“•Idllanb. ?ul^Ianb^ kot - AentvAj^rag, >n rund Ks ^Ncc. y «te- 7?rgnng h„ nes 3ZflrZ ^166,in5S 1 ^udrn 37 0Q$cn Cloqb“ ZKs DK ML Z«r Ä«®u*3« ^Persönlichkeit de! -derlei^ „$cr ^rJ Berlin. Ton-, des vfip^bi^7 ■g Wtfmi, itt S* 'n diesem 5t an das burch feine Lage 'Pf bei feindlichen pro nimmt daher Sefeftigungcn und ^lnmsche Tut koni- ^rdert 3mmc, ein 'er des Gutsherrn, ■ Anm, eine Win, Geisel über ihren Absichten aufivm- entspinnen sich 2e° feindseligen Plänen mischt sind. Schlieh- igen Versuch Annis, lveiierzugeben, beide rte Kontrvlltommis- von der Grundlo'ig- Zerüchte überzeugen: die Leiber seiner «r Heimat zu schir- (22) vohne fein. Sie von Elisabeth M irbigcn Tafeln, sowie reis kart. Mk. 1,80. I, Stuttgart. - Sie r heute braucht ein ne unauffällig dem nigem guten Willen sie nicht schwer, sich undlagen einer Hei« engen Wohnung zu vermittelt das vor- ; in hervorragender Unordnung der Mö' usnützung dos Aau- hnng, Wände, Wahl Fragen werden ein« lichen es der 3ung« fühl für Stil yat, ingem Aufwand in u verwandeln. - Wäsche und l. Prawsche Aal' nblung der MM tvisyroben verleg 18. Koehler L Am vorliegenden w llianDW^J ,rauen mit den toid) verstosse belannt und if(iaen ‘Beratet beim Nossen- Aicher- Ir. wäschelchonen' Ae g-^'ch-n i,i» rsF 111,3» iii.w 113.! KM? i6,'« H-'1 : 112,s , i°-if 22, If <0,113 L S V,*1 58.$ tS 3,$ |),3' I 81.» ' l,ljl I - * 1H cranffnrt * -SfM Nr. 59 Erster Blatt 118. Jahrgang Zreltag, 9. Mür; 1928 Erichen»! rügltch,ontzer Sonntag» nnb feiertags. Beilagen. ©teßenei FamiliendlSNer Heimat im Bild Die Scholle Dlonats-BeingspreU: 2 Reichrmard und 20 Reichspfennig für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanl chiafle: 51, 54 und 112 Anlchrist für Drahtnachrichten Snjelger •leften. postschecktonro. Jranffnrt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnö Verlag: vrühl'fche Untversilütr-Vuch- nnö Stetnöruderet R. Lange ht Sietzen. Schriftiettung unö Seschäflrftelle: Zchnlftratze 7. Lnaahm« oon Bnjelgcn für die lageenummer ois zum Rach mittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Drelte örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig^ für Re» Klameanzeigen oon 70 n m Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20“ . mehr. Chefredakteur Dr Friedt Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyrrot, für den übrigen Teil ifrnft Dlumschein: für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in (Biegen Spaniens und Brasiliens Rückkehr zum Völkerbund. Eine Aufforderung des Ratspräsidenten. — Oer rumänisch-ungarische Opiantenstreit beschästigt erneut ohne Erfolg den Vötterbundsrat. Spanien und Brasilien kehren in den Völker- bund zurück, ihre vor anderthalb 3ahren ein- gereichten Kündigungen werden anulliert, so daß le beiden Mächte nach tote vor Mitglieder des Bundes verbleiben. Diese Tatsache muh auf bad lebhafteste begrüßt werden. Gerade für Deutschland bedeutet diese Rückkehr ein besonderes Ereignis: fiel doch der Austritt beider Mächte tn die Zeit, in der Deutschland als Mitglied deS Bundes einen ständigen Sitz im Rat tzugeteilt erhielt. Damals waren die Fragen um das Reglement bei den Wahlen der nichtständigen Mitglieder aktuell geworden und man bemühte sich, einen Modus zu finden, der einmal den Interessen der kleineren Staaten entsprach und zum anderen einen geeigneteren Turnus gewährleistete. Dah beide Länder, Brasilien sowohl als auch Spanien niemals in ihrem Austritt auS dem Bunde eine Spitze gegen Deutschland sehen wollten, haben sie in ihren seinerzeitigen Erklärungen auch klar und deutlich zum Ausdruck gebracht. Brasiliens Grund zum Austritt war, wie es in der Role der brasilianischen Regierung an das Dölkerbundssekretariat hieß, die am 10. Juli 1926 Mello Franco überreichte, der, dah Brasilien Im Völkerbund ausschließlich einen Bund europäischer Großmächte sah. Diese Ansicht war schon einmal von einem anderen südamerikanischen Lande, nämlich Argentinien, vertreten worden. Auch damals handelte es sich um Bersassungssragen und Argentinien glaubte, dabei eine Benachteiligung der außereuropäischen Staaten erblicken zu müssen. Spanien trat unmittelbar in den Tagen des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund aus dem Bunde aus. Ausdrücklich spricht Spanien in seiner Rote vom 8. September 1926 seine wärmsten Wünsche für den Eintritt Deutschlands aus, und begründet seinen Austritt mit der Reorganisation des Völkerbundsrates in bezug auf die ständigen Sitze. Man wird sich dabei erinnern, daß für Spanien die damals noch ungelöste Tanger- fr a g e eine nicht minder wichtige Rolle spielte, und manche Gründe für seinen Austritt mögen wohl von hier aus ausgegangen fein. Ohne Frage bedeutet der Entschluß beider Länder, ihre Kündigung auszuheben, ein bedeutsames Ereignis in der Geschichte des Völkerbundes, der sich doch nach den einleitenden Sätzen der Dölkerbundssahung die Förderung der Zusammenarbeit unter den Rationen und die Gewährleistung des internationa'en Friedens und der internationalen Sicherheit zur Aufgabe gemacht hat. Ein Bund der Völler kann er und wollte er ja auch nur deshalb sein, weil ihm alle Völker angehören sollen. Erst bann wird es möglich sein, auf dem Wege gegenseitigen Austausches der Meinungen ein Völkerschiedsgericht zu schaffen, das sich überall durch- zusehen in der Lage ist. Die wertvolle Arbeit, die seinerzeit sowohl Spanien wie auch Brasilien im Bunde geleistet haben, ist immer anerkannt worden. Ihre Rückkehr zum Bunde verspricht deshalb auch, daß sie, die sich immer für den Frieden der Welt eingesetzt haben, fortan eben- folch wertvolle und nützliche Arbeit leisten werden. Man kann nur hoffen, daß nunmehr auch Argentinien, das ja bisher noch nicht formell aus dem Bunde ausgetreten ist, sondern sich feit 1920 jeder aktiven Arbeit enthielt, sich nunmehr auch wieder zu einer solchen aktiven Arbeit entschließen wird. Hier liegt ja der Fall etwas anders, als Argentinien seinen Beitritt noch nicht durch fein Parlament ratifizieren lassen konnte, was auf innerpolitische Schwierigkeiten zurückgeführt werden muß. Es sind aber starke Bestrebungen im Gange, diese Ratifikation nunmehr durchzusühren und Argentinien wieder aktiv in Genf mitarbeiten zu lassen. Oie Zniiiative des Ratspräsidenten. Genf, 8. März. (WTB.) Zu Beginn der heutigen Dormittagssihung des Völkerbundsrats verlas der Ratspräsident Urrutia (Uruguay) eine Erklärung, in der er zu den Austrittserklärungen Brasiliens und Spaniens, die Mitte 3uni bzw. Anfang Dezember wirksam werden, Stellung nahm und der Meinung Ausdruck gab, dah der Völkerbund zu dieser Möglichkeit nicht schweigen werde Es müsse geprüft werden, ob die im Iahre 192o vorhandenen Gründe noch bestehen und ob sie auch heute noch fo stark feien, daß der Entschluß Brasiliens und Spaniens endgültig und irrepara- bal werde. Urrutia schlägt deshalb eine Demarche des Völkerbundsrates vor, durch die den beiden Staaten ein neuer Beweis der außerordentlich großen Bedeutung gegeben würde, die er der Mitarbeit öic;er beiden Staaten im Völkerbund und an der Sache des Friedens beimiht. In dieser Hinsicht erklärte er sich bereit, im Rainen des Völkerbundsrates zwei Briese an Brasilien und Spanien zu richten und für eine der nächsten Sitzungen den Wortlaut und eine entsprechende Entschließung dem Dölkerbundsrat vorzulegen. — Diese Initiative des Ratspräsidenten fand sofort Die Unterstützung Chamberlains, der sich jedoch zu der Sache selbst erst nach Vorlage der Briefe und des Entschließungsantrages äußern wollte. Auch die übrigen Ratsmitglieder gaben ihrer Zustimmung lebhaften Ausdruck, wobei das chilenische Ratsmitglied D i 11 e g a s das große Interesse betonte, das insbesondere d i e südamerikanischen Staaten an der Wiederaufnahme der Zusammenarbeit Brasiliens und Spaniens im Völkerbund haben. 2Reid)6minifler Dr. Stresemann erklärte, er habe stets es als ein besonders schmerzliches Zusammentreffen der Ereignisse empfunden, dah in dem Augenblick, als Deutschland in den Völkerbund eintrat, zwei große Rationen ihre Mitarbeit am Völkerbund einstellten, wodurch eine empfindliche Lücke entstanden sei. Dieser Meinung habe er verschiedentlich und auch bereits in seiner ersten Rede vor der Völkerbundsversammking im Herbst 1926 Ausdruck gegeben, zumal da Spanien und Brasilien zwei Länder seien, mit Denen Deutschland in nahen und freundschaftlichen Beziehungen stehe. Der Wert ihrer aktiven Mitarbeit im Völkerbund brauche daher von ihm nicht besonders hervorgehoben zu werden. Beide Länder seien zweifellos berufen, in Zukunft im Interesse des Völkerbundes erneut sehr wertvolle Dienste zu leisten. Er könne daher nur aufrichtig die Initiative des Ratspräsidenten begrüßen, die dahin gehe, beide Länder zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit im Völkerbund zurückzugewinnen. — Ratspräsident Urrutia betonte, oah die einstimmige Unterstützung seiner Initiative durch sämtliche Ratsmitglieder eine denkwürdige Kundgebung darstelle, die eine größere moralische Bedeutung besitze als Der nunmehr an belDe Regierungen zu richtende förmliche Appell. Oer rumänisch-ungarische Optantenstreit. Die alten Gegensätze in unverminderter Schärfe. Bei Der Beratung des zweiten Punktes Der Tagesordnung, des rumänisch-ungarischen Optantenkonfliktes, gab zunächst Chamberlain als Berichterstatter eine kurze Darstellung der Entwicklung der Angelegenheit, die den Rat bereits seit 1923 beschäftige. Er erinnerte an die Vorschläge, Die das Ratskomitee im September vorigen Jahres unter Zustimmung Der Ratsmitglieder ausgearbeitet hatte, und an Die Aufforderung des Rats an die beiden Regierungen, durch direkte Verhandlungen eine Lösung zu suchen. Bei dieser Sachlage sei es vor weiterer Stellungnahme des Rates angezeigt, daß zunächst Die beiDen Parteien mitteilen, was sie inzwischen unternommen haben. Diesem Gesuch entspricht Titulescu mit dem Hinweis, seine Regierung habe bereits im Dezember Dem Rate telegraphisch mitgeteilt, Daß sie den Ratsbericht vollinhaltlich a n n e h m e. Graf Apponyi erinnert Daran, dah Die im Ratsprinzip enthaltenen Drei Grundprinzipien nur a l s Empfehlungen angenommen worden seien. Die rumänische Regierung habe jedoch der ungarischen erst vor 14 Tagen eine amtliche Antwort auf ihre im Dezember gemachten Transaktionsvorschläge zukommen lassen. Diese Antwort wurde von (fyraf Apponyi insbesondere deswegen kritisiert, weil die rumänische Regierung oon Ungarn vor Aufnahme der direkten Verhandlungen den Verzicht aus ihren eigenen Rechts st andpunkt verlangte und ferner, weil die Antwort den Charakter eines Ultimatums trage, was absolut unannehmbar sei. Der rumänische Vorschlag bedeute ungefähr den Verzicht auf zehn bis elf Millionen Franken, denen der Wert von 150 Millionen Hektar Land gegenüber- ftünben. Das sei kein Verhältnis, das für eine ernstgemeinte Transaktion in Frage kommen könnte. Bei dieser Sachlage könne die ungarische Regierung nur ihren Antrag wiederholen, dah der Rat auf Grund des Artikels 239 des Vertrages von Srianon einen neutralen E r - satzschiedsrichter in das gemischte rumänisch-ungarische Schiedsgericht ernenne. Titulescu wies Den vom Grafen Apponyi erhobenen Vorwurf de.- uitimatiüen Charakters zurück. Er betonte, daß Rumänien gezwungen sei, die Vorbedingungen juristischer Art zu stellen, da sich sonst eine privilegierte Behandlung der ungarischen Optanten ergeben tonnte, durch Die die rumänische Regierung sich der Ge ahr aussetzen würde, dah auch die übrigen Optanten ähnliche Forderungen an _ sie stellen. Rumänien, dessen Währung gegenwärtig sch echter stehe als diejenige älnaarns, könne sich ohne schwere Gefahr nicht uferlosen Ans rächen wegen feiner Agrarreform ausfetzen. Rach dem Pariser Abkomn.en von 1922 über die Verteilung der Red a a t i onsza hlun gen habe Rumänien Den größten Teil feiner ForDerungen von Oesterreich und Ungarn zu erhalten, und wenn Apponyi eine Anrechnung hieraus als ein Luftschloß bezeichne, so beweise das. dah er Die Hoffnung auf Zahlung Der Reparationen Durch Ungarn ebenfalls für imaginär halte. Rumänien könne sich unter keinen Umständen eine Kriegsentschädigung mit Passivsaldo gefallen lassen. Graf Apponyi führte darauf aus, der vom Rat im September angenommene Voranschlag habe den Charakter einer Verhandlungsgrundlage für beide Parteien, nicht aber einer endgültigen Entscheidung, und Ungarn fei also zu feiner Annahme nicht verpflichtet. Mit sehr eindrucksvoll ootgetragenen grundsätzlichen Erwägungen warnte Gras Apponyi im Schluhteil feiner Rede davor, daß der Rat zum Kassationshof für die Rechtsprechung internationaler Gerichte gemacht werde, da sonst das Recht der Politik unter- geordnet werde. Wenn der Rat sich nicht entschließen könne, die von Rumänien zurückgezogenen Richter zu ersehen, so gebe es nur noch den Weg der Einholung eines Gutachtens beim Haager Internationalen Gerichtshof darüber, ob die im Berichte des Rates au gefteUten Grundsätze den Bestimmungen des Vertrages von Trianon entsprechen. Nach der fast anöerthalbftünbigen Replik des Grasen Apponyi vertrat T i t u l e s c u mit aller Ent- schiedenheit den Standpunkt, daß Ungarn nichts anderes als eine Dorzugsbehandlung für die ungarischen Optanten erreichen wolle. Wenn Ungarn den vorliegenden Ratsbericht und einen Vergleich auf der Grundlage eines teilweisen Erlasses der Reparationszahlungen annehme, so sei Rumänien bereit, über die Summe selbst weiter zu verhandeln. Unter Berufung aus den Bericht des Rates sprach sich Titulescu sehr entschieden gegen b i e Stellung von Ersatzrichtern für das ungarisch-rumänische Schiedsgericht aus, ebenso gegen oieEinholung eines Gutachtens bei dem Haager Gerichtshof. 3m Anschluß an die Sitzung ist der Dölkerbunds- rat zu einer anderthalbstündigen Geheimsitzung zusammengetreten, um in Abwesenheit oon Titulescu darüber zu beraten, weicher Weg nach den heutigen absolut gegensätzlichen Erklärungen der beiden Parteien zur Beilegung des ungarisch- rumänischen Dptantenftreites beschritten werden soll. Ein Ausweg wurde noch nicht gesunden, so daß die Weiterberatung auf morgen vormittag vertagt werden mußte. Es schien wenig Neigung vorhanden zu sein, die Angelegenheit in irgendeiner Form dem ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag zu überweisen, da bei der gegensätzlichen Auffassung der beiden Parteien Möglichkeiten zur juristischen Lösung des Konfliktes kaum mehr vorhanden sind. Es hatte nunmehr den Anschein, daß man im weiteren Verlause der Beratung nach der Möglichkeit einer finanziellen Transaktion sucht, mit der sich Ungarn einverstanden erkläre« könnte, andernfalls bliebe für diese Tagung kaum etwas anderes als die weitere Vertagung der Frage übrig. Ernste Lage in Arabien. Ibn Saud greift Transjordanien an. - Englische Abwehrmaßnahmen. London, 8. März. (WTB.) Don den ®ren- zen Arabiens liegen heute ernstere Rachrichten vor, Die Darauf hindeuten, Daß im nördlichen Gebiet Die kriegerischen Wahabiten bereits Den von Ibn Saud verkündigten Heiligen Krieg begonnen haben. Eine britische Abteilung von zehn Panzerwagen, zehn Flugzeugen und einer Anzahl von Transportwagen ist in Der Rahe Der Grenze von Redschd südwestlich von Basra stationiert. Marinetruppen und Matrosen Des Kriegsschiffes »Emerald" Durchziehen täglich die Straßen. Es wird berichtet, daß kleine Abteilungen von Wahabiten Dörfer im Trans- jordanland angegriffen und beseht haben und daß die Automobilstrahe von Bagdad nach Damaskus zeitweilig unterbrochen sei. — Die Regierung von Palästina trifft nach Dc- riebten aus Jaffa beschleunigt V e r t e i d i - gungsmaßnahmen. Alle auf ilrlaub befindlichen Offiziere und Mannschaften sind zu- rückgerusen worden. Die in Pamle in Palästina stationierte zweite Panzerwagenkompagnie der britischen Luftstreitkräfte ist gestern abend nach Amman abgegangen. Aus Aegypten sind Truppen und Flugzeuge, von denen jedes 20 Mann fassen kann, nach Amman abgesandt worden. In informierten Londoner Kreisen verlautet, daß in Kürze Verhandlungen mit 3b n S-a u d eröffnet werden sollen, um klarzulegen, welche Fragenerneugeregeltwissen will. Ibn Saud, Der dem britischen diplomatischen Vertreter in Mekka ersuchte, die britische Regierung solle sich verpflichten, keinen Einspruch gegen den von ihm getätigten Waffeneinlauf zu erheben, wurde die Antwort zuteil. dah Großbritannien Den Waffenexport nicht behandeln werde, wenn er sich verpflichte, seine Aufträge bei britischen Firmen in Ucber- einstimmung mit Der Konvention über Den Waffenhandel zu tätigen. Oie Lirfache der Unruhen. L o n d o n , 9. März. (WTB. Funlspruch.) Der bekannte britische Arabienkenner, St. I o h n Philby, der britischer Hauptvertreter im Transjordanland oon 1921 bis 1924 war, drahtet der „Daily News and Westminster Gazette" aus Dscheddah über die Lage an der Jrakgrenze: Nach zuverlässigen Informationen hat das Bestehen der Behörden des Irak und des Transjordanlandes auf den Bau oon Forts an der ganzen Grenze den Beduinenstämmen ernste Besorgnis verursacht. Die augenblickliche Beunruhigung ist allein dem Bau des Bu,aiya-Forts an der Grenze von Nedfched zuzuschreiben. Der allgemeine Eindruck in Dscheddah ist, daß Großbritan nien wünscht, die Vertragsgrenzen auszu- dehnen fürden Bau einer strategisch en Eisenbahn von Akaba nach Basra. Die Verwirklichung einer solchen Absicht würde allgemeine Erregung verursachen und 3bn Sauds Bemühungen, die Stämme zu beruhigen, erschweren. Es heißt, daß Sir Gilbert C l a y t o n (der letztes Jahr für Großbritannien den Dfcheddah-Dertrag abgeschlossen hat und sich zur Zeit in London befindet) nach D s ch e d- dahkommen wird, um die Lage zu erörtern. Dies würde zweifellos die beste Lösung fein, weil jeder Bruch der Dertragsverpflichtung zum Schaden der Unabhängigkeit Arabiens ernste Unruhen ver Ursachen würde. Ibn Sauds Haltung ist vollkommen freundschastkich, er protestiert nur gegen Aktionen, die die Stämme beunruhigen. Die Annahme, daß Ibn Saud seine Autorität über die Stämme verliere, ist lächerlich. Oie Gtudentenunruhen in Aegypten. Demonstration gegen den Englandvertrag. Kairo, 8. März. (WTB^) In Kairo, Assiut unö Bantah tarn es heute bei Demonstrationen Der streikenden ©tuDenten zu ilnruben, bot Denen verschieDene Personen, Darunter auch einige Polizisten, Verletzungen erlitten. An Den älncuhen waren nur Die streitenden Studenten beteiligt. Wie verlautet, wurde n»r ein Ausländer verletzt, und zwar der Leiter der amerikanischen Hochschule in Assiut, Dr. Russe, dessen Studenten die Teilnahme an Dem Streik ablehnten, nachdem sie dazu von Den ©tuDenten der Scheich-Schule aufgeforDert worden waren. Letztere griffen das Schulgebäude an unö zertrümmerten Die Fensterscheiben mit Steinwürfen. konnten jedoch zurück- gedrängt werden. 3n Kairo unternahmen Die Studenten einen Angriff a u f das Hauptquartier Der Ratio-nalisten, tour» Den jedoch von Der Polizei unö den Angestellten des Hauptquartiers zerstreut. 3n T a n t a h verbrannten Studenten Drei Automobile, Darunter Das des ägyptischen Kommandanten. 