lar. °n den bot- ’M -weiiei, Die er angab und toofltt lubnig hg,^ ie.n mit bem w wurde nut ernten baton ,e* zwei 2n> d«r Anllaae e sie zu btt n ®efäng. iwahrungrsrisl >e bie Mit anderen H. °be an be° S^bedarf a™ »uld^M eS 1 Schwindelec i EmpsehiW' iben b« such i Colon* dem 250 > »lvaniai EiseMn trJ cd) Feuers über 3 W :ben dreih', t. Ale W rand, Ixt duÄ fielt sich schr-i ien. it* iffen«* (D.S.2.H desverM ! der fiädM ilan», »=? af t aHüH«1' beMh^ tbesehl oi a.® I Id, .55 ,41 ,Ä> ,18 ,81 ,57 ,10 1,47 ,17 !.S8 110 L.S 1 iS »t I M! ä ii.« A »,s A 1Z 7Sf6l Tw 58.305 lU." 112. 112.3» IO.« rr.ihi Ä>.Z & 7.81 iS Br. 55 Erster Blatt 178. Jahrgang 5rettag, 10. Zedruar,928 «'Ich • int tftglttb, anfetT Seim tage and feiertags Beilagen ließtnei g^mütenbiatter Haimat im Bild Die Scholle Monat».vezngsprair: 2 Reichsmark and 20 Aeichepfennig für Träger» U»hn, auch bat Nichterscheinen einzelner Nummern : «folge höherer Gewalt. 1 Oernsprechanl chlüsfe: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger «irtze». postlchecklonto: granffnrtam Main 11886. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnftk «nd Verlag: VrÄHI'sche Uittverfitüls-Vich- nub Stetnörnderd K tangt tn SletzeTu Schristtettung and AefchäftrfkeRe: 5ch«Mraße 7. lanegee oou Injetgea für bie Inges nummet vis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20° . mehr. Thefredaktenr Dr Friede Wich. Lange. Derantwortlich für Polttik Dr. Fr Wich Lange; für Feuilleton Dr H THyriot, §r den übrigen Teil Ernst lum|d)ein; für den An- zeigenieil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Endkampf um das Reichsschulgesetz. Keine KoalitionSkrisis. Berlin, 9. Febr. (Prio.-IeL) Im Reichstag tt*irb die parlamentarische Situation heute abend dahin beurteilt, dah die Verhandlungen über das 5-hulgefeh nunmehr in das (Enbftabium ein- gefreten sind. 3n btefem Sinne wirb auch bie Tatsache gewertet, bah Graf Westarp ben 3 n - ler fraktionellen Ausschuh auf Freitag nachmittag 4 Uhr einberufen hat. 3nzwifchen wirb um 11.30 Uhr vormittags bie Zentrumsfrak- . lion noch einmal Gelegenheit nehmen, bie Situa- llen zu prüfen unb ihre Stellungnahme für bie Interfraktionellen verhanblungen vorzubereiten. Die Deutsche Volkspartei hat ihre Frakttons- Iihungen bereits heute abenb abgehalten. Aus fttei- |ra biefer Partei wirb erklärt, bah bie Sitzung 6 inmütigtelt für bie Aufrechterhaltung b e 6 bisherigen S tanbpunktes ergeben hat. Wan rechnet damit, bah bas Zentrum In ter interfraktionellen Besprechung nun mit ben angetünbigten bestimmten Fragen hervortreten ro irb, unb bah bann vielleicht schon morgen, sicher ober in den nächsten Tagen, die Entscheidung ii&er die Frage fallen wird, ob ein weiteres 9 erhandeln über das Schulgesetz überhaupt noch Zweck hat. Sowohl im Zentrum als auch In der Deutschen Volkspartei wird weiter ter Wunsch betont, den Etat noch erst zu erledigen, ehe ter He Liköre, wobei Günther in ihn drang, ihm zu sagen, wer bei seiner Schwester sei. Als Günchsr dann erfuhr, daß es Stephan sei, geriet er in Wut und erklärte, er wolle Schluß machen mit dem Leben. Er, Krantz, habe daraus gesagt, dann mache ich mit und habe seine Pistole auf den Tisch gelegt. Plötzlich ging ein Schuß los, der jedoch keinen Schaden anrichtete. Nachdem HiDe Scheller, die auf den Schuß herbeieilte, wieder in das Schlafzimmer gegangen war, habe ihn Eifersucht ersaßt. Gunther und er beschlossen nunmehr, daß f i e alle vier sterben sollten und schrieben dann beide Abschiedsbriese. Günther sollte Stephan, und er dann Hilde, daraus Günther und zum Schluß sich selbst erschießen. Landgerichtsdirektor Dust brachte dann die A b- schiedsschreiben des Angeklagten und Gün- ther Schellers, soweit sie noch vorhanden sind, zur Verlesung. Das Schreiben von Günther Scheller an das „Weltall" ist sehr verworren. Anscheinend dazugehörig ist ein Zettel, der von demselben Bogen stammt und von Krantz geschrieben ist. Es sieht darauf: „3n dieser Minute werden Hans Stephan und Männe (Kosename für Hilde Scheller) sterben durch unsere Hand. Wir beide werden lächelnd aus dem Leben scheidenI?" 3n einem anderen Schreiben von Krantz an einen Freund heißt es: „3ch erschieße erst Hilde, dann Günther, vorher wird Günther Hans Stephan erschießen. Das ist die volle Wahrheit. Günther ist vollständig einverstanden und grüßt Dich zum letztenmal." Der Angeklagte erzählte dann über den Hergang der Tat folgendes: Nachdem wir diese Briefe geschrieben hatten, versuchte Günther, ins Schlafzimmer einzudringen. Es war aber verschlossen. Wir tranken weiter in der Küche und besprachen diese Dinge. Dann kam ich aber, als ich etwas klarer geworden war, zu der Einsicht, daß alles doch eine Albernheit sei und daß es keinen Zweck habe, aber Günther war nicht davon abzubringen. Dazwischen war auch Hilde zweimal in die Küche gekommen und hatte mit uns gesprochen. 3ch glaubte nicht, daß Günther allein die Tat ausführen würde. 3d) weiß nur, daß er ins Schlafzimmer ging, als Ellinor morgens toiebetiam und klingelte. Hilde war bei uns auf dem Flur und öffnete. Wir begrüßten Ellinor, und ich sah, daß Günther ins Schlafzimmer ging. Die Situation war so, daß ich annahm, Stephan sei schon weg. Ein Fenster war auch geöffnet. Günther sah sich im Zimmer um und ich sagte zu ihm: „Es ist doch keiner mehr da." 3ch war schon im Hinausgehen und hatte die Hand auf der Klinke, als ich die Schüsse fallen hörte. Als ich mich umdrehte, schoß Günther auf sich selb st. Rachdem ich gesehen hatte, was Günther cm- gerichtet hatte, miete ich nieder und nahm ihm den Revolver weg: denn ich wollt« mich jetzt auch erschießen, aber die Mädel nahmen ihn mir weg. Der Arzt sagte mir, daß ich älnan- nehrnlichkeiten haben könnt«. 3ch selbst Kiffte mü auch, daß ich eine gewisse moralische Verantwortlichkeit hab«. 3ch fürchtete, daß meine erotischen Beziehungen herauskommen würden und dann bestand croch der frühere Plan, Hilde zu erschießen. 3n dieser Angst hatte ich zu den Mädchen gesagt, sie sollten erklären, der Revolver gehör« Günther. Vorsitzender: „Sie sollen ganz ruhig gewesen sein, auch der Arzt hatte diesen Eindrucks Sie haben sogar von ihm eine Zigarette verlang t.“ Angeklagter: „Das geschah in der Ausregung. Durch das Gefühl meiner moralischen Mitschuld und in meiner Angst hatte ich den Drang nach einer Zigarette. Da ich fast die ganze Rächt nicht geraucht hatte." Die Hauptzeugin, die sechzehnjährige Hildegards cheller, gab bei ihrer Vernehmung an, daß sie den Angeklagten Krantz durch ihren Bruder kennengelernt und ihn schließlich gern gewonnen habe. Sie bcftntt jedoch, mit ihm in intimere Beziehungen getreten zu sein, lieber die Vorgänge am Mordtag« gab bie Zeugin eine Schilderung, aus dec heroorgeht, daß der ermordete Hans Stephan auf ihre Veranlassung f)in in das ihren Eltern gehörende Haus in Steglitz gekommen ist. Oie Wetterlage. ond sctin- Donnerstag, den QfebruarWtä 7 habends. 1 ° ° O Kiagtnf. 1 tfc.——2-^3tydi5r G wenrtmos G neuer, c» naio oededci • wolkig. - beatm. • Regem * Sehnet c, Graupeln a Nebel K GrWit'rr.(§)Winnd Impressionismus, Expressionismus und neue SE lichkeit: während man alles zeitlich und genetga) Vorhergehende als historisch-akademische Kunst ZU' sammenfassen kann. Mit dem Impressionismus beginnt die eigenttiche Kunstwissenschaft. Vorher kann man von ihr allenfalls als von einer historischen Hilfswissenschaft sprechen. Jede kunstgeschichtlwst Erscheinung wird von der Moderne aus gewertet, auch die Wertung Dürers ging von der neuzeitlichen Bettachtungsweise aus. — Der Vortragende unternahm es nun, in außerordentlich interessanten (und vielfach grundsätzlich zu verstehenden) Dar- “«litt, fr E »hS Sn ff» bQ8 8etn^ DGlrn. JSern. [ ^bung ”«J* M w^\ lten künstle "Schtt chädigl. ?6e Drtid, >°rikrei^ E® feKl. bl'che ' eingetvei^ Minn D- Aachrnschulr 2) bis 33 j Wllionl?» J ?“beroikt «ruber beto» ähnlich« jj deiche M n ba lSetch wpfMl februar M des MIM Publilum k il des Sh: > r in der L dem geräurq ongeleglen b n tuisgcjte Magnifizenz k rjilät, *Proj..' einer kurzen i flifene Stan, und Helse eck lis der Jnsck ijorbeaingen c :d)jt oollfomr ItjtdlL Der k rei Wnnm. )er fjötjaali V >n:denShiw« Sangt inanes ifafflfii tat fr SC.L’.: lAchu?.«^ hier üntch V luftatt m te fchafÜM ) ilzulangi ans d mit einem IL ’tiluis, Pros, i nanbtiuni#- usgestaltunßl! Gesamts ibann tit$' insbesMii! lft WM ibaues «W e TttiM; f :e SerbiiN & WissenW^ astlichen unächst iaum?5 ur.‘< im MM :Ien Mart-- man em ganzes in lei- lern auf ttlunfl^; Dar E, bc gleiÄ^ im ** iebennn®5- g'eE mberer . her Flrir- r ProiM nie der >, > Gelego» tat der HF mlNjS* i! c-SeK, '(fff s durch d) ein«^ ; WU ; Stoigtsi von l^ck abfeheA' fy? 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Pabst Tanzunterricht G Am Dienstag, dem 14. Februar, abends 8 Uhr, beginnt ein neuer Tanzkursus G für Anfänger. Gefällige Anmeldungen werden jederzeit entgegen genommen Privatunterricht G Tanz-Lehr-Institut Bäulke Wolfstraße Nr. 21, Ecke Lieber Straße Bankhaus Herz & Co Herz & Co., Bankgeschäft Telephon Nr. 1303 — 1304 bau«, Bahnhoffarahe: „(Sin Madel aus Volke". — Astoria-Lichtspiele: „Sing°Sing, KauS ohne Hoffnung". — Bom Konzertverein wird uns schrieben: In dem am nächsten Sonntag, 12. Prima WririKb empfiehlt 01046 Louis Vogt, Metzgerei, Neuenweg 19, Telephon 1306. 8% Pfälzische Hypothekenbank Gold-Kommunal-Obligationen unkündbar bis 1. April 1933 mündelsicher in Bayern Wir sind Abgeber dieser Obligationen zum Kurse von 95% netto Schokolade Pralinen Bonbons Marzipan Nougat Waffeln Keks Gcickeukartikelusw. kaufen Sie vorteil- haft im Spezialgeschäft °?0” ZumKnusperhäuscheo Neuenweg 17 Inh. Paul SelHart. WaS tr bereite erreicht hach erhebt daraus, daß er seit Jahren Konzertmeister in Dortmund, Leiter eines in der Oeffentlichleit als höchst vor- tvefflich anerkannten Streichquorietls und ein geschätzter Gast in den Konzertsälen des Rhein- landeS — insbesondere in Köln, wo er neulich mit höchster Begeisterung aufgenommen wurde —, der Niederlande, in Berlin, Frankfurt usw. ist. Die einhellige Meinung geht dahin, daß man es hier mit einem unserer besten Geiger zu tun hat, dessen Können, blitzsaubere Technik und Gedächtniskraft fast ohne Beispiel sind. Temperament, gesundes musikalisches Empfinden und ein seelenvoller weicher Ton geben seinem technisch vollendeten Spiel stärksten und tief wirkenden Ausdruck. Herr v. Szent-Györgyi gibt hier ein schönes anspruchsvolles Programm, nämlich Bitali, Chaconne: Lalo, ^mphonie espagnvle: Schubert, Rondo brillant: Brahms, Walzer und kleinere technische Kabinettstückchen von Kreisler und Wieniawsky. Als musikalischen Genossen bringt der Künstler Herrn Siegfried Meik mit, der chn am Klavier begleitet. Große Strafkammer Gießen. ' Gießen, 7. Febr. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde nochmals über die Schuldfrage an dem Llnglücksfall verhandelt, der sich vor längerer Zeit in der Wilhelmstrahe gegenüber der Einmündung der Rothohl ereignete, bei dem ein mit Weihbinderarbeiten an der Mauer eines Hauses beschäftigter Familienvater durch einen Kraftwagen so schwer angesohren wurde, dah er einige Stunden später seinen schweren Verletzungen erlag. Wegen fahrlässiger Tötung waren die Ehefrau St. und der Fahrer A. angeklagt. Die Ehefrau St. hatte als Fahrschülerin eine Llebungsfahrt unternommen, der Angeklagte A. fuhr als Fahrlehrer mit. Außer einer großen Anzahl von Zeugen waren zu der jetzigen Verhandlung von der Staatsanwaltschaft wie auch von der Verteidigung mehrere Sachverständige geladen worden. Auf Grund des De- weisergebnisses hielt der Staatsanwalt in längeren Ausführungen einen einwandfreien Schuldbeweis bezüglich beider Angeklagten für erbracht und beantragte gegen A., der als Kraftwagenführer in seiner Eigenschaft als Fahrlehrer zur erhöhten Vorsicht besonders verpflichtet war, eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten und gegen die Fahrschülerin eine solche von 4 Wochen. 3n Anbetracht der vorgerückten Abendstunde wurde die Verkündung der Entscheidung auf den anderen Vormittag vertagt. 3n seiner Entscheidung verwarf das Gericht die Berufung der Staatsanwaltschaft und bestättgte das auf Fre i- sprechung lautende Urteil des Schöffengerichts Gießen, da es einen ausreichenden SchuldbewciS nicht für geführt sah. **DerKommandowechselbeiunserem Bataillon. Der neue Bataillonskommandeur, Major ß ü t e r s, hat nunmehr die Führung des hiesigen 1. Bataillons Infanterie-Regiments 15 übernommen. Major Lüters gehörte bereits vor drei Jahren als Chef der Maschinengewehrkompagnie unserer Garnison an. " D i e Bürgerspendefür das Stadttheater. Der Anregung entsprechend, die unser scheidender Intendant Steingoetter in seiner Llbschiedsrede am vergangenen Di.nltag im Stadttheater gab, wird in den nächsten Wochen in den Pausen der Vorstellungen eine Liste im Foyer des Stadttheaters aufliegen, in der Beiträge eingezeichnet werden könncn, um wieder eine Ergänzung der EingangZseite unseres Stadttheaters in dic Wege zu leiten. Auch an der Theaterha se werden in d:n Ge chästs- stunden solche Beiträge entgeg ^igenommen. Es sei ausdrücklich betont, daß auch der kleinste Betrag dankbar entgegengenommen wird. Es sollen zunächst Mittel gewonnen werden, um Entwürfe für eine neue Giebelbeirönung zu erlangen, die ja natürlich in Form und Material von der früheren durchaus abweichen kann. Wer diesem Ausruf Rechnung trägt, wird sich nicht nur um unser Stadttheater verdient machen, sondern auch eine letzte Bitte unseres bisherigen Theaterleiters erfüllen. ** D i e Straßenbeleuchtung „Am Kugelberg" hat in den letzten Wochen insofern eine Besserung erfahren, als aud) der nach der Grün- berger Straße führende Straßenteil mehrere elektrische Lampen erhielt. Mangelhaft beleuchtet ist aber immer noch die Verbindungsstraße zwischen „Am Kugelberg" und der neuangelegten Straße, die mit der Eisenbahnstrecke Gießen — Fulda parallel läuft. Da die Wohnungen in der neuen Straße in aller Kürze bezogen werden, so ist dringend zu wünschen, daß die in diesem zahlreich bevölkerten neuen Stadtteil vorgesehenen Brennstellen der Lichtleitung mit Lampen versehen und in Betrieb gesetzt werden. ** Verkehrssünder. 