ür. in Erster Blatt 178. Zahrgang Zrettag, |». Mai 1928 lt|0«ui 'ü-l'ch, Sseetaqt ,»d ftetertag» Bs*arfc -md « 9trt*»pteiiniq fix Iräget» lohn, auch bei Richter- Meinen einjeinerlhimmeni Gfoly HSHere, ®ra>alL 3em|prrd)an|d)lü||e: 11, M enb 112 leMrtfi **» Drahrnach- richten Bnjelger Siebe» pslschecktonto. freitfun am mein 11688. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmtf enb Derlog: vrLHI'fche Unive^sitülr v»ch- nnö Stdnbrnderet L. Lange tu Stehen. Sdfriftletting und Geschäftrstelle- 5ch«llttafte 7. 1bm|m m lijeifea ftr bie Iaqe»nummer bi» !»■ Aachnnkag vorher. Preis IMr l eim höbe für HnjeiqeR ron 27 mtn Brette önllch 8. au«u>rilannien nicht die wenigen auf deutschem Gebiet verbliebenen britischen Truppen ablransporheren könne. Man sage jetzt gerade immer, Deutschland sei gleich- berechtigt, und heute sogar England» bester Freund in Europa. Wenn England ausländische Truppen in Kent und CornroaU sehen würde, so würde e» dem Lande gegenüber, da» diese Truppen dorth n gestellt Hal. nicht diegteichenEmpsindungen haben, al» wenn e» frei rocke. Unterstaatssekretär für Aeufteres, Locker- Lampson, brachte bann die Debatte zum Ab- schluß. Er erklärte, er hoffe, da» Ergebnis der Beratungen mit den Dominions werde in einigen laaen befanntgegeben werden. ..Die Frage der britischen Truppen im Rheinland wird von der Tatsache geleitet, daß wir im Einklang mit Belgien und Frankreich und mit der Repara- t ion »frage handelten." Das Problem der Reparationen sei, wie er hoffe, einer praktischen Lösung weit näher als vor einem Jahre Die britische Regierung verfolge die Frage der Besetzung des Rhcin- lande» sehr sorgsam, und niemand würde sich mehr freuen, als die Regierung, wenn die Rhci. 'anbbe- setzung früher?, u einem Ende käme, als man noch vor einigen Jahren für möglich hielt. England bleibt fest. Der Ausweisungsbefehl für CarU von Rumänien. ß o n b o n , 10. Mai. (WB ) 9m Unterhouse te'lte der Innenminister mit, baft er von Herrn Jone s c u eine Mitteilung erhalten habe, die Bedauern im Ramen des Prinzen Carvl darüber ausspricht, baft dieser unbeabsichtigt der britischen Regierung Schwierigkeiten oer- urfad)t habe und Zusicherungen gibt, baft, wenn bas Ersuchen des britischen Innenministers, Carol möge bas Land sobald wie möglich oerlasien, zurückgezogen wird, er während seines Aufenthaltes in England keine politisch« Tätig- k e i t ausüben werbe. Der Innenminister fuhr fort. geklagter verhört worden, denn bas Verhör des zweiten ist kaum begonnen worden. Dreizehn Lngeklaate lind noch zu vernehmen, ferner 300 Zeugen Dreißig Anträge sind bis setzt gestellt worden. Ich habe folgende Berechnung angestellt: Der letzte Belastungszeuge kann, wenn wir weiter lo fortfahren, Ende Juni vernommen werden, dann könnte der erste Entlastungszeuge von den 250 kommen. Das würde lange Wochen oder lange Monate dauern. Dann würde die Anklagerede kommen Ich würde mich mit zwei oder drei Stunden begnügen. Dann kämen die Plädoyers von acht Anwälten 'unb die Erklärungen von 15 Angeklagten. In diesem Falle würden wir bis Herbst hier in Colmar verhandeln. Die Angeklagten üben ihr gutes Recht aus. auch die Zahl der Anträge ist nicht begrenzt. Die R chter stehen eben einer anormalen Lage gegenüber. Ich bin mir bewußt, daß ich den Beweis zu erbringen habe Ich habe keine Angst, ich werde beweisen, baft sich die An- geflagtcn dahin verständigt haben, die Regierungsform zu ändern und die Bürger aufzufordern, sich gegen die Behörden zu bewaffnen. Meine Beweise finde ich in der Korrespondenz der Angeklagten untereinander, in ihren Aeuherungen in der vcstentlichkeit und in ben Zeugenaussagen. Man könnte schneller 3 u m Ziele kommen, nämlich, wenn beide Parteien, die Anklage und die Verteidigung, auf das Zeugenoerhör oer- lich gehauenen Handschreiben seine und der Reich», ngierung Glückwünsche au. gesprochen Blaut». htretär Dr. Pünder hat für d,e Reichskanzlei, deren Ches Dr Stresemann al» Reichskanzler war. Glückwünsche übermittelt und ein Blumenarrangement mit entsprechender Widmung überreicht Un- ter den zahllosen weiteren Glückwünschen, die b.s» her clngclaufen sind, seien erwähnt Der Re ch»- arbeitsminifter Braun», der preuft.sche Minister- Sräfiöent Braun, der prenftische Jnnenmir iter irzesinski. der preuftilche Handelsminister Dr Schreiber, der söchsiiche Ministerpräsident Heidt namen» der sächsischen Regierung, der Senat der Freien Stadt Danzig, Erz. Lewald namens de» Deutschen Reichsauvschusse» für Leibesübungen, der Verein Berliner Kauf- leute und Industrieller, der Verein Deutscher Zeitungsverleger, der Zentralverband de» Deutschen Bank- und Bankiergereerbe», die Industrie - und Handelskammer von Berlin, der Reichsverband der deutschen In- dustrie, da» Reichsbankdirektorium, der Generaldirektor der Deutschen Reich^bahnge- sellschaft, Dr.-Ing. Dorpmüller, der Präsident des Senat» der Freien und Hansastadt Ham- bürg. Der österreichische Bundespräsident Dr. Hainisch hat den österreichischen Geschskv- träger in Berlin beauftragt, dem Reich außen- minifter die Glückwünsche des Bundespräsidenten zum 50. Geburtstag persönlich zu übermittln. Bundeskanzler Dr. Seipel hat dein Reich», auftenminifter direkt seine Glückwünsche ausgesprochen. Die Deutsche Volk» Partei hat durch eine Abordnung ihres Parieivorstandes ihrem Vorsitzenden eine Adresse überreichen lasten, in der „dem weitsichtigen und tatkräftigen Staats- manne, der als Kanzler des Reiche» in dem furchtbaren Schickfalssahre 1923 die todbringenden (Befahren klaren Auges erkannte und sie mit rorifem Rat wie starker Hand zu meistern den Mut fand, dem erfolgreichen Auftenminifter, der dann die Ruhr befreite und die Räumung des Rheinlandes einleitete, dem überzeugten Vorkämpfer des ßiberalis- mus, dem bewahrten Parteiführer" die Glückwünsche der Deutschen Dolkvpartei ausgesprochee werden. Con bon, 10.Mai. (WTB.) DaS Unter- hauS hatte heute in Erwartung ber Erklärungen Chamberlains zum Äcllogg-jjalt bas Gepräge eineS „großen TageS". Macdonald leitete die Debatte über den Voranschlag deS Zvreign Office ein. Dann erklärt« Sir Austen Chamberlain, die Reg erung begrüße nicht nur warm die Initiative ber Vereinigten Staaten, sondern habe die Ho,snuna. daß sie er- Die französisch« Vureaukratie hat zielbewuftt av«S daraus angelegt, um daS Verfahren gegen vie elsässischen .Hochverräter". daS vor einer Doch« in 4olmar begann, zu einem Skandal- prozeft zu machen, durch den alle Qtutono- mtften gründsich kompromittiert werden sollten. DaS einzige, wo« ihr bisher aber gelungen ist. besteht lediglich darin, baft sie einen P r oze ft» fkandal provozierte, wie et In einem europäischen Staat immerhin selten ist, und baft die StaatSanwaltschast jetzt, nachdem ihre Anllage bereits so gut wie zu lammen geb rochen ift. -um Rückzüge blasen muft. Die Herren hatten sehr klug gerechnet. Sie hatten eS nicht gewagt, daS Dersahren vor den Wahlen durchzuführen, sie hatten sich mehr davon versprochen, wenn sie alleS in ein geheimnisvolles Dunkel hüllten und dadurch die Autonomisten gewilsermaften moralisch anrüchig machten, um ihnen die Sympathien zu rauben und ihre WahlauSsichten zu schmälern. Die Dirtuna tst auch da die ent- aegenaesetzte gewesen' ihrer Prelle beraubt, tm Gefängnis sitzend, ohne bi« Möglichkeit irgendeiner Wahlagitation, haben zwei der Hoch- beträtet ein Mandat erobert und konnten vor dem Gericht in ihrer neuen Würde als ..DeputeS" auftreten. Die ganze Art der Ve- handlung bet bisher doch nur Angeschuldigten hat ihnen die Sympathien ihrer Landsleute In verstärktem Maft« zu geführt, eben durch diese Methoden tst für Frankreich die Autonomiebewegung erst recht eine politische Gefahr ge- tvorben Und nun der Prozeh selbst. Die Staatsanwalt- schast hütete sich ängstlich, ihr eigene» Anklage- material betanntjugeoen. Sie hatte viel Papier vollschrerben lasten und verschanzte sich dahinter, baft fle «r st vor ben Richtern selbst mit ihren Beweisen für da» staatsgesährluhe Treiben der Angeschulblgten heroortreten würde. Don Tag zu Tag Hal man daraus gewartet, statt dessen oer- wickelten sich Vorsitzender, vnklagebehörde und Der- leidiger in eine stark in» Breite gehende politisch« Debatte, deren wesentliche» Ergebni» war, baft der vorsiNende, wo er Irgendwie konnte, gegen die Angeklagten entschied So reihie sich em Ina an ben andern, ohne baft wesentlich Reue» geschah, bl» Herr Poincart In Straftburg erschien und sein Schatten über da» Gericht fiel, da» plötzlich seine Taktik änderte, die Vernehmung der Angeklagten, die ja eigentlich die Voraussetzung jeder Verhandlung bildet, abbrach und mit dem Zeugenoerhör begann, aber auch der Kron- zeuge der Staatsanwaltschaft konnte nicht viel mehr al» Gerüchte oortragen Irgendwelche Beweise fehlen immer noch. E» ist die Behauptung ausgestellt, baft die Autonomisten Elsaß - Lothringen von Frankreich losreiften wollten, und sich dafür von Deutschland Geld geben liehen. Sie selbst bestreiten da». Mit gutem Grunde, well gerade bei Ihrer Persönlichkeit und bei ihrer Vergangenheit lebe Vorliebe für Deutschlanb ausgeschlosten ift. Und jetzt kommt plötzlich der Staatsanwalt mit einem Vorschlag, ber auf eine glatte Kapitulation Srausläuft. Er hat ausgerechnet, baft bei der Fort- |ung der bisherigen Methoden das Verfahren s zum Herbst dauern würde. Er will also die Verhandlung fompromieren und in a ch t laaen zu Ende führen, pibl damit aber ^eichzeitig zu. baft er s o gut wie gar kein Material in Hänben hat. Da» ganze Verfahren war also von vornherein eine Farce. Es wird mit einer moralischen Rechtfertigung ber Hauptangeklagten enden, selbst wenn pro form* einige der nicht anwesenden, in Deutschland lebenden Angeklagten, deren Barne wohl eigen» zu diesem Zweck auf die Liste gesetzt ist, verurteilt werden sollten. Der wahre Verurteilte bleibt aber jedenfalls der einen Geschästsbriefumschlag der Firma „S. ft. Gesellschaft für Kapitalisierung in Straftburg", ber handschrifttich die Adresse: Fräulein Jeaane Müllet, Burg bei Freiburg L B, trägt, vor. Dieser noch nicht abgesandt gcwe'ene Umschlag war bei ber Haussuchung am Weihnachtsabend in der Wohnung von Häuft vorgcsunden worden. Gr enthielt einen gedruckten Bericht über ein« Rede deS kommunistischen Abgeordneten Huber In der Kammer. Häuft erflärt hierzu, er wisse nicht, wie dieser Dries in seine Wohnuna gekommen fei. Er hab« sich allerdings einmal fünfzehn Sparscheine von der S. Ä. Gesellschaft für Kapitalisierung kommen lassen. AuS Sparsamkeit habe er diese noch brauchbaren Umschläge. wie er dieS mit anderen zu tun pfleg«, innerhalb seiner Druckerei weiter verwendet. Rach Hause habe er derartige Umschläge nicht mitgenommen. Sie Adresse sei nicht von chm geschrieben, sondern vermutlich von RooS. der sich einmal einen Umschlag in seinem Bu- reau von seiner Sekretärin habe geben lassen. Die Empfängerin, Ieanne Müller sei ihm unbekannt. Die DiSkusfton über diesen Dries nimmt den Rest der RachmittagSsiyung in Anspruch, weil der Vorsitzende die Vermutung auSspricht, baft eS eine Ieanne Müller in Burg b. Freiburg nicht gäbe, sondern baft bieS eine Deckabreffe sei unb baft ber Brief für einen Spio- nagedlenst bestimmt gewesen fei. leisten werde Ehamberlain fragte: „Ist es nicht ganz natürlich unb ber Mühe wert, baft wir unS ein wenig Zeit nehmen, um bie Beziehung der neu vorgeschla^e.ien Verpflichtung zu den bestehenden Derp llchtunge.r, d.e wir übernommen haben, zu erwägen? Der Zweck sei. ein Dokument zu erhal «.i, daS alle unterzeichnen würden in demselben Geiste, mit demieiben Wohlwollen und derselben Eirtschlostemheit, es ou|- rechtzuerhalten. Seiner Ansicht nach fei keine <,tit vergeudet worden. KelurggS Rede habe gezeigt, baft es vollkommen möglich sei. bie bestehenden Verpflichtungen mit der neuen Erklärung, zu der Kellogg eingeladen hat. in Einllana zu bringen. Die englische Regierung habe ihre Prüiung des Vorschlages beendet. Ihre Bemerkungen unb Anregungen für die Antwort an bie Vereinigten Staaten be änden sich bereits auf dein Wege nach den Tom nions." In Anbetracht der Zahl der Mächte, an die der amerikanische Vorschlag gerichtet worden fei, unb der Schwierigkeit, durch Korrespondenz diese Mächte bereitwillig und leicht in einem Ab- kommen ]u vereinigen, habe er versuchsweise angeregt, baft der weg geglättet unb etwaige Differenzen auf ein Mindestmaft bcsch'änkt werden könnten, wenn eine Zusammenkunft der Juristen staltfind«, bei der sie Ansichten und Argumente austauschen könnten. Aber sobald er erfahren habe, baft der Vorschlag sich einer ber in Betracht kommenden Regierungen nicht anempfehle, habe er ihn zurückgezogen. Ehamberlain erhärt: ..Wir werben daher die Verhandlungen durch di« gewohnten diplomatischen Kanäle fort eyen. Sobald di« Antwort ber Dornin onS bei . er britischen Regierung eingegangen sein wird, tP.ft sie. bi« öri.ische Antwort der Regierung der Vere.nigten Staaten zu Übergelen. Ich brauche nach meinen e-n ährenden Worten kaum zu sagen, baft unser« Arttwort dahingehend 'ein wird, baft es unser Wunsch ist, an Dem Abschluft eineS solchen Pattes, wie er' vorgeschlagen wird, mitzuwirken unb unS mit ben interessierten Regierungen an den Verhandlungen zu beteiligen, bie zu biesem Zweck erforderlich sind." DaS Mitglied der Arbeiterpartei Renn - w ort Hy fragte fobann, oö England jetzt vollkommen Ire. lei. vorausgesetzt daß die Domir-.ion- juftimmen. di rett zu verhandeln unb den Vertrag zu untcrze chnen und nicht in irgendeiner Weis« gezwungen to. beispielsweise mit Frankreich zu beraten. Hierauf erwiderte Ehamberlain: Rein. Wir sind natürlich nicht gezwungen, mit zichten würden Ich würde mich verpflichten, keine einzige Zeile zu verlesen, die nicht in den Akten zu finden ist. wenn dieser Vorschlag nicht angenommen werden wird, würde ich Vorschlägen, nur eine gewisse Zahl von Zeugen beiderseitig oer- hören zu lassen, um schneller zum Ziele zu kommen. Zu Beginn ber Vachmittagssitzung erklärte Rechtsanwalt Fournier, baft die Bertrlbl- guna von 250 Entlastungszeugen nur 2 8 a a f- rechterhalte unb auf bie Vernehmung ber übrigen verzichte. Rochmal» wirb jcboch verlangt. man möge ben Angeklagten, beten verhör jetzt fortgesetzt wirb, bie Tatsachen nennen, bie ihr Erscheinen vor bem Schwurgericht wegen Komplotts gegen bie Sicherheit be» Staates not- wendig gemacht haben. Hierauf erklärte der Vorsitzende, da- find« sich alles in ber Anklageschrift. Der Staatsanwalt erklärt, sich mit sechs DelaftungSzeugen zu begnügen. Dann wirb baS Verhör Schalls fortgesetzt. Dieser erklärt, baft die Schutztruppe als solche im Februar 1927 aus gehört habe zu bestehen, daft man allerdings nach Gründung der Autonomistenpartei (25. September 1927) sie wieder zu beleben versucht habe, da neue Drohungen gegen bie Autonomisten erhoben wurden, baft sich aber auch bann nur 25—30 Personen zusammengesunben hätten, zumeist bie- selben wie früher, unb baft man bann bie Schutztruppe aufgehoben unb in einen politischen Debattierklub umgewan- b e 11 habe. DaS Verbot ber Schuytruppe sei nicht nach bem Muster beS Stahlhelms unb des ^yikingbunbeS. besten Satzungen er nicht einmal kenne, abgefaftt worden. Dann äuftert sich Schalt auf eine Frage de« Vorsitzenden über die Gründung der Autonomistenpartei. die er zusammen mit bem in bet Schweiz besinblichen Roo« am 25 September 1927 dorgenommen habe Er habe bi« Gründung der Autonomistenpartei beschleunigt, um ein Gegengewicht gegen die von ihm al« verderblich erachteten politischen Bestrebungen be« Baron« Zorn Der. Bulach zu schaffen. Menn man von einem freien Elsaß gesprochen habe, sei damit die moralische Freiheit, nicht die politische gemeint Man habe ein theoretische« Höchst Programm festgesetzt. nämlich ein republikanisches Eisaft zusammen mit einer Revublik Frankreich, ähnlich wie in angelsächsischen Ländern