InähA 39 b 7b'sL5°Jß^M. <3 bis 77. Q,ber: ■eZfi Seringe'zz^e S^®eine üii. er , °0; von 3? N Sy-J 8 N seht, und somit konnte eigentlich nichts geschehen. Die Bedienung des von kommunistischen Helfershelfern belagerten Telephons war ihm natürlich wichtiger, als das Ueberhören des Vortrags. Wir möchten wissen, wie unzählige Male sich Aehnliches ohne solche Folgen wie diesmal zu- getragen hat. Aber der Vorfall wird hoffentlich seine segensreiche Folge haben. Ueber die Leitung des Rundfunks sind dauernd ernste Klagen laut geworden, und diese Köpenickiade wird hoffentlich den Anstoß dazu geben, dah nun endlich einmal in die Gesamtleitung hineingeleuchtet und Aenderung geschaffen wird. Das scheint uns die ernsteste und wichllgste Frage der Sache zu sein. Im Rundfunk sind Mißstände vorhanden, die beseillgt werden müssen, wenn nicht die ganze Einrichtung völlig in Mißkredit geraten soll. Freilich hat auch die Entführung des für den Vorlrag bestimmten „Vorwärts"-Redakteurs unb der im Voxhaus ausgeübte Betrug eine ernste Seite. Mit gutem Vorbedacht haben die Kommunisten einen Abgeordneten mit der Hauptrolle beauftragt, der vierundzwanzig Stunden später durch seine Immunität geschützt war. Schon hier erhebt sich die Frage, ob nicht die unbeschränkte Immunität aufzuheben ist — eine Frage, die schon ost und mit Recht aufgeworfen ist. Die Freiheitsberaubung, der die Person des Redakteurs Schwarz zum Opfer gefallen ist, scheint uns weniger schwer zu wiegen. Denn die halbstündige Spazierfahrt im Auto hat ihm nichts geschadet, und es steht noch nicht einmal fest, ob die ihm vorgehaltenen Revolver wirkliche Schußwaffen oder Kinderpistolen waren; die Wirkung wäre jedenfalls die gleiche gewesen. Eine lahme Entschuldigung. Der Rundfunkkommissar erklärt. Berlin, 8. Oft. (WTB.) Dom Rundfunkkommissar des ' Reichspostministers wird eine Mitteilung verbreitet, in der es u. a. heißt: „Die Tlntersuchung der Vorgänge beim Kommunistenüberfall auf die Berliner Funkstunde am 6. Oktober hat ergeben, daß die Vorkehrungen zur Tleberwachung der gehaltenen Vorträge an sich ausreichend sind. Ein in einem besonderen Raum sitzender Angestellter hat die Aufgabe, alle Vorträge am Lautsprecher zu kontrollieren und nötigenfalls durch Betätigung eines besonderen Ausschalters zu verhindern, dah die Worte des Redners über den Sender gehen. In dem vorliegenden Falle ist der Kontrollbeamte unmittelbar nach Beginn der Rede des Kommunisten Schulz, dec sich zuerst an den Wortlaut des Manuskripts gehalten hat, anscheinend planmähig von seinem Platz durch Telephonanrufe weg ge lockt worden. Er hat, statt auftragsgemäß den Vortrag anzuhören, den Lautsprecher abgestellt und Telephongespräche abgewickelt. Auf diese Weise ist es möglich geworden, daß Herr Schulz seine Rede unkontrolliert hat zu Ende halten können. Der Angestellte ist sofort seiner Kontrolltätigkeit enthoben worden. Der Leitung der Funkftunde kann somit eine Schuld an dem Vorkommnis nicht ohne weiteres beigemessen werden. Die Redner waren der Funk- stunde durch die vorherigen Verhandlungen stets bekannt, und es konnte nicht angenommen werden, daß an Stelle eines entführten Redners ein anderer erscheinen könnte. Auch der angesetzte Redner, Herr Schwarz, war der Funkstunde und dem Kontrollbeamten bekannt, und es ist unerklärlich, daß er trotzdem einen anderen an seiner Stelle zugelassen hat. Das ganze Tknternehmen war so geschickt angelegt, und der angebliche Herr Schwarz ist mit solcher Sicherheit aufgetreten, daß der Kontrollbeamte sich hat völlig täuschen lassen. Als Nachspiel eine Prügelei. Der kommunistische Rundfunkredner von einem Borwärtsredaktcur angegriffen. Berlin. 8. Oft. Wie die „B. Z." berichtet, erkannte gestern nacht dec Redakteur des „Vorwärts" Viktor Schiff in einem Llntergrundbahn- zuge in Neukölln den kommunistischen Rund- funkredner. Schiff trat am Hermannplatz auf Schulz, der sich offenbar bereits beobachtet fühlte, zu und sagte zu ihm: „Herr Schulz, Sie, gehen mir heute nicht mehr durch die Finger." Herr Schulz antwortete, offenbar bi dem Glauben, es mit einem Kriminalbeamten zu tun zu haben: „Sie können mir nichts mehr machen", worauf Schiff fortfuhr: „Iawohl, ich bin im Bilde. Sie verkriechen sich hinter Ihre Immunität, die Sie gestern zu Ihrer Straftat mißbraucht haben. Gegen Verhaftung sind Sie zwar immun, aber nicht gegen meine Faust." Rach diesen Worten versetzte er dem kommunistischen Abgeordneten einen Schlag ins Gesicht, worauf es zwischen beiden zu einer Prügelei kam. Gegenüber Beamten der Tlntergrundbahn, die die Beiden auseinandcrbrachten, wies sie Schulz aus seine Abgeordneten-Immunität hin. Schulz hat gegen Schiff Strafantrag wegen Mißhandlung und Sachbeschädigung gestellt. Schulz, der sich den Sonntag über vor der Polizei verborgen gehalten hat, da er für einen Zeitraum von 24 Stunden nach der Tat gesetzlich nicht durch seine Immunität geschützt war, hat die Rächt vom Samstag zum Sonntag bei Freunden in Reukölln verbracht und sich den Sonntag über im Reichstag aufgehalten. Die juristische Geile. Wie wird der Mistbrauch des Rundfunksenders bestraft? Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 9. Oktober. Die Köckenickiade bei der Berliner Rundfunkgesellschaft schafft einen bisher einzig dastehenden kriminalistischen Tatbestand, dessen Aburteilung dem Gericht, wenn es überhaupt dazu kommen sollte, wohl recht schwer fallen Dürfte. Zunächst wird sich im Falle Schulz das Gericht auf den Standpunkt stellen müssen, daß es sich bei dessen Vortrag, den er ohne Berechtigung und gegen den Willen der Sendegesellschaft gehalten hat, um einen Hausfriedensbruch handelt, und fein Urteil entsprechend fällen müssen. Irgendeine andere strafrechtliche Folge wird sich darüber hinaus für den Kommunisten Schulz nur schwerlich konstruieren lassen. Er hat sich allerdings unbefugterweise und widerrechtlich der im Eigentum der Reichspost stehenden, von der Sendegesellschaft zur rundfunkmäßigen Wiedergabe von Vorträgen verwendeten Funkapparatur bedient. Das ist aber nach dem Gesetz nicht strafbar, da der Täter einen Dermögensoorteil nicht erstrebt hat, sogar die Annahme des Honorars verweigert hat und somit jeder Betrug ausgeschaltet ist. Bleibt allo neben Hausfriedensbruch nur noch der Paragraph des groben Unfugs, zu dessen Tatbestand jedwede Verschuldung des in der Belästigung des Publikums bestehenden Erfolges genügt. Der Streich der Kommunisten wird also ihrem Mittelsmann, wenn überhaupt, so nur eine ganz geringe polizeiliche Strafe bringen. Schwieriger ist die Situation freilich für die beiden Personen, die den Redakteur Schwartz gewaltsam im Auto entführt haben. Wenn sie ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden sollten, werden sie zumindest wegen Freiheitsberaubung an- flagt werden, worauf nach dem Gesetz Gefängnisstrafe steht. Thälmann rehabilitiert Ein Moskauer Tadel für die deutsche Kommunisten-Zentrale. Berlin, 9. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die „Rote Fahne" veröffentlicht die Resolution, die das Moskauer Exekutivkomitee der 3. Internationale zu dem Fall Thälmann gefaßt hat. In der Resolution wird gebilligt, daß das Zentralkomitee der Deutschen Kommunistischen Partei den Hamburger Kornmunistenführer Wittorf wegen der Unterschlagung von Parteigeldern aus der Partei a u s s ch l 0 ß. Thälmann erhält einen Tadel dafür, daß er von der Unterschlagung das Zentralkomitee nicht sofort in Kenntnis setzte. Eine weit schwerere Rüge mußte jedoch das Zentralkomitee einstecken, weil es d i e Resolution über die Verurteilung Thälmanns veröffentlichte, und zwar in einer für die Partei schwierigen Situation. Ein derartiger grober Fehler, so heißt es in der Resolution des EKKI., war nur dadurch möglich, daß die Mehrheit der Mitglieder des Zentralkomitees sich in unüberlegter Weise trrefüfjren ließ von den politischen Gegnern innerhalb des Zentralkomitees. Die Resolution spricht Thälmann das volle politische Vertrauen aus und verzeichnet den Beschluß des Moskauer Exekutivkomitees, daß er auch weiterhin verpflichtet ist, alle Funktionen in der Partei und im EKKI. zu erfüllen. Gegen die Gchlagwori- propaganda. Eine Entschließung des Hansabund-Präsidiums. Berlin, 8. Oft. (TU.) Das Präsidium des Hansabundes für Gewerbe, Handel und Industrie hat einstimmig die folgende Entschließung angenommen: „Das Präsidium des Han'abundes für Rom. 9. Oktober. (TU.) Die italienische Regierung erklärt sich in der Antwortnote auf das englisch - französische Flottenabkommen bereit, a t s Höch stmah für seine Rü st ungen jede beliebige Ziffer, auch d i e niedrigste, anzunehmen. unter der Voraussetzung jedoch, daß diese von keiner kontinentalen europäischen 2Uad)t übertroffen werden könnte. Ferner erklärt die Rote, daß Italien nach wie vor einer Beschränkung der Gesamt-Tonnage den Vorzug gebe, anstelle der Tonnagesestsehung für die einzelnen Schiffs-Kategorien. Jeder Staat müsse die Freiheit haben, die festgelegte Gesamttonnage für den Bau einzelner Typen nach eigenem Gutdünken aufzu- feilen. In der ausführlichen Begründung dieses Standpunktes wird darauf hingewiejen, Italien Paris, 9.Off. (WTB. Funkspruch.) Gestern wurde ein Korrespondent des „Reuyork American". Harold h 0 r a n feftgenommen und einem polizeilichen verhör unterworfen, alsdann aber wieder freigelassen, horan soll seinem Blatt das Rundschreiben des Quai d'Orsay über das Flottenkompromiß übersandt haben, horan selbst berichtet über seine Verhaftung durch die französische Polizei: Als er gestern Mittag sein Bureau verließ und ein Auto bestieg, wurde er plötzlich von sieben radfahrenden Polizisten umringt, die ihm befahlen, zur Polizei- präfektur zu fahren. Dort wurde er befragt, welche Mittel er benutzt habe, um sich das Dokument zu beschaffen. Er teilte mit, was er für notwendig hielt und erhielt darauf die Antwort, seine Erklärungen seien unvollständig. Er werde der Beamtenbestechung beschuldigt und habe, wenn er seine Quelle nicht angebe, ein Verfahren zu gewärtigen, bei dem ihm eine Gefängnisstrafe von 6 Jahren drohe. Die Bedrohung schüchterte ihn nicht ein. Erst nach fiebenffün- b i g e r haft, während der er sich mit seinen Mitarbeitern nicht in Verbindung sehen konnte — nach dem „Matin" verweigerte man ihm auch einen Advokaten — ließ man ihn frei, nachdem er den Ausweisungsbefehl anerkannt hatte. „Matin" und „Chicago Tribüne" berichten, daß horan zugegeben habe, das Dokument von seinem Verleger Randolph h e a r ff selbst in Paris erhalten zu haben, mit der Anweisung, es nach Reuyork zu drahten. „Matin" berichtet außerdem, dah Hearst bereits vor einer Woche, als man horan am Quai d'Orsay zu verstehen gab, daß es besser für ihn wäre. Frankreich zu verlassen, eilig nach Washington gereift sei und Kellogg um seine Intervention ersucht habe. Hearst habe erklärt, er nehme die volle Verantwortung für sein Vorgehen auf sich und fordere das (Eingreifen der amerikanischen Botschaft in Paris. Obwohl die Botschaft einen Schritt unternahm, sei es zu dem geschilderten Zwi- Gewerbe, Handel und Industrie ist überzeugt, daß der Kampf um die Arbeitsbedingungen, um Arbeitszeit und Arbeitslohn, nur bei weitestgehendem wirtschaftlichen und fo* zialen Verständnis aller Beteiligten ohne Schaden für Staat und Dolkswirtschack ertragen werden kann. Die unmittelbaren und mittelbaren Kriegsfolgen, insbesondire aber die überhöhe Belastung des Arbeitsproduktes durch öffentliche Abgaben aller Art haben eine Enge aller wirtschaftlichen Mög'ichleiten herbeigeführt. der sich kein Erwerbsstand entziehen kann. Das Präsidium des Han'abundes fühlt sich verpflichtet, vor aller Oesfentlichkeit dringend davor zu warnen, die sozialen Auseinandersetzungen durch das Hineintragen einer nur in der politischen Gedankenwelt wurzelnd:n. auf die Beseitigung der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung hinzielenden Schlag worl pro', a- ganda unnötig zu verschärfen. Der auf dem Hamburger Gewerkschaftskongreß vertretene Gedan.e der Wirtschaftsdemokratie stellt sich als das Verlangen nach einem mit keinerlei Risikobeteiligung verbundenen Mitbestimmungsrecht :er staatlichen und Derbandsbureautratie dar. das für alle produktiv tätigen Wirtscha lsk ei e nicht nur wertlos, sondern geradezu gefährlich ist. Das Präsidium des Hansabundes bedauert besonders. daß diese, der Wirtschafts- und sozialpolitischen Sachlichkeit schädliche Prep^ga da sich auf Aeuherungen führender Mitglieder der gegenwärtigen Reichsregierung stützen kann, die k e i n e p 0 s i t i v e Zi elfe h u n g enthalten und gerade darum geeignet erscheinen, die Lösung der unsere Zeit erfüllenden ernsten sozialen Probleme zu verwirren." habe über Suez. Gibraltar und die Dardanellen nur drei Verbindungswege mit der übrigen Welf, dagegen eine überaus ausgedehnte Küste mit stark bevölkerten Städten an dieser Küste selbst oder in ihrer, unmittelbaren Röhe, zwei große Inseln, dazu bäh Dodekanesos. Die Aufrechterhaltung der Seeverbindung sei für Italien also geradezu euieüebensfrage. Das Schriftstück schließt mit^oer Beteuerung, daß schenfall gekommen. Der amerikanische Geschäftsträger habe sich sofort zum Quai d'Orsay begeben, um Aufklärung zu erbitten. Der französische Außenminister habe ihm efroibert, horan sei nicht verhaftet. sondern nur verhört worden und habe selbst eingewilligt. Frankreich vor Donnerstag zu verlassen. Ungarn und der Kelloggpaki. Protest gcgchi den ausgezwungcncn Friedensvertrag. B u d a p e st, 8. DEL (WB.) Die ungarische Negierung beschloß, sich dem in Paris am 27. August unterzeichneten sog. Pariser Pakt anzu- schließen. Von diesem Beschluß wird der Minister des Aeußeren Helote dem Budapester Gesandten der Vereinigten Staaten durch folgende Note verständigen: Die Regierung der Vereinigten Staaten besitzt Kenntnis davon, daß Ungarn nach Beendigung des Krieges gezwungen war, einen Friedensoer- t r a g zu unterzeichnen, bei dem die bei solchen Gelegenheiten üblichen Verhandlungen nicht vorangegangen waren, und der, von falschen Darstellungen ausgehend, eine ungerechte Lage schuf. Die infolge dieses Friedensvertrags geschaffene Lage bietet in diesem Teil Europas keine Bürgschaft für die Ruhe der Völker und behindert ihre Entwicklung. Die Ereignisse der seit Kriegsende verstrichenen zehn Jahre liefern den offenkundigen Beweis, daß dieser Friedensvertrag zur Sicherung der natürlichen friedlichen Entwicklung ungeeignet ist. Rach dem Zeugnis der Geschichte ist es von jeher dort, wo das Verhältnis der Rationen nicht auf den Forderungen von Gerechtigkeit und Veimunft aufgebaut war, früher oder später zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Dir großherzige und von menschenfreundlichen Gesichtspunften geleitete Politik, welche derartige Zusammenstöße und Kriegsgreuel aus dem Leben der Nationen bannen will, und die in dem Vorschlag der Vereinigten Staaten zur Wien lehnt das “ Rom fordert Rüstungsgleichheit mit der stärksten Kontinentalmacht. Italien, das wie die Regierungen von Frankreich und England an den' wichtigsten der Konsolidierung und den Wiederaufbau Eckröpas dienenden internationalen Verträgen feilnim|tif, entschlossen sei, bei jeder Rüstungsbeschränkung mitzuwirken, die der Konsolidierung und dem Wiederaufbau dienen könne. Vechastung eines amerikanischen Journalisten in paris§ Oie pariser Polizei auf der Suche nach dem Llrheber des Ookümentendiebstahls. Verurteilung des Krieges zum Ausdruck kommt, wird von der ungarischen Regierung außerordent- lich hoch eingeschätzt. Ern derartiges Bestreben kann jedoch nur dann zu einem Erfolge führen, wenn der Krieg nicht nur kraft vertraglicher Verpflichtungen als Mittel der nationalen Politik ausschei^t, sondern wenn an seine Stelle auch ein anderer wirkungsvoller Modus zur Lösung von Verwicklungen tritt, die aus ungerechten oder naturwidrigen Situationen entstehen. Die ungarische Regierung gibt ihre Zustimmung zu dem Vorschläge Amerckas natürlich unter der Voraussetzung, daß die Regierung derDer- cinigten Staaten sowie die übrigen Signatarmächte einen derartigen Modus suchen werden, um für die -Zukunft die Wiedergutmachung bestehender -Ungerechtigkeiten auf friedlichem Wege zu sichern. Die ungarische Regierung wird rechtzeitig die nötigen Schritte unternehmen, damit ihre Zustimmung gemäß den Bestimmungen der ungarischen Verfassung volle rechtliche Geltung erlangt. Major von Tschudi f. Der Vizepräsident des Aeroklubs von Deutschland. Wiesbaden, tz. Oft. (LPD.) Am Montagmorgen starb plötzlich in einem Berliner Sanatorium der Vizepräsident des Deutschen Aero- Klubs, Major von Tschudi. infolge Rippenfellentzündung und Herzschwäche. Er hat vor einigen Tagen das Sanatorium aufgesucht, um sich einer Operation zu unterziehen, verschied aber ganz plötzlich noch vor der Opera tton. Sn ihm verliert die deutsche Lufthansa einen der regsten nationalen und internationalen Pioniere. Er wurde am 29. Januar 1862 als Sohn des nassauischen Obersten von Tschudi in Wiesbaden geboren, trat 1831 als Fahnenjunker in das Füsilier-Regiment v. Gersdorff ein und wurde im Jahre 1833 Leutnant. Don 1890 bis 1894 besuchte er die Kriegsakademie und kam von dort zum Luftschiffer-Bataillvn. Im Februar wurde er Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment v. Alvensleben. Fünf Jahre später wurde er zum Lehrer im Luftschifferbataillon ernannt. Don 1902 bis 1906 war er gleichzeitig Führer der Funkentelegraphenabteilung, die ihm ihre erste Organisation verdankt. Im Jahre 1906 trat er als Chef-Ingenieur in den marokkanischen Staatsdienst Wer: 1908 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm 1909 die Leitung der Internationalen Luftschiffahr ts- Ausstellung (Jla) in Frankfurt a. M. Don 1910 bis 1914 war er Direktor des Flugplatzes Berlin-Johannisthal. Während des Krieges war er u. a. Leiter des Flugzeugdepots in Antwerpen und wurde 1917 zum Geschäftsführer des Aero-Klubs in Deutschland ernannt. Seit 1927 ist von Tschudi Dizepräsident des Deutschen Luftsahrtverbandes und der Fede- ratton Aeronautique Internationale gewesen. Die letzte Probefahrt des „Graf Zeppelin". Vermutlich am Mittwoch Amerikastart. Friedrichshafen. 