Nr. 109 Erstes Blatt 178. Jahrgang Mittwoch, 9. Mai 1928 6r|d)ti*i täglid),aufcei Sonntag« md Verlags Beilagen Gietzenei Jamtltenblittei Heimat 'm Bild Die Scholle monai»«Be»egirretS; 2 Reichsmark und 20 9ktd)sp|fnntq ffir Träger» lohn, auch bet Richter- scheinen einjelner'Jlumrnem infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlülle: 61. 54 und 112 Lolch ritt für Drohtnach- richten Anzeiger »leben. postfcheSlont». firenffurl am Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck onb Verlag: vrühl'fche UNtverfttülr-vuch. und Sletnörndcrei k. Lange in Gießen. Zchristleitung und Seschäfl5«telle: Zchuvttaße 7. Annahme von Anzeigen für die lagMnummer bin zum Rachmwäg vorher. Preis int | mm höhe für Anzeiqen von 27 mm Breite ürUich tt, austoartn 10 Deichspienmg für Die- klamean eigen von 70 m Brette 35 fitidjspfenmg, Playvorfchrtst 20* mehr. Chefredakteur Dr Frredr CUIt) Lange. Deroniwortlich lür Politik Dr Irr Wilh Lange für Feuilleton Dr h Tdyriol, für den übrigen Teil Ernst Blumlchein; für den Sin- letgenteil tturt hillmonn. lämtlid) in (Biehen Der Aufmarsch zum Wahlkampf. 31 Parteien. Don unterer Berliner Redaktion. Unter nicht weniger al- 31 Wahlvorschlägen — die in einzelnen Wahlkreisen vielleicht noch vermehrt werden -- kann der deuifche Wähler und Staatsbürger am 20. Mai auSluchen. um demjenigen die Stimme au geben, der nach feiner Üeberzeugung leine Jntcrcflen am besten vertreten wird. 31 Listen! Sine furchtbare Zahl, die allein Ichon den Unfug unsere- gegenwärtigen Wahlsystems charakterisiert. Wollte man annehmen. daß die Mandate sich ziemlich gleichmäßig auf alle diese Gruppen verteilen, dann wäre eS mit dem Parlamentarismus au Ende, denn dann mühten jeweils mindestens sechzehn Fraktionen unter einen Hut gebracht werden, um eine Mehrheit zu bilden. Und welche Mühen hat eS bisher immer schon gemacht. Richtlinien für die drei oder vier Parteien auszu- stellen, die Aur Regierungsbildung notwendig waren. Aber die Gefahr. daß eS so kommt, besteht ja glücklicherweise nicht. Don den 31 Listen sind ungesähr zwei Drittel zu einem Schattendasein verurteilt: sie sind teilweise vielleicht auch nur alS eine Derhöhnung der Wahl gedacht, so der Dorschlaa jene- witzigen Herrn, der um sich eine eigene Partei gründete, s i ch selbst ausstellte und von zwanzig feiner verheirateten Freun- olnnen eine Wahlliste mit seinem Damen einreichen lieh. Er hat damit kein Glück gehabt. Dagegen wird die Familie W u l f m e y e r geschichtliche Bedeutung bekommen, die für sich ihre eigene Liste ausstellt und sich gegenseitig wählt. Das Sndziel der deutschen Zersplitterung: jeder Familie ihr eigener Wahl- Vorschlag! So kann daS wirklich nicht weiter gehen, und wenn der nächste Reichstag nicht stark genug ist, um von sich auS die erforderlichen Korrekturen vorzunehmen, dann muh das eben von außen her im Wege eines Volksentscheides geschehen. sonst machen wir unS mit der Uebcr- spiyung der Demokratie vor unS und vor dem AuSlande lächerlich. Denn die Geschichte hat doch auch ihre ernsten Seiten. Wir haben eS im Mai 1924 erlebt, dah für die Splitterparteien über eine Million Stimmen abgegeben wurden, die für die parlamentariiche Meinungsbildung roll!ommcn a u 6 f I e l e n. Denn nach dem Gesetz entfalt zwar auf je 60 000 Stimmen ein Mandat, auf die RcichSliste übertriebene Stimmen zählen aber nur bann, wenn auch in den einzelnen Wahlkreisverbänden unmittelbar die erforderlichen Stimmen für ein Mandat aufgebracht find. (Sine Partei also, die es in jedem Wahlkreisverband nur auf 50 000 Stimmen bringt, würde nicht ein einziges Mandat erhalten. MnD die Gefahr, bah die Dinge so laufen, ist doch recht groß, wenn man sich vorstellt, dah allein sieben Auswertungslisten, vier Bauernliften und drei völkische Listen vorliegen. au denen noch zahlreiche andere kommen, die überhaupt nur lokale Bedeutung haben. Das Ergebnis kann auch hier wieder sein, dah Hunderttaufende von Stimmen einfach ausfallen, und zwar nur im bürgerlichen Lager, denn die Zerfplitterung sc.bst bei den Kommunisten ist nicht entfernt so grob. Den Schaden hat also das Bürgertum im ganzen zu tragen, selbst dann, wenn es gelingen sollte, dah die eine oder die andere dieser kleinen Gruppen ein oder selbst mehrere Mandate bekommt. Sie sind in dem Parlament der Fünfhundert doch zur Ein - fluhlosigkeit verurteilt. Wer es also mit seinem eigenen Interesse gut meint, muh schon diejenige der groben Parteien suchen, die seiner Ausfassung am nächsten steht. Denn da hat er wenigstens die Möglichkeit, dah feine Anschauungen im Rahmen dieser gröberen Fraktion sich auch gefeygeberi'ch auswirien können. Die Deichswahlvorschläge. Berlin. 8. Mai. (WTB ) Der Reichswahl- auschuß tagte am 7. d. M., um über Die Zulassung - Der beim Reichswahtteiler eingegangenen Reichowahlvorschlage zu beschließen. Die vorn Reichswahlleiter mit Zustimmung des Re chs- mimfters des Innern bereits vor längerer Zeit festgesetzte und bekanntgegebene Rummerfolge der Rcichswahloorschläge Rr 1 bis 16 war Gegenstand einer längeren eingehenden Besprcchurg Der Reichswahlausschuß trat, trotz grundsätzlicher Bedenken. mit Stimmenmehrheit der Anordnung des Reichswahlleiiers bei. Zugelassen wurden vorn Reichswahlausschuß insgesamt 31 Reichswahloorschläge. Die Parteibezeichnung mit den vom Reichswahlleiter endgültig festgesetzten Nummern lauten: 1. Sozialdemokratische Partei Deutschlands. 2. Deullchnotionale Volkspartei, 3. Deutsche Zentrumspartei. 4. Deutsche Volkspartei, 5. Kommunistische Partei, 6. Deutsche Demokratische Partei. 7. Banrische Volkspartei. 8. Linke Kommun sten, 9. Reichspartci des deutschen Mittelstandes (Wirt- fdjaftspariei), 10. Nationalfozialistifche deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbewegung), 11. Deutsche Bauernpartei. 12. 23ölti(d) nationaler Block, 13. (Bleibt offen). 14 Landbund. 15. Chnstlichnatlonale Bauern- und Landvolkpartei. 16. Dolksrechtspartei (Reichspartei für Dolksrecht und Slu’uHrtung), 17. Evangelische Volksgemeinschaft (Evang. Partei Deutschlands). 18. Reichopartei für Handwerk, Handel und Gewerbe, 19. Unabhängige sozialdemokratische Partei Deutschlands. 20. Dolksblock der Inflationsgeschädigten (Allgemeine Volksrechtspartei). 21. Deutsche Haus- und Grundbesitzerpartei. 22. Rationale Minderheiten Deutschlands. 23. Alte sozialdemokratische Partei Deutschlands, 24. Unpolitische Liste der Kriegsopfer, Arbeits-In- validen und Unterstützungsempfänger (Volks- wohlfahrtspartei), 25. Deutscher Reichsblock der Geschädigten. 26. Auswertungs- und Aufbaupartei. 27. Reichsarbeitsgemeinfchaft für Dolksrecht und Aufwertung. 28. Christlich-soziale Reichspartei, 29. Deutsch soziale Reichspartei, 30. Sächsisches Landvolk. 31. Partei für Recht- und Mieterschutz. 32. Evangelischer Dolksdienst (Christlich-soziale Ge- sinnungsgemeinschnft). Die Rümmer 13, die für den Reichswahlvorschlag der Deutsch-Hannoverschen Partei vorgesehen war, fällt aus, da von dieser Partei ein ReichswablVorschlag nicht eingereicht worden ist. Die Romen der Bewerber auf den Reichsparteiwohivor- schlagen werden am Dienstag. 8 Mai d. I., im Reichsanzeiger veröffentlicht werden. Rur 29 Parteien in Preußen. Berlin. 9. Mai. (Prlv.-Tel.) Gestern nachmittag trat unter Dorsitz deS LandeSwahllciterS der preußische LandeswahlauSfchuh Aufammen. Der Ausschuß, der wie der Reichswahlausschuß auS je einem Mitglied der stärksten Parteien des Landtages besteht, legte endgültig die Dummern- folge der zugelafsenen Landeslistcn fest. Der Dorfitzende machte die interessante Feststellung, daß im Jahre 1921 zwölf Parteien, im Jahre 1924 sechzehn Parteien und zu den diesjährigen Wahlen insgesamt dreißig Parteien Wahlvorschläge eine c reicht haben. Gemäß den Dom LandeSwahlau^schuß gelabten Beschlüssen weisen die Listen 1 biS 16 bie gleiche Reihenfolge auf to i e im Reiche, wobei allerdings einige der im Reiche aufgeführten Parteien in Preußen fehlen iDayerifche Dvlkspartei und Landbund). Die Dummer 13 die der Deutsch- Hannoverschen Partei Vorbehalten war, bleibt, eben!" wie im Reiche, offen, da die Partei keine Liste eingereicht hat. Insgesamt sind auf der Liste sünfunddreißiq Dummern aufgeführt, da aber einzelne Splitterparteien weggefallen find, bestehen in der Tat nur neunundzwanzig Listen. Kür und wider Giresemann. Kreyiaghs Kritik. DreSlau. 4. Mai. (Sil.) Auf einer deutsch- nationalen Wahlversammlung sprach F r e i h e r r von Zreytagh-Lorlnghoven über Außenpolitik. An den Beispielen der Türkei, Ungari« und Oesterreichs demonstrierte er Die außenpolitischen Möglichkeiten nach dem Zusammenbruch. Der Redner führte u. a. au«- Die Türkei ist unter ganz besonders günstigen Umständen den Weg d.r kriegerischen Be reiung gegangen. Ungarn führt den Kamps auf diplomatischem Wege und hat erreicht, daß die englische Prrsse sich für die Revision deS Dertragcs von Tria ivn eingesetzt. Oesterreich hat sich in das neue Machtegesetz eingegliedert. Deutschland ist trotz seiner wirtschaftlichen und kulturellen D d uting leider denselben Weg gegangen, anstatt dem Beispiel Ungarns zu folgen. DaS Dawesablommen. Lor rio und Genf find die Etappen zu fein r Eingliederung. 3m Völkerbund ist eS forg.ältig bemüht, mit Frank- reich zusammenzugehen. Kennzeichnend Da,ür ist. daß es für die Wahlen Polens und Belgiens in den Rat stimmte. Trotzdem lehnt Frankreich jedeS Abkommen ab. und Tr otrefemann selbst hat zugegeben. Dari die D r tändigungspolitik seit eineinhalb Jahren .eingefroren" sei. Cr erwartete einen Umschwung von den französischen Wahlen. Dun haben diese, wie vcr- auszusehen war, einen Sieg PoincareS gebracht Hält er jetzt noch an seinem Optimismus fest? Im übr gen behauptet er. niemanb habe ihm einen anderen Weg gewiesen. Das ist u r chiig. Soweit ein außenpolitisches Programm sich oh: e Schaden für die Sache ö entlich entwickeln lä7>t. ist das geschehen. Wiederholt ist von nationaler Seite, besonders auch von mir aus die Notwendigkeit hingnviesen worden, statt der Poli.ik der Un erwerung und Eingliedern g eine Politik der Befreiung zu füLr: i. Dicht die aussichtslose Der-, ftänoigu g mit Frankreich anzustreben. sondern mit den Staaten Fühlung zu neunen, die selbst im Gegensatz zu 'Frankreich st hrn. An erster Stelle ist unter diesen Staaten 3 t al i e n zu nennen. Wenn- zwischen ihm und uns Südtirol steht, bann steht zwischen unS und Frankreich mefrr. Rheinbabens Antwort. Breslau. 4. Mai. (TU.) 3n einer Wahl- Dcriommlung der Deutschen DollSpart.i b. d;äi- tigte sich Staates r tär z. D Freiherr von Rheinbaben u. a. mit den A.ngri icn_ des deutfch..atio alen Pro essors Freiherrn von Frcy- tagh-Lori ghoven ge^en die Austenpolltil Strese- manns Herr v. Freytagh erweitere diele Kritik ins Srn idfätzliche und habe wiederholt offene 2lblekr von dem Versuch einer Derständ.gung mit Frankreich und statt dessen ein Bündnis mit Italien empfohlen. Dag gen müffe angc- führ werden, daß die Be'olgu g solcher Rezepte Das politisch Törichteste wäre, was die deutsche Außenpol.til im Auge blick tun tonne. Was dem neuen Reichstag au t>rm Gebiete d:r Au en- Politik o:r allem obliegen wird, werde Die große Auseina d rs ryung mit uns.ren Är.eg «gläubigem über eine Revision der Daweslaften in Berbi '.Dung mit dem Problem Der interalliierten Schulde i f in. Auch die Deutschnationalen seien für Herabsetzung und endgültige Begrenzung der deutschen Zahlunaerr. Koirnen ihre Anhänger aber ernstlich glauben, in den bevorstehenden schwi rigen internationalen Derhand- lungen ein für ZX:utfch'.and günstiges Ergebnis zu erzielen, wenn sie in gleichem Atemzuge der diese Derhandlungspolitik jahrelang mühsam vorbereitenden Außenpolitik erneut Kampf anlagen? Kommen sic gar nicht auf den Gedanken, daß Mussolini Deutschla d vielleicht zum Zwecke der eigenen italienischen Politik des sacro egoismo benutzen werde, um nämlich in Der italienisch- französischen Rivalität Deutschland gegen Frankreich auszuspielen? Zu Kanne- gie^creien und Experimenten hätten wir Deutschen in unserrr heutigen Lage aber in keiner politischen ob r wirtschaftlichen Frage ein Recht, am allerwenigsten aber in bet demnächst für unS wichtigsten, der Außenpolitik. Der Prozeß gegen die deutschen Oonez-Zngenieure. Ter Inhalt brr Anklaqcfchrist. Moskau, 8. Mai. (prlo.-Iel.) 3n der Anklage- fchrift gegen die ver-, asteten deutschen Ingenieure wird ausgeführt, als Zentrum der Sabotagcorganl- fation erscheine Charkow. Aus individuellen Beziehungen einzelner Ingenieure zu den früheren (Eigentümern habe sich eine planmäßige Organisation entwickelt, der ausländische Firmen Geld und Instruktionen zuleltcten. Hieraus sei die mangelhafte Rentabilität und unzureichende Ausnützung des Donezgebietes herzulei- ten. Die konspirative Absicht liege zutage. (Es sei der Versuch gemacht worden, diese Tätigkeit auch auf andere Industriegebiete ouszudchnen. Der Angeklagte kasarInow. der Leiter der Einfuhr- ableilung des Donugoitrustes, fei während eines Aufenthaltes In Deutschland mit einer Re.he von Jirmen in Verbindung getreten und habe von einer Jlrma 8000, von eir.ee anderen 7000 Mk. erhalten. Die ausländischen Firmen hätten planmäßig mit einzelnen Mitgliedern der Organisation Verb ndungen unterhalten und hätten den Saboteuren Belohnungen gezahlt. Die deutsche Firma Rnah (?) habe mit einem Mitglied der Organisation namens Glehki einen Vertrag abgeschlossen und erreicht, dah untaugliche Maschinen angenommen wurden. Dafür seien 2500 Rubel gezahlt worden. Badstieber habe willentlich dem Schachtleiter auf Anwe jung seines Vorgesetzten Sechold Bestechungsgel der gezahlt. Dadurch sei erreicht worden, daß untaugliches Maschinenmaterial (Eingang sand und die Wirtschaft der Sowjetunion unterwühlt wurde. Badstieber habe außerdem unmittelbare D I - rc.lloen aus dem Ausland erhallen. Otto habe frajarinoro nach fe uer Rückkehr aus dem Ausland „konspirative Schriftstücke übergeben. (Es wird aus den Zusammenhang hinge- wiesen, der zwischen den gegenrevolutionären Handlungen und der russischen Abteilung der A C G. bestehe, wo ein Bruder des Angeklagten Baschkin, ein russischer Emigrant, arbeitet. Diese russische Abteilung wird geradezu als der Mittelpunkt der gesamten Verschwörung bezeichnet. Direktor Blrimann w rd beschuldigt, einen bestimmten Prozentsatz aus den Bestellungsgewinnen der Verschwörerorganisation zugesichert zu hoben. Ausfallend erscheint hierbei, daß unter solchen Umständen Bleimann vor kurzem von russischer Seite die (Einreiseerlaubnis nach Rußland erhalten Hal. Otto und Maier wird oorgeworsen, daß sie aus Grund von Beratungen bei der AEG., die Verschwörerzwecken gedient hätten, nach Rußland abfommanblerl worden seien. Magner habe das dem Angeklagten Baschkin milgeteilt, der von Maier Untcrwe.sung erhallen Hobe, wie eine ausgestellte Turbine beschädigt werden könne. Für die Vornahme der Beschädigung habe Baschkin von Maler 500 Rubel Belohnung erhalten. Maler bestreitet nicht, eine solche Zahlung geleistet zu haben, erklärt jedoch, ste sei nicht zu Sabotagezwecken bestimmt gewesen. Otto soll nach der Anklageschrist während des Krieges als Spion in Rußland gewesen sein: auch wird seine Zugehörigkeit zum „Stahlhelm" hervorgehoben. Die Verhandlung des Prozesses beginnt voraussichtlich am 15. Mai vor dem Obersten Gerichtshof, der Im Großen Saale des GewerkfchaftLhnufes unter Vorsitz MnschInskIs, des P ftors der Moskauer Universität, tagen wird. Man rechnet mit einer einmonatigen Dauer /des Prozesses. Die Anklage wird durch die Staatsanwälte firtjlenfo und Roginski vertreten. Den Verteidigern sind die Un- terfuchungsergebnisse mllgeteilt worden. Oer Colmarer Auionomistenprvzeß. Tolmar, 8. Mol. (WTB.) Die Dernehmung des Pclize-kornmlssarS Dauer wurde forige cOt. Gr beharrt dabei, daß Frau AgneS Eggern a n n bei der Defchasfung größerer Geldsummen auS der Schweiz behilflich gewesen sei. Die Angeklagte habe ihm gegenüber im Derhbr keine hinreichende Auskunft über die Motive ihrer AuSlandreisen geben können. Dasselbe treffe für Abb6 Faßbauer zu. der u. a. in der Zeit von Mitte September bis Dezember 1926 in Kiel, Freiburg und München gewesen fei. Daran Zorn v. Bulach fei zwar der angebliche Eigentümer der Zeitung .Die Wahrheit" gewesen, aber in Wirtlichkeit habe die'cS Blatt Ley gehört, der nach seiner Verurteilung in Frankreich und nach seiner Begnadigung nach Freiburg gegangen und In den deutschen Spionagedienst getreten sci Er ha'e Zorn v. Bulach für Die .Wahr^it' QIn'D. i- fungen gegeben, des Inhalts, die Haupt ad)t fei, daß bei künftigen Wahlen einige Autono- niiflcn in die Kammer einzögen. Das Programm müsse sein, erst DolkSabstimmung und dann ein unabhängiges ® I f a t* Vie Die Schweiz. Als der Zeuge aus einem Artikel der „Mahr- heit" eine besonders scharfe Stelle verliest, wendet Rechtsanwalt Peter ein, dah solche Artikel auch von Polizeispitzeln geschrieben worden se:en, worauf Zeuge Bauer mit den Achseln zuckt. Rechtsanwalt Beter erklärt bann, diese Stelle habe der Po- uzeifpitzet und Sprachlehrer Fromag-ot geschrieben und Bauer habe ihn durchgesehen. Dann sprach Zeuge Bauer davon, daß im Elf aß ein Film über Schwuryerichtsverhandlungen und Verurteilungen von Elsässern ausgenommen worden sei, der für bie Wochenschau der „Phöbus- Filmgesellschaft" bestimmt gewesen sei. _ In der Rachmittagssitzung teilt Rechtsanwalt Fournier mit, daß die Anwälte an den Justiz- m i n i ft e r eine Mitteilung gerichtet haben, in der sie gegen die Beschränkung der Rechte der D e r t e i d i g u n a , die protokollarisch fcftgelegt sei, protestieren, sowie bei dieser Gelegenheit auf den Abbruch des Verhörs der '21 n p r . floaten und auf eine Zusammenarbeit zwischen dem Zeugen Bauer und dem Vorsitzenden bnnxi|en, während von Komplotts gegen die Sicherheit des Staates nichts zu hären sei. — Polizeifommissar Bauer spricht dann weiter. Er kommt auf drei weibliche Perso- j nennamen zu sprechen, an bie Briefe gerichtet wor- : den seien. Diese seien vielmehr die Deckadresse j d o r drei Polizeiagenten aus Freiburg ' gewesen. Der flüchtige Vorsitzende der Autor.o- ! miftenpartei. Roß, habe auf diesem Wege dem | deutschen Spionagedienst Nachrichten zucominen lasten. Der Angeklagte Ricklin erklärt, daß Die Autonomu enbewe^ung vor Dem Kriege mit der jetzigen gar nich: z t vergleichen sei. Dor Dem Kr c je Habe eS f.