s 3 3' 8|5 '? = "A i? a e g. i:ä ?Hrs-i •* 8 2.»-?- = *2?' u ) r es« 0 3 3 3 0-3 • ez»5 " S ey0.2.3 - z S-S*-**3* Or o 8 " 2 5° 5 »-8-229 sL^2 „ L,E;°-L-Lch a1 6y--6v„-' -5k-!? s» 2>' " ;0J -1 3 »3 - 2*0 Ö c» s i - 3^SZk--7-< S^S&O« §«g3F*Ihs \V^j£=60d'. läs£.crf3&G&'% ■> " w 2 2'- 2 er o sß? 7 V^°%v£^x s 2 «"^S <7 3 5'."' 7".? y c < »o < s « ^-y2s rt io - * n o. r“ o <-1» **?&Sa3 5- PsfiJ’« 5’ "Trss-k--? = 2'»/?).',rc •*’?="’ o rfi&ÄSgSs'L 23?»^^--=2 !^ää»Q4aAss - a»«> q °*5 o® _ ;3&§.»§«! t’f ^t|Io?25£ IS^«5S?ä K- yo-2.es 5^5 2.2-0 o =3 »OoT 3- „ o 2 2 '3 7 s> Se .>2 2-3 r3 : 3 Isg»’!•:’■ Nr. 185 Erstes Blatt 178. Jahrgang Mittwoch, 8. August 1928 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnrf wwö Dtrlag: Brühl'sche Ustiversilülr Buch- und Stehiönidertl K lange tu Stegen. Schulleitung und Seschäftrftelle: §ch>Istratze 7 Erich«:»« täglich, au tz« Sowxiege »nt Swrtag*. .1»«ah>« r»n Injeiqe« für lir logttnnmmrr bis jun Nachmittag vorher. l'tfis lir 1 mm Höhe fflr Anzeigen von 27 mm Brei«, onlich 8, aesmärt« 10 Rerchspsennig- für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platz Vorschrift 20 •, mehr. Chefredakteur Dr Fnedr 13ilb Longe. BeroMwoNlich für Politik Dr. Fr Wilh Lang» für Feuilleton Dr H Ihyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An- -eigenteil Aurt tzillmann, sämtlich In Biehen VeUo-en: ■Stehen«» Familiendlätta Heimat -m Bild DI» Scholle. «•MU-BtjBßsprtU: 2 Reichs «orti und 20 Netchspfenntg für Träger» ohn, auch bei Richter- scheinen dtyelner^lummalL Fernfprechanf chltzffe: 61, M unb 112. Anschrift für Drahtnochr richten. Anzeiger •itfctw. voßschecktonlo: Srenfterl an Main 116M ZlMnn imtl-Sool umgetommen DieVesayung des italienischen N-Vootd F14 als Leichen geborgen Po la. 7. Mufl. (Ägenjla Strfanl.) (Einem Marineponton ift es Henle abend um 6.30 Uhr gelungen, das vor 34 Standen gesunkene Unterseeboot F 14 an die Oberfläche des Was- leis zu bringen. Leider Ist das Reflungsroerf vergeblich geroefen, denn öle gesamte B e - satzung von 31 Mann Ist Infolge der Entwicklung von Ehlorivasierskoff im Inneren des Unter seebdotes um» Leben gekommen. Das Unterseeboot befand stch etwa 24 Mellen südwestlich von St. Glooanna in einer liefe von 27 Bieter. Die Bettungsarbeiten wurden mit Hilfe eines großen Brückenschlffes von 240 Tonnen, zwei kleinen Brückenschifsen von je 15 Tonnen und drei großen Schleppschiffen durchgeführt. 3m Laufe des Dlenstoj gelang es den Tauchern, eine Stahl- röhre in das Unterseeboot zu leiten, mit dessen Hilfe man Lust in das U-Boot pumpte. Die rauhe See gestaltete die hebungsarbeilen außerordentlich schwierig. Probeflug eines deutschen Ozeanflugboots. Tas Nohrbach-btrotzflugzcug fHoinar in rravemünde Travemünde, 7. Aua. (TU.) Am DienS- tagmorgen ist in aller Frühe der erste Aufstieg des deutschen Ozeanflugbootes Rohrbach-Aomar erfolgt. Auf dem Flugplatz hatten sich etwa 30 Säfte und mehrere Pressevertreter eingefunden. Man sah auch viele Film- operatcure und Photograpben, öle 6le ersten Aufnahmen vvii dem Riesenflugboot machten. 3m Flugzeug, das auf der Pötenitzer Dlek lag. waren bereit- die Führer, der "Rostrbachpilot Stein darf und der frühere türftsche Hauptmann Ssaumi anwesend. Um d Uhr war da- Flugboot, da- mit drei DVID. 6-?Rotoreir von zusammen 2400 P. S. ausgerüstet ist und Platz sür zwölf Fahrgäste, zwei Führer und einen Bordmonteur bietet, startbereit. Hfl erhob 'ich leicht und schnell vom Master und gebrauchie insgesamt 15 Sekunden, um sich in die Luft zu erheben. Eine Viertelstunbe lang blieb die .Avmar' In der Lust und landete dann wieder glatt und sicher auf der Pötenitzer Dies. Der erste Aufstieg deS Niesen lugbvotes ist damit vollauf geglückt. Die Flug'.eugfachleule unter denen man den Äonftcuftcur deS Bootes, Dr.