nr. 112 Erster Blatt 118. Jahrgang Samstag, 12. Mai 1928 6r|^fd1onto. greifferl am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drvd tinb Derlag: vrLHI'fche Univerfttütrvuch' nnb Sietnbruderei L Lanze in Gieren. Lchnstleinng and Sesch^slritekle: S^eütraM L 3nna)me oon Snjeigtn für die lageenummer bi» zum Sladimih.Qg Dort»«. Preis fnr l mm höbe für Anzeigen von 27 mrn Brette örtlich 8, auewürl» 10 Reichspsenmg für Re» hlameanteigen von 70 m Brette 25 Re.chepjennig, Piatzvorfchrist 20' mehr. Cbefrebüktrur Dr Fnedr Till) Lange. Teraniöorthd) tür ‘Pol nk Dr 3r Wilh Lange tür Feuilleton Dr H ^hyr.ot, für den übrigen Teil Ernst Diumlchtin, für den An» zeigenteil Nuri Hillmann. iümtUch tn (Bienen Alba Julia. Tun schon leit Monaten Nnb die Zentren Welt» bolinldten Geschehen- durch nnere Sceignlfse so blnlünalich belchä t>gl, oao für Vorfälle an der Peripherie kaum Interesse aufgebracht wirb, finb doch stab Pi« Dinge, die sich im Tugenblld hier abfpielen, interessant und wichtig genug, um kurz betrachtet zu werden. Am Tande Europa-, auf dem ewig unruhigen Valkan, macht wieder einmal Rumänien, dieser Großverdiener des WettkrlegeS, unliebsam von sich reden. Rumänien ist, trotz der R>el«nfchlappen. die Mackensen und Falken Hayn seiner Armee zuaesügt haben, um rund das Doppelte seiner Dobensläche und da« Dreisache ferner Bolkszahl au8 dem Weltkriege bervorgeganfen Aber ganz ähnlich, wie seinem serbischen Rachbar ist auch ihm der riesenhafte Gebietszuwachs nur mäfrtg gut bekommen und genau so. wie das neue Jugoslawien krankt auch Großrumänien an dem Problem, alte und neue Teile deS Reiche- zu einem einheitlichen Staals- S«bilde zu vereinen. 3n Bukarest fo gut wie i Belgrad, haben die herrschenden Parteien, hier die Liberalen BratianuS, dort die Radikalen des alten Pasitsch, versucht, die durch die Friebensvertrüge gewonnenen Landesteile, die angeblich ..befreiten71 Brüder, durch einen scharfen Zentralismus in die alte Ordnung einfach einzu- aliedern Sie sind dabei hier wie dort auf den heftigsten Widerstand gestoben, und auch die Gründe für ihr Mißgeschick sind in Jugoslawien wie in Rumänien im groben und ganzen die gleichen. Aus dem Verband der habsburgischen Doppelmonarchie sind die Kroaten an da- Kön greich Jugoslawien gefallen, die Siebenbürger an Rumänien Beide Völker sind dem alten S'aats- volk, hier den Serben, dort den Rumänen der Moldau und Walachei, an politischer Bildung, an Wirtschastlicher Srsahrung und vor allem an Kultur weit überlegen. Beide, weder die Siebenbürger noch die Kroaten waren im alten Ungarfiaat auf Rosen gebettet. Die Madjaren als herrschendes Staatsvolk haben stets den nationalen Minderheiten gegenüber eine rüd- sichtSlo'e ttnterdrückungspoltttk befolgt. Aber das Reich der Stephanskrone hat andererseits mit starker Hand für eine gute Verwaltung, für unbestechliche Rechtsprechung — soweit nicht politische Fragen zur Erörterung standen —. für Hebung der Wirtschaft und Volksbildung gesorgt Ungarn war eben doch ein Staat, der europäisch orientiert war. ein Land, daS sich nach dem Westen eingestellt hatte. Das ist in den neuen Balkangrvßmächten erheblich anders. Und die .befreiten" Brüder sehen nun mit einigem Schreck, dah sie in .ihrem" Staat in recht vielen Dingen vom Regen in die Traufe gekommen sind. Namentlich gilt das von Rumänien. Hier hat d i e liberale Partei, die mit liberaler Weltanschauung westlichen Musters nicht mehr als den Namen gemeinsam hat, in jahrzehntelanger Arbeit den Staat restlos in ihre Hände gebracht und nun eine Herrschaft schlimmster Korruption und finanzieller wie politischer Mißwirtschaft aufgerichtet, die auf dem in diesen Dingen nicht sehr verwöhnten Balkan vergeben- ein gleiches sucht. Ionel B r a t i a n u, der erst vor kurzem verstorbene Aetteste dieser berüchtigten Brüder, ist der Gründer des modernen Groß-RumänienS, aber auch der Vater des Korruvtion-systems. unter dem Volk und Land der Rumänen seit Jahren schwer leiden. Noch zu Lebzeiten König Ferdinands, deS zweiten Hohenzollern aus dem Thron der Rumänen, hat Bratianu e- fertig gebracht, feiner an sich xaplenmäbig schwachen Partei die Alleinherrschaft bi Rumänien zu sichern. Es gelang ihm auch, wn Kronprinzen Gatol, von dem er nichts gute- für fein Regime erwarten durfte, fium Verzicht auf den Thron und zum Verlassen eines Vaterlandes au bringen. Die von ihm durchgesetzte Thronsolgeordnung legte nach dem Tode König Ferdinands die Herrschaft in die Hand eines Kindes, deS 6jährigen Königs Michael, für den ein Regentschaftsrat die Regierung führt. Die Männer dieses Regent- schastsrates waren Puppen in der Hand des jetzt allmächtigen Ionel Bratianu. Bei einer Willkürherrschaft, die durch rück» stchtlofen Terror Wahlen machte, wie die regierende Partei sie brauchte, die mit Hilfe der Polizei und des Militärs brutal alle- nieber- hielt, was dem System im Wege stand, die mit Hilfe einer korrumpierten Verwaltung und einer «stechtichen Justiz allcS daraus abstellte, den regierenden Männern und ihrem Parteittüngel die Taschen zu füllen, konnte es nicht ausbleiben. dah sich ein ungeheuerer Zündstoff an- fammclte, der im gegebenen Augenblick zur Explosion drängt. Der klugen Taktik des alten Bratianu gelang es zwar stets, die Opposition, die sein Regiment namentlich in der rumänischen Bauernschaft fand, energisch an die Wand zu drücken. Aber feine Rach olger. sein Bruder Vintila und der Innenminister ähica sind zwar durch feine Schule gegangen, aber doch Epigonen geblieben, die weder über das taktische Geschick. noch den ungeheuren Herrschwillen ver- fügen, mit deren Hilfe Ionel Bratianu seine Diktatur errichtet batte. Auch die Zeiten sind andere geworden. Der Siebenbürger Bauer ist zu klug, um sich von den Bukarester Methoden auf die Dauer ins Bockshorn jagen zu lassen. Er hat d,e Führung in den> großen nationalen Kamps übernommen, der um nichts Geringeres geht, als um den Stur, der Regierung Bratianu und die Beseitigung des verrotteten Systems, mit dessen Hilfe die liberale Oie Nankingregierung klagt beim Völkerbund. Genf, 11. IRal. (WIB.) ver Präsident der Regierung von Nanking, lanyenkal. hat unter dem gestrigen Datum an den Generalfekre- tär de» Völkerbundes ein Telegramm gerichtet, In dem er „im Hamen der nationalistischen Regierung der chinesischen Republik" aus den Ernst der durch öle Entsendung japanischer Truppen nach der Provinz Sdjantung entstandenen Lage sowie auf den Umstand aufmerksam macht, „dah ble territoriale Jnlegrl- tät und politische Unabhängigkeit Ehina » verletzt wurden und dah der Friede unter den Völkern durch die von Japan unternommene Angrissshandlung bedroht ist". 3n dem Telegramm wird unter Berufung auf Absatz 2 des Artikels 11 des Völkerbundspaktes um dringliche Einberufung de» Völkerbundsrats ersucht und mit Nachdruck verlangt, „dah der Völkerbund Japan zur Einstellung der Feindseligkeiten japanischer Truppen und zu ihrer sofortigen Zurückziehung au» S d) a n I u n g auffordert. Da» Telegramm wurde vom Generalsekretär de» Völkerbünde» sofort a n alle Ratsstaaten weitergeleitel. • Die telegraphische Anrufung des Völkerbundes durch die südchinesische Regierung in Nanking, wobei dies« die Aufmerksamkeit des Generalsekretärs auf den japanischen Einmarsch und die Konsequenzen lenkt und eine dringende Einberufung des Völ- kerbundrales nach Artikel 11, Absatz 2 des Paktes erbittet, wirft eine völkerbundsrechlliche Frage auf, die auf den ersten Blick nicht leicht zu entscheiden ist. Zwar hat der Völkerbund schon in einer Reihe von Fällen sich bei Konflikten zwischen einem Mitglied und einem Nichtmit- glieb des Bundes betätigt, Io in dem Konflikt zwischen Finnland und ber Sowjetunion wegen Ostkareliens, in dem griechisch-türkischen Grenzkonflikt an der Tlariha vom Ähre 1926, in dem Konflikt zwischen Persien und der Sowjetunion wegen des Bombardements von Enzeli vom Jahre 1920 ufw. Aber dabei wurde der Bund immer angcrufcn von bern Mitgliedsstaat, ber mit einem Nichtmitalied in Differenzen lag. Hier liegt nun ber Fall besonder» kompliziert, Insofern cs sich um bie Anrufung burch einen nicht anerkannten, aber de facto souveränen Teil eines Mitgliebsstaates gegen ein anberes Mitglieb hanbelt. Ein solcher Fall ist im Pakt nicht vorgesehen, ber Außenminister dzw. Präsident der südchinesischen Regierung beruft sich auf den zweiten Abschnitt des Artikels 11, wonach jedes Dundcsmitglieb das Recht hat, in freundschaftlicher Weise die Aufmerksamkeit der Bundesversammlung ober des Rates auf jeden Umstand zu lenken, der die internationalen Beziehungen berührt, und in ber Folge ben Frieben ober das gute Einvernehmen unter den Nationen, von denen der Frieden abhänqt, bedrohen kann. Tanyenkai bezieht sich also selbst auf «ine Bestimmung, die nur den Mitgliedsregierungen ein Recht gibt; und eine solche Regierung ist bisher lediglich diejenige Pekings, gleichviel, wie die effektive Sachlage sich inzwischen gestaltet hat. Es wird also einer Bestätigung des Nankinger Appells durch Peking bedürfen, wenn ber Rat in ber Tat nach bem Vorgang zwischen Grieck-enland unb Italien, zwischen Bulgarien unb Griechenlanb ufw. Eingreifen soll Man barf annehmen, bah bie chinesische Solidarität durch den jüngsten Zwischenfall so weit gestärkt ist, dah ein solcher Schritt vielleicht auch von Peking aus erfolgen könnte. Dann ist kein Zweifel daran, bah ber Döl- kerdunberat, so unangenehm cs ihm auch sein könnt«, sIch mit bem Konflikt befassen muß. Der Zufall bringt es mit sich, dah sowohl Japan als ständiges Mitglied, wie auch China als ze'.twei iges Mitglied im Augenb ick selbst im Rate vertreten sind. Sie scheiben als stimmberechtigte Mitglieder für den Fall einer Verhandlung vor dem Rat aus Aber selbst wenn daS für Genf offizielle (Sr;ina sich dem Vorgehen RankingS nicht anschlirhen soll'e. dielet der Artikel 17 des Statuts eine Handhabe, um cinzuschreiten. Denn dann braucht nur die Ran- ting-'Rcgierung den Bestimmungen des ArtilelS 17 entsprechend, sich d.n Verpflichtungen zu unterziehen. die den Bundesmitgliedern obliegen und wofür die Bedingungen durch den Rat festgesetzt werden, um diesem die Möglichkeit eines Einschreitens gemäh Artikel 12 bis 16, also mit Hilfe eine« Schiedsgerichts, einer Anru ung des Internationalen Gerichts ho s oder — theorcii ch — der DundeSerekution zu geben. Freilich wird dieses Verfahren Voraussicht ich an den völkerrechtlichen Bedenken scheitern, die in einer solchen Anerkennung der Banking-Regierung als ei es Richtmitg'iedes zugleich die Anerkennung dieser Regierung de facto erblicken dürften. Aber schließlich ist ja der Völkerbund keine Einrichtung zur Durchführung juristischer Disputationen. sondern zur praktischen Sicherung des Weltfriedens, ilnb es sollte sich deshalb auch in einem so ungewöhnlichen Falle dem Sinne des Statuts nach die Möglichkeit finden, um ohne Rücksicht auf den Buchstaben unnötiges Blutvergießen zu verhindern und eine Verständigung zwisch en China und Japan schleunigst und mit allen Mitteln herbei- zusühren. Daß man daS Telegramm der Ranling- Regierung sofort an alle RatSmitglieder weitergeleitet hat, läßt die Hoffnung zu. dah diese Aufastung auch in Völkerbunds kreifen geteilt tJttb. Japan entsendet neue Truppen Tie Lage in Tsinanfu. London, 11. Mai. (Tel.) Rach einer Reutermeldung auS Tokio sind die japanischen Eisenbahnbehörden angewiesen worden, Vorbereitungen zum Transport von weiteren 20 000 Mann und über 5000 Pferden nach Schantung in der zweiten Hälfte des Monats Mai zu treffen. Die augenblicklich in China befindlichen Truppen werden mit 26 000 Mann angegeben. Die Vorgänge inTsin a n f u sind noch immer unklar. Rach Meldungen auS japanischer Quelle soll eS gestern abend zu neuen Kämpfen zwischen südchinesischen Trupven und Japanern gekommen sein. Die Kämpfe seien erst nach Heranziehung von Freiwilligen unb Sprengung von Teilen des Stadtwalles zugunsten der Japaner entschieden worden. In Peking wird behauptet, daß sich in Tsinanfu 20 000 Mann Südtruppen ergeben hätten. Dagegen besagen aus Tientsin über Schanghai gekommene Meldungen, daß die Chinesen nach vorheriger Vereinbarung zwischen den japanischen und chinesischen Befehlshabern friedlich abgezogen seien. Die iapani chen Truppen haben nach der Besetzung Tstnanfus bie Kontrolle ber Tientsln-Pukau-Bahn von einem Punkte einige Meilen südlich von Tsinanfu bis zum ©übufer deS gelbxn Flusses übernommen. AuS Schanghai berichtet .Times', daß weiterhin Bemühungen unternommen werden, um einen Boykott der Japaner zu veranstalten. Acht japanische Zerstörer sind dort aus Sasebo eingetrofsen. Das Ende derEavell-psychose Eklatanter Mißerfolg dctz HetzfilmT in Amerika Eigene Drahtrnelbung bes -Gießener Anzeiger»*. Berlin. 12. Mai. Der vielumstrittene.Cavell- Film' scheint In der ganzen Welt in Schweigen unb Hnbcadjtctfcin zu ver.inken. Rach den letzten Berichten, bie au« Amerika eintressen, b.tngt es der Film dort so gut toie zu gar keinem Erfolg. Die Aufnahme, bie er in der Oe.fcnt- lichkeit er ährt, ist denkbar ungünstig. Anscheinend ist es den zuständigen Stellen gelungen auf geschickt gewähltem Wege die für die Verbreitung des Filmes vera twrtlichen Organisationen mindesten- in ihr r Tätigkeit stark zu hemmen, wobei erfreulicherweise amerikanische Zeitungen wie die.Reuycr Times" oder .Reuyork Tribüne" durch ihre achtende Stellungnahme viel genutzt haben. Ander.rfeits ist es er reulich. daß es in Amerika überhaupt zu keiner größeren Diskussion, in die Deutschland etwa hineingezogen worden wäre, gekommen ist. Rach dem bekannten Brief Chamberlains in der Angelegenheit deS Cavell-Films wurde seine Aufführung in England selbst zu einem Mißer olg. wahrend sich Südafrika sogar zu einem Verbot entschlossen hatte. Da auch H o l- land die Aufführungen untersagte, ist der Filln eigentlich nur in Belgien bisher mit einem gewissen und leicht cr lärlichen Erfolg gezeigt worden. Ob der Cavett-Filrn in Frankreich zur Ausführung komme., wird, steht noch nicht fest, bür tc aber unwahrscheinlich sein Dieser Mißer olg. der sich auch rein wirtschaftlich für die Hersteller, hinter denen anscheinend auch gewisse englische Zeitung«!reise stehen, bei einer Produktionsausgabe von rund 600 000 Mark für den Film bemerkbar machen wird, wird hoffentlich eine gute Lehre für andere Unternehmer sein, die vielleicht auf ähnliche Weise einmal auf die weniger guten Instinkte der Menschen rechnen wollten. Oie geheimnisvolle Reichsbahndenkschrist. Wie die Tariferhöhung audfchen sott. Eigene Drahtrnelbung bes ..Gießener Anzeigers". Berlin, 12. Mai. D e von ber Deutschen Reichsbahn zur Begründung ihrer Tarifwünsche ausgearbeitete Denkschrift wird seltsamerweise von den zuständigen Behörden noch immer der Oessentlichkeit vorenthalten. Trotzdem sickert aber allmählich so manche« von dem, was in der Denkschrift niedergelegt ist. durch, so daß sich allmählich schon eine recht breite BasiS für eine öffentliche Aussprache über Partei Rumänien nieberhält. In Karlsburg bem alten Alba Julia der Römer, in bem sich vor kaum sechs Jahren König Ferbinanb bie Krone Großrumäniens aufs Haupt setzte, hatten sich in biesen Tagen Tausenbe rumänischer Bauern aus allen Gegenden bes Reiches zusammengefunden, zu einem gewaltigen Protest gegen bie Mißwirtschaft ber Bukarester Regierung. Wenn es nicht letzt schon zu offenem Aufstanb unb »um Marsch gegen bie jjauptftabt gekommen ist, so verbauten bi« Liberalen bies allein ber besonnenen Haltung ber Bauernführer, bie es vorzogen, noch einmal in persönlichen Derhanblungen mit bem Regentfchafts- rat ben Versuch zu machen, bie verhaßte Regierung zu beseitigen. Der ruhige Verlauf dieser Riesen» bemonftration hat ben Herren in Bukarest schnell roicber Oberwasser gegeben. Sie beeilen sich, burch optimistisch gefärbte Kommuniques im Auslande die Meinung zu verbreiten, als ob es mit dieser Bauernopposition nichts ernstliches auf sich habe, unb in Rumänien alles bliebe wie zuvor. Aber ganz wohl wirb es ihnen babei doch nicht fein. Maniu, der Führer ber Rationalen Bauernpartei, wird sich kaum ein zweites Mal von ben Liberalen einwickeln lasten, wie seinerzeit, als ber alte Ionel Bratianu zugunsten bes populären Generals Averescu für einige Monate scheinbar auf bie Herrschaft verzichtete, um ihn bann burch ben König zur Demission zu zwingen unb nach gründlich vorbereiteten Wahlen, bie einen Sieg der liberalen Partei brachten, zur Herrschaft zurückzukehren. Die gleiche Komödie wirb den Epigonen kaum glücken. Und da Maniu nicht gewillt zu fein scheint, unter ber bestehenben Verfassung bie Herrschaft mit ben Liberalen zu teilen, wirb es früher oder später zum Kampf kommen müssen. Eine eigenartige Rolle bei biesen Vorgängen spielt ber Exkronprinz Carol, ein heftiger Gegner ber Gebrüder Bratianu. Carol ist von seinem Pariser Serbannungsfig nach Eng. land gegangen unb hat bort offenbar — wenn dies auch von ber anberen Seile dementiert wirb — mit Lorb Rothermere, dem britischen Zeitungsmagnaten unb seinem Streife, ber sich für eine Revision bes Vertrages von Trianon zugunsten Ungarns interessiert, Verbindung gesucht. Der Karlsburger Bauernkongreß ist dem rumäni- schen Exkronprinzen offenbar sehr gelegen getom- men. Er hat sich mit einem Aufruf an bie Nationale Bauernpartei gewandt unb versucht, sie vor seinen Wagen zu spannen. Das ist ihm restlos mißglückt. Die Flugzeuge, bie feine Propa ganbafdjriften, vielleicht sogar ihn selbst nach 1 Rumänien beförbern sollten, würben von der bri- ! tischen Regierung am Start gehindert unb der Ex- I kronprinz vom Staatssekretär bes Innern sehr l energisch aufgeforbert, als unliebsamer Ausländer ! möglichst umgehend den Staub Englands von seinen Füßen zu schütteln. Seine Aktion hätte auch schwerlich bei den nationalen Bauern ein wirksames Echo gefunden. In Karlsburg ist nicht einmal fein Name gefallen. Carol, der zweifellos zur Zeit (eines Thronverzichts sowohl in Rumänien, wie im Auslände sich viele Snmpathien erworben hatte, beginnt langsam eine komische Figur in der Politik zu wer den. Ein guter Kenner des Prinzen schildert ihn ab einen Mann, der immer zum unrichtigen Zeitpunkt kommt und geht, da- richtige Ding immer an ber verkehrten Seite anpackl, vollgepfropft mit Idealen, guter Vorsätzen, erfüllt von einer Menschlichkeit, bie man auf Kania thronen wob schätz o sollte, aber die stets da mit f m durchgeht wenn volle Sicherheit dafür besteht dah sie im leeren Raum kein Echo findet Ein anständiger Mensch, aber kein Politiker unb für die Verhältnisse in seinem Vaterland: ein anständiger Mensch, eben weil er kein Politiker ist. Das ist zweifellos ein Porträt, besten Züge zu biefem englischen Abenteuer des Prinzen ausgezeichnet paffen. Die rumänischen Dauern werden feine Schwäche kennen unb deshalb kaum Lust haben, ihre politische Zukunft mit feinem zweifellos tragischen aber gewiß zum guten Teil selbst verschuldeten Geschick zu belasten. Rumänische Kritik an Mussolini. Italiens Pakt mit Ungarn. Bukarest, 10. Mai. (TU.) Der „CuDantuI* veröffentlicht einen aufsehenerregenden Artikel über die B ü n b n i s p o l i t i k zwischen Italien unb Rumänien. Mussolini habe bie alte, bereits überlebte Hanblungsweise ber Dorkrieg^diplo- matte übernommen, wonach bie bestehenben Verträge in dem Augenblick, wo sie abgeschlossen seien, außer acht zu lassen seien. Das Freundschaftsbünd nis mit Italien lege Rumänien gewisse Verpflichtungen auf, jedoch verlange Rumänien auch von Italien die Beachtung der Verträge, unb es sei nicht zu verstehen, wie bies von Italien erreicht werden könne, wenn die gegenwärtige Regierung mit Ungarn paktiere. Mussolini vergesse, daß Rumänien ein Bündnis mit Frank- re i ch habe, das nicht durch diplomatische Handlungen Mussolinis durchkreuzt werden könne. Die öffentliche Meinung fei überzeugt, daß im Falle eines italienisch-südslawischen Krieges Süds la- Wien siegreich bleiben würde. Prinz Carol will nach Italien. Wien, 11 Mai. (TU.) Die Abendblätter melden aus Mailand: Prinz Carol hat bei der italienischen Regierung um die Bewilligung nachgesucht, an ber italienischen Riviera Aufenthalt nehmen zu dürfen, ba er erfuhr, daß sein Aufenthalt in Bel- g i e n ber Brüsseler Regierung unerwünscht sei. Er hat erklärt, er beabsichtige nicht, ber Regierung von Rumänien Ungelegenheiten zu bereiten, er m i fehl 11 i g e bie Bewegung ber oppofitio » nellen Bauernpartei (bie er eben erst au» Englanb in einem Aufruf seiner wärmsten Sympathien versichert hatte). bie Larifpläne der Reichsbahn herauSgebildet hat. Wir haben erfahren, daß die Reichsbahn insgesamt 250 Millionen Mark jährlich aus dem Verkehr mehr herausschlagen will, und -war 195 Millionen aus dem Güterverkehr und 55 Millionen aus der Personen- befbrderuna: es ist bekannt geworden, datz jum Zwei klaffen shstern übergegangen wer- den soll, wobei namentlich die Benutzer der ehemaligen vierten Wagenklasse, iie da» Gros der Reisenden auSmachten mit einer zwölf- pro-entigen Mehrbelastung bedacht werden, es hat sich auch nicht verheimlichen lassen, daß die Reichsbahn trotz der nachlasscnden Konjunktur sogar noch mit einer leichten S i n - nähme st eigerung rechnet, weiter sind Einzel- heiten über Reubauten bekannt geworden, die f:ch nicht mehr aufhalten lassen und die ein Defizit herbeiführen werden, schließlich erfährt man auch noch einige» über neue Anleihe- Pläne der Reichsbahn. Man fragt sich verwundert, warum daS alles geheimgehalten werden foll und warum entweder von der Reichsbahn oder vom Reichsverkehrsministerium der Inhalt der Denkschrift der Oeffentlichkeit nur teelöffelweise verabfolgt wird, dazu noch in einer Form, die bereits den amtlichen Dementierapparat in Bewegung gesetzt hat. Wäre es nicht in der Tat vorteilhafter, die Denkschrift, so wie sie vorliegt. zu veröffentlichen, damit sich jeder Staatsbürger ein Bild von der finanziellen Lage der Reichsbahn und ihren Tarifplänen machen kann? Die Art. wie man die Denkschrift an amtlicher Stelle behandelt, muß den Berdacht auskommen lassen, daß es hier etwas gibt, was der öffentlichen Kritik nicht auSaesetzt werden darf. Reichsbahn und ReichsverkehrSmtnistertum sollten schleunigst mit dem Verfahren brechen, denn sonst werden sie erleben, daß eines Tages irgendwo die ganze Denkschrift im Wortlaut nachzulesen ist, was ja in der Vergangenheit schon mit manchem anderen amtlichen Schriftstück, defsen Geheimhaltung für ratsam gehalten wurde, geschehen ist. Glückwünsche für Gtresemann. Berlin. 10. Wai. (XU.) Anläßlich des 50. Geburtstages haben dem Reichsauhenminister telegraphische und schriftliche Glückwünsche folgende ^rsönlichkeiten zugehen lassen: der Apostolische RuntiuS P a c e l l i, der britische Außenminister Sir Austen Chamberlain, der itaiisnilche Botschafter Graf Aldrovrandi, der russische Volkskommissar Tschitscherin und Litwinow, der russische Botschafter in Berliin, Krestinski, der Generalagent Parker Gilbert, der König von Bulgarien, der bulgarische Außenminister B u r o f s, der dänische Gesandte Zahle, der griechische Ministerpräsident S a i m i s . der südslawische Gesandte B a l u a d schi t s ch . der holländisch« Außenminister Beelaerts van Blokland, der rumänische Außenminister Titulescu, de>r schwedische Außenminister Loefgren, der Bundes'räsioent der schweizerischen Eidgenossenschaft, S ch u l t b e tz. Drr französische Botschafter de Margeri« hat dem ReichSaußenminister boi einem persönlichen Besuch seine Glückwünsche und die deS französischen Außenminister» Dri- and überbracht. — Auch der hessische Staatspräsident Adeluna hat Dc. vtresemann die Glückwünsche der hessischen Staatsragierung tolegravhisch Übermittelt und dabei der Hosf- nung Au-druck gvgeben, «S möge feiner Politik geLingen, die baldige Räumung de» besetzten Gebiet» zu erreichen. weiterer Aückqang der Arbeitslosigkeit Werl in, 11. Mai. (WTD.) Die Besserung deS ArbcitSmarkte» bat in der zweiten Hälfte dcS April weitere Fortschritte gemacht. Wenn auch die Zahl der .