unb ein Minbest- programm. das die Wiederaufrichdung der Ver- fastung von 1911 zum Ziele hatte. Die Der- schmclMNg der Autonomistenpartei mit ber sogenannten Oppositionspartei deS Da- ronS Zorn von Verlach. s«>i erst erfolgt, nachdem Belach daS Programm der Autonomistenpartei angenommen hab«. AuS dem Programm führt Schall folgende Grundsätze an: Wahrung der elsoft-lothr.ngischrn Heimat-recht« durch eine SelbstverwaltungSorganisation. be ihren Sitz in Straftburg hat und all« provinzial- .politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen diese- Lande« umfaftt. Die aroftstaallichen Interesten die wir auf Grund be« Versailler Vertrage- mit Frankreich gemeinsam haben, s-vllen nach wie vor durch Pari- vertreten werden. D e Ziele de« ZenttalauSschustes der nationalen Minderheiten in Frankreich, fo fuhr Schall fort, sind auf da« Selb st bestimmung-recht und aus den internationalen söderali-mu- yerichiet gewesen. In diesem Zusammenhang betragt dec Vorsitzende den Angeklagten Schall über einen von ihm am 20. Dezember 192? geichriebenen Dries an Dr Engel in Mülheim a d. Ruh., ber bie Vertretung ber heutigen Minderheiten in Supen-Malmedy innerhalb de- Zen- tralauS'chuste« der nationalen Minderheiten habe. Schall erklärt hierzu, baft ein solcher Vertreter ebenso hätte -^gelassen werden können, wie auch ein Beobachter von ben Flamen abgeorbnet worben fei. Dann beginnt das verhör des Angeklagten Buchdrucker Häuft, eines Sohnes des früheren Reichslagsabgeordneten und elsässischen Canb- lagsabgcorbnelen häuft, ber vor der Schaffung des ftcimalbunbes einem Bund ftelmatlreuer Elfaft colhringer, der elroa 20 Mitglieder umfaßte, angehörte und dann später dem Helmalbund bfitral Er erklärte, die Grünbung der Autonomistenpartei sei erfolgt, weil innerhalb dos Heimalbundes zwei Strömungen herrschten, nämlich eine, di« ben Heimatbund als unparteiische Organisation erhalten wollte, und eine andere Richtung, ber auch Schall angehörte, die eine politische Partei wollte Auf der Gründungssitzung der Autonomistenpartri am 23. Dezember 1927 soll nun der im Ausland befindliche Vorsitzende der Autonomistenpartei Roos, in einer Rede, nach einem Poi.zeibericht, von einem freien und unabhängigen E 1 faft gesprochen haben. Rach einem Bericht der .Zukunft" habe Roos aber nur von einem freien Eisaft schlechthin gesprochen. Häuft betont, daß die Freiheit in moralischem, nicht aber in politischem Sinne gemeint sei Außerdem finde sich in dem Bericht der ,r3u!unftÄ über dieselbe Rede des Roos noch eine andere Stelle, bie ein ganz anderes Bild gebe und lautete ..Worauf will die Autonomistenpartei hinaus'' Will sie das Elsaß von Frankreich loslölen? Die Antwort auf diese Frage ist klar. Die Autonomisten sind keine Separatisten." Dann hält ber Vorsitzende bem Angeklagten Häuft er habe leider antworten müssen, daß der bereite erfolgte bedauerliche Eindruck nicht durch irgendwelche Versicherungen für die Zukunft beseitigt werden könnte und, während er bereit sei, ihm eine angemessene Zeit zu gewähren, um Vorkehrungen zum Verlosten des Londes zu treffen, unter der klaren Voraussetzung, daß sich Carol und die direkt mit ihm verbundenen Personen inzwischen peinlichst jeder politischen Tätigkeit enthalten werden, er der Ansicht sei, daß die bereits gegebene Anweisung nicht zurückgezogen werden könne. Der Innenminister fügte auf eine weitere Anfrage hinzu, er hoffe, „dieser Gentleman* werde bis Montag da» Land verlassen haben. Unter dem dröhnenden Gelächter des Dauses bestand das Mit- glied der Arbeiterpartei, Kenworthy darauf, bah Carol sein rechtmäßiger Prinzentitel und nicht die Bezeichnung „Gentleman" gegeben wird. Der Kampf gegen Dratianu. Tie Forderungen der Nationalen Bauernpartei. Bukarest. 9. Mai. (XU.) Die Blatter der nationalen Bauernpartei veröffentlichen e ne Erklärung eine- Führers der Partei, in der es heißt: Bach den bisher gefaßten Beschlus en müsse die Regierung die Parteileitung der Rationalen Bauernpartei entweder verhaften oder selbst zurücktreten. Der .Euvantul" meint, die Rationale Bauernpartei befinde sich setzt auf der Scheide- linle zwischen Legalität und Revolution. Derselben An'icht ist auch Ten er al RvereScu, der In seinem Blatt den Rücktritt der Regierung verlangt, wenn sie sich zu schwach erweisen sollt.', al3 Beweis ihrer Starke dagegen die Berhastung der Führer der Rationale Bauernpartei, die offen für die Revolution werben. Die Rationale Bauernpartei veröffentlicht in der Zensur rage eine Auslassung, in der scharf gegen die Zensur Einspruch erhoben wird. Während der Versammlung von Karlsburg hatte die Regierung das Erscheinen oller oppositionellen Blätter verboten. Dadurch nehme die Regierung der Rationalen Bauernpartei die Möglichkeit, durch die Presse ihre Meinung zu sogen. Die Rationale Bauernpartei stellt fest, daß sich dadurch die Regierung außerhalb des Gesetzes stelle und in bezug aus die politischen und bürgerlichen Freiheiten einen Staatsstreich begehe, gegen den sich die Rationale Bauernpartei mit allen ihr richtig erfc' einenden Mitteln wehren müsse. Der Voll- zug-.oueschuß der Rationalen Bauernpartei sehe sich deshalb veranlaßt, drn Kampf gegen diele gefehwidrigen Maßnahmen der Regierung aufzunehmen und alle von der Regierung Verfolgten zu beschützen. Kapitulation vvn Tsinansu. Die Stadt von den japanischen Truppen besetzt I o f l o, 10. mal (WIB.) Die letzten Rachrichten au» Sdjantung besagen, daß bei dem Auftauchen japanischer Flugzeuge über 111 n a n f u gestern die Sübtnippen unter dem General Fengtschcnwu, die ba« chinesische viertel der Stabt beseht hielten, k a - p Muller len. Sie wurden sofort entwafs- v e t. 6» wirb bestätigt, bah die japanischen Truppen bie Eifenbahnbrücke über den Gelben Fluh beseht haben. Die japanischen Truppen «Haden bie Süd- und westecken der Stadtmauer In die Luft gesprengt, um den noch innerhalb Per Stadt verbliebenen südchinesischen nationalistischen Streitkräften, die einen energischen widerstand leisteten, ein Festsehen an der Umwallung unmöglich zu machen. Die chinesischen Truppen wurden dann au» der Stadt gedrängt, überschritten den Gelben Fluh und flüchteten in nörd- llcher Richtung. Da» Generalquartier der nationalistischen Truppen ist nach p a u I a i n g - f u verlegt worden. Ischangtsolin soll seine Stellungen ausgegeben und sich noch der Mandschurei zurückgezogen haben. 3n einem Telegramm, bas ber Pekinger Regierung auf Anweisung Tschanglso- lin» gcfanbl ist, teilt Tschangtsolin mit, dah er seinen Truppen auf ber Honan- und Schansisronl die so- fortige Einstellung derFeindselig- keilen befohlen habe. L» gelle zunächst, die inner- politischen und darüber hinaus die mit den auswärtigen Mächten entstandenen Schwierigkeiten zu regeln. Bis dahin werde er keinen Wider- st a n d mehr leisten. Die Lage Ifchangfalsch e k» soll sehr erschwert sein. Er trägt sich mit der Absicht, darauf zu verzichten, seine Offensive nach dem Jlorben fortzusehen. Diese würbe von Suntschuanfang durchgeführt werben. L» verlautet, daß die Japaner die auswärtigen Möchte ersucht haben, derBlldungeinerfich etwasieben Meilen um Tientsin erstreckenden Zone zuzustimmen. Die Amerikaner erheben jedoch Einwände, auch alle anderen in Betracht kommenden Gesandtschaften sind wegen diese» Ersuchen» besorgt. Die Wirkung der Schaffung einer derart! gen Zone auf die militärischen Operationen zwischen Nord und Süd würde insofern von Bedeutung sein, al» sie die Operationen der Südtruppen gegen Ror- den vollkommen blockieren würde. Das Programm der Volksrechtspariei. Xr. Best spricht in Frankfurt. Frankfurt a. TI., 9. Mai. (TU.) 3n einer von der Volksrechtspartei einberufenen Wahlverfaminlung sprach am Mittwochabend Oberlandesaericht^präsi- deut a. D. Dr. B e ft. Cr führte u. a. aus, jjaupt- erforberni» sei die Schaffung eines D e r f o r - g u n g s g e f e h e » f ü r d > e A 11 r e n t n e r. Lander und Gemeinden könnten sehr wohl bessere Bedingungen für bie Ablösungsan. leihen einräumen, doch bie Neichsregierung halte !>e geradezu gewaltsam zuruck mit ber Drohung, sie sonst beim Finanzausgleich schlechter zu stellen. Die Rückwirkungen eines solchen Gkbarme aus das Ausland feien nicht ausgeblichen. Tur ein I Staat der pol,tische Druckmittel in der Hand habe, | Deutschland zu ber ehrlichen Anerkennung und zur | Zahlung feiner Verpflichtungen zu zwingen, gebe uns Kredit. Die Gesetze von 1925 die die Au'. Wertung regeln, seien Ausnah megesene, die ba» alte, gute bürgerliche Recht unterbrächen Ihre Folge sei eine Zerstörung der Wirtschaft, Mißtrauen ber Sparer und bie heutigen hohen Zinssätze, bie ganze Berufsstanbe vernichteten. Eine gerechte Aufwertung pi nicht nur notig, jonbern die Voraussetzung des Wieder- aufbaues. Das gleiche unehrliche Gebaren zeige sich auch beim KriegssHadenschlußgesetz. Die Dolksrechtspartei kämpfe für Wiederhentellung ber Rechtsordnung im Innern und eine Ermäßi- 8ung der Daweslasten, deren Höhe durch die eutsche Erklärung in London veranlaßt worden fei, baß das Reich durch bie oteuernotoerorbnung entschuldet fei. Oer Reichsarbeitsminister über (Sozialpolitik. Münster, 9. Mai. (Tel.) 3n einer Zentrumsversammlung sprach Reichsarbeitsminister Dr. Brauns über W.rtscha'tS- und Sozialpolitik. Er führte u. a. aus, die Deflationskrise habe auch gute Seiten gehabt. Sine gewisse Stetigkeit in unserem Wirtschaftsleben fei zurückgewonnen worden. Die Ausfuhrztssern feien gestiegen. 3m Inlands schreite die Kapitalbil- oung wieder langsam vorwärts. Trotz der Steigerung der Produktion hätte die Arbeitszeit Verringert werden können. Wir seien aber noch nicht über den Berg und könnten von einer endgültigen Konsolidierung der Wirtschaft noch nicht reden. Handelsbilanz und Zahlungsbilanz feien noch immer passiv, die Auslandsverschuldung weite r g -wachsen. liebel sei die Belastung unserer Wirtschaft durch das DaweSabkornmen und an ere Lasten im Zusammenhang mit dem Kriege. Der gesamte Le- benSkosteninde? sei von 100 Prozent vor dem Kriege aus 153 Prozent gestiegen. Das bedeute, daß wir an einer gewissen Grenze unserer Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auslande ständen. Weiter sprach Dr. Brauns übet die Sozialversicherung, die wieder habe ausgebaut werden können. Hier handle es sich nicht nur um eine Belastung der Wirtschaft, sondern es handle sich auch um öffentliche Pflichten gegenüber der Rotlage vieler Menschen. Immerhin werde auch der Zwang zu Ersparnissen in der Der- waltungsreform vor der Sozialver- sichetung nicht stehen bleiben dürfen. Was das Gebiet des Arbeitsschutzes angeht, so habe es sich bei der Arbeitszeit nicht als richtig erwiesen, den schematischen Achtstundentag beizubehalten. Wenn auch heute nur noch ein Arbeitszeltnotgeseh bestehe, weil gewisse llnterschi?de gemacht werden müßten, so seien wir gegenüber der Kriegs- und Vorkriegszeit doch weit vorgeschritten. Das ArbeitS- recht sei heute eigentlich Kern und Seele unserer ganzen neuen Gesetzgebung. Auch die Wirtschaft der heutigen Zeit könne diese Einrichtung nicht entbehren. Ein ilebelftanb sei nur, dah bei dieser Gesetzgebung die Verantwortung beider Parteien immer mehr herab- sinke. DerdeuWedesihmdenKoloni'en Don unserer Berliner Redaktion. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, ist in diesen Tagen mit der Erledigung der letzten Rückgabeverhandlungen betreffend deutsches Eigentum in den ehemaligen deutschen Kolonien und in den Kolonien der anderen Versailler Dertragsmächte au rechnen. AIS einziger von allen Staaten hat die Südafrikanische Union im Falle des deutschen Eigentums im ehemals Deutsch- Südwestafrika überhaupt keinen Gebrauch von ihrem Liquidationsrecht gemacht. Dagegen bat Frankreich sowohl in unseren ehemaligen Kolonien, wie auch in seinem afrikanischen Besitz fast den ganzen deutschen Besitz liquidiert und nur einen verschwindend kleinen Teil nachträglich vor einiger Zeit freigegeben. Auch die Engländer in Deutschostafrika und in Kamerun haben den deutschen Besitz liquidiert, sich aber nach langen Verhandlungen wenigstens im Falle Kameruns bekanntlich bereit erklärt, bei der Versteigerung den Deutschen ein Virtungsrecht zu geben und nach Möglichkeit englische Käufer auszuschliehen. Unter diesen Umständen ist es dann auch gelungen, den deutschen Plantagenbesitz in Kamerun größtenteils wieder in deutsche Hände zu bringen. Und schließlich ist auch der ehemalige deutsche sitz in unseren früheren ost-asiatischen Kopien von den Australiern liquidiert worden. Dagegen haben die Der- Handlungen mit Portugal erfreulicherweise zu posiitven Ergebnissen geführt. Bereits vor einiger Zeit ist der deutsche Besitz in der portugiesischen Kolonie Mozambique freigegeben worden. Wie man weiter hört, scheinen jetzt auch ähnliche Verhandlung:n für die portugiesische Kolonie Guinea, an der Westküste von Afrika gelegen, zu schweben und vor einem günstigen Abschluß zu stehen. Dies ist umso erfreulicher, als damit deutschen Koloniepionieren auch in dieser portugiesischen Kolonie die Möglichkeit zu weiterer Aufbauarbeit gegeben wird. Mit dem Abschluß der Verhandlungen mit Portugal dürften die letzten Liquidations- und Rückgabe-Fragen im afrikanischen Kolonialgebiet und tn der Sudfee erledigt sein. Oie Anklage gegen die Oon?z-Ingenieure Moskau. 11. Mai. (WTB. Funkspruch) Die Anklageschrift gegen die deutschen Ingenieure im Donczgcbiet behauptet, daß die Angeklagten durch Vermittlung polnischer und sranzöfi- s ch e r S t e l l e n in Moskau Beziehung en zum polnischen Kriegsministerium und zu französischen Stellen in Paris unterhalten hätten. Die Anklageschrift wirft den Verhafteten ferner vor, sie hätten zu den deutschen Firmen AEG., Siemens- Schuckert und Eickhof in Beziehungen gestanden und Geldbeträge von diesen bezogen. Aus aller Welt. Schwere Erdrutfchkatastrophe in Mittelitalien Grolla mare bei Ascotin Diccno, 10. Mai. (WIB.) Infolge de» anhaltenden Regen» kam e» In der Rahe der Eisenbahnlinie zu einem Erdrutsch, j von dem zwölf Häuser ersaht wurden. Ein Y e r s o u e u z u g , der bald daraus die Strecke paf- Hert», entgleiste infolge der Gefteinrmasten, die dir Schienen bedeckten. Der Erdrutsch hat ungefähr 15 000 Kubikmeter Erdmassen In Bewegung ge- bracht. Bisher wurden 16 Leichen, darunter | die von zwei Kindern geborgen. Ungefähr 12 Der- wuudele mußten in Krankenhäuser übergeführt werden. 3m erflen hau», da» ocrfdjütlcl wurde, sind 6 Personen umgefommen. Diese» hau» stand auf enem Hügel, der in» Meer gerutscht ist. Da» zweite hau», da» unten am Meere» ft rand lag. wurde gleichfalls verschüttet. wobei 7 Personen umkamen. Der Zug. der unmittelbar nach dem Erdrutsch die Anglücksstelle uaffieren sollte, entgleiste, wobei zwei Personenwagen aufeinanderslürhlen. Dabei wurden 3 Personen getötet und 11 verletzt. Die „Bremen- Flieger In Philadelphia. Die „Bremen".Flieger, die auf ihrem Rundflug durch die Vereinigten Staaten mit durch Sturm, Rebel und schwere Wolkenbrüche verursachten starker Verspätung auf dem Flugfeld der Marine- ftation Philadelphia eingetroffen sind, wurden vom Bürqermeister von Philadelphia herzlich bewillkommnet. Die Flieger fuhren unter dem fortgesetzten Yubel der Bevölkerung im Automobil durch die mit den Flaggen Amerika», Irlands und des deutschen Reiches und den Bildern der Flieger geschmückten Straße zur F r e i b e i t s h a l l e, wo sie einen Kranz niederlegten und besuchten dar- auf Benjamin Franklin» Grab Später folgten sie einer Einladung ber Handelskammer .ZU einem Frühstück. Nachmittag» besuchten sie ein Theater, wo Lichtbilder von ihrer Landung in Philadelphia, sowie alle Aufnahmen seit ihrer Landung in Greely Island oorge/ührt wurden. Abends wurde den Fliegern zu (ihren pon den irischen und den deutschen Gesellschaften ein Festbankett veranstaltet. Ueber 27 Millionen Mark Geldstrafe. 