Itr. 37 (Elftes Blatt |78. Zahrgang Montag, 15 Zevrnar 1928 •r|(ftetwttÄglt * Sehnet ä Graupeln e Nebel KGrwit'er.(g)Wind5tllle. -O-> Sthr leichte' Os« -nissiger Südsüdwest q stürmisch«" hordwesl Oie Pfeue fliegen mu dem wmot. Die oei den Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mH gleichen, auf rteeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Der Vorstoß hohen Druckes von Westen her wird wieder südwärts verdrängt. Ein neues Tief hat sich im Raume von Island ausgebreitet un- gleichzeitig lag heute morgen ein Wirbel über England und dem östlichen Teil von Irland. Beim Vorüberzug -er Störungen kommt es bet uns zu neuen Riederschlägen. Die Temperaturen steigen dabei etwas an. Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig bis bedeckt, Temperaturen vorübergehend etwas ansteigend, zeitweise Riederschläge. Witterungsaussichten für Mittwoch: Veränder liches Wetter, Temperaturrückgang, noch vereinzelt Riedenchläge. Lufttemperaturen am 12. Februar: mittags 5,2 Grad Celsius, abends 3,1 Grad Celsius', am 13. Februar: morgens 2,1 Grad Celsius. Maximum 5,5 Grad Celsius, Minimum 1,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 12. Fe bruar: abends 0,3 Grad Celsius; am 13. Februar, morgens 1,8 Grad Celsius. — Niederschläge 0,8 Millimeter. — Sonnenscheindauer: 2% Stunden. Klus -er Provinzialhauptfiadt. Gießen, den 13. Februar 1928. Oie ^schwache" Seite. Ober soll man nicht sagen die „starke" Seite? Da sitzen einige Herren zusammen und unterhalten sich. Der Herr mit der „schwachen" Seite rst auch dabei. Er ist schweigsam. Da fallt auf einmal das Wort. Marientaler Da aber wird er lebendig, ich meine, der Herr mit der „schwachen" Seite. 2tun kann er auch sprechen. Er sammelt schon seit seiner Jugendzeit Münzen. Aha, seine »schwache" Seite. Rein! Es ist seine „starke" Seite. Wie seine Augen leuchten! Wie begeistert er von seiner Sammlung erzählt, von seinen Glanzstücken! And wie hat er durch seine Sammlung Geschichte gelernt, das ihm eigentlich in der Schule ein Greuel war. Er schildert, wie er mit seinen klingenden Münzen weit in die Vergangenheit schauen kann, wie sie wieder neu vor ihm ausersteht! — Ein anderer sitzt abends in seinem Junggesellenstübchen und betrachtet mit liebevollen Äugen seine Bücher. Welch köstliche Stunden! Er nimmt eins nach dem andern aus dem Schrank, beschaut den alten schweinsledernen Einband und streicht liebkosend darüber. Dann besieht er sich das Titelblatt, bewundert von neuem den großen schönen Druck, liest vielleicht ein bißchen darin und stellt das Buch wieder in den Schrank. Seine ganze Liebe gehört diesen Altertümern. Welche Mühe, welche Arbeit, welches Suchen, bis er oll diese Schätze zusammengetragen hatte! And ein dritter sammelt Briefmarken. Anzählige Stunden, ja Tage und Rächte hat er geopfert, um sein Album zu füllen. Er sammelt keineswegs, um fein Kapital anzulegen, nein, seine Liebe gilt von Jugend an diesen kleinen Bildchen. Hast du schon einmal einem „richtigen" Briefmarkensammler zugeschout, wenn er fein Album hervorholt und seine Schätze zeigt? Wie er so sorgfältig und gewissenhaft Blatt für Blatt behandelt? Er, der im Leben manchmal wenig Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt, hier bei den Marken ist er der liebevollste und zartfühlendste Mensch. Es ist ja auch eine Lust, solch wohlgepflegte Sammlung zu betrachten. Die Marken werden keineswegs genau nach der Reihenfolge eingeklebt, sondern jedes Blatt ist nach ganz bestimmten äußeren Richtlinien so Susamm-ngestellt, daß es wie ein kleines Kunstwerk erscheint. Verstehen kann man die Leidenschaft eines Briefmarkensammlers schon. Ich kenne einen älteren Herrn, der neben feiner großen Sammlung noch ein kleines Schulheft hoch in Ehren hält. Damit hat er angefangen als Sextaner und Länder und Markenfelder selbst eing^z itznet. Dies Heftchen ist ihm heilig wie seine Jugead ie?e. And wieder ein anderer jammelt Schmetterlinge, Käfer oder etwas Aehnliches. Wir lächeln manchmal darüber. Aber das sollte man nicht. Seien wir froh, wenn unsere Mitmenschen eine solche Liebhaberei haben. Liebhaber ist ein wunderschönes Wort und hat, Gott sei Dank, das Fremdwort „Amateur" verdrängt. Was kann man nicht alles lieb haben I Eine Schattenseite hat aber die Liebhaberei. Wenn sie nämlich das Leben ganz ausfüllt, wenn sie zum Lebensziel — manchmal ist das leider so — wird, wenn jemand vor lauter Sammelwut alles andere vergißt. Dann haben wir das treffende CESort: R a rr. Schmetterlingsnarr, Warkennarr usw. Das Sammeln aus Liebhaberei soll so ein kleines Rebenziel im menschlichen Getriebe fein, etwa so, wie ein lauschiger Waldweg, der seitlich vom lebhaften Treiben der Straße hineinfuhrt in das grüne Laubdach und in einem stillen Winkel endet. In einem Winkel, in den man sich flüchtet, wenn einem das Leben zu bunt wird. Ist es bei einem richtigen Liebhaber nicht auch so" Will er nicht allein sein mit seinem Schatz? And unsere Kinder? Sammeln sie nicht auch? Ja, beinahe alle. Machen wir es aber nicht so wie Otto Ernst, der in einer Plauderei „Die Hosentaschen des Erasmus" zu seinem Sohne sagt: „Bei einem Erben meines Blutes dulde ich Briefmarken sammeln nicht. Briefmarkensammeln ist ausgesprochene Antikultur, und darauf steht bei mir Enterbung.“ Zeigen wir lieber Verständnis und freuen wir uns mit un,em Kindern über ihre Sammlungen. Rur eins dürfen wir nicht dulden, nämlich, daß sie heute dies und morgen jenes sammeln wollen. Halten wir sie bei der Stange! „Was du anfängft, das führe wenigstens auch zu einem getoi sen Abschluß." Gar mancher hat durch seine Briefmark, mamm- lung mehr Geographie gelernt a d aus seinem Lehrbuch. Die Hauptsache ist ja, daß die Kinder solche Sammelarbeit von sich selbst aus freiwillig tun. Und diesen Drang nach irgendeinem Wissensgebiet sollen wir (tä tig unterstützen. Aber wir sollen nicht lächeln und sagen: „Das ist Spielerei." Die Sammellust kann von großem erzieherischen Einfluß sein, denn hier ist doch ein Ziel gesteckt, und wenn es auch ein kleines ist. Lieber in einem Gebiet etwas sicher wissen, als in allen ein wenig. And du selbst? Hast du nicht auch eine „schwache" Seite? Wenn nicht, dann sieh dich um und Versuchs einmal „schwach" au fein. Du wirst bald merken, -aß sie dir große Dienste tun kann, diese schwache Seite. Sie kann dir ein Freund sein, wenn dich alle anderen verlassen. P. Freilassung der beiden Reichswehrfunker. Die im hiesigen Antersuchungsge'ängnis wegen der bekannten Funlerafsäre bei der Reichswehr im nördlichen Teile des Wehrkreises V noch in Untersuchungshaft zurückbehaltenen b eiben Funker vom hiesigen 1. Bataillon 2 n f. - R g t s. 15 wurden am Samstagmittag ebenfalls aus der Haft entlassen. Damir sind nunmehr alle Angehörigen der hiesigen Reichswehr-Funkerstation wieder auf freien Fuß gesetzt. Heber das Verfahren selbst ist bis zur Stunde hier nichts bekannt. Das Mntergewitter. Das schwere Unwetter in ter Rächt zum Samstag hat in den verschiedensten Teilen unserer engeren Heimat zum Teil großen Schaden an- gerichtet. Wie uns von unserem §»Mitarbeiter aus U l r i ch st e i n gemeldet wird, war das Unwetter dort mit einem starken Schneesturm verbunden, von dessen Gewalt vielfach die Häuser in Ulrichstein förmlich erzitterten. An der Ohm- straße wurden 42 starke Fichtenstämme vom Sturme teils geknickt, teils entwurzelt, so daß sie auf die Landstraße fielen. Die Straße war mehrere Stunden für Fuhrwerke unpassierbar, das Postautv nach Mücke erlitt erhebliche Verspätung und muhte schließlich seinen Weg über Bobenhausen nehmen. Bei den gestürzten Bäumen handelt es sich um Stämme, die zumeist schon zu Beginn der 70er Jahre angepslanzt wurden. Aus zahlreichen anderen Orten des Vogelsberges wird gemeldet, daß auch in diesen Gegenden heftige Riederschläge, gemischt aus Schnee und Hagel, unter kräftigen elektrischen Entladungen niebergingen und daß am anderen Morgen die Fluren dicht mit Schnee bedeckt waren. Erheblichen Schaden hat das Anwetter weiterhin in der Gegend von E i ch e l s d o r f angerichtet. Dort wurde eine große Zahl wertvoller Obst- bäume entwurzelt, in dem benachbarten Eichelsachsen entstanden zahlreiche Schäden an den Dächern und Schornsteinen. In den Wäldern gab es viel Windbruch und an einzelnen Stellen verhinderten gestürzte Bäume den Straßenverkehr. Auch im Kleebachtal sind dem Sturme viele Bäume zum Opfer gefallen. 2n dem an der Hochelheimer Gemarkungsgrenze gelegenen Distrikt Geiersberg der Gemarkung Dornholzhausen wurden annähernd 100 Obstbäume von dem Sturme umgerissen, ebenso fielen an der Provinzialstraße Wetzlar—Butzbach und an der Kleebachtalstraße eine Anzahl Bciume dem Orkan zum Opfer. In der Marburger Gegend richteten der Sturm und Hagelschlag in den Gärten und Wäldern durch Baumentwurzelungen und durch Störungen an den Licht- und gern* sprechleitungen gleichfalls größeren Schaden an. Infolge der erheblichen Riederschläge führten die W i e s e ck und die Lahn gestern sehr viel Wasser zu Tal. Don Aeberschwemmungsschäden ist bis jetzt aber nichts bekannt geworden. Ein Mahnwori an die Eltern. Man schreibt uns: An alle Eltern, denen es am Herzen liegt, ihren Kindern eine auf sittlicher Grundlage beruhende Existenz zuteil werden zu lassen, möchte ich ein ernstes Wort richten: Roch niemals ist das Erziehungswerk so schwierig gewesen, wie heutzutage. Leben wir doch in einer Zeit beispielloser Sittenlosigkeit. Unsere Jugend ist gefährdet wie nie zuvor. Auf Weg und Steg ist sie Versuchungen ausgesetzt, und wie rasch ist ein junges Menschenkind verführt und von schlechtem Beispiel angesteckl! Da ist es für manche Mutter schwer, die Zügel fest in der Hand zu behalten. Bekanntlich ist es nicht leicht, gegen den Strom zu schwimmen, und doch muß es bei der ungeheuren Wichtigkeit des Erziehungswerkes erzwungen werden. Vor allem, Ihr lieben Eltern, laßt es Eueren Kindern an einem guten Beispiel. nicht fehlen: seid selbst stets wahrhaftig und treu. Aeberwacht streng den ilmgang Eurer Kinder und laßt sie abends spät nicht mehr auf die Straße. Rehmt Ihr sie zu einem Vergnügen mit, Jo kehrt mit den noch Schulpflichtigen zeitig zurück, damit ihnen die so notwendige Rachtruhe nicht gekürzt werde. Bedenkt stets, daß Ihr für die Kinder da seid und die Kinder nicht für Euch. Mutter sein, heißt opferfreudig sein. Kleidet Eure Kinder stets sauber und nett, doch vermeidet jeden unnötigen Putz und Tand, der den Sinn Eurer Kinder nur auf das Aeußere lenkt. Besonders jetzt in der Karnevalszeit ist doppelte Vorsicht geboten. Sieht man leider jetzt ~ BevirMmm-Z Die Jagdverpachtung der Bürgermeisterei Odenhausen am Donnerstag, dem 23. Februar (siehe Anzeige am 11. Februar), findet nicht um 5 Uhr, sondern um 3 Uhr ftatt.________________________________16270 Eine angesehene Bank gibt rlM. SWtM zu künftigen Bedingungen. Interessenten waten schriftliche Ange bare unter 1457 D nn den Gießenei Anzei >er einreichen. O.-Cedar-Mop Der getränkte Staub Wischer! Er staubt picht und spartdasAufwischen.Wachsen u. Bohnern der Fußböden. Reinigt staubfrei und poliert gleichzeitig O. - Cedar - M o p - Verkaufsstelle Wsr Bomnann ♦ Kietzen Blaus- und Küchengeräte Nureau- rrrr- Lagerraum in dosier Lage Gießens sofort zu vermieten Schriftliche Anfragen unter 1675D an den Gießener Anzeiger MSW in prima Qualität empfiehlt billigst W.Hankel, Neuen Baue 7. Teleph. 612. 45 d Lc Damen- Masken- Kofiüme Neubeitcn zu verleiben. [GOOD Löberstr. 11, vart. | Vermietungen | 2 WM undKücheiHetzung» im 9ieubau an ein* »elneDame zu oeim. Sehr.'’lngeb. u. 01141 a. d. Gien Anz.erbet. ML" Zimmer sofort ä. oerm. 01125 Neustadt 41 Wir suchen VklWIMM mit Bureau 150 — 200 qm. 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Zur Am- und Rückkehr zu Anstand und Sitte ist es höchste Zeit, wenn unsere Jugend nicht verderben soll. Deshalb scheint es geboten, daß die gesamten christlichen Frauenvereine im Reich sich zu einem Bund zusammenschließen, der es sich zur ernsten Pflicht macht, die Sittenlosigkeit mit~ allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen und AnstarrÜ und züchtiges Wesen wieder zu Ehren kommen zu lassen. Inzwischen aber, Ihr lieben Eltern, verbündet Euch mit gleichgesinnten Familien zur Erreichung unseres Zweckes. Ist es doch in Gesellschaft leichter, einen Kampf aufzunehmen, als allein. -a- Oie Kosten der Vorstellung bei Stellenbewerbungen. Heber die Frage der Erstattung der Kosten der Vorstellung bei Stellenbewerbungen herrscht in Angestelltenkreisen noch immer vielfach Anklarheit, was allerdings schon um deswillen nicht verwunderlich ist, da spezielle Vorschristen nicht vorhanden sind. Dagegen bietet eine genügende Grundlage das Bürgerliche Gesetzbuch mit seinem § 670, der also lautet: „Macht der Beauftragte zum Zweck der Ausführung des Auftrags Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Auftraggeber zum Ersatz verpflichtet." Es kann danach also keinem Zweifel unterliegen, daß der Arbeitgeber die Kosten zu ersehen hat, wenn die Vorstellung auf seinen ausdrücklichen Wunsch erfolgt. An dieser Ersahpflicht kann auch nichts geändert werden, wenn der Arbeitnehmer einen triftigen Grund hat, die Stelle nicht anzunehmen. Lehnt er die Anstellung aber ohne triftigen Grund ab, etwa weil er eine ihm günstiger erscheinende Stellung gefunden hat, so entfällt die Ersahpflicht für den Arbeitgeber. Bei der vielfach geübten Gepflogenheit, daß dem Arbeitnehmer anheimgestellt wird, sich vorzustellen, muß dieser sich rechtzeitig Klarheit darüber verschaffen, ob er die Vorstellungskosten, und in welcher Höhe, ersetzt bekommt. Andernfalls ist eine Klage auf Ersatz so gut wie aussichtslos. Ersatz kann natürlich nur für Auslagen beansprucht werden, die dem Betreffenden tatsächlich erwachsen sind und die, wie es im B. G- B. heißt, den Ainständen nach für erforderlich zu erachten waren. Der angeforderte Ersatz muh evtl, durch Belege nachgewiesen werden. Im allgemeinen dürfen als angemessen die Sähe gelten, wie sie bei Dienstreisen üblich sind. Sind Klagen wegen Erstattung der Dorstellungskosten nicht zu umgehen, so sind sie nach § 2 Absatz 2 des Arbeitsgerichtsgesetzes bei dem zuständigen Arbeitsgericht anzubringen. Daten für Dienstag, 14. Februar. Sonnenaufgang 7.18 Ahr, Sonnenuntergang 17.11 Ahr. — Mondaufgang 1.42 Ahr, Mond- Untergang 10.41 Ahr. 1779: der englische Seefahrer James Eook auf Hawaii ermordet (geb. 1728); — 1830: der Theologe Theodor Adalbert Lipsius in Gera geb. (geft. 1892) — 1926: der bayrische Politiker Gerog Krafft von Crailsheim in München gest. (geb. 1841) — Vornotizen. — Tageskalender für Montag: Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde: 8 Zlhr, Reuer Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Institutes (Ludwigstrahe 34), Lichtbildervortrag. — Deutscher Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule: 8 Ahr, Johannes- saal, Lichtbilder-Vortrag. — Sanitäts-Verein: 8 Ahr, Kaufmännisches Vereinshaus, ordentliche Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße : „Höhere Töchter". — Astoria-Licht- spiele: „Die Opiumhöhke von Hawaii". — Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde. Am heutigen Montag, 13. d. M., wird der bekannte Kunstforscher Jul. Daum, Professor an der Technischen Hochschule in Stuttgart und Direktor des Museums in Alm, einen Dortrag über „D i e Kun st der Dölker- wanderungszeit" halten, lieber die Kunst dieser interessanten Epoche ist in neuester Zeit durch reiche Funde und neue Entdeckungen, vor allem durch umfangreiche Ausgrabungen, neues Licht verbreitet worden. Der Dortrag des ausgezeichneten Kenners findet tm neuen Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwig- straße 34, statt, der mit seiner vollkommen neuzeitlichen und für diesen Zweck besonders konstruierten Einrichtung zum erstenmal der weiteren Oeffentlichkeit erschlossen wird. — Deutsche Volkspartei. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Vokkspartei lädt ihre Mitglieder zu einem Diskussionsabend auf Dienstag, den 14. d. M., abends 8.15 Uhr im „Hindenburg" ein. i rnirrrmrurnii mm ,11 m m— t, Landtagsabgeordneter Dr. Niepoth (Schlih) wird über die Verhandlungen zur hessischen Regierungs- biidung berichten. (Siehe Anzeige.) ** D i e Universitätsbibliothek fordert im Anzeigenteil unserer Samstagausgabe auf, die vor dem 20. Januar entliehenen 'Büdner bis spätestens 10. Tlän an die Bibliothek zurückzugeben. Es sei auf diese Anzeige besonders hingewiesen. ** Von der Krastpostlinie Gießen — Kleebachtal. In dem Vierteljahr vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1927 waren die Einnahmen auf der Kraftpostlinie Gießen—Kleebachtal erfreulicherweise so hoch, daß die von den Gemeinden zur Verfügung gestellten Garantiesummen nicht in Anspruch genommen zu werden brauchten. Es war sogar noch ein Ueberschuß zu verzeichnen, der den beteiligten Gemeinden voraussichtlich zugute kommen wird, und zwar in dem Umfange, in dem sie für das Vierteljahr April bis Juni 1927 (das Vierteljahr Juli—September schloß ebenfalls ohne Defizit ab) Zuschüsse geleistet haben. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß die Linie auch im laufenden Vierteljahr solche Einnahmen hat, daß die Selbstkosten der Postverwaltung durch sie gedeckt werden. **ßcid)enlänbunginßollar. Am Sams- tagmittag gegen zwölf Uhr wurde am Lahnrechen der Buderusschen Eisenwerke in Lollar eine männliche Leiche aus der Lahn gelänöet Anscheinend hat die Leiche schon längere Zeit im Wasser gelegen. Der Tote ist bisher noch nicht identifiziert worden. Er ist etwa 45 bis 50 Jahre alt, 1,65 bis 1,67 Meter groß, von kräftiger Gestatt, hat volles Gesicht, meliertes Haar mit Glatze, blaugraue Augen, englisch gestutzten Schnurrbart, vollständiges Gebiß. Der Mann trug am Fuße Kamelhaarschuhe, graue, selbstgestrickte Strümpfe, schwarze Tuchhose, wollene Unterhose, wollenes Unterhemd, gestreiftes Oberhemd, schwarze gestrickte Unterjacke und graugrüne leichte Joppe. Die Leiche wurde nach dem Lollarer Friedhof verbracht. ** Personalien. In den Ruhestand treten auf Grund des Altersgrenzengesetzes am 1. April 1928 der Präsident des Landgerichts der Provinz Rheinhessen, Joseph St i gell zu Vkainz und der Oberstaatsanwalt beim Landgericht der Provinz Starkenburg, Rudolf Wünzer zu Darmstadt. ** Infolge ungenügender Anschrift verloren. Bei der Dberpoftbirftion Darmstadt mußten im Jahre 1927 5928 Briese unb 7748 Postkarten, sowie zahlreiche Drucksachen, bie infolge un-- genügenber Anschrift roeber bem Empfänger ausge- hänbigt, noch an ben Absenber zurückgegeben werben konnten, vernichtet werben. Hierdurch mögen für die Beteiligten wohl Unannehmlichkeiten mancherlei Art entstanden sein. Auch wird das Fehle» dieser Sendungen oft zu ungerechtfertigten Vorwürfen gegen die Postverwaltung unb ihre Beamten Anlaß gegeben haben. Ohne genaue unb voll- ftänbige Anschrift bes Empfängers, zu der bei größeren Orten außer bem Vor- unb bem Zunamen ber Stanb, bie Straße unb die Hausnummer gehören, ist aber bie Zustellung einer Postfenbung auch bem findigsten Zusteller nicht immer möglich. Auch ist es unumgänglich nötig, auf allen Postsendungen stets Name, Wohnort unb Wohnung des Absenders anzugeben, damit diesem die Sendung im Falle der Unzustellbarkeit zurückgegeben werden kann. Berliner Börse. Berlin, 13. Sehr. (WTD. Funkspruch.) Auch heute zu Beginn der neuen Woche ändert sich an der Geschäftslosigkeit in den Dormittagsstunden nichts. Die Tendenz ist undurchsichtig, aber eher unverändert. Man taxiert Farben auf 260. Allerdings könnte von den heute beginnenden Frcigabeverhanölungen im amerikanischen Senat eine Anregung ausgehen. Am Devisenmarkt hört, man Paris gegen London mit 124.02, Mailand mit 92,05, Madrid 28,67, London gegen Kabel 4,8740 und die Reichsmark gegen Kabel mit 4.1955. Gron-Unternehnien der Mineralöl-Branche sucht bet her einschlägigen Verbraucher-Kundschaft (In- buftriei nachweislich bestens eingeführte Vertrete« für technische Svezialöle unb Feite gegen hohe Provisionen u. Spesenzuschnn. Angebote v. Herren nur ans der Branche erbet. u.W.5337 an A!a. Berlin SW 19. r 653 D Lagerpte au mieten gesucht. Schr. Angeb. u. 01127 an b. Gieß. Anz. erb. 