8. Oft (WTB.) Der „Graf Zeppelin" ist heute nachmittag 13.33 Ähr bei schönem Wetter zu seiner letzten Dersuchs» fahrt vor der großen Fahrt nach Amerika aufgestiegen. Dr. Eckener befindet sich nicht an Bord. Das Schiff wird heute von Kapitänleut- nant Flemming -geführt. An Bord befinden sich außer den bereits gemeldeten Gästen auch die Gräfin Frankenstein-Zeppelin, Professor Dieckmann, der bekannte Fünffach» mann, um Versuche zu unternehmen, ferner der preußische Handelsminister Dr. Schreiber, Staatssekretär Dr. Seefeld, ferner als Vertreter des Reichsrats Exzellenz v. P r e g e r (Bayern) und Staatsrat Ahlhorn (Oldenburg) als Vertreter des Reichstages die Abgeordneten Dr. Herz, Klöckner und Schulz-Brom- 6er g. Die heutige Fahrt hat den -Zweck, außer der Beendigung der Peilversuche auch die Ge- fchwindigkeitsmefsungen vorzunehmen. Der „Graf Zeppelin" krepzte während seiner oiereinhalbstündigen Fahrt fast dauernd über dem Bodenseegebiet, so daß man dauernd beobachten konnte, wie die Motoren in wechselnden Kombinationen noch einmal ausprobiert wurden, bis das Schiff schließlich mit allen fünf Maschinen auf volle Fahrt lief. Bei dem schönen 5)erbstwetter bot das Schiff gegen den Himmel einen wundervollen Anblick. Für die letzte Stunde der Fahrt entschwand es dann den Blicken, bis es gegen 17.30 Uhr wieder über Friedrichshafen erschien und anzeigte, daß es zu landen beabsichtige. Die Lan- dungsmanöoer zogen sich heute eine halbe Stunde lang hin und waren besonders schwierig. Einen Augenblick lang schien es, wie wenn das Heck auf die Gebäude der Werft heruntergekommen wäre. Das Schiff hob sich noch einmal und wurde bann mit der Spitze nach unten und hochgehobenem Heck über die Werftgebäude hinweg gedreht. Es landete schließlich punkt 18 Uhr. Damit hat der „Gras Zepvelin" bas Programm seiner Versuchsfahrten für bie große Amerika-Fahrt DoHenbet. Für morgen ist schlechtes Wetter prophezeit worben. Dr. Eckener rechnet aber trotzdem damit, daß die Amerika-Fahrt am Mittwoch früh an getreten wird, um so mehr, als er ja auf dem Festlande schlechteres Wetter in Kauf nehmen will, wenn die Wetterlage über dem Ozean gut ist Das Schiff wird nun morgen für die Amerika-Fahrt klar gemacht Der Betrieos- stoff wird aufgefüüt, der Proviant wird an Bord gebracht, und bis zum Dienstagnachmittag müssen die Passagiere ihr Gepäck abgegeben haben. Nach der Landung äußerte sich Dr. Eckener dahin, daß er bis morgen mittag darüber entscheiden werde, ob die Fahrt am Mittwoch angetreten wird. Wie die „Dossische Zeitung" noch zu berichten weiß, wird «Graf Zeppelin" auf seiner Amerikafahrt Bildfunk an Bord haben, nachdem die Versuche, die Professor Dieckmann auf der letzten Probefahrt gemacht hat, geglückt sind Diese Einrichtung wird in den Dienst der Wetterberatung gestellt, was eine umwälzende Reuerung bedeutet. So braucht der Wetterwart an Bord des Luftschiffes nicht mehr die einzelnen Wettermeldungen zusammenzu- stellen, sondern er bekommt die fertige Wetterkarte als Bild hinan fgefunkt. Auf diese Weise kann man so zeittg wie möglich dem schlechten Wetter ausweichen und bessere Zonen aufsuchen. Der abgeblasene Bürgerkrieg. Don unserer Berliner Redaktion. Der 7. Oktober, der in Wiener-Neustadt von schicksalsschwerer Bedeutung werden konnte, ist i n aller Ruhe vorübergegangen. Die Stadt selbst hat zwar für vierundzwanzig Stunden den Eindruck eines Heerlagers gemacht. Nicht weniger als drei Armeen waren da nebeneinander aufmar» schiert. Am Vormittag die Heimwehren der bürgerlichen Parteien, am Nachmtttag die der sozialdemokratischen Schutztruppe, in der Mitte zwischen ihnen stand, mit Maschinengewehren, Kanonen und spanischen Reitern ausgerüstet, ein Drittel der Bundesarmee, um jede Berührung der feindlichen Parteien zu vermeiden, was ihr denn auch gelungen ist. Der österreichische Staat hat zwar einige Millionen Kosten aufroenben müssen, aber er ist über biefen kritischen Tag wenigstens hinweggekommen. Ob es wirklich zu bieser Komöbie des angedrohten Bürgerkrieges kommen mußte? Unserer Auffassung nach nicht. Die Heimwehren hatten schließlich doch das Recht, sich auch einmal in Wiener-Neustadt zu versammeln. Welches Ziel sie damit verfolgten, mag unentschieden bleiben. Aber der Anspruch, daß auch sie bas Recht auf Demonstrationen in Oesterreich ausnutzen konnten, wo sie wollten, ist nun boch einmal unbestreitbar. Schwierig würbe bie Lage erst badurch, baß bie Sozialbemokraten biefe Demonstration als einen Eingriff in ihre geheiligten Rechte betrachteten unb mit Gewaltanwenbung drohten, falls bie Heimwehr wirklich in bie sozialistische Hochburg einmarschieren wollte. Sie haben geglaubt, mit bieser Drohung allein bie Regierung unb bie bürgerlichen Parteien ins Bockshorn jagen zu können. Das ist ihnen mißlungen, unb so würben sie bazu gezwungen, Gegenkunbgebun- g c n zu veranstalten, bie allerdings sehr leicht als Funke im Pulverfaß wirken konnten, nur daß im letzten Augenblick bie Sozialisten Angst vor ber eigenen Courage bekamen. Die Furcht vor den Heimwehren steckt ihnen seit ben Wiener Juli- unruhen noch stark in ben Knochen. Sie wissen, baß mit ben Bauern nicht gut Kirschen essen ist unb haben in ber entscheibenben Stunbe beshald alles öermieben, was Anlaß zu Reibereien hätte geben können. Trotzbem ist es gut, baß biefes Experiment einmal gemacht würbe, nicht nur für Oesterreich, sondern auch bie deutsche Sozialdemokratie kann daraus lernen. Die Parteien der Linken haben sich seit ber Revolution baran gewöhnt, stark einseitig zu den- ken. Sie haben bas Recht ber Straße proklamiert unb hatten es für selbstverstänblich, baß sie in den Großstädten stundenlang ben Verkehr lahmlegen können, um ihre Demonstrationszüge durchzujagen nach bem Dichterwort: Alle Räber stehen still, wenn bein starker Arm es will. Dieselben Parteien aber emp- finben es als eine Provokation, sobald von anderer Seite das gleiche verlangt wird. Wir haben das bei dem Stahlhelm erlebt, wir haben das in Berlin vor kurzem noch bei den nationalsozialistischen Arbeiterparteien gesehen, die von ben Kommunisten zu- sammengehauen wurden unb zahlreiche Opfer ins Krankenhaus abliefern mußten: bei Hamburg sind sich zuletzt sogar Kommunisten und Sozialbemokraten blutig in bie Haare geraten. Sie sollten aus bem Beispiel von Wiener-Neustadt sehen, wohin ber Weg führt, ben sie gehen. Demokratie verlangt Toleranz nach allen Seiten, unb daß bie Heimwehren sich im sozialistischen Bau bas Recht auf die freie Meinung erkämpften, wirb hoffentlich auf bie Sozialisten unb noch mehr auf bie Kommunisten nicht ohne Eindruck bleiben. DieWienerpreffe zum i.Oktober. Außenpolitische Wirkungen. Zurück zur Arbeit. Wien, 8.Oft. ($11.) Die bürgerliche Presse betont einstimmig, baß die Staatsautorität am 7. Oktober in Wiener-Reustadt den eigentlichen Sieg davongetragen habe. „Oesterreich ist ein Ordnungsstaat" überschreiben beispielsweise die „Wiener Aeuesten Rachrichlen" ihren Bericht. Die „Reichspost" schreibt, daß die Regierung jenen Weg gewählt habe, der auch für die zukünftige Entwicklung der geeignetste sei. Dadurch, daß der Staat sich wieder im Besitz der vollen Verfügung über Polizei, Gendarmerie und Bundesheer erwiesen habe, habe er seine Stellung über den Parteien und auch seine Autorität ihnen gegenüber bewiesen. Die bevorstehenden Verhandlungen über die Sicherung des inneren Friedens in Oesterreich könnten nur geführt werden, wenn keinen Schwierigkeiten aus dem Wege gegangen werde. Die Verhandlungen seien em Hauptpunkt der österreichischen Innenpolitik in den nächsten Wochen. — Das „Reue Wiener Tageblatt" führt u. a. aus: Die svzial- demokrattschen und verwandten Blätter hätten eine Gefahrenstimmung erzeugt, die im Auslande zu schweren Schädigungen der österreichischen Wirtschaft geführt habe. Das Blatt verlangt von den Sozialdemokraten Umkehr auf der ganzen Linie. — Die „Reue Freie Presse" behauptet in einem Leitartikel mit der Äeberschrist „Zurück zur Arbeit", daß die Tschechoslowakei, Ungarn und Italien ihren Grenzschutz gegen Oesterreich verstärkt hätten und dah die Rationalbank in den letzten Tagen einen Devisenausgang von fünf b is sechs Millionen Schilling verzeichnet hätte. Man solle nunmehr zur Arbeit zurüÄehren. Auf beiden Seiten müsse auf die besondere Lage Oesterreichs Rücksicht genommen werden. — Die sozialdemokratische Presse drückt sich außerordentlich befriedigt aus. So nennt die „Arbeiter- zeittmg" den gestrigen Tag einen Tag des Triumphes. Der sozialdemokratische Parteivorstand veröffentlicht eine Dankeskundgebung, in der es u. a. heißt: Die Regierung lja&e beinahe das ganze Bundesheer mobilisiert, um ein paar tausend Heimwehrleute vor dem Zorn des Volkes zu schützen. Die Landsknechte des Faszismus hätten sich in Wiener-Reustadt nicht anders bewegen formen als versteckt unter einem Riesenaufgebot von Militär und Gendarmerie. Hessens Finanzlage. Eine Uebersicht über die ersten sieben Monate 1928. Darmst a d t, 6. Oft. Die nunmehr vorliegenden Ziffern über die Einnahmen unb Ausgäben des Volksstaates Hessen im ersten Halbjahr 1928 und im Monat Juli 1928 ergeben folgendes Bild (alles in 1000 Mk.): A- Ordentlicher Haushalt. Im allgemeinen wird bemerkt, daß bei verschiedenen Po- sittonen der Ausgaben und insbesondere der Einnahmen vier Zwölftel des Jahressolls nicht erreicht werden, da die Brutto-Einnahmen unb -Ausgaben der betreffenden rechnungspflichtigen Kafseverwaltungen erst gegen Ende des Rechnungsjahres voll ausgewiesen werden. Einnahmen: Steuern 1.Halbjahr 10537, Juli 7559, zusammen 18 096 bei einem Jahressoll von 77800; Heberschüsse der Unternehmungen und Betriebe (hier ist zu beachten, dah ben größtenteils noch ausstehenden Einnahmen aus staatlichen Holzverkäufen schon die vollen Holzhauerlöhne usw. gegenüberstehen, so daß sich hier eine Mehrausgabe ergibt): 1. Halbjahr 1515, Juli 58, zusammen 1573, Zuschüsse 1. Halbjahr 12, Juli —, also insgesamt 1585; Ju stiz: 1. Halbjahr 309, Juli 355, zusammen 664 (Jahressoll 4611);Dolksbi ldung, Wissenschaft, Kunst und Kultus: 1. Halbjahr 58, Juli 5, zusammen 63 (8458-; übrige Landesverwaltung: 1. Halbjahr 2838. Juli 1083, zusammen 3921 (20 252). Die Gesamteinnahmen betragen also im 1. Halbjahr 12215 im Juli 8944, zusammen 21 159 gegenüber einem Jahressoll von 114 756. Ausgaben: Justiz: 1. Halbjahr 2529, Juli 751, zusammen 3280 (12 221); Volksbildung. Kunst. Wissenschaft unb Kultus: erstes Halbjahr 9873. Juli 3099. zusammen 12 972 (43 593); wertschaffendeErwerbslosen- fürforge: —; Wohnungswesen — (12); Schuldendienst: 1. Halbjahr 218, Juli 56. zusammen 274 (2256); Ruhegehälter: erstes Halbjahr 3676. Juli 1207, zusammen 4883 (14 583); sonstige Ausgaben: 1. Halbjahr 8267, Juli 3076. zusammen 11 343 (41 538). — Die Gesamt- ausg aben betragen also im 1.Halbjahr 24 563. im Juli 8189, zusammen 32 752. — Es ergibt sich also für den ordentlichen Haushalt eine Mehrausgabe von 11593. B. Außerordentlicher Haushalt: Die Gesamteinnahmen betragen im 1. Halbjahr 5478 im Juli 1, zusammen 5479 (16 006). wobei 11 für Wohnungswesen bereits im ordentlichen Haushalt unter Ausgabe (12) enthalten sind. — Die Gesamtausgaben betragen im 1. Halbjahr 165. im Juli 843. zusammen 1008 (16 006). Diese Ausgaben verteilen sich insgesamt auf Landeskultur- Wesen 60. Verkehrswesen 6, sonstige Aufgaben der Hohettsverwaltung 852, Zuschüsse und Reu- inbefhetungen für Unternehmungen und Betriebe, sowie Vermögen 90. Im außerordentlichen Haushalt verbleibt also eine Mehreinnahme von 4471 Der hessische Finanzminister verzeichnete also Ende Juli ein buchmäßiges Minus von 7 122 000 Mark. Anschlüffigkeii im Zentrum. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 9. Oft. Sowohl im Reich als auch in Preußen steht zurzeit die Regierungs- umbi Ibung im Mittelpunkt aller politischen Erörterungen. Für den Kanzler Hermann Müller kommt es darauf an, das Zentrum fester an ferne Regierung zu binden, Herr Otto Braun dagegen soll sich mit einer Erweiterung der Preußen-Koalition durch die Hereinnahme der Deutschen Volkspartei einverstanden erklären. Das Zünglein an der Waage bildet augenblicklich das Zentrum, das sich im Reich bisher ebensowenig zu einem engeren Heranrücken an das Kabinett entschließen konnte wie zur Freimachung eines Mirristersessels in Preußen für einen Dolks- parteiler. Dun hat inzwischen der Reichsparteivorstand des Zentrums getagt, scheint sich aber auch nicht schlüssig geworden zu fein, welchen Kurs er empfehlen soll. Das über die Sonntagssitzung ausgegebene Kommunique ist recht nichtssagend, was sonst aus der Sitzung bekannt geworden ist, reicht nicht aus, um die Hoffnung auf baldige Entschließungen des Zentrums als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Allein die Tatsache, daß dem Parteitag alle weiteren Entscheidungen zugeschanzt wurden, ist bezeichnend für die im Parteivorstand herrschende älnschlüssigkeit. Die Dinge werden vermutlich jetzt so laufen, daß man es ben einzelnen deranttoörtlichen Persönlichkeiten überläßt, sich um die Schwierigletten Reich—Preußen, die sich wegen ihres inneren Zusammenhanges nur gemeinschaftlich aus der Welt schaffen lassen, herumzukommen. Das schließt natürlich nicht die Fortführung der eingeleiteten Verhandlungen in Preußen wie auch -Unterhaltungen im Reich aus, wobei jedoch die Zentrumsvertreter stets Wert auf die Feststellung legen dürften, daß sie Ermächtigungen zu irgendwelchen Zugeständnissen dieser oder jener Art nicht besitzen. Wie das Rachrichtenbureau des DDZ. ergänzend erfährt, ist in ber Sitzung des Parteivov- standes des Zentrums zwar fein Beschluß Sur Koalitionsfrage im Reich oder in Preußen gefaßt worden, doch hat man ausdrücklich den Fraktionen der beiden Häuser freie Hand für etwaige Koalltionsver- hand langen gelassen. Das ist insofern bedeutsam. als in der zweiten Hälfte dieser Woche im Preußischen Landtag die Koalttionsparteien zu offiziellen Verhandlungen über die Regierungserweiterung zusammentreten. Für das -3en- trum wird der Abgeordnete Heß die Unterhandlungen führen, für die Demokraten der Abgeordnete Falk, für die Sozialdemokraten der Abgeordnete Heilmann. Der preußische Ministerpräsident wird sich an diesen Besprechungen nicht beteiligen, sondern die Parteien unter sich lassen. Man hofft, dah Ende der VÄxche bereits die volksparteilichen Llnterhändler Stendel und Schwarzhaupt hinzugezogen werden können. Die Verhandlungen werden sich außerordentlich schwierig gestalten. Aus aller Wett. Essener Kongretz für Chorgesangswesen. Auf der ersten Tagung für Chvrgesangs- toefen in Essen, die heute eröffnet wurde, erinnert Reichsinnenminister Severing in seiner Ansprache an seine eigene aktive Sängerschaft, toie der Reichsinnenminister die DvlkSerziehungs- mittel des Reichsrunbftmks unb des Kinos zu überwachen hätte, nämlich in dem Sinne, um eine zu öde Einseitigkeit dieser Mittel auszuschalten, ebenso obliege ihm neben der Erziehung von Auge und Ohr auch diejenige der Seele, und das könne nur dadurch geschehen, daß das deutsche Volk die innere Annäherung zum Chorgesangs wesen wieder erhalte. Wie Severing mitteilte, gehen feine Bestrebungen dahin, die Mitglieder des Reichskabinetts, des Reichsrats und auch des Reichstages von der Rotwendigkeit der wirtschaftlichen 11 n - te rstützung des deutschen Chorgesangwesens zu überzeugen. Als zweiter Redner begrüßte Kultusminister Dr. Decker die Tagung. Er hob hervor, dah es im Zeitalter eines übermäßig betonten ödem Materialismus' notwendig sei, die künstlerischen Eigenschaften, so auch diejenigen des Chorgesangwesens, tatkräftig zu unterftütjen. Der Minister feierte dann ben Beschluß der gemeinschaftlichen Arbeit zwischen ben drei großen deutschen Sanges- und Chorverbänden auf öer Essener Tagung als einen bedeutsamen Schritt auf dem Wege zur deutschen Einigkeit. Im einzelnen schilderte der Redner die Bedeutung ber Schule für den Vollsgesang und die Arbeit der Jugendbewegung für das deutsche Volkslied. Es folgten dann drei Vorträge über das Ehor- gesangswesen. politisches Attentat in Indien. Wie aus Bombay gemeldet wird, ist auf den Vorsitzenden des Komitees der indischen Zentrab Regierung, Sir Sankaran Nair, der gleich- zettig als Vertreter 9 n b i e n s für bie Zusammenarbeit mit der Simon . Komin i s s i o n zur Ausarbeitung der neuen indischen Verfassung ausgewähtt wurde, ein Anschlag verübt worden. Ein Wagen des Zuges, in dem», sich Sir Sankaran Noir nach Bombay begeben wollte, um die Ankunft der Simon-Kommission zu erwarten, wurde bet Manmad in bie Luft gesprengt. Drei Reisende wurden getötet unb acht verletzt, von denen inzwischen zwei gestorben sind. Nach einer weiteren Meldung befand sich Sir Sankaran Nair nicht in dem Unglückszug, sondern traf aus Simla in Bombay ein. Raubüberfall in einem Reuyorker Juwelier laden. In einem Juwelievgeschäft inderl2. Etage eines Wolkenkratzers in der 5. 2ü>enue wurde von vier maskierten Männern ein Raub- übevfall verübt. Zwei der Räuber bedrohten den Verkäufer unb einen gerade anwesenden Kunden mit Revolvern, während die beiden anderen EdelsteineimWertevon200 OOODvb- lar an sich nahmen. Den Däubem. die ihre Opfer fortwährend mit den Revolvern in Schach hielten und sie bei der geringsten Bewegung mit dem Tode bedrohten, gelang es, unerkannt zu enüommen. Zwanzig italienische Arbeiter von einem Erdrutsch verschüttet. Bei Neapel wurden zwanzig Erdarbeiter, die beim Bau der Straße Arenella Capella bei Cangiani beschäftigt waren, von einem Erdrutsch verschüttet. Erst nach schwierigen Rettungsarbeiten gelang es ber Feuerwehr, einen Teil der Verunglückten zu retten. Sieben Arbeiter konnten nur als Leichen geborgen werden, dreizehn weitere mit schweren Verletzungen. vom dritten Stock in den Hof gestürzt. In einer Hallenser Schokoladenfabrik wollte eine 19jährige Arbeiterin von einem Baugerüst einen Stuhl holen und sprang dazu auf ein Glasdach. Dieses brach ein, die Unglückliche stürzte drei Stock tief indenHof und erlag bald darauf ihren Verletzungen. Auch Opfer ihres Berufes. Im Laufe eines Friseurkongresses in Groningen in Holland fielen plötzlich 30 Tagungsteilnehmer, die Demonstrattonen machten, besinnungslos zusammen. Sie waren von den Parfümwolken betäubt worden, die so stark waren, dah die unglücklichen Opfer der Haarkunst in ein benachbartes Krankenhaus gebracht werden mußten, wo es dann gelang, sie aus der Ohnmacht zu erwecken. warscö, Wien La «assige» SQdsodwest 'n stürmische» «ordwest tle Piene fliegen mit dem winde. Ole beiden Stationen steneoden lallen geben die Temperatur an. Ole Urnen verbinden Orte eu^ldchcob •m* -.eeresnivea* umoerechneteo lultdEMca Wctiervo raussage. In ganz Europa hat erheblicher Lustdruckfall ein« gesetzt. Das Barometer zeigte heute Morgen in Deutschland stellenweise 10 Millimeter weniger als am Vortage. Dabei ist es zur Ausbildung einer Rinne tiefen Druckes gekommen, die sich von Irland nordwefllich bis über Skandinavien erstreckt. Ihre Ausläufer werden sich auch in unserem Gebiete durch Bewölkungszunahme und einzelne Niederschläge auswirken. Wettervoraussage für Mittwoch: Vielfach wolkig, Temperaturen wenig verändert, einzelne Niederschläge. Witterungsaussichten für Donnerstag: Meist bedeckt unb weiterhin Regenschauer. Lufttemperaturen am 8. Oktober: mittags 14,2 Grab Celsius, abends 8 Grad Celsius; am 9. Oktober: morgens 7,4 Grad Celsius. Maximum 14,5 Grad Celsius, Minimum 5,8 Grad Celsius. — Erdtempera- turen: am 8. Oktober: abends 10,7 Grad Celsius; am 9. Oktober: morgens 8,3 Grad Celsius. Mlaben. "".«tage 5: $tenue tae? ein Laub. £*Äunbm anbmn 200 000 'S)o I* ubern, die ihre in Schach Mtgung mit !| anerkannt zu « Erdrutsch »rbeitn, btt beim bei Cangiani be- Ich verschüttet Erst ;n 9- 3 »’S* • M« i gestürzt, fabril wollte eine Baugerüst einen uf ein Tlas- ckliche stürzte drei halb daraus ihren ifa- itgttffte h - ächU TagMgL- machten, Wen» dvndenPar. K die sv Hart Ortet der Haar- «2 wm 0 ß( n» t\O Ä“ Arc -",L Geb'-t- ; S *t6er‘ . yrittwoH' ,, Donnerö< bei: ^ tzktober- Grad Der Lieberfall auf Graf Hardenberg Zur Jean Weisel. Oiefaen, Sonnenstrafae «, Telephon Nr. M ,solldumm". Meinen Jungen war diese- Erlebnis das Schönste am ganzen Tag. Wir sammelten noch glänzende Kastanien für das Schwesterchen, pflückten einen schönen Herbststrauh. von allen bunten Zweigen etwas. Am Waldrand findet man ja köstliche Zusammenstellungen. Als wir am späten Abend heimkamen und die Rucksäcke auspackten, schlug meine Frau die Hände über dem Kopf zusammen. Rosenwildlinge hatten wir feststellen wollen, und reich beschenkt mit allerlei Gaben kehrten wir heim. Grosze Tüten voll Brombeeren. Haselnüsse, Kastanien, Aepfel und Dirnen. „Steinpilze haben wir auch gesehen." sagte mein Aeltester. „3a, die holen wir morgen." Der Laubstrauh aber kam mitten auf den Tisch und erzählte von der Schönheit des Herbstwaldes, und noch nach dem Abendgebet sagte mein Kleinster: „Das mit dem Fuchs war doch am feinsten!" । N. Nefljrtlches MWL Ätoffdhasse ö MM . j Besaitung Ucberfallenen gestohlenen 90 Mart. Der Graf schleppte sich dann zur Polizei und erstattete Anzeige. Hiernach handelt es sich offenbar um einen Raub - überfall. Von den Tätern fehltbishernoch jede Spur. Ob die gewonnenen Fingerabdrücke von den Räubern herrühren, ist gleichfalls noch nicht festeste erscheinende „Tempo" zu dem Heberfall auf den Grafen Hardenberg, den Bevollmächtigten des ehemals regierenden Groh- Herzogs von Hessen, noch meldet, soll im Zusammenhang mit dem Prozeh um die angebliche Zarentochter Anastasia der Herzog von Leuchtenberg behauptet haben, dah Graf Hardenberg im Auftrage des Grohherzogs die Summen zur Verfügung gestellt habe, die zur Entlarvung der Anastasia dienen sollten. Graf Hardenberg sei von ben zur Partei der Ana- slasia gehörenden Anwälten scharf angegriffen und als die Quelle des ganzen Feldzuges bezeichnet worden, der im Auftrage des Grohherzogs gegen die Echtheit der Anastasia geführt wurde. konnten wir vorn Bahnhof biß zur Stunde nichts erfahren. Wenn auch heute früh der starke Mor» germebd für den Zugverkehr hinderlich gewesen sein mag, so ist aber doch nicht recht erklärlich, wodurch die Verspätungen am gestrigen Abend begründet sind. Anscheinend klappt bei ber lieber- leitung des Zugverkehrs auf den neuen Fahrplan doch nicht alles so. wie es sein sollte. *♦ Eine Achtzigjährige. Am morgigen Tage, 10. Oktober, begeht Frau Katharina Hahn Witwe, Schiffenberger Weg 39 wohnhaft, in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. •* Einen Lehrgang f ü r Wohlfahrtspflege veranstaltet das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit dem Hessischen Roten Kreuz (Hessischer Landesverein vom Roten Kreuz und Alice- Frauenverein) am 16. und 17. Oktober in der Aula der Lanöesuniversität Giehen. Der Lehrgang ist für die Zwcigvereme vom Roten Kreuz in der Provinz Oberhessen bestimmt. Als Rese- reuten sind gewonnen: Bürgermeister Dr. Freh (Gießen. jetzt Frankfurt a. M.); Regierungsrat Strack (Alsfeld): Frau Regierungsrat Keller (Darmstadt): Oberarzt Dr. Schultze (Giehen): Frau Oberin Ledebour «Düsseldorf). Ferner sind Besichtigungen des Physiologischen Instituts und der Frauenklinik vorgesehen, bei denen Professor Dr. Bürk er und Professor Dr. von 3 a s ch k e Vorträge halten werden. •• E i n Kursus über Bienenkrankheiten fand dieser Tage im Zoologischen Institut dec Universität Frankfurt a. M. statt, an dem sich 20 Imker ans Hessen-Rassan und dem Freistaat Hessen beteiligten. Die Eröffnung erfolgte mit einem Lichtbildevvortrag, zu dem außer den Kursisten auch andere Imker und Imker- freunde erschienen waren. Das Polizeipräsidium war durch Polizeirat Auerbach, die Landwirtschaftskammer Wiesbaden durch Dr. Schneider vertreten. Eröffnung und Begrüßung erfolgte durch den Vorsitzenden der Frankfurter Incker, Oberschullehrer Schade, während Herr Dust- Leihgestern, Vorsitzender des Verbandes hessischer Imker, allen, die zum Gelingen dieses Kursus ihr Teil beigetragen haben, dankte. Der interessante Lichtbildervortrag des Privat- dozenten Dr. W Ülker fand sehr beifällige Aufnahme. An den beiden folgenden Tagen wurden die Kursisten durch Vortrag und mikroskopische Hebungen mit den Erregern von Dienenkrankheiten bekannt gemacht. "BestellungenaufFichtendeckreifer müssen, wie die Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil bekanntgibt, bis spätestens 12. Oktober beim städtischen Rechnungsamt erfolgen. