Kr. 156 Erstes Blaft 178. Jahrgang Dienstag, 12. Juni 1928 trl^eiet tögltd),aefefT Soulag* ud Vertag*. 8rU»fti: Gtetzrner Hei mal twi Bill» Vie Scholle moioti-Btjnflsprns. 2 9trid>*marh en» 20 Reichspfenirig ftr Trigen lohn, auch bei 5hd)trr» ich» ine« einzelner Nummern tnfolge höherer (Bemalt 3rern|pred)an|d)l61|e: 6i, M und 112. ftr Drohtnoch- richten Swjetger Gieße». P»tf4)trf!onto: gteiffwrl am Main 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck »stb Verlag: vrLhl'sche UNtotrßläts«BMd)» inö Stetibriderd R. £aige in Gieren. SdfrtftletttiRg eitb GeschäfirsteAe: Zchvlftraße 7. Liuahrne von Injetaen ftr die Tageenummcr bi» |em NachmMag vorher. Preis fir l rom höhe ftr Anzeigen von 27 mm Vierte örtlich 8, au» märt» 10 Verchopfennlg. ftr 9xe- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsenntg, Platzvorschrift 20' . mehr. Thefredadteur Dr. Fnedr DUH. Lange. Verantwortlich ftirTolmli Dr. Fr DUH Lange für Feuilleton Dr H Thynot, für den übrigen Teil Ernst Vlumschein; für den Anzeigenteil )Url HiNmann. lämtlid) in Dietzen Der Bericht des Reparationsagenten. 11. 3unt (WB.) Der ®encralaaent für 2tepara tümtyitHunflcn und die Äommtlfarv und Treuhänder veröffentlichen heute ihre Berichte. Der Bericht deS Generalagenten für 2tc- parationszahlungen ist ein Zwischenbericht, der die ersten neun Monate des vierten Reparations- jähret 1. September 1927 bis 31. Mai 1928 umfaßt 3n der Einleitung stellt der Generalagent fest, daß die ilebertragungcn von Aichlieferungen und Devisen mit dem wachsenden Auskommen der Reparationszahlungen Schritt aehalten hätten. Deutschland habe feine Zahlungen regelmäßig und pünktlich geleistet Die besonderen Sicherheiten des Planes hätten sich in einer Weise entwickelt, daß zunehmende Anzeichen vorhanden feien, daß sie auch die Stan- oardzahlungen die Deutschland vom fünften Jahre ab zu leisten ßibc, gewährleisten würden. Da« gelte nicht nur für die Haushaltszählungen, sondern auch für die Industrie- und Eisenbahn- zahlungen. Der Generalagent weist darauf hin, daß es möglich war, den DerteilungS- schlüssel für die Industriezahlungen um 20 Prozent herabzufeßen Vie Reichsbahngesellschasl habe, obwohl ihre Finanzlage gegenrvärhg durch neue Lasten er- schwert worden fei, durch die bisherig'n (Erfolge weitgehendes Zeugnis für ihre lätigfeit die volle Reparationsleistung auszubringen, abgelegt, vorausgesetzt, daß sie eine weife Finanzpolitik einfchlagc. und daß das Reich fein 21uf- sichtsrecht nicht benutze, um diese Fähigkeit in Frage zu stellen. Die Tendenzen übermäßiger Ausgabe- und Anleihegebaren in der öffentlichen Finanzwirtschaft bestünden zwar noch fort. Ermutigend fei aber die Haltung der Neichsrcgie- rung in der letzten Zeit, die eine bestimmte Führerschaft auf dem Gebiete der öffentlichen An- leihewfrtfchaft eingenommen und die Notwendigkeit erkannt habe, die Grenzen, die durch Währungs-, Kredit- und Reparationspolitik gefetzt feien, inne zu halten. Die Ausgaben des Reichshausholts ft i e g e n jedoch noch immer; das Gleichgewicht des Haushalts hinge daher hauptsächlich davon ab, ob die Einnahmen aufrecht erhalten blieben ober sich erhöhten. Die Wirtschaft habe in der Vergangenheit starke Belebung gezeigt. Vor einem Jahre habe sich die Produktion stark auf Jnland'skonfum eingestellt. 2n den vergangenen Monaten fei diese Einstellung weniger scharf heroorgetreten und die deutsche Ausfuhr Höher gestiegen als zu irgend einer Zeit des Plans. Allerdings feien viele Anzeichen vorhanden, daß die ftonjunflur ihren Höhepunkt erreicht habe. Die Derbrauä-spreife und pro- duktlonskosten feien gestiegen. Zu den Gehaltserhöhungen in den öffentlichen Verwaltungen feien Lohnsteigerungen der wirtschaft hinzu- ?kommen. Zweifelhaft sei. wie weit die durch ohnerhöhungcn eingetretene Preis steige- rung geeignet sei. den 3nlanbmarfl ein- ruengen. höhere Ausfuhrpreise würden aber die Ausfuhrmöglichkeiten beeinträchtigen und den bisherigen Fortschritt wieder zunichte machen. Vie zunehmende Geschäftstätigkeit und höheren Preise setzten umfangreiche Kreditaufnahme voraus. Der Kredit sei immer noch knapp Diese Knappheit sei mit auf die hartnäckigen Nachfragen der öffentlichen Körperschaften zurückzusühren. Einen breiten Raum nimmt ein naturgemäß Die Betrachtung der Haushaltsgebarung von Reich. Ländern und Gemeinden, die. wie der Generalagent meint, durch die steigenden Steuereinnahmen, die auf daS hohe Riveau wirtschaftliches Beschäftigung zurückzusühren sei, erleichtert worden sind. In großem Umfang seien allerdings die zunehmenden Einnahmen durch neue Ausgaben absorbiert worden, und immer noch seien die lausenden Ausgaben größer alS die laufenden Einnahmen. Der Generalagent hebt m zustimmendem Ginne die Initiative hervor, die das Reich im Ginne einer größeren Derantwortlichkeit für die öffentlichen Finanzen Deutschlands inzwischen ergriffen hat. Der Reparation sagen! bespricht dann die für die Gestaltung des HauShaltS 1929 30 nach feiner Ansicht sich ergebenden Schwierigkeiten, die. wie er auSsührt. durch eine bedenkliche Zunahme der wirtschaftlichen Geschä tstatigkeit und der Steuer- kraft wesentlich gemildert werden könnten. Besonders unterstrichen wird die Bedeutung des Finanzausgleichs. Der Generalagent erklärt es für wünschenswert, daß ohne weiteres Zögern die endgültige Regelung dieses Problem- in Angriff genommen wird. Bei der Besprechung der Hausbaltsschwierigkciten der Länder wird als hauptsächlichste br ache die Erhöhung der Gehälter und Pensionen erwähnt. Wenn die deutsche Wirtschaft für ihre umfangreiche Produktion im Inland ober Ausland einen Markt finden wolle, so könne sie es sich nicht gestatten, die Preise weiter ansteigen zu lassen. Sparsame Kreditinanspruchnahme seilens der öffentlichen Körperschaften sei ein Opfer, das zu bringen für die Konsolidierung notwendig sei: es würde dem Markt eine Atempause geben, in der unzählige Möglichkeiten für die Befriedigung wesentlicher heimischer Bedürfnisse geschaffen würden. Als wichtigstes Sreignis auf dem Gebiet der Anleihepolitik sei es zu bezeichnen, daß die Reichsregierung eine Politik der Abbremsung bzw. Einschränkung der Auslandanleihen öffentlicher Körperschaften t»or genommen habe, was einen bemerkenswerten Fortschritt dar stelle. Der lehte Srfolg hänge allerdings nicht von künstlich wirkenden Verboten, die nur die Folge aber nicht die Ursache beseitigen könnten, sondern von der AuSgabepolitik der verschiedenen öffentlichen Körperschaften ab. Dabei wird fest- gestellt. daß die größte Zunahme in Ausland- anleihen 1928 auf öffentliche und halböffentliche Unternehmungen entfiel, während die deutsche Wirtschaft biS vor kurzem nur wenig neues Auslandkapital aufgenommen habe. Die gesamte Derschuldung an das Ausland mit Einschluß der Privatwirtschast aber ohne die Dawes-Anleihe und ohne auswärtige Käufe deutscher Effekten schätzt der Generalagent auf etwa 5350 Millionen Mark. Die kurzfristige Verschuldung, die nur geschätzt werden könne, sei vielleicht nicht geringer, jedenfalls aber wegen der möglichen Folgen noch wichtiger. Der große Umsang der auswärtigen Der- schuldung veranlaßt den Generalagenten tu zwei Feststellungen; einmal daß auswärtige Anleihen Äbeigetragen haben, die Ausdehnung der ftSstitigkeit au stimulieren, zweitens, daß die allg?mcinc Bildung von Kapital tn Deutschland größer gewesen sei als die Anleiheaufnahme. wobei man allerdings aus Schätzungen angewiesen sei. Der Generalagent rechnet damit, daß auch weiterhin in gewissem Umfang ein Bedürfnis für AuSlandkredite sich geltend machen werde, und, um diese Kredite au erhalten, fei es besonder« erforderlich, daß das Vertrauen des ausländischen Anleihezeichners in vollem Umfang aufrecht erhalten bleibe. Hierin liege eine Verpflichtung für den deutschen Anleihenehmer. den Auslandmarkt nicht zu überladen. Ebenso müsse der ausländische Anleihezeichner ganz naturgemäß in steifendem Maße nach einer hären Feststellung des endgültigen Ausmaße» der Reparalionsoerpflichfungen verlangen. Fall» diese Fra^e nicht bald beantwortet werde, werde der ausländische Kreditgeber entweder überhaupt nicht mehr geneigt sein, seine Ersparnisse an Deutschland zu leihen oder sich für ein etwaige» Risiko durch besonder» hohe Zinssätze schadlos hatten wollen. Ts folgt eine längere Darstellung der innerdeutschen ftrcbitocrbaltniffc imb eine Betrachtung ber aus dem innerdeutschen Markt auf- genemmenen Anleihen b'r Länder. Provinzen und Gemeinden, wobei scharfe Kritik daran geübt wird, baß viele dieser Anleihen auf einer äußerst ungünstigen Grundlage ausgenommen worden seien, so daß die Gefahr bestehe. daß durch eine so wenig vorau«schauende Finanzierung die allgemeinen Kreditkosten zum Rachteil aller anderen Anleihenehmer verteuert würden. Bei der Behandlung der Lage der Landwirtschaft führt der Reparationsigent u. a. auS. daß deren Rotlage weniger infolge ber Höhe der Verschuldung alS infolge derhohen Zinsen schwer zu behandeln fein wird. Er sieht eine Abhilfe im wesentlichen in der Reuorgonisation land- wirtschaftlicher Methoden in genauer Anpassung an die gegebenen Verhältnisse eines Industrielandes und weist daraus hin. baß die Rachkriegs- zeit grunbsätzliche Verschiebungen in ber Landwirtschaft der ganzen Welt mit sich gebracht habe. Rach einem Eieberblick über die Entwicklung der deutschen Wirtschaft und einzelner ihrer Zweige endet der Generalagent mit einem kurzen Schlußwort, in dem er daraus hinweist, daß ber Plan zwar fein erstes Ziel erreicht habe, daß dieser Erfolg aber die wahre Ratur des Plans nicht verschleiern bür e. Der Plan sei n i ch t S e l b st - zweck. DaS Hauptproblem liege in der endgültigen Festsetzung der deutschen Repara- tionSverpslichtungen. Der Eindruck des Reparationsberichies in Berlin. Berlin, 12. Juni. (WT2. Funkspruch.) AIS erster E.ndruck des Halbjahresberichtes des Re- parationsagenlen wird in Berliner politischen Kreisen betont, daß die Ausführungen Parker Gi-lberts im allgemeinen erfreulich sachlich und ohne jede Schärfe gehalten sind. Mit Genugtuung wird verzeichnet, baß auch der Re- parationsagent seststettt. Deutschland habe seine Verpflichtungen pünktlich und regelmäßig erfüllt, und daß er ferner eine ganze Reche von Reformen anerkennt, die die Reichsregierung burchqe'ührt hat, so z. B. in den Fragen des Haushaltes. 2m übrigen bleibt der ReparationS- agent allerdings bei den bekannten Vorwürfen, bie in feinem Memorandum enthalten waren. Bemerkenswert ist aber auch das Schlußwort des Berichtes, in dem erneut auf die endgültige Festsetzung der Reparationsvervfiich- tungen hin gewiesen wird. Parker Guber beharrt damit entschlossen bei seiner Reparationsvolitik, die auf eine endgültige Lösung hinsteuert. Das »Berliner Tageblatt" nennt den Bericht Parker Gilberts, wegen ber darin enthaltenen Feststellung, daß eine endgültige Festsetzung ber deutschen Reparations-Verpflichtungen notwendig sei, ein Dokument von höchster politischer Bedeutung. Im Interesse aller Beteiligten. so bemerkt da- Blatt, sowohl Deutschlands aÜ auch der Gläubigermächte läge es. im Wege gegenseitiger Verständigung zu einer endgültigen Regelung zu gelangen, und zwar entsprechend den Schlußworten des Sachverständigengutachtens. .sobald die Ilmstände eS erlaubten". — Der ,Derliner Dör- sencourier" b«eichnet alS wertvolles Charakteristikum des Berichtes die Betonung prinzipieller Einhelligkeit zwilchen der Reichs- regierung und der ReichSvank einerseits und dem Reparationsagenten andererseits, also den Ausdruck friebfamen und bewußten Zusammenar- beitenS. — Die .Germania" stellt mit Befriedigung fest, daß sich der Reparationsagent streng im Rahmen seiner Ausgabe mit einer Feststellung der deutschen Wirtschaftslage begnügt. ohne den Ehrgeiz, entfcheidend in die innere Politik Deutschlands eingreifen zu wollen. — 2m .Vorwärts" heißt es Der Bericht gibt in jeder Zeile die Bestätigung dafür, daß sich der RcparationSagent ausschließlich o l S Anwalt ber 2nterallilerten Gläubiger gegenüber Deutschland fühlt, der nichts zu tun hat, als feine ganze Kritik der energischen Sicherung der interalliierten Reparationsforderungen fühlbar zu machen. Das Eisenbahnunglück bei Siegelsdors. Berichte von Augenzeugen. „Eine Nacht unbeschreiblichen Schreckend und unsäglicher Qual " Berlin, 11. 2unt Der im Nürnberger Krankenhaus liegende Heizer des verunglückten D-Zuges. Flelchhut, erzählte einem Mitarbeiter ber »D. Z." folgendes: 2ch befand mich auf meinem Heizerstand, als wir die S t a t i o n Siegelsdorf durchfuhren. Kurz nachdem der Zug die Linkskurve hinter sich hatte, bemerkte ich, baß bie Lokomotive schwankte. DaS war etwa in ber Höhe des Stellwerkes. Ich hatte den Eindruck, daß damals schon die Lokomotive auS den Schienen gesprungen war. Das Schwanken wurde plötzlich so bedrohlich, daß ber Führer mit aller Wucht die Bremsen zog. Dann war in einer Sekunde daS ganze ilnglüd geschehen. Don einem anderen Zeugen deS Unglücks, ber ber Eröffnung der Kunstausstellung in Dürnberg beiwohnte und mit dem UnglückSschnell- zug- nach Hause faßten wollte, wird dem ,B. T." mitgeteilt: 2ch befanb mich in einem der vorderen drei Wagen. Kurz nach der Station Siegels- dors bemerkte man im Wagen ein Schwan- k e n. das sich immer mehr und mehr verstärkte. Dann erfolgte ein mächtiger Stoß, e i n Kr achen und furchtbares Schreien, und daS Unglück war da. In diesem Augenblick erloschen sämtliche Lichter. kaum war der erfle Schrecken vorbei und die Ceule etwas zu sich gekommen, da kam bieder furdjlbare heiße Dampf, der von der unter dem wagen liegenden Maschine aufquoU. Unaufhörlich hallte der' Schreckensrus: „Dampf abslellen, um Gottes willen den Dampf abstellen, sonst gehen wir zu- gründe. Der Dampf ist unser verderbens Nur dem Umstand ist es zuzuschreiben, daß ich in dem Augenblick des Unglücks i m Seiten gang des Wagens ft a n b, fönst hätte auch mich der Dampf verbrüht. Die meisten der Passagiere wurden verbrüht. Ich fühlte, daß mir keine Glieder gebrochen waren, nur das Blut rieselte mir vom Gesicht herab. Nasen, Mund und Ohren waren mir zerschunden. Einer der Mitreisenden meines Abteils stieg durch das Fenster ins Freie: babei mußte er minbeftens zehn Meter über Trümmer unb Leichen hinwegschreiten, um wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Die Stahlschienen waren wie Streichhölzer geknickt, zerrissen, gerollt und zerkrümmt, die schweren Holz- schwellen des Unterbaus geradezu zerfasert. Don einem jungen Frankfurter Kaufmann, der sich in dem Unglückszug befand, wird der „F. Z." noch folgendes berichtet: „Kurz vor ber Station Siegelsdorf, etwa um 2.18 Uhr wurden wir durch auffallendes Schlingern unseres Doacns — es war ber fünfte non vorn — geängstigt und gleich darauf erschreckte uns ein fürchterliches Krachen und Zischen. Unser Wagen war auf den auf die Böschung gestürzten Dorderwagen gefallen und ragte m i t Der einen Hälfte hoch in bie Luft, während die andere gestürzt war, so daß der Wagen vor dem Ueberschlagen bewahrt blieb. Es gelang uns, aus dem Fen st er »u klettern, unser Gepäck war schwer beschädigt, wir selbst waren unverletzt geblieben. Dos am Ende des Wogens befindliche Klosett war vollkommen wegrasiert Rings um uns war ein entsetzliches Schreien und Stöhnen, denn der aus dem geplatzten Reffet der Lokomotive ousströmende Dompf hatte viele Reifende furchtbar verbrüht. Zugschaffner telephonierten sofort um Hilfe, aber erst nach 1} Stunden kam ein Sanilätshils»- zug mH einem Arzt aus Nürnberg, weitere zehn Minuten darauf traf auch ber Operaüonsroagra mH noch anderen Aerzken ein. In ber langen Zwischenzeit litten bie Verwundeten namenlos. Bauersleute eilten herbei unb halfen bereitwilligst, auch bie Mitreisenden leisteten tatkräftige Hilfe. Besonders schwer wurde der Durst empfunden, da jegliches Trink- wasser fehlte, auch von der nur etwa 200 Meter entfernten Station Eiegelsdorf keines her- beigcschaist wurde. Schreckllch waren die Leiden der in den Trümmern Eingeklemmten, aber sie hielten doch tapfer aus. bis HUfe kam. Bauersfrauen zerrissen ihre Wäsche, um verbinden zu können. Auch die Leichtverletzten halfen fleißig mit; ein Kriegsinvalide rettete mehrere Leute. Bis morgens 6 11 ßr waren 17 Tote geborgen, aber immer noch wurde an den ineinanberoer- krarnpsten Wagen geschweißt, wurden in die Decken und die Böden Löcher gebohrt, um Verunglückte retten zu können. Kurz vor 6 Ahr fuhr ber Sanitätszug mit den Verunglückten und Ueberlebenbcn nach Nürnberg zurück. EL war eine Rächt unbeschreiblichen Schrecken- und un- saglicher Qual. 24 Todesopfer. Tic Feststellung der Unbekannten. Nürnberg, 11. Juni. (WTB.) Heute nacht starb ber al» fchwerverletzt gemeldete Lokomotiv- führer Johann S ch l o b e r au» Aschaffenburg. Don den Schwerverletzten verstarb ferner heute früh zehn Uhr Frau Anno Prvttengeier au» Nürnberg. Die Gesamtzahl ber Toten beträgt somit 24. D e Zahl ber Opfer bürste damit den Höhepunkt erre.cht haben. Bei den In den Krankenhäusern liegenden Schwerverletzten besteht, soweit ärztliche Kunst e» Voraussagen kann, keine Lebensgefahr mehr. 3n bos Fürther Krankenhaus waren am Sonntag insgesamt 19 Schwerverletzte eingeliefert worden, von denen zehn ihren Verletzungen erlagen. 3m Nürnberger Krankenhaus wurden zehn Verletzte eingeliefert, von denen drei gestorben sind. Zwei Leichtverletzte konnten gestern bereit» ihre Heimat ausfuchen. Heute wurde wieder ein verletzter ent- lassen, dem morgen ein weiterer folgen wird D c drei bis jetzt unbekannten toten Frauen glaubt man mit einiger Sicherheit f e ft g e ft e 111 zu haben. Die eine ist die Frau des tödlich verunglückten Der- roallungeinfpettors Kaiser aus München (nicht Reisender), die zweite ist wahrscheinlich die Frau des umgefommenen Ingenieurs Prooarcy aus Ungarn unb die dritte Tote ist eine aus München stammende, in den 50er Jahren stehende Telephonistin, deren Name noch nicht ermittelt werden konnte. Oie Ursache des Unglücks. Noch keine endgültige Feststellung Nürnberg, 11. Juni. (WB.) Die Rcichs- bahnbirektion Nürnberg teilt mit: Di« heute vormittag weiter gepflogene Untersuchung, an ber als Kommissar deS R«ichSverk«hrSmin>slerS Ministerialrat Dr. Fritzen unb alS Kommilscr des Generaldirektors ber Reichsbahngeselllcho^t Reichsbahnbirektor K i l p teilgenommen haben, Hot noch kein Ergebnis gebracht, daß nunmehr eine mutmaßliche ober «in« bestimmte Ursache sestgestellt werben könnte. Entgegen der Annahme ber eisenbahnbehörblichen Kreise neigt man, wie der „Lok.-Anz." wissen will, bei ber Staatsanwaltschaft unb ber Kriminalpolizei zu der Ansicht, baß die Ursache beS Unglücks m einem Erdrutsch zu suchen lei. Bei der Kreuzung des Feldweges und des Bahndammes »wischen den zwei Eisenbahnschranlen, wv die Lmomotive entgleist ist, hat man i m Bahndamm Sprünge und Risse seft- fleuent: außerdem haben sich Anwohner der Umgegend gemeldet, di« behaupten, daß Züge, die auf dem fraglichen GleiS verkehrten, schon seit einiger Zeit sehr schwankten, wenn sie die Unglücksstelle passierten. Ob die Erdverschiebungen eine Folge d«S vor einigen Monaten vovgenommenen Umbaues des Eilen- bohndammeS sind und etwa «in technischer Fehler *n>rliegt, oder ob daS Regenwetter schuld ist, muß noch geklärt werden. Gegenüber der Meldung eineS Berliner Worgen- blattes über die mutmaßliche Ursache der Eisenbahnkatastrophe bei SiegelSdorf, wird an zuständiger Stelle der Reichsbahndirektion Nürnberg betont, baß bis jetzt eine mutmaßliche ober bestimmte Ursache ber Zugentgleisung noch nicht habe sestgestellt werben können. Die in der ZeitungsMeldung ausgesprochene Vermutung, baß ein Erdrutsch bie Katastrophe herbei geführt habe, liege außerhalb tied Bereiches der Möglichkeit. An ber Uns allstelle würben am Samstag noch Ausbesserungsarbeiten vorgenommeir. Als letzter Zug vor dem verunglückten D 47 passierte ber Luxuszug bie Unglücksstelle, ohne baß irgend etwas bemerkt worden wäre, was auf eine schadhafte Stelle im Gleis oder Bahndamm hätte schließen lassen können. Eisenbahnkatastrophen. Noch sind die Ursachen nicht geklärt, die zu der Eisenbahnkotastrophe bei eiegehborf geführt haben, und wilde Gerüchte von einem Attentat werden verbreitet und auch geglaubt. Mit Recht weist die Direktion der Deutschen Reichsbahn darauf hin, daß ein Attentat ausgeschlossen erscheint, denn das Unglück ereignete sich nicht weit von einem Stellwerk, von dem aus die Strecke mehrfach kontrolliert wird. Ebenso unwahrscheinlich erscheint die Möglichkeit eines Dammrutsches. Tiefstes Mitgefühl mit den Opfern der Katastrophe ist um so selbstverständlicher, als in unserer Zeit fast jeder Mensch sich in kurzen Abständen der Eisenbahn als Verkehrsmittel bedienen muh und also immer wie- der in der (Befahr schwebt, von einem ähnlichen Un- glücksfall getroffen zu werden. Nun ist die absolute Ziffer der Verunglückten recht hoch, aber zum Glück ereignen sich so gefährliche Unglücksfälle doch nur selten, verglichen mit der Zahl der ohne jeden Zwischenfall verlaufenen Reifen Es ist berechnet worden, dah dem Verkehr auf allen Eisenbahnen der Welt jährlich ungefähr 28 000 Menschen zum Opfer fallen, von denen ein Verhältnis- mäßig hoher Teil in Amerika verunglückt. Am sich ersten können sich die Reisenden im allgemeinen auf den deutschen und französischen Eisenbahnen fühlen. In Deutschland entfielen i« Jahre 1925 aus eine Million Zugkilometer durchschnittlich 5,7 tödlich verunglückte Personen- das bedeutet, dah die Züge der Reichsbahn eine Strecke zurücklegen müssen, die dem vierfachen Erdumfang entspricht, ehe sich auch nur ein tödlicher Unglücksfall ereignet. Der Unfallkoeffizient von 5,7 Personen, der für das Jahr 1025 errechnet worden ist, entspricht etwa dem Durchschnitt der 3afjre 1901 bis 1907, liegt aber etwas über dem Durchschnitt der Zeit von 1908 bis 1914, da damals nur ungefähr 5 Todesopfer auf eine Million Zugkilometer entfielen. Während des Krieges hatte sich durch den Verbrauch des selten erneuerten Materials und durch den Mangel an geschultem Zugpersonal die Zahl der Unfälle beträchtlich gesteigert', sie erreichte 1918 schließlich 12 Todesopfer auf eine Million Zugkilometer, also mehr als doppelt soviel wie in der letzten Zeit. Analysiert man die Unglückssälle des Jahres 1925, so zeigt sich, daß eine ganze Anzahl der älnvorsichtigkcit der Verunglückten zuzuschreiben ist. Aus eigener älnvorsichtigkeit starhen damals 118 Reisende und 303 Eisenbahner, während 359 Reisende und 939 Bahnbeamte verletzt wurden, weil sie die Vahnvorschrif- ten nicht beachtet hatten. älnverschul- d e t sind im Jahre 1925 30 Rei'ende getötet und 337 verletzt worden. Die Ursachen dieser Anglückssälle waren 415 Entgleisungen, 213 Zusammenstöße und ungeiähr 2500 sonstige Unfälle: im ganzen sind damals auf der Reichsbahn über 7000 Personen zuschaden gekommen, von denen etwa der vierte Teil getötet wurde. 