nr- 29t Erster Blatt -> 178. Zahrgmg Dienstag, y. Dezember 1928 Erschein! »ü glich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen Die Illustriert« Viehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. vezugspreis für 2 Woche«: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüfse: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Zranffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen frntf tmt Oerleg: vrühl'Ichr Hntoerfttats-Bnie- und Steinörudtrel H. lange ht Sietzen. Schristl-Itun? uni S-schästrNelle: S^ntSraM 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20“, mehr. Chefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil fiutt Hillmann, sämtlich in Giefzen. Bolivien und Paraguay auf dem Kriegspfade. Wen« dn Staat, der f a ft dreimal f o groß w i e Le u t s ch l a n d ist, gegen einen Nachbarstaat «etwa von der Ausdehnung Jugoslawiens vorgeht, die diplomatischen Beziehungen abbricht und offen mit dem Krieg droht, so ist da» eine ernste Angelegenheit. Da» mächtige Reich, das dem fremden Gesandten die Pässe zugestellt hat, hat freilich nur örel Million en Einwohner, also bei wei- ttm nicht die Bevölkerungsziffer Berlins, und Paraguay, besten Gesandter von Bolivien heimgeschickt worben ist, hat ungefähr eine Million Einwohner, bleibt also an Menschenzahl weiter hinter Hamburg zurück. Paraguay hat ein Heer von 3500 Mann und 100 Offizieren, während Bolivien» Armee aus 4300 Soldaten besteht, zu denen freilich im Kriegsfall 64 000 Nationalgardisten kommen sollen. Ein Waffengang zwischen den beiden südamerikani- schen Republiken ist also nicht mit europäischen Kriegen zu vergleichen, und die „(Eröffnung der Feindseligkeiten", von der soeben berichtet wurde, besteht auch nur darin, daß 200 Paraguay- irische Soldaten eine „Grenzfestung" mit stürmen- der Hand genommen haben, obwohl eine „Streitmacht" von 25 bolivianischen Soldaten ,Heldenhaft" Widerstand leistete. Ter Konflikt zwischen Paraguay unb Bolivien, hon de.n die europäische Ocf,"cnt U>feit jetzt zum erstenmal etwas hört, ist tatsäch.ich schon ein halbes Jahrhundert alt und wurde in zahllo.en Konferenzen zu sch'.icht.n versucht. Hm Den Streitfall zu verlteh.-n, braucht man nur einen Blick auf die Karte von Südamerika zu werfen. Etwas nördlich vom Wendekreis des Sle.nbocks verläuft die Grenze zwischen Paraguay und Bolivien, die auf sehr einfache Weise gezogen worden ist: um Arbeit zu sparen, hat man c in Lineal genommen und durch einen geraden Strich festgesetzt, wo Boliviens Souveränität aufhart und die Republik Paraguay beginnt. Daß eine solche Grenze den wirtschaftlichen und politischen Rotw«n- d i g k e i t e n der beiden Staaten nicht g -recht wird, ist selbstverständlich. Das strittige Gebiet ist der Thaco Boreal, östlich des FlusseS Piloamayo, ein ungeheures W.idegelände. das zum Teil von Bolivien und zum Teil von Paraguay beansprucht wird. Fast ein halbes Jahr tagte in Buenos Aires eine Konferenz bolivianischer und paraguaynischer Staatsmänner, di« einen Vermiftlungsvorfch ag finden sol te, aber im April dieses Jahres unverrichteter Sache auseinandergehen mußte. Run ist den Paraguah- anem der unklare Zustand nicht mehr recht, sie haben einen Angriff unternommen, und es ist nicht ausgeschlo sen, daß sich daraus ein Kr.eg entwickeln wird. Man darf nicht ein» towikn, daß das kleine Paraguay sich.r.ich ein» sichtig genug fein wird, den großen Gegner im Tioröen nicht zu reizen. Bon 1361 bis 1870 hat Paraguay unter feinem Präsidenten Lopez den Mut gehabt, gegen Brasilien, Argentinien und Hruguay Krieg zu führen — mit dem Ergebnis, daß die kleine Republik damals fünf Sechstel ihrer Bewohner verlor. Auch Boliviens Geschichte beweist, daß auf die pazi.iftifche Gesinnung der bolivianischen Staatsmänner nicht unbedingt zu rechnen ist. Einst war Bolivien ein Teil des großen Inka- reiches; dann wurde es von den Spaniern erobert. Dach einer bewegten Geschichte proklamierte man am 6. August 1825 die unabhängige Republik Bolivien, die nach den Fveiheitslämpser Bolivar benannt worden ist. Abgesehen von den zahlreichen Revolutionen, die teils von den Weißen, teils von den Indios angezettelt wurden, abgesehen von Mutigen Parteikämpfen iliü> gelegentlichen Feldzügen nomadisierender Rothäute m die benachbarten „Jagdgebiete", hat Bolivien in der kurzen Zeit seines Bestehens auch eine Reihe richtiger Kriege geführt. Don 1L79 bis 1834 kämpfte es an der Seite Perus gegen Chile, verlor und mußte die Küstcn- provinz Atacama abtreten. Das war ein großer Berlust, der auch heute noch nicht verschmerzt ift; denn damit wurde Bolivien zu einem Dinnen st a a t, ohne Ausgang an den Stillen Ozean, rings von nicht immer wohlwollenden Rach- barn eingeschlossen, auf deren Güte es angewiesen ist. Immer wieder hat Bolivien erklärt, daß es die beiden Ortschaften Tacna und Arica erhalten müsse, um wieder einen Zugang zum QRter zu gewinnen. Tacna und Arica lind ebenso strittiges Gebiet zwischen Peru und Chile wie der Chaco Dereal zwischen Bolivien und Paraguay; die Bereinigten Staaten, die in allen südamerikanifchen Ländern große Kapitalien angelegt haben, also an einer gleichmäßigen Erschließung dieser Gebiete inter- elsiert sind, unterstützen die bolivianische Forderung, durch Hergabe von Tacna und Arica den Streit zwischen Bolivien, Peru und Chile zu beseitigen, und die Zustim- inung der U. S. A. verleiht der bolivianischen Regierung eine gewisse Kraft. Aber die Provinz Atacama ist nicht das einzige Gebiet, daS Bolivien verloren hat. An leinen mächtigen Rachbarn Brasilien, der es im Osten ganz umklammert, mußte Bolivien im Jahre 1903 das Territorio Ratcio- nal d e Colontas abtreten. Cs ist verständlich, daß die Bolivianer jetzt nicht einen weiteren Teil ihres Gebietes aufgeben wollen. Der Chaco Boreal besteht zwar zunächst in der Hauptsache aus Biehweiden, und an solchem Gelände hat man im mittleren Teil Südamerikas keinen Mangel. Aber in unmittelbarer Rähe deS strittigen Territoriums sind große Petroleumfunde gemacht worden, und daS verleiht dem Kampfoojekt eine ganz andere Wichtigkeit. Ein Teil der Petroleumquellen zieht sich sogar unmittelbar durch den Chaco Boreal bis auf den Boden von Paraguay hinüber. Die Petroleumquellen beginnen im Rorden im Flußgebiet deS Rio Grande, der zum Stromnetz des Amazonenstromes gehört; etwa auf der Höhe von La Paz, nur sehr weit östlich der bolivianischen Hauptstadt, sind die ersten Petroleumfunde gemacht worden. 2n einem breiten Streifen, an dessen Rand Santa Cruz liegt, der ein Stück deS Kordillierenlandes durchquert und dann hinunterführt bis zum Rio Pilcamayo, dessen Lauf er folgt, erstreckt sich das Petroleumgebiet dann in nordsüdlicher Richtung. Besonders in der Gegend des Beremejo ist der ganze Boden petroleumhaltig, und es gilt, nur diese Bodenschätze entsprechend auszunutzen, um auS dem bisher so schwach besiedelten Gebiet ein neues Bevölkerungszentrum in Südamerika zu machen. Cs ist dabei ganz besonders beachtenswert, daß das bolivianische Petroleum erheblich reiner ist als das Erdöl anderer Länder. So berichtete kürzlich Dr. Anze-Soria, der neue bolivianische Gesandte in Berlin, daß er sich vor einiger Zeit mit einem deutschen Petroleumfachmann in Südamerika über das bolivianische Petroleum unterhalten habe und ihm von diesem unparteiischen Sachverständigen versichert worden sei, die Reinheit des bolivianischen Petroleum fei unübertrefflich. Hinter dem Konflikt der beiden südamerikanifchen Republiken, die vorläufig nur über geringe Machtmittel verfügen, schlummert also ein großer wirtschaftlicher Jnteressenkampf um einen der wichtigsten Rohstoffe der Welt, ifm daS Petroleum, für dessen Besitz schon oft mit Menschen und Kanonen gekämpft worden ist. Gespannte Lage. Eine Intervention Argentiniens? Reuyork. 10. Dez. (TU.) Rach Meldnn- gen auS La Paz lehnte Bolivien die Der- mlttlungSvorfchläge Mer'/oZ, Chiles und Perus ab. Bvliv en macht g« tend, daß durch di« Haltung Paraguays feine Hoheitsrechte a n g e t a ft e t seien. Während in Paraguay Ruhr herrscht, ist man in Bolivien außerordentlich erregt und glaubt an einen Krieg. In Bolivien ist mite weile ein Amnestieerlah ergangen. Cime Klärung der ftrittigen Lage der bebten südamerikanifchen Staaten wird nunmehr durch die Intervention Argentiniens für möglich gehalten. Weiter wird berichtet. daß Washington an der An^e egen- heit besonders irtwessiert ist, vor allem im Hinblick auf die Reise Hoovers, der über die Anden nach Buenos Aires toeitcr^ureifen beabsichtigt. Paraguay u.ib Bolivien ziehen ihre Truppen in dem str.ttigen Gebiet zusammen. Bolivien verfügt über 7500 und Paraguay über 2500 Aktive. Der bolivianische Kongreß billigte durch großen Beifall die bisher verfolgte Regierungspolitik. Der Gesandte Boliviens in Paraguay hat heute feine Pässe erhalten. Es wurde ihm eine Rote überreicht, in der die Regierung von Paraguay jede Berantwvrtung für den Zwischenfall ablehnt. Nie panamerikanische Konferenz greift ein. Washington, 10.Dez. (1DIB.) Bel der heutigen Eröffnung der panamerikanischen Konferenz zur Schaffung einer Schiedsgerichtsund Dergleichskonveniion betonte Präsident Eoolidge, daß die lateinameritanifchen Staaten stets das Bestreben gezeigt hätten, alle auftauchen- dcn Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten auf gütlichem Wege beizulegen. Staatssekretär Kellogg, der hierauf zum Vorsitzenden der Kon- serenz gewählt wurde, wies daraus hin, daß seit dem Weltkriege bei allen Völkern der Wunsch immer stärker werde, den Krieg als Werkzeug der nationalen Politik auszuschalten, ihn zum Der- brechen zu stempeln und an seine Stelle das Verfahren der schiedsrichterlichen Austra- gung aller Streitigkeiten zu sehen. Der panametl- kanische Kongreß betrachtet die Krise zwischen Bolivien und Paraguay für so ernst, daß eine sofortige Sitzung des Sonderausschusses einuerufen wurde, um die Lage zu erwägen. Inzwischen hat die bolivianische Regierung an das Staatsdepartement eine Rote gesandt, die eine ausführliche Darstellung des Grenzzwischenfalles gibt, und versichert, daß die Kavallerie von Paraguay bolivianische Truppen auf bolivianischem Gebiet angegriffen habe. Ls verlautet, daß die Rote im wesentlichen identisch mit Roten ist, die an alle Regierungen gesandt wurden, mit denen Bolivien freundschaftliche Beziehungen unterhält und daß sie den heute eigens zu diesem Zweck gebildeten Vergleichsausschuh unerwähnt läßt. Bevor der Ausschuß heute abend seine Arbeit begann, machte der Geschäftsträger von Paraguay in Washington Mitteilung davon, daß die Delegierten seines Landes auf dem panamerikanischen Kongreß von ihrer Regierung ermächtigt worden sind, nöt gensalls an den Sitzungen des Ausschusses teilzunehmen. Was macht der Völkerbund? Lirengc Beobachtung der formalen Voraussetzungen für ein Eingreifen. Lugano, 10. Dez. (WTB.) Der Grenz- zwrschensall zwischen Bolivien und Paraguay wird m den Kreisen verschiedener Ratstelegationen mit Interesse besprochen. Es sind Erwägungen im Gange, ob sich der Dölkerbundsrait im Hinblick auf eine s r iedliche Regelung des Streitfalles an beide Parteien wenden könnte, die Mitglieder des Völkerbundes sind, wenngleich Bolivien seit Jahren nicht Chamberlain besuchtStresemann Chamberlains Unterhausrede zur Mumungsfrage. Lugano, 10. De;. (TU.) Außenminister Sir Austen Chamberlain stattete am Wontagnachmittag Dr. Strefemann einen Inständigen Teebesuch ab. Die Unterredung sand ohne Dolmetscher statt. Heber da» Ergebnis der Unterredung wird die übliche Mitteilung solgenden Inhalte» gemacht: „Zwischen der deutschen und der englischen Delegation hat heute die erste Fühlungnahme stattgefunden. Der englische Außenminister Chamberlain stattete Dr. Strefemann einen Besuch ab. 3n der Unterredung sind die im Vordergründe de» politischen Interesses stehenden fragen in freundschaftlichem Ton erörtert worden." 8» besteht der Eindruck, daß im Laufe dieser Unterredung die Reparationsfrage und insbesondere die Bildung de» Sachverständigenausschusse» nicht berührt worden ist. vielmehr dürfte im Vordergrund der Unterredung die Erklärung Chamberlains im Unterhause über die Auslegung des Artikel» 431 des Versailler Vertrages gestanden haben, auf den sich der deutsche Rechtsanspruch stützt. Es kann angenommen werden, daß Dr. Strefemann den englischen Außenminister auf den peinlichen Eindruck aufmerksam gemacht hat, den diese Erklärung in der gesamten deutschen Oessentlichkeit hervorgerufen hat. ferner dürsten hierbei auch englische juristische Gutachten zur Sprache gekommen sein, aus die sich Chamberlain In seiner Unterhauserklärung gestützt haben soll. Bekanntlich handelt es sich hierbei um zwei Gutachten der englischen Kronjuristen ans den Jahren 1922 und 1926, die jedoch in verschiedenen punkten widersprechende Auffassungen vertreten und die der deutschen Oessentlichkeit bisher noch nicht b e f an n t geworden sind. Die Abrüstungssrage ist allem Anschein nach in der Unterredung zwischen Stresemann und Chamberlain nicht berührt worden, da diese Frage nach dem gegenwärtigen Stand noch viel zu große Schwierigkeiten bereitet, als daß eine aussichtsreiche Erörterung jetzt bereits stattfinden könnte. Die Unterhaltung der beiden Staatsmänner, die sich feit März dieses Jahres nicht mehr gesprochen haben, war, wie weiter erflärt wird, sehr freundschaftlich. Dr. Strefemann wird nunmehr in den nächsten Tagen die Besuche Chamberlains und Briands e r - widern. An die Aussprache zu Zweien werden sich dann voraussichtlich weitere Besprechungen mit Einschluß des italienischen und des japanischen Vertreters anschließen. England erkennt poincares Führung an. Lugano, 10. Dez. (TU.) Erklärungen, die Chamberlain am Montag der englischen Presse abgegeben hat, haben hier ein gewisses Aufsehen erregt, da aus diesen unzweideutig die Annahme derfranzüsifchenThese in der Reparationsfrage und Räumungsfrage durch die englische Regierung heroorgeht. Chamberlain weist in seiner Erklärung gegenüber der englischen Presse darauf hin, daß zuerst die Reparationsfrage geregelt werden müsse. Nach dem Abschluß kämen erst Verhandlungen über die Nheinlandräumung in Frage. Damit wird der in der Sechs-Mächie-Ent- schließung im September eingenommene Standpunkt, nach dem Reparations- und Räumungsverhandlun- gen parallel laufen sollen, aufgegeben und die französische These der Abhängigkeit der Rheinlandräumung von der Reparationsfrage anerkennt. Es kann kein Zweifel bestehen, daß diese Regelung von deutscher Seite aufs schroffste abgelebt wird. Die Erklärung Chamberlains, daß gegenwärtig das Schwergewicht der Reparationsverhandlungen bei Poincar 6 und Chur- chill liege, wird allgemein gleichfalls in der Rich- mehr an den Arbeiten der Bundesversammlung teilnirnrnt. In bezug auf Grüchte, die v^n einem bevorstehenden Schritt des Rates wissen wollen, ist jedoch festzustellen, daß dieser sich nur nach Anrufung durch eine der beiden Parteien mit der Angelegenheit befassen könnte. Eine sblche Anrufung ist bisher nicht erfolgt. Eine weitere Möglichkeit wäre, daß eines der Ratsmitglieder auf Grund von Artikel 11 des Paktes die Frage vor den Rat bringen würde, um diesen zunächst zu veran- Iaffen, beide Parteien als Bölkerbundsmitglicder an ihre durch den Pakt übernommene D e r * pflichtungen zur friedlichen Regelung von Streitfällen zu erinne;T. Ob diese Erwägungen, an denen sich bis jetzt nur einige wenige Delegationen beteiligen, von den Übrigen Ratsmitgliedern als zweckmäßig erachtet werden, steht noch dahin. tung verstanden, daß die englische Regierung P o i n • c a r 6 allein d i e Führung der Reparationsverhandlungen überlassen hat. Mit diesen Tatsachen, die schon lange bekannt sind, jedoch jetzt eine neue Bekräftigung erfahren haben, muß auf deutscher Seite für die weiteren Verhandlungen gerechnet werden. Eröffnung der 53. Ratstagung. Drei Punkte der Tagesordnung vertagt. Lugano, 10. Dez. (WTB.) Der Dölker- bundsrat ist heute vormittag 11 Uhr unter dem Borsitz des französischen Außenministers D r l a n d, der auf Grund ter alphabetischen Reihenfolge den finnischen Außenminister Pro- cope in der Präsidentschaft für das nächste Bierteljahr ablöst, zu der üblichen vertraulichen Sitzung zusammengelreten und J>at damit die 53.Ratstagung eröffnet Bereits eine Stunde vor Eröffnung der Tagung sainmelte sich eine za^reich« Zufchauermenge vor dein Kur!aal-Ge- bäude an, das, rote ein großer Teil der Stadt mit den Fahnen der verschiedenen Rationen reich geschmückt ist. Die Ankunft der einzelnen Ratsmitglieder und der Delegationen erregt« bei den Zuschauern lebhaftes Interesse. Gegen 11.30 Uhr wurde di« Arbeit auf genommen, nachdem kurz vorher die Ratsmitglieder den üblichen Ansturm der Photographen über sich ergehen lassen mußten. Die erste öffentliche Sitzung der 53. Ratstagung wurde von dem neuen Ratspräsidenten Briand kurz vor 11.30 Uhr eröffnet. Die Erledigung der Tagesordnung brachte die Vertagung der Beratung des Tätigkeitsberichtes des Mandatsausschusses bts zur Früh- jahrssesjion. Zum ungarisch-rumänischen Optanten st reit gab Driand dem Rat von den bevorstehenden direkten Verhandlungen ungarischer und rumänischer Bevc^llmächtigter Kenntnis, die Mitte Dezember in Wien beginnen sollen. In einer der nächsten Ratstagungen soll diese Frage weiter behandelt werden. Ebenfalls vertagt wurde schließlich der englische Antrag auf Herabsetzung der jährlichen Ratstagungen von vier auf drei. Die nächste Sitzung wurde auf Dienstag anberäumt. Es ist vorgesehen, daß di« Rachm'itta-ge möglichst sitznngsfrei bleiben, was die Fortsetzung der bereits am Sonntag auf» genommenen politischen Besprechungen erleichtern wird. Rußland und die weltpolitische Lage. Litwinow kritisiert die Bündnispolitik der Nachkriegszeit. Moskau, 10. Dez. (WTB. Funkspruch.) Im Zentralexekutivkomitee der Sowjetunion führte Volkskommissar Litwinow über die internationale Lage u. a. aus: Die Locarnoabmachungen förderten die Politik der Siegermächte in der ersten Rachkriegsperiode uni) engten die politische Handlungssrecheit Deutschlands erheblich ein. Es leben die diplomatischen Intrigen nach dem Borkriegsmuster wieder auf. Bas markanteste Beispiel derartiger diplomatischer Tätigkeit sind das englisch-französische Abkommen und die jüngsten englisch-japanischen Verhandlungen. Die Teilnehmer an dieser Abmachung und an dicien Verhandlungen behaupten offiziell, daß diese von nur beschränkter Bedeutung seien. Es genügt jedoch, nur in der englischen Presse nachzulesen, um zu der Lieberzeugung zu gelangen, daß wir es mit sehr bedeutsamen und bedrohlichen Erscheinungen zu tun haben. Die Sowjetregierung muß die Teilnahme der unmittelbaren Rachbarn der Sowjet union an interna ionalen Kombinationen und Gruppierungen, sowie alles, was ihre Interessen unmittelbar berühren töimte, besonders wachsam verfolgen. In dem Bestreben, zur Wahrung des Weltfriedens nach Kräften beuutragen, hält es die Dowjetregierung deshalb für ihre Pflicht, internationale Intrigen, denen Elemente des Krieges inne wohnen, aufzudecken. Daneben weiß die Sowjetregierung Die MMerbesprechimgen werden fortgesetzt einen Wreten Weg «ttr größtmöglichen Sicherung des Wel.friedens. Als einen solchen Weg betrachtet die Sowjetrcgicrung nach wie vor d l e sofortige volle und allgemein «Ab- rüstung oder wenigslens die größtmögliche Herabsetzung der Rüstungen als ersteE.app« zur völligen Qtt>rüftung. Den größten Dienst hat die Sowj et regle rung dem Frieden schon durch die Tatsache erwiesen, daß dank ih.-er Initiative das Problem einer allgemeinen vollständigen Abrüstung zum ersten Male offiziell angeschnitten wurde. AnleihewünsHe des Saargebiets. Verhandlungen in Lugano Lugano. 