^ Darum gehandelt. Der Germanisierung zu widerst eh en. jetzt handele eS sich Darum, sich Der Ausrottung Der Elsaß-Lothringer zu wider,eßen. Dann werden im Anschluß an eine Frage, welche Beziehunten R (firn zu Ley und Muth gehabt habe, zwei *2: c e Leys aus Fre butg vorn Jahre 1926 an Ricklin verlesen, m denen es heißt: „Wir sind ein deutscher Stamm, wer sich besten schämt, ist ein Verräter am Blute seiner Däler. Ich verlange, daß die vrrru'enen Hunde, die versucht ha.e.i, mch durch 29 Monate Haft langsam und grausam au morden, vor Da5 Straßburger Schwurgericht ge teilt w-.r.en, und zwar wegen erwiesenen Mo.dversuchS. Ich verlange "om Staa s^er.chtsho des autonomen E.sah meine voll Rehabilitierung." Ricklin verwahrt Dagegen, Daß man ihm die einseitige Korrespondenz Leys zum Dorwurf mache, Denn Ley sei durch 'e ne lange Ha'1 nicht mehr normal. Auch die Derteidigung erklärt, man könne Leh nicht ernst nehmen. Ricklin erklärt noch, er ver- mute, bah Leh auch ein agent provvcateur sei Oüan könne doch für baS, was die nach Deullchlonb übergeheöeüen Elsaß-Lothringer in Deutschland tun, nicht die hier lebenden Elsässer verantw! rilich machen. Sodann äußerte sich der von seinem Priefferamt fuepcnbicrie Angenagte Aahhauer über die Gründung der verlogsgcscllschoft Erwinia. daS Äk:ienkapi!ol habe 300 000 Franks betragen Er habe be’onberJ auf dem flachen Land, unter dem Sih ruft und bei Bekannten gesammelt und kleine Obligationen im Werte von 100, 500 und 1000 Franken untergebracht. Eine Zeichnerliste Ser Justizetat im Hessischen Landtag Ser mißglückte Staatsstreich Larols von Rumänien vor für öle g 11 u n g der Rechts Er- md aus,ne 'ch' pitel 89 bis 99 werden ohne genommen. Damct ist der Etat de- man sich der Trin> Kapitel 88 (Arbeitsnachweis und Dohi- sahrlSpslege) mit 3 4c8 000 QHI Ausgaben toirb angenommen, bam.t auch ein Antrag Mark für Rothilse für bie Kleinb. Carol in England unerwünscht Lord Rothermere leugnet jede Verbindung mit dem Prinzen. London. 8. Mai. (1DIB.) Der Staats,cfrefär des Innern. Sir 3oguson hidis, Hal nach seiner Unterredung mit Staatssekretär Chamberlain im Unterhaus erklärt, er habe veranlaßt, daß dem Prinzen Carol mltgeteitt werde, seine Anwesenheit in England sei nicht länger erwünscht und er solle seinen Besuch sofort abbrechen. Carol wird, wie man zu wissen glaubt. England i n e i n oder zwei Tagen verlassen. „Daily Mail", das Blatt Lord Rothermeres, bestreitet, irgend etwas mit der Proklamation des Prinzen Carol oder der Bestellung der beiden Flugzeuge zu tun gehabt zu haben. Das Blatt bemerkt, es sei erfolglos versucht worden, die „Daily Mail" in die Angelegenheit hineinzuziehen. Emissäre des Prinzen Corat hätten versucht, Lord Rolhermere zu sprechen, um die „Daily Mail" zu veranlassen. Abschriften der Proklamation des Prinzen zu drucken und Flugzeuge für ihre Verteilung in ganz Rumänien zu mieten. Die Emissäre seien gewesen: Der Gastgeber des Prinzen Carol, der rumänische Graf 3 o - nescu und ein englischer 3 o u r n a U ft, der in der europäischen Presse viel über den Balkan schreibe. Lord Rolhermere habe ihnen durch seinen Prioatsekretär erklären lassen, er lehne es ab. sic zu empfangen oder überhaupt ihre Pläne zu erörtern. Dorschen in Bukarest und dem erzielten gebiitß persönlich überzeugen will." Verschärfung der Lage in Rumänien. o r b n u n g unserer Monarchie. Wir wollen aber Gleichberechtigung, Gesetzmäßigkeit und verfassungsmäßiges Regime auf allen Gebieten des staatlichen Lebens erhalten. Diese Aufgaben kann nur die Bauerndemokratie mit den von ihr erwählten Männem durchführen. Ich fahre gleich nach Bukarest. Ob man mich dorthin begleiten wird, weih ich nicht. Ich habe den Dauern gesagt, sie mögen sich nach Hause begeben und mit Vertrauen die politische Führung In unseren Händen lassen. Ich kann es aber nicht verhindern, wenn jemanb sich von unserem fürs erste noch der einen anderen werde, als gerade n besonders freunb* jmänlen steht. existiere, er wolle sie aber nicht preis geben, da er obwohl baä Geldsammeln nicht verboten sei niemand blohstellen wolle, vor al.em keine Beamten, dce in abhängiger Stellung seien. Einen Elsässer, der mit einem Schweizer Bankier verwandt sei. habe er in die Schweiz entsandt, um über die Aufnahme von 10 000 Franks zu verhandeln. Die Derfchweigung des Ramens begründete Faßhauer damit, daß im Si'ah b i e Diktatur und der Terror herr'chten und daß daher jedermann Angst habe, auch wenn er nichts llnrechteS tue. Bukarest, 8. Mai. (XU.) Die politische Lage hat eine weitere Tecschär.ung erfahren, und zwar dadurch, daß die Führung der Rationalen Bauernpartei beschlossen hat, alle Beziehungen zur Regierung abzubrechen. Es steht noch nicht fest, wie und wann der Regentschaft die Entschließung von Karlsburg überreicht werden soll. ES verlautet, daß die gesamte Preise der Rationalen Bauernpartei, die stark unter der jetzigen Zensur zu leiden hat, ihr Erscheinen einstellen wird als Protest gegen die Maßnahmen der Regierung. In Duka.et herrschte heute vollkommene Ruhe. Der Zug der Bauen aus Karlsburg ist noch weit von Bukarest enttarnt und es ist Dorläu'ig nicht wahrscheinlich, daß e. überhaupt nach Bukarest kommen wird. Mamu ist in Bukarest ein^etrofen. Man nimmt an, daß die Entscheidung über den weiteren Derlaul der politischen Krife kaum vor Ende dieser Woche er'ol en wird. De Beratungen de» Regentlcha tSrales werden vermutlich über den 10 Mai andauern, der in Rumänien ein Staatsfeiertag ist In den Streifen der Rationalen Bauernpartei erwartet man, baß sich die Re- werden. doch gibt Hoffnung hin. daß Auch in Frankreich nicht willkommen. Paris, 8.Mai. (TU.) Prinz Carol der auf Aufforderung der englischen Regierung England verlassen soll, lebte im letzten Jahr in seiner Villa in Reuilly bei Paris. Schon damals hatte die französische Regierung ihm mitgeteilt, daß er als Gast auf französischem Boden s i ch von allen oolltischen Aktionen fernhal- ten müsse. Prinz Carol hat sich diesem Wunsch auch nach außen hin gefügt, und es zum mindesten öffentlich vermieden, von seiner Villa aus die Pro- paganba zu Gunsten seiner Rückkehr nach Rumänien zu betreiben. Infolgedessen würde die fron zösische Regierung wohl taum etwas dagegen einzuwenden haben, wenn er nach Frankreich zurück- kehren würde und sich als Privatmann in Paris oder einer anderen französischen Stadt niederlicße. Doch dürfte die französische Regierung ebensowenig wie die englische zulasten, daß der Prin, oder seine Freunde sich in Frankreich niederlasten, um von hier aus einen Staats st reich gegen Rumänien vorzubereiten. D.e versichert wird, wird bet Prinz, falls er nach Frankreich kommen sollte, sehr höflich «m Äa .'batte an Ministeriums verabschiedet. Präsident Delp teilt mit. daß heute noch die Generaldebatte zum Iustizetat abgeschlossen werden soll. Der Finanzausschuß tritt zu einer Sitzung zusammen, während im Plenum Abg Dr Best (Brp.) zum Iustizetat das Wort ergreift und Einzelwünsche für eine gute und gerechte Justiz darlegt. Rur die besten Gesetzeskenner bei Staatsanwälten und Richtern sollten in die verantwortlichen Posten einziehen. Politik in der Justiz sei ein Grundfehler. Ministerialdirektor Schwarz hält den Angriff des Vorredners auf das Laienelement in der Justiz nicht für berechtigt. In der Justiz gebe es nur ganz vereinzelte Stellen, in denen Beamte mit einem politischen Gesicht gebraucht würden, nämlich bei der Staatsanwaltschaft. Don den Iustizbearnten werde nur voller Einsatz ihrer ganzen Kraft für gesunde Rechtssprechung im Rahmen des heutigen Staates verlangt. Abg. Dr. K e l l e r - Gießen (Zentr.) hat daö Vertrauen zu dem Iustizminister, daß er bei der Strafrechtsreform die Belange der Mehrheit des Volkes wahren werde. Das letzte Ziel der Ghegefetzgebung sei für das Zentrum die älnauslösbarkeit der Ehe im Interesse der Kinder und der Allgemeinheit. Einwände gegen die Ehegesetzgebung würden fast nur für die Großstadt zutreffen. Die Unterschiedlichkeit bei der Behandlung der Justiz- und Verwaltungsbeamten müsse verschwinden. Die Kritik an den Urteilen der Gerichte sei übertrieben und meist unsachlich. Die Referendarausbildung in Hessen möge der preußischen Art ähnlich reformiert werden. Der Redner warnt vor dem Eintritt in die Iuriftenlaufbahn. Den Gewerk- schafts elretären sei ebenfalls das Schweigerecht zuzubilligen. Der Redner bringt bann eine Reihe von Ginzelwünschen vor zum Standesamts- und Notariatswesen, zum veralteten Bureau- betrieb der Gerichte, zum Geschlechts- krankheitengeseh und der überhand nehmenden Gewerbsunzucht, die in den Gemeinden unter 15 000 Einwohnern verboten werden müsse. Abg. Schreiber (Dem.) erllärt: Die hohen Stempel- und Gerichtsgebühren müßten gesenkt werden, weil sie auf die Dauer untragbar seien. Die lange Sperre zum mittleren Justiz- dienst sei falsch gewe'en. Gerade die Ver- reichiichung der Justiz werde viele Fortschritte bringen. Dem Richter möge das bedingte Begnadigungsrecht zugestanden werden. Der deutschnational.'n Forderung auf Verstaatlichung des Rotar-atv vermöge er sich nicht anzuichliehen. Dem Richter stehe es ja offen, durch Zusammenarbeit mit der Pres e und Ausschluß der Oes'entlichkeit einer RanbaB en De- richtirstat'ung entgegenzuwir en. Ter Redner fordert auch für Hessen Einrichtung von Pressestellen bei der Justiz. TaS Reich möge den Strafvollzug einheitlich regeln. Man solle das alte Zuchthaus in Rockenberg schließen. Der Richter müffe sozial bessergestellt werden, namentlich d?r überalterte Richter. Abg. Dr. Böhm iDn.s schließt sich den Wünschen feiner Vorredner sehr weit an und fordert auch Herabsetzung der Anwaltkosten. Das Ministerium möge die Eignung zum Richter oder Staatsanwalt besser prüfen. Die fleinen Schöffengerichte sollten bei den Amtsgerichten wieder eingeführt werden. Die Eidesleistung möge feierlicher gestaltet werden. Die Gnadenerlasse sollten in kleinen Fallen den Richtern zugestanden werden. Aba. Dr. Werner (Dn.) polemisiert gegen den Abg. Schreiber, den er als den KapiiolS- wächter der Republik bezeichnet, der für feine eigenen republikanischen Kollegen eine Kontrolle fordere. Die Pressefreiheit dürfe — wie etwa im Kranhprozeh — nicht in Pressefrechheit ausarten. Die Frage der Immunität müsse einmal gründlich reformiert werden. Gerade die Linke habe die Justiz auf bie schiefe Bahn b e r Politisierung gebracht. Der Strafvollzug sei schon sehr weitgehend humanisiert. Ministerialdirektor Dr. Schwarz verspricht, soweit es möglich fei. den vorgebrachten Anregungen entgegenzukommen. DaS Reich beabsichtige, für den juristischen Rachwuchs einheitliche Richtlinien zur Prüfungsordnung herauszugeben. Der Verstaatlichung des Rotariats könne nicht zugestimmt werden. Die Lieberleitung auf GerichtSkafsen werde eine erhebliche Personalvermehrung bedingen. Auch der Vertreter des Reichs^varkommifsars habe hier Dedenten geäußert. Der Strafvollzug sei in Hessen sehr human, doch seien auch hier Grenzen gezogen. Im neu-:n S'rafvollzugsge'e^entwurf sei bie Einrichtung von Gesangenenbeiräten vorgesehen. Der Redner wendet sich dann gegen bie öffentlichen To-kämpfe und behandelt die Einstellung der Justizverwaltung zur Presse und zur sogen. Iustizkrise. Abg. Schül lZtr.) bedauert, baß der Iustizetat in bieser Art durchgepeitscht werbe, wo nur 12 Abgeordnete anwesend seien. Der Redner wiederholt seine vorjährigen Bedenken gegen bie Iustizprüfungen. Die berufliche Ausbildung von Justiz- und Verwaltungsanwärtern müsse gleich fein. Rur der gesunde, juristisch geschulte Menschenverstand solle bei den Prüfungen mahaebend sein. Es sind jetzt noch 9 Abgeordnete Tm Saal. Trotzdem werden bie einzelnen Kapitel bes Iustizetats bis zur Abstimmung fertiggestellt, bie morgen nachgeholt werden soll. Manius Programm. Bukarest, 8.Mai. (Täi.) Der Führer der Rationalen Bauernpartei. M a n i u, hat dem Berichterstatter der Telegraphen-Union während der Bauerntagung in Karlsburg folgende @r- klärungen abgegeben: „Die heutige Versammlung ist eine politische Kundgebung der Mehrheit des rumänischen Bauernvolkes. Die Regierung drohte bis zur letzten Stunde, unsere Versammlungen zu verbieten. Innenminister Duca hat im Parlament bestimmt erllärt, daß er keine politischen Versammlungen bet nationalen Bauernpartei zu- lassen werbe. Run frage ich, w o ist bie Macht der Regierung, unsere Versammlungen zu verbieten? Die Dauernbewegung in Rumänien ist nicht mehr zu unterdrücken. Sie kämpft nicht nur für den Sturz der Regierung, sondern auch für die Aenderung des bisherigen Regimes. Man hat im Ausland von dieser Versammlung so manches erwartet, was nicht eingetreten ist. Man hat gehofft, daß wir hier den Prinzen Carol zurückrufen und zum König auSrufen und damit die Revolution einleiten werden. Don all dem ist nicht die Rede gewesen. Wir sind nach wie Die 'Beratungen beS hessischen Slaatsvoran- schlages nähern sich bem Abschluß. Der Wille, zum Gnbe zu kommen, brückte sich in einer stark sachlichen Beratung und dem Verzicht auf lange Parabereden aus Die gestrige Sitzung brachte baffer außer bet Verabschiedung des Etats des Wirtschaftsministeriums. Die Rot der Kl:inrent» ner gab zunächst Anlaß zu einigen Erklärungen der Regierung, bann aber ging bie Abstimmung glatt über bie Bühne unter Annahme zahlreicher Anträge zur Besserstellung der Land- wirtschaft, insbesondere im Vogelsberg. Degen den Iustizetat ritten die Kommunisten die erwartete Attacke. Dann hielt LandgerichtSrat Keller-Tießen vom Zentrum seine Jungfernrede. AlS Fachmann überreichte er bem Iustizminister einen bicken Strauß Wünsche zur SlrafrechtS- unb Shegefeh-Reform sowie hinsichtlich ber AuS- hilbung des juristischen Rachwuchses. Rachdem noch fünf weitere Redner gesprochen hatten, atmeten bas Parlament ber 9 Abgeordneten und bie Presse erleichtert auf, als Präsident Delp um 4.30 Uhr bie Sitzung auf Mittwoch vertagte. Aus bie Tagesordnung ber Mittwoch- Übung würbe noch oaS Gewerbesteuergeseh gestellt. Man hofft, am Mittwoch mit sämtlichen vorliegenden Arbeiten fertig zu werden. Sitzungsbericht. D a r m st a d t. 8. Mai. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um V811 Uhr bei gut besetztem HauS. Auf eine Kleine Anfrage Birnbaum erllärt die Regierung: Der Stellenplan zur Be« solbungsordnung wirb ba'dmöglichst vorgelegt werden. Ob baS vor ber Sommerpause noch durchführbar ist, läßt sich eben noch nicht übersehen, da auch abzuwarten fein wird wie sich die Stellenpläne in den anderen Ländern gestalten. Oberregierungsrat L i n k e n h e l d bespricht den Widerstreit zwischen der Auffassung der Kleinrentner auf Entschädigung für ihre Verluste und der Rechtslage nach dem Für- sorgegefeh. Daß In Einzelfällen Härten von den Fürsorgestellen begangen würden, fei bei den lockeren Bestimmungen nicht zu vermeiden. Die geforderte Sicherstellung für bie Unterstützungen ber Kleinrentner sei berechtigt. Don den hessischen Fürsorgeverbänden seien im letzten Jahre 3.3 Millionen Mark ausgewendet worden. Ministerialrat Hechler erllärt, daß die hessische Regierung schon seit Jahren In der Ge- werbcaufsicht Arbeiter als Auf sichts- .beamte eingestellt habe, soweit das möglich ^el. Von ber Einstellung von eigenen Gewerbe- -ürzten habe man bisher Abstand genommen; wie seither würden bie Krelsgesundheitsbehörben bei der Gewerbeaufsicht mitwirken. GS folgt bann ohne toei'.ece Aussprache Me Annahme ber Kapitel 75 bis 82 bes Arbeit s- unb Wi'-tschi^sministeriumS. Der Ablehnung ver ä'lt ein Bauernbunbantrag, bas Ministerium als selbständige Zentralstelle aufzuheben. Bewilligt werden 3500 Mk. für landwirtschaftliche Haushaltungsschulen. Der Ausgestaltung der landwirtschaftlichen Schule zu Buhst a ch im Herbst 1928 zu einer Vollanstalt stimmt bad HauS zu. Aba. Joost (Bbb.) bespricht bie besonberen Notstände Im hohen Vogelsberg, die sich aus ber vorjährigen M ßernte ergeben. In biesem Jahre sei z. D. bie Wintersaat wieder biS zu 50 Prozent auSgewlntert und müsse neu bestellt werden Trotz ber Versprechungen ber Regierungsstellen werde bie Steuerelntreibung noch immer sehr rigoros vorgenommen. Die von den Landwirten geforde-ten Äoften zir Feldbereini- gung seien jetzt nicht aufzubringen. Trotz eines gegenteiligen LandtagSbeschlusfes fordere die Regierung noch immer die Kosten für bie Parzellierung. ja sogar noch mehr als bie tatsächlichen Ausgaben. Bei der Verte lung ber vom Landtag bewilligten Zuschüsse für die ärmeren Gemeinden sei bet hohe Vogelsberg benachteiligt worben, zumal bie Regierung bie genehmigten Summen nicht voll ausgeschütlet habe. Die Umstellung ber Landwirtschaft im yohcn Vogelsberg auf Drünlandwirtschaft bebüje ernstester Erwägungen. Der' alle Generalkulturplan mit ber geforderten großen Aufforstung von Ackerland habe allgemeine Ablehnung gerunben. Die Regierung möge ben neuen Kulturplan nur in engstem Einvernehmen mit ben Bewohnern des hohen Vogelsbergs aufstellen. Bei ber erforderlichen großen Feldbeceinigung sei ohne Staats- Hilfe nicht vorwärts zu kommen. K a p i t e l 8 3 r M»ir- Slll-a"«" >ue«ndtn ICH erccn d.f e» P < 0»’» «•' a-r-rX» Rrrrrvtitriu lwflä'w,e itvciiciuu luuüiagc. Der über der Aordsce liegende Wirbel hat sich südöstlich nach Polen hin fortbewegl unb durch die Aufnahme warmer Luftmaisen in sein Slromungsbereich Weiler verlieft. Kühlere Lufl- maffen an seiner Rückseite haben auch bei uns zu unruhigem Wetter unb zu leichten Schnee- unb Regenschauern geführt. Da von Westen her bet ßuftbrud weiter anfteigt, so dürfte toieber eine Beruhigung ber Wetterlage einseyen. dabei kommen beim nächtlichen Aufklaren bie Temperaturen um Rall zu liegen. Dellervoraussaae für Donnerstag Ruhigeres, teils hritereS, teils wolkiges Vetter. 