3n der letzten Zeit sind die französischen Eisenbahnen besonders häufig von Unglücks- fällen betroffen worden. Erst Anfang April dieses Jahres erfolgte ein Zusammenstoß auf dem Pariser Rordbahnhof, der darauf zurückzuführen war, daß der Lokomotivführer versehentlich die Haltesignale überfahren hatte: 15 Tote waren zu beklagen. 3m August vorigen Jahres stürzte bei Ehamonix die Zahnradbahn ab. die auf den Mont Blanc führt: unter den 21 Toten waren auch drei Deutsche. Ein anderes Eisenbahnunglück auf französischen Bahnen ereignete sich am 3. 3ult 1926 im Walde von 6L Germain. Es war an einem Samstag, kurz nach 8 Uhr abends: der SchneUzug, der von Le Havre nach Paris fuhr, Entgleiste etwa zwanzig Kilometer vor der französischen Hauptstadt und begrub unter sich 18 > Tote und 97 Verletzte. Die Situation war dadurch besonders schrecklich, daß an der Unglücks- y ftätte gerade ein furchtbares Gewitter tobte und die RcttungSarbeiten durch dieses Raturereignis '» erschwert wurden. Aber auch in Deutschland haben sich in den letzten Jahren eine Reihe von Eisenbahnkata- strophen ereignet. Am 7. 3uli vorigen Jahres fielen einem Unglücksfall auf der Harz- Querbahn in der Rahe von Wernigerode 5 Tote und 20 Schwerverletzte zum Opfer. Zwei 2plonate vorher, nämlich am 24. Mai, 10* - ilf)r abends, fuhr ein Personenzug. der von Salzburg kam, im Münchener O st vahnhos auf einen dort haltenden Personenzug, Der aus Berchtesgaden gekommen war. Beide Zuge waren überfüllt und bei dem Zusammenstoß ereignete sich eine Katastrophe, wie sie lange Zeit in Deutschland nicht dagewesen war: 33 Tote und 80 Verletzte waren zu beklagen. Roch in aller Er- tnerung ist wohl daS Attentat, das bei Leiferde. in der Rähe von Hannover, im August 1926 auf den l)-Zug Berlin—Köln verübt worden ist und bei dem ebenfalls eine große Zahl von Menschenleben vernichtet wurde. Attentate mit so schrecklichen Folgen sind in der Geschichte der Eisenbahnen zum Gluck recht selten. DaS erste und bekannteste Attentat auf einen Zug ereignete sich am 17. Oktober 1888 bei Borki in Südrußland. Der russische Hofzug entgleiste, 22 Tote und 36 Verletzte wurden festgestellt — aber die Zarenfamilie, um derentwillen das Attentat ins Merk gesetzt worben war. konnte sich retten. Die Entgleisung war durch eine Zerstörung des Schienenstranges herbeigesührl worden. Auf ein Attentat ist wahrscheinlich auch die furchtbare Eisenbahnkatastrophe zurückzuführen, die sich während deS Weltkrieges im Mont Tenis- Tunnel ereignete. Da das Unglück damals aus militärischen Gründen geheim gehalten wurde, ist Räheres nicht bekannt geworden, doch weiß man. daß bei einer Tunnel^Sprengung während der Durchfahrt eineS großen MilitärtranSportes mehrere hundert Menschenleben vernichtet worden sind. Sin Unglück. daS wahrscheinlich ebenfalls auf ein Attentat zurückzuführen ist. traf am 1 Mai 1925 den O-Zua Sydtkuhnen—Berlin in der Rähe von Schneidemühl, wobei die Lokomotive und mehrere Magen einen ziemlich steilen Abgang hinunterstürzten. Es ist niemals feftzustesien gewesen, ob die 25 Toten und 18 Verletzten ebenfalls einem Attentat zum Opfer gefallen find. Bei einem Zusammenstoß in dichtem Rebel auf dem Bahnhof Herne in Westfalen im Januar 1925 wurden 23 Personen getötet. 21 schwer verletzt und mehr als 50 Personen trugen leichte Verletzungen davon. Ein Viertesiahr vorher fand ein schweres Eisenbahnunglück im Mainzer Tunnel statt. Ein Personenzug. der aus Worms kam. fuhr nn Tunnel zwilchen Mainz- Hau'.'tbahnhos und Mainz-Sud auf den O-Zug Düsseldorf -Basel. Die HillSarbeiten waren durch die Dunkelheit, die im Tunnel herrschte außer- . ordentlich erschwert, und nut unter großen Anstrengungen konnte man die 14 Toten und ungefähr 20 Verletzten unter den zertrümmerten Wagen bergen. 3m Iahre 1924 ereignete sich auch ;enes furcht- bare Eisenbahnunglück bet Bellinzona in der Rahe des St. Gotthards, dem der Minister Helfferich auf der Heimreise von Italien zum Opfer fiel. Bei einigen Wagen alberen Modells fingen die Gasbehälter Feuer und viele Re.'endc darunter auch eine Anzahl Deutsche, verbrannten im Laufe weniger Minuten, lieber 20 Tote und zahlreiche Schwerverletzte wurden gezählt. Zu den größten Katastrophen in der deutschen Eifenbahngeschichte gehört auch der Zusammenstoß zweier 0-Züge. der sich am 31. Juli 1923 in der Rahe von Kreiensen bei Hannover ereignete. Ein Haltesignal war übersehen worben, und 48 Tote sowie 60 Verletzte mußten dies« Fahrlässigkeit büßen. Am 28. Juni 1922 starben bei einem grauenvollen Massenunglück auf der Berliner Rordring st recke 29 Menschen, meist junge Leute, die eben von chrer Arbeitsstätte heimk^rten, und über 50 Personen wurden schwer verletzt. In den vorangegangenen Iahren, der unruhigen Kriegs- imZ> Rachkriegszeit, sind Unglücks- fälle noch weit zahlreicher gewesen. Rieinals hat sich aber in der deutschen Eisenbahngeschichte ehre so furchtbare Katastrophe ereignet, wie sie am 28. Dezember 1879 auf der Drücke des Firth of Tay in Schottland stattfand. _Die Brücke, twe erst neu gebaut worden war. stürzte zusammen und ritz einen Zug mit in die Tiefe, bei diesem Unglück, das niemals restlos aufgeklärt worden ist. kamen weit über 200 Menschen ums Leben. Aber «S war nicht der erste große Un- ^ückssall. der in der Eisenbahnaeschichte zu verzeichnen ist. Die erste Eisenbahntatastrophe ereignete sich am 18. Mai 1842 in der Rähe von Par iS. Als sich ein überfüllter Zug den Mauern der französischen Hauptstadt näherte, brach die Achse der Lokomotive, die Wagen fuhren auf, und die Reisenden bemühten sich vergeblich, den Zug zu verlassen, da die Türen der Abteile wegen der Karienkontrvlle verschlossen waren. Plötzlich brach Feuer aus: 55 Personen verbrannten und 109 konnten schwer verletzt gerettet werden. K. R. Grawih. Oie Reichsregierung zurückgeireien. Berlin, 12. 3nnL (IIL) Reichspräsident von Hindenburg hat heule vormittag um 9.45 Uhr Reichskanzler Marx empfangen, der ihm das Rücklriitsgefvch des Reichskabinetw unterbreitete. Der Reichspräsident nahm den Rücktritt an. Um 10 Uhr wurde der sozialdemokratische Reichs- tageabgeorbnete Müller-Franken vom Reichspräsidenten empfangen. Oie Kabinettsbildung. Berlin, 12.3uni. Zu den heute beginnenden Besprechungen des sozialdemokratischen Reichs- tagsabgeordneten Hermann W ü l le r - Fronten mit den für die Kabinettsbildung im Reich in Frage kommenden Fraktionsführern bemerkt die „Tägliche Rundschau": Man kann annehmen, dah die Besprechungen rasch in Gang kommen, da die Fraktionen, an die sich der Beauftragte des Reichspräsidenten wenden wird, voranssichttich alle bereit fein werden, in die Verhandlungen einzutreten. Das Blatt bezeichnet es als dringend wünschenswert, dah auch die Wirt- fchastspartei zur Beteiligung an der Regierungsbildung aufgefordert wird, damit sie Gelegenheit erhalt, ihren Zuwachs an Mandaten in prakt ifcher und positiver Regierungsarbeit zu verwerten. Die „Dossische Zeitung" teilt mit, dah sich die Wirtschafts- Partei durch den Abgeordneten Drewitz als Teilhaberin der kommenden Koalition bereits habe anmelden lassen. Der Sozialdemokratische Pressedienst betont, dah sich die sozialdernokra- tische Reichstagsfraktion bisher mit der Benew- nung von Ministerkandidaten nicht einen Augenblick bejaht habe. Sie werde dazu erst Gelegen* heit nehmen, wenn über das fachlich «Pro- g r a m m eine Verständigung erzielt sei. Alle Veröffentlichungen über die persönliche Zusammensetzung des neuen Reichskabinetts eilten den Tatsachen weit voraus. Oie sübflawische Krisis. Die Belgrader Opposition gegen den romsrcundlichen Kurs. Paris, 11. Juni. (WB.) Einer der Führer der südslawischen Opposition, P r i b i t s ch e wi t s ch , erklärte dem in Belgrad weilenden Sonderberichterstatter des „Matin" zur slawisch--italienischen Krise: „In Rom und in Belgrad haben wir Italien Konzessionen gemacht und Mussolini Hot uns mit Verfolgungen geantwortet. Weiß man in Frankreich, daß 500 000 Kroaten und Slowenen unter italienischem Joch leben und nicht eine einzige Volksschule besitzen und nicht das Recht haben, Wohlsahrtsoereinigungen zu gründen? Weiß man in Frankreich, daß unsere Rassen- brüDer, die jetzt in Italien leben, zur Zeit der Habsburger 200 Volksschulen besaßen, und daß dieses Italien, das man als liberal und Freund unseres Landes bezeichnet, ihnen diese Vorrechte, Die doch durch den Völkerbund garantiert werden, verweigert? Man darf nicht vergessen, daß Italien in Dalmatien eine perfide Politik der Italianifierung betreibt und auf heimliche Eroberung en aus-*M. Gegenüber einem Lande, das taatiglich Kriegsdrohungen ausstoßt, dos uns mit Beleidigungen überhäuft und das uns verleumdet, wie es mit Italien der Fall ist, gibt es nur eine einzige Hal- hing: die der korrekten Beziehungen. Es ist absolut unnütz, jeden Augenblick neue Verträge oder Abkommen abzuschließen, Die im (BrunDc genommen lügenhaft sind und mit Denen man eine nicht bestehende Freundschaft glaubenmachen mcdjte/ Baren Zorn von Bulach im Gefängnis Straßburg, 11. Juni, (Havas.) Baran Elaus Zorn von Bulach, dessen 13monatigc Gefängnisstrafe wiederholt nut Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand aufgeschoben wurde, hat sich heute abend um 7 Uhr im Gefängnis zum Straf an tritt cingefunben. Baron Zorn von Bulach, der fehr leidend aussah, äußerte, er habe nach feinen verschiedenen Loyalitätserklärungen gehofft, daß die I französische Justiz milder mit ihm verfahren würde Er komme zu später Stunde rns Gefängnis, um jede Kundgebung zu vermeiden: denn niemand wünsche mehr als er den Frieden im Elsaß. Boron von Bulach wurde fofort nach seiner Aufnahme dem Gefängnislazarett überwiesen. Gefährliche Lage der „.Jtalia*. Jlobile schildert den Lchif-sbrnch. Berlin, 11. Juni. Wie aus dem ersten Bericht ’Jtobiles an Die italienische Regierung hervoracht, Hal ich bei Dem dem Luftschiff „Stalia* zugefloßenen Unfall Die Gondel von Der Umhüllung Des Luftschiffes getrennt In der Gondel befanden sich General Nobile und weitere acht Mann, Darunter Der Navigationsoffizier. Die übrigen sieben Mann Der Besatzung wurden Dagegen mit Der Hülle des Luftsch fies etwa 30 Kilometer weiter nach Osten fortgeschleppt. Beide Gruppen befin» den sich in S cht des Nordostlandes von Spitzbergen. Die mit der Umhüllung Des Luftschiffes und Den Drei Motorenaondeln fortgefchleppte Gruppe besteht aus zwei Wistenschaftlem, einem Monteur, drei Mecha- nitern und dem Journalisten Dr. Lago vom „Popolo d'Jtalia". Auf dem Rumpf des Luftschiffes befinden sich auch Lebensrnittel, Waffen und Kleider. Don der (9nippe Des Generals Nobile haben zwei Personen Gelenkoerletzungen erlitten. Der Arzt Des Dampfers „Eitta Di Milano" hat General Nobile Weisungen und medizinische Rat- schlage über Die Behandlung der Verletzten telegraphiert. Das Treibeis, auf Dem sich die Leute von der Italia" befinden, treibt gegenwärtig nach Nord- westen. Aus den der italienischen Gesandtschaft neuer« dings ^gegangenen Rachrichten ergibt sich ein Tatsachenbestand. Der Die vollständige Bergung Der „ Italia" -Mannschast noch schwieriger er- scheinen läßt als vorher. Da infolge Der Vorgänge bei Der erzwungenen Landung Der ,Italia" auf dem Gis eine Zerreißung Der Expedition nicht nur, wie die ersten aulhen- tischcn Berichte vermuten liehen, in ztvei, sondern sogar in drei Teile eingetreten ist. Während nur von einer Gruppe von sechs Personen Die Rede war. bei Der sich Robile befindet und von ter zwei Mitglieder verwundet sind, sowie von einer 30 Kilometer östlich davon besindlichen Gruppe von sieben Personen. Erfährt man jetzt, daß «ine dritte Heine Gruppe von drei Personen vorhanden ist, von Der man nicht genau weiß, wo sie sich befindet, und die sich in d e r R i ch - tung auf das Land in Marsch gesetzt haben soll. Der Besatzung der .Italia" steht nur ein mäßig großer Brennstoffvorrat zur Verfügung. Mehreren Leuten sind Hände und Füße erfroren, zwei trugen Beinbrüche davon. Die abgerissene Gondel des Luftschiffes wird immer weiter getrieben. Das Eis ist fast unbegrenzbar und befindet sich in Bewegung. General Robile ist mit sechs Begleitern unterwegs in Richtung auf die „Braaanza". Leutnant Lützow- Holm ist gestern wohlbehalten auf die.Hobby" zurückgekehrt. Amundsen über die Rettungsaussichten. Oslo. 11. Iuni. (WB.) Roald Amundsen erklärte, daß die Gegend, in der sich die Mannschaft der .Italia" befindet, sehr gefährlich sei. Bei dem Eis, Das vom Rordpol genau nach der Stelle ziehe, wo Die Expedition sich aushalte, handele es sich um sehr altes Packeis. Die Eisverhaltnisse seien dort immer sehr schlimm gewesen. Die Mannschaft müsse sich entweder nach dem nordöstlichen Festland begeben oder müsse von der Eisscholle weg geholt werden. Die Möglichkeit, daß die Strömung und der Wind das Eis zum Lande hintreiben würden, sei sehr gering. Amundsen ist der Ansicht, daß ein großes Flugzeug, wie der Dornier-Wal, die Mannschaft würde an Bord nehmen können. Auch ein Eisbrecher würde manches ausrichten. Gs bestehe wenig Hoffnung, dah die Mannschaft bereits m den nächsten Tagen gerettet werden würde. Amundsen erklärte. in Deutschland liege eine Dornierwal- maschine startbereit. Er habe seinen amerikanischen Freunden. Die vor einiger Zeit ihre Mithilfe in Aussicht gestellt hätten, telegraphiert mit Der dringenden Ditte, ihm sofort mitzuteilen, ob sie bereit seien, an der Finanzierung der Expedition teilzunchmen. Leutnant Dietrichson. der bei der Rordpvlexpedition Amundsen--Ells- worth im Iahre 1925 eines der Flugzeuge gesteuert hat. ist bereit, wenn der Plan gebilligt wird, die Führung der Dvrnierrnaschine zu übernehmen. Aus aller Wett. Die Traoerfcier für Die loten der C 12. Am Montag nachmittag fanden auf dem Kieler Garnisonfriedhof die Trauerfeierlichkeiten für die bei dem Explosionsunglück bei Schlei- münde ums Leben gekommenen sieben Marinesoldaten statt. Als Dertre:ec des Reichswehrministeriums war Der Ehef Der QEarineleihmg, Admiral Zenker, im Flugzeug von Dersin eingctrO'fen. Fernem wohn'.en Vizeadmiral Rae- der foto.c zahlreiche hohe Offiziere der Marine und der Küstenwehr sowie Abordnungen aller am Standort besindlichen Marine- und Küstenwehrteile der Trauerfeier bei. Rach Trauerreden der evangelischen und katholischen Warinegeistlichen, die mit zu Herzen gehenden Worten Die bi« in den Tod getreue Psuch.ertüllung der sieben toten Kameraden feierten, gab ein« Ehrenkompanie eine Salve über die reich mit Kränzen bedeckten Särge ab. H erauf sprach der Ehef der Marine- leituna im Hamen deS WehrministeriumS den Angehörigen sein herz'icheS Beileid aus. Unwetter in der Lausitz. KottbuS, 11. Iuni. (WTD.) Aus den südlichen Teilen der Provinz Brandenburg und dem angrenzenden Schlesien werden schwere Unwetter gemeldet, lieber Guben zog gestern nachmittag ein schweres Gewitter heraus, das mit einem gewaltigen Wirbelsturm verbunden war. Der Sturm, der in den Außenbezirken besonders stark wütete, entwurzelte weit über 100 Bäume, legte Masten der Telegraphen- und Lichtleitungen um und zerstörte den Geräteschuppen und Di« Umkleide räume auf dem Sportplatz des Männer- turnvereinS. Ein siebenjähriger K abe kam 6er- abgeris'enen Drähten d.r Vidbti -ituni zu nah« and wurde getötet. Aul Der Strecke Guben— Breslau wurde ein Eisenbahnwärterhaus dem Erdboden gleichgemacht. Auch über 6 a g a n und Umgebung ging gestern nachmittag ein schweres Gewitter nieder, das von wolken- bruchar tigern Regen begleitet war. Mehrere Straßen und Wohnungen wurden unter Wasser gesetzt. Die Umgebung von Sagcm wurde von einem starken Hagelschlag heimse ucht. der auf den Feldern und in den Gärten die jungen Früchte vernichtete. Der Bober ist infolge der Regengüsse stark gestiegen. Großer Schadenfeuer bei Üastel. Das Städtchen Grebenstein war Sonntag nachmittag Schauplatz eines Großfeuers. In Der Bahnhofstraße standen plötzlich zwei nebeneinander- liegende Hauier eines >-chreinermeisters in Flam- men. Ein Haus, das mit großen Holzoor - täten sowie Heu und Stroh gefüllt war, brannte binnen kurzem vollständig nieder. Die Bewohner konnten nur Das Aüernotwendigste retten. Das zweite Haus wurde ebenfalls zerstört. Da» Mobilat ist durch Beschädigungen unbrauchbar geworden. Der starke Wind trieb Die Flammen auf ein Drittes Gebäude, das ebenfalls völlig vernichtet wurde. Acht Familien sind obdachlos geworden. Clae Frau Durch ein scheuende» Pscrd getötet. Beim 7. Deutschen Kavallerieappell in Zeitz cheute das Pserd eines Standarienträgers, als die Musik plötzlich einsetzte, warf den Reiter ab und sprang in die Menschenmenge hinein. Dabei wurden eine Frau ftfrlidj und drei ehemalig« Kavalleristen leicht verletzt. Bisher eine Million Besucher der Kölner Presta. Am Svnntagvormittag hat dte Besucherzahl der Pressa die erste Million überschritten. Zweiter Deutscher Biemar erft« eil« 6ie sUhrungen Här Mdähstrn flntnillloT ! .^tin koteie. 11 Fr N "chs, Ma 'n i. Riel Aus der Provinzialhauptstabt Gießen, den 12. 3uni 1928. Oie Sommerftifche Da» werden jetzt wieder FerienplLn« geschmiedet'. So mancher sommerlich, Lrholung»- plan .st in dreien Wochen schon zur Erfüllung gereift. Die Sommerfrische' ist so recht ein Spiegelbild der B«rschi«denartia!eit der Wen. schen. So verschieden di« Menschen, so verschieden ihre An'prüche und Neigungen, ihre Ber- HLltn'.ss« und Gewohnheiten, so verschieden sind auch di« Vorstellungen von der Sommersritche. Da gehen di« einen hnau». bedürfnislos und anspruchslos. Nehmen vorlieb mit irgendeiner kleinen dürftigen Kammer. ..weil man ja doch t#n ganuen Taa draußen ist", und finden ihr ganze» Serienglüd in den ®efd)enf«n der Natur. im foradofen Au «I Pannen in der froh- lichen Ablenkung von den Pflichten und Lasten «ine» langen Jahve» Die anderen wieder stellen um so mehr Ansprüche, wollen alle» haben, wo» und v.« sie e» zu Hause gewöhnt sind und wa» si« zu Haute entbehren — Komfort. Behagen Bedenung. Der ein« sucht feine Gr* holung IN irgendeinem kleinen stillen Nest, wo sich» sricdlich und geruhsam ein paar Wochen leben läßt. der andere sucht im Gegentell Ge- feHigfeil Zerltreuuna und Vergnügen und geht in einen lebhaften Ort. ..wo va» Lo» ist". Du eine will in feinen Auhewochen stillsttzen und sich im wahrsten Sinne be» Dörte» au»ruhen, den andern dränat e» zum Dandern und lei» fen. Der eine sucht die grüne Delt de» Dolde», der andere lieot da» Wasser und seine Freuden, und auch der Sport kommt mit Baden und Schwimmen, Äergtzeigen und Radfahren, Fischen und Jagen in der Sommerfrische nicht zu kurz. Dem einen schreibt der Geldbeutel, dem an» deren Neigung und Geschmack. Liebhaberei und persönliche» Wesen die Wohl der Sommerfrische vor und wieder ein anderer richtet sich noch den Debolen seiner Gesundheit und SrholunaSbedürß- tiflfeiL Allen aber ist eine» gemeinsam: die Freud« an Erholung und Ausspannung, die Sehnsucht nach der Loslösung vom Alltag, di« Hoffnung aus Kräftigung der Gesundheit und Belebung de» Lebensmut«». Möge jeder in den kurzen Wochen sommerlicher Entspannung auf seine Weise zu dem ersehnten Ziel gelangen. 50 Jahre hessische Pilgermission. In der BolkShall« aus dem Trieb fand am Sonntag di« Feier des SOiührig en Jubiläum» her hessischen Pilger-Mis» sionSgemetnfchasten statt. Sie bilben ein Glied de» deutschen Verband«» für Evangelisation und GemeinschaftSpfleg«. dessen verdienstvoller Vorsitzender, Pfarrer Dr. Michaeli», Dozent der theologischen Schule zu Bethel bei Bielefeld ist. - Weihevolle Pofaunenklänge leiteten den Festtag ein. Die erste Zusammenkunst, eine Lob» und Dankversammlung. wurde um 1 ,11 Alhr durch Missionsinspektor Fr. Deiel erbffnet. Gr begrüfjte die große Versammlung mit Psalm 103, 1—5. und gab. nach ehrenvollem Gedenken d r v.rstcrbenen GotteSknechte der hessi» schen Gemeinschaftsarbeit ein kraftvolle» Zeugnis non JesuS Lhriftu». dem gekreuzigten, auferstandenen Herrn und Gottessohn. 6r ist der Herr, der allein Sünden vergeben. Gebrechen bellen, vom Verderben erlösen und krönen kann mit Gnade und Barmherzigkell. Nachmittags 2 Albt bot sich der nach Tausenden zählenden Festvrr- sammlung ein prächtige» Bild Aus dem großen Podium, über dem das Bibelwort: .Die Freude am Herrn ist unsere Stärke", prangte, hallen die Sanger und Bläser her oberhesfischen De- meinschasten, bereit zu Kamps und Dienst. Auf- 'telluna genommen. Aach gemeinsamem De- ing, Schriftverlesung und Debet grüßte zuerst ,>er derzeitige Senior Oer hessischen Pilgermis- fionSgemeinschasten. Prediger Peter», vom Bibelhcim Flenfungerhos. die Döste. Mitarbeiter und Freunde de» Werke» Aach einem Lhvrgesang hielt dann Mission^ Inspektor 2 e i e l die erste Festansprache. An Hand von Phil. 1 gab der lehnet zuerst einen kurzen Xüdblid. wie» hin auf den höchst notwendigen Linblick und schloß mit der Ermunterung zu einem hoffnungSfreudigen Ausblick. Hieraus sprachen einige der geladenen Gäste: Superintciidenl Oberkitchenrat Wag- n e r. Prediger Hätdle . Pastor Krawie- kitzki jun.. Herr Messerschmidt. Schrist» liche Grüß« und SegenSwimsche hatten gesandt; Der ProvinztaIdirektor der Provinz Oberhessen, der Oberbürgermeister der Stadt Dießen, der KreiSdireklor de» Kreise» Schotten. daS Komitee der Pilaermission u. a. m. Nachdem der Gemischte Cyvr mil einem schön votgettagenen Lied erfreut hatte, hielt Pastor Dt. Michaeli» die zweite Festansprache. Seinen Ausführungen lag Jes 65. 22 xugrunhe. .Da» Derk ihrer Hände wird all werden bei meinen AuS- «rwäplten. Don Herzen wünschte er den Pil- germNfionSgcmeinschaften bleibende Jugend» friiche. Deshalb empfahl er ihnen die Arbeit an der Jugend, ein neidlos«» Sichmitfreuen, wenn auch andere AeichLgotteSarbellen um sie her blühen ein Bleiben an den Quellen deS ewigen DotteSworle». eine lebenSsrilche Detkündiguna der Perlon und de» Derle» Jesu Lhnsti Nach gemeinsamem Gesang und Posaunenvvrttag hielt nun Psarrer »darbt, theologischer Lehrer der Mtfston»schutt zu St. Lhrifchona. hie Schluß- anfprache An Hand de» Beispiele» vom Senfkorn wünschte et der Bewranng. die ein« Laien- MisfionSbeweguna ist und oleiben muß. allczell Lebenskraft nach der An de» Senfkorns und DlaubenSmänner gleich dem Senslcrn. Zu schnell war die gesegnete Fei«, umrahmt von Gesang und Pviaunenvorrrügen, zu Gnde. Die ganze Veranstaltung mitsamt den abendlichen Gvan- aelifationsvor ar ein Jeugni# von dem Leben und der Witkuna de» auferstandenen Herrn der Kirch«: Jesu» EhristuS Sr segne weiter zum Heil unsere» DolkcS die Schar feiner NarÄokger — Weitere Berfammlungen finden bi» heute abend im Saal der Stadtmission. Lö» berstraße 14. statt: DlaubenSverfammlung nach- raitt. 3'Uhr. SvangelllationSvotrröge abend» 81'* Albt. Zehn Lohre Bottsbl^ungsorbeii in Hessen. WSN. In diesem Iahte kann die amtliche 2olk»brlduugs- und Jugendpflege- a r bei t in Hessen auf eine zehniährigt Tätigkeit jurüdbüden. Au» diesem Anlaß findet am Mittwoch. 