Nr. 159 Erstes Blaff 178. Jahrgang Montag. 9.3uli 1928 tägltd),aufeei Sonntage und 3rwriogs Betlagen: Dtetzenrr Samilienblättet Heim al hn DHL Die Scholle DTogatS'Bejegsprets: 2 Reichsmark and 20 Hetd>5pfennig für Träger» lohn, auch bei 91ld)ter* scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 61. 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger •lefcew. PoRscheckkonio: KranNurt am Main 11686. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck «nd Verlag: vrühl'fche Unwersi1ütr.V>ch- «nd Stetnömderel K tauge tu Stehen. Sdfrfftleiting und Geschäftsstelle: Zchnlstraße 7. Anuahme von Anzetae» für die Tageenommer vis zum Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm stöhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärt« 10 Veid)spfennig; für Re» hlameanjcigen von 70 mm Brette 35 ‘Xenhspfennig, Platzvorschrist 20'. mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.Thyriot. für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Kurt hillmann. sämtlich in Gießen. öer Derfaffungstag. Tas Votum der vollöpartei. (Berlin, 9. Juli. (Priv.-Tel.) Das ReichS- fabtnert toitb feine nächste Sitzung am Montagnachmittag aShalten. Zur Beratung stehen fast ausschließlich Fragen der auswärtigen Politik: der deutich-polnische Handelsvertrag und der Kelloggsche Vorschlag eines AntikriegspakteS. Am DienStaa soll der Auswärtige Ausschuß des neuen (Reichstag- sich -um ersten Male versammeln. Reichskanzler Müller-Franken, der während Dr. Stresemanns Urlaub das Auswärtige Amt leitet, wird über diese aktuellen Angelegenheiten der Außenpolitik vertrauliche Erklärungen abgebeg. Am Dienstag steht auf der Tagesordnung des Reichstagsplenums der vom Reichsrctt beschossene Gesetzentwurf über die Erklärung des Verfassungstages - um (Nationalfeiertag. (Reichsinnenminister Seve- r i n g wird die Beratung dieses Gesetzentwurfes mit einer längeren Rede einleiten. Wie das genannte demokratische Blatt weiter schreibt, würde eine Ablehnung des Gesetzentwurfes keine Riederlage der Regierung bedeuten, da er nicht von i hr eingebracht ist, sondern aus dem Reichsrat kommt. Sie würde aber nicht ohne Rückwirkungen auf die preußische Frage bleiben, die von der Deutschen Dolkspartei auch jetzt noch als ausschlaggebend für ihre Einstellung im Reiche bezeichnet wird. Man könne sagen daß das Votum der Deutschen Volkspartei bei der Abstimmung über den vom Reichsrat vorgeschlagenen Rationalseier^ig von entscheidender Bedeutung für die Entscheidung über die Umbildung der preußischen Regierung fein werde Sollte die ..Voss. Ztg." mit diesen Sähen die Auffassung der maßgebenden Stellen, also her preußischen Regierung und der hinter ihr stehenden Fraktionen wiedergeben, würde man der Volk-Partei mit der Annahme des Gesetze« über den (Nationalfeiertag ein kaudinischcs 3nd> errichten wollen, nach dessen Durchschneiden ihr erst die Pforten zum preußischen Kabinett geöffnet würden. VMparfei und Reichskabinett. (Berlin, 7. Juli. (TT1.) Die „Rationalliberale Korrespondenz", dgs Organ der Deutschen Volkspartei, beschäftigt sich mit der auch von der D. D. ausgesprochenen „Billigung" der Regierungserklärung und mit der künftigen Haltung der Reichstagssraktion der Regierung gegenüber. Das Blatt schreibt: „Die Deutsche Dolkspartei hat durch die Rede von Dr. Scholz erkennen lassen, daß sie sich die Ausführungen des Regierungs- Programms in manchen Punkten doch etwas anders denkt als hie Sozialdemokra- tifche Partei. Zu diesen sachlichen Gesichtspunkten tritt für die Deutsche Volkspartei immer wieder die Forderung zur Herstellung einer gleichartigenRegierung inPreuhen. An ihr wird mit großen Entschiedenheit fe st gehalten werden. Wer dein Kabinett Müller ein langes Leben wünscht, wie es besonders die demokratische Presse tut. der darf diesen Gesichtspunkt nickt übersehen." Zu der Erledigung der Reichsratsvorlage über den Rationalfeiertag im Renntag, die zu den einzelnen Aufgaben gehört. schreibt das Blatt weiter: .Wie man sieht, handelt es sich hier nickt um eine eigene Vorlage der neuen Regierung, sondern um einen Gesetzentwurf, den sre pflichtgemäß dem Reichstage vorzulegen hat. Der Bestand der Regierung hängt also nicht von der An- nafcine oder Ablehnung dieses Gesetzes ab. Die Hclliung der Fraktionen zu bem Entwurf muß ihnen völlig fveistehen. Die Deutsche Dolkspartei hat schon früher erkennen lassen, daß sie einem Gesetze, daß die Ausgestaltung der amtlichen Feiern usw. am 11. August regeln wird, keinen Widerstand entgegenbringen wird. Rach dieser Richtung werden die Anträge der Deutschen Dolkspartei sich betoegen. Es ist möglich, daß auch die Frage des 18. Januar damit einer gesetzlichen Festlegung entgegengeführt werden soll. Die endgültige Stellung der Fraktion Mrd erst dann zu übersehen sein, wenn über das Schicksal ihrer eigenen Anträge entschieden worden ist." Hinsichtlich der Panzerkreuzerfrage erinnert die ..Rationalliberale Korrespondenz" daran, daß das frühere Kabinett im Einvernehmen mit dem Reichsrat die Entscheidung über die Durchführung des Reichstagsbeschlusses auf den 1. September 1928 verlegt hat. Zu diesem Zeitpunkt werde auch die neue Regierung zu bestimmen haben, ob mit dem Bau des Panzerschiffes begonnen werde oder nicht. Die Deutsche Dolkspartei ftc.Ic sich auf den Bo en des früheren Reichstagsbefchlusses und erwarte, daß das neue Kabinett daran nichts ändern werde, sondern den Beschluß zu dem genannten Termin in Kraft setzen lassen werde. Hoffnungen des Handwerks. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers" Berlin. 9. Juli. Wie man aus den Kreisen des Reichsverbandes des deutschen Handwerks hort, find die Ausführungen der Reichsregierung in ihrer Regierungserklärung vom gesamten Handwerk mit großer Aufmerksamkeit ausgenommen worden. Man hat vor allem, so wird betont, daraus die Gewißheit erhalten, daß die neue Regierung jenen D e r s pr e ch e n. die sie dem Handwerk durch ihre Mitglieder bereits vor der Regierungsbildung abgegeben hat, nunmehr in Gesetzgebung und Verwaltung Furchtbare SchMatastrophe an der südamerikamschen Westküste Das chilenische Mannetransporffchiff „Angamos" im Sturm mit 290 Mann gesunken. Rur vier Rekruten gerettet. Reayork, 8.3ult. (111.) wie aus Santiago de Chile gemeldet wird, ist der chilenische Iruppen- Iransporlbampfer „Angamos" auf der Fahrt nach dem Hafen Cebu mit fast dreihundert Personen an Bord an der chilenischen Küste untergegangen. Der Kapitän hat vor bem Untergang bet Schisses Selbstmord verübt. Das Schiss lies bei heftigem Sturm aus Grund, nachdem bas Steuer gebrochen war. 3nsolge der ungeheuren wucht des Aufpralles auf die Felsen brach es völlig auseinander. Rur vier wann der Besatzung konnten schwimmend die Küste erreichen. Alle Rettungsarbeiten blieben erfolglos, da der Sturm mit unverminderter wucht anhielt. Das Truppentransportschiss .,A n g a m o s" verließ JJunta Arenas an der wagellan-Strahe mit einer Mannschaft von 215 Personen und 76 Passagieren, also insgesamt 291 Perso- nen an Bord. Cs waren Kohle für chilenische INarineschiffe in den noedchilenischen Gewässern geladen. Die Passagiere waren zumeist Arbeiter, die in Regierungsdiensten ftauben, mit ihren Familien. Der Sturm erhob sich spät am läge. Stundenlang kämpfte das Schift gegen Sturm und wellen, aber schließlich wurde fein Ruder zerbrochen, so daß das Schift vom Sturm baoongetrieben und gegen d i e Felsen geschleudert wurde. Das war etwa zehn Uhr abends. Man versuchte, die Rettungsboote herabzulassen, aber als die Boote das kosende wasser berührten, wurden sie umgreifen und ihre Besatzung durch die Brandung gegen d i e Felsen geschleudert ober In bas stürmische THcer hinabgezogen. Das wasser drang mit großer Schnelligkeit in bas Schift ein und drei Stunden, nachdem die „Angamos" ausgelaufen war, war sie so gut wie unter den wogen begraben. Das Schift brach in zwei Stücke, und die wenigen Ceule, die sich noch an Bord befanden, wurden vom Strudel hinab- ge zogen. Rach den letzten aus Santiago de Chile eingetroffenen Meldungen sind mit der sinkenden „Anga- mos" insgesamt 291 Personen ums Ccben gekommen, von der 215 Kopf starken Besatzung konnten nur vier Mann gerettet werden, außerdem ertranken alle 76 Passagiere. unter denen sich zahlreiche Frauen und Kinder befanden. Der Zerstörer „Williams" und der Kreuzer „Benteno" sind an der Unsallstelle eingetroffen, ohne jedoch eine Spur des Schiffes aufzufinden. Ueber die Ursache der Katastrophe find bis jetzt noch wenig Einzelheiten bekannt geworden, da die vier gereiteten Matrosen sich in einem Zustand befinden, der ein längeres verhör nicht zuläßt. Aus ihren Aeußerungen geht hervor, daß das plötzliche Eintreten des Unglücks dem Kapitän es nicht mehr ermöglichte, diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, die die Rettung mindestens eines Teiles der Reifenden und der Besatzung gesichert hätten, vor dem Marineministerium i n Santiago d e Chile, vor dem sich die Familien der Mattosen und der an Bord des Dampfers befindlichen Reisenden eingefunden hatten, um Rachrichten über ihre Angehörigen zu erlangen, spielten sich ergreifende Szenen ab. Der Marineattache der chi schen Gesandtschaft in Paris erklärte einem vertrete, des „Paris Soir“ u. a., bah die „Angamos" ein altes Schiff gewesen sei, das zur Beförderung der für das Geschwader nötigen Kohle und Cebensmillet diente. Sein Cabeoermögen habe 4 5 0 0 Tonnen betragen. 3m Golf von Arauco hätten sich schon zahlreiche Schiffbrüche ereignet, da die Fahrlinie sehr schlecht und voller Felsen und Klippen sei und dort ein f a ft u n - unterbrochener Sturm herrsche. Bericht der Lteberlebenden. Vom Sturm auf die Felsen geschleudert und zertrümmert. Der Rekrut I o s e A g u i l a, der aus einem Wrackstück an die Küste gespült wurde unb jetzt im Hospital m Deien liegt, erzählte: Es herrschte schrecklicher Sturm, in dem das Schiss feine Manövrierfähigkeit verlor. Etwa 300 (Zards von der Küste entfernt wurde es zwischen zwei große Felsriffe geschleudert. Rach wenigen Minuten stürzte der Schornstein um und durchschlug das Deck. Fast gleichzeitig zerbarst der Kiel des SchisseS. Sofort nach dem Aufstoßen auf das Riff erlosch das Licht, was unbeschreibliche Panik hervorrief. Durch den Aufprall war auch das Funkgerät des SchifteS unbrauchbar gemacht worden, so daß zunächst keing Radiosignale gegeben werden konnten. Die Katastrophe ereignete sich im Angesicht der Küste, die nur wenige 100 Meter entfernt war. Eine ganze Anzahl von Familien waren an Bord. (Namentlich unter diesen spielten sich entsetzliche Szenen ab. Frauen und Kinder rannten unter Derzweiflungsschreien hilflos in der Dunkelheit hin und her und erschwerten die Rettungsarbeiten der Männer Die meisten waren halb bekleidet, da sie bereits au Bett lagen, als das Unglück llch ereignete. ES war etwa 11 Uhr nachts, als der Dampfer auflief. Zunächst glaubte man noch nicht an eine unmittelbare Gefahr. Die Besatzung suchte daher die Passagiere zu beruhigen, was ihr auch ziemlich gut gelang. Etwa um Mitternacht wurde der Dampfer aber von einer gewaltigen Woge erfaßt, die ihn weiter auf den Felsen hinaufwarf. Dabei muh ein riesiges Leck entstanden sein. Der Rest der Tragödie spielte sich in unglaublich kurzer Zeit ab. DaS Schiff war innerhalb einer halben Stunde völlig in Trümmer geschlagen. BiS 1 Uhr früh schwebten wir zwischen Tod und Leben, während daS Schiff sank. Unaufhörlich ließ die „Angamos" ihre Sirenen ertönen, aber e S nahte s i ck keine Hilfe. AfS es klar wurde, daß auch nicht die geringste Aussicht auf Rettung vorhanden war. wurden b i c Rettungsboote h inabge lassen, aber diese wurden von den Wogen mit solcher Gewalt hin und her geworfen, daß sie fast sogleich sanken. Meine Gefährten und ich fclbft wurden nur durch die Gnade Gottes gerettet. Das einzige, woran ich mich erinnere, ist, daß ich mich an ein schwimmendes Wrackstück anhammerte. Sine riesige Woge hob mich 35 Fuß hoch in die Lust und schleuderte mich gegen einen Felsen. Was dann geschah, weiß ich nicht, aber alS ich das Bewußtsein wieder erlangte, fand ich mich gänzlich nackend glatt aus- gestreckt auf dem Strande. Ein anderer Ueberlebenber Andreas Ear- t i 11 o, Matrose, konnte nicht erklären, wie er dem Tode entkommen ist. „Rachdem ich an den Strand gespült war", so erzählte er. „schaute ich nach dem Schift aus, konnte aber nichts von ihm bemerken. Es muhte bereits untergegangen sein. Ich ging daraus zum nächstgelegenen Hause und klopfw an die Tür, die Bewolmer mailten mich aber wegen meiner Racktheit nicht ein- lassen, und e S dauerte eine Stunde, bu* ich sie überzeugt hatte, daß ich wirklich Hilfe brauchte. Ich ruhte mich dort ein wenig aus, dann suchten wir am Strand entlang nach an - deren Lieberlebenden und fanden drei, die gleichfalls unbekleidet waren, wie ich selbst gewesen tour. Diese drei Geretteten waren Rennten." Wie die Geretteten weiter erzählen, will man gesehen haben, daß Kapitän Suarez. der Mommanbant des Dampfers, sich In dem Augen ■ blick, als daS Schiff versank, eine Kugel in den Kopf gejagt habe. AlS daS Funkgerät durch den ersten Aufprall unbrauchbar gemacht war, haben die Funkoffiztere sofort einen Ersahapparat in Tätigkeit gesetzt, mit dem sie jedoch nur einen einzigen Hilferuf aus- senden konnten, bevor auch dieser Apparat zerstört wurde. Auf diesen Hilferuf haben die Dampfer „Apolo" und „Barapaca" sofort versuch!, unter Dolldampf die Unalücksstätte zu erreichen. Offenbar konnten sie aber infolge des furchtbaren Sturmes nicht herankommen. Aehn- sich ging es dem Äegiemngekutter .Armhello", der sofort Befehl erhielt, zur Hilfeleistung auszulaufen. Er konnte in der schweren See nicht vorwärts kommen und mußte selbst im Hasen von Eoronel Zuflucht suchen. — Wie berichtet wirb, sind an der Küste zahlreiche Leichen von Strandwächtern geborgen worden. Die Angamos war 1890 in Schottland für die italienische Flotte gebaut worden und hieß ursprünglich „Gitta bi Venezia". positive Maß nahmen folgen laften will, so daß nach Ansicht jener Kreise endlich auch eine Erfüllung der Versprechungen des Artikels 164 der Reichsverfassung, nach dem es heißt, der selbständige Mittelstand in Landwirtschaft, Gewerbe und Handel fei in Gesetzgebung und Verwaltung zu fördern und gegen ilebcrlaftung und Aussaugung äu schützen, zu erwarten sei. Dor allem hofft das Handwerk auch darauf, daß die in der Regierungserklärung zugesagte Grenzziehung über die Betätigung der öffentlichen Hand auch durchgeführt werden wird. Ebenso erwartet das Handwerk die Ausdehnung der 03er- dingungsordnung für (Bauleitungen, toie sie in Aussicht gestellt worden ist, ferner einen Ausgleich der steuerlichen Belastungen und in sozialpvlittscher Hinsicht die Regelung der sozialen Fragen unter besonderer Berücksichtigung der ‘Belange des Handwerks, um damit den seit 8 Jahren eingeleiteten Ausbau seiner berufsständigen Selbst- r-erwaltung auch erfolgreich durchführen zu können. Oie Kohlenkrisis. Ter preußische Handclsministcr über die Absatzstockung im Bergbau. Magdeburg, 8. Juli. (WB.f Auf der 26. 