Nr. 60 Erster Blatt 178. Jahrgang Samstag, (0. Mürz 1928 B^Fbn ? Pans C .■rS4. 7 T- O | Mer fein ganzer Wortreichem hilft Loch nicht darüber hinweg, daß trotz aller Rechtfertigung ein Rest, zu tragen peinlich, übrig bleibt. Gewiß hat Preußen in manchen Beschwerden, die es an die Adresse des Reiches richtete, formell das Recht auf seiner Seite gehabt. Sie A r t aber, wie von der preußischen Regierung, und zumal vom Ministerpräsidenten, die Ansprüche verfochten wurden, machten aus dem formellen Recht ein moralisches Anrecht und mußten außcrhaÜd der engeren Weimarer Koalition den Eindruck erwecken, dah nicht sachliche, sondern politische Gründe für das Vorgehen Preußens ausschlaggebend gewesen sind. Das ist auch in der Aussprache von verschiedener Seite unterstrichen worden. Lind wenn die Beziehungen zwischen Preußen und dem Reich kaum mehr als normal sind, dann liegt die Schuld dafür wesentlich auf preußischer Seite, weil die Sozialdemokraten hier den Hebel glaubten ansehen zu können, um die Deutschnationalen im Reich aus der Regierung zu drängen. Die Reichspolitik -es Kabinetts Braun. Berlin, 9. März. (VDZ.) Der Preußische Landtay ging sofort über zur zweiten Lesung des Haushaltes des Staatsministeriums und des Münster- Präsidenten. Mit der Beratung ist u. a. auch eine deutschnationale Anfrage über den Reichsratsbeschluß auf Streichung der ersten Rate für den Neubau eines Panzerkreuzers verbunden. Abg. Steinhoff (Dn.) erklärt, in der Frage des Panzerkreuzers gibt das Verhalten des Ministerpräsidenten Anlaß zu schwerer Kritik. Er hat geäußert, daß es nicht zu- trcffe, daß es sich um die Sicherheit von Preußen hierbei handele. Er hat aber auch ausgesprochen, daß wir Deutsche nicht verpflichtet wären, in unserer Wehrhaftigkeit so weit zu gehen, wie es die Gegner im Versailler Vertrag erlaubt haben. Das ist e.ne vom deutschen Standpunkte aus gesehen unerhörte Ansicht. (Anhaltende Unterbrechungen.) Diese Ansicht stimmt auch nicht überein mit der der Reichsregie-- rung. Mmsterpräfident Braun: Meine Darlegung im Hauptausfchuß, dah wir wohl berechtigt sind, unsere Rüstungen bis zur Grenze des Versailler Vertrages auszubauen, dah wir aber nicht verpflichtet sind, dies in allen Einzelheiten auch zu tun, ist von dem deutschnationalen Vorredner als eine unerhörte Stellungnahme erklärt worden. Ich befinde mich dabei in einer sehr guten Gesellschaft, und zwar in der der Reichsregierung. 11. a. wird ja im Versailler Vertrag uns auch der Bau von zwölf Torpedobooten zu 800 Tonnen und von weiteren fltrölf Torpedobooten zu 200 Tonnen konzediert. Die Reichsregierung hat aber erklärt, sie werde die letzten 12 Torpedoboote nicht bauen, weit sie nicht zweckmäßig sind. Was die Frage angeht, ob es zweckmäßig" fei. ein Panzerschiff in der Größe von 10 000 To. zu bauen, so ist jetzt wieder bei den Beratungen im Reichstag zum Ausdruck gekommen, dah noch vor zwei Jahren der Ehef des Admiralstabes erklärt hat, dah der Bau von Panzerschiffen zu 10 000 Tonnen vollkommen unzweckmäßig sei gegenüber be t erheblich größeren Panzerschiffen der anderen Seemächte. Es fragt sich nunmehr, unter welchem Einfluß diese Auffassung der Marineleitung sich gewandelt hat. Die preußische Staatsregierung ist noch heute der gleichen Auffassung, die sie gemeinsam mit der Marineleitung schon vor zwei Jahren hatte. Wenn die Zivilverwaltung während des Krieges etwas mehr Courage gehabt hätte gegenüber dem „Geist der Militärverwaltung", dessen Intelligenz sich noch jetzt in ei er merkwürdigen Weise bei Herrn Luden- dorff äußert (Sehr gut! und lebhafte Zustimmung links) dann wäre uns gewiß manches erspart geblieben (Erneutes sehr richtig! links). Daß auch jetzt noch durchaus die Auffassung berechtigt ist, man dürfe nicht ohne weiteres alles billigen, was die Militärs a's notwendig fordern, hat kürzlich sogar Generaloberst v. Seeckt, der bisherige Ge.-.eralstabschef, in einem Artikel zum Ausdruck gebracht. Es heißt als Politiker völlig c anken. wenn man nach dem Einholen des militärischen Rates erklärt, die Sache sei nun schon entschieden. Wenn wir die absolute Ver- o. ttoortung haben, dann müssen wir auch das Recht für uns in Anspruch nehmen, über die Zweckmäßigkeit von Forderungen zu entscheiden. Es handelt sich um eine Serie von vier Schiffen, die zusammen 320 Millionen Mark kosten würden. 3m Hinblick auf den Ernst der finanziellen tage Hai die preußische Staatsregierung die Zweckmäßigkeit und die Notwendigkeit solcher Bauten im jetzigen Augenblick verneint. Dabei spielte noch die Erwägung eine Rolle, daß die ehemaligen beuffdjen Kriegsgegner ganz bewußt im Versailler Vertrag ihre Bestimmun, gen so getroffen haben, daß uns ein wirklich friegfames wehrinslrument gar nicht mehr zu Gebote steht. Ist es nun zweckmäßig, so unwirksame Möglichkeiten des Versailler Vertrages bis zum letzten Worte auszuschöpfen? Sollte man nicht lieber das SclMer- gcwicht unserer Außenpolitik auf Recht und Verständigung legen? (Sehr richtig, links, stürmische Gegenkundgebungen bei der Deutschen Volkspartei und den Deutschnationalen: Rufe: „Siresemann!"). Meine Herren Deutsch nationalen! Ich vechche Ihre Aufregung nicht. Ihre Partei hat sich doch im Roick-steg auf den Standpunkt der Richtlinien gestellt, die im Sinne der Außenpolitik Dr. Stresemanns eine Verständigung erstreben. Was nun bie Auffassung angeht, daß das Panzerschiff für den Küstenschutz gegen Blockaden notwendig sei, so ist doch merkwürdig, daß gerade auch die Vertreter von Hamburg und Lübeck, die am ehesten wegen einer Blockade besorgt sein müß- ten, gegen dieses Panzerschiff stimmten. Wecker wurde gesagt, der Weg nach Ostpreußen mußte durch das Panzerschiff freigehalten werden. Glauben Sie (zu den Deutschnationalen) wirklich, daß im Kriegsfälle mit den vier Panzerschiffen der Weg nach Ostpreußen versperrt werden könnte, während doch die Gegner über zahlreiche Unterseeboote verfügen. Wenn wir Ostpreußen helfen wollen gegen die slawische Flut, die an seinen Grenzen brandet, dann müssen wir in erster Linie den wirtschaftlichen Druck mildern, unter dem diese Grenzprovinz leidet (Sehr wahr! links.) Weiter ist in der deutschnationalen Anfrage noch die Rede davon, daß es sich bei dem preußischen Vorgehen um ein „planmäßiges Vorgehen der Staatsregierung gegen die Reichsregierung" handelt. Dies ist eine unbewiesene Behauptung. Wenn jedes Abweichen von dem Standpunkt der Reichsregierung ein .planmäßiges Vorgehen" gegen das Reich wäre, bann müßten wir | konstatieren, daß so ziemlich sämtliche Länder dieses planmäßigen Vorgehens schuldig sind. Nun ist weiter von den Deutschnationalen die Vermal» tungsreform als „parteipolitische Stellenoer mittlung" bezeichnet worden. (Rufe bei den Deutschnationalen: Sehr richtig! Dafür haben Sie nur keinen Sinn!) Doch, ich habe dafür einen sehr ausgeprägten Sinn, nachdem ich bei den Vorgängen im Reichsinnenministerium gesehen habe, welche Stümper wir in dieser Beziehung gewesen sind. (Sehr gut! links.) Der Unterschied besteht nur darin, daß wir möglichst republikanische Beamte in leitende Beamtenstellungen setzen, während man dort Republikaner beseitigt und Monarchisten einstellt. Wir werden nach wie vor bestrebt fein, unsere Verwaltung mit republikanischen Beamten zu füllen. (Beifall links.) Oie Debatte. Abg. Dr. Schwerins (Zentr.): Die Deutschnationalen beklagen sich über Parteipolitik. Dabei haben sie doch vor dem Kriege das schlimmste Parteiregimenl geführt, das man sich denken kann. Unerhört ist der Vorwurf, das Regime Braun sei eine Aera des Riederganges gewesen. Dabei hat Preußen gerade in dieser Zeit große wirtschaftliche und kulturelle Leistungen aufzuweisen. Abg. v. Campe (D. Vp.) erklärt . Grotesk sei die Behauptung, das Zentrum habe stets nur staatspolitische Gesichtspunkte walten lassen unter Zurückdrängung aller parteipolitischen. Bei einer Volksabstimmung darüber wurden dem Zentrum die Augen aufgehen (Heiterkeit). Wir erklären, dah der Wiederausstieg des deutschen Volkes auf die nationalen Kräfte, die in ihm und nicht zuletzt in seiner Wirtschaft schlummern, zurückzuführen sei (Sehr richtig! rechts). Die Deutsche Dolkspartei halte es für eine der vornehmsten Aufgaben vom nationalen Standpunkt aus, daß das Deich die Machtmittel, die es noch besitzt, f e ft fj ä 11. Es kommt sonst einmal der Tag, wo mit denselben Gründen, die der Ministerpräsident gegen den Panzerkreuzer anführt, die Reichswehr aufgegeben wird (lebhaftes Sehr richtig! rechts). Wir halten jeden möglichen Schuh von Ostpreußen für notwendig (Sehr richtig! rechts). Abg. Riedel (Dem.) erklärt, die Sicherung der Ostgrenze sei viel wirksamer zu erreichen durch ein großzügiges Wirtschafts- und Kulturprogramm. An 300 Mill, seien dem Osten von Preußen zur Verfügung gestellt. Die Deutschnationalen klagten über die Rot der Landwirtschaft! Haben wir nicht einen deutschnationalen Reichsernährungsmir.ister? Geraden hochverräterisch werde zum Lieferungs- und Steuerstreik aufgefordert! Diesen Herren solle der Ministerpräsident eins aufs Maul geben, daß ihnen Hören und Sehen vergeht. Abg. Dr. Maretzky (Dn.) betonte, das übertriebene parlamentarische System ebenso wie d i e Parteiwirtschaft in der Beamten- Politik beeinträchtige den Zusammenhalt des Ganzen und die Stärke des Staates. Die ganze Feindschaft gegen die Reichswehr fei dadurch veranlaßt, daß die Reichswehr bisher noch nicht den Händen der Sozialdemokratie ausgeliefert worden fei. Die Besserung der Verhältnisse im Lande fei lediglich ein Ergebnis der wirtschaftlichen Arbeit und Tüchtigkeit des Volkes. Politisch sei die Acra Braun in der Tat eine Aera des Riederganges und der Zersetzung. Landbund und Wahlen. Berlin. 9. März. (TU.) 3n seiner außerordentlichen Vorstandssitzung hat der Brandenburgische Landbund zu den kommenden Wahlen Stellung genommen. Er lehnt nach wie vor grundsätzlich jede einseitige Bindung an eine politische Partei ab und wird nur diejenigen Abgeordneten unterstützen, die sich zum Programm des Reichs'«:.dbundes be.enn.eir. Auch im kommenden Reichstage werden nur d i e großen Parteien bestimmend auf das par- lamer tarische Regierungssystem eintoir en tonnen. Die Sch'agirast der großen Rechten darf durch Splitterparteien nicht vermindert werden. Die paklamentarische Komödie in Strelih. Strelitz, 9. März. (WTB.) Der Mecklen- burg-Strelitzer Landtag hat den Antrag der Deutschnationalen und der Wirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaft (Handwerker und Demokraten), Dr. Heipertz (D. Vp.) die Wetterführung der Amtsgeschäfte als Staatsminister zu unter- f a g e n , mit 18 gegen 16 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Darauf erklärte Staatsminister Dr. Heiperh seinen Rücktritt. Ein entsprechender Antrag gegen den Sozialisten Dr. Freiherrn v. Reibnih wurde mit 19 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Freiherr v. Reibnitz ist demnach zur Zeit alleiniger Geschäftsminisler. Der Metattarbei.erkonslikt vor dem Schlichter. Berlin, 9. März. (WB.) Die Derhandlyngen über die Frage der Derbindlichkeitserklarung des Schiedsspruchs für die Berliner Werkzeugmacher nahmen heute vormittag um 11 Uhr unter Vorsitz des Schlichters für Groß-Berlin und Brandenburg, Rcichsminister a. D. Wissel, ihren Anfang. Von den Vertretern des Deutschen Metallarbeiteroerban- des wurde gefordert, daß der Schiedsspruch unter keinen Umständen für verbindlich erklärt werde. Seitens des Verbandes Berliner Metallindustrieller wurde demgegenüber betont, daß der Schiedsfpruch den Forderungen der Werkzeugmack)er ganz erheblich näherkomme. Die Verhandlungen wurden nach 16 Uhr beendet. Der Schlichter wird morgen seine Entscheidung verkünden. Wie eine Korrespondenz erfährt, hat die Orts- Icitung des Deutschen Metallarbeiteroerbandes beschlossen, ohne Rücksicht auf das Ergebnis seiner Entscheidung den Streik der Werkzeugmacher auszudehnen. Von dieser Verbreiterung der Strcikbasis würden der AEG -Konern, die Ratio- na le Automobilgesellsck)aft und die Firma Sudkatis mit zusammen 47 000 Arbeitern betroffen werden. Die Werkzeugmacher sollen morgen vormittag aus diesen Betrieben herausgezogen werden. König Aman Mah an den Reichspräsidenten. Berlin, 9. März. sl Als dann und auch w von beul . Landbru auch abgelötz vo Ms wo nur der D ins Haus vor unser meinen M Land Ptlgei ein ang>M oenoffe. Plaudern erzählen, vo vom Dald Gegenwart, solchen Unt< kam ja auc hörte stets seine weiter kam wohl Nachdenklich vieles Gedc was ihn ein Ich traf j briefirager, regelten ü der Mmmsten Krieges - einem da zurückgcbei r'>rmifjt“ bas Hnne wen: ich i einen Tie; jungen Fr waren ha, K'l'egen, t das war g. Botschaften gingen mit Trauer uni die Angehc Dah er fe schwieg er. Und wie mitten im ' von Dvü ? er durch dr besorgte e und brach verbalen i Sachen sei lewen verschmähte Denn to durch ande donz festen Hai das Ai lutsche und ^iten erim Kadern vo Das toüi er heute |, jaören kann kutsche? jlnb von llcheS Bedürfnis, Ihnen, sehr verehrter Herr Reichspräsident, und dem ganzen deutschen Volk unseren aufrichtigsten und innigsten Dank für die uns erwiesene liebenswürdige Gastfreundschaft zum Ausdruck zu bringen. Wir werden an die schönen Tage, die wir in Deutschland verleben durften, stets d i e freundschaftlich st e Erinnerung bewahren. Empfangen Sie die aufrichtigsten Wünsche für Ihr Wohlergehen und für den weiteren Wiederaufstieg des ruhmreichen deutschen Volles. Aman Alla h." Der Reichspräsident hat dem König hierauf telegraphisch wie folgt erwidert: „Guter Majestät danke ich herzlichst für die so freundlichen Abschiedsgrüße. Ich erwidere sie mit den aufrichtigsten Wünschen für einen guten weiteren Verlauf der Reise und das Wohlergehen Eurer Majestät und der Königin, sowie für eine glückliche Zukunft des afghanischen Volkes. v. Hindenburg." Wiederwahl des gemaßregelten Bürgermeisters von Hagenau. Paris, 10. März. (WTB. Funkspruch.) Der Munizipalrat von Hagenau (Elsaß) hat in seiner gestrigen Sitzung den früheren gemaßregelten Bürgermeister von Hagenau, Weiß, nachdem seine Partei den Sieg daoongetragen hatte, wieder einstim - migzumBürgermeistergewählt. Oeffentliche Ausführung des Cavell-Iilms in Brüssel. Paris, 10. März. (WTB. Funkspruch.) Der Miß--Cavell-Fi m wurde gestern in einem Brüsseler Kino vor zahlrci_)ern Publikum, unter dem sich auch der frühere Außenminister Bänder- v e l d e befand, aufgeführt. Während der Vorführung wurde vollkommenes Stillschweigen bewahrt. Rach Schluß der Vorführung wurde vom Publikum kräs.ig applaudiert. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet Tlebrigens wurde gestern an anderer Stelle noch ein zweiter Cavell ° Film mit dem Titel »Zum Ruhm der Edith Covell" herausgebracht. Oie Kämpfe in Arabien. Äbu Sauds Angriff gegen Irak und Transjordanicn. London. 10. Mär;. (MTB. Funkspruch) „ZHorning Post" berichtet aus Basra: Bei den Unruhen an dec südwestlichen Grenze des Iraks Han- beit es sich anscheinend diesmal um etwas Ernsteres als um dir üblichen Raubzüge einzelner Stämme. Dank der britischen cuftslreitkräfte werden jedoch die Operationen jetzt weit in die Wüste getragen und die Landbevölkerung des Irak kann deshalb einstweilen an ihren Wohnstätten bleiben. Ja ft alle G schwader der britischen Luststreit- kräste sind eingesetzt. Die Operationsbasis ist 21t tn Ehaldäa. (Einige indische Truppen wurden vor kurzem nach Schaibah befördert, dagegen bleiben die Truppen des Irak auch jetzt noch in ihren Garnisonen. Lin britisches Flugzeug wurde a b- geschossen. Ls gelang dem Führer, es in Brand ju flecken, bevor er selbst erschossen wurde. Seine Leiche wurde von einem anderen Flugzeug nach Basra gebracht. Ein anderer Flieger wurde unter aufregenden Begleitumständen gerettet. Sein Flug- $cug wurde abgeschossen, zwei andere Flugzeuge landeten aber an seiner Seite und er entkam an Dorb des einen. Der britische Kreuzer „Emerald" und zwei andere in Koweit befindliche britische Sdjiffe haben €anbungsableilungen aus- geschickt. Nach einem Bericht aus Amman (Itansjorba- nien) sollen drei Dahabitenlager, und iroar in hazul unter dem Befehl von Faisal ed Dowisch, in lemai sowie in Zabi;? unter qnberen Führern sestgefkellt worden sein. Die Eingeborenen ' fürchten, bafj ein ‘Angriff auf Iransjorba- nien von drei Seiten aus erfolgt. Von amtlicher Seite werden diese Rachrichten jedoch aus die beg-rcistichc Nervosität der Beduinen zurückgeführt und nicht für zutreffend gehalten. Alle Mitglieder ber Grenzstreittraste, bie sich auf Urlaub befanden, sind zurückberufen worden. Der größte Teil der britischen Lnststreitträfte wurde von Sura'end in ber Rähe von Jaffa nach dem Transjordanland ac- fanbt Die Lage in Aegypten. Gegen die Studentcnausfchrcitungcn. 2ofl,nb°n - 9-2«är3. (TU.) Als Folge der gestri- ®eTIo,^r-uvc^^€1^un5en gegen die amerikanische Schule in Ajslut wird nach Meldungen aus Kairo mit einem formalen Protest des amerikanischen Geschäftströ- I gers gerechnet. Die Direktion der amerikanischen * Universität in Kairo hat um polizeilichen ° $ g^cten. Die gestrigen Demonstrationen roeröen von allen verantwortlichen ägyptischen Krei- hen bedauert. Der ägyptische Innenminister hat den Kriegsnumster ersucht Truppen bereitzustellen. Die Wlevung ist entschlossen, jede weitere Störung der osfentllchen Odnung mit allem Nachdruck zu bekämpfen. Wie bie „Times" berichten, wird bestimmt angenommen, daß die Demonstrationen durch di e radikalen Elemente der Wafd Partei veranlaßt wurden, die immer mehr dieOber - Hand in der Partei gewonnen haben Ser (Seneraiietrciär ves Ministerrates ver- offentllchte gestern abend den englisch, ägyp. t i sch e n Vertragsentwurf und die in dem britischen Weißbuch enthaltenen Dokumente zu- jammen mit einem bisher unveröffentlichten Brief Sarvat Paschas an Chamberlain, in dem der Ministerpräsident ankünöigt, daß sich das Kabinett außerstande sehe, den Vertrags- enttourf anzunehmen. Sarvat Pascha erklärte daß er vom Beginn seiner Londoner Verhandlungen an stets auf die Schwierigkeit hin- gewiesen habe, die er insvesondere in der mit i- tärischen Frage erwarte. Er habe deshalb an Chamberlains Verständigungswillen appelliert, ihm einen Vertragsentwurf zu unterbreiten ber Aegypten seine volle Unabhängig^ feit gebe. Der britische Innenminister John- foii Hicks erklärte gestern in eines Rede, daß b:e agypüjche Regierung durch ihre Ablehnung bewiesen habe, daß sie vollkommen unfähig fei. sich der wirklichen Lage bewußt zu werden. Die englische Regierung sei mit ihren Ratschlägen toeit über den Punkt hinausgegangen, der vom Standpunkt der britischen Reichseinheit weise toar, weil sie zu einer Einigung mit der ägpptr- schen Regierung kommen wollte. Neue Giudenienausschreiiungen in Lemberg. Warschau, 9. März. (Tel.) In Lemberg kam es gestern wieder zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und etwa fünfhundert nationaldemokratischen Studenten, die schwere Ausschreitungen begingen. Wie berichtet wird, werden diese Pogrome, gegen die die Polizei er ft nach drei Tage währenden ffan- dalösenVorfällen einschritt, noch ein gerichtliches Rachspiel haben. Der Kommandant der Lemberger Polizei erhebt heute in einem Kommunique gegen den Rektor der Lemberger Universität heftige Anklagen, in denen dem Rektor vorgeworsen wird, die Studenten zu den Ausschreitungen auf geto lege 11 zu haben. Er sei inmitten der Studenten durch die Straßen gezogen und habe den Ausschreitungen ruhig zugesehen. Aus aller West. Sechs Monate Gefängnis für eine Rabenmutter. Wegen Mißhandlung ihres vorehelich geborenen 10jährigen Mädchens wurde die am Berliner Oft- bahnhof wohnende Arbeiterfrau Werner zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, während der Stiefvater des Mädchens einen Monat Gefängnis erhielt. Das Kind war von Rachbarn zur Polizei gebracht worden, wo der hinzugezogene Arzt erklärte, daß ihm ein derartiger Fall von Grausamkeit noch nicht oorgekommen fei. Das Kind war fast täglich mit einem dicken Lederriemen gezüchtigt worden und fein ganzer Körper war mit Striemen, Wunden und Beulen bedeckt. Grubenunglück. Ein schweres Grubenunglück ereignete sich auf der Bunzlau benachbarten Grube Herschels- Waldau. Bei der Auffahrt eines FörderstuhleS riß das Seil, und der Förderkorb, der von einem Beamten verbotswidrig zum Befördern von Holz benutzt wurde, stürzte ab. Der Beamte erlitt hierbei schwere Verletzungen. Das schadhafte Gestell, das von der Rettungsmannschaft verbotswidrig zur Bergung des Verunglückten benutzt wurde, stürzte bei der folgenden Auffahrt abermals ab, wobei der schwerverletzte Beamte und ein Bergmann sofort getötet wurden und ein weiterer Bergmann so schwere Verletzungen erlitt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Schweres Autounglück. Ein furchtbares Autonwvilung^ück ereignete sich aus der Lolalbahnstrecke Rördlinge n—W e m- d i n g. Das Bierauto der Rördlinger Ankerbräu- Brauerei wollte noch vor Herannahen des Zuges öie Einsahrt überqueren, stieß aber dabei mit der Lokomotive zusammen und wurde total zertrümmert. Der Chau feur war sofort tot, währender Begleiter einige Stunden darauf verstarb. 