3m brüten Magdeburger Schwarzbrennerprozeß wurde der Harchtangellagte Gustav Köhler wegen fortgesetzter Handlung der Monopolabgabenhinterziehung und Schwarzbrennerei zu einem Jahr Gefängnis und 4 159 908 Mark Steuerstrafe, evtl, einem weiteren Jahr Gefängnis Dcrurtcilt. Der Brennmeister Kurt Becker erhielt wegen fortgesetzter Handlung der schweren Urkundenfälschung. Siegel- brucheS. Amtsanmaßung, Monopolabgabenhinterziehung und Schwarzbrennerei neun Monate Gefängnis und 4 157 769 Mark Steuerstrafe bzw. weitere neun Monate Gefängnis. Der Brennmeister Oswald Hoppe erhielt wegen fortgesetzter Handlung der schweren Urkundenfälschung Siegelbruches. Amtsanmaßung. Mvnopolabqaben hinterziehung und Schwär?,brennerei neun Monate Gefängnis und 4 157 918 Mark Steuerstrafe bzw. weitere neun Monate Gefängnis. Insgesamt erhielten die Angeklagten zirka 27,5Millionen Geld- bzw. Steuer st rasen und Gefängnisstrafen von drei Wochen bis zu einem Jahr. Ferner wurden die Angeklagten zur Haftung f ü r W e r t e r s a tz in Höhe von zirka 18.5 Millionen Mark oder entsprechenden Gefängnisstrafen verurteilt. Da» Verbrecherunwesen im Ruhrgebiet- Die _ Nachforschungen nach den verwegenen Bankräubern, die am vergangenen Samstag bet hei lichtem Tage und bei regstem Straßenverkehr bie Reichsbank stelle Gladbeck über* fallen und ausgeplündert habm, haben nunmehr zu Feststellung t>?r Täter geführt. Dabei ist leider ein Kriminalbeamter, ber bei b.r Durchsuchung der Wohnung das Schlafzimmer betrat, von den Tätern erschossen worden. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, der Mörder Habhast zu werden. Man ist anscheinend ein r Verbrccherfamilie auf die Spur gekommen, d r auch mehrere aibere schwere Der- rechen, die im Ruhrgeaiet in den letzten Jahren begangen und bisher nicht aufgeklärt worden sind, zur Last fallen. Von ber Verbrecher gesell- fchaft ist bie ganze Familie Hübsche bis auf den ältesten Sohn, ber sich angeblich nach Düssel- dorf zum Pferderennen begeben hatte, in Haft genommen worden. Da -> die Raubzüge dieser Verbrechergesellscha,t sehr eint äg ich getce en sein müssen, kann man daraus schließen, dah sie über einen kleinen Autopark verfügt, und auch die sonstigen Anzeichen sprachen, dafür, daß sie im Besitze größerer Geldmittel ist. Es handelt sich mit ArtS.iah ne des Bat r3 um junge Leute im Alter von 18 b i s 24 Jahren, die bisher die Aufmerksamkeit der Polizei nicht auf sich gezogen hatten. Schwerer Kirchenraub. Aus der Schatzkammer des Münster- aus Salem-Stesansfeld bei Friedrichshafen wurden die große Wei nolle Monstranz, die eine der kostbarsten Steirobien des Münsters darstellt und von hohem künstlerischen Werte ist, sowie andere Kostbarkeiten entwendet. D« gestohlene Monstranz war In einem allen wert- vollen Schrank aufbewahrt. An dem alten kunstvollen Schloß finden sich keinerlei Spuren von Gewaltanwendung. Zehn Tage im Unlcrsuchung»gefängnl» vergeßen. 6tn Provifionsreisender. der sich in einer Strafsache im Berliner älntersuchungsge.'ängnis Moabit befand, dessen Strafbefehl jedoch vor zehn Tagen bereits vorn Staatsanwalt aufgehoben worden war, ist versehentlich erst heute aus der Hast entlassen worden. D.e Akten sind verlegt worden und konnten bisher noch nicht gesunden werden. Die Aufdeckung dieses Versäumnisses erfolgte zufällig anläßlich eines Besuches des Verteidigers im Untersuchungsgefängnis. Ein Raubmörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Schwerin Verurteilte den Dootsbauer Erich Bruhn aus Spandau wegen Raubmorde- zum Tode. Der erst 20 Jahre alte Bruhn hatte am 19. August 1927 einen jungen Berliner ermordet, um sich dessen Aus- weispapicre anzueignen. Während der Verhandlung hatte der Angeklagte versucht, einen ber Belastungszeugen anzugreifen Der Angeklagte nahm da» Urteil mit der Erklärung an: Lieber Öen Kops al- zehn Jahre Zuchthaus. Der Rachklang einer Senfatioo. Die englische Polizei verhaftete in Dover den John 2 a ft o n e, der beschuldigt ist, den ägyptischen Prinzen Ahmed Seif Eddin au» einer privaten englischen Irrenanstalt in der Grafschaft Essex nach 22jahrigem Aufenthalt tut Flucht per. halfen zu haben. Prinz Seif Eddin» erfolgreiche Flucht am 31. August 1925 halte damals In der ganjen Welt das graßte Aufsehen erregt. Der Prinz iftelnBruöerRönifl Fuads von Aegyp t e n und gilt mit einem Vermögen von etwa 800 Millionen Mark al» einerderreich st enMstp. nerderWelt. Seine Unterbringung in einer eng- lachen Irrenanstalt war erfolgt wegen eine» Re- rolveranschlags auf feinen Bruder, den damaligen Prinzen Fuad, im Jahre 1898. Seine siebenjährige Gefängnisstrafe wurde nach zwei Fahren aufgehoben und auf sehr geheimnisvolle Weife verschwand dann der Prinz, offenbar für Lebenszeit, in einer englischen Irrenanstalt Schorfe Kälte in Frankreich. Seit zwei Sagen h rrscht In Ostfrank- reich schar'« Kälte Bei Bar-le-Duc ist Schn«, vermischt mit Hagel, gefallen. Aus Thaumont werben gleichfalls Schn«fälle g~m:lbd. die den Weinkulturen Schaden zugriüat haben. Auch auS dem übr.gen Frankreich wird ein Witterungs- sturz gemetb.'t Ärohseuer bd (Brunau. 3n einem DcotSschuppen bei R ch erShorn nah« ©rünau bei Berlin brach angeblich durch Unachtsamkeit ein Feuer aus. daZ bas bekannt« Vergnügung-lokal mit drei au--«dehnten Schup- Pen, in denen etwa 100 verschiedene Privatruderboote unte.,,r«<- «<• - -s« °** wm« SHbo.'f» >ue»Mr» fre grere •>« lr*Mf«dow* greifen. Und nicht b oehaltsaulbesserung ■Strümpfe ■I Damen-Strümpfe A HC an Baumwolle, nahtlos, verstärkte Spitze und II / .| DMl Ferse, schwarz und farbig.... Paar 0.90, VH vJ l Damen-Strümpie * |A H a™« (»infaHioe Baumwolle.schwarz und farbie. Sdiöntcii ie n 7E te Spitze und I I / . | Paar0.90, Val VJ löge. 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Main, «an feilt uns mih ie Negierung der Sepublll Lettland hat in Qranffurt a. HR ein ÜeNlSndilche* flon|u|at err.chtct. Aum Konsul wurde ernannt 'Idols Letz« mann in Firma 3 Uatscha. Der Amtsbezirk um» saßt die Provinz chessen-Raffau (mit Hu-nnbnw der Distrikte Schmilknlben und de» tberzogtume 6d>aumburg), dir liflnber heften und Dafdeck Ile Bayerische Psolz sowie den Distrikt Wetzlar des Bezirk» Äobkni Adresse; Frankfurt a. M Scdwed» lerftrahe 1; Telegramm - Adresse: Vettlanbfonful Lchwedierstrahe: Telephon Carolus 40361 (Latsche); Cmplangssiundcn: Wochentag. 11 bis 12 Uhr vor» mittag». 3 bis 4 Uhr nachmittag»; Samstag» 11 bis 12 Ubr vormittag». , mei ,i wir e» gar zu laut cn konnte: „Wenn ihr nicht ti ihr in» Besuchszimmer geben 1. e» tft lieber Besuch ba.' Und uer gefittet benehmen nicht fca, dämpften wir Umbrüche beim Spielen, n Besuch" hineintreiben Entschuldigung darf ich ich den unerhört elften __|in mir de» drohenden Herren kaum gedacht, und ch gift am heutigen Frei, irrten Und nun kamen sie Damen-Strümpie eleg. Sei- A /■ A K 2.JU der weltbekannten IltBS-Sdiuhe Streng solid verarbeitet, fachmännisch geleitet, verbürgt er wirkliche deutsche Wertarbeit Alleinverkauf r e6.«tn ,'b«! Unter 5, „Wi ."•Ssi ,5»- ,.fl: n lateren Nruanscbasfunaen die Gemeinden kein neue» De- tricdskapitai flüssig zu machen brauchen. Der vorgelegte Sommcisabiplan, ier am 15 Mai jualeid) mt dem neuen Ne chsbahnsahrplan in Rraft tritt, wurde genehmigt Cr bringt mancherlei Veränderungen, bit besonder» den Fahrgästen von Alten-Buseck Rechnung tragen. Tht Rücksicht auf die gegenwärtige Frequenz sah sich der Au»fchutz genötigt, zu beschsie- $?n, datz diesen gen, die in her Seit vom 15 wat bi* 1. Oktober weniger als 15 Wochenkarten verfahren, im Winter mit einem höheren Ä’lomcter« firei» zu rechnen haben Monatsabonnenten muffen n ber genannten Zeit mindestens 3 Monatskarten verfahren ftu-genommen von dieser Regelung sind nur Fälle von längerer Krankheit ober «rbeitslosin feil, die nachg-wiesen werden muffen M't der Fahrt nach Lollar—Mainzlar hat der Betrieb schlechte 8r* fal tj- g gemacht Dährend hei b*r Einrichtung Meter ga’rtcn m H- als 63 Leut- all Interessenten au'tratm. ist die IaV drz 3 ibTgäfte bll jetzt so st r ydrücfg?ga3ge i. ba't mit »er 8;nrtdlung bi cf r Zährten zu rechnen ist. foUS sich die Frequenz nicht halb günstig r stellt Die seinerzeit fxr chtrt. hatte d r g?ichS tSsüh-enb? Borstand toeger. *3r52it8üb ?r!aftung burch bm 2lu tobet rieb unb üctiilaht durch eine 3t ei he von Dorlomm» niften feine 21 ernt r zur Dcr.ügung g.-stellt. Sin ge::gnct:T »riatz to nte tr»3 all ei Suchm» nicht aetu. den w.r) n. Der DcrbanbSvorsicher legte daher jetzt dem DerbandSausschust den Plan cir r neuen 2lrdeifZtri!una vor. bzr angmom» men wurde. 3m Hinblick daraus und a rgLitchi» deS dem B.rdandSvorfia td einmütig aaSg.lPro« chenen D r.roum5 najm dieser von brr Durch, fütrur.g f?;ae» Rücktritts Ab land uib Derblnbt also toeit r in ai brr S-itzr bi» Untmubmcn». •• Verlegung von Lolkshochichul- kurfen i r b I c Universität. Die Dolkshoch schule bittet uns, milzutsilen, datz von nächster Woche ab eine Anzahl der Äurse nicht mehr in der Ober- realschule, sondern in der Universität ftattfinbet. Nähere» ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. •• (Sin Zusammen st ost Zweier Personenauto- ereignete sich gestern abmb gejen 7 Ubr an ber Scke Löwengasse und Bahnhof- ftrof.e. Dort gerieten die b:l >en Aulo'abrer mit ihren Kraftwagen, die nach den behördlichen Feststellungen in einwandfreier und vorsichtiger Weise gelenkt wurden, infolgr ber Unübersichtlichkeit diese- LtratzengelLndes so bart aneinander, datz die Wagen schwer beschädigt wurden Vertonen kamen babei zum Glück nicht tzu ech.'den r . ’♦ SinenStenographentaa veranstaltet am kommenden Samstaa unb öonntag der AeichLverbanb der Ll enbahn-Rurzschristverelne, Bezirk Zranlsurt (Mains, in unserer Stadt. Am Samstagnachmittag geh' die Dertreteriitzung im Katholischen BereinShauS voraus. 3n ber ©octljc- schule finben am Sonntagvormitlag Wett-, Schon- unb Äichtigfchrciben unb Wettlesen statt, an bem sich die sämtlichen Ortsgruppen de- Bezirk-- verein- beteiligen. Bei der Prei-verteslung und anschlietzender Feier im Katholischen Derein-Hau- wirkt auch da- GesangSquartett .Flügelrad' mit. •• Sin Wohltatigkeitskonzert für unsere Kriegsblinden wird am 31Mai von der Kapelle de» hiesigen Bataillon» auf der Liebigs- hohe gegeben. Auch der Männergesangverein „(ton. cordia" Eietzen wirkt dabei mit. Aus die sehr unter- Seine le 0«r f A m bfn ' * hntr 'kreich. Aus wben or..x önau. na6e ÄsS ft Ä ** •mT* * dn9ec'^t ^Island tin M ? .^btrilete, [j* ievfi h t(bt. Hct* unltmefe 1 der Eibe. Du!- s 2°ol. Dähr,^ vem im IBaficr ersuchte b« ®:|. BiüW lieb bw.j) wud) Ian! n« Leiche tor.nit rben. >r. a9^tn durch M. uuerhanb, duz btt Wien sich zu «Uer !n oerftc^ca mu^it .meniio) auibe tint be J16d>rid>fen. Jsraelitifcke Kellglonsgemeindc. Gottesdienst la der Synagoge («ü^anlage) Samstag. 12. Mai Borabend 7.45 Uhr. morgen» 8.30; abends 8.15 untz 8^5 Uhr Zfraesitifche Religtonsqrsallichast. Sabdatfeier b#a 12 Mai Freitag abend 7 ?(T Uhr: Samstag vormit- tag 8; nadjm.tlag» 4; 6obbalauogong 8.58 — Wochengottesblenst: morgens 8 80; abenda 7 Uhr. 5prr*ftnnben brr ftiedaktion 12 bi» I Uhi mittag». S bl» I Ubr nadnnittag^ Samstaa nachnnllaa aelthlolkn _ Daß wAufele* gut ift, st», mutter, Sah jlufih* billig ift, feilte lebe Nu Nie Misten. Die für eint 'Hohlheit bcnöhgtt Men»e Kufcke für ein Mnd bi» ju 6 Monaten kostet *>»*»• Jührem'e -aäiär-te b^or.-ugen un» empftbUn d^llf666 unMuM?t 1 fides visten: Gestrenge cherren reg'eren nicht । angc! E o. Majfow. Taten für Lamstag. 12 u>lai Sonnenaufgang 4 14 Uhr, Sonnenuntergang 19 39 Uhr — Mondaufgang 1.42 Uhr, Monduntergang 1005 Uhr 1670; Kurfürst August ber Starke von ---chjen, König oon Polen, in Dresden geboren Igestorben 1733); — 1803: der Chemiker Justus von Liebig in Darmstadt geboren; - 1828 der englische Maler und Dichter Dante Gabriels Koffetti in London ge- boren (gtflorben 1882); - 1864 der Dichter Casar rui:ld)!fn in Stuttgart geboren (gestorben 1920); — 1925: Hmisentrin be» Reichspräsidenten von Hin- benburg. Vornotizen. — Xageilalenber für Freitag B. D 2. Bortrag von Dr. Hentz- .©runbfrogen deutfcher Cr'iehung im Ausland'. 8 Ubr 21eue Aula der Uniber i:ät. - Lichtfpiclhau- Badn- hol st ratze: Tocon. Tic weitze Lllavin- — Qlftona- Lichtspiele Harry Piel. •• Born Dergverk-vald. All'vnntäg. lich kann man bei schönem Detter veobachten. datz viele Familien b*i schönen Wald aus suchen, der sich zwischen Lcih^e'terner Strafe und der Main-We'er-Bahn auSdcmt. Und mit Becht ist gerade diese- Stück Wald da- Ziel vieler sonn, täglicher Spa.;icrgänz:r. dmn so reiche Dchön- h.itrn wie hier bletr.i nur wenige unserer Waldungen. Schon vor Jahren waren am Waldrand er.‘.lang bl- zur Main We'er Bahn hin Ruhebänke ausgestellt worden, wa- namentlich von älteren Leuten dankbar empfunden wurde. Auch an der kleinen, in tiefem Wald riehen id lltfch gelegenen, in Stein gesagten Quelle, im^00’^* mund unter dem 'Hamen .Börnchen" bekannt, luden einst zwei Bänke zum Ruh?n ein. Leider haben bofe Buben Hände alle- pritört Ter Der- schönerung^verein würde sich e.n Berdienst erwerben und wäre de- Danke- vieler Besucher gcwitz, wenn er wieder an den schönsten Stellen des Walde-, namtnt ich an dem .Börnchen" und vielleicht auch an den Teichen, einige Buhe» banke aufftellen Hetze. Allerdings wäre zn bi: I Apaziergünger und auch an die Sorttbcoortc bv bringen'))- Bitte zu richt n. dir Anlagen in Hptcn Schatz au nehmen und g:gen Frevler und Bose Buben Anz.ige zu erstatten •• Die Zeit der Aachtigall. Bon einem Aatursreund werden wir gebeten, öffentlich dar» auf hinzuweifen datz in der näheren Umgegend von Oranienftcin bei Diez (Lahn) bi- Mckte 3uni alljährlich mehrere Nachtigallen ihre wunderbare Sangeskunst ertönen lasten. W r sich die Freude dieses Bogelkonzerts machen will, findet öoau bei einem Wochenendausslug gute öelwenheit. •• ÖemiinbeDerbonb Wieseck-Alten, Buseck Der verbandsausschutz hielt am Mittwoch in Atten-Bufeck eine Sißuna ob, in der u a. der Reoisionsbericht über das Gefchoftsjahr 1927, ber von einem vereidigten Bücherreuisor erstattet war, zur Kenntni» genommen wurde. Wie un» der Der- bandsvorstand in dem Bericht über diese Sitzung mitteilt, wird in den Darlegungen de» Bucherrei/.- fors fcftgcftcBt, daß die Dräanilatlon de» Betrieb» und die Geschäft»- unb Kaffenführung einwandfrei sind. Der Derbandsausschuß sprach dem gesch.ist»- führenden Vorstand das Vertrauen aus. Gestutzt auf den Reoision»bericht unb nach Rücksprache mit ber vorgesetzten Derwaltung;behorbe beschloß der Aus- schuh, in ber Amortisation eine Aenderung dahin- MM-25 - an itich für koi- Mk 16.-an uc Arbeits- bder-Anzüge n b au und pimerjoppcn IHosen in » ,a| für Damen und Herren 50 Lnhnstraße 'Ji Blraewauteön- Qn V M Sießm il llrflfO- «P- '• isvv , Ver amml SamStag, 12. Mc SamStag, 12. Mat, e*iUhifl. noch frei. 48I5D stell« ein 47(SD Gießen o. Mai: Sam, tiefe* Mausburg 17. bWüMteie 03713 Wer seinen Garten gesucht. 4820 D hefsJiat, tollt« nur allerbeste W< 2.25 Wir naltbar pT. 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Tct Herr Minister für 2rd.it und TDlrt» scha t wird er ucht. dafür Sorge zu tragen, daß Ne Hausierhandel ist «tnzu wandt werden, die zuiliehcnden Reich-mittel in Abdeckung der Schulden ver- gierung anerkannt werden. 