Samstag, 9. Juni 1928 (78. Jahrgang Nr. 154 Erstes Blatt Drei Reden o b c 1 k o | a • ahltaktik geprobt, sondern eine r man auch in Suhrn* t rechnen und Bruhn«. ----- , . dowsky stellt feft, daß bk« nur möglich ift, wenn kein Abgeordneter Widerspruch erheb«. Aus der Rechten wird von einzelnen Abgeordneten zögernd Widerspruch erhoben. lendc Heiterkeit.) Zur Geschäftsordnung verlangt nunmehr Abgeordneter R a | per (ft.) sofortige Abstimmung über die Freilassung der im Gefängnis sitz.-nbcn ommunistischen Abgeordneten .. Alterspräsident Gras v. Sonntags ewb ^wrlog«. Betlet««: Dieheucr F^mtKenblättei Heimat im Dlld Di» Scholle Monal5-Vez»gspret>. 2 Reichsmark -nd 20 Rrichspfennig ftr Träger, lohn, auch bet Vichter» scheinen etnzelnerRuinmern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 11, M nnd 112 Anschrift fix vrahtnach- richten lff)etger Oiehe». po^checkkouto: Frankfurt am Blain 11686. Seiebme wi lijeiaca für die Tag«»nnmmer bi» zum Rachmivog vorher. Preis fwi l ee höhe ftr Anzeigen von 27 mm Breite SrUich 8, auswärts 10 -leichspfennig- ftr Rolllameanzeigen von 70 mm Breite 35 'Betditpfcnnig, IPiahvorschrift 20 * . mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange, verantwortlich für Tolmli Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Di H Idyrwt, für den übrigen Inl Ernst Biumichein- für den Anzeigenteil flurt tzillmann, sämtlich in Gießen (Surufc bei den Kommunisten .Aufwertung!") 3um Schluß spricht der Alterspräsident die Hoffnung auö. das; trotz aller Gegensätze eine gemeinsame Arbeit der Parteien möglich sein werde. (Surute bei den RationalloziaUsten: Schluß mit dem Redeverbot für Adolf Hitler! - Schal- Realität, mit der man auch in Zukunft rechnen kann. Und sollte eS recht sein. PoincareS Untcr- schrist unter einem revidierten Dawesplan ist uns wertvoller als die eines Mannes, der nicht btc ittnerpvlitische Macht hat. sich bis zu Ende durch- zusetzen. Qlber Poincares Unterschrift haben totr noch nicht, imb es wird wohl viel Wasser zum Meere fließen. bis wir soweit sind. Vorerst folgt immer noch den allgemeinen Phrasen über Frieden und Verständigungsbereitschaft, die neuerdings um die eine Nuance bereichert sind, daß es Sache der erhöben, sich in innerpolttische Angelegenheiten Italiens einzumischen, eine Einbuhe erlitten hätten. Hier muh unS Herr Mussolini gestatten, einer anderen Auffassung Ausdruck zu geben. Gewiß könnten die Beziehungen zwischen beiden Ländern sehr viel herzlicher sein alS sie heute sind wenn nicht der Schatten SüdtirolS dazwischen stände Es fällt keinem Deutschen ein, der seine gesunden Sinne beisammen hat, sich in die inneren Verhältnisse Italiens einmischen zu wollen. Aber keine Macht und kein Mensch der Erde kann uns verwehren, warme und herzliche Sympathie für einen deutschen DolkSstamm zu hegen der im mihverstandenen Interesse emer nationalistischen Regierung geknechtet und seiner tau’enbjäbrigen Kultur beraubt werden soll. Gerade Italien und sein tatsächlicher Beherrscher Mussolini treten überall für die Wahrung der Rechte italienischer Stammesangehöriger auf ihre Kultur, Sprache und Gesittung mit grvher Tatkraft ein, ob das nun tn Malta, Dalmatien Tunis, Frankreich oder sonst wo der Fall ist. Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Und deswegen nehmen wir für uns das Recht in Anspruch, Herrn Mussolini vorzuhalten, daß er in Südtirol ein grvhes Unrecht begeht. Diesen Schatten zwischen den beiden großen Völkern zu bannen, wäre für ihn eine Kleinigkeit. Er hat gerade durch seine grvhe Rede bewiesen, wie stark er Wandlungen angängig ist. und das ist immer ein Zeichen geistiger Gröhe. Deshalb geben wir die Hoffnung nicht auf, bei nächster Gelegenheit auch in dieser Hinsicht eine Wandlung zum Besseren feststellen zu können. Eipose. daS alS Ergebnis seiner Orion ticnmg«- reise gelten muh. mit Aufmerksamkeit anzusehen. WaS Benesch über Deutschland taute, war nicht viel, abc» m einem betont freundschaftlichen Ton gehalten, den wir in Prag nicht tmer zu hören gewohnt waren. Wir konstatieren diesen Wechsel mit Genugtuung und knüpfen daran die Erwartung. dah die mancherlei zwischen beiden Wachten noch schwebenden Fragen namentlich tmrt- schastSpolittscher Art in gleichem gutnachbarlichem Geiste geregelt werden möchten. DaS wäre um so vorteilhafter für beide Parttwr. als die tschechische Wirtschaft in hohem Waste auf den Absatz in Deutschland angewiesen ist. Deutschland aber in der Tschechoslowakei die Drucke von Mitteleuropa zum Südosten sehen muh. der vmi immer gröberer Bedeutung für deutsche Politik und Wirtschaft werden wird. Bel den Kommunisten entsteht darauf g roher Ium oft. Vie kommunistischen Abgeordneten scharen sich um die Rednertribüne und rufen empor: „ID o i st der Lump? Dem mühte man eine Ohrfeige geben! Sieh aus, du feiger Lump!" 3m ganzen Hause herrscht allgemeine Erregung. Diese steigert sich noch, al« plötzlich die Kommunisten sich unter Führung des Abgeordneten Kaspar nach der Rechten begeben, um die Abgeordneten ausfindig zu machen, die gegen den Antrag widcr- fprud) erhoben haben. Sic sollen plötzlich über den Abgeordneten ponfick (Bauernpartei) her, der von einem kommunistischen Abgeordneten einen Zanstschtag erhält. Lv entwickelt sich eine regelrechte Schlägerei, bet der die Kommunisten, besonder« ein Abgeordneter In der Uniform der Roten Frontkämpfer, auf den Abgeordneten ponsick vereint elnschlageu 3m ganzen Hause ertönen dauernd stürmische Pfuirufe. Dem Abgeordneten Ponstck. der blutende wunden baoongetragen hat, gelingt es schliehlich mit Hilfe anderer Abgeordneten den kommunistischen Angreisern zu entkommen. Unter allgemeinem Tumult oertähl Alterspräsident Posa- dowsky das Präsidium. Des verletzten Abgeordneten Ponfick nahm sich der Abg. Böhm (V.V.P.), ein Arzt, an, der ihn In das Krankenzimmer führt. Rach einer kurzen Pause, nach deren Verlaus festgestellt wird.-dah der Abgeordnete Ponfick blutende Wunden bei der Schlägerei davon- getragen hat. nimmt Graf PosadowSky wieder den Platz des Präsidenten ein. Seine Mahnung. Ruhe zu halten, wird erst nach längerer Zeit befolgt Er schlägt dann vor. morgen eine neue Sitzung abzuhalten, um eine Regierungserklärung ent -egenzunehmen. Abg. Pieck (ft.) beantragt, auch einen Miß - trauenSantrag seiner Partei auf die Tagesordnung zu setzen Widerspruch hiergegen erfolgt nicht. Abg. Pieck (ft.) beantragt Wetter, die Regierung wolle auf eine sofortige Amnestie für alle von den Gerichten deS Reiches imb der Länder verurteilten Proletarier hin- wirken Darüber hinaus beantragt er Gewährung von Straffreiheit für die von preußischen Gerichten txfolgten oder verurteilten Proletarier. Rachdem die Llbgeorkmeten Steinhoss (Dnt.) und ftube (Hat 6.) erklärt haben, dah sie dem Amnestieanttage dann nicht zustimmen können, wenn das Wort .Proletarier" nicht wegsällt. wird mit den Stimmen der Sozialverliest er in stoischer Ruhe das sauber ausgefeiltc. im kleinsten wohlerwogene Expose eineS Außen- rninifters alten StilS. Hier spricht der gefätt-.gte FalziSmus. der auf eine Kette nicht unbeachtlicher Erfolge zurückblickt und bereit ift. der eigenen Ratton und der erregten Umwelt eine Ruhepause zu gönnen zur Sicherung des Erreichten und zur Vorbereitung neuer Aktionen Aus diesem wohligen Gefühl des Dc- sättigtteins heraus ist auch verständlich, wie Mussolini von sich auS dem Belgrader Kabinett goldene Brücken gebaut hat. um ihm die Ratt- fizierung der Rcttunv-Verträge zu erleichtern. ES wird von der innerpolittschen Stellung der Regierung abhängen, ob Marinkowttfch (ich gegenüber der Volksströmung durchzusetzen vermag. Von Rom aus wird ihm offenbar jede nur benfbare Unterstützung zuteil. Lins interessieren an der Rede Mussolinis vor allem die Sätze, die in Zusammenhang mit der Freundschaft zu Ungarn sich gegen den Vertrag von Trianon toanbten und noch darüber hinausgreisend die Revision« be Dürftigkeit der FriedenSverriäge im allgemeinen stark unterstrichen durch die Bemerkung. sie seien nicht für die Ewigkeit geschlossen und auch kein Ausfluß göttlicher Gerechtigkeit. Wir Höften, bald Gelegenheit zu haben, den italienischen Ministerpräsidenten an diese goldenen Worte erinnern zu fimnen und erwarten dann allerdings von ihm. dah er auch mit der Tat zu feinem Wort steht. Mussolini sprach bann noch von den herzlichen Beziehungen zu Deuttchland, die aber viel besser sein tonnten, wenn die alte Sympathie zwischen beiden Völkern nicht durch die Handlungsweise gewisser unver- antwortticher Kreise, die den grotesken Anspruch Don unterer Berliner Redaktion. Berlin, v.Iuni. Der Preuhische Laichtag ist am Freitagnachmittag zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten, die eigentlich nur rein go- schäftSordnungsmähigen Eharatter tragen sollte. Aber eS lag in der Lust, dah e t wa S Pa s s t e- r e n würde, dah die Kommunisten gleich die erste Gelegenheit auSnützen muhten, um sich in ihrem neuen Glanze zu zeigen. Deshalb waren auch nicht nur das Haus, sondern auch die Tribünen überfüllt, und tue zahlreichen Besucher wurden in ihren Erwartungen nicht betrogen: die Kommunisten haben nach jeder Richtung dafür gesorgt, dah die Eröffnung des Preußischen LaichtageS ein Schaustück unwürdigster Art war Graf Posadowsky hatte die Ausgabe als Alterspräsident die Versammlung zu letten. Er hätte daS früher, vor zwanzig Iahren. als er noch Staatssekretär war. wahr- sche nlich vorbildlich gemacht: heute mit seinen 83 Iahren ist er viel zu all dazu. Die Geltung glitt ihm eigentlich vom ersten Augenblick auS der Hand. Er halte noch nicht einen Satz gesprochen. oa setzte eine ohrenbetäubende kommunistische Katzenmusik schon ein, mit dem üblichen Rus von Dieder und Hoch, ohne dah man im einzelnen herauShören konnte, in welcher Richtung sich die kommunistischen Wünsche ergingen. Rur das eine ergab sich, dah die Kommunisten bei der Aufstellung ihrer neuen Abgeordneten auf den Ctimmenumfang weitgehendste Rücksicht genommen haben. Graf Posadowssky machte den mehr alS überflüssigen Versuch, einige allgemeine Bemerkungen über die Würde und die Aufgabe eines Abgeordneten zu lagen; er muhte eS aber schliehlich auf geben, weil die Kommunisten ihn durch fortdauernde Zurufe auS dem Konzept brachten, und lieh dann eine Reihe von Anträgen verlesen. Damit wäre ja eigentlich der Zweck der Eröffnungssitzung erfüllt getoclen. Die Kommunisten verstanden eS aber, den Grasen Posadowsky aufs Glatteis zu führen und sich zur Begründung einiger Anträge das Wort zu erbitten, woraus der Skandal erst richtig loS ging. Herr Kasper, einer ihrer Stimmgewaltigsten, der sich früher schon als Werfer von Tintenfässern bewährt hatte muhte den Antrag stellen, dah zwei feiner Genossen, die auf Festung sitzen, sofort f r e i gelassen würden. Gegen diese Eile erhob sich auf der Rechten Widerspruch, ttwmit der Antrag gescheitert war. Die Kommunisten wollten sich aber damit nicht beruhigen, in einer Moduls tionS- fähigkeit, die auf längere Probe schliehen lieh, brüllten sie dauernd herüber. .Wer ift ber feige Hund, der Widerspruch erhebt, wie beißt der Lump." BiS dann zuletzt einer der Widersprechenden. der Bauernabgeordncte Ponfictt sich durch Heraushebcn zu seinem Widerspruch bv- kannte. Sofort wurde von linkS her ein richtiges Rollkommando durch das ganze HauS zu dem Abgeordneten Ponfick hinübergeschickt, der sich vor den Kommunisten zurückzog. von ihnen durch den halben Saal getrieben wurde ohne dah aus bürgerlicher Seite sich auch nur eine Hand rührte, um die unabüxng- liche Prügelei zu vermeiden, die denn auch bald kam. Sechs, sieben Kommunisten fielen über Herrn Ponfick her und schlugen ihn fürchterlich zu- fmr.mcn. Ponfick suchte die Schläge abzuwehren, indem er die Arme vor das Gesicht hob. war jedoch natürlich gegen die Kommunisten macht- loS. zumal — und daS ist das am meisten Beschämende an dem ganzen Skandal —niemand Sieger sei, den Besiegten die Hand zu reichen, die Einschränkung auf dem Fuhe, nur bann natürlich, soweit die Besiegten ihrerseits bereit seien, die Verträge zu erfüllen. Das ist die Generalrefervatton, mit Hilft derer sich Poincars irgendwelchen Zugeständnissen stets wieder entziehen kann, wenn es Ihm wünschenswert erscheint. Gerade deshalb aber ist es doch notwendig, einmal grundsätzlich folgendes aiiszusprechen: 3n der ganzen Wett «ebenfalls der umherstehenden bürgerlichen Abgeordneten sich irgendwie ernstlich bemühte, dem bedrängten Kollegen Hilft zu leisten. Die Kommunisten konnten in aller Ruhe auf Geheimrat Ponfick einschlagen, konnten ihn so zurichtrn dah er im Gesicht und am Kopf blutete und einen Blut- crguh ins Auge davontrug, sie konnten nach ihrer Heldentat ebenso unbehelligt aus ihre Plätze zurückkehren — und alles, was gegen diese Roheit geschah, war. dah der Alterspräsident den Platz verlieh, um damit anzuzeigen, dah die Sitzung unterbrochen war. , $ Kein Wunder, dah die Kommunisten bei dieser achtenswerten Tapserkett der Rachbarn deS Herrn Ponsick und bei einer so straften Ge- schäftSsührung deS Präsidenteii für den Rest der Sitzung daS Feld beherrschten und da« Hau- weiter terrorisierten. Die Sitzung war iwch nicht lange wieder eröffnet, als von der rechten Seite der Publikumstribünen ein Mann in Rotfrontkämpferuniform erneut die Verhandlungen durch Zwischenrufe störte. Dieser Zwifchenfall wurde durch einen wetteren abgclöft, denn nun erhob fich ein Kommunist auf dem anderen Flügel der Zuschauertribünen und hielt eine minutenlange Hetzrede an das Haus. Er fchloh mit einem Hoch auf Die kommunistische Internationale und konnte dieses Hoch sogar noch wiederholen, während die Diener ihm freundlich zuredelen. die Tribüne zu verlassen. Immerhin war dieses Vorgehen schon ein Fortschritt gegenüber dem vorherigen Zwischenfall, bei Dem zwei Diener ratlos Aufbauten, ohne Den Rotfrontkärnpfer mit fünftem Rach- Drud an Die frische Luft zu fetzen. Alles in allem also eine Premiere von nicht alltäglicher Art. Wan kann wohl sagen, ein empörenDes Schauspiel. Man kann gespannt Darauf fein, wie nun wohl Die folgenden Ausführungen auSfatten werden. Hosscnllich zieht man daraus wenigstens für Die Reichttagseröll- mmg die nötigen Lehren, um zu Verbindern. Dah eine antipariamentarifche Minderbeit auch daS Reichsparlament tn gleicher Weise terrorisiert. Sitzungsbericht. Berkin, 8. Iuni. (VDZ) Das HauS und die Tribünen sind schon lange vor der Sitzung stark besetzt. Alterspräsident Gras v. Posa- dowski eröffnet die erste Sitzung deS brüten Landtages um 16,15 Uhr, wird jedoch von den Kommunisten sofort lärm mb mit den Ritten unterbrochen: .Rieder rntt der Koalitionsregierung! Raus mit den politischen Gefangenen! Amnestie!" Als endlich Ruhe eingetreten »st. stellt Graf v. Pofadowski fest, dah er daS älteste Mitglied des Hauses ist und übernimmt baS Präsidium biS zur Wahl des endgültigen Du- reaus. Der Alterspräsident begrübt sodann die Abgeordneten, wobei er wieder von den Kommunisten lärmend unterbrochen wird .die Abgeordneten f itzen ja in den Gefängnissen!". Immer wieder von den Kommunisten durch lärmende Zwischenrufe unterbrochen, betont der Alterspräsident. dah die eigene Verantwortung jede« Wgeordneten im neuen Volksstaat schwerer wiege als im alten Staat. Die Regierung habe nicht nur das Recht, sondern auch die Pslicht. die bestehende StaatSordnunggegen jeden Versuch der Vergewaltigung zu schützen. Mit der bestehenden Dersassung müsse sich jeder Staatsbürger absinden. Diese Versassung sichere die Gleichheit jede« Bürgers sZuruft bei den Kommunisten: .Klassenjustiz!" und die Unverletzlichkeit deS Privateigentums. , Kommunistischer Terror im preußischen Landing. Unerhörte Prügelszenen in der Eröffnungssitzung.-Sin machtloser Präsident.-Mitwirkung ---- ~ der Tribüne. außerhalb der französischen Grenzen, wird nicht bc- stritten, dah Deutschland da« Menichcnmoallche getan hat, um den an Fußangeln so reichen KcnaiUcr Vertrag zu erfüllen. Dir haben geleistet und geleistet. aufs Blaue hinein, und auch die Deutsche Dolkspariei ebenso wie die Deulfchnalionclen haben sich auf den Stützpunkt gestellt, daß, nachdem einmal gegen ihre lleberzeugung der Versailler Der- trag ratifiziert mar, dem deutichcn Volke nichts anderes übrig bleibt, als ihn gewissenhaft einzuhallen. Ein größeres Maß von Derttagstteue laßt sich nicht aut denken. Wir bedauern nur, daß wir den Fran- zoftn nicht das gleiche Kompliment machen können. Poincnr« hat ja Beweise genug geliefert von ber Art feiner Inter pretattonskünste; man denke nur an Den Ruhreinbruch. Viel schlagender ist jedoch, daß dem Versailler »ertrag ein W a f f e nst i l l ft a n d s o« r - trag poranging, der eigentlich Frankreich, die Vereinigten Staaten und England an eine Linie band, die sie nicht überschreiten Durften. Nachdem Deut ch- land sich nicht mehr wehren konnte, haben sie sich nicht gescheut, uns diesen Waffenstillstands vertrag vor die Füße zu werfen und uns Bedingungen auf- ruzwinaen, die mit diesem Vorvertrag schlechterdings nicht in Einklang zu bringen waren. Diel- leicht dürfen wir Herrn Poincar« an diese Art von Vertragstreue doch einmal erinnern. 