Nr 85 Erstes Platt 178. Zahrgang Mittwoch, U. April 1928 Er>«hrinr iäglich,lMtzei Sonntags nnb 5ei erlogt Beilagen: (Siebener ^omifienblättei Heimat im DHL Die Scholle IRoiatfBejugspreh. 2 Reichsmark anb 20 ReichspftAnig ftr Träge» lohn, auch bei Nichte» scheinen einzebrer Nummern infolge höherer Gewalt. Fer »sprech ans chlüsse: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Oletze», possscheckkonw: gKmffert am Mai» 1168t. Siegener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen thnd w*fr Dtrieg: Vrkhl'schr U»ive7fttStr-v»ch. mb Stetnömderd R. langt In Gießen. Sdfriftiettimg und GeschastrsieSe: Zchnlsircche 7. Annahme von Anzeiaen für bte Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re» klameanzeigen non 70 n.m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" 0 mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.llchyriot, für den übrigen Teil Emst Dlumfchein: für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dießen. Warum der Cavett-KÜm in Holland verboten wurde. Amsterdam, 9. April. (SU) Die hvllän» tnc (anb verboten hat, begründet ihre ®nt- scheidung mit folgen ben örtoägungen: Der Eo» vell-Film könne, abgesehen von Dem Lahmen, der dem Krieg entnommen fei, nicht als Vnn- Kriea-film be-eichnet werden. Der Eharatter von Mist Eavell sei unrichtig gezeichnet. wenn behauptet werde, daß sie mir au« Gutherzigkeit, um junge Leben zu retten, S^^t habe. Sie habe sehr gut gewußt, das) die Soldaten, sobald He über die Grenze gewesen seien, raschest wieder in die Front zurückkehren urtb einem sicheren Tode entgegengehen wurden. Die Darstellung de« Film« sei um so unrichtiger, al« Miß Eavell sich al« britische Staatsangehorrge ,-nb Pslegefchwesrcr in dem von Deutschland besten Gebiet schon durch ihr Amt ge- . ch ü h t gewußt habe. Obwohl bte Deutschen tn dem Film nicht unsvmpathifch dargestellt wurden, werde sich da« Publikum unbedingt gegen sie entscheiden. Sie hätten tn dem Film eine schlechte Rolle erhalten und würden immer den Kürzeren ziehen. Der Film sei nicht gegen den Krieg, sondern gegen ein Volk gerechtet. Der Film könne durch Wachrufen ganz bestimmter Ereignisse, die von vielen Leuten, die noch heute lebten, miterlebt worden seien, den e i n g e s ch l a s en e n Haß wieder w a ch r u f e n und die mühsame Derstän - bigung der Doller zerstören. Ob die Derurleilung Miß Eavell« unumgänglich notwendig ober ein Fehler gewesen ist, wird von der Kommission beiseite gelassen. Der Dorsal! habe jedenfalls den Haß unb bic Feindschaft gegen die Deutschen außerordentlich vermehrt unb e« sei vom Standpunkt der öffentlichen Moral und der guten Sitten auf da« aller- ichärfste zu verurteilen, daß ein so pein- iiche« Ereignis, da« noch nicht der Geschichte rmgepöre. al« Pikanter zugkräftiger Film ausgenuht werde. Au« diesem Grunde unb mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung Holland«, wo durch den Krieg unb besonder« die Cavell-Affäre feinerzett große Meinungsverschiedenheiten hervorgerufen worden seien, halte c« die Kommission für ihre Pflicht, die Aufführung bet Filme« m Holland zu unter- ' agen. Wer hierin eine freundliche Geste gegenüber Deutschland fehe, der möge bedenken, daß es auch im Interesse Englands sei. eine Ausnützung des Tavell-FilmS zu vermelden. Die holländische Regierung habe seit dem Jahre 1918 mit aller Energie im Interesse des eigenen Landes und der gesamten Menschheit für die Verständigung der Dölker gearbeitet. China und Japan. Die mandschurische Vahn. — Die Politik Dschansttsolins. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers-. Berlin, 11. April. Die Pekinger Regierung beabsichtigt, das mandschurische Eisenbahnnetz auszubauen, sie soll bereits entsprechende Der trage mit einer deutschen Firma abgeschlossen haben. Die Pläne haben in Zolio begreifliche Erregung ausgelöst, da die Japaner hierin eine Schmälerung ihrer Interessen erblicken. Es ist zu einem heftigen Roten wechsel zwischen Japan unb dem Beherrscher Rordchina«. dem Marschall Tschangtsolin gekommen, dem die Tokioter Presse andrvht, daß Japan von seinem Machtmittel Gebrauch machen werde, wenn er sich den japanischen Wünschen nicht fügen sollte. Auffällig ist die scharfe Tonart dem chinesischen Marschall gegenüber, der bisher von den Japanern mit Geld und Waffen ausgerüstet wurde, und der in Rordchina etwa die Rolle eines von dec Regierung Japans eingesetzten Staathalters spielte. Tschangtsolin hat aber seine Stelluni > derart zu verstärken gewußt, daß er allmählich auf die Hilfe Tokios verzichten kann. Zugute kommt ihm dabei die Kriegsmüdigkeit des Südens. bet nicht mehr in der Lage ist. die mili- tärischen Operationen ernsthaft fortzusetzen. Aber auch Tschangtsolin scheint nicht mehr die Absicht zu haben, den Bürgerkrieg neu aufflammen zu lassen, er hat vielmehr den Weg der Verständi- gung mit der 71 a n I in g r e g i e r un g beschritten und auch in Form einiger Zollvereinbarungen Erfolge nach Hause gebracht. Wenn mich die Wiederherstellung des Friedens in China selbst noch in weiter Feme liegt, so zeigt sich doch, daß die sich bekämpfenden Parteien bereit sind, zusammenzugehen, um dem japanischen Druck Widerstand entgegenzusetzen. Spitzt sich der Konflikt zwischen Peking unb Tokio zu, bann kann es sehr leicht geschehen, daß der Süden dem Ror- den in seinem Kampfe gegen Japan tatkräftige Hilfsstellung leistet. Oer Kommunismus in Japan Ernste Lage. Tokio, 10. April. (WTB.) _ Rachdem die Llnterfuchung gegen die am 15. März verhafteten Kommunisten beendet ist, hat die Regierung die Zensur für Rachrichten über Japan aufgehoben. Der Generalstaatsanwalt erklärte dem Der tret er einer Zeitung: der Haupteindruck, den man aus der ganzen Angelegenheit gewinnt, ist der. daß die Lage ernst ist, denn Japan sieht sich angesichts bet ziemlich weit verbreiteten auf» Nürnbergs Totenfeier für Albrecht Dürer. auer um Deutschland legt; Mussolinis Battanpolitik Oie Osterbesprechungen in Rom. rührerischen Bewegung einer ungemein großen inneren Schwierigkeit gegenüber Der gegenwärtige Versuch, die Grundlagen des Reiches zu erschüttern, der zwar aus dem eigenen Lande kommt, aber von den radikalen Gedanken eines anderen Dolkes beeinflußt ist. ist weit schwerwiegender als eine von außen kommende Drohung einer bewaffneten Macht. ... . Wie verlautet, beabsichtigt bte Regierung, einige Professoren, bic ihre kommunistische Gesinnung befunbeten, abzus etzen und gewisse studentische Arbeitsgemeinschaften für soziale ©tu- dien aufzulö 1 en. Ein japanischer Mitarbeiter eines russischen Journalisten wurde verhaftet, jedoch wurde keine Anllage gegen ihn erhoben. $orn von Bulach schreibt Memoiren. Paris. 10. April. (WB.) Havas meldet aus Colmar. Baron Claus Zorn von Bulach habe angetünbigt. baß er demnächst seine UI em p i - ren veröffentlichen werde, die wichtige Enthüllungen über die Lage im Elsaß bringen würden. Er werde sie „Der großen franaöfifdjcn Ration" widmen. Sie bezweckten, seine elsässischen Landsleute über gewisse Ereignisse auszuklären. Die Veröffentlichung werde in deutscher Sprache erfolgen, wahrscheinlich aber werde das Buch ins Französische übersetzt werden. Oie Militärrevotte in Venezuela. Die Rolle der Amerikaner. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 11. April. 2n Venezuela ist es wie schon kurz gemeldet zu einer neuen THilitär- revvlte gekommen, bic zwar rechtzeitig niebei> geschlagen werden konnte, an deren Spitze auch diesmal ebenso wie bei dem vor kurzem gescheiterten Putsch Studenten standen. Angeblich soll die nationalistische Jugend Dene- zuelas mit der Polittk des Präsidenten nicht einverstanden sein, von dem behauptet wird, daß er die Absicht habe, die Oelvorkom- men seiner Heimat dem amerikanischen Kapital auszuliefern. Daß der seit 20 Jahren im Amte befindliche Präsident sich mit derartigen Plänen trägt, ist nicht anzunchmen. zumal die Amerikaner schon seitlangem die Oelschätze Denezuelas ausbeuten Man fjmmt den wahren Gründen der letzten beiden revolutionären Erhebungen etwas näher, wenn man sich vor Augen hält, bah die OeTfelber keinen natürlichen Zugang zum Meere besitzen. und daß die Amerikaner seit langem den Bau eines Kanals beabsichtigen, um das Petroleum bequemer abtransportteren und polnischen Ministers anzuseh der sich damit in die Mauei . , im Gegenteil, Mussolini hat alles Interesse daran, auch nur den Anschein zu vermeiden, als ob er sich an einem neuen Kesseltreiben gegen Deutschland be- teiligen wollte. In diesem ganzen Spiel ist Deutsch land Zuschauer, wenn auch unser Gesamtinteresse offensichtlich dahin geht, zu vermeiden, daß auf dem Balkan ein neuer Konflikt entbrennt, dessen Kosten gar zu leicht auf uns, auf den Teil des geringsten Widerstandes abgeladen werden könnte. stallisterenden Puntt in Osteuropa betrachtete, hat dadurch wesentlich an Einfluß verloren, und vermutlich ist das her Grund, der den polnischen Außenminister noch Rom geführt hat. Er will verhüten, daß Polen in den Konslikt hineingezogen wird, der sich um Jugoslawien entwickelt, weil Polen sonst sehr leicht in bic russisch-deutsche Zange kommen könnte. Er will lich eine Rückendeckung bei Mussolini schassen unter Berufung auf das ziemlich gleichartige Regierungs- syftem, das heute in Rom unb in Warschau herrscht. Iebenfalls ist es ganz verfehlt, biese Romreise bes ' *ien als den Schlußstein, Beunruhigung in Paris. „Ein Komplott gegen den europäischen Frieden." P a r i 5 , 10. April. (TU.) Die Beunruhigung über die Ministerbesuche in Rom spiegelt sich deutlich in der Pariser Linkspresse. Die Morgenblätter geben her Befürchtung Ausdruck, daß Mussolini ein Komplott gegen den europäischen Frieden schließe. Obwohl Mussolini sich als Pazifist ausgegeben habe, so schreibt der „Ouotidien", bnbe er doch Entscheidungen getroffen, die nicht dem Frieden dienten. Auch seine Reden über den «Brenner seien kriegerischer Natur gewesen. Das Blatt wirst die Frage auf, ob Mussolini die Mithilfe ober Neutralität gewisser Staaten suche, um bas Belgra- her Kabinett einzukreisen ober ob er unter seiner Dormunbschaft einen Bunb ber Weltreaktion schließen wolle. Der sozialistische „Populaire" wendet sich gegen die Auslegung, als ob die gegenwärtigen römischen Verhandlungen einen ersten «schritt auf dem Wege zu einem Balkanzeit eine religiöse. Mit seiner Kunst arbeitete er, die Bibel verstehen zu lernen. Sein Christustyp war eine religiöse Tat Als Durers Schöpfung verbleibt ein Typus des großen Menschen, ber vorher nicht da war. Um für den großen Menschen die Form finden zu können, mußte Dürer sich selbst zum großen Menschen erzogen haben. Nicht als ästhetische Natur, sondern durch das Ganze seines menschlichen Wesens ist Dürer unser volkstümlichster Maler geworden, bas Urbild des deutschen Äünftlers, vor dem wir in dieser Gedächtnis- stunde verehrend, liebend, dankend uns verneigen. Nachdem die Osterkantate „Victoria plaudite coe- lites“Dcrtlungen war batte die Feier ihr Ende erreicht. Im Rathaushof hatten inzwischen Dertrcter der Deutschen Künstlcrschast Aufstellung zu einem Fackelzug nach dem Oürerdenkmal genommen. Um V,10 Uhr bewegte sich der Fackelzug unter Glockengeläute durch die abgeblendeten Straßen, und zwar über den allhistorischen Hauptmarkt. durch die Tuchergasse und Winllerstrahe. vorbei an Dürers Geburtshaus, nach dem Albrccht-Durcr-Platz. überall von einer stumm verharrenden, dichten Menschenmenge erwartet. Eingeleitet wurde die Huldigung am Denkmal mit einem Männerchorgesang des Fränkischen Sängerbundes, der Beethovens „Gottes Macht und Dorscchung" vortrug. Es folgte ein gemischter Chor des Sängerkartells Rürnberg Eigene Dnchtmetdung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 11. April. Mussolini hat in ber Woche vor Ostern eine geradezu erstaunliche Aktivi- tat entwickelt, er hat mit den Türken, mit den G r t - ch - n mtt dsn Rumänen verhandelt unb ben polnischen Außenminister zu einem Besuch nach Rom geloben, wobei zweifellos nicht nur über bas gute Wetter gesprochen werben wirb. Daß bie fron- zöfische Diplomatie Darüber starke Anzeichen von Nervosität verrät, ist schließ! begreiflich, sie fürchtet, von Italien überspielt zu werben und hat sehr wenig Trümpfe im Spiele, um das zu verhindern. Das Tangerexperiment, das zum Teil nur dazu dienen sollte, ist mißlungen, Italien hat seine Zustimmung zu dem neuen Tangerstatut gegeben, in dem Koinmuniauö befindet sich aber der interessante «Satz, daß über die italienischen Anregungen später noch verhandelt werden würde. Mussolini hat also auch da feine Bedingungen gestellt, die ihm vermutlich auch zugestandcn wurden unb beren Erfüllung wahrscheinlich nicht nur in Marokko lag. Aber bie französische Hoffnung, baß damit ber italienische Ehrgeiz zunächst befriebiat sei, hat sich nicht erfüllt, im Gegenteil, die französisch-italienischen Beziehungen bleiben nach wie vor auf dem toten Punkt und inzwischen verfolgt Mussolini seine Balkanpläne zielbewußt weiter. Aus Albanien hat er die Jugoslawen heraus- manövriert, er hat damit bas Aufmarschgelänbe ge- wannen, bas er für seine aktive Ballanpolitik braucht: unb wenn es auch vielleicht übertrieben ist, daß in buntlcn Nächten bereits italienische Kanonen in Durazzo gelanbet werden, so ist doch zweifellos richtig, daß die Italiener alles daran fetzen, um Albanien fortisikatorifch zu einem Ausfa111or auf Dem Balkan auszubauen. Die Jugoslawen haben nachgeben müssen, ihre Niederlage gegen Italien war zum mindesten fein Erfolg der französischen Politik. Gleichzeitig sind die Fäden, die von Rom nach B u d a p e st spielen, verstärkt worden, die Belgrader Diplomatie muß sich also auch im Rücken bedroht fühlen, und Versuche, auch B u k a r e st wie A t h e n für das italienische Spiel zu gewinnen, werden wenigstens dazu führen, Jugoslawien auch nach dem Süden und dem Nordosten zu isolieren. Die kleine Entente, die sich einmal als den gewesenen fri- Nürnberg im Zestschmuck. Rürnberg. 10. April. cr Stadt Rürnberg veranstaltete Gedenkfeier tatt. Unter den Erschienenen bemerkte man den Reichsminister bes Innern v. Keudell. den preußischen Kultusminister Dr. Becker, den bayerischen Kultusminister Dr. Goldenberger. den thüringischen Kultusminister Dr. Leutheußer, den österreichischen Gesandten in Berlin Dr. Frank, den ungarischen Gesandten in Berlin. Koloman von Kanha. den italienischen Botschafter tn Berlin. Graf Aldrovandi MarcScvtti. den französischen Geschäftsträger in München. S v m t e d'Ormesson. Rcichskunstwart Dr. Red«- 1 o b . ReichSlagspräsident L ö b c den Direktor der Gemäldegalerie tn Dien. Hoftat Dr. Glück, Direktor Sti? von der Albertina in Wien. Generaldirektor Petrow ites vom Museum der bildenden Künste in Budapest, Direktor des Kunstmuseums in Dotenbura. Professor Q£d Romdaal. Direktor der Akademie der bu- denden Künste in München. Geheimrat Prof. Dr. Bestelmeyer. ferner Vertreter der Stadt Rürnberg. des Handels und der Industrie und eine große Anzahl Pressevertreter des In- und Auslandes. Rach einem Thorvvrtrag ergriff Rürnbergs Oberbürgermeister Dr. Luppe das Wort und führte u. a. aus: Rürnberg will feinen großen Sohn ehren. Alles Volk soll sich vertiefen können in Dürers Werk wie in feine Persönlichkeit: Geist und Kultur aus Rürnbergs Blütezeit soll vor uns erstehen und Kunst und Kultur unserer Zeit sollten wetteifern mit den Werken der Alten, von ihnen lernen und aus ihnen neue Freude und Verständnis gewinnen. Geheimrat Prof. Or. Wölfflin (Zürich) gab darauf als bester Kenner Dürerscher Kunst der Versammlung in großen Umrissen ein Spiegelbild be* Lebens unb Schaffens Albrecht Dürers, ber in bie deutsche Kunst die geklärte plastische Anschauung gebracht habe, aus dessen Zeichnungen eine eigentümliche Wärme unb Beweglichkeit strahle, bei dem grundsätzlich alles Spannung unb Aktion sei: der „Dürerblitf" habe nicht seinesgleichen. Am meisten hebe sich Dürer von seinen deutschen Zeitgenossen da- durch ab, baß er nach einer letzten vollkommen absoluten Form verlangte. Für ben Deutschen sei es bezeichnend, daß in ber Gesamtsumme von Durers Kunst allein das Individuell-Einmalige in seiner unübersehbaren Mannigfaltigkeit ben Ausschlag gebe; bie große sittliche Charakterfigur sei die eigentliche Schöpfung Dürers geworben. Wie anders als heute, rief ber Vortragende aus, hat Dürer bie Aufgabe bes Künstlers gefaßt! Sein Darstellen war ein Er- kennen der Natur, die tieffte Bewegung der Durer- deS Deutschen Arbeitersängerbunde« mtt dem ..Festlied" von Schütz. Professor Rudolf S ch i e st l trat daraus an das Denkmal Dürer« unb sprach im Ramen der Deutschen .Künstlerschaft Huldigungsworlc. Einmütig sei die Bewunderung. die Begeisterung über das. was Dürer geschaffen habe. In seinem Werk feierten wir den Sieg der Unsterblichkeit großer Kunst über die Vergänglichkeit des Menschen. Rach Erwähnung dessen, was Dürers Werk zum edelsten Ausdruck deutschen Wesen« em- porgehoben habe, pries Professor Schiessl Albrecht Dürer alS Symbol deusscher Kunst und schloß: .Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun. Du hast'« getan. Albrecht Dürer, du ausrechter deutscher Meister!" — Ein gemeinsamer Ehor de« Fränkischen Sängerbundes und des Sängerkartells Rürnberg de« Deutschen Arbeitersängerbunde« unter Begleitung eines MusiNorp« stimmte daraus den Ehor aus den Meistersingern von Rürnberg an: .Wach auf, es nahet sich gen Tag". Rachdem der Ehor verllungen war. marschierte der Fackclzug unter Vorantritt einiger Bläser vor das Albreckt-Dürcrhaus am Tiergärtner Tor, wo die Fackeln zusammengeworsen wurden. Eine prächtige Burgbeleuchtung. die Tausende und aber Tausende von Zuschauern angelockt hatte, bildete den Abschluß de« Gedenk- und Huldigungstages. womöglich auch die Oelfelder selbst in den Bereich der Mündungen ihrer Schiffsgeschühe bringen können. Gegen den Dau diese« Kanals hat sich Präsident Gomez bisher energisch gewehrt. so daß mit Recht angenommen werden darf, daß hinter den Verschwörungen der Studenten und einiger Militärfteise die Amerikaner stecken, die in Mittel- und Südamerika in der Vergangenheit wiederholt recht erfolgreich mit dieser Methode gearbeitet haben. Wahlen in Chikago. Ehikago, 10. April. (WTB.) Fast alle Polizisten der Stadt und außerdem Tausende von Freiwilligen bewachen die Urnen bei den Vorwahlen. in denen heute die republikanische Partei des Bürgermeisters Thomson, die bie Wiederwahl des Gouverneurs Small unterstützt, und die Anhänger des Senators Deneen, seines Gegners. in heftigem Kampfe gegeneinander ringen. Kraftwagen mit Polillsten durcheilen die Straßen, um Bombenwür'e und Schießereien zu verhindern. Ganz früh am Tage benachrichttgten die 21n* Hänger eines Lokalpolitikers die Polizei, daß dieser verschwunden und wahrscheinlich entführt worden sei, um ihn zu verhindern, sich an den Wahlen zu beteiligen. Ein anderer bekannter Lokalpolitiker wurde ebenfalls von bewaffneten Männern entführt. Parteispaliungen rechts und links Leninbund und deutsch-konservative Partei 1 geben sich aber selbst Tagen Die Wetterlage. einen Versuch, mit der nationale zu paktieren. ich tiefer die paar empfunden, als ich Gedichtband in der einzelne Wellen schlagen, rauschen herauf wie Sagen: Herz, auch du warst jung' sonne. Lind selten habe Zeilen von Suliirf Große am Abend den schmalen Hand hielt. Da heißt eS: 1 Einsam in den alten lächelt Erinnerung, wohl keinen Illusionen darüber hin, daß sie damit wenig Erfolg haben werden: denn die Bezeichnung „2enrn-nee aOrewefn. e Mettel X «#>!:er.(g)wteesWt."O' eirrter »Si uSM^e» 50tfi.iowe5l v) 5torwö e i-ns.cblöq' qe n Oeschafteh Die beete Gewähr der Echtheit ist der Einkauf einer großen Orlginafflaeche zu RM 6.50. deren Verschluß plombiert ist. fl «»I 6 noch heute. l£ eine. Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGI* Würze und achten Sie auf den Namen MAGGI, die gelb-roten Etiketten und die typische Form der Flaschen. Original Miele Waschmaschine von 20—22 Jahren, welcher Motorrad fahren kann, wird sofort ein ncftedt. Anaeborc unter Nr 3738 f: an den Gtekener Anzeiger. he 2ild der beiden Alten er cm die Ta^arbeit mserer läge, bei dltm MWin knie ich cnx W « der FrichstnO- e ich tiesrr die paar he emvstmden. all id) n Hedichlband in der chlageii, )ic Sagens u warst «HP (16 Will. Hf.) aufflctocnbeL Vie beitragscinnahme betrug 280 Will Mk. (2*5 Mill. Mk.) Die (Beiträge betragen etwa 5 v H^ bw durchschnittlichen Mc-iatsixrdienstes gegen 7 v. H. in der Vortriegszett Die Zahl bet Versicherten wird für Gnbc 1927 auf rund 3 HUIL geschäht Die gesamten TcrtoaltungSfoftcn betrugen rimb 9.6 Hill. Qlil. (8.4 Hill. (QU.) unb machten, wir im Vorjahre. 3.4 v. H der Beitragseinnahme aus. SkNM-WKSlMMielW erfordern hets ernt forgfältige Icptgebung und SahausstaNnng. Gute Satzleiftungen find nur erreichbar. wenn die Anzeigen WzeW genug ßuigegeüen werden. Der «nnahmefchluh für alle An-eigen im (Biebener Anzeiger entfällt auf den Nach mittag vor der Aufnahme. Empfehlungs anzeigen müssen, je nach Umfang und Satz fchwierigkeiten. zwei bis drei Tage vorher bestem fein. Nur mit Sorgfalt und dem not wendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen IWrn den ernWWi erfolg! Güt ersloh/We stfalen Grösste Woschmoschlnenfobrik DeutschlandS- Parteitreunde (pens. Beamte, Lehrer. Offiziere, Studenten usw.), die organisatorisch befähigt und gewillt sind, ab 16. April bis zumWahltag als Kreisgeschäftsstührer gegen Entgelt für uns tätig zu sein, werd, gebet, sich umgehend mit uns inVerbindg.zu setz. Deutsche VolKspartei Landesgeschäftsstelle Darmstadt Rhein Straße 22 Telephon 3540 ^un^^ün^vtt^rützer^üch^lchvestere^ Allein miidchen oder Stutze ohne ^am -Anschluß nicht unt. 26 Jahren zur selbst. Leitung eines Haushalts, besteh au6 2 alt.Peri. Unbebingte *3uöerläniflfeii erfordert. Geboten wird angemessene Be zahiung, schön. Zimmer, gute Behandlung. Urlaub, Retseverglituna. Cd mögen nch nm lolche melden, die all. Ansorderungen ent f vrechen, und blc sich ein Heim von Dauer schaffen wollen. Zeugnisse mit Bild an Fran VerlaaSbuchbändler Cellariue Stuttgart, Borsteigstr. 10. |37«M t, •fs* fiu * Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater. 7.30 Uhr: „Sin besserer Herr" (Ende nach 9.30 Uhr). - Mieterverein. 8 Mr. »Poftkeller": Hauptversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Geliebte des Gouverneurs". Astoria-Lichtspiele: .Ein Teufelsmadel" . — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es fei darauf hingewiefen, daß die Vorstellung „Mrs.Cheneys Ende" am Freitag, dem 13. April, um 20 Uhr beginnt. — Das Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, bringt von morgen ab bis einschl Sonntag eine heitere Bühnenschau heraus, bei der zwei Tänzerinnen. Könnt) Böhme und Trude Star, und der Conferencier und Humorist Fretth Mitwirken werden. Wie die Leitung des Lichtspielhauses uns mitteilt, handelt es sich bei diesen Mitwirkenden um Künstler, die der Beachtung wert seien und die den Besuchern einige vergnügte Stunden im Lichtspielhaus bereiten würden. Roheres in der heuttgen Anzeige. Sy* ^unbtr ix überall uL H 6b Q"' > :'n£'S’ ' Sonneö W 011 durch k;, und kchaut et ***■«% aafcl’! N M jji’itnusr a^1 .ln Httn Augen ÄeflÄSa'S“« LS EWc '3mn erstemas „lvttder tn Freie« n ht doll unb jun fle, ^wgslust enveche el-Sen Gesichts not e 5a«n jo dem SW. ewmal hier sitzen VPle! der Kinder zu- geglaubt hatten, daß r letzter sei. mb blieb uMMchch Lochien ihrer Augen, decheit ihrer Ge'ichi^ ^lich bannten? llnausi [ eine nahe Dan! und öah den alten Herrn, r in dev Sand Figuren siche Frau, Vie sie den i Anblick des Frühlings rlchar ihre eigene 3u- Sic sahen sich auch dort rn, oder mit dem 'M mmen sangen tote heute Achtung beim Einkauf! Tüchtiger Filialleiter rum sofortigen Antritt für Epezialabteilung m Dasck- und putzmittel, Parfümerie, Tot- letteartikel usw. gesucht. Nur wirklich branche- kundige, redegewandte Herren, die Kaution stellen können, wollen 'christliche Angebote unter 379SD an den Gieß. Anzeiger richten. GttstungSfest des Schachttubs Ziehen. Zur Feier seines 70. Stiftungsfestes und alS gc- sellschaftliche Krönung der mit bestem Erfolge abgehaltener. Gießener Schachwoche Deranftaltete der Schachtlub Eiehen gestern im großen Saale deS 6afc Leib einen Festabend, der von Mitgliedern. Freunden und Gönnern deS feiernden Vereins rege besucht war. Aach einigen musikalischen Darbietungen der Kapelle Topp ergriff der erste Dorsitzende des Schachklubs, Pros. Weihgerber, das Dort zu einer Ansprache, in der er seiner Befriedigung über den guten Verlauf der Schachwoche Aus^ druck gab und die Erschienenen im Damen des Vereins willkommen hieß: insbesondere dankte er für die tatkräftige finanzielle Unterstützung der Veranstaltung durch die G'chener Stadtverwaltung und das hessische Staats- und Kultus- min'sterium. In Erwiderung der Begrüßungsansprache überbrachte Bürgermeister Dr. Selb in Vertretung deS Oberbürgermeisters namens der Stadt Gießen dein Schachklub Grüße und Glückwünsche zum Jubiläum. 3m Hamen des hessischen Staatspräsidenten unb der StaatSregie- rung gratulierte Ministerialdirektor Urstadt. für die Landesuniversität und Seine Magnifizenz den Herrn Vektor sprach Prof. Dr. Caqueur; auch der Deutsche Schachbund, der Mittelrhei- nische Schachbund und zahlreiche Rachbarvermne hatten Vertreter mit Glückwünsche,) nach Gießen entsandt. Aach mehreren mit lebhaftem "Beifall aufae- nommenen Gesangsvorträgen von Stau , «na Geffers, die. von Frl. M. K ö r n e r begleitet. Lieder von Brahms, HanS Hermann und Hugo Wolf zu Gehör brachte, ergriff Pros. Welh - gerbet nochmals das Wort, um über die Bedeutung und den Wen des Schachspieles mit begeisternden Worten M äu^m. Die anschließende Verkündigung der Preisträger ergab für das Hessische Turnier als oieger: 1 Dr Orth, 2. Dr. S ch w e i h g u t h, 3. Sl « n- der 4 Sift, 5. Rothamel: für das Veben- turnier: 1. Fischer, 2. Menger. 3. Peter, Berunslückte Boxee. DS2i. Mainz. 10. April. Am Sonntag begannen hier in der Stadthallc die 7lns- scheidnngskämpfe der deutschen 'Amateur- Bofermeistersch asten. Dabei stürzte der Borer Lutz- Mannheim durch einen Schlag seines Gegners über die Umspannungsseile in den Saal und trug eine Gehirnerschütterung davon. Ferner erhielt der Boxer Schneider- Köln von seinem Gegner einen Vierenschlag wodurch der Getroffene schwer verletzt wurde Bei der Fortsetzung der Zwischenkämpfe am Montag wurde dem Boxer Rudolf Horst- Hofer ans Mengede von feinem Gegner ein Schlag hinter das linke Ohr versetzt, daß bk Schädeldecke zertrümmert und der Getroffene l e b e n S g e f ä h r l i ch v e r l e tz t wurde. Einsturzun glück in einem Vergnügungslokal WSV. Bad Homburg, 10. April. Am ersten Feiertag, mittags gegen 1 Uhr. brach in dem neuen Saal der Hardertsmnyle frei Oberstedten, während die Gäste gerade beim Essen waren, ein großer Teil der schweren Gipsdecke, wahrscheinlich infolge Ueberlastung herab. Von den zirka 20 anwesenden Personen wurden fast sämtliche mehr oder weniger schwer verletzt und zum Teil von den Gipsstücken verschüttet. Der bedienend'.- Kellner wurde von einem herabstürzenden Kron leuchtet getroffen und am Kopse schwer verletzt Die Homburger Polizei alarmierte die Sanität*' kolonne vom Voten Kreuz und die Arbeiter- Samariter-Kolonne, sowie mehrere 2lerzte Die Verletzten wurden aus den Trümmern geborgen und verbunden. Zwei Personen hatten so schwere Verletzungen davvngetragen, daß sie mit dem SanifätSautn abtranSporttert werden mußten. * Neue furchtbare Bluttat auf dem Westerwald. Meine Strafkammer Gieyen. Die otraftainintr am Landgericht Gießen tagte in Ortenberg, um über die Berufungsiocve eine» Mühlenbesißerc. aus Lißberg zu entscheiden. Jener mar in der Nähe von Ort en berg mit einem Motor radsahoer in einer Äuroc zufammengeftoßen. tnobri dieser einen doppelten Oberschenketbnich und noch sonstige Verletzungen erlitten bat, von denen er heute mich nicht ganz miederhergesteUt ist. Das Gc richt erster Instanz hatte den Autofahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 500 Mark G e ldst ra se, an Stelle von 100 Tagen Gesang ms. verurteilt. Das Berufungsgericht, das sich zum Ztvecke cmer Inaugenscheinnahme nach Ortenberg begeben hatte, tarn ,w dem (Ergebnis, daß der Be klagte, der al» nikkiichtsloser Wahrer bekannt ist. durch albzu hohe ltzeschivindigkeit die Schuld an dem Hmammenstost trägt und bestätigte das llrteH erster Instanz. 4. Dubrvwicz. Die Aufführung ernes emaftigen Lustiptels Die Bltndpartte", von einem Mitgliede des Schachklubs versaht und von Schauspielern unseres StadttheatcrS flott gespielt, sand ebenso töte die das Programm abrundenden Darbietungen der Kapelle Topp lebhaften Antlang. Em Tänzchen beschloß die anregend verlaufene Abendfeicr. Internationales Schachturnier 2n der 5. Bunde deS Gießener Meisterturniers spielte A e t i gegen Orbach überraschenderweise die Spanische Partie- nach anfänglich gleichem Spiele entblößte Orbach plötzlich seinen Komgs- slügel. wodurch Qteti zu einem siegreichen Anqrtfs gelangte. , In der Partie Sämisch gegen Dr. Bechstedt verteidigte sich letzterer wie gewöhnlich mit Karo-Kann. Sämisch wußte einen geringen Positionsvorteil, den er erlangt hatte, auf elegante Weise auszunuyen. und gewcnrn. Dr. Krämer wählte gegen Frhr. v. Holz- Haufen das Vordische Gambit' er erlangte icharsen Angriff, nachdem der Gegner lang rochiert hatte, und brachte einen Bauern bis a6 vor, der schließlich im 47. Zuge die Entscheidung brachte. Die Partie wurde von Dr. Ärämcr durchweg stark und umsichtig geführt. K m o ch verteidigte sich gegen Dr. Tartakv- wer durch Karo-Kann und erlangte ein gutes Spiel: Dr. Tartakowec glüfc später auS und erlangte sogar Gewinnstellung, versäumte sedoch den Gewinnzug; die Partie wuiDe Bemis gegeben. Stand nach der 5. Bunde: Bßti 4 Punkte. Dr T a r t a k o w e r, S ä m ^s ch je 3'A; Kmvch 3, Orbach 2, Dr. Bechstedt und Dr. Krämer je N/,. v. Hvlzhausen 1. TaSTurntcr um die hestilche Meisterschaft In der 7. und letzten Bunde siegte Sixt gegen Dr. Molfs, "Rothamel gegen Dr. H e r z - berger, Flander gegen AntbcS; Remis machten Orth gegen Dr Schweihguth Der Schlußstand ist folgender: Orth «Darmstadt), Dr. Schweihguth (Alsfeld). Fl ander (Darmstadt), Sistt (Darmstadt) je 4^ Punkte: nach dem System Sonnen,ann-Derger ist der Rervcnklinik des Univ.-Prof. Geheimrat Dr. Sommer. Unter Leitung seines Dirigenten. Kreisbaumwari Germer- Klein-Linden, brachte der Ehor am ersten Feiertagvormittag Österlicher und Ostermotetten zum Vortrag. Aus den Augen der Patienten strahlte Helle Freude über die unerwartete frohe Osterbotschast. Gießener Turner im Bilde. Die .Deutsche Turnzeitung . das amtliche Organ der Deutschen Turnerichast. bringt in ihren beiden letzten Hummern auch einige vorzügliche Aufnahmen aus dem Turnbettiebe des Männer- turnvereins Gießen. Zwei der Aufnahmen schmücken die Titelseite der Turnzeitung. Die Ausnahmen zeigen die Turner Seipp und Schneider bei Ausführung neuzeitlicher Gymnastik. " Warnung vor einerLadendiebin. Der Polizeibericht meldet: Am 7. April, norm, gegen 12 Uhr, erschien in einer hiesigen Uni- versitätsbuchHandlung eine Frauensperson und verlangte Osterbilderdücher. Rachdem sie ein Buch gekauft batte, bezahlte fic und ging weg. Beim Wegräuuien der zur Auswahl vorgelegten Bucher wurden vier Bücher im Gesamtwerte von 29,o0 Marl, kurz nachdem die Person den Laden verlassen hatte, vermißt. Aach Lage der Sache kann nur diese Frau die Bücher entwendet haben. Sie war von großer, stattlicher Erscheinung, etwa 30 bis 40 Iechoe alt. rundes Gesicht, frische Gesichtsfarbe, trug einen Aeisemantel (braun-mcliert). kleinen Hut mit besticktem Schleier. _ . ,, Einbruchsbieb stahl. 3n der Nacht zum 6. April wurde in der Wilhelmstraße 59 ein Kellereinbruch ausgeführt Entwendet wurden ein Zentner Aepfel, vier Flaschm Wein und cm Paar schwarze, rindslederne. Schnürschuhe. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen. Leistungsfähige Seifenfabrik sucht für Gießen und Umgebung bei der Groß- u. Kleinhandels- kundschaft gut eingeführten Vertreter Schriftliche Angebote unter 3787 D an die (?v>edition des Gießener Anzeigers erbeten. WSA. Wirges (Westerwald). 10. April Heute abend gegen 6 Uhr erschien der 25 jährige Arbeiter Franz 2 a mutte im Hause be* Arbeiters D u b o e, mit dessen Tochter er ein Liebesverhältnis unterhielt und hielt um die Hand der Tochter an. Als der Vater deS Mädchens den Bewerber abwies, schoß ihn 2c- mvtte sofort nieder und richtete auch die Mordwaffe gegen den anwesenden Bruder des Mädchens, den er lebensgefährlich verletzte. Der Täter ergriff daraus die Flucht, brachte sich aber schließlich, als er einsah, daß ein Entkommen ausgeschlossen sei, in einem nahegelegenen Steinbruch einen Kopfschutz bei, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. ________________ _ iW* ««5*58 »' Personalien. Ernannt wurden der Studienrat an der Obcrrealichule in Alsfeld Eduard De cf er zum ötubienrai am istealgynmasium in Gießen. der Studien rat am Realgymnasium in Gießen. Dr. Paul Wolkewitz zum Studienrat am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium in Gießen: der Lehrer Rudolf Frank zu Stammheim (Sir. Friedberg) zum Lehrer an der evangelischen Volksschule .zu Gimbsheim (Kr. Worms): der Äanzle.gehilfe -bei dem Amtsanwalt in Alsfeld Jakob Köhler zwn Kanzlisten: Leorchard Vogel aus Fränkisch-Cmmbach zum Pfleger bei der Landes-Heil- imb Pflogeanstatt in Gießen. Straß ensperre. Wegen Aussuhrung von Aohrverlegungsarbeilen sind der Große Steinweg und die Aoonstraße ab heute, Mittwoch. bis etwa 28. April für allen Fährverkehr polizeilich gesperrt ... v x, •• Unterrichtskurse in der deutschen Einheitskurzschrift. Die 1. Neichskurzschrisi gejellschost „Gabelsberger" und Damenabteilung Gießen eröffnet am Dienstag, 24. April, abends 7 Uhr. in der Pcstalozzischule (Nordanlage 8), unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie einen Anfängerlehrgang in der deutschen Einheitskurzschrift. Da heute nur noch die Erlernung dieses Systems in Frage kommt und die Kurzschrift mehr denn je verlangt wird, sei besonders daraus hingewiesen. Der Verein gibt auch in seinen Diktat-, fiorlbildungs-. Redeschrift- und Praktikerkursen zur weiteren Ansbild'ing Gelegenheit. (Siehe heutige ^^^Osterkonzer t in der Aerven- klinik. Eine rechte Ostersreude bereitete der Posaunenchor von Klein-Linden den Patienten Prima 1927er Aepieiwein liefert nach allen Stadtteilen inFlaschen und Gebinden an Private u.Wiederv'erkäufer Aeolelweiaielterei K. Heyne Orth 1. Preisträger und somit Meister von Hessen. 2. ist Dr. Schweihguth 3. Flander, 4. Sift. Es folgen: Dr Wolfs (Mainz) 4, Aothamel iGiehen) 3* :. An t heS 1 Offenbach) V/i, Dr. Herzberger (Sieben) 1. 3m Aebenturnier hegte der jugendliche Offenbarer Franz Fischer vor Menger (Frankfurt) bei gleichem Stand. 3 Peter (Darmstadt). 4. Dubrowitsch (Gießen). Taten für Tonncrstag 12. April. Sonnenaufgang 5.12 Uhr, Sonnenuntergang 18.50 Uhr. — Mondaufgang 1^8 Uhr, Monduntergang 8-59 Uhr M 1809: Andreas Hofer erstürmt Innsbruck: — 1831: Der Bildhauer unb Maler Constantin Meunier in Brüstet geboren (gestorben 1905); — 1804: der Schriftsteller Heinz Tooote in Hannover geboren; — 1x88: der Chemiker und Industrielle Ludwig Nobel in Cannes gestorben (geboren 1831). — 1907: der Dichter Otto von Leisner in Groß-Lichterselde qe ftorben (geboren 18475 Muttertag 1928. Der Ehrentag der deutschen M u t i e r. der in jedem Jahre am zweiten Sonntag im Mai gefeiert wird, fällt in diesem Jahre auf den 13. Mai Sinn des Sage* ist. der Mutter zu gedenken, die heute unter schwereren älmständen denn je ihres entsagungsvollen Amtes in Bescheidenheit und Zurückhaltung waltet. Träger des Gedankens ^ttentlicher Muttertagfeiern ist der Aelchsbund der Kinderreichen AUTO- Anru! 189 auch nachts Hansa Handelsschule I J. Kunzelmannl Gießen, Bahnhofstr. 001 77. April I iteae Kurse. Aruncld. tagt. 2710D J •• Ans dem Bericht der Aeichsver- ficherungsanstalt für Angestellte für das Geschäftsjahr 1 927. (Tinge- klammert sind die Zahlen des Jahres 1926 angegeben.) Am 31. Dezember 1927 liefen 60 926 (50 382) Ruhegelder mit 8145 Kinderzuschussen, 39 523 (33 479) Witwen- und Witwerrenten und 27 363 ( 24 073) Waisenrenten. Insgesamt waren im Berichtsjahre 60 288 (59 283) Leistungsanträge zu bearbeiten. Der Gesamtauswand für die Rentenleistungen betrug im Iahre 1927 111,4 MUI. Mk. (62,7 Mill Mk.). 