2. Auf steuerlichem Gebiet wird die Aufhebung der Geverbesteuer und ihre ilmge- ftaltunq in eine allgemeine DerusSsteuer gefordert. Die steuerlichen Lasten sind aus angemessene Weise unter Schonung der wirtschaftlich schwachen Existenzen zu verteilen. Die freien Berufe und die Regiebetriebe sind ebenfalls zur S'.euer hereinsetzt Die hessische Handwerkskammer hat Handwerker-Progra mm ausgestellt, u. a. folgende Forderungen enthalt: 1. Da- hessische Handwerk erwartet, bah Programmpunkte der Spitzenvertretungen deutschen Handwerk- auch von der hessischen Re- Maharadscha Affären. Die indischen Maharadscha-, diese Szene willen, in der sein« Charatt-rre. jeder einzelne im Plakatstil überlonkurirrt. in möglichst greller Diffonanzwtrkung zu einanderstehen. So können nur Einakter entstehen ohne Motivik: sie leben lediglich von der Sensation, ihre Problematik kommt über die de- Kinostück» eigenllich nicht hinau-. Sv der ..Diktator": Sin PLakat-Muffolini. Dazu der ..Kriegsblinde", zwei Frauen: steiler Antagonismus von Eifersucht. Hast und Hingabe. Sine kaum erträgliche Banalität der Situation. aber eine letzte Szene. um deretwillen da- Stück geschrieben wurde, mit der erregenden Mischung von Grau'en, quälendem Widersinn und metaphysischen Fragezeichen. Oder Der König", der tumbe Träumer und edle Seelen- athlet gegenüber seinen Widersachern: da- Weib, der Rarr. der Prolet: daS Gan'.e ein verworrener Mi chmasch von derb r Be l st k undMärchen- symbollk. AlleS für die Grellheit brr Dissonanz? Krcnek hat seine Texte selbst geschrieben. Jede Frage nach dem textlichen Borwurf müht« verstummen. trüge die Sigenlebendigkeit der Musik beherrschend und überzeugend seinen Sinn. Krer.el erweist sich zweifellos wieder als Äönner, der eine zügig:, mit rhythmischen Energien geladene Handschrift be'itzt. Die Svarsamkeit und Ehrlichkeit seiner Diktion erwärmt, di« Virtuosität ihre- materi-rllen Gewandes überrascht ost. Die Substanz ist trotzdem gering. Die vor allen Dingen im zweiten Stück hervortretende Reigung zum Lvri'chen verrät sehr deutlich Spärlichkeit cigenwüch'izer Melodik. Ganz vorwiegend illustrativ. ist di« Musik fast nie Führer der seelischen Spannung, sie bleibt in Abhängigkeit vorn aktuellen Geschehen, Und dieses kommt über Kino und Schauerdramatik nicht hinaus. Da- letzte Stück: „Schwergewicht" oder Die Ehr: der Ration", ein gewichtlo'er musikalischer Sketsch mit knalligsten Possenbehelfen, hat vielleicht allein die von der groben Geste der anderen Einakter nirgendwo erreichte stil- hat: Echtheit und Gebundenheit. Wesentlich unter dem Riveau deS ..Jonny", zeigt die'er kleine Schmarren trotzdem am deutlichsten die Platttorm KrenekS und daS We'entllche seiner musikalischen Begabung: Witz. Satire, unbeschwerte und ungekünstelt« DieSseitigkeit und vor Der FurSsutz ul ertragt^ oteuerörud nimmt ob. DaS Vertrauen in die Regierung ist gröber geworden. Die Gegensätze zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern Haden sich vermindert. Erkolgrersprechence Verhandlungen sind in dieser Hinsicht angeknä^ft worden. Do» Programm der kon'ervativen Regierung in England war Stabilität. Ruhe. Ordnung und Sicherheit. LS hat sich bewährt. Man bemerkt mit einem gewissen Vergnügen, dab da- Volk, in dem man immer noch die größte ZutunstSgesahr sür England erblickt, daS deutsch«, sich parteipolitisch zersleischt. An dem System unsicherer. schwankender Regierungen, die seit dem Kriege in Deutschland an der Tagesordnung waren, wird auch die neue ReichStagSwahl nichts ändern. DaS schrieb vor kurzem der .Daily Telegraph". Da» entspricht auch der Aufsossung der verhältnismäßig eng begrenzten Zahl derjenigen. die sich hier überhaupt mit Außenpolitik und den Angelegenheiten fremder Länder beschäftigen. Man ist damit ganz zufrieden. Man hat sich daran gewöhnt, dah der Deutsche sein politische» Gleichgewicht so leicht nicht wieder- sinden wird. Da» erscheint dem Engländer ganz vorteilhast. Lolche Dummheiten wie Klassenkamps und politischen Doktrinarismus kennt der Engländer nicht. Gr findet sie zeitraubend und kostspielig. Aber im größeren Zusammenhänge gesehen, unter dem Gesichtspunkte einer Prestigepolitik betrachtet, hat diese Entwicklung etwa- Besorg- ni-erregende-. Die entschlossene Art, mit der P o i n c a r 6 die innere Politik in Frankreich angepackt hat, hat ihm in England neue Freunde und Bewunderer geschaffen. anzuziehen. Alte und kapitalschwache Personen über 60 Jahre, deren Einkommen 5000 Mk. nicht übersteigt, sind von der Londergebäude- steucr zu betreten. Die hessisch« Regierung wird aufgefordert, von de: Abänderung deS § 33 deS Mieterschutzgefchcs. wonach Reubauten, die nach dem 1.3uli 1918 mit Zuschüssen erstellt worden sind, den Micterschutzbestimmungen unterliegen sollen, keine Rotiz zu nehmen. 3. ES wird Abbau der Regiebetriebe verlangt. Weder der Staat noch die Gemeinden dürfen ihren Steuerzahlern Konkurrenz machen. Die Errichtung neue: Regiebelrieoe soll grundsätzlich von der Genehmigung durch eine Aufsichtsbehörde abhängig gemacht werden. 4. DaS hessische Handwerk fordert Belebung der Dauwirtschaft, weil diese al» ein Schlüsselgewerbe allen Berufszweigen Förderung bringt. Insbesondere wird restlose Zusührung deS Aufkommens der HouSzinSsteuer in die private Dauwirtschaft und Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft verlangt. Zur Belebung deS Baumarktes ist die Hereinnahme von AuSlandanleihen notwendig, deren Verwendung daS hessische Handwerk al» produktive Anlage betrachtet. 5. Aut dem Gebiet de» Vergebung»- wesens sollten die Bestimmungen der Reichs- verdingungsordnung al enthalten Anwendung finden. Außerdem wird die Zuziehung von Sachverständigen bei ber Ausstellung der Vertin- gungSbetingungen und bei der Beurteilung der SubmisiionSangebrte gefordert. 6. Hessische Handwerler sind in erster Linie bei der Lieferung von Bekleidungsstücken (Uniformen und Schuhe» für d e hef t'che Polizei, Gendarmerie und Schutzpolizei heranzuziehen. Z. Die Regierung wird aufgelord?rt. mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die Beseitigung der Schwarzarbeit zu sorgen. 8. Be üg'ich der ErwerbSlosensürsorge ist au verlange, daß nicht seitens der Gemeinden Arbeiten dem selbständigen Gewerbe entzogen und durch Erwerbslose auSqe'ührt werden. 9. Von der Regierung und ihren Organen wird erwartet, daß sie der Arbeit der handwerklichen Organisationen inSbe ondere der der Innungen. Verständnis entnegenbringen und deren Tätigkeit fördern und unterstützen. allem Theaterblut. D e oft angewgene Parallele zu Kar. Zuckmayer liegt auch hier nahe. Daß Exporimentierlust und Regilleurtalent un» die neue Oper nicht geben konnten, steht wohl nun außer Frag«. Krenek bleibt der Autor deS ..Jonny". Dir haben allen Grund, di« anregend« Mt.vität dieses «infallreichen Kovfe» zu begrüßen. Und wir hoffen, daß er. der viel Wesentlicheres schon zu sagen wußte, bald seine endgültige Sprache findet. ES bleibt zum Schluß festzustellen, daß die Aufführung selbst unter persönlicher Regie Paul BekkerS und der empfindsam und intelligent formenden Leitung RosenstockS den derzeitigen hohen Leistungsstand der Wiesbadener Schattenherrscher von Englands Gnaden, machen nicht nur im Film von sich reden, sondern be- schä tigen durch ihre Extravaganzen immer wieder die Oe sentl.ch'eit. In or'entalischem Prunk le- bend. von ungeheuren Re ch.ümern umgeben, sind sie in der vielen freien Zeit, die ihnen ihre Regierung läßt, noch häufig in jene Intrigen und Kon litte verstrick:, die früher an morgen- ländi'chen Hö'en herrschten. Zwei Affären be- schä tigen gegenwärtig nicht nur die i-dische Oe fentlichlcu. Der 18jähri.e Sohn deS Maharadschas bei kleinen, nur l?03 Quadrat i’ometer und 63 000 Mrn schen umfas'enden C:ca ei DewaS. Prinz Cikram Si igh, ist in die britisch« Residenz zu Indore ge lüch.et und beschuldigt fe nen Daier dah er ihn ge'angen gehalten habe und daß er. der Prinz, in steter Ge ahr der Vergiftung g«' schwebt habe Der Prinz war mit der lejährigen Toch er de» Oberhauptes de- Staates Ja h verheiratet. aber der alle Maharad'cha hat.e selbst ein Auge auf die Schwiegertochter geworfen, so daß der junge Prinz eine Frau zu ihrem Vater zurück'enden mußte. Der wütende Herrscher befahl seinem Sohn, seine Frau sofort wieder nach dem Palast von DewaS zurückzubringen und sich selbst nach der Hochschule von Indore zu begeben, wo er studierte. Der Prinz aber weigerte sie fluch ete bereit- vor mehreren Jahren au» DewaS. well sie sich chre» Leben- nicht mehr sicher fühlle. und seitdem ist nl'en Untertanen v n Kolhapur verboten, den S aat tS.rra» zu « re eu Der Prinz, der lürch tie, v^n de: Wät esse sein S DaterS cerri et zu werden, floh in einem Äraft* toa-en nach Indore und stellte sich unter ben Schutz des dorti'en britischen Residenten. Er will sich in einer Bltlschri t an den V zekönig Lord Irwin wenden. Indore selbst hat unterdessen bereit- e nm neuen Skandal erhallen durch de Rückkehr '«in:- srüheren Mch rdsch^SHol r, der im Jahre 1926 wegen der Snt ührung feiner früheren Liebling«,ä ze.ia Wumtaz Begum und der Ermordung ihre- Tefchützer- hatte abdanken müfken. Der Exmaharadscha, der bereit- zwei Frauen besitzt, ist zeht von einem Besuch der Vereinigt e.n Staaten nach Indore zurückgekehrt, und bald danach langte auf einem italienischen Schiff eine Amerikanerin in Bombay an, Raney Ann Miller, die Tochter eine» reichgewordenen Goldgräber», die ertlärte, sie werde den Maharadscha heiraten. Vergeben- suchten der amerikanische Konsul und ein Beamter der indischen Regierung sie zu Überreden, von ihrem Vorhaben abzustehen. Sie ist, von einer älteren Dame, die sie als ihre Großmutter bezeichnet, und zwei. Herren au» dem Gefolge be» Ermaharabfcha» begleitet, nach Indore abgereift. Eie wirb zum Hinduglauben übertre en. unb d e Vorbereitungen für die Hochzeit werden bereit» getroffen. Der frühere Herrscher will vorher nod? eine Pilger- ahrt unternehmen und einen Hochze tstag auS- wählen, der unter günstigen Sternen steht. Die Heirat soll unter gGhen Feierlichkeiten ftatt# finden. Die Bevölkerung ist über die Verehelichung de» Maharadschas mit einer weihen Frau überaus erregt. jyil ixh ^raizofc.l muü man rechnen, ee sind > doch fixe Kerl». S» ist ja nicht anzunehmen. daß sich irgendein deutscher Paneipol nier mit diesen Wirkungen feiner Wahlreden auch nur in einem Augenblick der Zerstreutheit beschäftigen wirb. Aber es muß doch gesagt werden, daß unsere Art. Politik zu treiben, für den Engländer einen leichten Beigeschmack von Lächerlichkeit besitzt. Bei dem Anblick unserer politischen Systematik überläuft den Engländer eine Gänsehaut. ic Zersplitterung der nationalen Rechten, der Austritt der Konservativen au» der Deutschnationalen Parte» verzeichnet er mit Wohlbehagen. Je mehr Parteien in Deutschland sich um Die politische Unfehlbarkeit streiten, um so billiger wird für England die Außenpolitik. um so bequemer hat es die Downing Street. Man hat unglaublich viel Zeit, wenn-es sich um deutsche Dinge bandelt. Der Verlaus der Locarno-Politik, die Lau- beit. mit der sie von England betrieben wird, sollte un» doch die Augen darüber össnen. wo die eigentlichen Gründe unserer politischen Mißerfolge liegen. Man hat sich darüber auf gehalten, daß französisch« Staatsmänner die Erklärung für den Zraniensturz in einem Komplott der Außenwelt suchten. Man könnte den gleichen Lay auf die deutsche Außenpolitik anwenden. Gewiß besteht noch etwa» tote ein Komplott ge .en Deutschland. Aber die Leistungen unserer polfti'chen Ideologen, Dok rinärc. PH asendrelcher und ganz besonder» die Unfähigkeit eine» großen Teil» unterer Jugend. sich einzuordnen, sie sind e». di« die Schuld daran tragen, daß unserer Außenpolitik die geistige und die moralisch« Durchschlagskraft fehlt. Am Dienstagnachm.ttag fand im Saalbau Lauer eine Handwerker-Versammlung de« BezirkSverbandeS Dießen statt. Rach einleitenden Worten be» Vorsitzenden. Professor Dr. KrauSmüller, ergriff Direktor Lchüttler von der Handwerkskammer Darmstadt ba» Wort. Er führte u. a. auS: In ben letzten Wochen haben allenthalben im Deutschen Reich große Äunbgebungen der Landwirtschaft statt- gefunben, In denen Abhilfe ber Rotlage, in der sich die deutschen Landwirte befinden, gefordert wurde. Das Reich und die Länder haben Hilfsmaßnahmen angekündigt. Unter de e.i sind leider auch solche festzustellen. die e.nfeitig zuungunsten deS Handwerker» sich auswirken müssen. Dieser Umstand unb bie Tatsache, bah m 11 ber Landwirtschaft ber gewerbliche Mittelstand schwere Rot leidet, haben die Spitzenvertretungen be» deutschen Handwerk» veranlaßt, ebenfalls zur bestehenden Wirtschaftskrise Stellung zu nehmen und ber Reichsregierung unb der Oef- sentlichkeit bie Forderungen des Handwerk» zu unterbreiten, die e» insbesondere auf steuerlichem unb sozio'politischem Gebiet, In der Frage der Kreditgewährung, te. Regiebetriebe, der Vergebung o^enllicher Arbeiten und der Belebung Der Bauwirtschast hat. Da in Hessen nunmehr die neugebilbete Regierung ihre Arbeit übernommen hat, sieht sich ba» hessische Hanbwerk ebenfalls veranlaßt, seine Zorberungen unb Wünsche ber neuen Regierung in programmatischer Form vorzu- tragen, unb e» erwartet, daß ber Arb- ««- und Wirtschaftsminister sich für dies« Fori — ungen Das Zentrum zum 20. Mai. Die Ortsgruppe G ehen ber Zentrumspartei trat gestern abenb mit einer öffentlichen Wählerversammlung unter bem Vorsitz deS ßanb- tagSabgeorbneten. LanbgerichtSratS Keller im Katholischen DereinShauS vor die Öffentlichkeit, AlS erster Redner sprach Syndikus Dr. Vurgbachcr-Mainz. Er wandte sich zunächst gegen bie ..ParSet ber Richtwählcr" unb betonte, wer nicht zur Wahl gehe wähle daburch ben. den er bestimmt nicht haben wolle. E» gebe keine Partei, deren Wirken restliche Zufriedenheit bereite. Jedoch könne ber einzelne Bürger von seinem Platze aus unmöglich bie richtige Beurteilung der staatsrechtlich getroffenen Maßnahmen haben, ba ec ja ben Uekerblick nicht habe, ben ber tätige Politiker im allgemeinen besitze Deshalb mülle ber Wähler seinen Führern, vor allem in dor Zentrumspartei, Ve trauen entgegenbringen. Wenn mancher mit ber Zentrumspolitik nicht einverstanden war, bann müsse er in Zukunft ba'ür sorgen, bah die Machtfaktoren de» Zentrums gestärkt in ben Reichstag einzögen. Der Redner betonte sodann, daß daS Zentrum sich dagegen wende, wenn über unabdingbare ®'au- benSarundsähe durch eine Parlamentsmehrheit beschlossen unb entfchieben werden soll«. Da Handwerk gegenüber hat. Zum Schluß trug der Redner noch eine Reihe Don Spcz.allorderungen vor. An b:r Aussprache beteiligten sich: Schwllermeister Schmidt-Lich. Stabt xrorbneter Becker. Stadtverordneter Haubach. Schloff ermei'tec Euler und Tapezierermeister Bock, b.nen Der Vortragende antwortete. Folgende Entschließung fand einstimmige Annahme .Ci e allgemeine Handwe.k rv r a nmlung de» Be-irk-oerbande- (Meßen bat an S. Mai nach einem Bericht be» Herrn Direktor» Schüttler- Darmstadt und einer eingehenden Aussprache folgende Snfchliehung ge atzt Unter Hinweis auf die kaum noch tragbare Ucberbürbung de» gewerbllchen Mittelstände-, in-bcfoi dere be» HanbwerllS. mit steuerU hea unb sozialen Abgaben, auf die schw.ren Sch >cn, die bem Handwerk durch verkehrte wirtfcha't iche Maßnahmen blirch b e Betätigung ber ftffert Iben Hanb usw. fortgesetzt entstehen erwartet die Versammlung bie Anerkennung der in bem Programm nlebergelcgten Ferberungen. Insbesondere fordert bie Ver ammlung. daß die auf bem Gebiete de- Steuerwesen», ber Bekämpfung ber Regiebetriebe unb ber Schwarzarbeit. ber Belebung ber Bauwirtschast. ber Regelung de- Vergebung »wes en'. b*r llnlerflüfu g Der OrganisationSbewegung In bem Programm vor getragenen Vorschläge weitgebenbste Beachtung bei ber Regierung sinben. Die Regierung ist verpslichtet. den Berufsstand de» Handwerk» gemäß den Vorschristen ter Dersasfung zu schützen unb alle Maßnahmen zu treten, bie geeignet sinb bi” Existenz be» Hanb- werk» unb seiner Betriebe sicherzustel'en Der geregelte Dang der Staat-Verwaltung ist nur gewährleistet, wenn brr Staat allen seinen Wirtschast-gruppen Lull unb Licht zur freien Entfaltung gestattet: vor allem aber, wenn S aat und öf'entliche Kirprrfchallen sich in ihren Verwaltungen größte Beschränkung aufer eg'n i'ere geldlichen Bebürsnisse zurücklchrauben. ih jeden Eingriff» in bie privatwirtscha tliche Betäll^ung enthalten. Hanbwerk unb Gewerbe jedmög ich« Förderung angedeihen lassen. An dem Blühen unb Erstarken eine» gefunden Handwerkerstandes, einer gesunden Wi tfchast, haben Staat unb Gemeinden ba» größte Interesse." Direktor Dr. Bünning», ber inzwischen den Vorsitz übernommen hat!