3m Flugzeug von London n ch Kapstadt. Die Fliegerin Lady Bailey, die Frau eines südafrikanischen Millionärs, ist allein auf dem Flugplatz Croydon zu einem Fluge von 6000 englischen Meilen nach Kapstadt geft artet, der über Frankreich, Italien, Malta, Aegypten und den Sudan mit möglichst wenig Zwtschenlandrmgen durchgesührt werden soll. Lin Amazonenritt. Am 23. Februar waren in Paris fünf Konkurrentinnen gestartet, um die 945 Kilometer lange Strecke Paris — Cannes etappenweise zu Pferde zurückzulegen. Gestern ist als Siegerin in Cannes die junge indische Tänzerin Miß ®a- j a t r t> eingetroffen. Den zweiten Platz belegte eine Französin namens Grossi. Die Weiierloae. ©wolKenlGS.® neuer ® naro oeaetKL 9 «oikiq eoedeexi enege^ * Schnee & Qraupem e «eoei K Gewitter ©windstille •O' $e» leichter Ost massiger Suasuowesi siurmiscnei -ordwesl Sie Pfeile fheaen mit oem winde O>e oeaen Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an Die Limen eeromden Or<» eit QteicneM auf eiceresniveau umaereenneten Lultdrvce L VÜ i ft U OßC. Das Rordmeerhoch hat sich mit dem skandinavischen vereinigt und zeigt im Kerngebiet einen Barometerstand von ?60 Millimeter. Des weiteren hat sich sein Druckfallgebiet durch verstärkte Warmluf tauf nähme an seiner Vorderseite etwas vertieft, sowie weiter ausgebreitet und auch bei uns geringen Luftdrucksall gedingt. Da Mitteleuropa von der kontinentalen Luftzufuhr des skandinavischen Hochs beeinflußt wird, so dauert das kalte Wetier an; die Temperaturen dürsten nachts sogar noch etwas weiter zurück- gchen. Wettervorhersage für Sonntag: Zunächst noch wolkiges», dann aufhciierndes trockenes Wetter, geringe Zunahme des Rachte frostes, tagsüber die Temperaturen um Rull. Witterungsoussichten für Montag: Keine wesentliche Qtenöerung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 9. März: mittags 2L Grad C„ abe/.ds —0,1 Grad C.; am 10. März: morgens — 1 Grad C. Maximum 2,9 Grad C» Minimum 1,8 Grad C. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 9. März: abends 3.8 Grad O.. am 10^ März: morgens 2.1 Grad C. M ers gro0u.yein,bexirigt (weitere Lokalnachrichlen Frl. I. Stammler: der Eo. kleinen EmaHeitziil wctzier er'we. ist ali Sitßetin e Tänzerin Ritz 0a« Milen Platz belegte tolll 3**. (Seh x hestw^ Shnbet- etwa ?>« ft ratb- ^iijei erhA N' öen denÄ H heftige Qinr?c "e°wK>.in «ten i's’h'Ä!'1 •» & M Gelt, Ät nigÄ fll worden und jein lriemcn* 'Lunden 15 zlüik. AtLL ^iordern von -ost Der Beamte erlitt L Das schadhafte ®t» Kannschast Verbots- Letzte Beamte und ’fef wurden und ein De.'1-Sllngm er. ” MveW Lick unglürf. lungtud ereignet (ich tblingu-’StTR« lördlinr,er W-bwu, )«anna;en des Zuzei -eh aber dabei mit de wurde total ptitüa c losort lot, wöhrenl nden daraus verstau )on n ch Kapstadt, iley, die Frau einet l. ist (Lieu aus der lern Fluge von 60® Kapstadt gestar« ch, Italien, Malta i mit möglichst wenig führt werden soll. worin. n p a r i i fünf ton« die 945 Jtilomeiei .<» ",*a“ fw i P?5erngZ > A eitel ,| gebitfl^uk ^ss-* - L A 'unad^8 Ttiill ’Jii* g 9. T r ■ a>n *1,^ C- L-a ,ui «SÄf >»C •• Militärpersonalien. Durch Berfü- 140. n ngei Unsere 30-jährigen ste Vollendung und erstklassige Leistungen! ■—-—-S™- ftnhpc KjMlNMPIl r W« «Hü Mrtn o 8 3iW. WWWW "*»(" iniuuiiiiuui i gjgLKr-Mj— v ” . . . _ snirck Generalredräsentan» eines zeclge- R tM^mnnidie. Tn.dicntüchcrn nc und durch Generalrepräsentanz eines zeitge. 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Ein Steinrichter von Eckartsborn verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgeti hts Ortenberg, durch das er wegen gefährlicher Körperverlet- 8 u*h g zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden war. Er sollte mit zwei anderen jungen Burschen, die deshalb ebenfalls bestraft worden sind und das Urteil anerkannt haben, einen jungen Monn aus einem Rachbarort miß- handelt haben. 3n der heutigen Verhandlung stellte es sich heraus, dast der Berlehte, der den Angeklagten als einen der Täter bezeichnete, feiner Sache nicht ganz sicher war. Die Mög° lichkeit, dast er sich in der Dunkelheit geirrt hat. besteht um so mehr, als andere Zeugen den Angeklagten während der Schlägerei in einer Entfernung von wenigstens fünfzig Metern vom Tatort gesehen haben wollen. Das Urteil erster Instanz wurde demgemäß aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIII Mlwgesev. rereaslliikkel'GlMlilloiullg fadjt Reise-Vertreter Hobe Vrovinon.evU.Retsesvesenzuschust.Es toinmen nut arbeite reuöige Herten mit mehtiährtaet Br-riS m kvrage. Bei zu- irteöcnitelienber Veimmn Ausncht auf leite 5uiteUunfl. Schriftliche ülnnebo e unter Angabe von Jh'eferenten unter 2097D an den (fitenener Slnteuier erbe en. im oau von Diese Verse von Eichendorfs, des en Geburtstag sich am heutigen 10. Marz jährt, fallen mir unwillkürlich ein, wenn vom Posthorn die Rede ist. Kann man sich die Romantiker überhaupt ohne Postkutsche und ohne Posthorn denken? Wie ein fernes Märchen steigt diese Zeit Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 10. März 1928. Oer Landbriefträger. Dom Berge geht s hinunter, Das Posthorn schallt im Grund, mein’ Seel' wird mir so munter, Grüß dich aus Herzensgrund. vor unfern Auge auf. Hin ist hin! Doch auch der überzeugteste Verehrer unserer Reuzeit muß zugeben, daß ein Stück Poesie mit dem Postillion bo^ingegangen ist. AlL dann die Bahn den Reisenden ein Ersah wurde, Briefe und Pakete durch die Welt Wogen und auch in das kleinste Gebirgsdör'chen Kunde von dem Leben draußen brachten, da tauchte der Landbriefträger auf. Der Mann, der nun auch ganz selten geworden ist. Denn er wurde ab gelöst vom Auto. — Was war uns der Landbriefträger? War es nu. der Beamte, der uns Briefe und Zeitungen ins Haus brachte? Rein, er war uns mehr. Er war unser bester Hausfreund. Und wenn ich auf meinen Wanderungen mit einem Br'e'träger über Land pilgern konnte, dann war er für mich immer ein angenehmer und freudebringender Wander- oenosse. Er war nicht nur freundlich und zum Plaudern aufgelegt, et konnte auch etwas erzählen, von Dörfern und Menschen vom Wetter, vom Wald, von der Vergangenheit und der Gegenwart. Man hatte immer Gewinn von einer solchen Unterhaltung Ä in Wunder, sagst du er kam ja auch überall hin, in alle Häuser, und hörte stets das Reueste. Das schon, aber durch seine weiten Märsche, die er zu machen hatte, kam wohl in seine Rede etwa- Besinnliches. Rachdenkliches. Gr hatte ja Zeit, sich über so vieles Gedanken zu machen, Und das war es, was ihn einen guten Plauderer werden ließ. Ich traf jüngst einen abgebauten älteren Landbriesträger. und bald waren wir in der ange- realsten Unterhaltung. Ratür ich sprachen wir in der Hauptsache von der Vergangenheit. Dte schlimmsten Jahre, meinte er. seien die des Krieges — auch für ihn — gewesen. „Wie es einem da ums Herz war. wenn man einen Brief zurückgeben mußte, auf dem geschrieben stand ^^"tmißt" oder ..Gefallen für das Vaterland , das "onnen Sie sich denken. Was hall es da, wen: ich im Dors einmarschierte, und die Glocken einen Sieg verkündeten, und ich mußte einer jungen Frau einen solchen Brief geben? Das waren harte Zeiten. Daß ich meine jüngeren Ä'fegen, die in den Krieg zogen, vertreten mußte, das war gar nichts, das tat ich gern. Aber solche Botschaften, die ich zu überbringen hatte, die gingen mit mir auf meinem Weg. und all dte Trauer und all der Schmerz, ich fühlte sie. ehe die Angehörigen die Rachricht erfuhren." — Daß er selber zwei Söhne verloren hatte, davon schwieg er. lind wie oft haben wir unfern Freund gesehen, mitten im Winter, wie er mit Paketen beladen von Dors zu Dorf pilgerte. Unverdrossen stapfte er durch den Schnee. Tag für Tag Wie oft auch besorgte er uns eine Bestellung im Städtchen und brachte — wenn'« auch von Amts wegen verboten war — Arznei ober andere wichtige Sachen selber mit. Ein Fahrrad, das in den leb'en Jahrzehnten last jeder Briefträger hatte, verschmähte er. Er ging lieber zu Fuß. — Wenn wir heute durch den Vogelsberg oder durch andere Gebirge wandern, wir begegnen ganz selten einem Briefträger. Das Postautv hat das Amt übernommen. Und tote uns Postkutsche und Postillion nur noch an vergangene Zeiten erinnern, fo werden wir auch einst unfern K "dem vom Sandbriefträger erzählen. Was würde der Dichter Genau sagen, wenn et heute in einem Postauto durch die Law e fahren könnte? Wie sang er damals von der Postkutsche? Und von flinken Rossen vier scholl der Hufe Schlagen.... Wald und Flur in schnellem Zug kaum gegrüßt — gemieden, Und vorbei, wie Traumesflug schwand der Dörfer Frieden. Diese Strophen waren es, die mir einst vor Vielen Jahren durch den Kops gingen, als ich auf einer Reise durch die Schweiz mit enter Postkutsche über eine Paßstraße babtnfubr. Rtr- aends habe ich einen überwält'genderen Eindruck von der Schönheit der Dergriesen bekomme. als auf jener Fahrt. Heute werden da wohl aud) 2lutoS hin- und hersausen. Ich war lange nicht tfort. Die Zeiten andern sich und wir mit ihnen. Nur mit leiser Wehmut gedenken wir der gung des Reichswehrn iiisteriums ist der Oberarzt bei der Sanitätsstaffel Gießen, Dr. H i n z e, mit Wirkung ab 1. März zum Stabsarzt befördert worden. Ferner wurde der Oberfähnrich Eonrad vom hiesigen Bataillon mit Wirkung ab 1. Februar zum Leutnant befördert. "* Schnee! Rach den wunderschönen, milden Dorfrühlingstagen, die uns von Ende voriger Woche bis zur Mitte dieser Woche erfreuten, brachte der Wetterumschlag der letzten Tage uns heute morgen bei empfindlichem Temperatursturz noch einmal Schneefall. Etwa zwei Stunden lang wirbelten die Flocken gar lustig umher, ohne aber in den Straßen der Stadt eine dauerhafte Erscheinung zu werden. In der zehnten Stunde hörte dann das lustige Schneeflockenspiel wieder auf. Hoffentlich bleibt uns der grimme Gesell Winter vom Leibe! ** Obechessischer Kun st verein. Es sei nochmals auf die derzeitige Ausstellung von Gemälden des Professors Rud. H e l l w a g (Berlin), sowie von Radierungen des Malers und Graphikers Josef S t e i b (Düsseldorf) hingcwiesen, da in der nächsten Woche ein teilweiser Wechsel der ausgestellten Werke stattfinden soll. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Umbauarbeiten wird die Provinzialstraße Gießen— Marburg, Abteilung Lollar — Sichertshausen, vom kommenden Montag ab bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Odenhaufen—Fronhausen—Bellnhausen. ** Der Festzug der Gießener Jugend beim Jugendherbergstag am morgigen Sonntagnachmittag 3 Uhr bewert sich hurd) fo'aende Straßen: Oswalds garten, Neustadt. Bahnhofstraße, Westanlage, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Lud- wigstraße, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Neuen Baue, Sonnenstraße, Kanzleiberg, Brandplatz, Landgraf- Philipp-Platz, Landgrafenstraße, Ostanlage, Nordanlage, Oswaldsgarten. — Reihenfolge der Gruppen: 1. Jugendvereinigung der Matthäus- gemeinbe im BDI., 2. Neu-Deutschland, 3. BDJ.- Kampfschar, 4. Bibelkränzchen, 5. Turnerjugenb 1846, 6 Christliche Pfadfinderschaft, 7 VDA.-Schulgruppen, 8. Jugendgruppe des Naturheilvereins, 9. Deutsche Freischar, 10. Jungschützen- und Wanderbund, 11. Deutscher Pfadfinderbund. ** D i e erste Schnepfe. S)err Ernst Nicolaus von hier schoß am Donnerstag im Steinbacher Wald die erste Schnepfe. •• Der Segelflugbetrieb auf der Herchenhainer Höhe. D'e hessischen Segelflieger, die bisher auf dem Hoherodskopf ihren Segelslugübünren oblagen, sind am Donnerstag mit' ihren Flugzeugen nach der Herchenhainer Höhe übergesiedelt. Die Gemeinde Herchenhain hat das erforderliche Gelände an der Herchenhainer Höhe für die Hebungszwecke kostenlos zur Verfügung gestellt, zwei Gastwirte in Herchenhain und Hartmannshain gewähren den Fliegern kostenlos Unterkunft und Verpflegung. Weiterhin ist den Fliegern weitgehende Unterstützung beim Ausbau der Flugzeughalle zugesagt worden. Einstweilen sind die Flugzeuge in einer Maschinenhalle in Herchenhain untergebracht. Die Flieger hoffen in Kürze ihre Flugübungen aufnehmen zu können. •• Erziehungsbeihilfen für Kriege r w a i s e n. Die Kriegerkameradschaft Hassia teilt uns mit: Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr im Einvernehmen mit kein Reichs,inanz- mtniücr Richtlinien für die Verteilung der von der Reichsregierung jährlich zur Verfügung gestellten und vom Reichstage bewilligten 20 Millionen Mark für Beihilfen zur Erziehung und Berufsausbildung von Kriegerwaisen erlassen. Der Verband der Kriegsbefchädigten und Kriegerhinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbun- des „Kysfhäuser", Berlin, teilt hierüber folgendes mit: Die Erziehungsbeihilfe beträgt 10 Mark monatlich. Sie kann, wenn das Kind das 15. Lebensjahr vollendet hat, bis auf 25 Wk. und in ganz besonders gelagerten Einzelsällen bis aus 35 Wk. monatlich erhöht werden. Hinterbliebenenbezüge aus anderen Quellen werden angerechnet. Die Beihilfe kann bis zum 24. Lebensjahre gewährt werden. Voraussetzung ist, daß die Waisen, die als Kriegerwaisen anerkannt sein müssen, sich in der Schulausüilüung, oder in der Ausbildung für einen Lebensberuf befinden und daß hierdurch besondere Kosten entstehen, die aus dem Einkommen der Waisen und ihrer unterhaltspflichligen Angehörigen nicht ohne Geiährdung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse bestritten werden können. Die Anträge sind an die amtlichen Fürsorgestellen zu richten. Die Deihil'en werden frühestens vom Antragsmonat an gewährt. Bei Anträgen, die bis zum l.Mai 1928 gestellt werden, kann die Beihilfe rückwirkend vom 1. Oktober 1927 ab gewährt werden. Die Kriegerkameradschaft Hassia ist gerne bereit, ihren Mitgliedern kostenlos zur Seile zu stehen. im 2. Blatt.) Uanötoirte unö Landmaschinsnhändier Homme mit meinem neuesten Hflitnoö' MüerwiMv a. SrasmMr u.Binöer 11. März nach Gieuen a. d.Pfcrdcmarkt »ur Äusstetluna. Versäumen Sie es «ich ■ da tch Ihnen Diele Menuett yroEi. mntülne. 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Stadttheater: 6 Uhr „Die Försterchristel" (Ende 9 Uhr). — Dauerscher Gesangverein: 4 Uhr nachm., Reue Aula der Universität, Konzert. — Jugendherbergstag: 9 Uhr vorm. bis 6 Uhr nachm., Ausstellung im Jugendheim (Aster- weg 25); 3 Uhr nachm. Umzug der Gießener Jugendgruppen. — Stadtli-che: 8 Uhr, Kirchen- musikalische Feierstunde der Männer- und Frauen-Vereinigung der Matthäusgemeinde. — Lukasgemeinde: 8 Uhr, Lukassaal, Familienabend. — Evangelischer Ardeiter-Vrrein: 8 Uhr, Turnhalle (Oswaldsgarten) ThLateraufführung. — Lichtspieltheater wie Samstags. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: „Höhenlonne", das neue Lustspiel von Ludwig Fulda, das hier am näd-sten Dienstag zmn ersten Male gegeben wird, hat überall außerordentlichen Beifall gefunden. Fast das gesamte Solopersonal ist bei dieser Ausführung beschäftigt : in Hauptrollen die Damen Baumann und K r a h m e r, sowie die Herren B a st ä, Geffers, ©oll, lautiert, Tele ky; Karl Dolck als Spielleiter. — Manner - und Frauenoereinigung der Matthausgemeinde. Am morgigen Sonntag, 11. März, abends 8 Uhr, veranstaltet die Männer- und Frauenoereinigung der Matthaus- gemeinde in der Stadtkirche eine kirchenmusi - kalische Abendfeier. Die großen Meister Joh. Seb. Bach, Phil. Emanuel Bach, Joh. Wolfgang Frank, Max Reger, Arnold Mendelssohn u. a. feiern in Lied und Instrumentalmusik das Leiden und Sterben unseres Heilandes Je>su Christi. Das sorg- fällig ausgcwählle Programm, der Name der Mit- wirkenden von 9ffipn.hT#i<>rn. mnhl bekannt Amtsgericht Gießen. • Gießen, 6. März. Sin bereit- 34 m a l, darunter mit längeren Zuchthausstrafen, vorbe- straster Hausierer aus Heidelberg fuhr im Sommer v. I. nach Gießen, um hier Schwindeleien zu begehen. Er suchte ein Vorstandsmitglied des Evangelischen Bundes auf und gab dort an, er habe Frau und fünf K.nder in Heidelberg, sei früher Lehrer und längere Zeit für den Evangel. Bund tätig gewesen. Er habe in Hannover eine Redakteurstelle in Aussicht, ihm fehle jedoch das Reisegeld. Bei einem andern Herrn gab er weiter an, er sei als Lehrer aus Ober- schlcsien von den Polen ausgewieien worden, er habe einen Jungen von 9 Jahren bei sich, sei mit ihm aus Berlin gekommen, wo er den Kultusminister Tecker gesprochen habe, der ihm aber keine Mittel aus einem Fonds zur Verfügung gestellt habe, da alles verausgabt sei. Im ersteren Fall gelang es dem Angellagten. eine Unterstützung von 5 Mk. zu erschwindeln, im zweiten Fall wurde er entlarvt. Mit Rücksicht auf seine außergewöhnlich zahlreichen Vorstrafen tourte auf eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen erkannt. Ein früherer G schä tsmann hatte sein Geschäft aufgegeben und das Inventar einschließlich einer Schncllwaage veräußert. An der Schnel:waage hatte eine auswäriige Firma einen Eigentumsvorbehalt bis zur völligen Bezahlung des Kaufpreises. Trotzdem der Preis noch nicht bezahlt war, veräußerte der Qlngcflagte die Waage. Er hatte sich deshalb wegen Unterschlagung zu verantwort n. In der Hauptverhandlung b.hauptete er, er sei sich beim Verkauf nicht bewußt gewesen, daß die Waage in fremdem Eigentum stehe. Dies wurde ihm durch Zeugenaussagen widerlegt. Da der Angeklagte nicht vorbestraft ist und sein Gewinn aus dem Verkauf ein ziemlich geringer war, wurde er zu 40 M k. Geldstrafe, im Fall der Uneinbringlichkeit zu acht Tagen Gefängnis verurteilt. Eine Geldstrafe von 30 Mk. erhielt ein Viehhändler, der einen Polizeibeamten mit Schimpfworten beleidigt hatte, und zwar derart, daß andere die Beleidigung hören konnten. Der Pelizeibeamte hatte damals das Diehkontrollbuch des Angeklagten nicht in Ordnung gründen. Dem Polizeibean ten wurde die Befugnis zuge'prochen, das Urteil durch Aushang öffentlich bekannt zu machen. Leitz - Epidiaskope Vc und Vf , ,, , . . „j Projektionen höchster Brillanz und Ihrer universellen Verwendbarkeit sind unentbehrliche Hilfsmittel taUnternriAtUSdaübSSM“ wo e, aul etoe bildliche Darstellung des gesprochenen Wortes ankommt Wir warnen vor zwar formgetreuen aber sonst1 minderwer11 gen Nachahmungen. ^^^berau^ra^ w^.^m ^rnh^en Prospekte steilen wir Ihnen kostenlos Ernst Leitz, Optische Werke, Wetzlar Lieferung und Vorführung der Apparate durch die einschlägigen Fachgeschäfte. 