68 beanspruchten hiervon die Rentenleistungen, Abfindungen und Beittagserstattungen 78,4 Mill. Mk., Die einmalige Zahlung zur endgültigen Abgeltung für Rentenaufweisungen an Angestellte aus der In- validenveriicherung 33 Mill. Mk. Die Zahl der Anträge auf Heilverfahren stieg auf 92 794 (83145). Hiervon entfallen auf ständige Heilverfahren 58 889 (52 207), auf nichtständige Heilverfahren (Zahnersatz usw.) 33 905 (30 938). Es wurden 34 374 (32 679) ständige Heilverfahren durchgeführt. Die durchschnittliche Dauer der Kuren betrug in den Lungenheilstätten 91 (8^Sage, in den Sanatorien und Bädern 31 (31) Tage. Die Zahl der Anttäge auf Gewährung von Zuschüssen zu Heilverfahren für tuberkulöse, tuberkulös gefährdete und rachittsche Kinder von Versicherten und für Waisenrentner stieg auf 6812 (3612). Zuschüsse wurden bewilligt in 4878 (3382) Fällen. I Für Heilfürsorgezwecke wurden 17,1 Mill. Mk. | « 84/ .raten« Gießen, den 11. April 1928. Gießen, 9. April 1928. 3797D Nachruf Gleisen, den 11. April 1928. Am 9. April verschied unser Beamter Die Beerdigung fand am 1 Osterfeiertag in Nfeder-Gemünden statt. 0281 Nachruf Die Verwaltung der Gießener Braunsteinbergwerke Karl Wiefmer Gießen, den 11. April 1928. 3817D im Alter von 37 Jahren Junger, Milcher 3816 D Großen-Linden, den 10. April 1928. 3801V gesucht. 02784 Eindrücke i Fritz Rosenbaum Gießen (Löwengasse 20), den 10. April 1928. 3796D eichensten Statt Karten gesucht. 02799 Frau Minna Horbach Gießen, den 10. April 1928. 3792D 3806V notnmen. Gießen, den 9. April 1928. gesucht 3812V gesucht. An-, erb. an d. Gebr. Baer, Markritratze 29. Mische oridge । ^ss'ert 3rao vros. Cehnumu Südcmtage 14 IL so stellte sch zeitig mchch Der Durst reife re den Dahnl v.-Oriord ui -darta!" Di, mir. Dar Am 9. April verschied nach schwerer Krank heit unser Mitarbeiter Schulentlass. ob. alt. Mädchen für HauS- u. leichte Handarbeit in der Näheret gesucht. H. Ttcinweg, Heuchelheim, Wtthclmstk. 42. ,,7S* Jouberäne I Äu"9 Allen denen, die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen ihre Liebe und Teilnahme erwiesen haben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. | Vereine j Dcimen-Vereiniguog 1877-1878 3nfammeohinff am Donnerstag, dem 12. Avril. ttnrhm. 4 Uhr, auf d. Hardt-Terrafse. Der Vorstand. Anton Wagner. Giehen. Marburger Str. 30. Heute verschied nach kurzem, heftigen Leiden unser hochverehrter Chef im Alter von 37 Jahren. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen pflichttreuen Mitarbeiter, dessen Andenken von uns in Ehren gehalten wird. entfett ..ZMen rtr Öliger j N buk Lwirkun ?2n Soldat Vt ganzen eu Seit ew Tages r L Stimme o' Lakeit seinen Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen ^nehmens but9 körhn unbekünnner Ml noch Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, dieuns beim Heimgange unsererlieben Mutter zuteil geworden sind, sagen wir allen unseren aufrichtigen Dank. Eduard, Milli und Hans Marchand. Die Beamten der Gießener Braunsteinbergwerke Erste Relckskors* sehriltgesellsebaft „Babelsberger" xl Damenabteilang e. V. Gießen Wir eröffnen am Dienstag, d. 24. April, abends 7 Uhr, in der Peslaloszlsebule (Nordanlage) einen Ansänger- Lehrgang in derdeuifchenEin- beitskurzschriftunt. Leitung eines,'toatl. gcvrüstcn Mehrere« der Stenographie. UnterrichtSgeld 12.- JUt. Anmeld, werden von Herrn Alcr Karabach, am Kugelberg 23, ober au Beginn des Unterrichts entgegenge- Die Beerdigung findet in Frankfurt a. M. in der Stille statt. M Beta das alle Hauöarb. versteht, für bald Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden, sowie für die trostreichenWorte des Herrn Pfarrers bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Ernst Hermann nebst Kindern. In dem Verstorbenen verlieren wir einen treuen Kollegen, dessen Andenken wir in Ehren halten werden. Teilhaber der Firma A. Joerges, Gießen In tiefster Trauer: Frau Frida Klein Witwe und Töchterchen Hilde nebst Angehörigen. Für die warme Teilnahme an unserem Schmerz danke ich herzlich. Sie ist die beete Kernseife, reinigt rasch und gründlich und greift die Wötdie richten Junger Chauffeur mit allen Reparaturen vertraut, sucht AnfangSttettung. evtl, als Beifahrer. Schr. Angeb. u. 02795 empfinden Sic wenn Ihre Wösdw nach dem Waschen blutenweiß sowie weich wird und angenehmen Duft ausströmt. Verwenden Sie für Ihre Wüsche nur Naumann s Kernseife Wir betrauern den Verlust auf das tiefste und werden dem Entschlafenen ein treues Andenken bewahren. Die Angestellten und Arbeiter der Firma A. Joerges. Beginn des stört- bildungSunterrtchtS: Dienstag, d. 24. April, abends 8 Uhr. Beginn der übrig. Kurse am Mentet. *• 23. April. Der Vorstand Repräseniable, geschäfts- und redegewandte Dame findet bei gut. Einkommen, welches garantiert wird, interessante Reisesiellung. Äesond. Kennt- nisse sind nicht erforderlich. Schristl. Angebote unter 3818D an den Gießener Anzeiger erbeten Mich dorthr »Urs cheN' i Urten W Et, war W RvrfihN llifr er srauengeM 15 Burrn«! ml erübrig qthciiM 5 eiotö ho! 'St ging i|P:t*n besann itnb W"'0 «L- Kaufpreis xgtn von nie 7.f.«nhaste Er extbtn llrtz- ratzten Trum 'nnqen. die ! tzeselllcha Icrte mich fü irb'Hffcn wc lü-mfr, zu Zo Inn gcwünfch! tziideln :md, r’un« auf die S •iirtid) viel G Misch und rmtn". ad) mutz m< Denn rinen Sruftta; irr imd yigie alles inj eh ftpebition nächsten Tnoc tfita Äh ijv Am Karfreitag entschlief sanft nach kurzem Leiden meine treue Schwester und Schwägerin, unsere Hebe Tante Elise Feldmann im 72. Lebensjahre. X3 VWtXÜUSTElim^ KeNNTLieKDueCWAIXSSTEklUMGSHAmOOetNl Krau Mo, er, Wetzlar, L'ahnstr. 4. Suche in mein still gel. HauS, 3 Erw^ älteres, felbständ. Alleinmäüchen das perfekt kocht u. oute timpfebl. besitzt. 50 Mk. Lohn. Kassen frei. Zu erfragen in der Geschäftöst. des Gien. 21ns. 3818V Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Auguste Dahmer. (Stellenangebote) Sofort gesucht Kräuterjammler und Aufkäufer Kräuterhaus Kurl Schuster, fiunsen- hansen dJlrir.). ,,«,v Gesucht sum 1. Mai junge, selbständige, mit allen Bureauarbeiten vertraute Bureaukraft Schrift!. Angeb. mit GehaltSansvr. unter 38O4va.d. Gieh. Anz. Schreinerlehrling Ä Wen selbständ. arbeitend, in HanSarb. erfahr., das Zeugnisse auS guten Häusern auf- Aiiroeiten bat. für 15. 4. gesucht. Näh. t. d. GeschäftSst. des Gieh. An». 02814 Weg. Verheiratung des jetzigen, ordentl. .fl jidchen inHaush.m.Kindern. z. 15. April gei. g,MD iVrau Studicnrat Mainzer. Wetzlar, Braunfelser Str. 34. Ehrliches, aew. WiW das bereits in bess. Hause in Stellung war, z. 1.5. ges. MeD LudwigSpl. IQ i. Tüchtiges MWkll gesucht in Haushalt von 2 erwachsenen Personen 3814V Schillerftrahe 16 p. Heute verschied plötzlich und unerwartet mein innigstgeliebter Gatte, unser treusorgender Vater, Sohn. Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Kaspar Klein im 31. Lebensjahre. Gut möbl. Zimmer eleftr. Nähe Universität, an ruhigen Mieter abzugeben. Schr. Angeb. u. 02817 a.d. Gieh. Anz. erbet. freundlich möbl. Zimmer zu vermieten 02818 Dammftrastc 34 p. tEcke Nordanlage). Pens. Brandl Bm" Sonn. mübL Zimmer, gute Küche. Tel. 1085. nicht unter 17 Jahr^ der radfabren kann, fürDauerstellung sofort gesucht. 3788V Bäckerei Häfner, Bad Nauheim, Hauvtstrahe 12. Jüng^ kräftiger Bursche lrnögl. voin Lande), der auch etwas vom Schretnerhandwerk versteht, sofort ges. Pb. Henkel, Stuhlschreineret und -stechteret. Sonnenstr. 14 u. 18. Hiesige gröhere Zigarrensabrik sucht zum möglichst sofortigen Eintritt eine vollständig perfekte, jüngere llnljpislio die vor kurzem ihre Lehrzeit beendet hat. Ausführliche schr. Angebote mit Bel- fügung der Zeugnisabschriften sind zu richten unter 3795D an den Gieh. An;. Jüngeres MM verfett in Ctcuo- grapbic u. im Bc dienenderCchreib- maichinc, sofort gesucht. -L-christliche Angeb. mit Angabe seitheriger Tättgleit u. GehaitSansprüch. unter 3811D an den Gieh. Anz. erbeten. Tüchtige Friseuse nachBadKreuznach für baldigst gesucht. Angabe der Kenntnisse und des Gehaltes an Stieb, Pad Kreuznach, Kaiser-Wilh.-Str.12. am Kurpark. [U2794 MiWWeli mit Kochkenntnissen für 15. 4. oder 1. 5. | Mietgesuche | Mediziner sucht ruhiges, sauberes möül. Simnier in glrtein Haufe. Schrift!. Angebote unter 3748V an den Gieh. Anzeiger erb. Gröbere Werkstatt im Zentrum d. Stadt | Empfehlungen | M- und Speise-KartoHeln in nur befielt Qualitäten 13809V H.Trechsler, Sietestr.78.7el. 1581. (Verschiedenes} Englischer ünlerr. zu 50^öio Stunde. W c v beteil sich?Schr.An». u.02785 Q. d.Gsi.An-,. Allen, welche uns anläßlich der Konfirmation unserer Tochter ihre Aufmerksamkeit erwiesen, sagen wir herzlichen Dank. Familie (5arl Zfieb. Gießen,Ebelstraße 14, den 11. April 1928. 1000 Mark auf 7» Jahr gegen hohe Zinsen und Sicherbett v. Selbstgeber sofort gesucht. Schristl. Angeb. um. O2798 a. d. Gteh. Anz. Tüchtiger Krahwagenlührer gelernter Schlosser, mit allen vorkomm. Revaraturen vertr» ,)übrersch. 11 u. Illb, iucyt vafs. Stelle, n. liebst.9!eisewagen. Schr.Angeb. n.3S03l) a.d. Gieh. An;, erbet, j Verkäufe | Schöner, ivrungs. Bogeisüerger öeEööuiß-Sflfel vrima Ab st., siebt au verkaufen bet 02821 Ludwig Ttorbachll. _____Lollar._____ Haus- Grundstück m ^Wetzlar mit cü"*? ar grobem Bauvlatz an anSge- bauter Strahe gelegen, für gewerbl. Zwecke fe6r geeignet, preiswert zu verk. 'Jfnb. durch 38OOV Ferdinand Tcrjnng. Iintnoblllenbureau, Wetzlar, Konnnarkl 15. 50«) Stück Bein- nnö fiognatflnfilien abzugeben. Schristl. Angebote unt. 02804 an den Gieh. Anz. Ein Doppelspänner Mist zu verkaufen. 02810 Wo sagt die Ge- schästsst.d.Gieft.Anz. [ Kaufgesuche | la Heu kaust 28w C. Rtibeamen Fernsprecher 1659 li || b^titer S* Ur, 85 Zweites Blatt N °ü S'-ü-i «KÄS Mittwoch, U. April 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gde^eiieu) I ___22 Verkäufe IP) Empfehlen 2. „Hoben Sie mir das Geld mitgebracht?" ^^111^011^»-''. Gießen,SOaßei^ btntt.LlPnlM r Verein« n Mbfkir** von DCioen im -u.>vujii*nt.r ^nacbote unLtponj n Nn*" WWiM i" verkaufen. 02810 .. lagt die Hs. Dien$?7W.inbct S-- Anfänger- LehrgaU Gteuervorauszahlungsgesetz und Gewerdesieuergesetz für das Rj. 1928 Don Or. Frih Aiepoih, Bürgermeister der Stadt Schlitz M. d. L Der Bursche meinte, daß er mit b i e A b - ceise rechtzeitig Mitteilen könnte, daß er auf Öen Bahnhof komme, um mir die Betreffenden •) Dgl. Nr. 83 des „G. A." vom 7. April. onen wollten unter Führung eines mii cq"t Rr”lür Lib SL'E luunobUUnbJ...1' ZMWklWfl kt »et Borstanv^ und bsdankte sich. Ich nahm die von ihm gekauften Papiere, jatyte für uns beide, Jtcmö auf und ging stolz erhobenen Hauptes zur Tur hinaus. Er sollte noch eine kleine Weil« sitzen bleiben und dann aus dem rückwärtigen Ausgang das Lokal verlassen. Lc>iM,^'cbrc^ LtzZ fl>a et sich die Kosten für seine Sektgelage und 7iaucnaefchenke nicht au» dem Gehalt, das er ils BurcauangcftcUter der Filmgesellschaft be- loa. erübrigen konnte, war er auf die nieder, «richtig, Idee verfallen, durch den verrat dieser „«Heimen Jllmctpebilion an die Franzosen einen hohen Judaslohn zu verdienen. der au ihren alten Platz zurück, ohne Schaden angeridjtel zu haben. Achtzehn Personen waren vor der Verhaftung, große Werte in der höbe einiger THiUlonen Goldmark vor der veschlag- nabrne gerettet worden. Als die Eltern des verkommenen Jungen von dem tragischen Ende erfuhren, das der letzte streich ihres j'xrm Sohnes genommen, waren sie bestürzt und verzweifelt. „Ihr Sohn kommt in den nack.sten Jahren nicht w.edcr." Mit diesen Worten überbrachte der Beamte die Hiobsbotschaft. Tatsächlich erhielt der Bursche mir zweieinhalb Jahre Gefängnis. Die Strafe fiel deshalb fo milde aus, weil der Verräter noch nicht einmal achtzehn Jahr« war. .Orford und Cambridge gleich Athen und Lpartal" Diese Gegenüberstellung stammt nicht nan mir. Darum sei es gestattet, sie treffend zu finben. Hie — eine Stätte edler Wissenschaften, feiner Künste, spitzfindiger Dialektik; junge Leute, bic entweder frühreife Gelehrte oder morbide Ästheten sind: sorgfältige Pflege des äußeren 1 Menschen und guter Manieren, beides nicht selten in. Dekadenz der Kleidung und Maniriertheit des ^-nehmen- ausartend... Dort — eine Hoch- bfcirg körperlicher Kultur, praktischen Wissens, ^«-bekümmerter Lebensfreude: Jünglinge, die, ob- whl noch im Kindesaltcr stehend, sich doch bereit» Männer fühlen, in ihrer Alniversität vor cllem eine Schule der Lebensdisziplin sehen: souveräne Verachtung jeder Qlrt von äußerlicher Verfeinerung und bewußtes Betonen eines rauhen und herben Sportsmannsgeistes. So stehen sie sich gegenüber, diese Vertreter der beiden an- u«sehensten Alniversitäten Englands, und toem r»n beiden im Wettstreit um körperliche Ge- Diele Leute, die Leute der „vornehmen Welt^ kamen in Balltoiletten und evening dress direkt aus Nachtklubs und Tanzlokalen und trugen eine durchaus angeregte Stimmung zur Schau. Der ganze Eisenbahn-. Autobus- und Alntcr- grundoaHn-Derkehr Londons schien an diesem -Tage ausschließlich in den Dienst von „Oxford und Eambridge" gestellt zu sein. 2ka. die Eisen- bahiwerwaltung ging, in ihrer sportlichen Begeisterung. gar so weit, daß sie alle behördlichen Anzeigen und Fahrpläne dieses Tages in Dunkelblau und Hellblau, den Farben von Oxford und Cambridge, drucken lieh. Auf Barnes Bridge, wo jeder Plah ganze 10 Shillings kostet, ist eine exklusive Gesellschaft versammelt: Verwandte und Freunde der rudernden Studenten, alle dunkelblaue oder hellblaue Rosetten im Knopfloch tragend. Auch König Amanullah nebst Frau Königin sind gcmz. m bet Rähe zu sehen. Der Blick von Barnes Bridge die Themse hinunter ist köstlich: man sieht fast die ganze Rennstrecke in graziösen Windungen vor sich liegen: die eine Seite der Themse ist von malerischen Häusern flankiert, die andere stellt saftig-grüne, wohlgepflegte Felder und Wiesen dar Aleberall stchen die Menschen dichtgedrängt. Da es noch früh ist, nimmt alles hier im Freien das zu Hause verpaßte Moryenfrühstuck ein. An einer Stelle sieht man viele Hunderte von Schotten in ihrer malerischen .Nationaltracht stehen. Sie fingen kernige Whisky-Lieder. Das Gros der Menge gröhlt aber in Erwartung des kommenden Ereignisse« recht unmelodisch und laut: sie alle sind im voraus .begeistert", denn — obwohl es sich hier um eine Eportsausübung von Angehörigen der höheren Gesellschaft handelt — ist die demokratisierende Wirkung des Sports hierzulande so stark, daß der englische Proletarier im körperlich geschickten Lord stets nur den Sportsmann sieht und im Moment alles andere beiseite läßt... . Auf halber Strecke steht em hoher Beobachtungsturm. an dessen Spitze eine Stange mit »wei Fähnchen, einer dunkelblauen und einer hellblauen, angebracht ist. die zur Signalisierung des Verlaufs des Wettruden^ dienen sollen. Aller Augen sind auf diese Fähnchen gerichtet. Es ist aber noch nicht 10 Alhr. Es ist erst etwas über 9 Alhr und so hat man noch Zeit, sich em wenig mit anderen Dingen zu beschäftigen. Da hat zum Beispiel die .Rationale Alnum der Studenten von England und Wales" ein Progrannn- heftchcn des heutigen Wettruderns herausgegeben und da auch dieses .Programmheftchen" gany anders ist als ähnliche Dokumente bei uns zu Lande, so sei es gestattet, darauf einen Blick zu werfen. Dor allem bringt diese kleine, aber amüsante Broschüre etwas wie Biographien sämtlicher Teilnehmer des Wettruderns In jedem Doot sitzen acht Ruderer und em Steuer- Ä ' frf Operateur (AS: BÄ! mann, und es versteht sich, daß die öftentliche I Meinung von Großbritannien für diese acht jungen Leute ein weit größeres Interesse an den Tag fegt, als beispielsweise für solche Berühmtheiten unserer Dorstellungswelt, wie etwa den Frauenimitator Bar bette oder den rumänischen Außenminister Titufesco. Der Präsident des Oxforder Ruderllubs heißt T. W. Shaw, der Präsident d-s Canchridger Klubs 2. C. Holcroft. Das sind hier große Ramen. Die Herausgeber der Ruderzeitschrift schreiben über den Erstgenannten in folgender Art: „Es gibt Menschen, die das Glück haben, daß jedermann sie bei ihren Dornamen kennt. Einer jener Glücklichen ist der Präsident des Oxforder Ruderklubs Shaw. Er ist für Oxford nur Tim. Als Tim Shaw kennt ihn die ganze WellI" (Tim Shaw ist 22 Jahre alt und .alles ist ihm einerlei".) Auch der Mann aus Cambridge muh eine bemerkenswerte Persönlichkeit sein, denn von ihm heißt es: John Culchech Holcroft ist auf diese Erde durch den frühesten Märzwind des Jahres 1905 ge- blasen worden. Hiernach tauchte er für einige Jett in Dunlelheit und Ammenfürsorge unter. Als er jedoch wieder an der Oberfläche unserer Zeit erschien, da hatte er gleich eine Schrot- Pistole in der Hand und begann verwegene 3agb auf die Spatzen und Sperlinge von Standridge zu machen..." Alnd so weiter: von einem erfährt man. daß er .ein Bolschewist" wäre, vom anderen. daß die Backfische von ganz London ihn vergöttern, vom dritten, daß er mit besonderer Vorliebe die Heilige Schrift und andere erbau- | liche Bücher lese. Unter den Photographien, die im großen und ganzen Durchschnittsphysiognomien zeigen, fallt indessen ein Gesicht durch wirklich außergewöhnliche Schönheit auf. Darunter steht „W. E. Lle- wellhn". Don diesem Mann kann man in den „Times" (die in einem ellenlangen Leitartikel die Arme. Kniee, Brustkörbe usw. eines jeden Ruderers lang und breit erörtern und ein- schätzen) die Behauptung lesen, daß „Llewellhn das Problem des ganzen Wettruderns" wäre. Wieso? Deshalb ist der gute Llewellhn .das Problem des ganzen Wettrudcrns ? Ganz einfach: Llewellhn ist der Anruderer des Oxford- Bootes. Das ganze heutige Rennen dreht sich (nachdem Cambridge fast 9 Jahre hintereinander gewonnen hat) darum, ob nun endlich wieder einmal Oxford gewinnen wird oder nicht. Don entsthcidendcr Bedeutung in jedem Boote ist aber gerade der Anruderer. Armer Llewellhn, ich möchte heute nicht in seiner Haut fteden. 3ch fühfe es. er wird die Oxforder sicher nicht jum Siege führen, denn von allen Dunkelblauen sieht gerade er am meisten nach Athen und am allerwenigsten nach Sparta aus... Da! Jetzt! Es geht los! Die Wenge halt den Atem an. Aber ich sehe nichts. 