10. Dez. (XU.) Eine Saarabordnung mit Kommerzienrat Röchling an der Spitze ist am Montag hier eingetroffen. Sie wird Verhandlungen mit dem Rat über die Aufnahme einer Auslandanleihe für das Saargebiet führen. Beabsichtigt ist eine Anleihe von etwa 200 Millionen französischer Franken, die voraussichtlich in London. Berlin, und den skandinavischen Ländern aufgenommen werden soll. Die Zustimmung des Rates ist nach dem Saar- statut hierzu erforderlich. Ferner muß d i e deutsche Regierung noch ihre Zustimmung geben, daß Deutschland bei der Rückkehr des Saar- gcb.etes die Auslandschulden des Saargebietes zu übernehmen hat. Die Anleihe soll für Straßen- bauten. Bau von Bahnhöfen und vor allem für die Einführung der automatischen Knorr-Bremse für den Eisenbahnverkehr verwendet werden. Die Verhandlungen werden aller Voraussicht nach schwierig | fein, da die Anleiheforderung von französischer { Seite für allerlei Bedingungen benutzt werden ; wird, die für das Saargebiet kaum annehm - bar sein werden. Elsaß-Debaiie in der pariser Kammer. Poincar4 verteidigt sein System. Paris. 10. Dez. (WB.) Die Kammer hat in einer Nachtsitzung das Budget für Elsoß- Lothringen angenommen. Sowohl bei der allgemeinen Aussprache, wie bei dxr Einzelberatung kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen Po . i n c a r 6 und verschiedenen Rednern. Als der Abgeordnete Da hl et erklärte, daß die von Poin- car6 für Januar angenommene Debatte über Elsaß- Lothringen öffentlich sein müsse, erwiderte der Ministerpräsident: „Gewiß, und dann wird man auf der Tribüne alles vorbringen, was in Frankreich und außerhalb Frankreichs gesagt worden ist, dann werden Sie sagen müssen, mit wem Sie es halten." Dahlet lehnte sodann die Diktatur ab, die von Poincars in Elsaß-Lothringen errichtet worden sei. Poincare bezeichnete diese Behauptung als lächerlich. An anderer Stelle warf Dahlet dem Ministerpräsidenten vor, daß er die Zeitungen in Elsaß-Lothringen unterdrücke. Poincars erwiderte: ,Zch werd« die unterdrückten Zeitungen vorlesen, und man wird erstaunt sein, daß in der Kammer unter dem Namen Franzosen Leute sitzen, die Frankreich angreifen. Wir werden sehen, daß die Wähler d u r ch Be r l e u m du n g e n getäuscht worden sind." Der Abgeordnete Walther bezeichnete als Ursache der elsässischen Mißstimmung die Auf- Hebung der örtlichen Verwaltung. Der Abgeordnete B r o g 11 e forderte die Wiederherstellung des Dberfommiffariat». PoincarL erwiderte, daß er eine Aeiiderung vornehmen werde, wenn man ihm beweise, daß die von den Gegnern der gegenwärtigen Derwaltuna vorgeschlagene Verwaltung besser sei. Der Abgeordnete Walther erklärte hierauf, daß er eine Diktatur der gegenwärtigen Lage vorziehen würde. Beim Kapitel Straßburger Universität verlas der Ab- geordnete Walther einen Antrag, daß die Mutter- spräche — und zwar in den vorwiegend französisch sprechenden Gemeinden das Französische und in den deutsch sprechenden das Deutsche als Ausgangs- punkt für den Unterricht gelten solle. Poincarö lehnte eine Erörterung hierüber ab, stellte aber in Aussicht, darauf im Januar zurückzukommen. Die Mainzer „Spionageaffäre". Angebliche Ergebnisse derVoruntersuchung. Mainz, 10. Dez. In dem angeblichen Spionagefalle ist die Voruntersuchung noch in vollem Gange. Das französische Kriegsgericht ist zur Zeit mit den Vernehmungen der Derhafteten beschäftigt. die regelmäßig mehrere Stunden in An- sprach nehmen. Auf Grund der bisherigen Vernehmungen soll festgesteilt worden sein, daß der sog. Geheimagent Fritsch, ein Offizier a. D. aus Elberfeld, der eigentlich Urheber der angeblichen Spionage fein fall. Fritsch soll der Stahlhelm- Organisation angehören. Er wurde am Vormittag des 22. November, acht Tage vor der Festnahme des Oberinspektors Kratz und der übrigen, im hiesigen Hauptbahnhof von französischen Kriminalbeamten verhaftet. Bei seiner Verhaftung soll er im Besitz von Di strichen und außerdem von Papieren gewesen fein, die die Beteiligung des Oberinspektors Kratz und der andern Verhafteten ergeben hätten. Inzwischen sollen Fritsch drei Einbrüche in französische Offizierswohnungen nachgewiesen worden fein. Von den aus der Haft Entlassenen hat sich der Hauswart Schilling ins unbesetzte Gebiet begeben. Am letzten Donnerstag fanden wiederum eingehende Vernehmungen der Verhafteten beim Kriegsbericht statt. Diese führten zur Verhaftung des nächsten Untergebenen des Oberinspektors Kratz, des Beamten Dechent, der aber nach einem eingehenden Verhör wieder entlassen wurde. Arn gleichen Tage, abends gegen elf Uhr, wurde außerdem der beim Reichsoermögensamt beschäftigte Dolmetscher Wilhelm Reynders in seiner Wohnung festgenommen. In den letzten Tagen weilte ein Beauftragter der deutschen Regierung, Ministerialrat Böhm aus Berlin, hier, der Vernehmungen in der Sache vornahm und auch gleichzeitig feststellte, inwieweit die Besatzungspolizei durch eigen- mächtigesEindringen in dasBureau- gebäude des Reichsvermögensamts und das Durch suchen des Dienstzimmers und der Akten des Oberinspektors Kratz sich g e g e n dos Hausrecht des Chefs des Amts, und außerdem der Verletzung der Hoheits- rechte der deutschen Reichsbehörde schuldig gemacht hat. Oie JRcife des Prinzen von Wales. Rom. 10. Dezember. (TU.) Der feiner Ankunft in Brindisi wurde der Prinz von Wa'es von Vertretern der ita ienifchen Behörden sowie dem britischen Generalkonsul in Reaprl Ein Zungdosührer von Kommunisten überfallen und erschlagen. verlla. 10.De). (IDXB.) Al» ein Demonftra- ttonsjug des Roten Jropt-ßämpfer- Lunde» In karlshorst gestern gegen 15.30 Uhr die Trisko-Allee passierte, erkannten Teilnehmer den zufällig dort enUangkominenden Referendar Günther Schaffer, der stellvertretender G r o h - meister der Bruderschaft Oberspree de» Iungdeutschen Ordens ist, an seinem Abzeichen al» Mitglied des Ordens. Sie stürzten sich auf ihn und versuchten, ihm das Abzeichen zu entreißen. Schaffer wurde von der Uebermacht in einen Hausflur gedrängt und erhielt trotz seiner Gegenwehr verschiedene Stockschläge über den Kopf und von hinten einen Stich, der Lunge und M i l; o e r l e h t e. Er wurde in das Krankenhaus gebracht, wo er nach kurzer Zeit verstarb. Die Täter konnten unerkannt entkommen. Die Polizei hat sofort Ermittelungen aufgenommen, die jedoch bisher noch kein positives Ergebnis gehabt haben. Einige Festgenommene mußten wieder freigelassen werden, da sie für eine Beteiligung an dem verbrechen nicht in Frage kamen. • Herr Esche rich hat in Bayern einen neuen Selbstschutz ins Leben berufen, der zwar In erster Linie eine politische Kampforganisation gegen alle Bestrebungen, Bayerns staatliche Selbständigkeit zu beseitigen, sein soll. In zweiter Linie soll diese Organisation jedoch alle staatserhal- tenben Element« zuiarnmenzufassen, um gegen etwa- ige kommunistische Ueberraschungen gewappnet zu sein. Herr Escherich scheint offenbar ehr gut über die geheimen Absichten und Pläne ler kommunistischen Partei im Bilde zu sein, denn onst hätte er nicht noch besonders die antikornmu- nistische Spitze seiner Organisation betont Die neueste M ordtat an einem politisch Andersgesinnten durch Rotfrontkämpfer in einem Berliner Vorort, die dazu noch unter den Augen einer durch kommuni st ische Rowdies schwerbedrängten Polizei geschah, die letzten Bluttaten kommunistischer Demonstranten, ebenso die unzähligen tätlichen Terrorakte, über die die Betroffenen aus Anast vor Rache der roten Banden nichts mitteilen, lassen die kommunistische Gefahr wesentlich größer erscheinen, als sie die mit der Sicherheit des Staates betrauten Persönlichkeiten einschätzen. Wir haben in dm hinter uns liegenden Jahren so viele kommunistische Mord.te.en ve.zeichnen können, daß es in der Tat an der Zeit ist, an Sie Schaffung eines Selbstschutzes aller ordnungsliebenden Staatsbürger zu d.teei, um so mehr, als die Kommunisten unbehindert starke Kampfverbände aufziehen dürfen, die sicherlich so gut mit Handfeuerwaffen ausgerüstet sind, daß es ihnen ein leichtes sein wird, im Falle eines Putsches sich zu behaupten. Sie haben noch dm Dorteil, zahlenmäßig dem staa lichen Sicherheitsdienst überlegen zu sein, frer, gleichgültig, ob es sich um Polizei oter um Reichsweh- handelt, über das ganze Reich verstreut ist und infolgedessen nicht die Stoßkraft 6er kommunistischen Hundertschaften besitzt. Der Herr Reich Linnemnintster hat allerdings andere Sorgen: er will den Rundfunk politisieren und die Technische Ro hilf« abbauen. An ein Verbot der kommunistischen Kampfbünte, die immer kühner ihr staatsfeindliches Handwerk treiben, will er nicht heran. Bleibt er weiterhin passiv, dann wird das Staatsbürgertum in s:inem eigenen Interesse und im In «resse des Staates aktiv werten müssen. Länger ist jetensalls der heutige Zustand nicht mehr zu ertragen. begrüßt Der Prinz wird noch am heutigen Montag mit dem von der italienischen Regierung zur Dersügung gestel ten Ex.razug über Bologna, Chiasso, Basel nach Boulogne s. M. Weiterreisen, wo er am Dienstag eintreffen wird. Auf die Mitteilung an die englische Delegation, daß ter Extrazug des Prinz m von Wales in den frühen Dienstagvormittagftunten durch Lugano kommen teerte, hat Chamberlain die Schweizer Dahnbehtrten ersucht, ten Zug in Lugano anzuhalten, damit er persönlich dm Prinzen über ten Krankhsttszustand des Königs unterrichtm könne. Verschlechterung im Befinden König Georgs. London, 10. Dez. (WTD.) Das Bulletin von der Erkrankung de» Königs, das heute 11.30 Uhr ausgegeben wurde, besagt: Obgleich der König eine unruhige Nacht ver- bracht hat, ist die Temperatur heute morgen etwas gefallen. Es ist auch eine leichte Besserung im All- gemeinbefinden zu verzeichnen. Indessen besteht weiterhin Anlaß zur ® e f o r g n i ».* Das Bulletin ist von den beiden Leibärzten des Königs unterzeichnet. Das heute abend ausgegebenc Bulletin belagt: Der König verbrachte einen ruhigen Ina. Die Symptome in der Lunge haben sich ge- bessert. Dav Fieber dauert an, ist allerdings nicht so hoch wie gestern abend. Es ist die Folge eines Äiederauftretens der allgmeinen Infektion, die notwendigerweise das Herz in Mitleidenschaft zieht. Zu dem Abend- Bulletin berichtet das Reuterfche Bureau, daß das Bulletin als beunruhigend und weniger gufriebenfteHcnb als das Morgenbulletin be- trachtet wird. Die Laae wird als beforgniser« regend dargestellt Die wichtigste Tatsache ist, daß wieder in mäßigen Grenzen eine allgemeine In- fektion eingetreten ist. Ende voriger Woche berichteten die Aerzte, daß die Injektion lokalisiert und der Zustand des Königs bester fei Jetzt ist das Umgekehrte der Fall. Das aus der Lunge In andere Körperteile übergetretene Gift zieht notwendigerweise das HerA in Mitleidenschaft, und infolgedessen muh man Sorge um den König hegen. Ser Aufstand in Afghanistan. Gegen das Reformwerk KönigAmanuttahS 3m Machtbereich tes Königs von Afghanistan tobt ein teilter Bürgerlrieg. Irgmdwe.che zu- berläfiigen Nachrichten über ten Aufstand einiger von Priestern und konservativen (Siementen auf- gehetzten Dergstämme liegen nicht vor, da die Grenzen hermetisch geschlossen sind, unb alle nach Afghanistan hereinführenten Stra- hm überwacht werten. Aber aus den unzähligen Gerüch.en läßt sich ein ungefähres Bild tes Aufstandes machen. Danach ist es tatsäch.ich einigen Stämmen gelungen, sich von ter Herrschet Ama- nul.ahS zu befreien, der jetzt versucht, mit Hilfe ter ihm zur Verfügung stehenden Machtmittel die Auj ständischen wieder zu unterjochen. Die aus englischer Quelle vorliegenden Rachrichten, daß es ihm gelungen sein soll, die Ordnung wieder herzustellen, scheinen nicht ganz zu stimmen. 3n Indien wird da5 gerate Gegenteil behauptet, auch von ter rustrich-aighanischen Grenze berichtet man von einer Ausdehnung der Rebellion. Die Situation des Königs muß allso alles andere denn toi'tg fein. Schuld ist er an dieser Entwicklung allerdings selbst, weil er die Verwirklichung seiner Reformen viel zu hitzig in Angriff nahm. Er hat offenbar geglaubt, ebenso wie sein Vorbild Kemal Pascha vorgehen zu müssen, hat aber die Abneigung seiner Untertanen gegen europäische Einrichtungen doch unterschätzt. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, daß er nichts anderes hn Auge ha te, als aus Afghanistan einen m o- dernen Staat zu machen, ter. wenn es einmal gilt, seine Existenz zu behaupten, auch in ter tage ist, seinen Rachbarn im (Horten und Süden mit Aussicht auf Erfolg Widerstand leisten zu können. Kroatien. Der Agramer Bezirksrat protestiert gegen den serbischen Lbergespan. Del grab, 10. Dez. (WTD.) Der Agra- mer DezirkSrat gleit heute feine Si ung ab. c ter ter Obergespan oder sein Stell- ver. cter von Amt- wegen tellzunehmen pflegt. 3n ter heutigen Sitzung ließ sich ter neugewählte Obergespan Oberst Maximowitsch durch ten Regierungsrat Llzorinatsch vertreten. Gleich zu Beginn ter Sitzung verlas Predwetsch als der Vorsitzende tes Verwaltungsbezrrksrctes ten bekann ei Beschluß, wonach die Erneurung Marimowitsch' als gesetzwidrig erklärt wird und temzu'olge weder er, noch fern Vertreter zu der Si.u rg zugelassen wird, älzori- natsch wollte das Wort nehmen, doch erteilte ihm ter Vorsitzente Petrowitsch nicht das Wort, sondern forderte ihn auf, den Sitzungssaal zu verlassen. Da älzorinatsch sich weigerte, der Aufforderung Folge zu leisten verliehen die Teilnehmer demonstrativ den Sitzungssaal. Rachtem auch Llzorinalsch das Gebaute verlassen hatte, wurden die Mitglieder tes Vezirksrates wieder zusammengerusen. Es wurde dann einstimmig beschlossen, die Sitzung zu vertagen. Die Unibeifttät Agram, die auf Anordnung des Rektors geschlossen worden war, da es nach Erklärung des Streiks seilens eines Teiles der Studentenschaft zu Unruhen gekommen war, wurde heute wieder eröffnet Die In Streik befindlichen Studenten beschlossen in einer Versammlung, ten Streik zum Zeichen des Proteste- noch 48 Stunden s or tzusetzen. Sie begaben sich daraus vor die Hörsäle, wo die Vorlesungen wieder beginnen sollten, um die nichtstreikenten Studenten am Eintritt zu Hintern. Dank der ruhigen Haltung dieser Studenten kam es zu keinem Zwischenfalt Annahme derZuckerzollerhöhung im Aeichsral. Berlin, 11. Dez. Der Reichsrat nahm mit Mehrheit die Vorlage über Zuckerzollerhöhung an. Die Vorlage will den Zuckerzoll von 15 auf 25 Mk. für den Doppelzentner erhöhen. Die Zollerhöhung soll jedoch nur so lange In Kraft bleiben, als an der Magdeburger Börse im Durchschnitt eines Kalender- monates die Preisnotiz für Rohzucker nicht über 21 Mk. steigt Kommt in Magdeburg ein höherer Durchschnittspreis zustande, oder erfolgt dort einen Monat hindurch überhaupt keine Rotierung, so tritt automatisch eine Ermäßigung des Zollsatzes auf 10 Mk. für den Doppelzentner ein. Ein Antrag tes Grafen Behr, statt 21 Mk. 22 Mk. anzusehen, wurde mit 36 gegen 30 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten n ur die Vertreter von Ostpreußen. Brandenburg, Pommern, Rieterschle- sien, Oberschlesien, Hannover, ter Rheinprovinz, ferner Bayern, Sachsen, Württemberg und Oldenburg. Seitdem die Zollwünsche ter deutschen Zucker. Industrie in der Oeffenllichkeit erörtert worden sind, hat sich ein Ansteigen der Zuckernotierungen- an der Magdeburger Börse gezeigt, wenngleich die Preis« sich bisher unter der 20-Mark-Grenz« bewegt haben. Der Preisstand an der Magdeburger Börse hängt natürlich wesentlich von ter Entwicklung des Weltmarktpreises ab, der be- rannt! d) auf durchschnittlich 11,50 Mark gefallen ist: ob er noch weiter fallen wird, da ter Konkurrenzkampf zwischen Cuba und Java auf dem Weltzuckermarkt anhält, ist wohl nicht zu bezweifeln. Für Deutschland kommt es da- her darauf an, seine Zuckerindustrie wenigstens insoweit zu schützen, daß sie allein den deutschen Bedarf an Zucker deckt, was bei ihrer Kapazität durchaus möglich ist, und daß damit gleichzeitia ten Interessen der Landwirtschaft hinsichtlich des Rübenbaus gedient wird. Es kommt in erster Linie darauf an, den derzeitigen Stand tes deutschen Rübenbaus zu erhalten, und dieses ist nur möglich, bei einem durchschnittlichen Denver- tunaspreis für Jnlandzucker um 22 Mark herum, da bei diesem Preise etwa 1,70 Mark an Rübengeld an die Landwirtschaft gezahlt werden können. Alles in allem genommen wird sich der Preis für das Pfund Zucker, wenn es der deutschen Zuckerindustrie gelingt, den neuen Zoll, mit dessen An- nähme auch im Reichstag zu rechnen ist, voll aus- Aunufoen, nach unseren Berechnungen um etwa ßwei Pfennig für den Verbraucher erhöhen. Damit ist aber vieles erreicht, nämlich die Erhaltung der deutschen Zuckerindustrie und des deutschen Zuckerrübenbaues und zugleich 1 eine Entlastung unserer Zahlungsbilanz, wenn ausländischer Zucker nicht mehr über die Grenzen kommt. England hat sich be- kanntbch durch feine Zollgesetzgebung vollkommen von dem Bezüge ausländischen Zuckers frei ge- macht. Dadurch hat die Tschechoslowakei ein großes Absatzgebiet für ihren Zucker verloren und wendet nun alles daran, das Verlorene durch Ex. port nach Deutschland wieder zu gewinnen. Aus aller Wsli. Die Berteilung der Nobelpreise. 