«, schloß mit Worten be» Danke» bie Tagung. sich unb darauf hielt ihn sein Vater al» Gegangenen. der mit der Außenwelt nicht in Verbindung treten durste. Eine Hauptrolle bei diesen Verfolgungen de» Prinzenpaare» spielte bie Geliebte de- Maharadscha», eine frühere Tänzerin, die den größten Einfluß auf den Herrscher gewonnen hat und bereit- die Flucht seiner Gemahlin verursach e. Die Mutter de» Prinzen ist D:e drei neuen "üevt. Krenek schreibt seine Oper um irgendeiner Der Autor aufführungen beanspruchen. „Lchwcrgcwicht". be» ..Jonny" kann für seine Urheute den Rang der Sensation M.t Spannung erwarten Freunde seine weiter« Legitimation. Die Krenek-tiraufführung in Wiesbaden. .DerDiktator" - „DadflkycimcSönigreich". unb Gegner . äußeren 'Verhäl-tnisse waren nicht günstiger beni- bar: die festliche Sphäre ber Wellkurstadt, der r. wo fein unbeschwertrs Draufgängertum, ba» im techni'chen S.nne stet» Sensationelle» schuf, ihn in bie vordere Reihe der neuklassischen Richtung stellte. Sr hat unter allen am meisten Aufseher. erregt, obwohl bie musikalische Substanz oft strittig blieb. Sein radikaler Wllle zum Reuen bestach. Man erwartet« drn neuen O;ern- tdp von ihm. ..Der Sprung über den Schatten" unb .Jonny" den Ansätze, skizzierten bie neue Degenständli»eii ber Oper. Ci. " Einakter enthlll ;Ilten jetzt beutlicher Kreneks Po- fitton unb bi| Spannweite seines Wollens. Die musikalisch« CBobcme ging von der Stimmung, dem akustilch-hurmonifchen Reiz, fort zur herben Sachlichkeit der melodischen ..Gestalt". Für b.e neue Oper sucht Krenek nun deren gegenständliche» Korrelat im aktuellen Geschehen auf der 2ühne Spannung und Snttpannung im musikalischen Ablauf bezieht er. gleichsam identifizierend. auf aktuelle Spannungen zwischen ..Eha- tatkren". D.e Träger die'er Charaktere sind psychologisch Endzustände: feste Formeln sind nie jjj* sich, sondern nur al» Wirkung auf einen ^genvol Träger der Handlung. Entwicklungen gibt e» nicht. Exvolltion und Wandlungen vollziehen sich im Stenogrammstil, werden prolla- Englands Staatshaushalt. Bon unserem k-Berichterstatter. Rachbruck. auch mit Quellenangabe, verboten! London, 30. April 1928. Da» Überlieferungsgemäß ängstlich aehütete Geheimnis be» neuen Budgets würbe schon seit vielen Wochen in ber Prelle erörtert. Für ben kaufmännisch benfenben Engländer ist der Ltaats- haushalt eine Frage von höchster nationaler Bedeutung, bie man benn auch mit bem üblichen Brimborium pressetechnischer Propaganda versieht. Sin konstruktiver Staatshaushalt, ba» ist ba» Stichwort, mit bem man biefe» imposant« ®ebäube au» Zahlen ver'ehen hat. Dom beutschen Standpunkte gesehen stellt e« einen Wendepunkt in der engli'chen Steuer- und Finanzpolitik bar. S» ist nidbt mehr besensiv tote bie früheren: e» ist ojftnfiD. Man schickt sich an zum Kampfe um bie Vorherrschaft in Europa unb ber Welt. Aeutzerlich gesehen zeigt ba» der Voranschlag für 1928. ber mit 760 Mill. Pfund Sterling balanciert. Die steuerliche Belastung England» nimmt ab. Churchill» Budget ist ein Gr-euger-Budget. Innenpolitisch ist der toefent- Uch« Teil der englischen Finanzpolitik in dem Versuch beschlossen, bie Last ber städtischen Steuern für die Industrie zu senken. Es wird von Staat» wegen eingegrifsen. Landwirtschaft und Industrie, ja sogar bie Eisenbahnen werben entlaßet. Wenn bie Vorschläge voll burcha8 u ddach lSubb Viaai. Lam-ta«, li Vi«, abtnttt W W. im .tzrss.voi'. uantt Tnavr 7: W«D Monats versammlunq. Sesong-Dtstia Zwhsmn. aubkmaintr.Mat. nbtnbfl 8 Her. itdiifinötnbrnttiabr. M MÄinatttzrrbtnl. i»8ue tonne« »*5$er orMi* ß Ferner sind fil gerichtet. Es 6. mit Zen beb Kreises 50 i)auphintfrftühuna9 Frauen und 43 Kinder und Bicoenfo 1 durchfließt, start unter Die Bilamralle. die sie aus zwei infolgedessen Strohwülsten gedreht werden, und mehrmals verwendbar sind. Die Motorbetrieb eineine Anzahl Land- die Maschine auS- Arbeitskrö ‘en go die Fortse^vng geleiteten und außenpolitischen nalen hatten weisen können. der von Wirth und Marx ein- seinerzeit so stark angegriffenen Linie. Auch die Deutichnatio- keine andere Außenpolitik auf- als die gegenwärtige. Die Er- zum seine auf ge- von für gute eine 7. Ä. y. wirte gemeldet die zur Zeit probieren wollen. Da es an rade in der Landwirtschaft Svenska mit 462. Am Dwist Pari« 124.02. Mailand 92J das Pfund 433,025 und den g Stcaßenbahnteu Darmstadt-Zugeuheim. WSR. Darmstadt, 10. Mai. Unter dem Vorsitz des hessischen Finanzministers fanj heute eine Besprechung über den Ausbau des Straßenbahnnetzes in der weiteren Umgebung von Darmstadt statt. An der Besprechung nahmen neben Vertretern der Ministerien, der Finanzen und des Innern, Ver- Tft du1 68 sc die Erschließung deS OdenwaldeS richteten Bestrebungen wurden eingehend örtert. Oie Bisamratte im Odenwald. mangelt um') das Handknüpfen trotz aller Fertigkeit, zu der es Maschine ist für Hand- und /=^ ^t sich bereits 1 1 3. nuy toie beim Handknüp'en langes Roggenstroh. Ferner sind die Seile bedeutend stärker, da neun Jungen. Preußen rung, am 20. Mai auch in Gießen treu l Zentrum zu stehen, schloß der Redner j,mit lebhaftem De fall aufgenommene Rede. ^Cflierunflörof Knoll ' nahm hieraus als bisheriges Mitglied der den 2 Hauptunterstützungsempfäng« 4 Kinder. Die Zahl der in der Hfl erst vor nicht allzu langer Zeit aus Böhmen in Deutschland eingewand.'tt ist. konnte bisher nur in Sachsen und Bayern festgeftrllt werden. Da sich die Bisamratte sehr rasch vermehrt, ist damit zu rechnen, daß sie bald in größeren Scharen auf tritt. 'den Erwartung^ lat. rft man h« ie immL Umsatz- Aid da, 10. Mai. DaS sog. Königs- schienen, das von de.n hiesigen Schützen- verern reranftalte. wird, soll in diesem Jahre besonder» imposant gestalret werden. An den beiden Sch ejtagen wird der Schützenkönig in seinem ©tanÖQuai.ier abgeholt und durch die Straßen der S'adt zu den Schiehständen geleitet. Den Teilnehmern an diesen Auszügen werden je fünf Freischüsfe gewährt. Die schäft gten 9lotftanDflarbcit*7 etrUfl April 7 gegenüber 24 zu Beginn Monats. ebenfalls sämtlich in der Stadt h(flr heschäsi gt wurden. 0 höre das Ze.-rum auf, Demokrat zu fein, derrn die Demokratie habe nicht daS Recht, über Glaubensgrundsätze zu bestimmen. In der Schulfrage z.D. dürfe es kein Recht des Siaates geben, das von der Lhristenp! licht als Eltern entbinden könne. Der Redner wandte Ld) gegen die Zersplit erung in Sonderparteien, vor allem in StandeSparteien, die er aus Gründen der Vernunft und Moral ablehnte und denen er den Standpunkt des Zentrums entgegenstellte, daß alles Handeln von der Rächftenliebe auS- gehen müsse, nicht aber von dem Doranstellen von Sonderinteressen. Denn daS Glück des einzelnen auch im politischen Sinne hänge doch nur Immer von feiner inneren Zufriedenheit ab. Hierauf beschäftigte sich der Redner mit einigen der wichtigsten politischen Fragen. Er besprach zunächst die AeparationSirag? und betonte, die Regelung dieser Frage auf lange Sich! mit dem Ziele, daß die internationale Wirtschaft selber die Aotwendigkeit einer Reu- regelung einsehe, sei ein kostbares Verdienst der führenden Zentrumspolitik. Stresemann, dessen Verdienste um Deutschland unbestritten fein sollten, sehe doch nur die Politik fort, die die Zentrumspartei jahrelang dem deutschen Volle empfohlen habe. (Bravo). Soweit gehe die Bescheidenheit des Zentrums nicht, daß eS dies in diesem Wahlkampf nicht ausfvreche. Rach dieser Richtung fei unsere Außenpolitik aus einem denkbar günstigen Wege. Rach einer anderen Richtung hin fei aber das Zentrum noch sehr unzufrieden, und zwar über den Verrat an der Idee deS Völkeririedens, der in der Fortdauer der Rheinlandbesetzung durch die fremden Truppen liege und gegen die immer wieder protestiert werden müsse. Hinsichtlich der Innenpolitik besprach der Redner zunächst Finanzfragen, für deren Behandlung er ein großes und langfristiges Programm unter Vermeidung des bisherigen häufigen Wechsels der Finanzminister forderte. Obwohl gespart werden könne und müsse, sei aber darauf zu achten, daß die Kriegsopfer und die InslationSgeschädigten ausreichend versorgt würden, um vor der schlimmsten Rot geschützt zu fein. Das Zentrum stehe nicht auf dem Boden des Einheitsstaates, es fei aber einer Reuregelung geneigt, die unter Wahrung des Prinzip« der Selbstverwa'tung eine wirtschaftlich gesunde Reugliederung bringe. Es sei an der Zeit, daß man dieses Problem aus dem Kreise der wissenschaftlichen Diskus.ion in den Bereich praktischer Derwirllichung stelle. Bei einer kurzen Besprechung der Steuergesehgebung nahm et besonders Stellung gegen die Sondergebäude- steuer, die nicht ausschließlich zu dem Zweck verwandt werde, für den sie zur Erhebung gelange (Sehr richtigI) und die aus diesem Grunde eine Erschütterung des Vertrauens des Volkes zur Folge habe. Hinsichtlich der Schulfrage betonte der Redner, die Katholiken hätten vom konfessionellen Standpunkt aus die Pflicht, ihre Kinder im katholischen Glauben erziehen zu lassen. Diese Pflicht könne ihnen niemand abnehmen, auch nicht ein Beschluß des Reichstages, denn in dieser Hinsicht seien die Katholiken konservativ. Das Zentrum fasse seine Forderung der Bekenntnisschule nicht dahin auf, daß diese eine Waffe gegen andere fein solle, sondern es sei der lleber^eugung, daß nur auf dem Boden der Bekenntnisschule die Charaktere wachsen könnten, die sür Volk und Heimat eine bessere Zukunft schassen könnten. Das Zentrum müsse die Schulfrage in erster Linie vom konfessionellen Standpunkt aus beurteilen. Mit der Aufforde- fafcltoärter Ludwig Philipp erhielt dem BezirkSzuchtverein eine Prämie gute Bullenhaltung. Für feine Ziegenbockhaltung hat Philipp bereit» Prämie erhalten. Ärcis Büdingcn. Oberhessen. Landkreis Gießen. : Annerod, 10. Mai. Die Pflasterung Der großen Verkehrs st raße nach Gründe r g hat im Gießener Waid bei Kllome.er- stein 7, nahe dec Sanfeburg. ihren An ang genommen. D.e er Anfang liegt einige hundert Meter ostwärts der Ab'ahrt nach Annerod, fo daß der Verkehr nach Annerod von der Ganfe- burg her für Fuhrwerke nicht möglich ist. Dte Arbeiten fchreiien langsam vorwärts. Die Straße wird noch für längere Zeit gesperrt bleiben müs en. : Rödgen, 10. Mai. Sine wesentliche Verbesserung er,ährt zur Zelt d.e Röd- cener Straße vom Pwsessoreneck bis zur Abzweigung nach dem Flugha en. Die Straße wird geteert und frisch mit KieS bestreut. DaS Material ist angefahren, die Arbeiten haben bereits begonnen. s. Beuern. 10. Mai. Auch in der Landwirtschaft wird immer mehr die menschliche Arbeitskraft durch die Maschine ersetzt. So wird zur Zeit hier eine Strohseilmaschine — die erste ihrer Art — durch den Schmiedemeister Heinrich Schomber eingcsührt. Da sich ihr Preis jedoch auf 400 Mk. stellt, kommt nur die genossenschaftliche Anschaffung der Maschine in Betracht, da es hier nur kleinbäuerliche Betriebe gibt. Es wird versucht, etwa zwanzig Landwirte zu einer Genossenschaft zusammenzuschließen, fo daß sich der Antell des einzelnen auf nur 20 Ml. stellen würde. Eine fo große Anteilnehmcrzahl wäre möglich, da die meisten Landwirte ihren jährlichen Bedarf an Erntefeilen an einem einzigen Tage Herstellen könnten und die Maschine imstande ist, etwa 25 Fuder Seile täglich zu liefern. Ein weiterer Vorteil der Maschine ist, daß jede Strohsor e verwendbar ist und nicht trumSsraktion des Reichstages das Wort. Er bedauerte besonders, daß sich das deutsche Volk immer mehr in Parteien zersplittere. Die bisherigen Oppositionsparteien machten sich ihre Kritik an der Arbeit der letzten Regierungskoalition recht leicht, aber es stehe doch sest, daß die bisherige Koalition sehr produktive Arbeit geleistet habe. Der Redner polemifierte hieraus gegen die Deutschnationalen. Die bei Den vorigen Reichstagswahlen den Inflationsaeschä- bigten Versprechungen gemacht und diese hinterher nicht gehalten hätten. Das Zentrum lehne es grundsätzlich ab. Deriprechungen zu machen, von denen man wisse, daß sie im Hinblick auf die ganze Lage nicht realisierbar seien. DaS deutsche Volk sei dem Zentrum zu großem Danke verpflichtet. 11. a. betonte Der Redner hier, daß nur durch das Eingreifen deS Zentrums in Der Revolutionszeit Die Verhältnisse in Deutschland wieder rasch in geordnete Bahnen gekommen seien. Del einer Besprechung der d utschen Außenpolitik erklärte auch dieser Redner, daß Die Außenpolitik Stresemanns nichts anderes sei, als WSD. Darmstadt. 10. Mai. Auf einer Wanderung des Odenwaldklubs am letzten Sonntag an den Todtenbrunnen bei Schwan- Heim wurde eine Bisamratte getan -en und getötet. An der Stelle war di: 11 erbäschung deS BacheS, der die einsame und düstere Waldwiefe mancher darin bringt, sehr zeitraubend ist, dürften sich noch mehr Liebhaber finden. V Mainzlar, 10. Mai. Mit dem Setzen der Kartoffeln wird man bei uns in diesen Tagen fertig werden. Behindert wurde dte Arbeit durch das letzte schwere Gewitter, da die meisten Aecker noch nicht hergerichtet waren und infolge der großen Räfse nicht sogleich bearbeitet werden konnten. Der guten Obsternte vom vorigen Jahre scheint eine weit weniger gute in diesem Jahre zu folgen. Die in unserer Gemarkung noch sehr wenig vorhandenen alten Zwetschenbäume blühen jetzt fast gar nicht: Birnbäume sieht man ebenfalls ganz vereinzelt in guter Blüte, und hier ist eS besonders Die Winterbirne. Auch bei den Aepfeln ist die Blüte bi» jetzt nur spärlich, schöne vollblühende Aepselbäume. wie im Vorjahr, sieht man nur ganz vereinzelt. w. Londorf, 10. Mai. Dieser Tage fand die diesjährige Generalversammlung der hiesigen Spar- und Vorschußkasse a b c r. a u“ statt. Der Vorsitzende deS Oluf- sichtsrates begrüßte die zahlreich Erschienenen, gedachte der Gründung der Kasse vor 40 Jahren und ehrte die beiden noch lebenden und anwesenden Mitgründer, Georg Fabel und Peter Appel, durch herzliche Worte und Ueberreichung je einer Ehrengaoe. Das Andenken von drei verstorbenen Mitgliedern des vergangenen Jahres, sowie der verstorbenen Gründer der Kasse wurde in der üblichen Weise geehrt. Dann gab der Direktor der Kasse, Gemeind Rechner Berlin, einen kurzen Heberblicf über die 40 Jahre feit Bestehen der Kasse, Die sich bis zur Inflation sehr gut entwickelt hatte und auch seit Aufhören der Inflation, man könnte sagen seit der zweiten Gründung, wieder sehr gute Fortschritte gemacht hat. so daß sie den an sie gestellten Ansorderungen voll und ganz gerecht werden kann. Lehrer S t ö h r berichtete über die segensreiche tSinriaj- tung Der Schulsparkasfe. wodurch der Sparsinn Der Jugend gepflegt wird. Aus dem vom Rechner verlesenen Geschäftsbericht konnte man das Smpor- blühen Der Kasse ersehen. Reben 10 Proz. Dividende wurde ein ansehnlicher Betrog zum Reservefonds und zur BetriebSrücllage verwandt. Die zwei Aufsichtsratsmitglieder. Bürgermeister A u m a n n und Beigeordneter Hasselbach wurden einstimmig wieder- gewählt. Für die Schulbibliothck wurden 40Mk. bewilligt. Bei einem guten ©late Bier und einem Imbiß wurde bei Gastwirt Rahtgang der vierzigjährige Gründungstag gemütlich gefeiert. h Grünberg, 10. Mai. Aus der jüngsten GemeinderatSsihung ist u. a. folgendes zu berichten: Dem Schühenverein Grünberg werden sechs Pfostensteine zum Preise von insgesamt 3 Mk. überladen. Die e Steine sind die letzten Heberte ft e des auf dem Trockenhaine in früheren Zeiten stehenden Auf- bewahrungShäuSchenS für den .Schinderkarre n". Der Gemeindecat beschließt, daß hinsichtlich der rückständigen (gestundeten) G e- meinde steuern vom Gewerbeertrag für die Steuerjahre 1925 bis 1927 und bei rückständiger