren auf 1563,91 (1326,56) gestiegen, Akzeptverbindlichkeiten sind auf 72,56 (57,95) ange- wachfen. Unter den sonstigen Passiven zeigt das Verrechnungskonto Der Zentrale mit Den Zweigstellen eine beDeutenDe Erhöhung auf 6,17 (3.51). Avale beliefen sich auf beiden Seiten Der Bilanz auf 74,76 (44.09). Das Verhältnis Der leicht greifbaren Mittel — D. h. Der ersten 5 Aktivposten — zu Den Verbindlichkeiten — Kreditoren und Akzepte — ergibt mit 950,93 zu 1636,47 eine Verminderung der Liquidität auf 58.10 Proz. (gegen 61,15 Proz. im Vorjahre). Oie Kohlenprodukiion in Hessen. Die monatliche Statistik Der Kohlenproduktion Des Dolksstaates Hessen weist für Den Monat Februar folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 33 589 Tonnen, verkauft wurden davon 10 045 Tonnen: Der größte Teil der Rohkohlen tourDe weiterverarbeitet. Unter Berücksichtigung Der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Mo als ckstuß absatzfähig: 9355 Tonnen Rohkohlen, 97 Tonnen Briketts, 100 Tonnen Raßpreßsteine, zusammen 9552 Tonnen Braunkohlen und Braunlohlen- produkte im Gesamtwert von 49 929 Mark. • 2. P. Bemberg A.-G.. Barmen. In Der Frage der beabsichtigten Errichtung einer neuen Kunstseidefabrik Der Bemberg A.-G., Barmen, erfährt das „Kasseler Tageblatt" vom Bürgermeisteramt in Frißlar, daß eine Kommission Der Bemberg A.-G. mit D:r Stadt wegen der Errichtung einer Fabrik in Fritzlar Verhandlungen gepflogen habe, die einen günstigen Verlauf genommen haben, Da besonders die Waiserverhä.t.iisse in Fritzlar für den Bau Der Fabrik geeignet sind. Die Entscheidung der Bemberg A.-G. wird täglich erwartet. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 13. März. Tendenz: schwächer. — Nachdem im oorbörsl.chen Verkehr die Tendenz allgemein freundlicher war und eine gewisse Beruhigung zutage trat, war der Beginn des offiziellen Verkehrs allgemein schwächer. Obwohl die Verbindlichleitserklärung des Schiedsspruchs in der Metallindustrie bekannt wurde, war eine merkliche Unsicherheit nicht zu verkennen. Die Spekulation schritt in größerem Ausmaße zu Ab. gaben. Denen keine Aufnahme gegenüber stand. Der Borke fehlt immer noch die zweite Hand, so daß geringe Abgaben genügten, um eine Abschwächung heroorzurufen. Auch blieb Der günstige Abschluß Der Danatbank ohne Einfluß. Am Geldmarkt war tägliches Geld angeboten und billiger zu haben, man hegt trotzdem Besorgnisse wegen des bevorstehenden Zahltages. Gegenüber Der Abendbörse betrugen Die Kursverluste Durchschnittlich 1 bis 3 o. H. Spezialwerte waren stärker angeboten und hatten größere Verluste. J.-G.-F a r b e n, Die anfangs gut behauptet lagen, gaben im Verlaufe 3,75 o. H nach. Am Montanmarkt überwog ebenfalls Das Angebot. BuDerus minus 3,5 v. H., Harpener minus 2,5 o. H., Mannesmann minus 4 o. H. Am Banke n m a r f t verloren Deutsche 2 v. H, während Danat aus Dem erwähnten Grui de aut behauptet blieben. Von Elektrowerten büßten Licht und Kraft 3,25 v. Sy. Siemens 3,5 v. Sy und Gesfürel 2,5 v. Sy ein. Auch Deutsche Erdöl minus 3,5 o. Sy Wayß & Freytag gleichfalls angeboten und minus 2,5 v. Sy Von Autowerten konnten sich NSU. um 0,5 v. H erholen. Deutsche und ausländische Ren- t e n still und vernachlässigt. Russen etwas lebhafter. Im Verlaufe blieb die Tendenz unsicher. Vereinzelt konnten sich auf Deckungen leichte Erholungen durchsetzen. I.