2)84$$ Liedchen, die wir einst in der Schule lernten: I Trara, die Post ist da... oder Herr Postillion, Herr Postillion, wo geht die Reise hin? Ob auch der Landbriefträger seinen Sänger finden wird? D. Das gefährliche Handtuch. WER. Vom Reichsausschuß für hygienisch« Volksbelehrung wird geschrieben: Das häufige Händewaschen ftel.t bekanntlich eine dec G-und- regeln zur Vechütung der K.antheilsüber. Tagung dar. Wenn auch der Sah: „Vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen!" schon beinahe Allgemeingut geworden ist, so vernichten wir doch ost den gesundheitlichen Rutzen des Händewaschens durch die Benutzung des Handtuches. Ost trocknet sich die ganze Familie an ein und demselben Handtuch die Hände ab. Daß ein solches Handtuch leicht Sammelplatz aller möglichen Krankheits- stoffe werden kann, stehl außer Frage. Im Haushalt mutz dnher für jedes Familienmitglied auch in Bezug aus das Handtuch die Forderung erhoben werden: Jedem das Seinel Roch schlimmer steht es in hygienischer Beziehung mit der Benutzung von Handtüchern in öffentlichen Lokalen. Hier finden wir entweder nur ein kleines Handtuch, das von vielen Personen benutzt werden mutz, oder das über eine Rolle gespannte sog. „unendliche" Handtuch. Welche Brutstätte von Krankheitskeimen diese Art Handtücher darstellen, braucht kaum erörtert zu werden. Auch die Heinen Handtücher, wie sie z.D. in den O-Zügen häufig zu finden sind, genügen den billigen Anforderungen der Hygiene meist deshalb nicht, weil sie oft nur oberflächlich benutzt und deshalb auch nur oberflächlich gereinigt werden. Sicherlich wäre der Gebrauch von Papierhandtüchern, die nach dec Benutzung weggewor- f e n werden, vom gesundheitlichen Standpunkt aus zu begrüßen. Einer Zeitungsnotiz zufolge hat man in neuester Zeit einen für Gastwirtschaften, Eisenbahnen usw. zweifellos sehr brauchbaren Vorschlag gemacht. Man bringe in den Waschräumen neben den Waschtischen einen Ventilator von geringer Stärke an, der durch einen Druck auf einen Knopf in Becoegung gesetzt wird und einen erwärmten Luftstrom nach Art der Fön-Apparate aus endet. Dieser trocknet die Hand in kürzester Zeit. 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Besitzer der ..Daily Mail" und Herrscher in einem gewaltigen Trust englischer Zeitungen, für die Revision des Friedensvertrages von Trianon entfesselt hat: überall wurde berichtet, daß Lord Rother- mere oder, wie sein richtiger Titel lautet, Viscount Rothermere of Hemsted in Budapest geweilt und entsprechende Abmachungen mit der ungarischen Regierung getroffen habe: überall wußte man, daß der englische Zeitungslönig seinen ganzen ungeheuren Einfluß für den Abschluß eines italienisch-ungari- zchen Bündnisses einsehte, und in diesen Tagen erfuhr die Welt. dah Rother- meres Zeitungsunternehmen nun auch auf vierzehn wichtige englische Provinzstädte übergreifen würde. Sollen doch große konservative Blätter in Manchester. Glasgow, Rewcastle. Birmingham, Bristol. Edinburgh, Aberdeen. Liverpool. Sheffield. Hüll, Cardiff und anderen Orten gegründet werden. Das war offenbar Rothermeres Antwort auf die von Lloyd George angekündigte Reform der liberalen Provinzpresse. So wichtig die Unternehmungen des Zeitungsmagnaten nun auch sür die gesamte Weltpolitit tatsächlich sind, so wenig hörte man dennoch von der Persönlichkeit des Mannes. in dessen Hand die Fäden zusammenlaufen, und der die Wahlen in England, den Abschluß internationaler Verträge stark beeinflußt, und sogar bei dem Abbruch der diplomatischen Be- ?iähunaen zur Sowjetunion eine große Rolle ge- pielt hat. Stets war es der Wunsch Lord Rochermeres. feine Persönlichkeit nicht allzu stark hervortreten zu lassen, und das ließ sich auch durchführen, solange sein Bruder Lord Rorthcliffe noch lebte: denn obwohl Rothermere einen großen Anteil an den Aufschwung der Rorthcliffschen Unternehmungen hatte, sah die Welt nur den älteren Bruder als den Schöpfer und Lenker der größten europäischen Zeitungsmacht an. Tatsächlich sind aber die Söhne des Rechtsanwaltes Alfred Harmsworth. jeder in seiner Art, recht selbständige und fähige Männer, die auch unabhängig voneinander Großes vollbringen konnten. Der älteste Sohn, der spätere Lord Rorthcliffe, wurde am 14. Juli 1865 geboren und erhielt tm Laufe der Zeit dreizehn Geschwister, unter denen sieben Mädchen waren. Seine Laufbahn ist bekannt, bekannt auch sein gleich gerissener wie abscheulicher Propogandafeldzug gegen Deutschland während des Weltkrieges. Die Laufbahn seines Bruders, des am 26. April 1868 geborenen Harold Sidney Harmsworth, war so erfolgreich, daß er heute, kurz vor Vollendung feines 60. Lebensjahres, als Viscount Rothermere eine größere Macht in seinen Händen vereinigt als ehemals Rorthcliffe. Doch nur die beiden ältesten Söhne brachten es so weit, dah sie zu Mitgliedern des House of Lords ernannt wurden: der dritte, Cecil Bish o p p, der im Jahre 1869 geboren wurde, gehörte von 1906 bis 1910 dem Unterhaus als liberales Mitglied an und wurde 1915 Unter* staatssekretär für innere Politik. Don Erfolg gekrönt war auch die Laufbahn des vierten Sohnes von Alfred Harmsworth; dreißig Jahre alt, trat Robert Leicester Harmsworth im Jahre 1900 als liberales Mitglied ins Unterhaus ein, dem er ununterbrochen bis zum Jahre 1922 angehörte: im Jahre 1918 wurde er zum Baronet ernannt. Auch Hildebrand Harmsworth, der fünfte Sohn, der im Jahre 1872 das Licht der Welt erblickte, ist in der Öffentlichkeit als Herausgeber der „Rew Liberal Review", der „Reuen Liberalen Rundschau", bekannt geworden, die er von 1901 bis 1904 geleitet hat. Der sechste Sohn schließlich, mit dem Vornamen John, der nun 52 Jahre alt ist. ist der Gründer einer großen bekannten Mineralwasserfabrik. Da der alte Harmsworth nur wenig Geld besaß und seinen Kindern nichts als eine gute Ausbildung hinterlassen konnte, muh man vor dem Aufstieg dieser Familie grohe Achtung haben. Es ist zu oft geschildert worden, wie Rorthcliffe sein Unternehmen aufgebaut hat. Als fein Bruder Harold, also der ,c.jigc Lord Rothermere, einundzwanzig Jähre alt war, trat er in den Verlag ein, den Rorthcliffe kurz vorher gegründet hatte. Er hat die geschäftliche Entwicklung dieses Verlages mahgebend beeinfluht und war im Lauf der nächsten zwanzig Jahre der tatkräftig st e Mitarbeiter seines Bruders. Besonders großen Anteil hatte er am Aufschwung der neugegründeten „Evening Rews": im Jahre 1896 wurde Harold, der sich schon drei Jahre vorher verheiratet batte, einer der drei Chefs der „Daily Mail , und ihm wurde die Verantwortung für den Vertrieb dieser Zeitung übertragen. Riemand kann bestreiten, daß er sich seiner Aufgabe gewachsen gezeigt hat. Schon ein Jahr vorher gründete er ein eigenes Blatt, den ..Daily Record": später kaufte er den „Leeds Mercury" und beteiligte sich im Lahre 1908 an Rorthcliffes Hauptschlag, dem Ankauf der „Times". Mlerdings verzichtete er schon zwei Jahre darauf zugunsten seines Bruders auf Die Beteiligung an der „Times", der „Daily Mail" und den „Evening Rews": dafür erwarb er im Jahre 1914 den „Daily Mirror" von seinem Bruder und gründete im Jahre darauf den „Sund ah Pic tori al", das erste vollständig illustrierte Londoner Sonntagsblatt. Es trifft nicht zu, dah Rothermere beim Tod Lord Rorthclifs tm August 1922 die ungeheuren Unternehmungen dieses Mannes einfach geerbt habe. Rorthclife war verheiratet und vermachte das ganze Vermögen seiner grau; aber Rothermere — Harold Sidney Harmsworth war im Jahre 1910 geadelt worden, erhielt im Jahre 1914 den Titel eines Barons Rothermere und wurde im Jahre 1918 zum Viscount Rothermere of Hemsted erhoben — kaufte nun die „Daily Mail" und dic- OTffociateb Rews Paper Limited" aus dem Rachlah und erwarb auf diese Weise die Beteiligung an einer großen Zahl von Zeitungen. Dann dehnte er sein Unternehmen noch dadurch aus, dah er eine Reihe von Aktienpaketen aus dem Besitz des Verlages Hulton & Co. kaufte. Die „Daily Mail" — schon bei seiner Uebemahme ein großes Blatt mit einer täglichen Auflage von mindestens 800 000 Exemplaren — wurde außerordentlich ausgebaut und hat heute eine notariell beglaubigte Auflage von über 2 Millionen Stück, also einen täglichen Leserkreis von mehr als 10 Millionen Menschen. Das ist aber schließlich nur e t n Blatt, wenn auch das größte, aus Rothermeres Zeitungstrust. Das neue Unternehmen, das von dem Zeitungsmagnaten soeben gegründet wurde, um die großen Städte Englands unter seinen Einfluß zu zwingen, hat ein Aktienkapital von 2*/2 Millionen Pfund und soll eine Anleihe v)n 5 Millionen Pfund aufnehmen. Cs wird dann also insgesamt über 150 Millionen Mark verfügen, und mit dieser Summe kann der konservative Lord Rothermere seinem großen liberalen Gegner und ehemaligen Protektor Lloyd George erhebliche Schwierigkeiten machen. 2m Jahre 1916 hat nämlich Lloyd George Rothermere zum „Generaldirektor der Heereskleiderversorgung" gemacht. und 1917 wurde der Zeitungsmagnat unter dem Vorsitz Lloyd Georges Minister der Luft- streitkräste. Er trat dann von diesem Amt am 25. April 1918 zurück, weil seine Gesundheit durch schwere familiäre Unglücksfälle erschüttert war. Seine beiden ältesten Söhne, der 1894 geborene Hauptmann Harold und der 1895 geborene Leutn. Vere find gefallen, der ältere am 22. Februar 1918 im Wald von Dourlon, der zweite am 13. Rovember 1916 in Beaucourt. Zu ihrem Andenken hat Lord Rothermere in den Universitäten Oxford und Cambridge je einen Lehrstuhl für amerikanische Geschichte und für die Geschichte der Seefahrt errichtet. Sein jüngster und letzter Sohn, Gsmond Cecil Harmsworth, der im Jahre 1898 geboren wurde und den Zeitungstrust einmal erben wird, ist schon im Jahre 1919, also als Dreiundzwanzigjähriger, ins Unterhaus eingezogen und war damals das jüngste Mitglied des Parlaments. Roch einen schweren Verlust hat Rothermere in den letzten Jahren erlitten: während nämlich fein Vater, der schon im Jahre 1889 gestorben ist. den Ausstieg der Familie nicht mehr erlebt hat. starb seine Mutter Geraldine Mary Harmsworth erst am 29. August 1925; sie war eine Frau von hervorragender Klugheit und von einem unbeugsamen Charakter. Es besteht kein Zweifel, daß ihre Söhne gerade von ihr die Fähigkeiten geerbt haben, denen sie ihre außergewöhnliche Laufbahn verdanken. Die Waldwirtschaft im hohen Vogelsberg. Der Finanzminister fordert Bereitstellung eines Notstandskredits. Dem Landtag ist folgende Regierungsvorlage zugegangen: Der hohe Vogelsberg ist seit langen Zeiten das Sorgenkind unseres Landes. Don jeher dünn bevölkert, ringt der Lcncdwirt in harter Arbeit um das tägliche Brot. Treten dann mehrere Jahre hintereinander Mißernten ein, so erhebt sich der Ruf nach Staatshilfe! Dieser Ruf erklingt im Augenblick um so dringlicher, als die letztjährigen Fehlernten in eine Zeit fallen, in der die Landwirtschaft an sich zufolge des verlorenen Krieges wie alle Berufsstände schwer zu kämpfen hat. Der alte Generalkulturplan wird wieder hervorgesucht, in Versammlungen werden die alten Wünsche nach großzügigen Meliorationen und zweckmäßigen Wiederaufsorstungen zu neuem Leben erweckt. Ein am 27. Juli 1927 über den oberen Vogelsberg niedergegangenes Hagelwetter fügte der Frucht- und Obsternte schweren Schaden zu und gab Veranlassung, die wirtschaftlichen Verhältnisse dieses Gebietes erneut in der Oeffent- lichkeit zu erörtern. Wendet sich auf diese Weise das öffentliche Interesse wieder diesem Teil unseres Landes zu, so glaubt die Forstverwaltung nicht unterlaßen yu dürfen, auch die Lebens- notwendigkett des Waldes in jenem Gebiet zu betonen. Im hohen Vogelsberg zeigen die drei naturgegebenen Kräfte: Wald, Weide, Wasser das Wirtschaftsziel. lieber dieses Wirtschaftsziel dürfte die Auffassung aller beteiligten Kreise einheitlich sein. Steht aber die Waldwirtschaft als die neben der Weidewirtschaft einzig mögliche und rentable Wirtschaftsform unbestritten im Vordergrund, so ist die Forstverwaltung verpflichtet, darauf hinzuweisen, daß dieser Wald einen ganz besonderen Charakter trägt. Schon sein äußeres Bild weicht von dem der tieferen Lagen wesentlich ab. Man glaubt stellenweise nicht in einem Wirtschafts-, sondern in einem Urwald zu wandern, sieht man die Verwüstungen, die die Raturgewalten dem Wald der obersten Region zufügen. Dabei hat dieser Wald eine ganz besondere Ausgabe zu erfüllen. Er bindet die Riederschläg: aller Art und verhindert deren raschen Abgang in die tiefer gelegenen Gebiete. Er verzögert die rasche Schnee- schmelze im Frühjahr und schützt damit letzten Endes die Wetterau vor Hochwasser und Ueberschwemmungen. Allein die Tatsache, dah im streugedeckten Wald die Verdunstung 85 Prozent geringer ist als auf der ungedeckten Fläche, beweist die Bedeutung des Oberwaldes für die Wasserwirtschaft der ganzen Provinz. Unter diesen Umständen darf man dem sogenannten Oberwald unbedenklich „Schuhwaldcharakter" zusprechen. Hieraus ergibt sich ferner für den Staat die Verpflichtung, diesen Wald mit allen Mitteln zu erhalten und zu verbessern, um seine Wohlfahrtswirkungen nicht zum Erliegen kommen zu laßen. Der „Oberwald" kämpst aber um seine Existenz einen schweren Kampf! Richt allein gegen Feinde des Waldes aus der Welt der Infekten und Pilze, vor allen Dingen gegen die Raturgewalten: Schnee, Duft und Eis! Von vornherein muh zugegeben werden, dah der jetzige Aufbau des Waldes ihn gegen die vorgenannten Gefahren wenig widerstandsfähig gemacht hat. Roch vor 200 Jahren war der Oberwald ein reines Laubholzgrbiet, das vor allem gegen Sturm, aber auch gegen Schnee, Eis und Dust bedeutend widerstandsfähiger war als die jetzt dort vorhandenen Fichtenbestände. Mit dem Vordringen der Fichte im Oberwald ist die Gefährdung der Waldwirtschaft zweifellos erheblich gewachsen. Und doch wird man die Forstleute, die diese Fichte an- gebaut haben, kaum tadeln dürfen, wenn man hinzufügt, daß die im Oberwald von altersher heimische Buche nach 120 bis 140 Jahren höchstens 10 bis 20 Prozent, die eingebrachte Fichte im 80jährigen Umtrieb trotz Schnee-, Dust- und Eisbruch 90 Prozent Ruhholz bringt! Im Hinblick auf diese Ziffern kann nicht zweifelhaft sein, dah der Fichte auch künftig die erste Stelle unter den anzubauenden Holzarten einzuräumen ist. Das letzte grohe Schneebruchjahr war das Jahr 1914. Damals betrug der Anfall an Schneebruchholz in den damaligen Oberforstereien Schotten und Feldkrücken rund 25 000 Festmeter. Nachdem das Jahr 1924 Schneebruchschäden in geringerem Umfange gebracht hatte, stellte sich der Winter 1926/27 als ein Katastrophenjahr schlimmsten Ausmaßes heraus. In den Gemarkungen Breungeshain, Kaul- stoh, Rudingshain und Sichenhausen sind 1295 Hektar Staatswaldfläche vorhanden. Davon sind rund 800 Hektar mit Fichten, der Rest mit Buchen bestockt. Die getarnte Schneebruchmasse in diesem Gebiet beträgt nach einer Schätzung des Fvrstamts Schotten rund 30 000 Festmeter. In den Rachbarämtem Grebeichain und Ulrichstein sind zusammen nach vorsichtiger Schätzung 10 000 Festmeter gebrochen, so dah der Schneebruch für das Gebiet des Oberwaldes auf 40 000 Festmeter insgesamt zu beziffern fein dürfte. Am schlimmsten vom Schneebruch betroffen sind die 20- bis 40jährigen Stangenhölzer. Der Katastrophe Herr zu werden ist schwer, weil: 1. ausreichende Arbeitskräfte aus der ortsansäßigen Bevölkerung nicht vorhanden sind, 2. die Arbeiten im Winter wegen hoher Schneedecke häufig ruhen müssen, im Sommer aber Arbeitskräfte nur in beschränktem Mähe zur Verfügung stehen, 3. das Wegenetz vielfach unzureichend ist, so dah Rotwege erst mit Zeit- und Kostenaufwand hergerichtet werden müssen. M-mMi iiiwi— mwi tw iTiiwimiiiiiiwn—a—i Geräusch-Fabriken. Die Kulissen des Rundfunks. Von Frank Warschauer. Was ist eine Geräusch-Fabrik? Eine Geräusch- Fabrik ist eine Institution zur künstlichen, systematischen, rationellen, wissenschaftlich erforschten und praktisch erprobten Herstellung von Geräuschen. Wohl gemerkt von Geräuschen, nicht etwa von gewöhnlichem, dumpfen Lärm. Es gibt also noch nicht genug Geräusche auf ber Welt? Cs genügt nicht, dah Hund und Katze, kleine Kinder, Teppichklopfer, Automobilisten, Lastwagen, dah alle Verkehrsmittel, sämtliche Maschinen und die grohe Mehrzahl aller überhaupt vorhandenen Lebewesen Tag für -tag und teilweise auch Rächt für Rächt ihre Existenz lautlich, klanglich den Ohren dokumentieren? Dah in jeder Minute ein ungeheurer Lärm zum Himmel steigt, über den sich nicht nur empfindliche Schriftsteller beschweren? Rein, es genügt nicht. Vielmehr hat sich auch noch außerdem das dringende Bedürfnis herausgestellt, diele ganze Welt des Hörbaren auch noch einmal künstlich nachzubilden. Wie der Hund bellt, und wie die Katze miaut, und wie DaS Kind schreit, und wie es in einer Eisenbahnhalle klingt, und wie die Möwen schreien, kurzum, wie die Welt ertönt. Denn es gibt jetzt eine Form des Theaterspiels, für die solche klangliche Imitationen verwendet werden müssen; es ist das Hörspiel, das durch den Rundfunk verbreitet wird; diese Buhne, dw nicht zur Sichtbarkeit bestimmt ist und daher auch keine Dekorationen und Kulissen braucht, die dennoch darauf angewiesen ist, Illusionen zu erzeugen, aber Klangillusionen, die man mit Recht als „akustische Kulisse" bezeichnet hat. Und wie das Schauspieltheater einen Fimdus ,von Dekorationen hat. so hat die Rundfunkbuhne eine bestimmte Apparatur für K.angunttattonen zur Verfügung. Und der Blick hinter diese Kulissen ist nicht weniger interessant als der hinter die Kulissen des Theaters. , - Die Einrichtung einer Geräusch-Fabrik tft un allgemeinen äußerst einfach. Man steht vor einem Schranke, in dem einige sehr harmlos aussehende Gegenstände untergebracht sind. Aber es gibt eine deutsche Sendestation, die sogar ein besonderes Instrument zu diefem Zweck gebaut hat, ein Instrument, das den Romen einer „Geräusch- Orgel" verdient... Man sieht eine Tastatur. Aber statt der Bezeichnungen „Vox Humana“ und „Flauto" und „Kontra-Alto" und ähnlichem lieft man anderes: „Eisenbahn", „Räderrollen", „Lastwagen", „Pserdegetrappel", „Kindergeschrei“, „Ochse", „Esel", „Pferd" und anderes. Eine besondere Abteilung ist da für die Wasfergeräusche, für Wellen, Brandung, Wasserfälle usw. Und daß Sturm und Regen und Gewitter vertreten sind, diese Hörrequisiten, die man ja auch im gewöhnlichen Theater verwendet, das ist ja selbstverständlich. Drückt man auf eine der Tasten, so ertönt prompt das gewünschte Geräusch. Aber so komfortabel hat mans nicht überall. Und gerade die Einfachheit, mit welcher die Effekte erzielt werden, hat etwas Verblüffendes. Wer sollte es zum Beispiel einer kleinen eisen- beschlagenen Schachtel, auf der einige Höcker und einige Löcher zu sehen sind, Zutrauen, daß sie die Geräusche eines grohmächttgen Eisenbahnzuges taffächlich höchst naturgetreu imitieren kann! Zu diesem Zweck wird sie mit einem kleinen Drahtbesen bearbeitet, wie man ihn auch in den Jazzorchestern findet. Dann hört man das Fauchen, das Ausströmen des Dampfes und sogar das Rollen der Räder, glaubt es zu hören. Ja, die Illusion ist sogar in diesem Falle viel leichter zu erzielen, als wenn man die wirklichen Geräusche originalster im Mikrophon aufnimmt. So wurde einmal in Berlin der Versuch gemacht, das Mikrophon in einer Bahnhofshalle aufzustellen, um an einer bestimmten Stelle eines Hörspiels diesen Eindruck zu vermitteln. Der Effekt war weniger günstig als bei der Rachbildung der Geräufche. In dem harmlosen Schrank, der ein Zauberkasten des Hörtheaters ist. sicht man daneben ein Brett, in das ein Stück Marmor eingelassen ist, und darauf eine Halbkugel, deren Material nicht gleich erkennbar wird. Woraus besteht sie. und wozu dient das? Ein wichtiges Instrument. Das halbkugelförmige Ding ist die halbe Schale einer Kokusnuh. Der Mechaniker bewegt sie jetzt so, öajj jeder ihrer Ränder abwechselnd die Marmorfläche berührt. llnb plötzlich hört das Ohr was? Es hört das Getrappel von Pferdehufen. Es fühlt sich in nächtlich romantische Szenen verseht. Es ist sehr geneigt, sich den nötigen Sturm und Regen gleich dazu zu denken. Cs ist schon verzaubert. Und der Regen — der liegt gleich daneben. Cs ist ein ganz gewöhnlicher Regen, genau wie im Theater. Er hat sich so gut bewährt, warum also etwas ändern! Ein mit einem Drahtnetz überspannter Kasten, in dem eine Anzahl Erbsen vergnügt durcheinander rollen. Auch das Gewitter ist mit großen Blechen primitiv, aber unübertrefflich. nachgeahmt. Weiter ist da eine schwere eiserne Kette. Sie kann nicht mir sich selbst hörbar werden lassen und alle