2luch Benito Mussolini. Italien- Dcktator, der als Dritter den Ring schließt, hat sich m seiner großen Rede vor dem römischen Senat einer Mäßigung befleißigt, die beim Diktator Italiens ungewohnt wer. Seit zwei Iahren hat er nicht Über die außenpolitische Lage seines Landes gesprochen. Damals ein Jupiter ton ans, nach allen Seiten scharfe Schuren austeilend, überall Aufhorchen und Unruhe verbreitend, heute Auch Herr Raymond Poincars trat aU Ehef eines neuen, ober beffer gesagt des alten. durch die Wahlen zuin Bleiben auf geforderten Kabinetts vor die Kammer der Deputierten, um da« Programm der Regierung darzulegen imb ein Vertrauensvotum au forbern. baS er heute schon in ber Tasche hat. Die Umstände bringen eS auch mit sich, dah er ber Kammer und dem Lande nicht viel ReueS zu sagen brauchte. Soweit sich seine Rebe auf btc außen- politische Lage Frankreichs bezoa. toieber&oltc sie alte Melobien von Den endgültigen Grenzen der Republik, von der Sicherheit, von der Unverletzlichkeit der Verträge und dem Recht Frankreichs auf Reparationen, aber in einem Ton, der um vieles milder klang als die schrillen Fanfaren, wie sie Poincare noch vor wenig Monden beliebte Er scheint es angejeigt zu halten, auch nach den Wahlen zu dokumentieren daß die Mäßigung, um deren willen man ferne Rede von Tarraftonne bewunderte, nicht bloh eine Laune des Augenblicks war. eine Waske, aus Gründen der W< GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Dmd niöDtrlag: BrfitflW UNtVerßlüu.vuch- mb Stetibriderti R. Lange in Gießen. 5chnftlettnng und Hefchäftrftele: Zchnftttaße 7. ihre Parlamente zu rieten. Herr Eduard Be- nefch. Außenminister der Tschechoslowake, feit ber Errichtung deS neuen DöhmenstaatS auf den Hu inen der Habsburgermonarch.e, hat eine Reift durch die Hauptstädte West- und Mitteleuropas hinter sich. Reisen war immer seine starke Seite. DaS mag darin seinen Grund haben, dah die Wieg« deS tschechischen Staates im Ausland stand und Herr Benesch. der spätere Commis voyageur De« Völkerbundes, damals, während der Weltkrieg da« eingekeilte Mitteleuropa umtobte, als Adjutant MasarykS in und später außerhalb der Festung in dem Hauptquartier der Alliierten, in den Kabinetten Englands. Frankreichs. Amerika« für die Idee eines selbstänbigen tschechischen StaatSgebildes warb. Die Zetten liegen freilich wett zurück, sie find schon Geschichte, aber die emsig agile Geschästtgkeit ist Herrn Benesch au« diesen Iahren haften geblieben. Sr ist der diplomatische Han« Damps in allen ©affen, der überall seine Finger im Spiel haben muh, der & tout prix überall dabei sein will, wo eine politische Suppe gerührt wird. Und wenn er schon nicht Den Kochlöfsel schwingen kann, muß er wenigsten« über den Topfrand weg den Köchen feine Ratschläge geben. So ist die bewegliche, sich leicht vordrängende Figur Dr. Eduard Benesch« aus dem Gang der diplomatischen Ge- fchehnille Der letzten zehn Iahrc überhaupt nicht sortzudenlen. Bei Den Pariser FrieDensverhanD- I lungen. im ersten Senser VöllerbundSrat spielte er kräftig mit. wenn auch nicht im Quartett Der Großmächte, so Doch um so lauter im Orchester. Herr Benesch verfügt aber auch über sympathi- scher« Eigenschaften, al« Die eben gezeichneten. Eine grobe GewanDtheit In Der VerhanblungS- sührung und eine ausgesprochene Fähigkeit zu ver- Mitteln unD glückliche Formulierungen zu sinden, die zwar nicht- Enbgnttiges fdmffen, aber über Schwierigkeiten de- Augenblicks Hinweghelsen. baS find diplomatische Qualitäten. Die auch den Außenminister eine« Staate« von mittlerem Rang, wenn er eben nur die Persönlichkeit danach ist. Im engen Krei« der Lenker von Weltreichen gesucht wnb geschätzt macht. So war Herrn BeneschS Reise nach Pari«, London und Berlin, mochft sie auch al« privater Grholungsbummel durch die europäischen Hauptstädte ausgezogen sein, doch nicht die eine« beliebigen Duodezministers. und wenn e« in Berlin auch infolge ber ^schwermi Erkrankung Dr. Sriefemann« nicht zu der beabsichtigten Au-sprache ber beiden Außenminister gekommen ist. so haben wir Deuftc^ boch. allen Grunb un- Herrn Beneschs außenpvlittscheS demottaien. Demokraten, Kommunisten und eines Teiles des Zentrums beschlossen, die kommu- nistischeu Anträge morgen auf die Tagesordnung zu lefcen. Auf der Tribüne erhebt sich ein Wann und hält mit schreiender Stimme eine längere Ansprache, die mit einem Hoch auf b i e Internationale endet Die kommunistischen Abgeordneten und einige Tribünenbesucher stimmen ein. Sin Rot-Frontkämpfer auf der Tribüne bringt ein „Rot-Front" aus, in daS die Kommunisten dreimal einstimmen. Der kommunistische Tribünenbesucher, der von der Publikumstribüne herunter in einer minutenlangen Rede auSge- führt hat. daß die Arbeiterschaft dieses „Affen- cheate^ nicht mehr mitmache, wurde von einem Diener und mehreren Kriminalbeamten von der Tribüne entfernt. Aach Schluß der Sitzung brachten die Kommunisten erneute Hoch- und »Rot-Front"-Ruse aus. Erst allmählich leerte sich unter allgemeiner Unruhe daS Haus. Der Abgeordnete Ponsick hatte nach den Feststellungen deS Arztes einen Bluterguß im linken Auge und Hautabschürfungen davongetragen. Abg. Ponsick gehört der Christlich-Vationa- len Bauern- und Landoolkspanei an, die sich mit den Deutsch-Hannoveranern, den Völkischen und der Volksrechtpartei zu einer Fraktion zu- sammenaeschlossen haben. Er ist Siedlungsbeirat des Äetchslandbundes. Das Kabinett Braun bleibt. Seine Erweiterung nach rechts. Berlin, 9. 3uni. (prio.-Iel.) 3n der Sitzung dc, Dnlerfraftioneden Ausschusses der bisherigen Regierungsparteien des preußischen Landtags machte 2Hinifterpräfii>ent vr. Otto V r a u n die Mitglieder des Ausschusses mit dem Inhalt der Regierungserklärung bekannt, die heute gleich nach der Mahl des Präsidium» im Landtag abgegeben wird. 3n der Regierungserklärung wird gesagt werden, daß die gegenwärtige preußische Regierung durch das Wahlergebnis sich in ihrer bisherigen Tätigkeit gerechtfertigt und bestätigt fühlt, und daß die Regierung unverändert im A m t zu verbleiben gedenkt. Am Schluß der Rede wird der Ministerpräsident erklären, daß mit staatsbejahenden Parteien, die loyal in der Regierung mit,„arbeiten gewillt sind, 3 u ge - gcbener Zeit über eine Erweiterung der Regierungsbildung verhandelt werden wird. 3m übrigen wird die Regierungserklärung ein Programm für die in der nächsten Zukunst notwendigen gesetzgeberischen Arbeiten enthalten. Der 3nterfraftioneUe Ausschuß erklärte sich einstimmig mit der beabsichtigten Regierungserklärung einverstanden. • Außerdem beschloß der Interfraktionelle Ausschuß, die (finbringuna des schon in der letzten Tagung des früheren Landtags eingebrachten Flaggenantrags zu wiederholen, der die Beflaggung der Dienstgebäude der zum öffentlichen Gebrauch bestimmten Gebäude und sonstigen Einrichtungen der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der öffentlichen Straßen und Plätze als Angelegenheit der Landeshoheit zu den örtlichen Geschäften der allgemeinen Landesverwaltung gehörig bezeichnet. Das gleiche gelte für die nicht vom Staat allein unterhaltenen Schulen. Auch das Flaggen durch die übrigen Körperschaften des Sffent- lichen Rechts unterliege der Bestimmung durch das Staatsministerium. Für die Reliaionsgesellschaften bestehe keine Verpflichtung zur Beflaggung. Das neue Kabinett in Württemberg. Der Lentrumsabqcordnetc Dr. Bolz zum Staatspräsidenten gewählt. Stuttgart, 8. Juni. (WTB.) Der Landtag nahm in feiner heutigen Sitzung die Wahl des Staatspräsidenten vor. Zunächst gab der Abg. Ullrich (Soz.) eine Erklärung ab, worin er sagte, . das Zentrum habe erst kurz vor Beginn der Sitzung mitgeteilt, daß es im Zusamrnenwir- fen mit Burgerpartei und Bauernbund eine der spätere Erweiterung durch andere Parteien (Deutsche Votkspartei) zugängliche Regierungsbildung vorzunehmen beschloßen habe und die Wahl des bisherigen Innenministers Bolz zum Staatspräsidenten vorschlage. Die sozialdemokratische Fraktion erblicke hierin eine Mißachtung des durch das Wahlergebnis zum Ausdruck gefom menen Volkswillens und schlage unter erneuter Betonung ihrer Bereitroilliafeit zur verantwortlichen Mitarbeit für das Amt oes Staatspräsidenten den Abg. Keil vor. In der darauf folgenden Abstimmung wurde der frühere Innenminister Dr. Bolz (Zentr.) mit 39 Stimmen zum Staatspräsidenten gewählt. Der Staatspräsident Volz berief dann als Justiz- und Wirtschastsminister den bisherigen Iustizminister Dr. Veh er le, als Kultusminister den bisherigen Staatspräsidenten undKultus- minister Bazille (großer Lärm links) und alS Fi- nanxminiftet den bisherigen Ftnanzminister Dr. Dehlinger. Vach halbstündiger Pause wurde ein svzial- demokratischer MißtrauenSantrag gegen die 'Regierung mit 40 Stimmen der Rechten, des Zentrums und deS Ehristlichen BolkSdiensteS gegen 36 Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten bei vier (Entfaltungen der Deutschen BolkSpartei ab gelehnt. Sin dem olra tisch-volksparteilicher MißtrauenS- antrag gegen den Kultusminister Bazille erhielt 40 Ja-Stimmen und 39 Vein-Stimmen bei einer Entfaltung des Ehristlichen BolkSdiensteS. Da diese Entscheidung als Vein zählt, war der Mißtrauensantrag abgelehnt. Der demokratische Abgeordnete Schees erklärte hierauf, angesichts dieser Abstimmung stehe fest, daß der Kultusminister tatsächlich oaS Vertrauen dieses Landtages nicht besitze. Haltlose Beschuldigungen Vadfiiebers. Sine SrNärnng der Airma Knapp zum Doaezprozeß. Essen. 8. Juni. (WB.) Zu den Aussagen des Monteurs Badftieber gibt die Finna Knapp (Wanne-Eickel) eine Erklärung, in der gesagt wird, daß die Aussagen des Monteurs Badstieber der Finna Knapp völlig unverständlich seien Ss seien nur gute und brauchbare Maschinen zur Absendung gelangt. Eidesstattliche Erklärungen hierüber seien von Der Hessische Landtag siimmt der Auseinandersetzung mit dem Großherzog zu Eine knappe Mehrheit von zwei Stimmen für die Regierungsvorlage. Darmstadt, 8. Juni. Der Hessische Landtag ist in die Ferien gegangen, nachdem die zahlreichen wichtigen Arbeiten, die ihm vorlagen, erledigt sind. Er hat den Skat, das Sewerbe- teuergesetz, das SteuervorauSzahlungsgesetz, das Polizeibeamtengesetz, die Defvldungsordnung und zahlreiche kleinere Gesetze und Vorlagen verab- chiedet. Der letzte Tag brachte zum Schluß beinahe noch eine Aeberraschung. Die zweite Lesung der Vorlage über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Grvßherzog ist nur mit einer Mehrheit von zwei Stimmen bei elf Entfaltungen angenommen worden. Daraus geht hervvr, wie nahe die Vorlage vor dem Scheitern stand. Wären die beiden Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei, Minister Leuschner und Abg. Voß anwesend gewesen und der Haltung ihrer Partei gefolgt, 0 wäre die Vorlage mit Stimmengleichheit graften, selbst wenn auch dann Staatspräsident Adelung mit 3a stimmte. 3n der Haltung der Parteien hatte sich gegenüber der ersten Abstimmung nichts geändert, so daß von ihrer Seite neue Gesichtspunkte in der Debatte nicht hervor - traten. Lediglich die Kommunisten griffen die Sozialdemokraten wegen ihrer ^Abkommandierungen" in schärfster Weise an, so daß es wieder zu lebhaften Auseinandersetzungen kam, in denen Präsident Delp seine Fraktionstollegen wieder- >olt zur Ordnung rufen mußte. Mit den Stimmen der Koalitionsparteien wurde dann auch das allgemeine Vertrauensvotum Kaul angenommen. . Ehe der Landtag auseinanderging, sprach Pra- ident Delp im Vamen der Abgeordneten dem cheidenden Vechnungsdirektor des Landtags, Köhler, für seine 28jährigen treuen Dienste herzlichen Dank und Anerkennung aus, dem sich die Abgeordneten ebenso herzlich anschlossen. Mit dem Wunsch aus rechte Erholung in den Sommerferien schloß Präsident Delp gegen xi5- älhr die 3unitagung des hessischen Parlaments. Sitzungsbericht. Das Haus ist auf den Tribünen überfüllt, der Saal selbst gut besetzt, als Präsident Delp gegen 10.15 Uhr die Sitzung eröffnet. Die Regierungsvorlage über die Gewährung von Darlehen an Beamte zur Anschaffung von Kraftfahrzeugen zum Dienstgebrauch wird einstimmig genehmigt, ebenso die Vorlage über die Umschuldungshilfe für die Landwirtschaft. Die Regierungsvorlage über den Ausbau der Wölfersheimer Betriebe wird gegen zwei Stimmen angenommen. Abg. Dr. Werner (Dn.) bittet nochmals, auch der Opposition im Aufsichtsrat einen Posten zur Berfügung zu stellen. Die Einrichtung des neuen Betriebspunktes Melbach wird gegen die Deutschnationalen gebilligt, die 6000 Mark zur Vornahme von Vorarbeiten des Straßenbrückenumbaues Mainz werden einstimmig bewilligt. Auch der Staatsanteil für die Herstellung der Ortsdurchfahrt in Bad Salz- hausen wird genehmigt. Die für die Schutzpolizei angeforderten zwei Lastkraftwagen an Stelle der zehn bewilligten Anhängewagen werden bewilligt. Es folgt die zweite Lesung der Fürstenabsindunas- Vorlage. Abg. Reiber (Dem.) verliest eine Erklärung, in der es u. a. heißt, unbeschadet ihrer grundsätzlichen Stellung au der Frage hätten die Mitglieder der demokratischen Fraktion in der ersten Lesung vor allem auch deshalb für die Annahme der Vorlage gestimmt, weil sie sich als Ange- hörigeeinerKoalitionsparteizurZu. ftimmung verpflichtet fühlten. Die eigentümlichen Vorgänge bei der Abstimmung erster Lesung hätten die demokratische Fraktion veranlaßt, zu prüfen, ob sie in der Schlußabstimmung nicht eine andere Haltung als in der ersten Lesung «innehmen müßte. Rach ernsthafter Ueberlegung hätte die Fraktion beschlossen, dem Gesetzentwurf auch in der zweiten Lesung zu zu st im men. Sie sei nach An- hörung unparteiischer Sachverständiger der lieber- zcugung, daß das hessische Volk bei einem Austrag der Angelegenheit durch einen Prozeß größere Lasten, als sie der Vergleich Vorsicht, zu tragen haben würde. Abg. Dr. Werner (Dntl.) erklärt für seine Freunde, daß sie. wie die Sozialdemokraten tm Reichstag, setzt der stärksten Regierungspartei auch hier die' Verantwortung nicht abnehmen wollten. Der Redner kritisiert die Haltung der Sozialdemo- fraten von 1919 und heute. Das kommunistische Mißtrauensvotum lehnt der Redner ab, über das deutschnationale Vertrauensvotum müsse zunächst abgestimmt werden. Abg. H a m m a n n (Som.) rechnet in seiner Weise mit den Sozialdemokraten ab, deren Anhänger bei der entscheidenden Abstimmung doch nicht voll z ä b l i g fein würden. Abg. Kaul (Soz.) wendet sich gegen den Vorwurf der politischen Charakterlosigkeit der Sozialdemokraten. Er stellt fest, daß seine Partei an dem Vergleich von 1919 festfalte. Seine Partei lehne die Vorlage ab. 3m demokratischen Staate sei keine Partei die Gefangene ihres Ministers. Abg. Scholz (D.V.) begrüßt es. daß die demokratische Fraktion die fachlichen Grundsätze über die praktischen Erwägungen stellt. Die Deutsche Dolkspartei werde aus Vechtsgefühl und sachlichen Erwägungen für die Vorlage stimmen. Abg. Best (Volksrechtpart«) falt an der Erklärung fest, daß seine Freunde aus rechtlichen Gründen für die Vorlage stimmen. Abg. Galm (Komm.) polemisiert nochmals in heftiger Weise gegen die Sozialdemokratie. Es kommt zu lebhaften Austritten. alS der Redner von sozialdemokratischen .Abkomman- d i e r u n g c n“ spricht. Es kommt zu Zwischenrufen, wie .Lügner", .LauSbub" ufto. Verschiedene Abgeordnete der Sozialdemokraten werden zur Ordnung gerufen. Llbg Dr. Leu chtgenS (Dauernbund) erklärt nochmals Stimmenthaltung für seine Partei. Die Abstimmung über die Regierungsvorlage zur Fürstenabfindung ergibt 29 gegen 27 Stimmen für die Vorlage bei Stimmenthaltung von Bauernbund und Deutschnationalen. Der lommunistische Wißtrauensantrag wird bei Stimmenthaltung des Landbundes, der Vvlksrechtpariei unb der Deutschen Volkspartei a b g e l e h n t. Das Vertrauensvotum Kaul wird mit den Stimmen der Koalitionsparteien angenommen. Der deutschnationale Vertrauensantrag wird a b - gelehnt. Der Antrag, die vor Eintritt des neuen ®c- meindewahlgesehes gewählten Landbürgermeister ebenfalls auf die Dauer von neun Jahren für gewählt zu erklären, wird gegen Zentrum und Kommumsten in erster und zweiter Lesung angenommen. Der kommunistische Antrag bezüglich des Urlaubs der hessischen Staatsbeamten wird abgelehnt. — Abg. Velber (Dem.) stellt fest, daß die „Deamtenvertreter" im Ausschuß die Regierung ersucht haben, eine Neuregelung des Urlaub« der hessischen Beamten vorzunehmen. Abg. A r t (VRP.) begründet feine Anfrage wegen der Notlage der Kleinrentner. Die vom Reich aufgestellten Grundlinien für die Rentnerfürsorge würden von den Iürsorgestellen nicht im Sinne der Rentner ausgelegt, wie es diese Vorschriften wollten. Der Redner bringt dann einzelne Fälle zur Sprache, in denen besondere Härten vorliegen. Dberregierungsrat Linkenheld verweist auf seine Ausführungen zu diesem Punkt bei der Etats- beratung und gibt dem Vorredner Auskunft auf einzelne Anfragen. Aus feinen Ausführungen ergibt sich, daß die von dem Abg. Axt vorgebrachten Einzel- fälle vollkommen anders liegen, und von Harten keine Rede fein könne. Daß die Rcaierung sehr viel Herz für die Rentner habe, sei auch von dem Abg. Axt anerkannt worden. den in Frage kommenden Beamten der Firma abgegeben worden. Weitere eidesstattliche Erklärungen des Direktors Coester sowie des Bergingenieurs Seebold feien zur Verfügung gestellt worden dergestalt, daß keinerlei De- stechungs-, Schmier- oder Schweigegelder gezahlt worden sind. Beide Herren seien bereit, bicfe Aussagen far den deutschen Gerichten oder eventl. selbst in Moskau unter Eid zu wiederholen. 