3n der Zeit vom 1. bis 31. Januar wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer in großer Auswahl, zu billigen Preisen. Heinrich Sark, Marttstraße 19. Reparaturen. ™T> 6)in<> Csrhmotno besonders auch kränkliche, 41UC yu)weine, zurückgebiredeneund solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL irs «engen. Verlangen Sie nur echtes Raffol in Origmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engels rvotheke Giehen. Zu haben in allen Apotheken. tegungen, unterfstcht durch «fax ausführliches, in- ßtruktioes und vorzüglich wieder gegebenes Bildmaterial, di« Beziehungen und inneren Zusammenhänge Mischen dem künstlerischen Schaffen Dürers und len modernen Entwicklungsstufen — Impressionismus, Expressionismus, neue Sachlichkeit — und anschaulich zu machen. Es würde m diesem Zusammenhang und unter 3er$i(frt auf das unentbehrliche Bildmaterial zu joeit führen, den Ausführungen des Redners tm einzelnen zu folgen. Von ungemeinem Reiz war u.B. — um nur Einiges herauszugreifen — die «Gegenüberstellung von Bildern der „Apokalypse" «1498) und des „Marienlebens" mit typisch impres- jsionistrschen Arbeiten von Manet und Pissaro: interessante Parallelen waren an einigen frühen Arbeiten von Schongauer und Dirk Bouts zu beobachten. Für den Expressionismus — der die von der »orgehenden Generation klassizistisch geforderte Ein- txHt von Zeit und Raum auflöste, und der übrigens Sic Schätzung Dürers mit der Wiederentdeckung Hrünewalds ein wenig zurücktreten ließ — war die LZegerruberftellung von Picasso und Grünewald und Dan Gogh unb Dürer höchst aufschlußreich. Aehn- lche Parallelen wurden auch für gewisse Gestaltungen der bisher jüngsten Richtung, der sog. neuen Sachlichkeit aufgezeigt. Aus solcher Betrachtung des Dürerwerkes von den verschiedenen Standpunkten unserer Zeit ergibt sich sehr klar, daß alle Erschei- iiungsformen der Moderne sich aus Dürers Schaffen norauebeuten lasten: auch die in jüngster Zeit neu« antberften Bilder Dürers, die z. T. gezeigt wurden, waren in solchem Zusammenhang, mit ähnlichen parallelen, in ihrer Echtheit unzweifelhaft zu beglaubigen. — Daten für Freitast, 10. Februar. Sonnenaufgang 7.23 Uhr, Sonnenuntergang 17.06 Uhr. — Mondaufgang 23.23 Uhr, Monduntergang 9.47 Uhr. 1813: der Dichter Otto Ludwig in Eisfeld geboren (geftorben 1865); 1821: der Marschendichter Herrn. Mmers in Rcchtensleeth a. d. Weser geboren (gestorben 1902); 1919: Friedrich Ebert wird vorläufiger Reichspräsident des Deutschen Reiches; 1926: der Tiermaler Wilhelm Kuhnert im Waldhaus Flims In der Schweiz gestorben (geboren 1865). Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttßeater: 7.30 ckihr „Peer Gynt" (Ende nach t0,3O Ähr). — Gießener Studentenschaft: 8 älhr, Großer Hörsaal der Universität, öffentlicher Vorprag. — Allgemeine ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie: 6,15 illjr, Hörsaal der älniversi- tiäts-Rervenklinik, Vortrag. — Verein Volkshochschule: 8 älhr, Si g'aal ter Oberrealschule, a ß r- ordentliche Mitgliederversammlung. -- Lichtspiel- bAto. Kraft- und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 14 Anzeigen wegen Fahrens zur Rachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 10 wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 12 toegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 8 wegen Fahrens, ohne die rechte Sttaßen- seite einzuhalten, 4 wegen Fahrens durch gesperrte Ettaßen und 48 wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspoli-,etlicher Hinsicht. *• Sin schweres Autounglück ereignete ßch gestern Vormittag auf der Marburger Chaussee. Dort kam das Lastauto von Konrad Mann aus Rauschenberg, das von dem Sohne des Besitzers gesteuert wurde und aum Gießener Wochenmarkt fahren sollte, in rascher Fahrt die Marburger Straße her. An der Johannesburg wollte ein junger Mann aus Wieseck noch ganz kurz vor dem Auw in den Lichtenauer Weg nach Wieseck zu einbiegen. Um den Radler nicht zu überfahren, versuchte der Autolenker, mit seinem Wagen seitwärts auszu- weichen. Znsolge des schnellen Abstoppens des rasch fahrenden Autos wurde der Führer von feinem Sitz geschleudert und fiel unter den Vorderwagen des umgestürzten Gefährts. Rur dem Umstand, daß der Boden weich und sofort Hilfe zur Stelle war, hat es der junge Mann zu danken, daß er mit dem Leben daoongekommen ist. Allem Anschein nach hat er aber schwere innere Verletzungen erlitten, die seine Ueberführung in die Gießener Klinik erforderlich machten. Die Mutter des verunglückten jungen Mannes, die mit in dem Auto saß, kam mit dem Schrecken davon, der Radfahrer erlitt einen Armbruch, fein Fahrrad wurde schwer beschädigt. Wie wir heute vormittag erfahren, ist das Befinden des verunglückten Autoiührers den Umständen entsprechend leiblich. Die Schuldfrage muß noch durch die behördliche Untersuchung geklärt werden. " Eine neue Jugendherberge im Vogelsberg. Die von der Stadt Schotten neu errichtete Jugendherberge ist, wie man uns aus Schotten berichtet, ihrer Bestimmung übergeben worden und kann jederzeit von der wanderlustigen Jugend und den Wintersportlern, die zum Schilauf gern unseren Vogelsberg aufsuchen. benutzt werden. Die Herberge hat, an den Schulhof angrenzend, eine günstige Lage, etwas abseits und doch mitten in der Stadt Schotten, an dem Hauptweg ins Gebirge gelegen. Sie enthält drei getrennte Räume mit ca. sechzehn und neun Betten, einen Führerraum,, elektri|d)es Licht, bequeme Kochgelegenheit vorhanden. Die Uebernachtungsgebühren betragen für Kinder bis 15 Jahre 30 Pf., für Erwachsene 50 Pf. Die Herberge wird bei der günstigen Lage Schottens als Ausgangspuntt für die Wanderungen in das Gebirge sehr viel ausgesucht werden. ** Der Hessische 3 agdklub hielt in Darmstadt jetzt seine Hauptversammlung ab. Der Verein zählt gegenwärtig 2050 Mitglieder in ganz Hessen. Der Jahresbericht, den der Vorsitzende, Prof. K. Zimmer, erstattete, schloß mit der Mahnung an die Mitglieder, auch im nächsten Zagdjahr sich größte Zurückhaltung im Abschuß von Rehwild aufzuerlegen. Unter den Anerkennungen und Ehrungen des Vereins war auch die des Forstmeisters a. D. Grafen von Bernstorfs - Angenrod bei Alsfeld, der aus Anlaß seines 80. Geburtstages zum Ehrenmitglied ernannt wurde. ** Kaufmännischer Bernfswett- karnpftag. Am Sonntag fanden in Gießen, tote man uns berichtet, die von Deuffchnattonalen HandlungsgehUfen-Verband, Gau Main-Weser, veranstalteten Berufstoettkämpfe statt. Rege Beteiligung an den ausgeschriebenen kaufmännischen Wettkämpfen im kaufmännischen Rechnen, Kurzschrift nach den Systemen Gabelsberger, Stolze- a d. Kte^.Anz. Auto kleinerer Wagen, evtl. 4° Sitzer, möglichst Limousine, in bestem Zustand, geg. Kafie zu kauf, gesucht. Sofortige Angeb. an H. Teepe Wwc., I14,D Wetxlar Lahn. Gebrauchter Schau- Kasten zum AuSstellen tion Waren zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. mli Angabe d. Gröhe il 01050 a. d. G.Au ,. | Empfehlungen] MM in prima Qualität empfiehlt billigst W.Hankel, Neuen Baue 7. Teleph. 612. 45d Solides, eW. mffi. lü#! tn kl. Hausb. «zwei Pers.» gel. z. lö.ftcbr. od. 1. Marz 01053 Asterweg 53 p, Mädchen ftit tagsüber gesucht 0975 SelterSwea 18 L Stellengesuche, Junger, erfahrener AutoschloFer firm in allen vor- kommenden Auto- revaraturen, vertr. mit allenMaschlnen, drehen, schweifen rc, fuchtuaff. Stellung. Schrift!. An geb. mit Vobnann. unt. 1501D an d. Metz. Anz. erb. 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Vieles, was er gesagt hat, ist eine Wiederholung, aber bei der Aneinanderreihung bereits bekannter Tatsachen war diesmal das W i e nicht ohne Interesse. Er hat es verstanden, bei allen Hinweisen auf die unableugbaren Verdienste der Regierung um die Finanzpolitik, die vorangehende Regierung zu schonen. Die Radikalen aber atmeten auf, denn Poincars hat von »rückblickenden Polemiken" abgesehen. Die erwarteten Entscheidungen hat die Rede Poincares nicht gebracht. Die endgültige Stabilisierung ist bis nach den Wahlen verschoben. Sogar die Möglichkeit einer Revalorisierung hat Poincars in der Schwebe gelassen. Das hat in gewissen Rentnerkreisen merkwürdigerweise eine große Freude ausgelöst. Denn aus den Worten Poincares kann man nur d i e zwingende Folgerung ziehen, daß zunächst bis zu den Wahlen jedenfalls eine Revalorisierung ausgeschlossen ist. Prüft man übrigens diese Frage objektiv und leidenschaftslos, Hann würde man zu dem sicheren Schluß kommen, daß die Revalorisierung sich auch nach den Wahlen, welche Regierung auch immer gebildet werden sollte, als eine An Möglichkeit erweisen wird. Diese äleberlegung ist jedoch sehr weiten Kreisen aus verständlichen Gründen durchaus antipathisch. Roch immer aber weiß man nicht, wie eigentlich die Wahlpolitik aussehen wird. Viele glauben, daß die jetzige Regierungs- koalitivn in einer vielleicht etwas veränderten Form wieder an die Macht gelangen wird. Tatsache ist allerdings, daß Poincars allen Parteien seiner Koalition nach Möglichkeit die Lage erleichtert, ohne seine eigenen Absichten zu verraten. Die Rechte fürchtet insgeheim, von ihrem gegenwärtigen Führer Poincars bei den Wahlen im Stich gelassen zu werden, die Linke wieder hat vor einem Aufleben der Union nationale, der jetzigen Koalition, nach den Wahlen Angst, denn das könnte nach den Befürchtungen der Aengst- lichen dann wirklich einer Diktatur nahe- kommcn. Don den Absichten der Parteien konnte man während der bisherigen Debatten nichts erraten. Lson D l u m hat in seiner Rede versucht, die Radikalen zu zwingen, endlich zwischen den Sozialisten und der gemäßigten Rechten klar Stellung zu nehmen. Das ist ihm aber nicht gelungen, And solange wollen sich auch die S o z i a l i st e n nicht klar für oder gegen die Kommunisten aussprechen. Jedenfalls macht aber der französische Sozialismus eine eigentümliche Wandlung durch, eine innere Wandlung, von der man sich keine Rechenschaft gibt, ja. die man wütend ableugnet; diese Wandlung ist aber dennoch vorbanden. Man legt der Doktrin immer weniger Bedeutung bei, man strebt nach praktischen Zielen. Der jungen Generation der Partei schwebt das Beispiel der amerikanischen Arbeiter vor. Man denkt immer weniger an den Klassenkampf und an die Endziele des marxistischen Programms. Ein Zögern auf der ganzen Linie, ein Zögern vor jeglicher Entscheidung, das charakterisiert die Kammer, die das Land nicht mehr hinter sich fühlt. Dieser Stimmung entsprach auch die große Rede B r i a n d s vor dem Senat. Briand tat einer innerpolitischen Rotwendigkeit Genüge, indem er das Wort ergriff. Dabei gehen aus dem, was er sagte, zwei Tatsachen hervor. Erstens, daß auch in der Außenpolitik, genauer gesagt in der Räumungsfrage, nichts End- Das alle Mecheln. Von Liesbet Dill. Es regnet fein. Ein Rebel verhüllt die Stadt. Aber diese graue Beleuchtung steht der alten Stadt der Kirchen, Klöster, Rönnen und Spitzenklöpplerinnen. . . Ich liebe diese altflandrischen Gassen, die so schlecht gepflastert sind, daß man sich einen sonderbaren Gang angewöhnt und von Stein zu Stein hüpft, diese bescheiden ruhigen Städtchen, die ihre Kriegswunden und ihre Schönheiten mit solch selbstverständlicher Würde tragen. Aeberall finde ich vlämische Inschriften, überall wird vlämisch gesprochen. »Int Kelske", ein Bierlokal, daneben „Gemaahie Kostümen", ein Kleidergeschäft, „In de zwarte Katt", die „arme Clärenstraat", die oraunüchterne „Stedelyke Dolksbibliothek" und die Dar zum „Wildeman" für die Lebemänner von Wechsln. Da ist das „8 älhrenhuis" und eine „Allgemeene Bankver- eeniging". die gemütliche Wirtschaft „In de Post." Es erwarten uns keine Sensationen hier. Es sind immer dieselben träumenden Bäume, die sich über alte Mauern in das trübgrüne sanftströmende Kanalwasser neigen, dieselben stillen Menschen, dieselben Backsteinhäuser. And diese haben wieder Fenster und Türen, keine Kreideinschriften mehr an der Haustür „Gute Leute, bitte schonen". . . . Der entzückende vlämische Markt, das Singspiel erklingt und kündet lustig die Stunde an. Mecheln hat auch schwere Zeiten erlebt. Aber nun ist alles wieder geflickt, die Häuser sind wieder aufgebaut, die eingestürzte Kathedrale hat wieder ein Dach, und die Rie- ' senapostel, die in den Gängen lagen, schauen wieder hochoben von ihren Pfeilern auf uns herab. Rur unter der prachtvollen, holzgeschnitzten Kanzel liegt immer noch der vom Pferd gestürzte Absalom — Ich bin in der Rotre Dame in eine Totenmesse geraten. Priester in goldfunrelnden Ornaten bewegen sich am Hochaltar, eine ferne Stimme singt, in den Bänken und Stühlen knie- ende Frauen, betende Männer. Man geht über geschlif ene Grab,.l tten rerst rben r Kir..en fürsten, die Altäre tragen keine Blumen, diese Kathedrale macht einen feierlich düsteren und kalten Eindruck. gültiges vor den Wahlen geschehen kann. Zweitens, daß Frankreich geneigt Ist, sofort nach feinen Wahlen die RäumungSfrage zum Gegenstand von Verhandlungen zu machen. Diele behaupten, daß diese Derhandlungen offiziös bereits begonnen, ja sogar ein gewisses Resultat erreicht hätten. Fest steht nur die Tatsache, daß man in Frankreich geneigt ist, über die Räu- mungssrage zu diskutieren. Aeberall spricht man aber von diplomatischen oder finanzpolitischen Gegenleistungen, die Deutschland geben müsse. Die Erkenntnis von der immer stärkeren Entwertung des .,B satzungSpsandes" greift um sich und ernüchtert die Geister. Der Schiedsgerichtsvertrag mit Amerika wurde unterzeichnet. Es ist ein ärmlicher Dertrag und unterscheidet sich in Wirklichkeit nur in den freundlichen Einleitungsworten von seinen Dvrgängern. And sogar für diesen Vertrag fürchtet man noch, denn im Washingtoner Senat soll eine Strömung vorhanden sein, welche die Ratifizierung erschweren will. Frankreich besitzt in der amerikanischen Politik eben wirklich wenig Anterstützung. Viele scheinen hier die Bedeutung der Sympathien der Reu'vrker Finanzwelt und die gewisser intellektueller Kceise zu überschätzen. Schöne Resultate soll der neue franz s-sche Botschafter in R o m, Besnard, erreicht haben. Man hofft hier auf eine weitere Besserung des Verhältnisses mit Italien und sieht daher die Verstöße der Kleinen Entente in Genf in der St.