Schauerlichkeiten von Gefängnis und verlorener Freiheit, sie läßt auch eine schwere eiserne Tür langsam aufgehen und wieder zufallen. Als nächstes folgt ein Massage- und Vibrationsapparat: der dient zur — Erdbebenerzeuguna. Einigen blasebalgähnlichen Instrumenten sieht man ihre Bestimmung auch nicht an, aber hört es, sobald sie in Betrieb gesetzt sind: Es sind Tierftimmen von erstaunlicher Raturwahrheit, Esel, Ziege und Kuh. und dieses Helle Quäken kann nichts anderes sein als die Stimme eines kleinen Kindes. Und nun kommt die Wasserabteilung. Das Wasser läßt sich nicht nachahmen. Es muß in natura vorhanden sein. Also sehen wir eine kleine Blechbadewanne mit allerhand Brausen, Schaufeln, Propellern und ähnlichem. Hier kann ein richtiger künstlicher Seegang erzeugt werden, und wenn die Wellen gegen die Wände schlagen, so hört man den Dampfer auf der Fahrt, und das ganze, weite Meer. Wie leicht läßt sich das Ohr täuschen und wie gern! Und auch wenn man es weih, wie es gemacht wird — die Phantasie glaubt es nicht und wird sich das nächste Mal so bereitwillig in die Welt des Klanges entführen lassen wie nur je. Kunsthandel. Von Hans Riebau. Das Bild war 10 000 Franken wert, und da der verrückte Komislav 40 000 dafür zahlen wollte, war es immerhin ein Geschäft. Aber die österreichischen Kunstschutzgesetze waren scharf, und da auch die Zöllner scharf waren, Komislav aber in der Schweiz wohnte, hatte man Vicki hinübergeschickt, das Bild zu kaufen und herüberzu- schmuggeln. Marnpe, Kohlmüller und Frost saßen inzwischen in der Gaststube von Schmoldi, tranken den schlechten Wein und warteten. Aach Mitternacht ertönte der bekannte Pfiff. Die drei fuhren auf. Der Wirt ging an die Tür. „Run?" riefen sie, als Vicki, naß und schmutz- bespriht, ins Zimmer trat. „Ich hab's", sagte er. Daraus schwiegen sie eine Weile; dann tranken ße die Gläser aus. „Wir machen das Geschäft zusammen", schlug Marnpe vor. „Ich hab' genug davon", sagte Vicki. Gebt mir 15 000 und ihr habt das Blld. „Marnpe, Kohlmüller und Frost wollten jeder 15 000 geben. Aber nicht zusammen. Die Sttm- men wurden lauter. „Paßt", sagte Vicki, „ich verlose das Bild. Drei Lose je 5000 Franken." Ueberlegen. Rechnen, abwägen. Der Derlust- sall war unangenehm, der Gewiirn andererseits mehr als verlockend. „Einverstanden", sagten sie schließlich und zahlten 15 000 Franken auf den Tisch. Dann zogen sie drei Streichhölzer aus Dickis schmutziger Faust, und Marnpe gewann. „Komm", sagte Vicki zu ihm, und die beiden gingen hinauf in die Dachstube. „Wo ist das Bild", sagte Marnpe. „Das Bild ist drüben in Oesterreich", grinste Vicki. Und wie Marnpe zurücktaumelte, zog er ihn an der Jacke. „Du haft mir 5000 Franken gegeben für das Los. Hier hast Du fie wieder. Und hier hast Du noch 2000 drauf." Marnpe besah sich das Geld. „Das Bild ist vorgestern schon verkauft", flüsterte Vicki weiter. „Richts mehr zu machen. Bist Du zufrieden?" „Ich schon", sagte Marnpe, „wenn das Bild weg ist. Aber die anderen?" „Die haben doch Rieten gezogen!" Marnpe nicksx und ging. Auch Vicki ging. Zu dem verrückten Komislav. Und verkaufte ihm das Bild für 40 000 Schweizer Franken. Welch« Maßnahmen find mm zu er greifen, «m die jetzigen Schäden zu beseitigen und künftige zu vermeiden? Die Aufbereitung der Schneebruchhölzer muh schon mit Rücksicht auf die bestehende Feuers- und Insektengefahr im Sommer mit allen Mitteln gefordert werden. Da die Arbeit in den zerbrochenen Stangenhölzern nicht als normal bezeichnet werden kann, muh die Forstverwaltung erhebliche Lohnzulagen bewil- ugen. Bei dem Umfang der Katastrophe können nut die Schaftbrüche ausgehauen und entfernt Werden. Gipfelbrüche und alle noch lebensfähigen Fichten bleiben zunächst erhalten. Die entstandenen Lücken wieder in Kultur zu bringen, ist eine ganz besondere Aufgabel Flächenbruch muh wegen des ungeheuren ^Inkrautwuchses wieder der Fichte zugewiesen werden. Resterbruch soll durch Unterbau mit geeigneten Laubhölzern wieder in Schluß gebracht werden. Zur Vermeidung künftiger Schäden ist bereits seit vielen Iahten angeordnet, die Pflanzweite der Fichten bestände zu vergrößern, an geeigneten Orten Laubhölzer einzusprengen und in besonders gefährdeten Lagen Den Anbau der Fichte zu unterlassen. Wo für die 2lbfuhr des Holzes geeignete Wege nicht zur Verfügung stehen, muh Hand in Hand mit der Veseitigung der Schneebruchschäden der Ausbau des Wegenetzes in Eingriff genommen werden, allein im Forstamt Schotten eine Ausgabe, die die Kraft eines Wirtschafters fast übersteigt! Bedenkt man ferner, dah im Oberwald keine neue Vermessung besteht und dah die Wirtschaft auch auf diesem Gebiet ge- wissermahen auf Schritt und Tritt auf Schwierigkeiten stöbt, so wird man begreifen, dah die gewöhnlichere Mittel $ur Bestreitung dieser vorliegenden Aufgabe mcht ausreichen. Um diese auherordeutlichen Schäden in einem mit Schutzwaldcharakter behafteten Waldgebiet auszuheilen, bedarf es der Ve r e i t st e l l u ng besonderer Mittel. Diese Forderung erscheint weder ungerecht noch unbillig irn Hinblick auf die Tatsache, dah der Erlös aus Schneebruchholz auf etwa 330 000 Mk. eingeschäht werden kann. Für Holzhauerlohn hofft man mit der im Staatsvoranschlag beantragten Summe auszukommen. Geringe Ueberfchreitrmgen erscheinen im Hinblick aus den gleichzeitigen Mehrerlös für Holz unbedenklich. Für Wegebauarbeiten, insbesondere Bau neuer Straßen, wird ein Sonderkredit von 360 00 Mk. verteilt auf drei Iahre mit je 12 000 Mk. für erforderlich gehalten. Für die Ausführung der Schneebruch- Kulturen werden für die Dauer von zehn Iahren je 6000 Mk., in Summa 60000 M k., notwendig werden. In diesem Zusammenhänge sei darauf hin- gewiesen, dah in den höchsten Dörfern des Vogelsberges die arbeitsfähige Bevölkerung für Jahre im Walde beschäftigt werden kann. Mit der Bewilligung von Sonoerkrediten für Wegbauarbeiten und der Schaffung von Arbeitsgelegenheit ist der schwer ringenden Landbevölkerung mehr gedient als mit der Bereitstellung von Rotstandskrediten, die zurückgezahlt werden müssen. Aus der pwvinzialhauptstadt. Viehen, den 10. März 1928. Giehen, Walltorstraföe Nr. 12 BEREIFUNG DO urg. ,as ^ormflflhitr 'aHülti, -ar her JJ®, tmt Ihm pon TOR Mchr Buf. ■eb bliikt m Mtn Bts Heften M «gangen werden zuletzt die 250jaf)ny t dabei bie rege M der Änfiaii. M. isntt verhastei. U, 9. März. Der - vor einigen Tagen eine drei Kinder >et Zelt Nächtig toor, n tn bet Pfalz fett- )!chma«n» erfShri ibern, daß Mchmam r an der sranzdll- Versuch, bei bem Ort tfdjen Voden,» gen Sendarrnerle er* Frankfurter Poll^ rmzNationm denach- .gllchEN« die ftan. m toärde. Wichmann ) ninft einen falschen h seiner Festnahme In t Jergzabern dnnc> Isendes Sestattd- lat sckst gab er an, t gehandelt habe, er frau verabredet 1 Leben zu l^dm. fra«, die ihn 8° der r öon L^illße. J di, Ift 8i »S Sä 1 ks ön,. Pirach- ^°rrer.'N°iel. ' MfoS?1 "och uffion;r?b-°,rr,.nx)bei b,s j* n Qenipihf« t-rtd- **te lftU ^''dingen SSÄ boten die Mi. er Derrnhuter Vrä° rÄ31*« ^en Voller In Lunb 3 bon verfchied^^ M des K E onfehnliche Ao,. ^Mrt toetben. hlar. Mn DK vorgestrig reife *5o*;fe < je Olm.; S \ Kl 0.S0 bli ?" Wx 45 M 5 ^^ben1^“a® 'SS"" 1 lang' " 2 36931. mho-Z "HL. das tn AAÄ tiTs-sS it«p’i jirttw.y der der j D(rid), „ Landw-n jud) de dH ant’cti#njvr SBo^j xjargt ’ÄäS H^Lvlnbe und & 'Ä aus Noch- Stelle ver* Holz öffentlich an Crt und steigert werden: 1. Kiefern-Abschnitte: mit Stück 26938 1 18,46 2,56 2. 64 II. Distr. Untere- und Obere^Schwal- Los 5.u. 7. Klaffe . Stück 1,76 „ Los von mit Ib-Klaffe Stück von mit Stück Der 0,06 2. Reiser: Stöcke: Sortimente: 2684 l) Schomber. ^n.A = 1,76 3 m lang 535D 2. 3. 90 22 58 15 12 3 29,64 16,21 1,99 1,01 10 43 42 14 3 1 Karl Kiefer Verwaltung modernsten führte eine wurden bei 1 2 3 2 1 1b- 2a* 2b* 3a* 5,48 2,72 1,02 0,06 il&t: 22,30 0,53 „ 0,13 „ 9 103 20 8,93 11,93 3,86 1. 2. 3. 4. 5. Der Bedar, Fleischwaren, Wurst- und Fettwaren, Mich, Backwaren (Brot und Brötchen usw.), an sonstigen Berzehrungsgcgenständen (Del, Essig, Zucker, Kaffee, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Butter, Handkäse, Margarine, Marmelade usw.), Ib* 2a* 2b* 3a* 14 5 11 25 19 8 lb Klasse 2a* „ 2b- „ 3a. „ benwald. 9 Stück mit 22 „ 9 „ „ 14 „ „ 3a-Klasse 3b* „ 4a* „ 4b* w 1,13 fm 1,39 „ 0,99 „ 1,49 „ 19 57 1 lb* 2a* 2b* 3a* IV. --- 56,33 =t 39,50 — 11,99 - 1,71 113 230 100 24 3 3,42 0,03 „ =0,37 „ — 5,03 =0,84 Stämme: Eiche 1. Klasse . . . . Esche u. Ahorn, l.U. 2. Kl. Derbstangcn: Esche und Buche . . . Eiche........ Fichte 1.—3. Klasse . . Reisslängen: Eiche . Fichte. Buche. Eiche . Buche. Eiche . --- 0,99 = 11,93 --- 14,45 = 4,98 2. Eichen-Ttärnn 1. Klasse 49 Stück = 12,58 fm tlasse N. la-Klasse = 15,71 fm 2b = 3a = 3b = 4a = Güte N „ N „ A „ A = 30,35 = 13,24 Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Großen-Buseck kommen fvlgende Holzsortimente zum Berkaus: a) Fichtcnstämme, Güteklasse N. Angebote sind, getrennt nach Sortt- menten und Klassen, pro Festmeter, bis zum Montag, den, 12. März 1928, nachmittags iy2 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können. Die Eröffnung der Angebote erfolgt im alten Schulhaus. Es empfiehlt sich, das Holz vorher anzusehen; spätere Einwen* düngen Über Güte und Beschaffenheit werden nicht berücksichtigt. Reiskirchen, den 6. März 1928. Hess. Bürgermeisterei Reiskirchen. Prominente. Sonntag, 18., von 15,30 bis Ähr: Im weihen R8ßl.; von 20 bis 22.30 Schinderhannes. Montag. 19., von 20 bis Ähr: Minna von Darnhelm. dem schon gestern abeno in Frankfurt eine weitere Befestigung eingetreten war, bleibt auch die Stirn- wung des heutigen Dormittagsverkehrs freundlich, und die Bewegung in Spezialwerten setzt sich fort. Glanzstoff sind stark gesucht. AEG. 152 (Geld), Siemens 261 bis 262, I.-G.-Farben 251,5 bis 252, Gesfürel 263,5. Am Devisenmarkt hört man Paris gegen London mit 124,03, Mailand 92,30, Madrid 29,10, London gegen Kabel 4,88 und die Reichsmark gegen Kabel mit 4,1840. Scheiter: Buche. Eiche . Fichte. Knüppel: Buche. Landes-Sei!- und pfiegeanstalt diesen. Nutzholz-Ve.steigerung. Donnerstag, den 15. l. M., von vormittags 10 Uhr beginnend, soll im Gemeindewald Mainzlar nachverzeichnetes Nutz- Md Brennholzversteigerung Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern soll Donnerstag, den 15. d. M., von vormittags oy2 Uhr ansangend, nach- 44 St. 4 „ Pferde-- und Krämert.tarkt statt. Gießen, den 10. März 1928. Der Oberbürgermeister. I. B.: Klingspor. Lärchen-Derbstangen. 1 Stück 1. Klasse = 0,09 fm Fichtcn-Derbstangcn. Stück 1. Klasse = 1,71 fm ib* 2a* 2b* 3a* 3b-Klasse 4a* „ 4b* „ 5a* „ Nutzhotzversteigemng Dienstag, den 13. März, vormittags 10 Uhr, wird in der Gastwirtschaft zur „Eiche" in Klein*Linden das Nutzholz im Markwald der Gemeinde Lützellinden versteigert. werden können. Das Holz ist mit Rinde gemessen und entrindet. Steinbach, am 8. März 1928. Hess. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 2704V Brenn= mdNutzholzverfteigerung Im Gemeindewald Langsdorf werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang der Straße Langsdorf—Nonnen- roth am Donnerstag, dem 15. März 1928, vormittags 9/2 Uhr, versteigert: Brennholz: Scheiter, rm: 120 Buche; 13,3 Hainbuche ; 15,7 Eiche. Knüppel, rm: 248 Buche; 53,5 Hain* buche; 88,9 Eiche; 2,3 Kirschbaum; 3,5 Birke; 7,9 Kiefer; 10,2 Fichte. Reiser, rm: 50 Buche; 130 Hainbuche; 100 Eiche; 36 Weimutskiefer. Stöcke, rm: 15 Buche; 20,6 Eiche; 1,7 Kiefer; 11,6 Fichte. Nutzholz: fagb im hiesigen Gebiet weggeschosfen worden. Daß das Tier noch so lange, ohne genügende Nahrung zu sich zu nehmen, leben konnte, ist ein Beweis für das zähe Leben dieser Borstentiere. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 9. März. Als „armer" Bettler verstarb hier im Bürgerhospital ein Kriegsbeschädigter. 5n seinem Nach - l n ß wurde neben einer größeren Anzahl von Geldscheinen aus der Borkriegszeit auch der Betrag von über 1 30 0 Mark irt Silbermünzen, die fein säuberlich in Rollen verpackt waren, vorgefunden. — Fe st genommen wurde in einem Mann- Kiefern-Terbstangcn. Stück 1. Klasse = 0,45 fm verzeichnetes Nutz- und Brennholz steigert werden: Distrikt Appelspck: 1. Buchen-Stämme: 3. Klosse 5 Stück — 4,10 fm Stückzahl 1 Kiefernstamm 30 Kiefernstämme 42 19 2 1 Kiesernstamm 2 Kiefernstämme (Schnittholz) 120 Fichtenstämme 86 51 10 1 Fichtenstamm 132 Fichtenderbstangen 238 133 4 33 32 15 4 Bekanntmachung. Der nächste Vichmarkt in Gießen findet statt: Dienstag, den 13. März 1928 Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt, Mittwoch, den 14. März 1928 Tchweinemarlt. Ruftriebszeit an den Markttagen von 8 bis 01.. Nhr vormittag». Am Mittwoch, den 14."März 1928, findet gleichzeitig Berliner Börse. Berlin, 10. März. (WTB. Funkspruch.) 1,90 fm 25,12 „ 37,94 „ 27,86 „ 8,69 „ = 4,63 fm = 0,55 „ 5. Äiesern-Rutzscheiter 8,2 rm. 6. Fichten-Nutzreisig 270 rm besonders für Gartenspalier geeignet. Die Zusammenkunft an der Hachborner Straße am Waldeingang. 2729V Mainzlar, am 10. März 1928. Bogel, Bürgermeister. = 17,84 -- 13,65 -- 10,31 = 3,66 0,82 fm 3,89 „ 0,84 ,, 1,38 „ 2a* 2b* 3a* 3b* 4a* Los V. 105 209 99 40 8 1 la-Klasse lb* „ 2a* „ 2b* „ 3a- „ lb-Klasse 2a* „ 2b* ,, 3a* „ 3b* „ . 60 . 14 . 4 . 190 . 16 . 40 . 12 . 18 Holzsubmission. Die Gemeinde Steinbach verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holz* 40 63 21 11 2 1 Kiefern- Kl. lb = 0,37 fm „ 2a --- 14,88 „ (zu Deichseln,Langwieden undScherbäumen geeignet) 4. Fichten-Tcrbstangen: I. Klasse 32 Stück mit 5,37 fm Bekanntmachung. In dem Vergleichsverfahren über das Vermögen des Zimmermeisters Karl Rinker in Nonnenrotb wird infolge der Bestätigung des Vergleichs das Verfahren aufgehoben. 2658V Hungen, den 2. März 192b. Hessisches Amtsgericht. Distr. Tanne Stück la --- 15,46 lb = 24,20 2a = 25,99 2b -- 8,09 3,57 fm 15,63 „ 9,74 23,34 „ Distr. Tanne Uraufführung im Mainzer Stadttheater. Das Mainzer Stadttheater brachte, wie Mainz berichtet wird, die Uraufführung einer aus drei Teilen bestehenden musikalischen . . 55 „ =0,21 geladene Armeepistole bei sich. Weiter Gröninger mehrere goldene Uhren, 20-Mark-Stücke usw. gefunden. Bei dem Festgenom- Heimer, Hotel der bekannte Ein-- und Ausbrecher Wilhelm Gröninger, der sich auch nannte. Rach Mitteilung der Polizei- Mannheim war Gröninger mit den Einbrecherwerkzeugen ausgerüstet und 56,17 fm . 200 rm . 14 „ 10 „ 3. „ - 4,39 Eichen-Abschnittc, Güteklasse A. 2 Stück 4. Klasse = 1,79 fm 3. Eichcn-Derbstangen: l. Klaffe 115 Stück mit 6,89 fm 6iüteklasic A. 1 Stück 3b-Klasse = 1,72 fm Lärchcn-Stämme, Güteklasse F. 2 Stück 2b-Klasse = 0,38 fm Güte N .. A „ A „ A Arbeitsvergebnng. Für die Stadt Lich (Öberhessen) sollen zur Umpflasterung der Oberstadt vergeben werden: 1. Aufreißen und Abtransport von 2200qm altem Pflaster. 2. Herstellung von 30 cbm Stampfbeton und 2200 qm Betonunterlage. Der Voranschlag liegt vom 12. d. M. auf der Bürgermeisterei Lich offen. Angebotsvordrucke sind daselbst zu haben. Angebote sind bis Dienstag, den 20. d. M., vormittags 10 Uhr, bei Hess. Bürgermeisterei Lich einzureichen. 2678V Gießen, den 8. März 1928. Provinzialdirektion Oberhessen, Tiefbau. 3,90 „ 16,41 „ 22,76 „ 11,77 „ Nr. 560—673. t 3,97 fm 29,40 „ 50,21 „ 23,05 „ 5,59 „ 2,64 Nr. 674—785. Samstag. lrM vvn 20 bis 22 Llhr: Max der ------- 17,45 AalVeingang. Beuern, am 9. März 1928. Bürgermeisterei Beuern. Lindenstruth. 2725V Holzsubmisfio». Die Gemeinde Billingen verkauft auf dem Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsortimeiite: Los 1. Kicfernstammhotz: lb-Klasse 0,67 fm, 2a-Kl. 8,78 fm, 2b*Kl. 6,90 fm, 3a-Kl. 2,07 fm. Los 2. Kiefcrngrubcnholz: 5,04 fm. LoS 3. Eichengrubcnholz: 50,48 fm. Das Holz ist mit Rinde gemessen und vorher einzusehen. Spätere Reklamationen werden nicht angenommen. Angebote sind, nach Klassen und Losen getrennt, mit der Aufschrift Holzsubmission bis spätestens den 15. März, nachmittags 4 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung erfolgt. Nähere Auskunft erteilen Förster Leschhorn und die unterzeichnete Stelle. 2635V Villingen, den 7. März 1928. Bürgermeisterei Villingen. Pauli. 6. Reinigungsmaterialien (Kernseife, Soda ufw.) soll im Wege des öffentlichen Anerbietens für das Rechnungsjahr 1928 zur Lieferung vergeben werden. Die in Anlage A des Erlasses der Hess. Miilisterien vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betretend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen, sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur am 12., 13. und 14. Marz 1928, vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr bei uns offen. Tie Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten von uns bezogen werden. Angebote find verfchloffen und versehen mit der Aufschrift: „Angebot zu der am 7. März 1928 ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnungstermin: Dienstag, dem 20. Mürz 1928, vormittags 10 Uhr, hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Die einzureichenden Warenmuster müssen getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift: „Muster zum Ausschreiben vom 7. März 1928" versehen sein. Gießen, den 7. März 1928. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen. 2644V Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Treis an der Lumda für Rj. 1928 liegt vom Montag, dem 12. d. M., ab eine Woche zur Einsicht der Interessenten auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Einwen düngen können während dieser Zeit schrift lich oder zu Protokoll während bet üblichen Dienststunven vorgebracht werden. 2491D Es ift die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Treis a. d. Lda., den 10. März 1928. Hessische Bürgermeisterei. Will. b) Kicfcrnstämmc, Güteklasse N. Los VI. In verschiedenen Distr. 2a-Klasse 18 Stück mit 6,37 fm 2b- „ 33 ., „ 17,33 „ 3a* „ 4 „ „ 3,69 „ Die Angebote sind verschlossen, nach Lösen, Sortiment Und Klassen getrennt, bis zum Donnerstag, dem 15. März 1928, mittags 1 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt: Die Verkaufsbedingungen, denen fich die Käufer mit der Einreichung ihrer Angebote unterwerfen, können bei uns eingesehen werden, auch werden dieselben im Termin bekannt gegeben. Das Holz lagert an guten Abfuhrwegen, % Stunden von der Bahnstation Grotzen-Buseck entfernt, und wirb auf Wunsch durch Hilfsförster Mack dahier vorgezeigt. 2733V Großen-Buseck, den 9. März 1928. Hessische Bürgermeisterei. Gans. Tpielplan der Frankfurter Tljeater. Opernhaus. Sonntag. 11. Marz, von 19,30 bis nach 22.30 Llhr. Der Zigeunerbaron. Montag, 12, von 18 bis 22 Llhr: geschlossene Schüler» Dorstellung: Lohengrin. Dienstag, 13., von 19,30 bis 22,15 Ahr: Fidelio. Mittwoch, 14., von 19,30 bis 22 Ahr: Die Bohdme. Donnerstag. 15., von 19.30 bis 22,30 Ahr: Othello. Freitag, 16., von 19,30 bis nach 22 Ahr: Turandot. Samstag, 17.. von 19,30 biS 22,15 Ahr: Cavalleria rufticana; hierauf: Der Bajazzo. Sonntag. 18.. von 15 bis 17 Ahr: Hansel und Gretel; von 19,30 bis nach 22,30 Ahr: Der Zigeunerbaron. Montag. 19., von 19,30 bis 22,30 Ahr: Hoffmanns Erzählungen. — Schauspielhaus. Sonntag. 11. März, von 15,30 bis 17,30 Ahr: Gastspiel Nelson» Revue: Madame Revue; von 19 bis 21 Ahr: Max der Prominente; von 22 bis 24 Ahr: Gastspiel Nelson-Revue: Madame Revue. Montag, 12.. von 20 bis 22 Ahr. Mar der Prominente. Dienstag, 13., von 20 bis 22,15 Ahr: Quintett. Mittwoch, 14., von 20 bis 22 Ahr: Max der Prominente. Donnerstag. 15.. von 20 bis 22,30 Ahr: Schinderhannes. Freitag. 16., von 20 bis 22 Ahr: Max der Prominente. Fichtcn-Ltämmc, Gütetlaife N. ------- la-Klasse = 6,27 fm LoS I. Distr. Wellerloh u. Esp. la-Klasse 64 Stück mit 11,92 fm Submifsions-holzvertauf. Aus dem Distrikt Windhain 6 der Gemeindewaldung Nieder-Ohmen kommen zirka 100 fm Fichten-Stammholz von Klasse lb—4a zu den für den Holzverkauf aus hesfifchen Staatswaldungen geltenden Bedingungen zum Verkauf. Die Gebote find verfchloffen mit der Aufschrift „Sub- mifsionsholzverlauf" bis fpStcstcus Donnerstag, den 18. März, nachmittags 2 Uhr, bei der Bürkfermeisterei einzureichen, wofelbst die Eröffnung stattfindet. Nähere Äuskunft erteilt Forstwart Grün und die unterzeichnete Stelle. Nieder-Ohmen, 7. März 1928. Heff. Bürgermeisterei Meder-Ohmen. I. V. Carle. 