178. Jahrgang D. y Lrfte; Blatt Mittwoch. N Januar V>28 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmrf unt> Derlag: Vrühl'sche U«iverstttuv»ch. inö Stelnöntderd R. tauge tu Stetzen. Sdfriftleitnng und Gcschäftrftelle: 5ch»lffratze L unterrichteter russischer Seite. Äun. brodxn »u des nur Tro auch 6 t a t di« Rot« Armee geschahen, während des Bürgerkrieges mit Temperament und nb«T auch doamat wilde, unnachasebig« Beispiel wird vembcr o. I. noch Omsk angeführt. So soll S i - n o w j c w nach dem nördlichen Kaukasus gehen. Trotzki soll im Auftrage der Partei noch losch, kemt fahren. Das Zentralkomitee sehe in dieser Maßnahme nicht eine Strafe, sondern eine E r • ziehungsmahnahme. auf diesem Wege in die Partei zurück^ukehren. Als die Verschickung smilas im No- die DAZ. von aut dah allerdings die Svnteft »md Frieriotz». «etiegti. •tefceur ^*.dinibiatt«T „Eine Erziehungsmaßnahme." unaedrochene Willenskraft, ifchen Starrsinn und Intoleranz anlieht. Sr N e u y o r k, 10. Ian. (WB ) Der chilenische Botschafter Danilo erklärte, ein großer Teil Lateinamerikas sei überzeugt, dah die Monroedok- t r i n , die die Anerkennung des Uebergewichts der Bereinigten Staaten voraussetzt, ein ernstes Hindernis gegen die auf gutem Willen begründete Verständigung bilden werde. Oer Botschafter sprach bann anerkennend von dem Werke Roots. das viel dazu beitragen werde, den Eindruck zu o erwischen. daß die Bereinigten Staaten 'ch ein gewißes SchutzrcchtüberSüdamerika an- mähen. leeeler m» lijtiaei f*i I»ge»ne*mcr bi» |U JJadjinthag porlxt. Preu ter \ mm h-he t* rn poe 27 mm Srrttr örtlich 8, a»»t»äri» 10 Reichspsemmig, f*r Re- hiameun .rigtn vom 7V n m Srrilt 35 Reichspsenmig, Platz Vorschrift 20* , mehr, dbetrrbaktrer Dt Irredr DUH dangt, verantwortlich für Politik Dr Fr DUH Can«, für Feuisteto» Di tz Ihyrlot^ der ganze Ängrisf scheint Aufammcnge- fein Aber die Berichte aus Moskau sinmld)tl», tür dem In- frigentetl hurt fitSmann, sämtlich im Gießen graphenlinien sind von den Streitkräften Generals Peralta zerstört worden. Oie Dereinigten Staaten und Lateinamerika. R^'ieriing fest entschlossen sei, mit den schärfsten Mitteln gegen die Personen oorzugehen. die hartnäckig an ihren Ideen festhalten. Dagegen könne keine Rede davon fein, dah die Regierung in Bausch und Bogen gegen die Opposition oor- gehe. Die Mahnohme richte sich nur gegen die Mitglieder der Opposition, di« man als unzuverlässige Element« aus dem Moskauer Gebiet entfernen wolle. Die Moskauer Regierung habe keine Veranlassung, gegen die Mitglieder der Opposition. di« öffentlich ihre politischen Forderungen zurückgezogen hätten, in gleicher Weise oonu- geberr. ®ie eine sonst gut unterrichtete ausländische diplomatische Persönlichkeit mitteilt, sei durch den Beschluh des Zentralkomitees den Oppositionsfüh- rem Gelegenheit gegeben, sich im Laus der nächsten Monate in Parteidienste zu stellen und Der getfHge Ringkamps innerhalb der Kommunistischen Partei Rußlands hat offiziell mit dem Siege der Parteimaschine unter Stalin geendet. Wenn man den Berichten der Offiziellen glauben kann, sogar mit einem überwältigenden Siege. Die Führer der Opposition wie Trotzki, Sinowjew, Kamenew, Radeck. Rakowski, und wie sie alle heißen. sind kalt gestellt worden, obwohl sie teilweise im letzten Augenblick noch ihre Llnlerwerfung cmboten. bändigen Derk beschreiben könnt«. Grotesk, daß dieser wilde Revolutionär in einem Priesber'em!- nar der Stadt Tiflis erzogen worden ist. Die die meisten bekannten Führer des Bolschewismus Hal sich auch Stalin schon aus der Schule politisch betätigt- als er mit neunzehn Jahren in die sozialdemokratische Partei Rußlands ein- trat, die damals nur Ulegal bestehen Durfte, wurde er bald darauf auS dem Seminar ausgeschlossen, und seit dieser Zeit hat sich Stalin ausschließlich der sozialistischen Agitation gewidmet. Zunächst blieb er in seiner Aeimat. Rachdem er in Tiflis an einigen Strertt teil- genommen hatte, wanderte er zum erstenmal in seinem Leben auf ein Iahr tn S ® ef ä n g» n 18 und sollte bann Drei weitere Iahre seines Lebens in Ostsibirien verbringen. Aber nach einem Monat entfloh er und kehrte auf allerlei Umwegen, natürlich unter falschem Ra- men, nach TifliS zurück. 1908, 1910, 1911 und 1912 wurde er wieder verhaftet, inS Gefängnis gesteckt, nach Sibirien verschickt, in die unwirtlichsten Gegenden verbannt' aber immer wieder gelang es ihm. nach kurzer Zeit auSzubrechen und seine alte Tätigkeit wieder auhunefcmen. Jede Freiheitsstrafe erhöh!« seinen Ruhm unter den Gesinnungsgenossen, erregte die vctniltlonären Leidenschaften d«S Kaukasiers stärker. statt sie abzuschwächen, diente ihm dazu, in immer wichtigere Parteiämter emporzusteigen. Lenin und Trotzki, Intellektuelle bürgerlicher Herkunft, waren alS Theoretiker schon längst bekannt, bevor sie durch den Ausbruch der ruf- fischen Revolution Gelegenheit halten, ihr staatsmännisches Geschick zu beweisen. Stalin war niemals ein großer Theoretiker- man kann ihn nicht einmal im westlichen Sinn gebildet nennen. Aber während Lenin in der Schweiz weilte und nur auS der Ferne die soziale Bewegung in Rußland beeinflussen konnte, wagte der praktisch« Revolutionär Stalin seinen Kops, um die bolschewistische Partei nach Lenins Grund-ähen im Zarenreich aufzubauen, die Verbindung mit den nach Sibirien Verbannten aufrecht zu erhalten und eine aufreibende, gefährliche revolutionäre Arbeit zu leisten. Unmittelbar nach der Spaltung der russischen Sozialdemokratie in Menschewiki und Bolschewist schloß er sich Lenin an, den er während der cr-'tcn russischen Revolution im Iahre 1905 dann auch persönlich kennenlernte. Lenin schätzte den Georgier alS unbeugsamen, unbestechlichen Charakter Schon vor dem Kriege saß Stalin im Zentralkomitee der bolschewistischen Partei, war Mitarbeiter der Prawda — während Trotzki. waS man in Europa immer wieder vergißt, früher ein gemäßigter Sozialist getreten und erst kurz vor der Oktoberrevolution zum Bolschewismus übergetreten ist. AIS Lenin im Iuli 1917 nach dem mißglückten Putsch der Bolschewisten aus Petersburg fließen mußte, übernahm Stalin, sein treuester Mitarbeiter. Die Leitung der Partei bis zum Sieg der Oktoberrevolution. Stalin war übrigens auch erst im Frühjahr 1917. nachdem Kerenski die Regierung übernommen hatte, wieder im europäi'chen Rußland aufge- laucht: vier Iahre hatte er tief im Innern Sibirens verbracht, wohin man ihn 1913 zum wollen mit besonderer Vorsicht gelesen werden. AlleS. waS von dort herkvmmt. steht unter mittelbarer oder unmittelbarer Zensur. Gs ist also wirllich schwer zu beurteilen, ob Trotzki daS Spiel wirklich verloren hak. oder ob eS Stalin nur vorläufig gelungen ist. noch einmal an der Macht zu bleiben. Vor allen Dingen müßte man wissen, wie die Stimmung m Der Partei ist. Rußland steht ja tatsächlich unter einer Diktatur Der Minderheit. Die Kommunisten sind wie ein Orden, der nur einen Bruchteil der Bevölkerung ausmacht und sich lediglich mit Hilfe der brutalsten Gewalt behauptet. Denn also hier der ZerfetzungSprozeß schon sehr stark fortgeschritten ist — und dafür spricht zunächst das Auftreten Trotzkis —, Dann kann über Rächt das ganz« künstliche Gebäude zufammen- krachen. Ietzt kommt nun eine Meldung, die zu denken gibt, die jedenfalls beweist, dah hinter den Kulissen noch nicht alleS in Ordnung ist Die angeblich bereits zu völliger Einflußlofigkeit verurteilten Führer werden zwangsweise verschickt. Ihnen wird das Plakat angehängt, daß sie, um Parteiarbeit zu leisten, über R u h- land verteilt werden sollen, was um so seltsamer anmutet, als sie ja aus der Partei ausgeschlossen sind. Der eigentliche Zweck der .Hebung ist dann wohl auch lediglich der. sie auS Moskau herauszubringen, wo sie sich Anhänger sammeln können und irgendwo in den unendlichen Gebieten des asiatischen Rußland zu isolieren, damit sie unter sich keine Verbindung mehr suchen können, aber auch keine Möglichkeit mehr haben, neue Keimzellen der Opposition zu bilden. Denn die russische Partei sich zu einer solchen Maßregelung entschließt, dann Ia:m man darüber eigentlich nur den Rückschluß ziehen, daß sie auch heute noch di« Gefahr, die von der Gruppe Trotzki droht, für sehr groß hält. Denn dah die Verschickung ungeheures Aussehen erregen muß. darüber wird sich Herr Stalin nicht im Unklaren sein. Es will etwas sagen, daß Männer, Die Mi11räger der ganzen Revolution gewesen sipd, die führende Posten bekleidet haben. Botschafter und Volkskommissare gewesen sind, nach den Methoden behandelt werden, wie sie Der Zarismus früher gegen verurteilte Sträflinge anwandte. Das ist schon mehr eine Politik der Verzweiflung. Sie erreicht zwar, dah die Opposition führerlos ist. sie läßt aber erkennen, daß das ®i:t der Opposition in den Parteikörper schon sehr tief e.ngcDrungen ist. sogar möglicherweise schon tief genug, um trotz dieser Operation doch tödlich zu wirken. den roten Soldaten gegen Wrangel und di« übrigen weißen Generäl« gezogen, und auch Stalin er- freut sich seit vielen Jahren In Rußland einer gro- ßen Popularität. Seine Gipsbüste ist überall neben den Büsten Lenins, Marrens und Liebknechts aus- gestellt, und di« Stadt Zorizyn ist ihm zu Ehren Stalingrad Genannt worden. Man sicht in ihm den entschlossensten — aber gleichzeitig auch den rücksichtslosesten, brutalsten Führer Der Sowjetunion, und da Die russischen Kommunisten, ebenso wie seinerzeit die zaristische '.Regierung, nicht seyr zartfühlend sind, sondern auch Radikalkuren anwenden, wenn sie dadurch ihrem Ziel nAerzukom- nwn glauben, hat Stalin, dieser harte Mann, mit den eisernen Nerven, In der kommunistischen Partei Rußland» rin« ihm völlig ergeben« Anhängerschaft- Oer Papst lehnt das kirchliche Einigungswerk ab. Rom, 11. Jan. (TU.) Papst Pius XI. oeroffent- licht im .Ofseroatore Romano", dem offiziellen Blatt des Vatikans, eine Enzyklika, In der auf d i e allgemeine Tendenz zum größeren Zusammenschluß der Völker aufmerksam gemacht wird. Es heißt darin, daß es Kreise gab«, die diese Tendenz von dem politischen auch auf das religiöse Gebiet überleiten möchten. Sie gingen dabei von der Annahme aus, daß alle Religionen gut seien. Unter dem Schein des Guten träten viele, besonders solche, die sich als Panchristen bezeichneten, für eine falsche Einigkeit der E h r i ft en ein. Die Bischöfe müßten die Gläubigen warnen und über die Grundsätze der wahren Religionseinheit aufklären. Eine christliche Gemeinschaft, in der jeder Gläubige frei seine eigene Meinung über den Glauben hoben könne, sei unmöglich. Sie würde zur Gleichgültigkeit gegenüber der Religion führen und zum Modernismus. Die Einheit der Kirche könne nur gefördert werden, indem für die Rückkehr her Abtrünnigen zur römischen Kirche, der einzigen und wahren Kirche Christi, di« sie schmählich verlosten hotten, gesorgt werde, und indem die Nichtkatholiken überhaupt dahin aebracht würden, sich dem römischen Priester, dem Stellvertreter de» fiel» lanbs, 3 u unterwerfen. Zum Schluß wird der Wunsch ausgesprochen, dah olle, die in Irrlehren befangen sind, endlich In die Arme de» Nachfolgers Petri zur-ckkchren. — Die päpstliche Enzyklika betont allo mit aller Schärfe und Schroffheit erneut den ablehnenden Standpunkt, den die römlsch- katholische Kirche von jeher im Gegensatz zur ortho- Dören griechisch»katholischen gegenüber Den Bestrebungen des ockurnenischen Kirchenkonzils von Stockholm eingenommen hat öer König von Afghanistan in 2Rom Rom, 11. Ian. (WTB. Funkspruch) Mit dem Empfang auf der afghanischen Botschaft gestern abend ist der offizielle Besuch Des Königs und Der Königin von Afghanistan zu Errde gegangen. Dos Königspaar wird heute aus Dem Duirinal in das (Branb-fiotel gehen und sich noch einige Tage pri - oa t m Rom auf halten. Der Umzug erfolgte wohl auch aus dem Grunde, um vom J)otef aus Dem Papst einen Besuch abzustatten, Der bekanntlich Besuche von Gästen aus Dem königlichen Quirinal nicht emp’ängt. Auch König Fuad von Aegypten bat vor einigen Wochen auf gleiche Dris« seinen Besuch im Vatikan bewerkstelligt. Schwierige Lage in Nicaragua. Reutzork. 10. 