Ur. 34 Erster Blatt 178. Jahrgang Donnerstag, 9 gebruor 1928 •r|4 olks- pa r t e i l i ch e n Kreisen die Dinge mit der Ruhe des Gewissens betrachtet. Die Drohung des Zentrums, „politische Konsequenzen" zu ziehen, werde einigermaßen skeptisch beurteilt, da das Zentrum mit solchen Drohungen während der ganzen Dauer der Schulgesetzverhandlungen gearbeitet habe. Der Versuch des Fraktionsvorstandes des Zentrums, der Fraktion mit einer bestimmten Stellungnahme oorzugreisen, werde dahin gewertet, dah man versuchen wolle, der volksparteilichen Kundgebung am Sonntag zuvorzukommen. Die gleiche ruhige Auffassung kommt in der „T ä g l. R u n d s ch a u" zum Ausdruck, die erklärt: Man wird mit Ruhe a b w a r t e n müssen, wie der wirkliche Verlauf sein wird. Bisher galt es als eine unbedingte Forderung verantwortlicher Politik, den Etat unter allen Umständen noch zu verabschieden, ganz unabhängig davon, wie das Scjstcksal des Reichsschulgesetzes sich gestaltet. Ob auch diese Notwendigkeit in Frage gestellt sein soll, wird der Verlauf der nächsten Woche zeigen müssen. Dem ,V o k. - A n z." zufolge herrscht die ruhige Auffassung auch bei den Deutsch nationalen. Man weise darauf hin, daß die Verhandlungsmöglichkeiten über das Schulgesetz noch keineswegs erschöpft seien. Man werde noch keineswegs annehmen können, daß bereits Ende dieser Woche ein endgültiger Bruch eintritt, wie dies in Wandelhallengesprächen gestern verschiedentlich vorausgesagt worden ist. Oie Kostenst age. Die Städte verlangen gesetzlich festgelegte Regelung. V erlln, 8. Febr. (WTV.) Der Vorstand des Deutschen Städtetages hat dem Vildungs- ausfchuh des Reichstages eine Eingabe über die kosten des Reichsschulgefehes übermittelt, in der die von der Reichsregierung vorgeschlagene Regelung, wonach den Ländern und Gemeinden eine einmalige Beihilfe bis zu 30 Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt werden soll, a b g e l e h n t wird. Rach § 54 des Finanzausgleichsgesehes dürfe das Reich den Ländern oder Gemeinden neue Aufgaben nur z u w e i s e n, wenn es gleichzeitig für die B e - reltsiellung der erforderlichen Mittel Sorge trägt Liue befriedigende und erschöpfende Regelung des Kostenpunktes müsse deshalb im Reichvschulgefeh selber getroffen werden, und zwar in der Meise, dah die aus der Durchführung erwachsenden Kosten, gleichviel ob einmalig oder laufend, vom Reiche erstattet werden. Rach den von einer Reihe von Ländern veranstalteten Schälzungsversuchen werde es sich teilweise um sehr erhebliche einmalige oder lausende Betrage handeln, die in manchen Orten eine unerträgliche Mehrbelastung zur Folge haben würden. Angesichts des Umstandes, dah die Durchführung des Reichsschulgefehes eine Vergrößerung der vorhandenen volksschulelnrich- langen — Lehrerfieüen und Klassen — um durch- schniMich vielleicht fünf Prozent zur Folge haben werde, ergebe sich eine lausende jährliche Mehrbelastung allein des preuhlschen volks- schuihaushalts in Land und Gemeinden um über 40 Millionen Reichsmark und ein Anleihebedarf von rund 250 Millionen Reichsmark. Die Städte mühten hiernach darauf bestehen, dah für die grohen Mehrausgaben infolge des Reichsschul- gesehes, die sie nicht tragen könnten, ausreichende Deckung beschafft und dah für die Frage der Kostenerstattung eine zuverlässige gesetzliche Grundlage im Rahmen des Reichsschulgesehes geschaffen werde. OaS preußische Gastschulbeitragsgesetz. Berlin, 8. Febr. (WB.) Die Pressestelle des Reichsstädtebundes teilt mit: 3nfolge der Erhöhung der Lehrergehalter für die mittleren und höheren Schulen find die meisten mittleren und kleinen Städte nicht mehr im- st an de, die wesentlich erhöhten L a st e n zu tragen. Eine Erhöhung der Staatszuschüsse ist nach dem preußischen Etat für 1928 trotz der Desoldungserhöhungen nicht vorgesehen. Falls daher nicht da2 lange geplante Gastschulbeitragsgefeh sofort geschaffen wird, gibt es für die Mittel- und kleinen Städte nur zwei Möglichkeiten, entweder ihre höheren und mittleren Schulen eingehen zu lassen oder die Realsteuerzuschläge und W e r k t a r i f e derart zu erhöhen, daß sie untragbar würden. Der Reichsstädtebund hat daher den Landtag auf das nachdrücklichste gebeten, dafür zu sorgen, daß das Gesetz noch am 1. 4. ds. 3s. in Kraft treten kann. Das Gastschulbeitragsgesetz sieht eine Deitragspflicht auch der Gemeinden, deren Kinder Schulen fremder Gemeinden besuchen, für diese fremden Schüler vor. Amerikanische Han-elsspionage. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Febr. Es dürfte breitesten Kreisen des deutschen Volkes noch immer unbekannt fein, daß sich die Vereinigten Staaten im Handelsverkehr mit anderen Ländern, also auch mit Deutschland, Frei he i t en herausnehmen, die man nicht anders als Wirtschafts, und Handelsspionage bezeichnen muß. Das Verhalten der Amerikaner hat schon oft zu heftigen Protesten geführt, auch die internationale Handelskammer hat sich veranlaßt gesehen, gegen sie aufzumarschieren: aber praktisch hat sich bis heute noch nicht sgeänderi. Amerika beharrt nach wie vor darauf, daß ihm bei jedem Stück, das seine Grenzen überschreitet, genau oorgerechnei wird, welche Erzougungs- kosten in der Ware stecken, wie hoch die Transportgebühren sind und welchen Gewinn der Hersteller bzw. der Weiteroerkäufer einsteckt. Um ganz sicher zu gehen, hat das amerikanische Schatzamt ein riesiges Heer von Agenten hinausgeschickt, die sich in allen Ländern niedergelassen haben und energifd) Einsicht in die Bücher und Unterbreitung entsprechender Unterlagen verlangen. Das Vorgehen der Vereinigten Staaten, die sich übrigens dabei auf den Artikel 510 ihres Zolltarifgesehes stützen, hat gerade nicht dazu beigetragen, den Warenaustausch mit den verschiedenen Rationen zu erleichtern. 3n Amerika selbst haben auch viele Firmen schon das Unfaire dieser Handlungsweise scharf gegeißelt, in Washington dagegen vermochte man sich bisher nur zu dem einen Zugeständnis zu bequemen, eine Anweisung an die Schatzamtsagenten hinausgehen zu lassen, nicht gar zu scharf aufzutreten, damit die Verstimmung nicht allzu groß wird. Das wird rächt viel helfen, well die Empörung schon zu sehr angewachsen ist, als dah sie sich noch eindämmen läßt. Wie die amerikanischen Agenten arbeiten, geht aus folgendem Beispiel hervor. Einer englischen Firma, die vierhundert verschiedene Waren nach den Vereinigten Staaten exportieren wollte, wurde nach ganz genauer Untersuchung, Prüfung der Bücher, Rechnungen, Lohnkosten, Preise für die Rohstoffe, Steuern usw. nur die Ausfuhr eines einzigen Fabrikates gestattet I 3n Deutschland muhten sich in einem 3ahre vierhundert Firmen — das dürsten so gut wie alle sein, die für die Ausfuhr nach Amerika in Frage kommen — ähnliche Untersuchungen gefallen lassen, wobei Uriunden und Angaben verlangt wurden, die jedes Unternehmen deutschen Behörden gegenüber glatt verweigert hätte. Aber Amercka droht im Weigerungsfälle mit einem fünfzehnprc^enttgen Zollaufschlag, was eine Einfuhr unmöglich machen würde, oder mit einer gänzlichen Unterbindung des Geschäftes nach den Vereinigten Staaten. 3nfolgedessen haben bisher alle europäischen Firmen, wenn auch widerwillig, in den sauren Apfel gebissen und den Amerikanern ihre Bücher geöffnet. Vor gar nicht allzu langer Zeit gingen die Wogen der Empörung aber in Frankreich ganz besonders hoch. Man kann das verstehen, wenn man sich erinnert, wie es die Franzosen bei uns getrieben haben Unter dem Deckmantel der Militärkontrolle drangen sie in jeden Betrieb ein und eigneten sich an Geschäftsgeheimnissen an, was ihnen dabei erreichbar wurde. Ähre Erfahrungen teilten sie der französischen Wirtschaft mit, für die es unter diesen Umständen nicht schwer wurde, die deutsche Konkurrenz mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Bei den Amerikanern ist es genau so. Was die Schatz- amtsagenten über die finanzielle Seite europässcher Produktion in Erfahrung bringen, kommt selbstverständlich der einheimischen Wirtschaft in vollstem Maße zugute. Der ftanzösische Nationalstolz oerträgt natürlich diesen Rollentausch nicht. Tatsächlich haben es auch die Franzosen erreicht, daß die Amerikaner in dem vorläufigen Handelsoert a g, der vor kurzem nach langwierigen Verhandlungen aufgestellt Oberpostdirektionen dem Wunsche des Parlaments nachkommen will. 3n einer Denkschrift des Reichspostministeriums werden die Gründe angeführt, warum man bisher nichts unternommen hat, um den außerordentlich hohen Stand von 45 Oberpostdirektionen, die erst jetzt auf 31 verringert werden sollen, s ch on früher einzufchränken. Selbst mit 31 Oberpostdirektionen steht die Reichspostverwaltung im Vergleich zur Reichsfinanzverwaltung mit 26 Landesfinanzämtern, die auch noch um einige verringert werden sollen. 