2645V Komödie „Dek falsche Harlekin" des Italieners G. Franzisko M a l i p i e r o heraus. Die musikalische Leitung lag in Handelt des Generalmusikktt'ektors Breisach. Die On= szenierung besorgte Oberreg i senk BZ ei hl oder, die Tanzlritung Ballettmeister Berdolt. Die Hauptpartien waren bei Margarete Jensen und Hans Höhl in dakstelleriich und gesanglich gut aufgehoben. Aus dem AmisverkündiguttgSbLait. ' DasAmtsverkündigungsblart Nr. 18 vom 9. März enthält: Straßensperren. — Absonderung des aus stark verseuchten Gebieten eingeführten Viehes. — Der Abgang der Landgestütsbefchäler nach den Deckorien. — Bekämpfung der Schnakenplage. — Das Einhalten der Tauben zur Saatzeit. — Das Vertilgen der Blutlaus. — Gesellschaftsreisen nach Siebenbürgen ilnö dem Banow. — Dienstnachrichten. _________________ 4,97 „ 0,96 „ 10,03 fm 10,03 fm Günstige Zahlungsbedingungen. LangSdorf, den 8. März 1928. Bürgermeisterei Langsdorf. Kneipp. 2679V Holzsubmission. Die Gemeinde Reiskirchen verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachstehende Holzsvrtirnente: Eichen-Ltämme, Gütellasse N. 2 Stück 1. Klasse - 0,40 fm 2. Fichten-Abschnitte: 1 Stück mit menen handel: es sich um einen der Ausbrecher aus dem Zuchthaus zu Wehl Heide bei Kassel, der anscheinend auch an dem Geldschrankeinbruch im Frankfurier Bersorgunysarnt beteiligt ist. Kunst und Wissenschaft. 6er flMangtmg bet Vechttfen ttflb Tbefitrrafl«m9- frebite die für diesen Zweck nur befristet zur Verfügung ständen. Der Borsitzende der Ortsbiuern- schuft machte noch interessante Mitteilungen von den Wevdeinstandsetzungen zweier Gemeinden, darunter einer aus dem Kreise Biedenkopf, die sich gflanzerrd bewährt hätten. <> Hochelheim, 9. März. Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgehabten H ol z - Versteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenschcttholz 40 bis 45 Mark, Buchenknüppel 30 bis 34. Eichenknüppel 18 bis 20 Mk. je zwei Raummeter, Kiefernstammholz 35 bis 40 Mark je Festmeter, Fichtenstangen 3. Klasse 20 bis 30 Pfennig, 4. Klasse 12 bis 15 Pfennig und 6. Klasse 3 bis 4 Pfennig je Stück. Dillkreis. □ Roth, 9. März. Dieser Tage entschlief der alte st e Bürger unserer Gemeinde, Heinrich 6) o i l, im,Alter von S2Jahren. Der Entichlasene war ein alter Nassauer, der seiner Militärischen Dienstzeit noch in Weilburg beim Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 1, spätere 88er, genügte. _i Schönbach, 9. März. Bei der hiesigen H o l z v e r st e i 'g e r u n g in den letzten Tagen wurden 65 bis 70 Mark für je 4 Meter bezahlt. Kreis Westerburg. WSN. Rennerod, 9. März. Der bekannte Hörenbaum bei Rennerod ist dieser Tage, als er gestützt werden sollte, zusammengebrochen. Der Baum spielte in der Bolts- I a g e des Westerwaldes seit langem eine grobe Rolle „ 4a< „ = 1,76 lamme und -Abschnitte, Güte- Los Hl. Tistr. Kirschbaüm und Radenkopf. la-Klüsse l Stück mit 0,20 fm Kreis Usingen. —!— Cleeberg, 9. März. Unsere waldreiche Gegend ist durch das zahlreiche Vorkommen von 28ildschweinen bekannt. Gestern morgen gegen 8 Uhr wurden hiesige Einwohner durch ein sonderbares Rascheln in ihrer alltäglichen Arbeit gestört. Im Holzschuppen hielt sich etwas Schwarzes verborgen. Beim näheren Beschauen war es ein Schwarzkittel. Bereits vorgestern hatte er sich schon in die hiesige Schafherde gewagt und Anfreundungen gehalten. Verschiedene Passanten verscheuchten das Tier, so daß es in die nahen Wal- dunaen flüchtete. Nachts muß nun das Tier das Dorf aufgesucht und im Holzschuppen Quartier genommen haben. Ein herbeigerufener Schütze brachte mit sicherem Kugelschuß das beängstigte Tier zur Strecke. Nun erst gewahrte man, daß dem Schwarz kittel der Unterkiefer fehlte. Dieser war hehl Tiere vor drei Wochen bei einer fiskalischen Treib- 2,2 rm Kiefernnutzscheit 3 9 12' ” Fichtennutzknüppel Fichte,,-Ltämme: ■ — Stück = 17,63 fm Fichte. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr auf der Kreisstraße Beuern—Allertshausen am Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 11. März. Okuli. Stadlttrche. 9.30 Uhr: Psarrassistent Hertel; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrassistent Hertel; 6: Pfarrer Mahr. — Johanneskirchc. 9.30: Pfarrer Vechtvlsheimer: 11: KlnderNrche tot bk Lukasgemeinoe, Pfarrer Bechiolsheimer; 6: Pfarrer Lenz; 8: Bibelbefprechung im Iohannesfaal, Pfarrer. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfar rer Ausfeld; 11: Kinderkirche, Pfarrer Lenz. — wiefeck. 10; 7.30: Pafsions Lichtbilderandacht. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 1.30: Mainzlar. — fjaufen- Garbenlelch. 10: Haufen; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst, 11: Kinder kirche; 1.30: 3. Passionsandacht — Lich. 9.30: Psar rer Weber (Holzheim); 2: Stiftspfarrer Schortemmer. — Alten-Lufcck. 10; 1. Mittwoch, den 14. März. Johanneskirche. 6 Uhr: 4. Paffionsandacht, Pfarrer Ausfeld. — Lich. 8: Paffionsandacht. katholifche Gemeinden. Samstag, den 10. März. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 11. März. 3. Fastenfonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt, 5.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Messe mit Predigt. Gießen. Dienstag und Freitag, abends 6.30 Uhr: Fastenandacht. _______ Connlaasd,eilst d. Aerne n.'Avotbefen nm 11.3.28 Frl. l)r. Günter. Dr. W. Klein. Pelikanavothele Kabnarzt: Ur. haubach. 'D = 68,77 „ = 58,74 „ = 37,12 „ = 10,48 „ 4a* 1 „ = 2,80 „ Angebote sind, nach Klassen getrennt, pro Festmeter, bis zum Mittwoch nl» bein ]4. d. M., nachmittags 2 Uhr, bei der Bürgermeisterei einzureichen, wofelbst auch die Bedingungen, betten sich bie Käufer bet der Einreichung unterwerfen, etngesehen Brennholz-Versteigerung. Montag, den 12. März, vormittags 10 Uhr anfangend, werden im „Deutschen Haus" dahier folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: Distrikt 43 (Sotthcck): 19000 Stück la Durchforstungswellen (Lohschlag). Brand-Oberndorf, den 6. März 1928. Der Bürgermeister. Stahl. 2528V 4. „ 8 5. „ 1 11,2 „ Lützellinden, den 4. März 1928. Der Gemeindevorsteher: Norsch. Meine Damen! c/lE- 1 oledo Trude Statt Karten! Sollst: 01841 Programme zu 80 Pfennig an der Abendkasse. 2622D r 2675V 01744 erteilt Statt Karten! Verlobte Leihgestern, den 10. März 1928 01863 1866a Gießen 113$$ 01811 Mars^Fahrräder Adam Kircher, Bleidiftr.15 Gießen, den 10. März 1928 01894 2719a Stephan. Gans. Gießen z. Z. Mdda Ibgol scheidet die Hornsöur« ousl Jn ollen Apotheken Preis Mk. 140 wird es oft notwendig zur völligen Behaglichkeit des Heimes Möbelstücke zu ergänzen. Vielleicht wird sich sogar die Anschaffung eines kompletten Zimmers empfehlen. Besichtigen Sie bitte unser reichhaltiges Lager Marie Waldschmidt Georg Dellen Äierstadt'Wiesbaden Taunusstraße 9 Wissen Sie es schon, daß Schmücker jetzt auch Backfisch- u. Konfirmanden- Kleider führt? 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Kirchengesangverein Gießen (Leitung: Herr Otto Linden* Struth), Frl. Ida Stammler-Gießen (Alt), Frl. Hedwig Gunderloch- Darmstadt (Sopran), Herr Musikiehrer Fr. Bauer jun.-Gießen (Violine). An der Orgel: Herr Stadtorganist Heinz Simon-Gießen. Vortragsstücke: Joh. Seb. Bach, Max Reger, Antonio Lotti, Ph. Emanuel Bach, Jobs. Rheinberger, Arnold Mendelssohn. Auswertung! Oie noch nicht zur Aufwertung vorgelegten alten Sparbücher können noch bis zum 1. April 1928, jedoch ohne Anerkennung eines Rechtsanspruches, vormittags von 8 bis 12 Uhr, im Geschäftslokal der Kasse vorgelegt werden. Spar-u.Leihkaffe,e.G.m.b.S.,Großen-Vuseck Hugo Götz Johanna Götz geb. Eichenauer Vermählte 11. März 1928 Utphe Die edelste Kunstist die muffe 5ehrl sie kuren Lindem. Eonntaa, den 11. März, abends 8 Ubr AMikSMtlßMl Verstärkte Kapelle Mank, Wieieck Musikalische Leitung: Kammervirtuose Louis Kümmel, Darmstadt 2692D Donnerstag, 15. März 1928, abends 7% Uhr, im NEUNTES KONZERT ' -Konzert unerreicht in Qualität Renn*-, Luxus- und Tourenräder 2475D lltphe, den 11. Marz 1928 r ZA Nr. 60 Drittes Matt Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 10. März (928 Oie polnischen Wahlen. Außenpolitische Umschau. Don Or. Otto Hoehsch, o. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. X. Den japanischen Wahlen am 9. Februar sind die polnischen Wahlen am 4. März ge.oigt. Las Charakteristische und Ueberrasche. de am japanischen Wahlaus all war, ix.6 trotz einer Vermehrung der Wahlberechtigten von 3 aus 10 Millionen die Arbeiterschaft. dec Sozialismus nur eine ganz verschwindende Vertretung erreicht haben. Es sind nicht mehr als 8 Ar- beitervectrrter in das Parlament ge.o.nmen und die beiden großen Parteien dec früheren Zeit haben je mit mehreren hundert Mitgliedern ihre Positionen behauptet. 3n Japan jedenfalls, im ersten Lande, das in dem groben Wahljahr 1928 gewählt hat. yat die Wayl keinen Ruck nach links gebracht. Anders ist das in Polen. Könnte man einmal davon absehen, daß Polen kein regulärer Parlame.-.tsslaat ist, so wnrve dieser W^hluus- fall einsach zu bezeichnen sein als ein starker Ruck nach links. Die Sozialdemoraten sind doit 41 aus 62 Sitze gestiegen, die auch der Linken angehörenden Radi a en Bauern von 24 auf 37. Die Rechte hat außerordentlich verloren' die Rationaldemolralen gingen von 101 aus 37 herunter, der Block aus ihnen und den Lhristlich-Rationalen von 120 im ganzen aus 38, und die mit den Christlichen Demokraten vereinigte sogenannte Piastpartei (die Partei der größeren Dauern) von 85 auf 34 Sitze. Aber das Ergebnis darf ja natürlich nicht mach dem Schlagwort rechts und links, wie es in Westeuropa gilt, beurteilt werden. Das Land steht unter einer Diktatur, deren Führer sich ein ihm ergebenes Parlament schassen wollte. Er hat das mit großer taktischer Geschicklichkeit Dorbereitet, durch die Verbindung mit dem Großgrundbesitz und dem Groh Kapital die Rational- Demokratie ausgehöhlt und bat auf seinen Ra men einen Block als sogenannten „unparteilichen Block der Zusammenarbeit mit der Regierung" erzielt mit 128 Mandaten. Doch ändert das an sich ja auch nichts an dem Resultat, daß der Besiegte die Rationaldemokratische bürgerliche Partei ist. Run die nationalen Minderheiten in diesem Lande, in denen jeder dritte Mensch nicht Pole ist! Da steht an der Spitze der Erfolg der D e u t s ch en , die sich nicht nur behauptet, sondern zwei Mandate gewonnen haben und vielleicht mit "»ch mehr Abgeordneten als den bisher gewählten 19 Mitgliedern Des Deutschen Klubs aus oer Wahl hervorgeben werden. Das Ergebnis ist sehr erfreulich und stellt die Tatsache wieder einmal hell ins Licht, Daß der polnische Staat eben diese deutschen Bürger h a t, die sich nicht unterfriegen lassen. Der Minderheitenblock im ganzen ist auf gleicher Höhe geblieben, 56 statt 55 Abgeordnete. Dazu treten nunmehr die Ukrainer, die die letzte Wahl boykottierten. Diesesmal haben sie sich beteiligt, und trotz groben Wahlterrors in verschiedenen Parteien 21 Mandate erreicht, wozu noch eines der russischen Doltsvereinigung (22) hinzukommt. Dazu sind weiter zu rechnen die 3 uden mit 6 Mandaten, bisher 19. Die grobe Rieder läge der Juden erklärt sich durch ihre -Zersplitterung, dem Wahlterrvr und dann die ^Absplitterung von dem Minderheitenblock während deS letzten Sejm, die der Regierung gelang. Im ganzen aber bleibt der Minderheitenblock mit 84 Mandaten auf der alten Höhe. So haben wir die Gliederung vor und: Eine Rechte von rund 70 oder, wenn wir zwei «mdere Rechtsparteien dazurechnen, rund 100 Mitgliedern, eine Linke (mit den 5 Kommunisten) von ebensalls rund 100 Mitgliedern, der ^Zilsudski.Block mit 128 und der Min- berheitenblock mit 84 Abgeordneten. Was bedeutet dieses Ergebnis? Rein parlamentarisch und nach Mehrheitszahlen gerechnet. Äst der Sejm arbeitsfähig nur mit Koalitionen imb Kompromissen. Was aber will der Marschall mit diesem Sejm? Er will unzweifelhaft eine Aenderung der Verfassung im Sinne der Verstärkung der Rechte des Präsidenten. Dafür ist zah.e.unähtg eine qualifizierte Mehrheit vorhanden, aber man sieht »icht, wie ein Kompromiß zustande kommen soll »wischen den Anhängern des Marschalls und Ler Linken, die zwar an sich für Den aus ihrer Mitte hervorgegangenen Marscha l in der Richtung gegen die Ra'.ionaldemokratische Rechte gestimmt ist. ihrerseits aber eine Umbildung der Verfassung in die Diktatur herein nicht will. So wird der neue Sejm ein großes Durcheinander bieten und unter dem Druck der Willenskraft Les Marschalls wohl eine Mehrheit zur Ab- Lnderung der Verfassung aufbringen, die die Hechte des Präsidenten, der Regierung, des Senates erweitern will. Das innenvolitischs $cben Polens wird insofern stabil bleiben, als lein Zweifel an der Festigkeit der Stellung P i l s u d s k i s ist. Cs wird insofern Dicht stabil bleiben, als das Durchei ta ider und Die Anklarheit weitergehen, ob das 2a ib wirklich noch ein Parlament hat oder eine un- vmschränlte Diktatur oder einen Diktator, dec ein ihm gefügiges Parlament haben will, oder einen, der sich innerlich doch scheut, mit dem Parlamentarismus überhaupt Schluß zu machen. S.'.fofem zeigt Pilsuds.i dies Iben chara teristischen «3üge, wie die anderen ähnlichen Figuren in Europa. Bon einem wirklich parlamentarischen Leben wird in Polen keine Rede fein. Das nun interessiert an sich Europa bei diesem Wahlausgang weniger. Es ist eine innere Angelegenheit Polens Dagegen ist zweierlei wesentlich: unter 414 Abgeordneten sind 90 die Vertreter Der nationalen Minderheiten. Das Minderheiten- v r ob lern, die Rationalitätenfrage, steht in vollster Schärfe vor dem Marschall, von dem man onnahm, daß er sich darüber etwas einsichtigere und unabhängigere Gedanken gemacht bitte, als es die führenden Polen sonst haben, der aber in dieser wichtigen Frage bisher nichts ernsthait getan hat, im Gegenteil jetzt bei den Wahlen einem ungeheueren Wahltecror, vor allem tn den Ostgebieten gegen die Ukrainer und Juden, Freiheit gelassen hat. Das albere ist die Stellung zur auswärtigen Politik. Was die Hationa'demokra'tische Rechte in der Richtung, die in dem Rainen Ro nan Dmowski i-ren Ausdruck fand, vornehmlich zusammenhalt, ist der fanatische polnische Rationalismus mit schärfster Feindschaft gegen das Deutschtum, mit unbedingter Ergebenheit an Frankreich, mit den aggressiven Gedanken auf Ostpreußen. Danzig usw. Ein Rationalismus, der sich lieber mit Rußland verständigen will, als auch nur ent ernt mit Deutsch.ano. Dieser natio.ialdemo- kratische polnische Hallonalismus ist in der Wahl geschlagenl Hat diese überhaupt eine i außenpolitischen Sinn gehabt, so ist es der. daß die Mehrheit eine Friedenspolitit billigt und will, wie sie dec Marschall Pilsudski seit er am Ruder ist, tatsächlich doch geführt hat. F-ir eine solche hat er von 444 Abgeordneten heute hin ter sich seinen Block, die 199 Linken, die 84 Mindeche tenrertreter. ru; d 320 Abgeordnete. Das ist eine Tatfache von erheblicher Bedeutung am Ausgang eines Wahl ampfes, dec an Verworrenheit, Parieizers litteru:g und Unkrast gegenüber den wirklich bestim nenden Elementen im polnischen Staatsleben das Menschenmögliche geleistet hat. Oie Einschränkung des Eides. Die, Verhandlungen des Strafrechtsausschusses im Reichl t.ig haben ei ug? Vo schläge von grundsi h'icher Bedeutung er -r cht in denen vielfachen Anregungen der O.ffent ich i aus d r jüngsten Zeit Rechnung getragen wird. 3n einer Entschließung wird die Reichsregierung ersucht, im gesamten Gerichtsve.fahren aus ciu? wesentliche Einschränkung der 6 i b c Sahna b m e hinzuwirken, ferner in der Strafprozeß- orbnung Abänberungen vorzufchlagen, wonach an Stelle des Voreides im Strasprozeb, wie schon bisher im Zivilprozeß £er Voreid durch den Racheid ersetzt werden soll, ferner b e i Privatklagen b i c Beeidig -^ng unterbleiben soll, wenn nicht ein öffentliches Interesse ober ein sonstiger wichtiger Gcunb für bie eidliche Feststellung einer Tat ache vorliegt. W.i° tere Anregungen bezwecken, die Ver.idigung mit Zustimmung der Parteien schon jetzt aus der Strasprozeßorbnung aud, allen zu lassen, ferner die Vereidigung von Sachverständigen wegsallen zu lassen usw. Die ganze Tendenz richtet sich also gegen das Uebermaß von Eiden mit ihren unerfreulichen Konsequenzen, gegen die fünft iche Schaffung von Strasmaterien, die auf dem Wege der Beeidigung oft sehr belangloser oder nur ungenau feststellbarer Dinge herbeigeführt werden, gegen die Ueberfchätzung des Eides als eines Behelfs der Gerichtsbarkeit, ohne den nach der älteren Auffassung ein geordnet s Prozeßvec. ähren, besonders im Strafprozeß, verm.int ich nicht nötig ist. Tausend Beispiele haben uns inzwischen darüber belehrt, wie irrig diese Ausfassung ist. Roch bei dem Sensationsprozeß Krantz hat man in der Aussage der Zeugin Ratti beobachten können, wie eine zusammen häng ende, klare und umfassende Darstellung der Vorgänge einfach daran gescheitert ist, daß diese Zeugin unter dem Druck ihres Eides die schwersten Bedenken trug, die Dinge s o zu schildern, wie sie sich ihrer zwar mit Bestimmtheit zu erinnern glaubte, aber sich nicht sicher genug fühlte, um jede Einzelheit unter ihren Eid zu nehmen und sich der Gefahr auszu etzen, daß sie mit Hilfe irgendeines Gcgenbew.i es in bezug auf ein? einzelne Teilfrage des Meineids beschuldigt würde. Derartige Fälle sind erstaunlich häufig, und es sind in bet Regel gerabe die ehrlichsten und einer exakten Ausgabe am aufrichtigsten Beflissenen, die eben besyalb ungenau aussagen, weil sie ihrem Gedächtnis nicht die absolute Verläßlichkeit zutrauen, die unter b.r schweren Drohung der Me.neidsanllage unbedingt notwendig ist. Aber auch, wo wirklich falsche oder leichtfertige Aussagen beschwor n werden, kommt bei dem biShe.i'en Verfahr n nicht viel anderes heraus als eine unnütze Belastung des Strafrichters. Denn wenn es sich nicht um vorsätzlichen Meineid handelt, besteht kaum ein öffentliches Interesse daran daß Personen deshalb bestraft werden, weil sie zu leichtsinnig oder zu subjektiv ausgesagt haben. Denn die Aussage ist ja nur ein Hilfsmittel des Prozeßverfahrens, und es steht beim Richter, sie je nach der Glaubwürdigkeit des Zeugen und dec Sicherheit, mit der er seine Darstellung vorträgt, hoher oder geringer zu bewerten. Es ist nicht Aufgabe der Zeugenaussage, einen selbständigen Gegenstand richterlicher Behandlung zu bilden, und sie wird künstlich zu einem solchen gemacht, indem man sie mit den starren und stacheligen Sicherungen des Eides umgibt. Die Milderung bie er Bestimmung n entspricht deshalb den forb-e eß ittenen wissensch stlich n Erfahrungen dec Psychologie, erbringt eine Entlastung der Gerichte und braucht keineswegs eine verringerte Verläßlichkeit der R.chtSfindung mit Hilfe von Zeugenaussagen zu bedeuten, namentlich, wenn für Fälle flagranter ober bewußter Verletzungen der Wahrheit immerhin bie Möglichkeit der Vereidigung offengehalten wird. Geschichten aus aller Wett. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) ArmeS Genf! (h) Genf. Die Stadt des Völkerbundes bat viel Kritik über sich ergehen lassen müssen. Und man weiß, baß sich die Genfer Lokalpatrioten wie alle guten Schweizer jede Mühe geben, diese Kritik zugunsten der Stadt allein auf den bösen Völkerbund als solchen abzulaben. Gens, die unvergleichliche Perle der Welsch-Schweiz, hat keineswegs dem Völkerbund seinen Ruhm zu verdanken, der schon bestand, als man an den Völkerbund noch nicht einmal dachte I Da hat nun aber ein hämischer Journalist — Journalisten sind Immer hämisch — jetzt einen Brief ausgegraben, den der bekannte Lord Drougham an Creevey im Jahre 1816 schrieb. 