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Februar 1928. 1626V '>> Für die zahlreichen Beweise wohltuender Teilnahme an dem sch wer en Verlust danken wir hiermit herzlich (5s ladet ein: Karl Faber Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Februar, nachmittags 2Vs Uhr statt. Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Februar nachmittags 3 Uhr in Allendorf a. d. Lahn statt. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 14. Februar 1928, nachmittags um 2 Uhr statt iobod Jede Erkaltung ' „Drowe“ ' Euc.-Menthol- Bonbons helfen sofort. V Drotierte Wlntertofl i Kreuzplatx Für die vielen Beweise überaus herzlicher Anteilnahme an dem schweren Verluste, der uns betroffen, sagen wir allen denen, die uns während seines Krankseins hilfreich zur Seite standen, und denen, die unserem lieben Otto die letzte Ehre erwiesen, auf diesem Wege innigsten Dank. Familie Jakob Gerhard VIL, Sdireiner. Steinbach, den 11. Februar 1928. In tiefem Schmerz: Karl Schupp Marie Schupp geb. Keßler. In tiefer Trauer: Frau Katharine Walter geb. Walter Familie Schadeck Familie Hrch. Grölz Wilh. Karl Walter und Braut Daubringen, Ruttershausen, Offenbach a. M„ Frankfurt a. M. den 11. Februar 1928. Morgen, Dienstag Metzelsuppe Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schmerzlichen unersetzlichen Verlust, der uns betroffen hat, einzeln zu danken, ist uns nicht möglich. Wir sagen daher auf diesem Wege für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden unseren innigsten Dank. Besonders danken wir dem Herrn Pfarrer Schultheis für die trostreichen Worte am Grabe, der Krankenschwester Schäfer für die liebevolle Pflege, sowie den Vereinen für die Beteiligung Danksagung. Allen Freunden und Bekannten sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank für die innige Teilnahme und die überaus zahlreiche Kranzspende an dem uns so schwer betroffenen Verluste. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Wagner für die trostreichen Worte am Grabe, den Herren Vertretern des Postamts in Gießen, ganz besonders Herrn Postdirektor Körber für den s ehrenvollen Nachruf, den Vertretern der Hess. Untererheber, sowie dem Gesangverein .Poli- hymnia* und dem Kriegerverein für die letzte Ehrerweisung an dem Grabe des Verstorbenen. Elisabeth Ranft geb. Ranft und Kinder. In tiefer Trauer:’’ Familie Kumpf Familie Studienrat Lauckhard Zur Öfter hur WöriSbofer WlMWKk Srüittettms jung Heilmittel derNamr Schnitte. 5. .«„a KötacM mit taictie billig zu verk. 1048D Neustadt 50. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die Kranzspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Hartmann am Grabe sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen: Job. Schwarz. Deine Mnäes? $um Seldstslrieken an Ich reanStt 6(e derschiebsiste« ‘HUtttl derzeLNch on. Durch »chaumrufla«« «ryleltt ich rasch« Heilung. So schreibt tfrau B menn, WleSSoden. "Per 6t. M. -.63, 30°/, »er» siLrktA.l.- ZurNrchbehanblunaist Herba-chreme b«s»a».z.emN. 3. -ad. in all. Aposh.Drog.. u.Parf, Sauberer, fletutger tata* sofort gesucht. 01144 Ullisch Neuen Bäne9 Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Schwester und Tante Auguste Landmann, Handarbeitslehrerin nach langem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Berta Landmann, Gießen Apotheker Otto Landmann, Düsseldorf Pfarrer Friedrich Landmann, Mommenheim Pfarrer Georg Landmann, Wachenheim Pfarrer Robert Landmann, Gettenau Postamtmann Alexander Land mann, Fulda. Gießen, den 11. Februar 1928. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 14. Februar, nachmittags 21/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. was -le Rinder in der fugend Urnen, kommt ihnen späte» zugute, die Kunst, aus Eoslinger wolle Jäckchen, Strümpfe, Decken und Kisten selbst herzustellen, macht viel Zreude und erspart der yaushaltkaste manche flusgabe. Sringen Sie deshalb Ihren Kleinen schon ftühzeitig die finfangsgrfinde des Strickens bei; durch diese nützliche und praktische Tätigkeit beschästigen Sie die Plagegeister und halten ste gleichzeitig zu ernster firbeit an. Kaufen Sie aber Lssiinger wolle, damit Ihre Kinder vom ersten Tag an wissen, was gute wolle ist. Gietzenev PfevdemavSt-Lofe ä 1 SUt find bei allen bekannten Lofenver- käuiern in der Stadt und auf dem Vaiibe au haben: General-Beririeb Burbarker, Neuen Baue 11. Aür Wiederverlänier daselbst 11 Lose i. 10MJl 28i/oie f. 25SIM. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen Uhr entschlief sanft mein treuer Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Rudolf Kumpf Reichsbahnobersekretär Dienstag, den 14. Februar, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1673D zwei Büfetts, vier Warenschränke, eine Ladenkvsse, vierzig Paar Turnschuhe, zwei Kleiderschränke, ein Sofa, zwei Trumeauspiegel, acht Paar Skistiefel, fünfundzwanzig Paar Ledergamaschen, einen gußeisernen Nahmenständer, einen Spiegel, ein Tischchen mit zwei Sesseln, eine Waschmaschine, eine Kommode, einen Regulator, einen Diwan, einen Ausziehtisch, einen ovalen Tisch, ein Klavier, eine Chaiselongue, ein Oelgemälde, ein fettes Schwein, eine Partie Stoffe. Bestimmt: eine Partie Wollsachen, darunter Strickwesten, Strickanzüge für Kinder usw. 2116(1 Gerichtsvollzieher k. A. in Gießen • Iheringstraße 7. Drucksachen aller Art die vrühl'sche Unioerfitätr Vnlckrrei. B. Lange, Hießen. Schvlstr. 7 Für die vielen Beweise der Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emil Hahn, Lehrer. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen Heben Mann, unseren treusorgenden, unvergeßlichen Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Walter VI., AltbiirOermeisier nach kurzem Leiden im Alter von 74 Jahren zu sich in die Ewig- Anmeldung für das neue Schuljahr der Realschule Nidda. Zur Aufnahme in die unterste Klasse derRealßchule(Sextaiwerden zugelassen: 1. Schulkinder mit 4 VolkeachoE- lahren (ohne Prüfung). 2. Besonders leistungsfähige Kinder nach Anhören des Grundschullehrers unter Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde (Kreisschulamt) schon nach dreijähriger VolksRchuipflicht. Die unter 2 genanntenSchüler müssen sich einer Aufnahmeprüfung in Deutsch und Rechnen unterziehen, die sich auf das Pensum des 3. Grundschuljahres er streckt. Die Eltern dieser Kinder müssen umgehend entsprechenden Antrag bei dem Leiter der betreffenden Volksschule stellen. Außerdem wird um umgehende Anmeldung bei unserer Schule gebeten. Alle neu eintretenden Schüler haben bei der endgültigen Aufnahme am Montag, 23. April, vorzulegen: Geburtsschein. Impfschein und letztes Schulzeugnis (mit Einzelnote.nl. Um den aus der Richtung Gelnhausen- Stockheim kommenden Schülern den Besuch zu erleichtern, lassen wir den Unterricht erst um 8" Uhr beginnen. Nidda, den 9. Februar 1923. Die Leitung der Realschule: Am Samstagabend entschlief sanft nach dreitägiger Krankheit mein liebes, einziges, gutes Kind Liesel im Alter von 5 Jahren. In tiefer Trauer: Marie Repp geb. Luh Allendorf a. d. Lahn, Wetzlar, Schotten, Gießen Sauberes 0,,M Mädchen für tagsüber ob. für ganz gef. z. 16. «Zebr. Goetbestr. 31 I. l8te!!sngesuvkH (Beb. älterer Landwirt. ledig, Rerueu- Empf- sucht D.-rtr.- Stellnn«. Schrtstl. Angeb. unter 01128 an d.Gtefl.Anz. erb. Junger strebsamer 8WM igel. Etsenhändleri sucht per 1. Avril Stellung als Berk. Lagerist ob. Buchd. Schrift!. Ang. unter 16)21- ad. Giest.Ana. Strebsamer Schreiner 22 I., tn Bau und Möbel etngearbenet, sucht Stellung. Schr. Angeb. u. 01130 an d. Gieß. Ana. erb. Suche fürlOjährtgeS Mädchen Stellung als WMkkl wo tbm Gelegenheit geboten ist. die Küche au erlernen, ohne Vergütung. Schrtftl. Angeb. uni. 01124 an den Gieß. Anz. erb. im raut! aus Privathand geg. 6iache Sicherheit zu leiben gesucht.; Schr. Ang. u. 01142 a.d.Gich.Anz. erbet. Zeugen gesucht. Diejentg. Personen, die bet dem Motor- radunfallidKatfer- aller am 10. Jan. 1028 abdS. 7.20U. zugegen waren, wer- den um Mitteilung tbrerAnschrtft unter 1650D an den Gieh. Anzeiger gebeten. Einheirat. Bleligerel. Wirb schäft, Speiereibia« del. Stuchterneuv braven Herrn, 40—50 Jahre alt (gelernter Metzger bevorzugt^ ttetet stch Gelegenheit, in gutgehendem Geschäft auf d. Lande (Strecke Gießen- Jrkf.-svt.etnztthetrat. Schr. Aitgeb. unter 1644 D an den G.Anz. DiskussionS» abend Dienstag, 14. Ne- brunr, abdS. 8'/« 1L im Hindenburg. Dr. Niepoth. M. d. S- wird über die Hess. Reg. - Bildung sprechen. 'W!,D Der Vorstand. F. G. El Heute Montag, 13. ßebr.» abdS. 8*/i Uhr: Monats» Versammlung bei Kamerad Arnold. Dienstrock u. Mütze. Das Kommando. Stadttheater DienStag, t4.Febr. IS.D'.ensW-Ab.-M. v.19', b. geg. Erstaiinührung Der Hexer (The Ringer) Krimtnalkoiuödte in 4 Akten (6 Bildern, von Edgar Wallace. | Verkäufe | 10 junge, gute Mk-MM u.Habn umzugshalber 8u verk. 01143 M arburg.Ctr.1lt Bauplätze am Vrofesioreneck als auch innerhalb der Stadt, unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Desgleichen etn4x5- Iimmerhaus nut sreiwerd.Wohn., sow. einige 3-,4^5- u.6- ZlMtttzSüser. StähereS Becker. Keplerstr. 9. 01136 Baureifes Gelände am Nahrungsberg, unter günstigen Be- dtugungen au verk. Schr. Angeb. u. 01137 an den Gieß. An». Garten 618 qm, ans der „Sch. Aussicht" au verkauf. Näh. i. d. Geschähest. des G. 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Das Schluß- Verzeichnis der zu berücksichtigenden Forderungen liegt auf der Gerichts- schrei der ei Hessischen AmtSgerichtSGießen zur Einsicht aus- Gießen, den 11. Februar 1928. ,656V L. Altstoff, Konkursverwalter. htakoslim werden billig verliehen. 01132 Gnantbttr. 34 v. W' g. 01 Scho oder । tvenigo 3inoü>: gcM revolu! näre r fonntC; europch Degcbc> Analog lulion I ffh mruma ' Inzvi Deobach der -.2* als ein um die tun bat, Schichte die lieg’ Spitze ji dem nid um so n ausgiebi kleine E kommen Alarm einem es in d vielen ... 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Trotzki, Rad.l und Zinowjew — toehr hätte noch vor einem ^>ahre geglaubt, daß man diese Helden der Oktoberrevolution einfach als gemeine Gegenr«wolutio- näre nach Sibirien und Mittelasien verbannen könnte? Kein Wunder, daß der sensationslustige europäische Zeitungsleser, wenn er von diesen Begebenheiten liest, in seinem Gedächtnis nach Analogien aus der groben französischen Devolution sucht und sich beeilt, den russischen Vorgängen einen Zettel mit einer entsprechenden französischen Aufschrift, sei es: „Termidor", oder „Q3rumairc" oder sonst was. aufzukleben. Inzwischen zeigt es sich jedem aufmerksamen Deobachter immer deutlicher, daß dieser Kampf der „Titanen", der letzten Endes doch nichts als ein Kampf der verschiedenen Parteigruppen um die Macht ist, herzlich wenig mit dem zu tun hat. was sich gegenwärtig in den untersten Schichten der Sowjetunion abspielt. Eben glaubte die siegreiche Parteigruppe mit Stalin an der Spitze sich nach dem monatelangen Kampfe, in dem nicht von Revolvern und Bomben, aber um so mehr von Leninzitaten von beiden Seiten ausgiebigster Gebrauch gemacht wurde, sich eine kleine Erholung gönnen zu können, ilnb schon kommen von den zuständigen Wirtschaftsorganen Alarmrufe und Gefahrsignale mit einem Dachdruck und einer Schärfe, wie wir es in den vergangenen Fahren auch bei den vielen „Krisen", die merkwürdigerweise zu einer Art Dauererscheinung in dieser „Planwirtschaft" geworden sind, nicht erlebt haben. Zur nüchternen Wirklichkeit aus dem Debel der Parteistreitigkeiten zurückkehrend, müssen Stalin und seine Wasienträger d'e unangenehme Feststellung machen, daß der Widerstand eines namenlosen ..Jwanosf" oder „Petroff" aus dem Lande für das gegenwärtige Regime viel gefährlicher ist, als eine noch so starke und durch große Parteinomen vertretene Oppo ition innerhalb der Partei. Denn ein Parteistrcit läßt sich schliehlich im Wege des Ausgleichs oder der Ausstoßung des unterlegenen Teiles erledigen. Der Gegensatz aber, der an der Wurzel aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten liegt, die sich jetzt mit einem so plötzlichen Dachdruck melden, ist der unüberbrückbare Gegensatz des russischen Bauern zum kommunistischen Staate, oder vielmehr zur kommunistischen Stadt. Dieser Staat möge sich wohl bei jeder Gelegenheit als „die Republik der Arbeiter und Bauern" nennen, seine Führer mögen noch so viele schöne Reden über die Solidarität der Arbeiter- und Bauerninteressen halten, es hilft alles nichts: der Bauer fühlt sich von der Stadt übervorteilt und handelt danach. Er erinnert sich immer noch an die „gute alte Zeit", wo er für ein Pud Roggen 6 oder mehr Arschin Baumwollwaren kaufen konnte: und wenn er bei der jetzigen Preisrelation von der nationalisierten Industrie nicht mehr als 1 bis 2 Arschin bekommen kann, dann schimpft er nicht nur. sondern bleibt eben zu Hause und verfüttert den Roggen dem Dieh — was er früher fast nie getan hat. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die sich mit solcher Wucht etwa seit Anfang Dezember offenbarten, haben ihren Ursprung darin, daß der Bauer mit den Getreideverkäusen trotz der dritten guten Ernte derart zurückhält, daß nicht nur der Getreideexport vollständig dar- niederliegt, wodurch der gesamte Ex- und Importplan für das laufende Jahr mit einem Schlage umgeworfen wird, sondern auch die Versorgung der Städte und übrigen Zuschuhgebiete in Frage gestellt ist. Haben doch einige nördliche Gouvernements im Dovember- Dezember nur ein Sechstel, ja sogar noch weniger der ihnen durch die Versorgungspläne zugewie- fenen Menge Brotgetreide erhalten. In Moskau und Leningrad sind vom 15. Ianuar ab Höchst- Ein Kalbsbraten für Herrn van Beethoven. Von Else Arnhei«. Als es vom Mödlinger Kirchturm die zwölfte Mittagsstunde schlug und mit dem letzten Glockenton die Tür des Mödlinger Wirtshauses aufsprang. um einen Gast hereinzulassen, den jedes Kind im Orte kannte, einen „Herrn von mittlerer Gröhe und starkem Knochenbau, von kurzem Racken und breiten Schultern, aus welchen ein großer, runder Kopf mit starkem Haarwuchs, verwirrt, emporstrebte", fuhr in das Herz der biederen Frau Wirtin ein eisiger Schreck, dieweil ihr allsogleich einfiel, daß das letzte Stück „Kälberne" vor einer Viertelstunde den Weg allen Fleisches gegangen war, und in ganz Mödling auch nicht das winzigste Teilchen dieses sanften Tieres aufgetrieben werden konnte, so sehr sie das im Augenblick auch wünschen mochte. Denn akkurat das wollte der Herr van Beethoven, der wieder einmal von einer durchgegangenen Wirtin hauswirtschaftlichen Röten überlassen war, wie das nicht selten vorkam. Verwirrt, und in der Furcht vor einem Wutausbruch des Meisters zitternd, wagte die gute Wirtin nicht, die Wahrheit zu gestehen und rettete sich zunächst, diensteifrig knicksend und unverständliche Worte murmelnd, in die Küche, den Gast sich selbst überlassend, der knurrenden Magens und übelster Stimmung sich einzureden versuchte, daß nur ein saftiges Stück gebräunten Kalbsbratens das gestörte leibliche und seelische Gleichgewicht wiederherstellen könne, ein Unterfangen, das die unausbleibliche Enttäuschung — denn wie gesagt, es gab nichts Kälbernes in Mödling — ins Ungeheure steigern mußte. Indessen stand vor Beethovens Haus, das der Gastwirtschaft gerade gegenüber lag, ein gutgekleideter Herr, seines Ramens Moritz Schlesinger, seines Zeichens Musikverleger in Berlin, und überlegte, wie es wohl anzufangen sei, sich bei dem berühmten Meister bestens einzuführen, hatte er doch nichts geringeres im Sinn, als ihn um die Lieberlassung einiger Werke für seinen Verlag zu bitten. Herr Moritz Schlesinger war sich völlig darüber klar, daß er unter Umständen eine vergebliche Reise nach preise für Mehl und Brot eingeführt, was nach den üblen Erfahrungen der Kriegs- und Dach- kriegszeit an sich schon genügt, um bei den Verbrauchern eine Art Panik hervorzurufen. Sucht man in der Sowjet-Wirtschaftspresse nach einer Erklärung für die Ursachen dieser plötzlichen Krisenerscheinung, so muß man zunächst die überraschende Feststellung machen, daß für die eigenartigen Wirtschoftsverhältnvse dieses Landes der bekannte Sah: „Hat der Bauer Geld..anscheinend keine Gültigkctt hat. Denn wenn man den Sowjetzeitungen glauben soll, so münden diese Erklärungen in dem paradox klingenden Satze aus. daß der Bauer z u v i e l Geld hat. Dun, allzu viel dürfte es nicht sein, es stimmt aber, daß er nicht weih, was er mit diesem (Selbe anfangen soll, er hat jedenfalls kein Interesse daran, noch mehr Geld zu bekommen. Er wartet daher mit dem Berkaus seines Roggens und seines Weizens ab, speichert Was geht tn Indien vor? Von Major £. Orees, Abieilungovorsiand im Michswehrministerium. Das englische Imperium hat bekanntlich in recht erheblichem Maße unter den Dachwehen des Weltkrieges zu leiden: die ganze Struktur des ehemals so sestgesügten Weltreiches macht augenblicklich eine Krise von recht beachtlichem Ausmaß durch. Die ganzen durch den großen Krieg in nachhaltiger Weise geänderten Verhältnisse auf politischem und wirt'chastlichem Gebiet tragen das ihrige dazu bei. Es sei nur erinnert an die Selbständigkeitsbestrebungen der Dominions, an die durchaus noch nicht behobenen Schwierigkeiten in Aegypten und schließlich an die zur Zeit im Vordergründe stehenden Unruhen i m Kaiserreich Indien. Cs ist gewiß nicht zuviel gesagt mir der Behauptung, daß nichts das Mutterland England unmittelbarer berührt als Schwierigkeiten in Indien, der Perle des britischen Weltreiches, denn mit dem Erhalt dieses Besitzes steht und fällt das stolze Imperium, daran ist nicht zu zweifeln. Was geht nun zur Zeit in Indien vor. was ist der Grund zu den augenblicklichen Un- ruhen? An sich gewiß dem Fernstehenden nicht recht ersichtlich, denn es handelt sich doch anscheinend darum, daß das Mutterland Schritte unternimmt, den Eingeborenen gewissen dauernden E i n- sluß auf die Regierung einzuräumen, mithin doch ein Entgegenkommen, das bei den Indern eigentlich auch Entgegenkommen aus- lösen müßte. Die Sachen liegen jedoch etwas anders, und man kann nicht umhin, die ablehnende Haltung der Inder wohl zu verstehen. Bereits im Iahre 1917, anläßlich der Krsigs- wirren, waren den Indern die sogenannten Montagu-Shelmssordschen Reformen versprochen. 