0e- ncralDerfammlung des Verbandes berBergarbeiter Deutschlands hielt der preußische Minister für Handel und Gewerbe, Dr. S ch r e i - der, eine Rede, in der er sich mit den gegenwärtigen Absatzschwierigkeiten in der Koh- lenindustrie beschäftigte, die, wie er ausführte, durch strukturelle Wandlungen sowohl der deutschen wie der europäischen Kohlenproduktion bedingt sind. Europa leide zur Zeit an einer Ueberprobut- t i o n an Kohlen, ba viele europäische Reviere in der Nachkriegszeit ihre Förderung bedeutend g e - ft e i g e r t haben. Das Ruhrrevier z. B habe trotz aller dort vorgenommenen Betriebszusammenlegun- gen und Detriebsoerbesterungen von Beginn des engllfchen Bergarbeiterftreits bis zum Frühjahr 1927 feine Belegschaft um etwa 50000 Mann erhöht. Daß diese Belegschaftsvermeh- rung leider nicht von Dauer fein könnte, sei von vornherein oorauszusehen gewesen. 3n weiten Ar- beitgeberkreisen habe deshalb auch zunächst damals eine gewisse Scheu bestanden, die Förderung durch Neueinstellung von Arbeitskräften zu steigern, und man. habe z. B. im Sommer 1926 zunächst durch zunehmendes Verfahren von Ueberschichten den veränderten Absatzmöglichkeiten Rechnung zu tragen versucht. Damals habe der Redner immer wieder daraus gedrängt, daß statt vieler zahlreichen Ueberschichten N c u e inst e 11 u n a von Arbeitskräften in möglichst großem Umfang erfolgen solle. Er glaube, daß er damit, gerade auch vom Standpunkt der Arbeitnehmer aus gesehen, richtig gehandelt habe. Nun komme freilich die schmerzllche Ke h r se i t e dieser Politik. So sehr man es bedauern möge, bah ber verschärfte, in Wirklichkeit sämtliche Kohle pro» buzierenbe Sänber fchäbigenbc Konkurrenzkampf in einer Verschlechterung ber Arbeitsbebim gungen ber Bergarbeiterschaft sich auswirke, so komme man boch um bie Tatsache nicht herum, baß eine Verringerung der Absatzmöglichkeiten eingetreten sei, bie zu einer E i n s ch r ä n • Jung ber Probuktion zwingt. Man habe dabei nur bie bittere Wahl zwischen einer Häufung von Fei erfchichten unb der Stilllegung einzelner weniger wirtschaftlicher Betriebe. So schmerzlich dies für bie betroffenen Belegschaften auch sei, so glaube der Minister boch nicht, baß man einen anderen Weg als den von ihm an zweiter Stelle genannten wählen könne. Feierschichten in bem sonst erforbcrlidjen Ausmaß würben als Dauereinrichtungen weiteste Teile ber Gesamtbelegschaft um jeden Vorteil aus der letzten Lohnerhöhung bringen. Oeftentlichc Gelder zur Wirtschaftlichmachung notleidender Betriebe aufzuwenden, fei nicht zu verantworten. Bombenatteniat in Moskau. Berlin, 9. Juli. (Tel.) Rach einer Meldung des „Montag" aus Riga wird erst jetzt bekannt, daß am Freitagabend gegen 10 LIhr auf das Hauptgebäude der G. P LI. auf dem Lubiankaplah in Moskau, wo sich daS berüchtigte Gefängnis mit den Angellagten des Schachtypro-esses befindet, ein Dombenatten- t a t verübt wurde. Mehrere Stunden lang wurden der Platz und säintliche Zugänge non Arbeitern und Soldaten abgesperrt. Die 6p plofion hat bei zahlreichen Gebäuden die Scheiben zerstört und es müssen ihr auch Menschenleben zum Opfer gefallen sein: denn es erschienen sofort nach der Erosion mehrere Krankenautos der Rettungsstelle für plötzliche Unfälle. Vor einer deutschen Rote an Polen Grenzzonen Verordnung und Niederlaftungsrccht Eigene Drohtmelbung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Iull. Die derzeitigen Berliner Besprechungen des deutschen Gesandten in Warschau. Ulrich Raus cher, die der Klärung der Lage in den Verwicklungen mit Polen gelten, haben der Oefsentlichleit Veranlassung zu allerhand Gerüchten gegeben, die im wesentlichen aber an den Tatsachen Vorbeigehen. Es ist jedenfalls nicht richtig, schon jetzt wieder mit besonderem Optimismus von einer Reu- beleoung der Pvlenverhandlungen zu sprechen. Der deutsche Gesandte in Warschau führt zur Zeit eingehende Beratungen mit den Leitern des Ressorts im Auswärttgen Amt. Mittelpunkt dieser Beratungen ist die Abfassung der deutschen Antwortnote auf jene Rote der polnischen Regierung, die vor einiger Zeit in Beantwortung der deutschen Rote in bezug auf die Wiener Vereinbarungen in Berlin einging. Man muß sich in diesem Zusammenhang daran erinnern, daß Polen die seinerzeit in Wien zwischen den beiden Delegations'lührern Dr. Hermes und T w a r d o w s k i getroffenen Vereinbarungen über gewisse Modifizierungen der bekannten polnischen Grenzzonenver- orbnung nicht gebilligt hat, da sie in ihrem Wortlaut angeblich den polnischen Inter- essen nicht genügen tourten. Daraufhin lieh Polen wochenlang nichts mehr von sich hören, bis es sich endlich entschloß, an Deutschland eine Rote adzusenden. auf die dre deutsche Regierung, tote bereits erwähnt, unverzüglich antwortete. Ruch dieser Role folgte erst nach einiger Zeit eine zweite polnische Rote, deren 'Beantwortung deutscherseits also nunmehr erfolgen soll und wobei Deutschland im einzelnen noch einmal eine genaue Formulierung über die Frage der Regelung der Grenzzonenver- ordnung und des damit zusammenhängenden Riederlassungsrechts abgeben wird. Ob es damit schon au einer Fortführung der deutschpolnischen Verhandlungen kommen kann, steht noch sehr dahin. Es steht jedenfalls jetzt völlig bei Polen, die Wiederaufnahme dieser Verhandlungen in die Wege zu leiten. Tirol. Eine Innsbrucker Kundgebung. Innsbruck. 7. Iuli. (WT2.) Die deutsch-völkische Arbeitsgemein- schaft hielt eine Protestversammlung gegen die bekannte Veröffentlichung der Agenzia Stefani über die Südtiroler Frage ab. Die Versammlung nahm eine Entschließung an. in der es u. a. heißt: Die Vertrauensmänner des deutsch-völkischen Verbandes geben der Entrüstung Ausdruck, daß in den Verhandlungen zwischen der österreichischen Regierung und Italien lemalS die Rede davon sein konnte, daß die Südtiroler Angelegenheit eine rein in- nerpolittsche Frage Italiens sei und daß die österreichische Regierung sich bereit e» klärte, die Aufklärungsarbeit über die Unterdrückung, die Italien in Südtirol betreibt, hemmen zu wollen. Es ist auch, ohne die Aufklärungen des Vundeskanzlers Dr. Seipel abzuwarten, klar, daß solche Tatsachen unserer auswärtigen Politik das Vertrauen des Tiroler Volkes entziehen müssen. Wir sprechen dies auS und verlangen die Feststellung der "Verantwortlichen. Tirol läßt sich in dem Kampfe um die Freiheit und Einheit deS Landes von niemand in den Rücken fallen. — Ferner wurde beschlossen, am 12. Iuli am Verge Isel in einer großen Volksversammlung als Gegenkundgebung zur Siegesfeier in Vozen den deutschen Sieg von K a r f r e i t zu feiern. Dank des Afghanenkönigs. Telegrammweckscl mit dem Reichspräsidenten. Berlin, 7. Iulk. (WV.) Deim Herrn Reichspräsidenten ist folgendes Telegramm deS Königs und der Königin von Afghanistan auS Äabui Angegangen: „Unsere Reise in Deutschland ist dank der Liebenswürdigkeit Eurer Exzellenz und der freundschaftlichen Gefühle der edlen deutschen Ration so verlaufen. daß wir mit sehr freudiger Erinnerung daran in unsere Heimat zurück- gekehrt sind. Diese Erinnerung wird bei unS als die beste Befestigung und Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden (Staaten angesehen werden. Deshalb sprechen wir unsere höchsten Wünsch« für die Gesundheit Eurer Exzellenz und den Aufstieg der deutschen Ration aus und danken nochmals für di« innigen Sympathien, di« unS dargebracht worden find. gez. Aman llllah und Suraja." • Der Herrn Reichspräsident hat folgendes Antworttelegramm gesandt: „Suren Ma- Mäten danke ich auch im Ramen der deutschen Regierung und deS deutschen Volkes für den lietenswürdigen Ausdruck freundschaftlicher Gefühle. Eurer Majestäten Eindrücke von Deutschland und die hier angeknüpften persönlichen Beziehungen werden sicher zur Befestigung und Stärkung der Freundschaft zwischen den beiden Staaten beitragen. Das deutsche Voll und die deutsche Regierung vereinigen sich mit mir in dem Wunsche für Eurer Majestäten Wohlergehen zum Segen Afghanistans und seines Volketz." Der Reichspräsident zum amerikanischen LlnabhängigkeitStag Berlin, 7.Juli. (WB.) Der Herr Reichspräsident halle zum amerikanischen Unabhängigkeitstage folgendes Telegramm an Präsident Coolidge gerichtet: „Anläßlich des Unabhängig- keitstages entbiete ich Ihnen, Herr Präsident, meine herzlichsten Glückwünsche und verknüpfe hiermit meine aufrichtigen Wünsche für das weitere Gedeihen der Bereinigten Staaten." — Darauf ist ein A n t w o r t t e l e g r a m m von Prä- sident Coolidge eingeaangen, das in lieber- seßung wie folgt lautet: „Gestatten mir Eure Exzellenz, meinen herzlichsten Dank für Ihre freundlichen guten Wünsche anläßlich unseres Unabhängig- keitstages auszusprechen. Regierung und Volk der Bereinigten Staaten sind sehr dankbar, Ihre Glückwünsche zu erhalten." Oer republikanische Wahlfeldzug in Amerika. R e u y o r k, 7. Iuli. (WTB.) Der Vorsitzende des republikanischen Rational-Ausschuftes, Dr. Work, legte vor den Mitgliedern des Ausschusses den Wahlfelteugsplan dar. Er erklärte, di« Republikaner würden lediglich eine informative konstruktive Wahlpolitik betreiben. Eingebungen des Gewissens und der persönlichen Freiheit innerhalb des Gesetzes seien kein geeigneter Gegenstand politischer Debatte. Diese Bemerkung wird als eine Aufforderung betrachtet, die P r oh i b i t iv n S - und ReligionS- fragen z u vermeiden. Work betonte nochmals, der Einfuhrzoll, der die Arbeiter gegen billige Arbeit konkurrierender Länder schützen und sie beschäftigen soll, damit sie die Produkten der amerikanischen Farmen kaufen könnten, sei eine der Hauptfragen des WahlfclbzugeS. Di« Mitglieder des Rational- AusschusseS sollten den acht Millionen jungen Amerikanern, die *um erstenmal bei der Präsidentenwahl ihr Stimmrecht auSüben kvn- nen, besondere Beachtung schenken. Die Führer deS demokratischen Wahlfeldzuges hätten kürzlich gleichfalls angekündigt, daß sie beabsich- tigen. einen konstruktiven Wahlfeldzug ohne persönliche Anfeindungen zu führen Das landwirtschaftliche Rotprogramm. (Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers^. Berlin. 9. Iuli. Wan übersieht allzu leicht, welche neuartigen und bisher ganz unbekannten Wege die deutsche Regierung mit dem sogenannten landwirtschaftlichen Hilfs- und Rotprogramm vom März dieses IahreS beschritten hat. DaS Ergebnis dieser Politik kann man deshalb nur unter der Voraussetzung, daß es sich hier im Grunde genommen um einen Versuch handell. richtig beurteilen, ganz abgesehen davon, bah die Diskussion in interessierten und wissenschaftlichen Kreisen über die Zweckmäßigkeit der verwandten Wittel zur Milderung oder Beseitigung unserer landwirtschaftlicher Mißstände immer noch weiteraeht. Bezeichnend für diese Diskussion ist der Geschäfts- bericht der Deutschen Pächterkreditbank (Domänenbank) in Berlin, in dem versucht wird klarzulegen, daß man nicht gleichzeitig eine Politik der Stabilisierung der Getreide- und Schweinepreise zusammen mit einer Autarkie- und ProduttionSsteigerungspolitik, wie es jetzt geschehe, treiben könne, ohne bah die inneren Widersprüche Die Wirkungskraft der Maßnahmen stark beeinträchtigen mühten. Di« neue Reichsregierung hat in ihrer ersten Erklärung ver'ichert, daß sie die Hilfsmahnahmen, die im landwirtschaftlichen Rotprogramm ihrer Vorgängerin vorgesehen sind, auch ihrerseits weiter durchführen wird. Bisher sind von diesem sehr umfangreichen Programm direkte Auswirkungen noch kaum zu spüren. Rur auf dem Gebiet zur Organisation und Förderung des Absatzes vonSchlachtvieh und Fleisch, für die diu Reichsregierung 8 Mill. Mk. bereitgestellt hat, sind die ersten praktischen Auswirkungen des Rotprogramms zu beobachten. Das An st eigen der Schweinepreise in den letzten beiden Monaten und in diesem Zusammenhang die außerordentlich hohe Ziffer der Schweineausfuhr werden in zuständigen Kreisen auf diese Maßnahmen zurückgeführt. Auch die bisher schon getroffenen Regelungen zur Förderung des Absatzes von Oie Belgrader Kabinettskrisis Auf einem toten Punkt. De lg r a d , 9. Iuli. (WB.) Die Versuche, die Krise zu lösen, sind trotz eifriger Beratungen unter den Regierungsparteien an einem toten Punkt angelangt. Offenbar wird nunmehr die Wiederherstellung der alten Regierungskoalition in einer neuen Auflage und unter einem anderen Ministerpräsidenten als Lösung erwogen, doch macht die Frage, wer die Kabinettsbildung übernehmen soll, Schwierigkeiten. Der Vizepräsident der Radikalen Partei, Aca Stano- j« w i t s ch. dem sie angeboten wurde, ist nickt geneigt, dieses Angebot anzunehmen. So wurde bis heute kein Mandatar «mannt Der König empfing im Laufe des Tages mehrer« Führer der Regierungsparteien, darunter Spaho, Dr. Marinkowitsch und am Abend Ljuba Davido- witsch. In politischen Kreisen wird erwartet, daß sich die Lösung der Krise wegen der Schwie- rigjeiten, einen geeigneten Mandatar zu finden, mxh einige Tage hinausziehen wird. Der Kall Löwenstein. Bericht des Flugzeugführers. Paris, 9.Juli. (TU.) Kapitän Drero, der das Flugzeug des verunglückten Bankiers Löwen» stein lenkte, hat sich sehr skeptisch über die Versuche ausgesprochen, die an ähnlichen Apparaten wie dem Löwensteinschen in Paris und London vorgenommen wurden. Kein Flugzeug gleiche dem andern. Auch sei d e r D r u ck d e s W i n d e s, der auf den Außen- türen laste, bei jedem Apparat ein anderer. Löwenstein hätte, so erzählte er roeiter, sich während der häufigen Reisen, die er mit ihm unternommen Halle, stets still auf seinem Platze verhallen. Denkbar wäre es nach Drews Auffassung da- gegen, daß Löwenstein einen S ch w i n d e l a n f a l l gehabt hätte. Etwas Gleiches empfänden öfter die Flugzeugführer selbst, die dann das Verlangen verspürten, sich von ihrem Sih in die Tiefe zu st ü r ze n. Wie verlautet, sind der Führer und der Mechaniker des Flugzeuges, aus dem Löwenstein in den Kanal abstürzte, nach Brüssel berufen worden, um vor einer Unterfuchungskommission über die näheren Begleitumstände von Löwensteins Verschwinden zu berichten. Die Leichenfeier für Löwenstein