2cm. craluten nachts um ben Gefrierpunkt. meist trocken. Witterungsaussichten für Freitag Viel ach aucheitemdes. nachts noch kühles und vorwiegend trockenes Welter. Lufttemperaturen m 8. Mai. mittags 11,3 Grad Celsius, abends 6,1 Grad Celsius; am 9 Mai: morgens 5,2 Grad Celsius. Maximum 15,4 Grad Celsius, Mi-imum 3,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe am 8. Mau abends 17,4 Grad Cdfius am 9. Mai: morgens 12,2 Grad Celsius. — Sonnenschcindauer 6% Stunden. Äusi Ä" onn jjrgtn u bejt" un5 «ilichcn « schützt ma aufflcU^! -en w - goni'.cn’“ mit Süd)' blühende- lchutz>brllc bercirs > Ss sei n> lung M die von u aetolfstn unter der Ho S De' .Haffu tag 'm . vereine I Derhnnd DezirlSv Sieben. Jach ' sitzenden Hasfiainii standes Hall'- nung der die Äamc Tuled u Duseä fü rätigleit Dorstande Derbar an die 9 und 3atc 3m 2 Vorsitzen! gelaufene nehmen, 2057 Mit, sich auf 31 Laufe des bedürftige kommen d Derbande rancnbeihi im letzten Sieben ge den Dezn gefestscholl Die satz zirksvo Dieder mttab T der Drei Tätigkeit Einen nahm di am 10.3 bands dieser T Men 2 .W‘ Kamerod' Antrag b 2ioSbach i des ßgssj Derbands! Derhandlll Ankauf ger-Srk bringur Äri tail ju e rmöali die Cteuur •nnitlelt 1 einstimmig ? ^üa Xamtrab Sin 2 M( die bereits ausgesetzten Tomaten, schützt man auch ausgelaufen» Bc! heimrot Döckmann und Bürge, meister Men» ge l (Schotten). Zum Wertungclingen sang jeder Bunkesoerein den aufgegebenen (Thor „E I n k e h r" w. __ — _ M M Rachfüllung Ihres Maaaifläschchens aus MAG6I* großer Ori^nalflasche » » wL. A /Sk > denn in dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgeholt tn werden als Lk Bestehen S.° auf MAGGrWürze! g I j:ajDtrennensb r u ch und Beamtrnbeleidigunn zu 100 M k. Deldstrase verurteilt worden ist. verfolgt Q5c- ruhing. Da er trotz vrdriungsmähiger Ladung richt erschienen ist. wird die Berufung kosten- pflichtig zurück-eviesen Sin in Friedberg anfäffiger Tabakhänd- ler war in Konkurs geraten; eS ist ihm zur Last gelegt, daß er es an einer ordnungsmäßiten übersichtlichen (Buchführung hat fehlen lassen. Er verteidigt sich damit, er sei alS Minderkaufmann nicht zur Buchführung verpflichtet gewesen, sein Gewerbebetrieb sei nach Art und ploflon verletzt Walnsltthe in in T.'mcinlchaff bimif beftWftlflt dfueyen reichte inm “Älter a 11 einer schraube IdNsch' mde ch führen. Das Dertunaeslnaen in der geräumigen Turnhalle wurde ourd) einen prächtig klingenden Begrüßungschor des „S ch o 11 e n e r Manner» ch o r s" eröffnet Den Willkommgruß de» Bunde» entbot der erste Dorfitzende Schäfer (Eichelsdorf). Er sand treffliche Worte über den Wert des deut» scheu Liedes. Don den Ehrengästen sprachen De» DER. Die DiSmänner. Der Mai be- scheert unS in feinem Gefolge die EiSmänner, das sind Frostnächte. Alte Dauernregeln bestätigen dies« Beobachtung. AlS die Sicheiligcn bezelchret man gewöhnlich den MamertuS i ’ X. Mai), den Pankratius (12. Mui) und den Servatius (13. Mai). Statt des Mamertus wird aoer auch der Bonifaz genannt, der auf den 14. Mai fällt. So heiht ein« Bauernregel: „Pankraz, Servaz und Boni'az (12.. 13 und 14. Mat) fchasfen Frost und Eis gern Platz." Andere Dauernregeln lauten: „Pankraiius und Servatius bringen Kält« und Derdruh." „Kein Reif nach ServatS, kein Schnee nad) Bonifaz." „Bor Servaz kein Somme:, nach Servaz kein .Frost." ..Servaz muh vorüber fein, falls vor Äachtfroft sicher sein." — Seit gestern mittag macht sich daS Regiment der gefürchteten Eisheiligen in unserer Stadt schon empfindlich bemerkbar. Die Hüte und Mäntel, die man bereite in den KleiOrrschränlen verstaut hatte, mußten wohl oder übel wieder hrrvorgeholt werden, wenn man nicht einen kräftigen Schnupfen riskieren wollte. Auch heute früh war die Temperatur wieder sehr niedrig, und zwischen 9 und 10 Uhr konnte man sogar Schneeflocken in der Luft Herumwirbeln sehen. DaS “Vergnügen der Frau Holle war allerdings nur von ganz kurzer Dauer und führte auch nicht zu einer weihen Visitenkarte auf der Mutter Erde Immerhin aber bedeutet Schnee für den 9. Mai doch allerleif “Die wir auf Anfrage im KlubhauS auf dem HohervdSkops hören, tour- den in der letzten Rächt im hohen Vogelsberg Umfang als Kleingewerbe ju betrachten. Er ist in der Torinfiaiu f re i gefp rochen worden. Die Beweisaufnahme vor der Straikammer betätigt im wesentlichen de Feststellungen del Borderrich erS. Darenvorrä e. Gef^Ü te enn.gen und Umsatz waren so gering, daß der 21ngeflagte nicht al» Bollkaufmann ge:ten kann. Die Berufung der StaatSanwaitschast wird zurüdge- wiesen Durch die Vorspiegelung seiner Angehörigkeit zum Evangelischen Bund erschwindeNe der wiederholt vorbestrafte F. Beeiden st ein von Heidelberg In Dietzen einen kleinen Geldbetrag, in einem anderen Zoll versuchte er dasselbe Manöver ohne Ersolg. DaS erstinstanzliche Urteil tautet auf S Dochen Gefängnis es wird ausrechterhalten, da der Angeklagte ohne genügende Entschuldigung im Termin aulblclbt 6. WertungSsingen des ^iddatal'Sängerbundeek. Schotten, 7 Mak. Ein herrlicher Matcnsonntag führte gestern die zwölf Vereine de» 'Jlibbatal-oänger» Kunde» in unser Städtchen. Am Bahnhof rour» den sie vom Musikverein Ra in rod in Empfang genommen und zur Turnhalle geleitet, wo sich die Probe der Ma>jenchöre anschloß. Gegen ein Uhr stellte sich ein Fcstzug auf, in dem sämtliche Vereine mit ihren Fahnen vertreten waren. An dem freien Plag vor der Kirche wurde der Umzug unterbrochen. und etwa 500 Sänger ordneten stch zum Massenchor, der von dem Dundeslieberineifter Diehl dirigiert wurde. Mit Heller Begeisterung und sichtlicher Freude sang der stattliche Klang» körper den Bundes-Wohtspruch, Bau. mann» sonnige» „Der Lenz zieht ein" und das Stanzsche ..Freiheit und Vater sand". Die Gepflogenheit des Bunde», seine Massenchäre an akustisch günstig gelegenen Plätzen innerhalb der Stadtmauern vorzutragen, ist eine Einrichtung, die nur geeignet ist. da» Intereste an dem Manner» gesang zu wecken und ihm neue Freunde zuzu» hnen und Gurken. Zimmerpflanzen" in Balkonküsten, die vorzeitig dem warmen Sonnenschein ausgesetzt wurden, find ebenfalls mit Tüchern oder Papier zu schützen. Die man die blühenden Dbflbäume durch Entzünden von Frvst- fchur.briketts gegen Frostgefahr sichert, haben wir bereite wiederholt in der .Scholle" erwähnt. Stühle ! werden oeflotttcn 8tfl»ttffl 3 L Wer leiht gegen “Lchutdichein u. moiia l flbAGDia. 2-300 M. au boü. ,‘hni.? Schr. Änaev. v. Leib geb. u. U8r6- a. d. « An». Anst. LLwe., mit eigeneui Heim, möchte stch «eine wieder verheiraten mit anitänb. franöre. Lchr. Äng. u. U3*Xj6 an den Gietz. Anz. MHHWHM Aus der provinzialhaupistadi. G letzen, den 9. Mai 1428 Vie 7lad)tfröfte im Mai öle als die gestrengen Herrn, oder Steheiligen, um di« Witte des Monats einzutrefsen Pflegen, bereiten ihr Kommen gegenwärtig durch Transport fallet Lustmassen genügend vor. Tritt nicht ein Umschlag beS seitherigen WitterungScharak- tetS ein bann können wir in den nächsten Dächten mit dem Erfrieren aller zarten, frostempfindlichen Pflanzen rechnen. Wan wird darum in der kritischen Zeit der Haren, windstillen Büchte seine Dcinspaiiere und blühenden Spalier- bäume am Abend mit Tüchern und Decken verhängen und die blühenden (Srbbeerbeete mit Packbogen unb Zeitungspapier Aubtden. daS man mit etlichen Steinchen beschwert. In gleicher Weise i“8^ Titbil t«l jesi- Ui Ä-E )a von . giftet \ so 'age W’ lufW 61 i.A’> TjjetUr- ii,3 ®ra® iu5'1540rab?atn uil1 @rol> ?n- SS fei nur bemerkt, datz nicht bic Rauchentwicklung schüft, benn sie verbrennet rauchlos, sondern die von ihnen aufftclgenbe Würme. die in einem gewissen Umkrei'e ein Fallen der Temperatur unter den Vesrierpunkt verhinderl. A. Lassia-BezirkStag in Gießen. D Der FrühjahrSbezirkSta g deS .Hassia--BezirkSDietzen fanb am Sonntag im .Postkeller" zu Dietzen statt. Die DezirkS- vereine halten zahlreiche Vertreter entsandt. Die Verhandlungen nahmen unter der Leitung deS DezirkSvorsitzenden. Pros. Dr. Äraemet- Eietzen. einen glatten Verlaus. Vach den TegrützungSworten d«S BezirkSvor- sitzenden konnte dieser an mehrere verdiente Hassiamitglieder im Austrag deS DerbandSvor- standeS Auszeichnungen überreichen. DaS Hassia-Ehrenkreuz, die höchste Auszeichnung der Ä egerkameredscha t ,Has ia“, e.hielten die Kameraden Wilhelm Rabenau I.-Alten- Buseck unb Wilhelm Rabenau U.-Alten- Buseck für ihre etwa 30jährige verdienstvoHe Tätigkeit als Vorsitzender bzw. alS Rechner im Vorstände deS KriegervereinS Alten-Duseck. DerbandSebren taseln wurden verliehen an die Kameraden Heinrich Kehler- Steinbach und Jakob Reuschling - Steinbach. 3m Anschluh hieran erstattete der BezirkS- vorsitzende den Jahresbericht über daS ab- gelaufene Gefchä'tSiahr. Hieraus war zu entnehmen. datz der Bezirk Dietzen 28 Vereine mit 2057 Mitgliedern zäblt. DaS Barvermögen beläuft sich auf 3200 Mk An Unterstützungen wurden Im Laufe des Geschäftsjahres seitens der Vereine an bedürftige Kameraden 2320 Wk. gezahlt. Dazu kommen die allgemeinen Unterftüfcungcn, die Dom Verbände gewährt wurden, ferner die Altvete- ranenbeihilfen unb die Konfirmandenbeihilsen. dir im letzten Jahre an 21 Konfirmanden deS Bezirks Dietzen gezahlt wurden. An Rückvergütungen sind den DezirkSvereinen von feiten der Vertrag-- gefellfchaften insgesamt 810 Mk. zuge'lo'sen. Die satzungSgemähe Veuwahl deS Bezirksvorstandes ergab die einstimmige Wiederwahl b:r seitherigen Kameraden. Kamerad T r ü m pe r t • Dietzen sprach im Vamen der Vertreter dem Vorstande für seine eifrige Tätigkeit Dank auS. Einen grötzeren Raum in den Verhandlungen nahm die Beratung der Tagesordnung zu dem am 10. Juni in Wimpfen ftatflnbenben Verba n d S t a g ein. inSbefandere wurden die zu dieser Tagung gestellten Anträge behandelt. Reben Anträgen, b e ben weiteren Ausbau bet .Hassia" unb ber VerbandSzeitschrist .Hessischer Kamerab" betreffen, lag ein bedeutungSvo'ler Antrag deS Veteranen- unb MilitürvorclnS Ober- RoSbach v d H. mit einem UnterstützungSantrag deS Haffia-BezirkS Friedberg vor, worin ber DerbanbStag aufge’orbert wird, unverzüglich Verhandlungen in die Wege zu leiten, um den Ankauf bzw. die Errichtung eine# Är te- ger-ErholungShelmS zur Unterbringung erholungsbedürftiger Kriegsbeschädigter unb Veteranen zu ermöglichen. 3n längeren Ausführungen wurde die Stcllungnatzme des Be-,irkS zu allen Aniräven ermittelt AlS Vertreter zum Ver^and'ag wurde einstimmig der DezirkSnor'ihende. Kamerad Prof. Dr. Ära em er. gewühlt, zu seinem Vertreter Kamerad Säubert- Cofiar. Da« BezirkSkriegersest. zu demberrits die Teilnahme fast aller DezirkSvereine zugefagt Ist. findet am 1. 3 ult in Drohen-Linden ^°Än Antrag deS Verein- Dietzen, der die grundsätzliche Regelung der Durchführung der BezirkSkriegerfeste bezweckt, wurde nach Begründung und Erläuterung durch den Kameraden T r ü m p e r t - Dietzen bi« zur Herbstbe-irkS- taguna zurückaestellt. um den einzelnen Vereinen zunächst Delegenheit zu geben, dazu Stellung zu nehmen. Anfchlietzend berichtete der Ve irkSobmann der K.ieg^b s5>äd gicn unb ini rbl e cnen. Käme ab -ehrer öhn - Dietzen, über den Stand im Bezirk unb gab Aufklärung über Fragen des VersorgungSwe enS Dle übr g? Tage« rdnunz behandeltr noch einige Interne VezirkSanzelegenh:i en. Taten für Tonnertzkag, 10. Mai Sonnenaufgang 4 31 Uhr, Sonnenuntergang 20.03 Uhr — Mondaufgang 1 Uhr, Monduntelgang 7L2 Uhr. 1838 ber Professor der Medizin und Direktor der Ohren- und »iehltopsklinik der Un.oerfilät Rostock Otto JUrner in Fronlsurl a. M geboren^; — 1S78: der deutsche Außenminister Dr. ®uftao Strefcmann In Berlin geboren. — 1903: Beginn ber Legung be» zweiten Äabels nach Amerika auf Borkum: — 1760: ber Dichter Johann Peter Hebel zu Basel geboren. Vornotizen. — Tage-kalenber für Mittwoch: Wahlversammlung der demokrat.'chen Partei 87, Uhr Cafe Lc.b. Redner: Professor Hellpa ch. — Lichtspielhaus. Bahnhv' iratze: DaS weitze Stadion. Dona Juana. 10.30 Uhr: Rächt- Vorstellung ... bis in- dritte und vierte Glied? — Astoria-Lichtfpiele: Der nächtliche Kämpfer, Kub:nkc. — Dortrag über Grundfragen deut» scherCrziehung im Ausland. Man schreibt uns: Seil dem Weltkrieg lenken wir Deutsche Im Reich unsere Blicke immer mehr den vielen Millionen deutscher Lolksgenossen zu, die außerhalb des Reiche» leben. Wir sehen In der geistig-seelischen Einigung von Autzen- und Binnendeullchlum eine der wichtigsten Aufgaben deutscher Kulturpolitik. Zu den bedeutsamsten Mitteln gesamtbeutsä)er Kulturpolitik gehört die deutsche Schule Im Ausland. Ihre Erzieyungsausgaben. ihre Methoden sind aber von den der binnendeutschen Schule wesentlich un» terschieden. Heber diese wichtigen Fragen der beut- schen Kulturpolitik wird am Freitag, 11. Mai, In der neuen Aula der Unioersitäl Herr Dr. Hentz au» Gietzen, der sowohl in Bulgarien wie in Holland an deutschen Schulen tätig war, unter dem Thema: „Grundfragen deutscher Erziehung im Au», lande" einen Vortrag halten. Herr Dr. Hentz hat kürzlich auf der in Luxemburg durch das „Bureau International D’Education“ (Genf) veranstalteten „Conference internationale sur le bilinguisme11 über „Zwei- unb Mehrsprachigkeit in beutschen Au»- landschulen" unb über „Mundart unb Zweisprachigkeit" erfolgreich gesprochen. Die Ortsgruppe Gietzen bes Verein» für das Deutschtum Im Ausland, der Philologenverein Gießen, die Lehrer- und Lehrerinnenvereine Gießens und Umgebung freuen sich, bi« Bürgerschaft Gießen» zu einem Vortrag über biefe wichtige Frage cinloben zu können. Der Eintritt ist frei. (Siehe heutige Anzeige.) — Zentrumvpartei Gießen. Morgen, Donnerstag, abend im katholischen Dereinohauo öffentliche Wöhlerverfammlung. E» sprechen Regierungsrat Knoll (Darmstadt^ und Syndikus Dr. Burg pacher (Mainz). (Siehe Anzeige.) — Deutschnationale Volk-Part« l. Am nächsten Samstag. 12. d. W.. abend- 8.30 Uhr spricht In der Turnhalle (am OSwaldS- gailen) der preußische LandtagSaögevrdnete L. Steuer auS Kassel über: „Rationale Politik unb ReichStagswahl". (Siehe 2 Drad Kälte festgesteltt. heut» früh hatte der Wold Aauhreif angelegt, und heule vormitlaa zwischen 10 und 11 Uhr trat leichter Schneefall ein. C. du wun er chöner Mai! M Maienblasen. Heute, Mittwoch aiendS 7 Uhr. Habet vom Turm der 3ohannrSkirche auS wieder Maiendlasen statt. Zum Vortrag kommen: 1. Drotzer Dctt. wir toben dich. 2. Motette: Alles waS Obern hat. tob» ben Herrn. 3. Mein 5):tj ich (Melodie: Zu Augsburg steht ein hohe- HouS). •* Verkehr-fünber 3n der Zeit vom 1. bi- 33. AprU wurden folgende Anzeigen wegen Zuwtbe^andlungen durch di» Zahrzeug- ’ühret hzev. Kraft- und Radfahrer gegen oct- !cpr«por.zien Fahren- a^f Bürg r- (ie;gcn. 11 weg.n Fahrens mit übermästiger Ee- tchw.ndi^ie t. 10 Wegen Fahren-, ohne die rechte Stratzenleite e nzuh alten. 9 wegen Fahren- durch gesperrte Siratzcn, 31 wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspo.i^ilicher Hinsicht. •• DaS VerbandSschietzen deS Schütze nbundeS Wittelrhein. Baden unb Psalz für 1 929 wurde am oor.aen Sonntag in ein e Delcg.erten-Versammlung des Bundes in Mainz dem Giehener Schüyei-.vcrein übertragen. DaS Schlctzen findet voraussichtlich im 3uvl nächsten 3agres statt und wird sich aus acht Tage erstrecken. D.« ersten Schritte zur Durchtührung dieses bedeutsamen Schützenereig- nlsseS lind bereite In di« Wege geleitet. Mit dem Ausbau der vchietzanlage hir das Fest hat man schon begonnen. Die vorausgegangenen Bundesfeste wurden !S2S In Frankfurt a. W. unb 1925 in Karlsruhe abgebaLten. Man [ann ba- mil rechnen, dost einige Taufend Schützen auS dem getarnten BundeSgeb et Im nächsten 3ahre zu dem Schiehen hier weilen werden. " Personalien. Ernannt wurde der Lehrer Johann chlllenbrand zu Oppershofen, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Heppen heim ci. d B. — In den Ruhestand versetzt wurde der Obere,fiftent bei dem Amtsgericht Vilbel Wilhelm Pauli ouf Rachsuchen mit Wirlung vom 1.September d. I. ab. •• Dezirkslehrerverein Gießen- Land. In einer Versammlung des Bezirkslehrcr- Dcreinß Gießen.Land sprach am Samstag L'rhrer Eiff (Orüningcn) über „Die Entwicklung d e s deutschen D o l k s s ch u l w e s e n s im 19. Jahrhundert". In einem Gang durch da? letzte Jahrhundert zeigte der Vortragende das langsame, aber stetige Wachsen und Sichausbrelten der deutschen Volksschule. Rach den hoffnungsreichen Jahren der Befreiungskriege kamen die Rückschläge, die Regulative. Die Gedanken eines Fichte usw. wurden eingeengt, die Volksschule wurde zur Armenschule. Mit dem Aufblühen der Industrie aber war — besonders in den Städten — die Erkenntnis gekommen, daß wir eine gute Volksschule haben müßten Diese neue Schule wurde vom gan xen Volk getragen. Ls waren nicht nur Nützlich- fcltserroägungen, die heute viele (Eltern oeranlaj |en, ihre Kinder in die höhere Schule zu sch cken, nein, das Verlangen nach Bildung war jetzt ;um Selbstzweck geworden. Aber auch eine große Gefahr flieg mit dieser Entwicklung herauf. Immer mehr griff In diesen Massenschulen der Bureau- kratismus um stch. Man glaubte, durch recht viel Aufsicht alles verbessern zu können. Für viele Kinder war, da beide Eltern zur Arbeit ginaen, die Schule zur zweiten Heimat geworden. Al» dann mit dem Eindringen der Maschinen die Arbeit des einzelnen immer mehr mechanisiert wurde, ergab es sich von selbst, daß an die Volksschule, die Allgemeinbildung vermittelt, die Fortbildungsschule oder Berufsschule sich anschloß. Daß durch die kirch'iche Aussicht, besonders auf dem Lande, die Arbeit der Volksschule in vielfacher Beziehung gehindert wurde, wurde vom Redner aeftreift. Aber trotz aller Hemmungen hat die deutsche Volksschule Im letzten Jahrhundert die Bahn eingetragen, die zur Höhe führt. Der Vorsitzende, Lehrer Hofmann (Lang Göns), dankte dem Redner und gab bekannt, daß diesem Vortrag demnächst, ebenfalls von Lehrer E i f f (Grüningen), ein weiterer folgen soll, der die Gesch chte des D e u t f rh e n Lehrer- Vereins behandeln wird 3m übrigen war die laarrorbnung mit geschäftlichen Mitteilungen aus- gefüllt. von Zöllner, außerdem einen Wahichor. der je nach Stärke unb Leistungsfähigkeit der vereine den ver- schiedensten Gebieten der Mannerchor Literatur ent» nommen war. Als Wertungsrichter war Musik» lehrer Blaß (Großen-Linden) gewonnen, ber übrigens seit Beginn des neuen «chukjahre» zum Musik lehrer an ben höheren Schulen Gießens ernannt Ist. Den Ehoroorträgen war anzumerken, daß In den Vundesvereinen mit Fleiß, Ernst unb Ausdauer gearbeitet wird. Besonders angenehm fiel bei den verschiedensten Vorträgen ein schön gepsleates Pianissimo auf, auf besten Ausarbeitung gerade kleine Chorkörper besonderen Wert legen sollten. Don schwierigeren Thören gelangten u. a. Bruchs „Frühling am Rhein' und Baumanns „Morgen" zur Wiedergabe. An das Wertungssingen schloß stch die Ehrung verdienter Mitglieder des Bundes an, die durch ben stellvertretenden Vorsitzenden de» Gaus Vogelsberg-Süd, Diehl (Dbcr-Sdjmltten) vollzogen wurde. Mit dem Ehrenbrief de» Hessischen Sängerbundes wurden ausaezeich"el: Hch Bcch» told (Eicheledorf) und Helnr. Konrad Döll N. (lllfo) für 50jährige aktive Mitgliedschaft: Heinrich Müller X. (Ruddingchain) für 45|äl)r|ge, Wild. Wirth (Eickelsdorf) und Georg ß u b ro I g III. (Ulfa) für 40jährige Letzterer sprach im Warnen der Sängerjubllare ben Dank und bas Gelöbnis aus, auch weiterhin treu zum deutschen Liede zu flehen. Lehrer Linck (Ruddlngehain), der auf eine 45iährige Dirigentschaft zurückblickt, wurde zum Ehrenchormeister des Hess. Sänger» bunbee ernannt. Die Ehrung wirb nachträglich burch den Bunbesvorftand anläßlich eines Sänger- tage» in Gieß n vorgenommen. Mit einem Hoch auf die Sängerjubllare. das deutsche Lied unb Vaterland schloß die Tagung. Briefkasten öcr Redaktion 3. R., Dppercfpfen. Um Ihr» Meerschweinzucht nutzbringend gehalten zu können, empfehlen wir Ihnen, sich wegen An'auf» von Versuchstieren mit der Verwaltung ber Gießener Kliniken in Verbindung zu setzen. Sertiner Börse. Berlin, 9. Mai. (WTD. Funkspruch.) Nachdem man gestern abend noch recht feste Kurse hören konnte, ist es im heutigen Frühoerkehr vorläufig noch sehr ruhig und geschäftslos. Die Spekulation übt Zurückhaltung, da die einsetzenden Mediovor» bereitungen noch unübersichtlich sind. Am Devisen» markt nennt man Paris 124,02, Mailand 92,40, Spanien 29,03, das Pfund «--h h-n Dollar 4,1798. w- uM- i2#n 47481 E Alleinverkauf für Gießen: Gebr.Weil V 221 [Stellenangebote 08672 gesucht 4737D H. Wölfer. H. ffourier. Filiale Frankfurt a. M. 03678 SevkaufSfteüe Gkrtzen: ^aisevallee 5 il stell« ein 47,3V SeOll Müssig. 