^auptunterstühungSempfänger in 6:r Arbeitslosenver icherung nicht ganz so stark abgenommen hat wie in den vorhergehenden 14 Tagen, so sank sie doch von 814 8)3 am 15. «April auf 729300 am 30. April, also um rund 1 1 5 500 oder um 1 3.7 v. Sy Dieser Rückgang entfällt mit 113 200 fast ausschließlich auf Männer, wahrend sich die Zahl der unterstützten Frauen nur um 2303 (= 1,5 v. H.) verringerte. Die Zahl,der Hauptunterstützungsemp- fänger in der Krisenunterstützung. die bi-her nur langsam zurückgegangen ist. weist diesmal einen erheb'! ch stärkeren Rückgang auf; sie sank in der Berichtzeit von rund 132 033 auf 162000. oder um 11 v. H. Die Zahl der Rötst a n d S a r b e i t e r ist in der zweiten Hälfte des April wiederum gestiegen, und zwar um 2.9 v.H. Deutsche Bulgarenhilfe. Zur Hilfe für die in Bulgarien vom Grdbeben Geschädigten hat sich unter Führung der bulgari- fchen Genera k n uln ci . Komit c gebilde , das mit einem Ausrui an die Öffentlichkeit tritt, in dem eS u. a. heißt: Bulgarien, unser Was«ngenosse im Weltkrieg, ist von einem schweren Erdbeben betroffen worden. Große Strecken deS Landes, blühende Städte und Dörfer find den Ratur- gemalten zum Opfer gefa len. Hunderte von Häusern sind zerstört, Hunderte von Menschen haben ihr Leben eingebüht. Zehntausende von Familien sind obdachlos. Deut chlandS Ebren- Pflicht ist e», dem schon sowieso um seine Existenz schwer rinaenben Lande in dessen Rot beizustehen. Die »Deutsch« Bulgaricnhtl e" arbeitet gemein am mit dem Deutschen Roten Kreuz, dem Zentral- auSschutz für die innere Mis.ion, dem Deutschen Ear taSv ria d. dem Zentralwobl a'rtsauLschuß der deutschen Juden, dein V. WoylfahrtSverl und. dem VHauptanSfchuß für Arbeiterwohl ahrt, dem Wohlfahrtsausschuß b'r christlichen Arbei'erschuft Gcldgaben werden dringend erbeten auf Konto „Deutsche Erdbebenhil e". die die Niederlassungen der meisten deutschen Banken und säinmch« Postanstalten eröffnet haben (Sine Hilfs,rpedition für die Bremen. Nach einer Meldung der Associated Preß hat Krtca-:sekretär Davis die Entsendung einer Httfsexpedition. bestehend aus udci Armee- ftugzeugen, die al» Land, sowie als Wasserflugzeuge oerwendet werden können, nach Greenln Irland gutgchethen. Es soll, um den Weiterflug der „Bremen" zu ermöglichen, der Zunkersp.lot M e l > ch > o r an der Lxpeoition teilnehmen Man rechnet damit, daß dieser -start der ..Bremen', wenn er nicht in den nächsten Tagen staitfindet, infolge der Bodenerweichung unmöglich sein wird, und ist daher bemüht, Melchior schnellsten» Wie verlautet, rechnet man damit, am Samstag über Greenly Island und am kommenden Donnerstag in Neuyork einzutreffen. General Fechel, der die Expedition leitet und in einem der Flugzeuge an ihr persönlich teilnimml, ist der Kommandeur der arnerikarischrn Luststrcitkräfte. nach Greenly Island zu befördern. Falls die Armeeflugzeuge auf Greenly Island nicht fanden können, wird sich Melchior mittels Fallschirms herablassen. Der Flug nach Greenly Is lund wird über Neuschottland und Neufundland ähren. In St. George auf Netchtndland werden die beiden Flugzeuge auf die „Bremen" warten. Neue Beschuldigungen gegen die deutschen Ingenieure. Oer Gabotageprozeß in der Oonezindustrie. Das Moskauer Oberste Gericht hat jetzt «inen weiteren Teil der Anklageschrift veröffentlicht, in dem die Behauptung auftaucht, daß auch französische Kapitalisten sich bemüht haben sollen, di« Wirtschaft im Donez-Gebiet in Unordnung zu bringen. Aber auch dies« Beschuldigungen sind genau so mager und dürftig, wie diejenigen, die gegen deutsche Industrieunternehmungen erhoben worden sind. Die Franzosen sollen ebenfalls mit Bestechungen gearbeitet und den Versuch unternommen haben, Kohlengruben zu sabotieren. 3e mehr die Russen ein Sinörinaen in di« Anklageschrift gestatten, desto deutlicher tritt die Un- Ha l t b a r k e i t ihrer Angriffe auf die Firmen, die Rußland mit Waren aller Art beliefert haben und noch beliefern, hervor. Es berührt auch eigenartig, daß man gewisse Persönlichkeiten al» Verschwörer zu brandmarken versucht, die vor wenigen Tagen in Moskau gewellt und mit den russischen Behörden verhandelt haben und die zurückfahren durften, ohne daß ihnen ein Haar gekrümmt worden ist. Der Moskauer Prozeß wird sich in seiner Tendenz von dem Prozeß in Colmar durch nichts unter'cheiden, er ruht auf einer gLeich brüchigen Basis und, wenn sich die Russen nicht in ganz Europa blamieren wollen, dann wird eS wohl da- beste sein, wenn sie sich schleunigst nach einem Vorwand umsehen, um die ganze Anklage fallen zu lassen. Oie Anklageschrist. Haltlose Verdächtigungen. Moskau, 11. Mai. (Privat.) 3n der Anklageschrift gegen die Angeklagten des bevorstehenden Schachty-Prozesses wird weiter d i e Rolle der deutschen Ingenieure und Techniker bei Uebergabe von Maschinen als eigenartig bezeichnet. Deutsche Firmen hätten in Gestalt von Prozenten für die getätigten Bestellungen Zahlungen geleistet und das Geld durch Ingenieure und Monteure, welche die Firmen vertraten und zur Ausstellung und Montage der Maschinen in die Sowjetunion tarnen, übersandt. Arbeiter hätten bekundet, daß gegenrevolutionäre Bestrebungen durch Zerstörung des Mechanismus der Steinkohlen Industrie beabsichtigt gewesen seien. Die Firma Knapp habe im Jahre 1926 durch Vermittlung deS Ingenieurs Köster zwei Maschinen geliefert, die als untauglich erschienen und nach zwei biS drei Monaten in einen anderen Schacht über- geführt worden feien, wo sie gleichfallungenügend gearbeitet hätten. Der Angeklagte N i k i s ch k i n habe die Ausstellung der | Maschinen verweigern wollen, doch habe B a d - stieber getagt, Nikischkin sei ein schlechter Fachmann. Badstieber habe dann den Schachtleiter, I Gavrjuschenko, zur Ausstellung der Maschinen bestimmt. Badstieber habe ferner bekundet, daß Köster durch Bestechung die Ernennung einer neuen Prüfungskommission erreicht habe, die die Maschinen für tauglich befand. Der Schachtleiter habe etwa 1000 Rubel Bestechungsgclder, ein anderer 2500 Rubel erhalten. Am Schluß der Anklageschri't wird als Leiter des Moskauer Organllationszentrums Eco- r u 11 o bezeichnet, der jedoch jede Schuld ab» streitet. Erorutto soll, gemeinsam mit Matosf und Bratanowski, die vollständig geständig feien, mit französischen amtlichen Organen und dem polnischen Ä t i e gern in l ft e r in Verbindung gestanden und von ihnen erhebliche Summen erhalten haben In Paris fei eine Verbindung mit dem dort abgehaltenen Kongreß füdrusfischer B e r g i n d u st r i c l l e c angeknüpft worden. Gleichzeitig hätten Beziehungen politischer Ratur mit der Gesellschaft der Gläubiger deS ehemaligen russischen Staa es bestanden. Von den 53 Angeklagten bekannten sich 19 uneingeschränkt: 10, darunter Badstieber, teilweise für schuldig, die übrigen, darunter Otto und Mayer, bestritten jede Schuld. Die Anllage stützt sich im we enilichen auf die Bekundungen Mato ss, Bcatanowskis und Kasa- rinolfs. Wie verlautet, soll der Beginn deS Prozesses um einige Tage verschoben werden. Kasarinofs soll auch behauptet haben, daß die gegenrevolutionäre Organ'fation in Amerika Maschinen ohne Ersatzteile bestellt habe. Reue Verhaftungen der G.P.L. Eine ganze Trustvcrlvaltung wegen eobota:ut>cri)od)t6 restgcnommcn. Kowno, 11. Mai. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die G. P. U. in Charkow neue Verhaftungen vorgenommen. Es sind 29 Personen verhaftet worden. Die gesamte Trust» Verwaltung derKoksobenzol ist verhaftet. Sie befand sich angeblich in Serbin» d u n ß mit ukrainischen gegenrevolutionären Organisationen. Die Organisation stand unter Führung eines gewissen W e 1 m a n , dessen Nationalität noch nicht fcftgefteUt ist. Die Verhafteten sollen bereits in den nächsten Tagen deni Gericht übergeben werden. Die Untersuchungen wer- den von dem Letter der G. P. U. persönlich geleitet. Es heißt, daß die Verschwärung der Vernichtung der chemischen Unternehmungen in der Ukraine galt. Der EotmarerAutonomistenprozeß Colmar, 11. Mai. (Wolff). In der heutigen Dorrnittagssitzung zitierte der Angeklagte Fahhauer u. a. Stellen aus Artikeln der ,V o l k s st i m m e". die besagen, daß das Blatt keinen Separatismus wollte, und wies nach, daß gerade in dem vom Vorsitzenden als belastend angeführten Artikel auch der Satz enthalten sei, daß Elsaß-Lothringen f r a n z ö s i s ch bleiben müsse. Man tonne nicht behaupten, daß das Elsas.' früher, vor 1918, unter einem Joch gelebt habe: denn es habe doch damals ein eigenes Parlament gehabt, das die das Land betreffenden Gesetze selbst gab und ein eigenes Budget verabschiedete. Der Vorsitzende fragt hierauf, wenn er Faßbauer recht verstanden habe, wolle Faßhauer damit sagen, daß das Elsaß jetzt ein Ekla- venleben führe. Gegen diese Deutung wendet sich Faßyauer mit aller Entschiedenheit. eignes Eggemann, ehemalige Stenotypistin beim „Elsässer Kurier" und spätere Gattin des Bruders des AbbSs Foßhauer äußert sich über ihr« Reisen nach der Schweiz, die man ihr zürn Vorwurf macht, sowie über ihre Bankkonten, die im Januar 1927 in dkl „Action Fran^aise" veröffentlicht wurden. Ihren Dienst beim „Elsässer Kurier" hab« sie aufgegeben, weil ihr der Nachtdienst zu schwer wurde. Ihre Reisen nach der Schweiz seien auch begründet durch die Besuche, die sie ihrem In einer Genfer Kinderklinik liegenden Kinde abstattete. Sie habe in Luzern für etwa 400 000 französische Franken sich ein Konto errichten lassen, auf das dann später die In 820 000 sranrösische Franken umgeroe(hielten 100 000 Schweizer Franken des Darlehens Wildy eingezahlt wur- Den. Wenn sie dann zum Besuch ihres Kindes nach der Schweiz gefahren fei. habe sie bei dieser Gelegenheit auf Wunsch des Ab bös Faßhauer die notwendigen Ueberweisungen vorgenommen und die Quittungen an sich genommen. Wenn sie von ihren Reisen etwas zu verstecken gehabt hatte, so hätte sie nicht ihre Hotelrechnungen aus der Schweiz iy ihrer Handtasche behalten, obwohl Ihr Schwager, ein Franzos« Meneguier, zur Zeit Redakteur beim „Jlou- oelle", der als Zeuge geladen Ist, f l e zu hause bespitzelte und der Polizei auch ihre Kontoauszüge übergab sowie auch ein Sparkassenbuch des Abbe Faßhauer, in dem die Einlage von etwa hundert-kranken durch hinzufugen einiger Bullen er- höht worden war, um den belastenden Eha- rafter des Sparkassenbuches zu verstärken. Schließlich gibt AgneS Lagemann noch Auskunft über lhr Konto bei der Bank Gerardot & Pinck in Straßburg. Dor Vorsitzende fragt, ebenlo wie seinerzeit die .Action Fran,alle', wie b e c Bank der einfachen Stenotypistin Gzgemann einen Bankkredit von 22 030 Franken habe gewähren können. Agnes Cggemann zeigt ihr Bankbuch vor und lägt feststellrn. daß dieser an- gebllch« Debetsaldo durch einen Kreditsaldo ihres schweizerischen Bankenkontos gedeckt war. Ihr Konto diente zur Auszahlung der jeweiligen Forderungen d.s Bauunternehmers Sigrist, der den Bau deS ^Grwtnia"-Gebäudes übernommen hatte. Abb^ Faßlauer habe die AuS-ahlung durch ihre Vermittlung vornehmen lassen, weil er, noch beim .Elsässer Kurier' be chü'tizt, nicht gewünscht habe, daß man dort von seiner Zeitungsneugründung erfahre. Rach Agne» Eggemann wird der ehemalige protestantische Pastor Heil verh-rt, der später in Straßburg und auch in Pari- als Journalist und, wie er sagte, auch zeitweilig alS Korrespon- dent für deutsche Zeitungen tätig gewe en sei. Auf Anordnung deS Präsidenten wird ein bei Heil beschlagnahmter Brief aus Berlin vom 13. Oktober 1926, dessen älnterschri t unleserlich ist, verlesen. Der vorgelelene Bries ist etwa zehn Tage vor dem Erscheinen ber .Volksstimme' geschrieben worden. In dem Bries« heißt «»: „3n der kommenden Zeitung muh die Einheitsfront aller tlulonomiflen ersichtlich sein. Als verantwortlich darf nur in kleiner Depeschen- redakteur zeichnen, dessen verschwinden der Zeitung nicht schaden dürfe." Dann folgt ein« Wendung des Inhaltes, daß der Driefschreiber der Zeitung feine Rachrichten ein halbes Jahr gratis zur Verfügung stell«. Das werde dann der Zeitung erlauben, an Schnelligkeit der Rachrichtenübermittlung all« Straßburger Zeitungen zu überflügeln, H«il erklärt, daß er den Schreiber diese- Briefes nicht kenne. Der Vorsitzende läßt dann aus einem bei Heil beschlagnahmten Entwurf eines Briefes vom 19. Oktober 1926 eine Stelle verlesen, di« etwa lautet: ..Die Veröffentlichungen müssen d«n Zveckerfüllen, ihn aber nicht entbüllen," worauf H?il erklärt, daß dies nicht Der Entwurf der Antwort auf den erst zitierten Brief vom 13. Oktober 1926 aus Berlin sei, sondern der Entwurf «Ines Briefes an einen seiner Freunde, den Professor am Lehrers«rninar zu Eßlingen. Otto Wilhelm Di« Frage. ob Heil vor Schaffung der „Volks- stimme" mit Ricklin, Rosse oder Fahhauer in Verbindung gestanden hab«, verneint Heil ebenso wie die Frage, ob er von dem schweizerischen Darlehen Wildys Kenntnis geb t hab« Weiterungen aus dem Eotmarer Prozeß. Eolmar, 11. Mai. (WTB.) Di« Lokalpresse im Elsaß berichtet über Weiterungen, die eint Aeußerung deS Grafen v Pang«, des Vizepräsidenten der Gefellfchast der Freunde der Universität Straßburg. al» EntlastungSz«r:ge vor dem Eolmarer Schwurgericht verursacht hat. Gras v. Dange als Entlastungszeuge au-getagt, daß das Programm deS Eljässifchen Heimatbundes viel weniger weil gehe als bersvrelsweis« bet Dezentralisierungsplan des französischen Botschafters Hennefsh. und daß er die elfassich« He.matbundbevegung nicht als antinatio- n a l betrachte Aus Grund dieser Aussage hat ein anderes Mitglied der genannten Getellschast. Drofessor Ehsron. an den Generalsekretär dieser Bereinigung ein Schreiben gerichtet, worin er erklärt, datz er seine Demission einreichen werde, da er die Ansichten d«s Grasen Pang« als mit seiner Einsicht unvereinbar antehe. und daß sie nicht ein und derselben Gesellschaft angehören Bnnten. Darauf hat nun Graf Pang« in einem neuen Schreiben geantwortet. und, um Konflikte innerhalb der Gesellschaft zu vermeiden, seinerseits seine Demission angeboten. Wie heute aus Straßburg gemeldet wird, sind noch zwei weitere Demissionsanträge dngegangen. wenn nicht Graf Pange sich spontan aus der Gefesk- schast dec Freunde der Universität Straßburg zurückziehe da seine Srllärungen mit dem nationalen Lharakter dielet Gesellschaft nicht in Einklang stünden. Aus aller Wett. yegeistrrle Ausnahme der vrrkincr Philharmoniker in Paris Pari», 12 Mai (WTB. Funkspruch.) Da» Konzert, bas bas Berliner Philharmonische Orchester gestern abend unter ber fieitung von Wilhelm Furtwängler gab, aeftaütte sich zu einem unbestrittenen Triumph für die deutschen Musiker. Etwa 2500 Personen füllten den großen Plcyelsaal. Außer dem deutschen Botschaster von Hoesch war auch ber Unterrichtsmmister Her« r I o t erschienen, bi« französische Mujikwelt von Rang war vollzählig vertreten. Zur Aufführung gelangten Handel» Concerto grosta In O-Moll, Beethoven» fünfte L-Moll-Symphonie. Richard Strauß' Symphonische Dichtung „Till Eulen- spiegel' und das Vorspiel zu Richard Wagner» „Mcistersinger'. Der Beifall ber Zuhörer, ber schon nach ber Händetlchen Komposition einsetzte, steigerte sich nach Beethovens Symphonie zu einem Jubel, wie er ähnlich in Paris feit Jahren nicht zu verzeichnen war. Furtwänaler wurde mehr al» ein Dutzend Mal herausgerufen, die Mitglieder de» Orchesters erhoben sich und man subelte ihnen zu. Gleiche Szenen ber Begeisterung ipteiten sich nach den weiteren Darbietungen ab unb erreichten nach Schluß des ..Meistersinger'-Dorspieis ihren Höh«- punkt, als Minister H e r r I o t in Begleitung de» deutschen Botschaster» von Hoesch sich zu Furtwängler begab, unb ihm für die Aufführung bankt«. Nach Schluß bes Konzerts fetzten sich die Beifalls- kunbqebungen auch noch auf ber Straße fort und als ber deutsche Botschafter mit Dr. Furtwängler da» Auto bestieg brachte man Furtwängler minutenlange Ovationen dar. Emil vahnkc tödlich verunglückt. In einem Automobil verunglückte der Dirigent des Brrliner S)mphonieorchester5. ($• il Bohnke. In der Rühe von Pasewalk fd'ich. Seine Frau, Lilly geb. v. Mendelssohn, wurdr schwer verletzt und starb ebenfalls bald darauf. Malaria-Epidemie In Transvaal. Sine Malariaepidemie sucht das Rusten- burg-Gebiet von Rordtransvaal In der Rähe von Pretoria heim. In den ersten brei Monaten des Jahre Z starben an Malaria 150 Europäer und Eingebv ene, während seit April 1200 Eingeboren« der Krankheit zum Opfer gefallen sind. Oie Wetterlage. us1 den // TRai fS2n 7 * abends ©wonttmos <9 "*ifer o oe«rtt • efrtce^ leKtiir* Oli 0 MHMUl '.'dNO* ,|m< P • oeef* Itu-eiH« «ic*c-a<» lilr RI cto«n d.f Tt-ptr|lv, .. o r L-"-<" «•*•*«* Orl« «.t QK'CltM tu' "M-euii»««'' ohowkim«* hiwtm» tvcttcrvciüueinßc. Lieber der Bords«« lagert ein Tiefdruckwirbel, unter dessen Einfluß eS besonder» in Dord« beutschband zu Schnee- unb Re^?iisäll«n, unb in unter«n Gebiet zu stärkerer Bewölkung kam. Die zuflirhenden kühleren Luftmassen an seiner Rückseite lassen zunächst kein« weitere Erwärmung aufkommen, außerdem dürften st« auch bei un» noch zu vcränderlechem Wetter unb gelegent- üche« Schauern führen. Dorhersaae für Sonntag. Wechselnd wolkig mit Aufbeiterung, mäßig warm, vereinzelt Aiederschläge. Vvrhersaae für Montag. Wolkiges, auch vielfach heiteres Wetter, wärmer, meist trocken. Lufttemperaturen am 11 Mai: mittag» 9,8 Grad (Xelfiu», abend» 1,8 Grab E.lsius am 12. Mai: mar- gtung fort. H R. bi- 103, Ober-Koglrabi 30 bi» SO von den Kunden Anzahlungen, aus die es 3n den letzten Versammlung. Pärchen Mann in Lich natür- wurde wieder erneut Es wurden im 12 1. P reite. 11 Calatgurten 40. Lauch 5 20 bl« 15) 25 Pf. da« lich allein abgesehen war. 5>a« feftnenommcn, jedoch ging der ftüchtia und konnte etft bätet verhaltet werden. u», Bahnhofstraße: „Die — vstoria-Lichtspiele. weißc Sklavin j>arn) Piel. — D i e Deutsche DernokrattschePor- bas Läuten. Turme der Iotzannestlrche aul kommen zum Dortrag Allein Gott sei Ehr' Dach der Heimat süßer nun zur guten Dacht (Volkslied, von dem ftattsindet. in der Höd Stille; Ade " Otrjenalien. Die ®ßen i am 13 Mai ab Lollar Die Fahrt nimmt lobenden Verlauf: Labnabwärts bis Koblenz in den Ahein, durch HoUand in die Rvrdsee bi» Bremen, welerau'wärtt bi« Hann> Münden. Fußmarsch bi» zur Xlnftrul. in ble Saale, Elbe. Hai>elieen. Spreewald. Oder nach Stettin, in ble Ostsee und dann ostwärts um die Ostsee herum Hierbei werden folgende Länder berührt: ßittauen, Lettland. GstlanK Finnland. Lappland. Schweden und DänematL ten Zuhörerschaft, der die Redner ein packende. Bild de» großen (Belehrten und Bahnbrecher» vor ~ “ 1 aufge- Berliner Börse. Berlin. 12. Mai. (WTD FunHpruch). Die Em Kurs« drs gestrigen Abendverkehes werden tt Vormittag noch eher Geld genannt die satziätigkeit ist klein, nur Elektro werte haben etwas Frage. Man glaubt bei den Danken, daß heute die in den letzten Tagen zurückgebliebenen Werte etwas mehr Beachtung finden werden. An Kursen hört man: Aordd Lloyd 166 Geld, AEG 175. Siemen« 354, Farben 288 bis 289, GrSftlrel 304 eher Geld _ _ Verband». Bezirks und Vereins beteiligten sich 57 Mitglieder mit Erfolg und errangen dabei 21 erste und Ehrenpreise. 18 erste. 10 zweite und S dritte Prefte. Außerdem konnte das Mitglied W. Goffelmeyer auf dem 1. Stenotypisten- Mettschreiben de« Bezirk« die Dezirksmeister- schäft davontragcn.Be! der Vorstandswahl wurde der seitherige Vorsitzende F. Honstein. der im Dovcmber v. 3. auf eine 30jährige Dor- standstätigkcit zurückblicken lonnte «Instlmmia wicdcrgewäblt, während W. Momberger cis 1. Schriitlührer und F. Ziegler als Rechner neugewäh'tt wurden. Durch d e Umstellung des Verein« in die deut'che Einheltskurzschrlft war eine Umänderung de« st I der Satzung erforderlich, wobei auch gleichzeitig der Tarne des Verein« in Kurzschriftverein . Gabe!«derger^ von 1861, S. V.. abgeändert wurde. *e Dindermorkt in Dießen. Am kommenden Dienstag findet in Gießen Dindvich- (Nutzvieß-) Markt statt. Der für den 16. Mai vorgesehene Schweinemarkt ist aus den 13. Juni verlegt worden. ** Jubiläum auf bemHoherobskopf. Am 18. Mai kann der Klubwirt Stein im B H. E.-Klubhau» auf dem Hohe rod«köpf sein 40jähriges Jubiläum al« Verwalter und Wirt diese« Hause« begehen. •• Arbeitsjubiläum. Dor einigen Tagen beaing der bei der hiesigen Güterabfertigung beschäftigte Düterbodenvorarbeiter Ludwig Schupp au« Drvßen-Linden in voller Frische fein 25jährige« Arbeit« ubiläum Der Zubilar bat al« Soldat den Feldzug gegen Ehina 1900 vis 1902 (Doreraufstand) und den Weltkrieg von 1914 bl« 1916 mitgemacht. Seine Mitarbeittr ehrten ihn durch Ueberreichung schöner Geschenke. •• Adler über Gießen. Man schreibt uns: Zu den Artikeln über Fischadler hätte ich sollendes zu bemerken: Dach meinem Dafürhalten ist es unmöglich, au« Höhen von 800 und 600 Meter noch nach der Farbe auf einen Fischadler schließen zu kinnen. Jn diesen Höhen käme höchstens noch da« für den Vogel charakteristische Flugbild in Betracht, da« von dem des Mausebus ards grundver chieden ist. Sollte es sich bei dem am Sonntag, 6. Mai gesichteten Vogel wirklich um einen Fischadler gehandelt haben, so käme wahrscheinlich nur in Frage, daß sich der Vogel verirrt hat. wa« ja nicht al zuselten vorkommt. Anchlie^end möchte ich noch erwähnen, daß ich am 7. Oktober 1925 mit einem Begleiter oberha b d:« .Felsens" auf einem Drachsclde am rechten Lahnu er au« nächster Dähe vier Fischadler beobachten konnte. Tie'e waren wahrscheinlich durch den starken Hebel, der in der Dacht und noch am frühen Morgen herrschte, veranlaßt worden, auf ihrem Zuge Rast zu machen. Dach einiger Zeit flogen die Vögel auf, umkreisten un« einigemal in einer Höhe von etwa 10 Meter und fetzten dann Zrrlfr. 2 3. Preis« errungen. Der neugewählte Vorstand setzt sich wie so gt zusammen: 1. und Ehrenvorsitzen'e Frau Au- Suste Peter. 2. Dori itz ende Fräulein Slly lieh, 1. Sch i tsÜhrerin Fräulein E'ly Herbst, 2. Schriftführerin Fräulein Olaa Pfeiffer, Rechner Herr Wilhelm Zull mann, D«l- sitzerinnen Fräulein Sophie Vepler und Agi.es tei hält am Montag, 14. UlrA. abends 8.15 Uhr. im Tals Leib, eine Dählervertammlung ab. in der Landtagsabg. Oberamtsrichter Schreiber, der Landesvorsitzende der Helfischen Demokraten, und LlnlverfttätSprofeftor Dr. Deutschbein, der bekannte Marburger (Me&rte, über . Deutschland« Kamps um Freiheit und Demokratie" sprechen werben. (Siehe Anzeige.) denven ötubenien und dem großen '.Wanne der Wissenschaft gab, dessen ganze» Sein und unermüdliche» Streben seiner wissenschaftlichen Arbeit gehörte, für die er zur Erreichung der al» richt g er- kannten Ziele gelegentlich auch mit großer Rück- stchtsiosigkeit auftreten konnte Anschließend sprach der DireNor de» Sgrikulturchemiichen Instituts, Prof. Dr ftleberger, über Liebig als Äari- kullurchemiter. Der Redner schilderte die überragende Bedeutung Liebig» für die Landwirtschaft», wistenschaft, ble durch seine Gelehrtenarbeit und die von ihm aufgestellten gesetzmäßigen Lehren vom Minimum und vom D ederersatz. sowke durch seine Mineraldungertheorie, die zur 6d).iffung des Kunst- dünger» führte, eine durchgreifend« Umwälzung erfuhr. Luch die Bedeutung Licdia» al» wiiienschaft- licher Begründer unserer deutschen chtmsichrn In- duftrir wurde von dem Bortragenden in klarer 'Leise herau»geftellt M t Nachdruck betonte der Redner, daß unsere Landwirtschaftswistenschaft noch heute und auch für alle Zelten ihr sicherstes und breitestes Fundament In Liebigs Forfchungsrefui- taten haben werde, und es ist durchaus verständlich, wenn der Dortragende am Schlüße feiner sehr interessanten Darlegungen den Wunsch aussproch, daß Liebig» lodernder Geist immer der deutschen chcm schen W stenfchaft, Insbesondere aber der Land- wirtschastswisienschaft voranleuchten möge Beide Dorträge wurden von der stark interessier- g r a p h e n - D« r« i n von . Tag: feine ordentliche Hauptversammlung ab. Aus dem Derwaltungsbericht über da« ^te'chäftsjabr 1927 28 ist zu entnehmen daß der Verein In der Zeit vom 1. April 1927 Ml 31 März 1928 insgesamt drei Anfänger- und drei Fort- dildungslehrgänge ferner ein RedescheifÜchr- gang und sechs Diktatkurs« zur Durchführung brachte. An den verschiedenen Wett^chreiben 7es •• Der Damenverein Dabelsberaer, Dießen, hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Der Verein, der seine Unterricht«« kurse gemeinsam mit dem Gabelsberger Steno- araphenverein von 1861 in der Goetheschule, Westanlage, abhält, zählte am 31. März 75 Mitglieder und konnte In bet Werbewoche weitere 11 Mitglieder ausnehmen, so daß die Mitgliederzahl nunmehr 86 beträgt Der Damenverein entsendet zu allen Wettschretoen stets eine größere Anzahl Damen, die im letzten Jahre alle preisgekrönt zurückkchren konnten. ,en 11 1. um) Shrenprei e. wird von beute an ausgegeben und gelangt somit noch rechtzeitig vor dem 15. Mai in die Hönde aller Bezieher unserer Zeitung Der auf engsten Raum zusammengefaßte Fahrplan stellt eine von vielen Selten begehrte Sonbergabc des „©‘ebener Anzeigers" an feine Leserschaft dar. In übersichtlicher Anordnung sind sämtliche Zugoerbindungen der Bahnlinien enthalten, die Gießen zum Mittel- oder Ausaangsounkt hoben Es seien genannt die Linien bi» Frankfurt, bi» Kassel, bis Fulda bis Gelnhausen, bis Koblenz und bi» Köln. Auch w chtige Anfchlußlinlen über dieses Gebiet hinaus sind mit allen Zügen aufnesührt, wie Frankfurt—Darmstadt und Frankfurt—Mainz. Andere Anschlußlinien sind mit den wichtigsten Zügen vermerkt. ro*e Frank- furt — Homburg, Frankfurt — Höchst, Frankfurt— Wiesbaden, Frankfurt—Bebra und Fransfurt— Limburg. Zn vollkommener Ausführlichkeit sind auch alle Nebenlinien In dem Taschenfahrplan enthalten, die in der Provinz Ob er Hessen liegen ober sie berühren. Alle Haupt'lnien zeigen klare Hinweise auf die Nebenstrecken unter Angabe der Fahrzeiten. Außerdem ist noch eine ganze Reihe über da» oberhessischr Gebiet hinousgehender. aber Sack. * Der Hubertus, Verein ro e i b geregter Jäger, Sitz Gießen, hielt am Mittwoch seine Monatsversammlung im .Hessischen Hof" ab. Ihr ging ein Ansch eßen der Buchsen voraus. Ja der Versammlung gebuchte der 1. Vorsitzende In ehrenden Worten des Ablebens de» Mitglied«», Bauunternehmer Sy Deibel (Lollar). Alsdann übermittelte er dem Senior de» Verein» und erfolgreichen Weidmann, Ocfonom erat Hoffmann (Hofgllll), die herzlichsten Wünsche des „Hubertus" zur goldenen Hochzeit unter Uebereichung eines Bilde», das den greifen Reichspräsidenten o Hm- benburg In Andacht vor dem gestreckten Kapital- Hirsch zeigt In bewegten Worten dankte der Gefeierte und gab einen interessanten lleberdlick über sein jagdliche» Werden und Sein, wobei er betonte, wie er in dem .Hubertus" das gefunden Hobe, was er schon lange sucht«. Es folgte nunmehr der De- r chl über die Berbanbsg brauch-Prüfung am 28. Mai, deren hohe Melbezahl wieder ble Beliebtheit der Gießener Suchen zeigte. Don 30 durchge- prüften Hunden konnten 16 mit dem ersten Pre s Egez-ichnel werden, ein neuer Beweis der beacht- sichen Höhe der einheimischen Gebrauchshundezucht, Nach Besprechung einer sagdrechtl chen Frage und kurzen Darlegungen über die Weiterentwicklung der Sch eßstandsanlaqen ergriff Herr Pascoe (Dutenhofen) das Wort zu einem Dortrag: „Erfahrungen bei dem jagdsichen Schießen ml ter Kugel", der eine lebhafte Aussprache aus! Jte. Besondere» Interesse fand die neu erworbene Sammlung von Modellen zur Bestimmung de» Rehalter», die den Mitgliedern nunmehr zur Dersüguna steht. Der Aitersentw cklu"g wird im Zusammennana mit dem Gedanken der Hege eines qualitativ hochstehenden Dildstanbes immer mehr Ansmermlsamkeit gcroib- met, die sich darin auch äußert, daß ab 1928 die großen deutschen Iagdau^strvunqen nur noch Stücke annehmen, denen der Unterkiefer angefügt ist. " C< n Landwehrtag l>e- e&«maL Landwehr-Inf. -Agt«. 