-Gotthard-Affäre durchaus nicht gerne. Ser Katholizismus und die kirchliche EmiMNgSbeweMNg. Eine Antwort des Erzbischofs Söderblom auf die päpstliche Enzyklika. B e r l i n, 10. Febr. Der bekannte Führer der kirchlichen Einigungsbestrcbungen, der protestantische Erzbischof D. Söderblom von Apsala, Primas von Schweden, hat auf die bekannte päpstliche Ezhklika, die im Ramen der römisch- katholischen Kirche eine Einigung der Kirchen nur in einer Rückkehr der anderen Konfessionen in die römisch-katholische Kirche sehen kann, mit einer Kundgebung geantwortet, in der es u. a. heißt: „Aeber die Frage der Kirchcn- einigung innerhalb der römisch-katholischen Christenheit sind verschiedene Meinungen vorhanden. Treue und im höchsten Grade verdienstvolle^ römisch-katholische Christen, Erzbischöfe, Bischöfe, Priester, Aniversitätsprofessoren, so- wie Laien haben sich für den Anschluß an das gemeinschaftliche christliche Verantwortlichkeitsgefühl angesichts der Forderung der Zeit in herzlicher Weise ausgesprochen. Römische Katholiken haben sowohl an der Lausanner, wie auch an der Stockholmer Konferenz t e i l genommen, wenn auch nur als Gäste und Zuschauer. Roms ablehnende Haltung mutzte in althergebrachter feierlicher Form begründet werden. Die Enzvklika enthält daS, was zu erwarten war. Die anderen Teile der Kirche müssen dem abschwören, was sie für heilig und unentbehrlich halten, sich dem Papst unterwerfen und sich die römisch-katholischen Grundsätze zu eigen machen. Die Kundgebung erinnert an die Einwendungen, die seinerzeit gegen eine Einladung RomS zu der Stockholmer Weltkonferenz erhoben wurden. Gerade das evangelische Verlangen nach Reingläubigkeit habe sich gegen diesen Gedanken erhoben. Aber die andere Ansicht trug den Sieg davon. Wir erinnerten daran, daß alle Kirchengemeinschaften mit Mängeln behaftet sind. Wir sind lebhaft von der Wahrheit der evangelischen Lehre und dem göttlichen Arsprung der Reformation überzeugt. Anser Bestreben ist seinem Wesen nach gerade deshalb ökumenisch und katholisch (allgemein), weil es in Wahrheit evangelisch sein will. So wurde beschlossen, daß Rom eingeladen werden soll. Dies war keine leere Geste. Die Botschaft des Stockholmer Konzils wurde wiederholt im Ausschuß beraten, bevor sie dem ganzen Konzil vorgelegt wurde. Eine Erwähnung von Roms Ausbleiben war im ersten Konzept am Anfang der Botschaft In den engen Gäßchen hat jedes engbrüstige Haus seinen „Spion" am Fenster, ein Latern- chen funkelt über der Haustür, der blitzende Messingklopfer am Eingang. In einem Laden will ich mir ein Paar Gamaschen kaufen, es ist sehr zugig und kalt in Mecheln, aber die Besitzerin versteht kein Französisch. Es ist eine Vlämin. Sie mutz ihren Mann rufen. „II parle anglaise". Rie trat das Vlämische so trotzig hervor wie jetzt. Rie habe ich hier so viele Leute getroffen, die französisch nicht verstanden oder verstehen wollen, nie so viele Inschriften in flämischer Sprache. Früher spielte in den Brüsseler Lustspielen der Vlame immer eine lächerliche Rolle. Er war der gutmütige Tölpel. Ob er das heute noch darstellt? Ich glaube es kaum. And die Vläminnen waren immer das dumme Dienstmädchen. „M’sieur, il laut vous dire“ ... „Vous n'avez neu ä dire ..." Winddurchfegte Gassen, Kathedralen, Alleen am Wasser, ein stiller Kanal, ein Priester mit einem Regenschirm und langer, schwarzer Soutane, Vläminnen in Fransenschals und Holzschuhen, stille Häuser mit schmalen Fronten, einfach, ohne Schmuck, eine graue feuchte Rebelluft, ein verlassener, nasser Park und die altflandrischen Häuser am Markt — das ist Mecheln, Malines oder Mechelen. Der zerschossene Dahn- hof ist neugedeckt, eine stattlich hohe Halle, sauber wie dieses ganze Land. . . Rur Mechelner Spitzen sieht man hier keine. Die alten Weibchen au den Fenstern mit den halberblindeten Augen hinter ihren Klöppelkissen — wo sind sie hinverschwunden? Die „Malines" ist eine der feinsten, zartesten und edelsten Spitzen — viel schöner als die stolze, Prunkhafte Brüsseler, die Duchesse oder Royale. — So weich und vornehm ist sie — und nicht so augenverderbend zu arbeiten wie die andern auf Tüllgrund. Die Klöpplerinnen sterben aus. Die jungen Mädchen laufen lieber in die Fabriken In, einem Kino gibt es „De kuische Su- zanna", Kindern niet toegelaten — im „Lief- tes-Lied" erst recht nicht. Das ist ein Film für Erwachsene. . . Im Hotel „Zu den drei Pferden" nehme ich das Lunch. Die Vlämin im Gamaschenladen hat es mir empfohlen. „Alle Reisenden essen dort". Die gehen nicht hin, wo schlecht gekocht wird. And sie sitzen zu lesen. Die Worte wurden aber gestrichen. Das Motiv ist bezeichnend. Der Präsident des Deutschen Kirchenbundes und mehrere mit ihm waren der Ansicht, daß, wie man auch das Fernbleiben Roms von Stockholm erwähne, es von römisch-katholisck)er Seite aus als Kritik erachtet werden mühte. Man berichtete, wie achtungsvoll und würdig, positiv und christlich römisch« Katholiken in Deutschland sich über das Stockholmer Konzil äußerten, und man wollte nicht, daß die Botschaft selbst als noch so kleiner Mangel an christlichen und brüderlichen Gefühlen gegenüber den Jüngern des Heilands innerhalb der römischen Kirchengemeinschaft aufgelegt werden konnte. Der Beschluß, Rom einzuladen, beruhte nicht auf einer allgemeinen Toleranz, die im vermeintlichen Interesse des Friedens schwarz als weih gelten läßt. Die Oekumenische Bewegung hat von Anfang an das Hauptgewicht daraus gelegt, daß Verschiedenheiten nicht verschleiert werden sollen. Rur auf diese Weise kann man hoffen, zu der Einheit zu gelangen, die sich bereits in der höchsten und innerlichsten Bedeutung vorfindet. Die Enzyklika — damit schlietzt die Kundgebung — hat in einer wohltuenden Weise den Unterschied klargelegt und verschärft. Die beiden Standpunk e sind bereits im vierten Kapitel de- Iohaunes-Svange- liums angegeben. Der eine lautet: „Alle sollen in Rom anbeten." Der andere lautet: „Die Zeit wird kommen, da wir weder in Ieruscllem, Rom oder Konstantinopel, Wittenberg o ec Genf, Canterbury oder Moskau oder Boston den Baier anbeten sollen. Gott ist Geist, und d e, die chn anbeten, sollen ihn im G e i st und in der Wahrheit anbeten." Stirnen, Sport und Spiel. Gchwimniwellkämpfe der Gießener Studentenschaft. Die am Dienstag unter Leitung des alad. Turn- und Sporl hrers Dr. Möckelmann im städt. Volksbad durchgeführten Schwimm» Wettkämpfe derGictzener Studenten- schäft brachten durchweg spannende Kämpfe. Allmählich scheint auch der Schwimmsport an der hiesigen Universität die Stellung einzunehmen, die ihm unter den verschiedenen Sportarten gebührt, stellten sich doch ca. 70 Teilnehmer dem Starter. Gleich das erste Rennen, das Brustschwimmen für Fortgeschrittene, brachte einen unerwartet scharfen Kampf zwischen R o t h m a n n (Teut.) und Stütz (Merovingia). Bis zur letzten Dahn lag Stüh noch mit 1 Meter im Vorsprung, doch durch schlechtes Wenden verscherzte er sich den Sieg. Die Zeit der beiden Ersten ist sehr beachtlich. Roth mann sollte bei eifrigem Training seine Zeit noch erheblich verbessern können. Das 4-Dahnen-Bruslschwimmen für Anfänger war eine sichere Sache für Hoffmann (Frank.), der Reih (Wingolf) mit 2 Meter das Rach- sehen geben konnte. Im Kopfweitsprung war R o t h m a n n mit 12,90 Meter nicht zu schlagen. Die 4 Bahnen beliebig gewann R o l d (Darm- stadtia) in guter Zeit. Die Lagenstaffel gewann erwartungsgemäß der Gießener Schwimmverein mit 2 Meter Vorsprung gegen die Ani- versitötsmannschast. Das Rückenschwimmen war Rothmann nicht zu nehmen. Die 3x6-Dah° nen-Bruststaffel für Korporationen war eine sichere Sache der LandsmannfchastMero- v i n g i a, deren Schluhschwimmer denn auch die Staffel mit 5 Meter vor Wingolf beenden konnte. Adclphia wurde wegen falschen Ablösens als zweiter distanziert. Den Abschluß des Festes bildete ein Wasserballspiel, Aniv.—G. S. D., das der G. S. V. mit 5:3 Treffern für sich buchen konnte. — Rach- folgend die Ergebnisse: 6 Dahnen Drust für Fortgeschrittene: 1. Rothmann, Teutonia 1:23.1. 2. Merowingia 1:24. 3. Erckmann, Palatia 4 Dahnen Dru.st für Anfänger; L Hoffmann, Frankonia 56.7. 2. Reitz, Wingolf 57.4. 3. Schmehl, Alemannia 58.2, 4. Hans Devnius, Adelphia 65.4. Kopf Weitsprung: 1. Rothmann, Teutonia 12,90. 2. Reitz, Wingolf 11,70. 3. Deutsch, länder, Rheinfranken 11,20. 4 Dahnen beliebig: 1. Rold, Darm- stadtia 44.3. 2. Gebbers. 3. Raiß, Hasso-Ras- sovia 50.11. .3X2 Bahnen Lagenstaffel: Universität. Mannschaft: Rothmann, Stüh, Gebbers 1:08.6. G. S. D. Mannschaft: Zimmer, Schaum, Rau 1:06.4. Rücke n schwimm en4Dahnen:l. Rothmann 57. 2. Hoffmann 1:04. 3. Reitz 1:06. 3X6 Bahnen Brust staffel für Korporationen:'!. Merowingia 4:58 (Feick, schon an den Tischen, dicke, rotbackige Dlamen hinter ihrem Burgunder. Ein Oefchen brennt. Eine Vlämin schenkt die Suppe aus. Sie der- steht mich nicht, ich sie nicht. Wir verkehren nur in der Zeichensprache... Ein Menu zehn Francs. Suppe, ein hors d’oeuvre, ein Braten mit Selleriegemüse, ein Dessert. Dann bringt sie die Zeitungen, Zigarren und den Cafe filtre, der hier jede Mahlzeit beschließt. Und jedesmal, wenn die Vlämin uns etwas hinsetzt, sagt sie etwas wie „astnedick" und die Reisenden mit den Siegelringen nicken „merci". Ich sage auch „merci", obwohl ich nicht weiß, was es heißen soll. Aber es wird wohl nichts Schlimmes gewesen sein, was sie mir gewünscht hat, die blonde Vlämin in den „trois cheveaux" in Mecheln. . . . Neues von Federmann. Von Hans ^iebau. Einmal hatte es Federmann auf eine Frau abgesehen. „Guten Morgen", sagte er, als er sie traf. Keine Antwort. Das ging so eine Woche lang jeden Tag. Dann fing Federmann an sich zu ärgern. Und als er sie auf einer Bank im Park sitzen sah. setzte er sich neben sie. Er begatm mit Vorwürfen. Dann kam die Liebeserklärung. Keine Antwort. Jedermann wartete eine OHinute. Zwei Minuten. Dann zog er einen Revolver, einen Heinen, gefährlichen Revolver. Federmann wurde vorübergehend verhaftet. Die Dame war taubstumm. Außerdem verheiratet. * Teuerkauf kam zu Federmann und wollte sich tausend Mark leihen. Federmann wollte sich erst bei Mücke erkundigen, wieso kreditwürdig und so. Aber er vergaß es, und als Teuerkauf wiederkam, gab er ihm das Geld. Aber er wollte sich doch noch bei Mücke erkundigen. Als Teuerkauf ihm nach drei Monaten die tausend Mark zurückbrachte, erschrak Federmann, ries sofort bei Mücke an und fragte nach Teuerkauf. Weisel, Stüh). 2. Wingolf 5:05.2 (Bergfeld, Deringer, Reih). Wasserball. Universität—G. S. D. komb. 3:5 (0:3). Aus dem Tumgeu Hessen (D. T.j • = Lana-Göns, 9. Febr Der 5. B e z i r k im Turngau Hessen (D. T.) hielt am Sonntag unter Leitung der Bezirksturn warte Hartmann und Lang hier seine dritte dieswinterliche Bezirks- Vorturner st unde ab. 40 Turnwarte und Vorturner hatten [ich zu der Veranstaltung eingefunden. Durchgeturnt und besprochen wurden in der Hauptsache die Kölner Freiübungen, ferner die Pflichtgeräteübungen für das Wintergeräteturnen des Bezirks, das am 18. März in Bad-Nauheim ftattfinbet. Am Abend zuvor wird die G a u r i e g ejür Köln unter Leitung von Gauoberturnwart W. Will (Gießen) erstmalig mit einem Werbe turnen öffentlich auftreten. Das volkstümliche Bezirksturnfest findet am 10. Juni in Gambach statt. In nächster Zeit werden zwei außerplanmäßige Bezirksturnstunden eingelegt und zwar: am 26. Fäiruar in Friedberg für den südlichen Bezirk, am 4. März in Gambach für die Vereine des nördlichen Bezirksgebiets. Kußbatt-Cntscheidung in Hessen-Hannover. Am kommenden Sonntag erfolgt in der Kasseler Hessenkampfbahn die endgültige Entscheidung um dieDezirksmeister- schaft. Mit 3:1 für Kur he ff en und 2:0 für S. E.03 Kassel — dies sind die beid Rivalen — gingen die Vorspiele punktgleich ar . sv daß dieser dritte Entscheidunaskampf nötig wurde. Wenn man auch im allgemeinen auf Grund der bisher ausgeglicheneren Leistung der 03er einen Erfolg dieser Mannschaft für wahrscheinlich hält, Jo sicht diese Ansicht doch nicht gerade auf sehr festen Füßen. Kurhessen ist durch seine guten Einzelkräfte immerhin noch ein überraschend gefährlicher Gegner, das zeigte u. a. auch der AuSgang des 3:1-VorspieleS. Soweit die Aufstellung der beiden Gegner bekannt ist, hat eS den Anschein, als ob die Verfassung der Läuferreihen den Ausschlag geben würde. And in der Deurteilung dieser Frage neigt man leicht dazu, den 03em einen Vorteil Snzugestchen, der zu knappem Siege ausreichen sollte. Im großen und ganzen ist aber doch jede Voraussage zu gewagt. Zu bemerken ist ferner noch, daß die Der- bandsspiele innerhalb des Bezirks nunmehr dadurch erledigt sind, daß Germania Marburg auf die Punkte des einzigen noch ausstehenden Spieles gegen Sura Kassel in Kassel verzichtet hat. Germania hatte sein Verbleiben in der Dezirksliga durch seinen derzeitigen überraschenden Sieg gegen Sport Kassel (3:51) sowieso gesichert, so daß die Austragung des Spieles im Hinblick auf den Tabellenstand ohnedies bedeutungslos gewesen wäre. m. w. /Ganz faules Aas, das", sagte Mücke, „bloß kein Geld aus der Hand". Federmann schlug sich vor den Kops und stöhnte. * Federmann hatte die ganze Tasche voll Zigarren, aber nur ein Streichholz. Vorsichtig zündete er es an. Da kommt ein Herr auf ihn zu, grüßt sehr freundlich und murmelt etwas, was Federmann nicht versteht. „Wie bitte?" fragt er, bläst höflich das Streichholz aus und zieht den Hut. „Dürfte ich Sie um etwas Feuer bitten?" sagt der Herr. Federmann war sparsam. And so ließ er in das neue Gartentvr