4740V Kleider aus gemusterten ent- AA zückenden W asdistofifen Mk. V A.G.derZildusine sucht * Ne e fli a'.A, .A AA AA A A OTfliat.' ©errn £ btn Außendienst. Seb nqung: Tüchh'ger ' äufer.dei Qianuna auch Aspirant. Hchrist« v Spezialhaus für Damenbekleidung Gießen. für den Derfäufcr, Qignung auch Aspirant. Hchnfl' 47v2- «Etw. fiodinel ) Schr. Angel), nnt. O36<58 nn b. (Wien.9lnx. erbeten. Wjiem u Moratm iila der Ilm« Eintritt tret. Heute Mittwoch »‘ । Udr: Andres. einzureichen. Älcftcn, ben 8. Mai 1928. Gießen. Baugenossenschaft 1894, e. W. m. b. H. (Rieften. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rüd- dingöhausen für 91 j. 1928 liegt vom 9. Mai 1928 bis einschließlich 15. Mai 1928 aus unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. ES ist die Erhebung einer Umlage be« schloffen, zu der auch die AuSmLrker beizutragen haben. Rnddingshausen, den 8. Mai 1928. Bürgermeisterei RüddingShausen 1ld>e Angebote unter 47361) an ben Gieß. Anzeiger erbeten. £)«' KrtWi"1 Neustadt 10 Auf Wunsch Teilzahlung ________________ 4759a Bhl’o ooenDpreti teurer- uno tenre- rlnnenoftemp Inden au ^v Dorirag Dr. Henfo öranüfroQpn öeot- slM Crii Di'nQ im llaslono Freitag, den 11. V. -nicht Mittwoch!» obb». 8 Udr tpunfit) Schritt!. Hnnebote lucht zum 15. *». Sieb mti Bild unter 4746V I itina. 2dir. Ana. n. on b. Wien flm. erb. l0«Ni an d. W. Anz. Lountag. 13. Mal: Buybach. Bobenro). Blaibacher ctjiuei*, C'ibelm. 5 Liunb. Abi ii.38. Sonn aad« (arte. 173SV Eiagentznus 4—6 Zimmer, bei nrdBciev «nAObluna au kau cu ne nitt. Direkte schr Ana. u. "3O5V an b. W. An». Kindertagen Klappsportwagen Marke „Opel“ Gut und preiswert Neueste Modelle (hoch und niedrig) alle Farben vorrätig Phototians Winlerhofl < Kreuzplatz 9 y 4753a MarktplatzöJ. PfefferMarktplatzö Tüchtiger WWM Nutzholzversteigerungen der Stadt Gießen. Die bcibenNuyholzvcrslcigerungen vom 12. und 26. April 1928 (Nr. 29 und 30) wurden genehmigt. Die Absuhrscheine sind bio spätesten» 25. Mai d. I. in Empfang zu nehmen. Gießen, den 8. Mai 1928. Ter Oberbürgermeister I.V.: vr. Rosenberg. 47498 Politcr und Tauetenacichält Krauskopf, ((irqfoen - Vinben. Suche für loiorl kaufmännischen Lehrling ober 4750 V Lctzrfräulcin mit schöner vonb- tchrtli u.guter Schul« btlbunfl Iüt meinen Bei land. Sloit und Vom® tut Hanfe. Ocint. Rull mann. Meuaer.t. Nidda tOberdessem. sienonmhiiii muh 1 >5 hi auf AnwaUSbureau gejucht. Schritt!, rinaeboie mit wcbnltdnnfi’r. nn.er (tiii>2 nn ben •'lieh An Er es Kastee«Re- siaurattt einer Stadt tm Vobntnl l icht »um 1. Juni em flolte luelDItlie Beöienunq. Pens. Brandi B","" Sonn. mÖbL Zimmer, nuteKflcbe. To'. 1085. Bessere«« Zimmer mit Schreibtisch unb elcfir. Vidji zu vertu. Bit erfr. I. b. Geschn. d. Gien. AnA 03«>74 AMsfkM gesucht. 47511) Schilling. Selbstanbiker Lackierer und Wayner fürKarokferlebau gesucht. C. Haber, Fahrzeuge. IMia > Opel 4 PS. 2-Sther. f. a. erhalten, i Motorrad Deutsche Weite. 8 PS. 1 Diotonob Han a. 2 PS. t. A. zu verkanten. U5,‘683 Di p örn feoMnd p 780 NÖwaA I Blumenmuster, doppeltbreit, per Meter Selierswei Nr. 85 Lahabrech D Loe für 2 mich ersten sollen Dögis ltch er Ä 6°r bm ’J"’ he sich «u tid) n ,tTnen .i Wb es iß1 SS&- Akeiten S- Dio gr 5> N J"Wanö t 3 & h bnöffr ’Wnaut ‘e bti stellt auf , [Wohnungstausch Wobnungstaulch. Wer lauscht feine 3—4-Zimm Wovn. geg. eine 2.Zimm.« Wobna. bei sehr biiitnci Miete? 2 chrtttl. Angeb. nnt. 03675 and. Gien. An A. Auswärts b"~ i Anstlärenbe Broschüre graus bttrch Erdmann & (£0., Berlin. Stlclnbeerenür. 26 Ml. ZiiiMl zu vermieten U 658 Nordanlage 3 p. H1ÖDI. Z'.Mkk zu venuteien 036t>5 ZravlatiSgasse 21. Mietgesuche | Danernneter sucht 1 bis 2 möbl.dimmcr Sch'iftl. Angeb. mit ^ictsaug. nm. 08062 au den o'leij. Auz. M »0 r ' £ .Irttj; eine ' weil l §i« Zeit 1 obre Nn « -eute au Ctben 1 tnbM tut. bi« es 55 affi jc^anil nti ver ll Trabihon m -tb-tl Mk «efiana tm' •n Shma ui ssnegsgcwa sich bidei ÄamDf P vegatmen 1 tm angst mächtigen, rettung M btti 1 haben. Die Aus non 3nfunfl wort Äoml hinfällig. f< wiö anderer M SotnjctL rieten nlmi der Änabc man in bei scher blutig* mente lesen seltlgt is recht dnfcf Selb unb 1 Dchangtsoli gestellt. Sl röter Jengl rschiangsaisl Wat). 3m chinese i tangibcc über 'Rad gunsten bell au- Eharal Men Dm bers dem 1 .34 tonn n ®bina unb langsame, zu ührlebenbCT 4est schließ daraus w a England anlifommm den-, bah flrunblä öte zeiatm anzuerfenne Heben Manbtcn r vor. unb b «en über bi tische AuSflu etwa benfen fflwnben ; lind. 3m D 2nerknnung J* ®^nelen militärische । Motorräder, Grober Sieimveg 12. Gartenbesitzer! .^ur Emiliunnng von (Hmieiibeeten u zum ?lbfüUen v Beeten« roeinneüeetbrieelle Flaschen tu Hin ab. «« Neuenweg 2». i>a«t neuer Sommer- Ueberzieher Iüt kleine, tchinale nifliit. änucTfi billig au verkanten. (««70 Tarn tu strafte 43 L Dir suchen zum möglichst baldigen Eintritt für den Verkauf unserer elektrischen Hauöhaltgeräte (Erzeugnisse ein cd ersten elektr. Konzerns) tüchtige, redegewandte Vertreter Dir zahlen höchste Provisionen, Taqesaelder und prämlcn. Rur Herren, weiche mit wirklichem Interesse für unsere Firma tätig sein wollen und sicher auftreten können, woNen sich täglich zwischen 8 und 9 llhr, oder 5 und 7 Uhr mit Ausweispapieren vorstellen. Gute Garderobe Bedingung. Auch suchen wir tüchtige. Intensiv arbeitende wevbeikvafte (Damen od. Herren) „Slgema" Ges. elektr. Nasch, u. App. m. b. S. Sicheret Jng. sucht nnt möbliertes Zimmer Schr. Angebote um. Otpi'it n. d Wiest. Anz. Berutstät. Ebevaar sucht einfach möbl. / Morgen \ / Donnerstagabend \ ' 1 Uhr, beginnt der ' kostenlose Pholo-ünterridil im eignen Vortragsraum BeioeöunQ oon Banarbellea. Für den Neubau eine» Eiitfamilien« roppelhauscv, einco LcchofamilienhauseS und cinco .iivölfkamilienhauseS sollen vergeben tverdeu: die Erd-, Maurer« und Betonarbeiten, Zimmerarbeiten, Dad)deckcrarbeiten, Spenglcrarbeiten, „ Schmiede- und Sd)losserarbeiten. I Angcbotssormularc und Nähere- butd) Architekt Hamann, Bergstraße 11. An- fsebote sind verschlossen und mit entsprechender Anssd)rist versehen bis Tonnerotag, ocn 17. Mai, vormittago 11 Nhr, daselbst Mainzlar. Loüarer Strafte 18. Saubere Putzfrau gesucht. Borrmann, Neuiiadt 11. 103067 [Stellengesuche | Studierender sucht halb ägtge Be ichätttgung, gleich welch r Art. Otefl. Aitgeb. nn W. IL, Schuierstr. 16H. ii am mit Reoa- ra uren 3 Jab»e nn ,>ach taug, ,'süoref schein iütV iltiii.l. Staatssekretär Feyerabend als Vertreter des Postministeriums. Prolessor Dr. Wagner, der Lireltor des SchwingungiinstitutS an der Technischen Hochschule. Professor ßeit- Häuser, sowie Herren ber .Deutschen Wette" unb der . Funkstunde'' teilgenommen haben. In Vorträgen unb Vorführungen bekam man einen Einblick in das Gebiet, das die FunkversuchS- ftclle bearbeiten soll, unb nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt wirb voll Aufmerksamkeit verfolgen, was daS neue Institut leisten, unb zu welchen Fortschritten in ber Rundfunktechnik es anregen wirb. Da sind zunächst technische Schwierigkeiten zu lösen. Richt alle Instrumente bringen Töne hervor, die daS Mikrophon willig weiterleitet, unb man wird nun beginnen, systematisch alle Arten von Geigen. Älamcren. Flöten. Trompeten. Pauken im Aufnahmeraum erschallen zu lallen, alle Tonlagen sorgfältig abzuhören, unter Umständen Instrumente zu oerbeftern ober gar neue Instrumente au schaffen, um auf biete Weise bie technische Grundlage für eine dem Runkriunk angemessene Musik zu bieten. Bevor man nicht weist, wie jedes 3nftrument einzeln bei ber drahtlosen ilcbertragung wirkt, kann man nur ungefähr abfchäyen. aber nicht mit wis enscha tllcher Genauigkeit angeben, wie ein gutes Rundfunkorchester zusammenge'etzt lein muß. Aus den Erfahrungen der Schallplatten- industrie weiß man, wie wichtig ein guter Aufnahmeraum für bie musikalische Ilcbertragung ift, unb gerade in letzter Zeit find von den großen Schallplattenfabriken wichtige Veränderungen ihrer Vorführungsräume vorgenvmmen worden. Für ben Rundfunk ist dieses Problem noch wenig geflärt. unb es wirb zum Arbeitsgebiet ber neuen Funkversuchsstette gehören, in systematischen Versuchen Narzustetten. ob der Aufnahme- raum groß ober klein sein, mit Holzwänben ober Vorhängen oder mit anderem Material aus- 2- ist ja eigentlich ein Wunder, baß ber 1 Süden den Norden nicht schon längst überrannt hat. Man stelle sich vor brci Sterb- Provinzen 2H a n db u r i n sHauptstadt Mukden, drin, öcngtieni. Tfchihli «Hauptstadt Peking bzw. Tientsin'. Schantung 'Hauptstadt Tfi- nanfu). Diese bret relativ armen Provinzen, gegen bic Unzahl ber reichen Südprvvinzen! DaS PluS der Nordpartei liegt erstens darin, daß sie bic international anerkannte RegierungShaupt- stadt Peking in ihrem Bereich hat, zweiten-, baß Japan starke Jntercffcn tn ihrem Gebiet bat unb biefeS gegen Angriffe deS Süben- fo oder te verteidig'., unb dritten- find alle drei Norbprovin^n wesentliche, an der Küste, schon im Weltgetriebe gelegene Länder, während zahlreiche mit dem Süden sympathisierende Provinzen schon durch ihre innerasiatische abgeschlossene Lage jeder wirkungsvollen Stostkraft entbehren. Viertens, und da- ist da- Gntldx.bcnbc. find bic nördlichen Generäle unbedingt einig untereinander, der Süden bietet dagegen ein Bild traurigster Uneinigkeit. Da ist die Kommunistische Partei noch nicht ganz au-gestorben, da ist bic mächtige Kuanghsipartei. die den Kantonputsch niederwarf. da ist der unsichere Shansigouvcmeur, Ven Hsi Schan. da find der große F enghjuhsiang und der große Tfchiangkaischek. bie sich gegenteilig weder Ruhm noch Beute gönnen. Von ber Einigkeit dieser beiden Generäle hängt der Erfolg des südlichen Vorstoßes im wesentlichen ab. Haben sie die Devise: erst vollständig niederwerfen, bann Macht und Beute verteilen, te können sie auch zum politischen Genuß ihres militärische i Erfolge- kommen. Im umgekehrten Fall kann der Umschwung zugunsten deS Sterten» beinahe so schnell eintreten wie im vorigen Jahr. Anm. b. Red.: Inzwischen wissen wir. baß der Kampf zwifchen dem Norden und bem Süden zurückgetreten ist vor dem Zwist mit Japan, ber bie Möglichkeit eine- japanisch-chinesischen Krieges in sich birgt und der darüber hinaus zu einer allgemeinen Intervention ber fremden Mächte in China führen kann. Oer Colmarer Prozeß. Ter Eindruck her ersten Tage. Don unserem • * »-Korrespondenten. Colmar, Mai 1928. Wußte man im Ausland bisher, mit welchen Wildwestmethoden feit dem Waffenstillstand in Glsaß-Lothringen die französische Idee ^verteidigt' wirb? Lic zahlreichen Zuhör-t auswärtiger Blätter, die dem Colmarer Autono- mistenprozeß beiwohnen, haben einige Proben derartiger Kampsesweise bereits vorgesetzt bekommen. GS wird ihnen jetzt schon vieles flarcr geworden fein, waS man bisher al- ungereimt empfinden mußte. Man la- etwa von Hunderten von ErgebenhcitStelcgrammen. die von clfäfjischcn Bürgermeistern im Rainen ihrer Gemeinden an den Ministerpräsidenten Poincari: gesandt wurden, um ihn zur Unterdrückung der autonomistischen Presse zu beglückwünschen. Man sagte sich: demnach kann bie verbotene Presse und die von ihr verfochtene Idee der Autonomie denn doch nicht sehr stark im Volke gewurzelt haben. Dann aber kam bic große Volksbefragung vom 22. und 29 April, die Wahlen zur französischen Kammer, unb eS wurden in großer Zahl Männer gewählt, die Frankreich ausdrücklich als feine Feinde bezeichnet hatte. _Es bläst ein Wind deS Wahnsinn- über das Elsaß." So will da- Straßburger ,Journal de l'Est" diese Wahl erklären. Ja, aber, woher bläst dieser Wind? Warum findet er so gar keinen Widerstand in diesem Elsaß-Lothringcn. das da- gleiche Blatt immer als unerschütterlich französisch-patriotisch unb alS feindselig gegen jeden Autonomicgcdankcn gezeichnet hatte? Wer ben ersten Tagen deS Colmarer Prozesses beigewohnt hat, wirb da schon sehr viel klarer sehen ES sind im Gerichtssaal Ereignisse zur Sprache gekommen, bie auf die beratenen Berti 'iger de- fronzö Ischen Sebanfm# cuf dem diffizilen Boden de- elfaß-'.oTt>ringi* fchen GrenzlandeS ein bedenkliche- Vlcßt werden. 'Besonder- ein Zwischenfall am zweiten Ber- handlung-tag. der auch am dritten Tag nicht völlige Klärung gesunden hat, beutet au‘ bie fanatische Ucbcrspanntheit gewisser französischer Kreise bin die vielleicht in der Tat nur eine kleine Minderheit sind, ober leider beherrschen Ich meine den von der Verteidigung zur Sprache gebrachten Aufruf einer Vereinigung von Feldzugtcilnehmern, die im ganzen Lande Unterschritten sammeln wollen, um bic A n - n u 111 c r u n g der mit so starker Ueberlegcnheit gewählten Autonomisten Dr. Rlcklin und Professor Rossö zu fordern DaS in zahlreichen Orten des Lande- angeschlagene Plakat regt sogar an, biete .Beleidiger Frankreich-" andern DesängniS zu holen und zu züchtigen. Ist baÄ nicht ein Terrorisierung-versuch. gegen den die Behörden mit aller Macht ein schreiten müßten? Diese Behörden aber, wie alle leitenden Stellen im Lande mit Franzosen besetzt, sym - pathisicrcn offensichtlich mit dielen Radaumethoden. Uno so will man eine kritisch veranlagte Bevölkerung vom Glück ihrer neuen Lage überzeugen? Aber schlimmer noch ist cs. daß mar ben unheimlichen Eindruck nicht lo- wird, es müßten in diesem Recht-verfahren Dinge vorge.'ommen sein, die in einem modernen Staat-Wesen undenkbar lein sollten. Stehen wir vor einem neuen französischen Iustizfkandal, der den Drey- fuß-Fall noch übertreffen würde? Der Dencral- staatSanw.tlt Fachot tut sehr selbstsicher. .Ich werde die Beweise für daS Komplott zu dem Zeitpunkt vorlegen, ben ich für richtig halte." Vergeblich beruft sich die Verteidigung ber ange- lliglcn .Hochverräter" auf ben genauen Buchstaben des Gesetze-, wonach sämtliches Dokumentenmaterial von Anfang an vorlic- g c n unb in einem unabänderlichen Verzeichn is vermerkt fein muß. Merkwürdig auch, daß die Staatsanwaltschaft nicht in der Lage ist, einzelne wichtige Dokumente sofort auszusinden. Daren sic überhaupt jemals da? öiiftierten sic nur in der Phantasie der Ohrenbläser?. Ober bat Herr Mitton. ber Mülhauser Untersuchungsrichter. ben Sinn mancher Schriftstücke nicht erfaßt. da er kein Deutsch versteht und man ihm in mühsamer Arbeit da- gesamte .BcweiSmaterial" erst übersetzen mußte Gegen französische Rechtsprechung besteht in Elfaß-Lothringen ein durchaus begründetes Mißtrauen In Dutzenden von Fällen ist Frankreichs Instizia nicht die unbestechltche Dame gewesen, wie sie eS fein sollte. Die vielen poli- tilchcn Prozesse zwischen ,Autonomisten" und „guten Elsässern", bic in den drei vergangenen Jahren von französischen Richtern entschieden toorben find, waren von empörender Einfettigkeit. Uno gegen Herrn Fachot persönlich, den obersten Leiter deS elsaß-lothringischen Iustiz- wclenS, sind derart ehrenrührige Anschuldigungen (Millionen-Dcrschiebungen bei der Sc- qucfticnxng der oberelfättifchen Kaliwerke!) ungeklärt geblieben, daß man leider selbst von einem starken Mißtrauen gegen feine Person nicht frei werden rann. Nachdem auch überzeugt autonomiftenfeinb* ließe Blätter im Lande dem vvrgcbrachten Material jede Beweiskraft absprechen und nur hoffen, daß Herr Fachot die wirklich schlagenden Beweise vorerst noch zurückhält, besteht aller Grund, gegen diese ganxe Staatsaktion größte Skepsis zu bekunden Die Sache wäre freilich nicht mit einem Freispruch abgetan, nachdem sich die Verwaltungsstellen mit bem Kampf gegen die .Kanaillen" - wie der Präfekt des Obereifaß bie Heimatbündler zu nennen beliebte — so stark identifiziert haben. Und auch auf die Pariser Regierung könnte eine Rückwirkung nicht ausbleiben. da Poincarö persönlich unb formell die Znflagen übernommen hatte. Daß ber Prozeß „in Schönheit sterben" wird, ist unmöglich. Entweder einwandfreier Bewei- des „Komplott-" oder Aufdeckung eines ungeheuerlichen Korruptionsskandal-. Ein drittes kann nicht fein. gestattet werden soll. Eelbstverständllch