Sondergebäudesteuer im Sinne Der Weisungen verfahren wird, die Der Präsident deS Landessinanzamies Darmstadt auf Veranlassung des Finanzministers an die Finanzämter hat ergehen lassen. Der Gemeinderat beschließt weiterhin, daß der Einspruch, Der laut Gemeinde- ratSbeschluß vom 21. Juli 192? gegen die Festlegung Der Wehrhöhe bei der Reumühle eingelegt wurde, nunmehr zurückgezogen wird. Es fehlt an den nötigen Beweisen, daß die Erhöhung seinerzeit tat ächlich erfolgt ist. DaS Wehr soll vor etwa 20 Jahren höhergelegt worden sein. + Lang-GönS. 10. Mai. Der Gemeindeempfänger, 60 Frauen und 94 Kinder gegenüber 110 fjauptunterftutiungsempfängern, 64 Frauen und 120 Kindern zu Beginn des Monats. Die erfter*’ Zahlen verteilen sich auf die einzelnen Bezirke t»« folgt: Statt Wetzlar 45 HauptunterstutzungsfN fängcr, 27 Frauen und 42 Kinder. Lgtz fernes Hrüx Die wenigen gestriger Schluß- 1 Drlv. Rheinische sehr fest liegen v xmax t nennt ma« 63, Avancen 29,U, Dollar 4,1802. folge auf diesem Gebiete könne sich also das Zentrum mit Recht zuschreiben. Auch bei Der Stabilisierung der Währung habe DaS Zentrum durch seine positive Politik, vertreten durch Das Kabinett Mar-, eine Heldentat für DaS Deutsche Volk vollbracht. Rachdem der Redner aus Die Hand tevert.a zS. erhandlungen und Die Zollgesetzgebung hingewiesen hatte, forderte er mit Rach- druck, daß Der Deutschen Landwirtscha t Die heute toieDerum außerorDentlich stark verschuldet sei, wirk amste Hilfe gebracht werde, Damit dieser Zweig unserer nationalen Wirtschaft wieder rentabel arbeiten kann. In Diesem Zusammenhänge beklagte der Redner Das starke Mißverhältnis zwischen den Erzeuger- und Den Verkaufspreisen der landwirtschaftlichen Produkte, ebenso beklagte er die zunehmende Landflucht Auch auf sozialpolitischem Gebiete habe Die bisherige Regierung«- Koalition eine sehr fruchtbare Arbeit geleistet, wobei der Redner an eine Reihe Vcrficherungsgesetze erinnerte, die zum Besten Der wirtschaftlich Schwachen geschaffen wurden. Das Kleinrentncrgcsetz in der Fassung Der legten Regierungsvorlage habe das Zentrum zwar abgelehnt, weil die kleineren Geschädigten mit Vermögen unter 10 000 Mark dabei nicht berücksichtigt worden seien Das Zentrum stehe auf Dem Standpunkt, daß allen geholfen werden müsse, also auch denen, Die früher weniger als 10 000 Mark Vermögen gehabt hätten. An einer neugeftaltetcn Vorlage, die dieser Forderung gerecht werde, wolle da» Zentrum gern mitarbeiBn und ihr zum Erfolg verhelfen. Bei einer Besprechung der Reichsfinanzen polemisierte der Redner vor allem gegen den früheren demokratischen Reichsfinanzministcr Reinhold und zollte dann der Politik des jetzigen Reichs» finanzminifters Köhler vom Zentnim warme An» Ärcis Metzlar. l-jAus dem Kreise Wetzlar, 10. Mai. Die Zahl der Arbeitslosen un Bezirk, des Arbeitsamtes Weglar hat auch im L.ufe des Monats April ro.eDer einen starken Rückgang erfahren. Während zu Beginn des Monat» in der Arbeitslosenversicherung 1332 Hauptunterstützungsempfänger mit 662 Frauen und 1032 Kindern unterstützt wurden, betrug die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger am Ende des Monats nur noch 587 Hauptunterstützungsempfänger mit 327 Frauen und 600 Kindern hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 140 Hauptunter- ftützungsernpfänger, 69 Frauen 117 Kinder, auf Die Landgemeinden des «reifee 335 Hauvtunterstüt- zungscmpfängcr, 202 Frauen und 359 Kinder und auf Die zu Dem Arbeitsamt gehörigen Gemeinden des Kreises Biedenkopf 103 Hauptunteritu' unge- empfanget, 56 Frauen und 124 Kinder. Rotstandsarbeiter wurden In der Arbeitslosenversicherung Ende April 19 gegenüber 45 zu Beginn des Monats, und zwar sämtlich in der Stadt Wetzlar, beschäftigt. In Der Krifensürforge wurden Ende April unterstützt: 97 Hauptunterstützungs- treter des RrichsverlehrSministers, Der Reichsbahnhauptverwaltung. deS Reich: bevollmächtigten für Privatbahn-Aufllcht. Der RcichsbahnDirektion Mainz. Der Stadt Darmstadt unD der Heag teil. Die Verhandlungen führten zu Dem ®r- gebnis. daß die elektrische Straßen- ahn Darmstadt-Jugenheim als gesichert gelten kann. Einzelne. Die Wahrung der Interessen der Dergstraßen-Gemeinden betreffende Sondersragen bedürfen noch der endgültigen Klärung Es besteht jedoch Aussicht, daß auch diese Verhandlungen bald zu einem befriedigenden Ergebnis führen. Auch die KönigSmünze kann nur der erringen, der gleichfalls an Dem Schützenzuge telgenommon. -r- Aus dem Riddatal. 10. Mai. Die A e p f c l b l ü t e. auf die auS wirtfcha tlichen Gründen daS besondere Augenmerk des Landwirts gerichtet ist, enttäuscht in diesem Jahre Rach der Blütenfülle deS Vorfahre« mußte wohl mit einer starken Verminderung des BlütenansatzeS gerechnet werden. Ein Gang durch Die Obstselder zeigt aber, daß 3 < aller Aep'elbäume überhaupt nicht blühen. Ein kleiner Teil trägt einzelne Blüten und nur hier und Da trifft man einen votterblühten Baum Strichweise sind die Aussichtm etwas besser. Verschiedene Aepfelforten. wie beispie'Sweise Goldparmäne. versagen ganx. Die« bautet für D.e Provinzialftraßen. die überv egend mit D e cm Apfel bepflanzt find, einen beträchtlichen Sin- nahmeouSsall. Die reiche und auch gut durchgekommene Bim- und Zwetschenblüte kann in wirtschaftlicher Hinsicht al« Ausgleich nicht in Frage kommen. ftreie Schotten— Y Gedern, 10. Mai. Zwecks Gründung einer Kolonne De« Roten Kreuzes hatte Hofprediger Widmann die Einwobner- schalt sowohl von Gedern, als auch dec Rachbar- schast zu einem Lichtbildervortrag eih» geladen. Rach Der Vegrühung gedachte Der Vorsitzende in warmen Worten des G.-ünderS des Roten Kreu-eS. Henri D u n a n t, diese« wackeren Genfer Bürgers, dessen 100. Geburtstag gestern, am 8. Mai, wiedergeiehrt war. Hauptmann a. D. L o t h e i ß e n, Darmstadt, der Hauptredner des Abends. schilderte an Hand einer großen Zahl Lichtbilder daS Wesen und die Arbeitsleistung deS hessischen Roten Kreuzes, besonder« in den Stählen Darmstadt, Mainz und Worms. Er erklärte, wie heute in Der Zeit des gesteigerten Verkehrs, De: Technik und Der Industrie die Ge ähren für daS menschliche Leben ungeheuer groß find, und wie es Deshalb unbedingt nötig erscheint, überall hilfsbereite Leute zu finden, die sich bei Unglücks,allen oder Seuchen Dem Wohle Der Mitmenschen zur Verfügung stellen. Der Dank für Den fesselnden Vortrag bestand darin, daß nach einer kurzen Aussprache eine Kolonne gegründet wurde, Der sofort acht Männer bei traten. Der praktische Arzt Dr. Bach hat sich bereit erklärt, einen Ausbildungskursus abzuhalten, Der für Die Teilnehmer kostenlos ift I Ober-LaiS. 10. Mai. Die Bautätigkeit In unserer Gemeinde ist wesentlich s ch w ä- ch e r als im vergangenen Jahre. Ein einziges neues Wohnhaus wird errichtet. Dazu kommen einige wenige Erweiterungs- und Ergänzungsarbeiten, Die jedoch daS Bild nicht wesentlich verschieben. Für die starke Einschränkung der Bautätigkeit ist wohl in erster Linie die Tatsache verantwortlich zu machen, daß im laufenden Jahre bedeutend weniger verbilligte Bau- Darlehen seitens Des Staate« gegeben werden. alS im Vorjahre. Mit den Arbeiten für Die Errichtung des neuen ForsthauseS ist noch nicht begonnen worden. — In den letzten Jahren ist in unserer ganzen Gegend die Rattenplage immer stärker geworden. E« hängt dies anscheinend Damit zusammen, daß die alteingesessene, dunkle Hausratte säst völlig von der größeren, hellerenMöanderGatie verdrängt worden ist. Wie getoaftigRfrie Vermehrung dieser gefährlichen Wager iJL zeigte sich hier vor einigen Tagen gelegentlich der AusstockungSarbeiten an dem Wohnhausc eines hieiigen Einwohners. Mehr als 50 Wanderratten ttnrben, als sie flüchten wollten, von Hunden, Kallen und Leuten getötet, Darunter eine Rattensamilie >97 .17 et ,n erfennung. Auch in Der Frage Der Beamtendesoldung habe das Zentrum getan, was möglich fei. 3m wci- teren Verlaufe feiner Ansprache nahm Der Redner u. a. scharf Stellung gegen Das geplante Gesetz zur Erleichterung von EhefcheiDungen, Das beim Zentrum auf entschieDenen WiDerstanD flohen werde. Schließlich forderte der Redner aus kulturellen und wirtschaftlichen Erwägungen auf, am 20. Mal geschlossen für Die Zentrumsliste einzutreten. In Der anschließenden Aussprache nahm ein junger Mann das Wort zur Vertretung einiger Ideen Der Christlich Sozialen Reichspartei. Seine Darlegungen wurden von Den beiDcn Referenten im Schlußwort mit Leichtigkeit widerlegt. Sozialdemokratie und Reichstagswahl. In der von der Sozialdemokratischen Dort ei für gestern abrnd auf D.t ,LiebigS- yöhr einvcrusenen Dersammlckt-.g sprach al- erster Redner Pros. Dr. Strecker über Den Kampf um Den Reichst a g. Zunächst erinnerte er an Die 50jährige Wiederkehr DeS Tages, an dem das Attentat auf Kaiser Wilhelm I. verübt wurde, das Anlaß *um Erlaß des Sozialistengesetzes gab, unter dessen Folgen die Arbeiterklasse schwer zu leiden hatte. Heute, unter Der Republik, seien die Zeitverhältnisse günstiger, cs sei Pflicht, diese auch auszunuhen. Was der Sozialdemokratie von Der Gegenseite, besond r, von der Deutschnationalcn Dol/spartei, unterschoben wurde. besond:rs der Barmatprozeß, habe sich in b Dornholzhausen, 1 Das Fest Der goldenen Hochzeit feu' fcute Landwirt Anton Watz und ‘e ♦ 6 a r i n a. gebotene Krämer. Watz ist 71 uoiid)cr Bowlenwein s (Cbfttoiin) vom Za», ver tfitcr 5o Vicuniae J. M. Schulhof, 'JJiarfillrnhc 4. floftbrobrn nrnt'S. lllllllllllllllllllllllllllllllllUl Eine Perle des Hessen langes, Dellebiest r Au» Zuo- .lugsort mit histor sehen ii4b*i|d»"te?s Baudenkmälern und ■ Uimi idyllischer Umgebung Verbindungen: »"'« Ve.p'legung in der 1,0 und 1 -6 Klostermühle«NM adrennen sind Materialprüfungen Nur Qual 111 tirl der Und den Anforderungen von Bahn- und Stra^enrrrnen Ober Hunderte von Kilometern gewachsen. Da» Mila-Rad mit seinem treuen Heller, dem PoUck- Beilen, meistert epie end alle Hindernisse. Unaufhörlich reihen »ich neue Erfolge en die Kette der Mlfa-Sle«. Darum. 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Es mar Lew Pheeney, und er war starr und tot Anläßlich des 35jährigen Bestehens des 1.Kraft- und Sportklubsl893 Dießen wurden dem Tkrein vom Deutschen Athletik- Sporivcrband die diesjährigen Gaumeister- schasts kämpfe (7. Ä rciflj Hessen im Eine schwere Ausgabe hat sich die erste Manu schast des X u r n d. Heuchelheim gestellt. Sie tritt am kommenden Sonntag auf dem Geiersberg der Ersten vom Turne. 1 846 Kietz __ über. Gietzen wird überlegener Sieger bleiben. — Die zweite Handballelf (Sugenb) spielt vorher gegen die Äugend von Grotzen-Linden. Schwerathletik. DielfinnltöeofieöenSWetn. Vornan von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann. Verlag. Leipzig. 3m Zraucnsechten s.e kannte Turnerfechterin Frau C a. M. an die Spitze. Anher ihr sind nrch fiartbercdbtlgt in Äöln; 2. Frl. Kveton, Docken- beim; 3. Frl. Saab. Mainz; 4. Frl. Weber. Darmstadt; 5. Frl. Drenzel. Hanau. Punkte. Eliriede M ü n n i ch. Tv. 1846 Gietzen. 115 Punkte Ala Schwan. Mir». Gietzen. 103 Punkte Lotte Mohr, Tv. 1846 Gietzen. DteHortäinpfcdermitlelrheiuifchcn^cchter. Die Kreissvnbcrllasfe de« MittelrheinkreileS im Fechten hatte sich am Sonntag in Da rrp - habt zu dem Aus'che.I'u! gS'echten für baS Deutsche Turnfest in Köln ammengefunben. Der Mittelrheintreis ist bic Hochburg bet Tur- verfechten» in Deutschland Deshalb war bester Fechtsport zu sehen. Don 31 angetretenen Florett- tamp’crn wurden die folgenden 5 für Äöln ausge- schieden 1 Darb cm. T 1860 Frankfurt a. M 2. 04k nl. Tv 1860 Frankfurt a. M.; 3. Sibert. Tv 1860 Frankfurt a. M; 4. Sachs. Tv. 1860 Frankfurt a. M; 5. Dahl Tv. 186-3 Frankfurt a M. Die vom Gau Hessen »ugelassenen Fechter konstten sich gegen die vorzügliche Frankfurter .Klasle" nicht behaupten Zum Säbelfechten waren 25 Fechter angetreten Auch hier hatten die bewährten Kämpen des Tv. 1860 Frank-urt a. M die Führung in allen Kämpfen Die 5 ersten Sieger bilden die Säbelmannfchaft des MittelrheinkreiseS der D T. für Köln. Es sind: 1. Heim. Ossenbach a. OK.; 2. Martin. Tr. 1863 Frankfurt a. OK. 3. Schenck. Tv. 1863 Frankfurt a. M: 4 Dehe. Offenbach a. OK.. 5. Ludwig. Bürgel. Als Degenmannschas t für das Deut- 14k Turnfest in Köln wurden In sehr spannenden Kämpfen auSgeschieden: 1. Jakob. Frankfurt a. OH.; 2. Schäfer. Offenbach a. TL; 3. Schie- belsuth. Mainz; 4 Schenck. Frankfurt a. Ott.; 5. Dcuer. Frankfurt a. M. Eichenkran- heimkehrtem Zwölfkampf der Turner (189 Teilnehmer- Karl Deuter Tv. 1846 Dietzen, 210 Punkte; Q Dinier. Tgm Eintracht Frankfurt a. 021. 204 P.. Hermann Bund. Tbd. Dies- baden ISS P.; Willy Sinnwell. Tv. 1860 Bab-Rauheim. 1S5 P; Peter Doltz. Tv. 1860 Bad-Rauheim. 170 P.; H Keil, T. u. Spv. Marburg. Otto Teytor. T u. 0pv. Mar- Vorarbeiten des Mittelrhein- kreises der O.T. für Köln. Tic -lueschkidungslänrpfc. Unter autzerordentlich starker Beteiligung hat btt Mittelrheinkrei« der D T am Samstag und Sonntag in Mainz die Ausschei- dungskümpfe für das Deutsche Turnfest durch- geführt Unter Leitung von Kreisober tu rnwort Frey wickeUe sich die umfangreiche Turnfolge reibungslos ab. O b e vch c f f e n . Mainländer. Dassauer. Rheinländer rangen in hartem Kampfe um den schlichten Sichcnkranz. Okur die Saar- lünder fehlten. Die drei Saargaue fuhren ihre Dorkämpfe aus Sporsamkeitsgrunden gesondert tn Saarbrücken durch Co erfreulich die durchschnittlichen Leistunaen auch waren, konnte man sich doch nicht des Eindrucks erwehren, datz die an die Turner gestellten Anforderungen überaus hoch lind und datz mit den äutzerst schwierigen Pflichtübungen wohl kaum für die Turnfache geworben werden fann. Die Erfolge des Gaues Hessen, der u. o. mit Karl Reuter (Dießen) den Ersten im Zwülslamps der Turner stellt, sind achtunggebietend Der Gau darf stolz daraus fein, datz er in Köln aller Doraussicht nach ein gewichtiges Dort mitzureden hat. Als Kampfrichter waren aus unserem Gaugebiet tä.ig Oaucberturn- wart W. Dill (Gietzen). Gausrauentumwart R. P a u! (Dietzen). Müller (Dietzen), Bezirks- turnwort Schüler (Detzlar). Tertor (Mar- bürg'. Heberlein (Marburg). Oertel (Rieder-Döllstadt). Mainz hatte die Deranstaltung. die einem Kreisturnfest durchaus gleich kam. wenn man die Wettkampfe auf die Ucbungen und Leistungen hin betrachtet, sehr gut vorbereitet Don den Siegern, zur Teilnahme am Deutschen Turnfest für würdig befunden, geben wir nachfolgend jeweils die Ersten an und dann noch die Teilnehmer des Gaues Hessen, die mit dem Die Morbiommftsion von Scotland Dard füllte Dick Martins Eßzimmer. Man stand flüsternd beieinander, wahrend der Arzt den Toten tm Nebenzimmer untersuchte. Nach einigen Minuten kam er K"Soweit ich bei oberflächlicher Untersuchung fest- (teilen kann, ist der Tod schon vor mehreren ©tun- den erfolgt, und zwar durch Einwirkung brutaler äuherer Gewalt; denn sein Genick ist gebrochen. Dick erschauerte. Es lief ihm eiskalt den Nucken entlang. Er hatte In dem Zimmer geschlafen, ahnungslos, datz die polierte Tür seines Ankleide- schrantes ein so schauerliches Geheimnis barg. .Haben Eie nichts gefunden, was auf einen Kampf hätte schließen lassen?" fragte Sneed. ..Nichts", erwiderte Dick. ,Lch glaube, er mutz von hinten erschlagen worden fein. Aber wie der Mörder in die Wohnung eingebrungen ist, das mag Gott wissen." In den Abendstunden wurde der Pcrionenaus- zug in Dicks Hause von einem jungen Mädchen bedient. Sie hatte niemand hinausgefahren, nachdem Dick das Haus verfassen hatte. Die ganzen Räume wurden sorgfältig durch- JEs gab nur einen Weg für den Mörder.' sagte Sneed. „die Küche!" Don der Küche führte eine Tur auf einen winzigen Balkon, neben dem sich ein ^arenaufjug befand, der unten im Hof mit einer kleinen Winde in Bewegung gesetzt wurde. „Dar die Kuchentur von innen vernegell. r.» kündigte sich Sneed. Dick wuhte es nicht. Er war nach seiner muff- kehr nicht mehr in der Küche gewesen. Aber seine Wirtschafterin. Vie leise in ihre Schurze weinte, besann fick, datz sie die Tür am Morgen offen gefunden hatte. bürg. 162 Punkte. Zehnkamps der Turner (46Teilnehmer): TL Hohler Tgm Griesheim O.M.. 170 P.; Georg S eiff er. Tarn. Eintracht. Frankfurt a. M., 168 P.; .Benz. Tv. RüsfelSheim. 