2ch schaue dem Barne« Bridge nach Putneh hinüber und sehe keine Boote nahen. Keine Boote, aber - mc Fähnchen! Die Fähnchen auf dem Beobachtungsturm am Ufer bewegen sich plötzlich unb — oh — das dunkelblaue Fähnchen, die stolze Standarte Athens geht, man sieht es ganz deutlich, herunter Das soll heißen: Cambridge ist voran und das schrittweise Herunterziehen des anderen Fähnchens gcht an. In welchem Maye Okford immer mehr und mehr Aurüdbterbt. Das Fähnchen sinkt weiter: Oxford geht Wetter zurück — eine Länge, zwei Längen, drei Langen. Ietzt sieht man auch die beiden Boote selbst angerubert kommen: auf dem breiten, ruhigen Flusse — die beiden einzigen Lebewesen, beide graziös I und rassig, wie schlanke Windhunde oder irgendein anderer zarter, übermütig daherstürmender Schönheitsbearifs. Wie Fürsten oder Kömg»nnder beherrschen diese achtzehn Säuglinge alles im Umkreise. Und als wollten sie ihnen ein könia- liches Geleite geben, folgt in einigem Abstande langsani unb behutsam eine ganze Flottille von Motorbooten. Dampfbarkassen, Passag'ecdampfern usw Mehrere Motorboote führen die Dertteter der Presse mit sich, die, mit Rabivapparaten bewaffnet. auf diesem Wege nicht nur ihre Blätter über jeden Ruberschlag der beiden Mannschaften I informieren, sondern auch Millionen von Radio- Abonnenten alle einzelnen Phasen des Wett- ruderns durch den Act her zubrüllen. Zuerst koinmt das Boot der Hellblauen. Die Giganten von Cambridge" nennt der Dolksmund die Insassen dieses, mit der Schnelligkeit eines slüchttgen Gedankens vorüberflihenben KanuS. Alle (tebt sinb in ber Tat übergroß und stämmig, voll spartanischer Muskelkraft. Ohne die geringste Spur von Aiebetmübung zu zeigen, rüdem sie gleichmäßig excckt und lächelnd dem Finish zu. An meinem Standort sind die Zuschauer alle zur anderen Seite der Brücke geeilt und warten nun bis da unten auch daS Oxforder Doot erscheinen wird. Man zählt die Langen: eins, zwei, fünf, acht, neun, zehn — es ist nicht zu fassen - endlich erblickt man sie. Mit zusammengeoissenen Zähnen, all ihre edle Kraft verausgabend, ihre Schönheit opfernd, rudern die acht Dunlelblauen, die Zarten, die Feinen so gut, so brav sie können. Aber das Spiel ist schon verloren. Barnes Bridge ist der entscheidende Punkt. Don hier bis zum Finish ist's nur eine halbe Meile. Da ist nichts mehr zu machen. Rur die Sorge bleibt noch übrig, mit einigem Anstand ans Ziel zu gelangen. Sie leisten es, arbeiten sich durch, find ebenfalls am Finish angelangt, aber I brechen dann, außer Atem unb erschöpft, tote : seltsam schöne^Llumen, die man all ihres fiebert* saftes beraubt hat. völlig ausgepumpt und kraftlos in ihrem Boote zusammen. Athen ist — tote : es nicht anders sein konnte — gegen Sparta i I unter fegen — T <" Als er dort ankam, trat ein Detektiv auf chn zu, zeigte seine Marke, fragte: „Was haben Sie mit dem Franzosen gemacht?- Der Bursche, der eben noch mit so frechem Gleichmut das oaterlondrsche Fn- tereffe verraten hatte, war wie aus den Wolken ge- allerdings — im Q fallen, wurde totenblaß, leugnete zuerst. Als ihm Frnanzministers aber die energische Antwort entgegendonnerte: „Wir wissen alles, wir haben sie fett gestern beobachtet, läge. .,, . Alnfre damalige Haltung trug uns — nicht den beiden Koalittonsparteien - heftige Angriffe ö® demokratischen Partei ein, deren Fraktion fi® als einzige im Landtag für die Dachveranlagung 1925 unb 1926 eingesetzt hatte. Dkr Frakttons- vorsihenbe ber Demokraten hielt unser« Argumente für nicht stichhaltig, in ber Amokratischen Wochenschrift wurde gehetzt, man schockte sogar vor persönlichen Derdächttgunaen nicht zurück, alles, weil man glaubte, auf Kosten der Deutschen Dollspartei Wahlgeschäste machen zu können. Wenn wir uns diese Vorgänge ber längsten Vergangenheit ins Gedächtnis -urückrusen. dann muhten wir bei Würdigung des Entwurfs des Stcuervorauszahlungsgesetzes tm ganzen Befriedigung empfinden. Auch die Regierung hat die Alnmöglichkcit einer Rachveranlagung für die RechnungSiahre 1925 unb 1926 eingesehen unb macht sich zur Begründung ihrer Haltung dieselben Argumente zu eigen, bic wir im Sommer 1927 anführten. Ganz besonders ist Db er nicht ein« Anstellung im besetzten Gebiet anstrebe, war mein« nächste Frage. Nein, antwortete er, i hn interessiere nur das Gel b, unb | er bedang sich noch eine Provision an der Wert- | summe aus, die sich aus der Beschlagnahme der {jilin- und Photographie-Apparate ergeben würde. ] Mit Handschlag, wie cs auch Gauner zu tun p'legen, besiegelten wir unser schmutziges wwiTt. Am nächsten Tag wollten wir uns in einem Restaurant in der Friedrichstraße wieder treffen. Ich würde das Geld mitbringen, er noch weitere, wichtige Doku- mente, hauptsächlich bi e Korrespondenz der Filmgesellschaft, mit hohen Regierungsstellen im besetzten Gebiet, die sich bereit erklärt hatten, die 5)erstellung dieses Ruhr- filmes zu unterstützen. 81s ich dorthin kam, traf ich einen blutjungen I Nach vierundzwanzig Stunden. In dem oerab- urschen, der auf mich einen verlebten und oer- rej>etcn Restaurant. Wir kamen fast gleichzeitig an, rterien Eindruck machte. Wie ich nachträglich er- s<.t-wn uns an einen einsamen Tisch, bestellten zu Hk, war dieser Achtzehnjährige ein in allen Dars cj|cn $5 sollte seine Henkersmahlzeit n'Kursürstendomm bekannter Lebejünglmg. werden, die letzte, die er in Freiheit gemeßen, die 1 er noch nach der Speisekarte auswähfen konnte. Denn die .ßäscher waren bestellt und warteten vor der Tür. Ich hatte sie beim Hineingehen gefel-en. Kurz nach uns kamen sie auch ins Lokal und setzten sich wie harmlose Gäste einige Tische von uns entfernt nieder. vnm. _______________ ,------------- । „Haben Sie etwas mitgebracht?" war meine erste, ifr ging auch mutig ins Zeug, als ich mit ihm zu absichtlich mit Zurückhaltung und Vorsicht abge- cchen begann. Ich gab mich zurückhaltend, skep- stimmte Frage, während mein Machbar an einem ... - ti sparsam, als er eint schwindelhaft hohe Summe Fileü das ihm sehr gut zu munden schien, herum- y^sah. ^Kaufpreis nannte, denn ich wollte ihm Miß- schnist. Und Die Stellungnahme der Landtagssraktton der - .. -------------ihn in tffe kin€ Aktentasche aU6 und breitete Deutschen Volkspartei zu der bamaligen Regie- r^chtig V \c finrrrfnnnbent rfilmaeieUid)aft, in rungsvorlage war tlar unb elnbeutig. ^ubeschodet unseres grunbsatzlichen Standpunkts, wonach die Real steuern ihrem Wesen nach G e m e i n besteuern sein unb bleiben sollten, waren wir bereit, an ber Beratung unb Verabschiedung des Desehes sachlich mitzuarbe'lten. Es wurde jedoch damals bekannt, daß der Reichssinanzminister den Erlaß eines Rahmengesetzes über die Erhebung der Grund- und Gewerbesteuern durch bte Länder plante, und der schon vorliegende Referentenentwurf lieh erkennen, bah ber hessische Entwurf mit dem Reichsgeseh nicht in Einklang stanb. Alm nicht Gefahr laufen, ein Gesetz zu verabschieden, da man nach bret- viertel Jahren wieber zu änbern gezwungen gewesen wäre, schlossen wir uns im Landtag dem Standpunkt aller Parteien — bet Demokraten ausgenommen — an und traten für die Zurückstellung des Gesetzes ein. Wir erklärten aber damals ausdrücklich: Sollte das geplante ReichSrahmengeseh in 1927 nicht mehr zustande kommen, dann hätten tot* die Verpflichtung unb seien auch gewillt, für eine endgültige Veranlagung der Gewerbesteuern, erstmals für bas Rj. 1927, auf gerechter Grundlage einzutreten. Schon im Sommer 1927 lehnten wir - ■ - im Gegensatz zu dem Willen des - eine Rachveranlagung Als Telephonist im Dienst der Entente. Wie die heimliche deuische Mmexpedition im Ruhrgebiet den Franzosen verraten werden sollte -glsseurs nachts über die Militärgrenze (b a t e n , die sich unbeobachtet glaubten, pho - ii gruppieren. (Es sei gleich jetzt gesagt, daß Film zustande kam und eine fta r t e Propa > nbaroirtung gegen die Tätigkeit der fron- ,-chcn Soldateska im friedlichen Industriegebiet Her ganzen europäischen unb auch amerikanischen ; stentlichkeit erreichte.) Iin<6 Tages meldete sich nun wieder eine ano- n» Stimme durch das Telephon und deutete die schtigkeit seiner Meldung an. Ich sprach mit ihm. wollte ins Haus kommen, ich riet ihm ab unb lug ihm eine Begegnung bei der Möckernbrucke rwhc Kunst entwickle", wohingegen aber die Leute von Eambridge »sich bei rauhem Wellen- $ing mchr zu Hause fühlten"... Die Themse ist ein Fluß, der durchweg recht übermütig geschlängelt bahinfließt. Doch zwischen Conbon unb Windsor ist er ganz besonders reich iii Biegungen und Windungen aller Art und ifi daher ganz vortrefflich für ein Wetttubern geeignet. Die Rennstrecke ist etwas über vier Liiglische Meilen lang. Sie liegt zwischen Putney Bridge und dem Ship Inn von Mortlake und kassiert unterwegs die Londoner Vororte Ful- Ham, Hammersmith unb Chiswick, sowie die großen Lisenbahnbrücken „Hammersmith Bndgc“ und ..Barnes Bridge“, die zwei wichtige Etappen des Keimend abgrcnzen. Von beiden genannten drücken liegt Barnes Bridge ziemlich am Ende der Rennstrecke und gilt daher seit ewigen Zetten «IS einer ber besten und exllusivsten Deobacher packte seine Aktentasche aus und breitete die ganze Korrespondenz der Filmgesellschaft, in Orlginalbricfen natürlich, vor mir auf dem Tisch aus. Ich blickte flüchtig, doch schnell prüfend hinein. Und überzeugte mich. 3a, der «ursche war ein ganz gemeiner, niederträchtiger Verräter! uen von meiner Seite vortäuschen, was ihn in ccnbaftc Erregung brachte unb ihn unvorsichtig •eben ließ. Schon spielt« er auch seinen letzten und jtycn Trumpf aus: er erbot sich, Dokument« zu rqen, die O r i g i n a l k o r r e s p o n d e n z d e r e sei lschaf t über den geplanten Film. Ich er« ode mich für den Fall, daß er mir dies« Papiere hinten oierundzwanzigStunden lang überlasten i-ntc, zu Zahlungen, allerdings nicht in der von tu gewünschten Höhe, bereit. Mr begannen zu :rbeln und zu feilschen. Schließlich einigten wir n» auf bic Summe von 4000 Francs, die damals mib .......... ___rr_,—. l.ndid) viel Geld bedeutete. Zum Schluß wurde ich Detektiven verabredete 3<*idym, daß alles in rcchetifch und verlangte „Derirauen gegen Der Ordnung und ich im Besitz der kritischen Dokw n". pwnte war! — In langsamer Rede verstcherte ich 3d) muß meine Rolle ganz ausgezeichnet gespielt noch einmal mein Vertrauen, auf bas er sich t>m. Denn auf einmal kramte der Bursche aus verlassen forme. (Roch heute schäm« icy nnch mcht nm Drusttoschen eine Anzahl von Papieren her- Lüge.) Ich gab ihm das Geld, er zahlte nach r unb zeigte ste mir. 2lus den Sck)riftstücken waren ' ' ' " - “ IleEinzelheiten der geplanten F i lm- : yebi ti o n zu ersehen. Er versprach mir, am ichsten Tage noch weit« r« Dokumente zu Itftm. Ich hingegen kündigte ihm die vereinbarte '•^jyrblung feiner Dienste an. Wie aber würden wir, bestellte ich di« Frage, die Fikmexpsdftion auch recht» ibg erwischen? Erwägungen ab. Aus praktischen Erwägungen, weil bei der Arbeitslage der Fmanzamter bie Rachveranlagung mit den vorhandenen Beamten gar nicht hätte durchgeführt werden können: auS wirtschaftlichen Erwägungen, well man es feinem Steuerpflichtigen hätte zumuten können, im Jahre 1928 — borber wären die Steuerbescheide nicht herausgekommen — Rachzahlungen auf Steuer» schulbigkeiten ber Jahre 1925 und 1926 zu feilten. Da auch wir sehr wohl wußten, bah bte Erhebung ber vorläufigen Gewerbesteuern vom Erttag ber Rechnungsjahre 1925 unb 1926 naturgemäß unbillige Härten ftir eine recht große Zahl von Steuerpflichtigen im Gefolge hatte, stellten wir uns — ich persönlich habe dies in der Kammer ausdrücklich betont — voll und ganz auf dem Boden einer Entschließung ber Industrie- Handelskammern und forderten: Keine Deranlagung. d. h. keine Rachzahlungen für 1925 unb 1926. wohl aber Rückzahlungen, wenn bie vorläufig ^zahlten Gewerbeertragsteuern für Staat unb Ge- meinbe zusammen 20 Prozent des gewerblichen Ertrags in diesen Jahren überfliegen. Endgültige Veranlagung erstmalsfür das Rechnungsjahr 1927 auf gerechter Grund- | KaufgesucheJ KHeu „ kauft w C. Rübeamen 3ctttfotcd)tt 1659 zu begrüßen, daß bic mit der auf roher und unvollkommener Grundlage erfolgten Erhebung verbunden gewesenen Härten entsprechend unserer Forderung und entsprechend der Ent- Entschließung der Industrie- und Handelskammern beseitigt werden sollen. Ein Rundschreiben des Finanzministers an die Finanzämter macht diesen zur Pflicht, Erlaß gestundeter und Rüc^ahlung bereits bezahlter Gewerbesteuern vom Ertrag auf Antrag in allen Fällen eintreten zu lassen, in denen die in 1925 und 1926 vorausgezahlten Steuerbeträge für Staat und Gemeinde 20 Prozent des gewerblichen Einkommens übersteigen. Die Freude über das Erreichte darf uns aber nicht vergessen lassen, daß es uns nicht gelungen ist. eine endgültige Veranlagung der Gewerbesteuern für Las Rj. 1 9 2 7 durchzu» sehen. Getreu unserer im Sommer 1927 eingenommenen Haltung forderten wir diese erstmalige endgültige Veranlagung für 1927, und als diese abgelehnt wurde, versuchten wir wenigstens die Vestimmungen des Art. 9 des Gesetzes so zu ändern, daß praktisch dasselbe erreicht worden wäre. Art. 9 des Gesetzes lautet; „ileber- steigt die Vorauszahlung an staatlicher Gewerbesteuer für 1927 die auf Grund des Gesetzes über die Gewerbesteuer für das Rj. 1928 zu entrichtende staatliche Gewerbesteuer für das Rj. 1928 um mehr als den vierten Teil derselben und mindestens um 20 Mk., so ist die Vorauszahlung für 1927 in Höhe des Unterschieds auf Antrag zu vergüten." D. h. also: Rur wer in 1927 mehr als 120 Prozent Gewerbesteuer bezahlt hat, als er in 1928 demnächst bezahle muß, der kann auf Antrag das Mehr, falls es mindestens 20 Mk. beträgt, zurückverlangen. -Unsrem Antrag, den Mindestbetrag von 20 Mk. auf 10 Ml. zu ermäßigen und die Rückzahlung von Amts wegen auch ohne Antrag vorzunehmen. wurde zwar stattgegeben. Unser weiterer Antrag, tm Interesse der Steuerpflichtigen Rückzahlungen in allen Fällen cintrcten zu lassen, in denen die Steuer für 1927 um mehr als 10 Mk. höher war. als der aus Grund der Veranlagung für 1928 festgesetzte Vetrag, verfiel der Ablehnung, seltsamerweise nicht nur gegen die Stimmen der Koalition, sondern auch gegen die Stimmen des Landbundcs. MaS den Gewerbe st euer gesehen t- w u r s anlangt, so sagte ich schon anfangs meiner Ausführungen, daß die (Beratung der Vorlage erst noch der Osterpause stattfinden wird. Eine ins einzelne gehende kritische Würdigung wird deshalb praktischerweise nach der Verabschiedung zu geschehen haben, es seien mir ober doch auch heute schon einige Bemerkungen gestattet. Wir begrüßen es zunächst, daß man in Erwartung des kommenden Reichsrahmengesctzes eine Zwischenregelung anstrebt, daß man infolgedessen darauf verzichtet, eine endgültige Lösung zu versuchen, sondern sich auf das bestehende Ge- meindeumlagengeseh ausdrücklich bezieht. Es wird, dadurch — besonders im Gegensatz zu dem Re- ferentenentwurs der 1927er Vorlage — auch der Anschein vermieden, als wolle man die Gewerbesteuer primär als Staatssteuer aufziehen, und es wird weiterhin eine Vereinfachung erzielt, da für kommunale und staatliche Steuern jetzt nur eine Veranlagung stattzusinden hat. Durch Ilebernahme des Art. 7 des Gemeinde- umlagengesetzes wird, auch wieder im Gegensatz zu dem früheren Entwurf, die Vermutung beseitigt, als wolle man die Steuerfreiheit der Konsumvereine, die tatsächlich in den Inhren 1924, 1925, 1926 und leider auch 1927 weder staatliche noch kommunale Gewerbeertragssteuer . bezcchlt haben, verewigen, dabei wird die Gewerbesteuerfreiheit deS land- und forstwirtschaft- l liehen Anlage- und Betriebskapitals beibehalten. Beibehalten wird wie bisher Trennung der Ver- F anlagung nach Kapital — festgestelst nach den Vorschriften des Reichsbewertungsgesehes — und ' Ertrag — festgestellt nocy den Vorschriften des Reichseinkommen- und Körperschaftssteuergesetzes. -Zu beanstanden ist jedoch, daß Miet" und Pachtzins für das dem Gewerbebetrieb dienende gemietete und gepachtete bewegliche Betriebst) ermö- gen den sestgestellten Ertrag nicht mindern sollen. Zu fordern ist, daß dieselben Vergünstigungen, - die in Art. 10 dem im eignen Betriebe tätigen Llnternehrner zugute kommen, auch für die im Betrieb ständig mitarbeitenden Familienmitglte- der gewahrt werden, falls ein Entgelt für ihrs Mitarbeit nicht bereits in den Geschäftsausgaben enthalten ist. Leider ist in dem Gesetz auch die alte Forderung aller Gewerbetreibenden, Nie MSenen Bergs. Zfiomon von (Hara Viebig Copyright bh Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 35 Fortsetzung Nachdruck verboten. „Die Schmitz war bei mir", bestätigte der Doktor. „Ein ganz famoses Frauenzimmer!" Und bann sprachen sie von anderem. Wer wollte sich jetzt a Hämmerte sie sich daran, sie wiederholte es mehr mals. Es klang Nettchen ganz schauerlich. Und wie bk Maria sich babei um sah! So scheu und verwirrt, in alle Ecken fuhr ihr Blick. Dteitck-en erschrak: die würde sich doch nichts ontun wollen? Sie ergriff des Mädchens Hand: „Maria, hör, mach kein Dummheiten!" Und als dies« eiskalte zitternde Hand sie von ßch stoßen wollte, faßte sie die noch fester und sagte mit aller Strenge, die ihr möglich war, und mtt einem so großen Emst, daß bte Siunlvst doch aufhorchte: „Wenn du bat tust, dann verachten ich dich. Et is dir vielleicht jetzt gleich, aber wenn bu m*t Wasser gehst, ober tust brr sonst mte «n Leid I BÄ*“ bie zerzausten Zöpfe, . bis sie ichön geordnet wie ein Kranz über ‘“lK?r Mädchenstttn lagen. “ Es lag etwas unendlich Beruhigendes in Utet, chenb Hand; eine dünne, blutleere, fast vergilbt Hund, aber eine Hand voll Mütterlichkeit. Mariä war ruhiger geworben unter Nestchens Streicheln unb Zureden, sie lächelte sogar ein bißchen, wen auch ein Aufichlucken, wie bet Kindern noch ati* viel Weinen, sie immer noch stieß. » Und nun gehst« mit Mut, gelt?" zu Gast. Die V. f. B. - Jugend gewann nach präd> tigern Spiel verdient mit 3:0. Am zweiten Feiertag hatten bie 2. und 3. Zuge n d bie als sehr spielstark bekannten 2. unb 3. Ju» = gcndmcmnschaften von B. f. B. K u r h e s s e n Mar- bürg zum Gegner, Während sich die 2. Mannschaft mit dem knappesten aller Resultate, 0:1. beugen mußte, gelang es der 3. Jugend, dem körperlich überlegenen Gegner ein 1:1 abzv trotzen. Arbeiter-Tun, und Spsribuud. Gießen I — Fechenheim I 3:2. Gießen trat mi diesem Treffen «a 1. Feiertag mit Ersatz an. der sich aber gut der Mannschaft ; anpaßte. Rach Anstoß entwickelte sich ein Itb- hattes Spiel. Dreimal gelang es den Eirchei- mischen das Retz des Gegner- zu finden, dem die Gäste nur zwei Erfolge entgegensetzen kvmtten. Gegen Schlich niachte sich ein merkliches Drücken - der Gäste bemertbar, was eine schärfere Spielweife hervvrries und dem Schiedsrichter eifrige Arbeit gab. Gießen 1b — Langen I 1:1. Richt Langen Id, sondern Langen I Mannschaft war in Gießen zu Gast. Die Vaste zeigten ein überlegenes Spiel, konnten jedoch durch Versagen i im entscheidenden Moment zu keinem Erttuge f kommen. Gießen wehrte sich tapfer. Gieße» (Jugend) — Darmstadt (Jugend) 0:2. Dieses Treffen konnten die körperlich und technisch besseren Gäste für sich entscheiden. | an. bann verlierst du nit bloß» beben cnn J Erden. Maria, Maria" — sie marnenb den - dünnen, von allem Nähen yrftod)<1>nm. langer — ■ — „dann bringst« dich auch um dat't^viö« Di« sonst so weich«, ein wenig verschl^^E Stimme wurde im Drohen ganz grell und sie schmtt Mario nicht nur ins Gehör, sie schnitt. tn me See»?: „Du verlierst die himmlische Se.