3an. (WTB. Funkfpruch). Rach einer Meldung aus Managua (Nicaragua) sind amerikanische Seefoldaten gestern nach 6 o m o t i [ I o. naße der Grenze von Honduras, gesandt worden, wo eine ernste Lage entstanden ist. Dort waren 11 Mitglieder der Rationalgarde von Ricaragua am Sonntag desertiert und hatten sich einem bekannten revolutionären Führer von Honduras, dem General Higinio Peralta. angrichlosten. Der amerikanische Marineoffizier, der die Truppen in Managua befehligt. ging nach Villa Rueva. um Verstärkungen heroeizuholen, aber bei seiner Rückkehr war es ihm unmöglich. Somotillo zu betreten, da die ganze Stadt in Aufruhr war. Alle Verbindungen sind abgefchnitten. Die Telc- TM« Scholle ®wet».Beji«»Fret» ? Reich»«ar» und 20 Retch»pfe»«ttz für Träge» lohn, auch bet Richter- scheinen einzelner Nummer, Infolge höherer (Bemalt Iernsprechonl chlüsse: 61, 54 und 112 Anschrift fit Drahtnachrichten lijeiger •lefcee. Postscheckkonto: ftratfnrt cm Mol» 11686. Tschechische Freihäfen in Hamburg und Stettin. Neue Verhandlungen mit der Reichtzregicrnng. Eigen« Drahtmeldung bc» «Gießener Anzeiger»*. Berlin, 11. Ian. Wie wir erfahren, ist der frühere tschechoslowakische Gefandt« In Berlin, Professor K r o s t a, in Berlin eingetroffen, um die nun schon seit Iahren zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei schwebenden Verhandlungen um die Artikel 363 bis 364. Kapitel S de« Versailler Vertrage« betresseird die Bestimmungen. die der Tschechoslowakei di« Benutzung nördlicher deutscher Häsen gewährleisten, zu Ende zu führen. Rach diesen Artikeln hriht es. dah Deutschland in Hamburg und Stettin der Tschechoslowakei für einen Zeitraum von 99 Iahren Landstücke, di« unter die allgemeine Derwaltungsordnung der Freizonen treten und den unmittelbaren Durchgangsverkehr der Waren von und nach diesem Staate dienen sollen, vev- pachtet und daß die Abgrenzung dieser Land- stücke, ihre Herrichtung, die Art ihrer Ausnutzung und überhaupt alle Bedingungen ihrer Verwendung einschließlich des Pachtpreise« durch einen Ausschuß bestimmt werden soll, der aus je einem Vertreter Deutschland«. Großbritannien« und der Tschechostvwakei zusammen- aesetzt ist. Diese Bedingungen können alle zehn Iahre in der gleichen Weise einer Rachprüfung umerzogen werden. Auf Grund der bisherigen Besprechungen hat man einen gewissen Vorschlag auSgearbeitet, der mm nochmal« in Berlin durchberaten werden soll, um ihn dann dem oben genannten Ausschuß zur endgültigen Genehmigung vorzulegen. De- kanntlich gab e« bisher immer noch größere Schwiertgkeiten, di« vor allem von Hamburg auSgingen und zudem damit zusammenhingen, dah die Tschechoslowakei «in« gewiss« Souveränität auf diesen Land stucken beanfpruAte, die Deutschland aber unmöglich zuoiIli- flen konnte. SS steht zu erwarten, dah man nch jetzt dennoch einigen wird, zumal tn Prof. Krofta, dem jetzigen ständigen Vertreter des tschechoslowakischen Außenminister«, der auch seinerzeit als Gesandter di« Verhandlungen geführt hat, von Prag eine Persönlichkeit entsandt ist, die zu einer Hoffnung auf loyal« Regelung dieser Frage berechtigt. Rußlands Robespierre. von Dr. Hermann Budzlslawski. Rur Der Generalsekretär einer Partei ist Joseph Wissarionowitsch D s ch u g a s ch w i 11, der sich letzt Stalin nennt, aber früher auch viele andere Romen geführt hat; nach jeder Flucht au» einem Okfängm» tauchte er mit neuen Papieren auf, wech- ktte zwischen zwei Verhaftungen noch einige Male den Paß. wenn er sich vor der zaristischen Ochrana verbergen mußte und wird noch heute von seinen Freunden ,Jlobo* genannt, nach dem Nomen, den er sich einst al» politischer Agitator für einige Zeit zugelegt hatte. Nur ein Generalsekretär — das Ist keine außergewöhnliche Persönlichkeit in westlichen Ländern, deren große Politiker und Parteiführer es ablehnen würden, sich mit irgendeinem Parteiamt zu begnügen. Aber in der Sowjetunion ist der Generalsekretär her Kommunistischen Partei der ausschlaggebend« Mann, was er anordnet, wird nicht nur von der Partei, e» wird auch von der gesamten Staatsverwaltung ausgeführt. Er hat jetzt bewiesen, daß er sogar die bewährten Dorkämpser der Revolution, den «inst von den flommuniften abgöttisch gefeierten Trotzki. Den ehemaligen Bor- sitzenden der Roten International«, 51 n o w j« w, und den Agitator Der Weltreoolution, Radek, in die Verbannung schicken kann. Die Bevölkerung des siebenten Teils der Erdoberfläche gehorcht seinem Beseht, und er hot außerdem noch eine viele Millionen zählend«, ihn, blindlings ergebene Anhänger- schor in den Kommunisten aller Länder. Stalin Ist fein Russe. Sr wurde im Kaukasus geboren, flammt au« einer georgischen Familie und sieht au« wie ein Tatar, mit nieört- aer. vorspringender Stirn, lauernd beobachtendem BI la, mongolisch herabhängendem Schnurrbart dichtem, gewellten Haar — ein Marrn von mittlerer Dröhe und einem schmalen Dauern- kopf. dem man Härte und Kühnheit, starke« sechsten Male verbannt hatte — diesmal unter jo guter Bewachung, daß an eine Flucht nicht zu denken war. Es wird fälschlich immer wieder behauptet, dah Stalin niemals Rußland verlassen hätte und darum allen Männern westlicher Kultur, also auch Trotzki, verständnislos gegenüberftefoe. DaS trifft aber nicht zu. Schon vor zwanzig Iahten nahm er als Delegierter feiner Partei an fozialistifchen Kongressen in London und Stockholm teil, und 1912 traf er fich mit Lenin in Oesterreich. Richtig ist dagegen, bah Stalin mit dem russischen Leben viel enger verknüpft ist. al- die Männer, Die Iahrzehnte in westlichen Ländern zugcbracht haben und nur die Stadt kennen' der russische Diktator weih, dah die Sowjetunion vorwiegend ein Bauernland ist und also eine Politik treiben muh. die da- Cetien der Dauern erleichtert. ihre wirtschaftliche Lage verbessert und ihnen Industrieprodukte zu erträglichen Preisen sichert. So find die sachlichen Gegensätze in der kommunistischen Partei Rußlands entstanden, die zur Verbannung der .Trotzkisten" geführt haben. Wer dagegen glaubt, dah persönliche Feindschaften oder ein bonapartistischer Ehrgeiz Stalin zu seinem allzu energischen Vorgehen veranlaßte. verkennt sowohl die Persönlichkeit diese- ManneS wie die größte der fachlichen Streitfragen. Trotzki und sein« Anhänger Höften, daß ein« W«ltreoolutlon Der Sowjetunion bald aus ihrer isolierten Lage helfen wird: Stalin Dagegen ist Der Ansicht, daß sich die Wirtschaft in Den ko- ojlallstischen Ländern sehr gefestigt hat, an eine Weltreoolution vorläufig nicht zu denken ist und Rußlarrd daher feine eigenen Kräfte entwickeln muß, um au» einem halvsoziali. Berlin, 11. Jan. (WTB. Funkspruch.) Zu Der Nachricht über die Verbannung von Opposition»- Mitgliedern in Rußland erfahrt die DAZ. fierten in einen kommunistischen Staat verwandelt zu werden. Aber auch Stalin ist zweifellos ein überzeugter Kommunist, der feine ehemaligen Kampfgenossen nur deshalb in ferne Länder schickt, weil er ihre Wirksamkeit als hinder 1 iw für die Verwirklichung Des Kommunismus betrachtet und fürchtet, daß Trotzkis ungestüme» Temperament eine» Tages einen neuen Unffturj, eine anarchistische Verwirrung in Rußland beroorrufen kann, in der Absicht, der kommunistischen Utopie mit größerer Geschwindigkeit entgegenzueilen — aber mit der Wirkuna, di« bisherigen Ergebmsie Der bolschewistischen Revolution wieder zu vernichten und der zaristischen Reaktion auf die Deine zu helfen. Das Ausland, bat Trotzkis Namen feit langem kennt, aber von totailn nur wenig weiß, mißversteht Die Ereignisse; nicht Der Mtzmgskamps im Bolschewismus Oie Verbannung der Trotzkisten. c = - G.e ~ 7? Z - , Sihs I* 553^2 <30^0»; ;0r5 0 z Z üto — q ~ z c - = J = . d o s 2 »ac 7 c - o = o - o C c p 0 S (P ö ib ri • » Oz- ßZ- Ifi 6 9 VI O rt 9 9- G £ eaVt o <*■ SS 5 Bl! Ä □ 8*9 ’-d — c 77 a— z - . r-S-LzL ^===52& pcZczgS * 3 sag'1 & [2 2»g2-® : Ö C* Q-.O* LA ° sT 5" Dienstag, den fO (Jan. 1S2L. -E r H M? -jS* äSs SÄ' CJÜWm ton ■ R BtÄ StoitDtn §Mog» mch .^7. b*! **>«» ^Txr e |w Arö« cd Lei! aber iß! *fl Connt u Hi ob ti oi fcfr bä »trfloi les- I tr ’attWn ®< oen aufren k t*nr. leucht- itiim. 3i ® r.ijttn jttjN I-innnboai «in Snchtrn beairm autbri bro* 'Balte Jtron tfrften -ie tat JtWmnuj Hs! -m mch P Nmt. 6t SettocOm ft chr nach turn 14 sti) Dai ich ouizeichnen, kUtts bttn-.ltb iüd. btt nut fr zwei lchelnt « Io oft übe fdW ?attci’aj M pfälzischen Zentrum« Sonntag b« Qwgeorbiwte von ® u < r a r b dem Landespa rteita. am Die Detteelage Die Obbuftion der Lei Le plvlwn in Dahlem ums Heben des bei der gcEom menen Ehe- JU14M» MtKMN l* ü rf o tge für diese schuld oorje- u n g uni losen O nnkers Stammet ergab, dah Stammet durch die furchtbare Wirkung der Explosion überaus schwere Verstümmelungen und Betreibungen da vvnget rügen Hal, die die eigentliche Todesursache gebildet haben. SS wurde festgestellt, dcch infolge der Erplofivn beide Deine vom Rumpfe gctremU und mehrmals gebrochen waren. Auherdem war der rechte Arm abgerissen worden und der Stopf wies furchtbare Zertrümmerungen der Schädeldecke auf, wie übcrbmipt die ganze Leiche bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt worden war. Auch die inneren Organe waren zerrissen, fo das Herz: alle« Verletzungen. die jede für sich Aus aller Wett. Die Explosion in Verlin-Dahlem. Auf dem Wege zum Schulkompromiß. Oie geistliche Gchulaufstcht. — Oie Gimultanschule. — Die Kostenfrage. schieden und die Frage ist auch darum schwer zu lösen, da kein Präzedenzfall vorhanden ist, der eine Entscheidung gestatten könnte. .Petit Parisien" verzeichnet daS Gerücht, daß die kommunistischen Abgeordneten Dachin, Dv- riot, Marty und Duclos. aus deren Wicderver- baftung die Regierung bestehen will, seit Weihnachten in der Sowjet-Bot- schäft Zuflucht gefunden hätten. schon genügten, den sofortigen Tod herbeizufuhren. Die gerichlS-chdmische Untersuchung soll ach Möglichkeit feststellen, durch welche Dhemikalien di« Explosion verursacht worden ist, und man hofft, in Teilen deS Körpers und der inneren Organe, sowie In den Blutproben noch Reste der Explosivstoffe zu finden. Wie die .Boss. Zig." erfährt, geht die Polizei bei ihren Ermittelungen einer neuen Spur nach. E« ist festgestellt worden, dah daS 6 frelcb en Stammers höchst unglücklich gewesen ist und dah Sammer wiederholt Selbstmordgedanken geäußert hat Es ist möglich, dah Stammet sich in die Luft sprengen wollte und über die Wirkungen feines Vorhabens sich nicht im tlaren gewesen ist. Rotschrei der betagten Geisteoarbetter. Das Schuykartell deutscher Geistesarbeiter, dem in vier Gruppen zahlreiche Verbände der selbständigen freien Geistesarbeiter. der beamteten Geistesarbeiter der nicht beamteten, festbesoldeten Geistesarbeiter sowie der freien und angestellten Geistesarbeiter und besondere Zweckverbände zur Förderung der Geistesarbeiter angeboren, erläht folgende Kundgebung: Der Reichstag hat am 26. Rovember 1926 folgende Entlchliehung einstimmig angenommen: di« Reichsregierung zu ersuchen, m eine Rach- brüfung der wirtschaftlichen Lage der gealterten deutschen Geistesarbeiter einzutreten und gegebenenfalls dem Reichstag tti bet B ratung d s ^ausha t. planes 1927 eine Vortage zu machen. Am 31. Würz 1927 hat der Reichstag erneut einstimmig die Reichsreg.erung ersucht, in eine beschleunigte Prüfung einzutreten, wie der 'Rotlage ter betagten deutschen Geistesarbeiter au steuern ist und ge- gegebenenfall» in einem Rachtragshaushalt die erforderlichen Mittel anzufordern. Trotz dieser zwei Gntschliechungen des Reichstags und trotz vieler Eingaben des Schutzkartell» Deutscher Geistesarbeiter an die Reichsregierung, in denen eine Beruf-ständische Betreu- Eigen« Drahvnelbung des .G lechen er Anzeigers'. Berlin, 11. San. Der kleine interfraktionelle Ausfchuh her Regierungsparteien hat heute nach- mit:aj feine Verhandlungen über das Schulgesetz begonnen. Sie find wie wir aus gut- unter richteten Äreifen Höven, bis jetzt auf dem Wege zu einem Kompromiß in der erti- scheldenden Frage der Beaufsichtigung des Religionsunterrichtes. Zwar hat auf «her. Franz Kirsch au» Bersin statt. Kirsch wird beschuldigt, in der Rocht zum 16. Rovember versucht zu haben, die Station »taffe in Bel zig zu berauben. Mi- ihm angeklagt ist der mrisach i—.. 81 jährig« Heizer Otto Wiese au« Berlin, camüidx Sus- und (Eingänge de» Verhandlung» raume» find durch -chupobeamte gesichert. Urutr Harter Senxscfring wird der berüchtigte Geldschrank- knarker mit 'riwm ftomptiyn gesegelt in die Sn- Nagebank geführt ZH< flnflage lautet aut oeriuch- ten schweren Diedstah!. Dr?lnber.fäb"dtung und unberechtigten Besitz von Waffen fcae Urteil erging gesagt, das Zentrum werde von seinen Forderungen nicht abgehen, selbst toerm die Koalition über die Frag« des Aullchlsrechtes zerbrechen sollte. Er erklärte dabei, die kirchliche Beaufsichtigung des Religionsunterrichtes könne man in keiner Weise der ehemaligen geistlichen Schulaufsicht gleichstellen. Auch die Deutsche Volkspartei hat in den letzten Tagen zu diesem Streitpunkt Stellung genommen und deutlich gemacht, dah sie nicht nachgeben wolle. So seh en es ht der letzten Zeit, dah eS um die Frage der kirchlichen Beaufsichtigung deS Religions» unterrich es im neuen Schulgesetz zu einem gefährlichen Gegensatz innerhalb der Regierungsparteien kommen würde, der vielleicht auch der Koalition ihre letzte Stund« bereiten könnte. Inzwischen scheint sich aber die Situation stark gewandelt zu haben. Schon am Montagmorgen begannen im Reichstag die ersten Besprechungen. Der Reichsinnenminister von Ä e u- deli hat dabei einige Vermittlungsvorschläge gemacht, die bei den 5>:en3tagbeiatun- fien alS Kompromihmöz.ichkett eine gewisse Rolle hielten. Ihre endgültige Formulierung bleibt natürlich dem Heinen interfraktionellen Ausschuß der Regierungsparteien vorbehalten, der darüber auch noch am Mittwoch verhandeln wird. Erst wenn diese Beratungen ein positives Ergebnis gehabt haben, und es hat allen Anschein, dah sie zu einem Kompromih führen, werden sich die Fraktionen damit endgültig befchä'tigen. TLvth einer Mitteilung der „Deutschen Allgem. Zeitung" kann man entnehmen, dah sich die letzten Verhandlungen bereits auf der Linie des Kompromisses befinden, denn daS Blatt erwartet vom Zentrum die gleich« Komprvmihbereit- schaft. „wie sie bei den anderen Parteien vorhanden ist". SS kursiert auch bereits daS Gerücht, dah die DvlkSpartei für ihr Entgegenkommen von den übrigen Regierungsparteien Zugeständnisse bei der BegrissSformu- Die Kommunisten in Zrankreich. Die Polizei auf der Luche nach fünf kommunistischen Deputierten PariS, 10. San. (WB). Der heutige Wie- derzufammentritt des Parlament» bat die Frage aktuell gemacht, was mit den fünf ko m - munist Ischen Abgeordneten gelch.hen wird, die während der autzerordenllichen Sesfion aus besonderen Befchluh der Kammer aus dem Gefängnis entlassen worben waren, um an den Budgclberatungen t e 11 n e b m c n zu rbnnen. Sie haben sich bekanntlich trotz Aus- svrberung nach Schlust der Session nicht wieder gestellt und werden von der Polizei aesucht. Bereits seit acht Tagen wird Tag und Rächt daS Gebäude, in dem sich die Redaktionsräume der kommunistischen .Humanit befinden. von Detektiven bewacht Gestern sand im Innenministerium ein* lange Seiprechung statt in deren Verlauf alle Sabnabmen besprochen wurden, um. wenn möglich noch heute die«« fünf Abgeordneten feftzunebmcn Man bat auch di« Ankicht ber tret en. hast die Verhaftungen auch nach Eröffnung der LeNwn erfolgen können vorbehaltlich der enbtü't gen Entscheidung des heutigen Mi” (terrat<. D ■ Ansichten über die Rechtslage sind freilich txr- (baxrplofiün. Auf den Rheiumeial.werken-DüNekdoes ereignete sich ein« 'otgenfchwere Gaseßplosion. In einem ’ogenannten Wärmeschrank, in dem Ehtöp e gewärmt werden, hatte sich aus einer . Über noch nicht geklärten älrlache GaS an- gesammelt. daS essplodicrte. als der mit der Bedienung deS Schrankes betraute Arbeiter fufc mit einer Deinen Zündflamme dem Schrank nähert« Die Erplosio« wor derartig hettig. dah die schweren Xüren des SchranZeS durch den Raum geschleudert wurden Sie trafen den Arbeit« fo unglücklich, dah «t auf der Stelle tot toct Reue CarolaeneuglüA. 