llr. 160 Erster Blaff 178. Jahrgang Dienstag, 10. Juli 1928 Cr|$etnt täglift.aufeet Sonntag» anb tfriertags Beilagen; (Blefeener Jamtlienblätfn Heimat fm Bklb Die Scholle. monct$«Be]ngs»tel$. 2 Reichsmark anb 20 Reich-Pfennig für Trüge» lohn, and) bei Nichterscheinen einzelner Nummern •nfolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlllsse: 51, M anb 112. Anschrift für Drahtnachrichten; Anzeiger rieften. Postscheckkonto: Sranfturtaminain 116«. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dred iubDtrk^: BritylW UntversiEr-VLch. hhö StefnönidtTei H. tauge hi Gieße«. 5christleit«ns nnd SeschästLffelle: Zchnlftraße 7. ZHiabme von Snjeiaen für die lagesnummer bis znm Nachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärt« 10 Reichspfennig- für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Dlatzvorschrist 20* , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Gange. Derantwortlich für Politiä Dr. Fr. Wilh Gange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Äurt tzillmann, sämtlich in Bietzen Weltfrieden und Abrüstung. Don Aristide Bnand, Minister der auswärtigen Angelegenheiten der französischen Republik. Der französische Außenminister hatte die Freundlichfeit, unserem Pariser Korrespondenten gegenüber die nachstehenden Ausführungen zu machen, zu denen wir heute mir in einem Punkte Stellung nehmen wollen. Denn Driand für die europäischen Staaten Sicherheiten zum Schutz vor der bolschewistischen Gefahr verlangen zu müssen glaubt, so be- tairf doch daS entwaffnete und in fast unmittelbarer Nachbarschaft deS russischen Kolosses gelegene Deutschland dieser Sicherheiten viel mehr alS das stark gerüstete und fern vom Schuh befindliche Frankreich. D. Red. Ist ein dauernder Deltsrieden ohne Abrüstung möglich? Bevor ich diese heute alle Welt bewegende Frage zu beantworten versuche, möchte ich darauf Hinweisen, dah daS Wort .Ab- rüstung", welches wir heute dauernd in der Presse lesen können, eigentlich nicht der richtige Ausdruck für das Ziel unserer heutigen Friedenspolitik ist. GS handelt sich nicht um Abrüstung, sondern um eine Rüstungsbeschränkung. Diese Rüstungsbeschränkung ist auch nicht das Ziel, sondern nur ein Mit- 1 e l zur Herbeiführung des Friedens. Der Frie- denstoille aber muh bei den einzelnen Regierungen vorhanden sein, die Aufrechterhaltung des Friedens muh daS Ziel ihrer Politik bilden. WaS mich persönlich betrifft, so suche ich meine gaiuc Straft in den Dienst der Weltfriedensidee zu stellen. All mein Bestreben geht dahin, Mittel und Wege zu finden, um die Rationen enger miteinander zu verknüpfen. Wenn man ein Ziet- mit ganzem Herzen zu erreichen trachtet, dann soll man auch den Mut haben, das offen zu bekennen. Brstreben wir den Frieden wirklich, so dürfen wir nicht davor zurückschrecken, das Wort . Frieden" auszusprechen. Wir müssen eS möglichst oft in die Welt rufen, in seine tiefere Bedeutung elndringen, eS auslegen. und alle lleberredungs- kunst gebrauchen, seinen wahren Inhalt in8 rechte Licht zu setzen. Ie mehr die volle Bedeutung deS Wortes .Frieden" in den Geist der Menschheit eindringt, je mehr wir mit diesem Worte die Dorstellung einer fortschreitenden Annäherung der Völker und einer Einschränkung unserer Rüstungen verbinden, um so eher werden wir jene Friedensatmosphäre schäften, deren die Welt heute so dringend bedarf. Wenn man den Frieden wünscht, so muh man daS Wort . Frieden" lauter hinaus- rufen alS das Wort „Ärieg". Die Friedenssehnsucht ist aber durchaus mit dem Streben nach Sicherheit vereinbar, womit ich sagen will, daß keine Nation etwa das Opfer ihrer eigenen Großmut werden darf. Vor dem Kriege wurde das Sprichwort „Si vis pacem, para bellum“ viel angewendet. Hatte man mit dieser Einstellung recht? Ich durchblättere die Seiten der Weltgeschichte. Wenn ich mir all das Blutvergießen vergegcnwär. tige, das ich auf jeder Seite verzeichnet finde, komme ich zu der Ueberzeugung, daß man mit der Befolgung dieser Mahnung doch nicht aus dem richtigen Wege gewesen sein kann. Es scheint mir daher unausweichlich zu sein, daß wir unsere gesamte Einstellung zur Frage der Herbeiführung des Friedens ändern müssen, wenn wir Fortschritte in der Friedenssichernng machen wollen. Ich wies bereits einaangs darauf hin, daß im allgemeinen, wenn von Abrüstung gesprochen wird, ein unrichtiger Ausdruck Anwendung findet, daß wir heute nicht nach Abrüstung, sondern vielmehr nach Rüstungsbeschränkung streben. Dem möchte ich noch hinzufügen, daß diese Politik ganz im Einklang mit den großen internationalen Verträgen steht. Artikel VIII des Völkerbundsoertrags sogt z. D., die Mitglieder des Völkerbundes erkennen an, ,chaß es unmöglich ist, den Wellfrieden aufrechtzuerhalten, ohne daß eine Einschränkung der Rüstungen auf das für ihre nationale Sicherheit und für die sich aus internationalen Abkommen ergebenden Verpflichtungen notwendige Maß erfolgt". Wenn wir demzufolge das Maß unserer Rüstungen in Einklang mit den Erfordernissen un- lerer nationalen Sicherheit hringen, so handeln wir damit durchaus im Sinne des Artikels VIII des Dölkerbundsvertrages. Frankreich hat keine Gelegenheit versäumt, feine Lüstvngen herabzusehen. Es hat bereits. ohne brcrui durch besondere Abkommen verpflichtet zu sein, und obwohl das gaiue Problem noch nicht international geregelt ist. freiwillig und zu verschiedenen Malen das Maß ferner militärischen Rüstungen herabgesetzt und fv den Eftektivbestand feiner Flotte um 50 Prozent und denjenigen feiner Armee um 45 Prozent vermindert. Frankreichs heutiges Militärbudget ist — in Goldfranken umgerechnet — um etwa 200 Millionen Franken geringer als das Dorkriegsbudget. Wenn wir bedenken, dah die Ausgaben für die Aufrechterhaltung von Armee wnb Flotte, für die Ergänzung von Rüstungsmaterial und insbesondere von Flug- zeugmateritzl heute bedeutend höher sind als vor dem Weltkriege, so wird man die Bedeutung der Einschränkungen, die Frankreich sich selbst auferlegt hat, anerkennen müssen. Dis zu welchem Grade die militärische Dienstzeit bereits abgebaut wurde, ist genügend bekannt. Wenn heute die Rationen, die Mitglieder des Döllerbundes lind, sich nicht zu einer schärferen Beschränkung ihrer Rüstungen entschließen können, so liegt es sicherlich 3um Teil daran, dah östlich von Polen ein großes Reich liegt, das das Wort .Aufrüstung" nur zu gern im Munde führt und das stolz von der ungeheuren Effektivstärke seines HcereS spricht. Die Machthaber dieses Landes lassen auch feine Gelegenheit vorübergehen, um der Welt mit- zuteilen, daß diese Stärke, falls notwendig, leicht auf 2 Millionen Mann erhöht werden kann. Es bestehen also für Westeuropa immer noch begründete Gefahrenmomente, die wirtlich durchgreifende Maßnahmen im Sinne einer weiteren Rüstungseinschränkung verhindern. Nichtsdestoweniger ist Frankreichs Außenpolitik in ihrer Grundeinstellung durchaus friedlich. Bei allen sich uns bietenden Gelegenheiten suchen wir unsere Kräfte für die Organisierung des Friedens einzusetzcn. Wichtige Schritte sind in dieser Richtung bereits getan worden. Die Gefahr eines Konfliktes ist heute lange nicht so drohend wie früher. Die durch den Weltkrieg hervorgerufcne und ihn lange überdauernde Spannung unter den Völkern ist gewichen. Die Nationen haben Berührungspunkte gefunden; man spricht sich auf Konferenzen aus, arbeitet gemeinsam an der Idee des Weltfriedens und schließt Handelsverträge. Ich behaupte keineswegs, daß wir hn Völkerbünde ein Instrument gefunden haben, daß die Möglichkeit eines Krieges für immer aus der Welt schafft. Das sei ferne von mir. Ich behaupte aber, daß wir voran gekommen find. Wenn wir die heutig« weltpolitische Lage mit derjenigen von vor fünf Jahren vergleichen, so erkennen wir sofort, welch wichtige Fortschritte wir gemacht haben. Der meiner Meinung nach wichtigste Schritt für die Organisierung des Weltfriedens war das Pro t 0 - koll vom Jahre 19 2 4, obwohl es noch nicht von allen daran interessierten Nationen angenommen wurde. Ich bin einer der Väter dieses Protokolls und bin stolz darauf, es vorbehaltlos unterschrieben zu haben. Es bezeichnet den Krieg als ein Verbrechen und den, der den Krieg mutwillig auslöst, als einen Verbrecher. Es klagt den Angreifer an und verfolgt ihn. Der Sinn des Protokolls ist, mit allen zur Verfügung stehenden Kräften den Ausbruch von Kriegen zu verhindern. Selbstverständlich sieht es aber für jede Nation, di« von an- Sie Oie Entscheidung des Staatsgerichtshofs im Streit zwischen der Stadt Potsdam und der preußischen Regierung. Leipzig, 9. 3ull (WTB.) Der OtaatS- gerichtshos für das Deutsche Reich verhandelte am Montag die Anträge des Magistrats der Stadt Potsdam und der deutfch- nationalen Fraktion des preußischen Landtages auf DerfafsungSwidrigkeit und R«htSungültigkeit der preußischen Rot- Verordnung vom 8. August 1927 betreffend die Beflagg ung der Dienst - undSchul- g e b ä u b e. Die Verhandlung war bereits schon einmal auf den 22.3uni angefetzt, wurde damals jedoch wegen nicht fristgemäßer Terminsetzung vertagt. 3n der heutigen Verhandlung führten die Antragsteller zur Begründung der Anträge auS, die Reichsfarben feien daS H 0- hei tSzeichen des Reiches. Die L ä n de r seien aber nur befugt, Bestimmungen über ihre eigenen Hoheitszeichen und deren Verwendung au treffen. Selbst wenn man annehmen wollte, daß ein Flaggenzwang ausgeübt werden könnte, WaS auf Grund der Reichs- und preußischen Dersaftung zweifelhaft erscheine, so könnte ein solcher Zwang nur vom Reich auSgeübt werden. Rach Artikel 70 der preußischen Verfassung stehe den Gemeinden die Beflaggung als ein Recht der Selbstverwaltung au, das ihnen nicht durch ein einfache« Gesetz, geschweige denn durch eine Rotverordnung entzogen werden könnte. Die Rotverordnung bedeute zudem einen Eingriff in das städ tische Eigentumsrecht, ebenso in die Unabhängigkeit der Rechtspflege. Weiter seien die im § 58 der preußischen Verfassung aufgestellten sachlichen Voraussetzungen für den Erlaß einer Rotverordnung in keiner Richtung erfüllt gewesen. Weder sei die öffentliche Sicherheit gefährdet gewesen — in dieser Hinsicht handele eS sich um bloße beweispflichtige Vermutungen der preußischen Regierung —, noch habe ein Rvtstand der Dringlichkeit Vorgelegen. Die Verordnung habe lediglich parteipolitischen Zwecken gebient. Weiter sei die Zustimmung des ftänoigen Ausschusses deS Preußischen Landtages nicht ordnungsmäßig erfolgt und daher rechtsunwirksam, da einige abwesende Zentrumsmitglieder des Ausschusses ihren Sitz sozialistischen Abgeordne- ncten übertragen hätten, was unzulässig sei. Für den Beflaggungszwang der Schulen habe die preußische Regierung überhaupt keine Begründung gegeben. Der Vertreter der preußischen Siaats- regierung,MinisteriatdirektorOr.Badt, machte gellend, daß, soweit das Reich von seinen Befugnissen im Sinne des § 12 der Reichsverfassung nicht Gebrauch mache, die Länder das Recht der Gesetzgebung hätten. Noch den gellenden Verfassungsbestimmungen sei es zulässig. Angelegen- Hellen der Selbstoerwallung den Gemeinden und Ge- meindeverbänden zu entziehen und zu allgemeinen Landesangelegenheiten zu machen. Der Artikel 70 der preußischen Verfassung werde durch den § 71 Abs. 2 eingeschränkt, wonach die Selbstverwaltung nur innerhalb der Schranken des jeweils bestehenden Gesetzes besteht. Inhalt einer Notverordnung könne also sein, was durch ein San- desgesctz geregelt werden könne. Die sachlichen Voraussetzungen des Artikels 55 seien gegeben. Die öffentliche Sicherheit habe die Verordnung erfordernd) gemacht. Die Beflaggung am 11. August fei e i n c dringliche politische Frage gewesen. Die öffentliche Sicherheit in den verschiedensten Gegenden Preußens sei aufs Höch ft e gefährdet gewesen, namentlich bei der besonderen Sachlage zum Verfassungstage und dem demonstrativen Verhalten der Leiter verschiedener Gemeinden. Die Dringlichkeit erlebe sich aus der Kürze der Zeit bis zum Der- assungstage. Die Verordnung verfolge keine partei- »olllischen Zwecke. Es handle sich nicht um Partei- arben, sondern um die verfassungsmäßigen Farben des Reiches. Die Zuständigkeit de ständigen Ausschusses sei ordnungsmäßig erfolgt. Die Möglichkeit der Abtretung von Sitzen sei durchaus gegeben. Der Slaatsgerichkshof fällte darauf die Entscheidung: Die preußische Verordnung vom 8. August 1927 über das Beflaggen der gemeindlichen Dienst- und Schulgebäude ist mit der preußischen Verfassung unvereinbar. Der Staatsgerichtshof hat ben Umstand, daß unmittelbar vor der Mstimmung über die Rotverordnung im Hauptausschuh des Preußischen Landtages alS Ersatz für die fehlenden Mitglieder des Zentrums Angehörige einer anderen Partei mitgestimmt Hachen, nicht als ungesetzlich ansehen können, da nach Wortlaut und Sinn des Paragraphen 92 der Geschäftsordnung für den Preußischen Landtag eine solche Ausfüllung statthaft ist. Dagegen erscheint die Begründung des für den Erlaß der Rotverordnung von der preuhifchen StaatSregie- nmg behaupteten Rotstand sehr zweifelhaft. Die preußische Regierung hat den Erlaß der Rotverordnung mit der Gef ährdung der öffentlichen Sicherheit begrüntet. Angeblich ist unmittelbar nad) dem AuSrin- andergehen des Landtages und vor der Feier des 11. August infolge des Urteils des Ober» Verwaltungsgerichtshofs, baß den Landesregierungen daS Recht absprach auf die Kommunen dahin zu wirken, daß sie die Flaggen des Reiches hißten, die Befürchtung berechtigt gewesen, daß viele Gemeinden sich weigern würden, die Reichsfarben zu zeigen. Ferner sollte die Möglichkeit zu Zwischenfällen gegeben gewesen sein Diese Annahme ist aber keine verfassungsmäßige Grundlage für den Erlaß einer Rotvcrord- nung. Der Vertreter Preußens bat zwar darauf hingewiefen, daß zur Aufrechterhaltung der Autorität der preußischen (EtaatSregie- nmg der Erlaß einer solchen Rotverordnung unerläßlich gewesen fei, aber der Artikel 55 der preußischen Verfassung ist dafür durchaus nicht die richtige Grundlage gewesen. Auch die von der preußischen Regierung behauptete Unsicherheit ist nicht vorhanden gewesen. Es ist auch nicht einzusehen, baf) die Richtbeflaggung öffentlicher Gebäude mit den ReichSfarben am Derfassungstag z u Zwischenfällen notwendig hätte führen müssen. Selbst der Wunsch, diese Zwischenfälle zu verhüten, rechtfertigt keinesfalls einen fo wellgehenden Eingriff in daS Flaggenrecht der Kommunen. Er- wrderlich gewesen wäre nur eine Verhinderung von Zwischenfällen am 11. August. DaS wäre gesetzgeberisch zu regeln gewesen. Die preußische Regierung hat die Gelegenheit ergriffen, um die gesamten Flaggenfragen zwischen Staat und Gemeinden zu regeln. Das war ein Fehlgreifen In der Rechtslage. Infolgedessen schon kann die Rotverordnung nicht alS verfassungsmäßig angesehen werden Die Berliner presse zum Llrteil im Ktaggenstreit. Berlin, 10.Juli. (Prio.-Tel.) Zu der Entscheidung des Staatsgerichtshoscs in dem Flaggenstreit zwischen der preußischen Regierung und Potsdam oemerkt das „B. T.", diese Entscheidung wird praktische Bedeutung nicht gewinnen, da voraussichtlich schon in den nächsten Tagen Reichstag und Landtag entsprechende Gesetze verabschieden werden, durch die sichergestellt wird, daß am Ver- fassungstagc auch widerspenstige Kommunen wie Potsdam und andere alle öftentlichen Gebäude in den Farben des Reiches Schwarzrotgold zu beflaggen haben. — Die „® e r m a n i a" erklärt, der Staatsgerichtshof gibt zu, daß jjene Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes eine Lücke i m Gesetz erkennen ließ, die die preußische Regierung in nach seiner Meinung unzulässiger Weise auszufüllen bestrebt war. Aufgabe der ordentlichen Gesetzgebung wird es nun sein, diese Lücke auszufüllen. Sie ist von der Notwendigkeit diktiert, der Reichsflagge bei allen Selbstverwallungskörpern die ihm gebührend« Achtung und Geltung zu verschaffen. — Der „Vorwärts" erklärt. Das Urteil bezeichnet nicht die Notverordnung an sich als verfassungswidrig, sondern ihre generelle Fassung, die den Anschein erwecken konnte, als ob die preußische Regierung durch die Notverord- nung die Flaggenfrage nicht nur einmalig für den 11. August, sondern überhaupt regeln wollt«. Inzwischen ist dem Reichstag ein Gesetz zuge- gangen, das die Frage des Verfassungstages im Sinne der preußischen Notverordnung für das ganze Reich regeln will. Wird Der Entwurf Gesetz, so könnte sich die preußische Regierung mit Ausführungsbest im in ungen begnügen. Wird er nicht Gesetz, so stcht es Preußen nach dem Urteil des Staatsgerichtshofes frei, für Preußen ein eigenes G e >e tz« einzubringen. Daß ein derartiger Entwurf in Preußen eine Mehrheit finden würde, ist nach der Zusammenletzung des Landtages nicht zu bezweifeln. — Die „Deutsche Tageszeitung" bemerkt, das Urteil dürfte nicht gerade geeignet sein, das Ansehen der preußischen Regierung zu er- h ö ben. Die Entscheidung des Staatsgerichtshofes dürfte bei der neuen Erörterung der Flaggensrage im Landtage eine wesentliche Roll« spielen. derer Seite angegriffen wird, das Recht vor, sich mit allen Mitteln zu verteidigen. Also selbst dieses Protokoll, das den bisher radikalsten Schritt zur Organisierung des Friedens darstellt, verlangt nicht eine absolute Abrüstung, sondern nur eine Rüstungsbeschränkung, denn ohne jede Rüstung ist auch eine Verteidigung unmöglich. Das Zombenattenlal in Moskau. Bericht eines Augenzeugen. Berlin, 10. 