Nr. 790 Erstes Blatt 178. Zahrgang Montag, 0 Dezember *928 ttr)d)ctni täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 roodjen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Geaalt. Fernsprechanschlüjje: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger (bte&tn. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drr |ejen vor der schmiedeten als die bestehenbeye. Ein Bürgertum, Gesch chte keine verbindlichen,oId)er Vertrage im das die untragbaren ßaftfg" als private Wege der „Srd der Rat, wie üblich, zunächst unter Ausschluß der Oesfentt chkeit seine Tagesord- r u n g genehmigen. Die bevorstehende Tagung, die aller Voraussicht nach noch am Samstag abgeschlossen wird, hat hauptsäch ich die Ausgabe, Ausführungsbeft.mmui gen für die Beschlüsse der letzten Bundesversammlung zu treffen, die besondere Maßnahmen zur inneren L> r ga nisi e - r u ng unb bamit zur Festigung h e 5 Völkerbundes bezwecken. Darüber hinaus wendet sich natürlich das allgemeine Interesse den politischen Gesprächen zu, die in den nächsten Tagen zwilchen den hier anwesenden Außenministern Deutschlands, Englands und Frankreichs stattfinden werden. Bei diesen Begegnungen handelt es sich aber im Gegensatz zum vergangenen September nicht um Verhandlungen, sondern lediglich um eine Aussprache über verschiedene weltpolitische Fragen. pariser preffestimmen gegen Gtrefemann. Er Hai an allem schuld. Paris. 10. Dez. (TU.) Der „3 n/a n * figeant", nach dessen Meinung StNll'ann bisher als ein Eckpfeiler für d'.e fr«* deutsche Annäherung hätte angesehen können, beschäftigte sich mit der An^^des deutschen Außenministers vor feiner Z ' rj1/"? Lugano an die ausländische Presse^^^^U schreibt dazu: Treu den Gewohnt plomatie seiner maßgebenden eiten und seines Volkes drehe 6tt ”a"n ” Wahrheit gerne den 3ad Wahrheit ihm unangenehm k'r a n?[ e i rf> im ob Stresemann vergesse, dahh t bVr ™ gegenwärtigen Augenbllck ch? nur ein Wort dernoe fei. Frankreich seiner ftn^wr^ zu sagen, um als Ro^el^ - Giresemanns Ankunft in Lugano. Tie Reise gut überstanden. Lugano, 8. Dez. (WTB.) Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann ist an der Spitze der deutschen De.egalion in Begleitung von Slaatssekre.är Dr. v. Schubert und dem 3ui"iüiaL des Auswärtigen Amtes, Miniiterial- direktor Dr. Gaus heute abend k..rz nach 6 Llhr mit dem fahrplanmäßigen Schu.e.lzug hier ein- getrossea. Zum Empfang des Rcichoautzenmini- sters hatte sich auf dem Bahnhof eine tausend- köpsige Menge eingefunden, darunter zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie, die Dr. Strese- mann einen sehr freundlichen Empfang bereitete und bei seinem Erscheinen spontan Beifall Latschte. Der Reichsminister, der die Reise gut überstanden hat, begab sich nach Begrüßung durch den deutschen Konsul Franken sofort mit seiner engeren Begleitung zu dem bereitstehenden Automobll. Viel beachte^ wird, daß anläßlich der Begegnung der Außenminister Englands, Deutschlands und Frankreichs, die sich bekanntlich aus Gesundheitsgründen seit März dieses Jahres nicht mehr besprechen tonnten, auch wieder die Rechtskonsulenten Dr. Gauß, Sir Cecll Hurst und F r 0 m a - ge 01 nach Lugano gekommen sind. Deachlet wird ferner der Umstand, daß seit ungefähr anderthalb Jahren der italienische Llnterstaals- sekretär im Aeußeren, G r a n d i, zum ersten Male wieder an einer Völlerbundsvcranstaltung teilnimmt. Der italienischen Delegation wird, wie man vernimmt, auch der italienische Rechtskonsulent P i l 0 t t i angehören. Sine erstellnserredung miwriand Tie Unterhaltung wird fortgesetzt. Lugano, 9. Dez. (WD.) Der französische Minister bes Aeuhern, B r i a n b, hakle heule abend mit Rcichsaußenminister Dr. Stresemann am Sih der deutschen Delegation eine Unlerrebung, die fünf vierlelftunden dauerte unb in freundschaftlicher Form vor sich ging. Bei dieser ersten Fühlungnahme wurden außer verschiedenen punkten der Tagesordnung des Böikerbundsrates, dem Briand präsidieren wird, auch eine Reihe polilischer Fragen besprochen und vereinbart, die Anlcrhaltung f 0 r l; u s e h c n. Eine Viertelstunde nach Verlassen des Hotels kehrte der französische Minister des Aeußeren wieder zurück, um dem englischen Minister des Aeußeren, Chamberlain, einen kurzen Besuch abzustatten Lauter „Mißverstandniffe". Stresemann stellt die Vertrauensfrage. Frankreich bleibt dem Locarnogcdanken „unverrückbar treu". Paris. 10. Dez. (Havas-Funkspruch.) Zu der Unterredung Dr. Stresemanns mit Driand berichtet Havas: Was Stresemann, otd er nach Lugano kam, vor allem wünschte — und diesen Wunsch hat er Driand unverzüglich zum Ausdruck gebracht —, war, eine offene vollständige Aussprache mit Driand über die wirklichen Ziele der Politik Frankreichs, und zwar sowohl zu seiner eigenen Deruhigung als auch um die a.gwöhnische öfsen liche Mei.iung und Deu schland aufzuklären. Es scheint, daß Die von S resemann gestellte Frage eine Vertrauensfrage in den Beziehungen zwischen Deu schlmd einerseits und Fr n eich-Engla d and rsei s £e,:efe.i ist. Bri nd, über diese Avsich en vollkommen u.i e. richt et, hat sicherlich keine Mühe gehabt, Stresemann die gewünschte Aufklärung zu geben. Roch einmal wird er an die zahlreichen Vorteile erinnert hrben, die Deu schland aus dem Abschluß der Abkommen von Locarno gierung 2lyala, im Anschluß an die Grenz- ca9ut und i n Paris unan- Wl ist le&igung erzeugt hat. kl*!1 Q?« « ß u n Knstische Auslegung nicht t i. gfaV brltif^cn ToI. 'v- M eine daß s->gar Berlin zu- fiebung aus dem Rhei^^e britische Zurück- bemerkt jedoch, zwischen^ zwecklos sein würde, Anschein, als unter st er Tatsache und Dem Berechtigung für eine Des? man die legale sten, bestehe ein h i m m e'9 bis zum äußer- schied. eiter Unter» Ein Friedensf«».^ der englischen £ib olgn< sichtlich der Reparationsfrage unter lebhafter Zustimmung gegen eine Lockerung des Transferschutzes und gegen neue Zugeständnisse zur Herbei ül-rung tiner früheren Räumung aus. Die Freundschaft zwi'chen Dem deutschen und dem österreichi chen Volke müs e gefestigt und verinnerlicht werden, wenn auch der politische S&eg von Wien nach Berlin nur über Rom und Paris gehen könne. Inner- politisch mü fen wir, so fuhr Dr. Stegerwald fort, auS der Kulturkampfatmosphäre herauskommen. Die Sllitlagspause des Parteitages war von den verschiedenen Gruppen benutzt worden, um Vorschläge für Die Vorstandswahl einzureichen. Siner dieser Anträge ging von Den christlichen Gewerkschaftern aus, die wiederum den Abgeordneten Dr. Stegerwald als einzigen Partelvorsitzenden in Vorschlag bringen. Ein zweiter Antrag ist von den Mitgliedern der Jugendorganisationen der Partei, namentlich von den Windyor st- Bünden, eingereicht worden und wünscht Den Abgeordneten IooS als Vorsitzenden. B.ide Anträge richten sich also gegen die Slbsicht des KonrprvmißvorschlageS Der Zentralinstanzen Der Partei, Der ein Direktorium von Drei Mann für Die Parteileitung vorgesehen ha te. Diese starke Opposition, Die in Den Anträgen offen zutage trat, machte es nottoenbig, daß Der bish rlge ParteivorstanD noch einmal eine Sitzung abhielt, in welcher er vertraulich Die Führers rage behandelte. Dem Parteitag wurde dann Der Professor am Trierer Priesterscminar, Prälat Dr. Kaas, als neuer Partelvorsitzender vorgeschlagen. Der Parteitag stimmte dem Vorschlag zu. Italien und der Friede. Mussolini kündigt neue Rüstungen an. Rom 8. Dez. (WB.) Die letzte Sitzung örc Kammer hat heute stattgefunden. Sämtliche Abgeordnete mit Ausnahme der Anhänger Salandras, Glolittis und Der wenigen Slational- kathollken waren i m schwarzen Hemd erschienen, ebenso der Ministerpräsident und Die Minister. Mussolini wurde -t.ie Huldigungsadresse überreicht, Die von sämtlichen saszistifchen SrbgcorDnetcn unterschrieben ist. SEuffolini ergriff Dann das Wort zu einer Rede, in der er zunächst kurz Die Errungenschaften des Faszlsmus auf innerpollttschcm Gebiete schilderte und Dann die Bedeutung des neuen Wahlgesetzes besprach. Auch daS Gebiet Der auswärtigen Politik wurde von ihm kurz berührt. Immer mehr werde jetzt von allen Selten vom Frieden geredet. Man habe sogar einen FriedenSver- trag, nämlich den Kellogg-Pakt unterschrieben, der so erhaben sei, daß er angeblich als überirdisch angesehen werden könne. Italien werde natürlich, falls noch andere FricdenSpakte kämen, sie sämtlich unterschreiben. Gewisse Leute behaupteten. daß dieser wunderbare Friede „Grober Unfug". Polnische Journalisten schicken sich fingierte Höllenmaschinen als Reklameartikel. Dem Berliner Vertreter des Krakauer.Ilustro» wany Kuper Cod'ienny", Heiler, wurde von einem etwa lö.ährigen unbekannten Jungen ein Paket überbracht. Da die Hersimst der Sendung nicht festzustellen war. und b i einer oberflächlichen Prüfung d.s Paketes Heller und sein Bruder verdächtige Anzeichen an dem Paket entfallen, übergaben sie Die Sendung der Polizei insbesondere ir.L Rück id>t Darauf, daß auf Der Krakauer Aedak.ion fas .Ilustro- wany Kurjer Eodzienny" sowohl wie auch Die Druckerei fas „Slowo Polsii' in Lemberg vor wenigen Tagen erst Anschläge verübt worden sind, bei Denen mit Sprengstoff gefüllte Pakete verwenDet wurden. Die Polizei hat den Absender fas Paketes, den Berliner Korrespondent des Posener Blattes Jtur- jer Poznanski", Dr. B e r n a t t, ermittelt. Der Ueberbringer des Paketes war der Gehilfe eines polnischen Schneiders, mit dem Dr. Dernatt in freundschaftlichen Beziehungen steht. Am Sonntag- oormittag Ist Dr. Dernatt, als man ihn eben vorführen lasten wollte, in Begleitung eines dritten oolnischen Journalisten bei der Abteilung la des Polizeipräsidiums freiwillig erschienen und hat dort über die Gründe, Die ihn veranlaßt haben, seinem Kollegen «inen so wunderbaren Streich zu spielen, Mitteilung gemacht. Er gab an, faß er am Donnerstag und am Freitag mit dem Journalisten Heller in einem CafS gewesen sei. Dabei sei der Anschlag auf den Herausgeber des ,Hlllistrowany Kurjer Eodzienny" in Krakau zur Sprache gekommen. Heller, der Korrespondent dieses Blattes ist, hätte bemerkt, faß es eigentlich eine ganz lustige Sache fei, eine Bombe geschickt zu bekommen. Außerdem fei cs eine große Reklame, und man könne sich von heute auf morgen einen bekannten Namen erwerben. Als sich Heller verabschiedet hatte, will Dr. Bernatt mit seinem Kollegen Meyer besprochen