3®*i Ulmer SkUäufer, ber Reich»bahnbilf»werk. allster Iasepb Reiter und der Äoufmann Harold > o ck». wurden am Sonntag beim Abstieg von der Treppach.'öpitze von einer M a ro i n e er- f 0 6 I und m i tg e r i, f e n. Reiter konnte sich her- ausarbeiien. wahrend Zocke 2U Meter unterhalb mit dem Äopf nach unten in eineinhalb 3Ätter lieft begraben wurde Liederbelebung»oersuche waren ettolglo». Reiter fuhr zu Tal und benachrichtigte die Äettungsftelle Oberdorf. Am Montagfruh brachen sieben Bergführer auf und bargen die Leiche Focke». — Sechs römische Bergsteiger, die den Gipfel de» Gran Sosfo. der höchsten Bergspitz« in den Abruzzen, befteiaen wollten, wurden oon einer Lawine verschüttet, wobei einer der Berg- steiger getötet und die anderen verletzt wurden. Di« norditalienischen Blätter berichten, dah zwe» Uni» oerjität&ftubenten. die den Mont« v i s v besteige» wollten, um in «ine Unterfunft»l)ühe zu kommen, von einer Lawine verschüttet wurden und den lob sanden. Schwere» Flugzeugunqltzck bei Reayork Ein Bastagiereindecker, welcher am Sonntag oon Mineola (Conglelanb) mit drei Passagieren nach Buffalo abgeflogen war und fett oonning nachmittag oermiht wurde, ist In der Rähe oon Conajoharie im Staate Reuyork auf einem Felde zertrümmert aufgefunden worden, v I « Passagiere sind tot. Ihre Leichen sind verstümmelt. Die Umstände beuten darauf hin. dah da» (jlugjeug im Rebel die Orientierung verlor und mit voll arbeitenden Motoren auf den Erdboden stieh. Die Unfallstätte liegt etwa 100 Meter oon einem ^armhaufe entfernt. Der Rebel war sedoch so dicht, dah die Trümmer erst heute gefunden werden konnten. Ein Gespräch Berlin—Reayork für 300 Blart. Die zwischen der deu'schen. der niederländifchE» und der englischen Postverwaltung gep'l^en« Verhandlungen über die Aufnahme deS fett langer Zeit geplanten, üb« London geleiteten Telephondienstes Berlin — Reuyork stehen unmittelbar vor dem Ab'chluh. Die biS- h«igen, versuchsweise geführten Gespräche haben ein sehr befriedigendes Ergebnis gezeitigt. Mit der Fresgabe deS D.enfbeS ist schon für die nächsten Wochen »u rechnen. Die Gebühren liegen in allen Ginznheiteii fest. Dreiminutengespräch B«ltn — Reuyork kofbtt 16 Pfund 1 Shilling, also etwa 321 Mark. rLcttervoraussage. Die an der Südsette des RordmeertiesS vordringenden wärm«en Luftmassen haben das milde Wetter fortbestehen lallen. RiederschlägU, die in ihr« Begleitung folgten, waren nur ge» ringer Art Das Ties »«lagert sich ostwärts nach Skandinavien hin und bie an fein« Rückseite vordringenden maritimen Polarluftmassetz werden auch unser Gebiet überqueren und allgemein Temperaturrückgang bringen. Sic dürften in der kommenden Rächt schon viellach btc Gefrierpunktnähe erreichen, stellenweise log ar darum« gehen. Auherdem gestalt« di« Rückseiten Wirkung den Ditterunascharakt« zunächst uro- bestünd.g, wob« «nzelne Schau«. t«ls als Regen oder Schnee zu erwarten sind. W«tervoraussaae für Donnerstag Wechselnd wolkig mit Aushetterung. Temp«aturen sinkend, nur vereinzelte Schau«. DitterungsauSfichten für Freitag Temperaturen stellenweile unt« dem Gefrterpunkt vielfach ausheiternd und meist trocken. fiuftlemperaturen am 10 Zanuar: mittag» Örab Ceisiu», abend» 7,7 Grad Lelsiu»: am 11. Januar morgen» 6^ Grad Eelsiu». Tiapmum 7,8 Drad Celsius. Minimum 1L Grad Celstu». — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe am 10.3d- nuar. abend» 0^S Grad Eelsiu». am 11 Januar: morgen» 0,6 Grad Celfiu» — Rie^rlchlä«: 1,4 Millimeter — Sonnenscheindauer: 4'4 Stunden. Heber 10 Milliarden Kriegsschäden. taö »riegsschädtnschluhgrsrtz gewährt 10 Prozent Ersatz. Berlin, 11. Jan. T«l.) Rach d« Begründung des R r l e g S l ch ä denschluh- ge setz es. die soeben dem Reichstage zugegangen ist, sind rund 391000 Schädenfälle zu entschädigen, darunter 61 0OOWertvapierschadeTis- fälle. Bon den restlichen 330 030 Fällen kommen 95 900 auf das Ausland, 17 500 auf die ehemaligen Schutzgebiete. 136 000 auf die abgetretenen Ost- und Rordgebiete. 34 800 auf Oberschlesien und 45 000 auf die abgetretenen Westgebiet«. Der Friedenswert fämtlicher Schäden für die LtauldationSabgel- tunfl wird auf “Ifi Milliarden, der der Gewalt s ch ä d e n auf rund 2,8 Milliarden, insgesamt also auf 10,4 Milliarden geschäht Auf dies« Schäden sind bis zum 1 Dezember 1927 insgesamt 1,014 Milliarden Mark bewilligt worden. und zwar entfallen davon auf Liquidationsschaden rund 429, auf Dewaltschäden rund 585 Millionen Weitere 59 Millionen wird das ReichsenttchädigungSamt noch auslchütten. so dah sich die Del amten tschS di gung auf rund 10 Prozent Frieden-betraget d« Schäden belaufen wird. Di« Gelamtbelasiung des Reiches wird sich auf rund 1L Milliarven belaufen, wenn dl« Zinsbeträge noch eingerechnet werden. Betrügereien bei ^eparationssochlieferungen. Paris, 11. Ian. lWTB Funllpruch) Die Paris« Staatsanwaltschaft hat auf Antrag des Finanzministeriums den äln'.«suchungsricht« beauftragt. eine Reihe von Angelegenheiten zu untersuchen, bei denen eS sich um betrügerische Manöver bei der Aussüh rung von S a chl ief e ru n a en auf Revara- t i o n s k o n t v handeln soll. Durch falsche Angaben des wahren Wertes der auf RevaralionS- konto bezogenen Waren hätten sich die beiden konirahierenden Parteien. Deutsche wie Franzosen. beirüchtliche Vorteile zu sichern gewuht. Bei diesen betrüg«ischen Manipulationen ki auch d« nicht gestattete Transfer von Bargeld von Deutschland nachFrank- r e leb die Folge gewesen. Die französische Regierung habe, soweit sie Kenntnis von diesen betrügerischen Manövem erhalten habe, durch die in Frage kommenden Verwaltungsstellen eine Untersuchung veranstaltet, und beschlossen, eine a < r i 4»: 11 . Hlööl. Zimmer L gutem £aufei9iabe Slxnifl eotl.m.'ücn». *. oeim. Schr.Ang.u. Ö194 an jx.WiCB.21nd. Lagerräume beionber» für Mob* moöutie oancnix, in 9111er Wefctaftt'iaae ui oermteien. Sckr. Angel', um. 0200 an ü. Gtetz. An-, erd. Ans der Prvvinzialhauptfiadi. Eiahen. ben 11. Oetmar 1928 Oer längere Tag. geflen. © 3» btn ein gut 3rikf länget alt du, sagte -er heutige Tag zum geftrgen unb Hatidbie sich selber TkrtfalL Diel Freude bereite ich den Leuten. Du aber Hatz sie mit frühen Augen angesehen, und kaum, bah du dich — spät genug — aus -em Bette erhoben hattest. warst du amh schon triebet müde unb zogst schlürfend unb hinkend -avon. Schneid« nicht so auf. du eitler Prahler, entgegnete der gestrige Taa. Erstens ist das nur ein ganz (beringet meyr. was du an Zeit zu bieten hast, so bah es sich kaum lohnt, darüber au sprechen, -weitens habe auch ich den Menschen Freude gegeben Da wäre ich aber doch begierig, Roheres darüber au hören, lachte der .heutige spöttisch. Du nennst mir natürlich die Langschläfer die sich nicht aus den Betten getrauen, unb bk Leute die nicht früh genug zum Siammtilch kommen tönnen, als Kron^ugev Das sind mir recht schwache Beweise Ich habe auch andere, war die 2Lntoort Du scheinst nlchrs zu wissen von den traulichen Stunden der Dämmerung, von dem reichen Abend der Sammlung. deS Friedens und des Sichbe- scheidens. die nur ich geben kann und meine Derwanbfen Du und deine aufdringlichen Brüder zerstreuen, wo ich sammle, ihr uxeit eine Menge Erwartungen, die ihr nicht erfüllen könnt Ich aber gebe mehr, als ich verheihe. Ttebe mir nicht von Sammlung, erwiderte der heutige Tag Die Menschen wollen das gar nicht. Ihre Zeit nützen wollen sie, etwas erleben. aber nicht vor sich hinbämmern. Ich und die nach mir kommen, treiben sic schon früh aus den Betten, wir rufen sie zum Morgen auV der in goldenem Leuchten über die Erde hin- flutet, wir wecken Xatfreube in ihnen und überschütten sie mit Licht unb Wärme. Wir bleiben lange bei ihnen unb treiben sie nach erfülltet Pflicht hinaus in bie herrliche Welt, wo sich ihre Lungen weiten und Gesundheit und Straft in sie Urömt. Wir wecken bie Blumen auf unb lassen bie Sieder ertönen, bah es widerhallt. Eure Welt aber ist düster unb stumm, während unsere voll Sonne und Lachen ist. Als ob es auf das Aeufterliche ankäme! wehrte {ich der vergangene Tag Auch un Verhaltenen ann Freud« fein, vielleicht tiefere Freude all im lauten Getön Und bas Licht muh nicht von auften kommen. Es kann auch tief im Herzen leuchten unb den ganzen Menschen erfüllen In unsere Zeit fällt das Fest der innigsten Freude, und die schwachen Lichtlein am Tannenbaum lassen in den Augen Unzähliger ein Leuchten glänzen, das den Vergleich mit deinem aufdringlichen Gepränge nicht zu scheuen braucht. Vater Krono-, der Beherrscher der Zeit, trat zwischen die beiden unb lieh seinen Stunden- schlaa ertönen. Schweigt und trennt euch in Frieden, besah! er. Ievcm von euch habe ich seine Bestimmung zugeteilt, unb jeder von euch bat mir und den Menschen auf seine Weise zu bienen. Streitet nicht, wer von euch der Wertvollere sei, sondern trachtet danach, bah ihr nach eurer Bestimmung bem Menschen nützlich seid Das ist euer Dienst, unb den will ich auszeichnen, ber mir mit köstlichster Fracht beladen heimkehrt: aber auch der ist mir schon lieb, der nut erfüllte Pflichten bringt Aber ihr zwei fcheint mir wie die Menschen zu sein, die so ost übet dem Streit die Pflichten ver- Tfltrw für Tonnrrttag, 12 Januar. WSN. Sonnenaufgang 8.02, Sonnenuntergang 1615, Mondaufgang 22.18, Mondimtergang 10.58. 1510: Kaiser Marimilian I. in Del: geft. (geb. 1459); 1746: Der Pädagoge Heinrich Pestalozzi in Zürich geb (geft. 1827); 183.3 Der Philosoph unb 9?ailonalöfonom (Fugen Dühring in Berlin geb. (fltft. 1921). Trübe laac des Mtlschen Bauwesen». Von ber Stadtverwaltung geht unS folger, be Zuschrift zu. «3u den verschiedenen Notizen un ..Diehenet Anzeiger" über den Ludwig-Platz, über die schlechten ©traben und Bürgersteige nt der Stabt ist folgendes zu bemerken: Die Stadtverwaltung denkt bei der derzeitigen Finanzlage nicht daran, den Ludwigsplatz „um- lugeflalten“. Es sollen nur einige Heine belanglose Verbesserungen angebracht werden. Die Stadtverwaltung ist mit den verschiedenen Einsendern durchaus der gleichen Meinung, daß grobe Teile deS Straßennetzes und ber Bürgersteige Verbesserung-- und erneuern ngSbedürstig sind Der schlechte Zustand in Der Gesamtheit ist wohl nie- manb belfer bekannt, al- der Stadtverwaltung selbst. Sie hatte deshalb für die genannten Zwecke, und zwar für Straßennnterhaltung. Walzar beit en u. bgl. 185 00) Ml für Erbauung xnb Drude estigung von Straßen 1002 000 Ml.» also zusammen 1 185 000 Ml. in den Voranschlag 1027 eingestellt Diese Mittel formten aber nur iu einem geringen Teil (etwa 193 000 Mk.) verbaut werden, weil Die Stadt durch die im Jahre 1027 einseyende Versteifung des Kapitalmarktes die nötigen Anleihen unmöglich bescha ff en konnte Bevor der Kapitalmarkt nicht wieder fo flüllig ist. dah die buibi zu euxr.a «üimermabee «trägliche» 3t*l- fob eine An leihe har Dwk Zweck« auhw^wn kann ist an ernt Verbesserung des Zustande! unserer Strasten und Bürgersteige nicht zu denken. Dasselbe gilt von der vtratzend«lcach:ung. Zur Zeil ist leider noch kein .Silberstreifen am Horizont zu entbeden, datz sich die Derhälrnisfo im Jahr 1928 ändern werden Bornotizen. — lageetalenber für Mittwoch Stabt- tbeater; 730 Uhr, „Der Baud der Sabinrnnnen” f(!nb< nach 10 Uhr). — v. f. B.: 8 Uhr, Vereins, heim, Fugendoersammlunp — Lichtspielhaus, Bahn. Hof strotze: Wachenendzauber". — Astoria Lichtspiele: „Der XmfeUjager" — Das Rätsel von Konnersreutb. Dach Berichten von medizinischen Sachverständi- 8en, darunter Universitäts-Prosellor Dr. Georg i w a l d. Erlangen, trägt das 1898 gebotene Bauernmädchen Therese Heu mann tn Konnersreuth (Oberpfalz) feit der Fastenzeit 1026 Die Wundmale Lhristi, an jedem Srcitag erlebt sie in visionären Zuständen das Leiden Christi mit, wobei sie blutige Tränen verglestt. endlich soll bei ihr seit Ende 1026 Die DahrungSaufnahme aufgehört haben. Diese Berich e erscheinen unter medizini chem, psychologischem u. reiigionswissen- schaftlichem Standpunkt als höchst bedeutsam. Sin ctngcbenDe! Tieferat über den Fall wird Pro- leffor Dr. Messer am Donnerstagabend. 8 Uhr, im Großen Hörsaal erstatten Der Vortrag ftndet zum Desten der Vollshochschule statt. (Daher« siehe Anzeige.) ** Strahensperrung. Wegen Vornahme von Gleisbauarbeiten wird Der Weg an der dEargaretenbülte zwischen Raisfeisenlager und Wirt'chast Sänger vom 10. Januar bis auf weiteres gesperrt. ••SonberSiebertalbabnüberfabnen. Gestern abend kurz nach 7 Uhr wurde der von Lich flammende Johann Stcuernagel In der Rod- Heimer Strafte hierfeldst von der Biebertalbahn überfahren. Der bedauernswert» Mann wollte einem uuto ausweichen und lief dabei, offensichtlich infolge plötzlicher Kopflosigkeit, in den Zug der Biebertal- bahn hinein. Mit einem Schädelbruch, inneren Der- leftungen und allerlei Hautabschürfungen wurde der verunglückte von Mitgliedern der Freiwilligen Sa- nitätefolonne vom Roten Kreuz Im städtischen Sani- fätsauto nach der Chirurgischen Klinik verbracht. Das Befinden de» Manne« ist ernst. •• ® c t JB erichtSrescrendar aus L." Zu dem Wetzlarer Gerichtsbericht in unserer Dr. 6 vom vorigen SamStag. in dem über eine Gericht-Verhandlung gegen .einen Gerichtsrese- rendar au- L." berichtet wurde, bittet uns Der Gerichtsreserendar E. Rothschild, zur Zeit in Giessen, aus Londorf stammend, um Die Mitteilung. daß er mit jener Angelegenheit nichts zu tun hat. *• Dirn ft Jubiläum bei der Reichsbahn Man teilt un« mit: Anläßlich seiner 42jäh- rigen Dienstzeit Mt der Reichspräsident dem Reichsbahnbediensteten Johanne» Hofmann in Gießen, Bruchstriche 22, die besten Dünsche, den Dank und die Anerkennung des Deutschen Reichs für die geleisteten treuen Dienste ousaefprochen. Lvd. Reine Aufhebung der Ober» Postdirektion Darmstadt. Die vor kurzem von einer Korrespondenz verbreitet« Meldung, wonach die Stelle deS am 1. Apoll in Den Ruhestand tretenden Darmstädter Oberpoft- Direktion-Präsidenten Len Hard nicht mehr besetzt und die Oberpostdirektion Darmstadt an Die angrenzenden Oberpostdirektionen aufgeteilt werden soll, trifft, wie der LandeSpresfedienst erfährt, nicht zu. Wie befaimt, wurde kürzlich bei einer Delusion Der Reich-post durch den ReichSspar» kommissar der Plan erwoaen, einige Oberpost- Dircftionen eingehen zu lassen. 