Nr. UO Erft» Blatt 178. Jahrgang Donnerstag, IO. Mai 1928 lenalfoif pon Injr.ate für die la jt»nammcr bl» 8®m Ifochmiy.ag porber. Preu fir I mm h-he für An,,iq»n von 27 mm Sreilt i-rthd) 8, auitrdrl* 10 Reichrpsenniy für 9*earh unb 20 Belchepfennig fir Trüge» lohn, auch bei Bichter» Beinen einzelner Jlummmi felge höherer (Bemalt Aernsprechanlchlllsse: 61 M unb 112 Enschnit für vrahtnach» rieten Anzeiger •lebet. Poßscheckfonto: grtiffnrl am Main 1168t. Gicheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck ««6 ütrlog: vrSHIlch« UnicerfitäU^Bed,. int> Sttindrndtrel U. fange In «telen. Sdjriftlettnng und 6efd|äft«KelIe: S4)n»tra|e 7. Reichskanzler Stresemann im Ruhrkamps. Gedenkworte zum 50. GeburlstogamIV.Mai Don Dr. Paul Wenhcle, Archivdirektor in Düsseldorf. Schneller als früher ist der Rhythmus der Zeit geworden Was Väter und ©rofoDärer einmal vielleicht erlebten, haben wir zehnfach bereits empfunden, den geschichtlichen Wechsel von der Vergangenheit zur Zukunft. Seit vierzehn Jahren uberlchatlet ein Ereignis das andere. Schneller als früher sind auch die leitenden Männer zu Eintagsarößen geworden. AuS der Verborgenheit einfacher Pflich.erfüllung zog der Weltkrieg neue Zühreipersönlichkeilen bervcr 3m Umsturz der November tage 1918 verschwand eine ganze Schicht deutscher Parlamentarier und Politiker im Abgrund der Dergeflcnfreü; neue Scharen tauchten auf. Seit der Einführung bes Listenwahlrechls zum Reichstag und zu den Landtagen reihen sich Lausende von Namen zur Anwartschaft auf einen S h im Parlament. Ganz wenige nur, d.e schon in den Volksvertretungen der Monarchie Beachtung sanden, stehen heute im Licht der Zeitgeschichte: An erster Stelle Dr. Gustav Stresernann, dessen 50. Geburtstages heule nicht nur feine Partei, sondern weit über die Grenzen der engeren politischen Zugepvrigkcil hinaus Deutsche in aller Welt geben len. Aus der Höhe seiner Arbeitskraft ist er bereit- zu einer geschichtlichen Gröhe geworden; die kurze Spanne Zeit, in der er 1923 boS Amt beS Reichskanzlers bekleide.c. deckt den schwersten und lragjkchsten Abschnitt unserer jüngsten Geschichte. Mögen andere heute den Parteiführer feiern, andere die außenpolitische Kunst der letzten Jahre bewundern; die mit dem Namen Locarno verbunden ist: ein kurzer Rückblick auf die Herb st Wochen deS Jahres 1 9 2 3 sollte Erinnerung, Mahnung und Dank zugleich sein. AIS Dr. Gustav Stresernann am 13. August 1923 die Bildung eines neuen ReichsministeriumS übernahm, hatte der Ruhrkampf feinen Höhe- punkt erreicht. M:t bewundernswerter Tatkraft war eS Reichskanzler Dr. Cuno ge.ungen, neun Monate hindurch daS deutsche Doll m einer seit langem unbelonnlen Gröhe zusammenzufassen und den einen großen Dedanten der Abwehr zu bewahren. Unvergessen, dah ihm auhenpoli- tische Anknüpfungen von be'onderem Werte gelangen, «rber zur Reife sollte er daS verheißungsvoll begonnene Werk nicht bringen. G.oße Parteien unb mit ihnen weite Streife beS deutschen Volkes ftefllen sich abseits, als dem passiven Widerstand nicht unverzüglich ein voller Gr’olg beschieden war. Seit die EinbruchSmächte im 3uli 1923 volle 25 Tage daS be'ch* * Gebiet von jedem persönlichen und wirtfcha.lichea De. kehr mit dem übrigen Deutschland abge chnürt hatten, sah auch der mutigste Kämp'er fast nur noch ein Trümmerfeld zeischlagener Hoffnungen. AlS ReichSpanzler Cuno am 8. August ein neueS ^inanzprogramm der ReichSregierung vorlegte, eine wertbeständige Anleihe, neue S.euergesetze und weitgehende Spa rni ah na hm en forderte, wertete die Berliner Dorfe diese Aussichten mit einem neuen Sprung des Dollars auf fünf Millionen. 3n dieser KrifiS gelang eS den neuen Männern, auch die Sozialt« nokratie in daS Ministerium der großen Koalition zu ziehen; noch einmal stand das deutsche Dolk in seiner parlamentarischen Front nahezu geschlossen dem Ausland gegenüber. Um so härter und । steilvoller tollten die An änge dieser ersten Regierung Stresemann werden. 3n Sachsen u.u> Thüringen die offene Drohung mit e nein kommunistischen A u s st a n d. die Landesregierungen selbst in den Händen der Kommunisten, in Dayern mit umgekehrten Dorzeichen der gleiche Gegensatz gegen daS angeblich scHalistisch verseuchte Reich, die Grohmächte teilnahmslos, der Flnanzinarkt allenthalben verschlossen. Mi! aller Schärfe lehnte das Frank.e ch Poinca.eS die mit Cuno vereinbarten englischen Dorschläge eines in er- nationalen Sachv. :ständis,eng ilachtens ab und bestand auf der Sicherung produktiver Pfänder in dem feit Jahrhunderten erftre ten Gin iuhgebiet an Rhein und Ruhr. Dor aller Welt muhte der neue Reichsfi nanzmintster Dr Hilfe rding die Lage Deutschlands vom fnanzpolitischen Standpunkt aus alS fast verzweise.t erklären. Am linken Rheinu'er vor allem stieg die Der- zweiflung zu immer bedenklicherer Höhe. Der Reichstag in Urlaub, die erwählten Vertreter deS Volkes zumeist fern von ihren Wahlkreisen; Zuflucht und Rat war nur beim Reichskanzler Stresernann zu finden. Der Abbruch des passiven Widerstandes war unvermeidlich geworden, die Art aber, wie diele Rot- mahnahme dem eigenen Dolk wie den fremden Mächten gegenüber zielbewuht und sicher durchgeführt wurde, zwingt dem Historiker unserer Zeit höchste Bewunderung ab. Am 2. September bilde;c SlrelemannS berühmte Rede In Stuttgart den Auftakt: Offen erklärte sich der Leiter der deutschen Politik bereit, Frankreich „produktive P änd«r" zu bieten. Geschickt nahm er den Dal! auf; an d e Stelle der geforderten Teilstücke deutschen Bodens aber stellte er die Gesamtbürgschaft des deutschen Gisenbahnbesihes und der deutschen Wirtschaft. DergebenS beantwortete Poincarö die Anregung mit der bestimm en Weiterung, die P'änder des RuhrrevierS und die Eisenbahnen des besetzten Gebietes gegen derartig allgemein gehaltene Da- Oer japanische Feldzug in China. ES ist noch immer recht schwer, sich ein einigermaßen klare- Bild von den Dorgängen ie Schantung zu machen. Da sämtliche telegraphischen Derbinbungen unter der Kontrolle der interessierten Parteien stehen, gelangen nur die Nachrichten nach Europa, an denen die Süd- chinesen oder die Japaner keinen Anstoß nehmen. Infolgedessen hört man bald von einem Heber- fall chinesischer Truppen auf japanische Detachements, bald von einer japanischen Offensive gegen die anrückenden Verbände TschiangkaischekS, dann wieder von einer Einkreisung des japanischen CrpeditionSkorpS durch überlegene chinesische Ötrcillräfte. AuS diesem Durcheinander an Nachrichten und Meldungen hat sich aber bereits so viel herausgeschält, daß die Japaner 26 000 Mann von Tsingtau nach Tsinanfu in Marsch gesetzt haben, um d i e Schantung-Bahn in ihrer ganzen Länge in ihren Besitz zu bringen. Gleichzeitig ist damit der Kriegszustand zwischen Japan und China hergestellt. Kriegserklärungen selbst sind ja eine veraltete Einrichtung, das haben wir 1923 gesehen, als Frankreich in das Ruhrgebiet einmarschierte, einige Jahre später. alS die Griechen in Bulgarien einfielen und jetzt wieder beim Aufmarsch der Japaner in Schan- tung, der eine ausgesprochene Kriegshandlung darstellt, zumal auch so viel feststeht, daß der Oberkommandierende von Tfinanfu bereits zu großangeleglen Kampfhandlungen gegen die Südchinesen übergegangen ist. ES ist ganz selbstverständlich, daß die Dorgänge in ©diantung von den übrigen Rationen, die an Oftaficn interessiert sind, nicht auS dem Auge gelassen werden. Die D e r - einigten Staaten haben sich bereits ein» gemilcht unb in Tokio anfragen lassen, welches Ziel Japan mit seinen Truppenzusammen- ziehungen verfolgt. Der japanische Botschafter in Washington hat zwar zu beruhigen versucht. eS sche'nt Ihm aber nicht gelungen zu fein, da- Mißtrauen der amerikanischen Regierung zu beseitigen. Amerika fürchtet offenbar, daß Japan seine Macht auch auf Schantung auSdehnt unb bann auS dem großen chinesischen Absatzmarkt. der für den amerikanischen Exporthandel eine bebe ulende Rolle spielt, ein wertvollc- Stück herauS'chncidet. Die ultimative Forderung der Japaner an die Südchinefen. sich bis auf zehn Kilometer südlich der Bahnlinie Tsingtau— Tsinanfu zurückzuziehen, zeigt, daß Tokio schon am Werke ist. bic Grenzen feiner neuen Interessensphäre abzustecken. Hat eS erst einmal bie Schantung-Bahn sest in seiner Hanb. bann beherrscht eS damit tatsächlich die gesamte Provinz, wenn eS auch nicht überall Garnisonen zu unterhalten braucht. Tschiang- k a i s ch e k hat sich vorläufig durch die Japaner noch nicht einschüchtern lassen, er ist weiter nach Norden vorgestoßen, gerät aber da durch in bie Gefahr, von feiner Operation-- basiS abgeschnitten au werden, wenn die Japaner bic Aufmarschstraßen hinter sich abricgcln. England und die japanische Aktion. London, 10. Mai. (TU.) Der „Manchester Guardian" sicht bic größten Gefahren aus der Zuspitzung des javanisch chinesischen Streites nicht auf militärischem, sondern politischem Gebiet. Das Beharren Japans auf den Standpunkt, seine Truppen er st nach einer Entschuldigung für die Zwischenfalle in Tsinanfu wieder au» China zurülkzuziehen, fei gleichbedeutend mit der B e - setzung chinesischen Gebietes aus unbegrenzte Zeil. Denn selbst, wenn sich ein chinesischer General erbieten lallte, der die volle Verantwortung für die Zwischenfälle übernehme, und wenn auf Grund seiner Zusicherungen, sich die Japaner bereiterklären konnten, ihre Truppen zu- ruckzuziehen, so sei damit noch nicht die Garantie gegeben, daß sich solche Zwischenfälle nicht wiederholen würden. Bisher hatten alle ausländischen Mächte die Entwicklung des ch nesischen Bürgerkrieges nicht Au beeinflussen versucht, '•lun scheine zum erstenmal eine der interessierten Mächte diese Politik aufzugeben. Das Ergebnis werde, so meint das Blatt, aller Wahrfcheinl chkeit nach katastrophal fein, nicht Aum wenigsten für Japan, aber besonders für die allgemeinen Beziehungen zwischen den Möchten und China. — Durch den ganzen Artikel zieht sich deutlich die Furcht, das durch das sapanische Borgeben in China sich wieder ein den Dvrkriegsverhältnissen entsprechender Zustand herausbildet und die fremden- feindliche Bewegung wieder aufleben könnte. Um Tsinanfu. Tokio, 9. Mai. (WB.) Der Kaiser stimmte der be ,'its angefünbigten 6 n Ifenbungeiner dritten Dtvtfion. bet Division Ragvya. nach Tsingtau zu, wonach bie Zahl der japanischen Streitkräfte auf runb 26 WO erhöht wird. Fünf Kompagnien Infanterie erhielten Delehl. sich unverzüglich nach Tientsin zu begeben. Sieben TorpedobootSzerstörer gingen gestern abend nach Kanton. Amoy und Futschau ab. Man rechnet damit, dah demnächst vier weitere TorpedobootSzerstörer nach Südchina fahren werden. Rach einer der Pre'se vom Ministerium deS Aeußeren zugegangenen Mitteilung verfolgt die Entsendung von Truppen nach China den unzweideutigen Zweck, Leben und Eigentum der Japaner zu schützen. Die Japaner beabsichtigen nicht, Gebiet zu besetzen. Die Truppen werden die Eisenbahn 'chützen. die Chinesen sie aber auch weiterhin kontrollieren. Soweit die Desahr vorüber ist. werden die Truppen wieder zurückgezogen. Es ist nicht wahr, daß bie japanischen Truppen in Tsinanfu einrüdten, um den Dormo rsch bet Sübchinesen noch Rorben aufzuhalten. Die Verhandlungen zur Regelung ber Streitigkeiten zwi'chen Ehina unb Japan werden später ftattfinben. wahrscheinlich in Nanking. Der ja- pan sche Generalkonsul In Schäm en forderte alle in Kanton wohnenden Japaner aus. im H.n- blick auf die Möglichkeit antiiapanilcher Unruhen die Stadt zu verlassen unb sich nach Schomien zu begeben, dem gegenüber japanische Kanonenboote liegen. Die Japaner setzen bic Eniwassnung ber chinesischen Truppen m Tsinanfu und Ümgtgenb fort, da eS an verschiebenen Punkten zu klcincren Zusammenstößen gekommen ist. Die Japaner haben bie Brücke über ben Gelben Fluß sowie andere strategische Punkte besetzt. Die 28. japanische ’Brigabe ist heute mit Truppen der Süd- armee bet ÄoHcn, 21 Kilometer östlich von Tsinanfu, in Kamps geraten und bat eine große Anzahl biefer Truppen nach erbittertem Widerstand entwaffnet. *Bet der Rückkehr nach Tfinanfu ist diese Brigade mit starken Kräften ber ßübarmcc in Fühlung gekommen. Hebet da- Ergebnis deS Kampfes liegen noch feine Nachrichten vor. — Nach einer von der Nachrichtenstelle ber Süblruppen herrührenben Meldung, für bic jeboch von keiner anbcrcra Leite eine Bestätigung vorliegt, sollen bie 3a* paner gestern bie Eingeborenenstabd von Tsinansu brei Stunden lang mit Geschützen beschossen unb über 503 Men'chen getötet haben. Durch bie Deschießun1 seien zahlreiche Häuser irn westlichen Stabt.etl be- schäbigt worden. Oie Ausländer in Tsinanfu. Conbon, 8. Mai. (Tel.) Ein über Schanghai auS China eingegangeneS Telegramm deS Pekinger Korrespondenlen deS .Manchester Guar- bian", der während des AuSbrucheS der F.ind- seliakeiten zwischen den chinesischen und japanischen Truppen in Tsinansu eingeschlossen war, bat folgenden Wortlaut: Tsinanfu. 