13. Juni, in Darmstadt im Sitzung»faal de» Landtage» eine gemeinsame sest- lrche Sitzung aller durch die Zentralstelle zur Förderung der DollSbildung und Jugendpflege eingerichteten, oder unt?r ihrer Mitwirkung entstandenen LandeSauSichü'fe für bi« verschiedenen Gebiete der Volksbildung und Jugendpflege statt. Die Begrüßungsansprache hält Staatspräsident und Kultusminister Adelung. Neuer (SbrcnMfor der Universität Sieben. Die Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht Höll gegenwärtig ihre diersöhrige Danderoersammlung, die anläßlich de» Äljährigen Bestehen» der Gesellschaft zur 3ubiläum£- tagunfl ausgestaltcl wurde, in unserer Stadt ab. Die Tagung wurde gestern mit einem feierlichen 3 u • b i lä u m 9a f t in der Kleinen Aula der Universität eröffnet Der Gesellschaft wurden dabei zahlreiche herzliche Glückwünsche und ehrenvolle Anerkennungen für ihr verdienstvolles Wirken in den zwei Jahrzehnten ihres Bestehens zum Besten Der deutschen Landwirtschaft ausgesprochen. In Würdigung ieiner hohen Verdienste wurde bei dieser Feier Der Vorsitzende der Gesellschaft Ludwig Küble (Dueb- finburg), „her Begründer und langjährige Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht, der sein umfangreiches Wissen, sein vielseitiges Können, seine reiche Erfahrung für Dis- senschaft und Praxis landwirtschaftlicher Pslanzen- zucht «ingesetzt und dadurch anregend und befruchtend auf Schaffung idealer und wirtschaftlicher Werte gewirkt Hot", von der philosophischen Fakultät der hessischen Landesunioersltät ehrenhalber zum Doktor der Philosophie ernannt. Di« Ehrenpromotion wurde von dem Dekan der philosophischen Fakultät Prof. Dr. Aubin vollzogen und von der Festoersammkung. die sich au Ehren des Gefeierten von den Sitzen erhoben hatte, mit lebhaftem Beifall aufaenomrnen. lieber die Tagung der Gesellschaft selbst werden wir noch berichten. Tatro für Mittwoch. 13. Juni Sonnenaufgang 3.43 Uhr, Sonnenuntergang 20.16 Uhr — Mondaufgang 1.29 Uhr, TOonDuntergang 14.27 Uhr. 1525: Vermahlung Martin Luthers mit Katharina von Bora, — 1831: der Physiker James Tlerk Maxwell in Edinburgh geboren; — 1864 der schwedische Ge litifer Rudolf Kjellen in Torso geboren; — 1878: Berliner Kongreß; — 1886: König Ludwig II. von Bauern verunglückt mit dem Irrenarzt B V. Gudden im Starnberger See. (Siebener Wochcnmavktpreise GS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Butter 160 bi« ISO. Watte 30 bi» 35. Käse (10 Stück) 60 bi» 140. Wirsing 20 bi» 25. gelbe Rüben 18 bi» 40. Spinat 23 bU 25. Römischfohl 20. Spargel Z0 bis T20. Grasen 63. Tomaten 80 biS 120, Zwiebeln 20, Rhabarber 20. Kartosseln 5 bi« 6. Aepsel 20 bis 50. Kirschen Z0 bi» 80. Stachelbeeren 40, Erdbeeren 120 bi» 203. junge Hähne 100 bis 130. Suppenhühner 100 bis 130 Pf. da« Pfund; Gier 11 bis 12, Blumenkohl Z0 bis 180. Salat 8 bi« 15. Salatgurken 50 bi« 90. Ober Kohlrabi 20 bis 30. Rettich 20 bi» 30 Pf. da» Stück; NabieSchen Bd. 10 bi« 15 Pf. — TaaeskalendcrfürDienstag. Stadttheater Gießen: Gastspiel des Kurtheaters Bad- Nauheim: „ctiefmama", dreiaktige» Lustspiel von Ludwig Hirschfeld und Paul Frank. Anfang 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr — Achtspielhau». Bahnhof- strafte „Die raffinierteste Frau Berlins^. — Astoria Lichtspiele „Natacho, der Held"; „Die Schuld' — Volkshochschule Kommenden Samstag, 16 d. M, 20 Uhr, findet IM Großen Horsaal- der Universität ein musikalischer Volkskunstabend lSchubert Abend» stau. E» wirken mit: (EL Schlesier- llimann «Klavier) und Minna Dolfs (Gesang) Nähere» le der heutigen Anzeige — Der Erfinder de» Saletenauto», der Flieg«» Mar Basier, hält am kommenden Freitagabend aus Einladung der Bortrag»i>ereini- gung einen Lichtbildervorkrag über da» Thema o m Raketenauto zum Weltraum- Idjiff". Kaum hat die Well die Großtat zweier Diufitben, der Bezwinger des Ozeans in der Oft- westfadtt, gefeiert, setzt nunmehr wiederum die Koch richt von den erfolgreichen Versuchsfahrten des Opel» Koketenwagens auf der Opelbahn in Rusielsheim und auf der Aousbahn in Berlin die Delt in Staunen Dieser Raketenwagen ist her Vorläufer de» Weltraumschiffe», mit dem Voller den Vorstoß in ben Wellen raum unternehmen will. Der nächste Schritt auf dem genau vorbezeichneten Wege hierzu ist da» Raketenftugzeua, da» die Rnab-Katzenstein-Flugzeug- werke in Kastel sertigftellen. LU Von der Landesuutoerfitätt Dr. med Alfred Storch, Assistenzarzt der Kllnck für psychische und nervöse Krankheiten, der sich für da» Fach der Pft|chiattt« an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wird TllUroo* 13. Juni, nachmittags 6 Uhr c L, in der kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema „Die Psyche | Pathologie in ihren Beziehungen zu den Natur- und Geisteswissenschaften'. •’ Personalien Ernannt wurden die Forst- referenbare Hans E ck st e i n au ©rünberg (Ober- Hessen), Berthold - e i l zu Gießen, Werner Kalbfleisch und Rudolf L i p zu Darmstadt, Gerhard Münch zu Langen, Wilhelm O ft h e i m zu Bensheim, Ludwig Rothinann zu Erfelden a. Rh., Otto Schwebe! zu Michelstadt i O. und Werner Weher zu Darmstadt -u Forstastesiorcn. *• Hessen frei von Maul - unbSUauen- seuche. Nach der amtlichen Statistik der Diaul- und Klauenseuche waren am 1. Juni alle hessischen Kreise frei von Maul- und Klauenseuche. Daß das ganze Land von der Seuche frei ist, hat sich seit zehn Jahren nicht mehr ereignet. ' Arbeitssubilaum. Der Borarbeiter Emst Hofmann aus Wiescck kann heule auf sein 50 - jähriges Arbeitsjubiläum bei her Firma Carl Emmeliu s, Gießen, in deren Filiale Allen Buseck zurückbiicken. Der Jubilar war von Beginn seiner Tätmkeit an ein treuer und ruhiger, fach kicher Mitarbeiter. Der Dank hierfür mürbe ihm seitens der Geschäftsleitung in seiner Wohnung zum Ausdruck gebracht und ihm ein ehrendes Andenken überreicht. •• Au» dem DießenerStandesamt»- re gift er. Cs berftarben in der Zeit vom 16. bi» 31. Mat. 1Z. Mai: Katharina Nähl, geb. Karpf. 62 Jahre alt, Krofdorf er Straße 32; Clise Schild, geb. Gerkhardt. Dittve. 83 Jahre alt. Darlenftraße 20; Drich Wilhelm Ludwig Boch. 2 Jahre alt Am Niegelpfad 82. 18. Mai Susanna Röder geb. Steinhäuser, Ditto«. 93 Jahre alt Sbelstraße 4. 19. Mai: Lbristiane Spieß, geb Dill. Ditto«, 84 Jahre alt. Rod- Heimer Straße 43. 20. Mai: Ottilie örnma Mattern. Schneiderin. 20 Jahre alt Mittelweg 24; Anna Margarete Meininger, ohne Beruf. 21 Jahre alt. Liebigstraße 13. 22. Mai: Jakob Lilienfeld. Kaufmann. 56 Jahre alt Neustadt 14. 23. Mai: Helene Müller, geb. Leinweber. Witwe, Z5 Jahre alt, Lahnstraße 3. 24. Mai: Professor Dr. Sagen Bostroem. Geh Medizinalrat. 11 Jahre alt. Frankfurter Straße 37. 25. Mai. Adam Heinz Erwin Spohr. 5 Monat« alt Fuldaer- straß«. 27. Wat: Lambert Hackhausen, Bürgermeister a. D.. 14 Jahr« alt Ederstraße 16; Meline Almpfenbach. geb. von Klipstein. Witwe. 81 Jahre alt, Frankfurter Straße 13. 28 Mai: Paul Roll, 10 Monate alt. Brandgass« 5. 30. Mai Erika Marie Katharina Behm. 1 Tag alt. Krofdorf er Ettas)« 28. 31. Mai: Katharine Bickel, geb. Kämpf«, Dittve. 81 Jahre alt Eredner- straße 48; Karl Otto Zimmermann. 6 Jahre alt, SelierSweg 2. Auswanderung nach den Vereinigten Staaten. Die AuSwanderer- beratunaSstelle in Frankfurt a. M. macht darauf aufmerksam, dach da« amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt a. M., Dörsenstraße 2—4, wieder Anträge auf Den Sichtvermerk zu dauerndem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten annimmt Da die Zahl Der Reifelustigen größer ist al» hie deutsche Quote, d. h. die all- lährlich zur Einwanderung zuaelassenen Deutschen. so empfiehlt sich eine baldige Anmeldung, denn vorauSstchtlich werden solche nur für kurze Zeit angenommen. *• Städtische Heugrasoer st eigerung Bei der gestrigen Heugrasversteigerung der Stadt Gießen wurden im Durchschnitt folgende Preise, je nach Güte, erzielt: Im Neustadter Feld für den Morgen 80 bis 90 Mark, im Heegsttauch für den Morgen 70 bi» 78 Hart, im Wielecklal fftr den Morgen 40 Hf SO Mark •• Verkehrssünder. In der Zett vom 1. bi» 31. Mai sind folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeug fuhr er bzw. Kraft- und Radfahrer gegen oerkebrspolizeillche Vorschriften erhoben worden 15 Anzeigen wegen Fahren» zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne. 8 wegen fahrens auf Büraerfteigen, 13 wegen Fahren» mit »bermaßiaer Geschwindigkeit, 11 wegen Fahren», ohne die rechte Straßenseite einzudasten, 10 wegen Fahren» durch Ssperrte Straßen und 23 wegen sonstiger Zuwider- ndlungen in oerkehrspokizenicher Hinsicht ee Straßensperrungen Born Oberhsfsi- schen AutomobiMltt» e. B. (ÜBD.), Gießen, werden UNS folgende Straßensperrungen mitgeteilt: km 0^6 bis 1,6 im Zuge der Straße Marburg—Kirchhain, haldseiug gesperrt, vom 12. Juni bi» 28. Juni. km 43 bi» 45,6 im Zuge her Straße Ridda—Ranstadt, für alle Fahrzeuge^ vorn 14 Juni bi» auf weitere», Umleitung über Wallernhatifen—VobenListen I—Dell- mutt» ab Abzwmg noch Bruchenbrücken im Zuoe her Straße Friedberg—Ossenheim—Staden, für olle Fahrzeuge, bl» auf weiteres, Umleitung über Bruchenbrücken—Aste nheim •• Aufgehobene Straßensperrung. Die Sperrung der Straßenftrecke Osienheim—Nieder- Florstadt ift ab 11 3um aufgehoben. Preußen Um die Sronffurtcr Messe. DSN. Frankfurt a. M. 11 Juni. Die Jndustri«- und Hanh«l»kamm«r Frankfurt a. M-Ha na u hat dem OKam- (trat der Stadt Frankfurt folgende, in der Vollversammlung vom 9. Juni geiahte Entschließung zugehen lassen: . Au» dem Bericht über die Sitzung der Stahtverordnetenversammlung vom 5. Juni 1928 ersehen wir, daß mit 42 Stimmen der Sozialdemokraten Kommunisten und Nationalsozialisten gegen 40 Stimmen der übrigen Sraltioncn der Beschluß gefaßt ist, von her Veranstaltung der Herbstmesse ab-u- sehen, die Meifegeielttchait zu liquidieren und do» AutzstellungLgeländ« anderweitig zu verwenden. Dir bedauern diesen Beschluß anbei - ordentlich, weil wir nach wie vor aus dem Standpunkt unserer Entschließung vom ll.Jarmar 1928 stehen, worin wir uns einstimmia für die Aufrechterhaltung der Frankfurter Messe ausgesprochen haben. Dir sind nach wie vor der Aleberzeugung, daß die Veranstaltung von Fachmessen In Frankfurt a. M. einem Bedürfnisse entspricht. Gerade die Früh- jahrsniesse hat wiederum bewiesen, daß einzelne Zweige des Messewesen«, insbesondere Terttlien, Lebensrnittel. Möbel und Haushaltsartikel In Frankfurt a. M. durchaus leistungsfähig sind. Auch die Veranstaltung von Fachausstellungen in Verbindung mit diesen Messen hat sich bn Interesse der Frankfurter Wirtschaft al» wertvoll erwiesen. Wir müssen nachdrücklich darauf Hinweisen, daß ein Srfolg der Frankfurter Weise nicht zu erwarten tst, wenn andauernd in her Oeff«ntlichkeit Diskussionen geführt werden, die die Dzistenzsähigkeit der Messe betreffen. Dir machen ferner darauf aufmerksam, daß un» insbesondere der Beschluß, die Messegesell- schast zu liquidieren und daS AuSstel- lungSgelwrde für ander« Zwecke zu verwerten, al« undurchführbar erlcheint. Mit der Au'- rechterhaltung dies«» Beschlüsse« würde die Stadt in Zukunft daraus verzichten, wirtschaftliche Ausstellungen auf»unehmen. und sich dadurch selbst eine» wertvollen Werbemittel» begeben. Die in aanz Deutschland a«nachten Erfahrungen bewei- vctx. daß die Durchführung solcher Veranstaltungen nur möglich ist. wenn ein« kaufmännische Organisation besteht, die über di« nötige Bew-.g- lichkeit verfügt, um mit den Interessenten zu verhandeln und im Girwernehmen mit ihnen die technische Durchführung und Propaganda für die Veranstaltung zu übernehmen." Maingau. WSN. Frankfurt a M, 11.3unl Vor längerer Zeit wurden Verhandlungen über «ine Almwandlung de» Hochschen Konservatorium» in eine staatliche Musikhochschule eingeleitet. Die Verhandlungen waren bereit« so weit gediehen, daß beftimntt mit einem günstigen Abschluß der Verhandlungen gerechnet werden formte. Wie man indessen neuer» dirw» erfährt, wurden die Verhankstungen auf unbestimmte Zeit vertagt; at» Ursache werden finanzielle Gründ« angegeben Kreis Wetzlar. WSN Wetzlar. 11. Juni. In der Nacht zum Montag brannte in Stockhausen. Krci» Wetzlar, an der Sttecke Wetzlar—Koblenz, die Gastwirtschaft,ZumDeutschenHaus" mit großem Saalbau, Scheuer und Wohnhau» ab. Der Schaden ift sehr hoch. Drei Feuerwehren arbeiteten angestrengt an der Bekämpfung deS Feuer», über dessen Entstehen noch nicht» ermittelt werden tonnte. ■ Birkenwasser macht Sie zum begeisterten Anhänger dieses idealen Haarpflegemittels. KopfJ«cV4en v Qn Versuch mit ttopfscbuPP^n:• - IlaarausfaH; Preis: RM. 2.20 und 3.75, Mer 6.- % Liter 10.50. Frische Fische! Dfetnen einireflenh. 66fi8e krickle Echellnittr«, i5adlian, L Fernsprecher 1659. la Grubensand Patz- a. Maurersaod ab Grube Marburger Strafte frei Verwendungsetelle billigst K. Sier, Im Gartield 2 Telephon 1561 Telephon 16«! 'notft dtri i: Ith in der Nacht Ruhe finde Carmol tut wohl Oft kommt es vor. daß man r.aditt irgend wekhe Sdimerzen leidet, wird von Kopf- sdxnerzen geplagt, das ZahnOeisdi oder ein hohler Zahn. Hexensdm«. Wadenkrampi. Kreuz- od. Giiedersdimerzeo quälen einen. Da ist guter Rat teuer. Hilfe brtegt meist teeittrzid Cermell Man verlange überall »MÜrlrirllrii CARMOL. Carmc! tut wohl. Lodert Schmerzen Crwoi-hdrz. fctuJrj Ort) KalRer-Drecerle, Linden platz. 5 BESTE GESCHÄFTS«EKLAME IST STETS ÖN INSF RAT IM GIESSENER ANZEIGER Gegen Schwaben Tod und Teufel Reichel« Schwabenputver,poubn Mattlal^ vertilgt Schwaben famt Brut reftto«. Dir- kung verheerend- Hpnhdose Mk. 0.60, Ori» «nalvackungM. 0.60,1.20,2JZ5. Nur echt mit her berühmten Marke »Lab und Teufel'. Beftimmt zu haben bet A. Roll, Kieuz-Dr«->ere«, Babnhofstr. 5L Carl Seibel,Germanta-Drogerte, Frank- futter Strafte 39; Ctto tötnterboff, Drogerie. Sreuzviatz 9'10. P21V In Gründet»: C. Schott, Kronen-Drog. Gießen, Bad Homburg, den 11. Juni 1928. 5751D Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. 5733D im 47. Lebensjahr. Gießen, Rödgen, Muschenheün, 11. Juni 1928. 04423 Gießen, den 12. Juni 1928. 5734D WU Die erfahrene Hausfrau 5694D Kreuzplatz 9 10. [521QV Mietgesuche Geschäftsaufgabe 04457 Haushalt Zu crfrngen in der GefchliflSltelle des für auswärts gefuchi Schrtftl. Angebote 1 GcfcvaflSttelle des unter 5738D an den Giehen Anz erbeten. • Gieh. Anz. 04445 Ltablllelm Versammlung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem Verluste sprechen wir hiermit allen Freunden unseres geliebten Bruders unseren Innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Edgar Borrmann und Kinder. 1 Huf-u.Wagenfl.mied Heinrich Wigand. Vurgiolma iKreiS ^eylan f Der j Iftahllwlm Dornholzhausen, den 11. Juni 1928. Die Beerdigung findet Mittwochnachmittag 2 Uhr statt Im Namen der Geschwister: Sigmund Rosenbaum Laden t. gut. Lage z. Dtn.o I Vaer. Cftanl. L. Althoff Konkursverwalter Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. Juni, nadimittags 2*/, Uhr, vom Portale des Neuen Friedhofes aus statt In tiefer Trauer: Lina Lotz geb. Uhl Dr. iur. Hugo Lotz, Regierungsrat Paula Selzer geb. Lotz Elli Lotz, Anneliese Lotz Erna Lotz geb. Marx Dr. phil. Justus Selzer, Landwirtschaftsassessor Karollne Uhl und 5 Enkelkinder. Die Beerdigung findet in aller Stille statt Von Kranzspenden und Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Gießen, Büdingen, Grünberg, den 11. Juni 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Juni, nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 6 Zimmer-Wohng. für bald gesucht. Schr. Angeb. u 04442 an d. Gien. Anz. erb. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte, herzensgute Gattin, unsere treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante FrauK.Fischer geb. Jäger nach einem arbeitsreichen Leben und kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 56 Jahren zu sich in die Ewig- keit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Fischer und Kinder. Für alle Beweise warmer Teilnahme beim Heimgang unserer heben Mutter und Großmutter sagen wir herzlichen Dank. Prof. Dr. Schmoll und Familie. Heute morgen 51/, Uhr verschied nach langem schweren Leiden meine Innigstgeliebte, herzensgute Frau, unsere liebe Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Borrmann geb. Balser SytwtHek«« und Zwischen-Kredite durch P.W. Weber. Abt. f.Orunbfrebit, Frank- tnrt-H.,9icdaritr.9, Fernspr.Hania 1/78 5735A SUrfCt)C| Neuen Säue 7 wirb gesucht 04449 Teleph. 612. «0 Photo» Spezialgeschäft Mnierhoff Kreuzplah 9 Meine innigstgeliebte Gattin, meine liebe Schwiegennutt er.unser herzensgutesGroßmütter- lein und Urgroßmutter Frau Katharina Löb verw. Bohn, geb. Nachtigall hat heute Nacht nach einem arbeitsreichen, für ihre Lieben aufopferndes Leben, die lieben Augen für immer geschlossen. Louis Löb Frau Lisa Bohn Witwe Hans Hesse und Frau Käte geb. Bohn Walter Wolf und Frau Ludmilla geb. Bohn Inge Wolf. Gießen (Steinatraße 53 p.), den 11. Juni 1928. Beerdigung: Mittwoch, den 13. Juni, nachmittags 4 Uhr. — Von Beileidsbesuchen bitte abzusehen. 04422 Möbliertes Wohn- und Schlaizimmer mit 2 Betten für 2 junge Nausleute gesucht, niöfll. mit sevar. Eingang. Nähe SeUerSwea bevorzugt. Schrill!. Angeboie unter 5749 D an den Gteh. Anz. erb. Kellnerlehrling kann sof. einlreien. Babndossbotei Lenz Giegen. 5730D die .n der Lage ist, Ai «"enlm Cal« selbständig flopien S herzullellen. 57360 ---DerVorktnud. fNarktvlatz 21. Maufmännischer Lehrling mit höh. Schulblld. tuixb eingestellt. Schriftl. Gesuche an Opel Automobile P. Zager, Tvrantf.Str7)2.1044361 DomenNrelnloiinii Suche ver sosvri tür meinen Duntelfam-11 A/y /Q merbetrleb eine Z 7 gi Douuer-taa. den LahorantiD Gott nahm uns heute früh meinen lieben Mann, unseren treuen Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager Herrn Oherkasseiiinspelilor Karl Lotz Verwalter der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen nach langem schweren Leiden im 57. Lebensjahre. Itatataleigemg dreier Qualitäts - Kraftwagen Mittwoch, den 13. Juni d. IS., nachmittags 2'/, Llhr, werden im Hofe des Gaf6 Leib, Walltorstrahe, öffentlich meistbietend versteigett: l Thedrolet - Limousine, 11/26 P.S., fabrikneu; ferner: 1 Stehr-Limousine, 12/40 P.8, 6 Zylinder, gut erhalten, und 1 Opel- Lieferwagen, 4/14 P. 8.» in bestem Zustande. Defichtigung und Vorführung amTage der Versteigerung von 11 LIHr ab Versteigerung bestimmt und pünktlich. für vormittags 6 es. l®-6 Schrlftl. Angeb. unt. 1 <*btnl,4 8V» U6r. 04434 a b.eieh. »na.1 An4re». *•) verkaufe die noch vorrätigen Hüte zu den billigsten Preisen Gustav Haustein 04447 Schulstraße Nr. 5 Gelernter Schlosser ledig, zuverlässig, gewandt im Schreiben und Rechnen als MerWter nnö Monteur weiß, daß es zur Stärkung des Körpers nichts besseres gibt als Doppelherz. Doppelherz ist bewährt bei Blutarmut, Appetitlosigkeit, Schwächezuständen aller Art, Neurasthenie, Nervenleiden, nervös. Kopfschmerzen usw. Holen Sie in der nächst.Drogerie eine Probeflasche zu2 -M. und verlangen Sie aufklärende Broschüre. Man nehme nur Doppelherz und lasse sich nichts anderes als „ebensogut“ aufreden. Niederlage: Haus Hindenburg, Medizinal- Drogerie H.EIges,Seltersweg 68a; Drogerie E. Karn. Schulstr.; Löwen-Drogerie W. Kil- binger Nachf., Seltersweg; Drogerie Gebr. Michel, Walltorstr. 29; Drogerie Hans Noll, Ladwigsplatz a Neustadl; Kaiser-Drogerie Emst Noll, Lindenplatz 5; Kreuz-Drogerie A. Noll, ßahnhofstr. 51; Drogerie C. Seibel, Frankfurter Str.; Drogerie 0. Winterhoff, Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag unerwartet meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elisabethe Brück zu sich in die Ewigkeit zu rufen. In tiefer Trauer: Job. Brück Ludwig Albach und Familie Hermann Brück und Familie liMipiraiörifertitei MHnynüfn Blech- und Kotflügelarbeiten Lieferung von kompletten Liefer- und Personenwagen 5125D Otto Faber Mühlstrabe 22 / Telephon 1096 Karosseriewerke z Fahrzeuge Wegen |Stellengesuche| •2ldtcr.,RCbilb.cDflL Wirtfchafts- Fraulein tfltfct, ehrlich, zuverlässig, felbnünb. und mttlangjadr.Ersahr. in enter Küche und Haud. lucht »um 15. 9ull oder später vast. Wirkungskreis au aüftnlteb, arbilb. Herrn oder alt. tibc- paar, "lvs—Hilfe iur grobe Arbeit vorhd. Schriftl. Angeb. unt. 04439 nn b.Ohch.anA. | Verkäufe | Vogelsberger Fahrkuh mit dem 3. Kalbe lEnbe d. M. kommend. au verkauf, bei W,D lieh. Schomhert McittartSbain am Bahnhof. Achtung! Eine Sendung 1» u. Sir KlelderiehrUke, Waaekkomm., laeht- »chrlakchen, Tlseka i. qü. toröRtn. Stthla, mehrere liebel neu eingeiroffen. btüteft auch auf Tetlahla^bet II Benner II.. Schill erfir. 19. Gasherde Marken: Juno Junker & Ruh abnehmbarer Brenner beste Ausführung: billige Preise <372a Auch Teilzahlungen! Friedr. Hevd L Sohn 12 Seltersweg 12 BlOlg zu oetl. 1 2schl. vollst. Bett 1 gebrauchte Küche 1 Wäschemangel 2 Kinberwagcn l Damenrad 1 Kiuderbabc wanne »uu l Näbmafchlue. ► chlüeretr. 19. | Kaufgesuche | DK. XV. Motorrad u. Moiorradmngnet zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. unt. O44Ö1 ft. d. toiefe. Anz. Gut erhaltenem Herrenrad zu kaufen aciu t. I Schr. Ang. u. 014.4 an den Gteh. An». Äuto-Neeb 1790. „„ p Teiplile - Uder ■ Tlidi-, Dtvan-o Stcp[>- ■ ded.cn SfcM ÄlUklUt I in leKouhrain IUIen Ae-y * oiftd«, hiakfirt lM. 375. ktutiDen v, loteri Saub.. ehrliche- DonnerStaa, 14. ß, T..j 1 2030 Uhr, „2taöt agesmadctien da» schon in Siel- Ztvtlanz.ig. Galle lang war ges. Näh. | roiUtommen. Alle tn b. Gelchäftsll. beS national. Lrganika- GiekenerAnzeigerS | nonen werben hier» Saubere»---(Ö44S mH emoelaben. iaeesmflödien L'.l»"'..."- gesucht. Nab. t. b. Ge- scha'tSst.d Gieh.An-. U | R Junges Ehepaar sucht paffende Wohnung in Nähe Gtehen. Lollar bevorzugt. Schr.Angeb.u 5729V an d. Gtef,. Anz. erb. 2 Zimmer nnö Küche möbliert ober unmöbliert. für sofort gesucht. Cchr.Angeb. il04435 a. d.Gb.An». 1 ob. 2 möblierte sonnige Zimmer in nur gutem Hause sucht für 15. & junges Ehepaar. SchriftL Angeb. u. 04424 a. b. Gteh. An», erbeten. im 1. xiui< von jung. Kaufmann in bet Nähe des Bahnhof» u. ber Kliniken ges. SchriftL Angeb. mit Preis u. 5737V an ben Gieh. Anz. erb. Wohnungstausoh| Tuche 4—ö dmim.' Wobua. 1. Etage, tuete 6 Z. Wohn., pQTtv i. b.Cftanlaflc. Schr.Anaeb.u. 04455 a. b. Gteh. Anz. erb. [Stellenangebote! Vertreter *'*lD möglich'« m.Kundenstamm. s. d.Peririeb 0. PiargarmeKaffee. Kakao u. Tee direkt an Private von angesehener Hamburg, fyirma aeL Angeb. u. I 383S an WUIlie Wilkens, HxÄbero I. | Vermietungen! 5-3imm.-®o6n. Lab. Laikon uim, in gutem ruh. Haute, kanngeg. grögcre Ablösung sreigemachl werben. Schriftliche Angeb. unter 04429 an ben (Sien. Anz. Pens. Brandl Sonn. m6bL Zimmer, Qitoieoko. Tol.im. Srenndl. rnöbl. Zimmer in Einfamilienhaus lofort z. verm. mb»D Am Ragelbeee 51. Ein schöne- grohes, gut tnobl. [01430 Zimmer mit sevar. Eing. an Dauermieter sofort ob später au verm. Nah. au erfr in bet Gefchft. d.Gietz.An». 2 schöne, geräumige Auto-Garagen iNähc LSwolbS- garten'zuvermieten. möbi. Zimmer in blähe Bahnhof von Dauermieter iLeamterl für sofort gesucht. Schr. Angeb nut PretSang. unter 0t4.j3anb.Gieir.Anz. B1ÖDI. WM abgeschlossen ob. mit fep. Eing . auch Mansarde. zu mieten ges. SchriftL Angeb. mit 'Breiflana.u. 04443 an An», erb. I Selbst, arbeitender lll||| Schioffer ullü SMmiev yllUfllviJ für Vanbrnafcbtncn' hlt 11 0143s un° 6etm.nienran8.TFt. lonit. Schlaffer» und c ger|.e- * Znftallat.onoftrb.bet « «snass h- BSriufvIoo v. reicftborn, --------- - ■ ®gu,r«bdm..