das alte Schloß sehen Als er abends nach Hause kam, ließ sich der Schlüllel drehen. Aber das Tor ging nicht auf. Der Schlosser kam. Oeffnete. „Es ist in Ordnung", sagte er und ging. Federmann probierte. Die Tür ging nicht auf. Der Schlosser kam wieder. Oeffnete. Schloß. Ging Jedermann probierte. Drückte mit Wucht gegen das Tor. Es rührte sich nicht. Jedermann schlief bei seinem Freund Mücke. Am nächsten Morgen gingen beide an die Pforte. Mücke öffnete sie. „Sie geht jetzt nach außen auf", sagte er. Federmann ging in das Haus. * Jedermann war in Hornebiels Weckend-Haus zu Besuch. Sie tranken Burgunder. „Rimm doch die Laterne aus dem Hausflur mit!" meinte Hornebiels als Federmann nach Mitternacht ging. 21m nächsten Tag kam Federmann wiedn: zu Horneb'.el und brachte ihm das Bauer zurück. Das blanke, gelbe Dauer mit dem kleinen Kanarienvogel. e Federmann hatte einen Papagei. Der war nun schon seine hundertunl^wanzig Iahre alt. So behauptete Jedermann. Die Leute zweifelten. „Wie wollen Sie das beweisen?" „Dor drei Iahren habe ich ihn gekauft", sagte Jedermann, „und da war er gerade hun- dertsiebzehn." r. Bezirksklaffe Lahnfreis. Nachdem sich am letzten Sonntag D cf ers- bausen für seine 6:1-Niederlage in Kirchhain mit einem 5:0 Sieg in Ockershausen revanchiert hatte, gelang «S auch den „Oraniern" auS Frohnhausen, durch einen 5:3 Sieg Pcher den V. f. N. Butzbach weiter vom Ende wegzukommen, das jetzt der S. V. Herborn mit zwei Punkten weniger einnimmt. Der kommend Sonntag bringt Spiele, die die Frage nach den Absteigenden weiter entwickeln werden. Herborn — Frohnhausen ist für Herborn eine letzte Möglichkeit zum Punktgewinn, mit dem es aber nur auf gleiche Höhe mit den anderen Abstiegskandidaten kommen konnte. Trotzdem sind die Aussichten nicht besonders groß. Herborn spielt zwar auf eigenem Platz, was für die Herborner schon immer ein besonderer Vorteil war. Dagegen ist Frohnhausen in letzter Zeit doch zu einer beachtlichen Form aufgelaufen. Fr ankenberg, das ebenfalls zu den letzten gehört, hat den Wetzlarer Sp. V. #it Gast und wird sich dieser entschieden spielstarker gewordenen Elf nur schwer erwehren können. Aber nicht nur am Ende, auch an der Tabellenspitze ist mit einer Entscheidung zu rechnen. Der führende V. f. B. K u r h e s s e n 05 Marburg hat Kirchhain zu Gast und damit eine Mannschaft, gegen die er nur ein Llnentschieden im Vorspiel herausholen konnte. Aber Kirchhain hat inzwischen nachgelassen, und zudem werden die Marburger dieses letzte entscheidende Spiel nicht so leicht nehmen, daß ihnen daraus ein Punktverlust entstehen könnte. Gewinnt Marburg, so ist seine Meisterschaft sicher. 3m anderen Falle sind noch evtl. Entscheidungsspiele notwendig. Damit ist aber nur entfernt zu rechnen. m. w. V. f. B. Einem alten Abschluß gemäß sollte die Liga am nächsten Sonntag nach Wiesbaden fahren, um gegen die dortige „Germania" das fällige Rückspiel auszutragen. Nachdem ..Germania" diese Woche um Verschiebung des Termins gebeten hatte, ist man mit Ockershausen in Verbindung getreten, um diese zu einem Gesellschaftsspiel auf hiesigem Platze zu verpflichten. Eine endgültige Zusage der Marburger Vorstädter steht noch aus, jedoch ist mit ziemlicher Sicherheit damit zu rechnen, daß das Spiel zum Dustrag kommt. Die Ligareserve geht nach Heuchelheim, um gegen dessen Erste eine alte Rückspielverpflichtung einzulösen. Sie wird sich anstrengen müssen, wenn sie gegen die spielstarken Heuchelheimer bestehen will. Die Dritte hat auf hiesigem Platze Großen-Dusecks Erste zu Gast, und sollte, nach ihren bisherigen Erfolgen zu urteilen, einen glatten Sieg davontragen. Seit langer Zeit tritt auch wieder die Handballmannschaft auf den Plan; sie will sich mit Garbenteichs Handballern messen. Die er ft e Jugend hat auf hiesigem Platz im Diplomspiel die 3ugend von Niedergirmes zum Gegner. Wenn auch durch di« Sperrung einiger Spieler in etwas geschwächter Aufstellung, sollt« ihr doch ein knapper Sieg gelingen. Ebenfalls im Diplomspiel trifft die zweit« 3ugend auf die erste Werdorfs. Auch sie hat den Vorteil des eigenen Platzes und einig« Aussicht auf einen Sieg. Di« erste Schülermannschaft wird ihren Gegner, di« Schüler Klein-Lin- denS, glcckt schlagen. Freie Turnerschast Gießen. Kommenden Sonntag fährt Gießen 1. und 2. Mannschaft nach Wetzlar, um dort ihren Rückspieloerpflichtungen nachzukommen. Gießen wird sich den Sieg nicht nehmen lassen. Auf eigenem Platz empfängt Gießen 1b Gäste aus Hungen. Hungen 1 spielt gegen Gießen 1b. Dor diesem Spiel findet ein Jugendtreffen Gießen gegen Klein-Linden statt. Turngau Lahn-Oünsberg A.O.T. Am Sonntag fand in W i e s« ck die G a u - vorstandssihung statt, in der über den Landsleute und Landstreicher. Von unserem ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Sao Paulo, im Winter. 3n Santos geschah es zum erstenmal, daß ich den Blick in südamerikanische Abgründe warf. Auf der palmenbestanbenen Promenade am Hafen begegnete mir der „Leutnant von Brasil", der sich unter tadelloser Verbeugung für einen eben gefundenen Zigarettenstummel Feuer erbat. Seine Kleidung, die schon das letzte Stadium abgerissener Eleganz erreicht hatte, seine Aus- Lrucksweise und seine Bewegungen verrieten mir den Helden der bekannten Tragödie, die sich in den verschiedensten Handlungen und Gestalten, aber immer mit dem gleichen Schluß, in den Ländern Amerikas abspielt. 3ch bat ihn. mit mir ein Glas Wein zu trinken, was er mit einem „Verbindlichsten Dankl" und „'statten, daß ich mich gelegentlich revanchiere" annahm. Als wir in der finsteren Hafenspelunke auf wackligen Schemeln an einem kleinen schiefen Tisch Platz genommen und das erste Glas der roten, aus Wein, „alcohol puro“ und Quebracho- saft gemixten Flüssigkeit getrunken hatten, holte mein Gast aus seiner in der rechten Rocktasche verborgenen Stummelsammlung eine angerauchte Zigarre hervor, setzte sie umständlich in Brand und rief nach dem Wirt. „3ofe, das Zeug schmeckt heute wieder wie die auf Flaschen gefüllte Gemeinheit. Bring' mal ’ne echte Importsache von drüben." Dann wandte er sich zu mir und fixierte mich wohlwollend durch sein Monokel, das früher anscheinend als Uhrglas gedient hatte. „Kolossal gefreut, nach langer Zeit 'nen Landsmann zu treffen. Sind wohl eben erst angekommen? Sehen noch so neu aus. Ra, werden bald genug dies Afsenland kennenlernen." Er schüttete sein Glas wieder voll, leerte es auf einen Zug und zündete sich einen neuen Stummel an. „Tja, man muh. hier ökonomisch leben, wenn man zu Geld kommen will. Habe da einige Tips für Sie. Müssen s so machen wie Earnegie und Edison. Haben beide klein und häßlich angefangen. — Liebrigens ’n ganz heller Kopp, der Edison." Während er so weiterschwahte. betrat ein bärtiger Mann die Gaststube, der feinem Aeuheren nach ebenfalls zur Kategorie der „AtorranteS" Arbeitsplan für das laufende Jahr beraten und beschlossen wurde. Am 18. März treten di« Geräteturner und -turnerinnen zum Gerätewettkampf in Wieseck zusammen. Kurz darauf werden die Leichtathleten mit einem Waldlauf ihre Saison eröffnen; als Tag dieser Veranstaltung wurde der 8. April festgesetzt. Dem wird die größte Veranstaltung des Gaues folgen: das Gau - turnfest am 1. Juli, mit dessen Durchführung der Turnverein Lollar beauftragt ist. Der 15. Juli ist der Jugend gewidmet; es findet cm diesem Tage, wie alljährlich, das Schüler- wetturnen statt. Die Abwicklung dieser Veranstaltung liegt in Händen des Turnvereins Hausen bei Gießen. Di« Turnvereinigung Ruttershausen hat die Schwimmwettkämpfe des Gaues für den 2 9. Juli übernommen.- Der 150. Geburtstag des Turnvaters Jahn soll würdig gefeiert werden durch die leichtathletischen Wettkämpfe auf dem Berg- turnsest am 12. August in Dorlar, Kreis Wetzlar. Hierauf werden sich noch einmal die Besten des Gaues zu den Gaumei st erschaffen am 16. September in Ruttershausen treffen. Das Sportfest der 25 Nationen. Auch Deutschland auf der Winterolympiade in St. Moritz. Von Albert Müller. Am 11. Februar beginnt in St. Moritz die mit Spannung erwartete große Winte r o l y m p i a d e, die zweite ihrer Art. Zum erstenmal wird auch eine deutsche Mannschaft an dem Wettkampf teilnehmen. — D. Red. Als vor 22 Jahren, einer Anregung des Barons Pierre de Coubertin folgend, die griechische Tradition der „Olympiaden" wieder ausgenommen wurde, steckt« der Wintersport noch in den Kinderschuhen. Niemand dachte damals daran, den „olympischen" Sportar.en auch Winterspiele anzugliedern. Erst das rasche Aufblühen des Wintersports in diesem Jahrhundert führte dazu. Die olympischen Winterspiele, die am 11. Februar in St. Moritz beginnen und bis zum 19. Februar dauern, finden nun zum zweitenmal statt, nachdem sie im Jahre 1924 der 8. Olympiade angegliedert und in Cha- monix abgehalten worden sind. Diesmal haben sich sowohl Davos, wie St. Moritz lebhaft darum beworben, zum Kampfplatz der umfassendsten Wintersportkonkurrenz erkoren zu werden. Di« Entscheidung fiel schließlich zugunsten von St. Moritz, das jetzt der glänzendsten Wintersaison entgegengeht, die es wohl je gehabt hat. Es ist hervorragend für die Wintersportkämpfe geeignet; besitzt es doch ein« wundervolle künstliche Eisbahn, die nur von derjenigen von Davos, der größten der Welt, übertroffen wird. Außerdem hat es einen See, auf dessen Eisdecke das Skijöring — dieser sashionable norwegische Sport, ein Rennen aus Skiern hinter Pferden — aus?» getragen wird; es besitzt den „Crefta-Run" für das Skeletonrennen und eine Dobkxchn; schließlich hat es noch eigens für die Olympiade eine neue Skisprungschanze errichtet, zu der große PublikumstribÜ! en mit 2200 Sitzplätzen gegoren. Diese sog. „Olhmpiaschanze" gilt cüs ein Meisterwerk und wird den Skiläufern Aekord- sprünge erlauben. Der Dau dieser Sprungschanze hat St. Moritz 200 000 Franken (160 000 Mark) gekostet. Die Aufwendungen, die St. Moritz für die Organisation der Winterolymp ade gemacht hat, gehen in die Millionen. Dabei verfügt das Olhmpiakomitee selbst nur über geringe Mittel; die Schweiz hat zwar — im Gegensatz zu Holland, das jede Unterstützung für die diesjährigen olympischen Spiele in Amsterdam verweigert hat, weil dabei auch an Sonntagen Wettkämpfe statt- finden — ein« gewisse Subvention bewilligt; aber di« Hauptlast trägt der veranstaltend« Sportplatz. Seit vielen Monaten ist ein über ganz Europa und sogar über Amerika verzweigter Propagandaapparat in Tätigkeit; diese Organisation hat alles für die Reise der National- Mannschaften geregelt, die aus 25 Ländern nach St. Moritz geeilt sind; die meisten Sportsleute befinden sich nun schon seit längerer Zeit auf dem Kampfgelände, um sich im Training auf die besonderen Eigenheiten des Platzes einzustellen. Ein Pressedienst ist eingerichtet; das Holet Victoria wurde für die Presse reserviert und für die Bedürfnisse der Journalisten umgestaltet. Für die verschiedenen Länder ist auch ein Bilderdienst eingerichtet worden; von verschiedenen Seiten, auch von deutschen Kreisen, ist dagegen protestiert worden, daß nur einige Photographen und zahlungskräftige Firmen di« Konzession erhalten haben, bei den Wetttämpsen Pressebilder und Filmaufnahmen anzufertigen. Das Olympiade-Komitee begründet sein« wenig liberale Maßnahme damit, daß nur auf diesem Weg eine Sicherheit für photographisch« Qualitätsarbeit gewährleistet sei. Der tatsächliche Grund für die eigenartige Behandlung der Bildberichterftatter ist aber wohl, daß die Veranstalter versuchen, auch auf diesem Weg gewisse Einnahmen zu erzielen; die Eintrittspreis« zu den Wettkämpfen können nämlich nur einen Bruchteil dessen einbringen, was für die „Olympiade" ausgegeben worden ist. Wenn sämtliche Dauerkarten für die 2200 Sitzplätze verkauft werden — für den ersten Platz kostet eine Karte 350, für den dritten Platz 100 Schweizer Franken — dann hat das Komitee daraus eine Einnahme von etwa einer halben Millionen Franken, was bei weitem nicht zur Deckung der Kosten ausreicht. Das ist aber auch nicht zu erwarten. Ein erheblicher Teil der Hn» kosten muß natürlich als werbende Ausgabe für die Erhöhung des Fremdenverkehrs verbucht werden, und in dieser Hinsicht scheinen sich di« Hoffnungen der Gastwirte von St. Moritz voll zu erfüllen. Seit Wochen sind die Hotels besetzt, und jetzt schon beherbergt St. Moritz mehr Fremde als es normalerweise sonst aufzunehmen vermag. Dabei finden auch in ruhigen Zeiten 6000 Gäste in dem kleinen Ort Platz. Selbst in dem etwa» drei Bahnstunden entfernten Davos sind heut« schon alle Hotels besetzt — garnicht zu reden von den St. Moritz benachbarten Engadiner Dörfern wie Pontresina, Sils, Silvaphana usw. Am 11. Februar wird also in einer Höhe von etwa 1800 Meter die weiße Olympiade, lagge mit den fünf farbigen Ringen gehißt werden, in Anwesenheit der Nationalmannscha ten von 25 Ländern — selbst Japan, Mexiko und Argentinien beteiligen sich — und eines internationalen Publikums von Rang. Unter den Anwesenden wird man den König von Belgien und den Prinzgemahl der Königin der Niederlande erblicken. Daß di« sportlichen Kämpfe in so großer Höhe stattfinden, ist nicht unwesentlich: das ist für die Atmung sehr günstig, doch arbeitet in dieser Höhe das Herz ziemlich mühsam, und daran haben sich die fremden Mannschaften durch vorhergehendes Training in St. Moritz erst zu gewöhnen versucht. Zum erstenmal ist übrigens eine sportärztliche Llntersuchungsstation mit der Olympiade verbunden, die mit allen modernen Forschungsmitteln die Körperfunktionen der Sportsleute, namentlich die Herztätigkeit bei den Skiwettläufern studieren wird; auch davon darf man sich außerordentlich bemerkenswerte, wissenschaftlich wertvolle Ergebnisse versprechen. Eine ganz besondere Leistung in physiologischer und allaemein sportlicher Hinsicht verlangt der Milltär- patrouillenlauf auf Skiern, an dem sich, neben _ den Militärmannschaften aus acht anderen Ländern, auch ein« Reichswehrpatrouille beteiligt. Es muß bei dem schätzungsweise