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung besonders hingewiesen. — Beethoven-Konzert. Mittwoch abend wird in der Reuen Aula Frau Lydia Hoffmann-Behrendt aus Berlin, deren Kunst den Giestener Musikfreunden von den letztjährigen Veranstaltungen des Konzertvereins in bester Erinnerung ist, Werke von Beethoven vortragen (Sonaten op. 10 und 57 und ferner Variationen op. 35, Rondo op. 129 u. a. m. Vgl. die heutige Anzeige). — „Das moderne Theater". Am Donnerstag, 11. Oktober, abends 20.15 Uhr, spricht der Dramaturg des Giestener Stadttheaters, Dr. Karl Ritter, im Rahmen einer Veranstaltung des Goethebundes mit dem Stadttheater über das moderne Drama. Der Vortrag findet im grosten Hörsaal der Universität statt. , ?;cncr Wochcnma'-ktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochemnackt das Pfund: Butter 200 bis 220; Matte 30 bis 35: Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 12 bis 15; Weistkraut 6 bis 12; Rotkraut 12 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 23 bis 40; Römischkohl 10; grüne Bohnen 30 bis 40: gelbe Bohnen 40 bis 70; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Rosenkohl 50; Feldsalat 10 bis 120; Tomaten 25 bis 30; Zwiebeln 12 bis 15; Merrettich 50 bis 150; Schwarzwurzeln 60 bis 70; Kartoffeln 5 bis 6; Falläpfel 8 bis 10; Aepfel 20 bis 30; Birnen 10 bis 25; Zwetschen 10 bis 15; Preiselbeeren 50 bis 55; Brombeeren 60; Hagebutten 18; junge Hähne 100 bis HO; Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 100 bis 120; Rüsse 80 bis 100; das Stück: Eier 16 bis 17; Blumenkohl 40 bis 150; Salat 10 bis 20; Endivien 10 bis 25; Ober-Kohlrabi 5 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 20 bis 50 -Pfennig. " Eine Reihe Zugverspätungen gab es gestern abend und heute morgen im Zugverkehr auf dem hiesigen Bahnhof. Heber die Hrsache der mangelnden Einhaltung des Fahrplanes Bornotizen. — Taaeskolender für Dienstag: Stadttheater: Gräfin Eva, Anfang 19.30, Ende 22 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Anna Karenina. — Astoria-Lichtspiele: Die Rothaut von Danville. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz macht nochmals darauf aufmerksam, daß die heutige Operettenvorstellung „Gräfin Eva" um 19‘/2 Hhr beginnt. Die Operette geht in der Frankfurter Hraufführungsbesetzung auch in Gießen in Szene. — Morgen, 10. Oktober, findet die e rste Wiederholung des mit so großem Beifall aufgenommenen Lustspiels „I n g e b o r g" von Kurt Goetz statt. — Rezitativnsabend vonDr. Prasch. Heute abend 8.15 Hhr findet im großen Hörsaal der Hniversität ein Rezitationsabend „Die Leiden des jungen Wertster" statt. Im Rahmen des Ferienkurses der Hniversität spricht Intendant Dr. Rolf Prasch. Lpd. D a r m st a d t, 8. Oki. Zu dem U e b e r f a 11 auf den Grafen Hardenberg wird weiter berichtet: Graf Hardenberg konnte im Laufe des heutigen Vormittags vernommen werden. Sein Zustand hat sich soweit gebessert, daß er Besuche empfangen kann. Ueber die Tat werden folgende Einzelheiten bekannt: Als der Gras gegen 1 Uhr nachts nach Hause kam, erwarteten ihn auf dem dunklen Flur zwei bis drei Leute, die sofort mit einem stumpfen Gegenstand auf ihn ein- schlugen und ihn zu Boden warfen. Als er bereits am Boden lag, wurde er noch weiter mißhandelt, bis er sich tot [teilte. Die Räuber durchsuchten bann die Kleider des Grasen nach den Schlüsseln zum Kassenschrank, der in dem Herrenzimmer stand. Aus der Brieftasche nahmen sie 9 0 Mark Bargeld und gingen bann in das Zimmer, wo sie ben Kastenschrank "öffneten. Der Schrank enthielt jeboch kein Bargeld, sondern nur Wertgegenstände, für die die Räuber kein Interesse hatten. Nachdem sie versucht hatten, den unteren Teil des Kassenschranks mit Gewalt zu öffnen, was ihnen jedoch mißglückte, verließen sie nach etwa halbstündigem Aufenthalt wieder die Wohnung mit den aus der Brieftasche des ttus der Pwvmzialhaupistadi. Giehen, den 9. Oktober 1928. Don der Fülle des Herbstes. Wir brauchen für unfern Garten einige Rofen- ! chstämmchen. Die Wildlinge dazu liefert uns tet Wald. Meine Jungen und ich zogen also an EM der goldenen Oktobertage hinaus m das Tcete. Bald war der Rand des Waldes erreicht, cs wurden zahlreiche Wildlinge sestgestellt und ms einer Sttzze einge^eichret. damlt wir sie nach K'tn Laubfall holen können. Aber der Tag war so voll Sonnenschein und i^bst sicher Wilde, dah wir einen großen Spa- ergang machten. Wir hatten ja Rucksäcke mit Butterbroten bei uns. 2ln einer stillen Ecke turbe gerastet und Hmschau gehalten. Es war , cht nur die wunderbare Pracht des bunten üaubeä, die meinen Jungen gefiel, sondern viel i-hr Entzücken hatten sie an den dunkelblauen. ;ften Brombeeren, die hier am Waldrand in hülle und Fülle reiften. . Draußen auf dem Feld standen Ganbtoirte bei <-r Kartoffelernte. Lange Reihen gefüllter Säcke .■egten von dem Fleiß der Leute. Hier und da [i (diene Früchte. Auch auf der Erde lagen einige, cte waren den Buben willkommene Deute. Das Lepfelstoppeln" aus meiner Jugendzeit fiel mir rin, und ich lieh den Jungen Freiheit Sie Itlterten hoch hinauf, entdeckten ein verlassenes Vogelnest und füllten sich die Taschen mit den etzten Früchten. -Das Schönste erlebten wir aber im Walde. Zwischen den Stämmen sah ich etwas, manchmal )0-n den Sonnenstrahlen gestreift, das sich be- Dejte. Ich dachte zunächst an ein Reh. Bald iber merkte ich, dah es ein Fuchs war. Ich jäte meinen Jungen einen leisen Stotz, legte den Ringer auf die Lippen und zeigte ihnen den zuchs. Er kam gerade auf uns zu, die Rase jja-tte er auf der Erde, als ob er eine Fährte ««folgte. Sein Fell war nicht schön, weder rot ivch braun, eine verschwommene gelb graue Farbe, scheinbar wechselte er sein Kleid, oder es war rin ganz alter Bursche, der Größe nach sicher. Vir standen still und wagten kaum zu atmen. Zetzt war er nur noch zehn Schritte entfernt, -h,ne dah er uns bemerkt hatte. Da hob er den Kopf, sah uns, und — ein hoher Sah, und dann gi»gs rasend in die Weite. Ein lautes Hallo pon unserer Seite folgte. Meine Jungen ihm Er war aber bald im dichten Hnterlaub verschwunden. Man sagt immer, der Fuchs sei ein schlaues Tier. Aber das Gesicht, das dieser alle Knabe machte, als er uns erblickte, war, toi« man heutzutage sich auszudrücken beliebt, litt1', Die Reemtsma A.-G. hat seit 1924 die qualitative und quantitativeFiih- tung im Einkauf macedonischer Tabake. daß unsere Einkaufsorganisation mehr als ein Sechstel der gesamten Tabakernte Mace- doniens aufgekauft hat. In den Rest teilt sich die Cigarettenindustrie der ganzen Welt REEMTSMA CIGARETTEN Margarete Alt Wwe Nur noch Dienstag, den 9. Okt. und Mit t wo ch, den 10. Okt 8903D Fuß Spezialist Marie Erb und Kinder. kostenlos Gießen, 8. Oktober 1928. 8898V b SeÄMWM Vermietungen! 0 0 Keinerlei Kaufzwang! Separater der Abendkasse. 07156 Beratungsraum ♦ V 226-10,5 Morgen Gießen Mäusburg 12 / Fernspr. 210 8918a SsseMneider (Heimarbeiter) ge- LNSdchsn Großhandlung et zu kaufen ges. Ausf. schr. Angeb. u. 8908V an den Gieft. Anz. Versuchs- Hunde 30 raufen gefußt ^’d meö. fillulL Langiähr. HauSiran geb., 43 Jahre, sucht Wirkungskreis wo Hilfe für grobe Arbeit vorhanden. Schr. Ang. unt.08876 an den Gieft. Anzeig. Oft kommt es vor, dafl man nachts irgend welche Schmerzen leidet, wird von Kopfschmerzen geplagt, das Zahnfleisch oder ein hohler Zahn, Hexenschuß, Wadenkrampf, Kreuz- od. Gliederschmerzen quälen einen. Da ist guter Bat teuer. Hilf® bringt meist Karmelittrgciit Car mol! 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Er wies darauf hin, daß gerade die alten Soldaten, die den Krieg in seiner ganzen Furchtbarkeit erlebt hätten, be- rusen seien, auf Mittel und Wege zu sinnen, um künftige Kriege zu vermeiden. Vicht durch gewaltsame llnterbrüäung durch die Sieger und feige Unterwerfung der Besiegten könne man zu einem wahrhaften Frieden kommen. Freiheit und Selbständigkeit, Heimat und Volk seien die höchsten Güter eines jeden vaterlandliebenden Mannes. Die Freiheit stehe höher als selbst der Frieden. Die Grundlage für einen wahren Frieden könnte nur durch eine ehrliche und mannhafte Aussprache zwischen den einzelnen Völkern geschaffen werden. Auf dieser Grundlage mühten dann die Staaten eine ehrliche Versöhnung und einen gerechten Ausgleich unter Wahrung der lebensnotwendigen Bedürfnisse der Völker in Angriff nehmen. 3m Auftrage des vorbereitend en Studienaus- fchusses legte dann der Vorsitzende folgende Erklärung zur Beschlußfassung vor: „Die am 10. September 1928 in Luxemburg versammelten Vertreter von mehreren Millionen ehemaliger Frontkämpfer geben zu Beginn ihrer Arbeiten folgende Erklärung ab: Sie gedenken in tiefer Bewegung aller Opfer des Krieges: sie betonen ihren Friedenswillen und sie wünschen, daß alle zwischen zwei oder mehreren Völkern ausbrechenden Streitigkeiten dem Schiedsgerichtsverfahren unterbreitet werden. 3n dem ftarfen Bewußtsein, während des Krieges alle ihre Pflichten ihrem Vaterlande gegenüber erfüllt zu haben, überzeugt, daß das Frontgeschlecht durch sein Beispiel beweisen muß, daß die Liebe zum Vaterlande nicht nur in der Verteidigung des Vaterlandes besteht, sondern auch in dem Willen, mit den Vaterländern der anderen in Frieden zu leben, wollen sie einen neuen Geist schaffen, einen Geist gegenseitiger Achtung, wechselseitigen Vertrauens und des besseren Verständnisses der Eigentümlichkeiten der versch iedenen Völker. Die Besprechungen und die Abstimmungen werden auf der Grundlage vollkommener Gleichberechtigung stattfinden." Diese Erklärung • wurde unter lebhaftem Beifalle einstimmig angenommen. Sodann wurde folgende Entschließung vorgelegt: „Die Abgeordneten erklären, daß die Völker nur dann in Frieden miteinander leben werden, wenn ihre Beziehungen auf der Grundlage der Gerechtig^it beruhen werden, wenn ihre Regierungen die freiwillig unterschriebenen Abmachungen ein- halten werden und alle Streitigkeiten, die zwischen ihnen entstehen werden, dem Schiedsgerichtsverfahren unterbreiten werden." 3m weiteren Verlaufe der Verhandlungen wurden mehrere Ausschüsse Lingeseht, denen die fernere Fortführung der Arbeiten im Dienste des Friedens obliegen soll. Dann hielt Aug. Abel, der zweite Vertreter des 3ung- deutschen Ordens, einen längeren Vortrag über die wirtschaftlichen Folgen und die Bedrohungen des europäischen Friedens, welche durch den polnischen Korridor entstanden und zu befürchten sind. Zum ersten Male konnte hier in der europäischen Oesfentlichkeit auf eine der widersinnigsten und gefährlichsten Schöpfungen des Versailler Diktates hingewiesen werden. Es ist überaus bezeichnend, daß der jungdeutsche Redner unter gespanntester Aufmerksamkeit der Zuhörer sprach, und daß seine Ausführungen lebhaften Beifall fanden. Anschließend an den Vortrag Abels sprach der polnische Vertreter von seinem Standpunkte aus ebenfalls über den polnischen Korridor. „Anna Karenina" Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Dieser Grohfilm der Metro-Goldwyn-Mayer war bei seinem ersten Erscheinen sofort ein starker Erfolg, der sich von Berlin aus über ganz Deutschland verbreitete. Lind es muß zugestanden werden, daß die Bedeutung des Werkes über eine zeitbedingte Huldigung zum 100. Geburtstag Tolstois hinaus Bestand und Gültigkeit hat. Erfolg und künstlerische Bedeutung haften bei diesem Werk ganz überwiegend an der ausgezeichneten schauspielerischen Leistung, die er vermittelt, gehen aus von der Besetzung der Karenina mit Greta Garbo und des Grafen Wronsky mit 3ohn Gilbert. Die Garbo, die sich zuvor nicht durchzusetzen vermochte (was angesichts ihrer Leistung nicht recht erklärlich ist), hat sich mit dieser Rolle einen Ramen und eine Stellung geschaffen, in der sie künftighin nicht gut mehr zu übersehen sein wird: sie ist schön, ohne einen weiblichen Starthpus im amerikanischen Geschmack zu verkörpern, und sie verfügt über ein starkes ursprüngliches und filmmäßiges Spieltalent. Sie spielt ihren eigenen Stil, der ganz von innen heraus gebildet wird, der Gesicht, Hände und Körper zu gemeinsamen Trägern eines Ausdruckswillens formt, der unmittelbar zum Gefühl spricht und sofort verstanden wird. So ist sie geschaffen und berufen dazu, die Karenina lebendig zu machen, die Ehebrecherin, Mutter und Geliebte zugleich, welcher die Liebe zum Kinde und die Liebe zum Geliebten — aber sie darf nicht beides in sich vereinen, mutz wählen zwischen dem Mann und dem Knaben — zum Frauenschicksal wird: sie verläßt nach schweren Seelen - kämpsen den Mann, um ihm Ehre unb Lebensglück zu retten, und opfert sich chrer selbstlosen großen Leidenschaft auf. Dies alles wird von der Garbo mit einer wunderbar überzeugenden Schlichtheit glänzend gespielt. Wronsky, der junge Offizier von der Petersburger Garde, um dessen willen die Gemahlin des Senators Karenin üjr Kind verläßt und die Ehe bricht, wirkt in der ernsthaften und Das Verhältnis vonMZch und Ländern— em Weg Zur Verfaffungsreform. Eine Denkschrift des Bundes zur Erneuerung des Reiches. Berlin, 9. Okt. (Sil.) Der Bund zur Erneuerung des Reiches veröffentlicht nunmehr in einer Denkschrift seine Reformvorschläge für die Neugestaltung der Beziehungen zwischen Reich und Ländern, die bekanntlich vor kurzem teilweise durch Indiskretionen bekannt wurden. Die Denkschrift enthält die Leitsätze des Bundes, eine Liste der Persönlichkeiten, die den Leitsätzen zuge- ftimmt haben, eine eingehende Begründung der Leitsätze, zwei Skizzen für Gesetzesvorschläge zur Aenderung der preußischen Verfassung und der Reichsverfassung, die eine Neugestaltung der Beziehungen zwischen dem Reich und den Ländern bezwecken, eine Begründung zu den Gesetzes- Vorschlägen, sowie endlich eine Sammlung der in Deutschland bisher zum Problem Reich und Länder erschienenen Literatur. 3n den Leitsätzen wird zunächst begründet, warum das Verhältnis von Reich und Ländern einer baldigen Lösung bedürfe. Hier wird vor allem ausgsführt, baß das unorganische Nebeneinander von Reichstag und Reichsregierung auf der einen Seite, preußischem Landtag und preußischer Regierung auf der anderen Seite unerträglich geworden sei und die Wirksamkeit außen- und innerpolitischer Maßnahmen des Deutschen Reiches in Frage stelle und daß für wichtige, im Interesse der deutschen Wirtschaftsbilanz notwendige Maßnahmen ein einheitlicher Wille der für diese Aufgabenkreise verantwortlichen Reichsregierung sich nicht durchsetzen könne. Cs wird darauf hingewiesen, daß Das Problem weder durch Einverleibung der mittleren und kleineren norddeutschen Länder in Preußen unter Beibehaltung einer preußischen Regierungsgewalt, noch durch die Ueber- nahme leistungsfähigeren: kleinerer und mittlerer Länder in die Reichs Verwaltung, noch durch künstliche Aushöhlung der Länderverwaltungen gelöst werden könne. Es wird deshalb die Lösung nach folgenden Richtlinien empfohlen: 1. 3m Wege übereinstimmender Gesetzgebung des Reiches und Preußens werden die gesetzgeberischen und zentralen Derwaltungsaufgaben Preußens in der Weise auf das Reich übertragen, daß für dieses künftig a ls Reichs - land zu verwaltende Land Reichspräsr- dent, Reichsregierung und Reichstag an die Stelle von Staatsregierung und Landtag treten. 2. Einige im Gemenge mit dem Reichsland liegende oder für die Durchführung der Ausgaben eines Landes nicht mehr leistungsfähige Länder werden alsbald mit dem Reichsland verbunden. Folgender Einzelvorschlag scheint hierfür erwägenswert: A. Die Länder Hessen, beide Mecklenburg, Oldenburg, Thüringen, Anhalt, Braunschweig, Hamburg, Bremen, Lübeck, Lippe und Schaumburg-Lippe, werden dem Reichsland angeschlossen. B. Für die Gliederung des Reichslandes käme sodann folgender Vorschlag in Betracht: a) Die Gebiete von Schaumburg-Lippe, Lippe, Lübeck, die drei getrennten Gebietsteile Oldenburgs, die sechs getrennten Gebiete Anhalts, die achtundzwanzig getrennten Gebietsteile Braunschweigs, sowie die beiden getrennten Gebie ts teile Hessens, neben den sechs Enklaven werden den im engsten Zusammenhang mit ihnen liegenden in Zukunft als Provinzen des Reichslandes zu verwaltenden Provinzen zugeschlagen. b) Die beiden zu vereineirden Länder Mecklenburg, das Land Thüringen, sowie die beiden die größten deutschen Häsen weiter auf eigene Kosten verwaltenden Hansestädte Hamburg und Bremen erhalten gleichfalls die Eigenschaft als Provinzen des Reichslandes. c) Um die Kontinuität der staatlichen und kommunalen Verwaltung im Moment der Ueberlei- tung nicht ziu -gefährden, werden im übrigen bie Grenzen der Provinzen zunächst nicht geändert. d) Die Beseitigung der wenigen Provinz- exllaven, wie der Kreise Wetzlar und Schaumburg, der preußisch-thüringischen Exklaven, sowie künftige wirtschaftlich gebotene Aenderun- gen der Grenzen der Provinzen des Reichslandes erfolgen später nach Anhörung der Provinziallandtage durch Gesetz. C. Gleichzeitig werden die in Süddeutschland liegenden Exklaven den sie umschließenden Ländern eingegliedert. 3nsbesondere wird dec Bezirk Hoherzollern dem Lande Württemberg un er Q us- tausch der Exklaven mit Baden angeschlos'en. 4. Die Provinzen des Reichslandes verwalten die jetzigen Aufgaben der Provinzen und weitere ipnen zu delegierende Aufgaben unter Aufsicht der Reichsregierung. 5. 3m Reichsrat werden die auf das Reichsland nach der Einwohnerzahl entfallenden Stimmen von den Provinzen des Reichs- landes geführt. 6. Der in den Provinzen des Reichslandes an der Spitze der inneren Staatsverwaltung stehende Beamte, der unter Gegenzeichnung des Reichskanzlers vom Reichspräsidenten ernannt wird, muh ständiger Kommissar der Reichsregierung auch gegenüber allen Reichsverwaltungen sein, soweit sich diese nicht wieder in die allgemeine Verwaltung e.ngliebern lassen. 7. Der staatsrechtlichen Stellung des Preußischen Staatsrats ent prechend wird zur Mitwirkung bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reichslandes ein Staatsrat des Reichslandes gebildet. Er wird nach den bisherigen Grundsätzen von den Provinzen gewählt. Der Staatsrat ist bei allen Gesetzesvorlagen an den Reichstag, soweit sie Angelegenheiten des Reichslandes betreffen, zu hören. Ihm steht ein Einspruchsrecht gegen solche Gesetze, sowie ein Mitwirkungsrecht beim Erlaß von Ausführungsverordnungen zu, die grundsätzlich an die Stelle der bisherigen Ausführungsgesetze zu Reichsgesehen treten sollen. 