'Montag Ich bin hier mit dem ersten japanischen Militärzug au» Tsinansu eingetrossen. Die Lage in Tsinansu ist wesentlich ruhiger. Die nationalistischen Truppen haben sich au- dem DeschäftSteil ber Stadt -urßckgezogen. die Kämpfe sind eingestellt. Nur einzelne zerstreute chineiische Soldaten werden von den japanischen Truppen dingfest gemocht. Unter dem geplünderten Eigentum befindet sich auch da - deutsche Hotel. Mit Ausnahme der Japaner sind Engländer, Amerikaner und andere AuSlänoer in Sicherheit und e- sollte möglich sein, auch diese in Kürze mit der Bahn nach Tsingtau zu befördern. Die japanischen Verluste werden auf 20 Tote unb 20 bi- 30 Vermißte geschätzt Don japanischer Selle werden außerdem viele Todesfälle unter der japanischen Zivilbevölkerung gemeldet und die Plünderung von wahrscheinlich 50 Häusern verzeichnet. — Noch einem in Hamburg beim Ostastatifchen Verein eingegangenen Telegramm aus Tsingtau be i irden sich alle Deu tfchen In Tfinanfu wohl. rantien ouSzutaufchcn. Degen den Ansturm, der auch auS den Reihen der enge.'"' porlamentori- fchen Freunde verstärkt wurde, hielt Stresemann an dem Geundprogramm seiner Regierung fest. Siärker unb stärker zeig en s.ch jetzt in Sachsen- Thüringen unb Bayern Au lösungStendenzen am schiimmsten war ihre Wirkung am Rhein. Unter französisch-belgischem Schutz und unter dem sichtbaren und o'scne i Antrieb durch die Be- satzungsbehörben wagten sich die Sonderbündler in versch c enen G mpre r her.or. Ein doppelter Druck zwang daS Rcichskobinett zur Aufkündigung deS passiven W.derstondS. Stresemann schloß sich der Mehrte t im Reichsministerium an. B;t'cr genug wo.en damals die Klagen, die ihn der Schwache ziehen und sicherlich hat er sie selbst aus- schmerzlichste empfunden. Der Erfolg, ber wichtigste Wcrtmel'er bet Geschichte, gab i h m Rcchtl Die andere Fassung. den Ruhrkampf einem internationalen Konflikt zuzutre:ben, Frank e ch bie Verantwortung für daS Dasein unb Leben der Deutschen ;m belebten Gebiet zu Überla fen, war bestechend und stand zweifellos am stärksten im Bannkreis des nationalen Gedankens. Gerade auS dieser Auffassung heraus aber hat der Vorschlag doch wohl die Widerstandskraft der Bevölkerung überschätzt. Nach einem ungeheueren Druck von Monaten und Jahren konnten weitere Kreise dle'e ganz große Auffassung nationalen Opfermuts nicht mehr aufbringen! 3m unbefeh en Deutschland vor allem war man sich der Größe der Stunde längst nicht genügenb bewußt. Schon in ber ersten amtlichen Besprechung am 24. September gaben Vertreter fast aller politischer Parteien an Rhein unb Ruhr dem Reichskanzler ihre Zustimmung. Zwei Tage bar- out mußte sich die Reichs re gierung vor aller Welt zu dieser bitter horten Notwendigkeit bekennen und gleichzeitig traf bie Nachricht vom offenen Widerstanb Bayerns unb Dach'en-Thü- ringens ein! So hart stießen Außen- unb Innenpolitik in der ^hicksalSstunde deS Reiche- zu- scunmen. Das Kabinett Stresemann aber blieb, nur ber Leiter der Reichsfinanzen muhte weichen, an HilfcrdingS Stelle trat Dr. Luther Zum zweitenmal übernahm ber Kanzler die Führung. Dcrhandlungen der Ruhrinbuftrie mit ben französischen Wirt'chaftsstellen ber „QUicum“ erleichterten im besetzten Gebiet bie Aufnahme der Arbeit. Im Innern schuf ein Ermächtigungsgesetz freie Dahn. M i t dem 15. Oktober 19 2 3 beginnt für und eine neue Zeit. Zur Zwischenlösung der WährungSsragc wurde die Deutsche Remenborck mit der Ausgabe neuer Ddd-eichcn betraut, ben Mithandc.nden blieb auch weiterhin bie Zukunft unsicher genug. Am Rhein wie :n Binnendeutschlanb brach ein neuer Sturm loS. Don Aachen unb von der Pfalz ou- fuchten bewaffnete Banden mit offen-r Unter- stützung Belg cnS unb Frankreichs bic .:“,te Gelegenheit auS-unutzen. baS linke Rheinufer vom Reiche zu lösen. Bedenklicher noch flammte der nie vergebene Debanfe an eine Trennung der Rheinprovinz von Preußen auf, trr.-dem gerade feine Derwirklichang nur den völligen Hebergang zu einer Sonderstellung als Pufferstaat im Schatten Frankreich- er'.cchtcm konnte Der offene Ausbruch deS Kvn'likts im Reich — Auflehnung bayerischer Dienststellen gegen daS Reichswehrminilterium. Stärkung der lommu- nis.l'ch-soz alistischen Front in Sachfcr«Thüringen. Abbruch der diploma-tischen Beziehungen zwischen Sachsen unb Bayern der Entschluß deS Kanzlers gegen Sach'en-Thüringen Reichswehr aulzubioten — lockte auch im besetzten Gebiet zu einer entscheidenden Wendung. Während der französische Gegner immer vernehmlicher an die Pforten deS Reiä-es schlug, in der Rheinpfalz zur Anerkeniwng eine- autonomen Staate- 'chr.tt, wagte Stresemann die Zusammenfassung der im Reich noch lebendigen staatSerholtenden Kräfte. Nur er allein trug bie Verantwortung ihm allein wirb die Geschichte auch den Epfolg unb bie Rottung beS Reiches zuschreiben. Vier Wochen nach der ersten Ankündigung begann am 15. November bie Ausgabe der Rentenmark, am Rhein sammelten sich bie bodenständigen Kräfte zur Abwehr des Sepora- tiSmus. Der Plan einer Rheinischen Gold Notenbank. bie daS 2anb unb feine Wirtschaft dem Einfluß auswärtiger Geldmärltc ausl efern unb neue Scheidelinien gegen daS übrige Drupch- lanb aufrichten mutzte, ver'ank. Taufend unb aber Taukenb ficht bare unb unsichtbare Kanäle ließen da- fast erstarrte Blut herüber und hinüber in die w'.chtigsten Lebens^ntren des Reiches zurückfließen. In Aachen und in der Dfalz, in Trier unb Bonn, unb nicht zuletzt in Der sagenumwobenen „Schlacht am Aeg.bienberge" im Siebengebirge zeigte b l e Selbsthilfe ber Bevölkerung gegen bad Separa - tlftengellnbel Die Erneuerung deS StaatS- gebanlcns. den Willen zur nationalen Tat. Ohne bie Ereignisse in Berlin ist bie Errettung des besetzten Gebiets nicht denkbar. Stresemann- Name und StroscmannS Kanzlerschaft decken sie in der Geschichte. WaS er vor allem in dieser Abwicklung deS RuhrkampfeS geleistet hat. blieb auch bann erhalten, als er ben parlamentari'chcn Gegnern im Reichstag weichen mußte, als da» Kaoinott Stresemann am 23. November fiel. Wenig mehr als ein V.erteljahr hat eS bie Geschäfte geführt, zwei Monate nur waren vergangen seit die leitenden Männer vor aller Oef- scnllichkcit ben Abbruch deS passiven Widerstandes verlündet hatten. In biefer knappen Frist aber war eS gelungen. baS rheinische unb das deutsche Dolk aus dem Chaos her- auSzuführen; jetzt erst wurde der Weg zum Aufbau frei. Auch in all den folgenden Reich-Ministerien mußte Slre'emann 'estdem bie Richtung ber deutschen Außenpolitik bestimmen. Trotz aller bar lei» politischen Gegensätze beugte sich die Mehrheit im Reichstag wie im Lande den Erfolgen deS einen Mannes Heute noch steht bie Außenpolitik ber deutschen Republik unter den Zeichen, bie der Reichskanzler Stresemann im Herbst 1923 ausgorichtet hatte. Sichtbar geht der Rückblick in die ©ebcnlengänge der Zukunft über. Oft genug hören wir heute, bah die Zeit zu einer unparteiischen llcberhdjt unb in»- be^onbere zu e nem sachlichen Urteil über Taten unb Meinungen der letzten Jahre nviek " Hornstein« umgewvrsen Die Gewalt deS diurmei war so stark, dah einige Kirchtürme in» Wanken kamen Durch den Orkan, ber mit einer Geschwindigkeit bi- zu 90 Kilometer in der Stunde über das Land brauste, sind in Budavest über 100 Personen verletzt worden. In R a g u s a brachte ein heftiger Wirbelsturm ein im Bau befindliches Schulgebäude zum Teil zum Einsturz. Das herabfallende Mauerwerk fiel auf die tiefer gelegenen Häuser. Drei Einwohner fanden dabei den Tod. Unwetterkatastrophe in Kolumbien. Infolge schwerer Regengüsse stürzten in dem Dorf« R i o S u c i o im Bezirk Cal das 20 Wohnhäuser ein. Bisher wurden zehnLeichen aus den Trümmern geborgen. Durch das Unwetter soll auch die (Ernte schweren Schaden genommen haben. Der Fall Jakubowski. Der Leiter des Landeskriminalamte» Reu» strclitz, Regierungsrat 6 t c u b i n g. und der als wis enschafrlicher Berater herangezogene K imi- minalpsychiologe Dr. Han- v. H e n t i g-Münchcn sind auf Grund ihrer Ermittlungen in der Sache Jakubowski zu folgendem Ergebnis gekommene Die neu feftgefteHtcn und sorgfältig durchge- prüsten Tatsachen führen zu der Vermutung, dah der im Jahre 1925 wegen Morde- an einem angeblichen Kinde verurteilte und Hingerichtete russische Kriegsgefangene Jakubowski der Mörder nicht gewesen fein kann. Drei der vermutlichen Täter wurden verhaftet und dem Amtsgericht Schönberg zugeführt. Wie da» .B. T." erfährt, sollen zwei von den 03erhafteten, die fich gegenseitig beschuldigten, bereit» Geständnisse abgelegt haben. Der Indizienbeweis, auf Grund dessen Jakubowski 1925 zum Tode verurteilt und hingerichtet worden ist, könne, so schreibt da» Blatt, bereits al» erledigt angesehen werden. Der Reubau der Reichskanzlei. Am 18. Mai kann die Reichskanzlei auf ihr 50jährige» Bestehen zurückblicken. Rachdem nunmehr der R e u b a u auf dem Rebengrundstück deS alten Gebäudes gesichert ist, wird am 18. Mai, also am 3ubiläumdtage. die Grundsteinlegung zum Reubau mittag- um 12.30 U^r in feierlicher Form vollzogen werden. Auch Reichspräsident v. Hindenburg hat sein Erscheinen zugesagt. Rach der Grundsteinlegung findet in der Reichskanzlei auf Einladung de« Reichskanzlers ein Frühstück statt. General Primo de Rivera will heiraten. Paris, 15. Llpril. (Sil.) Wie au» San Sebastian gemeldet wird, erklärt man in gut unterrichteten Kreisen, dah sich General Primo be Rivera in allernächster Zeit verheiraten werd« und zwa^ mit Fräulein Rini Eastillano. Tochter ber Gräfin be Santeliz. Die zukünftige Gattin Primo de Rivera- ist 47 Jahre alt Sie besitzt eine jährliche Rente von 500 000 Pesetas. König Alfons wird Trauzeuge sein. Wie eS heißt, soll die Hochzett am 2. Mai, am Erinnerungstage der ilnabhängigkeit-erklL- rung Spaniens, stattfinden. Dom Bund der Auslanddeolfchen. Eine Rheinlanbtagung o:ranftaltet bet Bund ber Au-landdeutschen in Verbindung mit der Deutschen Weltwirt chastlichen Ge elt chast vom 5. bi- 8. Juni 1923 gelegent ich ber Internationalen Pres eauS'fr l mg in Köln. Für die Veranstaltungen in K>ln sind u. a. Ansprachen bzw. Vorträge vorgesehen von Gouverneur z. D. Dr. Schnee. Reichsmini'tet a. D. Dr Külz. Geheimrat 5fr. LouiS Hagen. Reich-ministet a. D. Dr. Koet h. In Köln wird ein Groß» Kraftwerk und eine Braunkoblengrube befich'igt werden, in Traben Trat ach e ne Weink'-llerei. ht W eSbaden findet eine Veranstaltung im Kurhaus ftatt Wettervoraussage. Weitere kalte Luftma^en sind nach Deutschland vorgedrungen und haben zu DarometeranstiEg geführt. 3n der vergangenen Rächt war bet uns da- Minimum um null Grad. Die Berg« zeigen eine leichte Schneedecke und eine weitere Zunahme de» Froste». Da noch immer die laLtc Luftzufuhr nicht beendet ist, so bleibt zunächst daS Wetter noch unfreundlich und kalt. Jedoch dür'te im Lause deS Sam»tag» lang'arn« Erwärmung einfrtzrn, d?nn über Island hat da» bortige Ties bereits kräftige Temperaturzunahme gebracht. Vorhersage für Freitag: Wolkige- W:t er mit zunächst noch wenig veränderten Temperaturen, meist ttocken. Vorhersage für SamStag: Langsame Erwärmung wolkig und vorwiegend trocken. Lufttemperaturen am 9. Mai mittags 8,6 Grad Celsius, abends 2,7 Grad Celsius, am 10 Mai: morgens 3,9 Grad Celsius Maximum 10,9 Grad dc'r Minimum 0,6 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 9. Mai abends 15,2 Grad Celsius am 10 Mai morgen» 9,8 Grad CEclfiu». — Riederjch'.äge: 0,6 Millimeter. — Sonnenscheindauer: 9H Stunden. i tfl ii/te J«- worden ■ * olg '“?'"Ä sH S b=4* li**Ä äMls; Ä w? unb DalmnflrtL ”WiW6httm. < . ^ zu dr> ' nn Ratfeg 3te em« 8tb. Am?SJ tt Ä' *» ’nirmef irmt. ini D mit einer « >n bet etunbt 35 Oe Hub« ■ 3n 3agu|fl tm ein im 75au 8um teil jum ’uertoer! lief flUf rei Siniooh. mbbenfl^ nQ v.