Nr. 187 Erster Blatt 178. Zahrgang Sreitag, 10. August 1928 Eriche,»' teilt*,**« 5 c iw tagt 1*6 5«i«Ttag» Bella »lefieeax Fu«De»blä1lei fyttmal im SUD TM Scholle menati.Brjngiprtli. 2 Reichsmark und 20 Reichspfe»»te ftr Träger» lohn, and) bei 5hd)tet» scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. 3ern|pred)an|d)lftf|t: 61, 64 und 112 lnfd)dfl ftr Vrahtnachr rid)tert Anzeiger tiefte«. Voßfchrckkvnto. trentfnri am Main 1168*. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Ünd nb Dtrlag: vrühi'sche UAtverfilLlr-vuch- und Stetnöniderti L Lanze tn Stehen. SchrtfUettnng und Seschäftrstelle: Lchnlsttahe 7. Annah«e »an Injeiaen ftr Ile Tageenneimer bis znm Rachmivag vorher. Prell fei I mm höhe ttr SMeigen von 27 mm Srtrte örtlich 8, auimäds 10 Reichspfenmz, ftr Re- klameanleigen ron 70 mm Drelle 35 Recchspsenmg, Platzvorschrift 20*, mehr. Gbefrtbaktenr Dr. Fnedr Dilh Lange. Hercntrportlid) für Tohiik Dr ftr Wilh Lange für fteuilkttin Dr ft lbonot. für den übrigen Teil Ernst Dlnm'chtin, für den An» jtigentetl Huri tzillmann, fämthd) in (Bienen Debatte um die Verfaffungsrefornu Vas Scho des Luiherplans. Kritik in allen Lagern. (Eigene Drahtmeldung den ^Siebener Anzeigers'. ^etlin, 10.3ug. Der Bund für di« Sr- ncuerung des Tuches den im Vorjahre Reichs- fanater a. D. Dr. Luther gegrünt*! hat, ist jetzt mil einem gröberen Aufsatz au* der Feder de* Dorfttzenden hervorgetreten, der sich „Um Deuisch- lanbs mnere Frecheft- betitelt. Ss ist tfe Antwort aus vedcheden« vorzeitige Beröfsentllchmi- aen über die inzwischen vorn Bunde au*gearbeit«- fei Richtlinien. Wie van vornherein feststand, ist da* Haupt- yd Dr. Luther* die Uebettoinbung deS Dualismus -wischen Reich und Preu- st en. wobei ohne völlige Zerschlagung Preuhen*. im Oegenteil, unter Angliederung von fleinercn ÖlaatIgebietcn, durch eine "Berftärfung der provinziellen Selbstverwaltung und durch die Um» ?e ft o 11 u n g Preuhen* in «In Reichs- and. b. h. durch den Wegfall einer eigenen preuhischen Regierung diese Berliner Doppel- rtgierung beseitigt werden soll. Aus den ersten Slick mutet also da* Projekt durchaus unitarisch an und scheint al* ein Vorschlag zur Vereinfachung unserer kompli-ierten innerstaatlichen K-rljalimHc devl-alb mindesten* erörtern na-würdig. Ader et begegnet einer auffallend starken Äntil au* den verschiedensten Lagern. Zunächst hat sich der P r e u st e n b u n d dagegen verwahrt, was ja an sich verständlich ist, da eine Organisation, die ihre Gxisienzberechtigung an diejenige eine* Lande* Preuhen in seinem historischen Sinne knüpft, schlechterdings dessen sunda- menlale Umgestaltung in ein Reichsland mit einer mindesten* nicht nach preuhischen Desichts- punkten -usammengesetzten Regierung nicht gut* bei (hm fann. Die K r e u - - e it u n g" findet di« Vorschläge gänzlich undiskutierbar, weil sie ihrer föderativen Grundeinstellung zuwider lausen und Bewährtes zerschlagen, ohne Bessere* an seine Stelle |u sehen. ,freilich macht da* Blatt den Vorl'ehqp, hast ce nicht für ein im bisherige« Sinne von links regierte* Preuhen ein trete, sondern gleichsam für das frühere, aus dessen Wiederherstellung unter ihrer Führung extrem« Rechtskveiie noch immer hoffen. Die anderen Rechtsdlättcr verhalten sich zunächst offenbar deshalb zurückhaltender, weil sie da» Scho in politischen Kreisen abwarten. Die DAZ scheint Bedenken zu haben, dah die Pläne Dr. Luthers in ein politische* Fahrwasser geraten könnten und betont die Rotwendigkeit, das Problem unter rein sachlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Die Blätter der Linken sind aber im allgemeinen ebenso, wie die der äußersten Rechten Gegner des Luther» schen Gedankengange*. Sie finden darin eine bür germ ei st erliche Einstellung, die die Möglichkeiten der Selbstverwaltung überschätzt, einen Weg. den da* Reich unmöglich gehen könne und ein Uebergcbcn der Länder, die durch ihre gleichzeitige Willenserklärung den Einheitsstaat hcrbeifuhren mühten. Eine gewisse Ausnahme bildet die Frankfurter Zeitung, die zwar im einzelnen Kritik übt und die Richtlinien tn ihrer vorliegenden Form für lückenhaft und anfechtbar hält, weil sie nicht geringere Schwierigkeiten boten, al* eine da* ganze Reich ncuglicdernde Gesamtlösung, die ihn aber immerhin al* diskutabel bezeichnet Die Kölnische Zeitung selbst, in der der Kommentar Luthers Au den vorverössentlichten Richtlinien enthalten »ft, behält sich eine Würdigung der Vorschläge für den Zeitpunkt nach der Ge- famtoer5ff ent Hebung vor. Im ganzen hat Dr. Luther jedenfalls erreicht, dah man sich in der Oefsentlichkeit mit feinen Plänen beschäftigt, denn dah es trotz der groben Zahl ziemlich wahllos zusammengesetzter Mitglieder feines Bundes und trotz der seinerzeit anaekündigten ikbertragung der Ausgaben an mehrere Emissionen im wesentlichen da* persönliche Werk Luthers ist. das hier vorgelegt wich, darüber kann kaum em Zweifel bestehen. Es hat die Vorzüge und die Mängel einer solchen persönlichen Schöpfung. Oie Oeutschnaiionaten zur Reichsreform. (skgen die Ncbcrparlamcniarisicrung unseres öffentlichen Ledens. Berlin. 9. Aug. (XU.) Zu der Zuschrift de* Rejä)skan.zlers a. D. Dr. Luther teilt die beutf(^nationale Pressestelle folgendes mit: .Die Deutschnationale Dolkspartei widmet der unbedingt notwendigen Reform der Reichsverfassung feit längerer Zeit ernsteste Aufmerksamkeit. Sie begrüßt deshalb jeden durchgearbeiteten Vorschlag, der die öffentliche Erörterung der Reform fordert Wenn aber die Vorschläge. die der Herr Reichskanzler Luther bearbeitet hat. in der Hauptsache darauf hinaus- laufen, Preuhen mit dem überwiegenden Teile RorddeutschlandS in ein Reichsland z u verwandeln, so muh zunächst daran erinnert werden, dah dieser VorscHag nicht nur auf der Länderkvnferenz. nicht nur von der einen oder von der anderen Seite, sondern ganz allgemein a b g e I e b n t worden ist. Er widerspricht sich cmtschieden mit den wiederholt bekannt- gegebenen Auffassungen von Plänen der Deuttch» naMonaten Dvlkspartei. weil er nicht geeignet ist, die Verwaltung wirklich fparfanter. einfacher und einheitlicher zu gestalten und well ihm andere rf eit* vom staatspolitischen Standpunkte nicht minder des gesamten Reiche* und Preuhen* aus unüberwindliche Bedenken entgegen- stehen. (Ausschaltung Preuhen* als Staat, Deklassierung preussischer Landtelle oder Begünstigung neuer Kleinstaaterei, Gefahr einer Main- linie, schädliche Rückwirkung auf die österreichische Anschluhsrage u. a.) Dazu kommt, dah alle Vorschläge an der Kernfrage der Reform vorübergehen, wenn sie sich aus das DerhälMn* zwischen Reich und ßänbern beschränken. Jede Reform wird ihren Zweck verfehlen, die nicht aus Beseitigung der Ueberbarlamcntarificrung unseres öf sentllchen Leben* und auf Einschränkung der absoluten Alleinherrschaft wechselnder Parlamentsmehrheiten gerichtet ist. Die Deutschnationale Dolkspartei wird sich nicht mit einer ablehnenden Kritik begnügen, die sich dem Reichs- landvorschlag entgegenzustellen hat. sondern m 11 eigenen positiven Vorschlägen hcrvor- treten. Reichskanzler Locher erläutert seine Vorschläge. Berlin, 10. Äug. (XU.) 5m Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Richtlinien des Bundes zur (Erneuerung des Reiches gewährte der ehemalige Reichskanzler Dr. Luther einem Vertreter der Telegraphen Union eine längere Unterredung. Srage 1 hütete: Die Bildung eines grohen, fast die gcfamlcn Gebiete na. dl ich d. s Main umfalfcn- den R e t ch sl a n d e s legt die Frage nahe, wie und in welcher Form sich die (Eigenverwaltung der süddeutschen Länder und des Freistaates Lachsen gleichzeitig mit dieser Bildung eines Reichslande» ändern oder sich in den neuen Reichsplan einfugen läßt? Antwort 1: vorweg muh ich hierzu bemerken, dah die Vorschläge des Bundes hinsichtlich der Länder, die in da» Reichsland einbezogen werden sollen, nur in Erwägungssorm ausgestellt find. Vieser Umstand «st bi»her in der öffentlichen Kritik nirgend» zur Geltung gebracht. Vie Leitsähe de» Lunde» würden also bei einer Veränderung In der Aufzählung der mit dem Kernland Preuhen zu verbindenden Länder In ihrem Mesen unberührt bleiben. Die» vorausgcfchickt, beantworte ich Ihre Frage wegen der vier von Ihnen genannten Länder folgcnöermafjcn: verwallungsgemäh sind die verhältnisie in diesen Ländern Übersicht- kicher al» in weiten Teilen Rordüentschland», weil sich die Bezirke der grohen Rcichsverwal- tangen, wie Finanzverwaltung und Landes- arbcltscmt, in der Hauptsache mit den Ländergrenzen decken oder sich ihnen einfügen. Cln Fall wie der de» Canbesarbeif»- amle» Rordmark, zu dem sechs Staaten gehören, nämlich anher Preuhen Hamburg, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Slrelih, Lübeck und Oldenburg mit feiner Exklave Eutin, besteht In Süddeutschland nicht, verfassungsmähig sieht der Vorschlag de» Bunde» davon ab, für die von Ihnen genannten Länder die Umwandlung in Provinzen de» Reichslandes zu empfehlen, sondern stellt diesen Ent- schluh ganz in da» freie Ermessen dieser Länder. Ucbrlgens baut der Bund auch sonst in seinen der Oessentlichkeit noch unbekannten Lin- zelarbeiten grundsählich aus dem freien Lnt- schlnh aller beteiligten Länder, besonder» Preuhen » , aus, so wenig der Augenschein der Stunde für solche Bereitwilligkeit spricht. Die wenigen unmittelbaren Rückwirkungen de» Resormplanes aus die au her halb de, Reichslandes bleibenden Länder wird die sein, dah es erst nach Ueberwindung des Dualismus zwischen Reich und Preuhen überhaupt möglich ist, eine planmäßige Zuständigkeit,Verkeilung zwischen dem Reich einerseits und den Ländern oder den, Reichsland mit seinen Provinzen andererseits herbeizusühren. 3n einer solchen klaren und ungeachtet der natürlich dem Reich verbleibenden Mbänöerungsbefugnt, bo$ grundfählich stabilen Zuständigkeitsregeluug hat die Bevölkerung ganz Deutschland» das allergröhte Znlercsie. Staatsgefühl kann nut in einem durchsichtigen Staatswesen erwachsen, da» dem Reich gibt, was de» Reiche» ist, in bi*m Rahmen aber auch da» heimatliche Eigenleben in Ländern und Provinzen und alle Selbstverwaltung sorgfältig pflegt. Frage 2: Fordert die Einbeziehung der Hansestädte als Provinzen in das Reichsland nicht eine Verbreiterung der ncrwaftungsmahigen Basis dieser Hansestädte, um die Reibungen an den jetzigen Verwaltungsgrenzen (z. B. Wilhelmsburg oder Wcsermünde» zu verringern? Antwort 2: Die der vefsrntlichkeil bereit» be- kanntgewordenen Leitsähe beantworten diese Frage dahin, dah, um die Kontinuität der staatlichen und kommunalen Verwaltung im Moment der UcberLeitung nicht zu gefährden, die Grenzen der Provinzen zunächst nicht geändert werden sollen. 3m übrigen wird allgemein für die Festlegung der Provinzgrenzen der Grundsatz einer vernünftigen Sationafi- fterung de, öffentlichen Wesens gelten müllen. Ls werden also aus der Grundlage des geschichtlich Gewordenen Liozelabändernngen überall da in Bctracht kommen, wo wirtschaftlich widrige oder sonst vernunftwidrige Zustände vorllegev. Frage 3: Glauben Sie, Herr Reichskanzler, dah im Zuge der Verwirklichung der von dem Bund zur Erneuerung des Reiches aufgcftclltcn Richtlinien d i c Frage der (f n und Exklave» al, erster und vordringlicher Programm punkt vorzeitig erledigt werden fann, und versprechen Sie sich hier- von schon einen erheblichen verwaltungstechnischen Ruhen für das Reich? Antwort 3: Die Ausräumung der En- und Lxklavenfrage würde sicherlich Ruhen bringen. Entscheidend aber kommt c, hierauf nicht an, da bat Schicksal des deutschen Volkes nicht von der Bereinigung dieser Kuriositäten unsere» Staatsgebäude» abhängt, sondern von der sachgemähen Gestaltung der Zen- tralstaatsgewall des Reiche» nebst richtiger Behandlung der Länderfrage und Selbstverwaltung»- frage. Obendrein weih man nicht recht, wo der Begriff der Ln- und Exklaven ansängt und wo er anshört. Braunschweig besteht aus 28 Teilen, Oldenburg hat die ganz weil abgelegenen Teile Lutin und Birkenfeld, Mecklenburg-Stre- litz liegt östlich und westlich von Mecklenburg- Schwerin. Sobald aber die Fragen dieser Länder grundsätzlich in Angriff genommen werden, ergibt sich eben doch jene Entwicklung zu G r o h - P r e u h e n , die für den Zusammenhang zwischen Rord und Süd solange gesährlich sein mvh, wie nicht die Bereinigung der Reich,gewall mil der preuhischen Staatsgewalt erfolgt ist. Auherdem werden sofort grobe Schwierigkeiten in der Verteilung der Stimmen im Rc.chorat einsetzen, die wiederum auf die grundsätzliche Lösung al, Voraussetzung Hinweisen. Diese grundsätzliche Lösung aber heiht: Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preuhen unter Erhaltung des preuhischen Staatszusam- menhange». Frage 4: Wird der Bund zur (Erneuerung des Reiches in seiner bevorstehenden aussührlichen Ma» terialDeröffcntlidjung auch die Frage der R e u a u f» t^ilung aller wichtigen Aufgaben- kreise anschneiden und inwieweit ist in diesem Zusammenhang an die Rationalisierung des gesamten öfsentlichefi Vermal- tungswesen» gedacht? Antwort 4: Diese Frage wird in der bevorstehenden verösscnllichung de» Bunde, nur grundsätzlich behandelt, und zwar in dem Sinne einer möglichst weilgehenden Dezen- lralisation und stärkster (Einteilung aller Selbstverwaltung»- f r ä f I e Ein Einzclvorschlag wird in einer späteren veröttentllchung des Bundes folgen, für die Vorarbeiten ebenfalls in vollem Gange sind. Der Bund geht davon aus, dah die B u - reaufratifierung unseres öffentlichen Wesen, überwunden werden muh, die eine Folge des Dranges zur ZentraUfation und Urbcrorganifation ist, der auf dem «ehigen Verfassungszustand beruht. Der weg dazu ist die Erweckung vnd der Ausbau aller Selbffoerroaltungsfräfti In Verbindung mit Uebertragung hoher Selbfloerantroorlung. Diese Verwaltungsform, die auch dem Beruf,beamten befriedigende und fruchtbringende Arbeit eröffnet, ist besonders geeignet, in den Bürgern die Empfindung grohzuziehen, dah des Staates Schicksal ihr eigene, ist. Eine solche Reuvertei- lang der Aufgaben aber fann nur gelingen, wenn die Reichsgewalt selbst von den Hemmungen befreit ist, mil denen sie heute zum schweren Schaden unseres Volke» fortgesetzt zu ringen hat. Ru r ein starke» Reich fann planmässig Ausgaben anderen übertragen. Oie Dei-faffungSfeier in Bayern. München, 9. Lug. (WB ) In einer Bekanntmachung sämtlicher bayerischer Staatsministerien vom 7. August über den Denasiungstag wird bestimmt, dah am 11. August die Staatsaedäude und die Gebäude der Universität und der staatlich verwalteten Anstalten und Stiftungen in den L a n ■ desfarben zu beflaggen sind. — Im Münchener Stadtrat wurde ein lozialdcmokrati'cher Antrag, das Rathaus und die übrigen städtischen Gebäude am Derfasiungslag in den Reichsfarben zu beflaggen, abgelehnt. Hugo Eckener. Zum t>0 ßscburlolag des deutschen Luftpionier*. (Sine Persönlichkeit, die im Mittelpunkt des gesamten Luftfahrtinteresse* steht, begeht heule, am 10. August, seinen 60. Geburtstag Dr. Hugo Öde ner. Sr beacht ihn in der Stadl ferne* Wirkens und Schallens, in Friedrichshafen, deren Tradition er als Rachfolger des Grafen Zeppelin sortgepflanzt Hal. Dr. Oden er kann auf ein Leber, von auhecordeir^icher Energie und SchaftenSkcast, gepaart mit einem unumstrittenen Erfolg. für den iyn da* ganze deutsche Volk, in dessen Dienst er fein Lebenswerk gestellt hat, beglückwünschen wird, zurückblicken. An der Schwelle diese* Leben*abschnstteZ steht Dr. Cdcncr vor der Vollendung feine* ßcbcnÄtoerk*. dem L. Z. 127, da* er im Auftrage und für das deutsch« Volk gebaut hat. um mit iy.n den deutschen Romen und den Erfolg deutscher Geistesgröße in alle Welt au tragen. Hugo Eckener wurde am 10. August 1868 i n Flensburg geboren. Rach feiner Schulzeit betätigte er sich crl* Schriftsteller und freier 3o..r- nalist. 