3ult (£11.) Eine Berliner Korrespondenz veröffentlicht den Bericht eines Augenzeugen über den Bombenanschlag auf das GPU- Gebäute in Moskau. Der Augenzeuge ist ein Ausländer, der soeben in Berlin ringe troffen ist. Er ging am Freitagabend über den ßubli anla- Platz in Moskau, als von dem Gebäude derGPU. eine furchtbareDetonation ertönte, in die sich im nächsten Augenblick das Klirren Hunderter von zertrümmerten Fensterscheiben mischt«. Bald darauf wurde der Lublianka-Plah von Soldaten abgesperrt Man konnte nur noch sehen, wie mehrere Krankenautos ankamen und nach einiger Zeit von dem GPll.-Ge- bäude aus den Weg zu den Krankenhäusern nahmen. Aus dem Eintreffen einer Lastkraftwagenkolonne mit Absteifungsmaterial ist zu schließen, dah in den Hintergebäuden ein Ein stürz von Gebäudeteilen ftattgefunten haben muß, und dah man bemüht war. das Rachstürzen weiterer Teile zu verhindern. Den ausländischen Journalisten wurde jede Auskunft verweigert und gleichzeitig alle Vorkehrungen getroffen, um die telegraphische oder telephonische Verbreitung von Rachrichten- über das Attentat nach dem Auslände zu verhindern. Da sowohl das Amtsgebäude tote das Gefängnis voll besetzt waren, muh das Attentat eine ganze Reihe von Opfern unter der Beamtenschaft oder den Gefangenen gefordert haben. Rach einem in Moskau umgehenden unkontrollierbaren Gerücht soll das Attentat von der G. P. H. selb st ausgeführt worden sein, um auf diese Weise die Hinrichtung allcrelf im Schachthprozeh zumTode Verurteilten durchzusetzen. Rach weiteren Meldungen aus Moskau wird der Bombenanschlag auf das Hauptgebäude der G. P. 11. in Moskau von der GPU. amtlich bestätigt. Rach der Mitteilung der G. P. 11. erschienen am letzten Freitag um 1911 hr mehrere Personen, die den Leiter der G. P. 11. sprechen wollten, im Hauptgebäude der G. P. 11. Die Leute wurden in ein Zimmer gebracht, in dem sich zwei Rotarmisten befanden. 3m Augenblick des Eintritts warf eine der Pers onen eine Bombe, durch die rin Rotarmist getötet wurde. Sogleich wurde die Wache des Gebäudes alarmiert. Die Attentäter, bis auf einen, der erschossen tourte, flüchteten. Der Harne des Erschossenen ist Radae- toisch. Dieser war nach Mitteilung der G. P. 11. früher Page am kaiserlichen Hof und tourte vom rumänischen Generalstab nach Rußland entsandt, um terroristische Akte zu verüben. Später wurde noch ein Attentäter, rin Russe, in der Rähe von Moskau verhaftet. Weitere Einzelheiten werden gmt* lich noch nicht gemeldet. Die südslawische Krisis. Machtprobe zwischen Radilsch und dcrKronc Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 10. Äuli. Die innerpolllische Situation 3ugvslawiens wird von Woche zu Woche gespannter. Alle Versuche des Königs, die kroatischen Bauern zu bewegen, sich an der Regierung au beteiligen, sind fehlgeschlagen, weil Stefan R a d i t s ch von seinem Krankenlager au- kategorisch die vorherrge Auflösung des Parlaments und die Ausschreibung von Reuwahlen forderte. Auf diesen Wunschein- zugehen hat ter König bisher leine Reigung gezeigt. Er hat vielmehr weiterhin mit dem kroatischen Demokraten Pribitschejew derhan- bett unb über ihn auf Stefan Radttsch einzuwirken versucht. Doch vergebens. Dafür hat der Bauemführer plötzlich und zur allgemeinen Ueberraschung dos Staatskrankenhaus verlassen, hat sich in einen Eisenbahnzug gesetzt und 'st. umgeben von sämtlichen kroatischen Äbgeordne- ten, nach Agram abgefahren, wo er von einer begeisterten Menge empfangen wurde. Seine demonstrative Abreise vor der völligen Wiederherstellung seiner Gesundheit kann nur so ausgelegt werden, dah er so lange in der Opposition zu bleiben gedenkt, bis sich der König seinen Forderungen zugänglich zeigt. Es ist also nunmehr ein Machtkampf zwischen ihm und dem König Alexander ausgebrochen, wobei jedoch abzuworten bleibt, ob sich Alexander bereitfinden wird, Stefan Raditsch gegenüber nachzugeben. Die stärkeren Trümpfe hat augenblicklich der Bauernführer in der Hand, dem man zutrauen kann, dah er in Agram eine kroatische Rebenregierung ausrichtet und von sich aus den Versuch unternimmt, die Autonomie Kroatiens herzustellen. So weit wird es der König, der bisher stets als Vermittler und friedlicher Schlichter auftrat, nicht kommen lassen wollen, so das; er vielleicht bnh noch nachgibt und bann versucht, nach den Wah- len mit den Kroaten ins reine zu kommen. Mazedonien. Ein bulgarischer General ermordet. Berlin, 10. Juli. Auf dem Balkan ist es wieder einmal zu einer aufsehenerregenden politischen Mordtat gekommen. 3n der Rächt vom Samstag zum Sonntag fiel der bulgarische General Protogerofs einem Revolver- Attentat zum Opfer. Protoaerosf ist aber der FührerdermazedonischenFreihelts- kämpser, die in den letzten zehn Jahren den Griechen und Jugoslawen sehr viel zu schassen gemacht haben und die sogar öffentlich erÜarten, dah sie hinter den zahlreichen Mordanschlagen in den serbischen Grenzstädten ständen. Dem Ein- wirken der Balkanstaaten ist es zu verdanken, dah sich die Sofioter Regierung einschaltete und für ein Abstoppen der Zwischenfälle an den Grenzen sorgte. Die Verurteilung zur Untätigkeit scheint aber den zum unentwegten Terror neigenden Mitgliedern der inneren Mazedonischem Revolutionären Organisation nicht behagt zu haben. Sie dürften für die Beseitigung des Generals Protogeroff, der sich einer Fortsetzung der Ueberfälle hindernd in den Weg gestellt hatte, verantwortlich zeichnen. Trifft die auf dem Valkcm allgemein verbreitete Vermutung zu, dah Protogeroff das Opfer seiner eigenen Leute geworden ist, bann darf mit einem Wiederaufflammen der Tätigkeit der mazedonischen Storni- tatschis gerechnet werden, die auf bulgarischem Boden sitzen und von hier aus immer wieder versuchen, ihre Landsleute auf jugoslawischem und griechischem Boden aufzuwiegrln und zum Aufstand gegen ihre Unterbriidet zu bewegen. Kabinetissitzung. Die Rote a« Polen wird beschlossen. Berlin, 9. Iuli. (WB.) Das Reichsiabinett trat heute unter dem Vorsitz des Reichskanzlers in der Reichskanzlei zu einer Sitzung zusammen, in der zunächst unter Beteiligung des Reichs- Ministers a. D. Dr. Hermes und des Gesandten Rauscher der Absendung einer Rote an d i e pvlniische Regierung über die Fortsetzung der» deutsch-polnischen Handelsvertragsvechand- hinjen zugestimmt wurde, die durch den Erlaß der ^polnischen Grenzzonenverordnung seinerzeit eine Störung erfahren hatten. Die Eruierung im Kabinett hat sich auf die Behandlung dieser rein formalen Frage beschränkt: die bisherigen Instruktionen für die deutsche Delegation in sachlicher Beziehung bleiben daher unverändert. In der Rote wird u. a. dem Vorschlag der polnischen Regierung -ugestimmt, dah die beidevseitigen Delegations- levter beauftragt werden, daS Rähere über die Fortsetzung der Verhandlungen zu üereinbaren. — Das Reichskabinett nahm alsoann einen Besicht übet den Kriegsächtung spalt entgegen, der morgen den Auswärbigen Ausschuh des Re-ichStageS beschäftigen wird. — Im Anschluß hieran legte das Reichskabrnett in großen Zügen seinen Arbeitsplan auf Grund der Regierungserklärung fest, insbesondere wurden bereits die in der Regierungserklärung angekün- Mgten Gesetzentwürfe betreffend den ReichSwirtschastsrat. die Hnndwerksnovelle, das Berussausbildungsge-seh und das Schankstätten' gesetz vom Reichskabinett verabschiedet. Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten. Berlin, 9.Iuli. (DDZ.) Rach der Pause treten am Dienstag der Reichstag und der Preu° bische Landtag zu ihrem voraussichtlich letzten Tagungsabschnitt vor den Sommerferien zusammen. Aus der Tagesordnung der Reichstagssitzung, die um 3 Llhr beginnt, steht in erster Linie der Gesetzentwurf über den Rationalfeiertag. Ferner soll die erste Beratung des Strafgesetzbuchentw urses vorgenommen werden, der erneut einem besonderen Ausschuß überwiesen werden soll. Fragen, die noch der Erledigung harren, sind außerdem im Reiche vor allem die Amnestie und die Einkommen- steuersenkung. lieber diese Fragen werden am Dienstagvormittag die Besprechungen mit den Parteiführern aufgenommen. Bezüglich der Amnestie werden sich die Besprechungen vor allem auf die Länder erstrecken, da für eine Reicbs- amnestie die Zustimmung der Länder notwendig ist. Ilm 11 Uhr tritt dann der Rechtsausschuh des Reichstages zusammen, um die Beratung der Amnestiefrage zu beginnen. Ferner hält der auswärtige Ausschuß eine Sitzung ab. die sich mit dem Kellogg-Pakt, Sicherheitskomitee und Völkerbundsratssihilng beschäftigen wird. Im sozialen Ausschuß steht die Frage der Krisen- Unterstützung zur Beratung. Die Sitzung de« Preußischen Landtages beginnt um 1 Uhr nachmittags. Auf der Tagesordnung steht zunächst die endgültige Wahl des Präsidiums, bann der Gesetzentwurf über die Vereinigung WaldeckS mit Preuhen, die AuSschußanträge zur flaggen frage, über Änwetterschäden und über die A m - neftic. Mit der Erledigung dieser Fragen, bie einige Tage in Anspruch nehmen wird, dürite auch im wesentlichen der Beratungsstoff ? . Preußischen Landtages vor den Sommerserien erschöpft sein. Wirtschaftspolitische Gesetzentwürfe. Eigene Drahtmeldung des „Giehener Anzeigers". Berlin. 10. Iuli. Das ReichSwirt- fchaftSministerium bereitet zur Zeit die Vorlage einer ganzen Reihe von Gesetzen vor. denen Entwürfe meistenteils schon aus längst Vergangenen Zeiten hcrstammen. So kann z. 2. das in der heutigen Kabinettssitzung beratene S ch a n k st ä 11 e n g c s e h auf ein höheres Alter zurückblicken. Besonders umstritten ist bei diesem Gesetz das Aussichlsrecht der Gemeinden über das Schankstättenwesen. Aller Wahr- schelnlichkeit nach wird man sich aber über das Schankstättengesetz, da hier größere politische Probleme nicht dazwischen greifen, recht bald einigen, während man in allen unterrichteten und zuständigen Kreisen mit großer Sorge der weiteren Behandlung des Gesetzes über den enbgül-ti gen Reichswirtschaftsrat, das ja auch schon nicht mehr ganz jung ist, entgegen sieht. Da in dem vorliegenden Entwurf entgegen den Bestimmungen der Reichs- Verfassung die sogenannten Bezfrkswirt- s ch a s t s r ä te nicht mit ausgenommen worden sind, so bedarf dieser Vorschlag des Reichs- Wirtschaftsministeriums, der in unveränderter Form dem Reichstag vorgelegt werden soll, we- gen seines verfassungsändernden Charakters zur Annahme der Zweidrittelmehrheit Der Reichstagsstimmen. Innerhalb der sozialdemokratischen Partei bestehen gegenüber Dem vorliegenden Entwurf gewisse Bedenken, die aber bei der entscheidenden Abstimmung wohl überwunden werden dürften. Der neue Entwurf ist auf dem Gedanken aufgebaut, daß zunächst die Spitzenorganisationen, d. h. der endgültige Reichswirtschaftsrat, zu bilden ist, der dann selber die weitere Ausgestaltung besonders im Hinblick auf die paritätische Beteiligung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Sinne der Regierungserklärung zusammen mit -em Reichstag und dem Reichswirtschaftsministerium vornehmen soll. Wie wir weiter Hörem wird auch das Berufsausbildungsaesetz, dessen Entwurf ebenfalls schon längere Zeit zu- rü(fliegt, nunmehr sobald wie möglich dem Reichstag zugeleitet werden. Es handelt sich dabei um die Ausdehnung der Gewerbe- imö Berufs- ausbildungs ordnung des Handwerks auf die gantze Industrie. Auch hier sind paritätische Stellen zur Heberwachung der Berufsausbildung vorgesehen. Sozialpolitische Reformen der Reichspost. Berlin, 9. Iuli. (WB.) In der heutigen Sitzung des Verwaltungsrates der Deutschen Reichspost teilte der Reichspostmrmster Richtlinien mit. nach denen die Wohlfahrtspflege der Deutschen Reichspost systematisch ausgebaut werden soll. Das Programm erstreckt sich vor allem auf die hygienische Verbesserung der Arbeit s- bebingungen und die Diensträume, die Einrichtung von Brausebädern, von Kochgelegenheiten, die Versorgung des Personals mit frischer Vollmilch, die Einrichtung von Dachgärten, die Verbesserung der mechanischen Einrichtungen zur Schonung der menschlichen Arbeitskraft, die Abminderung des Betriebsgeräusches, die Ausstattung der Dienst- imb Erholungsräume. DaS Programm umfaßt ferner Maßnahmen zur Hebung der persönlichen Wohlfahrt des Personals, so eine umfangreiche Förderung deS Wohnungswesens, ferner die Bekämpfung der Tuberkulose. Weitere umfangreiche Maßnahmen sollen der Erholung und Kräftigung des Personals dienen. An erholungsbedürftige Angehörige der Deutschen Aeichspost sollen in weitem Umfange Beihilfen gewährt werden, wobei besonders die Kinder des Personals mit ungünstigen Wohnungsverhältnissen berücksichtigt werden sollen. Reichswehr und potemkinfilm Maßnahmen des ReichswehrministerirrmS. Berlin, 9. Iuli. (Tel.) Rach einer Berliner Blättermeldung ist am Samstag ein Reichs- wehrsvldat. der im Tauentzienpalast den dort laufenden Potemkinfilm besuchen wollte, daran von zwei anderen Reichswehr- folbaten, die sich in Zivil befanden, gehindert worden. Auch am Sonntag befand sich das Lichtspielhaus unter der DevbachttnH eines solchen Doppelpostens, der vor dem Eingang Aufstellung genommen hatte. Die Direktion des Lichtspillhauses veranlaßte einen Schutzpolizisten, die beiden Reichswehrsoldaten um ihre Ausweise zu bitten. Der eine von ihnen wieS sich als Gefreiter und Beauftragter des Gruppento mm andos aus und erklärte, die Weisung erhalten zu haben, den Besuch der Vorstellung durch Reichswehr angehörige zu verhindern bzw. deren Ramen festzustellen. Wie die Telegraphen-Union hierzu erfährt, ist das Reichswehrministerium noch mit der Feststellung des TatbestanoeS beschäftigt. Für das Reichswehrministerium handelt es sich lediglich darum, festzustellen, ob die Vorhalle, in der die beiden Posten Aufstellung genommen hatten, als Privatraum oder alS öffentlicher Raum anzusehen ist. Wie erinnerlich, ist seinerzeit allen Reichswehrangehörig e n ber Besuch des Potemkinfilms v e r b v - t e n worden. Dieses Verbot ist, wie von zuständiger Stelle ausdrücklich sestgestellt wird, noch nicht aufgehoben worden. Zweifelhaft ist im Augenblick nur die Frage, ob der betreffende Reichswehrposten zweckmäßig gehandelt hat oder nicht. Der Devchswehrminister Dr. Grvener hält daS Verbot auch heute noch aufrecht. Das Reichswehrministerium steht auf dem Standpunkt, daß es sich hier um eine ausgesprochen politische Angelegenheit handelt, die dem Soldaten, dem jede politische Tätigkeit durch die Verfassung untersagt ist. nicht zugäng- Ircb gemacht werden dürfe. Ein 153. sozialdemokratisches Reichstagsmandat? Berlin. 10. Iuli. (XU.) Wie der „Vorwärts" meldet, sind im Wahlkreis Ostpreußen durch ein Versehen beim 2lddieren die Skiminen aller 'Parteien von 50 Wahlbezirken im Landkreis ©erbauen nicht mitgezählt I worden, darunter 4622 ioziaIbemofratische Stirn- Aus aller Wett. Taufe des „Graf Zeppelin". In der großen Halle deS Luftschiffbaues Friedrichshafen wurde die Taufe de« neuen Zeppelin-Luftschiffes vollzogen. Reben Kommerzienrat Colsman, Dr. Eckener. Direktor Winke und Pros. H er g e f e l l bemerkte man Gräfin Brandenstein-Zeppelin, die Tochter des verstorbenen Grasen, mit ihren zwei Töchtern an der Seite ihres Gemahls. Eine große Anzahl geladener Gäste wohnte dem Taufakt bei. Dr. Eckener gab in einer Ansprache ferner Freude Ausdruck, Mitglieder des Deutschen Lust- fahrverbandes begrüßen zu können, der die Tradition der Luftschiffahrt Deutschlands verkörpere. Gr betonte ferner, dah an der Saufe das deutsche Volk innigen Anteil nehme. Oberbürgermeister Dr. M ö r i d e (Konstanz) überbrachte die besten Wünsche der Geburtsstadt ZeppellnS. Staatsminister Dr. Dominikus übermittelte die Glückwünsche des Deutschen Lustfahrverbandes und Ministerialrat Steiger (Stuttgart) die Glückwünsche der württemdergischen Regierung und des württemdergischen Volkes. Darauf hielt Gräfin Brandenstein-Zeppelin die Taufansprache. Sie gedachte dabei in pietätvoller Weise ihres Vaters, der sich stets über jeden Fortschritt auf technischem Gebiet gefreut habe. Mit einem .Glück ab, Gras Zeppelins vollzog sie den Taufakt. Aachen ehrt Professor Junkers. Prof. Iunkers, der vor der ileberficbhmg nach Dessau Lehrer an der Technischen Hochschule Aachen war, stattete zusammen mit den beiden Ozeanfliegern. Köhl und v. Hünefeld, Aachen einen Besuch ab. Im Alten Kaisersaal wurden Prof. Iunkers der Ehrenbürger- 5rief Aachens und die ilrfunben über die Verleihung der Würden eines Ehrenbürger« und Ehrensenator« an der Techni schen Hochschule Aachen überreicht. Pros. Iunkers und Hauptmann Köhl banEten, dieser zugleich im Ramen Hünefeld« für die erwiesenen Ehrungen und betonte den Wert der Luftfahrt im Dienste der Verständigung der Völker und der Wiedergewi nmmg des deutschen Ansehens in der Welt. Große Hitzewelle ht Amerika Das gesamte zwischen Chikago und Neuyork liegende Gebiet wird ebenso wie der Westen Amerikas von einer großen Hitzewelle heimgesucht. In N e i« y o r k erreichte die Temperatur im Lause des Sonntagnachmittags den Höchststand des Jahres mit 34 Grad Celsius im Schatten. Auch Chikago hat sehr unter der Hitze zu leiden. In beiden Städten sind zahlreiche Personen oom Hitzschlag ge- troffen worden. Nach den bisher vorliegenden Berichten sind nicht weniger als 47 Todes- fälle als direkte oder indirekte Folge der Hitze zu verzeichnen. Drei Personen brachen in den Straßen von Neuyork, vom Hjtzschlag getroffen, tot zusammen, während 14 weitere Personen an den Folgen eines Hitzschlages gestorben sind. Viele hunderttausend Neuyorker suchten am Wochenende Erleichterung in den Seebädern an der Küste. Im Westen der Vereinigten Staaten schwankte die Temperatur zwischen 34 und 40 Grad Celsius. Dort werden nicht weniger als 30 Todesfälle auf die Hitze zurückgeführt. Im mittleren Westen kam die Hitzewelle infolge schweren Regens nicht recht zum Durchbruch. Da die Regenwolken langsam nach Osten ziehen, hofft man, daß Chikago innerhalb der nächsten 24 Stunden von der Hitzewelle befreit jein wird. Die Lpser ber Katastrophe beö AngamoS. Santiago bc Chile, 10.Iuli. (WTD. Funkspruch.) Rach einer amtlichen Meldung ist die Verlustliste anläßlich des -Untergang« des Dampfers Angamos nicht ganz so groß, wie anfangs befürchtet wurde. Die Gesamtzahl der Toten wird jetzt auf ungefähr 200 angegeben. Sv weit bekannt, sind nur sechs Personen gerettet worden. Zur Zeit de« Unterganges de« Schiffes befanden sich 9 Offiziere, 124 Mann und 82 Passagiere, d. h 215 Personen an Bord. Die „Krassin" näher! sich der viglieri-Gruppe. Im schwedischen Kriegsministerium ist folgende« Telegramm des Hauptmanns Tornberg eingegangen: Die , Äraff in“ befindet sich 2 5 D i - stanzminuten von der Diglieri- Gruppe entfernt. Alles wohlauf. Verschleppung eines Achtzigjährigen. Ein 82jähriger Fabrikant und früherer Autt- mann in Werder a. H. wurde It. .Voss. Ztg." aus Veranlassung leinet beiden ältesten Töchter tn e ine Privat -Irre n a n st al t gebracht, weil sich angeblich bei dem vollständig gesunden Wann Anzeichen einer gesährlichen Geistesgestörtheit gezeigt haben tollen. Die Aufnahme erfolgte auf Grund ciueS 2tttestes eines jungen Arztes, der mit dem Gatten einer der Töchter des Fabrikanten bc- freunbef war. Die Wärter der Anstalt über" fielen den alten Marrn in seinem Garten, fügten ihm erhebliche Verletzungen zu und brachten men. die auf die Reichsliste entfallen. Dadurch erhöht sich der sozialdemokratische Stimmenrest auf der Reichsliste von 26 165 auf 30 787 Stimmen. Da auf einen Rest von mehr als 30 000 Stimmen noch e in Mandat entfällt, muh der sozicckdemvkratischen Reichsliste das zehnte Wandet zugewiesen werden. ES entfällt auf den Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Deamtenbundes, Falkenberg. — Der Kreiswahlausschuß in Ostpreußen wird zunächst eine neue Feststellung des Wahlergebnisse« treffen. Der ReichswahlauSfchuh dürfte dann die Reichslisten aller Parteien berichtigen. 