haben, daß sie Heller den Gefallen tun und ihm «ine,Höllenmaschine" in Gestalt einer K o n s e r o e n b ü ch s e mit einem Wecker senden wollten. Heller habe, so sagt Dr. Dernatt, wissen müssen, faß bas Ganze ein Scherz fei. Trotzdem habe er Feuerwehr und Polizei alarmiert und den Vorfall derartig ausgenutzt, faß in Polen noch am Samstag Extraausgaben der Zeitungen erschienen, in denen die Einzelheiten des „unglaublichen" liebet» falls ukrainischer Verschwörer auf einen polnischen Journalisten in Berlin geschildert wurden. Der Journalist Heller stellt Die Sache allerdings ganz anders dar. Er bestreitet nicht, scherzhaft gesagt zu haben, daß eine Dvmben- sendung ein« Reklame wäre, behauptet aber, keine Ahnung davon gehabt zu haben, daß feine Kollegen sich mit ihm einen solchen Köln, 8.Dez. kWTB.j Unter DeteÄignng von etwa 500 Delegierten aug allen Teilen des Reiches trat heute der Zentrumsparieitag hier zusammen. Sieben zahlreichen Mitgliedern der Zentrumsfratttonen fas Reichstages und der Landtage wohnten auch Di« preußischen Minister Dr. Steiger und Hirtsie'er sowie Reichsverkehrsminister v. Guerard der Tazung bei. Rach einer Reihe von Begrüßungsansprachen nahm als erster Referent Abg. Dr. Stegerwald daS Wort zu einem Slottrage, in Dem er u. a. folgendes ausführte: Rach dem gewaltigen Staats» und Wirtschafts- zusammenbruch mußten jene Kräfte, die daS alte Regime von Der Staats iüyrung fern gehalten hat e. nämlich Zentrum. SoztalDemokraten und Demokaten, unter unsäglichen Mühen und Schwierigkeiten überwiegend Wiederaufbauarbeit leisten. Eine andere Möglichkeit als die Republik war nicht vorhanden. Das Zentrum ist sich in den Kämpfen um die Führung der deutschen Politik darüber klar g toorfan, daß eine Mehthritsregienmg von rechts oder von links bis auf weiteres ohne aktive Beteiligung des Zentrums nicht möglich ist. Zur Wehrfrage erklärte der Redner, wer der Keinen deutschen Reichswehr größer Auf. galen zuweise als Die Verteidigung Deutschen Landes, falls man es uns gewaltsam wegzuneh- men versucht, oder die beton.hielt Wahrung Der deutschen Steutralltät, fei ein Illusionist. Die Synihese zwischen Friedenswillen und völkischer Selbstbehauptung her ustellm, fei die Aufgabe des Zentrums. Dr. Stegerwald sprach sich hin- orbnung soll in Aussich durch die zunächst die' rEn'SAÄS.s girner Distriktverfammlung, Die Ernennung des -* S« «eicnttr o$t £ mass-gt' luasuo-tn stur*oci»<» "orgwt j» Alt eitne Oitecn «eil atm -'-or 0k oc e«» $iat>o*tn »ttntngta tui> rn gtO groila- GABLER&C2 221®* FRANKFURT A M HANAUERLANDSTRASt.G 18 verehrlichen Mitglieder werden befonders darauf hin- gewieien, daß nach der Satzung das Wahlrecht nur bei perfönlicher Anwefenbeit und nicht mehr durch Lieber- fendung gefchlossener Stimmzettel ausgeübt werden kann. Weg. Verheiratung meines Mädchens suche ich ein junges, ehrliche» [10&4D Mädchen a. liebst, vom Lande, z. 1. od. 15. Inn. 1929. Krau Elisabeth Rebberg, Abend- Kein bei Grellen. 4. 5. Stadttheater Dienstag ll. Der., lO.Dtenslag-HD.-DdL von 20 bis 22'^UUr DerPfOZ8ßMaFjDogan (The Trial ol Mary Dogan) Ein Stück in SAkien von Bayar d Velller, für d. deiufche Bühne bearbeitet von Nudolvb Lot bar. WWA« in großer Auswahl zu verkaufen. An der Mcscckbrücke In Oer BaonOoffttoB? neuen W iimeno Astoria-Lichtspiele, Seltersweg 81 Ab heute bis elnschl. Mittwoch, den 1$. Dezember: Der Ritter von Texas Großer Sensationefllm in 6 Aki en. I. d. H.: Ken Maynard, der König im Sattel. Ferner: Der Don Juan von 50 Jahren Gormis VMcht btr Ausgeber o. Sielten- angebolea Ist tfl, die ein« gegangen ^getpcrbunnei» unterlagen (Zeugnisse, Zeugnilabschlist., Licht« bilder u.bgl.) schneNsten« wrtitfiuf.'Z)ieenden sind banfbar dafür, trenn man ihre 25tmühungen jur Erlangung ein. geeigneten Tätigkeit auf diese Meise unterstützt und sind aus diese selbstverständliche pflicht auch angewiesen. Gfatzerrev AttLSLSLV Dienstag, den 11. Dezember L 3„ nachmittag» 2 Uhr, versteigere ich im „Cöroen“, Aeuenweg 28, dahier, zwangsweife gegen Barzahlung: 10828D ein Goerz-Prismentzlas, zwei Bücher- fchränke, eine Kommode, ein Pult, einen Kleiderschrank, einen ovalen Tisch, zwei Schreibtische, eine elektrische Haarschneide, maschine, neun (Troupon Sohlleder, sechs Dutzend Hosenträger, fünfzehn Pack Hanfgarn, zwei Büfetts, zwei Chaise, longues, einen Teppich, verschiedene Ballen Kleiderstoffe, zwei Tischdecken, ein Dutzend Damast-Handtücher, drei Warenschränke, eine Ladenthcte, eine Kordgarnitur, bestehend in zwei Sessel und einem Tischchen, zwei Diwans, ein Klavier, ein Trumeau, ein Oelgemüldc. Voraussichtlich bestimmt: zwei Pferde, ein Sofa, ein Vertiko, zwei Steppdecken. TNöll Gerichtsvollzieher kr. A. in Gießen Jheringstraße 7 — Telephon 1239 (Stellengesuche) Junge Dame sucht Stelluna alk> »NlWltz od. Empfangsdame. Sckr. Angeb. u.08650 an d. Gieß. An», erb. | Verkäufe | Ein neuer moderner Fritoen^en nlsMilchwagcn ge- eignet, mit Patent- nchicn. 1« u. Livänn. eingerichtet, und ein fast neues PleniegeschiFr für Ein- u. Doppel- svirnner eingerichtet, hat UlUIg zu verk. Emil Brann. Stör «darf, LkretS Alsfeld. 108041) In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 6 Dezember 1928 bei der Firma Gesellschaft für Beton- und Lisenbetonbau mit beschränkter Haftung in Gießen folgern des eingetragen: Die Zweigniederlassung in Lichtenstein-Callenberg ist aufgehoben. Gießen, den 7. Dezember 1928. (10835B Hessisches Amtsgericht. Gesellschaltsverein e.V. (Club), Kietzen Einladung Die Mitglieder des Gesells hattsvereins e.V. (Club) werden in die aut Donnerstag, den 13. Dezember, 20.15 Uhr, im Gesellschaftsbaus anberaumte oräenfl-WiedenersammlimS eingeladen. Besticht die Bandeis- i c hal e Kan zelmann l Verloren: MON (Ben Jonson) | Slbüuflcben geg. gute Bcloyunng Kiö*. Lö roenaaffc22L^2“ Linoleum Teppiche Läufer Vorlagen durchgemustert und bedruckt Ferd. Nennstiel Plockstraße 14 _____ _________9495A Bedürft. tVrau findet Versorgung, wenn berufst. Frau mit 2 Kindern Auf» nabme bet thr findet. Möbel vorhanden.^ Schr. Angebote uni. 0S856 n. d. Gieß.Au». Schiuhlampe vom Auto verloren. Gegen Belohnung abtufleben Huhn. Rttiergafie. '"""l) ET । M ■■ | MÄ Qk I in großer Auswahl und In allen Preislagen. Hahn Möbelfabrik ■■l 111 Illi I Extra-Anfertigung zu jedem Zimmer passend 8 S aC^HSIl Löberstraöe Nr. 17 1'628* Polstermöbel Adam Wehrheim käs LU Qcrjhott' jn'acm ELlrni sr/i/i Ö5>1 Nr 290 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesseu) Hessen und die Neugliederung des Reiches Die Reichsreform in ihrer Voiksivirffchastlichen Bedeutung. Don Or. phil. et per. publ. Pau! Mombert, o. ö. praf. der wirt schaff!. Staatswissenschasten an der UniDcrfi/'df Gießen. ßion im Mittelalter und dann fortgesetzt bis ins 19. Jahrhundert hat die deutsche Volkswirtschaft schwer unter der politischen Zersplitterung und Kleinstaaterei gelitten. Am AuSgange des 13. Jahrhunderts verglich ein damals sehr angesehener ökonomischer Schriftsteller Deutschland mit einem großen Schiffe, das einen älebcrfluß an Steuerleuten habe, von denen jeder das Schiff nach anderer Dichtung frnllnken und nur seine eigenen kleinen Interessen verfolgen wolle. Als in dem zweiten und dritten Jahrzehnt der Dey von Tunis, der Pascha von Tripolis und der Kaiser vor Marokko durch Seeräuberei dec Schifffahrt der Hansastädte großen Schaden zufügten und diese fast unmöglich zu machen drohten, da wandten sich die S.ädte vergeblich an ausländische Mächte um Hilfe, und als dieses diese ablehnten, kam es zu Verhandlungen, in welchen von den Hansastädten allen Ernstes die Zahlung eines Tributes an diese Raubstaaten der Darbaresken erwogen wurde, um so die Sicherheit ihrer Schiffahrt zu erkaufen. Im Jahre 1829 wandten sich die Hansastädte, wie es in dem denkwürdigen Dokument deutscher Schwäche heißt: .untertänigft an den erhabenen und ruhm- würdigen Monarchen, den mächtigen und sehr edlen Fürsten, Seine Kaiserliche Majestät Sultan Abdurrhaman von Marokko" und erboten sich unter Englands Vermittlung einen Tribut zu zahlen, um ihre Schiffahrt zu sichern. In den gleichen Jahren etwa hat dann Friedrich List mit beredten Worten auf die Dachteile hinge- wiesen, welche dem deutschen Wirtschaftsleben aus der politischen und damit auch aus der wirtschaftlichen Zersplitterung Deutschlands erwuchsen. Jeder der 38 in Deutschland damals vorhandenen selbständigen Staaten betrachtete und behandelte feinen Dachbarn zollpolitisch als Ausland und erst der im Jahre 1334 geschaffene Deutsche Zollverein hat für D.allschland ein einheitliches Wirtschaftsgebiet geschaffen und damit wirtschaftlich das bereits in die Wege geleitet, was dann politisch im Jahre 1871 vollendet worden ist. Diese wenigen Bemerkungen aus der deutschen Wirtschaftsgeschichte sollten nur dartun, daß, wenn man heute bei uns von einer VersassungS- und Verwaltungsreform im Sinne einer Vereinfachung und Zusammenlegung spricht, daß das alles nur in gewissem Sinne die Fortführung und vielleicht die Vollendung von Aufgaben ist, die seit rund 100 Jahren bei uns im Gange sind*). Zahlreiche politische Widerstände stehen diesen Bestrebungen entgegen, aber WiErstände sind dazu da, damit sie überwunden werden, und diese Widerstände und der kleinliche partikularistische Geist sind auch heute nicht großer als damals, als es aalt, in dem Deutschen Zollverein vor fast 100 Jahren ein einheitliches deutsches Zollgebiet zu schaffen. Dieser Zollverein hat damals ein einheitliches Wirtschaftsgebiet in Deutschland schaffen helfen und vor allem auch unsere handelspolitische Stellung dem Ausland gegenüber erheblich verbessert. Wenn man jetzt bei uns darangehen will, zu weiteren Vereinfachungen und Reioimien im Inneren zu kommen, so liegt die volkswirtschaftliche Dcd utung solcher Pläne, wie auch damals, letzten Endes m der Kräftigung der deutschen Volkswirtschaft dem Ausland gegenüber. Es handelt sich dabei einmal um die Erschwerungen und Dachteile, welche für das wirtschaftliche Leben bei uns durch die politische Grenzziehung innerhalb des Reiches entstehen. Die politischen Grenzen fallen bei uns in Deutsch- •) Dgl. die Aufsätze Klute: Geographische Voraussetzungen in Dr. 283 und 284 des G. A. vom 1. und 3. Dez. und Aubin: Geschichtliche Betrachtungen in Dr. 287 und 289 des G. QL vom 6. und 8. Dez. land keineswegs