ist verschoben, da sein Tod noch nicht als endgültig feststehend angesehen wird. Der Gpionagefall Lembourn. Der frauzöfischc Einflutz in Sän entart Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers^. Berlin, 9. Iuli. Die Untersuchungen gegen den unter Spionageverdacht verhafteten dänischen Infanterie Haupt mann Lembourn find im wesentlichen abgeschlossen, ihre Ergebnisse sollen noch militärischen Sachverständigen vorgetegt werden, um festzustellen, wie weit die Spionage bereits gediehen war. Sv bedauerlich es ist, daß sich ein Angehöriger eines Volles, mit dem wir im tiefsten Frieden leben, herbellieh, vermutlich im Auftrage deS Rachrichtendien st es einer anderen Ration, gegen unS zu arbeiten, so erfreulich ist es doch, daß sofort nach dem Dekannttverden der 'Verhaftung nicht nur die dänische Regierung, sondern auch die vorgesetzten Behörden Lem- bournS ihn fallen liehen und sein Treiben mit schärfsten Worten geihellen. Sich nach dem, waS die deutsche Polizei über ihn in Erfahrung gebracht und was et selbst zugegeben hatte, noch für ihn einzusetzen, wäre auch recht töricht gewesen. Von besonderem Interesse für unS ist aber die Tatsache, daß Lembourn früher einmal Angehöriger deS französischen Spionagedienstes war und auch fjeutenoch unter französischem Einfluß steht, wie ja Frankreich sich nach wie vor bemüht, zahllose Fäden nach Dänemark hin zu knüpfen und sich im Rorden Deutschlands einen ergebenen Diener zu schäften. Zu diesem Zwecke hat man die sog. »Alliance f t a n <; a i f e" gegründet, der auch Lembourn alS Wllglied angehörte und deren Tätigkeit mll den Interessen deS dänischen Staates nicht gana in Einklang zu stehen scheint. Diese Qrganrsation vermochte in Dänemark deswegen sehr rasch Fuß zu fassen, weil es Frankreich Schlachtvieh und Fleisch scheinen langsam den Markt zu beeinflussen. Von Seiten der Fleischer- Organisationen wird zwar gerade gegen diesen Teil des Rotprogramms eine lebhafte Opposition getrieben, die aber zu vergessen scheint, bah der Grundgedanke dieser Absatzrationierung in einem größtmöglichen Au sgleich zwilchen den verschiedenen Gebieten und Märkten der Fleischverwertung innerhalb Deutschlands bedeutet. So hat auch das Reichsernährungsministerium seinerseits die Reichswehr gebeten, uni) entsprechende Zusagen erhallen, daß sie ihren Fleischund Konservenbedarf in enger Zus ammen- arbeit mit der Zentralstelle für die Viehabsatzorganisation eindeckt. Gerade über diese Maßnahmen und die für den Auslandabsatz in erster Linie geschaffenen FleischverLertungs- betriebe in Ostt>reußen und Schleswig-Holstein wird die in allernächster Zeit erscheinende Denkschrift des Reichsernährungsministeriums zum landwirtschaftlichen Rotprogramm interessante Detailangaben enthalten. Von den anderen großen Gebieten der landwirtschaftlichen Hilfsmaßnahmen ift bisher erst das Umschuldung-Programm auf dem Wege der Verwirklichung, während der Fonds von 25 Millionen zur Rationalisierung des Genossenschaftswesens bei den bestehenden großen Schwierigkeiten noch nicht in Tätigkeit getreten ist. Der Derteilungsplan für die Ämfchuldungskredite ist vor allem in enger Zusammenarbeit mit den Ländern und Provinzen entstanden, da man den Bericht über die Verschuldungsverhältnisse, den der älnlerauslchutz für Landwirtschaft des Enquete-Ausschusses zum Ötanbe vom Iuli 1926 seinerzeit veröffentlichte, inzwischen durch die starke Verschuldung gerade der mittleren und kleineren Bauern alS überholt betrachten mußte. Man hofft, daß aber gerade das Ansteigen der Schweinepreife, deren niedriger Stand im letzten Jahr die deutschen Bauern mit Schulden belastete, ihnen wieder neue Bewegungsfreiheit geben wird. verstanden hatte, sich die Dänen durch die Auslieferung RordschleSwigs zu verpflichten. SS ist infolgedessen auch nicht verwunderlich, daß dänische Oftiziere im französischen Heere Dienst nehmen. Auch Lembourn diente unter der Trikolore, bevor er sick in die Geheimnisse des französischen RachricytendiensteS ein- weihen lieh. Der französische Einfluß namentlich im dänischen HeereZwesen macht sich immer stärker bemerkbar. Französische Generale sind häufig auf dänischem Boden zu finden, auch di« dänische Heeresreform ist französische Arbeit. Wir toiffen nicht, ob diese dänisch-framzösische Freundschaft echt ist. Die unumstößliche Tatsache besteht aber, daß Frankreich intensiv an der Arbeit ist, um Dänemark aus seinem neutralen in französisches Fahrwasser hinüberzuleiten imb es zu einem ihm vielleicht später einmal blind ergebenen Vasallen zu machen. Zeppelinfeier in Konstanz. Eckener spricht über die ZukunstSaufgaben des Luftschiffs. Der Deutsche ßuftfab rtoerbanb hatte aus Anlaß des 9 0. GeburtStageS deS Grafen Zeppelin feine Mitglieder vom 7. bis 9. Iuli zum 22. Luftfahrertag nach Konstanz am Bodensee eingeladen. Im althisforischen Äon» zAiumsgebäude am See fand am Samstag der Begrüßungsabend statt. Aus dem ganzen Reich waren Festteilnehmer erschienen: Vertreter der Reichsregierung, der badischen Staatsregierung, der Luftschiffahrt, der Verkeyrsfliegerei, der Technik und Wissenschaft. Am Sonntag vormtttag fand vor dem Zeppelin-Denkmal am Se« die Geburtstagsgedächtnisseier und Kranzniederlegung statt. Dann sprach Dr. Eckener über die zukünftige Gestattung der Luftschifffahrt und ihre Wirtschaftlichkeit. Das Luftschiff komme nur für wettere Entfernungen mit großer "Nutzlast in Frage. Die Hauptgefahren seien für die Luftfahrt di« vertikalen Lust- betoegungen, die aber dank der Technik und Konstruktion des Luftschiffes überwunden würden. Selbst Blitzgefahr sei nicht zu fürchten, da der Blitz nur das Metall, nicht aber die Ballons aufsuche. Was die Wirtschaftlichkeit anbelange, so mußten in erster Linie die günstigsten Landungsplätze gefunden werden. Ankermaste seien nur behelfsmäßig, aber nicht ausreichend. Gs müsse erstrebt werden, Landung und Aufstieg in die Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang zu verlegen, da um diese Zeit die vertikalen Storungen kaum bemerkbar seien. Wichtig sei die Steigerung der Fahrt- geschwrndigkeit und die allmähliche Ersetzung des Wasserstofses durch Helium. Heber die Zukunft des Ozeanver- k e h r S äußerte sich Dr. Eckener, daß das Luftschiff das berufenste Fahrzeug hierzu sei und allen Gefahren standhalten könnte. Der geplante Weltflug deS neuen „LZ 127“ müsse verschoben werden. Der erste große Aus- landflug gehe nach Rordamerika. Aus aller Welt. Oer neue Oauerflugweltretord. Dessau. 7. Juli. (WB.) Die Iunkersflietzrr R i ff i c 3 und Zimmermann sind Samstag abend 9.29 Uhr gelandet, nachdem sie sich 65 Stunden und 25 Minuten in der Lust befunden haben. Sie haben damit den bisher von den Italienern Ferrari und Del prell gehaltenen Dauerflugwettrekord u m r a n b 6% Stunden geschlagen. Sofort nach der Landung der Flieger stürmten lausende, die stundenlang auf dem Flugplatz den Riedergang des Rekordflugzeuges erwartet hatten, unaufhaltsam nach der Landungsstelle zu und bejubelten die Flieger, die frisch und munter der Führerkabine entstiegen. Professor 3 u n t e r • beglückwünschte die Piloten aus da» herzlichste. Vie Flieger äußerlen sich sehr anerkennend über die absolut regelmäßige Arbeit des 3unkersmotors, der die Maschine selbst über dle heftigsten Gewitterböen am Freitag nachmittag sicher hinweggeführl hab«. Vie lange Flugdauer ist nicht zuletzt zurückzuführen auf die Vrenuftofs-Sparoorrichlung de» Motor» und auf die Möglichkeit der günstigen Einstellung des Junker-Melallpropeller». Die Flieger wurden von den Vertretern der anhal- tifchen Sfaalsrcgieruog und des Magistrats sowie de» Landlagspräsidenten aufs herzlichste beglückwünscht. Tie Nsi der Nobile-Mannschaft. Die der „Montag" aus fiingsbag meldet, ist der S ch iss »lagen le ar der „3 i a II a“, Cec- c i o n i, Infolge seiner früher erlittenen Verletzungen gestorben. Zwei weitere Teilnehmer der Rodile- Expedition sind infolge der ungewohnten und schwie- rigcn Lebensverhältnistc fchwererkrankt. Rach den letzten Feststellungen Lvndborg» ist das 61» des Lagers der „3faHa"-£cute wieder geschmol- zen und für eine weitere Flugzeuglandung nicht geeignet. Vie für den bekannten Flieger Übel vorbereitete Expedition, die am Samstag mit einem Schiff ber Hamburg-Amcrika-Linle nach Spitzbergen aus- reifen follte, um mit Flamingo-Flugzeugen auf Skiern die Rettung der Robile-Mannschasl zu betreiben, wirb unterbleiben. Die Voraussetzungen, bie bem Udetschen plane zugrunde Ickhen, sind durch die Witterungsverhaltnisse, welche in den letzten Tagen auf Spitzbergen eingetreten sind, überholt. Auch die Rettung Lundborgs ist bereit» mit einem Wasserflugzeug geschehen. Die Eisscholle, aus welcher die Besatzung der „3lalia" treibt, besindet sich n u e noch fünf Kilometer von L an d. Die Rettung erscheint bei dem gegenwärtigen Stande nur durch' DasserflugzeugeoderBoote möglich, welche in genügender Anzahl in Spitzbergen vorhanden sind. 3n würdignug dieser Verhältnisse und in Ansehung der sür den Transport der Uöet- fchcu Expedition erforderlichen Zelt haben die Beteiligten sich entschlossen, von den noaj vor wenigen Tagen besonders aussichtsvoll erscheinenden Maßnahmen abzusehen. Unreeller und Dürre in Italien. Die Blätter berichten über schwere Stürme und Gewitter in Dbcritalicn. In Varese wurden zahlreiche Häuser, die Basilika und andere Kirchen beschädigt. Uralte Daumriesen wurden entwurzelt; die elektrische Leitung war längere Zeit unterbrochen. 3n Triest herrscht ein« derartig« Trockenheit, daß die Stadtverwaltung die Bevölkerung zu größter Sparsamkeit im Wasserverbrauch ermahnt hat: wenn es innerhalb einer Woche nicht regnet, befürchtet man das völlige Versiegen der Quellen, die die Stadr mit Wasser versorgen. 3n Rom herrscht eine täglich steigende Nitze. Die „Irlbuna" meint, daß seit Jahren nicht eine solche hohe lern- oeratur zu verzeichnen war. Gestern zeigte da» Thermometer im Schatten 3 5 bis 36 Grad und in der Sonne 48 Grad an. Tödlicher Absturz einer Fallschirmpilolin. Bei dem am Sonntagnachmittag in Güstrow (Mecklenburg) abgehaltenen Bolls- und Werbeflug» tag stürzte gegen 5.15 Uhr, nachdem verschiedene Gruppen-, Kunst- und Passaaierflüge ausgeführt worden waren, beim ersten Fallschirmabsprung au» etwa 500 Meter Höhe die geprüfte Fall- schinnpilotin Ella Tauer aus Leipzig ab, da sich der Fallschirm unerklärlicherweise nicht öffnete. Die PUottn wurde getötet. Die gutbesuchte Flugver- anftaltung wurde sofort abgebrochen. Aufdeckung von Römergräbern In Wien. Bei Erdarbeiten auf dem Neuen Markt wurden unmittelbar vor dem Hotel Kranz in etwa 2,5 Meter Tief« zwei Romergräber mtt Schmuckgegenständen aufgcdeckt. Man vermutet, daß sich in der Nähe noch weitere Römergräber befinden; doch dürsten die Nacharabungen' nicht ausgedehnt werden, da die Fundstelle mitten im Großstadtverkehr liegt. Die Wetterlage. /3 99 O o y o/ t 12' 13§) 3 on Ti tajg, den ß.Juli 192 8 6hvorm. Gvontemos ® netter, onn» ® wofXig. • t-föctn. «Rege^ ♦ Schnee cOriuptrn ■ Me6eL WKidlUUt. «O X* leiere» 0;i Ö «i»K0 Südsuoweii Q stormaene» tordvcM Oie Pte-ie fliegen mn oe» w"di. Oie oeden Mabontn steneaoe* Z* f‘«äJ ^gtn *Ü Übt. Ünb *lni- äberholt. Be> M eddw <'* °° d. Bit u n slanbt llt c Booitaj. >° MbnJ fa Derhülivj^ ’Potl bet libti. hoben dir fo. v vor tDfltiyn inenden $fl|. rllen. Sturme unb lrse wurden andere Kirchen cntmuntit- [* M unter, efa derartige Mltuno bk Le. ntnfeh im 11; tonn e» in- brsürchtet man lutlltfi, die \ Rom btttiti Dk ,Mina* |old)e tjdtjt Tt» ftetn 'ei-« bet bis 36 Stab hkmplloün. ifl in Süftroo ■ und Derdtjiutz. )dem verjchirbent Mgi aurzeführi irmabfprung aui e geprüfte Jafl- ■ipM ab, ba sich licht öffntti. suchte Asvgver. n. i In Wien. n Marti w- ran- in ttroa ömetyäber mit Mn «nnukt tere Nöniergräbtt chorabungen nicht Gelle mitten im 0 0 0 w u X * 0^ nodt» 0*M 1ß^l4fib Of4 isa^^me LuS- lß If ffie* g Mit e^ gigeS bis E/Än mü liwss M fiien$tfl*L LAr W 'S#» xcls'Uö- " Ml Silben: 3. Prei« Aurt Ernst Herbc . Daooalaufen", tote dte anderen ren vor I Der ^WUnnei^sah^ßn^^ EINLADUNG lffT4D €4630 3 Herrrnfabrräder (neu). 6468V •Prinj Kar!« eine große Buch* ausftellung, wozu die hiefigen zahlreichen Mitgheder und alle Freunde fchöner u. ebenlo billiger Bücher herzhchlt ein geladen find nicht sichtbar Ausspnanslr .h T*qen Schhqr«^ Still, Äerichtsvollzieher fr. A. in Gießen, Jheringstraße 7 — Telephon 1239. tember Ferien. In dieser Zeit kommen nur besonder« beschleunigte Sachen zur Verhandlung. Die Ferien find auf den Lauf der gesetzlichen Fristen ohne Einfluß. ausgezeichnet toerden. gen de«: Abteilung 220 WooSdvrf. Hermann Buchner: Derdi Herbert: Zausen: Hrch. Adolph: W^lh. Al- bach. 2. Preis«: Otto Bühl: Fritz Preuhrr: Alwin Derbig. Teilnehmer mit Preisen Da« Srgebni« ist fvl- Kirschenversteigerung Mittwoch, bei 11. 3nli 1928, uachmil. t»gb 4 Uhr, sollen in bet Gemeinde vettenhansen zirta 80 Bäume Kirschen meistbietend versteigert werben. Anfang an bet Straße Bettenhausen—Müschen- heim. 6472D Bettenhausen, den 7. Juli 1928. (Kreis Gießen) Hessische Bürgermeisterei Bettenhausen: Leidner. zur Wander- Buchausftellung Die Deutsche Budi i Gemeinschaft Berlin'Wien (über 350000 ständige Mitglieder) veranstaltet am Diensteg, 10. 7», von 3-8 Uhr nodrni., im Hotel «n de« AreiSau«schusse«. luöschuh de« Kreise« Dietzen hält während der Zeit vom 15. Juli bi« 15. 6et>- Solange die amerikanischen Konsulate in Deutschland Anträge auf Erteilung des Sichtvermerk« zur Einwanderung in die Vereinigten Staaten nicht wieder unmittelbar entgegennehmen, sind wir und unsere Vertretungen bereit, Vormerkungen su sammeln und sachgemäße Beratung über Konsulats- und Visumsangelegenheiten zu erteilen. HAMBURG-AMERIKA LINIE HAMBURG vertreten durch: tote vielleicht befürchtet wird. Zur Zahlung eine« mäßig erhöhten Standgelbes würden sich die Der- ffiufer gewiß bereitsmden. tnerm ihnen dafür Schuh gegen du Unbilden der Witterung, und zu diesen gehört tn diesem Falle auch die liebe Sonne, gewahrt würde. Auch die Marktbesucher die Kau cr, bedürfen dringend de« Schuhe- vor widrigen WstterungSumständen. Pretegefrönfe (Siebener (Stenographen. Die wir bereit« berichteten, fand in Main; der 4 8. De r b a n d « t a g de« Hess.