1909 trat er in die Deutsche Luftschifffahrt A.-G. ein, während des Äri?g<» wurde er ai* Instrukteur der Warlne-uitichifsableilung zur Ausbildung von Kommandanten verwendet. Rach dem Kriege übernahm er erneut die Leitung der genannten Gesellschaft, die damals die Fahrten mit der „Bodensee" und mit dem „Rord- ftern" oussührte. 3m Jahre 1920 wurde er zum Vorstand der Zeppelcnstistung bestimmt und 1924 nach dem Tode v. Gemmingens Vorsitzender der Gesellschaft Luftschiffbau Zeppelin. Bekannt wurde fein Rame erst und Welltberühmtheit erlangte er erst nach feiner Amerikafahrt mit Z. R. III, die m 81 Stunden von Friedrichshafen au* zu- rüdgdegt wurde. Auherordentlich waren damals die Ehrungen, mit denen er und seine Mannschaft in Amerika überschüttet wurden. Die Stadt Nensburg verhieb ihm damals da* Ehrenbürger- recht und die Technische Hochschule Stuttgart ernannte ihn zum Dr.-Ingenieur b. c. — Eckener unterhält auch jetzt noch als Präsident der Luftschiffbau Zeopelin G. m. b. H. gute Beziehungen mit Amerika und inSbefonDere mit der Govd-Vear ZeppeLin-Tompanie. Reichskanzler Müller und Reichsoerkehr». minifier von ® u < r a r b Hoden Dr. Eckener zur Vollendung des 60. Lebensjahres telegraphifch ihre Glückwünsche ausgesprochen Der freie Richterposten im Haag. Tic deutsche Toppeikandidatur. Eigener Drohwericht de» „Giehener Anzeigers". Berlin, 10. Aug. Der Ständige Internationale Gerichtshof im Hoog verliert im Herbst (ein einziges amerikanisches Mitglied, der Richter IohnBoifet Moore tritt von (einem Posten zurück. Seit dcm Frühjahr, dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Rücktritts, gehen die Bemühungen einer erheblichen Anzahl von Staaten, die (ich den Entscheidungen des f)angcr Gerichtshofs unterworfen haben, dahin, einen Richter ihrer Ration, zumindest aber einen Angehörigen einer befreundeten Ration in das Richter- kcllegium hinein.zuwählen, während die Vereinigten Staaten selbst ein auffälliges Desinteressement bekunden. Sie haben sich zwar endlich auch entschlossen, einen Rachfolger für bas ausfcheidende Mitglied namhaft zu machen, aber aus der alle Le'.denfchaft- lichkeit vermisien lassenden Art de» Vorschlags ist ziemlich sicher zu folgern, daß ihnen das Ucberftlmml- werden keine schwere Sorgen bereiten wird. Diel wichtiger ist die Frage der Nachfolge für Deutschland, dos als erste Großmacht der Well sich den Entscheidungen des Ständigen Internationalen Gerichtshofes unterwarf trotzdem aber als einzige Großmacht keinen Richter stellt. Es hat an der dadurch bedingten obligatorischen Erledigung aller Streitfälle bisher keine rechte Freude ge- habt, fast stets ist g e g e n feine Interessen entschieden worden. Begreiflich, dah daher bei uns der Wunsch besteht, in dem Gericht selbst vertreten zu sein. Oft genug ist von deutscher Seite auf diese zweifellose Zurücksetzung hingewiesen worden, aber imm.r ist dem Einspruch damit begegnet worden, daß die Satzungen des Gerichts keine Erweiterung des Rich, terkollegiums zulassen. Es wäre also der einfachste Weg, wenn an Stelle des zuröckgetretenen Ameri- kaners jetzt ein Deutscher gewählt würde Leider aber ist wieder einmal sehr ungeschickt operiert: das Dahlverfahren Ist ziemlich umständlich, die Vorschläge gehen von den nationalen Gruppen dcs alten Haager Gerichtshofes aus, die sich wieder aus den Zünften der einzelnen Länder zu» fammentetzen. Diese Vorschlagsliften werden der Bet- iammlung des Völkerbundes im September oorgelegt und aus ihnen wird dann vorn Völkerbund lewst der neue Richter gewählt. Jede nationale Gruppe hat das Recht, zwei Kandidaten zu nennen. Die deutsche Gruppe hat merkwürdigerweise auf ihrer Lifte in erster Linie den Amerikaner Hughes gesetzt und erst in zweiter Linie Vrofesior S ch ü ck i n g genannt, während neun Staaten, darunter England, Frankreich und Japan, an Koester Stelle den Präsidenten des Reichsge- richtcs, Dr. Simons, nennen. Diese Spaltung er- höht die Aussichten nicht gerade, zumal da der Amerikaner von 24 Gruppen oorgelchlagen ist. Die einzige Aussicht, die wir haben, ist die, dah der Völkerbund sich doch «ttschlleßt, Me Zahl der Richter von elf auf zwölf zu erhöhen und den neu geschaffenen Platz Deutschland zu überlasien: eine Aus. sicht, die aber ziemlich gering ist. Oie Verkehrssicherheit der Reichsbahn. Erste Sitzung des Prüfungsausschusses. Berlin, S. Aug. (DD> Heute fanb die erste Sitzung deS von dem Reichsvcrkehrsmrnister gebildeten Ausschusses zur Lieberprüfung der Verte hrssicherheit der Reichsbahn statt. Die Sitzung wurde in Anwesenheit des General - direktor« der Deutschen Reichs bahngelellscha st von dem Reichsverkehrsminister eröffnet. Gr erörterte Zweck und Ziel der Arbeit des Ausschusses und die Art der Zusammensetzung desselben. Gr hob hervor, daß der Ausschuß in feinen Arbeiten völlig unabhängig fei und dah er berechtigt sei. örlliche Besichtigungen vorzunehmen und nach seinem Ermessen Sachverständige zu Horen und Gutachten einzufordern. Er betonte deS weiteren, dah sowohl der Generaldirektor der Reichsbahn wie auch er, der Reichsverkehrsminister, dem AuSschuh stets zur Verfügung stehe. Sr bat weiter, dah die Arbeit des Ausschusses ungeachtet ihrer hervorragenden Bedeutung einen tunlichst schnellen Verlauf nehme, damit das Ergebnis der Arbeiten des Ausschusses möglichst bald in die T a t umgesetzt werden könne, um das Vertrauen zur Deutschen Reichsbahn und ihren Einrichtungen in vollem Mähe wieder herzustellen. Der Reichs verkehr smini.fi er übertrug sodann den Vorsitz des Ausschusses dem Geheimen Oberbaurat Z i r k l e r. Der AuSschuh nahm seine Ar- tn-iten dann sofort in Angriff. Oie Vereinheitlichung -er Gewerbeaussicht. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 10. Aug. Wie bereit- mitgeteilt, wird im ReichSarbeitSministerium z. Z. ein Gesetzentwurf ausgearbeitet, der die Vereinheitlichung der Ge'wcrbeaufsicht bezwecken soll, insofern, als diese, die bis jetzt von den Landesbehörden ousgeübt wird, den Landesarbeitsämtern und damit also dem Reich übertragen werden soll. Dieser Plan des Reichsarbeitsministers geht im wesentlichere von der Tendenz der Verwaltungsvereinheitlichung aus. wie sie ,eht bei der gesamten Verfassung-- und Verwal- tungsresorm zum Ausdruck kommt. Dabei wird natürlich auch das gesamte System der Gewerbeaussicht. das in den verschiedenen Ländern natur- gemäs; aud) verschiedenartig auSgestaltet ist. einer völligen Reform miterzogen. Sv werden die Durchführungsverordnungen erneuert, neue Dienstanweisungen auf gestellt und schliehlich eine völlig neuartige Organisation geschaffen. Der ReichsarbeitSmmister wird sich in der nächsten Zeit auch noch einmal mit den beteiligten Verbänden zusammensetzen, um deren Forderungen entaeaenzunehmen. cbenfo sollen auch die Länder in BÄde um chre Stellungnahme ersucht werden. Der Gesetzentwurf geht all« Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Wochen dem Kabinett zu. so dah damit zu rechnen ist. dah sich Anfang Herbst der AmchSrat mit dieser Materie befassen kann und daß gegen Ende des Herbstes der Entwurf dem Reichstag zugeleitet Werden wird. Oie Tragödie aus dem Meeresgrund. Zum Untergang des italienischen N-Voot4. Rom. 9. Aua. (WTD.) Die .Tribuna" veröffentlicht Einzelheiten über die Gespräche, die zwischen dem Funker des verunglückten Unterseebootes F. 14 und dem Funker des Unterseebootes F. 15 stattsanden, nachdem daS Unterseeboot F. 15 einige Meter tief unter dem Meeresspiegel getaucht war, um die genaue Lage deS gesunkenen Schwesterbootes sestzustellen. Auf den Ruf des F. 15 anitoort t: ter Te'e^r:p'i,t von F. 14: .Wir beklagen sechs Tote. Das Wasser ist In dem Hinterteil des DooteS eingedrun- aen. Das Boot steckt im Meeresgrund. Die Lage deS U-BooteS ist fast vertikal." F. 14 signalisierte bald daraus daS Vorhandensein von giftigen Gasen, die infolge des Kontaktes der Akkumulatoren mit Meerwasser entstanden waren. Das Meerwasser war bei den Versuchen der Taucher, daS gesunkene Unterseeboot mittels Röhren mit Luft zu versorgen, eingedrungen. Die Mannschaft teilte mit, dah die Luftzufuhr keine Erleichterung bringe und dah sie sich infolge der Gase in einer überaus schlimmen Lage befände. Der Funker signalisierte weiter an seine Retter, sich zu beeilen. Während der Rocht waren die Taucher infolge des schweren Seegänge- gezwungen, die Arbeit aufzugeben. Degen 11 Uhr abends wurden die Signale des Funkers von F. 14 immer schwächer. Die Retter vernahmen noch deutlich die Worte: .W i r sind verloren"! dann wurden nur noch einige Punkte und schwache Striche vom Radiotele- graphisten des F. 14 übermittelt und schliehlich folgte tiefe- Schweigen. 2llS das ilnter- feeooot gehoben und geöffnet wurde, fand man den toten Fu nfer vor seinem App a - rat, auf dessen Taste noch immer seine leblose Hand ruhte. Internationale Bekämpfung des Bestechungsunwesens. Einr Eingabe an da» Generalsckretariat des Völkerbundes. Berlin, 0. Aug. (XU.) Die Internationale Handelskammer beschäftigt sich gegenwärtig u. a. mit der Frage, inwieweit durch internationale Vereinbarungen das DestcchungSunwesen bekämpft werden kann. Der Verein gegen das Destechung-unwescn. Sitz Der- i'in, hat sich mm mit der gleiche Ziele verfolgen- den englischen Organisation „Briberv and Secret Commissions Prevcntion League, Incorporated. London“ und dem schwedischen „Institute! for bc- kämpandc av mutor och bestiexing. Stockholm“ an daS Generalsekretariai deS Völkerbundes ge- ! wandt und gebeten, durch daS Wirtschei.skon • ter deS Völkerbundes auf eine Vereinheitlichung der gesetzlichen Bestimmungen hinzu- wirken und denjenigen Staaten, die derartige 1 Güdslawien nach RaditfchS Tod. Trauersitzung der Belgrader Skupschiina. Belgrad. S. Aug. (TU.) Die Skup- s ch t i n a hat Donnerstag vormittag eine feierliche Trauersihung für Stefan Raditsch abgehalten. Die Regierung nahm an der Sitzung vollzählig teiL Die Minister waren in Trauer erschienen. Der Vizepräsident hielt eine Rede, in ber er u. a. sagte, dah RaditfchS Tod ein herber Verlust nicht nur für das kroatische Volk, sondern für den gesamten jugoslawischen Staat sei. Der Tod Raditschs bedeute auch einen schweren Verlust für das Parlament, weil Raditsch als Voltsführer aufrichtig und hingebungsvoll und mit dem Geiste eines Hostels sich mit den Fragen und Interessen deS Volkes befaßt habe. DaS gesamte jugo- slawifche Volk nehme deshalb an der Trauer um Raditsch teil. Die Abgeordneten erhoben sich zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen. Darauf wurde die Sitzung abgebrochen. Die nächste Sitzung wurde für Freitag anberaumt. Außerdem hielten sämtliche Parlamentsausschüsse und Abgeord- netcnttubs Sitzungen ab. die sich mit Rachrufen für Stefan Raditsch befaßten. In der Sitzung der serbischen Landwirtepartei hob der Präsident ber Landwirtepartei. Iovano- vitfch. in keinem Rachruf hervor daß Raditsch nicht nur Führer der kroatischen Bauern, sondern auch der Bauern ganz Jugoslawiens gewesen sei. Die LaEoirtepartei beschloh. sich geschlossen an der Beerdigung Raditschs zu beteiligen. Donnerstag vormittag hielt der Mini st e r r a t eine Sitzung ab und beschloß, Beileidsschreiben an die Familie RaditfchS sowie an die Kroatische Bauernpartei zu richten. Ferner wurde beschlossen, die Beerdigung RaditfchS a u f Staatskosten vorzunehmen. Unterrichtsminister Grol ordnete an, dah sämtliche Elementar-. Mittel- und Hochschulen des Landes schwarze Fahnen zum Zeichen der Trauer hissen sollten, da Raditsch seinerzeit U n ter- richtSminister war. 0er Führer der Deutschen über Raditsch. Belgrad, 9. Aug. (TU.) Der Vorsitzende des Deutschen Abgeordnetenklubs, Dr. Kraft, äußerte sich über Radüsch folgendermaßen Durch den Tod Raditsch- hat nicht nur das kroatische Volk seinen anerfa unten Führer, sondern das gesamte politische Leben einen seltenen Kämpfer für ® e • rechtigkett und für die Gleichberechtigung der nationalen Minderheiten in Jugoslawien verloren. Oie Trauer in Agram. Sie Kroaten lehnen die Beisetzung auf Staatskosten ab Agram. 