30 Reichsbahndirekttonen und 13 Landesa rbeitsänttem immer noch an der Spitze auf der Liste der großen provinzialen Derwaltungskörper des Reiches. Natürlich werden die möglichen Einsparungen bei der Auslösung von 14 OPD. zunächst nicht sehr ins Auge fallen, aber immerhin schätzt man, dah man ungesähr 2Vr Millionen bis 3 Millionen und 1000 bis 1200 Beamte em- sparen farm. Strittig bleibt zunächst die Frage, welche Oberpostdirettionen aufgelöst werden sollen, und man farm sich in dieser Hinsicht noch auf lebhafte Kampfe gefaßt machen, da schon heute die möglicherweise betroffenen Städte — genannt werden, wie schon gemeldet, Darmstadt, Oldenburg, Aachen usw. — lebhaften Widerspruch erhoben haben. Auch komplizierte interne Verhandlungen wird es über die Fragen der Reuabgrenzung der Gebiete der verbleibenden Oberpostdireltionen geben. Ebenso steht noch nicht fest, zu welchem Termin die Auflösung endgültig erfolgen soll. Man denkt zunächst bei den betreffenden Direktionen eine Art Abwicklungsstelle einzurichten, deren Tätigkeit aber, und das ist dringend notwendig, zeitlich fest begrenzt sein muß. lieber alle diese Fragen wird die Kabinettssitzung zu beraten haben. Amerika und England. Chamberlain über die Schiedsvertragsverhandlnngcn. London, 8. Febr. (WTD.) 3m weiteren Verlause der Unterhausdebatte über die Beantwortung der Thronrede crflärte Sir Austen Chamberlain hinsichtlich des vorgeschla- genen neuen S ch i e d s v e r t r a g e s mit den Vereinig ten Staaten, ein Krieg mit den Vereinigten Staaten sei undenkbar, und die Aussicht oder die Vorbereitung auf einen Krieg mit den Vereinigten Staaten würde niemals die Grundlage der britischen Polittk sein. Das bri- ttsche Flottenprogramm trage keinen Wettbewerbcharakter und sei nur zu dem Zwecke aufgestellt, um den notwendigen Schuh der britischen 3nteressen zu gewährleisten. Der neue Schiedsvertrag, der die gleichen Bestimmungen wie der französischrnmeri- fanische enthalte, sei wie der bisherige kein unbeschränkter Schiedsvertrag, sondern beziehe sich nur auf die für eine schiedliche Lösung geeigneten Fragen. Die Regierung sei sorgfälttg bemüht, festzustellen, ob der Vertrag in feiner tatsächlichen Auswirkung über den Kreis dieser Fälle hinausgehe oder nicht. Diese Prüfung müsse in engem Benehmen mit den Dominions erfolgen, ehe die britische Regierung den Vereinigten Staaten eine Antwort auf ihre Vorschläge erteilen könne. wurde, die Zurückziehung ihrerKontroll- beamten aus Frankreich zugestehen. Da unser Handelsvertraa mit Amerika auf der Basis gegenseitiger Meistbegünstigungen bericht, von der wir allerdings bisher keine Vorteile hatten, weil die Amerikaner grundsätzlich keinem Staat Zollzugeständnisse machen, versteht es sich von selbst, daß dieser günstige Umstand auch uns zugute kommen muß. Bezeichnend für die Ohnmacht der europäischen Staaten — man denke nur an Großbritannien! — ist es aber doch, daß sie diese Han- delsspionage dulden und es nicht wagen, die ameri- kamschen Agenten des Landes zu verweisen. Britischer Mißerfolg in Indien Die Inder lehnen die Mitarbeit an der Berfassungsreform ab. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Febr. Die Londoner Regierung hat vor einiger Zeit eine Kommission nach Indien geschickt, deren Aufgabe es sein sollte, die Resultate der 1921 in Kraft getretenen indischen Verfassungsreform zu studieren. Diese Kmn- mrision, die unter Führung von Sir John Simon steyt, wurde aber wenig freundlich empfangen. Es kam bei ihrer Ankunft zu blutigen Demonstrationen, die im ganzen Lande eine starke Empörung auslösten. Die Kundgebungen richteten sich aber weniger gegen die Kommission selbst als gegen das Verhalten der Londoner Regierung, die es abgelehnt hatte, mit den Indern zusammenzuarbeiten. Sir John Simon war aber wesentlich vernünftiger als seine Auftraggeber. Er machte den Vorschlag, daß die Indier sieben Vertreter in die Kommission entsenden möchten, wodurch sie dann die Möglichkeit haben würden, auch ihrerseits zur weiteren Verbesserung der Verfassung Vorschläge zu unterbreiten. Dieses Angebot ist aber bei den Indern auf unfruchtbaren Boden gefallen. Sie haben es a b g e l e h n t, der Kommission beizutreten, darüber hinaus ist Sir John nicht einmal von dem Präsidenten der Gesetzgebenden Versammlung empfangen worden. Damit haben sie zu erkennen gegeben, daß sie weder von der Kommission noch von möglichen Verbesserungen der Verfassung etwas wissen wollen, die lediglich auf di« Aufrechterhaltung der britischen Herrschaft zugeschnitten ist. Der Kampf geht weiter und die blutigen Demonstrationen der vorigen Woche werden nicht die letzten gewesen sein. Nach einer Reutermeldung aus Madras hat die oberste Justizbehörde der Präsidentschaft von Madras dem Ausschuß für die Boykottierung der Simon-Kommission untersagt, für die Dauer eines Monats Konferenzen zur Organisierung des „Haitals" (Streik und Trauerkundgebung) während des Besuchs der Simon-Kommission in Madras abzuhalten. Der Anschlag von Plakaten und die Organisierung von Freiwilligen, die Propaganda gegen die Kommission treiben sollen, sind ebenfalls untersagt. Regierungskrisis in Norwegen Das Arbeiterrabinett HornSrud gestürzt. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Febr. Die letzten norwegischen Wahlen ergaben zur allgemeinen äleberraschung ein so starvrS Anwachsen der sozialistischen und kommunistischen Stimmen, bah der Sozial- hemokratte die Regierungsbildung ü b e r l a s s e n werden muht«. Der König hat auch das Kabinett Hornsrud bestätigt, das nun daran ging, zunächst den Etat gehörig zusammenzustreichen und vor allem auch eine Verkleinerung der Wehrmacht ins Auge zu fassen. Unterstützt wurde dieses Kabinett im Parlament von der demokratischen Benstrepartei. In den wenigen Tagen ihres Bestehens ist es aber zu mancherlei unliebsamen Erscheinungen gekommen, die man allgemein auf die Auslieferung der Regierungsgeschäfte an Sozialdemo- kraten uni) Kommunisten zurückführt. Es machte sich namentlich eine starke Kapitalflucht in das Ausland bemerkbar, so daß sich für die norwegische Währung ernste Ge'ahren ergaben. Das hat die Benstrepartei veranlaßt, dem Kabinett seine Unterstützung zu entziehen. Infolgedessen ist im Storthing ein von der bürgerlichen Limen cestellier Mihtrauensantrag angenommen worden. Damit ist die sozialistisch-kommunistische Regierung schon wieder g e- stürzt. Norwegen ist aber dadurch vorerst um nichts gebessert. Sozialdemokraten und Kommunisten sind im Storthing so mächtig, daß man gegen sie nicht regieren kann. Schreiten sie nun ihrerseits zur Offensive, dann wird es zu keiner arbeitsfähigen Negierung kommen, so daß schließlich nichts anderes als die Ausschreibung neuer Wahlen übrig bleiben wird. — Der Premierminister des gestürzten Kabinetts der Arbeiterpartei wird voraussichtlich dem König empfehlen, den Leiter der Radikalen Partei, den vormaligen Ministerpräsidenten Mowinckel, mit der Bildung der neuen Regierung zu betrauen. Mowinckel hat erklärt, wenn der König ihn um die Bildung einer neuen Regierung ersucht, so werde er ein nur aus Radikalen zusammengesetztes Ministerium bilden. Oie fremden Konsuln Aeuyorks auf dem Lloyddampfer „Columbus^. Neuyork. 3. Febr. (WB.) An Bord des Dampfers des Norddeutschen Lloyd, „Colum- b u s fand gestern das dritte Jahresdiner und Ball der Bereinigung der fremden Konsuln Neuyorks statt, der 67 Konsulaten angehörten. Die beiden früheren Jahres- vmers waren an Bord englischer Damp° s e r veranstaltet worden. Bei der gestrigen Ber- anstaltung sprachen der Kommandeur des zweiten Armeekorps Generalmajor Ely. der frühere Gouverneur Miller und der Mteilungschef nn Staatsdepartement Nelson Johnson. Der Grundton ihrer Reden war auf Bölkerverständi- gung gestimmt. Miller hob als gutes Zeichen Jj*Et l1}06 Verständigung hervor, daß dieses Festmahl auf einem deutschen Dampfer stattsmde. Der Dorsihende der Bereinigung der Reuyorker Konsuln, der britiscke Generalkonsul Sir H. G. A r m st r o n g . dankte für die Heberlassung des Dampfers. Auf Wunsch Armstrongs waren die deutsche und die amerikanische Flagge als einzige Flaggen angebracht, und auf seinen Wunsch spielte auch das Orchester am Schluß der Feier die deutsche Nationalhymne Das Mieterschutzgesetz. Aenderungsvorschläge im Reichstag. Berlin, 8. Febr. Die zweite Beratung des Entwurfes zur Aenderung des Mieterschutzgesetzes wird fortgesetzt. Abg. H ö l l e i n (Komm.) nennt die Vorlage einen Wechselbalg, eine Verbeugung des Bürgerblockes vor dem Terror des Haus- agrariertums. Die Freunde der Wohnungs- zwangswirffchaft beirutzten Drohungen und K o r r u p t i o n zur Durchsetzung ihrer Zwecke. Sie hätten sogar Abgeordneten 500 Mr. für einen Vortrag in ihrem Sinne geboten. (Hört, hört!) Ein sachlicher Grund zur Aenderung der Mieterschuhgesetzgebung und zur Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft sei. nicht vorhanden. Abg. Dr. Jörissen (W. Bg.) erhofft von der Vorlage eine kleine Verbesserung in der Stellung der Hausbesitzer, die unter dem jetzt herrschenden Wohnungsbolschewismus völlig rechtlos geworden seien. Die meisten Parteien hätten sich leider von den Wohnungsbolschewisten ins Schlepptau nehmen lassen und auch der Regierung fehle der Mut, mit der bolschewistisch beeinflußten Wohnungszwangswirtschaft Schluß zu machen. Der Redner bedauert, daß die Anträge der Wirtschaftspartei auf Erleichterung des Wohnungswechsels im Ausschuß abgclehnt worden seien. Abg. Winnefeld (D. Dp.): Der Antrag der Wirtschastspartei sei unannehmbar gewesen. Die Wohnungszwangswirtschaft könne nicht mit einem Schlage aufgehoben werden, wenn ihre Lockerung auch notwendig sei. Der vorliegende Entwurf komme den Bedürfnissen der Hausbesitzer entgegen: aber ein bescheidener Mieterschutz sei erforderlich, um Ruhe und Ordnung im Reiche aufrecht zu erhalten. Wenn Dr. Jörissen die Haltung der Regierungsparteien im Ausschuß scharf angriff, so habe er wohl vergessen, daß er selbst den meisten Anträgen dieser Parteien zugestimmt hat. (Hört, hört!) Der Redner wünscht ein« B e f r i st u n g des Gesetzes nur bis 1929. Die Wohnungsämter sollten vollständig beseitigt werden. Keichsjustizminister Hergi weist darauf hin, daß nach der preußischen Verordnung der Mieterschutz bestehen bleibe f ü r die Ateliers von Künstlern, die Teile der Wohnung sind. Es werde aber weiter geprüft werden, wie jede Gefährdung der Künstler durch solche Verordnungen verhindert werden könne, ebenso sei ein Schuh für diejenigen Inhaber gröhererWohn ungen beabsichtigt, die auf die älntervermietung als einzige Einnahmequelle angewiesen sind. Bei der bevorstehenden Wohnunaskonferenz würden diese Fragen mit den Länderverkretern und den Hausbesitzerverbänden besprochen werden. Nach einer noch im Reichsrat liegenden Vorlage sollen auch die Fürsorgeverbände eingeschaltet werden zugunsten derjenigen Mieter, die sonst eine Mieterhöhung nicht aufbringen könnten. In der Einzelberatung begründet Abg. No- wack (Soz.) den Antrag, daß der Zustellung der Kündigung ein Sühnetermin vorauS- gehen müsse. Ministerialdirektor Oegg bestreitet, daß di« Richterschaft sich einmütig gegen die Novelle ausgesprochen habe. Tatsächlich werde durch den Entwurf am materiellen Recht nichts geändert, sondern nur das Verfahren vereinfacht. Weiterberatung Donnerstag. Das neue Strafgesetzbuch. Kein Ende der Ausschutzverhandlnngen abzusehen Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Febr. Das neue Strafgesetzbuch wird bereits seit September letzten Jahres in dem Strafgesetzausschuh des Reichstages Stück für Stück beraten. Aber immer ist noch kein Ende abzusehen, so daß auch niemand mit Bestimmtheit sagen