116. da« tm Dahrr 1914 in Gießen et:« Wehrmännern Ober- hegten«. Starkenburg« und de« Lahnta!«« zu- en- iächlich erschienen, durchaus n.cht nebensächlich waren. Ihre ga.rze. von hundert Kteinigletten zärtlich etlüllle Weil schenkte sich mir restlos und unergründlich Da« alle« erkenne ich jetzt in einer t e en, dankströmenden Erschütterung. Hnt> Wenn ich an jene letzte Fahrt In der weißen Abgeschlossenheit de« Krantenwagens denke, so fühl« ich mich mitten in der ewia-reichen Offenbarung echten WutterwetenS. S« ist «in Licht um mich und In mir von der Weih« der muttertteuc. die uns noch innig umfangen hält, wenn schon Has andere Land di« Seele maaisch hinüber- »lebt. — — Al« ich dann am anderen Morgen m« Krankenhaus tarn, war M tter tot. Mutterwclen. jedem in *nDerer Weis« immer Wieder und v.elleicht auch einmal gan- erschütternd offenbar, Ist Lichtwesen, des leuchtender Kern sich nährt von einem Lichte, da« nicht von dieser Welt ist. Darum nur kann es Wie ein Wunder uns anmuten, unirdisch strahlend mitten in der schwersten Rächt. Das Göttliche Wird durch da« echte Mutterwesen uns olsenbar Wie ein Wehen, ein Glan- aus dem Ursprung alles Seins.-- ..Mensch, werde wesentlich!" In der wahren Mutter wird biete« alte Wort immer wieder wundervolle Erfüllung. Ohne Krampf geschieht solche Derwelent'.ichuna. Denn ein Wachsen ist es durch allen Wechsel hindurch und noch In der härtesten Kal.e des ßebenS Ist es ein Schassen, still und grof), unter der Decke bl« das Unsichtbare vom Stchtbaren trennt. Die große Triebmacht aber bleibt d e Siebe. Unb alle« Lächeln unter dem Leid geschaht auS Tap erkeit dieser Liebe. Ja. Mut ecwesen ist Tap'erkeit und jener «Le engmut, der sich nicht untertrienen t in dec Geduld de« Kneu-tragen« sich unermüdlich übt. Mutterwesen ist Weisheit, jene ungeschriebene, köstlich gelebte und mit dem Herzolut erlebte WeiSye t. die da wunde.bar bau: an t« Mutter- Slnngeflall, cu« der al er- ar .Rite sich geftern abend im großen Hörsaa! bes L. 'e|ung£gcbaub£5 ein Kreis geladener Persönlich kiien, um in einer Feierstunde der Wiederkehr de; 1 2 5. Geburtstage» bes großenFor- scher» und früheren GießenerPro- fess^orsIustus von Liebig zu gedenken. Zu her Feier batten sich zahlreiche Mitglieder des Lehrkörpers unterer Alma ratter Ludoviciana, hervorragende Personsichteiten aus der Bürgerschaft unb eine stattliche Anzahl Studenten eingefunben Die Feierstunde verlief in schlichter'und sehr würdiger Art. Zunächst sprach der Direktor des The- mischen Laboratoriums, Geh. Hoftat Profesiar Dr. Elb», in feiner Weise über den Leben»laus Liebigs und feine Bedeutung als Chemiker, wobei er seinen Zuhörern in launiger Schilderung ein fesselndes Bild von dem Heranwachsenden Knaben, dem wer- *) Ein Leser übermittelt un» diese» Maisieb au» 1926, das im Jahre 1926 in einer Elberfelder Zeitung erschienen ifl, bas aber auch für den Mai 1928 leider in vollem umfang Geltung hat D Red Vornotizen. — Tage»kalenber für Sonntag. Erster Bezirkstag des Kurzschriftverbandes „Reichsbahn", Gießen: 15 Uhr, Katholisches Lereinshaus — Leicht- und schwerathletische Einzel- und Mehrkämose 1. Kraft- unb Sportklub 1893, Gießen, Sportplatz 1900. — Bienenzüchteroerein: 3 Uhr nachmittags, Versammlung bei Kraft, Frankfurter Straße. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die weiße Sklavin", „Tacon". — Astoria Lichtspiele: Harry Piel. — Tageskalender fürSamstag. Wahl- üerfammlung der Deutschnationalen Dolkspartei: 8 30 Uhr, Turnhalle Oswaibsgarten, Redner Landtags- abg. Steuer (Kastel). — Wahlversammlung der volksrcchtpartel: 8Uhr^Cafö Leib Redner: Land- tagsabg. Dr. Dolf (Mainz). — Gesangverein „Frohsinn": 8 Uhr, Stiftungsfcft, Katholische, Der- ein»haus — To. 1846: 8 3^' Ubr, Splelerversamm- fung im „Bayerischen Hof". — (Beflügel- unb Bogel- zuchtverein Gießen 9 Uhr, .hessischer Hof", Monat»- immerhin wesentlicher Strecken m t den wichtigsten Zügen aufgeführt. Für den tägigen Gebrauch im DerdreltungLgebiet be» „G ebener Anzeigers" ge- dacht, wftd da; kleine Buchteln vornehmlich Aus- fünft geben über ble sahrplanmZß'gen Züge unb Fahrzeiten im oberhessisck-m Bahngeb et mit Gießen In ber Mitte. Schl eß'ich sinb auch alle Kraft- wagenverbindungen aufgeführt, die von Gießen ausgehen. Eine Erweiterung ber Kroftwagen Fahr- plane ist für spätere Ausgaben gepinnt, wenn ble Fahrzeiten weniger veränderlich fein werden, als es bisher der Fall war. Daten für Sonntag, 13. Mai Sonnenaufgang 4 12 Uhr, Sonnenuntergang 19.41 Uhr. — Mondaufgang 2 09 Uhr, Tlonbuntergang 11 22 Uhr 1717 Kallerin Marlo Theresia in Wien geboren; — 1792: Tapjt Biu, IX. In Slnigaglia geboren; — 1826: ber Forfchungsreisende Hermann von Schlag- intmeit in München geboren (gestorben 1882). Taten für Montag, 14 Mai Sonnenaufgang 4.11 Uhr. Sonnenuntergang 19.42 Uhr — Mondaufgang 2.30 Uhr, 'Jlonbuntcrgang 12.42 Uhr 1608: Abschluß ber protestantischen Union im Klafter Anhausen bei Norblingen; — 1686: ber Physiker Gabriel Daniel Fahrenheit in Danzig geboren; — 1752: Albrecht Thaer, ber Begrünber ber rationellen Landwirtschaft, in Celle geboren; — 1840: der Staatsmann Karl Freiherr u. Stein in Alten- stein gestorben: — 1867: Kurt Eisi cr, Journalist, Revolutionär und bayerischer MinistclPräsident, in Berlin geboren (ermordet 1919); — 1906. der deutsch- amerikanische Staatsmann Karl Schurz in Neuyork gestorben j:.■•»etter T-ock ruMarktpreise. <3« kosteten auf dem heutigen Wochemmarkt: Butter 190 bi« 210, Matte 30 bi« 35. Wirsing 40 bi« 45. Weißkraut 20 bi« 25, Rotkraut 4o bl« 50, gelbe Rüben 15 bis 50, rote Rüben 20, Spinat 15 bi« 25. Römischkohl 20. Spargel SO bi« 110, Tomaten 150, Zwiebeln 25. Rhabarber 15 bl« 25. Kartoffeln 4 bis 5, Aepsel 12 bi« 25, Honig 45, Su.'peahühncr 103 bl« 123 Pf. da« Pfund Käte (10 Stück- 60 bi« 143; Gier 11 bi« 12, Blumenkohl 60 bi« ISO, Salat 20 bi« 35. * Fahrradbiebstähle. .... Tagen würben hier fünf Fahrräder gestohlen. Cs handelt sich habet um solgende Maschinen: Marke Rübezahl. Fabriknummer unbekannt; Marke Saalburg, Nummer unbekannt; Marke N. S. 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Hat da nicht Rahas-Pascha mit seiner Behauptung, vast die englische Qütion gar nicht durch dieses Gesetz — daS lediglich Vorwand ist — sondern durch die Ablehnung deS britischen „Bündnisses" hervorgerufen werde? Unwillkürlich denkt man hierbei an die von dem gutinformierten. Driand nahestehenden diplomati- schen Mitarbeiter des Pariser ..Oeuvre". Henry Der Moskauer Staatsanwatt spricht 23cm Dr. Alexander von Andreewfty. Malkunft, frisch«, ungebrochene Farben. Man gründete eine Zeitschrift .Der Keim", die aber bald wieder einging. Sin paar Jahre und die Bewegung hatte den Steg, »um groben Teil, weil daS 2ntc wirklich abgewirtschaftet hatte, und die neuen Werke unmerklich der englischen Mentalität stärker opferten. Rossetti hat vielleicht am stärksten zu diesem Sieg mitgehvlfen. SS findet sich oft. daß volklich Fremd« In der neuen Heimat die Form, die Smvsindungen und da» Mesen threS Wahllande« besonders deutlich sehen und dafür einen beinahe übertrieben starken Ausdruck finden, wie jemand, der zu einem neuen ©tauben übertritt, darin besonders scharf und eifrig zu fein pflegt. So ist diese Kunst Rossetti«, die Mischung von Traum und Wirtlichkeit, von Frömmigkeit und srommverklärter Sinnenglnt recht nach dem englischen Gefühl gewesen, wie eS sein eigener Erfolg verrät. 3n der ersten Gloria der Prärassaelitenzeit lernte Rossetti Mist Siddal. eine 2krtäufcrin in einem Putzgeschäft, kennen, eine königliche Gestalt morbid-englischen Geschmacks, ein regelmästiges, blas e- Gericht hektischer Tönung, von einer strudelnden Fülle leuchtenden Kupkrhaar« umbrandet. große Madonnenaugen, von schweren Lidern beschattet. Sie wurde das Modell seiner Merke, übrigens last sie auch Hunt, MillaiS und den anderen Mitgliedern der Bruderschaft zu Bildern. Die rührende Färbung beginnender Schwindsucht lieh sie doppelt reizvoll erscheinen. Ros'etti und sie führten ein echte- Zigeunerleben und hausten unter Entbehrungen, Schuldenmachen und Kunstekstasen dahin. Sin Freund, der sie einmal besuchte, sagte: .Ich fand Miß Siddal magerer, tvtkrank, schöner und abgerissener denn je. Gabriel zeichnete sie, ein Bild schöner und lieblicher al- da- andere und jede- mit Unsterblichkeit gesättigt." Ein richtiges englische- Heim brachten beide nie zustande, trotz ziemlich großen Einnahmen war etoigc tiefe Ebbe, und die schöne Frau nahm, um dem geliebten Gatten Gesundheit vorzutäuschen. Zuflucht zum Ovium. An einem Februarabend deS Jahres 1862 fand Rossetti. als er heimkehrte, eine Sterbende. 3m Uebermah seiner Trauer legte er der Toten seinen größten Schatz, da- Manuskript jein« sämtlichen Gedichte, «form de- jungen Zaren Alerander II., wurde in Rußland die ..Körperschaft der vereidigten Verteidiger' int Leben gerufen. Die besten intellektuellen Kräfte de» Lande- widmeten lich dem neuen Beruf, der der idealistischen Drtm- nung und den liberalen Ansichten der damal'aen fort chrittlichen russischen 3ugend entf-rach. Der politische Verteidiger wurde zum Helden de» Tag-?-. ES gärte damals in Rußland, und ein politischer Prozeß folgt« dem andern. Allerdings wurde in wenig-rr w.chtigen Sachen gegen Personen. di« eine» politischen Verbreche»- angeklagt waren, ein verkürztes sog. ..administratives Verfahren' eingeleitet. Ohne Pro- Hestverhandlung wurden sie — «infach auf Befehl der zuständigen Polizeibehörde — nach Sibirien verbannt. DaS größte Aufsehrn erweckte in den siebziger Jahren der Prozeß der Dera Sassulitsch. Dieser Fall erinnert in seinen Einzelheiten an die Handlung drr Oper ..ToSca". Die bild'chön« Dera Sassulitsch. ein junge» Mädchen aus bester Gesellschaft, gehörte zu einer geheimen revolutionären Organisation. Trepow. der allmächtige Polizeipräsident von P««er-burg. verliebte sich in das schöne Mädchen, die er in einer Gesellschaft kennenlernte. Al» Dera Sassulitsch. deren revolutionär« Tätigkeit von Spitzeln entdeckt worden war. -um Verhör bei dem Polizeipräsidenten erschien, versvrach er ihr. sie um den Preis ihrer Liebe freizulas'en. Sie ging auf den Vorschlag zum Schein ein. Trepow lud sie abends in sein Palai» zu einem Souper «in. Riemand war im Haus«. Der Präsident legte nach einet üppigen Mahlzeit sein« Hand um die Schulter des schönen Mädchen- und wollte sie an sich heranzichen. 3m selben Augenblick zog Dera Sassulitsch den Dienstrevolver au- dem Gürtel des Polizeipräsidenten und feuert« au» nächster Rühe mehrer« Schüsse auf den Allgewaltigen ab, di« ihn auf der Stelle töteten. SS gelang der Mörderin, au» dem Hause zu flüchten, doch wurde sie von dem diensthabenden Polizisten verhaftet, der auf der Straße vor dem Palai» stand. Der Staatsanwalt, dem die Anklage übertragen wurde, war mein Da ter Sergiu» von Andreewsky: er erklärte, die Anklage mit reinem Gewissen nicht vertteten zu können, legt« fein A m t nieder und wurde ein bekannter Derteidiger in voliti'chen Prozessen. Dera Sassulitsch wurde zu lebenslänglicher Haft in der Festung Schlüsselburg verurteil, wo sie bald starb. 3n den darauf folgenden vielen politischen Proze'sen. die ohne Ge'chworen« verhandelt wurden, und in denen der Spruch des Richterkollegium» selbstverständlich im voran- bestimmt, war. verbuchte die zaristisch« Regierung, die Redefreiheit der Qkrteibiger mit allen Mitteln zu beschränken. GS mangelte dabei nicht an lustigen Episoden. von denen nur ein« wiedergegeben sei. Einer der volkstümlichsten politischen 2krtei- diger war Fürst Urusow. der ''an! seiner Geistesgegenwart und seiner bösen Zunge von den Richtern sehr gefürchtet war. DineS Tage» sagte ihm ein Zeuge, den er. wie e» rm russischen Dante Gabriel Doffetii. 3u feinem 100. Geburtstage. 23t*n Arant Lystirchen. England kann in diesen Tagen den hundertsten Geburt-tag «ine» Künstler» feiern, dessen Eltern Klar nicht auf englischer Erde geboren wurden. r selbst aber cm Londoner Kind war und die britische Kunst In entscheidender Weise beeinflußte Dante Gabriel Ross « tti nimmt in der Geschichte der englischen Literatur al» Lyriker, al» Vertreter der Neuromantik, eine bedeutsam« Stellung neben Gwinburn e. M o r r i » und Browning ein, und al» Maler war er da» Haupt der prärassaelitischen Schul«, schuf jene durch ihre heiße Mystik betörenden Werke aus dem Lebenskreise Dante» und aus der Sagenwelt König Arthur- und jene Bilder schöner Frauen, die wie verkörperte englische Wunsch» träumt anzuschauen sind. Rossetti- Leben erscheint uns wie eine der besten italienischen Novellen von Heinrich Mann. Gabriel Rossetti der Weitere. der Dater, war Neapolitaner, Opemdichter, Museumsbeam- ter, Verschwörer. Als Aufrührer mußte er flüchten und kam 1824 nach London. Dort heiratete er die Tochter eine» Milverschworenen, der sich auch nach England gerettet hatte. Er verdient« sein Brot al» Professor de» 3talienischen und war al» Dantebearbeiter bekannt. Dante war das Feldgeschrei des Hause», an Danteschen Dersen lernte der älteste Sohn, der den Namen Dante Gabriel trug, schreiben und lefen. Tiefsten Einfluß auf diesen aewann die Mutter, deren Mutter eine Engländerin war und aus deren Antlitz, das uns Dante Gabriel, ihr berühmter Sohn, lebensgetreu gemalt hat, ergreifend der Zwiespalt südlichen und nordischen Blutes hervorbricht. Sie entschied auch den Kamps zwischen Dater und Sohn, al» jener sich gegen die Absicht, Dante Gabriel Künstler werden zu lassen, zunächst wehrte. Dieser junge Rossetti, frühreif, phantastisch, unruhig, wie Brentano Immer nur im labilen Gleichgewicht, nach neuen Bereich der Möglichkeit gerückt wird, warum soll sie nicht schon jetzt möglich sein? Man sieht: die britisch« Staat-kunst befinbet 'ich in Aegypten nicht nur politisch, sondern auch taktisch in einer überaus schw.er.gcn Gage. Zrei.ich: nach dem Krä trverhältnis ist der ägyptische 2 aiionalilmu» cdrnsowemg mit K.eilen e» behausen, en .Totengräber" de» Britischen WeltteichS. tric eS der indische Rationali-mu- ift. Außer der ägyptisch n Besatzung-arme« selbst kann England icderzeit in tren.g.m Stunden Truppen und Schiffe au# Palästina und Matta zum S. ez-Kanal ent enden Aber wenn der Fortbestand de» Empire nach der Etn'icht bereit» von Zoe Ehamberlain. aaf dem allmählichen Ausbau der einzelnen Zelle beruht, so ist hier diese« Ausbau für England um so schwieriger und Damit aber die Lag« um so verwickelter, I weil e» sich geopolitisch um eine so empsindliche, I um eine AchilleSserse de» Britischen Well- | reich» handelt. hauptung von einem nationalpolitischem Streben dc» .ganzen Bolkes" in beiden Fällen sehr cum grano sali» genommen werden — wie wäre eS sonst möglich, daß nicht nur in Indien, sondern auch in Aegypten Die Engländer mit einem Häuflein Bewaffneter herrschen können: nämlich mit einer DefatzungSarmee von etwas über 10 000 Mann gegenüber von 16 Millionen Einwohnern? Sin Unterschied aber besteht in der Völker- rechtlichen Stellung Aegypten», und hier liegt auch Der Hauptgrund der gegenwärtigen analo- ügyptilchen Krills Die ganze Oberherrschaft England» ist hier kaum zwei Generationen alt (Die Antelle de» Khedioen 3smail-Pascha am Suezkanalunternehmen wurden erst 1875_ vom englischen Staat erworben, und Die militärische Besetzung de» Lande» datiert erst von 1832). Dabei wurde diese Besetzung von englischer Seite selbst wiederholt als provisorische bezeichnet. Die völkerrechtliche Zwitterstellung Aegyptens ttat aber in» volle Licht nach dem Weltkriege, al» England durch die Akte vom 28. Februar 1922 zwar die .Unabbängigleit“ Aegypten» erklärte, sich zugleich aber folgende vier Reservatrechte vorbehielt: 1. Sicherheit der "Verbindungen des Britischen Reiche» in Aegypten: 2. Dertei bigung Aegyptens gegen direkte oder indirekte Angriffe und Einmischungen: 3. Schutz der fremden Interessen in Aegypten und Schutz der Minderheiten: 4. der Sudan. Run. die britische StaaiSkunst hat es auch in Aegypten, ebenso wi« in ihren anderen Wacht- ßpharen. begriffen, dah durch «in« schroffe Aufrechterhaltung der britischen Reservatrechte der anlo-ägyvti'che Ausgleich kaum gefördert sein würde. 6bc begann Verhandlungen und machte Konzessionen. Die Steuerhoheit und die 3ustiz- hoheit des ägt)ptischen Staate- wurden auch in begufl auf die dortigen Ausländer anerkannt: zum Schutze der letzteren wurde dem Iustiz- ministerium ein britischer Berater beigegeben, der aber von der ägyptischen Regierung abhängig ist. Das ..Foreign Office" ging in diesen Beziehungen weiter al» di« in Aegypten lebenden Fremdenkolonien e» haben wollten. Die Der- handlungen gipfelten schließlich in einem britischen ,.B ü n d n i S" - A n i r a g an Aegypten und In Dem Dor'chlag. die Okkupation noch weitere 10 3ahre fortDauem, dann aber dl« Okkupationsfrage vom Völkerbund regeln zu lassen. D.e Notwendigkeit einer allmählichen Konzession-Politik wurde auch von ägyptischer Seite, namentlich von der gemäßigten konstitutionell- liberalen Richtung und ihrem Dertteter, Dem bisherigen Außenminister Garwat-Pascha, freilich nicht ohne (vergeblichen) Widerstand gegen die britischen Forderungen (vor allem in der DesetzungSfrage) anerkannt. Allein die im Parlament überaus mächtige Partei der Unabhängigkeit. die W a f i. Die vom gegenwärtigen Außenminister Rah^s-Pascha repräsentiert wird, lehnt« daS Ergebnis dieser Derhandlungen als unvereinbar mit der ägyptischen Unabhängigkeit ab. Die Sachlage ist klar: der zähe britische Konservativismus (von dem auch die innere Entwicklung der 3nseln selbst durchdrungen ist) stößt hier mit einem radikalen, nicht auf partielle, sondern auf ganz« Lösungen eingestellten politischen Freiheitsdenkens und Freibeitsstreben- zusammen. Allein selbst derjenige, der von der Unmöglichkeit plötzlicher Aenderungen sowohl In der Innen- al» in der Außenpolitik grundsätzlich überzeugt ist. muß sich doch über daS Verhalten der Engländer eigene Gedanken machen. Don in das leuchtend« Kupfer haar, al- der Sarg geschlossen wurde. Die Zeit ging hin. Rossetti lebte seine Meisterschaft al» Maler. Zeichner und Dichter au», zu seinen berühmten Werken der 3ugend schuf er neue, jene Träume au» dem Leben Dante» und Beatrice», jene seltsam mystischen Schöpsun- gen au» den wallisiichen Sagenkreisen und schließlich die zahlreichen Halbfiguren biegsamer Frauen mit großen wissenden Augen und schwellenden Lippen, für die er immer neue Unterschriften in Gestalt geistreicher Epigramme erfand. Die in der Erde ruhenden Blatter feiner Gedichte lagen wie ein Alp auf ihm. Swindume. Morris und andere 3ünger erwarben mit ihrer Lyrik Dichterruhm. Da tot er, waS sich vielleicht nur durch Die Blutmischung seiner Seele verstehen läßt, etwas Unabeligc«, Mischlinghafte«. Er ließ 1670 die Gedichte wieder auSgraben und veröffentlicht« sie. Wenn «S nicht sicher überliefert wäre, würde man diese Wendung für bösartigen Atelierklatsch halten, für einen Absatz aus Dante» 3nfemo. War es nun das lastende Gefühl dieser Tat, war e» vorzeitige» Alter: obwohl der Schimmer der Kunst und Die Liebe schöner Frauen eS verschönten. da» Leben Dante Gabriel Rossetti» welkte. Da» letzte 3ahrzehnt feine» Dasein» ist erfüllt von Leiden, körperlichen unb seelischen Leiden. Er wurde ganz schlaflos, und während er um seine reifsten Bilder und tiefsten Gedichte rang, und feine Sonette Meilensteine feiner Schlaflosigkeit nennen konnte, gab er sich dem Mißbrauch De» Schlafmittel- Ehloral hin. 3n den nächsten 3obren verdüsterte sich sein Geist, e» kam zu einem Selbstmordversuch Verfolgungswahn, Schwermut und Willen-schwache lasteten auf ihm. ein Zustand von Lähmung befiel ihn, und al- et am 9. Avril 1832 verschied, war e» eine Erlösung von einem Heer quälender Leiden. Ein Künstler, der nicht wie Thoma oder Schwind den Kern der Nation begriff, der aber an den Grenzen ihre» Dasein- tiefempfin- dend spürte und schuf, ein Dichter, dessen eigene» Leben wie seine stärkste Ballade klingt und uni nachfühlend durch die stolzen Höhen und abgründigen Tiefen der Menschheit reißt. Künsten spähend, nach alten Künsten hungrig, quälte sich ein paar 3ahre lang In einer Zeichen- schule unbedeutender Art und kam dann in die Akademie, schon damals als Dersafler formvollendeter Sonett« bekannt. Den Achtzehnjährigen schildert ein Akademiegenoss«: körperlich wenig entwickelt, mit schmalem Körper und nnge- schicktcn Gliedern. Dichte», lockige« Haar fiel recht nachlässig über die breite, etwa» geblähte Stirn. biS auf di« Schultern, Schatten lagen auf den großen leben-gierigen Augen. Die starken Backenknochen traten «nergifch vor, die Wangen waren farblos und eingefallen, schlaif von schlaf- raubender Nachtarbeit. Sr war plattrafiert, zeigte dicke, um nicht zu sagen sinnliche Lippen, unsteten hastigen Gang, ruckweise Schritt« und eine gewifs« gleichgültig« Abgetragenheit des Aeuhe- rcn. Seine Sprache war überstürzt, aus seinen Zügen sprach Herausforderung, geistiger Stolz und unbegrenztes Selbstvertrauen. Alle diese Ding« wurden aber gemildert durch die Empfindung, daß sie natürlich und nicht gemacht feien. Auf der Akademie blieb Rossetti begreiflicherweise nur kurz« Zeit, aber er gewann Damal» Die Künstlersreundschaften, die für ihn bestimmend wurden. Der etwa- ältere □Ha- Don Brown. Holman Hunt und M i 11 a i« waren es besonder-, und an einem Tecabend de» 3obre» 1848 fanden sich diese vier mit noch einigen anderen Freunden zu der prärafsaeliti- schen Bruderschaft zusammen. Zwanzig Sabre vorher waren ihnen Die deutschen „Brüder von St. Ifvdorv'. Corneliu«, Overbeck, Veit. Schnorr, auf demselben Wege voran- gegangen. ruhiger, frommer, gelassener, man raubte sagen: bürgerlicher. 3n England brach sich damals 3ohn Ruskin Dahn und trat in feinem kritischen Buch« .Modern« Maler" leidenschaftlich für eine Erneuerung der Kunst ein. los von der Manier, Rückkehr zur Ratur. Rückkehr zu großen, innerlich wahren Vorwürfen. Die Prärafsaeliten-Brüder wurden feine Verkünder durch Die Tat. Man schuf Werke, mystische, religiöse, landschaftliche, in denen sich Ruskins For- derungen seltsam verschieden und doch wieder im Gleich»ang spiegelten: man erstrebte Natürlichkeit und Kraft der Gebärde, peinlich gute Die anglo-agyptische Lrux. Don ($. Mukderi. Äaum sind Die Folgen de« .stürmischen Empfang-" Der Simon-Komnnsllon in 3ndten verklungen, al» da» Britische Weltreich von einem neuen Konflikt heimgefucht wird: dem mit Aegypten. Man kennt da» jüngste vta- bium Diele» Konflikt«: nach einem wiederholten Austausch diplomatischer Roten, der aber nur tza- Ergebnis hatte. Den Gegensatz in seiner ganzen Schärte benwrtreten zu lassen, ein Ultimatum England« an Aegypten. eine Drohung mit Der Entsendung von Krieg-schissen, der gegenüber das Kabinett Rahas-Pascha nachgibt und die Gesetzesvorlage über Dersamm- lunasrecht. den Stein De« Anstöße«, auf Die Herbst,eslion verschiebt. Es ist jed-m Kinde fiat wie unausrichtig die .Lösung ist. Wenn irgendwo, so gilt hier Da» Wort: ausgeschoben ist nicht aufgehoben. 3a. eine der letzten britischen Roten selbst hat es ausgesprochen: daß durch Die ablehnende Haltung Rahas geicnub-cr Den von feinem Vorgänger Sarwat-Pascha mit den Engländern geführten Verhandlungen zwecks Herbeiführung eines modu« rivendi zwi chen den beiden Staaten — nunmehr Der statu» quo ante dieser Derhandlungen eingetreten ist Mit anderen Worten: daß das ganze anglo-ägypllsche Problem beute mehr Denn ]e in seiner Rackweit fortbefteht Dir haben eingangs diese» Artikels Die analogen Ereianilfe In Indien erwähnt. So wird instruktiv sein dem Paralleli-mus weiter zu verfolgen, yat doch kein geringerer al» Rudolf Äi eilen in seinen .Großmächten der Gegenwart" gerade den Rattonalismus Indien» und Aegyptens (allerdings ohne nähere Begründung) als Den gefährlichsten Toten- gräber des Empire bezeichnet. 