9. Aug (TU i R^cksitlchS Leiche wurde cm Donnerstag in dem Heim ber Bauernpartei auf Dem Zrnni-Platz öffentlich aufgeh a b r t. Alle öffentlichen und privaten Ge- Daube tragen Trauerschmuck. Die Sisenbahnardei- ter veranstalteten zum Zeichen der Trauer eine dreistündige Arbeitspause und zogen vor die Villa des Parteiführers. Auch sämtliche Läden in Agram waren von 8 biS 11 Uhr vormittags a e - schlossen. Der bäuerlich-demofrati'che Block legte den ersten Kranz am 6arge RaditfchS nieder. Er trägt drei Schlesien in den serbischen, kroatischen und slowenischen Farben. Die Zuschrift lautet .Seinem unvergchlichen Präsidenten, dem Großen des Voller." Der Vorstand des bäuerlich-demokratischen Blockes hat beschlossen, die am Sonntag statt findende Beerdigung Raditschs auf Rotten der Partei und der Stadt Agram vorzunehmen. Damit ist der Wunsch der Regierung. Rgditsch auf Staatskosten au beerdigen, zurückgewiesen Die kroatische Bauernpartei erließ anläßlich des Todes ihres Führers einen Aufruf an das Doll. Darin toirf) u. a. gesaat, Raditsch sei von Verbrechern er moroe t worden, um die festgefügten Reihen des kroatischen Volke- zu lockern und feinen Kampf um Freiheit und Gleichberechtigung zu brechen. Man habe sich aber getäuscht. Raditsch lebe unter seinem Volle fort. Der Kampf werde bis zum Siege weitergehen Der Aufruf fordert schliehlich die De- Dfttfenmg auf, Ruhe zu bewahren und der Parteileitung doll zu vertrauen An der Leichenfeier für Raditsch in Agram wird sich die jugoslawische Regierung vollzählig beledigen Der König wird einen Vertreter entsenden. setze und Strafvorschriften iuxf) nicht kennen, den Erlaß solcher Vestimmungen anzuempsehlen. Sn der Eingabe wird besonders dargelegt, dah schon der 6. internationale Kongreß ber Handelskammern und der kaufmännischen und industriellen Verbände im Jahre 1914 in Paris einem Bericht eine- Unterausschusses zustimmte, in dem eine einhei tliche Gesetzgebung gegen Ange st eilten bestechung gefordert und verlangt wurde, diese zu einem strafrechtlichen Vergehen zu stempeln. Zugleich sollte den Geschädigten der Weg de- Zivilprozesses für Schadenersatzforderungen vfsengelassen werden. Schliehlich vertrat man die Forderung, die besondere Gesetzgebung, da- strafrechtliche Verfahren wegen Angestelltenbeftechung so leicht wie möglich zu gestalten, damit nicht nur bet Staat selbst, sondern auch Verbände und Gtnzel- personen berechtigt sein könnten derartige Strafprozesse anzustrengen. DeS weiteren wird betont, daß zu der gleichen Aufsasiung über die Rotwendigkeit einer internationalen Gesetzgebung gegen die Bestechung auch die im 3obre 1926 von Vertretern von 30 Rationen besuchte Tagung für die Vorbeugung von Bestechung-Handlungen gekommen sei. Oer Hasen von Gingapore. Vorläufig kein Autzban znm Flottenstützpunkt. London, 10. Aug. (DTB. Funkspruch.) Die Fachzeitschrift ..Modern Transport" meldet, dah die 6rtdlung des Auftrages für den Ausbau der Hafenanlagen in Singapore von der britischen Negierung in Abrvartung des Ergebnisses der Unterzeichnung des Kelloggpaktes sowie der Sitzungen des Völkerbundrates und der Völker- bundsverfammlungen und endlich der Vorbereitenden Abrüstungs- und Sicherheitsausfchüsie in Genr aufgeschoben worden sind. ..DailyNews" zieht daraus den Schluß, daß die Absicht der Negierung, Singapore mit einem Kostenaufwand von zehn Millionen Pfund Sterling zu einem starken Flottenstützpunkt auszubauen, entweder aufgegeben oder abgeändert worden fei. — Bekanntlich hatte das Labourkabinett Macdonald seinerzeit den Ausbau Singapores sistiert. Auch auf der Washingtoner Seeabrüstungskonferenz hatte die Frage dieses Flottenstützpunkts auf derScheide zwischen Indischem Ozean und Pazifik eine große Nolle gespielt. Das britische Dominion Australien bot damals in den heftigsten Ausdrücken gegen jede Beschränkung des Ausbaus Singapores protestiert und gedroht, bei den Vereinigten Staaten den Schuh gegen eine javanische Invasion zu suchen, den ihm das britische Mutterland verweigere. Australien beschloß damals auch den Bau einer eigenen Kriegsflotte. Die japanische Politik in China. Gegen die Bereinigung von Lüd und Nord. London, 9. Aug. (WB.) „Daily Telegraph" meldet: Es bestehen Anzeichen, dah die Beziehungen zwischen Japan einerseits und ber neuen nationalistischen Regierung in Ranking sowie den Machthabern in Mukden andererseits sich schnell einem kritischen Stadium nähern. Rach den letzten Meldungen hat T s ch a n g b f ü 11 a n g . der feit dem Tode seine- DaterS Tschangtsolin Oberbefehlshaber in Mulden ist. da- Verlangen Japans, den Plan einer Vereinigung zwischen der Mandschurei und dem übrigen China aufzugeben, abgelehnt und erklärt, wenn die japanische Regierung auf ihrem Verlangen beharre, werde er zurücktreten müssen. Für diese Meldung liegt eine offizielle Vestättgung iwch nicht vor. aber im gestrigen Kabinett-ral in Tokio hat der Premierminister -Baron Tanaka, offenbar tn Erwartung einer solchen ablehnenden Aeutzerung. seine Warnung erneuert baß Japan diese Bereinigung n.cht gestatten werde und dah e- energische Maßnahmen ergreifen werde, um einen solchen. d e japanllchen 3nterefe umrunbe japanische Role an Ranking. in ber eventuell Schr , tte au m Schutze ber japanischen Interessen angebroht werden. Das Kriegsamt hat seinen Plan, einen Teil bet in ber Mandschurei stehenden 20 000 Mann japanischen Truppen zurückzuziehen, a u f ge g e • ben. In Mukden ist Mittwoch ber Stellvertreter des EhefS deS javanischen Genetalstabes, Generalleutnant M i n a n i. eingetroffen. General Minani hat den offiziellen Auftrag, die Ausbildung ber japanischen Truppen in ber Mandschurei zu überwachen. Pressevertretern erklärte General Minani. daß 3apan alles, was den Schutz ber Mandschurei vor ber roten Gefahr im Wege stehen werde, rücksichtslos wegräumen werde. Diese Politik werde jede japanische Regierung, ganz unabhängig davon. auS welchen Parteien sie sich .zusammensetzen möge, verfolgen. Die Entsendung des Generals Minani nach Mukden wird in japanischen politischen Kreisen al- ein Erfolg der japanischen Milltär- parlei bezeichnet, die die Politik ber ftar- kenHandinber Mandschurei vertritt. ßübafrita und das Empire. L o n b o n, 0. Aug. (TU.) Auf der Tagung der Südafrikanischen nationalistischen Partei, die am Donnerstag tn Pretoria ftattfanb, wurde ein überraschender Beschluß gefaßt, der keinen Zweifel daran laßt, dah das Ziel eines großen Teiles der Nationalisten« Partei die Schaffung einer Republik und die Abtrennung Südafrikas vom britischen Weltreich sei. Inwieweit Ministerpräsident H e r tz o g als Führer der Nationalistischen Partei mit diesem Beschluß übereinstimmt, läßt sich aus den ersten knappen Meldungen nicht erkennen. Es ist anzunehmen, daß für den Beschluß die Stimmen der nationalistischen Abgeordneten aus dem hollän- bild) bevölkerten Transvaalgebiet entscheidend waren. Aus öfter Wett. Furchtbare Brandlatastrophe in der Oberpfalz. Ein furchtbarer Brand verwüstete am Donnerstag nachmittag den Marktflecken Luhe, der etwa sechs Kilometer von Meiden (Dberpfal}) entfernt liegt fiurj nach 13 Uhr brach in einem Unwesen der Hauptstraße Feuer aus, das sich mit ungeheurer Schnelligkeit ausbreitete. 3ni«.erf)alb kurzer Zeit wurden achtzig Wohnhäuser und Scheunen in Schutt und Usche gelegt. Der Marktflecken Luhe ist so gut wie vernichtet. Infolge de» stets wechselnden winde» flogen die Flammen bald nach dieser, bald nach jener Richtung, so daß alle Moftrengungen der zahlreichen Feuerwehren, dem wütenden Element Einhalt zu tun, vergeblich waren. Jnrgejamt sind hundert Gebäude dem verheerenden Element zum Opfer gefallen. Darunter befinden sich neben Scheunen, die ooügefüÜt waren von Inttervorraten, (betreibe und Vieh, auch zahlreiche Wohnhäuser. Der Brand konnte erst in der Rächt gelöscht werden, nachdem die Feuerwehr zehn Stunden lang an der Bekämpfung des Jener» gearbeitet hatte. Mau weih immer noch nicht, ob unter den Trümmern Tote liegen. Die Obdachlosen wurden teil» la den Häusern untergebracht, die vom Jener verschont blieben, teil» mit Lastkraftwagen nach weiden gebrachL Die Ursache de» Brandunglücks ist noch nicht völlig geklart. Auf jeden jall stehl fest, dah da» jener auf feinen Herd hätte beschränkt werden können, wenn nicht der tückische wind die Jlammen nach allen Richtungen getrieben hätte. Die Bevölkerung der Umgebung Ist herbeigeeilt, um Hilfe ]■ leisten. Rach einem junkspruch von heute früh loderten heute früh die Jlammen in Luhe erneut auf und roßten welker. Die Feuerwehren find alarmiert. wenn ungünstiger Wind aufkommt. besteht die Gefahr, dah auch der Rest der Ortschaft durch jener vernichtet wird. Bl» in die späten Nachtstunden hinein waren 34 Anwesen mit sämtlichen Rebengebäuden, Scheunen, Ställen und Schuppen eingeäscherl: einige andere jum Teil durch da» jener beschädigt. Zwei Drittel der Einwohner sind o b d a ch l o « und da» ihnen oer- bllebenc Eigentum besteht nur aus dem roa» sie auf dem Leibe tragen. Au» Regensburg und Amberg ist je eine Abteilung C a n b e» p o 11 jel in dem llnglücksorl eingetroffen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten und helfend cinzngreifen. Der Schaven ist noch kaum abzufchälzen. Schwere- Autounglück im Vorarlberg Die Bundesbahndirektion Innsbruck teilt mit: Die Lokomotive eine» JJerfonenjuge» erfaßte auf brr Bundcsstraßenübcrsetznng bei Kilometer 2,1 der Strecke jeldkirch — Buch, bet hatbgeschloise- ncr Schranke da» Automobil de» Arz'e» Dr. Han» Kohler au» Nenzing, das mit i e d)» Personen beseht war. Da» Auto ward« auf einer Strecke von dreißig Meter mllgeschielit und in Hunderte von Stücken zertrümmert. Bon den sechs Insassen wurden fünf getötet, und zwar Dr. Kohler und Jtau, Hermann Suchard, gebürtig aus Darmstadt, und eine Jrau Reliefen, ferner eine Jran, *eren Persönlichkeit noch nicht feffgeffeQt werden konnte. Jrl. Korostne Eller», gebürtig au» Esten a.d. Ruhr, wurde schwer, aber augenscheinlich nicht lebensgefährlich verletzt, während der Bahnwärter die Schranke schloß, fuhr ein Pferdefuhrwerk in der Richtung auf jeldkirch unter dte niedergehende Schranke. Mm diese, jnhrwerk nicht einzuschsteßen. lüftete der Wärter ein wenig die Schranke. Da» jnhrwerk kam hindurch, da, au» der Gegenrichtung kommende Auto aber, besten Lenker die haldstel- hing der Schranke benutzte, am noch darchzu- schlüpfen, wurde mitten auf den Schienen von dem heranbransenden Fuge erfaßt und vollständig zertrümmert. Internationaler Leitung.^vifsenschaftl'chcr Kongreß in Köln. 3« Köln wurde im Messtchof ber Peesso der Indernationale zettungswisienschaslNche Kongreß in Anwesenheit zahlreicher Vertreter ber Behörden. zeitvng«nnssensch^llickx-r JnfHtute und Verbände eröffnet. Als Vertreter des Pressechef- der Reichsregierung war Dr. Heide (Berlin) erschienen. Vom Ausland sind auf dem Kongreß vertreten Aeaypten, Frankreich. Japan, Lettland, Oesterreich, Polen, die Schwer, die Union der Soziaülstifchen Sowjetrepubliken und frte Tschechoslowakei. Die Teilnehnrer am 1. internationalen ^eitungswsisenschafllichcn Kongreß traten Gäste der Stadt Köln irn Parkrestaurant auf der Pressa. wo sie von Bürgermeister Schwer in g im 71 amen der Stadt begrüßt wurden. Die Grüße u. Wünsche der Presseabtetlung der Reichsregierung überbrachte Dr. Heide. 3m Rcnnen des Vereins Deutscher Zeitungsverleger wünschte Kommerzienrat Dr. Reven Du Mont dem Kongreß, daß feine Beratungen fruchtbringend sein möchten für die Zeitungswissenschaft, sowohl für die Journalisten als auch für Vie Verleger. 3um Schluß sprach noch Professor Dr. D o v i f a t den Dank der Kongrehteünehmer für Vie gastliche Ausnahme durch die Stadt Köln aus. Der Jtleger Drouhln f. Drouhin, einer der besten französischen Flieger, der, wie gestern bereite gemeldet, bei einem letzte:, Dersuchsflug vor Ueberquening de, Ozeon» einen fckweren Unfall erlitten hotte, ist heute tracht 2.15 Uhr seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Lerzte, die den mutigen Fsieger bi» xum letz- ten Augenblick über seinen wahren Zustand im Unklaren ließen, hatten noch in später Abendstunde versucht, durch Abnahme eines der beiden gebrochenen Beine das Schlimmstejui oerhnkern. Der Ber ftorbene hinterläßt eine Dltwe und zwei kleine Mädchen, von denen dos eine noch nicht ein Jahr oft ist. Die Deiierlage. rl 'n?/ ©W5fte«ieiO*tnr 9’rt»»’»"' wenn »eretw * Scbate »t'ivM» e-ten X Wv-tur ^.u-mm-nc.-O'xw tekhter Olt £ «Mr 5oQ itereecw vt«>l fhtec" d<» wmd« ow teeee M »t» g-twn jk U P t l -<• Orw etl «tc.tU« tviyoiau^iagc. Der hohe Druck über Frankreich ist etwas zurück- gegangen. Trotzdem wird unsere Wetterlage vorläufig noch unter seinem Einfluß bleiben, jedoch ist über Irland bereit, ein Ncgengebiet erschienen. Auch deutet Lustdruckfall daselbst darauf hin, daß ein neue» lief herannaht und später unsere Schön- Wetterlage unterbrechen wird. Wettervoraussage für Som,tag: Zunächst noch heiter, später leicht wolkig, warm und trocken. D i 11 e r u n g » a u • f i d) t en für Sonn- t ci g: Allmähliche Bewölkungszunahme und Nieder- schlagsreigung. tiufUi’HFeraturen am 9 August: mittags 22 Orah Celsius, abends 15 Grad Lemus; am 10. Auaust: morgens 14,4 Grad Celsius. Maximum 22,5 Grad '' '.sius, TI nimum 11 Grad Celsius. — (Erbtempera- • r r. in 10 Zentimeter liefe am S August: abends 21,3 Grad Celsius, am 10. August: morgens 16,7 Grad Celsius. — Lonnenschcinlrnuer 9 Stunden. °U5 U- ***U| JJ* *1 *y;^lber9 l °°i ö« buÄMMr. bas **» Z>r. ’« ÜWo ?^» h eiljtu!®! » iü,f eH:,"’- "«5,3* tonnt 7: y- °7L J? "lch> Irtnsl’ Bl*u»är(frY. SS? !iSü " "°ch buch,,. ?