mit den durch die Datur und die geschichtliche Entwickelung geschaffenen Wict- schaftsZebietcn zusammen und nur allzuoft werden diese letzteren durch die politischen Grenzen durchschnitten. Welche Dachteile daraus in wirtschaftlicher Hinsicht in der allerverschiedensten Richtung entstehen können, ist im vorigen Jahre in einer eingehenden Llntcrsuchung für eines der deutschen G.biete, welche in dieser Hinsicht mit am übelsten daran find, für Mitteldeutschland, gezeigt worden. (Mitteldeutschland auf dem Wege zur Einheit. Denkschrift über die Wirkung der innerstaatlichen Schranken. Im Auftrage des Provinzialausschusses der Provinz Sachsen, her- ausgegeben vom Landeshauptmann der Provinz Sachsen Merseburg 1927.) Die drei Regierungsbezirke der Provi.iz Sachsen haben insgesamt eine Auhcngrenze von 2428 Kilometer. Innerhalb derselben befinden sich aber nochmals 28 Enklaven, deren Außen grenze für sich noch einmal 1033 Kilometer beträgt. Wirtschaftlich durchaus gleicher.ige und auf das aller- engste miteinander verflochtene Gebiete sind durch^staatliche Grenzen gegeneinander ab gesperrt. Die Folge war, daß dann bei der Neuschaffung bestimmter Einrichtungen, wenn auch mitunter mit äleberwindung großer Widerstände, sich die Entwicklung nicht mchr an die veralteten Landesgrenzen g halten ha', sondern sie einfach negierte. Das gilt z. T. von den neugZchaffenen Landes- finanzämtern, dann noch mehr für die vor kurzem gegründetm Landesarbeitsämter, lenen die Qlr» bcitsvermittelung und die Durchführung der Arbeitslosenversicherung untersteht. Hieß es doch ausdrücklich in dem betreffenden Reichs gesetz, daß die Grenzen der Landesarbeitsämter unter Berücksichtigung »wirtschaftlicher Zusmnmenhänge" zu ziehen seren. Auch die Wirtschaft selbst ist schon lange über diese Tatsache der Landesgrenzen hinweg gegangen und schließt gleichartige Gebiete und Interessen zusammen. Das gleiche können wir ja im rhrin-- mainischen Wirtschaftsgebiet und in Hessen ve- vbachten, Gebiete, die in ihrer politischen Zersplitterung und gegenseitigen Verzahnung eine recht starke AehnliOeit mit den Verhältnissen Mitteldeutschlands aufweisen. Es braucht nur an den Wirkungsbc-r-ich des LandesarbeitSamtes in Frankfurt oder an die Verbände der Unter- nehmer, z. D. den mittelrheinischen Fabrikantenverein oder den Arbeitgeberverband für Lahn- gau und Oberhessen, hingewiesen zu werden. Wenn wir nun die Fragen betrachten, welche heute bei uns im innerwirtschaftlichen Verkehr eine größere Rolle spielen und innerhalb der Zuständigkeit der Länder liegen, so gibt es darunter zahlreiche Erscheinungen, für deren Ausgestaltung und Entwickelung die Landesgrenze kein Hindernis fein darf, wenn sie ihren Zweck erreichen wollen. Gerade an solchen Punkten erkennt man deutlich, welche Dachteile für die Volkswirtschaft mit der politischen Kleinstaaterei verbunden sein können. Man denke z. D. an den Ausbau und die Verbesserung des Straßenwesens, an den Dau von Kleinbahnen, an die Regulierung von Flüssen zur Bekämpfung der Hochwassergefahr, an den sich immer mehr ausdehnen- den Fernbezug von Gas, an die Fernversorgung mit elektrischer Kraft: frier hat man Fragen genug, die nur bann schnell und ohne Reibungen ihrer befriedigenden Lösung entgegengeführl werden können, wenn nicht zu viele politische Instanzen bei der ©enefrnrigung und Durchführung mitzureden haben. Daß dann durch unsere Kleinstaaterei die Masse cm Gesehen und Veroi dnungen ins Unerträgliche anwächst, so vor altem vort, wo verschiedene Länder fast ineinander geschachtell sind, liegt auf der Hand. In dem erwähnten mitteldeutschen Gebiet werden die Gesetze und Verordnungen von fünf Ländern in Berlin, Dresden, Weimar, Braunschweig und Dessau, erlassen. Der erwähnten Denkschrift ist zu entnehmen, daß für dieses relativ kleine Gebiet in den Jahren 1919 bis 1926 rund 3000 Gesetze, Verordnungen und Erlasse in Wirksamkeit getreten sind. Daß dadurch der ganze Gang des wirtschaftlichen Lebens ungemein erschwert werden muß, bedarf keiner besonderen Begründung. Denft man bann noch an die zahlreichen Enklaven, und daran, daß für wirtscha.ttich so eng Derjunb.ne und aufeinander angewie.ene Gebiete noch eine verschiedene Gerichtsbarkeit, verschied ne Grundsätze für die Verwaltung, verschiedene Vorschriften für Schule und Forlbil- dungSunterricht und für zah reich: andere wichtige Fragen mehr herrschen, dann sieht man ein. daß es sich hier doch z. T. um Zustände handelt, die aus die Dau.r immer unerträglicher werden müssen. D'.e Dach eile der damit verbundenen Vielregicrerei und so verschiedenen Gesetzgebung für das deutsche Wirtschaftsleben müssen dann vor allem deutlich werden, wcim wir auf andere große Staaten blicken, die dank einer günstigeren geschichtlichen Entwickelung nicht mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Wenn man auf diesen Gegensatz sieht, bann fallen einem die Worte ein, mit b.-nen vor etwa 100 Jahren Friedrich List die Folgen der deutschen Kleinstaaterei in zollpoli .i scher Hinsicht, dargestellt hat: „38 Zoll- und Mautlinien in Deutschland lähmen den Verkehr im Inneren und bringen ungefähr dieselbe Wirkung hervor, wie wenn jedes Glied des menschlichen Körpers unterbunden wird, damit das Blut ja nicht in ein anderes über- fließe. Hm von Hamburg nach Oesterreich, von Berlin in die Schw iz zu handeln, hat man 10 6iaa.cn zu durchschneid n, 10 Zoll- und Mautordnungen zu studieren, lämal Durchgan;S- zoll zu befahlen. W.r aber das ilnglüd hat. auf einer Grenze zu wohnen, wo 3 oder 4 Staaten zusammenstoßen, der verlebt sein ganzes Leben mitten unter feindlich gesinnten Zöllnern und Mautnern, der hat f:in Vaterland. Trostlos ist dieser Zustand für Männer, welche wirken und handeln möchten: mit neidischen Blicken sehen sie herüber über den Rhein,, wo ein großes Voll vom Kanal bis ans Mittelländische Meer, vom Rhein bis an die Pyrenäen, von der Grenze Hollands bis Italien auf freien Flüssen und offenen Handelsstraßen Handel treibt, ohne einem Mautner zu begegnen." Wenn sich nun darin ja auch alles geändert hat, so treffen diese Worte doch auch in abgemilderter Form, noch auf vieles dessen zu, oas oben dargelegt worden ist. Am deutlichsten vielleicht kann man die Dachteile dieser Kleinstaaterei für die Volkswirtschaft in ihren finanziellen Wirkungen feststellen. Dicht nur, daß die Realst uern, Grund- und Gebäude- steuer, länderweife sehr verschieden hohe find, dank dieser politischen Zersplitterung ist auch die ganze Verwaltung bet uns relativ teurer als in anderen Staaten. Was den ersten Punkt anlangt, so hat, um dafür nur ein Beispiel zu geben, eine neuere Verbsfentlichung des Statistischen ReichsamtS (Besteuerung und Rentabilität gewerblicher Unternehmungen. Einzelschriften zur Statistik des Deutschen Reichs Heft 4 1928) seft- aestellt, daß eine gleichgroße Unternehmung in der Gesamtheit an Steuern in Bremen 567 000 Mark, in Berlin 722 000 Mk., in München 830 000 Mark und in Rostock sogar 910 000 Mk. an Steuern zahlen muß. Die Erhöhung der Steuerlasten durch eine zu teuere Verwaltung ist freute ein ganz besonders wichtiger Punkt. Wahrend im Reiche tn den Jahren 1913/14 der gesamte Zuschußbedars der öffentlichen Verwaltungen insgesann 5,4 Milliarden Mk. betrug, erreichte er in dom 3afrre 1925/26 eine Höhr von 11,6 Milliarden Mk., hat sich also mehr als verdoppelt. Allein die Kosten her allgemeinen Verwaltung, auf welche es ja bei der vorliegenden Frage vor allem ankommt, sind in der genannten Periode von 387 aus 668 Millionen Mk. geftiegen. Wenn diese ganze Steigerung auch damit zusammenyängt, daß im Verlaufe dieses Zeitraums die Aufgabengebiete von Reich, Ländern und Gemeinden eine erhebliche Erweiterung erfahren haben, so haben wir gerade einer solchen Entwickelung gegenüber alle Veranlassung, unsere Ausgaben möglichst herabzudrücken. Es besteht keine Meinungsverschiedenheit darüber, daß dies durch eine Verfafsungs- und Verwaltungsreform in erheblichem Ausmaße geschehen kann. Goethe-Bund. Vortragsabend %ranf Zhietz. Den zweiten Dichterabend des Goethe-Bundes bestritt Frank Thieß mit einem Vortrag über ^Krisis und Deuordnung der Ehe". Wir bekennen offen, in Erinnerung an jene frühere Begegnung mit dem Dichter: es wäre uns lieber gewesen, und wir hätten es für fruchtbarer gehalten, wenn Thieß auch dieses Mal aus feinen Büchern gelesen hätte, anstatt über die Ehe zu sprechen, älnd zwar deswegen, weil wir es für unmöglich halten, daß eine Einzelpcrsunlich- keit, auch eine vom Range des von uns hochgeschätzten Dichters Frank Thieß, Maßgebendes über „ble Che" auszusagen vermag. Wir glauben vielmehr, daß eine Krisis in der Ehe immer nur von den unmittelbar Beteiligten ausgetragen und besprochen werden kann, ilnb wir sind trotz Keyserling, Lindsay, van be Velde und anderen, der Ansicht, daß „bie" Krisis „der" Che — vorausgesetzt, daß sie überhaupt besteht, was erst bewiesen werden müßte und vielleicht nie bewiesen werden kann, nicht durch eine generelle, öffentlich« Verhandlung des Gegenstandes zu beseitigen ist. älebrigens wurde das Bestehen einer Generalkrise vom Vortragenden selbst zu Deginu halb in Zweifel gestellt: jedenfalls aber fraben wir eine eindeutige Erklärung darüber vermißt, worin sie denn eigentlich bestehe. (ilnb immerhin hat d.e angebeutete Annahme etwas für sich, daß wir neuerdings, einer vorübergehenden Mode folgend, uns in eine Ehekrisenstimmung erst hineingeschrieben und frineingerebet fraben, die ofrne ein paar geschäftstüchtig verbreitete und überall biSiüiierte Sensationsbücher wahrscheinlich gar nicht eine solche Verbreitung gesunden frättej Thieß sagte etwa Folgendes: vermutlich sei die Ehe schon immer eine unvollkommene — ja tragische — Eemeinschaftsform gewesen, vielleicht sogar eben ihrer tragischen Grundgegebenheit wegen immer wieder erstrebt worden: möglicherweise sei das Streben nach der Ehe ein jahrtausendalter Irrtum. Sie sei weder die grüne Dlumenwiefe im Sinne mancher alten Tanten, noch die Hölle im Sinne Strindbergs. Aber es handele sich nicht um ein« Kris« der Ehe, sondern gewisser Formen, die etwa vor dem Kriege noch gültig waren: wir beftnden uns freute in einer Zeit des Kullurzusammenbruches und der durch den Krieg hervorgerufenen Kulturscheide. In diesem Zusammenhang wurde der Satz auf- gestellt: Doch nie hat die Liebe in der Ehe die restlose Erfüllung gefunden. Sollte in diesem Satz die Formulierung der vorausgesetzten Krise der Ehe (oder ihrer Formen) enthalten sein, so wäre zum mrnde,ten der Beweis dieser apodikti- fchen Behauptung zu fordern gewesen: keine kleine Ausgabe. Wir hatten überhaupt den Eindruck, daß Thieß sich stellenweise seine Sache recht leicht machte Mft gewissen witzigen Vergleichen und Formulierungen ist zwar leicht eine hübsche Publikumswirkung und verständnisvolles Kopfnicken im Sockle zu erzielen, aber nicht immer etwas bewiesen, geholfen ober gar aus der Welt geschafft. Zur Ablehnung der einschlägigen Literatur, tote sie später geschah, gehört gewiß kein großer krittscher Aufwand, aber an manchen, in die en Tüchern auigetocr.e e.i Problemen — wirklichen und von niemandem ernstlich bestrittenen Problemen — einfach vorbeizugehen, dürfte sicherlich nicht die Ausgabe eines solchen Vortrages, wenn sie schon gestellt wurde, gewesen fein. Wir denken an die vom Vortragenden selbst an* ge.