müs'en auch die verschiedenen Mikrophonsysteme geprüft unb ihre VerwcnbungSmöglichkcilen erprobt werden. Damit sind aber die technischen Arbeiten nicht erschöpft. ES gilt, Lautsprecher miteir.a ber zu verglichen, in allen Stärkegraden vorzuführen und überhaupt das Problem der Lautverstärkung wis cnschaflllch zu erforschen. Man hat die unangenehme Erfahrung machen müssen, daß wundervoll klingende Instrumente im Rundfunk überraschend schlecht klangen, und was für bic Instrumente gilt, trifft leider auch zuweilen bei Künstlern zu. Richt jeder gute Opernsänger ist für das Radio geeignet, und es muß daher fcftgeftcllt werden, welche Anforderungen an bie menschliche Stimme zu stellen sind, wenn sie nicht unmittelbar durch die Lust, sondern auf dem Umweg über den Rundfunk da- Ohr der Zuhörer erreicht. Dabei ist nicht nur zu untersuchen, welche Sänger für da- Radio besonders geeignet sind, sondern man muß auch erforschen, ob die drahtlose ilcbertragung eine besondere VortragSkunst. eine andere Art des Singens nötig macht — Denn man weiß ja, daß die Soubrette im kleinen Kabarett eine andere Vortragstechnik anwenden muß, als die große Sängerin auf der Opernbühnc. und cs leuchtet ein, daß das Radio auch In dieser Beziehung wieder seine eigenen Gesetze hat. Besondere Apparaturen werden in der Fun^ver- luchsstelle für die Prüfung der menschlichen Stimme verwendet werden, und man wird sich nicht darauf beschränken, Gesang-Vorführungen zu untersuchen, f'mbern man beabsichtigt. auch Rezitatoren vor den PrüfungSapva- raten erscheinen zu lassen und festzustellen, welche Eprachtechnik der Rundfunkredner anxuwcnden hat, um seinen Zuhörern einen möglichst großen Genuß zu verschaffen. Wie die Hochschule für Musik versichert. Witt man sich aber nicht damit bescheiden, technische VcrbcNerungcn des Rundfunks anzuregen und vorzubereiten: auch die künstlerische Seite soll systematisch behandelt werden. Man tth.b sich noch entsinnen, daß vor einiger Zeit ein Preisausschreiben veranstaltet wurde, um Autoren zu dem Versuch anzureizen, ein Rundfunkdrama zu schaffen. Zweifellos muß der Dichter, der nur das Ohr des Zuhörers beschäftigen. nicht aber auf dessen Auge wirken kann, andere dramatische Wege einschlaaen alS der Verfasser von Dühnenstückeit. Aehnlichcs gilt nun auch für die Rundfunkoper. Das ist selbstverständlich keine neue Erkenntnis, und, so gut cs eben ging, hat man auch bisher bei Opernvorsührangen. die eigens für den Rundfunk veranstaltet worden lind, darauf Rücksicht genommen. DaS ganze Gebiet ist aber noch wenig studiert worden, und die Funkversuchsstette wird dadurch, daß sie der Hochschule für Musik an- gegliebcrt ist. auch aus künstterischem Gebiet wertvolle Experimente anstellen können. GS wird auf diese Weise eine Drücke zwischen den Vertretern der Musikwissenschaft, den Komponisten, den ausübenden Künstlern und den erperimen- tierenden Technikern geschaffen, und man darf wohl hoffen, daß diese Zusammenarbeit zur Erschließung neuer Möglichkeiten und zur künstlerischen Vertiefung des gesamten Rundfunkwesens führen wird. ES ist nicht zu leugnen, daß daS Radio durch feine ungeheure Verbreitung und durch den niedrigen Preis, den man für feine Benutzung zahlen muß. schon jetzt außerordentlich viel für die musikalische Durchbildung großer Volksschichten getan hat. Jeder ernste Musikfreund mußte aber bisher einwenden, daß den Vorführungen noch viel Dilettanttfches anhastet, und das war gerade bei der großen Ausdehnung deS Rvnd'unknetzeS zu bedauern. Die Funkversuchsstette bedeutet einen ernsthaften Vorstoß gegen den Dilettantismus im Radiowesen, und bie Gründung des neuen Institute- wird vielleicht dazu beitragen, daß der Rundfunk, den ernste Musiker zuerst für einen Feind wirfich wertvoller Kunst gehalten haben, nun* Ließt zum Ausgangspunkt neuer Kunstbe- strebungen wird. Riemand hat ja daran gezweifelt. daß allmählich die Rutchfunkappavatur außerordentlich verbessert werden kann, daß eS allo möglich sein wird, mit ber Zeit manches störende Rebengeräusch zu beseitigen und den künstlerischen Genuß zu erhöhen. ES ist merkwüv- big genug, baß bisher kein Versuch gemacht worden ist, biete Arbeiten systematisch zusammeruw- fassen. Deutschlands neue- Institut wird zweifellos in dieser Beziehung sehr anregend wirken und bald im Ausland nachgeahmt werden. Am 11. Mai 192S begeht die Firma Schmücker ihr 80jähriges Geschäfts-Jubiläum Im Jahre 1848 wurde der Grundstein zu der heute bestehenden Firma Schmücker gelegt, die von dem Eröffnungstag an stets im Blühen und Wachsen begriffen ist und heute zu den namhaftesten Firmen der Textil- und Bekleidungsindustrie Oberhessens zählt Aus oben erwähntem ganz besonderem Anlaß möchte ich meinen sehr verehrten Kunden etwas Außergewöhnliches bieten und habe mich entschlossen eine Jubiläums-Verkaufs-Woche von Donnerstag, den 10. Mai, bis Samstag, den 19. Mai zu veranstalten. — Während dieser Woche werden eine Menge meiner seit Jahren eingeführten Stammqualitäten mit Jubiläumspreisen versehen und zu solch enorm billigen Preisen verkauft daß Sie sich fragen, wie ist es möglich, gute Qualitäten zu so lächerlichen Preisen abgeben zu können? Die Antwort ist einfach und klar: Mein Jubiläums - Verkauf soll alle bis jetzt bekannten Angebote weit in den Schatten stellen und eine großzügige Veranstaltung bedeuten, die kaum mehr zu übertreffen ist Hier einige Beispiele als Beweis: Handtuchftoff weiß Gerstenk. mit rot Rand, hervorragende Ware, zirka 1000 m lagernd Jubiläums-Preis 25 per m PL Waschseide (uni), 78 cm breit, in jeder Farbe Prima Qualität Jubiläums-Preis per ar68 Waschseide herrliche Blumenmuster für Sommerkleider Jubiläums-Preis 85 perm\21" Pf. Baumwoll-Musselin wundervolle Kleidermuster Jubiläums-Preis 45 per m Pf. Hemdentuch 80 cm breit eingeführte Hausqualität Jubiläums-Preis 20 permdv3r Pf. Nessel 80 cm breit äußerst haltbar, zirka 1000 m lagernd Jubiläums-Preis 25 perm PL Schürzenstoff 120 cm breit prachtvolle Dessins, zirka 1000 m lagernd Jubiläums-Preis perm98 PL Waschripse für Kleider und Kinder-Anzüge in großem Sortiment Jubiläums-Preis perm78Pf. Zephir für Kleider, Blusen, Hemden zirka 20 verschiedene Muster Jubiläums-Preis 30 Pf. Der Verkauf findet nur Segen bar statt. Mengenabgabe behalte ich mir ausdrücklich vor! 1O% Ausnahme-Rabatt auf I alle regulären Waren 10% Ausnahme - Rabatt auf alle regulären Waren Das Wie Ereignis von Kietze» sind die Spottpreise in meinen Abteilungen Herren-ö.Knahen-...Daien-a.Ba(Misth-Kleiliiii8 während der vom 10.—19. Mai dauernden Jubiläums-Verkaufs-Woche! 50 Herren-Anzü ge 50 Knaben-Anzüge 50 Damen-Mäntel 50 Damen-Kleider werden mit extra Jubiläumspreisen versehen und während dieser Woche zu einem Bruchteil des regulären Wertes verkauft Meine sehenswerten Schaufenster sprechen eine deutliche Sprache der Billigkeit Wegen der ganz besonderen niederen Preise geht der Verkauf nur gegen bar vor sich. Mengenabgabe behalte ich mir ausdrücklich vor. Die oben erwähnten 200 Teile stellen einen Rekord an Preiswürdigkeit dar und sind In Wirklichkeit lächerlich niedrig ausgezeichnet Hier sind die Preise meiner 4 Jubiläums-Angebote! 50 Mark Herren-Anzug iS tadelloser Verarbeitung, in bestem Sitz und in guter, trag- fester Qualität............... Knabentag /£75 mit weißem Kragen, in prachtvoller Sport- form, aus guter, äußerst haltbarer Qualität Mark Borde, aus f Damen-Mantel 90 Mark hervorragend in Sitz und Qualität in dem so beliebten Herren-Fasson 10% Ausnahme-Rabatt auf alle übrigen regulären Waren der Damen-, Herren- und Kinderkonfektion 10% Versäumen Sie nicht diese seltene Kaufgelegenheit nach Kräften z. benutzen Bitte um Ihren Besuch in den Morgenstunden, da der Andrang nachmittags sicher zu groß ist M* S97D Fernsorecher Ißäll M J-B . H. MM **■ -»«Ble!'c»eft oWegte>cAeft/ - - - ZeKWsrlei Men Donnerstag, 10. Mai, 8’/« Uhr 0tfientllBo6loei|iioimlflO8 im Katholischen Vereinshaus. Redner: <7*50 1. Bei(ö5tßfl§Qöo.Reg.-BGt Snoll-MMM 2.50« Dr.Bnraöoffier-inain?. Mittwoch, 16. Mai, abends 8 Uhr, im Saale des Realgymnasiums: Musikalischer Abend zum Besten der hies. Kleinkinderbewahranstalt Veranstaltet v. Elisabeth Felchner mit einigen ihrer Schülerinnen und Schüler, unter freundlicher Mitwirkung von Fräulein Agnes Bostroem (Violine), Lore Sander und Leonie Hummel (Gesang), beide aus der Schule Heermann; am Klavier: E. Felchner. 0,494 Zum Vortrag gelangen Kompositionen für Klavier von Schubert, Heinrich Pestalozzi, Stephen Heller, Grieg, Mozart, Beethoven, Sonate für Klavier und Violine von Mozart, Lieder von Brahms u. R. Schumann, Duette von Victor Heermann u. R. Schumann Karten zu 1.50 Mark bei Challier und abends an der Kasse. Kinder-Kleidchen Kinder-Hütchen Kinder-Sweater Kinder-Mäntel Kinder-Schürzen Kinder-Westen G/ESSEN* f/JAU6ßURG IO 4743a em M fin»' in 2 N mein Seitir ist n, teilet Äng imm< Lulh .K ärger ein ( meine .05 auch Ten.“ 3 u Wi IIOIDQt! ?errn, 5lpfer he.niot . »PI, °ttge |e ?ch mi Begleitvortrag Ref. G. Felsen Verwechseln Sie diesen Film-Vortrag nicht mit etwas ähnlich gezeigtem. !! Nur für Erwachsene ü Für kühleTage Lichtspielhaus 4760c Bleyle-Westen für Damen, Herren u. Kinder, Sportwesten, ärmellose Westen, Lumberjacks in reizenden Neuheiten I J. Schulze Kreuzplatz _____________________476» in »einem Sensation»- undAbenteurerfUm in/Akten: Sein gefährlichstes Spiel Ferner: Gummy auf Urlaub Lustspiel in 2 Akten. ?Tacon? Mu-ikaliscne Illustration kap<-lhnel9 Drittes Blatt Stehener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für ©terljeffeu) Mittwoch, 9. Midi ,928 Wandem und weisen • Bäder und Sommerfrischen. Wittenberge. Trübe Erfahrungen eines Reisenden. Don Hans Scheffler-Breitenbach. Ich steige m Hannover In ben mäßig gefüllten Berliner Lchnellzug. Sin ganz leeret Kupee — ach. ich werde die vier Stunden wundervoll schlafen! Erst noch etwas Zeitung lesen, eine Zigarette - wohlig schließe ich bereits die Augen. Da — ein Angriff auf meine Aase. Ja — ein Dust, ein impertinenter, tritt in» Äupec, sagt schon guten Tag Keine junge Dame, wie noch eben die Aase, kleine- Abenteuer witternd, vermutete - nein, ein junger Mann, golbenes Armband um» Velens. Mein alter Oberlehrer au» ferner Prima fällt mir ein. al» ein Mitschüler eine» Tage» leise parfümiert zum Unterricht ko», .Wer — waS riecht denn hier! Ass! IZffffl Der Müller? S'.e mal einer a i! Ober vielmehr — riech mal einer an! Ein junger Mann hat überhaupt nicht zu riechen — weder gut, noch schlecht! Merken Sie sich da»!' Beinahe hätte ich au» der Erinnerung bei au» diese selben Sätze laut au meinem (gegenüber gefegt, das mich schon allo anfprang. .Entschuldigen Sie — wann sind wir wohl in Wittenberge?" .Ich fahre bi» Berlin. Da müssen Sie schon einmal auf dem Lehrter Bahnhof fragen, denn — Wittenberge liegt ja wohl an der Hamburger Strecke." .Jaja — Ich steige aber schon in Stendal um. Wissen Sie vielleicht, wann wir in Stendal sind? Oder — waren Sie überhaupt noch nicht In Wittenberge?" Ich bedauerte, bislang in meinem Geben durch diese Stadt stet» durchgesahren zu fein. Ich kniete mein Innerste» tiefer und krampfba ter in meine Zeitung. .Wittenberge must ganz hübsch sein. So etwa» ist natürlich vom Daß: hol aus nicht zu beurteilen 1", schost mein Gegenüber zu einem neuen Angriff vor. .Früher verwechselte ich e» übrigen» immer mit Wittenberg. Da» liegt einem ja näher. Luther und die 93 Thesen —. .95 Thesen!", verbesserte ich unwillkürlich, ärgerlich über mich selbst, nun doch wieder in ein Gespräch eingefangen zu sein, und klebte meine Augen noch hartnäckiger in die Zeitung. .Ob Dr Luther bei den kommenden Wahlen auch kandidieren wird? Würde mich intereffie« Den." Ich vertiefte mich in die Seite brr Heiratsannoncen Jede angebotene Partie schien mir begehrenswerter al» alle ReichStagSkandibaturen zusammen. ?Aa. — eine Wahlversammlung werbe ich ia in'Wittenberg, ich meine: Wittenberge auch mtt- machen. obgleich man ja schon vorher weist, wa» blefe Herren zu reben und zu versprechen haben. Wenn nachher die Hälfte von dem gehalten wird — ob wir übrig.n» in Lehrte halten l Meisten» fährt dieser Zug ja durch - auch durch Oebisfelde Da» übrigen» vom Bahnhof aus fast wie Wittenberge aamutet. Dlelleichi daß es am Änotenpunlt überhaupt liegt Wieviel Einwohner mag Wittenberge haben?" Ich beschränkte mich auf ein mdglichst lieben»- würdige- Achselzucken und entschloN mich definitiv für die 1,70 Meter große. 22jährige, bell» blor.be Haustochter mit guter Aussteuer and späte rem kleinen Dermög.n auS Walsrode. .Ich hatk vor dem Kriege mal entfernte Verwandte In Wittenberge Sind natürlich längst tot. Und wer dachte damal» daran, je Im Leben nach Wittenberge zu kommen! Es ist eben nicht» unmöglich. Wieviel Minuten Aufenthalt werde ich wohl in Stendal haben?" Wein Achselzucken ward schon konvulsivischer bl» zum Wehtun. .Der Schaffner, der gleich kommt, kann Ihnen gewih jede gewünschte Auskunft geben." Indessen — mein Gegenüber schien den Schaffner für solch eine Respektsperson zu halten, hast er ih, mit keinerlei Frage ,be- tätigte“. .Ist d.r Dabnfteig in Stendal eigentlich recht- öder linkS?", Hub ein neue- Trommelfeuer von Fragen wider mich an. .In Wittenberge liegt 3m Banne der Tatra. Don Hilde Xeimefch Oominit. Achthundert Jahre sind vergangen, feit es den Dcuischen am 'Aiedcrrhem, in Hessen, Schlesien, Sachten unter dem Druck der Fürsten unü ge ft- lichen Herren zu enge wurde in dcr Heimat, al» ihr Freiheitsdrang sie lüdoftwärt» führte, wo fie unter den Karpathen haltmachten Der erste Teil die- fer Taufende von wandernden Deuifchen blieb auf der Zipfer Hochebene im Angesicht der Hohen Tatra, die sich erhaben wie ein Thron Gottes am Runde-, diefer Hochebene aufbaut. Koloniftenlos' Roden, Urbarmachen, Darben, Sterben. Und wenn das Lnnd anfängt. Frucht zu tragen — es verteidigen mit Leib und Leben gegen die gierigen Horden des Ostens. Dörfer, Städte wachsen. Ungarischer Könige Huld fordeN den Deutschen, den Lehrmeister der Magyaren und Slawen Handwerk, Handel, Kunst heben da» Land zur Kulturhohe Krieg. Pest, ooli- kische und religiöse Wirren vermindern den Wohl stand, entdeutschen das Volk. Ganze Dörfer werden slowakisch Trotz alledem — das Deutschtum unter her Tatra war nicht auszurotten. Auch dem neuen Herrn, dem Tschechen, wird es nicht gelingen. Der Zipfer Sachse ist ein D utscher, und seine Herzens- he.mat ist^das alte, groje ungarische Vaterland Zipfer Städte! — Unter dem Banne der Tatra- berge seid ihr geworden. Ihre Schwermut teilen sie euch mit; ihre Schönheit tragt ihr wie Kronen. Felka, Poprad-Deutichendors, Iglo. Bela, Kirch draus, Leibitz, Kesmark und Leutichau; die beiden letzten ehemalige königliche Freistädte. Kesmark, die deutscheste Stadt der Zips (denn in allen macht sich heute mehr oder weniger das Slowakentum breit), wie ruht sie hinqefchmiegl in den hügeligen Wellen des fruchtbaren Landes, welch eine reizende Silhouette mit dem zierlichen Barockturm des Rathauses, der altehrwürdigen Heiligen Kreuzkirche, dem gefch chiefchweren Tökölyfchloß. Wie prächtig die dunklen schindelgedeckten Dächer und Giebel sich abheben von dem Dust des nicht allzu fernen Gebirgszuges, der wie ein stolzes Diadem die er. glaub' ich. link». Aber — bei so einem Knotenpunkt nut so vielen Gleisen kann man da» ja eigentlich nie wissen. Wie die Gleise eben Irei fi b. Jaja Komisch. Ober eigentlich natürlich. In Bitterfeld erlebte ich einmal Die hellblonde HauZiochter, das Psingstalück ersehnend, mußte, mu f. mu )te entzückend fein! Sie war noch mal so entzückend — das stand für mich lest .E» regnet schon wieder. Aber in Wittenberge kann da» Wetter ganz gut fein. Liegt ja auch nördlicher. Stendal liegt glaube ich. direkt südlich von Wittenberge. Und Wittenberge liegt wie Wittenberg an der Elbe. Das heißt — eigentlich doch nicht. Woran liegt denn Wittenberge? Sehen Sie — das wissen Sie nicht! An der Stepenitz. die bei Wittenberge in die Elbe fliestt. Aakürlich kein sehr grostor Zlust. Ich meine die Stepenitz. Aber im verga,gen en Jahr ober — war c» vor zwei Jahren?, sind doch drei Kinder drin ertrunken." Wider Willen funkte mein Auge nicht daS girinaftc an Mitgefühl, sondern eitel Menschen- hast hinüber. .Gottlob werde ich ja nicht lange in Wittenberge zu bleiben brauchen. Aber für einige Wochen werde ich mich doch wohl einrichten müssen." Hier erwartete mein Gegenüber bestimmt eine Frage — warum und wieso denn? Ich enttäuschte bitter, viel bitterer, al» c» die Schololab.' war. über die sich jetzt die Wut meiner Zähne h r nachte hellblond.' Haus- locht r mit Ihre n P i -.gftglüd allein scha ite e» nicht mehr. .Natürlich habe ich für Wittenberge einige Smpfehlu gen die besten, wenn ich fo fag::i darf. Habe' Sie gar keinen Bekannten in Wittenberge, an Den Sie mich freundlicherweise empfehlen könnten?" Ich war längst zum großen Bombenwurf bereit Ich muhte erplodieren — bevor wtr noch nach Stendal kamen. Langsam schraubte ich an meinem geistigen Zünder Jetzt — jetzt — jetzt — einundzwanzig — zweiundzwanzig — dreiund- zwanzig — : .Ja — an mich selbst vielleicht den Reichstags-Kandidaten von Wittenberge!', log ich mit breitester Stirne lo» — mit dem triumphalen Ergebnis, dast mein Gegenüber bi» Stendal fein Wort nicht wieder?and. Warum da- alle» zu Papier gebracht?, nörgelt der eine oder andere Leser längst los. C. lieber Mitmensch, du weiht vielleicht gar nicht, daß auch du bisweilen in der Eisenbahn solch ähnlich redselige» Gegenüber bist. Selbst wenn du cS im Augenblick nicht wahr haben willst - die Moral kannst du dir getrost hinter die längst trocken gewordenen Ohren schreiben! Die Kunst -es Reisens. praktische Winke für die Dame unterwegs. Don Paula Messer-Platz. „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was er- zählen" — ob es freilich immer etwas Angenehmes fein wird, das ist fraglich. Denn auch das Reifen will gelernt fein Und selbst, wenn man das Schwierige glücklich gelöst hat, ein richtiges Reiseziel aus- zusuchen und die besten und prakt.schsten Reisewege dahin zu finden, so ist noch längst nicht alles getan, um die