W 7 m KK 'ftp** i $16?°?' “wfc; ^>£fe ZM.r 60 UN» -ZH Werfet "L"'°"»'-° -BL«?!". 1£ Mi ung ist nottofflVOt^r 4*hä: Maien So'aLÄ dü Ebrnnen mich!« ^KugunfaU. 1 NqU kam eß in :r Sitarslieger ffreifte auch Auclenslüge . "^lrt^an! heraus nnet Pa-pmsabril, too vierte. Infolge bet anb des jabnlgebäubei . «n Drond, der fe« Aete. Zwei Wer, MiMn, erlitten schlom iachrichien. neinde Gottesdienst in iet -amsiag 13.Ottober. $or- 9 Utjr; abends 5.45 uni lellschajt. Sabbatfeier den 5.1OJU)r; Samstag oor- 30; Sabbatausgang 6.25. 6.45; abenbs 5 ifyr. e^ebition Vyrdö. ML (MB. Junffprudj.) joeben (eine Sübpoleppebi- |ibt sich zunächst an Borö m“ nachAeuseelanb. mbahnunglück. .0(1. (WIB. Juntiprud).) irg-^aflenbutg ist heute falion Laujach, in es auseinanderge- )er Dickung bet auloma- -je Lakomalioe und die m, während der kehle Teil erwägen, mit voller >nden Vagen auf- en und eia Oellanfoagen r {inet der Wagen schlug grubet dem rchik- Vagen wurde dar Ach' ftn, während van eines nwrde. Men scheu link kommen. Der veM nileitung aufrechlerhaK». ml n ll.Cttobr ,91 runa jt- i,6i ,<66 ,4*5 i.il !:!! ,589 i.Vl o,W :655 |,(6j M,y m.»3 111,»? M 10.466 y|,9<4 1,1915 16,3? 60,?' 6? ?5 1,923 1,5015 1,169 M,4? j9,H5 12,»36 73, l9 SS d! 5635 <5? ,olt 1,91 1,53 ,157 ,13 ,20 ,27« 0.93 112,15 112,21 112.4? 10,58? 22,015 20,311 4,21)55 16,13 60,53 66.0? 1JÜ 0,5035 59,135 12,441 7,290 73,3? s !Z E_ 16,485 168,64 22.08 112,07 62',54 112.4? Ö tf 6, M. „zrankfurl 2uö»°LL5L 16.42? 167.?6 22.0« |lt,6< B LS & 73,05 Nr. Erstes Matt 178. Jahrgang Srdfag, 12. Oktober 1928 Erschein« lügUch,cmtzer Sonntags und Feiertags Beilagen; Mehenri Familienblätter Heimat im Bild Di« Schalle monats-Bejugsprets: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen «inzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach? richten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Sranffurl am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche UnwerfitStr-Vuch- und Steindruckeret R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: §chulstrahe7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in (Biegen. „Graf Zeppelin" über dem Ozean. Spärliche Nachrichten über den Europaflug.—Eckener nimmt südliche Route an der afrikanischen Nordwestküfle entlang in Richtung aus Madeira.- Wetter aussichten ungünstig.-Ankunst in Amerika voraussichtlich nicht vor Montag. Glückauf zum Ozeanflug l Zum zweiten Male hat es ein deutsches Zeppelin-Luftschiff gewagt, die weite Reise über den Atlantischen Ozean anzutreten. Wieder ist es Dr. Eckener, der getreue Gefährte des während des Weltkrieges verstorbenen Grafen Zeppelin, der am Steuer des neuen deutschen Luftrtesen sitzt. Aber die Zeiten haben sich geändert. 1924 war er lediglich der Beauftragte der Reichsregierung. der das als Reparationsleistung gebaute Luftschiff L. Z. 127 oder, wie es die Amerikaner bezeichneten und wie es Eckener auch von vornherein selbst nannte, Z. R. 3, die jetzige „L o s Angele s", an die Vereinigten Staaten 06311 = liefern und während der Ueberfahrt das amerikanische Personal mit der Führung des Luftkrcu= zers vertraut zu machen hatte. Dennoch war der yubel diesseits wie jenseits über diese Großtat unseres Luftschiffbaus ungeheuer, war vor allem d i e Achtung der Amerikaner vor deutscher Arbeit und deutscher Leistungsfähigkeit grenzenlos. Man sagt wohl nicht zuviel, wenn man behauptet, daß Eckener mit seinem Z. R. 3 ganz wesentlich mit dazu beigetragen hat, die stickige Atmosphäre der Kriegsoerhetzung, die noch lange Jahre nach dem Verhallen des letzten Kanonenschusses über Amerika lag und sich bei der Wiederanknüpfung unserer Beziehungen zu dem mächtigsten Staat des Kontinents am anderen Ufer des Atlantik störend bemerkbar machte, zu beseitigen. Wir wollen in diesem Zusammenhang, nicht vergessen, daß Hermann Köhl und H ü n e f e l d das ihrige dazu beigetragen haben, um Deutschland dem amerikanischen Volke wieder näherbringen und es zu veranlassen, uns mit anderen Augen zu betrachten, als es das durch die Jahre der Kriegs- und Nachkriegszeit unter der Einwirlung einer maßlosen und alles in den Schatten stellenden Hetzpropaganda der Alliierten tze- wohnt war. Und letzt schwebt ein neues Zeppelin- luftschiff, der „Graf Zeppelin", über dem Ozean, her, frei und unbehindert durch irgendwelche Bestimmungen des Versailler Diktatvertrages, der amerikanischen Nation die Grüße des deutschen Volkes überbringen und Zeugnis davon ablegen wird, daß trotz unserer Not und unserer Bedrängnis, trotz aller finanziellen Lasten, Bedrückungen durch fremde Truppen, Quälereien unserer Volksgenossen jenseits unserer Grenzen und entwürdigender Behandlung durch unsere Nachbarn wir den Mut nicht verlor en haben, uns durch eisernen Fleiß und unermüdliche Ausdauer den uns gebührenden Platz unter den Völkern des Erdballs zurückzuerobern. Leber Irankreich und Spanien. , Schlechte Nachrichtenübermittelung inFrankreich - Auf die afrikanifcheKüste zu Berlin, 12. Oktober. (IBXB. Funkspruch.) Seit das Luftschiff „Graf Zeppelin" gestern vormittag gegen 9.45 Uhr die französische Grenze bei B e l - fort überflogen hat. sind die Nachrichten über den Jlug des Luftschiffes außerordentlich spärlich. Die französischen Funkstationen sind mit dem HJeiler- geben von Nachrichten äußerst zurückhaltend, so daß auch über Paris kaum neuere Mitteilungen über den verbleib des Luftschiffes zu erhalten waren. Es scheint dies seltsame verhalten auf eine wenig freundliche Gesinnung in gewissen französischen Kreisen gegenüber den deutschen Ozeanslug zurückzuführen zu sein. Heber diese Angelegenheit dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Am Donnerstag gegen 2 Ahr mittags erhielten wir über Paris die Meldung, daß das Luftschiff über dem Militärflugplatz von Lyon in Richtung auf Marse i 11 e gesichtet sei. Die Annahme, daß es seinen Kurs ändern würde und auf die Gironde-Mündung zusteuere. hat sich nicht bestätigt. Das Luftschiff passierte um 2.05 Ahr französischer Zeit W 0 nts - l i m a r in 300 Meter höhe, wurde kurz nach 16 Ahr über Marseille gesichtet. Der Flug ging dann über das Rh6nedelta und die Bucht von Lette auf B a r c e 10 n a zu, das um 9.59 Hhr deutscher Zeit überflogen wurde. Aus Nachrichten der Flugleitung ergab sich, daß das Luftschiff Gegenwinde zu überwinden hatte, und eine Fahrtgeschwindigkeit von 80 Kilometer in der Stunde hatte. Der „Graf Zeppelin" hat dann am Donnerstagabend 23.40 Hhr Ca Helion de la Plana an der Ostküste Spaniens zwischen Tarragona und Valencia überflogen. Bis Mitternacht ist es trotz aller Anstrengungen keiner spanischen Funkstation gelungen, mit dem Luftschiff Verbindung zu bekommen, da diese die Rufzeichen seiner Funkstation vorher nicht mitgeteilt hatte. Die stärkste Funkstation Spaniens in La (Koruna an der Rordreestkuste arbeitete eifrig daran, eine Verbindung herzustellen. Alle militärischen Funkstationen hotten Vorkehrungen getroffen, dem Luftschiff die letzten Wettermeldungen mitzuteilen, für den Fall, daß sie die Verbindung für ihn Herstellen können. heute früh um 5 Hhr überflog der „Graf Zeppelin" den Hasen von Gibraltar. Er befindet sich jetzt über dem Ozean. Der Kurs ging an der afrikanischen Rordreestküste entlang. | Lieber dem Ozean mit Kurs auf Madeira. Schlechtes Wetter. —Lange Fahrt. Friedrichshafen, 12.DEL (WTB. Funkspruch.) Die Wetterlage über dem ganzen Rord- atlantik ist nach den Wetterberichten, die bis jetzt hier vorliegen, äußer st schlecht — von den englischen Küstenstationen werden neue Sturmwarnungen an die Dampfer gegeben. Die Wind- scheide liegt zwischen dem 35. Grad. Die Windstärke auf den Azoren wird mit 7, weiter nördlich mit 10 angegeben, was also durchschnittlich 30 Stundenkilometer entsprechen würde. Sonach ist das Luftschiff mit allerhöchstens 100 Stundenkilometer unterwegs, der „Z. R. 3“ war um die gleiche Zeit, die jetzt der „Graf Zeppelin" bis zur Erreichung der Straße von Gibraltar benötigt hat, schon über den Azoren. Die Wetterlage ist also äußer st schlecht. Man rechnet auch weiterhin mit schweren Stürmen. Die hiesige Funkstation hat dem „Graf Zeppelin" bis heute morgen 7 Hhr gehört, der Standort konnte aber nicht ermittelt werden. Das Schiff nimmt jetzt keine Wettermeldungen mehr an. Auf der Funkwelle der Werft war heute Nacht das Motoren- geräufchderPropellerdes „Graf Zeppelin" so stark zu hören, wie man es in der letzten Zeit bei den Manövern übet dem Werftgelände zu vernehmen gewöhnt war. Man rechnet mit einer Fahrtdauer von 100 Stunden und glaubt, daß das Schiff über 2000 Kilometer mehr zur Zurücklegung der Strecke über den Atlantik braucht, als der I. R. 3 und somit etwa 10 000 Kilometer in südlicher Richtung bis zur Erreichung der amerikanischen Küste braucht, um von dort aus nördlich nach Reu- york zu fahren. Die hier angenommen wird, wird das Luftschiff wahrscheinlich versuchen, unter dem 35. Grad M a - deira anzufliegen, um so Ostwind in den Rücken zu bekommen. Nach den neuesten Wetter- nachrichlen, die auf der Werst vorliegen, ist ein lief bei England zu verzeichnen, das bei westlichen Winden bis 3um 3 5. Grad herunterdringt, die bis zu den Azoren reichen. In der Gegend unter dem 35. Grad, die jetzt das Luftschiff „Graf Zeppelin" passiert, müssen, nach den Wetterberichten, östliche Winde Kerrschen, so daß man hier damit rechnet, daß tr Schiff bei einer normalen Geschwindigkeit von IGO Stundenkilometer etwa zwischen 5 und 6 Hhr heute Nachmittag Madeira an steuern wird, gleichzeitig, um eine bessere Orfsbeffimmung zu haben und eben'alls um mit den Dampfern, die auf dieser Linie nach Südamerika fahren, in Funkverbindung zu treten. Die Funkanlage der Werft selbst hat auch bei der jetzigen Wetterlage keine Möglichkeit, mit dem Schiss in Verbindung zu treten. Bon einem englischen Dampfer gesichtet. London, 12. Oki. (TH. Eigner Drahtbericht.) Rach einet in Reuyork eingegangenen Mitteilung der Radio-Eo. ist ein drahtloses Telegramm von dem britischen Dampfet „L y m e r i c" eingetroffen, wonach das Luftschiff „Graf Zeppelin" heute morgen 7 Grad westlicher Länge und 35 Grad nördlicher Breite in westlicher Richtung fliegend gesichtet wurde. Der neue Standort liegt führe e ft l i d) von Gibraltar, etwa 300 Kilometer südlich Eap 5t. Vincent. Diese Meldung wird durch folgende Nachricht bestätigt: Reuyork, 12. Oki. Rach einer Londoner Meldung erhielt die Western- Union eine Meldung aus h 0 rta auf den Azoren, daß „Graf Zeppelin" seinen Weg überMadeira nimmt. Unterstützung durch den amerikanischen Wetterdienst. Neuyork, 12. Oktober. (WTB. Funkspruch.) Das Washingtoner Wetterbureau erklärt, es seien gute Aussichten für eine Landung bei klarem Wetter vorhanden. Das Luftschiff werde westlich der Azoren mit der amerikanischen Funkstation A r l i n g t* n Verbindung aufnehmen köynen, die mit ihren Informationen von dem hiesigen Wetterbureau dem Luftschiff die weitere Ä) a h l des Kurses wesentlich erleichtern dürste. Man erwartet, daß sich der Aufenthalt des Luftschiffes in Lakehurst auf vier Tage ausdehnen wird, die bereits mit einem überreichen Programm ausgefüllt find. In Lakehurst werden jetzt 450 Matrosen für die Landungsmanöver in Bereitschaft gehalten. Sämtliche Funkstationen erhielten den Auftrag, die ausführlich st en Wettermeldungen von den transatlantischen Dampfern weiterzugeben, von denen über zwanzig den „Graf Zeppelin" sehen dürften. Das große Interesse für den Zeppelinslug kommt darin zum Ausdruck, daß alle Fortschritte des Fluges von den hiesigen Funkstationen sofort weitergegeben werden. Fachleute, wie Kommandant W i l e y , der Führer der „Los Angelos" und Kommandant Clark, der die Einbringung des „Graf Zeppelin" überwachen wird, sind von dem Erfolg des Zeppelinfluges überzeugt und führen aus, daß Dr. Eckener der bedeutendste Luftschifführer der Gegenwart sei. Höchste Spannung in Amerika. Empsangsvorbereitungcn in Lakehurst. Reuyork, 11. Oft. (£.11.) Die amerikanische Oeffentlichkeit steht restlos unter dem Eindruck des QImecilaflugcd des „Graf Zeppelin", hinter dem alle anderen Ereignisse in den Hintergrund treten. Die hiesigen Blätter überbieten sich gegenseitig mit Extraausga- b e n, in denen ausführlich der Flugverlauf geschildert wird. „Evening Post" bezeichnet in einem Leitartikel den Flug des Zeppelin als eines der größten Schauspiele des Jahrhunderts. Besonders groß Ist naturgemäß das Interesse in Lakehurst, wo sämtliche Hotels vollkommen überfüllt find. 3n der Luftschisfhalle wird geradezu fieberhaftge- arbeitet, um für die Ankunft des Zeppelins gerüstet zu fein. Die Absperrungslinie ist auf zehn Meilen im Umkreis erweitert worden. Man rechnet mit der Auffahrt von 200 000 Automobilen. Zahlreiche Filmleute sind bereits mit eigenen Flugzeugen in Lakehurst eingetroffen. 3m Flugzeughafen Lakehurst liegen viele Flugzeuge bereit, die dem Zeppelin entgegenfliegen wollen. Für Sitze in diesen Flugzeugen werden bereits Biesensummen geboten. Am Freitag treffen in Lakehurst weitere 130 Mann Marinetruppen aus Neuyork und Philadelphia ein. Für die Besatzung des Graf Zeppelin werden besondere Baracken bereitgehalten, während die Offiziere irn Offizierskasino untergebracht werden sollen. Zu dem offiziellen Empfang des Luftschiffes Der Zankapfel. Bon unserer Berliner Redaktion. Man hat uns wie den artigen Kinpern gern und viel erzählt von der Einigkeit, die angeblich innerhalb der Weimarer Koalition bestehl, und von den Erfolgen, die sie gerade deswegen mit ihrer vierjährigen Regierung in Preußen erzielt hat. Außerhalb der Koalition selbst ist davon nicht allzuviel gemerkt worden, konnte auch nicht gemerkt werden, weil die Mehrheit, auf die das Kabinett Braun sich stützte, viel zu klein war, als daß damit mehr als ein Lawieren möglich gewesen wäre. Run ist sie von zwei Stimmen auf ein knappes halbes Dutzend gestiegen, immer noch zu w e- n i g, als daß sich damit etwas anfangeu ließe. Aber auch mit der viel gerühmten Einigkeit ist es gar nicht so weit her. Sie war nut dadurch zu erreichen, daß alle Streitgegenstände peinlichst vermieden wurden, wo das nicht zu umgehen war, wie bei der Vertretung der preußischen Stimmen im* Reichsrat, fiel die Koalition schnöde auseinander. Gerade jetzt, wo bei den Verhandlungen mit der Volks- Partei eine innere Geschlofsenheit vom Standpunkt der Koalition aus doppelt wünschenswert wäre, um als Einheit der Volkspartei gegenüber treten zu können, zeigt sich die ganze Zerrissenheit dieses Regierungsgebildes, bei dem Streit um das Konkordat in ihrer Wirkung vermehrt noch dadurch, daß der Zankapfel nicht etwa von draußen her zwischen die drei Parteien geworfen wurde, sondern daß die Demokraten sich gezwungen gesehen haben, in der Notwehr gegen ihren eigenen Kultusminister eine Flucht in d i e Oeffentlichkeit anzutreten. Von demokratischer Seite werden dauernd Mitteilungen über den Inhalt des Konkordats lanciert, womit die Pressestelle der preußischen Regierung allmählich zur Verzweiflung gebracht wird, weil ihr so viel Ausflüchte, um an den Dingen vorbeizureden, auf die Dauer nicht mehr zu Gebote stehen. Es wird ja auch kaum zu bestreiten sein, daß der Kultusminister dem päpstlichen Nuntius sehr starke Konzessionen gemacht hat, daß er der Errichtung neuer Bistümer zuge- haben sich bereits Warinesekretär W i l b u r, die Admirale TH 0 f f e t f und Latimer sowie andere hohe amerikanische Offiziere, ferner der zur Zeit in Reuyork weilende englische Admiral Pollack angemeldet. Aus alten Windrichtungen eilen vollbesetzte Privatautomobile herbei. Die Automobile müssen etwa P/2 Kilometer von der Luftschisshallc in Lakehurst entfernt halten und die Automobilisten werden vom Startplatz in besonderen Aubomobil- omnibussen nach dem für die Zuschauer bestimmten Teil des Flugfeldes befördert. Das Rauchen ist in weitem Am kreise verboten. Für die Besichtigung des Zeppelins werden täglich bestimmte Stunden festgesetzt, und für die Besucher wird eine besondere Plattsorm errichtet, die eine bequeme Besichtigung der Gondeln des Luftschiffes gestattet. Die Hauptattraktion der in Ehikago ftatffinben- den Radioausstellung ist eine Rlinlatur-Rach- bildung des „Graf Zeppelin", die durch ihre auf Grund der Funkberichte geleiteten Bewegungen auf einer 40 Fuß hohen und breiten Karte den genauen verlauf der Amerikafahrt des deutschen Luftschiffes anzeigt. Bei dem Festessen, das die Deutsch-amerikanische Handelskammer in Reuyork am nächsten Dienstag zu Ehren der Besatzung des „Graf Zeppelin" geben wird, werden u. a. auch Bürgermeister Walker, Professor H 0 e h s ch, General Allen und als Vertreter des auf einer Wahlreise befindlichen Gouverneurs Smith, General Has - teil, Reden haften. -Krsn^Gchnelligkeitsrekord. Eine Erklärung Eckeners. Berlin. 