60. Geburtstag des Sberpräfid-uteu Aorle B e r l i n , 8. Juli. (WB.) Reichswehrmini- st er Grüner hat dem "berpräsidenten Roske zum 60. Geburtstage das folgende Telegramm über- sandt: „Am heutigen Tage aedenkt mit mir die gesamte Wehrmacht Ihrer Verdienste um den Wiederaufbau unseres Vaterlandes und insonderheit Ihrer mutigen und vorurteilslosen Arb eit zur Wiederher st ellung einer brauchbaren Wehrmacht. Ich bin überzeugt, baß die Geschichte Ihrem segensreichen Wirken m den schwersten Zeiten unseres Vaterlandes voll ge- recht werden wird. Wir Soldaten erkennen jedenfalls schon heute diese Tat dankbar an und verbinden mit unserem Dank unsere herzlichsten Glückwünsche zum 60. Geburtstage. — Weitere Glückwünsche haben u. a. übermittelt die Marineleitung, der Reichskanzler, der preußische Ministerpräsident, der preußische Innen- Minister. ihn in die Anstalt. Die dritte Tochter alarmierte die Vehörden, die den Marm sofort wieder auf freien Fuß setzten. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat die polizeiliche Ermittlungsaktion über bie zwangsweise Unterbringung eingeforbert. Gegen bcn Sanatoriums- bireffor und gegen bie beiden Töchter de« allen Herrn wird ein Verfahren wegen Freiheitsberaubung von Amts wegen anhängig gemacht werben. Der Aerztekam- mer wirb von bem Verhalten jenes ArzteS, ber ba« Attest zur ilebcrfübnmg tn di» Irrenanstalt ausgestellt hat. Mitteilung gemacht werben. Das Geheimnis em Löwenstein. Der Hauptinfpektor der Abteilung .llnglüd«- fälle" de« britischen Suftminifterium«. Major Cooper, veranstaltete auf dem Flugplatz Croydon eine eingehende Untersuchung deS Flugzeuges, aus dem der belgische Finanz- mann Löwenstein verschwunden ist. Dor allem wurden bic Türen, die aus der Hauptkabine in bcn Waschraum und auS dem Flugzeug hinausführen, sowie Klinken und Verschlüsse einer eingehenden Prüfung unterzogen. Weite»« Untersuchungen. darunter solche über die Möglichkeit, bie Ausgangstüren in vollem Fluge zu öffnen, werden erfolgen, wenn der Flugzeugführer Drew aus Brüffel zurückgekehrt ist. Dacheinsturz In der Münchener Chirurgischen Klinik. In München stürzte in der Chirurgischen Klinik das Glasdach eines alten Hörsaales ein, während in dem Saal ber Letter der Klinik. Geheimrat Lexer, gerabc vor bet Studentenschaft und einer Anzahl nordamerikanifcher Aerzt« eine GesichtSoperativn au« führte. Zehn Studierende, darunter vier weibliche, und einer der amerikanischen Gäste wurden durch bic Glassplitter verletzt. Die (Berwunbeten wurden sofort in bet Klinik selbst verbunden, während Geheimrat Lexer bie Operation zu Ende führte. Der 34. Deutsche Philolellslentag in Wien. Am Sonntag sand ber 34. Deutsche Philatelistentag unter Vorsitz des Präsidenten Otto F o l ck statt, an welchem u. a. Handelsministet Dr. Schürff, Generalpostdirektor Hoheisel sowie zahlreiche bedeutende deutsche Philatelisten und der Präsident ber „Föderation international de Philatelie“ teilnahmen. In den Begrüßungsansprachen wurde daraus hingewiesen, dah Die Philatelisten als bedeutende Einnahmequelle der Po st Verwaltung auch beten weitestgehende Förderung verdienten. Dt. Herbert Munk (Berlin) sprach übet .Fälschungen, Derfälschungen und sonstige Manöver zur Schädigung ber Post". Kom.-Rat Dielgut (Wien) sprach über bie Frage ber Bewertung beschädigtet Marken und legte einen gedruckten Entwurf von Richtpreisen für Pvstmarken vor. Sein Dor- trag wird Gegenstand der Beratungen des nächsten Philatelistentages sein. Schwere Mißhandlung von Jürforgeflnbern. Sin Ehepaar auS Elgert (Westerwald) wurde wegen gefährlicher und grausamer Körperverletzung zu je 3 Monaten GesängniS verurteilt. Die Angeklagten hatten im hörige-1 P'ahrc zwei kleine Mädchen au8 einem Helm in Rangsdorf als Pflegekinder gegen Zahlung eine« Pflegegeldcs von 1.75 Mark täglich auf genommen. Auf eine Mitteilung, daß die Kinder dort wohl nicht in den richtigen Händen feien, fiufilc eine Fürsorgeschwester das Haus auf und muhte feststellen, dah beide Kinder am ganzen Körper blaue Flecken und Striemen auftoiefen, die von erheblichen grausamen Mihhandlungen mit einem Stocke herrührten. Die Kinder wurden sofort aus der Pflegestette weggenommen. Oie Wetterlage. ä l/S Z3» O 2A i TTlan tag. den 4. Juli 1S28 habend}. ri -Jan rtjyen- - O verteflfos © nener. a n« Deteru * Schnee a. Srauxm w neBti X«r-,''F-©V,R<5W<-*0* *• leichte. os. d «iM.gt- M»o»ves‘ Q UOrWKM. »o.OrftSi Oie Mene fiieo«n mn de* winde. PW oe «en Statiw« stehenden len gehen fl.t Tcnperate» «n irwen «rt»nde* Ort« ex^leKHM tut Meeresmeeau metrtcnntle* LMtUtnu Wettervoraussage. Ueber Mitteleuropa steigt erneut der Lustdruck an und gleichzeitig nähert sich eine Störung den bri- tischen Inseln. Im Bereich hohen Druckes herrscht zunächst wieder heiteres und trockenes Wetter bei ansteigenden Temperaturen. Die Ausläufer des neuen Tiefs dürften jedoch später wieder Anlaß zu aufkommender Bewölkung imb vereinzelten Gewitterstörungen geben. D « 11 er v o r a u S s a gc für Mittwoch: Meist heiteres, wärmeres und trockene« Wetter. Wi tter ung s a uss i chten für Donnerstag. Teils beiter, teils wolkig, weiterer Temperaturanstieg, vereinzelt Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 9. Juli: mittags 23,2 Grad Celsius, abends 19 Grad Celsius; am 10.3u(i: morgens 15,6 Grad Celsius. Maximum 26 Grad Celsius, Minimum 14,6 Grad Celsius. — Crdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 9. Juli: abends 24,4 Grad Celsir. . am 10. Iuli: morgens 193 ®rab Celsius — Niederschläge 3,2 Millimeter. — Sonnenscheindauer 12% Stunden. Hr.160 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, (0. Juli 1928 Oas Hausgehilfengesetz. Ver Heferenfenentourf jum Geseh über Oie Beschäftigung in Oer Hauswirtschaft. Von Seneralselretar Wilhelm Fecht, Berlin. 3n einem Teil bet Presse ist in der lehren Zeit teilweise mit unrichtigen Angaben der Entwurf eines Hausgehilfengesetzes oder genauer gesagt, erneä Gesetzes über die l'e* d>äfhgung in der Hauswirtschaft', besprochen worden. MN solches Gesetz ist seit längerer Zeit beabsichtig!. 3m Jahre 1918 srnd die sogenannten ®efmDe- orbnungen aufgeh oben worden. Unter chnen befand sich alS Kuriosum die Gesindeordnung für das Herzogtum Lauenburg aus bem Fahr 1732. Die "Reichsregierung bat dann Ende 1921 bem RetchSwirsichastsrat einen ®ntmnrfju- gehen lassen, dec auch dort beraten wurde. Ende 1922 ist dieser Entwurf mit wesentlichen Abänderungen versehen, bem «ei^at vorgelegt wor- den. Dann würbe eS zunächst stcll. "Hber Recchsarbeitsministerium hat in der Zwischenzeit trat)bem verschiedentlich mit Öen CBeteini- gungen der Hausfrauen wie denjenigen der Hausangestellten verhandelt. Die. Folge davon war. daß der Entwurf mehrmals abgeändert wurde Schließlich hat auf Grund dieser Der- Handlungen das Reichsarbeitsministerium einen rorfäufigen Re f e ren te n e n t w u r f ausarbei- ien lassen. Die Länder sollen den Entwurf durchberaten und erst dann wollte der Reichsarbeits- mmister eine endgültige Entscheidung treffen. Mit diesem Entwurf hat man sich jetzt in der Presse beschäftigt. Dabei find allerdings verschiedene Unrichtigkeiten mitgeteilt worden. 3n- 'oigedessen hat fich das Arbeitsministerium Im y>l>lirische Gesetze, die nur auf dem Wege des Kompromisses zustande kommen können, schwierig lind, so trifft das insbesondere für ein derartiges >.Meö zu. Die Eigenart der Haushaltsverhält- ruffc läßt schematische Regelungen gar nicht zu. Dazu kommt, baß diesmal ganz andere und viel weitere Kreise als gewöhnlich an sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Gesetzent- iDÜrfen interessiert sind. Je eher deshalb ein derartiges Gesetz schon im Vorstadium von der Qeffentlidjkit erörtert wird, desto leichter werden die Schwierigkeiten behoben werden können. Der Entwurf selbst ist verhältnismäßig kurz. Er enthält vier Abschnitte mit 24 Paragraphen, die die Beschäftigung der Hausgehilfen und Hausangestellten m der Hauswirtschaft regeln sollen. Interessant ist der neue De griff des sogenannten Haushaltleiters Haushalt- leitcr ist meistens die Frau, die einen Haushalt leitet, ober derjenige, der vom Arbeitgeber (also dem Hausherrn) besonders ermächtigt ist. Der neue Begriff beseitigt rechtliche Schwierigkeiten. Er ermächtigt die HauSfrau zur Selbstvertrelung. während vorher mancherlei Unzuträgllchkeiten in Erscheinung getreten sind. Der Entwurf regelt die Leistung der vereinbarten Arbeit, die Entrichtung des baren Entgelts, den Anspruch des Arbeitnehmers auf Hrl a ub. Dabei ist übrigens zu bemerken, daß die Hausgchilfen und Hausangestellten bei Annahme dieses Deetzes die erste Arbeitnehmevgruppe sein würden, für die ein Urlaub gesetzlich festgelegt wird. Urlaubsanspruch besteht nach einer neunmonat- l chen Beschäftigung bei demselben Arbeitgeber. Der Urlaub beträgt in den ersten beiden Jahren nach "Ablauf der Wartezeit von 9 Monaten mindestens eine Woche, in den folgenden Jahren mindestens zwei Wochen. Ferner regelt der Snt- imirf Arbei tsverhältnis und Krankheit. Dem Arbeitnehmer steht auch Anspruch auf Tagesentgelt bei der Krankheit nut dann zu. wenn das Arbeitsverhältnis bei Beginn der Krankheit einen Monat gewährt hat. Vierzehn Tage nach Beginn der Krankheit erlischt dieser Anspruch. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, auf das bare Entgelt Bezüge aus einer Kraulen- nb Unsallversichetung im Verhältnis der von -hm geleisteten Beitrags anteile anzurechnen. Leistet also der Arbeitgeber zur Krankenkasse nur Rosenzeit. Von Otto Sattler. Die Rosen blühten. Schwer und schwül hing der Dust über dem Abend, drang ins Blut und gab der Sehnsucht Flügel, daß das kleine Ding in der Brust töricht und verängstigt schlug Zwei Menschen waren im Park. ®an$ allein, obwohl eine Menge Menschen um sie war. Denn sie sahen nur sich. Alles andere war vergessen. wie man vergißt, wenn man jung ist und das Glück mit beiden Händen fassen möchte. Im gleichen Schritt der Fuß. im gleichen Takte der Schlag des Bluts. Vielleicht auch die gleiche «Sehnsucht. Rach irgend etwas. Was weiß man, wonach! Vielleicht nach der bunten Fülle des Lebens, vielleicht nach lieben Worten in verschwiegener Laube, vielleicht auch nach wilden, beraufdjenDcn Küssen. Zgrt wie Schmetterlingsflügel waren die Worte, das Fühlen verhüllend und doch, durch- sichttg wie Kristall. „Sprich!" raunte eine Stimme "Aber der junge Mann schwieg. Rein, er sprach von vielem, geistvoll, mit unruhig flackernder Stimme. Rur das eine Wort, worauf das Mädchen wartete, sprach er nicht. . „Er könnte scHveigen. Abec in die Anne nehmen sollte er mich!" dachte sie. „3d> wurde ihn küssen, wie ihn noch keine geküßt." "Da lachte sie. Rein, ihn Bat ja noch keine geküßt. Spott war es. als sie fagte: ..3cb mochte wisien. ob Sie tn Ihrem Leben eine Dummheit machen könnten." Der junge Wann sah sie fragend an. Ich glaube, nein Die Stunden der Pflicht erlauben es nicht, und um die andern wäre es schade." Der spöttische Zug um ihren Mund verschärfte sich. Wie ein Lauern war es: „3<ß hätte Lust, manchmal wenigstens, etwas ganz, ganz Dummes, Tolles, Uebermütiges zu machen." Sie forschte in fernen Zügen Dort zuckte es. ilnb die Worte kamen schwerfällig: „3ct> glaube nicht, baß Sie das glücklich machen würde." .Glücklich? Wissen Eie denn, wann Sie glücklich wären?" „3a.“ „Dars man bas erfahren?" das gesetzliche Drittel, so darf er nur in diesem Verhältnis Kassenabzüge vom baren Entgelt ab- ziehen. Die Kündigungsfrist beträgt für HauS- gehilfen nicht mehr als einen Monat und nicht weniger alS einen halben Monat. Mangels anderer Vereinbarungen kann vom 15. auf den Schluß eines Äalenbcrmonate gekündigt werden. Für Hausangestellte darf wie bisher die Kündigung nur mit sechs Wochen Frist zum Quartalsschluß ausgesprochen werden. Fristlose ArbeitS- beenbigung ist für beide Teile vorhanden, wenn ein triftiger Grund vorliegt. 3m Entwurf folgen dann htzgienifche und Arbeitszeitvorschriften. Anspruch auf einen einwandfreien Schlafraum, eigene» Bett, Waschgelegenheit und gesicherte Aufbewahrung der Sachen wird gefordert. Grundsätzlich ist eine neunstündige ununterbrochene R a ch t r u h e vorgesehen. Deren Beginn von vornherein fest stehen muß und die nur in besonderen Ausnahmefällen gekürzt werden darf. 3ebe nicht ganz geringfügige Kürzung ist in den nächsten Tagen durch verlängerte Rachtruhe oder sonstige Ruhezeit auszugleichen. Läßt die Art der übernommenen Obliegenheiten ferne ununterbrochene Rachtruhe zu, z.B. bei Krankenpflege, bann ist entsprechende Ruhezeit am Tage zu gewähren. Ferner sind entsprechende Ruhezeiten, insbesondere auch für Einnahme der Mahlzeiten zu gewähren. Freizeit ist mindestens für vier Stunden an einem Rachmittag in der Woche und an jedem zweiten Sonntag ab 3 ilßr nachmittags zu gewähren. Gesetzlich anerkannte Feiertage stehen den Sonntagen gleich. An Stelle zweier freier Rachmittage kann ein ganzer freier Tag vereinbart werden. Ganz oder teilweiser Ausfall der Freizeit ist nach Möglichkeit innerhalb der nächsten zwei Wochen auszugleichen. Sonntags darf nur eine Beschäftigung mit lausenden Arbeiten stattsinden. Lieber die dann folgenden Bestimmungen zur Durchführung der Schutzvorschriften und den Mutterschutz ist stellenweise Unrichtiges verbreitet worden. Das gilt insbesondere für die Durchführung des Wöchnerinnen- f ch u tz e s. Wir geben - um Klarheit zu schaffen, die Bestimmungen des Gesetzentwurfes eingehend wieder. Danach kann ein weiblicher Arbeitnehmer die aus dem Arbeitsvertrag obliegende Arbeitsleistung verweigern, wenn durch ärztliches Zeugnis die voraussichtliche Niederkunft in vier Wochen nachgewiesen wird. Weibliche Arbeitnehmer dürfen zwei Wochen nach ihrer Riederkunst nicht beschäftigt werden. Während weiterer vier Wochen sind sie berechttgt, besonders schwere körperliche Arbeit zu verweigern, während der gleichen 3eit können sie die gesamte Arbeitsleistung verweigern, wenn sie durch ärztliches Zeugnis nachweifen, daß sie wegen einer Krankheit, die die Folge ihrer Schwangerschaft oder Niederkunft ist. oder big dadurch wesentliche Verschlimmerung erfaßten hat, an der Arbeit verhindert sind. Der Arbeitgeber ist zur Gewährung des Entgelts für die Zmt, in der keine Arbeit geleistet wird, nur verpflichtet, soweit dies ausdrücklich vereinbart ist. Besteht das Arbeitsverhältnis länger als drei Monate, so bilden Schwangerschaft und Damit zusammenhängende Umstände fernen Grund zur fristlosen Kündigung. Kann dem Arbeitgeber wegen Der besonderen Eigenart des ArbritSver- hältnisses oder des Haushalts die Fortführung des Arbeitsverhältnisses bis zu Dem vereinbarten oder durch Kündigung herbeizuführenden Verlauf nicht zugemutet werden, so ist er berechttgt. das Arveitsrerhältttts zum Schluß eines Kalendermonats. spätestens am 15. D. M. zu k ü n - di gen. Dabei ist beachtlich, daß bisher vielfach die Schwangerschaft als Grund zur fristlosen Entlassung angefeßen wurde. Beim ersten Teil Der Bestimmungen muß man bedenken, daß unter im Haushalt beschäftigten Arbeitnehmern nicht nur Hausgehilfin verstanden wird, prakttsch wird für Den eigentlichen Haushalt nur Der 2. Teil Der soeben toieDer- gegebenen Bestimmungen in Frage kommen. Die Kritik, Die Darauf aufbaute. Daß es unmöglich fei. einer Hausgehilfin, wenn Das Arbeitsverhältnis länger als Drei "Monate besteht, im Fcllle