3n diesem Bries, der das Datum trägt: Genf, (unbewohnbar), den ...... steht u. a. folgendes: „Man kann hier höchstens zwei Stunden bleiben ober zweieinhalb ©tunben, wenn das Wetter schön ist, aber nicht länger. Schon in der dritten Stunde überkommt einen bie Langeweile und bevor die Sonne sinkt, hat man jede Lebenslust verloren. Es gibt hier nichts, womit man sich die Zeit vertreiben kann, wem? man nicht auf die Seen und Berge starren will, was einem jedoch bald auf bie Heroen fällt." — Das ist wirklich ein böses Urteil über Genf, und man munkelt, dieser Brief wäre von denen veröffentlicht worden, die eine Uebersiedelung des Völkerbundes nach Wien befürworten. Testament und Lautsprecher. (—) Paris. Abgesehen von Prozessen gegen Schwarzhörer hat das Radio bisher bie internationale Gerichtsbarkeit eigentlich noch wenig befchästigt. Um so größeres Ansehen erregt jetzt hier eine.Dec- hanblung, der folgender Tatbestand zu Grunde liegt: Sean de Maupsou, Angehöriger einer französischen Adels amilie, deren Stammväter noch unter dem Lilienbanner gedient, hatte im 3ahre 1838 ein Testament aufgesetzt, das sich mit den kündigen Bewohnern fernes Schlosses Boulain- villier beschäftigt. Dieses Schloß liegt heute bereits im Bannkreise von Paris, und ist längst kein Schloß mehr, denn dort, wo sich das frühere Herrenhaus befand, steht heute eine fünfstöckige Mietskaserne. 3ean de Maupsou hatte also in seinem letzten Willen „klaren Sinnes, mit reiner Seele und vor Gott vertretbarem Verantwortungsgefühl" bestimmt, daß aus seinem Grund und Boden nur Leute wohnen dürften, die die Stille liebten und keinen unnötigen Lärm verursachten. Aus seinem Grunde dürften keine Kabaretts, Zirkusbuden ober Theaier errichtet werden, leine Fleischer, Barbiere. Gastwirte oder Handwerker sich niederlaslen, sondern nur Beamte, Künstler oder Kaufleute, die bei Ausübung ihres Berufes keine übermäßigen Geräusche verursachen. Und auch heute wohnen in dec erwähnten Mietskaserne nur Leute, die da im Sinne Maupsous leben. Run hat sich abce einer dieser Bewohner einen Lautsprecher an- gescha ft, und schon erhob sich allseitiger Widerspruch, ja die Sache kam sogar vor Gericht. Rachdem das Testament noch einmal_ gründlichst durchstudiert worden war, Sachverständige vernommen, Zeugen gehört Worten waren, verkündete der Gerichtshof das Uc.eil: es lautete aus Freispruch. Für „Verbrechen", bie im Gesetzbuch nicht vorgesehen sind, gibt es bekanntlich keine Stra e. Unb ba Maupsou in seinem Testament den Lautsprecher zu erwähnen vergessen hatte, liegt also tein Grund vor, dem jetzigen Uebeltä ec aus diesem Umstand moralisch einen Strick zu drehen. Die Ankläger gaben sich jedoch mit diesem Urteil nicht zufrieden und gehen nun, da sie die Stille und die Ruhe über alles Heben, mit ihrer Klage an die nächsthöhere 3nstanz. Afghanische Orden. (f) London. Afghanistan ist, wie man weiß, noch lauter ein Land wahrer Exotik, und so ist denn alles, was dort als bodenständig gilt, absonber'ich. Was Wunder, daß es dort auch mit ton Orden, die man inländischen und ausländischen Ws Zuträgern zu verleihen pflegt, eine besondere Bewandtnis hat. Da Ist a. B. der höchste Orden, der „Sirdar Ali", dessen Verleihung mit der Berechtigung verknüpft ist, den Titel Sirdar Ali zu tragen. Das bedeutet aus deutsch ungefähr Fürst ober Prinz. Die Prinzen des königlichen Hauses haben zum Unterschied davon den Titel Sirdar Allah. Der Orden selbst stellt natürlich an sich einen hohen Wert bar, denn er besteht aus Gold, Platin unb Diamanten. Sein Träger wird außerdem Ehrenpräsident einer afghanischen Provinz unb erhält als Geschenk 50 000 Hektar afghanischen Bodens zur eigenen Ruhung. Der nächst höhere Orden ist der Bastor-Orden, dessen Verleihung mit dem Titel Khan verbunden ist. Sein Träger wird gleichzeitig mit der Verleihung Ehcenhäuptling eines Stammes, der mindestens 5000 streitbare Männer zählen mutz und erhält 30 000 Hektar zur persönlichen Ruhung. Auch der Bastor-Orden besteht aus kostbarem Material. Mit der Verleihung dieses Ordens ist Afghanistan eigentlich recht freigebig, und so müßte man sich eigentlich wundern, daß sich nicht bereits der größte Teil des Landes in den Händen von Ordensträgern befindet. Aber da dem nicht so ist, müssen diese Schenkungen doch einen Haken haben. Und das ist auch der Fall. Denn die Schenkung wird erst rechtskräftig, wenn der betreffende Ordensträger 40 3 ahre lang in Afghanistan wohnhaft gewesen ist! Und 40 3ahre sind eine lange Zeit ... Ein „Ahasver der Liebe". (r) Wien. Sie hat sich über ihn gebeugt, ihn gelabt und ihm seine Wunden gekühlt: er ist ohne Dank von ihr gegangen, ohne sie auch nur mal nach ihrem Hamen zu fragen. Run sitzt ihm die Unruhe im Herzen: eine unbezähmbare Sehnsucht nach der Unbekannten. Die treibt ihn nun ruhelos von Ort zu Ort, von Land zu Land, ohne ihn irgendwo verweilen zu lassen. Die schöne Unbekannte ist das Ziel seines Dranges, seiner Wanderungen, seines Verlangens, und man nennt ihn schon den Ahasver der Liebe. Dor 14 3ahren noch war Adolf Wagner ein angesehener Kaufmann in einem ungarischen Städtchen. Er war jung verheiratet und glücklich. Der Weltkrieg brach aus. und auch Wagner zog den bunten Rock seines Kaisers und Königs an. Als Kavallerie-Offizier der Reserve wurde er bei einem russischen Uebersall durch einen Säbelhieb schwer verwundet unb sank vom Pferbe. Als er auf dem Kampfplatze wieder bas Bewußtsein erlangte, stanb eine fremde Frau über ihn gebeugt und gab ihm zu trinken. Sie wusch das Blut aus seiner klaffenden Wunde und strich ihm das Haar aus der Stirn. Dann verschwand sie wieder wie ein köstliches Traumbild: bald erschienen einige Krankenträger und brachten den Verwundeten in ein nahes polnisches Dors, von dem aus er ins Lazarett transportiert wurde. 3n seinem Zustande vergaß er, nach dem Rainen des Dorfes und der fremden Frau zu fragen, und als er später merkte, bah es ihm unmöglich war. bie beiben Hamen sestzustellen. fühlte er bereits. bah er zum Sterben in bie ferne Unsind- bare verliebt war. Von nun an fragte er nicht mehr nach seiner Frau unb seinen Kinbern unb richtete sein ganzes Bestreben, nachbem er toieber felbbienstsähig geworden war. daraus. daS ihn quälende unb beunruhigende Geheimnis um jene Frau zu lüften. Aber er sand sie nicht. Hach dem Kriege kehrte er nach Hause zurück, lieh sich von seiner untröstlichen Frau scheiden, machte all sein Hab unb Gut zu Geld unb begann eine neue Suche, um bie unbekannte Geliebte zu finden. Dreimal schon hat er ganz Polen nach allen Himmelsrichtungen durchstreift, aber bie Auserkorene seines Herzens scheint wie vom Crbboben verschwunben zu fein. Seine Familie lieh ihn ins 3rrenhaus sperren: er brach aus: er hat wegen „Arbeitsscheu" und Landstreicherei einige Dutzend Gefängnisse von innen kennengelernt — nichts kann ihn davon abhalten, seine aussichtslose Odyssee fortzusetzen. 3n Polen halten ihn die Menschen, die ihn unb feine beständigen Fragen bereits kennen, für e nen unheilbaren Geisteskranken: er hat kein Vermögen. kein Reisegeld mehr. Unterwegs Derb ent er sich bas wenige Gelb für seines Lebens bescheidene Hotburft durch bie niedrigsten Tag- löhner-Arbeiten. Und so jagt dieser Unglückselige auch heute noch immer, unbelehrbar, unbeeinsluh- bar, einem fernen, fremden Phantom nach, an das er fein Herz verloren hat, dieser bedauernswerte „2haZc>er der Liebe". Hundebratcn verboten. (c) Tientsin. Die Feinschmecker Chinas lassen bie Köpfe bangen, ba der kostbarste aller kostbaren Leckerbissen neuerbingd durch ein Dekret verboten worden ist. „Die Gesellschaft für menschliche Behandlung der Hunde" (auch so etwas gibt es in Peking!) hat es endlich bei Tschangtsolin ducch- gesetzt, daß gemästete junge Hunde nicht mehr auf den Straßen Pekings verkauft werben bürfen. Die Pekineser Hündchen, bie ja bekanntlich der Modehund in Amerika und England sind, werden nämlich von den Amerikanern unb Englänbern so hoch geschätzt, bah man es roh unb herzlos findet, bie 3ungen dieser Tiere nach Art der Spanferkel zu mästen und zu verzehren. Damit ist wenigstens, was Peking anbetrifft, ein interessantes Kapitel der kulinarischen Geschichte Chinas abgeschlossen, das damit begann, dah vor etwa 40 3ahren der Koch eines Dampfers einen chinesischen Hund mit nach Europa nahm, anstatt ihn, wie das der Verkäufer angenommen hatte, aufzuessen. Der Erlaß Tschangtsolins ist jedoch von der breiten Masse des Volkes in China lebhaft begrüßt worben, denn, so erklärt man, auch bie Speisezettel müßten bemofratifiert werden, es gebe ja immer noch genügend Hai- fischflossen, Ratten- und Mäuseoraten. gebratene Regenwürmer unb sonstige Leckerbissen, die man vorläufig wenigstens nicht zu verbieten gedächte. Das schöne Sprichwort: „Gib deinem Hund einen Hamen unb friß ihn" wirb man also wohl in China demnächst durch ein neues ersetzen müssen. Oberhessen. Landkreis Gießen. 9 Alten-Duseck, 9. März. MS daS heute morgen 7 Uhr hier abführende Personenauto den Ort verlassen hatte und sich bereits in voller Fahrt befand, entstand plötzlich ratet starker Erschütterung ein Bruch im Unterbau deS Wagens, wodurch sich der Wagen Aur ©eite neigte und in den Straßengraben fuhr. Die 3nsassen mußten den Wagen verlasfen und den Weg zu Fuß fortfetzen bzw. au| das nächste Auto warten. Glücklicherweise ist bei dem Unfall, an dem den Wagenführer keinerlei Schuld trifft, niemand au Schaden gekommen. — Bei der gestrigen Brennholzversteigerung in den Gemeinbewaldungen wurden ganz enorme Preise erzielt. Es stellten sich z. D. Buchenscheit auf 40 bis 42 Mk., Kiefernknüppel 30 Mk., Buchenreifer 10 bis 12 Mk. für 2 Raummeter. : Aus dem 2 ufecker Tal, 9. März. 3n dieser Woche wurde in unserem Tal mit der Frühjahrsaussaat begonnen. Durch das schöne Wetter der letzten Wochen ist bie Ackerkrume gut ausgetrocknet. Hur einmal nach bem Kriege, im 3ahce 1920, konnte die Feldbestellung so früh ihren Anfang nehmen. Die Wintersaat steht im allgemeinen gut. Der Weizen hat nicht gelitten, beim Roggen wirken sich als Folge der stacken Winterfeuchtigkeit hier und ba schadhafte Stellen aus. Auch der Klee steht regelmäßig und verspricht, wenn nicht noch starker Frost auftritt, einen guten Ertrag, so daß bei günstiger Frühjahrswitterung bie Grünsütterung gesichert erscheint. — Allgemein gehen bie Landwirte jetzt daran, bas Saatgut burch Aufstellung von Reinigungsanlagen mit möglichst hochprozentiger Keimfähigkeit auszufondern. So wurden bisher in unserer Gegend tn Beuern und Reiskirchen Reinigungsanlagen ausgestellt. Q Lollar, 9. März. Eine öffentliche Gemeinderatssitzung fand gestern abend statt. Aus den Verhandlungen ist zu berichten: Der ©emeinberal beschloß einstimmig, dah die Gemeinde-Grund- und -Sondersteuer für im 3ahre 1928 errichtete Heubauten auf Antrag auf fünf 3ahce erlassen wird. — Eine zeitgemäße Neuerung soll mit der Abgabe von elektrischem Strom zu Heizzwecken bei einem verbilligten Preis einge,ühct werden. Gemeinderat Keller berichtete über seine mit einem Vertreter der Duderusschen Eisenwerke, Wetzlar, geführten Verhandlungen. Eine von dec ©emetnbe angestrebte verbilligte Lieferung des Heizstromes seitens der Buderusschen Eisenwerke war zunächst nicht zu erreichen. Die Firma hat vielmehr angeregt, die jährliche Dezucismenge von zur Zeit etwa 70 000 Kilowatt durch vermehrten Verbrauch zu steigern, so daß dec Abschluß eines Vertrages gegen Zahlung einer Pauschale unter Zugrundelegung einer Strommenge von jährlich 100 000 Kilowatt möglich wird, wodurch eine wesentliche Verbilligung eintreten würde. Hach eingehender Aussprache wurde einstimmig die Abgabe von Heizstrom bei gesonderter Messung, wozu die Zähler seitens der Gemeinde beswasst werden, beschlossen. Ausgehend von dem Selbstkostenpreis wurde der Abgabepreis von Heizstrom an die Verbraucher für ein Kilowatt auf 22 Pf. festgesetzt. Die - ähler- miete beträgt monatlich 30 Pf. Der Mindest- verbcauch wurde für jeden Zähler auf 10 Mk. jährlich ange'etzt. — Heber den Ausbau der Stein st raße war eine Hach Forderung von 931,40 Mk. seitens der aus'sühcenden Firma eingegangen. Die Forderung ist inzwischen von dem Kreisbauamt Gießen geprüft und mit einem ' 'i J Rätsel-Ecke. Bruchstückaufgabe. alg — rie — ong — fer — aht — otf — orm — kte — hör — och — ann — ips — atz — wer — rma — hef — irn — spe. Die vorstehenden Wortbruchstücke sollen durch Hinzufügung je eines Buchstabens am Anfang zu Wörtern umgestaltet werden, die alsdann — die Reihenfolge bleibt unverändert — einen astronomischen Wendepunkt ergeben. Kreuzworträtsel. 2S 27 13 15 20 16 2t 2S 22 21 Von links nach rechts: 1. Raubvogel; 5. Wohngebäude, 9. Farbe; 10. Araberstamm; 11. Eingeladener; 12. weiblicher Personenname; 13. weiblicher Personenname; 14. mit Wasser gefüllte Einsenkung der Erde; 15. heftiger Wind; 17. Reichsbanner; 25. Düngemittel; 26. Prophet; 27. Insektenfresser; 28. Lufthauch. Von oben nach unten: 1. Landwirtschaftliches Gerät; 2. russischer Strom; 3. Fangschlinge; 4. Milchgefäß der Säugetiere; 5, Brettspiel; 6. Erdteil; 7. Aschenkrug; 8. Nebenfluß der Mosel; 16. Lederart; 17. Sportgerät; 18. Zeitabschnitt; 19. Bierart; 20. afrikanischer Strom; 21. Bezeichnung für Goethes Mutter; 22. Farbe; 23 Genußmittel; 24. Vorgebirge des Harzes. Hahlenspiel. Die Ziffern 1 2 4 5 7 8 sind in der Weise umzustellen, daß sie, einerlei, ob man sie mit 2, 3, 4, 5 oder 6 multipliziert, in ihrer Summe stets die gleichen hintereinanderstehenden Ziffern ergeben (z. D. 836425 — 258364 — 642583). BcsuchHkarterrrätscl Emil Laten Basel Die Worte, die lsier oben stehn, Benutzte der Genannte Zum Schncllbericht vom Wohlergehn An seine liebe Tante. Die hatte bei ihm angefragt. Ob Rot ihn etwa plage, Da sie so lange nichts gehört Von ihm und seiner Lage. Nur was auf seiner Karte stand. Mit umgestellten Zeichen, Hat er als Antwort abgesandt In Kürze ohnegleichen. Er hat ihr darin mitgeteilt, Wie's war, so sei's geblieben, Und ist damit zur Post geeilt. — Was hat er ihr geschrieben? Berbindungsaufgabe. Aus den 32 Wörtern: Arzt — Bein — Brett — Thef — Thor — Christ — Eck — Ei — Eis — Erz — Fell — Fest — Geld — Hans — Hoch — Kalb — Kap — Land — Leim — Licht — Nacht — Nord — Ohr — Ring — Schelm — Schlaf — Spind — Stuhl — Topf — Wort — Wurst — Zeit sind 16 neue Wörter zu bilden, und zwar derart, daß zwei von diesen stets eins ergeben. Richtig gebildet und geordnet, nennen die Anfangsbuchstaben ein Frühlingsblümchen. Steisterungsrätsel 1. Du brauchst mich in der Küche, Kennst auch als Gasthaus mich; Ein afrikan'scher Präsident War einst, geste.gerl, ich. 2. Ich diene der Schiffahrt, Befruchte das Land Als Tunichtgut bin ich. Gesteigert, bekannt. 3. Im Land der roten Erde, Da suche mich als Stadt, Gesteigert bin ein Werkzeug ich, Ein jeder mich wohl hat. Auflösungen. CH Kreuzworträtsel. BfN n io i* IQ in R|A _S r io verwandluugsrälsel. L Lumpen — Lappen — Pappel — Papier. 2. Lappen — Pappel — Paneel — Mantel. Silbenrätsel. 1. Wartburg; 2. Alligator, 3. Sansibar; 4. Mestize; 5. Anagramm; 6. Novelle; 7. Eriwan; 8. Reporter; 9. Stanley; 10. Prünelle; 11. Armenien; 12. Rhone. Was man erspart, ist gewonnen. Lilben-Ergan;ungsrälsel. (Gans) — Garantie — (Tiegel). Anagramm. Rinde — Emil — Islam — Chlor — Heer — Seil — Trab — Altar — Gelse — Schein — Wilna — Alma — Horst — Linse. Reichstagswahl. Bilderrätsel. Undank tötet die Herzensgute. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedattionStifch. Napoleons Augen. 3n Frankreich zerbricht man sich feit Monaten den Kopf, welche Farbe die Qlugjn Napoleons I. gehabt haben könnten. Bisher ist niemand ausgefallen, daß man das bis heute noch nicht weiß. Sie sollen angeblich hellblau, licht- grau, dunkelgrün oder blaugrau gewesen sein. Jeder „Augenzeuge" hat In seinen Memoiren etwas anderes behauptet. In Frankreich scheint man sich den Angaben der Fürstin von Reggio zu nähern, die geschrieben hat: „— ich sehe noch immer seine dunkelblauen Augen vor mir, in die man, wie in die Sonne, nicht blicken konnte — —" Aufzuklären bleibt nur, wie die Fürsten Reggio die Farbe von Augen zu erkennen vermochte, in die man nicht sehen konnte. Cubert. Die junge Hausfrau. „(Bor unserer K >chin habe ich unbegrenzte« RespektI Wenn die sagt: das wird ein Pudding dann wird es auch einer!" Betrag von 665,50 Mk. als zu Recht bestehend für unvorhergesehene, über den Vertrag hinaus geleistete Arbeiten anertannt worden. Der älnter- schiedsbetrag dagegen har infolge unterbliebener Ausführung von Arbeiten in Abzug zu kommen. Der Gemeinderat beschloß demzufolge einstimmig die nachträgliche Zahlung von 665,50 Mk. V Mainzlar, 9. März. Der Müller Schmitz bat in einem Gesuch an den Gemeinderat um eine Gemeindebeihilfe zur Vefestigung sein er Wehranlage. Da diese Arbeiten in jedem Frühjahr ausgeführt werden, inialge der primitiven Ausführung aber bei jedem Hochwasser zum Dell wieder mit fortgehen, so daß die ganze Wehranlage heute einem Schutthaufen gleicht, wurde das Gesuch vorerst zurückgestellt. In seiner Mehrheit ist der Gemeinde rat der Ansicht, daß hier eine durchgreifende Aenderung vorgenommen werden muß, tun die Anlieger vor weiterem Schaden zu bewahren. v. Londorf, 9. März. Die Firma Rinn & Cloos hat mit der Herrichtung des von Gast- wirt Boeger erworbenen Saales zur Zigarrenfabrik begonnen. Der Betrieb wird wohl bald eröffnet werden. Dies ist im Interesse der hier und in der Umgegend wohnenden arbeitslosen Tabakarbeiter und Arbeiterinnen sehr zu begrüßen. — Mit der Kanalisierung der Mittel- st r a ß e und Freigasse ist diese Woche begonnen worden. — Bel der hiesigen Brennholzver- fteigerung wurden sehr hohe Preise erzielt. Buchenscheicholz kostete pro 4 Raummeter 60 bis 64 Mk., Buchenreisig pro Meter 3 bis 4 Mk. Auch die Nutzholzsubmission brachte gute Preise. Den größten Teil der 170 Festmeter erhielt Zimmer- meister W i ß n e r von hier, ein kleineres Quantum. 