^Kk«t, mußt ewig, ewig leiden dafür! Oh. bat darfst it” *un- nix an!" »i „Mir nix an." It „So bifte brav!" Nettchen war beruhigt, fiDf 8 die jetzt stiller vor sich hin Weinende: di« ein Kind, ohne Nachdenken, ganz hilflos, eir? das etwas ongerichtet hat und nun nicht ai,'^ nvm ein weiß. Ein iwoßes Mitleid übermallte nnd Dankbarkeit .uglcich wi« war biefes- ’unflC schöne unb so geiunbe Mädchen doch zu ^wuern. unb wie gut war sie, sie dagegen dran! Mit Löchern sich gegen bie Wand stützend, denn? Sieben hielt sie vor Pern nicht länger mehr ”(ni61 *'agk sie mit ihrer osten, wieder sanften 6Hn..f *Pr. nu setzen mir uns unb du ruhst bi* l^ln?‘ bann gehste wieder nach Hous, gelt? Deine Muc.^' wird schon in Sorg sein. Ich mach dich nur erst - ordentlich, wort!" Und sie holte ihren Kamm, lkloste Spiel, Halb.zeitstanb 0:0. Rach der Pausc setzte sofort ein gleichgültiges Spiel ein. Trotzdem konnte Gießen bis zum Schluß viermal erfolgreich fein. Rodelheim stellte eine in allen Teilen gut besetzte Mannschaft ins Feld. Lollar I — Dietzenbach I 1:1. Rach Anstoß entwickelte sich ein Spiel, in dew zwei verschiedene Systeme zum Ausdruck kamen. Während die Gäste ein kurzes flaches PahspiÄ zeigten, wartete Lollar mit einem planlosen hohen Spiel auf, das sich die Gäste durch das forsche Drausgangertttm her Plotzbesiher ouszwtngen liehen. Außer einigen Ecken konnten beide Mann» fchaften nichts erreichen. Torios ging es in die Pause Rach Seitenwechsel zunächst dasselbe Spiek Lollar konnte bann durch einen scharfen Sckiuh von rechts in Führung gehen. Das Spiel siel nun mehr unb mehr ab. Kurz vor Schluß konnten die Gäste durch einen Strafstoß den Ausgleich erringen. ZvßbaÄ in Großen-Busennan auch ein «fsrhen. Ichchii ^tem heute in ’W System l' Mgkeil er! 'n diesem Sy zachen und a -,.0Rbetn. 2 ■ tsn Lande an den Da Motion ihi Dn Hebner 1|*8 unle tu Doli betonte, i nutzen! I ^!n der ui j Aden betla I Wt für ,09ungen ! Kührente i ''ch enölich . Die ga ■ h Uddokum. ; «rsinlies. c °°dren F hie SM in 5 L^'ttichast 'n G . y^fü e.'Heiner • BfelOl te wichtig : irtoi ! S» W Reichslantibmiti -Präsident Hepp über die Lage und Sortierungen tier Lantiwirtfchasi LLt einer cinbrudboollen Äunbgebung über Dorlar der Landwirtschaft trat gestern das Landvoll in (Stehen vor die breite lnö Dpoch, ^"heivi 13:2 fldrng K, ™. 1» « W* «°n«- Rt&”‘ ' en. brr- rege übenncH* ™ junP' n ttwendig (ür ein Wiederaufblühen Deutschlands 1 ««»> mar -ib damit auch für eine gesunde Wirtschaft, i: . i. in tXv -Htfff v ,xi„. .. . , .-lohoihlich# OfnHcn* Produktion. tarif auf sehen Preußen. Mtxie Wetzlar. tretet der benachbarten Organisationen, den -isidenken Hensel von der Landwirtschaft#- a nur. die Vertreter des Reformbundes der utfböic und der landwirtschaftlichen und der aisfeil en-Genossenschaften. sowie diePre e. Der ?>.cr wies kurz auf den Ernst der Lage hm. ,r zu dieser Rotkundgebung Anlaß gegeben lb, betonte mit Genugtuung die Festigkeit ir Organisation des Landvolkes trotz mancherlei t,Dierigleiten und ermahnte zu weiterem festen. xuen Zusammenstchen, zu muwvller politischer savipfesfreude und zu Vertrauen zur eigenen yr0ft, die gerade in den kommenden Wochen ganzen Landvolk mit dem Bewußtsein cm- reyn sei. daß jeder Dauer fetzt besonders ;ic Schuldigkeit zu tun habe. Koßerr-Ärhii. >gtn-5afnf I acheÄmi 13J (1:1). Dec Landwirtschaft könne nur geholfen werden, wenn man ihr die Rentabilität der Betriebe wieder verschaffe. Dic letzten Jahre hätten einen Preisstur z, besonders für Vieh, und außerdem noch schlimme Mißernten gebracht. Die Preise für die land" wirtschaftlichen Produkte ständen wesentlich unter dem was der Landwirt für feinen Betrieb auf» wenden müsse Abgesehen von veremzelten Aus- n ahmen gäbe es kein Reineinkommen in der Landwirtschaft. weil die Abgaben zu hoch seien und die Steuern alles erdrückten. Der Redner besprach hierauf in großen Zügen die Fragen der Zoll» und Hanbelspoli - t i k, wobei er sich besonders mit den für dte landwirtschaftlichen Belange wichtigen Handels» vertragsverhaublungen mit Polen beschäftigte. Bei dieser Gelegenheit streifte er kurz auch die Gefrierfleischfrage: hierzu bemerkte er. ein Pfund Schweinefleisch könne vorn Bauer mit 70 Pf. produziert werden, dieser erhalte aber auf dem Markt nur 50 bis 55 Pf., das Gefrier» fleisch dagegen werde in Hamburg mit 35 Pf. je Pfund verkauft. Durch ungenügende Preise beim Viehverkauf seien der Landwirtschaft allein im Jahre 1927 Verluste in Höhe von 1 Milliarde Wart entstanden. Der Redner wandte sich geigen die zollfreie Einfuhr von Gefrierfleisch überhaupt und forderte, daß jede Kontingentierung zollfreien Fleisches beseitigt werde. Hinsichtlich der Handelsvertragspolitik betonte der Redner, daß der deutsche Landwirt auf die gleicheProduktions- grunblage gestellr lein wolle, wie lerne ausländischen Konkurrenten. Mehr ver- lange der deutsche Dauer nicht. Die deutsche Landwirtschaft betrachte die Zollpolitik unter dem Gesichtspunkt: ..Ausländische Ware ist so hoch mit Zoll zu belasten, daß die Produktionsbedingungen mit der entsprechenden deutschen Ware die gleichen sind." Auf dieser Grundlage forderte der Heimer die weitere Vertretung der deutschen Interessen bei den Handelsvertrags- Verhandlungen. Sodann ermahnte Abg. Hepp die deutschen Dauern, bei der Belieferung der Märkte vor allem auch auf die Lieferung von Qualität^ wäre zu sehen und in diesem Sinne eine Rationalisierung der Betriebe vorzunehmen. Don dem Rotprogramm der Reicdsregierung sei trotz feiner Kargheit für die Landnürtschaft eine inert» I volle Anregung zu erwarten, wenn die dort gegebenen Möglichkeiten richtig angewendet würden. obwohl sic sich nicht von heute auf morgen I auswirken könnten. 3n der letzten Zeit habe sich gegeigt, daß die deuische Landwirtschaft die Führung ihrer Geschicke mehr als früher in eigene Hand nehmen wolle. Geboren aus der Notzeit, aber auch aus I der Erkenntnis der eigenen politischen Reife sei die Christlich-nalionalc Bauernpartei ' Haftlichen Folgen. Er wies auf die heutige Verschuldung Deutschlands an das Aus- :citb in Höhe von etwa 10 Milliarden hin. -ir die alljährlich an Zinsen und Amortifa- tfon 500 Millionen aufzubringen seien. Der große Einfuhrüberschuh der letzten 3afjrc sei ein weiterer Beweis für unsere wirtschaftliche Abhängigkeit vom Auslande. Obwohl er sich btr Schwere der Zeit und des Rückgangs der Rentabilität der Landwirtschaft bewußt fei. müsse er doch die Notwendigkeit einer Pro- duktionssteigerung betonen Allerdings (Starfenburg. ®6Ä. Bormftabt. 10. April. Die Heag bot, wie Blätiermeldiingen besagen, beschlossen, den Strompreis vom 1. April an aus 40 Ps. je muffe dabei auch die Frage der Rentierlichkett des investierten Kapitals aufgeworfen werden. Mm wieder zu einer gesunden deutschen Wirtschaft und damit auch zu einer Besserung der Lage der Landwirtschaft zu kommen, fei es notwendig. mit oder Lustchic der heil die Frage bet Jeft- ‘icllung der deutschen Verpflichtung an unsere Kriegsgegner von der dcutschrn Regierung aufzurollen mit dem Ziele, diese Verpflichtung unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit an- zupasten. Hs habe gar leinen Zweck, sich an dieser ftragc. bic schon längst hatte aufgerollt werden müssen, DCtbey.ubrüden. Wir fordern diese HetircgtUing unserer außenpolitischen Verpflichtung in einet Weile, daß unser Volk sie auch wirklich zu tragen vermag. Beben diesen Lasten nach außen hin To fuhr der Redner u. a. fort — stehen unsere innerpvlitischcn Lasten. Auf die Steuern allein ist die Votlage in unserem Berufsstand nicht zurückzusühren. Daneben spielen die Verschuldung und die Preisschere, bic sich wiederum zu ungunsten der Landwftrt- schast geöffnet hat. eine große ™,r wollen nicht abwägen, wer in Deutschland am meisten Steuern zu zahlen hat. eines aber tu hier sestzustellen. daß das Gesamtmaß der heutigen Steuern von der Landwirtschaft nicht mehr länger getragen werden kann. Aitbüraermeister Marie.' (Ddfiabt). Reichstag»- abgeockmeter Dorsch < Wölfersheims. Landwg>- obgenrtmeicr Glaser (Nordheims, ^andtagsadge- ardn-tcr jZeuchcl (Dberbörgtrn) und eine gany Anzahl weiterer Bedner, deren Nomen nicht de rannt wurden. 3n allen Ansprüchen ’.nutöe de,- grundlegenden Ausführungen bcs PröfitenlenHe o p mit Nachdruck khinbkrL und kein Zweifel darüber gelaßen, daß sich die Bauernschaft unter dem Drucke ihrer Not in lehr ernster Stimmung befindet. Zahl reiche Rcbner erklärten unumwunden ihre Bereit n illigkei: zur sofortigen Durchführung do- Steuer st reikes und des Käuierstreikes. Die führenden Manner hotten mir ihrem Mahnen zur Besonnenheit gegenüber den Temperament vollen Nednern feinen leichten ctanb. Schließlich behielt aber doch, trotz immer wiederholter Bor töfw zahlreicher Nedner, die klug wägende Besonnenheit die Oberhand, so tefe es nicht zu einem Beschluß auf sofortige Anwendung der ebengenannten Streikmittel zwecks ifrzwingung größerer Rücksichtnahme der Negierenden auf die Landwirtschaft kam Kilowattstunde, die Arbeitsgebühr beim Wohnung e ' 10 Pf. je ^ilowatsttnnde he r ob zu- und Ätifcnfürforgc auf dem Lande jcyl vielfach keine Arbeitskräfte mehr erhalten könne. Die sozialen Lasten in der heutigen Höhe könnten nicht mehr getragen werden, fie feien eine ungeheuere Schädigung der landwirtschaftlichen Betriebe und eine Schmälerung ihrer Leistungsfähigkeit. Wir feien den Weg des Staatsrentnertums und her allgemeinen Staats rentnerfürforge schon viel zu weit gegangen. Der Staat fei reif zum Untergang, in dem ein Slaatsrenftiertum künstlich hochgezogen und der Wille zvr Selb st Verantwortung ertötet werde. Erschreckend fei auch daS Tempo der Reu Verschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe. Heute habe die Landwirtschaft ZinSverpflichtungen von jährlich mindestens 800 Millionen Mark zu tragen. Was in dieser Lage im Rotprogramm für bic Land- wirtschast gebracht werde, fei außerordentlich wenig. Der Landbund habe die Forderung erhoben. daß der Staat von sich aus den Weg der Umschuldung, der Llmwandlung kurzfristiger Verbindlichkeiten in Realkredit suchen solle. Heute gäbe cs in Deutschland einen Zinswucher, her nicht scharf genug gebrandmarkt werden könne. f^lichkcit. Etwa 3000 Vertreter von Dauernden aus ganz Oberhefsen. Statt enburg. clnhefsen, Kurhessen und Rafsau hatten sich r m der VolkShafte oedannnelt, um packend ignis abzulegen von der wirtschaftlichen k, steuerlichen Rot der lanbwirt- Östlichen Betriebe und zugleich den s nach verständnisvoller Würdigung dieser .- und entsprechender Schlußfolgerung zur -qdung der Dinge zum Belferen hinaus ins nl bringen zu lafkn. Die Kundgebung wurde gleich auch die Eröffnung des Wahlkampfes. Son nur durch den Einzug einer starken Par- iMtarifchen Dauemvertr.'tung hn Reichstage ersorderlichc Derücksichtigung der lanbwirt- chlichen Belange erhofft J|L lVVS.lt tu m --------- rv jjik ei kein Fricbensguell. fandern tec Aus- 1 ,ittwt F j«ngspunkt für neue schwere Erschütterungen auf w' *'* - Wir lind keine phantastifchen wir stellen uns bewußt aus ö -n Boden des W eh rgedankens. Dieser fei LotW, , l;1 LftTt1 QKaNN armffabt (3agenb) Qj •to Ml »b tri, entscheide ödelheim 14-j). t , herrschte etwas itain L "wer inehrS I Aach der Pausc sqp Trotzdem Ojjluß viermal ersvly. Ute eine in Een in« W ehevdach 11:1. Itc sich ein Spiel, in hn m zum Ausdruck kam» i kurzes flaches stoßsdli mit einem planlosen hrcha ' Täsle durch das sorsch Kotzheflher ouszwingk, i(ttn kmmen beide Tim- l Torlos ging es in di sei zunächst dasselbe Spiel rtf) einen scharfen vck>s g gehen. Das Spiel fis kurz vor Schluß fcnittg Strafstoß hm Ausgkck 'fiel. Qtten bie - , Wnb, bem'V "^"isvtzen OrpMM entstanden. Sie werde auf manche Widerstände stoßen, aber unbeirrt ihren Weg gehen. Der Stondpunlt des AeichslandbundeS gegenüber dieser Partei fei her. daß es die Aufgabe der einzelnen Organisationen sei. bei den Wahlen ben Weg zu gehen, den der einzelne CanD* Hund für richtig hafte, und zwar unter eigene r V c r a n t w o r t l i ch k e i t. Die beiden Pra- fibenten des Aeichslandbundes. Graf Knick- reuth und er i2tebner! feien übereinstimmig der Meinung, daß in d.efem Wahlkampfe das getarnte Landvolk an die Wahlurne gebracht werden müsse IDeifall). Der Sinn des Wahlkampfes müße jein, die nationale bürgerliche Rcchlc zu stärken. 3n diesem Sinne fei bie Lhristlich-Aationale Dauern^ arrei zu begrüßen als ein wertvolles S a m m e (i n ft r u m e n t. aber auch als ein wertvolles Äambfinftrumcnt der beutftfcen Landwirtschaft. Das nationale Bürgertum handle falsch, wenn es der Ghristlich-Aationalen Bauernpartei den Kampf ansage' es sollte im Gegenteil die neue Partei begrüben. Die Lristlich-Aationalc Bauernpartei werde benKampf aufnehmen gegen bad System der Parteien. Die neue [ Partei verspreche keine golbencn Berge, fie ver- i spreche aber, bah sie sich restlos einsetzcn werde für bic Forderungen der Landwirtschaft, und daß sie. stärker als es bisher in den alten Paria- menren non ben Parteien geschehen fet, als agrarische Stimme alS agrarisches Gewissen gelten wolle, an dem die anderen Parteien nicht vorübergehen konnten. Der b e - rufsständischc Gedanke werde sich durchsetzen. 3e schneller das geschehe, um so rascher werde bie Lleberwindung des alten Parteien- systems erfolgt fein. Mit einem Bekenntnis zu srohem Optimismus, aber auch zu vollbewuhtem Errftl über bie Schwere des Kampfes der neuen Bauernpartei fchioh der Redner feine Ausfuh- I rungen. bic in einem Ruf zur Mitarornt au, der neuen politifchen Grundlage ausmündeten. I (Langaiihaltender. sturmifcher Beifall.) Weitere Arrsprachen hielten nach ben Dmckesworten des BoWtzenö«m von Helmolt an den Präfidenren chepp noch Präsident Moffel von ber Nhenchechschen l^r besten ®runblage für eine gedeihliche Aune,^ IMlitil. Für die Außenpolitik fei es aber auch wichtig, die Srnährungsbasis unseres L o l k e s s i ch e r z u st e l i c n aus der Grundlage bcr Förderung der deutschen landwirtschaftlichen Wir wenden uns gegen die Unsumme unrrträg- lieber Steuergcschc. Wenn die Bauerii heute zwn Teil von der Einkommensteuer bet reit find, fo ist das nicht zu unterer Freude, weil rf doch beweist, daß Einkommen hier überhaupt nicht mehr da ist. Eine Steuerpolitik lax\ n n u r bann gerecht fein, wenn fie bic ®ub- ftanz bestehen läßt. Wir wenden uns gegen eine Destcucrung. die uns die Möglichkeit des Weilerarbeitens in unteren Betrieben nimmt. Wir verlangen, daß die Steuergefehgebung auf- gebaut ist auf der Einkommenbesteuerung und dadurch uns die Substanz bleibt. Bei einem Cßcrgleich zwischen der Besteuerung des mobilen und des immobilen Vermögens ergibt sich, vast das immobile Vermögen weit härter besteuert 1 wird. Wir fordern die Beseitigung Der Rentenbankgrundschuldzin f en. Die eine Sondersteuer auf die Landwirtt^ft dar- stellen. Diese Last muß auf das Reiw uaetnom- men werden. W«r wenden uns tocü't gegen ett heutige Rcalstcucrpolitik ber einzelnen Länder. Die hessische Grundsteuer, bie Sonber- | steuer, ist wohl die drückendste Steuer die die | Landwirtschaft zu tragen hat Bei einer Erhöhung । ber Umsatzsteuer um 1,4 Prozent die Der Konsument im Warenpreis gar nicht spuren würde, wäre allein ein steuerliches Reuaufkommen von 350 Millionen Mark zu erzielen, womit das Reich bic Wünsche ber Länder, die heute durch Realsteacrn betriebigt werden müsfen. erfüllen könnte. Weiter könnte durch bic Gewährung eines Zuschkagsr echtes auf bie Reichssteuerein- heiten ben Ländern das steuerliche Aufkommen qQ^lrtCöf|v^i^c" Zwecke bringt das deutsche Volk heute das Drei- bis Bierfache der Steueim bet Dorkriegszeit auf. daneben hat btc Wirtschaft noch das Dicrfache an sozialen Lasten zu tragen. wir fordern, daß sich die vffenltichc Hand auf Ihr eigenes Aufgabengebiet beschränk!. Reich. Länder und Gemeinden verfuchen immer mehr, auf Kosten der Privatwirtschaft selbtt Dirischaft zu betreiben. Der Staat, der mgenthd) nur verwalten foll. ist aus dem besten Wege, ferne Bürger mit Haut und Haaren außzufressen. Hier haben wir offen zu crllären. daß der otaat auf dem Felde der Wirtschaft fernzubleiben hal. Für uns ist auch die Aufblähung des gesamten Ve r w alt ungSap parate« unmöglich. Heute haben wir das Drei- und Vierfache der Beamten gegen früher. Dem muß em Ende gemacht werden. Der Vorsitzende von 5) e l in o 11 teilte in feinem Schlußwort jtbech mit, daß der 5) e s s i s ch e L a n d - b u n b demnnchst an feine Mitglieder Bcrpf Ilch tungsfcheine zur BcrcitwMigkeitserlwrung btt ber Durchführung eines Käuferstreiks, der die Regierung zu größerer Berücksichtigung ber landwirtschaftlichen Interessen ocranlaffen solle, verschicken werde. Bon ber Zahl ber eingehenden Bereu- willigleitserklcirungen hange es dann ab, welche wei teren Maßnahmen bic Bnnbesleirung zu treffen habe Gn'orbcrlid) fei aber, baß olle Bauern unbedingtes Vertrauen zu ihrer Führung hegten. Schließlio) mürbe nod) eine Enlschließung angenommen, bie ben Reichslanbbuud aufforbert, ebenfalls uorberei tenbe Maßnahmen wie ber Hessische tianbbunb un verziiglich in bie Wege zu leiten, damit sie gegebenen falls baldigst zur Anwenbilng kommen könnten. Mit einem Hoch auf bas deutsche Vaterland fand die Versammlung nach über vierstündiger Taner ihr Gilbe. dein Leben x ... M warnend vr - Mn« W; W Leven It“6-um» _ seben, ach,". „Sait™1 ms an 'v Lug-» t * »"'■ 66 'n II . Ori UMX|U11 .....u -__w__... KuJluap* cösbcTontere bm Hauptredner. Präsi- SLLZ m nW ^ten bv'l-ink ; fieber jwd» I irs »nd d" Hieraus beschäftigte fich der Redner eingehend bau?, nUf erfi ..