3n ter üblichen feierlichen Form fand in Stockholm die diesjährige Aobelpr isverteilung statt. Unter den Anwesenden befanden sich tet König, ter Kronprinz und andere Mitglieder ter königlichen Famille, Vertreter der Regierung, tes diploma.ischen K^rps, ter Wissenschaft und der Literatur. Drei der sechs Robelprcisträger waren erschienen, und zwar die Proscf er en Wieland und Windaus sowie Frau Sigrid Tlndset. Ti> Rete füc dir Präses oren Wieland und Windaus hi lt Profcs or G. Söderbaum, der die Verbimste ter beiten deutschen Gelehrten würdig e. Ra' dem die beiden Professoren ihre P e se von K nig empfangen hatten, hielt Profes or ($. Hens chen die Rete für Prozessor Rico!le: in seinem Ramen empfing ter französische Gesandte Vernarb ten Preis vom Kmig. Dr. phil. P. Hallst r ö m sprach h ecnach namens ter schwebt chen Akademie für ten. Litera turpr.is träger Henri Bergs on, dessen Prris eben all8 vom ftcn;tsi- schen Gesandten in Empfang genommen wurde. Dr. Hallström sprach schl e stich auch für Frau Sigrid ndset. Die Feier wurde mit einem Festbankett im Grand Hotel abgelÄv fen- Ein Dampfet auf einem Felsen ausgelaufen. Der 21 179 Tonnen große Dampfer „Celtic' der White Star Line ist bei der Einfahrt in den Hafen von Queenstown auf einen Felsen gelaufen. Alle Fahrgäste, insgesamt 254 einschließlich 2 9 Ueberlebenbe der untergegangenen „D estr is" sind auf Schleppdampfer umge- schifft worden und befinden sich in Sicherheit. Die Besatzung bleibt an Bord. Alle Bemühungen, die „Celtic' wieder freizubekommen, sind bisher erfolglos geblieben. Mnriageerfyebung gegen einen dänischen Spion. Gegen dm Mitte 5uni d. 3. wegen Spionage in Deutschland verhafteten und gezenwärttg noch im Berliner älTtt'rsuchungSge'fängnis besindlicheir dänischen 3nf anteri e-Hauptma nn Harry Lembourn hat nach einer Korrespow- tenzmeldung der Oberreichsanwalt in Leipzig Anklage wegen sortgesehten Verrates militärischer Geheimnisse erhoben. Gleichzoiftl toirb gegen die 23jährige Berliner Steno'ypisti>n Stege- man n, die Rachrichten für ihn beschafft haben soll, Anklage erhoben. Hauptmann Lembourn. der zuletzt bei einem Infanterieregiment in Tondern in Dienst stand, ist im Rachrichtendimst beson eerZ ausgebildet worden und hat während des Krieges in der französischen Armee gekämpft. Auch nach dem Kriege ist er zu Stu- dienzweckm zur französischen Armee nach Straßburg und Metz abkommandiert Worten. BranbffiffungetL In dem Dorfe Altheim im badischen Franken- land gelang es unbekannten heimtückischen Brandstiftern, innerhalb acht Tagen zum fünftenmal Feuer zu legen, obwohl die Feuerwache ständig auf dem Posten Ist und ein gewisser Belagerungszustand über das Dorf verhängt ist, ha nach sieben Uhr abends die Straße nicht mehr betreten werden bars Diesmal wurde die außerhalb des Dorfes gelegene, mit Getreideoorräten gefüllte Scheune des Landwirts Bogt eingeäschert. Die Belohnung für die Ermittlung des Brandstifters ist auf 5000 Mark erhöht worden. Die bisherigen Verhaftungen konnten nicht aufrechterhalten werden. Oie Wetterlage. va ö Z fi.i0.Dezb0?92^'.7*aMs 3= / VR . / lmoir zr ßorrcfpon# 1 l" Lchzjg W militari« 1 toiti gegen h Stege» / bit (feuer« > ein getoiHtr rtjänflt l|t, bn it Ltraht batf. Dlw- orfte yltgtnt, 1 n e der Landung für die (fr 00 Mark crhH m konnten ni* '5^5 reich au»* crÄs a>n iu8 der provinziashauptsiadi. (Stehen, den 11. Dezember 1928. Borgt nicht, zahlt bar! ß»n der 3 n b u ft r i e • unb Hanbelrkam- te r Gießen wird uns geschrieben: Wie aus ben Klagen bes Emzelhandels hervor- tie, nimmt das Borgunwescn leitens bes nfmben Publikums bedrohlichen Umfang 1 (Ls wird dabei leider nicht bedacht, daß bas ngfriftige Borgen und der unpünktliche Eingang Ltiger Zahlungen nicht nur den Geschäftsmann, irtern mittelbar auch beffen Kunden Schaden ■ ) Nachteile mancherlei Art bringt. Denn die ifiiungsfäbigreit eines Unternehmens, dessen In- hur es durch zu spät ober gar nicht eingehende jungen unmöglich gemacht wird, feinen eigenen l stlichtungcn rechtzeitig nachzukommen, muß sich .tiErlid) mit der Zeit vermindern. Hierunter hat <11 letzten Endes das kaufende Publikum zu leiden. Iifprbem verleitet der Gedanke, etwas auf Borg Mtjp?n zu können, leicht dazu, Dinge anzufchaffen. Bi man bei Barzahlung entweder gar nicht oder Br in einfacherer Ausführung gekauft hätte, wobei «mcht feiten geschieht, daß die nachträglichen Zah- loggen durch irgendwelche Umstände — Krankheit, I icuenlosigkeit — zur drückenden Last werden. Es I im daher jedem einzelnen Verbraucher zu feinem l eren Wohle und zum Besten seiner Lieferanten 1 Hb dringend genug anempfohlen werden, das B 0 r« g m 3 u unterlassen und es sich zur Pflicht zu riifren, jeden Einkauf b a r zu bezahlen. Libergang von der Grundschule in die höhere Schule. Vite normale Dauer der Grundschule beträgt » 8 1 hre. Doch können Schüler und Schülerinnen, Bff 1 geistige und körperliche Veranlagung und Qcem Schulleistungen erwarten lassen, daß sie ohne B'berfpannung ihrer Kräfte im Unterricht der Sexta W guten Schälern, die den vierjährigen Grund- Eliehrging durchlaufen haben, auf die Dauer ritt halten können, schon nach dem 3. Grund- I sahr In die Sexta der höheren Schulen aufge- etmmen werden. Eltern, die der Ansicht sind, daß Hi, Kinder diese Bedingungen erfüllen, unb bes» fcb von der Möglichkeit der Abkürzung der flrunbfd)ul3eit Gebrauch machen wollen, Ikicii einen entsprechenden Antrag spätestens im lüft des Januar schriftlich ober mündlich beim Sliter der Grundschule zu stellen. Das Kreis oder OMschulamt, dem die Schulleiter die Anträge mit in nötigen Unterlagen (Schulzeugnis, Gutachten Btt Grundschullehrers, schulärztliches ober amtsärzt- Ifre Gutachten, soweit es erforderlich erscheint) B'eebreiten, entscheidet über sie spätestens bis zum 191 ärz. Dem Erziehungsberechtigten steht das Recht ik Seschwerde gegen diese Entscheidung bei dem lli husmlnifterium zu. Dom HoherodSkopf. litter Ski-Laus hat begonnenl Am letzten «Brnsttag betrieb eine größere Anzahl Ski-Läuser ifric iycen wißen Sport. Es herrschte dauernder tfafl 3eittoetfe schien die Sonne. Der Ober- Wld hat sein übliches (Rauf)reifgetoanb angelegt. Dchneebeschaffenheit konnte nicht besser sein. 9'jt selten störte die noch etwas geringe Schnee- U>e. Jedenfalls wurde auf der Rennbahn eifrig giiibt. Die U bungswiese am Oberrainsborn war sogar In ganz besonders gufet Dersaffmw. DiS Breungeshain herunter war ein« flott« Abfahn möglich. Lietzener Wochcnmarktpreise. Ts kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 210 btS 220, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 12 bis 20, Weißkraut 8 bis 15, Ro:kraut 15 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 20, rote Rüben 10 bis 20, Spinat 20 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 25, Rosenkohl 40 bis 60. Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 30 bis 40. Zwiebeln 12 bis 20, Meerrri.ich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 40 bi- 60, Kartoffeln 5, Aepfel 20 bis 40, Birnen 10 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 103 bis 120, Gänse 90 bis 120, Rüste 60 bis 83, das Stück: Eier 1k bis 18, Blumenkohl 60 biS 120, Endivien 10 bis 20, Lauch 10 bis 15, Ret ich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pfennig, der Zentner: Wirsing 10 bis 12. Weißkraut 6 bis 7. Rotkraut 12 bis 15, Aepfel 20 bis 35, Dirnen 10 bis 20, Kartoffeln 3,80 bis 4.50 Mark. Bornotizen. — lagestalenberfürDienstag. Stadt- theater: „Der Prozeß der Mary Du igan", 20 bis 22.30 Uhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Alt« Heidelberg". — Astoria-Lichtfpiele: „Der Ritter von Texas". — Stadltheater Gießen. Aus dem Stadt- theal erburcau wird und ges trieben: Heute abend findet die erste Wiederholung des erfolgreichen KriminalstückeS „Der Prozeß Mary Dugan" von Bayard Deillcr statt. Dte DorstrUung beginnt punkt 20 Llhr. Einlaß zum Zuschauerraum 19,55 U&t Der Gerichtsabend wird sich in der glckbchsn Art abwickeln, wie bei der Erstausführung. Der große Erfolg dieser Aufführung, unter der Spielleitung deS 3ntendanten, hat in der Stadt sehr starkes Snterjfe und ausgezeichneten Widerhall gesunden. — Morgen geht als Festvvrstellung der Werbewoche „(Sieben im Licht" die Oper „Fatme" von Freiherr von Flotow in Szene. Dieses einmalige Gastspiel des Landestheaters Darmstadt wird für Gießen ein großes Theaterereignis sein. Dr. B. Bardi hat sich mit der Ausgrabung dieser Flotowschen Oper einen großen Rarnen geschaffen. Es war ein außerordentliches Ereignis in Darmstadt, als „ 5atme“ in der Inszenierung von Renato Mordv erstaufge- führt wurde. Das Ensemble wurde bereits vom Frankfurter Opernhaus eingeladen, mit „Fatme" zu gastieren. Die Opernvorstellung beginnt um 19,30 Ahr. Die Hauptrollen sind brietzt mit Ernst Overlack, Karl Eberi-D^her, Eugen Bogt, Heinrich Kuhn, Käte Walter und Anna Jacobs. — Bortrag Dr. C. 3. Luther, München: „Schnee-Ski-Pa d'del, ein Lichtbildervortrag über Hchneelauf und Fluhwan- dern". in der Großen Aula am Mittwoch, 12. Dezember, abends 8 älhr. Der Dortrag wird, so schreibt man uns, für alle die genußreich werden, die Freude an der Ra u: und künstlerischen Photos haben. Er wird uns Städter hinausführen zu Tergen, Schnee, Wasser und Sonne. Dr. Luther, der die beiden Tage zuvor in Frankfurt unb Mannheim, am Tage darauf in Köln spricht, wird sicherlich auch in Gießen in weiten Kreisen Interesse erregen. Auf die Anzeige des Ski-Klubs Gießen im h.uiigen Anzeigenteil sei besonders verwiesen. — Zur Stra ßenbahnfrage Gießen — Wieseck. Unsere Erwiderung auf die gestrige Aeußerung ber Wiesecker Vertreter bei ben Straßen« bahnoerhanblungen mit Gießen mußten wir wegen starken Andranges aktuellen Stoffs bis morgen zu« rückstellen. " Das Stadttheater kauft Kostüme! 3m heutigen Anzeigenteil veröffentlicht die Intendanz des Stadttheaters eine Bekanntmachung über ben Ankauf von Kostümen aus ben 80er unb 90er Jahren. Die Besitzer solcher Kostüme weisen wir auf die Anzeige besonders hin. •• Oberhessischer Kun st verein. Bei der am 10. Dezember statlg.ha5:en Jahres- verlosung wurden unter die Mitglieder 9 Anrech scheine unb 19 Kunstgegenständ«, insgesamt 28 Gewinn« verlost. Anrechts che^ne entfielen auf: Oberlandmesser Georg Mayer (150 Mk.). Karl Schlüter (100 Mk.), Dr. Georg Gail (50 Mk.). Professor Zwick (50 Mk.). Juwelier Hammermann (50 Ml.). Proessor Drügge- mann (25 Wk.), Stabt Gießen (25 Mk.). Derrn essungsrat Dietrich (25 Ml.). Archi e't Ha- mann (25 Mk.). Kun st gegen st änbe gewannen: Geheimrat König. Ingenieur Deeg. Oberbausekretär Mohr. Frau De.grat Dröbler. Tele- graphm-Inspcktor Mngeldey. H. Burger. Karl Küchel, Professor Qaqueur, Heinrich Roll-MäuS» bürg. Mühlenbesiher Möser, 3. M. Schulhof, Professor Herzog, Heinrich Dilges, Studienrat Fischer, Pfälzischer Kunstverein, Apo hckenbesitzcr Dornberger, Freiherr von Löw-Lich, Bankdi^-el- tor Ariwld, Professor Wentzel. Die Gewinne können während den belann gegebenen Ausstellungszeilen im Turmhaus am Brandsl tz gegen Rückgabe der Scheine in Empfang ge '.ornme r, die An- rech.schnne berei s zu Anläufen in kkr derzeitigen Weihnachtsausstellung „Äünftlet- Hilfe 1928" verwendet werden. Die Ausspielung für letztere findet am 19. Dezember statt. Lose zu 50 Pf. sind noch immer erhältlich •* Anlagenkonzert findet morgen, Mittwoch, 12 Uhr mittags, durch das Musikkvrps des I. (Hess.) Gren.-Batl. 15 3nf.-R:gts, ber günstiger Witterung in drr Südanlage (Ecke Plock- straße) statt. Leitung: Obermusikmeister Löb er. Die Musikfolge ift: 1. Armeemarsch II, Rr. 194 aus »Problus und Prim." A. Laudenbach: 2. Ouvertüre zur Operette .Marinarella" 3. Fucik; 3. Einleitung zum 3. 2llt unb Brautchor a. d. Oper ,Lohrirgrin" R. Wagner: 4. Gr. Fantasie a. d. Oper ^Samson und Dalila" Sainl- Saens: 5. Armermarsch II. Rr. 116, Marsch nach Motiven der Oper »Der Brauer von Preston" A Adam. *• Eine rätselhafte Lichtfest-Schöp« f u n g kann man vor dem Gebäude der Freimaurerloge in der Gartenftraße bemerken. In der Bürgerschaft ist bas Rätselraten über dieses merkwürdige Ding lebhaft im Gange. Ein Teil der Bürgerschaft meint, es handele sich hier um ein freimaurerisches Zeichen, das von der Loge „Ludewig zur Treue* zur Jörderungder Werbewoche „Gießen im Licht" ausgestellt sei. Wir können hierzu mitteilen, daß diese Vermutungen unzutreffend sind: dieses Bauwerk stellt keinerlei freimaurerisches Zeichen bar, ferner ist es, wie wir von zuständiger Seite hören, ohne Wissen und ohne Genehmigung der Loae an dieser Stelle errichtet und unbefugt an dem Logengrundstück befestigt worden. Ein anderer Teil der Bürgerschaft ist der Meinung, es handle sich hier um einen stilisierten Tannenbaum: ob das zutreffend ist, wollen wir dahingestellt sein tasten, mutmaßen fBmtft man es allerdings. Vielleicht gibt bas Stäbtische Elektrizitätswerk, welches die Lichtwerbung in den Straßen errichtet hat, einmal Auskunft darüber, was dieses kuriose Ding denn eigentlich uorftcUen soll. " DrrDerbanbbcr hessischenevan- gelischen Kirchengesangvereine te» absichllgt am Sonntag C?audi nach:en 3ahreS sein jähr.ichrS Drrbands eft in un crev Stabt ab» AthaUr.r. Dieser Tage fand In Anwe enheit beS Derbandsvorährnben, P.arrer Marx (Darmstadt), im Gasthof Hindenburg bah.er eine Besprechung bet Dorsitzenden und Di.igen.en ber evangelischen Kirchenar arg erei e des Dekanats Gießen in die,er Sache sta.t, bei ber bie in bi« Wege zu leitenbcn Schrit.e besprochen wurden. Mit dem Fest soll die Feier des 53. Jubiläums des Gießener evangelischen Kirchengefanaee.einS verbunden werden, doch so, daß ber Gießener De rem für die besondere Gestaltung seiner Feier freie Hand behält. An sämtliche evangelischen K.rchengesangvereine Oberhe sens wird Einladung zur Beteiligung ergehen, doch können wegen Platzmangels nur die des Delana s Gießen im Festgottesdienft nachmittags l1/» älhr Mitwirken. Bei der Rachversammlung, die in der Dolksha le geplant ift, soll allen anwesenden Dereinen Gelegenheit gegeben werden. Proben ihres Könnens abzulegen. Berliner Börse. Berlin, 11. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Tendenz im heutigen Frühoerkehr ift noch sehr undurchsichtig, unb bie Ansichten über bie Entwicklung lind geteilt. Die gestrige Neuyorker Börse kann keine Anregung bieten, hoch beruhigte die Erleichterung des Geldmarktes dort. (Tagesgeld 7 v. H.) Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,18, Madrid 29,98, das Pfund 485,06. den Dollar 4,1967. GEGEN SPR ÖDE HAUT REGEN, WIND U. SCHNEE 5 c H v t z t $ / e Icon Weisel, Giebcn, 8ooaenstrafte 6, Telephon Nr. SM Mlrtdies V welche Freude Sie einem OVERSTOLZ-Raucher bereiten, wenn Sie ihm die gewohnte Marke in schöner* Weihnachts-Ausstattung auf den Gaben-Tisch letzen! Er wird es dankbar empfinden, dass Sie beim Einkauf seine persönlichen Wünsche beachtet haben« 9/nd sollte der Beschenkte auch noch keinOVERSTOLZ- Raucher sein, so können Sie ihm doch ruhig Overstolz (»eben,denn diese Marke ist die meistgerauchte/ Zigarette Deutschlands,sie hat sich das Vertrauen unzähliger Raucher erworben und wird daher als Weihnachts-Geschenk überall willkommen seiru9 • O • H • G • ferner liefern wir in (focfrenkpack ungen» 100 S&VENKLAU zu 6 Mark • fOc&WENBRÜCK und EO fjOLDENRJNQ zo 9 cMark^C) Wei^ruicbtspachini kostet 5MK» sie uiüiän 100 0V£RST0L2U? traiyoftf^ Oeffentlichkeit hat feit den Beschlüssen der Genfer Sechs-Mächt«.Kons«ren- vom September dieses Jahres die Bereinigten Staaten unter ein wahres Trommelfeuer von Deeinilussungsversuchen genommen, um die Meinung des Grobgläubigers der ganzen Well von vornHerein in eine bestimmt« Richtung zu lerrten. Den Auftakt bildeten verschieden« Artikel Seh- doux' über di« Leistungsfähigkeit Deutschlands, die vor Zusammentritt der Expertenkommission den Glauben erwecken sollten, a£fc sei Deutschland in der Lage, Deparations- jahreSleistungen im bisherigen Umfange, also elwa 2,5 W-lliarden, auch wetterhln aus- zubringem Di« Manöver wurden dann fort- ge'etzt durch di« Haltung der französischen Regierung zur Frage der sachlichen und personellen Ausgestaltung der Expertenkommission, und sie haben vor wenigen Tagen eine Art Höhepunkt durch di« Behauptung deS „Matin" erreicht, wonach Amerika seinerseits vorgeschlogen haben soll, die Benennung von Sachverständigen aus den Bereinigten Staaten der Reparations- kommt,sion zu überlassen. Aus die geschickte Einschaltung der Repko in den Gang der Berhandlungen über den Experten- ausschuß brauchen wir hier im einzelnen nicht mehr einzugehen. Bur soviel kann festgestellt werden, daß sich die alliierten Regierungen mit diesem Modus in eklatanten Widerspruch zu den Genfer Vereinbarungen setzen, in denen von unabhängigen Experten d«r «inAelnen Mächte, nicht aber von einem durch bi« ReparationSlommission zu bildenden Ausschuh die Rede war. Bei der Zurückhaltung, di« die »Bereinigten Staaten im bisherigen Gang der Dinge an den Tag gelegt haben, ist es auch durchaus unwahrscheinlich, daß sie von sich aus den erwähnten Vorschlag gemacht haben sollten, so daß wir die Meldung des „Matin" wohl als Versuchsballon zu bewerten haben. Dis zum Beweis« des Gegenteils möchten wir auch annehmen, dah das Rechtsempfinden der Amerikaner sich als stark genug erweist, um gegenüber den französischen Unterstellungen bestehen zu können. Aber schließlich dürsten für die Vereinigten Staaten nicht nur Rechtsgründe, sondern auch und vor allem eminente wirtschaftspolitische Erwägungen dafür maßgebend sein, daß man sich in Washington nicht gerade die Auswahl und den Kurs der Sachverständigen durch die Reparationslommission vorschreiben läßt. Auf den ersten Blick, so geben wir zu, könnte das französische Ansinnen vom Standpunkt der amerikanischen Regierung aus, die sich jetzt noch nicht allzu sehr mit den Reparationsverhandlungen identifizieren möchte, bestechend erscheinen. Eine einzig«, ganz nüchtern« Erwägung aber scheint unS durchschlagend für die Auffassung, die von führenden amerikanischen Wirtschaftskreisen vertreten wird, daß Amerika sich die Auswahl der Persönlichkeiten, die eS in die Dachverständigen- kommission zu entsenden gedenkt, nicht a u S den Händen nehmen läßt. Die Bereinigten Staaten sind nämlich durch die Geldhergabe an Deutschland in einem so großen Maß an der Aufrechterhaltung der deutschen Leistungsfähigkeit und weiterhin auS Prestigegründen an dem reibungslosen Funktionieren einer vernünftigen Reparationsregelung interessiert, daß st« sich nicht ihr maßgebendes Mitwirkungsrecht an der endgültigen Gestaltung der ReparationSfrage durch ein« Instanz entwinden lasten können, die in den Iahr«n von 1919 bis 1923 ihre Unfähig- Zeit aus diesem Gebiete bewiesen hat. Di« est«Itiv« Berfchuldung Deutschlands an die Bereinigten Staaten geht ohne Zweifel weit über das hinaus, was bisher an Ziffern genannt worden ist. Es mag richtig fein, daß di« gesamt« kurz- und langfristige Verschuldung Deutschlands an Amerika, so weit Auch eine Literaturgeschichte. Eduard Engel: „WaS bleibt?" Professor Eduard Engel, der in weiteren Kreisen durch seine recht brauchbare „Deutsche Stilkunst" und durch eine sehr anfechtbare „Deutsche Literaturgeschichte" bekannt geworden ist, hat vor kurzem ein umfangreiches Werk über die Weltliteratur') erscheinen lassen — die Frucht jahrelanger fleißiger Arbeit: schon um deswisten ist es betrübend, von vornherein feststellen zu müssen, daß dieses Buch zwar als Waierialsammlung wie auch um einzelner Hinweise willen bemerkenswert erscheint, im übrigen und als Ganzes aber auf das Entschiedenste abzulehnen ist. Lind zwar vor allem der außerordentlich zahlreichen, völlig schiefen, ver- fehlten und unzuverlässigen Urteile, der oft geradezu unmöglichen Wertsehungen wegen, die in den Köpfen kritikloser Leser phantastisch ent- Rente Bilder unseres Schrifttums zu schaffen leider sehr geeignet sind. Der Obertitel „Was bleibt?" deutet die Grundeinstellung an: den Versuch, die (nach menschlichem Ermessen) dauernden Werte der Weltliteratur zusammenfassen. Wir haben den Eindruck, daß der gleiche oder ähnliche Versuch schon früher und eigentlich in jeder gediegenen Literaturgeschichte — wiewohl mit weniger anspruchsvoll betonter Originalitätssucht — unternommen wurde: ja, dies muß im Grunde die zielsetzende Betrachtungsweise aller ernstzunehmenden Literaturdarstellung sein. Dies verpflichtet aber auch-, vor allem zu möglichst vollkommener Objektivität und Leidenschaftslosigkeit, außerdem aber eben zur Weglassung alles Rebensächlichen und im großen Gesamtbilde Unwesentlichen: beide- ist in der vorliegenden ßiteratur» geschichte bedauerlicherweise durchaus zu vermissen. Um nur einiges herauszugreifen: was sollen z.D. Ramen wie die der Gräfin Hahn, von Red- wih, Karl Deck, Anastasius Grün, Fanny Le« Wald, Ottilie Wildermuth, Angely, Birch- Pfeiffer und Roderich Benedix in einer Welt- nteratur? Eie machen in solchem Zusammenhang höchstens eine lächerliche Figur, und der ihnen zugcwiesene Raum hätte überdies manchem mehr als stiefmütterlich behandelten Größeren und •) Eduard Engel: Was bleibt? Die Weltliteratur. 