3m Iahre 1919, als England vor gewissen Schwierigkeiten im Orient stand, sah sich die Regierung gezwungen, unter dem Druck der. indischen Dationa bewegung diese Re- formen durchzuführen. Es geschah dies zunächst als Provisorium für ein Jahrzehnt. Die Reformen schufen eine Fürstenkammer, einen Staatsrat und eine gesetzgebende Versammlung. Dach Ablauf des Provisoriums sollten die Reformen ihre endgültige Fassung erhalten. Das Dezennien ist noch nicht abgelaufen, erst im Iahre 1929 ist es soweit und doch hat die englische Regierung bereits eine Korn m i s s i o n ernannt, und diese ist Anfang Februar in Bombay eingetroffen, wo ihr ein keineswegs begeisterter Empfang bereitet wurde. Was ist der Grund, einmal für das anscheinende Entgegenkommen der englischen Regierung, die Verfassung vor Ablaus der Frist schon endgültig einzusehen und andererseits für die durchaus ablehnende, ja feindselige Haltung der Inder? Der Grund ist in Wahrheit darin zu suchen, daß es der augenblicklich in England am Ruder befindlichen Konservativen Partei daran gelegen ist, noch vor den, spätestens zu Anfang des Jahres 1929 stattfindenden Deuwahlen, die Verhältnisse in Indien derart zu regeln, wie sie den Absichten der Konservativen und ihren Anschauungen über die Erhaltung des Weltreiches entspricht. Daß diese Anschauungen von denen der ' beiterpartei erheblich abweichen, hat sich ja .reifs anläßlich der Frage des Ausbaus des Flottenstützpunktes Singapore zur Evidenz erwiesen. Selbstverständlich wird auch hier wie immer in heiklen Situationen das Kind nicht beim richtigen Damen genannt, son- Wien gemacht habe, denn die Verleger Peters und Breitkopf & Härtel, mit denen Beethoven in bestem Einvernehmen stand, waren eine starke und nicht zu unterschätzende Konkurrenz. Wie er also noch überlegend vor dem Hause auf und ab wanderte und sich noch immer nicht getraute, hineinzugehen, vernahm er plötzlich einen kräftigen Fluch, das heftige Zuschlägen einet Tür und sah, wie Iemand, den mächtigen Oberkörper vornübergebeugt, zornig geröteten Gesichts, das von lockigen, zerzausten Haaren umwallt war, hastig die Straße überquerte. Fast wäre er mit ihm zusammengestohen und einen Augenblick lang sah er in das Gesicht des an ihm vorüber Stürmenden, sah eine breite, hochgewölbte Stirn, ein Paar scharfe Helle Augen unter buschigen, finster zusammengezogenen Brauen, eine breite, kurze Olafe, zwei fest auf* einandergepreßte Lippen und ein kräftiges, viereckiges Kinn und wußte: das war Beethoven. Der Eindruck, den er empfing, war fo stark, daß er es nicht über sich gewann, den Meister cmzurufen, der in fein Haus stürzte und ihn wohl kaum beachtet hatte. So wartete er noch eine geraume Weile, ehe er ihm folgte, nicht gerade zuversichtlicher Stimmung, denck die Laune es Meisters schien ihm nicht dazu angetan, ihn seinen Bitten geneigt zu machen. Zwar wurde er empfangen, aber Beethoven grollte, und da er nun in Herrn Moritz Schlesinger einen willigen und teilnahmsvollen Zuhörer fand, entlud sich sein Zorn vor dem Fremden, der mit Erstaunen vernahm, daß der große Komponist „der unglücklichste Mensch von der Welt sei, weil er im Wirtshaus, aus dem et eben komme, ein Stück kälbernen, wozu er Lust verspürte, nicht erhalten hätte." Daß Moritz Schlesingers Gefchäftsvorschläge in diesem Kummer untergingen, war vorauszusehen, aber der. kluge Mann gab noch nicht alle Hoffnung auf. Eiligst nahm er sich einen Wagen, fuhr nach Wien zurück und ließ in seinem Gasthof einen herrlich braunen Kalbsbraten auf einer Schüssel anrichten, die er mit ehrerbietigsten Grüßen auf schnellstem Wege nach Mödling sandte. Lind was geschah? Herr Schlesinger hatte es nicht mehr nötig, andern Tags noch einmal in Mödling vorzusprechen, denn Beethoven kam selbst nach Wien. Lieberglücklich und gerührt von so viel Aufmerksamkett, wollte er dem dem ihm em Mäntelchen umgehangen. Das vorzeitige Aufgreisen der Frage wird also von der englischen Regierung damit motiviert, daß die Llnsicherheit über die Gestaltung der zukünftigen Verfassung dazu beitrage, die inneren Gegensätze erheblich zu verschärfen, toertr der ruhigen Entwicklung des Landes abträglich sei, und dieser Llmstand könne nur durch baldige endgültige Regelung der schwebenden Frage behoben werden. Die Inder aber denken anders, sie durchschauen die augenblicklichen 'Absichten, sie wollen durchaus nicht unter Einwirkung der jetzigen Regierung einen bindenden Dauerzustand vorzeitig schaffen, sie erwarten für ihre nationalistischen Bestrebungen erheblich günstigere Lösung von der zukünftigen . Regierung. Von jeder anderen Regierung versprechen sie sich jedenfalls mehr Entgegenkommen für ihre Wünsche als von der jetzigen. Lim so unverständlicher ist es von der Londoner Regierung, daß sie die Kommission lediglich aus englischen Parlamentariern zusammengesetzt, also die Inder selbst ausgeschlossen hat. AIS in Sonderheit die Erregung darüber' recht offensichtlich wurde, beschwichtigte England die Gemüter dahin, daß die Kommission zunächst nur Vorarbeiten zu leisten habe und falls hierbei von feiten Indieirs das erforderliche Entgegenkommen zutage trete, das Ergebnis der Feststellungen einer paritätisch zusammengesetzten größeren Kommission vorgelegt werden würde. Eines der für Einrichtung und Aufrechterhaltung der englischen Herrschaft in Indien wesentlichsten Momente ist ja ber religiöse Zwiespalt zwischen Hindus und Mohammedanern. Als vorübergehend zwischen diesen eine gewisse Einigung erziett wurde, standen bekamtlich die Sachen für England nicht günstig, es kam daher diesem sehr ge.egen, daß diese Gegensätzlichkeiten wieder auf lebten; nun wurde aber im vergangenen Dezember auf dem Dationalkongreh in Madras die Aussöhnung zwischen Hindus und Mohammedanern erneut vollzogen und damit der antienglischen Bewegung erst der nötige Rückhalt gegeben und die Unterlage für den Boykott der K o m m i s s i o n s a r b e i t e n geschafsen. Kurz gesagt, augenblicklich dürsten sich in Indien wieder ähnliche Zustände finden wie zu Beginn der 20er Iahre, die damals von England in recht geschickter Weise durch den Datio- nalkongreß in Kanpur 1925 beseitigt wurden. Daß Eng'ands unversöhnlicher asiatischer Gegner Rußland hier nicht müßig, ist selbstverständlich, die kommunistische Propaganda hat in letzter Zeit wieder sichtlich zugenommen, es sei nur daran erinnert, bah erst im vergangenen Monat bavon die Rede war, daß die Regierung einer groß angelegten revolutionären Verschwörung in Bengalen auf die Spur gekommen, die sichtliche Anzeichen sowjetistischer Machenschaften zeigte. Was weiter wird, muh die Zukunft lehren, für die indischen Bestrebungen dürfte es darauf ankommen, die Einheitsfront zu halten, für England hier Bresche zu schlagen wie damals im Iahre 1925. Daß ihm dies nochmals gelingen wird, liegt jedenfalls nicht außerhalb des Bereiches der Möglichkeit, und England hat ja schon öfters seine Geschicklichkeit in Behandlung schwieriger politischer Probleme bewiesen. freundlichen Spender persönlich danken und überreichte ihm das Widmungsblatt „Glaube und Hoffnung." So war es also ein Kalbsbraten, der eine Verbindung einleitete, die dem klugen Verleger in der Folge das Verlagsrecht für fünfundzwanzig schottische Lieder, drei Klaviersonaten und zwei Quartette eintrug, ein Kalbsbraten, der eine der hübschesten Anekdoten um den Meister entstehen ließ und eine jener Seiten aufbedte, in denen Beethoven, der Unsterb- liche, sterblich war. Oaö Porträt Von Liesbet Dill. Ich bin in Wasserfarben gemalt und mehrmals gezeichnet, mit Kohle und mit Röthel, aber das größte Bild ist in Oel gemalt und hat einen prachtvollen goldenen Rahmen. Dieses schönen Rahmens wegen hing es lange über meinem Flügel und jeder sagte: „Ach, find Sie das?", und bettachtete das Bild lange und ernst. Oder man fragte: „Was ist denn das für eine Dame?" Einer fragte: „Wer hat Ihnen denn das gerne len?“ Also derartige ilrteite war ich satt und eines Tages wanderte das Bild dorthin, wo es hin gehörte, nämlich in die Rumpelkammer. Aber selbst dort störte es die Ruhe bes Hauses, da der Rahmen sehr groß war unb bas Bilb selbst Lebensgröße hatte unb ich Garbegröhe habe. Ieber, ber etwas dort oben suchte, stieß sich an bas große Bilb. Eines Tages staub eine Annonce in ber Zeitung. Iemand suchte einen großen Biiberrahmen. Ich meldete mich. Am nächsten Morgen würbe mir gesagt, ein Mann sei heute bagew-esen, der freu Rahmen kaufen wolle. Er sei Anstreicher unb an freien Tagen male er Landschaften und dazu brauche er einen schonen Rahmen. Da nun die Leinwand so teuer fei, bäte er, ihm doch die Leinwand mit zu überlassen. „Aber doch nicht das Bild?" sagte ich entsetzt. Dein, das würde er schön überstreichen, er brächte morgen Pinsel und Farbe mit. Ich erlaubte es und ging zur Stadt. Als ich heimkam, war das Llnglück geschehen. Der Mann war dagewesen und hatte den Rahmen abgeholt. sein (Schreibe auf — haben ihm doch auch die kommunistischen Redner so Viel von dem kommenden Krieg eingeredet. Hieraus ziehen die Sowjetwirtschaftler den praktischen Schluß: Lim den Bauern einen Anreiz zum erneuten Berkaus ihrer Produkte zu geben, muß man vor allem ihre Taschen von dem „überflüssigen" (Selbe entleeren. Das weitere Anziehen ber Steuerschraube hilft hier nichts, alles, was auf biete Weife burch bic er- brüdenben birclten Steuern herauszuholen war, ist herausgeholt worden. Das natürlichste Mittel wäre ja: dem Bauer die von ihm so arg benötigten Industriewaren zu vernünftigen Preisen anzubieten. Das ist aber auch das Schwierigste. Lim von den Verkaufspreisen der staatlichen Industrietrusts, die allen Befehlen zum Trotz nicht heruntergehen wollen, gar nicht zu reden - es fehlt auch an den Waren selbst. In den Monaten Oktober—Dezember ist die industrielle Produktion zurückgegangen. Teilweise aus QHangel an Rohstoffen, die von der Landwirtschaft geliefert werden sollten (Flachs, Wolle, Häute, Oelfamen usw.). Also eine Art circulus viciosus... Außerdem gelangen die Waren, bic aus ben staatlichen Fabriken herauskommen, nicht an bic Bauern, oder wenigstens nicht in dem Maße, wie es sein sollte. Wir haben ja so oft in den letzten Monaten von dem glänzenden Sieg gehört und gelesen, den der Sowjetstaat über den' „Tschastnik", über den Privathandel, soweit er noch bestand, Errungen hat. Die Privathandelsfirmen sind auch tatächlich, den hoffnungslosen Kanrpf um ihre Existenz aufgebend, zu zehntaufenden in Liquidation gegangen (die Kehrseite der Medaille ist, dah etwa 40 Millionen Rubel rückständiger Einkommensteuer, die die liquidierten Privathändler schuldig geblieben sind, nicht eingetrieben werden können). Aber diese Privathändler waren es gerade, die durch ihre Arbeit ben wirtschaftlichen Dlutwechsel zwischen ber kommunistischen Stadt und dem privatwirtschaftlichen, bäuerlichen Lande vermittelten und einigermaßen aufrecht erhielten. Der unzureichende und schwerfällige staatliche Handelsapparat vermag nicht den Privathändler zu ersetzen. Der Pyrrhussieg über den Privathandel hat den Riß zwischen Land und Stadt vertieft, den Aerger des Bauern verschärft. Da man dem Bauer keine Waren bieten kann, ist man im Kreml auf die glückliche Idee ge- tommen, ihm statt dessen — um ihm zu Helsen, sein Geld los zu werden — eine Staatsanleihe anzubieten. Anfang Januar ist eine Anleihe „für die Befestigung der Landwirtschaft" in Höhe von 100 Millionen Rubel aufgelegt worden, die nach dem Plane des Finanzkom- missariats auf dem Lande untergebracht werden soll. Wie sind die Aussichten für d e Unterbringung. dieser Anleihe. Es genügt wohl, zwei Zahlen anzuführen. Erstens haben in den fünf Jahren, seitdem die Sowjetregierung die Staatssparkassen wieder geöffnet hat, die Spareinlagen ber 100 Millionen russischer Dauern die lächerliche Summe von 10 Millionen Rubel erreicht (Ende 1927). Dicht viel besser steht eS mit den ländlichen Kreditgenossenschaften, die auch gänzlich unter kommunistischer Leitung stehen unb kein Vertrauen der Dauern genießen. Hier haben die Einlagen in der gleichen Zeit 30 Millionen Rubel erreicht (vor der Revolution war der ®tn- lagebeftani) — unter Berücksichtigung der veränderten Kaufkraft des Rubels — nahe an eine halbe Milliarde). Bedenkt man ferner, daß tS der Sowjetregierung gegenüber den Bauern an jenen wirtschaftlichen Druckmitteln fast gänzlich fehlt, dank deren es ihr gelang, die neuerliche „Jndustrialifierungsanleihe" zum großen Teile bei den Arbeitern und Sowjetbeamten unterzubringen, so finA die Aussichten, durch dieses Mittel dem Bamkr sein Geld abzunehmen und seiner Verkaufssabotage gegenüber dem Staate ein Ende zu machen, die denkbar ungünstigsten. Diese Bauernopposition ist für das ganze politische und wirtschaftliche Gefüge des Sowjetstaates viel gefährlicher, als es eine Parteiopposition fein kann. Zwar ist diese „Das Bild auch?" v3a, das hat er auch mitgeholt." „Aber er hat es doch überstrichen, 5 off ent < sich?" „Ach nee," sagte das Mädchen, „er sochte, bas wäre doch schade um so e schcenes Bild, das ginnte er nid) iwers Herze bringen. Lin et yat's mit dem Rahmen mitgenommen.“ Da ich nicht wußte, woher dieser Mann kam, noch wie er hieß, noch wo et wohnte, so hänge ich nun in Lebensgröße in einem gelben Ballkleid über bem Sofa in ber guten Stube eines mir unbekannten Anstreichermeisters zwischen seinen Landschaften, die er an Sonntagen malt. „Sowas kann auch nur dir passieren," sagte meine Freundin Katharina. HochschulnachnchLen. Die Preußische Akademie der Wissenschaften hat den Professor an der Llniversität Madrid, Dr. Hugo Obermaier, ben Professor an ber Universität Kopenhagen, Dr. Hans Ostenfelbt-Lange, ben Präsidenten der Akademie ber Wissenschaften in Wien, Hof rat Prof. Dr. Oswalb Re blich unb ben Präsi- benten ber Ungarischen Akademie bet Wissenschaften in Dubapest, Geheimrat Prof. Dr. Albert Berzeviczh von Betzevicze zu forte« spvnbierenden Mitgliedern ihrer philvsvphisch- historischen Klasse, ben Professor an der Llniversität und Direktor ber Llniversitätssternwarte zu Leipzig, Dr. Julius Bauschinger zum korresponbierenben Mitglied ihrer physikalisch- mathematischen Klasse gewählt. — Amtlich wird die Ernennung des v. Professors Geh. Medizinalrats Dr. Erich Lexer in Freiburg i. D. vom 1. April 1928 an zum ordentlichen Professor für Chirurgie an der Llniversität München bestätigt. Geheimrat Lexer tritt in München an die Stelle des nach Berlin über» gesiedelten Prof. E. Sauerbruch. Der a. o. Professor für Volkswirtschaftslehre Dr. rer. pol. Wilhelm Röpke in Jena hat einen Ruf als Ordinarius an dip Llniversität Graz als Dachfolger von E. Lukas erhalten. — Prof. Dr. Robert Schwarz in Freiburg L B. hat den Ruf als Abteilungsvorsteher am chemischen Institut der Llniversität Frankfurt am Main als Dachfolger von Prof. A. Sieverts angenommen. Opposition einstweilen nicht „poNtlsch^, hierzu ist das Bauerntum allzu zersplittert, es fehlt ihm an Organisation und Stoßkraft, es fehlt ihm vor allem an Führern. Aber wo es eine Kraft, sei es auch eine Passive, wie in diesem Falle, und eine Stimmung (in Ermangelung einer „Ideologie"!) gibt, da kommen früher oder später auch die Führer! Das ist nur eine Zeitfrage. Werden sie aus den Reihen der sog. „dritten Kraft", also aus dem nichtkommunistt- schen, „fachmännischen" Beamtentum, dessen Einfluh in den letzten Iahren stark gestiegen ist (und durch die Parteizwistigkeiten der Kommunisten noch gestärkt wird) kommen oder etwa aus der „(Roten Arme e", die trotz ihres kommunistischen Anstrichs im Kerne doch eine Bauernannee viel mehr als eine Proletarierarmee ist? Hierfür müssen wir die Antwort einstweilen der Zukunft überlassen. Oberheffen. Landkreis Gießen. !—I Lollar, 11. Febr. Die beiden Volks- hochschulabende, die von Dr. Neumann, Gießen, abgehalten wurden, fanden bei den Teilnehmern, die sehr zahlreich erschienen waren, größtes Interesse. Dr. Neumann sprach als Fachmann auf einem der jüngsten Gebiete der Wissenschaften, der Individual- Psychologie. Noch zweimal, Montag, den 13. und den 20. d. M. wird Dr. Neumann in der hiesigen Volkshochschule sprechen. V Mainzlar, 11. Febr. liniere Hebamme Katharine Dietz, die schon fast ein halbes Jahrhundert ihren Dienst in der Gemeinde gewissenhaft versehen hatf trägt sich mit dem Gedanken, einer jüngeren Kraft Platz zu machen. Unter vier Bewerberinnen, die sich gemeldet hatte.' wählte unsere Gemeindevertretung Frau Marg. Pfeiffer, die als Hebamme ausgebildet werden sollte. Das Kreis-Gesundheitsamt Gießen stellt sich nun auf den Standpunkt, daß die Gemeinde keine eigene Hebamme brauche, den Dienst könne die Hebamme aus dem benachbarten Daubringen mit versehen. Diese Stellungnahme hat in unserer Einwohnerschaft Erstaunen hervorgerufen: man fragt sich, was wohl die Gründe seien, dah in einer Gemeinde von über 900 Einwohnern, wie Daubringen, der Hebamme noch soviel Zeit zur Verfügung stehe, daß sie in der Lage sei, eine Gemeinde von 700 Einwohnern mit zu versehen. Man will sich mit der Enftcheidung des Kreisgesundheitsamtes nicht zufrieden geben und eine Eingabe an das Ministerium nach Darmstadt richten. t Treis a. d. Lda., 11. Febr. Missionar Bachmann von der Herrnhuter Brüdermission, der Jahrzehnte in Deutsch-Ostafrika gestanden und 1916 von den Engländern vertrieben worden war, sprach in der hiesigen Kirche über die religiösen Sitten der dortigen Bewohner und zeigte, wie diese nur durch den Einfluß des Christentums gebessert werden konnten. — Als Nachfolger des als Fortbildungsschullehrer nach Lollar versetzten dritten hiesigen Lehrers Eberle wurde Lehrer Schädel, seither Schulverwalter in Staufenberg, ernannt. Bg. Großen-Buseck, 11. Febr. Die erste diesjährige Holzversteigerung brachte, obwohl der Distrikt „Schwalbenwald" ziemlich ferne liegt, recht an-sehnliche Preise. Buchenscheitholz kam auf 32 bis 35 Mark je zwei Raummeter: Buchenknüppel 28 bis 32 Mark; 5 Raummeter Buchen reisig kosteten 12 bis 15 Mark. . a. Reiskirchen, 12. Febr. Große Sorge bereitet unserer Gemeindeverwaltung die Wasserleitung. 