-G.-Farben gewannen 1,25 v. Sy zurück, Bezüge waren auf 9 v H. erholt. Rheinbraun wurden lebhafter gefragt. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 6 ü. Sy Im Devisenverkehr konnte sich Die Reichsmark weiter gut befestigen. Reichsmark gegen Kabel 4,1825, aegen London 20 41. Paris gegen London 124,025, Mailand 92,37, Madrid 28,95. London gegen Kabel 4,8795. Berliuc Börse. Berlin, 13. März. Im heutigen Vormittagsverkehr hat es allgemein noch etwas freundlicher ausgesehen. Die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches im Konflikt Der Metallindustrie hatte eine gewisse Beruhigung gebracht. An Der Börse konnte man aber schon vor Festsetzung Der ersten Kurse einen Stimmungsumschwung bemerken. Da es sich herausstellte, daß so gut wie gar keine Kauf- orDers vorlagen und schon bei geringen Abgaben Die Aufnahmefähigkeit der Börse minimal war. Die Börse hat in erster Linie Bedenken hinsichtlich Der weiteren Entwicklung Des G e l D m a r k t e s. Auch tauchten Gerüchte auf, Daß man in N e u y o r k an eine Erhöhung Der Diskontrate denke, um Der Ueberfpekulation einen Riegel vorzuschieben. Hierzu ist zu sagen, Daß zwar Die Umsätze einen neuen RekorD erreichten, Die Höhe Der Maklerdar- lehen aber eher rückläufige Bewegung zeigt. Viel beachtet wurde auch Der Geschäftsbericht Der Danatbank und Die Ausführungen Des Direktors Goldschmidt, die als Warnungen aufaefafet wurden. Die ersten Kurse zeigten 1- bis 2-v. H.-Abschwächun- gen. Spezialpapiere, wie Spritwerte, Polyphon, Schubert & Salzer, Essener Steinkohlen usw. bis zu 6 v. Sy gedrückt. Heimische Anleihen abbröckelnd, Ausländer geschäftslos. Oesterreichische Prioritäten wieder gefragt, auch Mazedonier etwas fester. Pfandbriefe still. Liquidationspfandbriefe und Anteile angeboten und eher schwächer. Farbenbonds 132,5, Bezüge 9 o. H. Im Verlaufe neigte die Tendenz unter Schwankungen weiter zur S ch w ä ch e. Elektrowerte, Polyphon und Zellstoff- Waldhof waren vorübergehend erholt, später aber, ausgehend vom Farbenmarkt, wieder einheitlich 0,5 bis 1 o. H. unter Anfang gedrückt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. März. Die Stimmung an Der heutigen Börse blieb fest bei kleinem Besuch und geringem Geschäft. Die Preise sind fast durchweg die gleichen wie gestern, nur Kleie, die für nahen Termin stark gefragt war, zog um 0,25 Mk. im Preise an. Es wurden notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 26,25 bis 26.50, Roggen 26.25, Sommergerste für Brauzwecke 29 bis 31,50, Hafer, inländischer 25,75 bis 26 50, Mais (gelb) für Futterzwecke 23,50, Mais (gelb) für andere Zwecke 24,25, Weizenmehl, süddeutsche- Spezial 0 37,75 bis 33. Roggenmrhl 35.' <0 bis 37,75, Weizenkleie 14,35 bis 14 50. Roggenkleie 15,25 bis 15,50. CRinbermorff in Gieße-. Auf dem heutigen Rindermarkt m Gießen waren 946 Stück Großvieh und 305 Kälber auf» getrieben. Der Handel war bis zum Ende schleppend. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qual. 550 bis 600 Mk., Kühe 2. Qual, 400 bis 500 Mk., Kühe 3. Qual. 250 bis 300 Mk. Rinder, ein» bis zweijährig 150" bis 250 Mk. Kälber je Pfund Lebendgewicht 55 bis 60 Pf. Bessere Tiere erzielten Preise über Notiz. Frankfurter Kartoffelmarkt. WSN. Frankfurt a. 501., 12. März. Der Kar» toffelmarkt verkehrte bei ruhigem Geschäft in freundlicher Haltung. Die Preise konnten etwas anziehen. Industrie hiesiger Gegend 3,50 bis 3,60 Mark für 50 Kilogramm. Berliner Produktenbörse Berlin, 12. März. Die fest« Grunpstimmung, die am Produktenmarkte zum Wochenjchluß ge° herrscht hatte, übertrug sich auch auf den Beginn des neuen Berichtsabschnittes. Die von Chikago gemeldete leichte Abschwächung sand am Weltmärkte nirgends einen stärkeren Widerhall. Die Cispreise für Weizen und Roggen lauteten teils unoeränderl, teils sogar etwas höher. Das inländische Weizenangebot hielt sich in mäßigen Grenzen, die Forderungen waren um 2 Mark erböht: die Mühlen wollten jedoch nur Samstagpreise anlegen. Roggen ist weiter sehr knapp angeboten, Das herauskommende Material findet bei Mühlen, Exporteuren und auch zur Reportage auf Mai zu einer Mark höheren Preisen schlank Aufnahme. Am Lieferungsmarkt stellten sich die Preise für beide Brotgetreidearten ebenfalls höher, di« wegen des scharfen Frostes gehegten Befürchtungen hinsichtlich AuswinterungÄchäden waren hierfür mit maßgebend. Das Weizenmehl- geschäjt hat bei unveränderten Preisen nur geringen Umfang. Roggenmehl wird von den Provinzmülsten wenig angeboten. Die Berliner Mühlen fordern höhere Preise, Die aber nur schwer zu erzielen sind. Hafer nach wie vor sehr knapp offeriert, die Forderungen sind weiter erhöht, die Käufer verharren in ihrer Zurückhaltung. Gerste still. Erweitertes Schöffengericht Wetzlar. 2 Ein in Untersuchungshaft befindlicher Kaufmann aus Herborn hatte im November 1926 mehrere Personen in Herborn unter falschen Vorspiegelungen um kleinere Geldbeträge geschädigt. Im ersten Fall machte er in einer Wirtschaft eine Zeche von ein paar Mark. Als der Kellner Bezahlung verlangte, entdeckte er diesem sein leeres Portemonnaie, worauf der Geschäftsführer den Betrag aus seiner Tasche zahlte. Bauend auf des letzteren Gutmütigkeit, pumpte er dann einen Bankbeamten um 3 Mk. an, dem er vorschwindelte, der Geschäftsführer habe ibn geschickt. Schließlich prellte er noch einen .. huhmacher. indem er bei diesem erst, ein Paar Schuhe für 30 Mk. bestellte, Dann aber unter Dem Vorgeben, er fyaüe sein GelD zu Hause liegen lassen, sich 3 Mk. geben ließ. Wegen Dieser Drei Fälle war er nun wegen Betrugs, begangen im straf- schärfenDen Rückfalle, angeklagt. Sein Sünden- register weist schon eine Menne Vorstrafen wegen gleicher Delikte auf, weshalb Das Gericht mildernde HmftänDe versagte unD auf ein Jahr Gefängnis erkannte. Vermischtes. Drei Personen durch eine Granate verwundet. In Altona versuchte ein Dureauangestellter in Gegenwart seiner Wirtin und eines Mädchens, eine französische Granate