3m übrigen ist die Firma Knapp der Ansicht, daß der wirkliche Sachverhalt sich im Laufe des Prozesses klar ergeben wird. Die oberschlesischen Minderheitsbeschwerden vor dem Völterbundsrat. Genf, 8. Juni. (WD.) Der Völkerbundsrat hat heute vormittag die Berichte über drei der vorliegenden acht oberschlesischen Minderheitsbeschwerden genehmigt. In bezug auf die Schuldeschwerden des Deutschen Volksbundes über die Vichterrichtung bzw. Schließung der deutschen Minderheitenschule in Br»e- sinska sieht der Vat in der Verlegung der Minderheitenschule nach einem abgelegenen Vachbarort eine unbillige Härte gegenüber den sechs- biS zehnjährigen schulpflichtigen Kindern. Ferner nafat der Vat Kenntnis von den gerichtlichen Maßnahmen, die deutscherseits gegen 25 Personen getroffen worden sind, die am 25. März in Beuthen-Voßberg in die Störung eine- Vortragsabends des polnisch-katholischen Schulver- eins verwickelt sind. Die dritte Minderheitsde- schwerde betrifft die Zwischenfälle anläßlich der Einschreibung der Kinder für die deutsche Minderheitenschule In Godulla, wo u. a. bei neun Erziehungsberechtigten die Fenster eingeworfen worden waren. Der VölkerbundSrat nahm von den Erklärungen der polnischen Regierung Kenntnis und gab der Hoffnung Ausdruck, daß geeignete Strafmaßnahmen gegenüber den verantwortlichen Perfoncn ergriffen werden Ein vierter Punkt der Tagesordnung. der die Sicherheitsverhältnisse in Polnisch-Oberschlesien betrifft und 75 Terroriälle auS den letzten (Jahren aufzählt, wurde wegen verspäteter Zustellung an die polnische Regierung bis zur nächsten Tagung verschoben. öer ungarisch-rumänische Opiantenstreii. In der Nachmittaassitzung hat der Rat angesichts der Ablehnung seiner Märzbeschlüsse zum u n g a - risch-r umä Nischen Optantenkonflikt eine von Chamberlain eingebrachte Entschließung angenommen, in der der Rat sein tiefes Bedauern darüber ausspricht, daß die streitenden Parteien bis heute noch zu keiner Berftänbigung auf der Grundlage der vorn Rat ergangenen Empfehlungen gelangt ist. Der Rat hält seine Entschließungen vom 9. September 1927 und vom 9. März 1928 ausdrücklich aufrecht und fordert beide Regierungen noch einmal eindringlich auf, den langjährigen Streit durch gegenfeitige Zugeständnisse zu beenden. 11 tute f c u stimmte diesem Entschließungsantrag zu, während Graf Apponyi ankündigte, daß er sich der Stimme enthaften werde. Rach der Annahme dieser Entschließung, mit der, wie der Ratspräsident unter dem Widerspruch des Grafen Apponyi erklärte, der Streitfall für den Rat abgeschlossen ist, verlas Titulescu einen bereits genau formulierten neuen Vorschlag zur Behandlung der Streitfrage. Er schlägt im wesentlichen vor, daß ein mit dem yaU besonders vertrautes Mitglieddes Rates von diesem damit betraut wird, auf der Grundlage der (Empfehlungen des Rates zu untersuchen, ob im Rahmen Der rumänischen Agrarreform Enteignungen oorgenommen wurden, die der Vertrag von Trianon verbietet und gegebenenfalls eine Entschädigungssumme feftzusetzen. Dieser Unparteiische soll sich nach eigenem Ermessen zwei Beisitzer wählen. Beide streitenden Parteien verpflichten sich im voraus zur loyalen Vollstreckung der getroffenen Entscheidung, die als endgültig zu gelten hat. Etwaige Entschädigungssummen sollen von der ungarischen Regierung an die Optanten bezahlt und auf die von Ungarn an Rumänien zu leistenden Reparationen verrechnet werden. Graf Apponyi erklärte sich außerstande, von sich aus zu dem Vorschlag Stellung au nehmen, sagte aber eine wohlwollende Prüfung durch die ungarische Regierung au. Für den Fall des Scheiterns deS rumänischen Vorschlags, gegen den Graf Appont.! große Bedenken vorAu- bringen hatte, kündigte er an, daß Ungarn sich mit seiner alten Forderung auf Ernennung des rumänischen Schiedsrichters von neuem an den Vat wanden werde, und regte die Einholung eines Gutachtens deS Ständigen ^Internationalen Gerichtshofes im Haag an. Er betonte noch einmal, daß Ungarns Forderungen und der von ihm eingenommene rechtlich« Standpunkt bis auf weiteres unverändert fortbestehen. Die Rede des Grafen erreichte ihren Höhepunkt, als er den Rat vor die Derantwvriung stellte, ohne älmschwrife eine klare Entscheidung darüber zu treffen, ob er die ihm durch den Trianon-Vertrag übertragene Verpflichtung zur Ernennung eine- neuen rumänischen Schieosrichters ausführen wolle oder nicht. Heine Weigerung, so fagte Apponyi, würde einen der Grundpfeiler des Völkerbundes. die internationale Schiedsgerichtsbarkeit, erschüttern. 3m Falle der Weigerung würde Ungarn sich an die Völkcrbundsver- fammlung wenden, damit dieses Problem vor der Weltöffentlichkeit drsiutiert würde. Weiter erklärte Graf Apponyi, daß nach den Verfand- lungen der letzten anderthalb Jahre, wie cs ihm scheine, alle Dergleichsmöglichkeiten erschöpft seien, und daß daher nur noch der Trian 0 n - Vertrag maßgebend sein könne Ungarn müsse den moralisch und materiell drückenden Vertrag von Trianon erfüllen und müsse daher auch seinerseits auf der SriHllung des Trianon-Dertrages bestehen. Zialien und die Kleine Entente Gegen die Revision deS Triauonvertragh. Bukarest, 7. 3uni. (XU.) Die Vede Mussolinis hat in rumänischen Vegierungskreilen begreiflicherweise größtes Aufsehen erregt. ES wird u. a. daraus hingewiesen. daß. obgleich Italien Freundschastsverträge mit Rumänien und Jugoslawien habe, Mussolini die Revision deS VertrageSvon Trianon verlange. Demgegenüber stellt der .Ade- verul" fest, daß vor einigen Tagen der rumänische Gesandte in Rom zu Mussolini gerufen worden fei. der ihm erklärt habe, daß er eine Revision des Trianon-VertrageS nicht anstrebe. An einer anderen Stelle weist der .Abeverul" daraus hin, daß man nach den Erklärungen WustoliniS nunmehr feststellen könne, daß Italien die Waffen von Szent Gotthard geliefert habe. Deswegen habe die Kleine Entente die Pflicht, sich mit allen diesen Fragen zu beschäftigen und klipp und klar zum Ausdruck zu bringen, daß sie niemals in eine Revision des Trianonvertrages eintvlftiqen würde. Die „Lupta" schreibt, daß die ÄIctne Entente fest zusammenhalte, trotzdem die drei Staaten der Kleinen Entente nicht immer ein gemeinsames Interesse hätten. Mussolini gefährde aber durch seinen Opportunismus den Frieden, und sowohl die großen wie auch die Heinen Staaten hätten die Pflicht, zu beweisen, daß sie dies nie und nimmer dulden würden. Oie südslawische Krisis. Erneute Larmszencn in der Velqrader Skupschtina. Belgrad, 9. Juni. (TU.) Die Skupschtina nahm gestern unter unerhörten Lärms»enen seitens der Opposition einen Antrag oeS Vorsitzenden an, wonach acht Abgeordnete wegen ilnrufaftiftung in der letzten Sitzung für drei Tage aus dem Parlament auSzuscklie- ßen feien. Die ausgeschlossenen Abgeordneten erhoben heftigsten Widerspruch Sin vppsitio- neller Abgeordneter erklärte sich mit den Kundgebungen der UniversitätS- fugend solidarisch und rief den Ministern zu: „3br Mörder der Jugend!' 'Alle ausgeschlossenen Abgeordneten erklärten, da» Parlament solange nicht zu verlassen, bis die gleiche Polizei, die in das Volk hineingeschossen habe, sie aus dem Sitzungssaal entfernen werde. Die Verhandlungen mußten schließlich wegen des ungeheuren LärmS unterbrochen werden. 3n politischen Kreisen wird behauptet, daß die Regierung die schärfsten Maßnahmen gegen die Unruhestifter ergreifen wolle. So werde sie am SamStag die Ausschließung deS Oppositionsführers Pribitschewitsch Vorschlägen. Die Opposition will m diesem Fall daS Parlament verlassen. Mussolini und die Verträge. Ein Kommentar zur LenatSrede deS Duce. Rom. 8. Juni. (WTB.) Die „Agenzia di Roma" bemerkt, besondere Bedeutung würde in den Pressebesprechungen der Rede des Minister- präsidenlea im Senat den Srllärungen Mussolinis bezüglich einer eventuellen Revision der Friedensverträge beigemessen. Sie würden in Europa eine neue Scheidung der Geister herbeisühren. da die besiegten Staaten sich auf Mussolinis Seite stellen werden. GS handele sich aber, wie Mussolini ausdrücklich erklärt habe, nicht darum, daß eine diplomatische 2ftti' diesem Sinne unternommen würde, sondern allein um ein allgemeines Prinzip, das Mussolini im europäischen Interesse aufgestellt habe, damit die öffentliche Meinung der verschiedenen Länder es ruhig überdenken und bi** fütteren könne. Oer Landauer Ftaggenzwischenfall. Skandalöse Behandlung der verhafteten. Landau (Pfalz), 8. Iuni. (TU.) Im Landauer Militärgefängnis sitzen immer noch der Autogaragenbesitzer Eugen Franck und die ledige Anna Ramberger auS Zweibrücken in Untersuchungshaft wegen des Flaggenzwi'chen- salloS in Zweibrücken. bei dem in der Rächt zum 1. Mai die Trikolore am OssizierSkasino der Garnison heruntergeholt und zerrissen am Bis- marckdenkmal niedergelegt wurde. Bekanntlich gelang es nicht, die Täter dieser unüberlegten Tat sest;unehmcn. Dasür ergriff die DesatzungS- behörde den genannten Franck, der in Ausübung seines Berufes mehrere junge Leute über den Rhein fuhr und die Kornberger, die die Automobilfahrt mitgemacht hatte und bann wieder nach Zweibrücken zurückgekehrt war. Beide Verhafteten sitzen in Landau in Einzelhaft und sind biS heute nicht vernommen worden. Erst in dieser Woche dürften sie den Besuch von Verwandten und ihres VechtSbeistandes empfangen. Die Ausrüstung ihrer Zellen bestand bisher nur aus einer Pritfche Erst vor einigen Tagen tarnen noch Tisch und Stuhl dazu Vur eine halbe Stunde täglich dürfen sich die Beiden im Freien bewegen. 3m gesamten übrigen Teil des Tages müssen sie in ihrer Zelle ohne Beschäftigung ober geistige n Gesellschaft ertragen Eingesandt. (Für Form and Inhalt aller unter dieser Rubrik fleh en den Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei ''’b-nnrnortung.) Di« Hundeplage in der Neustadl. Berliner Börse. Berlin, 9. Sunt (*253273. Zunkfpruch.) 3m heutigen Vormittagsverkehr ist eine Tendenz schwer zu erkennen. Rachdem der Schluß der gestrigen Aberrdbörfe eher etwas schwächere Kurse sebrod>t hatte, liegen die wenigen genannten Papiere noch etwa- unter diesen Rotierungen. Siemens 346 biS 349. Farben 271 bis 272. Trotzdem ist man erstaunt, daß die Tendenz nach dem schwachen Verlaus der Reuhocker Börse so widerstandsfähig ist. Am Devisenmarkt nennt man: Pari» 124 16 zu 18. Mailand 92.70. Spanien 29.31. Amsterdam 12.09.70. da- Pfund 486.23. den Dollar 4.1855 zu 60. den Den 46.75. Au der Explosion aus dem Minenleger erfährt da» „D. I.‘ von unterrichteter Seite: Die Uebungen de» Sperroersuchskommando» in stiel werden schon seit Jahren vorgenommen, und bisher war «in Unfall noch nicht zu verzeichnen. Es handel, sich um kleine Minenleaerboote. die teilweise so» gar keine «ntriebsmaschinen haben und deshalb von anderen bchissen bei den Hebungen ins Schlepp- tau genommen werden müssen Die Besatzung dieser kleinen chilfssahrzeuge besteht au» rofniqtn, aber sehr erprobten Leuten. Di« auf den Booten zur Explosion gelangten Sprengkörper sind nicht mit Minen zu verwechseln. Da» Unglück entstand bei einer Hebung von Minensuchbooten, di« immer von zwei Minensuchbooten zusammen ausgeführt wird, in diesem Fall von den Booten C 12 imd C8 Die Hebung diente in erster Linie dazu, den Mannschaften das Legen. Suchen und das Sprengen von Min«n praktisch zu erklären. Bet dem Sprengen von Minen wird ein Sprengkörper verwendet, der etwa 30 bis 40 Zentimeter lang und mit ungefähr zwei Kilogramm Explosivstoff geladen ist Bei der praktifchen Borfübruna eine» solchen Sprengkörper» durch einen Maaten hat sich da» Unglück ereigne,. Wie e» sich im einzelnen abgespielt bat, läßt sich im Augenblick noch nicht feststellen. Aus aller Welt. Doch Aunkzeichen von brr „Italia"? Rom , 8. Juni. (WTV. yunkspruch) Die Agenzia Stefani meldet, daß die „L i t t a d i M i la n o von 7 Uhr abend» Greenwicher Zeck fast 20 Minuten lang in radio-telegraphischer Serbin- düng mit der .Ztal.a- gestanden habe. Da» Luftschiff habe seinen Standort m Angen- und Breitengraden angegeben. Danach befinde sich da» P u f 11 di i f f in der Gegend von Leigh Smith, der äußersten Ostspiste de» Nordostlandes (Spitzbergen» Die ..Litta d> M.iano ersuchte d.e Vo b b n", sich dem Ort« zu nähern, wohin man An nb«-$£ Petitionen entsenden wurde. Di« Funkzeichen seien sowohl von der Funkstation der (Titta di Milano" als auch von der >m Norden der stingsbay in einer Hütte eingerichteten Station gehört worden. Obgleich der «omman^ntderLitw bi Milano" das Vertrauen hat, daß di' ^'gnale glaubwürdig sind, hat man doch die -^alia auf- gefordert, weitere Erkennungszeichen zu geben. Die „Brrmcn--Jlicg«T von Reuyork abgefahren R e u h o r k. 9. Juni. (WTB. SuWrud).) SH« .Bremen' -Ni-ger und ihr« ^ngchorigen haben um Mitternacht mit dem Llrchddamvfcr .2-olum W bi« Reife noch Deutschland an- aetreten. nachdem sie sich von den am Pier Uchienenen Dertrctern der deutschen Bereme Reuyork« herzlichst verabschiedet hatten. 6t"« dichtgedrängte Wenge hatte ten Pier besetzt und brach in brausende Wckchiedsruse aul,auernswerte von der Freiw. Sansiätskolonne vom Roten Kreuz im städtischen Sanitätsauto der Augenklinik Augcfübrt. Ma« hofft, dah von der Verbrennung fein dauernd« Schaden für die Verletzte zurückbleibt. •• Hohe Auszeichnung der Dampfmolkerei Grieb. Aus der 34. Wanderausstellung der Deutschen Landtoirtschasts-Desell- fchaft vom 5. bi« 10. Juni In Leidig wurde die von der Dampfmolkerei Gießen. Gebrüder Grieb ausgestellte dauerpasteurisierte und tief gekühlte Vollmilch auch diesmal wieder mit dem 1. Preis ausgezeichnet * Marburger si e ftf pieke. Hm heutigen Sam»tag wirb voraussichtlich bie erste Abendvorstellung oe» St.Elisabeth.Spiel» flattfinben. Karten zu dieser Darbietung sind in Gießen in den bekannten Boroerkaussstellen zu haben. Dem Herrn Einsender — hoffentlich ist e» im Interest« des zarten Geschlechts reine Dame — be» Eingesandt in Rr. 131 be» „Gießener Anzeiger»" möchte ich folgende» erwidern: Ich bin kein Bewohner der 'JkuftabL Doch glaube ich, seine Röt« oer- stehen zu können. Darum wünsche ich ihm, baß fein« Klagen über Beschaffenheit unb Reinigung der Strafen an geeigneter Stelle gehört tyro. dort erörtert werden mochten. Doch für da» größte Schmer- zen»kinb, bie Hunde, möchte ich, da diese ja mit „Schwefelblüte" abgeschreckt werden sollen, etwas sagen. Äuch sie verdienen als Geschöose ein« grrechte Bemäntlung durch den Mensw«n. „Der Gerechte erbarmt sich seine» Viehes." Datz Hund« notwendig sind, bedarf keines Beweises. Datz fu treue Diener bes Menschen lind, steh« ebenfalls außer allem Zweifel. Daß es andererseits eben Hund« find, die ihre Eigenart haben, mußt« die .Krone der Schöp- fung" auch bedenken. Das Los vieler jener treuen Diener ist nicht beneidenswert. Hof, Hütte, Kett«, sind harte Dinge für Lebewesen, die fie erdulden müssen. Ihnen auch noch ben Rest ihrer spärlich genug bemessenen Freiheit absprechen zu wollen, ist etwas, das, gelind« gesagt, von wenig Herz für - - - - “rt so mancherlei, was wir Aus her Proviuzialhauptsiabi. Gießen, den 9. 3uni 1928. Gefallenenehrung an der Ludwigsuniversität. von Sluck, jur. 3t Bergmann, Vorsitzender des Denkmalausschvst«, der Gießener Minden ten schatt Die Gießener Studentenschaft beabsichtigt schon seit vielen Jahren, dem Andenken ber_jm Krieg« gefallenen Kommiluonen ein würdige» Denkmal zu weihen. Trotz der schlechten aeidlichen Loge der meisten Studenten bat sie rin« ftaiilidy Summe für die Errichtuiw eine» Denlmal» im Dege der 6ettft- bestenruna chsammenartrngen. weil sie glaubt auf diesem Dege Ihren Dank den gefallenen Brüdern gegenüber jum Ausdruck bringen zu können, eie hofft, mit der Errichtung eine» Denkrna l » für bie Gefallenen anbeuten zu können, nü« eng fie sich mü jenen verbunden sähst, dt« ihr Heben für bi« Gemeinschaft dergaben daß die deusicben ZtudeMen bie heute leider in vielen Kreisen sich brcitmadienb« Ansicht verurteilen, nach der jeder sich — Tageskalender für Samstag: Böckeroerbandstag und -QubUäumsfeier: 8 Uhr Kom- mer» im Eafe Leib — Volkshochschule, 8 llhr Hörsaal 2, Erdgeschoß der Universität links. — Verein „Fröhlichkeit" Gießen, 8.30 Ubr außerordentlich« Generalversammlung im Bereinsheirn. — ®Dxl. Monatsversammlung 8.30 Hhr im Hotel Hopseld. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Feme". — Astoria- Lichtspiele: „Jjarnj Piel in fallchem Verdacht". — Tageskalender für Sonntag: 9. Bäcker-Derbandstag de» Zweigvereins Helsen: 8.30 llhr morgens im TafS Leib. — Jubiläumsfeier des V. f B 08. 11.30 Hhr: Waldsportplatz bes v.f.B., anschlietzenb Fubiläumsspiel. — 50jähr. Jubiläum der Pilgermissionsarbeit in Hessen in der Dolkshalle. Versammlungen um 10.30, 14 unb 20 Hhr. Deutscher Bund für christtich evanaellsche Erziehung in Hau» unb Schule, abend» 9 Hhr im Iohannessaal: Vortrag von Bundesdirektor Winkler (Frankurt a. d. O.) über „Sin Geheimnis der Men chen und Kindesfeele und unser Dienst". — Licht pielhau»,vahnhofsrraße: „Feme" — Astoria- Licht piele: ,^)arry Piel in falschem verdacht". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: 3n der am Dienstag. 12. Juni, stattsindenden Aufführung von .Sttef- mama" führt Julius Ba st 6 zum erften Mal Regie Das Bühnenbild ist von Karl Cöff- I e r entworfen und ausgeführt. — Die Bortraas-Bereinigung hat, wie man uns rmtteut, den Erfinder des Raketenautos. den Astronomen und ehemaligen österreichischen Fliegervffizier Was Bali er, zu einem Lichtbildervortrag über das Thema I .Vom Raletenauto zum Weltraumschiff" gewin- | nen können. Dor einigen Wochen ging durch die Zeitungen die Meldung von dem glücklichen Start des ersten RaketenautoS auf der Opelbahn bei Rüsfelsheim, der dann vor kurzem atf der AruSbahn in Bersin vor der Rrichsrsgierung unb der Preffe wiederholt wurde, ebenfalls mit großem Erfolg und Beifall. Damit ist der erste praktische Schritt zur Durchführung des giqan- rischen Planes gelungen. Rur kurze Zeit ist cS her. daß man den Gedanken an die Sort« bewegung ran Fahrzeugen durch Raketenkraft als hirnverbranntes Phantasiegebilde verstiegener Utopisten abtat. während gletchtzeittg im ötillen unbeirrt an den Vorbereitungen gearbeitet wurde 3a unbeugsamen Wagemut und fester Gntfchlof'enheit brachte Ma» Valter — nachdem sich Periönsichkeiten wie Fritz von Opel, der Flieger Übet. Geheimrat Schütte und andere für feine Pläne einsetzten und feine 2sis' arbeitet wurden — den Beweis der Richtigkeit seiner Berechnunaen in dem Raketenautv. dem ersten Dorläuser des Weltraumschiffes, mit dem brr Vorstoß in den Wettenraum unternommen werden soll. GS ist somit eine sehr interessante Beransta'. rung xu erwarten, die Gelegenheit gibt, periönlich durch den Erfinder, an Hand von zahlreichen Lichtbildern, in feine Pläne und seine Bersuchsarbeiten eingeführi zu werden. (Räheres siehe heutige Anzeige/. e - Stempel- und Gebührenfreiheil bei staatlichenArbcitgeberdarlehen. Durch Beschtuß des hessischen Geiamttmnisteriums MV bet fraMof*^ Oman* p*nrrn. — 1836: brr Pdpstker Anbrs Mar,« Ümpbre in Marseille gestorben: — 186t: brr Äaltr unb Architekt Heinrich Schultze- ?iaumburfl in Raum burfl aeboren. - 1fl4: Gründung der vnivrrsi'at Frankfurt a. M Taten für Montag, 11. 