-Zng. Adolf Rohrbach, bemerkte, waren über den Probeslug sehr befriedigt. 3u einem zweiten erfolgreichen Probeflug stieg das neue Großflug,eug beute nachmit'ag wieder unter Führung deS ShefpAoten Ctcmborf auf. an dem Dr.-Ing. A. Rohrbach mit dem Stabe feiltet Mitarbeiter sowie Direktor Merkel von der Deut'chen Lufthansa tciinaßmcn. Der zweite Ausstieg erfolgte mit einem FluggewichI von etwa 1 4500 Kilogramm und einer Startzeit von nur 30 Sekunden. Der Flug führte über die Lübecker Ducht und endete nach ein« stündiger Dauer wieder auf der Pötenitzer Miet, infolge der guten Srgebnr.se dieser ersten Flüge wird bereite morgen mit der Vervoll- ftäTa'igunfl der Ausrüstung begonnen. Aach end- gülftger Ausrüstung der Maschine werden in etwa 14 Tagen die Leistung-- und Abnahme- flöge durchgeführt. Die kroatische Krisis. Ter Kampf gegen die Hegemonie Belgrads 2 g r a m. 7. Aug. (XU.) 3m Zusammenhang mit de n b k rgniserregend'n Zustand Aaditfchs äußerlc Ich ein hervorragend.r der Radilfch- Partei iiL>t angeberenber kroatischer Politiker gegenüber dem Dertreter der Xele- araphenUnion folgendermaßen: Was im Falle bes möglichen Verlustes AaditschS geschehen wird, kann niemand Überehen. Sicher ist nur das eine, daß durch dielen Verlust die Lage eine Verschlimmerung erfahren würde. Kroatien besitzt keinen zweiten Politiker von dem Format Aaditlch. Seine Anhänger teilen zwar seine politischen Auffassungen im allgemeinen, aber niemand unter ihnen hat wie er das Gefühl für den jugoslawischen Gedanken, den Aaditlch neben seiner kroatischen Einstellung hochgehalten hat Dabr- scheinlich würde übrigens nicht d:r 1. Vizepräsident der Partei. Dr. Macek. die Vach- folaerschaft Aadit'chs ernteten, sondern der ehe- Außenminister Dr. X r u m b i t f . (rin Abgeordneter und ehemaliger Minister, dem anscheinend auch in der nächsten Zukunft eine wickt.ge Volle beschieden sein dürfte, sagte r^ o: Die letzten Ereignisse zeigen die unlogische und gefährliche 5 n I to t d • lung, bie das jugoslawi'che Slaaiswefen bis- det genommen hat. Zehn Jahre nach der natio- nalen Gimgung sind wir glücklich so weit, daß , Vtüdervölket iyre politischen Strei- tlaketten so austraacn. wie es sonst nur in jiiasebenten geschieht. A e.nand kann lagen, wohin dkcter Kampf führen wird. 5» ist eine atlac'e. Daß m Kroatien auch die. die keine " nrcr Aidttschö lind, vor allem bie g e - Wie Frankreich im Rheinland spioniert. Oie Tätigkeit her französischen Sicherheitspolizei Mannheim. 7. Bug. (Einer umfangreichen Spaßerei ist man in der französischen Zone des befehlen Gebieter neuerdings wieder auf die Spur gekommen. Die Tätigkeit erstreckt sich diesmal neben der stusfpöhnng der Reichswehr und ihrer tinrld)hingen sowie der verschiedenen politischen Organisationen vor allem daraus, wertvollste technische und wisfenschask- liche Geheimnisse der Industrie zu beschaffen und die gestohlenen Geheimnisse dem Ausland zu übermitteln. Durch einen raschen Zugriff in der letzten Zeit gelang es gerade noch, unübersehbaren Schaden zu verhüten und mehrere Verräter zu fassen. Einwandfrei steht fest, daß d i c Auftraggeber der deutschen Agenten der französischen Besatzung angehören. Ls sind Beamte der französischen S ü r e I 4. Sie haben durch briefliches Lrfuchen sich an Arbeiter und Angestellte von Jndustriewerken herangemachl und sie für ihre Zwecke gewonnen oder zu gewinnen