Reise zu einer genußreichen Erholung zu machen. Etwas zuviel Gepäck — etwas zuwenig Gepäck — und schon ergeben sich hundert Unzuträg- lichkeiten und Aergerlichkeiten, die das Gemüt be- schweren und den Beutel erleichtern, auf jeden Fall die Reisefrohstimmung verderben Heute ist aber fast immer solch eine Erholungsreise, sei es für die berufstätige Frau, fei es für die abgehetzte Hausfrau, eine fo fchwererrungene, langersehnte, oft bitternötige Sache, daß her Erfolg nicht durch wichtige Unwichtigkeiten gefährdet werden darf. So |oU denn hier von einer Reiseerfahrenen etwas über die Kunst des Reisens verraten werden, das heißt in diesem Falle: wie mache ich es möglich, etwa 3 bis 4 Wochen unterwegs zu sein, nur einen leichten Blukenkoffer als Gepäck zu haben und dennoch für jede Witterung und für jede Tageszeit paffend gekleidet zu fein? Denn es gilt für das Reisen im Inland und noch viel mehr für das im Ausland: auch die ältere Dame sollte ihr Gepäck so einrichten, dah sie es mühelos selbst zu tragen ,m- stände ist; nur dann reift sie billig, unabhängig und reibungslos. Wer viel reift, begreift, warum die praktische Engländerin immer mehr der feineren Dollkleidung zuneigt, die heute ja auch von der Mode mehr und mehr bevorzugt wird Schon beim Reisekleid fange man damit an Man wähle etwa dunkelgrünen ober dunkelblauen feinen, leichten Woll- stoff, aus dem Mantel und Kleidkasack gefertigt werden Das „Kleid" besteht aus dieser ziemlich langen Kasack, au deren Verzierung mit schwarzen Seiden borten der schwarze, leichte, seidenartige Rock gut harmoniert, wobei das Ganze durchaus den Ein- druck eines zusammengehörigen Kleides machen soll Als Hut eignet sich am besten ein Filzhut in zartem Pastell grün, in Blau ober in heller Beigefarbe, wie er heute für jebe Jahreszeit und zu jedem fflelb getragen werben kann i)iefe» Komplet dient sowohl als Reifekostüm wie auch — mit eleganten Handschuhen, Spangenschuhen und farbig seinem Halcscha! — als Irot- teur* und Besuchsanzug. Der leichte und weite Regenmantel muß bei schlechtem Wetter darüber getragen werden können. Auf der Reise schnallt man ihn auf den Handkoffer, um ihn nicht über den Arm nehmen zu müssen, denn eine Hand soll un- I bedingt frei bleiben für das Fahrkarten-Abgeben, | für das Bezahlen und ähnliches Darum muh auch der Schirm — mit abgeschraubtem ör ff, falls es noch kein moderner, kurzer ist — auf die obere Schmalseite des Handkoffers geschnallt werden Auch das uns Frauen unentbehrliche Lederhandtäschchen muß unbedingt an den Handgriff des Dlusenkoffers feftaemacht werden, zum wenigsten während des Umsteigens. Am bequemsten mit zwei kleinen, schmalen Lederriemchen wie die Anhängeadresien des Kosters. Auf diese Weise Ist sowohl dem Liegen- lasten oorgebeugt, wie dem Gestohlenwerben ober dem Entreißen. Eines freilich muß hier gesagt werden: wenn wir Frau Mode auch alles zugestehen, wenigstens auf der Reise wird sie uns gestatten müssen, im Innern de» Mantels — bester noch Im Kleid — eine, wenigstens eine eini ge, gut ver- schüeßbare Tasche zu haben, die Reisepaß und Hauptkastenbestand enthält Auch diese Dinge In der Handtasche zu verwahren, ist ein Wagnis, das sich bitter rächen kann. Auf der Reise ist man ost gezwungen, mit jeder Minute zu rechnen, insbesondere, sich nach einer Bahnfahrt oder nach einem Ausgang rasch zu Tisch fertigzumachen. Zu solch raschen Umkleidungen eignet sich das oben beschriebene Reisekleid vorzüglich. Mit einem Griff ist die wollene Kasack abarftreift und eine seidene übergezogen, die zur Abwechslung auch die Form eines Jumpers haben kann. Man wähle dazu etwa pastellgrüne ober kornblumenblaue lichte, einfarbige Seibe, so daß er auch unter den Mantel als eleganteres und leichteres Komplet getragen werden kann Roch eine weitere Berwanhlungsmäg. l ch'eit birgt unser kle-ner Soffer n.im'id) eine schwor,zsnmtene Smokingsacke, die vorne über einer kleinen, farbigen Brokatweste mit zwei Schmuck knöpfe" schließt Die ganze Zusamme"stellung wirkt äußerst vornehm, eigenartig und stilvoll Eigentlich kann man m t diesen wenigen Klei- dungsstücken auskommen, besonders, wenn ein bis zwei we.ße, waschleide"e Iumperblusen dazu mitge- | nommen werden, Ne sich M't einer kleinen schwarz- | weißen Phantasie für Krawatte oder Kragen zu hem schwarzen Rock tragen läßt. Immer muß natürlich und vor allem m't der Jahreszeit her Reise gerech nef werden. Hat man sich auf heiße Sommertage ein zurichi, n. so kann ein weißer Doll- ober Selben- rock gute Dienste tun. Mit ihm zusammen ergeben die weihen Blusen eine für lebe tage »tut palier.be Kleidung Oe» Bormittag» laßt sich auch diese» we he Ensemble mit einem modernen, farbigen Lebergurtei unb gleichfarbiger Krawatte tragen, de» Abend» erg bt es ebenfalls einen paffenden Anzug, wenn e» m-.tock ab und führte ihn in ein langes schmales Zimmer, das mit ruhigem Geschmack ausgestattet war. Havelock war ein Mann in den Fünfzigern, groß und hager. Er hatte Stirn und Sinn eines Boxers, ganze Zeit über hielt er seine Hand in dieser Tasche, v f" olötzlich wurde mir klar, daß mein Leben auf , jSpiel stand, wenn es mir gelang, die Türe »u offnen. Da schützte ich ein Bedürfnis vor, und als Ich draußen war, nahm ich meine Beine in die Hand und lief davon. Ich lies und lies, und etwas trabte hinter mir drein. Was es war, weiß ich nicht, ein Wesen halbwegs zwischen Mensch und Tier. Und ich batte keine Pistole." Während er sprach, hatten sie das Vestibül durch« quert und die Treppen zu Slicks Wohnuna erstiegen. Ohne eine Einladung abzuwarten, folgte ihm der Einbrecher durch die Tür. Der Detektiv führte ihn in sein Arbeitszimmer. „Lew — jetzt lassen Sie mich die ganze Wahrheit wissen. Was haben Sie am Dienstag nachts zu öffnen versucht?^ Lews Blick irrte durch» Zimmer und Hämmerte sich am Fenster fest. „Eine Totengruft", sagte er leise. 4. Einen Augenblick herrschte tiefes Schweigen. Dick starrte den Mann aus weit geöffneten Augen an. Er traute seinen Ohren nicht. „Eine Totengruft?" fragte er. „Jetzt setzen Sie sich bitte, und erzählen Sie mir alles der Reihe nach!" ..Ich kann nicht. Ich fürchte mich", weigerte sich Lew Pheeney hartnäckig. „Dieser Mann ist die Hölle selbst, und ich mochte lieber dem Teufel begegnen als ihm." „Wer ist er?" „Sagen kann ich es auch nicht", trotzte Lew Pheeney. „Vielleicht schreibe ich es Ihnen aus, da- hochwertiger Nahrung versehen, daß man gar nicht Vegetarier zu sein braucht, um mit dieser konzentrierten und überraschend wohlschmeckenden Nahrung einige Reisetage sich zufrieden geben zu können Am praktischsten packt man die Sachen in kleine Söckchen aus ganz Dünnem Nesselstoff, schnürt sie in ein Päckchen zusammen und hängt dieses an den Handkoffer So nimmt der Proviant keinen Platz weg und ist stets zur Hand. llnb nur Glück auf zur Reife! Möge Kopf und Herz so leicht fein wie unser Koffer! Mann, den er gestern verhaftet und heute früh in Freiheit gesetzt hotte. Als Lew Pheeney ibn reicht halle, flog er am ganzen Körper und br nur unartikulierte Laute hervor. Die Beschaffung von Inventar in nennenswertem Umfang ist nicht vorgesehen, da die vorhandenen Schulräume Damit ausgestattet sind Tine planmäßige Ergänzung und Erneuerung wirb in Den kommenden Jahren entsprechend dem notwendigen Bedarf In Aussicht zu nehmen sein. VI. Anträge. Es wird beantragt: 1. die Anbauten an die Schiller« und Die Gewerbeschule gemäß vorstehenden Vorschlägen und Den anliegenden Plänen zu genehmigen 2. da» Dauamt zur sofortigen Ausschreibung der erforderlichen Bauarbeiten und Lieferungen zu ermächtigen 3. von Den bewilligten 1% Volksschulgebäuden zunächst die Schule in Den Elchgärten zu bauen. Rach Eröffnung der Sitzung referierte Stadtv. Fischer (Dem.) zunächst im Hamen des Schul- und des Bauausfchusses über deren Beratungen. Da daS Wort von keinem Stadtverordneten weiter gewünscht wurde, folgte so'ort die Abstimmung, bei d r die Vorschläg « der Verwaltung einstimmig angenommen wurden. Schluß der Sitzung. beruhigte ihn Dick. „Die Polizei? Wenn es die nur wäre! Es ist Der unheimliche Mensch, von Dem ich Ihnen erzählt habe, mein Auftraggeber von Dienstagabend. Ich habe Ihnen nicht alles gesagt, Slick. Als ich an Schlössern arbeitete, sah ich mit halbem Auge, wie der Mensch eine Pistole aus seiner Hüsttasche zog und in Die Tasche seines Ueberziehers versenkte. Die Er lehnte das E sen ab, das die Wirtschafterin auftrug, und begnügte sich mit einem ©los Whisky und Soda. Dick Martin im.ner ausgestellt, für ihre DerwirNichung ober nicht« getan. Dct Winfchaskspanei fei v» dagegen Crr.ft mit Liefet JoVerung. Hierauf wies der Redner auf die Hemmungen bin. die der Entwicklung der Dinfchajtgpattei bisher in Hefs-n erwach'en feien. Insbesondere beschäftigte er sich dabei mit dem in Hessen vor der vorjährigen LandtagSwahl beschlossenen log. Sperrgesctz. durch das bekanntlich die 'Beleih- aunq der Heinen Parteien an der Dahl von der Ausbringung von 7533 lln.e.fünften abhängig gemocht wurde, die durch Cinzcichnuna bei den Bürgermei'lereten sestzustellrn waten. Der Redner wie« hierbei auf den von ihm gegen diese- Gesetz geführten Prozeß beim Sraat-gerichtshos in Leipzig hin. bei dem er ein obficgenbct- 11 rtri enteile. Obwohl der StaatSaerichtShos bei Deutschen Reicher in diesem Hrlctl erkannte, bah diese« höf ische 5*0 eo gegen die Dcr'assung verstoß« und infolgedessen nichtig fei, habe bcr hes i'che Staat«Gerichtshof, der au) S Abgeord- neten und 5 Richtern bestehe, unter dem Einflust der Ministerialdirektor« Schwarz ent* schieden, bah der hessische Landtag, der au' Grund tei ungültigen S 'errgesesteS gewählt sei. nicht aulgelöst zu werden brauche, da ja doch von einer Neuwahl keine Aenderung zu erwarten fei. die die Weimarer Koalition umstoße: von den Abaeordnetr' stimmte nur der Abgeordnete Dr. Müller lLandb.) gegen das Urteil. Der Redner tagte hierzu u. a. weitere .Diese« Schand- geletz-Urteil von Darmstadt kam zustande. Ich konnte mld) bisher nicht dagegen wenden, da ^ch mit den "Borjcreilunjcn au der bevorstehenden Wahl beschäftigt war. Ich lasse C3 dabei aber nicht bewenden. Ich werde unmittelbar nach den Reichstagrwahlen erneut gegen Hessen klaaen wegen verfassungswidriger Entscheidung be« Staol-aerich'.shoseS. In Dem acht Abgeordnete sitzen, die in eigener Sache urteilten. So hat man bisher den Mittelstand in Hessen behandelt. Sin demokratischer Staat«gerichr-Hos in Hessen macht sich lustig über den StaatSgerichtShos in Leipzig. Ich werde weiter Vorgehen wegen Rechtsbeugung und RechtSbruch. Degen die Ab» fieordneten im hessischen StaatsnerlchtShof. die a immun sind, kann ich da« nicht, aber gegen Ministeriald reltor Schwarz, den steliverlrelen- den Iustizminister, werde ich Strafanzeige erstatten wegen Anstistung zum vorsätzlichen Recht«- bruch und zur RechtSbeugunz' Bei den bcoorstestendcn Dahlen handle es sich auch darum, der hessischen Regierung die Quittung zu geben, ihr zu zeigen, daß der Mittelstand trog jene« Urteil» nicht gewillt sei. sich niederdrücken zu lassen. Der Redner betonte dann u. a. »eiter, wir hätten heute einen Wohlfahrtsstaat, wir befänden uns im Fahrwasser de» Staatssozialismu». Man müsse sich fragen, ob dos so weiter gehen solle. Die Wirtschaft-Partei sei immer gegen die Zwangswirt- schäft gewesen, und sie verlange jetzt mit allem Nachdruck, dast endlich auch die Wohi'ungszwangs- wirtschaft aufgehoben werde. Nur die freie Wirt lchost könne vesfere Derhältnisse bringen, wie die biehcrigen Erfahrungen nach der Aushebung der verschiedenen Zwangswirtschaften bewiesen hätten. Der Redner nahm weiter Stellung gegen den Parlamentarismus in der heutigen Form. Nach der Meinung der Wirtfchastspartei müste das Parlament nach Standesgefichtspunkten gebildet werden. Weiter beschäftigte er sich kritisch mit dem (Brofj- kapiol, das es verstanden habe, heute schon wieder seinen Besitz hunderprozentig widerherzustellen, mährend «» dem Mittelstand immer schlechter gehe. Das Großkapital brinac es auch fertig, durch Einwirkung auf die großen politischen Parteien des Bürgertum» seine Interessen zu schützen und die dementsprechend eingestellten Abgeordneten in den Reichstag zu schicken. Auch durch die Einrichtung von Handwerklichen Betrieben und gewerblichen Derkoufsgefchästen in den Unte; ehmungen der Großindustrie werde der Mittelstand geschädigt. Die Wirtfchastspartei wolle dem heutigen Staatssozialismus den Gedanken des Individualismus, der Berechtigung der wirtschaftlichen Einzelexistenz ent- geaensetzen. Sodann forderte der Redner tue Wiedereinführung des Einkommensteuerzuschlag rechts für die Gemeinden, damit hierdurch der allzu bereitwilligen Ausgabenbewill'aung aus den Taschen der andern ein Riegel vorgeschoben werde. Er nahm Stellung gegen die kommunalen Regiebetriebe, die In da» Gebiet des newerblichen Mittelstands eingreifen und diesen schädigen, er oertamte weiter, dost die bei der öffentlich, n fjnnb iB Reichsbahn. Reichspost usw. annefammelten efber in schnellster Weise der Wirtschaft auch für den Mittelstand, weder zur Vertun,ng gestellt würden, und dast dabei auch eine Zincpolitik betrieben werde, die dem Mittelstand die Aufnahme solcher Gelder möglich mache. Ueber die deutsche Außenpolitik könne man zweierlei Meinung fein. ES fei wohl nicht alle- richtig gemacht worden, für Locarno fehle heute noch die Gegenleistung an un«. Das Reichsschul- ge'eN da« schon wiederholt ergehni«Ir8 im R.i^s- taq behandelt wor>en sei, habe man gar nicht erst einbringen sollen. Den Eltern müsse aber da« Mitbestimmungsrecht in den Fragen der Erziehung ihrer Kinder gewahrt werden. Die Wirt'chastsvarfei habe gegen die neu« Beamten- beloldungsordnung gestimmt, und fie stehe auch heute noch zu dieser Haltung. Sie habe fich gegen biete Regelung gewandt, weil die unteren Teile der Beamtenschaft von der ihnen »"-Gebilligten Ausbetterung doch keinen Vorteil hätten, denn die verteuerten Breite hätten das schon vorweggenommen. d e ganz oberen Schichten aber viel zu reich bedacht worden seien: z. 03. fei es nicht nötig gewesen, dast durch e nhelligen Bc- schlust aller großen Reichstag-Parteien von rechts bi« links bei der neuen Besoldungsregelung die Ministergehälter von 33 0?0 Wk. auf 36 030 Mk. und d e D'.äten dir Re ckstagsabgeordneten (ein Diertel drr Min.stergehälterl von 7533 auf 9000 Mark erhöht worden te.cn. Mit der Aufforderung zur wirksamen Qkr- trehng der berocht gten Mittelstands, nie reifen am 20. Mai die Reichsvartai do« deutfchen Mittelstandes (OT;rtfd)aftd*'attci) zu wählen, sch lost bei Redner feine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede. Eine AuSivrache wurde nicht beliebt. In feinem kurzem Schiustwort betonte der Referent noch, die Wirttchaftsvartei fei keine einseitige Intereftenpartei. sondern sie wol'e mit ihrer Politik dem Wohl« des ganzen Bolle« dienen. Aus dem Amtsvei-kündjqunasbiatt. * Da« Amt-vcrkündigunasblatt Olt. 32 vom 8. Mai enthält: Ausübung des Hufbe ch.ags. — Straßensperre — S rastens erre- Aufhebung. — Dicrhundertjährigen Todestag Ollbrcchl Dürer«. — De nc:beryrengäinnur.g für den Kreis Diesten. — Feldbereinigung in der Gemarkung Lindenstrulh. — Dienstnachrichten. Oberheffen. L^ndkrci- Gießen. L Wleseck, 8. Mai. Seit einigen Tagen läßt da« Te'.egra^henbauamt Gießen die T«Ie- graphenslangen in unfetm Orte versetzen. Die Stangen standen bisher £ta>t an den Häusern, wo sie ihren Zweck sicherlich erfüllten und dabei dem Straßenverkehr auch nichi hinderlich waren. Jiun aber läfct die Ze'e- gravhenbauverwallung die Masten von ihrem Abseit«standort enlcrnen und an den Rand der Bürger st eige eingraben. Dast diele Mastnahme in keiner OBeife den Sriorbemillen der Flüsligbaltung des Straßenver- kehr« entfvrtchr, bedarf wohl weiter keiner Darlegung. Oder sollte bk Te egravhenbauver- Wallung vielleicht die Absicht haben, etwaigen schwergeladen heimtoandeln?en Nachtschwärmern Haltepunkte bieten zu wollen? '211 an darf wohl Holsen, dast die Benvaltung de« Xclc» graphenbauwcsens sich bic'e Sache noch einmal rasch überlegt und von der weiteren Durch- sühruna ihre« Plane« Abstand nimmt, die bi«- her verletzten Mafien aber an ihren alten Stand» o.. zurückbringt. 00 ftlein-flinben, 8. Mai. Ein festlicher Oot.e«bitnft in ter mit Malengrun geschmuctten Kirche vereinigte am Sonntag cir.e statt.ich« Anzahl Gemeindemilglieüer und bie Mitglieder der beiden christtcchen Iugendvereinigungcn zur gemeinschaillichen Fe.er ber ersten W.ederkehr be« ®rünbung«tagc« der Jugend- oereinlgungen. De Festpredigt hatte Pfarrer Eckardt, ODoon«. ein langjähriger Führer auf dem Gebiet ber Jugendpflege, übernommen. Der hiesige Posaunenchor und ein M ä dchenchor der Iugendvere.nigung verschönerten den Gottesdienst durch Bo.träge. In der Waldseier am Nachmittag fand zunächst die Aufnahme von rund 20 neuen Mit . ebern statt, so dast beide 2u endvcreinigungen heute mehr al« 80 Mitglieder zählen. Pfarrer Eckardt und der Ortsgeistliche hcellen Ansprachen, in denen Jtoed und Ziele ber Dereincgungen beleuchtet wurden. Run folgten in bunter Re hen- folge Lieder, Mufckvorträge. Reigen und Spiele der Mädchen und jungen Burschen. Zwischendurch ertönten die Weisen de« Posaunenchore«, der auch diesmal wieder unter seinem Führer, KrelSbaumwart Germer, viel zum guten Gelingen der Fe er beitrug. Lin geselliger Ä'e v mit Äa.fee und Rüchen beschlost die in alle c Teilen woh gelungene Feier, An Pfii^glten planen bie be ben Iugendvereinigungen eine dreitägige Fahrt nach Worms und bet Tcrgftrahe. D Großen-Linden, 8 Mai. Nach mehr als ZOiätjriger Tätig kett schieb mit dem neuen Schuljahr Lehrer Blaß aus unserer Volksschule, um eine Stelle als Musiklehrer an den höheren Schulen in Gießen zu übernehmen. 