dreistündigen Lauf ein Höhenunterschied von etwa 1000 Meter in feldmarschmäßiger Ausrüstung überwunden werden. Sehr (Landstreicher) gehörte. Die blauen, fiug blitzen- Augen unter hochgewölbter Stirn waren ein beredtes Zeichen dafür, daß auch hier ein Leben Schiffbruch gelitten hatte. Der Ankömmling war der „Bürgermeister von Santos". „Hallo — Bürgermeister", rief mein Gegenüber, „komm' mal her und setz’ dich an den Aristokratentisch. Es gilt, einen honorigen „Gringo" zu begrüßen und bei der Gelegenheit die Weinvorräte von Santos zu vermindern." Der „Bürgermeister" tat sehr vornehm und reichte mir zum Gruß die Fingerspitzen. Meinem Wein gegenüber verhielt er sich allerdings weit weniger ablehnend, er trank das üble Zeug mit einem Durst, der eben nur einen Atorranten in Brasilien bei 42 Grad im Schatten quälen kann. „Hab da gesehen", begann er nach einer Minute des Schweigens, „daß in der Stadt wieder verschiedenes passiert ist, was mit meinen Intentionen .. „Tu' uns schon den Gefallen", unterbrach ihn der „Leutnant", „und verschone uns wenigstens heute mit Deinen kommunalen Angelegenheiten. - Darf ich Dir ’ne halbe Havanna aus meiner Liebhabersammlung anbieten?" Er griff in die rechte Rocktasche, doch der „Bürgermeister" winkte mürrisch ab. Er rauche heute nicht, und er fei überhaupt wütend. Weshalb er wütend war, sagte er nicht. Ich konnte es auch nicht mehr in Erfahrung bringen, denn die beiden brachen nach kurzer Zeit auf, um — wie sich der „Leutnant" ausdrückte — noch einen „nahrhaften Spaziergang" zu machen. Etwas später sah ich sie auf einer Bank am Quai sitzen, wo sie in Zeitungspapier gewickelte Bratkartoffeln mit Rindfleisch verzehrten. die sie von einem der Schiffsköche bekommen hatten. Der Wirt hatte, als ich sein Lokal ver- lassen wollte, um den beiden zu folgen, mein Interesse an ihnen bemerkt und mir einige Aufklärungen gegeben. Der „Leutnant von Brasil" war ein früherer österreichischer Offizier, der wegen lumpiger zweihundert Kronen Spielschulden, die er zum festgesetzten Termin nicht bezahlen konnte, vor mehr als fünfzehn Jahren Oesterreich verlassen hatte. Er trieb sich zunächst als Abenteurer in den Ländern Südamerikas umher, arbeitete in den Kaffee- Plantagen Brasiliens, in den Baumwollpflanzungen des argentinischen Chaco, weidete Schafe in Patagonien, galoppierte als Gaucho durch o^«.^ouipa und landete schließlich, schon ermüdet und haltlos, vor einigen Jahren in SantoS, wo er schnell dem Abgrund zutrieb. Seine Wider- standskrast war durch den mißglückten Versuch, sich in der neuen Welt eine Existenz zu gründen, durch die Sehnsucht nach der Heimat und durch den Alkohol zusammengebrochen. In Santos tat er den feierlichen Schwur, in Amerika niemals wieder zu arbeiten, weil das erstens zwecklos und zweitens nicht standesgemäß fei. In Atorran- tenfreifen, wo man seinen früheren Beruf kannte, nannte^ man ihn den „Leutnant von Brasil", hauptsächlich wohl deshalb, weil er auch heute noch die Allüren zeigte, die er aus seinem damaligen Milieu mitgebracht hatte. Der „Bürgermeister von Santos" war früher Ingenieur gewesen. Er hatte in verschiedenen Ländern Südamerikas, hauptsächlich in Chile und Peru, am Bahn- und Brückenbau gearbeitet und sehr viel Geld verdient. Bei einem Streit mit einem Eingeborenen erhielt er von diesem einen Keulenschlag, der die rechte Schläfe traf. Seit jener Zeit ließ seine Arbeitskraft nach. Es traten Gedächtnisschwäche, Wahnvorstellungen und andere geistige Störungen auf. Monatelang hielt er sich in verschiedenen Sanatorien auf, bis seine Ersparnisse verbraucht waren. Sein Zustand hatte sich etwas gebessert, aber nun lag er auf der Landstraße, denn an Arbeiten war ja zunächst noch nicht zu denken. Er ist auch nicht mehr dazu gekommen. Auf seiner Wanderschaft durch Brasilien traf er in Santos mit dem „Leutnant von Brasil" zusammen, und da ihm die Stadt sehr gefiel, beschloß er, za bleiben. Da er stets stolzen und aufrechten Ganges durch die Straßen fchritt, das eingefallene, von schwarzem Bart umrahmte Gesicht mit kritisch musterndem Auge den Menschen und Dingen zugewandt, nannte man ihn den „Bürgermeister von Santos", und es dauerte nicht lange, so hielt er sich tatsächlich auch selber für das Stadtoberhaupt. Ich bin häufig auf meinen Reisen durch südliche Länder solchen Gestalten begegnet. Sie gleichen entwurzelten Bäumen, die schon zu lange auf dürrem steinichten Boden lagen, um in frischem Erdreich noch einmal zu erblühen. Man kann üjnen nicht helfen. Denn d-as. was noch von ihnen lebt, ist nur ein wertloses Klischee deS früheren Menschen, fast ohne Ähnlichkeit mit jenem Bilde, das einst an erhabener Stelle, im Elternhause oder im Herzen der Geliebten thronte. Sie stehen abseits vom Leben, weil sie sich selber längst gestorben sind. gute Aussichten haben bei diesem Wettbewerb auch Norwegen und die Schweiz. Deutschland, das zum ersten Male auf einer Winterolhmpiade vertreten ist, beteiligt sich an elf von den zwölf ausgeschriebenen Wettbewerben. E i s s ch n « l l - und -Kunstlauf, Skilauf und Skisprung, Eishockey, Bvbrennen find die wichttgen Konkurrenzen; aber auch an dem halsbrecherisch^ Skeletonrennen, bei dem der Fahrer auf einem kleinen Schlitten, auf dem Bauche liegend, den jähen Cresta Run hinunterrast — ein Sport' den früher nur die waghalsigsten Engländer pflegten — nehmen heut« schon acht Nationen teil. Es ist der einzige Wettbewerb, den Deutschland nicht bestreitet. Im Skijöring, in dem kein Wettkampf stattfindet, zeigen sich nur die Mannschaften Italiens und der Schweiz. Die olympischen Meisterschaflen sind nicht mit Geldpreisen verbunden. Das Arnateurprin- ziv wird streng gehütet; doch ist es den nationalen Sportverbänden gestattet, chren Vertretern die Auslagen und den Erwerbsausfall zu erstatten, was für den Großteil -der Wettkämpfer unerläßlich sein wird, da viele trotz der Erleichterungen, die man ihnen gewährt, die kostspielige Reise, den TrainingSausenthalt und andere unentbehrliche Dinge aus eigenen Mitteln nicht erschwingen könnten. So sind di« Olympiaden heute durchaus fein Vorrecht reicher Sportsleute, sondern eine Volksangelegenheit im webe en Sinne. Fünf Lander, nämlich Deutschland, Lesterreich, die Vereinigten Staaten, Frankreich unu die Schweiz, haben wohl di« größten Anstrengungen gemacht, bei dem internationalen Steifen stark vertreten zu sein, indem sie Mannschaften für elf von den zwölf Wettbewerben aufgestellt haben. Die Engländer, die sich in allen Zweigen des Eissports hervorragend betätigen, auf dem Schnee aber nur das Bob- unö das Skeletonrennen bestreiten, fehlen ganz beim Skisport. Auf diesem Gebiet konzentriert sich dagegen die allgemeine Aufmerksamkeit auf Norwegen; die norwegisch« Mannschaft hat schon bei ihrem Training und bei einer Skikonttrrrenz in Klosters, bei der acht Norweger am Start erschienen, davon überzeugt, daß die Skandinavier in ihrem Nationalsport Hervorragendes leisten. Haben sie doch beim Sprunglauf alle acht Plätze vor den schweizerischen Mitbewerbern belegt, trotzdem diese zum Teil sehr gute Kämpser waren. Oberheffen. Landkreis Gießen. I Lang-Göns, 9. gebt. Am 2 8. Februar soll hier eine Dorfkirchenvorstehertagung stattfinden. Nach einem Gottesdienst am Vormittag wird eine größere Versammlung in der Turnhalle abgehalten. Als Thema des Verhandlungstages ist „Die Fa- miliennot auf dem Lande" gewählt worden. -i- Lang-Göns. 9. Febr. Der Landwirt Karl Bopf II. verkaufte an den Zigeleibesitzer Fischer, dahier, ein Grundstück von 400 qm zum Preise von 14 000 Luarf. e. Mainzlar, 9. Febr. Dieser Tage veranstaltete der hiesige Gesangverein in dem Saalbau der Wirtschaft Müller einen Konzertabend, der zahlreichen Besuch aufwieS. Das Programm war sehr reichhaltig. Reben einer Anzahl ausgewählter Chöre wurden passende Musikstücke t>o-rgetragen. Di« Darbietungen der Sänger bezeugten, daß der Verein sich auf einer beachtenswerten Höhe befindet. Sie fanden bei den Zuhörern reichen Beifall. Ein« mit der Veranstaltung verbundene Verlosung zugunsten der DereinSkasse, und von einigen von Karl Kern gesungenen Couplets hielten die Anwesenden noch lange beisammen. ^Mainzlar, 8. Febr. Gestern feierte der hiesige Frauenverein im Saale der Koch- schen Wirtschaft sein diesjähriges Kränzchen. Die Mitglieder des Vereins beteiligten sich hierbei fast vollzählig. Von den benachbarten Frauen- üeteinen waren die Vorstände bzw. einige Mitglieder der Einladung gefolgt. Bei einer Verlosung von kleinen Hausha tungsgegenständen verstrich die Zeit sehr schnell. In dem von eini- Bei Cörbelih... Friedrich der Große hält nach dem zweiten schlesischen Krieg die Manöver seiner Truppen in der Nähe von Magdeburg ab, und zwar auf der zwischen den Dörfern Cörbelih und Pitz- puhl gelegenen Trappenheide, wo damals noch viele Trappen lebten, merkwürdige, große, jetzt in Deutschland fast ausgestorbene Laufvögel. Am Abend nach der Hebung reitet der König im Biwak langsam an den Wachtfeuern vorüber, an denen die Leute ruhen. Wer ihn erkennt, springt auf, viele schlafen, andere spielen. An einem Feuer hort er singen: „(Bei Cvrbelitz, bei Cörbelih, Bei Cörbelih auf der Heide, Da zog der große Friederich Den Säbel aus der Scheide. Da ritten die Husaren, Da schritt die 2nfant'rie In glänzender Parade; Sein Geist regierte sie. Bei Cörbelih, bei Cörbelih Wohl auf der blachen Heide, Da steckt' der große Friederich Den Säbel in die Scheide." „Wer hat das Lied gemacht?" „Ich, Majestät!" meldet sich ein Husar. »Wie heißt er?“ „Moltrecht, Majestät." „Warum hat er nicht mitgefungen?“ Des Königs scharfes Auge hat das sofort gesehen. „Ich dachte an meine kranke Mutter." „Wo ist sie?" „Richt weit von hier, in Cörbelih." „Warum geht er nicht hin?" „Mein Korporal will nicht, daß ich den Rittmeister frage.“ „Nehme er schleunigst sein Pferd und reite hin. Qftorgen meldet er sich bei mir.“ Darauf reitet der König auf den Pihpuhler Herrensitz zu, in dem er übernachtet, vorbei an der riesigen, am Eingang des Parkes stehenden Steingestalt des Herkules mit den Aepfeln der Hesperiden, der gewöhnlich für Adam gehalten wird. Als sich Moltrecht am nächsten Tage meldet fragt Friedrich: „Hat sich die Mutter gefreut?* „Jawohl, Majestät, aber in der Nacht habe ich ihr die Augen zugedrückt." Der König reicht ihm ernst die Hand. „Hat er sonst noch jemand in dem Ort?“ „Nur entfernte Verwandte, Majestät" „Nach dem Manöver gehe er heute hin und soroe für das Begräbnis. Hier hat er einen Friedrlchsdvr.“ „Majestät.. .** »Nein, Dank liebe ich nicht. Kehrt, marsch." H.O« ge* Mitgliedern schön ans geschmückten Saale mundeten der gute Bohnenkaffee und daS Gebäck in vorgerückter Stunde ganz vorzüglich. v. Londorf, 9. Febr. Bei der Submission für die Kanalisierung der Mittelstraße, Freigasse und eines Teils der Kirchftrahe erhielt Bauunternehmer Koch (Hungen), der die niedrigste Offerte mit etwa 9000 Mark hatte, den Zuschlag. Die Gemeinde beabsichtigt, das ganze Dorf in den nächsten Jahren au kanalisieren. e. Rüddingshausen.9. Febr. Hier wurle dieser Tage von den Holzmachern die „Braut", ein weithin bekannter Baum, gesollt. Die Buche stand in dem Walde zwischen Rüd- dingshausen und Deckenbach und ist Eigentum der Freiherren von Rabenau. Das alter wird auf 300 Jahre geschäht. Die Höhe des Stammes bis zu den ersten Resten beträgt 18 Meter, der Stammdurchmesser am Boden 1,20 Meter. Der Stamm allein hat also einen Kubikinbalt von 20 Festmeter. Die unteren Reste haben die Stärke von normalen Waldbäumen. Zur Riederlegung des Riesen hatte man unter Zuhilfenahme von zwei Drückmaschinen einen halben Tag Arbeit. Unweit der „Braut" stand früher eine andere Buche von etwa denselben Dimensionen, der „Bräutigam". Er muhte schon vor Jahren gefällt werden: die beiden Bäume waren mit den hohen, geraden Stämmen schutzlos den Unbilden der Witterung ausgesetzt und waren dadurch im Laufe der Zeit morsch geworden. 9 Grünberg, 9. Febr. Die jüngste G e - meinderatssihung unter dem Borsitz von Bürgermeister Jockel brachte u. a. folgendes: Der Obstbaukommission wird aufgegeben, darüber zu beraten, welche Umpfropfung von Bäumen für die Gemeinde erfolgen soll. Zu einer diesbezüglichen Sitzung sollen die beiden Flurschühen sowie der Obst- und Gartenbauverein in Grünberg zugezogen werden. Die beiden Sportvereine waren um Hebet« lassung eines Uebungsplahes eingekommen. Es wird beschlossen, dem „Freien Sportverein" und dem „Fußballklub 1 9 2 6" eine Wiese in „der Taufe" pachtweise zu überlassen. Die Ueberlassung erfolgt für das Jahr 1923 kostenlos unter der Bedingung, dah die genannten Vereine sich über die Benutzung der Wie.e als Sportplatz verständigen. Für die Erhebung einer Kanalbenuhungs- gebühr in der Gemeinde Grünberg wird beschlossen, die vom Kreisamt Gießen vorgeschlagene Ortsiahung anzunehmen. Eine vom Kreisamt Gießen vorgeschlagene Polizeiverordnung für die Entwässerung von Grundstücken wird angenommen. Der Ce- meinderat beschließt, dah die Haus- bzw. Grundbesitzer in der Gallusstrahe den vor ihren Grundstücken nicht geplätteten Teil der Bürgersteige bis zum 1. April mit Platten zu versehen haben. Der Gemeinderat erteilt der Bürgermeisterei die Ermächtigung, die seither von Schäfer Schmitt gepachtete S ch a f w e i d e anderweitig zu verpachten. Der Pachtpreis soll nicht unter 1000 Mark pro Jahr betragen. Eine Eingabe des Hochbauamtes Gießen um Zustimmung, die Abwässer und Abortanlagen direkt mit dem Kanal der Theo-Koch-Stratze zu verbinden, wird vom Gemeinderat obgelehnt, da hier kein Klärbecken vorhanden ist und der Ausgang des Kanals an einem öffentlichen Wege liegt. : Grünberg, 9. Febr. Die Lvndorfer Straße ist jetzt zu beiden Seiten der ober- hessischen Bahn zwecks Vornahme der Kanalisation aufgebrochen. Der Bahnübergang ist für Fahrzeuge gesperrt. Der Verkehr von Londorf her wird nördlich des Bahnhofs durch den alten Stangenröder Weg nach der Stadt geleitet. K eis Friedberg. • Friedberg, 9. Febr. Es sei hier noch einmal auf den am Dienstag, 21. Februar (Fastnacht-Dienstag), hier stattfindenden Frühjahrspferdemarkt hingcwiesen. Mit dem Markt wird eine Pferdeprömiierung und eine Lotterie verbunden werden. Zur Prämiierung sind nennenswerte Preise bereitgestellt. 