oerfucht. Auch an den Eingängen der Werte, auf der Straße und In Kneipen haben sie ihre Helfershelfer angeworben. Zunächst traten sie als Vertreter von Wettbewerbsfirmen aus, um später ungescheut den Deckmantel abzuwersen und sich als Beamte der französischen Sicherheitspolizei vorzustellen und auszoweisen. Obwohl sich die Arbeiter und Angestellten der Gemeinheit und Strafbarkeit ihrer Handlungsweise bewußt waren, ließen sie sich durch Drohungen, Einschüchterungen und Versprechungen weitertreiben und zur Werkfpäherei mißbrauchen. Ihre Bezahlung durch die Auftraggeber war kaum nennenswert. Die Späherei richtete sich auf Gehelmakten und Geheimbesehle, neueste Kanonen und Maschinengewehre, Geheimübungen und alles mögliche und unmögliche Geheime. Man sucht daneben auch die Geheimbefehle des Roten Frontkämpferbundes und des Stahlhelms, die Satzungen des Reichsbanners und feine „geheimen militärischen Hebungen" zu erfahren. Man schickt Vertrauensmänner in die katholischen und protestantischen Wanderklubs, unter die Dugenb der .Jlatutfreunöe" und der Wandervögel, um fest zustellen, ob die Buben und Mädel nicht etwa „geheime militärische Hebungen“ abhalten. Kriegervereine und Feuerwehr, alles steht unter geheimer Heber- wachung, auch die Jndustrlewerke, alles unter dem Vorwand „der Sicherheit der Besatzungs- armee". — Für die Industrie- und Handelsspäherei besteht in Mainz, der Zentrale des französischen Spionagedienstes, in den Bureaus der Süreti (Ge- richlsstraße 6) eine besondere Abteilung, der die Süretebeamlen der einzelnen Sektionen, in die das besetzte und unbesetzte Deutschland für die Späherei eingeteilt Ist, ihre Berichte zugehen lassen. Mit besonderer Vorliebe machen sich diese französischen Beamten, die Angehörige der Besahungs- armee sind, und deshalb der deutschen Justiz nicht unterliegen, an beurlaubte und entlassene Reichswehrfoldaten heran, au» denen sie durch großzügige Versprechungen Geheimnisse über die Reichswehr herauszupressen glauben. Soweit aber die zuständigen Stellen unterrichtet sind, ist bis jetzt wohl kein befolg dieser Militärspio- nage zu verzeichnen, was wohl auch außerordentlich schwer fallen dürste, da es in Deutschland ja keinerlei Miiitärgeheimnifse gibt. Natürlich können diese Spione nicht festgenommen werden, da sie es vermelden, irgendwie deutsches Gebiet zu betreten. Uebrigen» bedienen sie sich zu ihrem Verfahren meisten» auch dunkler Existenzen, die schon dadurch, daß sie Geldgaben von den Franzosen angenommen haben, ganz in den Händen derselben sind, die sie, wenn sie nicht irgendwie ihren Wünschen nachkommen, dann einfach mit der Auslieferung an bie deutschen Behörden bedrohen. 3m Kampf mit den Rebeln des Polarmeers. Oer russische Flieger Babuschkin berichtet. — Keine Hoffnung auf eine Rettung Amundsenö. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin. S. Aug. Der in Moskau eingetrof- fene Flieger Babuschkin, der sich an Bord des EiSbrecherS .Malygin" befand, teilte dem Vertreter der TASS folgende Einzelheiten über (eine Flüge mit: .Als der .Malygin" in undurchdringliches Eis geraten war und sich weder vorwärts noch rückwärts bewegen konnte, beschloß ich. auSzusliegen. Bis zum vermutlichen Aufenthaltsort der Vobilegruppe blieben noch 225 bis 230 Meilen. Diese Strecke ohne Landung zurückzulegen, war für mich beschwerlich. 2ch beschloß deswegen eine Zwischen st ation auf dem Küsteneise der Karlsinfel einzurichten. Nachdem wir an der Karlsinfel gelandet waren, ließen wir 100 Liter Benzin in fünf Behältern zurück Kaum waren wir gestartet, um zum .Malygin" zurückzusl egen, schlug das Wetter um. Der .Malygin" und die Hoffnungsinsel waren vollständig in Vebel gehüllt. Dir ließen uns auf eine kleine Eisscholle nieder und verbrachten hier die Vacht. etwa 40 Kilometer vom Eisbrecher. 