12. Oft. ($11.) Das „B. T." veröffentlicht einen kurz vor der Abfahrt des „Graf Zeppelin" von Dr. Eckener verfaßten Artikel, in dem darauf hingewiesen wird, daß bei dem herrschenden Sturmwirbel, der mit seiner Wirkung bis südlich unter die Azoren kreist, das Luftschiff über eine Strecke von wenigstens 1530 Meilen mit einem durchschnittli:en Gegenwind von 35 bis 40 Meilen pro Stunde rechnet und mithin bei einer Eigengeschwindigkeit des Luftschiffes von rund 70 Meilen pro Stunde nur 30 b i s 35 Meilen vorankommen werde. Das Luftschiff würde also 40 bis 50 Stunden allein für die erste knappe Hälfte der Reise brauchen. Dr. Eckener weist weiter darauf hin. daß man bei der ersten Fahrt des „Graf Zeppelin" nicht Schnelligkeitsrekorde erwarten solle. stimmt hat, daß er bereit gewesen ist, den Einfluß des preußischen Staates bei der B e s e tz u n g der Höch st en kirchlichen Stellen wesentlich einschränken zu lassen und das er sich auch zu c.ner Formel verstand, die in das Konkordat Zusicherungen über die Errichtung von Konfes- sionsschulen hineinmauerten. An sich ist das Konkordat nun einmal alter diplomatischer Brauch. Wenn das neue Konkordat sich darauf beschränkte, der Entwicklung der letzten Jahrzehnte Rechnung zu tragen, also den früheren Vertrag der Gegenwart anzu passen, so würde es vermutlich ohne große Schwierigkeiten über die parlamentarische Bühne gehen; wenn auch gerade in der demokratischen Partei bis in die Minister hinein Strömungen vorhanden sind, die grundsätzlich jedes Konkordat ablehnen. Sozialdemokraten, Demokraten und Volkspartei aber — als Partei gesehen — sind wohl für ein Konkordat zu haben, machen ihre Stellung jedoch von dem Inhalt abhängig und lehnen jeden Der- zicht auf staatliche Hoheitsrechte ab. Gerade das aver ist es, was Pacelli gern mit nach Hause bringen möchte, um damit feine Kandidatur für den römischen Kardinalstaatssekretär zu begründen. Darum geht der Streit, trotz aller Koalitionstreue kristallisiert sich in Preußen eine Lage heraus, bei der das Zentrum isoliert ist, höchstens bei den Deutschnationalen Verständnis findet, während Demokraten und Sozialdemokraten den Anschauungen der Volkspartei sehr viel näherstehen. Womit aber noch keineswegs gesagt ist, daß deswegen die preußische Koalition in die Brüche zu gehen braucht, denn über der grundsätzlichen Politik steht immer noch die angewandte Parteipolitik, die bei der Verteilung der Ministerien unter die Parteien auf ihre Kosten kommen will. Becker dementiert. „Bedauerliche Indiskretion" seiner Partei- presse. Berlin, 11. Oft. Wie das PDZ.-Bureau erfährt. beruhen die Rachrichlen. die in der heutigen Berliner IRorgenpreffe („Possische Zeitung") über den mutmaßlichen Inhalt des preußischen Konkordates verbreitet worden sind, auf einer bedauerlichen Indiskretion. Hebrigens ist die 3n- Die Konkordatsfrage in Preußen. diskrelion insofern mißlungen, als die Zeilungs- Meldungen über das Konkordat im wesentlichen Teil unrichtig sind. Ls läßt sich, wie das VDZ.-Bureau weiter hört, bevor das 6 a b i - n c H sich noch nicht mit dem Konkordat beschäftigt hat, keine authentische Auskunft über den Inhalt geben. 3m übrigen steht auf der Tagesordnung der heutigen Kabinettssihung die Behandlung des Konkordats nicht. Ls kann höchstens sein, daß die Minister in persönlicher Besprechung sich mit der Materie beschäftigen. Oie Reformarbeii -er Länderkonferenz. Eine Anzahl Berichte fertiggestellt. Berlin 12. OIL (Priv. Tel.) Unter Bezugnahme auf das Zusammentreten des Ber- fassungsausschusses der Länderkvn- f e r e n z am 22. Oktober melden die Blätter, daß in der nächsten Woche Leitsätze des Reichsmini st eriu m-6 des Innern zur Reichsreform zu erwarten sind, mit denen sich dann auch das Reichskabinett zu beschäftigen haben wird. Der „Vorwärts" betont, das Reichsinnenministerium h rbe den dringenden Wunsch, die Arbeiten für die Reichsreform zu beschleunigen, und es teile diesen Wunsch mit der preußischen Regierung. An einzelnen Berichten liegen dem Ausschuß der Länderkonferenz vor: zwei grundlegende Berichte des preußischen Berichterstatters Ministerialdirektors Brecht sowie eine Darstellung des sächsischen Ministerialdireltors P v e h s ch - H e s f t e r. Auch die Ministerpräsidenten D o l z-Württemberg und Held-Bayern h ben Berichte vorgelegt. Ebenso haben sich die Reichsministerien an der Material- sammlung beteiligt Den Dorsitz im Ausschuß wird jetzt Reichslanzler Müller führen, während Reichsminister des Innern Se v e r i n g als stellvertretender Vorsitzender fungieren wird. In den Ausschuß sind außerdem neu eingetreten die Reichsminister von Guerard und Hilfe r d i n g sowie Reichsjustizminister Koch- Weser, dieser jedoch nicht kraft seiner Minister- eigenschast, sondern als Politiker, der in der Frage den. Reichsreform führend tätig gewesen ist. Schließlich ist noch der sozialdemokratische Ministerpräsident von Mecklenburg - Schwerin Schröder ein neues Mitglied des Ausschusses. Sozialdemokraten und Panzerkreuzer. Berlin, 12. Oft. Zu der gemeldeten Ankündigung des sozialdemokratischen Abgeordneten Wels auf dem Brandenburger Bezirkspartei- tag, dah die Sozialdemokratie demnächst dem Reichstage einen Antrag vorlegen werde: „Der Bau des Panzerkreuzers^ wird eingestellt", bemerkt der Sozialdem. Pressedienst: „Wann und in welcher Form ein derartiger Antrag dem Reichstag vorgelegt werden wird, ist Sache der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Aber dah ein derartiger Antrag kommt, und zwar bald kommt, ist unseres Erachtens so gut wie sicher." — Es unterliegt keinem Zweifel, dah ein derartiger Antrag der stärksten Regierungspartei auf den Bestand der ohnehin nur sehr losen Regierungskoalition wie eine Sprengbombe wirken mrird. Oer pariser preffeskandal. Der Hearstjournalist in Brüssel. Paris, 12. Oft. (TU.) Trotz eifriger Rachforschungen ist es der Pariser Polizei nicht gelungen, den amerikanischen Journalisten Horan aufzufinden. Er ist inzwischen im Automobil in Brüssel eingetroffen, hat sich zur amerikanischen Dots ch/i f 1 begeben, um seine Papiere in Ordnung zu bringen, weigerte -sich jedoch, irgendeine Erklärung abzugeben, um die Angelegenheit nicht noch schwieriger zu gestalten. Seinen Posten in Paris hat der bisherige Vertreter der Hearstpresse in Rom übernommen. Man glaubt zu wissen, daß die Rolle, die Horan bei der Entwendung des geheimen Dokuments spielte, eine q tt id er e war. als bisher angenommen wurde. Er soll sich nicht darauf beschränkt haben, das diplomatische Dokument nach Reuyork zu übermitteln. Das Verhör, dem er am Montag auf der Polizeipräfektur unterworfen wurde, soll nach Auskunft des Polizeipräfekten „zur Offenbarung der Wahrheit" geführt haben. Der Vorsitzende des analo-amerikan.schen Presseverbandes in Paris, CBiro, erklärte nach einer Besprechung mit dem Generalsekretär des Quai d'Orsay, Berthe l o t habe die schwere Verantwortung unterstrichen, die Horan dprch die Der- breitung eines vertraulichen Dokumentes auf sich geladen habe, habe aber Dird beauftragt, Horan sein Bedauern über die „wenig ritterliche A r t" auszusprechen, mit der er von der Polizei behandelt wurde. Gegenüber diesem angeblichen Ausspruch BerthelotS erklärt der Pariser Polizeipräfekt, wenn der Generalsekretär des Außenamtes sein Bedauern ausgesprochen habe, so könne es sich nur um einen reinen Höflichk eits- a k t und keineswegs eine Würdigung des Pariser Polizeipräfekten handeln. Die Polizeibeamten hätten nur di e Weisung des Präfekten befolgt, um die Wahrheit an den Tag zu bringen. Für seine Anordnungen übernehme er die volle Verantwortung. Daß Horans Verhalten nicht in allen Teilen einwandfrei gewesen sein mag, scheint daraus hervorSchwierige Verguugsarbeikll in Prag. 33 Tote geborgen. — Keine Hoffnung auf Rettung für die Verschütteten. Prag, 11. Oft (WB.) Die Aufräumungs- arbeiten in dem Trümmerfeld des eingestürzten Detonhauses am Poric werden unter Beteiligung von fünf Regimentern irr unvermindertem Tempo fortgesetzL Die Arbeiten in dem in die Tiefe getriebenen Schacht sind äußerst schwierig und können nur unter Verwendung von Sauerstoffapparaten durchgeführt werden. Die an diesem Teile der Rettungsar- beiten beteiligten Arbeiter behaupten, in dem Kellergeschoß Leichenteile gesehen zu haben. Die Klopfsignale, die man gestern abend zu hören geglaubt hat, beruhten, wie man heute annimmt, auf Sinnestäuschung. Auch heute mittag glaubte man, aus einer Tiefe von vier Metern Hilferufe zu vernehmen. Die Arbeiten wurden sofort eingestellt, doch konnte man trotz angestrengtester Aufmerksamkeit keine weiteren Rufe mehr Horen. Fachleute sind auch der Meinung, daß jede Hoffnung, jetzt und späterhin noch Lebende zu bergen, auf- gegeben werden müssen da die Verschütteten, wenn sie nicht von den Trümmermassen erschlagen wurden, inzwischen den Erstickungstod gesunden haben müssen. Mit dem Fortschreiten der Aufräumungsarbeiten erhöht sich auch die Zahl der geborgenen Leichen: sie ist in den heutigen Abendstunden bereits auf über 33 gestiegen. Rach Abtragung einer Betondecke wurde auch die Leiche des Baumeisters Pulzmann gefunden. Die Beerdigung der Opfer der Katastrophe findet Sonntag a uf Kosten der Gemeinde Prag statt. Gegen 2 Uhr nachmittags ist wieder ein Teil des Kellergewölbes abgedeckt worden und zwei Manner wurden in den Keller hinabgelas en. Sie kamen jedoch zurück, ohne Menschen gefunden zu haben. Roch im Laufe der Rächt hofft man, den 25 Meter hohen Aufzugsturm abgetragen zu haben. Man muh damit rechnen, daß die Ausräumungsarbeiten noch mehrere Tage dauern werden. Gin neuer Hauseinsturz in Prag. Prag, 12. Oft. (WB.) Die Polifeikorrespondenz feilt mit, daß kurz vor Mitternacht in Lieben, einem Stadtteil Prags, die hälfteeines Reubaues samt dem Gerüst eingestürzt ist. Es handelt sich um einen zwei- bis dreistöckigen Ziegelbau. Die Schuttmassen fielen auf die Bürgersteige. Menschenleben sind voraussichtlich nicht zu beklagen. Feuerwehren und Sanitätsmannschaften mit Scheinwerfern befinden sich an der Unglücksstelle. Braud im Berliner Warenhaus Tietz. Kurzschluß im Schaufenster.—Eine Panik vermieden.—Erfolgreiche Löscharbeiten Berlin, 11. Oktober. (WB.) heute mittag gegen 1.30 Uhr entstand in den Schaufenstern des Warenhauses Tietz in der Leipziger Straße infolge Kurzschlusses der Beleuchtungsanlage ein Brand, bei dem in ganz kurzer Zeit acht Schaufenster und die dahinterliegenden Verkaufsräume in etroa fedjs 2Heter liefe aus- brannten. Da bei Branden in Warenhäusern Grohfeuer gemeldet wird, eilten zehn Züge der Feuerwehr herbei. Die hitzeentwicklung und die Verqualmung im Innern des Erdgeschosses waren rasch so stark geworden, daß die Sappeure der Feuerwehren nur mit Rauchschuhanzügen vorgehen konnten. Es gelang aber in kurzer Zeit, das Feuer abzulöschen. Publikum und Personal hatten unter Leitung der Feuerwehr i n größter Ruhe das Haus verlassen. Die Polizei ergriff umfangreiche Absperrungsmaß- nahmen und leitete den Verkehr der Leipziger Straße um, fo dah diese Hauptverkehrsader der 3nnenf(abL die sonst um diese Zelt ungefüllt mit Fahrzeugen ist, auf dem an der Brandstelle liegenden Stück ausgestorben war. Heber den Brand, der angesichts des rasche Umsichgreifens der Flammen leicht zu einer gewaltigen Katastrophe hätte werden können, werden noch folgende interessante Einzelheiten bekannt: Das Warenhaus Tietz in der Leipziger Straße httte angesichts der bevorstehenden Woche „Berlin im Licht" besondere Vorbereitungen getroffen, um in seinen Auslagen und an der Front des Gebäudes sich dem Charakter der Lichtwoche anzupassen. Am Donnerstag vormittag waren Monteure beschäftigt, in den fünf Schaufenstern, die zwischen den beiden Haupteingängen in der Leipziger Straße liegen, Beleuchtungskörper zu montieren und neue Kabel zu legen. Bei dcesen Arbeiten ist, wie mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, durch einen unglücklichen Zufall ein Kurzschluß entstanden. 3n einem der Schaufenster entstand, ohne daß die Verkäufer an den Ladentischen dahinter einen Brandgeruch wahrgenommen hätten, plötzlich eine Stichflamme, die die ausgestellten Triko- tagen in Brand setzte. 3n wenigen Sekunden war das Schaufenster ein Flammenmeer, und das Feuer griff rechts und links mit unheimlicher Schnelligkeit auf die anderen Warenauslagen über. Bevor man noch recht begriffen hatte, was eigentlich sich ereignete, platzten die riefigen Schaufensterscheiben, und durch den Luftzug, der so entstand, wurde die Glut vollends angefacht, zehn bis zwölf Meter hohe Stichflammen schlugen vom parterre in die erste Etage, in das Hutlager, hinein. Sv groß war die Wucht der Flammen, daß die sogenannten Brandgard inen etwa 50Zentimeter breite Scheiben aus Drahtglas, die unter der Decke der ersten Etage senkrecht angebracht sind, die Stichflammen nicht auffangen konnten. Das Feuer schlug vielmehr schräg in die Räume der ersten Etage hinein, setzte die Holzverschalung der Pfeiler teilweise in Brand, während die leichten Tüllgardinen merkwürdigerweise unbeschädigt blieben, suchte in die Kanäle einzudringen, durch die die Heizungsrohre laufen und sengte hier und da in der ersten Etage die Waren an, Im Erdgeschoß brannten die Auslagen lichterloh, und QJerfäufer*und Publikum stürzten schleunigst zu den Ausgängen, die nach der Krausenstraße hinausführen, und brachten sich in Sicherheit. In der ersten Etage, wo sich mehr Käufer befanden als im Erdgeschoß, gelang es den männlichen Angestellten, die Käufer zu den Ausgängen zu führen, die in die Krausenstraße münden, so daß in etwa fünf Minuten die obere Etage geräumt Ebenso ruhig verließ das Publikum in den dritten und vierten Etage, besonders in dem zur Mittagszeit sehr gut besetzten Restaurant, das Warenhaus, und, erfreulicherweise, ist weder ein Käufer noch ein Angestellter verletzt wordeii. Etwa sieben Minuten nach Ausbruch des Brandes waren die ersten drei Löschzüge zur Stelle, und wenige Minuten später rückten weitere sieben Löfchzüge an. In verhältnismäßig kurzer Zeit war jede Gefahr beseitigt. Beethoven-Abend. Klavierkonzert Lydia Hoffmann-Behrendt Die Klavierkomposition hatte durch Beethoven eine neue Richtung gewiesen bekommen durch seine eigene ausübende oianistische Tätigkeit und durch das Ringen seiner Phantasie nach Äusdrucks- fähigkeit des Klaviertones. Solange seine Phantasie noch durch das Klavier Anregung erhält, schafft er für dieses Instrument. Als er seine Ausdrucksskala hier nicht mehr befriedigt sieht, wendet er sich anderen Klangkörpern zu. Richt zum mindesten hat gerade sein beginnendes Gehörleiden seins ausübende Tätigkeit frühzeitig beschränkt und durch dieses unglückliche Geschick wird die bis dahin allgemein gültige Vereinigung zwischen Komponisten und Virtuosen aufgehoben. Der Schaffende für das Klavier nimmt nun keine Rücksicht mehr auf den Erfolg des Virtuosen in seiner Person vor dem Publikum. Rur das Rein-Geistige, Klangliche treibt ihn zu neuen Werken. Diese neuen Werke sind auf anderem Grunde erwachsen als die damals in Wien geübte klavieri- stifcke Praxis. Richt das Geglättete, Zärtliche, Galant-Graziöse, Bravouröse ist bestimmend für feinen Klavierstil, sondern die Energie des Impulses, der mit Kraft hervorbricht, mit der Fülle des Klanges und dem in der Kantilene sich ausschwingenden inneren Erregtsein. Die Reihe der Instrumente, die er in seinem Leben benutzt hat, bezeugt ein Suchen nach einem anderen Klangideal, als es der Wiener Instrumentenbau ihm geben konnte. So bezeugt R e i ch a r d t im Jahre 1809, daß der nach Wien Übergesiedelte Klavierbauer Andreas Streicher (Schillers Jugendfreund) „das Weiche, zu leicht Nachgebende und prallend Rollende der anderen Wiener Instrumente verlassen und auf