kann, ob noch dieser Reichstag den neuen Entwurf in zweiter und dritter Lesung abschließend beraten wird. Zwar ist der „Allgemeine Teil" fertig beraten, zwar sind 100 Paragraphen durchgesprochen, aber d i e dreifache Zahl steht noch aus. Bor allem aber sind noch nicht durchgesprochen die entscheidenden und heute schon heftig umstrittenen Bestimmungen über den Landes - und Hochverrat. Gerade .gegen diese Abschnitte des neuen Entwurfes richtet sich eine besonders heftige Opposition, die einmal behauptet, daß die geplanten Bestimmungen gerade bei dem Begriff des Landesverrates zu weitgehend seien und daß ihnen eine zuverlässige und klare Formulierung fehle. Nun muh man berücksichtigen, daß ohnedies der Strafrechtsausschuß, der in der letzten Zeit allerdings stark durch die recht unruhige große Politik in seiner Arbeit beeinträchtigt wurde, in der Woche durchschnittlich nur 10 Paragraphen zur Entscheidung bringt. Man kann sich daher mit Leichtigkeit ausrechnen, wle lange der Ausschuß für die ganzen 300 ubrigblewenden Paragraphen zu arbeiten hat Hinzu kommt noch, daß es bisher meist nur erste Ausschußlesungen waren, in denen des Strafgesetzbuch beraten wurde, und daß eine Reihe sehr wichtiger Probleme für eine zweite Ausschuhlesung zuruckgestellt worden sind. So kanm man annchmen, daß selbst, wenn eine Reichstagsauslosung erst im Herbst stattfinden tollte, das lehige Plenum kaum noch zu einer letzten Entscheidung über das neue Strafgesetzbuch kommen wird. Bis dahin gehen die wichtigen Verhandlungen im Ausschuß mit einigen Ferienunterbrechungen weiter. Es ist nur zu bedauern, daß man in Deutschland weniger als es z. B. in England der FaN ist, auf geeignete Weise die Oefsentlichkeit über die äußerst interessanten Beratungen unterrichtet, oder sie zur Anteilnahme an der für jeden einzelnen wichtigen Verhandlungen erzieht. Auionomistenverfolgung im besetzten Gebiet. Frankfurt a. M., 8. Febr. (Landespresse- dlenst.) Die französische Kriminalpolizei verhaftete vor einigen Tagen in einem Vorort bei Mainz einen geroiffen 3 a b o t, der dort seit etwa einem Jahr ansässig ist. Zadok kam aus dem Elsaß, wurde aber spater hessischer Staatsbürger. Als Grund der Verhaftung wurde französischerseits Waffenbesitz angegeben. Diese Verhaftung mußte auffallen, da wegen Waffenbesitz in letzter Zeit keine Verhaftungen mehr vorgenommen wurden. Run stellt sich heraus, daß der Grund Waffenbesitz nur «in Vorwand war. Wir erfahren nämlich, daß Zadok wegen Betätigung in der elsässischen Autono- miftenbemegung von den Franzosen seit langem gesucht wird. Er wurde ins Elsaß zurückge- bracht und vom Untersuchungsrichter vernommen. Zadok soll Gründer der Mülhausener Autonomisten- gnippe gewesen sein und schon in den Anfängen der Bewegung sich betätigt haben. Bezeichnend ist, daß die Franzosen, da sie ihre Opfer in Deutschland auf legalem Weg nicht erreichen können, die Besatzungsmacht ausnutzen, um mit Hilfe der Ordonanzen ihre Ziele zu verfolgen. Forderungen der Landwirtschaft. Der NeichSlandbund in der Reichskanzlei. Berlin, 8.Febr. (1BB.) Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Reichsminifter h e r g t, empfing heute vormittag in der Reichskanzlei in Gegenwart des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft sowie der Vertreter der beteiligten Ressorts eine Abordnung des R e i ch s l a n d b u n- des, der die Präsidenten Hepp und Graf Lalckreuth, sowie die Direktoren Kriegsheim und von S y b e l angehörten. Die Vertreter des Reichslandbundes brachten eine große Anzahl von Forderungen vor, die im einzelnen eingehend durchgesprochen wurden. Sie wiesen eindringlich darauf hin, daß die Landwirtschaft die Maßnahmen, die von der Reichsregierung bisher zur Erleichterung der wirtschaftlichen Rot des Landvolkes vorgesehen seien, nicht als ausreichend betrauten könne. Die anwesenden Mitglieder der Reichsregierung erklärten hierzu, daß es sich bei den bisherigen Beschlüssen der Reichsregierung um ein zusammenhängendes System von Hilfs- maßnahmen handele, dessen weiterer Ausbau mit allen verfügbaren Mitteln durchgeführt werden solle. SineAotMdgebmgmMderschlefien Neusalz^ 8. Febr. (WB.) In mehreren aus den fünf Kreisen Nordniederfchlesiens, Grünberg, Sagan, Sprvttau, Freist a d t und ® log a u , sowie aus dem Kreise B o m st von Tausenden von Bauern besuchten Notkundgebungen wurde eine Entschließung gefaßt, in der zunächst das geschlossene Eintreten obne Unterschied der Partei und Konfession für die Forderungen des Reichslandbundes betont und weiter u. a. verlangt wird: Voller Erlaß der Wasserschädenkredite, Uebemahme der Deichlasten durch den Staat, besondere Hilfsmaßnahmen für den Pächtcrstand, Bereitstellung ausreichender Mittel für Meliorationen, Sperrung bet Grenze gegen die Einfuhr polnischer Schweine und Kartoffeln und Neuordnung der Erwerbslosenfürsorge. Die Staatsregierung wird um eine Beantwortung bis zum 20. Februar ersucht. In einer späteren auf dem Marktplatz veranstalteten Kundgebung nahm der Hauptredner den Anwesenden den feierlichen Schwur ab, hinter der gefaßten befristeten Entschließung zu stehen und als letztes Notmittel den Marsch der Dauern nach Berlin fest ins Auge zu fassen. Aus aller Well. (Eröffnung des Fernsprechverkehrs Deutschland—Amerika. Der Fernsprechverkehr zwischen Deutschland und Amerika wird am 10. Februar nach Austausch enriger offizieller Gespräche voraussichtlich in den späten Nachmittngsftunden auf genommen weihen. 2luf deutscher Seite sind zunächst Berlin, H a m • burg und Frankfurt«.M., auf amerikanischer öette alle Orte der Vereinigten Staaten und der Insel Kuba zugelaffen. Die Gebühr für ein gewöhnliches Dreiminulengespräch zwischen Deutschland und der amerikanischen Zone I beträgt 330 Mk., für jede weitere Minute 110 Mk., Gespräche mit den übrigen amerikanischen 3onen kosten 12 Mk. je Zone mehr. Die Gespräche werden zweckmäßig an dem Vortage oder so früh wie möglich an dem Tage angemeldet für den sie gewünscht werden. Verbindungen werden vom 11. Februar ab täglich zwischen 13.30 und 24 Uhr hergestellt. Bandenüberfall auf polnische Güler. 3n der Nähe von Lemberg hat sich Montagnacht ein blutiger äleberfall ereignet, dem im ganzen sieben Personen zum Opfer gefallen sind. Am späten Abend langten auf einem kleinen Vorwerk, das ein ehemaliger Hauptmann bewirtschaftet, vier Herren, elegant gekleidet, in einem Auto an, das sie für reparaturbedürftig erklärtem Sie baten um Nachtquartier. Der Hauptmann nahm zwei von ihnen auf und brachte zwei andere bei seinem Gutsnachbar unter. Bald nach dem Schlafengehen bemerkte er seine beiden Gaste in seinem Schlafzimmer. Auf feinen Anruf, stehen zu bleiben und die Hände hoch zu heben, zogen sie Revolver, wurden aber durch den schnelleren Gutsherrn sofort nieder geschossen. Der geistesgegenwärtige Mann eilte dann sofort zu seinem Nachbarn, um diesen vor einem ähnlichen üleberfall zu bewahren, kam aber bereits z u s p ä t. Der zweite Gutsbesitzer, seine Frau und seine Tochter, lagen in ihrem Blute. Auf einem Schleichwege lief der Hauptmann in seine eigene Besitzung zurück, toeil er annahm, daß nunmehr die beiden anderen Banditen hierher kommen würdem Er täuschte sich auch nicht. Die beiden schlichen sich kurz darauf an seine Wohnung heran, wurden aber ebenfalls von ihm n i e d e r ge s ch o s s en. Auffindung eines Teils der Bibliothek Newtons. Die Bibliothek Newtons, oder wenigstens ein leit davon, der bisher als verloren galt, ist in einem Prwathaus in Glucestershire entdeckt worden. Es handelt sich um mindestens 500 bis 600 Bände. Anfall des Fakirs Blacaman im Zirkus Busch. _ Bei einer Vorstellung im Zirkus Busch wollte der tfafir Blacaman, nachdem er bereits Hühner, Kaninchen und einzelnen Löwen in kataleptischen Zustand versetzt hchte, fünf wild gemachte Loroen gleichzeitig hypnotisieren. Hierbei erhielt er von einem Löwen einen Tatzen- l) ieb am linken Unterschenkel, der den Nerv traf und Blacaman so schwer verletzte, daß er seine Vorführungen abbrechen mußte. Die letzte Beteranin von 18070/71 gestorben. 3n dem Niederlahnstein benachbarten Frücht ist die letzte noch bekannte Veteranin aus dem Kriege 1870/71 gestorben. Es war die 78jährige Henriette Eppstein geb. Metz, die während des Feldzuges auf den Schlachtfeldern' i m Dienste des Roten Kreuzes tätig war und für ihre heldenhafte Taten eine ganze An- Zahl Auszeichnungen und Anerkennungen erholten hatte. Neuer Pfandleiheskandal in Berlin. Bei der Staatsanwaltschaft beim Landgericht 11 schwebt ein Verfahren gegen einen Pfandleiher im Zentrum Berlins, der sich ähnlicher Betrügereien schuldig gemacht hat, wie der Inhaber des Allgemeinen Lombard- und Lagerhauses Bergmann. Er suchte durch Anzeigen Geldgeber und hängte den sich meldeten Leuten als Sicherheit für ihre Einzahlungen völlig wertlose Waren an. Gegen ihn von den Gerichten erlassene Arreste blieben erfolglos, da sich herausstellte, daß alles auf dem Namen seiner Frau steht. Wiederholt waren gegen den Pfandleiher Haftbefehle erlassen worden, doch verstand er es, sich in jedem Falle geschickt der Festnahme zu entziehen. Der Fall erregt um so größeres Aufsehen, als es sich diesmal um einen staatlich konzessionierten Pfandleiher handelt. Nach der »Voss. Ztg." handelt es sich bei dem neuen Berliner Pfandhausskandal um unreelle Machenschaften des Pfandleihers Bernhard Winter, in Firma „Winter konzessioniertes Leihhaus", in der Friedrichstraße 23£. Bei den Polizeibehörden haben sich bisher etwa 100 Personen gemeldet, denen Winter entweder wertlose Pfandscheine verkauft, oder denen er unter Vorspiegelung falscher Tatsachen größere Beträge zur Führung seines Geschäftes entlockt hat. Winter^ ließ die Konzession auf feine Ehefrau übertragen und arbeitete als „Geschäftsführer" mit einem so niedrigen Gehalt, daß alle Pfändungen frucht- I o s verliefen. Nach dem Muster Beramanns inserierte Winter in Berliner Tageszeitungen und suchte „Spareinlagen", die er mit 24 bis 36 v. H. zu verzinsen versprach. Der Umfang, Öen die Betrügereien Winters angenommen haben, wird von den Polizeibehörden augenblicklich noch nachgeprüft. Gegen den Inhaber eines Lombardhauses in der Potsdamer Straße sind bei der Kriminalpolizei zahlreich« Anzeigen wegen Untreue ein- gelausen. Die Anzeigen erscheinen so begründet, daß die Kriminalpolizei sich entschlosien hat, das gesamte Material der Staatsanwaltschaft zu unterbreiten, die über die zu ergreifenden Maßnahmen zu entscheiden hat. Ferner sind mehrere Anzeigen bei der Kriminalpolizei eingelaufen, die einem der größten Lombardgeschäfte im Zentrum Berlins, das durch seine aufdringlich« Reklame viel von sich reden machte-, ähnliche Betrügereien vorwerfen. Raubüberfall im Südosten Berlins. Degen 121/, Uhr wurden die Bewohner eines Hauses der Tempelherrenstraße im Südosten der Stadt durch gellende Hilferufe alarmiert. Man fcmd die JnhaberineinesKonfitüren- und Zigarren ladens, eine 6j Jahre alte Frau Priegnih, blutüberströmt mit schweren Kopfverletzungen an der Treppe ihres im Keller liegenden Geschäftes auf. Polizei und F.merwehr brachten sie ins Krankenhaus, wo sie noch vernehmungsunfähig öamieöerHegt. Die Beamten des Raubdezernates der Kriminalpolizei unter Leitung des Kommissars Werneburg stellten fest, daß im Laden und in der angrenzenden Wohnung ein Kampf zwischen der Frau und dem Täter stattgefunden hat. Der Räuber hat die Frau anscheinend überfallen und nie- derges chlagen, während sie sich anschickte, ihn zu bedienen. Was geraubt wurde, lann erst festgestellt werden, wenn die UeberfalLme sich wieder erholt hat. Oie Wetterlage. Baren-lns.