-Aals. Aurzschristverbandc« statt. Verbunden fern Verderben, dte Wirkung ist auch die gleiche bei CKegentoetler. Sine groß angelegte luftige Markthalle kann sich allerdings zur Zeit die Stadt nicht leisten, wohl aber würde eine ent» sprechend gezimmerte Halle den Mißständen in 6er Hauptsache abhelfen, und — aus dem Platze gegenüber den Warktlauben aufgestellt — die -dltde der Warktbesucher von den wenia schönen Hintergebäuden der Schloßgass« ablenken. Die rrtit dort haltenden Gärtner würden gewiß mit Innern anderen Platze zufrieden sein. S« ist yoat den Hunden da« Detre:en der Marktlauben- Hrafte verboten, aber fit schlüpfen, angeUxft durch vie Mehaerstände, doch durch. Die Eingänge zu emer Halle ließen sich besser überwachen. Auch fmanziell würde sich die Sache nicht so auSwirken, Aus der provinzialhauptflad». Gießen, den S. Juli 1928. Großflugtag in Gießen. Am gestrigen Sonntag fand auf dem Gießener Flughafen zu Ehren des 90. Qfrc burtStage« des (Srafen Zeppelin ein Groh- flugtag statt. Sehr vom Wetter begünstigt, nahm die Der- anftalhmg pünktlich ihrei An ang Ls war eine fehr große Anzahl Zuschauer erschienen. Von den fieben erschienenen Flugzeugen Uart ten zunächst b ei zum VegrüßungSflug. denen zwei weitere bald darauf folgten Die Piloten zeigten mit ihren Flugzeugen hervorragende slugkünstlerische OeMungen. Mit viel Geschick führtm sie u. a. schwierige Fluor vor, indem fte ihre Maschinen tn der 5u*t zum Reisebüro Loeb, Gießen Gegründet 1847 Bahnhofstraße 52 a Abte ilung 80 Silben: 1. und Ehrenpreise: Dilh. Schardt: Liselotte Klein. 1. Preise: Aichard Hock: Willi Volland: Han« Boppert; Aenne Thein: ~ ~ ' mann. W Jahne. Stephan straße 21: 17 Slisa» beide Böckner, geb. Fischer, Witwe, 86 Iah». Bahnhofstraße 77: 18. Anna Eaesar. geb. Schnug' Witwe, 82 Jahve. Bahnhosstraße 8, 19. Emma Vrermann. geb. Dernburg Witwe. 57 Jahre, 8öberftra&c 25; Aad Heinz Seipp, 2 Monate, •ÄbeifUafoe 39; 21. Thekla Theodo re Sonnet. Mb Dürbeck. Witwe, 68 Sahre. Südanlagc 5: Johanne« Möser. Institut «verwalte» i. A 68 Oabrt. Aaifer-Allee 20; 23 Wilhelmine Fischer. Dvrfner: Aarl D:vg. 2. Preis: Friedrich Hof. Ueberschtagen brachten, das man in der glieaer- svracho n(4 Looping bezeichnet. Auch baS seitliche lleberfÄf^gen be« Flugzeuge« um feine '^.nigsachfe. Holling gernnnt. gelang den Flug- Ihrem vortrefflich Ein« sehr erstaunliche v iflung vollbrachte bei Führer be« Ale in m- limler Leicht luazeugeS (Einbecker), ber, nach- er feine Mafchtne auf eine beträchtliche Höhe orgrhracht hitte, den Motor ab- I teilte unb bann mit Jeinem Apparat ohne Motorkcaft. also al« Segelflieger noch vier Minuten lang wei- terlG gen onnte. Wohl ba« I^tercsf 'Nteste und auch 115 gbiHigfte bei ganzen Veranstaltung mären bi« beiden F a l l s ch i r m a b f p r ü n g e mit dem Verband« tag war ein fteno« araphiicher W« ttka mpf. an dem sich üder 1000 Wett^chrecher beteiligten. Dcfon'cerS siegreich ging aus diesem Wettkampf die I. Reich«, kurz'chriftgefellschaft .®Gbel«berget" und Damen- abtcilimg e. V. Gießen hervor. Von den zur Verfüguna stehenden 66 Ehrensresten Heien allein auf die Geselllchalt Gießen 10. Im übrigen konnten alle 44 Widitig für Auswanderer .«s Amerika! zurufen. ür. mi Margot Roltieoberger Daubringen. den 9. Juli 1928. 05073 Die erfahrene Hausfrau 1928. 6476V So gehts*. 1928* Gestaffelt* Oer Vorstand. 6464D ————— ■ LNSbel wS 6349D gesucht. gesucht. [05078 Die trauernden Hinterbliebenen: Kath. Latnch geb. Hofmann Familie Heb. Latsch Familie Karl Weimer. . . Haly Delachnft Ernst Rückert .... Rudolf Lettinger .....Frida Richard Wilhelm Dleterle .......Theodor Loos Fritz Kämpers täglich frisch empfiehlt billigst W. Hankel. Neuen Baue 2. Teleph. 612. 58>4v —————— Motto: „Ötftäfung*. , -Aufbau II*. prakt. Aerztin Liebigstraße 5 verreist bis 15. August Architekt Erich Hamann, Gießen, 2. Preis. Architekten W. Schöttler und H. Völker, Gießen, 2. Preis. Oberbauinspettor Georg Mohr, Gießen, 3. Preis. Stadtbaurat Gravert, Gießen, wurde vom Preisgericht zum Ankauf empfohlen. Architekten Heinz Schmidt und ph. Mein, Gießen, wurde vom Preisgericht zum Ankauf empfohlen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. d. M., nachmittags 4 Uhr, statt. in hervorragender Qualitätsausführung empfiehlt preiswert zu günstigen Zahlungsbedingungen Nudott Vlum Möbelschreinerei / Steinstraße 63. , ,7lotes Kreuz*. Architekt E Leichum, Gießen, erhielt vom Preisgericht lobende Erwähnung. Oie Entwürfe sind in der Turnhalle der Schillerschule (Schillerstraße) noch bis zum 14. Juli 1928 zur Lesichtigung ausgestellt. Der Altersvereinigung 1876-1926 Gießen herzlichsten Dank für die erwiesene Aufmerksamkeit zu unsererSilberhochzeit. Carl Winter und Krau Elisabeth geb. Drücket Nidda (Oberheffen), den 9. Juli 1928. 05075 Schneider gesucht [05079 H. Gerdes Hammttratrc 19 Pia Schwick ................. Gabarel Schwick ............. Pias Vater. Mcngis............ Da» Tschaderli ............. Josmarie Seiler............... i’farrer Imboden ............ Des Pfarrers Bruder........ Ferner: Annemarie und ihr Ulan Reizendes Militarlustspiel in 7 Akten. In den Hauptrollen : Han* Junkermann, Colette Brettl, Julin* Falkenmteln, Carl Auen, Kurt Gerron, Hermann Plcha, Evi Eva, Siegfried Arno. Hanne Brinkmann, Henry Bender, Paul Westermeier. Sowie: Die neueste Ufa-Wochenschau. Saubere, tüchtige Putzfrau A. Reinigen unserer Büroraume gesucht. Anmeldungen von 8—1 Ubr aut unserer Geschäftsstelle. “MD Allg 9rtsrron(eii!offe Gietzen Slovl. Ludwtgstraste 12. Wir suchen für unser kaufmännisches Büro Fräulein Alter 15 bis 16 Jahre. Kenntnisse in Stenogkaphie und Maschinenschreiben Be- dingung. Schriftliche Angebote unt. 64660 a. d. Gieß. Anzeiger. Astoria-Liditspiele Ab heute bis einschließlich fllttwoeh: Das große Doppelprogramm 1. Schlager: Tarzan und der goldne Löwe Ein Film voller Romantik und Abenteuer in 6 spannenden Akten. 2. Schlager: Im Wirbel der Fluten Ein Drama der entfesselten Elemente in 7 Akten. In den Hauptrollen: Lon Chaaey. Barbara La Harr. Elmo Lincoln. Nachruf. Am 4. Juli d. 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Näh. durch tern spöttisch den Höhenmesser an der Wand prüft, dieweil er erst 300 Meier anzeigt. Aber wir steigen — und unter diesem Morgenhimmel entschleiert sich die gute alte Mutter Erde. Biir steckten da unten zwischen luftraubenden otrahenzügen. zwischen hinunelabriegelnden Fa- briitoänben, hinter denen der Mensch als Kollek- schafft, schasst, schafft. Wir fuhren aus maschmendurchtobten Hallen in einsame Stollen. upS auch dort unten in der Tiefe der Schachte das wilde Gemeinschaftslied der Arbeit £5!S!-' schwermütige Zusammenklang von -maschine und Mensch, der beim zitternden Licht II. Die Bedeutung der Dezentralisation de« amerikanischen Bankwesens scheint in Europa noch nicht genügend erkannt zu fein. Berlin ist identisch nut dem deutschen Geldmarkt, Paris mit dem französischen. London mit dem englischen Aber Amerikas Geldmacht ist nicht mit der WallstreetS gleichzusetzen. Die Gesetze der Einzelstaaten in bezug auf Banken verbieten diesen die Eröffnung von Zweigstellen außerhalb ihres Staates, oft sogar außerhalb der Stadt ihres Sitze«. Dadurch ist eine Konzentrierung der Depositengelder und damit der Machtmittel auf einen Platz hin unmöglich. Reu- York. Boston, Phlladelphia sind durch ihre Lage die gegebenen Plätze für die Vermittlung des Geldes nach Europa. Ihre Bedeutung ist aber heute für die alte Welt beinahe grober als für die Vereinigten Staaten. Reben ihnen haben sich drüben Ehikago, San Franzisco und Reu- OrleanS zu Finanzzentren entwickelt, die unabhängig von Reuyork geworden sind. Mit Sorgen sieht Wallstreet den Tag kommen, an hem Ehikago zur stärksten Geldmacht der 11. S. A. wird. Der Kampf, den Henry Ford 1921 auszufechten hatte, dürste am besten die wirtschaftliche Bedeutung dieser Dezentralisation kennzeichnen 1921 hatte Ford innerhalb sechs Rlonaten 125 Millionen Dollar aufzubringen. Die Banken versuchten diese Gelegenheit auszunutzen. um Ford ihre Bedingungen zu diktieren, d. h. seine Unabhängigkeit zu be- schneiden Ford half sich dadurch, daft er die Sroduktion abdrosselte, das halbfertige Material hr schnell in fertige Autos umwandelte und seine Vertreter zwang, diese Wagen gegen Barzahlung abzunehmen. Selbstverständlich war das und damit war Fords Plan gelungen nur dadurch zu verwirklichen, daft die Vertreter ihren Kredit aufs äuherste in Anspruch nahmen. Dieser Kredit verteilte sich ober auf 5000 voneinander unabhängige Finanzstellen im ganzen 11. S. A.-Lande! Hätte sich dieser Vorfall in einem europäischen Lande abgespielt, in dem die gesamten Finanzmittel auf einen Platz wie ‘Berlin oder Paris konzentriert sind, so hatte dieser Platz durch eine einheitliche Parole an seine Filialen den Kredit auch für die Gesamt« Ford-Organisation sperren können. Das Sherman-Antitru st - Gesetz verbietet in ähnlicher Weise die Bildung von Handels« oder Industrieunlemehmungen. die einen wesentlichen Teil irgendeiner Warengattung erzeugen oder verteilen. DaS Gesetz ist in den Jahren seines Bestehens immer wieder angewendet worden, um Monopole zu verhindern. Diele Fusionen hat es verhindert. Der Strahltrust muhte seinetwegen seinen Tochtergesellschaften viel gröbere Selbständigkeit gewähren, alS er zuerst beabsichtigt hatte, eine Tatsache. die sich später als ein wirtschaftliches Ak- tlbum gezeigt hat. Der grobe Pulver- und Ehemiekonzern Dupont de Remours Powder Corporation tourbe zu einer Teilung gezwungen, ebenso die Standard Oil Co. of Rew Jersey. Kartelle und Syndikate verbietet das Gesetz vollständig. Alles geschieht auch, um inoffizielle Preiskonventionen selbst in Gestalt eines Gent- lemen-agreement zu verhindern. Trotz mancher Bedenken dürfte die in dem Antitrustgesetz zum Ausdruck kommende Einstellung im Interesse der Gesamtwirtschaft liegen. Sie erhält zumindest die Konkurrenz und verhindert dadurch eine Artc- rienverkallung der Wirtschaft. Sie sichert auch die persönliche Initiative, denn fo- lage niemand eine Monopol-Stellung einnimmt, ist die Bahn für Führematuren nicht versperrt der Grubenlampe, beim Stöhnen der Dynamos, im Schweiße seines Angesichts den ilrftoff der Wärme ans Licht hebt. Wir spürten den Zwang des Schicksals, das der Masse das bäuerliche Glück, das Feld und den Ackcr nahm, sie hinein- pferchte in Mietskasernen. Von hier oben, aus anderer Perspektive, sehen wir, wie die vergewaltigte Ratur, trotzdem der grobe Rahmen blieb, wie Fluh. Wald und Feld das stumpfe Bild der Zechen umschließen, abgrenzen, einordnen. Sellsam: diese organische Geschlossenheit des Ganzen trotz der Fülle der Gegensätze! Run kreuzen wir den Rhein. Er kam aus der Ruhe der Rebenberge, wo in verschlafenen Städtchen noch die Romantik zu Hause ist: unmittelbar unter uns wurde er ein Glied menschlicher Zweckarbeit. Schleppkähne decken. Industrieanlagen umrahmen ihn. Stehen wir nicht peinlich zwi^ scheu den Zeiten, mit der absonderlichen Liebe zu Spitzbögen, klingenden Sleinbruunen. Blumenstöcken in Kleinstadtwinkeln und der unausweichlichen Hingabe an die Schnelligkeit um ihrer selbst willen, den Rettord, die Phantastik der Bewegung? Wir fahren im Flugzeug mit dem Sturm um die Wette und träumen von der Linde von Rüdesheim. Gewift haben der Commis voyageur und das Girl längst entschieden, wohin sie gehören. Er liest die neueste Rümmer der Textilzeitschrift, es schiebt mit lässiger Eleganz eine blonde Locke unter die Baskenmütze. Für Augenblicke verschwindet die Erde. Wolken vernebeln uns Aber der Rhein bleibt Richtung — indes hinter uns Landstraßen. Dörfer und Städte, Felder und Wälder zurückbleiben. Stärker fängt sich der Wind in den Tragflächen, drängt uns herauf und herunter. Doch unverrückbar steht nun vor uns im mächtigen Steingeviert der großen Stadt der heilige Dom. Sinnbild des Glaubens. Mittelpunkt der Landschaft, an dem bet Wille des Kollektivums klein wird. Ob wir auch hoch über seinen Türmen kreisen, wir finden in unserer ledergedämpften Kabine die Wahrheit nicht, die jedem seiner Steine innewohnt. Kehren wir zur Erde zurück! Zwischenlandung!! Der brave .Hermann Köhl" tut seine Pflicht., Sanft nimnü uns die Mutter Erde ans Herz zurück. Der Commis voyageur bleibt. Das Girl verläßt uns. Der Pilot gesellt sich zu ihm. Beide umwandern in lebhaftem Gespräch das Flugzeug und sieh da: in den Augen der kleinen rheinischen Lady leuchtet mit einem Mal jener romantische Schimmer auf, den wir oben in bahn. Eisenbahn), wäre eine volle Ileberführung dieser Betriebe in die Privatwirtschaft bedenklich. Das öffentliche 3nter?1fc könnte jedoch qenü 'cnh durch eine Beteiligung seitens der öffentlichen Hand von 51 o. H. des Stimmrechtes gewahrt bleiben. Die übrigen Attien sollten Privaten angebvten werden. bann würden auch diese Unternehmungen nach kaufmännischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten geleitet werden. Alle anderen Betriebe sollte die öffentliche Hand verkaufen. Von dem Erlös könnte die Staatsverwaltung einige Jahre weitgehend leben bei einem gleichzeitigen starken Abbau der Steuern. Mit diesem Verkauf würde der Staat sein wahres Wesen, das Hoheit ist. wiederherstellen, und seine Ausgabe des Schutzes erfüllen. Der Staat ist nicht aktives Mitglied der Wirtschaft, sondern ihr neutraler Regler. Würde man nach amerikanischem Vorbild die öfsenlliche Hand auf daS ihr zu stehende Maß beschränken, bann würde gleichzeitig die seit langem geforderte Vereins achung der Verwaltung und so der Steuerabbau möglich fein. Rationale Zahlung der Ostverdrängten. Unsere Landsleute jenseits der Grenzpfähle haben 1926 27 eine große Zählung (Kataster- aller Deutschstämmigen im ehemaligen Posen und Westpreuften veranstaltet, um den wackeren Sejm- abgeorbneten Unterlagen für die Verhandlungen mit der Regierung über eine zu gewährende Kulturautonomie zu liefern. Die Ergebnisse der äußerst mühsamen und langwierigen privaten Zählungen der Deutschen drüben, seit die schlimmen Verlustzahlen der Verdiängungsjahre abgeebbt sind, haben den deutschen Sejmmitgliedern natürlich schon mannigfach bei ihren Interpellationen nützen können. Fordert diese Tat uns Ostmärker nicht zu gleichem Tun auf, einwandfrei zu ermitteln, wieviel Posener. Westpreußen, Oberschlesier, Memeler ufw. aus den uns ohne Abstimmung ober unter Vergewaltigung bes Abstimmungsergebnisses geraubten Landgevieten ins Reich ober sonst wohin hoben abwandern müssen? Die überall im Reiche ansässigen ost-landsmannschaftlichen Vereine und Verbände, und die 500 Ortsgruppen des Deutschen Ostbundes können vorbereitende Arbeit für die uns vvrenthaltene Ostabstimmung leisten und die Gewißheit ihres deremstigen Erfolges wecken, indem sie, angefeuert durch das Beispiel ihrer Landsleute an der Warthe und Weichsel, alle Verdrängten, über deren Zahl die Angaben weit auseinandergehen, einwandfrei zählen, sie in ein