^D । Empfeh|ungen I in prima Qualität empfiehlt billigst VerUilistelle nr«, P, Bellt er, Ireilsifa Suche für sofort ordenilichev Mädchen in kleinen Haushalt, eötLnur f. tagsüber. BorzuftelL vormlit. 10-12 Uhr. 01446 Krau R. Wolf, Ladnitrahe 13 L ‘Jicubau. 57521 mittags 5.15 Uhr statt. 04426 Heute morgen 9 Uhr verschied nach längerem, in Geduld ertragenem Leiden mein innißstgeliebterMann. unser lieber Vater, Großvater und Schwiegervater Herr Wilhelm Laucbt, Manrerpolier im Alter von 65 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Laucbt geb. Laucbt Familie Ernst Drescher Familie Wilhelm Laucbt Mina Laucbt Gleiberg, den 11. Juni 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Juni, nach- HrXi Kelc 5 i-i ®e fltben. ist- S zeftalte oud) tot mit zur «K dah lot'-« btt Wi berat sie < Soge; l® tnHproi'vr Kie 'M Pic Siadl vorttn 0 .lüiser,. iw Dock «chen Reichstnir trag von SrMung siii loscht b« an Abgabe! bet offen schulen l Schulung arbeit. ■ (tirtfxr tr tun, nenm tpcnZvn, r ber Wlle In dielet Frage na düng und übet ans« sprach. £ leit, die gung er Freycrsch liier Hm tnekr Ta bildung ( gesetzliche Siluatwn oder im sich heram sicht btenl alademisch ben an k Dffsenschc schm ßtruftL befät in Irschens dessen ein Mtz und olab möglichen trieb«: tt benft, |o 3n diese Autonom 3n der lichen Ku Theodor bergischen Freycr bi breitenbe engste An! btr Äialle Vonjl 2 öo um' ^8 5lö: 6ie bot tostet itfl Msen. , -^ch m |a große nruht« qu Jra es raxl) mch ’ntb war '2ch n geht." |a. «lf den- Jr W su ; 'ho sollte dieser als Kundgebung von der Dal!- gemeinsamer Ergebnisse au- werben. Das ift im wesentlichen gelungen, wenn auch zuzugeben ist, dah * dani einer toleranten Leitung auf dieser Tagung der freien, intensiven, gestaltenden Volksbildung bisweilen auch die weltanschaulich gebundenen, crtenfiven. mit Denkschulung sich begnügenden Aich'.ungen zur Geltung kamen. Es tft kaum anzunehmen, daß solche Gegenfähe, soweit sie echt sind, ander Bewegung allein herau- zu überwinden sind, denn sie erwachsen au- der allgemeinen yeistiaen Loge. sie schwinden von selbst, sobald dtese sich entsprechend wandell. Die Tagung wurde mit einem Empfang durch die Stadt Dresden eröffnet. Vach Begruhunge- Worten durch den sächsischen Staat-Minister Kaiser, den Oberbürgermeister B l ü h e r und den Vorsitzenden des ReichSverbankteS der deutschen Volkshochschulen Dr. V u ch w a l d forderte Reichsminister a. D. Dr. Külz in einem Vortrag von Brich, Ländern und Gemeinden die Erfüllung folgender Pflichten P flicht st undener laß für solche Lehrkräfte össentticher Lehranstalten, btt an Volk-Hochschulen Mitarbeiten; mietfreie Abgabe von llnterrichtSräumen; Zusammenarbeil der öffentlichen Lebranstalten mit den Voll-Hochschulen bei der Beschaffung von Lehrmitteln; Schulung von Lehrkräften für die Doll-Hochfchul- arbeit. Da- Reich mühte endlich, wie einige Länder und zahlreiche Gemeinden es schon längst tun, nennenswerte Mittel für die Bewegung auf» wenden, ohne sie jedoch zu reglementieren; an der Volkshochschule muh Lehrfreiheit herrschen. 3n dieser Grundsvrderung liegt zugleich die Frage nach dem Verhältnis zwischen Voll-bil- dung und akademischer Bildung beschlossen, worüber anschliebend Professor Z r e y e r, Leipzig, sprach. Ss ist bezeichnend für die Einheitlichkeit, die von der neutralen Volk-Hochfchulbewe- gung erreicht ist, dnh ein Hauptgedanke de- Freycrschen Vortrags auch mannigfach ausgewer- teter Hauptgedanke der meisten anderen Vorträge dieser Tagung bildete: Die Autonomie der Völls- btfbung gründet m ihrem Charakter al- eigen- gesetzliche Bildungsform; sie gestaltet die konkrete Situation des Menschen etwa in der Familie oder hn Beruf. Sie bildet den Menschen aus sich heraus. Hur in den Grenzen, die dieser Absicht dienlich sind, vermittelt sie ®rfenntni$. Die akademische Bildung dagegen ruht auf dem Glauben an den absoluten Wert der Erkenntnis; die Wissenschaft ist nicht nur Inhalt der akademischen Bildung, sondern sie bestimmt deren Struktur. Die Lebensform der Wissenschaft besteht in der Tätigkeit des AufsassenS, de- Forschen- und Finden-, des Erkennen-. Indessen ist die Wissenschaft eine Leben-macht; em Weg des Au-gleich- zwischen VollSbildung und akademischer Bildung bietet sich hx einer möglichen Wandlung de- wissenschaftlichen Betriebs: wenn die VollSbildung vom Leben aus denkt, so denke die Wissenschaft aus- Leben hin. In diesem gemeinsamen Punkt geben beide ihre Autonomie zugunsten des DolkStumS auf. In der für die Bevölkerung bestimmten öffentlichen Kundgebung des folgenden Abends erwieS Theodor Bäuerle, der Leiter de- württem- bergifchen Volksbildung-Wesens, im Einklang mit Fvetzer die alle, wissenschaftliche Ergebniffe verdrehende VollSbildung al- Utopie und forderte engste Anpassung an die Situation des einzelnen, der Klasse, deS Berus- ufto. Von jemandem, der wartet... Don Han- Friedrich Blunck. So um Mitternacht weckte die Frau den Mann. ..DaS Flöten ist wieder da, hörst du eS nicht?" Sie horchten beide aufmerksam. Ja. eS war wieder irgendwo ein feine- kleines Trillern und Pfeifen. „Ich muh doch einmal aufstehen und nachsehen." sagte der Mann, er war der Pförtner deS groficn Mietshauses, in dem er wohnte, und muhte auf Ordnung hallen. „Tu eS nicht!" bat feine Frau. Sie halte vor noch nicht einem Jahr ihr Kind lein verloren und war schreckhaft und fürchtete sich allein. „Ich muh doch wissen, was im Hause vvr- geht." fagte der Mann unwirsch unb war schon auf den Deinen, um sich anzuziehen. Er horchte noch einmal, da- Klingen war noch zu hören. Da ging er aus der Tür und stieg mit raschen Schritten zum Kohlenkeller hinunter. wo der grobe Heizkessel liegt Sr glaubte ja schon, e- fei Gesinde aus dem Haus. daS sich da unten traf und miteinander tanzte. Aber unten sahen nur die drei Schlote des Hauses und spielten Karten miteinander. Ihre kleinen kohlschwarzen Gesichter, die wie Knöpfe auf den Schullern sahen, grinsten den Pförtner an und fragten, ob der Herr nicht eine Partie mit- spielen wollte -Ach," sagte der Mann, „ich suche jemand, der hier Flöte foielt. habt ihr etwas gehört?" ..Vein, vom Flötenspiel wissen wir nichts." sagten die Schlotterle und liehen die winzigen Ohren hin- und herrücken, ..unb hier geschieht - zur Vacht überhaupt nichts ohne unsere Erlaubnis." Es wird aber im Hause Flöte gespielt, dachte der Mann eigensinnig, drehte da- Licht ab und tappte weiter. Sr ging den ganzen Treppenflur auf unb nieder. — das Spiel war noch da! Sr ging wieder in seine Wohnung, horchte unb hörte eS. Durch das Wohnzimmer schritt er, — da sah er einen Lichtschimmer aus der Tür. die in das alte Spielzimmer seines Kind- leinS führte. Ei. da hatte die Frau wohl vergessen, die Lampe auszudrehen? Oder war es der Helle Mondschein, der im Zimmer lag? Was war doch für ein Weghuschen, als er in die kleine Kammer trat! Das Spiel war E nah gewesen, eben hatte er es noch ge- Der Wann zog die Tür hinter sich zu und lautlos stehen. Da gewann der Zauber Vach Ausführungen Grahmanns sterpräsident Tantzcn eine ernd ruck-volle und treff en te Schilderung der fo- zxologisch-kullurcllen Lage des Bauerntum-; bei der Frage nach dem Weg der Einordnung des Bauerntum- in b < Volksgemeintchast erschien jedoch nicht genügend berücksichtigt, daß der felbft- genügfamc, ’üt die Bedarfsdeckung arbeitende Bauer wetth.n zu dem in größere und größte swertwirtfchaftüche) Zusammenhänge verflochtene für den Markt produzierende Landwirt geworden ist; unb nur wo und weil diese Entwicklung well genug gediehen ist, dürfte bäuerllche Dott-bildungSarbeil dringliche Aufgabe fein. In zwei Fachsitzungen wurden die grohstädtische AbendvollsHochschule, die Bedeutung der Heim- Volkshochschule in der Erwachsenenbildung. die mittel- und kleinstädtische Abendvollshochschulc und die DoUShochfchularbeit im Dorf behandelt. Da- erste Aeseral hielt Regierungsrat Dr. Ka p» h a h n. Dresden In den Großstädten fallen die Entscheidungen des modernen Leben-. Hier aibt e- Menschen, die in aktivistischer Grund- ftimmung von den Spannungen des modernen Leben- ergriffen lind und sie durch Handeln zu lösen suchen. Diese, nicht aber die kontemplativ gerichteten Menschen seren wünschenswerte Besucher. Durch diese sozialethisch orientierte Auffassung deS leitenden sächsischen DollsdildnerS wurde ebenso wie durch fein Eintreten für die praktifche Kunstpflege ISprechchöre, Singchöre. Gymnastikgruppen usw.) im Vahmen der Volkshochschule der von Freyer schon betonte Gegensatz zwischen akademischer Bildung und Volksbildung noch weher verdeutlicht und verschärft. Au- dem Vortrag von Eduard W e i t f ch. Dreitzigacker. sei in diesem Zusammenhang lediglich hervorgehoben, bah für ihn die Bedeutung des llnrcrrchts im Sehen von Problemen, in seelischer Erschütterung unb in seinem Dienste al- Hilte in der Selbsterz ehung de- reifenden Menschen hegt. Die Heime dürfen sich im 3nlcr- effe der Veinheit der pädagogischen Atmosphäre nicht dem Aufstieg der Begabten dienstbar machen; Begabtenförderung sei Ausgabe anderer Anstalten, benen jedoch da- Heim vorarbeitc. In der Au-f prache über diesen Vortrag wurden von einem Vertreter der gebundenen Doll-bil- bung «von der sozialistischen Voll-hochschule Tinz) gegen die Idee der Selbsterz.ehung Bedenken er- yoden. so daß die freie, vom Leben ausgehende VollSbildung wie vorher nach der Seite der akademischen, so jetzt nach der Seite der weltanschaulichen Bildung scharf abgegrenzt werden konnte. Die beiden letzten Veferate der Fachsihungen ((Kifabeib Stück. Arnstadt, und Schulrat Dr. SieverS, Flensburg.» zogen aus den Ergeb- nisfen einer Analyse der soziologischen unb geistigen Struktur der Mittel- und Kleinstadt und deS DorfeS zum Teil sehr beachlenswerle Folgerungen für die PrariS. Das Diever-sche Referat ergänzte trotz einiger Schiefheiten der Darstellung den Vortrag Tantzens m mancher Hinsicht. Die Schluhveranstallungen bildeten der gemeinsame Besuch des 'ächsischcn Heim- Schloß Gasen- bürg und ein Volkshochschultreffen auf der Iu- genbburg Hohnstein. Die Tagung war aus allen Teilen des Reiche- sehr stark besucht. DerhältniSmästig zahlreich waren Vrenz'.anddeutsehe. Deutsch-Oesterreicher und Deutsch-Böhmen, ferner Skandinavier erschienen. Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Tas tenerfte Ltüllchcn Erde. (aga) Reuhork. An der Südostecke des Reuyorker Broadway und der Wall Street, der Dreifaltigkeitskirche und dem sie umgebenben altehrwürdigen Friedhof gegenüber, steht auf einem schmalen Streifen Landes ein Gebäude, das in den städtischen Grundbüchern al- .Wall Street Rr. 1" eingetragen. dem Reuyorker aber weit besser al- .die Schornsteinecke" bekannt ist. Auf einem nach dem Broadway zu nur ein paar Meter breiten Rechteck erhebt sich ein zweiundzwanzig Stockwerke hoher Siegel ft einbau, der nicht viel anders aussieht, als wäre er der Schlot des 15- stöckigen DankgebäudeS der Central Union Trust Company nebenan. Mitsamt einem ganzen Komplex sie umgebender Bauten ist Die .. Schorn- fteincae" dieser Tage verkauft worden, um einem 46 stöckigen Wolkenkratzer der American Exchange Imng Trust Company Platz zu rnachew Unb damit ist dies historische Fleckcheir Erde wieder einmal in die Zeitung gekommen und man hat sich daran erinnert, das) eS das höchstbewertete Stück Land in der neuen — vielleicht in der ganzen Welt ist. Hier ist die einzige Stelle, von der eS fast buchstäblich wahr ist, dah sie mit Gold gepflastert ist. Das 2anb, auf dem der Sckschorn- stein steht, ist für Besteuerungszwecke mit 576 Dollar pro Deviertfuh eingeschätzt, bei dem kürzlichen Verkauf wurden rund 725 Dollar pro Quadratsuh für das Land allein und 960 Dollar pro Fuß mitsamt dem daraus stehenden Gebäude bezahlt. Sm Quadratsuh mißt 30 mal 30 Zentimeter. Macht neunhundert. Reunhundertfechzig Dollar wurden dafür bezahlt. Macht auf den Quadratzentimeter just eine Kleinigkeit mehr als einen Dollar. Die amerikanische Regierung hat früher goldene Dollar prägen lassen. Die sind ungefähr gerade einen Quadratzentimeter grob. Doch hall, die Quadratur des Zirkel- geht ja nicht. Aber mit Hilfe des Goldes, das von den 960 'Dollar noch übrig bleibt, können wir die zwischen den neunhundert GolddvllarS fidbtbaren winzigen Eckchen gerade noch verdecken, so dah der Gevierijuf) vollständig mit einer Golddeckc überzogen ist. Wäre also die Schornsteinecke mit Gold gepflastert, so wäre sie nicht mehr wert al- jetzt dafür bezahlt wurde. SS mag auf Erden Grund und Boden geben, der selbst um eintausend Dollar den Deviertfuh nicht zu haben wäre, aber bann handelt eS sich wohl um Land, da- überhaupt nicht käuflich ist. Man kann sich nicht vorstellen, daß dem deutschen Dolle daS Gvethehaus in Frankfurt ober bie Weimarer Fürstengruft, ben Franzosen ba- Louvre. England das Land feil wäre, aus dem sich auf dem Trafalger Square in London die Relsonsäule erhebt. Unb in Flandern und im Arqonnerwald, bei Verdun und am Donaustrand sind geweihte Stätten — sind auch auf jedem stillen Friedhof in der ganzen Welt — um bie Preise bezahlt worden sind, die sich nicht in Ziffern noch in Münzeinheiten auSdrücken lallen. . . D'AnnunzioS „moralischer Tod". (g) Rom Der italienische Schriftsteller unb Dichter Gabriele DA n n u n z i o ist bem internationalen Publikum burch seine geradezu phantastischen Streiche und *21 benteuer zumindest ebenso bekannt wie burch feine nur zum Teil wirklich wertvollen Schriften. BiS vor kurzem genoft biefer zweifelsohne in nicht geringem Mähe übergeschnappte Maestro wenigstens bie Sympathie seiner eigenen Landsleute. Seine noch lebhaft in Erinnerung stehende, etwas operetteichaste .Wassentat", bie ..Eroberung von Fiume", hat ben Italienern sehr imponiert, man feierte D'An- nunzio alS Rational Hel ben, unb ber König verlieh ihm sogar ben Herzog titel. Rumnehr scheint ber italienische Dichterfürst selbst in feiner Heimat endgültig auSgespiell zu haben; ber .Duce" wieder Zutrauen, leise begann eine kleine Flöte irgendwoher aus einer Zimmerecke. Dann standen drei Schlüsselmännchen auf bem Tisch auf. drehten sich wie Herzöge unb schritten mit ben großen, grabe vorstehenden Bärten feierlichst wie vor einem Umzug her. Aus bem R äh korb ber Frau kamen kleine buntbewimpelte Fräulein und trippelten hinter ihnen drein. Und von ben Bücherbrettern liefen Laternen tragenbe Würm- lebn heran. Das Allerniedlichste aber waren bie drei Kornblumen, bie aus ber alten Vase kamen. Sie waren eigentlich ein wenig verblüht, aber unterm roten Licht sahen die Fräulein noch frisch unb wohlgemut aus. Sie lächelten sogar au bem Mai^n hinüber, — ober nein, sie sahen dicht an ihm vorbei. Da muhte er sich um» schauen unb traute feinen Augen kaum. Das Äinblein, bas sie vor Jahresfrist verloren hatten, stanb wie vvreinst in fehlem Bettchen unb blieS auf ber alten Rohr flöte, bie ber Mann ihm einmal geschnitzt hatte, unb winkte fröhlich zu ben Tanzenden auf dem Tisch hinüber. Der Wann verlor fast feinen Atem, so sehr erschrak er bot Glück und Traurigkeit. Aber das Kindchen war so eifrig beim Spiel, es sah ihn nicht einmal Gs schaute nur mit lieblichem Lachen zu, wie sich jetzt auch die alte Puppen- schachtel öffnete und die kleine Tänzerin hervor« hulchte, es sah. wie aus dem Ofen drei Sott- knirpse hervorkrochen um im Hui auf ben Tisch sprangen, so bah bas weihe Fräulein furchtbar erschrak. Es sah. wie ber alte Krippenft all. ben die Mutter zuallerunterft gepackt hatte, mit einem hörbaren Knacks aufklappte unb lauter flehte Schafe unb Pferde hervorhüpften unb mit drei SÄ»en oben waren. Unb er Iah. wie bunte Rachtfalter, tschipp, burch das winzige dreieckige Loch in ber Fensterscheibe ben Weg fanden unb als bunlelgeflügelte Tänzerinnen in den Reigen einsprangen. So liebllch war der Zug und so bunt unb vergnügt, viele kleine Gesichter brückten sich von drauhen an bie Scheiben, obschon sie nicht herein bürsten, unb selbst ber Mann, der wohl von niemandem gesehen wurde, war au her sich vor Erstaunen über all die Wunder der Flöte. Da. als er schon eine Weile zugehört hatte, wurde ihm zu Wut, als mühte er relbft bie Fähe zum Spiel heben gleich ben andern. Er erschrak 'sehr, als er sich wirklich zu drehen begann. Er hielt auch gleich an, meinte, er habe geträumt Aber es war noch alles wie eben unb er begriff, daß es sein totes Äinblein war, das alle Wefen hier teigen lieh. „Sag,“ stotterte er und streckte die Arme nach ihm auS. „sag. wie kommst du hierher?!" In dem Augenblick, too er ein Wort fallen lieh, war der ganze Spuk auf der Tischplatte unter leisen Rusen verschwunden. Ach. auch das Kindlein lleh bie Flöte fallen, — gut. dah der Mann sie ihm noch auffing. „Vater!" bat es unb hob bie kleinen Arme zur Flöte. „Lah mich doch spielen!" Der Wann wußte kaum, waS er sagte, fo froh war er, bie Stimme zu hören. „Kommst du wieder au uns?" fragte er. Die beiden Händchen reckten sich noch immer nach der Flöte. „Ich komm bald, Vater!" Als der Mann bas hörte, wurde er glücklich, wie er wohl nie gewesen war. „Du kommst balbf*1 stotterte er unb lieh die Hand mit der Flöte niedersinken. Das Äinblein nickte, hob schon wieder ein Lied an die Lippen und winkte chm zart, es doch nicht zu stören. Da ging er lautlos aus der Tür. „Haft du gefunden, woher die Flöte kommt?" fragte die Frau. „Ja," sagte er unb etAäftlte ihr alles unb sie malten sich aus. wie herrlich es halb würde, wenn ihres Kindleins Seele wieder jung zu ihnen käme. 0er Taschendieb Komete. Don Hans ^Rtebau. Tobias mar, wie er selbst mit Nachdntck betonte, nicht nur ein Menschenkenner, sondern ein Menschen- verstehet. Nichts Menschliches (fo sagte er), war ihm fremd, und sein Verständnis für alles Gute und Löse, das um ihn herum geschah, ging so weit, daß er auch da zu verstehen versuchte, wo er es mit seiner eigenen Haut bezahlen mußte Nach dieser (Einleitung ist es nicht weiter verwunderlich, daß Tobias, als ihm feine kostbare goldene Zigarettendose gestohlen wurde, die Bekanntschaft des Diebes ohne jeden kriminellen Hintergedanken machen wollte. Und fo erschien denn eine Anzeige in den Zeitungen in der Tobias nicht nur Straffreiheit, sondern obendrein eine über den Wert der Dose wett hinaus- gehende Belohnung zufichette. Tags darauf erhielt er eine Karte: „Bitte, kommen Sie um fünf Uhr ins Bristol. Fragen Sie beim Bortier nach Lungendorf.' Tobias ging um fünf Uhr ins Hotel Bristol. Lungendorf ist nicht da', sagte der Portier, „aber er hat einen Brief für Sie abgegeben.' duherte sich über ihn einem holländischen Reporter gegenüber folgendermaßen ,D Annunziv ist ein Poseur, der ttteber mich noch das italienische Volk tntereniert Seine wie immer geartete Tätigkeit ist für unter Land ohne Bedeutung- Armer D'Annunzio! Er hätte doch toi Den müllen, bah tm beut'.gen Italien die Gunst von Musso- lini zu vetfdx:3en. mit dem moralischen Tode gleichbedeutend ist. Hätte er doch lieber den Duce besungen, statt, wie es noch vor zwei Jahren der Fall »ar. sich als .anderer D»k- tater" aufzuspielen. 21 un hat er sich fo lächerlich gemacht, daß ihn Mullvlini abschütteln kann. Ein flicqenbrö Sanatorium (n) Moskau. Professor Oppe 1. der Direkter des Mettch- nikow-Krankenhause- in Leningrad, plant den Bau eines .fliegenden Sanatoriums". Die Idee ist viel weniger phantastisch als man im ersten Augenblick an nehmen möchte es handelt sich um eine Riesenterralle, die von einem durch ei'erne Anker erdverbundenen Luftschiff hinunter» hängt, also In Wirklichkeit um eine .schwebende" und nicht fliegende Heilstätte, und zwar für Lungenkranke. Professor Oppcl ist der Ansicht, durch diese gewiß neuartige Einrichtung Davos, St. Moritz usw vollwertig ersetzen zu können, denn die Luft in den höheren Schichten weist seiner Meinung nach überall dieselbe Frische unb Reinheit auf wie im Hochgebirge, das heutzutage für bie meisten Russen unerreichbar ist. Wie jedoch die Kranken zum unb vom .fliegcn- ben Sanatorium" befördert werden sollen, geht aus den rullifchen Zeittmg-meldüngen leibet nicht betret, immerhin wäre es bei dem heutigen Stand der Technik vorstellbar, daß man auch diese Frage irgendwie löst, imb daß bas originelle .ßuftfanatorium" (Im doppelten Sinne) in absehbarer ßeit zustande kommt. Die vornehmste „Miekkascrne" der Töclt. (f) London. Aus verschiedenen Gebieten bemüht sich jetzt die enalische Hauptstadt, amerikanische Rekorde zu brechen. So wird sie sich demnächst mit Recht rühmen können, die vornehmste „Miettaserne" der Well zu besitzen. Ss handelt sich um ein Gebäude. daS jetzt gegenüber dem Hyde-Park errichtet wird, unb in dem eS Wohnungen von zwei bi- zu sechs Zimmern geben soll Diese Wohiningen sollen tatsächlich nach den modernsten Grundsätzen der Hygieite und Bequemlichkeit eingerichtet sein. Wie einer ber an bem Bau beschäftigten 3ngenieure vor einigen Tagen Ptesfe- bertretem erklärte, ist das Reuartige an dem Miethaus vor allem die sogenannte Zentralküche. Diese soll fo groß sein, dah sie letten Mieter vollständig zu verköstigen imstande ist. Der Bezug von Speisen auS dieser Zentralküche wird nicht zur Pflicht gemacht, und jede Wohnung wird eine besondere „kleine Küche" für sich haben, wo man auf elektrischem Wege alles kochen kann. Wünscht jedoch jemand daS Esten aus der Zentralküche, dann braucht er nur zu telephonieren unb erhält in kurzer Zelt das gewünschte Frühstück. Abendbrot unb dergleichen durch einen elektrischen Lift. Elektrische Klingelknöpfe wird es in diesem neuen Hause nicht geben, diese werden vielmehr als .veraltet" empfunden und durch da- Telephon ersetzt. 