3nsgesamt wurden bei Öen Unruhen 23 Studenten unö 8 Polizisten verletzt. Die Zahl^ der Aufständischen in Kairo, die Die Pol zei an- griffen unö mit Steinen beworfen haben, betrug 1500. Die Polizei trug Stahlhelme unö Schilder als Schuh gegen den Steinhagel. Der Dorsizende Der Kammer unö Führer des Wasd, R a h a s Pascha, beschwor Die Studenten, sich nach Hause zu begeben. Rach weiteren Ausschreitungen wurde fein Rat befolgt, und Die Mehrheit der Studenten zerstreute sich. Die Eingeborenenbewegung auf Samoa. Wellington, 8.März. (WTB.) Die Behörden hobeil das Urteil von sechs Monate n Gefängnis auf, das in Apia gegen die 400 Mitglieder der illegalen Polizei vcrhästgt worden war und wiesen die Verurteilten an, in ihre Dörferzuruckzukehren und mit den loyalen Eingeborenen zusammen zu arbeiten. In den einzelnen Gebieten werden Versammlungen abgehalten, in denen die Fragen behandelt werden, die einer Aende- rung bedürfen. Der Gouverneur erklärte, er sei der Ueberzeugung, daß die Eingeborenen oon Europäern verleitet worden seien. Ein Teil der Mau-Eingeborenen habe seine Abgaben entrichtet. Spanischer Besuch in Berlin. Berlin, 8. März. (WTB.) Der frühere spanische 3nnenminifter Antonio Goicechea ist in Berlin eingetroffen und in Begleitung des spanischen Botschafters vom Herrn Reichspräsidenten empfangen worden. Der Besuch des Ministers, der insbesondere der Berliner elektrischen 3n- dustrie sowie den Luftschifsanlagen fein 3nteresse Widmet, steht allen Anzeichen nach in wesentlichem Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Aufnahme des Zeppelinver- lehrs Sevilla — Buenos Aires im Oktober 1928. Außerdem verhandelt Exz. Goice- chea mit Industriefirmen über Elektrizität S a n l a g e n für die Kanarischen Inseln. Verschärfung der Lage in der Berliner Metallindustrie. Annahme des Schiedsspruchs durch die Arbeitgeber, Ablehnung durch die Arbeitnehmer. Berlin. S. März. (2BIB.) wie wir erfahren, hat der verband Berliner INetallindu- st r i e l l e r den gestern gefällten Schiedsspruch der Schlichtungskammer angenommen. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metall- arbeiterverbandes hat dagegen den Schiedsspruch obgelehnt. Der Schlichtungsausschutz Groß-Berlin hat nunmehr die Akten über den Konflikt dem Schlichter. Reichsmiuister a v. w i s s e l l. übersandt, bei dem die Entscheidung liegt, ob der Schiedsspruch für verbindlich erklärt wird, oder ob neue Linigungsverhandlungen onberaumt werden sollen. Wie eine Korrespondenz meldet, hat die Lage insofern eine Verschärfung erfahren, als die Funktionäre und die Streikleitung beschlossen haben, sämtliche Werkzeugmacher Freitag aus den Betrieben des Verbandes Berliner Metallin- dustrieller herauszuziehen. Dieser Beschlutz fei nach langen Verhandlungen erfolgt, an denen auch ein Mitglied des Hauptvorstandes des Deutschen Me« tallarbeitcroerbandes aus Stuttgart teilgenommen habe. Dazu erfährt der Lokalanzeiger von anderer Seite, daß in der Konferenz der Funktionär« zwar eine Entschließung angenommen worden sei, die die sofortige Herausziehung der Werkzeugmacher aus ollen Betrieben fordert, daß sich die Streikleitung aber vorbehalten habe, den Zeitpunkt für die Ausführung dieses Beschlusses zu bestimmen. Der abgelehrüe Gchirdsspruch Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers" Berlin, 9. Mörz. Es war zu erwarten, daß di: Berliner Metallarbeiter den Schiedsspruch, den die Metallindustriellen angenommen hatten, ablehnen würden. Der se^r kompli irte Schiedsspruch besagt, daß der Deu sche Metallarbei'er- verband gegenüber dem Verband der Berliner Metallindustriellen einen Rechtsanspruch auf die Nachprüfung der Stundenlöhne und Akkordverdienste und unter Umständen auch eine gewi'se Erhöhung und Ausgleich der Bezüge vor icht. Aus allgemeinen lohnpolüischen Erwägungen hat man es vermieden, feste Zahlen in dem Schiedsspruch onzugeben, so daß die von den Metallarbeitern geforderte Festsetzung der Mindefttarillöhne — man muß nicht vergessen, daß mehrere Jahre hier ein tarifloser Zu st and bestand — in dem Schiedsspruch nicht vorgenommen wurde. Es scheint, daß vor allem die kommuni- stische Opposition im Berliner Metallarbeiterverband eine der stärksten treibenden .Kräfte bei der Ablehnung des Schiedsspruches ist. Diese Opposition wiu augenscheinlich aus dem Werkzeugmacherstreik eine Bewegung machen, die auch die anderen Kategorien der Berliner Metallarbeiter mit sich reißen soll. Die Sozialdemokraten behaupten allerdings ebenfalls, daß nach ihrer Auffassung eine Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs nicht möglich sei, da ein Se'iedsspruch keinesfalls an Stelle eines Tarifvertrages treten könne, denn er enthalte die pokiüven Bestimmungen eines Tarifvertrages in keiner Weise. Hier bereitet sich anscheinend eine Politik vor. die mit der Mög- lickkeit rechnet, daß der Streik der Berliner Werkzeugmacher trotz der Verbindlichkeitserklärung w e i t e r g e f ü h r t wird. Da dann die gesamten Betriebe der Berliner Metallindustrie stillgelegt würden, wären rund 200 000 Arbeiter von den Folgen dieses Kampfes der Werkzeugmacher betroffen. Im Reichsarb^i sministerium werden in diesen Tagen die üblichen soaenannten Nach- verhandlungen stattfinden, wobei unter Führung des Reichsarbcitsministeriums noch einmal eine Annäherung der beiden Parteien vor der eventuellen Verbindlichkeitserklärung versucht wird. Das Notprogramm. Das Zentrum gegen den Personaletat. — Die Nentenbankkreditanstalt. Berlin, 9. März. (Priv.-Tel.) Im Reichstage empfing am Donnerstag vormittag der stellvertretende Reichskanzler Ex,^ ch e r g t, in Gegenwart des Neichsfinanzmimsters Dr. Köhler und des Ministerialdirektors Dr. L o t h h o l z die Führer der ehemaligen Koalitionsparteien zu einer Besprechung über das Notprogramm. In der Besprechung hielt der Vertreter des Zentrums, Abg. v. G u 6 - rard, daran fest, daß der neue Personaletat nicht mehr beraten werden solle. Wie das DDZ.-Bureau von maßgebender Stelle hört, handelt es sich gar nicht darum, daß ein großer Be- aintenschub vorgenommen werden soll. Dies ist nicht die Absicht der Reichsregierung gewesen. Vielmehr sollen nur einige wenige Posten wegen ihrer Eigenart gehoben werden und zwar'in allen Ressorts, also nicht roegen der Personen oder wegen irgendwelcher Parteieinstellungen. Außerdem handelt es sich um automatische Folgerung e,n aus der Besoldungsreform. Der E r g ä n z u n g s e t a t für 1928 wird in den allernächsten Tagen dem Reichsrat zugehen, naclz- dcm am Freitag das Kabinett darüber endgültig beschlossen hat. Ob er in der vorgeschlagenen Fcif- 'ung Gesek werden wird, hängt allerdings von der Stellung des Zentrums ab; für diese Partei wird der Um fang der Vorlage von entscheidender Bedeutung sein. Ton dem Notvrogramm der Reichsregierung ist ferner die Novelle zum Gesetz über die R e n- tenbankkredi taust alt noch sehr umstritten. Es handelt sich bei dieser Novelle bekanntlich darum, daß der Geschäs tskreis der Renten« bankkreditanstalt durch die Zulassung kurzfristiger Person alkredite erweitert werden soll. Die preußische Regierung, die in der Novelle eine A.tion gegen die Preuhenkasse erblickt, wird gegen die Novelle stimmen. Aber auch noch einige andere Staaten, darunter auch Bayern, werden, wie Der deutsch-englische Handelsvertrag. Warum eine baldige Kündigung notwendig wird. Eigene Drohtmeldung des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 9. März. In feiner Rede zu dem Etat des Reichswirtfchaftsministeriums machte Dr. E u r t i u s , wie schon gemeldet, die überraschende Mitteilung darüber, daß Deutschland sobald als möglich den deutsch-englischen Handelsvertrag kündigen würde, um durch neue Verhandlungen eine Basis zu finden, die eine regere Ausgestaltung des Wirtschafts- Verkehrs zwischen beiden Ländern zu gewährleisten imstande fein wird und andererseits die Z o l l f r a g e n entsprechend der Entwicklung der neuesten Zeit einer eingehenden Prüfung unterzieht. Diese Nachricht ist von der gesamten Presse einer lebhaften Kritik unterzogen worden, ohne daß es dabei zu irgendwelchen beunruhigenden Kommentaren gekommen ist. Dies liegt zum wesentlichen daran, daß man schon deshall» die Lage viel ruhiger betrachtet, als der Vertrag erst im Jahre 1930 abläuft, somit auch erst im Laufe des nächsten Jahres gekündigt werden könnte. Es dürste angebracht sein, sich doch noch einmal die Ginzelßeiten dieses Vertrages, der am 2. Dezember 1924 abgeschlossen wurde, ins Gedächtnis zurückzuru^en. Troy der außerordentlichen Vielfältigkeit des gegenseitigen Warenverkehrs mit England und des gegenseitigen starken Anteils an der Gesamtein- und -aussuhr, fehlen in dieiem Vertrage merkwürdigerweise alle Z o l l t a r i f r e d e n, da für England zur Zeit des Vertragsabschlusses eine derartige Regelung leine Rolle spielte, weil England damals fast keine Zölle hatte. Inzwischen ist nun England dazu übergegangen, auf einigen, gerade auch für Deutschland besonders wichtigen Industriegebieten, vor allem für Fertigwaren, die einen starken Anteil von Wertarbeit ausmachen, beträchtliche Zölle einzuführen. Es läßt fuß deshalb nicht leug ren, daß der deutsch-englische Vertrag, der deutscherseits England die Meistbegünstigung gewährt, sich als ein Fehlschlag erwiesen hat. Das soll keine Kritik an dem Abschluß des Vertrages sein. Denn man muß sich doch einmal daran erinnern. unter welch politischem Druck dieser Vertrag zustande tarn, und wie er schließlich auch als sichtbarliches Zeichen des Terschwi. d?ns der politischen Animositäten empfunden wurde. Sie englische Presse geht deshalb auch in ihrem Urteil vollkommen fehl, wenn sie die Behauptung ausstellt, daß die neuen Zölle und Waren- mariengesehe Englands auf den deutschen Import, der allerdings, wie die ^Times' zugibt, von den neuen Zöllen in Mitleidenschaft gezogen worden wäre, nur minimal sich ausgewirrt hätten. Cs fehlt eben an diesem Vertrage die doch an und für sich zu erwartende Gegenseltig- k e i t. Lind hier werden die zukünftigen Verhandlungen mit England einsetzen müssen. Daß es zu einem Zollkrieg zwischen Deutschland und England kommen wird, kann wohl von keiner Seite ernstlich befürchtet werden. Es wird jedoch notwendig sein, schon rechtzeitig das Augenmerk darauf zu richten, daß sich die englischen Kontrahenten an der Hand des praktischen Warenver- kehs von der U n h a l t b a r k e i t der Zustände über» zeugen. Hier müssen Fehler ausgemerzt werden, die bei einigermaßen gutem Willen schließlich auch aus» gemerzt werden können. die „Voss. Ztg." wissen will, der Novelle die Zustimmung versagen. Das Blatt hält daher die Ablehnung der Novelle im Reichsrot für wahrscheinlich, was. wie das Blatt weiter aussührt. nicht ohne Einfluß auf das Schicksal dieser Vorlage und damit Oes ganzen Notpro- ?ramms wäre, da dieses ja a l s einheit- iches Ganzes behandelt werden soll. Die Bauernvereine zu den Wahlen. Gegen die Gründung eigener politischer Parteien. Berlin, 8. Wärz. (Priv.-Tel.) Die Vereinigung der Deutschen Bauernvereine erläßt eine Kundgebung, in der es heißt: Die Vereinigung der Deutschen Bauernvereine ist parteipolitisch neutral und hat grundsätzlich ihren Einfluß durch die bestehenden politischen Parteien ausgeübt. Nach gewissenhafter Prüfung der Sachlage hält die Vereinigung auch jetzt an diesem Standpunkt unverrückbar f e ft. Das gilt insbesondere gegenüber den neu auftretenden Bestrebungen, die Landwirtschaft i n besonderen politischen Bauernparteien zusammenzufassen. Eigene Bauernparteien schwächen den Einfluß des Bauernstandes. Die Gründung solcher Bauernparteien ist besonders dann auf das schärfste zu verurteilen, wenn sie von Parteien aus partei-egoistischen Gründen unter Hintansetzung der Einigkeit und Geschlossenheit des Bauernstandes nur deshalb erfolgt, weil man sich davon eine Stärkung der eigenen Partei auf Kosten anderer der Landwirtschaft nahestehender Parteien verspricht. Oie Siaaisknsis in Meckleuburg-Strelitz. Neustrelitz, 8. März. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Mecklenburgisch-Streli er Landtages gab Staatsminister Frhr. v. R e i b n i h im Namen des Staatsministeriums eine sehr eingehende Erklärung über das Programm der neuen Regierung ab. Im Anschluß daran kam der von Deutschnationalen, Demokraten und Handwerkern in der vorigen Sitzung eingebrachte M i h° trauensantrag gegen die beiden neuen Staatsminister zur Abstimmung. Dem Staatsminister Dr. Freiherrn v. Reibnitz wurde das Vertrauen mit 19 gegen 16 Stimmen versagt. Nach längerer sehr erregter Debatte wurde der Antrag der Deutschnationalen, den beiden genannten Staatsministern die Weiterführung der Geschäfte zu entziehen, mit 19 gegen 16Stimmen abgelehnt. Trotzdem haben in vertraulichen Verhandlungen die Beinühungen um die Neubildung der Regierung in Mecklenburg-Strelitz größere Fortschritte gemacht, als es nach dem Ergebnis der Landtagssitzung den Anschein hatte. Von unterrichteter Seite verlautet, daß ein« Annäherung zwischen den Demokraten und den Sozialdemokraten ftatt- gefunden hat. Die Sozialdemokraten haben den Demokraten das Amt des Landtagspräsidenten, das bis jetzt der Sozialdemokrat Dr. F o t h inne- hatte, für den Fall zur Verfügung gestellt, daß die Demokraten sich zur Unterstützung des gegenwärtigen Kabinetts bereiterklären oder sich aktiv an der Regierung beteiligen. Wie verlautet, ist anzunehmen, daß die Demokraten dieses Angebot annehmen werden. Finanzausschuß -es Hessischen Landtags. Don unserer Darmstädter Redaktion. D a r m st a d t, 8. März. Der Finanzausschuß stimmte der Regierungsvorlage auf Erstreckung des Finanzgesehes für das Rechnungsjahr 1927 aui die ersten drei Monate des Rechnungsjahres 1928 zu. Hierauf wurden die Beratungen des Staatsvoranschlags wieder aufgenommen, und zwar bei Kapitel 27 (M inisterium des Innern). Auf einen Regierungsantrag hin wurden zwei Referentenstellen des Ministeriums des Innern, die auf den Inhaber lauteten, rückgängig gemacht, so daß sie wie früher im Etat erscheinen. Es folgte Kapitel 53 (Landesamt für das Bildungswesen), wozu ein Zentrumsantrag, zwei Schwerkriegsbeschädigte im Kultusministerium planmäßig anzustellen, angenommen wurde. Ein kommunistischer Antrag, die Staatsratsstellen zu streichen, wurde abgelehnt, das Kapitel angenommen. Die Beratungen wurden dann bei Kapitel 7 (Landestheater) fortgesetzt, das mit 7 gegen 3 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen angenommen wurde. Ein kommunistischer Antrag, den Zuschuß für das Theater zu streichen, wurde für erledigt erklärt. Ein Antrag Dr. Leuchtgens-Glaser, das Landestheater als Einrichtung des Landes auszuheben und es in Privatwirtschaft zu überführen, wurde gegen 2 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Hammann, LInvorher e e e es usw. zu streichen, wurde durch die Annahme des Kapitels für erledigt erklärt. Ein weiterer Antrag Hammann, Stücke arbeiterfeindlichen Inhalts dürfen nicht aufgeführt werden; es sind besonders Stücke revolutionären und proletarischen Charakters in dm Spiel- plan zu übernehmen, wurde der Regierung als Material überwiesen. Zwei andere Anträge; des kommunistischen Abgeordnct n Hammann beschäftigen sich mit den Eintrittspreisen; hiernach sollen den Erwerbslosen. Ausgesteuerten, Kleinrentnern usw. 10 Prozent der Eintrittskarten bei allen Aufführungen unentgeltlich überlassen werden; für Volksschulklassen soll der Besuch des Theaters unentgeltlich sein. Auch diese Anträge wurden der Regierung als Material überwiesen. Zu Kapitel 54 (Stellvertretungs-, Aushilss- und sonstige Derwaltungskosten) lag ein Antrag von der Schmidt vor, einen Zuschuß an die Reichszentrale für Heimatdienst zu fWi- chen; der Antrag wurde abgelehnt und das Kapitel genehmigt. Kapitel 55 (Postgebühren) wurde bewilliat. Die Verhand'ungen werden am Freitag bei Kapitel 57 (Volksschulen) fortgesetzt. Eine Aktion des Pfälzer Bauernbundes Speyer, 8. März. (TU.) Der Kreis- reglerung in Sveyer wurde'durch eine Abordnung des Gesamtausschusses des Pfälzer Bauernbundes eine Erklärung überreicht, in der es u. a. heißt: ^Aus vaterländischem Pflichtgefühl heraus erklären die in höchster Not befindlichen deutschen Landwirte in voller Einmütigkeit: Wir können und werden keine weiteren Zahlungen an die öffentliche Hand leisten. Wir können und werden keine weiteren Käufe tätigen. Wir sind nicht gewillt, Zwangsmaßnahmen weiterhin zu ertragen. Wir fordern Niederschlagung aller öffentlichen Lasten für die deutsche Landwirtschaft bis zur Sicherung gerechter Lebensgrundlagen für alle ihre Glieder. Nur sofortige Rettung der Landwirtschaft kann das deutsche Voll vor dem Chaos bewahren." Verkehrsdebatte im Reichstag. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. März. Der Reichstag setzte am Donnerstag die Aussprache über den Veickehrs- etat fort, wobei er deutlich sein Bestreben zutage treten lieh, die Debatte auf das kleinste Maß zu beschränken. Schließlich muh er sich jetzt auch mit den Etatsberatungen beeilen, da nicht mehr allzuviel Sihungstage zur Verfügung stehen. Infolgedessen nahm die Aussprache einen recht flotten Verlauf. Sie wurde durch den Zentrumsabgeordnelen Giesberts eröffnet, der sich gegen eine Kürzung der Etatsmittel aussprach und Verdächtigungen der Opposition gegen das Luft.ahrtwesen entschieden zurückwies. Der Demokrat Wieland bemühte sich, Fehler unseres Verkehrswesens aufzudecken. Er verlangte, daß die Reichsregierung der Reichsbahn eine Anleihe vermitteln solle, um auf diese Weise Tariferhöhungen zu vermeiden. Die Verzögerung des Baues von Wasserstraßen bedauerte er, für das Kra t ahrwesen verlangte et das Eingreifen des Reichssparfommissars, um eine Vereinheitlichung herbeizuführen. Einen Angriff des Voltsparteilers Mittelmann auf den Verkehrsminister Koch wi.s der deutschnationale Abgeordnete Q u a a tz zurück. Es kamen dann noch die Vertreter der kleineren Fraktionen zu Wort, worauf die Beratungen abgebrochen wurden. Das Haus vertagte sich auf Freitag. Wechsel im Völkerbundssekretan'ai? Benesch als Nachfolger Drummonds ausci sehen? Paris, 8.März. (TU.) Der Genfer Berichterstatter des „I n t r a n s i g e a n t" will wissen, daß der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, seinen Wunsch, nach England zurückzukehren, in Bälde verwirklichen wird, und daß als Nachfolger der gegenwärtige bschechoslow.ikifche Außenminister in Betracht kommen soll. Die Ernennung Ben es chs, der bereits angenommen haben soll, würde einige Aenderungen für die innere Geschäftsordnung des Völkerbundes zur Folge haben. Der Rücktritt Drummonds und die Nachfolge Densfchr sollen im Laufe der nächsten Völkerbundsoersammlung anfangs September erfolgen. Der Genfer Korrespondent des Blattes sieht ein Dementi der Nachricht der Form wegen voraus, behauptet aber, die Tatsachen würden die Information bestätigen. Es ist auffallend, daß der Genfer Berichterstatter des „Intransigeant", der diese üverraschende Nachricht über das Ausscheiden Sir Eric Drummonds bringt, kein Wort des Bedauerns über den Wechsel in der Leitung des Völkerbundes findet. Der Grund hierfür ist sicherlich in der R i v a 1 i t ä t zwi- schen den hohen englischen und französischen Beamten in der Leitung des Völkerbundes zu erblicken. An die Ernennung Beneschs wird von französischer Seite die Hoffnung geknüpft werden, daß in Zukunft der französische Einfluß dank der Persönlichkeit Beneschs, der sich st e t s als treuer Freund Frankrei chs erwiesen hat. steigen wird. Der Afghanenkönig bei Krupp Besuch iu der Gußstahlsabrik. Essen, 8. März. (WTB.) König Aman U 11 a h besuchte heute mit Herrn Krupp von Bohlen und Halbach die Gußstahlfabrik, wo die einzelnen Werksabteilungen besichtigt wurden. Hier machte Herr Krupp von Bohlen und Halbach einen Schnellastwagen, neuester Konstruktion, für die afghanische Regierung zum Geschenk. Einem Wunsche des Königs entsprechend soll der Wagen zurBeförderung oonSchulkindern aus abgelegenen Teilen des Landes dienen und wird von der Firma Krupp entsprechend eingerichtet werden. Nach einem Besuche des Hauptoerwaltunas- gebäudes fand abends in Villa Hügel ein Festessen für die afghanischen Gäste statt. Hierbei bewillkomm- nete Herr Krupp von BohLn die Majestäten namens des Hauses und der Firma Krupp, wie auch namens der rheinisch-westfälischen Industrie, von der hervorragende Vertreter anwesend waren. Er führte aus, daß der Eindruck, den der König von deutscher Arbeit gewinnen wolle, wohl nicht vollständig gewesen wäre, ohne wenigstens einen kurzen Einblick in dieses Land der Kohle und des Eisens. Der Redner erinnerte dann an die freundschaftlichen jahrzehntelangen Beziehungen Afghanistans zur Firma Krupp. Herr von Bohlen schloß mit den besten Wünschen für den König und fein Land. Die Musik spi-kte die afghanische Nationalhymne. König 21 man Ullah dankte für die glänzende Aufnahme. Die Beziehungen zu Krupp feien für fein Land immer von größtem Nutzen gewesen. Mit den besten Wünschen für Deutschland. wie für Haus und Firma Krupp schloß der König, woraus di« deutsche Nationalhymne gespielt wurde. Um 10 Uhr abends fuhren die Gäste nach Essen, von wo morgen früh die Abreise nach Aachen erfolgt. Der Fall LangkoPP. Für den Farmer Langkopp, der in der vorigen Woche den Attentatsverfuch im Reichsentschädigungsamt unternommen hat, sind jetzt die Verbände der Ausländsdeutschen eingetreten. Der Ostafrika-Verband, der Verband enteigneter Deutscher aus Neu-Guinea, der Kameruner-Verband, der Verband der geschädigten Südwestafrikaner und der Koloniale Zentralverband haben sich zusammengetan und Rechtsanwalt Dr. Frey ersucht, die Verteidigung Langkopps zu übernehmen. Langkopp gehört keinem dieser Verbände an; er hat auch mit keiner dieser Organisationen in Verbindung gestanden. Sie interessieren sich jedoch für sein Schicksal, weil es sich hier um einen Mann handelt, der durch den unverschuldeten Zusammenbruch feiner Existenz zur Verzweiflungstat, getrieben war. Die Wetterlage. ROM naperi itockh. •anM <6 W »* \ ■0 o Wien )}60° Oslo •Seydlsf.