4 Dad-Rauheim. 9. Febr. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung endgültig, die Hindenburgspende als eine dauernde Einrichtung zu betrachten. Es wird ein Kapital von 5000 Mark au dem Zweck angelegt. Die Zinsen daraus werden jährlich zu Weihnachten dem Wohlfahrtsamt zur Verteilung an Kriegsbeschädigte und Krieger- Es zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher. 40. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Sie verlassen Straßburg, Schwester Wendula?" „Ja. Gezwungen! Gestern abend traf uns der Befehl der französischen Behörde: das hier noch zurückgebliebene deutsche Personal des Lazaretts habe morgen früh die Stadt zu verlassen. Unsere deutschen Verwundeten müssen wir jetzt französischen Aerzten und Pflegern überlassen. Entsetzlich! Wie wird man sie da behandeln! Ich bin wie vor den Kopf aeschlagen! Aber unser Stabsarzt sagte uns, es gäbe nichts, als sich beugen!"- Die Sonne begann, sich hindurchzukämpfen. Die grauweißen Nebel hoben sich allmählich von der Rheinebenc. Der erste zarte, gleichsam sich heroar- tastcnde Sonnenstrahl traf gerade durch eines der Entreefenster Scywester Wendula. Ihr hellblondes Haar leuchtete in seiner Fülle unter dem kleinen schwarzen Samtbarett goldig auf. Sie trug ihren schwarzen Schwestermnantel aus Loden, dessen Abzeichen des Roten Kreuzes heute jedoch fehlten. Zum erstenmal umfing sein Blick sie heute als Frau. „Das gleidje Schicksal Hal auch uns gestern abend hier betroffen, Schwester Wendula! Auch wir find ausgewiesen ..." Drinnen aus den anderen Zimmern klang hartes Hämmern und Klopfen. Zum Glück hatte man noch zwei Tischler deutscher Herkunft entdeckt, die Kisten lieferten und zunagelten. Die einheimischen Handwerker verweigerten den Deutschen hämisch jeden Dienst: im Gegenteil, sie freuten sich, wenn nun immer mehr von „diesen Preußen, den steifen Kerlen", ihr Bündel packen und über den Rhein abziehen mußten! , „Unser Empfangszimmer, unser Wohnzimmer sind schon voll ÜngemüUichkeiten des Aufbruchs. Dorf ich Sie deswegen in mein Arbeitszimmer führen, Schwester Wendula?" Als er an ihr vorüberging, um ihr die Zimmer- tür zu öffnen, meinte er: „Es trifit sich gut. Mein ßremid Raymond ist gerade bei mir. Sie können mm auch ihm persönlich Lebewohl sagen!" hinterblteb«« flbertoiefen. Fktr vte verflossene Weihnacht erfolgt nachträglich die Verteilung von 600 Mark. Beschlossen wurde die R e u v e r - Pachtung der Jagd, die in vier Bezirke eingekeilt ist, von denen aber nur drei seitens der Stadt öffentlich auf zwölf Jahre verpachtet werden. Den 4. Bezirk, in dem der Staat größter Grundbesitzer ist, will man unter gewissen Bedingungen ganz dem Staate überlassen, der die Jagd durch das zuständige Fvrstamt nur als Regiejagd betreiben will. Vom Standpunkt des Raturfrcundes ist diese Regelung zu begrüßen, schafft sie doch den Wildschonbezirk im Frauenwald und in den Reuanlagen, der im Interesse der naturliebenden Kurgäste und Spaziergänger eine Rotwendigkeit für unser Bad ist. Das P o l i z e i a m t hat den Entwurf einer Straßenverkehrsordnung für das Stadtgebiet Dad-Rauheim voroelegt. Fußgängerverkehr, das System der Einbahnstraßen, Sperrung gewisser Straßen für Motorräder usw. finden eingehende Behandlung. Die Verkehrsordnung ist im allgemeinen im Interesse des Heilbades zu begrüßen. Zu einigen Punkten nehmen die Stadtverordneten ablehnende Haltung ein. Entsprechende Abänderungswünsche werden beim Polizeiamt in Vorschlag gebracht. Das Polizeiamt hat ferner den Entwurf einer umfangreichen Straßenpolizei-Verordnung vorgelegt, worüber in besonderer Sitzung in den nächsten Tagen verhandelt werden soll. WER. P o h l g ö n s, 9. Febr. Bei Renovierungsarbeiten in der hiesigen Kirche wurde unter der Kanzel das mit einer wappengeschmückten Steinplatte verdeckte Grab eines Ritters von Göns ausgefunden, der gegen die Türken gekämpft, reiche Deute mit nach Hause gebracht und die Mittel zur Erbauung der Kirche von Pohlgöns gestiftet hatte. Das hessische Hochbauamt in Friedberg hat das Grab geöffnet und untersucht. Kreis Schotten. Gedern, 9. Febr. Am 15. d. M. kann Alt- bürgermeisterNispelin geistiger Frische und körperlichem Wohlbefinden, das nur durch starke Schwerhörigkeit etwas beeinträchtigt wird, seinen 8 0. Geburtstag feiern. Der Hochbetagte stand jahrzehntelang an der Spitze der hiesigen Gemeindeverwaltung. Pflichttreue, Dienftfreudigkeit und strenge Rechtlichkeit kennzeichneten seine Amtstätigkeit, so daß er das Vertrauen der ganzen Gemeinde genoß. Trotz zunehmender Schwerhörigkeit, die ihm seine Amtsgeschäfte erschwerte, waltete er während der Kriegsjahre seines schwierigen Amtes, um dann in den wohlverdienten Ruhestand zu treten. Nicht nur seine Verdienste um die Gemeinde, sondern auch sein bescheidenes, leutseliges Wesen sichern dem Jubilar anläßlich seines 80. Geburtstages ein freundliches Gedenken und herzliche Wünsche für einen heiteren Lebensabend. X Gedern. 9. Febr. Dei der dieser Tage hier abgehaltenen Holzversteigerung der Fürstlich Stolberg-Werni gerodischen Revierverwaltung kam der Raummeter Duchenscheit 1. Klasse auf 14 bis 15 Mk., 2. Klasse auf 11 bis 12 Mk.. Reiser auf 1 bis 2 Mk. Eichelsdorf, 8. Febr. Die Masern, die in den Wochen vor Weihnachten verschiedene benachbarte Orte heimsuchten, treten jetzt auch hier ziemlich stark auf. Vielfach ist noch Keuchhusten damit verbunden. Einartshausen, 8. Febr. Als eine der letzten Gemeinden des Kreises, die noch keine Wasserleitung besitzen, hat sich jetzt unsere Gemeinde enfichlosfen, den Dau der Wasserleitung ausführen zu lassen. Eine hochgelegene Quelle steht nicht zur Verfügung, so dah ein Pumpwerk notwendig wird. Die Arbeiten werden von der Firma Ritzel (Breungeshain) ausgeführt und sofort nach Beendigung der Holzhauerarbeiten begonnen. Man rechnet mit größeren Sprengungsarbeiten. I Ober-Lais, 9. Febr. Gestern vormittag weilte hier eine Kommission der Forstbehörde, welche die für die Erbauung des neuen Forst Hauses in Vorschlag gebrach!en Plätze besichtigte. Der Kommission gehörten die beiden Ministerialräte Guntrum und Paul, Forstrat Lipp für das Forstamt Ridda, Daurat R o d n a g e l und Oberbausekretär Fink für das Hochbauamt Büdingen, und der hiesige Bürgermeister Schauer mann art Eine endgültige Entscheidung wurde nicht getroffen, da an beiden Plätzen gewisse Schwierigkeiten zu überwinden sein werden. Gerade an dem an sich besonders Raymond, an den Schreibtisch des Freundes gelehnt, sah dem unerwarteten Besuche mit Erstaunen entgegen und erkannte auch seinerseits erst nach Sekunden in der jungen Dame seine treue Pflegerin aus dem französischen Lazarett. Er fing die letzten Warte van Dietwart auf. „Lebewohl sagen? Schwester Wendula, gehen Sie jetzt nach Deutschland zurück?" Dietwart teilte auch ihm den Sachverhalt mit. Raymand biß die Zähne zusammen. Er ballte plötzlich seine Hände zu Fäusten und preßte sie vor die Augen. Unter einem solchen Regime, in einer solchen Atmosphäre sollte er künftig weiter leben? Sollte die ganzen Verhältnisse hier als seine Heimat betrachten? Dann erzählte Dietwart auch von seinem Schicksal. Er las aus den Augen Schwester Wendulas ein steigendes Entsetzen. Sie selbst trauerte über diese jäh erzwungene Ausweisung, weil sie ihre Pfleglinge zurücklassen, sie in schier hilflosem Zustande den Händen des feindlichen Lazarettpersonals übergeben mußte, van dem man nach den bisherigen Erfahrungen nicht viel Gutes für die Kameraden erwarten durfte. An diese Stadt band sie kein persönliches Band. Si« zog jetzt in ihre Heimat hinüber. Für Dietwart van Schützer bedeutete es grausame Entwurzelung, ein frecher Eingriff in persönliche Rechte. Eine Beraubung. „Gott, wenn ich Ihnen dach helfen könnte, Herr von Schölzer," entfuhr es ihr impulsiv, „und wenn es nichts wäre, als Ihnen und Ihrer Frau Mutter beim Packen zu helfen. Sie müssen ja alles hier zurücklassen. Denn in den vierzig Kilo Gepäck, die Ihnen mitzunehmen erlaubt sind, bringen Sie ja nur Gegenstände des aUemötigften Bedarfes mit!" Aus dem Nebenzimmer drang das Hämmern und Klopfen, die Unruhe eines eiligen Aufbruches in aller Schcmerlichkeit und Ruhelosigkeit zu ihnen herein. Dietwart reichte ihr unwillkürlich die Hand. Das waren andere Worte, das war eine andere Haltung, als Melusine ihm geoffenbart hatte! Schwester Wendula sah ihm forschend ins Gesicht: „Es fit mir keine Redensart, Herr van Schölzer, wenn ich Ihnen meine Hilfe anbiete! Wir find im Lazarett bereits gestern abend alle abgeloft worden. Das französische Personal mitsamt dem französischen Arzte ist gestern abend angetreten. Uns geeigneten Platze am OrtSauSgang nach Mvba macht die Wasserversorgung Schwierigkeiten, die wohl nur durch Reufasfung einer Quelle und Einrichtung eines elektrischen Pumpwerkes überwunden werden können. Kreis Alsfeld. te* Alsfeld, 9. Febr. In einer am Mittwoch stattgehabten außerordentlichen Sitzung des Stadtvorstandes beschäf- tigte man sich wiederum mit der Errichtung des neuen Postgebäudes. Es wurde beschlossen, daß die Bürgermeisterei zur Aufklärung der Bürgerschaft eine Darstellung des Projektes bezüglich des Postneubaues in der OrtSzeitung geben soll. Ferner soll zur Information der Wahlberechtigten für die auf nächsten Sonntag anberaumte Volksabstimmung am Freitagabend eine öffentliche Versammlung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters stattfinden. Es handelt sich bei dieser, die hiesigen Gemüter gegenwärtig stark beschäfttgenden Angelegenheit um die Frage, welcher von den beiden in Frage kommenden Bauplätze gewählt werden soll. Der vorliegende Antrag, das „Hotel Krone" zu erwerben, niederzulegen und dort das neue Postgebäude zu erstellen, würde die Stadt etwa 50000 Mk. kosten, wogegen die Stadt bei dem Bauplatz in der Alicestraße, welcher der Stadt gefrört, keine weiteren Aufwendungen zu machen hätte; freilich wäre hier die Stellung und Lage des neuen Gebäudes für das Stadtbild wenig günstig, während hingegen die Errichtung des Gebäudes aus dem Ludwigsplatz auf der Stelle, wo gegenwärtig das „Hotel Krone" steht, für das Stadtbild eine schöne Lösung bedeuten würde. Kreis Lauterbach. WSR. Lauterbach, 9. Febr. Als der Güterzug am Dienstagabend in den Bahnhof Rixfeld einfuhr, bemerkte das Begleitpersonal, dah aus dem oberen Stockwerk der Bahnhofswirtschaft Flammen schlugen. Zum T.ock- nen aufgehängte Wäsche hatte Feuer gefangen, das bereits auf das Bett Übergriff. Den vereinten Bemühungen des Zug- und Dahn- hofspersonals gelang es, den Brand zu löschen. Im gleichen Zimmer hatte ein Kind geschlafen, dem so durch die Eisenbahner das Leben gerettet wurde. P. Schlitz, 9. Febr. Gin von 300 bis 400 Personen besuchter Familienabend des hiesigen Kirchenchors nahm einen sehr schönen Verlauf. Die Feier wurde eröffnet mit der kraftvollen, zur Andacht stimmenden „Großen Doxologie", worauf ein Hornquartett ein Musikstück meisterhaft vortrug. Der Kirchenchor folgte darauf mit Gesang des Liedes: „Der Frühling naht mit Brausen". In der inneren Erfassung und äußeren Darbietung bot hier der Chor ein Meisterstück musikalischen Könnens. Dann leitete schließlich das Hornquartett zu einem reizenden Singspiel „Schuberts erste Liebe" über, das in die Biedermeierzeit versetzte, von drei Damen und sechs Herren glänzend gespielt wurde. In dem Stück war eine lustige Liebesgeschichte von Schubertliedern wundervoll umrahmt. Am Schluß des Singspiels wurden die mitspielenden jungen Damen vom Vorsitzenden des Chors mit herrlichen Blumensträußen bedacht. Starkenburg. * Darmstadt, 9. Febr. In einem 6a f 6 in der Waldstrahe wurde eine Anzahl Karten - s p i e l e r beim Glücksspiel betroffen. Das auf dem Spieltische liegende Geld und das benutzte Kartenspiel wurden beschlagnahmt. Die beteiligten Spieler wurden auf dem Polizeiamt vernommen und dann wieder entlassen. WSN. D a r m ft a b t, 9. Febr. Das im Jahre 1925 gegründete st ä d t i s ch e O r ch e st e r ist heute auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung aufgelöst worden, da es in den vergangenen Jahren mit starken Defiziten arbeitete. Die Kündigungen des Dirigenten des Orchesters und feiner Mitglieder werden aufrechterhalten. Dagegen soll ein neuesOrchester organisiert werden, das in losem Zusammenhang zur Stadt steht und den Namen Darmstädter Orchester führt. Die Stadt wird zu diesem zu bildenden Orchester einen Zuschuß von 10000 Mark jährlich leisten. Als Gegenleistung hat das Orchester zweiwöchentlich Platzkonzerte und etwa fünf Konzerte auf Wunsch der Stadt kostenfrei ausführen. uw» ■ i ■■in iii anderen brennt jetzt tatsächlich der Boden hier unter den Füßen. Unser bißchen Habe liegt in Bündelchen in einer Kammer im Lazarett. Jeder von uns ist in die Stadt gegangen, um Abschiedsbesuck)e zu machen ober um noch einmal durch die lieben alten Straßen der teuren Stadt zu gehen, die wir nun verloren haben. Sprechen Sie mit Ihrer Frau Mutter! Lassen Sie mich mithelfen! Sie wissen, in was für Situationen wir draußen im Felde haben arbeiten muffen. Mir ist keine Arbeit zu schwer oder zu anstrengend —." „Sprich doch mit deiner Mutter, Dietwart!" ermunterte Raymond den Freund, „es können nicht genug Frauenhände mit ihrer praktischen Art in solchen Stunden zum Helsen da sein!" „Schwester Wendula, wir sollten Sie in den letzten Stunden, die Sie hier in der Stadt verleben dürfen, für unsere allerpersönlichste Angelegenl)eit in Anspruch nehmen —?" fragte er, bereits an der Tür stehend, nochmals in hellem Zweifel zurück. Sie aber nickte ihm nur lächelnd zu und meinte: „Ja, fragen Sie nur! Wenn ich Ihnen hier noch mit-- helfen konnte, — es würde mir über den Trennungsschmerz um dieses verlorene Land etwas hin- weghelfen