3n der Mitte des Gebäudes wird ein gewaltiger: Tanzsaal errichtet, in dem mit kurzen Unterbrechungen von 9 Uhr morgens bi- 1 Uhr nacht- eine Jazzkapelle spielt. Liebt jedoch jemand die Ruhe, so braucht er sich nur in feine Private Wohnung zurückzuziehen, von der unter Ausnutzung aller berannten akustischen Finessen jedes Geräusch ber Außenwelt abgehalten wird. Wenn der Mieter seine Wohnung betritt und die Ein- gangstür hinter sich schließt, soll, wie der Ingenieur erHärt, die Außenwelt für ihn gestorben fein: My home is my castlc. Vorläufig jedoch hat die Sache einen großen Haken. Die Einrichtung des modernen MiechauseS von London unb der Welt überhaupt ist derartig kosten dem Brief stand: „Bitte kommen Sie sofort in Ihre Wohnung." Tobias nahm ein Auto und fuhr nach Hause. Aks er die Tür auffchließen wollte, wurde sie von innen geöffnet. „(Buten lag", sagte ein elegant gekleideter Herr von unbestimmtem Aller unb verbeugte sich leicht. „Entschuldigen Sie, eine kleine Vorsichtsmaßnahme " „Ich verstehe durchaus', lachelle Tobias, „bitte sehr.' Und er führte den Fremden in fein Zimmer. „Gestatten Sie, Äometc", stellte der sich vor. „Ein schöner Name', sagte Tobias. ,^jch habe noch mehr dergleichen', lachte Äometc, „aber zunächst das Geschäftliche: Hier ist die Dose.' Tobias zog die Brieftasche. „Und hier ist das Geld." Dann bot er dem andern eine Zigarette an, unb steckte bie Dose in die Westentasche Eine Weile schwiegen sie und rauchten. Tobias betrachtete den Dieb, ber ruhig vor sich hin sah. Es war ein sympathisches, dabei ausgeprägt intelligentes Gesicht. „Warum stehlen Sie?' fragte der schließlich. „Es ist mein Beruf", sagte Äometc. „Und Sie suhlen sich wob!?' Der andere zuckte die Achseln. „Der Taschendied- stahl ist eine Kunst wie keine andere.' „Die sich rentiert?" .Ich verdiene im Monat höchstens vierhundert Mark. Mehr nicht." „Und Sic wurden Ihren Beruf nicht aufgeben wollen?" „Das käme auf die Umstände an.' Tobias dachte eine Weile nach. „Sie haben Manieren', fagte er bann, „unb manches andere, was von Boriell ist. Wollen Sie Reifender in meinem Geschäft werden* Sie würden mehr verdienen als bisher.' „Gewiß", sagte Stemete, „sehr gern." Tobias entwickelte sein Programm, unb eine un« bänbige Freude stieg in ihm auf, seine Theorien fo handgreiflich bestätigt zu sehen. Mit kräftigem Händedruck verabschiedete er Äomete. Unmittelbar nach dieser Unterredung erzählte er mir die Sache, sprach von seiner Menschenkenntnis, von ber Unsinnigkeit unserer kriminellen Justiz und von der oftensichllichen Müdelosigkell, einen Berufsverbrecher ins vürgerliche Leben zu rückzuführen. Dann griff er in die Westentasche. Aber er luchte vergebens, und anstatt der kostbaren goldenen Ziga- rettendose zog er nur eine schmale Karte hervor. Darauf stand: Hopfen und Malz verloren. —- Äomete. lpielig. daß nur ganz wenige Sonntagskinder darin werden leben — und die Miete bezahlen formen. Ob jedoch diese vom Glück Begünstigten dann nicht doch das säst ebenso .billige" Bewohnen einer Billa im Totlage in West end vorziehen werben, ist auch nod) eine ungelöste Frage TaS Königreich der Hunde. — Paris. Ein französisches Segelschiff, das von der Mo- zarnbique-Küste nordwärts fuhr, bemerkte an der Küste der unbewohnten Insel Iuan de Reva ^Westlich Madagaskar) ein leeres Rettungsboot In der Annahme, dah sich Schiffbrüchige auf dem Eiland befanden, lieh der Kapitän ein Doot losmachen und sich hinüberrudern. An der Küste war lein Mensch zu erblicken, wohl aber ein Hund, anscheinend ein großer Weiher Terrier, der dem anrubernden Boote ruhig entgegensah. Wenige Minuten später hatten sich ihm vier weitere Hunde hinzugesellt. Ein Matrose aus dem Doot ergriff dicht vor der Küste ein Stück Holz und warf es nach den Hunden. Sofort begann der Terrier wütend zu bellen — aber nicht, wie Hunde sonst bellen, sondern mit einem Geheul, das dem wilder Wölfe glich. Auf dieses Signal hin näherten sich immer mehr Hunde dem Strande, darunter Tiere von der eigenartigsten Kreuzung. Als ihrer etwa 30 bis 40 beisammen waren, kamen sie in drohender Haltung, mit gesträubtem Haar und gefletschten Zähnen auf die von dem Boot beabsichtigte Landungsstelle zu, und da man keine Waffen mit sich genommen hatte, sahen sich der Kapitän und seine Leute gezwungen, unverrichteter Dinge zu ihrem Segelschiff zurückzukehren. Die Hunde folgten dem Boot fast bis in die Brandung, kehrten dann oufS Land zurück und zerstreuten sich dort, bis aus den Terrier, der zurückblieb und dos sich entfernende Boot bewachte. Ohne Zweifel war er der Anführer dieser vierbeinigen Inselbewohner. In der Frühzeit der Segelschissahrt war die Insel Iuan de Reva ein beliebter Anlegeplatz, an dem sich die Schisser mit frischem Wasser, Schildkröten und Früchten versorgten. Bon Zeit zu Zeit blieben Schiffshunde auf dem Lande zurück. Aus ihnen muh die Herde entstanden sein, die heute die Insel bevölkert. Fern von den Menschen sind sie in den ursprünglichen Zustand ifjrer Rasse zurückgekehrt, und ohne die zufällige Entdeckung des französischen Segelschiffes hätde niemand von diesem einsamen Königreich der Hunde erfahren. Unb hier fehlt nur die Feder Iack Londons. unS die Geschichte der Insel und ihrer Bewohner zu schildern. Ein Krokodil von drcihundent Zähren. (r) Amsterdam. Im Ausstellungsraum der großen Gerberei ,Nimrod" in Socrabaja fRiederländilch- Indien) ist die Haut eines vor einigen Wochen durch e-nen bekannten Iäger von Soerabaja geschossenen Riesenkrokodils zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. Es mag besonders erwähnt werden dah dieses Tier das größte Krokodil ist, das bisher jemals zur Strecke gebracht wurde. Die Länge des Tieres beträgt von der Schnauze bis zum Schwartende ein Redakteur des „Rieuwen Soerabaja Courant" hat sich aus journalistischem Berantwor- tungsgesühl selbst die Mühe gemacht, das Monstrum auszumessen. — beträgt nämlich 5,70 Meter, während das größte bisher geschossene Krokodil nur 4,95 Meter ausgcwiefen hat. Ein in Riedcrländisch-Jndien anwe ender deutscher Forscher ist im Augenblick damit beschäftigt, nach wissenschaftlicher Methode das ungefähre Alter des Tieres festzustellen. Man ist der äkeberzeu- aung, daß es einige hundert Iahre auf seinem Panzerrüden hat. Dies Riesenkrokodil wurde im Llrwald an der Mündung des Porong-Flusses geschossen, die von jeher als ein wahres Iägerparadies gilt. Die Bestie galt den Eingeborenen als heilig und unter den Jägern war es so gut wie ausgemacht, daß man sich ihr nicht bis auf Schußweite nähern könne. Aus Anlaß dieses seltenen Jagdglückes wird eine ähnliche verbürgte Geschichte in die Erinne- rung zurüctgerufen. Bor einigen Iahren wurde an der Mündung des Solo» Flusses von dem bekannten Krokodiljäger G uff roh ein ähnliches Ungeheuer durch einen Gewehrschuß niedergelegt. Das Tier zeigte am Halse einen eigenartigen, hervorstehenden Auswuchs, wie einen in die Haut eingeharschten Splitter beträchtlichen Umfanges. Man schnitt diese Wucherung auf und entdeckte darin völlig eingewachsen eine Speerspitze und stellte nun unter Zuhilfenahme bekannter Wissenschastler eine Untersuchung über das annähernde Alter dieser Speerspitze an. Es erwies sich daraufhin, daß das Krokodil mehr als dreihundertIahre alt gewesen sein muhte, denn die Speerspitze stammte einwandfrei noch aus der Zeit der Ostindifchen Compagnie! Oie Wohlfahrtslast. Von Bürgermeister Dr. Frey, Beigeordnetem der Stadt Gießen. Die Erdrosselung der deutschen Städte und ihrer Selbstverwaltung zugunsten einer vom lebendigen Geiste des Bolles abgekapselten Zen» iralbureaukratie schreitet fort. Wie in Kalau der Bleistift zu spitzen ist, wird ist Berlin verordnet. Das bedingt eine Massenerzeugung von Gesehen und Verordnungen. Da der Versuch, das ganze öffentliche Leben in ein zentrales Schema zu pressen, naturgemäß zum Mißlingen verurteilt ist, so gefällt sich die Gesetzgebung in einem nervösen Herumtasten. Früher klagte man über daS Veralten der Gesetze. „Sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte und rucken langsam nur vom Ort." Heute das nicht weniger üble Gegenteil: Wer sich heute den Text eines sozialen Gesetzes ersteht, wird nach vier Wochen bemerken müssen, daß sein Buch veraltet ist. Die letzte „'Verordnung zur Abänderung der Verordnung" ist erschienen. So entsteht jene hastige und täp- j- Pische Dielregiererei, die seit Iahren die Geißel der Praxis ist. Gesetze machen kostet Arbeits- \ kräfte und also Geld: Gesetze durchführen kostet noch mehr Arbeitskräfte und noch mehr Geld. Besonders gilt das dann, wenn Gesetze und Verordnungen, von vornherein faule politische Kom- promißgeburten, sich als dermaßen mißlungen erweisen. daß sie zwar das Reichsgesetzblatt zieren. aber wegen ihrer Unbrauchbarkeit bald fttll in der Versenkung verschwinden. Gin großer Teil der .Wirtschaft" — selbst überzentralisiert, gern bereit, das Erbe erledigter Städte auf gewisse« Gebieten anzutreten — nimmt diese'Entwicklung beifällig auf. Die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit wundert sich dann, wo die vielen Beamten Herkommen. Sie sehe sich den Umfang der Reichsgesetzblätter der letzten Iahre an und sie wird des Rätsels Lösung sinden. Die Schlinge um den Hals der Gemeinden ist geschickt aus drei Bestandteilen gewirkt. Der erste ist die Auferlegung des größten Teils Der inneren Kriegslasten durch die berüchtigte dritte Steuernolverordnung. Die Woh ls ah rt s last , die zu s/10 auf den Krieg zurückzuführen ist, läßt die Voranschläge der Städte gewtzltig anschwellen. Man vergleiche einmal die Voranschläge der Vorkriegszeit mit den jetzigen, indem man bei beiden die Ausgaben der Wohlfahrtspflege und dazu der sonstigen Rachkiwgsaufgaben (Wohnungsamt, Mieteinigungsamt) wegläßt' man berücksichtige ferner, daß heute 15 Mk. für das zu zahlen find, was in der Vorkriegszeit für 10 Mk. feil war, und man wird finden, daß bas, was den Städten für ihre eigentlichen Aufgaben heute zur Verfügung steht, überaus dürftig ist im Vergleich zur Vorkriegszeit. Aber die hohen Ziffern, die nun entstehen, sind so schön zu verwenden, den Städten „Verschwendung" vorzuwerfen. Daher nun der zweite Bestandteil der Schlinge, die berühmte A n l e i h e p o l i t i k des Reiches. Das dritte aber ist die Beschränkung der Steuerhoheit und die Riedrighaltung der Einkünfte, insbesondere die Entfernung der Einkommensteuer aus dem Bereiche ihres Einflusses. So sind die Städte gezwungen, diese Lasten immer wieder durch höhere Anspannung der Grundsteuer, der Gewerbesteuer und der Tarife ihrer Betriebe zu finanzieren. Und diese Lasten werden nicht geringer. Ist doch die Wohlfahrtspflege der Gemeinden gesehgeberisä) das Mädchen für alles! Tauchen auf anderen Gebieten (Tabaksteuer, Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz. Aufwertung. WohnungSwirtschast) Härten und Schwierigkeiten auf, so ordnet das Gesetz ganz einfach an, daß der Bezirksfürforgeverband diese Härten auszugleichen hat, mit anderen Worten die Gemeinde hat zu bezahlen. Oktette. die an sich gut und notwendig sind, wie bas Reichsgesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, werden erlassen Aber wer den Aufwand trägt, darüber macht man sich in Berlin kein Kopfzerbrechen. Das Ende ist wie Immer so auch hier, daß die Gemeinde bezahlt. Man kann es den Gewerbetreibenden bie sich durch diese Entwicklung als diejenigen fühlen müssen, aus deren Tasche immer wieder von neuem die Gesamtheit angehende Dinge finanziert werden sollen, nicht verdenken, wenn sie sich mit Entschiedenheit dagegen zur Wehr setzen. So ist es dahin gekommen, daß der Handwerker, der Kaufmann, früher in vorderster Linie Träger städtischen Gemeinsinnes, heute als verärgerter Kritiker abseits steht. Die leitenden Männer der Stadtverwaltung aber, gezwungen, jener Gesetzgebung Geltung zu ver- schasfen, geraten mehr und mehr in Gegensatz zu ihrer eigenen Bürgerschaft. Die Drachen- faat, die man — bewußt? — gesät hat, geht trefflich auf. Aber die Bürgerschaft sollte nicht in denen Gegner sehen, die ihre Vertrauensmänner fein sollten und sein wollen. Kein Nörgeln und Schimpfen über die Gemeindeverwaltung hilft. Es gilt, in den großen politischen Parteien des Reichstags Einfluß zu gewinnen, damit jener unseligen Entwicklung gesteuert, die Selbstverwaltung der Städte wieder hergestellt und eine gerechte Verteilung der Lasten vorgenommen werde. Die Stadtverordneten sind heute in übelster Lage. Die Bevölkerung macht sie für alle diese Dinge verantwortlich. In Wirklichkeit find es leine 20 Prozent der Geschäfte der Stadtverwaltung. in denen sie noch frei in ihrer Entschließung find. Ein Widerstand gegen die Wohlfahrtslasten insbesondere nützt ihnen nichts. Irgendwelche Einschränkungen der ohnebin kärglich bemessenen FürsorgelOstungen (Richtsatz der ilnterftüljung für ein Rentnerehepaar 70 Mk. monatlichI) würden nur die Aufsichtsbehörde auf den Plan rufen. Freiwillige, nicht unbedingt vom Gesetz vorgeschriebene Leistungen geschehen — in Gießen wenigstens — nur zugunsten unserer Kinder (Milchfrühstück, Erholungsfürsorge) und nach der Erklärung des Schularztes und der berufenen Vertreter der Lehrerschaft nur in einem Maßstabe, der eine Verringerung ohne schwere Versündigung an der Zukunft der Kinder nicht gestattet. Alle deutschen Städte tun etwas, zum Teil sehr viel, für ihre Kinder, nicht nur aus menschlichen Gründen, fondern weil sie sehr wohl wissen, daß hier gemachte Ersparnisse nur scheinbar sind und die Ausgaben später verzehnfacht auf dem Gebiete der Tuberkulose- und der Krüppelfürsorge, nun aber als ZwangSauf- gaben, wiederlehren. Mitunter geht die Behauptung von Mund zu Mund, es würden Leute unterstützt, ober zu stark unterstützt, die dessen nicht bedürften. Gewiß ist jede menschliche Einrichtung Irrtümern unterworfen, und das städtische Wohlfahrtsamt ist weit davon entfernt, sich für unfehlbar zu halten. Um aber solche Irrtümer nach Möglichkeit auszu- schließeu. ist in der Gießener Fürsorgeordnung eine weitgehende ehrenamtliche Mitarbeit der Bürgerschaft als Wohl- sabrtspfleger. Bezirksvorsteher. in den Fürsorge- ausschüsfen und im Beschwerdeausschuß vorgesehen. Wie über vieles in der Welt, so wird man auch über die Behandlung eines Fürsorgefalles mitunter verschiedener Meinung sein können. Ein geordneter InstanAenzua ist daher vorgesehen. Aber jeder Einwohner soll lich als Mitarbeiter des Wohlfahrtsamtes betrachten, zum mindesten da. wo er Kritik an der Fürsorgearbeit zu üben wünscht. Man hört gelegentlich, dah foldbe Kritik weitgehend in dem Sinne geübt wird, es geschehe deS Guten zu viel. Was aber dem Dersasser dieser Zeilen auffällt, ist folgendes: Als Fürsorgedezernent erhält er zwar häufig Briefe und Gesuche von Menschen, die ihn da oder dort aus Rot aufmerfiam machen, der nicht oder nicht genügend abgcbolfcn werde. Man ist für solche Hm- weise dankbar und untersucht die Dinge genau. In den meisten Fällen freilich, nicht in allen, zeigt es sich, daß der mitleidige Helfer sich hat täuschen lassen. Richt in einem einzigen Falle aber ist jemals die umgekehrte Klage an den Dezernenten gerichtet worden. Rur ehrenamtliche unmittelbare Mitarbeiter haben gelegentlich solche Einwendungen übermittelt. (Bon anonymen Wischen sei hierbei abgegeben.} Wer glaubt, daß die öffentlichen Wohlsahrtseinrichtungen von Unberufenen ausgenutzt werden, und sich kritisch dazu äußert, der hat die Pflicht, dem Leiter des Fürsorgewesens schriftlich ober noch besser münblich die Fälle mitzuteilen. die ihm dabei vorschwcben. Er wird als Helfer willkommen geheißen und sein Rame wird geheimgehalten worden, gseichviel. ob die Erörterung dieser Fälle leine Vermutung bestätigt oder entkräftet. Auf alle Fälle wird er über bat Ergebnis Rachricht bekommen Vielfach werden endlich zur Prüfung der Angemessenheit der Wohlfahrts la st brr eigenen Stadt Vergleiche mit anderen Städten gezogen. Obwohl, wie das Sprichwort sagt, jeder Vergleich hinkt, so können solche Vergleiche in der Tat lehrreich sein. Allerdings ist dabei mancherlei zu beachten, wenn man sich nicht den Vorwurf oberflächlicher Behandlung zuziehen will. Wan kann nur Städte miteinander vergleichen, in denen bas Verhältnis der Stabt zu den GebietS- körperschasten höherer Ordnung gleichmäßig geregelt ist. Z. 2. ist ein Vergleich nicht zulässig mit Städten, wie etwa Friedberg ober Bingen, die feine eigenen Dezirksfürsorgeverbände bilden und bei denen der weitaus größte Teil der Wohlfahrtslasten in denen ihres Kreises drin steckt unb von diesem getragen wirb. Natürlich bleibt diese Last den Einwohnern jener Stabte nicht geschenkt; sie tritt in der Kreisumlage auf. erscheint aber dem flüchtigen Betrachter nicht als Wohlfahrtslast. Zu den Städten, die hierher gehören. zählen denn auch unsere Rachbarstädte Wetzlar und Marburg. Ein Vergleich mit ihnen ist daher völlig unzulässig. Ieder Vergleich überdies mit Städten eines anderen Landes kann nur unter sehr eingehenden und schwierigen Berechnungen gezogen werden. Die Länder gewähren den Städten zu den Wohlfahrtslasten gewisse Zuschüsse, die sehr verschieden sind und bei Vergleichen berücksichtigt werden müssen. Hier wird ein Zuschuß zur Rentnerfürsorge und zur Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Äricgerbinter» blicbenc gegeben dort nicht. Hier wird die so- acnannte Landesfürsorgelast. die Fürsorge für Personen ohne gewöhnlichen Aufenthalt an einem bestimmten Orte, vom Lande ganz getragen. dort wirb Ne zur Hälfte auf die Gemeinden abgewälzt. Hier werden bie Kosten der Fürsorgeerziehung stark bezuschuht. dort weniger ober gar nicht. Hier werden größere ober geringere Beihilfen zur außerordentlichen Fur- sorgelast (Fürsorge für Geisteslranke. Geistesschwache. Krüppel, Blind?, Taubftumme, Epileptiker u. dgl.) gewährt, dort gar keine. Endlich ist zu beachten, daß vielfach die gesamten bedeutenden Kosten der' I u g e n d f ü r s o r g e. die das Reichsgefeh für Iugendwohlfahrt erfordert, im Voranschlag deS Wohlfahrtsamtes gar nicht enthalten sind, weil bas Iuaenbamt r-om Wohlfahrtsamt völlig getrennt ist. Das gilt besonders für große Städte. So bleibt eine einfache Der- gleichsmöglichkeit nur zwischen den Städten beS gleichen Landes. Für Gießen kann insbesondere ein Vergleich der fünf großen «Städte Aufschlüsse bieten, die sämtlich alS selbständige BezirkSsürsorgevcrbände auS ihrem Kreise her- ausgehoben find. ES ergeben sich folgende Verhältnisse: (Fintrobneriatil Sti6ti^tr3u|*u6 iux .7TobIfcbrtepR.tin|N>»roKg Darinstadt 89 465 Offenbach 79 362 Mainz 108 537 WormS 47 015 Gießen 33 600 3167 900 35 2 958 080 37 3 944 430 36 1631560 35 892 000 26 Die Voranschläge sind mit Ausnahme des Gießener sämtlich von den Stadtvervrdeten genehmigt. Hessischer Väckerverbandsiag in Gießen. Der 9. Verbandstag deS Zw ei g ve r b a n ds Hessen im ZentralverbandD rutsche r Bäcker-Innungen Germania am Sonntag in Gießen nahm, wie in unserer gestrigen Ausgabe schon kurz gemeldet wurde, einen harmonischen und fruchtbaren Verlauf. AIS Vertreter der Behörden wohnten Regicrungsassessor Dr. G ü n g e r i ch für die Provinzialdirektion und daS Kreisamt Gießen. Bürgermeister Dr. Frey für die Stabt Gießen, als Landtagsabgeordnete Frl. Birnbaum - Gießen (Deutsche Volkspartei). Prof.' Wer n er-Butzbach(Deutsch- nationale Dolksp.), Amtsgerichtsdirektor Keller-Gießen (Zentrum), ferner als Verirrter der Handwerkskammer Direktor Schüt t ler und Syndikus Röhr, für die Industrie-' und Handelskammer Gießen deren Präsident, Kommerzienrat Schirmer-Gießen, der 2. Vorsitzende des Germania-Verbandes ©rüber - Berlin, sowie eine Anzahl weiterer Ehrengäste der Tagung bei. Rach zwei Begrühungschören des Gefangver- einS Kornblume-Darmstadt eröffnete der Der- bandSvorsitzend« Finger- Darmstadt den Der- bandstag mit BegrüßungSworten an die Ehrengäste und bie vielen Delegierten aus allen Teilen des Hessenlandes, ferner gedachte er, während die Versammlung sich von den Plätzen erhob, der im verflossenen Geschäftsjahr verstorbenen führenden Verbandsmitglieder. Den herzlichen Gruß der Gießener Bäcker-Innung und deren Veste Wünsche für einen erfolgreichen Verlaus der Verhandlungen übermittelte Obermeister Loeber-Gießen. 3m Auftrage des Provinzialdirektors und namens deS KreiFamts Gießen, ferner auf Wunsch der übrigen vertretenen Behörden usw. begrüßte Regierungsafsessor Dr. Güngerich -Gießen den VerbandStag und gab ihm beste Wünsche mit für seine Verhandlungen. In gleicher Weise sprachen G r ü ß e r - Berlin für den Germania-Verband, Abg. Prof. Werner für die Deutschnationale Lanbtagsfraktion, Abg. Frl. Birnbaum für die Fraktion der Deutschen Vollspartei. Qtbg. Keller für die ZentrumSsraktion im Hessischen Landtage. Obermeister Winkler-Mainz für die dortige Bäcker-Innung. Den Geschäftsbericht für das abgelaufene Iahr erstattete der Verbandssynbllus, Rechtsanwalt Dr. M a u re r-Darmstadt. Dem Verband gehören z. Zt. 33 Innungen mit 1597 Mitgliedern an. von den Derbandsmitgliebern wurden am Schlüsse des Berichtsjahres 952 Gesellen und 737 Lehrlinge beschäftigt. Die sozialen Einrichtungen des Verbandes haben sich auch im Berichtsjahre durchaus bewährt. Mit der Entwicklung des DerbandeS kann man aufrieben fein, erforderlich ist aber weiteres festes Zusammen stehen zur Wahrung der, gemeinsamen Interessen des Bäckerhandwerks. Anschließend folgte ein Vortrag über .Die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Bäckerei auf dem Lande", den Obermeister Feherabend-Wimpfen hielt. Das Korreferat über die Verhältnisse des Bäckergewerbes in der Stadt erstattete Obermeister Loeber- Gießen. Der erste Referent bedauerte die Festsetzung der Verkaufszeit erst ab 7 Dlhr morgens und nur bis 7 Ahr abends, bie für die Verhältnisse auf dem Lande gar nicht passe. Der zweite Vortragende üble Kritik daran, bah von einzelnen Kollegen auf dem Lande bereits viel früher alS in der Stadt mit der täglichen Arbeit begonnen werde und dieser unstatthafte Vorsprung dann zum Schaden her Stadtbäcker bei der Lieferung an Kliniken usw. bedauerlich in Erscheinung trete. Weiler wurde von beiden Rednern übet bie hohen Steuer- und Soziallasten geklagt, Stellung gegen bie Konsumvereine genommen, der Achtstundentag als nicht passend für das Bäckerhandwerk in der Stadt bezeichnet, Kritik am Submission-Wesen geübt und nachdrücklich Stellung genommen gegen eine überspannte Handhabung der Gesetze über die Arbeits- und Verkaufszeit. Ss wurde auf- geforbert, einig und fest zusammenzustehen und mit allen Kräften auf die Erfüllung der berechtigten Wünsche bes Bäckerhandwerk- hin- zuwirten. In der Aussprache wird mit Dankes- Worten an die Vortragenden deren Standpunkt von zahlreichen Rednern gebilligt. lieber Berufs st andsprohaganda und Reklarne sprach dann Obermeister Grüßet- Berlin, vom Germania-Verband. Der Redner gab leinen Zuhörern wertvolle Fingerzeige für die Hebung ihres Geschäfts durch zweckmäßige und gefällig« Gestaltung der Schaufenster-Aus- lagen. der LadentiIch-Gestaltung. durch individuelle Behandlung der Kundschaft. Berücksichtigung der Geschmacksrichtung bes Publikums. Dienst am Kunden usw. Die Gedanken des Redners erscheinen uns so bedeutungsvoll, baß wir empfehlen möchten, sie in ausführlicher Weis« in den Fachschriften zur Kenntnis aller An- aehörigen des Bäckergewerbes zu bringen. Wer den Ratschlägen dieses Vortragenden hinsichtlich der Berufsstandspropaganda folgt, wird u E. gut beraten fein. Syndikus Röhr von der HandwertSkammer- Rebenstelle Dießen sprach über LehrlingS- wesen. Er stellte die große Bedeutung des Lehrlingswelens für die Zukunft bei Handwerks in gedankenreichen Darlegungen wirkungsvoll heraus und empfahl bringend, bei der Auswahl der Lehrlinge nur die qualitativ besten jungen Leute anzunehmen. Kräfte, die nach dem Fehlschlagen anderer Bemühungen die Erlernung des Handwerks nur noch als letztes Mittel ansehen, seien ungeeignet für die Sicherung einer gedeihlichen Zullinft deS Handwerks. Der Redner forderte die Vornahme bet Eignungsprüfung vor der Annahme von Lehrlingen. Weiler beschäftigte er sich mit Fragen her Berechtigung zur Annahme und Anleitung von Lehrlingen. Lieber bie Pensionskasfe innerhalb des Zentralverbandes referierte Bäckermeister Hainz - DieteSheim. der auf Grund eingehender Nachprüfungen allen Bäckermeistern den Anschluß an diese Kasse empfahl In her Aussprache machte sich zwar auch eine gegenteilige Auffassung bemerkbar, immerhin schien aber boeb die Mehrheit deS Derbandstages sich der Ansicht des Vortragenden anzuschließen. Die Gründung berInnungSkrankcn- taffen behandelte Herr We st haus- Wiesbaden, der die 03orteile dieser Einrichtungen innerhalb der Innungen eindringlich heraus- arbeitete und praktische Winke zur Schaffung von Innungskraickenkassen gab. Der Vortragende wies in seinem Referat auf die bisherigen zahlreichen guten Erfahrungen der Innungen mit ihren eigenen Krankenkassen hin. Heber dringende Aufgaben der Handwerterorganisationen und Handwerkskammern sprach Obermeister Rommel-Offenbach, der sich u. a. mit der Gewerbesteuer, der Ausübung bss Handwerks, der unlauteren Konkurrenz, Steuerfragen usw. befaßte. Der Vortrag bewegte sich auf derselben geistigen Linie, tote die beiden ersten Referate des TageS, nur erhob dieser Redner in seinen Ausführungen starke Vorwürfe gegen bie Handwerkskammern. deren Direktor Schüttler bann zu einer eingehenden Llbwrhr daS Wort nahm. Anschließend wurde die endgültige Fassung der Satzungen der llnterstutzungskafse einstimmig gulgeheißen. Der Antrag auf Erweiterung deS geschäftsführenden Vorstandes um ein Mitglied (von drei auf vier) wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Verbandskasse schließt für das Iahr 1927 mit 22 709 Mk. Einnahmen, 18 038 Mk. Ausgaben und einem Bestand von rund 4670 Mk. ab. Die Unter st ühungskasse schließt mit einem lleberschuß von rund 12 066 Mk ab. Den Rechnern wurde einstimmig Entlastung erteilt Der Haushaltsplan des Zweigverbanbes füt 1928 gleicht sich mit 19164 Mk. au«. Er wurde genehmigt. Nachdem der bisherige Vorstand entlastet worden war. erfolgte die Neuwahl des Vorstandes, bei bet der bisherige Derbands- vorsitzende. Finger-Darmstadt, mit überwältigender Mehrheit wieberqewählt wurde: ein Ergebnis, das lebhaften Beifall fand. Zum Rechner wurde K r ä me r - Darmstadt, zum Schriftführer O l b e r t - Darmstadt wiedergewählt. Ebenso wurde Obermeister Feherabend - Wimpfen erneut in den Vorstand gewählt. Als Ort des nächsten Verbaubstages wurde auf Vorschlag von Obermeister Feyetabenb- Wimpfen daS freundliche Städtchen Wimpfen am Neckar bestimmt. Oer Austtang -er Tagung. Am Sonntagabend vereinigten sich die noch hier verbliebenen Delegierten mit den Mitgliedern der Gießener Innung und deren Freunden zu einem Gefellschaftsabendim Saale des 6afä Leib. Nach einer schwungvollen Begrüßungsansprache des Obern^isters W. Loeber erfreute der Gießener Radfahrerverein 1885 durch ausgezeichnete Darbietungen von Radfahrerreigen wahrend eine Anzahl junget Damen einen reizenden Tarureigen. der von Tanzlehrer Bäulke einstudiert war. vorführten. Tanzlehrer Bäulk« und Frl. Spieß boten sodann vortreffliche tan^ünstlerische Aufführungen. 