3m Zusammenhang hiermit wurde auch Darmstadt genannt, doch nahm man mit Rücksicht auf Die besonderen Verhältnisse in Hellen hiervon Abstand. Lediglich eine Neugliederung könne in Frage kommen. •• Verjüngung im Lichte Der Datur- heil l e h r e Lieber dieses Thema sprach am Montagabend Dr. Friedrich Katz - Stu11 - g a r t in einer vom Raturhellverein einberulenen öffentlichen Versatnmlung. Der Redner führte u. a. auS: In der heutigen Zeit findet das Problem der Verjüngung allenthalben stärkste Beachtung. Der Daturheilverein will zu diesem Problem Stellung nehmen unter dem Gesichtspunkt Der Daturheillehre. Betrachtet man Di« Menschheitsgeschichte, so fandet man, dah Die Sta'ae Der Deriüngung des Menschen, D. i. Di« Verlängerung der Lebensdauer, fo alt ist. als Die Menschheit selbst. Schon Die alten Aegyvter hatten sich ein System zur Erhaltung Der Inge nb ausgearbeitet. Häufiges Schwitzen und ausreichende Körperbewegung waren feine Hauptforderungen. Auch bei Den anderen Völkern des Altertums wurde Der Frage Der Erhaltung der GefunDheit und Der Lebenskraft schon frühe grobe Aufmerksamkeit geschenkt. Von Plutarch stammt die noch heute gültfoe Gefondheitsregel ..Kopf kalt. Füge warm." Blutübert ajungen aber auch Aderlässen sah man neoen e.ner mit Beharrlichkeit Durchge'ührten einfachen und strengen Lebensführung als geeignete Mittel zur Iungerhaltung de» Körpers an. Im Mittelaller spielten Ge- heimmtttei eine große Rolle. Schwärmerei und Aberglaube trieben Dabei oft seltsame Blüten. Auch Die Astrologie wurde herangezogen In der neueren Zeit erfuhr unser anatomisches Wissen Durch beDeutenbe Kapazitäten eine starke Bereicherung. Man lernte am gestorbenen fran- len Menschen Die Veränderungen Der kraulen *™T2?L3!mmcr « 1—2 Veto n au »ruc» Haiti« k. "er- mieten. KlinikS- vicrlcl. 9iobcic» in I. '««swäfte'teste de« f^ten. Anz. 1 2 idiihi möbliert« Itmmer an Kanfminn ober veani en sofort *u oermteien <606 yüblftr. 5 tu L )n (Gründern in lvcrkstatt und Ncdenräume SfWlqn'. oermteten. i?lnd) fiii Ärotzhand- lung nie V.iner.t Za riftt. Anaeb. :mt. 0169 an d. Wien. 91 nx. tJIcUeiuche. Akademiker iucht z. 15. dS. gut mödl. Zimmer mit «lehr. Vttbt. 2Ar. Angeb. mit Vretr.rng. u.0213 an Den Gieh-Anz. erbet Wohnung 2-3 Zimmer. Sitte »Iw. (amt im Neu bau) von febr an- ständigen Dhetern leWiuchl 2c6xtf L Angebote erbeten unter 3utib an den Gtetz. Aut Laden ober Eiagenraum im Zentrum io fort zu micu n gesucht. 2chr. Änaeb. u. 0187 an b. Gieh.Anz. erb. 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Di« Die inneren Zufannnenhänge aller Vorgvinge tm menschlichen Äbcper mehr berück- llchngen ttnlL In Der neueren Zeit lernte man auch Das Wesen Der wichtigsten Drüsen des menschlichen Körpers kennen. Man erkannte. daft Die Funktionen dieser Drü- 'cn verkett«: sind Du Drüsen tcheiden ins Blut bestimmte Stoff« ab. Die man Hormon« nennt Besonder- Intereffant find Die Erfahrungen. Die man bezüglich Der Heber- und mangelhaften Funktion Der einzelnen Drüsen gemacht bat Di« Funktionrn der Deschlechtsdrülen find von einlchnei Dender Bedeutung für Den gesamten menschlichen Körper: sie prägen die Geschlechlsetgentümlichkeiten. Di« Funktionen einer Drüse wirken auf die der andern «in: fi« haben also enge Beziehungen untereinander. Di« Lehre von der inneren Sekretion besagt, haft Der Mensch so lang« jung ist. als das gesamte Drüs«nfhst«m sunkkioniert Auf der Bedeutung Der Geschlechtsdrüsen stiftend, hat Prof. Steinach GeschlechtSdrüfen verpflanzt und damit feine bekannten Erfolge errungen. Die Arbeiten Steinach- wurden an vielen Stellen nachgeprüft: bei allen Behandelten lieft sich eine merkliche Verjüngung feftstellen. Es erhebt sich nun die Frage, ob Die operative Uebertraguna der Keimdrüse da- einzige und beste Mittel zur Verhütung deS Alterns ist Durch eine naturgemäftc Lebensführung durch ein ganzes Menschenalter hindurch muft sich ohne operative Eingriff« dasselbe Ziel erreichen lassen. Zu dieser naturge- mäften Lebensweise gehört vor allem eine richtige Ernährung. Die Dem Körper Siwe ist. Fen unD Kohlehydrate In genügender Menge und richtig zubereitet zuiührt. Mässigkeit im Elfen und in allen Genüssen ist notwendig. Lust. Licht und Lonne müssen auf Den Körper einwtrken Auch tm Geschlechtsleben ist Mässigkeit anzuempfehlen. die Geschlechtsorgane müssen eine naturgemässe Pflege durch Bäder. Wafchungen und Bestrahlungen erhalten. Es ist dafür zu sorgen, Dah da- harmonisch« Arbeiten aller inneren Blut« Drüsen nicht gestört wird. GefliigelauSstellung in Grünberg. Grünberg. 10. Jan. Die große GeslügelauSstellung. veranstaltet von den vereinigten Geflügelzucht- Vereinen Grünberg, RieDer-Ohmen, Homberg. Alsfeld und Schlitz, hat am Sam-tag und Sonn- tag einen würdigen Verlauf genommen. Das zur Schau gestellt« Material war im Vergleich zu vorhergehenden Ausstellungen als hervorragend zu bezeichnen. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: In Abteilung I (Wassergeflügel): Einen Ehrenpreis: Otto Södler. Rieder-Gemünden: Beter Schepp, ©aalen. In Abteilung II (Hühner): Einen Ehrenpreis: Adam Waus. Ruppertenrod (schwarze Rheinländer): Hoch. Schmitt IV., Saasen (Perlhühner, stahlblau): Otto Södler, Rieder-Gemünden (weihe Wyan- dottes): Otto Södler, RieDer-Demünoen (Ham- buraer Silbersprengel): Richard Schmidt, Koloenmuhle. Harbach (Bunte Cuffey); Karl Reitz. Stockhausen (Houdan, Durrfel): Heiirrich Wennerbold. Zell (Rhodeländer); Heinrich Wennerhold, Zell (Rhodeländer); Karl Röhl, Grünberg (Plhmouih-Rocks. gestrei't); Otto Södler, Rieder-Gemünden (Wyandottes, weift); Johannes Döring. Schlitz (Whandottes. weift); Hch. Reinhardt II.. Schlitz (Orpington. gelb): Hrch. Reinhardt II.. Schlitz (Orping- ton, gell»): Georg Heinrich Keil, Streben Dorf (rebhuhnfarbig« Italiener), desgl.; Karl Schäfer. Schlitz (Italiener, gelb), desgl.. Pfarrer Krämer. Oberbreidenbach (schwarze 3:aliener); Heinrich Erdmann. Kirtorf (weifte Italiener); Gebe. Krömmelbein. Lauterbach (Leghorn); ®cbr. Krömmelbein. Lauterbach (Reichs- Hühner. weift); Karl Hofmann. Wallenrod (schwarze Rhctnländer): Adam MauS. Ruppertenrod (schwarze Rheinländer): Lehrer Baumann. Lehnheim (Silberbrakel); Otto Söd- lec. Rieder-Demünden (Schwarze Hamburger); Otto Södler. Rieder-Gemünden (Hamburger Silbersprenkel); Karl Schäfer. Hutzdors (Mi- norka. schwarz); Dr Kurz. Alsfold (Reu- modische Zwerg-Kämpser. liLberbalfig); Otto Södler. R tede-Gemünden Mi Ile-Fleurs). In Abteilung III (Tauben): Äonr. Krug. Homberg (Starenhalfe, schwarz); Hrch. Schön- yalS. Grünbcrg (Stlderfchuppen); Hrch. Döring, DemShausen (Stroher); Karl He n n i n g. Lauterbach (Brie tauben); Hch. Mohr. Rieder- Gemünden (Reife-Driestauben); Wilhelm Ko- rel, Alsseld (Schbnheits-Brlestauben. rot); Kari Et^auch. Homberg; Wilhelm Biedenkopf. Grünberg (Äoburger Lerchen); Wilh. Bieden- k op s . Münster; Otto Södler. Aieder-Gemün- Den; desgl. (Altdeutsche Kröpser, weist); Heinrich Ost he im, Schlitz (Hesf. Kröpser. blau, ohne Binden); Lehrer Strack, Ruppertenrod. Ehrenpreis (Hell. Kröpser. schwarz); desgl Sehr gut I. Richard Schmidt, Kolbenmühle. Harbach: Joannes Döring. Schlitz. deSgl Johannes Hrch. Reinhardt (Orpington. gelb usw.) ®cora Heinrich Keil. Strebendorf. Hch. Euler Oberbreidenbach; Lehrer Stoll. Altenburg MöMmMwgsniijeigni erforDem tzentc ein« lorgfUtlg« Ifpflebunq und S«tzan»stattv»tz. Gute Satzletstungen find nnx «rreichdar, wenn bl« Anzeigen WWW genug otilgegelieo werden. Der Annahmeschlutz für alle Anzeigen 'm (Bleftener «nzelqer entfällt auf den Vach, mittag vor ber Aufnahme. Empfehlung», anzeigen müssen, |« nach Umfang und Satz, fchwlerigtzelten. zwei bl» drei läge vorher bestellt sein. Rur mit Sorgfalt und bem not. wendigen Iettauswanb gefetzt« Empfehlungen fidjern öen (Italiener, gelb); Kari Schäfer Schlitz: Pfarrer Krämer. Oberbreidenbach 'Italiener, schwarze); Kari Sprangel. Lauter 'Leghorn, weift); Gebe Krömmelbein. Lauterbach 'Rcichichühner weift); Karl Hofmann. Wallenrod. DeOgL, Konrad Krug II.. RatnroD (Schwarte Rheinländer) desgl.; Otto Weller, HchUtz (Blaue Rheinländer). Heinr. Maus II., Ruppertenrod (Silberbrakel); Otto Södler. Rieder-Gemünden (Schwarze Hamburger, desgl. (Hamburger Silber^prenkel) Hrch. Kraft IN., Wallenrod (Lachzhühner): AXarl Strauch. Homberg (Deutsche Zwerg«, fllbctbalf.gi. 21 Dani Ä e b e l ) , Alsfold (Zwergwvandottes. schwarz); Karl T h e i ft . S^ckhausen < Zwerglangschan,. Gg. Heinrich Keil, Strebendorf (Deutsche Zwerg« porzellan'arbig): Otto Södler. Rieder-GemÜn- den (Mille-Fleurs); desgl. (schwarz). In Abteilung III (Tauben): Kari Erb jun.. Stangenrod (Starendälfe); Iriedr. I ö ck e l I.. Grünberg (CtatrnMUe. Blässen); Konrad Krug I.. Rainrod (Elstcr-Kropfer). schwarz); Otto Södler Rieder-Demunden (Elster-Kröpfer, rot); Heinrich Döring. Bern- hausen (Strasser); Johannes Krug. Alsfeld (Brieftauben qelbgcbdnrmett); Karl Erb jun., Stangenrod (Bri ei tauben, rotgehäinmert); Karl Schäfer. Hutzdors (Schönheitsbrieftauben blau mit Binden). Sehr gut II. 3n Abteilung 1 (Wallergeilügel): Hrch. K re uder IV.. Vadenrod iLhaki-llampbell). Gutsverwaltung W a r t h 0 f Griinb<-ra (In- bische Laufenten). In A b t e i l u n a II (Hühner). Otto Södler. Rieder-Gemünden (Ivkohama); Rich. Schmidt Kolbenmühle. Harbach (Bunte Suffeff); Karl' Rühl. Drünberg (Plpmouth-Rocks). deSgl. Johannes Döring. Schlitz (Wdandottes. werft); H. Reinhardt. Schlitz Wyandottes. weist), Hrch. Ost heim, Schlitz (Wyandottes. gelb); Htch. Reinhardt II., Schlitz (Orpington. gelb); besgl usw.; ^Pfarrer Krämer. Oberbreiben» ba ton für ». SitbwrdaTvnmc btr 3OPtrt*ena# entert 39a Giekener Slnreiger Stellengesuche| 'okllil £off- u. ier loneniüüeeolüDter vertraut mit allen vor kommenden 3tc- oaraturert sucht Stellung für sofort Zeunn. u. ■‘ftefer. stehen <‘eri. Stbr. fflngeb u. 0196 an 0. Wiest, «nz. erb. Suche für m. Sotzv. aus achtb. i>am^ au Citern eine Stelle als Backer- lehrling. Schr. Änaeb unter 0116 a. ö. Gtest. -tnz. Drucksachen aller Art Die vruhl sche UniverfitäU-vrnckerri, B. Lauge. Siegen, Lchulstr. 7 I Verkäufe EöDlftlin) Ine ui verkaufen <)l«ß Wieiccker Wen 40. Ferkel abtuneben. 3S9 Pb. Schudt. Hofgnt Londorf kauplätz In ber Nähe deS BahnhosS zu oer- faulen. Schriftliche »nfiaae unter 01® an Den (Bien. 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Sn* Der koftenlofe PhotaUnterridit beginnt an dem kommenden Freitag, dem 13. Januar, abends 7 Uhr, im eigenen Vortragraum Kreuzplatz 10 (durch den Hol) Samstag. I 4 Ian. 2 0.30 Uhr, Jalires-Haiipt- FersammlDng 'N ber.ctobtf rt)'. Tagesorb n chß st Ziffer 1 d Satzung. Bollsähl tfri± ’ en ist Ehrensache "306 Ter <«orstnutz. Konservenfabrik altrenommiert, sucht -um besuche von Großverbrauchern, Sanatorien, Krankenhäusern, Konditoreien und Diederver- fdufem an allen Plätzen Deutschlands geeignete Persönlichkeit bei guten Provisionssätzen. Seriöse Herren die In obigen Derbraucherkreisen gut eingeführt sind, wollen ihre Angebote unter Darlegung ihrer seitherigen Tätig- keil nebst Angabe von Tleferenzen unter 399D an den Gießener Anzeiger richten. M»»SSSSMWWM^WWWOW>W, Nudcr-Slub Hafiia 19(>h e.B, Saml tag, 14. L 2& b*, Uhr 4000 Mitglieder- Versammlung im Bootshaus Srichetnen in Oillcht liiiiimiiiiHiiiiiiiufflHÄi MW entlaufen. tri lunge Mädchen teil• nehmen ?chrisil che Annevoie un er U1W an den Wich. Ans FR DR. TIE II IP EIL MARKT 16 MARKT <6 FrankiurterStr. Bettenbaueen. den U. Januar 1928. 0208 Die weit unter Preis herabgesetzten Waren sind gesondert ausgelegt Iheotel. duö Dran. Boröereitungslutfe Äeainn: Freitag, den 20. Zan. 1926, nachmittags 6 Uhr, im Saal 10 der Gewerbe- undMaschinenbauschule der Stadt Gießen, Mrchstraße 16. Schriftliche Anmeldung an obige Anstalt erdeten dis zum 16. Januar 1926. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Oeiß bei dem Heimgange unserer heben Entschlafenen Fran Anna Elisahelhe Harbnsch Wwe. sagen wir herzlichen Dank. Dietrauernden Hinterbliebenen. Daubringen, den 11. Januar 1928. Gott dem AllmAchtigen hat es gefallen, meine Hebe gute Frau, unsere Hebe treu,ortende Mutter. Schwiegermutter. Großmutter. Schwester. Schwägerin und Tante Frau Katharina Faber geb. Schäfer nach schwerem Leiden. Infolge einer Operation, heute vormittag 5 Uhr. Im Alter von 51 Jahren zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Faber IIL Heinrich Faber VII. und Kind Familie Wilhelm Meier nebst allen Verwandten Großen Linden, Leihgestern, den 10. Januar 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. Januar, nachmittags 2'/, Uhr statt. Bahnhofsträße __ 10 Prozent Rabatt! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge meines geliebten Mannes, sowie für die vielen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Dekan Engel, dem Gesangverein. sowie dem Radfahrer und Turnverein für seine Ehrung, sage ich allen herzlichen Dank. Ottilie Steul Witwe. M IE UM AUSVERKAUF dauert noch bis Samstag, den 14. Januar einschließlich . Nutzen Sie diese günstige Einkaufsgelegenheit! Unser Verlust Ihrtiewinn reduzierten Preise! FRANKEL WH Beachten Sie bitte in Ihrem ehjenaten Interesse unsere Spezialhaus für Damenbekleidung Seltersweq 52 dauernde freute machen han-gcskiikk tlancralwasser 1O SCHAUFENSTER Nr. 9 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Mittwoch, N Januar (928 Die Europareise des Afghanenkönigs. Oer Luxuszuq Amanullah Chans. — Oie Erweckung Afghanistans. — Vom Absolutismus zur konstitutionellen Monarchie. Deutsche Architekten bauen die neue Hauptstadt. 