163 P.; Alfred Sck- Hardt. Tv. Rldda. 155 P; Hrch. Hardt. Tv Tübingen. 137 P; Richard Seth. Tv. Vrotzen-Lmden. 136 P. Reunkampf. Altersklasse 1 (40 Teilnehmer): Martin Sebhardt. Tgin. Eintracht Frankfurt a. M . D. Berg. Tv. Mainz-Amöneburg. 166 Punke: Dg. Oleugebauer. Tgm. Bürgel. 158 P.. Anton Feuerstein. Tv. 1 860 Dab- Rauheim. 127 P.. Albert Rinn. Tv. Heu- chelheim b. Dietzen. 124 P Reunkampf. A 11ersklasse 11 (46 Teil- nchmer) D. Schalles. Tbd. DleSbaben. 173 P.; rv. Cray. Tv 1817 Mainz. 167 P.; D. Piepen- bring, Tv. Offenbach a.M.. 164 P. Bterkampf der Turnerinnen (44 Teilnehmer i SNa Belte. T. u. Spv. Friedrichsdorf. 70 P; Gertrud Müller. Tv. 1817 Mainz und Elsa Bickelhaupt. Mtv. Gietzen. 177 P. ,E Bickelhaupt bat 1.50 Meter gesprungen!); Lina Treufch. Eisenbahn-T. u. Spv. Darmstadt. 72 P; Tilli S spach. Mtv. Dietzen. 63 P.; Minna Stoll. Tv. 1860 Bab-Rauheim, 50 Punkte. m „ Siebenkamps-Frauen: D Denkelberg, Tv. Kirn; 3. Krönia. Tgm. Hanau a. M; T. Bemtheusel. Tgs. Sachlenhausen; 120 Punkte. ® Eitel. Tbd. Wiesbaden. 119 Punkte. M Höhn. T. und Spv. Eintracht Wiesbaden. 118 Toten, Stemmen. Ringen, sowie leicht- und schwer- athletischen Enzel- und Mehi.'ämpfen übertragen. bie am nächsten Sonntag hier ftattfinben. Bis jetzt lind etwa 103 Konkurrenten gemelbet. darunter in erster Linie bie Dau- und Kreis- meister von 1927. Den öicAern winken wertvolle Ehrenprelle, bie von jreunKm und Gönnern der Schweiathletik gestiftet wurden. Die Kämpfe be- ginnen vormittags, zunächst in Jugend- und Altersklassen Kug.lstoßen Steinstotzen Gewicht- und Haminerwersen findet vormittags statt, dagegen wird dos Tauziehen, zu dem Alsfeld. Marburg. Kassel. Friedberg und Gietzen gemeldet oaben. nachmittags abgebalten Um den Sieg werden in erster Linie Kassel. Marburg unb Afssclb streiten, jedoch wird auch Gietzen (Mann- schastsgau und Kreismeister im Ringen 1928) alles aufbieten, um diesen auf der Höhe stehenden starken Vereinen den Rang abzulausen Spielvei-einigung 1900 Gießen ö. 1900 weilt am nächsten Sonntag mit allen Futzballmannschaften auswärts. Die Ligamann schäft fährt xum Rückspiel zur Germania Pfungstadt und hofft, dort das Borfpielre'iiltat vom letzten Sonntag in Gietzen (5- 1 für Pfungstadt!) gehörig zu revidieren. Die Gießener sollten bazu auch in der Lage lein, wenn sie allen Ernstes an die Aufgabe heran- geben. Die Mannschaft wird ohne Zweifel durch die Mitwirkung deS sehr schnellen rechten Flügels <5 ti>*öuft eine ganz ander« Dur^hschlogs- Iralt besitzen. Man hält den Gastgeber Psungstadt nicht für so überragend spielstark, datz die Revanche nicht glücken sollt«. Die dritte Mannschaft unternimmt eine Fahrt nach Lich, um sich mit der 2. Els des dortigen Vereins für R äsens piele in einem Gesellschaftsspiel zu treffen. Man kann die 1900er daraus mit ziemlicher Sicherheit als Sieger hervorgehen sehen Die 1. Z ugend 1900s trägt für da» seinerzeit ausgefallene Diplomspiel ein Freunbschasks'piel gegen die 1. Jugend des Futzballverelns Grün berg in Grünberg aus, wobei die Blau- weitzen aus Gietzen zu einem knappen Sieg kommen sollten. Schwerer Ist schon bic Aufgabe. die sich die 2. unb 3. Jugend der Spielveretnlgung gestellt haben. Der Wetzlarer Sportverein wird mit 2. und 3. Zugendelf den Gegner abgeben. und da Wetzlar den Vorteil des eigenen Platze- meht. wird eS auch jeweils knapp über bie Bereinigten auS Dietzen triumphieren können. V. f. B. Äni nächsten Sonntag fährt bw Higa Mannschaft nach Weidenau (Sieg), um der Vigo be» dortigen Namensvetter» ein fällige» Rückspiel zu liefern. Weidenau gehört der 1. Dezirk»Ilga- klasse (Siegener Bezirk) an und hat am vergangenen Sonntag durch einen klaren 5:0-Sira über den spielstarken Barmer Sportklub (2. Bezirksligaklasse) bewiesen, datz e» zur Zett sehr gut in Form ist. Unter den gegebenen Verhältnissen erscheint ein Sieg der Gießener ». f. B -Elf so gut wie ausgeschlossen. 3m besten Falle sollte «» ihr bei Auf- dietung aller Energie möglich sein, dem G« mer ein Unentschieden abzuringen, da sich das dorfe- Verhältnis beider Mannschaften leit dem tiorfm.-l auf hiesigem Platz, da» 1:1 endete, zu Gunsten de» Weidenauer D. f. B. verschoben yai Auch die Ligareserve sahrt zu einem Rück- spiel nach auswärts. Ihr Gegner ist die Liga- reseroe des Sportverein» Herborn, die im Vorspiel sich mit 2:5 aeschlagen bekennen mußte. Trotz des gefürchteten Herborner Platze» darf man der B. f. B.-Elf aller Boraussicht nach auch diesmal einen knappen Sieg voraussagen. Zweite Jugend und zweiteSchüler- Mannschaft haben sich die erste Jugend- bxro. erste Schülerelf Garbe n teichv zu Gesellschaft,- pielen auf hiefigem Platz verpflichtet. Wenn die örperliche Uebenegenheit der Gäste nicht £en Aus- „Mein Dienst ist heute um zwölf Uhr zu Ende. „Um zwölf Uhr Mitternacht", enmberte cneeb 'akonisch Bi» dahin fließt noch manches Waller in die ihemse “ Seufzend machte sich Dick auf den Weg Lew Pheeney wohnt seit Jahren in Great Queen Street, aber seine Wirtin wußte nichts über seinen Verbleib. Er hatte am vorigen Nachmittag um fünf Uhr seine Wohnung verlosten und war seitdem nicht wieder zurückgekehrt Einer seiner Schlupfwinkel war ein obskurer Klub, der hauptsächlich von Strasgesetzbiichkandidaten frequentiert wurde. Phee- r.en kam p wohnlich zum Frühstück dorthin unb holte seine Briefe ab. Er war auch Aus dem Turngau Hessen (O T.) Schwimme« -o- Arn Sonntagvormittag hielt der Schvimm- wart des GaueS Heften. Fran, Sauer (Gietzen). im Städtischen Schwimmbad zu Gietzen eine planmäß.g-e B o r s ch w i m m c r st u n d e ab, die von den Abteilungen der Gauvereine gut besucht war. Zunächst wurden die Freiübungen an Land eingehend behandelt, bic als turnerische Lockerungsübungen für die Arm- unb Bein- bewegungen beim Schwimmen von grunblcgenbcr Bedeutung unb deshalb auch als we'entlick>er Bestandteil den Anforderungen beim Gauwetllchwim- men eintzegliedrrt find. Einen breiten Raum nahmen die Hebungen für bat Dau- unb Kreiswettschwimmen ein; letzteres finbet nächsten Sonntag im Städtischen Hallenschwimmbad au Darmstadt statt unb gilt zugleich als 2lusscheidungSkampf für das Deuttche Turnfest in Köln. 5m Riegenbetrieb kamen zu form- gerechter Durchbilbung bas Brüste. Veite- unb Rückenschwimmen. Absprung und Wende. baS Streckentauchen. Springe« unb Hand-über-Hand- schwimmen. DaS Gauwettschwimmen hat der Turnverein Wetzlar zum 15. Juli übernommen. Die Leistungen sind nach Altersstufen gegliedert und umfassen außer Ginzellämpsen auch Mehrkämpfe und Staffeln von Wanillöhnften. Die Jugend von 14 bis 16 Jahren wird antreten zu einem 50- Meter-Brustschwimmen. dem Futzhocksprung und Futz'chlutzsprung vom 1-Meter-Brett nebst zwei Kürsprüngen. Die Gruppe von 16 bis 18 Jahren nimmt zu dem 50-Meicr-Brustschwimmen h.nzu. an Sprüngen den Kopfsprung mit Ankauf vom 3-Meter-Brett. den Futz'chlutzlprung mit Anlauf vom 1-Meter-Dretl nebst zwei Kürsprüngen: für den Mehrkampf dieser Altersstufe gelten die gleichen Sprünge, dazu ein 50-Meter-Brust- schwimmen für Turner mit 56—40 Sek., für Turnerinnen 62—46 Sck.. unb ein Streckentauchen für Turner mit 10—30 Meter, für Turnerinnen von 5—25 Meter. Die Gruppe graue Augen, bie ihn anlächelten, hörte er den Klang einer leisen, sühen. neckenden Stimme. Er schalt sich einen Toren, daß eo ihm nicht gelungen mar, ihren Namen in Erfahrung zu bringen. Er hatte ihr bann doch schreiben können. Aber in den letzten Tagen vor seiner Abreise hatten sich die Ereignisse überstürzt. Es war ihm uninöglich gewesen, sie noch einmal aufzusuchen. Ein Brief „an die hübsche Dame mit den grauen Augen in der Bellingham Dibliochef hätte sie vielleicht erreicht. Aber wußte er, ob nicht eine andere junge Dame des Instituts die gleichen Borzüge hatte? Da kam ihm In Chicago der rettende Einfall. Er sandle einen Bries an den Leiter der Biblio- chek und bat um Ausnahme in seinen Leserkreis. Er nährte die leise Hoffnung, ihr Name würde als Unterschrift auf der Quittung stehen. Erst al» er dcn Bries in den Kasten geworfen hatte, siel cs ihm plötzlich schwer auf die Seele, daß ihn die Antwort wahrscheinlich nicht mchr erreichen würde. Auch von Sneed hörte er nichts mehr. Seine einzige Nachrichtenquelle waren die eng(i(d)en Bettungen. Danach hatte die Polizei den Schuldigen immer noch nicht gefakt. Schließlich erlahmte da» Interesse der Ocssentlichkeit an dem Fall, und die tpalunlangen Berichte der ersten Zeit schrumpften zu w.nziaen Notizen zusammen. Dick fuhr von Buenos Aires nach Kapstadt unb verfehlte den Gesuchten um wenige Tage, erhielt aber zu seiner freudigen Ueberraichung ein Telegramm von Havelock, bas seine Rückkehr forderte. Frohen Herzens belegte er einen Platz an Bord des nächsten fälligen Dampfers. Der Tag sollte nicht zu Ende gehen, ohne daß er seine zweite wichtige Entdeckung machte. Die erste war ihm bereits in Buenos Aires geglückt. Er war dem irrlldjtemben jungen Lord um die halbe Dell gefolgt, ohne seiner habhaft zu werden, und fein Iagdeifer hatte sich erheblich abge- kühlt. Die Reise nach Madeira bauerte dreizehn Tage, da der Dampfer an verschiedenen Hafen Station machte. Es war die inhaltloseste und eintönigste Zeit seine» Lebens. Ader als das Schiff endlich Madeira anlief, um zu kohlen, geschah das Wunder. Kurz vor Abgang des Dampfers kam eine Darkaste längsseits, ein halbes Dutzend Passagiere stieg das Fallreep hinauf, unb — Dick glaubte zu träumen ... (Fortsetzung folgt) Dick trat auf den Balkon hinaus und blickte auf den Hof hinab. Die Wohnung lag im dritten ctod, und es gehörte schon die Geschicklichkeit eines Artisten dazu, um an dem dünnen Drahtseil des Auf- zuges eine solche Höhe zu erklimmen. „Er hat Ihnen niemals angebeutet, wer es war. vor besten Nachstellungen er sich fürchtete?' fragte Sneed. als die Mordkommission sich nach Scotland 7)arb zuruckbegeben hatte. Dick schüttelte den Kops. „Er wagte es nicht, aber auf die Wahrheit seiner Geschichte könnte ich jeden Eid leisten. Ich glaube, daß er wirklich gedingt worden war, um eine lotengruft zu öffnen, und daß der Unbekannte, von dem er den Auftrag hatte, sich schon damals mit Mordabsichten trug.“ Am nächsten Morgen suchte Dick den Anwalt in (einem Bureau auf. Havelock hatte bereits den Mordbericht in den Abendzeitungen gelesen. .Lch furchte, wir werden Ihre Adreiie hinaus- schieben müssen“, sagte er. „Scotland Pard wird Sie jetzt kaum hergeben.“ Am Nachmittag hielt die Mordkommission eine Konferenz ab, und es wurde beschiosten. Dick nach dem Totengericht die Abreise aus England zu gestatten. Er mußte sich nur verpflichten, mit der Behörde in ständiger Fühlung zu bleiben, so daß er gegebenenfalls rechtzeitig zurückkehren konnte, um in der Hauptoerhandlung als Zeuge auf- zutreten. Das Totengericht wurde am Freitag abgehallen und auf Grund von Dicks Aussagen auf unbe- stimmte Dauer vertagt. 2m Interesse der Polizei- lichen Nachforschungen gelangte bie unheimliche Vorgeschichte des Mordes nicht zur Kenntnis der Leffcntlichkeil. Am Sonnabend Mittaa um zwölf Uhr versteh Dick Martin England. Auf feinen Spuren folgte der Schatten des Todes. 6. Als Dick Martin England vettleß. defchaftialen sich alle Zeitungen mit der Ermordung Lew Phee- nevs, unb seine Gedanken kehrten immer wieder dahin zurück. Aber die Reise überschwemmte ihn mit neuen Eindrücken, die Erinnerung an den Ermordeten verblaßte. Eine andere Erinnerung strahlte inbefien um so Heller, je weiter er stch von England entfernte. Immer sah er im Geiste zwei über 13 Iuhre känpft in einer Unter- unb in einer Mittelstufe; für beide wird je eine 6t:eck vvn 100 Meter verlangt im Beust-. Xu den- unb Hanb-Üb:r-Hanb' drückte auf eine Klingel und wartete - .'o aus den diensttuenden Wachtmeister. — , habe mit Lew Pheeney zu sprechen. Schicken Sofort einen Beamten, der ibn sucht!“ Dach als der Wachtmeister gerade die Tür hinter sich Ichließen wollte, rief er ihn wieder wruck^ „Sie kennen alle seine Schlupfwinkel, Dick. Es tft am besten. Sie gehen selber “ Ballspiel-Club 1920 Gießen. Am kommenden Tonntag treten sich auf teil hiesigen Waldsportplah zum fälligen Rückspiel *3. 6. 20 I Gießen und V. f. V. Liga-Re- ferne gegenüber. Das Vorspiel der beiden Mannschaften endete 1:1. Einer der beiden Mannschaften im voraus den Sieg zusprechen zu wollen, wäre verfehlt, da beide Mannschaften zur Zeit auf einer beachtlichen sportlichen Höhe stehen. Konnte doch der B. E . 20 vor einiger Zeit seinem Ortsrivalen Epielvereinigung 1900 II mit 4:1 das Nachsehen geben. Fußball in Heuchelheim. Am kommenden Sonntag spielt die erste Mann- ichaft des Sportvereins 1920 auf dem hiesigen Plan im Gesellschaftsspiel gegen die Erste von Lollar. Der (Yegner spielte seither in der 8-Klafse, hat sich aber in diesem Jahre zum Aufstieg in die ^»Klasse qualifiziert. Die Einheimischen, die das Vorspiel in Lollar knapp 3:1 gewannen, sollten auch diesmal Sieger bleiben. — Vorher spielt die Zweite Heuchelheims gegen die Zweite von Lollar. Die Frage noch dem Sieger bleibt offen. — Die Schüler fahren nach Wetzlar zu den Schülern vom Sportverein. Bei vollständiger Aufstellung sollten die Heuchelheimer Sieger bleiben. F. C. 26. Großen-Buseck. Am nächsten Sonntag fährt die erste und zweite Mannschaft Großen-Vufecks nach Dau- bringen zu einem Gesellschaftsrückfpiel gegen die dortige Erste und Zweite. Das Vorspiel! konnte Daubringen für sich entscheiden. Diesmal dürften aber die Siegesaussichten auf Seite der Busecker stehen, da diese in den letzten Spielen manchem ^-Klassen-Verein ein gleichwertiger Gegner waren. — Vorher treffen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine. Da diese erst in der letzten Zeit zusammengestellt wurden, kann man im voraus nichts sagen. Arbeiier-Turn- und Sportbund. Allmählich geht die Frühjahrsrunde der diesjährigen Serie ihrem Ende zu. Am kommenden Sonntag hat Wieseck 1.. Marburg 1. zu Gast. Auch dieses Spiel dürfte mit einer Niederlage der Gäste enden, wenn es der Platz- besiher nicht anders will. Hungen 1. hat Hachborn 1. zu Gast und wird sich auf eigenem Platze Sieg und Punkte nicht nehmen lassen. Großen-Linden fährt nach Alsfeld, um sich dort zwei Punkte zu holen. Rod heim 1. hat Wies eck 2. zu Gast. Die Gäste werden sich anstrengen müssen, wenn sie nicht eine empfindliche Niederlage mit nach Hause bringen wollen. In der Jugendklasse treffen sich Treis Groh - Seelheim, Heucheih.im — Klein - Linden. Gießen— Wieseck, jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins. Hadclub Germania 1899. Der Radclub Germania hielt am Sonntag sein erste- Vereinsrennen über 50 Kilometer ab. Rennfahrwart Rode lieh um 8.30 Uhr sieben Fahrer auf die Strecke Gießen — Lollar — Dau» bringen — Alten-Dufeck — Gr.-Buseck — Rödgen — Gießen, die zweimal gefahren wurde. Die Gebrüder Preis übernahmen sofort die Führung und tonnten bei Daubringen, nachdem Volz durch Reiifenschaden aufgab, dem Felde enteilen, dicht gefolgt von H o l r i a e r. 3m Cndkampf siegte Heinrich Preis nach hartem Kampf über * seinen Bruder Hans Preis mit einer halben Radlänge. Ergebnisse: 1. Heini Preis, 1.32 Ulin., 2. Hans Preis eine halbe Länge. 