- ■Seydlsf. •Ualdersund- 8 w 32 Wttrvocfi' den & Febr. 1926. (habendfr K05t-^ zzzf 1^83? €> wolkenlos <9 netter. * Schnee oGraupein. B Nehet 'ROewit’er.©Windstille. O-< seht leichter Ost -nissiger Südsüdwest q, stürmische« «ordwesl Oie Pfene fliegen mit dem windt Ole oei den Stationen stellenden Zahlen gehen die Temperatur an. Ole Limen verbinden Orte mit «eichet» auf Mecresnivea” umaerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Westströmung hat weiter angehallen und bas milde Wetter mit vereinzelten leichten Niederschlägen fortbestehen lassen. Da nun Luftmassen polaren Ursprungs, die bereits über dem Ozean erwärmt tour» den, folgen, werden auch bei uns wieder die Temperaturen sinken, jedoch noch nicht unter den Gefrierpunkt zu liegen kommen. Dabei bleibt vorläusig das veränderliche Wetter erhalten. Wechselnde De- wölkung mit Aufheiterung und nur strichweise geringe Niederschläge sind zu erwarten. WettervoraussagefürFreitag: Wechselnd wolkig, Rückgang der Temperaturen, meist trocken. WitterungsaussichtenfürSamstag: Zeitweise bewölkt und Temperaturen nachts um Null. Lufttemperaturen am 8. Februar: mittags 6 Grad Celsius, abends 6,5 Grad Celsius; am 9. Februar morgens 4,1 Grad Celsius. Maximum 6,7 Grad Celsius, Minimum 3,1 Grad Celsius. — Erd- temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 8. Februar: abends 2,8 Grad Celsius; am 9. Februar: morgens 2,6 Grad Celsius. — Niederschläge: 0,1 Millimeter. Wintersport im Vogelsberg (hoherodskopf): Südwestwind; Wetter: neblig; Temperaturen —1 Grad Celsius; Schneehöhe: 20 Zentimeter; Sportmöglichkeit: ziemlich aut. Aus -er Provinzialhauptfia-t. Dießen, den 9. Februar 1928. Der Serumkrieg gegen die Diphterie. ömtl v. Behring gelang es im Jahre 1864, durch die Entdeckung des Diphtherie- Serum- eine wertvolle Waffe für den Kampf mit der Diphtherie zu geben. Dieses Hellserum wird bekanntlich im allgemeinen vom Pferd gewonnen und enthält fix und fertig die Schuh- unb tzellstoffe. die sonst der kranke Körper im Kampf mü dem Krankheitsgift erst mühsam zu bilden gezwungen ist. Die Einspritzung muh von einem Arzte vorgenommen werden, und wirkt, wie der Reichsausschuh für hygienische Volks- delehruna bekundet, in der großen Mehrzahl der gälte lebensrettend. Wenn trotzdem Todesfälle oder Rachkrankheiten, wie Lähmungen, auftreten, so finb diese keineswegs auf das Konto der Heilserumeinspritzung zu sehen. Der Heilwert des Serums ist um so gröher, je früher die Einspritzung vorgenommen werden kann. Jede Mutter sollte beim ersten Auftreten von Hals- und Schluckbeschwerden ihrem Kinde in den Hals sehen. Dies geschieht am einfachsten in der Weise, dah man unter guter Beleuchtung bei geöffnetem Munde dem kranken Kinde mit dem Stiel eines Löffels die Zunge herunterdrückt und die zu beiden Seiten des Gaumens liegenden Mandeln besichtigt. Zeigen sich auf diesen weißliche Flecke, dann ist es höchste Zell, den Arzt zu rufen, der durch eine sofortige Serumeinspritzung oft entscheidende Hilfe bringen kann. Aber auch für die übrige Familie kann die Eerumeinspritzuna von grohter Bedeutung fein. Wissen wir doch, dah eine in geringer Dosis vorgenommene Einspritzung von Heilserum bei den mit dem Kranken in innigster Berührung lebenden Familienangehörigen, besonders bei kleinen Kindern, die Ansteckung verhüten kann. Um auch der minderbemittelten Bevölkerung die Segnungen des Serums zugänglich zu machen, hat man z. B. in Berlin Mittel für die unentgeltliche Abgabe von Serum bereitgestellt, und es wäre sehr $u begrüßen, wenn auch andere Städte und Gemeinden diesem Beispiel folgen würden. Während in Deutschland die Einspritzung noch in daS Belieben des einzelnen gestellt ist, geht man z. D. in Amerika mit gutem Erfolg viel schärfer vor. Dort wird jeder Schüler, der nach einer besonderen wissenschaftlichen Untersuchung als diphtherieempfänglich erkannt ist, zwangsweise einer vorbeugenden Serumeinspritzung unterzogen. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, dah sich die Diphtherie nicht nur im Rachen kundaibt. sondern auch in der Rase, namentlich bei Säuglingen. Verbreitung findet die Diphtherie durch Eh- und Trinkgeschirre. Man lasse also Vorsicht walten. Vor dem tödlichen Ausgang der Krankheit schütze man die gefährdeten Kinder und auch Erwachsene durch Anwendung der Hauptwaffe, des Diphtherieheilserums. Daten für Freitag, 10. Februar. Sonnenaufgang: 7.28 Uhr, Sonnenuntergang: 17.04 Uhr. — Mondaufgang: 22.17 Uhr, Mond-- untergang: 9.23 Uhr. 1847: Der Physiker Thoma- Alva Edison zu Milan in Ohio geb. — 1916: Deutsch-englisches Seegefecht an der Doggerbank. — 1918: Rußland beendet den Kriegszustand mit den Mittelmächten. — 1919: Die provisorische Reichsverfassung wird angenommen. — 1923: Der Physiker Wilhelm Konrad Röntgen in München geh. (geb. 1845). Oie SiaßenreinigungS- und Müllabfuhrgebühren. Dor einigen Tagen erschienen in den Anzeigen- spalten unseres Mattes Kundgebungen des M i e • terocreins und des Hausbesitzer-Vereins, die sich mit der Frage beschäftigten, ob die Gießener Mieter verpflichtet seien, die Straßenreinigungs - und Müllabfuhr- gebühren mit zu zahlen, und zwar auch rückwirkend. Diese Auseinandersetzung der beiden Vereine hat in der Bürgerschaft vielfach Beunruhigung hervorgerufen, die sich in Anfragen an uns nach dem wirklichen Sachverhalt äußerte. Wie wir auf unsere Erkundigungen jetzt erfahren, sind zur Zeit vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft in Darmstadt aus Erhebungen in dieser An- gelegenheit im Gange. Sobald die Untersuchungen des Ministeriums abgeschlossen sind, was voraus- sichtlich in nächster edufnmtwörmfla1che" ist boo einfachste Mittel zrrni Dorbeugen bei Erkältungen, gegen kalte flühe, SRfrcumatlemu» nnb andere Übel. Warme heilt. Dotieren Sie: Eine „Ijcelftote Dummiwärmflaiche" laufen 1 Emil Weber, Pfarrer und Frau Gertrud geb. Küchler geben ihre Vermählung bekannt Holzheim Darmstadt Kreis Gießen Roquetteweg 6 den 9. Februar 1925 ■ ■um HUHU t,t„ ■■■■.■■ ri---TttTt tu. | Hans Joachim | Oie glückliche Geburt ihres Stammhalters zeigen an r Otto Moser und Frau Gießen, den 5. Februar 1928 r 01013 Die Zeit kommt heran, wo auch Sie daran denken sollten, Ihren Bedarf an Gute Derdienstmöglichkeit in Stadt und Land bieten wir vensiouierten oder abgebauten Eisenbahn-. Post-, Finanz-Beamten oder -Angestellten, Lehrern, Brivatangestclltcn ufro. Gest. Angebote erbeten an die Bayerische Bcamtenversichernngs-Anstalt,P.a.G. BezirkSdirektiou z« Darmstadt, Liebigstraße 7 1496D Sämereien fürGarten u. Feld zu bestellen Fordern Sie noch heute meinen neuen Prachtkatalog an; derselbe wird Ihnen kostenlos übersandt Heinrich Hahn Gemüse-, Blumen- und landwirtschaftliche Samenhandlung Bahnhofstraße Ecke Wolkengasse Telephon 1403 [ Verkäufe | 1169a IBtikoltloreaschine, 1 Farbmtlhle, 430 mm, 1 LacksehütteliaD, 1 Laekkeisei, fahrbar, 1 Mehlmiach- masehine, 1 Wasser- basaln, 4mal 1, 7mal 1.7 m, 1 55-PS-Motor, Drehstrom, 220 380 Volt, 1 3-PS-eiolch- strommotor, 220 Volt, 1 0.5'PS-Gloichstrom- motor, 220 Volt, 20 große Tontiegel, ea. 300 kg Bohhars. Gest, fcbr. 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Vielleicht hatte gerade die jahrelange jeste und innige Freundschaft mit Dietwart von Schätzer unbewußt feine Ueberzeugung und seine Neigung zum Deutschtum befestigt. Bei Melusine eber hatte — im Gegensatz zur Baronin Helene, die, gebeugt durch ihre frühe Witwenschaft, sich immer mefjr neutral zwischen den Gegensätzen gehalten, — 2er Einfluß der Grandmama in vollstem Bewußtsein und mit überzeugtem Zielbewußtsein gewirkt — ^ahr um Jahr, unablässig, abwartend und doch nicht die zurückliegende Zeit geltend gemacht. Das Arbeitsgericht Münster unö das Landesarbeitsgericht daselbst, dieses als De- rufungsinstantz, hatten die Ansprüche der Angestellten anerkannt urrd entschieden, daß ein Verzicht auf das Tarifgehalt nicht möglich sei, da mit der Möglichkeit eines derartigen Verzichtes das Prinzip der Tlnabdingbarkeit des Tarifvertrages sre gegeben würde. Nunmehr hat das Reichsarbeitsgericht die von der Dank eingelegte Revision zurückgewiesen. Diese Entscheidung- der höchsten Instanz im arbeits- aerichtlichen Prozeßverfahren ist von grundsätzlicher Bedeutung und höchster Wichtigkeit, zumal die nun endgültig geklärte Frage bisher in Schrifttum und Rechtsprechung stark umstritten war. Kinderheilstätte Winterkasten. Die von dem Hess. Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein) errichtete Kinderheil st ätte b e 1 Winter» kästen i. O. nähert sich ihrer Vollendung. Ihre Inbetriebnahme ist für Anfang März vorgesehen. Sie nimmt — wie man uns schreibt — Kinder bis zum 15. Lebensjahre auf, und zwar nicht nur an Lungentuberlull>se erkrankte Kinder, sondern auch solche, die an Knochen-, Drüsen-, Kehllopftuberiulo'e ufw. leiden. Die Heilstätte, die der Leitung eines anerkannt tüchtigen Facharztes unterstellt wird, ist mit allen modernen Heilfaktoren ausgestattet. Sie nimmt insbesondere auch solche Kinder auf, die chirurgischer Behandlung bedürfen. Der Pflegesatz ist mätzig gehalten und wird in Bedürftigkeitsfällen zu zwei Drittel von der Landesversicherungsanstall und dem Landesverband getragen, während die zuständigen hessischen Kreis- und Wohlfahrtsämter nur ein Drittel auszubringen haben. Schon jetzt können Gesuche um Aufnahme bei der Landesversicherungsanstalt, die die Einweisung besorgt, eingereicht werken. Dem Gesuck; ist ein ärztliches Zeugnis beizulegen. in dem die Krankheit genau beschrieben ist. 2) e Heilstätte nimmt auch nichthessische Kinder auf, für die aber keine Preisermäßigung gewährt wird. " Ernannt wurden der Schulamtsanwärter Georg Schädel aus München zuin Lehrer an der Volksschule zu Treis a. Lda., Kreis Gießen: der Schulamtsanwärter Adolf Etz aus Mainz zum Lehrer an der katholischen Volksschule zu Herbstein, Kreis Lauterbach; die provisorische technische Lehrerin an der Mädchenfortbildungsschule zu Lauterbach, Eva Friedmann, geb. Pfündel, zur technischen Lehrerin an diese Schule. ’* Erledigte L e h r e r st e l l e n. Im Kreise Lauterbach sind erledigt: Eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer in Angersbach, Dienstwohnung wird bis Ende des Schuljahres frei; — eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer in Bannerod, Dienstwohnung vorhanden; — eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer in Heisters, Dienstwohnung vorhanden; — eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer in Pfordt; — eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer in Uellers- Hausen, Dienstwohnung wird bis Ostern frei; — eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer in Grebenhain, Dienstwohnung nicht vorhanden; — eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Ober- Wegfurth, Dienstwohnung ist vorhanden und kann alsbald bezogen werden. ** Auf trieb a u f dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 1034 Kälber, 317 Schüfe, 626 Schweine. Preußen. Marburg baut ein Hattenschwirnni- und ein Gommerbad. ][ Marbu rg, 8. Febr. Die Pläne zur Errichtung eines Hallenschwimm-, sowie eines Sommerbades haben nunmehr greifbare Gestalt angenommen Das Hallenschwimmbad soll im Garten des Elektrizitätswerkes, gegenüber der Universität, mit einem Kostenaufwand von etwa 500 000 Mark erbaut werden. Bekanntpassiv. — Gerade wie die geheim geschürte Propaganda Frankreichs das Elsaß nie innerlich sich entgleiten, nie innerlich zur Ruhe kommen ließ! Jetzt aber rissen die Zwiespältigkeiten rings zu harter Dissonanz auf. Die einheimischen elsässischen Kreise zogen tiefe, herbe Trennungsstriche zwistyen sich und den deutschen Kreisen. Die Kluft, die sich während der Kriegsjahre aufgetan unb langsam und ständig erweitert hatte, wuchs nun zu unüberbrückbaren Dimensionen. Hatte Melusine jetzt die Konsequenzen der ganzen Ereignisse in ihrer Rückwirkung auf ihr eigenes Leben gezogen, so nahte sich auch für Raymond die Stunde dcs Entschlusses. Sie nahte mit Gefühlen tiefster Bitterkeit und der Erknntnis herber Notwendigkeiten. Er fühlte, wie er sich ans seiner eigenen Familie gleichsam herausschälte. Die stolze, aufrechte Grandmama in Gemeinschaft mit ihrem Sohne Camille und ihrem Enkel Alceste gewann jetzt die Oberhand! Melusine neigte ihr zu und führte einen Franzosen als künftigen Gatten in ihre Familie. Alceste heiratete in Bälde eine Mühlhausener Fabrikanten- tochter aus reinstem chauvinistisch-französischem Fahrwasser. Baronin Helene, seine Mutter, würde im besten Falle ihre Neutralität weiter hochhalten und deren Anerkennung verlangen. Und Raymond selbst? Er, ein Zwitterding in diesem engen Familienkreise? Am andern Morgen brach er zeitig auf, um Dietwart aufzusuchsn. Er schritt dem neuen Stadtteile zu, der sich unter der deutschen Herrschaft in stattlichen öffentlichen Gebäuden, breiten, baumbepflankten Straßen und schönen, modern angelegten Häusern außerhalb der niedergelegten alten Festungswälle zum Orangerie-Viertel hinzog. Ein ebenso verödetes Bild wie Die jetzt vereinsamt daliegende deutsche Universität bot jetzt der neue Stadtteil, in dem überwiegend deutsche Familien aus den Offiziers-, Beamten- und Unioerfitätskreisen wohnten. Ein Möbelwagen nach dem andern war noch während der Verhandlungen des Waffenstillstandes vor die Häuser gerollt und hatte den Hausrat derjenigen deutschen Familien fortgeschafft und über den Rhein nach Baden gebracht, die so klug gewesen waren, in die Zuverlässigkeit und anständige Gesinnung der Franzosen trotz der politischen Versprechungen größtes Mißtrauen zu setzen, und es vorzogen, die bisherige Heimat hier, die liebgewordene, unter dem Zwange neuer Verhältnisse zu verlieh haben der Staat gelegentlich des Universitäts- jubiläums zu dieser Bausumme bereits 150 000 Mark und der Vorsitzende des Universitäts- bundes Marburg, Geh. Reg.-Rat H a e u f e r (Höchst), 200 000 Mark zur Verfügung gestellt. Das neue Sommerbad soll auf dem neben dem Univerfitätsstadion von der Stadt erworbenen Gelände mit einem Kostenaufwand von 93 000 Mark erbaut werden. Das zum Bau dieser beiden Bäder noch fehlende Geld in Höhe von 243 000 Mark wurde in der gestrigen Stadtverordnetensitzung fast e i n st i m m i g bewilligt. Cs soll durch günstige Anleihen von Ortskrankenkasse und städtischer Sparkasse gedeckt werden. Das Projekt des Hallenschwimmbades, welches ein den Vorschriften der Sportbehörde entsprechendes Schwimmbassin von 10 x 25 Meter Größe und 24 Wannen- und medizinische Bäder umfassen soll, ist unter Leitung von Prof. Meißner (Darmstadt) entstanden. Die jährlichen Gesamtausgaben (Zinsen, Betriebs- und Personalunlösten) sind mit 73 000 Mark, die Einnahmen mit etwa 72 000 Mark veranschlagt. Das Sommerbad soll enthalten ein 1000 Quadratmeter großes Schwimmbecken, 500 Quadratmeter großes Becken für Nichtschwimmer, 200 Quadratmeter großes Planschbecken, sowie Spielwiese, Sonnenbad usw. Hier sind die jährlichen Ausgaben aus etwa 16 000 Mark, die Einnahmen aus 19 800 Mark veranschlagt. Das Sommerbad soll bereits bis zur kommenden Badesaison fertig- gestellt sein. Mit der Genehmigung dieser beiden Bäder geht ein lange gehegter Wunsch weiter Kreise der Marburger Bevölkerung in Erfüllung. Kreis Wetzlar. El Aus dem Kreise Wetzlar, 8. Febr. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirke des Arbeitsamtes Wetzlar hat auch im Laufe des Monats Ianuar wiederum eine Steigerung erfahren, die in der Hauptsache auf die Landgemeinden des Kreises entfällt. Während in der allgemeinen Arbeitslosenversicherung zu Beginn des Monats 1397 Haupt- Unterstützungsempfänger mit 765 Frauen und 1433 Kindern unterstützt wurden, betrug die Zahl der Unterstützten am Ende des Monats 1661 Hauptunterstützungsempfänger mit 826 Frauen und 1503 Kindern. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar: 256 Hauptunterstühungs- empsänger mit 133 Frauen und 229 Kindern, auf die Landgemeinden des Kreises: 1076 Hauptunterstützungsempfänger mit 573 Frauen und 987 Kindern und aus die zu dem Arbeitsamt gehörigen Gemeinden des Kreises Biedenkopf: 329 Hauptunterstützungsempfänger mit 120 Frauen und 287 Kindern. Die Zahl der in der allgemeinen Arbeitslosenversicherung beschäftigten Notstandsarbeiter betrug Ende Ianuar 27 gegenüber 1 zu Beginn des Monats. Von den Notstandsarbeiten wurden in der Stadt Wetzlar 12 und in den Landgemeinden des Kreises 15 beschäftigt. In der Krisenfürsorge wurden Ende Ianuar 139 Hauptunterstützungsempfänger mit 86 Frauen und 155 Kindern unterstützt, gegenüber 128 Haupt- unterstühungsempfängern mtf 88 Frauen und 162 Kindern zu Beginn des Monats. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 68 Haupt- unterstühungsempsänger mit 38 Frauen und 67 Kindern, auf die Landgemeinden 68 Haupt- unterstützungsempfänger mit 47 Frauen und 82 Kindern und auf die BiedenkopfschenGe- meinöen 3 Hauptunterstühungsempsänger mit 1 Frau unö 6 Kindern. Notstandsarbeiter wurden in der Krisenfürsorge im Monat Ianuar nicht beschäftigt. ~ Krofdorf, 8. Febr. An der hiesigen Volksschule ist die zweite Lehrer- st e l l e zu besehen. Die Stelle ist ausgeschrieben. <5 Krofdorf, 8. Febr. Nachdem man nach der Errichtung einer Autoverbindung von Gießen nach Krofdorf auf eine andere Dienst- einteilung des Postboten hoffte, ist dies gerade umgekehrt. Sind doch in unserem Dorfe vier Brieffasten angebracht, von denen der eine nur bei jedesmaligem Abgang der Postsendungen geleert wird, in Öen übrigen örei Kasten öie Postsachen aber einen vollen Tag schlummern können. Die Zustellung der Postsachen läßt auch sehr zu wünschen übrig. Linser etwa 2000 Einwohner zählendes Dors, wozu noch der Gleiberg lassen. Jetzt, seit die Franzosen in der Stadt saßen, mären schier unübersteigliche Schranken zwischen den beiden Rheinufern gezogen worden. Die französischen platten Stahlhelme hielten 'Posten an der Rheinbrücke. Niemand mehr kam aus dem Elsaß heraus, geschweige denn Familien mit Hausgerät. eein Freund öffnete ihm selbst die Wohnunastür auf sein Läuten. Sofort fiel Raymond das verstörte Gesicht des andern £uf. Er schrieb es noch dem Eindruck öer gestrigen Auseinandersetzung mit Melusine zu. Aber Dietwart zog ihn sogleich in sein Zimmer, das neben der Entreetür lag, und sagte, bevor er ihn 3um Sitzen nötigte: „Wie lieb ist es mir, daß du kommst, Raymond! Wir müssen Abschied von einander nehmen! Auch uns hat ein Ausweisungsbefehl getroffen! Morgen früh haben wir an der Rheinbrücke anzu treten!" Raymond prallte zurück. Ihm war, als fei ihm ein Schlag ins Gesicht versetzt. Er suchte nach Worten, um nach Zusammenhang von dem allen zu fragen. „Als ich aeftern abend von euch zurückkam, lag der Ausweisungsbefehl hier auf dem Tisch. Ein französischer Gendarm hatte ihn überbracht. Du kannst nachher selbst den Wortlaut dieses glorreichen Schriftsatzes der französischen Republik lesen! Wie, nach den Gründen fragst du? Gründe sind keine angegeben. Die braucht der französische Sieger nicht." „Aber in den Bedingungen des Waffenstillstandes hat doch Frankreich unterschrieben: Leben und Eigentum der Einwohner der yi besetzenden deutschen