[gir dem DaweSplan und feinen wirt- -- ----- * ' *----— l'J uni« -ie w ,, I Aut, r’ vcht wir für die Folgen dic Verantwortung. " 'Titern diejenigen, die uns nicht gaben, waS ■ a* recht ist. (Beifall.) Wir Bauern wol- 1-1 nicht bevorzugt sein, wir wollen ur unser Recht. Darum kämpsen wir. er- tertierlichensalls auch mit den Mitteln die auch ,lhnx kreise für sich m Anspruck nehmen unb 46 Öfunbai Ue auch uns die Verfassung in die Hand gibt Ijinnsu Bir finö nicht gewillt, kampflos unterzugehei'. mQn uns zum Kampf Swingt. Mmjoll ^'saverfchwiMitn y ' um 6 M mJ uffafseiLSrhot^ ' 2....... IUbg. Or. von Helmolt Friedberg Derfamm'.ungsleiter begrüßte bic große Ver- man auch einmal den Bauer aus bet -55: cher für alle seine großen Opfer und Ent- I Ir.junflcn auf auhenpoliftschem Gebiet nicht die führende Gegenleistung erhallen Wann wirke 'ich endlich einmal ter Geist von Locarno ns? Die ganze Unordnu-ig ter politischen Dinge n Europa fei nichts anderes als die Folge tes L-anddokumcnts und fchlimmstcn Dillats von Äersailles. Europa werbe erst bann zu einem »ahren Frieden kommen, toenn m Mittel- uropa die Macht restlos wiederhergestellt fei. >it einst in Deuftchland vorhanden war unb die 'Ls wirtschaftliche Gleichgewicht unb banut ten ,. . Frieden in Europa garantierte. Derfa111es ■ttfüm' I? - - - - - ~ ‘ -K— ' laf uns hat man neun Iahre lang herum- Vc trampelt mit dem Ergebnis, das wir heute un# sehen: die Landwirtschaft ist am Ende ijrcr Leistungsfähigkeit. Ich wende michan rasen sich bi* TUuw i . c Führenden in Deutf Sl anb. Wenn dschoftssM in DrvhD ,«n nicht endlich bie ersoiterlichen Maßnahmen nften traten mit reich' ,.nrn Schutze der Landwirtschaft trifft, dann tragen $ Ul ter * N> u --- rRrrrrnhnnrtunn ctoaS überlegen toaw d in ter zveiten tyw terch daö Rcfultat " nid fommt. SchiebSnam I fit859 Der moderne Frühlings-Mantel! Herrenstoff - Mäntel Herrenstoff Mäntel hssha Mäntel Shetland-Mäntel hasha Mäntel Fresko-Mäntel 3600 Liehen 03 Selters weg Machart 4800 3810a Änfortirilinri nun fiarriinfln aUer Art nach den Ausstattungshaus Salomon /llllül IlgUllg fUH Ulli Ulli vH neuest. Entwürfen Giefsen, Seltersweg 81 3556B Eintritt 50 Pf. Der Gauturnausschub. 02816 Frau Jakob aus Stuttgart 3 Prozent Rabatt! steh» Seltersweg. [2841a Lehr- u. Fortbildnngskarse Preiswerte NatkavMeü für moderne 02800 Damensduieiderei und Wäsche a SchMasaad Konfektmebl, edelste Weizens.. Mund 0.28 Pfund 0.80 it. Siemon, Schneidenneisterin Mühlstraße 241 Mühlstraße 241 1. 2. 3. Harry Liedtke Tarragona, lose, Liter 1.30,I-Liler-Fl. 5. Malaga Vi Flasche 1.55, Deen 3807D Ausschnitt im Astoria-Lichtspiele Schulstrostc 5. 3808a Derl.Gie Rabattmarken mit Pelz, la reine Wolle, ganz gefüttert, sehr feine Dokumenta Hausmarke Sonderklasse elegante englische Art,halb gefüttert, mit Pelzkragen, od. kariert, sehr apart 26.00 Pfund Mund Stück 0.10 Stück 0.12 Stück 0.15 im im Pfund Pfund . Pfund - Pfund 25 Ps. 30 Ps. 30 Pf. 40 Ps. Mebk O, süddeutsches. Mebl 00, AuSzugmcHl Korinthen.................... Gröhe Rosinen.............. Kalifornische Sultaninen..... U Smvrua-Sultanincn, Helle . Mandeln........ Haselnnhkerne Zitronen.......... Oetker'ö Batkvulver Deutscher Rotwein. Französisch. Rotwein Weihwcin, tose Rotwein, tose 1.10 „ 140 „ ... Liter Goldbarsch Bratfische ff. Seehecht Pfund 0.80 Pfund 0.55 Pfund 0.90 Pfund 2.20 Pfund 1.20 MWrmliM unb gommunion! 0.23 0.25 Ausschnitt . Pfund 30 Pf. ganzen Fisch. Pfund 25 Pf. Prima Seelachs SlUlkWen aller All "Sffi MsMwng ftllreln u.prelsroert öle BrflhlW UnloJmecel, H. £onge, (Sieben, Slhvsskr. 7. Zur Fußbodenpflege Bobuer, Bohnerwachs, fest und flüssig, O-Cedar-Mop, Ambroun-Mop, Sigella-Mop, Mov-Reiniguugsmtttel, selbsttätig! Hcrdpuhmittel aller Art. Friede. H ey d & Sohn Bekanntmachung Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag für 1928 Rj. liegt vom 12. April 1928 an eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. 3790V Einwendungen gegen denselben können während dieser Zeit dort schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worden, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Rabertshausen, den 11. April 1928. Bürgermeisterei Rabertshausen. Reichhardt. 0\tneg,e,c*e/7/ 3 Stück 0.25 ...... Stück 0.10 Restaurant Karlsruh bringt seine Lokalitäten in empfehlende Erlnnerungl 3069D Erna Morena, Paul Otto, Hermine Sterler in ihrem hervorracenden Geeellschaftsdrama in 6 Akten: Das Schicksal einer Nacht (24 Stunden aus dem Leben einer Frau» Vorstell, täglich: 4, 6, 8,30 Uhr. Sonntags ab 3 Uhr. Musikalische Leitung: Kapellmeister Hans Stork. Keine erhöhten Eintrittspreise. Wiener Grotesk- und Parodie-Tänzerin. 4 Die nenesten Tagesberichte aas aller Well Bin wieder mit einem großen Posten Wachstuche wöviShofev 1. Nteren« und Blasentee. 2. Leber- und Gallentee. 3. Gicht-und Rheumatce. 4. Blut- rcintgungStee sind reine Naturprodukte, hervorragend in der Wirkung. -kvSntevhauS Luns Natürliche Heil-, Pflege- und Lebensmittel. Hanilarheilssclnile l andmann ßietiei SSdanlaße 7. Dnlerricht in allen weiblichen Handiirheiten. Zuschneiden u. Anfertigca der Wäsche, Hand- u. Maschinen: nähen, Stickereien jeder Art, Filet, Klöppeln. Occhi usw. Aenderung von Wäsche und Kleidern. 370>D Beginn des Unterrichts: Montag, 16. April 1928, Kleider-Nowack 85 Seltersweg 85 3614a Adolf Fretty Conferencd und heitere Vorträge. Lonny Böhme Eigne Fantasie- und Kosttim-Tänze. Trude Star Heute letzter Tag: Die Geliebte des Gouverneurs Ab morgen bis ein seh 1. Sonntag: Ein Künstlerprogramm allerersten Ranges welches auch die allerverwöhntesten Besucher zufrieden stellen wird. Donnerstag,42. b.M.,versteigere ich i. Löwen (Neuenweg 28) zwangsweise geg. Äarzahlg.: 1 Bücherschrank, 1 Kassenschrank, 3 Äüfetts, 3 Vertikos, 4 Sofas, 2 Schreibtische, drei Klubsessel, 3 Ghaiselongues,2Nahmaschinen 2 Spiegel, 1 komplette Ladeneinrichtung, 1 Heißwasserapparat, einen großen Kastenwagen, voraussichtlich bestimmt: 1 Bett, 1 Kleiderschrank, 1 Waschtisch, 1 Nähmaschine, ein Chaiselongue, 1 Oamenfahrrad, 4 Ginlege- schweine. Bestimmt: 1 Radioapparat. Irische Fische Donnerstag früh eintrefsend: Aste, große Schellfische o. K. im Ausschnitt......Pfund 40 Pf. im ganzen 3- bis övstindigen Fisch Mund 35 Pfennig ff. blüienweis. Cabliau o. Ä. MuSkat. griechischer Sühwein, Vt Flasche 1.10 Avfelwein, lose Liter 0.40, „ 0.50 i« Zigarren beste Marken: kariert, fesche Form, m. Rük- 4 r A kenspange oder mit Rücken- ■ I tJU falte und Gürtel......13.50, Ä JL vielen Resten hier eingetrofie« und verkaufe zu bekannt billige« Preisen. omI6 beste Qualität zu billigem Preis C.Rübsamen,Gießen Fernsprecher 1659 1897D Lichtspielhaus Bahnhofstrabe 34 Gntgepflegte weine auS eigener Kellerei: Weihwcin........Flasche 1.30 bis Lvöhlws'S Kaffee: ftetß gleichbletbende.reinschmeckende Qualitäten Pfund 4.60 4.00 3.40 2.60 Sv-H«ns's Tee: Hocharomat. Mischung., '/„Pfd. 0.55, 0.70,0.85 tCi?He€ NMNlelgeWi für Strecken- und Lagergeschäft, welcher in Oberheffen usw. eingeführt ist. Firma ist bekannt. Wohnsitz kann bleiben. Diskr. zugestchert. Angenehme Dauerposition bei guten Leistungen. Ausführliche, schriftliche Angebote mit Angabe der Ansprüche unter 3805D an den Gießener Anzeiger erbeten. Zur Messe! Seit vielen Jahren wieder eingetrqflen Deutschlands berühmteste Nickefsche KimslWäserei uni Minim Sehr interessant und lehrreich für jeder« mann. — Vor den Augen der geschätzten Zuschauer werden geblasen. Alle erdenklichen künstlerischen und modernen Ziergläser, sowie Tiere in expr und naturalistischer Ausführung, auch besondere Experimente nach Wunsch Ununterbrochen Vorstellung! MelMW-UlW säbrt a. 16, d. M. Giehen—Darmstadt- Heidelberg. Güter können hier n. zurück mitgenommen werden. Kehler & Merkel Tel. 1368 Hlööelironsport Krcuzpl. 6 2.00 1.30 2.60 1.25 1.15 1.50 1.85 LeiSevtvagen und Kastenwagen, Qualitätsarbeit, preiswert i. all. Grüßen. Jriedr. Seyd & Sohn 3248a SelterSweg 12 Cty^. Gießen: Bahnhofstraße 49 Telephon 1656 Weserfiraße 4. A02V We^ ü-b-'/w Er«' tri«"« Sn*5 «° u .'in 2uch 9;1, ! IchaM^ rffiea durchs ; in» u aber eme St.»«11* ichtilse innew s« fitet, wie mu darin, fr 3 unb Ihit non mtintm Leben, die M aßt ben M ter Lebens-D nü eines Dell ItnltiiDniffme' 3ttt und Del ibtt die aufgi b verschmelzen wollte! Freilich: nicht durch revolutionäre Zerschlagung alter Autoritäten, sondern durch organische Fort- und Umbildung bestehender politischer Gegebenheiten, auf dem Wege einer eigenartig deutschen innerpolitischen Entwicklung. Die hier gebotene Darstellung versucht die Elemente des Eteinschen Denkens auf einen Generalnenner zu bringen und zugleich einzuordnen in den Entwicklungsgang einer Persönlichkeit, die durch politische Lebenserfahrungen von unerhörter Gröhe und Wucht aus anfänglicher Enge und Traditionsgebundenheit heranreift zu europäischer Weite des Gesichtskreises und heroischer Gröhe der politischen Leistung. 175 — Oberstleutnant Alfred Riemann: Kaiser und Revolution. Die entscheidenden Ereignisse im Großen Hauptquartier im Herbst 1918. (Verlag für Kulturpolitik, Derlin W. 15.) Preis kartoniert 5 Mk. — Unter den Darstellern der großen und tragischen Ereignisse, die Weltkrieg und Revolution unserer Generation brachten, ist Oberstleutnant Alfred Riemann als eine Autorität ersten Ranges längst anerkannt. Seit dem August 1918 als Generalstabsoffizier in die unmittelbare Rähe des Kaisers berufen, hat er sich rasch das volle Vertrauen des Kaisers zu erringen gewußt, so daß ihn der Kaiser an dem unmittelbaren und unverfchleierten Ablauf — May Mohr: Venus in den Fischen. Roman. 303 Seiten 8°. Brosch. 3 Ml. Ganzleinen 4,50 Ml. Verlag Ullstein. Berlin — Europa wackelt. Nichts ift leichter, als heute durch irgendeine neue HeilSidce Verwirrung in den Geistern anzusniten. ES herrscht Hochkonjunitur aller Sanierungsvläne auf politischen, wirtschaftlichen, geistig-seelischen und törperlichen Gebieten. Alles und nichts wird ernst genommen. Selbst nicht das eigene Ich. Diese „Verwirrung der Gefühle" hat Max Mohr schon in seinen vielgespiclten Dramen ^Improvisationen im Juni" und „Ramper" geistvoll durchleuchtet. Und es liegt ein besonderer Reiz in diesem neuen großen Gesellschaftsroman, daß weder diese Vorname Berliner .Gesellschaft' noch der alte schlaue Reger Abba, drr diese .oberen Zehntausend" zum Spielball seiner geschäftstüchtigen Launen macht, ganz ernst genommen wird. Dieser Abba ist Astrologe. Charlatan und Genie, amerikanischer Geschäftsmann und sentimentaler Urwaldssohn, und im Handumdrehen muh ihm in dem wackelnden Europa sein Werk gelingen: er eröffnet ein großes Rerven-Sanatorium bei Derlin, und der Astrologe und Wunderdoktor ist der vergötterte Prophet des Tages, die letzte große Sensation! Aber da ist der etwas schwerfällige, deutsche Assistenzarzt und die junge resolute Aerztin. In diesen beiden jungen Menschen weckt Abbas HeilSlehre tiefere Konflikte. Liebe und Haß. Auf ein mystisches, keusches Liebes- vermögen deutet das Horoskop der Arrztin. „bie BenuS in den Fischen'" Aber selbst die witzigste — Manfred Hausmann: Lampioon kühtMädchenundkleineBirken. Abenteuer eines Wanderers. 258 Seiten 8°. Buchausstattung Walter Müller. Halbleder 6 Mk. (Earl Schünemann, Verlag, Bremen. — Dies also ist des jungen Manfred Hausmann erstes grobes Werk. Ein Landstreicherroman. Roman? Rein: Abenteuer eines Wanderers... ganz einfach, wie er das selber nennt und mit dem merkwürdigen, langatmigen. romantisch-schnorkligen _ Namen überschreibt, der übrigens längst nicht völlig umgreift. was sein Buch in sich schlieht. Dieses seltsame, abenteuerliche, aufregende Buch, voller Romantik, voller Ungestüm und Zügellosigkeit, voll sehr schrecklicher und sehr zarter Dinge zugleich. Buch eines lyrischen Dichters und eines mit allen Wassern gewaschenen Landfahrers, ein sehr weltliches und sehr frommes Buch — alles in einem. Wie so etwas zustande kommt... das ist eine sonderbare Sache. Da sitzt ein junger und unbescholtener Mensch still, friedlich und bürgerlich-gesittet zu Haufe, und auf einmal kommt es über ihn, mitten im kalten Winter (wo doch nicht gerade die schönste und glücklichste Zeit draußen ist) — daß ihm das Blut rebellisch wird, dah er einen alten Schafspelz zusammenpackt. eine Schnapsflasche dran baumelt und sich aufmacht, ohne einen roten Batzen im Sack, über Land, durch Schnee und Eis. allein unter tausend glitzernden Sternbildern, in die Rächt hinein, und in den nächsten Tag, in die Welt, ins Blaue, ohne Ziel, aber mit ewiger Unrast und einer großen Sehnsucht im Herzen. — Das tun andere auch. Gewiß. Im Winter sogar und bei Rächt. Mag sein. Aber unter Hunderten ist kaum einmal einer, wie dieser hier, dem die Landstreicherei so zum unentrinnbaren Gesetz wurde, der sich nicht mehr anders zu Helsen weiß, dem dies alles zustößt, der seine Wege, Tage und Rächte. I Begegnungen und Erinnerungen, Menschen und Tiere und Wolken und Sterne so erlebt, daß ihm die Wanderung zum Kunstwerk wird unter den Händen und zwischen den Meilensteinen, dah ein so starkes, blutersülltes, stürmisches und liebliches Buch am Ende zustande kommt, wie dieser „Lampioon". Ein ganz und gar manierloses, unliterarisches Werk, aus dem Augenblick, aus dem Leben heraus sprühend und zwingend nieder- ! MU — Hermann Stephani: Grundfragen des Musikhörens. Verlag Dreitkopf & Härtel, Leipzig. - Der Tonpsychologie in ihrer exakt-natarwisienschastlicken Einstellung blieb das Eingangstor für das Musikerleben verschlossen: denn der wichtigste Faktor deS Musikhörens ist nicht die Feststellung akustischer Werte, sondern die Erfassung der Beziehungen, die sich zwischen den gehörten Tonfolgen psychisch auswirken und die die Tonsolge zu etwas jenseits des Rein- Akustischen Liegendem sowohl beim Schaffenden als auch beim Hörenden werden lassen. Es ergibt sich so ungefähr bas gleiche wie bei unterem Raumerleben, das als mathematisch-konstruierte Perspektive sich wesentlich anders äußert als im Schassen des Malers. Dem einwirkenden Reiz ist nicht bloß eine reine Empfindung eindeutig zu- geordnet, sondern die psychische Reaktion stellt eine Einheit zwischen Sinneswahrnehmung und geistiger Vorstellung dar. die die Züge beider trägt. Der Verfasser weist nach, wie im Verlauf der Geschichte mit ihren Stilwandlungen die pythagoreische Leiter und die Raturtonreihe als Aeuherunaen verschieden gerichteten psychischen Erlebens sich durchgeseht haben, wie dabei aber auch die Fähigkeit der Seele, den ihr zugetragenen Wahrnehmungsstoff nicht, so wie er ist, auszunehmen, sondern ihn unter Linnklärungs- und Wertgcsichtspunkten zu formen und umzuschaffen, sich ständig weiter entwickelt hat. Unter diesem Gesichtswinkel vermögen sowohl die En- harmonik als auch die Reihe der rationalistisch geschaffenen Viertel-, Sechstel-, Achtel- u. a. Tonsysteme wohl zu starker psychischer Mitarbeit zu führen, indem sie Annäherungswerte für das Erleben der im Jntervallischen gebundenen Spannungen schaffen, zwilchen denen sich unser innere« Ohr die Werte nach der Vorstellungsbeziehung zurechthbrt. Der reine Atonalismus unterbindet die elementaren Spannungen enharmonisch scheinbar identischer, in Wirklichkeit aber gerade konfliktskräftigster Werte: er muh darum als alleiniges Kompositionsprinzip an der Unfruchtbarkeit eines überzüchteten Intellektualismus zugrunde gehen. Der Verfasser deckt bisher kaum beachtete und bisher noch nicht erklärte Probleme auf, die von weitesttragender Bedeutung für da« Mustkerleben eines jeden sind, dem die Musi? mehr ist als mechanisierte Klangproduktion. Eine Schrift, die bis jetzt einzig dasteht, die aber den Schlüssel für den Grund des MusikhörenS zu geben imstande ist. 1*9 — DaS deutsche Volkslied, lieber Wesen und Werden des deutschen VolksgescmgeS. Von Studienrat Dr. I. W. 03r ui nier. 7. verbesserte Auflage. VI und 125 Seiten 8°. (Aus Ratur und Geisteswelt, Dd. 7.) Geb. 2 Mk. Verlag von 03. G. Teubner in Leipzig und Berlin Messe? he WW chmg ÄÄÄH L tzbknv Alle r frischen und moderne AT erLe 'n expr. ui ■ usfuhrung. auch h. fnte nach Wunsch. ” ^Vorstelhin^ MW bendsS' Alhr, 3M । Turnvereins eim Ibend e des Gauei :n Kräfte des Gaues) ffen auf einen zahlreich leuchelheim, Gießen ut skommtderRiegezugu1' er Gauturnaussdmi Verantwortungsgefühls, welches sich der Wirkung und des GewichteS in jedem Satz in jedem Wort streng und unbestechlich bewußt wurde. DieS ist ein Srziehungs- und Bildungsroman in Ichform, ein Buch geistiger und künstlerischer Menschwerdung, wahrhaftiger und ungeschminller Rechenschaftsbericht eines Sechzigjährigen über seinen Weg durchs Da-sein, über seine geistige Herkunft und Umwelt, über seine Freunde und Gefährten, über seine Eltern und ihr Haus, über eine äußer» liche ..Karriere" und über Begegnungen und Erlebnisse innerer Art, die bedeutsam und unauslöschlich wurden, ihn bilden halfen und Wegweiser und Meilensteine der Wanderung wurden von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Das tief Bedeutsame dieses natürlicherweise höchst persönlichen Buches liegt wie mit dem Vorwort angedeulet wird, aber' darin, daß es im. Besonderen und Einmaligen das Heber persönliche und Allgemeine begreift und spiegeln will. So wird dieser 03ericht von meinem Leben" ein „Bericht von vielen Leben, die unsichtbar und unhörbar für einander alle den gleichen Weg gingen" ... So wächst der Lebens-Bericht zur Dichtung, zum Bekenntnis eines Weltbilde«, zu einem schönen, schweren, sensationsfernen und nachdenklichen Buch, das Zeit und Besinnung fordert vom Leser; wen aber die auf gewendete Zeit nicht zu viel dünkt, der wird sich reich belohnt stnden. Der wird Freude haben an der kristallenen, gemessenen, gebändigten Sprache Bindings und wird beglückt und betroffen sein von dem, waS hier unter bet bescheidenen Flagge eine« schlichten „Berichts" sich ihm darbietet. Uns werden zwei Kapitel vor allem im Gedächtnis bleiben, das neunte im dritten Buche, von der griechischen Reise und vom Hermes ... und das vierzehnte, vorletzte des Ganzen, welches von einem häuslichen Fest in kargen Rachkriegszeiten erzählt und in seiner reifen Geschlossenhät. in der Durchdringung von Irdischem und Jenseitigem, wie eine der wunderbaren Novellen Bindings, losgelöst von allem Uebrigen, zu lesen ist. 96 — Hans Carossa: Verwandlungen einer Jugend. 