6in besonder« reich anSgeslallerer ßuiuÖKug muhte gebaut werden, um Amanullah Chan, den 8mir von Afghanistan, und seine Gc- mahltn Schah Hanum nach der indischen Stadt Lahore und von dort an die Küste zu bringen; denn c« ist da- erste Wal. dah ein asghanilchcr Herrscher ein Ketzerlanb aussucht, den Boden eine« Staate« betritt, in dem nicht die grüne Fahne de- Propheten verehrt wird, und orientalische Könige fühlen sich in so feierlichen Augenblicken zu gan- besonder« grohartiger Re» Präsentation verpflichtet. Au- birmanischen Teakholz wurde der LuruSzug gebaut, mit Goldbronze muhte er reich verziert werden, und die gelächelten Laderäume wurden mit silbernen Ornamenten geschmückt. Einst reisten oriento- lisch« Herrscher nur In Karossen, die von vielen Pferden gezogen wurden, um die Tradition wenigsten« ungefähr aufrecht zu erhalten, hat man vor den Luru-zug dc« Asghancnkönig« vier starke Lokomotiven gespannt — eine Ehrerbietung. zu der sich der indische Staat herablassen muhte, da Amanullah nicht mehr al« Das al de« indischen und damit de« britischen Reiche« reist, sondern al- unabhängiger Fürst. der im Jahre 1919. kurz nach feiner Thronbesteigung, die anglo inbi'chen Trupven geschlagen hat Wit gro' en Ehren wurde Amanul- loh auch in Aegypten empfangen. dort nehmen ihm sirenggmubige Mohammedaner sreilich Übel, dah er einen grauen Zylinderhut trug und damit der europäischen Zivilisation sogar In seiner Kopfbedeckung eine Konzession machte. Aber der König von Afghanistan hat für solche Vorwürfe kein Verständnis. Er ist ein vierfchrdt ger Mann, temperamentvoll, energisch mit offenem Vlick für die Rotwenbig'eilen feine« Lande«, da- so grofo wie Deutschland und die Tschechoslowakei zusammen ist, aber nach zuverlässigen Schätzungen kaum mehr al« 8 Millionen Einwohner besitzt, also der Vevölkerungszahl nach ungefähr mit Bayern verglichen werden kann. Amanullah liebt diese« Land und sein Dolk, er haht seine Feinde, weil sie die ilnab- hängigkeit de« erzreichen und strategisch wichtigen Afghanistan bedrohen; doch hat er cingc- feben. dah man sich gegen europäische Kolonisatoren nicht wehren kann, toeun man konservativ bei orientalischen Traditionen verharrt, statt europäische Technik zu begreifen und mit ihrer Hilfe da« Land zu entwickeln. Da« ist schwer, wird vermutlich sehr lange dauern, flößt auf den Widerstand vieler einheimischer Stämme, die aus ihre alte Kultur stolz sind, europäische Zivilisation verachten, sich mit den Waffen in der Hand gegen Eisenbahnen, neue Gesetzbücher, moderne Schulen wehren. Aber Amanullah. demütig in seinen Worten, diktatorisch und zielbewuhl in seinen Handlungen, weih s i ch durchzusetzen. Da« hat er im Februar 1919 bewiesen, allein Vater Habibullah ermordet wurde und dessen Bruder. AmanullaHS Onkel RaSrullah. sich zum Emir au«rufen lieh. Wie e« $u der Ermordung de« König« kam. ist niemals restlo« ausgeklärt worden. E« steht nur fest, dah Amanullah kurz vorher bei feinem Vater in ilngnabc gefallen war. weil er einen politischen Verbrecher frcigelaffcn hatte. Aber auch viele andere Afghanen, darunter Mitglieder der wichtigsten Familien des Lande«, waren mit dem Herrscher in Uneinigkeit geraten. Eine- Morgen« drang eine Anzahl bewaffneter Männer in die Wohnung Habibullah« ein. überwältigte die Wachen, erfchoh den Emir und entfloh, begünstigt durch die allgemeine Aufregung, die da« Attentat natürlich sofort hervorries. Ls nützte RaSrullah. dem Bruder de« Ermordeten. nur wenig, dah et sich sofort an der Spitze der Armee zum Emir auSrufen lieh. AIS In denGalerien von Gibraltar Die mächtigste Kclsenscstnng der Welt Don Ariedrich Walfisch. »in britischer Oberst, der in einem ganz anderen Winkel be« Imperium« mit Regenschirm und Hauptbuch ein kaufmännisch friedliche« Pens.o- nistendascin führi, hatte mich durch ein Schreiben nach Gibraltar als unverdächtig, um nicht zu sagen »criniuenmocdcnb, geschildert. Dieser Umstand öffnete mir nach einigen Förmlichkeiten Me Tore zur gnchartigsten unb geheimnisvollsten aller Festungen der Erbe. Kein Mann von höherem milltLrifchem Rang wäre mir zum Führer geeigneter erschienen al« der yesenhafte. semmelblonde Sergeant, der unS beim Kasernentor zur Verfügung gestellt wurde. Ein Mann auf der gleichen bescheidenen Rangstufe, bet in England« Kriegsgeschichte unsterblich gewordene Sergeant Ince war e« ja gewesen, her Gibraltars unvergleichliche Macht geschaffen hatte. In seinem Subalterngchirn war während 6er groben Belagerung, die 1779 begann, der KönigSgedanke entstanden, den Felten zu burch- höhlen und auf diese Art die Qlatur selbst zum Baumeister des größten Festungswerks zu machen. Diese« Kriegshelden spät geborener Kamerad nun führte uns aus der schon hoch am Abhang liegenden Artilleriekaferne wetter den Berg hn- aus, durch eine grün umwucherte Felsschlucht, die selbst ein Stück Festung barftdlL Sic ist als Verbindungsweg zur Höhe aus dem S ein g_- hauen. Sin buntlcr Tunnel, von britischen Fäusten mit Hammer unb Weihet du och den Fels getrieben, mündet hoch oben an einer freien Plattform. der „Manöver Battcry“. Hannoveramsche Truppen im Dienste Englands haben sie al« Geschüysianb errichtet. Richt weit darüber steht das Maurische Kastell, das älteste Festungsgebäude Gibraltar«. Kasernen und ungedeckte Batterien liegen nun unter uns unb in der Tiefe die Bucht des Rorbhafens mit all den dunklen alten Dlockschiffen, die auf der Reede anfern. Wiederum führt der steile Anstieg durch eine künstliche Schlucht zwischen Prüfern. Sträuchern unb Bäum em Dairn aber schließt sich der Felstn um utts. In einem Tunnel, einem breiten Schacht, ein Bote Amanullah von dem plötzlichen Tob seine« Vater« benachrichttgte. zog bicser sein Schwert unb schwor vor allen AnDrienden. bah er nicht ruhen »erbe, bevor der Ermorbete gerächt unb er selbst Emir geworben sein würbe. Er erlich einen sehr geschickten Ausrus. in dem er versicherte .Wenn jemenb zu mir kommen unb mir sagen wirb, fein Vater fei getötet worden, fo werbe ich trachten, bet Lache genau auf ben ®runb zu gehen." So ettoa« wirkt auf ben Deist eine« Volkes, ba- noch die Blutrache kennt. Wichtiger für seinen Lieg war aber zweisello«. bah er. vor seinem Rivalen Ra«rullah. bic Hauptstadt Kabul besetzen unb die Kriegskasse beschlagnahmen konnte Auch in Afghanistan ist Geld wichtiger al- ein vorzüglicher stilisierter Aufruf AaSrullah muhte flüchten, schließlich feinen Reffen al« Emir anerkennen — und würbe später von unbekannter Hanb vergiftet. ,O hochfinnigeS Volk, o mutige« Heer! Diese« schwache Wesen beS Schöpfer«. Euer Emir Amanullah. gibt Euch freubig hmb. dah bank Gott, unb nochmal« bank Dott. bie Regierung unsere« groben Volke« . . . vom Umsturz verschont geblieben ist" So begann bie Proklamation bei jungen Herrscher«, mit der er ben Afghanen eine Verfassung anfünbigte. nachdem er sich seine äußeren unb inneren Feind? unterworfen hatte Denn Amanullah ist ein moberner Mann, ber au« freien Stücken vom Absolutismus zur konstitutionellen Monarchie übergegangen ist unb flänbig versucht. Afghanistan zu mobernificrcn. Früher war biefc« Lanb ebenfo unerforscht wie Tibet; nicht einmal Sven Hebin konnte bic afghanischen Gebirge burchstrei en unb crfotfljen, was hinter ber über 7000 Meter hohen Mauer bes Hinbukusch verborgen ist Amanullah hat das Lanb den Europäern geöffnet. CS gibt zurzeit in Kabul 150 deutsche Künstler unb Gelehrte; beutsche Architekten find damit beschäftigt. 9 Kilometer von Kabul entfernt eine neue Hauptstadt zu bauen, bie ,.Darul Aman". .Haus Amanullah-". beißen soll. Am 20. Februar 1923 würbe ber Grundstein zu dem großen Werk gelegt und die Grundfläche cinge- weiht. auf der sich in zehn Jahren eine Stadt erheben soll, die Platz für 20 003 Menschen bickn wird. Kabul selbst zählt 183000 Einwohner aber e« ist doch kaum mehr al« ein großes Dors. Die 500 Europäer, bie zur Zeit in Kabul leben, brauchten nicht mehr mehrere Monate burch Rußland, und Turkestan zu reisen, um in baS Innere Afghanistans zu gelangen. Sie konnten mit ber kubischen Eisenbahn bi« an bic Grenze fahren unb von dort auf einer modern angelegten Chaussee in verhältnismäßig kurzer Zeit zur Hauptstadt gelangen. Automobile in Afghanistan! Roch vor einem Jahrzehnt wäre fo etwa« undenkbar gewesen. Freilich gibt eS in Paghrnan, ber Eom- merrefibenz be« Herrschers, auch einen Triumphbogen au« weißem Marmor, der eigentlich nach Bari- oder sogar Budavest gehören würde; man baut Villen Im italienischen Barock ober sogar noch in einer Art Jugendstil, mit Türmen unb Zinnen — aber es ist eben seh' schwer für einen König, ber Europa bisher no h nicht gesehen bat. nicht auf bic Geschmacklo igleiten bes Abendlanbe« hercinzufallen. Amanullah hat sich zuminbest große Mühe gegeben, ba« Land europäischen Geist zu erschließen. Vor einigen Jahren sandte er ben jetzigen Kriegsminister Mohammeb Wall Chan mit einer ßonberge- sandtschast nach Reuyork, Pari«, Berlin, Rom und Moskau, um bic westliche Kultur zu ftu- bicrcn. In Berlin verbandelte die Delegation mit Geheimrat Drix. der damals Rekror der Technischen Hochschule war und heute noch ber steigt der Weg burchs ausgehöhlt? Gestein. Immer nach ungefähr hundert Schritten erweitert sich der Gang zu einer Kammer, deren Wände noch die Meißelspuren von d:r Hand ihrer Schöpfer zeigen, schmale auögeftemmtc Rinnen, Reste der dünnen Bohrlöcher für den Sprengstoff. Jede Kammer war der Aufstellungäplay für eines ber großen Festungsgeschütze. Unb in den meisten dieser Batterien stehen sie heute noch, längst verstummt. graue plumpe Riesen, mit der Mündung gegen bas kleine Fellensenster, das die gewaltige Wand durchsetzt unb einen Schein ber blauen Welt ba draußen in ba« kahle Dunkel hereinläßt. Hinter dem Geschütz führt über die Decke der Datteriekammer eine Stange, mit losen Ringen daran; hier hurg ber Vorhang, ber N.uch dem Schuß das Einströmen de« Rauches in den Raum verhindern sollte. Wir sind in ber „Lower Union Gallery“. Der unterste Teil ist jüngeren Datums, stammt aus bem Jahre 1769 Große Aufschriften an ben Wänden geben die Hamen ber einzelnen Batterien und das Entstehungsjahr an. All das ist heute Vergangenheit, bic Grichüye stehen hier nur noch als Erinnerungszeichen, al- erzene Denkmale. In Erkenntnis dessen wollte ich es wagen, eines dieser Stilleben der alten Kriegsgeschichte zu photographieren. Unser semmelblonder Sergeant vermochte sein Lächeln über meine reine Torheit nur schwer hinter dienstlichem Entsetzen zu verbergen. Rein, Photographieren sei nicht nur strengstens verboten, ich hätte auch meinen Apparat, ben ich unter meinem llebcrrod verborgen trug, in ber Kaseine abgeben müssen — und ich möge ihn nur ja weiter versteckt hallenf Weiß Gott. <4 war nicht recht von mir, den guten Mann in solche Verlegenheit zu bringen. Die Galerien stehen ja immer noch im aktiven Dienst, sie schießen nicht mehr mit ihren alten Museumskanonen. aber sie bilden die „Communications“ die Derbindungswege zu ben modernen Festung«anlagen auf der Höhe des Seifen«. Dir steigen weiter bergan, tappen oft lange Zeit durch stockfinstere Stollen und kommen an dämmrigen Geschüystänben vorbei. Eine größere Ausschußöffnung. ungefähr in ber Witte ber Rordwanb. läßt uns mit einemmal erkennen, wie hoch wir schon im durchwühlten Felsen stehen. Als hellgelbe Ebene liegt tief, tief unten bie technische Berater der afghanischen Ge'anbtschast ist. Afghanische Militämullionen würben in« Ausland gc'äjtdt um fremde HeereSorganifa- honen zu prüfen. Deutsche unb französische Lehrer eröffneten in Kabul moderne höhere Schulen, Zeitungen unb Zeitschriften wurden gegründet, und sogar eine höhere Mädchenschule wurde errichtet. die allerding« später wegen be« Einsprüche« konservativer Mohammedaner wieder aufgegeben werden mußte. Die erste afghanische Frau, bie wohl jemals nach Europa gekommen ist. ist wahrscheinlich bie zehnjährige Tochter be« König«, sie weilte im Tian vorigen Jahre« einige Wochen in Paris. Der Besuch bicser Prinzessin war zwar nur eine Geste; aber doch ein Symbol, baS beweist, baß Amanullah dem Vorbild ber türkischen Wohammebaner folgen und auch bie Frauen feine« Landes an der neuen Zeit teilnehmen taffen will. So ist biefc« ver- fchlosscne Lanb, einst ber Sitz beS Aoroastrilchen Kultes, später eine Hochburg inbisch'bubdhisti- scher Kultur, burch Amanullah« Reformen au« seiner Abgeschlossenheit erwacht unb wieder in die Weltgeschichte eingetreten. Dr. G. Haefner. Zeitungsschau. Herr Georges Blun. Berliner Vertreter dc« Pariser „Journal". hat seinem Blatte einen Silvesteraussatz geschickt, in dem er bie Berliner Silvesternacht wie ein Sodom unb Gomorra schlimmster Sorte fchilbert. Man hat bicsen Aussatz gewiß nicht mit Unrecht als politische Brun- nenfergiitung par exccllcnce aufgetaßt, al« einen plumpen Versuch, bic Bemühungen um eine deutsch-französische Verständigung zu stören. Herr Blun hat nun zwar äußerst lahme Anstalten gemacht, sich zu entschuldigen. Aber baß bamit die Affäre nicht abgetan fein kann, zeigt ein Aufsatz Georg Bernhard« in ber »Vofsischen Zeitung", bem um deswillen besondere Bedeutung zukommt, weil einmal das Blatt zu den wärmsten Befürwortern einer Verständigung mit Frankreich zählt unb zum anbem weil der Verfasser des Artikels als Vorsihenber ber Arbeitsgemeinschaft ter deutschen Presse über eine Frage am ersten zu urteilen berufen ist, bic in weitem Maße eine journalistische StanbeSsrage ist. Bem- Harb schreibt: .Am ersten Alltage be« neuen Jahre« holt man sich bie Zeitungen au« aller Welt unb lieft erstaunt im Pariser „Journal" von Berliner Lilvesterorgien. Wir Berliner kennen unsere Schwächen so genau, baß man sie un« gar nicht zu erzählen braucht. Wir wissen recht gut. baß wo ander« mehr Sinn für auügclaffenc Fröhlichkeit besteht, wir leugnen gar nicht, baß Scherz und Roheit. — von Reuyork abgesehen —, in Berlin sich vielleicht enget berühren al« anber«- wo. Aber was man in bet Iahresendnacht auf Berliner Straßen, in ben Hotelhallen unb ben Berliner Gaststätten öffentlich feiern steht, ist doch nur zum kleinen Teil Berlin. Wer bie Berliner feiern sehen will, müßte, wie bet „hinkende Teufel", bic Dächer ber Häufet ab- bccken und in bic Wohnungen hineinschauen. In den Wietskafernen unb in den Wohnungen sieht cs anders aus. Wie überall in ber Welt, wo Silvester ein Familienfest ist, bas man mit Freunden unb Verwanbten in gemütlichem KreiS zusammen feiert Georges Blun, der 'Berliner Vertreter deS Pariser „Journal'. lebt zu lange in Berlin, um das nicht zu wissen, er kennt zu diele Berliner, um nicht echt von unecht scheiden zu können. Er ist zu intelligent, um nicht gemerkt zu haben, daß eine große Menge von Angaben in seinem Artikel gar nicht richtig fein können. Man schilt ihn jetzt wegen