1911 erbaut, ergab damals die am Westabhang des Burgküppels gelegene Quelle täglich 400 Kubikmeter Wasser. Der tägliche Verbrauch für das ganze Dorf wird auf 90 Kubikmeter geschätzt. Nie Wasscrbelieferung hat auch abgenommen, in den letzten Fahren ist sie außergewöhnlich schlecht. Der höchstgelegene Ortsteil, das sogenannte Liegens kann nur in einzelnen Der Fluch der Fremdenlegion. Von Felix Baumann. 3m Gewalt-Friedensdiktat von Versailles hat Deutschland in Artikel 179. Teil V, Kapitel 3, ananerkennen müssen, dah Frankreich Reichsdeutsche für die Fremdenlegion antoerben darf. Rach früher getroffenen Vereinbarungen hat Frankreich das Recht, noch bis zum 3ahre 1931 in fast allen europäischen Ländern für die afrikanische Söldnertruppe anzuwerben. Und da die meisten Staaten dann Frankreich nicht mehr gestatten werden, seine Werbetätigkeit in ihnen fortzu- setzen, so dürfte es Deutschland ganz besonders im Auge behalten, um so mehr als ein französischer Ministerbeschluh im Jahre 1921 die Stärke der Fremdenlegion seit 1923 auf 50 000 Mann festgesetzt hat unö diese Zahl noch nicht erreicht worden ist. Die sieben Regimenter, aus denen sich die französische Fremdenlegion zusammensetzt, zählen heute 38 000 Mann, darunter gegen 22 000 Deutsche — was der beste Beweis für die erfolgreiche Werbetätigkeit der Franzosen auf deutschem Boden ist. Wenn man bedenkt, daß die Verluste der Legion durchschnittlich auf 75 bis 80 Prozent beziffert werden, so kann man sich leicht vorstellen, wieviele deutsche Gebeine in afrikanischer und tonkinesischer Erde ruhen oder in der Wüste bleichen. Immer und immer wieder wird in den Leitungen, in Büchern und Broschüren, durch Flugblätter, Vorträge und Film-Vorführungen vor dem Eintritt in die Fremdenlegion, in diese moderne Hölle auf Erden, gewarnt. Aber die Rot in den deutschen Landen und die Abenteuerlust unbesonnener Elemente erleichtern den franko- fischen Werbern die Arbeit und treiben der Legion immer neue Beute in die Arme — betörte Menschenkinder, die zu spät einsehen, daß sie einem Sklavenleben in der Fremde zum Opfer gefallen sind. „Geht hinunter nach dem Süden, nach 3gli und Golea, ins Tuat und Gurarra," schreibt der Forschungsreisende Artbauer, „seht sie an die schwankenden, ausgemergelten Gestalten, die hohläugig und bleich Blockhäuser und Straßen und Bahnlinien bauen, die bei mangelhafter Ernährung den rasenden Durst mit brackigem heißem Wasser vergeblich zu löschen suchen, die von Fieberdelirien geschüttelt reihenweise liegen bleiben am Rande der halbfertigen Straße, gleich in Rotten wie die Fliegen umfallen, vom Hitzschlag getroffen in der glühenden Sonne der Großen Wüste, vor deren mörderischen Strahlen sich die Bedauernswerten, nur mangelha t bekleidet, nicht schützen können. Meist unsere Landsleute find es, die irgendein gewissenloser Deutschenfresser ohne jeden Schein von Recht Stunden mit Wasser versorgt werden. Ein in letzter Zeit vorgenommenes Probepumpen hat ergeben, dah der Brunnen täglich nur noch 70 Kubikmeter liefert. Der Brunnen hat demnach einen Rückgang von 400 auf 70 Kubikmeter zu verzeichnen. Trotzdem müßte auch diese Menge nahezu genügen. Für die Gemeinde ergibt sich nun die Rotwendigkeit, neues Wasser zu erschließen. Hierzu liegen zwei Pläne vor. Zunächst soll der bisherige Brunnen weiter in die Tiefe gebohrt werden, um neue Wasseradern anzu- stechen. Dieser Versuch ist auf 1000 Mark veranschlagt. Führt er nicht zum Ziel, dann soll in dem Wiesengrund östlich des Burgküppels nach neuem Wasser gesucht werden. Hierfür ist der Kostenanschlag 2000 Mark. Führen beide Versuche nicht zum Ziel, dann bleibt nichts anderes übrig, als das Rohrnetz umzubauen. Gerade diese Aufgabe wird sich als sehr dringend erweisen. Auf Vorschlag des Kreisbauamtes wurden damals Mannesmannrohre verwendet, aber sie haben sich schlecht bewährt. Alljährlich hat die Gemeinde für Ausbesserungsarbeiten große Ausgaben, und es besteht die Vermutung, dah die Llndichtigkeiten gar nicht alle festgestellt werden können, da sich das Wasser einen unterirdischen Ablauf geschaffen hat: denn sonst mühte die vorhandene Wassermenge für den Bedarf genügen. Alles in allem findet hier der Gemeindevorstand eine Arbeit, bei der die Entscheidung über das „Wie" recht schwer ist. $ Grünberg, 12. Febr. Die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr 1927 kann für die hiesige Bezirkssparkasse als überaus günstig bezeichnet werden. Der Zuwachs an Spareinlagen betrug 345 156 Mk. Er überstieg die Zugänge der vorhergehenden Jahre um eine bedeutende Summe. Es kann dies als ein erfreuliches Zeichen wiedererwachenden Vertrauens bezeichnet werden. Diese Zunahme der Einlagen muh um so höher bewerte! werden, da die wirtschaftlichen Verhältnisse im hiesigen Bezirk durchaus nicht als günstig zu bezeichnen sind. Die Entwicklung der Spareinlagen seit der Stabilisierung ist wie folg!: Stand Ende 1924: 126246 Mk. 1925:.343864 Mk. 1926: 598 712 Mk. 1927: 943 869 Mk. Die Zahl der Sparkonten betrug Ende 1927: 1616. 3m Sch eck- und Giroverkehr beliefen sich die Guthaben der Kunden am 3ahresende auf 146 291 Mk. Die Bestände der Kaffe an Spar- und Scheckeinlagen haben also den Betrag von 1 Million Mark überschritten. Die Aufwertungseinlagen, die rund 440000 Mark betragen, sind in dieser Summe nicht enthalten. Wenn diese hinzugerechnet werden, so betragen die Gesamtl estände über V/2 Mill. 2RL Die Mittel der Kasse sind in folgender Weise angelegt: Darlehen gegen Hypotheken 397 991 Mark, Darlehen an Mitgliedsgemeinden und Feldbereinigungsgesellschaft 258 347 Mk.. gegen sahungsgemäße Sicherheit im Konto-Korrent- verkehr 249 341 Mk.. Schuldschein-Darlehen an Private gegen Bürgschaft 156 377 Mk., Wertpapiere 54 025 Mk., Wechsel 10 480 Mk., Guthaben bei der Girozentrale 36 659 Mk. Die Kasse gewährt Darlehen z. Z. nur an Bezirks-Einwohner und Mitgliedsgemeinden. Das durch Spareinlagen sich ansammelnde Kapital kommt also ausschließlich dem Bezirk zugute. Es war der Kasse infolge der günstigen Entwicklung möglich. den Ansprüchen der Darlehnsuchenden zum größten Teil gerecht zu werden. Kreis Friedberg. $ Friedberg, 12. Febr. Die 3ndustrie- und Handelskammer Friedberg (für Öie Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten) hat einen langgehegten Plan nun verwirklicht, indem sie hier eine zw eijährige o f f e n t = liche Handelslehranstalt eröffnete. Diese wird in HebcEeinftimmung mit dem Schuljahr der übrigen Schulen nach Ostern ins Leben treten. Der Unterricht wird in 30 Wochenstunden erteilt Zu den üblichen kausmämnschen Unter- vor das Kriegsgericht bringt, die von ebenso gewissenlosen, gegen alles Deutsche voreingenommenen Richtern in wenigen Minuten verurteilt werden, ohne sich mit ihrer meist unvollkommenen Kenntnis der französischen Sprache verteidigen zu können, ja ost, ohne zu wissen, wessen sie angeklagt sind! Verurteilt zu einem Bagno, das ixe Phantasie nicht grauenhafter erfinden kann, von dem kaum 40 Prozent als Wahnwitzige oder als ausgebildete Verbrecher wiederkehren — der Rest schlummert, wie so unzählige Tausend, im heißen Sand der Sahara, zum Opfer gefallen der fürchterlichen Arbeit unter nwrderischem Klima, der ekelhaften unzureichenden Rahrung, dem schleichenden Fieber und schwächenden Typhus — ober den Dolchen und Kugeln und Knüppeln erbitterter Araber und Tuareks, die sich an halbverhungerten wa enlosen Sträflingen rächen für alle Unbill, die sie erdulden müssen von den Vertretern der .Großen Ration'!" Cs ist sehr bemerkenswert, daß jetzt auch in englischen Blättern warnende Stimmen gegen den Eintritt in die Fremdenlegion hörbar werden. Bisher ist der Brite nur eine vereinzelte Erscheinung in der Legion gewesen und aus den Aufzeichnungen George Manningtons - „A. Saldier of the Legion" — und Frederie Martyns — „Life in the Legion" — geht hervor, daß die englischen Legionäre viel besser als die deutschen behandelt und sehr schnell befördert werden. Aus diesem Grunde erscheint die Fremdenlegion hier in einem ganz anderen Lichte, was daraus zurückzusühren ist, daß Mannington in seiner Eigenschaft als Sekretär beim Brigade- ftab und Martyn als Feldwebel ein sehr angenehmes Legionärleben geführt haben. Trotzdem zerrüttete das mörderische Klima Tonkins die Gesundheit Manningtons, so daß er bald nach seinem Austritt aus der Legion starb. Einige englische Blätter haben ihm zum Vorwurf gemocht, das Leben in der Legion viel zu rosig geschildert, die internen Verhältnisse nur gestreift unö den Schwerpunkt auf seine kriegerischen Abenteuer gelegt zu haben, ilnb in der Tat stehen Manningtons und Martyns Schilderungen in einem krassen Gegensatz zu den Enthüllungen ihres Landsmannes Harry Peel im „Daily Expreß". Peel hat die skandalösen Verhältnisse in der Legion rücksichtslos aufgedeckt und den Eintritt in die Landsknechtstruppe als ein Verbrechen am eigenen Leibe hingestellt. Doch eine, größtes Aufsehen erregende Warnung ist von dem Major E. P. W r e n ergangen, öer nach seiner Dienstzeit in der britischen 2Irmee in die Legion eingetreten ist, sich beute literarisch betätigt und eine Reihe von Büchern über die Fremdenlegion verfaßt Hat. Diese Werke, der auch ins Deutsche übertragene unö verfilmte Roman „Beau Geste“ und die richtSfächern kommen noch Englisch, Wirtschaftsgeschichte, Volkswirtschaftslehre, Bürgerkunde als Lehrgegenstände, dazu noch Hauswirtschaft in der Mädchenklasse. Bad-Nauheim, 12. Febr. Die jüngste Sitzung der Stadtverordneten galt der Besprechung des vom Polizeiamt vorgelegten Entwurfs der neuen Straßenpolizeioerordnung. Die umfangreiche Verordnung bringt in 59 Paragraphen Bestimmungen über die Erhaltung der Reinlichkeit, die Aufrechterhaltung der Ordnung und allgemeinen Sicherheit auf öffentlichen Wegen, den Schutz der Anlagen und Kureinrichtun- gen, die Aufrechterhaltung der Ruhe, den Gewerbebetrieb auf öffentlichen Wegen, die Beförderung von Vieh, außerdem Vorkehrungen gegen Beschädigung und Belästigung von Personen. Die Versammlung war im allgemeinen mit der Verordnung einverstanden, machte aber zu einer Reihe von Einzelbestim- mungen Abänderungsvorschläge und wünschte ferner Streichung einiger Bestimmungen. :: P o y l - G ö n s. 11. Febr. Die WSR.-Rach- richt in Rr. 35, dah bei Renovierungsarbeiten in der hiesigen Kirche das Grab eines „Ritters von Göns" aufgefunden wurde, entspricht nicht den Tatsachen. Beim Wegräumen der Steinplatten fand sich unter der Kanzel ein großer Grabstein, dec allerdings das Wappen der Grasen von Göns trägt. Die ausgesprochene Vermutung, da h hier ein Graf von GönS seine letzte Ruhestätte gesunden habe und einige Angaben aus der Chronik haben wohl einen phantas iebegabten Herren zu seiner Schilderung vom Türkenkrieger und der reichen Beute veranlaßt. Der Grabstein wurde auf Veranlassung von Pfarrer Ä a u m a n n abgehoben, und es ergab sich beim Rachgraben, daß ein Grab nicht vorhanden war. 3edenfalls wurde bei einer früheren Erweiterung der Kirche, die auf dem Friedhof stand, der Stein von einem Grabe weggenommen und unter die Kanzel gelegt. Später wurde er dann mit Steinplatten zugedeckt. Dah nun der Stein, als altes Grabdenkmal einen besonderen Platz in der Kirche erhalten wird, ist selbstverständlich. Das Hessische Hochbauamt Friedberg hat das „Grab" weder geöffnet noch untersucht. Kreis Schotten. □ Laubach, 11. Febr. Hier wurde unter großer Teilnahme der Bevölkerung der gräfliche Rentamtmann Georg Bohn beerdigt. Dekan Vvlp bot mit beredten Worten ein Lebensbild des pflichttreuen, bescheidenen und selbstlosen Mannes. 3m Rainen der Bezirkssparkasse legte Oberamtsrichter Zimmermann einen Kranz nieder, ebenso im Hamen des 3ohann- Friedrich-Stifts Bürgermeister Böhm, im Ramen des Kasinos desgl. Studiendirektor Dr. Hainer. Die Trauerfeier war von stimmungsvollen Liedern des Kirchenchors und des Gesangvereins „Harmonie" umrahmt. Gg. Bohn, geb. in Eberstadt bei Darmstadt 22. Mai 1860, trat 1. Oktober 1884 in gräfl. Dienste, wurde 22. Rov. 1897 Rentmeister, 1. Oktober 1909 Rentamtmann und trat 1. 3an. 1925 in Ruhestand. — Der Zweig- Verein Laubach des Vogelsberger Höhenklubs hielt im „Solmser Hof" feine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende. Obersekretär Elbe, teilte zunächst mit, daß der Mitgliederbestand (79 Mitglieder) sich behauptet habe. Zehn Wanderungen wurden im Vereinsjahr ausgesührt. Ausführlich wurde über die Hauptversammlung des D. H. C. in Kassel berichtet. Die Rechnungsablage ergab einen Ueberschuß von 199 Mark. Man beschloß, einen Daufonds zur Wiedererrichtung einer Schuhhütte auf dem Ramsberg zu begründen. Die Kosten werden sich auf etwa 600 Mark belaufen. An drei Mitglieder konnten Auszeichnungen verliehen werden. Sechs Bänke sollen neu auf- gestellt werden. Eingehend wurde der neue Wanderplan beraten; zwölf Wanderungen, darunter eine zweitätige in den anziehenden „Mooser Grund", sind vorgesehen. Der große Herbst- ...................... i । —n—T—l ausf lug des D. H. T. wird am 16. September nach Laubach stattfinden. Rach Erledigung des geschäftlichen Teils hielt Prof. Dr. R o e s ch e n einen Vortrag über „die Vogelsberger und Wetterauer Räuberbanden zu Anfang des vorigen 3ahrhunderts". 3nsbesondere widerlegte er die irrige Angabe von den Räubereien „des Schin- derhannes" in hiesiger Gegend, die auch in Laubach erzählt werden. Aus den gerichtlichen Untersuchungsakten wissen wir ganz genau, daß 3ohannes Bückler, der sog. Schinder- Hannes, niemals in Oberhessen gewesen ist. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache. — Der hiesige Bürger- Verein hielt unter dem Vorsitz von Fabrikant Hohmann im „Schützenhof" seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Rechenschaftsbericht. Der Verein zählt zur Zeit 152 Mitglieder. Die Finanzverhältnisse sind günstig: es ergibt sich ein Kasfenbestand von 78 Mark. 3m verflossenen 3ahr hatte der Verein keine Veranlassung, besonders hervorzutteten. Weiter wurde die Frage der Entwässerung der Lauch ach eingehend erörtert. Es wurde beschlossen, die Wiederherrichtung des Abflußgrabens in die Wege zu leiten, und die Anlieger aufzufordern, auf ihrem Gelände diesen Graben in Ordnung zu halten. Betreffs der Wahl eines Beigeordneten als Ersatz für den schwer erkrankten Kaufmann Diehl wurde be- schlossen, keinen Kandidaten aufzustellen, jedoch den Gemeinderat zu ersuchen, die Erledigung dieser Angelegenheit zu beschleunigen. 3m Aprll wird eine Hauptversammlung ftattfinÖen. worin, den Satzungen gemäß, ein neuer Vorstand gewählt werden wird. = Dodenhausen II, 11. Febr. Hier fand unter der Leitung des Bürgermeisters Moser eine Versammlung statt, die sich mit den Bahn - bauprojekten im Vogelsberg beschäftigte. Herr Keil, Fettdrücken, trat dabei für das Projekt Schotten—Alsfeld ein, während die Vertreter des Ohmtal-Ausschusses, H a n s u l t und 3 ä g e r, Ober-Ohmen, sich für das Ohmtalbahn-Projekt einsetzten. Das Ergebnis der Ver- sammlung war, daß zwei Gemeinden sich von dem Projekt Schotten—Alsfeld abwandten und drei Gemeinden sich für das Ohmtalbahn-Projekt erklärten. Kreis Lauterbach. P Schlitz, 11. Febr. 3n voriger Woche und auch noch in den ersten Tagen dieser Woche hielt Pfarrer Lic. Runge von der Leipziger Mission in fast allen Gemeinden des Schützer- l a n d e s durchweg sehr gut besuchte Mission-- go11esdienste und Missionsvorträge. Er sprach über die Rotwendigkeit der äußeren Mission gerade in unfern Tagen und über die Aufgaben, die daraus der Heimat erwüchsen. Dah diese Veranstaltungen der Stärkung deS Missionsinteresses und der Teilnahme an diesem großen Werke dienten, dafür legten schon äußerlich die für die Leipziger Mission gespendeten Gaben Zeugnis ab. So gingen ein in den Pfarreien: Schlitz 112 Mk., Queck 93 Mk., Hartershausen 27 Mark, Kreutzersgrund 18 Mark und Huhdorf 15 Mark. Außerdem wurden insgesamt für etwa 60 Mk. Missionsschriften verkauft. Starkenburg. WSN. Darmstadt, 11. Febr. Ein in der Dragonerkaserne wohnendes Ehepaar kam in Wortwechsel, in dessen Verlauf die Frau einen Hammer ergriff und dem Mann ins Ge- sicht schlug. Der Ehegatte wurde mit schweren Gesichtsverletzungen nach dem Stadtkrankenhaus überführt. * Darmstadt, 12. Febr. Die Errichtung eines Rrebergall-Denkmals, mit dem Standort in der Rähe des Marktes, wird sich jetzt verwirklichen. Die Hess. Spielgemeinschaft hat durch Aufführungen von Dialektdramen und durch Sammlungen die Wittel bereits zum größten Teil aufgebracht. Runmehr wurde der Entwurf Trilogie „Beau Sabreur", „The Stepsons of France“ und „W^es of Virtue“, haben den Geist romantischer Schwärmer in England so geweckt, daß die Legion in der letzten Zeit einen beträchtlichen britischen Zuwachs erhalten hat, wodurch in England eine große Beunruhigung entstanden ist. Dadurch hat sich Wren bewogen gefühlt, seinen eigenen Büchern entgegenzutreten, öffentlich darum zu bitten, seine cejuöerungen des französischen Legionärslebens nicht mitzzuver- stehen. Er bekennt: ,,3n die Legion einzutreten, ist ein Fehler und ein Wahnsinn!