258 Seiten 8'. 3m Insel- Verlag zu Leipzig. 1928. — Dieses Buch wurde kürzlich mit dem Dichterpreis der Stadt München ausgezeichnet und lenkte, über eine kleine Gemeinde hinaus, die Aufmerksamkeit ein wenig weiterer Kreise auf Hans Carossa, der, aus Tölz gebürtig, nun 50 Jahre alt, als Arzt in München | lebt und im Rebenberuf sozusagen auch Bücher | schreibt. Sr hat spät damit angefangen, hat sich Zeit gelassen und von jeglicher Sensation ferngehalten; der buchhändlerische und verlegerische Erfolg war nicht bedeutend, die literarische Kritik nur auf einen verhältnismäßig kleinen Kreis ausstrahlend. Cs liegen, in geräumigen Intervallen entstanden, wenige, schmale Bände von ihm vor; Gedichte z. D., über die totr Worte voll höchster Anerkennung aus der Feder von Frank Thieß gelesen haben; es gibt ferner ein .Rumänisches Tagebuch" aus dem Kriege, wohl am bekanntesten geworden von seinen Arbeiten, dann ..Doktor Bürgers Snde", die Aufzelch- nungen eine« Arztes, und endlich das Jugend» und Erinncrungsouch ..Eine Kindheit", in welchem das erste Lebensjahrzehnt Carossa« sich dichterisch spiegelt. Hieran schließt sich nun innerlich dieses neue Buch an, von den Verwandlungen einer Kindheit erzählend, das zweite Lebensjahrzehnt umspannend, wie es zeitlich begrenzt wird vom Eintritt ins Internat zu Landshut und vom Eintritt in« Leben nach beendigter Abschlußprüfung. Es sind wohl nicht allem die mancherlei äußeren Anklänge, die einen des öftem beim Lesen an Hermann Hesse denken lassen, an den .Demian" und „Untenn Rad , wenn hier die kleinen und großen Freuden, Leiden, Erfahrungen, Enttäuschungen und Hornungen eines seyr jungen Menschen vor uns ausgebreitet werden, von dessen Geschichte man sich vergeblich bemühen würde, das Tatsächliche zu erzählen, ohne den zarten Duft zu zerstören, der den Kapiteln entströmt, und den Reiz dieses Buches zu vergröbern, oen man nicht erklären kann, weil er weder von der schönen, schlichten, klaren Sprache, noch von Carossa« selbstironischem Humor allein ausgeht: sondern der in einem, unterhalb des hellen, wachen Bewußtseins liegenden Gefühl der Verwandtschaft und brüderlichen Verbundenheit mit einer Jugend wurzelt, in deren zarten Offenbarungen immer wieder, bald klar, bald verschwimmend. unser eigene« Antlitz wie aus einem Spiegel uns entgegen- schaut. , . K 139 - Jakob Schaffner: Föhnwind In Leinen geb. 6 50 Mark. Union Deutsche Okrlag«- gesellschaft In Stuttgart. Dieser neue Schafsner- banb enthält zwei größere Erzählungen „®re Schürze der Anna Jmplond" und „Die Gems- jagd." Beide dürfen füglich al« „Meine Romane" bezeichnet werden — nicht nur wegen ihrer breiteren äußeren Anlage, sondern vor allem auch im Hinblick auf ihren künstlerischen Charakter den wohlgefügten Aufbau. bie_ geschlossene Komposition, die klare und über» -.eugungskräftige Darstellung zweier menschlicher Entwicklungsgänge. Eie spielen in den Schweizer Bergen und zeigen Schaffner auf der vollen Höhe seiner epischen Kunst. Die wechselreichen Beziehungen eines keinen Kreise« von Menschen zueinander, insbesondere von Männern und Frauen, die den Kern seiner meisten großen Romane bilden, geben auch hier den Faden der Handlung, Menschen samt ihrem Aeuheren und Inneren, ihrem Gang und ihren Worten, ihrem Sein und ihrem Handeln mit vollendeter Selbstverständlichkeit und Ratürlichkeit vor uns hinzustellen, ist die große Kunst bei Dichters. 171 geschrieben. Man spürt sofort: wie echt da« alle« ist, wie unbeeinflußt, unbetümmert, und wie aus einem inneren Müssen das alles gesagt ist. ~ Es ist sinnlos aus mehr als einem Grunde, nachbeten und langweilig aufzählen zu wollen, „was drin steht" in diesen Aventeuergeschichten des Wanderer« Lcunpiaon. Man könnte ein kleines Feuilleton oder einen großen Artikel darüber schreiben. Aber man soll ein Kunstwerk nicht zerpflücken und soll auch nicht immer zuerst nach dem Tatsächlichen, nach dem Gegenständlichen, nach der „Handlung" in einem Buche fragen. Die Handlung ist am „Lampioon" das Wenigste. Was soll man also tun? Weshalb werden diese Zeilen geschrieben? Damit der 03cr(eger eine Besprechung geschickt kriegen kann... natürlich auch. Vor allein aber deshalb: um auch andern mitzuteilen, was uns tief betroffen gemacht hat beim Lesen in ein paar stillen Stunden. Um an einem frischen Beispiel daraus hinzudeuten, wo wirklich dichterische Kräfte unserer jüngsten Generation am Werke sind: darauf hinzuweisen in einer an literarischer Ueberproduktion schwer leidenden Zeit, in unserer von der Maßlosigkeit und 03er- antworlungslosigkeit der tausend Anpreisungen verwirrten Gegenwart. Mit Recht wurde kürzlich in einer unserer führenden Zeitschriften gegen den Irrsinn wahlloser, minderwertiger Ueber- seh ungen aus allen möglichen Sprachen Front gemacht, und gegen den Unfug, mit jeder dritten oder vierten Neuerscheinung auf unserem schwer überlasteten Büchermarkt einen neuen Goethe, einen zweiten Cervantes, einen jüngeren Hamsun zu entdecken. Wenn e« danach ginge, stünden wir heute in einer künstlerischen Blütezeit, gegen welche die Klassik ein national begrenzte«, kümmerliches Vorspiel wäre. Wieviele von den neuentdeckten „Weltwundern" in zehn Jahren noch mit einiger Wertberechtigung existieren werden, können wir getrost abwarten; wichtiger ist für uns. zwischen der Sündflut schlechter Uebersehungsware und mittelmäßiger Jnlandproduktion nach den durchaus übersehbaren Inseln zu fahnden, die wahrhaft Neuland verheißen. Eine solche Insel ift der „Lampioon" von Manfred Hausmann. Lest dieses Buch! Und freut euch an seiner gesunden, unverbildeten Kraft! 98 —h— heit. Reichtum. Auswahl und Qualität feiner Abbildungen erscheint e« zur Volkstümlichkeit geradezu berufen. Die Abhandlung, die dem Ganzen den sinnvollen Olamen gab, führt in Kürze geschickt in das überreiche Werk des Meister« ein und überläßt zugleich dem, der da« Buch . Hand nimmt, da« Beste und Wesentlichste, an Dürer sehen zu lernen, da« Auge zu schulen für künstlerisch gestaltete Dinge und schauend sich selbst zu Dürer, seinen Bildern und feinem Weltbilde hiuzusinden. Die 80, technisch ausgezeichnet behandelten Reproduktionen gliedern sich nach graphischen und malerischen Originalen. Die verlegerische Ausstattung des Buches ist gediegen und einwandfrei. — 151 ZurLtteratur-undKimstgeschichte — Gerhard Gran: Henrik Ibsen, der Mann und sein Werk. Aus dem Norwegischen übertragen von Gustav Morgenstern. (6- A. Brockhaus. Leipzig 1928 ) Preis: geb. 11 Mk. — Genie ist Spannung äußerster Gegensätze. Das ergibt sich auch aus Gran« Biographie, die zu dem Gedenktag de« großen norwegischen Dichters in« Dentsä-e übersetzt worden ist. Ibsen, der geistige Anarchist, der geborene Aufrührer, „der Mann, alles um sich her niederzureiben", ohne jede Begabung zum Staatsbürger. Gegner jeder Gemeinschast. bie das Recht der Persönlichkeit vergewalltgt. und doch bürgernd) korrekt, ein bt» zur Langweiligkeit wohlgeordnetes Leden führend, äußerlich gepflegt, mit zahlreichen Orden behängt, voll tiefer Ehrfurcht vor allem, was von Fürsten kam; rasend in unbändiger Kampfeslust, und dann wieder bange und scheu: („Olug? in Auge bin ich niemals ein mutiger Mann gewesen ") — überzeugt von seiner aotigewollten Ausgabe, die Wahrheit und die Freiheit de« persönlichen Lebens zu verkünden und zu begründen, und dann wieder an seiner OScrufung zweifelnd oder auch an der Möglichkeit, die gründlich mißlungene Menschheit mnzuschassen, ja schließlich an dem Wert seiner gesamten dichterischen Tätigkeit. Er Ist der unerbittliche Richter der selbstsüchtigen Gesellschast, nicht minder seiner selbst. Die Gegensetzlichkeit in Ibsen« Wesen hat Gran gut berauflgearbeitet. Sein Buch ist geeignet, die Teilnahme weiterer Kreise für Ibsen zu gewinnen. Olllt besonnenem, klarem Urteil wartet er, unbeschwert von der Last der Gelehrsamkeit, in schmuckloser Sprache. Leben und Dichten scineS Landsmannes. Der besondere Vorzug de« Werkes ist, daß hier ein Norweger zu uns spricht, der ein guter Kenner der politischen, sozialen und religiösen Verhältnisse seiner Heimat ist. So vernehmen wir von ihn, auch, was für einen aufreizenden Einfluß sie aus Ibsen gehabt, und in welch hohem Grade sie fein Schassen befruchtet haben. Gran macht es unS wahrscheinlich, baß sich bie Eigenart des Menschen und Dichters Ibsen nie so scharf ausgeprägt hätte, wenn ihm nicht sein Volk durch feine Kleinlichkeit und Deschräicktheit, seine innere Verlogenheit und Feigheit, seine Parteiknecht- schast und Abhängigkeit vom Druck der Mehrheit. durch feinen irdischen Sinn Immer von neuem Anlaß zu schöpferischer Entrüstung gegeben hätte. I. Collin. (180) — Julius 2gngbebn und Momme Rissen; Dürer als Führer. Vom Rembrandt- deutschen und seinem Gehilfen. Mit einem 'Dr cf von Hans Thoma an Momme Rissen. Groß- oktav. 81 Vollbilder in Kupfertiefdruck. Bütien- umschlag. 2.40 Mk. Verlag Josef Müller, Ollün- chen 23. — Da« sympathische Büchlein stellt im Dürer-Jubiläumsjahr eine besonders willkommene Gabe dar. Durch Wohlfeilheit, Teftknapp- und gewagteste Wissenschaft ift schließlich njcht imstande, die natürlichste Lösung auS dem Dilemma zwischen himmlischer und irdischer Liebe auf die Dauer zu Verbindern. — Das Buch ist prickelnd und sparmend, eS bat die flotten Dialoge des geübten Dramatiker« und den Witz einer scharfen, lebendige Beobachtungsgabe. Ein ausgezeichneter Ro.ncm. au« dichterischen Händen kommend, hoch über dem Durchschnitt landläusiger llntcrbaltung«toarc stehend 106 — Beda PrilipV W a h r h e i t s uch e r. Ein Dürer-Roman. Leipzig 1928. Koehler & Amelang Verlag. Ganzleinen 5 Mk. — Der Roman zeigt Dürer, den großen und edlen Menschen, in den schweren Inneren Konflikten, die die letzten Jahre seines kchassensreichen Ledens umdüsterten. Lein 03ruber Hans war reitungSloden „Wiedertäufern" verfallen. Die Bemühungen deS Meister«, ihn vor dem drohenden Verhängnis zu retten und fein schöne«, junge« Weib, die Barbara Dürer in — seine letzte stille Liebe — vor Kummer zu bewahren, zwangen ihn zu ungewöhnlichem Eingreifen, brachten ihm Zerwürfnisse mit den Seinen und schmerzliche Enttäuschungen. Mit dem sicheren Blick der feinfühlenden Frau hat es Beda Prilipp an Hand dieses wichtigen LebenSausschnitles verstanden, Albrecht Dürer im Rahmen seiner Zeit der heutigen Generation menschlich nahezubringen. Der Roman wird zum 400. Todestage de« Meister« T88- . « 1 Msäei hl, Sonnt^; kW- — F. OK. Kircheisen: Memoiren Napoleons. (Mit 16 Lichtdrucktafeln, zum ersten Male herausgegeben int Verlage von Paul Aretz, Dresden.! — Das Buch bringt oas Leben Napoleons in seinen eigenen Worten, nicht etwa die lückenhaften Aufzeichnungen und Diktate, die der Kaiser in der Verbannung von St. Helena seinen Getreuen gegeben hat, sondern eine geschickte Kompilation aus Briesen, Memoiren, Ge- sandtfchaftsberichten, Feldzugsdarstellungen von Teilnehmern, eigenen Niederschriften und Diktaten des Kaisers ergab ein in feiner unmittelbaren Frische einzig dastehendes Werk, das zweifellos auch den Anspruch auf größte Authentizität für sich hat. Die ureigenste Persönlichkeit des Genies spricht zu uns selbst in diesem spannenden Buch. Daß ihm auch eine Reihe wertvoller und seltener zeitgenössischer Porträts in guten Reproduktionen beigegeben ist, sei dem Verlag besonders gedankt. 115 — Hermann Donner: D i e Vorgeschichte des Weltkrieges. Eine Sammlung aller wichtigen Daten der weltpolitischen Entwicklung von 1870—1914. (1. Ausl.) Berlin: Deutsche Verlagsgelelllchast für Politik und Geschichte m.b.H. Preis steif kart. 4.50 Mk. Diese „Vorgeschichte des Weltkrieges" ist zunächst für denjenigen, der sich ohne Voreingenommenheit bemüht, die Ursachen des entsetzlichsten Dölker- ringens der Neuzeit zu ergründen und aufzudecken. als Hllfsmittel gedacht. Gleichzeitig soll die Schrift aber für den Geschichtskenner und Politiker ein Nachschlagewerk sein. Zu diesem Zwecke ist ein ausführliches Namen- und Sachregister angefügt. Ein allumfassendes Literaturverzeichnis macht das Werk noch werwoller. 174 — Gerhard Ritter: Die Staats- anschauung des FreiherrnvomStein. Ihr Wesen und ihre Wurzeln. Berlin: Deutsche Derlagsgesellschaft für Politik und Geschichte m.b.H. Preis steif kart. 1,40 Wk. Die Gestalt des Frei Herrn vom Stein steht recht ------- - , eigentlich am Anfang jener großen politischen, Figuren, die Niemann aus nächster Nahe in Bewegung, die Nation und Staat auf« innigste | dem großen, historischen Drama wirken sah. 167 1927. — Die neue Auflage ist gegen die sechste nur wenig verändert. Bruiniers Buch — aus der warmen Teilnahme an den besten Gütern und am innersten Wesen unseres Voltes heraus geschrieben — hat sich als besonders geeignet erwiesen, nicht nur das Verständnis dessen, was Volkslied ist, sondern auch das Gefühl für das, was es im Leben des Volkes bedeutet, zu wecken und fördern. Der Verfasser behandelt das Wesen des deutschen Volksgesanges überhaupt und lehrt (Achtes von Anechtem unterscheiden, seht das Verhältnis von Kunstlied und Volkslied ins rechte Licht: der landläufigen Meinung entgegen weist er richtig darauf hin, daß von Dichtern wie Goethe, ^Ihland, Wieland usw. die weitaus besten und für die Art des deutschen Volksgesanges kennzeichnendsten unserer Volkslieder herrühren — um danach vom Ursprung des deutschen Dolls- gesanges, vom Preissingen der alten Germanen, von Skop und Spielmann, älterem und jüngerem Heldengesange, vom geschichtlichen und geistlichen Volkslied, vom Spielmanns-. Studenten- und Soldatenlied zu berichten. 162 Naturwissenschaftliche Schriften. — Geographisches Wörterbuch. Allgemeine Erdkunde. Von Professor Dr. O. Kende. Zweite vielfach verbesserte Auflage. Mit 81 Abbildungen im Text. Gebunden 6 Mark. Verlag von B. G. leubncr in Leipzig. — Das Geographische Wörterbuch be- rücksichtigt in über 3500 Stichwörtern vor allem die Geomorphologie als den gegenwärtig im Vordergrund des Interesses stehenden Zweig der allgemei- iien Erdkunde. Ebenso sind mathematische Geographie, Ozeanographie und Klimatologie mit in sich geschlossenen Uebersichten vertreten. Aber auch die Grenzwissenschaften wie Geologie und Palaeogeo- graphic werden mit herangezogen, soweit sie zur Ergänzung notwendig sind. Weiterhin bringt dos Wörterbuch kurze Biographien der um die geographische Wissenschaft besonders verdienten Männer. 159 — Gletschereis. Von Ludwig Lang, unter Mitarbeit von Walther F l a i g. Mit einem farbigen Umschlagbild, fünfzig Bildern und Skizzen. (Kosmos-Bändchen.) Stuttgart, Kosmos (Franckh'sche Verlagshandlung). Geh. 1,25 Mk., geb. 2 Mk. — Vicht in trockener Gelehrsamkeit werden in dem vorliegenden Bändchen die einzelnen Erscheinungen der vereisten Wunder nach der geologischen Seite einfach abgehandelt: jede Erscheinung in dem ewigen Wechsel von Werden und Vergehen findet in der Praxis des Bergsteigers einen Widerhall. Sorgfältig ausgearbei- tete graphische Darstellungen und packende Vergleiche machen das Bändchen, das mit fünfzig Bildern, zum Teil aus der Hand erster Alpenphotographen, ausgestattet ist, besonders interessant. 168 — Vögel auf der Reise. Don Dr. Kurt F l o e r i ck e. Mit einem farbigen Umschlagbild von Kurt Bcssiger und 17 Abbildungen im Text. Kosmos, Gesellschaft der Vaturfreunde, Stuttgart. Preis geh. 1,25 Mk., in Ganzleinen 2 Mk. — Vogelzug, urgewaltiger, geheimnisvoll umwobener Trieb der Gefiederten, ein großes Rätsel der Vatur für die Wissenschaft, dessen Lösung man nur langsam näher rückt. Zweimal im Jahre spielt sich dieser Vorgang vor unfern Augen ab, belebt unsere Einbildungskraft, reizt den Verstand. Was nun die Wissenschaft im Laufe der Jahre geklärt hat, erzählt der bekannte Ornithologe Dr. Floericke in diesem Buch. 3n seiner angenehmen, von jeder trockenen Gelehrsamkeit freien Weise plaudert er von den . wahrscheinlichen Ursachen dieses allgewaltigen Triebes, dem sogar eingekäfigte Zugvögel unter» l liegen, wenn die Zeit gekommen ist. Er erzählt uns vom Richtungssinn, von der Orientierung^» gäbe, von der Flugformation, von den Zug- strahen der einzelnen Arten und vielem anderem, ' was sich nicht im Rahmen dieses kleinen Berichts unterbringen läßt. Besonders zu erwähnen sind die guten Abbildungen und namentlich auch die liebevoll und übersichtlich, originell und anschaulich gezeichneten Karten. 169 Kirche und Schule. ri. Vieder-Bes singen. 10. April. Sm Osterfestgottesdienst des ersten Feiertages erhielt eine neue, rote, für die Festzeiten des Kirchen- lahres bestimmte Altar- und Kanzelbe- 5l e i d u n g und einen Altarteppich, an dem es bis jetzt in unserer Kirche gefehlt hat, durch den Ortsgeistlichen Pfarrer Schorlemmer von Lich die feierliche kirchliche Weihe. Die Altarbekleidung, die auf der Vorderseite das Osterlamm mit der Kreuzesfahne zeigt, ist gestiftet von unserem Landsmann Heinrich Burk in Vordamerika, der seiner Heimatgemeinde, die er vor einigen Jahren besucht hat. ein treues Andenken bewahrt. Die Kosten für die neue Kanzelbekleidung wurden zum Teil durch frei* willige Sammlungen aufgebracht, die aus Hoch- zeitsfeiern im Dors veranstaltet wurden. Der Altarteppich, der ein würdiges, einorucksvolles Muster zeigt, ist ein Geschenk des hiesigen Frauenvereins. Q Lang-Göns, 10. April. Aus dem k i r dp lieben Leben der Gemeinde: 3m 3ahrc 1927 wurden die Hauptgottesdienste im Durchschnitt von 336 Personen besucht. Getraut wurden 14 Paare, 27 Kinder getauft, 34 konfirmiert, 12 Gemeindemitglieder beerdigt. 198 Prozent der Erwachsenen gingen zum Abendmahl (zweimal). An Kollekten und für andere kirchliche Zwecke gingen zusammen ein: 2873 Mart. Gewiß ein schönes Zeichen für die Opferwilligkeit der hiesigen Einwohner. Wirtschaft. * FrankfurterHypothekenbankA. -G. Frankfurt o. M. Die durch G.-V.