3n der Xat besieht aber auch «In solcher Parallelismus in mannigfacher Beziehung und er ist lehrreich für das Verständnis Der britischen StaaiSkunst: hier wi« dort haben es Die Engländer vor allem mit ganz überwiegend agrarischem Land zu tun. Dieser Umstand erscheint un« von auherordent- sicher Bedeutung. Da» Verhängnis Der britischen OberberdcbaU in beiden Ländern besteht darin, daß sie gerade durch dir Umgestaltung der einheimischen patriarchalischen Wirtschaft zwar die Produktion gehoben, aber zugleich alte Wirtschas »»formen zerstört und sich dadurch Feinde erworben hat: man denke nur an die Rolle, die Die Verdrängung Dc» Handwerk« in der Agitation indischer Rationalisten spielt und an die von Gandhi herausgegebene Losung De» .Swaraj", die auch eine Rückkehr zur Heimarbeit verlangt: man denke an di« Verbesserungen der Wasser- Verhältnisse in Aegypten, aber zugleich auch an den erhöhten Wasserzin» De« Fellachen, der außerdem in immer stärkerem Grad« zu einem Handlanger Der Baumwollgesellschaflen wird. Vach den Vereinigten Staaten, Indien und Ehina wird Aegvpten durch Die Umgestaltung seiner Landwirtschaft zum viertgrößten Baum- wolland der Welt, 43—70 Prozent der gesamten ägyptischen Daumwollernte wandern alljährlich nach den Häsen England«, von Den 34 Millionen Psund Sterling. DU den Wert Der Ausfuhr Aegypten« nach England i. 1.1925 bar- stellen, entfallen nicht weniger al« 31 Millionen auf Baumwolle und Daumwollsamen. Auf der anderen Seite jedoch erleichtert der agrarische Lharakter de« Lande« Den Engländern die Herrschaft — waS vielfach Übersehen wird Der Engländer weih sehr wohl, daß in den Agrarbevölkerungen dieser erotischen Länder die .Leidenschaften de« Mögen«", die Sorgen um Aahrung und Acker, die stärksten sind: amtliche englische Report« und private Untersuchungen geben dieser Srkenntni» oft auch un- verhüllten Ausdruck. Dazu gesellen sich starte innere Gegensätze in der einheimischen Bevölkerung selbst: in Indien ist es das vielfalttge Kastenwesen und der religiöse Gegensatz zwilchen Hindu» und Mohammedanern: in Aegypten aber stehen fast 2 Millionen ländlicher Zwergbe- fiter nur 13 000 Großgrundbesitzern gegenüber. Freilich hier fehlen die soeben erwähnten Voraussetzungen für das divide et impera. wie ftetn 3ndien gegeben sind. Dennoch muß die Be- Barde m.tgetcilt« Dersion. daß Lord Lloyd, der britische Oberkommissar in Kairo, Quotationen auf daS indische Vizekönigtum habe und. nach der QSersicherung nicht nur seiner Feinde, imstande wäre. Unruhen zu provozieren um London zu zeigen, daß «r sie auch zu unterdrücken We h. — Sodann aber bi« Okku - pationSfrag« selbst. Riemand kann im Ernst, di« Bedeutung deS Suez-Kanal» für Di« Verbindung Der westlichen und östlichen Hemisphäre de« Britischen Weltreich» leugnen. Warum muß dann aber bi« britische BefatzungSannec niefct eben am Kanal, sondern in Kairo selbst al» ständiger Dorn im Auge der Aegypier lie- aen? Man antworttt hierauf britischerteil»: totU Die Kanal^on« auf die Eüßwasserzufuhr vom Ril au» Ka ro angewiesen ist. Qlllein — so muß man zurückfragen. und so fragen auch die Aeayp- ter mit Recht zurück: wenn Die Zurückziehuna der OkluvationSttuppen auf Die Kanalzone nach zehn Jahren, nach englischem Vorschläge, in Den der Gesetzesvorlage über Da« Versammlungsrecht. die den Stein ins Rollen gebracht hat. behaupten sie, sie schwäche di« Rechte der P^izei und steigere Damit die Gefahr für die Ausländer. Warum haben aber die britischen Behörden ruhig zugesehen, wie das Gesetz wochenlang in der Kammer und Senat in allen Detail» diskutiert wurde, und < . ‘ Unter Mitarbeiter, der Sohn de» ehemaligen russischen StaaiSanwalts und späteren berühmten politischen Qkrteibiger» Sergiu» von Qlndreewsky. schildert anläßlich Dc» bevorstehenden Pro^e'seS gegen bi« im Dongcbiet verhafteten deutschen Ingenieure die bemerkenswertesten und auf- schluhreichsten russischen Pro-ess«. 2lm 15. Ma: beginnen bi« Verhandlungen gegen Die deutschen Ingenieur« in Moskau, bte Der konterrevolutionären Tätigkeit angeklagt sind. Die Richter gehören zu einer Partei, deren Mitglieder sich seit Generationen vor Der zaristischen Regierung wegen umstürzlerischer Tätigkeit zu verantworten hatten. Die Rollen sind nun vertauscht: doch da« Verfahren ist im We'enllichen dasselbe geblieben. Ein politischer Prozeß war in Qiuhland immer eine große Sensation, obwohl die Presse gewöhnlich über öle Verhandlungen keine Einzelheiten berichten durst« und im Publikum daher Die wildesten Gerüchte über das Schicksal der Angeklagten und den Gang der Verhandlungen zirkulierten. Der erst« große politische Prozeß in der russischen Geschichte war die Gerichtsverhandlung gegen die ® e fahr i ft e n . Die adligen Offiziere. Di« tm Dezember 1825 «ine Militärrevolte in P«ter»bl:rg entfesselten. 3n diesem Prozeß waren Vertreter der ältesten adligen Geschlechter Rußland« an- gcflogt: Fürst Trubehkoi. Fürst Wolkonsfi. Graf Murawjew und andere. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß Die Angeklagten nur einem Verhör unterzogen wurden, Die eigentliche Gerichtsverhandlung und die 'Verkündigung de» Urteils sand in Abwesenheit der Angeklagten statt, die in den unterirdrschen Kerkern der Peter-Paul-Festung auf ihr Schicksal warteten. Das Urteil lautete für einige auf Tob, für ander« auf lebenslängliche 'Verbannung nach Sibirien. Erst am nächsten Tag wurden die Qkt- urteilten einzeln in ihren Zellen von ihrem Schicksal unterrichtet. Verteidiger gab c« In diesem Prozeß nicht, da das alte Rußland die Institution der Rechtsanwälte überhauptnicht kannte. Die Angeklagten waren vollständig schutzlos, um so mehr, al« e« keine Berufung gab. Der nächst« große politische Prozeß wurde im Jahre 1849 geführt. Es war die Qkrhandlung gegen die Mitglieder der Qkrtchwörung P e t rasch e w s k i s , der einen Umsturz herbeiführen wollte und eine Beschränkung der Zarenmacht durch eine Volksvertretung plante. Unter den Angellagten befand sich auch Dostojewski, der wie die andern zum Tode verurteilt wurde. Man schleppte den Dichter sogar zum Salgen und begnadigte ihn erst im letzten Qlugen- Hid. 3m intimen Kreis erzählte Zar Rikolau« I. später, daß er Dostojewski dis zum letzten Augenblick im Todesangst schmachten lieh, um chm al« Dichter einen „interessanten Stoff zu einer psychologischen Arbeit zu bieten." Auch dieser Prozeß wurde ohne Verteidiger geführt. Erst im 3ahre 1884, nach der Justiz- Gerichtssaal Brauch war, mit ..Herr Zeuge" anredete: „Ich bitte, mich Exzellenz zu titulieren, da ich, wie Ihnen bekannt ist. den hohen Posten eines MilttärgouverneurS bekleide." — „Sehr wohl, Se-ellenz," erwiderte Urfeto schlagfertig, „ich verlange aber, daß Sie mich bei Ihren Antworten mit Durchlaucht onreden, da mein uralter Adel dieselben Ansprüche aus Achtung hat wie Ihre hohe Stellung/' Aach der Ermordui^ Mexander II. wurden in einem sensationellen Prozeß die Mitglieder der Verschwörung, die den Zaren um- Leben gebracht hatten, zum Tode verurteilt und -um erstenmal in der russischen Kriminalgeschichte öffentlich aus dem Marsfeld ausgehängt. Unter den Gehenkten befand sich die schöne Revolutionärin Sophie P e r o w s k a. Auch während der Regierung des letzten Zaren mangelte e- nicht an aufsehenerregenden politischen Prc^essen, von denen der sen- sationellft« der Prozeß gegen die sog. „Aufrührer von Wibotg" war. Als im Juni 1906 auf DefHl des Zaren die Duma mit DeWalt aufgelöst toutöc, begaben sich mehrere Abgeordnete nach der Stadt Wibora in Finnland und richteten von dort ein Manifest an das russisch« Bolt, in dem sie es zum Aufruhr gegen di« Zarenmacht aufsorderten. Als sie nach Rußland zurückkehrtrn, wurden sie verhaftet und mußten sich vor dem Obersten Gericht verantworten. Unter den Angeklagten befanden sich zahlreiche Mitglieder der Kadetten, darunter Rabockow. der Sohn de- früheren Iustizministers, eine in den liberalen Kreisen Rußlands hochangesehene Persönlichkeit, der einem Attentat eines russischen Emigranten in der Berliner Philharmonie vor einigen Jahren zum Opfer fiel. 5h« „Wi- borger Verschwörer" wurden zu einer ziemlich milden Strafe, einer Festungshaft von sechs Monaten, verurteilt. Schließlich sei noch ein überaus interessanter Fall erwähnt, von dem die Oeffentlichkeit niemals etwas erfahren hat. Ich entnehme ihn den vor einigen Jahren in Berlin in russischer Sprache erschienenen LebenSerinnerungen meines Vaters, der in diesem sensationellen Prozeß die Verteidigung übernommen hatte. Der preußische S!aat-a g:hörige K a s p r s ch a k , ein angesehenes Mitglied dar deutschen sozialdemkEratrschen Partei und Reichstagskandidat begab sich im Jahre 1904 nach Rußland, um sich dort an der revolutionären Propaganda zu beteiligen. In Warschau wuvdr er von den Mitgliedern der Ochrana überrascht. Als mehrere Geheimagenten inS Zimmer ftür ten, erschoß er vier von . hnen und verstümmelte in einem Anfall von Raserei die Leichen mit einem Messer. DI« Verhandlungen gegen Kafprschak begannen am 17. Juli 1905. Der Angeklagte antwortet« auf keine Frag: und murmelt« ununterbrochen: „Ich heiße Meier." Der Verteidigung gelang es, daZ Gericht zu bewegen, Kasprs.-ak auf seinen Geisteszustand prüfen zu lassen. Er wurde jedoch für gesund erklärt und ein Jahr später im Hose der Warschauer Zitadellr gehenkt. Das hessische Gewerbesteuergesetz 1928. Bekanntlich wird seit dem Jahre 1920 in Hessen die Gewerbesteuer aus Grund de- Gemelnd umlagenaesetzeS erhobest. 1925 wurde eine Regelung dahin getroffen, daß für die Ermittlung de- Ertrag«- der Rohertrag 1 ausschlaggebend war und nur die geleisteten . Löhne in Abzug gebracht werden konnten. Da 9 dieser Zustand aber für u n h a l t b a r gehalten , wurde, hatte die Regierung bereit- im Vorjahre einen Entwurf für ein neue- Gewerbesteuergesetz cingebrachl, der aber damals vom Landtag nicht verabschiedet worden war. Maßgebend für die Besteuerung nach dem neuen Gesetz ist das Gewerbekapital und der gewerbliche Ertrag. Für beide Faktoren ist eine Ermäßigung unter gewissen Umständen vorgesehen. Von der Gewerbesteuer sind jetzt befreit: a) Molkereigenos enschaften, Winzervereine und andere Vereinigungen zur Bearbeitung und Verwertung der selbstgewonnenen landwirtschaftlichen ober gärtnerischen Erzeugnisse der Mitglieder, unter denselben Voraussetzungen, unter denen auch der Geschäftsbetrieb de- einzelnen Mitgliedes hinsichtlich seiner selbstgewonnenen landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Erzeugnisse von der Gewerbesteuer befreit ist. _ b) Unternehmungen, die nach der Satzung, Stiftung oder sonstigen Verfassung ausschließlich aemeinnützlgen oder mildtätigen Zwecken dienen. c) Die Tätigkeit der öffentlichen oder dem öffentlichen Verkehr dienenden Sparkassen, soweit sic sich auf die Pflege des eigentlichen Spar- kasfenverkehrs beschränken. d) Der Betrieb von DerkehrSanstalten durch Verbände de- öffentlichen Rechts. e) Die Ausübung «ine- amtlichen Berufes, einer künstlerischen, wissenschaftlichen, schriststelle- rischen, unterrichtenden oder erziehenden Tätigkeit. e- fei denn, daß damit der Betrieb beson- sonderer Anstalten oder Unternehmungen verknüpft ist. Als Gewerbebetrieb im Sinne dieses Gesetzes gilt aber die Ausübung des Berufes der Rechtsanwälte, der Aerzte. der Tierärzte, der Zahnärzte, der staatlich geprüften Dentisten sowie der Architekten, der Geometer, der Markscheider, der Heilgehilfen und Hebammen, die also steuerpflichtig sind. Die von den Sozialdemokraten erneut geforderte Steuerfreiheit der Konsumvereine ist a b g e l e h n t worden. Don dem Dewerbekapital dürfen im übrigen die .Schulden" für Rohstoffe. Warenvorräte, einschließlich der in Bearbeitung befindlichen, oder bei Geldinstituten die dem Gewerbe dienenden baren Vorräte an Geld und Wertpapieren und die AktivauSstände abgelebt werden Ueberflciat da- Gewerbekapital 500 Mark nicht, so wird hiervon keine Steuer erhoben. Maßgebend für den Ertrag ist das Kalenderjahr 1927. Ein Gewerbeertraä von weniger als 1200 Mark wird nicht versteuert. Das Gesetz bringt namentlich für landwirtschaftlich« und Forstbetriebe Vergünstigungen, während die Besteuerung der freien Berufe, die gegen die Absicht der Regierung beschlofsen wurde, für diese Berufe und die Finanzverwaktung eine neu« Belastung darstellt. Die Raumnot Der Gießener Volksschule Wie wir in unserer Ausgabe vom Mittwoch mitteilten, hat das Gießener Stadtpar- l a m e n t einstimmig eine Vorlage der Stadtverwaltung genehmigt, durch die unter Aufwendung von rund 1 600 OOO MI. neue Schul- räume für die Volksschule u n D Fortbildungsschule auf dem Wege deS AnboueS an die Gewerbeschule und die Schillerschule, sowie eine- Schulhausneubaues in den Eichgärten geschaffen werden sollen. Ucber die Baupläne haben wir an Hand der Denkschrift der Stadtverwaltung bereit- am Mittwoch berichtet. Rach- stehend fei noch der Begründung der Dor- läge Raum gegeben, aus der ersichtlich ist, daß die Reubauten in der Tat eine dringende Rotwendigkeit sind. In der Denkschrift der Stadtverwaltung wird darüber folgendes ausge- führt: Schon Anfang dieses Jahrhunderts reichten die vorhandenen Volksschulgebäude zur ordnungsmäßigen Unterbringung sämüicher Klaffen der hiesigen Volksschulen nicht mehr aus. Man suchte dem Rotstand durch Ausstellung von Döker- schen Baracken lPestalozzi- und Gortheschule) abzuhelfen: diese Baracken sind jetzt abgängig und müßten erneuert werden. Im Jahre 1907 erhielt die Volksschule dadurch ein weiteres Gebäude, daß ihr daS seither von der ehemaligen höheren Töchterschule in der Schillerftrah« benutzte Gebäude zur Verfügung gestellt wurde. Auch damit war den Raumbedürfnisirn der Volksschule noch nicht genügt. Es mußten weitere Baracken, die in Backstein ausgeführt wurden, im Hofe der Schillerstraße erstellt werden. Der Zustand dieser Baracken ist noch ein befriedigender. Insgesamt sind 7 Baracken mit 9 Klassen für Schulz weck? errichtet worden: davon stehen zur Zeit noch 6 Baracken mit 8 Klassen. Es ist vom Standpunkt der Jetztzeit zu bedauern. daß man vor dem Kriege die Raumnot der Volksschulen durch kleine Mittel bekämpfte, anstatt Re durch Erstellung eines neuen DolkS'chulgebäudes restlos zu lösen. Rach Beendigung des Krieges ft leg die Raumnot der Volksschulen in besonderem Maße. Es sei nur an die Einführung der Grundschule, die den Volksschulen etwa 200 Schüler jährlich mehr brachte, sowie an die ftärtere Unterteilung des Volks schulwesens iRormalklassen, Förderllassen, Hilssllasfen und Klassen mit erweiterten Lehrzielen) erinnert. Ganz besonders schlimm geflauten sich die Verhältnisse für die Fortbildungsschule. Dor dem Kriege bestand in der Stadt Gießen zwar eine Fortbildung-Schulpflicht: sir galt jedoch nur für Knaben, und der Unterricht wurde in den Rachmittagsstunden ab- gehalten. Cs war daher ohne weitere Schwierigkeiten möglich, ihn in den vorhandenen Volks- schulgebäuLen zu erteilen. Anders wurde dies jedoch mit dem Inkrafttreten des Volksschul- grfetzes vom 25. Oktober 1921, das die Fortbildungsschulpflicht für Knaben und Mädchen ein- führte und außerdem den Unterricht in die Tageszeit legte. Eine Benutzung der VollS- schulgebäude schied damit fast völlig aus. Für die neue FortbidungSschul« wurde somit die Beschaffung eigener Räume, di« nur durch einen Reubau zufriedenstellend erfolgen kann, erforderlich. Die ungünstige wirtschaftliche und finanzielle Lag? der Stadt in der Inflationszeit und den folgenden Jahren verzögert? die Inangriffnahme eines ReubaueS. Zur Beurteilung der voraussichtlichen Ent- wicklunz der Dolks'chulen fei nachstehend eint Ueber'icft über die jährliche Zahl der Geburten, der Volcschulkinder, der vorhandenen Klasien sowie über die durchschnittliche Klassenstärke gegeben. Bei dem Vergleich der Geburtenziffer mit der Zahl der Volksschullinder ist zu beachten, daß diese mit 6 Jahren durchschnittlich in die Volksschule ein treten, daß die Einheitsschule 4 Jahre dauert und daß die Volksschule mit dem 14. Jahre verlassen wird. Zuverlässige Schlüffe lassen sich aus der Geburtenziffer der einzelnen Jahre auf dir nach 6 Jahren zur Aufnahme kommende Schüler^ahl infolge von Zu- und Wegzügen und sonstigen Umständen erfahrungsgemäß nicht ziehen. Jahr S n 1 Volksschule Schüler Vorschule Schüler (Mejamt* zahl jal)t öei Bollsschup- klassen 'Z Zz"<3 es — 5p 1910 822 2589 374 2963 59 43,8 1911 606 2720 387 3107 61 44,6 1912 578 2789 358 3147 63 14,3 1913 598 2821 391 3212 64 44,0 1914 522 2851 384 3235 64 44,5 1915 413 2831 374 3205 51,4 1916 367 2827 395 3222 57 40,6 1917 309 2770 404 3174 53 52,3 1918 349 2696 474 3170 59 45,7 1919») 549 2805 318 3123 60 46,8 1920 698 3003 178 3181 76 39,5 1921") 704 3046 3046 80 38,1 1922 639 2890 2890 81 35,6 1923 552 2649 2649 73 36,3 1924 576 2453 2453 66 37,2 1925 559 2385 2385 65 36,7 1926 528 2561 2561 68 37,7 1927 517 2715 2715 69 39,8 •) Beginn des AbbauS der Vorschule. ♦•) Grundschule durchgeführt. Die Tabelle gibt zu folgenben Erwägungen Anlaß: Der außerordentlich starken Steigerung der Geburtenzahl in den Jahren 1920 und 1921 ist bald ein anhaltender Rückgang gefolgt. Es darf wohl angenommen werden, daß die Zahl sich etwa bei 500 dauernd halten wird: damit liegt die Geöurlcnzahl um etwa 100 unter be;< des Jahres 1910. Dagegen ist jedoch zu beachten. daß durch das Bestehen der vierjährigen Grundschule mehrere Hunderte Kinder der Volksschule zugeführt werden, die früher die Dor- fchulen besuchte.'.: dadurch tritt eine Erhöhung der Schülerzahl der Volksschulen ein. Insolgv- dessen ist z. 2. die Zahl der Schüler in 1927 mit rund 2700 etwa um 100 höher alS die in 1910 mit rund 2800. Die S.ärke der einzelnen Jahrgänge der Volksschule ist zur Zeit eine außerordentlich abweichende und abnorme: Die Kriegsjahrgänge 1914 biS 1918 sind der Zahl nach sehr schwach, während die Jahrgänge 1919 Stenographentagung in Wetzlar. Dem Reichskurzschriftverein GabelSberger in Wetzlar war in diesem Jahre die Früh- j a h r s b e » i r k S t a g u n g de- Bezirk- Gießen t m Hesf. -Raff. Kurzschrift- verband ^GabelSberger" (Verband der Einhcitskurzschrift) übertragen worden. Schon am Samstagmittag kam eine große Anzahl von Kurzschriftlern nach Wetzlar, um an der Unterrichtsleiterbefprechung tcil- zunehmen. Dr. Große- Marburg hatte das Referat über das Thema „D i e Anschauungstafeln im K u rz s ch r i f t u n t « r - richt" übernommen. An Hand von sechs großen Anschauungstaseln entwickelte er seine Ansicht über den Wert von AnschauungStafeln. Georg Wahl- Gießen hatte sich als Thema für seinen Vortrag „Die erste Unterrichtsstunde in einem Stenographenverein" gewählt. An der Aussprache, die sich an beide Vorträge anschloh, beteiligten sich eine ganze Reihe von UnterrichtÄeitern. so Lehrer Freutzer - Friedberg, Alex Karnbach- Gießen, Lehrer Georg S ch r ö d e r - Metzlar, Referendar G a n s - Marburg, Kirckner- Wieseck u. a. Die Meinung der verschiedenen Redner ist dahin zusammenzufassen, daß man die AnfchauungStafeln wohl im Anfangsunterricht entbehren kann, aber nicht die lebende große Schrcibtafel. Je mehr man letztere benütze, desto besser fei es für den Schüler. Die Anschauung-- tafeln könnten für di« Fortentwicklung recht gute Dienste erweisen, müßten aber unbedingt klar und übersichtlich fein, was man an den jetzt erschienenen Anschauungstafeln zum Teil vermiss«. Daß die Sütterlin-Schrist für die Stenographie vorteilhaft sei, wurde allgemein stark bezweifelt, weil ihre Zeichen schwer mit den jetzigen stenographischen in Einklang zu bringen Die Vertreterverfammlung, die am Abend stattfand, hatte eine reichhaltige Tagesordnung aufzuwelsen. Der erst« Vorsitzende, K. H. Kuhl-Gießen, leitete die Versammlung. Rach feinem Bericht zählt der Bezirk zur Zett 16 Vereine mit 1280 Mitgliedern. Ucberall hat sich die neue EinheitskurÄchrift eingeführt und als eine gute und brauchbare Stenographie erwiesen, so daß die in fit gefetzten Erwartungen Watt übertroffen sind. 6r wies besonder- auf den Wert der Ee^chäftSstenographenprüfungrn an den Handelskammern hin und bedauerte, daß die Industrie- und Handelskammer in Wetzlar bis fetzt derartige Prüfungen noch nicht eingeführt habe. Große Srfvlge find mit der Reich-kurz- schritt errungen worden, und die Zeit ist nicht tnehr ferne, wo in allen Kontoren, Bureaus und Aeintern nur noch die Reichskurzfchrift angewandt werden wird, denn an den Schulen darf ja nut noch die Reichskurzschrift gelehrt werden, und der Jugend gehört ja bekanntlich die Zukunft Der Rechnet des Bezirk», Ludwig G rave l i u -- Gießen, konnte über einen günstigen Stand der Kasienvechältnifs« berichten. Rachdem m längeren Debatten der geschäftliche Zeil erledigt und Marburg als Ort für den Herbst- be,y.rI4tag bestimmt war. blieb man noch kurz« 8eU unter den Klängen einer Kapelle beisammen. Am Sonntagrnorgen trafen in großen Scharen die Wettschreiber ein. Diele Autowagen brachten die Kurzschriftler schnell nach der Spil- burg. Dort mußte man feststellen, daß die zum Schreiben vorgesehenen Räume bei weitem nicht ausreichten, um die Wettschreiber unterzubrin- gen. Das schöne Wetzlar und da» herrliche Frühling-Wetter hatten eine große Anziehungskraft auf die Stenographen au-geübt, so daß insgesamt 445 Personen dort ihre Kräfte im friedlichen Wettkampfe maßen. Sine gewaltige Arbeit hatte der Wettschreibausschuh zu leisten. Sie wickelte sich aber glatt ab. wenn auch mit einiger Verzögerung infolge der großen Anzahl der erschienenen Wettschreiber. Auch di« Cyren- vreise, welche die Vereine, die Stadt Weizlar, oie Angeste Ilten-Verbände, die Industrie und der Handel, sowie einige Gönner gestiftet hatten, waren ein gutes Zugmittel für daS überaus zahlreiche Erscheinen der Wettfchreiber. Das Festessen fand im „Riefen" statt, der kaum die Gaste taffen konnte. Während eine Führung der Fremden durch Wetzlar statthand und sich im .Schützensarten" ein gemütliches Beisammensein entwickelte, arbeiteten die Prüfer und Werter noch angestrengt an dem Feftstellen deS Ergebnisses über bie Wertung der 445 abpdieferten Stenogramme: sollte doch bas Ergebnis noch am gleichen Tage betanntgegeben werden. Tatsächlich brachte der Wettfchreibaus- schuß mit einer Unterstützung einer Anzahl begeisterter Stenographen es fertig, daß oas 6t- gsbnis um 61/3 Uhr im Schühengarten bekannt- gegeben werden konnte. 2lbend- aab der Wetzlarer Reichs- tur»schriftverein zur Feier seines 3 5. Stiftungsfeste- eine Wendunterhattung mit Theateraufführung usw. im ..Schützengarten". Von Den auswärtigen Stenographen war noch eine ganze Reihe in Wetzlar geblieben, ein Zeichen, daß e- ihnen dort gut gefiel. Der erste Vorsitzende des Wetzlarer Vereins. Adolf Müller. begrüßte die Gäste und Kunstgenoffen. Er gab in kurzem Umrissen die Geschichte des Vereins, der sich au- kleinen Anfängen im harten Stzstemkampf behauptet und dank feiner rechtzeitigen Umstellung auf die Reichskurzschrift die Mitaliederzahl auf eine beträchtliche Höh' gebracht hat. Er dankte auch der Stadtverwaltung, den Firmen des Wetzlarer Handel- und der Industrie, lowie den kaufmännischen Verbänden für die gestifteten Tbrenpresie. DaS gleiche tat auch der erste BezirkSvorti-tzende. K. H. Kuhl. In einer kurzen Ansprache Die Darbietungen bei der Abenounterhallung waren so ausgezeichnet, daß alle Teilnehmer sich gerne noch der In Wetzlar verlebten Stunden erinnern werden. (5vang.-kirchliche $raucnt>ereme OberheffenS. De Oderhesfischen Svangelifch- Kirchlichen Frauenvereine versammelten sich am Dienstag im fcaft Leib zu ihrer ZrühjahrStagung. Rach dem gemeinsamen Gelang von zwei Verfen des Liedes ..Sei Lob und ®or dem höchsten Gut gab Frl. Dahrendorfs al- Ge'chäits'sührer.n den Jahresbericht. Der Verband ist weiter gewachsen und zählt nun in 195 Vereinen 36 000 bis 1922 außergewöhnlich start find. Mit dem Jahre 1936 werden diele Unregelmäßigkeiten verschwunden 'ein. Der Umfang dcs schon feit Jahrzehnten bestehenden Mangels an ordnungsmäßigen Lchul- täuraen gibt bie Gewißheit, baß trotz des ein* getreuen und eines etwa noch cintreienbea weiteren Gebur enrüdgangei bei Ausführung bei vorgeschlagcnen Bauprvgramms (über daß wir in Rr. 109 des „G.cß. Anz." vom 9. Mai lereittz berichtc en. — D Red.) d:e zu erstellenden Schul* räume benötigt werden. Im folgenden sei e.ne Uedersicht über die <,ahl der vorhander.en Klassen der Volksschulen und der Fortbildungsschulen sowie ihre Unferbrin» gung im einzelnen gegeben. 1. Volksschulen Diese bestehen 1928 aus folgenden Klaffen: 60 Dorrnalklasien, 5 Zördcrklaf'e.n ? GtllSllasien und 3 Klassen mit erweiterten Lehrzielen asio zusammen 70. Sie sind wie folgt unlergebracht: e)Pestaloz»ifchule: 17 Klaffen im Hauptgebäude. 