Beethovens Rat und Begehren seinen Instrumenten mehr Gegenhaltendes, Elastisches gegeben hat, damit der Virtuose, der mit Kraft und Bedeutung vorträgt, das Instrument zum Anhalten und Tragen, zu den feinen Drucken und Abzügen mehr in seiner Gewalt hat. Er hat dadurch seinen Instrumenten einen größeren und mannigfaltigeren Cha- ratter verschafft, so daß sie jeden Virtuosen, der nicht bloß das Leichtglänzende in der Spielart sucht, mehr als jedes andere Instrument befriedigen müssen." Das Ringen nach seelischem Ausdruck und Farbe des Klanges läßt Beethoven eine neue Technik finden, die von Zeitgenossen oftmals als rauh und hart, ja, sogar als nicht schulgerecht und nicht pianistisch angesehen wird, die ihm aber andererseits den Ruf als „Herrn des Klaviers viels" einträgt. Bei ihm ist nicht das Instrument das Anregende zum Schaffen, sondern die Weite feiner Phantasie stellt immer größere Anforderungen an das Instrument: sein Klavierspiel selbst findet die eigentlichste Aeußerung in der freien Improvisation. Diele Gabe des Meisters ist es, die ihn anmaßende Gegner aus dem Felde schlagen läßt. Bei einem solchen Wettspiel mitStei - beit nimmt Beethoven aus einem soeben gespielten Steibeltschen Quintett die Cellostimme vom Pult, stellt sie verkehrt vo sich auf »uni) läßt aus einigen, an sich wenig bedeutsamen Roten ein Thema erstehen, das sich in der Improvisation ausbreitet, so daß Steibelt heimlich den Saal verläßt und ihm nie wieder entgegentritt. Als ein Muster der von Beethoven geübten Art der Improvisation kann nach der Angabe Czernys die auch hier gehörte Fantasie (op. 77) gelten, mit ihrer Erregung und dem Sammeln des Anfangs, ihrem Werden und Gipfeln in dem H=Dur=Ieil. Aus solcher intensiven Improvisation erwächst auch das Finale der b-Moll-Sonate (op. 57), Als der Meister die Eroica-Variationen im Freundeskreise spielt, phantasiert er noch zwei Stunden über dasselbe Thema. Diese Sonderart des Klavierschaffens bei Beethoven stellt darum an den Wiedergebenden ganz besondere Aufgaben: spielerische Virtuosität wird ihm gegenüber versagen müssen, nur tief im Musikalischen fundierte Klangbildung wird den Weg zu ihm finden. Dafür zeugte der im Rahmen der Gießener Ferienkurse veranstaltete Klavierabend von Frau Lydia Hoffmann-Behrendt (Berlin), die wir schon gelegentlich der letzten Trioveranstaltung gegen Ende des vorigen Konzertwinters als Begleiterin kennenlernten und die nun als Solospielerin interessante Einblicke in ihr musikalisches Erleben ge- stattete. Bewunderungswürdig erscheint die rein technische Durchbildung dieser Pianistin. In dieser Hinsicht konnte man seine reinste Freude haben an dem ideal gelockerten Muskelspiel. Hier wurde, von keiner Hemmung eingeengt, Körperliches völlig in Klangliches umgesetzt: fast dröhnend wirkte sich ihr Fortissimo in dem leider nicht vollbesetzten Hause aus, ohne dagegen gestochene Klarheit in der Passage und schwebende Weichheit im Verklingen vermissen zu lassen. Wie weit ein Zurücktketen der Diskantpartie gegen die übervolle Baßregion in dem Instrument oder auch in der ungünstigen akustischen Raumwirkung (durch die vielen unbesetzten Plätze) begründet war, entzieht sich meiner Beurteilung. Was seinerzeit schon beim Vortrag des Reger-Trios sehr vorteilhaft auffiel, bestätigte sich auch diesmal wieder: die Fähigkeit der ft'om zertgeberin für die großzügige Durcharbeitung des architektonischen Aufbaues. Darin liegt die größte Stärke ihres musikalischen Könnens. Bei diesen Voraussetzungen wurden die Eroica-Variationen zum Höhepunkt der Veranstaltung. Was sie da an Feinheit in der Differenzierung im Klanglichen, an schar- fer Profilierung des Thematischen gab, wie sie das schwierige Werk aus der Fuge heraus sich zu klanglicher Apotheose erheben ließ, das war schlechthin vollendet. Im Nachschaffen der O-Moll-Fantasie, op. 77, wußte sie den Charakter der Improvisation zu wahren und gab so dem Werk die lebendige Frische in der Auswirkung. Der Sonate op. 10 Nr. 2 verlieh sie klangliche Eigenart, besonders im Alle- grctto; die burschikose Art des Finales hätte trotz des vorgeschriebenen Presto etwas Zurückhaltung in der Beschleunigung erfahren können. Die Sonate op. 57 (Appassionata) erfüllte sie mit Dämonik und treibendem Impuls in den Ecksätzen in großzügiger Weise. Dem Mittelsatz hätte man noch mehr Weichheit wünschen mögen. Diesem Werk wie auch dem Rondo a capriccio op. 1€9 („Die Wut über den verlorenen Groschen") hätte eine noch stärkere Hervorhebung artikulierender Momente zum Vorteil gereicht. Die Eindrücke des Abends in feiner Gesamtheit waren stark und nachhattend: man hatte das Emp- zugehen, daß der Vorstand der Vereinigung der englisch-amerikanischen Presse in Paris nach einer Untersuchung beschloß, Horan ausder Bereinigung auszuschließen. Der Vorstand ist der Ansicht, daß Horan oerschiedenllich Handlungen begangen hat, diederStandesehrezuwider- laufen. Aus aller Welt. Panik im Zirkus durch einen ausbrechenden Bär. Während einer Vorstellung eines Zirkus auf dem Hebbelplah in Dres den - E o 11 a wurde der Dompteur Georg Lark von einem großen braunen Bären angefallen. Mit Mühe konnte man ihn aus dem Dorfüh- rungskäfig hrrausschaffen, wobei noch mehrere andere Personen verletzt wurden. Dabei gelang es auch dem Bären aus dem Käfig zu entkommen, wodurch im Publikum eine Panik entstand. Das Tier wandte sich in den Pferdestall und fiel dort eine Zirkusreiterin an, die gleichfalls Verletzungen davontrug. Schließlich mußte der Bär durch das herbeigerufene Tleberfallkommando erschossen werden. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus geschafft. Der Zustand des Dompteurs soll ernst sein. Drei Todesopfer eines Brandunglücks. In Artern (Hnftrut) brach im Hause des Uhrmachers Bonn aus noch unbekannten Grün-: den Feuer aus. Vorübergehende, die in das Haus j eindrangen, fanden im Dachgeschoß den mit Brandwunden bedeckten sechsjährigen.. Sohn des Bonn, der noch in der Rächt seinen Verletzungen erlegen ist. Als man später in die verqualmte Küche Vordringen konnte, fand man auf dem niedergebrannten Sofa die halb- verkohlte Frau Bonn, die ihr ebenfalls totes dreijähriges Töchterchen im Arm hielt. Die Wetterlage -Rüst- •Seydlst .NWdoyan. Thorjh. -Aberdeen- La Coruna Donnerstag, d. 11. Oki 1928,7haDds. IpWofXentos.O neuer sj p. J. MOBS SEIFEN-9 PARFÜMERIEFAßPIK giessen « Stadtvertreter bei Kolonialwaren-, Delikotess.- it. Mol- kereiproduktengeschäst. beit, eingesührt, zur vrovisionSweisen Piitnahrne von Emmentaler nnd Tilsiter in Schacht, u. Blocks v. leistungvf. Fabrik gesucht. Meld. m.Reserenzen unt. Mr. 289 an Ann.-Exp. DAO, Hannheim-Käfertal. . 9 1K) V> Sonntag, 14. CiL, 1' , Ubr: Sandballspiel gegen iX)03D M. - Gew. - Komv. d. I. R. 15. Vormittags: Fußballspiele der Jugend mflintidiaitcu. «eil- unö IßhrlM Gietze« n. Umoeöuug, e. V. Girtze» Somstag, den 13. Oktober, findet die diesjährige erste Jagd statt. Treffpunkt: VolkSballc 15 Ubr pünktlich. Halali: Eulenkopf. (9017D Ter Vorstand. Kar morgen Samstag und Sonntag: Das hervorragende erstklassige Doppel-Programm Dieser Jackie-Coogan-Film ist der neueste und beste aller Jackie-Coogan-Filme coosam Die neneslen Taßesbericöte aus aller Well vervollständigen diesen hervorragenden Spielplan Von 9 Uhr an Wellfleisch und Rippchen mit Kraut, Schlachtplatten Sonntag, den 14. Oktober: -gemtl. Tam Damenfrisieren Shampoonierenmit prima Ondulation Bubikopf-Schneiden Lichtspielhaus / Bahnhof str. 34 / ^°° Gelegenheitskauf Aus einer Liquidationsmaffe stelle ich u. a. taDn9nr|l Neuen Gut möbl. Zimmer • DldllUI ßäne 22 an fol. Dauerm. sof. Senn. mBbl. Zimmer, zu vermieten 07191 oute Küche. Tel. 1085. Vabnbosstr. 22 11. Sommer- prossen auch i. den hartnäckigsten Fällen werden in einigen Tagen unter Garantie durch da» echte unichädl. TeiutverschönerungSmttel „VcnuS"Stärke L tges. gesch.» beseitigt. Preis 2.75 Mk. Keine Schälkur. 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Wir geben hier selbstverständlich nur ein Referat und verzichten (schon aus räumlichen Gründen) auf eine verlockende Auseinandersetzung, die im Handumdrehen über etliche Spalten nicht vorhand:nen Raumes führen würde. Es kommt aber hier nicht so sehr auf die Cinzel- wertung an (über Max Mohr und Lauckner, auch über Sternheim z. 2. hegen wir eine abweichende Auffassung) — sondern auf ein Gesamtbild, auf eine Lieber icht. auf eine sachliche Verständigung: wenn der Vortrag in diesem Sinne ausklärend und anregend gewirkt und die Zuhörer theaterfreudig gestimmt hat, dann hat er seinen Zweck erfüllt. Der Besuch war ausgezeichnet, und man dankte mögens in deutscher und österrerchi- scher Kriegsanleihe angelegt hatte. Dazu kam die Abfindung mit dem Staate Braunschweig, die es denr Herzog nicht ermöglichte, alle ihm nach dem Testamente seines Vaters überkommenen Verpflichtungen -Überfüllen. Da der Versuch, mit der gegenwärtigen preußischen Regierung zu einer Regelung der strittigen Vermögensfrage zu kommen, zu keinem Ergebnis führte; so muhten die für die Finanzverwaltung des Hauses Braunschweig-Lüneburg verantwortlichen Männer sich mit dem Gedanken des Verkaufs des Welsenschahes mehr und mehr beschäftigen; ihre erste Handlung war nun, etwa im Sommer 1927 an zuständige Stellen des Reiches heranzutreten, um diese für den Ankauf zu interessieren. Weiter ist dann auch sofort versucht worden, mit dem preußischen Staatsministerium über die Angelegenheit zu verhandeln. Auf ein diesbezügliches Schreiben wurde geantwortet, daß die preußische Staatsregierung der Anregung keine Folge geben könne. Auch bei den entsprechenden Reichsstellen zeigte sich keine Geneigtheit zum Anlauf des «Schatzes eventuell in Gemeinschaft mit Oesterreich. schahes befinden sich in Museumsbesitz, denen sie auf Grund von Leihverträgen überlassen worden sind. Die wertvollsten Stücke sind aber vom Herzog von Braunschweig nach der Schweiz geschafft worden, wo bereits Verkaufsverhandlungen eingeleitet worden find. Run veröffentlicht bie „Hannoversche Landes- zeitung" umfangreiches auchrntisches Tatsachenmaterial, durch das nachgewiesen wird, daß der Herzog zu Braunschweig und Lüneburg seit dem Sommer des Jahres 1 9 2 7 bemüh t gewesen ist, Reichund Preußen für den Ankauf des Welsenschahes zu interessieren, um chn dem Daterlande zu erhalten, ohne daß den ernstlichen Bemühungen irgendein Erfolg beschieden gewesen sei. In dem Aufsatz wi-rd einleitend dorgetan, wie sehr sich die Desihverhält- nisse des welsischen Fürstenhauses im Vergleich zu früher zu ihrem Llngunsten verändert haben, teils durch die niemals aufgehobene. 1866 erfolgte Beschlagnahme des Privatvermögens des Königs Georg V., des letzten Herrschers von Hannover, teils durch die Inflation, da der verstorbene Herzog von Cumberland einen erheblichen Teil seines ihm verbliebenen Der- gestellt: Tor: Kreß (Rot Weiß Frankfurt); Bert.: (Germania Brötzingin), Engelhardt Um den Welfenschah. Soll eine kostbare deutsche Kunstsammlung ins Ausland gehen? Seit einigen Tagen ist die Oesfentlichkeit darüber beunruhigt, daß der im Besitz des Herzogs von Braunschweig befindliche Welfenschah nach Amerika verkauft werden soll und somit Deutschland verloren geht. Lieber das Wesen dieses Welfen- schatzes sind eine ganze Reihe irriger Meinungen in Umlauf, so daß es angebracht erscheint, einmal darzulegen, um was es sich bei diesem Schah eigentlich handelt. Der Welfenschah ist einer der bedeutendsten Kunstgewerbe- schätze aus romanischer Zeit, der in der Lleberzahl aus kostbaren Reliquien besteht, die Heinrich der Löwe von seinen Pilgerfahrten mitgebracht haben soll, die dann zunächst im Braunschweiger Dorn ausbewahrt wurden und nach manchen «Besitzveränderungen zuletzt in der «Schlohiirche zu Hannover untergebracht wurden. Der «Schatz, dessen wertvollste Bestände wie gesagt aus Reliquien, die in Silber gefaßt sind, bestehen, wurde bei der Auseinandersetzung zwischen dem hannoverschen Königshaus und Preußen im Jahre 1867 dem Hause Cumberland als Privatbesitz zugesprochen. Das Haus Cumberland veranlaßte noch im selben Jahre seine Uebersührung nach Wien und hier hat er dann bis zum Zusammenbruch der österreichischen Monarchie im Wiener Kunstgewerbe- museum Aufstellung gefunden und bildete dort einen der Hauptanziehungspunkte. Rach dem Zusammenbruch der Monarchie in Oesterreich wurde der Schatz dann von dein Haus Cumberland auf sein «Schloß Gmunden gebracht. Inzwischen sind eine ganze Reihe der Kunst- gegenstände aber nach den verschiedensten Seiten abgewandert. So befindet sich die berühmte goldene Tafel von Lüneburg gegenwärtig noch im hannoverschen Provinzialmuseum, dem es der braunschweigische Herzog leihweise überlassen hat. Auch eine Reihe anderer Kunstschähe des Welfentmischen Arbeiterschaft eine wenig günstige. Das hat sich während Irigoyens erster Präsidentschaft umü später sehr geändert. Die Lage der Arbeiter ist wesentlich besser geworden. Irigoyen braucht daher nicht mehr einseitig für die Arbeiter einzutreten. Ich glaube, daß Irigoyen, der sich der Grenze nähert, die Gott gewöhnlich dem Leben eines Menschen gesetzt hat, sich in seiner neuen Präsidentschaft bemühen wird, Argentinien möglichst in die Höhe zu bringen, um so der Gesamtheit seines Volkes zu dienen und der Mit- und Rachwelt den Beweis zu erbringen, daß er ein Mehrer und Förderer seines Landes gewesen ist. Getragen vom Vertrauen seiner Mitbürger, das in seinem großen Wahlsiege seinen Ausdruck fand und wie schon gesagt, oh ne Bindungen, wird er bei seinem staatsmännischen Talent mit absoluter Gerechtigkeit gegen alle Klassen des Volkes regieren und damit das Gesamtwohl des Landes fördern. Es ist in dieser Hinsicht beachtenswert, daß auch aus Kreisen der Engländer, die Irigoyen gram waren, weil er uns nicht den Krieg erklärte und die großen englischen Gesellschaften wegen ihrer Liebergriffe manchmal scharf anfaßte, die Ansicht geäußert wird, er werde das Land gut regieren, und das fremde Kapital brauche keine Befürchtungen zu hegen. Ich halte das für mehr als eine captatio benevolentiae. Wir beglückwünschen am heutigen Tage das uns befreundete argentinische Volk dazu, daß es einen klugen und tatkräftigen Präsidenten erhält, um den es sich mit dem gleichen Vertrauen scharen kann, wie das deutsche Volk um seinen greisen, aber so rüstigen Hindenburg, der sich in seinen von höchstem Pflichtbewußtsein getragenen Entschließungen nur vom Wohle StB deutschen Volkes leiten läßt. Möge Argentinien unter Irigoyen wachsen, blühen und gedeihen und im Rate der Völker eine immer wichtigere Stellung einnehmen! Zolper und Schmitz (sämtüch Köln) nicht zur Verfügung stehen. Die westdeutsche Pokalelf wi d in Stettin wie folgt antreten: Tor: Pesch (Düsseldorf); Vert.: Weber (Kassel), Wieden- busch (Essen); Läufer: Müller (Düsseldori). Flick (Duisburg), Winkler (Altenessen); Stürmer: Albrecht (Düsseldorf), Czepan (Schalke), Schlosser (Barmen), Kuzarra (Schalke), Kreß (Kassel). Ersah: Henken (Essen) und Hoffmann (Altenessen). «Norddeutschland spiest g:gen Mittel- deuts chland in Leipzig in folgender Besetzung: Tor: Wentorf («Altona 92); Vert.: Beier, Risse (HSV.); Läufer: Lang (HSV.), Schütt (Hamburg), Johanns on (Harburg); S ür- mer: Voß (Holstein), Ritter (Holstein), Harder (HSV.), Widmayer (Holstein). Rave (HSV.). Für diese drei Vorrundenspiele wurden auch bereits die Schiedsrichter ernannt. Es leisen: Mitteldeutschland — Rorddeutschland i.i Leipzig Sackenreuther (Rürnberg), Süddeutschland gegen Südostdeutfchland in Frankfurt a. M. Gu - yenz (Esfrn), Westdeutschland — Baltenve.band in Stettin Di scher eit (Berlin). Deutsches Turn- und Sportabzeichen. Am nächsten Sonntagvormittag ist nochmals Gelegenheit geboten, die Prüfung für das Turn- und Sport-Abzeichen in Gruppe 5 (Radfahren) abzulegen. Beginn beim Schühenhaus. Xantippe an prodikos. Don Franz Blei. Aus dem demnächst bei Ernst Rowohlt, «Berlin, erscheinenden Essah-Buch „Himmlische und irdische Liebe in Frauenschicksalen". Ich sende die kleine Maad mit dieser Botschaft nach «Dir, o Prodikos weil ich weiß, daß Du um diese Zeit immer auf Der Agora bist, für «Dich und die Deinen mit Lektionengeben sorgend, anders als mein unseliger Mann, dieser Hans Rarr in allen Gassen, der nichts heimbr'.ngt als das Gelächter der Athener. Ich lasse Dich also wissen, daß «Du ihm, wenn Du ihn treffen solltest, sagst, daß ich einen Knaben geboren habe, gestern zur Stunde um Mittag. Ich bitte gerade Dich um diese Freundlichkeit, weil ich weiß, daß er Dich nicht leiden kann und darum keine Llnterhaltuna mit Dir über das Gemeldete anfangen und gleich zu mir kommen wird, die ich ihn seit drei Rächten erwarte. Ich armes Weib! Ich weiß wohl, daß In einer weiteren Gruppe erschienen nebeneinander Georg Kaiser und Carl Sternheim, — dm: Denkspieler und der Grandseigneur (Diebold). Bezeichnend für Sternheim: feine Wut auf den Bürger, seine eigenartige abgekürzte Dialektik, seine Distanzierung zur Kunst und zum Leben. Verdientermaßen wurde Kaisers überragende und verblüffend vielseitige dramatische Begabung gewürdigt. (Sein Wort: ein Drama schreiben heißt einen Gedanken zu Ende denken; Kaiser schrieb über 40 Stücke in 15 Jahren.) «Den Lieberblick beschloß ein Hinweis auf die einschlägige Citeratur: «Diebold, Bab, Svergel und «Arnold. In einem weiteren «Abschnitt des Vortrages: Llmschau auf der lebendigen Bühne aus der Perspektive des Dramaturgen. In fliegender Kürze wurde das Theater der Zeit überblickt; betrübliche (aber wohl z. T. schon überwundene) Mißstände hervorgelehrt: die dramaturgische Leere, die Herrschaft eines nicht immer sicheren Publikumsgeschmackes, die Freude am leichten, seichten, undichterischen Spiel. Auch die (internationale) Lage des zeitgenössischen Schauspielers wurde gestreift. Immerhin sind, wie bargelegt wurde, schon Reaktionserfcheinungen, beginnende Gesundung des lebendigen Theaters zu spüren. (Der Fall Piscatvr.) Lind bann: man fängt an, sich wieder auf sich selbst zu besinnen, es werden wieder deutsche «Dramatiker gespielt. Hoffnungsvolle junge Kräfte sind am Werk. Einer von diesen Unbekannten wird auch in Gießen aufgeführt werden: I. W. Guggenheim („«Das «Dorf von Frankfurt); Läu er: Knopf le (FSV. Goldammer (Eintracht Frankfurt). (Bayern München ; Stürmer: (Eintracht Frankfur ), Win.ler Worms). Krauß (Schvaben Aug.