Ver- ictzung be« Gastrechte«. Merkwürbig. baß selbst link«stchenbe Zeitungen ttch die« Argument zu eigen machen. Wie einfältige Thcalcrblrckloren. die nur darauf warten, unbequemen Kritikern bic Eintritt«karte zu entziehen Unb sie haben wenigsten« noch ber Form nach recht weil sie mit hö itchem Einlabung«fchreiben ihre Freikarten verfenben. Ader wer Hal Herrn Blun cingc- laben ? Aus westen Freikarten stehl er van seiner Loge au« dem Berliner Leben zu ? Merkt man denn nicht, welche ungeheuerlichen Äon,oqucn*ai bie Verallgemeinerung ber Gasttheorie für bic Arbeit ber beutschen Journalisten im Au-lanb haben kann. Der Fall Blun mag verhältnismäßig klar liegen In seinem Berliner Lilvestcrbericht vermählen sich Uebcrtrcibung und Schwindel allzu offensichtlich. Allein wer soll — jetzt in Berlin unb später anberSwo — Richter darüber sein, ob die Grenze berechtigter Kritik überschritten ist. zu der der Gast geloben war? Ter Journalist im Dienst ist nlcmanbc« Gast. Er bat ein Amt. er weilt in fremben Landen, wie ber Diplomat, um zu beobachten und zu berichten. Er bat ein Recht barauf. unbequem zu werden. Aber diese« Recht ergibt sich au« seiner Pflicht zur Wahrhaftigkeit. Diese Pslicht bat nicht« mit bem Gastrecht au tun. aber jeber Journalist — auch ber kleinste Reporter —, gleichgültig, ob er über einen kleinen Branb im HcimatSort oder über Politik au« der Fremde berichtet, ist ihr tributpflichtig. Unb gegen biefc oberste journalistische Pflicht hat der Vertreter beS .Journal" verstoßen. Unb feine Abberufung ist daher die Pflicht seiner Zeitung. In ihrem eigensten 3ntcrefk. beim einem Journalisten, bem man nicht mehr vertrauen kann, werden die Türen zu Informationen verschlossen bleiben, ohne die der Dienst einer großen Zeitung leer bleiben unb ungenügend werden muß. Soweit ba« Journalistische. Viel erheblicher scheint bie politische Seite der Angelegenheit. Wenn einer von bem aeroben Wege, nur ber Wahrheit zu bienen, abweicht, muß er e« sich gefallen losten, baß man annimmt, er verfolge mit feinen Unwahrheiten besondere Zwecke. ES gibt gewiß auch Artisten ber Unredlichkeit, bie bic Lüge um ihrer selbst willen üben. Aber bas barf man hier wohl nicht annehmen. Wahrscheinlicher ist vielmehr, baß Herr Blun auf eigene Faust ober im Einverständnis mit feinen Auftraggebern versucht hat. bic deutsch- französische Annäherung zu stören. Der französische Leser sollte au« ber Blunschen Darlegung ben Schluß ziehen, baß bie Deutschen bie Gelber, bie eigentlich Frankreich gehören, aum Fenster hinauSwersen unb auf Frankreich« Kosten einen guten Tag leben. Daß er baneben noch ber französischen Eigenliebe schmeichelt, indem er die deutsche Sittenlosigkeit — freilich ohne da« ausdrücklich zu sagen — der französischen gegenüberstellt, zeigt ja nur, auf welche niedrigen Instinkte er spekuliert. Richt nur er. Denn In diesem Punkte gleicht er den nationalistischen Hetzern aller Völker, di» baS Rationale nie ander- verstanden haben, al« bas Herabblicken auf minberweriige „Barbaren" jenseits ber Lonbesgrenzen. — Der Staat, bem ein im Ausland arbeitender fremder Journalist angehört, muß darüber wachen, baß bie journalistische Pskicht zur Wahrhaftigkeit nickt straflos verletzt werden barf. Jeder, der Draußen al- Diplomat ober al« Zeitung-mann für fein Volk tätig ist, mag so scharf wie er will urteilen, unseretwegen sogar seinem Temperament entfpvechenb schimpsen, soviel wie er mag. Aber wa« er ben Lesern alS Tatsache zur Rachprüfung ber Berechtigung seine« Urteil- unterbreitet, ba« muß. solange wir Menschen nicht seststellen können, wa« absolute WahrLandzunge, bic Gibraltar mit Spanien verbindet, die neutrale Jone, eine viertri Meile lang, unbewohnt, unbebaut, von einer geraden Straße durchzogen, die zur spanischen Grenzstadt La Linea führt. Unter bem Steilabhang be« Felsen«, auf britischem Grunde liegen die Friedhöfe, grün durchwachsen der katholische unb der evangelische, gelb unb kahl der jüdische. LinkS von der Landzunge rundet sich still und dunkelblau die Bucht mit den schwarzen Blockschissen. die jetzt wie kleine Kähne anmuten: rechts aber brandet in grauem, düsterem Ungestüm daS Mittelmoer. Ein einziger Blick zeigt hier Spanien und England: Aus der britischen Seite, zu Füßen de« Felsen«, ein Fußballplatz unb eine Rennbahn; brüben hinter ber spanischen Grenze zwischen ben weißen Häuserzeilen von La ßmea ber große rot gedeckte Rundbau de« EtierzirkuS. Auch die Spanier sind Freunde des Fußballsports. gewiß, aber — hier Fußball und Pferderennen. hier Corrida, ba« ist bic Kulturgeschichte der beiden Völker, in einem Blick von der Hohe zufa mm enges aßt. Der Sergeant hat un« noch manche« im Halbdunkel der Felsenfestung zu zeigen Starke grüne Tore aus englischem Eichenholz schließen einzelne Gänge gegeneinander ab. Licht'-v'? Höhlenwege führen zur .Upper Union Gallen" hinaus. Sie stammt aus dem Jahre 1788. Die Wände um bie AuSschußossnungen haben hier eine Stärke von vier Meter unb mehr. Wir durchwanbem bie .Cartridge Depots", die Munitionsmagazine. Metallene Leitungen, wie Dachrinnen, laufen knapp unter der Decke der Tunnels und Batterien. Ihre Bestimmung war es. bas Wasser, das aus dem Stein tropft, in Tanks zu sammeln. Es mußte zur Bedienung ber Geschütze unb zugleich als Trinkwaster dienen. Wieder ein Ausblick. sechshundert Fuß tief, auf bas schmale Stück Lanb unb bie beiben Meere, dann sink) wir im Mittelpunkt der Galerien. Hier ist die im Stein deutlich erkennbare Stelle, an der die Bohrungen zufammengetrofsen sind. Der Tunnel gabelt sich in zwei Teile, bie durch- Dunkel immer weiter wie inS Unendliche aufwärts führen. link« .Willis Gallery“ von 1789, rechts .Queens Gailen" von 1783. 2luc den Knien' kriechend, schiebe ich mich in einen kleinen Auslug vor und schwebe nun, schwebe über ber Landzunge unb über ben Meeren. Reben mir steht ber senkrechte FelS. zweigeteilt wie aigan- tische Gesetzestafeln vorn Sinai, in mehreren schräg auswärts sührenden Linien von ben AuS» schußlöchem ber Batterien burchsetzt. Denn an allen Orten fast, unter unb über uns. ©üßlcp sich bie Gänge, Tunnel« unb Galerien in bie grauen Steinwänbe. Unb höher noch als der Aweigeteilte Fel«, on the Top, aus bem Gipsel be« Mount Rockgun, steht nein unb fern die britische Flagge tm Wind... Gin Bienenkorb, ein Ameisenhugel von unfaßbaren Ausmaßen — welcher Vergleich au« bem Alltag könnte ba« uberwältiaende, riesenhafte Krieg-Instrument bie- se« durchhöhlten Felsen berge« erfassen l Jenseits La Linea wölbt sich vor dem spanischen Dergland ein Hügel, ber ein hohe« Kreuz trägt. .Lehnstuhl ber spanischen Königin" heißt dieser Hügel bei den Engländern. Denn während der vierzehnten Belagerung, die in der Geschichte den Ramen der „großen Belagerung" erhielt, nahm dort oben die Königin Platz und gelobte in ihrem heiligen Zorn über die Üneinnehmbarkeit der Felsenfestung. fie werde diesen Sih nicht eher verlassen, al« bi« auf Gibraltar die spanische Flagge wehen würde. Der britische Gouverneur, der von dem Gelübde der feindlichen Herrscherin erfahren hatte, war so galant, schließlich und endlich für ein paar Stunden eine spanische Flagge aus den Wällen zu hissen. Dadurch wurde die Königin von den ärgften Folgen ihre« vorschnell abgelegten Gelübdes bewahrt und konnte, nur mit einem Schnupfen behaftet, heirnziehen. Sonst müßte sie noch heute dort oben, auf .Queen of Spams Chair", sitzen unb warten, statt im Eskorial in ber windgefchützien Familiengruft zu liegen. Denn Gibraltar ist uneinnehmbar geblieben. So sicher wie vor eineinhalb Iahrhunberten durch bie Batterien im Felsen wird der .Schlüssel zum Mittelmeer" heute durch die modernen Festungswerke geschützt. Die modernen Festungswerke? Ach ja, beim Abstieg, da wurde es mir erst klar, daß ich in stundenlangen Wanderungen durch die mächtigste Felsenburg der Welt von all ben Befestigungen, bie heute Kampfvert unb Bebeutung be’ißen, — nichts, nichts gesehen hatte. Am Tor der Kaserne drückte mir ber femmelblonbe Sergeant die Hanb zum Abschied unb lächelte. ES war bas Lächeln eine« weifen Manne-. keil ist, mindesten« subjektiv gutgläu - big sein Schon damit kann genug Unheil an- Seichtet werden. Denn leibet ist bei allzu vielen enschen der gute Glaub« eine Gummihaut. di- sich ziehen und zerren lädt, und die man sehr viel verpacken kann. Aber wo Dummheit und Leichtgläubigkeit auihöre». wo die Absicht zu politischer und moralischer Brunnenverglltung beginnt, da sollt« di« Geduld gerade der eigen;n Volksgenossen enden — — — Die gegenseitige Achtung als Vorbedingung dafür kani nur so lange bestehen, wie jeder von jedem die De- Wtyheit der redlichen Ausübung bed Berufes hat Niemand wird ein Splittergericht veran- hallen wollen, wenn einmal über die Schnur gehauen wird, wenn die Leidenschaft auch mal über die Ufer der Wirklichkeit hinwegichäumt. Doch im Parteikamps und tn der Vertretung von Volksintereffen bad es nicht zu ltruvello'en Wahrheitsverletzungen kommen Die Lüge t ft kein ansiänbtges politisches unb kein anständiges journa lifttsches Handwerkszeug. Sie ist es am allerwenigsten dann, wenn st« gegen die Gy re und den Auf der Gegner geht Das sollte man sich aus Anlay des Stlvesterartikels im .Journal" wieder einmal vergegenwärtigen 3n den Parteistuben im Lande und drauhen. Das Jahr 1928 wird in den meisten Staaten Westeuropas «in schwere« Kampfjahr sein S« wird an den Gournalifren der Welt liegen, ob diese Kämpf« sauber geführt oder ob sie eine Peftatmofphäre zurück- lassen werden." Oberheffen. Landkreis Wirften. i Mainzlar, 10. Gan. Di« Loh ndifs «- renzen der blefigen Holzhauer mit bem Forftamt Giefren sind erireulicherweisi nunmehr beigelegt. Die Arbeiten hoben gestern begonnen und werden ungefähr acht Wochen anbauern Es werben anndbernb 400 Festmeter Stammholz unb 300 Festnieter Brennholz gc- ichsaaen werden Während in früheren Jahren bte Rotte bi« zu 32 Mann stark war. sind es In diesem Jahre nur acht Mann Di« geringe Stärke derselben ist auf den guten Sang der Gnbuftrle zurückzulühren. Bg Grvfren-Buseck, 10. Gan. Am Sonntag hatte der Gesangverein ..Sänger- kranz" zu seiner diesjährigen Wintervcranstal- fung eingeladen. Der DvrUtzende Äarl Gröber hieb die zahlreich Erschienenen nach einem De- arüftungschvr willkommen ölnige wohlgeiungene Chöre. ein flott gespieltes Theaterstück und einige humoristische Darbietungen sorgten für die Unterhaltung btt Gäste. Sine Verlosung und Tanz beschlossen die Veranstaltung. Beuern, 10. Gan. Dieser Tage fand hier die erste Veranstaltung des hie igen Vv l k S- bildungsvereins für diesen Winter statt. Prof. Dr. Helmke, Giefren, sprach bei dicht- gesülltem Saale unter Vorführung einer groben Gabi von Lichtbildern über Schmuck, Waffen unbOeräte in vorgeschichtlicherZeit. Die sehr deutlich gegebenen Bilder stellten zumeist von Pros. Dr. Helmke selbst ausgegrabene Stücke dar, die sich zur Zeit im Giebener unb Friedberger Museum befinden, unb zeigten die fortschreitende Gntwickelung in der Herrichtung von Geräten, besonders von Töpfen, zum Teil kunstvoll geformt und verziert, sowie Wassen und Schmuck aus der Stein- unb Broin> Sehr schön erhaltene, kunstvoll geformte Hal«- unb Armringe. Nabeln aus Bronze, sowie die primitiven Waffen und Ausrüstungsstücke unserer Vorvvrfahren wurden den aufmerksam Zu- bbrenben vor Augen geführt. Auch einige schön« Ciüde aufl unserer Gemarkung, vor drei Jahren in der Haunbach auSgegraben. wurden gezeigt. Di.' dreistündigen au«g.z ichneten Ausführungen wurdest mit grober Aufmerksamkeit ausgenommen unb ernteten reichen Beifall. Pros Dr. Helmke, der in unserem Orte kein Jreni- ber ist. beabsichtigt in nächster Zeit einige Hügelgräber in der Struth zu öffnen, um feststellen zu können, ob es ein und derselbe Volksstamm wie in der Haunbach war. der dort vor 4000 bis 5000 Gohren gewohnt hat. Der Vorsitzende sprach zum Schlub die Hoffnung au«, den Redner auch im nächsten Winter wieder in einer solchen tung begruben ,u sonnen. Neinharbshain, 10. Gan Nachdem die Grundstück-Übergabe bei unserer (§s zogen drei Burschen wohl über den Mein .... 'Roman von Erica Grupe-LÖrchtr. 14 Fortsetzung Nachdruck verboten Dann raffte |k sich auf. Und al» sie nun auf bem Läufer vor den Üogenreihen schritt, batte ihr (Bang bereit» wieder elroit von ihrer graziösen Sicherheit, ileberrascht sah lüetroarl auf. al» fit nach fo kurzer Zeit schon wieder eintrat. — Stemmt Raymond?" fragte er. sich fchnell erhebend. ..hast du Ihn so bald schon gefunden!?' .,9tem. Komm, wir juchen ihn letzt zusammen. Bleibe heute fltenb immer bei mir Dktroart.“ sie legte ihm ihre Hande auf die S titulier und sah ihm unter IdxDtrem Herzklopfen in die Augen ..Unb komme morgen zu meiner Mutter, und bitte sie um meine ftdnb." Dritte» ftapitel. Ptetokirl schritt wariend auf dem Bahnsteig eine» kleinen, nor^ran ^hlrtten Bahnhofe» aut und ab. din Sommerhimmei vom relnflen tMau spannte sich über da-.' wellenförmige. grünende Landschaft »bild. Ommer wieder spähte sein Auoe der hiNldxn Rich, hing entgegen. Erwartung »volle Freude In seinem Biuk und doch von Ernst überf (hattet konnte e» möglich fei», haft er Melusine. seit über vier C^ibrtn seine heimliche Braut, hier mitten in den Girren de» Kriege» oben in einer Utappe Nord- sronkrelch» erwarten durfte? Da bog der Zug, von einer nahen Kurve her plötzlich ausiauchend zum Bah'.Hof ein. tfr richtete sich straff aus. sein Auge überflog die Dogen, lln. willkürlich hielt er vor Spannung, vor l.chmuchtiger ikrwartung den Diem fefunbenlang an. Dann ging e» rote ein schlag von Areude durch ibn. Da» er bl» zum letzten .'lugenblick kaum zu erhoffen gewaat erfüllt« »ich seht. Don au» einem Kuoee zweiter -laste stieg eine junge Tarne bereu». Al» einzige Zto-'istin zwifchen mehreren eolbulen. btt der Zug hier an ihren Ve» ftlmmungeon auf einer Bahnlinie zweiter Ordnung getragen SÄcluiine* (Jr muhte sich Ml 3oum halten, um iOre-i Romen nicht ben>u»yirufen, «he sie noch che-en schmalen Buntes Allerlei. Ciae 5chvi«, die zu den Kindern kommt. Efn paar hundert Kinder leben bn nördlichen Kanada und zwar besonders in der Provinz Ontario, die bisher keine G lg nfyr.t zum Schul- b.