-ranstaliet M egent 'i ^ Lr & ib u. .n »rtr/ü^ |cn.;X Grotz* tf&S lumblfn. I*en in dem Doch ®o!)nl)äu|er rin. w btn Trümmern ü auch bit (Sn* n. )|tl mnalvnleS Heu« i n g. unb btt all ngezogme Jt.imi« Seniig-Mnchci ngen in der Sache zänis grimmen, irgfältig durchge« r Vermutung, baft orbte an einem Ile unb bin» ige|angene 3a!u» i gewesen Irin iter wurden bet* )t Schönberg zu« tffa. sollen zwei ?gcnleitig beschul* niffe abgelegt d| ®mb brflen rurteitt unb chin* \o schmbi Ml gesehen werden. irianzlti. ,chstanzlei auf ihr len. Nachdem nun« n Aebengrunbstiut ert ift. wird am ---.«- mittags um ILR ogen werden. Auch indenburg hat dcr Srundsteinle* lei nul Einladung üd statt. will heiraten. Die aus 6an Sf „an in gut unler imt.l W“ Deutl^ b^^ecanM Darier n Grad. » tpci* Da noch bl(ibi 1* -t »Jj, uni,'S TeinP^u DoAeo Lang'a^ ' »irgend Orod Lr! Srod iSofi^rbtem^ fS*J®S Abschluß dkrElaisberÄunaen mSeWchen Landtag Die TaueiLsuny des D.enatag» chr« Spuren in bet heutigen Satzung in form De.»ich: brr mfJ.t.i Redner. »u dem angeschnittenen »tat bei SinanAmuiiftenmni unb b«r allgemeinen Fl- nanzverwattung in langen Leben S.ellung zu nehmen Ja Der Beratung unb Abstimmung zu ben meisten der etwa 40 Kapitel bei Finanzetats cntftanb keine De alt«, so bah bie Dorierung im raschelten Le.npo sich abwickelte. Denehm.gr würbe bann bet Ausbau bet Bahnlinie Dirstel n—H artmannshain, wäh end bie Beteiligung an bet Kra'lverkehrsgeselUchast .Hessen" abgelehnt würbe, ba aus bcr Linken etwa zehn Abgeordnete »ehUen. Die Stuben« tenhüuser in D a r m lr a b l unb Dietzen wurden elensalls genehmigt. 3m gleichen Tempo wurde der Zustizrlat verabfch edet unb bann bas Finanzgesetz in erster unb zweiter Lesung. Wil unwesenUichen 2fenberungen würbe a'.ibann bet gesamte hessische SlaatihaushaU in zweiter Lesung angenommen. Dagegen stimmten Bauernbund. Deutschnationa'.e. Deutsche Volks» Partei unb Bvkkirechtsparlei. während die übri- aen Parteien, auch bie Kommunisten, lür ben Erat stimmten. Der Haushalt bes Landtages ging ebensollS ohne Debatte vorüber, unb bann war man schon bei bet legten Vorlage, bem Dewerbeste> ergesetz ffi: 1928. Degen bie Rechte wirb bie Steuersreiheil bet freien Berufe ab- gelehnt. De. l. clt über ten frühen Schlutz der Sitzung — man hatte sich auf eine Dauersitzung eingestellt — vertagte sich um 13 Uhr das Hohe Haus, um wahrscheinlich am 4 Juni wieder zusammenzu-- treten. Sitzungsbericht. Darmstadt. 9. Mai. Präsident Delp eröffnet bie Sitzung. Das gut besetzte Haus tritt in die Beratung bes Haushaltes beS Finanzministeriums ein. Abg Kindt (Dn) fragt, ob tatsächlich 1924 von selten der hessischen Legierung Spekulationen bei der Filiale der Deutschen Bank in Dad-Lauheim vorgenommen worben feien. Lach seiner Austastung dürfe die Legierung mit ben Gelbern bet Steuerzahler nicht spekulieren. — Ministerialbirektor Schäfer erklärt, datz dem Ausschuh bereits mitgeteilt worben sei, datz der Erneuerunasstock seinerzeit In Effekten angelegt wurde, wodurch der ErneuerungssondS sehr ekhcblich gewonnen habe. Don einer ..Spekulation' könne aber keine Lebe sein. Man hätte der Legierung sicher einen Vorwurf gemacht, wenn sie die Gelder nicht werlbestänbig angelegt halte unb bamit Derluste eingetreten wären, wie bei manchen anderen Fonds. Abg. Dr. Müller e vorliegende Tagesordnung erschöptt. Die nächste Sitzung deS Landtages wird wahrscheinlich am 4 Juni ftattfinben. Der Finanzausschutz nimmt seine Arbeiten bereits am 23. Mai wieder auf. Gewerbesteuer und freie Berufe- An die Mitglieder des Hessischen Landtags haben die offiziellen Vertretungen ber Rechtsanwälte. Letzte. Tierärzte. Zahnärzte. ftaatL gepr Dentisten unb Architekten tm B. d. A. eine E.ngobe gerichtet, in der sie Einspruch gegen Me geplante Heranziehung zur Gewerbesteuer er- heben. 3n der Eingabe heltzt eS u o Die cutor.ome ReichSsteuergefetzgedung steht aul bem Standpunkt, datz freie Berufe keine Gewerbe sind, was auch von jeher in der Gesetzgebung unb Rechtssprechung anerkannt war Die freien Berufe der Anwälte. Aerzte. Tierärzte. Dentisten und Architekten haben Gegenüber den wirklichen Gewerbebetrieben das Hauptmerkmal gemeinsam, batz sie einzig unb allein auf bie reinpersönliche Ta tlgkeit des Berufsausübenden abgestellt sind, daß sie kein Gewerbekapital zur Grundlage haben, sondern eine rein geistige Tätigkeit ohne kapi- tali st Ische Unterlage, datz sie im Gegensatz zum Gewerbebetrieb auch fein gewerbliches Unternehmen schaffen, das beim Tode ober bei Arbeitsunfähigkeit des .Inhabers" verwertet, verkauft oder vererbt werden könnte. Alle wesentlichen Merkmale des Gewerbebetriebs fehlen bei den freien Berufen, ganz besonders fehlen diejenigen Merkmale, die entsprechend ben wirklichen Gewerbebetrieben, auch wirtschaftlich eine Heranziehung zur Gewerbesteuer rechtferttgen könnten. Für bie freien Berufe, sind, teil» durch Gesetz- gebung, Taren unb Gebührenordnungen (Anwälte. Aerzte. Zahnärzte, Tierärzte, Hebammen uf®.) teil- burch DerbanbSsatzung ober langjährige Hebung feste DergütungSIätze bestimmt, über bie sie nicht hinausgehen können ober Dürfen. Eine Gewerbebesteuerung bet freien Berufe würde also im Gegensatz zu den wirklichen Gewerbetreibenden, nur eine unzulässige unb untragbare Doppelbesteuerung des Reineinkommens bedeuten, eine Abwälzung ber Steuer auf die Auftraggeber ift den freien Berufen nicht möglich. Eine Gewerbebesteuerung der freien Berufe ist also wirtschaftlich durchaus ungerechtfertigt unb untragbar. Die wirtschaftliche Lage oder freien Berufe ist — wenn sie auch von wenig einsichtsvoller Seite hier unb ba überschätzt wirb — bei benen, die in bie wirklichen Verhältnisse Einblick haben, alS keineswegs glänzenb bekannt. Weite Kreise der Anwaltschaft, der Aerzte. Zahnärzte unb Dentisten, der Ti tränte (infolge der Rot- lage der Landwirtschaft), der Architekten (Stilliegen der Bautätigkeit) befinden sich in äußerst angespannter wirtschaftlicher Lage. Zahlreiche Angehörige dieser freien Berufe haben ihre bittere Rot tm Kampf um daS tägliche Brot. SMöslS-WOljlMSSUllZklW erfordern Rete eine lorgfälitge 3rpaebe*g und Sagau», atiung. Gute 5-f>l I ungee Und nur erreichbar. wenn die flnjrlgcs WMgkW cufgeqeüen werden. Der Annahmeschluh für alle Anzeige, >m Eichener flnjelaer entfällt auf ben Aach, mittag vor ber Aufnahme. Empfehlung», anzeiqen mtztzen. fe nach Umlanq und Satz, schwierigdetten, zwei bl» drei 2aqe vorher bestellt fern. Kur mit Sorgfalt unb bem wet« wendigen Ieitauswand gen h e Empfehlungen WM Den eriütinlüten Grfolg! Sie zahlen Einkommensteuer und Umsatzsteuer. S.ne dritte Steuer von ihrem Einkommen — etwas anderes wäre die Gewerbesteuer für sie nicht — können sie nicht ertragen Aachdem. mit Ausnahme der drei sieinsten Länder (die Stadt Bremen mit ihrer prakti'ch völlig bedeutungslosen Steuer kann hier ausscheiden), alle übrigen deutschen Cän'cr die Gew r^steuer der freien Berufe a biebnen, teilweile nach erfolgten E»- benmenten wieder aut gehoben haben, brauchte Hessen w.rküch nu?t diese nirgends bewahr ie. gegen Le.chSrechl und wirtfchaftlichU Ge^chtSpunUe oerftobenbe Steuer ei^zuführen. Die,c untetaadnekn BerusSv rtretunaen bitten deshalb den Landtag, die Gewerbeoesteurung der freien Berufe Art. 2 V des Gesetzentwurfes abzulehnen. berliner Börse. Berlin. 10 Mai. (WIL. Funkspruch) Das Geschäft Ift im heutigen tzrühoerlchr noch sehr genna. Die Epctulation übt Zurückhaltung und will anscheinend ihre (Engagements vor bem Medio nicht mehr stärker belasten. Trotzdem ift ber (Brunbton freundlich. unb für Spezialwcrte besteht weiter Interesse. Kurse werben noch nicht genannt. 2lrn Devisenmarkt nennt man Taris 124,02, Mailand 92,625, Spanien 29,08, bas Psund 488,0250 unb ben Dollar 4,18. Lprcck-skitudcn hrr Sirhattion 12 bis 1 Uhr mittag«> 5 bis 1 Uhr nachmtNags. Samslaa nachmittag aeichtoffen Für unverlangt elnqesandte Manofkeipß» ot?m beige,ügter Rürfporio wird keine (tzewstze übernommen überall bevorzugt^ Verdauungsstörungen und schlechter Stuhlgang lassen sich bei Ihrem Kind vermeiden! Geben Sie ihm die richtige Nahrung, nämlich NESTLE* KINDERMEHL Es verhütet nun auch die englisch? Krankheit In den ersten 10 Jahren sollte jede Mutier ihr Kind nur milder reinen, milden NIVEA-St" waschen und baden. Das Kind wird es ihr einst danken, weil ihm dadurch water manche Sorge um die Erhaltung seines guten Teints erspart bleibt Nivea« Kinderseife ist überfettet und nach ärztlicher Vor« Schrift besonders für die empfindliche Haut der Kinder hergestellL-Preü 70 Pf. Sonnengebräunt wirdlht Körper, wenn Sic ihn vor Luft« und Sonnenbädern, vor Fahrten und Wanderur jee »If NIVEA-CREME einreiben, denn Nivea«Creme verstärkt die bräunende Wirkung der Sonnenstrahlen. Gleichzeitig beugt Nivea*Cremc sc inner z- haftem Sonnenbrand vor. Dosen M. 0.20 bis 1.20 / Tuben aus reinem Zinn M. 0,60 e. !.-• Nur Nivca-Crcme enthalt Euccnt. und darauf beruht ihre einzigartige Wirkung. 47700 i- i Gestern vormittag 9 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Bettchen Meyer im 72. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie David Meyer Familie Hermann Meyer Familie Adolf Meyer. Holzheim, Frankfurt, Neuyork, den 9. Mai 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Mai, mittags 1 Uhr, in Gröningen statt | Zwangsversteigerung. Am Dienstag, dem 15. Mal 192H, vormü.ag» 9 llhr, wirb durch daS Amtsgericht Gietzen, Zimmer 112, ba# dem Vemrid) Preis n Gießen zugeichr-ebene Grundstück: Flur 27 Nr. 41 — 454 qm ffirabganen auf dem Eanb, geschützi 1362 JUl, versteigert. 3472D Tie arntsgenchUiche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstratze 2ü, zur Giniicht auSgehängt Gießen, den 28. Mär» 1928. 3- L deS Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, OrtSgerichtSvorsteher. Bekattntmnchiing. Der vorn Gemeinderat beratene Bor- anichlag für Rj. 1928 liegt vorn Tonnert- tag, 10. Mai an eine Boche lang aus der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen gegen denselben können während dieser Zeit bort schriftlich ober mündlich vorgebracht werben. LS ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worben, zu der auch bie AuSmärker herangezogen | Vermietungen | CctBnei* möbliert arouetf Zimmer mti ievar Entrann an Tom#rmicter zum t. ti. 28 au uei« mieicn. Wo? fant die HeichätlSst. deS Gieb. Anz. MÄ8 Gchöne 4 ZimmerWoliDf. hi. ZudehSr i. I.Zuti. oieueikvi auch frü der. an rublqe Mtetei ab- Aiiaebeii. Drmglich- keitSschem erfordert Lchr. -lnfr. u. f96si an den Streß. Anz. Zwei bester möbl. gimmer 'Herren- u. Lchlas». io*, ob. ioät. a om. .*> Frankfurt. Lrr. 9 I. km. Brand p“V. Sun. eiML Zimmer, gete Kftehe. Tel. 10t5. MlW jüDftiBieien ■, Kaiserallee 45. werben. Garbenteich, ben 9. Ma: 1928. Bürgermeisterei Garbenteich Surk. 4778V Garagen «u reimteien 478s BoODeimfr Strafte 4L Eillsaa mtti. 3himer von xaunuann. bei öfter» oeir tft »ea ! orau»ta'jlunn qel. 6.- 3ur TTaOtxbenb. hin. fiRrrbo-Sttt-t ErfeebrrS »e ewiplt»<«e. 9« vabee i« eUee L»»iv«k. thc^mte e. «Pertt*. 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Schneller etwa» zu leiben noch zu borgen, da ich für nichts bafie. ü,w »ritz Dietrich. GteKen. Sieinfir. 4L 4771D laben. Der Vorstand. 