8. Bei dem Finanzausgleich wird das Reichsland im Verhältnis zu den anderen Ländern als Einheit behandelt. Der Finanzausgleich zwischen den einzelnen Provinzen des Neichslandes vollzieht sich in Anlehnung an die bisherige preußische Praxis und unter Berücksichtigung der Besonderheiten der neu hinzu-- tretenben Provinzen des Reichslandes. 9. Das Vermögen der im Reichsland zu vereinigenden Länder wird mit dem preußischen Vermögen zu einem Reichslandvermögen verbunden. Es wird den engeren oder weiteren Kommunalverbänden insoweit übertragen, als er bisher Aufgaben diente, die als kommunale Aufgaben nunmehr den Provinzen des Reichslandes oder zu den ihnen gehörenden Kommunalverbänden zufallen. Die Entscheidung darüber, was . in Zukunft als Reichslandvermögen und was als Kommunalvermögen der Provinzen des Reichslandes zu betrachten ist, trifft im Streitfall der Staatsgerichtshof. 10. Für die Gesamtheit des Reichslandes wird als Unterabteilung des Reichsetats ein Haushaltsplan aufgestellt, bei dessen Zustandekommen der Staatsrat in derselben Weise, wie bei Gesetzen, die für das Reichsland gelten sollen, mitwirken. 3n der Begründung zu den Richtlinien heißt es unter anderem: Es handelt sich um keine Verllagung Preußens in einzelne Länder. Die Staatskraft Preußens soll ungeteilt erhalten werden und nur auf das Reich, auf einen Machtfaktor, über gehen, der ohne Schaden für das ganze gar keine andere Willensrichtung verfolgen kann als sein weitaus größtes Land. Die Staatskraft Preußens beruht nicht nur auf seiner historisch gewordenen Stellung, son- ihtwt i ir urr <■ sympathisch-männlichen Erscheinung Gilberts echt und untheatralisch. Es ist keine Frage: von diesen beiden Schauspielern geht Erfolg und künstlerische Bedeutung des Films „Anna Karenina" in allererster Linie aus. Auch die übrige Besetzung ist gut, die Regie von Edmund Goulding und die Aufnahmetechnik zeigen bestechende Leistungen. Aber der Film als solcher befriedigt nicht volllommen, aus dem einfachen Grunde, weil ihm die Loslösung vom Roman (in seinen Grundzügen) und dessen Verwandlung ins Bild nicht schlackenlos gelungen ist. Das geht schon aus der Art und Zahl der Zwischentitel hervor: der Film hat mehr Text zwischen den Bildern, als ein guter Film eigentlich haben dürste, er arbeitet in manchen Teilen mit geborgten Mitteln, die ihm seinem innersten Wesen nach nicht zugehören. Manuskriptschreiber und Regisseur standen hier zweifellos vor einer delikaten und schwierigen Aufgabe, da der Schwerpunkt der Handlung auf inneren, seelen- haften und handlungsarmen Vorgängen liegt, deren Einzelheiten zwar im Schauspielerischen sehr wohl "sinnfällig gemacht wurden, deren ursächliche Bindungen aber doch eben mit den Mitteln des Films nicht ausgeörückt werden konnten. Ueberdies macht das Werk nirgends von den besonderen Möglichkeiten Gebrauch, die nur ihm naturgemäß innewvhnen und eine immer mit Raum und Zeit kämpfende Romantechnik leicht überflügeln würden. Dies ist eine Feststellung, die weder den Erfolg noch die tatsächliche Leistung des Werks herabsetzen soll, die aber geboten erscheint angesichts der fortschreitenden Entwicklung des Films, in der wir mitteninne stehen, und die zum Teil schon zu Stilformen geführt hat, die keine glückliche Steigerung bedeuten können. Der Weg des Filmkunstwerks der Zukunft muß von der Literatur fortführen: seine größte Gefahr scheint uns die Rückkehr zum Schauspiel und zur Oper au) dem ilmtoeg über den mühsam erarbeiteten Tonfilm zu fein; hier würde das Filmkunstwerk sich selbst in seinem eigensten Wesen auf lösen und unfruchtbar machen. —r— Historische Anekdoten. Nacherzähli von Michael Geyer. Schopenhauer machte gelegentlich die scherzhafte Bemerkung: Was — Freunde in der Not wären selten? Das ist nicht wahr! Kaum hat man Freunde, so sind sie auch schon in der Not und wollen Geld von uns borgen.“ * Der Graf von Girardin schielte entsetzlich. 3n einer Hofgesellschaft fragte er einst den Fürsten Talleyrand: „Nun, mein Fürst, wie gehen die Geschäfte?" — „Wie Sie sehen, Herr Graf — schief I" entgegnete mit penetranter Höflichkeit der berühmte Diplomat. Der berühmte „Zirkuskönig" Barnum besaß einen sehr gelehrigen Elefanten, den er Klavier spielen ließ. 3n Pittsburg bekam er ein neues, extra stark gebautes Klavier, doch kaum hatte er sich davorgeseht und die Noten aufgeschlagen, als er plötzlich starr auf die Tasten niederblickte, während große Tränen ihm den Rüssel entlang liefen. „Was ist denn los, Caliban?" fragte der Lehrer. Caliban berührte mit dem Rüssel leise die weißen Tasten und strich sanft darüber weg — der arme Kerl hatte in dem Elfenbein die Zähne seiner geliebten Mutter erkannt. Ein berühmter Schachmeister des vergangenen Jahrhunderts wurde von einem fremden Herrn zu einer Partie aufgefordert. „Sehr gern," antwortete der Meister. „3ch muß aber bemerken, daß ich nur um Geld spiele." — „Ich nur um die Ehre," erwiderte der Fremde. — „3eber spielt eben um das, was er nicht hat," meinte der Echachmatadvr mit spöttischem Lächeln und verschwand. * Ein Münchener Blatt leistete sich nach Richard Wagners Tode in einem Artikel über Bayreuth den folgenden Satz:... „O, daß der Meister es nicht mehr erleben durfte, zu sehen, wie er nach seinem Tode geehrt wird"... dem auch darauf, daß diesem von Rhein unb Saar bis zur vstpreuhischen Seenplatte, von Schleswig bis nach Oberschlesien ausgedehnten Gebiet ein Ausgleich zwischen leistungsschwächsten und leistungsfähigsten Teilen möglich war und tatsächlich auch meist in dem Sinne gesucht wurde, daß die aus besonders kräftigen anderen Wirtschaftsgebieten verfügbaren Reser- ven an dem jeweils schwächsten Punkte, dessen Erschütterung für das ganze bedenklich geworden wäre, eingesetzt wurden. Als weiterer Vorteil eines größeren Landesgebietes wird für die Beamtenschaft der inneren und Justizverwaltung die Möglichkeit einer Beschäftigung in den verschiedenartigsten Landesteilen anzuerken- nen sei. Für die Stellen in der Provinzial- und in der Zentralinstanz in Verwaltung und 3ustiz ist es durchaus wünschenswert, die Versehungs- möglichkeit über ein möglichst weites Gebiet zu haben. Nur so kann der Entwicklung eines wenig erfreulichen Kantönligeistes vorgebeugt werden. Die hiernach notwendige Einheit in der großen , Linie der Verwaltungsausgaben, die Führung 1 hierbei durch eine für ein möglichst großes Gebiet zuständige Zentrale braucht nicht zu hindern, daß diese Zentrale eine Fülle von Cinzelentschci- j düngen den Provinzialinstanzen überläßt. Diese Frage der Dezentralisation, die durchaus vereinbar mit dem Gedanken der Erhaltung einer einheitlichen Staatslraft in großen Fragen ist, wird noch später zu erörtern sein. Der Gedanke, über Reichslandfragen im Reichstag nur die im Reichsland gewählten Abgeordneten als eine Art besonderes Reichsparlament beraten und abstimmen zu lassen, ist abgelehnt worden. Solche Teilung würde doch ähnliche Gefahren, wenn auch nicht im gleichen Maße, für die Stellung der Reichsminister in sich schließen, wie die Mhängigkeit von zwei getrennten Parlamenten, dem Reichstag und dem Landtag, die oben als unmöglich bezeichnet worden ist. Sie könnte auch der Geschlossenheit der Parteien selbst nicht dienlich sein. Daß für ein besonderes politisches Parlament des Reichslandes, also den bisherigen Preußischen Landtag, oder einen als solches zu konstruierenden Ausschnitt des Reichstages kein Raum mehr ist, bedarf hiernach kaum weiterer Ausführungen. Eine andere Frage ist es, ob es richtig ist, auch den Reichsrat als solchen oder einen Ausschnitt aus ihm zum direkten Organ des Reichslandes in den Angelegenheiten zu machen, die nur das Reichsland, insbesondere seine eigene Finanzverwaltung, betreffen. Diese Frage ist in den Vorschlägen verneint worden und unter Ausschaltung des Reichsrats für diese besonderen Reichslandaufgaben an dem bisherigen Preußischen Staatsrat nachgebildeten Organ ohne die politische Stellung eines Parlaments empfohlen worden. Die SWderhebimg MffolMs. Don unserem römischen ll-Korrespondenten. Rom, Ende September. Am 2 0. September 18 70 zog die italienische Armee, durch Sedan von dem französischen Druck befreit und die paar Dothosen und Zuaven, die das Patrimonium Petri verteidigten, leicht über den Haufen rennend, in Rom ein. Damit lag der Kirchenstaat in Trümmern, die letzte Svnderherrschaft, 3talien war frei und einig, sein Aufstieg zur Großmacht begann. A m 2 0. September dieses 3 ahres, als die erste fahle Dämmerung über die ewige Stadt hinzog, verließ der Mann, der am Abend zuvor als Duce den Palazzo Chigi im Herzen Roms betreten hatte, den faszistischen Großrat als Cäsar. Damit war das letzte Hindernis auf der Siegesbahn des Faszismus beseitigt, die Revolution der Schwarzhemden flutete über die letzten Festungen, Quirinal und Vatikan, hinweg, 3talien bat wieder einen Imperator: Mussolini. Jedem Zuschauer des historischen Spiels bleibt es unbenommen, die Parallele bis zu den siebziger 3ahren oder bis zu den 3den des März zu ziehen. Was ist in jener nächtlichen Sitzung geschehen? Der faszistische Großrat, juridisch bisher nichts anderes als die oberste Parteileitung, hat sich selber zur höchsten Behörde der Zu Beginn des 3'ahres 1881 flüchtete sich der alte Dumas, schon dem Tode nahe, auf den Landsitz seines Sohnes bei Dieppe. Kaum angekommen, mußte er sich zu Bette legen. Während man ihm beim Auskleiden half, fielen drei Goldstücke aus seiner Westentasche und rollten auf den Teppich. Dumas lachte, jenes schallende, gutmütige Lachen, das ihm eigen war, und sagte: „Als ich vor 45 3ahren nach Paris kam, hatte ich 100 Frank in der Tasche: jetzt bleiben mir noch 60, und man wagt es, mir vorzuwerfen, daß ich ein Verschwender war." Kunst und Wissenschaft. Die Duncan-Memoiren wieder freigegeben. 3nfolge einer Klage des russischen Pianisten S e r o f f war der Verkauf der Duncan-Memoiren durch einstweilige Verfügung verboten. Der Amalthea-Verlag mußte auf Seite 394 int Nachwort Rene Fülöp-Millers einen Absatz über! leb en, weil Herr Seroff behauptet, daß er an der Eifersuchtsszene der Duncan in Nizza unschuldig sei, keinen Tobsuchtsanfall erlitten und auch fein Geschirr zerschlagen habe. Die reich illustrierten Memoiren sind jetzt in ganzen deutschen Sprachgebiet wieder erhältlich. Zurzeit ist dem Amalthea-Verlag von Herrn Seroff ein Schadenersatz-Prozeß auf nur 40 000.— Mark angedroht. — Das Buch wurde seinerzeit auch im „Gießetter Anzeiger" besprochen. Hochschulnachrichien. Generaldirektor Dr.°3ng. e. h. Walter Eilender in Krefeld hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Eisenhüttenkunde an der Technischen Hochschule zu Aachen als Nachfolger von Prof. Oberhofser erhalten und angenommen; feine Ernennung zum ordentlichen Professor an der Aachener Hochschule ist bereits erfolgt. — Der Professor für neuere Geschichte an der Universität Göttingen, Arnold Oskar Meyer, hat den Ruf als Nachfolger Onckens auf den Lehrstuhl für neuere Geschichte an der Universität München angenommen. allen Ländern der Erde Ausschluß. Kirche und Schule Ge - Mussolinis Stärke. Er wird jetzt den Widerhall seiner Schildrrhebung abwarten und dann die rechte Entscheidung treffen. Ter Rubikon ist überschritten, gewiß, aber die Frage offen: Gegen oder für Rom? Mussolini, der einmal Republikaner war, antwortet darauf: Alles für das Vaterland! Ration proklamiert. Legislative und Exekutive vereinend, hat mit einem Hieb des Liktorenbeils die Monarchie vom Rumpfe der Verfassung getrennt und den Duce als alleinigen Lenker ocr Geschicke Italiens auf den Schild erhoben. Ein Ereignis, das in der Geschichte moderner Staaten kein Beispiel hat. Cs ist weit leichter, einen Kaiser zur Abdan- hmg zu zwingen und unter wütendem Flintengekläff verkünden zu lassen, das „Volk" habe auf der ganzen Linie gesiegt, als — die Dynastie zu erhalten und dennoch souverän zu regieren, wie es Mussolini tut. Hätte man in Deutschland weniger Thronehrgei; und mehr Liebe für das Volk besessen, so würde man das englische System der monarchischen Demokratie eingeführt und damit einer Ration die Kluft erspart haben, die jetzt die Geister scheidet. Wie unendlich überlegen an Witz und Voraussicht ist doch der Schmicdesohn aus der Romagna, der kleine Schulmeister, der anarchistische Vagabund, der rote Chefredakteur, der Freischarenführer, der Duce und Cäsar jenen „Revolutionären", die schon am Ziele zu sein glaubten, als sie nach Straßenjungensitte „die Kronen vor sich Herstietzen wie alte Konservenbüchsen"! Darin liegt eben die alle Zeitgenossen überragende Grötze Mussolinis, datz er LImsturzgcwalt mit Scharfsinn zu verknüpfen Weitz, datz er zerstört, ohne zu zerschlagen, datz er eine Revolution von der ersten bis zur letzten Etappe folgerichtig durchzudenken und durchzuführen verstand, ohne jemals aus dem Rahmen des Gesetzes herauszutreten. Er hat Rom damals nicht eingenommen, sondern sich die Tore vom König öffnen lassen, er ist mit verfassungsmäßigem Schritt ins Parlament gegangen, er hat die Opposition kraft Mehrheitsbeschluß mattgesetzt, er Hot kein Gesetz erlassen, das nicht von der Kammer gebilligt, kein Dekret herausgebracht, das nicht von der Krone sanktioniert worden wäre. Er wird jetzt sogar für seine Machterhebung die Zustimmung des Königs einholen und erhalten. Ein juridisches Genie. Man kann nicht sagen, datz seine Macht seit dem 20. September größer geworben sei, denn eine Machtsteigerung war und ist menschlich überhaupt nicht deutbar. Das Reue liegt vielmehr darin, datz in dieser historischen Tagung des Großrates Mussolini sich für seine Person und — das kann nicht deutlich genug herausgehoben werden — seine Rachfolger eine rechtliche, verfassungsrechtliche Grundlage schuf. Formell besaß der König bisher das Recht, einen Ministerpräsidenten zu berufen und abzuberufen, jetzt aber muß er erst den f a s z i - stischen Grohrat hören, also den Ministerpräsidenten selber. Es ist wohl überflüssig, hier ins Einzelne zu gehen. Die Welt hat sich immer gefragt, was Wohl aus dem faszistischen Staat und der faszistischen Bewegung werden solle, wenn einmal die zwei Augen, auf denen beide ruhen, erlöschen. Es war die letzte Hoffnung aller Richtsaszisten, datz in diesem Augenblick der König wieder die Macht an sich reißen, das königstreue Heer zunächst eine Militärdiktatur aufrichten und dann, nach der Riederzwingung der Schwarzhemden, allmählich der demokratischen Entwicklung den Weg frei geben werde. Mussolinis Getreue quälte infolgedessen der Gedanke an die Zukunft, und in der Tat, wäre der Duce gestern plötzlich aus diesem irdischen Machtge- brodcl ausgcschiedcn, so hätte sich eine Leere aufgetan, in die der Staat zusammenbrechend hineingestürzt wäre. Heute ist oder scheint diese Gefahr beschworen, denn sowie der Posten des Regierungsoberhauptes vakant wird, um die nüchterne Ausdrucksweise des Gesetzes über den Großrat zu gebrauchen, präsentiert der Grotzrat dem König eine Liste der Rachfolger zur Auswahl. „ Ich sage: scheint beschworen, denn ich kann mir keine solche Liste vorstellen. Weder der Ravoleonshut, noch die Bismarckstiefel, noch die Cäsartoga hatten Konfektionsmatz, so datz fte für jede Durchschnittsfigur gepatzt hätten. Immerhin: die faszistische Bewegung bleibt, wenn schon kopflos, so doch nicht ziellos Freunde diesmal nach dem äußersten Rordwesten. Am 14.—16. Oktober findet seine große Haupttagung in Oldenburg statt. Sonntag, 14. Oktober, finden Festgottesdienste in den drei Kirchen der Stadt und ein Gemeindeabend statt. Montag, 15. Oktober,, folgt Morgenfeier in der Garnisonkirche und Erste Hauptversammlung: Generalsuperintendent Professor D. Dr. Schian spricht über „Welches ist die Hauptaufgabe der deutschen evangelischen Kirchen der Gegenwart, Dolksmission oder Gemeindepflege?" Die zweite Hauptversammlung am Dienstag wird wiederum mit einer liturgischen Morgenfeier eingeleitet. Den Vortrag hält Pfarrer Mahr zu Gießen über „D o r f k i r ch e und Kirchengemeinde". An alle Freunde und Mitarbeiter an der evangelischen Gemeinde ergeht die Ditte: Kommt zum Gemeindetag! • De r Deutsche Evangelische mein de tag (Vorsitzender D. Dr. Schian. Generalsuperintendent. Breslau) ruft seine Oberhessen. Landkreis Gietzeu. g. K l e i n . L i n d e n, 9. Okt. Heute kann der Bahnarbeiter Ludwig Jung XIV., dahier, auf eine 25 j ä h r i g e Tätigkeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar verschiedene Ehrungen zuteil. £ Wieseck. 8. Okt. Gestern fand eine Inspektion der hiesigen Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr durch Kreisseuerwehr- inspeklor Dickore statt. Die Wie>ecker Feuerwehr hatte diese Gelegenheit benutzt, um gemein* sam mit dem Arbeiter-Samariterbund (Kolonne Wieseck) einen größeren Brandangriff mit Menschenrettung durchzuführen. Dazu hatte die Wehr den Gesamtgemeindevvrstand eingeladen. Die Vorführungen von Feuerwehr und Arbeitersamaritern zeigten, datz Wieseck im Ernstfälle sich auf beide Einrichtungen verlassen kann. Erwähnt sei hierbei, daß durch den Ausbau der Gießener Wasserleitung die Wasserversorgung für Wieseck bedeutend verbessert ist und die direkte Abgabe von Wasser in den Feuerwehrschlauch gute Ergebnisse zeigte, was bei voller Ausnutzung noch erhöht werden kann. Kreisfeuerwehrinspektor Dickore sprach sich lobend über die Wiesecker Wehr aus. betonte aber ganz besonders. daß eine so große Gemeinde wie Wieseck bessere Leitern anschasfen müsse. Auch den Arbeitersamaritern zollte er volle Anerkennung für ihre Schlagfertigkeit. Rach Schluß der älebung besichtigten Kreis, euerwehlcknspei* tor und Gemeindevorstand das neueingerichtete Depot der Arbeitersamariter und sprachen sich lobend über die mustergültige Einrichtung aus. Rachher fanden fich alle mit der Freiwilligen Feuerwehr und den Arbeitersamaritern zu einem gemütlichen Zusammensein bei Wirt Döringer ein. Hier hielt Kreisfeuerwehrinspektor Dickore einen längeren Vortrag über den Deutschen Feuerwehrtag in Breslau, der mit Interesse verfolgt wurde. Der Dank der Feuerwehr galt Herrn Dickore, sowie dem Gemeindevorstand für die seitherige Unterstützung, verbunden mit dem Wunsche, das nun noch dringend benötigte Material nach Möglichkeit bald zu beschaffen. Bürgermeister S ch o m b e r versprach, alles nach den Verhältnissen Mögliche zu tun, und verband damit den Dank des GemeindevorftandeS an Kreisfeuerwehrinspektor, Feuerwehr und Arbeitersamariter. Auch Gemeindevatsmitglied Benner versprach die volle Unterstützung deS Gemeinderats für beide Einrichtungen. Gegen 8 ilfjr fand die harmonisch verlaufene kleine Schulrat Wolf-Berlin, der erste Vorsitzende des Deutschen Lehrcrvereins, lebhaft begrüßt, wies als Vertreter des großen Vereins (150 000 Mitglieder) darauf hin, daß der hessische Verein einer der ersten gewesen sei, der sich dem großen Bruderverein angeschlossen und der sich zu den obersten Programmpunkten des Deutschen Lehrervereins bekannt habe. In Hessen sei auch schon, was in vielen Ländern erstrebt werde, die Simultanschule eingeführt. Er dankte in warmen Worten den verdienstvollen Führern: Io- hann Schmitt, Karl Backes und auch dem derzeitigen Obmann Reiber. Für den Deutschen Deamtenbund sprach M a n- neke-Berlin, für den Philologenverband Stu- dienryt Dr. H o lzh ä u s e r - Worms, der betonte, datz durch die Einführung der Grundschule die Beziehungen zwischen höheren Schulen und der Volksschule enger geworden sind. Obmann Reiber dankte allen Rednern m tiefbewegten Worten für die Glückwünsche und die Anteilnahme, die dem Verein von allen Seiten zuteil wurde. Nachträglich begrüßte er den Staatspräsidenten i. R. ckllrich. Als erste Pflicht bezeichnet Obmann Reiber, daß die Versammlung derer gedenken möge, die nicht mehr unter den Lebenden weilen. Er riönnte die Ramen des Gründers Iohann Schmitt, des Führers Backes und des verdienten Rechners Heck, der erst vor einigen Wochen zur letzten Ruhe bestattet wurde. Weiter gedachte er der 350 Lehrer des Vereins, die im Weltkrieg gefallen sind. Es waren unvergeßliche Augenblicke, als die große Versammlung, die sich von den Sitzen erhoben hatte, in stiller Andacht unter den Klängen aus Beethovens „Eroika" verharrte. Die Mitglieder, die 60 Iah re dem Verein angehoren, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Drei waren anwesend. Im ganzen sind es noch neun. Rach gemeinsamem Liede „Brüder reicht die Hand zum Bunde" hielt Obmann Reiber die Festrede. Er griff einzelne Punkte über die Lehrerbildung und die Aufgaben des Lehrerstandes heraus, ging auf die Entwicklung des Vereins ein und zeichnete vor allem ein^ Bild des unvergeßlichen Iohann Schmitt. Ein Männerchor „Dem Vaterland" schloß die erhebende Feier. (Besuch: etwa 1500 Teilnehmer.) Völlerversöhnung" (Prof. Dr. Goldschmidt). Kein Stand sei berufener, diese Gedanken in de Herzen der Iugend einzupflaryen, als der Lehrerstand. In diesem Sinne beglückwünschte er die Ver- fanrrnlung. Bürgermeister Dr. Müller begrüßte tm Ramen der Landeshauptstadt und bestätigte, daß der L. L. D. immer noch frisch und jung sei: das danke man den Männern, die einst ihr Herzblut dafür gegeben hätten, ihn ins Leben zu rufen: Hunger und Idealismus hätten an seiner Wiege gestanden. In humorvollen Worten ging er dann auf die Ansichten über die Landeshauptstadt ein und rühmte ihre Vorzüge. Bürgermeister Alexander (Gonsenheim) sprach im Ramen der hessischen Landgemeinden und versicherte, datz die Landbürgermeister den Bestrebungen des L. L.V. volles Verständnis entgegenbringen. Prälat D. Dr. Diehl, mit lebhaftem Beifall empfangen, brachte herzliche Glückwünsche im Ramen der evangelischen Kirchenregierung. Er erinnerte an eine andere Tagung vor genau 350 Iahren. 