-fuch hauen. 3axir reichen die Stahlwege der Eisenbahnen auch bis in diese Geb.ele. aber sonst dring' zu diesen einsamen ^ cfrLungai keine geistige Anregung, und viele Wtrrn find nicht imstande. die Kinder In fern gelegene Schulen zu 'chicken Die kanadische Negierung hat daher den Plan ausgenommen, die Schule zu den Kindern zu lenden, wenn diese nicht zu Ihr kommen können. Die kanadischen Gil en bahnl in ien Haden sich bereit erklärt, einig? Schulwagen rn.tzu- sührrn, die zu diesem Zwecke besonder« gebaut worden find Jeder Sch al wagen enthält einen grofycn und las igen Schulraum und eine Wohnung für den Lehrer Etwa die Hälfte des geräumigen Waggons wird von dem Unterrichtszimmer eingenommen. Da gibt es ein Dutzend Schulbänke, die für gröfrere und kleinere K nder berechnet find. An der g-gmüberliegenden Seite, die belanders h-ll erleuch'et ist. steht die Tafel und kann die x-irte aufgehängt werden: hier ist auch da« Katheder des Lehrers. Liese Wandschränke. die in den S iienwänden eingebaut sind, en halten die Schulbibliothek, die au« den Schulbüchern und einer Leihbibliothek für K.nfrcr be- stebt, aber auch eine Aöt.ilung für die Drohen auf weist Auch an einer Schulglocke fehlt es nicht, die mit weithin schallendem Auf die Kinder rinlädt. Hinter dnn Schulraum befindet sich da« Schlafzimmer des Lehrer« und daneben eine Küitze. die mit allem, vom Ofen bi« Aum Eiskasten. au«geftattet ist. Die Wigen besuchen im Lause eines Monats sechs v r'chiedme dieser weit verstreuten D.nn infren In Ontario und bl Iben immer drei bl« sechs Tage da. Während dieser Zeil verbringen di- Kinder einen groben Leck des Lage« in der Schule, und wnm der Schul- Wagen weiterfährt, bclomm.m sir Hausarbeiten, die sie In der Zwischenzeit erledigen müssen, bi« der Wagen zurückkehrt. So wird für einen Zusammenhang des Unterrichts trotz dar groben Pausen gesorgt. Die Qcfrr.-r find unter dem Gesichtspunkt ausgesucht, frafr fie die Verhältnisse de« kanadischen * und das W sei feinet Bewohner gut kennen. Der Gnfpcktor dieser fahrenden Schulen, Dr. McDougall, erklärt, dah sich bfe Einrichtung bisher vortrefflich bewährt habe. ..Die neue Schule wirkt aus hie Kinder wie eine Offenbarung", meint er. ,Ghre leuchtenden Augen, die unverwandt auf den Lehrer gerichtet sind, zeugen deutlich davon, dah ihnen die Schule nicht als 3a>ang erscheint, sondern als ernt langersehnte Möglichkeit, die ihnen mm eröffnet ist. Gn meiner langjährig m Prußis als Schulmann habe ich niemals vorher fo aufmerksame. lerneifrige und H eifrige Klassen gesehen." Ivie man sich In China da» Opium — abgewähnl Die Opiumbelämpfung des Völkerbundes hat zwar in Ehina äufrerlich zu einem Erfolg geführt, mdem der Genufr von Opium offiziell verboten worden ist. und der chinesische Vertreter beim Völkerbund erklärt, dafr das Opi um verbot im himmlischen Neich eine voll ndete Tatsache ist. Gn Wirklichkeit aber sieht die Sache ganz anders au«, wie der Pekinger V.tlch erstattet des .E»- celfior" zu melden weih. Auch das OpiumtKtbot wird von den Machthabern als reiche Einnahmequelle behandelt. Die dem Opium Verfallenen müssen sich die Droge natürlich abgewöhnrn. und während dieser Zeit kann man ihnen da« füfre Gift nicht ganz entziehen Sie erhalten allo für die Zeit der Entziehungskur eine .Ant opium- Lizenz" für 10 Dollar, die ihnen den Genufr des Opium« vorläufig weitet gestaltet, und dazu müssen fie noch ein Zeugnis für einen Dollar kaufen, durch da« fie vor Bestrafung geschützt sind. Diese GtlaubniS gilt nur eine Gellang. Wenn man sich aber auch dann noch nicht ganz des Opium« entwöhnt hat, kann man ein .Ab- ftinen^zeugnis" für 30 Dollar kaufen das den (Beirut) des Opium« auf unbestimmte Zeit ae- stattet Eine Lizenz, durch die der Besitz und der Kauf von Opium für straffrei erklärt wird, erhält man in Gestalt einer Besch intgung. dafr »das Opium vernichtet wird". Eine Erlaubnis, eine Opiumhöhle öffentlich anzukündigen, kostet 1000 Dollar das Gahr. und dazu braucht man noch eine andere Urkunde für 400 Dollar den Monat, die das Recht des Opi um Taufe« im groben gestattet. Während so unter dem Schein fre« OpiumverbotS der Genufr den Zahlenden ermöglicht wird, ermutigen die Behörden zu gleicher Zeit die Mohnanpflanzungen und fordern geradezu zur Bestellung der Aecker mit Mohn auf. Als man Tschang Tsung iXfrang, den Gouverneur von Schüttung. auf diese von ihm selbst mterzeichnete Ausiord rung zum Mohnanpslan-m bintoie«, sagte er; »Wie soll ich einen genauen Plan für die Bekämpfung dieser Pflanzungen aufstellen. wenn ich nicht genau torifr, wie viel angepslar.z' wird?" Gedensalls di ml das ganze Verbot nur dazu, dafr die chinesischen Beamten den Bauern, den Händler und den Verbraucher der Droge nach Möglichkeit brandschatzen. Selbbercintgung schon im Gahre 1923 erfolgte, läfrt das Äudurbauamt jetzt noch verschiedene Kulturarbeiten verrichten. So wurden in diesem Winter wieder 160 Raummeter Blaubafaltsteine angefahren, um an den EhaussierungSarbeiten des alten Grünberger Wege« weiterzuarbeiten. Ein grober llcbelftanb in unserer Zeldgemarkung ist, dafr die bei der Feldbereinigung projektierte Drä nage nicht durchgesührt worden ist. Da nun einzelne Landwirte für sich dränieren, wird da« Zustandekommen einer Desamtdränage immer aussichtsloser. — Gn unserem etwa 350 Einwohner zählenden Dorfe betrug im Der;(offenen Gahre ole Zahl der Gestorbenen 4. Geboren wurden 5 Kinder. Vor den Traualtar traten nur 2 Paare. n. Grofren-Linden, 11. Gan. Arn morgigen Donnerstag wird Goh. Weber V., der als Artillerist den Feldzug 1870/71 mitmachte, 81. und seine Frau Slisabethe. peb Birr. die jahrzehntelang in Diesten am Selterstor Obst verlauste, am 31. d. M 82 Gahre all. • Lang-Köne, 10 Gan. 9fm nächsten S'M» tag unb Sonntag findet hier eine große a ((gern c l n e Geflügelschau statt, auf bei alle Ühten Geflügel vertreten fein werben. Die Züchter unb Freunde de» Geflügels werben hier prächtiges Ma- terial sehen können. gr. Drüningen. 10. Gan. Am Gainstag- morgen gegen i Ufrr vernahm der Schuldiener Krämer beim Kohlenholen Im Schulkeller in dem danebenliegenden Keller der einen Lehrerwohnung ein verdächtige- Wafserge- räufefr. Ls stellte sich heraus, dafr dort au« einer durch den Frost undicht gewordenen Stelle der Leitung unterhalb des AbftcllhahnS sich ein ziemlich starker Was erstrahl gegen die Decke ergoß. Das Wasser hatte hier ein gröberes Loch ausgewaschen und stand in beiden Kellerräumen 10 bi« 20 Zentimeter hoch Nach Abstellen der Wasserleitung versickerte das Wasser allmählich fast vollständig. ohne größeren Schaben angerichtet au haben. df. Langsdorf, 10. Gan. Am Sonntagabend fand nach längerer Unterbrechung wieder ein Lichtbildervortrag der Liga zum Schutz der deutschen Kultur statt, der diesmal die stattliche Besucherzahl von 4 P».'- fonen auswieS. Baron t>. 11 n g e r n - S t e r n - berg, ein geborener Deutsch-Balte, referierte über die Baltifchen Randstaaten. Nach einem geschichtlichen Rückblick über ihr« Entstehung und Besiedelung schilderte er die heutigen, für unsere deutschen Brüder trostlo'en Der- Dältniffe. Mit Bedauern mufr feftqeftellt werden, dast dort im Baltikum die deutsche Oberschicht, hauptsächlich aus Grofrgrundbefitzem bestehend, m dauernden Ab nehmen begriffen ist, im Gegen- atz zu Finnland, wo die schwedische Oberschicht Aunimmt und somit einen Schutzwall gegen Rufr- land bietet. GS fehlt im Baltikum der kolonisierende deutsche Dauer. Bei einem Ansturm des Slawentums sind daher die baltischen Randstaaten leicht au überrennen und Oflpteufren wird Nachbar des oolscheMistischen Rufrland. Daher ist die Erhaltuna deS deutschen Elemems für u:. eine Notwendigkeit und Aufklärung am Platze Nach dem Vorträge zeigte der Redner noch etwa 50 gute Lichtbilder, die in anschaulicher Weise mit Land und Leuten tm Baltikum bekannt machten. Äupeefoffer aus bem Wagen geholt unb auf den Boden gestellt, ftanb Dietwart schon neben ihr. Sie hob sofort ihren Blick, da sie feine Stimme erkannte, itme brausende Freude rauschte in ihm. ab er ihre fjanb zu stummem Grüfte an feine Lippen zog. *21 her eine söniiliche Begrüftung war geboten. Der Bahnhof»kommanbant stand in einiger Entfernung und musterte da» seltene Schauspiel, eine junge Zivilistin hier unter den Ankommenden zu sehen. Zhr Blick überflog ihn schnell. Wie verändert war er feit feinem letzten Urlaub. Schmal die Züge, bleich die (Bernitt»färbe. Die Uniform zu weit, die starke llbmagerung nur unvollkommen verbergend. Und al» ihr Auge setzt an seinen Armen heradglitt, sah sie. dafr er die linke Aanb elngebüfrt hatte. Ur batte ja so gut gelernt, in ihren hübschen, ausdruckevollen Zügen mit bem beweglichen Mienenspiel unb den tiefen, dunkelblauen Augen zu lesen. Wieviel Freude und Glück und mikiauchzender lieben»- lubel war ihm da einst in den Stunden der Sonne und während der ersten ttrieaezeit bei leinen Urlauben em gegen geleuchtet! Um Jo deutlicher fühlte er jetzt roie diese brausende Freude de» Wiederlehens in ihr nicht den ersehnten Diderhall zu finden schien Diese Erkenntnis war roie ein leise brennender Schmerz. Sie hielt seine Nechte fefunbeiüana in der ihren k‘t und jagte al» erste, Dort der Vegrüftung mit danoem Forsthen Wie geht e» Raymond?" Doaienfr er auf ifrre Frage vorbereitet war, bedeutete ihm ihre Antwort doch Mühe ..Er lebt. Baroneste' Mit Meier Beruhiaung kann ich Sie hier empfangen. — Aber — er schweb: nach w-e vor in grofter Gefahr. — Unb leider ist die'e Lebensgefahr, die gestern fast zur Hostnungslosiakeit wurde, ja auch du bedauerliche Berechtigung für Sie geworden, Sbren Bruder hier im Lazarett degrüfren zu dürfen. Auch fie behielt die offizielle Anrede bei. da fie den Kommandanten Immer noch w ihnen herüber- blmjeln sah. ^Zch bad e» Ihnen danken. Dunvart. daft Sie mein Herkommen ermöolldX hoben! *td) roeifr e» Auch meine Mutter läfrt Ihnen taulenbmai banken. J» Ist |a fo etwa» Auster gewöhnliche« a>.i« mir da gew.hrt wurde ' (kr geb ihr he;, stummen Händedruck zurück O. niemand bester al» er Dustte wo» für Stixoer^' feiten. Formalitäten, Fragen, und Kückantworten bei allen möglichen Gnftanytn e» bedurft hatte, um bem todkranken Freunde den Besuch seiner Schwester hier in der Etappe zu ermöglichen! Unb doch war Dietwart sein Bemühen geduckt, den Wunsch des Freunde» zu erfüllen — und ihm selbst ein Wiedersehen mit der (Beliebten au ermöglichen, gerade nach den kaum verflossenen fürchterlichen Tagen. ..Darf ich ihn noch heute sehen?" fragte fie weiter. .2a. Baronesse! Wir hatten chm ja 2hre Ankunft nur al» möglich in Aussicht stellen können. Nicht stanz bestimmt. Wir todfrien |a nicht, ob Ihnen nicht tn der Heimat noch im letzten Auoenblick schwierig- feiten ober Umstände bereitet wurden." Das hätte auch wohl fein können! Besonders roetl wir Frauen nicht gut Bescheid in derlei Dingen roiHen. Aber Fritz Wenger hat sich der Angelegen- Heu mit ebenso viel Energie rote Taft angenommen. 2ch bin nun tatsächlich hier. Gestern mn biefe Zeit habe ich e» immer noch nicht glauben können." -Darf ich Sie zum Wagen bringen. Baroneste? Dir fahren gleich zum Lazarett, wenn e» Ihnen recht tft. damit Sie Raymond noch heute begrüfr.-n können, ehe da» Fieber gegen Abend wieder steigt." Dietwart» Gesicht erhtelt rowber einen ernsten Ausdruck, der stch im Laufe der letzten Jahre immer mehr in da» irische, vor Leben»kraft strahlende Man- nergesitht emgegraben. Der in der Nahe wartende Bursche eilte auf feinen Wink Herder unb ergriff da» Gepäck der Baronesse. Ein Änimperoxigen wartete vor dem kleinen Bahnhof»gebäude mit zwei unruhig scharrenden Pferden. Die Setten wände au» flatternden schwarzen Datix-tuchquadraren waren zur Hälfte angeknüp't. und boten Schutz gegen neu- g^cr.gc Blicke. Sie wohlre sich ihren Sitz hinter dieser Da.1),tuchwand und hatte Gelegenheit über die frei wr ihr liegenden Sitze in die Landschaft htnau». zu'pahen. wahrend der Bursti»e ihre Handta'che und ben stachen Aupeefoffer vorn beim Kurfcher oer- haute. Man stand tm Hochtomrner. Golden wogte da» reife Korn auf den fcch hebenden und senkenden bügeln der welligen Landschaft. 0n einer der Senkungen leuchtete üppiger W>efenqrund Zur Kechten bad i-ch ein sttrchturm im varockbau iu» dem Stadt- bilb berau» „®ie ld)on ist hier die Landichzst", meinte lie. als Dtenoon nun nach ihr den Sagen beftieg und chr gegenüber Platz nahm. ..Schon von ftreti Friedbckrg WSR Bad-Aauhelm, 10t Gan Gestern abend stürzte der Oberkellner M in feinem neuer bauten Hause die Kellertreppe hinab und mitt hierbei tödliche Schädel- perlelnngett Mrrie Schotte». 5 U I r i ft e i n. 10. Gan. Um auch tn den Krellen der hiesigen Bürgerschaft zu dem geplanten Bapnba» S ch o 11 e n—2 l s s e l b Stellung zu nehmen, von dem in den letzte» Wochen in den Kreisen der Vogelsberger Bevölkerung viel die Rede war trat der hiesig* Ortsgewerbeverein zu einer Versammlung zusammen. Bei der Besprechung des überaus wichtigen Planes, durch dellen DerwcrAie chung bte wirtschaftliche Erschliessung und Entwicklung des oberen 3cgcl«bp T' . :'me» Hand an feine Lippen. ..Liebste' Da ft ich dich jetzt hier Wiedersehen farni!" Unaussprechliche e nphnbungen standen In leinen Augen, al» er ihre sein geformte Rechte im freUgrau- |eibenen Ke^eHandschuh noch In der feinen hielt. .Vaü — roeii sie da» alle» nicht herdersehnte. Hochzeit mit ihm machen? Mit einem BerftürnmelNn? — Kiemoi» wieder würbe er sie al» riegonter Tänzer uab Goellfchaster durch die stunden jubelnder ue» benefreube d.ndurchfähren können. Stü:'.ich wurde chr stuge sich verletzt fühlen durch ferne Ber- ftummetung. GJortfefrung folgt) idi immer om tot* Ze» i» tim«- » MT. «“* " “m &"* 01 LI ’ii««-"»“•£ !Sch>°«« U*?SI a &|WM “,S* ßS*"- ?Ä*t w£ ;S-S .«S ■'* u* h von ®^‘fp8^ Jem**" ,. i'w’äiS’fi Md«? aetuft J i« l°L7'N *5 en. ™ mJM'» SsÄ Z7ZZ to-te *ä" *jä >b»d«, ÄZtz utra« Ift M Ä. ha V9* ** h ‘•^h UtmtrS ■“» ®‘*» X ^nben Bl?!. 8 ^nd bat rw^ Obcntttii^ Jj1} battro. t>n ■9 Volkstümlich jni 11 ^ktcn leint Luz. w brifen Hut. > deS mmlchltchm t als ein! fronten Organismus nrS feflelnten Dox. 'örer mit reichlich« llvr Iürker noch rungen auf Drach l-arate unb 2-p». pcflierigen Zuhörer eiten. 