3d), der Bordmechaniker Groschen und der Kinooperateur Dalentei faßen in der Kabine und schlummerten der Reihe nach. Es war notwendig, zu wachen, infolge der außer- ordentlichen Veugier der Eisbären, die sich dem Flugzeug, ja her Kabine selbst näherten und |ic beschnupperten. Abwechselnd Dache haltend. fcheuchten wir die Bären mit Leuchtraketen weg. Der Rebel dauerte 28 Stunden, die Funkoer- binbung versagte, unb wir bc'annen ernstlich um unser Schicksal besorgt zu fein. Der Äinooperatcur Dalentei hatte inzwischen die Landung an der Karlsinfel gefilmt Endlich hat sich der Diebel gelichtet und wir bestimmten unseren Standort, stiegen nach dem unerquicklichen Aufenthalt auf der Eisscholle in die Luft und flogen zum .Malygin" zurück. Nachdem der Motor an Bord des .Malygin" auSgewechfelt und geprüft worden war, beschloß ich. direkt auf die Suche nach der Intel Fvyn zu fliegen, aber da begannen die weißen Vebel sich von neuem zu verdichten. Ich wartete das Ende der Vebel nicht mehr ab und beschloß, am 29. Juni auszufliegen. Degen dem Vebel flog ich hart über der Erde. Zur Sicherung der Funkverbindung hatte ich den erfahrenen Funker Fominych mitgenommen. Leider versagte der Funlapparat bereits nach 40 Minuten wieder Ohne jegliche Verbindung mit unserem Eisbrecher flog ich dicht am Eise und dachte nur daran, daß Diese mir versprochen hatte, sich mit dem .Malygin" zur Karlsinfel durchzuschlagen. Ein starker Vebel zwang mich, aus eine Eisscholle niederzugehen. wo wir unS Dom 29. Juni bis 1. Juli aushielten. Vach meinen annähernden Berechnungen befand sich diese Eisscholle etwa 120 Kilometer nördlich vom .Malygin". Rach zweimal 24 Stunben traf eine Verschlimmerung be» Weller» ein, cs ruckle Sturm heran. Ich mußte, ungeachtet bet vollständigen Hnmöglichkell, einen Flugversuch unternehmen, um oorwärtszukommen, um nicht auf ber Eisscholle umzukommen Radjbcm wir eine Stunde geflogen waren, verlor ich die Richtung und beschloß, auf bie erste beste Eisscholle niederzugehen. Es erwies (ich, baß i ch sehr günstig gelandet war — etwa 25 bi» 30 Kilometer von der fjoffnung»- insef. Der Sturm wurde um diese Zeit immer heftiger, die Lebensrnittel waren bereits zur Neige gegangen, aber wir hatten Glück: bald näherte sich dem Flugzeug ein riesiger Bär, den ich herannahcn ließ und bann niedcrschoß. Wir schnitten ihm die Hinteren Schinken ab und warfen das Fell und das übrige Fleisch in eine Eisspalte, um nicht durch Blutgeruch weitere Eisbären in unsere Nähe zu locken, üm vierten Tage begann der Sturm sich zu legeiC Mit großen Anstrengungen gelang es uns dann wieder in die Lust zu steigen: bald waren wir auch an Bord des „M aIygin ' und unser Mißgeschick hatte ein Ende " — Zum Schluß sprach Babuschkin seine Vermutungen über das Schick- f a l Amundsens aus. ,,3d) nehme an,“ sagte er, „daß Amundsen mahl mehr kaum am Leben ist- 3d) bezweifle, daß er aufs Cis niedergegangen ist, und vermute, daß sein Motor über offenem Wasser ins Stocken kam ,Latham' ift meiner Ansicht nach ins Wasser gefallen und infolge des Sturmes umgekommen " f am te kroatische Intelligenz, mit ihm lympathi irrt unb an bem Kampf gegen die Votmachtvolitik Befgrabs teilnimmt. Hierher gehören auch Aeußerungen. die der Führer der unabhäng.gen Demokraten. Pri- bltschewitfch. Prelfevertretern gegenüber getan hat. Pribitschewitsch tagte: Die Ratifizierung der Vettuno-Derträge durch dieEkuvfchlina in Abwefenheit der Kroaten fei eine Tat. die man trotz aller bisherigem Erfahrungen Belgrad nicht zMrauen konnte. D'.e Vettunoverträg« berührten in erster Linie d i e Interessen Kroatiens und Dalmatiens. Ihre Ratifizierung durch das Rumpfparlament fei nichts anderes als «ine bewußte Herausforderung der Kroaten und ein Beweis dafür, daß Belgrad jedes Der- ständnts für die politische Wirklichkeit verloren hat. Die Kroaten werden alle Beschlüsse, die die Slupschtina in bezug auf internationale Verträge in Abwesenheit der kroatischen Abgeordneten faßte als nichtig und nicht verbindlich anfehen. Der Reichspräsident besucht die Flotte. Kiel, 8. August. (DTB. Funkspruch.) Reichspräsident non Hindenburg traf heute früh gegen zwei Hhr mit dem fahrplanmäßigen D-Zug aus .Hamburg hier ein und verbrachte die Nacht In seinem Sondcrwagen auf dem Bahnhof. Um 7.45 Uhr wurde der Reichspräsident durch den Ches der Martnestatton der Ostsee, Vizeadmiral Dr. h. c. Räder und den Stadtkommandanten von Kiel, Kapitän xur See Schumacher auf dem Bahnhof begrüßt. Zu dem Empfang hatten sich ferner der feit einigen lagen hier weilende Reichswehrmini st er Dr. ® r oener und ber Chef der Marineleituna, Admiral Zenker, sowie zahlreiche hohe Offiziere der Reichemarine eingefunden. Nach der kurzen Begrüßung verließ der Reichspräsident da» Bahnhossgeböude und begab sich zu Fuß nach dem am Kai liegenden ixlottentenber „Hela". Am Bahnhof hatte eine große Menschenmenge Ausstellung genommen, die den Reichspräsidenten mit stürmischen Hochrufen begrüßte. Pünktlich um 8 Uhr trat die ,rOela" die Fahri nach dem In der Außensörde liegenden Linienschiff „S ch I e s ro I g • f) o I ft e i n" an, an dessen Bord der Reichspräsident den Schieß- Übungen der Marine auf da» Fernlenkkielschiff „Zähringen" beiwohnen wird. Die Belegschaften der am Hasen liegenden Werften begrüßten den Reichspräsidenten mit Hochrufen, als der Tender die Werften passierte. Die Parade wurde auf Wunsch des Reichspräsidenten allein von dem Segelschulschiff „N lobe" ausgeführt. Al» der Tender in Sicht des Linienschiffes „Schleswig-Lzol- skein" kam, wurde der P r ä s i d e n t e n s a 1 u t gc- feuert. Der Reichspräsident ging dann auf das Linienschiff über, das nunmehr die Flagge des Reichspräfldenten hißte und alsdann in See ging. MnchenerKrillk an Dorpmüller. Zum Besuch des (4enrralbireltor6 der Reichsbahn in Bayern München, 7. August. (XU.) Zu den «ussüh- rungen des Generaldirektors Dorpmüller in Mün- chen äußern sich die Münchener Blätter nicht sehr besriedigt. Die „Münch. Neuesten Nachr." sagen, die Münchener Stellen könnten aus den Ausführungen des Generaldirektors der Reichsbahn wenig Lehren entnehmen. Die Münchener 'Presse fei darauf eingestellt gewesen, ein warmes Wort des obersten Leiter» der Bahn zu hören, welche Garantien für bie Zukunft gegeben find, um die Sicherheit der Bahnen zu erhöhen. Diese sachlichen Angaben habe Dr. Dorpmüller nicht gemacht, sondern sich in eine Bel eh- rung der Presse verloren, zu der er kein Recht be- f'ße. Seine Auffassung, daß zwischen Reparationslasten und Betriebssicherheit der Bahn kein Zusammenhang bestehe, werde er nicht zur Auf ssung aller Deutschen machen können. — Auch der „Bayerische K u ■ rier" hat etwa«' anderes von Dorpmüller erwartet- Die Aufklärung über die Betriebssicherheit der Reichsbahn sei er f ch u I d i a geblieben. Nach den Ausführungen des Generaldirektors wäre alles in schönster Ordnung. Nach wie vor werde man aber die Frage erheben. Wo liegen bie