ührte Tatsache des bedrohlichen Frauenüberschusses, die schließlich nicht mit bet Feststellung des Vorhandenseins von etlichen Millionen ^vertrockneter Mädchen" abzutun ist. Es wurde dann die Frage nach dem Sinn der Ehe gestellt und zunächst die Beantwortung von Staats wegen mit dem berechtigten Hinweis auf große- aus den Geburtenüberschüssen sich ergebendes soziales E.end abgelehnt. (Obwohl ein Staat nicht nur aus militaristischen Gründen an der Fortpflanzung interessiert zu sein braucht, wie Thieß es darstellte: entscheidend für den kulturellen Stand ist natürlich die Qualität, nicht die Ziffer der Bevölkerung, was nachdrücklich und mft Recht betont wurde.) Es wurde weiter gesagt: das sexuelle Element sei nicht in erster Linie für Glück und Wert einer Ehe ausschlaggebend. Der Rang einer Ehe bestimme auch den Rang der beiden in ihr vereinigten Menschen. (Eine sehr bedenkliche Behauptung I) Dann die Beantwortung der zuvor gestellten Frag« nach dem Sinn der Ehe: wechselseitige Ergänzung, Steigerung und Erneuerung: was ja allerdings seft Dietzsches berühmter Forderung keine sehr überrraschende Formulierung ist. Mft voller Berechtigung wandte sich dann der Vortragende gegen die aus dem Geiste der Gegenwart geborene Wendung zur Mechanisierung, zur mißverstandenen Sachlichkeit und Gefühlsleere, die wie alle übrigen Lebensformen auch die Ehe einbeziehen möchte. Er lehnte von den In jüngster Zeit aufgetauchten Reformver- suchen vor allem diese drei nachdrückllch ab: van de Veldes „Erotisierung", die von Frankreich aus propagierte Polygamie und das russische „System", das sich im wesentlichen auf einem äußerst bequemen Scheidungsparagraphen aufbaut. Uebrigend wurden auch hier wesentliche Probleme, tote die Polygynie des Mannes, nur eben im Vorübergehen gestreift. In der Ehe kommt es, wie weiter ausgeführt wurde, auf den freien Willen zu dauernder Gemeinschaft an. Ungemein sympathisch wirkte — entgegen allen modernen „Richtungen" — die Betonung des Liebesgefühls (das mit sexuellem Antrieb nichts gemein hat) als des erhaltenden Wesenskernes jeder ehelichen Gemeinschaft. Sehr überzeugend auch die Abgrenzung der Begriffe von „Ehebruch" und „ehelicher Untreue“. Alte Formen sollen gelockert werden: Freiheit des ehelichen Partners sei zu erstreben. Es gebe fein Rezept und keinen Fahrplan für die Ehe. Und — als gutes Schlußwort —: die größte Sünde wider die Ehe ist die Trägheit des Herzens. — y — Finkelstein, das Rechenwnnder. Dor Mitgliedern der Dalursorsche^den Gesellschaft und des Aerz evereins 'Berlin demonstrierte dieser Tage nach einem Bericht aus Danzig das polnische Rechenphänomen und Zahlenwunder E. Finkelstein, seine ganz außero-d.n lichen Leistungen, mi. freuen er Wohl alle lebenden Rechenkünstler in den Schatten stellt und mit denen er die interessierte Wissenschaft in Erstaunen setzte. Die D.D.D. becichen über die Demonstrationen u. a. folgendes: Die Vorführung Finkelsteins, die zum Teil mit fr?r Stoppuhr kontrolliert wurde, übertraf alle Erwartungen und Montag, 16. Dezember (928 Es ist leicht zu zeigen, nach wie vielen Seiten hin eine solche Ermäßigung der steuerlichen Lasten unser CEirt chas.Llcb.n günstig beeinflussen kann. An dieser StZle fei nur auf die Wirrungen auf den Arbeitsmarkt und die Lage der Arvefter- schast verwiesen. Was den ersten Punkt anlangt, so ist bekannt, daß unsere Warenausfuhr in erster Linie aus fertigen Warm bestehl. Es muß unser Bestreben fein, diese Gruppe der Ausfuhr mög.ichst zu steigern: je mehr fertige Waren wir näm.ich aus- führen, um) je mchr solche Waren, die möglichst viele Produktionsstadien bis zu ihrer Fer ig* stellung durchlaufen hab n, um so mehr Arbeitsgelegenheit und Arbeitslohn ist in i men enthalten, um so günstiger wird aJo der Einfluß auf den deutschen Arbei.smarkt fein. Gerade fertige Waren als grundsätzlich beliebig vcr.nehr- bare Produkte unterliegen auf dem Weltmarkt der schärfsten Konkurrenz, und eine Vermehrung der fertigen Waren bei der Ausfuhr kann nur ftattfinben, wenn wir in der Preisstellung Anstande sind, den Wettbewerb anderer Datlonen auf dem Weltmarkt erfolgreich zu bestehen. Daß cd dabei aber in erster Linie auf die Hohe ter eigenen Produktionskosten ankommt, und daß auf diese die Höhe der Steuerlast von Einfluß ist, bedarf keiner besonderen Ausführungen. Umgekehrt liegen die Verhältnisse bei der Einfuhr. Hier ist es für die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt wichtig, daß diese Einfuhr möglichst arbeitsextensiv ist, also möglichst wenig ferti 'e Waren enthält. Das wird um so eher der Fall fein, je toruiger das Ausland in tiefen Waten auf dem deutschen Markte wettbewerbsfähig ist. Sieben anderen Faktoren, auf welche an dieser Stelle nicht genauer eingegangen zu werden braucht, üben aber auch daraus die Höhe der eigenen Produktionskosten und damit auch die Höhe der Steuerlast einen wesentlichen Einfluß aus. Was den zweiten Punkt, den Einfluß der Steuerlast auf die Lage der Arbefterschaft anlangt, so ist hier mcht nur an die Steuern gedacht, welche der Arbeiter bei uns vor allem in Fornr von Verbrauchsabgaben unmittelbar selbst zu zahlen und zu tragen hat. Man könnte aber wohl daran denken, daß bet Ersparnissen in der Verwaltung gerade solche Steuern eine Ermäßigung erfahren würden. Dann würde der günstige Einfluß solcher Reformen für die Lage der Arbeiterschaft auf der Hand liegen Das gleiche wäre jedoch auch der Fall, wenn solche Steuern ermäßigt würden, die unmittelbar von der Wirtschaft gezahlt werden Bei dem großen Arbeitskampf, der sich jetzt in der nordwestdeutscheN Eisenindustrie abspielt, wird von deren Vertretern immer wieder darauf hingewiesen, daß die von den Gewerkschaften verlangten Lohnerhöhungen für sie wirtschaftlich untragbar seien und unweigerlich zu einer Preisheraufsetzung führen müßten Es ist aber leicht einzusefren, daß Steuererleichterungen für die Industrie die Möglichkeit geben, in der em sprechenden Höhe Lohn- Relgenmgen vorzunehmen, ohne daß damit gegenüber dem bisherigen Diveau die Produktionskosten steigen so daß sich dann Preissteigerungen erübrigen würden Alles, was die Produktionskosten der Industrie herabsetzt, mag das nun eine erfolgreich durchgeführte Rationcllisierung, eine Verbilligung des Zinsfußes oder ebne Herabsetzung der Steuerlast sein, eröffnet die Möglichkeit zu Lohnstetgerungen, ohne daß eine Erhöhung der Preise ftattfinben müßte. Daß aber allein solche Lohnsteigerungen für den Arbeiter von Wert sind, denen nicht bald daraus Preis- freraufsetzungen folgen, ist Rar. Diese kurzen Darlegungen mögen genügen, um zu zeigen, worin vor allem die Volkswirt schast - siche Bedeutung einer gründlich durchgeführ.en Verfafsungs- und Verwaltern gsresorm liegt. Der Rationalisierung, welche unsere Industrie an so wichtigen Punkten mft so großem Erfolg durch- gefüfrrt hat, muß auch eine rationelle Wirtschaftsführung unserer ganzen öffentlichen Verwaltung folgen Es kann frier, wenn wir kleinliche parttkularisttsche Bedenken beifeite lassen, und nur auf das Ganze sehen, etwas geleistet werden, auf das die Worte Geltung haben rönnen, welche der preußische Minister Motz, einer der verdienstvollsten Vorkämpfer der deutschen Zoll- eimgung im Jahre 1828, also gerade vor 100 alle bisher als Rekorde auf diesem Gebiete bezeichneten Leistungen. Zuerst wurde Finkelstein eine Reihe einstelliger Zahlen, etwa 30, diktiert, die er nach einem Blick auf die Tafel auswendig von links nach rechts und in umgekehrter Reihenfolge wiederholte. Danach wurden ihm 5 zweistellige Zahlen diktiert. Er erhob die Summe der Quadrate der 5 Zahlen in die zweite Potenz auswendig mit verblüffender Schnelligkeit. Ferner wurde ihm eine Menge Daten, Jahreszahlen, Worte, Telefonnummern usw. diktiert, die er seinem Gedächtnis blitzschnell einprägte. Er berechnete u. a. im Gedächtnis 9 in der 11. Potenz, berechnete aus dem Kopf mehrere Logarithmen, zerlegte mehrstellige Zahlen in vier Quadrate im Laufe einiger Sekunden, lernte dann ein in 25 Felder geteiltes Quadrat mit 25 Ziffern im Laufe von 15,1 Sekunden und rezitierte dessen Zahlenreihen in vertikaler, horizontaler Richtung sowie fr gar in der Spirale. Erstaunenswert war folgendes: Finkelstein multiplizierte zwei mehrstellige Zahlen int Gedächtnis, wobei er gleichzeftig laut in einem Buche las. Kein Rechenkünstler der Welt hat bisher eine derartig unglaubliche Teilung drr geistigen Kräfte femggebracfrt. Im schrit sichen Rechnen multiplizierte das Phänomen dteistelligs Zahlen in 2.7 Sekunden. Vierstellige in etwa 7 Sekunden. Ferner addierte er Reihen von, einstelligen Zahlen mit einer derartigen Geschwindigkeit, daß man überhaupt die Stoppuhr nicht anwenden konnte. Ueaeratl konnte fest- gcftcllt werden, daß die bestehenden Weltrekords ganz bedeutend geschlagen waren. Aus die Frage aus dein Publikum, wieviel Dezimalstellen der Zahl Pi er im Gedächtnis hat, nannte Finkelstein unter Kontrolle 330 Dezimalstellen. Finkelstein hat Hunder.e von Jahreszahlen, Loga- ri.fr.nen, Potenzen in einer jede Erwartung üuer» fteig.iiOen Menge im Gedächtnis. — Der Hochschulprofessor Dr. Hennig vom psychotechnischen Institut äußert sich ücec die Gedächtnisleistungen Finkelsteins, daß eine Erklärung streng wissenschaftlicher Art bis jetzt noch nicht zu geben sei. Er glaubt, daß das Phänomen dis Zahlenreihen^ so in sich aufnimmt, daß sie plastisch innerlich von ihm geschaut werden und gewissermaßen bei der Reprvdnflion das Geschaut- innerlich abgelesen werde. Fahren, ausgesprochen Hal: Gr hoffe, „ein Werk zu begründen, cm welchem nicht nur wir und unsere Zeitgenossen, sondern auch unsere Nachkommen Freude haben werden". • Als nächsten letzten Beitrag zu dem Thema .Hessen und die Neugliederung deS Reichs" werden wir einen Aufsatz von Professor Dr. Gme- lin über »Verfassungsrechtliche Gedanken zur Reichsreform" verüffent- liehen. _________________ Das Gtraßenbahnprojett Wieseck - Gießen. Zu unserem Artikel in Dr. 284 vom 3. Dezember erhalten wir von Gemrinde- rat Denner. 