1 ■■111. V. • ülr _Jß B. 8 , Ckr ertrag Br. Kr. ^0 Asvettsseiveioslvßsl Der MM unö Heglmpni50frelne fiktien. Au dem BortragS» abend deS (trauen* Vereins vom tHo en Kreuz für Deutsch« über Lee am Dion* tag. dem 14. Diät abends 8 Ubr, m der Sieuen Aula, find die Ben ine freundltchfl eilige- f. gibt krle Uniter»*J-Mittel. r KunM. die. wie Jedes Gewebe, rer- etsodai »et» wiL Habt» 5te du P«K t» ru'-e Uetdunf Nette» tu be- koeuaen. »o bringe» Sie es gleich re um sur die™*- ■die» Retmguog. wir verbürge» an» für besueügti*» ErgF Gegründet 1848 Seltersweg 79a==Telephon627 Post- u. Bahnsendungen an die Fabrik in Butzbach erbeten Nr. UO Zweites Blatt Eiehener Anzeige (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag 10. Mai |928 Mtterlicher Kampf! Der Wahlkampf hat eingefetzt und wird Hch In den nächsten Tugen zu einer heftigen AuSem- anderfetzung der Geister steigern. Der Geister? Die Scheren Wahlkämpfe ha cn leider gezeigt, baß die Wal'en de« Geisten lich bei loiu^n LuseiuanderfcNurgtN nicht übcra! de« ih^ien gebichrenden Anfehen« erfreuen. Man ist sich xtrxir in den ernst zu nehmenden politischen Kreisen im Laufe d.r letzte: Ja&re. nachdem sich gezeigt hatte, baß die häßlichen Auswüchse des WahlkarnpieS breiten Volksschichten den Sslitischcn Kamps überhaupt verekelten, darüber ar geworden, dast die allein für den Wahlkampf in Frage kommenden Waffen nur die des Geistes sein Dürfen, und dast Lüge und Verleumdung keineswegs den Adel des Geistes besitzen. Aber die Umsetzung dieser Grkenntnis in die Tat stößt leider noch immer auf große Schwierigkeiten. Wir müssen uns darüber klar fein, daß cs bei der Forderung nach ehrlichem, geistigem Kamps um mehr gehl, als nur um die einzelne Auseinandersetzung dast es um ein Prinzip geht, um eine der wichtigsten Voraussetzungen für unsere kulturelle Ekiktenzberechligung Kampf ist notwendige die Verschiedenheit der fachlichen und ideellen Gegensätz? führt notwendig zur Auseinandersetzung: und Au^ina idersetzung d. h. Austausch der geistigen Werte schasst neue, fafrert Werte, führt zu geistiger Fruchtbarkeit. Wenn statt der geistigen Werte jedoch Unwerte, nämlich Lüge. Verleumdung, ausgetauscht werden. bann führt diese Art von Auseinander- setzung zur Unfruchtbarkeit. Lügen und Verleumdungen haben in der Tat kurze Deine. Die Lüge fällt immer auf ihre Urheber zurück. Sie wird nie wirklich siegen. Kampf ist notwendig und eine Voraussetzung für fruchtbare Weiterentwicklung. Aber wirklich fruchtbar ist nur der geistige Kampf, der nicht zerstörerische. sondern positiv wirkende Kampf, der ehrliche, ritterliche Kampf mit gleichen Was- fen und auf gleichem Riveau Hier ist über allen notwendigen Kamps hinaus Einigkeit möglich und unbedingt nötig Ritterliche Achtung vor dem Gegner, ehrliche Handhabung der Waffen, gemeinsame KampsbasiS. Wenn irgendeine Forderung als deutsch Im besten Sinne bezeichnet werden kann, dann vor allem diese. SS ist nicht deutsch, den Gegner zu beschimpfen, zu verleumden, herabzuletzen, ihm die KampfoasiS zu entziehen. SS ist nicht deutsch, den Gegner, der mit dem Florett des Geiste« antritt, mit der Mistgabel der Verleumdung zu b.kämpseir. Hiergegen beweisen die lautesten Lippenbekcnnt- nifle zum Deutschtum gar nichts. Gleichviel, welcher Klaffe, welcher Partei, welcher Reli- gion jemand angehört: wer den Gegner unsachlich. ungeistig. unehrlich bekämpft, hat kein Recht. sich und seine Art als deutsch zu bc- »eichnen. denn nicht daS Lippenbekenntnis, sondern nur die Leistung ist etwas. waS sich positiv für das deutsche Volk und damit für die Höherentwicklung der Menschheit auSwirkt Alle grohen Deutschen der Vergangenheit haben ihr Deutschtum nur in diesem Sinne ausgesabt. Gs ist unbedingt notwendig, dah wir uns tn den Wahltämplen dieser Zusammenhänge be- wustt find. Die Wahlen werden vorübergehen und wir werden wieder Im Alltagsleben, in der Alltagsarbeit Zusammenwirken müssen: die politischen Gegner werden am gleichen Tisch beisammensitzen. um positive Arbeit zu leisten, Wie soll daS möglich sein ohne Verlust der Selbstachtung, wenn man den Gegner vorher alS .Schuft" bezeichnete und al« ..minderwertig?!" SS werden, wie in jedem Wahlkampf, auch tn diesem viele Gegensätze. 3ntere len und Meinungen auseinanderstoben. DaS ist natürlich und selbstverständlich. Ader fruchtbar im besten Sinne werden sich all diese Auseinandersetzungen mir dann für daS deutsche Volk auswirken. wenn über ihnen dir ^rderung steht: ehrlicher, sachlicher, ritterlicher Kamps I Hellpack über demokratische Politik. Mit einer öffentlichen Wählerversammlung, die den weitaus stärksten Besuch aller bisherigen Wahlversammlungen in Gießen auf wies. — der Cool war voll belegt — trat gestern abend im Ga'ti Leib d.e «Siebener Ortsgruppe tKr Deutschen Demokratischen Partei in den Reichstag-Wahlkampf ein. Der Vctlammlungsle.t Rektor 2 ooS. wie- in feiner DegrübungSanlprache mit Worten der Genugtuung darauf hm. daß der Rame de« RcdnerS, des Spitzenkandidaten. Staatspräsident a. D. Unlversität-pro'effor Dr. Hellpach. >o gezogen habe dab die Demokraten biS jetzt die bestke'uchte Wahlv. r ammlung hätten. Die Wähler mühten, so sagte ber Redner weiter, dafür sorgen, dah ein Reichstag komme, der eine solide Politik mache, die nur von einer dauernden und groben Mehrheit getragen werden könne. Rach einigen für«en Worten her FrauG rein- Offenbach, der dritten Kandidatin der hefsifchen Demokraten, die insbesondere die Frauen zur Wahlbeteiligung austorderte. trat, mit lebhaftem Beifall empfangen, der Spitzenkandidat und Hauptredner LkaatSpräfident a.T Prof Dr. Hkllpach an daS Rednerpult. Dr leitete feine Ansprache mit einer warmen Huldigung für den RetchSaußenmintster D r. Str e lern a n n ein. Sr (Redner) lenke yx Beginn seiner Darlegungen die Ausmerkfamkett der Versammlung daraus, dah nach dem Ablauf der Mitternacht deS heutigen Tage« der 5 0. GeburtS - tag deS ReichSauhenministerS D r. Strefemann. der heute Deutschland politisch vor der Welt verkörpere, beginne. Dem Minister möchte er an dieser Stelle auS diesem versammelten deutschen DolkS- stück heraus die ausrichlizsten Glückwünsche zum Geburtstage auSsprechen. (‘Beifall.) Wer am vorigen Samstag in Heidelberg da« Glück gehabt habe, den Eindruck der beiden weltpolitischen Ansprachen rni zuerleben. die zwischen unserem Auhenminister Strefemann und dem amerikanischen Botschafter Sh u r man auS- Setaufcht wurden, der müsse sagen, dast der .Indruck beim Mithören dieser Reden noch viel mächtiger war alS der au« den Spalten der Zeitungen. Und wer dann irn engeren Kreise beim gemeinsamen Mahle die noch weit eindrucksvollere improvisierte Rede StresemannS gehört und mit Hobe entstehen sehen, der werde In der Fortsetzung dieser Eindrücke und in ihrer Wirkung auf die politische Gesamtlage unseres Vaterlandes am Vorabend deS 50. Geburtstage- StresemannS sagen können: Hier steht ein Mann seit 4' , Jahren in der verantwortungsvollsten und schwierigsten Stellung, von dem eS gewiß ist. dah erst diese neue Staatsordnung kommen und da fein mußte, um einen Mann wie ihn an diese Stelle zu setzen. Es ist kein Zweifel, dah keine Form der Monarchie In Deutschland denkbar ist. In der eine Aussicht für eine Persönlichkeit wie Strefemann bestanden hätte. In diese mit solcher Macht- und Verontwortungssülle auSgestatlcte Stellung zu gelangen. Darin besteht zum Teil auch seine Wirkung auf da« Ausland. Täuschen wir uns darüber nicht! Stresemann Ist im Lichte deS AuSlande« eine volkstümliche Erscheinung gerade in dem Sinne. waS die Vorkriegszeit von sich gewiesen und nicht zu nutzen verstanden hat. 3n seinem Ursprung auS klein- bürgerlichen Verhältnissen und in seinem Einporsteigen au5 eigener Kraft besteht ein Teil deS ersten Erstaunens, mit dem daS Ausland diesem Manne gegenübertritt, und ein Teil des Zaubers, den er heute auf daS Ausland ausübt. ES war die ungeheure Verkennung der Lage In der Welt, dab man bi« an die Schwelle unterer Riederlage bei unS der Meinung war. dem AuSlande könne nur eine ganz ausgesiebte Elite von Politikern auS einer ganz eng begrenzten Schicht, au« der Schicht der allerfemsten Leute, den Respekt abnötigen. den man für untere Außenpolitik für notwendig hielt. Für ihn (Redner) fei e« eine tröstende Tatfache. dah der deutsche Außen- minifter eine sachliche Politik führe, von der grau Hat Goethe als Hausfrau. Don Lenny plcimed, Franlfurl a. M. Da« Doethehou« zu Frailurt am Main — wer immer e« lieht, der erlebt in ehe u richtigem Schauer da« Giebelzimmer, in dem .Götz und .Urfaust" entfta. den. Aber bei aller Ehrfurcht Dor dem genius loci übt doch nicht minderen Reiz au« da« Wohnzimmer mit dem Tisch, der Frau Aja« Itöhliche Ta eirunde I h und mit all 6en Dingen, die den LebenSrahmen dieser be- Siabcten Frau auSmachtcn. Unb mit bellcm ntzücken geniesten alle Besucher ^das Kleinod des Hause«, die Küche ber »rau Rat Goethe Auf Schüsseln und P annem au Töpfen und Tiegeln liegt die Pat, na des!Alters. Wir ehren sie. aber wir fühlen doch den ketzerischen Wunsch, diese Küche einmal wieder blitzen und blinken zu sehen, wie sie einftenS war. Wir möchten da« qu rleibe schaltende Leben spuren. daS sie einst erfüllte. Wir möchten sehen, wie unter dem breiten Rauch ang au* den luftigen Dreifüßen Frau Rat« berühmte E'.erluchen Dior- •eiten und die Schweinebraten schmorten, mit denen sie gern ihre Gäste regulierte. Unsere Phantasie versucht vergeblich, da« Bild der Frau zu formen, die hier regierte und schaffte. Wir kennen die Frau Aja der ^Rärchen- stunden und der festlichen Zirkel, die Frau Rat in der Staatshaube, die Fürsten des Geistes und Fürsten des Blutes m t gleicher Wurde Empfing. Wir kennen d.e Muiter. die das DotteS- Sladen tum ihrer Mutterwürde auskostete wie ine Mutter zuvor. Aber war sie Hausfrau? Gut bürgerlich tuchtiae Hau« rau. wie eS jene Zeit auch von der Tochter de« Herrn Etadt- schultheib Tcrtor verlangte? SS ist überaus ergötzlich, einmal daraufhin ihre und DetttncnS Briefe durchzufehen und dem woh'.vertrautcn Bilde der immer heiteren Lebenskünstlerin neue Züge zuzufügen. Köstlich ist. wie die Junge“ Frau ihren Sonntag schildert. Sie liebt den Sonntag nicht, weil sie die Langeweile nicht liebt. Während die andern in der Kirche sind, geht sie mit Besen, Wischlappen und Leimpsänne umher, um die Schäden der Woche und die allzu wilde Kinder- ftubc auSzuheilen. Die von sich lagt: .Der Glaube an Gott macht mich froh! ' geht nicht gern in die Kirche, .weil der beteilige Prediger gar zu langweilig war'. Wenn f.e aber zur Kirche gibt, .nur den Rachbarsleuten zu 0c allen", bann schweren die De. anlen leicht ab. und sie überlegt, was im Hau« geschehen must .Die filben.en Leuchter sollen mit Kreide und Diannt- wein geputzt werden und die Manschetten auf- gebügclt für die SonntaaShemden. Der Boden muß untersucht werden, ob die Mäuse sich wieder Löcher gebohrt Haden in die Schwarzgerät- kammer. und d.c Wäfchemah.en müssen gezahlt werden, weil sie veri hat waren. Sie will die Borstorf er au« dem Ga. ten vor dem Bockenheimer Tor umlegen, dast sie nicht anftoßen und die leeren Weinflaschen petschieren. dast man den Dieb ertappt, der die vollen lrertrinkt." — Der .jungen" Frau Rat hat nicht viel Ruhe im Blut gesteckt, und e« mag ein lustige« Treppauf und Treppab gewesen fein mit ihr und den Kindern. — Aber wenn die .alte" Rätin schreibt: Mein Leben flieht still dahin wie ein klarer Bach!“, so liebt sie doch bl« in die letzten 3ahre keine langweiligen Tage. So erzählt Bettina, dah die Siebzigjährige an einem Sonntag die Dirnen schütteln lieb von dem Baum, der bei Goethe« Geburt gepflanzt war. wa» immer ein grobe« Fest für sie war. Sie weih Magenfreuden zu schätzen, ober sie hat auch echte Hausfrauen teuden daran, wenn andere Ihre Künste loben. Ob der Prinz von Mecklenburg sich bei ihr in Erinnerung an 3ugenb- freuden einen .Specksalat mit Eierkuchen" bestellt, ob sie Merck mit einer Wclschhahnenpastete tega- llert oder der Herzogin Ama ie selbst gebackene büßquittiger“ sendet, immer fühlt sie guten deutschen HauSfrauenstolz. Mitten im Trubel der Einquartierung 1794 läßt sie sich zur Herzstärkung .Sherkos und Shlenlangc Kreb'e' gut schmecken. — Für gewöhnlich aber gibt e« naie ihr Brüh upp und Stockfisch bringt zum Mittagessen, lehnt sie man wünschen könne, daß sie in dieser Verständigkeit. Kühle und Besonnenheit weitergeführt werde, und dan der Führer her Deutschen Volk Partei ein Kind des Telle« fei. nicht aber ein Abkömmling der allcrseir.sten Leute. S« sei geradezu al« ein lichtvolles Anzeigen zu begrüben, dast dieser Mann an der Spitze der deutschen Austen- Politik au« dem Volke selbst hervorgegangen fei. Zur Behandlung der pr'.it 'chen Hauptpunkte übergehend, bemerkte der Redner, am 22. Mai hät er die Wähler e.nen chirurgischen Sonntag zu vol'z ehen, an dem es gelte, c ne ganze Rethe von Sch. r'xia6luig:n. Er begrüßte die Dev- tret.r der Au fichtsb.Horde. Staats a Dr. Reitz und Reg.-Rat Kuhn, den Re erraten für da- Sparkasfenwesen im h.s i chen Ministerium des Innern, ferner als Düfte den Vertreter des Deutschen Spar assen- und DiroverbandeS, Stadtrat a. D. Iursch (Berlin), bei Ve.stccter des Badischen La deSverbandeS. Oberbürgermeister a. D. Dr ® u g e l m e i e r (Mannheim), den Vertreter des Verbandes Hessen-Na lau-Waldeck, Ober ürgermeister Dr. Blaum (Ha. au). Direktor Wichert (Frankfurt a. otn der Nassauischen La idrSbank. den D.rofior Dr Hetzer von der Frankfurter Spar.