700 Seiten Text, 26 Sa- fein, Ganzleinenband 15 Mk. Derlag Koehler & Amelang, Leipzig C 1, 1928. (520) sie auf dem Anleiheweg« vorgenommen wurde, etwa 10 Milliarden beträgt. Der tatsächlich« Derschuldungsprozeß hat aber sicher sehr viel höhere Grade erreicht, jedenfalls werden von sachkundigen Leuten Zahlen genannt, die ein Mehrfcn^s dieser zehn Milliarden betragen. Wollen di« Bereinigten Staaten ihre Renten aus allen diesen Kapitalinvestitionen nicht ge ährden, so müssen sie dafür Sorge tragen, daß die politische Schuld Deutschlands auf ein Maß herabgesetzt wird, das die Ausrechterhaltung einer angemessenen privatwirtschaftli- ch e n Rente gewährleistet. Sie können das nur, wenn ihre Sachverständigen nicht von vornherein durch die Reparationskommission mattgeseht sind. Endlich aber wird man sich jenseits des Ozeans Wohl auch einige Gedanken darüber zu machen haben, welche Rolle di« übrigen europäischen Schuldner in dieser Sachverstän- digenkonserenz spielen werden. Amerika ist ja nicht nur der Bankier Deutschlands geworden, sondern es war in der ganzen Kriegszeit der große Kapitalgeber der Alliierten, und die Ansprüche nach dieser Seite hin sind nicht weniger groß als die an Deutschland. Wenn nun auch Großen (Hölderlin, Kleist!) sehr zustatten kommen können. Was die oben erwähnte Objektivität angeht, so wäre der durchaus kriegerische, beißende und bittere Ton, der das ganze Buch beherrscht und besonders in den ersten Abschnitten durchklingt, gerade in einer auf das Große und Bleibende gerichteten Darstellung zu vermeiden gewesen. Die germanistische Wissenschaft z. B. wird (S. 64 ff.) heruntergepuht, daß einem Hören und Sehen vergeht. Und das gesamte deutsche Zeitungswesen kann sich beim Verfasser für die ausgesuchtesten Liebenswürdigkeiten bedanken. (73 ff., 90 f.) Wir verzichten darauf, uns in eine Polemik einzulassen, möchten aber doch das Eine zu bedenken geben: wie verträgt es sich miteinander, daß ein Autor, der gegen die mißbrauchte Macht, die „Ruhmesversicherung" und falschen Lobeserhebungen der Presse in den schärfsten Ausdrücken wettert, derselben Presse sein Buch zur freundlichen Besprechung überreicht mit einem Waschzettel, auf dem Engels „Weltliteratur" als ein „abschließendes", „einzigartiges", „Aufsehen erregendes" Werk angepriesen wird, welches „zum unentbehrlichen Grundstock jedes Bücherschrankes" gehöre? Darüber sollte man Nachdenken. — Die folgenden Proben sind den Kapiteln über neuere deutsche Literatur entnommen und ließen sich mühelos vermehren. Für Hölderlin (435) werden 18 Zeilen einer dürftigen Schätzung bewilligt. Dafür ftndet man über Rückert eine volle Selle (447 f.). Büchner — 9 Zeilen — „ist zu jung gestorben, um ein Urteil über sein dichterisches Vermögen zu erlauben“ (455). Ausführlicher lieft man über Heine (461 f.), „den bekanntlich ebenso schlechten Menschen wie unbedeutenden Dichter". Höchst unerfreulich ist die Würdigung Kleists (82 f., 442 f.), die von Mißverständnissen und Fehlurteilen wimmelt: man lese selbst nach. Don Fontane (480 f.) läßt Engel allenfalls die Gedichte gelten; die Romane zählen kaum. 3n sieben Zeilen wird Rilke (487) folgendermaßen „gewürdigt": „Er dichtete auf zwei Arten: auf die sinnlose und auf die sanft säuselnde ...", wofür dann noch zwei „Proben" angeführt werden. „Rilke ist soeben gestorben, — sogleich ist der Lärm um ihn verstummt; er wird nie wieder laut werden." Abgesehen davon, dah nie Lärm um Rilke gewesen ist —: dies ist das Unglaublichste, was wir seit langem in einer Literaturkritik, die auf Ernst und Würde Anspruch erhebt, gelesen haben. (Dafür werden aber in einem sväteren Kapitel (624) zwei lyrische „Musterbeispiele" abgedruckt ... von Freiem« geschickt« französische Propaganda den Amerikanern begreiflich zu machen sucht, daß die Höhe der alliierten Annuitäten an Amerika von der Höhe der deutschen Reparationszahlungen an Frankreich und sein« Kriegsverbünd«t«n ab- hinge, «ine These, die ja übrigens auch durch Balfour unterstützt worden ist, so wird man in Washington und in Reu York doch gegenüber den wirklichen Tatsachen nicht blind sein. Denn wenn Frankreich heute schon wieder in der Lage ist, drei Milliarden Franc in Auslandwerten anzulegen, dann kann es selbstverständlich auch scrr.en Schuldverpflichtungen gegen di« Vereinigten Staa «n ohne Rücksicht auf den Eingang der deutschen Reparationszahlungen nachlommen. Würde man sich in Washington den jetzigen französisch-englischen Standpunkt zu eigen machen, dann würde man letzten Endes nicht nur den deutschen Tribut, sondern auch die Gesamtheit der interalliierten Schulden gefährden, in dem Augenblick nämlich, wo der Dawes-Plan in seiner jetzigen Gestalt wegen der zu geringen Leistungsfähigkeit Deutschlands zusammenbrechen muh. ligrath und von Geibel!) Hofmannsthal steht nicht einmal im Register. „3n der gesamten Deutschen Literatur ... gibt es keinen Dichter von solcher Gedankenleere, solcher geistigen Richtigkeit, wie Hauptmann." (Gerhart.) »In Hauptmanns Werk gibt es nicht eine im Sinne der bleibenden Kunst wertvolle Menschengestalt." (497, 495) Zum Schluß ein kleiner Auszug aus der Beurteilung Thomas Manns (537 f.): „Der Gegenstand der Buddenbrooks — „Verfall einer Familie" — ist wertlos bis zur ödesten Richtigkeit. 3n den zwei dicken Bänden mit ihren mehr als tausend Seiten werden uns dir wertlosen Geschicke wertloser Menschen in wertlosem Gerede vorgeführt." Der „Zauberberg“ ist für Engel „der Roman von der Schwindsucht" und laugt angeblich ebensowenig wie alles andere. Und der Kernpunkt — man staune! — ist der: „die Ohnmacht der Sprache. Thomas Mann kann rundheraus nicht Deutsch, seine Muttersprache versagt ihm für die einfachsten Begriffe." — 3«tzt wissen wir endlich Bescheid. Dies ist nur eine kleine Blütenlese. Wir wollen niemanden ärgern und niemanden langweilen. Aber wir bedanken uns dafür, uns dieses Buch, das derartige und viele ähnliche Ansichten vertritt, dessen Verfasser so anmaßend um sich und so treffsicher daneben haut, als einzigartig, abschließend und unentbehrlich aufreden zu lassen. Dr. Hans T h y r i o t Hochschulnachrichten. Am 9. Dezember feierte der Direktor des Kaisev-Wilhelm-3nstituts für physikalische und Elektrochemie in Dahlem, Robelpreisträger für Chemie, Ehrenmitglied des Vereins Deutscher Chemiker, Geheimrat Prof. Dr. Fritz Hader, seinen 60. Geburtstag. Wenn er sich auch allen persönlichen Feiern durch eine Ausland- reife entzogen hat, so wurde doch dieser Tag von der Fachwelt und ihren Organen dazu benutzt, Habers Großtaten für die chemische Wissenschaft und Technik, und feine Persönlichkeit als Lehrer und Laboratoriumsleiter zu würdigen. Aber auch die große breite Oeffentlichkell hat allen Anlaß, der schöpferischen Persönlichkeit ihren Dank auszusprechen. Hat Haber doch neben vielen anderen wissenschaftlichen Leistungen durch die Gewinnung des Ammoniaks aus dem Luftstickstvff, die er in theoretischen Arbeiten lln Ladoratorium durchführte, und von dort in die Wirklich! tt der chemischen Großtechnik übertrug, den Rah- runtzsspielraum der Menschheit erweitert. Gelbe Milliardäre. Oie Fugger des Ostens. - Oer japanische Perlenkönig. - Vom Mscherjungen zum Multimillionär. — Oie reichste Krau der Welt. Von George Croppen. Erstaunlicher als der Aufstieg der Vereinigten Staaten, weltpolitisch bedeutsamer als mancher Wct kämpf europäischer Mächte ist die rasche, in toenigen Jahrzehnten vol'zo'ene Umü a dlung des japanischen Feudalreiches in einen modernen kapitalistischen Staat, die mit europäisch-amerikanischer Hilfe begonnen, aber längst von tatkräftigen 3Omanern fortgeführt und fast vollendet worden ist. Die Europäer wissen nicht, daß 3a- paner, mögen sie nun aus uralten Geschlechtern der Daimyos ober aus einfachsten proletarischen Fami'ie.a stammen, he-^rcagenb. Großindustrielle und vor i d iche WlrtschaftZorganisa oren geworden sind, fähig, Trusts von ameii anischem Ausmaß aur8ub:u n. g?wal ige Unt rnehmungen zu leiten, di« Reklametrommel zu rühren und überhaupt all die großen und kleinen Mittel mit Geschick anzuwenden, die ihre w.i'zen Konkurrenten großgeinacht haben. Da die Welt mit dem Erwachen der gelben Rasse rechnen mutz, vst es wichtig, über die größten Wirlschafts ührer des fernen Inselreiches Bescheid zu wissen, die, ebenso wie die Finanzmagnaten des Abendlandes, die im Verborgenen wirkende, aber dennoch ausschlaggebende politische Kraft ihres Landes bilden. Roch am meisten mit japanischer Tradition verbunden ist das Williardargeschlecht der M i t- s u i s, dessen Stammbaum bis in daS sechste Jahrhundert unserer Zeitrechnung zurückrcichen soll. Das Familienarchio enthält freilich erst Dokumente vom 12. Jahrhundert an; «S dauerte dann noch fast fünfhundert'Jahre, bis die Mitfuis einen großen Ramen als Handelsleute bekamen. Ihre Firma bildete vor drei Jahrhunderten in 3apan den ersten Scheckverkehr aus, sie führte die Gewinnbeteiligung der Angestellten ein, sie entwickelte so viel fruchtbare wirtschaftliche 3deen, dah sie in dem Feudalstaat allmählich eine Rolle spielt«, die nur mit derjenigen d:r Familie Fugger im mittelalterlichen Deutschland verglichen werden kann. Einen gewal igen Aufschwung erlebte das alte Familienunternehmen dann mit dem Eintritt Japans in die moderne Wirtschastswelt, genau gejagt: von dem Jahre 1839 an, in dem die Mit- suis die staatlichen Kohlenbergwerke aufkauften und damit den Grundstock für einen neuen, blühenden Geschäftszweig des Unternehmens schu'en. Die Firma verfügt über ein Milliardenkapital und dehnt sich unter der Führung deS Barons Mitsuis, der eine verblüffende Aehnlichkmt mit dem Filmschauspieler M e n j o u hat. und der ein persönliches Vermögen von 420 Mi Honen Mark besitzen soll, immer weiter aus. Zu dem Konzern gehören nicht nur führende japanisch« Banken, sondern auch Spinnereien, elek.ro «chnische Werke, Elektrizitätsgesell cha t n. landwirt chaf litte Unternehmungen und Handelsfirmen, die sich mit dem Verkauf von Baumwolle. Maschinen jeder Art. Schiffe, Flugzeuge, Baumaterialien. Kohle, Papier, Chemikalien befassen. Tie Mitsuis beschäftigen sich also überhaupt mit allem, was gehandelt werden kann. Sch'iehlich muß man noch erwähnen, daß Baron Mllsuis 31 Dampfer und eine eigene Schiffswerft besitzt: er ist ferner an der aufblühenden japanischen Kunstfeiden- erzeugung beteiligt und kontrolliert mehrere Der- siche rungsge. ellfchaf ten. Lange Zeit glaubte man, daß dies Haus mächtig genug sei, um alle Rebenbuhler niederzuhalten. Aus einem verhält-isrnäßig k einen Unternehmen, der in der Mitte des vorigen Jahrhunderts gegründeten Firma Mitsubishi, ist ihm aber doch ein ernsthafter Konkurrent entstanden, der ihn in diesem Augenblick vielleicht schon überflügelt hat. Ein Haus Mitsubi hi hat es nie gegeben; dieses Wort ist vielmehr der Rame für das Wappen des HauseS 3 w a s a k i. 3wasaki war ein einflußloser Mann ohne großes Vermögen, der auS unbekannten Gründen von dem Regierungschef der japanischen Provinz Tosa in den Adelstand erhoben wurde. Mit diesem Regierungschef ührte er dann zusammen eine Anzahl von Reis- befulottonen durch: 'ein bestes Geschäft war aber zweifellos der Ankauf eines Teiles der Stadt Tokio. 3m Jahre 1883 bezahlte er der Regierung für dieses Terrain ll/t Mil Ionen Ben, ein Gelände, auf dem heute das Geschäftszentrum der japanischen Hauptstadt liegt. Wenige 3ahre vorher hatte Iwasali von der Regi:rung das Schifffahrtsprivileg erhalten: bald gliederte er eine Schiffswerft, ein Wechselgefchäft, einen Dankbetrieb an. Heute ist es ebenso unmöglich, alle Erwerbszüeige dr Mitsubishis aufzu^ählen wie die der Mitsuis zu nennen. Üm den Einfluß des Hauses Iwasali zu verstehen, braucht man nur zu wissen, dah der verstorbene japanische Mi- Diensfaa, N. Dezember 1928 ,_________________|________ ■■■III ■!! ----- nisterpräsident Kato sowie ein japanischer Außenminister Schwiegersöhne des Barons 3wa- saki gerne en sind: die Regierung, die vor zwei Jahren das Inselreich beherrschte, wurde im VolkSmund kurz daS „Kabinett Mitsubishi“ ge* nannt. Wenn dieses mächtige Handelshaus auch noch lein« so lange Geschichte wie das Geschlecht der Mitsuis aufzuweisen hat, so muß man es doch alt und durch Tradition aefestigt nennen, vergleichen nut den übrigen Machthabern des japanischen Wirtschaftslebens, unter denen noch vor kurzem der Suzuki-Konzern der bedeutendste war. Die Gesch.chte der Firma Suzuki ist wohl einet der bemerkenswertesten Geschäftsromane der Gegenwart, am interessantesten durch die Persönlichkeit, die in ihrem Mittelpunkt stand. 3m 3ahrs 1905 begann die Witwe des kleinen Zuckerckaori- fairten Suzuki mit dem Aufbau ein:s riesenhaften Konzerns, zu dem schließlich Schiffe, Werften, Stahlwerke, Zuckerraffinerien, Mühlen, Baumwollspinnereien, Gummifabriken, Brauereien und Verficherungsoescllschaften gehörtem Der Handel mit dem japanischen Volksnahrungsmittel, mit Reis, Weizen. Zucker, Bohnen lag zum großen Teil in ihrer Hand, und in Kampfer verfügte sie sogar beinahe über eine Art Weltmonopol. 3ns- gesamt gehörten ungefähr 70 große Unternehmungen zu öcm Trust, dessen Aktienkapital zwar nur 50 Mill.onen Ben betrug, der aber tatsächlich über eine Kapitalmacht von rund 800 Millionen Mark verfügt«. Das alles gehörte der genialsten Geschäftsfrau der Welt, Bone Suzuki, die das Unternehmen selbst geschaffen hat. Während des Krieges wuchsen ihre Einkünfte vor allen Dingen durch großzügige Reisspelulationen, die das wichtigste Äahrungsmittel der 3apaner gewaltig verteuerten. Ratürlich machte sie sich damit sehr unbeliebt, und vor mehreren Jahren wuchs die Empörung über das Geschäftsgebaren dieser Frau so sehr, dah die Menge ihre Bureaus in Tokio stürmte. 3n ganz 3apan gab es kein Hotel, das gewagt hätte, sie aufzunehmen. Schließlich mußte sich Frau Suzuki verkleidet in einem Dors verstecken, bis sich der Sturm des Unwillens gelegt hatte. 3n den darauffolgenden 3obren verschlechterte sich dann die Lage des Unternehmens, die wiederholten Erdbeben zerstörten einen Teil ihrer Besitzungen, die japanische Wirtschaftskrise verschärfte diese ungünstige Lage noch, und im April vorigen Jahres ging die reichste Frau der Welt in Konkurs. 800 Millionen Mark waren verloren; aber Frau Suzuki braucht noch immer nicht betteln zu gehen, da ihr ein Privatvermvgen von ungefähr 400 Mill.onen Ben geblieben ist. Märchenhaft war auch der Aufstieg des Barons O’ura, der heule 91 3ahve alt ist und einer der reichsten 3apaner sein soll. Kihachiro Ohira ist der Sohn eines armen Fischhändlers. In seiner Jugend hausierte er mit Fischen, die er in Holztrögen an einer Stange trug. Mit siebzehn Jahren gab er dieses Gewerbe auf, ging nach Tokio und verdiente sich auf die abenteuerlichste Weiss so viel Geld, daß er sich schließlich selbständig kaufmännisch betätigen konnte. 3m 3ahre 1869 gründete Ofura dann eine Finna für Waffen- und Munitionshandel, und das war in den unruhigen Zeiten ein glänzender Gedanke. Er begnügte sich aber nicht mit diesem Geschäft, sondern war z. B. auch der erste, der in Japan einen Schneiderladen für europäische Kleidung aufmachte. Rach einigen Jahren hatte er genug Geld erworben, um em« Reise durch Europa und Amerika unternehmen zu können. Er eröffnete eine Filiale seines japanischen Geschäftes in London und erhielt dadurch die beste Möglichkeit. Waffen und Munition für die vielen militärischen Unternehmungen 3apans einzukaufen. Er wurde geadelt, aber der Titel eines Barons verleiht noch keine Bildung, und so ist er bis in fein hohes Alter ein Emporkömmling geblieben. Ein anderer Mann, der aus dem einsamen! Fischerdorf Toba stammt und in seiner Jugend vom Handel mit Früchten gelebt hat, ist M i k i- „Alt-Heidelberg" als Zirm. Im Lichtspielhaus Bahnhof st raße wird seit gestern ein großer amerikanischer Film (der Metro-Goldwyn-Meyer) gezeigt, den der deutsche Regisseur Ernst L u b i t s ch nach einem Manuskript von Hans Kraely geschaffen hat. Das Manuskript geht seinerseits auf Meyer-Försters berühmtes Schauspiel zurück. Und es ergibt sich hier ein Fall, der nach allen bisherigen Experimenten ähnlicher Art als eine Ausnahme bezeichnet werden kann; der Film ist nämlich besser als das Stück. Vielleicht kann man überhaupt für literarische Filme die Regel aufstellen: je schlechter das Drama, desto besser der Film „nach" ihm. Und vor allem umgekehrt, wie viele Beispiele mit mehr ober minder erlauchten Namen deutlich bewiesen haben. Meyer- Försters trink» und tränenseliges Rührstück mit seinen faustdicken Sentimentalitäten ist, wie jede neue Begegnung im Theater dartut, überaltert, verstaubt und ungenießbar geworden. Der Film ist, dank der Kunst des Regisseurs und einer außerordentlich glücklichen Besetzung der Hauptrollen ein Spielfilm wie er sein soll, er hält sich eng an die Vorlage, verzichtet aber — zum Glück — fast ganz auf den Text, ist aus sich heraus verständlich, bringt eine ganze Anzahl geschickt eingeführter und ausgc- sponnener Teilmotive, er sucht die menschliche Linie der Fabel herauszuarbeiten und ist bestrebt, die verwässerte Kitschpostkartenromantik des Schauspiels, soweit das in den gegebenen Grenzen angeht, über Bord zu werfen. Mag das ganze Thema auch in gewissem Sinne dem amerikanischen Publikumsgc- schmack entgegengekommen sein: man spürt 'iberall die liebevolle und feinfühlige Hand eines '.ms sehr talentierten und erfahrenen Spielleiters und man empfindet die im tiefsten Grunde eben doch heimatliche Kreszenz des Werkes, wenn es auch in Hollywood gewachsen und mit amerikanischen Schauspie- lern besetzt ist. Ramon N o v a r r o, aus dem „Ben- Hur"-Fllm bereits bei uns bekannt, ist feit jener Rolle, in der er im wesenllichen gut auszusehen hatte, barftcUerifrf) erheblich gewachsen und reifer gewor- den, fein Karl Heinz ist eine sympathische und glaubwürdige Leistung. Norma Shea re r, hier leider nicht sehr häufig zu sehen, eine feine und hübsche Erscheinung, aber keine transatlantisch« Puppenschönheit, mit einem natürlichen Spiel und einer anmutigen Jugendlichkeit begabt, gibt eine ausgezeichnete Käthi. Von den übrigen sind Hers- holt (Iüttner) und S e y f f e r t i tz (der alte Fürst) zu nennen. Die musikalische Begleitung ist stimmungsvoll und stilsicher. —r— moto, der japanische PerkenDnlg. Er ist der Erfinder jenes Verfahrens, echte Perlen künstlich in Muscheln zu züchten, indem man die lebende Muschel durch ein Fromdkörperchen krank macht, und zur 2lbsonderung des Perlensekrets zwingt. Eigentlich stammt die Methode zwar von den Chinesen, aber Mikimow hat sie entwickelt und durch siebzehn verschiedene Patente geschützt. Jetzt besitzt er große Perlenplanlagen, vor allen Dingen in der Heimat ltchen Ducht von Loba, und er ist durch feine Erfindungen zu einem der reich- sten Leute Japans geworden. Oie (Schlacht vor Paris. Nachdem nunmehr der letzte Band d«S _M a r n e d r a m a S" (»Die Schlacht vor Paris", Dd. 26 der Jahresreihe, Schlachten des Welt- kriegs, herausgegeben im Auftrage des Reichsarchivs, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg, 602) erschienen ist, kann es keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die Frage, ob die deutsche oder die französische Auffassung richtig ist. einwandfrei im Sinne der ersteren gellärt worden ist. Hatten die früher erschienenen vier Bände rm wesentlichen die Kampsereignisfe der deutschen 2. und des rechten Flügels der deutschen 3. Ar- mee behandelt unb gezeigt, wie dort in den Mittagstunden des 9. September ein voller Sieg herangereift war, fo bringt der jetzt erschienene letzte Band insbesondere eine volle Klärung der Lage bei Abschluß der Schlacht andenFront- a b s ch n i t t e n, die nach Ansicht der Franzosen für die deutsche Riederlage entscheidend waren, nämlich am rechten Flügel der 1. und in der Lücke zwischen der 1. und 2. Armee. Nachdem am 5. September die dem rechten deutschen Heeresflügel drohende, ungeheure Gefahr Nar zutage getreten war, hatte tatsächlich der Rordslugel der L Armee tagelang In fchwerster Krise gestanden. Aber der Oberbefehlshaber der 1. Armee und sein General- stabschef hatten der zähen Energie der Generale Gallieni und Maunoury den eisernen Willen entgegengestemmt, das Gesetz des Handelns unbedingt wieder zu gewinnen und die französischen Llmttammerungsversuche mit einer Umfassung des französischen RordflügelS zu beantworten. Mit kühnem Entschluß hatten sie die südlich der Marne stehenden Korps weggerissen und in unerhörten Gewaltmärschen nach dem entscheidenden Kampffeld am Ourcq geschoben, energisch alle irgendwie freizumachenden Kräfte aus der Etappe nach bem Rordflügel der Armee gezogen. Am Abend des 3. September war dank der hervorragenden Führung der 1. Armee auf dem rechten Flügel die Lage gesichert, am Vormittag des 9. reifte hier der deutsche Sieg. Die zur ilmfaffung angefetzte tranzöfische 6. Armee fand sich ihrerseits umfaßt, ihr Führer sah sich gezwungen, die Zurücknahme feines linken ^Flügels zu befehlen: er war in schwerer Sorge, vb seine Front dem Ansturm der Deutschen standhalten würde. So war hier ein voller deutscher Sieg errungen, und es ist eigentlich schwer verständlich, daß die Franzosen gerade die Lage des Rordflügels der Ourcqfront zur Stützung ihrer These heranziehen. Daß das Wegziehen der südlich der Marne dem britischen Expeditionskorps gegenüber- stehenden Teile der 1. Armee Schwierigkeiten zur Folge haben mußte, sobald der Gegner die sich ihm hier bietende Gelegenheit auch nur einigermaßen energisch ausnutzte, war von vornherein har gewesen. Daß diese Schwierigkeiten erst verhältnismäßig spät einfetzten, hatten die Deutschen neben dem Zögern der Engländer und des linken Flügels der 5. französischen Armee vor allem dem geschickten Verhalten ihrer Heereskavallerie zu verdanken. Immerhin brachte der 9. dem linken Flügel der 1. Armee kritische Stunden. Aber auch hier zeigte sich die Führung der Lage gewachsen. Um die Mittagsstunde war nach dem Einsatz der deutschen 5. Inf.