3n Lehrer Blaß, der sich in unserer Gemeinde allgemeiner Beliebtheit erfreute, verliert unsere Schule eine tüchtige Lehrkraft, ganz besonders auf dem Gebiete des Schul- gefangs und der Schulmusik. Was Lehrer Blaß auf diesem Gebiete in unserer Schule leistete, fleht einzig da in weitem Umkreise. Die fjebung des Volks- gefangs, ber Volksmusik in unserem unb auch In den Nachbarorten ist namentlich fein Verdienst. Daß er auch als Musikkritiker unb Chormeister über unsere Grenzen hinaus geschätzt und geachtet war, beweist der Umstand, daß er bei vielen Wer- tungs- und Preissingen als Kritiker zu Rate gezogen wurde. Seinen Wohnsitz behält Herr Blaß in unserer Gemeinde, da er sich vor einigen Jahren ein Wohnhaus in ber Bahnhofstraße errichtet hat. Al» sein vorläufiger Nachfolger würbe Schuloer- walter Becker (Staufenberg) ernannt. d Lich. 8.Mai. Der Berein für 2olks- bilduna veranstaltete am Conntaaabenb in Stein« Saalbeu einen Volksbildung«- abend Aut führende waren Mitglieder ber Bvltehochtchule unb der Iugendbünde Gießen. Ihre Darbietungen. Ge'ä-ge. Tanze, Dichtungen unb ber Einakter .Der Fremde" fanden reichen Beifall. — Der Cidjer Pling st markt, einer der beliebtesten unb besuchtesten Märkte unserer Stabt, ber all'ährUch am dritten Pttr.g^'ciertag stattfindet, wirb in bleiern Jahre wieder in hergebrachter W.i'e begangen. Auster dem üblichen Ferkelmarkt wirb Ziegen- unb Lämmcrmarkt veranstaltet. verbunden mit Siegenfdbau unb Prämiierung unter Mi Wirkung be* jtrci«-3legen- st en Für b.c Vramiierung flehen reichliche Geldmittel zur Berfügi'ng Zug«lass«n sinb Tiere au« unverseuchten Gemeinden ber Kreise Gießen. Friebberg. Schotten unb Büdingen. .1 Obbornhofen. 8 Mai. Die Preise sür Speisekartolfeln sind in letzter 3eit im Steigen begriffen und betragen nun je 3entner 3.80 Mark für gelvsle.fchige Ware. Wirtfchafts- kartofieln kommen auf 3.33 Mark. Wenig Rachfrage besteht nach Fettschweinen. Mehr al« 100 ausgemästete Tiere sinb last unverkäuflich. M tte ^rieüterfl. WSR. Dad-Rauheim, 8 Stil Dorgestern nachmittag stürzte hier das Auto einet Frankfurter Fahrerin, al« e« in ber Stein- furlher Straße wenden wollte, rückwärts über die etwa 2L Meter hohe Ufermauer in bie Ufa hinab, wobei sich ber Wagen über- schlug. Don Passanten konnte die Drrun- glüdtc, die bei d.m Sturz Schnittwunden im Gesicht erhalten hatte, au« ihrer gefährlichen Loge befreit werden. Sie wurde später in das hie.ige Krankenhaus verbracht. Die Mit'ahrerin rettete sich durch rechtzeitige« Abspringen. Mrei# Vüdtngcn. Ridda, 8. Mal. Die ehemaligen Schüler der hiesigen Realschule planen eine Stiftung, bie zur inneren Ausschmückung des Realschul-Reubaus Derwendung finden soll. Seilens der S.adt unb der Schule wird diele Anregung um so lebha'ter begrüß', al« Dank'- barfett, Anerkennung unb Wertschätzung durch sie zum Ausdruck gebracht we den. nd. R i d d a. 8 Mai Hier feierten am Sonntag die Fünfzigjährigen aus dem Kirchspiel Ridda ein Wiedersehen. 9« hatten sich saft alle noch lebenden ehemaligen Schulkameraden und Jugendfreunde, auch au« der Ferne, einge'unden. Sie nahmen geschlossen an dem Dormittagsgottesdienst teil, in dem Pfarrer Laut auf bie feiernbe Versammlung Bezug nahm und Über ben Spruch: _6cib dankbar in allen Dingen" eine erbaulich? Predigt hielt. Später fand ein gemeinsames Mittagessen unb eine längere Rachfeier im DasthauS .Zur Krone" statt, die einen gemütlichen und fröhlichen Derlaus nahm und fl Personen vereinigte. ®« ist eine schöne Sitte, baß sich LllterSgcnvssen nach einer längeren Reihe von Jahren wieder einmal zusammenslnden. Wenn dies aber schon bei Fünfundzwanzig jährigen geplant wird, so muh man es als eine Neuerung bezeichnen. die noch ber Würde und be« Ernste« ber vorgerückten, erfahrungsreichen Lebensführung entbehrt. # Echzell, 8. Mai. Dieser Tage feierten Landwirt Wilhelm Stoll und Ehefrau Elisa- bethe geb. Wolf daS Fest der goldenen Hochzeit. Beide Iubilare gehen noch ihrer täglichen Arbeit nach und erfreuen fich einer verhältnismäßig guten geistigen unb körperlichen Rüstigkeit. Turnen, Gpori und Spiel. 5. Bezirk im Turnqau Hessen (D. T.) bpw. Butzbach. 8. Mai. Hier fand am Sonntag eine Dezirksvorturner stunde beS 5. Bezirks im Turngau Hessen statt, an ber 32 Turnwarte und Dvrturner teilnahmen. Durchgeturnt und besprochen wurden die Freiübungen und b.c GerätepfNchtübungen für das Gauturnfest, bad in b?n Tagen vom 30. Juni bis 2. Juli in Butzbach statt.indet unb bef'en endgültiger Derlauf in einer gemeinsamen Sitzung des Gau- vorstanbe« mit den FestauSschüs en ö'c er Tage feftgelc-t wurde. In ber der Turnstunde folgenden Besprechung fonrt; Be irkSturnwarl Hartmann mittci'en. daß der Tv. Hausen bei Butzbach dem Gau Hessen beigrtreten und dem 5. Bezirk zugetcilt worden ist. Das volkstümliche BezirkSturn'est firbet am 17. 3uni in Garnbach statt. Es soll eine einbruckSvel'e Dorfchau für ba« Gaubarn est in Butzbach werden. Der Fünflampf d r Turner, Öugenbtumer unb Schüler besteht au« Hochsprung. Lausen, K -gelstohen, Weifprung unb Freiübung, währmd die Turnerinnen die in einer Stufe zum Wettkampf anireten, mit Hochsprung, Lausen. Ku'ellto'en und Weitsprung einen Diertampf zu bestreiten haben. Oie Meisserschastsspiele des Gau'S Hessen der O.T. im Faustca!!. Das herrliche Detter de« vergangenen Sonntag« war das denkbar günstigste für die Faustballspiele. Ilm 8.30 Uhr begann das erste Spiel Schlitz gegen Tv. 1 8 4 6 Gießen. Man merkte hierbei sofort, daß eine alte erprobte Mannschaft gegen eine im Kampfspiel unerfahrene f.iclte. Da« Resultat war auch enttercd;cnb 48:17 Fehler. Dasselbe Bild bot das Spiel Schlitz Zried- berg (45:12\ Entschieden bad schönste Spiel be« Tage« entstand zwischen Frankenau und Tv. 1 34 6 das mit 31:13 Fehlern für Dießen endete. Frankenau gegen Friedberg endete mit 34:18 für letzteren Derein. Um 12 Uhr stieg da« Entscheidungsspiel zwischen den alten Meisterrivalen Friedberg unb Tv. 1 8 4 6. Wenn man nach den vorhergehenden Spielen geglaubt hatte, daß dieser Kampf in feinem Auiganp, zweifelhaft sei so konnte man schon nach wenigen Minuten erkennen, daß die Friedberger Mann'chast überlegen spielte. Die Gießener Hintermannschaft war dem scharfen Spiel des Friedberger Anschlägers nicht gewachsen, unb so würbe Friedberg zum vierten Wale Gaumeister. In der A-ÄIaffe täuschte die 2. Mannschaft d e s Tv. 1 846 die in fie gesetzten Erwartungen nicht. Denn auch hier die Hintermannschaft nicht auf der Höhe war, so holte doch der Anschläger die Fehler wieder herau«. Stark überlegen wurde fie gegen Wetter und Holzhausen Meister der A-ÄIafle. Die Jugendklasse wieS noch drei Bewerber auf hiervon wurde die Jugend des Tv. Holzheim erster. So zeigen bie bie«iäbrigcn Gauspiele dieselben Mannschaften an der Spitze. Die Mannschaft der Turngcmctnbe Friedberg wird am kommenden Sonntag den Dau in Frankfurt bei den Gau- verbandspielen vertreten .Handball in (^roßen-Bu^eck. To. Großen-Bufeck I — Io. Heuchelheim I 4:0(2:0). Am Sonntag hatte die erste Mannschekt Großen- Busccks bie gleiche des Tiirno. Heua,.jheim zu Gast. Großen-Buscck spielte mit vier Mann Ersatz und konnte es nur durch aufopferndes Spiel zu obigem Halbzeit-Refultat bringen. Nach Halbzeit fpiette Heuchelheim manchmal sehr schön durch, all« Angriffe scheiterten aber an der energischen Suferfer Hintermannschaft. Zum Lob der Gaste aus heuchel- heim muß gesagt werden, daß sie einen äußerst feinen und ruhigen Handball spielen. Der für das Spiel gewonnene Schiedsrichter war gut. D. f. D. Liga — F. 2. Spr?ndlingen 2:8. Ligarcserve — Büd.ngen I. 2:3. .Dritte" — Laubach I. 6:0. 1. Igd. — Grünberg 1. Izh 3:0. 2. Igd. — Laubach 1. Igd 0:2. 1. Schüler — 2. f. B. Karh. Marburg 3. Igd. 1:4. 2 6ch. — 2. f. D. Kurh Marburg 1. Sch 0:4. Da« Spiel der L i g a m a n n l ch a f te n zrr tel dem Sp.el^erlauf nach in zwei Häl ten. die sich zeitlich mit den beid.n Ha bzeiten ungefähr decken Dor der Pause enttäuschte die D. f. B-Elf stark, indem f e sich durch dir UeberraschungStore de« au^crerdenliich schn llen Sprend'.ir>g r S.ürmers gär8 ij) aus dem Konzept bringm lieh und ein Deliq er'ahrenes, unprodukli.-es 3;iel vor- lührte. dem gegenüber dir Gäste sich mindestens um eine ganj« K asse besser zeiztrn Während man bei der Platzmannschaft fast feglicheS Zu- fammensp el txermi't?, überzeugte dir Gästeelf. bcsordrrs ihr Sturm, durch präzi es Zuspiel, da« fich jewe ls den ver'chiedenen Situationen an- ratzte. Auch in Stellunzsspi'l und ii d r körperlichen Der af'uni waren de -33fte ast jedem 2pte'e d s P atzv rein« um eilige« überlegen Einen nicht uncr>blichen Teil Sch D an der bofen Riederlage trug auch die gegen ei.ige K i'ik deS Mtttelläu'erS und des Mittelstürmers, die die Kamvskraft bet Mannschaft schwächte unb ben Ausgang be« Spiels entscheibenb beeinflußte. Dast das Halb e trru'tai 6:0 für Sprendlingen lautete, kann unter diesen Um ständen nicht wundernehmen Rach der Pause ein völlig vev- änderte« Bild. Während Sprendlingen fein Pulver 1» jicmlidb verschollen halte, kam Gießen mehr and mehr auf und vermochte dem Gegner nicht nur eine gleichwertige Partie zu liefern. Iandern zriiw.-i e fogar Überlegen zu spie'en. Bei bdterer Ausnutzung b.*t hrraus^eur' etteten Dor- gtleicnbc:ten bitte fie noch mehr a!« btc beiden erzielten Erfolge «ringen können Di? ;wei von den Gästen in d der Zeit noch gebuchten (Erfolge entfpeachm nicht ganz dem Spielverlau> ber letzten Halbzeit. b?r bewies, baß die 2. f. 2.- Tiannf(fca1t auch einem bef eren Gegner ein gutes Spiel liefern kann wenn jeder einzelne von ihr den Willen dazu h?t Dast bie EI' tr^ be« bef.i- mierenb.m albvi refu tat« von 0 6 die en Wil en noch aulbracht? und ganz geitn ihre bisherige Gewohnheit mit al er Sn nie unb anzuerkenncn- dem Ci er versuchte daS Der"or ne Terrain wi der aufzuholen, darf als eine brr wenigen erfreulichen Tat achen d?S Treffen« rrgiftriert werben Die Ligareserve bette l >re Reise nach Bübingen mit nur 9 Spielern angetreten. In Anbetracht b eie« Umstandes und der Spielstärle des zur A Ä'affe gehörenden Deiner« ist die knappe 2:3-Niederlage a'S ein recht gute« Ergebnis anzusehen. Einen gfän enben Gr'o'g errang bie.®ritte", indem sie LaubachS Erste nach spannerz- bem Sviel llar mit 6:0 zu schliqrn vermochte. Laubach kam trotz seiner barten Sptelwei e geicn da« bef ere Zu amrnen Piel b?r 2. f. B.-Leute nicht auf und konnte sich meisten« auf die Derteidi- gung beschränken Die erste 3 ugenbmannf ch a f t mußte sich auf dc n gänzlich unzulänglichen Platz in Drün- berg nach einem durchweg überlegenen Spiel mit einem verhältnismäßig knappen Sieg (3:0) Beanüflee. Die zweite Jugend kam gegen die körperlich stärkere und auch Ivieleri'ch bessere erste Jugend Laubach« nicht recht auf unb verlor mit 0:2. Auch bie erste unb zw.ite Schüler» Mannschaft mußten in 2t a r b u t g von ber brit:en Iugenb- bxto. ersten Schülermannschaft der Marburger .2ereinigten" eine 1:4» bzw. 0: 4-Ricderlage hinn?hmen. (Spietvereinigung 1900 Gießen. 6. Sie Ligamannschaft trat am Sonntag auf dem 1900-Sportvlatz an der LiebigShöhe gegen bie Pfungstäbter Germanen an Der Spielbeginn brachte schon Enttäuschung. Für ben auszebliebenen Wetzlarer Schiedsrichter sprang in letzter Minute Herr Grünewald vom 2. s. B. Gießen ein. Seine Leitung war einwandfrei. 1030 erfd) en mit einer stark er'atz» geschwächten Mannschaft und vergab damit von vomh«e:n die Chance de- TewinnenS. Die durch den Ersatz bedingte Umstellung der Mannschaft war von großem Rachteil, denn nunmehr versagte die gesamte Mannschast. mit Ausnahme von zwei ober brei Leuten. SS mangelte jegliches 2erstänbnis. unb auch bie Schnelligkeit ließ viel zu wünschen übrig. Wenn auch Psung- ftabt nicht bie Gesamtleistung aufbrachte, tote bie ddt vierzehn Tagen hier galtierenbtn Germanen aus Bieber, so zeigten ste doch ein gutes Siel- lungsspiel unb vorzügliches Ballstovven. Ihre Abwehr war zeitwei'e hart. Die Gäste gaben in ber ersten Sptelhälft« größtenteils ben Ton an unb kamen auch in beten Mitte rasch binter- einanber zu zwei Treffern. Rach dem Wechsek schien sich bas Blatt zu toenben. 1900 holte burch Weitschuß beS linken Läufers ein Tor aus unb hatte sogar mehrfache Gelegenheiten zu Ausgleich unb Sieg. RlchtS jedoch wollte gelingen. Gin Snbipurt Der Gäste, fünfzehn Minuten vor Schluß, brachte diesen In knapp fünf Minuten drei wettere Erfolge, fast alle durch Einleitung des hervorragenden Rechtsaußen, somit einen 5:1-©.eg für Pfungstadt sicherstellend, der dem Spielverlauf nach viel zu hoch ausgefallen war. Gießen hatte den 2littelftürmer. Halbrechts und Rechtsaußen, also den schnellen, gefährlichen Angriffsflügel er'eht. Die Ersatzleute genügten in keiner Wei'e den Anforderungen. 1 9006 Ligareserve und 3. Mannschaft kombiniert weilten bei ber 1. Elf des Sportverein« Rieber-Ohmen. Obwohl bi« Gießener nut zehn, späterhin sogar nur n«un Spieler Im F«lb hakten, konnten ste ein iln- enttchieben 2:2 erzielen. Da« Spiel ber b r i 11« n Mannschaft gegen Srohen-Buseck« 1. Cif kam au« un* bekannten Gründen nicht zmn Au«trag. Di« 1. Jugend kehrte au« Marburg mit einer unerhofst hohen Riederlag-? heim. Da bi« einheimi^ch-.m Blauweißen ihren besten Mann als Erfah üt die Ligarlf abgeben m-chten konnten sie der 1. Jugend vom Berein für Bewegungsspiele Kurhessen Marburg keinen großen Widerstand «ntgegenlehen unb unterlagen mit 0:3 Toren. DaS Tressen 19 00 2. Jugend gegen Sau« doch 1. Jugend sand nicht statt, da die Gäste nicht entraten. Die 1. Schülerelf spielte gegen Heuchek- heirnS 1. Schüler 0:0. Bei öVern Stande wurde daS Spiel von dem noch jugendlichen Schiedsrichter einige Minuten vor Schluß ab- gebrochen. SchtedSrichkerbeleidigang und Platzverweise waren der Anlaß dazu. Arbeiier-Turm und (Sporfbunfr ®hb:n I (KrciLl ga —Lollar l 0:0. Lollar trat am Sonntag gegen Gietzrn f zum Pflickk' iel an. Dem Schieber ch!er stellte sich Lollar komplett. O.eßrn nur mit 9 Monn. Rach wech^elvollem Spiel, in bem es feiner Partei gelang, einen Erfolg zu buchen, fanb das spannende Treffen fein End«. Wetzlar l-Alsf-ld I 0:3. Alsfeld weilte in TSehlar, um fein vorletzte« Spiel der Borrund« ouszutragen. Wetzlar konnte trotz aller Anstreizgung nicht« erreichen. Bi« Schluß erhöhte Affeld fe.ne Tor;ahl auf 3 und konnte mit diesem Re'ultat zwei wertvolle Punkte mit nach Haufe nehmen. Heuchelheim I—Tieseck I 12. Heuchelheim hakte auf eigenem Platze T3ie* fed« I »um Gegner. Dem Schiedsrichter stellten sich beim Anlliff Heuchelheim komplett. Wie- feck mit Ersatz für zwei I? ner Stürmer. Bei Holbzc t lag Wie'eck m t 2:1 in Führ ng. Dach dem Se tmwechfel brachte H?:-chelh.im e ne schärfere Rote ms S iel. doch die technisch« Ueber- legenheit der Gäste drückte llch mehr und mehr durch. Mit dem 2:1-Resvltat konnten die Die- secker als verdiente Sieger daS Feld verlassen. Graßen-Linden l — Gießen Ib 5:1 (4:1). Am Sonntag trafen sich dies« Mannschaften in Leihgestern zu emem Propaganda [pieL Großen- Linden fand sich rasch zusammen und konnte bereits in der zweiten Minute durch Elfmeter in Führung gehen. Kurz darauf fiel nach schöner Zusammen« arbeit das zweite Tor durch den Halblinken. Bis zur Pause konnte Großen-Linden noch zweimal erfolgreich sein, während es Gießen nur gelang, das Ehrentor zu erzielen. Nach der Pause kam Gießen etwas auf. Bis zum Schluß konnte Großen-Linden noch ein weiteres Tor erzielen, während sämtliche Angriffe Gießens an der Verteidigung Großen- Lindens zerschellten, oder eine sichere Beute des Torwächters wurden. Wieseck Jugend—Trat- Jugend. Nach schönem Spiel konnte Wieseck die körperlich stärkere Mannschaft des Plahbesitzers mit 2:1 schlagen. Am die DundeSmeisierfchaft. 3m Spiel um die Dundesmeisterschaft standen sich im Grunewald-Stadion in Berlin Sportverein Adler 08-Berlin und A.6.B. Westend-Frankfurt a. M. gegenüber. In der ersten Minute schon lag Frankfurt in Führung. In der 11. Minute erst gelang es Berlin, auszugleichen. Nicht lange währte es, und Frankfurt übernahm abermals die Führung, dem Berlin nach 30 Minuten abermals den Ausgleich entgegen'etzte. Berlin blieb jetzt mehr in Form und erzielte sein drittes Tor. Doch bis Halbzeit hatte Frankfurt abermals den Ausgleich hergestellt. Nach Seitenwechsel verteiltes Feldspiel. Westend war jetzt mehr am Ball und konnte in der 11. Minute übermals in Führung gehen. Ieht kam Berlin wieder in Form, und in der 20. Minute schuf es abermals den Ausgleich. In der 28. Minute erhielt Frankfurt einen hohen Ball aufs Tor, der dem Torwart entglitt und vom nachsetzenden Stürmer Berlins eingedrückt wurde. Noch einmal spannte Frankfurt alle Kräfte an. doch blieb ihm ein Erfolg versagt. So konnte Adler 08 als glücklicher Sieger den Platz verlassen. Kreistag. In Frankfurt tagte am Sonntag der ordentliche Kreistag des 9. Kreises. Der Geschäftsbericht zeigt in der Mitgliederbewegung eine starke Zunahme der Iu- gendlichen und somit der aktiven Mitgliedschaft. Der Kreis zählt heute ohne die Meldung von noch 35 ausstehenden Vereinen über 30 000 Mitglieder. Der Kassenbericht wies einen guten Stand der Kasse auf. Der technische Bericht zeigt eine starke Entwicklung des ganzen Betriebes aus neuzeitlicher Grundlage. Ganz besonders die Kreisschule fand eingehende Beleuchtung. In der Aussprache beschäftigte man sich hauptsächlich mit technischen Angelegenheiten, während die geschäftliche Seite gutgeheißen wurde. Die Satzungsänderung fand nach kleinen Aenderungen einstimmige Annahme. Das Referat des Bundesvertreters Kreuzburg befaßte sich mit den Aufgaben des Bundestages. In längeren Ausführungen streifte er alle strittigen Fragen. Ganz besonders die Spartenfrage und die Satzungen wurden näher beleuchtet. Kreisvertreter Bauer gab im Anschluß an dieses Referat den Standpunkt des 9. Kreises zu diesen Fragen. Mit den Wahlen, die die Wiederwahl deS alten Kreisvorstandes, ausgenommen des technischen Obmanns ergaben — zu letzterem wurde Zuber- Oberursel gewählt — fand der Kreistag fein Ende. Gießener Tennisklub 1922 e. V. dv 2. Mannsch. kornb. — Marburger r Tennisklub 1. Mannsch. 