---------- OWomenfo$.o neuer ® naro oeottni ® wonua ® oeflecm efteoew * Schnee & Graupein e NeDei K Gewitter (§)wmdstiiic.*O- se» leichter Ojt _p massiger Südsüdwest q Murmtjcnei -ordwesl 61 e Piene fliegen mit dem winde Pie oeioen Stationen dienenden Zarp len gehen die Temperatur an Die Linien reromaeo Ort« eit gleicht® duf fleeresniveau umaereenneten Luftaruci Wettervoraussage. Der hohe Luftdruck im Norden breitet sich südwärts aus, und die weitere Kaltluftzufuhr brachte bereits im nördlichen Deutschland verbreitet Nachtfrost und heute morgen Schneefälle. Aber auch in Mittel- und Süddeutschland setzte Tempcraturrückgang ein, und die Werte lagen um Null. Da die Kaltluftzufuhr weiter anhält, ist auch bei uns in der kommenden Nacht mit Frost zu rechnen. Sonst herrscht bei Bewölkungszunahme trockenes Wetter vor. Wettervoraussage für Samstag: ■ Teils wolkiges, teils aufheiterndes Wettc», leichter Nachtfrost, trocken. Wettervorhersage für Sonntag: Leichter Nachtfrost, tagsüber meist heiter, trocken. Lufttemperaturen am 8. März: mittags 5,4 Grad Celsius, abends 3,9 Grad Celsius; am 9. März: morgens 1,1 Grad Celsius. Maximum 6,2 Grad Celsius, Minimum 0,4 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 8. März: abends 4,6 Grad Celsius; am 9. März: morgens 3,3 Grad Celsius. — Sonncnfcheindauer: eine Stunde. chpp. , der in der vorigen csuch im Äeia;r» tcrnommen hat. sind 'londsdeutlchen ein« dond, der verband Leu-Guinea, der verband der geschä« der Adloniale Zv? usammengelan imb ucht. die 2ertei« rnc&men. Longkopp nöe an; « hat auch nen in Verbindung sich iM iür kin : um einen Manil chuldcten Zusammen- Zerztoeislungs. btt , Mrity A°t. rb ö°nLSen' 'erben, W’liir InliuH'n & sich tP,der i ch, öl, ’ hat, ^eiffruhh ‘8Mlabrit. Rrlun?man itftÄ’w ?Tn und chalL Jonftniltion, fjj nb fr S* ^ulk.nderVL y« eingerichtet ‘ioupiotrwQltuL Äugel ein §Erl(£, *** dKS ü]nno firupp 1 “l'ldjen 3nbu|kii er anmefenb moren de" der Äönij 1 uiolle, wohl nut” e wenigstens einen öer Kohle unb bei onn an die sreund- Wnpen SsM. "°" Bohlen schloh >en Könitz unb sein 'Mchche ülolionof. w* Oberheffen. Landkreis Gießen. W i e f e ck. 8. März. 3n unserer Gemarkung kann man jetzt die Wahrne mung machen, daß an fast allen Ob st anlagen emsig gearbeitet wurde. Zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge konnte man schon im vorigen Herbst an den Gemeinde- sowie Privatbaum- ftüden eine noch nie gesehene Menge Klebe ringe beobachten, an denen Lautende des gefährlichen Frostnachtspanners sich ge angen hatten, so daß man Bäume mit 30 bis 50 Stück dieser Schädlinge antreifen konnte. Auch jetzt sieht man wieder überall fleißige Hände am Werk, um den im Herbst nicht gesäuberten Bäumen eine gründliche Abkrahung und einen Karbolineum- änstrich zuteil werden zu lassen. Welche grobe Menge Früchte durch eine gut durchgesuhrte SchäDlingsbetämpfung gerettet werden, läßt sich in einem obstertragsarmen Jahre recht gut fest- ftelien, wo — wenn nichts gegen die Schädlinge gelan wurde — die wenigen Früchte säst alle wurmgestochen sind und he.unterfal en, während gep.'legie Bäume üire Früchte fast ohne Wurm- be all zur Reife bringen. 3n obstarmen Jahren ist Dann der an^erichlete Schaden besonders groß, weit ja bctanntlid) Das Obst Dann am teuersten ist * R o d h e i m a. d. H o r l o s f, 9. Mürz. Heute feiert unser Mitbürger und Veteran von l£6ö und 1870 Georg Momberger in körperlicher unD* geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag. r Rodheim a. d. Horloff, 8. März. Rach einer Zusamm-n^ l d"s bieriien Pfarramts befinden sich außer den 18 Achtzigjährigen, von Denen seinerzeit berichtet wurde, noch insgesamt 4 9 Siebzigjährige in dem K rch- spiel Rodheim; davon fallen auf das größte Filialdors S t e i n h e i m 29, auf Rodheim 16 und Rabertshausen 4. Interessant ist eine Vergleichsstatistik der über 70 Jahre alten Dorf- eingescssenen aus dem Jahre 1840, wo deren nur 28 gezählt wurden. Mit Recht schreibt der Chronist Pfarrer Dr. H e y m a n n von hier, daß die Übliche Behauptung, die Leute in der „guten alten" Zeit viel stärker und widerstandsfähiger gewesen seien, nicht zutreffe. Don Interesse ist auch, zu erfaßten, daß von den 48 Siebzigjährigen 28 dem weiblichen Geschlecht angehören, das „starke" Geschlecht also geringere Lebensdauer ausweist. Kreis Büdingen. GBisses, 8. März. 9m hiesigen Gemeindewald kam heute das anfallende Fichten la ngholz (Bauholz) zur V e r st e i g e r u n g , in der Hauptsache erstklassige Stämme, die bis zu 24 Meter lang muren. Die Preise waren billig, je nach Qualität und Klasse wurde das Festmeter mit 24 bis 38 Mk. bezahlt. Die niedrigen Preise hängen mit der wirtschaftlichen Not des flachen Landes zusammen, wodurch jegliche Bautätigkeit unterbunden wird Starkenburg. " Darmstadt, 8. März. Die Stadtver - I ordnetenversammlung bewi l'gte in ihrer I heutigen Sitzung 300 000 Mark f ü r Rot- I standsarbeiten. Rheinhessen. WSN. Bingen, 8. März. In der Stadt ist bas Gerücht verbreitet, daß die Hessische Höhere Bauschule nach Mainz verlegt werden solle, da die Stadt Bingen die anteilmäßigen neuen Kosten und Gehaltsansprüche nicht mehr zu tragen in der Lage sei. Preußen. Kreis Wetzlar. 3 Wetzlar, 8. März. Auf dem gestern hier stattgehabten Schweine markt war Der Auftrieb größer, als auf dem letzten Markt. Läufer waren verhältnismäßig wenig ausgetrieben. Der Handel ging schleppend. Die Preise bewegten sich ungefähr in derselben Höhe, wie auf dem letzten Markte. Cs wurden bezahlt: für 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mk.. für 7 bis 9 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 Mk. und für Läufer 45 bis 52 Mk. WSR. Wetzlar, 8. März. Gestern abend wurde in der Bahnhofstraße ein achtjähriger Knabe, der aus Herborn hier zu Besuch weilte, von einem verbotswidrig die linke Straßenseite befahrenden Motorradfahrer überfahren, zu Boden geschleudert und schwer verletzt. Das K nd hat einen doppelten Unter- schenkelbruch und Kopfverletzungen davongetragen. Der Motorradfahrer fuhr, ohne sich um das Unglück zu kümmern, in rasendem Tempo davon. Dittkrcis. U Eisemroth. 8. März. Der seit längerer Zeit arbeitslose Ziegelarbeiter Karl M e 11 i e s wurde in der Ziegelei Lehmgrube mit einer schweren Schußwunde in der rechten Lunge aufgefunden. M. gibt an, daß ihm beim Reinigen einer Pistole ein Schuß losgegangen sei. Auf die Hilferufe und Abgabe von Rot- schüfsen eilten in der Rähe arbeitende Holzarbeiter herzu und leisteten dem M. die erste Hilie. Der Schwerverletzte wurde dem Kranken- hause in Herborn zugesührt. Berliner Börse. Berlin, 9. März. (WTB. Funkspruch.) Eine Tendenz ist im heutigen Frühverkehr noch nicht fest zustellen. Man weiß nicht, ob die Jnteroentionskäufe in Farbenaktien, die man an der gestrigen Abend- börse beobachten konnte, anhalten werden, und dadurch die Spekulation zu weiteren Deckungen gezwungen ist. Die Grundstimmung ist heute eher etwas freundlicher, doch werden Kurse noch nicht genannt. Am Devisenmarkt hört man Paris gegen London 124,02 bis 124,05, Mailand 92,28, Madrid 29,06, London gegen Hpbel 4,8780 und die Reichs- mark gegen Kabel 4,1830. Gegen spröde Haut: NIVEA'CREME wirkt sofort und gibt Mmmerweidien feint Sdiediwfo tu itt 30.60. 190 PI Tuten tu 60 und 100 PI halpaus-cigaretten-fabrik; G.M.B.H. 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Za a Eonderzug mdem ich Gegenfah, «anigiu ■ ätcunb i diesmal a d°h es ein geb llr. 59 Zweites Blatt Freitag, 9. März 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheilen) N ta B/no . 3 I E N -oe/h wE cr.-e Vereine B yte rtvigi einen aibeit, nämlich die Herstellung^ s o ßurudjird Choremabad ghdadC^ ImamMelit ichuschkr Wer leiot einem Arbeiier 400 Mark akgeisguieMsen». monailW L»r. M h. Mw monier Slcterheil 1L Doijcn SinUoloti ÄiUe*«Ä OiSionM^JB 'JJk'er vorgedrungen; jedoch war seine Eroberungssucht damit keineswegs befriedigt. Ihm schwebte vor, die ganze arabische Halbinsel zu einem einzigen mohammedanischen — und zwar wahabitischen — Königreich zu vereinigen. Die Wahabiten sind eine Sekte des Islams, die vor ungefähr hundert Jahren entstanden ist und zu der die fanatischsten Anhänger Mohammeds gehören. Man kann sie am besten mit einer Art islamitisch-puritanischen Ordens vergleichen; ihre Anhänger sind strenggläubige Mohammedaner, die ihre Religion von allen im Laufe der Zeit entstandenen Auswüchsen befreien und — ähnlich wie die Senussi — der grünen Fahne des Propheten neues Ansehen erkämpfen wollen. (9e- sabrik Rosenthal zeigt die Widerstandsfähigkeit ihrer Porzellanisolatoren dadurch, daß sie an zwei untereinanderhängenden Hochspan- nungs-Kugcllopsisolatoren einen ganzen Eisenbahnwagen aufgehängt hat. Je mehr sich die Verkehrsmittel verbessern, auf desto mehr Sprachen müssen sich die Gasthäuser einstellen. Da man aber die Inschriften, z. B. an Druckknöpfen usw., nicht ins älngemes'ene vermehren kann, hat man wieder zur Bilderschrift gegriffen und neben dem Druckknopf für den Kellner einen befrackten Herrn, neben dem für das Zimmermädchen eine hübsche Maid und neben dem für den Hausknecht einen Mann mit einer Schürze abgebildet. Auf dem Stand von F l e t t n e r traf ich Herrn Flettner selbst und hatte eine lange Unterredung über sämtliche von ihm bearbeiteten Gebiete mit ihm, so insbesondere über das Windkraftschiff und das Flettnerruder. Auf beiden Gebieten geht es vorwärts. Auf der Ausstellung zeigt Flettner seinen Flettnerlüster für Fahrzeuge aller Art, insbesondere für Eisenbahnwagen, elektrische Bahnen, für Omnibusse, aber auch für Personenkraftwagen und viele andere Zwecke, insbesondere auch zur Entlüftung von Geschäftshäusern, Sälen usw. Der Lüfter wird in dos Dach eingesetzt und hat oben zwischen zwei wagcrechtcn Kreisscheiben zwei senkrechtstehende Bleche, die zusammen etwa die Gestalt eines liegenden S haben. Durch den Fahrwind, der sich in der offenen Seite des S sängt, wird der Lüfter gedreht und wirft die von unten her aus dem Wageninnern angesaugte Luft durch Radialrippen nach außen ins Freie. Herr Flettner sagte mir, daß er gerade mit diesen Lüftern, die wirklich außerordentlich sinnreich erdacht sind, ein sehr gutes Geschäft mache, so daß er erwarte. hieraus die Mittel zur Förderung seiner größeren Arbeiten zu schöpsen. Das wäre ein ähnlicher Borgang wie bei Krupp, der die Mittel zur Durchbildung seiner Geschütze aus der Herstellung der nahtlosen Eisenbahnradreifen gewonnen hat. Sehr interessant, und deshalb von einer großen Zahl von Beschauern umlagert ist die Getriebemodellschau. Man kann dort sehen, wie man durch Getriebe Bewegungen in andere Bewegungen zum Teil verzwicktester Art umwandeln tann, und mancher wird dort eine Aufgabe, über die er sich vielleicht lange vergeblich den Kopf zerbrochen hat, schon gelöst finden. In derselben Halle sind die Kältemaschinen ausgestellt, und insbesondere die Kühlschränke weisen einen erfreulichen Zuwachs auf. Man sieht die Zeit nahen, wo der Cisschrant vollständig verdrängt sein, und die Beschaffung eines solchen für jeden Haushalt wertvollen Kühlschrankes auch der durchschnittlich bemittelten Familie möglich sein wird. Jetzt kostet freilich der billigste solcher Schränke für einen mittleren Haushalt noch 750 Mk., vor allem aber sind die ui- MM "llJe Woben mh tieltt IWnum geiahten, neitroeti zu neif. 3u eräug, i. b. <8e> Ostoberschlesien wählt! Was sagt der Völkerbund zum Wahtergcbrris? Von unserem W. M.-Berichterftatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Kattowitz, März 1928. Mit Bangen und Zagen sah das Deutschtum in Ostoberschlesien dem Wahltag entgegen. Nach den offenen Drohungen, die das mit staatlichen Geldern Leipziger Technische Frühjahrsmesse 1928. Von Max Fischer. Eigentlich wollte ich wieder von Berlin zur Leipziger Technischen Messe fliegen, zumal es diesmal hin und zurück nur 18 Mark gekostet feat. Da aber der König Aman Llllah mit dem Sonderzug zur Messe fuhr, tat ich desgleichen, inbem ich einen Messesonderzug benutzte. 3m Gegensatz zu Aman Llllah nahm ich auch meine Königin mit; außerdem begleitete uns _ mein freund Wilhelm B u ch m a n n. Cs ist nämlich diesmal auf der Frühjahrsmesse so viel zu sehen, daß es einer allein nicht mehr bewältigen kann. Glühend heiß strahlt die Sonne über den Sandwüsten Arabiens, scheinbar alles Leben er» btenb, doch in Wahrheit in den zähen, braunen Söhnen dieses Landes Leidenschaften erweckend. Cie auf religiösem und politischem Gebiet zu ; blutigen Kämpfen führen. Es ist die Heimat Mohammeds, das Land, das die aggressivste Religion hervorgebracht hat und über das heute ein Mann herrscht, dessen Leben reich an Abenteuern und — im Maßstab seines Landes — ' ebenso erfolgreich wie dasjenige Rapoleons ge° boefen ist. Abdul Aziz ibn Äbdurrahman 3bn Saud, der jetzt, als Sultan von Redschd, König von Hedschas und Herr über Schammar und Gl Hasa, kurz 3 b n Saud genannt wird, ist 417 3ahre alt, ein Mann von gewaltigem Wuchs, der tatsächlich, wie es von den biblischen Königen ebenfalls ost berichtet wird, seine Untertanen um Haupteslänge überragt. Ein schwarzer Voll- I bart umrahmt das gutmütig-verschmitzte Gesicht, eine mächtige Hornbrille hindert, den Ausdruck der Augen voll zu erkennen; gewöhnlich erscheint dieser Monarch im arabischen Rationalkostüm, □Ifo barfüßig, und in den langen, wallenden Gewändern der Beduinen. Stets spricht er mit vollendeter arabischer Höflichkeit und bewegt sich dabei so weltmännisch, als wäre er in Paris ausgewachsen; doch weiß er seine Worte so vor- 5 sichtig zu sehen, als stamme er aus einer alten diplomatischen Schule. Orientalische Herrscher — er stammt aus dem Geschlecht der Sultane von Redschd - sind auf ihre Weise oft bessere diplomatische Taktiker als europäische Monarchen. 3bn Sauds Vater Abdur rahman wurde von dem mächtigen Emir von Schammar. dem Herrn des nördlichen Rachbarstaates, mit türki- L scher Hilfe verjagt und fand schließlich eine Zu- j flucht am Hose des Scheichs von El Kuweit. Dort verlebte 3bn Saud seine Jugend, dort trat tf)m auch sein Vater im Jahre 1901 die damals tnenig aussichtsreichen Ansprüche auf den Thron von Redschd ab. Der junge Kronprätendent wagte fein Leben, unternahm als Zwanzigjähriger einen fast hoffnungslosen Versuch, sich in den Belitz des väterlichen Erbes zu sehen und schlich sich nachts mit 15 Gefährten nach Er Riadh, der Hauptstadt seines väterlichen Reiches. Am ckäch- ften Morgen ermordete er den Statthalter des i Emirs von Schammar, und es glückte ihm, die ; Bevölkerung der Hauptstadt auf seine Seite zu i ziehen. Run war er Herr der Lage, eroberte das ganze Wahabitenreich und unterwarf sich sogar l Den Emir von Schammar. Das war vor 27 Jahren. Als der Weltkrieg - ausbrach, ließ sich Ibn Saud von englischen Agen- ! ten anstacheln, die türkische Oberherrschaft abzuschütteln und sogar einen Vorstoß in fremdes Gebiet zu unternehmen. Er eroberte das Land El ' Hasa am Persischen Golf und zog in K u w e i t, das er einst als Flüchtling verlassen hatte, nun als Herr i ein Ein neuer Feldzug führte ihn in den Süden der 1 arabischen Halbinsel, bis an die Grenzen des Peme- nitijdjcn Reiches. Dort besetzte er die Da je Na, ran, b ang aber nicht bis in die äußerste Südwestecke Ärabiens vor, sondern begnügte sich damit, daß sich ber Fürst von Assyr, also der Herr des Gebietes, if. zwischen Peinen und dem Hedschas, freiwillig unter- darf. Nun war Ibn Saud also auch an das Rote Hut -/ W15' „ K tu fftfs siolen><"- lO CW11 bau. die clektrothermifche und elektromagnetische Prüfung sowie die Verpackung von Kleinautomaten am Wandertisch. An einer anderen Stelle werden die Prüfmaschinen gezeigt, mit denen die Firma das von ihr hergestellte Installationsmaterial prüft, wie z. B. eine Maschine, die feststellt. wieviele Schaltungen ein Schalter für elektrisches Licht aushält. Deianntlich haben unsere bisherigen Fassungen für elektrische Glühlampen schon mehrere Todissälle herbeigeführt, und es ist deshalb bestimmt worden, daß der Gewindeteil der Lampe beim Einschrauben der Lampe span- nungslos sein muß, solange er herausschaut und berührt werden kann. Zur Lösung dieser Aufgabe hat die AEG. eine neue Fassung geschaffen, die keinerlei bewegliche, dem Versagen ausgesetzte Teile enthält. Sehr hübsch ist eine von der AEG. ausgestellte fahrbare elektrische Pumpe zum Aufpumpen der Lustrei en von Kraftwagen im Schuppen. Beim Schweißen größerer Stücke besorgt jetzt ein Motor das Zusammenpressen der Schweißstücke. wodurch die Schweißung besser und Arbeitskraft erspart wird. Bei den Quecksilbergleichrichtern tritt die Zündung nicht von selbst ein und man mußte die Gleichrichter bisher zu diesem Zweck kippen; das ist namentlich bei großen Gleichrichtern unbequem und kann auch zu Beschädi- gunacn führen. Hier erreicht man die Zündung ohne K'ppung dadurch, daß ein mit einem Ende in das