Der Schwangerschaft zu kündigen, ist nach „Wenn ich in Öen Augen Der Frau, die ich liebe, lesen könnte. Daß ich ihr mehr bin als ein Kamerad." ..Der Frau, die Sie lieben..Langsam wiederholte das MÄ)chen die Worte, nachdenklich, jede Silbe abwägend. „Sie formen recht haben." ilnö mit einemmal war es ihr. als ob der Abend nicht mehr klänge, die Rosen nicht mehr Dufteten. Einer anderen Frau galt sein Fühlen. Darum seine beherrschten Worte, fein pedantisches Wägen und Wählen jedes Ausdrucks. Ilnö sie hatte geglaubt, seine Schüchternheit hindere ihn, das 'langersehnte Wort zu sprechen. Sie biß die Lippen zusammen, um der auf ft ei» genden Tränen Herr zu werden. Wie war das doch über sie gekommen? — Da war der Tag, als er seinen ersten Besuch machte. Emst, fast zu ernst für seine 3ahre, waren seine Worte. Konventionell, aber doch ander» als das seichte Geschwätz seiner Vorgänger, die gleich ihm als Architekten Angestellte ihres Vaters waren. Sie trafen sich da und dort, wie es der Zufall ergab, Und immer schwang in seinen Worten em Tou der aufhorchen ließ. Vor wenigen Tagen, als sie vom Tennis heimfuhren, hatte er ihr in kurzen Zügen von feiner freudlosen, nur an Entbehrungen reichen Jugend erzählt. Richt Mitgefühl heischend, auch nicht prah- lerisch, sondern ganz schlicht, wie man zu einem guten Äameraöen spricht, ilnö diese Kameradschaft hatte sie als Liebe genommen, beseligt hatte sie an diesem Abend vom Fenster ihres Mcchchenstübchens hinausgettäumt in die vom Mond beschienene Welt, ihm die ganze Liebe ihres erwachten Weibstums entgegengetragen. ,3ch möchte heim," sagte sie schroff. Prüfend sah er sie an. Eine große Frage stand in feinem Blick. Aber feine Lippen formten nur die Worte: ..Wie Sie befehlen." ..Wie Sie befehlen." Sie lachte auf in Hohn. 3ns Gesicht schlagen hätte sie ihm mögen für dieses Wort. «schweigend schritten sie heimwärts Das war vor 3ahren. ilnö mm standen sie einander wieder gegenüber. Der junge Mann von einst hatte sich in der Weltstadt als Architekt einen Hamen geschaffen. Das Mädchen war in Der Kleinstadt geblieben und hatte sich einem Dem Wortlaut des Gesetzes nicht berechttgt. Hätte Das Gesetz einen solchen Unfinn vorgesehen. Dann würde man allerdings mit Recht trittsiert haben. Berechttgter ist aber Die Kritik, Die sich gegen Öen Versuch wendet. Öen Haushalt bei der Durchsiihrung Der Schutzbesttmmungen zum Gewerbebetrieb zu machen. Rach Dem Wortlaut des Gesetzes soll Der Arbeitnehmer Öen Gewerbeaufsichtsbeamten veranlassen können, in der Zeit zwischen 9 Uhr vormittags und 6 ilßr nachmittags die Durchführung Der neuen gesetzlichen Bestimmungen im Haushalt zu prüfen. Hier kann sehr leicht Unfug angerichtet werden. Die Hausfrau wird deshalb gut tun, sich von vornherein energisch Dagegen zu wehren. Daß durch unbegründete Anlässe von Außenstehenden in ihren Haushalt eingegriffen werden kann. Es wäre natürlich bei einer ausgiebigen Erörterung über Die Einzelheiten des Gesetzes notwendig, auch an anderen Stellen Kritik au üben. Der Raum. Der hier zur Verfügung steht, reicht nicht dazu aus. Es kam auch in erster Linie Darauf an. Öen 3nhalt deS Referentenent- wursS richtig wiederzugeben. Dabei möchten wir betonen. Daß eS sich bei diesem Rcserentenent- wurs noch lange nicht um etwas Endgültiges ßanöelt; die Länder, das Arbeitsministerium. das Kabinett. Der Reichsrat müssen sich mit einem Referentenentwurf beschäftigen. ehe er als gesetzliche Vorlage etn- gcbracht wird "Man wird auch die 3ntereffen- organifationen der Haue! rauen und der Haus-' gcßiHinnen über Einzelheiten des Gesetzes noch hören müssen. Trotzdem hatte Die teilweise unrichtige Wiedergabe des Gesetzes das Gute, daß Die Oefsentlichkeit gezwungen wurde, sich eingehend jetzt schon mit dieser Materie ausein- anderzusetzen. Vordem großen„SängeMeg"imMelierpratn. Oie Organisation des 10. Deutschen Sängerbundesfestes — Wien eröffnet einen neuen Bahnhof für die Gänger. Don unserem nach Oesterreich entsandten Sonderberichterstatter Or. Georg GtreliSker. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Wien. 3uli 1928. Arn 19.3uli beginnt in Wien das 10. Deutsche Sängerbundesfest. an Dem mehr als 1 30000 deutsche «Sänger aus der ganzen Welt ten e-instimmige Billigung. aufzu heben, eine sehr rege Debatte hervor, an der sich der Vorsitzende Dr. Elaß, der Mitunterzeichner des Antrags A x t (Dolls- Am 19. Juli erfolgt die feierliche Heber« gäbe des DundeSbanners an die Fest- Hotels überfüllt. Schon heute wimmelt es in I eine f Aend e r ung öe 8 Reich «be sol ZMMTWM'Z SBäSB Spielfilmen bekannt, nur mehr von der Tradition, Dormstad m t dem Pertemal der Landes Die richtigen Wiener und die Weaner Gemüt- Mtnisterial iichkeit trifft man gerade in Grinzing nicht mehr vat Dr. vvn N nochmals das Wort e zu bereiten. Wer wirklich das weinsrohe Wiener wollen und namentlich die für ^'^.JAvgenen Völkchen und nicht bloß auf Wiener Stimmung finanzrelten Bindungen durch die Reichsbesvl eingestelltes, internationales Publikum kennen ler- n *%ie K jT>i|ir muh n>eiter hinaus in die Vororte I Schlußwort des 2. Vorsitzenden Koch Die ver wandern.' wo die Weinbauern tatsächlich noch sammsimg die nachfolgende Kundgebung an: ihren eigenen Wein „auSstecken" und ihn nicht | „Die im Hessischen Beamtenbund zusammen- in Hunderten von Fässern aus dem benachbarten geschlossene Beamtenschaft lehnt einmütig Ungarn heziehen. Dazu aber werden die Sanger das neue Desoldungsshstem ab. Sie wohl keine Zeit erübrigen, denn das musikalische wird im gegebenen Augenblick den offenen und offizielle Programm, das in einer großen Kampf gegen das System aufnehmen, Mit dem Anschlußkundgebung und in einem farbenprüch- Ziel, das Gruppensystem de« Besoldungsgesetzes tigen Festzug über die Ringstraße seinen Höhe- von 1920 wieder einzusühren Der 6 Bundestag punkt finden soll, weist eine geradezu beäng- des Hessischen Beamtenbundes stellt fessi daß. stigende Fülle auf wenn auch nicht alle Wünsche befriedigt worden So steht man denn in Erwartung des großen sind, der Landtag und die Regierung einige von Sängerkriege«, über den noch ausführlicher be- sozialem Geist getragene Verbesserungen richtet werden söll, und hofft, die gute, böse Fee, im hessischen Besoldungsgesetz gegenüber dem die seit Jahrhunderten in Oesterreich beheimatet Reichsbesoldungsoeseh. wie solche enthalten sind ist -werde den Veranstaltern, Leitern und Or- in den Artikeln 15, 32 (mit Ausnahme vielleicht ga'nisatoren des Festes im letzten Augenblick von 2l^ah 1 Satz 2), 40^ 41, vorgenommen keine.Ungelegenheiten bereiten. Diese gute, böse haben. Gr spricht aber dabei die bestimmte Gr- Fee. äußerlich höchst reizvoll anzusehen. trägt Wartung aus, daß nicht auf dem Wege über bei» Ramen „Schlamperei" und jenes süße, gol- engherzige Ausfuhrungsvorschrtften und bureau- dene Herz in der Brust, das nun einmal da« kratlsche Auslegungskünste diese Verbessmingen Wiener« ist ... wieder llt*rW gem->cht w°rdm^Xe hesi Ich- 1 Besoldungsordnung hat der hessischen Beamtenschaft große Enttäuschung gebracht. Enttäuscht sind nicht nur ganze Deamtengruppen über eine schlechtere Einstufung gegenüber gleichartigen Gruvpon von Reichsbeamten, enttäuscht haben auch die -um Teil ungünstigeren Hebet- leitungsbestimmungen und geringeren Gehaltssätze, fütoie endlich die Tatsache der Verlängerung der Aufrückungszei ten bei ei weinen Be- oldungsgruppen. Der Bundestag legt gegen । diese Benachteiligung der hessischen Beamten- Abgeordneten schärfste Verwahrung ein. Er gibt । & “ ** ich der bestimmten Erwartung hin, daß durch den Stellenplan und durch wohlwollende Auslegung von gesetzlichen Bestimmungen jetzt schon energisch versucht wird, die bestehenden Härten zu beseitigen. 'Der Bundestag fordert, daß die Zusage der Regierungsparteien bei bet Verabschiedung des Besoldungsgesetzes, „die in diesem Gesetz - 1 tatsächlich vorhandenen Unebenheiten und Härten könne. Wenn sich auch alle bei der Gründung hirrch eine Rovelle zu beseitigen", alsbald ver- aesetzten Ziele noch nicht hätten verwirklichen wirtsicht wird." lassen so stehe doch der Hessische Beamtenbund ^ie nächstjährige Tagung findet wieder in als^ kraftvolle Orgam ation da der« ;Führer Quflen6e7tm fta4t Der erste Vorsitzende, Dr. weiter mit aller Kraft in ^"Eeipolitisch neu ergriff hierauf das Wort zu einem groß- amte^rschaft heraus, für deren Verwirklichung sich die deutsche Dearnteirschaft energisch einsetzen müsse. Ramentlich die Arbeiten zum neuen Reichsbeamtengesetz, der ReichSdienststrasordnung teefftfrben (*5£htoffermeifler und des BeamtenvertretungSgesehe« verdienten ocr vesslslyen . die größte Aufmerksamkeit. WER. Mainz. 9. Juli. Die hessischen R-inistetialral Dr. von E y f s überbrachte die S ch l 0 s s e r m e i st e r vetfammelten sich am Grüße und Wünsche der hessischen Regierung und Samstag und Sonntag in Mainz zu ihrem Minister. Wenn bei der hessischen Besoldung«- 1 0. Derbaudstag. Im Rahmen der geschäft- neureaelung nicht alle Hoffnungen erfüllt wer- lichen Verhandlungen hielt bet Syndikus der den konnten, so werde es hoffentlich gelingen. I Handwerkskammernebenstelle Darmstadt Koll- bei dem kommenden Stellenplan die sich heraus- bach einen Vortrag über die zur Zeit geltenden stellenden Härten bei der Durchführung der Be- arbeitörechtlichen Bestimmungen bezüglich be« Qlr- soldungSordnung zu mildern. beitSzeitnotgesetzes. wobei er zu bet Schluß- Der Vorsitzende, Dr. Elaß, dankte für die folgerung kam, daß das Handwerk auf diesem Wünsche der Regierung, stellte aber unter dem Gebiet möglichst große Freiheit brauche. Die Bsisall der Versammlung fest, daß die hessische Frage einer Zusammenlegung der hessischen Vet- 'Beamtenschaft eine etwas bessere Beachtung durch bände kam erneut zur Erörterung Es ergab sich die Minister persönlich erhofft batte. dabei eine grundsätzliche Ablehnung Landtagspräsident Delp richtete im Ramen der Zusammenlegung mit den hessen- ber sozialdemokratischen Partei, des Zentrums, nassauischen Verband. Die Frage soll auf dem her Demokratischen Partei, bet Deutschen Volks- in Hannover stattfindenden Reichsvetbandstag Partei und bet Volks recht Partei herzliche Worte endgiiliig geklärt werden. Schließlich wurde bet doS DankeS für die Sinladuno zur Tagung an Vorstand beauftragt, an das gesamte hessische die Versammlung. Der hessische Landtag werde I Handwerk und Gewerbe sine Resolution zu richten soweit al« möglich den Wünschen und Fordcrun- I deS Inhalts, bei den zuständigen Behörden bargen der Beamten wohlwollende Berücksichtigung I auf hinzuwirken, daß Verordnungen die die angedeihen lassen. Sehr oft seien aber die Vet- ---- “ hältnisfe stärker, als daS soziale Defübl der einzelnen Abgeordneten bei fast allen Parteien. Für die kommenden wichtigen Arbeiten des Land- Oberheffen. Bezir-feiffiegeffest und Fahnenweihe in Lang-Göns. (.) LanggönS. 8. Juli. Bei schönstem Wetter feierte unser Kriegerverein am hevktgen Tage da« Fest bet Fahnenweihe, verbunden mit dem Bezirksfeft Butzbach- Bad-Rauheim der „Hassia." Singeleitet wurde die Feiet am Samstagabend an dem Denkmal für die Gefallenen. Die Musikkapelle spielte da« Lied »Ich hakt' einen Kameraden", und nach einem Ehor des Gesangverein« ^Germania" ergriff der Orte- geistliche. Pfarrer Wahl, das Wort zu einer kurzen Anfprache. Anschließend an ein Gedicht von Walter Fle- sotderte er da« Gelöbni«. mit all unseren Kräften für das deutsche Volk und da« Vaterland zu wirken und über den Parteihader hinüber sich die Hand zu reichen als Brmder zu Bruder. Rach einem Gedicht- vvrtrag von Schneidermeister Volz legte Vorsteher Flach, der Vorsitzende be« Verein«, einen Kranz an unserem schönen Ehren-Denkmal. auf dem die Ramen der 59 Gefallenen efrigcmeifoeft sind, nieder. Unter den Klängen de« Siebe«: „Morgenrot. Morgenrot" zogen die Vereine mit gesenkten Fahnen an dem Denkmal vorüber. Ls folgte bann ein Kommers in der Turnhalle. Arffprachen wurden gehalten von Vorsteher Flach, Direktor Stumpf, Butzbach und Med.- Rat Dr. Vogt, Butzbach, bet zu gleicher Zeit sech« kerdiente Veteranen besonder« ehrte. Der 2lbend wurde noch durch die Mitwirkung der Gesangvereine „Frohsinn" und „Germania" mit trefflichen Liebervorträgen und durch die ausgezeichneten Darbietungen der Kapelle ehern. Militärmusiker unter Leitung des Kapellmeisters W. Müller bereichert. Der erste Vorsitzende de« Gesangvereins „Germania", Wilhelm Dern, überreichte dem Kriegerverein mit einer Ansprache einen Fahnennagel. Eine besonders schöne Rote gab der Turnverein der Veranstaltung durch die in musterhafter Weise vorgeführten Freiübungen be« Kölner Turnfeste«. Sämtliche Darbietungen fanden den wohlverdienten reichen Beifall der Besucher. Am heutigen Tage bewegte sich ein sehr großer Festzug unter Beteiligung zah'reicher auswärtiger Vereine durch da« reich geschmückte Dorf. Voran fuhren mit Blumen gezierte Automobile des hresigen Motorklubs, in denen die alten Veteranen Platz genommen hatten. Besondere Aufmerksamkeit verdienten die Reiter in verschiedenen Uniformen der Vergangenheit, darunter auch eine Abteilung ehemaliger Leib- dragoner (Gießen), Kürassiere, Husaren, Ulanen, alle Waffengattungen glänzten in der Sonne, auch eine „Kanone" mit voller Besatzung fehlte nicht. Da mag manchem alten Krieger das Herz geklopft haben, als er diese nun Oer Vergangenheit angehörenden Uniformen aufteuchlen sah. Bewunderung erregten auch die Gruppen des Radfahrervereins und besonders der Festwagen be« Gesangvereins „Germania". Rach Aufstelluim der Vereine auf dem Fest- platz hielt Vorsteher Flach die Begrüßungsansprache. Sie endete mit einem Hoch auf unser Hessenlanb. DaS Deutschlandlied folgte. Dann ergriff al« Vertreter de« Bezirks Med.-Rat Dr. Vogt daS Wort. Der alte, achtzigjährige, Herr sprach mit Begeisterung von der echten Kamercchschast. wie wir diese Kameradschaft über die Parteien stellen nrüßten. Kameradschaft unter uns, Liebe zum Vaterland und Opfersrnn. ®r erwähnte auch, daß der Bezirk „Hassia" im letzten Jahre 20 000 Mk. an bedürftige Kameraden und ihre Angehörigen als Unterstützungen geben konnte. Dein Hoch galt unfetm Reichspräsidenten. Gemeinsam sang die Festversamm'' lung das Lied „O Deutschland hoch in Ehren". Rach Vorträgen der Gesangvereiire trug Fvl. Anna Höfer ein Weihegedicht auf die neue Fahne vor und übergab diese dem Verein. 50 Jahre hat die alte Fahne gedient, nun entfaltete sich im hellen Sonnenschein das neue Banner des Kriegervereins. Auf der einen Seite ist das hessische Wappen, umrahmt von einem Cichenkranz, darunter steht: Kriegerverein Langgöns 1928. Die Rückseite zeigt ein Mkd der Germania mit der Widmung: Von den Frauen und Jungfrauen. Vorsteher Flach übernahm die neue Fahne mit herzlichem Dank an die ©tifterinnen und überreichte sie dem Fahnenträger mit der Aufforderung, sie stets in Ehren zu halten und bei Leid und Freud dem Verein voränzutragen. Med.-Rat Dr. Vogt tonnte noch einem Kameraden (Dender, Dorfgill) für seine 50 jährige Tätigkeit im Verein daS Ghrenkrcuz verleihen. Dabei erwähnte er. daß er diese 2lus- zeichnung noch einem Kameraden zugedacht hätte, derselbe sei aber in der letzten Rächt gestorben. (Kam. Gorr, Dorfgill.) Gr gedachte weiter der Toten. Die Anwesenden sangen ihnen zu Ehren baß ßieb vom guten Kameraden. Rach den Ansprachen setzte das eigentliche Volksfest ein. Gin Reigen des Radfahrvereins und andere Darbiettrngen fesselten Gäste und Einheimische bis spät in die Rächt hinein. UeberaH sah man, wie sich Bekannte begrüßten imb wie alte Erinnerungen aufgesrischt wurden Der Montag ist dann mehr ein Langgönser Fest, mit dem zu gleicher 3dt die Kirmes verbunden wird. Der Festzug wird noch einmal daS Dors durchziehen. B. Kreiöfeuerwehrsest in Heuchelheim. —.— Heuchelheim. 