ässe von 1822. Bürgermeister Dr. Ahl. Mitglied des Der- bandsvor landeS. entbot der Tagung den Gruß der Stadt Dad-Nauheim und drillte herzlich da ür. daß man unseren Badeort als Tagungsort gewählt. Der Hauptversammlung lag ein ausführlicher gedruckter Grschüftcberlcht über die Tätigkeit d.s Ver andes. wie sein« Ban.a.rstalt, der Hessischen Diro-en- trale, in 1927 cor. der zu reger Aussprache a. regte und genehmigt wurde. Allgemein kann gesagt werden, daß bie hessischen Sparkassen für das Jahr 1927 eine recht befriedigende Fo t- entwicklung verzeichnen können. Die Spareinlagen stiegen um rund 39 Millionen Mark auf 115 Millionen Mark. Damit sind wiederum 27,25 Prozent des Standes von Ende 1913 erreicht. Neben den reinen Spareinlagen war n End' 1927 noch 23 Millionen Mar Girogelder vorhanden. Der Zuwachs an Spareinlagen von annähernd 39 Millionen Mark übersteigt den Vorlri gSdu^chschnitt ganz erheblich und stellt dem S P a r f i n n der Bevölkerung ein glänzendes Zeugnis auS. Von den Spareinlagen war n 6nbe 1927 etwa 53 Millionen Mar. (46 Prozent) in Hypothe en angelegt Für die Förd rung des Wohnungsbaues haben die Spar assen bis Ende 1927 üver 22 Millionen Mar in 5321 Posten zur Verfügung gestellt, also annähernd 20 Prozent der Spareinlagen. Davon entiallen auf Oberhessen 1436 Posten mit einem Gesamtbetrag von über 5 Millionen Mark. Interessant ist es. zu sehen, wie sich die Einlagen auf die einzelnen Sparkassen verteilen und welche Sparquote auf den Kopf der Bevölkerung sich ergibt. Für die oberhesslfche Bezirk»-Sparkasse bringen wir nachstehend einige Zahlen Alsfeld: Spar.inlagen (Ende Dez. 1927) 1 744 856 Mar. Giroeinlage (Ende Dez. 1927) 564 516 Mk.. pro Kopf der Bevölkerung (Spareinlage und Giroeinlage zusammen) 117,73 Mk. (gegen 83,50 Vom Iungdeuischen Orden. * Lauterbach, 8. Mai. Am Samstag sprach im Saale des Gastwirts Defiecke vor mehreren hundert Personen der Pressewart deS Jung- deutschen OrdenS, August Abel, über die Stellung des OrdenS zur deutschen Außenpolitik und zu den Reichstagswahlen. Herr Abel, dec bereits als Journalist Augen- und Ohrenzeuge des FriedensdiltateS in Versailles war und bann später bei den Völkerbundsverhandlungen in Genf und den interalliierten und in.ernationalen Frontlämpfer- versammlungen in Luxemburg und Paris als Beobachter deS Iungdeuischen Ordens zugegen war, hat — wie bereits früher im „Gießener Anzeiger" berichtet wurde — am 9. November v. I. als erster Deutscher eS gewagt, in Paris in einer öffentlichen Massenversammlung im Palais des SocisteS SavanteS gegen daS Versailler Diktat in scharfer Weise Stellung au nehmen und die volksnationalen Mindestforderungen deS Iungdeutschen Or- den- für eine französisch-deutsche Verständigung darHulegen: 1. Die Wiederherstellung der völligen Freiheit unseres Landes von der Besetzung durch fremde Truppen. 2. Wiederherstellung der deutschen Wehrmacht au Lande in der Höhe, die notwendig ist, unsere Grenzen zu verteidigen. 3. Annullierung deS Versailler Vertrage- zwischen unS und Frankreich. 4. Modulierung deS Dawes-Abkommen« in einer für beide Teile günstigen und von beiden Teilen anerkannten Form. 5. Regufierung un'e er Ostgrenze in einem für die LebenSnotwenkugkeit des deutschen Volkes notwendigen Mas c 6. Völlige Gleichberechtigung unserer im Lande des Bundesgenossen, sowie in den südlichen und östlichen Grenzländern lebenden Vollsgenv'sen. 7. Die Beseitigung der Lüge von der Schuld Deutschlands am Kriege. — Hierzu käme noch ein Wirtschaftsabkommen, daS aber nur nach Volks nationalen und volkS wirtschaftlichen Gesichtspunkten abge- fchlossen werden dürste und nicht wie die dreizehn Pakte der de^.schen und französischen Industrie und Hochfinanz, bei denen nur um bte Gewinne der beteiligten Interessengruppen g« ellscht wurde. In spannender Weise erzählte Herr Abel auS kirem reichen Erfahrungsschatz über Vorgänge in der In en- und Außenpol'.tik, die die Parte en dem deu.schen Volle verschweigen. Nach Beantwortung einiger Fragen durch den Redner schloß der Ko ntur der Bauei Oderhesien, Stubienrat W. Schmidt, die aus allen Kreisen der Bevölkerung besuchte Versammlung. leitenden Beamten der inneren Verwaltung in engere Fühlungnahme zu treten und diese persönlich kennenzulerneu. L. U. Don der Landesuniversität. Der Privatdozent Dr. jur. Cisser hat den an ihn ergangenen Ruf als außerordentlicher Professor cn die ilniberfität Tübingen angenommen. Er scheidet in diesem Semester bereits aus dem Verbände unserer Hochschule aus. LU. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 13. Mai, vormittags 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladcn sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Herr Professor Lic. Born komm. ** Geschäftsjubiläum. Die Firma I. Schmücker Nachfolger, Manufakturwaren, Herren- und Damenkonfektlo , kann am morgigen 11. Mai auf ihr 80jähriges Bestehen zurückblicken. Die Firma wurde am 11. Mai 1848 von dem Färbermeister I u g h a r d t gegründet, der damals eine Färberei und ein Manufakturwarengeschäft eröffnete. Nach 15 Jahren ging das Geschäft in den Besitz des Schwiegersohnes, Johs. Schmücker, über, der es bis 311m 1. Januar 1889 führte. An diesem Tage wurde das Geschäft an den Kaufmann Julius Siesel abgegeben, der es bis zum Jahre 1926 betrieb. Im Jahre 1900 wurde das alte Geschäftshaus der Firma Schmücker Nachf. niedergelegt und dafür ein modernes, großzügiges Haus, wie es heute besteht, eröffnet. Am 1 Januar 1920 trat der Sohn des Herrn Julius Siesel, der Kaufmann Walter Siesel, als Mitinhaber in die Firma ein, deren Führung er heute nach dem Ableben des Seniorchefs allein innehat. Der Senior des Hauses und der gegenwärtige Inhaber haben es verstanden, ihrem Unternehmen eine geachtete Stellung in unserer Geschäftswelt zu verschaffen und es zu einem der führenden Branchegeschäfte unserer Stadt zu machen. Am l.Juni d. I. werden von der Firma Schmücker Nachfolger die Lokalitäten der Firmen Lang 8z Wiederstein, sowie I M. Schulhof, außerdem der erste Stock dieses Hauses zur Erweiterung des Geschäftes mit übernommen. Im Parterre des benachbarten Anwesens soll dann eine Schaufensterpassage von 12 Schaufenstern entstehen und im ersten Stock eine Abteilung für Damen- und Mädchenkonfektion geschaffen werden. •• DaS AnlagenkonzertunsererMi- litärkapelle. das in den letzten Wochen wiederholt angekündigt war, schlechten Wetters wegen aber immer ausfallen mußte, konnte gestern nachmittag in der Südanlage endlich gegeben werden und bereitete einem zahlreichen Publikum eine angenehme Nachmittagsstunde. Auch das Maienblasen am gestrigen Abend vom Turm der Iohannislirche aus sand wiederum eine recht zahlreich« und dankbare Zuhörerschaft. *• Aufgelöste Zwangsinnung. Das KreiSamt gibt im neuesten Amtsverkündigungs- blatt bekannt, daß die Liquidation der mit Wirkung vom 1. Oktober 1926 aufgelösten Schneider- Zwangsinnung für den Kreis Gießen nunmehr vollzogen ist. " Adler über Gießen. Im Anschluß an unsere Mitteilung über die Beobachtung Lineals Adler angesprochenen großen Vogels über dem Gießener Stadtwald wird unS von einem Leser mitgeteilt, daß er am Svnntagnachmittag gelegentlich einer Tour nach der Amöneburg aus der Straße hinter dem Dorfe Schroeck gegen 13 Uhr einen großen Vogel fast ohne Flügelschlag kreisen sah, dessen Untergefieder in der Sonne silberweiß glänzte und einen breiten, schwarzen Rand zeigte. Ein Habicht könne es nicht gewesen sein, dafür sei er zu groß gewesen. Der Vogel kreiste ziemlich niedrig. Tine Schar Tauben flog wiederholt auf ihn zu. bis der Fremdling höher stieg und in der Richtung Marburg verschwand. Eine Viertelstunde später habe er einen gleichen Vogel gesehen, der in derselben Richtung geflogen sei. Von einem Leser in Londorf wird uns mitgeteilt, daß er das Tier am Dienstagabend gegen 6 Uhr über der Rabenau zwischen den Dörfern Londorf und Allendorf in etwa 600 Meter Höhe kreisen sah. Das weiße Federkleid an der Unterseite fei deutlich zu erkennen gewesen. Dieser Gewährsmann betont, daß der Flug deS Vogels ein prächtiges Bild für jeden Naturfreund war. •• Sonntagsfonderzug nach Heidelberg. Am nächsten Sonntag. 13. Mai, verkehrt ein Sonderzug 4. Wagenklasse von Marburg aus über Lollar. Gießen, Butzbach, Bad- Nauheim. Friedberg Franfiurt a. M.-West nach Heidelberg. Die Teilnehmer genießen eine Fahrpreisermäßigung von einem Drittel des gewöhnlichen Fahrpreises. Einsteigestationen sind außer den oben angegebenen Stationen noch Nieder- Walcern. Gro'en-Linden. Lang-Göns und Vilbel- Nord Don Wetzlar aus besteht mit dem in Wetzlar um 6.56 Uhr abführenden Personenzug in Gießen guter Anschluß. Der Anschluß wird sowohl auf der Hin- wie auf der Rück ahrt bestimmt abgewartet. Für alle Teilnehmer, auch für die auf den Unterwegsstationen zugehenden, werden bestimmt Sitzplätze freigehalten. Die Ab- lahrt des EonderzugeS in Marburg erfolgt um 6.40 Dorrn., in Nieder-Walgern um 6.53, in Lollar um 7.06, in Gießen 7.23, in Großen- Linden um 7.31, in Lang-GönS um 7.39, in Butzbach 7.51, in Bad-Naubeim 8.04, in Friedberg 8.12. in Vilbel-Nord 8.31 und In Frankfurt a. M.-Deft um 8.41 norm. Teilnehmer von Frankfurt a. M. haben in Frankfurt a. M.-West I Einsteigegelegenheit in den Sonderzug. Der Zug — Der Frauenoerein vom Noten Kreuz für Deutsche über See veranstaltet am kommenden Montagabend als Jubiläumsfeier aus Anlaß des 40,ädrigen Bestehens in der großen Aula der Universität einen Lichchildervvrtrag von Dr. Brenner lWurdhuk), der durch Gesangsvor- trag des Bauecschen Gesangvereins umrahmt fein wird. Man beachte die heutige Anzeige — Dolksrechtpartei. Kommenden Samstagabend im CafS Leid Wähleroersammluna. Es spricht Landtagsabg. Dr. Wolf (Mainz). (Siche heutige Anzeige.) Butzbach: Spareinlagen 2984335 Mk.. Diro- einlage 582 796 Mk.. | ro Kopf der Bevölkerung 189,52 Mk. (140,30 Ml. in 1926); Friedberg: Spareinlagen 3 313 983 Mark, Giroeinlage 1410 514 Mk.. pro Kopf der Bevölkerung 103,54 Mar. (65,20 Mk. in 1926); Gießen: Spareinlagen 6 138 588 Mk.. Giroeinlage 1 39 l 481 Mk.. pro Kopf der Bevölkerung 96,75 Mk. (72,50 Mk. in 1926); Grünberg Spareinlagen 943851 Mar', Giroeinlage 144 254 Mk., pro Kopf der Bevölkerung 58,63 Ml. (37,20 Mk. in 1926): Herbstein: Spareinlagen 707 142 Mk.. Giroeinlage 107 058 Ml. pro Kopf 78.86 Mk. (gegen 46,70 Mk. in 1926); Laubach Spareinlagen 582 107 Mk., Giroeinlage 134 102 Mk.. pro Kopf 99,47 Mk. (M.63 Mk. in 1926), Lauterbach: Spareinlagen 1 532 707 Mk., Giroeinlag' 570 648 War., pro Kopf 105,83 Mk. (72,50 Mk In 1926); Nidda: Spareinlagen 91104’ Mk., Giroeinlage 191 106 Mk„ ; ro Kopf 65,47 Mk. (43 Mk. Tn 1926); Ortenberg: Spareinlag n 528 688 Mk., Giroeinlage 81 851 Mk.. pro Kopf 46 Mk. (26,70 Mar. in 1926); Schlitz: Spareinlaaen 785 424 Mar. Giroeinlage 267 173 M., pro Kopf 197,86 Mar. (124,10 Mk. in 1923); Schotten ©Bareinlagen 556 251 Mk. Giroeinlage 189 102 Mk., pro Kops 65.31 Mk. (50,50 Ml. in 1926), Vilbel: Spareinlagen 1 882 132 Mk., Giroeinlage 322 191 Mk.. . ro Kops 74,01 Mk. (47.40 Mk. in 1926). Soweit die ober'-essischen Dezirksspar- kassen auig.'wrt t habe:., betragen die von der Aufsichtsbehörde festgesetzten vorläufigen Auf- weriungSsätze 15 Prozent, mit Ausnahme von Gießen, dessen Bezir.-sparläs e die ISprozen- tige vorläufig: Au'w^rtung einqe'ührt hat. Vie hessische Girozentrale hat an neuen Gemeinde, re diten in 1927 rund 12,4 Millionen Marl ausgellehm, die damit die Summe von 34 Millio len Mk erreichten. Die Förderung d?S Wohnungsbaues stand auch bei diesen Gemeindedarlehen im Vordergrund. Aus dem Gewinn der Bankanstalt fließen ICO 000 Wk der Sichern ngsrücklage zur Erhöhung aus 700 000 Mk.. 65 000 Mk. dem Pen- sivnSfo.nds und 37 000 Mk eimr Rücklage 2 zu. Vie Ausbreitung des Verbandes. Insgesamt >i d de.n 2ktbatw nun ^öffentliche Sparkassen a geschlossen Diese unterhalten zur Zeit 9 Nebenstellen und 77 Agenturen und Annahmestellen Die RevisionStütigkeit in 1927 ist sehr rege gewesen. wurden doch insgesamt 17 Kassen r.oidi rt u id in bester Ordnung gefunden. Dem scithe.i.en SraatSkommissar, Reg.-Rat Tr Ahl, ist nach seiner Wahl zum Bürgermeister der Stadt Ba>Nautzfi.n Rea.