}" m f^lonbeoifUi^ ^nfHtutt ur.b il8 auch für bx Tr- noch Prostffor vr. dnEkAarr für > die vtodt Mn ml oatjln t. französischen ßlityr, Wft, bei flnem 1^1*- ig bti Oxfoitf eintn tyittt, ift teuft trabt [ehungtn trltgt». W-n bis Wm sttz- wahren Mtanb im m \p6tfi IbinHtunbt $ der beiden cebrtxbe- i verhnkern. fer B#r Itoe und jmtl fleir- te noch nicht ein W rlM ’fts. So a! ;V* r 1 *° 9 reich ^AaS'^st isere iebod)11 SÄ«? i*1“0”* 6.,«- .en »fe *Xu« Der Provinzialhauptfiadi. Gi«ft«a. ben 10. Zuluft 1928. Mensckenfenntnis. St oft kann man den Ausspruch hören „Ich bi» «in tateCoffr 'Ttten'dxntrm'CT, mit macht man «tchlS vor." Und doch wird nur zu häufig ett nichts kufetfeciigtc und Dotrüiger umgegan» S« " mit dem ifrteU über Menschen. Äaum geseüen ober nur kur- gesprochen, -W man tm IJertant de- o£Iau raschen .. Menschen kennet-" bereits Photographie': und abgestempeft Mit dieser StÜette läuft man dann jahrelang oder für immer al- imaginäre- Wesen im Borstel- Uum-Ieben de- Mitmenschen herum, der «inen bliAchnell auf ein« Formel gebrach: hat. Vaft hieran - MihverstLndnifft und Un-utragftchkeiten entstehen liegt auf der H«mb Tie Gegenwart bringt bi« Merchhen in der TUg<-r zunächli nur in geschäftlichen B^'c-Hungen einander näher, der Kreis jener Bekannten. bk sich enger kenne,.lernen, ift meist nicht #n ge'ch!offen wird Jin 5t6Ier ift die- de-. Haid, wei« Punch geschäftliche Beqtehungen selten der menschliche Ämt durchblicken kann, ja oft ^beckt werd, Hinterher nimmt man sich auch nicht mehr bk Mühe, einen Menschen den man hon Geschäft« wegen erkannt ,u hafvn alaubt. wirklich von feiner richtigen Seite einschätzen Hu lernen. Lief klafft tn der ®eg«mtoort der Gegensatz zwischen junger, teRweife jüngster Generation und der älteren. Man ist bem'cht. sich verstehen «u lernen, manchmal muh man sich ja auch not» gedrungen oerstLidigen. Unb doch ift der Gegensatz vksfach unüberbrückbar, weil beite Generationen auf verschiedenen Erscbni-jahren und auf verschiedenen geistigen und wellanfchau- lüften Grundlagen groft geworden sind. Die Forderung des Tages ist mehr denn je. sich gegen, seftig Dmftändnis entgeaenzubringen. ..Alles ver. stehen hecht olle« verzeihen." Wie fleht*? Wan hört immer wieder über Rückgang der Höslichk^ll Flogen und stellt bedauernd fest, dah die Menschen bet Gegenwart einander zu wenig all Menschen werten. Gleichgültigkeit, wenn nicht aar Feindseligkeit soll den alltäglichen Verkehr Merriam. Wie reimt sich damit aber zusammen, datz man. wo man geht und steht di« Leute bei bet Begrüftung einander sich noch ihrem Befinden erkundigen hört? Muh man da nicht den Gfndruck bekommen, fie seien allesamt durch ehr- liche Anteilnahme an fortn vielfältigen Geschicken und Sorge um der anderen Wohl innig verbündens Ober wird da nur eine blaffe Redesorrnel ausgetauscht. die sich der durch Aiingenfuftur ausgezeichnete Menkch des zwanzigsten Jahrhunderte angelernt hat? Das wäre schlimm, denn es gibt gewift noch Menschen, die solche Fonnein nicht durchschauen und Gefühl hinter ihnen vermuten. Sie geraten dann leicht tn die Verlegenheit, mit Bekenntnissen daraus zu antworten, die dem Frager mir lästig fallen. 3a. «s ist schwer. Mensch unter Menschen zu sein. Gin Beispiel für viele Ich treffe troenb- einen Bekannten, und er fragt mich gewohnhert-. mästig .Wie geht'-?" Was will er jetzt damft sagen? Cb ich feinen Schnupfen mehr habe tote neulich? Ob meine Frau schon m die Streuner» ftilche gefahren ift? Ob es mir in memer Reu. vauwohnung gefällt? Glaubt er. von mir etwas erfahren zu können, was ihm ge'chäftllch Vorteil bräch:e? Bin ich ihm am Ende etwa» «chuldig unb fpieff er auf diele Weife »art auf bk Rück- zahlung an? Fürchtet er. ich habe in der Lottert« gewonnen, seit wir uns da- letztemal sahen? Ober verschieiert er nur den Gedanken, .vast tm mir gerade jetzt in den Weg laufen muht!"?? Wie diese Möglichkeiten aufrollen, kostet Feit, und sich für die wahrsche nlichste entscheiden erst recht Solang« Cann inan mit der Antwort nicht toarun. ohne blöd zu erscheinen, und so Rammele ich zerstreut ein .Danke, leidlich" oder _G- könnte Hefter ‘«tn*. Bielle-cht fühle ich nftch gerade prächtig und meine Angelegen heften versprechen sich bestens abzuwlckeln. aber soll ich das jemand verraten der mir fern fleht? Erstens setze ich mich damit dem Derdachr aus. protzen zu wollen damit er sich ärgert, und zweitens ärgert er ftch wirklich Also heuchele ich, nachdem ich ihm tu- getraut habe, dast er es tut Aus Höfllchkeii unb Zartgefühl, das bilde ich mir wenigstens ein. Unter Gespräch kommt über RedettSarten nicht hinaus, unb tchliestlich bin ich froh, wenn jeder feinen Weg für sich fortsetzt. Run ärgere ich mich, dost ich nicht unbefangen versuch» habe, ihm etwas von dem Frohgesühl au vermitteln das mich vor der Begeanung erfüllte. Bselletcht hätte es ihm wohlgetan ihn anaeregf. gekräftigt Vielleicht erwanete er solche Hille von mir. Unb ich witterte in ,hm etwas Fetzidiiches Vielleicht suchte er ein stutzendes Dort, und ich war nur daraus bedacht, meine Stützen feftzu- halten An der nächster Straftenede fällt mir ein, Ckift ich le'rr Zrage ja nicht erwidert habe. Run wird er denken: .3ft das ein unhöflicher Mensch'' Da« nächstemal will ich - besser machen. Turmalin. Daten für Damotaq, 11. August. Sonnenaufgang 4 39 Uhr, Sonnenuntergang 19.30 Uhr — Mondaufgang 23.57 Uhr, Monduntergang 15.59 Uhr 843: vertrag von Verdun, Teilung de» Fränkischen Reiches. — 1848. der Maler Hermann xnackfust in Diesen (6leg) geboren (grftorben 1915). — 1870: der lfteograph Dilhelr., Volz in Hall« (Saale) geboren. — 1904: bi# Herero am Walerberg entscheidend ge- f(biogen. — 1917: Beginn der elften (Leuten) Jjonzo- slylachk. — 1919: Verkündigung der Weimarer Der fastung tvornotijen. — Tageskalender kur Freitag. Licht- joielhaua, Bahnhofstrafte: „Die Ramelienbame". — Astorlo Lichtspiele „Die grafte Zirkusnummer". •• (Biode n lauten am Bersassungs - tage. Da» Landesklrchenaint hat, wie un» von zu- ständiger Seite mltgetelU wird, anläftlich des 8er foffung»mge» für ©am»tog, 11. Äuguff, ein allaemei- nes Geläute in der Zeit von 12 bis 12.15 Uhr angeorbnet. •• ® I e 6 c n 6 Glückwunsch an Eckener. Die Stadt Gieften hat, wie uns van der Stadtverwaltung mitgefeilt wird, Herrn Dr. Hugo Eckener S Vollendung feine» 60. Lebensjahre» die herz Jtm GlüdwuniLe übermittelt *• Motorraduniali. 3n der verganaenen Rocht geaen 12 116r verunglückte in Relnrod iKrei- Schotten) ein Motorradfahrer mit besetz, inn Beiwagen dadurch, dah er, wohrfcheüüich infolge einet Reifendefekts. auf gerader Strafte plötzlich gegen ein Hvstvr fuhr. Der Mv- torroMcnler erlitt keine Berletzungen. während der Deif^rer. ein 21 Jahre alter Kaufmann Theodor Braun aus Reutlingen, ber in Ober- Schmitten befchäftigi ist. ein« erheblich« Kopfverletzung und eine schwere Gehirner- f ch ü 11 e r u n g davontrug. Gin Arzt aus Ridda leistete bic erste Hilft und lieft den Verunglückten durch die Freiwillig« Sanität-kolonne Gieften in die Ehirurgilche Klinik befördern. Der Zustand de- Verunglückten ist zur Zeit emft •• Pilzsammler, Vorsicht! 3n der Zeit der »ernte muffen den Sammlern wieder einige beherzigenswerte Ratschlag# mit aus den Dea gegeben werdcn. Der eine heiftf: Sammle keine Pilze, die du nicht genau kennst. Dann möge man nur emwandfreie Exemplarc noch Hanse tragen, denn die madigen Pilze sind schädlich Bei regnerischem Detter gesammelte Pil;e oerd«rv#n meitau» schneller als bei trockenem Detter gefundene. •' Straften-Ausbrüche Nachdem seit zwei Dachen die 1‘egung de» Wasterrohres durch die Dieseck vollendet unb die Lerbindung in ber Moftkeftrafte hergestellt ist, Ift ber Weiterbau non ber Kreuzung Sendenbermtrahe —Diesenftrofte— Moltkestraft« entlang der Ostanlage in Eingriff genommen roorbrn. um die Marburger Strafte entlang nach Diesed geführt zu werden. 'Gleichzeitig werden oom Busgang deo Gaswerke» in der Dftonlage in der gleichen Richtung Gasrohre verlegt unb Die Leitungsrohre für die stabel der rleftrifd)#n Leitung umgebaut. Diese Arbeiten haben kleine, ober nicht zu vermeidende verkehrsstönlngen für die Qufjgänger sowohl in der Südanlage wie in der Nordanlage zur Folge, die hoffentlich bald behoben werden. Auch die Straheubahn wird an verschiedenen Stellen au»gcbeli«rt, so daß der Betrieb durch Pendelverkehr aufrechterholten werden muh. ** Straftensverrung. Wegen Walzarbeiten Ist die Durchgangssfrafte Wetzlar—Gieften In Waldgirmes vom 11. bis 18. August d. I. gesperrt. Umleitung über Garbenheim. (Weitere tokalnachrichlen im 2. Blatt.) Vermischtes. versuche mit einem Schraubenslugzeugmodell. Der 3nfl«nieur Zafchka hat vor einiger Zeit ein Schraubenslugzeug:nodell konstruiert, mit dem di« Möglichkeiten eines senkrechten Aufsteigens und einer senkrechten Landung von Flugzeugen erprobt werden sollen. Der Gedanle ift an sich nicht neu unb es sind schon von einer Reihe von Ffugzeugingenieuren feit geraumer Zeit ähnliche Versuche gemacht worden, die aber bisher noch nicht zu einen positiven Ergebnis geführt haben. Die Verwirttichung der 3d« würde es möglich machen, dah Flügzeuge selbst auf demungeeignetsten Gelände starten und fanbei kömrten. was nicht nur tm gebirgigen Gelände, sondern z. B. auch beim Start und der ßanbung in arkllfcheir "Xegionen von ganz auber- orbentlichem Vorteil wäre. Das Zafchkafche Schraubenf-lug-eugmodell wird gegenwärtig aus dem Berliner ZentralllughaftM ausprobterk. es hat sich dabei gezeigt, daß dos Modell auch beiböiacmWIndc als durchaus stabil angesehen werden kann. Die bisherig«» Versuche Haden den Beweis erbracht, daß *txwi ft 6.5 Kilogramm schwer* ÄwiW schon be 2100 Umdrehung«» die 7 Meter grvfte Schraube f!aMFJi«teL Leider wurde jedoch bei dem letzten Versuch dos Modell. welches durch einen flnnen 3 l L9 10 chindenburK-Droeerie, GefterSw«, 68a Waschbare /Damenbinden x. /od Camelia-Hartmann-Bfnden \ sowie sämtliche Artikel * für die Hygiene der Frau Bettstoffe, sinnliche Gummi waren, Gummlstrümpfe. Leibbinden. L - Stlndige Damenbedienunß - V \ Drogerie Winlerhofl / Abt Hygiene 7172a WaiBeooDerM lle,Ä üMRoniBfl ffi'ttta I Drtisoeti N? SrSlli'fGe stssv.-Vn-mi. H. CflBfle, Siesten. 56nmtr.7. 5 (Pfennige Sleii ( ner n c° Illi H.. IjeHrjh iiininuii Hiiiiiuit Q. c VI Vergessen Sie übrigens nickt: „Slelpner" kaufen, „Slelpner" rauchen, helfet Gelegenheit haben, bis zu 1 000 Mark aus dem „Sleipner^-Jubiläums - Wettstreit zu gewinnen. Fragen Sie nur Ihren Tabakhändler nach allem Näheren I 35 j D5A 0/^ gewinnen selten so hohen Wert als beim Rauchen einer „Slelpner"-Clgarette. Das ist Tabak I Fünf Pfennig für eine „Slelpner” gewähren reinstes Genlefeen, volle ganze Raucherfreude. „SLEIPNER” Ist wirklich eine Cigarette, bei der Sie bleiben dürfen. O.^'ABATSCHAR[ SO - VjVL> < CI GAR EITEN-FABRIK AG. M rö. Dem kau,enden t’ublitum ist Gelegenheit gegeben. üdi non den guten Qualitäten und der Br?,^ Würdigkeit zu überzeugen "'7'X )tt.Vorneis, Alsfeld (Oberh.) Mietgesuche | iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin 3-4 • gimmer- Wohnung in Dieben ob. näh. Uninebunn gesucht ®otl. TauschwoKng Wöttmocn. ’Stfcriitl. Slnacb unter 05752 nn den miej; LWNWMUIIIilllll» Eisu "taH zBettenÄ: Stahlmatratzen, günstig an Private. Katalog 5(5 frei Elwenmöbelfabrik Sohl (Thüring.). Wiesede, Oarbenteich, Reiskirchen, Limburg, den 0. August 1928. Die Beerdigung findet Samstag, den 11. August, nachmittags 4 Uhr statt. 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Komme jeden Wochenmarkt mit la Hausmacher- Dentill Scheiter Schulftrabe 11 (Stadtpoft) Telephon 2415 Tüchtiger Chauffeur d. auch Aeoaraturen auSiühren kann, für Lastwagen lüt sofort (BorDeoerrln. Samstag, 11. 2lug^ abend» ff/. Ubr: Monats Versammlung „MeMM. ,eeD In tiefer Trauer: Heinrith Man, ülmnachermeister r» ioiöi Äew Pol' Kbcn jriiebf rut«' liol ahn' Io D« schs> Holen wir unsere Waren auch dort?" Oie Mutter: „Nein, Zunge — der Konsumverein hat uns schon immer als Mitglied einwandfrei und preiswert bedient. Oie Konsumvereine haben schon seit ihrem Bestehen, manche sogar über 60 Iah re, ihren Mitgliedern Rückvergütung gewährt. Deshalb bleiben wir unserem eigenen Geschäft treu. Oer Sohn: Ja, warum können das denn jetzt auch andere? Ach tato Einfacher, gebr. Tisch zu kaufen gesucht. Schr. Sing. m. Drei» u. 05759 an d. 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Landwirt nach längerem, mit großer Geduld getragenem Leiden, heute nacht 2 Ubr, im Alter von 64 Jahren, sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Freund IV. Familie Friedrich Freund Familie Karl Freund. AJten'Buseck. den 9. August 1928. Die Beerdigung findet Samstag, 11. August, nachm. 2'/, Uhr statt. ________________________________________________72/70 Reh Ausschnitt W Ita. evh. 618. *» ,3 Hvvoltrk'.. w auainiLL ■• ff -y ■MMäi L^ch- (öitojdn lb- ii. iveififlti- ig, empfiehlf !■ Wtt, ötemfirahe 13, >11581 rAD lllllllllllllllllllllllillllllllll teilt Hollävdcr Dvllfieringe tei ®[fln!frn ngenoffen. • ) M. Schulhof. IfDb. 119. (iüiflnnti itn Suiflflttibrn levbonüöit^öttb üfltn xoexbtn 'o> fort autftthibu. Heue Wein n prima Ciwlitit mpßehli bill'd'i V. M lltutn Ä i -leph.612. 45D Vereine seriell», 6rlle Beidüfff* iihrlll|i»|ÜM2? *• »»>> eieWsv’iSr ®8telÄ jä»;: V® tor llebUNAs' da» Bk' Ä,Äi'»reiben KKSÄ *"5?i ’Sffifrj*’ S-°Lune ver^ Str»,s n o. August 1928 4* Nbart feinet b lonNren Svrnpathien lür bas Lyftem bet I i l a u i I 4) e n Diktatur, unter her in erst er Reih.' die deutschen Bürger des THe me 11 a n bc 8 Ulden um fcftAuftcllcn. daft Polen in Nelen fwberbaft erregten Lagen ba leben 2tuq.nblii.h- tenb Dolde maros immer wieder Beunruhi- einq in Nele . gottgewollte" Ordnung der Dinge trägt ölllubfi ist eben der glückliche ‘Bell »er unb al* solcher an ber Aus rechter Haltung bet Statu* quo inkrefitert. Ss gehört aber, in Rordosteuropa nielleicht noch mehr als im übrigen Teil unseres mlfthanNIlen Erdteils, eine tüchtige Portion DerNchungskunst dazu. diesen Statu* quo al* den Frieden an und für s i ch d.nzuftclten. Wer Ne polnische Diplomatie am Werke sah. ux-ifo. dah das notwendige Quantum Terbrebung*!uuU hr durchaus zu eigen ist Oie stellt die verschiedentlichen Tentperamentsaus- brüche Ns litauischen Diktators, die doch meistens keinen anderen Zweck verfolgen, als Ne Auf- rechtcrha 1 tun a s e i n e r D i f t a t u r. zu der dort nun einmal die Rolle des wilden Mannes gehört, als ernsthafte Bedrohung Polens dar. DiefclN Diplomatie. Ne in der ibr nahestehenden Pr>! e immer wieder den brutalen Machtstand- punft Nrvorkehrt Polen ist groft Litauen ist klein. Unruhe herrscht zwischen beiden, infolge- dessen hat Litauen von der Landkarte zu verschwinden! Das kleine Litauen soll also jetzt ben selbstgefälligen polnischen Äoloft bedrohen. Zu welchen Bebrobungen offenbar auch die Zusammenrottuna von 70 000 polnischen Legionären gehört, die sich just Nefen Sonntag in TD i Ina am Stlang der kriegerischen 2tcN ihres Marschalls berauschen unb ihr stark entwickelte- Bedürfnis nach möglichst kostenlosem Heroenschein befriedigen werNn. 