3»*i. Sonnenaufgang 3 44 Ubr, Sonnenuntergang 20 15 Ubr. - «onbaufaang UJ5 Ubr, Monhuntrrgong 1145 Ubr 1M7 brr Seefahrer 2atzn Franklin auf «mer Polarexpedilion gestorben: — 1"64: der Komponist Richard Strauß in München geboren. — 1921: ber Geograph Wilhelm Sievers in Gießen gestorben. Vas „IBdttounher* vor Gericht LPD »l-Rahi. das .Weltwunder", hatte .feinen" Finanzier gefunden El-Rah' wollte lich sechs läge lebendig begraben lassen ohne Schaden an ter Gesundheit zu leiden. 3n einen Sarg wollte er sich legen und in eine Gruft versenken lassen. Das Publikum sollte durch einen eingebauten Lichifchacht die Kontrolle darüber haben, daß Gl-Aahi die ganze Zeit über im Grab« verweilen würde. Die Stadt Gieß en wurde als Vorstellungsort gewählt Vertraglich hatte der Deldmatm sich । verpflichtet, für die Saalmiete, die Heizung. I Licht und für bie gesamt« Reklame a^ulomnnn Sein Verdienst lag in einer prozentualen Beteiligung am Rerngewmn. Sl-Rahi war zur Stelle. Auch Publikum erschien. Rur di« .gelabc- nen llniverfitätsprofelforen" blieben aus Sine Stunde irct der Stnarabung mußte SI-Rahi lest- stellen, daß R.. der Finanzier, vertrag« - brüchig geworden war. Der Sarg war an- eesertigt, es fehlte aber das Geld, chn etnzu- lösen Auch andere geldliche Verpflichtungen waren nicht erfüllt Da trat S I-R a h i von dem Vertrage zurück und lieh sich nicht begraben. Das Geschäft wurde Essig. Dafür trat El-Rah» ober in Offenbach an di« Oefsent- sichkrit. Dort stand er jetzt vor Gericht, weil ihm R den Prozeß gemacht hatte. .Profesior Aanr- holi" bescheinigte, dah Sl-Rahi 47 Stunden. 33 Minuten lebendig begraben war und wohlbehalten wieder aus dem Grabe stieg El-Rahis Geschäftsgeheimnis beruht nur aus Energie. Don .Original-Indern", die er bei Hagcnbrck kennen- gelernt hatte, hat er seine Kunst abgcguckt. Als Betrüger ober wollte er sich nicht bezeichnen lassen. Er ift fest von seiner .Kunst' überzeugtt Das Gericht konnte auch nicht feststellen, daß E l - R o h i (mit bürgerlichem Ramen Josef Pröber) falsche Vorspiegelungen machte, um R. zu dem DertragSabichlutz zu bewegen. Das Gericht sprach ihn mangels Schuld frei. ^.ctzencr Wochenmarktprcise. GS kosteten auf dem heutigen Wochen markt Butter 160 bis 180. Maite 30 bis 35. Käse (10 Stück, 60 bis 140. Wirsing 25. gelbe Rüben 18 bis 45. rote Rüben 10, Spinat 15 bis 25. Römischkohl 20. Spargel 70 bis 120- Unter- Kohlrabi 8. Grbsen 60. Tomaten 80 biS 120, Zwiebeln 20, Meerrettich 100, Rhabarber 20. Kartoffeln 5 bi» 6. Aepfel 20 bis 50. Kirfchen 70 bis 80. Stachelbeeren 40. Erdbeeren 120 bis 150. Honig 45. jungt Hähne 100 bis 130. Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: 11 bis 12. Tauben 70 bis 80, Blumenkohl 70 bis ISO. Salat 8 biS 15, Salatgurken 50 bis 90, Ober-Kohlrabi 20 bis 30, Rettich 20 bis 30 P. das Stück: Radieschen Dd. 10 bis 15 Pf. Voruotizen. TaS Tierzucht Ja-1 Gut erhaltener Sttz- stitut der Uutver-1 und Liege» Vereine Herr Hugo Rosenbaum S Stier» Oberforstmeister 5663D ab. Ernst Mettenheimer Die trauernden Hinterbliebenen Der C. C. der Teutonia Gießen, Frankfurt a. M, Mailand, Pforzheim, 8. Juni 1928. / (XXX)XXX i. A. Juncker 5675D Freitag, 15. Juni, abends 8 Uhr, Neue Aula Vom Raketenauto zum Weltraums | Kaufgesuche | Ritter, Universitäts-Gebäude 564 3D Siebener BoöfoDtrt- 5693D | Vermietungen | [04398 Tel. 1096 5627D 04390 gesucht. (Wohnungstausch) Jung, perfekte 5668D bild an MMß gesehen war. 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Es erwuchs mit breiter Klangmaffe und strahlender Klangpracht, mit Gemessenheit und Leidenschaftlichkeit, stets mit klarster Profilierung de» Thematischen selbst bis auf die chromatischen Gänge der Posaunen und den Triller der Baßtubo. Den breitesten Raum des Abends nahm Bruckners klanggesättigtes Werk, die S i e b e n t e Symphonie, ein. Bruckner liegt Nicht allen .Dirigenten, namentlich bann, wenn sie mehr auf ein formales Erfaßen als auf ein inneres organisches »n, Miterleben bes Werkes^ eingestellt sind. liversitätsmusikdirektor Dr. Stefan T e m e s- o a r q im Vorjahre durch die Aufführung der Vierten Symphonie bekundet hatte, wurde diesmal zur vollsten (Frfüflung. Hier blühte das Derk auf, in allen feinen klanglichen Werten: und nicht als formal dargestellte Musik, es war, als erstände das Serf in allen seinen Schaffensphasen mit seinem Besinnen, seinem Einhalten, feinem Atemholen jum Sammeln neuer Kräfte vor uns, als erlebten wir den Schaffensakt dcs Meisters wieder gänzlich neu. Von seltener Weihe war der Beginn des ersten Satzes getragen: jedes Thema erklang in feiner Individualität, die Durchführung mit feiner erstaun- ljchcn Äontrnpunftit erschien in selbstverständlicher Klarheit, als ob es so sein müßte. Der zwette Satz wurde zum Akt religiösen Schauens, zum Auf- schließen der Gründe des Alls, mit feinem Steigen, Werden unb Versinken als ein Requiem für Richard Wagner. Das Scherzo stürmte unb brängfe, ober nicht ohne einzuhalten, ohne Ungestüm. Das Trio war ein lyrisches Verweilen, das Finale mit seinem Oie gegenwärtige Lage der deutschen Wirtschaft. „Gepumpte Konjunktur."—Oie Atempause.—Konjunkturprognose.—Neue Auslandsgelber.—Konjunktur unb Handelsbilanz. Oie finanzielle Abhängigkeit vom Ausland. Don Dr. Paul Mombert, o. Professor der Staatswissenschaffen an der Landesuniverfttät Gießen. betont, bah die damalige Äonjunftur in den Zeitpunkt der Hochspannung cm getreten sei. Dawar damals unbedingt richtig für die Lage auf dem Geld- und Kapitalmarkt, waS ja damals, rein äußerlich gesehen, darin zum Ausdruck kam, baß die Re chsbank im November 1927 ihren Diskontsatz auf 7 Prozent erhöhen muhte. Während man jedoch damals nur am Geld- und Kapitalmarkt Symptome für einen zu erwartenden Konjunkturrückgang wahmehmen konnte, war das für den eigentlichen Warenmarkt noch nicht der Fall. Seitdem haben sich jedoch auf diesem auch rückläufige Bewegungen gezeigt. Wir hören von manchen Industriezweigen. daß mehr aus Lager gearbeitet werden must, dah die Aufträge zurüchugehen beginnen und daß bereit- die Produktion mehr oder weniger eingeschränkt werden müßte. Wenn das alles in Den letzten Wochen noch nicht so klar und deutlich in die Erscheinung trat, so hing dies namentlich damit zusanzmcn. dah dieser Rückgang sich mit dem Beginn des Frühjahr» zu zeigen anfing, also in einer Periode, in der durch die günstigen Saisoneinflüsse mit Beginn des Frühjahrs Kräfte ausgelöst wurden, die günstig auf die Wirtschaftslage wirken muhten. Gs sei mir auf die einseherche Belebung im Baugeschäst hinaewiesen. Durch diesen günstigen Einfluß muhten natürlich die ungünstigen Tendenzen in der allgemeinen Konjunkturentwicklung überschattet werden und konnten nicht so deutlich zur Geltung kommen, wie es in einer anderen Jahreszeit der Fall gewesen wäre. Bon dieser Verschlechterung in Der Wirtschaftslage sind keineswegs alle Industrie- und Srwerbszweige in gleicher Weise betroffen worden. Es gilt diese Verschlechterung namentlich für die besonders konjunkturempfindlichen Industrien, wie die Eisen- und Holzindustrie, und in erster Linie das Textilgewerbe. Hauptsächlich im letzteren war in den letzten Monaten der Auftragrückgang besonders groß. Es wird jedoch unvermeidlich sein, dah dann von diesen Industrien aus auch wieder ungünstige Wirkungen auf andere übertragen werden. Wenn man die deutsche Wirtschaft als Ganzes betrachtet, so handelt es sich dabei bis jetzt keineswegs um irgendwelche ernsteren oder stärferen Störungen; man hat deshalb auch schon mit Recht nur von Abschwächungserfcheinungen in der Konjunktur, auch nur von einer Atempause in der Wirtschaftsentwicklung gesprochen. Trotz dieser ungünstigen Tendenzen wirb man von einer starken inneren Stabilität der deutschen Wirtschaft sprechen dürfen. Allerdings ist die gegenwärtige Wirt- schasts- und Konjunkturlage nichts, das an dieser Stelle einer besonderen Darlegung und Beschreibung bedürfte. Denn ob jene schlecht oder gut ist. das spürt der Praktiker der Wirtschaft sehr schnell am eigenen Leibe, das merkt er daran, wie sich sein Absatz, wie sich die Preise gestalten und ob neue Aufträge in dem bisherigen Umfange weiter einlaufen. Das Problem, das denjenigen, der als Praktiker mitten im Wirtschaftsleben steht, weit mehr interessiert, ist die Frage, wie sich die gegenden Amtleuten seiner über halb Europa verstreuten Krongüter anempsahl. Fenchel ist aber nicht nur zu trinken, sondern ganz besonders in der Uebergangszeit zu essen alS eines der wenigen frischen Gemüse, mit denen die Feinkostgeschafte dann aufwarten, um dennoch meist die Finocchi aus Italien als Ladenhüter zurückzubehalten. Aber — wat de Duur nich kennt, bat frett he nich: und die Köchin getraut sich schon erst recht nicht ran. Schade, jammerschade! Ich bin bei meinem Delikatessenhändler der beste Finocchi-Kunde. Ich erwarte gern diesbezügliche Konkurrenz; deshalb schreibe ich das hier über bautet um euch mal wieder das Mündchen wässerig zu machen — müßt ihr verstehen. Ich bin ein guter Mensch, sollt ihr wissen... n . . Italienische Erinnerungen: Finocchi colla bal- samella unb Finocchi per contorno... con un poco di parmigiano nie zu vergessen. Pariser kulinarische Erinnerungen: fenouil au jus oder Satüte, sauce ä la cröme oder sauce tomate. irlin, seligen VorkriegsgedenkenS: der ver- ehrungswürdiae Hoflieferant Iulius Feh^r, immerhin noch in seinen Erben erhalten Nun hat man wieder ein frisches, wenn auch vielfach ausländisches Vemüfe; jedoch — ba farm man in einem barocken oeconomischen Lexicon lesen, gegen all welche Krankheiten Fenchelgenuß gut ist: „er stärket durch seine aromatische Eigenschaft den Magen, das Haupt und sonderlich das Gesicht, erquicket das Gedächtnis, vertreibet den Schwindel, vermehrrt denen Säugenden die Milch, reiniget die Nieren, treibet den Urin unb Stein, zercheilet die Blehungen. leget daS Bauch-Grimmen, verringert den zähen und dicken Schleim, ist nützlich der Brust unb Lungen, dienet im Keichen unb schweren Äthern, stillet den Husten unb daS Nasenbluten, lindert den rauhen Halß. eröffnet fieber unb Miltz. »er* treibet das geronnene Blut im Leibe, befördert den Schweiß, hilfst wunderbarlich denen Gelb- tmb Wassersüchtigen unb Sichtbrüchigen thut auch gut in denen Fiebern. Pocken, Masern, unb widerstehet dem Gisste." Habt ihr euch heute noch vor mehr Krankheiten zu hüten? Und denrwch? Ich will euch mal etwas daS Wasser im Munde zusam- menlaufcn lassen I Man muh Leute von heute schon recht grvbsinnlich reizen, damit sie über Haupt reagieren. Weshalb ich die Lyrik schon längft auf gegeben habe — so schwer mirt auch fiel... treibenden Rhythmus gipfelte ebenso in gigantischen Steigerungen, wie es die Weihe des Chorals erschloß. Wie eine Kuppelung des klanalichen Doms erstrahlte die Koda aus Eine musikalische Feier er- hcbcndster Art! t , Das Landestheater Orchester (Darmstadt) folgte dem idealen Führer bis zum Einzelstcn. Dem Streichkörper ist in der Symphonie ein wichtiger Anteil Vorbehalten; in allen Schattierungen war er nachgiebig; sonor im zweiten Satz, aber auch wieder- um satt und weich und voll edler Plastik der Kan- tilene: besonders die Celli mit ihrer modulations- fähigen Tongabe feien heroorgehoben. Bruckners In- ftrumentation liebt besonders satte, klangprächtige Farben durch Einbeziehung der Blaser. Die Tuben trugen mit ihrem weichen, ausgeglichenen Klange zur Weihe des zweiten Satzes und zur Gipfelung des Finales bei. Ebenso aber waren auch die Hörner und nicht zuletzt die Trompeten mit klanglichem Glanz und Weichheit am Platze. Den Holzbläsern war besonders Nachgiebigkeit dcs Klanges und vornehme Phrasierungskunst zu eigen. Dr. H. ganze Wirtschaftslage eines Landes, auf alle feine Erwerbszweige. ausgeht. Unter Indem Gesichtspunkt ift es wesentlich, daß für die nächste Zeit größere Kredite au» dem Ausland — in den neuesten wirtschaftlichen Mitteilungen der Deutschen Bank werden sie auf etwa eine halbe Milliarde Reichsmark geschätzt — au» dem Au»land zu erwarten sind und daß ba» wachsende Interesse dc» Auslände» für deutsche Akttenwerte nach der gleichen Richtung hin wirksam fein wird. Wenn auch diese Auslandkredite nur zum geringeren Teil unmittelbar dem Bedarf des Taumarkte» oder demjenigen der öffentlichen Körperschaften zugute kommen, sondern wohl in erster Linie für Industriezwecke dienen, so bedeutet das doch, daß die Industrie zur Deckung ihres Kapitalbedarss weniger auf die inländische Rapitalbüt’umi angewiesen sein wird unb daß deren Erträge deshalb in höherem Maße al» es sonst der Fall wäre, für die Zwecke des Baumarkte» und der öffentlichen Körperschaften zur Verfügung stehen. Man erkennt leicht, dah und warum also in der Lage am Kapital- unb Geldmarkt ein ganj wesentlicher Faktor für die Gestaltung der Wirtschaftslage liegt. Das war auch in den Zeiten vor dem Kriege nicht anders. Auch damals gingen vom Geld- unb Kapitalmarkt, wenn auch nicht bie alleinigen, so doch die wesentlichsten Kräfte aus, die eine günstige Äon- junkturlage zum Erliegen bringen konnten Denn ein steigender und hoher Zinsfuß wirkt nicht nur lähmend auf den Baumarkt, er wirkt auch ganz all- gemein einschränkend auf den Güterumsatz unb ba- mit brütfenb auf bie Preise. In ben bi» jetzt besprochenen Faktoren, der Besserung her Wirtschaftslage und hem Hereinnehmen von Auslandkrediten. liegt auch ein wesentlicher Grund für die ungünstige Gestaltung unserer Han- delsbilanz. Wenn sich die Kon,unktur in einem Lande bessert, bann beginnen bie Preise anzuziehen und damit oerminbert sich bie Konkurrenzfähigkeit der heimischen Inbustrie auf fremben Markten, wah- renb Diejenige fremberIndustrien auf dem eigenen, heimischen Markte steigt. Damit muh die Warenau»- fuhr ab- und bie Wareneinfuhr zunehmen. Auch Auslonbkredite Haden bie Tendenz, nach der gleichen Richtung Hinzuwirten, weil im allgemeinen im internationalen Verkehr Kapitalien von einem Land in das andere nur in Warenform übertragen wer> den können. In diesem Umstand, daß bei einer günstigen und aufftelflenben Konjunktur bie Han- belvbilanz eines Lanbe» sich verschlechtert, liegt aber auch ein Faktor, ber einer weiteren Verschlechterung ber inländischen Wirtschaftslage entgegenwirken kann. Geht nämlich bie Konjunktur in einem Lande zurück, dann verringert sich fein Einfuhrbedarf unb durch den dabei einsetzenden Preisrückgang wird die Ausnihr steigen, so bah damit ein gewisier Ausgleich dafür geschaffen mitt, dah die Absatzoer hält- niste und die Beschäftigung für ben heimischen Markt ungünstiger geworden sind. T» pstegt bann vor allem bie Ausfuhr an fertigen Daren zuzunehmen. Dazu zeigen sich auch bereits bei uns im Zusammenhang mit dem Rückgang ber Äonjunftur gewisse deutliche Ansätze. In den ersten vier Monaten deS Iahves 1928 war bi« Ausfuhr an fertigen Waren aus Deutschland dem Werte nach um 464 Millionen Mark höher al» in den vier ersten Monaten des vergangenen Iahre«. Wit einer derartigen Tendenz ist auch Wetter zu rechnen, wenn sich unsere Wirtschaftslage noch mehr verschlechtern sollte. Freilich hängt etne solche Entwicklung der Aussuhr nicht allein von der Gestaltung der Marttlage und der Preise bet un» selbst ab. sondern auch von der Wirtschaftslage anderer Staaten, bie alS Käufer für unsere Erzeugnisse in Frage kommen. Ist bereit Marktlage babei günstig, so werden sie eine ganz andere Ias Iahr 1927 war, im großen unb ganzen gesehen, für Deutschland eine Zeit wirtschaftlicher Erholung und wirtschaftliche Wiederaufstiegs. Das läßt sich an den allerverschiedensten Maßstäben seftstellen. Der Güterumsatz hat — gemessen an der Wagengestellung der Reichs- bahn -- erheblich zugenommen, bie Zahl ber Konkurse ging gegenüber den vorhergehenden Iahren stark zurück und bie Zahl ber unterstützten Vollerwerbslosen, die sich noch im^Mai 1926 aus mehr als 1,75 Millionen belaufen hatte, war bis zum August 1927 auf 420 000 zurückgegangen. Auch bie Preise im Groß- unb Kleinhandel, immer ein Zeichen aufsteigen der Konjunktur. gingen in die Höhe, und daS wäre wohl noch in stärkerem Maße Der Fall gewesen, wenn nicht der NationalisierungSprozeß herabbrückend auf bie Produktionskosten gewirkt hätte. Wenn man freilufc für dieses vergangene Iahr von einer aufsteigenden Konjunktur spricht, von einer günstigen Wirtschaftslage, so geht man dabei von einem anderen Ausgangspunkte aus, als in der Zeit vor dem Kriege. Wir sind eben, wie auch manche anderen Völker, in der Nachkriegszeit der Erscheinurig gegenüber, bie wir alS günstige Wirtschaftslage bezeichnen, wesentlich bescheidener geworden und wir geben bereits einer Wirtschaftslage dieses Prädikat, bei der wir dies unter den Verhältnissen vor dem Kriege wohl nicht getan hätten. Sei dem jedoch wie ihm wolle, jedenfalls ist im Iahre 1927 gegenüber den Vorjahren eine ganz beträchtliche Besserung in ber Lage ber deutschen Wirtschaft ein» getreten. Freilich zeigten sich bereits auch im vergangenen Iahre hauptsächlich zwei Faktoren, die trotz diese- Aufstieg« zum Nachdenken über bie weitere Entwicklung ber Wirtschaft zwingen mußten, Fattvreir, die auch in ber Gegenwart noch fortwirken und alle Beachtung verdienen. Hierbei handelt es sich zunächst um die Gestaltung des deutschen Außenhandels. Wir haben in Deutschland seit einer Reihe von Iahren eine durchaus passive Handelsbilanz. 