- Rat Kuhn im Ante grsoigt. Tr Ahl wurde für seine hervor.ag-..de Tätigieit im Dienste des Spar aisenwesenS herzlichst gedanll; als Vorstandsmitglied laut cr seine bewährte Kraft auch weiterhin dem Verband leihen. 2ln. die geschäfilichen Dcr-andlungen schloß sich ein b.dmtsamer Vortrag, den Stadtrat a. D Iursch vom Deutschen Sparkassen- und G roverband hielt über das Thema .Die 1t» deutung d r Spar- und Giroorgani- satton für die Wirtschaft". Die sehr lelr.e chen Aussühru igm. die wichtige Däh- run.gs- und Wirtscha ts'ragen beha ideltTn, insbesondere den Au,bau der Sparkassen nach neu* zeitlichen Gesichtspunkten, wurden mit großem Interesse verfolgt und fanden lebhasten Beifall. kommt in Heidelberg um 1022 Uhr an. Die Rückfahrt in Heidelberg wird mit dem Sonderzug um 20.49 Uhr an^etreten. Ankunft in Frank- jurt a. M.-^.est 21.30, in Gießen 23.09, in Marburg 23.49. Sie Fahrpreise betragen, ab Marburg 820 Mk.. ab Rie)er-Da _,em 7.8. Mk., ab Lollar 720 Mk-, ab Gießen 7 Ml., ab Großen-Linden 6.80 Mk.. ab Lang-GönS 6.40 Marl, ab Butzbach 620 Ml., ab Bad-Nauheim 5.60 Mk., ob Sr eaberg 5.60 Mk.. ab Vilbel-Aord 4.80 Mk.. ab Frankfurt a. M.-West 420 Mk., ab ILetzlar 7.60 Mk. und ab Dutenhofen 720 Mk. •• Zur Richtigstellung. In dem Bericht in un'eror D.enstagausgaoe über den Nationalen Mando.inen-Wettstreit in Gießen muß Ls richtig hriß:n: als Preisrichter waren die Herren Wiegand Gernhardt, Wufiklehrer, Gießen usw., tätig. •• Landsturm-Wiedersehensfeier. Das Landsturm Regiment Nr. 20 veranstaltet am Sonntag, dem 13. Mai, in Bergen bei Frankfurt (Main), wo sein III. Bataillon zusammengestellt wurde, eine Wiedersehensfeier. •• Iungdeutscher Orden. Man berichtet uns: Am Sonntag veranstalteten die jung- deutschen Bruder- und Schwesternschafien der Balleien Nas-au und Obechessen eine vom prä- tigsten Wetter begünstigte Maienwanderung nach Dcaunsels. Aus der Umgebung Gießens, aus der nördlichen Wetterau, aus dem Lahntale und den angreiv,c -fien Teilen des Taunus und des Westerwalde^ tra'en die einzelnen Wanderabteilungen gegen Mit.ag in Braun,'els ein. Nach der Besichtigung der Braunlelser Sehenswürdigkeiten re.einigte ein gemülliches Zusammensein im „Solmser Hole" alle Te.lnehmer. Treffliche Ansprachen und fie,empfundene Gedicht- und Liedervorträge legten Zeugnis ab von dem echten jungdeutschen Geiste, der diese Maienwanderung durch die blühende Frühlingsp.acht beseelte. Zu einem langen Zuge geordnet verließen die jung- deutschen Schwestern und Brüder unler klingendem Spiele gegen A3end die gastlichen Mauern des schloßüberraciten Städtchens, um auf den verschiedensten Wegen der Heimat entgegenzustreben. " Neue Frachtbriefmuster. Am 1. Oktober wird die neue Eisenbahnverkehrsordnung mit den neuen Frachtbriefen in Kraft treten. Den Verkehrtreibenden wird deshalb empfohlen, den Bedarf an jetzt gültigen deutschen Frachtbriefen nur bis zum 30. September zu decken. Gleichzeitig wird am 1. Oktober ein neues internationales Frachtbriefmustec eingelührt werden. Nach dem Inkrafttreten des neuen internationalen Uebereinkommens über den Eisenbahnfrachtver- kehr am 1. Oktober ve.lieren die jetzigen internationalen Frachtbrie,« ausnahmslos ihre Gültigkeit. •• Neue Reichswehrausweis« für bie Soldaten Unter Aufhebung aller bisherigen Einzelbestimniungen sind jetzt für die Soldaten, sowie für die Militär- und Zivilbeamten aller Rangklassen des Heeres nach einem vom Reichswehrministerium bestimmten einheitlichen Muster blaue Truppen ausweise geschafien worden, die Lichtbild, Personalangaben und Unterschrift des Inhabers, sowie Unterschrift des Dor- gesehten enthalten. Diese Truppenausweise dienen zur persönlichen ßeaitimation in und außer Dienst. Alle Zivilpersonen, die zur Erledigung ihrer Dienst- und Arbeitsgeschäft« laufend Zutritt zu HeereSgrundstücken haben müssen, erhalten einen braunen Lichtbildausweis. Zur schärferen Kontrolle deS Personenverkehrs beim Reichswehrminister i um, bei den Stäben deS Truppenkommandos, der ^e^ehrskommand und der Kavalleriedivisionen werden außerdem noch Sonderausweise eingeführt, di« allein zum Betreten des Dienstbereiches dieser Behörden be- cechtigen. Außerdem soll nach der neuesten Verfügung der Verkehr von Zivilpersonen, die nur gelegentlich mil tärische Dienststellen oder deren Angehörige besuchen, so überwacht und in De- suchslisten nachgewiesen werden, daß Feststellungen bis zum Verlauf etwa eines IahreS möglich sind. •* Auftrieb zum heutigen Frankfurter Diehmarkt: 1 Kuh, 1011 Kälber, 119 Schafe. 666 Schweine. die Beamten der Provinz, des Kreises, der Polizei und Gendarmerie vorstellen ließ. Nachmittags stattete der Minister der Stadtverwaltung einen Besuch ab und besichtigte dani die Prvvinzial-Pflegeanstalt und die Landes-Heil- und Pflege-Anstalt. Der Zweck der Studienreise des Ministers durch OberhTssen, — er besuchte neben Gießen noch Friedberg, Bad-Nauheim, Sonnenaufgang 4 15 Uhr, Sonnenuntergang 19.38 Uhr. — Mondaufgang 1.09 Uhr, Monduntergang 8.51 Uhr. 1409: Auswanderung der deutschen Studenten aus Prag; — 1686: der Physiker Otto v. Guericke in Hamburg gestorben: — 1778: der englische Staatsmann William Pitt der Sichere in Dayes gestorben; — 1848: der Philosoph Wilhelm Win- deldand in Potsdam geboren; — 1Q69: K mig Piktor Emanuel Hl. von Italien in Neapel geboren; — 1916: der Komponist Max Neger in Leipzig gestorben. xJ ‘jener WoÄenmarktpreise. Ds kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 230, Matte 30 bis 35. Wirsing 40 bi« 45. Weißkraut 25 bi« 30. Rotkraut 40 bi« 45. gelbe Rüben 15 bis 60, rote Rüben 15 bl« 20, Spargel 83 bi« 123. Unter-Kohlrabi 12 bt« 20. Tomaten 150, Zwiebeln 20 bis 25. SchwarzwurAein 60 bi« 93. Rhabarber 25 bi« 30. Kartoffeln 4 bi« 5. Aepfel 12 bi« 25. Suppenhühner 100 bis 123 Pf das Pfund; Käse (10 Stuck) 60 bis 140 Pf. Tauben 83 bis 90, Eier 11 bis 12, Blumenkohl 63 bi« 180, Salatgurken 100 bi« 153, Ober-Kohlrabi 35. Lauch 5 bi« 15 Sellerie 20 bi« 153 Pf. da« Stück; Radieschen 15 bi« 25 Pf. daS Bund. Spinat 20 bis 25 Pf. da« Pfund Vornotizen. — TageSkalender für D 0 nner « tag. Wahlversammlung der e^entrumSpartei 8.15 Uhr im Katholischen BereinshauS. Redner: Reg-Rat Knoll- Darmstadt. Syndikus Dr Burg- b ach «r-Mainz. - Wahlversammlung der S. P D. 8.30 Uhr L'.ebigshehe. Redner: Rechtsanwalt und Nationalrat Dr. S i « l e r • "Dien. Professor Dr. Reinhold Strecker- Berlin. - Agfa-Lichtbildervortrag von Ing W S ü r 1 h - Dresden 8 Uhr Eafs Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Tacon. Die weiße Sllav.n Astoria-Lichtspiele: Harry Piel. copy^1 4-jortl kni W * fffrnlidx aHrrbin« brei Mr Seftel kam W- \ wSr i »n, N 8 toi W lufMlbur 34 hrdf Bünfdltt. lüft bran btr Seit tarn tt ®tgt nc ten. ein und der beffl ist 31 feine » Mn Tod Donß.f önfrirt lichib Dit£a D Ein j Sowie Ki Ün Fj "-HU '»-34 öt). eröilnJ.1** Stzs Sjjfi i "--'n»?! ä r,fö ^Mta. ^°Mig den ftnk 10,11 als Tagung Un0 N ro a* w ’fe^« ’üt ^nd 39 Nlliona -n Lor!. Tanüt W de- etanbtj m d?n reinen Star» noch 23 millitm« ■ ®«r Zuvocht an 39 Millionen QBctt >!chnitt ganz erheb- 'N der Bevölkenma 8. 2on den Sfar» «toa 53 Millionen tn aiylmt. FLr riHJlbml hoben äsrr 22 Milden : Rügung geMl, '* der 6;a.tinla*n. Hessen I4Z6 Pötzen on über 5 Mliiona r?n, wie sich dir An- «.'offen verteilen und topf ter Levölterung fkSpartafie Lniflc Zahlens Ili« H 1927) 17U858 «z. 1927) 561516 M, a ('Spareinlage und 73 M (gegen 83 50 gen. Spareinlagen 13113 Ml, pro n 707 142 Jtt. «* topf WJtäfi ubach Spareinlagen 34102 Ml.. Pro tot 926); ßauUtbafr ■(ssS ;«s8jj f tSZZ i^is^ | ff®** I 'S;-»»- ' JK's'iS ! IJÄt. ixm P--' e- verb°^ ^t. eschlvl!^-.^ Igennttk» (| Uen u^tKei« J II Revlswn^Z. in-. on wurde" if iS*®? i <&Ä . aui •W M ^S,°^°L§ i vieMMüknWellSMm. Vornan von (kdgar Äallace. Copyright by Mlhelm «oldmann. Verhetz. Leipzig 4 Jortleeung *aaoe- lock . Ja, ist es nicht, was mich beunruhig:. Es kann hm sonst erw-s j-geftoßen sein Er beim bet sich Diefleid.t in schlechten fjanben Er zögerte und fuhr da in so r: Ich muh unbedingt eine Ter* Haftung mit ihm Herstellen, nicht bireh sondern durch eine dritte T rson Mit anderen Dorten, ich möd/.e Sie bitte».. Lord Seliorb nach Amerika zu folgen und seine Bekanntschaft zu suchen ohne ihm zu lagen, daß Sie mich kennen ober von mir geschickt worben sind Er reift unter dem Namen John Pierce, er hält sich an jedem Ort nur vor- übergehend auf, und sie müssen sehr sorgfältig nachforschen, wohin er s.ch jeweilig wendet, weil ich nicht versprechen kann. Sie ständig auf dem laufenden zu halten. Allerdings dürfen Sie die Hilfe der amerikanischen Polizei nicht in Anspruch nehmen. Alle», wo- Sie unternehmen, muß ge- schehen, ohne daß er es erfährt ober dadurch belästigt wird. Dir müssen dreierlei feftzustellen oer- suchen. Erstens: ist er eine uncrn)ün|d):c Verbindung eingegangen, zweitens: ist er noch der freie Herr seines Dillen», dritten» wird das Geld, das ich ihm schicke, zu seinem eigenen D rteil verwandt? Er schrieb mir vor einiger Seit, daß er eine ganze Steige von Aktien der verschiedenst n Jnduftriekon A .ne erworben hätte, und einige hat er bei mir hinterlegt Der größere Teil ist sedoch in seiner Hand, und er antwortet mir auf eine Nachfrage, daß er ihn bei einer füdomerikonischen Bank deponiert hätte. Dos ist alle», ma j ich Ihnen zu sagen hätte Wie gefällt Ihnen der Auftrag?" „Es sieht aus, als sollte ich zu einer recht angenehmen Serienreife kommen Wie lange denken eie sich diese Jagd?" „Ich weiß es nicht — es hängt von den ferneiR- Sen Umständen und insbesondere von dem Ausfall hre» Berichte» ab. — Ich verfüge über erhebliche Mittel und kann Ihnen sehr opulente Spesen au»- werfen. Außerdem erhalten Sie selbstverständlich ein angemessene» Honorar " Er nannte eine erstaunlich großzügige Summe. „Wann soll die Neise vor sich gehen?" Der Rechtsanwalt nahm ein Taschenbuch zur Hand und orientierte sich im Kalender. „Heute ist Mittwoch Sagen wir alfo heute in acht Tagen Jetzt ist Pierce in Boston, wohin er sich begeben hat. um im Interelle seines Buches die Geschichte de» amerikanischen Unabhänglgkeilskrie- ge» zu studieren. Er teilt mir aber mit. daß er < > mnuchst nach Jteupon gehen würde, wo ». m dorne6ore Hotel abflc -< wirb.' ..Eine Frage," >agte Dick, al» er sich erhob, „hoben Sie irgendeinen Grund anzunehmen, daß der jungt Lord Seiforü eine ui.erwünschte tierbmüung ringt- gangen ist — mit anderen Dorten, unter seinem Stand geheiratet hat?" „Seinen anderen Grund al» mein argwöhnische» Herz', lächelte Havelock „Denn Sie sein Vertrauen gewonnen haben, und ich bin sicher, faß Ihnen da» gelingt, so bitte ich Sie vor allem, ihm einzuschorfen. daß e» seine staatsbürgerliche Pflicht ist, nach England zurückzukommen und seinen ererbten Sitz im Pairhouie einzunehmen E» »ft eine Sünde und Schande, einen so ehrwürdigen alten Familiensitz, wie Selford Manor, den Ratten zu überlasten Jedenfalls müßte er zurückkommen, um da begraben zu werden", fügte er mit einem beißenden Sar- kosmu» hinzu, dessen befördere Bedeutung Dick erst acht Monate später aufgehen sollte. Die Aufgabe war, um mit Doktor Staletti zu reden, phänomenal, eine serienreife im großen Stil Wo» Wunder, wenn Dick» leise» Bedauern, Scotland Bord verlassen zu muffen, bei dieser angenehmen Aussicht hinschwand Ein eiliger Wind schlug ihm in» Gesicht, al» er auf die Straße hinauetrat. E» »noch neun Uhr sein, die Gegend war wie autgeftorben, fein Auto in Sicht, und so mußte er den Heimweg zu Fuß zurücklegen Al» er seine Wohnung aufschloh, sand er alle» firster und leer. Su (einem Erstaunen war vheenep aenangen Bus dem großen Eßtisch war eine Ecke de» Taseltuches umgesch'agen Dort lagen ein paar Vogen unbeschriebenen Papier» und ein Füll, feberhnltcr. Anscheinend »var Lew mit der Absicht gegangen, noch am gleichen Abend zurückzukommen Aber Dick wartete vergeben» Es war zwei Uhr, al» er schlafen ging, und noch immer harrte er auf ein Lebenszeichen seine» seltsamen Gaste». Am nächsten Morgen sprach Dick in der Bibliothek vor und übergab sein Buch Seine unbekannte junge Freundin begrüßte ihn mit einem verstohlenen Lächeln „Guten Tag, Mr. Sherlock Holme»! Wirklich, Sie imponieren mir. Eonan Doyle ist n d)t» dagegen? Wie haben Sie da» bloß fertig gebracht?" Sie deutete auf da» Buch. „Sehr einfach", lachte er „Ich habe den Hann, den wir beide >n verdacht