tieferen Ursachen biefer schrecklichen Unfälle? Die neue Eisenbahnbetriebsordnung. Reue Vorschriften für die Lichcrheit der Reisenden. Berlin, 8. Aug (Priv Tel.) Der Reichsver- kehrsniinister v. Guörard hat eine Verordnung über die Einführung einer neuen Eisenbahn bau - und Betriebsordnung erlassen Diese Verordnung tritt am 1. Oktober in Kraft Sic ent hält Bestimmungen über die Bahnanlagen, die Fahrzeuge, den Bahnbetrieb, die Bahnpolizei und schließlich Bestimmungen für das Publikum. Die Betriebsordnung gilt für alle dem allgemeinen Der- kehr dienenden Ciienbahnen Deutschlands. Unter den Vorschriften befinden sich wichtige Bestimmungen zur Sicherheit der Reifenden. Co wird u a. verordnet, daß die Bahn so zu unterhalten ist, baß jede Strecke ohne Gefahr mit der größten für sie zugelasseoen Ge - schwindigkeit befahren werden kann. Die Bahn muß auf den Hauptbahnen jeden Tag, auf den Nebenbahnen jeden zweiten Tag auf ihren ordnungsmäßigen Zu st and untersucht werden. Zur Untersuchung der Bahn dürfen grauen nicht verwendet werden. Gefahrdrohende Stellen sind wahrend der Dauer des Betriebes zu beaufsichtigen. Die Weichen, die mit den für die Fahrt gültigen Signalen nicht in Abhängigkeit sichen, oder deren Abhängigkeit vorübergehend auf- gehoben ist, müssen, trenn ein Zug sie passiert, durch Verschluß oder Bewachung gegen fremde Eingriffe gesichert werden. 3n den Zügen sind u. a. mitruführen die bei Unfällen zunächst erforderlichen Werkzeuge, sowie die Mittel zur e r ft e n Hilfeleistung bei Verletzungen. Weiterhin ist in der Betriebsordnung die F a h r- geschwindigkeit oorgeschrieben. Als größtzu- lässige Geschwindigkeit ist bestimmt, auf den Hauptbahnen für Personenzüge ohne durchgehende Bremsen 50 Kilometer in der Stunde, für Personen ;üge mit durchgehenden Bremsen 100 Kilometer in der Stunde. Unter besonders gün- ftigen Verhältnissen kann die Bahnaufsichtsbehörde Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer m der Stunbe zulasten. Für Güter;üge und einzelne Lokomotiven betrögt die Höchstgeschwindigkeit 65 Kilometer in der Stund«, für Arbeiterzuge 45 Kilometer in der Stunde. Der polnische Ozeanflug. Merkwürdiger Tank an Teutschland. Äoto no, 7. Aug. lTU.) Di« Polnische Press« tft noch immer mit Dachrichten über den mißglückten Ozeanflug an gefüllt, in denen die Flleger als Helden hingestellt werden. In den Dachrichten wird erklärt, baß bi« Zeit, während der sie in der Lust gewesen seien, der der Erreichung Amerikas notwendigen Zeit gleichkomme, und daß sie insofern also doch ihr Ziel erreicht hätten. 11. a. wird erklärt, noch niemand sei die Ueberfltegung des Ozeans von Ost nach West gelungen, wobei in bezug auf bi« deutschen Ozeanflieger die Worte Shakespeare- gebraucht werden: „Oft fällt der Triumph Gaunern und Tyrannen zu." Heber di« Rettung der polnischen Flieger wird berichtet, fei bet habe das Geschick es gewollt, daß auS gerechnet ein deutscher Dampfer die Flieger rettete. Ilm die Masse zu beruhigen, wird di« Dachricht verbreitet, die Flieger hätten die Absicht, den Ozeanflug zum zweiten Wal« zu versuchen. Don unterrichteter Leite wird allerdings erklärt, die polnischen Flieger hätten gar nicht aenug Den» in m i t g e f ü h r t und seien nicht wegen schlechten WetterS oder Motordefekt umgekehrt, sondern weil sie eingesehen hätten, daß sie infolge Mangels an Brennstoff Amerika gar nicht errelchen konnten. Wie weiter berichtet wird, wollen zwei andere polnische Flieger. Kowalczyk und Kotlickr, m den nächsten Tagen von Dromberg oder Thorn aus zum Ozeanflug über Irland auf der gleichen