15 bis 16 Festmeter, erhielt Zimmermeister Nachtigall (Kesselbach). Der Gesamterlös der Submission beträgt ca. 7000 Mk. Watzenborn-Steinberg, 9. Marz. Dieser Tage hielt die Spar- und 3 at - lehenstasse e. G. m. b. H. Watzenborn- Steinberg eine ordentliche Generalversammlung im Lokale „Zum grünen Baum" in Steinberg ab. Nachdem der Vorsitzende des Aufsichtsrats H. H a a s 11. die zahlreich Erschienenen begrüßt hatte, erstattete Direktor P i h einen ausführlichen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Aus diesem ging hervor, daß sich die Genossenschaft im abgclaufenen Geschäftsjahr wieder ganz bedeutend entwickelt hat. Die Mitgliederzahl stieg von 347 zu Anfang des Geschäftsjahres auf 383. Das Geldgeschäft nahm einen bedeutenden Umfang an. konnten doch rund 100 Kreditgesuche im Betrage von 143 000 Mk. restlos befriedigt werden. Den Mitgliedern war das gesamte Zahlenmaterial mit dem Geschäftsergebnis zugestellt worden. Rechner Schmitt konnte an Hand der Abschlußzahlen eine genaue Erläuterung geben. Das Geschäftsjahr schloß mit einem Reingewinn von 328020 Mk. ab. Die Spareinlagen stiegen von 82 140.81 Ml. auf 144 869,08 Mk. Die Einlagen in laufender Rechnung von 48 863.55 Mk. auf 82 448,68 Mi. An Sparkartengeldern gingen ein 25 467 Mk., ein Mehr gegen das Vorjahr von 7330 Mk. Sie angeschlossene S ch u l s p a r k a s s e hatte am Schlüsse des Geschäftsjahres einen Stand von 7876,99 Mk. zu verzeichnen. Den jetzt aus der Schule entlassenen Schülern konnte der Betrag von 3021 Mk. ausgezahlt werden. Das Gesamtergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres machte au, die überaus stark besuchte Versammlung einen sehr guten Eindruck. Der Tlmsatz betrug annähernd 2 Mill. Mk. Am Schlüsse machte Direktor Pitz in längeren Ausführungen die Mitglieder noch auf verschiedene genossenschaftliche Vorteile aufmerksam und ermahnte sie zur treuen genossenschaftlichen Mitarbeit. D Cid), 9. März. Wie schon berichtet, hatten sich für den Posten eines Berufsbürgermeisters unserer Stadt 105 Bewerber gemeldet. Nach Sichtung durch den Gemeinderat kommen noch 6 Bewerber in die engere Wahl. Zwei derselben sind Bürger unserer Stadt, der derzeitige Stadtrechner Häuser und Gerichtsreferendar i 2) ärmer, ein weiterer ist Butzbacher. Die Wahl I wird am Samstagabend vom Gemeinderat vorgenommen und nicht, wie bei der Wahl des ersten Berufsbürgermeisters, durch die gesamte Wählerschaft. Die Amtszeit des neuen Bürgermeisters beginnt am 1. April. LI Nonnenroth, 9. März. Dieser Tage fand HLr ein vom Kriegerverein veranstalteter Lichtbildervortrag statt. Bei vollbesetztem Saale sprach Kam. Karl Kratz von Freienseen über seine Erlebnisse im Kriege auf dem Tl-Boot. Der Redner verstand es, seinen Vortrag, in dem man Heiteres und auch sehr Ernstes hörte und sah, mit dem nöligen Humor zu würzen. so daß alle Besucher 21 ■> Stunde lang ge- span it seinen Ausführungen lauschten. Alt und jui.g erfreute sich an den schönen Bildern von der ehern, deutschen Marine. * Eberstadt, 9. Mürz. Bei den Neubauten auf der B e u n e stößt man überall auf steinzeit - l i ch e Wohnstätten, die bei dem Ausgraben der Keller angeschnitten werden. Diese Wohnstätten umfassen die ganze Beune sowie Teile des Wirrgartens und des sog. Weihers und deuten auf ein großes vorgeschichtliches Dorf hin, das etwas später gestanden hat als die steinzeitlichen Ansiedlungen auf der Schiffer, von denen sich bekanntlich die schönen Gefäße und Funde im Museum zu Gießen befinden. Kreis Friedberg. "t" Butzbach, 10. März. Am heutigen 10. März begeht der Seniorchef der Firma A. I. Tröster hier, Andreas Jacob Tröster, mit seiner Frau Juliane, geb. Heinze, das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar, das im 74. Lebensjahre steht, erfreut sich noch voller Rüstigkeit. Der Seniorchef ist täglich noch von früh bis spät in der Fabrik tätig. Er hat es verstanden, seine Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen aus kleinen Anfängen zu einer weit Über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Firma zu erheben. Durchschnittlich werden pro Jahr rund 5000 landwirtschaftliche Maschinen hergestellt. Beschäftigt sind über 200 Beamte und Arbeiter. Längere Jahre gehörte er dem Stadtvorstand als Gemeinderat an und wirkte auch hier zum Segen der Stadt. Pb. Butzbach, 9. März. Der gestrige Schweinemarkt war mit 545 Stück ferkeln befahren. Es wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen 18 bis 20 Mk., von 6 bis 8 Wochen 23 bis 25 Mk., von 3 bis 10 Wochen 28 bis 30 Mk., von 10 bis 12 Wochen 35 Mk. Das Geschäft war mäßig. Kreis Büdingen. 4r Ober°Widdersheim, 9. März. Bei der vorgestrigen Brennholzversteigerung im Freiherr von Hamieschen Wald Häuserhof wurden im Gegensatz zu den Versteigerungen der Umgegend außergewöhnlich hohe Preise erzielt, obwohl nur verhältnismäßig wenige Kaufliebhaber zur Stelle waren. Buchenscheitholz 1. Kl. kam der Raummeter auf 20 bis 23 Mk., Buchenstöcke wurde der Doppelraummeter mit 10 bis 14 Mk. bezahlt, Buchenknüppel kamen durchschnittlich auf 17 Mk. und Buchenreisig kosteten; 4 bis 6 Mk. je Raummeter. Insgesamt kamen 422 Raummeter Hartholz und 320 Raummeter Reisig, zum Ausgebot. # Borsdorf, 9. März. Gestern fand hier im Gasthaus „Zur Eisenbahn" eine große Holzversteigerung der Försterei Glaub- zahl des staatlichen Harbwaldes statt, zu der sich viele Kaufliebhaber aus den Dörfern der Hmgcgenb und der Wetlerau eingesunden hatten. Es kamen nahezu 800 Raummeter Hartholz und 580 Raummeter Reisig zum Ausgebot. Die Preise hielten sich im allgemeinen auf der Höhe des Vorjahres, doch läßt der Brennholzbedarf der Bevölkerung nach, da man immer mehr zur billigeren Kohlenfeuerung schreitet. Buchenscheitholz 1. Klasse kostete 18 bis 22 Mk. je Raummeter, 2. Klasse war 3 bis 4 Mk. billiger: Kiefern-, Ahorn- und Erlenscheitholz wurden entsprechend geringer bezahlt. Buchen- knüppel kamen je Doppelraummeter auf 24 bis 32 Mk., Hainbuchen- und Cichenknüppel auf 16 bis 25 Mk., Eschen-, Birken-, Erlen- und Weidenknüppelholz war im Preise entsprechend niedriger. Buchenreiser (Stammreisig) kosteten 4 Raummeter 15 bis 26 Mk. Besonders gesucht und bezahlt wurden Buchenstöcke; je Raummeter erzielte einen Preis von 6 bis 9 Mk., Eichen- stöcke kosteten durch'chnittllch 4 bis 5 Mk. ):| Bind sachs en, 9.März. Vor einer zahlreichen Zuhörermenge sprach hier im Saale des Gastwirtes Zimmermann Oberstleutnant o. Hagen über das Thema: „Warum haben wir den Krieg verloren?" und „Die Schlacht bei Verdun". Sn fünf- viertelstündigem, packendem Vortrage ließ der Redner zunächst im Lichtbild die einzelnen Fronten mit Erklärungen und Beweisen an den Zuhörern vorbeirollen. In jedem der Kriegsjahre habe es Augenblicke gegeben, wo der Sieg unser hätte sein können, wenn wir genug Divisionen zur Stelle gehabt hätten. Aber unsere Kräfte waren zu weit zersplittert. Andererseits scheiterten unsere Pläne an der lieber» legenheit unserer Feinde und sehr oft an den im letzten Augenblick zurückgenommenen Befehlen \?r feindlichen Heerführer. Ausdrücklich betonte der Redner, daß erst nach dem Kriege all diese Versehen fiar wurden und daß man in der damaligen Zeit niemand baiür verantwortlich machen konnte. Außerdem behandele er diese Fragen nur vom militärischen Standpunkt aus. Sn einem ebenso langen Dortrage mit Bildern sprach der Reidner über die Schlacht bei Verdun. Insbesondere erwähnte er die ehemalige Großherzogliche 25. Hessische Division, die in diesen Tagen vor Verdun lag. Als ehemaliger Generalstabsoffizier wußte er genau die einzelnen Momente der Eroberung und auch den Verlust des Forts Douaumont zu schildern. Am Schluffe gedachte er noch der Toten, die für uns gefallen sind. Förster Reifschneider (Bindsachsen), der Vorsitzende des Kriegervereins, dankte dem Redner wr seinen Vortrag, das stehend gesungene Deutschlandlied beendete den schön verlaufenen Abend. * Aus dem oberen Niddatal, 9. März. Fast täglich gehen eben schwere Fuhren Saatkar- tvffeln ans der Echzeller Gegend hier durch nach den durch Unwetter und Mißernte im vorigen Jahre heimgesuchten Orten des südlichen Dogelsberges. Der Preis stellt sich auf etwa 4 Mk. der Zentner. — Eben wird von der Ueber- landzentrale mit der Umänderung der elektrischen Anlagen in unseren Dörfern begonnen. Alle manaelhaft ausgeführten Hausleitungen, aus schlechtem Material während des Krieges aus- aeführt, müssen erneuert werden, ebenso, sind alle Birnen unter 25 Kerzen Lichtstärke auszuschalten, weil die Stromstärke jetzt bedeutend vergrößert wird und mindestens 220 Volt beträgt, während bisher 110 Volt meistens als Normalspannung galten. Kreis Schstterr. V Gedern, 9. März. Bei der heutigen zweiten Holzversteigerung aus den sürst- lich-stolbergschen Waldungen wurden etwas höhere Preise gegenüber der ersten Versteigerung erzielt. Es wurden bezahlt für Buchenscheiter 1. Kl. 15 bis 16. 2. Kl. 12 bis 13, Knüppel 10, Reiser 1, Fichtenscheiter 5 Mr. pro M-ter. Die Preiserhöhungen lassen sich daraus erklä.en, daß heute außer den ortsansässigen Liebhabern viele Fremde gekommen waren, die ihren Bedarf decken wollten, was bei der vorigen Versteigerung in geringerem Maße der Fall war. — Bei der kürzlichen Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe des Raiffeisenvereins wurde deren Auflösung beschlossen. § Gehern, 9. März. Lieser Lage wurde hier ein Konfirmandenelternabend veranstaltet, bei dem der Ortsgeistliche einen Lichtbildervortrag hielt über das Thema „Das Kind in Haus und Schule". Im Anschluß daran wurden noch religionspädagogische Fragen besprochen. An der Aussprache beteiligten sich eine Reihe der Erschienenen; besonders wertvoll war der ernste Hinweis von Kirchenvorsteher Förster Oberheim auf das Gebet, das wieder mehr wie bisher gerade im Hause gepflegt werden müsse. — Ferner fand ein gut besuchter Gemeinde-Familienabend statt, den der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes veranstaltet hatte. Pfarrer B e r ck (Roßdorf), der Vorsitzende des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes, hielt einen t'.e'gründi- gen Vortrag über das Thema n2ut';er lelt!" Der Abend wurde noch bereichert durch Liedvorträge des K nderchor-. unter Leitung von Lehrer Häusel und des Kirchengcsangver.'ins. sowie durch einen Gedichtvoistrag „Der Schenk von Erbach", der von fünf Konfirmanden in eindrucksvoller Weise erfolgte. Begrühungs- und Schlußworte sprach der Ortsgeistliche. Pfarrer Berck legte außerdem noch die Ziele des Evangelischen Bundes dar und forderte zum Beitritt auf, worauf fünf Personen ihre Mitgliedschaft er- klärten. Kreis Alsfeld. Z Homberg (Ohm), 9. März. Dieser Tage hielt der Bienenzüchteroerein Homberg (Ohm) — Zweigverein des Oberhessischen Bienenzüchteroereins e. V. — im „Frankfurter Hof" seins diesjährige Hauptversammlung ab. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Lehrer Appel (Büß- feß)) verlas der Rechner tind Schriftführer Bahn- oorsteher K l ö ß (Neuhaus) den Jahresbericht und die Jahresrechnung, die gutgeheißen wurden. Der Vorstand wurde sämtlich wiedergewählt. Eine gemeinsame Bestellung von Kunstwaben wurde getätigt. Sodann wurden Züchterfragen über Pflege der Bienen im Frühjahr besprochen. Der Mitgliederstand des Zweigoereins Homberg beträgt zur Zeit 44. Die nächste Versammlung findet im Mai statt. •r. Ober-Ohmen, 9. März. Heute nachmittag gegen 13 Uhr ereignete sich an der Straße Ermenrod-Ruppertenrod ein schweres Autounglück. Ein von Ermenrod kommendes Personenauto fuhr infolge Versagens der Steuerung an der steil abfallenden Stelle am „Eisenmannsberg" mit o 0 llerWucht gegen einen Baum und wurde völlig zertrümmert. Die beiden Insassen, ein Herr und eine Dame aus Frankfurt, wurden herausgeschleudert und erlitten erhebliche Verletzungen. Ein zufällig des Wegs kommendes Auto nahm die Verunglückten mit bis nach Rupertenrod, von wo sie durch Dr. N e r n (Groß-Felda) ins Alsfelder Kreiskranken» haus überführt wurden. r. AusdemoberenOhmtale,9. März. Die E i e r p r e i s e sind in der letzten Woche von 11 auf 8 Pf. pro Stück gesunken. Für Milch bezahlen die Molkereien 15 bis 17 Pf. pro Liter, je nach Fettgehalt. F e 11 s ch w e i n e werden hier mit 54 bis 56 Pf. pro Pfund Lebendgewicht aebanMt. V Grebenau, 9. März. Auf der hiesigen Bürgermeisterei fand am Mittwoch nachmittag eine Verhandlung zwischen Vertretern des Postamts Alsfeld und einer Vertretung der hiesigen Einwohnerschaft statt, um eine Bereinigung der seit längerer Zeit geäußerten und begründeten P o st w ü n s ch e der Einwohnerschaft herbeizuführen. Das (Ergebnis der Verhandlungen entspricht leider in keiner Weise den Erwartungen. Die wichtigsten Fragen dachten kein Entgegenkommen der Postbehörde. Die Belassung des einzigen Postschaffners, sowie die Einführung einer zweiten Postbestellung wurden nicht erreicht. Lediglich die Einführung einer Sonntagszustellung und einiger technischer Derbesserungen hat die Postbehörde zu- gestanden. HW Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig in der Niederlage Hirsch-Apotheke Gießen, Frankfurter Straße Nr. 4 Das Pfarrer Heumann-Buch 272 Seiten. 150 Abbildungen, er. hält jeder Leser vollständig umsonst und portofrei von Ludwig Heumann & Co- Nürnberg M 613 121D knmeld Karl 6 H8T. S A A diee ertoli Vorb alten 2mpi Pros; Olle WW Abteil Sa au za P< w< k. I ß di Wasch mit Persil oa STÄDT.HANDWERKER-UND MODE 2687D FRÜHLING Schüler mi StHlerimi 01865 Wir Iaden zur zwanglosen Besichtigung höfl. ein FRANKEI Karl Schmidt,Gießen,Neuenweg42^Tel.^I5 2118a Frühjahrs-Neuheiten 2569a ii I Neue Kurse 2748a tj' MÖBEL ii 2420» 51IH1 1400 76 6s? 2713D 2716a WNllMMMMIMMIMNMlMIMI PROF. P. K. NIC. SAUER PROF. FRANZ BÖTT1GER Prospekte mit Anmeldeformularen kostenlos. 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Die günstig gea' Lombards Dörsengesch fchästsjahre rückgegange rund 366 spiegelt die tes wieder. sie herantr« dem Maße Eeschäftsstei hältnis ger so entsprich Zinsengeschä hat das Pri ein erhöbtes ousgedeynte allerdings n: sengeschöft z Lahres 1927 sortiaigesW Teil im 2er toldlung gel erhebliche L durch die in Tarifsteiger sonals von Geschäftsum Steuern un empfindlich vom z 2n dieser degung i schritte, u einer fo Q * verstimm sich am @e' '"terefsiert « und wieder schon relativ Vie y Copyright b 10 iwtsetzui c,^°' sein Aotz im § x°h>! Tief des j)0|! jrnem j)irn' 7 Lage w Ll'uun. Dem mau seine 2i !°ubte wohl L° tete- ober ^umm-dankl »ÄÄ,1 ^9 >m hau Ä ÄA PMms fQ Ä" W keinen K Mmont h leinen SMi Ur. 60 viettes vlatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 10. März 1928 Wirtschaft. Oer Abschluß der Commerz- und Privat-Bank. Der Aufsichtsrat der Commerz - und Privatbank beschloß, der Generalversammlung auf das um 18 Mill. Mk. erhöhte Aktienkapital die gleiche Dividende wie im Dorjahre, nämlich 11 Proz., vorzuschlagen. Bei den nachstehenden Zahlenangaben sind die entsprechenden Dorjahrszifsern in Klammern beigefügt, wobei ru berücksichtigen ist, daß im abgelaufenen 3ahre die Kapitalserhöhung um 18 Mill. Mk. durch- geführt wurde. Das Gewinn- und Derlustkonto weist die nachstehenden Einnahmen auf: Gewinnvortrag 1.52 Mill. Mk. (1,53), Zinsen, Wechsel, Sorten und Zinsscheine 27,68 Mill. Mk. (24,05), Provisionen 32,60 Mill. Mk. (26,20), für Wert- kapiere und Konsortialbeteiligungen ist diesmal -nichts aufgeführt, da die Gewinne auf diesen Konten vorweg abgebucht worden sind. 3m vorigen Jahre waren als Gewinn 2,24 Mill. Mk. angegeben. Die Gesamteinnahmen auf Gewinn- und Derlustkonto betragen demnach 61,80 Millionen Mark (54,01), die Ausgaben beliefen sich auf: für Handlungsunkosten 43,93 Mill. Mark (39,68), Steuern und Abgaben 7,66 Mill. Mark (6,29). Cs ergibt sich sodann ein Reingewinn von 10,21 Mill. Mk. (8,05). Die Verteilung des Reingewinns wird wie folgt rvorgeschlagen: 11 Proz. Dividende gleich 6,6 Mill. Mark (4,62), in den Reservefonds 1,50 Mill. Mk. NI,50), Gewinnanteile an den Aufsichtsrat 0,59 Mill. Mark (0,412). Dortrag 1,52 Mill. Mk. 11,52). 3m Geschäftsbericht wird u. o. ausgeführt: Wurde die Tätigkeit im 3ahre 1926 stark von Ler Aufwärtsbeweaung an der CBorfc beeinflußt, |o erhielt das 3ahr 1927 seine Signatur durch Len Aufstieg der Konjunktur. Hieraus ergab sich «ine außerordentliche Belebung des Kreditgeschäftes, das nunmehr wieder wieder wie in früheren Zeiten die erste Stelle tm Aufgobenkreis der Danken einzunehmen vermochte. Das Geschäft in den Filialen und Depo- ffitenkassen hat eine erfreuliche weitere Ausdehnung erfahren und befriedigende Ergebnisse er» Lracht. Die dauernden Beteiligungen haben Günstig gearbeitet. Die Summe der Reports und Lombards ist entsprechend der Entwicklung des Pörsengeschäftes von ihrem im Laufe des Ge- ßchäftsjahres erreichten Höchststand erheblich zu- »ückgegangen. Die Steigerung der Debitoren von »und 366 Mill. Mk. auf rund 532 Mill. Mk. spiegelt die Ausdehnung des Kontokorrentgeschäf- te5 wieder. Die Bank war in der Lage, den an sie herantretenden Forderungen in weitgehen- tiem Maße zu entsprechen. Wenn trotz dieser Geschäftssteigerung das Zinsenkonto ein im Der- hältnis geringes Mehrergebnis erbracht hat, so entspricht dies der Derringerung der im Zinsengeschäft zu erzielenden Margen. Dagegen hat das Provisionskonto trotz rückgängiger Sähe ein erhöhtes Erträgnis aufzuweisen, das auf das ausgedehnte Kontokorrentgeschäft und das — allerdings nur vorübergehend — lebhafte Dör- smaeschäft zurückzuführen ist. Während des Lahres 1927 war die Dank an zahlreichen Kon- fvrttalgeschäften beteiligt, von denen der größte Teil tm Berichtsjahr mit gutem Erfolg zur Ab- poicklung gelangt ist. Das Änkostenkonto hat eine erhebliche Steigerung aufzuweisen, hervorgerufen Durch die im Laufe des 3ahres 1927 eingetretene Larifsteigerung und eine Vermehrung des Personals von 7226 auf 7617, die dem erhöhten Geschäftsumfang entspricht. Auch das Konto Steuern und Abgaben ist neuerdings wieder empfindlich angewachsen. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. 3n dieser Woche machte die Abwärtsbewegung der Kurse raschere Fortschritte, und die Börse stand unter dem Druck einer wachsenden Ansicherheit und Ser ft Immun g. Da das private Publikum sich am Geschäft weiter fast vollkommen un- Utereffiert zeigte, war die älmfahtätigkeit gering und wieder aus die Kulisse beschränkt, so daß schon relativ kleines Angebot genügte, um merklichere Kursrückgänge herbeizuführen. Beunruhigend wirkte zunächst in erster Linie die starke Ausbreitung der Lohnbewegungen durch neue Tarifkündigungen, Stillegungen und Arbeiterentlassungen, und es tauchten Befürchtungen auf, daß diese Bewegungen die Abschlüsse verschiedener Großunternehmen ungünstig beeinflussen könnten. Derstärkt wurde diese Verstimmung durch den Stand der Gasfernversorgung. Von A. Steding, Direktor des Stadt. Gaswerkes Gießen. Die vor etwa zwei 3ahren von der neugegründeten Akt.-Ges. für Kohleverwertung in Essen in Angriff genommene Aufgabe einer deutschen Gasfernversorgung vom Ruhrgebiet aus hat nunmehr zu einer Klärung in großen Umrissen geführt. Der Deutsche Derein von Gas- und Wasserfachmännern hat in seiner letzten 3ahresversammlung, nach vorausgegange- ner gründlicher Durcharbeitung aller mit der Fernversorgung zusammenhängenden Fragen durch die von ihm eingesetzten technischen, wirtschaftlichen und juristischen Kommissionen, die Gasversorgung der Städte und Gemeinden vom Ruhrgebiet aus verworfen und folgende Entschließung angenommen: , „Gegen die zentrale Gasversorgung vom Ruhrgebiet aus bei gleichzeitiger völliger Stillegung vorhandener Werke bestehen die schwersten Bedenken, weil die notige Sicherheit bei der Belieferung nicht geboten werden kann und die Gefahr einer Monopolisierung der Wärmewirtschaft besteht. Diese Bedenken sind um so schwerwiegender, als Preisvorteile gegenüber der Eigenerzeugung nicht zu erwarten sind. Es ist vielmehr die Gruppengasversorgung anzustreben. Sie gewährt insbesondere die unerläßliche Sicherheit in der ununterbrochenen Dersorgung der Abnehmer mit Gas und bietet Gewähr dafür, daß der gesamte wirtschaftliche Ruhen den einzelnen Gemeinden und somit der Allgemeinheit zugute kommt." Der Deutsche Derein von Gas- und Wasserfachmännern vertritt ferner den Standpunkt, daß eine weitere Anhäufung von lebenswichtigen Produktionszweigen an der Peripherie des Reiches, vom innen- wie auch vom außenpolitischen Gesichtspunkte aus betrachtet, eine bleibende Gefahr für die Dersorgungsgebiete bedeutet, weil im Falle politischer und wirtschaftlicher Der- wicklungen die Gaslieserung vollständig versagen kann. Die Akt.-Ges. für Kohleverwertung sucht nun zunächst in Westfalen und im Rheinland, deren natürliche Lage ja schon auf den Zechengasbezug hinweist, ihre Pläne zu verwirklichen, und hat bereits das 280 Kilometer lange Femrohrnetz der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke übernommen und mit der Ferngasversorgung Westfalen G. m. b. H., deren Ausdehnung sich auf 31 Städte und Landkreise Westfalens erstreckt, ein Abkommen getroffen. Auch mit den Großstädten Köln, Düsseldorf und Duisburg hat die Akt.-Ges. für Kohleverwertung bereits Fühlung genommen. Die unmittelbar im 3ndustrie- gebiet liegenden Orte Essen, Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Barmen u. a. werden bereits zum größten Teile mit Kokereigas beliefert. Mit der Stadt Hannover, die im 3ahre etwa 40 Millionen Kubikmeter Gas an ihre Derbraucher abgibt, hat die Akt.-Ges. für Kohle- verwertung kürzlich einen Vertrag auf die Dauer von 30 3ahren über Lieferung von Ferngas abgeschlossen. Damit sind der vorgenannten Gesellschaft die Wege zum Vordringen nach Rorden und Osten geebnet. Von dem 800 Millimeter lichtweiten Sammelstrang bzw. von Dortmund aus wird bereits eine Ferngasleitung nach Plettenberg und Siegen gelegt, an welche die Gemeinden und 3ndustriewerke des Lennetales und Siegerlandes angeschlossen werden können. Es wird beabsichtigt, diese Fernleitung später nach Südosten zu verlängern. Die Frankfurter Gasgesellschaft, an welcher die Stadt Offenbach mit 20 Prozent und das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk mit 30 Prozent beteiligt sind, und die deshalb die zu entgasenden Kohlen ohne Syndikatsaufschlag erhält, hat kürzlich eine großzügig angelegte Kokereianlage fertiggestellt und mit der Stadt Mannheim, die ebenfalls eine Großofenanlage errichtet hat, die Südwestdeutsche Gas-Akt. - Ges. gegründet, um eine einheitliche Ausnützung des zu erschließenden Gebietes durchzuführen. Auf diese Weise dürfte die Akt.