8. Juli. Mit dem diesjährigen KreiSseuerwehrtag verband unsere Freiwillige Feuerwehr ihr goldenes Jubels« st und ihre Danner- Weihe. Desucher auS der gesamten Umgegend erschienen in unterem gastsreundlichen Dvrse. Fahnen und Wimpel, Tannengrün und Dirlanden- schnuck prangten an säst allen Häusern. Ehrenpforten entboten die ersten Willkommgrüße. Aus dem Festplatz herrschte ein dichte« Menschen- getooge. obwohl 4000 Sitzplätze vorhanden waren. Das Fest, dessen Ausmachung der testgebenden Wehr alle Ehre machte, begann am Samstagabend mit einer Vorfeier in der großen Festhalle Der 1. Kommandant. Philipp Daniel Gorr. hiell die Degrüßungsanfprache und wies auf da« Dand der Eintracht hin. das die Wehr 50 Jahre zusammen gehalten habe Die Ehrung der Gründer erfolgte in einer herzlichen Ansprache durch den 2. Kommandanten. Heinrich Schmidt V. Er überreichte den noch altwen Gründern Philipp Germer III., Jakov Ä teilt ng VI. und Wilhelm Ruppert Ehreii- urkunden und übergab dem jetzt 25 Jahre die Wehr führenden 1. Kommandanten Gorr ein 66 reit bei I. Dann ergriff Bürgermeister Ä teilt ng bas Work: er überbrachte bet Wehr bte Glückwünsche der Gemeinde und übergab den drei Gründern und dem 1. Kommandanten O einen silbernen Decher ate Geschenk der Gemeinoe. Hier seien auch die Ramen von vier Gründern erwähnt, die noch inaktive Mitglieder der Wehr sind: Joh. Phil. Kröck, Joh. Kehr. Phil. Reuschling und Gg. Volk mann II. Der Der tretet der Gailschcn Feuerwehr Gießen übergab einen Shrenschild. Die Gesangvereine Teutonia. Germania. Liederlranz und der Atbeiter- Gela na verein trugen Chöre vor. Turnet turnten am Darren. Turnerinnen boten ein wnnder- chöne« Keulenschwingen, und Radler brachlen Schul- und Kunftreigen zur Vorführung. Allein allem: der FestkommerS lieft nicht« zu wünschen übrig. Der KreiSfeuerwehrtaa begann Sonntagvormittag in der Turnhalle de« Turnverein- unter Leitung des 1. Vorsitzenden Fritz Wenzel- Gießen. Er begrüßte besonder« den Regierung«. rat Dr. (Braun und di« (Bürgermeister Ärei- ling - Heuc^lheim, Schmidt- Lollar und Schäfer - Watzenborn-Steinberg: entschuldigt waren Provinzialvorsitzender Drau-L-ach- Gießen und Krei-feuerwehrinspektor Dickorc- Gießen. Der Vorsitzende stellte fest, daß 16 Wehren mit 30 Abgeordneten angetreten waren, und prach die Hoffnung au«, datz bald in den noch ausstehenden Gemeinden weitere Freiwillige Wehren entstehen möchten, wie dies 1927 in Watzenborn-Steinberg und kürzlich wieder in Daubringen geschehen sei. Rcgierungßrat Dr. (Braun wies darauf hin. daß die (Behörde den Wehren um ihres edlen Strebens teilten alles Wohlwollen entgegenbringe und überbrachte der Ortswehr zu i^*cm Jubiläum herzliche Glück- wünlchc der (Behörde. Vürgermeister Kreiling dankte für die Wahl seiner Gemeinde als Tagungsort und wünschte den Verhandlungen besten Verlauf. Rach dem Jahresbericht zählt der Kreisverband 1759 Mitglieder, gegen 1639 im Vorjahre. Der Vorsitzende berichtete über den Provinzialfeuerwehrtag in Alsfeld, bei dem der Kreis Gießen gut verttetcn war. Für den Pro- vinzialfeuerteehrtag 19 31 habe sich Lang-Gön« gemeldet, die dortige Wehr wolle gleichzeitig ihr 50jähriges Destehen feiern. Zu Rechnungsprüfern tourbeit toiedergewählt: Matheis und Münch- Gießen, sowie Schmidt- Lang-Göns. Vürgermeister Schäfer oerichtete über die Schwierigkeiten bei Gründung der Wehr in Watzenborn-Steinberg und bedauerte, daß die Drandversicherungskammer bei Einkleidung und Gerätebeschaffung die Verhandlungen dauernd verschleppt habe. Der Vorsitzende teilte mit. wie z. D. in Holzheim die Gründung einet Freiwilligen Feuerwehr unterdrückt worden sei. obwohl sich 42 Leute gemeldet hatten. Zur Auszeichnung für 15jährige Mitgliedschaft ntel- oeten die Wehren Großen-Linden 4. Lollar 7, Lang-Göns 1.^Hungen 2. Freiwillige Dailsche 3. Grünberg 6 Wehrmänner. Hierauf schloß der 1. Vorsitzende den Kreisfeuerwehrtag. Die Teilnehmer begaben sich bann zur Jeuer- wehrübung der hiesigen Wehr, die unter Leitung der Kommandanten Dorr und Schmidt vorgefühtt wurde und au« Jußübung. Geräteeverzieren und Vrandangriff bestand. D:e Herren vom Kveisverband sprachen sich über die wohlgelungene Leistung anerkennend aus. Rachmittags bewegte sieb ein stattlicher Fe st - zug durch die Straßen de« Dorfe« nach dem schön gelegenen Festplatz. In dem Festzug waren u. a. mehrere prächtige Festteagen; so stellte z. D. der Turnverein den Wagen mit Turnvater Jahn, die Feuerwehr brachte «ine Feuerwehrspritze mit (Bedienung in der alten Ausrüstung vor 100 Jahren. Ferner hatten Wagen gestellt: der Kegelklub „Gut Holz", der Ort«- gewerbevetein und der Obst- und Gartenbauverein. Auch die Gruppe de« Radfahrerverein« mit dem Schwan gefiel außerordentlich. Auf dem Festplatz begrüßte Kommandant Gorr de Gäste. (Bürgermeister Kreiling hielt dic Festrede. Die Enchüllung des neuen (Betetn«- banner« erfolgte durch Fräulein Johanna Schmidt, die zugleich der Feuerwehr ein Festgedicht widmete. Der 1. Kommandant Gorr übernahm mit herzlichen Danke-Worten da« prächtige Danner und überreichte e« dem Fahnenträger. der ein Treugelöbni« ablegte. Im Auftrage der Festdamen übergab Frl. Anna Hofmann dem Jubelverein eine hübsche Fahnen- schleife. Die Herren Riebel von der Freiwilligen Feuerwehr Gießen, S ch a f e r - Lana-Göns und Findt-Äch widmeten Fahnennägel. An- schließend trugen die Gesangvereine Teutonia. Germania, Liederkranz und der Arbeiter-Gesangverein einen Massenchor vor. der reichen (Beifall erntete. Danach cnttrridelte sich auf dem geräumigen 'Festplatz bei herrlichem Wetter ein lebhafter Festtrub^l. Heit- und Iahrturnier und prämienmarff in Alsfeld. Von herrlichem Eommerwetter begünstigt. Mnö dies« Veranstaltung am Sonntag imb Montag statt. En gewaltiger Menschcnstrvm bewegte sich nach der Stabt Alsfelb. insbelonbere am Eigentlichen Prämienmartt. am Rlontag. Der AI«- selber Prümtenmark>t erstreckte sich in blesem Jahre zum ersten Male auf zwc: Tage, und zwar fand die seither unmittelbar an den Markt sich anschließende reitetspvttliche Der- anstaltung bereit« am Sonntag, und der Pra- mvenmartt am Montag statt. Veranlaffung hierzu bot die wiederholt gemachte Erfahrung, baß das vorgesehene Programm infolge bet ständig zunehmenden Entwicklung nicht gut mehr an einem Tage abgewickelt werben konnte. D e Zwei- lei Irmg gab nunmehr Gelegenheit, dem Ausbau jeden Teils dec beiden (BetanftaHungen erhöhte Sorgfalt zuzuwenben. was allerseits anerkannt wurde. Dir reiiersporttichc Beranflaltang, bic biesmal noch eine stärkere (Beteiligung auf- tole« als in dem vergangenen Jahre — e« lagen 59 Meldungen vor — begannen am oamßtaa- nachmittag mit einem ®clän beritt von übet 4 Kilometer mil natürlichen Hinberni/fen im Ge- [önbe. der sich sehr interessant gestaltete und recht hohe Anforder»ingeii an Reiter und Pferd stellte Die re iters Porti ich« Veranstaltung teilungen mit einem Wanderpreis der Stadt Alsfeld und Ehrendiplom. Den Wanderpreis der Stadt Alsfeld erhielt die Reiterabteilung Düßfelb. Alsdann folgten die Galopp- und Xnabrennen K« M 9 J •eit1 «jcherhe txtkt' .in yro nut aff starke ftert w w Sy&t bet> osel San Mc sand der ? lichu nach bdwf schätz' den 8 W W Äulti lüft mar Preis bttoali 7i«r famter Ise- s •M & Pr< iW tm einem 5 Mi (Bür mtr nun Änsprach fdb für aftührtc Prämien liMtz. Ä als M (Blaffte brr 6a Mtanfr streife brr Ä Ackeni Oberö: 35 21. Ätofbiy 35 21J a. S Detter kxrS^ bttfl ti Srssch öichae € Avrsiheii tetbanb te.nrS« neuen toutbti schichw bet bä schütze, tourben .tuflefkr in bem Schaum verein n verein f verein ® verein S Wit-: w.n e V*. 9. 10. tr‘ a Mn LL°chtf 'Edi sS S ««h K'edjg, 35 A. ' {Men- mit, Osdorf. ZA. D Mit , «fl iur un der f 'Sti Sr QoOtottte. Mr ben n^i<6img8t>unft für Vas VuMtfum bildeten. für welche 27 Meldungen »erlogen. De kennen wickelten sich in flotter Hr»la< cchne Unfälle ab. GllSdann folgte die 'Irrtcrprüfung der Klass« A, offen für Mitglieder ländlicher Reltervererne. in zwei Abteilungen, für Anfänger und für Vorgeschrittene. Sehr tnterdfant gestalteten sich das Jagdspringen u: > E>5nvpen^pringen mit Heberw.nbunfl von , und Landwirt Heinrich Raab- -Äksfeld Der Prämicnmarff fand am Montag auf dem städtischen Platz vor der Festhalle statt. Schon von früh an bewegte sich ununterbrochen cm gewaltiger Menschen ström nach der Stadt Alsfeld. Die 3a&I der Markt- befucher wird auf 7000 bi» 8000 Personen ge- schztzt Die Preisrichter begannen ihre Arbeit in den einzelnen Prämiierungskvmmissionen von 8 Uhr morgens ab. S» waren insgesamt 149 Pferde. 212 Linder. 67 Dullen, davon 55 &ur Auktimi. 140 Ziegen und 27 Schose ausgetrieben. Auf den gleichzeitig stattfindenden Schweinern a r k t waren 556 Ferkel aufgetrieben. Die Preisrichter batten eine erhebliche Arbeit zu bewältigen. Lach Vorführung der prämiierten Tiere. wobei der Vorsitzende deS Landwirtschasts- kammernusschusses für die Provinz Oberhessen. Oekonomierat Breidenbach lDorheirnl. eine .Insprache hielt, sand eine Dullen auktivn ix» Lmrdwirtschastskarnmerausschusses für Ober- hetzen statt, für welche 55 Xierc zum Verkauf ftanden. Für besonders gute Tiere wurden stattliche Preise erzielt. Hachmlttag» t>c rein taten sich die von der Stadt AlSseld geladenen Gäste zu einem Festefsen im „Hotel Deutsches Haus", wobei Bürgermeister Dr. D ö l s i n g die Teilnehmer namens der Stadt begrüßte. 3n weiteren Ansprachen kam der Dank an die Stadt AlSseld für die mustergültig geleitete und durch- gefübric Marktveranstaltung zum Ausdruck. An Prämien kamen insgesamt 4500 Mk. zur Verteilung. Abeirds sand in der städtischen Festhalle als Abschluß des in allen Teilen wohlgelungenen Marktes Konzert mit Tanz statt. Aach Ansicht der Sachverständigen hat die diesjährige Markt- ixranftafhing bewiesen, dast die Viehzucht im Kreise Alsfeld nahezu wieder auf der Höhe der Vorkriegszeit steht. Landkreis Gießen. a. Groß« n-Gi n den. S. Juli. Dom besten Metier bcgiinftigt. hielt am gestrigen Sonntag der Scbühenbund Lahn-Dill-Hüttenberg in unserer Stadt sein diesjähriges Bundesschiehen ab. Der festgebende Verein, der hiesige Schuhenverein, mit seinem rührigen ersten Vorsitzenden. Schuhmachermeister Wilh. Stoll, verband mit dem Bundesschiehen aus Anlaß seine- 20jährigen Bestehens dieWeiheseines neuen Banner«. Schon am Sonntagmorgen wurde mit dem Schiehen begonnen. Am Bundes- schießen beteiligten sich zehn Dun de »vereine. (Zeder davon durfte mit je fünf seiner besten Schützen teilnehmen. (Zedern der fünf Schützen wurden - drei Schuh auf die Zwölfer-Ringscheibe zugestanden. Die Preisverteilung, die am 2ll>end in dem Saale der Gastwirtschaft von Philipp Schaum vorgenommen wurde, hatte folgende» Ergebnis- 1. Preis mit 138 Ringen: oiniben- verein von Oberbiel. 2. mit 133 R. Schühen- verein Klein-Linden. 3. mit 129 R. Schützenverein Drohen-Linden. 4. mit 124 R. Schützsn- verein .Krofdorf, 5. mit 114 R. Schütze.werein Metziar-Aiedevgirmes. 6. mit 113 R. Schützen- vevein Steindori. 7. mit 112 R. Schützenvcrein BiSkirchen. 8. mit 108 R. Schühcnderein Dill- heim. 9. mit 107 R. Schützenverein Hochelheim. 10. mit 97 R. Schsihenvorein Löhrrberg. Bei dem Ginzelpreisschieften. an dem sich alle Schützen beteiligen Durften, wurden jedem Schutzen drei Schuß auf die Zwolfer-Ringscheibe genfährt. Die Gogebnitz« waren sehr gut. wie itachstehende Aufstell onq Beweist: 1. Preis mit 36 Ringen: Biriensdock-Hochelheim. 2. mit 35 R. Hummrich- OberbicL 3. mit 35 R. Lenhard-Lvbnberg, 4. mit 35 R. Stein-Klein-Linden. 5. mit 35 R. Fries- Krofdorf 6 mit 35 R. Tröller-Biskirchen, 7. mit 35 R. Pirr-Drohen-Linden. 8. mit 35 R. Köhler- Hochelheim, 9. mit 35 R. Wilh. Schättler-Großen- Linden, 10. mit 35 R. Söhnchen-Steindors. 11. mit 35 R. Kühn-Steindorf. 12. mit 34 R. Magnus- Gvohen-Gindsn. 13. mit 34 R. Schäfer-DiIcheim. 15. mit 34 R. Mohr-Klein-Linden. 16. mit 34 R Heiland-Steindors. 17. mit 34 R. W. Möller- Krofdorf. 18. mit 34 R. A. Pfeiffer-Klein-Linden. 19. mit 34 R. Hrch. Hummrich 11.-Oberbiel. 20. mit 33 R. D). Schmidt-Niedergirmes. 21. mit 33 R. Weber-Hochelheim. 22. mit 33 R. W. Wagner- Kvofdors. 23. mit 33 R A Deibel-Klein-Linden. 24. gilt 33 R. Dermer-Aiedergirmes. Außerdem wurden noch an neun weitere Schützen Trostpreise verabreicht. ri. Nieder«Bes singen, 9. Juli. Lin Festtag für unsere Gemeinde, besonders für die Jugend, war der gestrige Sonntag, an dem die unter der Leitung der Frau Prinzeß Ludwig zu Solms« Hohensolms Lich bestehende Mädchenoereinj. g u n g ihre W i m p e l w e i h e hielt, zu der sich auch Mitglieder der Mädchenvereinigungen Hungen und Lich als Gäste eingefunden hatten. In feierlichem Zuge, geleitet von dem Geistlichem und der Wimpelträgerin, der zwei Schulmädchen zur Seile gingen, die blumengeschmückte Kerzenkränze trugen, begaben sich die Mädchenvereinigungen zur Kirche: dorr nahm der Ortsgeistliche, Stistspfarrer Lic. Schorlemmer von Lich nach der Liturgie am Altar die Weihe des Wimpels vor und hielt eine Festpredigt übe» das Wort: „Der Herr ist mein Panier." Zugleich wurde im Festgottesdienst eine neue prächtige Altarbibel mit Silberschnitt ein« geweiht, die unser Landsmann Heinrich Burk in Stockton in Nordamerika, dem wir auch den neuen roten Altarschmuck verdanken, zum Anden- ken an seine Eltern, die Eheleute Gotthard und Elisabetha Burk, gestiftet hat. Am Nachmittag sand i", dem Wäldchen bei Hofgut Mühlsachsen ein fröhliches Jungmädchenfest unter Beteiligung der ganzen Gemeinde statt. Gegen Abend begab Buntes Ällettei. Vas Adreßbuch des alten Pompeji. ?-.e Ausgrabungen von Pompeji erregen des- jalb so großes Interesse, weil sie uns oas all» .ägiiche Lebei r:;2) Treiben in einer Stadt de» AlterluurS lebendiger und anschauliche» vor Augen führen, als es durch irgend eine andere Quell« möglich ist Eine eingehende Beschäftigung mit den sich stets vermehrenden Funden dieser uncr- schöpslichen Schatzkammer ant ker Kultur bringt immer mehr Einzelheiten an» Licht, die über aanx persönliche Schicksale und Vorgänge Ausschluß gewähren Der gegenwärtige Inspektor der Ruinen und Ausgrabungen von Pompeji. Prof. Mattcodclla Sorte, der an der Grabungsstätte lebt und sein ganzes Leben der Wiederherstellung Pompejis gewidmet hat. ift in seinen Studien sogar so wett vorgedrungen. daß es ihm gelungen ist. eine 21 r t Adreßbuch der Bewohner der alten Stadt auszustellen. Mit Hilfe der Mauertnschristen und besonder» der Wahlausrufe, die sich so zahlreich an den Wänden der wiedererstandenen Häuser finden, hat er 500 Bewohner Pompeji» identifiziert und ihre Wohnungen sestgcstellt. Dadurch ist e» ihm möglich geworden. ganze Liften von Straßen und der bovin wohnenden Menschen zu erhalten. Gr hat die Stadt in eine ganze Reihe von 2lbschntttcn ein» geteilt, die er unter diesem Gesichtspunkt durchforscht, und gerade jetzt hat er. wie er einem Berichterstatter mitteilt«, den dreizehnten Teil diese» pompejanischen Adreßbuches vollendet. AuS den Angaben geht hervor, daß eine große Anzahl von Häusern noch nicht ausgegraben ist, und wir dürfen noch viele überraschende Ausschlüsse au» den weiteren Grabungen ertoarten. Die Funde, die immer wieder an» Licht treten, bringen auch immer wieder neue Erkenntnisse, die von Pros, della Gorte von Zeit zu Zeit ver- össentlicht werben. Die neuen Grabungen werben nicht mehr in ber Weise vorgenommen, baß man senkrechte Schächte in ble Erbe legt, sondern die Asche und Lavaschichten werben in horizontalen Lagen entfernt, woburch bie Gefahr verringert wirb, bei ben Grabungen irgendwelche Funde zu beschädigen. Man beabsichtigt allerdings, wenn diese wagercchte Freilegung noch weiter fortgeschritten ist, auch weiter in die Liese zu gehen, um nach Spuren des Ursprungs von Pompeji zu suchen. Die Grünbungsgeschichte ber Stabt ist ja noch ganz in Dunkel gehüllt, ebenso wie bie oSkische Sprache, die von den ursprünglichen Bewohnern gesprochen wurde. Unter ben neuesten Entdeckungen bes Gelehrten besinbct sich bie Feststellung eines „Psadsinber- bunbe»“ ber jungen Pompejaner, bie einen ober mehrere große Säle besaßen, in benen sie sich versammelten unb alle möglichen sportlichen und kriegerischen Hebungen aus führten. Sie kämpften mit stumpfen Waffen, um sich für ben Kriegsdienst vorzubereiten. Diese antiken „Psabfinber" beteiligten sich auch am politischen Geben, veranstalteten öffentliche Vorführungen, fpielten sorgfältig einftubierie Ballspiele, bei benen sie mit Mannschaften aus anderen Städten in Wettbewerb traten. Die Pompejaner waren politisch außerordentlich interessiert unb beteiligten sich besonberS lebhaft an ben stäbtischen Wahlen, wie gerabe toieber bie Mauern ber kürzlich ausgegrabenen Häuser zeigen. Sie finb mit politischen GInfünbiqungen unb Wahlaufrusen bebeckt, aus benen sich viele amüsante Ginzclhetten ergeben. An ben Wänben einer Dar, in der ein bronzenes Mischgesäß gefunben wurde, hatten drei MLdcben, wahrscheinlich die Bardamen, eine Asiatin, eine Griechin unb eine (Jübin, Gob- reben auf ihren Gieblingslanbibaten n lebet» geschrieben. Der Kanbibat scheint von biefer Hulbigung ber Darbamen nicht gerabe entzückt gewesen zu fein, beim sie ist teilweise ausgelöscht, aber bie Hamen ber MLbchen, Zmyrina, Aegle unb Maria, haben bie Jahrhunderte überdauert. Eine andere Empfehlung eine- Wahllanbidaten stammt von einer Gruppe von Bürgern, bie sich Parisiani nannten, wegen ihrer Verehrung eines berühmten Schauspielers namens Paris, ber wohl ber Valentins ber Zeit Domitians war. Sn bem Schlafzimmer eine- Kanbibaten namens Trcbius Valens hat eine ungenannte Dame an bie Mauer geschrieben. „Wollte Golt, baß ich hier bie Herrin würbe, mein ValenS I" Eine andere Inschrift, bie Gladiatorenkämpse in ber nah« gelegenen Stabt Puteoli antünbtgt, lautet: „49 Paare von Gladiatoren des Direktors Eapinius werben auf Kosten ber kaiserlichen Familie an den folgenben Tagen kümpsen. Das Amphitheater wirb burch ein Zeltbach geschützt sein. Gin Fresko enthüllt Einzelheiten über einen Kamps zwischen einem gewissen Spartakus und einem andern Gladiator Della Corte glaubt bestimmt, baß vieler Spartakus bet berühmte Führer bes Sllavenaufstandes war. über bellen Tätigkeit als Gladiator wir hier die erste authentische Mitteilung erhallen. Viel« Hunderte Mauerinschriften bezeichnen die Stände der 6t raikn bändlet unb die Hamen Nr em« freiren Plätze Sine Inschrift, di« im Hinblick auf bä» Schicksal ber Stadl prophetisch wirkt, verkündet ihr em Schicksal in ber Art von Sodom und Gomorra 2Lucb an poetischen Auf zeichn un- ficn an ben Blauem fehlt «s nicht: so hübet ich eine Inschrlst, die wohl Hvrazverfe ungenau wiebergibt und also lautet: ..Richls kann für immer bauern. Wenn bie Sonne geschienen hat. so gebt he im Ozean unter; ber Bconb. wenn er leine Fülle erreicht hat. nimmt ob. Sehr oft schwindet her spröde Hochmut einer Frau." Lin interessant Ls Instrument, dos von Pros, della (Sorte rekonstruiert worden tst, Ist ein Olpparat zur Gandvermessung. ..Groma" genannt, ber im Hause eines Bronze Fabrikanten gesunden wurde. 