3m Iahre 1927 haben wir im reinen Warenverkehr für über 4 Milliarden Mark mehr Waren ein» als ausgeführt und seitdem hat sich hierin keine wesentliche Aenderung völligen. Der andere Punkt, der zum Nachdenken zwingt, betrifft unsere immer noch unzureichende Kapital Versorgung aus eigener Kraft, die uns immer wieder zwingt, die Kredit Hilfe des Auslandes in Anspruch zu nehmen. Nach den verschiedensten Richtungen hm beeinflußt diese fremde Kredtt- httfe die Lage der deutschen Wirtschast. Mit diesen Mitteln, die wir auf solche Weise vom Ausland erhalten, wird unserer Wirtschaft neue, zusätzliche Kau straft zur Verfügung gestellt, eS wächst damit, wenn auch keineswegs in dem gleichen Umfang, auch die Nachfrage auf dem deutschen Gütormarkt; das muh zweifellos belebend auf bie Konjunktur wirken, damit müssen aber auch preiSsteigenbe Wirkungen auf dem Warenmarkt eintreten. Der Präsident der Reichsbank hat also nicht ganz unrecht, wenn er aus Grund dieses Zusammenhangs bei uns von einer „gepumpten Konjunktur- gesprochen hat. Diese beiden Dunste, die stark passive Handelsbilanz und bie Kapttalabhangigkeit vom Ausland, mußten zuerst behandelt werden, denn es handelt sich hier um Faktoren, bie ohne Rücksicht auf die Veränderungen der Lage der Wirtschast, immer noch die gleiche Beachtung verdienen. Konnte man im vergangenen Iahre deutlich eine Besserung der Wirtschaftslage erfennen und von einer (tagenben Konjunktur sprechen, so zeigen sich jetzt gewisse Anzeichen, die auf eine Wand- wärtige wirtschaftliche Lage wohl weitercnt- w icke In wird, die Frage, ob sich Kräfte beobachten lassen, bie dafür zu sprechen scheinen, daß dies nach der günstigen oder ungünstigen Seite hin der Fall fein wird. 06 ist freilich leicht, eine vorhandene Äonjunfturlage fest zu - stellen und in ihren Symptomen nachzuweiten; es ift aber natürlich weit schwieriger, den Versuch au machen, zu einer Konjunkturprognose zu kommen, b. h. darzulegen, wie voraussichtlich ber weitere Dang der wirtschaftlichen Entwicklung sein wirb. Hierbei handelt es sich nämlich um eine Rechnung mit recht vielen Unbekannten, um eine Darlegung unb Prüfung von Kräften, bie im Hinblick auf die weitere Entwicklung ber Wirtschaftslage nach verschiedenen Richtungen hin wirksam fein können. 06 befinden sich darunter auch Faktoren, die sich in ihrer Gestaltung noch gar nicht vollkommen übersehen I aff en. Dafür sei nur als Beispiel auf die Ernten verwiesen. 3c nachdem sie gut ober schlecht sind, wird die Kaufkraft der ländlichen Bevölkerung den Srzeugnifsen der Industrie gegenüber größer ober geringer fein und es ist leicht einzusehcm. daß darin em Faktor liegt, der damit einen erheblichen Einfluß auf bie Wirtschaftslage eines ganzen Landes auSüben kann. Trotz solcher Schwierigkeiten darf man aber vor dem Versuch nicht zurückschrecken. sich ein Bild von der kommenden Gestaltung ber Wirtschaftslage zu machen, selbst auf bie Gefahr hin, daß die Entwicklung dann doch auS unvorhergesehenen Gründen euren anderen Gang geht, als man angenommen hatte. Man muß babei ben Versuch machen, möglichst von bekannten Faktoren auszugeyen unb man hat bann biese zur Hand, wenn man nach ben Grünben forscht, bie ben jetzigen, wenn auch schwachen Äon- junkturrückgang bewirkt unb wenn man fragt, ob Gründe vorhanben (mb, bie dafür sprechen, baß biese Kräfte auch weiterhin nach ber gleichen Richtung hin wirksam sein werben ober nicht Wir haben bereits gesehen, baß ber Anstoß zur Verschlechterung ber beutschen Wirtschaftslage im Herbst von ber Versteifung am Kapital- unb Gelbmarkt ausging. Cs war bas bie 3cit, in ber aus ben verschiebensten Gründen Aus- lanbfrebite nur in relativ geringem Maße zu uns hereinkamen. In den Monaten vom Dezember 1927 bis Februar 1928 wurden nur rund 200 Millionen Mark Auslandanleihen aufgenommen, gegenüber 800 Millionen Mark in den drei vorangegangenen Monaten. Demgegenüber ist dieser Betrag in den ersten drei Monaten diese» Jahres wieder auf rund 400 Mill. Mk. gc flieg en und manche Anzeichen sprechen deutlich dafür, daß diese Zunahme zunächst roetter anhalten wird. Wenn bas ber Fall ist, so liegt darin ein Faktor, der einem weiteren Nachlassen ber Konjunktur entgegenmirfen kann. Denn wenn an so vielen Stellen der Wirtschast die Auf- träoc jetzt langsamer einlaufen als im vergangenen Jahre so beruht die» neben anderen Gründen auch in hohem Maße in dem Kapital- und Geldmangel, der bei den Auftraggebern vorhanden ist. S» sei nur auf den, für die ganze Wirtschaftslage eines Landes so wichtigen Baumarkt verwiesen. Bekannt ist, daß in diesem Frühjahr die Beschäftigung auf dem Baumarkt geringer war, als im vergangenen Jahr. Das hängt in erster Linie mit der Versteifung auf dem Kapital- und Geldmarkt zusammen: derZins- fuß ist wesentlich höher als vor einem Jahre unb von ben össentlichen Körperschaften können im allgemeinen auch weniger Bauzuschüsse als im Der- gangenen Jahre zur Verfügung gestellt werben. Wenn man bebenft, wieviele Industriezweige vorn Baumarkt aus gespeist werden, so erkennt man leicht, welch starker Einfluß von hier aus aus die Kaufkraft für unsere Waren entwickeln formen, alS wenn sich dort die Konjunktur scldst auf dem absteigenden Aste bewegt. Es ist allerdings auch eine wichtige Frage, ob und in welchem Mähe bei uns bei weiterer rückläufiger Konjunktur die Industrie ihre Ausfuhr noch mehr steigern kann. Schon mit Rücksicht auf die Lage auf dem Arbeitsmarkt wäre das höchst wünschenswert: aber in welchem Matz das möglich ist, hängt auch von der Höhe der Srzrugungskosten unserer Industrie, die bekanntlich aus den verschiedensten Gründen recht hoch sind. ab. Preiserhöhungen von der Rohstoffseite her. zu starke Lohnsteigerungen, eine sehr starke steuerliche Belastung, könnten immerhin ein ernstes Hemmnis für eine notwendige Steigerung unserer Fertigwarenausfuhr bilden. Faßt man zusammen, so hängt im wesentlichen die weitere Gestaltung der deutschen Wirtschafts' läge vor allem von drei Faktoren ab. über deren Gestaltung sich jedoch der Ratur der Sache nach nur mit großer Zurückhaltung etwas au-sagen läßt: 1. Bon dem Absatz auf dem inneren Markte. Die ilnbetannte. mit der hier in erster Linie zu rechnen ist. ist die Lage der Landwirtschaft. Sie ist. vornehmlich auch infolge der (euren Kredite, mit der die Landwirtschaft betatet ist, zur Zeit recht schwierig, und auch die össentlichen Mittel, die jetzt zur Hilfe bereit- gestellt worden sind, können nur eine bescheidene Hilfe bedeuten. Freilich wird dann der Ausfall der Ernte für bu weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaftslage eine wesentliche Rolle spielen. Richt nur, daß ein günstiger Ausfall der Ernte unsere Handelsbilanz günstig beeinflußt, sie wird auch die Kaufkraft der ländlichen Bevölkerung stärken und damit günstig auf die Lage der übrigen Erwerbszweige einwirken. 2. Sin weiterer Punkt betrifft die Gestaltung der deutschen Ausfuhr. Man wird hier mit ziemlicher Sicherheit Voraussagen können, daß ein weiterer Rückgang der Konjunktur in Deutschland günstig auf die Ausfuhr wirken wird, so daß damit ein gewisses Gegengewicht entsteht, wenn sich die Absatzmöglichkeiten im Inland weiter verschlechtern sollten. 3. Besonders wichtig wirb jedoch die weitere Gestaltung auf dem Kapital- und Geldmarkt fein. ES handelt sich dabei nicht allein darum, daß neue Mittel, die vom Ausland hereinkommen, auch die Rachfrage auf dem In- landmarkt steigern können. Dtelmehr besteht auch ein ei^jer Zusammenhang zwischen Konjunkturlage und den Verhältnissen auf dem Geld- und Kapitalmarkt selbst. Wenn mit einem Rückgang der Konjunktur der Güterumsatz im Lande sinkt, so wird der Geldmarkt weniger in Anspruch genommen. Man kann jetzt bereits gewisse Ansätze dazu feststellen. Damit entstehen Tendenzen zu einer Verflüssigung am Geldmarkt und zu einer Verminte rung des ZinSfußeS. Tendenzen, die dann noch verstärkt werden, wenn, wie wahrscheinlich, der Zustrom von Kapital aus dem Ausland stärker zunehmen wird. Wenn aber der Zinsfuß sinkt, dann werden davon günstige Einwirkungen auf den Baumarkt und die Landwirtschaft ausgehen und diese Einwirkungen werden sich dann auf die ganze Volkswirtschaft übertragen müssen. Ist also auch bei unS die Konjunktur im Abflauen, wenn auch zunächst in einem Umfang, der keineswegs gefahrdrohend ist, so finden sich doch auch manche Faktoren, die imstande sein können, wieder nach der günstigen Seite hinxu- wirken. ES liegt also keine Veranlassung vor, der weiteren Gestaltung unserer Wirtschaftslage , pessimistisch gegenüberzustehen. Freilich liegt trotz alledem in der weiteren Gestal- l tung der Verhältnisse auf dem Geld- und Kapital- markt ein Punkt, der alle Aufmerksamkeit verdient. F Im Vergleich zu den Zeiten vor dem Kriege handelt es sich heute dabei um ganz anders geartete Verhältnisse. Damals konnten wir den Kapitalbedarf der Wirtschaft aus eigener Kraft speisen, heute sind wir noch Immer dabei auf die Hilfe des Auslandes angewiesen. Wenn es durch die wohl wieder einsetzende Kredithilfe des Auslandes auch gelingt, die rückläufioe Konjunktur mehr oder weniger auszufangen, so liegen — wie leicht einzusehen ist — doch in dieser Abhängigkeit unserer Wirtschaftslage von der Kredithilfe des Auslandes gewisse Gefahren. Denn es können hier leicht Kräfte ausaelöst werden, wie z. B. als Folge außenpolitischer Verwicklungen bei anderen Staaten, die imstande sein werden, diese Kredithilfe ungünstig zu beeinflussen. Es ist oben bereits auf den Ausspruch des Reichsbankpräsidenten von der „gepumpten Konjunktur" hingewiesen worden. Mit dem eben Gesagten hängt es dann zusammen, daß bei uns ein so lebhafter Meinungsstreit über das Für und Wider dieser fremdländischen Kredit- Hilfe besteht. Aus der einen Seite eine Richtung, die vor allem durch den Reichsbankpräsidenten vertreten wird und die verlangt, daß wir diese Abhängigkeit vom Ausland auf das notwendigste Mindestmaß b e schränken sollen, selbst auf die Gefahr hin, daß die weitere Entwicklung der Konjunktur sich un- günstiger gestaltet, als es sonst der Fall wäre. Lieber ein langsameres und ruhigeres Wachstum der deutschen Wirtschaft, dafür aber eine größere Unab- hänai^keit von ausländischen Einflüssen, die unter Umstanden recht störend auf unser Wirtschaftsleben einwirken können. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die diese Gefahren geringer einschätzen und in erster Linie auf die wirtschaftsfördernde Seite dieser Auslandkredite sehen, darauf, daß von hier aus Kräfte ausgehen, die den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft fördern und vor allem auch den Arbeitsmarkt günstig beeinflussen. Es sei als Beispiel nur auf den bekannten Meinungsgegensatz derer hingewiesen, die auch den Anleihebedarf der öffentlichen Körperschaften mehr oder weniger bedingungslos aus dem Ausland befriedigen wollen und die Meinung derjenigen, die darin doch gewisse Gefahren für die Sicherheit und Stabilität unserer Wirtschaft erblicken. Daß in dieser finanziellen Abhängigkeit vom Aue- land gewisse Gefahren liegen, unterliegt keinem Zweifel. Allerdings darf man diese Gefahren auch nicht überschätzen, ebensowenig wie die Tatsache, daß sich jetzt eine gewisse Verschlechterung in unserer Wirtschaftslage zeigt. Ein solches Auf und Ab ist in der Wirtschaft unvermeidlich. Denn ein derartiger Aufstiea der Konjunktur, wie wir ihn im vergangenen Jahre gehabt haben, muß auch einmal zum Stillstand kommen: damit sind aber dann unver- weidlich gewiffe Rückschläge verbunden. Was bagcaen unser wichtigste« Ziel fein muß, ist, un» In der Gestaltung unserer Wirtschaftslage wieher unabhä ngiger vom Ausland zu machen. Das ist nicht leicht, bedarf auch geraumer Zeit, aber mir sind auf dem Wege dazu Unter den Staaten Europas hat noch kein Land die Wirkun- gen und Nachwirkungen des Weltkrieges ganz überwunden. Wir dürfen aber doch von uns mit einem gewissen Stolze sagen, daß Deutschland zu den Ländern gehört, die trotz aller noch vorhandenen Schwierigkeiten in ihrem wirtschaftlichen Wiederaufbau in den letzten Jahren mit am meisten geleistet und mit am meisten erreicht haben, und zwar unter wesentlich schwereren Verhältnissen als andere Länder. Das bisher Erreichte gibt auch die Gewähr dafür, daß wir auf diesem Wege noch weiter kommen werden. Rückschläge, die eintreten und im allgemeinen unvermeidlich sind, werden ebenso wie olle Schwierig- feiten, die überwunden werden müssen, nur ein An trieb zu um so emsigerer Tätigkeit sein. Denn erst, wenn die Verhältnisse sich ungünstig gestalten, kann auch der einzelne zeigen, was er zu leisten vermag. Es bedarf keinen übertriebenen Optimismus, sondern vielmehr nur eines Blickes auf das, was bei uns in den letzten Jahren erreicht worden ist, um der weiteren Entwicklung der Wirtschaftslage bei uns durchaus zuversichtlich gegenüberzustehen. . Oberhessen. Bedeutende Erfolge der oberhessischen Tierzucht. Folgende Tiere, bzw. deren Besitzer, erhielten auf der Wander-AuS st ellung der Deutschen L a ndw i r t s ch a f t S»G e s el l- schäft sD. L. G.) in Leipzig hohe Auszeichnungen : A. DogelSbergerRotvteh: 1. Klaffe 57: Aeltere Bullen: 1 b-Preis Bulle Anton vom Versuchsgut der Landwirtschaftskammer Selgenhof bei AUrfajftein; 3. Preis Bulle Oskar der Gemeinde Hattenrod. — 2. Klaffe 6 0: Aeltere Kühe t n Milch: 2. Preis Robert Laubach auS Ober-Mockstadt: 3. Preis Heinrich Münch, Großen-Buseck. — 3. Klasse 61: Aeltere Kühe, erkennbar tragend: 4. Preis Aug SchmauS, Lindenstruth. — 4. Klasse 62: Jüngere Kühe in Milch: 1. Preis Hch. Albach X., Burkhardsfelden: 3. Preis Altbürgermeister Deubel, Rudingshain. — 5. Klasse 63: Jüngere Kühe, erkennbar tragend: 4. Pr. K. Schmandt IV„ Steinberg. 6. Klasse 64: Färsen, erkennbar tragend. 3. Preis Altbürgermeister Deubel, Rudingshain. - 7. Klasse 65: Gedeckte Färsen: 2. Preis Hch. Laubach, Obermockstadt. Auf Die Sammlung der Oberhef fischen Herdbuchgesel lisch ast für Do- gelsberger Vieh konnte ein erster PrelS errungen werden. In Milchleistung erhielt einen 2. Preis die Kuh des Züchters Robert Laubach. Obermockstadt. In Fahrkonkurrenz mit anderen Höhenviehschlägen erhielten die Tiere von Hch. Münch I., Großen-Buseck. und Hch. Albach X.. Burkhardsfelden einen 1. Preis. Die Tiere von August Schmaus, Lindenstruth, und Karl Schmandt IV., Steinberg, einen 2. Preis, die Tiere des AltbürtzermeisterS Deubel. Rudingshain, einen 4. Preis. B. Die Erfolge der Ziegenzucht wäret: geradezu glänzend. Die Smmnlung des Verbandes Oberhessischer Ziegenzuchtvereine errang den Siegerpreis des Deichsministerium» für Ernährung und Landwirtschaft in Höhe von 250 Mark und den la-Prris. Klasse 1: Aeltere Böcke: la-PreiS und Ehrenpreis Gemeinde Sich: 1 bereis und Ehrenpreis Gemeinde Großen-Buseck: 2a-Preis Zuchtstation Schwarz: 3. Preis Gemeinde Angenrod: Anerkennung Qtemetnbe Dieder-Weisel. Klasse 2: Jüngere Böcke: lb-Preis Gemeinde Lauterbach: Anerkennung Gemeinde Maar. Klasse 3: Ziegen (vor dem 1. Januar 1926 geboren): la-Preis und Ehrenpreis Ioh. Kröckel, Reuters: lb-Preis und Ehrenpreis Ludwig Scharch II, Windhausen: 2s-Preis Hch. Rau IV, Hattenrod: 2b-Preis Otto Köhler, Ober- Breitenbach: 2c-Dreis Hch. Rühl II, Utphe: 4d-Preis Hch Wagner ill, Großen-Buseck: 4c* Preis Hch. Köhler, Frischbvrn: Anerkennungen K. Geiß, Windhausen, und Hch. Martin III, Wwe., Maar. Klasse 4: Ziegen (nach dem 1. Januar 1926 geboren): 1. Preis und Ehrenpreis Ludwig Scharch II, Windhausen: la-Preis Peter Schmitt, Wwe., Wallenrod: 4b-Preis Jakob Schimpf, Rieder-Weisel: Anerkennungen Ioh. Schmidt II, Maar, und Karl Kaiser, Trais- Münzenberg. Die Ziegen-Sammlung bestand aus 25 Tieren: davon gehörten zum KreiSziegenzuchtverein Gießen 7, Alsfeld 8, Lauterbach i und Friedberg 3 Tiere. Landkreis Giessen. £ Wieseck, S.Juni. Aue dem Gemeinderat: Bürgermeister Schomber begrüßte zunächst den Vertreter des Gießener städti- schen Elektrizitätswerkes, Dlpl.-Ing. Kunzemüller, der als Sachverständiger zum ersten Punkt der Tagesordnung „Erweiterung des elektrischen Ortsnetzes" er» schienen war. Der Vorschlag des Bürgermeisters, den zweiten und dritten Punkt der Tagesordnung in nichtöffentlicher Sitzung zu behandeln, wurde abaelehnt. Hierauf sprach Dipl.