-Division den über die Marne vorgedrungenen Engländern ein fester Riegel vorgeschoben, ja, es kann Wohl durchaus angenommen werden, daß der Abend des 9. September die Deutschen wieder im vollen Besitz des nördlichen Marneufers gesehen hätte, wenn nicht durch das tragische Eingreifen der Obersten Heeresleitung die deutschen Armeen vor der Einbringung des geernteten Sieges z u - rückgehalten worden waren. Dieses Eingreifen der O. H. L. behandelt der Leiter der Schriftfolge, Archivrat Soldan, in einem besonderen Schlußkapitel, das an daS entsprechende Kapitel im vorhergehenden Bande anschließt. Soldan lehnt es ah, den AuSgang der Marne- schlacht als Schicksal zu bezeichnen. Die Schwache der deutschen O. H. L. und die Führung der 2. Armee werden für den Ausgang der Schlacht verantwortlich gemacht. Wagen im Hessischen Landtag. Der vvllsparteiliche Abgeordnete Dr. Rie- polh hat folgende kleine Ansrage eingebracht: Auf Anregung meiner Fraktion Hal der Landtag tn seiner Sitzung vom 1. Juni 1927 beschlos. sen, daß Die kulturtechnischen Kosten auf Grund eines Tarifs zurückzuerheben seien. Obwohl dieser Tarif bisher noch nicht veröffentlicht wurde, ist in einem bekannt gewordenen Cinzelfall einer Gemeinde milgeteilt worden, daß sich die BauleiwngSgebühren infolge des erwähnten Landlagsbeschlusses um 1000 Mark erhöht hatten. Da diese Mitteilung in einer Versammlung des Landgemeindetags in Gießen unliebsames Aufsehen erregte, frage ich an: Ist die Regierung bereit, den Tarif der Bauleitungsgebühren der Kulturbauämter unverzüglich zu ve r öf f en 11 ichen? Derselbe Abgeordnete fragt ferner an: Die Inbetriebnahme des SchwelwerkeS der Grube Friedrich bei Hungen hat für die Einwohnerschaft der umliegenden Gemeinden eine außerordentliche Geruchbelästigung zur Folge gehabt. Da man befürchtet, daß sich mit Inbetriebnahme des Schwelwerkes der Hefrag in Wölfersheim diese Geruchbelästi- gung noch steigern wird, hat sich der Bevölkerung eine begreifliche Unruhe bemächtigt. Die Unruhe ist um so verständlicher, wenn, man hört, daß ein nach demselben Verfahren arbeitendes Schwelwerk in Mitteldeutschland wegen der Geruchbelästigung der Umgebung feinen Betrieb ein ft eilen mußte. Der hessische Staat, der in Bad-Rauheim und Bad-Salzhausen viele Millionen investiert hat, ist an der Beseitigung der Mißstände erheblich interessiert. Ich frage daher an: Sind der Regierung diese Zustände bekannt? Wenn ja, ist die Reaierung in der Lage zu erklären, daß durch besondere Vorkehrungen eine Geruchbelästigung durch das Werk der Hefrag mit Sicherheit ausgeschlos- s e n wird? Ist die Regierung bereit, von der Grube Friedrich zu verlangen, daß sie entweder die notwendigen Maßnahmen zur Abstellung des jetzigen Zustandes trifft, oder aber den Betrieo einstellt? Kanarien-Ausstellung in Gießen. Eine allgemeine Kanarien-AuSstel- l u n g veranstaltete der Verein Kanaria Gießen und Umgegend am Sonntag bei gutem Besuch in den Räumen des ..Postkeller". Die Ausstellung zeigte neben 164 Kanarienvögeln über 100 exotische Vogel. Letztere waren in einer eigens dafür hergestellten Voliere ausgestellt und boten mit ihren farbenprächtigen Gefiedern einen wunderbaren Anblick, weShalb sie auch als Hauptanziehungspunkt der Ausstellung galten. Rach dem Urteil der Preisrichter war die Ausstellung mit vorzüglichem Zucht- material und ganz hervorragenden Sängern beschickt, so daß es ernster Arbeit bedurfte, um auS den guten Sängern die besten herauszufin- ben. Die Preisbewertung hatte folgende- Ergebnis: A. Selbstzuchtklasse: Große goldene Medaille, 1. Ehrenpreis mit 327 Punkten Iakob Schmidt, Marburg: Kleine goldene Medaille, 2. Ehrenpreis mit 306 Punkten Kaspar Schmidt, Marburg: Große silberne Medaille, 3. Ehrenpreis mit 303 Punkten W. Kusche, Fulda, Damen- Chrenpreis, Vereinswanderpreis und Silberne Medaille mit 297 Punkten Karl HeimeS, Gießen: Silberne Medaille, 5. Ehrenpreis mit 279 Punkten W. Hachenburger II., Beienheim: Silberne Medaille, 6. Ehrenpreis mit 276 Punkten L. Rau- mann, Wehrshausen (Kr. Marburg): Goldene Medaille für bestes Hohl, Silberne Medaille für beste Knorre, Silberne Medaille und 7. Ehrenpreis mit 270 Punkten Richard Frenzel, Gießen: Silberne Medaille, 8. Ehrenpreis mit 258 Punkten Konr. Simon, Friedberg: Silberne Medaille, 9. Ehrenpreis mit 249 Punkten Hch. Schmidt, Gießen: Silberne Medaille, 10. Ehrenpreis mit 246 Punkten Phil. Müller. Grünberg: Silberne Medaille und Trostpreis mit 144 Punkten Karl Rikolai, Gießen: Silberne Medaillen Karl Hühnermunb. Gießen. 231 Punkte, Fritz Schütz. Friedberg, 228 Punkte. B. Allgemeinklasfe: Große goldene Medaille, 1. Ehrenpreis mit 312 Punkten Hch. Ruppel, Untec-WidderSheim: Große sllberne Medaille, 2. Ehrenpreis mit 309 Punkten Karl Hühnermund, Gießen: Silberne Medaille, 3. Ehrenpreis mit 285 Punkten Joseph Fischer, Altenkirchen: Silberne Medallle, 4. Ehrenpreis mit 285 Punkten Hch. Decker. Gießen: Silberne Medaille, 5. Ehrenpreis mit 270 Punkten Phil. Müller. Grünberg: Silberne Medaille. 6. Ehrenpreis mit 258 Punlten Hermann Schoß, Weilburg: Silberne Medaille, 7. Ehrenpreis mit 246 Punkten Richard Frenzel, Gießen: Silberne Medaille mit 246 Punkten Hch. Hofmann L, LangSdors. Der Vogelschau angegliedert war auch eine Ausstellung von Dogelfuttersaaten, Käfigen, iltenfllien und Artikeln zur Vogelzucht und -pflege der Gießener Firmen: Samenhandlung Heinrich Hahn, OberhessischeS SamenhauS (Will). Hefemann) und Karl Hühnermund. Die Firma Hch. Hahn errang eine goldene Medaille, die Firma Wild. Hefemann eine silberne Medaille und K. Hühnermund ein Diplom. Oberhefsen. Landkreis Gietzen. OO Klein-Linden, 11. Dez. Heute feiern der Gastwirt Philipp Jung XV. und seine Ehe- frau ihr 4 0j ä h r i g e s G e s ch ä f t s j u b i l ä u m als Inhaber der Gastwirtschaft „Zur Burg". Der Gesanaverein .Harmonie" besten Mitbegründer Gastwirt Jung ist. und die Burschenvereinigung „Bur- gundia" haben seit vierzig Jahren ihr Stammlokal in der Wirtschaft, gewiß ein seltenes Zeichen gegenseitiger Anhänglichkeit und ein ehrendes Zeugnis für die Eheleute Jung. —Klein-Linden, 10. Dez. Gestern nacht wurde in ber Frankfurter Straße der 18 Jahre alte August Volkert von einem Auto überfaßten und zur Seite aefchteubert. wo er bewußtlos liegen bliea. Seine Kameraden fanden ihn und trugen ihn nach Haufe, wo der Arzt einen Schlüsselbeinbruch feststellte. Das Unglück geschah bei starkem Rebel. Der Kraftwagen enttarn unerkannt. h. Daubringen. 9. *S>ex. Heute nachmittag fand im schön geschmückten Saale von Gastwirt Emil Schäfer dahier die Feier der Sechziger aus de-m Kirchspiel Kirchberg statt. Aus Veranlassung von Rechner Schwalm (Lollar), der sich um das Zustandekommen verdient machte, traten einige Altersgenossen aus den Kirchspielsgemeinden zusammen, um eine schlichte Wieder- sehensfeier zu organisieren. Don den im Jahre 1882 in Kirchberg Konfirmierten 48 hatten sich 22 eingefunden, auch von Gießen. Der Tod hatte Lücken gerissen, einige waren leider durch Trauer oder Krankheit verhindert. Aber auch die zu- gezogenen und schon längst im Kirchspiel seßhaft gewordenen 60er hatten eS sich nicht nehmen lassen, der Feier bcizuwohnen, so daß ungefähr 65 Personen den Saal füllten. Am Vormittag hatten die Feiernden Kirchgang gehalten. Am Rachmittag vereinigten sie sich nach einer photographischen Aufnahme am Kaffeetisch, den die Frauen der Daubringer Altersgenossen mit großem Geschmack geschmückt hatten. Fleischbeschauer Kuhl (Staufenberg) begrüßte die Erschienenen, Dekan G u ß m a n n, auch ein 60er, gedachte in längeren Ausführungen der Bedeutung und des Zweckes der Zusammenkunft, Frau K a l e t s ch (Lollar) trug ein ernstes, s elbstverfertigteS Gedicht vor. Beim Austausch der Erinnerung aus längst vergangenen Jugendtagen, beim Singen von Volks- und Heimatliedern verflogen allzu- schnell die Stunden. Aber es war schön. U Rodheim a. d. Horloff. 10. Dez. In einer gut besuchten Versammlung sprach Dr. Günther vom Landtoir.fchafttamt Äidda, dem unser Dors feit kurzem zugeteilt ist, über Sortenwahl. Den recht aufschlußreichen klaren Darlegungen des Vortragenden folgte eine rege Aussprache. Mit Dankeswor en an Dr. Günther schloß der Bürgermeister die Versammlung. — linier Pfarrer hatte die Gemeinde zu einem Lichtbilderabend eingelaben. Dor vollbesetztem Saale geigte er Bilder von deutschen Soldatengräbern tn fremder Erde. Er führte die Zuhörer im Bild zunächst nach dem westlichen, dann nach dem russischen und dem rumänischen Kriegsschauplatz. Mit dec Mahnung an die Jugend, der treuen Toten zu gedenken, und mit dem Wunsche, daß die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Völkern einmal crushören ten, schloß der Vortragende den Abend. Kreis Friedberg. ! Gambach. 10. Dep Bei der am Samstag in der hiesigen Gemarkung abg.hallcn.m Feldtreibjagd wurden von etwa 50 Schützen L2 Hasen, eine Wildente und ein Sperber zur Strecke gebracht. KrciS Schotten. § Ulrichstein, 10. Dez. Der von den beiden Männergesangvereinen Ulrichstein und Bobenhausen unter der Leitung ihrer Dirigenten Wilhelm D a u p e r t und 2eß* ter Müller (Kölzenhain) am Samstag gemeinsam veranstalteten Schubert-Abend kann als durchaus wohlgelungen bezeichnet werden. Der Abend zerfiel in zwei Teile: im ersten kamen lediglich Werke Schuberts zu Gehör, im zweiten nur solche anderer Meister. Man muß es den Vereinen lassen, daß sie mit großem Eifer um die Palme rangen, und es fällt schwer, sie einem von ihnen mit Bestimmtheit ^uzuerken- nen. Unter den Schubertliedern stellten wohk „Am Brunnen vor dem Tore" und ..Die Rächt" Höhepunkte dar. Es war ein seltener Genuß, die guten, trefflich durchgebildeten Männerstimmen zu Horen. Auch das Orchester. daS bei bet Wiedergabe Schubertscher Schöpfungen das gewohnte sichere Zusammenspiel zeigte, stand durchaus auf der Höhe. Lehrer Müller würdigte in einem Vortrag Schuberts Bedeutung in knappen, scharf umrittenen Ausführungen. Der Besuch des Abends dürfte die veranstaltenden Vereine vollauf befriedigt haben. Lebhaft zu wünschen wäre, daß sie auch künftig noch manche- Mak die Gelegenheit zu solchen gemeinschaftlichen Veranstaltungen ergreifen möchten. — Zu "Beginn des Monats wurde der Vorsteher der GerichtS- schreiberei am hiesigen Amtsgericht, Justizober« Inspektor Georg Brücher, von hier nach Darmstadt versetzt. Man sieht den pflichttreuen Beamten, der nahezu 18 Jahre hier gestanden hat und sich allseitiger Beliebtheit erfreute, nur ungern scheiden. Kreis Alsfeld. Os* AlSfeld. 10. Dez. Dieser Tage veranstaltete die hiesige Dürergesellfchaft im Physiksaal der Oberrealschule ihren bntten Win« tervorlrag, zu dem Professor Dr. Max Ding« l e r (Gießen) gewonnen worden war. Dieser sprach über „(Sine Sommerfahrt nach Nordamerika zum Entomologen« Kongreß". Der Vortragende verstand eS, eine überaus fesselnde Darstellung von der hohen wissenschaftlichen Bedeutung der I n - ektenkunde uivb deren hohen Wert ür die Volkswirtschaft zu geben. Er wies nSbesandere darauf hin, wie das DolkSvermdgetz durch schädliche, in Massen auftretende Infekten, tote z. D. Rönne, Kiefernspanner, Reblaus, erheblich t>erminb?rt werden kann. Die Kleidermo.te allein richte jährlich einen Schaden von 200 bis 300 Millionen Mk. an. Die toirffame Bekämpfung dieser Schädlinge rechtfertige die hohe Bedeutung der angewandten Insektenkunde. Er gab sodann eine sehr interessante Schilderung des vierten 6ntomologen-Äongreffe$, der in Ithaka, 400 Kilometer nördlich von Reuyork, stattfand, und an welchem 650 Entomologen teilnaßmen. Die Eröffnungsfeier brachte nicht weniger als 32 verschiedene Rationalsprachen zu Gehör. Der Vortrag wurde wesentlich belebt durch eine Reihe ganz ausgezeichneter Lichtbilder, die eigene Ausnahmen des Forschers sind. Die Zuhörer dankten herzlichst für den lehrreichen und interessanten Vortrag. — Die am Freitagabend im großen Saale des Deutschen Hauses abgehaltene staatsbürgerliche Tagttng der Reichszentrale für Hei m a t di e n st, Landesabteilung Hessen, erfreute sich auch diesmal wieder regen Interesses, wie aus dem guten Besuch der Veranstaltung hervorging. Die Vorträge behandelten wieder zeitgemäße, wirtschaftliche Probleme und sanden bei den Zuhörern gespannteste Aufmerksamkeit. Es muß anerkannt to.rden. daß sich alle Redner befleißigten, objektiv und frei von Partei- rückfichten zu bleiben. — Am Samstagabend veranstaltete der unter Leitung von Pfarrer Hechler stehende Volkskindergarten in der Turnhalle einen musikalischen Abend« dessen Ertrag dem Volkskindergarten zufloß. Sämtliche Mitwirkende zeugten in ihren Darbietungen von einem hohen und teilweise sogar direkt künstlerische Können, was insbesondere für die von Frau Trude Salomon (Frankfurt) mit ihrer gut geschulten und klangreinen Stimm« Lach« Naja«»! Roman von J. Schneider-Foerstl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 18 Fortsetzung. Nachdruck verboten Aus bet Slime deS DanlierS stand eine gefährliche Ader. .Was wolltest du bei der Kammer- fängcrln?“ .Sie beglückwünschen zu ihrem (ebenSwahren Spiel. — Sonst nichts." Etwas im Tone deS Sohnes ließ den alten Baron aufhorchen. .Erzher og Eh i.toph wird sie sehr wahrscheinlich zu seiner Frau machen!" .Ich habe keinen Grund, ihn zu beneiden," sagte Joachim kühl. .Frauen b efer Art iinb nicht nach meinem Geschmack! Eie tragen Zigeunergcmisch im Blute!" »Joachim!" Ein Stattst. der eben über den Gang lief, sah erstaunt, wie der Bankier den jungen Baron unsanft am Arme schüt eite. .Drücke dich deutscher auS, mein Junge!" tarn es drohend. .Gewiß. Vater! — Ich habe keine Lust, mein Weib mit anderen zu teilen. Der Erzherzog wird eS ohne Zweifel tun müs en." .Du wirst —" Weiter kam der Bankier in feiner Rede nicht mehr, denn Frau Margot schritt an Marias Seite rasch auf sie zu. .Ich habe mich geforgt, Achim," erklärte sie abbittend. .Ist dir nun wieder besser?" Sie hing sich an seinen Arm und sah verängstigt in fein fahles Gesicht. Er drückte ihre Hand gegen feine Brust und streich.Ite sie. .In drei Wochen! — Hab noch solange Geduld mit mir. Maria." Einer der Knöpfe ihres brokatenen Schuhes hatte sich gelockert. Er kniete nieder und drückte ihn wieder fest in die Oesen. Ties über ihren kleinen Fuß geneigt, preßte er seinen Mund auf die goldourchwickte Seide. „So toi l ich dir dienen, Maria, bis an das Ende meines Lebens." „ Liebster!" Sie umspannte fein Gesicht und hob es zu sich auf, sah, wie verzerrt es war und riß ihn erschrocken hoch. .Was verbirgst du mir?“ Warum bist du nicht ehrlich zu mir, Joachim?' Das K ingeln. welches lan^g zogen d irch das Haus tonte, enthob ihn e ner Antwort. Ohne ihn eines Blickes zu würdigen, sah der Vater ihn in die Loge treten. Der Blick der Baronin gil t angstvcl. über feine schlank g to-rbenen «Jörn en. War er nicht glücklich? Hatte e: fei i Vertrauen mehr zu seiner Mutter, daß er nicht kam und klagte, was ih.n fehlte? — Hacke Maria Richte ho.ens Liete ihn so rasch enttäuscht? Hinter ihr sitzend, starrte Joachim auf die Porten, welche der Bat r ihr feinergeschenkt hatte. Er bJrte nichts von dec Musik, hatte keinen Blick für das. was auf der Bühne vorging. Wie hypnotisiert hingen eine Augen an den matte schimmernden Ä igeln. .Zu Hilfe. Silvio!“ zitterte Isabella JeskaS Stimme durch daS Haus. Er fuhr auf. glitt wieder zurück und legte die Stirne gegen die Lehne am Stihl der Baronin. Sie fühlte seinen heißen Atem über sich h n- streichen und wandte sich halb nach ihm zurück. Sein Gesicht sentt? sich tiefer und verzog sich in verzweislungsvo 1 schneidendem Schmerze. „Arme, betrogene Mutter! — Die Perlen des Gatten waren Talmi, — wie seine Liebe!" Um die Tränen zurückzudrän^en. biß er die Zähne in sein Taschentuch. Gteich einem Rächt- Wandler stieg er wenige Minuten später an der Seite der Braut die Treppe hinab zum Wagen. Große schwarze Lettern kündeten tn allen Zeitungen den Fall daS Hauses Het'ln^en. In allen Theatern, in jedem Kaffeehaus, in jeder Bar wurde er besprochen. Am Raschmarkt erzähl.en es die Weiber an den St'irden, und die Drcschtenlührer wußten endlose Komn.en.are darüber zu berichten. Riemand in ganz Wien hatte mit dieser Möglichkeit geregnet. Tausend Gerüchte durchschwirr- fen die Stadt. »Schlecht f xMbrt! — Die Tamer Bahn! — In die Millionen gehende Wechsel- säl djungen. — See zwe te Dir ktor war mit dem Reste in die Schweiz geflüchtet. — Am Kai unten hatte man den alten g treuen Werner, die rechte Hand des Hauses H t ing n. als Leiche im Was er schwimmend au'ge und.n. Den alten Baron hatte int Bureau ein Gehim- fchlag getroffen, der sein Ableben stündlich befürchten ließ. Die Sensationen häuften sich Leopold Atchthosen stand über seine Schwester geneigt, die von einem Weinkrampf geschüttelt, auf der Ottomane ihres Zimmers lag. Er ftrei- chelle ihr verwirrtes Blondhaar zurück, und tätschelte beruhigend ihre Wangen. »Mizzerl, kannst dich denn gar fnet fassen? Willst net nausfahrn zu ihm und ihm vin liebes Wort fagn und ein bifferl einen Trost bringen? Er wird S brauchen können, der Joachim! Wann das Unglück über Rächt so über einen herfallt, verschlagt's einem den ganzen Verstand." Ihre Hände blieben zitternd unter der roten Seiden decke versteckt. Zwischen den zusammen - geballten Fingern raschelte ein Blatt, ilnauf- hörlich schüttelte das Weinen ihren schlanken, frostdurchschauerten Körper. »Soll ich nauSfahm und svogn, wie'S tßm geht? Sag, Mizzerl!" erbot sich Richthofen. Sie schüttelle den Kopf, bann schleuderte sie mit einem Ruck die Decke zu Boden und stand mit beiden Füßen auf dem geblumten Teppich. »Ich fahre selber und frage ißn, wieviel er braucht — beim um mich — um mich selber war eS ihm ja gar nicht zu tun! — Rur um mein Geld!" Kindl!" Richthofen verschlug es die Sprache. ,Mizzerl," warnte er, als sie wie eine völlig Unzurechnungsfähige bn Zimmer auf und ab zu rennen begann, und zwischenhinein lachte, daß es ihm in die Seele schnitt. „Das tätft ihm zutrauen? — DaS? — Das hätt ich nie glaubt von dir, baß b* so schlecht von ihm denkst.^ Dicht vor ihm blleb sie stehen und sah ihm zornig inS Gesicht. „Du! — Don dir habe ich auch nicht erwartet, daß du deine einzige Schwester verkaufst! Daß dir der Freund mehr gilt als ich! — Denn verkauft hast du mich an ihn! — Jawohl, verkauft!" Heber das sonst so gütige Gesicht Richthosens zog jäh aufsteigender Zorn. .Ich geh jetzt besser! Wann sich wieder vernünftig mit dir reden laßt kannst nach mir schickn. Ietzt ist keine Zett dazu! An der Türe hotte sie ihn ein. .Lies bair Er streckte die Hand nach dem Aerfnülltert Blatt, daS ihre Finger ihm entgegeiwielten Er mußte es erst etwas glätten, eße er die Buchstaben zu entziffern vemwchte: Gnädiges Fräulein! Baron Hettingens Werben um Sie geschah aus den selbstsüchtigsten Motiven. Es war lediglich eine Spekulation auf Ihr Vermögen, um die Firma Hettinaen vor dem Bankrott zu bewahren. Daß die Katastrophe so unerwartet eintreten könnte, zogen weder er noch sein Vater in Erwägung. Fragen Sie Ihren Verlobten auf Ehrenwort, utzd Sie werben bie Lichckgkett meiner Angabe bestätigt finden. Ein Freund. ,Gin netter Freund. daS!" Richthosen ballt« das Blatt in dcr HandftLche zusammcn. Mizzer^ verbrenn den Wisch! Er bringt dir bloß Unglück! „3a — Unglück! — Denn, wenn das wahr toärt, Poldi, wenn er mir das wirklich angciait hätte!" Ein unheimliches Flackern stand tn t-jren Augen. „Sag mir auf Ehrenwort: Hast du darum gewußt?