- I fahrt eingelegt werden soll, deren Führung noch I zu bestimmen bleibt. So steht also auf der Dortmunder Tagung ein reichhaltiges Programm zur Debatte, «sic wird ein weiterer ergänzender Stein in dem Mosaik des westdeutschen Wintersportes sein. IußbM-Zundespokalchorrunde. Der kommende Sonntag steht im Zeichen der Vorrunde um den Pokal des Deutschen Fußball-Bundes. Eüddeutschland hat für seinen inFrank- f u r t a. M. stattfindenden Kamps gegen Süd- o st de u t s ch l a n d nachstel.ende Mannschaft auf» der bisher nur als Erzähler bekannt und hier an das in letzter Zeit wieder lebhaft erörterte Kriegsproblem herangeht, mit dem sich auch der diesjährige Träger beä Kleistpreises auseinandersetzt. (Gerhard Menzel, „Toboggan".) Dom Theater der Zukunft erwartet der Dortra- gende eine neue Ethik, eine innere, geistige Festigung der schon heute im Vordergrund des literarischen Interesses stehenden Abenteurergestalt. In diesem Zusammenhang wurden einige wertvolle junge «Dramatiker besprochen, die in diesem Winter auch bei uns zu Wort kommen sollen: Iohst („Thomas Paine"), Zuckmayer („Schinder- Hannes"), «Alfred Reumann („Der Patriot") und Llnruh („Louis Ferdinand"). — er über mich nicht am besten redet, beliebt es ihm überhaupt, in seiner fernen Gesellschaft von mir zu sprechen. Sagt er mir es ja oft genug, er übe sich an mir, von den Menschen das Schlimmste auszuhalten. So treibt er seinen Spott mit mir armen Weibe, wo ich nichts sonst tue, als das Haus ihm besorgen, wie es mir zukvmmt und es meine Pflicht ist. Sagt er mir, er wolle mich besser machen, so frage ich einen, was soll eine Frau noch Besseres fein? Wie käme mir solches zu? Ich will nichts gegen fein Philosophieren sagen und schweig still, redet er mitunter, es fei ein Gott in ihm und könne er sich also nicht um Haus und Tag kümmern. Aber das Philosophieren ist eine «Sache, und das Kindergebären ist eine Sache. Lind nicht weniger. Wer weiß, wie weit es die Philosophie noch mit ihm bringen wird. Er hat es mit ihr nicht dazu gebracht, die Rot unseres armseligen Lebens zu lindern. Was tut er stolz, daß er für seine Kunst kein Geld nimmt wie ihr Sophisten, die ihr doch to-.i«3 ©ott mit all euren Reuiake'ten kurzweiliger seid als diese Tugendmahner! Was für ein Stolz, der nicht so stolz ist, die Rot von einem armen Weibe zu wenden! «Der böse Mann wird damit enden, daß er noch alle ärgert. Schon jetzt langweilt er die Leute dieser Stadt, die doch gewiß was übrig hat für die Schwätzer. Er hält den Schuster am Aermel fest, sagt ihm, daß er nichts wisse und weiß doch selber wahrhaftig gar nichts von einem Stiesel. Das dünkt mich kein rechtes Philosophieren, das nicht auch mit allem Kleinen und Gemeinen, das uns das Leben gibt, zurecht- kommt. «Das ist alles nur stolze Rederei eines Rarren. Ihr könnt so gut über alles reden, weil ihr allmitfamt Schelme seid. Ich liege nun da und die alte blinde Eunoha aus der Tischlergasse gibt mir das Kind an die Brust und kocht einen Sud dann. Lind denke, Ihr lauft herum auf den Straßen und schwätzt den Leuten die Köpfe voll. Wenn Ihr schon nicht närrisch seid, dann müht Ihr recht dumm fein. Lind wenn mein Mann mir armen Weibe im Kleinsten nichts helfen kann, was schon soll er dann gar denen Herren helfen, die doch sicher ein schwerer Leben haben als ich Arme im Haus winkel. Ich bitte dich, v Prodikos, sag es meinem Mann, wie es zu Hause mit mir ist, und daß er über den Wundern seines Geistes nicht das Wunder eines Heinen Kindes vergessen soll. Lebe wohl! Präludium zum westdeutschen Wintersport Rachdem vor wenigen Tagen im Sauerland die ersten Schneeflocken gefallen sind, bemüht sich die große westdeutsche Wintersport- Organifation, der Skiklub Sauerland, sein Programm für diesen Winter auszuarbeiten, um mit der Ausführung beginnen zu können, wenn der erste «Skischnee in Bälde fällt. Zu diesem Zwecke treffen sich die Ortsgruppen des Sti- klubs Sauerland am nächsten Samstag und Sonntag in Dortmund. Man wird dort zunächst auf die vorbereitende Sommertagung in Hilchenbach zurückgreifen, die sich recht ersprießlich gestalteten. 2. a. wurden da die Termine für Verbands- und Iugendwett- läuf e in den Januar 1929 verlegt und Willingen für den Verbandswettlauf und Winterberg für den Iugendwettlaus vorgesehen. Für die Dortmunder Tagung stehen aber noch eine Menge weiterer Fragen zur «Beantwortung, in deren Mittelpunkt die Lösung der Frage des Sonderzugwesens in Westdeutschland stehen wird. «Boraussetzung für die Einrichtung von Sonderzügen wird die zuverlässige Wetterdienst- vorhersage fein. In den letzten Jahren hat man diesen Punkt als einen recht wunden bezeichnet, und das mit Recht. Man versucht deshalb in diesem Jahve, einen s achlichen Wetterdienst vom Observatorium des Kahlen Astens zu bekommen. Außer diesen Punkten werden noch zahlreiche Beschlüsse zu fassen fein, die die sportliche Weiterbildung der Mitglieder des Skiklubs Sauerland gewährleisten sollen. Man wird mehr als bisher Wert auf die Zusammenziehung der Sportgruppen legen. Die schon im vorigen Jahre angeregte Fortbildung der Klubskllehrer wird man im Auge behalten. Dem neu zu wählenden Lehrwart wird die Aufgabe zufallen, die Mitglieder der Sportgruppen sowohl, wie auch die Klubskllehrer weiter zu entwickeln. Außerdem bildet die Ausbildung der «Anfänger eine wichtige Aufgabe, die man einem Verbands->Derü,s,kl hrer übertragen will. Die Wahl desselben steht noch offen. Vorgesehen sind für Dortmund weiter die Beschlüsse über alpine Ausfahrten der westdeutschen Skiläufer, wie sie jedes Jahr veranstaltet werden. Mr für dieses Jahr vorgesehene Fahrt im die Tauern wird nicht statt- ftnden können, weshalb eine andere große Aus- (Wormatia ____ , bürg), Müller (Wormatia Worms), Drück FSV. Frankfurt). Ersah: Schütt (Eintracht) und Eschenlohr (FSV. Frankfurt). Westdeutschland mus,te seine Mannschaft gegen den Baltenverband abermals ändern, da die ursprünglich aufgestellten Spieler Schröder, Itr.241 Zweites Blatt Hipolito Zn'goyen. Zum zweiten Male Präsident Argentiniens. Von Freiherrn von dem Bussche. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Heute, am 12.Oktober, tritt Dr. H ipolit o Irigoyen zum zweiten Male an die Spitze ber großen südamerikanischen Republik Argentinien, deren Präsident er bereits von 1916 bis 1922 war. Dor ihm hat nur der General Julio Roca den Präsidentensefsel zweimal angenommen, und zwar von 1880 bis 1886 und von 1898 bis 1904. «Diese zweite Präsidentschaft Rocas erlangte dadurch eine besondere Bedeutung, daß er den drohenden Krieg zwischen Chile und Argentinien durch ein Schiedsgericht zu verhindern wußte. Ich möchte annehmen, daß auch die zweite Präsidentschaft Irigoyens von großer Bedeutung für sein Land sein wird. Schon während ferner ersten Präsidentschaft hat Irigoyen sich das große Verdienst erworben, daß er gegen das Drängen unserer Feinde und eines großen «Dells seiner durch unsere Gegner beeinflußten Mitbürger im wohlverstandenen Interesse seines Landes Ar- gentinien aus dem Strudel des Welt- krieges heraushielt. Er hat dadurch seiner Heimat einen großen Dienst erwiesen und ihr einen bedeutenden wirtschaftlichen Vorsprung vor allen anderen südamerikanischen Ländern verschafft, denn der Handel Argentiniens ist weit größer als der aller anderen ibero-amerikanischen änder, Brasilien eingefchlossen. Mit Irigoyen tritt einManndesVolkes, der aus kleinen Verhältnissen stammt, an die Spitze Argentiniens. «Dem Lebensalter nach — er ist 76 Jahre alt — steht er dem deutschen Reichspräsidenten, Feldmarschall von Hindenburg, nur wenig nach. Er ist mit so überwältigender Mehrheit gewählt worden, daß er bei der großen, ihm durch die argentinische Verfassung gewährten Machtfülle, die in dieser Hinsicht der der Vereinigten Staaten von Amerlla ähnelt, alle seine klärte und Wünsche fast ohne Opposition durchsetzen tami. Dazu kommt, daß er bei seiner jetzigen Wahl frei von Versprechungen jeder Art ist, was bei ferner ersten Wahl nicht der Fall war. Eine gewisse Schwierigkeit besteht noch in der Zusammensetzung des Senats, aber dieser «Schwierigkeit wird Irigoyen bei seiner großen Geschicklichkeit, innerpolitische Probleme zu meistern, sicherlich Herr werden. Es ist anzunehmen, daß die Besuche, die zwischen dem jetzigen Präsidenten de Alvear und Irigoyen kurz nach der endgültig festgestellten Wahl des letzteren stattfanden, zu einer Art Versöhnung geführt haben, die sich auch im Senat fühlbar machen wird. Deutschland kann mit der Wahl Irigohens zufrieden fein. Er hat im Kriege durch die Aufrechterhaltung der Reutralität bewiesen, daß er sich nur von dem Wohle seines Landes leiten läßt und nicht gegen uns eingenommen ist. Er wird zweifellos auch während seiner neuen Präsidentschaft unparteiisch handeln. Auch für den Völkerbund scheint mir die Wahl Irigoyens für uns und die Welt im allgemeinen gute «Aussichten zu eröffnen. Auf seinen Befehl zog sich Argentinien 1920 von der aktiven Teilnahme am Völkerbunde zurück, weil er ein tiefes Gefühl für die damals keineswegs gewährleistete Gleichberechtigung aller Völker hatte. In der Hinsicht ist ja inzwischen manches besser geworden, aber viel bleibt noch zu tun übrig, und ich glaube, daß «Deutschland und Argeiitinien in der Hinsicht meist zusammengehen werden. Man hegt vielfach in Argentinien und im Auslande die Befürchtung, daß Hipolito Irigoyen, der nach seiner ersten Wahl, die er dem radikalen Elemente in «Argentinien verdankte, die unteren Klassen des Landes begünstigte, auch während feiner zweiten Präsidentschaft diese Begünstigung fortsetzen werde, und daß darunter der Handel und der Wohlstand des Landes leiden wurden. Ich kann diese Befürchtung nicht teilen. «Als Irigoyen zum ersten Male 1916 den Präsidentenstuhl bestieg, war die Lage der argen- Das moderns Theater. Borirag des Dramaturgen Dr. Ritter. In der Reihe der vom Goethebund gemeinsam mit dem Gießener Stadttheater veranstalteten dramaturgischen Vorträge sprach gestern abend im großen Hörsaal der Llniversität der «Dramaturg des Stadttheaters, Dr. Karl Ritter, über „Das moderne Theater", womit zugleich eine Einführung in den modernen literarischen Teil des Winterspic'lplmis unserer Bühne verbunden war. Es kam dem Vortragenden auf eine sachliche Orientierung über die derzeitige Lage des deutschen «Theaters und des deutschen «Dramas an. Er entwickelte in knappster Zusammenfassung und in ganz großen Linien ein «Stück Dramengeogra- Phie, eine Art „dramaturgischer Reliefkarte", auf der sich eine Anzahl' gewissermaßen landschaftlich unterschiedener «Dramatiker abheben läßt, die in Gruppen zufammengefaßt und kurz besprochen wurden. Da find z. D. die „Hörer nach innen“; eine schwerblütige, ernste und wichtige Gemeinschaft reiner «Dichter, zu der etwa der norddeutsche Barlach (auch als Plastiker bekannt), Deer-Hos- mann, Hofmannsthal und «21. Zweig zu zählen sind. Ihnen zu benachbarn wäre Werfel (mit dem „Spiegelmenschen"), Scholz, Stucken und der verstorbene Klabund. Cs gibt dann eine Reihe von «Dramatikern, die man gemeinsam behandeln und etwa als die „wütenden Zauberer der Seele" bezeichnen kann, meist einer jüngeren Generation angehörend als die zuvor Genannten, besessen vom genialen Glauben an sich selbst, an die eigene schöpferische Persönlichkeit. Hierher gehören u. a. Brecht, «Bronnen, Brust, Kokoschka, Kornfeld, Kasak, Gurk und Hanns Henny Iahnn. In der kurzen Charak- teriftÖ wurde Brecht als der Begabteste hervorgehoben und insbesondere Bronnen gegenüber- gestellt (mit dem er meist fälschlich zu sehr in einem Atem genannt wird). Eine fernere Gruppe von zeitgenössischen Autoren, auf weiter Ebene nebeneinander zu stellen und im wesentlichen vom Zentralgestirn des großen und einflußreichen Iren G. D. Shaw bestimmt: die naturalistischen Rationalisten. Ihnen wurden zugerechnet Hans 3. Rehfisch, Anger- maher, Feuchtwanger, «Max Mohr und Lauckner. Ä yabtt alt. W8u ertragen d- ErMsslelle Tieb. An,. 