-Ing. Kunze- muller über die Erweiterung des Ortsnetzes. Er gliederte seine Ausführungen in zwei Teile, und zwar erstens technischer und zweitens finanzieller Art. Zum ersteren machte er darauf aufmerksam, daß die Gemeinde Wieseck auf die Dauer nicht mit zwei Transformatorenftationen durchkommen könne, da daS Ortsnetz bereits überlastet sei und eS der beste und billigste Weg für Wieseck ist, eine dritte Station zu errichten. Sodann muh Station 1 unbedingt (auS Sicherheitsgründen) außerhalb deS OrtSbarlpfanes gelegt werden. Hierzu wirb von dem Redner der Vorschlag gemacht. Station 1 an die Marburger Strahe-Möserstraße in der Rahe deS Gemeinde- wasferwerks zu verlegen und die neu zu bauende Station 3 am OrtSeingang. Gießener Sttaße zu errichten. Sodann teilte er mit. daß daö neue Retz, sowie bas Reh nach Allen-Bufeck nach den neuen technischen Grundsätzen mit Hängeisolatoren auSgestattet werben soll. Der Kosten- Voranschlag vom Werk beträgt 17 500 Mk.: entgegenkommend wolle die Stadt, genau tote bei anderen Gemeinden, die Hälfte der Kosten übernehmen, wenn auch der Vorschlag der Stadt nicht den Grundfätzen der Provinz, Hebernahrne der Kosten durch die Gemeinden im Verhältnis 1 -u 2 (gleich ein Drittel Provinz und zwei Drittel Gemeinde) entspreche Gegen den technischen Teil hat der Gemeinderat nichts einzu- I wenden, er ist jedoch mit dem Dorschlaa der Stadt auf Hebernahrne der Hälfte der Kosten nicht einverstanden, vielmehr stellt er sich allgemein auf den Standpunkt, daß doch jeder Unternehmer und Rutznießer eines Betriebes auch für die Erweiterung seines Betriebes aufkommen müsse und nicht kurzerhand diese Kosten auf den Verbraucher abwälzen könne. Grund hierzu sieht der Gemeinderat in den hohen Einnahmemöglichkciten der Stadt durch das Werk, das doch eine sehr gute Steuerquelle der Stadt sei. Hm jedoch die Angelegenheit auS der Welt zu schaffen, will die Gemeinde ein Drittel der Kosten übernehmen. Herr Kunzemüller konnte hierüber keine Zusagen geben, da et über keine Vollmachten verfügte, er wurde aber vom Bürgermeister Schomber gebeten, das Abstimmungsergebnis seiner vorgesetzten Behörde mitzuteilen — Eine Forderung der vereinigten Schreinermeister bett. Erhöhung des Prei - seS für die Särge bis zu 25 Prozent, infolge höherer Holzpreise und Arbeitslöhne (bcfannHfa) ist in Wieseck das kommunale Bestattungswesen eingeführt), wurde dahin beantwortet, daß die Särge neu vergeben werden sollten bei vorheriger PreiSeinholung. Dem Gemeinderat soll in der nächsten Sitzung Vorlage gemacht werden. — Heber daS Ba ckhaus an der Gießener Straße liegt ein Gutachten des Hochbauamtes vor, das besagt, daß die Reuerrichtung etwa 5000 Mk. kosten würde: da daS alte Backhaus immer noch eine Lebensdauer von 20 Jahren aufweise, müsse der Gesuchsteller Haas den größten Teil der Kosten übernehmen. Der Gemeinderat übergibt biefe Angelegenheit dem Bau- und Finanzausschuß zur 'Verhandlung mit Haas und ersucht um Vorlage zum endgültigen Beschluß. — Der Anschaffung eines Sprengwagens wurde im Onmöe zugestimmt, jedoch sollen noch weitere Angebote über gebrauchte Wagen eingeholt werden. — Der Voranschlag der Gemeinde Wieseck liegt nun dem Gemeinderat vor und wird wohl im Laufe dec nächsten Woche der Gemeinderat Gelegenheit haben, sich damit zu beschäftigen. Der Bericht über den Voranschlag folgt in einer der nächsten Rwnmevn. * Klein-Linden, 8. Juni. Arn Maiplatz rannte gestern Nachmittag ein etwa 50jähriger Mann namens y Ig e von Groß-Rechtenbach, der mit seinem Fahrrad die Lützellindener Sttaße herkam, mit einem andern, die steile Kirchstraße herunterkommen- ben Radfahrer zusammen. Älge kam zu Fall nnb 50g sich schwere Verletzungen an Stirn und Kinn zu. Er konnte sich jedoch noch selber in die Gießener Klinik begeben, wo er verbunden wurde. : Aus dcmBusecker Tal, 8. Juni. In dieser Woche hat man mit dem Setzen der Hackfrüchte begonnen. Der Erdboden war stark ausgetrocknet, doch der ersehnte Regen ist zur rechten Zeit gekommen. Die Setzpflanzen sind so stark entwickelt, daß sie vereinzelt werden muffen. Hier und da wandert auch schon der Heurechen hinaus auf die Wiese. Vereinzelt hat auf abseits gelegenen Wiesen der Heuschnitt begonnen. Wenn das Wetter hilft, verspricht die Heuernte einen guten Ertrag. V" Mainzlar, 8. Juni. Gestern fand hier die erste Heugrasversteigerung statt. Die Beteiligung war gut, dementsprechend die Preise auch ziemlich hoch. GS kosteten je nach Qualität das Stück 1,00 bis 8,00 Mark. Durch den Hm stand, daß unser Wiesengrund immer mehr versumpft und dadurch die Grasbestände versauern, wurden für die Stücke in höheren Lagen diese hohen Preise erzielt. Quantitativ scheint jedoch die diesjährige Heuernte hinter der vorjährigen erheblich zurüc^ubleiben. Mit der Ernte hatte man schon in ben Rebengärten begonnen, doch ist man nun mit dem einsetzenden Regen eifrig mit dem Setzen der Dickwurz und Krautpslanzen beschäftigt. Der Stand des Winter- und Sommergetreides ist ebenfalls gut. Leider tritt wieder der sog Getteidekäser in hohem Maße auf; überall auf den mit Winterroggen bestellten Grundstücken sieht man die von diesem Schädling kahlgefres- fenen Aehren. Kreis Friedberg. WSN. Friedberg, 8.Juni. In dem benachbarten Rodheim v.d. H. erlitt der Arbeiter Valentin Schneider durch kochenden Asphalt schwere Brandwunden. Er fand Aufnahme im Bürgerhospital zu Friedberg. — Der Zimmermann nm rein von Ober-Erlenbach stü rzte beim Bau einer Scheune in die liefe. Neben schweren Kopfverletzungen brach er einen Arm und verstauchte sich beide Knie. I S t e i n f u r th, 8.Iuni. Am 15. und 16.Juli veranstaltet der Gärtnerverein Stein > surth eine Rosenschau. Er trifft dafür jetzt die ersten Vorbereitungen und wird bestrebt sein, allen Besuchern etwas ganz Besonderes zu bieten. Im oergangenen Jahre war es ihm gelungen, bei der großen Rosenschau über 25000 Rosen in weit über 100 Sorten, von älteren bewährten Sorten bis zu den neuesten Züchtungen, in mustergültiger Ordnung auszustellen. WSN. R 0 d h e i m 0. d. H., 8. Juni. Hier wurde beim Bau einer Wasserleitung in einem Hofe ein Stein mit hebräischer Inschrift zutage gefördert. Es wurde festgestellt, daß es sich um einen G r a b st e i n aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges handelt. Kreis Schotten. Schotten, 9. Juni. Der gegenwärtig so große Mangel an Pfarrern macht sich auch in einer Reihe von Gemeinden des evangelischen Dekanats Schotten in empfindlicher Weise bemerkbar, so daß das kirchlichgottesdienstliche Leben notgebrungen manche Einschränkungen erfahren muß. Die Pfarrei Mittel-Seemen—Nieder Seemen, welche feit dem kürzlichen Wegzug von Pfarrer flauer nach Landenhausen vakant ist, kann vorläufig nicht mehr besetzt werden und wurde der Pfarrei Ober-Seemen zugeteilt. Dies hatte zur Folge, daß die Pfarrei Dolkartshain, welche bisher von Ober-Seemen aus pafloriert wurde, nunmehr non Herchenhain aus kirchlich bedient wird. Die schon feit längerer Zeit vakant» Pfarrei Eschenrod wird von Wingershausen aus miwersehen, ein Zustand, der auf die Dauer nicht haltbar ist: es verlautet, daß Eschenrod demnächst wieder besetzt werden soll. Bon Gedern aus wird Aur Zeit der Pfarrdienst in der zum Dekanat Büdingen gehörigen Pfarrei Wenings-Merkenfritz versehen Alle dies» Notmaßnahmen bringen es mit sich daß die mit den Vertretungen beauftragten Geistlichen sehr stark über- lastet und oft kaum in der Lage sind, allen An- forberungen gerecht zu werden. Die Gemeinden muffen daher in gebührender Weise darauf Rücksicht nehmen und diesen Notzuständen Verständnis ent- gegenbringen. □ Laub ach, 8. Juni. Mit dem dritten Tag des I diesjährigen ,Au »schuß-Festes", de» Lauboch« Nationalfestes, das 00m 10. bis 12. Juni ftaitfxnM, soll wieder, wie zum erstenmal im vorigen Jahr, ein großer Prämienmarkt verbunden werben, mit Verlosung von drei Stück Rindvieh und vielen land- und hauswirtschaftlichen Gegenständen. Bis heute sind schon 95 Stück Vogelsberger und 115 Stück Simmentaler Rindvieh, sowie 50 Ziegen angemeldet worden. Man darf jedoch mit einer noch größeren Zahl von Bicb rechnen, da erfahrungsgemäß viele Leute sich erst irn letzten Augenblick zur Teilnahme entschließen können. — Wie schon berichtet, wurden durch die hiesige Freiwillige Feuerwehr bereits 23 Mitglieder für die Freiwillige Sanitäts-Kolonne angemeldet. Diese gemeinnützige Bereinigung ist nun gegründet. Zum Kolonnenführer wurde Fabrikant Philipp Repp, zum Rechner Beigeordneter Pitz, zum Kolonnenarzt Dr. M a f f i n g gewählt. — Sin Probeichießen des hiesigen Schutzenoereins auf den neuen Schieß st finden am Ringelsderg, die am 15. Juli bei Gelegenheit des 30jährigen Jubiläums- schiebens des Gauoerbandes geweiht werden sollen, hat ergeben, daß die neue Anlage ihrem Zwecke bestens entspricht. Zx M Ittel-Seemen, 9. Juni. Dieser Tage verabschiedete sich von feinen beiden Gemeinden Mittel- und Rieder-Seemen unser OAsgeistttcher Pfarrer Satter, nachdem er über 3 Jahre in unserem Kirchspiel gewirkt hatte, um die ihm übertragene Pfarrstelle zu Landenhausen bei Lauterbach zu übernehmen. Pfarrer Latzer war während ferner hiesigen Tätigkeit mit großem Eifer und selbstloser Treue seinen dienstlichen Verpflichtungen in Predigt, Hnterricht und Seelsorge nachgekommen und erfreute sich wegen seines allezeit freundlichen Wesen« und wegen seiner ernsten Berufsauffassung der größten Anerkennung und Wertschätzung. Seine beiden Gemeinden werben seiner stets dankbar gedenken und begleiten ihn und seine Familie mit den besten Wünschen in fein neue« Amt. Rheinhessen. WSN. M a i n , 8. Juni. Der westliche Haupt- türm des Domes ist nunmehr gerüftfref geworden. Auch an den oberen Teilen vom Westbau und Langhaus sind die Arbeiten vollendet. Dagegen wurden der von Häusern umbaute und infolgedessen weniger sichtbare Ostbau und die Seitenbauten neu eingcrüstet. Im Innern des Dornes sind noch Ausbesserungen im Gang. Die Steinarchitektur soll durch geeignete Tönung zur vollen Wirkung gebracht werden. Preußen. Kreis Marburg. ][ Marburg, 8. Juni. Die hier wohnenden Eheleute Superintendent a. D. Ludwig ® 6 - b c l und Frau, geb. Reinhard, begehen morgen die seltene Feier der diamantenen Hochzeit. Der Gatte ist 86. seine Frau 82 Jahre alt Beide erfreuen sich noch geistiger und körperlicher Frische. Mainga«. WSR. Frankfurt a. M. 8. 3unL Am Fronleichnams ttme wurde zwischen 9 und 11 Hbr im Parterrestock des Hauses Kittierstrahe 38 ein Einbruch verübt. Die WohnungSinhaber hatten auf kurze Zeit die Wohnung verfassen. Der Täter brach eine Glasscheibe der Tür des in den Garten hin abführenden Balkons ein, wodurch er die Türe von innen öffnen konnte In der Wohnung entwendete der Täter außer einem kleinen Geldbetrag Kleidungsstücke im Werte von 350 Mark. Bei der Absetzung des Diebesgutes wurde er heute früh hier von der Kriminalpolizei verhaftet. SS handelt sich um einen erst vor wenigen Tagen aus dem Zuchthaus entlassenen Verbrecher. Gießener Jugendgericht. In der jüngsten Sitzung deS Jugendgerichts wirkten als Schöffen mit August Friedrich Rinn von Heuchelheim und Karl Vogt von Wieseck. Ein junger Kaufmann von Gießen, der Mitte vergangenen IahveS erst eine Gefängnisstrafe von zehn Tagen erhielt, weil er in frivoler Weis« einen Feuermelder zerstört hatte — es war ihm Strafaussetzung für den Fall der Bewährung bewUligt worben -- stand erneut vor den Schranken des Gerichts, weil er beschuldigt und in der Hauptsache auch geständig war. daß er seinem Prinzipal wertvollen Anzugsstoff entwendet und einem Fahrradhändler in Klein- Linden ein neues Fahrrad unterschlagen habe. Der frühreife junge Mensch, der auf guten Rat nicht Höri, dagegen offenbar schlechten Einflüssen zugänglich ist, muß sein Tun mit s e ch SW 0 ch en Gefängnis büßen, auf die drei Wochen erlittene Hntersuchungshaft ausgerechnet werden. Die zehn Tage Gefängnis für den zerstörten Feuermelder muß er noch verbüßen. Außerdem wird sich die Füri 0rgeerziehungsbe- hörde seiner annehmen. Sin anderer junger Kaufmann hat aus einem Spaziergange im vergangenen Frühjahr durch leichtsinniges, an Vorsatz grenzendes Wegwersen von Zündhölzenr auSgcdörrten Dünger, der auf einem Acker tn der Äähe des Bergwerk^valdeS lagerte, in Brand gesetzt und dadurch zerstört. Er erhielt wegen Sachbaschäbigunp eine empfindliche Geldstrafe und wird den angerichteten Schaden zu ersetzen haben, den der Eigentümer auf mehrere hundert Mark bezifferte. Sin äußerst betrüblichem Bild jugendlicher Der- derbtheit, wie es glücklicherweise zu den großen Seltenheiten gehört, bot die Verhandlung gegen vier jugendliche Angeklagte wegen fortgefetzten E i n 0 r u ch S 0 i e b sta h l s, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs. Im Februar 1928 wurde in einer großen Zahl von Garlenhütten dieSseiiS und jenseits der Lahn eingebrochen und den Eigentümern der Gärten und Hütten «um Teil ganz erheblicher Schaden zuaesügl. Alle möglichen Gegenstände wurden gestohlen, um von den Missetätern zu Geld gemacht zu werden, beispielsweise Hosen, Kttttl, Frauenjacken. Blusen, Röae, Handtücher, Tischdecken. Schürzen, Schuhbürsten, Tücher, Säcke, ein Uniform rod, Beile, rin Schloß. Spiritus und Spirituskocher, eine Rosenscher«, ein Holzhammer und ähnliche- mehr. In frivolster Weise wurden an mehreren Gartenhäusern die Fenster oder Spiegel zertrümmert. Tassen, Flaschen, Bil- der und (bestelle -erschlagen, und in einem Falle wurden sämlliche Scheiben eines Mistbeetes cbx- geschlagen An mehreren Plötzen verrichteten die Angeklagten in den Hütten ihre Ttotburft und beschmierten die Wände mit Teer oder Farbe Es versteht sich von selbst, daß durch diese Akte unglaublicher Roheit die Gartenbesitzer, dir xum Xeu kleinere 2eute sind, ganz erheblich geschädigt der Rätsel,Scke roch — ren — kn n-gmchi -ändkr 'n SOHN I. an der Drucksachen aller Art katholische Gemeinden. Samstag, den 9. Juni. ne grau 82 Jafrt fleiftij« und tk- ar eh I* arg. Sie hier wohnenden ->. Ludwig »6- Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. — d — rfl — f« — der — fort» — ft. St Dem j)0U5br$iBtr ftebt do» kundigungs recht zu. Fall» Sie trop der Äunbipung nicht aus Amtsgericht die Die Buchstaben in obiger Figur sind so umzuord- nen, daß die einzelnen Flügel Wörter mit folgen» der Bedeutung ergeben: 1. Gemüse; 2. Papstname, 3. Singvogel, 4. Hand» werkszeug. — Die Anfangsbuchstaben der vier Wör» ter sind u, U, A, F. nach vorn, ein Zitat von Serpil. Kreuzworträtsel. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit Schriftleitung.) führuug, von Adolf CtoUc Montag 11.. 20 M 23 Otbeflo V'cnstag 12.. & bti argen Wieses Freitag, Uhr, in der Wirt- 22: ToSco. Schauspielhaus. Sonn tt« gegen 22 Uhr Binzen,, Stetglied hab er, wdche die Diesen be- ichtigen möchten, wollen sich an den städti» chen Wiesenmeister A l o s, Am Rodtberg 5, wenden. Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, vorstehendes süh hin von der L SS banWt fld) u Tagen aut dem rechn. L X 8. Juni. Im schm 8 und 11 Uhr S Mlnstr-che 38 Dohmmgtmhabn Hoffnung wrftfftai «Ibt ta Xis btf CT AaKmt ein, ien öffnen tmk. bet Uta * Ta» Heu gras von den staatlichen Kiesen wird versteigert: In Gemarkung Wieses Fr^ag, die Seiten. •3m 3nwn bf$ « im Saig. Vie pwU Tönung zur rilbe« rätscl — den» — dudd — do — de» — dol — m Sieben, d? i, Wd er im frivole - ftanö erneut vor weil er fefNN in Ihrer Gemeinde bekannt machen zu 5678B — gar — ge — pir — fort — lern — markt — Masern Mädele hat die Masern, ist aber ouirtlebanDia und will partout nicht im Bett Meißen. Der Sapa zeigt ihr die vielen roten Pusteln und beutet ihr. solange die nicht verschwunden seien, müsse Kleinchen noch im Bett Meißen. Darauf erhült er die entrüstete Antwort: ,Go. waS kann ich'n dafür, wenn ihr hier so viel Flöhe habt??" (Oi* W Theater Anekdote 3m Deutschen Theater sand die ®eneraU>robc des Schauspiel- .Dneisenau" statt. Sie sollte pünktlich beginnen. Alle- war fertig kostümiert, nur der Hauptdarsteller, der die Titelrolle spielte, fehlte noch, ör hatte ein Bad genommen und sich dadurch verspätet. Südlich kommt er atemlos, aber in voller Uniform auf die Bühne. ."Jlanu, wer sind denn Sie?" fragt der schlecht sehende Autor. „Sin Deneral-Feldmarschall, der sich gewaschen hat!" sagte der große Werner Kraust (.Jugend") AUXOLI KOPFWASSER nehmen heisst, richtige Haarpflege betreiben gef üngniSst rase von sechs Monaten, abzüglich 16 Tage erlittener Untersuchungshaft, ein weiterer Angeklagter wurde unter bedingter Strafaussetzung zu einer® esamtgefängniS- strafe von einem Monat und zehn Tagen, abzüglich 16 Tagen Untersuchung-hast, und der vorbestrafte Ana-Äagte H. wegen Diebstahls imb Si ubruchSdicwstahlSversuchS zu einer Gesamtgefängnisstrafe von einem Monat verurteilt. Außerdem hat er die früher erkannte ^iefängui-strafe zu verbüßen. Die beiden ersten Angeklagten U. und H haßen drei Monate zu verbüßen, hinsichtlich deS AesteS der Strafen wurde Ausschuß bewilligt. Schließlich wurden bei sämtlichen Verurteilten VrztchungSmaßnahmen für zulässig erllärt. deren Anordnung und Äu-wahl Dem Vormundschaft»- richter überlasten bleibt Strafmildernd ist bei sämtlichen Angeklagten die Jugend, strafcrhöhend die außerordentliche Hartnäckigkeit deS verbrecherischen Willens in Betracht gezogen worden. Spielplan der Frankfurter Theater. auf hTBfTlb” Abb**1 foZ ttc, Uffl hi. Perrich, frrutr u LM Gießen. 4.80 und 7 Uhr: Deichte. Sonntag, 10 Juni 2 Sonntagnach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Meste; ftommunion der Iünglinae; 8: ftommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt, 2: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9JO: Messe mit Predigt — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Cid). 7JO: Hnchamt mit Predigt. — Nidda. PJO: Hochamt mit "rebigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Arbeitsvergebung. Tie zur Instandsetzung der Kirche in Lieinbach erforderlichen Arbeiten sollen aus Grund der ReichSverdinqungSordnung im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. 1. »enrerarbeiten: 120 raglohnstun- den uf». 2. Zimmerarbeiten: 100 Taglohnstunden, 2 JO cbm Tannenhol» zu liefern ufw. 2. tadjbederarbetiew: 44/i Taalohnstllnden, 1200 Schiefer zu liefern usro. 4. rpenglerarbetten: 80 Tag- lohnftnnden, ft/» qm Zink zu liefern usw. 5. Glaserarbeiten: 60 Ta giohnstunden ufw. 8 Lcitzbivderarbeiten: *'A0 qm Rüstung, 1600 qm Leun färbe, 1400 qm Lei färbe ui». 7. Lch rein er arbeit en: 100 Taolohn- nunden usw. 8. rchtofserarbettev: 50Tag- Ichnstunden, 20 kg (Menzeug usw. 9. Pflasterarbetten: 6,00 qm Gossen- pslaster usw. Abgabe der Lngebotsoordruckc und Ein- ficktnahme in die Bedingungen vom 12. o. M. ab auf unserer Kanzlei, Stephan- ftraße 18. Die Angebote sind verfchlossen. mit entsprechender Aufschrift versehen, postftei, bi8 zum Eröftnungsternnn, Lamdtag, be« 16. d. Di., vormittag» 11 Uhr, bei uns einzureichen. 5673V fließen, den 8. Juni 1928. Hessische» Hochbauamt fließen. I. 8.: Kuhlmann. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren dmn Aebaftionstisch. Aaadbemerkung Generalmuslkdirektor Muck war — so lesen wir im .Verl. Vdrsencour." — dafür bekannt, daß seinem Ohr nichts entging. 