Linie starten, die di« deutschen Ozeanflieger benutzten. Das Flugzeug ist ein zweimotoriger TYP mit 1200 PS., von der gleichen Bauart wie die „Bremen". SS soll sich bereits in Thorn befinden. Spaniens Rückkehr in den Völkerbund. Ein entgegenkommender Schritt Deutschlands, Frankreichs und Englands. Genf 7. Aug. (WB.) Dach einer Mitteilung deS Generalsekretär« des Völkerbundes haben Zhe Regierungen Deutschlands, Frankreichs u n d S n g l a n d S zur Erleichterung der Rückkehr Spaniens in den Völkerbund beim Generalsekretär telegraphisch einen einl«itendenSchritt au-u 3tnc(Te der auSnahmsweisen sofortigen Wiederwählbarkei tserklärung Spaniens unternommen, das. wie mit Bestimmtheit angenommen werden darf, nach Wiederaufnahme seiner Mitarbeit im Völkerbund von der nächsten Bundesversammlung als nichtständiges Mitglied, d. h. zunächst für drei Iahre. in den D ölkerbundsro t gewählt werden wird. Zu diesem Zwecke haben die genannten Regierungen den Antrag gestellt, auf die Tagesordnung der nächsten DölkerbundSversammlung noch die Frage der auSnahinSweiffen Anwendung der lieber gang 6bcfti mmungen zu dem 1926 beschlossenen Wahlversahren auch auf die dieS- jährigen Ratswahlen au setzen. Dach dieser Heber- gangsvorschrift, dve im Iahre 1926 Brasilien. Polen und Spanien zugute tonnnen sollte, konnte Ausnahmsweise die Wiederwählbarkeitserklärung eines nichtständigen RatSmitgliedes schon gleichzeitig mit seiner Wahl in den Rat erfolgen. Dach dem Rücktritt Spaniens und Brasiliens konnte jedoch damals nur Polen die Vorteile dieser Hebergonasvorschrift genießen, indem es al« einziges nichtständiaeS RatSmitglied gleichzeitig mit seiner Wahl sofort für wiederwählbar erklärt wurde Dach der Zurückziehung der spa- Nischen AuStrtttserklärung erscheint e« den drei Regierungen ein Gebot der Gerechtigkeit, daß Spanien nachträglich in den Genuß der gleichen Vergünstigung gesetzt werden kann. Der Charakter des Flottenabkommens. Keine Erneuerung der Entente Eordiale. London. 7. Aug. (WTB.) Daily Dew« und Westminster Gazette fordert die britische Regierung auf. sobald wie möglich den Wortlaut des mit Frankreich erzielten Marinekompromisses betanntAugebcn, um den Gerüchten von einer französisch-englischen Allianz ein Ende zu machen. Der außenpolittsche Korrespondent deS Blattes schreibt: Die au« Amerika mitgeteilten Kommentare zu der französisch-englischen Vereinbarung erregen in London (3 r ft a u n e n. Die Kommentare laufen geradezu darauf hinaus, daß ein Vertrag abgeschlossen worden fei, der im Grunde nichts anderes sei als ein Bündnis, von dem die übrige Welt ausgeschlossen fei. Dicht« derartiges ist jemals erwogen worden, und in maßgebenden Kreisen wird eine solche Annahme alS ganz lächerlich bezeichnet. Da« Gerede in Pari« und anderSwo von einer Wiederbelebung der Entente eordiale und von einer Vereinheitlichung de« Oberbefehls beider Flotten schießt über das Ziel hinaus. SS wird versichert, daß den beiden Regierungen nichts ferner liegt. ®« ist in Amerika bekannt, daß zwischen Frankreich und England in der Frage der Seeabrüstung Schwierigkeiten beftanbtn und daß Verhandlungen barüDcr geführt wurden. Wenn unter diesen Umständen die Sache so bargeftellt wird, als enthalte daS Abkommen irgendetwa« Dachteilige« für die Vereinigten Staaten oder für eine andere Macht, dann wird, wie erflärt wird, nicht nur die Bedeutung deS Abkommens entstellt, sondern dann geschieht dies sogar trotzdem der rvahre Sachverhalt wohl bekannt ist. Rußland und der Kelloggpall. Größte Zurückhaltung in den Bereinigten Staaten Washington, 7. Aug. (Associated Preß., Di« aus MoSkau kommenden Erklärungen von Beamten der Svwjetregierung. welche anbeutcr daß die russischen Behörden bezüglich des Äel- logg-Paktes eine abwartende Haltung ♦innebmen wollen, haben durchaus verfehlt, la« besondere Interesse deS Staatsdeoartement« zu erwecken. Dach der Ilnterzecchnung frei Ver- Reform -es Schlichtungswesens. Oer Reichöarbeitsministes beruft eine Konferenz der wirtschaftlichen Spitzen» verbände. eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers'. Berlin. 