1578. im Oktober, tagte in Darmstadt eine Kommission, die die Aufgabe hatte, die Grundlagen für die hessen-darmstädtische Volksschule zu schäften. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert, die Schule ist zur Staatssache geworden: damals Konfessionsschule, heute Simultanschule. Er persönlich stehe nach wie vor auf dem Boden der Simultanschule. Aber auch in den 350 Iahren hat die Kirche manchen guten Schulmann gestellt, sie hat ein Herz für Schule und Lehrer. Der Prälat wünschte, daß das Vertrauensverhältnis zwischen Kirche und Schule auch weiterhin bestehen bleiben möge. Geheimrat Prof. Dr. Berger- Darmstadt sprach für die Landesuniverfität, die Technische Hochschule und das pädagogische Institut. Die Beziehungen zwischen Hochschule und Volksschule seien durch die neue Lehrerbildung enger und reger geworden. Roch sei nicht alles erreicht, aber man solle sich der Errungenschaften freuen und auf die Zukunft hoffen. Redakteur Streese überbrachte die Glückwünsche der Zeitungsredakteure. Thomas vom Deutschen Gewerkschaftsbund entbot die besten Wünsche und hofft, daß sich der Verein auch weiterhin glücklich entwickele. Er ist den Leyrern dankbar, daß sie für die Hebung der Volksschule und damit des Volkes eintreten. zurück. rr . _ Räher als jener Tag des Ducewechsels, den wohl die Masse des italienischen Volkes so weit wie möglich hinausschieben möchte, näher sind uns die für die Gegenwart bestimmten drei Hauptgrundlätze des neuen Gesetzes: der Eingriff in die Kron rechte, der Eingriff in die Verfassung, der Eingriff in das Garantiegesetz. Es gibt Iioristen, die rundheraus bestreiten, datz überhaupt einer dieser drei Eingriffe vorliege. Sie arginnentieren folgendermaßen: Fortan muß allerdings der Großrat in den Fragen der Thronfolge, der königlichen Rechte und Privilegien gehört werden, aber auch nach der bisherigen Verfassung konnte das Parlament einen Thronfolger wählen, in dem Falle nämlich, datz kein rechtmäßiger Thronfolger vorhanden sein sollte. Darauf erwidern die andern, datz das neue Gesetz nicht von diesem letzten, ganz unwahrscheinlichen Fall spreche, sondern klipp und klar von der Thronfolge überhaupt. Mit anderen Worten. Mussolini könne zum Beispiel gegen die Thronbesteigung des Kronprinzen sein Veto einlegen. In der Regierungspresse kann man sogar lesen, der Grotzrat übernehme fortan die Funktionen des Kronrates. Unmittelbar wach dem König folgte bisher die parlamentarische Vertretung, wenn sich also der Großrat plötzlich als oberste Behörde dazwischenschiebt. so ist die natürliche Verbindung zwischen Haupt und Rumpf unterbrochen, durch einen Fremdkörper ersetzt. Rein, sagen die Faszisten, der Großrat bildet nur die Spitze der Verfassung, und nachdem ihn die Krone sanktionieren wird, ist er auch verfassungsgemäß zustande gekommen. Der Vatikan verhandelte bisher nur mit dem Quirinal. Erst kürzlich hat es der Papst bei der Diskussion über die römische Frage ausdrücklich formuliert, daß eine Partei, und sei sie auch die faszistische, nicht zuständig sei. Run aber regelt der Grotzrat die Beziehungen zwischen Kirche und Staat: er drängt also als Partner doch eine Partei dem Papste auf. Durchaus nicht, wird Iustizminister Rocco, der juridische Vater des neuen Gesetzes erläutern: Faszismus, faszistische Partei und Staat sind eins. Es wird interessant sein, die Replik des Vatikairs zu hören, hat sich doch die Lcostadt noch nie über Mangel an guten Juristen zu beklagen gehabt. Das neue Gesetz krankt also offenbar an einer gewissen Unklarheit. Krankt? Diejenige Unllarheit, die im kritischen Augenblick keine gebundene Olkarschroute belastet, war schon immer Veranstaltung ihr Ende. IU Lollar, 8.Okt. Das diesjährige Preis- schießen des Veteranen - und Kriegervereins Lollar wurde am gestrigen Sonntag beendet. Geschossen wurde auf Zwölfer-Ringscheibe auf eine Entfernung von 175 Meter mit Wehr- mannsbüchsen. Die Schießergebnisse sind durchweg als sehr gut zu bezeichnen; sie lagen über dem Durch- chniit der Vorjahre. Der Schießausichuß konnte fiir die Zuweisung der Preise folgende Reihenfolge fest- teilen: 1. Preis mit 34 Ringen Justus Frank jun.; 2. Friedrich ch e u s e r (33 Ringe): 3. Otto Schönau (Gießen, 33 Ringe).4. Dr.med. Dietz (33 Ringe); 5. Heinrich Brück (33 Ringe); 6. Philipp Hack (Fronhausen, 33 Ringe), 7. Karl Gilbert (33 Ringe); 8. Johannes S ch ä f e r (33 Ringe): 9. Willi. Schwalm (33 Ringe): 10. Werner Jakobi (33 Ringe; 11. Albert Fuchs (33 Ringe); 12. Johann Reif (Daubringen, 33 Ringe): 13. Otto 91 u I) ii (32 Ringe); 14. Heinrich Christ jun. (32 Ringe); 15. Heinrich Mohr (Daubringen, 32 Ringe); 16. Rud. Krehbiehl (32 Ringe); 17. Christian Rau (Fron- Hausen, 32 Ringe); 18. Karl Brück (32 Ringe). Ein Ehrenscheibenschiehen schließt sich dem beendeten Preisschießen am kommenden Sonntag an. # Bellersheim, 8. Okt. Bei bet am Samstag stattgehabten Verpachtung zweier Schulgrundstücke wurden sehr hohe Pachtpreise erzielt. Es kam der Quadratmeter auf 4 Pfennig, so daß sich der Normalmorgen auf 100 Mark Iahrespacht stellt, wozu noch t>ie Steuern und Abgaben kommen. Hier herrscht allgemein Rachfrage nach Ackerland. Wie man hört, schreiten die Verhandlungen wegen deS Ankaufs des in unserer Gemarkung gelegenen Grundstücks der Solms-Draunfelsischen Stcmdes- herrschaft befriedigend vorwärts, so daß mit einem baldigen Abschluß zu rechnen ist. — Die Aussaat des Wintergetreides ist hier in vollem Gange. Teilweise ist bas Ausstellen des Korns bereits beendet. Mit der Ernte der Dickwurz wurde begonnen. Die Regenfälle der letzten Wochen haben ihr Wachstum noch günstig beeinflußt, so daß der Ertrag auf guten Aeckern nicht viel hinter der vorjährigen Ernte zurückbleibt. Aus dem Bahnhof Obborn- hosen-Dellersheim werben gegenwärtig mehrere Bahnwagen Her bst ob st verladen, hauptsächlich Glockenbirnen, Gute Luise, Diehls Butterbirne und Reue Poiteau. Für Wirtschaftsbirnen werden 7 bis 8 Pfennig, für Tafelbirnen 8 bis 11 Pfennig je Pfund bezahlt. Auch geringe Mengen Aepfel kommen zum Versand, je nach Qualität kostet der Zentner 14 bis 18 Mark. Die gering anfallenden Mengen Schüttelobst werden zur Avfelweinbereitung verwendet, so daß ein Handel darin nicht statt* * findet. m. Hungen, 8. Okt. Gestern nachmittag veranstaltete der hiesige Turnverein auf dem neuen Festplah sein diesjähriges Ab tum en. Tie zahlreich erschienenen Freunde des Turnens verfolgten mit regem Interesse die Wettkämpfe und sonstigen turnerischen Vorführungen: galt es doch, die vor einigen Iahren von einem Gönner des Vereins gestifteten Wanderpreise für Turner und Turnerinnen zu erringen. Da der Verein eine stattliche Zahl vorzüglicher Turner besitzt und ebenfalls über einige gute Turnerinnen verfügt, so war erwartungsgemäß auch der Kampf ein sehr scharfer. Den Wanderpreis der Turner holte sich Wilhelm Brandenburger, während Leni Schmidt den Wanderpreis der Turnerinnen erhielt. Am Abend versammelten sich Turner und Turnerinnen, sowie zahlreiche Gäste im Saale des Hotels „Zur Traube", wo man in echt fröhlicher Tum er art noch einige vergnügte Stunden verbrachte. # Aus der Wetterau, 8. Oft. Während in den Vorjahren ein großer Teil der Kartoffelernte vom Acker weg zum Verkauf kam, wurde in diesem Iahr wegen der anfänglich schlechten Emteergebnisse fast die gesamte Ernte eingekellert. In ben letzten Tagen hat nun der Handel eingesetzt und damit auch der Verkauf begonnen. Für Speisekartoffeln, gelbfleischige Ware, wie Industrie und Edeltraud, tourben anfänglich 4 Mark je Zentner geboten. Diese Preise sind nun über 4.25 auf 4,50 Mark gestiegen, und da die Rachfrage immer größer wird, ist mit einem weiteren Anziehen der ws. Darmstadt, 8. Oktober. Der Hessische L a n d e s l e h r e r v e re i n wurde am 7. Oktober 1868 von 22 hessischen und Frankfurter Lehrern in Frankfurt a. M. gegründet. Das goldene Jubiläum fiel in die harte Kriegszeit, an eine Feier war nicht zu denken. Deshalb soll nun die 6 0. Wiederkehr d e s Gründungs- t a g e s in größerem Stile festlich begangen werden. Zwar war 1848 schon einmal ein Hess. Lehrerverein gegründet worden, der auch gleich sehr tätig war, u. a. richtete er eine Eingabe an die Nationalversammlung in Frankfurt a. M., aber schon zwei Jahre darauf wurde er von der hessischen Regierung aufgelöst. Es war die Zeit der Reaktion, die auf das Hvffnungsjahr 1848 folgte. 1862 war als Vorläufer des Hessischen Lehrervereins die L u d w i g . u n d A l i c e st i f t u n g (eine Sterbe- und Unterstützungskasse für Witwen und Waisen) gcarünbet worden, die bis zum heutigen Tage eine sehr segensreiche Tätigkeit entfaltet hat. Gründer des ersten Vereins, der Ludwig- und Alicestiftung und des Hess. Lehrervereins von 1868, war Johann Schmitt. Unentwegt kämpfte er für seine Ideale, verlor sein Amt, mußte sogar im Gefängnis büßen, aber all dies vermochte nicht, seinen Kampfesmut zu schwächen. Johann Schmitt starb 1893. Die hessischen Lehrer haben ihren Führer nie vergessen, und auf dem Darmstädter Friedhof erhebt sich ein würdiges Denkmal, das von den Spenden der Mitglieder und Freunde des Hessischen Landeslehrervereins errichtet wurde. Vor acht Tagen, am 30. September, wurde an dem Geburtshaus Johann Schmitts in Ensheim (Rheinhessen) eine schlichte Gedenktafel angebracht, bei der Feier hielten Lehrer Engel (Eichloch) und Obmann Reiber (Darmstadt) Ansprachen. Der Nachfolger von Johann Schmitt war Karl B a ck e s, der den Hessischen Lehrerverein, der heute über 3600 Mitglieder (nahezu die gesamte hessische Lehrerschaft) umfaßt, 26 Jahre als Obmann leitete. Es folgte ihm 1908 Georg Huff, jetzt Kreisschul- rat i. R. in Alsfeld, darauf Stadtschulrat Bach (Darmstadt). Seit 1925 ist Rektor und Landtagsabgeordneter Julius Reiber (Darmstadt) der Obmann des Vereins. Nachdem am gestrigen Sonntag an den Gräbern des Vereinsgründers Johann Schmitt und des langjährigen Obmanns Karl Backes Kränze niedergelegt worden waren und am Nachmittag eine Hauptvvrstandssitzung stattgefunden hatte, wurde heute die eigentliche Feier mit einem im Städtischen Saalbau eröffnet. Nach dem Vorspiel zu den „Meistersingern von Dlürnberg", aus- gesührt von dem Orchester des Hessischen Landes- theaters unter Leitung des Generalmusikdirektors Dr. Böhm, ergriff Obmann Reiber das Wort. Er begrüßte vor allem den Staatspräsidenten Adelung, der mit seiner ■ Gemahlin erschienen war, außerdem die Minister Korell und Kimber- g e r, die Parteien des Landtags, die alle vertreten waren, den Prälaten der evangelischen Landeskirche D. Dr. Diehl, Se. Magnifizenz den Rektor der Landesuniversität Gießen, Prof. Dr. Herzog, der Vertreter der Technischen Hochschule in Darmstadt, Bürgermeister Müller (Darmstadt) und die Abgeordneten vieler anderer den deutschen Behörden gewillt ist, ihnen letzte Ruhestätten zu schaffen, die ihrer und der Größe des von ihnen gebrachten Opfers würdig sind. Außerdem gibt das Heft über weitere Arbeiten des Dolksbundes, sowie über den Zustand zahlreicher deutscher Kriegerfriedhöfe in fast cIL.. Körperschaften. Staatspräsident Adelung begrüßte die Versammelten im Ranien der Regierung und betonte, daß die Bestrebungen des hessischen L. L. Vs. von ihr warm unterstützt würden. Wenn auch einige Wünsche noch nicht in Erfüllung gegangen seien, so läge dies an der Zeit und den widrigen Verhältnissen nach dem verlorenen Kriege. Er betonte besonders das Eintreten der Regierung für die Simultanschule, für die Schule, die vor- ausseht, daß die religiösen Gefühle eines jeden geachtet und geehrt werden. In der Erziehung zum heutigen Staate sehe er die Hauptaufgabe der Schule. Zum Schluß beglückwünschte er den Verein zu der Feier und wünschte weiteres Gedeihen ver ernsten Arbeit der Lehrerschaft für ihre hohen Kulturaufgaben. Die Lehrerschaft helfe mit, das Schicksal des Volkes zu schmieden. Landtagspräsident Delp sprach im Namen aller Landtagsfraktionen. Er führte aus, daß sich der Lehrerstand durch den Lehrerverein durchgesetzt habe und nun zu einem Machtfaktor geworden sei. Er erinnerte an das Zustandekommen des Schulgesetzes, an dem der Lehrerverein lebhaft und sehr rührig milgearbeitet habe. Wenn auch nicht alle materiellen Wünsche vom Landtag erfüllt werden konnten, so läge das an der inanziellen Lage des Staates: aber alle Parteien des Landtages würdigten und verständen die hohen Aufgaben und die erzieherische Tätigkeit der Lehrerschaft. Besonders freute sich der Redner über das Thema zur Hauptversammlung „Die Schule im Dienste der Dolksversöhnung und der IubilSumstagung des Hessischen Landesleheervereins Eigenbericht des „Gießener Anzeigers". Von der Kriegsgräberfürsorge. Einer der erhebendsten Augenblicke wahrend der überaus machtvollen Kundgebung anläßlich des 10. Deutschen Sängerbundessestes in Wien war unstreitig die Gefallenenehrung durch die hunderttausende Teilnehmer. In dem Oktoberheft seiner Dundeszeitschrift „Kriegsgräberfürsorge" bringt der Voltsbund Deutsche Kriegsgräbersür- sorge, Berlin W. 15, Brandenburgischestr. 27. hierüber einen kurzen Bericht. Daß und wie der diesjährige Volkstrauertag auch in der Schweiz unter gewaltiger Anteilnahme nicht nur der Deutschen in der Schweiz, sondern auch von Schweizer begangen wurde, schildert ein kurzer Aufsatz in dem gleichen Heft. Zu den deutschen Kriegerfriedhösen in Frankreich, die zurzeit vom Volksbund ausgestaltet werden, gehört auch derjenige von Hautecourt. Heber diesen Friedhof hat die Ortsgruppe Essen des Volksbundes die Patenschaft übernommen. Das Oktoberheft zeigt in Wort und Bild, wie die Ausgestaltung dieses Friedhofes gedacht ist. Rach seiner Vollendung wird er aller Welt dartun, daß Deutschland seine gefallenen Söhne nicht vergessen hat und in Zusammenarbeit mit t. ReikW °ine «mmatgS”- L"2.L fuhren. Der., r^-nr« L^L unr^ fe* ' AL°7 «xtz; $ und bi v7> doller > at» über ÄR de. «"“f ben Ar. E° Uth. «U«N»WchL S*«» ? lachen sich Züchtung au? » Wit®8tn Sta K"1® , n Wr ^^UdV6 t M Drulftz^ 2ninrsse ver- ümrwehr Qa^ Drmemdevorstand I. verbunden mit ''ngend benötigte o zu beschaffen, prnch, alles noch tun, und der- neindevorftandeS erivehr und Ar. undewtsmitglied lnreritüyung des htungcn. Gegen »erlaufene kleine -Wize Preis, und Krieger, eitrigen Sonntag äwoifeiMngfcheibe Meter mit Wehr, nsse sind durchweg m über dem Luch msschuß komm für >e Reihenfolge scsi- chus Front jun.; 3. Otto S d) ö w a u Dietz M Ringes; ; 6. WlipP hack arl Gilbert (33 33 Ringe)! 9. Wilb. nur 3ofobi (33 Inge); 12. 3obar.it 13. Otto 21. ii b il n. (32 Ringe) , 15. a; 36. Ru'ü. au (Fron- jrück (32 Rmge). t sch dem beendeten onntag an. Lei ott am 6ami'« chtung zweier n sehr Hohe Pacht- Quadratmeter auf Äormalmorgen auf (t, wozu noch bie nen. Hier Herrscht kerland. Die man lungen wegen des markung gelegenen rselsischen Standes' örts, so dab mit rechnen ist. ®ie etreides 0er ist das AuMlen Wit der Ernte Dima W- iben ihr Wachstum )jf) der Ertrags iter der voriÄngen gegenwärtig meh^ crladen. haM" biile Diehls Datier' für $«**? * t 14 bis er Mengen mnter^ fern na-hm"t^ g ^^^Äbturnen. rK- .en -u ahl vor-uKrne' er aU£ :®a^C#rpre^ :r. ®elt Alanden' >iclt 2lw ^n sowie :Ä5 um i m^Vbcr GH Cisenbahnunfall bei Dutenhofen. Preise zu Rechnen. Weniger gefragt sind die s Wirtschaftskartoffeln, für die 3,30 bis 3,50 Mark bezahlt werden. Die Verfrachtung geschieht hauptsächlich nach dem Industriegebiet. — Da die Kartoffelernte weit besser ausgefallen ist, als | man erwartete, werden die Ferkel sehr ge- I sucht. Die Preise sind seit wenigen Woche: um mehr als 50 Prozent gestiegen. 6—7 Wochen alte Jungtiere kosten jetzt 16 bis 18 Mark. Sehr begehrt sind Einlegeschweine zur Haus- schfacht im Winter. Die Preise für Fettschweine halten sich schon seit Wochen auf derselben Höhe, je Pfund 72 bis 75 Pfennig. Kreis Friedberg. 2$. Bad-Nauheim, 8. Oft. Heute früh wurde das 400 00 0. Vad in dieser Saison verabreicht. Das Vad wurde von einem ausländischen Kurgast genommen. Die Zahl d.r Kurgäste und der verabreichten Bäder haben bis jetzt wesentlich die gleichen Zahlen des Vorjahres überschritten. Kreis Büdi.