07193 Vereine abend 'M M VIL igtfeiteS. un irnSlug, 13. CIL abtnbe 8 Uhr: totbioihnüc. Mmrrvvncm lravvlitaMkittn, aiL> Dir Vori'ud. V.iB. DhIMI-M bemstaa nnchin. SU^WdoiiuL: Training. AMellung der Ar« banöseli. Eonotaa abend ! llbr: Treffounll sämMer l'cidrt- itbieten u. Sand' .aller im Vereins' zrV » ö Lonnlag.U.Lkl- r.Ubr: Sa-Mtz gegen «M M. > Gew.' öomv, b. io. WM etzs fA? ZußbALokalkämpse in Gießen. Am kommenden Sonntag stehen sich auf dem Waldsportplatz die Liga-, Ligareseroe und 3. Mannschaften der Spielvereinigung 19 00 und des V.f.B. im Kampf um die Punkte gegenüber. Das Ligaspiel, seiner Bedeutung nach von den drei Lokaltreffen das wichtigste, ist nach Lage der Verhältnisse als Vorentscheidung für die Stellung der beiden Vereine im Gau Gießen-Wetzlar anzusehen. Den Ausgang dieses bedeutungsvollen Spiels oorauszusagen, ist nicht möglich. Bei der Abwägung der Sieaesmöglichkeiten wäre es verkehrt, etwa der V. f. B. - E l f deshalb ein kleines Plus geben zu wollen, weil sie die Mehrzahl der letzten Privatspiele gegen die Spielvereinigung gewinnen konnte, da meistens nur knappe Resultate erzielt wurden und sich auch das Kräfteverhältnis inzwischen mehrfach verschoben hat. Eher ginge es an, den Leuten vom Waldsportplatz auf Grund chrer in den Punktspielen gegen Herborn und Dillenburg gezeigten Leistungen und erzielten Resultate, 6:0 bzw. 7:2 für V. f. B., etwas mehr Aussicht auf einen knappen Sieg zuzusprechen. Wohl hat die Liga der S p i e l o e r e i n i g u n g in der letzten Zeit durch Weggang einiger guter Spieler von ihrer Spielstärke eingebützt, vermochte jedoch diese Lücken durch kaum weniger guten Nachwuchs wieder auszufüllen und am Vorsonntag Frohnhausens Liga durch einen glatten 4:0°Sieg die Punkte abzunehmen. Was diese Elf jedoch von jeher in den Lokalspielen auszeichnete und sie zu einem außerordentlich starken Gegner machte, ist ihr ungewöhnlicher Kampfeseifer und Siegeswille. Angesichts der Bedeutung des Spiels werden beide Mannschaften naturgemäß in der stärkstmöglichsten Aufstellung ontreten. Im Interesse der Sportbewegung im allgemeinen und der beider Vereine im besonderen muß von jedem der 22 Spieler erwartet werden, daß er sich bei allen seinen Handlungen stets seiner Verantwortung der Sportbewegung gegenüber bewußt ist und ein in jeder Weise einwandfreies Spiel vorführt. Don kaum weniger großer Bedeutung ist das Treffen der Li gareservemann schäften. Daß auch in diesem beide Gegner in der besten Besetzung antreten, ist selbstverständlich. Hier könnte man eventuell geneigt sein, der Spiel- vereinigung einen Sieg, wenn auch nur einen ganz lnapven, zuzutrauen, da die D. f. B. - Elf in der letzten Zeit eine etwas unbeständige ■ Form aufweist. So konnte sie am Dorsonntag gegen Dillenburgs Reserve nicht sonderlich überzeugen. Dagegen erfocht die Mannschaft der Spielvereinigung am vergangenen Sonntag über die Ligare^erve Frohnhausen einen hohen 8:2 Sieg. Bei dem Spiel der dritten Mannschaften kann man mit ziemlicher Sicherheit der Plahelf die größeren Siegesaussichten zusprechen, da sie durch den Derlaus und Ausgang der letzten Spiele ihr Können unter Beweis gestellt hat und in ihren Leistungen sehr beständig war. Immerhin darf sie den Gegner unter keinen Llmstän- den unterschätzen und das Spiel von vornherein als gewonnen betrachten. V. f. B. B. f. B. ist der einzige Verein vom Gau Gießen- Wetzlar, der zu den Verbandsspielen eine vierte Mannschaft gemeldet hat. Diese tritt am kommenden Sonntag auf hiesigem Platz zu ihrem ersten Punkltreffen an. Ihr Gegner ist die junge Mannschaft Steinbachs, die den Mangel an Wettspielerfahrung durch großen Eifer aufwiegt und schon recht gute Spiele geliefert hat. Von der Jugend- und Schülerabteilung sind außer der zweiten alle Mannschaften spielfrei; lediglich diese fährt vormittags nach Rieder- Weisel, um gegen dessen erste Jugend ein fälliges Pflichtspiel auszutragen. (Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die I u g e n d m a n n s ch a f t e n der Spielver- einigung 19Ö0 tragen am kommenden Sonntag alle Spiele vormittags aus. — Die zweite I u - gend hckt die erste Jugend vom neuaegründeten Sportverein Harbach zu Gast und dürfte über die Gäste Sieger bleiben. — Die e r st c Jugend spielt das seinerzeit verlegte Pflichtspiel gegen Grünbergs erste Jugend. Ein sicherer Sieg steht in Aussicht. — Schwerer hat es schon die erste Schülerelf, die auf die gleiche des Wetzlarer Sportvereins trifft. Der Ausgang ist ungewiß. Kußball in Heuchelheim. Nieder-Weifel ist der Gegner des Sportvereins Heuchelheim im Verbandsspiel am nächsten Sonntag. Die Heuchelheimer werden sich an- strengen müssen, wenn sie das Spiel gewinnen wollen, denn die auswärtigen Grasplätze sind schon oft das Verhängnis der Heuchelheimer geworden. Fußball in Großen-Buseck. Die 1. Elf des F. C. 19 2 6 Groß en - Buseck steht am kommenden Sonntag der gleichen Mannschaft der Sportabteilung des Turnvereins Lollar im zweiten Verbandsspiel gegenüber. Beide Mannschaften haben spielerisch gute Kräfte. Der Ausgang ist angesichts der Kräfteverhältnisse beiderseits ungewiß, doch scheint die Möglichkeit zu bestehen, daß der F. C. Grohen- Buseck seinen Punktgewinn gegen Grünberg weiter erhöhen kann. Die 2. Mannschaft spielt in Ettingshausen. Die 1. Jugend hat den Sp.-Verein Steinberg zu Gast. G. V. 1921 Ettingshausen. Am kommenden Sonntag trägt auf eigenem Platze die erste Mannschaft des Sportvereins Ettingshausen ihr zweites Verbandsspiel gegen die erste Mannschaft des V. f. R. L i ch aus. Wenn sie sich gut zusammenfindet und den Gegner nicht unterschätzt, kann sie dieses Spiel gewinnen. Die zweite ' Mannschaft empfängt vorher die gleiche von Großen- Buseck und wird wohl, da sie mit Ersatz spielen muß, dem Gegner die Punkte überlassen müssen, wenn sie nicht mit vollem Eifer das Spiel aufnimmt. Ä. f. X Lich. Die 2. Mannschaft des V. f. R. Lich hat die gleiche von L a u b a ch auf eigenem Platze zu Gast und muß sich besser anstrengen als am letzten Sonntag, wenn sie etwas ereichen will. LeichMKM der Sp.-Vg. 1900. Rückblick auf die Saison 1928. ö. Rach einem im Jahre 1920 durch den derzeitigen deutschen Diskusmeister Ernst Paulus begründeten Brauch schloß die Leichtathletikabteilung der Spielvereinigung 1 900 auch die verflossene Saison mit einer Siegesfeier ab. Mit 210 Siegen, darunter 90 ersten, 53 zweiten und 62 dritten, konnten die 1900er eine bisher noch nicht erreichte Zahl von Erfolgen — der seitherige „Rekord" war 163 —für sich buchen. EL wurden 15 Veranstaltungen — davon waren drei Meifterschafts- kämpse und eine ein Iugendklubkampf, welcher als ein Sieg gewertet ist — besucht. Der Verein selbst hielt am 3. Juni seine 7. Rationalen Wettkämpfe ab, die auch in diesem Jahre dank der guten Besetzung, des ausgezeichneten Sportes und der mustergültigen Abwicklung eines der größten sportlichen Ereignisse des Bezirks Hessen- Hannover .darstellten. 3n diesem Zusammenhang muß betont werden, daß die Spielvereinigung 1900 in der diesjährigen Leichtathletikbilanz unseres Bezirks unmittelbar hinter den beiden Kasseler Großvereinen Hessen-Preußen und Kurhessen steht. Diese giinstige Entwicklung ist in der Hauptsache auf die von der 2lbteilungs- leitung (Karl Müller und Georg Richt- b e r g) und dem Trainingsleiter (W. Schmidt) durchgeführte Arbeit in die Breite — übrigens eine der aktuellsten Forderungen der Deutschen Sportbehörde — zu verdanken. Die folgende Benennung der zehn besten Leichtathleten unter Angabe der entsprechenden Punktzahl auf Grund der errungenen Erfolge dürfte dies veranschaulichen. Zunächst sei noch darauf hingewiefeu, daß, um den Leistungen der bei den Staffeln Beteiligten gerecht zu werden, eine Dreiteilung vorgenommen werden mußte. Hinsichtlich der Einzelwettbewerbe ergibt sich folgendes Bild: 1. Seipp und Hopfenmüller je 27 P.; 2. 0. Müller 24 P.; 3. Gelbert 23 P.; 4. Seifert 17 P.; 5. Petersson und Peters je 16 P.; 6. Frey 14 P.; 7. Guyot 12 P.; 8. Langloh 10 P.; 9. Tönges 9 P., 10. Geist 8 P. Für die Staffeln: 1. Gelbert 30 P.; 2.: Hopsenmüller 22 P.; 3. Seipp 21 P.; 4. Seifert 17 P.; 5. Peters 13 P.; 6. Bepperling 13 P.; 7. Langloh 10 P.; 8. Geist 10 P.; 9. Petersson 9 P.; 10. O. Müller 7 P. Unter Anrechnung von Einzel- und Staffelsiegen ist die Reihenfolge: Gelbert, Hopfenmüller, Seipp, Seifert, O. Müller, Peters, Petersson, Langlotz, Bepperling, Geist. Die stärkste Waffe waren, wie alle Jahre, die Kurzstreckler. Es waren jederzeit mindestens 10 Mann zur Verfügung, die die 100 Meter unter 12 Sek. bewältigten. Ein überragender Wann, wie E l d r a ch e r im Vorjahre, fehlte, wenn auch Seifert gegen Schluß stark aufkam und im kommenden Jahre die 11-Sek.-Grenze erreichen sollte. Von den Mittelstrecklern war Peters in der ersten Hälfte der Saison in Höchstform (800 Meter in 2:02,4 Min.), wurde aber dann durch Krankheit zurückgeworfen. Inzwischen hatten sich jedoch Bepperling und Tönges gut herausgemacht, so daß im kommenden Jahre eine gute Mittelstreckenvertretung vorhanden sein dürfte. Die lange Strecke hat seit Kallenbachs Weggang keinen Mann von Können gehabt. Durch den ttrrzlich erfolgten Beitritt von Paul (Sinn) dürfte die 1900er aber in Zukunft auch in der längeren Distanz ein Wort mitreden. In den Sprung- und Wurfkonkur- renzen wiesen Petersson, Seipp, O. Müller und Langlotz sehr beachtenswerte Leistungen auf. Die beiden Erstgenannten waren die zweifellos besten Wehrkämpfer des Bezirks Hessen-Hannover. Die markantesten etaf'eHeiftun- gen stellen die 44,6 Sek. der 4X100-Stafsel bei den Bezirksmeisterschasten in Kassel und der Sieg der Schwedenstafsel in Altendiez über Bonner Fußballverein, Koblenz 1900 und Tusp. Höchst dar. Der Jugend, die siebenmal Gelegenheit hatte, ihre Kräfte im friedlichen Wettkampf zu messen, gebührt ein nicht minder großes Lob, wie den Aktiven. Es sei hier davon abgesehen, eine Einstufung vorzunehmen, da gerade in der Jugend eine Erfassung unb eine vielseitige Ausbildung alcher anzustreben ist. Um jedoch nicht ohne An- haltspmckte zu fein, seien einige als hervorragend zu bezeichnende Leistungen aufgeführt: Jugend A (10/11) im Kugelstoßen mit 14,26 Meter (Müller, G.), im Hochsprung mit 1,63 Meter (F. Wolf). Jugend B (12/13) 100 Meter in 12,1 bzw. 12,2 S. (Schüz und Balser), 800 Meter in 2:17 Min. (Schüz). Weitsprung mit 5,83 Meter (Balser). Jugend C (14 und jünger) Speer mit 42 Meter (Gräf), Ballweit mit 75 Meter (derselbe), Weitsprung mit 5,40 Meter (derselbe). Handball im T. V. 1846. Nächsten Sonntag fährt die 1. Mannschaft nach Bad-Stauheim, um mit der 1. Mannschaft des dortigen Turnvereins ihre Kräfte im Verbandsspiel zu messen. Wer das Spiel gegen Mtv. sah, der wird zugeben müssen, daß die' 1846er an Spielstarke keinem Gauverein nachstehen. Handball in Heuchelheim. Tv. Heuchelheim I — Tv. Rieder-Glrmes I 4:2 (1:0). Am Sonntag hatte Heuchelheims Erste in der Derbandsspielserie die' gleiche Mannschaft vom Tv. Riedergirmes zum Gegner. Riedergirmes stellte eine sehr flinke Mannschaft ins Feld, mußte sich aber nach spannendem Kampf als geschlagen bekennen und Heuchelheim Sieg und Punkte überlassen. Schiedsrichter Krämer vom Turn- und Sportverein Butzbach war dem Spiel ein gerechter Leiter. Heuchelheim — Turngemeinde Friedberg. Am nächsten Sonntag sieht sich die erste Mannschaft vom T. B. Heuchelheim vor eine schwere 2lufgabe gestellt. Sie hat als nächsten Berbandsspielgegner den Tabellenersten, die 1. Mannschaft der Turn gemeinde Friedberg zu Gast. Obwohl Heuchelheim den Vorteil des eigenen Platzes für sich hat, wird es sich doch gewaltig anstrengen müssen, um in diesem Spiel ehrenvoll abzuschneiden. Handball der Gp.-Vg. 4900. ö. Nachdem vor 14 Tagen ber Start der 1900er Handballer gegen eine kombinierte Mannschaft des V. f. L. Wetzlar infolge der schlechten Witterung nicht zustande gekommen war, wird er am kommenden Sonntag gegen einen Orts- gegner, die Maschinengewehrkompagnie (4. Kompagnie) des hiesigen Datallions. vor sich gehen. Die Spielstärke der Militärmannschaft ist zu wenig bekannt, als daß man eine Doraussrrge über den Ausgang des Spiels wagen könnte. Seid W vom Simmel. Vornan von Paul Enderling. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 15. Fortsetzung Nachdruck verboten. Das alte Fräulein strahlte. Ihre lederfarbesnen Bäckchen hatten je einen roten Farbtupfen aufzuweisen. Es hätte nicht viel gefehlt, daß sie ihn umarmt hätte. „Wir packen sie gut ein. Es wird schon Platz auf dem Gut sein. Ist es denn weit?" „Weit ist ein relativer Begriff. Aber wenn wir sie im Flugzeug schicken, geht es ja schnell." „Bekommt es den Tierchen aber auch? Sie sind doch daran nicht gewöhnt." „Sie dürften auch die Eisenbahn nicht gewöhnt sein", meinte Grotteck, der ungeduldig zu werden begann. „Sicher nicht", antwortete sie nachdenklich. „Das wäre immerhin ein Ausweg. Und in der Landluft können sie sich ja wieder erholen. Ach, Sie ahnen gar nicht, was für Sorgen unsereins hat!" Ihre Hand gljtt über seine Rechte. Es war wie zerknülltes Leder, was Über feine Hand strich. Er bemühte sich, ernst zu bleiben und komplimentierte sie hinaus. Dann nahm er Hut und Maickel und ging zur Bank. Da er unterwegs an der Staatsbibliothek oor- beikam, ging er hinauf in den Lesesaal und ließ sich das russisch-deutsche Lexikon aushändigen. Der russische Zeitungsausschnitt mußte sein Geheimnis hergeben. Es konnte doch nicht so schwer sein. Die Buchstaben ähnelten den griechischen, die er auf dem Danziger Gymnasium gelernt hatte. Also los! Aber es war schwer. Nach einer halben Stunde eifrigen Bemühens ließ er seufzend ab. Die Entzifferung der Hieroglyphen seinerzeit mußte die Uebersichtlichkeit eines Kreuzworträtsels gehabt haben. Nicht einmal das unterstrichene Wort „slowo" konnte er verdeutschen. Der Besuch der Bank war eine starke Nervenprobe. Die Blicke der Kontrollbeamten durchbohrten ihn. Jeden Augenblick erwartete er, daß sich eine Hand auf seine Schulter legte und daß eine strenge Stimme fragte: „Woher stammt dies unmenschlich viele Geld?" Aber es geschah nichts. Ein höflicher, unpersönlicher Gruß von dem jungen Mann war alles. Als er die Halle durchquerte, rief ihn eine Stimme beim Namen, die ihn erzittern ließ. Inge Broderfen stand vor ihm, in ihrer unauffälligen Eleganz. „Was treiben Sie im Tempel des Mammons?" Da war die Frage, und es galt, zu antworten. Er stand verwirrt vor dem schönen, lächelnden Mädchen und rang nach Worten. „Ich muß einmal mit Ihnen sprechen, aber allein ... allein ..." Sie schien seine Verwirrung mißzuverstehen. Errötend sagte sie: „Wir sehen uns doch am Freitag wieder?" „Ich will verreisen. Ich muß. Aber vorher ..." „Also am Freitag. Ade. Mein Vater wartet draußen auf mich. Der letzte Abend ist Ihnen doch gut bekommen?" „Oy, gut über mein Verdienst." Als er mit ihr vor die Tür trat, mar der Wagen noch nicht da. „Dann hat Blinsky meinen Vater aufgehalten", sagte fie leise, und er vernahm deutlich das leichte Zittern ihrer Stimme. Wieder ergriff ihn die unerklärliche Angst, die er an dem letzten Freitagabend empfunden hatte. Nur mar es damals ein Flügelstreifen gewesen, und jetzt krallte sie sich mitten in sein Herz. „Kann ich Ihnen nicht helfen?" fragte er schnell. „Sie — mir helfen?" Einen Augenblick fah sie. ihn prüfend, zögernd an. „Nein," setzte sie mit einem stolzen Lächeln hinzu, „da ist nichts zu helfen." „Glauben Sie nicht, daß meine Jugend mich dazu unfähig macht." „Nein, das ist es auch nicht. Uebrigens sind sie ja älter als ich. Wie sollte ich da der Jugend nicht trauen? Es ist eben nicht zu helfen." Aber so leicht ließ er sich nicht aus dem Sattel werfen. „Ich kann es natürlich nicht beweisen, aber ich fühle es, daß der Augenblick kommen wird, wo Sie einen Menschen brauchen werden. Machen Sie mich glücklich, und sagen Sie, daß Sie mich bann rufen werden, wo ich auch bin." Sie sah in fein ernstes Gesicht und sagte, ihm die Hand reichend, langsam: „Ich verspreche es Ihnen." „Ich danke Ihnen." Sie nahm wieder den leichten Plauderion auf. „Nun dürfen Sie mich noch drüben bis zum Parfümerieladen begleiten und mir etwas erzählen. Zum Beispiel: wer mar die junge Dame gestern im Auto?/' / „Ein Mitglied des Rundfunks", log er verlegen. „Sie begreifen, ich stelle mich gern gut mit den Mitarbeitern dort ..." Er stockte und fühlte, daß er rot wie «in Junge wurde, rot bis über beide Ohren. Sie blickte ihn lächelnd an. „Soll ich das glauben?" „Nein, das sollen Sie nicht glauben. Ich kann Sie nicht anlügen. Ich kann überhaupt schlecht lügen. Es hat mir schon in der Schule geschadet. Sie ist eine kleine Klavierspielerin in einem öffentlichen Lokal." Inge blickte beiseite. „Sie war hübsch." Das hatte sie also auch gesehen. „Ich bin nicht deswegen mit ihr zusammen , warf er fast heftig em. „Ich lernte sie in einer Stunde kennen, wo ich nicht allein sein wollte." „Das begreife ich." Er strahlte. „Sie begreifen alles. Ich wußte es. Es mar auch etwas Milleid, was mich gestern mit ihr zusammenbleiben ließ, und irgendeine dumme Ritterlichkeit. Nein, ich will mich nicht besser machen, gls ich bin. Als ich sie kennenlernte, mar ich nicht ich selber." Nun war der Augenblick, wo er Inge sein Geheimnis beichten mußte. Aber er sah in ihre Augen, die gespannt die vorbeisausenden Autos prüften, und er fühlte ihre innere Unruhe mit. Er schwieg verwirrt. Als sie vor dem Parfümerieladen standen und sie sich verabschieden wollte, fragte er plötzlich: „Wissen Sie, was im Russischen ,slowo' heißt?" Er wußte selber nicht, warum sich chm diese nebensächliche Frage aufge- brängt hatte. „Ich muß Sie enttäuschen. Russisch ist eine der wenigen Sprachen, die ich nie begriffen habe. Wohin reifen Sie übrigens?" „Nach Grotthausen. Zu meiner Mutter." Aus der pwvinzialhauptstadt. Gießen, den 12. Oktober 1928. Weniger Messen und Ausstellungen! Der Hessische Industrie- und Han- delskammertag hat in seiner jüngsten Der- treterbesprechung zur Frage der Aohaltung von Ausstellungen durch die Städte folgende Entschließung gefaßt: „Der Heffische Industrie- und Handelskammertag ist der Auffassung, daß aus Gründen der wirtschaftlichen Sparsamkeit die Art der Werbung, wie sie durch Ausstellungen und Messen betrieben wird, auf das äußerste ein* geschränk t^und von einer sachverständigen Stelle, dem Deutschen Ausstellungs- und Messeamt, aus rationalisiert werden muh. Er mißbilligt das Bestreben der Städte, durch das Mittel von Messen und Ausstellungen lokaler, wirtschaft ich nicht gerechtfertigter Art Massenbesuch in ihre Mauern zu ziehen. Solche Veranstaltungen nutzen der altge* meinen Volkswirtschaft nichts, schaden ihr vielmehr nur, indem sie zu unnützen Ausgaben verleiten und der so notwendigen Kapitalneubildung unheilvoll entgegenwirken.