'Bürgermeister S cho m be r und Gemeinderat Werner (Wieseck). den Qkr.r:t.*rn Wiesecks bei den Straf en- bahnverhandlungen mit Gießen, eine Gr- widerrmg, die wir nachstehend im Wortlaut folgen lassen. Wir werden auf diese Ausführungen morgen kritisch zurückkommen. D. Red. Den Dechandlern sowohl wie dem Gemeinderat der Gemeinde Wieseck wird in einem Artikel drs „G eßener Anzeigers" vom 3. Dezemler 1928 der Dorwurf gemacht, als seien sie schlechte Berater der Gemeinde Wieseck in der Frage obigen Projektes gewesen! Ein Dorwurf, der fo einsettig erhoben ist, daß er den unterzeichneten Bevollmächtigten dec Gemeinde Wietecks alle Decan- lcrssung gibt, die Sachlage einmal in aller Oe ff ent» lichkeit so zu schildern, wie sie sich vom Ontetcifen» starrdpunkt der Gemeinde Wieseck und des Zweck- Verbandes Wieseck-AUen-Duseck aus gesehen ergibt: Dachdem es in 1925 zum Ausbau der GleL- trischen Straßenbahn nicht tarn, griff die Gemeinde Wieseck zur Selbsthilfe und richtete ihre Krastomniouslinie ein. W:eseck investierte dabei rund 110 000 Wk. Trotz hoher Zreauenz und guter Einnahmen wäre das Unternehmen, auf Wieseck beschränkt, nicht zu halten gewesen. So kam es zur Erweiterung der Kraitfahrlinle nach Alten-Buseck. Beide Gemeinden begründeten den Zweckvecband Wteseck-Alten-Duteck. Die Hessische Landgemeindeordnung bildete hierfür die rechtliche Grundlage. Hieraus abgeleitet regelten die Derbandssatzungen alle rechtlichen und auf die Detriebsiührung bezüglichen Bedingungen. Alten- Buseck ist gemäß Satzung mit 32 500 Ml. und Wieseck mit 83,500 Ml. beteiligt. Bald nach Au,nähme dec Be.riebserweiterung nach Alten-Buseck stellte sich heraus, daß zur Detoäl.igung des Der.ei-rsan.allZ i.n Spitzrnver- kehc dec vierte Omnibus notwendig fei. Es mußte somit ein weiterer Omnibus angeschasft werden. Zu der eigentlich damit verbundenen Stammlapttalserhöhung konnten sich die Gemeinden nicht entschließen, so daß die 2? 000 Mk., die der Wagen rund kostete, aus lau enden Do- triebsn.itieln bezahlt werden mußten. Reben dieser finanziellen Leistung noch Rücklagen zur Abschreibung dec älteren Wagen zu machen, mag wohl In Berlin oder Hamburg möglich sein: selbst In Frankfurt ist — soviel wir wissen — dies einem Personenbeförderungsmittel schon nicht mehr möglich. So kommt eö, daß daS Stammlapital zuzüglich der noch laufenden De- triebsfchulden aus dem Kauf deS neuesten Wagens per 31. Dezember 1928 noch 120 000 Mk. beträgt Daß diese Tatsache bei den Der Handlungen mit der Stadt Gießen für die Bevollmächtigten Wiesecks keine nebensächliche Rolle spielen konnte, sollte eigentlich auch von den Dertrelern der Gegenpartei eingesehen werden. Die Bedingungen, zu denen der Vertrag mit der Stadt Gießen zustande kommen konnte, waren: 1. Der Zweckverband muß spätestens zum 31. 12. 29 den Betrieb einstellen. 2. Die Verwertung des investierten Betriebs- tapitals, d. h. des Inventars und Wagenparks, ist Sache des Zweckverbandes, da eine Llebernahme der Wagen seitens der Stadt nicht in Frage kommen kann. 3. An einer Zubringerlinie Alten-Buseck — Wieseck hat die Stadt kein Interesse. 4. Wieseck zahlt an die Stadt Gießen 40 000 Mk. einmaligen Baukostenzuschuß. Unter diesen Umständen für Wieseck finanziell untragbar, gegenüber Alten-Buseck rechtlich und auch moralisch unmöglich, bot der Herr Bürgermeister Schomber im Auftrage des Oe- Lach« Vajarzs t Vornan von J. Echneider»Foerstl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 17. Fortsetzung Nachdruck verboten. .Schmutzig!" äußerte Maria kühl und schmiegte sich liebebedürftig an die Schulte: ihres Verlobten. .Wie meinst du das?" Hettingen hatte sich so heftig zur Seite gewandt, daß ihr Kopf von ihm abglitt, „Run!" Ihr Mund zeigte offene Verachtung. »Wenn ein Mann eine Frau nur deswegen nimmt, daß sie seinen zerrütteten Finanzen wieder auf die Beine hilft. — — »WaS ist bann?" Hettingens Stimme flackerte im Verlöschen. .Ich würde ausspucken vor einem solchen Menschen. Gerade gut genug sein, am dem Herrn Gemahl die Schulden zu bezahlen — und ihn mit dem eigenen Vermögen aus der Patsche zu helfen — ich danke!" Von Hettingen kam kein Ton mehr. Erft nach einer Weile sah er zu Richthofen auf. ..Die denkst du darüber, Poldi?" .Ich? Ich denk überhaupt über so was gar net nach Aber wann mich a Wadl gern hätt und ich käm auf d' Gant, dann tät ich ihr einen ganz reinen Heurigen ein schenken und tät sagn: .Schätzerl, ich wer mir wah scheinlich heut oder morgn 's Genick brechn. Willst mi Hal n? Wann s' mich dann wirklich gern hat, gibt s' eh ihren letzten Kreuzer für mich h>r, als daß mich -gründ gehn laßt. Und gibt s' ihn net her, hat d' Liab net recht viel taugt und iS ka Schad drum." .Ich danke dir, Leopold!" „Wofür hast du jetzt eigentlich gedankt?" frag Maria erstaunt. Der An wort wurde Hettingen übrrhoben, denn bet Wcgen stoppte vor dem hlllerleuch eten Eingang zum Durgtheater. Er hob die Braut au» meinderaLS Wieseck ven Bevollmächtigten Bet Stadt Gießen die Eingemeindung Wiesecks an. Aber dieses Angebot fand keine Gegenliebe. Rachdem sich diese Situation herausgebildet hatte, kam plötzlich das Angebot der Kraftverkehrsgesellschaft Hessen in Frankfurt a. M. Verhandlungen mit der Direktion der K.V.G H. erschlossen die Möglichkeit, ohne größeren Betriebsverlust für beide Gemeinden den Zweckoerband aufzulösen und damit überhaupt den Weg für den Bau der elektrischen Bahn nach Wieseck frei zu machen. Gemäß § 11 der Derbandssatzungen, die auch Im Besitz deS Gießener Anzeigers sind, kann die Auflösung des Zweckverbandes durch eine Gemeinde mit sechsmonatiger Kündigungsfrist bewirkt werden, wenn während zweier Jahre die geleisteten Zuschüsse höher sind als dte an btc Kündigungsgemeinde zu zahlenden Zinsen. Da diese Voraussetzung nicht bestand, erklärten die Vertreter der Gemeinde Alten-Buseck, eine evtl. Kündigung zum 31. 12. 29 nicht ohne weiteres akzeptieren zu können. Andererseits sah man aber auch ein, daß man Wieseck nicht ewig gebunden halten könne, nachdem sich nun die Stadt Gießen ernstlich bereit zeigte, ihre Dahn nach Wieseck zu bauen. Die Vertreter Alten-BuseckS erklärten sich dann mit der Liquidierung deS ZweckveröandeS einverstanden, wenn dabei Alten-Buseck das Verkehrsmittel erhalten bliebe. Diese Möglichkeit bot allein die Verhandlung mit der K.D.G.H. Die Vertreter beider Gemeinden im Zweckverbandsausschuß tarnen zu der ilebereinßimmung, mit der K.V.G H. die Verhandlungen zum Abschluß zu führen. Damit war auch der Aechtsgrund beseitigt, der der Auflösung des ZweckverbandeS hindernd Im Wege stand. Der Vertrag kam zustande und trägt den verkehrlichen Interessen beider Gemeinwesen weitgehendst Rechnung. Wieseck hat ein Verkehrsmittel, woran sich die Bevölkerung während der drei Jahre seines Bestehens sehr gut gewöhnt hat. Daß der moderne Kraftomnibus heute nicht mehr das schlechteste Verkehrsmittel darstellt, dürfte die Tatsache beweisen, daß die Stadt Wiesbaden an Stelle der seit vier Jahrzehnten eingebürgerten elektrischen Straßenbahn nun den ganzen Stadtverkehr auf Kraftomnibusse umstellt. Die Absicht der Stabt Gießen, die von der elektrischen Bahn nicht erfaßten Stadttelle ebenfalls durch Omnibusse verkehrlich zu erschließen, ist ein weiterer Beweis. Die Mehrbelastung deS Wiesecker Gemeinde- Haushalts um jährlich 10—11 000 Mk., die mit dem Bau der elektrischen Bahn zu obigen Bedingungen verbunden gewesen teure, bleibt für immer erspart. Rach fünf Jahren, d. h. nur vier Jahre später, wird Wieseck u. E. die elektrische Bahn ohne wesentliche finanzielle Belastung bekommen. Und schließlich ist Wieseck durch den Verkauf des Wagenparks in die glückliche Lage verseht worden, ohne neue Anleihen seine Hauptverkehrsstraßen zeitgemäß zu befestigen. DaS ist daS verkehrliche und wirtschaftliche Ergebnis bei dem Ausgang der Verhandlungen für Wieseck. Für die Gemeinde Alten-Buseck, von wo der Gemeindeverband Im Betriebsjahr 1927 105 000 Personen nach und von ©ießen beförderte, ist die getroffene Lösung ebenso befriedigt. trenn auch der Gießener Anzeiger die Interessen Alten-Dusecks mit keinem Wort erwähnte! Wir haben den Interessen der Gemeinde Alten-Buseck auch Rechnung getragen, weil wir der Ansicht sind, daß Derkehrsfragen In unserer Zeit nur von großen verkehrspolitischen Gesichtspunkten zu lösen sind! Gleichzeitig als Vertreter deS Zweckverbands- ausschusseS möchten wir nun noch auf einige, den Derbandsausschuß scharf kritisierende Stellen des Artikels eingehen: Der Gießener Anzeiger behauptet, eS sei anfangs des Zweckverbandes erhofft und verkündet worden, es würden ilcßerfdjüffe erhielt werden. Wäre das wahr, dann würden dte beiden Gemeinden bei der Beratung und Beschlußfassung der Derbandssatzungen nicht die Bestimmung aufgenommen haben, daß das Stammkapital mit nur 8/< des Reichsbankdiskonts, das sind bei einem Stand von 7 Prozent 51/* Prozent per anno, verzinst wird. Das bedeutet doch, daß die Gemeinden in der Satzung festlegten, die Differenz zwischen Soll- und Habenzinsen au tragen. (Ein Exemplar DerbandLsatzung hat der Gießener Anzeiger im Besitz.) Der Zuschuß in dieser Form betrug somit In den beiden Be- dem Wagen und schritt mit ihr die breite Steintreppe hinauf. 