auseinanderzu- nehmen. Hierbei entlud sich Der Kopfzünder. Durch Die ausgestreuten Eisenteile wurden Die Drei Personen derart schwer verletzt, daß sie in das städtische Krankenhaus übergeführt werden mußten. Ein Goldbarren im werte von 200 000 Mark ins Meer gefallen. Als am Freitagnachmittag 60 Goldbarren im Werte von je 50 000 Dollar in Reunork an Bord des italienischen Dampfers „R o m a* gebracht wurden, fielen zwei Barren ins Wasier. Der eine wurde von Tauchern wieder gefunden. In Bank kreisen wird vermutet, daß das Gold für Rechnung der Banca d'Jtalia übernommen wurde. Näheres ist jedoch nicht bekannt. Sollte sich diese Vermutung bestätigen, so würde es sich hier um das erste Gold handeln, das von Italien seit dem Kriege in Amerika übernommen wurde. Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse. __Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsffiß 8 Prozent. F ankturt a. M Berlin F auhfurt a. M Berlin 5 ai.biurt a. M Berlin Berlin vt Mär. lÄeld Briet Schlich ft»r; >-Uhr- Kurs Sch.rch-1 Ansan. Sure Sur Schluh l'Uhr- 9i>rs Sch utz 21n|ün< ft ire ftur schlutz ft r$ 1-Ubi- ft-rs Sd) uft-i Än,ontz ft irr 1 ftur l^ranzöitsche 'Jioieu Holländische VZotcu . . . rii-ltenische Rolrn..... Norwegische Roten..... Deutsch-^efterr.5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schweizer Roten ..... Schottische 'JZoten ...... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noren SeDilenmartt Derlm Telegraphische 16,46 167 88 22 15 111.13 58.81 2.585 111,93 80.13 70,38 12,35 72 90 -Scantfur 2 u « zah 1'78,5« 22.29 111.57 59.05 2,605 112.37 80.65 70,(7« 12,41 73.20 a. M. »na. Datum 12 3. 13. 3. 12 3. !3. 3. Tatrnn: 12 3. 13 3 12. S. 113 3 Datum: 12. 3. 1 13. 3 1 12. 3. j 13. 3. F/« Dl Neichtzanletbr o 1927 Dt An, Ädlos Schuld mit Au»loi -Rechten 87,5 51,85 87,5 62 52 Ä. E G 7 Bergmann 8 Elcktr Lieferungen . . 10 Licht unv Krott 10 Selten i^utd aume . 6 Gel ' Elcrir Untern 10 Hamb Elektr Werke - lu Rhein Eleker .... 8 Lchles. Elektr- ..... 10 Schubert 7 Siemens 90,5 98.75 245 150 141 98,5 13 4 .50,25 103,5 95,4 *l Rbetulich» Vvv -Bank riqu -Go dvi ALL abfl ©orfnegfl-Db» (igationen rudtoblbar 1932 Vl3 Schwel, BundeSd.-Lnl. «•/o Oefteretchliche Goldrte <.2O°/e Elften ich Silberne 4*7« Cefterreid) em> eltl Rle *7e Ungarische Äolvne «*/o Ungarische Siaartzr v 1910 <'/?/., deggl von 1913 «°/o Ungarische Sronenrtt 4"!. Turk Zollartleihe v 1911 «"/» Türk Bagdaobabn-Anl Serie l <»/<. desgl. Seri. H 4e/e Rumänen conven Rte 4‘/t°m Rumänen Goldanl von 1913 Lllg Dcunche ENenbabn 4'/, Hamburg-Amerika Pale? o onmb -Ludam Tamo sch d Hansa Damvtschisi 6 Jtorbbcutirtnr liloob e Allg Deutsche Lreditank- w Bann t Bankverein lu Berliner HanvelSacieUsch 12 Sommer»- und -Brinat-äl > Tann ft. u Nanonaldaok 12 Drul'che Bant lü T'skoruo-Kelellschari «nl iü Dresdner Bank lo »ritteUicund* Lrevtldauk s Metall dank ......8 «richSdaok.....1 > 14.4 * - 33,5 3.5 24.75 24,7 5,25 15,55 149 149.25 143 i<2,H5 222.65 160.75 154 25 155.5 148 148 171,5 .'23.5 158.75 155.25 — 14.6 - J - M» * 15,6 148 207 :24.7a 148 4 142.5 142,7a 249.7u 1.2 7a 222 160 I..