können!" Er schritt nach hinten, um die Mutter bei den Leinenoorräten .zu suchen. Wie würde chr der Wunsch von Schwester Wendula willkommen sein. Denn stand sie nicht ganz allein als Frau zwischen den Männerhänden, die mit emsiger Kraft packten und hämmerten, zunagelten, Kiste auj Kiste aufeinanderschichtend? Hatte nicht gerade |eine Mutter sich schon nach der helfenden Mitarbeit einer Tochter gesehnt, als der einzige Sohn ins Feld zog und ihr Haar bereits zu ergrauen begann? Es war seit mehr als vierundzwanzig Stunden das erste Gefühl der Freude, der Wärme, wie er nun an Schwester Wendulas Wunsch dachte. * Gerade als er durch den Vorplatz schritt, schlug die Entreeglocke an. Er öffnete selbst. Einen fremden Herrn in kurzem Gehpelz sah er vor sich. Seine breite, kräftige Gestalt stand im Rahmen des jetzt hereindringenden fahlen Sonnenscheins. „Herr Wenger!" rief er nach kurzem Forschen in den Gesichtszügen, die gegen das Licht lagen. „Wie schön, daß ich Sie zu Hause antreffe, Herr von Schölzer," Wenger mar auf die einladende Preußen. Kreis Wetzlar. )•( Hochelheim, 9. Febr. Dieser Tage veranstaltete der hiesige Kriegerverein einen Lichtbilbervortrag. Als Redner hatte er Major a. D. ßinöcnau aus Gießen gewonnen, der sprach über ..Meine Kämpfe in den Karpathen 1914 15" und „Der Weltttieg in Bildern". Die Ausführungen. für die der Vortragende von den ungefähr 300 Zuhörern reichen Beifall erntete, wurden durch etwa hundert Bilder näher erläutert. Kreis Biedenkopf. cP Riederweidbach, 9. Febr. Die hiesige Rutz- und Brennfrolzversteigerung ergab folgende Durchschnittspreise: Fichtenstämme la- bis 3v°Klasse 29,95 Mk., Kiefernstämme la» bis 2a°Klasse 21,05 Mk.. Eichenstämm^ 1. Klasse 21 Mk., 2. Klasse 25 Mk., Eichenstangen 1. Klasse 11,30 Mk. pro Festmeter. Eichennutzscheit, 1,20 L., 2. Klasse 11,30 Mk., Eichennuhlnüppel, 2,00 L., pro Raummeter 8 Mk. Brennholz: 2 Raummeter Vuchenscheit 26,50 Mk., 2 Raummeter Buchen- knüppel 20 Mk., 2 Raummeter Eichenscheit 17,50 Mark, 2 Raummeter Eichenknüppel 13 Mk., 3 Raummeter Duchenreiser 5 Ms. 3 Raummeter Eichenreiser 1 Mk. Kreis M »rburg. |[ Marburg, 9. Febr. Wie mitgeteilt wirb, hat bic Stabt Marburg auch jetzt roieber Gelegenheit genommen, zum Verkauf stehendes G e I ä n b c am sog. „Hirschfeld", am „Drtenberg", im „Afföller" und am „Weinberg" zu erwerben. Maingan Lpd. Frankfurt a. M., 9. Febr. Im Alter von 78 Jahren ist hier Geh. Sanitätsrat Dr. Oskar Pinner gestorben. Pinner war einer bet bekanntesten Frankfurter Chirurgen. Wirtschaft. Oie Reichsbank Anfang Sebruor. Der Ausweis der Reichsbank vom 7. Februar zeigt einen Rückgang der gesamten Kapitalanlage in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 197,9 Mill, auf 2359,5 Mill. Mk. Im einzelnen haben ab- genommen die Bestände an Wechseln und Schecks um 129,3 Mill, auf 2243,6 Mill. Mk., die Lombardbestände um 68,5 Mill, auf 22,8 Mill. Mk. Die Anlage in Effekten blieb mit 93,1 Mill. Mk. nahezu unverändert. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 224,6 Mill. Mark In die Kassen der Bank zurückgeslossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 213,3 Mill, auf 4037,8 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 11,3 Mill, auf 614,5 Mill. Mk. verringert. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich dementsprechend auf 36,2 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 509,0 Mill. Mk. eine Zunahme um 11,2 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen insgesamt sind mit 2179,5 Mill. Mk. ausgewiesen, im einzelnen Gold mit 1886,6 Mill. Mk., deckungsfähige Devisen mit 292,9 Mill. Wk.. Die Vermehrung des Goldbestandes beruht auf der Uebernafrme eines Postens, der der Reichsbank angeboten worden war. Die Deckung derRoten durch Gold allein besserte sich von 43,9 Prozent in der Vorwoche auf 46,7 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 50,8 Prozent auf 54,0 Prozent. Oie Anlage der Reichsbahngelder. Das zwischen der Reichsbahn und der R e i ch s b a n k im Frühjahr vorigen Jahres getroffene Abkommen über bic Anlage eines Teils ber Reichsbahngelber war bekanntlich am 31. Dezember 1927 abgelaufen. Wie ber WTB.- Hanbelsbienst erfährt, ist jetzt eine neue Vereinbarung zwischen der Reichsbahn unb der Reichsbank zustanbe gekommen. Hiernach wirb eine namhafte Summe ber vorhanbenen Bestäube weiter von der Deutschen Verkehrskreditbank nach den bisherigen Grundsätzen verwaltet, die in ber Hauptsache eine Ausleihung an das Bankgewerbe vorsehen. Die weiteren verfügbaren Kassenbestänbe werben dein Konto der Deutschen Verkehrskrebitbank bei Handbewegung von Dietwart eingetreten, „ich bin heute expreß zur Stabt hereingekommen, um Sie unb Raymond zu mir herauszuholen. Wann könnten Sie beide zu mir auf mein Landhaus kommen? Am liebsten nähme ich Sie und Raymond gleich mit mir!" .Ich kann nicht mehr kommen, Herr Wenger!" Dietnxirt streckte dem jungen Elsässer beide Hände entgegen. War es nicht zum erstenmal seit diesen überschatteten Tagen, daß ein Elsässer, ein Sohn dieses Landes, sie nicht verleugnete, sie nicht als „Boches" mied, nein, ihnen vielmehr einen Freundschaftsdienst erweisen wollte? Auch Wenger wurde nun auss äußerste von ber Nachricht der Ausweisung betroffen. Er schüttelte den Kopf und sagte immer wieder: „Schändlich ist das! Aber wer die Franzosen kennt, wie ich sie kenne, der wundert sich nicht über ihre Arroganz und ihren fanatischen Haß." Sein Blick streifte rings die zugenagelten Kisten unb Kasten, die bereits zum Abtransport auf dem Vorplatz, teils an den offenen Türen nach den Rimmern standen. „Wenn Ihnen erlaubt ist, nur vierzig Kilo Gepäck jeder mitzunehmen, — wo lassen Sie Ihre ganze Wohnungseinrichtung, Herr von Schölzer?" „Bei einem Transporteur. Uns bleibt nichts anderes übrig. Ob ber Mann zuverlässig sein wird — I ob wir je später die Sachen herausbekommen wer- I den —?" Dietmar! zuckte die Achseln. „Es ist eine ganz große Gemeinheit!" platzte . Wenger wieder in seiner Urwüchsigkeit heraus. Auch ! er hatte gestern abend bei feinem Eintreffen hier in ber Stadt von den erften Ausweisungen gehört, j Hatte auch erfahren, wie roh unb schadenfroh sich ieilweise der elsässische Pöbel dabei draußen an der Rheinbrücke betragen hatte. Er schämte sich seiner Landsleute! Was in seinen Kräften stand, mußte er auttumachen suchen in diesen Tagen des Zwiespalts, des Hasses, der ungeheuren Ummäl^mgen. „In meinem Stadthause hier wäre noch genügend Platz, um Ihre Sachen unterzustellen, Herr von i Schölzer! Ich habe auf meinem Boden sehr große , und trotfene Räume, in die man Ihre ganze Einrichtung tragen lassen kann. Ich selbst würde das Überwacken und die Schlüssel zu diesen Räumen an mich n-eymen." (Fortsetzung folgt.) der Gotddiskontbank zugeführt, die sie ähnlich wie bei dem vorjährigen Abkommen im Einvernehmen mit der Deutschen Derkehrskreditbank anlegt, hinsichtlich der Verfügung der Gelder wird eine Aende- rung getroffen, daß die Eingänge der Stationskassen, die bisher auch an Reichsbankplätzen vorwiegend den Zahlstellen der Deutschen Verkehrskreditbank bei den Mitgliedern des Bankgewerbes zugeführt wurden, künftigdirektbei der Reichsbank auf das Konto der Deutschen Verkehrskreditbank eingezahlt werden, während die Gelder aus Frachtstundungen sowie die Stationskassengelder an nicht mit Reichsbankniederlassungen versehenen Plätzen nach wie vor an den Zahlstellen der Verkehrskreditbank zur Einzahlung gelangen. Diese Abänderung des Inkassos an Reichsbankplätzen soll vorläufig auf das Gebiet der früheren preußisch-hessischen Staatsbahnen beschränkt werden. preisvereinbarung der Kunstseide-Industrie. Zwischen den führenden Kunstseidefabriken Belgiens, Deutschlands, Italiens, Oesterreichs und der Tschechoslowakei fanden, wie der WLB.» Handelsdienst erfährt, in diesen Tagen in Wien Besprechungen statt, !ne zu einer vollen Verständigung führten. Die bereits durch einzelne Teilvereinbarungen fixierten Preise gelten nunmehr für alle beteiligten Firmen und wurden in gleicher Hohe als für die nächsten Monate gültig festgesetzt. 2m Interesse einer stabilen Preispolitik die jede Spekulation aus- zuschliehen bestrebt ist, wurde einstweilen davon abgesehen, die in der letzten Zeit vermehrten Ausgaben für Löhne und sonstige Ankosten durch Erhöhung der Preise auszugleichen. Wie der WTB.-Handelsdienst weiter hört, geht mit dieser Vereinbarung ein Beschluß der deutschen Kunstseidehersteller parallel, der im gleichen Sinne die Preise für die nächsten Monats in der bisherigen Höhe festseht. Damit ist also die von verschiedenen Seiten erwartete Steigerung der Preise vorläufig nicht Tatsache geworden. Zusammenschluß des deutschen Mehlhandels. In der Delegiertenoersammlung der Verbände und Vereine des deutschen Mehlhandels, die gestern in Berlin stattfand, wurde der seit längerer Zeit ge- Slante Zusammenschluß des deutschen tehlhandelszu einer einheitlichenSpi- zenorganisation einmütig beschlossen. Die Spitzenorganisation ist als besondere Fachgruppe des Deutschen Mehlgroßhandels dem Reichsbund des deutschen Handels mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Bedarfsstoffen E. V. angeschlossen. Den Beitritt haben bereits vollzogen die Organisationen Berlin, Schlesien, Thüringen, Freistaat Sachsen, Bayern, Südwestdeutschland, Rheinland Westfalen und Hamburg. * Wayß L Frentag, A.G., Frankfurt am Main. In den Börsenprospekt anläßlich der Einführung von nom. 4 000 000 Mk. junger Aktien an der Frankfurter Börse wird über die Geschäftslage ausgeführt, daß der vorliegende Auftragsbestand im In- und Auslande der Gesellschaft und ihrer Tochterfirmen ausreichende Beschäftigung über das laufende Geschäftsjahr hinaus sichert, so daß auch für das erhöhte Aktienkapital eine angemessene Verzinsung erhofft wird. * Schramm Lack- u. Farbenfabriken A. G., Offenbach a. M. Die ordentliche Generalversammlung genehmigte die Regularien. Somit kommt eine Dividende von 10 Proz. auf die Stammaktien und eine solche von 6 Proz. auf die Vorzugsaktien zur Verteilung. Die finanzielle und technische Lage des Unternehmens fei stark gefestigt, und man dürfe mit einer günstigen Weiterentwicklung rechnen. * Wo ermann-Linie A. - G., Hamburg. Die Betriebsergebnisse der Woermann-Lmie A.-G., Hamburg, im Geschäftsjahre 1927 stellten sich auf 2,90 (im Vorjahre 2,41) Millionen Mark, die sich ern-schließlich des Vortrages aus 1926 mit 31708 Mark auf 2,94 Mill. Mark (2,44) erhöhen. Rach Abzug der allgemeinen Unkosten von 1,2 Mill. Mark (1,1) verbleibt ein Ueberschuß von 1,73 Mill. Mark (1,34), woraus für Abschreibungen 1,15 Mill. Mk. (1,06) verwendet, 7 v.H. Dividende (6 v. H.) auf die Stammaktien, 5 v.H. Dividende aus die Vorzugsaktien verteilt und 8779 Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. Rach dem Bericht des Vorstandes hat sich das ausgehende Frachtgeschäft im Geschäftsjahre 1927 gebessert, das rückkehrende war im ganzen gut. Das Pasfagerefultat war aus- und eingehend verhältnismäßig gut. Die Derwal- timg Hot beschlossen, im Jahre 1928 den Passagierdienst wieder m größerem Umfange äuszunehmen. Deutsche Ost-Afrika-Linie Hamburg. Bei der Deutschen Ost-Afrika-Linic in Hamburg beliefen sich im Geschäftsjahr 1927 die Be- triebsergebmffr ernschjießlich des Vortrages von 30 138 Mark aus dem Vorjahre auf 2,55 Millionen Mark (im Vorjahr« 2,37 Mill. Mk.). Rach Abzug der allgemeinen Unkosten mit 0,95 Millionen Mark (1,14) verbleibt ein Ueberschuß von 1,60 Mill. Mk. (1,27), woraus für Abschreibungen 1,02 Mill. Mk. (0,99) verwendet und 7 v. H. (6 v. H.) Dividende auf die Stammaktien, 5 v. H. auf die Vorzugsaktien »erteilt und 8779 Mk. auf neue Rectmung vorgetragen werden sollen. Im Bericht für 1927 wird ausgeführt, daß das Geschäft mit Süd- und Ost-Afrika an Umfang zugenommen hat. * Rußlands Eisenbahnbestellungen in Amerika. Das offizielle Handelsbureau der Sowjetunion in den Vereinigten Staaten gibt bekannt, daß eine russische Eisenbahndelegation unter der Führung des Kommissars für Transportwesen in Amerika eingetroffen ist und die Handelsdelegation ermächtigt hat, Angebote, die Anfragestellern auf Wunsch für Schienen im Werte von einer Million Dollar sowie für weiteres Bahnmaterial der verschiedenen Art, bestimmt für die Turkestan— Sibirienbahn zugesandt werden, zu akzeptieren. Die Bestellungen sollen im März vergeben werden. * Gründung eines belgischen Koks- s y n d i k a t s. Die Gründung eines belgischen Koks- syndikats steht dicht bevor. Es ist beabsichtigt, sämtliche belgischen Kokereien in einer Gesellschaft zusammenzuschließen, die mit einem Kapital von 300 Millionen Franken ausgestattet sein soll. Der Hauptzweck des Zusammenschlusses soll sein, die Nebenprodukte der Kokereien zu billigeren Preisen als augenblicklich zu erzeugen. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers* Frankfurt a.M., 10. Febr. Tendenz: freundlich. — Die heutige Börse eröffnete in freundlicherer H.a ltung. Die Stimmung war allgemein etwas zuversichtlicher auf die nach bem heutigen Ausweis befriedigende Entlastung der Reichs bank in der ersten Februarwoche. Etwas anregend wirkte außerdem die deutsche Rekord-Roheisenerzeugung im Januar und die weiterhin gehegten Freigabe Hoffnungen. Eine Belebung des Geschäftes konnte jedoch nicht eintreten. Die Umsätze bewegten sich weiter in engsten Grenzen, da die Kulisse immer noch vollkommen auf sich angewiesen ist und der Orderseingang bei den Banken außerordentlich gering blieb. Das Gefä)äft beschränkte sich wieder auf einige Deckungskäufe, da in einigen Werten immer noch ein nicht unbeträchtliches Decouvert bestehen soll. Da verschiedentlich auch Abgaben vorgenvmmen wurden, war die Tendenz nicht einheitlich, überwiegend ergaben sich aber etwa einprozentige Kursbesserungen. Auf einigen Märkten machte sich etwas regere Nachfrage geltend, so konnten am Schifffahrtsmarkte Hapag um 1 v. H. und Nord- Lloyd um 2,13 v. H. anziehen. Don anderen Frei- gabewerten bestand für Scheideanstalt wieder größeres Interesse (plus 4 v.H.). Holzverkohlung lagen dagegen weiter im Angebot und 1,25 v. H. schwächer. Im Anschluß an das lebhafte Geschäft an der gestrigen Abendbörse blieben Daimler weiter gefragt und zogen 1,75 v. H. an, und zwar gingen die Käufe von Berlin aus, während am hiesiaen Markte Abgaben erfolgten. Kleyer schwächten sich dagegen 1,5 v. H. ab. E l e k t r o w e r t e blieben bei kleinen Umsätzen knapp behauptet. I. - G. - F a r b e n zogen geringfügig an. Deutsche und ausländische Renten lagen vernachlässigt und fast umsatzlos. Im weiteren Verlaufe erfuhr das Geschäft keine Belebung, zumal die drohende Regierungskrise stark zur Zurückhaltung mahnte. Am Geldmarkt hielt die Nachfrage nach Tagesgeld an, der Satz stellte sich auf 6,5 v.H. Im Devisenver- keyr notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,1934, gegen London 20,442. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,05, Madrid 28,65. London gegen Kabel 4,8740. Berliner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 10.Febr. Die sich schon im Vormittagsverkehr bemerkbar machende freundliche Stimmung hielt auch zum heutigen Börsenbeginn an. Das Geschäft war im großen und ganzen nicht erheblich, doch fanden in einerJ^-ihe von Werten Deckungen und vereinzelte kleine Käufe statt. Das Kursniveau wurde durchschnittlich um 1 o. H. erhöht. Der neue Reichsbank - ausweis wurde günstig beurteilt, die Hoffnungen auf eine Ermäßigung des Reichsbankdis- kontes haben sich wieder verstärkt. Die Wechsel- und Lombardbestände haben um 200 Millionen Reichsmark abgenommen, der Notenumlauf zeigt einen Rückgang um 250 Millionen Reichsmark. Der Geldmarkt hat sich weiter gebessert. Reportgeld war zu 7,5 bis 8 o. H. angeboten. Tagesgeld 5,5 bis 7,5 v.H., Monatsgeld 7,25 bis 8,5 v.H., Warenwechsel 6,75 v.H. Trotz der allgemein freundlichen Stimmung war jedoch eine gewisse Zurückhaltung vorherrschend, die durch die inner- politische Lage hervorgerufen wurde. Lebhafter umgesetzt wurden Glanzstoff, die 5 o. H. an- zogen. Auch Stolberg-Zink, Polyphon, Bemberg und Daimler waren etwas lebhafter und mehrere Prozent fester. Schwächer lagen Metallbank. Deutsche Anleihen still, Ausländer leicht befestigt. Pfandbriefe geschäftslos. Nach den ersten Kursen blieb das Geschäft richig bei geringen Veränderungen. Später wurde die Tendenz auf kleine Realisationen schwächer. Fraitlfiivi;r Gcrrc^dcbörse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt, 10. Febr. Die Marktlage ist unverändert. Die erhöhten Auslandpreise für Weizen blieben ohne jeden Einfluß. Das Mehlgeschäft ist weiter absolut lustlos. Auch Futtermittel werden wenig gefragt, nur prompte Weizenkleie gesucht und fest, desgleichen Mais alter Ernte. Es wurden notiert: Weizen 1 (gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs) 24,50, Weizen 2 (gut, gesund, trocken, bis zu 3 Prozent Auswuchs) 23,25 bis 23,50, Weizen 3 (geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit) 22,75 bis 23,25, Roggen 24,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 27,50 bis 29,50, Hafer (int.) 23,50 bis 24, Mais (gelb) für Futter- zwecke 22,50, Mais (gelb) für andere Zwecke 22,75 bis 23,25, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 36 bis 36,75, Roggenmehl 33 bis 35, Weizenkleie 14,15 bis 14,25, Roggenkleie 15 bis 15,25 Mk. Berliner Prosukterrbörse. Berlin, 9. Febr. Die anhaltende Geschäftslosigkeit des Weizenmehlmarktes läßt keinerlei Belebung des Weizenmarktes aufkommen. Ebenso wie der Liverpooler Markt ignorierte der hiesige die etwas festeren Schlußmeldungen von Ehikago vollkommen. Sowohl vom Inlande als auch vom Auslande, von letzteren namentlich in naher Ware, ist Weizen reichlich und auch wiederum billiger angeboten. Auch größerePreis- konzessionen regen aber die Unternehmungslust nicht an. Roggen ist in greifbarer Ware knapp angeboten. Die von den Mühlen abgegebenen Gebote liegen kaum unter gestrigem Riveau. Lediglich geringe Qualitäten sind fast gänzlich unbeachtet. Am Lieserungsmarkte waren die Weizenpreise erneut stark rückgängig. Roggen wurde hierdurch gleichfalls ungünstig beeinflußt. Die Preisverluste hielten sich aber im Rahmen von 0,50 bis 0,75 Mart. Weizenmehl nach wie vor geschäftslos. Roggenmehl zur schnellen Verladung von den Provinzmühlen wiederum billiger angeboten, aber nur schwer verkäuflich. Für Lieferung besteht zu gestrigen Preisen Geschäft. Hafer in etwas besserer Konsumnachfrage, teilweise find auch leichte Preiserhöhungen durchzuholen. Gerste still. Cs notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk. (74V---k§/nl-Gewicht) 224 bis 227, März 251,50 bis 251,25, Mai 259,50 bis 260, Juli 264 (matt); Roggen, 'märk. (69=kg/hle Gewicht) 228 bis 232, März 252,25 bis 253,25, Mai 259,50 bis 260, Juli 250,50 (Geld, stetig); Sommergerste 220 bis 270 (behauptet); Hafer, märk. 202 bis 213, März 224,50; Mais, La Plata 219 bis 221 (zollbeg. Futtermais, fest); Raps 345 bis 350 (stetig); für je 100 Kilo: Weizenmehl 28,50 bis 32,75 (sehr still); Roggew- mehl 29,40 bis 32,35 (matter); Weizenkleie 15,25 bis 15,30 (stetig); Roggenkleie 15,25 (stetig); Viktoriaerbsen 48 bis 55; kleine Erbsen 32 bis 35; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohnen 20 bis 21; Wicken 21 bis 23; Lupinen, blau 14 bis 14,75; Lupinen, gelb 15,50 bis 16; Serradelle, neu 20,50 bis 23,50; Rapskuchen 19,75 bis 19,90; Leinkuchen 22 bis 22,20; Trockenschnitzel 12,90 bis 13; Soyaschrot 21 bis 21,50; Kartoffelslocken 23,80 bis 24,40 Mk. Zuschriften. Von Kulmbach, der Heimat des berühmten Bieres, berichtet in reichhaltigen und vielseitigen Aussätzen die Iubiläumsnummer, die die dort erscheinende oberfränkische Heimatzeitung „B s ye- risch e Rundschau" anläßlich ihres 25jähri- gen Bestehens herausgab, und die uns nun vorliegt. Werden und geistige Entwicklung der Stadt Kulmbach wie ganz Oberfrankens wird hier in ausgezeichneten Schilderungen führender Persönlichkeiten dargestellt. Die hauptsächlich im Lande vertretenen Industriegruppen ziehen in Schilderungen ihrer hauptsächlichsten Vertreter am Rüge des Lesers vorüber. Mundartliche Beiträge sorgen für lebendiges Lokalkolorit. — Westermanns Monatshefte bringen in ihrem Februarheft wieder eine Flut köstlicher Texte und noch köstlicherer Bilder. Da ffndet man Plaudereien über den Wintersport, über Menschenaffen, über das moderne Kasperletheater usw. Farbenfreudige Bilder zeigen die Schönheiten der alten Stadt Soest. Admiral Scheer spricht über den nie erlahmenden Kamps um Seegeltung, und selbst das gerade in die,er Jahreszeit besonders gefürchtete Asthma wird einmal von Dr. W. Schweisheimer eingehend gewürdigt. Als Maler dürfte Wilhelm Busch den meisten noch unbekannt fein. Auch hierüber bringt die Februarnummer der „Westermanns Monatshefte" eine ausführliche, mit zahlreichen Farbbildern versehene Abhandlung. — Vor allem aber findet diesmal auch die Heranwachsende Generation etwas ganz besonders für sie Bestimmtes in „Westermanns Monatshei.en", nämlich ein Preisausschreiben, welches die jungen Menschen veranlassen soll, sich einmal mit dem Problem des zukünftigen Berufes im ureigensten Interesse auseinanderzufetzen. — In dem neuen Heft der „Zeitwende" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung in München) ist das Deutschtum im Auslande, dem diese Monatsschrift schon oft ihr Interesse bezeugt hat, Gegenstand eines sehr lcfenswerten Aufsatzes von Bruno Geißler: „Der Südslawenstaat und wir Deutschen", sowie einer „Randbemerkung": -Deutsche evangelische Auslandarbeit in Ror- wegen". Reinhold Seeberg bietet feine Aachener Veoe „Don der Deutschen Llniversität". Johannes Gerhardt zieht die Summe der Existenz von Max Weber, „Dem Mythos v»n Heidelberg", wie ihn die Studenten nannten. Bon hohem Allgemeininteresse ist der Beitrag des Wiener Kunsthistorikers Hans Tietze in dem Essay „Die klassischen Maler Spaniens und Europa". Vorzüglich ist die auch durch Bilder erläuterte knappe Charakteristik eines Murillo, Deiasguez und El Greco. Es wird gezeigt, wie Spanien, das sich in seiner Isolierung abseits vom gesamteuropäischen Kulturverlauf entwickelte, gerade diefer Distanz wegen zu gewissen Zeiten besonders befruchtend und anregend auf die europäische Malerei wirken konnte. — Der heiligen Elisabeth, dieser anziehendsten unter den fürstlichen Frauen des Abendlandes, widmet Hermann Frankfurth eine sehr schöne Skizze, in der die Lieblichkeit und reinste Humanität der hohen Frau hell und ergreifend hervortritt. Zwischen all diesem unterhält den Leser Schmid-Kugel- bachs Roman „Der Kuckuck", irr dem der Der- fasfer farbig fabuliert und seine liebevolle Menschlichkeit zum Ausdruck bringt, aufs beste. — Zeitschrift für Musik. Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der deutschen Musik, Hauptschriftleiter: Dr. Alfred Heuß. Steingräber- Verlag, Leipzig. Januarheft 1928. — Das vorliegende Heft ist auf die Feier des 52>jährigen Jubiläums des Steingräber-Verlags eingestellt; durch A. Heuß und Wilh. Weismann findet das rührige Unternehmen feine Würdigung bis auf die jüngste Zeit. Prof. Ernst Lewicki glaubt den Streit um die Echtheit des Mozartschen Wiegenliedes „Schlafe, mein Prinzeßen" endgültig zugunsten Mozarts entscheiden zu können. Fritz Reuter, Lehrer am Leipziger Konservatorium, gibt praktisch recht brauchbare Anweisungen für Gehörübungen und Musikdiktat. Alfred Streitzler tritt für eine Fassung des Tlrheberschutzgefehes ein, die geistiges Eigentum mindestens auf gleiche Stufe mit jedem materiellen Gut stellt. Die tiefschürfenden Betrachtungen über die Dominante- Tonica-Stelle in der Eroica von A. Heuß finden ihren Abschluß. Adolf Diesterweg berichtet ausführlich über das Berliner Musikleben, und die Iazzbeftrebungen des Dr. Hochschen Konservatoriums (Frankfurt a.M.) erhalten ihre weitere Beleuchtung. Literatur- und Musikberichte vervollständigen das Bild. — „Das Theater" (Verlag Berlin-Schöne- berg) bringt im ersten Februar-Heft Aeußerun- gen vier bekannter Schauspielerinnen vier verschiedener Generationen über ihr erstes Auftreten. Während Adele Sandrock „eine Heidenangst" hatte, wurde Gertrud Ehsoldt von „einer unendlichen Sicherheit getragen". Sybille Binder mußte gegen „ein abscheuliches Gefühl" an- kämpfen, indessen Toni van Eyck „sehr glücklich war". Piscators Saisonleistung von „Hoppla" bis „Schwejk" erfährt in. der Berliner Kritik des Herausgebers Arthur Kürschner eine zu- sammenfassende Betrachtung. Araufführungs- berichte aus Breslau, Riga, Frankfurt, Potsdam, Weimar, Essen und Oberschlefien, sowie ein Funkbericht von Hans Philipp Weitz schließen den krittschen Reigen. einreiben! Erfolg: Schmerzloses Rasieren, blendendes Schockten des Messers, keine Reizung der Maut, z Preise: m 0.20 - m iso Selbstrasierer! Vor dem Etnselfen die Haut gründlich mtt NIVEA-CREME Datum: ollanieihr 0 1911 tegdadbabn-Snl. *•/» deSgl. Gert* II *•/• Rumänen conbert. Kur 9. 2. | 10. 2. | 9. 2. | 10. 2* Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 ________Berlin. !>. Febr._______ Französische Roten...... Holländische Roten .... Italienische Roten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Sbanischc Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten >'>eld 4,175 58,15 «11,92 20,378 Bric^ 4,195 68,39 112,36 20.468 Frankfurt a. M. | Berlin (Selb Vries _ 16734 16.60 168,26 168,94 22,19 22,27 111,23 111,67 58, «2 59,16 2,57 2,59 112,i; 112,61 80,4!' 80,81 71,18 71,46 12,387 12,447 73 05 73,35 Frankfurt a. M Berlin g-raubfurr a. M. Berlin schlug Kurs -'Uhr- 1 Kurs Schlich- Kurs Anfang Kur» Schlnb Kurs 11-Uhr- 1 Kurs Schlich Kurs Anfang 9. 2. | 10. 2. 9.2. | 10. 2. Datnm: 9 2. | 10 2. | 9.2. 110 2. 51,8 15,85 93,5 81,75 85 96 4 1,25 25.05 24,5 13,9 13,2 5 65 16,5 150,75 152,5 143,5 145 176 230.5 162 158 159 126 193.5 1 s 1 ggi 1 1 । 1 s । 1 sn 1 111 £ 1 1 1 1 1 1 1 1 1 < 1 1 1 1 87,5 52 15,8 4?3 25,13 24,25 1 65 13,25 13.8 13,13 150,9 210.5 214 154 144 145.4 265 176,4 -'29,75 162 167 158,9 207,5 127 193.13 52 15,9 25,1 13,9 151,25 154.4 144 145,5 266,5 176.4 229,75 162.25 157,5 158.75 208 125 193,25 A.ES.........7 Bergmann ...... .8 Elcktr. Lieferungen . . . io illchi und Kraft .....10 Felten & Guilleaume ... .6 "jef i Tlckrr Untern. . . 10 Hamb. Elcktr Wake . . 10 Rh, in- ^lcltr. ...... 8 Cwles. Elrktr. ..... iv Cchucken ....... 7 Siemens Je Halske . . . . 16 Tranoradio . ...... .8 BuderuS . ...... o Teotfchc Erdöl ...... .e Essener S'etnkohle.....8 Gelsenkirchener . f. *4 I 4 Harpen er .... 8 hoesch Eisen . ....... .5 ylfe Bergbau ....... .8 Klöckncrwerke . ...... .5 Köln-Neuefsen . . ., . .51/, R.anneSmann .f. V» 9 4 ManS>eldcr.......7 Oberschles Eisend. Bedarf 0 Qberschlel. Kokswcrke . 0 Pbönir Bergbau f >/, 9 3 Rncmi'sche Braunkohlen io Rbemnabl 0 Nie deck Montan .....6 vereinigte Stablw- f. */« 9 3 Otobi Minen i sh Kali AschcrSieben io KaltWeftcrrgeln io Kaliwerk EoUdetkortb 12 -° Scheid anüalt , . .8 Goldschmidt .... .5 Rutgerewerkr . . ..... .0 Meiallgeielllcherft....... 163,5 220,25 122.5 260,5 283 161 97 186 119,6 149 119,5 99 232 173.5 183,5 i69,75 198.5 111 94.5 163,25 220 260 166 283 160,5 133 185 119,5 149,75 99 165 102,6 60,13 202,5 Ä 163.5 183 168,5 219.75 122,75 260,65 149,65 154,25 187 179 283 130,5 161,5 97.25 129.25 139,5 133,25 186,25 140.75 222,5 119,65 141.75 149,4 115,75 106,25 94,65 99.25 232.75 164,9 147 103,13 43,75 250,5 26 111,5 94,5 163 183,25 219,75 122,75 260 187 179 283,25 161,5 97,6 129.65 133,13 140 141,25 150.25 94,65 99.13 233,5 165,6 102.9 43,75 260,25 9. Febr. 10. Febr. Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld 1 Brief _ Roir 168,61 168,95 168,65 168,99 Bueu.-Ätre- 1,790 1,794 58,425 1,791 1,795 Brff^-Autw 58,305 58,335 58,455 Ehrrsttaoia 111,44 111,66 111,50 111,72 Kopenhagen 112,11 112,33 112,19 112,41 Stockholm 112,38 112,60 112,54 112,66 Helslngforü. 10,45 10,57 10,553 10,573 Italien. . 22,165 22,205 22,185 22.'25 'enbon. . . 20,408 .'0,448 20,422 '0,462