^ Daten für Samstag, den 13. Oktober. Sonnenaufgang 6.20 Uhr, Sonnenuntergang 17.12 Uhr. — Mondaufgang 5.43 Uhr, Monduntergang 17.27 Uhr. 1821: der Mediziner und Politiker Rudolf Virchow in Schivelbein geboren; — 1873: der Geograph Emil von Sydow in Berlin gestorben; — 1924: der französische Schriftsteller Anatole France gestorben. Die 1900er werden, da die Devbandsspiele in aller Kürze beginnen, wenn auch nicht in endgültiger, so doch in möglichst stärkster Besetzung antreten. Heuer französischer Rekord im Kugelstoßen. Der französische Meister und Rekordmann im Kugelstoßen, E douard Duhour, verbesserte den von ihm mit 14,875 Meter gehaltenen Landesrekord im Kugelstoßen auf 15,09 Meter. „Wie ich Sie beneide! Reisen Sie bald! Und wenn Sie wiederkommen, müssen Sie mir von Ihrer Mutter erzählen." Er sah sie drinnen im Laden, und sie erschien ihm plötzlich blaß und müde aussehend. Aber das lag wohi nur an der künstlichen Beleuchtung drinnen. Halle sie sich nicht auffällig schnell getrennt? Es wat wohl nur sein schlechtes Gewissen, das ihm das einredete. Warum hatte er sich ihr noch nicht anoertraut? Er nahm sich vor, nicht zu reifen, bevor er sie gesprochen, und tröstete sich mit ihren Worten über seine Muller. Als er um die Ecke bog, tarn der grünlackierte Wagen an. Drinnen saß Broderfen allein, wie immer finster und hart vor sich hinstarrend. Er beachtete Grollecks Gruß gar, nicht. Natürlich, wer war er? Nervös schrill Kurt Grotteck der Hauptpost zu, um das Geld an die Mutter zu senden. Telegraphisch, damit sie noch heute von ihren Nöten erlöst war und nichts Unüberlegtes tat. Ungeduldig stand er vor den Postschaltern. Der Geruch nasser Mäntel mischte sich mit dem Qualm schlechten Tabaks. Er krauste die Nase. Die dicke Dame vorn am Schalter versuchte, ihren Kopf durch das Schiebefenster zu stecken, als wollte sie den Beamten küssen. Ihre eifrige, sich überschlagende Stimme beherrschte seit einer Viertelstunde die Situation. ,Lch versichere Sie, es können nicht mehr als zweihundertdreißig Gramm sein, höchstens zweihundertoierzig. Hoch gerechnet. Meine Briefwaage funktioniert doch, sollte ich meinen." Ein mäßig unterdrücktes Gelächter antwortete von brinnen. Seufzend, empörten Blicks, zog sie endlich ihre Tasche und legte Geldstück für Geldstück hin. Grotteck sah erbittert auf seine ruhigen Nachbarn. Sie standen wie erschlagen von der Gewalt eines übermächtigen Schicksals. Sie hatten offenbar mehr Nerven und mehr Zell als er. Endlich kam ein halbwüchsiger Junge dran, der ein Firmenschild an der Mütze trug. Dann ein dicker Herr, und nun war er vor dem Schalter. Er schob das Formular hinein, zog es aber im gleichen Augenblick zurück, murmelte etwas von vergessenem Geld und zog lich unter dem schadenfrohen Grinsen der Nachbarn zurück. (Fortjetzung folgt.) ** Männer-Turnverein. Der Familien- abend am letzten Sonntag, mit dem die Ehrung der Sieger und Siegerinnen im Sommerhalbjahr 1928 verbunden war, erfreute sich eines starken Besuches^ Wie der 1. Sprecher in feiner Ansprache ausführte, kann der Verein mit berechtigtem Stolze auf eine so hohe Zahl von Siegen zurückblicken, wie dies seither in der Vereinsgeschichte noch nicht zu verzeichnen war. Sind doch bei den verschiedensten turnerischen Veranstaltungen insgesamt 16 5 S i e g e errungen worden, darunter 72 Turnerinnen-, 85 Turner- und 8 Mannschaftssiege. Dabei muß besonders auf die 7 Siege beim Deutschen Turnfest in Köln hingewiesen werden, ein Erfolg, wie ihn wohl kein zweiter Verein im Turngau Hessen aufzuweisen hat. Mit der Mahnung, auch im Winterhalbjahr es an Turneifer nicht fehlen zu lassen und sich vor- zubereiten auf neue Erfolge im nächsten Jahre, schloß der 1. Sprecher, indem er noch ein dreifaches „Gut Heil!" auf Siegerinnen und Sieger ausbrachte. Diese erhielten als Erinnerungsblatt eine künstlerisch ausgeführte Urkunde, auf der ihre Namen mit den errungenen Siegen verzeichnet waren. Daß aber auch die Turnerjugend des Mtv. etwas tüchtiges leistet, bewiesen eine Schülerriege am Pferd und eine Schülerinnenriege am Barren, deren Darbietungen den lebhaftesten Beifall der Anwesenden hervorriefen. Leider war seinerzeit infolge der ungünstigen Witterung nicht möglich, mit dem 23er- einsroetturnen ein Schauturnen auf dem Spielplatz des Vereins zu verbinden. Doch war die Beteiligung an diesem Wetturnen sehr erfreulich. Als wohlverdiente Anerkennung für ihre turnerischen Leistungen erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde. ** Der „Hubertus", Verein weidgerechter Jäger, Sih Gießen, hielt dieser Tage seine Mitgliederversammlung im „Hess. Hof" ab. Rechtsanwalt Albrecht erstattete Bericht über den Verlauf der Gebrauchssuche, die der Verein im September veranstaltete. 10 Hunde waren gemeldet, alle kamen in die Preise. Dabei konnten zwei Hunde in Mitgliederbesitz mit bet hohen Auszeichnung des 1. Preises bedacht werden, und zwar ein Hund im Besitz von Frau Anna Engert (Haina) und einer im Besitz des Herrn Hammermann (Gießen). Auch sonst schnitten die Hunde einheimischer Zucht gut r-4 « ZK **— (*lh*! * afSJ® h M?* Der. ^4ttLn •unft Kj#te ,°^L-d« 1 '*5oben ifc- «.j.r SoS* der. ^apltalneuWung a ^-tltobtt. ?ÖJS ft IM «tato F-Srog jronce gestorben. ?!"' Familien. l,orm die Ehrung der ^mmerbalbjahr 1928 resuches, : ^spräche ausiübrte *9‘em Stolze auf eine lurutfbliifcn, wie die, tc noch nicht zu ver. E1 °en verschiedensten nsgesamt 1656iegt 72 Turnerinnen-, 85 ege. Dabei muh beson- Deutschen Turnfest in 1 Erfolg, wie ihn wohl ngau Hessen auszuwei- mch im Winterhalbjahr zu lassen und sich vor- |e im nächsten Jahre, er noch ein dreifache; n und Sieger aus- Erinnerungsblatt eine >ge am Barren, deren Btt Merznl Wge der Reisen Sie bald! Und Sen Sie mir M Doch war die Beteili- sehr erfreulich. W für ihn turnerischen ilnehmcr eine Urkunde. • Verein weid- y Aiehen, hielt die- »ersammlung im ,§e" Albrecht erstatiete er Gebrauchssuche, me erarrstaltete. 10 Hunde in die Preise. Dabei itaiicdcrbesiy mtf bet Preises bedacht ver- im Wtz von Ml mb einer M WJ mn Mebeni- Auch 'inkeirnischu Zucht gut nbe, auf der ihre 3?a- gen Dcrjtidjnet waren. jenh bcs Mto. etwas 'ine 6d)üknitae am Laden, und sie ersW 6t aussehend. Aber neben Beleuchtung dnn- >Oifl schnell getrennt j*[ed)ie5 Gewissen, ds G er sich W fcst* x°r grünlaSierte "Sl*«'"“ S®s te bie * versuchte, am g ebe^en qhrt eifrigil fidl einer W herrimte > " «je, es Ü>N' d) °c^Ei6iq Granun sZr.' SxZStz ff&t d°»." * ab, ein weiterer Beweis von dem wachsenden Verständnis für den Wert des guten Zeb.auchs- huntes. der den Säger erst weidgerecht jagen läßt. Der Vorstand macht sodann einige Mitteilungen über die diesjährige Huterlusfcier, die am 3. November stattfindet und mit der Ausstellung, die mit ihr verbunden ist, einen dem Tag entsprechenden Verlauf zu nehmen verspricht. Der Vorstand warb ferner für eine Beschickung der Berliner Ausstellung wahrend der „Grünen Woche" 1929. Sm Anschluß an die geschäftlichen Verhandlungen sprach der Schrift- «uhrer, Studienrat Holzel, über „Hasenabschuß und wirtschaftliche Behandlung der Sagd". Die Schlußfolgerung, daß die Hasenjagd Höchstertrag nur liefere, wenn der Abschuß in einer einmaligen Winlertreibjagd erfolge und sonst ruhe, wurde in der Aussprache an Dem Beispiel von Revieren in der Lahnebene, wie im Vogelsberg zahlenmäßig gestutzt und von den Rednern als richtig unterstrichen. ** Die Filmvorführung „U. S. A. I m »wilden* W e st e n", 2. Teil des Films „Das schaffende Amerika", in den Palast-Lichtspielen hatte sich am Mittwochabend eines zahlreichen Besuches zu erfreuen. Dberingenieur H. Blecker (Hannover) gab einleitend nähere Erläuterungen über den Stapellauf der 1929 in den Dienst des Norddeutschen Lloyds tretenden Riefendampfer „Europa" und „Bremen", deren Einrichtungen es auch dem Mittel» stände ermöglichen sollen, einmal eine Reise nach den Bereinigten Staaten zu unternehmen. Nachdem der Stapellauf dieser Schiffe im Film vorgeführt war, ging der Bortragende zu dem eigentlichen Thema des Abends über: die Reise durch den „wilden" Westen Amerikas. Ausgangspunkt war Kansas City im Staate Kansas, dann führte die Reise durch die Staaten Idaho, Washington, Utah,' Kalifornien, OreHßn und Wyoming. In lebhafter Abwechslung zogen die herrlichen Naturschönheiten des Mount Rainier-Parks, des Großen Salzsees (mit 24 v. H. Salzgehalt), des Bryce Canyon mit feinen wilden, bizarren Gebirgspartien, die Wunder des Grand Canyon am Coloradofluß, Kaliforniens Posemite- Part, des Pellowstone-Parks mit seinen Kratern, brodelnden Quellen und Geysiren vor den Augen der Zuschauer vorüber, oft unterbrochen von den öden, unwirtlichen Gestaden der Prärie und der Sand- und Steinwüsten. Aber auch die' Urbewohner des „wilden" Westens, Indianer und Cowboys, wurden mit ihren halsbrecherischen Neitkunststüüen und Tänzen im „Rodeo", dem grandiosen amerikanischen Festspiel aus der Cowboyzeit, gezeigt. Besonderes Interesse erweckten die Stätten der Arbeit: das Teppichknüpfen der Indianerfrauen, das größte Kupferbergwerk der Welt im Tagbach wo 40 v. Sy der amerikanischen Gesamtproduktion gewonnen werden, das Fällen der Riesenbäume im Urwald bei Long Bell und ihre Verarbeitung im größten Sägewerk der Welt. Vorzüglich gelungene Aufnahmen zeigten die Lachszucht und den Lachsfang sowie das meterweite Auffpringen der Fische in den Stromschnellen. Oberingenieur Blecker erntete am Schluß seiner vortrefflichen Ausführungen, die oft von gutem SyroÄtfc gewürzt waren, lebhaften Beifall. Die Hersteller des Films find die Döring-Filmwerke in Hannover und der Norddeutsche Lloyd. *• Derbandsjublläum der hessischen Derwaltungsarntrnänner. 25 Jahresind vergangen, daß sich die mittleren Derwaltungs- beamten in Hessen zu einem Verband zusammengeschlossen haben. Die Zahl der Mitglieder betrügt setzt etwa 300. Wit der am nächsten Samstag und Sonntag in Oppenheim stattfindenden diesjährigen Jahresversammlung soll die Feier des 25jährigen Bestehens des Verbandes verbunden werden. Die Regierung, der Landtag und sonstige Behörden sind zu dieser Feier eingeladen. Oberhessen. Zuchiviehversteigerung in Lauterbach. -------- Lauterbach. 11. Oft. Die gestrige letzte Zuchtviehversteigerung des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen stand unter einem guten Zeichen und hatte ein sehr günstiges Ergebnis. Der sehr starke Auftrieb umfaßte 96 erstklassige Zuchtbullen des hessischen Flockv'ehes (SU'.unrmalec): darunter befanden sich viele hervorragende Sungbullen aus den besten Zuchtgebieten, z. B. Maar, Angersbach und aus der Nachbarschaft von Alsfeld. Ferner wies der Markt einen starken Besuch von Gemeindeverlretern und Einzelzüchtern auf. Der Handel war gut, die Preise waren bedeutend besser als bei den vorigen Auktionen, z. B. in Nidda. Der Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberhessen kann mit dem Ergebnis seiner letzten diesjährigen Zuchtviehrersteigerung zufrieden sein. Der Markt stand unter der Leitung des Generalsekretärs Dr. Wagner, Gießen. Das Ergebnis der Versteigerung. Den höchsten Verkaufspreis errang der Züchter Adam Marx, Willofs, mit 1100 Mk.. Käufer blieb Gemeinde Nieter-Weisel. 2. Züchter H. F. Z i n ß e r, Romrod, verkaufte für 1000 Mk. an Gemeinde Dermutshain. 3. und 4. Züchter Fr. Möller Angersbach, und Züchter Karl Geiß, Windhausen, je 950 OIL. an Gemeinde Lauterbach bzw. Heblos. 5. Gust. Kalbfleisch, Billertshausen, 910 Mk. an Gemeinde Stumpertenrod. 6. Züchter Fr. Ant. Schad Witwe, Angersbach, 900 Mk. an Gemeinde Arnshain. 7. Züchter Soh. Klinget, Wernges, 850 Mk. an Gemeinde Ermenrod. 8. Konr. Kircher, An- gersbach, 810 Mk. an Gemeinde Weitershain. 9. Züchter Heinr. Rahn, Angersbach, 800 Mk. an Gemeinde Kefenrod. 10. Züchter Heinrich Kreutzer, Queck, 760 Mk. an Gemeinde Ehringshausen. 11. Züchter Otto Dölsing, Billertshausen, Soh. Ritter III., Maar, und K. Z u l a u f, Vadenrod, je 720 Mk. an die Gemeinden Wetterfeld, Wecresheim und Dockenrod. 12. Züchter Otto Weicker, Zell. 690 Mk. an Gemeinde Eifa. 13. Züchter Otto Steuer- nagel, Rieder-Breidenbach. 700 Mk. an ©e- m einte Rieder-Ohmen. 14. Züchter Konrad Krausmüller, 660 Mk. an Gemeinte Stockhausen. 15. Züchter Louis (Beding, Romrod, und Ad. Pflanz, Unter-Wegfurth, je 610 Wk. an Gemeinde Bernshausen bzw. Geiß-Ridda. 16. Züchter Llohs. Blum ll., Maar, 600 Mk. an Gemeinte Schadges. 17. Züchter Otto Harras, Ehringshausen, 550 Mk. an Konr. Allen- dorf in Scharbach. 18. Züchter Landwirt- schaftskammer-Ausschuß Gießen für 560 Mk. an Raphael Greif in Schlitz. 19. Züchter Hch. Schmidt IX., Angersbach, 550 Mk. an Gemeinte Stockheim. 20. Züchter K. Kreis, Lanzenhain, und W. Fuchs, Stumpertenrod, ie 520 Mk. an Gemeinde Margarethenhausen bzw. Strebendorf. 21. Züchter K. Geiß, Windhausen, und Eugen Döll, Lanzenhain, je 500Mk. an Gemeinde Hansen bei Gießen bzw. Ziegenhain. Snsgesamt wurden 28 hervorragende Zuchtbullen an Gemeinten bzw. Einzelzüchler verkauft. KreiS Friedberg. pb. Butzbach, 11. Oktober. Der heutige Schweinemarkt halte einen schlechten Auftrieb. Es waren im ganzen 260 Ferkel auf- gefahren. Die Preise bewegten sich folgenter- maßen: Ferkel bis zu 6 Wochen 14 bis 16 Mk., von 6 bis 8 Wochen 18 bis 20 Mk., über 8 Wochen 20 bis 24 Mk. Der Hantel war flau. — Die Zwetschenernte ist nunmehr beendet. Von Anfang September bis in die letzten Tage wurden am hiesigen Reichsbahnhof rund 150 Wagen Zwetschen verladen, die ein Gesamtgewicht von etwa 600 000 Kilogramm hatten, ein Zwetschensegen, wie er seit langer Zeit hier nicht beobachtet wurde. Hierzu kommen noch die Einzelsendungen, die auch noch eine erhebliche Menge ausmachen. Die Aepfelemte war gering, dagegen gab es eine ziemlich gute Ernte an Birnen, von denen zur Zeit noch täglich zum Versand gelangen. Gleichzeitig hat auch der Kartoffelversänd eingesetzt. Kreis Spotten. V Gedern, 11. Oft. Zu dem hiesigen Schweinemarkt waren 507 Tiere auf getrieben. 6 Wochen alte Ferkel kosteten 15 bis 16 Mk., 8 Wochen alte 18 bis 20 Mk., Läufer je nach Qualität 28 bis 30 Mk. Der Hantel war lebhaft. Es blieb fast kein Heberftanb. Kreis Alsfeld. Z Homberg a. d. O h m , 11. Oktober. In der Gastwirtschaft von Louis Rühl dahier hielten die Mitglieder des Kreisverbande» der Kaninchenzüchter (7. Kreis Gießen) eine sehr gut besuchte Vertrelerversammlung ab. Die Äaninchenzüchlervereine Gießen, Grünberg, Stangenrod, Ettingshausen, Saubringen, Alsfeld und Homberg a. d. 0hm waren zahlreich vertreten. Die Versammlung wurde von dem 1. Vorsitzenden Ludwig Kreiling (Gießen) geleitet. Sie KreisverbandSschau soll in Gießen am 10. und 11. November 1928 stattfinden. Auf eine ■Beteiligung des Alsfelder Kaninchenzüchter- Vereins dürfte kaum zu rechnen sein, da dieser für den gleichen Tag seine Ausstellung schon festgesetzt hat. Sie Landesverbandsschau soll in Groß-Karben statt finden. Auf beiten Ausstellungen kann auch Geflügel ausgestellt werden. Sie angesagte Tischbewertung von Kaninchen mußte wegen Verhinderung tes Preisrichters Ulrich ausfallen. ■ Bernsfcld, 11. Oktober Auch in unserer Gemarkung ist die F e l d b e r e i n i g u n g in vollem Gange. Rachdem die Hauptvorarbeiten beendigt sind, wird gegenwärtig das neue Weg- neh eingesteint. Sie Zuteilung ter neuen Grundstücke dürste in absehbarer Zeit erfolgen. Rheinhessen. Lpd. Mainz, 11. Oft. Sic Verseh langen des Beamten Sarnes des Städtischen Cinquartierungsamtes haben sich nach ter Untersuchung größer erwiesen, als man anfangs vermutet hatte. Sarnes sollte sich ter Polizei stellen. Da er dies nicht tat, hat die Staatsanwaltschaft einen Steckbrief erlassen. Die Vernehmung Sarnes' ist aus dem Grunde schon wichtig, weil Sarnes allein volle Auskunft geben kann über weitere Personen, die in die Affäre verwickelt sind. WSR. OH a ins, 11. Oft. Sn ten Mainzer Geschäften wurden in den letzten Tagen Waren, hauptsächlich Damenwäsche, durch zwei junge Mädchen zur Auswahl verlangt und mitgenommen. Es stellte sich hierbei heraus, daß es sich um Schwindlerinnen hantelte, die falsche Ramon angegeben hatten. Es handelt sich um ein junges Mädchen aus Mainz und deren Freundin aus Dingen, die sich in ter E r - ziehungsanstalt kennengelernt hatten. Die erschwindelten Waren, die eine respektable Summe ausmachten, konnten im Laufe des gestrigen Tages in ter Wohnung ter Bingener Freundin durch die Polizei beschlagnahmt werden. Preußen. KrerS Wetzlar. Q A u s dem Kreise Wetzlar, 11. Oktober. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirke des Arbeitsamtes Wetzlar hat auch im Laufe des Monats September wieder eine Steigerung erfahren. Während zu Beginn des Monats in ter Arbeitslosenversicherung 339 Hauptunterstührrngsempfänger mit 150 Frauen und 243 Kindern unterstützt wurden, betrug die Zahl ter Unterstützungsempfänger am Ende des Monats 404 Hauptunterstützungsempfänger mit 201 Frauen und 349 Kindern. Diese Zahlen verteilen sich auf die einzelnen Bezirke wie folgt: ä) Stadt Wetzlar 122 Hauptamt HrstührrngssmP- fänger, 58 Frauen und 84 Kinder, b) Landgemeinden des Kreises Wetzlar 220 Hauptamt er- stützungsempsänger, 116 Frauen und 214 Kinder, c) Gemeinden tes Kreises Dietenkopf, soweit sie zu dem Bezirke tes Arbeitsamtes Wetzlar gehören, 62 Hauptunterstützungsempfänger, 27 Frauen und 51 Kinder. Sie Zahl ter aus der Arbeitslosenversicherung beschäftigten Notstandsarbeiter betrug Ende September 19, die sämtlich in ter Stabt Wetzlar beschäftigt wurden. Sn der Krisenfürsorge wurden Ente September 36 Hauptunterstühungsempfänger, 18 Frauen und 26 Kinder unterstützt gegenüber 20 Hauptunterstützungsempfängern, 13 Frauen und 16 Kindern zu Beginn des Monats. Von den ersteren Zahlen entfallen auf: a) die Stabt Wetzlar 9 Haupt- Unterstützungsempfänger, 4 Frauen und 4 Kinder, b) die Landgemeinden des Kreises Wetzlar 16 Hauptunterstützungsempsänger, 13 Frauen und 21 Kinder, c) die Biedenkopfschen Gemeinten 1 Hauptunterstützungsempfänger. 1 Frau und 1 Kind. Die Zahl ter Ende September aus ter Krisenfürsorgc beschäftigten Notstands arbeit er betrug 5. die ebenfalls sämtlich in ter Stadt Wetzlar beschäftigt wurden. Kreis Marburg. ][ Marburg, 11. Oft. Bei dem Zoologischen Institut ter hiesigen Universität ist eine Lehr- und Versuchsanstalt für Bienenzucht eingerichtet worden. Die Leitung der Anstalt hat Dr. Zreudenstein, Marburg, übernommen. — Auf dem heutigen Schweinern a r E t kosteten sechs Wochen alte Ferkel 15 bis 20 Mk., sechs bis acht Wochen alte 20 bis 25 Mk., acht bis dreizehn Wochen alte 25 bis 35 Mk. und Läufer 40 bis 70 Mk. das Stück. Angefahren waren 585 Ferkel und 14 Läufer. Der Handel war flott. Maingau WSN. Frankfurt a.M.. 11. Oft. Vorgestern abend hat der hier in den letzten Tagen auftretende Fassadenkletterer wiederum einen Einbruch in der Holbeinstraße auS- geführt. Er ist hierbei an den Balkon- säulen zum ersten Stock emporge- k le t tert und hat sich anscheinend beim Einschlagen tes Fensters die Schlagader durchschnitten, denn in der Wohnung befanden sich viele Dluttropfen und auf dem Daikon eine große Blutlache. Neziris -Schöffengericht Gießen. * Gießen, 11. Olt. Zwei ehemalige Gießener Rechtskonsulenten, R. und D., Hutten sich wegen verschied.ner Betrugs- und Unterschlagungssälle zu verantworten. N. soll einer Arbeiterfamilie vorgcschwindelt haben, es sei ihm möglich, den Sohn, ter sich in Fürsorgeerziehung tes and, frei- zutekommen, wenn man ihm 400 Mark, die als Schmiergelder benutzt werden sollten, zur Verfügung stelle. Dies geschah auch, ohne daß jedoch N. irgendeinen Schritt zugunsten tes Zungen unternahm. An diesem Betrug sollte sich auch D. beteiligt haben. Während N. überführt werten konnte, war es jedoch nicht möglich, dem D. die Mittäterschaft einwandfrei nachzuweisen. Weiterhin hatte N. fälschlicherweise ten Namen einer ihm befannten Frau unter eine Prozeß- Vollmacht und eine eidesstattliche Versicherung gesetzt. Er führte dann einen Sntervealions- prozeß auf Grund eines ebenfalls gefälschten Sicherungsübereignungsvertrages, ohne das; die angebliche Klientin hiervon die geringste Ahnung hatte. Außerdem wurde dem R. vorgeworsen, in verschiedenen Fällen einkassierte Gelter unterschlagen zu haben. Dies konnte ihm auch teilweise nachgewiesen werten, wie es auch möglich war, ihn eines Scheckbetruges zu überführen. D. sollte auch in zwei Fällen Snraffogelber für sich ver- ttenbet haben, jedoch glückte ter Nachweis nur für einen Fall. Das Gericht hielt wegen tes gemeinfahrlichen Tuns ter beiden eine strenge Bestrafung am Platze und verurteilte D. zu einer Gesamtgefängnisstrafe von einem Sahr, während D. einen Monat Gefängnis erhielt. Sie ISMN Sie Wlimkeil Jörer MA IWrlfinflPrn I Vermeiden Sie arte scharfen Wasch- Unillliy 1,111! mtttel und benutzen Sie nur Nau- mann'S weiße Kernseife ..Erirnfetne Qualität". Die vielen Millionen fletnerSeiienbläschen sind Hein-el« Männchen, die den Schtnniz lösen. Leichtes Nach- waschen macht die Wäsche schneewetß. [3593V „GEATRON" •v. Ata, das ausgezeichnete Scheuermittel, entstammt gleichfalls den Henkelsdten Werken in Düsseldorf Wer Ata einmal erprobt hat, bleibt dabei, denn Ata ist ein Putz» und Scheuermittel von besonderer Güte. Neu bleibt alles durch — so denken Sie auch an ,,ATAr.....7.25, 4.50, 3.50 Strick-Röckchen...........o.ss, 0.75 Steppdecken...........e.oo, 5.00, 3.75 Steppdecken-Um sch läge 4:50: 3.50 Wagenkissen.... 4.25, 3.75, 2.50,1.40 GroBe Auswahl Gute Qualitäten Frdr.Teipel Bahnhofstr. 45 MARKT 16 Hlllebrandstr. 2 Beachten Sie bitte mein Spezial-Fenster Bahnhofstr. 45 3884a OMessischer Knnstvereia Oelgemälde von P. A.Böckstiegel, Dresden westfälischer Bauernmaler Alfred Kiehl, Lang-Göns; Lothar Toller, Darmstadt. Aquarelle und Zeichnungen von Lothar Toller; Willi Hoiierbert; Ulrich Hallerstede, Darmstadt; Heinr. Küchel, Gießen; Reinhart Bergmann, Fürth i. O. 8977d Die Ausstellung wird Sonntag, 14. Oktober, eröffnet und ist Sonntags, Montags, Mittwochs, Freitags, vormittags von 11—1 Uhr, Mittwochs auch nachm. von 3—5 Uhr zugänglich. Eintritt für Mitglieder frei. Nichtmitglieder 30 Pfennig. FRANKEL sind unerreicht in Auswahl unübertroffen in Qualität 45. 65.- 85.- und höher Dieser eng- lischartlge Mantel mit grobem Pelzkragen Mk. 39.- Die schönsten « W Spezialhaus f. Damenbekleidung, Seltersweg 52 9016» RES (REST) \ Kreuz- V platz 6 f WWlLM! 8774a Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Ober,Hessen) Nr. 24 Drittes Blatt Freitag, (2. Ottober (928 185.7b 185 87, i; \ 1 32.5 2,35 2,4 126,6 156,25 155 f. % gaür 140,5 150,25 150 Bantaoten. 170.4 189 304,5 50.4 15 60.9 14.8 236.5 152,5 270 101,25 103,25 11,25 10.9 9,75 24,25 85.25 50.9 15 . 6 . 8 10 8 10 10 12 11 12 10 10 10 . 9 . 8 12 11.4 11.25 159 206.65 394 11 11.25 11 24 25 236.75 153.5 297.5 189,5 292.5 169,25 163 171.71) 136.5 305.5 290 476 155.75 211 207.5 395 172.9 155.5 191.25 '88 7«) 1)0 138 141.5 298 188.2t 291.5 169.25 163 170.75 212,5 136,13 304 117.5 127.5 126,5 113.25 114.75 94.75 283.5 140 302.75 188.25 292 101.75 104,13 54 288 290,75 475 255,5 149,25 138 142.2: 302 188,25 291. t 169,25 n 2,75 170.7: 21- 134.5 305 . 7,2 . . 6 . «sh . 10 . 10 16 12 . . 6 . . 9 . . 6 . . e . u 94.5 287 142.5 94.75 289 289 480 -58.25 212 102 103.5 85 139 126 140 Riebeck Montan Bereinigte Stahl». . . Olavi Minen . . . Kali Aschersleben Kaki Westeregeln. . . . Kaliwerk Salzdetfurch - 3. iS. garden-InduSr» . Dynamit Nobel . . . « Scheideanstoll . . . • • Goldschmidt . • . • NütgerSwertr . . . e • Metastgclellschafl. • » • Llg. Deutsche Elsen'^ihn timburg-Amerika Paket jmb.-©übam. Dampslch. gon|04.25 178 235.75 153 270.5 159,75 232.13 207.5 395 eine Erhöhung der bisherigen Eisenerzsrachten nicht eintritt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 12. Okt. Tendenz: schwächer. Die Börse eröffnete in recht unsicherer und allgemein schwacher Haltung. Die feste Tendenz der gestrigen Reu- Yorker Börse vermochte dem Markte keine Stütze zu bieten, da die Derschärfung des Lohnkonfliktes in der nordwestdeutschen Eisenindustrie Verstimmung und ftatfte Zurückhaltung hervorrief. Auf fast allen Marktgebieten kam daher Material heraus. Der Markt erwies sich dafür nur wenig aufnahmefähig. Infolge des weiterhin sehr minimalen Auftragseinganges und gegen die gestrige Abendbörse waren Kursabschläge von etwa 1 bis 4 Prozent zu verzeichnen. 2m Gegensatz zur allgemeinen Tendenz waren die Anteile der Berliner Handelsgesellschaft 5,25 Prozent höher, auf die Mitteilung, daß die erwarteten Freigabegelder dem Institut nunmehr zufließen und den alten Aktionären ein günstiges Bezugsrecht von 4:1 zum Rennwert gewährt wird. Stärker verstimmte das anhaltende Angebot am Farbenmarkt. Farben eröffneten erneut zwei Prozent schwächer. Am Chemiemarkt waren Scheideanstalt gedrückt. Am Elekcromarrt waren Siemens 2,oO Prozent und AEG. 0,75 Prozent ab geschwächt. Licht & Kraft gut behauptet. Mon- Itanwerte 1 bis 2 Prozent, Banken 0,50 bis 1,50 Prozent niedriger. Am Automartt waren Adlpr mit minus 2 Prozent und RSbl. mit minus 1 Prozent angeboten, während Daimler sich gut behaupten loimten. Von den Kaliwerten waren Salzdetfurth 4 Prozent, Westeregeln 1 Prozent erhöht. Zellstoff-Waldhof lagen 3,5 Prozent niedriger im Angebot. Deutsche Anleihen lagen still und etwa behauptet. Am Markte der ausländischen Renten bestand für Rumänen und Türken etwas Interesse. Im Verlaufe blieb die Haltung schwach, und bei minimalen Um* sähen gaben die Kurse weiter nach. Farben verloren erneut 3 Prozent. Siemens gaben 2 Prozent nach Am Geldmarkt verstärkte sich die Rachfrage nach Tagesgeld (7,5 Prozent). Am Devisenmarkt waren Devisen stärker verlangt. Der Markkurs schwächte sich merklich ab. Mark gegen Dollar 4.2050, gegen Pfunde 20.383, London-Kabel 4.85175, Paris 124.21, Mailand 92.65, Madrid 29.96, Holland 12.1013. Berliner Börse. Berlin, 12. Okt. Im heutigen Vormittagsoer- kehr war die Stimmung kursmäßig freundlich gewesen. Die Unlust ist aber nicht verschwunden und verstärkt sick zu Beginn der offiziellen Börse wieder. Der gestrige leichte Geldsatz an der Neuyorker Börse (6 v. H.) machte keinen Eindruck. Dagegen verstimmten immer wieder die Meldungen üoer Aussperrungen, Streiks und Überhaupt über die Lohnfrage in der Eisen- und Textilindustrie. Die im Freiverkehr erzielten Gewinne gingen fast restlos wieder verloren. Gegen den gestrigen Schluß gaben die Kurse noch überwiegend nach. Es herrschte große Geschäfts stille, aber kein starkes Angebot. Nur am Farbenmarkt war dieses etwas größer. Man sprach von Tausch zwischen Glanzstoff und Farben gegen holländische Recynung. Eine Ausnahme machte Svenska, die immer noch eine Erhöhung von 12 Mark erfahren hatte, und Berliner Handelsgesellschaft-Anteile, die 4 v. H. höher lagen. Hier scheint schon bekannt zu sein, daß den Aktionären auf Grund der Freigabe- Einkünfte ein Bezugsrecht von 4:1 pari eingeräumt wird. Sonst waren im allgemeinen die Kurse 1 bis 2v. H. niedriger. Papiere wie Rheinische Braunkohlen, Salzdetfurth, Norddeutsche Wolle, Deutsche Linoleum, Zellstoff Waldhof usw. verloren bis 5 v. H., Polyphon sogar 8,75 v. H. Anleihen abbröckelnd. Ausländer ruhig. Bosnier lebhafter. Der Pfandbriefmarkt lag still. Bei den Banken machten sich die nahenden Steuertermine bemerkbar. Tages- qeld 5,5 bis 7,5 v. H. Monatsgeld 8 bis 9 v. H., Warenwechsel etwa 6,88 v. H. Im Verlaufe gingen die Hurse mit einigen Ausnahmen weiter zurück. Verluste bis zu 3 v. H. waren keine Seltenheit. Glanzstoff verloren 5 v. H., Gelsenkirchen 3,5 v. H., nur Svenska zogen auf Auslandkäufe hin um weitere 3 Mark an. Auch Berliner Handelsgesellschaft, die anfangs 2 v. H. über Anfang lagen, waren mit der aUgemeiwen Tendenz nachgebeno. 2 '».dtier GeärLrdebörse. Frankfurt a. M., 12. Ottober. Am Wochenschluß verkehrte der Produktenmarkt in stetiger Haltung. Das Geschäft war ober nach wie vor sehr klein, da die Händler immer noch große Zurückhaltung üben, so daß die Kursgestaltung unbeeinflußt blieb. Nur am Futtermittelmarkt bestand besonders für Roggenkleie einiges Interesse. Die Grundstimmung ist jedoch im allgemeinen freundlich. Es wurden notiert: Weizen 23,75; Roggen 22,75 bis 23; Sommergerste für Brauzwecke 25,50; Hafer, inländischer 23,25 bis 23,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 34 bis 34,50; Roggenmehl 31 bis 31,75; Weizenkleie 14,50; Roggenkleie 14,75 bis 15 Mark. Tendenz: stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 11. Oft. Die Produktenbörse eröffnete heute in unregelmäßiger Haltung. Dom Auslände waren die Cifofferten um Einklang mit den flauen Terminbörsen bedeutend ermäßigt, das inländische Angebot von Brotgetreide bleibt noch klein, da die Landwirtschaft zum Teil noch mit Feldarbeiten beschäftigt ist. Die Preise für Weizen waren um etwa 2 Mark und für Roggen um 1 Mark ermäßigt, die Umsahtätigkeft hielt sich in engen Grenzen. Für Weizen kam es gestern wieder vereinzelt zum Exportgeschäft nach Italien. Mehle haben trotz der zum Teil bis zu 50 Ps- ermäßigten Mühlenosferten weiter schwierigen Absatz. Für Hafer bleibt das Angebot klein, der Konsum bewilligt nur zögernd die gestrigen Forderungen. Gersten in unveränderter Marktlage. Am Lieferungsmarkt lag Weizen im Einklang mit den Auslandmeldungen in allen Sichten 2 Mark schwächer. Roggen tendierte uneinheitlich. Oktoberroggen konnte etwas im Preise anziehen, da der größte Teil der heute besichtigten Roggcnpartien als nicht koickralllich befunden wurde. Dezemberroggen lag etwas schwächer. Die heute besichtigten 30 Tonnen Hafer waren kontraktlich. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. A.E.G....... Bergmann...... Elektr. Lieserungen. . . Licht und Krasl . ° . Reiten 4 Guilleaume. . Ges. s. Eleklr. Untern,. . Hamb. Elektr. Werke . . Rhein. Elektr. ... Schles. Elektr. .... Schlickert ..... Siemens & Halske . • • Transradio...... Lahmeyer 4ervorgetretene Auffassung, als ob die Spar- lassen sich ausschließlich im Mittelstandskredit 'betätigen, ist nicht zutreffend. Jede Berufsgruppe Derbe entsprechend ihrer Beteiligung am Spar- Verkehr auch beim Kreditverkehr berücksichtigt; üie aus Arbeiterkreisen stammenden Mittel kommen diesen Kreisen durch die Kleinwohnungs- "baufrebite dcr Sparkassen wieder zugute. Angesichts der immer noch ungelösten Kredit- Ir a g e deb Landwirtschaft, vor allein im Realkredit, hat sich die Sparkassenorganisation erneut mit der Frage beschäftigt, ob nicht Mittel £cr größeren städtischen Sparka.sen den kapital- Schwächerer. ländlichen Kassen zur Verstärkung res Krcditschahes der letzteren durch Vermittlung der zuständigen Eirozentra'en zuge'ührt Werren könnten. Zu diefein Zweck sollten die Stadt- ßparkassen durch die Girozentralen Hypothekar- Icedikscheine erwerben, deren Gegenwert von den Sparkassen als Zwischenkredite an die Landwirt- schaft ausgeliehen werden sollte. Rachdem im vorigen Jahre der Plan an der ablehnenden Haltung der Reichsbank in der Lornbardierungs- Srage gescheitert war, wird jetzt geprüft, ob er ich etwa auf anderer Grundlage durchführen äßt. Bei der Kreditgewährung an das Handwerk können sich auf Grund der mit dem lAeichsverband des deutschen Handwerks geschlossenen Vereinbarung die Sparkassen bei Der Prüfung der Kreditfähigkeit oes Antragstellers rmd der volkswirtschaftlichen Dertretbarkeit des beantragten Kredits der Dienste der Dezirksstellen des Forschungsinstituts für rationelle Betriebsführung im Handwerk oder der Handwerkskammern bedienen, ohne daß sie dazu verpflichtet sind. .Nachdem in den letzten Jahren der Absatz von Kraftwagen an den erwerbstätigen Mittelstand sich stark entwickelt hat, hat auch die Sparkassen- erganifation der Aufnahme des Autofinanzierungsgeschäfts durch die Sparkassen mit Äücksicht auf die Bedürfnisse ihres Kundenkreises zugestimmt. Der Klein Wohnungsbau ist Luch im laufenden Jahre weitgehend durch Sparkassenmittel finanziert worden. Das Daus Pa- »en hat bei den Sparkassen guten Eingang gesunden. Zur Zeit prüft die Sparkassenorganisation, ob neben dem Individualsparen die Ein- sührung des Kollekttvsparsystems bei den Sparkassen, sei cs in Form zentraler oder lokaler Bau- st-areinnchtungen, zu empfehlen ist. Auf dem Gebiete des K