6 Klaffen in der alten Alicesch 2 Klaffen in Baracken, zusammen 25 Klaffen Es fet ben-.e.ft, daß sich tm Ho e der JeftaioMi- fchule noch eine weitere Baracke befindet, in der jur Zeit eine Klaffe der Gewerbe- und Ma- fchinrnbauschule untergebrach' ist. b} Goetheschulc: 21 Klassen im Haupt« gebaut)?, 1 Klass« In einer Baracke, 1 Klaff« int siraelitifchen Religion-hau- Lonhstraße. zusammen 23 Klasien. c) Schillerschule: 18 Klasien im Hauptgebäude, 4 Klassen in Baracken, zusammen 22 Klassen. Bemerkt fei, daß im Haup'.gebäude 19 Säle vorhanden sind, 1 Saal wird jeSod? zur Zeit von der Mädchen'ortbilbung-schule benutzt. II. Die Fortbildungsschule besaß im Schuljahr 1927 81 ganze und 9 halle oder 85'/. Klaffen. Dies« verteilen sich wie folgt: a) Allgemeine Abteilung 13 Klaffen in der allen Klinik. b) Gewerbliche Abteilung 33 Klassen. Davon sind 24 Klassen in den Behelf-bauten, 5 in der alten Gewerbeschule Afterweg, 3 in der alten Klinik und 1 Klaffe in der Gewerbe- und Mafchinenbauschule untergebracht. c) Kaufmännisch« Abteilung 15 ganze und 4 halbe Klassen. Diese befinden sich in der alten Klinik. d) Mädchenfortbildungsschule 20 ganze und 5 halbe Klaffen, die in 3 Kiasfenräumen und 1 Küche in der Deustadt sowie in 1 Klaffenraum in der Schillerfchule unterrid).et werben. Hinsichtlich der Klaffenzahl der Fortbildungs- fchulen und ihre- Raumbedarf- ist Darauf hn> zuweisen, daß nickt wie bei der Bollsschule jede Klasse einen Klassenraum braucht, da Der Ain erricht der Fortbildungsschulen wöchentlich n ir acht Stunden beträgt; hiervon bestehen kleine Abweichungen, die außer Betracht bleiben können. Daher können in einem Klassenraum jeweils fünf Klasien der Fortbildungsschulen untergebracht werden. Die Gesamizahl von 85'/, So.t- bildungsschulklasien erfordert demnach minDesten- 17 bis 18 Räume. Mitglieder. Gs fanden 12 Verbandsveriamm- lungen statt, und mit Arbeitstagungen im kleineren Kreis wurde ein verheißungsvoller Anfang gemacht: der Jahresbericht zeigt im übrigen. wie groß noch hier die Ernte, und schließt mit der Bitte um Arbeiter in diese Ernte aus den Krevfen der Frauen. Der KafseTckericht ergibt ein günstiges Bild. Es folgte der Vortrag von Frau Maisch- Stuttgart über daS Thema: „De r Dienst der Frau an der Gegenwart". Schon vor 1918 war die Stellung der Frau in der Welt eine ander« geworden: das kam durch die Technik: auch der lleberschuß des weiblichen Geschlechts gegenüber dem männlichen (z. B. 8 Millionen Mädchen hn heiratsfähigen Alter mehrt änderte feine Stellung. Die Entwicklung zurück- fchraubEn zu wollen, wäre gegen Gottes Willen. Er will, daß die Frau sich in der gegenwärtigen Krise auf ihre Aufgabe besinne. Sie darf sich nicht auf da- „Ich' ihrer Familie beschränken und nicht „Wahlmüdigkeit" an den Tag legen, wo ein Recht gegenüber dem Staat ihr kaum gegeben ist: sie muh dafür sorgen, daß christliche Persönlichkeiten in alle Parteien kommen. Auf ge'etzlichem Wege sind Handhaben zu erstreben, daß die Frau z. B. bei Trinkern einen Teil dr- Einkommens erhält: in die'er und ähnlichen Fragen ist ein Händereichen über all« Parteiklüfte hinweg möglich. Die allen Frauen irrnewohnende Mütterlichkeit gibt ihnen eine besonders starke gerne.nschaftbildende Kraft. Wahrhafte Gewilfenhastigkeit gibt nur die Schulung am Evangelium: sie gibt auch echte Duldsamkeit. Achtung vor der lleberzeugung anderer. D c durch die verschiedenen Deftanlchauungen in der Oesfentlichfeit sich ergebenden Spannungen sind zu beachten: fo zu achten auf Kunst und Mulis. Kind und Mode. Sin seines Ohr und Au^e für das. waS in der Oeffentlichteit vvrgeht ist oft wichtiger als viel lesen und viel reden: ein machtvoller Wille aller Gewisfenhaften könnte das Hochkommen von nur auf das Diesfeits Eingestellten verhindern. Auch die Dollsgemein'chaft ist etwas Gottgewolltes: im Kampf gegen die Wohnun^not argen Schund und Schmutz, für di« Kinder stehen Frauen der Svangetilchen Verbände in vorderster Front. Da- Haus der deutschen Volksgemeinschaft kann nicht ohne die «0000«!:^« Frau gebaut werden; der Lhristen- glaubc muß sonnenhaft machen und die Frau vor Müdigkrit schützen. Das verarmte Deutschland braucht nicht die größten Sportplätze in der Zeit der Dohnung-not. auf deren Konto Diele unferer Sh-scheidunacn kommen. Die Religion steht und fällt mit dem Familienleben Gesundheit deS Volkslörper- bedeutet feine Fruchtbarkeit (Geburtenrückgang!); und diese Fruchtbartctt ist polltisiche Wach:; echtes Stauen- tum und echte Wanne-würde sind nicht möglich ohne die Liebe zum Kinde. Augustin: ..Gebt mit bessere Wütter und ich will euch eine befe fetc Well geben!“ hat noch heute recht. Den Sonntag gilt es nicht zu verlieren, mir dann hat man den Segen deS Werktag- Im Hamen der Versammelten sprach die Vorsitzende. Fürstin Srbach-Schönberg, den Dank aus für den trefflichen zu Hetzen gehenden Vortrag. A0l1 FZ LZ lSng«' 5tr Dienst Alstetnun! LE „Ä.ftt Hütt l ölbiotir Lüsehr rtj ortet in l«ir •ripdioi» un tit Äel'g- doi daulu' fr* Dt>. D»'ophte I a die nicht« Drnli-mui btt Lhnstent fettiid) unlei liflion unb nmgßbeöUDi pul und tin, wenn ir rtrd. Die \ Kt auch Wp fit Len'chen m Heflgio9, licht Aeligm fertilrn in s -twanenglau Rufe da eins llltn Xrtair T'te Mnm, Theater und ligicm bring der Äu'gabe scha'' geht < Ränbiguni iß bar. Seiten jm, die mir i Dttbünnk *t nicht gecig acht wichtig p: bevuftiw die stinlührun komm, darf. Philosophie t lein: dal vir! Llslprache ve pfatitt öch dl Rechner ü' öti -larrverei sich dl rtr < Mrl w b der leilfe:iqi wickerstvähl leine selbstlos Gifenbafm Die ordentlj bahner-hetmstö un Eismbahnh NiRenbtn d t n B m a n n, m* Mnuncjj • tht. Sflrg «Jki? 8außl ®Wmwfen tii Diel 4 Uhr, । Heuchel Oft rom Ste Qoff( frai , Freit Hebe Sdi 1 ssl!s'chu!<. jede icht, da der Ur. et« i todchensslch nir on bestehen (Lernt ach! bleiben lvnncv. iassenrouni jelveitt gSschulen untergt* y Don 351/} Art» emnach mlnMml ia 5en- 2 gtMubt al wird irdvch in? 'ungSschulebmL uguni tanl DetbaMveöemm. Hayingen im Iki* hrihunzLvviler Ansicht zeig! im übri- Ernte, und schließt in dies« 6rnk aus « Kassenbericht er- in Frau Dai sch- >r Dienst der rart". Schon vx Frau in der M in durch dieLechml. schlichen DelchlrchtS , J. 8 Mllivnen ^Altrr m«br> an- SniDicüung »b a?n Gottes Adlen. in der Mnv-r- e besinne. See °«n ■t Fannli« beschr^ .feit" an den rach:! dm Staat chc Dafür sorg««- W .|ibp*n5 ^iTrinkrnemen i; in biv« an« i 9® B/s.-tr- iStä ;S?“S «“Ä m«* 5 tit&s iiy® ui i» «“Ä» , r^l^ : W Sm ES I?«8 ru » rti« "'S 3 *' jclt 0 Hauptversammlung des hessischen Evangelischen pfarrvereins. Stark besucht taste die Hauptverlarnmlung am » Mai in Frankfurt a M und wurde nach Gelang. Schrtftlesung und Gebet des Plärrer» Aeb, Darmstadt, vom 3ot|i|enttn D 3aubt Plantg. etofnet 9t begnthte besonder» der M»ep residenten der «i rchenre Gerung. Ober- Archenral Dr. D a h l e m. und verlas den 3avre», bencht et zeugte von reger Irbetl Im Torlanb, In den Einzelnen Provinzen und 'Begtrfen. Der Mitgliederstand beträgt 450; der zwölf verftorberen Mitgl.eder wurde in der übuchen Ic k gedacht. Dr Dahlem gab einen eingehenden Bericht über die gegenwärtige finanzielle Lage der Landeskirche und die Gehaltstage. e» schloß sich eine längere Aussprache an und wurden ver- »chiedene Entschteehungen gelabt. Die von Dekan auher Dienst R b » ch e n. Wirhausen. vorgetragene Rechnung ergab ein günstige- Bild. Der Schriftte.ter D. 5 r i 1 s ch. Ruppertsburg. berichtete Ster den setzten Jahrgang de» ..hessischen Kirchenblatts" Die TZ.lotbeit der Mitglieder war sehr rege: auf einmütigen Wunsch bleibt er weiter in seinem Amt. Privatdozent D. Matthe». Darmstadt, hielt den Hauptvortrag über .Dermanengloube. philosophische Religion ü. Christus- rellaion“. Der Wahrte.t-bewei» der Religion liegt In der Grlebn.Skraft: die Philosophie hat um die Religion da» Verdienst ihrer Dergeisti- gung. Paulus und Luther sahen deutlich die Gegensätze von Religion und Philosophie. Die Philosophie tritt al» Popularphilosophic auch in die nichtchriftlichen Streift: die AeUgion des 3beall»mu» ist eine andere Religion al» die de» Christentums. Die Religionsphilosophie lehrt deutlich unterscheiden zwilchen philosophischer Religion und Religion mit normiertem Oftenbo- rungsbewußtsein (Kaiholiztsmus, Prote'lantis- mu» und Judentum). Da» LhristuSerlednis tritt ein, wenn in und hinter Christus Gott gesehen Wirb. Die Philosophen fajen uralte Weisheit, die auch schon Paulus kannte, ebenso wie Jesu» die PopularphFo'ophie seiner Zeit. Die meisten Menschen machen drei Stufen durch: primitive Religion. popularphilosophUche Religion, christliche Religion. Diese Entwicklung ist vorzubereiten in Predigt und Unterricht. Was am Cbennanenglaui en edel ist. kann in unsere Unter- flute da eingebaut werden. Die Benutzung de» Alten Testatrents hilft zu kritischer Würdigung. Die Führung der Jugend durch Radio. Kino, Totaler und Presse in der philosophischen Religion drängt zu energischerer Inangriffnahme der Aufgabe. Da» höchste Streben der Lehrer- scha» geht auf die Sinheitsreliaion, die Verständigung ist schwer, weil man ru den verschie- denci. Seiten nicht klar sieht. 2., den Sicherungen, die wir in Hessen haben, gilt e» sestzubaiten Verdünnte Religion mit einem halben Lhristus ist nicht geeignet, die Sirnultanfchule zu retten. Sehr wichtig ist die Leitung do» LehrerstandeS zu bemühtem evangelischen Christentum, wobei die Einführung in die Philosophie nicht zu kurz kommen darf. Ein Ischmasch von Religion und Philosophie wirb dann in 3uhmft unmöglich lein: da» wird dem Volke zugute kommen. Sine Aussprache verbot die vorgerückte Stunde. Pfarrer S ch u l t h e i ». Gros en-Linden. sprach all Rechner über den Stand der HilsSkasse bei Pfarrvereins Der gemachte Anfang erwieS sich als eine große Wohltat: der Antrag, durch Gehaltsabzug für ein weiteres Jahr nochmals Mittel zu beschaffen, wurde angenommen und der fellfe-ige Vorstand für ein weitere» Jahr wieder ewählt: dem Rechner wurde herzlich für feine selbstlose Arbeit gedankt. (Eisenbahner-Heimflättenverein Giessen Die ordentliche Generalversammlung des (Elfen- lmhner Heimstätten verein» fand am Mittwochabend im Eifenbahnhotel Hopseld unter der Leitung des llorfihenben des Aussichtsrats, Maichineninfpektor Landmann, statt. Den Geschäftsbericht über da» Rechnungsjahr 1927 erstattete der Schristsuhrcr Weber. Daraus war zu entnehmen: yn bezug auf die Bautätigkeit bedeutete da» Jahr 1927 gewissermaßen einen Stillstand. Die Gelöndebesctwf- fung war es welche graste Schwierigkeiten bereitete. Nachdem am Wartweg im 5lur X pasirnder Gelände für em größeres Bauvorhaben g Gcsamtbaugelande am Hinteren Wartweg ! Roum für etwa 45 Wohnungen bietet. Aus dem Rechnungsbericht war zu entnehmen, dast die @c- j nostenschaft bereits über 42 Wohnungen verfügt. Das Geschäft.guthaben der Mitglieder beträgt 3922 Mark. Dank der Bewilligung eines Mietzufchustes leitens der Reichsbahn war es möglich, die Mieten des Reubaues Wilhelmstraste - Ihermgstrahe herab- ' zusetzen. 3m nächsten Jahre kann der Eisenbahner. > Heimstältenoerein auf fein lOjähriges Bestehen i zuriickbNcken. Er Hal sich um die Linderung der Wohnungsnot sehr verdient gemacht. Es erfolgten j dann die Dahlen zum Vorstand und Auss'ichtsrat. Die aus dem Vorstande a scheidenden Mitglieder . Schmidt und Müller wurden wiedcrgewählt. j Aus dem Aussichlsral schieden aus die Herren ; Weist, Drescher und Dudenbender. Da Herr Weist eine Wiederwahl ablehnte, trat für ihn Herr Schneider neben den wiedergewähllen Herren Drescher und Büdenbender in den Aussichtsrat ein. Unter „Anträge" wurden die Answer- tungisragen erneut ausgerollt. Der Vorstand er- hielt den Auftrag, das überwiesene Material weiter nachzuorüfen und auszuarbeiten. Weitere Anträge und Wunsche betrafen die dringende Instandsetzung der Häuser und Wohnungen. Zum Schiuh berichtete der Vorsitzende vauinspektor Schmidt, über die geplante Neubautätigkeit und erläuterte an Hand von Plänen das großzügige Bauprojekt am Wartweg. Die Dbffemfe Hessens im Jahre 1927. WSN Nunmehr liegen die Ziffern für die end- gültig fcftgcftcUte D b ft ernte Hessens im letz- len Jahre vor. Daraus ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein Ertrag von 832 850 (1926 : 244 560) Doppelzentner in einem errechneten Gesamter- zeugerwert von 9 690 250 (i. L. 3 851 008) Mk. Die Ernte an Tafel- und Wirtschaftsäpfeln stieg auf 550 441 (1926: 85 905) Doppelzentner, an Tafel- und Dirtschaflsbirnen aus 141 224 (124 554) Doppelzentner, Zwctschen und Pflaumen 119 714 (18 378) Doppelzentner, Kirschen 11 799 (8533) Doppelzentner, Aprikosen 1569 (1386) Doppelzentner, Pfirsiche 3699 (4607) Doppelzentner. Amtsgericht Gießen. In der Sitzung vor dem Einzelrichter am 8. Mai standen zwei Strafsachen au» dem Varackenviertel an der Margarethenhütte zur Verhandlung. In der einen Sache war eine Familie ÄL mit ihrem Anhang, im ganzen sechs Personen, wegen Sochbeschädigung. Hausfriedensbruch, Ve- amtcnbcleiblgung. Widerstand gegen die Staatsgewalt angeflaql. Hierzu waren 23 Zeugen geladen. 3m dichtzesüllten Sitzungssaals sah man viele Bewohner der Margarcchenhütte. Die Angeklagten waren mit Milgliedern der Familie W. an der Margarethenhütte schon früher in Streit geraten. Rachdem am 24. Dezember 1927 und am Vormittag des ersten Wcihnachtsfeiertag» Worl- wechfei zwischen beiden Fanrilicn statlgetunden hatte, hürn.ten die 3ngeUagten mit Knüppeln. Stcli'.en und lonfiigcn .harten Gegenständen" de- wassnel auf den Wohnwagen der Familie W. zu. Cs cutlpann sich nun ein Romps an der Tür de» Wohnwagen». Sterbe: wurden die Fenster Oe» Wohnwagen» elngewvrfen und Angehäriüe des W verletzt AIS es einem Angehörigen de? D gelang, sein Auto zu erreichen und polizciliche Hilfe heranzuhvlen. wurde der Polizeiwacht- meistcr von den Angeklagten umringt. Tie Angeklagten beschimpften den Dachtmeistcr in der unstätigflen und gemeinsten Weife und brdrvbien ibn. Drei der Angeklagten, darunter zwei weibliche Personen, wurden zu GesängniS st raten von 4 bi» SWochen oerurtcilL Dem Ehepaar ZN konnte nur eine Beteiligung am Widerstand gegen den Wachtmeister nachgewiesen werden, und sie wurden daher zu einer Ge - fänantsstrase v on j e 1 Woche bcrurtcilt, wobei dem Ehemann XL die erlittene Untersuchungshaft angcrechnet wurde. Da dem Albert ZN. eine Beteiligung nicht einwandfrei r.ach- gewicfen werden konnte, mußte er freigcfprochen werden. Ein weiteres Bild von der Margarethenhütte ergab die nächste Verhandlung gegen ben Händler RI. und Genosten, einem Verwandten des in der anderen Sache Verurteilten. Hier hat die Ehesrau des Angeklagten da» Fenster einer leerstehenden Darackenwohnung an her Margarethenhütte ein- gedruckt und ist eingestiegen, um sich dort häueljch nieberzulosten. Der Angeklagte Hans E. drückte mit der Schulter die Tur ein, so dast das Schloß beschäb gl würbe Die angeklagte Ehefrau Marie E. half der Angeklagten Frau fll. beim Ausslcllen der Möbel. Der Angeklagte Heinrich Kl. behauptete, in hohem Fieber gelegen und von der ganzen Sache nichts gewußt zu haben. Da» konnte ihm nicht widerlegt werden, und er mußte daher mangel» Beweises frei gesprochen werben. In Anbetracht ber Notlage in ber die übrigen brei Angeklagten gehanbekt haben unb ihrer Vermcgenslosig leit wurden sie wegen Hausfriedensbruch» unb Sachbefchäbigung bzw. Beihilfe hierzu zu Gelb- strafen von fünf bis zwanzig Mark verurteilt. Trotzbem anbatiemb in ber Preste vor Betrüge- reien gewarnt wirb, gelang es einem „reifenben" Mechaniker fünf Opfer zu finben. Der Angeklagte begab sich zu Besitzern von Nähmaschinen unb gab an, im Auftrag bekannter Firmen zu reisen. Er nahm gar keine ober nur geringe Reparaturen vor unb berechnete bann hohe Beträge. Geschäbigl waren Nähmafchinenbesitzer in Robhcim. Holzheim, Leihgestern, Steinberg unb Grosten-Linben Der wegen Betrugs vorbestrafte Angeklagte war im wesentlichen qeftänbig unb würbe wegen Betruges in fünf Fällen zu einer Gefängnis st rose von brei Monaten verurteilt Dieser Fall mag Leichtgläubigen zur Warnung bienen. Erweitertes Schöffengericht Gießen. ' Gießen, 9. Mai. Uebcr den ganzen Vormittag erstreckte sich die Verhandlung gegen eine Hausangestellte von Frankfurt a. M. unb einen jungen Mann von hier wegen Abtreibung. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichleit statt. Reben einer Reihe sonstiger Zeugen waren mehrere ärztliche Sachverständige zu der Verhandlung geladen. Velde Angeklagten wurden im Sinne der Anklage für schuldig erachtet und zu Gefängnisstrafen von 2 Monaten bzw. 4 Wochen verurteilt. Anfang dieses Jahres wurden in F r i eb • berg zum Nachteil der GntSreform mehrere Diebstähle begangen, bei denen eine große Menge Stosse und Zigarren den Dieben in die Hände siel, die da» Diebesgut zum größten Teil in Friedberg und Frankfurt a. M. wieder absetzten. Wegen der Diebstähle hatten sich jetzt 4 Personen zu verantworten, von denen einige schon erheblich vorbestraft sind, während 6 weitere Personen der Hhlerei beschuldigt wurden. Die meisten Angeklagten legten ein umfassendes Geständnis ab, so daß das Gericht sämtlichen Angeklagten mildernde Umstände zulnMgtr- Die gegen b.e Täler erkannten Freis.iisstrase« beilegten sich in den Grenzen zwilchen 2 Jahre, 6 Monat und 4 Wochen Gesäng > is. 2 Angeklagte die noch nicht vorbestraft sind, erhielten Geldstrafen von 2» bzw 60 Mark, während ein Angeklagter mangels ausreichenden Beweises ton d:r Hehlerei frelge'prvchetz wurde. Ein schon über 60 Jahre alter TagiöhnSr aus dein Vogelsberg ftanO unter der Anklage, steh an einem vierzehnjährigen Mädchen vergangen zu haben Wegen Gefährdung der SitUichkeit 'and die Verdaudlung hinter versch'-ofienrn Türen statt. Rach umfangreicher Beweisaufnahme sah SaS Gericht nur eine tätliche Beleidigung für erwiesen an und verurteilte den Angeklagle.r zu einer Gefängnisstrafe von vier Wochen. Aus fr em Amtsvei-künfrigungSblatt. e Dos AmtSverkünbtgungsbfatt Rr 33 vorn 11. Mai enthält: Die Emsuhr von Vieh au^t stark verfeuchten Gebieten. — Wahl eines SdaOm.tgl edes in den Provinziolausichuß. — Sliaßenfperle-Aushedung. — Vertilgung der Haurennetter. — Ferienau enthalt in England. Dürer-Heft. — Feier des Mu.tertags im VoliSstaat Hessen. — Einen allgemeinen Hessischen Jugend eiertag. — Das Verhältnis der Schulen in Hessen zum republikan.ichen Staat. RircfHithe Aachnchten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 13. Mai. Rogate. Stadtkirchc. 8 Uhr: Pfarrer Mahr: zugleich Christenlehre für die Rculsnfirmierten au» brr Mat- Ibäusgcmeintc; 9.30: Pfarrer Becker: 11; Rinbfr- lirdjr für djc Marku gemeinbe: Pfarrer Becker — Oohnnneskirchc. 8: Pjarrverwalter Dogert: Augteid) Christenlehre für bic Neukonsirmierten au» der Lu- lasßemcinbc, 30: Pfarrer Auvfelb zugleich Mili- tärgottesbienft; 11: Ktnberkirche für bic Johannes- gemcinbc; Pfarrer Ausselb: 8: Sibclbcfpredjung im Iohannrsfaal: Pfarrverwalter Dotzrrt. — Kapelle bcs Alton Friedhof». 9.30: Pfarrer Lenz: Christen lehre für bie Neukonfirmierten aus ber Luther- qemeinde. - Reue Aula ber candesuniversttät. 11 15: Uniocrsitätsaottesdienst; Prebigt Prof. Lic. Lorn kämm. — Ivicseck. 9: Beichte. 9.30: Prebtgtgottes dienst, im Anschluß Feier be» hl. Abenbmahls: Opfer für bie beuischen evanaelifchrn Gemeinden de» Auslands. — Ailcu Vufeck. 9.30: Beichte. 10: Gotte, bleist: 11: 1,1 Abendmahl; 1.30.— Kirchberg. 10: 11: hl Abendmahl fflr bie Iugenb von Daubringen; 1.30 Lollar: 1.30: Daubringen. — Hausen Garbentcich 10: Hausen; 1: Garbcvteich. — Öahenborn-Slciubcrg. 9: Deichte: 9.15: Predigt: im Anschluß hl Abend, mahl (Iuvend): 1: Christenlehre — Cid). 9.30: Stistsbechnnt Kahn: Christenlehre für bie weibliche Jugend: 12 45: Kindergottesdirnst: 2: SHftepfarrcr Schorlemmer ftaffjolifdje Gemeinden. Samstag, den 12. Mai Gießen. 4 .30 unb 7 Uhr: Deichte Sonntag, ben 13. Mai 5. Sonntag nach Dftern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: Kommunion ber Jünglinge: 8. Kommunion: 9. Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Prebigt. 2: Christenlehre und Andacht — Grünberg. 9 30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — CI* 7.30. Messe mit Predigt. €o:intm f.-Netter u. Ivotheken am 18.*.,28 Frl. Dr. Gürtler Di. W. Ktem Gngelavotheke. .-lahnarzt: Dr. Wertheim. ’D » - - - - - - —-------- Sprechstunden der .Uedaktion 12 Ms 1 Uhr mittags. 5 bl» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloßen W unverlangt elngesandte IRanaffrlple ohne belgrlügtee Lückpo-to wird frtar Gewähr übernommen.____ l » • uAdetet Jte TpQXwx uM&en ■ Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. Mal nachmittags 3 Uhr, । Sterbehaus Glebener Strabe 53 aus statt vom Sterbehaus 40100 Die trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, den 11. Mai 1928. Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. Mai, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus Lahnstraße 9 aus statt 49940 Unter »eiiRrirÖBen Stühle i Tflhfräbhi' Ledinaungen . Strinmca 3 L dOyiiüUa loooö jRt werden «r. Lteinwea 3 L MHHHMH Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elisabeth Lenz geb. Faber im Alter von 70 Jahren in ein bes eres Jenseits abzurufen. am ca. 1—2 Iadre aefucht Gute Ltcher- beiten vorhanden. 2chr. Ana. u. 08751 an bett Gieß. Anz. 1200 Mark auf l1 ,Zahr aefucht. viertelt. Rück^ablg^ anaemeifene Zi len bat'orbet. «stell. St» cherdeil. Schr. An«, u. 4821V a.d.«.Anz. Todes-Anzeige. Freitagabend 9 Uhr entschllel sanft nach kurzem Leiden unsere Hebe Schwester. Tante und Gote Maria v. d, Sterren tsn 79. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Wilhelmine Kröck Wwe. geb. v. d. Sterren. Heuchelheim. Launsbach. Wlhmar. den 11. MaJ 1928. luto-mehw« 1790. ,mD Gießen, Derneburg, Mai 1928. ei4i • Clara Wiener geb. Heß Elisabeth Müller-Wiener Dr. Heinz Müller-Wiener Für die vielen Beweise warmer Anteilnahme während der Krankheit und beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sprechen wir von Herzen Dank aus. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen V orte des Herrn Pfarrers Bönning und die Kranzmed-rteu-ung1 am Grabe sauen wir auf diesem Wejre allen herzlichen Dank Im Namen der Hinterbliebenen; Wilhelm Seipp II. Rödgen, den 11 Mal 1928. und eD,D tarier etngelroffrn. H. Trechsler Stetullr.?^ Tel. 1581 Zähne au 2 unb 3 Mark in SQuiidut; Kronen. Brücken, Plomben »u billigsten KeiLn. Aucp auf Teilzahiq. Frau Königer, 5 Denttstin, tz eteinttraßre 29. Saat- karioffeln aus Sültchem Sandboden. 4879D B. Sauer i Co., WaUtorstraße 48. Teleohen 1154. 1/—Was ist Togal? — । Togal-Tabletlen sind ein hervorragendes Mittel gegen Rödgen, den 12. Mai 1928 01760 4888D DRUCKSACHEN ALLER ART liefert In jeder Ausstattung stilrein und preiswert Brflhl’sche Un ivers Hl te-Druckerei R. Lange, OieOen Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Helmgange unserer lieben Entschlafenen, für die vielen Kranzspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Planers Bönning am Grabe sagen wir auf diesem Wege affen herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Ludwig Klos II. und Karl Inderthal Wwe. Für die herzliche Anteilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Vaters, Schwiegervaters. Großvaters, Urgroßvaters und Bruder» Johannes Wagner IX. sagen wir auf dlesemWege unseren innlgstenDank Familie Heinrich Kuhl Familie Bernhard Wilh. Wagner Lang-Göns, Pohl-Göns, 12. Mai 1928 Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel. Hebet 4SCO Aerzte und Professoren anerkennen die hervorragende Wirkung des Togai. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis Mk. 140 113« 0 46 Cbln.. 12.6 LUh . 744 Add «et mL ad 100 ArayL Landtagsabg. 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Mai (Himmelfahrt) i Grober historischer, gewerblicher und Trachten-Festzug ÄV Ueber 40 Gruppen und Festwagen "VH Prämiierung der schönsten Gruppen und Trachten Sonderzüge nach allen Richtungen — Autoverkehr Auskunft erteilt die Ausstellungsleitung Steppdecken in allen modernen Farben mit besten Füllungen preiswert am Lager. Neuansertigung in kürzester Beit! Herstellung mir in eigner Wcrkltätte! SWflenbm.Mtoröroße 24 Kein Laden! 4874D Weinstube 1 „Naai's Hänschen“ emonehU sich nm allbekannier guter Küche. ES rönnen noch einige Herten oü. Damen am Mit- tagStisch lellnebm. Kein Trlnkzwnng. A. A.A A. ▲ A AAAAA A ▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼” Eine herrliche Ptlngstrelse in die Schweiz nach Kand er Steg Im Berner Oberland 26. Mal bis 3. Juni nur Mk. 149.— Eisenbahnfahrt ab Frankfurt a. M. und zurück. 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Weithin noch Westen in glühende Wolkensäume hinein schweift Der Blick. Sin dünner Aauch steigt vom Lagerfeuer auf. da» wir Neinzuhalten wissen: flackern soll c» nur um die Abendsuppe herum. Die lodernden Flammen find so. nah am dürren Wolde gefährlich, und wir haben keine Der- anfallung dem Moorbauern unsere Anwesenheit zu verraten. Auch der Dach dampft in der Abenbkühle. 6ie ist noch empfindlich, blaue Derge find nah. die Mailäfer brummen durch» junge Suchen la ub. Danz still kommt e» den grohfladtgewohnlen Ohren vor. und doch ist viel Leben lautbar um un». Die Frösche beginnen ihren Abendchor, unsichtbar trommelt auf groben, raschen Kreisflügen um unser Lager eine Bekassine. Fisch» räuber mit langen gebogenen Schnäbeln flohen mit gellendem Tiüpl Tiüpl irgendwo nieder. Der Teekessel summt, blaue Flämmchen züngeln au» der ®lut. die schon dunkelrot in der Dämmerung scheint. Bruder. du. in der Stadt, weiht du, wie ein Feuer ist. schön und purpurn in der Rachl am Waldrand drauhen? Du nimmst e» hin, wie es dir in der Stadt gegeben wird, al» eine der vielen Selbstverständlichkeiten un’ere» Dasein» Wir aber sühlen hier drauhen seine Wohltat lost wie unsere Doriahren, denen au» Blitz oder Feuerstein da» erste Flämmchen wurde: müssen doch auch wir auf der Wa ff erwandern ng da» Feuerzeug hüten wie die gefeiten Männer da» heilige Feuer, da» sie einst der wandernden Horde Dorauetrugcn, und die dem Tode geweiht waren, wenn e» in ihrer Obhut erlosch. An vielen Feuern lag ich in den letzter, Sommern. Unb immer war solche Stunde ein Erlebnis Oder sollte e» leine» fein, wenn auf diese Weife um viele Jahre zu spät, aber gerade deshalb absonderlich wirkend, der Mann daS mitmacht, wa» er al» Knabe so gerne getan hätte und nicht konnte oder durfte. An Den Fenstern meine» Daterhause» zogen leider keine Wandervögel vorüber Run muh ich nachholen. waS sie mich hätten lehren können, und e» ist gut fp So erleb' ich Lederstrumpf und Indianerspiel al» alter KindSkvpf. und da» macht merkwürdig jung. Der Mond ist untergegangen. Aun legen wir einen dicken Klotz noch auf und ziehen un» in» Zelt zurück Ist am Morgen dann unter der gehäuften Asche noch etwa» Glut zu finden, fo freuen wir un», daraus für Den Morgentrunk eine neue Flamme blasen zu können. Wanderfahrten. (Dieben — (Banfeburg — Großcn-Lufeck — (Bieben. Sine hübsche 4 stündige Wanderung ist die folgende' Wir gehen die Landstraße nach Grünberg entlang, lassen Annerod recht» liegen und genkben in der Rähe de» Wasserbehälters einen entzückenden Blick auf das Lahn tat, die Durgen. den Dünsberg und die sich anschließend den Höhen. Aach schöner Waldwanderung erreichen wir die Ganseburg, die zur Rast einlädt. Der Weitermarsch erfolgt auf derselben Strohe, von der wir noch die Hohen de» DogelS- beras leben können, bi» zum nächsten Feldweg nach link», den wir einschlagen. Rach Lieberschrei ten eines niedrigen Höhenrücken» bietet sich unS ein malerisches Bild auf den Hohen Berg und Grohen-Duseck, da» wir bald Darauf erreichen. Für den Heimweg wählen wir die 6trabe über Rödgen, die un» wiederum hübsche Ausblicke bietet Gießen — Dadenburg — Hangelstein — Beuern — Grohen-Dufeck. Wir beginnen unsere Wanderung an der Unterführung in der Ederstraße und folgen dem blauen Strich, der unS läng» der Dahn nach der Dadenburg bringt. Don dem alten Gemäuer der bewirtschafteten Burgruine genießen wir schöne Ausblicke in da» Lahntal. Durch da» 'Babenburger Wäldchen führt un» das Zeichen die Marburger, später de Daubnnger S.rahe überschreitend, zur ^ellenlanzel auf dem Hangelstein mit reizendem Blick. Hier verlassen wir da- sei!