3n Aniono sieht man diesem Tag mit fühlbarer llnrubc entgegen Zu bekannt ist ber Plan ber Legionäre auf bie Hauptstadt Litauen* Ati marschieren. Richt etwa, um einen neuen Krieg zu entfesselns Da fei Gott und der pazififtifche Monsieur Paul Boncour vor! LeNglich. um .Ordnung zu machen", um den Rachbarn non der Diktatur zu befreien und um einer neuen litauischen Regierung Platz zu schäften. Ne sich Nm TD.ir’djaucr Krieg»- unb FriedenSimperiatts- mus recht gefügig erweisen wurde! Kein Zweifel, daß die Souveränität Litauens auch für ben Fall eine* blutigen Konflikts geschont werden soll! TDarum denn nicht? Schliestlich ist auch das Königreich Aegvpttn »in souveräner Staat. Tvoldemaras ist fest entschlossen, seine äußersten Machtmittel einzusetzen, wenn Ne Leaionäre marschieren. Er sagt ganz offen, hast es feinen Schuhen schon gelingen toürN. die polnische ileNrmaAt ein paar Tage lang aufzuhalten. Und in diesen Tagen - wer weih, was da geschehen kann! . Mit effektiver Unterstützung Nirch den Bölkerbu n b rechnet man in Kowno nicht Man Ist zwar e ntschlosfen. immer noch mit- zuspielen, solange Gens irgendwelche, wenn auch nur platonische Hoffnungen bietet — aber über da* THae. in dem solche Hoffnungen berechtigt fein können, gibt sich gerade TBolbrmara*. ber bie viel zitierte Oenftr Atmosphäre zur Ocnüge kennt leinen Täuschungen hin. Täuschungen, und zwar sehr ernsthaften Täuschungen, bat er sich allerdings bis in die allerletzten Tage über die BotwenNgk.iten b.ngegvben. bie Deutschland txranlapcn müssen bi1 Unabhängigkeit Litauen* zu garantieren Zweifellos befindet sich auch Deutschland hier in einer Zwangslage. Abgesehen von Strmpathie oder Antipathie für b.cfcii ober jenen Streifte»! ist es für Deutschland natürlich unerträglich, daft Oftpreuhen ganz von polnischem (? biet ein geschlossen werden soll. Falsch ist es jedoch, wenn Herr TDoIbe- mar* und die Äicmen von ben Seinen sich au* dieser llnmrglidjle't das Recht ableiten wollen. Ne deutsche Ostpolitik in einer Sprache ihres offiziösen Organs zu bestimmen bie mitunter beinahe ins Erpresserische abgleitet. Denn das offiziöse .L'etuvos Aidas' Nn Friedensschritt des N'uifchen Nefe Kraftpoie — angenommen. dah die wiederholten Schritte des russischen Gesandten Lorenz nichts anderes waren - eine gewifie Wirkung nicht verfehlt haben. Oie Heidelberger Festspiele. Ein Rückblick von Or. Zrih Baas. Die Anwesenheit Gerhart Hauptmanns gab in diesem Zahre der ersten Heidelberger e st s p i e l ® od) c ihren besonderen Akzent Der Dichter hielt zur Eröffnung einen Vortrag in der Aula der He Mberger Universität. Seine Ausführungen galten dem Festspielgedanken und der Zukunft des deutschen Dramas und gipfelten in dem Wunsche, dah es gelingen möge, theatralische Kunst und Drama aufs neue dem Volkstum zu vermählen. Etwas befremdend wirkte es nur, dast Hauptmann über das Schaffen der jüngsten Dramatikergeneration kein Dort verlor. Als erste BorsteUung ging Kleists Kälbchen von Hei Ibron n“ in € zene. Der Schloss- Hof m.t fernem reichgegliederten, natürlichen Szenarum von Auinen. Büschen. Treppen war der geeignete Schauplatz für Neles romantische Märchen, das nick: Erzählung bleibt, sondern Bewegung und darüber hinausklingender Rhythmus wird. Hartungs Regie bewahrte mit feinem Instinkt der Einstudierung durchweg eine gewisse romantische Gelöstheit und war recht geschickt in der szenischen Gruppierung, dem Ab- arenzen engerer oder weiterer Spielräume durch Licht und Statisterie. Das Käthchen gab wlifa- betb Lennartz Da war Kindlichkeit, unbewußt drängende Sehnsucht, bleiche siechende Anmut. Vur die Intensität der Durchdringung lieh manches zu wünschen übrig. Auch Eberts breitbeinig, männlich auflrc’enbe* Temperament war nicht immer standhaft, wenngleich dieser Wetter vom Strahl in einigen Augenblicken wundervoll den Aaum beherrschte. Das stärkste Erlebnis, wenn auch nicht die harmonischste Leistung, war die Aufführung von Gerhart Hauptmanns Dagabun denk omöNe ..Schluck und 3 a u“ im Bandhaussaal unter der Regie des Dichters und Gustav Hartungs. Pallenberg als Schluck und Klöpfer in der Volle des 3au machten die dramaturgischen Unzulänglichkeiten deS Stückes vergessen. Besser hätte die sptelerilche Antithese ntcht vertreten sein können Dieltr Schluck--Pallenberg war einfach rührend in (einer gutmütig kindlichen Einfalt. Er hatte den guten Leuten so viel zu lagen und war beständig in Angst, sie möchten chn aufbringlid) und vorwitzig finden: aber es muhte heraus. Da war jede Geste, jede Mteye eine Entschuldigung für das Erleben, das aus ihm hervor dräng'» und immer .wieder tagte er - wie um V?rzechnnq bittend —: „Ich bin Ihn ein sehr kmstlicher Mensch." Hinreihend war et in den Augenblicken, da er fid) verstanden fühlt unb so etwa» wie Triumph des Schöpfertums etnofin- bet. Der 3au Eugen K'.öp'ers hat sehr überzeugend gesoffen, gefressen und gerülpst. Echter Herzenslon war fc.n Gegrunze Lind doch blieb Ne Darstellung nicht in äußerer Deal ist ik stecken. Klöpfer gab diesem sonderbaren Aomantiker. bet statt von ber blauen Blume - - von TBeUflcHdb, Schwemefchkachteir unb Schnaps träumt, metaphysischen Hintergrund Als drittes Stück wurde Shakespeares ,.S o m m e r n a ch t s t r a u m" gegeben Der Aufführung fehlte aber etwas der volle lyrilche Klang, fcu rauschende Musikalität Shakefpe.dreschen Äomöbiengetftce. (chimmernN Fackelzüge, gieihendes Farbenfpiel. all das tanzende, wogende Aufgebot konnte nicht darüber hinweg- täuschen. An Ter Sommernacht fehlte es n.cht. Säften, taufrischen Dust des Berg Waldes, flüsternde Hermlichkeit in Bäumen und Hecken, das besorgte Ne Aatur ohne Anstrengung Aber Nr Traum wovte sich nicht ein ft eilen. einige, auch mit gutem Wülen nicht übersehbare lln v tüttom menyeitei der Aufführung •orgten dafür, dah man immer wieder auf recht unangenehme Deist Bi* zur späten entscheidenden Wendung ist er ein einfacher Mann aus dem amerikanischen Mrttelstand geblieben, der sich im Lauf der Jahre mit zäher Energie und Ausdauer emporgearbertet yat. Kellogg wurde am 22. November 1856 in dem Städtchen Polsda in geboren. Dieses Potsdam liegt freilich nicht in der Marl Brandenburg, fondeni rm Staat Deuyorl. Sollte im SoNi dieser Stadt, unter deren El rändern sich offenbar auch Deutsche befanden, auch deutsche* Blut fliehen? Der Ne ine Potsdamer kam schon als Kind nach dem Staat Minnesota unb wurde dort im Jahre 1877 AechtSanwalt. Anfänglich führte er da* typische Leben eines Provinzadvolaten. In jenem ersten Stadium schnellster industrieller Ent- wick.un^ Amerikas bot die 'Rechtsanwaltslaufbahn dem Tuchligen eine gute Chance. Lange Zeit konnte er sich jedoch aus den kleinlichen Verhältnissen seiner Provinz nicht herausarbeiten. Er galt zwar al* grobe Intelligenz, war aber immer zu gewissenhaft unb kam aus den de den- konftiklen nie heraus So ging es nur sehr langsam vorwärts, trotzdem er ein anerkannt hervorragender Jurist war. Uebrigen* betätigte er sich auch als Mitglied in der republikanischen Partei, der Grand old party, die damals noch eine streitbar-liberale Partei war. Es bauerte sehr lange, bis Kellogg seinen ersten, groben Sieg erkämpfen konnte, einen Sieg, der seinen Damen in ganz Amerika volkstümlich machte. Um die Jahrhundertwende hals Kellogg dem prachtvollen Draufgänger Roofevelt bei der Durchführung der Anti-Trust-Politik. Aoosevelt hatte das Aaubtiergebih unb die Kraft, brauchte aber zu feiner Unterstützung em findiges Juristengehirn. In feinem Kampf gegen den ältesten, mächtigsten Riesentrust, bie von John D. Rockefeller gegründete ..Standard Oil“, setzte er mit Kellogg* Hilfe die Auflösung der Dachgesellschaft, wie wir heute sagen würden, in kleine Gesellschaften durch. Kellogg hat Roosevelt auch geholfen, den geplanten Eisenbahntrust Harriman* zu verhindern. Obwohl Kellogg mit der Auflösung des Standard Oll - Trustes Rockefeller nicht allzu wehe getan hat, sicherten ihm die beiden Leistungen die Sympathie seiner Landsleute: er wurde daher, sozusagen al* Belohnung im Staate Minnesota zum republllani- schen Senator gewählt. 3m Senat zeigte sich aber Kellogg von einer ganz anderen Selle. Don einer unabhängigen Gesinnung war nichts mehr zu verspüren, unb fast willenlos fügte er sich Nm Parteidiktat. Seine Wähler würben mit der Zeit unzufrieden, und nach dem Krieg verlor er fein Mandat. In seiner Brust wohnten zwei Seelen, Er kämpfte mit Roosevelt einen saft antikapitallsti- schen Kampf durch und war trotzdem der Freund, der Rech:*anwall und zuwellen auch al* Teilhaber der Finanz- und Industriemagnaten Man hat ihm seinen Feldzug gegen bie Trusts längst verziehen, und er ist heute den Herren ber Wall- S.reet e n 'ehr genehmer Politiker. In Amerika hnö G.grnsätze im Eharakter erlaubt; man nennt so etwas dort ..geschmeidig“. Trotz dieser Anpa-'ung-sähiglell führte Kellogg aber leine Ideen fiele mit einer ungewöhnlichen Energie durch, er ist stahlhart in der Verfolgung des einmal gefahren Entschlusses. Ten Eharakter dieses Mannes kann man am besten avS der Rebeneinanberstellung kleiner Geschehnisse aus seinem Leben erkennen Zwei Wandlungen seiner politischen Anschauungen sind svmplomalisch für ihn: er war einst Anhänger der Dö 1 ke rbu n d i dee. ift beute aber ihr Gegner und er war bei Beendigung des Krieges entfd)ebener Militarist, ist heute icdoch der Vater de» ..Krieasächtungspaktes" Das Wort .Aech- tuiig de- Krieges' stammt übrigens nicht von ihm. sondern von Senator Borah. Als Senator war er Volkerbunbsfrcund. Dann wurde er Eoolidges Mitarbeiter, und heute ist er völkerbundsfeind- llch Rach dem Friedensschluh erklärte er „Der Vertrag von Versailles ist zu wortreich. Warr eine Fünf-Millionen-Armee der Alliierten am Rhein stehen geblieben, so hätte man einen besseren. kürzeren Vertrag in nicht ganz einem Monat durchsetzen können." Wie hätte die Welt wohl ausgesehen, wenn man solchen Wahnsinn gewagt hätte? Als der alternde Kellogg von Eoolidge als Rachfolger des glänzenden, aber unbedeutenden Wagazinredakteurs Harvei) zum Londoner V o t I ch a f tc r ernannt wurde, erwartete man in diplomatischen Kreisen nicht viel von diesem Auhenseiter. 2lber bald zeigte er. was er konnte. Die amerikanische Delegation zur Londoner Konferenz bestand aus groben Danllers. die nicht entzückt waren, dast der .pensionierte Provinzadvokat" ihr Kollegs werden sollte. Aber einige, die Nii neuen Botschafter kannten, waren anderer Meinung. Sie wuhten: Kellogg ist ein Mann, auf den man sich verlassen bad. Er ist e i n Wirtschaftsjurist wie General Dawes. Amerikas Vizepräsident und Vater des DaweS- Plane*. Nr Nn GeneralStitel nur „honoris causa“ verliehen erhielt unb wie Parker Gilbert. Nr Berliner Reparationsaaent. ober wie Jeremy Smith, ber Völkerbunbskonlroll:ur für ilnaam. Alle diese Herren hatten sich Ni der Abschllestung wichtiger wirtschaftlicher Verträge daS Derttauen der mächtigen Gelbmagnat en v.r- dient. und diese setzten bann ihren großen ®in- flufj dafür ein. daft die Träger ihre* Vertrauens auf wichtige Posten Nr Verwaltung unb der Diplomatie berufen wurden. Bei Kellogg stand Ne Sache freilich anders. Gr war ja der Mann, ber immer im Schatten stand, erst während der Londoner Konferenz im Juli 1924 erkannten einige Beobachter feine gewaltige Begabung, mit feiner glänzenden Formulierungsgabe hat er damals die Spitzfindigkeiten Nr alliierten Juristen mit Leichtigkeit über Nn Haufen geworfen. Gr trat aber während Nr ganzen Konferenz nicht aus dem Hintergrund Nrvor. Der neue amerifanifdx Botschafter hatte in London allerlei Vorurteile zu bekämpfen. DaS Conboner diplomatische Korps hielt viel auf Aussehen und äußere Gestalt, unb Kellogg ist alles andere als stattlich und elegant. Er ist ein stilles, kleines Männchen, von schmächtiger Gestalt, trägt Nn Kopf immer in d.e Schultern gezogen, und auf seinem fcharfgefchnit- tenen Gesicht liegt stet* ein halb ironische*, halb freundliches Lächeln. Er machte also Nn öin- Die Spielzeit ift Mitte August au Ende. Die noch folgenden Abende bringen Wiederholungen. Wan konstatiert im Heberblid: einige schauspielerische Glanzleistungen, dazwischen Wittclmaft. immer effektvolles Drum unb Dran. Aber Ne festliche Vc4kstümlichkeit, welche da- Programm propagiert? Vorfäuftg scheitert sie noch an den höhest Eintrittspreisen. Der Fernseher kommt! Rach einer Meldung aus Leipzig hat dort Nr Professor Nr Leipziger Universität, Dr. Karolus. nunmehr einen Apparat konstruiert. mit dessen Hilfe ba* Fernsehen ermöglicht wirb. Schon teil geraumer Zeit beschäftigte das Problem Ns .Fernsehens bie Ceffent- lichkeit und es ist viel barüber getagt und geschrieben worden, ohne das das Problem freilich dis zu Ende gelöst werben konnte. Auch die Versuche von Professor Kamlus wurNn mehrfach in ber Öffentlichkeit besprochen, aber erst jetzt ist es ihm gelungen. Ne Aufgabe, die er sich gestellt hat. unb an Nr er teil Jahren mit unermüdlicher Energie gearbeitet hat. zu lösen. Pros. Karolus ist nicht Nr einzige, der sich mit Nr Lösung der Ausgabe Ns Fernsehens befafjt hat. vielmehr wird gegentoärtig noch in zahllosen Laboratorien der ganzen Welt an Nr Der- volllommnung des Femseyprvblems gearbeitet, dessen theoretische Grundlagen schon feil längerer Zeil bekannt sind. Sie beruhen hauptsächlich in der llebertragung von Bildstreifen, unb zwar muh diese mit einer außerordentlichen Geschwindigkeit erdigen, um einigermaßen deutliche Bilder erzielen zu können. 2s müssen in der CetunN mindestens 10 Bilder übertragen werden unb jedes Bild muh mindestens 8—10 000 einzelne Bilderpunkte enthalten. Die Möglichkeit des Fernsehens ift also dann gegeben, wenn die Möglichkeit, 100—120 000 Blldpuntte in der Minute zu übertragen, besteht. An sich beruht das Fernsehen auf denselben Prinzipien wie die bereits offiziell eingeführte cleftrtfcN und drahtlose Dikdübertragung Je schneller einzelne BilNr nacheinanNr üNrtragen werden können, um fo eher kann man ben Dorgang, der übertragen werden soll, beobachten. und bei einer unmittelbaren llebertragung jedes einzelnen Bildes von einem Bildstreifen oder Film entsteht dann das Fernsehen, was. rein theoretisch, so weil vervollkommnet werden kann, dah eine Handlung ober ein Gegenstand gefilmt, im selben Augenblick oder im Bruchteil einer Sekunde entwickelt und amb übertragen wirb und sofort dann das nächste Bild nachfolgt. Die technischen SinzelNiten NrBild- übertragung find natürlich vorläufig noch nicht bekannt und Privileg des Erfinders Das von Karolus au*gearbeitele System Nr Dildübertra- gung besteht darin, dah das Bild auf eine rotierende Walze gespannt wird, auf bie aus einer bestimmten Richtung ein bünner Lichtstrahl fällt. Nr die Walze in Spirallinien abtaftet. Der Strahl wird refleftiert unb dann in eine Photozelle geleitet, in Nr bie Umwandlung Nr Lichtenergie in elektrische Stromschwankungen erfolgt die bann wiederum durch Derstärker auf den Sender üNrtragen und auSgeftrahlt werden. Der Empfang vollzieht sich dann auf umgekehrte Weife. Da in Nr Sekunde 10-12 Bilder übertragen werden können, entsteht auf der Emp- fängerfeite ein bewegtes Bild ES bleibt abzuwarten. welches Ergebnis die beabfichtigte Vorführung des KaroluSschen Apparates vor Nn Sachverständigen haben wird. An deutsche Wirt- sä-aftler und Techniker ist, wie man hört, NreitS eine Einladung ergangen. Ni den demnächst in Berlin ftattfinNnNn Demonstrationen von Pros. KaroluS anwesend zu sein. Sollte sich dann die Leipziger Meldung Nftöligen, und die Erfindung tettsächllch al* endgültig anzufehen fein, Io bedeutete das wieder einmal einen Triumph der deutschen Technik. Vor kurzem erst finb von dem Amerikaner Bird ebenfalls FernsehüNr- tragungsversuche von Amerika nach Eiland gemacht worden, die freilich auherorNntllch ungünstig ausgefallen sind, und vor Nn Sachverständigen ihre Probe nicht bestanden haben. Es steht zu hoffen, dah Prof. Karolus günstigere Erfolge erzielen wird. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 10. Äugust 1928. Mr fahren dos Korn in die SHeuer. Wenn wir nun zwischen den aufgestellten ®c» treidehacken aus frischgcschnittenen Garben umher- wandern, oder auch dort wacker unsere Arbeit tun ... Wenn wir so Wagen für Wagen — Erntewagen! — sich emportürmen sehen, immer höher und höher, bis sie schwankend den Weg hinab- roUen, dem großen Scheunentor dort drüben zu, das weit und geduldig auf sie wartet, auf immer neue--, dann ist cs uns wohl, als lägen jene Wochen und Monate weit, unendlich weit hinter uns, jene Wochen und Monate voller Ungewißheit und Sorgen, voller Schwielen an den Händen und Sorgenfalten auf der Stirn. Gewiß, wir taten unser Bestes: wir windeten dis Saat gut und streuten sie sorgsam in sorgsam bereitete Furchen ... und deckten sie zu mit der Heimatscholle, daß sie die Saat hüte und wärme und schütze. Und dann? 9a, dann kam das große Warten. Wind und Stegen, Schnee und Frost, Sonnenschein und schwere Wolken kamen — und gingen. Gingen hin über die Saat, die da so sorgsam zugedeckt lag. Und wir standen am Rain ... und sahen hinauf zum Himmel ... und sahen hinab zur Erde: was wird wohl aus der Saat, die wir streuten?! Bis der Schnee kam, und alles weit und weih und eben zudeckte, daß es schlafe. Nur unser Sorgen und Warten schlief • uner. Und wir denken an, wie dann das Feld die ersten grünen t. j.ii zeigte ... und irgendwo am Rain erste zaghafte Blumen sich auftaten ... Zwischen denen nun wieder unser Warten und Hoffen stand und schaute — —, weithin schaute übers grüncnbe Feld ... Monate und Wochen, Schkitt um Schritt, grüner, weiter, höher. Und nun? Seht einmal, nun fahren wir das tinrn in die Scheuern! Nun raschelt der Wind in rycn, trocknenden Halmen, und die vollen Arhren neigen sich schwer--wieder der Erde zu, aus 6er sie kamen. Ist dieses Rascheln nur flüchtiger Wind in dürren Halmen? Will uns das Rauschen und Raunen etwas lehren? Vielleicht will es das! Lauschen wir doch einmal gut und achtsam! Wir waren bange, wir sorgten uns und grübelten —? Warum?! Laten mir an unserem Teil, was in unserer Kraft stand ... was konnten wir mehr? Richt an uns mar es, daß die in die Scholle gestreute Saat nun keimte und wuchs und grünte. Richt an uns ist es, daß wir nun schwerreifes Korn in die Scheuern fahren. Und sollte es oei> derben — unser Sorgen hätte es nimmer anders geschafft ... doch wohl —: unser Hoffen. Wißt ihr es noch nicht? Wißt ihr nicht, daß aufrechtes Hoffen die Augen hell macht und die Muskeln spannt, auch einem Mißlingen neuen Beginn, neue Tat entgegenzusetzen?! Wißt ihr es noch nicht, daß Sorgen müde macht, und nichts gemein hat mit aufmerksamem Achtgeben, wenn beide — flüchtig hingeschaut — einander auch manchmal äußerlich gleichen mögen?! Und sind wir so manches Mal über unser Feld hingeschritten mit mancherlei Gedanken ... Heute wollen wir wohl zurückschanen in Gedanken auf diese vergangenen Monate und Wochen, aber wir wollen gut lauschen, was der Wind in den reifen Aehren raunt, die nun „Ernte" tagen ... Wie schon so manches Mal früher, und wohl noch so manches Mal fernerhin. Ich glaube, wenn wir gut lauschen, werden wir da etwas vernehmen: von, Sorgen und vom Hoffen, und von Saat und — Ernte. 1*0» wollen wir uns gesagt fein lassen, wenn wir nun Wagen für Wagen sich emportürmen sehen — und den Weg hinabrollen — dem großen Scheunentor dort drüben zu. Sch. Oer Blumentopf D:e Symbolik eines Topfe« pflegt durch seinen Inhalt bestimmt zu werden. Zu sprichwörtlicher 'Itehciiiung hat es jener Tops gebracht, in dem eigentlich jeder sein Huhn haben soNte. Zeit* geinüher aber und von zeitgemäßem örtlichen Interefse ift der Topf, dessen Ausgabe für den etapter in der ..Plantage vor dem Fenster" hinreichend gekennzeichnet ist. Der Blumentopf also. Aruch die Symbolik de- Blumentopfes hängt von seinem Inhaüt ab. Unb so kommt tarn 'Blumentopf vor dem Fenster und auf dem Balkon eine mehr als alltäalkhe Bedeutung zu. Er ist so überstiegen es auch klingen mag, Wcltanschau^ imgSdokumenl, Bekundung kultureller Höhe und Eigenart, Innenkulturträger, gewachsener Lebensstil. Selbst wenn «S mir eingebaute Geranien» ranken sind. Tenn nicht die Masse und die Ent» stehungSkosten sind bai entscheidende Moment sondern die seinen Kleinheiten in dem Gesamt bild, die oft deutlicher reden atS die prahlenden Farben der Aütenstrauste. Die graue B>and eines Hinterhauses steigt steil himmelan. In Dachnahe hangt der einzige grüne Kasten. Selb ft- gezimmert vielleicht. Sieht sich fast wie ein verirrte- Schwalbennest an. Die eine Geranie blüht gerade. Knallrot. Die der Blutstropfen eines Herzens, daS sich verströmen will vor Sehnsucht nach weiten Wiesen und Wäldern. Wenn n druck, müde, alt und verbraucht zu fein. Spater tcurb? c6 dann bekannt, daß Kellogg jeden Samstag recht mittelmäßig Golf spiele. Das sprach sich herum und war entscheidend. Sein heroischer 5tami>f, den er am Anfang des Jahrhunderts unter Roosevelt führte, war längst vergessen. Am 4. März 192-5 wurde Frank Kellogg bann aus London zuruckgeholt. um in Washington Staatssekretär des Äeußeren (S:a:es ’ecrefari) ost he Foreign Departement) zu werden. Das ist das höchste Amt. das nächst dem Präsi- dentensih in den Bereinigten Staaten zu vergeben ift; nach der amerikanischen Verfassung ist der Präsident sozusagen fein eigener Ministerpräsident, und seine '.Vertretung im Kabinett hat Der Minister des Aeuhern, der die rechte Hand des Staatsoberhauptes ist. Als Kellogg dieses hohe Amt antrat, glaubte man, daß er ein recht mittelmäßiger Minister für auswärtige Angelegenheiten werden würde und sicherlich nicht entfernt die Bedeutung erlangen könnte, die sein Borganger Charles S. Hughes bc'e fen hat: die Geschäft-Politiker zuckten geringschätzig die Achsel und meinten, Kelloggs Name werde der Rachwest ebensowenig überliefert werden, wie spätere Geschlechter von den sehr mittelmäßigen Staatsmännern Colby und Lansing etwas wi fen werden. Man meinte, er würde ein „Gummistempel" werden, doch das Gegenteil geschah. Der alte Mann zeigte — auch jetzt bei der Durchführung des KriegsächtungSpakteS — so viel zähe Ausdauer. Rervenkrast und Stehvermögen (im sportlichen Sinne des Wortes), wie kaum ein anderer amerikanischer Außenminister. Der Stahl der Zukunst. Meiatle, die der Laie nicht kennt. — Elektron ersetzt Eisen und Aluminium. — Kadmium, ein guter Silberersah. - Beryllium, Titan-Metall und Zirkonium. Von Zgnoh Sauer. Wagemut, Energie und Initiative, da- lind die Eigen'chasten. die besitzen muß. wer Großes vollführen will: wenn die Masse jubelnd einen bedeutenden Spvrtsmann, etwa c nen erfolgreichen Flieger, nach einem neuen Rekord feiern, denken aber nur d.e Wenigsten Daran daß viele aufsehenerregende ßciftimgen nie hätten vollbracht werden können, wären nicht in stillen Laboratorien und Werkstätten Männer der Wissenschaft in unermüdlicher Arbeit tätig gewesen. um die SportSleute durch immer neuere technische Verbesserungen zu unterstützen. Mag doch einen nicht geringen Anteil an dem glücklichen Gelingen des deutschen Ozean- f l u g e s die Tatsache gehabt haben, daß wichtige Teile des Flugzeuges „Bremen" aus einem neuen Metall bestehen, das um 40 Prozent leichter al« Aluminium ist. Seit mehr al- zwanzig Jahrein war man bemüht, diese- neue Leichtmetall aus Magnesium herzustel- len: die leistungsfähigsten Unternehmungen der chemischen Industrie stellten unablässig kostspielige Versuche an, ohne daß es gelang, das neue Leichtmetall im großen Maßstao zu fabrizieren Vor einigen Monaten kam dann aus Amerika die sensationelle Nachricht, daß es dort endlich geglückt wäre, eine geeignete Mognesiumlegierung herzustellen. Die amerikanische Wirtschaft träumte schon von einem neuen amerikanischen Monopol. Um so größer und freudiger war die lieber- raschuna der deutschen Fachkreise, als kurz darauf bekannt wurde, daß es dem größten deutschen Ehemiekonzern gelungen sei, seine langjährigen Versuche aus dem Gebiet der Mag- nesiumlegierungen erfolgreich abzufchliehen. Der Erfolg der deutschen Gesellschaft wirkte um so überraschender, als sie ihr neues Metall für den dritten Teil des Preises liefern kann, den die amerikanischen Gesellschaften für.ihr Produkt fordern. Elektron nennt sich daS neue Leichtmetall, für das die produzierende Gesellschaft große Fabrikanlagen geschossen hat. und wenn sich wirklich alle Hoffnungen erfüllen sollten, die die Hersteller an ihr Erzeugnis knüpfen, so wäre die Bedeutung dieses neuen Fabrikationszweiges sehr groß. Auf elektrolytischem Weg wird die Magnesiumlegierung hergestellt, die man vor allem für den Automobil- und Flugzeugmotorenbau verwend:n will. Schon im Jahre 1927 sagten Eingeweihte den Siegeszug des Elektrons voraus, drnn schon damals hatte man es versuchsweise bei dem Flugzeug verwandt, mit dem der italienische General de Pinedo seinen Flug vom Gardasee, wo er startete, nach Rord- und Südamerika und zurück nach Rom ausführte. Inzwischen haben große Automobil- und Maschinenfabriken das neue Leichtmetall erprobt, und man hat gefunden, daß es sich besonders für Autobusräder eignet. Das Elektron kann gewalzt, gepreßt und gegossen werden, und Fachleute behaupten, daß der Guß selbst unter dem Mikroskop sehr dicht erscheint. Es ist ein weiterer großer Vorteil, daß das neue Metall aus Rohstoffen hergestellt wird, die wir in Deutschland besitzen. Einer der Hauptstoffe, das Karnallit, besitzen wir in großen Mengen, denn es ist ein Kalisalz, das man bisher als wenig wertvoll angesehen hatte. Selbstverständlich wird daS Elektron nach der Herstellung technisch und chemisch geprüft: man stellt fest, ob es gegen Druck, Säuren, Wasser und andere Einwirckungen gefeit ist, und erst wenn es sich all diesen Gefahren gegenüber als standhaft und unbeeinflußbar erwiesen hat, kann es seinen Weg in die Welt an* treten. Ein anderes Metall, das man erst vor kurzer Zeit für wirtschaftliche Verwendung „entdeckt" hat, ist das Kadmium, das in den letzten Wochen eine überraschende Preissteigerung erfahren hat. Zwar kennt man das Kadmium schon seit längerer Zeit, es wurde aber nur wenig verwendet, und der Kreis der Käufer dieses Metalls bestand nur aus wenigen Firmen. Dos Kadmium wird in Deutschland fast ausschließlich bei der Zinkproduktion als Rebenerzeugnis gewonnen, denn es findet sich nur als Begleiter des Zinks im Erz. Auf 400 Teile Zink entfällt dabei freilich nur ein Teil Kadmium. Bei dem augenblicklichen Verfahren geht aber noch sehr viel Kadmium verloren: erst wenn man überall zum elektrolytischen Dersahren übergegangen sein wird, wird sich die Kadmiumproduttion lohnender gestalten. In Amerika hat in den legten Jahren die Kadmiumerzeugung aus Metallstaub, den man bei der Verhüttung von Blei- und Kupferer^n erhält, eine größere Bedeutung erlangt: der Kadmiumgehalt d.e'es Metallstaubes beträgt etwa 10 bild Prozent. Dor allem hat sich dos Kadmium al- Rostschutzmittel außerordentlich bewährt. da man bei seiner Anwendung mit sehr dünnen äleberzügen auskommt. Gegen Säuren und Alkalien ist es widerstandssöhiger al- Zinn, dagegen sind Kadmiumübrrzüge nicht brauchbar für Gegenstände, die zur Aufbewahrung von Lebensmitteln dienen sollen. Ein weiterer Rachteil dieses Metall- besteht darin, daß es stark von organischen Sauren angegriffen wird: k> darf man z. 2. Fruchtsäfte nie in Behälter ausbetooh- ren, die Kadmiummetall enthalten. In Amerika ist man dazu über gegangen, Kadmium bei der unechten Versilberung von Gegenständen zu benutzen, da es einen glänzenden Üebenug ergibt. Poliertes Kadmium gleicht im Aussehen dem Silber, ohne schnell schwarz zu werden. Ss gibt I>eutz_- tage in Amerika nur wenige Industriezweige, die daS ehemals so wenig beachtete Metall nicht verwenden: vor allem sind z. 2. in Ehuago die für Die Milchversorgung benutzten Gesäße sämtlich mit Kadmium überzogen. Siner ber größten Kadmium Produzent en ist Kanada, den europäischen Markt beherrscht aber die amerikanische Qln a - conda-Gruppe. Roch vor einigen Jahren spielte die Kadmiumgewinnung Oberschle- s i e n s eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt, doch hat die oberschlesifche Produktion gerade in der letzten Zeit viel von chrer Bedeutung verloren. Wenn in diesem Industriegebiet das elekttolytische Zinkgewinnungsversohren weiter durchgeführt sein wird, kann man Damit rechnen, Daß auch in Oberschlesien wieder mehr Kadmium gewonnen ttrrö. Der Ausbreitung und den Anwendungsmöglichkeiten des neuen Metalls ist aber eine gewisse Grenze gesetzt, denn die gesamt« Weltproduktion betrug im Jahre 1927 nur ungefähr 100 0 Tonnen. und mit einer wesentlichen Erhöhung dieser Ziffer dürfte auch in den nächsten Jahren nicht zu rechnen sein. In verhältnismäßig kurzer Zeit., ist das Interesse für Kadmium dauernd gewachsen, und die Weltproduktion hat sich im Lauf der letzten acht Jahre ungefähr verzehnfacht: damit dürste das Maximum der Bewegung erreicht sein. Auch in der Z a h n t e ch n i k hat man Kadmium öfter in Legierungen verwendet: die Kadmiumverbin- Dunflen spieten in der Photographie eine große Rolle, und viele Photographen keimen das Kadmiumchromgelb. Dor ungefähr einem Jahr wurde in Paris eine Propagandastelle für