Gebiete zu schonen und zu schützen! Heißt man das in die Praxis umsetzen, wenn man deutsche Bürger binnen sechsunddreißig Stunden ohne Grund über die Grenze abschiebt —? Ist es euch denn möglich, binnen dieser kurzen Frist einen Möbelwagen zum Transport für eure ganze Ein richfamg zu bekommen?" In den blauen Augen von Dietwart flammte es auf. „Das alles müssen wir hier lasten! Es wird nur jedem gestattet, vierzig Kilo Gepäck mitzuneh- men. So viel, wie jeder vielleicht selbst in zwei Handtaschen mitschleppen kann. Und an Geld jeder bare eintausend Mark! Alles anders Vermögen wird hier beschlagnahmt und muß Zurückbleiben?' Raymond versagten die Worte den Dienst. Er starrte Dietwart ins Gesicht. Tiefe Schatten lagen unter seinen Augen. So eingefallen, so vergrämt, so erschöpft waren die Züge des Freundes wie da- unö das Forsthaus Waidhaus gehören, wird nur von einem Postboten versehen. O Odenhaufen, 8. Febr. Die an der hiesigen Volksschule freie erste Lehrerstelle ist nunmehr zur Besetzung ausgeschrieben. Für die Stelle ist die Befähigung zum Orgelspiel erforderlich. Eine Dienstwohnung für einen verheirateten Lehrer ist vorhanden. -6- Lützellinden, 8. Febr. In diesen Tagen haben die Holzfällungsarbeiten in dem in der Gemarkung Großen-Linben gelegenen Markwald der hiesigen Gemeinde ihr Ende erreicht. Da im Winter 1925'26 in diesem Walde durch Windfall großer Schaden entstanden ist, muhte der Einschlag auf beschränkter Höhe gehalten werden. Die Versteigerung des Holzes soll in Kürze stattfinden. Unter den Holzhauern befanden sich auch eine Anzahl Erwerbslose, die nunmehr wieder der allgemeinen Erwerbslosenfürsorge zur Last fallen. Die Holzfällungen in dem auf preußischem Gebiete gelegenen Oberwald der Gemeinde sind noch in vollem Gange. — Am Sonntagabend veranstaltete der hiesige Männergesangverein in der Gastwirtschaft Franz seinen dieswinterlichen Unterhaltungsabend. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Vereinsvorsihenden wechselten gediegene musikalische Darbietungen mit vorzüglichen Gesangsvorträgen, worauf die Aufführung eines Theaterstückes folgte, wobei die Mitwirkenden ihr Bestes gaben und durch reichen Beifall des Publikums belohnt wurden. Der Männergesangverein besitzt in seinem derzeitigen Dirigenten, Herrn Leib (Gießen), einen sehr tüchtigen Leiter, was die jetzigen hervorragenden Leistungen des Vereins erneut zeigten. Im vorigen Iahre konnte der Verein auf sein 50- jäl riges Bestehen zurückblicken, aus welchem Anlaß er von der preußischen Regierung mit der Staatsplakette ausgezeichnet wurde. Der Verein besitzt gegenwärtig eine Stärke von etwa 80 Mitglieder, wovon nahezu 50 Sänger sind. <> Hörnsheim, 8. Febr. Am 1. Iuli findet hier ein Kreis-Iünglings- und Posaunenfest für Öen Kreis Wetzlar statt. <ö> Hochelheim, 8. Febr. Am 8. Iuli findet hier ein Kreisfest des Verbandes der evangelischen Iungfrauenver- e i n e des Kreises Wetzlar statt. Kreis Usingen. — I— Cleeberg, 8. Febr. Dieser Tage fand im hiesigen Gemeindewold die erste diesjährige Brenn - und Autzholzver steig e- rung statt. Durch die Anwesenheit zahlreicher auswärtiger Bieter wurden die Preise in die Höhe getrieben. Es kosteten je Raummeter: Bu- chen-Brennscheit 17 Mk, Duchen-Brennknüppel 15 Mk., Eichen-Nuhscheit 11 Mk., Eichen-Nuh- knüppel 8 Mk., Eichen-Brennholzlnüppel 7 Mt., Kiefem-Rundscheit (1,50 unö 2 Meter lang) 9 Mk., Kiefem-Reislnüppel 1. Kl. 2,50 Mk., 100 Buchenwellen 20 Mk., 100 Gichenwellen 22 Mk. Fichtenstangen kosteten je Stück 1. Kl. 2—3 Mk., 2. Kl. 2 Mk.. 3. Kl. 0,80—1— Mk.. 4. Kl. 0,20 Mark. Kreis Westerburg. WSN. Kölbingen, 8. Febr. In der hiesigen Gemarkung hat man Platten-Basalt- vorkommen festgestellt. Nach Gutachten von Sachverständigen handelt es sich um besten W e sterwälder Basalt. Don der Gemeinde ist beabsichtigt, das Gelände an eine leistungsfähige Firma zu verpachten. Maingau. WSN. Hanau, 8. Febr. Der jetzt der Stadtverordnetenversammlung zugegangene Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1928 schließt in Bruttoeinnahme und -ausgabe mit 1 1 5 3 5 2 6 6 M k. unö in Nettoeinnahme unö -ausgabe mit 8 580 916 Mk. ab. Der außerordentliche Etat schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 7 969 SSO Mk. ab. Der Etat sieht die Erhöhung ber Grundvermögenssteuer, des Zuschlags zu den ©runöbeiträgen der Gewerbeertrags- fteuer, des Zuschlags zu Öen ©runbbeiträgen öer Gewerbekapitalsteuer unö öer Hundesteuersähe vor. Dagegen soll ber Gaspreis von 22 auf 20 Pf. gesenkt werben mals, als er mit seiner schweren Verwundung, schwer erschöpft von tagelangen furchtbaren Kämpfen, ins Lazarett eingeliefert worden war. Welch eine Härte des Schicksals! Noch zerwühlt und gekränkt durch die Trennungsstunde von Melusine, traf ihn bei seiner Rückkehr nach Hause dieser ?nt- scheidungsoolle Ausweisungsbefehl, der ihn hier entwurzelte, der ihm feine Heimat nahm! „Und gibt es gar keine Möglichkeit, gegen die Anordnung zu protestieren, Dietwart?" „Keine. Mein Vater ist höherer Beamter in der Verwaltung. Die deutsche Verwaltung ist hier von den Franzosen aufgelöst. Die deutschen Beamten sind hier jetzt im Lande unwillkommene und überflüssige Boches. Also — schiebt man sie allesamt so schnell wie möglich über die Grenze, — nach französischer Logik! Wir haben schon die ganze Nacht gepackt, denn wir müssen unsere Einrichtung irgendwo unterstellen, weil unsere Wohnung einem französischen Dffi.jier freigemacht werden muß. So ist.." Er brach ab und horchte auf. Draußen hatte die elektrische Glocke am Eingang angeschlagen. Wer kam? Irgendein neuer unerwarteter Befehl? Irgendeine neue unerwartete Schikane der französischen „Sieger und Herren" hier? Es klopfte. Dietwart schritt zur Tür. Das Dienstmädchen meldete ihm, eine junge Dame sei im Entree und wünsche ihn zu sprechen. Beide Freunde wechselten einen fragenden Blick. Wer mochte es sein? Er verließ das Zimmer. Draußen streckte ihm eine hohe Mädchengestatt die Hand entgegen. Er forschte im grämlichen Grau des Dezembermorgens im Vorflur nach den Gesichtszügen. „Sie erkennen mich nicht gleich, weil ich heute nicht in Schwefternkleidung bin, nicht wahr, Herr von^Schölzer ...?" „Schwester Wendula!" Seine Stimme hatte heute zrim ersten Male einen froheren Klang. „Wie schön, Schwester Wendula, daß Sie kommen und rach uns sehen! Sonst hätten wir uns am Ende gar nicht mehr wiedergefehen ..." „Wissen Sie es schon? Wer hat es Ihnen gesagt? Aber ich wollte mcht aus Straßburg Weggehen, ohne doch wenigstens noch einmal flüchtig die Hand gedrückt zu haben, Herr von Schätzer, und Ihnen Grüße für Ihren Freund aufzutragen — (Fortfetzung folgt.) Wirtschaft. Fried. Krupp A. &. in Essen. Die Fried. Krupp A.G. in Essen baut zur -Zeit, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, neue elektrische Lokomotiven, die auf diesem Gebiet einschneidende Veränderungen hervorzi^ rufen geeignet sind. Aeußerlich unterscheiden sich die neuen Lokomotiven von den bisherigen nicht, ihr Motor aber arbeitet nach einem vollkommen neuen, von Dr. Schön bei der Fried. Krupp 21. G. entwickelten System. Während die bisherigen elektrischen Lokomotiven nur durch transformierten 162/s Periodischen Wechselstrom angetrieben werden, gestattet es die neue, eigenartige Konstruktion der Motore bei den Kruppschen Lokomotiven, den 50 periodischen Wechselstrom, so wie ihn die Kraftwerke erzeugen, zu verwenden. Die Bahnanlagen können auf diese Weise an jede beliebige Zentrale angeschlossen werden, und der Vau von Transformatoren für Vahnverteilungsleitungen und Unterstationen wird gespart. Die hierdurch erzielte B a u - kostenverrinaerung beträgt 25 b i s 30 Proz. Die Konstruktion nimmt ihren Aus- gang von dem einphasigen Induktionsmotor. Durch Einführung einer im Luftspalt zwischen Ständer und Läufer rotierenden Kurzschlustent- Wicklung werden die Feldpulsationen beseitigt, und der neue Motor erhält die Betriebseigenschaften der altbewährten Drehstrommotore. Bor allem fallen die Kollektoren hierbei fort Die neue Lokomotive ist für Rangierzwecke gebaut. Sie wiegt 48 Tonnen und hat zwei Motore von je 300 P. S.. Die Geschwindigkeit ist dem Verwendungszweck entsprechend gering: Maximum 12 Kilometer, aber die Zugkraft ist mit etwa 12 000 Kilogramm normal. Wirtschaftlichste Leistung wird bei 6 bis 12 Kilometer Geschwindigkeit erreicht. 2ln der weiteren Durchbildung waren beteiligt außer der Firma Fried. Krupp als Erbauerin der Motore die Firma Garbe- Lohmeyer & Co. in Aachen und Professor P u n g a in Darmstadt. Ein Stück des neuen Typs befindet sich bereits auf einer der 3. ©. Farbenindustrie gehörenden Braunkohlengrube in Merseburg in Betrieb, während die zweite ebenfalls an die I.G. Farbenindustrie geliefert wird. • Preußische Pfandbriefbank. Die Bankhäuser Sam. Montagu & Co. und Singer & Friedländer, London, haben von der Preußischen Pfandbriefbank 6 000 000 Mk. kapitalertragssteuerfreie Iproz. Goldpfandbriefe zum Kurse von 93V- Prozent fest übernommen. Die auf Grund dieser Goldpfandbriefe von den Bankhäusern auszugebenden Zertifikate sind bereits im Wege des freihändigen Verkaufs als dauernde Kapitalsanlage begeben. Die Auflage zur öffentlichen Zeichnung findet infolgedessen in London nicht statt. Der Erlös aus Lluslandverkäu- fen wird ausschließlich zur Darlehensgewährung an die Landwirtschaft verwandt. * Interessenausbreitung des R. W. E. i m Saargebiet. Wie WTD-Handelsdienst erfährt, ist es dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk gelungen, zirka 95 Prozent der Aktien des Elektrizitätswerks Illingen in seine Hand zu bekommen. Das Elektrizitätswerk Illingen wird von dem Saarländisch-lothringischen Elektrizitätswerk beliefert, das nunmehr damit in seinem bisherigen Verbreitungsgebiet dem R. W. E. als OSertragskontrahent gegenübersteht. * Ludwig Loewe L Co. 21.=®., Berlin. Die Generalversammlung der Ludwig Loewe & Co. A.