« beri;e Wegezeichen und folgen nunmehr blauen Dreiecken, die un» über den Saubringer Paß mit hübschen Ausblicken in da» Bulecker Tal und die Rabenau mit Dem lotenbcrg leiten. Rach schöner Waldwanderung, von G eßen etwa 3*/i Stunden, erre chen wir Deuer i. wo gute Gasthäuser sind: beim Austritt aus dem Wald übe.raschender Ausblick. Auf guter Landstraße wandern wir in •/« Stunden nach unk ent Endziel Grohen-Buseck. Don deutschen Bädern. Bad Salzschlirf. Don der Beliebtheit deS vornehmlich durch feinen Bonisa iuSbrunnen und durch seine schöne Umgebung bekanntet Heilbad:» Salzschlirf zeugten auch in der vergangenen Saison der rege Besuch, der den de» Bor a'ne» weit übertraf, und die beträchtliche Anzahl der verausgabten Sol- und Bloorbub:r. Der Ruf Salzschlir S gründet sich auf seine außerordentlichen Hei er olge bei Dicht. Rheuma, Stein- und Stoffwechselleiden. e» gewährt aber infolge seiner idy lischen Lage zwilchen den Ausläufern d » Bogel »berge» und der Rhön, eingebettet in ein von grünenden Laub- und Radelwäldern umgebene» Wiesental. auch Erholungsuchenden Ruhe und Gelegenheit zum Ausspannen inmitten einer verschwenderisch aungestalteten Ratur. Bad rölz Da» Kurtheater Bad Tölz untersteht auch in diesem Iahre der bewährten Leitung der grau Direktor S t a i n l, die Heuer ihr 23 jährige» Dienstjubiläum feiert. Ihr ist es gelang n, daß 1928 von Anfang Mai ab regelmäßig die Münchener Kammerspiele mit Mitgliedern t>e» Münchener StaatStheaters im Bad Tölz Gastspiele geben. Außerdem wird da» Schlierseer Bauerntheater wöchentlich Borftcllungcn g ben. Regelmäßig finden Konzerte statt. Die Kurmusik wird von der bewährten Kapelle d.-S Kapellmeister» Albert aus Bremerhaven im Mai mit 21 und von Iuni ab mit 25 Mann geboten. Tie Kammerlänger Heinrich Knote und Dr Erich Schipper, von der Wiener StratSoper w.rd.n Dad Tölz ihre Kunstdarbietungen g?b:n. Tic Kurverwaltung steNt ein reich S Programm abwechslungsreicher Beranhaltuivgcn in Aussicht. Borknm dir grüne Insrl. Da» Rordseebad Borkum, die .grüne Infel*, heißt mit Recht die Perle der Rordsee. E» ist auf dem Land- und Seewege zu erreichen und hat Flugverbindung. Bor.um le:i.)t einen schönen Strand mit ei e. vier Ki.omc er langen Promenade, we che bedeutend verbreitert und verschönert worden ist. Die schönsten Tünenpartien mit großen Tälern, die prächtigsten Spazierrve-« hat Borkum au zuweifen. Die Kurmittei sind: warme und kalte Seebäder. Licht- und Luftbad, elektrische Bäder. Inhala.o.ium usw. Für Unterbringung der Gaste ist durch eine Anzahl bester Hotel» und Pensionen gesorgt. Flugverkehr nach Westerland Rordseebad Westerland wi d auch in diesem Jahre wieder aus zwei Strecken ange- flogen, und zwar ab 16. Iuni von jamburg au» über K el—FlenSburg nach Bkfterlanb bi» zum 15. September, und von Lübeck -Travemünde ü1 er K.el -FlenSburg nach Westerland vom 2. Juli l iS 1. September einschließlich. Wegen einer dritten direkten Strecke Hamburg Westerland schwe en noch Berhandlungen. Die glug’citen haben für Hinflug und Rück lug unmittelbare Anschlü le in Hamburg. Lübeck und den Zwischenhäfen. Ein Bilderbuchüber Westerland legt die Westerländer Badeverwaltung vor. Ss ist die diesjährige Kurfchrift. die sich von den früheren Prospekten wefentltch unterscheidet. Sin knapper, suggestiver Tert begleitet eine große Zahl prachtvoller Raturaufnaßmen. welche die Shit eigentümliche, charalt.-ristifche Land dbaft dieser größten und schönsten deutschen Ror ec- Insel anschaulich darstellen. AuS dem Tcit vermag jeder Leser zu entnehmen. waS er al» Westerländer Badegast tolf.cn möchte. 2942D Gegen Gicht, Stein- u. Stoffwechselleiden. Ermäßigte J)aufd?affuren (mindestens) 3 Wochen: Pauschalpreis Slf.lSO,-. Bewilligung v. Kreditturen auf Antrag 3m Kurhaus: Wochenpauschalpreis Mk. 80,50; im Badehos: Wochenpauschale Mk. 105,—. Auskunst auch über Hausturen durch die Babeverwaltung. Für Himmelfaiul und Pfinösten Haus JuMand“ bei Schotten In Vofteliberft. IremdtopenMon und lellee BeiüiuranL Pensionspreise Inr eliielne Tat« H. 6 bis in 5 Taften N. S.50, bei llnfterem Anlenthalt H.5.-, Wochenende M. 10.- 48md Betiuer P. Lehmann. Tel. Idiotien Nr. 10 Empfehlen Sie ihre Gaststätte in unserer Bäderbeilage I Solbad B0d .^0.i?h(IusLll Obsrllöiisn | Eine Stunde Bahnfahrt von Ol e B en 1 KohlensBurehaltlge Solquellen, Lithium-. Stahl-, Schwefeiquel'en; Inhalatorium, Höhensonne. : onnenbad. Altbewährt bei Herzleiden, Artei lenverKalkung, Ischias, Nervenleiden, Rachitis und anderen Kinderkrankheiten. Angenehmer, ruhiger u. preiswerter Kuraufenthal , Ober 30 orgen großer r urpark. H7I--S__________________________________________________________ Staatlich. 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Graben im Sand Von We» lerlindt Stärkste Bradnee. »r'.Atut-r Streed der NordwMder Direkter Ebenheim - Verkehr über den „Dir-m dnreh» Meer". Flag Verkehr. SeebSderde <> durch Hipai oed Lloyd. Bitte. Ulten Sie Ach untere Konchrthen «kicken. Städtische Badeverwaltung Westerland Dobel Höhenluftkurort In wtirilemb. kch«artwald. 720m (Ld.lL zwischen WUdhad u. Baden Baden, in schöner, ruhiger Lage, Inmitten berrl. Tannen Hochwald., mit prächt. Fernsicht. Heilkr.Gebirgsklima, be= geeignet f. Nervöse, Hera-, Nieren- a. Astjtnaleidcnde. Kurarzt. Lesezimmer. Gute < osthöfe, zahlreiche Privatwohnungen. Prospekte durch die Karverwa lang. Besucht deutsche Bäder u. Sommerfrischen! KadlÄMungen. fürTUecen.IB&iae Zur Haustrinkkur: bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiss, Zucker 1927: 10,300 Badegäste VtetmauuieWe Hauptniederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstr. 6, Telephon 88 Badeschriften durch die Kurverwaltung, Oberhessen. Lanr ;:ö Gietzen. O Londorf, II.Moi. Die auf den hiesigen Iungoiedtummelplatz, am Ausgong nach Nordeck, aufautreibenben dungtierc wurden gestern von Deterinarrat Dr. Martin (Gründerg) untersucht und von Dr. von Helmo11 in die Versicherung ausgenommen. Da das Wetter noch ungünstig ist, Hot man von dem sofortigen Austrieb noch Abstand genommen. Der Weideplatz ist sehr schön gelegen. Die Bedingungen, die man an eine Weide stellen muh, sind im allgemeinen erfüllt. Ein weiterer Ausbau der Weidefläche dürfte sich zweifellos lohnen. * AuS der Rabenau, 11. Mai. Die Steinobstblüte ist in unserer Gegend beendet. Die Bäume haben gut angesetzt, bis heute ist ein Schaden durch die vorübergehende Winterwitterung nicht zu bemerten. — Unfete Landwirte sind eifrig mit dem Kartoffelsetzen beschästigt, um es bald zu Ende zu führen. In diesem Jahre sind kaum neue Kartossel- forten angeschafft worden, da man mit den seither angebauten Sorten, wie Industrie, Blaue Odenwälder. Hassia usw. recht gute Erträge erzielt hat. — In der letzten Zeit ist die Nachfrage nach Kartoffeln aus der vorjährigen Ernte wieder etwas rege geworden. Die Prekse sind infolgedessen bn Steigen begriffen. Gegenwärtig bezahlt der Verbraucher für weihsleischige 4—4.80 Ml., gelbfleischige kosten 5.50 -5.80 Mk., in manchen Orten ist der Preis bereits auf 6.50 Ml. gestiegen. t. Linden st ruth, 11. Mai. Die Arbeiten zur Verlegung der Wieseck haben endlich ihr Ende gesunden, lieber die Wieseck wurden z vz e i neue Brücken gebaut, die eine in Lindenstruth, die andere an der Cemarkunasgrenze Reiskirchen. Die Derschleifung der Erbmassen findet in diesen Tagen ihr Ende. Schon vor mehr als einem Jahr sollten die Arbeiten zu Ende geführt fein; sie wurden jedoch aus Anlaß von Lohnstreitigkeiten auf längere Zeit unterbrochen. Die Eigentümer der Wiesen sind von dieser Verzögerung nicht sehr er- baut; denn sie verlieren zwei Ernten. In diesem Jahr ist der Verlust besonders groß, weil die Ver- schleifung der Erde auf die tiefer gelegenen Stellen gleichmäßig erfolgt ist. Dadurch werden oroße Flä- chen mit frischer Erde überdeckt. Die Wiesen müssen neu angelegt und mit einer frischen Grasnarbe ver- sehen werden. Daran haben aber die derzeitigen Besitzer kein Interesse mehr; denn das Wiesental wird zugleich bereinigt, und die Zuteilung der neuen Grundstücke soll im kommenden Herbst erfolgen. Dann erst wird sich zeigen, ob die Verlegung des Diesecklauses und die damit verbundenen Teilfeld- bercinigung den erwarteten Nutzen bringen werden. ch ©riinberg, 11. Mai. Auf dem Weide- gut der Landwirtschaftskammer Warl- h o f bei Grünberg, wurden die Rinder ausgetrie- bcn, nachdem schon am Montag die Fohlen aufgetrieben waren. Es wurden insgesamt 141 Rinder und 28 Fohlen auf die Weide genommen. Ein gro- ßer Teil angemeldeter Tiere mußte leider zurück- gewieson werden. Die Weide ist in einem ausgezeichneten Zustand und dürfte wohl in Oberhessen an erüer Stelle stehen. Generalsekretär Oekonomie- rat Dr. Wagner (Gießen), Deterinärrat Dr. Martin (©rünberg) und die Beamten des Land- Wirtschaftsamtes Grimberg wohnten dem Auftrieb bei. — Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 430 Ferkel und 25 Läufer Aum Verkauf angeboten. Das Geschäft, das anfangs bei guten Preisen flott ging, flaute bald ab, so daß ein Ueberftanb von weil über 50 Prozent zu verzeich- ■en war. Es wurden bezahlt für sechs Wochen alte Ferkel 18 bis 20 Mark, für sieben bis acht Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mark, für acht bis dreizehn Wochen alte Ferkel 25 bis 30 Mark und für Lauser 30 bis 36 Mark. -4- von der Horloff, 11. Mai. Dem Schwslwerk der Hefrag In Trais - Hor - (off wurde bekanntlich die Berech'igung erteilt, feine Abwässer nach Passieren der Kläranlage in die Horloss zu leiten. Seitdem nun der Be trieb eröffnet ist, führen die Bewohner der talabwärts geleaeflen Ortschaften lebhaft Klage darüber, daß das Wasser vielfach schmutzig-trübe sei und einen üblen Geruch verbreite. Zur Tränke des Viehes und zu Badezwecken fei es nicht mehr zu benutzen. Es wäre zu wünschen, daß die maß- gebenden Stellen sich mit dieser Angelegenheit befaßten. Sollten die Klagen berechtigt fein, bann wäre rasche Abhilfe am Platze. (.) Lang-Göns. 11. Mai. Man war noch vor kurzem der Meinung, daß die diesjährige Obsternte wieder gut würde: denn Steinobst und Dirnen batten gut angesetzt. Jetzt, nach dem Derblühm, siebt man aber, daß es nicht so ist. Es gibt höchsten- — wenn kein Havel- schlag oder die Nachtfröste die jungen Früchte vernickln — eine knappeMittelernte. Die Aep'ol^äurne blühen eben, die jungen Baume besonders sind über und über mit Bliiten bedeckt. Dagegen haben mittlere und ältere Bäume, die ja im vorigen Jahre so reichlich trugen, dieses Jahr weniger ange'etzt. Bi) je t haben die geringen Nachtfröste noch feinen Schaden an- gerichtet. — Zur Zeit wird die Zufahrt- straße zu unserem Friedhof zum Teil stark verbreitert und gepflastert. Die Mauer um den Friedhof wurde verlegt und erhöht. Auch daS Einfahrtstor wird geändert. In die Mauer eingebaut wurden einige alte Grabsteine, die zum Teil im Pfarrgarten und in andern Häusern unbenutzt lagen. Zu beiden Seiten des Eingangs- weaes sind Rottzornbäume usw. angepflanzt worden, auch sonst ist in der Pflege des Gottes- acker» viele- geschehen. — Durch das wechselnde Wetter der letzten Monate sind hier zahlreiche ölt?re Leute an Lungenentzündung erkrankt und gestorben. Noch in keinem Frürn nhr ist die Sterblichkeitsziffer so groß ge- Wesen. Die Verstorbenen waren meist Männer zwischen 70 und 80 Jahren. rcis Friedberg e Münzenberg, 10. Mal. Bei schönstem Maienwetter und unter der Blütenpracht der Bäume fand am vorigen Sonntag die E i n h o - lang unserer neuen Ktrchenglocke vom hiesigen Bahnhofe aus statt. Unsere Gemeinde hatte eine ihrer allen Glocken im Kriege abgeliefert, wofür sie jetzt die neue Glocke erhielt, die bei der Firma Win cf er in Sinn gegoßen wurde. Tas Gewicht der Glocke beträgt fast 23 Zentner Sie bat folgende Inschriften: „Sei getreu bis an den Tod. so will ich dir die Krone des Lebens geben", ..Den Gefallenen des Weltkrieges zum Gedächtnis". Die Glocke gilt als Kriegergedächtnis, glocke. Eine andere der drei alten Glocken, die in ihrem Ton nicht ganz mit den übrigen überein, stimmte war gleichfalls von der Firma Rincker umgeftimmt worden und wurde am Sonntag zusammen mit der neuen ©locke feierlich eingeholt. Ein stattlicher Festzug, in dem die ganze Einwoh- nerschast unter Vorantritt des Posaunenchors von ©amboch mitging, holte die Glocken ein. Auf dem Platze vor der Kirche fand ein feierlicher Gottesdienst statt, wobei Pfarrer Beyrich in feiner Festpredigt ganz besonder» auch der gefallenen Brüder gedachte. Der Iungfrauenverein bewill- kommnete die neue Glocke, Schulkinder trugen Teile aus Schillers „Glocke" vor, der Posaunenchor bereicherte die Feier durch seine klangschönen Wei- ien. Unsere Gemeinde kann mit großer Befriedi- gung auf dieses denkwürdige Ereignis in ihrer Geschichte zurückblicken. Kreis Büdingen. Nidda. 11.Mai. Da die Wahl der Arbeitgebervertreter der allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kcei» durch das KreiSamt aufgehoben ist, muß im Juni eine Neuwahl ftaltfinben. Diele wird in den elf größeren Plätzen des Kreises vorgenommen. Arcis Schotten. I Ober-Lais. 11. Mai. Seit Jahren streote der Fußballverein danach, einen besser für seinen Sport geeigneten Platz zu erhalten, da der von ihm bisher benutzte Platz an den dicken Bäumen zu klein und außerdem abschüssig ist. Nunmehr hat der Verein innerhalb des Fauerbach—Oberlaiser Gemeindewaldes ein Geländestück von vier Morgen zur Anlage eines regelrechten Sportplätze- pachtweise erhalten. Die Mitglieder des Vereins besorgen die noch notwendigen Planierung-arbeiten selbst. Nach Fertigstellung wird der Verein über einen der schönsten Sportplätze der weiteren ilmgegenb verfügen. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 11. Mai. Dieser Tage fand dahier im kleinen Saale des Hotels „Deutsches Haus" eine Bürgermeisteroersammlung des Kreises Alsfeld statt, bei der die meisten Bürgermeister des Kreises Alsfeld anwesend waren. An Stelle des seitherigen wegen Krankheit aus dem Amte geschiedenen ersten Vorsitzenden, Bürgermeister N e e b (Rieder-Ohmen), wurde Bürgermeister Oekonomierat Korell (Angenrod) gewählt. Als Zureiter Vorsitzender wurde Bürger- meister Dölzing (Ruppertenrod) berufen. Bür- germeister a. D. Reeb wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Bei der Besprechung des Punktes „W nsche und Anträge" gab Bürger- meister Dr. V ö l s i n g (Alsfeld) einige Erläuterungen über den neuen Stromtarif der Pro- vinz Oberhessen, der fast bei allen Gemeinden Widerspruch erregt hat, insbesondere wegen der zu hohen Grundgebichr für den Kraft- ström. Es wurde beschlossen, daß sich der ober- hessische Landgemeindetag mit der An- Gelegenheit befassen und bei dem Uederlandwerk Oberhessen und der Provinzialdirektion vorstellig werden soll. Hierauf folgte ein Vortrag von Direktor D ü l l m a n n über das Erbschastssteuergesetz und die Geldbedürfnisse, welche demnächst an die Familien herantreten werden. Er erläuterte die hauptsächlichsten Bestimmungen des Gesetzes, roonarh jetzt bei Erbübergängen auch die direkten Hinterbliebenen, Frau und Kinder, Erbschaftssteuer zu zahlen hätten, und empfahl deswegen eine Versicherung. Nach einer Mittagspause wurden die Verhandlungen fortgesetzt, und zwar wurde über die geplante E r - richtung einer Kreisabdeckerei verhandelt. Zu dieser Verhandlung waren der Kreisaus- schuß, Kretstaqsmitglieder und die Vertreter de, Landbundes, sowie der Vorstand des Landwirt- schastsamtes Alsfeld eingeladen und erschienen. Rach den Referaten von Regierungsrat Strack (Alsfeld) und Kreisveterinärrat Dr. Hoffmann (Alsfeld) folgte eine mehrstündige Aussprache, die kein bestimmtes Bild ergab. Einzelne Redner traten für das Projekt ein, während andere Redner Bedenken dagegen äußerten, hauptsächlich wegen der Rentabil tät. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Die endgültige Entscheidung wird demnächst der Kreistag zu treffen haben. — Der hiesige Verkehrs- und Verschönerunasverein hat den Plan ins Ange gefaßt, ein altes Wahrzeichen der Stadt, den Leonhardsturm am Fuldaertor, wieder befteiabar zu machen, und zwar bis zum ehemaligen Gefangeneraum und der Folterkammer. Letztere soll entsprechend eingerichtet werden. Da die Mittel zur Ausführung dieses Plans durch Sammlunaen, Stiftungen und Zuwendungen aufgebracht werden sollen, wird die Ausführung erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich fein. Von der Leitung der „D e u t s ch e n P u o p e n f p i e l e" in Kassel lag eine Anr znng zur Ausführung des Alsfelder Passionsspieles vor. Der Ausschuß steht dieser Anregung sympath'sch gegenüber und beschloß, eine Besprechung mit der Lei- hing des Unternehmens zur Anhörung der Vor- schläge herbeizuführen. -er. 5) o m berg a. b Ohm, 10. Mai. 3n diesem Jahre findet am 6. 3 u n i dahier wieder ein Drämienmarkt statt. Die Vorbereitungen sind schon Ic'ifjaH im Gan^.e. Von den Landwirten, Äaulev'en und Gewerbetreibenden erwartet man hier e nen starken Bestich des Marktes. Der Reit er verein hat wieder die löbliche Absicht, mit seinen interessanten Vorführungen aufcumarten. Schon vor längerer Zeit ist ein diesbezügliches Ausschreiben an die Reitervereine ergangen, die daraufhin mit der Train ierung ihrer P'crdc begonnen haben. Im ganzen werden 60 V erde auf dem Vlan erscheinen, und zwar beteiligen sich an dieser Schau die Reitervereine Rabenau, ©-fmberg. Lich und Alsfeld. Um den Zuschauern etwas Gediegene- zu bieten, ist ein abwechselung-reiches Programm anfaestellt. Den Reitervereinen winken für ihre Mühe und Arbeit und vor allem für die trefflichen Leistungen am Markttage wertvolle Ehrenpreise, die von der Stadt Gomberg, von den Gewerbetreibenden und von Freunden und Gönnern dieser schönen Sache gestiftet wurden. Rach den gründlichen und forg'ältigen Arbei et an Reiter und P'erd zu schließen, dü-ften die diesjährigen Darbietungen die des Vorjahres bei weitem überbieten, fo daß sich eine Besichtigung wohl verlohnen dürfte. Der Männer- gesangvercin feiert am 12., 13. und 14.Mai fein vierzigjähriges Bestehen, zu dem schon über 40 Gesangvereine ihr Erscheinen in Aussicht gestellt haben Die Vorbereitungen zu dem Feste, wie Ausstattuni der Fefthalle (Stabt- balle), des Festvlatzr» da- Schmücken der Straften und Häuser haben bereits einge'etzt, so daß allen Sängern und auch sonstigen Besuchern des Feste- einige nenuhreiche Stunden bevorstehen werden, hoffentlich macht auch der Weitergott seine Sache aut! r. Mücke, 10. Mai Gegenwärtig wird von hier bis Ulrichstein durch die Firma Ohl. Limburg, die Ohmtalstraße einer Heu* Rätsel-Ecke. Umstellungsrätsel. a — ar — beit — bur — em — et — fei — ge — [am — le — ma — ne — o — pe — pi — rat — rin — tu — fal — scha — |en — span — ste — ftern — ta — ta — te. Lus vorstehenden 27 Silben sind 13 Wörter zu bilden. Durch Umstellen der Buchstaben dieser Wörter werden alsdann 13 neue Wörter gewonnen, die in ihren Anfangsbuchstaben zusammengefügt, eine fest- liche Erholungszeu ergeben. Kreuzworträtsel 11 16 13 12 15 21 19 22 ■aaeeaa s m ■Bi Aon links nach rechts: 1. Europäisches Land; 7. Stadt in Frankreich, 8. französischer Schriftsteller; 9. minderwertiges Pferd; 10. heiliger Stier; 12. Nebenfluß der Saale; 13. Fluh in Pommern, 14. orientalischer Titel, 15. Hauptmündungsarm des Niger; 16. englischer Adel», titel; 19. das Ziel des Rätselraters; 22. Nebenfluß der Aller. Don oben nach unten: 1. Gemüse; 2. weiblicher Personenname, 3. Fest- saal in Lehranstalten, 4. Nebenfluß der Donau; 5. verlorene deutsche Stadt; 6. andere Bezeichnung für Sympathie; 9. portugiesische Kolonie; 11. Neben- fluß der Weichsel in Galizien; 16. natürliches Wasser- decken; 17. ägyptische Göttin; 18. Ansturm; 20. Amphibie; 21. französischer Marschall. Magisches Doppel-Quadrat. 11 12 10 9 5 12 2 8 6 3 £ 7 3 _8 9 2 3 *3 7 5 1 4_ 3 i 10 An Stelle der Ziffer in obiger Figur sind Buch- staden zu setzen; es ergeben alsdann die fünf Quer- reihen Wörter mit folgender Bedeutung: 1. aus- gedroschene (Barben; 2. Erzeugnis der Kochkunst; 3. Bezeichnung für etwas; 4. Singspielhalle; 5. Ge- treibeart. — Hat man die angedeuteten Wörter ge- funben, nennen die burch Linien hervorgehobenen Felber, bie ein auf ber Spitze stehendes Quabrat bilden, wenn man mit dem mittelsten Buchstaben der Reihe beginnt und von links nach rechts lieft, eine hervorragende Erfindung der neuesten Zeit. Wortspiel. a 1. Andere Bezeichnung für Loch 2. Paarzeher 3. Bergweibe 4. Slcinwand 5. Berwanbter 6. Mineral 7. Sch'ffswand 3. Teil de- Auges b Insekt Flächenmaß Neber fluh der Saale Dogelwobnung Verwandter Kleines Raubtier Englischer Abelslltel Feierliche Bekräftigung Bis auf bie Anfangsbuchstaben finb bie Wörter unter a und b gleich. Sind diese richtig gefunden, ergeben bie Anfangsbuchstaben ber Wörter unter b ein beliebtes Getränk ber gegenwärtigen Zeit. Rösselsprung ken nen gen und roifl pril lie dem und gen mol bei die gleich» den halb bald re f«h nen bald g«l a bt rin trä e ten li li frost wer wi bald ches früh im blü h« ch« bald und ken heim im strah was nen still gen stür ta und wer bald jen misch len bald len in mät^ weiß Merkrätsel. Schimmer — Lamelle — Fahrenheit — Ortszeit — ' Fasttage. Den vorstehenden fünf Wörtern entnehme man je drei aufeinanderfolgende Buchstaben. Zu einem Wort vereinigt, müßen diese einen christlichen Feiertag ergeben. Auflösungen Silbenrätsel. 