-Beschluy vom 14. Januar 1927 genehmigte Kapitalserhöhung ist in Höhe der restlichen 1 Mill. Mk. durch Ausgabe von 1000 St. Aktien ä 1000 Mk. zu 125 Prozent nunmehr erfolgt. Dos Grundkapital beträgt jetzt 10 005 Mill. Ml. * Amerikanische Anleihe der Elek- kro-Werle A.-G. Die Verhandlungen der Eleklro-Werie A.-G. über eine Anleihe im Betrage von 5 Millionen Dollars mit dem Bankhause Harris, Forbes & Co. dürsten, wie WTD.- Handelsdienst erfährt, bereits heute zum Abschluß kommen. Der Zinsfuß beträgt 6,5 Prozent. die Laufzeit der Anleihe 25 3ahre. Die Auflegung der Anleihe ist bereits für Donnerstag. ben 12. d. M.. in Aussicht genommen. Der Emissionskurs steht noch nicht fest. * E i n -?N e u g r ü n b u n 9 imMetallbank» folgern. Wie der Lpd. erfährt, wurde hauplfäch- lich als Verkoussgesellschaft für Pyrites unter Beteiligung der Metallgesellschoft in Frankfurt a. M. die „Pyrites & Minerals AS." mit dem Ditz in Paris mit 500 000 Franken Kapital gegründet zum Handel mit Erzen, Metallen, mineralischen und chemischen Erzeugnissen. *" Vertrustung der europäischen Kun st- scidenindustrie? Zwischen den Kunstseiden- sabriken Deutschlands, Italiens, Belgiens, Hollands und der Tschechoslowakei wurde ein Abkommen geschlossen, wonach sich die Industrien dieser Länder verpflichten, gegenseitig alle Erfindungen und Ergebnisse von Forschungen und Versuchen auszutauschen, um die gleiche Preispolitik zu verfolgen. Außerhalb des Abkommens steht vorderhand noch Frankreich-, doch nehmen die Verhandlungen einen erfolgreichen Verlauf. Frankfurter Börse. Frankfurt o. M.. 11. April. Tendenz: Freundlich. — 3m Anschluß an die gestrige schwächere Abendbörse eröffnete die Börse in weiter etwas schwacher Haltung, da die Spe- k u l a t i o n größere Zurückhaltung wegen der bevorstehenden Medio-Liquidation und der knappen Beschickung des Geldmarktes übte. Auch wurden verschiedentlich Glattstellungen vorgenommen, so daß sich die Kursentwicklung nicht einheitlich gestalten konnte. Doch wurde im Verlaufe das Geschäft lebhafter, da sich größeres 3nter- effe für Spezialwerte bemerkbar machte: es war eine gewisse Widerstandsfähigkeit in der Grundstimmung nicht zu verkennen. Ausgehend vom Clektromarkt wurde die Stimmung allgemein freundlicher, so daß auch auf den anderen Märkten Kursbefserungen überwogen. Elektrowerte wurden hauptsächlich von Auslandsseite stark verlangt. Unter Führung von Licht & Kraft waren hier Kurserholungen bis zu 4,5 Prozent zu verzeichnen. So zogen Licht & Kraft 4.5 Prozent, Gesfürel 1 Prozent, Siemens & Halske 1,5 Prozent, Felten, AEG. und Schuckert je 0,5 Prozent an. Lahmeyer lagen dagegen etwas schwächer. 3.-G.« Farben lagen im Angebot und 1 Prozent niedriger. Auch Scheideanstalt hatten einen Verlust von 1,25 Prozent zu verzeichnen. Mont an - werte hatten nur geringes Geschäft, bei Kursverlusten bis zu 3 Prozent. Unter Führung von Danatbank hatten die Bankenwerte größere Umsätze zu verzeichnen. So konnten Danatbank 2,5 Prozent, Commerzbank und Deutsche Bank je 0,5 Prozent anziehen. Dresdner Bank lagen vernachlässigt. Schiffahrtswerte lagen angeboten und bis 1 Prozent schwächer. Besonders bevorzugt waren Zellstoff Waldhof mit einem Gewinn von 9,5 Prozent. 3m Einklang damit zogen Zellstoff Aschaffenburg 3,5 Prozent an. 3m Freiverkehr hörte man Glanzstoff mit 749 Prozent. Amerikanische Enka wurden mit 69 Dollar gehandelt. Am A u t o m a r k t lagen Daimler mit minus 3 Prozent stark angeboten. Am Renten markt bestand für Ablösung Vcubesitz weiter Interesse. Auch Anatolier verzeichneten größere Umsätze bei etwas höheren Kursen. 3m weiteren Verlaufe blieb die Tendenz uneinheitlich. Elektrowerte und Schiffahrtsaktien waren eher angeboten und etwas schwächer. Dagegen erhielt sich für Zellstoff Waldhof das Interesse, und der Kurs zog weiter leicht an. Auch am Bankenmartt blieben Danatbanl gefragt und konnten erneut 2,5 Prozent anziehen. 3.-G.-Farben blieben etwa behauptet. 3.-G- Bonds nannte man mit 145,5 Prozent Geld. Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas leichter mit 7,5 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen das Pfund 20,415, gegen den Dollar 418,15, gegen London-Paris 124,02. London gegen Mailand 92,43. London gegen Madrid 29,04, London gegen Kabel 4,8325. London gegen Holland 12/,1150. Berlins Börse. Berlin, 11. April. Wieder wirkten die ersten Kurse der heutigen Börse enttäuschend gegenüber den vorbörslich höchsten Erwartungen. Allerdings hatte schon die Frankfurter Abendbörse kleinere Abschwächungen gebracht, die wohl in erster Linie im Zusammenhang mit dem nahen Medio standen. Besonders der Montanmarkt lag heute unterdrückt. Reben Tauschoperationen dürften hier die Tarifoer- handlungen im Ruhr berg bau und die Arbeiten der Schmalenbachkommission hinderlich wirken. Die herauskommende Ware sand nur bei gedrückten Kursen Ausnahme, wobei die Abschläge bis zu 5 Prozent betrugen. Anderseits hatten einige Spezialwerte wieder größeres Geschäft und Steigerungen bis zu 11 Prozent auf- zuweisen. Für Polyphon regte die internationale Grammophon-Hausse erneut an. Berger lagen aus die heutige Generalversammlung sehr fest. Sonst waren noch Licht & Krast, Glanzstoff. Zellstoff Waldhof und Danatbank als höher zu nennen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer zumeist fester. Pfandbriefe vollkommen vernachlässigt. Farben-Donds 145.5 bis 146 Prozent. Der Geldmarkt war eine Kleinigkeit leichter. Tagesgeld 7 bis 8,5 Prozent. Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Prozent. Warenwechsel zirka 7 Prozent. Rach den ersten Kursen trat eine Sonderbewegung in Zellstoff Waldhof ein, die bis 289 Prozent anziehen konnten. Auch Danatbaick. Rheinische Braunkohle, Laurahntte, Deutsche Atlanten lebhafter. Später wurde die Allgemeintendenz aber wieder unsicher, und die meisten gingen unter Anfangsniveau zurück. Die Favoriten, wie Karstadt und Polyphon, Berger, Kunstseideaktien. 3.-G.-Farben und Gesfürel verloren 2 bis 4 Prozent. Franksurtcr GcLreiDcbörse. Frankfurt a.M., 11. April. Am Frankfurter Produktenmarkt war die Tendenz fest. Weizen hatte größere Umsätze zu verzeichnen. Hafer war lebhafter gesucht und die Preise anziehend. Sonst blieben die Umsätze klein. Es notierten: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 v. H. Auswuchs, 26,50 bis 26,75 Mark; Roggen 27,75; Hafer, inländischer, 27 bis 27,50; Mais, gelb, für Futterzwecke, 24,25 bis 24,50; Mais, gelb, für andere Zwecke, 25; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 37,50 bis 38,50; Roggenmehl 37,75 bis 38,50; Weizenkleie 14,75; Roggenkleie 15,75 bis 16,25 Mark. Berliner Produktenbörse. Berlin, 10. April. Das Geschäft kam nach der mehrtägigen Verkehrsunterbrechung nur sehr langsam wieder in Gang. In der Zwischenzeit hatte das Ausland feste Märkte gemelidet und die Cifofferien wiesen auch eine Erhöhung auf. Vom Jnlande wird das Angebot von Tag zu Tag geringer und zwar ist Roggen fortdauernd knapper offeriert als Weizen. Die polnische Nachfrage für Roggen hält an, für bessere Weizenqualitäten macht sich gleichfalls regerer Begehr geltend. Am Lieserungsmarkte waren einige Deckungen zu erledigen, die mit Schwierigkeiten einer auswärtigen Urma in einem gewissen Zusammenhang stehen und daraufhin stellten sich die Notierungen teilweise etwas höher. Mehl wird zu unveränderten Preisen offeriert, das Geschäft ist noch so gut wie unentwickelt. Hafer liegt bei knappem Angebot und weiter guter Nachfrage nach wie vor fest. Gerste ist gleichfalls wenig offeriert und in den Preisen gut behauptet. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5-kg/hl-Gewicht), 251 bis 254, Mai 276 bis 275,50, Juli 286,50 bis 286, September 268,50 (ruhig); Roggen, märkischer, (69-kg/llI-Ge- wicht), 262 bis 264, Mai 286,50 bis 286, Juli 268,75 (fester), September 246,50 Brief; Sommergerste 238 bis 280, Futtergerste fest; Hafer, märkischer, 248 bis 254, Mai 269 bis 269,25, Juli 271 Brief (fest); Mais, zollbegünstigter Futtermais, 238 dis 240 (stetig); (100 kg): Weizenmehl 31,50 bis 35,25 (fester); Roagenmchl 35 bis 37,25 (fester); Weizen kleie 17,25, (fest); Roggenkleie 17,25 (fest); Viktoria- erbfen 46 bis 57; kleine Erbsen 35 bis 37; Futter- erbsen 25 bis 27; Peluschken 24 bis 25,50; Ackerbahnen 23 bis 24; Wicken 24 bis 26; Lupinen, blau, 14 bis 14,75; Lupinen, gelb, 15 bis 15,80; Serradelle, neu, 25 bis 28; Rapskuchen 19,60 bis 19,70; Leinkuchen 24 bis 24,20; Trockenschnitzel 14,60 bis 14,90; Soyaschrot 22,10 bis 22,50; Kartoffelstöcken 26 bis 26,60 Mark. Die Abgrenzung des eigentlichen Sparkassenverkehrs. Der vor einiger Zeit an dieser Stelle angekündigte und besprochene Entwurf einer Verordnung über b i e Abgrenzung des eigentlichen Sparkassenoerkehrs im Sinne der Reichssteuergesetze ist nunmehr als Reichsverordnung im „Reichsgefetzblatt" erschienen. Die Verordnung ist für bas Sparkassenwesen und die Wirtschaft von cr-- heblicher Bedeutung. Ihr Zweck geht dahin, eine klare Grenze zwischen den Geschäften der Sparkassen zu schäften. ' — Als eigentliche 3p a r f a [ j e n g c j cty (M t e führt die Verordnung auf: die Annahme und Auszahlung von Spareinlagen, die Verwaltung und Verwahrung von Wertpapieren imb anderen Wert- gegenftänben. die Vermietung von Sicberheii». fächern, den Kontokorrentverkehr, sofern dieser jedoch mit einer Krediteinräumung verbunden ist, muß der Kredit durch Sicberheftshypothek, Faustpfand oder durch einen oder mehrere Bürgen ober durch einen Dreimonatswechsel gesichert sein, ober der Ge- samtbetrag der ungesicherten Krediteinräumungen darf 5 Prozent der im Depositen-, Giro- und Konto- korrentoerkehr bei der Sparkasse vorhandenen Guthaben nicht übersteigen; ferner werben als sparlasseneigene Geschäfte aufgeführt die Einlösung fälliger Zins- und Gewinnanteile, der Ein- und Aus- zcchlnngsverkehr für fremde Rechnung (Giro- und Scheckverkehr), die Anlagen der Sparkassenbestände. Hierzu gehört auch die (Einräumung von Personen- krebsten an den Mittelstand, sogenannte Mittel- standskrebite. Diese Kredite müffen jedoch ebenso gesichert sein, wie die Krebiteinräumungen innerhalb des Kontokorrentverkehrs, die oben bargelegt worden sind. Zum eigentlichen Sparkassenoerkehr gehören tage gen nach der Verordnung nicht: Der Ankauf von Wertpapieren ohne sofortige Barzahlung, der Verkauf von Wertpapieren ohne sofortige Hinterlegung, der Ankauf und "Verkauf von ausländischen Zahlungsmitteln für frembe Rechnung, die Einräu- mung von Personalkredit, sofern dieser nicht nach den oben angeführten Bestimmungen gefiert ist, ferner gehören nicht zu den Sparkafsengeschäften Geldgeschäfte spekulativen Charakters. Die neue Verordnung gilt erstmals mit Wirkung für die erste Veranlagung nach dem Körperschaftssteuergesetze vom 10. August 1925 und für die erste Veranlagung nach dem Vermögenssteuergesetzs vom 10. August 1925. Zur Ausführung der Verordnung werden demnächst nach Richtlinien erlassen werden. Vermischtes. Eine Elefantenherde in Babelsberg ausqebrochen. 3m Babelsberger Wäldchen dicht am Bahnhof brach eine Elefantenherde, die sich auf dem Transport zu den dortigen Filmateliers befand, los und versetzte die spärlichen Fußgänger in nicht geringe Aufregung. Erst nach mehrstündiger Arbeit gelang es den Wärtern, die Tiere wieder einzufangen. die in dem Waldbestand eine ziemliche Verheerung angerichtet hatten. Großfeuer in einem ägyptischen Dorf. Neunzig Häuser des Dorfes Äafir el Amr im Distrikt Menufia find durch einen Brand zerstört worden. Vier Personen sanden den Tod, sieben rour den verletzt. Letzte Nachrichten. Oer älteste Rennfahrer Europas auf einer ^adfahrt durch Europa. Köln, 11. April. (WTD. Funkspruch). Am Ostermontagmorgen begann, wie die „Kölnische Zeitung" aus Trier berichtet, der älteste Rennfahrer Europas, der 82jährige Werner, eine Radfahrt durch Europa. Er beabsichtigt ungefähr 7200 Kilometer zurück- zulegen und über Berlin, Graz, Wien, Budapest, Belgrad, Rom, Bern, Paris nach Trier zurückzukehren. Der erste Abschnitt der Fahrt geht nach Berlin, wo Werner in etwa 14 Tagen einzutreffen gedenkt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinssuß 8 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin Schlich- Kurs 1-Uhr. Kur» Sch.uh § Ansarw Kur, 1 Kur Datum 10 4. 11.4. 10 4. 11.4. *1» Di ReichSanleihe v 1927 Dt Hnl tibloi Schuld mit 87,25 - — — Äu-lol -Rechten 52,1 — 52.2 52 DeSgl. ohne ÄuSlcs -Rechten 16.95 16.975 16,75 16,9 r’.'o Kraust Hyp-Bk. Lo.bvi unkundbar bU 1932 !*/••/• Rheinische bvv -Bank Liqu -Go.dvi - - - - — — - L S abä BorkrtegS-Ob- ligationen. rucüoblbar 1932 — — - 4V> Schwei; BnnbeSb.°Anl. — — — «°/e Oestereichische Goldrte — — i.20°lt Ceftcrr ich. Silberrtr — —— _ i"/e Oesterreich cinneitl Rte 2,25 — — — 4°/o Ungarische Goldrie 25 — — _ Ungarische StaotSr. v 1910 26 — _ • '/»% DCSQl von 1913 26 1 —— 4% Ungarische Kronenrte — — 2.25 Tutt ^ollanleihe v 1911 *0/« Surl Hagbabbahn-ttnl. 13,1 12,9 — 12,5 «crie l w— — 12 6 <°/c besgl. Gert 11 12.9 — 11.75 <®/e Rumänen convert Rte. Rumänen Loldaui — - von 1913 — — — flÜO Deuischc Eilrnbahn 41/, — — Hambura-Arnerila Paket. 6 yamb -Eübam Damvisch s 154,25 153,35 154 153.5 — 224 222,25 vaosa Damvstchill k — — 230,25 228.5 '.orbbcutscher liloob 6 153.5 <52,5 154.13 152.5 Allg. Deutsche Ercbitanft. 10 138 138,75 137.75 Barm r Bankverein 10 151.5 152 152 Berliner HanbclSacsellsch. 12 0 ommerz. unb Pnvat-Vk. 11 182 188*6 255,5 182 257 181.5 •larmfl u. Naftonalbaok. 12 241.5 244 .40.5 244.5 Deutsche Bank io 160 160.5 160,3 160,5 DiSkonto-lSelellschast Sm. 10 152 152.5 152 DrcSbner Bank lo 155,25 154,5 155.75 154.75 Psttrrlbeutiche LrrbitbcuU 9 218 217 vretailbank . . .....ö 133.5 135 «ttchavs»k.....i j 195.5 195.5 Franksuri a. *Dt Berlin Schluh- kuro 1-Uhr- Kur» Schuch- Kur, Anfang Rur« 'Datum: 10 4. 11 4. | 10. 4. 11t 4 «.ES. .... .7 166 75 167,25 166 25 167 75 Bergmann ...... d 187 — 188.5 186 5 Elcktr. Lieferungen • . . 10 175,5 148.25 173.5 Licht nub Kraft ... 10 226 230,5 226.75 229.9 gelten A Guilleaume . . .6 130.5 130.5 131 25 130.5 Ges f. Elektr Unter«. ■ . 10 291.5 292 292.65 291 Hamb Elektr Lett, 10 — — 163.5 161,5 Rhein. Elektr ... .fi 162 162 161,75 Schles. Elektr...... 10 — — 193.75 193 7 189 295,5 189 5 297 190.75 .97,75 Siemens A HalLLe 16 295.5 8 147 176,5 Laborev« * <ß. ... .9 — 177,5 — BuberuS ...... 0 98.25 98,5 98.5 98,5 Deutsche Erdöl..... .6 137,5 136,5 137.5 135... Essener Stein ko die ... ■ 8 — 145.5 143,25 Gelsenkirchener f. »1, 9 4 138.5 136 5 139.13 137 Harvener ... 8 175 166,5 175.5 166 Voesch Esten........ , 0 — — 147.75 145 ylfe Bergbau....... .8 —— — 275,3 275 Klöcknrrwette ..... .5 — —— 123.5 121.75 Qöln-Oieatfiat ... .51/, — — 147.65 145.73 Mannesmann .f. ’/» 9 4 152,5 — 153.65 152,75 ManStelder..... — — 133.5 130,5 Oberschlei Eiienb. Bevatt Oberschles. SokLwette Phönix Berg van f- I 0 — — 111,3 110.5 1) — — 100,75 99,7a 3 100.75 — 101.13 99. o Rheinische Braunkohlen 10 293 294 294.5 291 Rheinstahl 0 — 158.5 160 158.75 Ricberk Montan ... .6 •— 149.5 — Bcreroiote Stadlw- f. 3 3 — — 97 96.5 Olavi 'Slintn 1 6h — — 45.4 45, > 5tali Aschersleben ■ 10 180 179,75 181.75 180,5 KoliWefterrgcl» . . 10 191.25 192 193 120.75 Kaltwett eaUbctfurtb 12 — 279.75 277,5 A ® Hardcn-g'ndukttr 10 .'61,5 260,5 •'62.25 261 Dvmuoit Rodel .... 0 — — 127,5 126 5 ScheUxanüali ...... .8 192.5 191.5 ^olblchmibt ..... .ö 117.75 118 119 119 Rütgerswerke ....... Merallaeira'cho»..... .0 103,75 103,5 IM. 9 103.25 10 180.5 Frankfurt a.M Berlin Schluß- Kurs 1-Uhr- Kur» Sch'uh- Kur» Anfang Kur Datum: 10.4. ' 114. | 10. 4. } 11. 4 Avmvv Holzmann . .z ßeibelberatr Ecment 8 Tement fiadflabt 8 L-avß A SVnhaa lu SchaltbrtS Patzartzster. . 15 Ostwette 12 Ler. tSlaniflofi......15 Bemberg.........8 SeOftoit Dolbbos. • • • 12 Zellstoff SschaNenbnrn . 10 Lcharloiirnburger Baffer 7 cffaae r GaS . - 8 Daimler M»'orrn .... o Demag ...... o SbleNvette «tet» - ■ - 0 Lnbw- üotirt ••••!! -Rat automobil - ... 6 Orentzrio A Kovvel .... 4 Linke Hofmann . .. . 0 Leonharb Tiey - .... 6 Bamäo-tRcgrrm ...... 0 Franst- Maschine« .... 0 Ätttzner ..... 1 Hevligen-oebr ...... 0 IunghanS ...... 6 Lechwett? ...... 8 titrtnfrafnrttte ...... 8 Mtag . ...... 10 Rekarsnlmer ..... 8 Ckbr Roeder . ...... 10 S«qt ,k H«sst»r .... fl Cäb» (i San 160.5 148.25 178 138,75 278,5 181.5 94 89,5 24.5 78 137,75 24 85 121.75 143,5 56.5 104 137.25 knoten. ' 72 ' 1 i 1 1 1 S • i i l 1 I 1 i.» i 1 1 l I l 1 1 1 1 8 •M —2 S _ Ä 1 | i | | 32 1 1 | 1 | o'bfS * 1 1 b< 1 -7* J f 1 1 cn 160 371 313,5 749 531 283.9 182,5 134 201,5 93,75 50.5 90 266.5 96.75 137,25 231.75 — 113,5 - _ Sierlin. 10. April | tiAdb rvnet Änwrtkanische Roten..... «clgische Loten...... Dänische Roten...... Enastsche Noten....... 47T63 58.20 111,78 20.358 77183 58,44 113,23 20.4:i>r Berlin. 10. Avril (Selb Briet französische Roten...... Hollänbische Roten .... Italienische Roten ..... Rorwcgilche Noten...... Deutsch-Lesterr., 5100 Kronen Rumänisch: Noten...... Schwebische Noten ..... Schweizer Roten....... Svanischc Roten....... Tschechoslowakische Noten . - Ungarische Noten Devisenmartt 'Berlin Lelegraphlfche rmn 167,91 22,31 111,38 58.66 2,625 111,95 80,4'1 70.21 12,315 73 81 2 uszah 16,555 163,59 22,39 111,82 68,90 2,643 112,39 80,72 70.49 13.405 73.11 a. 2H. u n 0- 10. Apttl 11. April Amtliche Noll.runa Geld Briet Ämtliche Notierung tKelb Briei Äutst^Rott Bocu^AireS Brff.-Lorw Etzriftionia >wpcuhagrn Stottdolm - HelfingsorS. (stallen. . . London. . . J: cm)ort - - Dari».... Schwei; .. Svanien . Jovan . . . Rio bt 3mi. Wien in D - Cdt obatfl Prag - . - . Belzrod «avaveft Mi I» arten L'ffabon Tanttg. ■ - Konstantin. Ätbcn. . ttaxobo lUeawiD - Utt 168,34 1,786 58,34 111,61 112,11 112,22 10,519 22,0/ 20,3'.-; 1,1775 16,445 »0,49 70 35 1.998 a.5025 a-,78.5 12,351 7.351 •3,95 3,019 17,88 81,53 2,124 5.545 4,180 4,321 20.92 168.68 1,790 ,8,4'i 111,83 112,33 112,44 10,539 22,10 20,436 4,1895 16,.85 80,65 70. 49 2.002 0.5045 58.905 12,365 7,365 73,10 3.025 17,92 81,69 2,128 5,5'26 4,188 4,329 20.96 168,32 1.786 58,33 111,62 112,09 112,19 10,517 22,0-5 20,392 1.177 16,44 60,48 70,31 2,000 9.503 •>8,755 12,378 7,355 72,94 3.019 18,08 81,52 2,128 5,514 4,179 4.326 i 20.918 168,66 1,790 58.43 111,84 112.31 112.41 10.537 22,09 20,132 4.185 16,43 80.64 70.45 3,004 0.510 68,875 12,398 7,369 73.0* 7.023 18.12 •>1,68 t, 132 5,5'26 4,187 4,834 10958