2lu» den elf Stücken lieft sich bet ganze Apparat zusammenseNen Die reichst« Frau England». Der Tttel ber reichsten Erbin Englanbs ist ber 24jährigen Miß Diabys Pule burch ben soeben erfolgten Tod ihre» Vaters, des ..königlichen Kaufmanns" David Pule, zuaefallen. Demi da» Verwegen, bas nunmehr auf sie übergeben wird, wird mit windesten» 20 Millionen Pfund, alfo 400 Millionen Mark, bewertet. Es ist vaS erste QKal, baß die gleich ihren Eitern sehr zurückgezogen lebende und die große Gesellschaft Londons meidende junge Dam« die allgemein« Aulmerkfamkeit auf sich lenkt, die zugleich auch die Erbtochter ihrer Mutter, selbst wieder einer Erbin, sein wird. Auch mit ihrem Vater hat sich die Oefsentlichkeit nie viel beschäftigt, obwohl er an ber Spitze einer der größten Wellfirmen, die sich mit Jute, Tee. Kohlen und Schiffahrt befaßte, gestanden hat. Gladys Vulc führt ein sehr einfache» Leben auf bem Landsitz ihrer Eltern, Hamstead House bei St. AlbanS. Hert- sorfhirse. Ihr Hauptinteresse gilt der Pserde- unb Hundezucht. Auch zur Bekämpfung ber Tier» mihbanblimg ist sie segensreich tätig. Ebenso beschäftigt sie sich viel unb gern mit ber Menagerie fremder Tiere, bie ihre Mutter von ihren Reisen in ferne Gänber mitgebracht hat. Aus mancher biefer gefahrvollen Expeditionen hat Gladys ihre Mutter begleitet, so auf einer Tour nach Alaska, wo sie solchen Kallen ausgesetzt waren, baß ihnen bas Haar an ben Schläfen anfror. Hinter Miß Pule, ber 400-Millionen-Erbin, folgen erst in weitem Abstanb bie anderen reichen Frauen Englands, wenngleich auch manche von ihnen stattliche Besitztümer ihr eigen nennen. Denn wenn es auch bisher nod) feiner Frau in England gelungen ist, au» eigner Kraft ein Mllllonenver- mogen zu erwerben, so zählt man doch ein Dutzend Mllllonenerbinnen, die von ihren minder glücklichen Mitschwestern viel beneidet und genau beobachtet werden. Eine der schönsten unb zugleich reichsten Frauen Englanbs ist Lady Louis Mont- batien, bie ben Sohn bes Marquis von Milforb Haven heiratete. Als ihr Großvater. Sir Ernest Gossel, starb, erbte sie mehr als zwei Millionen Pfrmb. Am meisten besprochen würbe wohl bie Erbschaft ber Laby Houston, ber sogenannten „SechS-W illionen-Witwe", bie sich mit Vorliebe bem Pachtspo-rt toibmet unb lange Monate auf dem Meere zubringt. Berühmt durch ihren herrlichen Iuwelenschmuck ist Lady Lüblow, die nach bem Tode ihres ersten ®alten, bes Dir Julius Wernher, 1 Million Pfunb unb Bath House in Piccabllly erbte. Einige biefer Juwelen und kostbaren Antiquitäten sind kürzlich einem viel besprochenen kühnen Raubzug zum Opfer gefallen. Als eine der geschäftstüchtigsten unb -eifrigsten Frauen gilt bie Discounteß Rhvnbba, bie Erbin bes Titels unb Vermögens ihres Vaters. Sie ist bie Direktorin vieler großer Gesellschaften unb hat mit viel Energie unb Aufwand an Gelb unb Zeit bie Rechte ihres Geschlechts in bem Haus ber LorbS verfochten. Eine anbere reiche Erbin ist Lady Hudson, bie Gattin Sir Robert Hudsons, des großen Organisators des Roten Kreuzes, die von ihrem ersten Manne, Sir 2lorih» cliffe, ein bedeutendes Vermögen geerbt hat. Eine bedeutsame Rolle unter den reichen jungen Erbinnen spielt auch die Baroneft Ravensdale. Tochter und Erbin defl verstorbenen Marquis Curzon of Kedleston. Die große und brünette Baroneß ist eine hervorragende Rednerin und eine tapfere Verfechterin der Frauenrechte. sich der Zug zum Kriegerdenkmal unb stimmte dort zum Gedächtnis unserer (Befallenen das Lied vom guten Kameraden an. Allgemein bewundert wurden von den auswärtigen Festgasten die neuen Anlagen um unsere Kirche, die jetzt im vollen Schmuck der Rosen prangen. Wie man hört, wird demnächst eine Ruhebank gestiftet, die in den Anlagen Auf« stellung finden soll. df. Langsdorf. 9. Juli. Durch das Mitte Mai erfolgte Ableben des Beigeordneten Wilhelm Schiel 11. war die Heuwahl für dieses Ehrenamt notwendig geworden. Dies^ geschah am gestrigen Sonntag Als Kandidaten kamen in Frage der Zimmermeister Otto Bausch und der Rechner des Borschuß- und Kreditvereins Landwirt Heinrich Roth V. An ber Wahl beteiligten sich von 641 Stimmberechtigten 333 Personen. Kandidat Bausch erhielt 139. Roth 191 Stimmen. Drei Zettel waren ungültig. Somit ist Heinrich Roth V. auf sechs Jahre zum Beigeordneten gewählt. e Mainzlar. 10. Juli. Zu dem Bericht in unserer Donnerstagsausgabe über einen Unfall auf dem Werk der Firma Scheidhauer & Giebing teilt uns diese Firma mit. daß der betreffende Arbeiter keine Rippenbrüche und innere Verletzungen davongetragen habe, sondern lediglich eine Quetschung der linken Seite ohne ernstliche Folgen. Ärci» Büdingen. nd. Ridda, 9. Juli. Am Samstagabend fand hier in ber _ Krone" mit der sei erlichen Heber- reichung der Gesellenbriefe die diesjährige Gesell e n p r ü f un g des Gewerbevereins H i b b a ihren Wschluß. Der Vorsitzende bes PrüfunasauSschulses. Rektor der Gewerbeschule Vitt, begrüßte die erschienenen Lehrlinge, deren Eltern. Meister und Freunde des Handwerks m herzlicher Weife und erstattete Bericht über bie abgehaltene Prüfung, bereu Resultate saft durchweg al» gut bezeichnet werden konnten. Sämtliche Prüflinge, 35 Gehrjungen und ein Gehrmädchen. hatten die Prüfung bestanden. Bei Heberreichung der Gesellenbriefe richtete er noch ernste, wohlgemeinte Ratschläge an die jungen Gesellen. Der Vorsitzende des hiesigen Ortsgewerbevereins. Spenglerin elfter Heinrich Wolf, beglückwünschte die angehenden Handwerker und betonte in vortrefflichen Worten den Wert einer allfeittg wichtigen 2lusbildung. Als selbständiger HandwerlSmeifter mit langjähriger Erfahrung und als Vertreter der Stadt Ridda untersttich Beigeordneter Rullmann die Rotwenbigkeit der theoretischen Glusbildung bett jungen Jnanb- werler. ohne bie auch der praktischste Meister jetzt nicht mehr bestehen formte, und schloß seine bedeutungsvolle Ansprache mit der Mahnung an die Junggesellen, stets auf ihre Weiterbildung bedacht zu sein. Drei Schülerinnen ber Volksschule trugen ausdrucksvoll bie passenden Gedichte: Das Handwerk. Segen der Pflicht unb ber Dvrfschmieb vor. Zwischen den Ansprachen fang ein gutgeschulter Mädchenchor ber Volksschule unter Geltung von Lehrer Dieter mehrere' schöne VollSlieder. Mit dem herzlichen Danke an alle Meister, die bei der Prüfung mit- gewirkt hatten, unb an Lehrer Dieter unb feine Schülerinnen für die Vorträge der schonen Lieder und Gedichte schloß Rektor Vitt bie würdig verlaufene Feier. Preußen. .Qrcie Wetzlar. WSA. Wetzlar, 9. Juli. Der Elektriker Karl Schmidt aus H a u b o r n wurde in ben Bu- beraSschen Gileittoerken von einem infolge einer Explosion abgcsprungenen Eisendeckel fo befttg gegen den Kops getroffen, daß er eine schwere Schädelverletzung erlitt. An fernem Aufkommen wird gezweifelt. e Krofdorf. 10. Juli. Die am Samstag milgeteillc Meldung über bas Erlegen eines Keilers im Ärofborfer Forst ist bohin richtigzustellen, haft d.r 7 .Iler Hoch« 01 Ier. 1 dern der staatliche Forstsekretär Hof von Krofdorf der glückliche Schütze war. <2> Hochelheim. 9. Juli. Am gcflv.gtn Sonntag fand hier da» neunte Kreislest der evangelischen (tungfrauenneretne de» Kreises Wetzlar statt, da» lich bei gutem Wetter eines zahlreichen Beluches erfreute. Die 3aW der fielt teilncbiacr wurde auf über 2000 ge« Ichätzk. Dos Fest nahm seinen Anfang mit einem F«stgotte»di«nft der vormittags in der vvNvelcvten Kirche ftnitianb Die fieftpiedigt hielt Pfarrer Dr ^Schmidt- ReisNrchen über das Bibelwort: .Mattb. 20. Ber» 25 bis 28. Zkach bem firftgottetbicnli fanb eine Generalprobe der Her* elnialtn Eh5rc unter Leitung von firau Pfarrer Hei der »Dorlar statt. 2lach der Mittagspauf« wurde am DorfauSgange nach DomdolzNiufen ein großer Fe ftzug aufgeftellt der sich halb darauf durch alle Straßen des Ortes in Beweguna fetzte. Dte Pofaunenchäre von Hochelbe im unb Lang-GönS. unter Geltung von Karl Boller* Gang-Göns unb von Hörnsheim unb Gützellinden, unter Geltung von Friedrich Kuhl- Hörnsheim, waren in bem Festiiige in zwei Gruppen eingeteilt unb boten die Marschmusik. 20 Jungfrauen* vereine au» allen Teilen des Kreises Wetziar. zum Teil mit Banner und Bereinswimpein. waren in bem .Festzuge vertreten. In der Aachmittagsver* anstaltung hielt der Vorsitzende des Äteigner» bandeS. Pfarrer Helder- Doriar. die Be- grus'iiiigSanIprache, der er da» Bibelwort Gol. 1, Der» 25 bis 29 zugrunde legte. Die erste Festansprache hielt die Bunbeilcfretärln Fräule.n Hedwig Wiesen au» bem Burckhardtshau»- Bertin über bas Thema: .Du unb bein Dienst In der Familie". Die Rednerin betonte, daß der Dienst in bem jedem Menschen am nächsten siebenden Kreise der Familie schwer falle, aber trotzdem dort beginnen mülle, um sich dann auch weiterhin au»zubreiten. In der zweiten Festansprache behandelte Psarrer Schneider-Hochelheim da» Thema .Dein Dienst im Berus". wobei er daraus hinwicS. daß sich gerade in der Berufsarbeit bet weiblichen Jugend der rechte Gicbe»* dienst zeigen müsse. Psarrer K u l k e - Ricder- flcen sprach über da» Thema .Dein Dienst in Verein und Kirche". Er verbreitete sich über äußere Formen. Benehmen und 2ktragen im Verein unb wie» zum Schluss« aus die innere Herzenseinstelluna auch gegenüber dem ‘Bcrcin und der Kirche hin Heber ben Dienst in ber Oefsentlichkeit" sprach b.c Bundessekretärin Frl. Wiesen, wobei sie die prakttsch« Oktättgung im Alltagsleben unb überhaupt das ganze Auftreten in der Oefsentlichkeit eingehend beleuchtete. 2luher- dem berichtete die Rednerin über die Qlrbcit des großen, durch Pastor Burckhardt gegründeten, heute über 200 000 Mitglieder zählenden Verbandes der weiblichen Jugend Deutschlands. Do» Schlußwort sprach Pfarrer Dr. Schmidt- Reiskirchen. Umrahmt wurde daS Fest durch Mufik- vorträgc ber Posaunenchöre, gemeinschaftlich.- Gesänge. sowie ®e(ang»Dortrdg« der Qkreinigten Chöre, unter Geltung von Frau Pfarrer Hei- der-Dorlar. Die am Schluss« bes Festes erhobene Kollekte war für die IungfrauenvereinS- sache bestimmt. Hach dem Feste fand noch eine Desprechung innever Angelegenheiten de» KreiS» verbandes. insbesondere über den Arbeitsausbau unter Geltung der Bundessekretärin Fräulein Wiesen unb be» 2k»rsitzenden des Kreis verbände«. Psarrer Hei der-Dorlar, statt. Oer Llebernthaler Mädchenmord vor dem Schwurgericht. 2VSH. Limburg, 9. (Mi. Dor bem hiesigen Schwurgericht begann heute der erste Derhand- fung»tag deS Mordprvzesse» Peter, der im Februar während des ersten Okrhanblung»- tageS abgebrochen werden mußte, well auf Grund der Aussage des Vater» des Angellagten die Sachverftändigen die Deobachtmrg des Angeklagten in einer Irrenanstalt beantragten. Den Vorsitz führt GandgerichtSdirektor Dr. Gehr, die Anllage vertritt Staatsmrwalt Dr. Hofmanit. Offizialverteidiger ist RA. Dr. Dillmann. Gimburg. Der 21 jährige Maurer Ernst Peter au» Hebern t ha l ist angeflagt, am Abend de» 13. August 1927 die 18 jährige Paula Pfeifer von dort vorsätzlich unb mit Heberlegung getötet zu haben. Der Angeklagte blieb auch heute im großen unb ganzen bei feinen früheren Auslassungen; er habe am Abend des 13. August um 9,30 Hhr mit bem Mädchen — das von ihm ein Kind erwartete — von Uebernthal au» nach bem einsam gelegenen Bahnhof Uebernthal einen Spaziergang gemacht. Hnterw^S sei es zum Streit gekommen, well er noch nicht den Mut besessen hatte, seinem Vater von bem Zustand bes Mädchens Kenntnis zu geben. Am Bahnhof angetangt, sei er über eine freche Br- merfung des Mädchens, das ihm gesagt habe, er sei verrückt, derart ausgebraust, daß er da» Mädchen, indem er ihm an die Kehle griff, gegen bie Mauer gestoßen und habet zugedrückt habe. Da habe er schon gemerkt, daß etwas nachgab, unb ba» Mädchen sei zu Boden oefünfen. Da bie Wiederbelebungsversuche erfolglos geblieben seien, habe er bie Pfeifer bann den Bahndamm heruntergeschleift und in den dort vvrbeifließen- ben Bach geworfen, wo bie Geiche am übernächsten Tage gesunden würbe. Peter selbst war an dem ber Tat folgenden Tage noch zu einem Sängerfest gegangen und hat.s sich nichts an- merfen lassen. Während der 2krhandlung erweiterte der Angeklagte sein früheres Geständnis. Außerdem will er den Rückweg bekanntlich hat Peter um 1 .22 Uhr das Dorf verlassen und war um 22 Uhr schon wieder zu Hause neuerding» mitten durch des Dors genommen haben unb nicht über die Felder. Von den 20 Zeugen, die im Gause der Verhandlung vernommen wurden, wurde dem Angeklagten ein sehr schlechter Leumund ausgestellt. Peter galt al» großer Schürzenjäger. Die Auslagen der Freunde Peters, die vernommen wurden. ergaben von den sittlichen Zuständen unter der Jugend des Dorfes Uebernthal ein verheerendes Bild; wiederholt mußte daher die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werden. Die umfangreichen Zeugen au »sagen, insbesondere die 2krnebmung einiger Freunde des Angeklagten, die vor Vi22 Hhr des Mord abends mit ihm zusammen waren, können aber die Kernfrage der heutigen 2krhandlung die Staaisanwalt- schatt ift der Ansicht, daß in diesen 30 Minuten die Tat sich nicht abgespielt haben kann, zumal P. mit dem Mädchen auch noch verkehrt haben will — nicht vollkommen klären. Morgen, am zweiten Verhandlungstag. begibt sich das Gericht an die Mordstelle zu einem Lokaltermin. Unser großer Saifon-Ausverkauf Mies für die Sleise Schutzbrillen gegen Licht und Staub Zeih-Autobrillen mit Blendschutz vor Sonne und Scheinwerfern / Zeih-Punktal- Niederlage Die gute Jfindenßurgbrille Feldstecher / Prismengläser / Kompasse und Höhenmesser / Reisebarometer Sftoto-Jippaiate Filme und Platten / Größte Auswahl bei Opfiücr JKagnus * JHarfctpl. 19 6405a Zuckerpreise Kalk r Piihcamc C. Rübsamen, Gießen 897V Fernsprecher 1659. Kristallzucker.... 10 Pfd. 3.15, Pfd. 0.32 Zucker, fein gern. 10 Viktoria-Kristall .. 10 Hutzucker von ca. 10 3.35, 3.55, 0.34 0.36 0.36 Grau-und Weiß-Stück von bester Qualität, und größter Ergiebigkeit zu billlgßtemPreis Verkaufsstellen: Heinrich Nlcklans, Kaiserallee 2. Carl Jeckei Witwe, Marburger Straße 25. Anna Decker Wwe, Crednerstraße 34. 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Später eingehende Anträge können daher nicht mehr berücksichtigt werden. Gießen, den 8. Juli 1928. Städtisches Tiefbauamt: I. V.: Gravert. 64088 steht an der Spitze aller Seifen und Waschmittel O Oehmig-Weidlich. Zeitz E Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hattenrod für Vj. 1928 liegt vom 10. bis 16. d.M. zur Einsicht der Interessenten und etwaigen Erhebung von Einwendungen auf unserem Bureau offen. Es ist die Erhebung einer Umlage be- schlossen, zu der auch die Ausmärker bei- zulragen haben. 64880 Hattenrod, den 8. Juli 1928. Bürgermeisterei Hattenrod. Veeb. Durch gemeinsamen Groß-Einkauf von 6487a Alle übrigen Einmach-Artikel stets zu den billigsten Preisen und durch die Zuführung bester Ware zu äußerstem Preise an die Verbraucher hat die rechnendeHausfrau besteGewährfür billigen Einkauf! 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Außer ben Geräteübungen wurden insbesondere die Gruppen Her allgemeinen Freiübungen und der Keulenübungen eingehend bis zur Wiedergabe nach Musik herausentwickelt. zumal diese beiden HebungÄarten bei den für den 26. August in Laubach anstehenden Sauwettlämpfen nicht nur al- Massenwirkung zur Darstelluna lammen, sondern auch mit je einer ourch das LoS zu bestimmenden Gruppe in die Pflichtübungen ausgenommen worden sind. Alle bi- zum 15. August sich meldenden Wettkämpserinnen werden in zwei Abteilungen, Turnerinnen und 3ugenöturnerin- nen. mit je einer Ober» und Unterstufe zusam- mengesaht. wobei die 3ugen0ftufen mit dem Jahrgang 1912 beginnen; Schülerinnen, die noch 1916 geboren sind, dürfen unter keinen Umständen sich beteiligen. Der Zehnkamps umsaßt je zwei Hebungen am Darren und Pferd, eine Bed-, Frei- und Keulenübung, und als volks- lümltche Hebungen Hochsprung über die Satte, Kugelstoßen (4 Kilogramm) mit kurzem Anlauf oder aus dem Kreis, und 75-Blcter-2auf. Für die beiden Turns^innenstusen ist, jedoch nur als Ausnahme. noch ein Siebenkampf (Geräte und Handgeräte, vorgesehen. Schließlich werden die volkstümlichen Hebungen aus dem Zehnkampf, aufgc- rundet durch ben Weilsprung ohne Brett, zu einem für alle Stufen offenen, jedoch mit den Anforderungen der Turnerinnen-Oberstuse aus- gestatteten Bierkamps zusammengefaßt. Unter ben Sonbervorsührugen der Bercine werben neben ben rhythmischen Darbietungen insbesondere auch Riegen an Geräten auftreten. Leichiathleiik-Zugendmeisterschasten des Gaues Gießen-Wehlar. 6. Am Sonntag fanden auf dem 1900er Sportplatz die leichtathletischen 3ugcnb- meisterfchas ten deS Gaues Gieße n - Wetzlar statt. Die Teilnehmerzahl war befriedigend. die Seiftungen bewegten sich bei der guten Witterung auf einem beachtlichen Niveau Die Zugendabteilung der Sp. Bgg. 1900 fchnitt wieder weit am besten ab. schöne Erfolge hatten weiter B. f. D. Dießen und bet Weilburger Fuß- ballverein ^u verzeichnen DaS 3nteresse an der Leichtathletik scheint in Wetzlar im Schwinden zu fein, hatte doch der bestbekannte D. f. S. Wetzlar keinen 3ugendlichen entsandt. Rach- stehend die Ergebnisse: A-ÄIafft: 100 Meter: 1. Müller (Weilburg) 12; 2. Schlarb (1900) 13; 3. Schlaudraff (Weivburg) 13,1. 1 500 Meter: 1. Schäfer (1900) 4:47,0; 2. Schlief (Dillenburg) 4:47,1; 3 3äger (1900) 5:02.6. Hochsprung: 1. Wolf (1900) 1,54.5 Meter; 2. Bondani (Weilburg) 1,48,5 Meter; 3. Schlan- braff 1,48.5 Meter. Kugelstoßen: 1. Wolf (1900) 12.63 Meter; 2. Spei er (1900) 10,47 Meter; 3 Schlaudraff 10,47 Meter. Diskuswerfen: 1. Wolf (1900) 30,20 Bieter; 2. Bondani (Weilburg) 29 Meter; 3. Becker (1900) 26.20 Bieter. 4xlOO-Bleter-6taffcL 1. F. B. Weilburg 49.3 Bieter; 2. 1900 51.6 Bieter. Dreikampf: 1. Wolf (1900) 183 Punkte; 2. Bondani «Weilburg) 158 Punkte; 3. Schlau- braff (Weilburg) 151 Punkte 6-Klasse: 100 Bieter: 1. Balser (1900) 12.9; 2. Boll- genanb (Weilbirrg) 13,2; 3. Haibach (Weilburg) 13,3. Möwe im Sturm. Roman von Sophie Kloerß. 