dieses Metall errichtet, die in äußerst geschickter Weise den Wetallhandel auf die technische Derwendbar- leit des Kadmium aufmerksam machte. Böse Zungen behaupten zwar, daß die große älmsay- fteigerung und die stark zunehmende Rachfrage nach diesem Metall nur durch geschickte Propaganda hervorgerufen worden sei, aber jeder Kenner beS Metallmarkte- wird zugeben müssen, daß ein Metall nur dann do-iernd Käufer findet, wenn eS sich bewährt. Richt alle Metalle erlangen die Bedeutung, die man ihnen anfangs bei ihrem Aus tauchen zu* erkennt. So hört die Oesfentlichkeit heute wenig vom Beryllium, das im Oktober vorigen Jahres während der Werkstoffschau in verschiedenen Legierungen gezeigt wurde. ES sollte hauptsächlich zu Legierungszwecken verwendet werden: durch einen Zusatz von nur 2 Prozent Beryllium wollte man nämlich die Härte des Eisens um da- Dreisache steigern. Dagegen hat sich das Titan-Metall, aus dem man das Titanweiß herstellt, glänzend bewährt: man verwendet heute Titanverbindungen in der Porzellanmalerei, gerbsaures Titan in der Aquarellmalerei, und die Titansäure als Beiz« in der Färberei. Als sehr brauchbar erwies sich auch das Zirkonium, ein Metall, daß sich al« Kieselsäuresalz in einigen Mineralien findet. Das Zirkoniumoxyd verwendet man zu Glühkörpern bei elektrischen Glühlampen: in letzter Zeit versucht man, es bei der Herstellung von Labora- toriumSgeräten anzuwenden, da es erst bei einer außerordentlich hohen Temperatur, nämlich bei 2900 Grad, schmilzt und nur von konzentrierter Schwefelsäure oder Fluhsäuve gelöst wird. Mondnächten das bleiche Licht der silbernen Sichel trcnnnverfponnene Fäden über das kleine Blumenbrett breitet, dann Hingt eine leise, versonnene Melodie auf, in der Wehmut zittert und Lust zu ftemenWeitem Wandern. Als ob ein Volkslied von irgendwoher gezogen käme. Manchmal sagt ein Vorübergehender: „Sieh' mal, wie hübsch!" UnD hierin liegt die Symbolik des Blumentöpfe-. Daß das Leben nicht nur Schattenseiten, sondern auch Sonnenflccken Hal, wenn man sie rechtzeitig entdeckt und sich nutzbar macht. Hessische Gemeinden ohne Wasserleitung. Der Hessische Landtag wird sich demnächst mit der Frage Der Gemeinden ohne Wasserleitung befassen. Bekanntlich ist bereits eine entsprechende Anfrage an die Regierung eingegangen. In Hessen gibt es n o 4" 3 2 8 (9 c m e i n D c n , Die keine eigene Wasserleitung besitzen. Diese verteilen sich mit 170 aus Starkenburg, 132 aus Oberhessen und 20 Gemeinden auf Rheinhessen. Die mehr Sebirgigen Provinzen Oberhessen und Starkenburg nb also am weitesten zurück mit Der Anlage eigener Lasierleitungen, mährend das flachere Rheinhessen hier besser versorgt ist. Seit dem Kriege sind aber bereits 168 Gemeinden mit Wasserleitungen versehen worden. In einer Anzahl von Gemeinden ift weiter Die Legung noch im Bau. •• Reue Dreimarkstücke Rach einet Bekanntmachung des Reich-Ministers der Finanzen werden, wie der „Berliner Börsenkurier" meldet, neue ReichSsilbermünzen im Nennbetrags von drei Reichsmark im Mischungsverhältnis von 500 Teilen Silber und 500 Teilen Kupfer her- gestellt. Auf der Schauseite sind u. a. die stehende Figur de- Markgrafen Hermann, de- Grüicher- ber Stadt Raumburg a. b. Saale. Die Jahreszahlen 1028 und 1928, sowie die älmschnft .Gründungsfeier Raumburg Saale" in Antiqua angebracht. Der Rand trägt die Inschrift .Einigkeit und Recht und Freiheit". •• Fackelzug der Gießencr Turner- schäft. Es wird Darauf hingewiesen, Daß bei Der Gedenkfeier am IahnDenkmal Privatdozent Dr. Gg, Mayer die Ansprache halten wird. “ Verein ehem. Kavalleristen von Gießen und Umgebung. Man schreibt uns: Infolge von Unstimmigkeiten im Kavallerieverein Gießen haben sich eine Anzahl Mitglieder nbgemet- bet und am 28. Juli D. I. einen neuen Herein unter Dem Namen „Verein ehern. Kavalleristen von Gießen unD Umgebung" gegründet. Der Herein verfolgt Den Zweck, echte, treue Kameradschaft in seinen Reihen zu pflegen. (Vgl. auch Die heutige Anzeige.) * Stabt! heater Gießen. Aus Dem Stadl- theaterbureau wird uns geschrieben: Das Schauspiel „Alt H e i d r1 b erg" von Wilhelm Meyer-Förster, das zur Zeit an verschiedenen großen Buhnen wieder gegeben wird, ist auch in Den Sommerspielpian des Gießener Stadttheatcrs ausgenommen worden. Dos Stück geht am Dienstag, 14. d. M., abends bereits um 19.30 Uhr in Szene. Das Stück ift deshalb so früh angesetzt, damit auch auswärtige Besucher die Abend- ;ügr noch erreichen können. * • Hon Der Lahn. Die heurige Wasierwörme der Lahn betrögt 19 Grad Celsius Oberheffen. Landkreis Gieren. X Kl ein-Linden, 9. August. Seit einigen Tagen ist ernt auswärtig, Dreschmaschine von morgen» früh bi» abend» spät „am Weiher' in voller Tätigkeit, um das (Betreibe derjenigen Grundbesitzer ouszudreschen. welche diese im Geholt nicht ousdrelchen können, ober nicht über ein größere» Quantum verfügen. Sowohl die Qualität als Quantität an Frucht und Stroh ift gut. — In unserem Orte ist die HautätigfeU auch in Die fein Jahre wieder sehr lebhaft, rwßer dem Ren- >md Umbau landwirtschaftlicher und gewerblicher Nebengebäude, macht dir Herstellung neuer Wohnungen erhebliche Fortschritte. Bezugsfertig werden im ganzen zehn Vteubautcn mit 19 Wohnungen, mährend im Rohbau zwei Wohnhäuser mit vier Woh- nungen erstell: werden. Leider ist die Beschaffung Des Trinkwasicr» in vielen Fällen mit Schwierig- feiten verbunden, ba man sich nicht entschließen tann, in Anbetracht der geplanten Wasserleitung, kostspielige Brunnen zu graben. — Große Schwierigkeiten verursacht der Gemeind« die Unterhaltung der im stärksten Gefälle liegenden Straßen, wie Kirch-, Lahn» und Dommstraße. Bei jedem heftigen Regenwetter wird alles, nicht ganz festes Aufsüllmaterial, in die Tiefe geschwemmt. so daß dieses Geröll und Schlamm, an anderen Stel len wieder Stockung im Wasterablouf verursacht Auch ift Das Passieren dieser Straßen für da» Klaucnvieh sehr beschwerlich und schmerzhaft. Da Durch die scharfen Steine Blutungen verursacht werben. K l « in - Li n de n. 9. Aug Der b*'qje Radsahrervercin 1901. ber bereite au! dcm Radfahrerieft in Ettingshausen int Iuü schöne Erfolge erzielte hat aus dem Gaufest brt Gaues 3 zu Werr.tcrtshaufen am vergangenen Svnnrag einen Ehrenpreis hu Korsofahrvt. einen 1. Preis im Dornen neigen und einen 4. Prei- durch August Deibel Im Iugendrennen errungen. 3m Jahre 1929 beabsichtigt der Verein sein 25jährigeS Jubiläum in Verbindung mit einem Rodfahrerfest zu begehen I Mainzlar, 9. August. In sonderbarer Reihenfolge reift die diesjährige Ernte heran. Während in den früheren Jahren an die Kornernte anschließend auch Weizen und Hafer geschnitten wurden, ist bereit- in Dietern Jahre das Korn vollständig «ingesahren. ehe die übrigen Getreidearten heranreiften. Rur vereinzelt sieht man noch Kornhaufen auf dem Felde stehen. Da untere Dreschmaschine zur Zeit schon im benachbarten Saubringen drischt, kann da-selbe nicht direkt vom Felde angefahren werden. Mit dem Ernten des Hafer» hat man ebenfalls begonnen und hofft bi- zum Ende Der Woche damit fertig zu sein, dahingegen ist her Weizen noch nicht schnittreif und wirb wohl noch einige Tage Sonne brauchen. Sehr zustatten kam der letzte Regen den Hackfrüchten, welche einen sehr guten Stand zeigen, und dem zweiten G r ü n s u t t e r. Bei letzterem hat sich beionDer- beim Klee die Trockenheit sehr bemerkbar gemacht, während auf unseren meist in feuchten Lagen ^<(cgenen Wiesen do» Grommetgra- vorzüglich - Obbornhofen, 9. Aug In einer ber letzten Rächte wurden hier mehrere Roheit»* belifte verübt. Bei ten Feld scheuern des Hofgutes wurden drei Wagen völlig auseinander- genommen, die einzelnen Teile zerstreut unb die Wagenkapseln mitgrnommen. Eme in Der Rahe stehende, einem hiesigen Ortsburger gehörend« Selbstbinderntaschine wurde auch so beschädigt, daß sie erst nach durchgeführter Reparatur in Betrieb genommen werden konnte. Gartentüren wurden ausgehängt, Pflüge und Wagen im Dorfe Woggebracht. Als die Rohlinge zu guter letzt noch Frühbirnen stehlen wollten, wurden sie durch einen Hund verscheucht. Die Gendarmerie Hungen hat die Untersuchung auf genommen, eine exemplarische Bestrafung wäre am Platze. Der Schnitt des Getreide» ist bis auf wenige Weizenäcker beendet, ein großer Teil der Ernte ist bereits eingebracht, so baß schon zwei auswärtige Dreschmaschinen hier tätig sind. Der Äörnercrttag ist sehr gut. Der Kern ist voll entwickelt unb sehr mehlhalttg. Em bei Landwirt Heinrich Walter durchgesührter Sortenanbauversuch sür Braugerste, der unter fachmännischer Aufsicht von der Aussaat bi» zum gestrigen Ausdrusch durchgeführt wurde, hatte folgende- Drusckergebnis je Rormalmorgen (2500 Quadratmeter): Die Sorte .Heil- Franken" 16.80 Ztr.. «Ackermanns Bavaria' 16,52 Zentner Sin anderer Dersuchsansteller brachte es bei gleicher Düngungsgrundlage mii Hvlckermanns öfaria" sogar auf 18,40 Zentner pro Rormalmorgen. — Obwohl die Gewitter der letzten Wochen feinen durchweichenden Regen gebracht haben, stehen die Hackfrüchte gut. Frühkartoffeln erbrachten einen Mittelertrag Der Prei- ist rückgängig. Der Zentner für gelbjleischige Ware, .Oden* Wälder Blaue" und ,Allersiühsto Gelbe", beträgt gegenwärtig noch 525 Mark. Recht trübe sind die Futteraussichten. Rur in feuchten Diesen steht da» Grummetgras einigermaßen. Die Stoppeläcker können bei der Trockenheit nicht gestürmt Werden. Die Obstaussichten sind gering. Die ZWetschenbäume zeigen stellenweise sehr starken Behang, während Birnen nur vereinzelt einigen Ertrag bringen. Die Aepfelernt« wird gleich Rull, ba iter geringe Behang infolge ber an* haltenden Trockenheit und der zeitweise auf* tretenden Winde herunterfällt. Alrcie Friedberg. sf. Friedberg, 9. Aug. Die junge Flieger- gruppe am Polytechnikum Friedberg ist vorige Woche mit zwei neuen Apparaten, die in eigener Werkstatt gebaut wurden, zum ersten Male zum Phönscgelwettbewerb ousgerudt. Nach einer soeben eingelaufenen Drahtmeldung hat Der Wot Conrad gleich beim ersten Tag mit einer Flugdauer von 21 Minuten aus dem Flugzeug „Friedberg" seine O-Priisung bestanden. WSR. Bad-Nauhcim, v. Aua. Die Reich». Versicherungsanstalt sür eingestellte hat nunmehr das Hotel Metropol In der Goethe- straße käuflich erworben, um da» Deutsche K u r- heim dorthin zu verlegen. Dos Anwesen Ludwig- straße 23, in dem sich zur Zeit bos Deutsche Kur- beim befindet, erwarb Gustav Plate, der frühere Inhaber des hiesigen Nordhotels, Der beabsichtigt, das Kurheim zu einem modernen Hotelbetrieb um« jugeftaltrn. Kreis Büdingen. # E chzell, 9. Aup Mit dem nachstwöchigea Schweine - und Ziegenmarkt ist eine ßo- kalausstellung des hiesigen Ziegenzucht- v e r e i n s mit Prämii rung verbunden. Anschließend findet eine Hersteigernna von Ziegen und Zuchlbocken von hier und aus der Umgegend statt. Cs ist fomtt Gelegenheit gegeben, erstklassige» Zuchtmaterial zu erwerben. -t. M i ch 11 n a u , 9. Aug. Zu der Meldung über Dir goldene >) ochzeit Des Ehepaar» Wenzel «eben uns folgende berichtigend« .-teilen zu: Herr üenzel war 4.3 Jahre Rechner der Gemeinde Michelnau und hüt diefes Amt stets mit großer Gewissenhaftigkeit geführt Von nah und fern trafen zahlreiche Glückwünsche ein. Psarrer Laut von Nidda traute da» Paar noch einmal wie vor fünfzig Iuhren, übereichte dem Jubelpaar im Auftrag De» Londeskirchenorntes ein Gedenkblatt mit entsprechender Widmung und überbrachte in Vertretung des Dekans die Glückwünsche des Dekanats Nidda. Arcic Alsfeld. /n -roß- 3«^da 9 Aug Da unser seit, ßer a r DLraenneißer Otto Dölzing tm dort- wn “bleite! eu« >8x*. km 2ml meb-rdtka! hat. *o versteht feit 14 Tagen unser D<-aeor-»erer ^S). S chn« » der die Bürger- « ng und * Landwirt Wilhelm Schott «„ D'nbhousen 9 Aug Die alte Jahre, so wirb auch in diesem Jahre wieder das gerne besuchte und schon seit 7S Jahren stattfindend« Suge nßseft aut der Bert g: turnen und wetteifern in Volks- tüml'chen Darbietungen. Kreis Lauterbach. Lauterbach. 9. Aug Der Um- und -rwe.teVun°;b7u d?s städtischen Slektbi-itälswerkes ist soweit fortge- schritten, bah er in vier Woche,' vollendet und vetriebstahra sein wird. Die Kosten belaufen sich auf runb M000 Mark Das «ektrizttatßwerk verbleibt in der Regie der'Stadt Inzwischen ist der Anschluß an das lieber! andwerk Ober- he' en erfolgt Wen Drehstrom bei der einheimischen Industrie Verwendung finden soll. Die Wohnungsbau tätig keil ist soweit gc- diebeo. daß olle im Hrühiahr begonnenen Hauser in Bälde bezuassertia sind. Die fladtischerscits erbeuten acht Notwohnungen tn Zlachbauform wurden am 15. Iuli be.ioflcn. Seit 1 Rugust sind auch tnc vier Wohnungen für Reichs!'nan^beamte vollendet und brwöhnt. Das große Kassen» gebäude der Sparkasse neben dem Kreisamtsgebäude ist bis zum I. Stockwerk gediehen. Gs 'oll bis zum Herbst im Rohbau vollendet werben. Rheinhessen. SeN Vppentze ,M. 9 «ug Ein mui igcr ed)Di m ni t r, der sich schon mehrfach bdf»L',rcil tn den Pienft gefährdet.-r «enschenleden stellte, ifl ^ubw.g Gerhart von hier. Schon un Ocbre 1015 rettete er als 17jäbriger 3unge einen Schreib- geftilftn de» diesigen Kreisamta au» den fluten des Scheinr. Seine zw.-ite Kettung vollbrachte er in Unna «Westfalen», wo er einen Zwanzigjährigen dem Tode de» Ertrinkens entriß 3m Strandbad zu ©unter», blum rettete er jetzt den Maurer Karl Bern»- öorj aus Llsheim. Dem mutigen Lebensretter, der schon verschiedene «uszeichnungen besitzt, wird aut Grund dieser dritten Vrbeni-rcttunß d'e verdiente e b o i 11 e m Bande zuteil werden Preußen. Tilllreis. • Dillenburg. 9. flug. Zu der vlelduno vom Unfall an der Obcrtorbrucke wird uns vom Bauaefchöit H. L. M e nz in Dillenburg folgendes geschrieben Bei der Sprengung war gar nicht beabsichtigt, die gesamte Obertorbrücke ;u sprengen, sondern nur. im Hinblick auf eine größere ArbeUssicherhot. den letzten Rest des Gewölbe« schlußsicme» von etnxi " i 1 'i.SO Zentimeter 8b mesiung im östlichen B rückens,ld. Dieser letzte Best war infolge Konzentration des Scheiteldrucke» von etwa 75 000 Kilogramm fast unabstemnibar. Zwi« schen Schußlösung und Unfall lagen unprfobr zwanzig Minuten Pause. Richt nur von der Schuß- Wirkung wollten sich die Hrt-eiter überzeugen, sondern sie waren nut Stemmgeröt beschäftigt, den in folge der ungenügenden Schuhwirkung noch vor- hondenen Schluhsteinrest zu entfernen. Danach traten die Arbeiter an* Ufer von der darüber gelegten vohlenabdeckimg in vermeintliche Sicher- beit, und das Gewölbe ftuijl, ab. Bei der durch den Gewölbeabsturz entstehenden Erschütterung bzw. eingetretenen Entspannung löste sich die seitliche Brückensandauffullung unter den Fußen der Leute, und beide naschten in die Tiefe, teic wurden nur von der nachrutschenäen. etwa ein Kubikmeter. Sandmasse verschüttet. Auch der Schwerverletzte befindet sich auf dem Wege der Genesung. bl. Burg bei Herborn, 9. 