Quecksilber eintauchender Doppelmetallstreifen durch seine Erwärmung austaucht und durch den beim Austauchen eintretenden Lichtbogen zündet. Die Firma C. Lorenz zeigt ihren sogenannten B l a t t s ch r e i b e r, das ist eine Fernschreibmaschine. mit der man einem andern, der eine cbensrlche Maschine hat, Rachrichten über den Draht zufchreiben tann, indem man genau wie auf einer gewöhnlichen Schreibmaschine schreibt, wobei das Geschriebene nicht nur auf der eigenen Maschine, sondern auch bei dem andern auf einem Blatt Papier erscheint. Sehr hübsche Tisch- fern sprech er zeigt die Firma Mir und Genest, die die gewöhnliche Form der Wählertischapparate haben, sich von diesen aber dadurch unterscheiden, daß die sonst schwarzen Metallteile vernickelt, während die Isoliertere, wie der Handgriff und die Hörmuschel, aus weißem Isolierstoff hergestellt sind. Die Tipparate sehen entschieden sehr hübsch aus. Tie Hermsdorf-Schomburg-Isolatoren-Gesell- schast führt die außerordentliche Widerstandsfähigkeit und Gleichmäßigkeit ihres Porzellans mit Porzellankugeln von ungefähr 3 3entimeter Durchmesser vor, die nacheinander aus 1 Meter Höhe auf eine Stahlplatte fallen, in immer gleichmäßigem Bogen auf eine zweite, dritte und vierte hüpfen, von der sie dann in einen Sammelbehälter geworfen werden. Das ist wirklich eine erstaunliche Leistung. Die PorzellanW ö°n (u- ^bo- christi Auch,. »'"kei> cin Kn«. Bin MM ^Abneombate w”eiet. M au g.t( Oll-; 8 25 Opel Än W oed X’l*Slnfl' u. 01825 gi_btn Hieb, 10)30 Opel, ümoufine laW Sufiank c'onet sich gm 411 cctf «cvr, «ng, u, UI83? °n den EieK, Am rode in Hedschas, also in dem Gebiet, in dem die beiden für den Islam so wichtigen Städte Mekka und Medina liegen, war nun allmählich eine freiere Richtung des Islams entstanden, die den fanatischen Beduinen des Reiches Nedjchd mißfiel, und Ibn Saud, als Führer der wahabitischen Organisationen, fühlte sich bald stark genug, dem nach seiner Meinung verwerflichen Treiben des religiös-liberalen Königs Hussein von Hedschas ein Ende zu setzen. Es nützte Hussein wenig, daß Mohammed selbst einer seiner Ahnherrn ist. Nachdem Ibn Saud, der bis dahin von den Engländern eine jährliche Subvention von 60 000 Pfund erhielt, in einem Schreiben auf die Zahlung dieser Summe verzichtet und damit zum Ausdruck gebracht harte, daß er in allen feinen Entschließungen völlig frei sei, begann er im Frühjahr 1924 einen Angriff auf Hedschas, das er eroberte. Hussein ging in die Verbannung und Ibn Saud wurde zum König von Hedschas gefrönt. Sein Reich erstreckt sich nun über ungefähr 2 Millionen Quadratkilometer, ist also so groß wie Deutschland, Frankreich, England, Spanien und Italien zusammen, hat aber nur soviel Einwohner wie Dänemark. Allgemein hatte man erwartet, daß Ibn Saud seinen nächsten Feldzug gegen fernen richten würde. Vom wahibitischen Standpunkt ist gegen den Herrn dieses Landes, den Imam P a h a y a , nichts einzuwenden, denn er ist ein strenggläubiger Mohammedaner, ein Feind der Ungläubigen und ein Der „Heilige Krieg" in Arabien! Ibn Gaud, der Napoleon der Beduinen. — Oie Wahabiten greifen Transjordanien und den Irak an. — Vom Flüchtling zum König über zwei Millionen Quadratkilometer Land. ««sssf jjprp n OOD "ooW*!1 Betriebskosten für die Erzeugung der Kälte noch zu hoch. Auf dem freien Platz nördlich der Straße des 18. Oktober sind wieder viele Straßenbau- Maschinen und Straßenwalzen ausgestellt. Der Dampfantrieb ist bei ihnen fast vollständig durch den Oelmotor verdrängt. Die hüpfende Pflasterramme der Delmag in Eßlingen scheint noch verbessert zu fein. Sie lockt immer zahlreiche Zuschauer an, wenn sie arbeitet. Interessant ist auch der Gasbeton von der Firma Torkret in Berlin, ein Beton, der durch Beimischung von „Brausepulver" wie ein Gummischwamm porig gemacht und dadurch so leicht wird, daß er auf Dem Wasser schwimmt. Auf dem Gelände sind noch allerhand Baumaschinen ausgestellt, so z. B. ein großer Betongießturm. Einen großen Raum nehmen die Beförderungsmittel für Rahbeförderung ein, wie Förderbänder aller Art. Rollenbahnen, bemannte und unbemannte Laufkatzen usw. Bei den bemannten sitzt der Führer auf einem unter der Katze hängenden bequemen Sessel und hat so gute ileberfidjt; an einem solchen Stand, wo zwei solche Katzen liefen, war der eine Führer ganz rot, der andere ganz grün gekleidet. Heberhaupt wird allerlei Reklame gemacht, fo beispielsweise mit über der Ausstellung schwebenden Fesselballonen in Gestalt bekannter Packungen, von Kraftwagenrädern mit Reifen usw. Auch Re- Ilameflieger fehlen nicht, die bei Dunkelheit ihre leuchtenden Inschriften wechseln — ein bewegtes Bild, das zwar sehr unterhaltend ist, aber neben den großen Marschleistungen dazu beiträgt, daß man abends wie gerädert ist. Was soll ich Ihnen noch erzählen? Da ist mir noch ein sehr zweckmäßiger Saugheber zum LImfüllen von Flüssigkeiten aller Art, wie Benzin, Wein usw. auf gefallen. Es ist nämlich an hem Heber eine kleine Pumpe angebaut, deren einmalige Bewegung das Laufen der Flüssigkeit einleitet. Man kann sich mit dieser Vorrichtung viel Pumparbeit sparen, und bei genießbaren Flüssigkeiten fällt das gesundheitswidrige Ansaugen mit dem Munde fort. Für des Schwimmens Llnkundige sind zwei neue Einrichtungen ausgestellt, nämlich eine Schwimmmaschine aus einem länglichen Stahlrahmen mit zwei Schwimmern, in den sich der oder die Schwimmende hineinlegt und mit jedem Arm und jedem Bein ein Ruder bewegt. Die andere Vorrichtung ist ein solcher Rahmen aus Gummischlauch, auf den man sich im Wasser legen und schlafen kann. Die Reiseschreibmaschinen werden immer kleiner und vor allen Dingen slacher. Auch bei ihnen ist man von der doppelten Umschaltung aogelommen. Dureaumaschinen sind leider sehr schwach vertreten, und das ist eigentlich schade, denn gerade auf diesem Gebiete gibt es technisch sehr hübsche und für den Erwerber außerordentlich nutzbringende Sachen arabischer Nationalist wie Ibn Saud; doch ist Pmen das reichste, am dichtesten bevölkertste Land der Halbinsel, und der Imam verfügt über einen großen, verlockenden Staatsschatz. Zur allgemeinen lieber- raschung find aber die Scharen der Wahabiten plötzlich statt im Süden im Norden und im Osten der Halbinsel erschienen, und Ibn Saud hat einen energischen Vorstoß nach Transjordanien und dem Irak unternommen. Der König von Hedschas wird freilich bestreiten, daß seine Soldaten in das Reich des unter britischer Oberhoheit stehenden Emirs von Transjordanien eingefallen seien. Die Wahabiten haben die Stadt Akaba besetzt und belagern Maman, zwei Orte, die früher zum Hedschas gehörten, aber von den Engländern seit König Husseins Sturz für Transjordanien beansprucht werden. Niemals hat Ibn Saud in die Abtretung dieser beiden Städte einge= willigt. Akaba ist ein Hafen im Nordostwinkel des Roten Meeres, der zu einer englischen Flottenstation ausgebaut werden sollte. Gerade in diesem Augenblick, in dem die Ausbeutung der Kalischätze des Toten Meeres ernsthaft erwogen wird, hätte Akaba als britischer Ausfuhrhafen eine große Bedeutung gewinnen können; cs würde genügt haben, von Maman eine Stichbahn nach Akaba zu legen und damit einen Anschluß an die Hedschas-Bahn zu schaffen. Dieser Entwicklung will Ibn Saud offenbar zuvorkommen. Die Wahibiten müssen sich sehr stark fühlen, daß sie den englischen Tanks und Flugzeuggeschwadern zu trotzen wagen. Ganz besonders erstaunlich ist es im ersten Augenblick, daß Ibn Saud gleichzeitig auch mit einigen tausend Wahabiten gegen den Ort Schaibas vorrückt, der 12 Meilen von Basra an der Grenze des Irak liegt. Emir Faissal, der König des Irak und britischer Vasall, soll den Beduinenschwärmen sofort Truppen entgegengesandt haben. Aber der König von Hedschas besitzt eine Waffe, die den Engländern außerordentlich gefährlich werden kann: er tritt als Führer d e s arabisch e n N a t i o n a l i s m u s , der antikolonialen Bewegung und der Stärkung des Islams auf; wo feine Truppen erscheinen, brechen im Rücken der feindlichen Front arabische Auf stände aus, Unruhen der mohammedanischen Bevölkerung, die in ihm den Befreier vom britischen Imperialismus, den Künder einer neuen Zeit sieht. Ibn Saud ist nämlich kein reiner Eroberer; wie sich einst Napoleon als Vollstrecker der freiheitlichen Gedanken der französischen Revolution fühlte, so wird auch dieser Araber von dem Bewußtsein getragen, das seiner Nation und seiner Religion eine Renaisfanee bevorsteht, die durch ihn herbeigeführt werden müsse — und diese Gesinnung scheint ihn unwiderstehlich zu machen. urbeilende Regierungsorgan seit Wochen vor den Wahlen Tag für Tag hinausposaunte, hatten die Deutschen allen Grund, am Wahltag selbst Schlimm stes zu erwarten. Doch das Sprichwort „Wer viel schreit, tut wenig" hat diesmal recht behalten. Denn wider alles Erwarten ist ber erste Wahltag mit der Wahl zum Warschauer Sejm in den drei schlesischen Wahlbezirken im allgemeinen ruhig vertäu f e n. Denn die kleinen Prügeleien, die Vertreibung deutscher Stimmzettelverteiler, die üblichen Schießereien zwischen Mitgliedern der Regie rungspartei und Anhängern Korfantys in dem ober schlesischen Wildwest des Streifes Rybnik, die keine ernsteren Verletzungen oder gar Tote brachten, werden von den oberschlesischen Deutschen, die sich ja täglich in ständiger Lebensgefahr befinden, schon nicht mehr als Terror angesehen. Für den ausgebliebenen Terror mit der Bedrohung des Lebens der Deutschen war aber um so größer der g e i ft i g c Terror, der mit nlley zur Verfügung stehenden Mitteln, mit Drohungen in den Zeitungen, mit Drohbriefen und mit nicht mißzuoerstehenden Reden polnischer Nationalisten in Amt und Würden betrieben wurde. Um aber ganz sicher zu gehen, hob die Regierung unter Nichtachtung der Verfassung in letzter Stunde die bisher in Ost'oberschlesien übliche geheimeWahl durch Verbot der Wahlzellen auf und erklärte die Wahl für öffentlich. Jeder also konnte beobachten, wie der entscheidende Stimm zettel in den Umschlag gesteckt wurde, so daß es leicht war, die Art des abgegebenen Stimmzettels zu erraten. Mit der Spekulation auf die Furcht vieler vor einem öffentlichen Wahlbekenntnis hat sich die Regierungspartei nicht verrechnet. Nur so er klärt sich der Erfolg der Regierungspartei, die ja bei diesen Wahlen zum erstenmal auf die Wahlbühne trat, wobei allerdings auch nicht zu verkennen ist, daß die außerordentliche Popularität Pil- s u d s k i 5, der seit dem Maiaufstand mit sicherer Hand die Geschicke des neuen polnischen Staates zielbewußt leitet, in Ostoberschlesien viel zu dem guten Ergebnis der Regierungspartei beigetragen hat. Trotz dieser günstigen Voraussetzungen durch die öffentliche Wahl ist es der Regierungspartei in dem ehemals deutschen Teil der schlesischen Wojewodschaft nicht gelungen, als stärkste Partei aus dem Wahlkampf hervorzugehen. Die Deutschen haben hier die Zahlenergebnisse der Regierungspartei um virle Tausende übertroffen und ihren bisherigen Besitzstand nicht nur glänzend behauptet,' sondern zahlenmäßig wesentlich verbessert, was bei der Berechnungsmethode des Verhältniswahlsystems allerdings nur in dem Gewinn eines Sejmmandats zum Ausdruck kommt, was eigentlich den zahlenmäßigen Ergebnissen und den starken Ge- winnen an deutschen Stimmen nicht genügend Rechnung trägt. Der außerordentliche Wahlsieg der Deutschen ist vor allem ber großen Masse der deutschen Arbeiter und Mittel st ändler zu danken, die sich durch keinerlei Drohungen und auch nicht durch die Aufhebung des Wahlgeheimnisses ein- schüchtern ließen und treu ihre Stimme für die deutsche Wahlgemeinschaft abgaben. Von der Arbeiterschaft haben insbesondere auch viele, die sich zur sozialistischen Partei bekennen, für die deutsche Wahlgemeinschaft gestimmt, obwohl die offizielle Parteiparole noch Abschluß eines Wahlbündnisses Mill. Tüchtiger Aepeti- tor gesucht. Lckr. An«, u. 01810 nn den (Sieh. Anz Reiner sonniger Garten mit Wiele u. l'anbt zu vachien ges. «m Dnl>, SübnntafletV MSackn jju packten geillckt. Lckr,Ang.m.nM' Iren Anzab. u. 01821 an den Gien. Anr \Scheibh’/^JIIbu. r < ischxfwir Fangen wir bei dem Hause der Elektrotechnik an. Ich kann Ihnen natürlich nicht von all den Hunderten von Lautsprechern, Anodenbatterien, Heizsonnen usw. erzählen, sondern muß mich auf einige besonders belangreiche Neuerungen beschränken. In der Mitte des Hauses liegen die riesigen Stände unserer beiden größten Elektrizi- tatSfirmen. nämlich von Siemens und der All- einen Eleltri'i äksge'e'.lschaft einander gegenüber. Siemens zeigt seinen normalen 3nbu- fir i e m o t o r, der beiderseits auf Rol.enlagern häuft und durch Abwechselung von Einzelteilen t z um ofienen, zum tropswasser.icheren oder zum Atschlossenen 21!otor mit Röhrenanschluß zum 2In- |*iugen der Kühllust umgewandelt werden kann and auch zur senkrechten und wagerechten Anordnung als Flanschmotor bis zur Größe von Ito Kilowatt durchgebildet ist. Diese Einhecklich- bat ist für die Abnehmer wertvoll, da sie ihre Lagerhaltung vermindert. Se b'.verständ ich zeigt Siemens auch seine bewährten Protosgeräte, wie Staubsauger, die Turbowaschmaschine, die neue rügclmaschine. den Fußwärmer und vieles andere n ehr Eine besonders wertvolle Reuschöpsung. die ein dringende Forderung unserer Gesundheits- >'lege erfüllt, ist das elektrische Handtuch. Es handelt sich dabei um folgendes: In den Wasch- räumen von Gaststätten usw. befinden sich häufig Handtücher zum gemeinsamen Gebrauch, dw meist ssncht und ekelerregend sind, und durch die Krank- h eiten verbreitet werden können. Diesem ■ilebel- ftanb hist nund as elektrische Hand tu tiab. Dr besteht aus einem Ständer, der m seinem Zuß einen Motor und einen Lüster enthalt und durch eine Oessnung in etwas über Handhöhe warme ß uft nach schräg abwärts bläst. Hat man sich die Hände gewaschen, so stellt man sich vor diese Vorrichtung, schaltet mit einem Fußhebel Den Motor ein und läßt sich toarmc Lust auf Die Hände blasen, wovon sie sofort trocken werden. Hie gesundheitlichen Vorteile dieses Verfahrens liegen auf der Hand. Die AEG. zeigt einen Abschnitt aus Der Fließ- ....... " " " v den Zusammen- —Bent, der deutschen und polnischen Sozialisten anders lautete. Trotzdem sind naturgemäß durch diesen unglückseligen Bund viele Stimmen dem Deutschtum oerlorön gegangen und völlig nutzlos geblieben, da die vereinigte sozialistische Liste überhaupt in den zwei Hauptwahlbezirken Königshütte und Kattowitz kein Mandat erringen konnte, mährend vielleicht, wenn die für diese Partei abgegebenen deutschen Stimmen der deutschen Wahlgemeinschaft zugute gekommen wären, die Deutschen noch weitere Mandate hätten erringen können. Hoffentlich wird dies von den deutschen Sozialisten bald eingesehen und dementsprechend am zweiten Wahlsonntag bei der Senatsmahl gehandelt. Der deutsche Erfolg in Ostoberichlesien ist außer- ordenllich. Im Stadtkreis Königshütte haben die Deutschen über 51 Prozent aller abgegebenen Stimmen erhalten und selbst in den sonst berüchtigten Kreisen L u b l i n i tz und R y b n i k beträgt der Anteil der Deutschen an den ©efamtftimmen 35 bis 40 Prozent. Diese Ergebnisse müssen von jedem, der die Entwicklung der letzten Jahre und die Unterdrückung jeder deutschen Bewegung in Ostoberschlc- sien miterlebt hat, als außerordentlich gün- st i g anerkannt werden. Mehr konnte man nicht erwarten; denn es ist zu berücksichtigen, daß das Deutschtum mehrere Zehntausende durch die Option und Abwanderung in den letzten Jahren seit den ersten Wahlen zum Warschauer Sejm im Jahre 1922 verloren hat, während andererseits die polnische Nationalität durch den ungeheuren Zuzug von Beamten aus den polnischen Ostgebieten eine erhebliche Stärkung erfuhr. Das Wahlergebnis vom 4. März 1928, sechs Jahre nach der gewaltsamen Losreißung, unter polnischer Knechtschaft, sollte dem Ausland und den Völkern, die einst in Gknf ohne Kenntnis der oberschlesisä)en Dinge den unglückseligen Teilunasstrich beschlossen haben, endlich die Augen öffnen. Einen Be- völkerungsteil, der heute noch, nach stärkster sechsjähriger Paionisierungsarbeit, fast 40 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landteiles ausmacht, kann man eigentlich nicht mehr als Minderheit bezeichnen, besonders, wenn man bedenkt, daß die hier erzielte Mehrheit lediglich durch die Zahl der aus dem Osten eingewanderten Beamtenschaft anderer Nationalität nach Abzug aller sich zum Deutschtum bekennenden deutschen Beamten und Angestellten erzielt worden ist. Eine Minderheit die jederzeit leicht wieder eine Mehrheit werden tann, darf nicht länger unterdrückt werden. Ihr muß endlich das vom Völkerbund garantierte Recht der Wahrung ihrer kulturellen Interessen zuteil werden. Der Völkerbund kann das letzte Wahlergebnis, das am kommenden Sonntag bei der Senatswahl erneut feine Bestätigung finden wird, nicht übersehen. Wenn er den Frieden im Osten will, wenn er den „dauernden Kriegszustand", wie einst bei einem oberschlesischen Besuch ein englischer (Belehrter die heutige Grenze bezeichnet hat, beseitigen will, dann muß er endlich dem Deutschtum in Ostoberschleilen Gerechtigkeit verschaffen. Dann erst wird der neue deutsche Wahlerfolg den Lohn bringen für alle die Miryen und Opfer, die die deutschen Volksoenossen jenseits der reichsdeutschen Grenzpsähle für ihr Volkstum gebracht haben. Aus der Provinzialhaupisiadt. Gießen, den 9. März 1928. Gestalte dein Heim! Das. was man früher als „kalte Pracht" bezeichnete, die „gute Stube" mit all ihrem Krimskram von Rippessachen und »sächelchen, oder auch ab und zu einmal einer guten Reproduktion eines wirklichen Kunstwerkes kann wohl heutzutage als überlebt gelten. Diese Art der Behaglichkeit ist überwunden. Es hat sich allmählich eine neue Art Wohnungskultur herausgebildet, die entsprechend unserer auf das Prak" tische, Zweckmäßige gerichteten Zeit alles Ueber- flüssige aus den Wohnungen verbannen und alles vraktisch gestalten und einrichten will. Daß in liefern guten Streben ein gut Teil Berechtigung steckt, wird jeder zugeben, der an die vielen Staubfänger früherer Zeiten denkt, die überall herlnnstanden und die Wohnung angeblich nett und behaglich machten. Schon die Form der Möbel hat sich — teilweise dank der durch die „DerverloreneSohnvonLondoti" Ein unbekanntes Shakespeare-Drama. Von Friedrich Sternthal. „The London Prodigal" — „Der Londoner Verlorene Sohn" wird gegeben. Das bedeutet: in diesem Jahre 1928 erleben wir die deutsche .Uraufführung eines unbekannten Dramas von Shakespeare. Klingt dies nicht unwahrscheinlich? Handelt es sich nicht etwa um eine neue Fabel in der Shakespeare-Legende? Der „Londoner Verlorene Sohn" wurde vor zwei Jahren von Emst K a m n i tz e r wiederentdeckt, überseht, ergänzt und für die deutsche Bühne eingerichtet. Diese Arbeit wäre auch bann BU loben, wenn es sich nicht um ein Werk Shakespeares handelte. Man hat viel schwächere altenglische Dramen, so von Ford und O t w a y, auf unsere Bühnen gebracht. Warum also uns ein Werk vorenthalten, das voller Schönheit ist wie der „Londoner Verlorene Sohn"? Er ist auch gar nicht so unbekannt, wie es scheint. Die heiben größten deutschen Shakespeare-Kenner, Lessing und T i e cf, haben den „ London Prodigal“ gekannt und für echt gehalten. Das Zeugnis zweier Dichter von diesem Range wiegt schwerer als die Akribie mancher Anglisten. Lessing hat im Herbst 1780, also noch kurz vor seinem Tode, eine deutsche Aufführung Ibeä Dramas geplant. Wäre Lessing nicht darüber hinweggestorben, so gäbe es heute wahrscheinlich keinen Zweifel an der Echtheit des „London Prodigal“. Seit 300 Jahren knüpfen sich an Shakespeares □tarnen Streitigkeiten. Sie erklären sich daraus, Daß wir wenig über sein Leben wissen. Sogar seine Existenz wurde bezweifelt. Von seinen 48 Dramen wurden 36 für „echt" erklärt, weil die Gesamtausgabe von 1623, die erste nach seinem Tode, nut 36 enthielt. Aber die Zahl 36 war ein reiner ZufallI Mit den 12 fehlenden Stücken geht es wie mit den verpönten Wörtern in der Academie fran^aise. Wenn sie lange genug sröstelnd im Vorhof gestanden haben, werden sie bei der nächsten Revision ins offizielle Wörterbuch ausgenommen. Man hat sogar die Echtheit des „WintennärchenS' bestritten. Heute ist schon „Pericles" als echt anerkannt. Zu Lebzeiten des Dichters, im Jahre 1605, erschien in London der „Prodigal“ gedruckt, und zwar versehen mit dem vollen Ramen William Mikundgebung des hessischen Landvolkes. Zwölftausend Landwirte protestieren. • * Darmstadt, 8. März. Heute nachmittag fand in der städtischen Feschalle eine große Not- Kundgebung des hessischen Landvolkes statt. Die Halle, die 5000 Sitzplätze hat, war stark ü b e r f ü 111. 