-G., Berlin, genehmigte die Kapitalerhöhung um 5 auf 20 Millionen Mark. Von den neuen 2lktien werden 3 Millionen Qllarf einem Bankenkonsor tium zu 145 Prozent überlassen mit der Maßgabe, den Aktionären das Bezugsrecht im Verhältnis von 5:1 zu 150 Prozent einzuräumen. Die restlichen zwei Millionen übernimmt ein Bankenkonsortium zu 200 Prozent. Rach Mitteilung der Verwaltung hat der Umsatz des abgelausenen Geschäftsjahres 13,5 Millionen, gegen 7 Millionen Mark im Vorjahre, betragen und hat sich vor allem infolge der gut arbeitenden 2luslandsorgani a'ionen auch in den letzten Monaten weiter gehoben. Der gegenwärtige 2luftragsbestand sichert volle Beschäftigung für sechs Monate. Der 2luftrags- eingang ist weiter zufriedenstellend. Lieber die Dividendenaussichten teilte die Verwaltung mit, daß infolge der hohen Steuerlasten nicht mit einer höheren Dividende als im Vorjahre (10 Prozent) zu rechnen sei. * Verein f ü r Chemische Industrie, 21. - G., F r a n k f u r t a. M. 2luf Grund des sehr befriedigenden Verlaufes des Geschäftsjahres 1927 ift wie WTB.-Handelsdienst erfährt, auf das erhöhte 2lktienkapital mit einer wahrscheinlich etwas höheren Dividende (L03. 6 Prozent) zu rechnen. .. • Hollandanleihe der Württemberg ischen Wohnungskreditanstalt. Unter Mitwirkung der Danatbank und der Württembergischen Rotenbank hat ein hollän- dischÄ Konsortium eine 4-Millionen-Goldmark- 2lnleihe in Form von 7prozentigen kapitalertragssteuerfreien Goldhhpothe.enpfandbriefen zu 93,65 Prozent Retto der Würltemkergischen Wohnungskreditanstalt übernommen. Die 2lnleihe wird am Donnerstag, 9. d. M., in Holland zu 96,25 Prozent zur Zeichnung aufgelegt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 9. Febr. Tendenz: eher etwas fester. Das Effektengeschäft bewegte sich weiterhin in a l l e r b e s ch e i d en ste n G r e n z e n , Öa tcy das Privatpublikum immer noch nicht zu einer regeren Teilnahme bewegen läßt, so daß die Spekulation sich in ihrer Enttäuschung darüber ebenfalls zurückhält. Darin wurde sie heute unterstützt durch die i n n e r p o l i t i s ch e n U n st i m m i g k e l t e n , die eine gewisse Beunruhigung heroorriefen. Trotzdem war die Tendenz im allgemeinen eher etwas ester, im Zusammenhang mit dem relativleich- en Geldmarkt. Man verwies ferner auf die lebhafte Nachfrage nach den neuen Reichsbahn-Vorzugsaktien und hofft bei dem starken Interesse von Auslandseite, daß eine nachhaltige Wirkung auf dem deutschen Geldmarkt nicht eintreten werde. So nahm die Spekulation verschiedentlich kleine Deckungskäufe vor, die auf den meisten Markgebieten geringe Besserungen hervorriefen, da sich andererseits kaum Abgabeneigung bemerkbar machte. Gegen die gestrige Abendbörse waren zunächst überwiegend 1—2-v. H.-Kursbesserungen zu verzeichnen. Elektrowerte zogen bei kleinen Umsätzen durchschnittlich um 1 d.S). an. Für Montanwerke war das Interesse etwas reger. Mannesmann plus 1,75 v. $)., Rheinbraun plus 2 v. H. Rheinstahl und Stahlverein blieben jedoch nur behauptet. Banken vernachlässigt und kaum verändert. J.-G.- Farben eröffneten leicht gebessert. Für F r e i g a b e w e r t e erhielt sich einiges Interesse, Hapag und Rordlloi)d je plus 1 o. H., Scheideanstall plus 0,75 v. $)., Holzverkohlung jedoch minus 1 v. S). Bon Bauwerten zogen Heidelberg um 1 v.H. an, Holzmann plus 3,25 v. H. Wayß & Freytag gaben dagegen trotz des in ihrem Börsenprospekt angeführten guten Geschäftsganges leicht nach. Kleyer minus 2 v. H. D e u t s ch e Anleihen fast umsatzlos, Ausländer etwas angeregt. Im weiteren Verlaufe stockte das Geschäft fast vollkommen, man nannte nur wenig veränderte Kurse. Es machte sich v e r st ä r k t e Z u r u ck h a l - t u n g bemerkbar, da der G e l d m a r k t eine A n - span nu ng zeigte. Tagesgeld erhöhte sich auf 6,5 v H Im Devisenverkehr notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,1925, gegen London 20,432. London gegen Kabel 4,8720. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,06, Madrid 28,63. Berlinc. Börse. Berlin, 9. Febr. Wie schon vorbörslich, so war auch das Geschäft zum offiziellen Beginn wieder sehr gering. Die Umsätze hielten sich auch bei den führenden Papieren im Rahmen von 12 Mille. Die innerpolitische Lage und der Metallarbeiterstreik verschärften die an und für sich schon große Unsicherheit, doch wurde die Stimmung später etwas freundlicher, da man mit einer Dis- kontsenkung in England rechnet und diese auch für Deutschland in nächster Zeit erwartet wird. Der Geldmarkt zeigte eine weitere Erleichterung. Tagesgeld stellte sich auf etwa 5,5 bis 7,75 v. H., Monatsgeld 7,25 bis 8,5 v.H., Warenwechsel 6,25 v. H. Im großen und ganzen konnte man zu den ersten Kursen eher eine leichte Verkaufsneigung feststellen, doch schritt die Spekulation in einigen Werten, wie Glanzstoff, Ostwerke und Schullheiß zu Deckungen, so daß bei dem herrschenden Stückemangel geringe Kursbesserungen zu verzeichnen waren. Die Kurse waren meist unverändert, zum Teil ergaben sich Schwankungen um 1 v.H. nach beiden Seiten. Schubert & Salzer verloren 2 v. H. Holzmann und Ostwerke gewannen etwa 3 v. H., Glanzstoff 7 v. H., Spinnerei Hammersen 2 v. H. Deutsche Anleihen kaum verändert. Ausländer ohne Umsätze. Pfandbriefe und Anteile eher angeboten und schwächer. Nach den ersten Kursen konnten einige Werte bis 1 v.H. anziehen. Glanzstoff noch plus 2 v. H. Im weiteren Verlauf wurde es aber wieder ruhig, die ersten Kurse blieben behauptet, nur Rheinstahl und Danat 1 v. H. über Anfang. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 9. Febr. Die Marktlage ist unverändert flau, lediglich Kleie und Mais liegen fester. Weizenkleie zeigt jedoch kein bedeutendes Geschäft und Roggenkleie ist völlig lustlos, da weder Angebot noch Anfrage besteht. Das Mehlgeschäst liegt völlig darnieder, der Preis für Weizenmehl bröckelt mehr und mehr ab. Mais ist sehr fest. Es wurden notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 24,50, Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Prozent Auswuchs 23,25 bis 23,50, Weizen 3, geringe Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit 22,75 bis 23,25, Roggen 24,50, Sommergerste für Brauzwecke 27,50 bis 29,50, inl. Hafer 23,50 bis 24, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50, Mais (gelb) für andere Zwecke 22,75 bis 23,25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36 bis 36,75, Roggenmehl 33 bis 35, Weizenkleie 14,15 bis 14,25, Roggenkleie 15 bis 15,25 Mk. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt, 9. Febr. Austrieb: 1034 Kälber, 267 Schafe, 626 Schweine. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76 Mk.: mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71; geringe Kälber 55 bis 64. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 53; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 49. — Schweine: Bolls le.schige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 58 bis 60; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 57 bis 59; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 56 bis 58 Mk. — Marktverkauf: Geschäft in allen Viehgattungen mittelmäßig und geräumt. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 31. Ian. Gegen zwei Autofahrer wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung verhandelt. Beide Unfälle hatten sich auf der Straße Gießen—Steinbach zwar zu ganz verschiedenen Zeiten, aber fast an derselben Stelle, nämlich am Eingang zur 9. Schneise, ereignet In beiden Fällen fand zunächst je ein Augenscheinstermin am Tatort statt. Im ersten Falle war der Führer eines Lastkraftwagens von der Landstraße aus in die 9. Schneise eingebogen, ohne nach rückwärts durch seinen Beifahrer ein Zeichen geben zu lassen, durch das nachfolgende Fahrzeuglenker rechtzeitig die Absicht des Angeklagten, nach links einzubiegen, erkennen konnten. Der Beifahrer, ein im Autofahren nicht ausgebildeter Arbeitsloser, hatte zwar durch die rückwärtige kleine Scheibe des Führersitzes gesehen. Es wurde aber festgestellt, daß dies nicht genügen konnte, um einen Lieber- blick über die Straße zu erlangen. Denn der hohe Kasten des Lastautos versperrt die Aussicht auf wesentliche Teile der Landstraße. Der Angeklagte hätte darauf dringen müssen, daß der Beifahrer links aus dem Wagen sah, und, falls der Beifahrer noch zu unerfahren hierzu war, eventuell vor dem Einbiegen anhalten und selbst schauen müssen. Der Angeklagte ist ohne Fahrzeichen und ohne sich ordnungsmäßig zu vergewissern, was hinter ihm folgte, kurzerhand plötzlich nach links in die Schneise eingebogen. Ein Motorradfahrer, der gerade das Lastauto überholen wollte, konnte mit diesem Einbiegen nicht rechnen und fuhr gegen das Auto auf. Er trug geringe Verletzungen davon. Wegen fahrlässiger Körperverletzung erhielt der Führer des Lastkraftwagens eine Geldstrafe von 30 M k., evtl, sechs Tage Gefängnis. In dem zweiten Falle hielt ein Lastauto am Eingang der Schneise rechts auf der Straße. Die Fahrer hatten zwei Mädchen ein Stück mit- fähren lassen, die jetzt aussteigen mußten, da sie in der Richtung nach Steinbach wollten und der Lastwagen in die Schneise einbiegen muhte. Das eine Mädchen hatte bereits die Straße überquert und stand auf der gegenüberliegenden Grasnarbe unmittelbar am Kleinpflaster. Der Angeklagte, der sein Personenauto lenkte,- sah dies, erschrak ob des Leichtsinns des Mädchens, das kurzerhand über die Straße gelaufen war, verminderte aber seine recht hohe Geschwindigkeit nur wenig, da er glaubte, es steige jetzt niemand mehr aus. Auch rechnete er damit, daß man das Herannahen seines Autos bemerken werde. Dies war ein Irrtum. Das zweite Mädchen stieg auch noch aus. Das Auto des Angeklagten erfaßte es. Das Mädchen wurde auf den Kühler geschleudert, etwa 20 Meter mitgenommen und fiel dann seitlich zur Erde. Wie durch ein Wunder ist es dem Tode entgangen. Cs trug eine leichte Gehirnerschütterung und sonstige Verletzungen davon und war einige Wochen arbeitsunfähig. Der Angeklagte war viel zu schnell gefahren. Er mußte bei gehöriger Vorsicht erkennen, daß damit zu rechnen war, daß sich neben dem Lastauto Menschen bewegen könnten. Er hat sich deshalb einer fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht. Daran änderte nichts, daß er allem Anschein nach Signale gegeben hatte. Diese waren aber von der Verletzten und von den übrigen Zeugen nicht gehört worden, da der Motor des Lastautos angestellt war. Strafmildernd kam in Betracht, daß auch eine erhebliche Unvorsichtigkeit der beiden Mädchen vorlag, die, ohne sich weiter umzusehen, über