10 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Aber wahrend Elena, schnell ermüdet, sich bald wieder auf dem Liegestuhl am Strande sonnte, schwamm Maria weil hinaus in die Flut und lachte hellauf, wenn die Stimme der Schwester herüberklagte: „So lange läßt du mich allein." Sie hatte früh schon auf Erdmannsdorf in der Donau geschwommen, sich mit den starken Strömungen des Flusses herumgeschlagen, war eine sichere Taucherin und Schwimmerin gewesen und gab sich mit Wonne der alten Freude hin. Ach, Gott, sie war ja auch nicht so zart und schön wie die Schwester. Sie war so viel robuster. Und ihrem Teint, ihrer einzigen Schönheit, konnte weder Wind noch Sonne etwas anhaben." Nachmittags kam Sergei Wladimirowitsch meist hinaus, sich nach dem Ergehen der Damen zu erkundigen. Er brachte dies und jenes mit aus der Stadt, irgendwelche Nichtigkeiten, die doch recht kostbar waren, und an einem Abend, als er gegangen — „Geschäfte, liebes Kind, du weißt ja" — stand Elena vor ihrem Toilettentisch und bekam große Augen. Der Schlangenring lag dort, als hätte er sich nie heimlich davongemacht. „Was hast du denn?" fragte Maria, die sie so fonb, ben Ning langsam am Finger auf und ab ichiebend. "Mein Ning! Mein Talisman! Er war Der- schwanden. In Venedig, Hier lag er jetzt wieder." „Giulietta wird ihn zwischen deinen Sachen gefunden haben. So unordentlich wie du bist, Elena." „Gesunden? — Schäfchen. — Fortgenommen war er." „Stiehlt sie denn?" ..Giulietta? — Ich glaube nicht. Sergei hat ihn D€.r'e§t; Unb nun hat er chn wieder eingelöst. Und mir sttll hierhergeleat. Er muß sehr viel Geld gewonnen hoben. Er löst nie wieder etwas ein, was Emma! aus dem Haufe ist." „Aber, Elena!" „Was ist denn? Wie siehst du aus? Die Augen!" Sie mchte. Das alte leichtsinnige Lachen, mit dem |te schon in ihrer Mädchenzeit die Geschwister zu allen Torheiten mitgerissen hatte. „Er nimmt, was er braucht. Menschen und Dinge. Mit Fragen hält er sich nicht auf. „Und du läßt dir das gefallen?" „Sei doch nicht so schwerfällig. Soll ich ihm Szenen machen? Szenen find gräßlich unbequem und unfein. Frauen, die Szenen machen, die werden all vor der Zeit. Bekommen einen häßlichen Mund und harte Augen. Und was wäre gewonnen damit? Ich habe mir alle Erregungen längst ab- gewöhnt. — Maria, lache doch mit mir. Wirklich, es kommt mir aus dem Herren. Ich bin so froh, daß ich den Ring wieder habe." „Ich könnte mich in solche Ehe nicht finden." „Man findet sich noch in ganz andere Dinge, Ioujou. So, sieh in den Spiegel und mach' ein anderes Gesicht. Fvedi kommt. Ich sehe feinen Panama drüben in der Gondel." Fredi Hochheim kam jeden dritten Tag, meist schon am Nachmittag, spielte Tennis mit Maria — Elena war viel zu bequem dazu —, las lyrische Gedichte vor, die ihm nur Spott eintrugen, und lamentierte über die Kunden, die nicht kaufen wollten, und über seine Auftraggeber, die nicht zahlen wollten. Denn der flotte Fredi Hochheim war Reisender in Wein, Zigarren, Sardinen in Del, Reise» artikeln, Parfüm. „Diese Banausen," klagte er. „Ich verstehe mehr von Wohlgerüchen unb Juchten und Zigaretten als die ganze Firmengesellschaft zusammen, aber bekomme ich so oiel, daß ich halbwegs anständig leben kann? Und hat man mal ein bißchen in den Fingern, bann kommen die Damen und die Könige und jagen es in alle vier Winde." „Ja, wenn du bas Spielen nicht lassen kannst, Fredi." „Es ist mir notwendig. Notwendiger noch als die Liebe. Und das Glück hätte die Pflicht, ein bißchen ausgleichend zu verfahren, wo ihr zwei mich so schlecht behandelt. Kaltgestellt habt ihr mich. Jawohl. Mir ist nimmer zum Lachen dabei." Aber während er jammerte, flitzten feine blanken Augen über die Kusinen hinweg zur Platane, wo Giu- lietta den Kaffeetisch richtete. Unb bie drehte und hob sich auf den Zehenspitzen, lockerte mit spitzen Fingern die krausen Stirnhaare und war in jeder Bewegung bewußt« Verlockung. Turnen, Spott und Spiel. 800 Meter 1. Balser <1902. 2:22.1; 2. Motz (1920) 2:22.6; 3. Grünbaum (1900) 2:22.7. Weitsprung I. Boller 11920- 5.49 B! t.i. 2. Becker (1900) 5.19 Bieter; 3. Gut Hardt 5.15 Bieter. Kugelst oßen: 1 Decker (1900) 9L8 Bieter; 2. Balser (1900) 9,36 Meter; 3. Sdxmibt «Weil- bürg) 9.25 Meter. 4 100-Meter-Stasfel: 1. 1900 51.2; 2. F. B. Weilburg 55; 3. 1900 2. Mannschaft Dreikampf: 1. Balser (1900) 225 Punkte; 2 Becker 11900) 209 Punkte. 3. Bollg nanb ("Weilburg) 167 Punkte. c.Klasse: 5 0 Bieter: 1. Gräf (1900) 7,0 Sek.; 2. Lippert (B. f. B Gießen) 7,3 Sek.; 3. Haas (Dillenburg) 7L Sek. Speerwerfen 1. Gräf (1900 ) 37.75 Bieter. 2. Srppert (B. f. B. Gießen) 32.12 Meter; 3. HaaS (Dillenburg) 31.30 Bieter. Wei tf pr ung (S tand): 1. Gräf (1900) 2.48 Bieter; 2. Decker (S. B. Wetzlar) 2,39 Bieter; 3. Haas (Dillenburg) 2,31 Bieter. 4x50-Bieter-Staffel; 1. 1900 30 ; 2. D. f. B. Gießen > t Bieter zurück; 3. S D. Wetzlar. Drei kam Pf: 1 Gräf (1900) 339 Punkte; 2. Sippert (D. f. D. Gießen) 275 Punkte; 3. Haas (Dillenburg) 271 Punkte. O-Klasse: 50 Bieter: 1. Happ (B. s. D. Gießen) 8.0 Sek.; 2. Darr (Dillenburg) 8,2 Sek.; 3. Schmitz (1900) 8.5 Sek. Weitfpr ung (Stand): 1. Happ (B. f. D. Gcehen) 2,12 Bieter; 2. Darr (Dillenburg) 2,02 Bieter; 3. Salzberg (1900) 2,00 Bieter. Schlagballweitwerfen: 1. Beef (Dillenburg) 46,80 Bieter; 2. Darr (Dillenburg) 43,00 Bieter; 3. Happ (B. f. D. Gießen) 42,30 Meter. 4x50-Bleter-6taffel: 1. Dillenburg 32.3 Sek.; 2. 1900 1. Mannschaft 32,7 Sek.; 3. 1900 2. Mannschaft. Drei kampf. 1. Happ (B. f. D. Gießen) 240 Punkte; 2 Darr (Dillenburg) 230 Punkte; 3. Beef (Dillenburg) 221 Punkte. Neue Frauen-Wettrekorde. Bei den am Sonntag in Duisburg ausgetragenen westdeutschen Frauenmeisterschaften wurden neue Welthöchstleistüngen geschaffen. Frl. Schumann (Schwarz- Weiß Essen) schlug den Weltrekord im Speerwerfen mit 37,855 Bieter. Frl. Heub 1 ein, Elberfeld verbesserte im Kugelstoßen mit 11,86 Bieler den von ihr gehaltenen Weltrekord. Außer Konkurrenz erzielte sie sogar 12,08 Meter. 3m Hochsprung stellte Frl. Botte mit 1,545 Bieter eine neue deutsche Höchstleistung auf. Tennis. Gießener Tenni-klub 1922 e. 25. — Leimiskllib Bad Homburg 25:6. Bach den beiden letzten Städtewettfpielen auf ben Gießener Plätzen (gegen Darmstadt 7:10, gegen Lauterbach 10:3) trat der Gießener Klub am Sonntag wieder auswärts in Aktion. Bitt hohem Siege konnte er den Homburger Klub schlagen und beweisen, daß er nicht nur eine gute Sonderklasse, sondern auch eine zuverlässige Mittelklasse besitzt. Don 12 Herren-Ginzelspielen ging nur eins verloren! An erster Stelle fertigte Kirchner seinen Gegner Haas, Homburg, glatt 6:2, 6:1 ab, ebenso sicher siegten Bo H und Dr. Fischer. Dr. Dönges lieh sich von dem talentierten Homburger 3unior © a l i n g ej dessen weiches Spiel aufdrängen und muhte nach hartem Kampf diesem Punkt und Sieg überlasten. 2km Damen-Ginzelgingen von sieben Spielen nur zwei verloren. Hier überrascht vor allem der Sieg von Frau v.Stockhausen an erster Stelle gegen Frl. Blümlein, Homburg. 2km vorangegangenen Mixed noch recht unsicher, wurde Frau v. Stockhausen im Single von Spiel zu Spiel besser und gewann schließlich in drei harten Sätzen. Kirchner-Boll schlugen im HerrenDoppel H a a 6 • B i c m a n n in zwei Sätzen sicher, Frau v. Stockhausen-Kirchner i>er- loten in drei Sätzen nach Kamp« gegen Frl. B1 ü m 1 e i n - H a a s. Deutsche Meisterschaft im öer-Haienratbali für 1028 in Sießen. Dem Gau 73 >Sahn» im B. D. B. wurde die Deutsche Meisterschaft im 6ei-Balen- rabball für 1 928 zur Ausrichtung übergeben. Zur Austragung, die am 15. Juli auf । dem Sportplatz der Cp;e;i>etci.ügung 1900 Gießen stattsindet, haben folgende akreinc ihre Meldung abgegeben: Deutsche Meister 1927: Radsport-Abteilung der Erfurter Tumerschaft, ferner Wanderlust 05 Frankfurt-West. B. 6.1895 Frankfurt-Oberrad, B. B. 1889 Schweinfurt. R. B. Esfen-Rüttenscheid, B. B 1835 unb Germania Gießen. Es sind Mannschaften von erstklassigem Buf, benn sie enthalten Barnen wie Gebrüder S1 o 1 ye, Erfurt, Deutscher Meister im 2er Radball 1924, mehrmaliger Meister im 3er Radball; Schreiber-Blersch von der Wanderlust Bockenheim, die vor kurzem die Kreismeister- schaft errangen und hierbei ihre größten Widersacher, Gebr. Etoltze. knapp auf ben zweiten Platz verwiesen. Pantle-Grebe, Obcrrab; Deibel-Rieger. R. B. 1885; Bon Eiff- Pfund, Germania Gießen und die Mannen au- Schweinfurt und Essen-Rüttenscheid garantieren für erstklassigen Sport. Wer der bessere ist, soll der 15.3uli entscheiden, denn da beweist sich, welche Mannschaft die Berarbeiten richtig getroffen, sich die nötige Ausdauer verschafft hat und am besten eingespielt ist. Denn das ist die Hauptsache: Derständnis der Mannschaft unter sich selbst. Es ist ziemlich schwer, irgendeinen Tip im voraus abzugeben, denn die Mannschaften stellen das beste bar, was der B. D. R. zur Zeit zur Berfügung hat. Die Spiele beginnen vormittags. Die Sieger der Borspiele gelangen in die nachmittags ftaitjinbenben Zwischenspiele und bie beiden End-Sieger bestreiten dann den End- kampf. Kegelsport. Die erste Bund^sfahrt des Keglerbun- deS Sahn-Duseckertal. verbunden mit dem 30. Stiftungsfest des Kegelllubs „®ut Holz" Wieseck. brachte am Samstagabend in Wieseck einen Festtommers. Sonntagsiüh trafen die 12 Dundesvereine zum B e re i n s ke g e ln an, das sich reibungslos abwickeltc. Geworfen wurden von 5 Mann je 5 Kugeln. 'Während der gleichen Zeit sand das Einzelkegel h statt, wozu der festgebende Verein mit sehr schonen Preisen aufwartete. Das Dereinskegeln hatte folgcnbeß Er- SiS: 1. Preis: Gut Holz Alten-Buseck 159 I; 2. Preis. Dahnfrei Wißmar 153 Kegel; niS: Alle Barne Alten-Buseck 151 Kegel; 4. Preis: Gut Holz Wieseck 149 Kegel; 5. PreiS: Alle Beunc Wißmar 148 Kegel, 6. Preis: Gut Hvh Svllar 143 Kegel; 7. PreiS: Gut Holz Krofdorf 142 Kegel; 8. Preis: Vorwärts Wieseck 136 Keael; 9. PreiS: Gut Holz ReiSsirchen 135 Kegel; 10. PreiS: Alle Bernte Trohe 124 Kegel; 11. Preis. Alle Beunc Wieseck 120 Kegel; 12. Preis. Alle Beune Grohen-Sinden 114 Kegel. Das Ginzelkegeln mit 4 Kugeln bei einer Beteiligung von 246 Keglern ergab folgendes Resultat: 1. H. Loth (Trohe) 30 Kegel; 2. Otto Strack (Wieseck), 3. W. Dopp (Alten-Buseck), 4. KDöringer (Wieseck), 5. K. Körber (Wieseck) je 29 Kegel; 6. P. Schmidt (Alten-Buseck). 7. S. Mandler (Wihmar). 8. Fr. Krämer (Alten- Buseck), 9. Adolf Mandler (Wieseck) und 10. W. Hofmann (Alten-Buseck) je 28 Kegel. Englischer Sieg auf dem Nürburgring. Auf dein Bürburgting wurde am Sonntag bei schönem QDetter der Große Preis von Deutschland für Motorräder ausgetragen. 2fn allen Klassen wurde hart um den Sieg gekämpft. AIS Sieger aus dem Rennen ging der Engländer Aodson auf Sunbeam hervor, der die 424.5 Kilometer lange Strecke, die in 15 Runden zu je 28,3 Kilometer zu durchfahren war. in 4: 18.48, bet schnellsten Zett des Tages, zurücklegte । Arbeiter-Turn- und (Sportbund. Gießen Ib — Großen Linden I 5:0. Da das Spiel Giehen I - - Westen!» I abgesagt wurde, trugen diese Mannschaften ein Freundschaftsspiel aus. Gießen war den Gästen technisch überlegen. Die durch ihren Eifer versuchten, daauszugleichen. Bereits bei Halbzeit führte Gießen 3:0. Auch nach Seilenwechfel war Dießen weiter überlegen und konnte noch zweimal einsenden. Mit dem Stande 5:0, Ecken 6:3 für Gießen, trennten sich die fairen Gegner Bettstein 1 — Gießen II 10:1. Dießen- 2. Mannschaft wallte als Gast zu einem Berband-spiele in Bellstein und mußte sich dem körperlich stärkeren Gegner mit 10:1 beugen. Raunheim I — Alsfeld I. Kanrpflos für Raunheim gewonnen, da Alsfeld nicht antrat. Lollar I — Jronhaulen I 7:0. Fronhausen spielte kein Derband-spiel gegen Burkhardstelden. sondern war zu einem Freundschaftsspiel in Lollar zu Gast. Lollar, da« mit Ersatz spielte, war den Gästen technisch überlegen und konnte bei Schluß mit 7:0 da- Feld als Eieger verlassen. Kinzenbach I — £eun I 2:2. Die Gegner trafen sich in Kinzenbach. Leun konnte bald zum ersten Erfolg kommen, dem Kinzenbach kurz vor Halbzeit den Ausgleich entgegensetzte. Rach Seitenwechsel dasselbe Spiel. Beide Parteien konnten noch einmal erfolgreich sein. Kurz vor Schluß sollte ein Spieler LeunS wegen unfairen Spiels da- Feld verlasfcn, was nicht geschah. Hierdurch sah sich der Hnparteiische gezwungen, das Spiel abzupseisen. Der 16 Bundestag deS Arbeiter-Durn» und LportbundeS fand zum ersten Male in der neuen DundeS- fchule statt. 3m Bor'oerarunde der Beratungen stand der Richtungsstreit, der eine ausgiebige Debatte veranlaßte. Die Abstimmung ergab eine sehr starke Mehrheit für da- Wirken des Bundesvorstände-. Die Spartenfrage, die auf den vorhergehenden Hpartentagungen ausgiebig behandelt worden war. fand eine rasche Erörterung Durch Annahme des neuen Bun- desstatutes ist auch dieser Stein deS Anstoßes glücklich überwunden und der Weg zur weiteren Entwicklung der Bewegung frei. Der Bericht über die Bunde-s chule wurde von allen Delegierten mit lebhaftem 3nteresse entgegengenommen. 3hr Wirken wurde ganz besonders hervorgehoben, stellt sie doch allen Sehrgan^-S- teilnehmem freie Fahrt und Verpflegung zur Verfügung. Der Bunde-beitrag fand, veranlaßt durch die hohen Aufwendungen für den Etat der BundeSschuIe, eine ErhöHuna. Hebet die Pressefrage soll eine Im Herbst stattfindende Presseleiterkonfevenz enbaültig beschließen. Mit bet Festlegung de- nächsten Bundestage-, der 1930 in Köln stattfinden soll, und einem Bor* trag über das nächstjährige BundeSsest in Nürnberg, zu dem die Vorarbeiten rege im Gange sind, fand die Tagung ihren Abschluß. Amtsgericht Gießen. In der Rächt vorn 25. bis 26. Dezember 1927 morgen- gegen 4 Hhr, beabsichtigten mehrere junge Männer und Mädchen, die vorher auf der Liebigshohe gewesen waren, die um diese Zeit noch erleuchteten Räume auf der Hardt auszusuchen. Zur selben Zeit kamen von der Hardt her mehrere junge Leute, die sich auf dem Heimweg befanden. Ein Schlossergehilfe und ein Maschinist gerieten dadurch in Streit, daß ersterer den letzteren anstieh, ihm mit einem Schaumschläger vor dem Kopfe herumfuchtelte und ihm Der Baron war interessanter. Und gefährlicher. Und sie zitterte vor heimlicher Erregung, wenn er nur im Zimmer war. Aber der zierliche Herr von Hochheim war zum Zwischenspiel auch nicht zu verachten. Das bißchen Jugend war schnell genug vorbei, wenn man erst verheiratet war und die Kinder Tag und Nacht keine Ruhe gaben. „Einen Monat" hatte Elena gesagt und wenigstens auf drei gehofft, doch als erst ein halber vorübergegangen, kam Sergei schon an einem Vormittag hinaus in die Villa, und sein Gesicht war so finster, daß sie sofort wußte, nun kommt wieder etwas ganz Garstiges. Giulietta, die ihm die Tür geöffnet, und sich etwas reichlich in den Weg ge- stellt hatte, wurde mit einer brüsken Bewegung zur Seite geschoben. „Alles zu seiner Zeit, mein Kind." Nichts Unsympathischeres als zudringliche Weiber, — sie war ganz verstört zurückgeblieben, — und bereits verschwand der Herr Baron im Schlaf, zimmer seiner Frau. Nicht einmal melden lassen hatte er sich. Das war noch nie geschehen. Elena dämmerte ein bißchen auf dem Ruhebett, denn sie hatten schon gebadet, und der helle Maimorgen brachte eine grelle Blendung im Garten. Sie trug nur den leichten Bademantel, das lange Haar hing in zwei Zöpfen über die Rückenlehne, die zierlichen Füße sahen rosig unter dem Mantel heraus. Blutjung erschien sie da im sanften Dämmerlicht hinter den zuyezogenen Vorhängen. Nicht wie eine fast dreißigjährige Frau, die durch alle Höhen und Tiefen des Lebens gegangen, sondern wie ein achtzehnjähriges Mädchen, unberührt von allem, was Staub und Laster heißt. Als Sergei hereinkam, fuhr sie zusammen. „So früh, lieber Freund?" .Leider. Ihr müßt heute noch nach Venedig zurück." „D nein. Warum denn?" „Warum mein Kind? Das könntest du dir wohl selber beantworten. Wir stehen wieder einmal gegenüber dem Nichts. Die berühmte Schaukel. Heute hoch, morgen drunten." „Hast du unglücklich gespielt?" „Gewettet, gestern beim Pferderennen in Verona. Der Fredi ist ebenso blank wie ich. Eine todsichere Sache. Da überschlägt sich der Gaul — futsch. Und wenn es gut gegangen wäre, hätte ich den verdammten Kasten für etn halbes Jahr schließen tonnen, und wir wären an die italienischen Seen gegangen. — Nun hilft es nichts. Ihr müßt zurück. Die lieben Herren kommen um so eifriger und setzen um so hoher, wenn eine schöne Frau sie willkommen heißt. Der Champagner schmeckt ihnen nur, wenn du am Kelche nippst." „Ader ich will nicht, Sergei. Ich will nicht. Es ist alles so widerlich. Dazu bin ich nicht auf der Welt." „Laß die Reden, Elena. Du weißt, es muß fein. Willst du wieder Vorleserin sein bei irgendeiner alten Protzin? Oder die Liebste von einem Schweinezüchter? Ober —" „Ich war es nicht. Du sollst so etwas nicht sagen." „Also, um fünf müßt ihr in der Stadt sein. Wann soll eigentlich die Komödie mit Maria ein Ende haben? Sie kann doch nicht ewig in dieser rührenden Unschuld verbleiben. Und du sollst sehen, wenn sie zum Vorschein kommt, in ihrer ganzen herben Unberührtheit — für diese Art Leute wird sie wahnsinnig aufreizend wirken. Der alte Som- bro ruiniert sich für eine solche Frau, auch wenn sie ihm nicht mehr gewährt als einen Kuß auf ihre Fingerspitzen." .