7°S- * •an. > i.i uni duob fta. 3m " teUneW waren ■n -E. ft* ju »Miel Glicht 1 Sl un He i ' DSD. m» W oTdiimS taialrat ! Ängtn äteuergefe H*biek bt zknde ' Malta! K- Du 'Hverden Wammen fragen » Snafrr treffen. Ras "Ntigfe *** »Will ptlbanl Jarmfao ten der Wnisteru tlum die 3m 2a teil tu Handwer ntn. 2r aus btt i ruhige mit den - Air dir sei baJ > Mt Wich- tpertt trat gekommen wolle er । Stet für bk 1 tzttllm 1 und ®< hessischen Handv terte die aen. Ao der gerne einer in Ichasls' ui del. Lin den 5rtra geringste auf steue fachung ui in ein Schleunigsl Xtgitauifi der Semei langt. $ui taiqtyta bttttn AeichSi seren Sin verständig bering«, nur ali Groh firm Löhnen 6 rufllchei, i aktive fei nötig, dem Erl Schwär, werden. T dürsten er Hörden. mülit fah tetanfoor Herjan derbes w bei der k, werkSgebie! Iu”Q unter eSaD> 4*? *"*w ' SÄ bft lix li.f, Ä Säu tl.ch« QBitwirfenben funben für ihr« teert- . olle 5 schneidig Ton^ertierte. wurde mit Recht durch harten «Verfall belohnt 3in flotter Ball b'ßkte den Xutflaeg M Abends. Am UlDiiMKJDomn Uuj nahmen die LagungS- !cUncf*mer eüw Beffchttgung der Heteräume der Sitmti Balentln fi rt$ vor an'chlleßend waren bte Besucher Säfte birier Firma die fie n grohWMKr Der!« bewirtete Tkachnnttags beendete ein Ausflug nach dem S chiff ende rg die getarnte Veranstaltung die tn allen fcrcn Xe den wohlgelungen war und aus die die Bäderinnung exfwn n-il berechtigter ®e- nuGdiung flurüdbkden kann. Öinc Richtigstellung 3b unterem gestrigen Beruht muh c» richtig hettzen bah Schrrinermeifter Lenz die ®lüd- nniiffche der Schreiner- Vereinigung ausgesprochen hak. Hessischer Handwerfs- und Gewerbeverband. tie Forderungen des Handwerks. DSD. Darmstadt. 9.Juni. Zur Vorlage und Begründung eine» H a n d w e r k e r Programms trat der LanoeSauSfchuß des HefsifchenHandwerks- und Gcwerbc- verbandes in Darmstadt julanuncn. Den Bodl| führte HandwerlSlammerprä ident Rohl «Darmstadt). Dom Wirtschaftsministerium wohn- ten der Tagung bei Minister Karell und Ministerialrat Hechler, vom Finanzministerium die Ministerialräte Dörr und Magner. 3m Laute der Tagung führte Minister gekoinmen sei. Soweit seine Kompetenz ausreich^, wolle er gerne den berechtigten Wünschen ent- aeaentommen. Sr werde sich u. o. dafür einsetzen, daß der hessische Staat seinen Bedarf für die P^lz^ und die übrigen behördlichen Stellen bei dem helsifchen Handwerk und Gewerbe dedi und nicht bei auffcr- hessischen Firmen. Handwerkskammerdirektor Schüttler erläu-, tert« die erwähnten Programm fordcrun- aen. Einleitend stellt das Programm fest, dast der gewerbliche Mittelstand unter den Folgen einer in ihren Maßnahmen verkehrten Wirt- fchafts- und Sozialpolitik der Vachkriegs»eit leidet. Hin übermählg hoher Steuerdruck schränke den Srtraades gewerblichen ^Betriebes auf das geringste Mast ein. Das Programm verlangt auf steuerlichem Gebiet weitgehende Vereinfachung und Ausbau der Gewerbesteuer in eine allgemeine Berufssteuer. Schleunigster Abbau der 2t eg lebe triebe und der Aegieausführungen des Reiches, der Länder und der Gemeinden wird mit allem Vachdrud verlangt. Zur Behebung der Mißstände in der Handhabung der Bergcbung öffentlicher Arbeiten und Lieferungen foll die neugefchafsene Aelchsverblngunasordnung ihrem tieferen Sinn« nach tatsächlich angewandt und Sachverständige aus der PraffiS zur Mitwirkung heran gezogen werden. Das Handwerk will nicht nur als Untere ff orbant der berangexogenen Grvbfirmen die Staatsaufträge zu gcDrudten Löhnen Herstellen, sondern direkt über feine beruflichen Organisationen Aufträge erhalten. Eine aktive Belebung der Bauwirtfchaft fei irötig Die namentlich in Verbindung mit dem Erwerbslofenproblem überhandnehmende Schwarzarbeit müsse gesetzlich bekämpft werden. Die Organisationen des Handwerks bedürften einer positiven Förderung durch die Behörden. Das Qtetoerbereferat bei den Kreisämtern müsse stets in der Hand eines erfahrenen und verantwortlichen ‘Beamten liegen. Der Hausierhandel sei zum Schutze des örtlichen Gewerbes weiter einzuschränken. Die Auswüchse bei der kurlusmäbigen Ausbildung m Handwerksgebieten müsse einer einschränkenden Regelung unterworfen werden usw. Zu den steuerlichen Beschwerden nahm Ministerialrat Dörr Stellung und schilderte die Bemühungen der Regierung zur Verbesserung der Steuergesetzgebung Die Beschwerden auf dem Gebiete des Derdingungswefens fanden eine eingehende Behandlung und wurden von Ministerialrat Magner beantwortet. Zum Schlub fable Minister Äorell die vorgebrachten Beschwerden und Wünsche nochmals gruppenweise zusammen und versprach, die angeschnittenen Fragen mit seinen Referenten zu besprechen unb Maßnahmen zu einer befriedigenden Lösung zu treffen. 3m Rahmen der Tagung wurde auch die beabsichtigte Veranstaltung einer Landesgewerbeausstellung behandelt, die im Jahre 1930 in Mainz stattfinden soll. Reutr- dings wünscht auch die Stadt Darmstadt an» läßlich ihres Stadtjubiläums die Ausstellung. Der endgültige Beschluß wird zurüdgcftellt. Oberhessen. Landkreis Gießen. £ Dieseck, N. 3uni. Die hiesige Freite ill ig e Feuerwehr blidt dieses 3ahr auf ihr fünfjähriges Bestehen zurück Aus diesem Anlaß fand sie sich am Samstagabend im Anschluß an eine Hebung juim ersten gemütlichen 3ufammenfcin auf der Ludwigsburg ein. Der erste Kommandant wies auf die Bedeutung der Wehr für unseren Ort hin und gab dem Wunsche Ausdruck, daß auch dieser Abend mit dazu beitragen möge, den seitherigen Geist der Wehr aufrechtzuerhalten zum Wohl. der Wiesecker Einwohner. Der Abend verlief im echten Feuerwehrgeist, und alle, die dabei waren, werden sich gerne der angenehmen Stunden erinnern £ Wies« ck. 11. 3uni. Zum HauShaltS- vomanschlag der Gemeinde find folgende Einzelheiten nachzutragcn: Für 1928 besteht noch ein verfügbarer Rechnungsrest von 3769,10 Mk., hiervon sind in Ausgabe vorgesehen 300 Ml. wie im Jahre 1927. Die Einnahmen an Miete für Gebäude sehen 7188 Mk. (1927 — 7243 Mk.f vor. Die Ausgaben für Unterhaltung. SchornKeinrein.gung Instand- setzung und Zinsen sind mit 5983 Ml. (1927 = 2220 TBLi vorgesehen Der Pacht-. Gras- unb Ob sterlös der Grundstücke sowie die Verpachtung der Sandgrube sollen 9852 Mk ci «bringen gegenüber 7400 TBL m 1927 die Ausgaben s.nd mit 1985 Mk gegenüber 2890 Mk. m 1927 vorgriehtzn Die Waldungen sollen 00 285 Mk gegenüber 32 400 Mk. in 1927 einbringen Hier ist rin Mehrerlös aus Holzfällun- gen von 35 000 Mk. c i ng richt off e?r. Die Ausgaben sollen «ich auf 15 567 Mk. statt 1927 - 17 945 Mari belaufen Die Jagden. Teiche und 2 ischeret en sind wie 1927 mit 1550 Mk in innahme gestellt. — Schäfereien und Weiden Einnahme 1928 - lc96 Ml. 1927 =» 2100 Mk. Au?gabe 1928 - 2070 Mk. 1927 - 1762 Mk - Messen und Märkte: Einnahme 1928 - 300 Mk und 1927 - 250 Mk. - Wiegegebühren Einnahme 1928 ~ 755 Wart <1927 500 Mt. Ausgabe 470 Mk. in 1928 (1927 450 Mk ) - Wa sse r v e r s v r - gung. Gesamteiniiahme 1926 =- 11600 Wk. (1927 - 10 00? Mk >. Ausgabe 1928 für Unterhaltung. Zin'en ulw. 9963 Mk (1»27 10292 Mari). — Allgemeine Verwaltung 1928 1440 Mk. Einnahme und 1927 --- 550 Mt Für Ausgaben sind vorgesehen 1928 21 380 Mk. gegenüber 21351 Rif m 1927. — Ocllent- liche Sicherheit Ausgabe 1928 - 6594 Mk. in 1927 =- 6556 Mk. - Oef fentliche Gesundheitspflege unb Wohlfahrts- einrichtungen: Ausgabe 1928 = 3661 Mk. (1927 - 319^ Ml., Feuerlöschwesen Einnahme 1928 - 400 Mk wie in 1927. Ausgabe -- 808 Mk 1928. gegenüber 400 Mk. in 1927; Armenpf lege Einnahme durch Ersatzleistungen, Zuschüsse vom Kreis. Anteil von Angehörigen - 3750 Wk 1928. gegenüber 1000 Mk. 1927. Ausgabe 1928 ■ 10 <50 TUI., in 1927 * 10 950 Mk. — Schulens Einnahme Miete von Lehrerwohnungen unb Pacht 1928 — 828 Wk. wie in 1927. Ausgabe 1928 = 13 215 Wk. gegenüber 7664 Wk. in 1927. Sie Erhöhung ist durch Errichtung einer Zentralheizung in der Schule an der Gießener Straße begründet. — E v a n g. Kirche Ausgabe für Unterhaltung der Kirche und des Pfarrhauses, für Glöcknergehalt, Organistengehalt. Zinsen und Rückerstattung von Vorlagen 3533 Mk. für 1926. gegenüber 2635 Wk. für 1927. Kat hol. Kirche: 1928 = 5 Mk. Friedhöfe: Einnahme für Erbbegräbnisse 1000 Mari für 1928 wie 1927. Ausgabe 1928 3710 Mark und 1927 3980 Mt. — ilntcrbaltung der Straßen und Wege. Beleuchtung. Reinigung ufto.: 1928 20 790 Mk.. 1927 - 14 300 Mari Kanäle Ausgabe 3900 Mk. in 1928, gegenüber 3000 Mk. in 1927. Landwirtschaftliche Zwecke: Einnahmen ausSprung- gebühren. Viehverkaus ufto. 1672 Mk in 1928 und 1450 Mk in 1927. Ausgaben 8282 Mk. in 1928. gegenüber 7505 Mk. in 1927. Grenzverhältnisse. Ausgaben 1928 — 11 055 Mk., in 1927 - 15 800 Mk Hierin enthalten sind die Kosten für die Ortsvermestung. — Oeffentliche Anlagen, Denkmäler ufto. für 1928 1020 Mk.. hiervon sind 1000 Ml. für einem Ehrenm alsonds. Flüsse Bäche Gräben: Ausgaben 1928 2420 Mk. gegenüber 800 Mk. in 1927, bedingt durch die Bachregulieruna. — Ruhegehälter. Witwen- undWa is enge ld er. soziale Fürsorge: 1928 — 14 000 Mk. und 1927 = 9670 Mk. — WohnungSf ür- svrge: Eiimahme. Zinsen vom Daudarlehen an Private 1928 - 7365.05 Mk.. Ausgaben 1928 = 6169 Mk.. in 1927 6498 Mk., abzuführende Grundsteuern. Gewerbesteuern und Svndersteuer vvm bebauten Grundbesitz, älmsatzsteuer sowie für die Feldbereinigungsgesellschaft: Ausgabe 1928 - 10 200 Mk. gegenüber 9357 Mk. in 1927. öinnabme aus Sondersteuern (Hunde-. Vergnügungssteuer. Zuschlag zur GriinderwerbSsteuer, Wertzuwachssteuer 1928 — 2800 Mk.. in 1927 — 3100 Mk. Anteil an Reichssteuem: 1928 = 22 580 Mark, in 1927 = 21 238 Mk. Zur Ergänzung unzureichender Kredite für unvorhergesehene Ausgaben 1928 = 6351 Mk.. in 1927 : 3044 Mk. Kapttalzinfen: Einnahme auS Konto-Korrent- xinfen 1928 --- 1200 Mt., aus dem QIu tobe trieb = 5200 Mk.. zusammen 1928 =» 6400 Ml., gegenüber 1927 - 1300 Mk.: Ausgaben: 1923 = 19 735 Mk.. gegenüber 1927 3003 Mk. Schuldentilgung: Ausgabe 1928 -= 5790 Mk. — Abteilung II. für daS Vermögen, weist in Einnahme und Ausgabe je 1100 Mk. für 1928 auf, gegenüber 2000 Mk. in 1927. T Oberhörgern, 11. 3unt Sn der Rächt vom Donnerstag zum Freitag rannte daS von Frankfurt a. M. kommende und mit drei Personen besetzte Lieferauto einer Licher Firma auf der Straße nach Eberstadt gegen einen am Straßenran d stehendcn Obst baum. Von den Insassen wurde der mitsahrende Autoschlosser Heller von Lich aus bem Waaen herausgeschleudert, stürzte den Hoven Straßenrain hinunter und trug Verletzun- aen am Kopfe davon. Die beiden anderen 3n- saffen. der Ctoauffcur und ein Mitfahrer, kamen mit dem Schrecken davon. Trotz Beschädigung konnte das Auto seinen Weg nach Lich fortsetzen, wo Dr. med. Schadt dem verletzten Heller die erste Hilfe leistete. < AuS der nördlichen Wetterau. 11. 3unt Trotz mehrfach ungünftiger Witterung ist der Stand des Wintergetreides als gut zu bezeichnen, mit Ausnahme der Wintergerste. die stellenweise im Rückstand geblieben ist. Auch daS Sommergetreide weist einen günstigen Stand auf. besonder- dort, wo eine energische Hederichbekämpfung durchgeführt wurde. Wo dies nicht geschah, zeigen sich magere Stellen und lasseH auf geringeren Ertrag schließen. — Gegenwärtig ist der Landwirt eifrig mit dem Sehen der Dickwurz beschäftigt Ein warmer, durch- areifenber Regen wäre hierbei sehr erwünscht, da manche Parzellen ziemliche Trockenheit zeigen. Wegen der meist ungünstig trockenen Witterung zur Zeit des DicktourzfehenS ist man seit Jahren zu verstärktem Samenlegcn übergegangen. Die warme Witterung der letzten Tage war ebenso günstig für die Kartoffeln, die ein prächtiges Bild bieten, tote für den Mais, der erst vor kurzem gelegt, schon überall feine grünen Spitzen zeigt. — Da der erste Schnitt des Rotklees in diesem Jahre gut ausfiel, konnte die Luzerne zu Kleeheu gemäht werden. An Futtermangel ist vorläufig nicht zu benfen Mrete Friedberg. Friedberg, 11.3unv Unter dem Vorsr- des seitherigen stellvertretenden Kreisobmanns S p i« I m a n n (Bad-Aauheim- fand dieser Tage hier eine gut besuchte kreiSlehrerver- fammlung statt, die die neuen Satzungen des kreislehrervereinS beriet und dann die Aeuwahl des Kreisvvrstandes vornahm. Längere Zeit Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilun- Lösungen u'w find zu nähten an bie Schach- rebaktion des ..Gießener Anzeigers-, Problem Nr. 165. Von M Feiql Wien. Schwarz, a b c d e i g h • b c d e t g h Weib. 6 8 7 6 4 3 2 6 5 4 3 2 Weih zieht und fetzt in zwei Zügen matt. Weih: 8 Steine. Kh7; De7; Tc5 g8; Lc8; Sd5, c6; Be3. Schwarz: 9 Steine. Kf5; D12; Ta6, e5. Lai; Ba7, d3, g3, h5. Partie Nr. 107. 3n der ersten Gruppe des Hauptturniers zu Bad Ems amckv. Mai 1928 gespielt. Abgelehntes Damengambii. Weiß: Kort, Frankfurt a. RI. Schwarz: Rothamel, Gießen 1. Sgl -ß 2. c2-c4 3. d2-d4 4. Sbl-c3 5. c2-e3 1. d7-d5 2. e7-e6 3. Sg8-f6 4 Sb8-d7 Diese Einsperrung, des Damenläufers will uns nicht gefallen, für besser hallen wir 5. Lf4 oder Lg5. 5..... 5. Lf8-c7 6. Lfl-d3 6. a7-a6 7. 0-0 7. d5Xc4 8. IB3xc4 ' 8. K7-b5 9. Lc4-d3 Der Läufer ginge hier besser sofort nach c2 zurück: toi« bereits aus den Partien des Welt- mristerschaftSkamvfes genügend bekannt sein dürfte. 9..... 9. Lc8-b7 10. a2-a3 10. c7-c5 11. d4xc5? Dieses Schlagen ist gänzlich verfehlt und kostet ein wichtiges Tempo, statt dessen geschähe besser 11. De2 und auf 11. .... c4 12. Lc2 gefolgt von Tdl. 11....., 12. Ld3-e2 11. Sd7xc5 12. Dd8-c7 Weih krankt nun an der Unveweglichkrit feine« DEenflÜgels 13. b2-b4 13. Ta8-d8 14. Ddl -c2 DieS führt zu Qualitätsverlust: etwas besser war 14. Del, aber auch hiernach war das Eindringen der schwarzen Figuren m die oöinie kaum zu verhindern. Du ist jetzt nur eine Sache bereits verloren. 14 .... 15 Lcl-d2 16. Tfl-cl 17. Sc3xd5 18. Tclxc2 19. Sd5xe7 20. Lc2xf3 ' Forlletzung der Partie der Technik. Weih ist 14. Sc5-a4 15. Td8-c8 16. Sf6-d5 17. Dc7xc2 18. Tc8xc2 19. Lb7xß 20. Td2xd2 21. Se7-c6 22. Sc6-d4 23. Kgl -fl 24. kTl-el 25. Kcl-c2 26 Tal-.12 27. Sd4-c(» 28. Kc2-fl 29. Ta2-al 30 Kfl-ßl 31. 22x13 32. Tal -a2 33. a2-14 34. a4xb5 35 Kgl-f2 36. Ta2-a8+ 37. TaS-b8 38. Kf2-C3 39. Tb8-b6 40. e3-e4 41. H2-h4 42. h4xg5 43. Tb6-b8 44. KC3-h3 21. 0-0 22. TfB-dS 23. Sa4-b2 24. Id2-d3 25 Fd3-c3 26. c6-c5 27. Ic3- c2-r 28. Td8-d2 29 Td2xf2* 30 Tf2-f3 31. Tc2xc6 32. Sh2-c4 33. g7-c6 34 a6xb5 35. Tc6-d6 36 Kg8-g7 37. Td6-b2 4- 38. Sc4-d6 30. h7-H5 10 e6- g5 41. Kg7 - gO 42. Kg6xg5 43. b5-h4+ 44. Td2-dl 45. Tb8-g8* 45. Kg5-f4 46. Kh3xh4 unb gab auf, da Matt auf hl folgt. Lösung des Problems Ar. 162. Bon O. Jaros» 1. Dd6-b4' ul» Aus der LchLchwelt Richtige Lösungen: Zu den Problemen Rr. 160 und 161: E. Röhrich, Gießen. Schachbrieskaften Oberfekundaner b'. B , Gießen Ein Löfunqsversuch bei Problem Rr 158 durch 1. Df6 --f5 scheiten an 1 . 17—16. Ende Juli soll in Dortmund ein kleineres Meisterturnier beginnen Veranstalt« >st der Dortmunder Schachverein Um dieselbe Zeit wird auch in Soden L Xaunu* rin internationales Hauptturnier startftnden Be- Knn sowie Bedingungen werden wir noch be- nntgeben. Riminftem weilt gegenwärtig tn Amerika, woselbst er eine große Anzahl Simultanvvrstellungen mit sehr gutem Erfolg gab. Der Schach» elfter Ehajes ist vor einiger Zeit in Amerika gestorben. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Mnef boten. Ein bekannter französischer Erzähler leidet an VerarmungSiVeen. er fürchtet das Alter, die Verkalkung, den Hungertod ... Gin«- Tages kommt er aufgeregt zu < nem Kollegen gelaufen: .Ich habe keine Ideen mehrl Seit Wochen mcht eine einzigeI Stell dir davor! Entsetzlich! Was werde ich tun!?“ .Schreib ruhig weiter tote bisher!" tröstet ihn der Freund, .ich garantiere Mr. es merkt kein Mensch einen Unterschied!" • Ein Buchhändler wie- Tristan Bet narb auf ein buchhän dir rische- Kuriosum hin: ein genaues Adreßbuch der einstigen Ernwobner von Pompeft und Herkulairum, das ein italienischer Professor nach unsäglichen Mühen kürzlich zusammengestellt hat. .Gut, geben Sie es mir mit 75 Prozent Rabatt!“ sagte Tristan Bernarb. .Aber wieso? Warum?" „Run, es ist doch ein antiquarische- Adreßbuch und stimmt nicht mehr ganz — das gibt'* billiger." (.Jugend"). Gin fabelhafter Kerl. Jemand zeigt dem bekannten Flieger Hßet den Bericht HünefeldS über den Ozeanflug, llbri liest: „Während Äöh I und Fitz- maurice sich vorn in dem Flugzeirg abtoechfel- ten und den Weg bahnten, sah ich mit meinen Gedanken im Rumpf, schrieb Gedichte und fragte mich manchmal, was rmS dreien passieren würde." „Er ist doch ein fabelhafter Kerl," sagt Übet, „er hat sogar Gedanken im Rumpf!" (Jugend.) nahm die Wahl des KreiSobmanns in Anspruch, welches Amt seit dem Ableben von Rektor Koch verwaist ist. Im ersten Wahlgang erhielten S p i e I m a n n (Bad-Rauheim) 44. Gg. Jakobi (Friedberg-Fauerbach) 29. Maus (Vilbel) 27 Stimmen. In der Stichwahl fiel auf Spielmann und Jakobi die gleiche Htimmenzahl. Rektor Hpielmann trat zugunsten von Lehrer Gg. Jakobi zurück, welch letzterer nun der neue Kreis» obmann ist und den KreiSlehrerverein im Hauptvorstand deS Hessischen Landeslehrervercins zu vertreten hat. Die anderen Dorstandsämter wurden wie folgt besetzt: 2. Obmann Lehrer Maus (Vilbel). Schriftführer Lehrer O. Jakobi (Friedberg,. Rechner Lehrer Hirsch (Rieber- Wöllftadt). chFauerbachv. d.H., 11. Juni. Dieser läge ereignete sich kurz nach Beginn der Arbeit auf der Baustelle der neu cnzulegenden Wasserleitung ein schwerer UnglückSfall. Der Rohr- mciftcr der Tiefbaufirma Derlich aus Wetzlar, welcher die gesamten Wasserleitung-- und Kanalisationsarbeiten übertragen worden sind, war mit einigen Leuten mit dem Legen der Wasser- leitungsrohre in dem 2B0 Meter tiefen Graben beschäftigt, als auf bisher unaufgeklärte Weise plötzlich die Drabenwände zusammen- brachen und den Rohrmeister — ein geborener Italiener, der aber die deutsche Staats- angdjörigletf erworben hat — vor den Augen seines 14jährigen Sohnes vollständig begruben. Sin anderer Ar bett er. Emil Dieter von hter, wurde bis an die Schultern verschüttet. Rasch herbergeeilten LtobeitS- kollegen gelang eS erst nach zweistündiger an- geftrengiefiet SrdaufrLumung den Rohrmristcr nur als Leiche zu bergen, während Dieter in schwer verletztem Zustande auS dem bet» schüttcien Graben gezogen werden konnte. Er wurde sofort mit dem SanftätSanto ins Krankenhaus nach Rieder-Weisel verbracht, wo der Arzt außer einem doppelten Oberschenkelbruch auch noch Brustkorbquets chung und Bruch des Schlüsselbeins feststellte. Heber die Hrsache des Hnglücks kann bis jetzt noch nichts bestimmtes getagt werden. ES stehl aber wohl fest, daß tags zuvor an der Stelle Felssprengungen im Graben stattgefunden haben und ein kräftigeres Absprießen der Grabenwände notwendig gewesen wäre. — Die Prv - vinzialst raßen in unserem Bezirke befinden sich durchweg tn leidlichem Zustande bis auf diejenige von hier nad> Langenhain, deren Aussehen jeder Beschreibung spottet. Infolge bestärken Verkehr- der Kraftomnibulsc und unzähligen AutoS deS älmlritungsverkehrs besteht die Fahrrinne tatsächlich au» zwei Gräben, die fast die Ausmaße der beiden Straßengräben haben. ES nimmt wunde.. daß hier bei dem starken Gefälle der Straße ein größeres Unglück noch nicht vorgekommen ist. Die Provinzial- ftraftenbauDertoaliung sollte dem trostlosen Zustande baldigst durch Ruffd)otterung der Fahrrinne abhelfen. ch Dorheim, 11.Juni. Am Samstagabend lief ein sechsjähriger Knabe, ein Verwandter eines hier gerade anwesenden SchiffSschaukelbesitzerS. unter ein hochschaukelndes Schiffchen und wurde von dem heruntersausenden Schiffchen so furchtbar zugerichlet. daß er blutüberströmt m i t schweren Verletzungen und in bewußtlosem Zustand in daS Friedberger Krankenhaus überführt werden mußte. Die Mutter des verletzten KindeS geriet über den Unfall ihres einzigen Kindes fo in Aufregung, daß auch sie dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. — Einen schönen Eriolg errang der hiesige Männer« gefangoerein .Germania", der sich mit seinem Dirigenten, Lehrer Wllhelm Hachenberger, an dem GcsangSwcttstreir des Gesangvereins .Cäcilia" in Lich beteiligte. Der Verein errang in der Klaffe der noch nicht preisgekrönten Vereine den 1. Preis und im Ehrenpreissingen den 1. Ehrenpreis. Für feine Gesamtleistungen wurde er mit dem höchsten Ehrenpreis der Stadt Lich, einem kunstvollen Bild, einer Ansicht vom Licher Glvcken- turm, ausgezeichnet. Berliner Börse. Berlin, 12. Juni. (MTB. Funkspruch.