3m Verlaufe der Kundgebung hielten Ansprachen die Abgeordneten Glaser, Fenchel, Dorsch unb Dr. Modus. Die Grundgedanken der Reden fanden ihren Niederschlag in der folgenden, einstimmig angenommenen Ents chließung : „Zwolftausend in der städtischen Feschalle in Darmstadt versammelte hessische Landwirte haben vier Notjahre mit Geduld getragen. Unsere Geduld ist zu Ende. Wir verlangen umgebend und unverzüglich Wiederherstellung der Rentabilität unserer Berufsarbeit. Insbesondere fordern wir gerechten Zollschutz und ausreichende Sicherheiten dafür, daß die Lage der deutschen Landwirtschast durch neue Handelsverträge nicht weiter verschlechtert wird. Wir erwarten Kündigung aller für die Landwirtschaft u n ° gün fügen Handelsverträge. Wir verlangen schleunigste Maßnahmen zur Senkung der ungeheuren Steuerlast. Insbesondere fordern wir Beseitigung der hessischen Grundsteuer und Uebernahme der Rentenbank- ; insen auf das . Reich. Wir wollen nicht weiter teuerlich unter Ausnahmegesetzen stehen, wir dul- xm nickst die steuerliche Ausbeutung unseres Berufstandes. Wir verlangen steuerliche Gerech- i g k e i t und Verteilung der Steuern auf die trag- ähigen Schultern. Das vorliegende Notprogramm ’ier Reichsregierung kann höchstens vorübergehende Linderung bringen. Es ist nicht geeignet, dauernde Besfevung der Lage der Landwirtschaft zu schaffen. Wir erwarten von Reichs- und Landtag, daß fie sofort alle Maßnahmen ergreifen, um die Lage der deutsck-en Landwirtschaft von Grund auf zu bessern. Sind Regierung und Parteien nicht fähig, der Rot des bäuerlichen Berufsstandes zu steuern, gelingt es nicht, unsere gerechten Forderungen auf gesetzmäßigem Wege zu verwirklichen, dann wird der deutsche Bauer zur Selb st Hilfe gezwungen. Ehe wir untergehen, werden wir den Kamps um den deutschen Bauernhof und damit um die Grundlage des Staates mit allen Mitteln führen." Rach dem Verlassen der Festhalle versammelten sich die Teilnehmer an der Kundgebung, sowie noch weitere Landwirte, die inzwischen nach Darmstadt gekommen waren, und zogen Inge» schlossenem Zuge nach dem Marien- p l a h. Es waren etwa 12 000 Personen dort versammelt. Eine Deputation von Führern des Hessischen Landbundes hatte sich nach dem Staatsministerium begeben und dem Staatspräsidenten Adelung von den in der Entschließung niedergelegten Wünschen der Landwirte Mitteilung gemacht. Der Staatspräsident erkannte die Rot des Landvolkes an, erklärte aber, persönlich nichts in der Angelegenheit tun zu können, jedoch wolle er die ihm unterbreiteten Wünsche dem Kabinett in einer morgen abend stattfindenden Sitzung bekanntgeben. Dieses Ergebnis wurde der Versammlung auf dem Marienplatz durch den Abgeordneten Dr. Müller mitgeteilt, die sich nach dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes auflöste. Oie Landwirie-Oeputation beim Staatspräsidenten. Darmstadt, 8. März. (Amtlich.) Heute nachmittag wurde dem Herrn Staatspräsidenten durch eine Deputation unter Führung von Herrn Abgeordneten Dr. Müller eine Entschließung der in der Darmstädter Festhalle versammelten Landwirte überbracht. Unmittelbar nach dem Durchlesen wies Staatspräsident Adelung die Ueberbringer mit allem Ernst auf Ausdrücke und Wendungen in der Entschließung hin, die nicht unbedenklich seien. Er machte die Herren auf ihre Pflicht als Parteiführer aufmerksam, da sich bei dem Ernst der Lage aus mißverstandenen Worten leicht Handlungen entwickeln können, deren Ende nicht abzusehen seien. In dem Gespräch. das sich sodann zwischen dem Herrn Staatspräsidenten und den Landbundvertretern entspann, betonte Staatspräsident Adelung, daß es das ernste Bemühen der Regierung sei. die Rotlage der Landwirtschaft, die ja bekannt sei, zu mildern. Die SorgenderLandwirt- s ch a f t seien auch die Sorgen der Regierung, wenn auch über den Weg, wie der Landwirtschaft zu helfen sei, verschiedene Ansichten bestünden. Die Hebung des landwirtschaftlichen Standes sei für den Wohlstand des Volkes von grundlegender Bedeutung. Bei allem aber, was die Hessische Regierung zur Steuerung der Rot der Landwirtschaft zu tun willen« sei, dürfe man nicht vergessen, daß wir in einer Zeit allgemeiner Rot des Volkes lebten und daß versucht werden müsse, diese G e s a m t n o t im Auge zu behalten. Zum Schluß erneuerte Staatspräsioent Adelung seine Ermahnung, unbedachte Aeutzerun- g e n, die eine gefährliche Wirkung haben könnten, zu vermeiden, und forderte dringend von den Herren, in der gegenwärtigen Zeit auch beruhigend auf ihre Anhängerschaft einzuwirken. Wohnungsnot beschränkten und kleineren Räume — geändert. Früher hier ein Eckchen, dort eine Säule, da ein Aussatz u. dgl. m., heute demgegenüber glatte Formen, die durch harmonische Verhältnisse und einfache klare Linien wirken, praktisch und zweckmäßig. Es hieße aber doch das Kind mit dem Bade ausschutten, wenn man in dem berechtigten Gedanken, die Wohnung und damit die Arbeit der Hausfrau von kleinem Firlefanz zu entlasten, nun auch möglichst kahle Wände, also den Verzicht auf Bilder und andere Kunstwerke fordert. Gerade dem Zweckmäßigen der Möbrlgestaltung gegenüber ist ein Behaglichmachen durch wirkliche Kunstwerke am Platze. Es soll damit nicht gesagt fein, daß es immer Originale sein müssen: die wird sich der Durchschnittsbürger nicht leisten können. Aber gute Rachbildungen tuns auch. Was nützen Mappen von noch so schönen Bildern, wenn sie nicht angesehen werden! Hier heißt's: „Höher hängen!" Gerade dadurch, daß eine gute Rachahmung eines Gemäldes oder einer Plastik tagtäglich unfern Augen begegnet und sie zum Schauen einlädt, werden immer neue Schönheiten entdeckt und immer neue Werte in uns geweckt. Solch' Kunstwerk spricht zu uns in Augenblicken der Mutze und Besinnlichkeit immer wieder ttnb gibt Freude und Schönheit. Richt umsonst hat man die Forderung auf» gestellt, der Jugend den Schund fernzuhalten. Woran sich das Kind von Jugend auf gewöhnt. das erscheint ihm natürlich und schön. Hier liegt eine schwere Pflicht und Verantwortung des Elternhauses. Die Kinder sollen nicht von Schund, sondern von Schönheit umgeben fein. Dann wird ihnen diese Umgebung Selbstverständlichkeit werden und der Sinn für Behaglichkeit und solchen Genuh das ganze Leben durch erhalten bleiben. Hieran zu helfen und kulturfördernd zu wirken, sei Pflicht eines jeden. Zuchtvieh Ausstellung und Versteigerung in Gießen. Der Verband mitteldeutscher Rotviehzüchter hatte mit seiner gestrigen Veranstaltung auf dem Viehmarktplatze an der Mar- garethenhütte in bezug auf Austrieb und Besuch einen guten Erfolg zu buchen. Es waren insgesamt 109 Tiere gemeldet. Da die Veranstaltung im Mittelpunkt (Bietzen) der alten Vogelsberger Zuchtgebiete stattfand, so war eine hochwertige Qualität von Zuchtmaterial zum Erwerb angeboten. Die bekannten Ober hessischen Zuchten Selgenhof, Fischer (Zwiefalten) und Velten (Göbelnrod), sowie der Kreis Wetzlar hatten ihre besten Tiere vorgestellt, die zu guten Preisen Abnehmer fanden. Die bekannte Hochzucht von Dr.Ritgen zu Wormeln war eben» falte vertreten. Shakespeares als des Autors. Da wir wissen, daß er einige Jahre später einen — wir würden heute sagen: Tlrheberrechtsprozeh — führte (und gewann), weil ein Dichter Shakespeares Ramen für ein Gedicht mißbraucht hatte, — so ist sicher, dah Shakespeare die mitzbräuchliche Benützung seines Ramens beim „Verlorenen Sohn" erst recht nicht geduldet hätte. Für die Echtheit sprechen auch gewisse Redewendungen, die nur bei ihm vorkommen. Ein Mißtrauischer könnte einwenden, daß der Shakespeare-Stil damals Manier geworden war, daß also ein geschickter Rachahmer sehr wohl auch Shakespeares eigentümliche Redewendungen und stilistische 'Besonderheiten hätte übernehmen können. Aber wie es zum Beispiel bei Moli ö r e im „Geizigen“ oder im „Tartüff" Szenen gibt, die wir unbedingt Moliöre zuschreiben mühten, auch wenn wir ihn nicht als Autor kennten und auch wenn wir berücksichtigen, daß es antike Vorlagen für diese Stücke gab, — so ist es bei Shakespeare mit dem „Verlorenen Sohn“. Es gab damals im ganzen englischen Sprachgebiet niemanden, der Genie genug gehabt hätte, um gewisse Szenen dieses Dramas zu schreiben. 3m Anfang des Stückes erscheinen drei Mädchengestalten, von benen man, sagen mutz: es sind die drei überhaupt möglichen Typen des jungen Mädchens. Sie stehen da mit einer Einfachheit und Klarheit, wie sie nur vom Genie erfunden werden können. Dasselbe gilt für die Stadien des seelischen, körperlichen und geistigen Verfalls, den der „Verlorene Sohn" durchmacht. Vor allem ist aber die Szene der Bekehrung der Llmkehrung mit einer solchen Einfachheit und zugleich von einer so überlegenen Höhe aus gestaltet, daß hier auch der Ungläubigste sagen mühte: „Das ist Shakespeare!" — Das Werk als Ganzes stützt sich vermutlich auf eine ältere Vorlage, wie so manches andere Drama Shalespeares. Aber das Entscheidende stammt doch von dem Dichter selbst, so wie im „Julius Cäsar" die Leichenrede des Antonius und im „Kaufmann von Venedig" die Rede der Porzia unzwei'eihaft von Shakespeare herrühren. Allerdings ist der „Londoner Verlorene Sohn“ eher die Skizze zu einem Drama als ein Drama, ihn es für die deutsche Bühne zu retten, wurde das Stück ergänzt. Soweit man prophezeien kann, glaube ich: es wird sich auf unseren Theatern halten. Der Kornellenstrauch. Von Leo Sternberg. Wenn das Schmelzwasser noch feenartig in den Ackerfurchen steht, obwohl die Goldtroddeln der Hasel schon im kahlen Gehölz baumeln; wenn das fuchsrote Raschellaub der Buchenhecken noch nicht vom Sturm hinweggefegt ist, obwohl der Vogel Spitz-die-Schar schon neue Tonfolgen übt; wenn die Asche dürren Gehälms und Gestäudes noch wie graue Straußenfedern auf den Brandstellen der Wiesen liegt, obwohl die Schwarz- dornhecken schon beperlt sind von dem Gekom der kommenden Knospen; wenn die Waldberge noch grau und farblos das Tal umschweigen. obwohl das Gelächter des Spechts schon aus durchsäulten Wölbungen hallt; wenn trotz des smaragden schwellenden Mooses, trotz des ersten grünen Hörnchens an den Doppelseilen des Geis- blatts man der Frühlingsbereitschaft noch nicht glauben will, die in schläfrigem Märzwind uns umschmeichelt — dann gibt eS einen Strauch, dessen Botschaft untrüglich ist. Kahl steht er am Waldrand. Doch von ge- flügelten Engelsköpfchen ist er umschwebt. So nannten wir als Kinder die noch in die Knospe geschlossenen Dlütendolden, die jeden Zweig bekrönen, rechts und links von zwei spitz zusammengerollten Laubblättern beflügelt, ilnb brachen ein Stäbchen ab und trugen e« wie ein Frühlingsszepter vor uns her. Fast sieht es noch aus wie dürres Holz. Wir aber wissen: Wenn der Kornellenstrauch das Szepter mit dem silbergrauen Knaufe trägt, so sind die Regenwolken nur noch ein dünner Schleier, und ein leichter Wind braucht nur zu wellen, so lichtet er sich auf, und die Welt ist blau. Mag es noch Winter sckeinen. Mag noch niemand den Keil der Wildgänse haben nach Rorden ziehen sehen; mag noch nirgends Weidengoldhaar in den Lüften schaukeln, noch nirgends eine verfrühte Lerche steigen, noch kein Insekt durch blaffe Mittagfonne flirren — die Früh- lingsenglein umflügeln den Strauch. Ach, bliebe doch das Knospenwunder! Diel zu schnell erfüllt sich seine Verheißung. Daß wir das Wachstum fesseln könnten! Viel zu schnell spannen faltig durchstielte Doldenschirme sich auf, in denen kein Engelsköpfchen mehr zu erkennen ist. Diel zu schnell entrollen sich derbe gerippte Die Besichtigung der ausgestellten Tiere fand von 9 bis 11 Uhr statt, bann begann die Bersieige - rung, die sich bis gegen 2 Uhr hinzog. Auf den Verlauf der Versteigerung hatten allerdings die derzeitigen schwierigen Geldverhältnisse insofern Einfluß, als der Gang des Verkaufs etwas langsam und chleppend war und die Ergebnisse nicht in vollem umfange den Erwartungen entsprachen. Die Verkaufspreise waren als gut zu bezeichnen, kam doch im Durchschnitt ein Tier auf 720 Mk., ein Betrag, der bei der letzten Versteigerung nicht ganz erreicht wukde, obwohl damals die Spitzenpreise bedeutend höher waren. Nachstehend das Ergebnis der Versteigerung: Den hoch st en Preis mit 1100 Mark er- Sielte Bürgermeister Garthe zu Rodenbach, Kauer blieb die Gemeinde Lang-Göns. 860 Mk. erhielten ie Züchter Karl Meißner, Ober-Hörlen bei Biedenkopf und Versuchsamt der Landwirtschastskammer Selgenhof (bzw. Wilh. Theis, Busenborn); Käufer waren die Gemeinden Groß-Felda und Leihgestern. Weitere Käufe: Züchter Konrad Steinhaus, Heskem, für 840 Mk. an Stadt Schotten, Dr. W. R i t g e n , Wormeln, für L10 Mk. an Ge- meinbe Gambach; W. Debus, Aßlar, für 810 Mk. an Gemeinbe Heuchelheim bei Gießen, Konrad Held, Reiskirchen bei Wetzlar, für 800 Mk. an Gemeinde Großen-Linden, W. Bender VI., Neukirchen, für 740 Mk. an Gemeinde Dreungesheim bei Schotten, Ernst Zimmer, Bingmühle bei Sauter, für 720 Mk. an Gemeinde Groß-Seelheim, Wich. Tusch, Atzback, für 720 Mk. an Gemeinde Mainzlar, Hch. Rühl, Aßlar, für 710 Mk. an Gemeinde Leun (Kr. Wetzlar), ein Gebot von 710 Mk. erhielt Hch. Krug, Silburg; ferner verkaufte Ad. Mom- b e r g e r für 680 Mk. an Joh. Decker, Fronhausen an der Lahn; Hch. Garthe, Bodenbach, für 660 Mark an Gemeinde Busenborn bei Schotten, Konrad Steinhaus, Heskem für 640 Mk. an Gemeinde Allendorf a. b. L., Dr. W. Ritgen, Wormeln für 630 Mk. an Hch. Ruth, Nieder-Walgern, Äonrai Reinhold, Rodenbach, für 530 Mk. an Gemeinde Dberroeh, Karl Pfaff, Launsbach für 550 Mk. an Gemeinde Hohensolms, Ehr. H a g e b u s ch aus Vöhl für 470 Mk. an Hch. ßöber, Werda bei Marburg, Ludwig Gornert, Queckborn, für 450 Mk. an. Adam Erke! in Melnau bei Marburg. Von weiblichen Tieren wurde ein 3-jähriges Rind für 550 Mark verkauft. Daten für Samstag, den 10. Marz. Sonnenaufgang 6.26 Uhr, Sonnenuntergang 17.55 Uhr. — Mondaufgang 22.20 Uhr, Monduntergang 8.06 Uhr. 1772: der Dichter Friedrich von Schlegel in Han noocr geboren (gestorben 1829); — 1776: Königin Luise von Preußen in Hannover geboren (gestorben 1810); — 1788: der Dichter Joseph von Eichendorfs in Lubowitz geboren (gestorben 1857); — 1813. Stiftung des Eisernen Kreuzes durch Friedrich Wilhelm III.; — 1873: der Romanschriftsteller Jakob Wassermann in Fürth geboren. Bornotizeu. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 7.30 Uhr, „College Crampton" (Ende nach 10 Uhr). — V. H. C.: Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der fidele Bauer". — Ästoria-Lichtspiele: „Toms gefährlichstes Abenteuer". • — Vom Stadttheater wird uns geschrieben: In der Sonntags-Operetten-DorsteUung sind in den Hauptrollen beschäftigt Fräulein Käthe Itter als „FörsterchristeL und Direktor D e w a l d als „Kaiser"; für diese Rollen eriftiert zur Zeit an keiner deutschen Büyne eine bessere Besetzung. Weiter sind die hier bestens bekannten Sängerinnen Frau F. (9 i e r g a und Fräulein Anny Dttenbörf er beschäftigt. — Der Bauersche Gesangverein veranstaltet in der Reuen Aula der Universität am Samstag, 10. März, abends 8 Uhr ein Konzert für seine Mitglieder, und am Sonntag. 11. März, nachmittags 4 Ahr ein Konzert für die breite Oesfentlichkeit. Mitwirkende sind Frl Elsa Schade (Sopran) Kassel, Herr Juliuö Hahn (Klavier) Gießen und ein Hornquartett. Der erste Teil der Vortragsfolge ist Deutschlands größtem Liederfürsten, Franz Schubert, zum Gedächtnis gewidmet. Im zweiten Teil des Pro- gramms gelangen Chöre und Lieder von Brahms, Kaun, Trunk, Othegraven, Reumann, Heinriche und Hanemann zum Vortrag. Die Sopranistiir Frl. Elsa Schade- Kassel hat in Konzerten iit Blätter, die nicht mehr an Flüglein erinnern. Rur ein Starres blieb dem entfalteten Strauch, als wenn noch die Zeiten des Knospens wären. Aber was ihm wohl anstand, als er dem Lenz das Szepter voranzutragen hatte, versöhnt uns nicht mit der Hölzernheit grüner Belaubung. Hartriegel heißt er. Das Wunder ist fort. Schlammbienen, Aasfliegan und Geschmeiß gleißen giftig auf gelblichen Doldenbeuteln. Oie Bevölkerungsbewegung in Deutschland. Die vorläufigen statistischen Ergebnisse über 6ie Bevölkerungsbewegung in Deutschland von 49 deutschen Großstädten im Jahre 192* werden soeben vom Reichsgesundheitsamt vek" öffentlicht. Danach hat die Zahl der Ehe» schließungen im Jahre 1927 zugenommer- Dagegen ist eine Abnahme zu verzeichnen b(i der Geburtenziffer, indem auf 1000 Sir» wohner 14,6 Lebendgrborene kamen gegenüber- 15,2 im Jahre 1926. Eine geringe Zunahme M die Sterbeziffer erfahren, die von 11,1 irr Jahre 1926 auf 11,6 im Jahre 1927 gestiegen W Einen erheblichen Rückgang weist die Zahl btc Säuglingssterblichkeit auf. Die Vei» hältniszahl der unter einem Lebensjahre Gestoi» benen beträgt nur 88,5, während im Jahre 192c diese Ziffer noch 95,2 betrug. Ebenso gurfid» gegangen ist die Zahl der an Tube rfulofe Gestorbenen, die im Jahre 1927 nur ntra 0,96 betrug gegenüber 1,17 im Jahre 1925. Gin? erfreuliche Feststellung ist ein weiterer Rückgang der Sterblichkeit an K i n i) b c 11 f i e b er die nach den standesamtlich gemeldeten Geburten auf 1,0 im Jahre 1927 gefallen ist gegenüber 1.2» im Jahre 1925. Derselbe Rückgang ist auch 6m Kindbettfieber nach den Fehlgeburten zu her» zeichnen. Hinsichtlich des S e u ch e n st a n d es verlief für Deutschland das Jahr 1927 ebenfalls günstig Die Zahl der übertragbaren Kran!» heilen an Unterleibstyphus, Ruhr, K ndbei!» fieber, Pocken ist erheblich im Rückgang gegeniw« dem Jahre 1925 gewesen. Eine geringe Zunahn« haben die Erkrankungen an Diphtherie uvB Gen ick starre aufzuweisen gehabt. Dagegv^ sind ziemlich stark aufgetreten Scharlach uns spinale Kinderlähmung. Bei beiden übertragbaren Krankheiten hat auch die Za? I der Todesfälle erheblich zugenommen. tfof* VihesrA oorragenv gemeint Pfarrer - Thema ' Dem Die Orü deutsche - ,,jgenteu Sonntag., weg 25.« aus S-e D (Trudel'- Anzeige! "Bau am Kuge tuna wir» > !!n erstellt- Dohngebm arbeiten \ lagen bet Der hiesige Pauarbew Santo Der Bed 1. Sleislhw 2. Wurst- u 3. Milch, 4. Backwar 5. an sonst (Sei, C Erbsen,: käse, Ma 6. Kimgm usw.) soll im Ve für das Re vergeben \ Die in ‘ Mnisterie dingungs» dingungei und Liese rungsbedii und 14. 