^rrr. △ Nidda, 8. Okt. Die R e k t o r st e l l e an der hiesigen Volksschule ist durch Pensionierung des seitherigen Rektors Gatzert erledigt. Mit der Führung der Dienstgeschäfte des Rektors ist nun der dienstälteste Lehrer an der Volksschule hier, A. M a r g o t t, von der Schulbehörde beauftragt worden. p. Bad Salzhausen, 8. Okt. Die Feldbc- reiniguna unserer Gemarkung ist jetzt soweit vollendet, daß am 25. Oktober die Ueberweisung der neuen Grundstücke an die Besitzer erfolgen soll. ow. Ober -Widdersheim, 8. Okt. Gestern fand die Einweihung unserer im letzten Halbjahr renovierten Kirche statt. Superinten- dent Wagner von Giehen hielt die Weiherede, der Ortspfarrer die Predigt. Dekan S c r i b a von Nidda brachte die Wünsche des Dekanats zum Ausdruck und überreichte zwei Opferteller als Geschenk der Dekanatsgemeinden. Der Gottesdienst erfuhr eine wesentliche Verschönerung durch zwei Gesänge des Gemischten Chores unter Leitung des Lehrers Ganz dahier. Am Nachmittag wurde eine Gedächtnisfeier zur Erinnerung an die vor 400 Jahren, 1528 am Sonntag nach Michaelis, geschehene Einfüh-- rung der'Reformation in Ober-Widders- heim gehalten. Pfarrer Dr. Chelius von Dillenburg, ein Nachkomme des einst als erster evangelischer Pfarrer hier tätig gewesenen Magisters Pankratius Chelius, hielt die Gedächtnis- predigt; Prälat D. Dr. Diehl sprach in längerem Vortrag über die Einführung der Resor- mation in Ober-Widdersheim. Der neu ernannte Pfarrer der Nachbargemeinde Nodheim, Pfarrer Kornmann überreichte mit herzlichen Wünschen eine Bibel als Gegengabe seiner Gemeinde Rodheim dafür, daß Ober-Widdersheim vor vielen Jahren einmal die Gemeinde Nodheim mit Bauholz unterstützte. Sodann wurde eine älrkunde über die Erneuerungsarbeiten und über die der Kirche zuteil gewordenen Stiftungen verlesen und in den Altar eingemauert. Diesen Nachmittagsgottesdienst schmücki.e ein Männerchor unter Leitung des Lehrers Alles mit dem Gesang zweier Choräle. Anschließend an den Nachmittagsgottesdienst fand am Kriegerdenkmal vor der Kirche eine Ehrung der aus der Gemeinde Ober-Widdersheim und aus der Familie Chelius im Weltkrieg Gefallenen statt. Sodann war die Geineinde mit den erschienenen 60 Mitgliedern der Familie Chelius, mit den Stiftern und sehr zahlreichen auswärtigen Festgästen zu einer gemütlichen Kafseestunde versammelt; die Frauen der Gemeinde hatten den Kuchen dazu in reichstem Maste gespendet. Bei diesem Zusammensein brachte der Ortspfarrer allen beim Umbau und der Ausschmückung der Kirche Beteiligten, sowie der Orgelbau-Anstalt Förster & Nicolaus in Lich für die gelieferte vorzügliche neue Orgel, und allen Stiftern herzlichsten Dank der Gemeinde zum Ausdruck. Needereidirektor Chelius, Altona, bekundete in warmen Worten die Freude der Familie Chelius über die prachtvolle Wiederherstellung der Kirche und überbrachte die herzlichsten Segenswünsche der Gefamtfamilie Chelius. Prälat D. Dr. Diehl sprach dem Or.'spsarrer für seine Bemühung um die Wiederherstellung der Kirche Dank und Anerkennung aus. Ein von Schriftsteller Chelius, Stettin, eigens für diesen Tag geschriebenes F e st- spiel, das die Einführung der Reformation in Ober-Widdersheim behandelt, um dessen Einübung die beiden Lehrer unserer Gemeinde sich sehr verdient machten, wurde von Gemeindegliedern recht gut zur Darstellung gebracht. Bei einem F a m i li e n a b e n d, der abends 8 Uhr stattfand, wurde das Festspiel wiederholt; es fand in beiden Aufführungen allgemeinen Beifall und brachte den Darstellern allseitige wohlverdiente Anerkennung. Der Mandolinen- und Lauten- Chor der Mädchen • Vereinigung, der Gemischte Chor und die beiden Männerchöre haben unter Leitung der beiden Lehrer die Nachmittags- und Abendseier wesentlich verschönt. Möge von unserer altehrwürdigen Kirche, die nun wohl eine der schönsten Dorfkirchen im Hessenland geworden ist, in fernste Zeiten reicher Segen auf die Gemeinde ausgehen, die so grohe Ausgaben nicht scheute, um ein würdiges Gotteshaus zu erlangen. heule vormittag gegen 9.30 Uhr ereignete sich am Ausgang des Bahnhofes Dutenhofen in der Richtung nach Giehen ein Eisenbahn- Unfall, bei dem großer Materialschaden entstand und ein Lokomotivführer erheblich zu Schaden kam. Heber den Unglücksfall ist nach den Ermittlungen und der Inaugenscheinnahme unseres im Kraftwagen an die Unglücksstelle geeilten Redaktionsmitgliedes folgendes zu berichten: Bor dem Bahnhof Dutenhofen, in der höhe der Weichenanlage, die her Gleisabzweigung nach dem Bahnhof Bergwerkswald bei Giehen dient, befand sich ein A r b e i t s z u g , der mit Material beladen aus dem Bahnhof Dutenhofen in Richtung Giehen herausgefahren war. Das personal des Arbcitszuges hatte das Material in der Nähe der Weichenanlage abgeladen, und nun drückte die Maschine den Wagenpark in langsamer Fahrt rückwärts nach dem Bahnhof Dutenhofen zu. Die Sicht war infolge starken Nebels sehr behindert. Als der Arbeitszug langsam zurückrollte, kam im gleichen Augenblick durch den Bahnhof Dutenhofen hindurch ein langer und schwer beladener G ü t e r ; u g in der Richtung nach Giehen. Dieser Zug hatte, wie man allgemein hört, das Signal: „Freie Fahrti" Infolge des starken Nebels bemerkte der Führer des Güterzuges aber zu spät, dah die Strecke in der Weichenanlage für ihn nicht frei war, dah sich vielmehr der Arbeitszug unmittelbar vor ihm in langsamer Rückwärtsfahrt nach Dutenhofen befand. Die Entfernung war, als der infolge des „Frei- Fahrt - Signals" weiterfahrende Lokomotivführer des Güterzuges die Situation erkannte, zu kurz, um den schweren Zug noch zum Stehen bringen zu können. Der G ü t e r z u g fuhr mit groher Wucht dem Arbeitszug von hinken in hie Flanke, wobei der Führer des G ü t e r z u g e s, der sich vor dem Zusammenprall aus der Lokomotive weit herausgebeugt hatte, um die Sachlage zu erkennen, von der Maschine herabgeschleudert wurde, hierbei trug her Beamte Verletzungen am Kopfe und Quetschungen am Rücken davon, die seine Uebersührung durch die alsbald herbeigerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Ehirurgische Klinik zu Giehen notwendig machten. Es l-andelt sich um den Lokomotivführer Richard haacke aus Dillenburg. Der Zusammenprall des Güterzuges mit dem ?lr deitszug muß nach dem Bild, das man an der Unglücksstelle sieht, sehr heftig gewesen sein; Ortsbewohner erzählen denn auch, daß ein weithin hörbarer Krach zu vernehmen gewesen sei. Die schwere Am gestrigen zweiten Tage der Reichstagung des Deutschen Bundes für christlich- evangelische Erziehung in Haus und Schule fand vormittags die Hauptversammlung, Führer- und Vertretertagung statt. Die Verhandlungen hatten internen Charakter. Nachmittags folgte im Saale der Iohanneskirche eine öffentliche Bibelstunde, in der Dundesdirektor Winkler vor einer außerordentlich großen Besucherzahl in zündenden Worten ifber 1. Loh. 5. Kap., Vers 4 bis 13 sprach Der Abend brachte in der Neuen Aula der Universität den zweiten öffentlichen Hauptvortrag. Hier sprach nach einem Vortrag des K a l b - henschen Quartetts und nach gemeinsamen Choralgesang der llniversitätsprosesfor Dr. H u p f e l d-Rostock über das Thema: „Das evangelische Haus und die Dibel". Der Vortrag ist in folgenden Sätzen zusammenzufassen: Es bestehen bei der Behandlung des Themas zwei Gefahren. Erstlich die, daß man von vornherein das evangelische Haus romantisch idealisiert, indem man etwa nach den Bildern von Ludwig Richter ober Hans Thoma ein unter den heutigen Verhältnissen doch nur selten Dorfommenbes Idyll zeichnet, ferner aber bie, baß man bas Thema schlicht erbaulich be- hanbelt, baß man etwa schildert, wie erst durch bie Bibel das evangelische Haus seine letzte Weihe erhält. 3m Angesicht der Tatsache aber, baß das „Haus mit der Bibel" weitgehend in Verfall geraten ist, muß die Frage tiefer gefaßt werben, muß gefragt werden, ob nicht vielleicht doch um eines zu naiven Bibelgebrauchs willen die Einheit zwischen Bibel unb Haus zerbrochen ist, muß bie Frage so gestellt werben: Welches Haus entsteht, wenn bie Bibel wirklich in ihm herrscht? Das ursprüngliche Hausbuch bes evangelischen Hauses war nicht die Bibel, fonbern ber Katechismus. Erft der Pietismus hat bie Bibel in ben Häusern Güterzugmaschine und ihr Tender, sowie die folgenden sieben beladenen Güterwagen sind e n t g l e i st. Unmittelbar hinter der Maschine ist ein Güterwagen, ber mit Nußkohlen beloben war, vollstänbig zertrümmert; er bildet ein quer über bie Strecke liegcnbes Chaos von Holz, unb Eisenteilen. Die nächsten Güterwagen sind gleichfalls erheblich ramponiert, namentlich finb bie Fahrgestelle unb bie seitlichen Aufbauten ziemlich mitgenommen. Don ben Wagen des Arbeitszuges find zwei Packwagen zertrümmert; her eine von ihnen ist durch die Wucht des Zufammen- stoßes auseinandergerifsen worden, bas Fahrgestell liegt umgestürzt auf ben Schienen, ber Oberbau ist zur Seite geschleubert; an bem anbern Packwagen ist namentlich ber Oberbau gänzlich zersplittert unb ebenfalls umgestürzt. Zur Zeit unserer Anwesenheit an ber Unglücks- stelle — in ber 12. Mittagsstunbe — war zahlreiches Bahnarbeiterpersonal eifrig mit ben Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Das eiserne Fahrgestell bes einen zertrümmerten Packwagens würbe gerabe mit autogenen Schneibeapparaten zerlegt, um es vor allem von ben Schienen nach ber Seite hin roegbringen zu können. Die übrigen Wagentrümmer würben mittels Winbe hochgebracht. damit man sie ebenfalls zunächst seitlich an bie Böschung nieberlegen kann. Von Gießen unb Dillenburg finb Hilfszuge mit zahlreichem Ardeiterpersonal unb allen Hilfswerkzeugen zur Stelle. Das Bestreben ber Aufräumungsarbeiten geht zunächst dahin, wenigstens ein Gleis ber Strecke Gießen—Wetzlar schnellstens roieber betriebsfertig zu machen. Zur Zeit finb beibe Gleise für jeben Verkehr gesperrt, ba sich bie Trümmer über den ganzen Bahnkörper verteilen. Der Personenverkehr wird zwischen Gießen unb ber Unfattstelle burch Penbel- betrieb aufrechterhalten, ebenso ist Zugpenbelverkehr zwischen Wetzlar unb dem.Bahnhof Dutenhofen eingerichtet. Man hofft, wenigstens ein Gleis bis heute gegen abenb roieber befahrbar machen zu können. Dagegen wirb bie Wieberherftel- lung ber stärker in Mitleidenschaft gezogenen Mitte des Gleiskörpers wohl erst morgen früh beendet sein. 3m Zentrum der Weichenanlage, an ber Entgleisungsstelle ber schweren Güterzugsmaschine, sehen bie Schienen besonbers wüst aus; zum Teil finb bie starken Stahlschienen völlig krumm gebogen, im übrigen ist das Gleis auf der einen Seite in bie Höhe gebrückt worden, während sich die andere Seite in die Bettung eingedrückt hat. Die Ausbesserung an dieser Stelle dürste wohl auch im Laufe des morgigen Tages noch nicht abgeschlossen fein. lieber die Schuldfrage hört man einander widersprechende Behauptungen. Eine einwandfreie Klärung " .r Sachlage kann natürlich nur die amtliche Unk. -djung ergeben. Die Unfallstelle war heute mittag bereits das Ziel zahlreicher Neugieriger aus den benachbarten Dörfern unb aus Gießen unb Wetzlar. heimisch gemacht. Er ist ber eigentliche Schöpfer ber fingenben unb betenben, ber aus Gottes Wort leben- ben Hausgemeinbe. Aber er hat die Bibel vorwiegend unter bem Gesichtspunkt inbivibuell erwecklicher Wirkung im Haus gebraucht. Gleichzeitig aber erwartete er von ihr bie Festigung ber für bas Haus bezeichnenben Autoritätsverhältnifse. Gegen beibe Arten bes Gebrauchs ber Bibel erhob sich im Bereich bes Hauses selbst mit fteigenber Gewalt Wiber- spruch. Sowohl die jüngere Generation wie auch bas Hauspersonal wehrte sich gegen bie innere Vergewaltigung, gleichzeitig aber auch gegen bie zum Teil im Dienst irdischer Autoritäten aufgebrängte äußere Vergewaltigung burch bas Heilige Buch voll göttlicher Autorität. Gleichzeitig würbe auch burch bie soziale Entwicklung ber heutigen Zeit, burch bas Aufhören ber Familie als Arbeitsgemeinschaft bas evangelische Haus von außen her zersetzt. Das ist die Frage, kann vielleicht von einem richtigen Bibelgebrauch her aus ben Ruinen bes zum Trümmerfelb geworbenen evangelischen Hauses neues Leben erwachsen? e Der bisherige Dibelgebrauch im Hause sah das Haus im wesentlichen als eine feststehende Größe an, die durch die Bibel ihre letzte Stützung erhielt. Das entsprach überhaupt jener weitverbreiteten Auffassung der Religion, daß sie dazu da sei, die irdischen Autoritäten zu stützen. Im Grunde ist aber in der Bibel eine ganz andere Richtung lebendig, eine ausgesprochen dynamische. Sie macht allen irdischen Gewalten gegenüber die übergeordnete Autorität des abioluten heiligen Gotteswillens geltend. Sie idealisiert deshalb auch in keiner Weise das Haus, im Gegenteil, sie deckt überall die menschenvergöt ernde Ichsucht, die gerade auch in glücklichen ^amilien oft in der Form der Srlbstvergötterung der Sippe oder der gegenseitigen Vergötterung der Ehegatten bzw. der Kinder herrscht, als gottwidrig auf. Die stellt gerade auch der Eltern Sünden ins helle Licht. Es geht von ihr eine alles menschlich Hohe und Stolze richtende Gewalt aus. Häuser, die sich wirklich unter diese Gewalt stellen, tragen aber nun die Möglichkeit in sich, auch mitten im Zusammenbruch unserer Zeit echte Hausgemeinden in tieferem Sinn zu werden. Es entsteht ja hier eine Gemeinschaft von Menschen verschiedenster Art. die dadurch, daß sie sich einander in gleicher Sünde stehend und durch gleiche Gnade gerettet wissen, nun doch miteinander ganz tief verbunden sind und innerhalb derer in keiner Weife der Versuch gemacht wird, $u vergewaltigen, besonbers nicht etwa im Dienst rrbischer Gewalten die Bibel zu gebrauchen. Gleichzeitig aber kann ein ernsthafter Bibelgebrauch, bei dein sich das ganze Haus wirklich unter die Gewalt der erbarmenden Liebe stellt, die aus dem Evangelium her wirksam wird, nur dazu führen, Häuser erwachsen zu lassen, die sich nicht in sich selbst verschließen, sondern fern aller egoistischer Sippenvergötterung sich zum Dienst an der Gesamtheit verpflichtet fühlen, die sich Einsamen und Notleidenden öffnen und den Weg ins Volk und in die Gemeinde finden. Sollen solche Häuser entstehen, dann ist nicht nur eine Vorbedingung die Hausandacht, in der, umrahmt von Lied und Gedicht nicht so sehr gelesene Andachten, als das Bibelwort selbst im Mittelpunkt stehen sollte, sondern auch ein individueller Schrifioerkehr der Hausgenossen mit der Bibel, ein sich Anredenlassen der Eltern durch ihr Wort, eine nicht zu späte Gewöhnung an still besinnliches Lesen ausgewählter Bibelabschnitte auch bei den Kindern, dann ist der Ausbau von Hartsandachten bei besonderen Gelegenheiten (Festen, Geburtstagen) zu Hausgottesdiensten, dann ist auch das Mitarbeiten bei denjenigen Berührungen, die etwa die Kinder sonst mit der Bibel haben, in Kindergottesdienst oder Religionsunterricht eine Voraussetzung. Der heilige Ernst aber des Bibelwortes ist für die Hausgemeinschaft nur tragbar, wenn doch immer wieder dafür gesorgt wird, daß, auch gerade um der Freuds willen daran, Gott als heiliger Vater mit uns redet, um uns in seine Gemeinschaft zu ziehen, jeder solchen Hausseier ein freudiger Charakter gegeben wird. So können Häuser erwachsen, in denen der Herr wirllich einkehrt und die er als Werkzeug seines Willens an der Welt gebrauchen kann. Die Ausführungen des Referenten waren von außerordentlich tiefer Wirkung auf das vollbesetzte Haus. Angesichts dieses erschütternden Appells, der die Herzen der Zuhörer bis ins Innerste packte, wurde auf einstimmigen Wunsch der Versammlung von der vorgesehenen Aussprache Abstand genommen. Der Vortrag soll demnächst in Druck erscheinen; er sei allen evangelischen Familien schon heute zur ernstesten Beachtung empfohlen. Mit einem Instrumentalvortrag des K a l b - hennschen Quartetts, Schlußgebet unb gemeinsamen Choralgesang fand der eindrucksvolle Abend seinen Abschluß. Obstausstellung im Vogelsberg. *!* Ruppertenrod, 8. Okt. Die in unserem Orte hergerichtete Dezirksobstausstel- l u n g nahm in jeder Hinsicht einen glänzenden Verlauf. Nach mühevoller Vorarbeit während .der ganzen Woche konnte am Samstag früh Kreisdirektor Dr. Stammler- Alsfeld die Ausstellung eröffnen. Es werden hier nahezu alle Besucher festgestellt haben, daß auch der Vogelsberg in der Lage ist, wirklich schönes Tafelkchst hervorzubringen. Dabet darf nicht vergessen werden, dah dieses Jahr die Obsternte außerordentlich mäßig war. Für Preise standen 354 Mk. zur Verfügung. 3n der ersten Aufgabe errangen die Gemeinden Ruppertenrod und Ober- Ohmen erste Preise. Gustav Grün- Lehnheim und Adolf Momberger - Ruppertenrod erhielten die ersten Preise der zweiten Ausgabe. Die dritte Klasse wurde mit etlichen ersten Preisen bedacht. Diese entfielen auf Karl D ö l - zing Ill.-Groh-Felda, Gustav Grün-Lehnheim, August Finkernagel - Ruppertenrod. Otto Orth und Heinrich Fuchs II., beide a s Ruppertenrod. Aufgabe 4 brachte Theodor Schmidt- Ermenrod, Adolf Reiber, August Finkernagel und Ioh. Heinrich Otter- dein, alle drei aus Ruppertenrod, erste Preise. Mit der 5. Aufgabe begannen die Daselbirnen. Karl H a b e r m e h l - Groß-Felda und Heinrich übrig- Ermenrod zeigten hier das Beste und erhielten erste Preise. Die 6. Aufgabe, die zwei Sorten Wirtfchaftsbirnen zeigte, blieb ohne ersten Preis. In der 7. Aufgabe, Cinmachbirnen, trugen W. Velten-Ilsdorf, Wilhelm Hofmann, Heinrich Fuchs II. und Rudolf Horst- Ruppertenrod die ersten Preise davon. Klasse 8, hervorragende Lokalsorten, blieb ohne erste Auszeichnung. Dagegen entfielen auf die 9. Aufgabe fünf erste Preise. Diese erhielten Karl V ö l - zing III. und Adolf Becker aus Groh-Felda, Karl Tröller I. aus Merlau und Bürgermeister Dölzing und Heinrich Weber III, Auskunft Über die richtige Verwendung des elektrischen Lichtes erhalten Sie bei ben Oöram-DerkaufssteUen, dem Elektrizitätswerk unb sonstigen Elektrosachgeschäften. Reichslagmg des Sundes „Hais und Schule". aus Ruppertenrod. In Aufgabe 10 und 11 wurden keine ersten Preise erzielt. Dagegen wurden die Beerenweine der Aufgabe 12 mit vier ersten Auszeichnungen bedacht. Diese entfielen auf Otto Schneider - Groh-Felda, sowie auf Wilhelm Hofmann, Otto Orth und Ed. Schlosser aus Ruppertenrod. Die letzte Aufgabe zeigte Eingemachtes verschiedener Art. Frau Lehrer Strack und Fräulein Martha O 11erbe i n - Rrrppertenrod durften die ersten Preise dieser Klasse davontragen. Starkenburg. WSA. Darmstadt, 8. Okt. Kriminalinspektor Johann Würz, bei der hiesigen Staatsanwaltschaft, der vor einigen Tagen in einem hiesigen Lokal eine Falltreppe hinabstürzte, ist an dem dabei erlittenen Schädel- bruch, ohne das Dewuhtsein wieder erlangt zu haben, g e st o r b e n. Rheinhessen. WER. M a in z, 8. Oft. Als am Samstag nachmittag der 17jährige Hans Vetter im Wallmeisterhaus in Wackerheim auf der Tenne eine Arbeit verrichten wollte, kam ec einem im Scheunengebälk befindlichen Wespenne st zu nahe. Im Ru überfielen die gereizten Tiere den jungen Mann, der aber nicht mehr bis an die von außen her angelehnte Leiter gelangen konnte, und sprang die in der Mitte des Speichers befindliche Oeffnung hinunter. Der Sprung war jedoch so unglücklich, dah Vetter sich dabei einen Beinbruch zuzog. Der junge Mann mußte in das Städtische Krankenhaus verbracht werden. Buntes Allerlei. Eine neue Erklärung des Tornados. Die Vorgänge bei den gewaltigen Luftwirbelerscheinungen, die auch in diesem Jahr in Amerika wieder so ungeheure Verwüstungen angerichtet haben, sind noch nicht geklart. Die auch heute noch vielfach vertretene Ansicht, daß diese Wirbelstürme, sowohl die amerikanischen Tornados wie auch die amerikanischen Tromben, nur die Achse eines auf- steigenden Luftstromes darstellen, ist durch genaue Beobachtungen widerlegt. Professor A. W e g e n e r, der sich seit Jahren mit diesen Erscheinungen beschäftigt, vertritt nun in einer neuen Abhandlung, über die K. K n o ch in den „Naturwissenschaften" berichtet, die Ansicht, daß der Hauptteil des Tornados in einem horizontal liegenden, in der Wolke verborgenen Schlauch besteht; der für uns sichtbare Teil dieses Schlauches stellt nun sein herabhängendes Ende dar. Zunächst bildet sich nach Wegeners Meinung ein „Mutterwirbel" mit horizontaler Achse, der nicht vom Boden nach den Wolken, sondern von den Wolken nach dem Boden wächst. Daraus ergibt sich die hüpfende Bewegung des Schlauches mit dem Aussetzen in der Zcrstörungs- spur. Häufig ist unterhalb der Wolke ein Umbiegen des Schlauches festzustellen, und zwar nach der Seite des Regengusses. Der ungeheure Kraftverbrauch, der sich auf dem Zerstörungsweg äußert, kann nur aus dem Mutterwirbel erneuert werden. Den größten Wert legt Wegener auf die Feststellung eines äußeren Streufeldes, im Gegensatz zu dem inneren Streufeld, in dem die aus dem Zerstörungsweg fortgeschleuderten Gegenständ« niederfallen. Dieses äußere Streufeld liegt auf der andern Sekte der Hagelzone, und in ihm sind schon Gegenstände niedergefallen, die aus der bis zu fünfzig Kilometer entfernten Bahn des Tornados abgehoben wurden. Nur bei einem Wirbel mit ho»i- zontaler Achse ist es möglich, daß sich selbst schwere Gegenstände solange schwebend erhalten können. Das Ende des Mutterwirbels ist als offen anzusehen. Da die herabgesallenen Gegenstände teilweise mit einer Eiskruste überzogen waren, muß der Mutterwirbel in der Region der unterkühlten Wassertröpfchen liegen; das ist im Sommer in einer Wolkenhöhe von etwa 4000 Meter der Fall. Der Traum des Zöllners. Ein moderner Joseph, dem seine Traumdeutung nicht weniger gute Dienste leistet als dem biblischen Helden, ist ein Neuyorker Zollbeamter, der auf diese immerhin nicht gewöhnliche Weise 2000 Säcke mit Eg—a— ii‘ । III tXM■ u■ im।