^ Er hielt ruhig ihren Blick auS. .Rcin! Dwiß nett Wann ich eine Ahnung davon ghabt hätt, hätt ich zu ihm gsagt: Rimm von meinem Geld, was d' brauchst, und daS ander laß aus'rn Spiel. — Aber iS ja eh net wahr, waS dir der Äet^ da — der gute Fr-und — gschriebn hat. — Ich kenn ihn doch, den Joachim! — Unb du, du mußt es doch auch gfühlt habn, tote gern et dich hat!" . Sie wurde ruhiger und begann, bie Hände gegen die Schläfen gedrückt. Im Zimmer hin und per zu geben. Ab und zu blieb sie stehen, tote um tn sich hineinzuborchen. schüttelte den Kopf und setzte ihre Wanderung wieder fort Die Erregung war noch immer fürchterlich in ihr, aber sie flaute doch etwas ab und machte einem ruhigen Erwägen und Überlegen Platz (Fortsetzung folgt) 3 St i n 31 n b a d), 10. Dez. Bei Reparaturarbeiten i dem Wohnhause des Schmiedcmeisters Ernst an dem M interkur tür S924e> lFi‘ kV Praktisches Weihnachtsgeschenk Nervenkranke u. Nervös- Erschöpfte. Spezlalkaranstalt Holbeim Im Tannns bei Frankf.a.M. — Prospekte durch Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt. rVundervoAes Aaav durch Sabol-Spezial'Shampoon für blonde» und dunkle» Haar 10202V MAGGI5 Würze, MAGGI5 Suppen in Würfeln, MAGGI5 Fleischbrühwürfel ä I I b»l Rheuma, JsHlaS, tzexenschutz, ift IflffT Nerven- «. LckaltungSschmerzen. I IBIH » ÄatmcUtcrgciftQlmol (ft In oder. MoraauoaaBB'anBa Olpothcfcn u. Dtogcrkn erhältlich. vvrgetragknen Medern von Schubert. DrahmS, Hugo Wolf gilt Student Paul Zoll bewies mit der von itzm zu Gehör gebrachten un'arischen Rhapsodie Ole. 14 von Liszt, dah er über eine ausgezeichnete Technik verfügt. Rernhold P loch spielte das A-Dur-Konzert für Dioftne und Klavier von Mozart mit warmer Empfindung. Zn Anbetracht des guten Zweckes der Veranstaltung wäre dieser noch ein besserer Besuch zu wünschen gewesen. — Der Kanarienzuchtverein für Alsseldund Umgebung veranstaltete am Sonnlag in der Gastwirtschaft ,Zum Darmstädter Haus" dahier zum ersten Male eine Vogelschau. Me gut beschickt war. Es waren teil- weise sehr schöne Tiere in den verschiedenen Spielarten vertreten. Auch eine Anzahl Papageien wurden aus der Ausstellung gezeigt. Man konnte feststellen, dah das Interesse an dieser Vogel- liebhabcrei in weiten Kreisen der Bevölkerung Eingang gesunden hat. — Die Pflanzenschuhstelle Alsfeld veranstaltete in den lchten vierzehn Tagen einen Vortragsturnus, in dessen D.rlauf ausklärende Ausführungen über den Aufbau des deutschen amtlichen Pslanzen- schuhdienstes und dessen Tätigkeitsgebiete gemocht wurden und alsdann in einem zweiten Teil die je nach den örtlichen Verhältnissen wichtigsten Pflanzenschädlinge und -krankheiten be- handelt wurden. Es steht zu hoffen, dah die bei dieser Gelegenheit gegebenen Anregungen allseits auf fruchtbaren Boden gefallen sind. preutzen. Kreis Wetzlar. tert Gemeinden nach der Schülerzadl aufgebracht werden. Die Einnch ung wird versuchsweise zunächst für das lau.ende Winle Halbjahr ge rv fen. Die Gemeinde Oberkleen will versuchen, ohne Rücksicht aus die Schülerzahl, für sich eine eigene Fortbildungsschule einzarich en. Rheinhessen. WSR. Mainz, 10. Dez. Die Städ'ische Pressestelle teilt mit, dah sich die Derun- treuungen des Kassierers Kloh nach den bisherigen Feststellungen aus rund 12 000 Mark belaufen. Alle wei e en Dehaup- tungen sind Vermutungen, für die bisher Unterlagen fehlen. WER. Oppenheim. 10. Dez. In der Sta- tionskasse Oppenheim wurde eia Fehlbetrag von 9000 bis 10 000 Mark entdeckt. Der mit der Kassensührung beauftragte Dahnlnspektvr wurde vorläufig seines Dienstes en hoben. Die Staatsaiw l schuft Mainz ist mit den Feststellungen beschäsftgt. Geslößel- und Kaninchenzucht-Ausstellung. -o- Grohen-Linden. 9. Dez. Am Samstag wurde in der Turnhalle die 2. Allgemeine Ausstellung des hiesigen Geflügel- und Ka n i n ch e n z u ch t vere i ns „Volks wo hl" durch Al bü.germeier Leun, der d.n Eh.enschiuh der Veranstaltung übernommen hatte eröffnet. 3n seiner Ansprache begrüßte er den Eh.enaut schuh und zahlreiche Gäste, gab einen ileberblicf über di-e erfolgreiche Entwicklung des rüh.igen Vereins und baute der Leitung für die erneute großzügige Anregung der zück) erischen Bestrebungen: dabei hob er her- harvor, dah neben der Freude des Auges an Formen und Farben auch der wirftchaf liche Ertrag der Kleinviehhaltung seine Stelle behalten müsse. Am Eonntagnachmittag hi"lt Lehrer Georg Schiefer st ein von Det.e..hausen im Saale von Philipp Schaum IV. einen mit lebhaftem 3n'.eresfe ausgenommenen Vortrag, in dam er aus langjähriger, eigener Erfahrung einen Heber- blick über die ideelle und finanzielle Seite der Geflügelzucht gab: im ein,el ien behandelte er die Forderungen an den Geflügelstall und an die Marktfähigkeit der Eier, die Züchtung nach Rasse und Leistung, das Brutgeschäft und die Kücken- auszuch'., die Fütterung und die Hnge^ieferbe* kämpsung, die Ro'.wendigkeft einer geregelten Buchführung und schliehlich den Ruhen einer guten Fachzeitschrift. 3m Lause der beiden Tage wurde die Ausstellung scyr gut besuch. 3m Ueberblicf ergibt sich folgendes Bild: Don rund 300 Rummern Hühner trugen 94 die Werbung Sehr gut (41 davon mit Ehrenpreisen), reichlich ein Drittel war Gut, rund ein Vier et Befriedigend und 18 genügten den Anforderungen nich'. Unter den 78 Rummern Tauben e. hielten 23 Sehr gut (9 davon mit Ehrenpreisen), die Hälfte war Gut, ein Reu.itel befriedig e und 8 blieben zur-ück. Don fifber, Henne, Ä. PhMpp (Steinberg. — Deutsch« Zwerge, schwarz, Henne, Ernst Schäfer (Steinberg), m. E. — Deutsche Zwerge, rebhuhnfarbig, Henne, Walter Weigand (Grohen-Linden), m. E. — Pekingenten, Ente, Frau Spruck (Grohen-Linden), m.E. — Stämme. Italiener, schwarz, Hahn mit zwei Hennen, G. Steul (Dettenhausen), mit Ehrenpreis. Tauben. Koburger Lerchen, Täuber, Friedr. Althenn (Hochelheim). — Hessische Kröpfer, weih, Täuber, 3L Kaiser (Lang-Gönv), Heinrich Wagner (Lang-Göns): Taube, R. Kaiser (Lang Göns), m. E. — Hessische Kröpfer, fohl, ohne Binden, Täuber, Hch. Wagner (Lang-Göns), A. Kowalzick (Gießen); Taube, Hch. Wagner (Lang-Göns), m. E. — Hessische Kröpfer, schwarz, Tauber, Heinrich Wagner (Lang-Göns), m. E. — Hessische Kröpfer, blau mit Binden, Täuber, W. Schmidt (Lang-Göns), m.E., Heinrich Wagner (Lang-Göns) m. E.: Täuber, W. Schmidt (Lang-Göns) m. E. — Hessische Kröpfer, Tiger, Taube, Heinr. Wagner (Lang-Göns) m. E.— Aitd. Kröpfer, blau, Taube, Hch. Krahl (Grohen- Linden), m. E. — Strigerkröpfer, rot, Täuber, Karl Gerlach (Bersrod). — Brünner Kröpfer, weih, Taube, Wilhelm Größer (Grohen-Linden), m. E. — Engl. Perücken-Tauben, Taube, rota., K. Pitz (Laubach), m. E. — Elster-Tümmler, schwarz, Täuber, W. Sommerlad (Grohen-Linden), m. E. — Schön- heitsbrieftauben, weih, Taube, B. Steinhäuser (Butzbach). Kaninchen. Blaue Wiener, 0,1, H. Bauer (Butzbach), einen 1. Preis: 0,1, einen Ehrenpreis. — Franz. Riesensilber, 0,1, Karl Bingel (Bad-Rau- heim, 1. Preis. — Silber, braun, 1,0, Phil. Zimmermann (Grohen-Linden), 1. Preis; 0,1, derselbe, einen Ehrenpreis. — Silber, grau-mittcl, 0,1, Konrad Artz (Grohen-Linden), einen Ehrenpreis. — Schwarz-Loh, 1,0, Otto Rau, (Grohen-Linden), einen Ehrenpreis. — Chinchilla, klein, 1,0, Iohs. Berghöfer (Ernsthausen), einen Ehrenpreis. Hermelin, 1,0, Peter Pfeffer (Bad-Rauheim), einen 1. Preis; 0,1, derselbe, einen Ehrenpreis. Pfaff von hier ist der Maurermeister Ludwig Hofmann Hierselbst tödlich verunglückt. Riederkleen, 10. Dez. Das Amtsgericht in Wetzlar haft im 3ahre 1929 für Die Gemeinden Rirderlleen, Oberkleen, Ebers- göns, Dornholzhausen, Hoch.lheim und Hörns- eim in der hiesigen Gemeinde folgende G e - ri cf)t6 tage ab: 21.3anuir, 18. Mä-z, 17.3uni, 30. September und 18. Rovernber. Gerich slokal ist die Gastwirtschaft Ohly. — 3n den Gemeinden Riederkleen, Ebersgöns, Oberkleen und Dorrholzhaufen sollte in diesem Winterhalbjahr Fort- blldungsschulunterricht richt abgehalten werden, w II die Schülerzahl eine zu geringe war. Dies kommt daher, da; sich aus jeder der genannten Gemeinde eine Anzahl For bildungsschulpflichtiger außerhalb, z. B. in Butzbach und Wetzlar, in der gewerblichen Lehre befindet, dort gewerbliche Berufsschulen besuchen und daher in ihren Wofinor.gemei.iden vom Besuche der ländlichen Fortbildungsschule befrei, sind. Dieser Tage fand nun hier eine Besprechung mit den Mitgliedern der Amtsversammlung der beteiligten Gemeinden statt, In der diese sich — mit Ausnahme der Vertreter von Oberllren — damit einverstanden erklärten, dah der Fortbildungsschulunterricht für die genannten Gemeinden gemeinsam in Ri.derfteen erteilt wird. Die Erteilung des Unterrichts erfolgt durch Lehrer Q uen- zer von hier. Die Kosten sollen von den beteilig- 43 Kanin chen brachte es eht Drittel zu einem !., 2. oder Ehrenpreis, ein Drittel erhielt den 3. Preis, und ein Drittel schied aus. Der Liebhaberpreis für säm liche verkäufliche Tiere summierte sich auf rund 21 000 Mark. Rachstehend geben wir einen Auszug aui der Wertungsliste soweit den einzelnen Ausstellern für ihre Tiere „Sehr gut 1“ und die gleiche Rote „mU Ehrenpreis" zuerkcnnt werden konn'e. Hühner. Orpington, gelb, Henne, Frau Spruck (Grohen-Linden). — Wyandottes, weih, Henne, Norbert Grünevaum (Lang-Göns), mit Ehrenpreis (m. E.). — Wyandottes, rebhuhnfarbig, Henne, Karl Lotz (Klein-Linden), m. E. — Wyandottes, schwarz, Hahn, Georg Müller (Bettenhausen), m. E. — Wyandottes, gestreift, Henne, Phil'pp Schäfer (Bingenheim). — Reichshühner, schwarz • weiß, Henne, Heinr. Ruhl (Garventeich), m.E. — Rhode- lönder, Hahn, W. Melchior (Grohen-Buseck), m. E.; Henne, Joh. Leun VHI. (Grohen-Linden), m. E.: Hahn, Wilhelm Hofmann (Lollar). — Minorka, schwarz, Henne, Karl Heuser IX. (Steinberg), m. E.; Hahn, Frau Spruck (Grohen-Linden), in. E. — Rheinländer, schwarz, Hahn, Hch. Schaum (Hochelheim), m. E., Hans George (Grohen-Linden), m. E.: Henne, Karl Heh IV. (Grohen-Linden), m. E., Georg Schrader (Leihgestern), m. E., Hch. Schaum (Hochelheim), m. E., zweimal. — Dominikaner, Hohn, A. Rompf (Lang-Göns), mit Ehrenpreis: Henne, A. Rompf (Lang-Göns), m. E. — Barnevelder, doppelgr., Hahn, Fr. Althenn (Hochelheim): Henne, I. Leun VIII. (Grohen-Linden), m. E. — Holländische Weihhauben, Henne, Anton Wenzel (Hochelheim). — Italiener, rebhuhnsarbig, Hahn, W. Ester, Po- llzei-Oberleulnant (Butzbach) m.E.: Henne, W. Frey (Lang-Göns), m.E. — Italiener, sllberhalsig, Hahn, L. Hofmann (Lollar). — Italiener, schwarz, Hahn, Gg. Steul (Dettenhausen) M.E., Henne, W. Müller V. (Lang-Göns), m. E. — Italiener, gelb, Hahn, W. Walter (Grohen-Linden), m. E., Henne, August Lenz (Klein-Linden), m. E. — Hamburger Schwarz- lack, Hahn, L. Frank (Lollar), m.E., W. Sommer- lad (Grohen-Linden), m.E.; Henne, E. Schäfer (Muschenheim). — Leghorn, weih, Hahn, Karl Schupp (Grotzen-Linden), Wilhelmsche Geflügelfarm (Hof Strauch bei Dornholzhausen, Kreis Wetzlar), m. E.; Henne, Wilhelmsche Geflügelfarm (Hof Strauch). — Andalusier, blau, Hahn, Hch. Schmidt (Hörnsheim). Zwerghühner. Langschan - Zwerge, Hahn, W. Henrich (Lang-Göns), m.E. — Wyandottes, weih, Hahn, Otto Hetz (Lana-Göns), m.E. — Wyandottes, schwarz, Hahn, K. Lotz (Klein-Linden), m.E.: Henne, A. Linker (Lollar). — Engl. Zwerg- kämpfer, ratsch., Hahn, Friedrich Götzmann (Bad- Nauheim), m.E. — Zwergkämpfer, birkenfarbig, Henne, Karl Philipp IV. (Steinberg), m. E. — Antwerpener Bartzwerge, weih, Hahn, Johs. Dietz, (Grohen-Linden). — Antwerpener Bartzwerge, schwarz, Henne, 3. Dietz (Grohen-Linden), m.E. — Porzellanfarbige Zwerge, Hahn, A. Beppler (Lang- Göns), m.E.: Henne, K. Müller (Lang-Göns), m.E. — Bantam, schwarz, Henne, H. Schmandt (Steinber) m. E.; H. Högy (Laubach) mit Ehrenpreis. — Sebright Bantam, gold, Henne, Jakob Schlier (Lollar), m.E. — SebrightBantam, Die Geburt eines Sohnes zeigen an Rechtsanwalt Dr. Aaron und Frau Litt geb. Bamberger Gießen, den 7. Dezember 1928 08657 B Suchen Sie passende Geschenke für den Weihnachtstisch? Sie finden größte Auswahl geschmackvoller Neuheiten in dem ersten und größten Haus für Geschenke JUL. BACH GIESSEN Seltersweg, Ecke Plockstraße Besichtigung ohne jeden Kaufzwang erbeten Telephon 1462 Glas | Porzellan | Kunstgewerbe Warm gefütt., elegante Form, bequemer Sitz, in schwarz, braun und Lack, der Winterschuh der praktischen Dame MC 381 Der Verkauf in 2 Stockwerken ermöglicht Ihnen eine ungestörte Wahl, gibt Ihnen Ueberblick u. spart Zeit Lichtwoche! Freilose! Cafe Ernst Ludwig Mittwoch, den 12. Dezember, abends 8 Uhr Verstärkte Kapelle! Bis 4 Uhr geöffnet! 1U846D Ifice-Frauenverein vom Rolen Kreuz Hausbeamtinnen-Ehrung für 20jährige Dienstzeit in einem Hause kapelle 108580 BeDöeSte Export- und Pilsener Biere KW3A M ittwoch, 12. Dez. Tanz-Abend / GummistoHeN f Hygienische Artikel \ sämtliche Gummif ar en V Drogerie WinlorboIfJ \ Krcuxplaa 10 1 nyjleoe X Anmeldungen werden bis zum 31. 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Dezu Stadttheater, 20-22*/* Uhr: „Der Prozeß Mary Dugan“ Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Alt-Heidelberg4' Mittwoch, den 12. Dez.: Plockstrahe, 12—1 Uhr: Promenadekonzert des 1. Ball., Inf -Rgt 15, Leitung: Herr Obermusikmeister Löber Stadttheater, 19*/,-22 Uhr: „Fatme“ (einmal. S>erngastspiel) chtspielhausi „Alt-Heidelberg“ Neue Aula, 20 Uhr: Dr.C. J. Luther, München: „Schnee, Ski, Paddel“, Lichtbildervortrag über Schneelauf und Flußwandern Tanz und Sonderkonzerte mit verstärkten Kapellen in den bekannten Cates Donnerstag, 13. Dez.: Stadtkirche: Weihnachtsfeier (Orgelkonzert), Madrigalchor Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: Poln. Wirtschaft volles Geschenk aus diesen Stücken ö* i-Mel Ein Lichtbilder-Vortrag über Schneelauf und Flußwandern GroBe Aula, Mittwoch, 12. Dezember, abends 8 üßr Der Vortrag ist für jeden Naturfreund und Pboto- liebhaber bestimmt Eintritt: 1 RM. Schüler, Studenten, Militär, Schutzpolizei 50 Pf. 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Luther, München 2lm morgigen Mittwoch spricht der Q^raf er. ein geborener Gießener, auf Einladung tes Slillubs Gieße.1 hiec in der Aula der Hniberfität über „u.Lauf unö Paddeln". 3m Hinblick auf diesen Dor ragSa end Dur ten die nach^.ehenDen fcs elnden Zei'en bei allen S.ireun^en besonderem 3n.ere.se begegnen. D. Red. Das ech'.e schöne Skiläuserleben, das „zünftige" wie die Schwaben sich ausdrücken, spielt sich vor allem im Bereich der Slihütte ab. Drinnen am Kaminfeuer, im Skistall und im Wald um die Hütte. Bor etwa 40 3ahen erhielten wir aus Äordland den Ski. Doch all seine Köstlichkeit wurde unL erst mit der Slihütte gegeben, die um 1906 anfing, ihre ersten Ableger von Norwegen her bei und zu pflanzen. Was wäre der Skilauf ohne die Skchütte? Die Zeiten ohne Skchütte habe ich noch milerlebt. Kümmerlich gegen Wind, Kälte und Schneefall geschützt, sahen wir damals an die Außenwände verichlossener Almhütlen gelehnt, mußten gar ein- brechrn, wenn das Wetler zu toll wurde, oder aber mit wenigen ungemütlichen Räumen überfüllter Derggasthäuser vorliebnehmen. Lind ©'.unten zu früh, zu früh für den noch sonnig gewordenen Rachenittag, muhten wir aufbrechen zur Talfahrt. _ . Run ist alle- anders geworden. Die köstlichen Stimmungen des nordischen Hüttenlebens im verschneiten Wald und hoch über den Tälern sind auch uns Ereignis geworden, das nicht mehr wie ein unerfüllbares Märchen in unserem Leben steht. Zwischen Rordmarken und gewissen Gehre.en im bayerischen Hochland und im Schwarzwald ist im Bereiche des Skihüttenlebens kaum noch ein Llnterschied. Rur etwas weniger ver- alloholisiert bürsten unsere Hütten sein. Was den Alltag betrifft Wenn besonderes zu feiern ist, Weihnachten, Reujahr, oder ein aus die Hütte verlegtes Festchen, gehen wir auch dort oben einem guten Tropfen nicht ganz aus dem Wege. 3a. Ball und Lanz habe ich erlebt in klobigen Balkenräumen, zwischen Pfosten, an denen kurz zuvor noch das Almvieh gebunden war, und das war der schlechteste Fasching nicht, der uns zur Kurzweil wurde. Doch das sind Ausnahmen für hohe Zeiten. Sonst ist die Skihütte eine stille Burg gewollter Zurückgezogenheit, fern vom Alltag, meist viele Bahnstunden entfernt und auch noch Stunden über der letzten Bahnstation. Etwas Mühsal muh immer vorausgesetzt sein und überwunden werden. 3ch ferme Skihütten, die der Bequemlichkeit halber in nächster Rähe der Alltäglichkeit gerückt wurden, und Die taugen alle nichts. Wohl kann eS In solchen Hütten hoch hergehen in Qualm und Lärm, aber Skiläuferleben unD Waldhuttenstimmung kommt schwerlich auf. Wenn aber rin stundenlanger Anstieg Durch unwegsame SchneewildniS unD Durch Den Winterwald und dazu daS Gewicht eines .pfundigen" Rucksackes wie ein Ausscheidungsrennen wirkt und sorgt, daß die Leichtfertigen doch lieber zum Gasthaus abwairdern, wenn man mit einem berech igten Seufzer der Erleichterung den Schnerfer in den Schnee wirft, um nach dem Hüttenschlüssel zu nesteln, bestimmt zuerst in den Taschen, in Denen er sich nicht befindet, und wenn es Rächt schon geworden ist vor Dem Ziel, wenn wir andere fern von und und auch fern noch von ihrem Ziel im Scheine ter Laterne wandern sehen, indes unser Hüttlein schon warm wird durch Die ersten knisternden Flammen im He.d, dann baten wir uns alle Anrechte auf einen gemü'llchen, netten Hüttenabend auch erworben, und dann wird uns alles, was Die Hütte zu bieten vermag, auch zum innigen Erlebnis. Ter frühe Sonnenaufgang auf Beraeshöh' — wer sieht ihn sonst zur Winterszeit? — ist unser, auch der unberührte Reuschnee, ter über Rocht gekommen ist. wir sind frisch und munter nach Dem Gipfel-Morgenbummel, wenn andere mit ter Müdigkeit des Morgenroton' i-ges aus dem Tal so well sind, die warnte Mittagssonne zu genießen, und müssen sie zur Abfahrt sich wieder rüsten, dürfen wir uns noch lange dem Skilauf widmen, auf der Llebungswiese, am Heinen Sprunghügel oder während ter Abendfahrt zum Hüt'engipfel, ter und auch den Sonnenuntergang noch erleben läßt Fern überm Wald, wo sonst an Hellen Lagen ein lichter Schein am tiefen Horizont die Lage ter Stadt verrät, schläft ganz dunkel heute die Erde, da hat sich breit und schmierig das Rebelmeer gelagert und hält Die Talmenschen gefangen; doch über und glimmen und funkeln die Sterne, es leuchten nab“ unD fern rote Fensteraugen anderer Skihütten Durch die Rächt, und es knirscht im eisigen Schnee Der Ski. Der und all diese schoren und absonderlichen Erlebnisse aus Dem Aorten gebracht hat unD ter und nun Der nächsten Hütte zuträgt. Teutel, nein, wir gehen doch vorbei! Die Kerle haben sich ja einen Lautsprecher eingebaut! Da ist es doch besser, wenn wir den weiteren Weg zu jener Heinen Hütte am Sattel einschlagen. Der Maler, ter Dort den ganzen Winter über haust, ter hat nur eine Klampf'n an der Wand. Ter tarnt uns was erzählen von seinen Fahrten in." Die welle Well und von Der Zell, da der Ski noch jung war in diesen Bergen unD alles so viel ursprünglicher und sportlicher. Es gibt Menschen, Die Wochen- und monatelang die Einsamkeit ter Skihütte freiwillig ertragen. 