2) 12 Uhr un uns offen. Tie An Erstattung zogen wer! Angebot mit der A 7. März IS bis zum Er Tiens l hierher ein, md die Be Tierinzu «eirtttt vi mit bet i schreiben v ließet Tirektion Wen AuS dem im Vege t den für bei Bedingung! I 7 G 114 Das Hol Ermessen; Die Bieter gebunden. Entsprechen! ^hissender (netntuf 2 den 21. b. öfsnnng b Schäfern Holz vor. Gießen 8 Du "°dh°is 8 >2 Uhr, i 8Nei Uiensiall, it A unb M’ und Juche 12, suchte 17 MhOlz; Mch Kic Sft EVTOA 3FEINE QUALITÄT^ «an« toi 5. 9 444^ /®44^' 2 « 63,43 114 Ausverkauf dauert nur nodi kurze Zeit! Magnet-Strümpfe in 75% ermäßigt! 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Schäfer. 7^yvwn*vt/ yüWsVj /vviwviÄX) ** Bau einesZwölf-Fomilien Hauses am Kugelberg. Seitens der cheeresbauoerwal- t ung wird im Anschluß an das bereits vor zwei Jahren erstellte Wohnhaus Am Kugelberg ein weiteres Wohngebäude errichtet. Mit den Erd- und Maurerarbeiten für dieses Gebäude wurde vor einigen lagen bereits begonnen. Die Arbeiten werden von d»er hiesigen Firma A b e r m a n n ausgeführt. Die Lauarbeiten sollen mit Beschleunigung'durchgeführt Drucksachen aller Art ftattung stilrein und preiswert die ürüdl'sche Universiläts-vruckerd, R. Lange, Gießen. Zchulstr. 7 Seidenflor Mk.2.50 2.10 Landes-Sefl- und Pflegeanstalt Gießen. Der Bedarf an: I. Fleischwaren, grohe Prämiierung von Pferden, Fohlen, Kühen. Rindern, Schweinen und Ziegen statt. Austrieb der Tiere von 7—8 Uhr vorm. Beginn der Prämiierung: 8.30 Uhr vorm. »mittags 2 M mWtige Betlofüiig Vorgeiehen sind ca. 300 Gewinne, darunter Rlnder, Schweine, Nassehühner, Haus« haliungö- und EtnrichtungSgegenüände. sowie landwirtschaftliche Geräte. Die Gewinne sind am Markitage in der Turn- Holle ausgestellt. Preis des Loses : 1.— giönoö)m.4mtlon}ln0en6lef.lon3fiiien Hauvtvcrtrieb der Voic durch R.Ploch.WeiselcrstroHessin Butzbach. M o°Motltn 99* hÄ: Hinterlegungskassen für die bei chnen hinterieaten Neubesitzanleihen der Gemeinden usw. zuzulassen, wenn die Anmeldung innerhalb eines Monats nach Ablauf der allgemeinen Frist bewirkt wird. ** Faselmarkt in Butzbach. In unserem heutigen Anzeigenteil wird ein Faselmarkt In Butzbach am 22. März angekündigt. Mit dem Markt ist eine Prämiierung von Pferden, Fohlen, Kühen usw. verbunden, für die reiche Mittel vorhanden sind. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. Lichenlangholz-Submrssion. AuS dem Grüningcr Markwald werden im Wege des schriftlichen Angebots unter ben für den StaatSwald vorgeschriebenen Bedingungen verlaust: Sichenlangholz (N): 7 Stück --- 1,52 fm Klasse 1 Mako Baumwolle fl QT Mk.2.10,1.85 U.3Ö „ng^emegung ah '‘/'im? lahre ihme zu *2 1000 t indem a' b°-en-7^Lk ine grrE. pon llj l E'cgr geM^ fielt «»'■ gi L-H S-& Holzverkauf. Krcitag, den 16. März, vormittags SU Uhr, bei Gastwirt Erb-Beltershain au» Försterei Reinhardshain, Forstorte «eltershainerwald, Haag, Hoherod, Zunge- kilchen, Langebuchen, Laubachskopf, Ochsenstall, Steinkaute, Steinwcge und verschiedene: Stammholz: 12 Stück Eiche 2,—5. Kl.--8 fm; 14 Stück Kiefer 2a» tai8 3d-Kl. — 13 fm: 9 Stück Fichte l d—3a-Kl. — 5 fm ; 122 Stück Fichten- Lerb- und Rcisstangen - 6 fm; Nutz- scheit- und -Knüppelholz, rm: Eiche 2, Luche 12, Kiefer 6; Nutzreiserholz, rm: dichte 179. Ferner Brennholz, rm: Scheitholz: Buche 378, Eiche 70, Birke 6, Uwe 4, Kiefer 4, Fichte 23. Knüppelholz: Luche 146, Eiche 120, Birke 3, Kiefer 50, Lärche 18, Fichte 22. Reiferholz 1., 2. und x Kl.: Laub 1051, Nadel 278. Stockholz: Luche 19, Eiche 24, Fichte 4. Die zu versteigernden Elchen (Laubachs lupf) smd mit „Bg." geschlagen. Vom Brennholz kommen die unterstrichenen TJummcrn nicht zum Ausgebot. „650D Hessisches Forstamt Grünberg. Bullenverkauf. Die Gemeinde Rodheim a. d. Bieber Erkauft aus dem Submissionswege einen schien Vogelsberger Bullen. Angebote, pro Zentner Lebendgewicht, sind bis zum Dienstag, dem 13. März 1928, vchttaas 12 Uhr, an die Bürgermeisterei ekazureichen. 26640 Rodheim a. d. Bieber, 9. März 1928. Der Bürgermeister. lf' Qn Stabt SM für 810 Si^0||tn- tmbeSBreunJk’D!n'' jSiiää »Sä * - «obenbad), für 66' Sä ye 111 aus N J- Dtrda btl MaM für 450 $1. .Marburg. Son B(1b, Wißt« Stinb füt U ÄMn, Frankfurt o. M.. Leipzig, örfurt, Weimar, Jreslau, Koblenz und vielen anderen Städten unter großem ‘Beifall gesungen. Auch bei der Aufführung der Oratorien von Bach, Brahms, ‘Jruch, Händel, Haydn, Mendelssohn, Verdi, Othegraven hat Frl. Schade als Solistin hervorragend mitgewirkt. Man beachte die Anzeige. — Familienabend der Lukas- gemeinde. Am nächsten Sonntag, abends 8 Uhr, veranstaltet die Lukasgemeinde in ihrem Demeindesaal wieder einen Familienabend. Pfarrer Becker hält einen Vortrag über das Thema „Eine Mittelmeer- und Orientfahrt". Vein Vortrag werden 65 Lichtbilder beigegeben werden. (Siehe heutige Anzeige.) — Gies; euer Iugendherbergstag. Die Ortsgruppe Gießen des Verbands für lleutsche Jugendherbergen lädt im heutigen An- qeigenteil zur Besichtigung der städtischen 2u- gndherberge, des Jugendheims und der dort findlichen Ausstellung bei freiem Eintritt am Sonntag, 11. März, von 9 bis 18 Uhr, Asterweg 25, ein. Gleichzeitig sei aufmerksam gemacht auf die Veranstaltungen der Gießener Iugend- aruppen. (Näheres siehe heutige und gestrige Die Manufaktur., Leinen- und Daumwollwarenfirma Ludwig Stern, die bisher in gemieteten Räumen im Hause Bahnhofstraße 2 ihr Geschäft betrieb, hat dieses Awesen von Witwe Abraham käuflich erworben und ebenso das Nachbarhaus Bahnhofstraße 4 von Kaufmann Ma rum gekauft. Der neue Eigentümer der beiden Häuser hat Baurat Schuhmacher beauftragt, aus den jetzt vorhandenen zwei Läden und zwei Hauseingängen einen großen Laden mit einer einheitlichen modernen Fassade beider Häuser herzustellen. Das Schuh- machersche Bauprojekt steht vier große Schaufenster mit einem breiten Eingang in der Mitte vor, wobei nur ein Privateingang für die oberen Wohnräume der Häuser erhalten bleibt. Durch den Umbau des Parterrestockes beider Häuser wird ein Laden von 250 Quadratmeter Flächenraum geschaffen. Die Ziegelsteinfassade nach der Straße verschwindet, an ihrer Stelle werden die Außenmauern mit Feinputz — ähnlich wie bei dem daneben stehenden Frensdorf- schen Hause — bekleidet. Wenn alles klappt, hofft Baurat Schuhmacher noch vor Ende dieses Jahres das ganze Bauvorhaben durchgeführt zu haben. ** Umtausch ober Barablösung von Neubesitzanleihen berOemeinben. Wie ber Amtliche Preußische Presssbienst mitteilt, hat der preußische Minister bes Innern in einem Runderlaß an die Nachgeordneten Behörden im Interesse einer gleichmäßigen Behandlung ber Neubesitzanleihen sämtlicher öffentlich-rechtlichen Anleihejchulb- ner ben Gemeinden und Gemeinbeverbänben emp- fohlen, die Anmeldung zum Umtausch in die An- leiheablösungsschuld ober zur Baravkösung in den Fällen, in denen sie nicht innerhalb der allaemeiaen Anmelbungsfrtst von den Hinterlegern selbst erfolgt ist, von ben öffentlichen Hinterlegungsstellen und soll im Wege bes öffentlichen Anerbietens für das Rechnungsjahr 1928 zur Lieferung vergeben werden. Die in Anlage A des Erlasses ber Hess. Ministerien vom 16. Juni 1893, das Ver- kngungswesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen, sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur am 12., 13. und 14. März 1928, vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr bei uns offen. Die Angebotsformulare lönnen gegen Erstattung der Selbstkosten von uns bezogen werden. Angebote sind verschlossen und versehen trit der Aufschrift: „Angebot zu der am 7. März 1928 ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnungstermin: Dienstag, dem 20. März 1928, vormittags 10 Uhr, hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Die einzurcichenden Warenmuster müssen -rtrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift: „Muster zum Aus- schreiben vom 7. März 1928" versehen sein. Gießen, den 7. März 1928. Direktion der Landes-Heil^ und Pflegeanstalt Gießern 26440 Wurst- und Fettwaren, Milch, Backwaren (Brot und Brötchen usw.), an sonstigen Verzehrungsgegenständen (Del, Essig, Zucker, Kaffee, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Butter, Handkäse, Margarine, Marmelade usw,), Reinigungsmalerialien (Kernseife, Soda usw.) 21 „ = 19,80 „ „ 3 DaS Holz ist nach ber Homa mit Rinde vermessen; es ist an die Wege gerückt. Die Bieter find 14 Tage an ihre Gebote fltbunben. Einreichung der Gebote mit e ^sprechender Aufschrift an das Forstamt Schiffenberg zu Gießen, Goethestraße 42 (Fernruf 2678), spätestens bis Mittwoch, bien 21. d. M., vormittags 10 Uhr. Eröffnung daselbst um 10Uhr. Förster Schäfer in Dorf-Gill zeigt ans Wunsch das tzolz vor. 26490 Gießen, den 7. März 1928. Für den Marivorstand: Nicol aus, Forstrat. Unser Total Schuhhaus ROMEO Bekanntmachung. Im Nachtrag zur Bekanntmachung vom 18. Juni 1925 find zur Vornahme von Installationen an elektrischen Leitungen im Ueberlandgebiet ferner zugelassen: 1. Installateur Heinrich Damm L, Reiskirchen, Kreis Gießen; 2. Installateur Ludwig Heiz jr., Dutenhofen, Kreis Wetzlar; 3. Installateur Heinrich Riehm, Lollar bei (stießen, Hauptstr. 21. Gießen, den 7. März 1928. Elektrizitätswerke und Ueberlandanlage der Stadt Gießern Stolte. 26360 ’ fcrn lO.JWärj, 17.51 W, Mondllnlergaifl I m bchleyel in fort W. - 1116: AtzM Qtbottn (vftoAtf Wfo m WnW lorben 1851); - Vj ijc# durch Friedrich i Homanschriftsleller L oren. tizen. für Freitag. €!0 Crampton* (Ende te. iteoerjammlung. - St ,> fidele Bauer*. - gefährlichster Sbenltuit' : e r wird uns gefchmir n-Dorsleilung sind in k äulein Käthe 3lleri tor $ e n) a I b all,Sc ’h'ert jur Zelt an Ihn e Besetzung. Weiter |r Sängerinnen «jrau ■’ my DttenbBrferh Drsangvercindii Aula der llniverfil! abendS 8 llhr ein Äo- )er. und am Sonnte; 4 Hr ein Äon^erl fc WwickenSe /mb ist ) fallt!, Herr » ‘ uni ein $ornquarktt gsfolge IP D-uME anz Schubert M .weilen Terl detz ni Lieder von 2raf^ i AeumE. kag. Die Sopramt jjat in Avnzeck^ teten SE i Knospens waM- D er dm M sf latU, versöhnt uni fo Kr Delaubung. Jas Wunder rst ^ ,'NUndScMtSslk'. loidenbeuteln. «IseL'll-femC '«Ifrod,* '!.»*« l.bWn?„ ?“ $Wl>- mmtt neüft Uteröetnattt u. Sotjlenfdiau werden, damit die Wohnungen im Herbst noch bezogen werben können. " A i ch t i g st e 11 u n g. 3n dem Artikel „Die Jugendherberge und das Llugendheim der Stadt Gießen" von Vürgermeister Dr. Frey (Gieß. Anzeiger vom Mittwoch, 7. März) sind zwei finnstörende Druckfehler enthalten. 3n der ersten Spalte. Absatz 4, muß es richtig heißen, daß der Verfasser des Aufsatzes mit der Verantwortung für die Gießener Jugendfürsorge betraut wurde (fälschlich war in dem Abdruck Gießener »Iugendherberge" zu lesen). In der zweiten Spalte muß es in der 5. Zeile von oben richtig heißen, daß das Kinderheim Asterweg 25 z u klein war, um wirtschaftlich zu sein. " Dienstjubiläum in der Israelitischen Aeligionsgesellschaft. Am 10, März feiert Herr Bernhard Klein sein 40jähri- ges Ortsjubiläum alö Lehrer und Kantor ber hiesigen Israelitischen Aeligionsgesellschaft. ®c* meinbe und Schüler rüsten sich, den Jubilar gebührend zu ehren. •• Eine neue Baumpflanzung am Selterstor. An Stelle der entfernten Ka- ftanienbäume vor dem Seltcrstorhaus sind gestern 6 junge Abornbäume neu in die Erde gesetzt worden. Die Bäume sollen sich nicht sehr hochwüchsig entwickeln und in Kugelform gehalten werden, um so eine wirksame Staffage des Tor- Platzes zu bilden. Die jungen Bäume seien dem Schutze der Bevölkerung dringend empfohlenl ** Ein Labenumbauprojekt in ber Bahnhof ft raße wirb in ben nächsten Wochen nach einem Entwurf bes Architekten Baurat Schuhmacher in Angriff genommen werben. MU I I W»IW MI IMII »M UlllsM III«—IHM IIIH« I ll—MWI ■ Illi - I II ■■ I 708a Hunderttausend haben sich an unserem Werbepreis-Ausschreiben beteiligt Tausende und Abertausende haben unsere Schaufenster besichtigt Trotzdem sind noch nicht alle Werbepreise abgeholt Wir haben uns deshalb entschlossen, sowohl die Ausgabe der Werbepreise als auch den äußerst vorteilhaften Verkauf von Frühjahrs-Neuheiten in Herren- und Knaben- Anzügen sowie Mänteln bis zum 15. März zu verlängern Unsere Preise sind unerreicht billig / Unsere Qualitäten und Ausführungen unübertroffen Unsere Modelle die letzten Modeschöpfungen / / / Unsere Lokalitäten sind sehenswert! Benutzen Sie diese selten günstige Gelegenheit zum Einkauf Ihres Frühjahrs- Bedarfs und überzeugen Sie sich von der Preis Würdigkeit unserer Angebote Konfirmanden- Anzüge während den Werbetagen besonders preiswert Größtes Spezialhaus für Herren- und Knaben - Bekleidung GIESSEN Neustadt 1 Ecke Bahnhofstraße 2582a Besuchen Sie die 018,6 fiemäldeVerkauisausstellHDg Münchener Künstler U. a. Werke von Prof. J. Seyler, Prof. 0. Strützel, Prof. F. von Defregger. Prof. Angelo Jank. Prof. Otto Dill Prof. Alex Koester, Prof.Wagner. Höhenberg. Prof. Morgenstern, Prof. Albert Wenk u.a.m. vom 9. bis einschliebtich 15. März 1928 im Saalbau Sauer, am Oswaldsgarten Geöffnet täglich von 10—7 Uhr durchgehend. 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Kinder- Anzüge, auch in Manchester, nnd Kinder-Höschen in allen Größen zu Schleuderpreisen. Gebrauchte Anzüge, noch sehr gut erhalte von Mk. 10.— an; Frack-, Smoking-, Gehroek-,Cutaway-Anzüge, sehr billig. Hosen sowie Kellner-Westen änderst preiswert Nr. 59 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 9. März 1928 n—n—taa—MMW n i । i ———gPHH—o—Buam—SK wuu——b—a— i«tm ■», -ra Turnen, Sport und Sp»e,. Kampfrichter für Ko»».. -= Der Mittelrheinkreis der D. T. hat für das Deutsche Turnfest in Köln weit über 100 Kampfrichter und Riegen sichrer zu stellen. Daß es sich dabei nur um erste und erfahrene Kräfte handeln kann, ist selbstverständlich. Aus unseren Heimatgau Hessen ent'a len insgesamt neun Kampfrichter und Riegen, ührer. Als Ka -.Pfrichter sind vom Kreis angelordert: Gauoberturnwart Wich. Will (Giehen), Gaumänner- turnwart Martin Textor (Marburg), Dezirls- turnwart Schüler (Wetzlar). Eauvollsturnwart L u ck h a r d t (Marburg), Deziristurnwart QI. Bastian (Alsseld). Gausechtwart Gros (Marburg). Als Riegenführer sind genannt: Gau- kassenwart O e r t e l (Rieder-Wöllstadt), Gau- fronen turn toart Rudolf Paul (Gießen), Gau- fchwimmwart Sauer (Gießen). Handball her O. T. Eine Rückjpieloerpflichtuna bringt am nächsten Sonntag die beiden ersten Mannschaften des Dillenburger Turnvereins als Gast zum Männer-Turnverein. Bekanntlich wurde das Vorspiel der ersten Mannschaften vom Männer Turnverein hoch mit 8:2 gewonnen, während die zweite Mannschaft sich mit einem Unentschieden begnügen mußte. Auch beim Rückspiel wird sich die erste Mannschaft den Sieg nicht nehmen lassen, trotzdem sie mit Ersatz antreten muß. Die Zweite Dillenburgs wird sicherem Vernehmen nach diesmal Sieger bleiben, jedoch sind Ueberraschungen nicht ausgeschlossen. Man beachte die morgige Anzeige. Spielabtcilung des Turnvereins 1846. Nächsten Sonntag spielt die e r st e M a n n s ch a f t gegen die gleiche des Turnvereins Wetzlar, lieber den Ausgang des Spieles ist nichts vorauszusagen, da Wetzlar und Gießen zum Teil neue Leute eingestellt hoben und die Spielstärke beider Vereine nicht bekannt ist. Das Spiel findet auf dem Universitäts- Sportplatz statt. D. T - Schwimmertagung in Gießen. — Gießen ist am 3 1. März der Tagungsort für die Gauschwimmwarte des Mittelrheinkreises der D. T. Verbunden damit ist am 31. März und 1. April ein Lehrgang für Schwimmwarte und Vorschwimmer, der durch einen Vortrag von Llniversitäts-Professor Dr. Huntemüller (Gießen) eingeleitet wird. Gauturntag des Gaues Hessen (O. T). Der kommende Sonntag führt, wie kürzlich schon mitgeteilt wurde, die Turner des Gaues zu wichtiger Beratung in unsere Stadt. Es ist der 9 6. Gauturntag, der veranstaltet wird. Rach den Erfahrungen der Vorjahre dürfen etwa 200 Turnerabgeordnete aus allen Teilen Oberhessens und oer zum Gau gehörigen preußischen Teile QNthessens erwartet werden. Außer den Jahresberichten und Wahlen sind wichtige Beschlüsse zu tätigen. Die Beteiligung des Gaues am Deutschen Turnfest wird Gegenstand längerer Beratung sein. So dürfte die arbeitsreiche Tagung wieder reichen Gewinn für die Turnsache in unserem engeren Heimatgebiet bringen. Handball Hessen«Hannover. Der Meister von Hessen-Hannover, Kurh. Pol. Kassel, der letzthin von den Sportfreunden Siegen eine empfindliche 1:7-Rieder- lage hinnehmen mußte, muh am Sonntag in Münster gegen den D. f. L. M ü n st e r, Westfalenmeister, antreten. Der Westfalenmeister ist eine Reichswehrmannschaft, der gegenüber Kassel eher wird durchsetzen formen, als gegen die spielstarkeren Siegener. m. w. Handball der Sp.-Dg. 1900. ö. Zum fälligen Rückspiel wird am nächsten Sonntag im Anschluß an das Ligatreffen »Sport" Kassel — Gießen 1900 die Elf des Turnvereins Grohen-Duseck von den Spiel- vereinigungsleuten empfangen. Grohen- Duseck hat als A.-D.-T.-Meister des Lahn-Düns- Lire ßoWenen Berge. Vornan von Clara Liebig. Copyright bh Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten Es war in der Neujahrsnacht, Simon Stemm fand keinen Schlaf, aber es war nicht der Magen, der ihn heute störte; Gedanken, die mit einer lästigen Dringlichkeit immer wieder kamen, hielten ihn wach. In den ersten Tagen des neuen Jahres waren schon wieder die Steuern fällig — er wurde sie nicht bezahlen können. Ob man sie ihm stundete? Ob sie ihm einer vorstreckte? Der Kreis, der Bezirksverband ihm vielleicht zu Hilfe kam? Es gab ja eine Winzer- kredithilfe. Aber es waren ihrer zu viele, denen es schlecht ging, noch schlechter als ihm; er konnte sich nur wenig Hoffnung machen. Dem Lösenich oben im Gäßchen, der vierzehn lebendige Kinder hatte, dem hatten sie das letztemal sogar die Kuh pfänden wollen, doch da hatten sich alle Nachbarn empört Der Skandal im Gäßchen war so groß gewesen, daß es dem Steuerbeamten bange geworden war. Er hatte dann dem alten Eichenschrank in der Stube sein Siegel aufgedrückt. Der Lösenich nahm das gar nicht so schwer, er stand dabei, die Hände in den Hosentaschen, und sah ruhig zu, wie der Beamte sich das beste Stück aussuchte. Aber ihm, dem Bremm, wie würde ihm so etwas sein?! Der Mann fuhr sich mit beiden Händen an die Schläfen, er hielt sich den Kopf: hatte er denn nichts, was er jetzt schnell verkaufen konnte damit es ihm nicht ähnlich erging roie dem Lösenich? Gar nichts? Ihm wurde glühend heiß und dann sehr kalt: o ja, noch das Fuder im Keller. Aber dieses beste Fuder losschlagen, jetzt, wo nicht günstige Zeit zum Verkaufen war, wo der Händler zudem drücken würde, wenn er m£rML'- mt!!? brauchte Geld -?! Ihm brach der Angstichwe.