die verkehrsreiche Straße gegangen waren und somit eine gewisse Mitschuld an dem Unfall trugen. Die Strafe lautete auf 150 Mk. Geldstrafe, eventuell 15 Tage Gefängnis. Amtsgericht Wetzlar. Q Unter der Anklage des Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz haben sich vier Steinbrecher auS Ebersgöns bzw. aus Oberkleen zu verantworten. Der Sachverhalt ist folgender: Bei einer Revision der Arbeitsstelle der Angeklagten wurde festgestellt, daß Sprengkapseln und Dynamitpatronen teilweise nicht in den dafür vorgeschriebenen Räumen untergebracht, sondern für jeden Arbeiter in dem Betrieb zugänglich waren. Der erste Angeklagte, der als Schießmeister die Verantwortung für die vorhandenen Sprengmittel hatte, gab an, er habe an dem betreffenden Tage den üblichen Tagesbedarf an Sprengstoffen dem Magazin entnommen. Infolge eines Defekts an der Bohrmaschine, den er aber schnell beseitigen lassen wollte, sei er nach Butzbach gegangen und habe in der Eile die Sprengstoffe nicht wieder ordnungsmäßig an den vorgeschriebenen Ort gebracht. Bezüglich des zweiten Angeklagten ergab sich, daß ihn keine Schuld traf, da er zu dieser Zeit nicht mehr auf Schicht war. Der dritte Angeklagte hatte, wie er angab, zufällig die Sprengstoffe entdeckt und wollte nun, obwohl er keine Schietzerlaubnis hatte, selbständig Sprengungen, zusammen mit dem vierten Angeklagten, vornehmen, und wurde nur durch das Erscheinen des Revisionsbeamten daran gehindert. Das Gericht sah nur bei zwei Angeklagten ein Vergehen im Sinne der Anklage als vorliegend an und verurteilte sie zu der Mindeststrafe von drei Monaten Gesäng- n i s unter Bewilligung einer Bewährungsfrist von drei Jahren. Auch müssen sie die Kosten des Verfahrens tragen. Die beiden anderen Angeklagten wurden freigesprochen. Buntes Allerlei. Lin politischer Hochstapler. Ein politischer Hochstapler ist im Gebäude der Regierungskommission in Saarbrücken verhaftet worden. Es handelt sich um den in der Nähe von Budapest geborenen ehemaligen Bankbeamten Paul Kolos, der wegen verschiedener Schwindeleien und Unterschlagungen von den deutschen Gerichten gesucht wird, und auch bereits einmal aus Deutschland ausgewiesen worden ist. Auf dem Arbeitsamt der Rs- gievungskommission stellte er sich als politischer Flüchtling aus Ungarn und Korrespondent erster freigewerkschaftlicher Zeitungen mit Namen Felix Klein vor, als der er bereits von einer hiesigen Gewerkschaft Geld und eine Fahrkarte nach Frankfurt erhalten hatte und bat um eine Stellung als Postbeamter. An Hand des Verbrecheralbums konnte der Schwindler entlarvt und verhaftet werden. Er dürfte nach Leipzig ausgeliefert werden, wo er feine letzten Schwindeleien verübt hat. Außer gewerkschaftlichen Empfehlungen zeigte er auch ein Empfehlungsschreiben des französischen Arbeitsministers vor. Großfeuer in einem amerikanischen Lokomotivschuppen. In Connellsville (Pennsylvania) wurde ein Lokomotivschuppen der Ohio-Eisenbahn mit den angrenzenden Gebäuden durch Feuer zerstört. Der Sachschaden beträgt über 3 Mill. Dollar. Durch den Brand wurden dreißig Lokomotiven stark beschädigt. Die Ursache des Feuers ist unbekannt. Der Brand, der durch starken Wind angesacht wurde, breitete sich schnell auf die Rachbarbauten der Hauptwerkstatt und einen Fachwerkbau, in dem 250 Angestellte beschäftigt waren, aus. Letzte Nachrichten. Mütter Wieland aus der Untersuchungshaft entlassen. Frankfurt a. M., 9. Febr. (W. S. R. Eigener Drahtbericht). Auf Antrag des verhafteten ehemaligen Verwaltungsdirektors der städtischen Bühnen-A.-G. Müller-Wieland, wurde heute früh vor dem Untersuchungsrichter im Wege des Hastprüfungsverfahrens über die Fortdauer der Untersuchungshaft Müller- Wielands verhandelt. Da weder F uchtver- dacht noch Verdunkelungsgefahr besteht, hat der Untersuchungsrichter den Haftbefehl aufgehoben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren Frankfurt a. M | Berlin Schluh- Kurs l'Uhr- 1 Kurs | Sch.uh-, Kur» I Anfang Kur- Datum: 8. 2. 9. 2. 8 2. 9. 2 p/o Dl Beichöanleihe v. 1927 _ - 87,5 — Dt Anl Ablös Schuld mti Auslot -Rechten 51,75 51 85 52 52,1 DeSgl. ohne Äuül.'s -Rechten 15.9 15,9 15.9 15 9 7°/o Arants Hyp-Bi. Ho dvt unlundbar bis i932 93 5 _ _ _ <’/,% Rheinische bvp -Bank 8iqu -Hoidps 82.75 — — — fl te ® ata Borkriegö-Lb dganonen. rudAoblbar 1932 85 — — — 41 . Schwel; Bundcsd.-Anl. »6 _ 4°/o Oesteretchitche Goldrte — — _ 4.20% Oellcrr ich Silberne 4 — 4,25 _ 4 70 Oesterreich eim eil! Rte — — 4°/0 Ungarische Goldrie 24,9 — 25 _ 4°/« Ungarische SiaatSr. v 1910 21 65 24,6 _ 41/*0/, dcsgl von 1913 — — _ 4% Ungarische Kronenrte 1,55 — 1,65 1 7 4°/ Turk ^ollanleihe v 1911 — — 13.4 4% Türk Bagdaddabn-Anl Serie 1 — — 13,8 13.75 4°/deSgl. Gert. !I — 13,25 13,13 13,4 4*8 Rumänen convert R>e 5,45 i'V'o Rumänen Goldnnl Von 1913 16.65 — 16.75 — BQa Deutsche Etiendahn 4'/, — — — Hamburg-Amerika Pale: . 6 150.5 151,5 l 1,25 150,9 Hamb -Südam Damv'sch 8 — —- 211 Hansa Dampfschiff 6 — 214,25 Norddeutscher ^lont> 6 153,75 154,75 154.2. 153.75 HUg Deutsche Crcdiiansi 10 -- — 144.5 144 Barm r Bankverein 10 145 — 146 145,25 Berliner HandelSgcsellsch 1'2 — — 265.75 265.13 Commerz- und Privat-Bk li 176,75 176.75 176.5 1.6,65 Tarmst. u Raiionaldank 12 220 5 — 229 229,5 Dentiche Bank 10 162 162.26 162 Dlskonto-Geselllchas' Ant 10 158.25 158 25 157.75 157.5 Dresdner Bank 10 159 158.75 158 158,6 Mliteldeuliche ttreöttbant 9 — 207.5 207,5 126,5 1'6 5 126,75 _ LeichSdlurk.........10 193,75 195,13 193,25 Ziffern geben die Höhe der zuletzt Frankfurt a. M Berlin Schluß Kurs 1-Uhr- Kurs Sch.uh- Ansang Kurs 1 Kur- Datum: 8 2. 9 2. | 8.2. | 9 2. Ä. 6 ®......... .7 163,25 163.75 163,13 163.5 Bergmann ....... .8 — — 182.5 182 Elektr. Lieferungen . . . 10 — 169 — Licht und Straft ..... 10 F219 220 219.5 219.5 Felten & (Suin. aume ■ . ■ .6 122.5 122 123 122 Ges r Elckir Untern . 10 261 262 261.5 — Hamb Elektr Werke . . 10 — — 149 149,75 Rhein. Eleltr. .... 8 153.5 154 155 — 10 . 7 179 Siemens A HalSkr ... 16 - 1*283 l?283 282.25 Tran, radio . ...... « - — 130.25 . 9 163 BudernS ...... . . 0 97,5 — 97.26 97,25 Deutsche Erdöl ...... .6 — 129,75 129,75 129 Essener Steinkohle .... .8 — — 139.25 Gelsenkirchener f. •/» 9 4 133.25 — 133,25 132,75 Harvener ..... 8 186 186.5 185.5 186,5 Hoesch Eisen ........ » D — — 140 5 — 9lfe Bergbau ....... .8 — — 222.5 222,5 Klöcknerwerke ....... .5 119.5 — 120 — Köln-Neucssen .....5’/t — — 141,5 141.5 Mannesmann .f */• 9 < 148.25 150 148,75 149,25 ManS'elder...... 116,25 —- 116.75 — Lberschles Eisend Bevor 0 — 106 — Oberschles Kokswerke 0 — — 95.4 95,13 Phönir Bergbau f '/, I 8 99 — 99.13 99 Rheinische Braunkohlen 10 231 233 231 232 Rheinftahl . 0 165,5 166 165,13 165 Ricbeck Pkontan .... .6 — —- — - Bereinigte Stahlw- t- ’/• 9 3 103 102,5 103 102,9 Olavi Minen ... 1 sh — 14 43,9 Kali Aschersleben . ■ IC 172 65 — 173 KaliWesterrgeln 10 183 — 183.25 — Kaliwerk Salzdetfurth 12 — — 249 — 3 G Sarden-Industrie Dpnamit Nobel .... 10 . 0 259,5 260 260 260 Scheid, anstatt . . . . .8 197.75 199.5 — — 'Goldschmidt . . . . . .L 111 5 111.5 — RutgerSwerkr . ...... .0 95 _ 94,75 94,5 Metällgelcll chatt . . . . . 10 178 Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Frankfurt a. M Berlin Schlub- Kurs l'Uhr- Kurs Sch.utz- Knrs Anfang Kur' Datum: 8. 2. 1 9.2. 8. 2. | 8. 2 PbUipp Hotjinann . . 12 139.25 137.75 139 Heidelberger Tement . . 8 138 139 — — lemeni Karlstadt .... . 8 179 — — Wavh 4 Freitag . . . IG - 135.25 — — SchulkdelS PatzeuHofer. 15 — — 391.25 390.5 Lsslwerke ...... . 12 — 324,5 327.25 Ber Elanjlloff..... . 15 — —- 561 568 Bcmbcrg......... . 8 — — 427.75 426,5 Zellston Waldbof.... . 12 — 246.5 246.25 246,5 Zellstoff Aschaffenburg . 10 169 — 171 —- Lharlotnnburger Wasser ■ 7 — — 128.5 128.25 ' eslauer Gas . 8 — — 174 173.5 Daimler Motoren.... . 0 — 86.25 86.25 87 _ 63,25 _ Adlerwerte SleDtt. . . . . 0 77 77’25 76 75 Ludw- Loewe .... . ir — 252 251.5 Rat Automobil..... . 6 —• — — 96 Orrnstein & Kovvel . . . . 4 — — 137,25 136 Linke Hoimann ... 4 C — — — — Leonhard Tiey ... . 6 — 198.5 198,5 Bamag- »egvin . . » » . . 0 27,5 — 28 — Franks. Mi.schineo .. . Grivner ... 4 . 0 . 1 72 133 - 72 130.5 — Hcnligenftaedt ... 4 4 4 . 6 29 — — — AungbanS ■ .4444 . f 86 —- 85,75 — Lechwerte . .44.4 . 8 119 — — d tuiainfraftioerfe 4.4. . 8 116 25 — — — Miag 444 . 10 139 — 139 — Nekarlulmer ....4.4 . 8 98 5 — 100.25 — iktnS Union ...44. . 8 111.9 —- 112,5 — Gebr Nocder ..44. . 11 —— — — — Borg, A Haeffner . . . . . 6 178.5 - 179.75 — Sudd Zuller ...... . 0 140.5 — 141,25 — Banfnoten. Berlin, 8 ffedr Qklb Brrci Amerikanische Noten. . 4,172 < ,18: Belgische Noten ... 4 4 58,18 58.42 Dänische Noten .... * 111,85 112,29 Englische Noten . . . . . 4 « 20,872 20,452 Lombardzinsfuß 8 Prozent. Brief . 16.53 16,»D Holländische Italienische 168.41 169,u!) Noten . . . 22,20 22,28 Norwegische Noten. . - e 4 111,18 111,62 59,15 Deutsch-Teslerr-.ä ioo Kronen 58,91 2,57 12,10 2,0V 112.54 Schweizer Noten .... 80,47 80,79 (^hrtnifrhi' . 71,17 71,45 Tschechoslowakische Noten 12,38 12,44 Ungarische Noten • - 73 10 73,40 Devileumartt Derlm -Frankfurt a. W. Telegraphische Auszahlung. 8. Febr. 9. Febr. Amtliche Noti.rung Amtliche Notierung Geld Briei Geld Briei _ Amst^ Ro» 168.70 169,04 168,61 168,95 1,794 Buen.-Aires 1.789 1,793 1,790 Brsi.-Antw 58,30 58,42 58,305 58,425 Ehrrstiania 111,38 111,60 111,44 111.66 Kopenhagen 112,10 112,32 112.11 112.33 Stollbolm . 112,39 112,61 112,38 112.60 Lclsingfors. 10,547 10,567 10,45 10,57 Italien. . . London. . . 22,17 20,403 22,21 20,443 22,165 20,408 22,205 20,448 Ncuvork . . 4,1865 4,1955 1,1890 4,1970 Baris.... 16,45 16,4'3 16,45 16,49 Schweiz .. 80,56 80,72 80,-65 80,725 Spanten . . 71,33 71.47 71.31 71.4a Japan . . . 1,964 1,968 1,963 1,96, Rio de Jan 0.5025 0,5045 0,503 0.505 Wien In D- Cefl. abgell «8,96 59,08 68,975 59,005 Brag . • . 12,408 12,428 12,413 12.433 Belgrad • • Budapest. 7,37t 73,21 7,385 73.35 7,358 73,21 7,372 7$,35 Bul "arten 3,027 3,033 3,030 3,036 Lissabon 20.68 20,72 19.68 19.72 Danzig. . 81,57 81,73 81.57 81.73 Konst..mtn. 2,120 2,124 2.121 2,125 5.606 Alden. . 5,544 5,556 5,594 Canada 4,180 4,188 4,180 4,188 4,284 20,977 Urn.ua» ■ 4,276 4.284 4,276 fcdro . . ■ 1 20.927 20 967 20.937