8ug. Die Sautätig feit ist in diesem Jahre in unserem Orte recht lebhaft vornehmlich auf dem Weitzberg ist eine Anzahl Wohnhäuser im Sau begriffen, die im Herbst vollendet werden. bl Driedorf. 9. fcug. Da» Söhnchen unsere» Försters Ö o bei stürzte dieser Tage vom Heuboden der Scheune herab in die Tenne. Da» Äinb erlitt einen Schädeldruch und mußte In» Äran- kenhuus emgeheferl werden. — Die Bautätigkeit ist in diesem Jahre in unserem Ort nicht so besonder» stark E-werden etwa vier di» fünf Neubauten erstehen llntrrlnhntreio. «S«. Diez.v 8utz Die Dieser Schleuse de» Ladnkanals wurde erstmal» von einem au» Dehrn bei Limburg Steine für da» hiesi'e Wasser- dauamt transportierenden Schiss befahren. Die Sog- gerarbeiten und Ufererhöbungen im Diezer Gebiet sind jedoch noch nicht abgeschlossen: die aufgeschutteten Saud- und Steinmassen sind mangelhaft befestigt, so daß Beschädigungen durch eventuelle-- Hochwasser nicht au»aelchlossen sind, wenn keine bessere Befesti gung erfolgt Maingau WSA Frankfurt o M . 8. 2ug. 2luf der Stadionrennbahn stürzte beim Trauung der Fahrer Di Utz Hammer, indem er gegen .'ine Schrittmachermaschine fuhr (3r erlitt 'chwere Kopfverletzungen low e eme Verletzung am linken Auge. — Die Slraßen- bahnderwaltung bat neue Omnibusse in Dienst gestellt, die tixc Derbesserungen gegenüber den bisherigen aufweisen Der Wittel- aang ist bvetter. die Sitze sind mit Leder gepolstert. und im Dinker kann der Waaen durch den Abdampf des Wotors beheizt werden. Sine verstärkte Federuna gewährleistet einen sehr ruhigen Laus. — Auf Dem südlichen chisenbahngcländ« zwischen Wörfelder Landstraße und Isenburger Schneise brannte eine Grasfläche von etwa 2000 Quadratmeter ab Das Feuer ift wahrscheinlich durch Funkenslug einer Lokomotive entstanden. Die Feuerwehr beseitigte den Brand. Grotz-Wiee baden. 106'21 Wiesbaden. 9 Aug Der Magistrat hat al- vorläufige Maßnahmen zur Hilfe für die Schäden, die das am 4 August.nieder- gegangenc Unwetter verursachte, beschlossen. einen Gesamtbetrag b i s -u 10000 Wst Aur De Währung von iXiruben zu verbilligtem 3-rJtab zur T-edügung zu stellen. Für ben Fall, dass der Staat und d,e Beurttveruxillung cm» Olv'.stu. dsa'.tivn für Ne llnwettergetchäNgten an- ertnen. wird sich Wiesbaden hieran mit dem gleichen Betrag bete tilgen den der Staat bzw. der Be-irksvervand für das iStebict der Stadt- gemeinde zur Verfügung stellt Kunst und Wissenschaft. Oehtbalmolpaea-ttonaret In öeibtlbtra. Born 6. bl» R August hielt die Deutsche Ophthalmologlsche chesellschast ihre 47. ^ibre»o b e - l i u » , namen» der Stadt Heidelberg vberburger- metster Tr Walz die Teilnehmer. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Bros Dr. B re n fe l d - Freiburg überreicht, sodann an Bros. 8 u 11 ft r a n b (Up- lala) dicAlbrecht-ooii-Graese-Mebaille ab ilncr(ennung für bi, wissenschaftlichen Verdienste de» äu»geu'ichnet>-n Gelehrten in der Äugenheil- hinbr. Die llueftchnung ift um so bedeutung-voller, al» die Medaille nur all« 10 Jahre uerlicbwn wird Nach dem Festakt begannen di, wissenschaftlichen Sitzungen. Di, ganz, Tagunq umfaßte außer der Mitgllederver|ammlung 63 Kefen, te WUWER“11 BITUMENWERKE uu UNHA ■ W (Linkoch-Apparaie Gute^uhepflegtrnai mit i Ab V ( und »<*Mdfrr In großer Auswahl Edgar Sorrmann, Gießen. VeteUlgttna Tücht Kaufmann, 24Jahre,energifch u. zielbewußt, firm in ass. faufm. 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Hilde Schrader gewann er roartung»gemdb da» ?00-7ncler-Brunid)roimmtn für Damen in 3:12,8 gegen die Holländerin voran. 81» Drille pUdertr sich die veu 1 lche Colle Muhe (Hllde»- lieim). Durch den Sieg Hilde Schrader« fiel die achte Goldene Olympiaklledallle an Oeulfchland Äußer bieleh L.g ber 2Haßbeburg*r SchrotM- mertn uxit den deusichcn Farben heute bet den Olympischen Spielen fein Orfolg befchteden. Das IOO-'2Heter<-2tüden|d)to'. mmen für Herren gewann der junge Amerikaner ft o - ja c in der neuen Dellrekordzeit von 1«,2. ftüppcrs- Deutschland kennte nur den fünften Blao bellen. 3n bet 4x200-Olle ter -Sre:- ft i l fl a f f e l verfiel Die deutsche Mannschaft der Disqualifikation. Die Ucberraschung des Tages bildete bic Hieberl a ge des für unschlagbar qeha!tenen Schweden Arne Borg im 4 0 0 - Olt e t e r - Freistil-Schwimmen, das von dem Ar- flenhnter Zor i lla in der olympischen Aelord- ^e.t von 5.01,6 vor Eharlton-Australien gewon- nen wurde Arne Borg kam als dritter an Bon den deutschen Boxern sind nur noch «ist ulla in der Halbschwergcwtchlsklasse und Schönrath im Schwergewicht im Wettbewerb geblieben. 3n allen anderen Klassen schiedett die deulfchen Vertreter Durch Niederlagen auS. Im Sübel-MannschastSsechten lieate Ungarn vor Italien und Polen. Die deutsche Mannschaft konnte nur den vierten Platz belegen. DaS Turmspringen der Damen sah drei Amerikanerutnen vor drei Deutschen in 3ronL Die beste Deutsche war die Berlinerin JTle u b t ne r. Holland siegte imOlvmpia-Turnen überlegen vor Italien uno England. Deutschland nimmt an den Gymnastik-Wettbewerben bekanntlich nicht teil. 3m Sinzelturnen der Herren konnten H ä n g g i - Schweiz und Stukelj-Süd- 11atoten eine Goldmedaille erringen. Deutschlands,Breitenleistung" in Amsterdam. Berlin, 9. Bug. Wie der Amtliche Preußische Pressediensl mlltcilt, veröffentlicht der Deutsche olympische An,schuß seine erste Stellung, nähme über den verlaus und da« (Ergebnis der hauptspIele rote folgt: „Wir können ju- f rieben fein mit unserem bisherigen Abschneiden von bem „Sport Forum" der Well, bei der ersten Woche der olympischen Hauptspiele. Wie roir er roartel hatten, reichten roir mit Zahl und Werl unserer Siege nicht an Länder rote die vereinigten Staaten oder Kanada Heron, aber roir haben gezeigt, daß unsere Leute gleichmäßig eine hohe Leistungsfähigkeit besitzen, ein Zeichen ungebrochener voikrkrast. Spitzenleistungen sind une nur Wittel zum Zwecke einer hohen durchschnittlichen Leistungsfähigkeit und wie eindrucksvoll diese al» ..Breitenleistung" in Amsterdam hervortrat, da» erkennen roir freudig, roenn roir dem Abschneiden der deutschen Teilnehmer Im einzelnen nachgehen.' Deutschlands 4 >200-Meter»(Staffel disqualifiziert. Die Vewksche 4x2001Hctcr-SteiftiI- ft a f f e l tarn in ihrem Dvrlaus hinter Ungarn als Zweite ein. wurde bann aber disqualifiziert, weil der als dritter Mann fchwimmende BergeS zu früh abgefprungen ttxrr; ebenso erging eS der italienifchen Mannschaft. Die fpa- Möwe im Sturm. Vornan von (Sophie Moerh. 37. Fortfrtzung. Nachdruck verboten. Die Hochzeit sollte schon einen Monat nach der offiziellen Serlobung flattfinben, dann wollte das junge Paar — er sah wirklich noch außerordentlich jung auo, roenn man über die grauen Schläfen fort- sah — eine Reise nach Norwegen antreten. Allerdings nur für wenige Wochen, lange konnte der Leiter der Bank nicht aHsoefend sein, wenn ihn nicht die Geschäfte zur Reife zwangen. Ihre Hoheit Frau Schulze war so aufgeregt in dieser Zeit, al» fei mindesten, sie es, die heiraten sollte. Sie wußte ja, daß Maria ihre Gefühle nie zur Schau trug, aber jetzt hätte sie immerhin etwa» beteiligter fein dürfen. „Siehst du, Elena, roenn es auch eine Lcrnunflehe ist, cs ift doch eine annehmbare Sache. Seit Schulze da in den Aufsichtsrat getreten ift, weiß man erst, ivos da für Werte • nlaufen. Maria kann sich in Gold wickeln, roenn sie will. Aber wie sieht sie heute wieder blaß aus. Und die müden Augen. Ich fürchte immer, sie bat sich da aus eurem abscheulichen Athen da, Fieber mitgebracht. Du meinst nicht? Red' ihr zu, daß sie doch etwas Rot auflegt. Die Leute wundem sich gerade über diese blcichfüchkige Braut. — Wie geht es denn jetzt mit dir?" „D danke, sehr gut. hier im stillen ^rieben eure, Heims besinne ich mich wieder." „Du brauchst das nicht so spottend zu sagen. Der Tag wird auch noch einmal kommen, roo du solchen Frieden zu schätzen weißt. 3a, jetzt muß ich zur Stadt fahren, Maria muß das Rleib zur Dcrlobungsfeier anpaffen. königliche Spitzen sage ich dir. Geradezu königlich Aber lag' c, ihr nicht, daß sic von ihm stammen. Er wünscht, sie möge im Glauben bleiben, als käme alles von uns. Eie ist so sensibel in diesen Dingen. — Der Mann ist wirklich vornehm, auch roenn er nur Emst Kollmann heißt. Kommst du mit zur Anprobe?" ,Hch mochte hierbleiben. In diesen 'Ateliers, und roenn sie sich noch so fein gerieren, ist immer schlechte Luft." „Dann auf Wiedersehen. Zum Diner sind roir zurück." Während sie in der Stadt von der Schneiderin zum Juwelier und vom Juwelier zum Wäschegeschäft fuhren, jagte Kollmanns Auto den entgegengesetzten Weg. Am Morgen nach einer Rachtfahtt von Kopcn Nische Mannschaft kommt Io in den Enblauf in bem sie wob- nur eine untergeordnete Bolle spielen wud Die 3meriianer find in btc'er Staffel Favorit fk gewannen ihren Dorlauf sicher und in neuer olympischer Rekordzeit Die Ergebnisse her Dorläusc 1. Laus: I 1160t. 9: 3d,8 tolympischer Rekord): 2. Japan 9: 42,6. 3. Schweden 10:03.2; 2. Laus 1. Kanada 9:55.c-. 2. Enftond 10:16,6, 3. Frank re. ch 10.31.4. 3. Laus 1. Ungarn 9.46.6; 2. Spanien 11:50,6; Deutschland als Zweiter und Italien als Dritter disqualifiziert. Um die Plätze im Wafferballtai-nicr. Die Austragung bet Wasserbauturniers um den zweiten und dritten Platz geschieht nach dem Bergvall-System. Hiernach begannen bereits am Mittwoch die ersten Begegnungen: Holland schlug Belgien 3:2 (1:2), USA. schlug Malta 10:0 (4:0) und Frankreich gegen England mit 7:1 (4:1) Drei Deutsche in der Entscheidung des Turmspringens. 3m Amsterdamer Schwimm-Stadion begannen am Donner-lag die Ausscheidungen Oer Turmspringer, in drei Gruppen zu je 10 Mann. Die deutschen Teilnehmer Schümm. Rehborn und Riebschläger konnten sich Plazieren und nehmen so am Gnd- fampf teil. Die Platzzlsfern lauten: 1. Gruppe: 1. Eolba ih (USA.) 9168 P.; 2. ftnight (Önglanb) 83.48; 3. Schümm (Deutschland) 81,46 P 2. Gruppe. 1 Simaika (Aegypten) 101,34; 2. Dalitzcn (USA.) 98.56 P.; 3. Reh- b o r n (Deutschlaick)) 63,46 P 3. Gruppe: 1. Desjardins (USA) 104,9 P; 2. Aieb- fchläger (Deutschland) 81,92; 3. Philips (Kanada) 78,42 P. Desjardins Olympiasieger im Kunstspringen. Bei den Schroimmwettbewerben wurde am Mitt- woch bae ftunjilprin. Dr. Protz- l e - Ungarn, Pros. D. AUHaus- Erlangen bet Rektor der Erlanger Universität D. Dr. Gl« rl. Pros. D. Dr. 3 elke - Heidelberg. Professor D. Svmmerlath- Leipzig u. a. Bedenkt man, bah noch Männer wie der Präsident des Deutschen Gvang. KircheMages D. Freiherr von P echmann-München, der Präsident de» sächsischen Landeskonsistoriums D. Dr. Seetzen. D. Lauerer-Reuenbettelsao, D. Erich S ta n g e • Kassel und D. 36rgenfen - Kopenhagen sprechen werben, so versteht man, daß von einer Heerschau des Luthertum- gefprodnui werden kann. Zur Verhandlung sollen vor alk m in den Hauptversammlungen drei Gegenstände kommen: 1. .Die zentrale Ausgabe der lutherischen Kirche in der Gegenwart ' 2. .Ehristentum und Kultur." 3. .Ehristentum und Religion" Außerdem werden alle kirchlichen Arbeit-gebiete von Fachmännern in Sonderkonferenzen behandelt werben. Kirchliche Nachnchien. Vraelttische Beligiansgesellschoft. Sabbatfei« den 11. August. Freitag abend 7.20 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittag» 4.30; Sabbatausgang 8.45. — Dochengottesvienst morgens 6.15; abends 7 Uhr Israelitische Hdlgionsgemtinbe. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, ben 11. August. Vorabend 7.30 Uhr; moracns 8.30; Predigt (fier- fassungsseier); abends 8.cfe und 8 45 Uhr. Vertin U2.lt Z44.5 20.5 i o 73 130.9 »4.5 82 4V5 III 164.76 1" I» 69 166 , IM ic l« Bautaotm 141.i u t^reilfwrt a. M 41.1 17,3 Hk) 167 11 0 707 149 ic C 5 143 274 IM tw 184.4 NO I2U.5 «5 10 I u 10 r i) 19 10 10 £> 141 .W 107.78 147.73 HS. 75 Ub.7. 143 5 477.75 1X4.5 y* 5 160 167.?5 4.655 112.42 81.»1 79.14 ILM 73.10 t.0.> 10.6 241 «.75 IZI 234 lUfl Tmnifif Ofkti AamFafö-amfrtfj . . Kimb.-eilücm Damrtlcd. Oania tampltotfl ■ . WerbMurttfwt l'loo» • • ailfl. LredcianO. . . Qarmet Bankverein VeUIner ■ Lommer»- uno Prtvai-Aant Tannfl. u «arlsnaldank SeurtA# Vant - ■ euieniMMflclllibdi . Sank . . nintitfutltSe CteOUbani . • DUtalfijanf RricMtanJ ....... 6.1 lOO Seoifenaiartt Derlio —Franks»« a. Stieg ravd ' I !,m«rn......7 HS * i45 .... 10 137 136 5 — terneni Rarlfiabl . . .... 8 167 — — — Bd96 e ytcüdg ...... 10 — 145.76 — — SdlultteU PoH-adoler . . . t5 Citwem.........U * 1338 25 1*6 342.26 m Ker (Müuuftofl......18 5>7 4X7 Bervberg.........14 — - Mi 627 fletltafi .....11 • 293 293.5 111.5 3=-Dft»f1 «Ichat'^brrrg ... 11 ri9 219.6 Ml Lüarlouenvurger Sdla . . - * * 1'6 127 Dellaaer i>niang Äur» | Nur» | »urt Darum 9 8. 10. 8. | 9 8. j 10. 8. Schlutz-i Kur» | I-Uhr- Rur. s»' «nlaiig flur* Datum: | 9.8. I 10 8. 10.8. U.S.9»..........« 178 « Iftv.4 178.45 181.z4 Berg ar............9 2U5 206 201.5 2ii5.6 Lein. ..... 10 — — I77 178.5 kkck>1 und .... 10 2'1 .'33.23 22L4 «4.5 irr irr u * •utU.-aume ,5 >e’. f. ®etn. Uitmu. ... 10 136 139 L-W.Z5 139 75 .'M 370 272.5 tamb. ®dtt. verte .... U> Hehv (Mir.........9 * — 157.3 157.13 153 — 154 3«Mef. Gleltt-.......10 - 943.75 345.: 64)udcit . ...... f 106.5 U)i -1-8.5 509 c^mrnl .t Hal'te.....18 177.B 131.5 477.73 ni It«m#raMo . ...... f — H9.75 Säumest ..........10 * - 174 174.5 vuderu, ....... 6 81.75 — 81,7 84.9 Tenrich? Otedl.......6 ml; U9.65 HZ Lilener 3tdnfo!>te ...... r> »cJmrirdtenet ... f. fc 9 4 — — - 125.3 124.75 124.3 in.75 parvrnrr ...... 6 i:o — 119.75 153.5 öoelch Si'en. ....... 5 134.65 173.75 jilv Versbau........ft 257 «■» 15K 460 err?«rt« ........ 7 — 129.5 122 1:< 8oln-$euriwfl...... 9 — 130 5 131 -Xcnne#m-:nn ....... 8 I35.Z4 135.13 145.65 135.1J «etfltlWr .......7 Ckrltf-Ul. 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