Rational-Kataster aufnehmen und damit die Grundlage schaffen für die künftige Ostlandfahrt zur Abstimmung. Die Zählung muß möglichst genau auch die seit 1919 „in der Fremde" verstorbenen Ostmärker erfassen: sind doch so viele unter dem fruchtbaren Eindruck des Verlustes der alten Heimat, von Hab und Gut, unter der Zermürbung jahrelangen Kämpfens um angcmeffenc Entschädigung lange vor dem ihnen sonst gesetzten Lebensziel dahingegangen. Man wird nach Ab- xug der auch unter gewöhnlichen Verhältnissen Verstorbenen eine leider in die Tausende reichende Zahl Ostmärker buchen müssen. Als stumm mahnender Rückhalt werden sie hinter den lebenden Hunderttausenden stehen, damit diele die allgemeine Verdrängten-3ä&lung so zuverlässig und gewissenhaft durchführen, als ob sie der Staat selbst vornähme. der Luft in ihnen vermißten. Ist die Romantik doch nicht gestorben? Ob Rheinwein, gothische Kirchen. Geranienstöcke oder — Chefpiloten -- es ist halt immer dasselbe. Was wir auch erfinden, der Motor des Hebens schlägt seit Jahrtausenden den gleichen Takt. Drei auf dem Dachboden. Don Max Zungnickel. Auf bem Dvben, wo die Spinnen wohnen, der Mondschein, die alten Flaschen und Lumpen, da lagen, in einem Winkel, drei Bücher zusammen: Das erste Buch war zerlesen, grellbunt und fettfledig. Es sprach verwegen und krächzend wie eine alte Trompete von den großen Taten des Rick Carter. .Ich habe das Bild meines Helden in aber tau fenb Jun gen herzen geblasen. O. ich habe für meinen großen Rick ©artet geworben, bis ich zerfetzte. Stundenpläne schlug ich in den Wind, Eltern Worte waren für mich dumme Siebereien. Und nun liege ich hier im Lumpenkittel. Wer weih, was aus mir wird." — — Da sing's neben dieser Schwarte, sehnsüchtig zu flüstern an: „Ich bin die „Madonna im Schlafcvupe." Ich rieche nach Parfüm. O ja, ich bin aufregend Ich weiß einen Roman, etwas kitzlig zwar wie ein angeschmutzter Frauenunter- rvck. aber die Menschen liefen wie besessen hinter mir her, um meine Geschichte zu hören. Ich scheffelte Geld. Ich habe meinen Roman so oft erzählt, daft ich schon ganz zungenlahm bin. Sieh mich nur an. mein Freund und Ritter, sieht so eine Madonna im Schlafcoupe aus!" — Rick Carter feixte fein rerächlliches Lachen: ..Wir gehören zusammen, ich, der Landstreicher mit den zerissenen Hosen, und du. bas her« schminkte alte Mädchen. — Wer weih, was mit uns noch geschieht?"--- Da raschelte es durch die Seiten des dritten Buches. Es sah auch nicht mehr festlich aus. O. man sah es dem Buche an, bah es schon unzählige Wimperschläge aufmerksamer Augen erlebt hatte. Und es sprach mit einer leisen Demut „Ich bin aus der Wahrheit eines warmen Dichterherzens geboren. Raabe hieß der Kauz, der mich schrieb. Ich habe lange, lange nach einem Menschen gesucht. Jahrelang stand ich wartend beim Buchhändler Ich bin billiger wie Die tief innerliche Bedeutung der Verdränglen- däblung liegt darin, bah sie dartut die Hun- derttauscnde ehemaliger Bewobner Posen». West- preuhens und Ostobellchlesiens sind nicht gewillt, in dem durch Zerreißung und Zerschneidung so verengten und übeinöLerten Roich unlerzutauchen und die unS angeborene engere Heimat abzu- ftreifen tote ein unnützes zerschlissenes Gewand, sondern sie bewußt zu betoabreu bis auf den Tag! Hat doch die in ihrer Dreiteilung jeben ernsten Beschauer so erschütternd packende Gestalt der Provinz Grenzmark Posen-Westprvußen. die erst nach so manchem Kamps entstand und deren Bestand kurzsichtige Sv rer heute wieder gefährden. nur einen Sinn, wenn ifove unterbrochenen Grenzen einmal durch eine unbeeinflußte Abstimmung auf der Grundlrge des Vorkriegs- jahres 1913 14 weit ostwärts wieder zusammenwachsen. Wenn alle zusammen stehen, wird da- ErgebniS dereinst hinter der Llbstimmung vom 11. Juli 1920 in Alleiistcin-MarienWerder und der vom 20. März 1921 in Obei-schlesien nicht Zurückbleiben! pflanzerischuhdienst im Kreise Friedberg Die Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft zu Friedberg schreibt uns: Gewaltig sind die Verluste, die durch Schädlinge und Krankheiten an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen jährlich angerichtet werden. Die Gesamtschäden werden von fachmännischer Seite mit etwa 2' Milliarden angenommen. Aufgabe des Deutschen Pflanzenschutzdienstes ist es. diese Schäden auf ein möglichst geringe» Maß bei« unterzudiücken. Auch im Kreis Friedberg soll deshalb der Pslanzenschutzdienst neu organisiert werden. Zu diesem Zwecke hit die Friedberger Lehranstalt aus dem Kreis Friedberg 30 Vertrauensleute zu einer Besprechung eingeladen, die in der Hauptsache dazu biente. Qlufllärung $u geben über Krankheiten unb Schädigungen, die an allen unseren Kulturpflanzen auftreten. Erfreulicherweise hatten säst alle her Eingeladenen. die meistens ehemalige Schüler der landwirtschaftlichen Schulen Friedberg und Butzbach sind, sich eingesunden. In seiner einleitenden Ansprache begrüßte Direktor Dr. Schad die Erschienenen, besprach dann die Organisation des Deutschen Pflanzenschutzdienstes und dankte für die Bereitwilligkeit zur Mitarbeit. Große und volkswirtschaftlich wichtige Aufgaben harren auch in dieser Beziehung der Bearbeitung. Erwähnt sei nur beispielsweise die gemarkungsweise 'Bespritzung der Obstbäume, mittels der dem Kreisobstbauverein zur Verfügung stehenden Motorspritze, die planmäßige Durchsührung der öaatgutreinigung mit neuzeitlichen Maschinen auf genossenschaftlicher Basis, die Einführung der Trockenbeize und anderes mehr. Anschlieftenb hieran referierten Studienrat DrHeß1er über „Krankheiten und Schädlinge des Obstbaues", Landwirtschaftsrat Dr. Dienst über .Beschädigungen an Getreide", Landw-Ass. Dr. Heß über „Beschädigungen an Hackfrüchten". Eine rege Diskussion schloß sich an die Referate an bei der das große Interesse zum Ausdruck kam. das alle Anwesenden dieser wichttgen Sache entgegen« bringen. Die Veranstaltung schloß mit einem Dang durch den Lehr- und Versuchsgarten der Lehranstalt und in die anschließenden Felder. Hierbei wurden noch praktische Untertoc Hungert gegeben. Den Teilnehmern war Gelegenheit gegeben, sich von der Arbeit der in der Lehranstalt stehenden Motorspritze zur Bekämpfung der Obst- bauschäblinge zu überzeugen. ihr. Für ein paar Groschen verschenkte ich mich. Liber der Mensch, der mich las. vergas mich nie. Was ich ihm erzählte, das nahm er mit in sein Leben, damit er gut und glücklich wurde. Unb als der alte Bahnmeister, bet immer unb immer wieder bei mir zu Gaste war. aus seinem Sterbebette lag, da dachte er einen Augenblick noch an mich und grüßte mich, als er in die Ewigkeit ging. - - — O, ich kann nicht sterben, wenn man mich auch in den Ofen wirft! Ich werde nicht schlecht, wenn ich auch unter Lumpen liege. Fragt doch die Menschen, die euch besessen haben, fragt sie doch, ob ihr sie glücklich gemacht habt?---Ach. ich glaube, fie kennen euch gar nicht mehr Was mit mir geschieht? — Was kümmert's mich, Ich bin wie das reine, klare Wasser unb wie das Brot unb wie das Kerzenlicht.' „Ach du!" trumpfte Rick Carter auf. „Du erbärmlicher Philister! Tausend Iungenhände griffen fiebernd nach mir. Unb du? Ein einziger war dein Freund!" „Du hast schon recht. — — Aber kannst du dich noch entsinnen der Jung en äugen, die dich lasen?" Rick Carter war stumm. „Don bem Mann, der mich fein ganzes Leben hindurch bewahrte, weiß ich noch jede Falte auf seinem Gesicht. Ja, ich kenne sogar sein Herz und alles, was er mit diesem Herzen tat;---da war ich dabei." „Und ich?" flötete neugierig die Madonna hn Schlafcvupe. — — -Ach du", sprach die Geschichte von Raabe. „Du warst einmal drei Monate modern. Wer für dich 2 Taler ausgab, bereute es schon längst " Da öffnete sich kreischend die Tür. Die drei lagen da wie Ertappte, die nicht erwischt werden wollten. 3m Flinkerlicht einer Laterne sahen fie ein altes, umherspähendes Frauenangesicht. Da wurden sie alle drei ergriffen und nach unten gebracht, in eine kleine Stube. Licht war da unb Wärme und ein Uhrenschlag an der Wand. Die alle Frau nahm den Rick Carter unb die Madonna im Schlafcvupe unb warf beide ohne Wimperzucken in den Ofen, der sie heißhungrig auffraß. Und während die beiden flat» fernb im Ofen vergingen unb in die Hölle fuhren, saft die alte Frau über der Geschichte von Wilhelm Raabe und war für eine Abendstunde im Himmel ihres HerzenS. Ein großer Tag der Liebig-Gesellschaft. Die Gesellschaft Liebig-Museum hielt gestern I unter dem Vorsitz von Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Sommer im Liebig-Museum ihre Gene, ralversommlung ao. 3n der geschäftlichen Sitzung berichtete der Dorsitzend- zunächst über die Tätigkeit der Gesellschaft im verflossenen Fahr, wobei er jnsbesontei- aus wichtige Der,- erwerbungen hinwies. Hierauf wurde der Dor- stand neu gewählt. Die Wahl hatte folgender Ergebnis: Erster Vorsitzender Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer: Schriftführer Apotheker Adolph. Gießen: stellvertretend? Vorsitzende sind: 5k. Fritz M e rll. Darmstadt, und Uni» versitätS-Professor Dr. Brand. Gießen: Bet- fiher sind: Universitäts-Professor Dr. Elbs, Gießen: Universitäts-Professor Dr. Schaum, Gießen: Professor Wöhler. Darmstadt: Ge- Heime Bat Prof. Dr. Behaghel, Gießen: Oberbürgermeister Dr. Keller. Gießen: Karl Liebig, Valparaiso: Universitäts-Professor Dr. Burke r, Gießen. und Oberbaurat Ber t h, Gießen, als Vertreter der Regierung. Dem Vorstand kooptiert find die Herren: Georg Merck. Darmstadt: Prof. Verl. Darmstadt. Pros. Bassow, Leipzig: Univ.-Prof. Dr. Mei gen. Gießen, und Pros. Werner. Mergentheim. Die Generalversammlung beschloß, eine L i c - big-MufeumS-Denkmünze an Personen oder Firmen zu verleihen, die dem Museum größer« Stiftungen vermacht, oder sonstwie in hervorragender Weise zu seiner Förderung bei- getragen* haben. Die Denkmünzen sind von 5k. P a r e t. Stuttgart, entworfen und werden in vierfacher Ausführung hergestellt, zwei davon sind auS Silber, zwei aus Bronze. Alle zeigen auf der Vorderseite das Bildnts Liebigs, auf der Rückseite sieht man bei der einen Ausführung das Eingangsportal des Liebig-Museums, bei der anderen die Fensterseite des pharmazeutischen Laboratoriums im Liebig - Museum. Die in Bronze ausgesührten Deickmünzen können auch käuflich erworben werden. Die Generalversammlung beschloß, die silberne Medaille an folgende Familien, Firmen und Einzelpersonen zu verleihen: 1. An die Familie Merck in Darmstadt. 2. An die Familie des Chemikers A. W. v.Hofmann in Gießen. 3. An die Famili«' Fehling. An die Familie des Geheimrats P r i b r a m. 5. An die Familie des Dr. W a s l c in Gießen. 6. An die I.-G.-Farben-2ndustric 7. An die Dvnamit-A.-G. vormals Robel in Köln a. Rh. 8. An Geh. Med.-Rat Pr<. Dr. Sommer in Gießen Sodann hielt im Hörsaoi des Liebig-Labo« ratoriums Studienrat Dr. H e u st e l' Gießen einen Vortrag über „Robert Mayer zum G e d ä ch t n i s". Der Redner erörterte im ersten Teil seines Vortrags in tiefgründiger, klarer Weise die verschiedenen Hauptprobleme, mit deren Lösung die exakten Wissenichaften sich in der Reuzeit in der Hauptsache zu beschäftigen hatten. Unter diesen Problemen nimmt das der Erfindung des sogenannten „Perpetuum mobile“ einen hervorragenden Platz ein. Tausende haben sich an seiner Lösung versucht. Rachtem der Redner in längeren Ausführungen klar gemocht hatte, welche ungeheuren Kraftquellen in der Ratur. beispielsweise im Wasser, vorhanden sind, und nachdem er festgelegt hatte, was man in der Physik unter „Kraft", .Arbeit", „Energie" verficht, ging er dazu über, an einem einfachen Versuch mit einem Fadenpendel die Begriffe „Macht" und „Wucht" zu erklären. Er zeigte 'dabei, daß durch das Ineinandergreisen und »Sichablösen von .Macht" und „Wucht" das Fadenpendel eigentlich ein einfaches „Perpetuum mobjte“ darstellcn müsse, weil es durch die Erhaltung seiner Energie dauernd in Schwingung bleiten könnte, wenn nicht ein Drittes, die Reibung oder Wärme, hinzukäme, die das Pendel allmählich wieder in die Ruhelage versehe. Robert Mayer, so führte der Redner aus. habe das große Verdunst, in grundlegenden Arbeiten die Tatsache festgestellt zu haben: er habe das mechanische Wärmeäquivalent errechnet imb das Gesetz von der Erhaltung der Energie ausgestellt. 3m zweiten Teil seines Vortrags beschäftigte sich der Redner mit dem Lebensgang Robert Mayers und zeigte, mit welchen Schwierigkeiten Mayer zu kämpfen hatte, um anerkannt zu werden. Besonders klar stellte der Redner die Tatsache heraus, daß es 3ustus von Liebig war. der zuerst die ungeheure Wichtigkeit der Entdeckung Robert Mayers erkannte und den ersten Aufsatz Mayer- über diese Arbeiten in seinen Annalen veröffentlichte. Liebig hat auch darüber hinaus in außerordentlichem Maße dahin gewirkt, daß Mayer anerkannt und geförvert wurde. Reicher Beifall dankte dem Vortragenden für feine gedankenreichen Ausführungen. Der Vorsitzende verlieh dem Dank nochmals in beredter Weise Ausdruck. Hierauf gab er einige Erklärungen über den dritten Teil des Programmes. der den Empfang der Versammlung von der Liebig-Woehler- Feier in Darmstadt vorsah. Zu ihrer Begrüßung begab sich ein Empfangsausschuß zum Bahnhof, um die Gäste durch die mit Flaggen reich geschmückte obere Bahnhofstraße nach dem Museum zu geleiten. Unter der Fühmmg Prof. 5k. Sommers besichtigten die in großer Zahl erschienenen Gäste das Liebig-Museum. Rach dem Rundgang vereinigte man sich nochmals im Hörsaal des Laboratoriums. 3n einer kurzen Ansprache ging der Vorsitzende auf die Entwicklung des Museums ein und legte die zunächst zu bewältigenden Aufgaben dar. Dabei erwähnte er. daß das Mn.eum im verflossenen 3ahr um eine Reihe wertvoller Sachen bereichert worden fei. Hierher gehören u. a.: eine Sammlung von Briefen A. W. v. Hofmanns, eine Briefsammsung. gestiftet von Fräulein Fehling. das Ausgabenbuch der Eltern Liebigs und eine Abschrift von Briefen Liebigs aus seiner Studenten- und Heppenheimer-Zeit. 5>ic Durchsicht dieser Briese hatte Pros. Bert. Darmstadt, übernommen: sie sind in einem Buch gesammelt, das käuflich zu haben ist. Rach dem feierlichen Empfang im Liebig- museurn nahmen die Gießener Mitglieder des Museums und ihre Damen mit den Gästen ein einfaches Mittagsmahl im Saale des Gesell- schaftsvereins ein. Aus den heiteren Mienen der sonst so ernsten Männer aus Wissenschaft und Praxis der Chemie und ihrer Damen, den Gästen aus Rordameriko. England, Holland. Dänemark, der Schweiz, Spanien, ja sogar aus dem Fernen Osten, konnte man so recht erkennen, wie tief das Andenken und die Verehrung des großen Meisters in ihnen wurzelt. Immer wieder anerkannten sie, daß hier in Gießen das von dem verdienstvollen Geheimrat Professor Dr. Sommer zu neuem Leben erweckte „Heilig- tum der Chemie", das Liebig musem, steht, in dessen Räumen der chemische Heros zum Segen der Menschheit gelehrt und gewirkt hat. Ramens der Landesuniversität begrüßte Se. Magnifizenz der Rektor, Professor Dr. Rosenberg, namenS der Stadt Gießen Bürgermeister Dr. Frey, für das Liebigmuseum Geheimrat Prof. Dr. Sommer die Schar der Gäste und dankten ihnen in beredten Worten für ihr Erscheinen. Ramens der Gäste sprachen Professor Dr. Baker ans Groningen in Holland, Dr.