ß aus Die Preise waren sehr gefallen. Und ob es mit dem Most, der im Keller noch immer garte, was wurde? Die Beeren waren zu unreif gewesen, all den Zucker, den er zugesetzt hatte, der ihn fein letztes Geld gekostet, hätte er sich ersparen können. Der diesjährige Wein war und blieb sauer. Oh, daß er doch damals gleich unten am Berg an den Händler oerggaues einen guten Ruf. die Mannschaft hat schon wiederholt bewiesen, daß sie recht gut im Schwung ist. Das konnten gerade die 1900er recht deutlich ersahren, indem sie im Herbst vorigen Jahren beim Vorspiel eine 9:6°Ri?der° lage hinnehmen mußten. Vor allen Dingen muß es die einheimische Hintermannschaft verstehen, die gefährliche linke Busecker Sturmseite in Schach zu halten. Andererseits sollte der Gießener Sturm, der zwei neue Leute ausweisen wird, imstande fein, am Gästewurfkreis Zählbares zu erreichen. Auf Grund besserer Ausgeglichenheit der einzelnen Mannschaststeile müßte daher der Plahverein das Treffen für sich entscheiden können. Um die westdeutsche Meisterschaft. Der Dezirksmeister von Hessen - Hannover, Kurhessen Kassel, steht bei seiner Teilnahme an den westdeutschen Endspielen gleich vor einer schweren Aufgabe. S in Gegner am kommenden Sonntag, 11. März ist kein ge ingerer als der Bezwinger des A!tm:ist.»rs D.ii bürget Spielverein, Preußen Krefeld, der Klub des Meister p i ters Hubert H o u b e n. Rach- dem Kurhe.sen sich aber im vergangenen Jahr so gut gegen die besten Klubs im Westen durchsetzte, geht man diesmal nicht ohne Hoffnung in den Kampf. S. C. 03 Ka sei als zweiter Vertreter des Bezirks bleibt in der ersten Runde spielfrei. Im allgemeinen ist noch zu sagen, daß die Spiele der Meisterrunde im Einrundensystem ausgetragen werden. Die Zweiten spi len eine Trostrunde im Pokalsystem (Verlierer scheidet aus). Man wird also den 03ern nicht allzuviel Hoffnung auf Verbleib in der Trostrunde machen können, in der Gegner wie Duisburger Sp. D., Schwarzweiß Essen. V. f. R. Köln usw. vertreten sind. m. w. Um den Aufstieg zur 1. Bez.-Klasse Hessen-Hannover. Die Spiele um den Aufstieg beginnen bereits kommenden Sonntag. Vom Lahnkreis ist V. f. B. Kurhessen Marburg als Meister beteiligt und trifft in R o r t h e i m auf den dortigen Club Spiel und Sport. Wenn auch die Marburger sehr spielstark sind, so haben die Rort- heimer auf ihrem eigenen Platz doch einen gewissen Vorteil. Da jeglicher Vergleich zwischen den südhannoverschen und den Lahnmann'chaften fehlt, ist eine Voraussage schwer möglich. Immerhin ist mit einem knappen Sieg des Lahnmeisters zu' rechnen. Am gleichen Tage stehen sich noch gegenüber 0 6 Kassel und Hessen Hersfeld. Als letztes noch rückständiges Verbandsspiel aus der Lahnkreisliga findet am Sonntag die Begegnung Kirchhain gegen Herborn in Kirchhain statt. Für Kirchhain bedeutet ein Sieg die Einnahme bed fünften Tabellenplatzes vor dem anderen Reuling Frohnhausen. Herborn kann im Falle eines Erfolges auf den zweitletzten Platz kommen, ohne dadurch dem unvermeidlichen QEbftieg entgehen zu können. Gleichzeitig kommt am 11. März das Rückspiel Riedergirmes gegen Dillenburg zur Durchführung. 3m Vorspiel blieben die Wetzlarer Vorstädter knapper 2:3-Sieger in Dillenburg. Der Ausgang des Spieles ist offen. 3m Falle einer Riederlage der Girmeser, die mit Ersah antreten müssen, wird ein Entscheidungsspiel nötig sein. Der Sieger tritt gegen den Marburger Gauvertreter, F. V. Breidenbach, an. Es handelt sich hier um Feststellung des Vereins, der in die 2. Dezirksflasse Lahn aufsteigt. m. w. D. f. B. Am kommenden Sonntag hat die Liga- Mannschaft zum ersten Male die Liga von Frohnhausen a. d. Dill zum Gegner. Die Gäste haben, obgleich in der vergangenen Saison erstmals der Kreisliga angehörend, in dieser eine recht beachtenswerte Rolle gespielt. Es gelang ihnen sogar vor vierzehn Tagen, den Wetzlarer Sportverein mit 5:0 überzeugend zu schlagen. Auch ihr 3:3-Resultat gegen Ockers- hausen stellt ihrem Könn.n ein gutes Zeugnis aus. Die Platzmannschaft hat zu beweisen, ob sie als bisherige Dezirksliga einen besseren Fußball spielt als der Kreisliganeuling, dem der Ruf einer fairen und gut disziplinier.en Kampf» mannschast vorausgeht. Man sollte der ersteren auf Grund ihrer größeren Spielerfahrung einen knappen Sieg zutrauen, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes hat. Die Ligareserve empfangt die gleiche des Wetzlarer Sportvereins zum Gesell- schastsspiel. Für einen Sieg der D. f. D.-Els ist Voraussetzung, daß sie sich besser zusammenfindet als in ihrem setzten Spiel gegen die Marburger Vereinigten. Auch die Dritte trägt auf eigenem Platz ein Gesellschaftsspiel gegen die Dritte von Weh- l a r aus. 3hr sollte es weniger schwer fallen, einen knappen Sieg zu landen. Ebenfalls den Wetzlarer Sportverein zum Gegner hat die erste 3 u g e n d e l f, die auf hiesigem Platz gegen die spielstarke W. S. V - 3ugend zum Diplomwettspiel antritt. Sie wird sich gehörig anstrengen müssen, wenn sie gewinnen will. Die zweite und dritte Jugendmannschaften tragen in Leihgestern bzw. in Grohen-Duseck Diplomspiele aus. Spielvereimgung 1900 Girßen. ö. Rachdem die Spielvereinigung 1900 Gießen auf die Austragung der beiden noch rückständigen Meisterschaftsspiele der Ligaelf gegen den Wetzlarer Sportverein und „Oranie>i"-Frohnhau- sen (Dill) Verzicht geleistet hat, kann sie sich ihrem Privatspielprogramm widmen. Für die kommenden Sonntage sind Gesellschaftsspiele mit namhaften Gegnern aus dem Bezirk „Hessen- Hannover" abgeschlossen. Als Erster tritt am kommenden Sonntag der B a l l s p i e l - C l u b „S p o r t" - K a s s e l an. Die Gäste spielen bekanntlich ein äußerst schnelles und wuchtiges Spiel, mit ausgezeichnetem Zusammenspiel, und werden damit auch sicher die Einheimischen auf eine schwere Probe stellen. »Sport"-Kassel gehört zu den führenden Vereinen der 1. Dezirksflasse. Vor dem Ligaspiel trägt die Ligareserve 1900s ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Elf vom Ballspiel-Club Sinn ans. Die Gäste stellen eine sympathische Elf, die über beachtenswertes Können verfügt. Die 1. Jugend trägt ihr Diplomrückspiel in Riedergirmes aus, während die 2.1 u - gend gegen Wetzlarer Sportverein verzich - t e L Die 1. Jugendelf wird aus Spielern der 1. und 2. Jugend bestehen, da der Jugendausschuh 1900s einen großen Teil Spieler der beiden Jugendmannschaften sperrte, da sie ohne Entschuldigung dem Jugendheim-Opfertag in Heuchelheim fernblieben. Die Blauweißen müssen sich in dieser geschwächten Aufstellung anstrengen, wenn sie aus Riedergirmes als Sieger heim- kehren wollen. Die 1. S ch ü l e r e I f 1900« fährt voraussichtlich zum D. f. R. Butzbach. Heuchelheim. Kommenden Sonntag fährt die erste Mannschaft des S p. V. 1 9 2 0 Heuchelheim nach Frohnhausen (Dillkreis), um gegen die erste Mannschaft des dortigen Sportvereins „Dranien" ein Gesellschaftsspiel auszutragen. „Dranien" spielt im vergangenen Jahre zum ersten Male in der Liga und hat es dank seiner guten Spielweise verstanden, einen guten Mittelplatz zu belegen. Den Heuchelheimern dürfte es ziemlich schwer fallen, gegen diesen Gegner zu gewinnen. Die zweite Mannschaft des Sportvereins trägt in Klein-Linden ein Gesellschaftsspiel aus, das sie wohl kaum gewinnen dürfte. feine Trauben verkauft hätte! Achtzehn Mark bot der für den Zentner — wenig genug —, aber Jakob Bremm und andere waren doch darauf eingegangen, sie wollten nicht noch den Zucker riskieren. Aber er, Simon Bremm, er, der immer selber seinen Wein gekeltert, gesüßt, geschönt, ihn fertig gemacht hatte, bis er duftend und klar sich auf Flaschen füllen ließ, er sollte einen anderen öomit herumpantschen lassen? Nein, das hätte er nicht übers Herz gebracht. Das wäre ja gerade so, als ob man ein Kind verstieße, das Fremden überließe, weil es nicht ganz so geraten war wie die anderen Kinder — o Gott, der Joseph! Wie ein Stein fiel es dem Schlaflosen urplötzlich auf die Seele: wie hatte er den nur eigentl.d) so heftig behandeln können? Alle versöhnlichen Worte, die die Frau oftmals 314 ihm gesprochen, fielen dem Vater jetzt ein. Nein, er war viel zu grob, viel zu unsanft mit dem Jungen verfahren. Der war nicht schlecht, dem mußte nur Zucker zugesetzt werden, viel Zucker wie dem unreifen Most. Geduld, Langmut, Nachsicht, und an Ueberrebung soviel, daß die nach und nach überzeugte. Ach, der Joseph, was der wohl jetzt machte, wo der sich wohl Herumtrieb?! Es litt Simon Bremm nicht länger im Bett, er stieg über die sanft schlafende Frau weg: nur notdürftig bekleidet, ohne Licht anzumachen, tastete er sich aus der Tür. Es trieb ihn in seinen Keller. Als er über den Hof tappte, hörte er im Koben beim Kuhstall das Schwein grunzen. Die Sau war fett, mit Trefterabfällen gemästet, zum Schlachten reif — wenn man die nun an einen Metzger verkaufte? Der Gedanke überfiel ihn förmlich, war ihm wie eine plötzliche Befreiung, eine Erlösung aus kummervoll ihn bedrängenden Gedanken: dann hatte er es ja nicht mehr nötig, fein Fuder los- Zuschlägen, es sozusagen hinzugeben für gar nichts! Dann konnte er es noch behalten. Ach ja, die Sau, die Sau, d e brachte Geld, noch um vieles mehr, als man für die Steuern gebrauchte. Aber dann war wiederum fein Fleisch im Haus, weder Fleisch noch Fett, die Kinder magerten ab, wenn gar nichts Geschmelztes mehr auf den Tisch kam. Ach. und wie hatten sie sich alle auf das Schlachtfest gefreut, auf die Speckseiten und die Würste im Rauchfang! Die Mutter hatte den Kleinen seit Wochen davon erzählt — und das sollte der Vater ihnen nun nehmen? Und bloß wegen der Steuern, der vermaledeiten, von Tausenden tausendmal verfluchten Steuern?! Gequält hob der Mann den Blick zum Himmel auf: war das eine Nacht! In wolkenloser Klarheit, fast blau wie am Sommertag, spannte sich ein heller Nachthimmel über den Hof Sterne blickten wie freundlich tröstende, vertrauliche Augen, und überm Stalldach stand der Mond und wies mit leuchtendem Finger hinab auf den Koben. Aber die Versuchung abschüttelnd, sah der Mann nicht mehr hin: nein, das tat er den Seinen nicht an, die Kinder sollten das, was ihnen versprochen war, auch bekommen. Dann also doch weg mit dem Fuder! Hastig stieg er in den Keller. Sofort umfing ihn ein starkes Duften, schwer schlug es ihm förmlich entgegen. Und ein Rumoren war in der Finsternis, ein Gurgeln, ein Poltern, ein immerwährend dumpfes Getöse. Süßsäuerlich, vermischt mit dem Modergeruch uralter Mauern und dem Weinduft, den ihre Steine seit Jahrhunderten eingelogen, schmeckte er den Dunst auf der Zunge. Der schmeckte betäubend. Aus den Ecken des alten Klosterkellers kam etwas gekrochen und legte sich dem Mann auf die Brust, er atmete schwer. War das der Neue, der sich so gebärdete? Alle Geister des Weines schienen lebendig geworden, lebendig wie die Tiere, die auch in den heiligen Nächten sprechen. Bremm hörte es plötzlich läuten: wer zog da so fern an der Glocke? Sturm? Feuer? Mitternacht? Jesus, was fiel ihm denn ein?! Der Halbbetäubte schüttelte sich: das läutete ja nur in seinen Ohren so. Und ein Rauschen hatte er darin. Oder rauschte es in den Schläfen? In denen siedete es. Plötzlich hörte er ganz deutlich ein Pochen, ein Anpochen. Poctste sein Herz so? Nein, seine Gedanken, die pocyten an: was soll man tun, was soll man tun?! Wenn er dies Fuder nicht verkaufte, konnte er auch nicht die Steuern bezahlen. Und die mußte er bezahlen. Aber wie hatte doch der Joseph gesprochen? „Knechte von einem Reich, das sich en Dreck um euch kümmert — Steuern nimmt et von euch, aber hilft et euch?" — Steuern zahlen, immer Steuern zahlen, verflucht nochemal! Der Mann hob beide Fäuste und ließ sie nut voller Wucht niedersausen; sie trafen das geliebte Fuderfaß. Horch, sprach nicht wieder wie damals darin eine Stimme? Ach nein, dieses Mal blieb es stumm. Es wider- Arbeiier-Turn- und Sporibund. Kommenden Sonntag findet der diesjährige Frühjahrs-Waldlauf in Klein-Linden statt. Er gilt als Trainingslaus für Turner, Sportler, Spieler und Sportlerinnen. Fußball. Naunheim hat im Rückspiel Neu-Isen- b u r g zu Gast Das Vorspiel konnten die Gäste mit 8:0 für sich entscheiden. Ob es ihnen gelingt, diesmal ein so hohes Resultat zu erzielen, ist eine Frage. Naunheim hat durch die letzten Spiele bewiesen, daß es jetzt kein zu verachtender Gegner ist, und wird alles daransetzen, um auch bei diesem Spiele gut abzuschneiden. Wieseck I geht nach Saubringen, um gegen die dortige Mannschaft ein Freundschaftsspiel auszutragen. Der Sieger wird wohl Wieseck sein, ob es ein hohes Resultat werden wird, hängt von der Spielweise der dortigen ersten Mannschaft ab. Wieseck II geht nach Treis. Auch hier werden die Gäste Sieger bleiben. WiesecksJugend geht nach Heuchelheim. Wer hier Sieger bleiben wird, muß offengelassen werden, da Wieseck in neuer Aufstellung antritt. Süddeutsche Fußballmeisterschaft. Der nächste Spieltag bringt namentlich in der Runde der M c ift er K >mpfe von großer Wichtigkeit. Der wichtigste Ka npf kommt in München zum Austrag. Dort stoßen die Bayern auf die Frankfurter Eintracht, die im Vorspiel auf eigenem Platze 0:2 gesch^a--'en wurden. Man darf sagen, daß jede Partei gewisse Vorzüge für sich in Anspruch nehmen darf, so daß der Spielaasgang recht ungewiß erscheint. Die Sp. Vag. Fürth mutz zum K. F. V. nach Karlsruhe. Die erste Begegnung sah die Fürther mit 1:0 knapp als Sieger. Reuerdings sprecht man von einer erheblichen Formverbes.e- rung der Fürther. Der K. F. D. ist kein belangloser Gegner und wird sich auch diesmal nur mit geringem Torunterschied besiegen las en. Die Stuttgarter Kickers verloren in Worms gegen Worin atia unverdient mit 2:3 Toren. Bei aller Anstrengung wird den Wormsern eine Riederlage kaum erspart bleiben. Der S p. D. Waldhos sollte aus Saarbrücken mit Sieg und Punkten zurück'ehren, denn der dornige F. V. ist für die routinierten Mannheimer doch ein zu schwacher Gegner und wurde schon einmal 2:5 geschlagen. In der Runde der Zweiten und Dritten läßt die Gruppe Rordwest die beiden Vereine der Gruppe Rhein pausieren. In Frankfurt gibt es ein Ortstrefsen im Stadion zwischen dem F. Sp. D. Frankfurt und Rot- Weih Frankfurt. Bei Rot-Weiß findet man wohl den besseren Torhüter und das bessere Derteidigerpaar; der F. Sp. V. verdient mit seiner Läufer- und Angriffsreihe erheblich mehr Vertrauen. Die beiden hessischen Vereine haben es mit den beiden Vertretern des Saargebiets zu tun. Der V. s. L. Reu-Isenburg hat zwar in seinen Leistungen die Stetigkeit vermissen lassen, einige Punkte gelangten auch nur durch Glück auf sein Haben-Konto, trotzdem hat er aber immerhin mehr gezeigt, als der Tabellenletzte, Borussia Reunkirchen, die er auf eigenem Platz nicht zu fürchten hat. Roch beruhigter darf man zum F. Sp. V. 05 Mainz halten, der sich von Saar 05 Saarbrücken nicht auS seiner aussichtsreichen Stelle verdrängen lassen wird. — Die Gruppe Süd 0 st hat einen Kampf von ganz besonders weittragender Bedeutung angesetzt. In Rürnberg wird das Schicksal des derzeitigen Deutschen Meisters, des l.F. C.. für ein volles Jahr entschieden. Verliert der „Klub" gegen Wacker München, dann sind alle Aussichten für dieses Spieljahr wohl endgültig dahin. Rach den vor wenigen Tagen in Paris bewiesenen Leistungen verdient jedoch die Klubmannschaft wieder größeres Vertrauen. Trotz seiner Spitzenstellung sehen wir diesmal in Wacker den Verlierer, wenn auch die Mannschaft mit aller Kraft ihre erste Riederlage zu verhindern suchen wird. Der Platz des S. C. Freiburg ist schon manchem Gaste zum Verhängnis geworden. Der D. f. B. Stuttgart und der S. C. Freiburg sind seither noch sprach nicht, daß es verkauft werden sollte, verkauft werden mußte. Stumm, ganz stumm. Keine rettende Stimme. Nur der Neue da drüben, der rührte sich. Einen schief oerpchtlichen Blick warf Bremm nach jener Seite hin: unreif, sauer, unausgegoren wie der Joseph! Die Gedanken des Mannes begannen sich plötzlich zu verwirren, er fühlte das, aber er hatte nicht die nötige Widerstandskraft mehr. Wohl machte er noch einen Versuch, sich aufzuraffen, aus dem Keller zu fliehen, aber die Geister des gärenden Weines, die den Raum füllten, waren zu stark über ihm. Er torkelte wie ein Betrunkener, schwankte, griff, einen Halt suchend, um sich und fiel, beide Arme lang ausgestreckt, über sein Fuderfaß. — In der Stube im Bett war die Frau aufgewacht. Verwirrt tastete sie um sich: ihr Mann nicht da? Das hatte sie doch richtig im Schlaf gemerkt, daß er fehlte. Warum war er aufgestanden? Sie machte Licht an; seine Hosen fehlten und auch seine Schuhe. Hatte er draußen etwas gehört, ober war ihm nicht gut? Besorgt sprang sie auf. Im Haus war er nicht. Sie lief auf den Hof — kein Mensch —, aber im Keller glaubte sie matten Lichtschein flinzeln zu sehen. Er war im Keller? Warum? Sie rief nach ihm — keine Antwort. Da tastete sie sich zum Keller hinunter, betäubender Gärdunst umfing sie gleich. Sie hatte ihrem Mann dann die Stufen hinaufhelfen müssen, denn er war noch ganz benebelt vom Weindunst und hing schwer an ihrem Arm Sie war sehr erschrocken: man soll doch, das weiß jedermann, wenn der Wein gärt, nicht für länger im Keller bleiben. Was, um Gottes willen, hätte er denn nächtlicherweise da unten zu tun gehabt? Aengstlich drang sie in ihn mit Fragen. Er fühlte sich seltsam matt und noch so benommen, daß er keine Ausrede fand; und ihr das n cht mehr verschweigen konnte, was er ihr eigentlich hätte verschweigen sollen. Denn nun sagte sie rasch, ohne sich auch nur zu besinnen: „Wir verkaufen das Schwein!" Als er eine Bewegung der Abwehr machte, redete sie ihm noch entschlossener zu: „Speck und Fleisch, wenn wir deß gebrauchen, können wir kaufen, du hälft ja noch Geld übrig. Und wir brauchen doch auch nit immer so fett zu essen, bat is für die Kinder gar nit gesund. Und die Hauptfach is: du behältst dein Fuder!" (Forts folgt.) nicht aufeinander gestoßen. Allzu groß schemt der Llnterschied in dem beiderseitigen Können nicht zu sein. Dec Vorteil des ominösen eigenen Platzes begünstigt die Freiburger, was für Kenner der Verhältnisse genügt, ihnen den Vorzug zu geben. Deulsche Olympia-Werbung in Soltend. Die deutsche Kolonie in Holland rüstet sich zum Empfang der deutschen Olympia-Kämpfer. Für diese Zwecke ist ein Deutscher Olympia-Ausschuß begründet, der zur Einleitung seiner Tätig eit Generalselret.ir Dr. Diem zu Werbevorträgen einlud. Diem sprach am vorigen Samstag in Amsterdam, am Sonntag tm 7)aag, am Moiüag in Rotterdam uver Die Entwicklung der Leibesübungen in Deutschland und die deutsche Vorbereitung. Der vom D. R. A. herges^elite Leichtathletik-Lehrfilm der Deutschen Hochschule für Leibesübungen ergänzte den Vortrag. Aus Einladung der Holländischen Hochschule für Leibesübungen sprach Diem am Dienstag vor deren Hörern über die deutschen neuzeitlichen Erzirhungsweisen. Besonders erfreulich war die zahlreiche Beteiligung der deutschen Kolonie und die Teilnahme der deutschen Behörden. Vorbereitungen der D. G. B und O. T. für Amsterdam. In München sanden zwischen Vertretern der D. S.D. und D.T. Besprechungen über gemeinsame Vorbereitungen für Amsterdam statt. Als oberster Grund, atz wurde von beiden Seiten anerkannt, daß nicht Ver» bandszugehörigteit. sondern die Leistungsfähigkeit für die Entsendung nach Amsterdam maßgebend sein soll. Nachdem in gemeinsamen Lehrgängen die Bewerber aus oeiden Lagern bestimmt sind, sollen in einer Reihe von Rennen gemeinsame Wettkämpfe Katt* finden, letztmalig bei den D. S. B.