hatten, zur Rede gestellt und er leugnete auch gar nicht Ctr hotte sehr merkwürdige SorltcOungen von den Gepfiogenheite» einer Bibloth ' " Su einem weiteren Bleiben fehlte »hm eigentiiÄ feder Bo.wand Dem och lauirrte er so geichidi tag er sie. wie sie ihm ziemlich deutlich zu verstehen gab, fast eine Stunde von ihrer Arbeit abhielt „3d) ne riefle England für ein paar Sonate,* wa:> er im Lause de» Gespräche» hm, „und noch weiß ich nicht, wo ich Ich ießi ch landen werde." „Eine Vergnügungsreise?" fragte ste. „Sie man es nimmt" meinte er lästig, -eher wohl auch em 6en,ation»fdm 11» Dougia» Jair> bank»." Sie |ab ihn aufmerksam an. Plötzlich trat ein Blick de» verstehen» in ihre Augen. «Sind Sie vielleicht der Detekttv, der von Sr. Havelock beauftragt ist, meinen verwandten zu suchen?" fragte sie schnell Nun war die Reihe de» Erstaunen» an ihm „Ihr verwandter? Corb Selsord ihr verwandter?" Sie nickte. „Em Vetter im zigsten Grade, eine Verwandtschaft, die man mit dem Fernglas suchen muß Sutter und ich waren vorgestern abend bei Mr Havelock eiraelaben, und er erz hlte un Lord Sriforb» lange Abwesenheit beunruhige ihn setzt so, daß er auf der Suche nach einem Detektiv sei " „flennen Sie Ihren Detter?" _Sle schüttelte den flopf d.Nrin. aber meine Mutter hat ibn al» kleinen Iunaen gesehen. Sein Vater soll ein unleidlicher Mensch gewesen sein. Also Sie werden Corb Salford emfargen? Ich habe doch ridjtig geraten?" Dick nickte „Da» war die traurige Nachricht, die ich Ihnen schonend beibringen wollte", sagte er schalkhaft. In diesem Augenblick wurde ihr Beisammensein unterbrochen Die ersten Leser stellten sich ein, und v>ck blieb nicht» weiter übrig, al» sich nach Scotland 7)arb zu verfügen, um Äapitän Sneed. den er am Morgen vergeben» angerufen hatte, Bericht zu erstatten. Sneed hörte Dick an, ohne ihn ein einzige» Mal zu unterbrechen. (Fortsetzung folgt.) Rollen it» vorhandenen 11 Sorten hinzugekommen. Dadurch können uf den Mittag»ti»d» bringen. Habe gut, machen »att und sind nicht Rollen zu IM g für 6 Teller Sappe jedesmal eine andei probiert ? Wir Jubiläumsfeier des Jrauenvereins vom Hofen Kreuz für Deutsche über See Montag, den 14. Mai, abends 8 Llhe, in der Großen Aula der llnioerfität: «tmd Nchibildervorirag Dr.Srenner-lömbfjuf: DieLage des Deutschtums tnSüdwestafrtka Schlußchor: „Das Volk" von H. Heinrichs, vorgelragen v. Sauerschen Gesangverein Eintritt 50 Pf. Vorverkauf bei (lhallier. Lichtspielhaus Heute Premiere Heute Auf der Böhne: ???Tacon ??? Außerdem da» große Filmprogramm: xl a.: Die weihe Sklavin Ein Sittenjrem&lde aus zwei Welten in 6 Akten. Sowie Die neueste Ufa-Wochen sch au hemnächet: König der Könige bin Film der alle» bisher Dageweiene übertrifft. Astoria-Lichtspiele Harry Piel 4767c Vruchachen aller Att XÄVZ'S »Ir Srüdl'lcdr Unloertztäts vrnck'r.l. R. kanqe tHießrn Sdniltr 7 Hier hilft nur „XeßeiDohV das beste Mittel gegen Hühneraugen und Hornhaut Blee dose |S Pflasteri 75 Pf. Lebew ohl-» oUbad Kegen empfindlich ■ Füße n. b ußschweib, Scbnchiel et Brtderi 5U PL erbaut in Apotheken u. i ro_- Sicher zu haben Hell«.-Crae. les» aislenbert, Seitenweg «Sa. 8. Nell, MwteBplate-Dtm* 1. leiitalt-Dro^., 0. WlPterhoH, Drog., Kreuxplatz 510. [2349A Landwirte! Bei Anschaflima von 47101) Grasmähern «ordern Lie von Ihren Händlern nur die neuesten Rücknoh-Bordetivaarn von dein alleinigenHeriieller L.Chr.KeB er \iedcr-Mörlen (Oberhra-en) Gartenkies alle Sorten billigst C. 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Mai 192Ä 3 Evangelisches SchwestcmhauS i L Hol nv Nilch 1 Ritter Cuh in und Ur 5'1 ri- te 24 { da« Thema der Jett-Volks-Mission am Schisfenberger Weg heute abend >'/. Uhr. 03691 11', Uhr. im Viebin-Vlufeum l Dönc SV F 9 s»' _ 0<<’^xd«3 - Ä '..5® •ue. aO xU«6'6'*^ - MW ae ^.60 pt\tna ‘ 6 3 15, geV\c' o ?5- a U 9 n^C q5' •' S*. 96 iiOv 3 Prozent Rabatt! Zum richtigen Gelingen des Galats empfehlen wir: Deri. Vie Itabatimarfen 3 Pfund Mark 0.M 3 Stack Mark 0.46 3 Stück Mark 0^0 Fröhlings Fröhlings Fröhlings feinster Tafelefsig feinster Weinessig per Liier Mark 0.96 per Liier Mark 1220 per Liier Mark 1.60 per Liier Mark 0.16 per Liier Mark 0.40 SaiatSi. Tafelöl.. ©efiimöl Tteue si-ilianische ftartoffeln la Matjesheringe Marinierte Leriuge in Milch-Same Oelfarhinen in feinst. 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Mai Am Sonntag unter» nahm ber Zweigverein Laubach des Dogeisberger Höhenclubs einen Fa - milienauSflug durch blc herrlichen Waldungen auf ber Ttorbfclte unseres Städtchens nach bem Im anmutigen Tale des SeenbachS gelegenen Dorfe Lorbenbach Tk Führung ber zahlreichen Wanber'char hatte Dr. Wachtel übernommen. In Lardenbach gab Prvf Dr. R oeschen einige geschichtliche Mitteilungen über diese- Dors unb das unmittelbar angrenzende alte Gericht Ober-Ohmen. Lardenbach wird bereits (als Larbach) in einer Urkunde des Kloster« Lorsch vom 5. Rov. 776 genannt, wo ein Egllbert unb eine Hiltrubls je acht Morgen Landes jener Abtei vermachen. Wir können also hieraus auf einen verhältnismäßig recht frühen Anbau der Lardenbach« Gemarkung schließen Direkt an das Dors Lardenbach grenzt das Dors Klein-Eichen, nur getrennt durch einen alten Grenzgraben, der hi« daS solmsische und riebesellsche Gebiet scheidet. DaS alte Gericht Ober-Ohmen, bestehend aus Oder Ohmen, Ruppertenrod. ilnterleibertenrob, Zellbach unb einem Tell von Wettfaasen, gehörte ursprünglich den Dynasten von Eppstein, kam nach deren Aussterben 1535 an daS Erzbistum Mainz unb wurde 1612 von dem Freiherrn Riedesel erworben. Rach dem Vortrag besichtigte man noch das kürzlich sehr geschmackvoll wieberhergestellte Kirchlein von Kletn-Eichen das der Kirch« von Groß- Eichen eingepsarri ist. § Ulrichstein, 9. Mai. Unter lebhafter Anteilnahme fast der ganzen Einwohnerschaft feierte am Sonntag der hiesig« Männer- gefangoereln fein 30jährlaes Stiftungsfest. Am Vormittag fand nach kern Gottesdienst, an dem b« Verein geschlossen teil» nahm, in der Kirch« eine schlichte Feier statt zur Weihe ber dem Anbenken an blc fünf Im Weltkrieg gefallenen Mitglieber beS DerclnS gewibmeten Gedenktafel. Zwei vom Derein vorgetragene Lieb« umrahmten bie Frier, die auf die zahlreich« Gemeinde einen Hefen Eindruck macht«. Der Ort-geistliche hielt bie Weiherede unb nahm bie Weihe ber künstlerisch sehr schön auSgesührten Gebenttasel vor. bie er sodann bem DereinSvorsitzenden, Fritz Appel, üb«- reichte: bies« gab sie mit tles empfundenen Worten bem Vereinswiri Behr mann weiter, in bessen Saal fie einen würdigen Platz finben soll. Am Abend sand im Saal des Gastwirts G. Groh zur Feier des Tages ein Konzert mit sehr reichhaltigem Programm statt. Die einzelnen Stücke waren vom Dirigenten Wilhelm Daupert technisch glänzend eingeübt und wurden uni« sein« schwungvollen, zielbewußten Leitung ausgezeichnet vorgetragen, so daß die Stunden biS Mitternacht wie Im Flug vergingen. In später Stunde wurden noch einige Begrüßungsansprachen mit den zahlreich erschienenen Vertretern der Bruder- und Nachbarvereine auSgetauscht, u. a. sprachen ber Tor» sitzenb« bes Vogelsberger Sängerbunbe« unb der des Männergesangverein- Schotten, bie beibe bem Iubelverein zu seinen Leistungen sowie zu seinem beutlich erkennbaren Wachstum herzlich Glück wünschten. Nach Verleihung ein« grifh«en in ihrem Hanbeln. stolz auf ihr bürgerliches Gesicht. Der Main floß an ihren grünen unb blauen Glasscheiben vorbei. In ben Wäldern, im Steigerwald, im Spessart, in ben Hahbergen waren die Wilder«, bie Jäger unb Iagbpirscher. mit Holzgesichtern, sehnigen Beinen, zerzausten Bärten unb heißen Dogelaugen. In den dunklen Wäldern gingen sie zugrunde: auf ihre Grabkreuze hockt sich Im Wmt« der schwermütig: Kolkrabe. 3m Herbst waren sie ton einer fiebrigen Unruh«. Der Wald kam in ihr Blut. Ich weiß, daß es einen weißen Main unb einen roten Main albt. Rot, wie seltsam, dachte meine Knabenphai'.tasie. Die Quell« ber we.ßen Ab« ist erbärmlich: sie schießt wie ein Nein« Drunnenstrahl auS einem Waldberg, ben sie ben Ochsenkopf nennen. Am roten Main, ben ich mir rot wie Blut dachte, war ich noch nie: unter Felsen des sog mannten GottesfelsenS, irgendwo Im fränkischen Jura steigt die Quelle herauf. Der Main ist ber Fluß ber Flöh« Er ist ber Fluß der alten Steinbrücken, der Brückenheiligen. der Wallfahrtskirchen, der Rönnen» Höft«, ber süßen Apselalleen. der Kilianstatuen, ber weißen Kalkhügel, ber Weinberge, der triefenden Sandschöps« unb d« goldenen Weizenglut. Mir ist manchmal, als röchen meine Hände nach Fifchen, denen wir im seicht«, Schilfdickicht mit grausamen Knabenhänben nachgingen. Mir ist manchmal, als hinge in mein« Haut ein Duft ton Wein, vor Menschenaltern haben ihn Hände b« Ahnen aus der Kelter gepreßt. Von Kulmbach hab« ich viel« Bierfässer in ber Erinnerung, von Bamberg bk dunkle Dome glode, von Ochienfuri einen alten verschwärzten Turm, von Kitzingen einen heiteren Garten, von Würzburg eine zarte Riemenschncidergestall, von Gemünden eine verfallene Burg, von Dettelbach den Kttzenschrin um die ©nabenmabonna, von Lr»hr daS Rauschen des Waldes, von Miltenberg einen gnädigen Brunnen, von Klingenberg einen Ärug voll Wein, von Eschemdorf bie goldenen Zeilen der Trauben, von Ddertheim bie blühenden Ufer, von Staffelstein eine rote Wallfahrtsfahne, von Schloß Danz einen unterirdischen Mönch. — DaS hat nichts zugedeckt und vergessen gemacht. kein Meer unb keine südlich« Insel, nicht bie Segel der Adria und nicht die Gondeln Deneblgs, keine Frau unb kein Wald tn Sibirien. Es ist die Heimat. . . . Anzahl von Diplomen für 25jährige oder sogar 3vjährige Mitgliedschaft kam auch der Tanz noch zu seinem Recht und hielt bis in die frühen Morgenstunden die fröhliche Gesellschaft zusammen. ± Köddingen, 9. Mai. 3n unserem Dorfe war in der Osterzeit eine Maserneptde- m i e auSgebrvchen, die bald solche Formen an- nahm, daß man gezwungen war. die Schute auszusetzen und auch die Konfirmation zu verlegen. Die Epidemie ist nun erloschen. Infolgedessen konnte am letzten Sonntag die Konfirmation mit einer Verspätung von drei Wochen gehalten werden. Auch die Schule hat wieder ihren Anfang genommen. - Das große Sängcrsest, daS hier am 9., 10. und 11. Juni gefeiert werden soll, sängt an. jetzt schon seine Schatten vorauszuwerfen. Ueberall sieht man Schindler und Anstreicher bei der Arbeit, die die Häuser anstreichen, um ihnen ein neues, testliches Kleid zu geben. Starkenburg. Darmstadt, 8. Mai. Hier fand eine stark besuchte außerordentliche Generalversammlung der Deutschen Bau- und Sied- lungSgemeinschaft in Darmstadt statt, die den bisherigen Vorstand in seinem Amt erneut bestätigte. Der in seiner Gesamtheit zu- rückgetre^ene alte AussichtSrat wurde durch Deu- wahl ersetzt. 3hm gehören künftig an: Bart- maniij Reg.-Rat. Bad Homburg; Dill- schneider, Laurentius, Merzig an der Saar: Greiner, Otto, Kaufmann, Leipzig: Heß, Friedrich, Kaufmann, Rheingönnheim: 3ulh, Josef, Reichsbahningenieur. Reust: Keßler, Karl, Beamter, Freiburg i.Br.: Koster. 3o- haunn, Rektor, Hochheim am Main: Walther. Otto. 3ustizinspektor, Darmstadt; Werner. Prof. Dr., Butzbach. M. d. R. und M. d. L. Die gute und sachliche Arbeit des Vorstandes, die eine günstige Weiterentwicklung gewährleistet, wurde insbesondere vom Bevollmächtigten des Raiffeisen-Revisionsverbandes festgestellt und anerkannt. Allen Ausstreuungen entgegen wurde der feste Wille zu weiterem Zusammenhalten immer wieder betont. 45. Verbandstaq des RheimMainifchen Gastwirteverbandes. WSR. Darmstadt, 9. Mai. Der 45. Der- bandStag des Rhein-Mainiscken Gastwirteverbandes, mit dem diesmal da« 45. Stiftungsfest der Gastwirteinnung Hessens verbunden ist, hat gestern in Darmstadt statt- gesunden. Als Vertreter des Ministeriums des 3nnern wohnte Regierungsrat Mo r new eg. für die Provinzialdirektion Regierungsrat Blumes, für die Stadt Darmstadt Bürgermeister Mueller, für bas Polizeiamt Assessor Dr. Bernauer den Verhandlungen bei. Der Präsident des Deutschen Gastwirteverbandes, Köster, Berlin, hielt einen Vortrag über die Auswirkungen des Weltkrieges auf die Welt- und Rationalwirtschast. Dann sprach Syndikus Dr. Mattern über die Lage des Gastwirts- aewerles im Volksstaat Hessen, die er für die Zukunft als außerordentlich bedrohlich darstellt. Er wandte sich in seinem Reserat besonders gegen vle Errichtung von Gaststätten durch die öffentliche Hand und gegen die Getränkesteuern. Eine ganze Relhe von Anträgen wurde nach teilweise recht stürmischer Debatte angenommen, darunter «r,c vauf Aufhebung der Feierabendstunde. Die Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten ging glatt vonstatten. Als Ort der nächsten Tagung wurde Oppenheim gewählt. Preußen. Alrciö M llurg. ■ r & u r 8- 8- Mai. Nachdem wir vor emigen Tagen die Zahl der Studieren- den an der hiesigen Universität zum Sommersemester 1928 erstmalig 3000 erreichte, beträgt fie nun am Schlußtag der Immatrikulationen t ns gesamt 3401 (gegen 2565 im letzten Win- terfemester. 