1. Dresden; 2. Eisbein; 3. Notturno; 4. Oybin; 5. Zwetsche 6 Enzian; 7. Alwin; 8. Neunzig; 9. Ornat; 10. Sigel; 11. Tientsin; 12. Denzel. Den Ozean Ost-West bezwungen. Kreuzworträtsel. R1E BIE L QBQ 1113 IQÖB* Ijri □ 0 ' Qfflrro QBron u ClfiOl L1BPJ k kaaii mqijJ KL HBC3 rarara firüi SlreidjcätfeL Bruder — Halma — Graus — Samum — Beute — Plage — Mauser — Marke — Stand — Hoerd«. Baumdluete. Ichlausaabe. Wegerich — Algebra — Lagerei — Drogerie — Mogelei — Ergebung — Ingedorg — Steigerung — Tagedieb — Eingebung — Ringelein. Waldmeister. Rätsel. Der Maikäfer. Oie Narrenkappe. Spittler und Sparren vom Redakttonstisch. Der weißt In einen Delikatessenkeller, Nähe Schlesischer Bahnhof, kommt ein rauher Mann. .Ick möchte zwee Vaar warme Würstchen." .Wollen Sie sie hier essen ober mitnehmen 7" ,Ick will le hier essen und hoffentlich mit- nehmenI" (Lust. Bl.) honderasien. AlS ich neulich mal Straßenbahn fuhr, stieg ein waschechter Berliner mit einem Hund auf bie Plattform, dem man wahrlich keine Rasse mehr ansehen konnte. Kreuzung Zwischen Riesenwelle unb Oelsarbinc. Irgend jemanb meinte: .Sachen 6c mal, iS ’n das 'n Ratrenfängen ober 'n Asfcnpintscher?" .Ja'. sagte der Besitzer, .bet er Ratten fängt, steht fest, aber ob er Affen ptntscht, wecst ick nich." teerung unterzogen. Die AutoWähler tun gut, bie Ohmtalroute von hier über Merlau—Wett- saa'en—Ruppertenrod zu nehmen, da bie in Arkeit befindlichen Teilstrecken täglich mehrmals für - u.zefähr eine halbe Stunde gesperrt werden. Mit dieser erneuten Teerung erhält bie Ohmtal- stratze endlich eine vorteilhafte Verfassung, tote sie ihr als stärkster Verkehrsstraße des Vogelsbergs gebührt. Preußen. Oer Wetzlarer Kreiseiai. WSN. Wetzlar, 11. Mai. In dreistündiger Sitzung genehmigte der Kreistag des Kreises Wetzlar gestern den Kreishaushaltsplan für 1928, der in Einnahme und Ausgabe 3 423 403 Mk. auftoeift und um 191 C03 Mark unter dem vorjährigen Etat bleibt. In- folgedeßen toar eine Senkung der Kreta» steuern von 40 auf 35 Proz. bei den Zuschlägen zu den Uebertoeifungen an Einkommen- und Körperschaftssteuern und von 91 auf 86 Proz. bei den Realsteuern möglich. Im außerordentlichen Etat, der mit 513 425 Mk. abschließt, behüben sich 304 000 Mk. zur Instandsetzung der KreiS- und Demetndestrahen und 203 000 Mk. für Wohnungsbau. Kreis Wetzlar. DSR. Wetzlar, 11. Mai. Der starke Andrang von Wandernden und der Mangel an geeignetem Untertan, t-raum haben d.e Frage der Unterbringung von Obdachlosen in Wetzlar akut werden lassen. Die Stadt hat sich daher entschlossen, ein Obdachlosenheim zu bauen, das mit einem ungefähren Aufwand von 30 000 Mk. errichtet werden soll. Zu den Kosten soll der Kreis anteilig herangezogen werben Der Kreistag hat in feiner letzten Sitzung bereits seine Beteiligung biS zu 15 000 Mk. zuge agt. — Die starke Frequenz der Landtoirtschast- lichcn Schale bildet die Veranlassung, daß ein weiterer Anbau err'chtet wirb, ber eine neu zu errichtende äweite Klasse aufnehmen soll. Die Kosten, bie 28 000 Mk. betrauen, wurden vom Kreis aus dem DrlöS des Verkauf- ber Herberge zur Heimat bereit-efteUL XX Vetzberg, 10. Mai. Der Vetzberg, die Schwesterburg unter» Gleiberg. bertnOct sicy in Wenig erfreulicher Verfassung. Nicht nur. bah btt Wenigen Reste der Ruine dem gänzlichen Dersall preiSgegeben finb. es sühn auch kein passierbarer Weg bis zum Gipfel des Berges, von wo sich bekanntlich dem Wanderer ein herrlicher Rundblick darbietet. Von einflußreicher Stelle müßten nicht allein Wegen des bequemeren Aufstieges, sondern auch wegen der Ausstellung von Ruhebänken auf diesem prachtvollen Aussichtspunkte in Bälde die nötigen Schritte getan werden. M bürg. ][ Marburg, 11. Mai. Der Kreistag des Kreises Marburg genehmigte in seiner gestrigen Sitzung u. a. den KreishauS- Haltsvoranschlag für 1 9 28, der im ordentlichen Teil mit einer Gesamteinnahme unb Gesamtausgabe von 1 370 546 Mk., im außerordentlichen Teil mit einer Gesamteinnahme unb Gesamtausgabe von 746 000 Wk. abschließt. Die Kreissteuerbelastuna Würbe als günstig bezeichnet. Die Zuschläge zu den Reichseinkommen- und KörperschaftSstei er - An e ' werden um 4 Prozent, die Zuschläge zu len R a steuern um 1 Prozent niedriger alS in 192? fein. Sie betragen nämlich für 1923 37 Prozent zu den Reichseinkommen- und Körperichaftssteuer - Anteilen unb 49 Prozent zu ben Realsteuern. Maingau WSN. Frankfurt a. M.. 11. Mai. Der frühere Frankfurter Kämmerer, Stabtrat a. D. Prozessor Dr. Bleicher, ist heute vormittag Im Krankenhaus nach kurzem Leiden im Alter von 67 Jahren gestorben. Don 1906 bi« 1925 verwaltete er in musterhafter Weise die Frankfurter Finanzen, nachdem er bereits vorher bie Leitung ber statistischen Aemter ber Stabt Inne* hatte Professor Dr. Bleicher gehörte auch bem Lehrkörper der Universität als Honorarproseisor für Statistik unb Kommunalwirtschaft an. WSA Frankfurt a. M , 10. Mai. Don der hiesigen Kriminalpolizei wurde der langgciuchte Einbrecher Joses Debor aus Aschaffenburg feftflcnommen, der aus dem Gefängnis in Bad Homburg ausgebrochen war und nachträglich einen Einbruch in ein Golbtoarengeschäft in Wetzlar mit seinem Kompli-en Wilhelm Gretz aus Frankfurt auägefübrt hat. Er kommt auch al- Mittäter für den Kalsenschrank- elnbruch in bie Ortskrankenkasse Gern ü n b e n in Frage. Bei diesem Einbruch wurde, wie berichtet, fein Mittäter Erich Rose von einem Gendarmen auf der Flucht durch zwei Schüsse schwer verletzt. Bei der Festnahme würbe Debor dabei betroffen, wie er bie letzten Vorbereitungen zur Flucht ins Ausland traf. Debor und Role haben hier längere Z^t um an gemeldet gewohnt. ht b«, di den boll sind für die Davis-Pokalrunde in Deutschland gewählt a k frost »er Persil DEIR BOMBENERFOLG ®ai "en * ist nicht ausgeblieben: 11878 KUNDEN 48051 von JWt. VU - an. 03785 4857D 484 ID Drei» 2.75 Mk. Steine Lchülkur -lur zu haben bet MA 50 Verkaufsstelle Gießen Seltersweg 91 SC HUM'C rn b VI Tronerie C. 'Itiinterboff, flreuu>L0 10 e t ndendnr« Tronerie, gelte et tu es 6Sa WM — — ölonb - ftottbo. wehrt nur das anerkannt vorteilhafte und hyglenlach einwandfreie Qeflhrt, den millionenfach verbreiteten el zurück । einen Ders rft das Schlotz in pofet- rppe- Reboftlonliiftk Ros 6- Binder- ed.Spangenschuh * L le fw* reinigt und desinfiziert alles und hinterläßt den angenehmen frischen Geruch peinlicher Sauberkeit! Ht. 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Hofmann Kinderarzt, Frankfurter Straße 43 Fernsprecher 1048 Vertreter: Herr Dr. Hanau, Seltersweg 52. 1 Habt AobrlfflüTonilel Hans Aßmann »leultadt *0. (f mpfeblc meine *Jiep« re turieerf hätte ftQe Ätbenen werden prompt und btlHn nuinefübtt. «Verner, (tlroltc Hiu"tuabl In (Bram moubon IMnttcn.ncueftefl.ilnabmen. t^ommersprossen auch in den bnr.nndinhen «Fällen, werden In entiflen Zonen unter (ßora-tie durch öq» echte unlchadliche remverlkuvnernnnF- ittiuec ..Venus** Statke B D a. d. Giefe. fln*. oder KLAPPWAGEN Seh 57 Jahren der Welt beste« Fabrikat und trotzdem nicht teurer wie Nachahmungen. Man achte beim Einkauf auf obige Schutzmarke. Reiche Auswahl, die euch höchsten Anforderungen genügt, bei BERTHOLD KÜHNE, Seltersweg 26 J6M0 Fahrräder »rltflaifiAC Warten! Urnnerft biilloe ttrttir! tiraueme TriUabluunen! Herrenräder, fompl. mit toroebo und gut. 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Mai (928 Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Da- Verlobungsauto (r) Wien. 3n her Donau erregen noch immer die Pro- ulf« da» größte Aufseyen. bei denen es sich um Heirat, The. Verlobung, mit einem Wort, um die Drnge handelt, die mit der Liebe in Verbindung stehen, für die die ehemalige Kaiser- ftadt Wien von jeher eines der schönsten Asyle war. So spricht man denn jetzt besonder- viel von der gerichtlichen Sntfcherdung. die ein gewisser Mr. Franc William Gardener gegen Frau Olga Gräfin ®.. die Tochter eines ungarischen Grvhgrundbeliycrs. angestrengt hat. Die ungarisch« Grälin und der Engländer hatten aneinander Gcsallen gesunden und wiederholt gemeinsame Reisen in einem schönen, großen Auto- mobil des Herrn Gardener unternommen. Rach- dem sie u. a. in Paris und In Monte Earlo gewesen waren, kamen sie im Januar 1927 nach Dien, wo offiziell die Verlobung des Paares stattsand. Bald stellte sich ftdoch heraus, dah Herr Gardener verheiratet war und seine Frau die Zustimmung xur Ehescheidung verweigerte. So ging die Verlobung zurück, und Gardener verlangte von seiner ehemaligen Vraut die Wiedergabe des Automobils. Als die Gräsin G. dieser Aufforderung nicht nachkam. kam es zur gerichtlichen Auseinandersetzung. Gardener klagte aus Herausgabe des Automobils, und die Gräfin machte Schadenersatzansprüche in Höh« non 50 000 Schilling geltend, da sie in Dien und in Monte Earlo ihrem Vrüutigam verschiedene höhere Geldbeträge zur Verfügung gestellt haben will. Unter anderem wurde ein Betrag von 15000 Schilling als Zoll für das aus Belgien nach Oesterreich cingcsührte Verlobung-automobil angeführt. Sine Menge Zeugen marschierten aus. ohne dah die Richter bisher zu einer Entscheidung hätten kommen können. Die ganze Geschichte erinnert lebhaft an den bekannten Hinderst reit Gib mir meine Puppenlappen wieder, ich bin auf ewig bös mit dir. — Da die Puppenlappen aber in diesem Falle viele Tausende von Schtllinaen ausmachen, und die Sache eben mit Liebe. Ehe. Verlobung und Scheidung verknüpft ist. brennt Dien vor Reugierde über da» Urteil, dah das Schicksal de» ..Verlvbung»- autos" entscheiden soll. Bestrafte Neugier. ( — ) PariS. Herr Rene« Mourat zückte kürzlich in einem Vorort von Pari» die Börse und erwarb für fein ehrlich verdiente» Geld auf dem Geflügel- markt einen lebenden Hahn und zwei prachtvoll« bunte Hennen, da er di« Absicht hatte, sich eine deine Geflügelzucht anzulegen. Seinen flatternden und schreienden Berkaus verfrachtete er in einen mitgebrachten groben Spankorb und machte sich dann kreuzfidel und munter auf den Rach- hauseweg. Unterwegs kam er an einem Kinvtheatcr vorbei. und die farbenfrohen Plakate zogen ihn unwiderstehlich an. Dar aus ihnen doch in der denkbar realistischsten Darstellung da» ganze Re- pertoir« eine» altrömischen ZirkuS mit Wagenrennen. Gladiator«nkämpsen. Ehristenopfem usw. zu sehen. S» handelte sich um einen der bekannten Quovadis-5ilme. Der Besitzer des Äino» versprach jedoch in metergrohen Buchstaben noch eine aanz besondere Attraktion — einen ausgewachsenen männlichen Löwen nämlich, der einer des Hauptdarsteller des Films gewesen sei. und wie mancher andere Prominente der Fiimmer- wand persönlich den Ausführungen beiwohne. In ciTK'm eisernen Käfig versteht sich. Diesen Derheihungen konnte Monsieur Mourat nicht widerstehen und er löste sich, immer noch den Spankorb mit seinem lebendigen Inhalt am Arm. an der Kasse eine Karte und trat ein. Die Vorführung hatte bereit- begonnen, eine packende GastmahlSszene mit verführerisch wenig- belleideten trunkenen Bacchantinnen am Hose Reros rollte ab. und Herr Mourat war in diese Bilder bald so vertieft, dah er nicht mehr acht- gab auf feinen Korb und daher nicht merkte. wie sich der Deckel hob und zuerst der Herr Hahn und dann die beiden Gevatterinnen Hennen ihr Gefängnis verliehen und schnurstracks — in den Käsig spazierten, wo ihnen der mächtige Stopf eine- Löwen entgegenblinzelte. Da» brave Federvieh au» dem gesitteten Semc-De-arte- ment schien nicht die geringste Furcht vor dem unbekannten exotischen Gast zu verspüren. — und so kam es schließlich wie es unweigerlich kommen muhte. Man hörte plötzlich ein jammervolle» dreifaches Auskrähen einen dump.en Prankenschlag und dann da- behagliche Geräusch einer Löwenmahlzeit. Die Vorführung wurde unterbrochen. e- wurde Licht, und der gänzlich fas- sungslose. aus so unzarte Deise aus leinen alt- römischen Träumen geweckte Monsieur Mourat konnte sich die 'Bescherung jetzt ansehen: von keinem mit soviel Zukunftshossnungen gemachten Einkauf war nichts mehr übrig al» ein paar blutgetränkt« Federn. Ter geplagte Str Walker Scott. (r) Manchester. Auch In Old merry England g.bt e» geplagte Berühmtheiten unter den Autor.n. So ft leb Ihnn erst kürzlich in einer hiesigen Gesellschaft der auch jenseits des Kanals bekannte Dals- toorthy «Inen Hilferuf aus. man möge ihn retten aus seiner Rot und ihn mit den vielen Bitten um Kritik oder literarische bzw. finanzielle Hilfe verschonen. Er erbarmte aber auch gleichzeitig an. daß es die Autoren in gewisser Hinsicht heute doch besser Haien al» ihre Kollegen im vorigen Jahrhu. de.t. Insbesondere gedacht« er de» Dichters der schottischen Hochlande, der. wie man wohl wissen dürfte, in finanzieller Hinsicht nicht gerade aus Rosen gebettet war. S i r Walter Scott, so erzählte Galsworthy, erhielt einst ein Paket aus den Vereinigten Staaten, für daS er drei Pfund Rachnahm« zu zahlen hatte. SS enthielt da» Manuskript eines von einer Reuyorker Dame verfaßten Drama», betitelt: .Die Liebhaber von Sherokee". In einem Begleitschreiben wurde Scott von der Verfasserin gebeten, das Manuskript zu lesen, zu verbessern, es mit einem Pro- und einem Dpi log zu versehen, sowie mit Constable und Murray übet die Verlegung bzw. Aufführung deS Stüde» zu verhandeln. 14 Sage später erhielt Scott ein gleiches Paket au» Reuyork. Abermals muhte er fünf Pfund Sterling berappen. Die Se düng enthielt daS flleiche Stück, mit demselben Ersuch.m der Der- afferin, und der Bemerkung, angesichts der Gefahr, dah das Manuskript verlorengehe i könnte, habe die .um ihr geistige» Kind besorgte Mutter" es für gut befunden, noch ein Duplikat zu schicken. — Für den armen Sir Walter war da» «in teurer Spaß, für Dalswvrhy aber ist e» ein wenn auch kleiner Trost, wie man sieht... Ein Spielzeug für 52 000 Dollars. (a) Reuyork. »Für daS Kind und für die Frau , da» ist, wie man weih, eine der vielen in Amerika gebrauchten Schlagwörter, deren Summe einen gewissen Ersah für die fehlende bodenständige Lebensphilofophie der Reuen Welt darstellt. Dah di« Frau in der nordamerikanifchen Union ost bis zur anS Groteske ftreifenben ileber- treibung und auch vielfach unverdient vor dem Manne bevorrechtet wird, darf ebenfalls al» bekannt vorausgesetzt werden, ebenso wie die auf Grund von chemifch-physikalifch-psychoanaly- tisch-medizinifchen Versuchen dauernd verbesserte Pfleg« des Kindes. Reu hingegen dürfte es sein, was für Unsummen amerila .ische Dabob» für ihr« Spröhlinge hinau-zuwersen imstande find, und zwar noch auf höchst unsinnige Weise. Ein gute- Beispiel bieten die soeben erschienenen .Erinnerungen" deS hiesigen Spielwaren- händler» George Lee. Da» teuerste Spielzeug, so erzählt et. das er herstellte, war ein Sch.fs en mmiature, aber den.roch so groß, daß der Spielende al» Steuermann darin Platz hatte. Ss kostete die hübsche Summe von 10 030 Dollar». Al» jedoch die Mutter deS betreffenden Knaben da» Riesenfpielzeug sah. erftärte sie es DielfirmiiöenfieöeaSWeni. Roman von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann, Verlag, Leipzig. 6 ßorthflung Nachdruck verboten. Sie wat cs. Kein Zweifel! Er hätte sie unter Tausenden wicdererkannt. Sie sah ihn nicht, und er machte sich ihr auch nicht bemerkbar. Jetzt, wo er sie so nahe wußte, wo sie ihm eine Gelegenheit der Annäherung bot, wie sie ihm in seinen kühnsten Iräumen nicht oorgegaukelt wäre, hielt ihn eine merkwürdige Scheu zurück. Erft am letzten Reisetage sprach er sie an. Sie empfing ihn sehr kühl. „C ja, ich wußte, daß Sie an Bord waren. Ich hab« Ihren Namen In der Pasiagierkiste gefunden", jagte sie. Die Erregung schlug so hohe Dellen in chm, daß ihn selbst das belustigte Lächeln in ihren Augen nicht zu kränken vermochte. „Darum haben Sie mich denn so gesllstentlich überfein?* wollte er wissen. ,,3d) dachte, der hohe Herr reifen inkognito', erwiderte fie boshaft. ..Uebrigens werden wir uns in Zukunft häufiger begegnen; denn Sie find ja jEstt im glücklichen Bejist einer Leihkarte.' "Äa. ich glaube, ich habe eine", räumte Dick verlegen ein. „3d? weiß es; denn ich felbft habe den Gut- schein ausgestellt", entgegnete sie prompt. .-Ob. bann sind Sie also —" er wartete darauf, daß fie ihm einhelfen sollte. „Die Dame, die den Gutschein ausoestellt hat", sagte sie ernsthaft. Da konnte er nicht mehr an sich halten. Er fragte gerade heraus: „Und wie beißen Sie, bitte?" „Sybil Lansdown!" „Ach ja, jetzt erinnere ich mich'" „Sie haben meinen Namen auf dem Gutschein gelesen?" Er nickte. Jtomifd) — er wurde uns als unbestellbar von der Post retourniert." Si< kannte keine Gnade. Da lachte er fröhlich und überwunden. Der innere Kontakt war wieder hergestellt. Am Abend setzten sie ihre Unterhaltung fort. Einsamkeit und Finsternis waren um sie her. Zuweilen tauchte ein Blinkfeuer auf, das seine sll- bemen Achsen warnend durch die Nach! sandle. „Werden Sie Ihre Reise fortsetzen?" fragte sie ihn. „Nein, ich bleibe in London. Ich sehne mich förmlich danach. Ich habe in (Margate eine kleine gemütliche Wohnung. Man kann zwar, wenn man in der Mitte steht, und die Arme ausreckt, die Wände zu beiden Seiten berühren, aber meinen Ansprüchen genügt sie doch. Sie seufzte. „Da müßten Sie erst unsere Wohnung In der Corarnstrahe sehen!" „Welche Nummer?" fragte Dick rasch. „Eine von Dielen", lächelte fie. „Aber ich muß jetzt hinabgehen. Es ist spät geworden. Gute Nacht, Mr. Martin! Er geleitete sie nicht zur Sajütentreppe, aber er blickte ihr nach, bis sie im Dunkel verschwunden war. Das mochte sie nach Madeira geführt haben? Sicher gehörte sie nicht zu den Glücklichen, die ge- wohnheitsgcrnäß den Londoner Nebel mit der Sonne des Süden» vertauschen Sie kam ihm viel hübscher vor, als fie in seinen Vorstellungen gelebt hatte. Sie war von einer bleichen, fast orientalischen Schönheit. Es war bie Schrägstellung ihrer grauen Augen, bie an den Osten gemahnte. Sie war schlank, aber nicht mager, sondern von der geschmeidigen Fülle, die jeder Linie ihren Reiz gibt Am nächsten Morgen, nach der Landung, wußte es Dick so «inzurichten, baß er mit ihr im gleichen Abteil nach London fuhr. „Freuen Sie sich auf London?" fragte er sie. Sie unterdrückte einen Seufzer. ,Lch freue mich daraus, daß ich wieder in meiner Muttersprache reden darf Es war nicht immer leicht, sich auf portugiesisch zu verständigen!" Er zog erstaunt die Brauen in die Höhe. „Aber es wirb doch in allen Hotels englisch ge- sprochen?" „Das wohl, aber ich habe in keinem Hotel gewohnt, sondern in einer kleinen Pension, in den Bergen, wo man nur portugiefijd) verstand. Aber auch sonst scheint meine Reise zwecklos gewesen zu fein!" für wertlos, wenn ihr Oungt nicht auch Gelegenheit hätte, damit au< dem Walser zu fahren. 3n aller Oefientlichkett hätte das a?rr zu viel Aufsehen erregt, und k> wurde für 24033 Dollar» im Park de» Millionärschlossez ein fünft- licher Lee gelchaf en. AI» endlich alles so weit war. und da» Schifs regeltest vom Stapel lies, fing der kleine Dvllarvrinz au weinen an und beschwert« sich über das .friedliche Gewässer". auf dem e» nicht einmal die kleinsten Stürm« gäbe. Also wurde eine Maschinerie für 18000 Dollars eingebaut. b;e künstlich« Wellen erzeugte. - 3b t inzwischen hatte der MillionärSsproßling für bie Sach« längst jede» Interest« verloren. Seine Sehnsucht toar nunmehr ein Automobil mit zwei Hunde von denen der eine bei der Fahrt immer nach . echt», brr andere nach links leben müßte Un > l» waren die 52000 Dollar» gleich 206 000 Mark zum Fenster hin ausgeworfen. Wirtschaft. Öochenberidit vom Sranffurtcr Effektenmarkt. Im Gegensatz zur vergangenen Woche war bie Hottung am Frankfurter Effektenmarkt in bieser Woche stiller, und die Umsätze bewegten sich mit Ausnahme verschiedener Speziatwcrte in engen Grenzen. Einen gcofjen Einfluß übten hier bie starken Käufe bes Auslandes aus. Vor- nehmlich von feiten Amerikas und der Schweiz wurden Interesienverkäufe hauptfächltch in Elektrowerten und teilweise auch am Bankenmarkt oorgenommen, so dah das Ge- sck)äft zeitweise einen stürmischen Charakter annehmen konnte und die Spekulation daraufhin ebenfalls größere Deckungen oornahm. Kursstützend wirkte die weitere, wenn auch kleine Entspannung des Reichsbankinstituts, die im Verlaufe der Woche eingetretene Ermäßigung des Berliner Privatdis- kontfatzes unb bie bessere Beurteilung des Reportgelbmarktes. Die optim stischen Ausführungen in ben Generalversammlungen der KaligescUschaften wirkten sich zeitweise recht günstia aus. Doch machte sich im Verlaufe der Woche größere Zurückhaltung bei der Spekulation bemerkbar, da sie bestrebt ist, den Markt vor der Medioabwicklung nicht zu sehr zu belasten, obwohl von dieser Seite zwecks lieber- Windung der Medioliquidation keine besondere Schwierigkeiten erwartet werden. Don einer Beteiligung der Prioatkundschaft war im allgemeinen nur wenig zu bemerken, e» sollen sogar von dieser Seite meist größere Abgaben auf Gewinnsicherung oorgenommen worden fein. Die chinesisch japanischen Differenzen, in deren Zusammenhang größere Schwierigkeiten auf die allgemeine internationale Wirtschaft befürchtet werden, lösten größere Besorg- nisie an der Börse aus. Die Spckualtivn schritt daher verschiedentlich zu größeren Abgaben, was eine uneinheitliche Kursentwicklung zur Folge hatte. Das herauskommende Material wurde oft nur mit Schwierigkeiten ausgenommen Auf dem ermäßigten Kursniveau machte sich jedoch, auch angeregt durch wieder stärker in Erscheinung tretende Interessen- käufe des Auslandes, größerer Deckungsbegehr bemerkbar. Die Herabsetzung des Satzes für lagesgelb trug ebenfalls bazu bei, daß der Grunbton der Börse eine gewiße Festigkeit zeigte. Die Der- Handlungen zwecks einer weiteren Kohlen- preis ft eiaerung lösten zwar yn Montan- markt größere Zurückhaltung au^ doch war bei verschiedenen Werten, aus den schon oben erwähnten Gründen, lebhaftes Geschäft zu verzeichnen. Rheinische Braunkohlen standen mit einem Kurs- gewinn von 5 Proz. an der Spitze. Auch die Kali- werte blieben bei Abgang der Dividende, in Nachwirkung des gesteigerten Kaliabsatzes, stärker beachtet. Sonst waren hier meist kleine Kursbesierun- gen zu verzeichnen Am Bankenmarkt konnte Reichsmark mit plus 10 5 Proz., sogar fast an einem lag, kräftig anziehen, ein Grund hierfür war nicht bekannt Auch Danatbanf hatten plus 13 Proz, hauptsächlich auf Käufe des Auslandes, firöfcere Umsätze. Discontogesellschaft hatten eben- alls etwas lebhaftere Umsätze zu verzeichnen. Die sonstigen Werte waren kaum verändert. Der Elektromarkt war größeren Schwankungen unterworfen, doch überwogen auch hier im Verlause der Woche ganz beträchtliche Kursbesierungen, „Nun," sagte er, „da können wir uns die Hand reichen. E» geht mir genau so." Sie lächelte. „Ader ich komme nicht mit ganz leeren Händen zurück." Sie nahm eine kleine Schachtel aus ihrer Hand- lasche heraus. Sie schob den Deckel beiseite unb hielt sie ihm geöffnet hin. Er erblickte einen flachen Schlüssel von sellsamer, bisher nie gesehener Form, ber an beiben Setten gezahnt war. „Was für ein merfroürbiger Schlüssel", sagte er. „Und deswegen sind Sie nach Madeira gereift?" Sie nickte. „Aber ich hatte mir bas Ergebnis meiner Reife natürlich ganz anbers oorgefteUt. Cs ist eine feit- same Geschichte, bie auch wieder mit Lord Selforb zusammenhängt. Wie sieht übrigens mein Vetter aus?" „Wie ber Kaiser von China. Das heißt, ich kenne sie beide nicht. Ich habe Ihren Vetter nie zu Gesicht bekommen!" Sie stellte eine rasche Frage nach seinen Erlebnissen, die er beantworten mußte. Dann erst erzählte sie ihm ihre Geschichte. „Mein Vater hat früher einmal einen portugiesischen Gärtner namens Silva gehabt, ben er, als er seine Dienste nicht mehr brauchte, an Lorb Sei- fort* empfahl Nach dem Tobe bes alten Corbs liebelte dieser Silva nach Madeira über. Es mag ungefähr drei Monate her sein, da erhielt meine Mut- ter einen Brief von einem Priester, der uns antün- bigte, daß Silva auf Madeira gestorben sei. Noch in der Todesstunde habe ihn bas Unrecht gequält, das er uns angetan habe Mit ber flehentlichen Bitte um Vergebung seiner Sünden habe er seine Hinter- lassenjchaft für uns dem Priester anoenraut unb sein Versprechen verlangt, sie nur einem Mitglieb unserer Familie persönlich euszuhändigen. Weder meine Mutter noch ich konnten daran denken, nach Madeira zu reisen. Dazu fehsten uns jegliche Mittel. Aber mit ber nächsten Poft traf ein zweiter Brief ein, der m London aufgegeben worden war. Er enthielt hundert Pfund in Banknoten und eine Schiffskarte nach Madeira. „Wer war der Absender?" fragte Dick schnell. „Er war nicht genannt. Aber ich entschloß mich zur Reise. Der ölte Priester war sehr froh über an deren Spitze Siemens & Halske mu plus 30 Proz die Führung hatten. Hier sollen auch von B e I a 11 n größere Käufe doigenommen worden fein. Auch Schuckert, die anfangs eher vernachlöfstgt waren, konnten 6 Pro) gewinnen. I.-D.-F arben waren irn allgemeinen vernachlässigt Die Kurroer- lüfte und gewinne hielten sich h er die Waage Nur Scheideanstatt waren zum Wochenschluß recht lebhaft gehandelt, so dah eine Kursdesiervng von du.ch. schnittlich R Proz. zu verzeichnen war Schiss- sahrtswerte hatten durchweg gleichmäß g lebhaftes Geschäft bei Kursbesierungen bis zu R Proz. Autowerke waren aus Fusionsgeruchle oft lebhaft gehandelt und bis 14 Proz erholt Am Rente n in a r 11 bestand bei stark anziehendem Kurs für 21bli iu- g ohne Option lebhaftes Interesie Von Ausländern waren Ungarn auf Stab l sierung.Verhandlungen fest. Tagesgeld wurde auf 6 Proz ermäßigt In ben sonstigen Werten war das Geschäft Mein. Wochenbericht vom Frankfurter Produttenmarkt. Der Frankfurter Produ.tenmarkk eröffnete Me neue Wvche in sehr Rillet Haltung schwächer«.» Au-landnotierungen und die rur- günstiger lautenden amertkani chen Bericht« veranlaßten di« Händler zur größeren Zurückhaltung Da auf der anderen Seite immer noch wenig Ware an den Markt kam. blieben die schwachen Auslandnotierungen ohne besonderen Einfluß auf di« Preisgestaltung Doch trat im Verlaus der Woche, veranlaßt durch die wieder höher lautenden amerikani chen Roti.rungen, ein« kleine Erholung ein. Die Grundstimmung tour c etwa» freundlicher. Die Händler verhielten sich ««doch nach wie vor weiter reserviert, da sich dem Markte weiter feine Anregung boL Verstimmend wirkte, daß sich der Erpork und da» Ausland kaum am Geschäft beteiligten und bte Mühlen nur in ben dringendsten Fällen Dek- kungsbegehr bekundeten. Der immer noch herrschend« Mangel an 3nlanbtoare machte sich im Laufe der Woche immer störender bem bar. Dem günstig lautenden preußischen Saa- tenstandsb«richt wurde nur toenii Dichtung bri- gemessen. Für Weizen unb Roggen bestand nur wenig Interesse, da bie Hänoter mit ein in weiteren Rückgang der Preise rechnen. In Mai» für Futter^weckc machte sich auf Det- kungen der Landwirtschaft, bei zeitweise recht lebhaftem De.cyäft unb anziehendem Preis, größere Kausneiguna bemerkbar. 3m Einklang damit bekundete bte Industrie für besseren Mai» ettoa» stärkeres Interesse Da» Mehlgeschäft erfuhr nur rorübergehend eine kleine Beleoung. Messie geringerer Qualität waren durchweg billiger angeboten. Am Futtermlttelmarkt war die Tendenz fest, und daS Geschäft blieb während ber ganzen Woche ziemlich lebhaft. Bei größerer Rachsrage konnten am Karts f f e l m a rk t bie Preise auf 435 Mk. je 50 Kilogramm erhöht toerben. Zum Wochen- schluß blieb da» Geschäft still. Die zweite Hand kam mit größeren Abgaben an den Markt, so bah bie allgemeine Haltung lustlo» wurde. Roggen bleibt jedoch weiter knapp angeboten. Rur in Kleie werden weiter einige Umsätze getätigt. Mai» für Industrieawecke war stärker angeboten und vernachlässigt. Im Vergleich zu den Rotterungen der vergangenen Woche blieben Weizen. Roggen unb Hafer gut behauptet. MaiS für Futterzwecke zog 0.75 Mk., Weizenkleie 0.25 Mk. unb Roggenkleie bi» 0.25 Mk. an. Weizen- und Roggenmehl konnten sich gut behaupten Mais für Industriezwecke büßte dagegen 0.25 Mk. ein. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlaibtviehmarkt. In der neuen Woche toar da» Geschäft am Frankfurter Lchlachtviehmarkt still. Obwohl der Austrieb in allen Diehgattungen, mit Au»nahme von Kälbern, geringer toar. schritten die Metzger nur langsam zu Käufen, was wohl daraus zu erklären ist, daß der Bedarf des Publikums an Fleisch in den Sommermonaten bedeutend geringer ist. Schafe wurden an beiden Markttagen nicht notiert, da die Händler fai onmäßig wenig Ware an ben Markt bri g n. Der De amtau t le » befand aus 1385 Rindern, darunter 2!K) Ochsen, 62 Bullen, 631 Kühe. 335 Färsen, ferner au» mein Kommen. Es war im letzten Monat dreimal in seinem Hause eingebrochen worden, und er brachte die Einbrüche mit dem Minen Paket in Verbindung, das er von dem loten übernommen hatte. Natürlich erwartete ich irgend etwas Kostbares, das so viel Mühe lohnte, insbesondere da Silva als sehr reicher Mann bei seinen Nachbarn gegolten hatte. Ich fand den Schlüssel. Meine (Ent- tauschung können Sie sich vorstellen " Dick drehte ben Schlüssel nachdenklich hin und her. „Silva war Gärtner bei Lord Selforb, sagten Sie? Merkwürdig! Wo mag er feinen Reichtum herhaben? Hat er etwas Schriftliches hinterlassen?" Sie schüttelte den Kopf. „Aber paffen Sie nur auf, es kommt noch merkwürdiger. Ich steckte den Schlüße! in meine Manteltasche. Den Mantel ließ ich in der Stube hängen. Da6 war ein Glück für mich. Denn als ich ins Freie trat, stürzte ein Mann auf mich zu und riß mir die Handtasche fort. Als Leute auf meinen Hilferuf herbeieilten, war er schon verschwunden Die Tasche enthielt nichts von besonderem Wett, mein Geld und meinen Paß hatte ich beponiert, aber bie Einbrüche bei bem Priester kamen mir in ben Sinn, unb von nun an hatte ich keine rechte Ruhe mehr. Sobald ich an Lord bes Schisses war, hinterlegt« ich ben Schlüssel beim Zahlmeister." „Und man hat Sie in Frieden gelassen?" Sie lachte leise. .^Zweimal sind meine Koffer durchwühlt worden, unb einmal lagen meine sämtliche Betten auf dem Boden. Aber man muß wohl dankbar (ein, daß nichts Schlimmeres paffiert ift" „Allerdings", sagte Dick unb zog den Atem langsam unb tief ein. Er sah sich ben Schlüssel noch einmal an. Dann fragte er beiläufig: „Eoramstraße Nummer ...?" Sie nannte fie chm, unb bann erst fiel ihr ein, baß fie bie Nummer eigentlich vor ihm verheimlichen wollte. gab ihr bie geschloffene Schachtel zurück .„Können Sie sich aus all bem einen Vermachen?" fragte sie ihn. Er zuckte bie Achseln. „Nein," gab er zu, „ich müßte erst bas Schloß sehen, in das dieser Schlüsiel hineinpaßt." (Fortsetzung folgt) " 1600 Kälbern. 150 Schafen und 6150 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 180 Rinder. 25 Schafe und 200 Schweine weniger angetrieben, während 50 Kilber mehr -um Verkauf standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht- Ochsen A I 59 bi- 62. A II 55 biS 58. Bl 51 biS 54. II 46 bis 50. Bullen A 50 bis 54. B 45 bi- 4P, C 35 bi» 40. Äit* A 43 bis 48. B 37 bis 42. C 32 bis 36. D 25 biS 31; Karsen A 59 ÖU 63. B 54 biS 53, C 48 biS 53. Kalber B 73 bis 78, C 65 biS 72, D 60 biS 64. Schafe A 50 bis 54, B 44 biS 48. Schweine B 54 bis 56, L 54 biS 56, D 54 biS 57, E 52 bis 55. 3m Vergleich zu den Preisen der vorigen Woche blieben Rinder gut behauptet, Schafe wurden um 4 Mk. ermäßigt. Kälber zogen dagegen bis 4 Mk. und Schweine bis 3 Mk. im Preise an. ' Preutz. Landesofandbriefonstalt. Wie aus dem heutigen Anzeiaenteil ersichtlich ist, legt die Preußische Londespfanvbriefanstalt, Berlin. Körperschaft des öffenllichen Rechts, in des Zeit vom 15. Mai bis 4 Juni 2 Millionen Goldmark bprozentige Goldmarkpfandbriefe, Rest der Reihe XI, zum Vorzugskurfe von 97,50 Proz. (letzter Börsenkurs 98,25 Proz.) und 2 Millionen Goldmark 8pro- genüge Goldmark Kommunalobligationen Reihe XII zum Borzugskurse von 95,25 Proz. (letzter Börsen- kurs 95,70 Proz.) zur öffentlichen Ze chnung auf. Die Werte sind in Stücken zu 100, 200, 500, 1000 und 5000 Goldmark erhältlich, sind mit Halbjahr, lichen Zinsscheinen versehen und bis zum Jahre 1933 seitens der Anstalt unkündbar. Zeichnungs- sch'ust ist der 4. Juni, falls nicht Ueberzeichnung den L stenschlust zu einem früheren Termin notwendig werden läßt. • Zusammenschluß in der Waggon- Industrie. Die seit Monaten schwebenden Verhandlungen über einen Zusammenschluß in der oft- und mitteldeutschen Waggonindustrie zwischen der Linke-Hoffmann-Werke-A-G., der Waggon-MUchinenfabrik-A.-G., vorm. Busch in Bautzen und Weimar und der Sächsischen Wagggonfabrik Werdau 21 -®. in Werdau sind nunmehr, wie WTB.-HandelSdienst erfährt, vorbehaltlich der Zustimmung der Generalversamm- lungen der Aktionäre dieser Gesellschaften zum Abschluß gekommen. Der Zusammenschluß wird in der Weise erfolgen, daß Linke-Hoffmann. Busch und Werdau vereinigt werden und zu die fern Zwecke das Aktienkapital von Linke-Hoffmann von 21 Millionen auf 30 Millionen Mark erhöht wird. * Odenwälder Hartsteinindustrie A.-G., Darmstadt. Der Bruttogewinn im abgelaufenen Geschäftsiahr beträgt 419 995 Mk., für Abschreibungen werden 200 490 Mk. beansprucht. De.' aus den 22. Mai einberufenen Generalversammlung wird vorgeschlazen, auf 12 000 Mk. Dorzugsaktien eine Dividende von 6 Proz. und auf 1 320 0C0 Mk. Stammaktien eine solche von 10 Proz. zu verteilen, 20 009 Mk. der Untcr- stützungslasse für Beamte und Arbeiter, 10 000 Mark der Sonderrücklage zu überweisen und 8861 Mark vorzutragen. Die Werke sind gut beschäftigt, so daß auch für daS laufende Geschäftsjahr mit einem befriedigenden Ergebnis gerechnet werden kann. * T h Goldschmidt A.-G. Essen. Die gestrige Generalversammlung genehmigte den Abschluß für da« Geschäftsjahr 1927 und be- schloß, auS dem Reingewinn von 1 153 532 Mark auf die Vorzugsaktien die satzungsgemäße Dividende von 6 Proz. und auf die Stammanien eine Dividende von 5 Proz. auszufchütten. • Arbeiter-Entlassungen b ei den ^Hasper Eisen- und Stahlwerken. Auf J>en Hasper Eisen- und Stahlwerken sind auf 'der Abteilung Stahlwerk 200 Arbeiter entlassen worden. Wie hierzu mUgeteilt wird, sollte bei dem Stahlwerk de- Klöcknerwerkes wegen Ab- sahschwi-'rigkeiten Kurzarbeit geleistet werden, mit deren Verteilung die betroffenen Arbeiter nicht einverstanden waren. Da Betriebsleitung und Belegschaft sich in dieser Frage nicht einigen konnten, wurden von der Firma Kündigungen ausgesprochen. Die Lage wurde in den setzten Tagen noch durch Lohnstreitigkeiten verschärft. Gestern gab die Betriebsleitung bekannt, daß, wenn bis SamStag der Betrieb nicht wieder ausgenommen werden würde, auch die übrigen Betriebe fur(g?kgi werden müßten * Deutsche Lufthansa A.-G, Berlin. 3n der Aufsichtsratssitzuna der Deutschen Lufthansa A.-G. wurde der Geschäftsbericht und die Bilanz für das abgelaufene Rechnungsjahr vorgelegt. Die Bi lanz weist nach Abzug der Betriebskosten und der chnndlungsunkoften einen Uebcrfcbuß van 6 977 110 Mark (i. V. 5 675 OSS Mk.) aus Hiervon sollen für Abschreibungen auf Flugzeughallen und motore 5 969 117 Mk (4 606 389 Mk) und für sonstige Abschreibungen 988 938 Mk. (1 060 580 Mk ) verwendet werden. Der übrig bleibende Betrag von 19064 Mark (8119 Mk) soll der gesetzlichen Reserve zuge- führt werden. * Polyphonwerke A. - G., Le i pzi a- Wahren. Die Generalversammlung der Poly- ohonwerke A.-G., Letpz g Wahren setzte die Dividende auf 14 Proz. fest. In den elften vier Monaten des laufenden Jahres ist eine starke Erhöhung der Umsätze gegenüber dem Dorjahre eingetreten. Man beabsicht gt, außerhalb Deutschlands wettere Märkte zu erschließen. Zrankjurtcr Börse. Frankfurt a. M., 12 Mai. Tendenz fest. — Zum Wochenbeginn blieb die Tendenz weiter fest. Die glatte Uebcrwindung der Medioliyuidation und der leichte Geldmarkt gaben der Börse einen freundlichen Grundton. Die weiteren Saufe des Auslandes und die starke Beteiligung der Ban kenkundfchaft wirkten stimulierend Auf der anderen Leite nahm aber die Spekulation Realisationen vor, da sie bestrebt ist, bei den stark gesteigerten Kursen Gewinnsicherungen oorzunehmen. Infolgedesien konnte sich das Geschäft nicht ganz so lebhaft gehalten als gestern Gegenüber der gestrigen Abendbörse überwogen heute zumeist die Kursbesserungcn bis zu 3 v. Sy Besonders lebhaft gehandelt waren am Elektromarkt Gesfürel mit plus 5 v. H., auch Goldmann plus 2,5 v Sy und Felten mit plus 3 v. 5). stärker begehrt. Dagegen Schuckert mit minus 1 o. Sy und Siemens mit minus 0,75 o. Sy angeboten. Arn Bankenmarkt ist das Geschäft weiter lebhaft. An der Spitze standen Tornmerzbank mit 2 v. H und Deutsche Bank mit plus 2,25 o. H Schiffahrts- werte waren auf größere Interessenkäufe des Aus- landes weiter bis zu 1,25 v. Sy gebessert. Bon Autowerten waren Rheinbraun mit plus 3,5 o Sy und Phönix mit plus 2 o. 5). lebhaft gehandelt. Rhein- ftahl wurden auf die Erhöhung des Eisenpreises lebhafter gefragt, gell ft off Waldhof waren bei etwas lebhafteren Umsätzen 3 o Sy gebessert. Im Gegensatz zu der geftrin -:i Abendbörfe waren Farben heute etwas oernachffliigt und schwächer. Am Anleihemarkt waren Anleihen ohne Option weiter erhöht und lebhaft gehandelt. Ausländer still. Im weiteren Verlauf konzentrierte sich das Geschäft in der Hauptsache auf Spezialwerte. Am Montan- markt waren besonders lebhaft gehandelt Rheinstahl, Rheinische Braunkohlen je mit plus 7 v Sy I -G Farben waren eher angeboten und weiter etwas schwächer. Sonst blieben im allgemeinen die Kurse gut behauotet. Der Satz für Tagesgeld wurde auf 5,5 v. 5>. festgesetzt. Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Dollar 4.1803, gegen Pfund 20 402, London gegen Kabel 4,8815, Paris 124 0225, Mailand 92,6250. Madrid 29,08, Holland 12,0970 Berlin«? Börse. Berlin, 12. Mai. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Samstagkursen herrschte heute schon zum offiziellen Beginn eine lebhafte Tätigkeit. Der Orderseingang war wenig großer als sonst: das hing damit zusammen, daß Limiteerhöhungen notwendig wurden. Es konnte jedoch eine zuversichtliche Stimmung aufkommen, da das A u s - la n b weiter Käufe in Spezialwerten oornahm. Das Geschäft hatte sich heute auf Elektrowerte konzentriert. Aber auch hier lagen vor allem die in der letzten Zeil vernachlässigten Papiere höher: u. a. waren Gesfürel, Licht und Kraft, Löwe und Chade- aktien lebhafter gehandelt, während Siemens 8- Schuckert vernachlässigt waren. Auch für S ch i f f • sahrts-, Montan- und Bankenwerte war etwas lebhaftere Nachfrage feltzustellen Mannesmann, Rheinische Braunkohlen, im Verlaus auch noch Köln-Neuessen und Offener Kohlen waren lebhafter verlangt und im Kurse etwas erhöht, lieber dem Durchschnitt von 1 bis 3 ü. S). logen noch Norddeutsche Wolle mit plus 3,5 o. S) und Waldhos mit plus 3,75 o. Sy, lebhaft gefragt. Reichsbank setzte in Reaktion auf die gestrige Steigerung - mit minus 3 p. Sy ein und Polyphonaktien 6 v. Sy niedriger. Schon vorbörslich hatte sich in Neubesitz-An- leihe lebhaftes Geschäft entwickelt, welche mit plus plus lagen die erste Notiz 1,25 o-Sy höher. Jrn Verlaufe konnte sie bei größeren Umsätzen die 20er Grenze überschreiten. Ausländer ruhig. Rumänen weiter anziehend. P f a n d b r i e se geschäftslos. Geldmarkt unverändert. Tagesgeld 5 bis 7 v. Sy Monatsgeld 7,5 bis 8,5 o. Sy Im Verlaufe war das Geschäft weiter lebhaft. Berliner Handelsgesellschaft bis 9 v. Sy höher. Später wieder ruhiger. Berliner Produktenbörse. Berlin, 11. Mai. Die flauen Auslandsmeldungen vermochten hier keinen starken Eindnick zu hinterlassen, da der hiesige Markt auch auf die Hausse der überseeischen Märkte nur schwach reagiert hatte. Bon größerer Wirkung aus die Ten- denzgcstaltung ist vielmehr die Lustlosigkeit des Mehlmarktes, die angesichts der ausreichenden Versorgung der Mühlen keine Unternehmungslust auf- kommen läßt. Die Zielforderungen für Weizen lauteten beträchtlich niedriger auch auf dem ermäßigten Preisniveau konnte sich aber kein Geschäft entwickeln. Das inländische Weizenangebot ist in den Forderungen niedriger und gegenüber der geringen Nachfrage völlig ausreichend. Roggen ist in Wag- gonware fast gar nicht angeboten, Kahnware steht auch nur in begrenztem Umfange jur Verfügung; der Abzug von Roggen an die Vrovinzmühlen m nach wie vor gut bei vollbehaupteten Preisen. Die Rogaenzielofserten zeigten gegenüber aestern fein« wesentlichen Veränderungen. Am Lieferungsmarkt war Weizen in den Preisen rückgängig. Roggen do- gegen gut stetig. Für den laufenden Monat macht sich der Mangel an Andienungen in einer leichten Befestigung fühlbar. Weizenmehl ist in den Offerten verschiedentlich niedriger gehalten, ohne Daß sich jedoch das Geschäft beleben konnte. Woogen- mehl bei knappem Angebot gut preishaltend. Hafer liegt mangels Angebot fast geschäftslos. Gersten sehr still. Ss notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5-kg dl-Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 264 bis 267, Mai 277 bis 278, Juli 287,50, September 271 (schwächer): Roggen, märkischer (69.kg dl-Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 283 bis 285. Mai 277,50, Juli 273.75 bis 274,50, September 251 bis 251,50 (stetig): Sommergerste 252 bis 290: Hafer, märkischer, 2&5 bis 271, Mai 274,50, Juli 275 Brief; Mais, zollbegünftigter Futtermais, 233 bis 236 (ruhig); (100kg): Weizenmehl 33 bis 36,75 (schwächer); Roggenmehl 36,75 bis 39,50 (unregelmäßig); Weizenkleie 17,75; Wei- zenkleiemelasie 16,75 bis 17,75; Roggenkleie 19; Biftoriaerbfen 50 bis 62; kleine Erbsen 36 bis 39; Futtererbsen 25 bis 27; Peluschken 24 bis 24 50; Ackerbohnen 23 bis 24; Wicken 24 bis 26; Lupinen, blau, 14 bis 14,75. Vundfunkprogramm des Stanffntter Sender». (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 13. Mai. 8 bis 9: Morgenfeier, veranstaltet Dom Wartburgverein Frankfurt a. W. 11 biS 11.30; Die Elternstunde. 11,30 bis 12.30: Vom Musenfaal deS Mannheimer Rosengartens: Feier d«S 25jähr. Bestehens der Mannheimer Festhalle „Rosengarten". 12.30 bis 13.30: Von Kassel. Mistagskonzert. 15.45 bis 16.45: Die Stunde der Jugend. 16.45 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters: Beethoven. 18 brs 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: . Zrauengestalten der Bibel: Debora. Ruth. Esther. Judith". Vorlesungen von Gerdi von Hirschheydt. 19 bis 19.30: Sportnachrichten. 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. 19.45 bis 20.15; Englischer Sprachunterricht. 20.30: Sinfonie Konzert. Werke von Schubert. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Monlog, 14. Mai. 11.30 bis 12: Von Kassel: 3m Rahmen der „®rünen Maiwoche Äif.el': »Bienen und Honig", Vortrag von Paul Kollmann. 15.45 biS 16.15: Studien-Musik. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Die Oper der Woche. 17.45 bis 18.05; Die Lesestunde. 18.30 bis 19: .Vom gesunden und kranken Herren", Vortrag von Professor Dr. Weber. 19 brs 19.30: Vortrags- iyklus der Industrie- und Handelskammer Frank- urt a. M.-Hanau: .WaS bringt der neue Eisenahnfahrplan?". Vortrag von Syndikus Flach. 19.30: Don Eßlingen: ,Josua". Oratorium von Händel. Anschließend: Flöten Konzert. Dienstag. 15. Mai. 11.30 bis 12: Von Kassel: 3m Rahmen der .Grünen Maiwoche Kassel": .Ueber die Entwicklung des Haushundes", Vortrag von Karl Poppe. 12.30 bis 13.30: Von Kassel: Mitlagskonzert. 16.30 bis 17.45 Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 19: Von Kassel: 3m Rahmen der .Grünen Maiwoche Kassel": .Rasse- und Wirtschaftsgeslügelzucht", Vortrag von Direktor Herberg, Leiter der Henschelschen Geflügelfarm. 19: Von der Dresdner Staatsoper: .Macbeth". Oper von Verdi. Anschließend: Schallplatten Konzert, Märsche. Eharakterstückc und Walzer. Mittwoch, 16. Mai. 11.30 bis 12: Von Kassel: 3m Rahmen der .Grünen Maiwoche Kästest': .Pferd und Pferdesport". Vortrag von Oberleutnant Hamann. 13.30 biS 14.30: Von Kassel: Schallplatten Konzert. BunteS Programm. 15.30 bis 16: Die Stunde der 3ugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Eharolterstücke. 17.45 bis 18.05: Die Büchcrstunde. 18.30 bis 13.45: Von Kastel: »Die Stunde der Frau". 18.45 bis 19.15: .Die Religion bei den Stoikern und Plotin", Vortrag von Pfarrer Daesler. 19.15 bis 19.30: Sencken- bcrg-Viert. lstundr. .Die Grenzlinie zwischen der asiatischen und australi'chen Tierwelt", Vortrag von Dr. R. MertenS. 19.30 bis 20.15: Französischer Sprachunterricht. 2X15: Rach Stuttgart: Abschiedsabend Fritz Odernar: .Hamlet" von Shakespeare. Donnerstag, 17. Mai. 8 bis 9 Von Kissel Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche in Hes'en- Kastel. 11.30 bis 12: Von Kassel. 3m Rahmen der ,Grünen Maiwoche Kastel": ,Gartenkunst- Gestaltung". Vortrag von Gartcnbaudirektor Stier. 13.30 bis 14.30: Von KU el Mittags- konzert. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bi- 17.45: Konzert dcS Rundfunkorchesters: Operctt n. N.'5 biS lk.'5: Dir Le estunde 13.37 kiS 18.45: Von Kastel: Stunde .Hau- und Garten". ,Blumen am Fenster". Vortrag von Garteninge- nicur Karl Hinze. 18.45 bi- 19.15: Rezitation-- stunde K'te Graber-Berlin. 19.15 bi- 19.45 .Tic Nationalversammlung in der Frankfurter PaulS- kirche". Vortrag von Direktor O. E. Lutter 20.15 bis 21.15: Sport-Dichtung. 21.15 Von Kastel: .3m Wald und auf der Heide", anläßlich der .Grünen Maiwoche Kastel". Inschließend: Don Kassel: Spätkonzert. Freitag, 18. Mai. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert, Operetten und Revuen. 15.30 bis 16: D c Stunde der 3u- gend. 16.30 bis 17.45: Haussrauen-Rachmit ag. veranstaltet vom Frankfurter HauSsrauenverein: „Fontane und die HauSfrau", Vortrag von Dr. Dora Edinger. 17.45 bis 18.05 Aus den ..Briefen der Frau Rat Gce.he". 18.30 bis 18 45: Stunde des Südwestdeutschen Radio-ClubS. 18.45 bis 19.15: „D.e rheinische Dichtung". Vortrag von Dr. Leo Sternberg anläßlich der Tr tien Rheinischen Dichtertagung in Frankfurt o M. vom 22 bis 24. Mm. 19.15 biS 19.45 ^i<* Schachstunde. 19.45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.15 bis 21.15: Bunter Abend. 21.15: Vom Mannheimer Besprechungsraum: Bunter Abend. Anschließend: Spätkonzert des Rundfunkorchester-: Mozart. Samstag, 19. Mai. 11.30 bi- 12: Don Kassel. 3m Rahmen der „Grünen Maiwochc Kassel", „Die Fischerei in den hessischen Gewässern", Vortrag von Dr. Lo- wartz. 13 bis 14: Von Kassel: Schallplatten- Konzert: Märsche. 15.30 bis 16: D e Stunde der 3ugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters D. Mahler. 17.45 bis 18.05. Die Lesestunde. 18.40 bis 18.45: Der Briefkasten. 18.45 bis 19.15: Stunde des Kulturkartell- der modernen Arbeiterbewegung: „Das muß der Volksredner von de: Redekunst wissen?" Vortrag von Alfred Auerbach. 19.15 bis 19.45: Stenographischer Zortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärt-). 19 45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Die Bedeutung des Laienspiel-", Vortrag von Dr. Han- Geisow. 2015: Brahms-Abend. Anschließend: Konzert des RundfunkorchesterS: Darauf bi- 0.30: Tanzmusik. Tpiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 13. Mai, 15 bi- nach 17.30 Uhr Madame Butterfly. 19.30 bis nach 22.30 Uhr. Der Ziaeunerbarvn. Montag. 14. Mai, 19 biS gegen 22.30 Uhr: D.e Macht de- Schicksals. Dienstag. 15. Mai. 19 30 bi- gegen 22 Uhr: Eardillac. Mittwoch, 16. Mai 19 bi- nach 22 Uhr: Margarethe. Donnerstag, 17. Mai, 17 bi- 22 Uhr: Parftfal Freitag. 18. Mai, 19.30 bis gegen 22.30 Uhr: Evsifan bitte. Samstag, 19. Mai. 19.30 bis g.gen 22 Uhr: Eardillac. Sonntag, 20. Mai, 19.30 biS nach 22 Uhr: Der Troubadour. Montag. 21. Mai, 18.30 bis 22.30 Uhr: Lohengrin. Schauspielhaus. Sonntag. 18. Mai. 15.30 bi- 17.30 Uhr. Gastspiel des Kabaretts der Komiker. Berlin. 19 bis 21.15 Uhr: Ma, der Prominente. 22 bi- 24 Uhr: Gastspiel de- Kabaretts der Komiker, Berlin. Montag. 14. Mai, 19.30 bis 21.30 Uhr: KadebrechtS Meineid. 22 bis 24 Uhr: Gastspiel des Kabarett- der Komiker, Berlin Dienstag. 15. Mai. 20 bi- 22.30 Uhr: Ensemble-Gastspiel Fritz Kortner: Der Patr.ot. Mittwoch. 16. Mai. 20 bi- 22.30 Uhr. Ensembte- Gastspiel Fritz Kortner: Gespenster. Donner-tag. 17. Mai. 19.30 biS 22.30 Uhr: Othello. Freitag. 18. Mai. 20 bis 22 Uhr: ®:n Volksfeind Samstag. 19. Mai. 1930 bi- 21 30 Uhr KadebrechtS Meinetd. 22 bis 24 Uhr: Vortragsabend Iosma Selim und Ralph Benahki. Sonntag. 20. Mai, 19.30 bis 22 30 Uhr: Othello. Montag. 21 Mai. 20 bi- 22 Uhr KadebrechtS Meineid Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angelübrten Zistern geben die Höbe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reich-bankdi-kont 7 Prozent. Lombard^in-fust 8 Prozent. Berlin 95,5 tr «al 4 4m54 L»ö 13 13 IS .7 *>.«! 70 l, 1.181 1.511 id I6< !ll II 10 lü 10 v 76 O| I.Hi I.W.1 Hi lü 167,1 224.5 181.5 Cantbe Um a«Q . IHV ?84 5 ankTurt a. M WTh i. ;»o ..'M 17.V* :.im i.1?5 1.173 111.ef tu.» iir.rr 10.51 4.011 18.Ilt 81.64 1.137 111.01 10.51 13,5 13.18 13.bj 13.15 7.95 । n.is I inibiira-'.Hmerihi Waiet . . mb - Lubarn DaMd sch > » «75 ti.iv? 7.«7 ■wto be Jan Bien in T-- C eft. abgeft Vraa . . . f'l-.raö . . Vnbcprfl . Vnt arten “’Habon Ionita . fluft nnn. 161.1 HI.5 «11.8 r.» 1*7.55 17 27,75 Berliner canb«l»fl.kai69.« .227,75 lnn.75 166.7a 111.6 1153 X, 1*7.5 । .-*1-5 ! i»7 25 1 168.5 •61.Zi , 1*4 I ess r. 6chw:u rbu. BcSb -»nl <*/• Oefterrtchilchk r^olbrtc 1.7U’’'# Ctftcrr ich €ilO«rrte ♦Jo LkUkittich cm tlil Wtt l*-» Ungarifdit ,., Ungarisch, eiaoior v lOlu 1'/,°/ öcsgl von 1913 1% Ungarisch» Hronenrt» . <0/ lud soUflnlctlx o 1911 1 lud Bogdaodadn.Iinl < rit I fl, 6 181.5 135.4 .11 75 b4.Z5 172 221.5 218 . 351 69,ti 82.75 13" 3Ü5. 164.' 17. 226.7. 21! «51.7. 170.7. 161.7. tzchultdet» tiacenbofn. . 15 Cfirotrfe ....... . 12 Ber Wfanjfiofl.....15 Bem berg .........z Jdliio «aldbos. . . . 12 ZeNssoi' Aschaffendura . tc tib-irfot- nburnrr Boster 7 tflauet 9a4 . . » Lotmler Motoren.....0 z 311.65 507.4 — 118 316 .-C85 117.25 385 33'' 854 6:2.25 $14 TÜ6 135.9 ni.71 118.25 M7 345 317.75 M»7 I35J5 213 5 118 Buder • . . ...... o 91 • 03 tb 94 Demag .......c 5 52 5 Deutsche Erdöl........ Essener Q eintobte.....« «tlfentlrtbenei f. % I 4 139 * 1’6 5 138 5 tiMerroerle Llevee. . . . . 0 S7.I5 98.5 •J».5 98 113.25 114 139.5 111.5 110.. 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M,5 — 11 Mat flott runc flklb rrfe i12.26 19.51 19.51 .'1.91 22.05 56. 152 1.1765 4.1645 16.4 >6.47 u:> 59, t>45 uv. 9: 7u |t 1.945 1.149 1.5925 O.5O4S -8, 765 '*.ws 12.377 12,397 iiS <|,U7 ».0-4 l.iru 17.»4 >7.>6 41.17 51.63 .‘,150 2.1J4 5.42- ».135 1.1745 1.1625 LL •ij 4.361 20.045 Gartengeräie Mit Brandpleu 1 und Miusbi Glitte Kleine Probedoi Smit Tisch« Stühle, Bänke — zu mäßigen Preisen. < Zriedr. Heyd __ 3 & Sohn Sollen- nnö Eeiletroogen Eaöeauitle - Iretpen elt’iD emostetzli prcieroeri 14842a fikdaar Vorrmanv, (♦iknhtinbluna. Drämienmartt Lauterbach tRUtmod), vc, 6. 3*»i 1928 Pferde-, IRtnboitb-, gieqen., Schweine- und KramcrmarKt. Die Prämiierung wird von dem Land- Intrt1d)dft#tammcrauiid)u6 für Cbcrbtiien, dem Landwirtschasllichen Bezirksverein, treierinbcrAudit-, Areisziegenzucht-, Kreis- Ichwemezuchtvercin und der Stabt Lauter- hoch gemeinsam ausgeübt. Prümiiert werden rein gezüchtete Here der ^leckviehralse l Simmentaler) und vo- telsberger Nasse sowie SaanenAiegen und lchweine des veredelten Landschweinei, nach folgender Klasseneinteilung: a) Vindvieh. I. Bullen über 2 Jahre, 2. Bullen von lö—24 Monaten, 3. Bullen von 12—16 Monaten, 4. Kühe mit 3 und mehr Kälbern, 6. Kühe mit bSchsten» 2 Kälbern, 6. Tragende Kalbinnen, 7. Ninder über 1 Jahr. b) Liegen. ]. 8Öde über 2 Achte alt, 2. Böcke über 1 Jahr alt, ,3. Ziegen, Ijäbrig und älter, 4 Bienen, 2säyrig und älter, 6. Ziegen, Isährig und älter, fl. Mutterlämmcr in 1928 geboren. c) Tchweine. 1. 8bei über I Jahr und älter, 2. Eber von 0—12 Monaten, >. Lauen mit 3 und mehr Würfen, .1) tragende, b) mit ferkln, 4. Sauen mit 1 bi< 2 Würfen, a) tragende, b) mit Ferteln, 5. Iungschweine übet 6 Monate alt. Preisstitungen in Höhe von 2000 Marl stehen leiten! der obenerwähnten Körper- schosten zur Verfügung. Die Anmeldungen des Viehes sind bis Selten» 30. Mai an die Vorsitzenden der Mae reine au richten, und Awar für dvieh an Direktor Glaser, für Ziegen an Herrn Kulturbauoberinspektor Kunz, und für Schweine an Herrn Lehrer Meyer. sämtliche wohnhaft in Lauterbach. Bei der Anmeldung von Rindvieh ist Herdbuchnummer und Klasse mit anzugeben. Richt rcdjhcitiq gemeldete Tiere werden zur Prämiierung nicht zugelassen. Die Prämiierung für Herbbuchtiere, Schweine und Ziegen beginnt vormittags pünktlich Uhr, für Richtherdbuchkierc vormittags pünktlich 10 Uhr Mit diesem Prämiierungsmarkt ist eine Verlosung von Vieh und Geräten aller Art verbunden. Lose zu —.80 Mark das ctüd vermittelt die Bürgermeisterei Lauterbach. Ta» zur Verlobung kommende Vieh, nämlich I Kalbin, 4 Rinder, 10 Schweine und zwe, Ziegenlämmer wird vorher au dem gleichzeitig stottfindenden Rindvieh-, Ziege,- und »chweiaemarkt angekauft. Lantcrbach, den 6. Mai 1928 4884V Hess. Bürgermeisterei. _______________Walz.______________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde VUlin- gen für Rj. 1928 liegt vom 12. Mai bis einschließlich 18. Mai auf dem Rathaus zur EinUcht bet Interessenten offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich ober au Protokoll vorgebracht werden. Es wirb eine Umlage erhoben, ,u der auch die Ausmärker beizutragen haben. Billinge», den 10. Mai 1928 4864V Bürgermeisterei villinaen. _ Pauli. Bekanntmachung. Dienstag, bev Li. Mal 1928, findet Rindvieh- fRudvieh-)«arkt ftatt Ans. triebszert am Markttage von 7 bis 9 Uhr vormittags. Der für Mittwoch, den 16. Mai d. I. vorgesehene Echwcinemarkt findet am 13. Joni statt: bet für Ti-n-tag, den 29. Mai b. I. vorgesehene Rindviehmarkt ist aus Mittwoch, den $0. Mai 1928 verlegt worden. 48568 Gießen, den 1 . Mai 1928. Ter Oberbürgermeister. I- v.: Klingspor. 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