“ Unö schreibt wie Artbauer: „Man exerzierte, bis man fühlte, daß man dem 3rrfinn nahe war. Man marschierte, bis einem zum Bewußtsein kam, daß ein Kilometer mehr den Tod bringen müßte. Die Kameraden waren absolut nicht die romantischen Helden, wie man sich eingebildet hatte. Sie bildeten eine kosmopolitische Gesellschaft von Arbeitern, die ihrer Arbeit entsagt hatten und in einer Uniform für einen halben Penny täglich jede Arbeit leisteten, wofür sie Soldaten genannt wurden. Denn der Legionär ist eher ein Arbeiter. der zuweilen kämpfen muß. als ein Soldat, der auch manchmal arbeitet. Er marschiert — er marschiert immer; und die Straße folgt ihm, sie folgt ihm immer. Hat er sich einmal der Legion verschrieben, so gibt es nur zwei Wege aus dieser Knechtschaft: den Tod oder die fünfjährige Dienstzeit. Und der Legionär zieht manchmal den Tod als den schnelleren Weg vor. Wren schildert den Selbstmord eines Legionärs aus guter Familie, der sich nach einem wahren Höllenmarsch durch Gewehrschuß in den Mund tötete. Auch Frederie Martyn erwähnt einen ähnlichen Fall, in dem sich ein Deserteur erschoß, um den Verfolgern nicht lebend in die Hände zu fallen. — Rach Wren ist von Romantik in der Legion keine Spur zu finden. „Auch ich hatte einst ein Phantasiebild geschaut", bekennt er. „hatte mich unter einer Schar fröhlicher Helden gesehen, unberührt von Langeweile. Müdigkeit, Krankheit, grausamer Ueberarbeitung, beim Sturmangriff auf eine von Banditen verteidigte Kasbah; ich sah Bajonette blitzen, einen herrlichen Rahkampf und schließlich den Ruhm in Form eines Kreuzes oder Sterns, den Dank des Kommandanten und die Glückwünsche der Kameraden. Doch es kam anders — man folgte dem Stern — man trug das Kreuz." Wren nimmt Vezug auf das unlängst erschienene Buch eines Offiziers der Legion, der in den Legionären nur Romantiker erblickt und eine falsche Vorstellung von ihrer Mentalität gibt. „Rein", erklärt Wren, »der Legionär ist keine romantische PersonlichkeiL 3ch sehe mich gezwungen, jedem zu widersprechen, der in diesem Weg einen zur Romantik zu erblicken glaubt. Wahrscheinlich ist ein elendes Leben und ein elender Tod." Wrens Warnungen sollten auch ein Echo in Deutschland finden, um durch eine Fatamorgana irregeleitete Romantiker vor dem Eintritt in die Fremdenlegion zu bewahren — vor diesem 3n° ferne, von dem man nur sagen kann. „3hr, die ihr eintretet, laßt alle Hoffnung fahren!" Das Augzeug als Steuereinnehmer. Für die kartographische Aufnahme unbekannter Landstrecken wird die Fliegerphotographie in immer steigendem Umfang verwendet. Die Engländer benutzen diese Aufnahmen aus der Luft dazu, um die Gegenden ihres Weltreiches zu kartieren, die wegen ihrer schwierigen Zugänglichkeit noch fast ganz unbekannt sind. Auf diese Weise hat man genaue Karten von Aegypten, aus dem Orient, von Kanada und Britisch- Guyana erhalten. Die kartographische Aufnahme des oberen Flußgebietes des Sambesi in Rord- Rhodesien wurde erst kürzlich auf diesem Wege> vollendet. Man geht dabei so vor, dah die Flieger reihenweise Aufnahmen von der Gegend machen, die sie überfliegen, wobei auf jeder neuen Aufnahme sich ein bestimmtes Stück mit dem vorhergehenden deckt. Diese einzelnen Aufnahmen werden dann mosaikartig zusammengesetzt, so daß sie ein getreues Bild der aufgenommenen Landschaft bieten. Mit diesen Aufnahmen verfolgt man aber nicht nur wissenschaftliche, sondern auch sehr praktische Zwecke. Die Eingeborenen der bisher unzugänglichen Gebiete, die bisher von der englischen Herrschaft nur wenig zu spüren hatten, werden nämlich dann zu Steuern herangezogen, und so wird das Flugzeug zum Steuererheber. Lils interessantes Beispiel dieser Erschließung jungfräulichen Gebietes für die Steuer wird in der „Umschau" die Fliegeraufnahme von Sarawak in Britisch-Rord-Borneo angeführt. Sarawak liegt gerade am Aeauator und besteht fast ganz aus schwer zugänglichem Urtoalö; seine Geländeverhältnisse waren daher fast unbekannt. Durch die Luftphotographie sind nun mächtige breite Strome entdeckt worden, die zahllose Zuflüsse aus dem Hochland erhalten. Dadurch wird das Land überaus fruchtbar, und man konnte ungeheuere Felder von Sago, Reis und anderen Ruy- früchten feststellen. Auf den Fliegeraufnahmen lassen sich die verschiedenen Arten der Vegetation, die Pflanzungen und Rodungen der Eingeborenen genau erkennen, und wo so viel Wohlstand herrscht, da müssen auch Steuern bezahlt werden. Die englischen Steuerbeamten sind also nun imstande, mit dem Flugzeug auch den unzugänglichsten Urtoalö zu erreichen und von den Schätzen der Bewohner zu fordern, was dem Staate gebührt. Cigare ttenfabrik REKORDjußPfy NETT0ju5Pfff ist mit ihren beiden, neuen. " Harken einen neuen, praktischen gegangen. Sie verzichtete auf Packungsluxus u. konnte dadurch die Güte der Cigaretten erhöhen. Kosten Sie und Sie werden diese Marken bevorzugen. ^S^^ClGAßCTTENFABRIk A.G. SW des Darmstadter Bildhauers Well Habicht zur Ausführung angenommen. Das Denkmal wirb ein Porträt des Dichters aufweisen und Szenen aus seinen Dialektdramen. Da vor einiger Zeit die Totenmaske Riebergalls bekannt geworden ist, 39 Vereinen sehr zahlreich besucht war. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Buchhalter G. Fischer, gab dieser einen ausführlichen Jahresbericht, teach welchem dem Verbände neu beigetreten sind aus Wetzlar die Vereine „Schwimmklub Poseidon", „Verein für Leibesübung". „Marineverein" und der Verein „Wanderfreund", Blasbach. Die Verhandlungen mit den Behörden, insonderheit mit dem Jugendamt Wetzlar, haben sich glatt erledigen lassen, wenn auch der Staatsbeitrag von 1000 Mark und 700 Mark vom Kreisjugendamt für einen so großen Bezirk gering ist. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß die Vereine sich mehr auf ihre eigene Kraft, als auf den Staat Preußen verlassen sollten, der im vorigen Jahre für Jugendpflege zwar 3 Millionen in den Etat einsehte. wovon aber durch Abstriche nur 700 000 Mark übrig blieben. Das sind auf den Kopf der Bevölkerung 20 Pf., während in Preußen pro Kops 2,96 Mk. für Theater und Opern und 1,60 Mark für Sittenpolizei ausgegeben werden. Das Turn- und Sportabzeichen haben im letzten Jahre 11 in Bronze. 1 in Silber und der über 40 Jahre alte Regierungslandmesser Sol- d a t aus Wetzlar in Gold erworben. Für die Hindenburgspende hat der Verband durch Verkauf von Postwertzeichen über 200 Mk. ausgebracht. Den Bericht für? die Llntergrichpen erstatteten Winter (Launsbach). Kammerrat I o ck e l (Braunfels), Leib (Krofdorf), Schöndorf (Daubhausen), Reitz (Hochelheim) und Petri (Schwalbach) für den Schöffengrund. Die beiden letzteren klagten über den Rückgang der Turnsache in ihren Bezirken. Im Schöffengrund ist von sieben Vereinen nur noch Rauborn etwas tätig. Der Turnverein Braunfels besitzt eine Bibliothek von 1700 Bänden, davon 300 über Turnen und Sport, die fleißig benutzt werden. Bei der regen Aussprache des Geschäftsberichtes regte Beigeordneter B ä r w i n k e l, der Leiter des Stadtjugendamtes, an, daß die Vereine bei Reuaufnahme von Mitgliedern mit Hilfe des Arztes eine Statistik festlegen sollten über Körpergewicht, Brustumfang, Ausatmung, die am Ende einer Jahrestätigkeit wiederholt werden müßte, um mit diesem Material Eltern und Jugend von der Wichtigkeit von Turnen und Sport zu überzeugen. Das sei die beste Werbetätigkeit. um auch die schlafenden Vereine wieder wachzurufen und die Lauen herbeizubringen. Rach der Ansicht dieses Redners wäre es gut. wenn die Krankenkassen die Turn- und Sportvereine mit Mitteln unterstützten. Diese würden reiche Zinsen bringen und die hohen Krankenhaus- und Apothekerkosten vermindern. Die Rechnung, die in Einnahme mit 409,91 Mark und in Ausgabe mit 393,01 Mk. bestand, wurde für richtig befunden. Rechner Luft klagte, daß aus dem Jahre 1926 noch 21 Vereine und aus 1927 noch 39 mit den Beiträgen im Rück- stande sind. Eine interessante Statist! gab der Kreisobmann, Lehrer Gaß (Dutenhofen), über die Reichsjugendwettkämpfe der Schulen des Kreises vom 5. bis 8. Schuljahr. In allen drei Hebungen, 100-Meter-Lauf, Wcitsprung und Ballwurf, wurde eine Durchschnittzahl von 12 bis 14 Punkten erzielt. Höchstleistung im Lauf waren 26 Punkte, im Weitsprung (5 Meter) mit 25 Punkten und Ballwurf (62 Meter) gleich 34 Punkten, letzterer in Ahbach und Launsbach. Im Ballwurf sind die Kinder des Landes gegen die der Stadt bedeutend besser. Das erklärte der Redner damit, daß wohl auf dem Lande die Steine für die Aepfel- und Birnbäume leichter zu haben wären. Bei den Wahlen für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt: G. Fischer, 1. Vorsitzender: L. Stamm. 1. Schriftführer: Luft, 1. Rechner: Kammerrat Jockel (Braunfels) und Kreisjugendpfleger Lehrer M e n k (Stockhausen) als Beisitzer. O Ebersgöns. 12. Febr. Im Alter von 90 Jahren starb hier der ä l te st e Einwohner des Ortes, der Landwirt und Makler Johannes Jung. Ein Herzschlag hat seinem Leben ein Ende gemacht. Jung war Veteran der Kriege 1866. 1870 und 1871. Kreis Usingen. —!— Cleeberg, 11.- Febr. Bei der zweiten Brenn- und Rutzholzversteigerung wurden folgende Preise gezahlt: Buchen-Ruhholz 62 Mk.. Buchen-Brennholzrundscheit 54 bis 56 Mk.. Buchenbrennholzknüppel 42 bis 46 Mk. je 4 Raummeter: Eichcnnuhholzknüppel 7 Mk., Kiefernnutzholz 9 Mk., Kiefernbrcnnrundscheit 9 Mark, Kiefernbrennknüppel 8 Mark je Raummeter: Fichtenstangen 1. Kl. 3,50 bis 3.80 Mark. 2. Kl. 2 bis 2.50 Mk.. 100 Buchenwellen 14 Mk., 100 Eichenwellen 12 Mk. Maingau Lpd. Frankfurt a. M., 11. Febr. Am Sonntag, 12. Februar, sollten General Luden dorff und Frau im Schumann-Theater auf Veranlassung des Tannenbergbundes Vorträge halten. Zwischen Luden dorff und dem Schumann- Theater kam es zu Streitigkeiten, die zur Folge hatten, daß das Schumann-Theater sich weigerte, die Räume zur Verfügung zu stel- l e n. Daran konnte auch eine beim Landgericht zugunsten Ludendorffs erwirkte einstweilige Verfügung nichts ändern, da diese durch gerichtliche Entscheidung am Samstag vormittag wieder aufgehoben wurde. Ludendorff und Frau sind daraufhin am Samstagnachmittag wieder nach München abgereist.__________________ Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag» Samstag nachmittag geschlossen. Oer DottSenischeid über den Alsfelder Postneubau. ** Al sfeld, 11. Febr. In der Angelegenheit der Errichtung eines neuen Postgebäu- des, welche die hiesige Oefsentlichkeit gegenwärtig stark beschäftigt, fand am gestrigen Freitagabend rm großen Saal des „Deutschen Hauses" die vom Stodt- oorstand be-schlossene öffentliche Dürgerver- f am m [ u n g unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g statt. Welches Interesse diese Angelegenheit findet, geht aus der Tatsache hervor, daß der Saal bereits vor Beginn der Versammlung dicht gefüllt war. Der Vorstände legte nach Eröffnung der Versammlung zunächst die Gründe dar, welche die Gemeindevertretung zu dein Entschluß geführt haben, den in der Gemeindeverwaltung ungewöhnlichen Weg einer Volksabstimmung in der Frage des Postamtneubaues zu wählen. Er erläuterte sodann die Einzelheiten der beiden in Frage kommenden Bauplatzprojekte, woraus zu entnehmen war, daß als Kaufpreis für das eventuell zu erwerbende Hotel „Zur Krone" 46000 Mk. vorgesehen sind. Der Abbruch ist mit 2000 Mark in Rechnung gestellt. Es fand eine sehr eingehende Aussprache statt, an der sich zahlreiche Redner beteiligten. Daraus war zu entnehmen, daß die Ansichten der Bürgerschaft, welchem von beiden Bauplatzprojekten, Alicestraße oder Hotel „Krone" der Vorzug zu geben sei, sehr geteilt sind. Wie der Vorsitzende ausführte, würden die Kosten für den Ankauf der „Krone" eine Erhöhung der Gemeindeumlagen um 3 o. H. herbeiführen. Von [eiten der Oberpostdirektion Darmstadt wohnten Oberpostvat Wittich und von der Oberpostdirektion Frankfurt a. M. Postbaurat Hum perl der Versammlung bei. Das Ergebnis der Abstimmung. Alsfeld, 13. Febr. (Eigener Drahtbericht des Gieß. Anz.) Bei der gestrigen Volksabstimmung über den hier geplanten Postamtsneu- b a u waren 3329 Einwohner abstimmungsberechtigt. Davon stimmten f ü r den Ankauf des Hotels „Krone" als Postbau 923 Stimmberechtigte, dagegen stimmten 433. Die Entscheidung liegt nunmehr bei Dem Gemeinderat, der heute abend zu einer Sitzung zusammentrifft. Ein Auto vom Schnellzug überfahren. ---Butzbach, 13. Febr. Ein schweres äln glück ereignete sich heute nacht gegen i/i 1 Uhr beim hiesigen Bahnhof. Der Angestellte Weidner der hiesigen Firma Melchior wollte mit seinem Auto den Bahnübergang bei dem Stellwerk „Du. 4)" im Rorden des Bahnhofs von der Stadtseite aus überqueren. In diesem Moment sau st e der Schnellzug 19 1 Basel — Berlin heran, erfaßte das Auto und schleuderte es zur Seite. Der einzige Insasse, Weidner, kam wie durch ein Wunder mit leichteren Verletzungen davon. Außer einigen Hautabschürfungen wurde ihm der linke Arm ausgekugelt. Das Auto dagegen wurde vollständig zertrümmert. Die Lokomotive des Schnellzuges erlitt ebenfalls Beschädigungen und muhte in Gießen durch eine andere Maschine ersetzt werden. Die Arsache des Anfalles ist darauf zurückzuführen, daß der Wärter vergessen hatte, die Schranke des Aeberganges zu schließen. Sronffurfer Fremdenverkehr im Zahre 1927. WSR. Frankfurt a. M., 11. Febr. Die Gesamtzahl der im abgelaufenen Jahre In Hotels, Pensionen, Gastwirtschaften und Gebern ach tungs- stationen als angekommen gemeldeten Fremden beläuft sich auf 605 899. Der Verein Frankfurter Hotels und verwandter Betriebe gibt für die 33 ihm angeschlossenen Häuser die Zahl der gemeldeten Fremden mit 357 930 an, davon waren 50 283 Ausländer. Die Hotels rechneten mit einer durchschnittlichen täglichen Belegung ihrer Betten von 56 Prozent; die durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines Gastes betrug l3/* Tage. Rach Herkunftsländern seht sich die Zahl der in den Hotels gemeldeten Fremden folgendermaßen zusammen: Deutsches Reich 307 647, Oesterreich 3474, Tschechoslowakei 1199. Ungarn 1279, Italien 1434. Schweiz 4565, Frankreich 2790, Spanien und Portugal 747. England und Kolonien 5311, Riederlande 5766, Belgien 913. Schweden und Rorwegen 2332, Rußland 996. Vereinigte Staaten 12 764. Mittelund Südamerika 1422, Japan 505, übrige Länder und staatenlos 4786, zusammen 357 930. Kunst und Wissenschaft. (brich Schlaikjer f. Der Schriftsteller Ericb Schlaikjer ist, einer Berliner Meldung zufolge, im 61. Lebensjahr an einem Luftröhren leiden plötzlich gestorben. — Der Verstorbene, gebürtig aus Apenrade, hat sich als Journalist — er war lange Jahre hindurch Mitarbeiter der „Täglichen Rundschau" —, als Kultur- Politiker und als Dramatiker einen sehr geachteten Namen gemacht. Seine Dramen „Hinrich Lornsen" und „Des Pastors Rieke" wurden von der maßgebenden Kritik mit hoher Anerkennung aufgcnom men. Schlaikjers letzte größere Publikation ist die Nooellensammlung „Die Vision der schwedischen Margret" (1922). Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) wieder eine Klage an die Reichsbahn. • Saubringen. 11. Fevr. Auch an unserer Eisenbahn-Haltestelle herrschen Zustände, die jeder Beschreibung spottem 1. Das Wartesälchen, sowie der mehr als 100 Schritte lange Bahnsteig sollen von einer veralteten Petroleumlampe, deren Lichtslärie höchstens deren einer lOkerzigen elektrischen Glühbirne entspricht ausgiebig erhellt werden, so daß die Fahrgäste der Züge in den Abendstunden sich nicht an- und umrennen. Es ist tatsächlich ein Wunder, daß bei dieser äußerst mangelhaften Beleuchtung bis jetzt schwere Anglückssälle sich nicht ereignet haben, zumal meist die Maschine des Abendzuges auf den Straßenübergang nach Staufenberg zu stehen kommt, eben deshalb, weil es dem Lokomotivführer nicht möglich ist, sich zu orientieren. Immer wieder hört man, daß die Reichsbahnverwaltung schon seit Jahr und Tag die Beleuchtungsanlage für die Haltestelle Daubringen genehmigt habe: zur Ausführung ihres gutgemeinten Vorhabens ist es bis dato aber noch nicht gekommen Es verursacht doch keine großen Ausgaben, zumal die elektrische Leitung nach den benachbarten Häusern etwa 10 Meter weit von der Haltestelle entfernt vorbeizieht. Der Sparsinn der Bahnverwaltung geht hier doch zu weit! 2. Die Zahl der an unserer Haltestelle ein» und aussteigenden Personen beläuft sich durchschn. täglich nach vorsichtiger Schätzung auf etwa 200. Der Warteraum erweist sich schon seit Jahren zu klein. Die Reichsbahn findet es noch nicht einmal für notwendig, diesen kleinen Saal, der keine großen Brennstoffmengen benötigt, auch selbst in den kältesten Zeiten des Winters nicht, zu heizen. Gelegentlich der starken Kälte vor Weihnachten und auch jetzt wieder kann man die Fahrgäste, die manchmal noch auf die mit Verspätung ankommenden Züge warten, zusammengekauert in dem Wartesälchen frierend sitzen oder trampeln sehen, kleine Kinder mit einaeschlossen. Rach Schluß der Arbeit suchen Arbeiter aus der Staufenberger Zigarrenfabrik und aus dem Steinbruch am öotlarer Kops Schuh vor der Unbill der Witterung in dem kalten Warte» sälchen, um den 7 Ahr Zug zur Weiterfahrt zu benutzen. Ich frage: Ist die Reichsbahn tatsächlich so arm, daß sie nicht mehr die notwendigsten Ausgaben bestreiten kann, um endlich einmal diese schreienden Aebelstande zu beseitigen? JOE LOE Oberförsterei Einhausen. Auf den Holzverkaufstermin am 27. Februar 1928, von vormittags 9.30 Uhr ob in den „Stadtsälen" zu Marburg, veröffentlicht im „Holzmarkt", wird hinge- wiesen. Zum Berkaus kommen aus den Förstereien Lohra und Caldern: Eiche: A-Gtä., 2. bis 6. Klosse 47 Stück, 28,90 fm; H-Stä., 1. bis 6. Klasse, 1058 Stück, 420,26 fm; 7 rm Nutzscheit 1. Kl., 33,6 rm Nutzscheit 2. Klasse; 6 rm Nutzknüppel; 68 Stangen 1. bis 3. Klasse. Buche: A-Stä., 2. bis 4. Klasse, 42 Stück, 27,01 fm; N=Stä., 2. und 3. Klasse, 14 Stück, 8,68 fm; 64 rm Nutzscheit 1. Klasse, 140,2 rm Nutzscheit 2. Klasse. 1658V Loseoerzeichnisse kostenlos durch die Oberförsterei. Aufmaßlisten durch Forst- sekretär Höhn, Forsthaus Dammühle bei Marburg (Lahn) gegen eine Schreibgebühr fion 6,50 Reichsmark. Dieselben müssen bis pätestens 17. Februar 1928 bestellt sein. HAMBURG-AMERIKA LINIE 01139 am Mützen Herrenartikel Fest- Herrenartikel Mützen Hüte 81 Distrikt 1b, Rainbach: 1 2,! Ein Gesellschaftsdrama in 6 Akten. Personen des Spiels: kommt Arnold Korff . .Asta Gundt 3 000 1601V 1586V Eichen 51 rm 89 rm 135 rm 15 14 2 2 2 Id-Klasse 2a»Klasse 2b»Klasse 3a-Klasse 3b°Klasse 17 15 25 150 rm rm rm rm 88 88 41 10 1 Gießen, Gnauthstraße 12 Z. Z. €>t. Josefs Krankenhaus 950 rm 8 rm 2050 rm Stück, 36,36 fm Stück, 67,90 fm Stück, 52,61 fm Stück, 18,02 fm Stück, 2,44 fm. 4 3 5,00 fm 21,00 fm 1,00 fm 34,00 fm 5,00 fm 172 rm 4 rm 300 rm 102 rm 12 rm 4 rm 13 rm 20 rm 9 rm 372 rm 41 rm Das blau Buchenscheit, Eichenscheit, Buchenknüppel, Eichenknüppel. Birkenknüppel, Erlenknüppel, Nadelknüppel, Buchenreisknüppel, Eichenreisknüppel, Buchenreisig, Duchenstöcke. Nutz- und Brennholz-Versteigerung wird. Gießen, den 10. Februar 1928. Der Vorstand der Bezirkssparkasse Gießen. Distrikt 9, Gehren: Eichenstangen 1. und 2. Klasse rm Etchennutzscheit, 2,50 m lang Eickenscheit Eichenknüppel Distrikt 34, 43: ca. 80—100 rm Eichenknüppel. Brand-Oberndorf, den 10. Februar 1928. Der Bürgermeister. Stahl. Sehr erfreut geben wir die Geburt eines gesunden Töchterchens bekannt Karl Dem und Frau Manechen geb. Oechert Nutzrollen und Deichseln. Bedingungen im Termin. Krofdorf, den 10. Februar, 1928. Der Bürgermeister. Fichte: etwa 15 Stämme, Kl. 1, 3fm, 50 Derbstangen, 150 rm lange Reiser. Anfang: Distrikt 42 mit den wellen 26 rm Nadelholzscheit 10 rm Nadelholzknüppel. Reiser. Buche: Scheit und Knüppel, Stöcke, Reiser, Brennholzversteigerung Donnerstag, den 16. Februar 1928, vormittags 10 Uhr anfangcnd, werden im Gasthaus „Zum Bahnhof", dahier, folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: Distrikt 18, 19, 47, 29, 26: 3 Derbstangen, 54 rm Nutzrollen, 2 m lang, Nutzrollen, 4 m lang (Deichseln), Knüppel, Posaunenchor Lang-Göns unter Mitwirkung von Frau Dr. Au bei, Gießen. Leitgedanke: Sehet wir gehen hinauf gen Jerusalem. Eintritt 1 Mk. — Der Ertrag ist für kirchliche Zwecke bestimmt. Lichtspielhaus Bahnhofstraße JM Ab heu e bla einachl. Mittwoch Astoria-Lichtspiele Ab heute bla einachl. Mittwoch: Die Opiumhöhle v, Hawaii 7 Akte im Zauber der Südsee. voll Spannung und Sensationen. — Ferner: lunic „Er“ als Empfangschef! Lustspiel in 2 Akten mit Harold Lloyd i. d. H. 4 rm Eichennutzknüpvel, 2 m lang 6 Fichtenstämme Klasse la, 1b und 2a, 1,18 fm I „GSMdasbeffeBrroi, I das ich kenne!" So schreibt wörtlich ein Konsument über Stettiner SimonSbrot. Und Sie essen eö nicht täglich? Erhältlich nur im Reformhaus Scholz, Kreuzplah 5 ______________Q1Q99 _ Schweinsberg, den 8. Februar 1928. Freiherr!. Schencksche Forstverwaltung. "Holzversteigerung ~ der Gemeinde Wißmar. Samstag, den 18. d. 2H„ bei Gastwirt Dittendorf von 10 Uhr vormittags an: Distrikt 42: Hasenhölle, 39: Wolfsgräben und 15: Kennelsheck. Eiche: ____ unterstrichene Holz nicht zur Versteigerung. Man beliebe das Holz vorher anzuiehen. Auskunft erteilt Förster Kehl, Wäldershausen. Buchenscheit Buchenknüppel „ „„„ Stück Buchen-Wellen ca. 10 000 Stück Buchen - Durchforstungs Fichtenstangen 1., 2. und 3. Klasse 0,40 Hundert Fichtenstangen 4. Klasse. Gesellschaft für Eni- und ViMnode zu Giefeen Donnerstag, den 16. Februar, abends 8'/« Uhr, in der Aula der Universität 1684D Lichtbildervortrag von Prof. Dr. F. Klute, Giefsen: „Die Entwicklung der hessischen LandsM“ Eintritt: Mitglieder frei. Studenten, Schüler, Militär 50 Pf, Nichtmitglieder RM.l.