3ch kenne einen, Der saß in jungen 3ahren weit weg vom Münchner Bier in einem Saeter in Telemarlen. Als er mir Damals seine Eindrücke schrieb und seine Fahrten schilderte, von der Hütte aus mit Ski unD Schlitten durchs nordische Fjord, da hatte er sein Deutsch schon ein wenig verlernt, unD weil er sich überdies Hüller einem nordischen P eudonhm verbarg, glaubte ich, es mit einem Telemarker zu tun zu haben. Heule Übersetzt Der Mann Knut Ham'un und die LIn'et und dankt kongeniales Einfühlen jenen Winter- tagen in der Slihütte. Lind Maler gibt es. die nur den Skihütten Den Farbenreichtum ihrer Palette verdanken, und die leben, hoch über den Tälern, wie Seganlini am Schafberg oben über Poillresina im Engadin. Lind noch etwas gibt es, eine Skihütte, die eine Frau — eine gebildete nette Skiläuferin, nicht etwa eine verbitt.rte alte 3ungsrau — höchst eigenhändig aus einem alt.n Stall zu einem wahren Schmuckkästchen audgebaut hat. darin sie nun wochenlang in selbstgewollter Ein amf.it lebt — eine muntere Frau aus Der fernen Großstadt in einer einsamen S.ihütte am hohen Berg. Das Llnlegreisliche kann nur der verstehen, der das Wunder des Ski, die Romantik der Slihütte unD Den Zauber ted Winterwalded erlebt hat. 4. Bezirk Gau Hessen O. T. Am Sonntag fand in Burg-Gemünden eine Vorturner stunde des 4. Bezirkes des Gaues Hessen der D. T. stall, die von 45 Vorturnern besuclst war. Geturnt wurden Ordnungsübungen, Vor-, Neben- und Hintereihen, die für 1929 vorgeschriebenen Freiübungen; geleitet von Bezirksturnwart Bastian (Alsfeld), ebenso die Pflichtübungen an den Geräten für das am 10. Februar 1929 in Grebenhain ftattfinbente Winter-Geräte-Wellurnen. Ein Spiel bildete den Schluß. 5. Bezirk im Turngau Hessen. (O T ) bpw. Friedberg, 9. Dez. Die zwei le De- zirksvorturn er stunde im neuen Turnjahre fand gestern unter ter Leitung des Bezirks tumwarts Lang (Lang-Göns) im Heime ter hiesigen Tumgemeinde bei sehr gutem Besuche statt. Aus 23 Bezirksvereinen waren 48 Turnwarte und Vorturner angeLretcn. Es wurden zunächst Die vo^geschrietenen O r D * nungs - und Freiübungen Durchgeturnt, dann Die Geräleüoungen für das Dezi.lsgeräte- toettumen 1929; das letztere tourte Dem Turn- unD Sportverein Butzbach für den 3. März zur Durchführung übertragen. Hm das volkstümliche Bezirks'umen, das sog. Bezirksfest, das um Die Psingstzeit abgehoben wird, hatten sich Rieder-Mörlen und Lang-Göns beworben. Bei ter Wahl entschied man sich mit knapper Meh.heit für Rieder-Mörlen, dessen Turnverein mll Der Veranstaltung die Feier seines 25jährigen Bestehens begehen will. Eingehend und anregend besprochen wurde ter durchgeturnte Llebungsstoff und anschließend be- schlvsseir, für die Q3orturnerftunten in Zukunft immer einen ganzen Tag zur Verfügung zu fteHcn, damit dem Turnen des Dormlltags am Rachmittag eine Aussprache folgen kann. Die Turnstunde war erfüllt von beftem Arbeitswillen. Bezirksturnwart Lang nahm Deshalb am Schluß gern Gelegenheit, für die geleistete turnerische Arbeit Den besonderen Dank Der Bezirksleitung an alle Teilnehmer zu übermitteln. Zechten im T. V. 1846 Gießen. Im heutigen Anzeigenteil wird zur Besprechung über die Gründung einer Damen-Fechtabtei- lung des To. 1846 Gießen auf nächsten Freitagabend ringelnden. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen. Handball-Derbandssplele im Männerturnverein (D. T.) mio.I — Tv. Großen-Suseck I 3:4 (0:2). Mlv. II — Tv. Wetzlar-Nieder^Sinnes 1 1:0 (0:0). Eine große Lleberraschung gab es am Sonntag bei Dem Spiel der 1. Mannschaft gegen Den Tv. Großen-Duseck. Die Qüännerturner mußten sich auf eigenem Platze von Den Gästen eine Rieder- läge gefallen lassen. Es war allerdings nicht Die seitherige kampferprobte Mannschaft des Mtv. Durch Weggang und Krankheit muhten fünf Ersatzleute eingereiht werten, die sich Wohl gut anpaßten, aber immerhin fehlte Der Mannschaft Die altgewohnte Durchschlagskraft. Weiterhin fehlte am Sonntag Der nötige Zusammenhang: sell>st gute Spieler waren diesmal glatte Versager. Trotzdem Ware das Spiel für Die Mtver nicht verloren gewesen, wenn sie sich enDlich an das Flügelspiel gewöhnen könnten. Der Tv. Großen-Duseck stellte eine Mannschaft ins Feld, Die den Männerturnern im Können nicht voraus war: auch hier konnte die Spielweise nicht gefallen. Wenn Die Mannschaft trotzdem gewinnen tonnte, so lag es an ihrem massiven Spiel und letzten Endes an groben Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, der Dem Spiel in ferner Weife gewachsen war. Ohne dem Tv. Grohen-Buseck den Sieg zu schmälern, muh anerkannt werten, daß er sich dem Spiel mit großem Eifer hbngab. Die Männerturner find durch diese Riederlage um zwei wertvolle Punkte gekommen. Gelingt cd ihnen nicht. Die weiteren Spiele um die Entscheidung zu ihren Gunsten zu gestalten, so Dürfte Die Meisterschaft ernstlich in Frage gestellt fein. Die II. Mannschaft spielte gegen Die l. Mannschaft des Tv. Wetzlar-RieDer-Givmes und konnte nach schönem Spiel gewinnen. Dem Spielverlauf nach hätten Die Männerturner höher gewinnen müssen. Es gilt aiuf> hier, bessere DallbehanDlung und bessert Zuspiel. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Tv. Vad-Nauheim I — Tv. 1846 I 0:1 (0:1). Die 1. Handballmannschaft fpielle nm Sonntag geaen Bad-Nauheim. Das Resultat 1:0 ist ein glückliches zu nennen. Beide Mannschaften waren ziemlich gleichwertig. Das Spiel war non Anfang bis zu Ende verteilt. Hervorragend arbeitete die Gießener Hintermannschaft, die den geanerischen Sturm zu keinem Erfolge kommen ließ. Läuferreihe, Verteidigung und Tormann verdienen ein Gesamtlob. Der Hintermannschaft nicht ebenbürtig war der Sturm. Zwar sah man gute Einzelleistungen, doch fehlte jegliches Zusammenspiel. Gute Vorlagen waren kaum zu sehen. Jeder Stürmer, ter Mittelstürmer ausgenommen, überbot sich im schlechten und ungenauen Zuspiel. Daß nicht mehr Tore er- ziell wurden, war die Folge. Die besten Mannschaftsteile der Nauheimer waren Tormann und Läuferreihe. Besonders ersterer zeigte prächtige Leistungen. Handball in Grohen-Linden. Tv. Großen-Llnden Jugend — Tv. Wetzlar Jugend 10:2 (5:2). Wetzlar trat nur mit 9 Mann an unD mußte sich diese hohe Rieterlage gefallen lassen. Großen- Linden hatte Anstoß: es entwickelle sich sofort ein flottes Tempo, bei hem es zuerst Wetzlar D. f. B. Handball. Auch im Rückspiel konnte Die erste Handball- mannschaft der Spielvereinigung 1900 nur einen ganz knappen 3:2-Sieg über Die V. f. Ber landen. Die Platzelf hatte infolge dienstlicher Verhinderung einiger Spieler Ersatz eingestellt, leistete aber dem im Zuspiel besseren Gegner starken Widerstand und vermochte das Spiel offenzuhalten. Die Spielvereinigung hatte die größere Zahl von Torchancen, ließ diese jedoch infolge unplacierten Werfens zum größten Teil aus. Das Treffen war alles andere als schön, Da beiderseits oft die Gre.rzen des Erlaubten überschritten wurden. Einen großen Teil Schuld hieran trug Der Schiedsrichter, der Dem Spiel nicht gewachsen war. Es war ein Spiel, wie eS nicht sein soll. Handball der Sp.-Bg. 1900. 1900 2. Mannsch. — V. f. L. Wetzlar 1. Mannsch. 1:6. 1900 2. 3gD. — D. f. L. Wetzlar 2.3gd. 4:3. o 1900's zweite Mannschaft stand in Wetzlar den Leuten um Paulus gegenüber. Da die Elf 6 neue Spieler in ihren Reihen hatte, die sich jedoch gut ein führten, war das gegenseitige Verständnis noch zu vermis cn, und die Wetzlarer erzielten kurz nach Spielbeginn zwei Tore. Danach fanden sich die Spielrerci ngungsleute jedoch bcf.cr zusammen unD ließen Den Gegner bis zur Halbzeit nicht mehr zu Erfolgen kommen. Rach dem Wechsel kam Der V. f. L. zu vier weiteren Toren. Don den Drei Bällen, Die 1900 s Mittelstürmer Dem Wehlarri: Hüter ins Reh setzte, wurde jedoch nur einer als Tor gewertet. Das Spiel ter zweiten 3ugend:nannschasten sah Die 1900er lange Zeit klar im Vorteil. Der EnDspurt Der Wetzlarer lieh ihnen jedoch nur einen knappen Sieg. Spielvereinrgnng 1900 Gießen. 1900-Siefcen (Liga)—Burg (Liga) 5:1 (1.-0). ö. Das Resullat ist für Die Gießener recht günstig, gibt jedoch keineswegs den Spielverlauf wieder: ein Sieg mit zweistelliger Zahl hätte eher dem Kräftevergleich unö den Leistungen entsprochen. Burg zeigte ein äüßerst schwaches Spiel und kam nur selten über die Mittelfeldlinie hinaus. Die meisten Spielhandlungen wurden im Burger Strafraum und ganz in dessen Rahe audgetragen. Trotz mehrerer Ersatzleute zeigten die Blautoeitzen am Sonntag wieder eine recht ansprechende Leistung, bis auf die Stürmerreihe. Lieberragend dirigierte die einheimische Läuferreihe, in ter befonterd Der Mittelläufer Durch seinen großen Eifer auffiel, das Spiel. Schade daß der Sturm, bedingt durch Llmstellun- gen, so wenig Verständnis untereinander zeigte, und teiltocife recht zerfahren spielte. Die Gäste leisteten im Feldspiä gar nidjtd. Lediglich Dem überragenden Können ihres Torwarts und Der aufmerksamen, allerdings auch immer recht zahlreichen Verteidigung hatte Burg es zu verdanken, daß die Riederlage nicht katastrophal wurde. Außer zahlreichen Eckbällen erzielte 1900 kurz vor dem Wechsel ten Führungstreffer. Gleich nach Der Pause spielte sich Der Gießener Halbgelang, Den gegnerischen Tormann zu schlagen. Die Platzmannschaft erzielte aber bald den Ausgleich und konnte, toährcnd Wetzlar noch einmal erfolgreich war, iwch viermal bis zur Halbzell etnsenden. Rach der Pause wurde Grohen-Linden immer überlegener, was Die 5 weiteren Tore beweisen. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Varbenfe'.ch I — QTL'enborf I 9: 2 (4:0). Durch die am vorletzten Sonntag in Kinzenbach unverdiente 2:1 ^Niederlage etwas entmu.igt, trat Garben^ich mit sehr gemischten Gefühlen am vergangenen Sonntag ter als sehr spielstark bekannten Allendorser Mannschaft auf dem ®ar- bentelcher Platz gegenüber. Rach dem Anstoß durch Allendor, üvecnahm Garbenteich sofort die Führung und es konnte kurze Zeit Darauf ten ersten Treffer erzielen. Bis zur Halbzeit war Garbenteich Allendors überlegen unD sandte noch dreimal den Ball ins Retz. Rach Seitenwechsel kam Allendors sichtlich auf und schoß in ter 40. Minute das Ehrentor, um kurz danach noch mit einem weiteren Tor auszuwarten. Garbenteich konnte aber das Leder noch fünfmal placieren. Die Stärke Allendorfs liegt im Sturm, ter aber von ter Läuferreihe nicht genügend unterstützt wird: Die VerteiDigung konnte nicht genügen, währenD ter Tormann anscheinend seinen schwarzen Tag hatte. Der Garbenteicher Mannschaft, die wieder eine schönes und geschlossenes Spiel vorsührte, gebührt ein Gesamtlob. Tv. Kinzenbach I — Tv. Londorf I 2:3 (0:0). Mit Ersatz für feinen Mi telftürmer und linken Läufer spielend, muhte Kinzenbach am Sonntag eine dem Spielverlauf nach unverdiente Riederlage einstecken. Wäh.end Die erste Hälfte bei ausgeglichmen Leistungen torlos verlief, spielte Kinzenbach in Der zweiten Halbzeit bis zum Schlüsse ted Spieles DauemD leicht überlegen. Bei Dem Sieger waren Der Sturm unD Torwart gut, toährcnd Die Läufe.reihe und Verteidigung Durch ihr unfaires Spill unangenehm au,fielen. Bei Kinzenbach trat Die linke S.urmseile heiwor, Die im Verein mit Dem Mittelstürmer manchen schönen Angriff vortrug, Der aber wieder Durch Das unfaire Spiel ter Londorfer Hintermannschaft scheiterte. Die Läuferreihe, sowie Die Verteidigung taten ihre Schuldigkeit, Dagegen war Der Torwart Durch eine Fußvellchnng nicht auf Der Höhe. Tv. wieseck I — Tv. Kesselbach I 1:1 (0:1). Kesselbach lieferte in Wieseck sein erstes Spiel und konnte cd gleich zu einem Erfolg gestalten, Da sie gegen Die Wissecker Mannschaft ein Lln- entschieten heraus holen konnte, welches Dem Spielverlauf nach wohl nicht ganz verdient ist, denn Wieseck war in Der zweiten Halbzeit Durchweg leicht überlegen. Kesselbach hatte in Dem Torhüter Den besten Mann, Der ihnen Durch gute Leistungen ein Llnentschieten rettete. Wieseck, welches nur mit 10 Mann spielte, gefiel durch utes Zusammenspiel und äußerst faire Spiel- cise, welche von Kesselbach auch zu erwähnen ist. finlc gut durch. Seme Vorlage nach rechts ber* toanbritc ter einlaufende Rechtsaußen. Cm Durchspiel zum Linksaußen vertoandelle dieser zum dritten Tor, Dem erneut Der kleine Mittelstürmer ein viertes folgen ließ Als Burg bei einem seiner DuvU>rüche einmal in Den Gießener Strafraum tarn, hielt ein Gießener einen Gegner fest. Der SchieDsrichter entschied (Slfmetcr für Burg, ter verwandelt wurde und somit Das Ehrentor für Die Gäste ergab. 1900 bekam kurz vor Schluß einen Elfmeter wegen Handspiels eines Burgers im Strafraum zu- gesprochen, Den ter Halblinke haftbar zum fünften Erfolg einschoß. Der Platzvercin erzielte bis zum Schluß mehr als zehn Ecken, denen Burg zwei oder Drei entgegensetzte. Die Reserven 1900s Durften kampflos zü den Punllen kommen, da Burgs zweite Mannschaft zu spät antrat 1900s dritte verlor in Leihgestern mit 2: 7 Toren. Bei ter Pause stand das Treffen 2:2. stugendspielc. 1900 III b 3ugcnD — Garbenteich I. 3ugend 2: L 1900 II. Schüler — Garbenteich I. Schüler 2:3. 1900 Illa 3ugenD — Steinberg I. 3ugenD 1:1. 1900 I. Schüler — Grohen-Buseck 3ugend und Schüler kombiniert 2:1. V. f. B. Die Ligareserve hatte auf eigenem Platz die erste Mannschaft von Grohen-Buseck im Gesellschaftsspiel zum Gegner und gewann nach wechsclvollem Kampf mit 4:2. Die Gäste waren sehr eifrig und schnell und konnten auch technisch recht gut gefallen. D. f. B. zeigte sich in ansprechender Form und war Dufeck vor allem tm Zuspiel überlegen. Sein Sieg war verdient Der Spielabschluß ter ersten 3 u gen Dclf mit ^Germania"-Marburg kam nicht zustande. 3n letzter Stunde wurde beim noch ein Epiek mit Sportverein Alsfel d vereinbart Trotz des fremden, ungewohnt kleinen Platzes errang die V. f. B.-EI, gegen die sehr spielstarken! Gastgeber einen knappen, aber verdienten 2:1- Sieg. G>. V. 1920 Heuchelheim — $. <5. Grünberg 12:0. 5m letzten Spiel der Vorrunde trat Grimberg in Zwuchelheim an und mußte sich mit diesem Resultat geschlagen bekennen. Lobenswert war die echt sportliche Auffassung der Gäste, die trotz der hohen Niederlage fair bis zum Schluß weiter spieften. Unter diesen Umständen hatte der Schiri Beck. D- f. B. Gießen, ein leichtes Amt. Erwähnt sei noch, daß Grünberg den größten Teil des Spieles mit zehn Mann spielen mußte, da ein Spieler in der ersten Halbzeit wegen einer alten Verletzung ausscheidcn mußte. Arbeiter«Turn- und Sporibund. Gießen I — Daubriagen I 8:0, Trotz des doppelten Klassenunterschiedes roagte es Saubringen, ein Freundschaftsspiel gegen die Kreis« klasienmannschaft Gießen auszutragen. Das Resultat entspricht dem Unterschiede: es stand bei Halbzeit bereits 4:0. Gießen Ib — Butzbach I 5:4. Zu einem Freundschaftsspiele trafen sich beide Mannschaften auf dem Trieb. Gießen mit reichlichem Ersatz konnte trotzdem das Spiel für sich entscheiden. Butzbach zeigte wohl großen Eifer, doch fehlle das Zusammenspiel. Raunheim ll — Grohen-Linden I 0:2. Zum Entscheidungsspiel der 2. Bezirksklasic trafen sich am Sonntag diese Mannschaften in Naunheim. 3m Vorspiel teilten sich beide Gegner die Punkte. Großen-Linden spielle diesmal mit viel Glück, es konnte zweimal erfolgreich sein und sich so die Meisterschaft der 2. Bezirksklasse sichern. Naunheim I — £eun I 7.2. Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich diese Mannschaften in Naunheim. Durch einen Elfmeter ging Naunheim in Führung, dem Leun aber schnell den Ausgleich entgegensetzte. Unerhofft kam Naunheim dann abermals zur Führung. Kurz vor Halbzeit glich Leun erneut aus. Nach dem Seitenwechsel stellte Leun um und hatte damit sich selbst vergeben. 3n regelmäßigen Abständen konnte Naunheim noch fünfmal erfolgreich sein und so auch im Resultat den Klassenunterschied vorstellen. Gießener Schwimmverein. Der im hiesigen Hallenbad ausgetragene K l u b k a m p f gegen ten Schwirnnrklub Wetzlar enbete mit einem überlegenen Sieg des G. S. V. Man hatte sich bessere Leistungen von den Gästen versprochen und war deshalb teil- toetfe enttäuscht, daß die Wettkampfe nicht so spannend verliefen, wie man erwartet hatte. Lediglich im 3ugendwasserballfpiel, das die Wetzlarer kürzlich in ihrem eigenen Bad mit 6:4 goto innen konnten, gab es diesmal ein Llnentschieten, nachdem Wetzlar bis Halbzeit mit 3:1 geführt hatte. Die Ergebnisse lauten: Herrenbru st staffel 4X4 Dahnen: 1. Gießen 3 Mm. 23 Sek. (W. Zinuner, Kraft I, Rokh- mann, Dr. Eck). 2. Wetzlar 3: 35. Herren staffel 3X4 Bahnen: 1. Gießen, 1. Mannschaft (Rothmann, Schaum, Herbert) 2: 25 2. Gießen, 2. Mannschaft (Zimmer I, Dr. Eck, Bickel) 2:30,8. 3. Wetzlar 2:35. Damenbrust staffel 4x4 Dahnen. 1. Gießen (Drill, Hublitz, Mandler, Schüler) 4:9. 2. Wetzlar 4:20. Herrenwasserball Gießen — Wetzlar 7: (51:0) (Mannschaft: Kraft I, Krämer, Dr. Eck, Dickel, Schaum). 3ugendwasferball Gießen — Wetzlar 3:3 (1:3) (Mlannschaft: Schüler, Herbert, Hartmann, Hechler, Zimmer II). Daten für Mittwoch, 12. Dezember. Sonnenaufgang 7.55 Uhr, Sonnenuntergang 15J52 Uhr. — Mondaufgang 8.21 Uhr, Mondunlergang 15.45 Uhr (Neumond). 1821: der französische Dichter Gustave Flaubert in Rouen geboren: — 1868: der Journalist Gustav Manz in Karlsruhe geboren; — 1872: der Maler und Schriftsteller Heinrich Vogeler in Bremen geboren. Wirtschaft. Oie Reichsbank Anfang Dezember. Aach d^m Ausweis der Reichsbank vom t. Dezember hat die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten In der ersten Dc- zemberwoche um 223,2 Mill, auf 2251,0 Mill. Mark obgenommen, und zwar baten sich im einzelnen der Bestand an Wechseln und Schecks um 167,5 Mill, auf 2044.0 Mill. Mark, derjenige an Lombards um 55,8 Mill, auf 57,3 Mill. Mark verringert: der Bestand an Reichsschatz- wechseln zeigt mit 57,3 Mi l. Mark eine Erhöhung um 40 000 Mark. Die Anlage in ©heften ist mit 92,3 Mill. Mark weiterhin annähernd unverändert geblieben. An Reichsbanknoten uni Rentenbanksctemen zusammen lind 190,1 Will. Klart in die ^as.en der Bant zurückgeflofien: in einzelnen hat llh der Umlauf an Reichsbanlnoten um 163,1 Mill, auf 4554.9 Mill. Mark und ter an Rentenbankschrinen um 21,0 Mill, auf 503.3 Mill. Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände ter Reichsbank an Rentenbanlschcinen auf 3! Mitt. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 479,3 Mill. Mark eine Zunahme von 5,9 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen insge amt haben um den Delrag von 31.6 auf 2331,1 Mill. Mark zuge- nnmmen; im einzelnen sind die Goldbestände mit 2652.1 Will. Warf, die Bestände an deckungs- fähigen Devisen mit 179,0 Mill. Mark ausgewiesen. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 55.5 Proz. in der Vorwoche auf 58,2 Proz., die durch Gold und teckungssähige Devisen von 59,2 Proz. auf 62,2 Prozent. Klöckner-Werke. 