-Ing. h.c„ Dr. phil. Mittafch, Direktor der 3.-®.* Fartenindustrie in Ludwigshafen am Rhein, Präsident Reester von ter amerikanischen chemischen Gesellschaft — dieser in deutscher und englischer Sprache —, Direktor Dr. Buchner aus Hannover u. a. Alle Redner dankten dem Schöpfer des Liebigmuseums, dessen Zielen sie wärmste Förderung versprachen. Zum Schluffe vereinigten sich die Gießener mit ihren Gästen noch beim Kaffee auf ter Terrasse ter Liebigs- höhe und genossen bei Hellem Sonnenschein den einzig schönen Blick, der sich über 3uftus Liebigs Arbeitsfelder, das grüne Tal und Oie es umsäumenden Burgen und Berge, dem Auge bietet. Unaufhörlich arbeiteten die Kodaks der Gäste. Mit Bildern der Erinnerung aus der Vergangenheit und ter Gegenwart kehren sie in ihre Heimat zurück. Das schöne Gießen, das chemische Bethlehem und in ihm bas „Heiligtum der Chemie" hatte seinen großen Tag. der ein würdiger Abschluß der Liebig-Wöhler-Feier in Darmstadt war. Das Denkmal unseres großen Justus von Liebig in der Ostanlage trug reichen, wirkungsvollen Kranzschmuck in einheitlicher Form. Sc war von der Stadt Darmstadt, der deutschen Bunsengesellschcht, der deutschen chemischen Gesellschaft, der Technischen Hochschule in Darmstadt u. a. gestiftet. Am Denkmal wehten die Möwe im Sturm. Vornan von Sophie Kloerß. 9. Fortsetzung Nachdruck verboten. „Wohnst du hier im Hause?" „Ob ich hier — Nein, das wenigstens nicht. No, nun must ich aber eilen, ich hab' Geschäfte." Komisch, hier hatten alle Leute Geschäfte. Am späten Abend und am frühen Vormittag. Das war auch solche neumodische Sache. ,Vch hab' mich so geängstigt um dich," sagte Elena, als die Schwester heraufkam. Sie hatte einen Frühstückstisch in dem Zimmer richten lassen, in dem Maria geschlafen hatte. Mehr als dieser Winkel und das große Schlafzimmer schienen nicht zu ihrer Verfügung zu stehen. Aber das war ja gleich, wenn man nur zusammen war. Sergei hatte natürlich seine eigenen Zimmer. „Geängstigt? Warum denn? Bin ich so klein, daß ich verlorengehen kann? Also du, denk', ich hab' da in der Markuskirche einen jungen Mann getroffen, der fuhr mit mir von Wien hier her- unter. Der zeichnet hier, weißt, der hat mich her umgeführt in der Stadt. Nicht so in den Kirchen und Galerien wie die alte Meersberg, sondern in den Kanälen und auf den Brücken und wo das Volk zusamuienkommt. War das luftig!" „Schau' die Maria! Geht mit den jungen Herren allein durch die fremde Stadt. Ja, man lernt das Leben anders kennen, wenn man nicht mehr im goldenen Käfig fitzt. Gelt?" „Findest cs doch nicht schlimm, du? Er war solch ein jeiner Bursch: uno so ehrerbietig" „Das sollt' er wohl." „O dii, ich hab' ihm gesagt, ich wär nur «in Fräulein von Erdmannsdorf. Nicht mal .Baronesse' hab' ich gesagt. Wenn man schon seine Sachen im Kaufhaus zusammenholen muß — So, Elena nun will ich aber eßen, ich habe einen Mords hunger." „oo warst du schon als Kind. So gesund mit deinem Hunger und deiner Sehnsucht narb Luft und Freiheit." „Die Meersberg hat es schlimm mit mir gehabt. Aber die Tante Innozentia sagte bnd> manches Mal: .Wenigstens den Leichtsinn von der Elena, den hat sie nicht.' Was hast denn du so Leichtsinns. I ges getan? Warst doch erst achtzehn, als btt Sergei heiratetest." „Man kann zwischen vierzehn und achtzehn schon allerlei Torheiten ausüben, trotz Stiefmutter und Tanten und Erzieherinnen und Ehrenfräulein. Und die Ofener Dragoner hatten es nah nach Schloß Erdmannsdorf." Da fiel Maria die Begegnung wieder ein von drunten in ter Halle. „Ja, und der Fredi, der ist ja auch hier." „Wo hast denn den schon gesehen?" „Unten im Haus, als ich eben hereinkam. Du, Elena, wer wohnt denn da unten? Das roch so eigenartig aus den Stuben, so süß und übermäßig. Fast noch schlimmer war es als der Dunst aus dem Kanal." „Da unten war der Fredi? Wo ich ihm doch ein für allemal verboten hab' — Ah das wenigstens sollt' er einem doch nicht antun, der Kerl —" „Eien —" „Es ist da unten vermietet. Das geht uns nichts an. Aber du solltest, wenn du schon durchgehen muht, nicht in die Türen sehen, Maria. Du wenigstens nicht." „Nein. nein. Ich kann's ja lassen. Aber was seid ihr für komische Leute. Immer so, als wär' da was zu verstecken. Du bist gar nicht mehr meine alte Elena." „Ich bin schon noch die alte leichtsinnige Elena. Viel leid)tfiniger noch als damals. Aber du — du sollst nicht hierhinein. — So, nun reden wir non was anderem " „Von den Diener Dragonern? Die lieben Serie. Wie viele von ihnen find wohl noch da? Wie sie tanzen konnten! O wie ich dich beneidete, daß du schon die große Dame warst, und ich durfte nur fo einmal von ter Galerie aus zuschauen. Und du — den Fredi, den habe ich damals geliebt.” „Ach geb. Du warst doch noch ein Kind." „Aber unsere Jungfer, die redete alle Tage von ihm, wenn sie mir die Haare machte und die schuhe bandelte. Ich glaub' — na ja er war wohl ein großer Schürzenjäger. Aber was wußte ich davon! lind immer: .Der Schönste und der Fixeste, das ist alleweil der Prinz Hochheim.' Ich habe bann immer ten Frebi als einen Märchenprinzen ge» sehen, ber mich einmal erlösen sollte. Und wie er Feld ging - ja, da war ich eben vier, habe ich ihm eine fcibenc Börse gehäkelt. hessischen Landes- und die ReichSfarten. Auch die Stadt Gießen hatte es sich nicht nehmen lassen, den Weg vorn Bahnhof bis zum Cie- bigmufeum zu Ehren ter Gäste reich mit Fahnen zu schmücken. Möge der feierlich verlaufene Tag der alten Landes-^lniversitätsstadt und ganz besonder- in ihr der dem Andenken ihres größten akademischen Lehrers geweihten Stätte, dem Heiligtum ter Chemie, dem ßiebigmufeum. zum Segen gereichen. Denn auch für Liebig gilt bas Wort: Es wird der Ruhm von feinen Erdentagen nicht in Aeonen untergehn! Liebig-Wöhler-Zeier in Darmstadt. WSR. Darmstadt, 7. Juli. 3n ter Otto- Berndt-Halle zu Darmstadt begann heute vormittag im Anschluß an die 10. Hauptversammlung der Vereinigung von Freunden der Tech- nischen Hochschule Darmstadt die große Liebig- Wöhler- Feier, in deren Mittelpunkt die Einweihung und Hetergabe des Liebig- Geburtshauses stand, das durch die Stadt Darmstadt genau in feinem ehemaligen Zustand unter Benutzung des alten Baumaterials in ter Großen Kaplaneigasse 30 wirderhergestellt worden ist und das auch die Anfänge eines Liebig-Museums enthält. Zu dem akademif chen Festakt waren außer dem Staatspräsidenten, zahlreichen Vertretern ter Staats- und städtischen Behörden viele offizielle Vertreter des Auslandes erschienen, lo Präsident Dertrand. Paris; Pros. Dr. Euler. Stockholm; Direktor ® all, Paris: Präsident Garcia. Madrid: Exz. Osaka. Kioto (Japan): Präsident Reefe, Millmgton; Veibel Stig. Kopenhagen; Präsident Thope, London; weiter sah man Geheimrat Pros. Dr. Fritz Haber. Berlin; Dr. Geiß. München: Direktor Brandts. Darm- ftadt; Pros. Dr. v. Braun. Frankfurt a. M.; Pros. Dr. Drevermann. Frankfurt a. M; Geheimrat Dr. Duisverg. Qeperhifen; Prof. Dr. König, Karlsruhe: Direktor Dr. Krische. Berkin; Direktor Karl Merk, Darmstadt; Pros. Dr. Rosenberg, . Gießen; Direktor Dc.- Zng. h. c. Win th c r, Frankfurt a. M. und Generaldirektor R o u s s e l. Rach einer längeren Begrüßungsansprache von Prof.Dr. Ber l (Darmstadu sprach Staatspräsident Adelung, ter besonders die verbindenden Beziehungen, ter Wissenschaft auf internationaler Grundlage und die Bedeutung Liebigs und Wöhlers für das Hessenland hervoryob. Er pries Liebig als einen ter größten Wohltäter, dessen Ramen die Menschheit noch in den fernsten Tagen nennen werte. Rach dem Staatspräsidenten sprach Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g. ter die festliche Versammlung im Ramen der Stadt Darmstadt begrüßte. Der Rekror ter Technischen Hochschule Darmstadt, Pros. Dr. G. K a m m er begrüßte die Festversammlung im Ramen der Hochschule. Prof. Hofrat Dr. Schlenk (Berlin) im Ramen ter Deutschen Chemischen Gesellschaft, teS Vereins Deutscher Chemiker und der Bunsen- Gesellschaft. Der Präsident ter Chemical Society of London, Prof. Dr. E. T h o p e, verlas nach furaer deutscher Begrüßung eine englische Dank- und Huldigungsadresse. Dann gab ter Direktor ter Technischen Hochschule Darmstadt akademische Ehrungen bekannt: Geheimrat Dr.-Ing. Karl Bosch (Heitel- berg) und Geheimrat Dr.-Ing. Fritz Haber (Berlin) wurde die Würde eines Doktoringenieur ehrenhalber für ihre überragenden Verdienste auf technischen, und wissenschaftlichem Gebiet, besonders dem der Ammoniaksynthese. verliehen; dem Oberbürgermeister von Darmstadt, Dr. G l ä s s i n g und Bürgermeister Buxbaum (Darmstadt) wurde die Würde eines Ehrensenators der Technischen Hochschule Darmstadt verliehen. Anschließend hielt Geheimrat Pros. Dr. Fritz Haber ten Festvortrag über Liebig und Ge- betmrat Prof. 21. Wohl (Dmrzig) über Wöhler. Damit war der Festakt beendet. Die Teilnehmer begaben sich dann zum L i e - biggeburtshaus, wo Bürgermeister Buxbaum nach feierlicher Rete den Schlüssel des Hauses an Geheimrat Dr. A. v. Weinberg, ten Vorsitzenden der Liebighaus-Stiftung, übergab. Herr v. Weinberg ließ noch einmal an Hand zahlreicher persönlicher Erinnerungen und von Zitaten aus Liebigs Schriften ein Lebensbild deS großen Forschers erstehen. Dann folgte eine Besichtigung des Hauses. das war gerade so in die Mode gekommen — aber geschickt habe ich sie ihm nicht. Dazu fehlte der Mut. Ein Seufzer. „Und nun sehe ich ihn wieder, abgerissen und verlebt —* „Hing dein Herz denn noch immer an ihm?" „Ach bewahre. Er hat manchen Nachfolger gehabt. Im Krieg, in den Lazaretten — und nachher — aber das war ja auch alles nur so von weitem. Ich habe doch auch nach der Revolulion teinen Schritt ausgehen dürfen ohne den Stephan hinter mir. Und wer kam denn noch zur Tante, bitte ich dich! Die alten Gräfinnen und Exzellenzen — und wenn man ein Kompliment hören wollte, mußte schon der Mierendorf es sagen. Und dann war es grab fo gichtisch wie er selber." Giulietta sah in die Tür. „Der Herr Baron läßt fragen, ob die Damen schon zu sprechen sind." Sergei Wladimirowitsch kam in blendender Laune. Einen schnellen fragenden Blick seiner Frau erwiderte er mit einem siegerhaften Lächeln. Seiner jungen Schwägerin küßte er die Hand, setzte sich neben sie und ließ sich von ihr ein Brötchen richten. „Sie haben uns Glück gebracht, Maria. Gestern abend sind glänzende Geschäfte zustande gekommen. Und wenn Sie wollen, dürfen Sie nach dem Frühstück mit Elena ausgehen und die Läden der schönen Venezia auf ihre Leistungen prüfen. Er legte einen Umschlag vor seine Frau hin. „Es ist mir ^einc Freude, den beiten Damen einige fröhliche Tage gewahren zu können." „Ach, Sergei, wenn wir hier heraus könnten! Es sollen Dillen am Meer zu haben fein, auf den Inseln, am Lido —" Sie brach ab, Sergeis Gesicht war schon wieder sehr kalt geworden. „Wenn wir es uns einmal leisten können, meint Liebe — Du weißt, daß es zurzeit nicht der Fall ist. Meine Geschäfte binden mich an dieses Haus. Und nun will ich mich den Damen empfehlen — Auf Widersehen beim Diner." Als Sergei das Zimmer verließ, folgten Marias Blicke ihm unwillkürlich zur Tür, und wie die aufging, Iah sie für eine Sekunde Giulietta dahinter, als hätte sie wartend gestanden. Dann kam ein Kichern, sofort erstickt — sie hatte es dennoch begriffen. Ahnte (Elena das? Aber Elena hatte_ den Umschlag geöffnet und wählte die blauen Scheine. .Lamm. mein Liebling. Sergei hat recht, wir wollen uns ein paar Oberheffen. Landkreis Gießen. OWcitcrshain,7. Juli. Heute fand hier eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Junglehrer des Bezirks Grünberg statt, zu der auch eine große Zahl älterer Kollegen erschienen war. Nach einer Begrüßuna des Leiters der Arbeits- aemeinfchaft, Lehrer Bocher (Grunberg), zeigte Herr Seipp von hier in seiner Klasse in vorbildlicher Weise, inwieweit der Grundsatz der Selbst- tätigfeit und Selbständigkeit im Sinne der neuen Arbeitsschulidee in der Grundschule durchgeführt werden kann. An die drei Lehrproben schloß sich eine rege, lehrreiche Aussprache an. < ©rüningen, 8. Juli. Nächsten Sonnlag findet hier in Verbindung mit der Feier des 7 5 • jährigen Bestehens des Gesangvereins der Adam Ißheimschen Stiftung das Wertungsfin- gen des Hausberg-Wettertal-Sängcr- b u n b e 5 statt. An dem Wertungssingen werden sich die elf in dem Bund vereinigten Vereine beteiligen. < Eberstadt, 8.Juli. Der Verein ehemaliger Land w i rtschastsschüler Lich beabsichtigt, am nächsten Samstag und Sonntag bie seit langer Zeit geplante Rheintour durchzu- führen. Beabsichtigt ist, neben der Dampferfahrt von Aßmannshausen bis Koblenz ein Besuch von Mainz, Wiesbaden, des Niederwalddenkmals und einiger Rheinburgen. Man rechnet mit einer regen Beteiligung der Mitglieder und deren Angehörigen. Kreis Friedberg. Z. Bad-Rauheim, 8 Juli. 3m musikalischen Leben dieser Saison, das bis jetzt wiederholt durch glanzvolle Veranstaltungen ausgezeichnet war, ist ein ganz besonderes Ereignis ter Lieder- und Arienabend gewesen, den gestern abend Heinrich SchlusnuS gab, ter berühmte Baritonist ter Berliner Staatsoper. Der Erfolg deS Konzerts war schon äußerlich durch die Tatsache gegeben, daß das große Konzerthaus schon lange vor Beginn ter Veranstaltung ausverkauft war. Der gefeierte Künstler brachte Lieder von Schubert. Beethoven. Mozart und Hugo Wolf in vollendeter gesanglicher Wiedergabe. Das beifallsfreudige Publikum erzwang sich mehrere Zugaben. Hervorzubeben ist die feinsinnige Begleitung durch den Pianisten Franz Rupp (Berlin). Das Konzert war auch von Gießener Musikfreunden gut besucht. Rheinhessen. LPD. Mainz, 7. Juli. Die Stadt Mainz ist im Begriff, eine neue große Sportanlage an der Binger Straße zu errichten. Das Gelände umfaßt einen Raum von etwa 40 000 Quadratmeter; es" sollen auf ihm Dahnen und Plätze für alle Sportarten angelegt werten. Der CrstehungspreiS beläuft sich aus etwa 250 000 Mart. Preußen. G^weres Explosionsunglück bei Kassel. 