2n seinen Obren aber gellten Marias Worte nach wie die Mahner zukünftigen Unheiles. „Ich würde ausspeien vor einem solchen Menschen!" Rur zu bald würde die Stunde kommen, in der sie vor ihm ausspie. In die Loge tretend, sah er statt des Lichtermeeres graue Rebelschwad-n durch das überfüllte Haus ziehen. (Seine Mutter küßte Maria auf die Wangen, und der Vater hob ihre kleine weiße Hand, an welcher der Verlobungsring glitzerte, an die Lippen. Rings in den Dalkvnen lauter bekannte Gesichter und doch so fremd heute Weit, weit weg dünkten sie Joichim, gls lägen große Wasser zwischen ihm und ihnen. Sie können nicht herüberspeien, dachte er, fühlte den zärtlich besorg en Blick der Mutter auf sich niß?n und Leopolds forschendes Auge und zwang sich zu einem Lächeln. Ein Klingelzeichen zitterte durch das Haus. Wie wohl das Dunkel tat, daS sich jetzt über seine Sinne senkte. Er hielt die Augen geschlossen und ließ die Musik über sich hinfluten. „Schaut her — ich Hins!" sagte eine Stimme von der Bühne herüber. Gr biß die Zähne ineinander und tupfte mit seinem Taschentuche über die feuchte Stirne. Eine Hand schob sich kosend zwischen feine Linke. Es war die Marias. Aber er drückte sie nicht. -Heul schöpfet der Dichte kühn Aus dem wirkliche Leben Schaurige Wahrheit" klang es mit Lieberzeugung von unten herauf. Er zwang sich die Lider zu öffnen, und ließ sie nach minutenlange wieder sinken. Mißtönende Trompetcn.länge, Lärm von Trommeln, Schreien und Lachen, tönte zu ihn empor. Gequält legte er den Kopf gegen die Säule zu seiner Rechten. Fliehen dürfen, jetzt fliehen, gleichviel wohin, und wäre es nach den Ufern des Jenseits. Eine wundervolle Sopranstimme schwang sich in diesem Augenblicke an fein Ohr und riß alle Tore seines Herzens auf. kriebSjahren und beider Gemeinden 4350 Mk. — Und wieviel Zuschuß erfordert jährlich das Personenverkehrsmlttel Elektrische Dahn in Gießen? — Glücklich gehandelt wäre eS von Wieseck nicht gewesen, schreibt der Gießener Anzeiger weiter, noch während der Verhandlungen mit der Stadt Gießen einen neuen Omnibus einzustellen. Hierzu fei bemerkt, daß der OmnibuS bereits im Juli in Auftrag gegeben wurde, zu einer Zelt, wo noch keinerlei Verhandlungen mit der Stadt Gießen ftattge- funden hatten. Außerdem ist dies der Ersatz für den am Himmelfahrtstage verunglückten Omnibus, ohne diesen der Betrieb im Winter nicht aufrechtzuerhalten wäre. DaS sind Fragen, die man lediglich denen überlassen sollte, die für die Erfüllung der Konzessionsbedingun- gen die Verantwortung zu tragen haben! Und schließlich teilt der Gießener Anzeiger mit, daß die Stadt Gießen nun doch, und zwar ganz bald, die elektrische Dahn bis zur Gemar- hmgßgren^e zu bauen beabsichtigt. Rach Sag« der Verhältnisse, Investierung einer hohen Kapitalanlage ohne die geringsten Anhaltspunkt« über hie zu erwartenden Einnahmen, und ohne zu wissen, wie sich dann die Dinge nach 5 Jahren gestalten, eine solche Politik können wir bei der angespannten Finanzlage aller Kommunen, darunter auch die Stadt Gießen, schlechthin kaum glauben. Und sollte eS trotzdem wahr sein, und die Stadt würde neben dem Bestehen der Kraftfahrlinie tyre elektrische Bahn bis zur Gemar- kungsgrenz^ Wieseck bauen, dann wäre das dl« beste Bestätigung dafür, daß Wieseck nicht scsstecht. sondern sehr gut beraten war. Denn dann wär« es ja eine Kapitaldummheit gewesen, der Stadt Gießen, die ein sqlch großes Interesse an den Einnahmen aus btxn Wiesecker Verkehr damit bekundete, zu den Einnahmen noch 40 000 Mark zu zahlen. gez.: Benner. . Schomber. Bürgermeister. . Werner. Geschichten aus aller Wett. Die sonderbare Leidenschaft derMiß?horfrn — Paris. Jedes Straßenkind kennt in Baris die spleenige Amerikanerin, Miß Helene Thorsen, die. In daS Seineparadies verliebt, feit rund drei Jahrzehnten nur ihrer eigentümlich.m Passion lebt: sie Photographen de französische Hauptstadt! Rund fünfzehn lausend Aufnahmen, in denen in der Tat „tout Paris“ fest gehalten wurde, bilden das Kleinod des Fräulein Thorsen; alles, aber auch alles hat sie auf Platten gebracht, waS in Paris lacht, lebt und liebt. Don den prunkvollsten Palästen durch die Lumpensammler bis zu einem intimen Ecke d.»s Parlaments, die — wie soll man das nur sagen? — selbst der Präsident der Republik zu Fuß und ohne 'Begleitung au zusuchen pflegt... Die exaltierte alte Dame besitzt ein so großes Vermögen, baß sie sämtliche Angebote der Kunsthändler, Maler und sonstigen Sammler einfach ablehnen konnte, wenngleich man für d e einzigartige Sammlung horrende Summen angeboten hatte. Selbst nach ihrem Tode soll die wertvolle Lichtbildkollektion keinem angehören; sie muß vielmehr mit der Eigentümerin verbrannt werden. Miß Thorsen ließ sich nicht einmal durch die persönliche Fürbitte des Kulturministers erweichen, der die wertvolle Sammlung gern für den Staat gesichert hätte; sie verfügte bereits jetzt testamentarisch die Vernichtung ihrer Lebensarbeit. Kleiner Irrtum. (v) Budapest. In den Hauptstraßen der ungarischen Metropole kann man jetzt des öfteren ein seltsames Spiel beobachten: eine elegant gekleidete Dame tritt auf einen Herrn zu und heftet ihm eine Radel mit einem kleinen Wappen an die Brust. Hierauf streckt sie ihre behandschuhte Rechte aus und verlangt für wohltätige Zwecke die Mindestsumme von einem P e n g ö. Ein ungarischer Journalist unterzog sich nun der Mühe, einer Keser Damen zu folgen und sie bei ihrem „Handwerk" zu beobachten. Lös erzählt dabei u. a., tote ein Offuier der ungarischen Armee mit aller traditionellen Ritterlichkeit der Dame die betreffende Radel mit einem bedauernden Lächeln wieder zurückgab, wie ein junger Mann, der auf dem „Gebiete der Wohltätigteit" offenbar schon Erfahrung hatte, geschickt der dekorierenden Hand auswich, so daß diese ins Leere fuhr. Weiter sah der 3ournalift, wie di« Wohltäterin auf einen ziemlich korpulenten Herrn zutrat, der keineswegs elastisch genug war, um im richtigen Augenblick auszuweichen und auch, ehe er es sich versah, das glanzende Etwas im Knopfloch hatte. Aber anstatt nun seine Geldbörse zu ziehen, schrie er in Tönen höchster Erregung: „Retz men Sie daS Ding da augenblicklich wieder heraus, augenbltcfiKß, sage ich ...“ Die bedauernswerte Sammlerin hatte, wie man sieht, kein Glück, und Enttäuschung mailte sich nach so viel Mißerfolg in ihren Zügen. Doch da fiel ihr Blick auf einen sittsam daherschreitenden jungen Mann, dem man die provinzielle Herkunft schon von weitem an'ah. Offensichtlich lenkte er seine Schritte zum Ostbahnhof, um auf dem kürzesten Wege in irgendein Dors oder Landstädtchen Rumpf- Ungarns zurückzukehren. Er ging, mit feinem Köfferchen an der Hand, zu Fuß, offenf ich lich, um „Ich senk die Blicke zur Erde voller Angst, Daß ec mein böses Gewissen sähe. Gott, wenn er mich durchschaute! Jähzornig, wie er Ist, Geschähe wohl ein Unglück." Weit über die Brüstung gebogen, starrte Joachim nach Isabella Ieska, die als Bajazzos Weib unten auf der Bühne stand. Hebet die Mauer schwang sich Silvio, ihr heimlich Geliebter. Joachims Augen verschwammen. Der jetzt dort unten die Arme um die schöne Frau leg e, war fein Vater. Ein Ton en.schlüpfte seinen Zähnen, daß Maria erschrocken die Hand auf seinen Mund legte. .Joachim!" Die Silvios Lippen sich In die der Ieska gruben. Er sah die weiße Bank im Wintergarten zu Hause und die Diva eng an den Vater gepreßt, wie ihr Mund sich ihm bot in demütiger ilntertoürflgtett und Hingabe. Jedes Wort kehrte in fein Erinnern zurück. In dunkler verzehr endet Scham brannten ihm Stirne und Wangen. Seine Finger krallten sich um den roten Sammet der Brüstung und hingen sich daran fest. ,Lieber, was ist dir?" hörte er Maria flüstern. Er gab keine Antwort. Schweizen mußte er decken über seine und feines Erzeugers Schmach, daß die Menschen ihnen nicht ins Glicht spien. .Bist nur Ba,azzo! Bist ein HanSwurst nur! Lach doch. Schneid tolle Grimas'en! Hüll dich in Tand und schmin e dein Antlitz." tarn’8 von der Bühne herauf In Schmerz und Dcr- zwestlung. Dann ein lei es, erschütterndes W inen. Brände von tau end und wieder tautend Kerzen als der Vorhang fiel und ein rasendes D i all- klatschen der Wenge. Joachim taumelte von feinem Stuhle auf. .Bist du nicht wohl, mein Bub?" »Doch. Mutter." Er neigte sich über die weiße Hand, welche sein Gesicht emporhob. Eben sah er den Vater die Loge verlassen. Ob er zur Ieska in die Garderobe ging? — Er mußte eS teil en. Ehe Maria es noch beachtete, hatte er schon die Türe hinter sich zugedrückt. Im daS Fahrgeld für die Straßenbahn zu sparen» Auf ihn hielt nun die von dem Journalisten beobachtete Dame zu. DieSmal tnaßin sie bedächtig die goldig glänzende Messing-Radel aus ihren, Ettrl und hielt sic dem staunenden Passanten unter dte Rase. Dieser, etwa- verwirrt, ertötete leicht, stellt« fein Köfferchen auf die Grd« und duldete schweigend, daß ihm die unbekannte Schöne das Emblem ins Knopfloch steckte, sah sich bereits triumphierend am heimatlichen Stammtisch erzählen, daß eine Gräfin oder zumindest eine Baronin ihn, gerade ihn. unter Tausenden auSerwählt, um einer ganz besondere« Auszeichnung tellhaftig zu werden. Rach vollendeter Prozedur zog er tief den Hut, nahm fetit Köfferchen wieder zur Hand und wollte sich stol- erhobenen Hauptes entfernen. Doch die Dam« hielt ihn zurück und erklärte, es handele sich um eine Wohttätigkeitsakcion, die Radel sei nicht umsonst ... Der Pwvinzjüngling schluckte ein wenig, griff zögernd in feine Rocktasche und holte langsam seine Geldbörse hervor, öffnete sie ebenso langsam und entnahm ihr dann zwei Zehnsiller- stücke. „Em Pengö", sagte die verhaltene Stimm« der Wohltäterin. Jetzt überzog tiefe Röte daS Gesicht des Jünglings, Tränen standen chm in den Augen und mit einem Seufzer zog et di« Radel wieder aus dem Knopflioch, überreichte fit der Kriegerin für Budapests Witwen und Waisen und sagte mit dem Ausdruck tiefsten ßeetero- schmerzest „Dersuchen Sie mich zu per» g e ff e n. ...