-Ges. für Kohleverwertung ein Gegengewicht erhalten haben und die Ausdehnung des Absatzgebietes nach Süden und Südosten behindert werden. Unter Gruppengaswerken sind genügend große, neuzeitlich eingerichtete, oder neu zu errichtende Gaswerke zu verstehen, von denen ans einzelne Länder, Provinzen oder bestimmt abzugrenzende wirtschaftliche Gebiete mit Ems zu versorgen sind. Es gibt bereits viele Groh-Gaswerke, bie ausgedehnte Gebiete mit Gas beliefern, wie z. B. Landesverband würt .embergischer Gaswerke, Verbandsgaswerke Oberichlesien, Gruppenversorgung des Volksstaates Sachsen, Großgaswerk Erfurt der früheren Thüringischen Staaten usw. Der Gedanke der Gruppengaswerke wird somit immer mehr verwirklicht, und wirtschaftliche Vorteile liegen unzweifelhaft vor, wenn die kleinen Gaswerke mit größeren zu Gruppenversorgungen zusammengeschlossen werden. Zur Zeit sind Bestrebungen im Gange, die einzelnen Dersorgungsgebiete nach bestimmten Grundsätzen ab- zugrenzen. Aehnlich wie in den Staaten Sachsen und Württemberg hat kürzlich der D o l k s st a a t Hessen in Gemeinschaft mit den drei Provinzen und den Städten Darmstadt, Mainz, Worms und Gießen eine kommunale Ga'sfernversorgungs - Gesellschaft (Hekoga) gegründet, die sich zur Aufgabe gestellt hat, Hessen oder Teile davon mit Gas zu beliefern und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln eine Verbilligung des Gas- Preises herbeizuführen. Weitere Städte ober kommunale Körperschaften werden als Teilhaber ausgenommen. Die „Hekoga" bezieht das Gas vorerst von den Gaswerken der Gründer- städte, soweit diese dazu in der Lage sind». Ob später unwirtschaftlich arbeitende Gaswerke stillgelegt, ob neuzeitliche Gemeinschastswerke durch die „Hekoga", ober durch einen Teil der Teilhaber erbaut werden, oder ob das Gas zum Teil oder ganz durch Fremdbezug bezogen werden soll, darüber wird ein» Entscheidung getroffen, sobald die Berechnungen der Erzeugungskosten und die Begutachtungen der einzelnen Teilhabergaswerke erfolgt sind. 3edenfalls ist durch die Gründung der „Hekoga" die allgemeine Gasversorgung in Hessen ein gutes Stück vorwärts gekommen, und Die Zeit scheint nicht mehr fern zu fehr daß große hessische Gebietsteile mit Gas zum Kochen und Heizen, für Gewerbe- und 3ndustriezwecke versorgt sein werden. Die Verträge über die Gasversorgung der Gemeinde W i e s e ck sind bereits von der Stadl Gießen und der Oeme;nöe unterschriftlich vollzogen, sie harren noch der Genehmigung der Aufsichtsbehörden. Mit dem Bau der Fernleitung wird, nachdem die Genehmigung erteilt ist, sofort begonnen. Schließlich kann auch in Erwägung gezogen werden, das benötigte Gas in der Provinz Oberhessen von der Gewerkschaft „Friedrich" bei Hungen aus deren nahezu fertig- gestellter neuer Braunkohlen-Schwe- lerer zu beziehen. Schwelgas hat einen höheren Heizwert und eine größere Dichte als Steinkohlengas. Es muh, um cs für die in Gebrauch befindlichen Gasgeräte Überhaupt verwenden zu können, einen bestimmten Zusatz von Wassergas oder dergleichen erhalten. Die Versuche hierüber finb aber noch nicht abgeschlossen. Das Gaswerk Dessau hat trotzdem von dem Schwelwerk der „Grube Leopold" im mitteldeutschen Braunkohlengebiet die anfallenden großen Gasmengen zur Weiterverwendung übernommen. letzten Wirtschaftsbericht der Discontogesellschaft, worin über die hohen Steuern unb sozialen Lasten, mit benen bie deutsche 3ndustrie belegt werde, geklagt wird. 3n stärkerem Maße tarn bann diese Meinung ber Grohbank bei bet Veröffentlichung ihrer Abschluhzifsern zum Ausdruck. Weiterhin besorgniserregend war sodann bie Llngewihheit über bie zukünftige Gelbmarktentwicklung Der Gelbmarkt blieb in ber Derichtswoche zunächst auherorbent- lich stark angespannt, ba von kommunaler unb industrieller Seite bie Rachfrage unocränbert anhielt. Dabei beachtete man auch den Reich^bankaus- weis, ber bie starke Beanspruchung bes 3nstituts Aum Februar-Llltimo anzeigte. Erst gegen Enbe ber Woche machte sich eine geringe Erleichterung am Tagesgeldmarkte bemerkbar. Einen außerordentlich ungünstigen Einfluß auf bie Allaemein- tenbenz übten außerdem die großen Kursabschläge einiger Spezialwerte aus. So lagen R e d a r - fulmer Fahrzeugwerke andauernd stark im Angebot und verloren schließlich gegen die vergangene Woche insgesamt 32Proz., da bie Verhältnisse bei diesem Unternehmen zunächst noch vollkommen unklar erscheinen. Mit der Ausschüttung. einer Dividende wird an ber Börse nicht mehr gerechnet, unb im Zusammenhang mit dem endgültigen Scheitern der Verhandlungen zur Aufnahme einer Auslandanleihe wurden Befürchtungen laut, daß nun zur Abdeckung der großen Bankschulden wahrscheinlich eine Kapitalzusammenlegung notwendig werde. Ebenso ungünstig wirkte das große Angebot in Harpener Bergbauaktien, die gegen bie Vorwoche rund 20 Proz. einbühten auf bie befürchtete unb bann tatsächlich eingetretene Dividendenreduzierung von 8 Proz. im Vorjahre auf 6 Proz. Gegen Enbe ber Woche ging ein starker Druck vom Farbenmarkte aus. Hier herrschte ein von Tag zu Tag sich verstärkendes Angebot in 3.-G.°Dezugsrechten, bie schließlich einen Tiefstand von 8 Proz. erreichten unb später nur geringfügig erholt waren. 3.-G.- Bonds waren zu 130 Proz. angeboten, unb die Farbenaktie selbst ging um 9 Proz. im Kurse zurück. Man hegte in Dörsenkreisen starke Besorgnisse hinsichtlich ber Unterbringung ber großen Farbe ne m i ss i o n bei ber gegenwärtigen Gelbknappheit. Vor allem verstimmte jedoch die unzureichende Kursregulterung am Farbenmarkte. Einige günstige Momente, wie der Abschluß und bie Ueberzeichnung ber -15-Mill.- Dollaranleihe der Gelsenkirchner Bergwerks-A.-G. und die Dividendenerhöhung bei Hapag und Rordd. Lloyd, blieben fast ohne Wirkung. Auf den meisten Marktgebieten waren 3- bis 10- prozentige Kursrückgänge zu verzeichnen. Schiff- sahrtswerte blieben aus dem eben erwähnten Grunde behauptet. Deutsche Anleihen lagen still unb eher schwächer, ausländische Renten ebenfalls überwiegend abgeschwächt. 3m Freiverkehr waren Russen lebhaft gefragt unb fester. Am Devisenmarkt setzte sich die Aufwärtsbe- wegung des Markkurfes in verstärktem Matze fort, da von industrieller Seite zu Geldbeschasfungszwecken Devisenverkäufe vor- genommen wurden. Wochenbericht vom Zrankfurier produkienmarkt. Die feste Haltung der ausländischen Pro- duttemnärkte übertrug stch auch auf den Frankfurter Markt, ©ttmullerenb wirkten besonders die steigenden amerikanischen Dotierungen, so daß die Händler und Käufer zuversichtlicher gestimmt wurden und aus ihrer sonstigen Zurückhaltung heraustraten. Auch verfehlten die Meldungen über den schlechten Saaten stand im Osten Amerikas und Rußlands ihre Wirkung nicht. Das knappe Angebot der zweiten Hand, die hauptsächlich ihre Ware in Erwartung weiter steigender Preise zurückhielt, gab der Börse einen weiteren Ansporn. Das Angebot aus der Provinz war ebensalls sehr spärlich, da bei dem schönen Wetter die Landwirtschaft ziemlich stark mit der Bestellung ihrer Felder beschäftigt war. Weizen und Roggen waren lebhafter begehrt. Hier machte sich besonders regeres 3nter- esse von Seiten der Mühlen bemerkbar, was hauptsächlich auf die allgemeine Belebung des Mehlgeschästs zurückzuführen war, auch hörte man keine Klagen über den schlechten Abruf der ?. Berlin, 9. März. In den heutigen Dormit- tagsstunden waren auf Grund der schwächeren Aus- landmeldungen beträchtlich medtigere Lieferungs- Preise genannt worden, zu Beginn der Börse erwies es sich jdgoch, daß das inländische Brotgetreideangebot wiederum nur sehr spärlich war und da auch Liverpool unveränderte Preise meldete, nahm hier der Markt einen zwar ruhigen, aber stetigen Verlauf. Die Ausländforderungen für Weizen und Roggen zeigten gegenüber gestern nur geringfügige Veränderungen, infolge der dauernden Preisschwankungen am Weltmärkte ist die Unternehmungslust auf allen Marktgebieten nicht sehr groß. Für Jn- ianbbrotgetreibe zut prompten Lieferung würden Ungefähr gestrige Preise genannt. Am LieferunIS- Matkte ergaben sich füt beide Brötfrüchte Abschläge im Rahmen von 0,50 bis I Mark. Weizenmehl hat bei unveränderlen Preisen kleines Konsumgeschäft: für Roo^enmehl oersua)en die Mühlen vereinzelt etwas höhere Preise zu erzielen, was aber kaum gelingt. Hafer ist nur sehr knapp angeboten, der Konsum bewilligt erhöhte Forderungen nur zögernd. Gerste weiter still. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74->-ks/h>-Gewicht), 244 bis 247, März 266,50 bis 267 Gk.j, Mai 275,50 Geld, Juli 281 (ruhig): Roggen, märkischer (69-kg/h!-Gewicht), 249 bis 251, März 266,75 bis 267,25, Mai 276 bis 276,25 (stetig), Juli 262,25 bis 262,50; Sommergerste 221 bis 280 (still); Hafer, märkischer, 217 bis 229; März 238,25, Mai 250,25 (stetig). Bundfunkprogramm. Sonntag, 11. März. 8.30 bis 9.30 Tihr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt a. M. 11 bis 12: Vom kleinen Saal des Saalbaües: Akademische Feier des Frankfurter LiederkranzeS und Mo- zartstistuNg zur Hundertjahrfeier. 12 bis 12.30: Die Eltern stunde. 12.30 bis 13,30: Orgelkonzert. 14 bis 15: Die Stunde der Iugend. 15.15: Von München: Fußballspiel in der Süddeutschen Meisterschaftsrunde „Bayern" München gegen „Eintracht" Frankfurt a. M. 17 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters. 18 bis 19: Vortragszyklus „Gedanken zur Zeit", 3. Reihe. 19 bis 20: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: Vortrag von Aniversitätsprofessor Dr. Eibl «Wien). 20.30 bis 21.30: Kammermusik. 21.30: Nach Stuttgart: Belgischer Abend. Anschließend: Sportnachrichten. Darauf bis 0L0: Tanzmusik. Montag, 12. März. 12.30 bis 13.30 Llhr: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Iugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Die Oper der Woche. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 19: „Musikinstrumente auf der Wanderschaft". Tor- trag von Dr. Erwin Felber. 19 bis 19.30: „Diö Schädlinge des Weinbaues und ihre neuzeitliche Bekämpfung", Vortrag von Rudolf Vogt. 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. 19.45 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15: Rach Stuttgart: Gastspiel der Nelson-Revue. Dienstag, 13. 2Närz. 12.30 bis 13.30 Uhr: Don Kassel: Mittags- ständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Iugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Klassische Wiener Operetten. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Die Stunde „Haus und Garten". Gartiningenteur Karl Hinze: „Dahlieü und Gladiolen". 18.45 bis 19.15: Don Kassel: „Spielkunst de8 Theaters", Vortrag von Karl Vogt (Berlin). 19.15 bis 19.45: Funkhochschule: „Mode und Gesundheit", Vortrag von Kari v. Hagen. 19.45 bis 20.15: Dig. Schachstunde. 20.15 bis 21.15: Konzert des Rundfunkorchesters. 21.15 bis 22.15: Von Kassel: Till Eulenspiegel von Gerhart Hauptmann. Mittwoch, 14. März. 13.30 bis 14.30: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Alte Tanzmusik. 17.45 bis 18.05: Die Dücherstunde. 18.30 bis 19: „Die Religion bei Homer und Aischylos", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19 bis 19.30: „Zur Verminderung der Auto-Tlnfälle", Vortrag von Karr Eger. 19.30 bis 20: Französischer Sprachunterricht. 20 bis 20.15: Senckenberg-Viertel- stunde: „Der Boden der Tiefsee", Vorttag vvtz Ä. Schwarz, cand. geol. 20.15: Bon der Lieberhalle Stuttgart: Sinfonie-Konzert. Anschließend: Schallplatten-Konzett. Donnerstag, 15. März. 13.30 bis 14.30: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Iugend. 16.30 bis 17.45: Konzert be6 Rundfunkorchesters. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.40: Von Kassel: „Die Stunde der Frau" — Mathilde Meißel: „Die Frau und die Blumen". 18.40 bis 19.20: Von Kassel: Stunde der Landwirtschaftskammer Kassel — „Kalkulation im landwirtschaftlichen Betrieb", Vortrag von Dir. Dr. Grauer von der Höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt Wolfsanger. 19.20 bis 19.40: Vortrag von Colin Roh. 20.10 bis 20.30 Von Buer bei Osnabrück (du^ch die Werag): Glockenspiel für die Basilicck de la Mer- rede in Santiago de Chile. 20.30: Von Stuttgart: Dalibor. Oper in drei Akten von I. Wenzig. Musik von Friedrich Smetana. 23 bis 23.30: Berlin (Nach Stuttgart): Tanzkursus. Anschließend bis 0.30: Von Berlin: Tanzmusik. Freitag, 16. März. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert. Bi'.üteS Pro- gramyr. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Hausfrauen-Rachmittag. Programm u. a.: „Mustt im Hausgebrauch", Vortrag von Emil Münster. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 19: Stunde des Südwell- deutschen Radio-Clubs. 19 bis 19.15: Viertelstunde der Deutschen Reichspost: „Fehler, die das Publikum im Verkehr mit der Post vermeiden sollte", Vortrag von Oberpostsekrctar Daeffner. 19.15 bis 19.45: Funkhochschule: „Das deutsche Drama und Theater vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart", Vortrag von Pros. Franz Schultz. 19.45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.15 bis 21.15: Frankfurter Komponisten. 21.15: Nach Stuttgart: Doktor Funkius. Ein Hörspiel von Alfred Auerbach. Anschließend: Von Kassel: Spätkonzert der Kasseler Hauskapelle.. Samstag, 17. Mär;. Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Von ©tut/* 13 bis 14: Von Kassel: Mittagsständchen der gart: Konzert. 17.45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Der Briefkasten. 18.45 bis 19.15: Stunde des Kulturkartells der modernen Arbeiterbewegung: „Ibsen und der Sozialismus", Vortrag von Alfred Auerbach. 19.15 bis 19.45: Stenographischer Fortbildungskursus für An- fanget und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 19.45 bis 20.15: Die Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Rudimentäre Organe, die keine sind", Vortrag von Prof. Dr. Max Flesch. 20.15 bis 21.15: Frankfurter Lokal-Dichtung. 21.15: Bunter Abend. 23 bis 23.30: Von Berlin: Tanzkursus. Anschließend bis 0.30: Von Berlin: Tanzmusik. Als Entsettungsmittel Kerne aern genommen und iveiter empfohlen. 30 Gramm in Apotheken erhältlich. 1783 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren ongelübrten Zistern geben die Höbe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Neichsbankdiskont 7 Prozent. Lombardzinsfuß 8 Prozent. 5-rQiibturt a. M Frankfurt d. 9J1 Berlin. 9 März___ (Selb Brief . Französisch Holländisch 12,49 67,84 16,55 Schlich» i°uhr- sH'.rch ültlfahg Kur Schluß. 1-Uhr. Sti)iub- Anfang Schlich 1 1-Uhr. ! Schluß- 1 Kurs Snfäng Noten .... 168,52 Karr Kur» Kurs Aut» RurS Kur» Kur» 1 Kurs fiUr «talienische Noten .... 22.20 22,28 Datum 9. 3. 10.3. 9.3. 10. 8. DaMM: 9 3. io d. 9. 9. 10 3. Datum: 9.8. | 10. 8. 1 | 10. 8.' Rorweaische Roten...... Deutsch-Oesterr.. 5100 Kronen 111,05 58,73 111,49 58,97 p/o Dt ReichsaNlethe v. 1927 87,5 — 87,5 _ VI. 6 9. . .....7 152 151 1.40,75 152 Pbtlwp Holjmann . . 12 142 143 142,5 Hl Rumänische Noten .... 2,572 2,598 Dt Anl Ablös Sckuld mit Bergmann ........8 170.5 170,25 171,5 öeidelverg«r 6em ent . . ttemettt Karlstadt. . 8 139 139 — — Schwedische Noten .... 111.88 112,32 Auolos -Rechten — 52 52 Elekrr. Lieferungen . . . lo _ 162,5 . 8 180 — —• — Schweizer Noten..... 80.365 80,685 TeSgl. ohne ÄuLlcs «Rechten 14 6 _ 14,5 - 14,8 Vicfit rmd Kraft ... 10 207.5 207 264 207 115,5 261,75 VaD6 A Rnüaa . 10 129.9 130 _ _ Spanische Noten..... Tschechoslowakische Noten Ungarische Noten 69,96 70,24 T ftvaiitf Pvp.-Gk. Eo.dvi unkündbar bis 1932 _ Helten essauer GaS . . • 8 168.75 90,5 59,5 78,5 169.5 91.75 58,9 1 w 1 3,6 — Labmever * (Ko ... .9 _ 90,5 90.5 4'7O Ceflerrcid) cinj.eLL Rtc I ®Ui>crii6 ..<»». 0 92.5 122 134 129.5 161,25 137 236,5 115 137 142.5 112 Demag . . ... i klblerwette Kleve» . . . . 0 'Neid 1 Arier (Selb i Bries _ <°/o Ungarl'che Goidrte 24.5 - 24.5 _ 122 122,5 129 160,5 114 141.25 123 134 130 161,75 138 114 137,75 141,25 112,5 96.75 . v 79 _ 79.5 timft.. Rot, Buen^-AireL Brst.-Antw lkhrtstiania Kopenhager Etockdolm HelsingforZ (rlalten. . London. . Reunott . 168,18 । 168,52 168,21 108, .55 4% Ungarische StaMtzr v 1910 4’/i°/n desgl von 1913 <°/o Ungarische Nronenrte . . 4°l Tuet Zollanleibe v 1911 4",> Türk Bagdadbabn-Anl Lette > 4"deSgl. Seeti !1 4° 0 Rumänen converi Rte 4'/,",o Rumänen Goldanl . 24,05 12,775 5,2 1 11 Illi 24.76 2.3,9 1.63 12,9 13,2 12.73 1.7 12,5 13 12.5 Essener Steinkohle...... Gelsenkirchener f. »Z» 9 t Harpener 8 hoesch Eisen .... t ... .5 Ulfe Bergbav..... . .8 jtlöcknerwerle ...... .5 Äüln-Neuessen . . • . .SV» yi.'annedmann .f V, 9 > o.u'ans cldcr.......7 129 162,5 115 142,5 111.5 Ludw. Hoeirt Rat. Automobil .... Orr oste in & Kopvel . . . Linke HoiMann ... Leonhard Tietz. ... BaMag-'i^egum . . , » . ffranh Maschine« . . . «Aritzner . . . . . io . 6 . 1 . 0 . f . 0 . CI .* 0 2 25.5 72 140.25 25,5 1 21 1 1 1 1 1 243 91.75 130,75 206 24.25 71,75 142 1 1 1 S > ' 1,789 । 58,26 I 111,32 111,98 112,13 10,522 42,10 20,396 ' 4,1805 1,793 38,38 111,74 112,20 112,35 10,542 22,14 20,136 4,1885 1,791» 58,26 111,32 111,99 112,12 10,527 22,10 20,397 1,1860 1,794 68,38 th 112,21 112,31 N 20,437 1,1880 von 1913 16,2 — 16.13 Oberschlei Eisend. Bedarf 0 — 96.5 e>ehltgtTrnQeDt > .u ■ stungban« i i »•i Lcchlvette . . . » Matnkraftwcrke . « . • • J-V i n a . . » . » Rekarsnlmer . . » . . . 'llnriS. . . Schweiz . Spanten . s7avan . . Rio de Jan IBien in D- Ceft. abgest Prag . Belrrad Budapest. Bul- arten Lissabon Tanzig. ,. Qpnft Ntin 16,41 16,48 16,44 । 16,18 BQ« Deuiiche HtlenbabN 4*/a Lamburg-Awerita Paici. G Hanib -Südam Tnrnüisch s Hansa TaMdlkchlss 8 HR 5 HO.5 149.4 266.76 -25 145,5 Oberschlei Kotswerke . 0 Hllönir Bergbau f V, 9 8 Rheinische Braunkohlen 10 Rbeinstähj 0 100 247.5 152,5 99 r 249 (52 91,25 99,65 248 152.6 91.75 98.75 251) 152 a ! f . k . it' 8 115 11? 138,25 61 01 188 61,25 Illi 80,455 69,90 1,961 . 0,503 80,015 70 94 1,965 ■ 0.5115 60,46 69,98 1,963 u,503 i ;(1,12 1,96« 0,503 Norddeutscher Llond g All« Deutsche Crcdilanst 10 Barm r Bankverein 10 Berliner Handelsacsellsch. 12 Commerz- und Prlvat-Bt. 11 Tarmst. u Naiionalbonk 12 Drutiche Bank 10 149,25 142,25 14H 172 221.5 154.5 HO.5 172,5 160 149.25 142 143 247.5 171,75 221,5 ItiÜ, 29 1 48.fi 142.5 143 75 245.5 172.5 160'25 Ricbeck Mdnrän ... t i'creimotf StahftD. f. V, I 3 Olavi MtNen 1 sh Kali Aschersleben lo KaltWesteregelv 1b 'kaliwett EnUdetsuttb 12 G svar 'n-9ndustrlt 10 Dynamit Nobel ... 1 99,5 166,5 176.5 251.75 43,5 160,5 i30,25 Hl 99 5 13,Hb 107 175,75 247,9 2äl 99,5 44 167.25 175.75 248.5 251 1’ettrS Union wbr Roeder ..... Voigt 4 Harffnet . . . . Sndd Zucker ... . 8 . 1h 6 u 3an 98 173 131.25 fnoten. 100 174 131 — -8.86 I 12,388 ; 7,353 ; 73.lt 3,023 19, iS 81,56 । 2,121 •8,98 12,408 7,36: 13,25 1,028 11,22 ,s 1,; 2 •>8,87 12,385 7,353 73,10 .1,022 19,13 51,54 2,121 58 99 i 12,405 1,367 13,24 J,U26 19,11 51.70 J, (25 D'Skonto-Gelellschak' Ant l" Dresdner Baut • l<> Süriteldeutsche Kreditbank 9 154 155 l 1 155.5 210 154.5 193 106 122 Berlin. 9 Wh I " io 1 Lne' 2,125 I5j Scheib anuali » . . 8 < oldschmtüi ... .5 — 106. i:, 106,9 Amerikanische ’Jioten . . . belgische Roien ... . ,h.2 8.10 I 1,18- 58.34 Aibtü. . tzanvöo 5,544 । 1,176 , 9,550 4.184 5,54» 1,116 i.ü.Oi ivieiatlbank.........8 «etchSbaok ....... i'J - 196,5 195,13 196,75 yiihgetSroerte . ..... .0 Meiallge'kltlchaft .... 10 170 170,25 96,13 Dänische Roteti ..... Englische Noten..... 1 '6 1,65 .372 1 u llrn uav Lair» 4,276 20,918 ! 1.-48! 20 958 4,276 20.92 I,zM -0.9" Schokolade Handlung. I Kaisers! mit de gehr eitiluh - di {•«und Der gd ,tirr6. Verrchlei Zlrum? 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