6 Todesopfer. Lpd. Kassel, 8 . 3uli. Am Samstagvormittag ereignete sich in tem Orte Altmorschen bei Kassel ein furchtbares ExplosionSunalück, dem. wie erst jetzt bekannt geworden ist, sechs Menschenleben zu m Opf er gefallen sind. In den Gipswerken K. Georgi explodierte aus bisher noch unerklärlicher Ursache ter Dampfkessel tes Werkes, wobei ter Kesselwärter Groh durch die Stichflammen sofort getötet wurde, während fünf andere Arbeiter schwere Verbvennungen und Vergiftungen durch Kohlen- oxvdgase erlitten. Die fünf Verunglückten warten in das Melsunger Städtische Krankenhaus übergeftihrt. doch war jede ärztliche Hilfe ver- gebens. Zwei ter Verunglückten starben bereits iurz nach ter Einlieferung, während bie übrigen drei am Sonntagvormittag ihren Verletzungen erlagen. Der in dein Werk angerichtete Materialschaden ist ziemlich beträchtlich. Kreis Wetzlar. —(5— Lützellinden, 7.Juli. Die diesjährige Heugrasversteigerung unserer Gemeinde war im Gegensatz zu sonstigen Jahren sehr stark besucht. Für Wiesen von durchschnittlich 1500 Quadratmeter wurden 10 bis 20 Mark geboten, was im Hinblick auf den geringen Grasbestand und die starke fröhliche Tage machen. Wer weiß, was morgen ist. Ach, wenn man wenigstens feine eigene Gondel halten konnte, aber fo — immer in diesen Mietsgondeln — nicht einmal sicher ist man, daß man nicht Ungeziefer aufliest." Die Schwester zärtlich umarmend, flüsterte sie: „Es scheint wirklich, du hast uns wieder Glück mitgebracht. So heiter war Sergei lange nicht." Wie ein beschenktes Kind stand Elena zwei Tage später vor der Schwester. „dr hat uns eine Villa an der See gemietet. Auf den Inseln! 0 Maria, mit einem Garten voll '.Hofen und Flieder Und einem Badehäuschen. Und einer Gondel und Gondelier und — 'Sd), wie man bescheiden geworden ist? Dor zehn Jahren wäre ich da nicht hineingezogen, und nun freut man sich so unbeschreiblich. Einmal heraus^ aus diesem modrigen Kasten. Reine Luft! Und See! Und Blumen! Und du und ich den ganzen Tag dort zusammen. Und nicht seine gräßlichen Geschäftsfreunde." „Wenn ich nur wüßte, was du mit denen zu tun hast, Elena!" Denk, nicht dran. — Nun haben mir Ruhe. Nun fahren wir dahinaus. Giulietta packt schon. Einen Monat dürfen wir da draußen sein, einen ganzen Monat. Und bis dahin — Maria, freust du dich mit mir?" . „3a, ja. Ich kann es nur nicht so zeigen wie du. Elena tanzte durch die Stuben. Ihre zierlichen Füße schwebten über die dünnen Teppiche, in jeder Bewegung lag ihr Jubel. Das Blondhaar schien goldener als an anderen Tagen, die feinen Züge wie von innen durchwärmt und verklärt. Wie mußte sie gelitten Haven unter diesem Haus! — Drei Stunden später waren sic draußen. Und die Tage waren voll Sonne und Rosen. Die blauen Wogen der Adria fpielten um die Marmorstufen, auf denen sie nieterstiegen in die Flut. Sie lagen auf den lenz warmen Wassern und tauchten und jagten sich wie Kinder. Los- gelassen von den dunklen Lebensgewalten, wieder jung und froh, wie fit gewesen waren, ehe ter große Welteubrand auch ihr Schicksal in sein Chaos mitgeriffen hatte. (Fortsetzung folgt) jetfauj ift r o rn -ntrf|tir <> Slö.l fr#« '5 In. «pO! 5 d) a träte' ffltrtf1 -nmb ■Joi Slabi 0' u: miete intolg und V In Dai) Hal legen. Sin Hol! Holste freu überit vk ft 2® iJU Di 2, Aeie filier । J* Serfoumir.fl der Diesen al? sehr doch zu bezeichnen ift. — (Aftern wurde hier die o i 11 ft e Einwohnerin unirrer Gemeinde, die Ehefrau Marie Krombach geb Schäfer zu Grabe getragen. Die Verstorbene hatte ein Alter von 76 Jahren erreicht. <> Obcttlecn. 8. 3wB. Die Firma ®Iä|ner. Küchel P- Ur. zu Butzbach hat btt! in her hiesigen ®emorfung gelegenen, von btt Semcinbe Oberkleen gepachteten Äoll« fteinbruch Infolge Abfatzmangels stillfieTcgf Durch Ne Stillegung find 30 'Arbeiter mit bcr hiesigen und her benachbarten Gemeinde üi'jrÄgont arbeitslos geworben Mrcis Marburg. ÄLR. Marburg, R. 3ufi. In der Grohgaroge ch e r r m a n n in der Äoffeler Strafte entstand oergangene Nacht ein Brand, burd) den vier Autos vernichtet wurden. Der Feuerwehr gelang es. ein Umsichgreifen des Feuers zu verhindern Freitag wledercholeis und bcr Achilles-Elul» in 43 2 Sekunden mit zwei VcrdS Bodprung auf den zweiten Platz verweilen Dritter wurde bcr Surret) A. E. Süddeutscher Handballpskal. In dem Entscheidungsspiel tim den Süddeurlchen chandballookal. bas am gestrigen Sonntag in Frank furt a M. M.schon dem 4. S. D. München und D. f. R Mannheim ausgetragen wurde, siegte M ü n-ch e n 4:2. Deutsche Dasserball-Meisterschaft. Im ersten Vorfchluftspiel um die deuljche Wasser- bollmeistcrfchast begegneten sich am gestrigen Sonntag in Halle der süddeutsche WalserbaUmeister Bayern 07 Nürnberg und der H a l l i f ch e Schwimmverein 0 2. Mir 11:5 (5:4) siegten die technisch und förperlid) überlegenen Ban em über bic Hallenser, bei denen einige »pieler fast gänzlich versagten. Neuer Weltrekord im Weitsprung. Bei den endgültigen amerikanischen Olympia- auefdjeihungen im Eambridge-Harvarh-Stadion stellte Eh. Hamm (Georgia) beim ersten Versuch mit 7.90 Meier einen neuen Weltrekord im Weitsprung auf. Die alte Welthöchstleistung deS Negers Hubbard wurde damit um einen Zentimeter übertroffen. Tumen, Sport und Spiel. Vorrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft. 3n Hamburg schlug gestern der Hamburger Sportverein den westdeutschen Vertreter Schalle 04 mit 4 2 (2.0). Dor der Halbzeit waren hie Hamburger glatt überlegen jedoch liehen sie in der zweiten Hälfte deS Spieles merklich nach. _ ,. ... lenn iS -Borussia Berlin siegte in Aamborn über Preuftcn. Krefeld, mit 3.1. Dor 35 000 Zuschauern lieferten sich im Kölner Stadion der westdeutsche Weister Köln-Sülz 0 7 und Eintracht. Frankfurt ein sehr interessante« Spiel. Die Frankfurter tonnten sich infolge hcoorzugten Sinzelfpiel« nicht durchsetzen und unterlagen mit 3:1 (2:1). 3n Halle schlug der süddeutsche Weister B a »ern. München. mit 3: 0 (2:0) W a cke r. Halle Die Süddeutschen waren ständig überlegen _ Ein recht mattes Spiel lieferten sich in Stettin Holstein. Kiel, und Dreuften, Stettin. Holstein fiegte mit 4:1 (3:1). Hertha. B S. G schlug in Berlin auf dem S.E. E.-Platz die Breslauer Sportfreunde 7:0 (3:0). Hertha war vollkommen Dritter wurde 8 o t h a m • England Wit größter Spannung wurden Die über 100 Vards führenden Zwischenläufe erwartet, in denen der Engländer London in 9.9 Seiunden über Körnig siegreich blieb Wichmanii schlug den Holländer van den Berghe in 9.9 und Rangelet) wurde von Legg in 10 Sekunden abgefertigt. Der Endlauf endete mit einer Niederlage Körnig«. Der 0üöafrilancr Legg konnte den Deutschen allerdings nur Inapp in 9.9 Sekunden schlagen. 3m Sndlaus über 220 VardS siegte Wichmann in 21.7 mit einem Qfarh Dorsprung vor Körnig und Nangeleh. Die Diererstassel der Frankfurter Eintracht konnte in der 4x110 Bards-Staffel ihren Sieg Der Sternhimmel im Juli. Sonnenaufgang von 3,45 biS 4.20 Uhr. Sonnenuntergang von 20,25 bis 19.50 Uhr Licht gestalten des Mondes: Vollmond am 3. um 4 Uhr: 3. Diertcl am 10. um 13 Uhr: 1. Viertel am 24. um 16 Uhr Trotzt em es an den Sommerabenden während der Zeit, in der wir den Fiffsternhimmel be- falls auS dem Arabischen stammt und etwa .fallender Adler" bedeutet. Warum die Araber den helleren her beiden Sterne mit dein fallenden und den weniger Hellen mit dem fliegenden Adler verglichen haben, ist schwer zu lagen. Auch daß ein so ungemein auffallender Stern tme die Wega, einer der hellsten des Himmels. überlegen. 3n München siegte nach Spielverlängerung B) acker. München, gegen den Dresdener Sport-Elub mit 1: 0. Sie deutschen Rudermeisterschüfien begannen am Samstag auf dem Nordhofenlanal bet Hannover. 3m Sichler und Vierer ohne Steuermann konnten bereits die Zwischenläufe aabgetragen werden. 3m Achter siegte ,Bran- de n b u r g i a" - Be r lin in 6.15.4 vor der Mainzer Nenngemeinschaft mit 6.17.4 im ersten Laus. Den zweiten Lauf brachte die Mannheimer Amtcitia in 6.19.6 vor der Nenngemeinschast Köln in 6.24 an sich. 3m Vierer ohne Steuermann schlug Hellas- Berlin in 6.52.6 den Dresdener Ruder- herein mit 6.56.8. Den zweiten Laus suhr iXT Wassersportverein Düsfeldors. der im Vor- lauf den Deutschen Ntiderverein Zürich geschlagen hatte, im Alleingang. Die Vor laufe im Einer wurden von Ludwigshafen (QL v. Hoven) und Frankfurt 65 (Waller Zlinsch) gewonnen. Unter riesiger Anteilnahme der Waffersport- anhängcr kamen am Sonntag die Deutschen Niidermeisterschaften zur Entscheidung. Die zwei Kilometer lange Strecke war von Zuschauern dicht besetzt, die mit größtem 3ntcrcffc den spannenden Kämpfen folgten. Die größte Heber# ralchung war die Niederlage des mehrfachen Meisters Wikina Linz (Donau) durch Hellas Berlin. Die Ergebnisse: Zweier ohne Steuermann. 1. Hellas Berlin 7:20,4. Einer. 1. Frankfurter N. V. 1865 (W. Flinsch) 7:38,4. Vierer mit Steuermann. 1. Berliner Nuderclub „Sturmvogel" 7:03,8. Achter. 1. Mannheimer N. D. ..Amicitia" 6: 20,4. 2. Berliner N. E. ..Branden- burgia" 6:26,8. Doppel-Zweier ohne Steuermann. 1. Hellas Berlin 7:02. Vierer ohne Steuermann. 1. Hellas Berlin 6: 47,8. SnglischeLelchtathletikmeifierschasten Am Freitag begannen in Stamford Bridge die internationalen englischen Leichtathletikmeisterschaften, zu denen Frankreich, Südafrika, Australien. Schweden, Ungarn, und Haiti gemeldet haben und zu denen auch Deutschland im Hinblick auf die Olympischen Spiele diesmal eine besonders starke Expedition entsandt hat. Leider fehlt unter den Deutschen her Allensteiner Reichswehrunteroffizier Hirsch- feld. der als Weltreiordmann im Kugelstoßen gute Ehancen gehabt hätte. Alle deutschen Teil- nefcmet tonten am ersten Tage der englischen Meisterschaften erfolgreich, bis aus Dr. Peltzer. der über eine Meile nur den sechsten Platz belegen konnte. 3n der Meisterschaft über 220 Dards konnten sich die drei deutschen Sprinter Körnig, Houben und Dr Wichmann für bic Entscheidungslämpse qualifizieren. Körnig hef mit 21.5 Sek. die beste Zeit heraus. 3n dem Rennen über eine Hbe Weile (880 Bards) crziolle der Berliner Engelhhardt einen klaren Sieg in 2:01,6. so daß auch dieser deutsche Teilnehmer für die Entscheidung in Frage kommt. Der Marathoittauf wurde eine suhere Beute von Payne, Woodford, bet in englischer Rekordzeit von 2:34,34 siegreich blieb. Das Rennen über 2 Meilen Holle sich Pope, Woodford, in 4:04,8. Der deutsche Weitsvrungmeister Dobermann qualifizierte sich mit einem Sprung von 7,16 Meter ebenfalls für den Endlampf. Sehr erfreulich ist das Abschneiden der deutschen Sprinterstaffel, der Frankfurter Eintracht, über 4X110 Bords, die den Achilles- Club überlegen schlug und mit 42,4 Sek. hie i’cfte Zell des Dorlaufs erreichte. Die Staffel lief in der Zusammensetzung (? ec Hing, Dr. W ichmann. Eldracher und Salz. 3m Gegensatz zum Freitag herrschte am Samstag, dem zweiten Tage der Englischen Lcichtathletllmeisterschaften prachtvolles Wetter, fo daß die Leistungen weniger beeinträchtigt wurden als am Freitag. Die erste Entscheidung llel im Speerwerfen. Hier erzielle der Neu- Seeländer 6 2a h 67.89 Meter und kam damit dem Weltrelord nahe. 3m Diskuswerfen fonnlc Paulus (kV chlor) mit 44,80 Meter einen neuen englischen Rekord aufstellen. Zweiter wurde der Franzose Noel mit 41,53 Stari um stellten war die Zehnkampf- ^^stErschasi. in der der Südafrikaner Hart mit 6769.825 Punkten den Sieg errang. 3n den pausen über eine halbe Welle muhte der Der« LlnCr^r^n 6clHardt eine Niederlage durch den engllscheit Weister Lowe, der in 1:56,6 Winu- ten mit 2 Bards Vorsprung siegte, hinnehmen. ’VMW/t, STfMB/LßtR 6/tO/M BUCH-, /TABEN / Z /ferne: Xfeme Buch- \ sieben ^T-fars ^^j/atune ■?*jL/onne^ YM. Werf ei @ Vef/mond d J Vierte t Der d>e 9V Stundcnrnklm von Mitternacht bis Mitternacht einet Taget enthaltende Kreit und die dich punktierte Linie, der sogenannte Horizont, find feet- etehend ru dcni.cn Der Sternhimmel dreht eich samt dem auf Mitternacht geigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger dar Himmelruhr — m 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne det gelogenen Pfeile einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die ru der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatemitte sicht- hären Sterne. Untere Karte zeigt also den Zuetand um Mitternacht dar Monatemitte Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man eich den Sternhimmel tarnt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieeer auf die Beobachtung! stunde zeigt. dadurch werden die au'dieser Zeit sichtbaren Sterna in den nickt mitau dreh enden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmiete ist der gerade Pfeil V3 Stunde früher, für jo 5 Tage nach der Monatsmitte '/3 Stunde später au stellen. Man vergleiche die nächate Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht- gestalt zeigt. obachken. kaum ganz dunkel wird, erfreuen unS doch die Hellen Sommersternbilder. Von den beiden Hellen ©omrnerfternen Qlrctur und Wega geht die Vorherrschaft immer mehr an die Wega über, denn sie bleibt noch hoch im Süden stehen, während der Qlrctur sich schon nach Westen abientt. Ganz in der Nähe der Wega steht noch das schöne Kreuzsternbild des Schwans, daL sich vom Hauptstern Deneb. an hem man sich die Schwanzfedern des Schwanes dachte, bis zum Albirev hin erstreckt. Aus der anderen Seite des Schwans wie Wega, befindet sich daS Sternbild des Adlers, dessen Hauptstern den Nomen Atair trägt, d. h. „fliegender Adler" im Gegensatz zur Wega, deren Name gleich- feinen Namen aus dem klassischen QHtertum herüber gerettet hat. und erst von den Arabern der Namenlosigkeit entrissen wurde, ist mert- würdig. Von Wandelsternen ist leidlich gut nur der Saturn zu sehen, der sich freilich langsam dem tiefsten Teile des Tierkreises nähert, und also auch keinen hohen Stand erreicht. Er steht llnks vom Sternbild des Storpions. Der 3upiter und der Mars treten erst um Mitternacht, gegen Ende des Monats etwa 1 Stunde früher auf. Am 3. ist der Abstand der beiden am geringsten. Gr beträgt dann weniger als eine Vollmond- breite. Küstermann. Buntes Allerlei. Napoleons Totenmaske. Die Wiederentdeckung des ersten Original- abgusseS der Totenmaske Napoleons in dem kleinen holsteinischen Städtchen Preetz hat bei allen Freunden des großen Korsen Aufmerksamkeit erregt, und man ist gespannt darauf, zu hören, wie ein solch geschichtliches Dokument allerersten Ranges gerade in einen abgelegenen Winkel Deutschlands verschlagen werden konnte. Die interessante Geschichte der Totenmaske erzählt Helmuch Duve nun in Reclams Unitxrrfum. Rapolevns Arzt Dr. Antommarchi hat. wie durch seine Aufzeichnungen bezeugt ist. 24 Stunden nach dem Derscheiden des Kallers von fernem Kopf zwei Abgüsse genommen. Der eine von diesen Abgüssen zerbrach und wurde dann wieder zusammengesetzt. Er stellt dasjenige Exemplar dar, das Antommarchi der Mutter Napoleons schenkte und das sich heute im Besitze Victor Napoleons in Brüssel befindet Der erste Ori- ginalabgub aber befand sich lange Zeit im Besitz der Altenburgischen Famllie Baumbach und galt dort seltsamerweise für eine Totenmaske Schillers. Es ist das ursprüngliche Besitztum Dr. Antommarchis. von dem dieser in seinen Memoiren vielfach spricht. Als er in London 1822 im Haufe des Marschalls Bertram weilte, machte der andere Arzt Napoleons. Dr. Burton, Anspruch auf diesen Originalabguh. Antommarchi konnte zwar nachweifen, dah et der rechtmäßige Eigentümer fei. ging aber dann mit der Totenmaske nach Paris und nahm sie auch mit als er 1831 nach Polen reifte, um dort an der Revolution teil zu nehmen. 