WAiirruwMwrmia ■ ZIrarMiianrumuMi Flaschen voll Whisky im Wert von 200 000 Dollar entdeckte. Der Zollbeamte John Mc. Gill träumte eines Nachts, daß er einen Fischkutter namens Carolina sähe, der im dichten Nebel mit einer Alkoholladung fuhr; er sah das Schiff auf dem Meer hin und her schwanken wie einen Betrunkenen und die Mannschaft, die er ebenfalls im Traum erblickte, torkelte nicht weniger. Als der Träumer am Morgen aufwachte, gab er sofort seinen Beamten Befehl, in der Umgegend von Neu- york nach einem Schiff namens Carolina zu suchen. Man fand auch tatsächlich solch ein Schiff, einen harmlos ausseyenden Kutter, der Fische in der Nähe des Fulton-Fischmarktes auslud. Die Beamten meldeten das McGill, und dieser begab sich sofort an Bord und bewies die Wahrheit seines Traumes, indem er unter den Fischen 2000 Säcke mit Whisky entdeckte. „Es ist eine Familien- Eigenschaft, daß wir immer vom Meer träumen," erklärte der moderne Joseph, „und unsere Träume sind meist wahr." Zeitschriften. — Die Aeuhorrer Monatsschrift „Current Hi- ftort)“ hat in ihren letzten Heften internationale Diskussionen über die Kriegsschuldfrage veröffentlicht, die, von Professor Barnes eingeleitet, der bedeutsamen Frage gewidmet ist, ob Deutschland im Juli 1914 Oester reich-Tlngarn zum Kriege getrieben hat. Barnes kommt zu dem Ergebnis, daß Deutschland nicht direkt für die österreichische Politik verantwortlich gemacht werden kann. Graf Verchtold, Graf Hoyos und der Gesandte von Wiesner nehmen zu den Darlegungen von Barnes Stellung. Von deutscher Seite antworten Staatsminister von Iagow und Staatssekretär a. D. Zimmermann. Ein amerikanischer Gegner dieser Auffassungen kommt in Professor Florinskh zu Wort. Diese aufschlußreiche Kriegsschulddiskussion wird in dem Oktoberheft der Berliner Monatshefte für internationale Aufklärung „Die Kriegsschuldfrage" (Verlag Berlin R W 6) in ihrem wesentlichsten Teilen wiedergegeben. Die Ausführungen von Professor Flo- riüsky werden von Graf Derchtold In einer längeren Zuschrift beantwortet. — Ein bunter Strauß Lektüre — Romane, No- oetlen, Gedichte, bebilderte Artikel über mancherlei Kunst und Reisen, wissenschaftliche Abhandlungen verschiedener Spezies usw. — läßt die Bestimmung der „W estermanns Monatshefte" (Verlag Georg Westermann in Braunschweig) als Familienzeitschrift für das deutsche Haus klar hervortreten. Aus dem Inhalt des Oktoberheftes ist besonders hervorzuheben: Die Geisterstadt, Romanfolge von Heinr. Lilienfein; Indischer Urwald von Annie France- Harrar; Die Seele der Biene von Dr. A. Seidel; Schneesturm, Novelle von Carry Brachvogel; Aus meiner Husarenzeit von Georg von Ompteda. — Bei den jetzt beginnenden langen Abenden er« hebt sich auch heute noch bei manchem die Frage nach einer Zeitschrift, die substantiell und in ihren Wirkungen nachhaltiger ist, als die bunten Magazine । und Wochenschriften. Solchen Fragern ist die bei C. H. Beck in München seit vier Jahren erscheinende Monatsschrift „Z e i t w e n d e" zu empfehlen, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, unsere Zeitprobleme vom Boden einer evangelisch fundierten Weltanschau« ung aus zu behandeln. Wie mannigfaltig, faßlich und dabei doch nicht oberflächlich solch ein Zeitwende- heft ist, bezeugt wiederum das so fein komponierte Oktoberheft. Der Beitrag Richard Ecksteins über „Rassenforschung, Rassenglaube, Rassenlegende" prüft klar und umsichtig die weltanschauliche Tragfähig, feit des Rassengedankens. Es folgt ein markantes Charakterbild Lenins von Rudolf Thiel. Die sich als feiner Kontrast anschließende Novelle Eva von Eckardts „Wesen und Erscheinung" schildert mit seltener seelischer Zartheit ein tragisches.Mädchen- schicksal. Unsere Vorstellung vom Amerikanismus erhält durch Karl Rodes Schilderung amerikanischen Universitätslebens an der Berkeley-University Form und Farbe. Die Rettung aus der Not der evangel. Kirche durch eine Belebung des Symbolgedankens wird von Karl Fischer nach der positiven und nega- tiven Seite hin erörtert.______________________________ Korpulenz ist unschön macht alt und ist auch ungesund. Nehmen Sie morgens und abends je 2 Toluba-Kerne. Diese Kerne enthalten settzehrende, den Ansatz verhindernde, dabei aber unschädliche Stoffe. Sie erhalten die echten Toluba-Kerne in den Apotheken. [1783V IMÄGGF Erbs m. Speck-Suppe in der vorteilhaften ^ürfelpackung zu 13 Pfg. für 2 Teiler gute Suppe. Beamte, Angestellte und Pensionäre! Grobe Sonder-Ausstellung 8904V in erstkl. Schweizer Herren- und Hamen-Uhren sowie Bestecken Lieferung mit Garantiescheinen. Nur 2 Tage in Gäeöen. Restaurant Frankfurter Hof, an den Marktlauben Dienstag, den 9., und Mittwoch, den 10. Oktober 1928. Das Wichtigste: Bis zu 10 Monate Ziel bei bequemen Monatsraten und mäfj.Preisen ohne Anzahl, bei Bestellung. Palast-Lichtspiele | Mittwoch, den 10. Okt., abends 8 Uhr Filmvortrag Obering. 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L 2H., mittags 1 Uhr, soll bei dem hiesigen Faselstall der 89170 BfOX-yiT^A-ZAHNPASTA ist die richtige, sie macht die Zähne blendend weiß und beseitigt Mundgeruch; spritzt nicht, ist hochkonzentriert, daher sparsamer. rvosv i Nr 258 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 9. Oktober (928 Spielvereimgung 1900 Gießen. Liga — Frohnhausen (Dill) Liga 4:0 (1:0). Ligareseroe — Frohnhausen (Dill) Ligareserve 8:2 (5:1). 3. — Ettingshausen 2. 6:3 (1:2). 1. Jugend — Niedergirmes 1. Jugend 2:0 (2:0). 2. Jugend — Steinberg 1. Jugend 3:0 (3:0). 3. Jugend — Frohnhausen Schüler 1:0 (0:0). 1. Schüler — Aßlar Schüler, Aßlar zu spät ange- treten. ö. Das Hauptinteresse der Zuschauer konzentrierte sich naturgemäß auf das Spiel der L i g a Mannschaften, das unter der Leitung des Schiedsrichters I a n o w s k y (Marburg) stand. Um es vorweg zu sagen: die Leistungen konnten beiderseits nicht befriedigen, sie standen bis zum Seitenwechsel weit unter Durchschnitt. 1900 begann mit ziemlich heftigem Wind im Rücken, lag auch oft stark drängend vor dem Frohnhäuser Tor, brachte aber nur ein einziges Mal den Ball über die Torlinie. Ungezählte glänzende Torchancen ließ der recht ungeschickt spielende Sturm in einer Reihe aus. Fast alle erzielten Eckbälle landeten hinter dem Tor. Ein Frohnhäuser Spieler verletzte sich durch eigene Schuld und schied kurz vor der Pause aus. Auch der Platzverein mußte infolge plötzlicher Erkrankung eines Spielers beim Spiel Umstellungen vornehmen. Berücksichtigt man außerdem noch, daß bei 1900 der Rechtsaußen ganz ausgeblieben war und durch einen Spieler der vorher tätigen 2. Elf ersetzt wurde, so war das Kräfteverhältnis wieder einigermaßen ausgeglichen.Das Resultat entspricht dem Spielverlauf, denn auch die Gäste hatten nach der Pause sichere Chancen, die im Uebereifer ausgelassen wurden. Das Spiel der Reserven stand ganz im Zeichen des Platzvereins. Bei ständiger Ueberlegen- heit wurde Tor auf Tor erzielt; allerdings wurden die Blauweißen dabei durch den recht schwachen Gästehüter unterstützt. Die Tore Frohnhausens fielen nach schnellen Durchbrüchen an der aufgeruckten Gießener Verteidigung voroei. 1900’s dritteElf trat die Fahrt nach Ettingshausen durch ein Mißverständnis nur mit zehn Spielern an. Wenn trotzdem ein Sieg für die Gießener dabei herauskam, so spricht dies für deren jetzige Spielstärke. Bei Halbzeit stand das Spiel noch 2:1 für Ettingshausens zweite Mannschaft. Die erste Jugend der Spielvereinigung fertigte im Pflichtspiel die erste Jugend von Nieder- g i r m e 5 ab. Die zweite Jugend gewann in einem verkürzten Spiel, verschuldet durch Ausbleiben des Schiedsrichters, gegen Steinbergs erste Jugend. Dio dritte Jugend, alles 15jährige, gewann gegen die technisch sehr schön spielende Schülerelf von Frohnhausen, infolge körperlicher Ueberlegen- heit. — Die Aßlarer Schüler traten leider zu spät an, so daß das Spiel nicht zum Austrag kam. V. f. B. Liga — Dillenburg Liga 7:2. Ligares. — Dillenburg Ligares. 3: 1. Dritte — Queckborn 7:1. l.Sgb. — 1. Igd. Sp. D. Wetzlar 2:2 abgebr. 2. Igd. — 1. Sgö. Leihgestern 1:1. 2. Schüler — 1. Schüler Leihgestern 1:0. Ligamannschast gestaltete auch ihr zweites Verbandsspiel zu einem vollen Erfolg, indem sie Dillenburg auf dessen eigenen Platz mit klarer Tordifferenz schlug. Der Verlaus der ersten zwanzig Minuten des Spieles ließ allerdings wenig Hoffnung auf einen Sieg Gießens zu. Wenn man auch von vornherein damit rechnen mußte, daß Dillenburg auf eigenem Gelände ein ungleich schwerer Gegner ist, als auf Plätzen größeren Ausmaßes, so überraschten die gegen den Dorsomttag in wesentlich stärkerer Aufstellung stehenden Einheimischen noch durch ihren geradezu beispiellosen Eifer. Die V. f. D.-Glf hatte Mühe, sich der ungemein forschen Angriffe der Platzelf zu erwehren und konnte trotz zähester Gegenwehr nicht verhindern, daß der Gegner das Führungstor erzielte. Beiderseits wurde das schon anfangs sehr flotte Tempo noch verschärft Geld M vom Himmel. Vornan von Paul Enderling. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Schlimm", meinte Grotteck tiefernst, ihm auf den Rücken klopfend. „Aber es gibt ja gottlob noch andere Frauen, die wahres Verdienst zu schätzen wissen." Surrmann nickte. „Ich muß Ihnen etwas anver- ttauen", begann er verlegen. „Was ich vorhin über Fräulein Brodersen sagte, stimmte nicht ganz. Ich habe natürlich für sie geschwärmt. Welcher Mann täte es nicht? Aber ich bin sozusagen außer Kurs gesetzt. Brodersen hat mich mit Geld unterstützt. Das ist es. Denken Sie, man kann ein Mädchen umwerben, wenn sie weiß, daß man ihren Vater angepumpt hat?" . 'Tpejtt"' entgegnete Grotteck kühl. „Das kann man nicht. Und nun ist es Zeit, die Sitzung abzubrechen." Der Lyriker erhob sich seufzend. „Jetzt find Sie wieder Der Baron. Kühl, unnahbar, distanziert, nordd^t.ch. Und das ist schade. Ich wollte Ihnen beim Fortgehen — zwischen Tür und Angel, verstehen Sie — ein Geständnis machen." „Noch eins?" Surrmann reichte ihm mit treuherzigem Gesicht die Hand. „Ich wollte Ihnen einen Band meiner, gotischen Sonette widmen, und zwar mit der Widmung: Meinem Freund Kurt Grotteck. Darf ich?" „Sie dürfen. Aber nun ade! Morgen ist auch noch ein Tag, wie Peter Cornelius so schön singt" Kurt Grotteck dachte lange über den Besuch nach. Er hatte also einen Freund — gewiß ein schöner Gewinn eines Tages. Ach ja, einen Freund konnte er gut brauchen. Aber auch der kleine Surrmann war nicht derjenige, auf dessen Schultern er sein Geheimnis laden konnte. Auch die zarte Mutter im fernen Grotthausen würde unter dieser Last zusammenbrechen. Und wer blieb sonst? Inge Brodersen —! sagte eine Stimme in ihm. Sie war klug und stark. Ihr konnte er beichten. Ihr wußte er beichten, ehe er ihre Hände küßte. Ja, das war es gewesen, was er hotte sagen wollen: „Ich I Turnen, Sport und Spiel. und mit äußerster Kraft- und Energieentfaltung gekämpft. Hatte es zuerst bei V. f. D. etwas an genauem Zuspiel, und präziser Zusammenarbeit gefehlt, so fand sich die Mannschaft schließlich doch mehr und mehr zusammen, so daß der Ausgleich noch vor der Pause erzielt werden konnte. Aach dem Wechsel versuchten beide Parteien, sich in der Forcierung des Temvos zu überbieten. Dillenburg mußte jedoch bald einsehrn, daß es gegen die technische älebrrlegenheit und reifere Spielweise Gießens auf die Dauer nicht aufkam. Von der Läuferreihe gut unterstützt, zeigte der V. f. D.-Sturm ein prächtiges Spiel. Vier Tore innerhalb etwa zehn Minuten waren die Folge der starken Tleberlegenheit der V. f. D.-Mann- schäft. Bei diesem Stand (5:1 für Gießen) raffte sich Dillenburg für kurze Zeit noch einmal auf, um jedoch bald darauf um so stärker wieder abzufallen. Es beschränkte sich in der Hauptsache auf die Verteidigung, mußte sich jedoch noch zwei weitere Tore gefallen lassen. Kurz vor Schluß gelang es seinem Mittelstürmer bei einem Durchbruch der zu weit aufgerückten Gießener Verteidigung, davonzugehen und das zweite Tor zu erzielen. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf und muß als voller Erfolg des V. f. D. gewertet werden. Der Ligareserve fiel es wesentlich schwerer, zu gewinnen. Sie war dem Gegner technisch und taktisch überlegen, kam jedoch gegen dessen ost sehr rauhe Spielweise insofern nicht richtig auf, als sie ihre Feldüberlegenheit nicht durch die entsprechende Torzahl zum Ausdruck bringen konnte. Ihr Spiel litt stark unter den falschen Entscheidungen des viel zu nachsichtigen Schiedsrichters, der nicht imstande war, die Platzmannschaft zu einer faireren Spielweise zu bestimmen. V. f. B. hatte eine Reihe von Gelegenheiten, darunter einen Elfmeter, der an die Querlatte geschossen wurde, das Resultat zu erhöhen, lieh diese jedoch unausgenützt vorübergehen. Immerhin darf die Elf mit dem Ergebnis zufrieden sein. Auch die Dritte holte sich die beiden Punkte durch einen sicheren Sieg über Queckborn. Queckborns Eifer reichte nicht aus, um der technischen Tleberlegenheit der V. f. D.-Clf standzuhalten. Die erste Iugendmannschaft traf in der gleichen des Wetzlarer Sportvereins auf ihren stärksten und auch härtesten Gegner. Das Tressen wurde beim Stand von 2:2 vom Schiedsrichter abgebrochen, weil ein Wetzlarer Jugendlicher seiner Aufforderung, das Spielfeld zu verlassen, nicht nachkam. Das Spiel, das für die erste V. f. D. Jugend das letzte der Vorrunde der Pflichtspielserie war, gilt für sie als gewonnen, so daß sie bis jetzt ungeschlagen an der Spitze der Iugendinannschasten beS Gaues Gießen—Wetzlar steht. Auf hiesigem Platz erkämpfte sich die zweite Jugend elf gegen die spielstarke erste Jugend Leihgesterns eine 1:1. Die zweite Schülermannschaft zeigte sich in guter Verfassung und schlug die körperlich überlegenen Schüler Leihgesterns knapp.aber verdient mit 1:0. Fußball in Heuchelheim. S. 13. Heuchelheim I — S. 13. Ettingshausen I 5:0. Zum ersten Derbandsspiel trafen sich am Sonntag diese Mannschaften in Heuchelheim. Obwohl die Heuchelheimer mit drei Ersatzleuten an treten mußten, waren sie doch das ganze Spiel hindurch stark, überlegen. Etttngshausen stellte eine gleichmäßig ausgebildete Mannschaft, die einen noch sehr primitiven Fußball spielte. Das faire Spiel wurde von Dietrich, D. f. D. Gießen, sehr gut geleitet. V. f. X Lich. Die erste Mannschaft von Lollar weilte am Sonntag in Lich und mußte sich mit 2:1 (1:1) geschlagen bekennen. Lich spielte sehr gut und hätte noch mehr erreicht. Da der sehr gute Halblinke wegen Verletzung ausscheiden mußte, spielte Lich die letzten 30 Minuten nur noch mit 10 Mann. Die zweite konnte ebenfalls 2 Punkte von Grohen-Duseck mit nach Hause bringen. Handball im Männeriurnverein. Die zweite Mannschaft erkämpfte sich am Sonntag einen einwandfreien 9:3 Sieg über die gleiche vom Turnverein 1 8 4 6 Gießen. Anfangs sah es nicht so aus, als ob das Resultat so hoch ausfallen würde, jedoch in der zweiten Halbzeit gingen die Männerturner mächtig aus sich heraus. Auf besonders guter Höhe stand das Spiel der beiden er st en Mannschaften. Turn u. Sport Marburg und Mtv. Gießen, das Gießen verdient mit 7:4 gewinnen konnte. Die Marburger Mannschaft, eine der besten des Gaues Hessen, legte gleich zu Anfang ein mächtiges Tempo vor, mußte sich aber nach kaum 5 Minuten Spielzeit gefallen lassen, daß Mtv. in Führung ging. Marburg glich jedoch kurz danach aus. Unentschieden 3:3 wurden die Seiten gewechselt. Marburg konnte dann noch einmal in Führung gehen, siel aber gegen Schluß des Spieles dem eigenen Tempo zum Opfer. Die Männerturner drückten kräftig auf Marburgs Tor, und die Marburger Mannschaft hatte genug zu tun, um eine höhere Niederlage zu verhüten. Am dritten Sonntag der Derbandsspiele im Handball des Gaues Hessen steht der Männer- TurnvereinGießen mit 6 Punkten ander Spitze. Der stärkste Anwärter auf die diesjährige Meisterschaft, T. V. Wetzlar, hat bis jetzt zwar zwei Spiele geliefert, von denen aber nur eins als Punktes Piel in Frage kommt, weil der Derbandsschiedsrichter im Spiel gegen T. V. 46 fehlte und das Spiel als Gesellschaftsspiel ausgetragen wurde. Handball in Großen-Buseck. Großen-Buseck I — Herborn I 10:4 (5:2). Großen-Bufeck Jugend — Herborn Jugend 5:3 (3:2). Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich am Sonntag diese Mannschaften in Großen-Duseck. Herborn stellte eine äußerst flinke Mannschaft. Mit dem Anpfiff entwickelte sich ein äußerst rasches Spiel. 3m Feldspiel waren sich beide Mannschaften ebenbürtig, nur ließ Herborn die entscheidenden Torschüsse vermissen. Voll Spannung s. h man dem Iugendspiel entgegen. Stellte kwch Herborn eine Iugendmannschaft, die mit vier Mann aus der ersten Mannschaft verstärkt war. Grotzen-Dusecks Mannschaft spielte sehr flink und konnte nur durch Eifer das Feld behaupten. Handball in Großen Linden. Turnverein Großen-Linden Jugend gegen Tv. 1846 Gießen Jugend 8:4 (4:2). Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich diese Mannschaften am Sonntag in Großen-Linden. Die Gäste waren in bezug auf Zusammenspiel besser als die Platzmannschaft. Trotzdem war Großen-Linden überlegen; Gießen kann es seinem Tormann verdanken, daß das Endresultat nicht noch höher wurde. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Wieseck I — Heuchelheim I 4:3 (3:2). Heuchelheim war in Wieseck zu Gast. Nach Anstoß Wiesecks, der gut Dorgetragen, abgewehrt wurde, folgte schönes offenes Feldspiel. In der 6. Minute konnte der Halblinke der Gäste einen Torschuß anbringen, der von dem Ersatzhüter Wiesecks gehalten wurde, aber über die Hände ins Tor rollte. Bei einem Durchbruch gelang es den Gästen, durch überraschenden Torschuß des Halbrechten das Resultat auf 2:0 zu stellen. Bereits zwei Minuten später wurde der Ausgleich hergestellt. Nicht lange danach verschaffte Halbrechts seiner Mannschaft die Führung. Halbzeit 3:2. Nach Seitenwechsel ging Heuchelheim mehr aus sich heraus. Ein Flanke wurde von Halblinks der Einheimischen zum vierten Tor eingedrückt. Heuchelheim erzielte durch einen Fehler der Verteidigung der Einheimischen das habe meiner Mutter versprochen, außer ihr nur die Hände der Geliebten, der ewig Geliebten zu küssen ..." Einmal würde er den Satz vollenden. Und in diesem Gedanken schlief er ein. * Als er am nächsten Tag aus dem Rundfunkbau trat, stand Martha Rebmann an der Freitreppe. „Sie hier?" fragte er ftirnrunzelnd. Er gab sich gar keine Mühe, seine peinliche Ueberraschung zu verbergen. Aber dann rührte ihn ihr verlegenes, demütiges Gesicht, und er zwang sich zu einer freundlichen Miene. „Wenn ich Sie störe, gehe ich gleich wieder", sagte sie unterwürfig. „Ich weiß ja auch gar nicht, ob Sie Zeit haben." Er überflog ihr einfaches, geschmackvolles Kostüm und stellte fest, daß sie ihn nicht komprimittierte. So wurde ihm seine Liebenswürdigkeit nicht allzu schwer. „Für Sie habe ich immer' Zeit, Fräulein Rebmann. Ich freue mich, Sie bei Tageslicht betrachten zu können." Sie lachte auf, um einen Grad zu laut, wie ihm schien. „Sie machen ober eigentlich nicht den Eindruck." Er gab ihr die Hand. ,Zch zerbreche mir nur noch den Kopf, wie Sie mich ausfindig gemacht haben. Zufall?" „Ich will ehrlich sein: es ist Berechnung. Nein, Berechnung ist nicht der richtige Ausdruck. Na, es war jedenfalls nicht allzu schwer. Quevedo kannte ja Ihren Namen, und daß Sie hier zu tun haben, las ich im Programm." „Also eine kleine Detektivin?" fragte er lachend. Sie erblaßte und warf ihm einen erschrockenen Blick zu. Warum traf sie dieser Titel so? Aus dem Gefühl heraus, eine Beleidigung gutmachen zu müssen, setzte er lächelnd hinzu: „Natürlich nur eine in eignen Angelegenheiten. Ich wollte Sie gewiß nicht mit jenem Kiewening in eine Reihe stellen. Ich weiß ja, daß Sie eine Kollegin von mir sind und eine sehr begabte dazu." Als sie durch den Torbogen auf die Straße getreten waren, sagte Martha, schüchtern aufblickend: „Nehmen wir wieder ein Auto? Am Tage ist es ja billiger." Sie hob wie ein kleines Kind die Hände hoch: „Bitte, bitte, es war so schön neulich." „War es schön?" fragte er, etwas gerührt. „Ich hatte ein schlechtes Gewissen: ich glaube, ich war gar nicht sehr freundlich zu Ihnen." „Es kam doch alles so überraschend, und Sie hatten gewiß an andres zu denken." „Das hatte ich", sagte er lachend. „An Jokohama?" „Nein, an näherliegende Dinge." Das hatte er also schon vergessen.. Sicher hatte er etwas ganz andres bei dem eiligen Abschied neulich vorgehabt. Sie ging wortlos, beklommen neben ihm. Sie blickte erst etwas freier drein, als Grotteck, um die Stimmung zu retten, ein Auto heranwinkte und ihr ritterlich beim Einsteigen half. „Wohin?" fragte der Chauffeur. „Das hat die Dame zu bestimmen", meinte Grotteck. ^Sie errötete vor Freude. „Auf die Höhe! Zum „Müssen Sie denn nicht jetzt im Alcazar spielen?" „Heute ist mein freier lag." Er neigte sich zu ihr. „Den werde ich mir von jetzt an wohl merken müssen, wie?" An ihrem dankbaren Nicken erkannte er befriedigt, daß sein Ton der rechte war. Sie war nicht mit Galanterien verwöhnt, die Kleine, wenn sie so was schon glücklich machte. Er war froh, daß der Wagen sie schnell aus den Bezirken der Stadt entführte, wo er jeden Augenblick einen Bekannten treffen konnte, der ihn mit dieser Klavierspielerin beisammen sah. Sie saßen, jeder in eine Ecke des offenen Wagens gedrückt, als ob sie eine Berührung vermeiden wollten. Martha Rebmann schaute die Passanten strahlend an, als wollte sie sie auf die Tatsache ihrer Autofahrt aufmerksam machen. ,Hch muß mich entschuldigen," begann er nach einer Weile, „daß ich Sie nicht seitdem aufgesucht habe. Aber ich war allzu beschäftigt." „Sonst wären Sie gekommen?" „Natürlich. Warum sollte ich nicht?" „Dann ist alles gut", sagte sie leise, mit einer Zärtlichkeit, die er zu überhören versuchte. „Alles gut? Oh, es gibt eine Menge Dinge, die nicht gut sind." Er dachte an die vergangenen bösen Nächte und Tage, wo jedes Geräusch und jedes Telephonklingeln die Nerven in Unruhe brachten. Seit heute morgen lag der Schatz wohlverwahrt in dritte Tor. Dann fand das Spiel mit obigem Resultat, Ecken 5:4 für Wieseck, sein Ende. Marburg I — Gießen 1b 4:4. Gießen hatte die Fahrt nach Marburg unternommen mit der Hoffnung, zwei wertvolle Punkte nach Hause zu bringen. Diesmal erlebten sie jedoch eine Enttäuschung. Der Anstoß brachte flottes Spiel, schon in den ersten Minuten brachte ein Elfmeter Gießen die Führung. Bereits eine Viertelstunde später gleicht Marburg aus. Dis Halbzeit gelang es jedoch den Gästen, das Resultat auf 2:1 zu stellen. Rach Seitenwechsel meist offenes Spiel, beiden Parteien gelang es, gute Torgelegenheiten herauszuarbeiten. Bei Schluß des Spieles stand das Resultat unentschiedcm 4:4, beide Parteien teilten sich die Punkte. Raunheim I — Wetzlar I 5:0. Raunheim, das durch die Riederlage am Dorsonntag in Alsfeld Lehren gezogen hatte, trat diesmal wieder komplett an. Wetzlar stellte eine stark verjüngte Elf ins Feld. Rach Anstoß entwickelte sich ein flotter Kampf. Raunhnm tonnte bald durch eine gut getretene Ecke in Führung gehen. Dis zur Pause gelang es ihnen, das Resultat auf 3:0 zu stellen. Rach Seitenwechsel weiter flottes Spiel. Der Gästetorwart fiel jetzt ganz aus dem Spiel. Zweimal noch konnte Raunheim erfolgreich fein, aber auch Wetzlars Sturm schaffte gefährliche Momente vor Raunheims Tor. Es blieb ihnen jedoch das verdiente Ehrentor versagt, imi> mit 5:0 mußten sie sich Raunheim beugen. Leun I — Kinzenbach I 6:1. Kinzenbach war in Leun. Ueberraschend kommt das Resultat. In scharfem Spiel, indem sich Leun mehr und mehr durchdrückte, gelang es ihnen, bis Halbzeit 3 Tore oorzulegen. Nach Seitenwechsel war weiterhin Leun überlegen und konnte bis Schluß noch weitere 3 Tore erzielen, dem die Gäste nur das Ehrentor entgegensetzen konnten. Raunheim II — Rieder-Girmes I 4:1. Daß Naunheims 2. Mannschaft den Nachbar so abfertigen würde, hatte niemand erwartet. Daß Gießens Jugend, die in Naunheim gegen die dortige Jugend spielte, mit einer 3:0-Niederlage nach Hause ging, kommt ebenso überraschend. wieseck II — Rodheim I 3:5. Wäre Wieseck bei Beginn des Spieles vollzählig angetreten, so hätte das Resultat umgekehrt stehen können. Eckenverhältnis 9:3 für Wieseck. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 5. Oft. Zum Markte fahrende Händler werden nicht selten auf offener Landstraße die Opfer frecher Diebe. Diese schleichen sich während langsamer Fahrt an den hinteren Teil des Wagens und holen aus seinem Innern, soweit dieses von außen für sie erreichbar, die ost unzulänglich verwahrten Marktwaren heraus, unbeobachtet von dem nichts ährenden, vorn sitzenden Führer des Wagens. In zwei bet artigen, auf der Straße Lollar—Gießen vorgekommenen Fällen wurde heute gegen den Gelegenheitsarbeiter D. aus T., dem man nach seinen Vorstrafen solche Taten recht wohl zutrauen konnte, verhandelt. In dem einen Fall war er unter verdächtigen Umständen ganz bald nach dem Diebstahl gesehen worden, als er mit einem Rucksack, über dessen Inhalt er sich nicht auszuweisen vermochte, auf den Gießener Markt fuhr; in dem anderen Fall sah man ihn, einen Sack unterm Arm, zur Zeit der Tat ganz in der Rahe des Tatortes ebenfalls unter r«ht verdächtigen Umständen. Trotz noch weiterer schwerwiegender Verdachtsmomente wurde V. aber nicht überführt; er mußte wegen mangelnden De weises freigesprochen werden. Deide Fälle mögen auf der Landstraße fahrenden Händlern zur Warnung dienen. dem stählernen Safe einer Bank. Unangerührt. Aber damit war nicht viel geholfen. Was hatte das Schicksal mit ihm vor? Mit einem gar nicht „obligaten" Paukenschlag war es in das heitere Scherzo seines Lebens gefahren — bums — und nun mußte er sehen, wie er über das Krescendo zu einem anständigen Finale gelangte. Würde er die Kraft dazu haben? Gewallsam riß er sich aus seinen Gedanken. „Was ist Quevedo für ein Mensch? Ist er eigentlich Spanier? Oder stammt er vom Bodensee? Er spricht ein verdächtig gutes Deutsch." Sie wußte, daß der Spanier eine deutsche Mutter gehabt hatte, daß sein Bruder ebenso kohlrabenschwarz sei wie er semmelblond, und daß er der gutmütigste Chef sei, den man sich denken konnte. „Aber er ist raffiniert. Und stark wie ein Bär. Er wird mit jedem Gast fertig", setzte sie mit naivem Stolz hinzu. „Ist das bisweilen dort nötig, so ein bißchen Brachialgewalt?" „Brachialgewalt?" wiederholte sie unsicher. Wie war er eigentlich aus dies Aktenwort gekommen? Er drückte sich doch sonst deutsch aus. Äichtig, Herr Kiewening, der große Detektiv, hatte es neulich gebraucht. Wie kam er aber immer wieder im Gespräch mit diesem Mädchen auf diesen Kerl? „Kennen Sie Ihre Gäste bei Namen?" „Einige, die der Wirt kennt. Und die Stammgäste natürlich." „Auch Herrn Kiewening?" Er sah verwundert, wie sie bei diesem Namen zu- sammenfuhr und verwirrt verneinte. Und in seiner Stimmung, die ja jetzt ständig hinter Rätseln herjagte, begann er, sie unbarmherzig auszufragen. Wie lange sie ihn von Angesicht kenne, ob keine ihrer Kolleginnen ein Verhältnis mit ihm t)abe, ob sie noch nichts von den Taten dieses Herrn gehört habe, zum mindesten aus den Blättern? Sie beantwortete alle Fragen mit einem eifrigen Stopf- schütteln, immer ohne ihn anzusehen. „Aber, was er ist, werden Sie doch wissen?" fragte er fast drohend. „So was spricht sich dach herum, so was schrecklich Interessantes?" „Ich bin noch zu neu dort." Und sie lenkte geschickt ab: „Sehen Sie nur den schönen Wagen, den grün- lackierten!" (Fortsetzung folgt.) Wirtschafi. Von den Schlachtviehmärtten. An den deutschen Schlachtviehmärlten der vorigen Woche wiesen die Auftriebsziffern nur bei Großvieh «ine kleine Zunahme auf, während Kälber, Schafe und Schweine die Auftriebszittern der Vorwoche nicht erreichten. Sn den Preisen ergaben sich bei allen Gattungen nur solche Der- schiebungen, die durch die örtliche Marktlage be- dingt waren, ohne daß (mit Ausnahme von schweren Schweinen, die gleichmäßig guter Nachfrage bei gebesserten Preisen begegneten) irgendeine Gattung allgemeinen Preisveränderungen nach der «inen oder anderen Dichtung unterworfen war. Es kosteten je Pfund Lebendgewicht: Rinder Kälber Schale ( Schweine Berlin 18-55 60-95 28-70 71-84 Bremen 20-50 40-81 35-55 50-72 Breslau 16-56 45-72 48-63 63-78 Chemnitz 25-61 55-84 40-58 64-79 Dortmund 24-59 50-92 37-55 62-76 Dresden 24-58 60-88 44-68 58-85 Düffeldorf 20-56 50-87 — 60-79 Elberfeld 20-55 50-88 — 65-79 Effen 25-58 55-115 25-57 62-78 Frankfurt M. 25-77 30-78 52-55 64-79 Hamburg 15-54 38-83 20-61 61-80 Hannover 20-55 50-90 38-62 60-75 Husum 18-54 — 44-55 — Karlsruhe 22-56 50—79 —- 72-82 Kaffel 20-57 53-73 — 63-80 Kiel 17-52 32-81 41-52 50-73 Köln 20-57 50-115 33-56 64-80 Leipzig 25-58 45-82 32-69 64-79 Magdeburg 16-55 40-80 35-55 64-80 Mannheim 16-59 40-75 40-44 62-80 München 17-58 60-80 — 58 — 78 Stettin 15-55 30-77 20-60 64-78 Stuttgart 15-57 55-80 — 55-84 Zwickau 15-56 60-80 50 - 64 70-79 Hindermarkt in Gießen. Zum heutigen Rindviehmarkt in Gießen waren 826 Stück Großvieh und 190 Kälber ausgetrieben. Der Handel war trotz des geringeren Auftriebs als beim vorigen Markt etwas schleppend. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qualität 500 bis 650 Marl, Kühe 2. Qualität 350 bis 450 Mark, Kühe 3. Qualität 150 bis 250 Mark, Rinder 1- bis 2jährig, 120 bis 22a Mark, Kälber je Pfund Lebendgewicht 55 bis 70 Pfennig. Bessere Tiere erzielten Preise über Rotiz. De rein für Chemische Industrie A. -G., Frankfurt (Main). Die Verwaltung des Vereins für Chemische Industrie A.-G. in Frankfurt a. M. teilt WTD.-Handelsdienst mit: Die seit Witte d. I. zwischen der Allgemeinen Rorit-Gesellschast A.-G. und dem Verein für Chemische Industrie A.-G. geführten Besprechungen, die zwischen den genannten Gesellschaften Anfang d. I. ausgebrochenen Einstimmigkeiten im Dergleichswege gütlich beizulegen, haben zu einem vorläufigen Abschluß geführt. Die beiden Gesellschaften werden, wie früher, weiterhin auf dem Gebiete der aktivierten Kohle gemeinschaftlich tätig sein. Die als Organ der Zusammenarbeit mit dem Sitz in Amsterdam errichtete Rorit» Dereeniging Derkoop Centrale wird weiterhin unverändert als Zentralbureau bi« gemeinschaftlichen Interessen der beiden Gesellschaften auf dem Gebiete der aktivierten Kohle behandeln. Der endgültige Vertragsabschluß des zwischen den Parteien neu vereinbarten Gemeinschaftsvertrages ist in Kürze zu erwarten. *'äl e b er z e i ch n u ng der Lübeckischen Staatsanleihe. Wie WTB.-Handelsdienst von der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) erfahrt, hat sich bei der Emission der neuen 8 prozentigen Lübeckischen Staatsanleihe eine wesentliche äleberzeichnung ergeben. Zeichnungen auf freie Stücke können nur in geringem Prozentsatz zugeteilt werden, aber auch die Zeichner, welche eine große Sperrverpflichtung übernommen haben, werben mit einer Reduzierung der von ihnen angemeldeten Betrage rechnen müssen. * Waggon» und Maschinenbau 2L-®., Görlitz. Wie WTD.-Handelsdienst erfahrt, hat die Waggon- und Maschinenbau A.-G., Görlitz, einen Auftrag auf eine größere Anzahl Selbstentladewagen für Südwestafrika erhalten. Es handelt sich um eine Rachbestellung auf Spezial- wagen, die bereits früher von der Waggon- und Maschinenbau A.-G. nach Südwestafrika geliefert worden sind und die sich im Betrieb glänzend bewährt haben. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 9. Oft. Tendenz: uneinheitlich. — Auch zu Beginn der heutigen Börse mar die Stimmung allgemein recht lustlos, und es machte sich eine gewisse Unsicherheit bemerkbar, im Zusammenhang mit der unfid-rren Haltung der gestrigen Neu- norker Börse. Dor allem aber war man wieder verstimmt über die Passivität des privaten Publikums. Di. Geschäftstätigkeit war unverändert minimal und relativ kleine Umsätze wurden meist für die Kurs- gestaltung ausschlaggebend, die gegen die gestrige Abendbörse uneinheitlich war. In verschiedenen Werten bestand nach den gestrigen Abgaben eher etwas Deckungsneigung. Einiges Interesse machte sich am Elektromarkt für Licht & Kraft geltend, die 4,25 v. H. anziehen konnten, AEG. und Siemens lagen dagegen geringfügig gedrückt. Am Markte der Autoaktien waren Daimler auf Deckungsraufe um 2,25 v. H. erholt Adlerwerke weiter angeboten und erneut 1 o. H. niedriger. Etwas lebhafter gefragt waren außerdem Reichsbank, die 1,25 o. H. höher eröffneten und später weiter etwas anzogen: Danat- bank und Dresdner Bank blieben gut behauptet, während Commerzbank 1,25 v. H. einbü&ten. Starker im Angebot lagen Kaliaktien, von denen Salzdetfurth 5 v. H. und Westeregeln nach der Erholung an der gestrigen Abendbörse wieder 2 v. H. nachgaben. Montanwerte lagen still. Mansfelder und Phönix etwas gedrückt, Mannesmann aid behauptet. Arn Chemiemarkt eröffneten Y.-G. Farben 1,75 v. H. niedriger. Im übrigen traten kaum nennenswerte Deränderungen ein. Neubesitzanleihe, die sich gestern abend erholen konnten, gaben neuerdings 0,45 v. H. nach. Auch Altbesitz, die nach einer Pause wieder notiert werden, waren in Einklang damit merklich abgeschwächt. Ausländische Renten fast ohne Umsatz. Im Verlause wurde die Stimmung etwas freundlicher, und die Spekulation schritt auf den meisten Märkten zu Deckungen. Es waren weitere Kurs- befferungen bis etwa 1 v.H. zu verzeichnen. Etwas regeres Interesse bestand für Danatbank, die 2 v. H gewannen, weiterhin für Reichsbank. Am Geldmarkt war Tagesgeld bis zu 5,5 v. H. weiter erleichtert. Aw Devisenmarkt lag die Mark weiter im Angebot und schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2043, gegen Pfund 20,397, gegen Kabel 4,85, gegen Paris 124,15, gegen Mailand 92,57, gegen Holland 12,0960. Bcr^ner Börse. Berlin, 9. Oktober. Zu. Beginn der heutigen Börse war die U m s a tz t ä t i g k e i t wieder sehr klein. Fast vollkommen ohne Orders fehlte es an jeder Anregung, so daß die. kleinen Ansätze zu einer Erholung, die im Bormittagsver- kehr zu erkennen waren, wieder verloren gingen. Die Spekulation hatte sich gestern zum Schluß auf dem ermäßigten Niveau etwas übrigbehalten und schritt zu Glattstellungen. Verstimmend wirkte vor allem der erneute Rückgang der Neubesitzanleihe bis auf 15,20, nachdem sie gestern abend in Frankfurt a. M. eine Erhöhung bis zu 15,70 erfahren hatte. Die Kursrückgänge gegen gestern waren aber im allgemeinen nicht erheblich und gingen selten über 1 v. H. hinaus. Relativ schwach eröffneten Canada Pazific, Kali Salzdetfurth und Adlerwerke. Dagegen waren die übrigen Autowerke überraschend erhöht. (Daimler plus 4,25 v. H. und NAG. plus 5,5 o. H.). Auch Polyphon und Licht & Kraft bemerkenswert höher. Für erstere regte die neue Grammophons; auffe in London an, doch war der höhere Kurs Schwankungen ausgesetzt. Angeblich auf Käufe der Londoner Arbitrage erholte sich der Kurs dann aber wieder sehr schnell gleich nach Festsetzung der ersten Notiz und erreichte wieder die Nähe der 500er Grenze. Deutsche Anleihen zur Schwäche neigend: Altbesitzanleibe heute wieder mit 510.5). notiert. Ausländer ruhig. Anatolier nach den Abschlägen der letzten Tage um 0,25v.H. erholt. Pfandbriefmarkt wenig verändert. Der Geldmarkt war weiter leicht. Tagesgeld 5 bis 7 v. H., Monatsgeld 8 bis 9,25 v.H., Warenwechsel 6,88 v.H. Beachtenswert im Zusammenhang hiermit war die schwache Haltung der Reichsmark (Dollar gegen Mark 4,2045 bis 4,2050). Im Verlaufe wurde die Stimmung, angeregt durch die bereits oben erwähnte Auswärtsbewegung der Autowerte und Polyphon, allgemein etwas freundlicher. Die Spekulation schritt zu Deckungen, die das Kursniveau um 1 bis 2 v.H. im Durchschnitt hoben. Schiffahrtsaktien gaben angeblich auf Abgaben für Hamburger Rechnung etwas nach. Polyphon plus 10 v.H. und Salzdetfurth plus 5^v.H., Reichsbank plus 3,5, Siemens plus 1,5 ufw. fielen durch fester« Haltung auf. 3 ..Hurter Getreidebörse. Frankfurt a. W.. 9. Olt Infolge des heutigen Getreidehandelstages verkehrte der heutige Frankfurter Produltenmarkt in ruhiger Haltung. Der Besuch war aus diesem Anlaß sehr schwach, so daß die Umsätze klein blieben. Rur einiges Interesse bestand Wetter für Futter- Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilun- gen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des .Gießener Anzeigers". Problem Nr 182. 8 7 6 5 4 3 2 Don G. 3. Rietvell. Schwarz, ecket a b c d e f g h a b 1 Weiß. Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 8 Steine. Kbl; Dg7; Ta3, cl; Lb8, c2; Sc4, hl Schwarz: 7 Steine. Kg2; Dg6; Lb7; Ba6, f7, h6, h7. Vorstehend eine sehr eleganter.. im ll. Inter» nationalen Zweizüger - Turnier von „Kagans Reuesten Schachnachrichten" mit dem 1. Preis« ausgezeichneter Zweizüger. Partie Nr. 117. Rachfolgend eine interessante Partie aus dem Wettkampf Dr. Euwe-Eolle, welchen Euwe mit 51/« zu Vg Punkten zu seinen Gunsten entschied. Indische Partie. Weiß: Dr. Euwe. Schwarz: Colle. 1. de-d4 1. Sg8-f6 2. c2-c4 2. e7-e6 3. Sbl-c3 3. Lf8 — b4 Dieser Läuferzug will uns, wie schon oft bemerkt. nicht gefallen: wir ziehen Le7 vor. 4. Ddl-c2 4. b7-b6 5. e2-e4 5. Lc8-b7 6. Lfl -d3 6. Lb4xc34- 7. b2xc3 7. d7-d6 8. Sgl-e2 8. h7-h6? Für noch besser als diesen Zug, welcher gar nichts bezweckt, hätten wir 8 e5. 9. 0-0 9. 0-0 Die Rochade hatte noch Zeit: besser, obwohl wahrscheinlich auch nicht ausreichend, hatten wir 9. ...» Sd7 und aus 10.14, De7 11. e5, Sg8 gefolgt von 0—0—0. Rach dem Festzug« ist das schwarze Spiel hoffnungslos. 10. f2 — f4 10. Sb8-d7 il. c4-e5 11- Sf6-e8 12. Se2 — g3 Weih fährt nun zmn entscheidenden Schlußangriff sämtliche Geschütze an. 12 12. c7-c5 13. Dc2-e2 Um zu Dg4 gerüstet zu sein. 13 13. Dd8-h4> Rach diesem völlig unmotivierten ®nm»nnudf-, Kxf6 22. Sh5 matt. Oder 21. .... Dxf6 22.Sh54~ mit Damen,» gewinn. Wenn jedoch 19. .... Kh8, dann 20. Th7 +, Kg8 21. Dg4 -s- usw. Lösung des Problems Rr. 179. Don D. Sommer. 1. Da4-dl, f7-f5 2. e2-e4 + usw. 1 f7 — f6 2. e2-e3+ usw. 1 , Lg8-h7 2. Ld3xh7 usw. 1 , beliebig 2. Ld3 — f5 usw. Lösung des Endspiels Ur. 62. Don Troihki. I .c5-e6!, Kg5xf6. 2. Sdl-e3, Lfl — h3, e2, d3, b5, a6 3. Se3-d5+, Kf6xe6. 4. Sd5-c7 oder f4+ mit Gewinn des Läufers. 3 , Kf6-g7 (g6). 4. e6-e7, L - b5 ober d7. 5. 8ck5-ck7 usw. Der weihe König hält den Bf7, der Springer erobert den Ba3 und geht nach bl. Ohne 1. e5-e6 verliert Weih wegen Lc4 oder h3 oder Kf5 alle Bauern. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redattlonsttsch. Reiseabenteuer. Laberer erzählt Räubergeschichten. „Ich war in meiner Jugend ein vielgereiste« Mann. Ich war überall. Sogar auf demRordpol." „Laberer, ehrlich: auf dem Rordpol?" „Vielleicht war es auch der Südpol." „Laberer, ehrlich: auf dem Südpol?" „Ra ja--aber kalt war es." P. P. Sensation. Di« junge Frau telephoniert: „Kurti. komm sosvrt nach Hause." „Warum?" „Seh dich in ein Auw und komm sofort, sonst ist es zu spät." Kurti rast mit gesträubtem Haar heimwärts. Di« Gattin empfängt ihn verzweifelt. „Du hast einen grohen Augenblick versäumt. Bubi hat an seiner grohen Zehe gelutscht, das sah einfach süh aus!" Der verwundete Marschall. Der englische Marschall French wurde 1915 an der Front verwundet. Als guter Engländer zeigte er eine meisterhafte Selbstbeherrschung und lieh sich seine Schmerzen nicht im geringsten anmerken. Eine Woche lang hantierten die Aerzte an der Wunde im Oberschenkel herum, sondierten und desinfizierten, bis ihm schließlich di« Geduld rih: „Was suchen Sie denn eigentlich in meinem Bein herum?" fragte er. „Die Kugel," antworteten die Aerzte. „Die Kugel?" brüllte der alte Herr. „Donnerwetter, das hätten Sie mir wirklich früher sagen können. Die habe ich doch in die Tasche gesteckt." artttel und Mehlarten. Trotz der etwas schwächeren Auslandsnotierungen blieben die Preise gut behauptet, da der Grundwn des Marktes eine gewisse Widerstandsfähigkeit zeigte. Es wurden notiert: Weizen 24 Mk., Roggen 23, bis 23,25 Mt., Sommergerste für Brauzwecke 25,50 Mk., Hafer, inländischer, 23,25—23,50 Mk., Mais (gelb) für Futterzwecke 21,75—22 Mk., Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 34,25 bis 34,50, Roggenmehl 31,25—31,75 Mk. Tendenz: stetig. Rundsunkprogramm. Mittwoch, 10. Oftober. 6 30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Rach Stuttgart: Schnllplatten-Konzert, Instrumeittal-Solisten und Gel i.gsvorträge. 15,05 bis 15 35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05; Haussrauendienst, unter Leitung von Fini Psannes. 16,35 bis 18,05: Rach Stuttgart: Giuseppe Verdi: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Bücherstunde. 18,45 bis 1915: Schachstunde. 19,15 bis 19,30: Senckenberg-Viertelstunde: „ Heber den Einfluß der Kulturlandschaft auf die Verbreitung der Kriechtiere und Lurche", Vortrag von Dr. R. Mertens. 19,30 bis 19,45: Französische Literatur» proben 19,45 bis 20,15: Französischer Sprachunterricht. 20,15: Von Stuttgart: Llngarischer Abend. Anschließend: Rach Stuttgart: Zettge- nössische ungarische Komponisten. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloßen. Anzeigenauftrage find lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Siq hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. ^Mithfuri a. M | Berlin Schluß Anfang Schlutz- 1-Uhr- Äure 67,5 87.3 15,3 15,3 16 75,4 32.5 8,2 37,3 27,35 24 156,26 156,65 150,5 150 Banknoten. 171 209,25 398 51 15,3 2.46 11.4 11 11 188 293.13 290 180.25 2'2.35 169.5 163.25 171 11,26 11 191 150.13 137.75 142.75 2V9 >88.5 :92 169 M 171 215 137.76 296,5 2.4 11 156,6 192 190 1.30 138 142.75 299.5 188 291.fi 169 162,7 171 315 137 300 . b . 8 10 . 8 10 10 le ti 12 10 10 10 . v . 8 12 ?% örantf. Hyp.-Bt Goldvs. unkündbar bis 1932 . . • 0,805 80,963 68,39 1.930 0.5035 60.84 81,00 68.08 1,926 0.5035 Spanten . . Japan .. . Rio de San. 68.25 1.92« 9.5015 67 89 1,922 9.5015 Wien in D-° Lest- ahgefi. 09,055 09,175 ■•9,08 59,20 12,442 12,462 12,4c 12,47 7,378 7,39: 7.880 7,394 . Budapest. . Bulgarien . 73,215 3,030 73,355 3,03b 73,25 3.030 73,39 3,036 Lissabon 18.88 18,92 18.88 18,92 Daiuig - . . Konftcmttn. 81.35 2.168 81,51 2.172 81.10 2,158 81,56 2.'62 Alden- . . 5,425 5,435 5,425 5,435 1 «'M Canada . 4,197 4,205 1 4,200 Urngnav. . 4.266 4,274 1 4.266 4,274 Latrv ... 1 20,875 20,915 1 20.892 20,933 Berlin. 8. Oktober r»eid drte'____ Amerikanische Note» ..... 47178 4,198 68,60 112,09 Belutsche Noten . ....... Dänische Noten........ 58,26 111,65 Englische Noten 20.32 20,40