3. Fr. Holriger 135 Min., 5. L. Schlund, 5. Fr. Hahn, Volz und Dernges gaben auf wegen zweimaligem Reifenschaden. Die Jugend gab sich ein Treffen über fünf Kilometer. Hier konnte Siewert einen schönen Sieg über feine Klublameraden nach Hause fahren. Ergebnisse: 1. Rudolf Siewert 18 Min.. 2. K. Balser, 3. W» Baum, 4. G. Schlund. Hilde Schrader schwimmt Weltrekord. Der von der deutschen Meisterin Hilde Schrader am Dienstagabend tm Magdeburger Wilhelmsbad unternommene Versuch, den Weltrekord im 400-Meter-Brustfchwim- men zu verbessern, war von Erfolg gefrönt. Cs gelang der Magdeburgerin, Die in ausgezeichneter Form war, den von der Holländerin Marie Baron gehaltenen Weltrekord um 7,4 Sekunden zu verbessern. Bei dieser Gelegenheit wurde der deutsche Rekord um 15 Sekunden verbessert. Der neue Weltrekord im 400-Meter-Damen- brustschwimmen steht nunmehr auf 6:46,8. Da Hilde Schrader unter offizieller Kontrolle schwamm, dürfte dem Weltrekord wohl die Anerkennung nicht veriagt bleiben. Die Zwischenzeiten waren folgende: 50 Meter 44 Sekunden. 100 Meter 1:34 . 200 Meter 3:17, 400 Meter 6:46,8. Wirtschaft. Um die Erhöhung der Kohlenpreise. Berlin, 10. Mai. (WTB.) In Vertretung des zur Zeit von Berlin abwesenden Reichswirtschafls- mimsters Dr. C u r t i u s empfina Staatssetrctär Dr Trendelenburg am 9. Mai im Reichs- wirtschaftsministerium Vertreter der eisenschaffen- den Industrie, sowie der in der Arbeitsgemeinschaft der eisenverarbeitenden Industrie zusammenge- schlossenen Gruppen zu Besprechungen über die in Aussicht genommene Erhöhung der Eisenpreise. Die Vertreter der eise?.schaffenden Industrie legten dar, daß sie von einer Erhöhung der Preise für Roheisen absehen wollten. Die von ihnen für Walzwerkesabrikate vorgesehenen Preiserhöhungen seien so berechnet, daß sie lediglich die Erhöhung der S e l b st k o st e n für Kohle berücksichtigten. Die Vertreter der eisenverarbeitenden Industrie erklärten, daß die be- absichtiate Erhöhung der Eisenpreise angesichts der rückläufigen Beschäftigung der eisenverarbeitenden Industrie voraussichtlich sehr u n g u n st i g auf die Geschäftslage wirken werde, daß sie aber auf Grund der am 7. Mai in Düsseldorf von der elfen- schaffenden Industrie ihnen gegebenen Unterlagen und Erklärungen Einwendungen gegen die von der Eisenindustrie angestellte Berechnung der Mehrkosten nicht zu erheben hätten. Die eisenverarbeitende Industrie hat jedoch darauf hingewiesen, daß bei dieser Preiserhöhung eine Revision der Qualitätsüberpreis e stattfinden müsse und welche Bedeutung sie dieser Regelung beimesse. In Düsseldorf ist unter den Beteiligten vereinbart worden, daß mit möglichst kurzer Frist in gemein- sanier Besprechung fcstg. stellt wird, inwieweit Ermäßigungen der bisherigen Oualitätsüberpreise vorgenommen werden können. Staatssekretär Dr. Trendelenburg nahm diese Darlegungen mit dem Bemerken entgegen, daß er der Regierung die Stellungnahme zu der durch die letzten Derände- rungen der Kohlen- und Eisenwirtschaft geschaffenen Lage in jeder Beziehung vorbehalten müsse. Die Verhandlungen des Reichswirtschaftsministeriums mit den Vertretern der Eisenindustrie über die neuen Eisenpreise haben stattgefunden. Das Ausmaß der Preiserhöhungen ist jetzt vom Stahlwerksoerband bekanntgegebcn worden; es beträgt für Halbzeug und Form- > Stabeisen 4 Mark je Tonne, für Bandeisen G irt je Tonne, für Walzdraht und Grobbleche 7 Mark je Tonne. Diese Erhöhungen von 4 bis 7 Mark stellen eine fühlbare Verteuerung dar, die fid) u. E. unbedingt auf den im Rückgang befinb» licyen Inlandabsatz für Eisenprodukte auswirken muß. Da diese Preiserhöhungen auch als das Ergebnis der Besprechungen zwischen Eisenproduzenten und eisenverarbeitender Industrie gewertet werden müssen, erscheint die Haltung der verarbeitenden Industrie, wie sie in Dem amtlichen (Kommunique gekennzeichnet ist, als nur seyr schwer verständlich. Wenn die Eisenindustrie eine Revision der Qualitätsüberpreise in Aussicht stellt, so bedeutet dies noch yicht, daß tatsächlich bei diesen Preisen Ermäßigungen vorgenommen werden, die den Wünschen der eisenverarbeitenden Industrie entsprechen. Es scheint, als ob die eisenverarbeitende Industrie, die bekanntlich gerade in West- Deutschland infolge der Verbundenheit mit den Werken der Schwerindustrie Die Interessen der Schwerindustrie vertreten muß, auch diesmal sich dem Diktat Der Eisenproduzenten beugen will. Für den Reichswirtfchaftsminlster, dem ein Vetorecht auf Grund der Kartelloerordnung gegenüber der beschlossenen Eisenpreiserhöhung nachträglich zusteht, wird 1 die Stellungnahme um so schwerer, wenn die eisenverarbeitende Industrie, deren Belange für ihn bei Prüfung Der Lage zum Teil von ausschlaggebender Bedeutung sind, nicht geschlossen gegen die Eisenpreiserhöhung Front macht. Ob sich Der Reichswirtschaftsminister daher zu weiteren Maßnahmen, gegebenenfalls zu einem erneuten Rückgriff auf die Kartelloerordnung, wie seinerzeit im Januar d. I., entschließen wird, ist fraglich, obwohl auch das diesmalige Eisenpreis- biftat der Schwerindustrie in der Oeffentlichkeit einmütig abgelehnt wird tm Interesse der Allgemeinwirtschaft. * Ueberzeichnung der Darmstädter Anleihe. Die Zeichnung auf die 8proz. Darmstädter Stadtanleihe. die bis 12. d. M. einschließlich laufen sollte, mußte gestern geschlossen werden, da die Anleihe bereits überzeichnet ist. * Der Caatenftanb in Preußen An - fang Mai. Die .Statistische Korrespondenz" berichtet über den Saatenstand in Preußen Anfang Mal u. a. wie folgt: Sämtliche Frucht- arten haben ihren Stand feit Anfang April verbes'ert, und zwar Weizen, Klee- und Riesel- Wiesen um 3. Roggen Gerste, Gemenge auS Getreide und gewöhnliche Wiesen 2. Spelz. Raps. Rübsen und Luzerne um 1 Punkt. Der Umfang der notwendig gewordenen Umpflügungen ist, mit Ausnahme des Spelzes, bei allen Frucht- arten größer als im Vorjahre. Von der angebauten Raps- und Rübsenfläche sind 1726 v. H. umgepslügt worden: es folgen nach der Höhe der Hundertteile: Wintergerste mit 426. Luzerne mit 3,91. Winterroggen mir 3.54. Win- terweizen mit 2,98 Klee mit 1,93 Gemenge mit 1.55 und Spelz mit nur 0,23 v. H. Die Begut- achtungSzlfsern lauten, wenn 2 - gut 3 — mittel bcDeukn. wie folgt: (3n K ammern sind die entsprechenden Ziffern für 'An'ang Avril d. 3. und von Anfang Mal des Vorjahres beigefügt.) Weizen 3 (April 3.3. Mal d V. 2.6), Spelz 2.8 (2,9 bzw. 2,7), Roggen 32 (3.4 bzw. 2,9), Gerste 3.1 (3,3 bzw. 2.7) Gemenge 3.3 (3.5 bzw. 2.8). Raps und Rübsen 3.3 (3.4 bzw. 2.8). Klee 3.1 (3.4 bzw. 2,6). Luzerne 3.1 (32 bzw. 2.6). Riefelwiesen 3 (3.3 bzw. 2.7). andere Wie en 3.2 (3.4 bzw. 2.9). • Feierschicht en im Ruhrbergbau. Wegen Absahrnangels haben auf den Zechen des RecNinghäuser Reviers verschiedentlich Feierschichten eingelegt werden rnüs'en. Auf den staatlichen Zechen Scholven—Zweckel, ferner au? Shamrock 3/4 (Hibernia? wurde am 7. und 8. Mai in allen drei Schichten gefeiert. Ebenso auf Zeche Auguste Viktoria am 10. Mai. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M 11. Mai. Tendenz: fester. — Irn Anschluß an die festere gestrige Abendbörse war der Beginn des heutigen Marktes weiter fest, und die Stimmung mar, angereat von Spezialwerten, freundlich Da im Zusammenhang mit der Ueberwindung der heutigen Ultimoabwicklung keine Schwierigkeiten erwartet werden, war die Spekulation zuversichtlich gestimmt. Auch gaben Die weiteren Auslandkäufe einen kräftigen Anstoß, so daß Das an Den Markt fommcnDc Mate- rial ohne Schwierigkeiten aufgenommen wurDe. Da- von angeregt, soll sich auch Die Bankenkundschaft wieder stärker am Geschäft beteiligt haben. Gegenüber der gestrigen Abendbörsc gingen die Kurs- b e s s o r u n g e n bis zu 3 v. H. Da sich im Verlaufe eine weitere Entspannung Des Geldmarktes durchsetzen konnte, nahm Das Geschäft ein lebhafteres Ausmaß an. Bevorzugt waren am San- kenmarkt besonders Reichsbank, in Denen große Jn- tereffenfäufe Des AuslanDes ftattfanben, mit plus 6,5 v. H. Hier machte sich daraufhin größere Materialknappheit bemerkbar. Danatbank mit plus 2,75 v. H. und Barmer Bank mit plus 1,75 0. H. blieben gefragt. Schiffahrtswerte waren bei lebhaften Umsätzen bis 2,5 0. H. gebessert. Am Montan- ma r r t war Das Geschäft im allgemeinen bescheiden. Rur Rheinische Braunkohlen, plus 6,5 0. H, waren stark gefragt. Sonst überwogen hier die kleineren tfursbefferungen. Am Ehemiemarkt zogen I.-G.-Farben bei kleineren Umsätzen 1,75 v. H. an. Holzverkohlung konnten auf die Verhandlungen der Holzverkohlungsindustrie 21.-0. mit einer englischen Industriegruppe über gemeinschaftliche Fabrikation in England weiter 1,5 v.H. anziehen. Im Einklang damit lagen Scheldeanstalt 3,5 v. H. erhöht. Am Elektromarkt waren Schuckert, Da hier größere Tauschoperationen mit Siemensaktien vorgenommen wurden, mit plus 6 v. H. lebhaft gehandelt. Bergmann plus 3,5 v. H., Zellstoff W a l d h 0 f um 2,25 v. H. gebessert. A u t 0 ro e r t e, besonders RSU. zu minus 3,5 0. H., vernachlässigt. Anleihen für Neubesitz konnten wieder etwas anziehen. A u s l ä n - Der still. Nur Rumänen auf Stabilisierungsverhand- lungen etwas fester. Im weiteren Verlauf blieb die Tendenz fest, und Die Kurse konnten weiter anziehen. BesonDers Spezialwerte sind weiter lebhaft verlangt. Am Ge lD markt war TagesgelD roieDer leichter, und Der Satz wurde auf 5,5 v. H. ermäßigt. Am Devisenmarkt war Die Mark etwas schwächer. Man nannte Reichsmark gegen Dollar 4,1802, gegen Pfund 20,409, London gegen Kabel 4,8807, Paris 124,02, Mailand 92,60, Madrid 29,10, und Holland 12,099. Berlin? Börse. Berlin, 11. Mal. Die heutige Börse beantwortete die Nichterhöhung der Neuyorker Dank- rate mit einer kräftigen Aufwärtsbewegung. Es war erstaunlich, wie lebhaft das Geschäft schon zu den ersten Kursen am Liquida- t i 0 n 3 m a r f t war. Spezialwerte standen wieder im Vordergrund und erzielten bis 20 v. H. betragende Gewinne. Sonst gingen Die Durchschnittserhöhungen bis §u 3 0. H. Vereinzelt waren auch kleine Abschwächungen festzustellen. Lebhafte Umsätze hatten heute roieDer erstmalig Polnvhon im Zusammenhang mit der Oeneraloer- fammlung. Schuckert auf den guten Abschluß, De flauer Gas, Rheinische Braunkohlen, Dagatbanf, Reichsbank und Tertilwerte unter Führung von Glanzstoff. Svensla und Siemens Dagegen, ob- wohl Vormittags noch stärker bevorzugt, litten unter Gewlnnmimahme. Mit Sondergcwinnen fielen ferner noch Norddeutsche Wolle auf. Lei diesen regte Die angeblich beantragte Einführung im Ter- minverkehr an, auch soll sich von bollänDijcher Seite starke Nachfrage auf Die bevorstehende Einführung in Amsterdam fühlbar machen. Für Schiff- fahrtswerte hatte das Ausland ebenfalls großes Interesse Deutsche Anleihen freund- sich. Ausländer ruhig. Anatolier etwas fester. Pfandbriefe still. Der Geldmarkt war etwas leichter. Tagesgeld 5 bis 7 v. H Monats- gcID 725 bis 8.50 v.H. Warenwechsel 6.75 bis 7 v. H. ca. Im Verlaufe war da» Geschäft weiter befestigt und besonders in Speziolwcrten lebhaft, ooensfa wurden 6 Mark höher gehindeU. Bei diesen neigte die Spekulation etwas zu (Beroinnmit- nahmen. Die Stimmung blieb aber »eiter fest. Von Den im freien Verkehr gehandclien^nncrikani sch-n Kunstseidewerten lagen Lemberg 158, Glanz- stofs-B. Common-Shares 118, bisher 153" und Victor Tolking 102 bis 103 Dollar frankfurter ofretrc.i l*urk < Frankfurt a. M., 11. Mai. Der Produkten- markt verkehrte heute, besonders für Weizen, auf "die schwächeren Auslandmeldungen In sehr ruhiger Haltung. Weizen lag 0.25 Ml niedriger, dagegen konnte sich Roggen behaupten. Die Händler übten auch heute wieder große Zurückhaltung und tätigten nur die notwendigsten Geschäfte. ES wurden notiert: Weizen 26.75 Mk., Roggen 28.75—29, Hafer, inländischer 27.75-2825. Mais (gelb) für Futterzwecke 25, Mais (gelb) für andere Zwecke 25. Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 75—39.75, Roggenmehl 39.75—41, Weizenkleie 15.75—16, Roggenkieic 17.50—17.75. Tendenz: matt. Klei« fest. Strafkammer Gießen. • Gießen, 8. Mai. Dor der großen Strafkammer stand VerufungSverhandlung gegen einen Polizeiwachtmeister von Gießen wegen verschiedener Amtsdelikte an. 3m Jahre 1926 kamen beim hiesigen Fundbureau mehrmals Unregelmäßigkeiten vor. Der Verdacht lenkte sich auf den Angeklagten. Die Anklage legte ihm Diebstahl in zwei Fällen, Amtsunterschlagung in einem weiteren Fall zur Last. Gegen das Urteil erster Instanz, da» trotz schwerwiegender Verdachtsmomente zu einem Freispruch mangels völligen Veweises gekommen war. hatte Die Staatsanwaltschaft Dcrusuna verfolgt. Der Angeklagte, der seit jenen Vorfällen vom Dienste suspendiert ist. bestritt nach wie vor jede Schuld, wurde jedoch durch die umfangreiche Deweisausnadme wiederum stark belastet. Der Antrag der Staatsanwaltschaft lautete auf 7 Monate Gefängnis, die beiden Verteidiger beantragten Freisprechung. Das Gericht hielt in Awei Fallen den Beweis, daß der Angeklagte allein als Täler in Fraae komme, nicht für voll erbracht und wies deshalb die Vergfung des StaatSanwaltS insoweit zurück. Im dritten Fall hatte der Angeklagte eine neue Ledermappe, die als Fundsache abgeliefert worden war. heimlich an sich genommen und benutzt. Dafür eine ander«, ältere Mappe tauschweise auf Dem Fundbureau belassen. Gegen Die Finder der Tasche selbst wurde damals ein Verfahren wegen Unterschlagung eingeleitet. Als sich schließlich herausstellte, daß der Qlngeflagte im Besitz Der Mappe war. verbrannte feine Ehefrau angeblich in der Aufregung die Mappe, der Angeklagte legte eine von dritter Seite entliehene Mappe als die feiniqe vor. Dieser Vorgang wurde später durch Zufall bekannt. Auch spricht gegen den Angeklagten Der ständige Wechsel Der von ihm Vorgeschichten AuSreden. Tro-: dem erschien Die ZueignungSabsicht nicht einwandfrei feltgeftcllt, Der Angeklagte wurde aber wegen Deiseitcschaf- fenS einer Fundsache aus amtlichem Gewahrsam (§ 133 St.G.V.) zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Kleine Strafkammer verschärfte auf die Berufung der Staatsanwaltschaft eine vom Amtsgericht erkannte Strafe von zwei Wochen Gefängnis gegen die M. R. von Heuchelheim wegen Milchfälfchung auf sechs Wochen Gefängnis und 30 M k. Geldstrafe, hilfsweisc sechs Tage Gefängnis, ordnet außerdem Die Veröffentlichung an der Genleindetafel an. Die Angeklagte hatte der von ihr verkauften Milch wiederholt große Mengen, bis zu 66 Pro-., Wasser zugesetzt, das Wasser war Dabei, was allerdings die Angeklagte nicht wußte, hygienisch zu beanstanden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent. ftraitkfurl a. M Berlin Fraubfurt 0. M Berlin Lchlub-l 1-Ubr- fl'rr* | flur» Sch,uh fl’tr» Slnfang Kur» Schluh- flut* 1-Ubr- Äure Sch.uh flur. An,an, flur* Datum IG. 5. 11.5. 10 6. H.|5. Datum: 10 5. i 11 5. 10. 5. | 11 5 !•/« Dl Rcichfrutleive 0. 1927 T>t Hui Ablös Schuld Mil «uslot -Rcchlen . . . Desai, ohne ÄuSlcs -Rechten 1*U ftranh Hnp -Ll. Wo dpt unkündbar bl» 1932 . . . Rheim chr Hvp -Bant l'tqa -Ooibv: . . A S 0 aba «ottttegfrOb ltgattonen. rüd, 161,7j 16? 5 «IV 134.5 1349.75 A. T ».......... Bergmann ......... Elcllr. 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Kai 11 Mat amtlich« Non.runa Amtliche «Held Dotierung -Held ■ffp:___ Ämtt- Ron voenAire« Brll.nntiv W.4V 1.786 58.295 168.86 l,7M 56,415 IM.51 1.780 58.285 !«,«■' 1,790 50. 4445 ttbrii'Uania 111,88 112.05 111.64 UZ,06 .flopriibflam 111.04 lU.tr, UZ.Ob I1Z.3* eteduolm 111,01 112.24 114,446 uz.n /xifingror 10,51 10.54 IU.5I l".5 AmIuh - - rt.OO S.V4 -'1,01 <2.04 80.1» London. . . -•0.16 20,42 Ä.36Z Reunott . . 4,176 «.164 4.1163 4,1*4. Pan«.... k ch wett .. 16,43 7.-L 16,-7 D.M 70.10 16.U 40.615 69.97 16.4' 90,64. «va ien . ttavao . . - 9» io be Fan. Stfn in T - 1.941 9.504 1.954 >.6088 1.956 '.5046 1.946 -j.bAtie Ctfl. abgrll Prag -8,76 58.88 ■•6.765 5b.** > 11,377 U.8W7 12.377 13.49- Bel irad . vutavell. 7.654 ■2,94 7,1«; 7I.U8 7.346 79.93 73,0- Bal arten -.017 M<4 4.030 9'llabon 18.1N4 18.07 17.95 17.^6 Dontig. . . Ärnfl nttn- 11.44 »1.60 11.47 81.« 5.128 irr :.1!4' 1. 134 Aloen . . ,.4*5 5.4'5 »4r6 5.435 franabo 4,1745 4.1*25 4.1745 4.1*1 i Um Jan 4.29c 4.434 4.-96 4.54» iorro . . . 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