^!aß Maria aus dem Spiel." „Se$r töricht. Ich denke, du kommst noch zur Einsicht." Er stand auf, zündete sich eine Zigarette an, trat auf den Balkon hinaus und sah in die Weite. Maria erblickte ihn vom Strand aus, wie er so groß und schlank gegen die Hausmauer lehnte, der schmale Kops wie helle Bronze im jungen Licht. Ui* die dunklen Augen hinter den langen seidenen Wimpern, immer ein wenig versteckt, als lohne es nicht, diese elende Welt mit vollem Blick in sich aufzunehmen, suchten chr Gesicht. So weit sie von ihm entfernt war, sie spürte den Blick. Was will er von mir? dachte sie. Es ist, als wenn er mtt den Augen die Menschen heranzieht und zwingt, seinen Willen zu tun. Wer was will er von mir? An diesem Wend, als Maria nicht schlafen konnte, wollte sie noch einmal in das Nebenzimmer zur Schwester gehen und fand die Tür verriegelt. Warum das? Wünschte Elena ihren Eintritt nicht mehr? Sie klopfte und rief leise, es kam keine Antwort. Die mußte tief schlafen. (Fortsetzung folgt.) wohl auch damit auf den Kopf schlug. Der Streit nahm in diesem Augenblicke noch keine ernsthafte Form an. und der Maschinist ging mit seiner Gesellschaft auf die. Hardt. Als er diese geschlossen fand, hielten sich die Leute noch eine Feit lang auf der Höhe auf, um dann gleichfalls den Heimweg onzutreten. Mittlerweile war jedoch gegen ihn von dem Schlosser und seinen Begleitern ein Komplott geschmiedet worden, dahingehend, daß er auf dem Heimweg seine Prügel bekommen solle. Die gegenteiligen Angaben der beiden Angeklagten G. V. und K. H. sind unwahr und durch mehrere Zeugen widerlegt. Beide waren bei dem Vorfall zwar offensichtlich angetrunken, jedoch noch Herr ihrer Sinne. E. D. hatte bereits nach der Erzählung seines jüngeren Bruders auf der Hardt geäußert, daß heute noch Blut fliehen müsse. Nachdem der vom Jugendgericht abgeurteilte Jugendliche, der sich bei dem Vorfall durch eine bedauerliche Renommage hervortat, den nichts gutes vermutenden Maschinisten von hinten her angegriffen hatte, jedoch von dem Angegriffenen in der Notwehr durch einen Schlag mit einem Stein abgefertigt worden war, gingen auch die beiden Angeklagten gegen ihn vor. Gr wurde zu Boden geworfen und roh mißhandelt, so daß er die Sanitätswache und die Klinik aufsuchen muhte. Siner Pflegerin, die sich um ihn. als er auf der Landstraße lag, bemühte, wurden Schläge angedroht: das gleiche war vorher zwei jungen Zeugen geschehen, die den Angegriffenen rechtzeitig hatten warnen wollen. Bei der wüsten Szene war offensichtlich im Dunkel der Nacht noch ein nicht aufgefundener Vierter beteiligt. Der zerrissene Mantel des Verletzten zeigt eine Stichbeschädigung, so daß vermutet werden kann, daß auch irgendeiner der Täter gestochen hot. Allerdings ist es nicht erwiesen. Mit Rücksicht auf die bisherige llnbestraftheit der Angeklagten und ihre Jugend erkannte das Gericht an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrafe von vier Wochen auf eine Geldstrafe von 2 0 0 Mk. gegen jeden der Angeklagten. Wirtschaft. Oie deutschen Sparkassen im Mai. Der Spareinlagenzuwachs ist im Mai weiter zurückgegangen. Gr betrug 134,7 gegenüber 158,0 im April d. I., liegt jedoch über dem vom Mai 1927 mit 110,9 Millionen Mark, so daß sich die Verminderung in den Grenzen des Vorjahres hält. Die Einlagen bei den deutschen Sparkassen betrugen Ende Mai insgesamt 5780,3 Millionen Marl gegen 3965,6 Ende Mai 1927, bei den preußischen Sparkassen 3628,5 gegen 2565,6 Ende Mai 1927. Die Giro-, Kontokorrent-, Scheck- und Depositeneinlagen haben wiederum fast durchweg beträchtllch zugenommen und erreichten mit rund 1360 Millionen Mart einen neuen Höchststand. Allein in Preußen stiegen sie um .45,4 Millionen Mark. Die Zunahme im sächsischen Gironetz beträgt nur 1,5 Mllltonen Mark gegenüber Ende April. Der Rückgang des Zuwachses bei den Spareinlagen ist auf eine Steigerung der Auszahlungen zurückzuführen, während die Einzahlungen sich ungefähr auf der Höhe des Monats April gehalten haben. Die Stabilität der Einzahlungen dürste in erster Linie darauf zurück- zusühren sein, daß besonders in den letzten Monaten vor der Hauptreisezeit ansehnliche Beträge für die Finanzierung der Reise von der Spar- kasseykundschaft erspart und zu den Sparkassen S' acht werden. Umgekehrt haben weste Kreise Bevölkerung zur Beschallung von Sommerung usw. und für.die Ürlaübszeit, die mit deU Monat Mai eingesetzt hat, Einlagen von ihren Sparkassen zurückgezogen. Die Bcwe- guhg der Spareinlagen ist somit saifvn- mähig bedingt. Es ist jedoch bemerkenswert, daß der Ernlogenüberschuß im Mai um etwa 12 Prozent größer war als im gleichen Monat des Vorjahres und auch den durchschnittlichen monatlichen Einlagenüberschuß des Jahres 1926 um fast 10 Prozent übersteigt. Hindermarkt in Giehen. Auf dem heutigen Rindviehmarlt in Gießen standen 531 Stück Großvieh und 241 Kälber »um Verlaus. Der Hairdel war ziemlich flott. Man bezahlte für Kühe 1. Qual. 550—650 Alk., 2. Qual. 400- 500 Mk., 3. Qual. 150-280 Mk., ein* bis zweijährige Rinder 180—280 Mk., Kälber 53- 65 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. • * Motorenwerke M annhci m A.-G., vorn,. Benz. Abt. stationäre Mo- tnre. In der Aufsichtsratssrtzung wurde die Bilanz für das Jahr 1927 beraten und genehmigt. Sie ergab einen Verlust von 546 235,57 Mk.. der zuzüglich des Derlustvortrages von c4 spiel- Sofort 10. Dc2 nebst Tadl war hier gut 10. Lf5-h7 Vermischtes ix Lungen- t e und di« Der- 2. d7-d5! 3. h7-h6 Weih zieht und Weiß: 10 Steine. bar. 10. . 18 19. Lb2-c3 4. 0-0 5. c2-c4 6. b2-b3 7. Lcl-b2 8. d2 —d3 9. Sbl — d2 10. Tfl-el Weiß. setzt in drei Zügen matt. Kf8; Dc8; Td4; Le4; Sg2; Bb3, 2 3. Lfl-g2 4. Lc8-f5 5. c7 —c6 6. e7-e6 7. SbS - d7 & Lf8-e7 9. 0-0 Zukertvrteroffnnng. Weiß: tz. Kmoch. Schwarz: R. Spielmann. 1. Sg8-f6 1. Sgl — f3 2. g2-g3 18. Dd7-c8 19. f7-f5! Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 109. Don 3. Jespersen. Schwarz. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach Hm dem schwarzen Damenläuser die Herrschaft übet die Diagonale bl—h7 zu überlassen. Dies demoliert die weihe Stellung. 20. c4Xf5 20. e6xf5 21. Dg4 - H3 Auf 21. De2 würde f4 unangenehm folgen. 21 21. Sd3xfz! Ein entscheidendes Opfer. 22. KglXfz 22. Le7-c5 Weiß gibt auf. Lösung des Endspiels Rr. 57. Don H. Rinck. • I.h6-h7, Tgl-dl-b 2. Kd4-e3, Tdl-d8 3. Ul Xc3, Td8-h8, 4. Lc3xf6, Th8xh7, 5. Ke3-e2L Th7-h6, 6. Lf6-g5+, Kcl-b2, 7. Lg5xh6 (7.5*3 —c4+ ? gewinnt nicht). 7 Kb2xa3, 8. Lh6 -d2, Ka3-b2 (b3), 9. Ke2-d3, s4-*3, 10. Ld2x*5 (und Weih gewinnt). Lösung des Problems Rr. 166. Don r. H. Dellington. 1. Tf7 - f4; usw. Richtige. Lösungen zu den Problemen Rr. 163 und 166: Fr. Baumann (Schüler), Gießen. Aus der Gch. chwelt. Am internationalen Schachturnier zu Kisslngev. da- in der Zett vom 13. bis 23. Juli auSgetragen wird, sollen teilnehmen: Eapablanca, Bogota jubow, Nimzowitsch, Marshall, Dr. Tartakover, Rubinstein, Rsti, Spielmann, Dr. Öutoe, Dr. Tarrafch, Mieses und Jates. Aljechin und LaSker haben abgesagt. Die Besetzung der Mitte durch d4 nebst dürfte der Fianchettierung des Königsläufers vorzuziehen fein. Falls Schwarz sich, wie hier Spielmann durch c6 nebst e6 aufbaut, hat der sianchettierte Königsläufer feine große Zukunft. 11. e2-c4 Schafft eine kleine Schwäche auf d3, die von Spielmann später elegant zum Schluhangrill ausgenutzt wird. 11 12. Sf3-e5 13. Se5xd7 14. Sd2-fl 15. Ddl-g4 16. d3xe4 17. Tel-dl Schwere Bluttat eines Hngctrunfrnen. Zu einer schweren Bluttat kam es tn Köln anläßlich einer Namenstagfeier. Der Schlosser Paul Shlert. der etwas angetrunten war, geriet mit seiner Frau in Streit und warf sie AurTür hinaus. Die junge Frau rief ihre em Stockwerk tiefer wohnenden Eltern zu Hllfe. Diese eilten mit ihrem ältesten Sohn auf die Hilferufe in daS zweite Stockwerk, als plötzlich Sylert die Tür feiner Wohnung aufstieß und etwa sechs Schüsse abgab, durch die er den Schwiegervater tötete, den Sohn durch einen Qunjjen- schuh lebensgefährlichverletzteun Schwiegermutter durch einen Beinschuß leicht letzte. Der Täter entlief zunächst, kehrte dann aber wieder um und wurde festgenommen. Berlin, 9.Juli. Der Produktenmarkt eröffnete den neuen Berichtsabschnitt in lustloser Haltung. Vom Auslande lagen feine nennenswerten Anregungen vor und ebensowenig bot das Mehlgeschäft Anreiz zu irgendwelchen Neuengagements. Aus- landweizen war in den Forderungen etwas nach» giebiger; Roggen dagegen eher etwas fester gehalten. Umsätze in Auslandgetreide kamen bisher nicht Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttonstisch. Pressa. In einer der größten amerikanischen Zeitungen las man eines Tages folgendes Inserat: »Dringen Sie mir einen Dollar! John Pick- lesield, Bakerstr. 18.“ Am nächsten Tage erschien folgende Annonce: „Sie haben noch bis morgen Zeit. Ihren Dollar bei John Picklefield, Bakerstreet 18, abzugeben!" lind am dritten Tage: „Achtung! Achtung! Der letzte Tag! Wenn Sie Ihren Dollar nicht heute bringen, ist eS zu Ein neugieriger Journalist begab sich zu benanntem Herrn Picksefield und bat ihn um eine Unterredung, die ihm auch gewährt wurde. UnZ> er erfuhr, daß Herr John Picklefteld mit Freunden gewettet hatte, es würden sich in Reuyork mindestens fünfhundert Dummköpfe stn- den, die für nichts und wieder nicht« einen Dollar abliefern würden. Der Journalist fragte, wieviel bisher eingekommen seien. Die Antwort war: ,1278!" Kurt Miethke. Der Messerheld. „Meinen neuen Rasierapparat kann ich Ihnen nur empfehlen. Er bedeutet eine Umwälzung auf diesem Gebiet!" Danke, ich kenne den Apparat bereit« und muß Ihnen gestehen, daß die Revvlutton leider nicht unblutig verlaufen ist!" b4, b6, g4, g5. Schwarz: 7 Steine. Ke5; Tf4; Lh5; Bd3, d5, d6, f7. Partie Nr. 109. Im Wiener Meisterturnier gespielt. 409 397,53 Mk. auf neue Rechnung torgefrogen wurde. Die Generalversammlung soll am 31. Juli in Mannheim ftattfinden. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr^ wurden vom Vor- stand günstig beurteilt. Frankfurter Börse Frankfurt a. M., 10. Juli. Tendenz, abwartend. Zu Beginn der heutigen Börse war die Stimmung etwas freundlicher, da die teste Haltung der Neuyorker Börse von gestern anregte. Neue Fallissements werden nicht befürchtet, denn Reportgelder sollen reichlich angeboten sein. Der Unisatz bewegte sich wieder in engsten Grenzen, da der Orderseingang weiter zu wünschen übrig läßt. Bei einer uneinheitlichen Kursent- w i ck l u n g waren bei den Notierungen überall Kursbesserungen von 1 bis 2 v. H. zu verzeichnen. Elektrowerte und Schiffahrtsaktien waren, wie chon gestern, bevorzugt. AEG. waren 2 v. H.. Siemens 2,75 v. H. höher. Hapag 2,25 o. H., Norddeut- chcr Lloyd 1,13 v. H. Der Chemiemarkt blieb weiter tark vernachlässigt. I.-G.-Farben waren bei geringem Umsatz knapp behauptet, ebenso Scheideanstalt. Kaum verändert lag der Montcmmarkt. Mannesmann und Phönix waren leicht gedrückt. Don den Banken zogen Berliner Handelsgesellschaft 1,75 o H. an. während Danat 2 v. H. und Dresdner Bank 1.25 o. H. einbüßten. Ferner war Auslandware an- geboten und 2 o. H. schwächer. Deutsche Anleiben lagen geschäftslos. doch behauptet. Ausländische Renten still. Im Verlaufe machte sich eine wachende Geschäftsunlust bemerkbar, und bei fast vollkommener Geschäftsstille bröckelten die Kurse überwiegend etwas ab. Siemens büßten ihren Anfangsgewinn wieder ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld nach der gestrigen Entspannung bereits wieder knapper zu 7,5 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 14,1880, Pfund 20,390, London gegen Kabel 4,8780, Paris 124,27, Mailand 92,85, Madrid 29,52, Holland 12,0825. Berliner Börse. Berlin, 10.Juli. Die Stimmung war zum Beginn der heutigen Börse etwas freundlicher, da zu den ersten Kursen stärker gedeckt worden ist. Der Orderseingang war klein; soweit überhaupt Aufträge eintrafen, handelte es sich um Kauforders. Eine gewisse Anregung brachten die feste Haltung der Auslandbörsen und die Meldungen über cinleichtes Ueberwinden des Medios. Auch international haben sich die Geldverhältnisje gebessert, was auch darauf zurückzuführen ist, daß beispielsweise Amerika sich wieder in verstärtem Maße für deutsche Anleihen interessiert. Der Reportgeldsatz, der heute von den Banken festgesetzt wird, dürfte kaum eine Veränderung erfahren, und auch Reportgeld selbst dürfte genügend vorhanden sein. Im Vordergrund des Interesse standen Elektropapiere unter Führung von Siemens und tfar= ben-Aktien, von denen Stöhr einen Gewinn oon 13 v. H. erzielen konnte. Zellstoff lagen 8 o. H. höher. Polyphon 7 v.H. Eifenbahnoerkehrsmlttel 4,75 v. H. und Lorenz lagen 3,5 v, H. höher. Sonst überwiegend Besserung im Rahmen von 1 bis 2 v. H., fast zu still. Anleihen behauptet. Ausländer wenig verändert, Türken eher fchivacher. Am Pfandbriefmarkt Nachlassen des Geschäftes, weiter eher schwächer. Am Geldmarkt lagen Tagesgeld 5,5 bis 7,5 V.H., Monatsgeld 7,63 bis 8,5 v. H. Warenwechsel etwa 6,88 v. H. Im Verlaufe bröckelten die Kurse etwas ab. Die Tendenz war uneinheitlich und eher schwächer. Tietz hatten 4 v. H., Zellstoff 5 v. Y. und Polyphon sogar 8 v. 5). verloren. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Juli. Der heutige Produktemnarkt verkehrte auf Grund der schwachen Auslandmeldungen in schwacher und flauer Haltung Die Geschäftstätigkeit bewegte sich in sehr engen Grenzen und Umsätze wurden kaum getätigt. Die Preisgestaltung erfuhr fast durchweg eine Abschwächung, so fielen Weizen und Roggen um 0,25 Mk., ebenso Weizenmehl um 0 25 Mark, Roggenmehl gab sogar 0,50 M'c nach, und Roggenkleie bat 0,25 Mk. eingebüht. Hafer und Mais behauptet. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 .Aufwuchs 26,25, Roggen 28,25, Hafer, inländischer, 27,75 bis 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24 25 bis 24,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 36,25 bis 36,75; Roggenmehl 37,50 bis 38,50; Weizenlleie 13,30; Roggenkleie 16. Tendenz: Flau. Berliner Pro Utcnbörsc. Besser selbstverständllch 17. Tal—dl, um auf 17 Sd3 18. Te3 spielen zu können. 17 17. Sc5-d3! Plant die kommende elegante Kombination, 18. Sfl — e3 Herr Kmoch ist sorglos, De2 war geboten; darauf hätte aber auch f5 mit scharfem Angriff folgen können. zustande. Jnlandweizen ist für die gerinae Nachfrage ausreichend angeboten, soweit Abschlüße zu verzeichnen waren, erfolgten sie etwa auf Dams- tagbasis. Inländisches Roggenangebot macht sich immer knapper; Nachfrage besteht vor allem nach Waggonware, Käufer sind mitteldeutsche Mühlen und der hiesige Handel. Berschiedenllich wurden für Roggen auch etwas höhere Preise als am Samstag bewilligt. Am Lieferungsmarkte gab Wetten bei sehr schleppendem Geschäft leicht im Preise nach, für Juliroagen bestand weiter Deckunasnachsrage. während Septemberroggen infolge des »ehr günstigen "Detters vermehrt angeboten wurde. Mehl- geschajt bei unveränderten Preisen nach wie vor still. Für Hafer hat sich die Marktlage kaum irgendwie geändert. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5-kg ül-Gewicht. östliche Stationen ehal- über Notiz), 250 bis 251, Juli 264.50, September nicht । 262, Oktober 262,50 (still). 11. Sd7-c5 12. Sf6-d7 13. Dd8xd7 14. d5xe4 15. Lh7-g6 16. Ta8-d8 8 6 7 3 3 2 g 8 6 5 4 3 2 1 B a b c d e t g h Batin 5rar.fcfurta.IR. Datum e.7. r-7.5 I * M.75 3M 3&7 ! Devisenmarkt Derlt«—JtaaHnrt 154 206,5 266,5 368,85 30.5 33 831 141 I 148.5 36,1 26.13 137.5 — | 250 । 11.13 8 7 11 30.65 31 5% 168.85 168,75 20V io 157,65 286 187.5 । 187.75 Banfnotru. X75 U M.35 B 100 u 17 61,4 17,9 7 6 10 io 10 117.25 156.5 ! I 83.35 1142,75 12 11 10 io i 10 10 1,8 11.1 135 | 113 | M.75 100.26 lih io 10 15 13 . 5 93.25 Z83 155.5 26,65 1.75 11.13 83 141.5 127.5 138,13 <57.5 135.35 162 t<6 166. "> •Oft 177 W3.5 126,2") 133 135.1» 113 107 111.5 93.13 Z94 153,5 11,75 11,18 IM,5 145.5 284.75 12.433 71.11 . . 8 166.76 *04.5 *08.26 «na- $eun»e OtlenMn ftaml)UM-»mertIo latel Aamfr.-Sübam. TatnvMd). Aon la rampNchls! 103,6 173 331.25 181 »55 159.5 133.75 »52 205 365,26 Rotbbeuijdxr 81cyb . . «Hfl. TeutfdK CrtblleA Banner Banhierrln . . Berliner HandeU-eltilfch. (Xßmmery- unb Prtoar-Bmu . 11 TarmO. u. «rNtonaldanl 112,5 »2.4 151,75 166,94 13.14 111,33 53.37 2.57 tii.n I >37.5 i 155.5 134,85 111.7« 56,« 2,55 111,64 <17 I 167.5 । 162 1 167.35 93.5 293 । 163 »s.Xl 12.3’2 73,81 Iftbcdjoflorvatifdx Stotei UnaarifäK Noten A.S.V Bergmann .... (Hefa. ßicfemngex. Licht und fctaft - . Briten & »utileaume (Hef. f. titeln. Untern. Hamb. ®ettr. Werte CTteln. öleht. . . . ®»te|. (Hehr. . . . Sckuckerl..... Siemens 4 Hal Kl • TranSrodio ...» ßabmener * 60.. . Buderus Deuhchc (SrbM . . diener Sieintohl« . (DrllenhrAener . . 90.75 1 - 163.5 I - 373 1 460 «66 | 465.75 107.3 W.25 204 173.5 1 211.5 131 1859 85 159 153 1254.65 306.70 ! 870 154,5 . . 8 . io . 10 . u *6.85 ; 51.9 .66,75 I 674 463.75 *.3 52 •a.5 871.75 459 165,5 187 । 133.5 134.13 113,13 166.5 205 9,35 26,05 । 10.7. | 9.7. |10. 7. Frankfurt a. M f «erlin Teurfche «Bant . ■ - M.'tonto.örieH!dMft tot tnlbner Vonl ... «>.i:cv.unche (SrtNtbad Mctollbanl...... 3td(6»OTti...... Yrrlin 9 rnlt )ra»iömche Vioten..... öoßänotfffle 9loten...... gtattarttae Rote»...... NlMveaische Noten...... Deutsch Ccfterr , 5100 Ärtma Ktuincunsche Note» ..... Schwedische Note»..... Schweizer Noten ...... 184.13 5lje Bergbau »Uöcknerwerte . . . • • itöln-gteuefien. .... Mannesmann .... Mansfetder CbcrlÄlet. Eifcnb. Bedarf •i ftoHwerfe. . Phönix Berabau .... RbetnftaM f. % £ Ntebeck Mont« .... Bereinig le L tahlw. . • . . . 8<üi Äschen»!eben ... 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