—. Vorverkauf bei Herrn Verlagsbuch- bändler Dr.Töpelmann. Südanlage 4, und an der Abendkasse. Angebote sind in Reichsmark pro _ . meter, getrennt nach Sortiment und Klassen, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Donnerstag, 16. Februar 1928, nachmittags 3% Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen. Die Eröffnung findet zu vorerwähnter Zeit au dem Rathaus statt. Mit der Einreichung des Angebots unterwirft sich der Käufer den Derkaufsbedingungen, welche bei uns eingesehen werden können. Man bittet, das Holz vorher anzusehen. Dasselbe wird au Verlangen von Herrn Forstwart Kullbach vorgezeigt. Etwaige spätere Reklamationen werden nicht berücksichtigt. 1633D Garbenteich, den 10. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Garbenteich. Surf. GeschäftS'Eröffnung Einem verehrten Publikum von Gießen und Umgegend zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich In Gießen, Marktstr. 25 ein Hut-, Mützen- und Herrenartikel- Geschäft eröffnet habe / Es wird mein Bestreben sein, Jedermann durch große Auswahl und äußerste Preise zufriedenstellend zu bedienen GEORG HÄUSER Marktstr. 25 Gießen Marktstr. 25 gehen Sie immer, wenn Sie Ihre Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark Xi" nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Expreh-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E. Kömpel, Schneider,Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt. 01133 Bezirk des Förster» Arft, Forsthaus Hoch- wart, sollen versteigert werden: 1634B *) Mittwoch, den iS. Februar 1928 vormittag» 9% Ahr au» den Abt. 95a, 96a, 97 und 128 des Prof. Otto Hartung Hanna, »eine Frau........ r — Maria, beider Tochter .. .:.........Grete nosbeuB Christine, eine Jugendfreundin Hartungs.............Barbara v. Annenkott Rechtsanwalt Dr. Falla........Angelo Ferrari Clementine Neugebauer, Vorsteherin eines Instituts für höhere Töchter, Marg. Lanner Dr. Henrich Literaturlehrer.........- • Faul Otto Olga............................Vala de Lys Moly von Baddenkorff...... Marg. Stengritt Lothar v. Baddenkorff, ihr Bruder, HansBranaewelter rm Etchennutzscheit, 1,25 m lang Buchenstämme Klasse 3, 0,74 fm rm Buchennutzscheit, 1,25 m lang. Distrikt 5d, Jlscheid: Fichtenstamm Klasse la, 0,09 fm. Distrikt 3a, Lauputz: 1 Lärchenstamm Klasse la, 0,10 fm 4 Lärchenstangen 2. und 3. Klasse ,50 Hundert Fichtenstangen 4., 5. und 2. Schlager: Pat u. Patacbon auf dem Pulverfak die beiden weltbekannten Lustspieldarstcller Pat und Patachon In ihrem neuesten Lustspiel in 6 Akten. Sowie: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt 6. Klasse. Distrikt 2a, Austück: v 1,10 Hundert Fichtenstangen 5. und 6. Kl. Distrikt 8, Gehren: 4 Fichtenstämme Klasse Ta und Id, 0,53 fm 1 Kiefernstamm Klasse la, 0,18 fm 2 Weißtannenstämme Klasse la, 0,27 fm 72 Weißtannenstangen 1., 2. und 3. Kl. 0,30 Hundert Weißtannenstangen 4. Kl. Distrikt 14, Schottenholz: 1 Eichenstamm Klasse 3, 0,79 fm. 2. Brennholz. Aus den Distrikten lb, 2a, 3a, 5b, 9 und Totalität nachstehende Mengen Brennholz: 58 rm Buchenscheit 237 rm Buchenknüppel 41 rm Eichenknüppel Z537 rm Buchenreiser. Salzböden, den 11. Februar 1928. Der Gemeindevorsteher. Bodenbender. sortimente: Kiefernstämme (Langholz): lb-Klasse 14 Stück, 4,78 fm 2a.Klasse 73 Stück, 40,94 fm 2b-Klasse 37 Stück, 30,69 fm 3a-Klasse 10 Stück, 13,43 fm. Fichtenstämme (Langholz): la-Klasse 32 Stück, 5,60 fm Bekanntmachung. Die vergnügungsplähe zu- dem am 6. Juni d. I. stattfindenden Prämienmarkt sollen vergeben werden. Angebote sind bis 1. Mär; d. 3. einzureichen. 1654V Homberg, den 10. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei. S ch w e i k e r. Kirchenkonzert । Sonntag Estomlhi, dem 19. Februar, abends 8 Uhr, in der Johannesklrche, ausgeführt vom Da« die auf spareameVeise ein Kaffeegsfränk öerei.ga wollen, das in -Aroma, Geschmack und Faröa ausgezeichnetisfunddie / - M Anerkennung der ganzen M M Familie findet,empfehlen wirals Zusatz zu jedem —— E/I Bohnen-oderGelreidekafFee / Aedtlfranck —mit-der Kaffeemühle stiHOB Mtren das anerkannt nRr Beste auf dem Gebief der /I I Zichorienkaffee-Erzeugung. versteigert: 1. Nutzholz: Eichen 1. Kl. unter 20, Eichen, 2. Kl., 20—29, Hainbuche, 2. bis 3. Kl., Fichtenderbstangen Fichten-Reisstangen 2. Brennholz: Lieferungsvergebung. Für die Lhirurgische Universitätsklinik Giehen soll der Bedarf an Weißzeug und Vettwerk vergeben werden. Lieferungsbedingungen und Muster können werktags (außer Samstag) im Zimmer 15 der genannten Klinik zwischen 15% und 17% Uhr, unö zwar vom 15. Februar 1928 bis 2. März 1928, eingesehen werden. Bedarfslisten sind gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst erhältlich. Angebote und Proben sind getrennt und verschlossen, mit entsprechender Aufschrift, an die Verwaltung obiger Klinik bis zum Eröffnungstermin Montag, den 5. Mär; 1928, vormittags 11 Uhr, einzureichen. Zu- schlagsfrist: sechs Tage.1659V Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Leihgestern für Rj. 1928 liegt vom 14. d. M. eine Woche zur Einsicht der Interessenten bei der unterzeichneten Stelle offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der die Ausmärker beizutragen haben. 1668V Leihgestern, den 11. Februar 1928. Bürgermeisterei. Vremcholz-Verfielgennmen. I Aufforderung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, f Da» Einlagebuch der Bezirksfparkasie — or-u Nr. 3654, lautend auf den Namen Rosa Hartmann, Hans Frau in Großen- Linden, Bahnhofstraße 74, ist abhanden gekommen. 1655V Der Inhaber des genannten Sparbuches wird hiermit aufgefordert, seine Ansprüche an dieses binnen drei Monaten vom Er- cheinen dieser Bekanntmachung an bei uns geltend zu machen, andernfalls die Kraftloserklärung des Sparbuches erfolgen 1. Schlager: Höhere Töchter Hüte Zrühjahrs- Rettichsafikur mit „Rapbanose", n. yesck-, verhütet Dtem- ii. Grieß-Dil- düng, besond. bew. b. Gallensteinen,Ma- genläure, Bronchtal- katarrb Knoblauchkur mit Alllam veneaam, 0. neid)., unterstützt alle Gesundheitö- Energten d.Körpers, hervorragend b. Arterienverkalkung rc. Kräuterhaus Jung ie,*a Schulstratze 6. nadi allen Hfifen der Welt Regelmäßige Personen* und Fraditdfenste Vergnügung«, und Erholungsreisen iwr See Aflttelmeer- und Orientfahrten Nordlandfahrten Reisen um die Welt Westindien führten Auskünfte und Prospekte kostenlos durch die HAMBURG-AMERIKA LINIE HAMBURG I / Alsterdamm tS und die Reisebüros und Vertretungen an allen größeren Platzen des In- und Auslandes Vertretung in GIESSEN* REISEBÜRO LOEB Bahnhelstraße 52a 16740 Stadtwaldes: 154,80 rm Buchenfcheiter 14,— rm Eichen- und Fichtenfcheiter 43,60 rm Buchenknüppel 8,— rm Eichen- und Fichtenknüppel 1270 Wellen Buchenreisig 70 Wellen Eichenreisig 43,50 rm Buchenstöcke 21,50 rm Eichen- und Fichtenstöcke. Zusammenkunft: Sicher Straße, zwölfte Schneise. b) Freitag, den 17. Februar 1928 vormittags 9% Uhr aus den Abt. 121a, 122 und 123 des Stadtwaldes: 29,40 rm Buchenscheiter 15,40 rm Birken-, Ulmen-, Eichen- und Eschenscheiter 102,90 rm Buchenknüppel 9,— rm Hainbuchen-, Birken- und Erlenknüppel 75,30 rm Eichenknüppel 35,80 rm Eschenknüppel 7,— rm Aspen- und Kiefernknüppel 1360 Wellen Buchenreisig 810 Wellen Eichcnreisig 1000 Wellen Eschen- und Fichtenreisig 19,90 rm Buchen-, Eichen-, Eschen- und Fichtenstöcke. Zusammenkunft: Alter Steinbacher Weg, 9. Scyneise. Die Vrennholzversteigernngen Jlr. 8, 9 und 10 vom 3., 7. und 10. Februar 1928 wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 25. Februar 1928 in Empfang zu nehmen. Gießen, den 10. Februar 1928. Der Oberbürgermeister. I. D.: vr. Rasender g.______ "Holzsiibmission. Die Gemeinde Garbenteich verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holz- Freitag, den 17. Februar d. 3., vormittags von 10 Uhr ab, werden aus den Distrikten Großer Eichberg, Hellwald, Kaisersecke des Freiherr!. Schenckschen Reviers Wäldershausen, im „Frankfurter Hof" zu Homberg a. d. Ohm, öffentll^ Nutzholzversteigerung. Die Oberförsterei Strupbach versteigert am Montag, dem 20. Februar 1928, in der Wirtschaft Gerlach in Bieber (Endstation Gießen—Bieber), ab 10 Uhr vormittags, aus der Försterei Königsberg (öffentliche Fernsprechstelle FH. Haina, Amt Gießen) folgende Nutzhölzer: 1677V Eiche: 57 St., 44,44 fm (z. T. Alteichen), Klasse 2—6; Nutzscheit 8 rm (gesp.), 20 rm i. 91.; 34 rm Nutzknüppel. Buche: 5 St. Klasse 2. 3, 5, 2,63 fm. Nadelholz: 145 St. A und N, Klasse la bis 4a, 82,36 fm; 5 rm Nutzscheit und 14 rm Nutzknüppel.___________________ Geffentliche Nutz- und Brennholzversteigerung au» dem Gemeindewold Salzböden. Am Mittwoch, dem 15. d. M., nachmittag» von 2 Uhr ab, werden im Saale der Gastwirtschaft Weißbrod, dahier; nachstehende Holzsortimente öffentlich ver- steigert: 1669V 1. Nutzholz. Vesten Front Engla Schwl Te Der gestri v a t r o u i l düng. Der £ des Patron am Sonntm gelegt werdl Züscher Of die Patroui gelegenen C bestand aus wedel Sie Mayer ui letzten Teil । zwischen der dernorwe Hesamkrgrt 1.91 2.5 3. € 4. 3 5. D 6-Ts 7. Pt 8. Fr 9. Rr 2. Ost Sie 2- P St. Morl- Kelter lvor tes feier ei" fg -uch --- 8 llnmelWv^ Bundesrat,. her Aktiven |eöte. ' lion Deutsi Skiläufer Äai trug d-e lch° wurben von Tribünen dur eyjt aufs f)cri alle mit ihre Lmdrleuten < schließend ew desprasld Nach der An! die Fahnen i sch-v-izensche pijchen Eid is marschierten । folge wieder - Nach der Samstag vi< Sie einen mc nahmen. Nan die Schweiz flowakei zeigt gebniffe des e Das Eish folgenden Mannfchl gegen Lest 0:0 unentsch Ipielkn geg, unentschiedei wohl Roma 42- Fonset lllaymoni nur Qn di, ä ge-vir ni$ hierbl s* j)eim inrnung rin „Er fühlk Nwngt« Als et ®r erhit "fühlte, & i^bung nid) n Jß- als tum ä Nk!! dnrch P \ LK •«tu*. Nr. 37 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 13- Zebruar 1928 Turnen, Sport und Spiel. 2. Olympische Winterspiele. Die 2. Olympischen Winterspiele in St. Moritz wurden am Samstag eröffnet. Das Wetter war nicht günstig. Nachdem schon am Freitag den ganzen Tag über und die ganze Nacht hindurch ein eisiger Wind geweht hatte, setzte am Samstagmorgen kurz vor Beginn der Eröffnungsfeier ein gewaltiger Schneelturm ein. Sicherlich hat auch der schlechte Besuch seine Gründe in diesem Unwetter. Kurz vor 10 Uhr zogen der Schweizerische Bundesrat, das Olympische Komitee und das Schweizerische Olympische Komitee unter den Klängen einer Musikkapelle in das Eisstadion ein. Die Glocken von St. Moritz läuteten, als sich der Zug der Aktiven vom Culm-Hotel aus in Bewegung setzte. Bald nach 10 Uhr marschierte als erste Nation Deutschland in das Eisstation ein. Der Skiläufer Karl Neuner (Garmisch-Partenkirchen) trug die schwarzrotgoldene Fahne. Die Deutschen wurden von den zahlreichen Landsleuten auf den Tribünen durch Tücherschwenken und lebhafte Zurufe aufs herzlichste begrüßt. Die übrigen Nationen marschierten in der vorgesehenen Reihenfolge ein, alle mit ihren Flaggen und jeweils von ihren Landsleuten auf den Tribünen begrüßt. Daran anschließend eröffnete der Schweizerische Bundespräsident die 2. Olympischen Winterspiele. Nach der Ansprache des Bundespräsidenten wurden dis Fahnen zu der Tribüne gebracht, auf der der schweizerische Skimeister Eidcnbenz den olympischen Eid für sämtliche Nationen ablegte. Danach marschierten die Nationen in der gleichen Reihenfolge wieder aus dem Stadion. Nach der feierlichen Eröffnung wurden am Samstag vier Eishockeyspiele auegetraaen, die einen mehr ober weniger spannenden Verlauf nahmen. Namentlich die Kämpfe Oesterreich gegen die Schweiz und Schweden gegen die Tschechoslowakei zeigten prächtige Kampfmomente. Die Ergebnisse des ersten Tages sind: Eishockey kämpfe: Oesterreich—Schweiz 4:4. Frankreich—Ungarn 2:0. England—Belgien 7:3. Schweden—Tschechoslowakei 3:0. Der Militärpatrouillenlauf. Der gestrige Sonntag brachte mit dem Militärpatrouillenlauf die erste wichtige Entscheidung. Der Schneesturm hatte in der Nacht die Spur des Patrouillenlaufes fast ganz verweht, so daß am Sonntag in aller Frühe die Spur noch einmal gelegt werden mußte. Um 9.50 Uhr ließ ein schweizerischer Offizier in Abständen von drei Minuten die Patrouillen von dem in Höhe von 2100 Meter gelegenen Start ab. Die deutsche Patrouille bestand aus Leutnant Franz R a i t h e I, Unterfeldwebel Stefan Kistler, Obergefreiter Ludwig Mayer und Oberfchütze Josef Rehm. Auf dem letzten Teil der Strecke gab es einen harten Kampf zwischen der schweizerischen, der finnländischen und der norwegischen Patrouille, den die letztere in fabelhaftem Lauf für sich entscheiden konnte. Das Gesamtergebnis lautet: 1. Norwegen in 3.50,47. 2. Finnland in 3.54,37. 3. Schweiz in 3.55,04. 4. Italien in 4.07,30. 5. Deutschland in 4.15,02,5. 6. Tschechoslowakei in 4.15,07. 7. Polen in 4.33,45. 8. Frankreich und 9. Rumänien ohne Zeitangabe. Eisirockcycrgcbiiiffe. Das Eishockeytournier wurde am Sonntag mit folgenden Spielen fortgesetzt: Die deutsche Mannschaft konnte ihr erstes Spiel, das sie gegen O e ft e r r e i ch austrug, überraschenderweise 0:0 unentschieden gestalten. Auch die Schweden spielten gegen die polnische Olympiamannschaft unentschieden 2:2. Die Belgier waren über Ungarn 3:2 erfolgreich und Frankreich konnte gegen England einen 3:2-Sieg erringen. Bezirksmeisserschast Hessen-Hannover. Roch feine Entscheidung. Das gestrige Spiel in Kassel zwischen Kurhessen Kassel und S. C. 05 Kassel um die Fußball-Bezirks- meisterschast von Hessen-Hannover endete nach Verlängerung unentschieden 2:2. Näherer Bericht folgt. Um die süddeutsche Fußballmeisterschaft. Auch der gestrige Sonntag brachte wieder eine Reihe von unerwarteten Spielergebnissen und zum Teil bemerkenswerten Veränderungen der Tabellen in allen drei Gruppen. 3n der Meister runde überraschte vor allen Dingen der außerordentlich hohe Sieg, mit dem die Frankfurter Eintracht aus Mannheim zurückkehrte, wo sie den Spv. Waldhof 7:2 geschlagen hatte. Der Sieg war zwar verdient, in dieser Höhe aber doch etwas schmeichelhaft. Da gleichzeitig die SP. - Vgg. Fürth gegen die Stuttgarter Kickers in einem hartnäckigen Kampfe nur ein 1:1 erzielen konnte, und, wenn auch mit Pech, wiederum einen Punkt einbühte und außerdem der F. D. Saarbrücken gegen W o r - matia Worms 0:2 in einem schlecht geleiteten Tressen verlor, verbleibt nunmehr Bayern München allein an der Sp he der Tabelle. Die Runde der Zweiten und Dritten. Gruppe Rordwest: Der S P. - C l. R o t - weih Frankfurt verlor mit geschwächter Mannschaft gegen die mit wesentlich besserem Sturm arbeitende F. - G. 19 0 3 Ludwigshafen 2:3. Der D. f. L. 27 e u - 3 s e n b u r g tonnte gegen den V. f. L. R e ck a r a u auf eigenem Platze mit einem sehr glücklichen 2:2 einen Punkt retten. Der F. S p. V. 1905 Mainz war Borussia Reunkirchen jederzeit deutlich überlegen und gewann mit 5:2 Toren. Gruppe Südost: 3n dieser Gruppe kam die Riederlage des 1. F. C. Nürnberg gegen den Freiburger Sport-Club durchaus nicht unerwartet. Trotzdem war das Spiel, das die Freiburger aus eigenem Platz 2:1 gewannen, für den Altmeister recht unglücklich. Aber seine spielerische Tleberlegenheit vermochte den zähen Widerstand der Badenser nicht zu brechen. Bei starkem Sturm und Schneetreiben trat der Sp. B. 166 0 München dem V. f. B. Stuttgart gegenüber und verlor, da der linke Flügel seiner Äirgrisfsreihe versagte, mit 2: 4 Toren zu Recht. Stuttgart spielte sehr gut, wenn auch etwas hart. Großes Desremden erweckte es, daß Phönix Karlsruhe gegen Wacker München mit seiner zweiten Mannschaft antreten mußte, die 1:6 verlor. Die erste Mannschaft der Karlsruher trat zu dem Spiel nicht an, da ihre Forderungen an den Vorstand des Dereins, die gegen die Amateurlesttminungen verstießen, von diesem abschlägig beschieden worden waren. Handball in Darmstadt. Liiddeutschlarid- Westdeutschland 6:4(4:2) Auch das gestrige Spiel um den Pokal der D. S. B. zwischen einer süddeutschen und einer westdeutschen Mannschaft in Darmstadt hielt, was man sich von ihm versprach. Es war ein rassiger Kamps, bei dem auf Leide Seiten glänzende Leistungen gezeigt wurden. Die sympathische westdeutsche Mannschaft war in guter körperlicher Verfassung: sie überraschte sehr angenehm und war eine dem süddeutschen Meister, der durch zwei Spieler aus anderen Vereinen ergänzt worden war und als Vertreter Süddeutschlands spielte, ebenbürtige Mannschaft, deren faire Spielweise gefallen konnte. 3hr bester Mann Es zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher. 42. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Raymond biß die Zähne zusammen. Er dachte nur an die Stimmung in seiner eigenen Familie. ,Hch gewinne immer mehr das Gefühl, daß ich nicht hierbleiben werde, Dietwart! Das alles ist meine Heimat nicht mehr! Und zwischen solcher Gesinnung ringsum —" Er fühlte, wie plötzlich von hinten jemand sich vordrängte und die hinter ihm Stehenden beiseite schob. Als er den Kopf wandte, erkannte er Wenger. Er sah erhitzt, erregt und verärgert aus. Aber auch er fühlte, daß die Klugheit gebot, wegen der Umgeb lmg nichts zu äußern. „Da treff ich euch beide! Ja, ich bin noch hier herausgekommcn, um Sie noch einmal zu lehen, Herr von Schölzer! Ich habe Ihnen ja gestern abend meine Ansicht gesagt. Jetzt bleibt mir nichts übrig, als Ihnen nochmals die Hand zu drucken und Ihnen zu wünschen: möge es Ihnen gut gehen!" Man tauschte zu dritt noch einige Worte. Der Druck des Abschieds preßte sie nieder. Rings nur Andersdenkende, Höhnende, Gefühllose. Und doch war es trotz der Wehmut eine tiefe Freude, gerade in einer solchen Stunde Freunde vor sich zu sehen! Die Gaffer ringsum drängten plötzlich wieder zusammen. Man hob sich auf die Fußspitzen, man reckte die Hälfe. Ein Trupp von deutichem Lazarett- personal hatte eben die Barriere durchschritten und wurde nun von dem wachhabenden franzossichen Offizier in den Papieren kontrolliert Hell stachen die weißen flachen Kappen der deutschen Sanitäter durch die neblig-graue Dezemberluft. Dietwart entdeckte Schwester Wendula in der Heinen Gruppe. Gestern hatte sie nach Möglichkeit Zwilkleidung tragen müssen, um auf den Straßen den Anrempelungen der Bevölkerung als deutsche Rotekreuz- schwester zu entgehen. Heute leuchteten wieder ihre Wzeichen auf dem Lodenmantel. Die Stunde rückte vor. Die Auszuweisenden hatten jetzt fast alle die Kontrolle passiert. Als auch das Lozri rettpersonal abgefertigt war, trat es zu der übrigen großen Gruppe, die bereits am Fuße der Rheinbrücke stand. Die Freunde mußten nun Abschied nehmen. Nur wenige Worte wurden noch getauscht. .Herr Wenger, ich danke Ihnen nochmals für Ihren Beistand! Für alle Ihre Freundschaft. Sie hat mir doppelt wohlgetan, gerade, wo all Ihre anderen Landsleute .. Man verstand sich unter einem stummen Händedruck. Ringsum waren Späher und Lauscher und Neugierige und Andersgesinnte. Raymond vermochte es noch weniger, all den Schwall seiner Empfindungen, der sich in diesen Stunden in traurigen, bitteren und widerstrebenden (Gefühlen über ihn stürzte, in Worte zu formen. „Auf Wiedersehen, Dietwart! Für uns ist dieses heute nur eine räumliche Trennung. Ich weiß es, ich fühle es! Denn ich werde dir über den Rhein folgen! Meine Heimat hier ist mir verleidet'/ Dietwart sah ihm in di« Augen. Deutlich war er sich dieser Lebenswende bewußt. Dies alles war fein Abschied von feiner Heimat. Don seiner Jugend. Don seinem ersten Liebesglück. — Er bahnt« sich durch die Schar der Leidensgenossen einen Weg vorwärts. Schwester Wendula stand einige Schritte abseits von den übrigen Sanitätern und schien regungslos in die oorüberströmenden Wogen des Rheins zu starren. Als sie auf seinen leisen Anruf den Kops wandte, standen in ihren Augen Tränen. Sie reichte chm die Hand. Er reckte sich auf und warf noch einen Blick zu dem singenden und johlenden Pöbel in einiger Entfernung hinüber. „In solchen Stunden wächst das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen uns Deutschen auf, Schwester Wendula! Wieviel Bitterkeit lasse ich jetzt hinter mir, o, wie viel Bitterkeit! — Ader kommen Sie, Schwester Wendula, meine Mutter bat mir immer wieder auf dem Wege hierher ans Herz gelegt: Ihnen heute noch einmal für all Ihre Hilfe danken zu wollen, die Sie uns gestern noch zuteil werden ließen! Und ich habe ihr versprechen müffen. nach Ihnen Umschau zu halten und Sie zu ihr zu führen, wenn ich Sie entdecken könne ..." ,3a, ich gehe mit Ihnen. Bis wir brühen das andere Rheinufer erreicht haben, Herr von Schöl- toar zweifellos der Torwächter, der die fabelhaftesten Sachen hielt. — Westdeutschland ging bereits nach drei Minuten durch Verwandlung eines Strafstoßes in Führung. Fiedler- Darmstadt glich kurz darauf ans und tonnte eine halbe Minute später auf 2:1 für Süddeutschland erhöhen. Süddeutschland konnte jetzt noch zweimal erfolgreich sein, während Westdeutschland mit einem Treffer das Ergebnis aus 4:2 stellte. Rach der Halbzeit konnte' Süddeutschland noch zwei weitere Tore erzielen, denen Westdeutschland in zähem Kampfe ebenfalls zwei Erfolge gegenüberstellen tonnte, so daß das Spiel 6:4 endete. llniversität Berlin Hochschulmeister. Im T. u. S.-Stadion zu Bochum standen sich am Samstag nachmittag im Endspiel um die Deutsch Hochschul-Fußball-Meisterschast die Mannschaften der Universität Berlin und der Technischen Hochschule München gegenüber. Mit 4:2 blieb die Universität Berlin verdienter Sieger. Der neue Hochschulmeister hatte seine beste Waffe im Sturm, der vorzügliches leistete, während bei München nur der Jnnensturm gute Arbeit verrichtete. peltzer geschlagen. Der deutsche Meisterläufer und Weltrekordmann Dr. Otto Peltzer startete am Freitagabend in Chicago auf dem Hallensportsest des Illinois Athletic Club in einem Laufen über 1000 Vards gegen drei gute amerikanische Mittelstreckler. Peltzer übernahm anfangs die Führung, die später dauernd wechselte. Zum Schluß des Rennens tag Peltzer an der Spitze, er wurde jedoch von Ray Conger überspurtet, der dann auch das Rennen in der mäßigen Zeit von 2:37 gewann. Peltzer belegte 10 Hards zurück den zweiten Platz zwei Bards vor Ray Dodge und dem dritten Amerikaner Larrivee. Peltzer erklärt seine Riederlage durch die ungewohnte Bahn, die ihm mit ihren spitzen Kurven besondere Schwierigkeiten bereitete. Hahn in Newark siegreich. Peltzers großer Rivale, der Amerikaner Lloyd Hahn, der am 29. Februar bei dem Hallensportfest der „Kniahis of Columbus" in einem Mcilenrennen auf den Stettiner trifft, gewann in Newark ein 1000-Pardslaufen in der guten Zeit von 2:15,2. Peltzer gewann seine 1000 Nords gegen Dedge bekanntlich in 2:18,6. Arne Bo' g in Leipzig. Dem SV. Stern-Leipzig war es gelungen, den erfolgreichsten Schwimmer der Welt, den Schweden Arne Borg, zum erstenmal nach Leipzig zu verpflichten. Da jedoch der SV. ©Lern dem Schweden nichts Gleichwertiges im Einzelkamps gegenüber^uftellen hat, ließ er eine aus fünf Schwimmern zusammengesetzte Staffel 5 mal 100 Meter antreten, die Arne Borg jedesmal hinter sich ließ. Er gewann das Rennen in 6:25,4 mit 3 Meter Vorsprung. Die Zwischenzeiten für Arne Borg sind: 100 Meter gleich 1:06; 200 Meter gleich 2:25,8; 300 Meter gleich 3:47; 400 Meter gleich 5:07,6. Reben Borg sah man noch den skandinavischen Brustschwimmer Wisnell über 100 Meter über die Bahn gehen. Er gewann sein Rennen mit 1 Meter Vorsprung in 1:20,2 vor Herber- Stern- Leipzig. Schließlich hatte man noch Gelegenheit, den Europameister der Springer, den jungen Zeiher Riebschläger, ferner Kuhl- Magdeburg und Europameister L u b e r - Berlin bei ihren prächtigen Leistungen zu bewundern. Zn Prag. Der schwedische Meisterschwimmer Arne Borg startete am Samstag auf dem Jubiläums- jchwimmsest des Prager Sportklubs „Slaviasi 3m 800 Meter Freistilschwimmen siegte er in 10,43,8 gegen eine Viererstaffel Prager Schwimmer, die für die gleiche Strecke 10,48,8 benötigte. — Der schwedische D ust chvss: mer Wisnell belegte im 200 Meter Brust«chwimmen in 2.58 den ersten Platz. zerl Dann muß ich mich mit unserem Lazarettpersonal zur gemeinsamen Abmeldung zum Delegierten begeben uni) zur Entlassung aus dem Kriegsdienst." Er sah auf sie herab, sein Blick ruhte auf ihrem reichen blonden Haar, das sich unter der dunkelblauen Haube heroormühte. So viel Wohltuendes lag in ihrem Wesen, so viel innere Abgeklärtheit und Sanftheit! Das alles hatte ihn schon damals, während seiner schweren Zeit im französischen Lazarett, gleichsam wohltuend überströmt. Es stach auch jetzt so ab gegen die nervöse Unruhe, gegen die innere Zerrissenheit, die er feit seiner Rückkehr an Melusine wahrgenommen! Eine Sehnsucht stieg in ihm auf, dieses junge Wesen in den Tagen qualvoller Demütigungen und Heimatlosigkeit nicht aus den Augen zu verlieren. Während er jetzt neben ihr weiter schritt, um sie zu seinen Eltern zu führen, neigte er sich um etwas zu ihr herab und bat: Schwester Wendutol Sie versprachen mir gestern, mir Ihre Adresse anzugeben, wenn Sie aus dem Kriegsdienst entlassen find unb in Ihr Elternhaus zurückkehven. Ich gab Ihnen unsere Adresse, unter der Sie uns vorläufig im Badischen schriftlich erreichen werden. — Es ist mir ein Bedürfnis, mit Ihnen in Verbindung bleiben zu dürfen! Für immer werden Sie in meiner Dankbarkeit stehen. — Wenn man gemeinsam solche Stunden durchlebt hat, wie Sie und ich, Schwester Wendula, bann darf man sich nicht wieder aus den Augen verlieren! Ist das nicht auch Ihr Wunsch?" Sie sah ifyin mit einem kurzen Aufblicken in die Augen. Voll Inneer Zweifel, wie sie dn Sinn seiner Worte für spätere Tage deuten solle. Für Momente erinnerte sie sich der Worte, die Dietwarts Mutter gestern zu ihr gesprochen hatte, als Jie ihr beim Packen der Leinenbesttinde und des Silbers behilflich war: „Wie sehr habe ich mir immer eine Tochter zur Seite gewünscht! Einmal habe ich geglaubt, in der Braut meines Sohnes meinen Wunsch erfüllt zu sehen. Aber es war eine junge Dame aus vornehmer elsässischer Familie, sie hat uns grausam enttäuscht, als über uns Deutsche jetzt dieses Kriegsende kam! Ach, und mein Sohn hing all die Kriegsjahre mit einer solchen Treue, mit solch warmer Liebe an ihr! Es war etwas ganz Eigen- arttges um dieses junge Ding, das er uns als künf- Oeuffche Skimeisterschafi. Die vom 23. bis 26. Februar durch den Ski-Klub Schwarzwald auf dem Feldberg auszutragende deutsche Skimeisterschaft hat eine außerordentlich starke internationale Beteiligung gefunden. Neben der Schweiz und Schweden haben jetzt auch die Norweger eine Mannschaft gemeldet. Ferner werden Polen, Italien, die Tschechoslowakei und Jugoslawien Mannschaften entsenden. Skisport im Schwarzwald. Der Gau Freiburg des Skillubs Schwarzwald hielt gestern im Gebiet des Feldbergs und deS Belchen den großen 52-Kilomcter-Dauerlauf des Skiklubs Schwarzwald, oben für Mitglieder des Deutschen Skiverbandes, ab. Trotz eines außerordentlich heftigen WintergewitterS und starken Schneesturms stellten sich 12 Lauser dem Starter, von denen fünf auf der Strecke aufgeben mußten. Die beste Zeit erzielte Wintermantel vom Mademischen Siillub Freiburg mit 5.'8.13Stunden. Der einzige Richtschwarzwrlder-Konkurrent Scherzinger-Frankfurt (Ski Klub Taunus) mußte sich mit dem 7. Platz begnügen. Hadländerkamps Deutschland — Fram reich. Bei gut besuchtem Hause kam am gestrigen Sonntag in der Dortmunder Westfale,challe der Radlänoerkampf Deutsch'and—Frankreich zum Austrag. Der Radländer.ampf bestand aus drei Steherrennen über insgesamt 90 Kilometer, an dem Moeller und Dederichs deutfche.seitS und 3 t e a u und Sausin als Vertreter der Franzosen teilnahmen. Wie erwartet, konnte Moeller in allen drei Lau en siegreich fein. Der Hannover war in einer vorzüglichen Form und stellte verschiedene neue Bahnrekords auf. Sein schärfster Gegner war Sausin, während B r e a u und Dederichs nicht ihre sonstige Form erreichten. 3m Fliegerkampf kam der deutsche Meister Fricke zu einem Siege über Mori und Goebel. Die Gesamtergebnisse waren: 1. Moeller 90 Kilometer; 2. Sausin 89,450 Kilometer; 3. Dederichs 86,960 Kilometer 4. Breau 84,060 Kilometer. Fliegerkampf: 1. Fricke 22 Punkte; 2. Mori 20 Punkte; 3. Rütt 17 Punkte; 4. Goebel 15 Punkte. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 7. Febr. Ein Dienstmädchen Hai seit Fahren nicht für ihr uneheliches Kind gesorgt, obgleich sie zeitweise bei freier Station 40 Mk. und mehr im Monat verdiente und auch zur Zeit in fester Stellung ist. Deshalb war sie bereits im Fahr 1925 mit Haft bestraft worden. Sie wurde erneut mit einer Haftstrafe von vier Wochen belegt. Vor einiger Zeit fuhr in der Frankfurter Straße vor der Klein-Lindener Bahnunterführung ein Leichenwagen, in dem ein Sarg stand, auf der rechten Straßenseite in der Richtung nach Klein-Linden. Entgegen kam ein mit Grummet hoch beladener Erntewagen, der gleichfalls vorschriftsmäßig scharf rechts fuhr. Als diese beiden Wagen bei der Begegnung ungefähr auf gleicher Höye waren, fuhr der Angeklagte mit seinem Lastauto zwischen beiden durch. Das Pferd des Leichenwagens wurde unruhig. Der Leichenwagen neigte sich nach rechts zur Seite. Der Lenker und ein Angehöriger des Verstorbenen sprangen ab. Der Wagen fiel schließlich gänzlich um. Der Sarg lag auf dem Bürgersteig. Passanten hasien den Wagen aufrichten und den Sarg wieder verladen. Die Schere, in der das Pferd ging, hatte sich ausgehängt. Richt nachgewiesen war, daß das Auto den Wagen angestoßen hatte. Der angerlagte Autoführer erhielt eine Geldstrafe von 30 Mark, weil er trotz der Enge der Durchfahrt nicht gehalten, sondern versucht hatte, durchzusahren. ti.qe Schwiegertochter zuführte. Einen eigenen Charme besaß sie. Augen von einer rätselhaften Schönheit. Aber ein wankelmütiges Herz und einen Sinn, der sich nicht in die deutsche Tiefe einfinden und versenken konnte ...!" O, wie viel mehr wußte und ahnte doch Schwester Wendula als Dietwarts Mutter! Hatte sie nicht mehr als einmal diese junge Baronesse droben in Bezay im Garten des Nachbarhauses neben dem jungen Franzosen auf 'und ab promenieren sehen, um in keiner Weise die Huldigringen Auräckzuwei- fen, die der Franzose ihr ganz offensichtlich nicht nur in seiner Haltung, sondern auch in Worten bereitete? * * * Wenger blieb an der Seite von Raymond, auch nachdem man Abschied von Dietwart genommen halle. Er ahnte, was in dem Freunde oorgehen mochte. Wortlos starrten sie zu der großen Schar hinter der Barriere hinüber. Ein langer, hallender Pfiff ertönte. Wie ein Ruck ging es durch alle. Soldaten mit dem plattgedrückten Stahlhelm, dem gelbbraunen Kakhigelb der Felduniform und auf- gepflanzten Bajonetten formten jetzt den Zug und nahmen die „Boches" th ihre Mitte. Ein starrer Schmerz stand auf allen Gesichtern. Die Männer griffen zu den wenigen Habseligkeiten, um sie über die Brücke zu schleppen. Die Frauen hoben die Kleinsten auf den Arm, nahmen ein anderes der Kinder an der Hand. Und dann schritt man vorwärts, in den nebelgrauen Dezembertag hinein. Die Brücke erdröhnte unter den Schritten der Vielen. Der Winterwind pfiff über den breiten Strom. Und drunten wälzten sich die grünschil- lernden Wogen des Rheins in emsiger Wucht, In nimmerrastender Kraft. Die Kinder wußten nicht, durch welche Lebenswende sie schritten. Aber die Mütter meinten still vor sich hin. Und in den zusammengepreßten Lippen der Männer stand ein toter Schmerz in dem Bewußtsein, dies olles um des Deutschtums willen wehrlos ertragen zu müssen. (Fortsetzung folgt.) Der Angeklagte D. aus W. wollte sich bei einem Sattler eine Peitsche kaufen und wurde von der Ehefrau des Sattlers durch das Wohnzimmer in den Laden geführt. Im Wohnzimmer hatte die Ehefrau eine Geldtasche mit über 200 Mark offen auf dem Schreibtisch liegen, um das Geld demnächst auf der Post einzuzahlen. Nachdem sich der Angeklagte eine Peitsche ausgesucht hatte, ging er allein den Weg, den er gekommen, zurück. Die Ehefrau packte zunächst die Peitschen zusammen, folgte dem Angeklagten, der bereits im Hof stand, und lieh ihm in der Werkstatt noch etwas an der Peitsche richten. Als sie wieder das Wohnzimmer betrat, war das Geld verschwunden. Dieses konnte nach Lage der Sache nur der Angeklagte wcggenommen haben, obgleich dieser den Diebstahl leugnete. Da der Angeklagte wegen ähnlicher Diebstähle schon mehrfach bestraft ist, erhielt er eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Wirtschaft. Bon den Schlachtviehmärkien. In der Berichtswoche erfuhr die Geschäftstätigkeit an den deutschen Schlachtviehmärkten vereinzelt eine kleine Belebung. Der Konsum in den Ladengeschäften hat sich seit Monatsbeginn immerhin leicht gebessert, besonders Schweineschmalz wird williger gekauft, was sich an den Märkten in etwas vermehrter Nachfrage auswirlte. Auch der Export griff hin und wieder etwas bereitwilliger zu, doch hemmte andererseits der nach wie vor langsame Verlauf der Fleischgrohmärkte die Hmsahtäiigkeit. Die -Zufuhren genügten in allen Diehgattungen vollauf dem Bedarf. Die Ziffern zeigen nur bei Schafen und Schweinen gegen die Borwoche nennenswerte Abweichungen: Schafe 7000 gegen 8000, Schweine 106 000 gegen 98 000. An Grohvieh waren 16 300 Stück gegen 16 500, an Kälbern 18 000 gegen 18 500 Stück den Märkten zugeführt. An der Rindermärkten hätte die Geschäftstätigkeit angeregter sein dürfen. Im allgemeinen konnten nur beste junge Kühe etwas im Preise anziehen. Bullen blieben stärker vernachlässigt. Kälber verkehrten in ziemlich flottem Zuge, doch blieben die Notierungen der Borwoche zumeist mahgebend. Schafe fanden einen mittleren Marit. Gute Lämmer wurden etwas höher bewertet. Schweine verzeichneten durchweg etwas angenehmeres Geschäft, wobei kleine Aufschläge von 1 bis 2 Pfennig in der Mehrzahl waren. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendge- wicht notiert: Rinder Kälber Schale Schweine Berlin 19-61 46-84 28-63 46-61 Drernen 25-60 40-85 — 43-56 Breslau 15-55 53-80 42-60 46-56 Chemnitz 25-50 60-80 44-57 51-60 Dortmund 20-63 45-90 30-52 48-62 Dresden 24-59 58-85 40-66 48-59 Düsieldorf 20-63 45-75 — 50-60 Elberfeld 20-63 50-85 — 50-60 Esten 27-60 50-115 30-60 50-60 Frankfurt M. 25-62 55-76 42-54 50-61 Hamburg 15-59 35-88 19-63 46-61 Hannover 22-60 45-86 45-58 50-59 Husum — — — — Karlsruhe 18-61 57-82 — 45-62 Kastel 25-56 50-70 — 52-64 Kiel 20-56 32-75 31-60 42-58 Köln 20-62 55-110 50-55 50-60 Leipzig 23-59 50-75 40-62 48-60 Magdeburg 22-54 40-115 23-52 48-59 Mannheim 16-63 50-78 43-49 50-63 München 22-58 70-90 — 40-58 Stettin 15-55 35-78 20-52 38-56 Stuttgart 14-61 62-84 — 42-63 Zwickau 20-53 60-83 40-58 50-61 * Günstiges Zeichnungsergebnis der. Reichsbahn- Vorzugsaktien. Die vorläufigen Ziffern ergeben nach den Informationen des WTB.-Handelsdienst, dah mit einer lehr erh.bfichen Heberzeichnung der Reichsbahn- Borzugsaktien meist in Sperrstücken zu rechnen ist. An eine vorzeitige Schließung der Zeichnung wird trotz des günstigen Ergebnisses aus grundsätzlichen Erwägungen nicht gedacht! eine vorzeitige Schließung ist in Deutschland nicht üblich und soll auch bei dieser Gelegenheit nicht zur Einführung gelangen. Außerdem läuft auch die Zeichnung nur noch bis zum kommenden Dienstag. Schon jetzt ist bestimmt zu erwarten, daß zur Befriedigung der ernsthaften Zeichner auf die Option zurückzugreifen sein wird, was jedoch noch der endgültigen Entschließung des Konsortiums Vorbehalten bleibt. Jedenfalls wird die Zuteilung auf freie Stücke gering fein. • Die amtlich« Großhandelsindex- z i f f e r. Die auf den Stichtag des 8. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 138,0 gegenüber der Borwoche (137,9) nahezu unverändert. Bon den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,5 v. H. auf 130,4 (Vorwoche 129,7) gestiegen. Gleichzeitig hat die Indexziffer für Kolonialwaren auf 129,1 (129,4) oder um 0,2 v. H. nachgegeben. Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren stellte sich auf 134,0 (134,2) und diejenige der industriellen Fertigwaren auf 156,7 (156,5). * Der Verein für chemische Industrie A.G. in Frankfurt a. M. hat, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, die erst im Februar 1927 auf 30 Jahre geschloffene Interessengemeinschaft mit der Algemeene Norit Mijp. in Amsterdam gekündigt. Die Ursache für diesen Schritt liegt in Differenzen, die sich bei der Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften herausgestellt haben, insbesondere bei der Verarbeitung der Fabrikate mit aktivierter Kohle, so daß es der Verein für chemische Industrie für richtig gehalten hat, das bestehende Verhältnis zur rascheren Lösung zu bringen. Der Verein für chemische Industrie wird sich aus der erst im November 1927 gemeinsam für den Verkauf der von den damals noch in Interessengemeinschaft befindlichen Hnternehrnungen erzeugten aktivierten Kohle usw. errichteten „Norit Der- eeniging Derkoop Centrale" zurückziehen. Der Verein hat bei Gründung der Interessengemeinschaft sein Aktienkapital für Erweiterung der fabrikatorischen Basis, speziell auf dem Gebiete der aktivierten Kohle bzw. der Verbindung mit der Norit, von 4 auf 6,5 Millionen Mark erhöht. Die Trennung des Vereins für chemische Industrie A.-G. von der Norit Mijp. übt auf die Dividendengestaltung bei dem Verein keinen Einfluß aus. Die Dividende wird auf das erhöhte Aktienkapital mit 7 Prozent (i. V. erhöht von 5 auf 6 Prozent) vorgeschlagen. Der Verein erflärt ferner, daß er die Fabrikation aktivierter Kohle fortsetzen wird. • Ausdehnung des Bankhauses Lazard Speher-Ellissen. In das Frankfurter Handelsregister ist eine neue Dank unter der Firma „Mainische Bank Kommanditgesellschaft auf Aktien" mit einem Grundkapital von 500 000 Mk., eingeteilt in fünf auf den Namen lautende Aktien über je 100 000 Mk., eingetragen worden. Die Ausgabe der Aktien erfolgt zu 125 Prozent zuzüglich der Gründungskosten und des Stempels. Die Gründer, welche sämtliche Aktien übernommen haben, sind Prokuristen des Bankhauses Lazard Speher-Ellissen in Frankfurt. Diese Gründung hängt mit den bekannten Aus- dehnungsplänen des großen Frankfurter Bankhauses zusammen. Es handelt sich um eine Vorgründung für die Kommanditgesellschaft auf Aktien, in welche das Bankhaus Speher-Ellissen übergeleitet werden soll. 'Der neue Ford-Wagen. Zu den Gerüchten, dah der neue Fordwagen in Deutschland nicht zugelassen sei, well einige technische Einzelheiten nicht mit den deutschen Zulassungsbedingungen in Heber ei nR immun g stünden, erfährt der W. T. B.-Handelsdienst von zuständiger Stelle, dah die Ausführung der Vierradbremse des neuen Fordwagens den gesetzlichen Bestimmungen nicht entspreche, so dah die Ford-Motor- Co. zur Vornahme fleineter Aenderungen gezwungen ist. Der Probewagen ist bereits mit einer abgeänderten Vierradbremse versehen. Man rechnet damit, dah die Produktion durch die notwendig werdende Umstellung nur einige Tage beeinträchtigt wird. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 13. Febr. Tendenz: freund- lich, doch still. — Zu Beginn der neuen Woche erfuhr die Börsensituation keine merkliche Berände- rung. Bei der anhaltenden Interesselosigkeit des Prioatpublikums und der teilmeife sich daraus ergebenden Zurückhaltung der Spekulation kamen Umsätze wieder nur in bescheidenem Umfange zustande. Am heutigen Medio wurden einige kleine Deckungskäufe oorgenommen, da man bei der starken Verringerung der Termin-Engagements mit einer völlig reibungslosen Liquidation redjnet. Die Tendenz war gegenüber Samstagsschluß überwiegend leicht befestigt, zumal einige anregende Momente vorlagen. So konnte die Ueberzeichnung der Reichsbahn-Vorzugsaktien die Stimmung etwas anregen, ferner wurden Hoffnungen an den heutigen Beginn der Beratungen der Freigabebill im amerikanischen Senat geknüpft, und schließlich machte die englische Unterhausrede für eine deutsch-englische Industrieverständigung einen günstigen Eindruck. Der eigentliche Grund für die festere Stimmung dürfte jedoch in der leichten Verfassung des Geldmarktes zu suchen fein. Bei den ersten Notierungen waren meist Besserungen von 1 bis 2 v. H. zu verzeichnen. Ilse zogen 5 v. f). an, Klöckner plus 3 o. H., ferner Zellstoff- Waldhof plus 3,75 v. H. I. - G. - Farben eröffneten 1 v. 5). höher. Don Freigabewertsn waren Scheideanstalt mit plus 1,75 v. H. bevorzugt. H a p a g und N o r d l I o y d lagen nur geringfügig erhöht. Elektrowerte zogen durchschnittlich 1 bis 2 v. H. an. Von Autoaktien blieben Kleyer auf ihrem niedrigen Stand nur behauptet. Daimler konnten dagegen 1,5 v.H. anziehen. Deutsche Anleihen still und wenig verändert. Ausländische Renten fast umsatzlos. Im Verlause blieb das Geschäft still, die Kurse konnten sich jedoch gut behaupten. Teilweise setzten sich leichte Besserungen durch. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 5,5 v. H. Im D e v i s e n v e r k e h r lag die Reichsmark etwas fester. Reichsmark gegen Kabel 4,1937, gegen London 20,447. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,04, Madrid 28,67. London gegen Kabel 4,8740. Berliuc Börse. Berlin, 13. Febr. Zur heutigen Bore toai der Orderseingang wiederum nur äuherst klein und das Geschäft auf ein Minimum beichränit. doch konnte sich trotz nur kleiner Abweichungen gegen Samstagschluh ein etwas freundlicherer Grundton durchsetzen. Der heutige Beginn der Freigabeverhandlungen im amerikanischen Senat, das gute Ergebnis der Zeichnungen auf die Reichsbahn-Vorzugsaktien, eine kleine Besserung der Ruhr'ohlenför erung und der ziemlich leichte Verlauf des heutigen Liquidationstages regten an. Als Prämienerllärungstag dürfte der Medio Februar so gut wie gar nicht in Frage kommen. Größere Kursreränderungen hatten zu den ersten Kursen zu verzeichnen: Hamburg-Süd plus 3 Prozent, Hammersen plus 4,5 Prozent und Bemberg plus 7 Prozent. Von Montanwerten zogen Rheinbraun und Ilse 2 Prozent an. Oberkoks, Schubert & Salzer und Berger ebenfalls je 2 Prozent höher. Heimische Anleihen eher freundlicher. Ausländer ruhig. Bosnier abbröckelnd. Pfandbriefe still und eher etwas schwächer. Geld war ausreichend zu haben. Tagesgeld 5 bis 7 Prozent, Monatsgeld 7 bis 8,5 Prozent, Warenwechsel 6,5 Prozent. Im Verlause wurde es auf zunehmende Deckungskäu'e der Spekulation etwas lebhafter. Es traten, obwohl zumeist nur per Ultimo gehandelt wurde, auch für die Mediokurse bis Iproz. Besestigungen ein. Dessauer Gas Plus 2,5 Prozent, Bemberg plus weitere 8 Prozent. Später wurde däs Geschäft, ohne daß nennenswerte Veränderungen eintraten, wieder ruhiger. Bemberg setzten ihre Steigerungen bis auf 494 Prozent fort und konnten damit gegen Samstagschluh einen Gewinn von 19 Prozent verzeichnen. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Febr. Die allgemeine Stimmung ist etwas fester geworden. Weizen und Roggen sind aber nach wie vor kaum gefragt. Dagegen ist Braugerste in guten Qualitäten etwas gesucht, ebenso Hafer. Mehl hatte Ende voriger Woche eine etwas freundlichere Tendenz, liegt aber heute wieder absolut lustlos. Weizenkleie für prompte Lieferung, die bisher noch gut gesucht war, zeigt auch ruhiges Geschäft und gab im Preise leicht nach. Das Kartvffelgeschäft ist bei unveränderten Preisen sehr klein. Cs worden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 24,50; Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Prozent Auswuchs 23,25 bis 23,50; Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit 22,75 bis 23,25; Roggen 24,50; Sommergerste für Drau- zwecke 27,50 bis 30; Hafer, inländischer 23,50 bis 24,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 22,25 bis 22,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 23 bis 23,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36 bis 36,75; Roggenmehl 33 bis 35; Weizenkleie 14 bis 14,15; Roggenkleie 15 bis 15,25; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 30 bis 60; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 55 bis 105; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 8 bis 8,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,50; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 3,25; Treber, getrocknet 17,50 bis 18,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Febr. Auftrieb: 1153 Rinder (darunter 292 Ochsen, 51 Bullen, 506 Kühe, 304 Färsen), 523 Kälber, 92 Schafe, 5917 Schweine. — Rinder (Ochsen): Vollfleischige, äuägeniäfte'e, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 58 bis 62 Mk., (ältere) 54 bis 57; sonstige vollfleischige (jüngere) 50 bis 53, (ältere) 47 bis 49. (Dullen): Jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 52 bis 55. lKühe): Jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 49; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 45; fleischige 33 bis 39; gering genährte 24 bis 32. (Färsen — Kalbinnen, Iungrinber —): Doll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 58 bis 63; vollfleischige 53 bis 57; fleischige 47 bis 52. — Kalber: Beste Mast- und Saugkälber 73 bis 78; mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 72; geringe Kälber 52 bis 64. —Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 54. — Schweine: Fettschweine üben 300 Pfund Lebendgewicht 60 bis 62; vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 60 bis 61; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 58 bis 60; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 54 bis 58; Sauen 50 bis 56 Mk. — Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schafe ruhig und geräumt. Schweine ruhig, zum Schluß stark abslauend, Heberstand. Bücheriisch. Wie reist man in Italien? Ein Duch zum Lust- und Planmachen. Von Prof. Dr. Karl Kinzel. Führer durch Florenz. Rom, 'Neapel, Sizllien, Genua, Mailand, Venedig, die Riviera und die kleineren Städte. Mit einer Karte und 17 Plänen. Verlag Friedrich Dahn in Schwerin i. Mecklenb. Diegsam in Ganzleinwandband 7 Mk. Diese 7. Auflage verwertet &ie erheblich veränderten und großenteils stark gebesserten Verhältnisse des Fremdenverkehrs auf Grund einer längeren Studienreise. Das ist der besondere Vorzug dieses Neudruckes. Kinzel weist auch nach, daß es auf materielle Mittel nicht so ankommt, wie zumeist angenommen wird. Jeder, der Lust hat, wenn auch nicht viel Zeit und nur einen schmalen Geldbeutel, kommt auf seine Rech^ nung. Das Duch ist nicht ein berufsmäßiger Führer, sondern ein gebildeter Gesellschafter, der aus eigener, reicher Erfahrung in gefälligem Plaudertone erzählt und belehrt. Dabei ist den praktischen Zielen eines modernen Reisehandbuches vollkommen Rechnung getragen, wenn auch in der Dehandlung von Kunstfragen häufig recht schiefe und oberflächliche Urteile zustandekommen, was gerade bei einem Italienführer unangenehm ist. 20 Letzte Nachrichten. Gesamtaussperrung in der deutschen Metallindustrie. Berlin, 13. Febr. (TU. (Eigner Drahlberichl.) Die von 2lrbeilgeberfeife mifgelcilf wird, hat der Gc- scimtverband deutscher Meiallindufirieller beschlossen, zur Unterstützung der bereits seit vier Wochen im Abwehrkampf befindlichen mitteldeutschen Metallindustrie die Gesamtaussperrung in der deutschen Metallindustrie ab 22. Februar vorzunehmen. von diesen Maßnahmen werden 750 000 Arbeiter betroffen, so daß von diesem Zeitpunkt unter Hinzuziehung der in Mitteldeutschland ausgr- fperrfen Arbeiter 8 0 0 0 0 0 Arbeiter ausgesperrt sein würden, hierzu wird von Arbeitgeber- seile erklärt, daß die mitteldeutsche Metallindustrie die Unterstützung der gesamten deutschen Metallindu- strie in dem ihr aufgezwungenen Abwehrkamps gefunden habe, weil die bisher rasch aufein- ander folgenden Lohnerhöhungen unter keinen Umständen fortgesetzt werden könnten, wenn der gegenwärtige Preisstand gehalten werden soll. Die» sei die unumgängliche Voraussetzung für die Ausrechterhaltung des jetzigen Beschäftigungsgrades. 3n den nächsten Monaten laufen rund 260 Lohntarife ab. Der Zustand, dah jeder larlf ablauf die Gewerkschaft ju einer Lohnforderung veranlasse, sei volkswirtschaftlich untragbar, da er zur dauernden Beunruhigung der Wirtschaft führe. Daraus ergebe sich, dah die Auseinandersetzungen in Mitteldeutschland richtunggebend für die Lohnpolitik der ganzen deutschen Industrie werden müsse. Zur Pflege edler Hausmusik benutzen Kenner das Neumeyer Piano Vertreter: August Förster * Gilben Bahnhotstraße 65 B 59a Fernruf 1367 - Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Berlin li. tetr Berlin Sd)h'&-| l-Uhr- ISch uhU Dnsong Nurs I Knr, | ßMteJfiitr Datum: 8M| 87,5 140.5 140.5 - 136.5 135.5 9.3,5 81.4 249,5 4,3 90.25 88 25 1 75,5 76.85 13,13 13,13 13,1 0 203 16.76 16,65 0 Cberfcblef KokSwrrke 0 150 151.9 98,75 156 81Uo Deutsche Crcditanft. 10 144,5 10 14 140 176 Banknoten 161 Kto pZetallbanf «eichSdank 195,5 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 :, Lombardzinsfuh 8 Prozent. 460,25 126 195 25.13 24 65 151 9 212 179.25 139,13 )anfa Tampffdnff liorbtieutldber Woob 51.8 15,6 51,9 15.8 52.1.9 15.8 171.65 90.75 6 6 12 10 10 10 9 13.75 13.13 13.5 13,25 .8 .6 .0 10 246 169 138.5 100 111 tf.auMurtn.Bl | Äoli Mfdxreteben ■ . ÄaltöeftcreqeUl . . Kaliwert €aüt>etfurtb 281.75 576 430 248.75 Gelsenkirchener fcoröener Voesch Eilen . tfUe Bergbau Stlöitnrrroerte Küln-Reuessen "ihonneßmann 1 sh . IC 10 12 218,5 123 260.65 148 5 164.75 183 143,65 145 269,13 176 230 161 158 158 /, 208 Scheid, anstatt . . Goldschmidt Rntgerewerke . . Metall aetellichof» 254,75 95 138 52,13 16 139 137 180 136.95 1.7 13.1 . .8 . lu k 8 10 8 8 K 6 0 188 179,9 285 N S. [ 13.2. l 11 r {13.8 .7 .8 10 10 .6 10 10 . 8 10 .7 16 .8 .9 O .6 .8 . 0 . 0 373 282,25 574 437 249 26.5 72 130 29 86 117 117 75 140 9J 110,5 141.5 Barm r Bankverein Berliner Handelögeiellsch. Commerz- und Privat-Bk. Saanft u Rationaloank Dcutiche Boni Diskonio-cLesellschasi flnt Dresdner Baul Muieldermche Eredubank 84 95,75 129.25 172,5 89,5 65 4 75 75 254 97 137.9 ! 99.75 129.75 '39 5 133,5 187,5 141 65 226,5 120.5 141.9 151.5 116.75 105,9 95.5 100 4 235 165.75 147.5 Bereinigte Stahlw. f.'/, I 3 Olavi Deinen Bergmann . . . Elektr. Lieferungen - Licht und Kratt Reiten A Guill amne Ges f. Elekir Umera. Hamb Elektr Lerke Rhein Elektr. . . Schiel. Elektr. . . Schlicken . . . Siemens i hatLke Tran radio . . . . Labmever ck Lo. . . Buderu« . . . Deutsche Erdöl . . . Effener S einkoble . 8 . .8 11 . 15 ■ 12 . 15 . 8 • 12 10 7 - 8 . 0 . 0 . 0 . 1( . 6 155.9 144 144,7 260 •74.75 227,75 160 75 '58 5 158.25 206 126 193 5 Man» elder. . . 7 Oderschles Eisend. Bedarf 0 .151 209 218.5 155.75 144 145,5 268 176 ?30 161.5 158 1/8,9 206 126.5 194,25 203 26.5 72 131.5 G- 13 5.5 3 G Harten-Industrie >c Dvnamil Wobei.....0 WU'lipi) voljmann . Heidelberger Gement Lernern Karlstadt Wavb 4 ftreitao SchultdetS Payenhofer. Lftwerke Ber Glanistofs..... Bemberg........ HcaftO'i Daldbof. . . Zellstoff Aschanenbnra . Cdarlon nburger Wasser eflauer Gas Daimler Motoren. Demag . . Vdlerwerke Llever. Llldw üoeire -J?at Automobil . CrrnfHn & Kovvel Linke Homiann Leonhard Tiey Bamaa- egiun . . Franlt M> schitieo Grivner Hevligenstaedt . . ftunobanö . . . Lechwerke . . . yiainfraftwerfe . . •IRiag . . . Nekarsnlmer . . . . PeierS Union . . . Gebr Roeder . • ®*ctgt & Haeffner . vndd Zucker . . . - f. % 9 < .....8 ........ .......8 ...... .5 .....5»/, •f. 9 4 F/. Dl Reichsanleihe v 1927 Di Anl Ablos Schuld mit Auslos -Rechten DeSal. ohne Ausl f.Rechten 7°/o ftraiiti Hap.-Sl. Go dvl unkündbar bis 1932 <’/»% Rheinische 6ttp »Bank Lwu -Go.dvl V E G adg PorkrtegS-Ob hgationen. rückzahlbar 1932 41', Schwelt Bundesb.-Anl. *°/e Oesteretchilche Goldrie 4,20°/, Cefterr ich Silberne *"/o Ceiterreid) ein. eilt. Rte 4% Ungarische Goldrie 4°/o Ungarische Staattzr v 1910 4*/*’/. desgl von 1913 «’/□ Ungarische Mronentte <0/ Turk. Hollanleihe v 1911 4% Turk Bagdavbohn.Anl Serie I 4•/,. desgl. Seich II o Rumänen eonvert gite. 4V'o Rumänen Goldanl von 1913 Kllg DeuriSr Eisenbahn 4'/, Hamburg-Amercka ‘Datei . 6 lönmb -Sudam Tammlch b Phonir Beraoau f */• 9 8 Rheinische Braunkohlen io Rheinstahl 0 Riedeck Montan .....6 Hrauzomche Roien...... volländische Roten .... rrialienische Roten...... Rorwegische Roten...... Deutich-Lesterr., 5100 Jtronen Rumänische Roten...... Schwedische Roten...... Schweizer Roten....... Spanische Roten....... Tschechoslowakische Roten . . Ungarische Roten . . DevifenmarU Derlm—: Telegraphische Auszahlung. Jrauhfurt a. M Berlin Frankfurt a. M | Berlin Schluß l-Uhr» fi"rs 1 K»r, Sch utz. Slnjang stur, । Kur^ Sd)lub-I I-Ul>r. 1 K»r, 1 st»r» | Sch uh > Anfang fi'Ts 1 Kur ____________ Datum: 112. | 13 2. | 11.2. 113 2 Datum: 11.2. | 13. 2 11.2. | 13. 2 (Selb '-Brie/ 16,615 16.6oF 168,44 169,12 22,22 22,30 111.33 111,77 59, CO 59,24 2,265 2,285 112,24 112.68 80,44 80.76 71.11 71,39 12.39 12,45 73 05 73,35 Zrcmkfur a. M. 162,75 I6o I64.2J 167 — 183.5 168 25 217 5 219,25 218,5 122 122.5 122 258,6 260 261 — — 149,75 153 _ 188 178.5 180 178 65 283 28u 284 — — 128,75 159,5 160.5 96 2.5 98 97.5 130 — 130 — — HO 132 133.5 134 185.5 187.5 187.5 - - 141,5 222 227 224.2 119 121.9 120.13 — — 142.25 148 151.5 150,5 116 116.5 117.5 106.n 106 - - 95 7.3 99 100 100 233,5 234 233. ü 16.5 166 165.75 148 — 146.5 102.0 103,25 103 43.5 44 43.75 173.75 182.5 173 183 248 —> 248.5 i59.25 .60 23 260 — 127 199.4 203.75 — 111,25 96 98 97,25 176 — 11 Febr. 13 Febr. Amtliche C6e(b Roti rung Brie' Amtliche Notierung Äeld tönet _ ÄMN-. Ron 168,70 169,04 168,68 I6S.02 Burn^Aires Brsi- Äntw 1,791 1,795 1,791 1,795 58,44 58,35 58,47 58,82 Edristiania 111,45 111.67 111,49 111,71 stovenbag-n 112,21 112,4.1 112,19 112.41 Stockholm 112,38 112.60 112.47 112,69 HelsingforS 10,555 10,575 10.552 10,572 Italien. . 22,19.i 23,235 22,195 22,235 London. . . 20,426 20,466 20.423 20, 46.3 Rennork . . 1.1905 4,1985 4,1900 4,1980 'BnriS. . . 16,465 60.600 16,505 80,676 16,46 80,60 71,16 16,50 80,76 Schweiz . . Svanien - 7t 28 71,42 71 30 Iavan . . 1.964 1.968 1,961 1,965 0.505 Rio de Jan Wien in D.» 0.5035 U.50*i5 0.503 Lest- abgest 19.01 59.1.3 J8.985 69,105 Prag . Belgrad 12.418 12,438 12,417 12,437 7,362 7.376 7.364 7,37k Bubaöcft . 73.21 73,35 73,20 73.34 Bul arien J.027 3,033 3,032 3,038 VifTübon 19,58 19,6 2 13,58 13,62 Danzig . 81.61 81,77 81,62 81,78 Konst.ntin 2.122 2,126 2,121 2,127 Wtben. . 5.544 6,606 5,544 5,556 Lanada 1.181 4,189 4,180 1,188 llrn uav 4,27h 4,284 4,276 4,281 tahv - ■ 20.95 20.99 20.947 20 987 — Berlin. 11 {febr. | ’-CtD | Bnet — Ämerilanliche Roten..... 4,173 I 4,193 — Belgtiche 'Jioten...... 58,23 58.47 97,76 Dänische Roten ...... >12,03 112,47 — Englische Roten....... 20,39 | 20.47