o m m u n a l k r e d i t s haben die Sammelanleihen der Sparkassen- und Mroorganisation weiter an Bedeutung gewonnen. Aach dem Stande von Mitte d. I. entfällt ein drittel des Gesamtbetrages der kommunalen Inland- und Auslandanleihen auf diese Sammel- umleihen; 51 Prozent der gesamten Kommunal- Iretnte (In- und Auslandanleihen, Schuldschein- Darlehen. kurzfristige Kredite) sind von Spar- lassen, Girozentralen und Landesbanken gewährt. Bei dem Absatz der Kommunalanleihen im Pu- Llikum und bei den Geldinstituten stellt sich immer Ehr der Mangel der Reichsbanklom' Unerfreuliche Lage der deutschen Gesamt-Holzwirtschaft. Sehr schwache Konjunktur, mangelnder Beschäftigungsgrad, unzulängliche Verkaufspreise und vor allem ein im Winter-Einkauf überwerteter Rohstoff sind die Hauptcharakteristiken des Jahres 1928 für die schon seit langem unter den schwierigsten Verhältnissen arbeitende deutsche Holzwirtschaft. Die letztwöchigen Tagungen der verschiedenen Spihen- Fachverbände haben diese Sorge eingehend behandelt und in Referaten wiedergegeben. Tatsache ist jedenfalls, daß die im vorigen Jahre im Auslande, vor allem, in Oesterreich, schon in der Sommerzeit stattgehabten deutschen außergewöhnlichen Rundholz- und Brettwaren-Aufkäufe Heuer völlig ausgeblieben sind, und daß heute noch allerorts in Deutschland auf den Schnittholzlagern eine saisonmäßig nicht berechtigte Tleberfülle an Material liegt. Diese Feststellungen berechtigen zu dem Schluß, daß der deutsche Waldbesih bei den demnächst einsetzenden großen Holzverkäufen sich einer nur einigermaßen ähnlich günstigen Preissituation, wie im Vorjahre, nicht mehr gegenüber befinden wird, und daß er deshalb in seinen Dispositionen den wesentlich veränderten Verhältnissen Rechnung tragen muß. * Die Lokomotivkrisis besteht weiter. Die Deutsche Lokomotivbau-Dereinigung gibt bekannt, daß die für heute angesetzte Sitzung . der Vereinigung auf unbestimmte Zeit vertagt worden ist. Daraus geht hervor, daß die in den letzten Wochen gepflogenen Verhandlungen einzelner Firmen über die von der Reichsbahn empfohlene regionale Konzentration der Loko- motivindustrie in fünf Gruppen vorläufig noch kein Ergebnis gezeitigt haben. Es wird sich daher doch nicht umgehen lassen, daß die Reichsbahn helfend eingreift und durch Bekanntgabe eines trenn auch unverbindlichen Besch aff ungsprv- grarnms die Grundlagen für eine Gesundung des Lokornotivbaues schafft. * Heberzeichnung der RWE. - An - leihe in Amsterdam. Die 2,5 Millionen Dollar betragende holländische Tranche der 20° Mill.-Dcllar-Anleihe des RWE., von der 500 000 Dollar bereits fest placiert waren, ist bei den Zeichnungsstellen in Amsterdam stark überzeichnet worden, so daß Zuteilungen vorgenommen werden muhten. * 6-Millionen-Anleihe der Stadt Gelsenkirchen. Ein Konsorttum unter Führung der Firma Gebr. Arnhold, Berlin, hat eine Anleihe von 6 Mill. Mark der Stadt Gelsenkirchen-Buer vom l.Rovember 1928 zu 8 Prozent verzinslich, fünf Jahre unkündbar, mit einer Laufzeit von insgesamt 25 Jahren übernommen. Die Anleihe wird in der nächsten Woche voraussichtlich zu 93,20 Proz. zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt werden. * Frachtvorteile für den Sieger» länöer Erzbergbau. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft bestätigt, daß mit Beginn der allgemeinen Frachterhöhung die Rückvergütungssätze des Ausnahmetarifs 71 derart geregelt wurden, daß für den Erzbergbau des Siegerlande Z und des Lahn- und Dillgebietes Datum ; >% Lt. «eichranleihe v. 1927 ' t>L «nl.-Ablös.. Schuld mit Aus- los.-Rechten . - tesal. ohne AuSws^Rechte . . . i% Frankl. trnp.-BL Goldps. un kündbar bis 1932 ... lKi% Rheinische Hyp.-Bank Liau. Goldps. . . . i.E.G aba. DorkriegS-Obligation., rückzahlbar 1932 % Schwerz. BundeSb.-Anl.. l% Ceftencidjifdic ©olbtie.. . . <20% Oellerr Silberne..... (’/o Oesterreich, einheill Rte. . . .(% Ungarische Goldne. . . . % Ungarische Staatsr. v. 1910 -%% veSgl. von 1913 -t'/o Ungarische Kronenrte.. . M’/o rarl. Zvllanleihe v. 1911 . . -i:-0 Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie I el'o deügl. Serie 11 et?o Rumänen converl. Rte. . . - •/,% Rumänen Goldanl von 1913 Berlin. 11 Oktober Geld Brief Französische Roten...... 16.42.-) 16,465 Holländische Noten...... 167,96 168,64 23,UU 22,08 Norwegische Noten...... 111,63 112,07 Deutsch-Ocsterr-, a 100 Kronen 58,86 59,10 Rumänische Noten...... 2,52 2,54 11!,98 112,42 Schweizer Noten....... 80,565 80.885 Svanische Noten ....... 67/86 68,14 Tschechoslowakische Noten . . 12.397 12,457 Ungarische Noten..... 73.0a 73,35 Devisenmarkt Berlin —Frankfurt a. M. Telegraphische Au szah Inn«. Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluh. Kurs 1-Uhr- Kurs Sdjiufpi Anfang Kurs 1 Kurs Schluh- Kurs l°Uhr. Kurs Schmh^ An,ang Kurs | Kur» 11. 10. 12. 10. 11 10. | 12. 10. -Datum: | 11 10. 12 10. | 11. 10. | 12 10. Frankfurt a. M Berlin Schluck Kurs I l.Uhr- Kur» Schluß Kur» Anfang Kur» Datum: II. (0.' 12. 10. 11. 10. | 12. 10. Philipp Hvizmann......7 138 137 — Heidelberger Eement .... 10 136 — — — Gement Karlstadt......8 170 — — — Wayß & Freitag......10 — — — Schultheis Patzenhofer ... 15 — — 330 329 Ostwcrle.........12 —- 289 289.1? Ber. Glanz stoss .....18 — — 571 573.9 — — 484 483 Msto'ss Waldhos.....12 — 290 193.5 289 Zettswss Aschaffenburg ... 12 211 - 215.25 211 Charlottenburger Wasser ... 7 — — 147.5 — Dessauer Gas..... 8 — — 193,75 192.5 Daimler Motoren ...... 0 84.5 84.75 85 84 Demag ..... . . . 0 — - 53,13 53,9 Adlerwerle Klever......5 117 115 — 115 CuBro. Loeroe ...... 10 — — 252,5 249 Nat. Automobil . ...... 0 — 69 9 70.75 Orcnstein & Koppel . .... 6 —1 110.25 110,5 — —- 272.5 272 Bamag-Meguin ....... 0 19 — 20 — Franks. Maschinen ...... 6 — — <4.25 Kritzncr . . ...... 11 125 — 122 18,5 —- - — Iunghans. ........ 4 87 87 — Lechroerke. ...... 8 — — — Mainkrastwerke ....... 8 117 — — Miag ...... 10 - —- 139.5 139,5 Nelarsulmer ........ 8 33 — 32.75 — — - 108.5 — Gcbr. Roeder ....... 10 126,75 — — — Boigt & Haesfner ...... 8 216 - 216.25 — Südd. Zucker .......8 147 - 143,25 — 11. Oktober 12. Oktob r Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld 1 Briet Amst.-Rott. 168,29 168,63 168,23 168,57 Buen.-Aireö 1, <65 1,769 1.764 1,768 Brss.-Ankw. 58,35 58,47 u8,34 08,4b Christiania. 111,93 112,15 111.89 112,11 Kopenhagen 111,99 112,21 111,95 112,17 Stockholm . 112,27 112.49 112,25 11:.47 HelsingforS. Italien . . . 10,566 21,975 10,586 22.015 10,563 31,98 10,583 22,02 London. . . 20,337 20,341 20,358 20,398 Neuyork . . 1,1975 4,2055 4,19<5 4,4055 TariS.... 16,39 16,43 16,385 16.425 Schwei» . . »0,77 80,93 >0.77 80,93 Spanien. . 67 95 68.09 67.89 68,03 Japan . . . 1,923 1.927 1,923 1,9-7 sllio de Jan. Wien in D-. 1.5015 0.5035 59,135 0.5015 0,5035 69,13 Lest, abgest. '9,115 59,00 Prag .... 12,436 12,456 12,437 12,457 Belgrad . . 7,376 7,390 7,370 7,384 Budapest. . Bulgarien . 73,19 3,037 73,33 3,043 73,18 3,034 73,32 3,040 Liffabon . 18,88 18,92 18,88 18,92 Danzig. . . Äoiflantüt 81,40 81,56 81,37 81,53 2,150 2,156 2,150 2,154 Athen. . . 1.425 5,435 6,425 5,435 Lanada . 4.196 4,198 4,196 4,204 llrayuat). . 4,266 20.885 4,274 4,266 4,274 Lairs • - - 20.925 20,875 20.915 Berlm, 11. Oktober Geld Brtet Amerikanische Note* ..... Belgische Noten ....... 4,179 | 58,18 4,199 68,42 Dänische Noten ........ 111,73 112,17 Englische Noten........ 20.335 20.415 +74 Zusammen I. Einnahmen: 3. Ailas WW. W hochelegant, sehr modern Z vollen Modellen, 12.50, vollen Modellen, 12.50, Mehr als 50 Modelle eleg. Lackschuhe sieben Urnen außerdem zur Wahl 3. 4. 8. 9015a S. —643 Zusammen . . —643 eine Zierde des Zimmers. 9006 D Aeußerst kalkulierte Preise! Reiche Auswahl! . i. August Lotz, Misrrwaverr, Wieseck A. Ordentlicher .s? .«shalt. Abschluß. —643 Der Oberbürgermeister. Gieß en, den 10. Oktober 1928. 5. 6. 7. Jahressoll (Haushalt- soll+Rech- nungssoll der Bor- jahrsrestc) seit Beginn des Rj. bis einschl. des Vorvierteljahres Jni Berichtsvierteljahr 1. 2. E L Steuern • Von den Unternehmungen und Betrieben und der Vermögensverwaltung abgelieferte Ueberschüsse Ausgaben insgesamt . Im Rechnungsjahr 1927 . Mithin: Mehrausgabe . bzw. Mehreinnahme . fesches Modell, elegante Form Aus d nn Vorjahr....................... Mehreinnahme (+) aus den Monaten IV.—VI. 28 Mehrausgabe (—) aus den Monaten IV.—VI. 28...... . . . Ergibt Bestand am Schlüsse des Berichtsmonats B. Außerordentlicher Haushalt. Aus dem Vorjahr................ Mehreinnahme (+) aus den Monaten IV.—VI. 28 . . Mehrausgabe (—) aus den Monaten IV.—VI. 28 . . . Ergibt Bestand am Schlüsse des Berichtsmonats . . . Davon ab: An Unternehmungen und Betriebe und die Vermögensverwaltung geleistete Zuschüsse Verbleiben . . a) Volksschulen b) Sonstige Schulen Tiefbauwejen (Wege-, Straßen-, Brückenbau und -Unterhaltung)........... Wohlfahrtspflege u. Gesundheitswesen (ausschließlich Arbeitslosenfürsorge und Wohnungswesen) Arbeitslofenfürsorge (Krisenfürsorge) . . . Wohnungswesen . ......... Besondere gemeinnützige Anstalten u. Einrichtungen ............... Uebrige Kämmereiverwaltungen (soweit nicht unter 1—7 aufgeführt).......• • Umlagen an den übergeordneten Gemeindeverband ................ und -Unterhaltung)........... Erwerbslosenfürsorge Wohnungswesen Sonstige Aufgaben der Kämmereiverwal- Sonstige Einnahmen: Allgemeine Verwaltung Schulwesen Tiefbauwesen Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen (ausschl. Arbeitslosenfürsorge und Woh nungswesen) Arbeitslojenfürsorge (Krisenfürsorge) . . Wohnungswesen Besondere gemeinnützige Anstalten u. Ein richtungen Uebrige Kämmereiverwaltungen .... Einnahmen insgesamt . Im Rechnungsjahr 1927 . (abzüglich der Zuschüsse an Unternehmungen Betriebe und Vermögensverwaltung) tungen 5. Außergewöhnliche Zuschüsse und Neuinvestierungen für Unternehmungen und Betriebe und Vermögensverwaltung...... Ausgaben insgesamt . . Im Rechnungsjahr 1927 . . Mithin: Mehrausgabe . . bzw. Mehreinnahme . . ttuf Teilzahlung zu billigen Preisen liefern wir Stand-, Wand-, Küchen-Ühren, Herren-Taschen-Cbreo, Armband-Uhren für Damen n. Herren, Wecker, Uhrketten. Wochenrate von 1,— Mk. an. Kostenlose Zusendung unseres Katalogs Nr. 39 Paul Sommer, Halle a.S., Leipziger Str. 14. . + 74 Bekanntmachung. Der Hallentennissport in der Volkshalle wird am 21. Oktober 1928 eröffnet. Freie Spielstunden können noch vergeben werden. Interessenten erhalten Auskunft im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 29. 8998D Gießen, den 12. Oktober 1928. Volkshallenverein e. V. Dr. Seid. Iwm behÄgttKerr OeZnr gehört ein gut heizender und sparsam brennender Sfen Durch Einführung der neuesten Modelle, jeder Ofen SILBER Miere s= AlMMU werd, sachgemäß u. vreiöwerl ge- sttmmr u. revar OöetG.-; Sieben. vloMr^i reteohon 2403 Verkant o. neuen u. gebe. Klav. I. Einnahmen: 1. Schuldcnaufnahme 2. Fondsentnahme 3. Sonstige Einnahmen Einnahmen insgesamt . . Im Rechnungsjahr 1927 . . 2. 3. 4. MlUllg KaNllMNW MlW Neu emgeiroffen mehrere Dovpelwaggons Kartofieln gelbfl. Soester Industrie. Verlause dieselben pro Zir. 4.50 franko Bahnhof. Bc- siellungen und Proben werden Samstag am Gemüsesland, Kanzletberg. entgegen- genommen. Lieferung wird durch Arno schleunigst auögesührt. Berkaus solange Vorrat reicht. R 0/219 Dortmunder Grohmarkt-halle P. Schmidt. ' Bekanntmachung. Betr.: Erhebung von Stromgeldern. Der Ausweis des Gelderhebers Heinrich Schmitt, Ruttershausen, ist abhanden gekommen. Es wird gebeten, darauf zu achten, daß derselbe nicht unberechtigterweise benutzt wird. Erforderlichenfalls ist der nächsten Polizeibehörde Mitteilung zu machen. 9004V Gießen, den 11. Oktober 1928. Direktion der städtischen Elektrizitätswerke und Ueberlandanlage. S t o l t e. II. Ausgaben: Allgemeine Verwaltung Schulwesen: Vierteljahrs-Ausweis über die Einnahmen u. Ausgaben der Gemeinde Gießen, I. Vierteljahr April—Juni, des Rechnungsjahres 1928. (Beträge in tausend Reichsmark.) TT ^ — -Normalhemden• “w O Crrdl-Einsatzhemden • öE II. Ausgaben: Tiefbauwesen (Wege-, Straßen-, Brückenbau Dm A. Ordentlicher Haushalt. Aus dem Vorjahr, und zwar: a) Bestand zur Deckung restlicher Verpflichtungen . . b) Ueberschuß (+), Fehlbetrag (—) des Vorjahres . . Südoieriel, billig zu verknus. J. Baer, Ostaklinge 29. o„,7 Erläuterungen: 1. Der buchmäßige Ueberschuß im ordenllichen Haushalt des Rj. 1927 ist nur ein scheinbarer, da nach dem 1. Juli wegen des Abschlusses von Nebenfonds usw. noch größere Allsgaben zur Verrechnung zu kommen haben. 2. Die geringen Steuereinnahmen sind darauf zurückzuführen, daß die Steuererhebung erst nach Zustellung der Steuerbescheide — Ende August 1928 — einsetzen konnte. 3. ZuI, 3 — Tiesbauwesen: Da die von der Stadtverordneten-Verfammlung besck)lossenen neuen Gebührensätze für Straßenreinigung und Müllabfuhr noch nicht die erforderliche ministerielle Genehmigung gefunden haben, konnte Die Gebührenerhebung bisher noch nicht beginnen. 4. Die geringe Einnahme unter „3. Besondere gemeinnützige Anstalten usw." erklärt fick) daraus, daß durch die noch ausstehende Genehmigung der Gebühren für Straßenreinigung und Müllabfuhr auch die Kanalgebühren, die mit dem gleichen Bescheid angefordert werden, bisher noch nicht zur Erhebung kommen konnten. 6. Zu außerordentlichem Haushalt Ausgaben 3. Die Ausgaben für Wohnungsbau werden noch zu Lasten deS Rj. 1927 verrechnet. 6. Der Fehlbetrag im außerordentlichen Haushalt wurde wegen der schwierigen Geldbeschaffung zunächst durch Inanspruchnahme von Bankkrediten gedeckt. swöb 250 • <5 ModebaU9 . Salomon Bekanntmachung. Der Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Obst auf Wagenladungen findet Samstag, den 13., 20. und 27. Oktober sowie am 3. November 1928, nur auf Oswaldsgarlen statt. 89978 Gießen, den 12. Oktober 1928. Der Oberbürgermeister. I. V.: vr. Rosenberg. Zusammen . . 4-74 Ist-Einnahme oder Ist-Ausgabe Bekanntmachung. Betr.: Erhebung von Stromgeldern. Cs wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß Zahlung nur an diejenigen Gelderheber zu leisten ist, welche mit einem entsprechenden Ausweis unsererseits versehen sind. Auf das beigefügte Lichtbild ist zu achten. 9004V Gießen, den 11. Oktober 1928. Direktion der städtischen Elektrizitätswerke und Ueberlandanlage. S t o l t e. —148 —791 Fehlbetrag Damen-Handschuhe - **•- 9oi4a Trikot, zum Teil mit Halbfutter oder Wildleder imitiert, moderne Art mit Stulpen ** ' —308 —234 Fehlbetrag fetten I Welche Mutter würde Hecken auf den hellen Klri- J dem oder Höschen dulden? Doch Kinder kennen keinen Unterschied zwischen Spiel- und Ausgeh-Kleidchen, wie rasch ist ein neuer Anzug verdorben. Schelten Sie deswegen Ihre Lieblinge nicht, sondern lassen Sie es chemisch reinigen und mifNeu behandeln, wir verbürgen uns für bestmögliche Wiederherstellung, ohne daß Stoff u. Farbe leiden. Bringen Sie es ein (ach zur m ’ B. Außerordentlicher Haushalt. Aus dem Vorjahr, und zwar: " a) Bestand zur Deckung restlicher Verpflichtungen . . . d) Ueberschuß (-i-), Fehlbetrag (—) des Vorjahres . . . färaubackti fische* er er Gegründet 1848 V Seltersweg 79a==Telephon 627 Post- u. Bahnsendungen an die Fabrik in Butzbach erbeten . gM Modehaus tllllllllllllllüllllHllllillllllll Städtische Mülleimer H. Schön 07211 Marburger Str. Emaillierter Herd Überzählig, sehr btO. au verkamen. 07210 Blockitr. 9, Laden. UltlllililllllOlinilllllllllB Gebrauchte tataiihlß billig zu verk. °71* Selteröwcg 35. | Kaufgesuche | Gebr., gut erhaltene Hobelbank zu kaufen ges. 0,!0* Schreinermitr.Ran, Klein-Linden. Verschiedenes, Besicht die Handelt- schale Kanxelmannl Student der Phtlo* tonte erteilt bewährten Nachhitse- unterricht i. Gymnasialsächern. Schriilt. Anqeb. unt. 07199 a. d. Gteß. An». 1 2 3 4 1944 122 122 1176 — 140 140 3120 — 262 262 — — 52 52 3120 — 210 210 71 _ 2 2 38 — 24 24 168 — — t—• 490 — 112 112 — — — —— 4 — — — 720 72 72 472 — 9 9 5083 _ 429 429 247 — 523 523 666 171 171 97 — 16 16 327 — 101 101 389 — 67 67 1388 _ 330 330 7 — 3 3 13 — 4 4 930 — 152 152 1455 — 60 60 — — — — 5272 — 904 904 761 — 356 356 — — 308 308 — — — — 1097 — 197 197 — — —— —— 937 — 5 5 2034 — 202 202 2873 — 137 137 225 20 20 — —— —— —— 1041 — — — 722 — 25 25 46 — 38 38 2034 — 83 83 3238 — 404 404 — — 148 148 — — — —