68 muh bank. Mt hirfige Dürer. 'Origen Qdhmg von ihre Vorträge auch i Schah ton grtzi. gefördert Hal, vor- Plenen Jahres von (je veranstalt d, bat- ’ Weife sechs von xrfität Liehen. - ►kfigen UklpurgJ- )rgelviriuvfcn Sur gelkonzert, bas nen Uebcrbhd über ;ufU tom Snte bd ahrhmterts brachte. M D.'such auf, wa< nstlerS -u bedauern eine faxbenftorfdie cher Stuft stehende r. - Dir Reicht« en st, Lantesabtti« ch in diesem Jahre mg in Meld am groben Saale tes seranstastung ist aU ig gedacht Von den iefem Lag fltrci» Biedenkopf. XX Rodhe 1 m a. d. Bieber, 10. Ian. Die hiesige Bürgermeisters rage Ist trotz zweimaliger Wahl bi» setzt noch immer nicht entschieden. Nachdem seither Büraenncisterstelloertreter Ludwig Hassel doch die Geschäfte versah, Ist nunmehr streieausschuhsekretär Habich aus Biedenkopf mit der Leitung beauftragt worden. Für Donnerstag, 19. b. TI., ist eine dritte Wahi durch die ®e- meindevcrtretung festgesetzt.' Die Kreisbehördc ist bekanntlich bestrebt, daß nahe Bieber mit Rod« beim zu einem großen Gemeinwesen au verschmelzen und an besten Spitze einen Derussbürgermeister zu stellen. # Holthausen b. Gladenbach, 10. Jan. Tiefer Tage hielt der hiesige Spar- und Dar- lehnskassenoerein seine 53. Hagptoerfomm- lung ab. Der Saal des Gastwirt» Happel war über- füllt. Der Vorsteher, Förster Neuhaus, begrüßte die Anwesenden, insbesondere di« Gäste, den Der« bandssekretär B e d e r (Frankfurt), Dr. Faller (Mannheim), Vorsteher der Derstcherungeabteilung de» Raiffeisenverbande» Frankfurt und Ludwigshafen, sowie Lagerhausoerwalter e i fr • Sieben- köpf. Rach einem kurzen Ueberblid über bas vergangene Geschäftsjahr berichtete Herr Bed über fenostenschaflliche lagetfragen. In längeren Aus- übrungen sprach er über Die Verbreitung des Genossen schaffgedankens in aller Welt, in ollen Zweigen von Handel. Industrie und Landwirtschaft, in allen Schichten der Seöölfcrung. Sodann ging er auf do» Wesen der Genossensciiasien, sowie die materiellen und besonders die ideellen Ziele derselben ein. Reicher Beifall lohnte ihn für die trefflichen Ausführungen. Roch größere» Intereste erregten die Ausführungen von rr. Faller, der als Jurist über „die Rechte beim Diefrkauft sprach. (Er kam dabei aus die Dährschaftssrist, di« Verjährungsfrist, die Uebergobe, den Annahmeoer-ug u.a. Au sprechen. Lebhafter Beifall wurde auch ihm für seine interessanten Ausführungen zuteil, an die sich eine lebhafte Aussprache onschloß, in der noch manche diesbezügliche Frage geklärt wurde. Die (Ergänzung»- wählen ergaben Wiederwahl der Vorst and»- unb Aufslchtsratsmltglieber vis aus einen Herrn, der durch einen jüngeren ersetzt wurde. Erst nach Mitternacht konnte der Vorstecher die sehr angeregt verlaufene Versammlung schließen. Ärtie Westerburg. 00 Westerburg, 10 Jan. Im südlichen Teile unserss KreiseS Multen sich seit zwei Jahren in verschiedenen Ortschaften Einbrüche, ohne bah der Täter ermittelt werden lomttc. Aunmehr wurde der in Mallmerod wohnhafte Anstreicher Joses G b e r t festgenommen und ihm sieben Einbrüche nachgewiesen. Der Bursche bat die ganze Zeit von den Grträgnissen feiner Ginbrüch« gelebt. In der Wobnung des Ebert sand man eine Menge gestohlener Wäschestüde, die zum Teil f t n r i d), tft nunmehr die behördliche Idubnt» zur Errichtung rtne» Troß-Licht- ' pieIfrause » im Aeii|e de» Restaurant» ,^ur Goldenen Rose' erteilt worden. LD5 Bad Homburg, 10. Ian. In einer Urabstimmung hatte sich bad hiesige Friseur- gewerbe gegen dce Sonntags arbeit «Uschieden, was sowohl In allen Kreisen der Einwohnettchaft. als auch ganz besonders frei den Kuttnterellenten auf lebhaftes B fremden frteft; würde doch ein Kurort, in dem die Kurgäste Sonntags keine Möglichkeit haben würden ich verschönern au lasten, txilb allgmt'in in V.rrus fomnwn. Aus Betreiben der Einwohnerschaft, der Behörden und der Presse hat d.-r Regieruitgs- präsibent nunmehr eine ^nllch.-idung dahingehend gefallt, daß Sonntagvvrmittags zu bestimmten Stunden die Ausübung des Friseurgewerbes zulässig Ist Gchule und tufffnbrf. Zur Förderung des deutschen Flugsportes hat der Deutsche Lustsahttverband. Berlin, eine grofr- zügige Altton In die Weae geleitet In einem von dem Vorsitzenden beS DSV. Stantsminister a. D Dominicus unterzeichnete Schreiben wendet sich der Verband an die Kultus- unb Unterrichtsministerien sämtlicher deutschen Länder mit brr Ditte um Unterstützung seiner Tätigkeit Der Deutsche Oustsahttverband Hal sich, seit Im Pariser Luftfahrtabkommen vom M.ii 1926 dem Veich. den Ländern und Grmeinben eine flnan- Siellr Unterstützung des Flugspotts untersagt wurde, die Forderung des Augspotts mit allen tbm zur Verfügung stehenden Mitteln ßlS wichtigste Aufgabe gestellt. Wie wichtig die Förde- rung des Flugsports ist, brr ja nicht nur Svlbfi- Stoed ist. sondern feine größte Bedeutung als ) tonte, des Verkehrs und der Wirt- chaf t hat. erhellt am besten aus der Tatsache, daß andere Länder den privaten Flugspon mit großen Geldmitteln unterstützen. So erhält z. B. in England jeder Svor.slteger, der bic Prüfung abfegt, vom S aal eine Prämie von 1000 Mk. Order ntug?grünb'1c Spvttftt'gerllub erhält für bie ersten drei Jahre feines Bestehens eine jährliche Beihilfe von ca. 13 500 CntL Jedem Klub werden zwei bis drei Flugzeuge zur Dcrsügung gestellt, unb darüber hinaus werden noch Sonderbeihilsen für die geflogenen Flugstunden gexablt 2lls wichtigstes Mittel zur prakttschen Flug« sportsörderung sieben dem Deutschen Lustsahtt- verband zwei Fliegerschulen der von ihm gegründeten gern innühigen Öuftfafrrt G. m. b. H jur Verfügung. Aus diesen Schulen werden zur Zeit etwa 100 Flugschüler im Jahr ausgebildet. Diese gegenüber der Riesen^hl flug- sportbegeistetter junger Leute geringe Zahl macht natürlich eine sorgfältige Auswahl der Flug- fchüler In bezug auf geistige und körperliche Eignung notwendig. Während bisher dsi-se Auswahl immer erst auf bet Flugschule selbst getroffen werden konnte, soll sie nunmehr schon in einer Art Vorschule getroffen werden Und zwar sollen, dem Beispiel des Essener Luftfahttvc-reins folgend, in allen größeren Städten, tn denen Luflsahttvereine sitzen. Zungfliegerkursc eingerichtet werden, tn denen die totereffierta Lugend gründlich theoretisch und bis auf die eigentliche Motorsliegerschulung praktisch soweit vorgebildet wird, daß die 3dl und damit die xoften der eigentlichen Fli'Herausbildung baim auf ein Minimum beschränkt werden. Der Luftfahrtverband bittet bi; Ministerien Me ihnen unterstellten Schulbehörden an- zuweisen. ihn bei der Auswahl und Ausbildung der ßuftfabrtjugenb nach Kräften zu unterstützen. Der Gedanke des D.-utsch n Luitsahtt- Verbandes, weitest 'n Kreisen der deutschen Iugmd Gelegenheit zu praktischer Betätigung In der Luftfahrt zu geben, wird petoifo überall begrüßt toerben; es wäre zu wunsch-n. daß er t>o. feiten der Schulbehörden weitestgehende V: - . r stühung fände. Vermischi:s. Schwerer DerfcßreunfaU in Berlin. Friedrich tratz« kam es zu einem schweren Verkehrsunfall, der auf die Nichtbeachtung der elektrischen VerkehrSfig- na Ie durch einen Autobusführer zurückzusühren lst. Dieser versuchte nämlich, trotzdem das .-alt gebietende gelbe Licht bereits ausgeslammt war bte Kreuzung bet Friedrich- und Jäger!,, aße zu überqueren. Sein Wagen stieß dabei nlt einem P f e r d e s u h r w e r k mit solcher ®<. alt zusammen, daß der Autobus die Rlchiung ocr^ir unb auf den Bürgersteig geriet Ein vor- übergehender Fahrs,uhliührer wurde schwer ret- letzk. so daß ihm in der Klinik ein Fuß ampu- tiert werden mußte. Auch der Führer des Autobus wurde mit erheblichen Verletzungen in bie Universitätsklinik übergetüfrrt, während der Kutscher des Pferdefuhrwerkes mit leichteren 7kr- letzungen davonkam Einsturz eine» maurischen Babe». 3n Ilemcen (Algerien) ist infolge der anhaltenden Regengüße die Terrasse eines maurischen Bades ein- gestürzt. FünfmaurischeFrauensindtot au» den Trümmern geborgen worben. Man be furdjtet, daß wesiere Badende bei dem Unglück ums Leben gekommen sind. Berliner Börse. „Berlin, 11.Ian. (WTB Funkspruch, Die Stimmung im heutigen Vormittagsoerkehr ist etwas beruhigter und auch sreundlicher. Die Hoffnung auf einen günstigen Reichsbankau-wels und auf eine Defchleuniaung der Freigabebill reg n die Unternehmungslust an, doch ist bis jetzt das Geschäft noch nicht erheblich. Man frört I.-G.-Farben mit 282V, AEG. 170^, Siemens 296 bis 296,5, Gesfürel 284,5 bis 285, Harpener 198, Rheinstahl 182. Am Devisenmarkt nennt man Pari» gegen London mit 124 02, Madrid 28,36 bi» 28^9, Mailand 92,15 bis 92,25, Reichsmark gegen London 20,47 bis 20,475 und London gegen Kabel 4,8740 bis 4^750. Sprödes und stumpfes Haar soll man monailtdj wenig ten; einmal In einer Vöfuna von 10 e 8aaarenfaiA in 250 cr Waller roafd en Bet Setolfluna dieser Regel werden die Haare schmiep- fa:w glänzend unb von seidiger Fülle. Anfang Ende Mein Inventur-Ausverkauf bietet große und sichtbare Vorteile. Die Preise sind gewaltig ermäßigt Auf nicht herabgesetzte Waren gewähre 10 Prozent Rabatt! Beachten Sie meine Reste-Abteilung. Mehrere 1000 Meter aus allen Abteilungen meines Lagers sind zusammengesetzt, welche teilweise zur Hälfte des Wertes verkauft werden. Die Restbestände in Damenmänteln verkaufe ich, um damit zu räumen, zu jedem annehmbaren Preise! Nützet die günstige Kaufgelegenheit! LudwiH Stern / 2 Bahnhofstraße 2 Lichtspielhaus Heute letzter Tag: Wochenendzauber Mit Harry Liedtke in der Hauptrolle Ab mörgen bis elnscbL Sonntag: 7 Akte nach dem gleichnamigen Roman der Berliner Illustrierten Zeitung von Ludwig Wölfl ID Ql Darsteller: Thomas Thurnelson . Jean Angelo Dorothy Thurnelson, seine Frau Margit Barnay Wilhelm Thurneiscn. sein Vater . Leo Peukert Bankdirektor Slroband . .......Jaro Fürth Isabella Stroband, seine Frau . Trude Hesterberg GlnaSi roband.selnoTochter HargareteNehlegel Helmuth, sein Sohn..........Otto Reinwald Pierre Marescot, Eintänzer.. Frnet Deat-ch Blanche, seine Freundin und Kollegin Ita Kina Betsy. Zofe bei Dorothy Thnrnelseu Betty Astor Ferner: Der Weiberfeind Spannende Wild-West-Komödie in 6 Akten Sowie: Die neuesten Eilberichte aus aller Welt AmSonntag. d. 15. Januar, vorm. 11 Uhr, veranstaltet die Direktion des Lichtspielhauses. Bahnhofstraße denl.Kulturfilm-Zyklus mit Vortrag des Herrn Dr. Hcrns. Otto Vanbel vom Geographischen Institut In Gießen Preise auf allen Plötzen Mk. OflO 1. Das Volk der schwarzen Zelte 2. Im Lande der Pharaonen 3. Das Rennen auf der Crestabahn Astoria-Lichtspiele Heute letzter Tag . Der rote Pirat Sensations-Groteske In 6 Akten. In der Hauptrolle: Rod Ls Hoquc Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Spuk im Schlofa Spannender Kriminalfilm in 8 Akten. In der Hauut rolle Laura I.b Plante Ferner Der Ehrengast Lustspiel In S Akten Sowie Der Professor mit dem Bubikopf Lustspiel in 2 Akten Demnächst bringen wir Im Lichtspielhaus. Bahn hnfatraße. den zweiteiligen Monumental Film: 1 Teil' Die Jugend der Kronprinzessin Louise J.Teil' Königin Louise mit lad; Christians in der Hauptrolle Gießener Konzertverein sollen versteigert werden: 391B des LubkaKoiessa Ter Borttaab. Äutriit. Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. 292D Bekanntmadiunü! Weiteres folgt! «*o Die Kirmeshnndien des Radklubs Germania, Diesen 402 25 rm rm rm rm 32,7 10,6 17,1 4,0 MllWe L', Sobltau e. 8. Slimiotelents Hoijongen Seeüedit BraiMjeOMt iföenöf Sarnlei Sonntag, 18. Januar, nachmittags 8 Uhr, In der Unlversltlts - Aula Fünftes Konzert Brennholzversteigerungen Aus den Waldungen der Stadt Gießen Eichenschetter Hainbutyen- und Eisbeerelcheiter Buchenknüppel Eichenknüppel (Klavier) aus Wien Werke von Baoh-BusonL Searlatti, Weber, Schubert u. Llhzt Der Beehsteln - Konzert - Hügel lat aus dem Pianobaus Schönau. Gießen. Eintrittskarten: Mk. 4.—, 8.— und L— bet Ernst ChalHer und abends an der Kasse. — Studeptenkarten: Mk. L— nur bei Treibriemen ui d noch o. a. Versteigerung bestimmt. Ludwig Harttneh Auktionator und Taxator, Neuenweg Tele Phon 1414.__________ MMMHWtHWHMMHW Zuckerkranke erhalt wichtige Aufklärung kostenlos durch Fr. Löw,Walldorf Fl8(Hessen) »SMStHtMHHHOSSSSMI A. Montag, den 16. Januar 1928 vorrnUlags 9% Uhr aus Abl. 77s des Stadtwaldes, Bezirk Försters Arft, Forsthaus Hochwart, 154,3 rm Duchcnscheiter Eisenbahn- Zahrbeamten-Vereln, Gießen LamStan, den 14. Fanuar 1928. nm 20 libr pünktlich in der Turnhalle am OSwaldsaartcu. hübet unier Winter fett verbunden mit dem 85-iäbnaen Gitttungsfeft statt. Wir bitten unsere Mitglieder undAn- gehörigen sich recht zahlreich zu beteiligen. Für genügende Umerhaltung Ist reichlich Torge getragen. 294D Karten für Verwandte und Bekannte können bei dem Vorsitzenden 16 «.U M.S 161.5 «7.5 87.23 M 84 t. % s « M 75 13.5 13.65 IS.U 187.25 137 13.3 I» IM 19.83 I« l«.T3 H» 25 1*1.5 IM 19.3 111.3 143.75 tiwWit Äetrtei.......c etabl». 1- »I 1 Cicv o OH.. . . 1 .1- 133.33 m.5 151.73 t-l! H'ch«r4ikM! 13.43 12, Ul Iß Banfnoleu W ame. u 161.73 IM l. IM IM II 113.13 9.»7 :. Lombardzinsfub 8 Prozent. io 10 13*.1 1*1.73 IM1.I3 M7 183.5 13.4* 73 1» 10 10 143.3 IM IM. 73 135 S 143.25 #1 I4S IS 12 15 4. IM 4.2*1 n »i 133 148 53 I 16 7 NI io 10 103.3 13« KU. 13 IM 3 3,41 113,M 81.1» 33.3 I« 5 > .5 V , 442 II U 10 10 I3S IU 387.5 432.5 »7 14* Ml. 73 Ul IM IM 1*7.5 38 75 7» 134 140.25 1*8 347.73 IM 1*3.3 1*7 Öklftnhn6rnn yik Pnata-i • Ä»!:.«caf8ni l-aantOmaim 3*3.5 137,5 31.15 14.73 143.5 1*7 133.11 333 138.5 153 75 IV.j Kiot e'c>edd«u«1deto -ritt Tt K.:3)lantrlb< 0 1*77 X« flnl Rblui «chukd m.i Ballet -*1(411(11 T»«Ol. Obre ftnJI ■ . »rantz Ocp .»t Oe r-r' anhinbtat »t Oo* -Font ciqo -Oo et?f F O ata <>»»kNeo«-cb laattoeril rutfwblber in.' 4* . eonnu ibunMo-Itnl. «elbrtt 4.10*4 C«Htn Ich eudeeri« 4 k k'icrieich «ui.rlti Ute * > Ungarn»« Ootbitc ^,.llutarttch«eia.-ttk u 1*10 4'7 . b««gl von im j * । Ungarisch« »r«n«nrte . 4 1 urf aeQiinlcia* v 1911 ♦ • turf Bagd«dda'an. Int IU • Iv 12 3tanMeri a. W •«rlln Ichlutz. i Uhr» Ä«r« Bur» vch uh t-tang R"re Nur- Tatam: 10.1. 11. L 10.1. II. 1. 3ta»ifcfun a. U. 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