3m fünften Akt von Meyerbeers .Afrikanerin" haben die Trompeten nur einen Einsatz, und zwar einen einzigen Ton zu blasen. Dem Versuch, sich um diesen einen Ton zu .drücken" und den letzten Aft lieber im Theaterkeller ober daheim zuzubringen. widerstanden die vackeven Trompeter nur selten Zumeist schlichen sie sich in der Dunkelheit bei Beginn deS fünften Aktes leise davon, und der Ton blieb ungeblasen. Bei 0 k mußte ihnen daS schlecht bekommen sein oder man fürchtete a priori sein waches Ohr Jedenfalls stand in den Trvmpetenstimmen bei der betreffenden Stelle die Randbemerkung: .Bei Muck blasen!" •ette« raffel. Au» nachstehenden zwölf einiillngeii Wörtern ist die gleiche Zahl jwe.illb.aer «Örter zu bilden, und zwar in der Belle, daß die zweite Silbe des einen Wortes stets auch die erste des darauffolgende" Wortes ist. Das ganze ist bann zu einer Kette zu vereinigen. All — Ball — »au — Fest — Macht — Saal — Schluß Spiel — lür — Vers — Welt —Wort Auflösungen. Kreuzworträtsel. do me — na — m — pt — preis Die Wörter bedeuten: a) Son links nach rechts: 1. weiblicher Personenname: 4. israelitischer König: H. Teil des Wagens: 10. Stabt in Südtirol: 11. asiatischer Herrscher. 14. sagenhafter phrygischer König . 16. Wurftpieß; 18. Teil be» Radee, . 20. asia- tisches Hochland. 23. Schweizerischer Staatsmann: 24. nordische Göttin: 25. Astrolog Wallenstein»: 26. asiatisches Reich: 27. weiblicher Personenname: 28. weiblicher Personenname. b) Son oben nach unten : 1. Fischfett: 2. biblischer Stammvater. 3. Stabt in Holland: 5. Niederländischer Maler, 6. wie 10. wagerecht: 7. zubereiteter Weg: 9. kleines Bretter- haus: 12. afrikanisches Land: 13. altgriechische Stabt: 15. alte Bezeichnung für Barbier: 17. Stadt in Schlesien: 18. Teil des Gesicht*. 19. deutsche Universitätsstadt. 21. Ackergrenze. 22. Hottentottenstamm. viersilbige Lcharadc Die ersten erquicken die Fluren und Saaten. Nicht schwer ist dieses wohl zu erraten; Die zweiten benutzte in früherer Zeit Jum Jagen man. zum Wettkampf und Streit. Das ganze ein farbenprächtiges Zeichen. Denn die ersten ben Strahlen der Sonne weichen. Magisches Flügelrätsel. ri — rif — ru — fo — ta — te — ttn — u. Sus vorstehenden 35 Silben sind 15 Wörter zu bilden, die nachstehende Bedeutung haben: 1 ein- gefriedetes Land für Baum-. Blumen- usw. Zucht: 2 Schwimmvogel: 3. nprbildwr Gott; 4 Stabt in Württemberg; 5. Relig,on»ftister: 6. fflarenprei»- oerttichnis: 7. weiblicher Vorname. 8. Muiikstück. y. ‘Äünbunyvbuitn der Em»; 10. Feld- und «arten- blume. 11. Wirtschoftsgerat. 12. biblischer Name; 13. landw,rtschaflliches flerät; 14 Holländischer Maler. 15. artechifcher Dichter. — Nach richtiger Bildung der Wörter ergeben deren Anfangsbuchstaben, non vorn noch hinten, und Endbuchstaben, non bin- Bekanntmachung Die diesjährige ösfenlliche Impfung in der Stabt fließen findet rote folgt statt: 1. Impftermin: Dienstag, 5. Juni, nachmittag# 14 bis 15 Uhr; Nachschautermin: Dienstag, 12. Juni, nachmittags 15 bis 16 Uhr. 2. Impftermin: Dienstag, 12. Juni, nachmittags 14 bis 15 Uhr: Nachschau- termin: Dienstag, 19. Juni, nachmittags 15 bi» 16 Uhr. 8 Impftermin: Dienstag, 19. Juni, nachmittags 14 dis 15 U^r; Nachschau termin: Dienstag, 26. Juni, nachmittags 15 bis 16 Uhr. Impslokal ist die Turnhalle der Schiller- schule, Schillerstraße 8. Zu diesen Terminen können alle in 1927 ober früher geborenen fthtber, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Imvfung bisher noch nicht erbracht wurde, vor- gestellt werben. Zn 1928 geborene ftinbex können in diesen Terminen Müßt geimpft werben. Die Kinder müssen nut rem gewaschenem Körner und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Linder aus Häusern^ in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht $u- gelosten. 5459 B fließen, den 31. Mai 1928. Der Oberbürgermeister Z. Dr. Krev. Opernhaus. Sonntag. 10. 3uni, 15 bis 17*/, Ubr Aiaoietto: 19»/, bi« nach 22: Der Troubadour. Montag. 11.. 19'/, bis 22: Martha. Dienstag. 12.. 19»/, bis 22*/,: Der Opernball. Mittwoch. 13.. 19'/. bis nach 22: Turandvt. Donnerstag. 14.. 19*/, bi« nach 22: Der Freischütz. .Srcitag, 15. 19 bi« 22'/.: TannhLuscr. SamStag. 16.. 19*/. bi« gegen 22*/$: ©armen. Sonntag. 17., 15 bis 17*/,: Zweite Szenenaufführung der Opernschule. 19*/, bi« nach 22'/,: _ Der Zigeunerbaron. Montag. 18.. 19'/. ßiS gegen I Predigt. 3. In Gemarkung sllten-Busetl Jarrrs- tag, den 16. Imtt, vorm. 9 Uhr, in der Otto Rabenamchen Strtschaft zü Alten- Buseck. 4. In flemathme Ltausenberg-raubrin- gen — Sotanroiefe mit 25 Losen — an demselben Tage (16. fttnri) tonn. 12 Ubr m der Wirtschaft „Zum blauen 5«hr in Taub ring en. Äuskunst erteilen zu 1 und 2 Herr Körst« Brück zu Rbbaen, m 8 Herr Ydrster u R. Müller zu Mew-Vuseck, zu 4 Herr yörster Braun zu Dank ringen, sowie das -'rorftamt. 6655D fließen, den 8. Kruü 19». Hast, fforfhmd fliehen. lftugras-versteigerung der Stadt Gietzen. Montag, den 1L Juni, und Dienstag, den 12. Juni 1928, soll das Heugro» von den städtischen Wiesen öftenllich meistbie- tend versteigert werden, und zwar. Montaa. den 11. Joni 1928, vormittags 8* Uhr (Zusammenkunfi am 'öd)lad)tbof), von den Diesen im Neustadter Feld, bei dem Schlachthof, Hohleiche und auf der Insel: vormittags 10t Uhr (Zusammenkunft in der Restauration von Georg Schrimpf, «aiserollee 4), die Dielen an der Throm- scheu Fabrik, eine Wiele hinter der Klar anlagc, von den Wiesen „Am Decher', am Ohleberg, im Heegstrauch, am alten Steinbacher Deg (Rußland), und vom Dbftbaumftücf an der Sicher Straße in vier Abtellunsten: nachmittags 14 Uhr (Zu,anunenkunft in der Rcstauratton..Pbiloiophenwald'), von den Wiesen im Dlesecktal, am Fürsten- brunnen und an der Eselswiese. Dienstag, den 12. Juni 1928, vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle an der Anneröder Straße von den Diesen am Altentisch und Utcrsbrunncn, anschlie- ßend an der Rödger Straße von den Ochscnwiesen und den Diesen ttn Stol- zenmorgen: nachmittags 13 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Gro- ßen-Buleck und Rödgen. SountaeSdtenstd.Äerne ».«Vvtbete« am 10.6.» Dr. S. Klein. I>r. Neumann Ennelavotheke. 3ebnar»t: l>r. flonter. D Bekanntmachung Der nüchste Biehmarkt in Gießen fmbel statt: Tlevetag, bei 12. Juni 1928, Hieb- dich- (Nutzvieh) «art», «ittwoch, den 13. Ivni 1928, rchweinemarft Avflriebszeit an den Markttagen von 7—9 Uhr vormittags. 5681B fließen, den 9 Juni 1988. DerOberbürgermeister. I.B.: Or. Rosenberg SeugraS-Versteigenlng. Gegen satzrStsrt 1. Pumphose: 2. Schwarzwild: 3. Myrte: 4. Lebewohl: 5. Reinhold: 6. Sttaeben. 7 stuchenteller. 8. Sauertanb. Ordnung »aufSabe «n sich ist nicht» weder aut noch bös». Da» Denken macht e» erst dazu Umstell unger ätsel Delta: Inder: llkel: Prise: Reval: Ernst: Selam: Schema: Atem Insel: Nestor: stahl: Ornat; Erich: Lech; Nelke Die Pressa in stoeln. Einsetzrätsel. Draht. Seil. Ian*. — Rdein. Pfalz, Graf. — f)ol|, Art. Hieb. — Streit. Roß, Arzt. — Land. Gut. Tat. — stunst. Ei». Lauf. — Heiz. Sieb. Schaft. — Spargel. Anagramm Durften, da die Angeklagten alle etwa noch brauchbar gewesenen Ltottgegenstchide. wie Hosen, Blusen, ben Unifornmxf usw. durch -krtdjntiben mit Mrtlcm zu Lumpen machten, um fit au! hiafc Weile leichter bei Al Händlern al». Alt- marerial adfetzen und zu Geld machen zu können. 3u diesem -ftoede bedienten sie sich, nm nicht telbft bei dem Verkaufe der Sachen «Zehen unb dadurch leichter entdeckt zu werden, der Hilfe nmaercr Buben. Aachdem bic Persönlichkeit der Xaiet feftgeftclU worden war und ifcrc polizei- luße und gerichtliche Dernehmung ßattflefunben hatte entschlossen sich einige von ihnen, wie VaS auch der Zuerst abgeurteilte Angeklagte ge- tan httte. das Heil in der Flucht zu 'uchcn. Zu btdem Zwecke wurde einem Kaufmann ein Fahrrad entwendet. Durch daS Ginschreiten beft , „ _ „ _ ■3 Staatswlssenschasten", 5. Band, Seite 400, Spalte II frvhc« Verhalten in der Verhandlung zur Schau (Verlag von Gustav Fischer. Jena) nachlesen, viel- '' ' ^rüflt werden mutzte. GS ver- I leicht können Sie auch Ausschluß im emzemen von , baß die zahlreichen Ver- der Hessischen Zentralstelle für die Landesstotistik in 22'/, Vinzenz 8ettmiI4>. Mittwoch 13.. 20 bis 22'/,: Trerbiagd Donnerstag 14.. 20 bis 22' , Easar und Cleopatra. Freitag. 15.. 20 biS gegen 22' , Vinzenz Fettmilch. Samstag. 16.. 20 bis gegen 23: Die es fluch gefüllt Sonntag. 17.. 11 bis gegen 13: 1. Svenenaaftuhrung der Opern- schule 19*., bis gegen 22*/, Ubr 31 re. Ebenevs flnbe Montag 18 . 20 bis 23 Othello trug, daß es sc steht sich von . v _ ..... stvechen und Vergehen, die einer gctomn<ü4>tigcn Darmstadt, erhalten. Gesinnung und einer säst unglaublichen Zer- Ges untzhctt saus scher. Beamtenstellcn al» „Gesund störungssucht entsprangen, scharfe Bestrafung ver- I heitsausfeher" gibt e» in Hesten nicht. Hier bestehen bienten, die für die Krcvler ein Denkzettel und I wohl Gcsundheitsbehördcn, als die die Wohlfahrts- cchnlich Deranlaate eine Warnung fein wird. I ämtcr der Städte gelten. Für die Anstellung bei die- Das Jugendgericht t>crurteilte hiernach den An- fen Behörden kommen die allgemein üblichen An- «klagten 11. wegen neun vollende ter und siellungsbedingungen für Beamte in Bettacht. Fall« dreier versuchter schwerer Diebstähle.Sach- I Sie üb♦r die rein kommunal aeschasfenen Gesundbeschädigung in drei Fällen und Hausfriederrs- I heitsaufiehcrstellen in Hamm. WMen usw. Näheres bruchs in Tateinheit mit Sachbeschädigung, sowie wissen wollen, dürste sich eine Anfrage bei den dar- wegen eines einfachen Diebstahls in eine ®e- | tigen Verwaltungen empfehlen, samtgefängnisstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen, den Angeklagten $. wegen sieben vollendeter und Dreier versuchter Diebstähle, wegen Sachbeschädigung in drei Fällen, wegen Fahrraddiebstahls und älnterschlagung in eine Gesamt- Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 6. Juni 1928 bezüglich der Firma Slückrath und Bender, flesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, fol- gendcö cingcteagen: Saufmann Rudolf Sell in fließen ist als Geschäftsführer auSgeschieben. Das Stammkapital ist auf 32000 Reichsmark erhöht. Her flesell- schaftsvertrag ist geändert und neu gefaßt. fließen, ben 7. Juni 1928. ___________Hess. Amtsgericht. 5652D Lohholz-Versteigerung. Am Montag, dem 11. Juni, vormittags 10 Uhr an fangend, werden im Gasthaus „3um Bahnhof folgende Mengen Hoh öftenllich verkauft: 5573V Dlstrikt Sollheck: ca. 20 000 Stück la Lobholzroellen und co. 600 Stück Baumstützen. Lrandobemdors, ben 5. Juni 1928. Der Bürgermeister Stahl. Sonntag, den 10. Juni. 1. Sonntag nach Irimtati». Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; Thristenlehre für bic Neukonfirmierten au» der Markusgemeinde: 9.30: Pfarrer Mahr: 11: «inderkirche für die Mat- thäusgemcinde. Pfarrer Mahr. — Johanneskirche. 8 Uhr: Pfarrer Lenz; Christenlehre für die Reukon- firmierten au» der Iohannesgcmeinde; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer. 11: ftinderkirche für die Luka»- gemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibelbefpre- chung im Io*»annessaal: Direktor Winkler. — Kapelle des Alten Iriedhoss. 9.30: Pfarrer Lenz; Chri tenlehre für die Reukonsirmierten au» der Luther lemcinbe; 11: ftinderkirche; Pfarrer Lenz. — Kon- kmanbenfoal (ßlebiflftraße 56). 1.30: Taubstummen- lottesdienst; Pfarrer Bechtolsheimer. — UUeieck. 1.30: Profesior Michel (fließen). — ttlten-Bufetf. 9.30: Beichte; 10; 11 hl. Abendmahl; 1.30. — Kirchberg. 10: «irchberg: 11: (thristenlehre für die Äonfirmierten, weibliche Jugend: 1.30: Lollar — Haufcn-florbentcich. 10: Äarbentefch; Thristenlehre; 1: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 9: 5kinderkirche: 10: Predigt. — Llch. 9.30: Stiftsdechant «ahn; Chri- ftenlehre für die männliche Jugend; Äindergottes- bienft und Rachmittagsgotte-dienst fallen aus. QD3O _______ araam nciraa mnmn 3naQBäanB ~~~ z Jim ülill 1.111'3 3 H11301 aatiö 6eitoOl!ltöe56O«t5WÖI)3OJM112JlimB*lll?STB5 Verlobte 5670D 043® Statt Kartenl Vermahlte Täglich frische Bowle! Täglich frische Bowle! Gießen, den 9. Juni 1925. 5665D Ihre Vermählung geben bekannt 5356D NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN < Bahnhofstraße 52, Tel. 396. 5519D 04369 srdland Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Gießen Achtung! 04363 Statt ff orten I Schuhreparaturfabrik 04396 H. Blum, Kirchenplatz 8 Ferner mit PDSlern Cordoba**, r 469 Br.-Rec.-T. 0437) Dr. Steinreich Von der Reise zurück 5689D Fünfzigjährige lubiläumsfeier 04183 der Pilgermissionsarbeit in Hessen Sonntag, den 10. Juni 1928, in der Städtischen Festhalle auf dem Trieb: Jedermann ist herzlich willkommen! Der Eintritt ist frei! 5671D Herren-Sohlen. Damen-Sohlen. Herren-Absätze Damen-Absätze Mathilde Oechert Ludwig Becker Herren-Sohlen Herren-Absä'he Oamen-Sohlen Oamen-Absahe von von von von an an an an Genähte ob. geklebte Sohlen mehr DU. 0.50 Sei Verwendung von la ffernleder und Eon« tinental-Gummi-Absähen. - drLpe-Sesoh« lung nach dem neuesten Verfahren. Dringen Sie Ihre Schuhe zu mir, nur die gute Reparatur verlängert die Tragfähigkeit derselben. Gießen Destanlage 27 Oberjustizsekretar Wilhelm Hardt und Frau Aenne geb. Spies Mk. 3.60 Mk. 1.30 Mk. 2.80 Mk. 0.90 Spratts Kurkin Füll« praktiziert wieder ab 11. Juni Alzey Antoniterstraße 30 Auto-Neeh 179». ,,„d Bruno Foerstner liefet Foerstner geb. Dürr Valentin Moser und Frau Gertrud geb. Kaden Einzigftes Wein-Reftaurant mit fehr fchön gelegener Garten-Wirtfdiaft 3.50 2.50 1.50 1.00 Mk. Mk. Mk. Mk. Ktxttftlzxe Auskunft und Prospekte durch unsere sämtlichen Vertretungen NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Dieben: Theodor Loos, Kirdienplatz IS / Wetzlar: Dornbusch 4 Binder, Lahnstr. 12/14 Der Alicefrauen -Verein vom Roten Kreuz konnte das am 3,Juni 1928 stattgefundene Rosenfest mit einem zahlreichen Besuch und dadurch einem guten finanziellen Erfolg abschließen. — Allen Denen, die sich so treu und aufopferungsvoll der guten Sache widmeten, sagt er seinen herzlichsten Dank. Weimtube Seibel Ludwigsplatz Bekannt durch die Güte der Ausfchankweine. Freiberg (6a.) lo. Ium 1928 Mit Dampfer „Bertta** ,, rß< Bruno-Reg.-Tom Polarfahrt; Ferner mir Dampfer „LflttPW** g/cl Br.-Reg-T. Skandinavien - Ostseefahrten vom 23.Juni bis 6. JyL und vom 3. bis 17. August Bem mt MW! Täglich große Festspiele imSchloßparl- theater (12—19 Uhr) Das Spiel v. St. Elisabeth Ausstellung Religiöse Kunst aus Hessen und Nassau (Kunstinstitut 9-12 Uhr) Vorverkauf in Gießen: DerkehrSbüro, i Seltersweg 93, Tel. 196. Reisebüro Loeb, DflrroDD- üLihmofDinen Adler-, Dianant-, Presto-, Torpedo- Fahrräder ,,e Trinrnph-Motorräder Grammofone zu günstigen Zab- lungSbedlngungen 3atob Schupp SelterSweg 83 H. Heoarot DerMMle. WaldsDortplatz des V.f.B. 08 (Endstation Straßenbahn, Rote Linie) Anläßlich des 20. Stiftungsfestes; Vormittags 1150 Uhr: Gefall en en-Gedenkfeier am Ehrenmal an dem Waldsportplatz Gedenkrede: Pfarrer Lenz Nachmittags 4 Uhr: Jubiläumsspiel WetzlarerSportverein (Liga) — V. f. B. Gießen (Liga) Vorher Spiele der unteren und Jugend- mannschaften. Nachmittags 550 Uhr: Wetzlarer Sp. V. Alte Herren - V. f. B. Gleisen Alte Herren Der Vorstand iogaraosn/Lagerhallen/Werkstätten Aufenthalts- und Bürogebäude tu zerlegbarer Heiz. Rpleo- oder Elsen Beton Anstühnnt Hermann Schwarz-Werke Vertr. Karl Peppier. Biete«, Mart. StraU 29 SchnhiDslandselznngsierkslätte „Hansa“ Jnb.: Karl Scheuert ein. Siechen, Brandg. 5 Auto-Zährten Televbon 928. »4Tw V. Hengst. VERANSTALTUNGEN: REDNER: 1030 Uhr: Lob- und Dankgottesdienst in der Festhalle Die Herren Superintendent Wagner, Gießen; Pastor D. 14 Uhr: Festversammlung in der Festhalle Michaelis. Bethel (theol. Schule); Missionsinspektor Veiel. 20 Uhr: Evangelisation in der Festhalle St Cbrischona; Pfarrer Eckardt St Chrischona; Pastor Krawielitzki, Marburg u. a. Verfangen Sie eleta SpritC« KOe*enfuny und HOcko. Geflügel. lutler^fundeVucnen bti Gustav Walter Kolonial waren Mflusburg 13. Universitäts - Restaurant Bierhaus „Onkel Franz“ Samstag und Sonntag KONZERT Reichhaltige Speisekarte Gut bürgerlicher Mittagstisch Saal f.Vereinenoch einige Tage frei Kaiserallee 15 Wetzlarer Weg 69 Iuni 1926 Kwderant Dr. Hanau Seltersweg 52 Fernspr 703 Sprechstunden vormittags ton 10 bis 11, nachm. von 3—5 Uhr Verwenden Sie zur Reliefmalerei nur die echten C. & H.-Farben und Aufstreumaterlallen / Fabrikat der Firma Conrad erne bringt. Wo Mutter Statur ste ersrtichenb umschlingt. Wir kennen ein Plätzchen. baS (Soitcfl Dand 3n unendlicher Güte setzte tn6 Land. Wo Quellen geschwätzig snrubeln unb springen Unb Vöglein vir golbtge Lieber singen. Wo bald bu vergissest des Alltags Spur 3n gottgesegneter seiger Natur. Wo die Stunden dir stieben in kindlichem Glück, Wo du träumst dich in Märchenländer Autütf. Wo srödlich die Angel bu wirfst vom Gestade, Wo bcr Schiitzstnß dich lockt zu erquickendem Babe. Wo Eichen rauschen ctn uraltes Lieb, Wo ein Sehnen bich bis in den Ctmmcl zieht. Ein heiitge» Sehnen.