-Auf den schwachen Schluß der gestrigen Neuyorker Börse trat im heutigen Frühverkehr wieder eine stärkere Zurück- balfung tn Erscheinung. Eine Tendenz ist noch nichs ausgesprochen. Die Grundstimmuna scheint aber freundlich zu bleiben. Kursmähig ist es etwa behauptet. Farben find etwa 280 und Siemens 266 zu 267. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,10, Mailand 92,80, Spanien 29/35, das Pfund 488,10 zu 488,15 und den Dollar 4,1850. Grober Posten Teppiche Läufer, Vorlagen, Tisch- und Diwandecken zu günstigen Preisen und Bedingungen bei 5754a Bahnhofstraße 31 V olkshodisdiule Samslai, den 16. Innl. 20 Uhr, Grober Hflrsaal der Gniversiläl Musikalischer VolksRunslahend Schubert'Abend Aneführende: Clhre Schleeier-Alt mann (Klavier) Minna Wolff (Gesang) 1. Impromptu G-Dur, op. 90 Nr. 3. Andante Impromptu As-Dar, op. 90 Nr. 4. Allegretto 2. Lachen und Weinen. An die Musik. Wohin 3. 2 Scherzi 4. Musensohn. Auf dem Wasser zu singen. Seligkeit 5. Deutsche Tänze 5731D Karten beiChallier. Beeervierter Plati: Vorverkauf 1 Mk., Abendkasse L20 Mk. Für Mitglieder nur an der Abendkasse 70 Pf. Für die Mitglieder des Freundesrates nur bei vorheriger Anmeldung bis spätestens 15. Juni frei. Olfener klein: Vorverkauf 50 Pfgn Abendkasse 70 Pf. Für Mitglieder nur an der Abendkasse 30 Pf. Programm 10 Pf. WriMMMiM Goethe-Bund - Kaufan. Verein - Gewerbeverein Freitag, 15. Juni, abends S*/, Uhr. Neue Aula Vom Raketenauto zum Weltraumschiff (Der Vorstofa In den Weltenraum) Persönl. Lichtbildervortrag des Erfinders: Astronom und ehemaliger Fllegeroffizier MAX VALIER 5643D Eintrittskarten im Vorverkauf in der Musikalienhandlung Cballier und an der Abendkasse zu Mk. 3.-, sämtlich numeriert. Mitglieder der angeschlossenen Vereine nur im Vorverkauf bei Challler numerierte Karten zu Mk. 1. -. Studentenkarten zu Mk. 1.— bei Herrn Sekretär Ritter, Universitäts-Gebäude Vciüer-Znnung Gießen Vetr.Lieferungen für den 2.VerbandStag am 9. und 10. Zum Wir ersuchen hiermit alle mit Lieferungen für obigen DerbandStag beteiligten Firmen um Einsendung ihrer Rechnung bis spätestens Donnerstag, ben 14. b. M., nachm 12Uhr, an Herrn Bäckermeister Georg Schilling,BiSmarckstrahe. Deutsche Zugendherbergen O. G- Gießen Dir bitten unsere Mitglieder, sich möglichst zahlreich an der Hauptversammlung des Gaues in Weilburg am Samstag, 16. und Sonntag, 17.Juni zu beteiligen. Tagesordnung: Samstag: 17 llhr, Hauptversammlung 20" Uhr, ZamiUenabenb Sonntag: 8 Uhr, Besichtigung der Herberge und der Stadt 14 Uhr, Sana um die Stadt 5741D O-Cedar-Mop uuch billigere Fabrikate, sowie sämtliche vutzmincl. Bürsten, Fensterleder usw. Edgar Sorrmann, Elsenhandlung (Verschiedenes Eine WZ1 Mähmaschine und schwerer Kastenwagen Einspänner zu verkaufen. Grasmähen und Einspänner fuhren führt billigst aus A. Ebert, Fraidtfurt.Slr.MH. Tüchtige diiglerin empsiehil sich außer dem Hause. 04452 Alioenstr. IIII, H. 1 W Inf) Bille Brief B. W. IUU. abboien. DAS MARKENRAD AB FABRIK 64-85-96-705M Wochcnrattn von 2.50 M an FABRIK■VIRKAUFSTELLI Gießen / Neuenweg 4 Konsumverein Wen n.ömi.e.6.m.l.B Markenablieteruite erfolgt in den Verteilungs stellen vom 5.-2O. Juli 1928 Am 30. Juni geht das laufende Geschäftsjahr zu Ende Den Mitgliedern wird die Ersparnis wieder auf Grund des Umsatzes zugeteilt. Die Mitglieder erhalten die Vorteile ihrer eigenen Arbeit. Hat das Mitglied seine Pflichten gegenüber der Genossenschaft restlos erfüllt, ist diesem auch ein großer Erfolg beschieden Mitglieder liefert Marken und Anteilkarte pünktlich ab, damit die Verrechnung der Rückvergütung ohne Störung um 5875a Sommer Stoffe 57408 Gravett. ML 24.50 Mi Sensationspreisen! Fränkel 5753a, | Blein-Modealben / üllstein-Sdinittmnster | Neuen Baue 29 p. Registrierkasse (Krupp). 5743D Junter, SMlrooWher la Kietzeu. 10 Uhr, mit ent- bei un# Souder- Angebot Das führende Modenhaus Mittwoch, 13. Juni 1926, nachm. 2 Uhr, versteigere ich Ileuenweg 25, im „Löwen" dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 pianino, 1 Trumeauspiegel, zwei Nähmaschinen, 1 Hobelbank, eine Dicktenhobelmaschine, einen elettr. Heißwasserapparat, 2 Sofas, eine Q S X. Ofenlieferung. Angebote auf Bordruck sind Berdingungstermin, am Montag, dem 18. Juni, vorm verschlossen und versiegelt, sowie sprechender Aufschrift versehen, Jrntffoöjeii o Wrt Hasllaltupfl stilrein n.oreisloerl OieBrüüi ide Bilo.-Dnutttri. R. fange, ließen. SdjiffK. 7. Modehaus Carl Nowatk Beachten Sie unser Ms Snezlallensler Sellerswefi Nr. 85 Ich praktiziere wieder Dr.Wilhelm Klein Moihek von 4000.— Mk. mit Nachlaß abzugeben. Schr. Angeb. unt 04453 a. d. Gteh.Anz. 10000II geg. hyvolb- Sicher- beit u. hohe Zins. ges. Lchr. Angeb unt. 04448 a. d. (stieb. Anz. und Zeitverlust erfolgen kann DER VORSTAND Wasch-Kunst-Seide ÄttSÄ 0.90 WäSCh'MOIlSSßlinßbesteDrudcqualität,0.95,0^6, 0.75 WoU-Mousseline 1.75 Voile für elegante Kleider SEtfÄsä 1.95 Bordiiren-Voilebod,apartc Mu,tcr'120cm 3.80 Trachten-Stoffe dernsten Mustern ... .2.00, 1.60, 1*40 Gininder linnen äÄÄS 1.60 einzureichen. Zeichnungen und Bedingungen liegen bei uni offen. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 9. Juni 1928. Stöbt. Hochbauamt. Seideufiumml- Mäntel „Elra“ inallenGröhen Bekanntmachung. Die Voranschläge der Gemeinde Holzheim und der Feldgemarkung Bergheim sür Rj. 1928 liegen vom 13. kn- 19. d. M. einschließlich auf unserem Amtszimmer zur Einsicht der Interessenten offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen bei uns schriftlich oder zu Protokoll Vorgcbvacht werden. Bei beiden Voranschlägen ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worden, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Holzheim, den 12. Juni 1928. Bürgermeisterei Holzheim. Wetz.67*8 D vkMvW voll WMeilkll. Aus Grund der ReichSverdingungoord- nung werden die für den Neubau eine* Backhauses mit WiegehäuschLN i> Lauter erforderlichen ArbeUen im mTcntlidien Wettbewerb ausgeschrieben: 1. Erd- und Maurerarbeiten (16 cbm ErdauShub, 39 cbm Bruchsteinmauerwerks. 2. Zimmerarbeiten (3 cbm Tannenholz-. A.Tachdeckerarbeite» (80qm Bibcrschwanz- dach). 4. Lchrciuerarbcite« (3 Türen). 5. (stlaserarbeiteu (2,8 qm Fensters. 6. Weitzbiaderarbcite» (75 qm Wand- und Teckerrputz). 7. Schtofterarbette» (3 Türen). Angebotsvordruckc werden auf unserem Amte, Stephanstraße 18 (Zimmer 4), abgegeben, Zeichnungen und Bedingungen sind dort einzusehen. Tie Angebote sind verschlossen, nut entsprechender Aufschrift versehen, postfrei, bis zum Freitag, dem 22. b.vormittag» 11 Uhr, bei uns einzureichen. Zum Eröffnungstcrn.in haben die Bieter Zutritt. Zuschlagsfristi 3 Wochen. Gießen, den 11. Juni 1928. Hess. Hochbauamt Gießen. Bcrth. 6732 D Arbeitsvergebung. Unter Zugrundelegung der RcichSver- dingungsordnung sollen für den Neubau von Behelfswohnungen an der Margaret enhütte nachfolgende Arbeiten vergeben werden: I. Erd- und Maurerarbeiten II. Zimmerarbeiten IIL Dachdeckerarbciten IV. Spenglerarbeiten V. Weißbinderarbeiten VI. Schreinerarbeiten VII. Glascrarbeiten VIII. Schlosserarbciten IX. Kanal- und JnstallationSarbetten Spar- und Vorschußverein Att.-Ges., Gwßen-Linden. Tie Aktionäre unserer Gesellschaft werden hierdurch zu der am 5. Juli 1928, nachmittag» 6 Uhr, auf dem Rathaufe z» Gwßen-Linden staltfindcnden ordentlichen Generalversammlung eingeladen. Tagesordnung: 1. Vorlegung des Geschäftsberichts bei Vorstandes, der Bilanz, sowie Gewinn- und Berlustrechnung für da» Geschäftsjahr 1927. 2. Beslylußsassung über die Geneh» migung der IahreSrechnung. 3. Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand. Diejenigen Aktionäre, welche an der Generalversammlung tcilnehmen wollen, haben ihre Aktien ohne Gewinnanteil- und Erncuerungsscheine svätcstens am 29. Juni 1928, in Großen-Linden bei der Gesell- schaftSkasse, oder in Marburg a. d. L. bei dem Bankhaus Baruch Strauß, oder bei einem deutschen Notar zu hinterlegen, dieselben dort bi- zürn Ablauf der Generalversammlung zu belassen, daß die Hinter- lcaung ordnungsgemäß geschehen ist, spätestens bei Beginn der Generalversammlung nachzuweiscn. 5744 D Großen-Linden, den 8. Juni 1928. Der Vorstand: Ludwig Seßler VII. Wilhelm Lcßler I. Georg Dern II. Wiese 6000qm, Marburger Straße, Ifür länger zu verpachten. Näheres 5745D ZudeuMüblen 16 Granatbrosche (Andenken» am Jret- tag tn Gießen ver- loten, lstea. Belohn, abzugeb. b. Ckalliar, Neuenweg. 04481 Verloren: Trauring, «e; W. Sei. 5.11.70. Gegen Belohn ab« zugeben auf dem Anndboreaa. 04430 Erleichterung : Steiners Paradies-Bettene Giefaen, Seltersweg 81*/,. Nr. 156 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberlMn) Dienstag, 12. Juni 1928 Bosnische Reisebriese. Mohammeoanische Znseln im christlichen Europa.-Harems, aber keine Viel, weiberei mehr. — Oie Ziele der Moslem Reformpartei. — Oer Schleier fällt nicht! Eine unangenehme predigt. Don unserem Sonderberichterstatter Or. G. Strelister. Hochdruck, auch mit Quellenangabe, verboten Sarajewo, Juni 1928. Während bekanntlich in der morbernen Türkei unter Mental Paschas Herrschaft das konservative (Element seiner ganzen Einflusses beraubt wurde und sich während der letzten Jahre der gewaltsamen „(Europäri|ierung* mehr ober weniger zähneknirschenb fügen muhte, genießen bie Mohammedaner im christlichenKonigreicheSHS. noch alle überlieferten Vorrechte religiöser und juri- stilcher Natur. So hat sich in Sübserbien und vor allem in Bosnien und der Herzegowina ein bedeutender Nest alttürkischer Milieu» erhalten, da» von der Welle neuzeitlicher Bestrebungen so gut,wie unberührt blieb. Noch heute gehen wie vor hundert Jahren die Moslemsrauen in Sarajewo, Mostar und in anderen Orten dicht verschleiert, noch heute leben sie ihr eigenes, von der Außenwelt abgeschnittenes Dasein, obgleich die frühere Haremsromantik nicht mehr ausrecht erhalten werden konnte. Zwar unterstehen die Moslems in Jugoslawien In bezug auf das Ehe- und Erbrecht den allen Scherialsgesetzen, die dem Mann aeftatten, bi» zu vier grauen zu heiraten, so- fern er in der Lage ist, seine Gattinnen wirtschaftlich und fepteU gleichzuhalten. Denn so gebietet e» bie Vorschrist. Eben die traurige, wirtschaftliche Lage ist es aber, die den jugoslawischen Mohammedaner zwingt, sich mit einer Frau zu begnügen, so daß faktisch, wenn auch nicht de jure die Monogamie auch unter den Türken Jugoslawien» wie überhaupt der christlichen Balkanlander (Rumänien und Bulgarien) eingesührt ist. Nur unter den moslemitischen Bauern Sübserbien» unb Bosnien» finbet man vereinzelt Männer, bie zwei unb auch brei Frauen besitzen, um über billige A rbeitskräf te zu verfügen. Die Stellung einer solchen „(Baltin* entspricht ber einer europäischen Dienstmagd Männliche Türken als Felbarbeiter sieht man selten. Die Frau erlebigt alle Obliegenheiten, bie Frau hält bas Hau» und bie Wirtschaft in Drbnung, bie Frau besorgt bas Vieh unb trägt die Lasten. Und es ist schon ein sehr gutmütiger und rücksichtsvoller Ehemann, der sich herbeiläht, höchstpersönlich bie Pflugschar zu führen ober bei den (Erntearbeiten selbst Hand anzulegen Gewiß fehlt es unter den Moslems selbst, beson- der» natürlich unter der Intelligenz, nicht an Bestrebungen, die eine gründliche Reform beabsichtigen, ober der Großteil ber türkischen Bevölkerung will von einer Modernisierung unter keinen Umstän- den etrocre wissen. So hat sich in Jugoslawien erst vor kurzem eine m o 11 e m i t i f d) e Reform- Partei gebildet, bie für die Abschaffung des Fez und die OJIeidjfteUung des Weibes mit dem Manne pläblert. Diese Partei, noch Nein und unansehnlich, aber von jungen, überzeugten Akade- mitem geführt, bie sich nur in religiöser Beziehung al» „Türken", sonst aber als Serbo-Kroaten fühlen unb daher eine watlonarte Einigung mit ber christ- lichen Bevölkerung herbeiwünschen, besitzt In Sara- jewo ein eigenes Organ, die „Reforma*. Das Blatt führt eipe schneidige Sprache, kämpft wacker für bie mobernen fcbeen, kann aber naturgemäß gerade unter ber türkischen Dcw-lkerung wenig Wirkung erzielen, da der größte Teil der Mohammedaner, rund 90 Proz. heute noch des Lesens und Schreiben» unkundig Ist. Um Die Gleichberechtigung der Frau zu ver- wirNichen, um die Frauen, Die jetzt noch immer ein völlig abgeschlossenes Blumen- oder Last- tierdasein führen, für die Neformbestrcbungen zu interessieren und $u gewinnen, ist es aber vor allem notwendig, ihnen Bildungsmöglichkeiten zu verschaffen. Die in Jugoslawien eingeführte allgemeine Schulpflicht. Die allerdings zum größten Teil noch auf Dem Papier steht, weil es noch immer nicht genügend Elementarschulen gibt, gilt beispielsweise nur für die mohammedanischen Knaben. Diese besuchen Die lör mit öen fleüen 5 Wto. Roman von Edgar Wallace. Copyright kH Wilhelm Goldmann, Verlag. Leipzig 29 Fortsetzung. Nachdruck verboten. (Er stieg wieder die Treppe hinaus, aber er vermied den Blick in das Gesicht der starr ausgestreckten Frau. Dann ging er von Zimmer zu Zimmer. Alle Türen standen offen, überall herrschte die tadelloseste Ordnung, nirgend» fand sich auch nur der geringste Hinweis auf Sybil. Dafür entdeckte er auf dem Teppich im Korridor wieder die Slutfpur unb folgte ihr durch den ganzen Gang bis zu einer schmalen Stiege. Die Fugabdrucke verblaßten und verschwanden allmählich ganz, nur hie und da noch fanden sich vereinzelte Spritzer. Dann aber traf er auf einen unregelmäßigen Fleck in halber Höhe der weißgetünchten Wand, der ganz so aussah, als sei hier jemand mit offener Wunde Dorübergeftreift Die Höhe de» Fleckes ließ ungefähr auf die Lage ber Wunde schließen. (Ein paar Schritte weiter stieß Dick auf ein kleines Bündel blutiger Lappen, die offenbar als verband gedient hatten. Nun kam er sofort auf die Lösung. Lew Pheeneys Mörder, sein Angreifer in Stalettis Park, der Mann, ber zweimal mit mörberischer Absicht in seine Wohnung eingedrungen war, hatte auch diese Untat begangen. Offenbar hatte sich Cody im letzten Moment verzweifelt gegen ihn gewehrt. Dabei hatte sich der verband verschoben und die Wunde von neuem geöffnet. In tiefen Gedanken erklomm er bie Stiege unb befand sich in einem engen Mansarbengang, auf den nur brei Türen mündeten. Wahrscheinlich war dies nicht die einzige Bodentreppe, und doch war es Dick, al» stünde ihm hier, in diesem abseits gelegenen Dachwinkel des Hauses, eine wichtig.- Entdeckimg bevor. Er öffnete die erste Tür und schloß sie ent- tauscht. Dahinter lag ein kahler Raum, der nichts enthielt außer einer Zinkwanne. Die zweite Tür führte hx eine Rumpelkammer, deren Staubschichten davon Zeugnis ablegten, daß sie seit Monaten nicht betreten worden war. Dann kam er zur dritten Tür, ganz am Ende des Gangs». Und da sah er sofort: zwischen Dem fünften und siebenten Lebensjahre gewöhnlich Die türlilche Religionsschule. Die sogenannte .Mekjteb". von Denen in Bosnien allein runD 800 Klassen existieren. Der Unterricht in einer solchen Mcksteb beschränkt sich in Der Hauptsache auf religiöse Zää>er. Wan lernt etliche Koranstrophen auswenDig unD wird mit Den komplizierten Geboten Des Propheten einigermaßen vertraut gemacht. Später erst treten Die Knaben in Die Rormalschule ein, wo sie gemeinsam mit Den katholischen unD griechisch-orthodoxen Kindern unterrichtet toetben. Für Die moslemitischen MäDchen besteht aber Die allgemeine Schulpflicht nicht. Rus innerpolttischen Gründen hat sich Die jugoslawische Regierung Dieser ForDerung Der konservativen Mohammedaner gefügt. So kommt eS. daß Die Mädchen unD Frauen nach wie vor in tiefster Unwissenheit gehalten werden. so kommt es. daß gerade Die Frauen unD Mädchen, für deren Gleichberechtigung Die Reformpartei kämpft, in Dieser Partei fast gar nicht vertreten finD, einerseits wohl aus Lethargie, andererseits. well der Respekt und die Angst vor Den meist recht konservativ gesinnten Tätern und Gatten noch so groß ist, daß sie es einfach nicht wagen, gegen deren Willen die modernen Anschauungen zu vertreten. Geführt werden die konservativen Mosiems von den A g a S und Begs. den früheren bosnischen Großgrundbesitzern. Die unter österreichischer Herrschaft DaS LanD wirtschaftlich unD politisch in der Hand hatten und mit großer Zähigkeit alle ihre Bor- und Sonderrechte zu bewahren wußten. Die nach und nach in Jugoslawien nach dem Kriege eingeführte Agrarreform hat diese stolzen, feder Arbeit, jeder Betätigung abholden bosnischen Aristokraten wirtschaftlich ruiniert und zum Teil an den Bettelstab gebracht. Die geringen Entschädigungen, Die ihnen Der Staat für Den enteigneten GrunD und Boden gewährte, reichten nicht auS, um DaS alte, geruhsame Paschaleben weiterzuführen. Umstellen konnten sich nur die wenigsten. So sind sie verarmt, müssen stückweise ihre letzte Habe verlausen und fristen ein recht bescheidenes Dasein. Die Unzufriedenheit unter ihnen mit den bestehenden Verhältnissen ist groß. Sie haben nichts mehr zu verlieren. Und so wollen sie zumindest die traditionellen Formen gewahrt wissen und versuchen Die Trennung zwischen ber christlichen und mohammedanischen Bevölkerung zu verstärke», um gegebenenfalls daraus Kapital schlagen zu können. Gelingen dürfte eS ihnen nicht. Ihr politischer Einsluß ist untergraben. Und die Heranwachsende Jugend macht sich langsam andere Ideale au eigen. Die Derührungsmomente mit den christlichen Devölkerungsschichten mehren sich. Auch mit der Schulbildung geht es langsam vorwärts. Dorläusig wehren sich noch manche Moflem- väter In den Gebirgstälern, ihre Kinder zur Schule au schicken, aber der Widerstand nimmt von Jahr zu Jahr allmählich ab. Es wird von den Resormisten als Erfolg gebucht, daß in Sarajewo ungefähr 25. meist berufstätige. Moslemfrauen sich auf der Straße oyne den ominösen. schwarten Schleier zeigen. Das erscheint wahrhaftig nicht viel, wenn man bedenkt, daß es in Bosnien rund 400 000 mohammedanische Frauen gibt, die der Ueberlieferung nicht zu trotzen wagen. Aber es ist immerhin ein Anfang. Besonders wächst Die Schar Der Kompromißler. Da« finD jene Frauen, Die ihr Gesicht zwar noch verhüllen, aber mit einem Schleier. Der so zart unD Durchsichtig erscheint, Daß es wirklich nicht mehr Der ReDe wert ist. Auch Die alten, türkischen Frauentrachten legen f(e nicht mehr an, sondern zeigen sich gleich Den andersgläubigen Damen gern in Den modernsten Pariser Toiletten. Mit dieser Tür mar etwas Ungewöhnliches geschehen. Sie hing nur noch lose in Den Angeln. Ein breite» Loch Hoffte in ber Füllung. Das Schloß war durch furchtbare Gewalteinwirkung heraus- Beschlagen worden, und nur eine einzige Schraube ielt es noch im Holz fett. Drinnen standen die we- nigen Möbel in wilder Unordnung. Ein Stuhl, ein Waschständer lagen umgestürzt auf dem Boden. Das Geschirr war zerbrochen, das Bett .zerwühlt — und da — auf dem Boden neben dem Bett sah er-- seine Hand umkrampft« die Laterne — — hörbar zog er den Atem ein--ein kleines blutbeflecktes Spitzentaschentuch liegen. Einen Moment stand er wie an gefroren auf seinem Platz, unb da» Herz wurde zu einem so schweren Eesklumpen in seiner Brust, daß e» ihn auf die Änte niederziehen wollte. Dann stieß er den Atem aus. bückte sich rasch und hob das Tüchlein auf. Er suchte nach einem Monogramm» unb er sah es schon im Geiste vor sich, ehe er es auf ber vierten Kante fand Dann starrte er lange auf die blutgeröteien verschlungenen Initialen. Kein Lug — kein Trug — fein Traum ... Dort stand es: Sybil Lansdvwn. Aus fein lautes Rusen kam Sneed, so schnell er konnte, die Stiege herausgestürzt. Zusammen suchten sie noch einmal den Raum ab. „Die ganze Tür ist mit Blut bespritzt. Hoben Sie es gesehen? Sogar dort unten.* Sneed ließ bas Licht seiner Campe an der Tür herabgleiten. „Unb dort an der Türkante .. .!* Er Dürfte sich ächzend nieder. „Sehr deutliche Finaerabdrücke. Jemand hat die Hand unter die Tür geschoben und sie aus den Angeln zu heben versucht. Ein Draoourstürfchen für einen Athleten. Donnerwetter, was für Tatzen der Mann hat! Martin, das muß der Kerl gernefen fein, ber Ihnen nachstellt!* Dick nickte stumm. Wenn er sich den Riesen nur oorstellte, jetzt, wo er ihn auf Sybils Fährte wußte, so würgte es ihn im Halse. Sneed richtete sich mühsam auf. Dabei fiel sein Blick auf die Dachluke. ,»m! Hm! Das sieht doch alles mehr nach Flucht und Verfolgung aus. Klettern Sie doch mal nach oben, Martin. Ich bin um ein paar Kilo zu schwer dazu!