7:10. Am Sonntag eröffnete der Gießener Tennis- 'fhib 1922 e. V. die Serie seiner diesjährigen Klubwettlämpfe. Er war bei den benachbarten Marburgern zu Gast. Die Herren, in der bekannten Aufstellung des Vorjahres mit Kirchner, Roll, Dr. Fischer, Hamann, Dr Dchopper, Dr. Dönges fertigten in ihren Konkurrenzen Marburg überlegen mit 6:3 ab: im Herren-Einzel ging nur das Spitzenspiel Kirchner — Hasse n p f l u g nach hartnäckigstem Kampf 2:6, 12:14 verloren, alle anderen wurden gewonnen: erwähnenswert ferner der schöne Sieg der Gießener Kombination Roll —Dr. Fischer gegen Dohnstedt-Prof. R ü t e. Dei den Damen spielte die Gießener zweite Besetzung gegen die Marburger erste: trotzdem gaben sich die meisten Gießener Damen erst nach 3 Sätzen geschlagen. Frl. Berg gewann sogar legen ihre Gegnerin. Auch die Mixed-Spiele betritt eine Gießener zweite Mannschaft gegen die tarnte Marburger erste. Unter diesen Umftän- tänben das Gesamtresultat also mehr als ehren- voll! AOAC-Opelbahrn-ennen. Am Sonntag veranstaltete der ADAC sein diesjähriges Motorradrennen auf der Opelbahn bei Rüsselsheim. Der gebotene Sport war nur erstklassig. Der Mann des Tages war der bekannte deutsche Bahnfahrer Soenius (Köln), der aus den beiden von ihm belegten Rennen als Sieger hervorging. Leider gab es auch zwei Stürze bzw. Zusammenstöße, die jedoch bei weitem nicht so gefährlich waren, wie sie aussahen. Die Fahrer tarnen mit heiler Haut davon, während zwei Maschinen vollständig zertrümmert wurden. In der Pause gab es noch eine Sensation: ein Opelwagen fuhr zum Erstaunen der Zuschauer drahtlos gesteuert zweimal um die weite Bahn. Nachstehend die Ergebnisse: Rennen Nr. 1, nicht über 175 cem, 12 Bahnrunden = 18 km: 1. Gaiß , Pforzheim, (DKW) 10:29,4: 2. Henkelmann, Wanne, (DKW) 10:31.4; 3. Steinweg. Münster, (DKW) 11:01: Gais, der von vorneherein die Führung hatte, fuhr in diesem Rennen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 102,96 km. Rennen N r. 2, nicht über 250 ccm, 22,5 km: 1. Winkler, Chemnitz, ,DKW) 12:17; 2. Weidemann, Hannover, (Avis Geier) 12:37,3; 3. Verlach, Weil im Dors, (Standard) 12:41,4. Gerlach, der die Führung an sich gerissen hatte, fiel gegen Schluß des Rennens infolge Motordesektes zurück und mußte sich daher mit dem dritten Platz begnügen. Die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 109,95 km. Rennen N r. 3, nicht über 350 ccm, 45 km: 1. Almen, Düsseldorf, (Belocette) 22:40,2; 2. Hiller, Feuerbach. (Montgommerh) 22:40,3; 3. Paetzold, Köln, (Sunbeam) 22:44,4. Die drei Fahrer bildeten sofort nach dem Start die Spitzengruppe, in der sie sich wechselseitig um den ersten Platz stritten. Ein interessanter Kampf, der mit dem Siege Allmend endete. Der Durchschnitt betrug 119,08 km. Rennen Nr. 4, nicht über 500ccm, 45 km: 1. Soenius, Köln, (BMW) 21:01,2; 2. Kratz, Ober-Ohmen, (Ardie Sport) 21:17,4; 4. Stegmann, Niederölsnih, (DKW) 21:28,2. Dieses Rennen gestaltete sich zu einem wahren Zweikampf zwischen Soenius (BMW) und Stegmann (DKW), aus dem jedoch Soenius nach hartem Kamps als Sieger hervorging. Steg- manns Maschine lieft kurz vor Schluß nach, und er mußte sich mit dem dritten Platz begnügen. Soenius fuhr in diesem Rennen die schnellste Zeit des Tages mit 128,45 km Durchschnitt. Rennen Nr. 5, nicht über 500ccm, 45km: 1. Soenius, Köln, (BMW) 22:03; 2. Messer- schrnidt, (Stuttgart, (BMW) 22:12,3; 3. Klein, Frankfurt a. OK., (DKW Kompr.) 22:30,2. Auch aus diesem Rennen ging Soenius, Köln, nach hartem Kamps als Sieger hervor. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 122,8 km. Rennen Nr. 6, nicht über 600ccm. mit Seitenwagen, 18 km: 1. Alb. Munk, Offenbach am Main, (BMW) 10:40,2; 2. Trapp. Darmstadt, (Viktoria) 10:40,4; 3. Paetzold, Köln, (Sunbeam) 10:41,3. Dieses Rennen wurde unter Protest Paetzolds beendet, der sich von einem seiner Gegner behindert glaubte, so daß er beim Ausweichen die Amzäunung der Bahn kurz streifte. Nachdem das Rennen schon beendet war, gerieten die beiden Fahrer Munk und Trapp in eine gefährliche Lage. Die beiden Fahrzeuge stießen in voller Fahrt aneinander und überschlugen sich mehrere Male. Während die beiden Maschinen in Trümmer gingen, blieben die Fahrer wie durch ein Wunder unverletzt. Heber den Protest war bei Schluß des Rennens noch nicht entschieden. Rennen Nr. 7, nicht über 1000ccm, mit Seitenwagen, 22,5km: 1. Kürten, Düsseldorf (Tomax Iap) 12:30,2; 2. Döbler, Stuttgart, (Ardie) 13:04; 3. Iacob, Fürth, (Viktoria) 13:48,1. In der anläßlich des ADAC-Opelbahnrennens veranstalteten ADAC-Gefchwaderfahrt errang sich der Automobil-Club Bad Homburg v. d. H. (ADAC) den ersten Preis. Der zweite Preis wurde dem Motorradfahrer-Verein Frankfurt a. M. und der dritte Preis dem Motorsportclub Worms zugesprochen. Kegelsport. Am Sonntag fand in W i e s e ck das Kegeln um den Wanderpreis des Kegelbundes Lahn- Duseckertal statt. Don den 11 Mitbewerbern erhielt der Kegelklub „Alle Oke u ne“ Wieseck mit 274 Holz den Wanderpreis für 1928. Der nächste Verein erhielt nur 242 Holz, während der seitherige Inhaber des Wanderpreises der Kegelklub „Gut Holz" Wieseck nur 180 Holz erhielt. Geworfen wurden von je 5 Mann je 10 Kugeln, zusammen 50 Kugeln auf den Verein. Wirtschaft. Oie neuen Kohlenpreise. Das rheinisch-westfälische Kohlensyndikat hat die neue Preisliste für Ruhrlohle veröffentlicht, wie sie auf Grund der Beschlüsse des Reichs- kohleurates zustande gekommen ist, der dem Eyn- dilat in der Festsetzung des Preises für die einzelnen Sorten zwar freie Hand gelassen, aber dabei zur Bedingung gemacht frat, daß der Mehrerlös eine Mark pro Tonne im Durchschnitt nicht übersteigen darf. Trotzdem weisen verschiedene Sorten erheblich höhere Steigerungen au*. Die Arsache hierfür ist in der englischen Konkurrenz zu suchen, die mit niedrigsten Preisen operiert und sich eifrig bemüht, die Absatzgebiete der Ruhrkohle an sich zu reißen. Infolgedessen muß sich der Ruhrbergbau in Belgien, Frankreich. Italien. Dänemark, Schweden, Norwegen und einem guten Teil des Reichsgebietes mit den niedrigen Preisen absinden, die die Engländer vorschreiben, will er nicht -usehen, wie olles englische statt Ruhrkohle kauft. Daraus ergibt sich, daß von vornherein mindestens zwei Drittel des Absatzes von der Kohlenpreiserhöhung gar nicht betroffen werden. Es bleibt lediglich das letzte Drittel übrig, dessen Preise sich so gestalten mußten, um die durchschnittliche Erhöhung von einer Mark pro Tonne zu erzielen, damit wenigstens die neuen Lohnlasten einigermaßen abgegolten werden können. Ob aber auch dort, wo die englische Kohle noch nicht aufgetaucht ist, mit diesen Preisen, wie sie jetzt zustande gekommen find, praktisch gearbeitet werden kann, bleibt abzuwarten. Zunächst laufen alle vor der Kohlenpreiserhöhung abgeschlossenen Lieferungsverträge. Sie können nicht einfach gelöst werden. Dadurch wird das Inkrafttreten der hinaufgesetzten Preise auf einen v eifach noch in weiter Feme liegenden Zeitpunkt verschoben. Die Verlustwirtschaft wird also fortgesetzt, da auch die Verträge in den bestrittenen Gebieten erfüllt werden müssen. Zu beachten bleibt ferner, daß durch die Kohlenpreiserhöhungen unbestrittene Gebiete in den Bereich der englischen Konkurrenz rücken, die heftig daran arbeitet, ihre Selbstkosten zu senken, um die auf diese Weise erzielten finanziellen Vorteile im Kampfe gegen die deutsche Kohle in die Waagschale werfen zu können. Also auch in diesem Falle werden die Höchstpreise entweder gar nicht, oder nur sehr vorsichtig zur Anwendung gelangen können. Schließlich sind Koks und Briketts, um eine Belastung der Eisenindustrie und dec kleinen Verbraucher zu vermeiden, unberücksichtigt geblieben, so daß es fraglich bleibt, ob die Summen, die auf Grund der Preiserhöhung als mutmaßliche Meh.e nnahme herausgerechnet wurden, nun auch wirklich in die Kassen des Ruhrbergbaues hineinfließen. Das ganze Gebäude der Preiserhöhung steht auf zu wackeligen Füßen, um die neue Preistabelle zur Grundlage von irgendwelchen Rentabilitätsberechnungen siir den Ruhrbergbau machen zu können. * Kaliwerke Aschersleben. Die General- Versammlung genehmigte die Verteilung einer Di- vidende von 10 Prozent, lieber bas Geschäft im laufenden Jahre bemerkte die Verwaltung, daß sich der Absak an Kalisalzen recht zufriedenstellend angelassen habe. * A.«G. Consolidierte Alkaliwerke Westeregeln. Die Generalversammlung fetzte die Dividende auf 10 Prozent fest. Der Aussichts- ratsvorsitzende verwies auf die Ausführungen in der Generalversammlung in Aschersleben und führte weiter aus, daß sich an der Beschäftigung der Gesellschaft nichts geändert habe. * Kaliwerke Salzdetfurth, A. - G. Die General-Versammlung beschloß die Verteilung einer Dividende von 15 Prozent. Der Aufsichtsratsvorsitzende bemerkte, daß die Entwicklung außerordent- lich günstig sei; allerdings könnten infolge der Be- schränkung in den Quoten die Betriebe nicht voll ausgenutzt werden. Auch bei dieser Gesellschaft sei der Status sehr flüssig, doch stamme ein Teil der Mittel aus der Kalianlcihe und könne zu Ausschüttungen nicht verwendet werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., Tendenz: uneinheitlich. — Im Anschluß an die festere Abendbörse war die Hal- tung zu Beginn der heut.gen Börse weiter freundlich, doch machte sich bald eine größere Unsi- ch e r h e i t bemerkbar, da die Spekulation größere Abgaben vornahm, infolge der be- vorstehenden Medioliquidation. Das an den Markt kommende Material wurde verschiedentlich nur mit Schwierigkeiten ausgenommen, und die K u r s g e • st a l tu n g war daher nicht einheitlich. Das Geschäft konnte kein froheres Ausmaß annehmen, nur für Spezialwerte bestand auf weitere größere Käufe des Auslandes Intereste, fo daß hier große Kursbesterungen zu verzeichnen waren und das Geschäft auch zeitweise ein lebhafteres Ausmaß annahm Der weiter etwas leichtere Geldmarkt gab der Börse eine gewiße Anregung. An der Spitze der bevorzugten Werte standen Autoaktien. Hier gaben die Gerüchte über eine Fusion der Automobilfirmen dem Markte eine starke Stütze, so daß das Geschäft hier oft einen ftürmifdjen Umfang annahm, doch gaben die Kurse auf Gewinnsicherungen im Verlaufe wieder etwas nach Don Montanwerken waren Salzdetfurth auf die optimistischen Ausführungen auf der Generalversammlung lebhaft gehandelt und 4 o. Sy gebessert Auch Ille Bergbau konnten 1 v. H. anziehen Dagegen gaben Gelsenkirchen 1,75, Mansfelder 2,75, Rheinstahl 2,5 und Mannesmann 1,25 v. H. bei größerem Angebot nach. Am Bankenmarkt waren Reichsbank 2,75 v. H. gebessert, während die übrigen Werte dieses Mark- tes bis zu 2 v. H. einbüßten. I. - G. - F a r b e n , die in den letzten Tagen lebhafteres Geschäft hatten, waren heule wieder stark angeboten und 3,75 vom H. schwächer. 6 l e M r o ro c r t e*mtrrtn ver . nachlässig! Siemens verloren 4, Licht 8c Kraft 2,60, AEG. 2,5 v. H. Am Kalimarkt lagen Aschersleben mit minus 3,5 o H. stark vernachläs- figt. Am Rentenmarkk waren Anleihen f ü p Neubesitz bei etwas schwächerem Kurse weiter, wenn auch nur in kleinerem Umfange, begehrt. Ausländer still Irn Freiverkehr waren von amerikanischen Werten Victor Talking mit ca. 104 lebhafter gehandelt. Im weiteren Verlaufe wurde die-Stimmung freundlicher. Die S p e k u l o t i o n nahm größere Deckungen vor. Lebhafter gehandelt waren jetzt I.-G.-Farben, die 2,25 v. H., und Siemens, die bis 4 d. Sy anziehen konnten. Im Ein- klang damit zogen die übrigen Werte auch etwas an. Von Banken waren Danatdank auf amerikanische Käufe mit plus 6 v. Sy lebhafter gehandelt. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 o. Sy weiter etwas leichter. Am Devisenmarkt liegt die Mark weiter fest. Man nenr t Reichsmark gegen Dollar 4,1800, gegen Pfund 20,392, London gegen Kabel 4,8798, Paris 124 02, Madrid 29,9750, Mailand 92,60, Holland 12,0975. Merline Börse. Berlin, 9. Mai. Roch vorbörslich hatte es fo ausgesehen, als ob die Tendenz, von Spezialwerten ausgehend, fester werden würde. Zum offiziellen Beginn machte sich aber ftärferes Angebot seitens der Spekulation und einiger kleinerer Firmen bemerkbar, das anscheinend mit Prolongationsschwierigkeiten in Zusammenhang zu bringen ist Der Reportgeldsatz ist unverändert geblieben, doch schienen die Banken das Bestreben zu haben, die Kontingente zu verkleinern. Orders lagen zu den ersten Kursen nur in kleinem Umfange vor. Das Ausland zeigte auch nur für wenige Spezi a l w e r t e Interesse. Kunstseidewerte konnten 9, refp. 11 d. Sy gewinnen. Polyphon laaen 8,5 v H., Adlerwerke 5, Stolberger Zink 7,75, Reichsbank 3, Sarotti 3 und Rheinische Braunkohlen 3,75 v. H. höher. Dagegen lagen Elektrowerte 3 bis 4 vorn Hundert schwächer Lahmeyer minus 5,75 v H. Spritwerte auch angeboten, minus 3 bis 4 v H. Auch sonst war die Kursentwickelung nicht einheitlich. Anleihen schwächer. Ablösiingslchuld ner- loren 0,5 v. Sy Ausländer ruhig, aber nicht einheitlich 13er Rumänen vlus 0,5 v. H. Pfandbriefe verhältnismäßig still Roggen- Pfandbriefe eher fester. Am Geldmarkt nannte man folgende Sätze: Tagesgeld lehr leicht, 6 bis 8 p Sy und darunter, angeboten: Monat^geld 7,25 bis 8 5 v. H Warenwechsel 6.75 bis 7 vH ca. Auch im Verlaufe fetzte sich die Abgabeneigung der Börse eher fort. Die Kurse gingen nvt wenigen Ausnahmen um 1 bis 4 v H zurück. Danatbank lagen fest auf amerikanische Käufe Sie fonnkn Im Verlaufe ca 6 v. H. gewinnen. Auch Schifffahrtswerte waren lebhafter verlangt und bis 1 v. H. höher. A u t n m e r t e hatten auf die Trans- aktivnsgerüchte lebhafteres Geschäft. Don Spezial- werten ausgehend wurde es meist wieder etwas fester, ohne daß die Anfangskurle ro’e^er erreicht werden konnten. Polyphon und Waldhof lagen ca. 3 v. S). unter Anfang. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a.M.. 9. Mai. Der Frankfurter Prodi'ktenmarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Da keine Anregungen Vorlagen, tonnte sich daS Geschäft nur in engem Rahmen bewegen. Futtermittel waren weiter, wenn auch nur in geringem Maße, verlangt Es wurden notiert: Wei^n 1. gut. ge'und, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 27: Roggen 28,75 bis 29; Hafer. Inländischer 27 75 bis 28.25: Mais (gelb) für Fvtterzwecke 25: Mais (gelb) für andere Zwecke 25; We zenrnchl. süddeutsches Spezial 0 38 75 bis 40: Roggenmehl 39.75 bis 41: Weizenkleie 15.75 b's 16; Roggenkleie 17,50 bis 17,75. Tendenz: ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angelührlen Zistem geben die Höhe der zuleNi beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. ffraiihlurt a. M Berlin Schluß- Rur« 1-Ubr. flure Sch.uh flur» Vinjang Rur« Datum 8. 6. | 9.5 | 8 5 I 9. 5 F/e Di W'tdjSaniets« o. 1V2? Dt Wnl -tdlos Schuld mit Uuelol --irchikii 87.5 51.9 61 9 DtüHl ohne ÄuSI f -Rechten 19.05 18.65 19,13 18,4 “/O Itrai lf Hav -Bi. Wo dpi unkündbar bi» >9J2 92,5 Ndetnt'ch, Hup -Bant ßiqu -iso dpi 77.1 »l li G obQ Vortrltol-Cb Uoanontn. rmüoülbar ms; 86.6 - 4*-ü etönnu <5u d.sd -ttnl 95.5 ■ - 4°/. Ctftfrttcbifdjf Wolbrte - <,20»^ Crftcrr ich Silberne 4 * 4 4 /, Ccurtrrid) in eiil Rte — _ 4% Uiiflariidjt Wolbric 26.5 *6,9 —» 26.9 4°/., Ungarische Swaior v 1911 *■» * 4'/,°/ OCOfll von 1913 - — — V!« Unganlche Vronrnrtt . . - 1.9 1,9 4°/ luv! .jollanleide o 1911 13.3 13,4 4°/. Tur! Bagdaobodn-Anl » rir I 13.65 _ 13.5 4®/. deSal. Serie II 13.4 13.4 13,13 13,15 4°, Rumänen conven Rte. d — 4'/," o '.Humanen ttolbanl von 1913 90.45 19,75 Hiifl Druuche Ellenbabn 4*/t L'ambura-.Huierua Haiti. g Hamb -Sudam Tnmu f<6 b 162 161.9 ■61.65 163.15 22U. 5 2X1 Hanla Daimflchist ■ 6 • 159 119 3l9.il v.orddcuischrr viooti - 6 VlIlQ Demsche Ürcdilanst 1C IGO l->8.9 H9.I8 HO 5 — III.ÜJ 140,5 V5aim i iPankvernn lu 146 145.5 147 146 Berliner Handel»^ lellsch. 1'2 — .65 »6 5 Commerz und Privat-^1- li IN 181 IBJ 18; 1 annfi. u wmionaioank ir -67 76 -6t 68 <68. .'j Deutsche Ban! io llib IM Ibb.Xu Ib4 7j Disloiitoveiellichafi Än: iv 161 160.. 161.5 >61.18 Dresdner Ban! lv 165 163.25 163 75 162.35 Miitrideimche ilrediibant v - «3 <17.6 Ti'ftallban!..........6 — 133 134.5 Vi.tchSbank.........lu 286.5 rrs.rä 1« 229.75 Frankfurt a. M Berlin Schlutz flurs | l-Ubr. । flurs Sch utz flur« iuniang flur» Datum: 6 j I » & | 8 5. I 9 5 2L 6 (8..........7 170.75 i;u.7. 168 Bergmann ........8 E» 191 193.5 191 Elettr. Lieferungen . . . Io — ISO 6j 177 ItidN und .Kruft .... io '33.9 231 25 432.75 230.4 gelten A Guill aume .... 6 1 10.5 135,5 134 Oki r (kick r Unitrn . . 10 .'96.5 294.5 490,9 294 b Hamb. Elekt.. tierft . . lo • 167.5 106.5 Rhein. Eleltr.......8 — — 1.3,5 171 edjltl. Elcktr.......10 — * 216 215,2.1 Schulten .......7 .'05,5 — 405 65 201 5 emen6 A Halske ... 16 145.5 34t 5 j4j.5 342 — Buder S ....... o 93.4 94.6 94 93.75 Deutlchc Trdöl..... .6 — — 135 9 l 5.5 Türner S einkodl« . ...» — — 139 1>9.25 e»el1enkirchener . f. •/, I < 142 I4O.‘2> 1'9.5 141,5 Harveuer .... 8 171 172.4 173.5 Hoelw Eisen.........5 — I4-.75 149 Ille Bergbau......... <•80 281 .'<7.5 275.5 Älockn. rwcrte ...... 5 126.70 125.75 126.4 Lölu-Neuesten ■ . . r', - 148 5 149 anneSmann .f. •/, D 4 154.75 151 5 154.25 <51 75 Man» eldrr 7 — 120.75 1 43 25 182.ti Lbcrlchlel Sstend. Bedarf 0 — Hl.25 110 Lberlchlel KokSwer!» . v — II 4 13 103.5 1U ontf Berg.au f 'S 9 3 95 94 94.ö 94.6 Ndeinllche Braunkoblen io 303 302.5 499.75 303 'Jibtinitahl o 171.5 169 171 5 IvS 5 Nie deck llontan . 6 — 163.25 Bereinigte Swblw f. >/, I 3 97 _ 97.0 97.25 CiQOi Minen . . 1 ü> - _ IB. 13 • ;.9 Sali «IcherSled.- : . . io <03.5 xOo ■ • — 409 207.5 Daimler Dioiortn..... ( 140.5 120 1 .o.ti 47 121 Demag ....... — — 47 75 Adlrrwerte Kleber. . .. 0 •7 99 93 5 102 Ludw Loerre . . . . . '3?ai ?!iitomobU ...... 1 — — 4,1.75 260.75 6 — — 92 94 5 Cn nft in /. Koppel . . . . 4 — — 129 129 6 l'ink Ho oiann . . . . c — * Leonbnrd Tiey ..... f — • 297 rSS Bama,. egi in..... 0 — 25 — ifranir D. ichinea . . . . 0 - ■ 6? 25 * '•nburr ..... : 137 137 * Hevligenstardt ...... 0 26 — — Iunaban« . ...... Vtdrofrft ....... f 7.25 • 90 13 * 8 irv — — 4)iomkrastwcrke...... 6 - • — ...... IC — 152 110.5 'Tlelorlulmer....... 8 77.5 78 78 Peiees Union ...... «.548 MS 88 18.395 7.372 73.08 4.024 18.02 51,64 2.132 5.4'5 4.1825 4.329 20.945 168,4.1 1.785 58.29a 111.81 112.01 111.99 10.51 21,995 2U.J76 1.1765 16.43 >0.475 70.05 1.918 J.5028 -8,76 12.377 7,320 72.94 2.017 17.98 11.43 2.1x8 5.425 4.1745 4.706 40.903 IM 77 L.89 58.415 112.03 11.'.23 112.21 10.53 22.(U5 :u. ne 4.1845 16.47 M.645 70 19 1.932 9.5H8 >8.8« 12.497 7.364 73.08 S.tre» 18.02 81.50 < 113 5.435 4.1925 4.314 20.043