3m 3ubiläumssemester waren es 2906 C^uöicrcn^ darunter 434 Frauen. Dem Ge- nach s.nd es 2807 Männer und 594 G* hu 5LUMblC einzelnen Fakultäten verteilen !$L»L lvie folgt: Theologen 305 S 17 SÖ 3 Juristen 922 Männer und 17 Frauen. Mediziner 604 Männer und 79 Frauen. Philologen 976 Männer und 485 Frauen. V R o r d e ck, 8. Mai. Die Vorbereitungen zu den 6a nahier stattfinde^- u 6 e r s c st sind m vollem Gange. Alle A^ousschüsse sind eifria an der Arbeit, um ^ltgästen schöne Stundet und Festtage zu bereiten. Es haben sich 2 5 Vereine angemeldet. Kunst und Wissenschaft. Eröffnung der Großen Berliner Kunstausstellung. Die Große Berliner Kunstausstellung. veranstaltet von dem Kartell der Vereinigten Verbände Berliner Künstler, ist am Mittwoch unter zahlreicher Beteiligung feierlich eröffnet worden. Sie umfaßt vier Abteilungen: Gemälde, Graphik. Bildwerke und Baukunst und enchält weit über 2000 Ausstellungsnummern. Der Präsident der Ausstellung. Eugen Spiro, begrüßte die Anwesenden, insbesondere den schweizerischen Gesandten Dr. R ü f« n a ch t . den Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Ministerialrat Dr. Gall, sowie die Vertreter anderer staatlicher und städtischer Behörden. Die KartellauSstel- lung verglich Herr Spiro mit einem Parlament, in welchem alle politischen Richtungen in einem Raume vereinigt seien und sich dabei bemühten, sich miteinander zu vertragen, vielleicht ohne sich gegenseitig zu verstehen. Zum Schlüsse seiner I Ausführungen machte der Redner besonders auf di« graphische Kolbektion der Schweizer Künstler aufmerksam, ferner auf die retrospektive Kollektion von Eduard Gärtner (1801 bis 1877), dessen Altberliner Stadtansichten besonderes 3n- teresse erregen dürften und endlich auf die Ausstellung des Lebenswerks des 60jährigen Architekten und Professors Peter Behrens. 3m Ramen des von Berlin abwesenden Kultusministers Dr. Becker sprach sodann Ministerialrat Dr. Gall der Ausstellung die besten Wünsche auS und erklärte sie für eröffnet. Ein Rundgang durch die zahlreichen Räume der Ausstellung schloß sich dem EröffnungSakt an. Gesellschaft für deutsches Schrifttum e. D., Berlin. Ilm die bedeutsame Arbeit der Gesellschaft zu fördern, haben sich ihr in letzter Zei. angeschlossen: Hans Franck, Hans Grimm. Gerhart Hauptmann, Waller v. Molo: Alfons P a q u e t, Karl Schönherr, Henn. Stehr, Eduard Stucken, ferner: Friedrich Kahßler. Max v. Schillings, Reichskanzler a. 'S). Dr. Luther, Oberpräsident z.D. August W innig und Domkapitular Johann Leicht, der Führer der Bayerischen Volkspartei. Händels „Judas Makkabous" in Finnland. 3n Finnland wurde Händels »Judas Wat - kabäus", von dem Marburger Extraordinarius für Musikwissenschaft Pros. Hermann Stephani für eine praktische Ausführung bearbeitet. zweimal im Hinblick auf die zehnte Wiederkehr der Befreiung des Landes zur Auf- führu: g gebracht. Das Werk ist gegen 500 Wal in der Stephanischen Bearbeitung im In- und Auslande aufgeführt worden. Wirffchast. Oie Reichsbank An ang Mai. Der Ausweis der Reichsbank vom 7^ M a i zeigt einen Rückgang der gesamten Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 275.7 Mill, aus 2414,9 Mill. Mk. 3m einzelnen haben abgenommen die Bestände an Wechseln und Schecks um 212,5 Mill, auf 2280.4 Mill. Mk., diejenigen an Lombards um 63.5 Mill, auf 39.2 Mill. Mk Die Anlage in Effekten ist mit 94,0 Mill. Mk. weiterhin nahezu unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 196.7 Mill. Mk. auS dem Verkehr zurückgeflossen. und zwar hat Nch der Umlauf an Reichsbanknoten um 170,5 Mill aus 4238,9 Mill. Mk., derjenige an Renten- bankschemen um 26,2 Mill, auf 583,2 Mill. Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen auf 42,5 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zei- 9™ mit 460,5 Mill. Mk. eine Abnahme um 97,3 OHvU. Mk. ®Bestände an Gold und deckungs- sähigen Devisen zusammen sind mit 2238.4 Mlll. Mk.. im einzelnen die Goldbestände mit 2040,9 Mill. Mk.. die Bestände an deckungs- sahig-en Dcvi'en mit 197,5 Mill. Mk. ausgewiesen. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 46.3 Prozent in der Vorwoche aus 48,1 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfäh-ge Devisen von 50,1 auf 52,8 Proz. Die voraussichtliche Erhöhung der Eisenpreise. . Gestern fanden im Reichswirtschaftsministerium in Berlin Verhandlungen über die Frage der ^'^^'^^^böhung statt. Wie die „Deutsche Bergwerkszeitung" hierzu berichtet, ist mit einer Preiserhöhung für Walz- erzeugnisse sicher zu rechnen. Die Verkaufs- verbände haben in einem am 8. Mai an das Reichsarbeits- und das ReichSwirtschaftSmini- sterium gerichteten Telegramm die durch den Kohlenschiedsspruch zu erwartende Verteuerung t-er Selbstkosten mit 2 Mk. für Stabeisen, mit 1,50 Mk. für Formel len und Schienen, sowie mit 3 Mk. für Blöcke angegeben. Reuer- dings spreche man von einer bevorstehenden Erhöhung um durchschnittlich 2 biS 2,50 Mk. pro Tonne. Da eS sich hierbei um eine sehr schnell aufgestellte Ueberschlagsrechnung handle, glaubt das Blatt, daß man die Rechnung noch nachträglich abändern müsse, wahrscheinlich eher nach oben als nach unten. Voraussichtlich werde sich die Erhöhung im Durchschnitt um 5 Mk. herum bewegen Auslandanleihen deutscherStädte. Die Beratungsstelle für Auslandkredite befürwortete in ihrer gestrigen Sitzung den Antrag deS Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, im Saufe der nächsten Zeit eine Sammelanleihe deutscher Städte in Höhe von ungefähr 17,5 Millionen Dollar an den Auslandmarkt zu bringen. Die Beratungsstelle wird dafür Sorge tragen, daß alle die Städte, die im Rahmen der Anleihe der Girozentrale zu berücksichtigen sind, anteilmäßig nach Maßgabe der von der Beratungsstelle befürworteten Beträge an dem Erlös der Anleihe teilnehmen. Ferner befürwortete die Beratungsstelle die alsbaldige Ausgabe von Anleihen der Städte Berlin und Frankfurt am Main. Die Feststellung der endgültig den Städten im Rahmen der Anleihe der Girozentrale zufallenden Beträge und die endgültige Feststellung der auf Berlin und Frankfurt a. W entfallenden Beträge ist noch Vorbehalten. Für den Herbst ist die Ausgabe eines zweiten Teils der Anleihe des Deutschen Sparkassen- und Diroverbandes und die Ausgabe einiger weniger Einzelanleihen großer deutscher Städte vor- gesehen. * Preußische E l e k t r i z i t ä t s - A. - G. Der Geschäftsbericht für das erste, neun Monate umfassende Geschäftsjahr 1927 schildert die Vorgänge bei der Zusammenfassung der Elektrizitätsinteressen des preußischen Staates. Die Erwartungen, die die Gesellschaft an die Zusammenfassungen geknüpft hat, haben sich schon heute bis zu einem gewissen Grade verwirklicht Die allgemeine Aufwärtsbewegung der Stromabgabe hat sich bei der Ge'elllchaft in einer 24prozentigen Steigerung deS Absatzes ausgewirkt. Gs ist Vorsorge getroffen, daß auch die zu erivartende weitere Steigerung glatt ausgenommen werden kann. Die Unternehmungen, an denen die Gesellschaft maßgeblich beteiligt ist, haben sich weiter günstig entwickelt. Die Verwaltung sieht daher in Anbetracht der ebenfalls fortlau'end günstigen Entwicklung des Unternehmens im lausenden Geschäftsjahr und der stetig steigenden Einnahmen aus der Stromabgabe mit Zuversicht in die Zukunft. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Detriebsüberschuß von 6,38 Millionen Mark auS und schließt nach Absetzung der Handlungsunkvsten von 0,44 Millionen, Versicherungen 0,11, Zinsen 0,15 sowie Zuweisung von 3,13 Millionen Mark an den Erneuerungsfonds. mit einem Reingewinn von 2 580 965 Mk. ab. von dem 2,4 Millionen gleich 4 Proz Dividende verteilt, 0,1 Mill. Mark dem Sozial- sonds zugewiesen und 0,08 Millionen aus neue Rechnung vorgetragen werden sollen Die Erträgnisse des abgelausenen Jahres sind in der Hauptsache zur inneren Stärkung des Unternehmens bestimmt. Frankfurter Börse. Frankfurt, 10. Mai. Tendenz: Still. Obwohl sich an der gestrigen Abendbörfe eine kleine Erholung durchsetzen konnte, eröffnete die heutige Börse in stiller Haltung. Die Spekulation übte im Zusammenhang mit der bevorstehenden Medioliquidation größere Zurückhaltung. Das Geschäft bewegte sich in den allerengften Grenzen. Auf der anderen Seite regte die weitere, wenn auch nur kleine Entlastung des Reichsbankinstituts, und die Möglichleit, daß der Sah für Tcwesgeld unverändert bleibt, die Börse etwas an. Für einzelne Werte bestand von Aus- landseite weiter etwas Interesse, so daß die Kurs- ^üricklung, da auch die Spekulation verschiedentlich Abgaben vornahm. gegenüber der gestrigen Abendbörse nicht einheitlich war. An der Spitze der bevorzugten Werte standen Siemens mit plus 5 Prozent. Hierin kamen auch im Verlause größere Umsätze zustande. Stärker angeboten waren dagegen AEG. mit minus 2,25 Prozent. Licht & Kraft und Lahmeher mit je minus 1 5 Prozent und Ge^ürel bis minus 2.5 Prozent 21m Farbenmarkt lagen I.-G -Farben bis 0,75 Prozent schwächer, während Scheideanstalt 1 Prozent und Th. Goldschmidt 0.75 Prozent anziehen konnten. 2m Montanmarkt waren Kursverluste bis zu 1,5 Prozent zu verzeichnen. Gelsenkirchen lagen dagegen etwas lebhafter mit plus 4.75 Proz. verlangt. Am Bankenmarkt konnten Reichsbank mit plus 8 Prvz. kräftig an- riehen. Auch Metallbank waren im Einklang damit lebhafter verlangt und 2 Proz. gebessert. Danatbank minus 1,5 Proz. Zellstoffwerte gut behauptet. Von Bau Unternehmungen 'Davß & Frey tag pluS 1.5 Prozent. Autowerte vernachlässigt. Rur RSU lagen 3 Prozent fjöfjer 3m Freicerkehr hörte man von den amc* panischen Werten Enka mit zirka 81.25 Dollar. Victor Tolking 103 und Bemberg B-Shaer 159.50 Dollar. Am Rentenmat^t war da- Geschäft still. Deutsche Anleihen fast ohne Geschält. Ausländer ebenfalls kaum Geschäft. 3m weiteren Verlaufe beschränkte sich das Geschäft nur auf einiac Spezialwerte Auf Glatt- stellungen der Spekulation waren I.-G.-Farben minus 1.5 und Gessürel mit minus 1 Prozent stärker angeboten. Der Satz für Lagergeld blieb mit 6 Prozent unverändert Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Twllar 4.1796. gegen Plund 20.403. London gtnen Kabel 4.8865. Paris 124.02. Mailand 92.60, Madrid 29.08, Holland 12.0975. Scrlinci Börse. Berlin, 10.Mai Immer wieder macht fleh der nähernde Medio bemerkbar und läßt kein größeres Geschäft auskommen. Wie in den letzten Tagen, so ist auch heute das AuS< Ian b in seinen alten Favoriten Käufer während die Börse selbst eher zu Glattstellungen gezwungen ist und daS Publikum sich ebensallS reservtert verhält. Die japanisch Abt« Saturn 9 5. j 10. S. Datum: e. 5. «7.5 15« I6U , 157.5 15t.5 18.25 150.85 152 n.i 77,9 30*.5 95,5 4 4 119,75 27.13 27.4 87,5 99.6 97.6 8,05 13,13 13.25 ( 13,03 6.75 81,75 8V.3 80.3 90 150 HO 189.75 Baute otra 113,19 «7.6 120 189.5 147,5 51.75 18.5 51 8 18.5 •64.V 2Z1.5 s IC F. r !< 0 c 306 5 ZVI 104.6 376 328 ' «18 6Ot 30* 203.75 I u 0 o V I 62 65 421.5 134 29.76 I M 75 94.75 131.5 |J4,5 m <05.25 120.< H9 75 <9.9 49.75 127. rn 5 161.V 14U I45.&> 465,75 184 -76 164.v 461 162.25 219 135 35 164.75 220 220.65 160 5 140 146.5 4b6.5 183.75 <75,5 164 75 133 IW 148 tl 37.25 1.9 13,13 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. H Telegraphische ‘3 u « » a b l 0 n g. b».w 11.35 72 80 '99 25 88 137 TTS" SN.ti 111.76 ».349 DblUvv Holnnann . . . Ödbtlbtraer Cement . . teuren Werlitabt .... ii'anö ± ftreitao • • . rtbultüets Pahenhoser. Dftroerte........ ver. WamQoff..... tWmtxrfl......... Jfflfto tBnlbM. . . ienfto« Hfcbaifenbura . 1 borlott nburner Taster cffaiur <*a8 . . ... Tdünler Motoren.... Temao »bltrroerfe Sletxt. . . . 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