-1.5 155.25 <11 25 123,25 K ' • 1 1 1 1 1 1 13*® “» | 1 1 S * ' *.£<38 '■ •r —2 — S — — *£•??!?;'2” :10.75 HO 2U9 5 2 - 26t - - 93,5 129 163 113,75 143 98.5 2t9 151.7a - 99,25 167 5 177,5 .'53 195 lOn 207.3 ”1 - 165 257 5 126 90 119.5 160.5 139 149.75 - -49,5 194 anft * Srcttaa 1< SchultdetS Psqeubofer 15 Cftroerte 12 Ber Glanzftott ... 15 Bemberg ..... 8 riellfto Daldbof. 12 je v ft oft Aschaftenbnra 10 Lbarlon nburaer Wasser 7 cfTauer ®a6 S Daimler Mo'oreu ... 0 Demag .... u Adlerwerke S.eve». ... 0 rudw rociit . .. . 1 7?al Aulomovil ... 6 Ctrnftetn i Kovvel.... 4 rslnke Ho mann . .. . c l'conbarB Iie^ .... f Bamaa- eg»in ... 0 ftrantf M 'chlneu .... 0 wrtenn ...... Hevltaeuftaedt ....... Junabartf ...... f Lech werke ...... 8 yiamfrafttoerti ...... S •JJ?taa ...... 1( •Jlefarinlmet ...... * UeteiS Union ..... 8 ®ebt Roeder ..... 1« i-oigi 4 Haeftner .... 6 Sudd Bude? ... Ban 129 261 174 — 90.5 25 75 141,5 25 5 85 * 113 140 riß 99.25 173 130 25 knote». 126.5 257.25 = 78.5 — 1305 323.25 257.5 660 476 257.5 hl 115 168 5 91 57 79.75 233 91 5 131 209 5 23 25 73.5 143 86 139 66.6 175 132 317,5 252 6i0 256 5 114 166 8" 53,25 79,25 130,25 205 177 12- März 13 Mär; ÄMlliche runa i^eld "Brie Lunltche -Jlcriecunn ttzcid Ärie- ÄM'l.- Nou Buen.-Aires Brss.-Änkw l£brifrtnnia Vovenbagcn Stoftdolm HelsingiorS. Italien London. . •Jtcunorf . . Paris ... Lchioetz . . Lva ira Jovan Hto De Ian Wien in D-- Ceft abgcft Prag •Bel trab «udav.'ft. Bul arten t'iffflbon Danua »onft nttit- flibcn Lanaüa Um aas 168,20 1,789 58.26 111,32 111.97 112.12 10,522 22,08a 20,39 1,1.90 16,44 >0.46 70,45 1,963 1.503 -8.86 12,385 7.360 73.06 <,017 18.93 61.59 l, 125 5,494 1,174 4.276 20.913 168.54 1,793 58,38 111,54 U2.i9 112,34 10,542 22.125 20,13 4,1870 16.48 80,62 70 59 1,967 <1,505 •8.96 12,405 7,3.4 73. 22 3.023 18.97 81,67 2,129 5,30b 4.182 4.284 20 953 168.09 1.788 38,25 111,30 111,93 112.14 10,522 22,075 20,389 1,1790 16,44 80.42 70 23 1,963 J.5O3 J8.84 12,383 < ,3j3 73.07 2.017 18.68 61.50 2.121 5.494 1.174 4.476 29.913 168,43 1,792 58,37 111,52 112,15 I12.J6 1(1,542 22,115 20,4.9 4,1370 16. 8 80.58 70 37 1.967 0.505 08 90 12,403 7,2t>7 73,21 3.021 18. <2 81,68 2,125 S.506 4.182 4.284 20.951 t*erlm, 12 MLri I »eio «rte »meriiäntlche 'Jloxen belgische "Jlotea . . Dänische Roten . . iTTtti 58. Ä» 111.73 | 20.36 4,181 58.44 112,17 W. 44 . . . tai.za 195 Enalftch« Noten . . lila i MM !■ i «wi i» W Wir bringen höflichst zur Kenntnis, daß unser Wäsche-Ausstattungshaus an die Firma KAUFHAUS ROSENAU übergegangen ist — Die von uns bisher geführten Artikel werden in unveränderter Güte weitergeführt, auch unser Wäsche - Fabrikations - Betrieb bleibt in alter Form be- I stehen. — Auch die neue Geschäftsleitung wird aui der von uns in einem 40jährigen Bestehen begründeten Ueberlieferung weiter auf bauen. Hochachtungsvoll FRITZ NOWACK Mechanische Wäsche-Fabrik und Ausstattungshaus g 2807^ = IliWMIIIIIIillllillMiim HAMBURG-AMERIKA LINIE 2810D Schlafzimmer 01944 Inh: A. Brunilik. Bahnhofstraße 29 ■ UUmann Lieferant des Hees. 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