“ Die schwierige Braban^onne. (r) Druffel. Kunst und Pollttk de- Königreiches Belgien! stehen vor einer schwierigen Frage, deren Lösung erleuchteten Geistern zwischen Schelde und Ar- aonnentoalb schon herzlich viel Kopfzerbvechsir bereitet hat. Es handelt sich um die Abänderung der belgischen Rattonalhymne, der Draban^onne. Dieses Lied erfreut sich nämlich sowohl bd Dla- men als auch Frankv-Ddgiern keiner allzu großen Beliebtheit, da eS sowoh» textlich als auch melodisch nur schwer zu meistern ist. Die belgisch« Akademie hat nun oorgeschlagen, man solle dis Braban^onne nach dem ursprünglichen Text und nach der ursprünglichen Melodie fingen, so, wie eS tm Jahre 1830 bei Entstehung bet Hymne Dec Fall war. Schon atmete man auf, da man dachte, der Schwierigkeiten Herr geworden zu sein. Da meldete sich plötzlich Holland und erfläete, eS müsse in der Wiedereinsührung der Ür-Braban- tonne einen unfreundlichen An sehen, weil der Text von Angriffen gegen die Riederlande geradezu strotze. Sie haben'S wirllich schwer, dte armen Belgier, mit ihrer Braban- Conne... Der Ehrendolch der Afridi. (f) London, Bei ihrer Reise durch Indien hat dte an verschiedenen Orten so feindlich auf genommene Simon-Kommission des englischen Par- laimenls auch den kriegerischen Stamm der Afridi an der afghanischen Grenze besucht. Dieser Stamm hat, (tote die meisten anderen), Im allgemeinen sehr wenig Sympathie für dte Engländer, begrüßt jedoch die gewaltigen Der- rehrsverbesserungen. die die indische Regterung In ihrem Stammgebiet hat erstehen lassen, und Seitcngange stieß er mit SrHcrzog Ehristoph zusammen, der ihn unter dem Arm faßte und mit sich fortzog. .Sie hat wieder fabcl>ast gespielt! — Richt? — So oft ich sie in Ba.azzo sehe, läuft mir ein Grauen Übe: den Rücken. — .Ich habe es heute zum ersten Male oedbürtr sagte Joachim ernst. .AuS den wirkichenLebmtz schaurige Wa^hoi'." Der Erzher og suchte nichts hinter diesen Worten und strebte eilig den Garderoberäumen der Künstlerin zu. „Kommen 6'e einen Sprung mit herein, lieber Baron, ja? — Isabella Hebt eS zwar nicht, wenn ich zwischen den einzelnen Akten komme, aber heute kann ich nicht and rS. Mit dem Rachtfchnel zuge fahre ich ür ein paar Tage nach Ungarn weg. Da will ich ihr noch rasch Adieu sagen." »Ich möchte nicht stören, kaiserliche Hohrit." .Aber gar nicht, Hettin^e'U Ich glaube, Sie können ein Glas Wein vertragen, j.tz. Sie fefce« böse aus. Einen Augenb.ick." Er hi lt mit beiden Händen die Garderobeteau fest, welche eben aus dem Ankleideraum her Diva kam. »Wo len Sie uns der gnädigen Frau melden? — Oder ist anderer De.uch drinnen." ,Rur der Herr Dan.iec Het.Ingen — da können S' ungeniert neigehn, kaiserliche Hoheit, daS macht nix." Der Erzherzog hatte bereits den Fingecknöchri an die Türfüllung gelt'3t, als Joachim ihm die Hand auf den Arm legte. .Gestalten kaiserliche Hoheit, daß ich mich empfehle - ich Im selben Augenblick öffnete sich die Türe und Vater und Sohn standen sich gegenüber. Mn et dem Danller klang dte S.i.nme d.r Diva: .Mein Gott, Hoheit, warum kommen S denn alletocil so spät. Ich hab bloß mehr fünf Minuten zum Leben, die langen schon glei nimmer zum *Xb* schic dnehrr en." Mit beiden Händen zog sie ihn hinein. Ohne daß der Erzherzog es bemerkte, blieb Joachim zurück und schritt an der Seite des DoterS den schmalen Korridor entlang. (Fonjetzung folgt) Oberheffen. Landkreis Gießen, 00 Äleln-Clnbtn, 9. Dez. Seit Zogen hat die Reichspost wieder einen A u . neinfuhr. Der Anprall war ft> stark, daß die Karosserie des OpslwagenS vollständig zertrümmert wurde. 5)kat jetzt mit Unterstützung der Reemtsma- A.°G. in Al ona-Dahrenfeld im Verlag für 3n- dustriekul.ur in Leipzig ein Werk ersch.inen lassen. das in glänzender Weise die Olympischen Spiele in Amsterdam 1928 in Wort und Bild behandel. Das Buch trägt einleitend die Widmung: „Dem dm.scheu Spott gewidmet von der Reem.sma-A.-G. Al ona-Bahrenfe'd". Es enthält sodann das Dankschreiben des Reichspräsidenten von Hindenburg an die deu.sche Sportjugend, die auf der Olympiade. die deutschen Farben vertrat, ferner Aufsätze der hervorragendten deu schen Spvr.sührer Dr. Lewa l d, Dr. Meist, Dr. Diem und vieler anderer. Dazu kommt ein außerordentlich reichhaltiges Bildmaterial, b.is die verschiedensten Olympiawettkämpfe und die Sportler aller Nationen dem Beschauer vor Augen führt. Das Buch ist auf seinem Kunstdruckpapier gedruckt und sowohl im Schrif.d uck, wie auch in der Wiedergabe der Bilder eine vor.restliche Leistung. Der deutsche Sport kann erfreut fein über diese wertvolle Gabe. Wirtschaft. StWard In der Geldmarllerlelchterung. Nachdem in den letzten Wochen sich eine zunehmende Erleichterung am Geldrnattt infolge des Rückganges der Konjunktur und aus saisonmäßigen Gründen durchgesetzt hatte, ist oiefe Bewegung anscheinend jetzt zum Stillstand gekommen. Dies lirgt in erster Linie an dem Beginn des Geldbedarfs für das Weihnachtsgeschäft und den Vorbereitungen für die Finanzie- rung das 3ahresultimo, der besonders auch an die öffentliche Hand starke Zahlrmgsanfordernn* gen stellt. Der Novemberultimo ist nicht so leicht abgewickelt worden, wie man das in Anbetracht der günstigen Geldmarttverhältnisfe hatte erwarten müffen. Dies geht vor allem daraus hervor, daß die Reichsbank sehr stark beansprucht worden ist. und zwar sowohl auf ihrem Wechselkonto, als auch vornehmlich auf ihrem Lombardkonto. Die starke Beanspruchung des Lombardkontos deutet darauf hin, daß man sich bemüht, möglichst kurzfristig zu disponieren. Durch die starke Inanspruchnahme der Reichsbank, besonders kurzfristig. kann natürlich die Entspannung des Geldmarktes nach dem Ultimo nicht so schnell vor sich gehen Da der Geldbedarf für das Weihnachtsgeschäft immer stärker einsetzt, so ist es fraglich, ob sich überhaupt noch vor dem Dezemberultimo eine stärkere Verflüssigung am Geldmarkt bemerkbar machen wird. Wir hatten in unserem letzten Geldmarktbericht bereits auf die Bedeutung des Geldbedarfs der öffentlichen Hand zum Iahresultimo für den Geldmarkt hingewiesen Zweifellos ist die Verfassung des Geldmarktes im Dezember durch diesen Geldbedarf sehr beeinflußt, da die Kassenverhältnisse des Reiches im Dezember sehr schwierig zu liegen pflegen, besonders deswegen, weil besondere Einnahmen aus Steuern usw. für den Monat Dezember nicht auffommen. Am 1. 3anuar muß das Reich 180 Mill. Mk. Auslosungsrechte einlösen Ferner sind am 10. Dezember rund 100 Mill. ReichSwechsel fällig, die bei der angespannten Geldmarktlage kaum am Geldmarkt untergebracht werden können. Wie im Vorjahr dürfte das Reich wieder bei der Post und der Reichsbahn kurzfristige Kredite auf nehmen, um den Hauptbedarf der öffentlichen Hand zu decken Das schließt natürlich nicht aus, daß sich eine erhebliche Mehrbeanspruchung der R ichsbank zum Iahresultimo einfteilen wird, da ja auch Reichspost und Reichsbahn sich ihre Gelder erst besorgen müssen Die Reichsbank ist natürlich für diese Mehrbeanspruchung gerüstet, und es wird nach der Abwickelung des 3ahres- ultimvs, dessen Anspannung nur geldmarkttech- irischen Charakter trägt, die der Anspannung entsprechende Entspannung eintreten. Daß im 3a» nuar mit einer raschen Entspannung und Verflüssigung des Geldmarktes gerechnet wird, geht wohl daraus hervor, daß die Danken von allen ihnen zur Verfügung stehenden Geldbeschaffungsmöglichkeiten Gebrauch machen, um ihr Wechsel- material soweit als möglich im Portefeuille zu behalten, da man für 3anuar mit einer Diskont- ermäßigung rechnen zu müssen glaubt. • 'Die amtliche Großhandelsindex- Ziffer. Die auf den Stichtag des 5. Dezember berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche um 0,2 v. H. auf 140.0 (140,3) gesunken. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstosse um 0,7 v. H. auf 133 9 (134,8) nachgegeben. Die Indexziffer für Kolonialwaren ist um 0,4 v. H. auf 127,1 (126,6) gestiegen. Die Index- zisser für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich auf 134,2 (134,1) erhöht, während diejenige für industrielle Fertigwaren um 0,1 v. H. auf 159 7 (159 8) zurückgcgangen ist. • Dividendenreduzierung b e i Hoesch-Köln-Neuessen 3n dm Aus- sichtsratssitzungen der 3nteressengemcinfchaft Hoefch-Köln-Neuessen am Sams.ag wurden die Bilanzen für das am 30. 3uni aogeloufene Geschäftsjahr 1927/28 vorgelegt. Bei der Inter- esstngemeinschaft ergibt sich nach den gesamten Abschreibungen von 9 171 822 (i. B. 11 114 424) Mark ein Reingewinn von 8 246 263 (9 492 389) Mark. Cs wurde beschlossen, den auf den 28. Dezember einberufenen Gener..lversammllingen bei Hoesch die Ausschüttung einer Dividende von 6i'2 (i. D. 8) Prozent und bei Köln-Lkeuesfen eine Dividende von 7 (i. V. 9) Prozent vorzuschlagen. Die SireLicn gab dabei beiannt, daß die Divi- dendenvorschläge auf Grund von Bilanzen erfolgen, die bereits vor dem Eisenkonslikt ausgestellt waren. Weiter wurde mitgeteilt, daß die bis jetzt abgelaufenen Mona e des neuen Geschäftsjahres eine weitere Rückstiu,iglet! der Konjunktur zeigen. * Borsig übernimmt den L 0 k 0 m 0 - tivbau des Stettiner Vulkan. Die Deutsche Schiffs- und Maschinenbau-A.-G., Bremen, hat zwecks Stillegung der von ihr übernommenen Stettiner Maschinenbau-A.-G. Vulkan mit der Firma A. Borsig Derlin^Tegel eine Vereinbarung getroffen, wonach diese den gesamten Tiefbau des Vulkan übernimmt. Dieses Abkommen der beiden Firmen ist ein bedeutsamer Schritt auf der von der Werst und Lokomotiv- industrie angestrebten Konzentrierung der Fa- btua.ion und der Beseitigung der ttcberproduk- tion auf diesem Spezialgebiet. Wie W.T.B.- Handelsdienst £ört, hat sich der Lokomotivbau bei '21. Borsig tn letzter Zeit belebt. Borsig hat Austräge aus Brasilien und Argentinien erhalten. Frankfurter Börse. Frankfurt 10. Dez. (Eigener Drah bericht des Gießener Anzeigers.) Tendenz: unsicher. Nachdem sich schon an der Lamstagbörke eine größere älnsicherheit bemerkbar gemacht hatte, war die Haltung des Marktes zu Beginn der neuen Woche sehr nervös und zurückhaltend. Die Spekulation schritt zu weiteren Realisationen, da die Börse nur von ungünstigen Momenten beherrscht war. Die schwache Haltung des Neuyorker Marktes und die Zunahme der Feierschichten im Ruhrkohlenbergbau drückten stark auf die Stimmung. Auch verstimmte, daß sich jetzt schon ein größeres Angebot in Farbenbonds bemerkbar machen soll. Das Fehlen von Ausland- und Publikumsorders wurde nachteilig empfunden, fo daß sich das Geschäft in engsten Grenzen bewegte. 3m Verlaufe machte sich jedoch eine kleine Erholung auf verschiedene Rückkäufe der Spekulation bemerkbar. 3m Grundtvn der Börse war eine gewisse Widerstandsfähigkeit nicht zu verrennen, so daß die Kursverluste gegenüber den Vorbörsennotierungen geringer waren und gegen die Sams- tagbörfe fcl.en über 2 Pro-, hinausgingen. Am Elektromarkt wirtten sich die Realisationen stärker aus. AEG. waren mit minus 3,25 Proz., Schuckert und Siemens mit je minus 3 Proz. stärker angeboten. Am Farbenmarkt lagen 3.-G.