-- D sttll'S unb komm' In der SchUtzer Wälber herrlichen Dom. Luftkurort Kchlit» — aitberühmt. Prospekt durch BerkehrSverein Schlitz tOberhenen». uiiiiiitiiiiiiimniiiiiiiiiiiiiimiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii: Prospekte durch bie Kurverwaltung ! = 468 ID = äiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiimiiiinmniimiiiiiiiimmmiimmifiiiiiiimiiiiiiiuiimiuiiiiiiifiiimiiiiiiiiiiiiiiiiir: Vad Setters (Obecbefien) ermöglicht es jedermann, aus Grund der preiswerten Pauschalkuren, seine Grholungszeit In den reizvollen Bergen und Wäldern Ober» Än0 % Hahrpreisermä ßigung im reedienft Lsttzreutzen Aach einer Vereinbarung zwischen der Deutschen Aeichsbohn-Gesellschaft und dem Seedienst Ostpreußen wird allen Reisenden, die mit den Ferlensonderzügen in Swinemünde eintreffen und mit den Schiffen des Seedienstes nach Zoppot (Danzig). Pillau oder Memel weiterreifen wollen, auf der Seestrecke eine Fahrpreisermäßigung von 50 d. Sy gewährt. Die Weiterreise must jedoch innerhalb sechs Tagen nach Ankunft in Swinemünde angetreten werden. Zur Weiter- fahrt über Pillau hinaus sind an Bord der SHiffe Fahrkarten nach allen ostpreuhischen Stationen erhältlich. Dos Gepäck kann bereits bei den Abgangsstationen der Feriensonderzüge über Swinemünde hinaus nach allen ostpreuhischen Stationen sowie nach Zoppot (Danzig) und Memel durchgehend abgefertigt werden, auch wenn der Reisende noch nicht im Besitze einer Fahrkarte für den Seeweg oder für die ostpreuhischr Anschkuhstrecke ist. Frequenz des Jodbades Tölz. Bis zum 30. April 1928 sind in Bad Tölz 1204 Kurgäste und 3631 Passanten gewesen, sinter den zahlreichen Gästen erschienen eine Anzahl prominenter Persönlichkeiten. Ein in Bad Tölz häufig gesehener Gast ist der bekannte Schriftsteller Hermann Bahr. Zahlreiche ausländische Gäste besuchten auch während des Winters das größte Jodbad Deutschlands. Seit Beginn der Hauptsaison ist eine tägliche Zunahme von 150 Gästen erfolgt. Sehr viele Anmeldungen für die ganze Saison liegen auch vom Auslande vor. Man rechnet mit einer vollen Besetzung des Bades trotz der erheblich vermehrten Unterkunfts- Möglichkeiten. Wanderfahrten. Conbocf — Deckenbach — Goldborn — Homberg Eine genustreiche Wanderfahrt, die viel durch Wald führt, ist die folgende: Wir fahren über Lollar nach Londorf und folgen hier roten Bierecken, die uns durch den prächtigen Oberwald nach Roßberg bringen, wo wir jetzt gelben Strichen über Höingen nach Deckenbach (gute Einkuhr) folgen. Bon hier gehen wir auf Feldwegen gelben Punkten Aach zum Goldborn, einer im Wald gelegenen, von großen Steinen sowie Farrenkräutern und Buschwerk umsäumten Quellenanlage. Hier treffen wir auch blaue Kreuze. Die beiden Degezeichen führen unB nun weiter, und wir genießen beim Austritt aus dem Wald einen entzückenden Blick auf das Ohmtal mit der hochragenden Amöneburg und namentlich auf unser Endziel, da- vor uns liegende, malerische Städtchen Homberg, das wir noch 41/2* stündiger Wanderung erreichen. I Gießen — Fernewald — Albach — Llch. j- Wir beginnen unsere Wanderung an der Uni* 1 versitätsbibliothel und folgen der vom D. H. C. 7 Gießen angelegten Blauen-Punkt-Markierung, die uns über den Schreiberweg, das „R zgo" und hierauf-die alte Steinbacher Straße entlang führt. In der Rähe des Forsthauses Hochwart überschreiten wir die Licher Straße und kommen in den schönen, einsamen Fernewald. Aach einiger Zeit stoßen wir auf gelbe Striche, denen wir nunmehr nachgehen. Auf prächtigen Waldwegen kommen wir nach zweistündigem Marsche nach Albach, wo gute Unterkunft ist. Hinter dem Orte erreichen wir alsbald den großen, wenig besuchten Walddistrikt, die Meilbach, die wir bis zum Schnittpunkt der Lich—Hattenröder Strohe durchschreiten. Hier verlassen wir die Markierung und wenden uns rechts, um noch wiederum zweistündiger Wanderung auf schöner Walbstrahe zu unserem Endziel Lich zu gelangen. Beim Austritt aus dem Wald hübscher Blick aus den Vogelsberg. Die Wanderung ist, da sie viel durch Wald führt, für heiße Tage zu empfehlen. tere 0,75 Pro;, anziehen. Danken lagen durch, weg vernachlässigt- Nur Melallbank konnten in Nachwirkung auf die Fusionsbestrebungen weiter 1,5 Proz. gewinnen. Am M 0 n l a n m a r k t hatten nur Gelsenkirchen etwas Geschäft. Von Autoaktien büßten Adlerwerke 3,5 Proz. und Daimler 1,2-5 Proz. ein. Am Elektromarkt waren bei «war lebhafterem Geschäft Licht und Kraft plus 1 Proz. und AGG plus 0,75 Proz. bevorzugt. Siemens waren angebolen. Am Renten- markt lagen Deutschs Anleihen eher angeboten und vernachlässigt. Ausländer still. Im weiteren Verlaufe konnte sich eine allgemeine Erholuna durchsetzen. Die Spekulation nahm verschiedentlich Rückkäufe vor, so daß die Tendenz ftcundlicher wurde. Gefragt waren Rheinische Draunkohlen mit plus 2 Proz., Metallbank mit erneut plus 1 Proz Auch Danatbank und vereinzelte Elektrowerte hatten lebhafteres Geschäft. Am Geldmarkt war Tagesgeld weiter etwas leichter. Tägliches Geld 5 Proz. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1850 bis 60, .......... ..... Wirtschaft. Konjunktur und Saisonbewegung. Der soeben erschienene Wochenbericht des 3nftituts für Konjunkturforschung enthält u. a. die nachstehenden Ausführungen: 3m M a i haben sich in verschiedenen Branchen ^Eisenindustrie, einzelne Zweige der Ma- schininindustrie. Textilindustrie) toeiter leichte Rückgangserschcinunaen gezeigl 3n der chemischen und in der elektrotechnischen 3n- dustrie scheint sich nach den Berichten der Hon- delssammern die Beschäftigung auf ihrem bisherigen Stand behauptet zu haben. Rach den bisherigen Erfahrungen wird man damit rechnen dürfen, daß in den kommenden Monaten die konjunkturellen Rückgänge teilweise durch die saisonmäßig zu erwartende Umsatzerhöhung ausgeglichen werden tonnen. Allerdings ist ein Teil der in den nächsten Monaten umzusetzenden Waren bereits produziert, also auf Lager genommen, so daß die Frage entsteht, ob und in welchem Grade durch die saisonmäßige Umsatzsteigerung die Beschäftigung der Werke noch erhöht wird. Die Branchen, die erfahrungsgemäß ausgesprochenen Saisonschwantungen unterliegen (Dau- stofserzeugung. Baugewerbe und Bekleidungsgewerbe ). beschäftigen rund ein Viertel der gewerblich tätigen Personen. Wenn sich die saison- mäßige Zunahme der Beschäftigung in diesen Wirtschaftszweigen in annähernd dem gleichen Umfang durchsetzen kann, ttue in den 3ahren 1926 und 1927. so ist in den Sais onge- werben von Ende April bis Ende Oktober noch mit einer Erhöhung der Beschäftigung um etwa 1 bis 9 v. H. zu rechnen. Die Zunahme in diesen Gewerbezweigen würde ausreichen, um eine Verminderung der Beschäftigung von etwa 3 v. Sy in den übrigen Branchen auszugleichen. 3n manchen Branchen bieten auch die vielfach gebesserten Aussuhr- möglichkeiten einen gewissen Ausgleich für Rückgänge auf dem Binnenmarkt. Da der Auftragseingang trotz finfenöer Tendenz im ganzen eine beachtliche Höhe inne hat. so darf man annehmen, daß für die nächste Zeit in der Gesamtwirtschaft immer noch mit einem verhältnismäßig hohen Stand der Beschäftigung gerechnet werden kann. Schwieriger ist die Beurteilung der künftigen Entwicklung der wirtschaftlichen Liga i d ä t. Der Bedarf an kurzfristigen Krediten steigt erfahrungsgemäß mit fortschreitender Jahreszeit und erreicht im Herbst, im Zeitpunkt der Erntefinanzierung und der finanziellen Vorbereitungen auf das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel, einen Höhepunkt. Da aber gegenwärtig die Kreditlage von Handel und Industrie im ganzen nach wie vor gespannt ist. so wird die künftige Konjunkturentwicklung wesentlich davon beeinfluß werden, in welchem Grade es gelingen wird, während der jahreszeitlichen Umsatzbelebung durch Verminderung der Lagervorräte die Liguidität der Wirtschaft zu stärken. Wochenbericht vom Sranffurfer Effektenmarkt. 3n dieser Woche machte sich art der Börse eine wachsende Unsicherheit und Rer- vosität bemerkbar, wobei die Entwicklung der Tendenz wiederum im wesentlichen von der Situation der Auslandbörsen, und zwar namentlich der Reuhorker Börse, abhängig war. Die am Reuhorker Markte eingetretene starke Geldverknappung wirkte sehr ungünstig auf die deutschen Börsen zurück, besonders auf den Devisenmarkt, an dem der Dollar sich kräftig erholte und vorübergehend einen Kursstand von 4,1855 gegen die Mark erreichte. 3n hiesigen Börsenkreisen glaubte man annehmen zu können, daß infolge der Versteifung des Geldmarktes in Amerika amerikanische Leihgelder aus dem deutschen Markt zurückgezogen worden seien, wodurch die Dollarerhöhung eingetreten sei. Diese Ueberzeugung löste eine ziemlich starke Rervo« sität aus im Hinblick auf die Entwicklung des deutschen Geldmarktes, der in der Berichtswoche jedoch keinen Anlaß zu Befürchtungen bot. Die am Zahltag naturgemäß eingetretene Versteifung erwies sich als nur vorübergehend, und von Tag zu Tag machte die Entspannung Fortschritt Tagesgeld war schließlich zu 5,5 Prozent reichlich angeboten, wobei erheblicher Ueberstand verblieb. Verschiedentlich wurde bereits wieder die Frage einer eventuellen Diskontermäßigung angeschnitten. 3n erster Linie nachteilig auf die Tendenz wirkte die starke Abnahme der ausländischen Käufe, durch die. wie schon so oft betont, die Auf- • Fusion der Metallgesellschaft und der Metallbank. Die Metallgefell- schaft und die Metallbank haben im Einvernehmen mit ihrem Auffichtsrats-Ausschuh beschlossen, auf den 14. 3um ihre Aufsichtsräte einzuladen. denen sie Vorschlägen werden, demnächst einzuberufenden Generalversammlungen die Fusion der beiden Gesellschaften zum Beschluß zu unterbreiten. Der Fusionsvorschlag geht dahin, daß die beiden Gesellschaften im Verhältnis des jetzigen bekannten Schlüssels der Interessengemeinschaft verschmolzen werden, d. h. es werden gegen je 720 Mark Stammaktien der Metallgesellschaft je 1000 Mark Stammaktien der Metallbank gewährt werden. Zu diesem Zwecke ist eine Erhöhung des Aktienkapitals der Metallbank um 25 000 000 geplant. Das Gesamtunternehmen wird den Ramen Metallgesellschast führen. • DyckerHoff & Widmann A-G. 3n der Generalversammlung wurde nach den Vorschlägen der Verwaltung die Verteilung von wieder 6 Prozent Dividende beschlossen unö eine Reihe Satzungsänderungen genehmigt. Die Geschäftsaussichten für das laufende 3ahr wurden als befriedigend bezeichnet. Rach Schluß der General- veickammlung teilte Generaldirektor Dr. Cübbert den Pressevertretern mit, daß die A.-G. für Verkehrswesen etwa 30 Prozent der Aktien der Dyckerhvff & Widmann A-G. erworben habe. Was die Beteiligung der Allgemeinen Baügesell- schaft Lenz & Eo. betreffe, so soll dieser Gesellschaft zunächst ein Viertel der Auslandsdhwi- dag übernehmen mit dem Recht,- ein weiteres Viertel zu erwerben. Frankfurter Börse. Frankfurt, 9. Juni. Tendenz lustlos. Zum Wochenschluß eröffnete die Börse l u ft l 0 3 und in ziemlich unsicherer Haltung. Die schwache gestrige Neuyorker Börse löste eine größere Verstimmung aus, so daß das Geschäft sich im wesentlichen auf die Kulisse beschränkte. Da von einer Bc- teiligung des privaten Publikums und des Auslandes am Börsengeschäft kaum etwas zu bemer- fen war, schritt die Spekulation verschiedentlich zu Abgaben, und das herauskommende Material fand meistens nur mit Kursrückgängen Aufnahme. Das Geschäft war nur klein und beschränkte sich im wesentlichen auf einige bevorzugte Werte, jedoch überwogen gegenüber der gestrigen Abend- börse die Kursrückgänge bis zu 2 Proz. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben bei kleinem Geschäft gut behauptet, Scheideanstalt plus 0,75 Proz, Holzverkohlung konnten ebenfalls weitoärt8betoegung der letzten Zeit im wesentlichen verursacht worden war Verkäufe von AuSlandseite dürften jedoch nur in geringem Maße rorgenommen worden fein, und die Kursrückgänge die gegen die Vorwoche zu riub । ‘Jnfang flut. flute ftur* Wut« Rur» Nur» flut» flun flut* flur« Rur* nur» Tatmn 8.6. 9.6. 8.6. 9.6 Tatnn 1 8. 6. 9 & | X.6. 9 6 Datum: 8. 6. | 9. 6 | 8.6 9. 6. 6«. Dl. «dd>«mlcilK 0.1927 8?. 25 — 87.5 — 'X.®.®......... . 8 IW.5 i 181.35 180, S 180, BMHpd OoUmmai..... . 7 152 152 151,25 151.25 Tt «nl .MliM.-'diulb mtt Au* . 9 - 1 203 2113.75 .'01.75 i^belbetget üemrni .... 10 141 139.5 — - lo|.-dtrd)ien...... 51,1 — 61.5 61.5 (jlcttr. jMefctungcn.... 10 — 172.5 172 Ccment •adftabt ..... 1-6 146.25 — • Dtftftl. ohne 9lH«ot-*odne 19.2 19,5 19,3 19 >mb Nrali .... 10 329 230 228.5 230 4 zreila,...... ■ — 7% firantf. Hvv Bk. 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Bei der Reichstagswahl am 20 Mai ist bekanntlich in Hessen die nach Geschlechtern getrennte Abstimmung der ®ablbere(faiig len durchgeführt warben E» ist nun inte^fsant, sesizustelten. wie sich bei der Ausübung des höchsten Staatsbürgerrechtes die Frauen In (Biegen entschieden haben Stimmberechtigt waren in Gießen insgesamt 23 686 Personen, davon 10 710 Manner und 12 976 Frauen, mithin also 2266 Frauen mehr ab Manner von ihrem Stimmrecht machten Gebrauch: 7517 Manner - 70,1 Pro), der gesamten stimmberechtigten Männer, 7373 Frauen Pro), der gesamten stimmberechtigten Frauen, insgesamt also 14 890 Wahlberechtigte -- 62,88 Pro;. Gesamtbeteiligung Die abgegebenen Stimmen verteilen sich wie folgt: Sozialdemokratische Partei: 2350 Manner « 31,2 Proz. sämtlicher abgegebener Männerstimmen, 2179 Frauen = 29,5 Pro;, sämtlicher abgegebenen Frauenstimmen, zusammen 4529 = 30,4 Pro;, der Gesamtstimmenzahl. Deutschnationale Volkspartei: 729 Männer - 9,7 Proz., 746 Frauen - 10,1 Proz., zusammen 1475 = 9,9 Proz. der Gesamtstimmenzahl. Zentrum: 347 Männer = 4,6 Proz., 444 Frauen ■ 6,0 Proz., zusammen 791 Stimmen = 5,3 der Gesamtstimmenzahl Deutsche Volkvpartei: 1675 Männer 22,3 Proz, 1919 Frauen - 26 Proz, zusammen 3594 Stimmen 24,1 Proz der Gcsamtstimmenzahl. Kommunistische Partei: 396 Männer = 5,3 Proz., 253 Frauen - 3,4 Proz., zusammen 649 Stimmen r 4,4 Proz. der Gesamtstimmenzahl. Deutsche Demokratische Partei: 698 Manner 9,3 Proz., 575 Frauen -- 7P Pro;, ;u- sammen 1273 Stimmen = 8,5 Proz. der Gesamtstimmenzahl. LinkeKommuntsten: 73Männer 1,0Proz., 30 Frauen » 0.4 Proz., zusammen 103 Stimmen = 0,7 Proz. der Gesaintstimmenzahl. Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirlschaftspartei): 516 Männer = 6,8 Prozent, 486 Frauen = 6,6 Proz., zusammen 1002 Stimmen = 6,7 Proz. der Gesamtstimmenzahl. Rationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbcwegung): 140 Männer = 2,0 Proz, 65 Frauen » 0,9 Pro;, zusammen 205 Stimmen - 1,4 Proz. der Gcsamtstimmenzahl. Völkisch-Rationaler Block: 31 Männer = 0,4 Proz., 19 Frauen = 0,25 Proz., zusammen 50 Stimmen - 0,3 Proz. der Gcsamtstimmenzahl. Christlich-Rationale Bauern- und Landoolkpartei: 64 Männer = 0,9 Proz., 47 Frauen = 0,6 Proz,, zusammen 111 Stimmen = 0,7 Proz. der Gcsamtstimmenzahl. Volksrecht-Partei (Reichspariei für volksrecht und Aufwertung): 240 Männer = 3,2 Proz., 287 Frauen - 3,9 Proz., zusammen 527 Stimmen • 8,5 Proz. der Gesamtfttmmenzahl. Evangelische Volksgemeinschaft (Co. grtd Deutschlands): 186 Männer ■ 2,4 Proz^ 271 men - 8,6 Proz., zusammen 457 Stimmen - Praz. der Gesamtktimmen^ihl. Deutscher R , i ch s b l o ck der Geschädig- t« n: Lediglich eine Frauenstimme abgegeben. Alte Sozialdemokratische Partei Deutschlanos: 81 Männer ® 0,4 Proz., 26 Frauen 0,3 Proz., zusammen 57 Stimmen - 0,4 Prozent der Gesamtstimmenzahl. DieF Aufstellung bringt, wie man siebt, sehr interessante Angaben über die politische ©tcl- lungnahme der Frauen. Zunächst geht darau» bcrtwr, dasi die ertremen polittschen Parteien bei den Frauen wenig Sympathie befunden haben, denn sowohl die äußerste Linke, wie auch die äuherfte Rechte hat nur einen geringen Teil der gesamten abgegebenen Frauenstimmen für sich oerbuchen können. Mehr Frauen als Männer haben in unserer Stadt der Deutschen Volks- Partei ihre Unterstützung gegeben. Ebenso haben auch die Deutschnationalen eine Kleinigkeit mehr Frauen- al- Männerstimmen, während dieses Plu» der Frauen beim Zentrum schon wieder bedeutsamer in die Wagschale fällt. Die Volks- Fliegende Menschen. ES gibt unendlich viele Menschen, die noch nicht geflogen lind, und die eS au» Mangel an Geld, oder an Selbstüberwindung nicht vermögen, oder es ablehnen. Sie sind mit denen zu vergleichen, die den Eisenbahnen vor 100 Jahren in gleicher Weise ablehnend grgenüberstanden. Diese Menschen werden allmählich auSstcrben. 3n 100 wahren wird jedermann stiegen, und im 21. Jahrhundert werden unsere Rachkomnnm auf die Richtfliegcr der Gegenwart ebenso zurückblicken. wie wir auf untere Vorfahren vor 100 Iahren, alS die Eisenbahnen aufkamen. ES sei zugegeben, daß die Eisenbahnen ein Fortbewegung-mittel lind, da» auf der Erde bleibt, währeird die Luit allerdings ebenso Balken hat, al» da» Wasser. Aber auch im Luftverkehr hat der Sicherheit-koeffizient immer mehr zugenommen, wenn auch Unglück-fälle sich nie gaiu vermeiden lassen werden. Es gibt überhaupt kein FortbewegungS- mittel. da- ganz gefahrlos wäre. Man lese nur die Thronik der Auto- und MotorradunglückS- fälle. die täglich in den Spalten unserer Zeitungen zu finden ist. und die doch immer nur die Unfälle de» engeren Bezirks umfaßt. Vielleicht interessiert an dieser Stelle eine vergleichende Statistik der Eisenbahnunfälle in E n g - land ün Jahre 1841 und der Unfälle im Flug- verkehr im Jahre 1927. Die London Times vom 14. Iuni 1842 meldet, dast im Jahre 1841 die Zahl der beförderten Reisenden auf den acht englischen Eisenbahnlinien 10 508, die Zahl der zurückgelcaten Entfernung 3 502 338 Meilen betrug. Während dieser Zett wurden 56 Passagiere verletzt, von denen 22 getötet wurden. Demgegenüber betrug im Jahre 1927 die Zahl der mit den Flugzeugen der Deutschen Lufthansa beförderten Reisenden 102 681, die Zahl der zurückgelegten Kilometer 9 208 029 und nur acht Fluggäste wurden tödlich verletzt. Run gibt es eine zweite Klasse von Leuten, die einmal geflogen sind, um em gewisses Sensationsbedürfnis zu befriedigen, und sich dann im Kreise ihrer Freunde und Freundinnen als Helden feiern zu lassen. Diesen genügt e i n Flug, an dem sie lange zehren. Sie verstehen es dann wunderbar, gerade diesen Flug als etwas ganz Besondere- zu schildern Sie freuen sich, namentlich wenn sie luftfest geblieben find und die ungewohnte Empfindung des frei 7on»erien cin»uladeu. Die Konzerte finden auf der LiebigsdShe statt. rooAu dn musik« und kunstliebendes Vublifum bösilchst eingeladen wird. Der AbonnemeniSprelS beträgt: 4 Personen Ult 11-, 3 Personen M5 10.-, 2 Personen Mk. 8 —, 1 Person Mk. 5—, KassenoretS Mk. 1.— Die Son»erte sindea möglichst DonnerStagS statt «usang abends 8 Ubr Ansang abend? 8 Ubr Das L Konzert findet Donnerstag, 11 Zoiu statt Abonnements iw Vorverkaus sind a«i der LiebissbSbe sowie an der Abendkasse »n baden 5W7V POLSTE R.M Montag, den 11. 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