* Ebenso nähert sich — wenigsten» in den größeren Städten, wie Sarajewo und Mostar — ber JBerfehr zwischen den Geschlechtern den europäischen Formen. E» tomnu äußerst selten vor, daß. wie es früher der Fall war. ber Mann erst nach erfolgter Irauun g seine Gattin kennenlernt. Auch ber konservativ gesinnte, moslemitische Freier kauft heutzutage nicht gern die Katze im Sack. Zwar besitzt noch jedes türkische Haus in Bosnien da» vergitterte .Liebesfenster*, hinter dem fast unsichtbar bas türkische Mabchen hockt, um mit dem draußen auf ber (Baffe stehenden Verehrer zu abendlicher ctunbe leife Zwiesprache zu pflegen — wenn man bei Mondschein durch die schmalen, steinigen Türkengäszchen von Sarajewo geht, hat man tatsächlich noch die Illusion eines „1001-Nacht* Erlebnisses — aber in der Regel treffen sich letzt die türkischen JüngNng« mit den Moslemmädchen ungeniert auf dem Abendkorso. ber entlang bes rechten Miljacka- ufers flutet, ohne baß Dies irgenbwie Anstoß erweckt. Die ftrenggläubigen Alten sehen natürlich diese male- rilche und interessante „Sünden- unb Seufzerallee* mit scheelen Augen an. Aber es gehört auch bei ben auf Irabition sehenden Moslemfrauen zur Gepflogenheit, mit ihren Freundinnen auf dem Korso zu erscheinen, um durch den Schleier den vorbeipromenierenden Herren der Schöpfung, seien es nun Christen oder Mohammedaner, kokette Blicke zuzu- werfen. Frauen sind nun einmal Frauen. Korso ist nun eittmal Korso! Daß übrigens auch die oberste geistliche Behörde der jugoslawischen Moslems sich nicht mehr der Einsicht verschließt, daß eine Reform unter den Türken eine Forderung ber Zeit sei, beweist eine Predigt des Reisul-Uleman, der kürzlich in einer Mosche« anläßlich eine» Festgottesdienstes sich nachdrücklich für verschiedene moderne Ideen, vor allem für bie Abschaffung de » „F e z* und die., Befreiung der mohammedanischen Frau* ein- setzte Diese Predigt erregte bei den konservativen Elementen einen Sturm der Entrüstung, obgleich der höchste türkische Bischof de» Landes durchaus keine radikalen Forderungen im Sinne der Reform Partei gestellt hatte. Es handelte sich eben nur um einen ieisen, vorsichtigen Versuch, bie Stimmung ber streng- gläubigen Kreise zu ersorschen. Wie e» heißt, soll bieser Versuch von ber höchsten kirchlichen Behörde in Konstantinopel be-1 Reis ul-Uleman anempfohlen worden fein. Aber es ist immerhin ein Zeichen der Zeit, baß überhaupt ein hoher Priester in einer Moschee moberne Ansichten vertritt unb es wagt, gegen bie Engstirnigkeit ber Masse aufzutreten. Der Fremde allerdings, der nach Bosnien kommt, wird e» schmerzlich vermissen, wenn mit der Zeit dieser letzte malerische Rest alter Türkenherrlichkeit, diele» farbenumfloffcne, märchenumwobene, traumhafte Stück Orient aus dem christlichen Europa ver- schwindet. (Ein bi» zwei Jahrzehnte noch — bann wirb ber Geist Kemal Pascha», bes großen türkischen Reformator», auch hier ben Sieg davontragen In unserer harten Zeit hat eben die Romantik keinen Platz mehr. Man möchte gern „Schädel* sagen. Aber dies wäre wieder ungerecht ... Tumen, Sport und Spiel. Olympisches Zuhballturnier. Italien — Aegypten 11:3. Am Samstag spielten Italien und Aegypten um den Dritten unD vierten Platz beS Olympischen FuhballturnierS. Die italienische Mannschaft konnte sich rermöge ihres besseren technischen Könnens Den Dritten Platz mit einem ll:3-Siege über Aegvpten sichern und sich Damit gleichzeitig als stärkste europäische Vertretung qualifizieren. Argentinien — Uruguay 1:1 (0:1). In Gegenwart zahlreicher ostizieller Persönlichkeiten wurde am Sonntag im Amsterdamer Olympischen StaDion Der En D kämpf DeS Olympischen FußballturnierS zwischen Argentinien und Uruguay ausgetragen. DaS Spiel, DaS eines Der spannenDsten. aber wohl auch härtesten Kämpfe des olympischen FußballturnierS war, endete trotz zweimaliger Verlängerung unentschieden 1:1 (0:1). Beide Mannschaften zeigten ausgezeichnetes technisches Können. Die Sympathien De8 Publikums waren auf Seiten der fairer spielenden argentinischen Mannschaft. Hauptsächlich der rechte Verteidiger Uruguays, Rasazzi, fiel wieder durch seine groben fouls auf. Den Beweis, wer die wirklich beste Mannschaft ist, hat das Endspiel 'nicht gebracht. Es wird wahrscheinlich am Mittwochabend wiederholt werden Westdeutsche Fußball-Meisterschaft. Um Den Dritten Platz in Der Tabelle ber westdeutschen Fußballmeisterschaft trafen sich am Sonntag in Elberfeld Schwarz-Weiß Barmen unb Schalke 04. Bis kurz vor Schluß ftanb bas Spiel noch 2:2, als in letzter Minute Schalke einen (Elfmeter zugefprochcn erhielt, der ihm den Sieg brachte unb damit die dritte Dertreterftelle in ber westdeutschen Fußballmeisterschaft. Süddeutsche Fußballmeisterschaft. Trostrunde. Grupp« Sübost. S.T. 1860 München — D. f. K Fürth 2:1. Bis zum Ablauf der ersten Spielhälfte am Sonntag lagen bie Münchener zumeist im Angriff, konnten aber trotzdem kein Tor erzielen. Da bie Fürther Verteidigung sich den Ball nicht ins Retz hineindrängen ließ. Bei Gegenangriffen erzielten bie Fürther rasch hintereinander fünf Ecken, ohne aber auch nur eine einzige zu einem zählbaren (Erfolg verwandeln zu können. In der zweiten Spielhästc ging München wenige Minuten nach Wiederanftoß durch seinen ljalblinfen S d) ä f e r In Führung: doch konnte Fürth kurze Zeit darauf ausgleichen. In ber letzten Viertelstunde erzielte Schäfer für München bann ba» siegbringende Tor. Zußbatt Altona 93 gegen U. (5. A. 4:3 (1:2). Die Olympia-Fußballmannschaft der Vereinigten Staaten trug am Freitagabend in Altona ihr zweite» Gastspiel in Deutschland gegen den Altonaer F. E. von 93 aus. In einem außergewöhnlich fairen Spiel siegten die Altonaer dank besserer technischer Leistungen verdient mit 4:3. Hur Pause logen die Amerikaner noch mit 2:1 in Führung. Neue deutsche Leichtathletkretoröe. Die am Sonntag in Braunschweig auSgelra- genen nationalen Wettkämpfe l>.S S. V. Eintracht Braunschweig waren entsprechend der Teilnahme von Olympiakandidaten der D. T. und D. S. D. hauptsächlich auf Wurikonkurrenzen zugc chnitlen. Hierin w^rde tatsächllch Hervorragendes geleistet. Emil Hirs chf eld stieß die Kugel bestarmig 15,73 Meter unb überbot beidarmig den deutschen Rekord um mehr als einen Meter: mit 17,96 Meter stellte er eine neue Höchstleistung auf. die nur um 4 Zentimeter hinter Dem Weltrekord von Ralph Rose zurückbleibt. 3m DtSkus verbesserte PauluS-Wetzlar den deutschen Rekord aus 47,53 Meter, während Hoffmeister nur 45.83 schasste. Sehr gute Leistungen gab «S auch im Weitsprung, wo der Braunschwci er Gehrk« mehrmals die Siebenmetergrenze ü sprana und mit 7,16 Meter Sieger wurde, während fein Klubkamerad Bensch mit 3,70 Meier den Stabhochsprung gewann. Besonderes Interesse verdient auch der Start Der Olympia-Aus- wahlstaffel für Frauen: die 6-Mannschaft gewann vor der ^-Mannschaft In 49,6 Sek. Eintracht Frankfurt läuft in Halle neuen deutschen Rekord. Im Rahmen der Saaletal-Zehnkampfrneister- schäften startete am Sonntag in Halle die zweite deutsche Olhmpiastaffel In Der Besetzung Story, Schüller, Decker, Malitz gegen Die Frankfurter Eintracht-Staffel, Die in der Belebung Gerling, Wichmann, Metzger, Salz lief und einen neuen deutschen Rekord für BereinSmannschaften mit 41.0 (aller Rekord 41,8) Sek. aufstellte. Die Eintracht- Stasfel lies ein großes Rennen, vor allem zci :e Wichmann eine ausgezeichnete Leistung. Die wehr unD hielt Die Leiterftützen in beiden Fäusten daß ein Schrei, eine Bewegung, fliehenden Schritte« gefolgt war« von wir de» pofest, während Dick in die dunkle Tiefe hinabstieg. Als er von der Leiter hinabsvrang, sah er, daß er sich Im Gemüsegarten befand. Zu beiden Seiten «Herunter! Licht aus!* zischte der Inspektor, und in dem Bruchteil einer Sekunde warfen sie sich nieder und lagen Seite an Seite auf Dem taufeuchten ®oben. Und bann brach, fast gleichzeitig, dicht über ihren Köpfen,^ein Trommelfeuer, ein pausenloses Stakkato von Schüssen Io», das ben ganzen Umkreis Der Luft mit seinem Summen, Wimmern, Brausen unb Klatschen erfüllte. Doch ebenso plötzlich wie bas Schießen begonnen hatte, endete cs wieder. Und bie Totenstille, bie einsetzte, als ba» letzte von ben Schüssen bewegte Blatt zur Ruhe kam, war hoppelt beängstigend. Die beiden Männer lauschten mit angespannten Nerven in die Nacht. Minutenlang Drang fein Laut zu ihnen hin, bis Dicks sensibles Gehör ein leises Rascheln auffing, als ob bie Jacke Des unsichtbaren Schützen dicht neben ihm das Gebüsch gestreift hätte. Dick sandte dem Geräusch ben Knall feiner Pistole nach, aber er verhallte, ohne daß ein Schrei, eine Bewegung, ein Knirschen von fliehenden Schritte« gefolgt war«. (Forts, folgt.) schmalen Kiesweges standen die Kohlläpfe in rademäßiger Aufstellung. ,»alten Sie die Leiter*, rief Sneed plötzlich oben herab. „Ich komme nach. E» ist besser, sind zu zweien!* Troy seiner Herzensangst kam Dick bei diesem Mut ein Lächeln. Er stemmte die Leiter fest in ben Boden und beschwerte sie mit seinem Gewicht, während Sneed eine neue erstaunliche Probe von seiner Geschicklichkeit gab. Zusammen rekognoszierten sie ben Garten. ,r3ur Einfahrt konnte sie von hier aus nicht gelangen. Die Hecke ba versperrte ihr den Weg. Sie muß gerabeaus gegangen sein, unb soviel ich in dieser Finsternis sehen kann, liegt dahinter der Obstgarten. Aber wie konnte sie aus dem Obstgarten entkommen?* fragte Sneeb unb rieb sich ratlos das Ohr. „Stammen Sie! Was kann uns schon geschehen! Es ist am besten, mir sehen selber nach.* Doch kaum hotte er ben ersten Schritt getan ... Peng! Peng! Peng! Peng! erklang es. Aus ber Dunkelheit, dicht über ihren Häuptern, schoßen zwei Flammenstriche hervor, unb an ihr« Ohren schlug das Summen einer erzürnten Wespe. Dick stellte ben Stuhl unter bi« Dachöffnung. Er I (prang hinauf unb tastete an ber Luke noch einem I Halt. Als er ihn hatte, schwang er sich mit einem ! kühnen Klimmzug empor. Er befanb sich auf einer brei Fuß breiten Dachrinne. Eine niebrige Brustwehr begrenzte sie auf ber einen Seite, auf ber anberen stieg bas Dach steil bis zur Fahnenstange in bie Höhe. Dick sanbte sein Licht an ber Rinne entlang unb sah plötzlich eine Leiter über bie Brustwehr hinwegragen. Vorsichtig bewegte er sich auf bie Lecker zu, griff um die Brustwehr herum und beugte sich in die Tiefe. Nun sah er, warum bie Leiter vorhin, als sie bas Haus umschritten hatten, ihrer Aufmerk- famfeii entgangen war. Sie lehnte in einem recht- eck.gen Winkel des Hauses unb entzog sich bahcr bei einer oberflächlichen Untersuchung den Blicken. Er kehrte auf demselben Wege zurück, um Bericht zu erstatten. „3emanb muß ihr von außen zu Hilfe gekommen sein*, sagte er. „Sicher ist sie geflüchtet!^ Der Inspektor maß die Entfernung bis zur Dach- lute. .»elfen Sie mir hinauf*, bat er entschlossen. Im ersten Augenblick schien Dick dieses Verlangen lachhaft. Dann aber stellte es sich heraus, daß Sneed unter seinem Fettpolster über Bärenkräfte verfügte. Die einzige Unterstützung, die er zu Dicks großer Erleichterung brauchte, waren ein paar aufmun- tembe unb anerkennende Worte. Dann saß er auf der Rinne, ließ die Beine in die Luke herabbaumeln und spähte über bas Dach. Plötzlich zog er bie Unterlippe scharf burch die Zähne unb streckte bie Hand aus. ,»ier ist Der Kerl auch gewesen. Sehen Sie den dunklen Fleck? Da hat er sich mit der Hand auf Das Schieferdach aeftüfit Dann hat er bie Leiter mit blutigen Händen berührt. Die erste unb die Dritte Sprosse sind ganz mit Blut besteckt.* Das Licht seiner Lampe unterstrich seine Beobachtungen. Dick biß bie Zähne mit hörbarem Ruck zusammen. Die leise Hoffnung, bie ihn feit der Entdeckung der Leiter belebt hatte, erlosch bis zum letzten Funken. ,»ch werde bie Leiter hallen. Sie steigen hinunter unb suchen im Garten nach Spuren*, schlug Sneed vor. Er stemmt« bi« Füße gegen die Brust- Wechsel Happten bei der Frankfurter Mann- sch sr ausgezeichnet, bei der Olympiaftifsel waren sie mäßig. Liefe endete cnr dem zweiten Platz mit der Zeit von 42,2 Set. Es ist nicht aus- gcschtoi en, daß man die Eintracht-Staffel auch in Llmsterdam laufen läßt Steuer den^'cher Rekord im Weitsprung. Bei den nationalen Wellkänipfen. die der V. f. B. 3cm; am Sonntag veranstaltete, gelang es dem deutschen Retoromann Dobermann (Köln, bereits beim ersten Versuch, die von ihm gehaltene Höchstleistung von 7.53 Meter auf 7,645 Meter zu verbessern. ‘Beretta am Vortage hatten Dobermann. Schloßt« und Meicr bei dem Abcndsporlsest in Weimar die Rctordgrcnzc wesentlich übersprungen: jedoch begünstigte hier die nicht einwandfreie Sprung- anlag.? die guten Leistungen. Auf der vor» fchrisr , rüstigen Sprungbahn in Jena vermoch- ten die in vorzüglicher Firm Springenden diese noch zu steigern. Wasserball-Länderspiel Deutschland — $ronfreicf>. In dem vor einem Iahrc erbauten Stadion in Vielefeld fand am Sonntag der Landerkampf Deutschland -- Frankreich statt D e Lände c st asset 4 mal 200 Meter wur^e von Deutschland in 10: 10,4 gewonnen. Die Siaftel Frankreichs brauchte 10:31,2. Der Wasserball- Länderromps endete dagegen 4:5 für die Franzosen. Kurz nach Beginn des Spiels köpfte Brouet ein Selbsttor, durch das Deutschland mit 10 in Führung ging. Bald daraus konnten die Deutschen zum zweiten Male einsenden. Erst je.^l sanden sich die Franzosen zusammen und erzielten bis zum Schluß der Halbzeit den Ausgleich (2.2). Vach dem Wechsel drängten die Deutschen unaufhörlich und schossen dicht hintereinander zwei weitere Tore, denen die Franzosen zunächst nur einen weiteren Treffer entgegensetzen konnten Kurz vor Schluß gelang es den Gäste.: aber, noch zwei Tore für ihre Farben einzufchiesten. so dost sich das Gesamtergebnis des Wasserballspiels auf 5.4 für Frankreich stellte und Der Länderkampf zum zweiten Male 1:1 unentschieden endete. Neuer deutscher Schrvimmwettrelord. Lotte Mühe (Hildesheim) stellte am Samstag im Wilhelmsbad zu Magdeburg einen neuen Weltrekord im 100-Meter-Damen B r u st S ch w i rn in en mit 1:26,3 auf. Der alte Weltrekord stand bisher auf 1:26,5. Der deutsche Rekord wurde gleich um 3,1 Sekunden verbessert. Neuer Schwimmwettrekord. Auf einer nationalen Deranstaltung der Amateur Aihletik Union in Son Franzisko wurde im F r e i st i l s ch w i in m e n ein neuer sensationeller Welt.ekord ausgestellt, bei dem der aus Honolulu gebürtige Schwimmer Clarence Trabbe eine englische Meile in der fabelhaften Zeit von 19 Mi nuten 25,6 Sekunden schwamm und damit die alle Höchstleistung des Schweden Arne Borg mit 21 Minuten 41,3 Sekunden ganz bedeutend unterbot. In guter Form zeigte sich auch JonnyWeiß- müller, der auf der 100-Meter-Bahn eine noch nicht erreichte Zeit von 57,8 Sekunden erzielte. Neue ungarische Schwimmrekorde. Ungarns bester Freistilschwimmer, B a r a n l), verbesserte am Samstag in Budapest den von ihm §ehaltenen Landesrekord in 2 0 0-Meter- ' r e i st i l von 2:226 auf 2:20,6. Eine neue Damen. .Höchstleistung schuf Frl. S i p o s im 300-Meter Frei stil'Schwimmen mit 4:57,8. Haymann deutscher Schwergewichtsmeister. Der Kampf um die deutsche Schwergewichtsmeister sa-cift, in dem sich am Sonntag in der Dortmundet Wcstfalenhalle Ludwig H o i) m a n n (München) und Franz Diener (Berlin) gegenüberstanden, nahm ein unerwartet vorzeitiges Ende. Diener gab in der achten Rund den Kampf auf, nachdem ihn H o t) m a n n durch gute .Kopftreffer vollständig kampfunfähig gemacht hatte. Deutsche Rennfahrer in Paris. Bei den internationalen Fliegerrennen am Sonn tag auf der Buffalobahn gingen auch die deutschen Mannschaftsfahrer RauschHürtgen und E h - merKroschel an den Start. Im Verfolgungs- rennen über 10 Kilometer siegten die Kölner Rausch- ' u r t g e n in 13,04 vor dem berühmten französischen Sechstagep.ar FaudetMarcial lac, das 40 Meter zurück endete. Dagegen wurde das Berliner Paar Eh m e r - K r o f ch e l, das erst malig nach seiner Disqualifikation wieder an den Eta: I ging, von W a m b st. L a c q u e h a y bereits nach 7500 Metern in 8,59 eingeholt. Amtsgericht Gieherr. * Gesten. 5. Ium. Dir drei Angeklagten D.. F. und A. 'ind eines Abends mit noch einigen Brlannten in die WirPchost des Nebenklägers gegangen. Wr^en der Besta.lu..g und Bezahlung des B.rrrs kam es »u einer Auseinander. eyui'.g zwischen dem Wirt und den 2.i- gellagreu. Herbei schlug F. dem Wirt mit dem Stuh. aus den Kopf, so daß er blutete. Dies war das Signal zum Be.pnn ei.xer Prügelei. I Dem ütcTiaUenen Wirt eilte ein Verwandter - und ein Gast zu Hille. 3er Wir: öur'c von den Ange, sagten in- und außerhalb der Wirt- fchost mit Stühlen, Stoßen und Birra. :'ern derart verprügelt, dast er blutend in Ohnmacht fiel. Auch der Verwandte drs Wirts und ter Dast erlitten erhebliche Verletzungen. Während 5er An- geklagte 2L sich mehr im Hintcrgrur.be hielt und ihm nur ein Schlag mit einem Stoa nach- gewiesen werden konnte, tat sich der Angellaate B.. der wegen Körperverletzung bereits vorbestraft ist. besonders hervor. Auch der Angeklagte F. zeichnete llch durch Roheit aus. Da der Angeklagte A. noch nicht vorbestraft war und auch nicht sonderlich beteiligt war, erhielt er wegen gefährlicher Körperverletzung un er Inti Lianna mildernder ^Imstande eine Geldstrafe von 30 Mark. Die beiden Angettaglen B. und F. wurten we^en gefährlicher Körperu erletzung zu Gefängnis- strafen von drei Monaten und zwei Monaten zwei Wochen verurteilt. Wegen der Roheit und Gemeinheit der Tat ioteie wegen der Schwere der Ber- lcyungsn versagte ihren das Gericht die Zubilligung mildern, er Umstände. Derartige tätliche Auc einandersetz'mgen der Gäste mit dem Wirt müssen unbedingt unterbunden und die Wirte vor solaren Gästen geschützt werden. Wlrlschasi. Erhebliche Reichshankent'assung. Der erste Iuniausweis der Aeichs- bank zeigt eine beträchtliche (s.lllastung insofern, als fast die Hälfte der vorangegangenen Ultimo- beanspruchung n:sgegl:ch:n ist. Da die Beanspruchung der Aeichsbatll zum Mai-Ultimo an und für sich n:cht besonders stark gewesen ist. zeigt der Siatus der Aeichsbank ein recht günstiges Bild, vor allem im Vergleich zur gleichen Zeit 6c 3 Vorjahres, wo bekanntlich eine Erhöhung des D stontfatzes vorgenommen werden muhte. De Deck, ng des gc-sam en Voten- umlauss hat sich beträchtlich erhöht, was auf die starke Position ter Aeichsbank hindeutet. Allerdings wäre es durchaus verseh l t, etwa die Hoffnung auf Diskontermähigung im Hinblick ruf diesen günstigen R'ichsbankauöw2is wieter autle' • i zu iassrn, denn man muh bedenken, das» sich Produktion und Güterverkehr heule auf einem wesentlich höheren Aiveau befinden als zur gleichen Zeit des Vorjahres, und voraussichtlich sich trotz rückgängiger Konjunktur in der Gesamtheit noch auf diesem verhältnis- mähig hohen ürtxau hallen werden. Das Ansteigen der Spareinlagen in Deuischland. 3n diesen Tagen wurde die amtliche lieber- sicht über den Stand der Ginlagen bei den deutschen Sparkassen Ende April veröffentlicht. Die Spareinlagensumme von 5,64 Milliarden Mark zeigt, dah in Deutschland nach wie vor sehr intensiv gespart wird, ist doch somit seit Beginn des Jahres 19 2 8 eine Steigerung der Spareinlagen um rund eine Milliarde Mark eingetreten. Ende Dezember 1927 wurde ein Gefamtspareinlagen- bestand in Deutschland von 4,66 Milliarden Mark ousgewicsen. Gegenüber dem Monat April 1927 beträgt der Spareinlagenzuwachs fast 2 Milliarden Mark, ein sehr erfreuliches Resultat, wenn man die Stagnation der Konjunktur und die enorme Belastung der Einkommen durch Steuern, Sozialbeiträge usw. berücksichtigt. 2m laufenden Jahr ist aber auch das Tempo des Spar- einlagenzuwachses stärker geworden. In den ersten vier Monaten des Jahres 1926 stiegen die Spareinlagen im Reiche um rund 0,5 Milliarden Mark, in den ersten vier Monaten des Jahres 1927 um rund 0,75 Milliarden Mark und in diesem Jahre, wie erwähnt, um rnnd 1 Milliarde Mark. Rach einer Berechnung der „Deutschen Sparkas'enzeitung" war in diesem 2ahr der Sparcinlaqenzuwachs in vier Monaten bei einer Durchschnittszunahme von 575,5 Mill. Mark fast so grosi, wie in anderen 3abren in acht Monaten Die Spareinlagen pro Kopf der Bevölkerung betragen nach dem Stand vom 30. April 1926 im Reich 89.26 Mk.. in Preußen 91.72 Mk. und in den übrigen Ländern 85,40 Mk. Es ergibt ftch bei den Prolopszahlen folgende Leihen.olgc bec Canter Bremen 267,59, Schaumburg-Lippe 229 67 Homburg 213.84. Li-re Detmold 185,09, Waldeck 124 93 Baden 115.74, Württemberg 102 49 Anhalt 102.77. Hessen 95 08. Preußen 91 72. 'Thüringen 74.8k. Sachsen 72 22. Oldenburg 6251. Bauern 57,47. Lübeck 42.73 Mark usw 3n Berlin beträgt die Ziffer 56.67 Mk. ZRinfcennarff in Gießen. Der Austrieb zum heutigen Rindviehmarkt betrug 811 Stück Großvieh und 357 Kälber. Der Handel, anlangs schleppend, lebte zum Schluß etwas auf. so dah der Markt früher beendet war. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qualität 550 bis 850 Mk. das Stück. 2. Qual. 353 bis 503 Mk.. 3. Qual. 200 bis 250 Mk. das Stück. Rinder, ein- bis zweijährig. 100 bis 250 Mk. das otüd. Kälber das Pfund Lebendgewicht 55 bis 70 Pf Bessere Tiere über Aotiz. • Schuhfabrik Herz A. »G. ur Frankfurt a. M. Bekanntlich hat die Schuhfabrik Herz, A-G. in Frankfurt a. M. vor etwa 2' j Monaten den Betrieb Mlgetegt. um eine Um- stellung vorzunehmen. Da diese nun^nehr erfolgt ist he'.oe;beraffenburg (Stiatioitenburger Wailer TcHauer . . Tüimlet Motoren Le mag ... Äblermerte Heue Ludm. floeroe . . Rat. Äulomobll . Ctenftrh« » flcDPd 12. 6. 154.25 Schlug- l-Uhr- sch.ujj , »nfang ' " r Ui.r 133 142 5 12 18 14 12 0 0 » 10 0 I 11 8 I 10 ^Tenhfurt a. M | Berlin Frankfurt a. TO Berlin Schluh- ftur» l Uhr- Kur» Sch.uf, Ä»r» •Anfang ftur« ächl»8' Kur» l-Uhr- Kur» Sch-uh A'ir» ‘Um eng Kurs Tatnm 11.6- 12. 6. 11.6 12. 6 Tatmn: | 11 6 12 6 11.6. 12 6 6% t>«. «dd'JanleUtc > 1«? St. ilni,-.'lbiui.--£diulb inll «u» tol.-tKrdnen Teegl. ottne «ubich.-Rechte . . 7% Arants (>uv Bt. Ävwvl. un 4Yx% R»manche Hyp.-Bank i?i89 <% Zchwelj BundeSV -Änl.. Ceuenvidilid).- öellxte. i 4% Ceftvnetctt. euibettl. Äte *•*, Unganfthe (SolDae. 4% UngiirlfChe cldaut. ». 1910 ♦ mc^i. unn 1913 4r‘ Unganfdw Stronrnrtt.. 4% lurt. Zoll an leit» v. 1911 - 4% J ürttldje Bagvavbabu-«nl. errtr 1 5% Drlfll. ecde II. . - • 4"„ Wuutilncn conoert. 9ne. . - 4 • > % Rumänen ilolKml von 1913 •JUlg Tcundw iliicntxrtn . ßjw&urg.'Jlmertta Bal« ... 6 Idinl' .siüBotn. r«nnphd>. ■ • 8 yjnla Tauivüdiifl - lc Roevdeukicher Vlon».....* rcui',f>e^rewantt. • « Barmer Banlverrin U PeNtner H»mxl»geieMld. • l- jiiminrr,- uno rnvabtianl U larcht! ii. 1,'a wnaldonl ut $cn.llu. -flant V Tt»;aniv-0iefem(6ah InL . w Trwjner i^ant . . 10 Wuidbeutlroe Srevikbanl ... 9 Meialldanl . . . . Reitfit 6anT . 12 87.25 51.4 19.7 92 ! 3.28 26.5 12.4 13 U.3 7.9 ■et 188 >60 142 119.0 274 >34 -82 -;c.5 169,75 IM f3.5 9l IVSattl 1 <- U > ' ' l I I . 1 ■ l I 1 1 1 1 1 ol 1 51.5 | 19.2 - 3.5 26.3 1.8 12.4 13.2 12.2 22 >60.73 210 212. ■ l>.2.' >41.75 I49.J ir.f »4.4 .69 >. IM. li 163.75 206 Hl 19."fl 36.5 12.6 167 208.5 212 u 157.5 141 US.a A«6 193. , 8- »6'3 IM.5 168 .0» 5 152.5 2.E.«. .......* Bergmann . ..*•••*• 9 (Behr. Lieferungen..... 10 flictot uno straft ..... 10 Wien * OfdUleaume. Sei. |. (ilcftr. Untern.. ... 10 önrnt». tilefn. Ikrte .... 10 fRbetn rjlrftt. 9 Schlei. itleUr........10 Srfiutfcn...... 8 -lernend 4 HattSr ..... 12 Iraxftaöb..... 8 Lakimener »Lo..... . to Puoer- . ....... 5 Teurfche Srvöl.......« Liikuee Steinkohle......8 Geilenkirchener . . f. H 3- * Oatt-enet 1 Hor'ch ..............8 jUc ^tergbeu ........ 8 eMucnverte ........ 7 flShfiNntelien ..... S Manneimann ....... • Manlseioer...... 7 cderickilei. (vienb «edark ... 5 Cbtnicblei. Iknttwerke . . 6 Vhsnlr Beravau ftdelmiche Armut Io dien 10 Hheinstadl f. '« 3aSr ■Rteberf’’;o«an . 7,2 Äereini ite €taj!»......« l tavi Minen . ... 2 sh «all Sichersledev .... 10 «art Sesteregeln .... 10 flilheed ialrOrrtnnfi . . 13 3. t» Wten^nouttr* ... U Innatri: Äobel.......6 sdxiöeonuaU ....... f letofcfiritet . ....... 3 •üta ert. .......< «e:al . Hrttfiaft. .... U IW.5 311 177 233.5 131 n* 170 2l2.7i 363.7» 179 89 114.73 141.75 .38,13 146,3 122.5 ■J» fU8 169 IUO .-23.-- U6 W.« 279 2- .13 5 101 184.5 212 233.75 170.75 210 362 143.5 139.25 143.7- 120 346.5 167.25 25.5 227 -78 tu 101 •6.5 185,25 211 176 233 131 285 181 73 169 257 210.25 <63 162 176.5 88.25 143 75 141 '64..-3 114.5 -H4 135.75 141 144,6 - 12V. j 104.2 102 J W.9 J06.U IhO.u 162 100.75 33.7 211.73 412.75 119 .'76.25 100.23 96.73 186 214 177.75 234.25 131 286 16125 170 2 9 210 362 178.9 89 5 144 1.19.5 164.5 143.7.= IJ5 5 140.5 143.7. 121.5 104,25 IU3,71 97.75 306 168.75 UM) 53.7. 36.5 22- 404.. । 278.3 too ' 95.13 tferün II >uni fframoriidie V< ouu . • • vollanotiche 'J?ofen...... strultentiche Not«...... Rorwegiiche ‘Holen . .... Teni'a-Cefterr.iion Kroveo ‘Ruinantfchf Hottn...... Srvioeotiche '.Voten ...... btdw'trer Roten..... . e»ant9.48 -79 M M 40 »9 34 2>o de ^an 1.953 i.-M 1.954 1.9-8 -.5,15 1.503» .5013 t#.5O.>4 Öfen tn D . Ce*l- aboeft -8.80 -0.04 A.N25 A.94* Draa -3.38M U.4W 13.-22 12.4,2 Bei rad 7.558 7,172 7,472 lufiatxVt - ■t.tc -3.W '2,-2 73, M f»a( irrten ,,922 1.848 .9" >. "28 -'Naftan H.43 18.47 11.58 18.82 Tanya Harri» trttn. 4.U »1.71 »I 8 »1.72 2.14- .'. 152 2.I43 2.117 Äi.en 5.4ti 5,435 >.405 5.4,5 37 20.977 Bert«, ll ,7um fru- «mertkainiche »orte ..... Belgrieve Noten ..... . Tamkche Noten ....... Cxialtfftt Noten........ 4.18 51.4» 111.»3 M3* 1.18 *.64 112.37 > 4»