-Farben mit minus 1,5 Proz. nur minimal abgeschwächt. Scheidcanstalt ebenfalls minus 1.5 Proz. Am Montanmarkt waren Harpener mit minus 3 und Rheinftahl mit minus 3,5 Proz. stark vernachlässigt. Am Danlenmarkt bewegte sich die Kurs- beräntrrung in engen Grenzen. Nur Danatoank mit minus 2,5 und Commerzbank mit minus 1,75 Proz. lagen überwiegend im Angebot. Am Automarki bestand nach Ketzer mit plus 2 Proz. rege Nachfrage. Nach der stärkeren Abschwä- chung in der vorigen Woche machte sich hier wieder stärkerer Deckungsbegehr geltend. N. S. Ll. angeboten und e was schwächer. Die Rentenmärkte lagen still. Deutsche Anleihen waren angeboten und etwas schwächer. Auch Ausländer vernach- läsfigt. Nach der ersten Kursfestsetzung machte sich wieder eine unsichere Hattung bemerkbar. Die erneuten Abgaben der Kulisse beeinflußten das Geschäft unzünftig. Es traten gegenüber Anfang erneut Abschwächungen bis zu 2 Proz. ein. Am Devisenmarkt nannte man: Mark gegen Dollar 4,1962, gegen Pfund 20,356, London gegen Kabel 4.8505, gegen Pari- 121,16, gegen Mai and 92,64, gegen Madrid 30,02, gegen Holland 12,0790. Berliner Börse. Berlin, 10. Dez. 3m Verlaufe deS Vormittags war die Stimmung etwas fester, da die Spekulatton leichte Deckungsneigung zeigte. An der Dorbörfe nannte man Bereits fast un, veränderte Kurse zum Samstag. Der offizielle Beginn war zwar noch sehr nervös und uneinheitlich, doch konnten verschiedene Werte wie-er kleine Kurserholungen aufweisen. Ein Gerücht brachte eine etwas freundlichere Stimmung zum Durchbruch, nämlich, daß die Großbanken ein Stühungsronsorttnm gebildet haben sollen. Es beruhigte ferner, daß ein größeres Paket Farben-Bonds, das am Samstag stark an- geboten war, heute nicht mehr drückte, da es wahrscheinlich bcr.lls ilnterkunft gefunden hatte. Elcktrowerte waren überwiegend schwächer, ebenfalls Montane, Danken und Schiffe. Dagegen Spritwerte etwas fester und lebhafter. Deutsche Linoleum. Karstadt, Polyphm und Adlerwerke zogen mehrere Prozent an. Stärker abtefchwächt waren Demberg, Glanzstoff, Deutsche Atttantische, Berger und Stöhr. Deutsche Anleihen waren etwas niedriger. Dcr Pfandbriefmartt war sehr still. LiquidattonSpfandbriefe und Anteile kaum verändert. Nach den ersten Kursen überwog jedoch wieder die Abgabeneigung, und das Niveau ging erneut um 1 bis der einzell 3 v. H. zurück. Besonders schwach warm Kunstseidsmette (Dem- berg .minus 7 v. H.) auf den Verkauf der Arbitrage. Deutsche Atlantische formten sich um 2 v. H erholen. Tagesgeld war etwas leichter mit 6,5 bis 8,5 v. H_, Monatsgeld dagegen steifer mit 85 bis 9,5 v. H., Warenwechsel etwa 7 v. H. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 10. 2>ea. Austrieb: 1648 Rinder (darunter 320 Ochsen, 90 (Bußen, 746 Kühe, 486 Fär'en), 544 Kälber, 250 Schafe, 5180 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): Dollsterchige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 53 bis 57 Mk., (ältere) 48 bis 52; sonstige vollfleischige (jüngere) 42 bis 47; (Bullen): 3üngere, vollsler'chige, höchsten Schlachtwerts 43 bis 51; sonstige vrülfleifch'.ge ober ausgemästete 42 bis 47. (Kühe): 3üngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 42 bis 46; sonstige vollfleischige ober ausgemästete 35 bis 41; fleischige 30 bis 34; gering genährte 22 bis 28. (Färsen - Ä alb innen, 3ungrinber—): Vollflest schige. ausgemästete, höchsten Schlachtlverts 54 bis 57; vollfleischige 48 bis 53; fleischige 42 bis 47. — Kälber: Beste Mast- und Saugtälber 68 bis 73; mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 71; geringe Kälber 54 bis 62. — Schweine: Fett» schweine übet 300 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78; von etwa 160 bis 240 Pfund 76 bis 78; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 70 bis 73 Mk. — Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer Heberftanb. Schweine ruhig, geringer Heber* stand. Kälber und Schafe' ruhig, äusverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a M., 10. Dez. Der Frankfutter Produktenmattt verkhrte zum Beginn der neuen Woche in ruhiger Haltung. Das Geschäft war EIein und trotz des Hauptmarktcs kamen nur Umsätze in den dringendsten Fällen zustande. Am Suttermittelmartt machte sich auf Deckungen der Landwirtschaft für Roggenkleie verstärktes 3nteref|"e bemertbar, die daraufhin etwas an- ziehen konnte. Das' Angebot war im allgemeinen ziemlich reichlich. Es wurden notiert: Weizen 22,75, Roggen 22; Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24, inL Hafer 22,75 bis 23,75. Mais (gelb) für Futterzwecke 22,25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32,50 bis 33, Roggenmember (8elö I »rrer . Nranzoiischc Vioien . - holländische Noten ...... tltaftenitoe Note»...... 16,36 168,01 21,90 111,53 58,83 2,48 111,78 80,64 67,52 12,38 72.90 —Frank' »rl Auszaht 16,41 168,69 21,98 111,97 59,07 2,50 112,22 80,96 ••7,80 12,44 73.20 a. ZIL u n g. Schlub^ bUbr« fiurs , fiurs Sdj.u& i Aniang fturt , fiun Schiuh»^ Rur» t-Uhr- fiure Lchmsj- K»r» Än,ang Kur» Schlutz-I >-Uhr- Aur» ftuee Sch ug Aue* Ansang fine« Datum 6% »t Wdd)4onlrtl)e o. 1927 Li. Lnl.-Ablöl.-S-buIb mil Äus- lo>.-RrL«en t)0fll ohne SIurtol.-Rkchle . . . 7% Srantf. Hyp.-Bt «oldpt. IW' tünbbat btl 1932 «beinifdje Clou.. VOtbOf. abfl. VorMeg«-Ob!igatim. rMiablbm 1932 4% Schwer, iflunörtb.-eUU.. . . <% Ceiiendchiidir ®olbrte.. . - 4,80% Ctften Silberne..... 4% Oefttneld) etnhetli. Rtr. . . 4% Ungarilchr ®olbne. . . - 4% Ungarilchr Slaalir. v. 1910 4^% vr«gl. von 1913 4% Ungarilchr Rrontntie.. . . 4% türt. aollanleitif v. 1911 . 4% IQrtnee vagvobbn-Anl., Serif l 4% beEfll. Serif 11 .... 4% »hunflnen convrN. Rte. . . l%% Rumänen Soldanr een 1918 Mg. Deukiche litlcn‘Abn . . Vamdurg-Ämeriko Sütel ... 8 Bütnb.-SObam Dampsich. . ■ 8 Hanla Damvilchill . 10 RorbbeutfAer Lloyb .... 8 miß Deutlchf ErrbiianL . . 10 Sanner Bankverein . io Berliner HanbelegeleMch. . - 12 Bommer^ unb Privai-Banl. 11 Danusl u Narionaldant 12 Deurlche Bant - *° DMoniv-GeieUichafi SUU.. . 10 Lresbner Bant ,10 vttnelbeurlchf SredUdaU ... 9 Retallbanl........ • 8 .......18 »«. 90 12,Zo 12,1 10.7o 19 142.5 141 139 44.7. 285.75 ,d4 25 294 171,u lul.25 171 214 25 140.75 o36 10. 12 62,7 14.ö 141 140 193,2. 492.2. >71.75 1'1 171,75 140 | 8 12 -7.5 ^2.7 14,7 32,4 25,9 11? 12,2. 12,2 12,1 19,4 141.K 140 138.5 144.v -85.- 93,75 291 >71.o •'•1.5 • 72,5 216,. >41.5 4.25 | 10 12. 52,9 14,lo 26.8 12 140.9 139,6 138 143 283. 193.75 292.- •71.25 >61 172 139.5 .1X1 5> LE.«..... Bergmann .... Cleftt. Lieserunge«. Licht unb Krasi gelten * Suilleoum« Grs. s. Art». Unter«, Hamb. Elettr. Werte Rhein. Elrltr. . . . Schirl. Aettt. . . . Schuckrri . . . Siemens 4 HaU!» . IraneioMo . . Lahmroer &«•.., Öubenu . . Deutsche ®tbll . . Essener Strtnkohlg . GelsenNrchener . . Harpener . , Harsch Eisen. . . » jfe Bergbau . • • Slöcknerwerkf . . • SölN'Reuejseo. . . Mannesmann . . . ManSseibrr . . cberschles Eisen», v Oberschlei »ottwerte Phönix Bergbau Rheinische Braunlohi R heinItaV I T . *1 rdar n % atunt: | . . . 8 . . . 9 • . 10 . . 10 . . . 6 . . 10 • . 10 .9 . . 10 • . . e . . 12 • . . 8 . . 10 . . . 6 . . . 6 . . . 8 -H9.4 . . . 6 « . . 8 .8 • • . 7 . 0 . . . 8 ... 7 ... 6 - . 0 • »K 10 Sah» «'/. . 7,2 8. 12. 196.u 241.5 258.5 153.75 273.5 178 263.25 85 139 122 134 232 108 >23.5 113 i 92.6 «3.1 282 287 508 71.5 193.6 106.75 194.5 10 12. 194.o 258 170,75 178.5 -59 427 181,5 138 132 107 123 138,6 -67.5 1.2 99 8. 12. 195 238 183 7o 256,4 i53 268 ?■• 154 178,4 230.2.5 .61 429 156.5 Ito. 4 84 137,. 120 5 120 133.25 >28.5 234 108 128. a 124 113,b Ul.l 115 65 81.65 rfll.5 14. ■2,23 «2.75 282 7. 284.5 »07 67.5 i 104.75 | 10 12 194.a 235,4 183.25 457.2a 270.25 154 179.75 231 259.2» 428.25 182 138 121 131.1 125 233.2a 128 123.1 113,25 115,13 8->. 2-1 <81.h >39 92 2.75 281,25 .07.75 <67, v 98 105 Datum: Bhilwv Hoijman»......7 Heibriberger Cemerri . • • . 10 8. 12 139.7j .35,5 175 136,75 207 84 85,5 119.76 12,5 86.75 — 120 138.5 22.25 106.5 125.75 210 155.9 aoten. 2 ' • 1 1 । 1^1 H 1 15 । H I • 1 I 1 1 । 1 • 1 t 1 1 J e K 8. 12. 139 325.75 282,75 •>51 455 28.,5 128 214 .j 84.5 48.25 88 250 53.5 103 293 7. 22.25 69 119 87.6 139 22 107, i 156 | 10. 12 137 •>28 284 545.75 452 281 128.5 415 84.2.) 47.2-1 88 54^5 101.75 492.75 139 Norwegische Deorich-Oesi Rumänische Schwedische Schwerzer 9 Svaniichc N Ischcchoiiow Ungarische 1 Dev Te Noten . .... err. i 100 Jtrona Noten...... Noten ...... Sayb 4 ffreitag......10 Lchulttzels Patzenhof« ... 1b Cftoede 12 Set. SicmHftosf ...... 18 Bemberg ........ 14 gelistofs Daldhof.....12 geltstofs Alchafsrnburg ... 12 Charlottenburger Dass« ... 7 Dessauer SaL . . .... 8 Daimler Motoren ...... 0 Demag ........ 0 •Äblerwerke Kiews ..•••.& Ludw. Loewr ....... 10 Nat. Automobil . ...... 0 Oren Sein & ÄoöDd • .... 8 Leonhard Tlen . ..... * Bamag Meguin ..... 0 .Franks. Malchirre« ...... 6 Briyner ...... 11 Heyltgenstaedt ....... 0 Iungdanß. ........ 4 Lechwerle. ........ S ■Plal n traf tioed» . ..... 8 Mag -......10 Nekarsuimer ........ 8 Peter- Union ....... 8 ®ebt. Korber ...... 10 Voigt 4 Haessner . .... 8 Sftbb. Zucker . ...... 8 Dank oten....... akische Noten . . loten ijenmarkl Berlln- legrapl, ifche 8. Dezcmv.r 10 Te»emb r Amtliche Non.rung (9eld 1 Brie Amtliche Notierung 'Seld | Brie' Smtt-.Roti. Buen^AireS Brff.-Aokw Christi auta Kovendagcn Stockholw HelstngforS. Italien. . London. . . Neovork .. Paris.... Schwetz .. Sva'iiea - 9 ao an . . . Rio öe Jan ölen 7,87 1,932 0,500 »9,08 12.44 7,386 73,21 >,our 18.70 61,43 2,(80 5,4:ti 4.194 4.291 168,37 1,765 »8,275 111,77 111,88 112.12 10,545 21,955 20,o37 4,1920 io, „7 >0,74 o7,71 1,930 1.4985 »,w75 12,425 7,ob8 <3,08 ',026 18.7' 61.29 2.068 5.425 4.187 4.286 168,71 1,769 58,3t 5 111,99 112,10 112,34 10,0.5 21,995 20.077 4,2000 16,41 80,90 67,85 1,934 3.6605 59,095 12,415 7,382 <3,22 -,(k2 18,74 1.45 -.078 5.435 4.195 4.294 10.895 Serrinlflie Stabt®. . • Otavi Minen « • Sali Slcheralebe» . . • Sali Westeregeln . . • Saliwert SoI,velsortH . j » (Hiben.jBöBtrt» . Dynamit Nobel . . . » LchelbeanstaU . . . , » Äolvlchmibt . , • • ^Qtflfteroerte, ._,««« . . . 6 . .»th • . 10 • . 10 . . Iß . . u . . . b . . . o .. h ... • .. u Berlin, 8 Devmber •*elö Brie' Smertkaniiche litte» ..... Pelgrikdr Noten ....... Daniiche Roten ...... 6*eUf<6e Sm........ 4,176 68.10 111.60 17756 58,34 112,04 20.312 20.895 *0 • sW