3n Deutschland blieb er bei einer befreundeten Famllie, dem Superintendenten Heinrich in Eilenburg, bei dem sich Napoleon kur?, vor der Schlacht bei Leipzig einen Tag aufgehallen hatte. Diesem gab er die Totenmaske in Verwahrung, und da er sie merkwürdigerweise nicht mehr zurückfor- derte, so blieb sie mehrere Jahrzehnte im Besitz der Tochter des Superintendenten, der Frau 3ulie Baumbach. Aus ihrer Hand ging die wertvolle Reliquie 1857 als Heiratsgut an ihre Schwiegertochter. Frau Oberst Bmnnbach in Altenburg über, und gelangte dann 1905 auf dem Ero- schaftswege an die heutige Besitzerin in Preetz. Die Herkunft des Abgusses ist alfo ziemlich lückenlos nachgewiesen. Die Echtheit wird aber vor allem durch den Siegelabdruck und den Namen Antommarchis am Halsausguß erwiesen, die sich auch an dem Desihstück des Prinzen Victor Napoleon befinden. Diese Gchtheits- zeichen zeigt keiner der zahlreichen Nachgüsse, die sich an verschiÄtenen Plätzen der Welt befinden und auS einer zweiten Form flammen, die Antommarchi über einen der beiden Original- abgüffe modellierte. Daß der Abguß so lange für eine Schillermaske gehalten wurde, erklärt sich aus einer gewissen Aehnlichkeit der Züge, vor allem aber wohl daher, daß man die kostbare Totenmaske des Kaisers vor Nachstellungen schützen wollte. Die Verehrer des großen Mannes haben sich natürlich stets um diese einzigartige Reliquie bemüht, und man bot Antommarchi 6000 Pfund Sterling, wenn er sie verkaufen wollte. Antommarchi lelbst starb 1847 nach einem bewegten Leben auf Kuba und hat dieses kostbare Besitztum, das ihm so teuer war, nie wieder gesehen. Die Reichrdruckerei druckt schneller als die Chinesen. Die Reichsdruckerei, also daS 3nftitut. das unsere deutschen Banknoten herstellt, beschäftigt sich auch mit dem Schneiden fremdländischer vor allem ostasiatischer und arabischer Schriftzmchen und druckt auch selbst, was wenig bekannt sein dürste, umfangreiche Werke in den Sprachen deS Orients. Bei der Herstellung dieser Schriften ist man sogar schon so weit getommen. schneller clls die Chinesen in China frfber zu fein. Sv werden z.B. beim Auftauchen neuer, meist technischer Begriffe — etwa Rccketenautv. Blld- funktelegraphie — vom sinologischen Seminar der Mniterfität und anderen Fachwi f f enf chas tlem entsprechend den Gesetzen her chinesischen Sprache chinesische Dortbilder für die betreffenden Begriffe ausgearbeitet und gezeichnet, die dann von der Reichsdruckerei in Typen geschnitten nach Ostasien gehen, oftmals bevor die Chinesen selber entsprechende Zeichen in ihrer Schriftsprache hergestellt Habern Lieberhaupt ist die Herstellung fremdsprachiger, namentlich orientalischer Druckwerke ein ausgedehntes und wissenschaftliches bedeutungsvolles Arbeitsgebiet der Reichsdruckerei. Es gibt für diesen Zweck eine besondere, sogenannte akademische Setzerei, die sogar über Zeichen der Keilschrift, der Hierv- | glhbbcn. M Köpfchen uitfr M SanKri! Nr» fügt. 3a. im Zusammenhang mit der berühmten Turfan-Erpedition Prof von Le So q 6 find Schriften in Manichäifch geschnitten worden Daneben werden aber auch in letzter 3eit in steigendem Maße die l ersch.ebenen Sprachen des fernen üftene gesetzt, die zu Werbedrucksachen für 3n- dustrie und Handel Verwendung finden. 3n der akademUchen Setzere tfi ein chinesisch-deutsches Wörterbuch bergefidlt worden, während unter BclcillguNt! bekannter Belehrter eine ganze Schnflenre.be unter dem Titel .Alphaste und Schrll Zeichen des Morgen- und Abendlandes" herau»gebrächt wurde 3n dieser 'Abteilung. die Ich auch noch mit anderen 2üifgalxm beschäftigt, find rund 40) Hand- und 10ö Mafchinenfetzer angestellt. So durfte die Reichsdruckerei wohl die größte Druckerei für orientalilche Sprachen in Deutschland sein. Die Vlattlaus ate honigsabrikant. Der Mensch hat gegen die Blatttaus ein Vorurteil, das manche Insekten nicht teilen, da hc den süßen Saft, den die Läufe ausfcheiden. außerordentlich lieben. ES gibt sogar Ameifenarten. die sich in besonderen Gehegen Blattläuse al» Haustiere halten, um sie stets .melken" zu können. Daß die Blattlaus aber auch an der Honigbereitung einen überaus wichtigen Anteil bat. ift eine neue Entdeckung, hie manchen vielleicht unberechttgterweise daS S>onige1fen verleiden könnte. Wie Hermann R a d e st o ck m der .Umschau" ausführt, hat man erst in neuester Zeit die Rolle festgestellt, die der von den Blattläusen auSgefchiedene .Honigtau" der Lärchenbäume für Die Bienen mancher Gegenden besitzt. 3n den südösterreichischen Ollpenländern ist die ganze Imkerei von diesen Ausscheidungen der Blattläuse abhängig. Daß diese Insekten gerade auf den Lärchenbäumen den heften und reichlichsten Honigtau ablegen, ist daraus zu erklären, daß die europäische Lärche Standorte bevorzugt, die ihr einen uneingeschränkten Lichtgenuß gestatten und dah dieser Baum al» das einzige Nadelholz, das im Herbst seine Nadeln abwtrft. die Blattknospen den Sonnenstrahlen besonders stark aussetzt. Der Zuckervorrat in den Knospen mehrt sich also überaus rasch, und die Blattläuse beginnen pünktlich um die Zeit der Reise, um den 20. Juli, ihre Ernte. Der von den Tieren aufgefogene und als Honigtau ausgeschiedene Saft enthält nach genauen Unter» suchungen neben 7.2 Prozent Wasser emeTrocken- maffc von 92,8 Prozent, die an Invertzucker 12,9, an Rohrzucker 43,5. an einer dem Lärchenfast eigentümlichen Zuckerart, der Welezitose. 6,1. an Eiweiß 2.6 und an Dextrin 27,8 Prozent aufweist. Dieses Erzeugnis der Blattlaus wird dann im Leibe der Biene weiter umgewandelt, und der fertige Honig zeigt bei einer Trockenmasse von 86,4 Prozent an Invertzucker 38,2, an Rohrzucker 11 und an Dextrin 10,5 Prozent, wahrend Eiweiß und Welezitose unverändert bleiben. Daraus ergibt sich, daß die Blattlaus bei der Fabrikatton des Honigs die Hauptarbeit leistet. Dieser Zusammenhang war früher völlig unbekannt und ist erst jetzt durch die Beobachtung der besonderen Blattlausart erkannt worden, die auf den Lärchen deS oberen Wur- taleS haust und sich von anderen BlattlauS- arten wesentlich unterscheidet. Diese honigsabri- zierende Blattlaus, die den Namen Lachnus muravensis erhalten hat. besitzt eine Länge von 3,6 bis 4 und eine Breite von 2,2 biS 2,5 Millimeter. Sie vermehrt sich bÄ trockenem Wetter ungeheuer rasch, da sie lebendig und völlig faugfräftig Aur Welt kommt, in 10 bis 12 Tagen erwachsen ist und jedes Tier etwa 40 Junge gebiert. Die Blattlaus hat nur wenige Feinde, unter denen der wichtigste der Blattlauslöwe. die Larve der gemeinen Flors liege, ist. Die Bienen, die nur flüssigen Saft gebrauchen können, warten ab, bis der Saft von den Käufen auS- geschieden wird und ftonen dann, oft zwei oder drei zu gleicher Zeit, auf dieselbe Honigguelle. Das sog. Manna, der kristallisierte Saft, der die Lärchenbäume bedeckt und früher für eine Ausscheidung des Baumes selbst galt, während er ieht als Produkt der LauS erkannt ist. hat bisher keine prakttsche Verwendung gesunden, da seine Ernte auf den hohen Bäumen zu schwierig und nicht lohneird ist. Wir genießen also diese Süßigkeit der Blattlaus nur in der Weiterverarbeitung, die sie durch die Dienen zum Honig erfährt. Rundfunkprogramm bei Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschou".) Donnerstag, 12. 3u(i. 13.30 bis 14,30: Von Staffel: MittagSkonzert. 15,30 bis 16: Die Stunde her Jugend 16.30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters. 17,45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18,30 biS 19: Von Kassell „3um 60. Geburtstag Stefan GeorgeS". Vortrag von Schrll tfteller Will Scheller. 19 bis 19,30: »Die rnhuftriellc Verwertung der Kartoffel", Vortrag von Dr. Fritz Seidler. 20: Vom großen Saal des WiesbadeTrer Kurhauses: ©inftmie-Konzert. Anschließend: Anläßlich seines 60 Geburtstages: Dichtungen von Stefan George. Freitag, 13. 3eU. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert. 15,30 bis 16: Die Stunde der 3ugent>. 16,30 bis 17,45: Haus- srauennachmittag. 17.45 biS 18,05: Die Lese- stunde. 18,30 bis 18,45: Don Kassel: Sttmde Haus und Garten .Deutsches Obst". Vortrag von ©arteningenieur Karl Hinze. 18,45 bis 19.15: Stunde des Südwestbeutschen Radio-Elubs 19,15 bis 19,45 .Der Sinn heutiger Musikfeste". Vortrag von Dr. Paul Stefan. 19,45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik 20,05 bis 20,15; Film^Wochenscyau. 20,15: Der Zigarettenkasten. Drama von Jahn Galswvrthh. Anschließend: Preisausschreiben für die Rundfunkhörer: Was höre ich? (Bestimmung im Rundfunk wahrgenommeTrer Laute. Tone und Geräusche-. Samstag, 14. 3elk 13 bis 14 Schallplatten-Kon-ert. 0,30 dis 16: Die Stunde der 3ugenb. 1630 biS 17.45: Konzerr des Rundfunkorchesters: Schubert mit äufr 87.25 — «7.5 - los.-Rechten......... 51.25 _ 51,4 51.4 TeJfll. ohne au»U>I -Rcchie . . 7% Arants. Hyp. St. «oldps. tut- 17.9 — 17,8 18 kündbar bt» 1932....... 90,75 _ Ci% Rheinische Hyp.-Bmit Liqu ®olbp|............ 75,3 A.C.e.abfl. 9orftlcfl««übligatwn.. rückzahlbar 1932 ...... _ - - 4% Lchwetz. Bunbctb.-flnL. . #% Oesterretchische voidcke.. . . — — 80.4 4,?0% Oesterr. iStTbcrrtt. . . 1.25 — 3.4 4% Oesterreich. einheiU. Rtc. . . — — _ 4% Ungarische Wolbrtc...... 26 26,1 4% Ungarische Staatii. d. 1910 . «yf% belfll. t>on 1913..... — _ 26,5 4% Ungarische Aroncnrie..... _ 1.8 4% lütt. ßoUantcUic ö. 1911 . . 4% Tückische Bagdadbahn-Avl., Serie I.... . .... 4% bergt. Serie 11 . ..... 11,18 — 11 11,1 12,J — 11.13 11,13 Rumänen eonvcrt. üke. . . . _ 4 V, Rumänen Boldanl. von 1918 20,65 20,65 - -itig. Deuricheirisenbabn . . — 203,5 203 205 E.'ettr. Lieferungen..... 10 170.5 — 171.5 Licht und Krasl ...... 10 221 222 222 222 gelten & Guilleaume.... . 6 130,5 130 130 Äes. f. (Fleftr. Untern..... 10 260, «5 — 259.25 259 Hamb. Clettr. Werte .... 10 — — 159.5 159 Rhein (Mehr....... . n 153 249 152,5 253.65 echtes, eidtr........ 10 _ — Echuckert . ...... . 8 201,5 •'05,25 205.25 206 Eiemen? £ Halske..... 19 — 361 262 362,75 TranSradw ....... . 8 — 155,5 Lahmeyer 4 So....... 10 172 154.5 Buderus......... . 5 - 83 82,5 83.13 Deutsche Erdöl ...... . 6 140,13 HO HO 140,75 diener Eteintohle..... . 8 * 125,5 128 Gelsentirchener ... |. K 9. 4 13» — 138.9 138.75 Harvener......... . 6 1585 — 158,5 156.5 Hoesch Eisen........ . 8 — * 131,5 ylfe Bergbau ....... . 8 — — — Klöcknerwecke....... . 7 128.9 127.25 128 127 flöüvSReueiicn....... . 9 — — 131.13 132,5 Manne-mann ...... . 8 136 135,13 134.5 135,1 Manrselder........ Lberschles. Eilend. Bedarf . . . 7 114.5 113,5 . 6 — — 107 107.75 Oberschlei. KoUweckc . 6 _ — 111,75 112,5 Bhönlr Bergbau ... Rbeinisckte Broutckohieu . . b¥i 10 93,75 293 — 93,9 293,5 93.5 292.5 Rheinslabl . - f. Iatzr 4^ 158,5 152 153,25 151,65 «teuiiIiUtontan ...... 7,2 Bereinigte Stahiw. .... Olavi Minen . .... Kali 4il Änfanq Aura I Aura Aurs | Aura Datum: 6.7. 9.7. | 6.7. j 9. 7. PhiUpv Hohmann . . . ... 7 148.5 । Heidelberger Cement . . . . 10 Cemcnt Äcilftabt . . . ... 8 173 Watch & Freitag .... . . 10 146,5 । - Echuliheij Ba-enhoser . . . 15 •* • 356,5 355 Ostwecke....... . . 12 — 316 316.5 ver Gian,ltosi .... . . 18 657 657 Bemberg....... Zeltsiois Woldhos . . . ZeNstofs tlltchafienvura . Übackottcnburgcr Waifer . . 14 — — 600 596 . . 12 . . 12 312.75 212 232.25 236 312.25 312 233.13 225 . . • 1 — 128 U9 ^rslauer Sa«..... ... 8 — - 205.75 205,5 Daimler Motoren . . . . . . 0 108,5 108.4 108,25 De trag ....... . . . 0 — 1 _ - 61.5 kldlerwecke Slever . . . . . . 6 109,25 108,5 109 I 109 Ludw. Loewe..... . . 10 ■1 24'1 . '43.. Nat. automobil .... . . . 0 — 85,75 86 Oreniiein & Sopvel . . . . . b — — 120.25 reonhard lieb .... .8 — . — 267..» 1 Bamag'M'guin . . . . . . 0 — — 23,75 ! Franks. Dlaschinen . . . chcktznrr....... . . . 6 76 76 । . . 11 135 Henliaenstaedt . . • . Uunghanr..... , Lechwecke..... . Mmntrnltwecke . . . . . . . 0 ... 4 •4.5 85 » • . . 8 113.25 - . . . 8 119 - — Miag...... . . . . 10 146 - 148 ,48,5 Nelarsulmer ..... . . . 8 03,75 61,75 72 - Peter» Union..... . . . 8 HO HO — liiebr. Roeder ..... Voigt ck H«ssner . . . . . 10 . . . ft 209 — Ebdd. Zucker..... ... 8 154,5 157,6 154,25 | - Bwwfnolm. Centn, 6. IuU <8eU> Brre- Slmerikarnlche Not» . . . . . 4.1M ?J84 Belgckche Nöten .... * a a < 56,58 58.82 Tänikchr Ästtn . . . a a . j 111.73 112,17 Tuglrsche Roten. . . . • • • > 1U.265 41.445 Berlin. 6 ^nfi -- MT" )rcm;öniche ytoien . . . . Hollältdische Noten ...... Italienische Noten...... Norwegische Noten ..... Deutsch Oeftrrr , 5 im Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ..... Svanilche Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . ... Devisenmarkt Berlin relegravb'lche 168,23 22,08 111,73 59,14 2,54 112,0« 80,59 12.865 72,77 —Franlfiru 2 nSz « hl ie.6j 188,91 23,14 113,17 59,3« 2,56 112,52 80,91 61.04 12.425 73,07 a. HL u n 0 6. Juli S. Juli Amtlich« Notierung Geld Brief Amtliche Notiernog Äeld Brief vm».«Rott Buen-Lllrek Bnl.-Snew ThrisUnnta Kovendagrii Stockholm - fcelfingfort. Ukalten. . . London - - . Nenn ort . . Pari-.... SLwei- . - Spanien . Japan . - ■ Wo de Fan. Sten In®.- C9,15 1,953 1,942 '•498 J.MHi 0.96 59,08 12,395 12,415 7.363 7 72.94 <3,03 ».02? 3,02« 18,«8 18,92 »1,50 81,66 2,145 2,149 5,405 5,415 4,171 4,179 4,266 4,274 •0.907 20,947 IM.67 1.76s 68,38 Hl,$7 112,02 112,17 10,524 21,395 20,382 1,184 16,41 60.62 69 07 1,934 0.498 »9.00 12,40.1 7.363 79,81 5,019 18,78 81,47 2,140 5,405 1,172 4,Ä1 80,906 168,95 1.772 58,50 H2.1v 112,24 112.39 10,544 22.095 20,422 4,192 16.45 80,78 69.21 1,938 0.500 59, U 12,429 7.873 UM 3.045 18,82 «1,63 2,144 1 6,415 1,180 4.269 30,946