-Meifterfchas- x*n in Düsseldorf. Wirtschaft. Der Abschluß der Deutschen Bank. Der Abschluß der Deutschen Bank zum 31. Dezember 1927 weist eine Iah res- einnahme vor Abzug dec Ausgaben von 129,12 Mill. Mk. (Vorjahr 124,53 Mill. Mk.) auf, und zwar im einzelnen Zinsen und Wechsel 47 94 Mill. Mk. (45,38 Gebühren C8 88 Mill. Mk. (66,12), Sorten und Zirsscheine 0,82 Mill. Mk. (1,01), Wertpapiere o.ji Milt. Mk. (4,09), Gemeinschaftsgeschäfte 5.95 Will. Mk. (6,10), dauernde Beteiligungen 2,01 Mill. Mk. (1,84). Dagegen erforderten Handlungsunkosten 83.47 Mill. Mark (80,17), Steuern 13,23 Mill. Mk. (11,46), W ohlfahrtseinrichtungen, Pensionen und Abfindungen, sowie Versicherungsbeiträge für die Beamten 7,67 Mill. Mk. (6,59), zusammen 104,37 Will. Mk. (98,22). Abschreibungen: Bankgebäude 0,73 Mill. Mk. (0,88), sonstiger Grundbesitz 0,21 Mill. Mk. (0,23). Mobilien 0,23 Mill. Mk. (0,25). 'Rach Abzug der Gesamtsumme von 105,54 Mill.' Marr (99,59) verbleibt ein Reingewinn von 2 3,58 Mill. M k. (24.94). Hierzu kommt der Vortrag aus dem Vorjahre von 1,94 Mill. Mk. (1,51), so daß ein verteilbarer Reingewinn verbleibt von 2 5,52 Mill. Mk. (26,44). Der Aufsichtsrat beantragt, eine D i - vidende von 10 Prozent (10 Prozent) zu verteilen, an die Reserve zwecks Erhöhung auf 77,50 Mill. Mk. 2,5 Mill. Mk. (4,68) zu überweisen, den Dr. Georg von Siemens-Wchl- fahrtsfond auf 6,75 Mill. Mk. aufzufüllen durch Lieberweisung von 0,72 Mill. Mk. (1,14), das Disagio auf das 6proz. Dollar-Darlehen abzuschreiben mit 3,22 Will. Mk., eine Sonderabschreibung auf den Grundbesitz zur Herabminderung des Buchwertes auf 43 50 vorzunehmen in Höhe von 1,50 Mill. Wt. (3,00). Der Gewinnanteil des Aufsichtsrats beträgt 0,68 Mill. Mk. (0.68). Auf neue Rechnung sollen 1,91 Mill. Mk. (1,94) vorgetragen werden. Der Gesamtumsatz beträgt 207,8 Milliarden Mk., die Gesamtaddition der Bilanz schließt mit 2320 Millionen Mk. (gegen 1853 Mill. Mk. im Vorjahre). Das eigene Vermögen der Bank (Aktienkapital und bilanzmäßige Reserve) beträgt nach Annahme der vorstehenden Anträge des Aufsichtsrats 227,5 Mill. Ml. Zu dem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ist zu bemerken, daß die Erhöhung der Konten, Zinsen und Gebühren der Geschäfts- Vergrößerung im Berichtsjahre entspricht. Die Handlungsunkosten haben sich trotz der Verminderung des Personalbestandes, der mit 13 856 zu Beginn des Geschästsjahres demjenigen von Ende 1913 um 22 Prozent übertrifft, weiter erhöht. Die durch die Rationalisierungsmaßnahmen erzielten Ersparnisse wurden durch die Tariferhöhungen im März 1927 mehr als ausgewogen. Die Belastung mit Abgaben und Steuern ist weiter gewachsen, letztere betragen mehr als 88 Prozent der Dividende. Im Geschäftsbericht wird ausgeführt, daß die Wirtschaft im vergangenen Iahre eine Produktionshöhe wie nie zuvor erreicht habe, dadurch, daß erstens der normale Konsum produziert worden ist, der sich durch die Einschaltung von l1/3 Millionen Arbeitslosen erhöht hat, daß zweitens die Ra- tionalisierungs-, Erneuerungs- und _ Verbes- serungsmatznahmen mit starken Ansprüchen an die Produktion herangetreten sind. Dazu kam als dritter, wenig beachteter Punkt die Vorratsvermehrung, die sich an den erheblich gestiegenen Wechselsteuerbeträaen er.eanen läßt. Während im Iahre 1926 durch die Parole der Preissenkung die Läger sehr niedrig gehalten wurden, was sich auch in der ausgeglichenen Handelsbilanz ausdrückte, wurde im Berichtsjahre durch die Lohnerhöhungen im April und die Beamtenbesoldungserhohung, die Preiserhöhungen zur Folge hatten, das Signal gegeben, die Vorräte zu erhöhen, und zwar hauptsächlich im Einzelhandel. Aus der Vorratsbildung erklärt sich das Pas - sivum der Handelsbilanz und die Tatsache, daß dagegen kurzfristige Auslands-Verschuldungen ausgenommen werden. Solange die Ware als Gegenwert vorhanden ist. drohe der deutschen Wirtschaft keine Gefahr. Die innere Kapitalbildung Deutschlands wird in dem Bericht nicht ungünstig beurteilt, allerdings sei der Llnternehmerschaft durch die f; rung- haften Fortschritte der Technik, die schnellere Abschreibungen erforderlich machen, die Bildung von Kapital sehr erschwert. Immerhin nähern wir uns einer Kapitalbildung, die ohne den Rationalisierungsbedarf imstande ijt, unsere Wirtschaft mit Inlandsmitteln zu finanzieren, konnten doch im Iahre 1927 4Vt Milliarden Mk. ohne Störungen der Wirtschaft emittiert werden, eine Summe, die unter Berücksichtigung der Geldentwertung dem Vor- kriegssahe von ca. 3 Milliarden Mark nahezu gleichkommt. Dw Bericht betont zum Schluß die Rotwendigkeit einer endgültigen Regelung der Reparationsfrage, ohne die eine stetige Entwicklung der deutschen Wirtschaft unmöglich ist. Das Geschäft im lausenden Iahre bewegt sich, wie wir ersahren, in normalen Bahnen. ' Die preußischen Sparkassen im Iahre 1 9 27. Wie der Amt iche preußische Pressedienst der Liebersicht der Statistischen Korrespondenz über den Sta >d der öffentlichen oder unter Staatsaufsicht stehenden Spartassen im Iahre 1927 entnimmt, hat die aussteigende Entwicklung der Einlagenbestände im reinen Spar- sowie die Geschäststätig.eit im bankmäßigen Sparkasseverkehr im verilossenen Iahre angehalten. Die Einlagen betrugen am Iahresbeginn 2000,6 Millionen Mk. und erhöhten sich während des Berichtsjahres um 987,7 Millionen Mk., d. h. um 49,4 Prozent. Ebenso wie der Spar- veriehr hat auch der bankmäßige Verkehr der Sparkassen bei steigenden Llmsätzen eine ansteigende Entwicklung genommen. Die Llmsähe, die im ersten Vierteljahre 10,2 Milliarden Mk. betrugen, erhöhten sich auf 11,5 Milliarden Mk. im letzten Vierteljahr, und die Auszahlungen, mit Ausnahme des 1. Vierteljahres, waren stets größer als die Einzahlungen. * Der Eisenbergbau im Lahn-, Dillgebiet und Oberhessen im Februar. Gegen den Vormonat hat sich die Lage des Eisen» ste'.nbergbaues kaum merklich geändert. Im ganzen hat die Nachfrage zwar nocy in dec ungefähren bisherigen Stärke weiter angehallen, die Hoffnung auf eine weitere Steigerung als Fo'ge des schwedischen Streiks erfüllte sich indessen nicht. Immer dringlicher tritt die Notwendigkeit neuer Ersatzhilfsmaßnahmen für die fortgefallen 'n Er absatz- prämien hervor. Solche werden bekanntlich schon seit Monaten von den Interessenten auf den Gebieten der Frachtermäßigung, des Erlasses der Verkehrssteuer und einer Ermäßigung der Soziallasten angestrebt, ohne daß bisher ein greifbares Ergebnis erzielt worden wäre. * Ueber Zeichnung der Karlsruher S t a d t a n l e i h e. Die im Betrage von 2 Millionen Reichsmark in Holland aufgelegten Zertifikate der achtprozentigen zehnjährigen Schuldscheine der Stadt Karlsruhe wurden so stark überzeichnet, daß die Zuteilungsquote auf 3 v. Sy festgelegt 'erden konnte. * W e stbank A. - G., Frankfurt a. M. Nach dem Bericht gab die Erhöhung des Aktienkapitals von 2 auf 6 Millionen Marr zusammen mit dem Zufluß an fremden Geldern, die sich im Iahre 1927 verfünffacht haben, der Gesellschaft die Möglichkeit eines weiteren Ausbaues ihrer vorwiegend auf den Frankfurter Wirt- schastsbereich eingestellten geschäftlichen Beziehungen. An dem lebhaften Börsengeschäft in den eruen vier Monaten des Iahces 1927 nahm die Gesellschaft mit beträchtlichen Llmsatzziffern teil. Auch im Kontokorrentverlehr konnten die Llmsähe wesentlich gesteigert werden. Die Orientangelegenheiten wickeln sich planmäßig ab. Gleichzeitig gelang es, durch organisatorische Maßnahmen die Verwaltungskosten auf 221 859 (185 184) Mk. weiter zu vermindern. Die Steuern erfuhren dagegen eine Steigerung auf 71128 (14 507) Ml. Der Bruttogewinn beträgt 409 229 (293 254) Ml. Nach Abzug der Llnkoften und Steuern verbleibt ein Reingewinn von 152 917 (56 888) Mk., woraus, wie ''ereits gemeldet. 6 (5) Prozent Dividende verteilt, 8800 (7000) Mk. an Tantiemen ausgezaplt unu uie restlichen 9117 (4888) Mk. vorgetragen werden sollen. * Liga-Gummiwerke 21.=©., Frankfurt am Main. Die Generalversammlung, in der die Peters Union 21.=®., Frankfurt a. M., als einziger 2(ftionär 53 700 (von insgesamt 60 000) Mark Aktienkapital vertrat, genehmigte den bekannten 2lbsch!uß. Der Reingewinn von 2392 Mark wird vorgetragen. * Maschinenfabrik Moenus A.-G. in Frankfurt a. M Rach einer Verwaltungsmitteilung ist für 1927 mit der Aufnahme der Dividendenzahlung zwischen 4 und 6 v. H. zu rechnen. Die Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen. Bisher waren maßgebende Aufsichtsratskreise noch gegen eine Dividende. * Harpener Bergbau. Bei der Harpener Bergbau A -G. beträgt dec Ueberschuß des Geschäftsjahres 1927 16 548 863 Mark. Der Aufsichtsrat beschloß, 10 211 562 Mark zu Abschreibungen zu verwenden und die Verteilung einer Dividende von 6 v. Sy (Im Vorjahre 8 v. H.) vorzuschlagen. • Deutsche Werft A.°G. Der Aufsichtsra! beschloß, dec auf d.m 17. April ei^zuberu encen G.-V. nach Vornahme von Abschreibungen in Höhe von 575 331 Mk. (i. 03.243 115), die Verteilung einer Dividende von 6 Prozent (i. D. 8 Prozent) auf das gegenüber dem Vorjahre verdoppelte Aktienkapital vorzuschlagen. FranLsrrrtor AberrLbör,e. Frankfurt a. M., 9. März. Tendenz: erholt. — Nachdem schon an dec gestrigen Abendbörse sich die Stimmung erholen konnte, eröffnete die heutige Börse in weiter gebesserter Haltung. Kleine Interventionen in I.-G.-Farben und Bezugsrechten veranlaßten die Spekulation, die gestern zu Seerabnaben geschnitten war, Deckungen vorzunehmen. Die erleichterte Geldmarkt- Situation wurde weiter beachtet. Die Umsätze bewegten sich jedoch wieder in engsten G-enzen, da der Orderseingang bei den Banken nach wie vor minimal blieb. Im Grundton war weiterhin eine gewisse Unsicherheit nicht zu verkennen, im Zusammenhang mit der Ablehnung des Schieds- soruches in der Berliner Metallindustrie durch die Arbeitnehmer, wodurch die Lage eine Verschärfung erfuhr. Spezialwerte zeigten lebhafteres Geschäft. Am Elektromarkt blieben Gesfurel gefragt (plus 3 v. $).). Zellstoffaktien gut befestigt, Aschaffenburger plus 3,5 v. Sy, Waldbof vlus 2.5 o Sy J.-G.- Farben eröffneten nur behaustet. I.-G.-Bezüge bis 8,5 v. Sy erholt. 9m übrigen überwogen bei den ersten Notierungen die 1- b'.s 2°v. ^.-Kurserholungen. Arn Montanmarkt blieben Phönix.und Rheinstahl nur knavp behauptet. Auch Banken meist wenig verändert, Danat vlus 2 v. Sv Der Abschluß der D e u t ° s ch e n Bank entsprach den Erwartungen und konnte keine besondere Anregung bieten. Don Kali- werten zogen Westeregeln 2,75 v Sy an. Arn Auto- markt waren Kleyer 2 v. Sy befestigt, NSll. be= hcuvtet. Deutsche Anleihen still. Ausländer fast geschästs'ns. Im Freiverkebr hatten Russen einiges Geschäft. Der weitere Bärsennerlauf bl'eb freundlich, und es ergaben sich mnift weiterhin leichte Bess»runnen bis 1 v. Sv Später schrum"ste das Geschäft auf ein Mw'mum zusammen. Am Geldmarkt stellte sich Taaesg"ld auf 7 n Sy 9rn D e nisenverkebr mären Devisen leicht erholt. Die No'chsmark stellte sich argen Kabel auf 4 1843. ae-">n Landon auf 20 415. Rarsg g^aen London 194 03. ^"'lnnd 92,27, Madrid 29,15. London gegen Kabel 4,8785. Berlins Börse. Berlin, 9. März, f^ür die heutige Börse lagen Nachrichten von Belang nicht vor. Die Positionen der Svekulation waren ausschlaggebend, da das Geschäft in der Hauptsache in deren Händen liegt. Die schon gestern zu beobachtenden Internen- t i o n s k ä u f e setzten sich fort und veranlaßten zu Deckungen, so daß die ersten Kurse Erholungen bis zu 4 v. Sy zeigten. In erster Linie bestand Interesse für Svezialwerte. Glanzstoff plus 17 o. Sy. Bemberg plus 16,5 v. Sy, Polyphon plus 10,25 v Sy, Berger plus 5,5 o.Sy Heimische Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Mexikaner schwächer. Pfandbriefe still und meist schwächer. Geld etwas leichter. Tagesgeld 6,5 bis 8,5 v. Sy, Monatsgeld 7,25 bis 8,5 v. Sy, Reportgeld 7,5 bis 8 v. Sy Nach den ersten Kursen war die Tendenz allgemein lebhafter und fester. Glanzstoff noch plus 6 v. H., Bemberg plus 3 v. H. Später wurde es jedoch wieder ruhiger und recht uneinheitlich. Die Kurse lagen zum Teil etwas unter Anfang. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. März. Der Markt ist unverändert bei ruhigem Geschäft. Lediglich Weizenkleie ist etwas fester. Gut gesucht ist Hafer und Braugerste in gutzt Qualitäten. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 26 bis 26,25; Roggen 25.75 bis 26; Sommergerste für Brauzwecke 29 bis 31.50; Hafer, inländischer 25 bis 25, Mais (gelb) für Futterzwecke 23 bis 23,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 25,50 bis 26; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 37,75 bis 38.25; Roggenmehl 35,50 bis 37,75; Weizenkleie. 14,25; Roggenkleie 15 bis 15,25 Mark. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 7. März. Zwei Kaufleute aus Friedberg waren der Untreue angellagt. Sie sollen als Geschäftsführer einer Ge,e lschaft zu deren Nachteil über Vermögensstücke verfügt haben. Dem einen Angellagten wurde zunächst vorgeworfen, in mehreren Fällen Provision, die die Gesellschaft an Vermittler zu zahlen hatte, nur »um Teil an diese Personen ausgehändigt, den Rest aber für sich beha.ten zu haöen. Der Angeklagte will das Geld jedoch nicht für sich, sondern : ?der zu Geschäftszwecken verwendet haben. Es tonnte ihm das Gegenteil seiner Behauptung nicht nachgewiefen werden, so daß in diesem Falle keine Verurteilung erfolgen konnte. Der zweite Punkt der Anklage ging dahin, die beiden Geschäftsführer hätten an eine ausländische Firma im Iahre 1919 im Ranen der Gesellschaft eine größere Menge Ho'z verlauft, sich selbst am Gewinn beteiligt, dann später, als die Lieferung mangels OIvs"vhrm>n.>r>mt Schwei; Bunvcsd.-Anl. • w - 4°/e Oesteretchilche Goldrte -w — — 4,20°/e Dtficrr ich Silberne 4u/o Leslerrcich ein .eilt. Ree 3.75 — 3.7 — — — <°/o Ungarische Goldrte 24,6 — 24.5 24,25 4% llngavifcbr Siaatsr v 191V 24,75 — 41/*0/.. bedgl von 1913 — * 24.5 4°/o Unganldje fitonenrte — — 1.6 1.65 <0/ Turi ^ollanleihe v 191) 4J'O Turk Bagboddabn-Anl — — 13 12.8 e rie 1 13,3 13 4V/ beögl. Seri. 31 <* — 4°, Rumänen convrrt Nie 4J.,U o Rumänen Goldonl 5,15 — - — von 1913 BUu Deutiche lLilenbavn 4‘/-j - - 16,1 — Hamburg-Ainerila "üaic ti Hamb-Südam Damv sch y. 148.5 148 4 146,75 ?05 5 148 Hansa Damukichisi 6 — 222.35 224.25 Rordbeutichcr Uli ab b H8.75 148.4 147 25 1485 LtUg Deutsche Srebiianft 1b 140.5 141 14 2 25 Barm t Bankverein lo 142.5 141.75 141 2j 143.5 Berliner Handel lellsch r- 445.5 247.6 Commerz' und Prtoat-Bk 1 172 171 75 l?l GI.75 Tarmu. u Raiionaldank 12 219,5 221 5 IS - 220.75 Dcuk'chc Bank iv 160 160 25 IM) IM) TiSlonto Aelelllchakt 2m lU 153.5 153 Iu3.75 Dresdner Hank lü 156 155 155 155 8)huclbfutittit Lreditdan? 9 — - 209.5 Peiollbant ......* :z3,3 — 123 123.5 tveichSbarU .... 1 - - 196 196.5 ss. anhluri a. M Berlin Schluß , i-Uhr- Sch utz. fiirs Anfang Kur R'irs Datum: 8 3. 9 3. 8. 3. 9 3 LEG 7 150 149.7c 118 75 150.2 3 _ 167 75 170 5 6L Itr Lieserungen • . 10 — - 161 163 L>chi und Krall 10 206 5 206.63 203.25 205.75 gelten 4 Guill aume ■ 6 115.5 115 114 116 Ges ' Elck r Un,em 10 257.5 260 5 256 261 Hamb Elcktr Werte 10 — 153 153 25 Ädein «Lletlr . . . . 8 — 149 149 149 Lchlel. Elcktr . . . 10 — — 181 182 Schucteri ...... . 7 165 — 16 j 25 166 ;> Siemens 1 HalLkr 16 259.5 260 257 -60.7.1 9 Labmeoer * ... •9 155 — 154 BuderuS .... 0 91.5 — 90 25 92.5 Teurichc Erdöl..... .6 121 122.5 H9.75 123 Essener S einkodle . « 130,5 133 Gelsenkirchener f. 9 1 129 130 123,5 129.9 Harvener . . 8 I6I.5 162.25 160 162.5 Hoelcv Eil'v ...... . 5 —• 135.2.) LI7.7. Zlse Bergbau ...... .8 — — 23.1 234... Möcknerwertr ..... .5 114.f 114,75 112.:- 114.1., fföln-Neuessen . . 5*/, — - 135,75 137.Ü 1 annesmanu >f. '/, I 4 140.75 141.9 138.25 142 ManS eldcr — 111.25 HO 25 111,25 Oderschlel Ettcnb. Bedarr 0 — 93.75 95.5 Oberkchlel KokSiverke 0 — - 90 »1 'Uböna Bern au f *'« 9 3 100 99.5 98.65 99,9 •Jiljcmildjc Braunkohlen Ul 245 - 242..- .45 2c 9ihcinnahl u 152 151.75 14.8 a töl.) JKkbed Moman r, — — Bereinigte Stabltv f. ’/» 8 3 99.5 99 99 Otavi Minen 1 sh - 43 12,65 13.2 Rali AscherSleder 11 164,5 165 166 RahTBffieregcm 10 173.5 176.25 174 175.4 Kaliwerk 6aUbcifttttb 12 - — 245 - 9 Ä ,sarl>cn Industrie li 50,25 250 48 <50,25 •tunamii Nobel ■ . 0 — 121 — Scheid aniiall . . . .8 193.5 195 »oldichmibt .... .5 Ul'. 104 106 75 RuigrrLwerke . ..... .0 94.5 95 25 94 95,65 MeiaUaeiellichat»..... 10 173 170 3- Qi.kjun a. M Berlin Schlich 1-Uhr- Sch utz 2111 (:) R rs 1 fiurs R'tf. fitiv Datum: | 8.3. 1 9.3. | 8.3. 9.3. Ptntlpp HutjlNiinn 135 137 0 133.73 13» .> heideloerner Ceuienr 139 138.75 — Temeni fladitabt 8 180 — — — an« & Streifaa U — 127 — SchulkdelS Payeodofer 16 — — 319,5 322.5 Cftrocrft . vz — — 253,5 258.2." Ber. Älanjftoft ... 15 — — 613 630 Bembcrs . . 8 *• — 418 459 5 JcOfro Waldbof. 12 250 252,5 248 252.9 JtUftofi afttaffenbnra 10 165 168,5 164.75 LO Lcharloti. nduraer Waller 7 — — 114 115 effouer GaS S — — 168 168 1 88 75 U0.5 MS .1 91 Temag .... 0 59 59,13 Ädlerwerke flletxt. ■ ■ - 0 76,5 78^5 78,5 78 riudw soeicc ■ ■ ■ 1 — — 285 289 .Kat Automobil . 6 — - 90 ürenftrin ± Kovvrl . . ■ 4 — 128.5 131,25 liinkr Ho mann . . 0 *— — l'fonbarb Tietz . . . f —- 203.75 205,3 Bamag- eguin ... 0 25.5 — 24.5 — Frankt M ichmeo .... C 72 - 73 — 'Grienet .....7 142 — 140.5 — Leoliaenftaebi ...... 0 25.6 — - ftunadans ...... 6 ?6.4 — 86 - Üechwerte ......8 115 — — Mainkrakfwerke ...... t 111 — — - Miag ......k 140 —. 137. 136.5 'Jlefarlulmei ...... « 5x,25 — 60 •IkitiS Union ... 8 100 ___ 11)0 Ae'dr Roeder ...... 1< — 1‘oiQt A Haestner .... 6 - - 176 176 8nbb ‘taxier ... <: 13t 130.5 Bantnotm iverun. d. ’JJiärä I >eto Ortei Stmerilaniiche Jiotcit..... ,li.2 1,182 rielgischc itotcn...... 58.08 58.32 Dänische Wotcn ... ... 111,18 11 2.02 Englische 'Roten ..... 20.34 20.42 Berlin « Mär« (Selb Brief ^ranjosische 9k0re 11 . - 16/455 16,515 Holländische 9toten Italienische 'Jiotcn..... 167,78 22 14 168,46 22,22 Norwegische Noten..... 111.03 111.47 Deutich-^enecr,5100 Kronen 58,70 58.94 Rumänische Noten...... 2.55 2,57 111,81 112,25 Schweizer Noten...... 80.34 80.66 Spanische Noten....... 70,09 70,37 Tschechoslowakische Noten - - Ungarische Woten 12,36 12,42 72 85 73.15 Devisenmarkt Derlm -Stantfurl a. M. Telegraphifche Auszahlung. 8 März 9 März Ämtliche Non runa Geld , '-örter Ärmliche Notierung Gelb ärtef 21mfu> Non 168,13 168,47 168,18 168,52 '-Buen.-Sirt”' 1.788 1,792 1.789 58.26 1,793 Brsi.-Änkw »8,24 58,36 58.38 lLdri Manio 111,3!' 111.52 111,32 111.74 tkovenbag-i 111,9z 112,14 111.96 112.20 Ätockbolm 112,10 112,32 112,13 112,35 HrlnngforL 10,52 10,54 10.523 10.542 Italien. -•2,08., -2,125 22,10 22,14 Lonbon. 41,358 .'0,425 20,396 20,436 Neuvork . ',1785 1,1865 4,1805 4,1885 'Boris. 16,435 16,.75 16,4-3 16,48 Schwel; . • ■>0,455 80,615 50,455 80,613 2va..i:n ;u I <0.27 69,90 1,961 70 04 8,98 Prag 12,383 12,403 >2.388 12,408 Bel irad ‘ ,353 7,367 7,353 7,367 ‘Bubairft .3,111 .3,24 73,11 .3,25 Bul arten .022 1.026 1,023 i, 028 "'ssabon 19,22 19.27 19.18 19,22 Danrig ■>1,47 81,63 ■>1.56 81,72 ftonft ntta 1.13U 3,131 2,121 3. 123 Lilien ».534 5,546 5,544 0,556 Lanada 1.176 4,184 1,176 4.184 Lira uaü 4,276 4,284 1.276 • 4,284 «Mro 20.908 20.»48 20.91« •20.958 Elegante Damen-Spangenschiilie in Lack u. allen Modetaroen mit honen u. niederen Absätzen Lack-Spangenschuhe bequeme Formen 2^5 36/39 11.50, 31/35 8.95, 27/30 7.95, 25/26 Rindhoi-Oesen-n. AgraBensfleiel Q?Z gute Qualität, 36/39 11.50, 31/35 9.75, 2//30 Ql Grane Turnschuhe m.Chromsohledurch- genäht, 38/42 2.50, 31/35 2.25, 25/301.95, 22/24 Bawen Spangenschuhe Lack, braun, grau, In eleg. Formen u. 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