3n der Generalversammlung der Klöckner- Werke am Samstag in Duisburg teilte der Auf- sichtsratsvorsitzende, Geheimrat Peter Klöckner, mit, die Verwaltung habe leider eine Reduktion der Dividende von 7 auf 6 v. f). Vorschlägen müssen, well die Ausgaben für s o - ziale Lasten und Steuern weiter um 1046 000 Mark gestiegen seien. Man habe dadurch mit zusammen rund 16 Millionen Mark für soziale Lasten und Steuern eine Belastung erreicht, die geradezu ungeheuerlich sei. Das verflossene Jahr habe ferner durch den Streik in Haspe im Februar und Mal gelitten: im übrigen sei der Rationalisierungsprozeß in Haspe jetzt durchgeführt, und man habe die Stahlerzeugung soweit wie möglich dort konzentriert. Infolgedessen konnte Haspe im November die bis jetzt höchste Erzeugung mit 52 000 Tonnen Rohstahl erreichen, bei einem Versand von 51000 Tonnen Fertigerzeugnissen. Nachdem man auch auf anderen Hüttenwerken und eö-.nso auf den Zechen die Rationalisierung ..em gewissen Ende zugef ü h r t habe, •Je die zur Verfügung stehenden Mittel rest- . rächt seien, erscheine es notwendig, mit uemgen Worten zusammensassend hierüber zu berichten. Die Gesamtausgaben belaufen sich aus ungefähr 43 Millionen Mark, die zum Tell durch die Ausgabe der jungen Aktien, zum Tell lang- und kurzfristig in ausländischen Darlehen finanziert worden seien. Durch die Ratlonalisierung habe man ganz wesentliche Verminderungen der Selbstkosten auf den Zechen und auch auf den Hüttenwerken erreicht. Die vom 1. Mai 1925 bis zum 1. Oktober 1928 durch Schiedssprüche entstandene Belastung für den Bergbau der Klöckner-Werke betrage 21,7 Millionen. Demgegenüber seien die K o h l e n p r e i s e nicht erhöht worden. Seit einiger Zeit sei eine Steigerung der Leistung nicht mehr eingetreten, ein Beweis dafür, daß weitere Erfolge durch technische Verbesserungen nicht mehr möglich seien. Weitere Fortschritte seien nur durch Mehrarbeit zu erreichen. Für die Eisenwerke lägen die Verhältnisse ähnlich. Dort betrügen die Belastungen in den dreieinhalb Jahren rund 26 Millionen Mark. Man sei demnach auch bei der Hütteindustrie in bezug auf die Löhne am äußersten Ende anaelanpt. In Kohle hätten sich die Absatzverhältnisse beim Syndikat eine Kleinigkeit gebessert, wesentlich durch die bessere Gestaltung des englischen Marktes. Aus dem K o k s m a r 11 machen sich die holländischen Zechen stärker bemerkbar. Die Verkaufslage in Belgien sei stabil. In Eisen habe sich die Aussperrung in bezug auf den Absatz kaum bemerkbar gemacht. Die noch in Deutschland in Betrieb gebliebenen Hütten und die großen Läger der Handelsfirmen konnten einen Ausgleich herbeiführen und den vorhandenen Bedarf restlos decken. Es war deshalb nicht so notwendig, weder in Roheisen noch in Fertigfabrikaten die Hilfe der ausländischen Werke in Anspruch zu nehmen. Auch der Aus- landmarkt habe durch die Aussperrungen eine Belebung nicht erfahren. Die ausländischen Käufer, besonders die von Uebersee, hätten es wohl mit Rücksicht auf die ungeklärte Lage in Deutschland oorgezogen, einen Tell der Aufträge in Frankreich und Belgien unterzubringen. Diese Vorsicht habe aber ein Ueberrnaß nicht angenommen, und es sei deshalb zu hoffen, daß die besonders von Japan vorliegenden größeren Aufträge den deutschen Werken reserviert worden sind. Man sei der Ansicht, daß die Preis basis im Auslande gehalten werden könne, weil Aufträge für fömt» litte Länder bei richtiger Einteilung vorhanden seien. Im übrigen machten die Auslandgeschäste den deutschen Werken auch bei den erhöhten Preisen keine Freude. Hierzu komme noch, daß jetzt auch England für Deutschland sich beim Wettbewerb auf bem Weltmarkt immer fühlbarer mache. England habe bei der Fabrikation eine sehr große Stütze dadurch, daß im Bergbau eine halbe Stunde länger gearbeitet wird. Er mache bei dieser Gelegenheit ausdrücklich auch daraus aufmerksam, daß die hohen Zinssätze in Deutschland eine große Rolle spielen. Alle deutschen Werke, auch die besten, hätten Kredite aufnehmen müssen und gebrauchten ferner für die Steigerung des Absatzes weitere Kredite. Es werde aber in Zukunft, wenn sich die Verhältnisse nicht grundlegend ändern, wenn sich nicht ein bedeutend besseres Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern herbei- füljren lasse, bei welchem die Arbeitnehmer auch auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe Rücksicht nehmen, den Unternehmern sehr schwer fallen, die Wirtschaft Deutschlands so weiterzuführen, wie vor dem Kriege. Die Aussichten für das laufende Jahr liegen diesmal besonders dunkel. Nur äußerste Sparsamkeit und Entfaltung der größten Energie und besonders erhöhte Arbeit würde es möglich machen, ein befriedigendes Ergebnis auch im laufenden Jahre zu erzielen. Die Versammlung setzte hierauf die Dividende auf 6 v. H. fest. * .Verständigung im Schrauben- handel. Zwischen dem Schrauben- und Mutternverband, Düsseldorf, der Vereinigung der deutschen Schraubenhändler, Berlin, und dem Süddeutschen Eisenhändlerverband, Nürnberg, wurden nach längeren Verhandlungen Vereinbarungen getroffen, wonach die Gruvpe l (Kleinhändler) einen allgemeinen Grundrabatt von 3 v. H. erhält. Ferner wurde die Händlerforderung auf Einführung einer Lagerpreisliste erfüllt. Die Festsetzung der Lager- preise wurde entsprechend den Forderungen des Einzelhandels durchgeführt. Die verpflichteten Händler erhalten außer dem Gruppenrabatt noch 15 v. H. Rabatt. Den nicht verpflichteten Händlern und nicht klassifizierten Verbrauchern wurden besondere Rabattsätze bewilligt. ' Die Kapitaleryöhung der Zell- stofi-Fabrik Waldhof genehmigt. Die G.-V. der Zellstoff-Fabrik Mannheim-Waldhof genehmigte gestern einstimmig die Erhöhung des Kapitals um 10,7 Will. Wk., und zwar durch Ausgabe von 1000 Stück auf den Äamen lautende 7proz. kumulative zu 115 Prozent rückzahlbare Vorzugsaktien Ltt. A zu je 700 Wk. mit sechsfachem Stimmrecht für 70 Mk. Rennwert und 100 000 Stück auf den Inhaber lautende Stammaktien über je 100 Wk. Auf An« frage erklärte die Verwaltung, daß der Geschäftsgang gut, die Produktion voll abgeseht sei und kein Lager bestehe. Die Preise seien stabil geblieben, die Produktion habe sich gesteigert, und das Gesamtergebnis werde befriedigend sein. Auch die Aussichten für das kommende Jahr seien nicht ungünstig. Die Produktion für das erste Halbjahr 1929 sei bereits untergebracht. * Fusion Gummiwerke Excelsior- Conti - Caoutchouc genehmigt. Die außerordentliche Generalversammlung der Hannoverschen Gummiwerke Excelsior - A.-G. Hanno- ver-Limmer genehmigte den Verschmelzungsvertrag mit der Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha- Compagnie, Hannover. Den noch außenstehenden Aktionären wird der gleiche Nennbetrag Conti- Caoutchouc-Aktien gewährt. Die umgetauschten Aktten sind ab 1. Januar 1928 dividentenberechtigt. Frani.urter Börse F r a n k s u r t a. M., 11. Dez. Tendmz: erholt. — Rachdem bereits an der gestrigen Abendbörse die Stimmung etwas freundlicher war, die erne allgemeine Kurserholung zur Folge hatte, konnte sich die Haltung zum offiziellen Verkehr weiter bessern, da die Entlastung des heute erscheinenden R:ichsbankausweises und die Erleichterung des Tagesgeldsatzes in Reuyork allgemein anregten. Die Spekulation schritt, ermutigt davon, verschiedentllch zu größeren Dek° hingen. Das Geschäft blieb tm allgemeinen ziem- l i ch klein und beschränkte sich auf einige favorisierte Wirte. Geschäftshemmcnd wirkte aber, daß von einer Beteiligung des Auslandes und der Bankkundschaft kaum etwas zu bemerken war. 3m Vordergrund des Interesses standen die Elektrowerte, von denen besonders Bergmann und Siemens mit je plus 2 v. H. lebhafter gefragt blieben. Auch Schlickert hatten größeres Geschäft bei Plus- 1,75 v. H. aufzuweisen. Für Kaliaktten bestand einige Rachfrage. Aschersleben und Westeregeln konnte je 5 v. H. gewinnen. Sonst gingen gegen die gestrige Abendbörse die Kurserholungen kaum über 1 bis 2 v. H. hinaus. Es waren verschiedentlich auch Eleine Rückgänge zu verzeichnen, die sich aber in kleinem Rahmen hielten. Für Zellstofswerte bestand nur geringes Interesse, trotz (ter gestrigen Ausführungen ter Generalversammlung bei Waldhof: die hier beschlossene Kapitalerhöhung blieb ganz ohne Einwirlung auf das Geschäft. Waldho, waren gut behauptet, während Aschaffenburg angebo.en und vernach- läsiigt blieben. Am Wontanmarkt tea.cn die Um» sähe klein. 3lse Bergbau waren angeboten und 2 Prozent niedriger. Deutsche Linoleum waren weiter gefragt und konnten erneut 2 Prozent gewinnen. Gefragt waren noch Schttteanstalt mit plus 2 Prozent. Farben eher angebo en und 0,75 Prozent nied.iger. Schwächer Lagen Schifs- sahrtswerte. Am Rentenmarll waren die llin- sötze klein. Deutsche Anleihen etwas gefragt Ausländer behauptet. 3m Verlaufe konnte sich das Geschäft allgemein etwas beleben, da die Spekulation zu Wei eren Deckungen sch.itt: es ergaben sich gegen Anfang durchweg neue Besserungen bis zu 2 Prozent Die' anfangs vernach- läfiigten Farbenaktien konnten sich um 3,5 Prozent bessern. Phönix auf regere Rachfrage 2,5 Prozent erhol. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 7 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man: Mark gegen Dollar 4.1960, gegen Pfund 20.353, London gegen Kabel 4.8510, gegen Paris 124.19, gegen Mailand 92.63, gegen Madrid 29.9850, gegen Holland 12.0750. Be nner Börse. Berlin, 11. Dez. Schon gestern nachm'tttag hatte die Spekulation Deckungsneigung gezeigt, und die Kurse konnten sich wieder um mehrere Prozent erholen. Heute vormittag herrschte zwar eine gewisse Unsicherheit, doch war an der Vorbörse und zum offiziellen Beginn die Stimmung wieder freundltcher und beruhigter. Der heute erschienene Reichsbankausweis befriedigte. Auch die Reuyorker Börse verkehrte nicht mcljr in so schwacher Haltung, der Lagesgeldsatz hat sich dort auf 7 Prozent ermäßigt, die Versionen von einer Stützungsaktion haben sich beruhigt. Das Geschäft war im allgemeinen nicht lebhaft, man beobachtete aber neben den bereits erwähnten Deckungen der Spekulation vereinzelt Kauforders des Publikums und des Auslandes, die sich besonders auf Elektrowerte und einige andere Spezialitäten erstreckten. Farben waren nicht so lebhaft, wie gestern abend. 3m Vordergründe standen Elektrowerte, von denen Schuckert und Diemens 5 bis 6,5 Prozent fester lagen. Das Kursniveau erholte sich allgemein um 1 bis 3 Prozent. So Kali- werte, ebenfalls Dessauer Gas, Tietz, Svenska, Feldmühle. Stöhr und Spritwerte gefragt. Letztere wurden durch den Dividenderhöhungsvorschlag und den allgemein gesteigerten Warenabsatz angeregt. Glanzstoff profitierten von ter Meldung, daß die Holland-Emission der neuen amerikanischen Glanzstoffgesellschaft am 14. d. M. in Amsterdam aufgelegt wird. Von Montanen nur Rheinische Braunkohlen etwas fester, wahrend Schlesische Zink 3 Prozent verloren. Deutsche Anleihen gehalten. Von Ausländern Bosnier und Türken schwächer. Der Psandbriefmarkt war sehr still. Der Geldmarkt war etwas leichter. Tagesgeld 5,5 bis 7,5 Prozent. Monatsgeld unverändert 8,5 bis 9,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7 Prozent. Von Devisen lag Madrid fest. 3m Verlause wurde es wieder ruhiger. 3n den anfangs prozentweise gestiegenen Werten zeigte sich Realisationsneigung, so daß sich meist 1- bis 2prozentige Verluste gegen Anfang wieder ergaben. Spritwerte lagen weiter etwas fester. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 11. Dez. Am heutigen Rebenmaickt war das Geschäft außerordentlich still, Umsätze kamen nur ganz vereinzelt zustande, da die Händlerschaft stark zurückhielt. Die Tercktenz war im allgemeinen behauptet. Etwas stärker war das Angebot in Weizen, der leicht nachgab. Sonst traten Preisveränderungen nicht ein. Es wurden notiert: W.izen 22,60, Roggen 22, Sommergerste für Brcmzwecke 23,75 bis 24, inl. Hafer 22,75 bis 23,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,75, Weizenmehl, ssiddeutsches Spezial ö, 32.36 bis 33, Roggenmehl 29.25 bis 30, Weizenlleie 13,75 bis 13.85, Roggenkleie 14,25 bis 14,50 Mk. Tendenz: geschäftslos. Kunst und Wissenschaft. Lhomasiusseier ia hasse. Aus Anlaß des zweihundertsten Todestages tm Christian Thomasius, dem Gründer ter llnioerfilät Halle, «and in ter ilntoerfilät Halle eine Gedächtnisfeier statt. Unter den Gästen befanden sich auch ter Preußische Kultusminister Dr. Decker, Reichsminister a. D. Schiffer, ter Anhal.ische Wi.ttsterpräsi- tent Deist und als Rach^ommen des Thomasius Freifrau von der Goltz und ihre Locher. Rach ter Festrede Professor Fleischmanns tourten folgende Herren zu Eh.-endok.oren der Uniterfi ät Halle-Wittenberg ernannt: Reichsminister a. D. Wirklicher Geheimrat Eugen Schiffer, Danlier Kurt S t e ck n e r, ter Präsident der 3nduftrie- und Handelskammer Ha le, Geheimrat Prozessor Dr. Stammler, Berlin, Geheimrat Pro- essor Dr. Kern, Professor Dr. Karl Eger, Generaldirektor Oberstleu nant a. D. Hrns von Ludwig e r, Halle, und Geheimrat Friedrich Keil, Halle. Der Lektor ter ilniversttät teilte dann mit, daß eine Reihe von S iftungen eingegangen sei im Gesamtbeträge von 120000 Mark (darunter 27 000 Mark von der Provinzialvertealtung, 20 000 von ter Stadt Halle. 30 000 Mark von ter 3nduftrie- und Hantelskammer Halle, 10 000 Wk. vom Anh l ischen S aatsmi.isteüum, 20 000 Wk. von Verbänden ter Arbeitgeber und Arbeitnehmer, von der Wansseld-A.-G. 5000 Mark ufto.). 3m Anschluß an die Frier wurde in den Räumen des juristischtn Seminars in Thomasianum eine umfangreich: Thomasiusaasstellung ervf.net. Büchertisch. — Willy Greinert: Bon der Frei" heit. 189 Seiten 8’. Berliner Kommissions- buchhand.'ung, Berlin 8W 68. Geb. 5Mk. (700.) — 3unkers-Kalender 1929. 365 illustrierte Blätter. Herausgegeoen vom IunkerS- Lachrichtendienst. Zu beziehen von der Verlagsfirma Dünnhaupt, Dessau (755). — Klotztiere. Von M Konrad, Fachberaterin für den Zeichenun terri cht an den Mädchenschulen ter Provinz Hannover. Mit 16 Bilder tafeln (Handarbeit für Knaben und Mädchen, Heft 14). 3n künstlerischem Umschlag 2,80 Wk Verlag kJ. B. Teubner in Leipzig und Berlin 1928 (756). — .Charles White: Wie komme ich nach Amerika? Preis 1 Wk. Verlag 3os. Stahl und Th. Gnadl, München 2, NW 4 (757). — Schüddel de Bü?. Eine Auswahl von Volkstänzen für Volkstanzlehrgänge in Tanzkreisen, Schulen und 3ugendvereinigungen. Her- ausgegeben von Lehrer Willi Schultz. Wit Einstimmungen von Kreisjugendpfieger Erich Blö- dorn. 20 S., lart 1,20 Mk. Verlag von D. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1928. (709.) — Sphärische Trigonometrie nebst Anwendungen zum Selbstunterricht. Don well. Professor Geheimem Studienrat P. Erantz. 2. Ausl neubearbeitet von Studienrat Dr. W. Hauptmann. Mtt 114 gelösten Aufgaben, 67 Figuren und einem Romogramm des allgemeinen Kugeldreiecks. IV und 107 S. kl. 8°. (Aus Äatur und GeisteSwelt. Band 605), geb. 2 Wk. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1929. (710.) — Geestländer Tänze. HerauSgegeben von A. Helms und 3. Blasche, Klaviersatz von W. Koehler-Wümbach. Drttte Derb, und umgearb. Auflage. 24 S. Kart. 1,20 Wk. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1928. (711.) — Klingender Feierabend. Ein Weg zum Lauten- und Gitarrenspiel durch Selbstunterricht. Von Dozent E. Wild, 2. Aull. Buchschmuck von W. Heßler. VI und 89 S- kl. 8°. Karl. 2 Mk. Verlag von D. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1928. (712.) — ,.M usikalische Welterfolge". (716.) Soeben erschien im Wusikverlag »Lyra Derlm- Wilmersdorf in neuer künstlerischer Ausstattung der vierte Band ter unter diesem Ramen bekanntgewordenen Sammlung von Klavierstücken beliebter moderner Komponisten. Der auch zu GeschenkMecken geeignete Band kostet 4 Wk. — „Fernsprechverkehr in Deutschland". Gebühren für 200 Orte. (Verlag Europäischer Fernsprechdienst Gesellschaft mit beschränkter Hallung, Berlin SW 68, Charlottenstraße 96.) (393.) Kurszettel -er Berliner und Franksurier Börse ReichSbankdiSkont 7 Prozent, Lombardzinssnß 8 Prozent. Berlin 10 Deemi^r Berlin ftraukfurt a. M 10 12. 11. 12 8tT 87.6 90 Devisenmarkt Berlin—Sranfhrf 178.5 178 79,25 179,5 1.5 25.8 25,9 118 1,65 125 u 19,25 7 140,5 139 138 91.36 Banknoten. 64.75 171 171 193 104.75 13 Dividende an. die Höhe der zuletzt Die hinter den Papieren 97.75 104,25 12 10,7 52,8 14.5 149.75 ;69.5 121 111.5 97.5 108,76 io . 8 10 10 12 11 12 10 IO 10 52.8 14,82 • eh 10 10 4K . 8 193,5 290 170,e 118 131.5 120.5 134,5 128.5 23L 3 257 427 24.75 1.65 12,1 »2.8 14,4 10 6 0 10 10 6 10 10 s 10 . 8 12 , 8 10 . 5 96.75 02.5 87.5 278 137 257 25 427 55.5 <25 178 62.25 136,3 87,5 278 3 137,25 10 99 104.5 131.75 112 235 107,o 12.4 12,3 149.5 265.75 153.n 176 227 251.25 420.5 193 234 52,7 14.35 J2.1- o2 282.; 284.75 503 -64.5 180 83.25 <35 25 118.75 117.la 130.5 123 233.2a Dlantfelbcr . . . . . ObetldM ®leab. vedarf CberldM ftoNötrt: lÄelö' W 168.08 21.915 111,60 58.83 2.48 111,83 80,62 67,46 12.38 72.90 9*4H . 7,2 1.7 12 .39.75 180 174.2a 187.25 137.7» 143 *1.9 191.5 188.2a .70 .60.25 171 216 138.9 <31 120,5 111.5 109,5 114,1b 86.75 276 134.75 151 91.0 1.65 277.5 279 495.5 62.25 124,; idj.ufpi Aoiang ftuts 1 Huh 10 12. | 11 12. 233 104.25 279 281 500 65.2. 193.2 236 183 256 149- 269 il.«.®...... Bergmann . . . . • Sie kn. Lieferungen. . Licht und Kraft . . yelten 4 Guilleaume. @e|. f. SiekN. Untenu. Hamb. Eie kN. Werke . Rhein. Elektr. . . . . Schief. Nektr. . . . . Schuckert . . . • Siemen« 4 HalZl» > • tianSiabio . » Cabmton 4 8«.. . • vuderui ..... Deutfche . • Llfeaer SteinloW . . Geilenkirchener . . . tzarveuer . e • • Hoefch Eisen. . . • • Ille Bergbau . • • « RIMncrröede . • • • Köln-Reueifcn. . » « SlannrtmanB . . . . eqrapl, ischeAuszahlung. 192.9 235.., 181 7., 255 150.1. 268,5 tzraiuoniMe Jioteii . . . . . pollänvischc Noten ytnlienUdie Noten Norwegische Noten . . . . . Deulich'Oesterr.. i 100 Lronen Aumaniiche Noten ...... Schwedische Noten ...... Scbwei,er Noten ....... Evanische Noten....... Tschechoiiowaftsche Noten . • Ungarische Noleo -38,11 137,5 142 284 l»2 289.5 170.1. 189.25 430.6.. 180 175.5 ! 138.25 1138.25 281. i 192.4- 290.25 170.5 160.5 171 216 2- 138.6 182.6 107.75 1104-2. 125 !124.2u ! 121.5 112.2a 110.75 115.5 87.2a 279 137,2j 282 284 »alt Sichersleben . . ft oft Westerrar In . . Kaliwerk SaUdeN«» 2- G S«rden.Ink>»«> Dynamtt Sobd . . . TcheiveanKoU. Polbfchmtbi •IfltflCTitDctte . THetallgesellschM. . 199.5 189,76 382 1532,25 >)ambura-Ämertla L«uet . yamb.-SüMm. Dampfsch. £)on|a Dampfschiss . - Ziorddeutscher gloflb . . Xllfl Deutsche UrrvitanV. . Barmer Baokveren . • SetUnet hanvettgeteMch-- Kommerz- und Brisas-Vanl Tormsr u Nationall>«l ■ Deutsche Bank - • Ditto»lo-chelrAchnit tot- Drervaer Bank - » ottneldeoische . Rtieinwa! ........... » . . . 8 IH3-4 , . . . 6 . . . . S , . . . 8 ^ries ---E7T7 168,76 21.995 112,04 59,07 2,50 112,27 80,94 57,74 12,44 7.3,20 a.M. Schlub-i l-Uhr- Sch.uh!« Aoiang Kur» I Aur« " “ Datum 6% «elchtanieche v 1027 tft Nnl -Äbioi.-Echllkr mtt Aus- lof^Rechien t«tet. ohne NuSiof^Siechie .- . - 7% Kran!!. Hvp.-Vl «oldvf. un- kündbar M3 1932 IV,% Slbtlnllär Hyv.-Lrmk Clou.- Boidpj. aba 3orfitefl6-Oblifiatu)n. rückzahlbar 1932 4% tzchweq. ®unbe»b.4üü.. . - i% vesierrrtchtlche Solvrie.. . ■ 1,20% besten Silberne..... 4% Oesterreich einheitt. RN . . 4% Ungarische ®olbtie.. . . - J.% Ungarische Liaattt. k 1910 i/i% Otlgl. non 1918..... 1% Ungarische fttonearte..... 1% tülL Aollanlnbe v. 1911 . . lürktschr Bagdaddahn-tol.. Serie l 4% MßL Serie II...... 4% Rumänen ccnoetL Sin. . . . l%% Rumänen ffioloerJ. von 1913 Frankfurt a. M Berlin Sd)luf$»l K»r» | l-Uhr- flur» Sd).u{pl ÄUTS Aniang Sur» Datum: 10. 12 | 11. 12 10. 12. 1t. 12 PhiNpu Hoizmann..... . 7 136 - 135.0 -*• Heidelberger Sement .... 10 135 i3'>,a — — Lemeni Sarlttadi..... . 8 — — — Wavb 4 Freitag ..... 10 — 136 136 SchuUdetZ Payenhof« . . . 16 — — 24.25 327.5 Cftwerfe ...... 12 —• 280.1 282,5 18 * •□40 344 Bern berg ........ HellKoss Daldbas..... 14 12 — 279 2-n 438 277 278,25 tzelllloft Aschaffenburg . . . Chartottenburger Wasser . • 18 207 206 204 — . 7 — — 126,5 127.5 Dessauer 9ai ...... . 8 — 109.75 213 Daimler Mowren..... . 0 84 — 84 83.75 . 0 — — 47 47.25 . 6 90 90 90,5 90.25 Luvw. Loewe ...... 10 — — 242 24-5,75 Nat. Automobll . . • • • • . 0 -• 54.75 — Orensietn 4 ftoppd • • • • . b — — 100. 101 Leonhard lieh ..... . 6 — — 285 i89.ö Bamaa-Meguin ...... Franks. Maschine» . . • • . . 0 19 — 20 — . 6 —— — 70.5 —— Sritzner .••••• 11 . 0 119.75 15 — 116 — ZuagöanS . .••••• Lechwerke .•••••• . 4 . 8 — 87.25 — Mainkrailwerl» ...... . 8 123 125 — — Miag ..»•••. 10 137,7. >38,5 138,25 Nekarsulmer . ...... . t 22 — Ä — . 8 105.5 105.75 — Kebr. Roeder ...... 10 125.75 — —* Solgi 4 Hoeffna..... . S 212 — — **• Südd. Zucker....... . 8 155.7. 156,76 156 Frankfurt a. M Berlin Schlud- Sur» l-Uhr- Sur» Sch.uj;, SurL Anjang Sur» Datum: | 10 12. 11 12. 10. 12. | 11 12. 10. ®cicmbct 11 Dezemb r Amtliche Noti.nma Amtliche Notierung (Selb Brie> i»eld «ru- HmfL-SHott. Bueru-AtreS «rff.-Annv Christian ta Souenbaatn Ptfvfhnlm . 168.37 1,765 38,275 111,77 111,88 112,12 168,71 1.769 58,315 111,99 112,10 112.34 168,38 1,766 38,27 111.75 111.87 112.09 168,72 1.770 58.39 111.97 11X00 - 112,31 finar ord- 10,545 10.3'5 10.546 10.566 Italien. . <1,955 21,99a 21,95 21,99 London. . . 30,537 20.377 20,333 20,375 N env ort . • 1.1920 4.2000 4,1920 4,2000 Paris. . . . !•, 37 IM1 16.57 tu.4t Schwei» » . >0,74 10.90 80,73.5 10.89.', Svanteü . •7,71 67,85 •7,78 u7.93 ftapan . . . 1.930 1.934 1.922 1.936 mld de ffcm. 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