8 Aug. Der ReichSarbeitSmini- ster Wissel hat die Spiyenverbände der wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer für Anfang Oktober zu einer Besprechung über ihre Erfahrungen und Wünsche auf dem Gebiete des Schlichtungs- wesen« eingeladen. Dieser Schritt ist um so mehr zu begrüßen, al- sich gerade in den letzten Monaten im deutschen Schlichtungswesen ein« Krise bemerkbar gemacht hat, die vor allem auf unserer Schlichtun gspraxiS beruht. Gewiß Hal sich da« Schlichtungswesen in Deutschland in mancher Hinsicht bewährt, da eS vor allem mit dazu beigetragen hat, gefährliche Wirtschaftskrisen und Arbeitskämpfe auf dem Wege der Vereinbarungen $u bereinigen. Andererseits hat, und daS darf nicht verfchwie- ?en werden, die Möglichkeit der Verbind- ichkeitSerklärung, die dem ReichSar- beitdminifter zusteht, oftmals zu einer Verminderung des Verantwortungsgefühls der einzelnen Parteien geführt. Ünb dann ist das System deS Schlichtungswesens noch viel zu jung, um restlos objektiviert zu sein. Gerade au« diesem Grunde muh aber der Schritt de« ReichSarbeitsministerS ganz besonders begrüßt werden, da er doch Gelegenheit gibt, die Vertreter der einzelnen Parteien selbst zu Worte kommen au lassen, denn nur damit kann eine wirkliche Reform des Schlichtungswesens durchgeführt werden. Man muß allerdings die Erwartung daran knüpfen, daß die Parteien objektiv genug ihre Wünsche vortragen und nicht irgendwelche parteiischen Gesichtspunkte damit verknüpfen, die dem Problem de« Schlichtungswesens eher schaden denn nützen können. Gerade der Schlichtungsgedanke in Verbindung mit den gesamten sozialen Problemen, wie sie nach dem Kriege erwachsen sind, bedeutet ein Moment im öffentlichen Leben, dessen Tragweite so unerhört ist, daß es im Interesse seiner selbst nur zu einer objektiven Ausgestaltung kommen darf. Wurzelnd im Versailler Vertrag, dessen Teil 13 über die Organisation der Arbeit darauf hinweist, daß der Deltsriede nur auf dem Boden der sozialen Gerechtigkc.t auf- gebaut werden könne, hat sich da- Sozialproblem zu einer internationalen Organisation ausgewachsen, obwohl — und das darf dabei nicht vergessen werden — gerade bei den Versailler Inspiratoren cjjer Konkurrenzangst al« Humanität bestimmend waren. Trotzdem ist die sozial« internationale Organisation heute em Faktum, das nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist. Und Deutschland. da« in seiner Verfassung in Artikel 157 ausdrücklich feftgelegt hat. daß die Arbeitskraft unter dem besonderen Schutz deS Reiche« steht, hat auf diesem Gebiete «ine Initiattve ergriffen, di« c« zu einem Pionier in dieser Frage gemacht hat. Wenn also Mängel aufgetreten lind, die mit voller Berechtigung von beiden Seiten, sowohl der Arbeitnehmer wie der Arbeitgeber, vorgebracht werden, so liegen sie wohl mehr dann begründet, daß die Deuartigkeit dieser Organisation noch zu keiner Vollkommenheit führen konnte. Die Fehler und Mängel des deukschrn Schlichtungswesens sind bekannt. Sie sind aber auch so bedeutsam, daß es in der kommenden Oktober- konferenz nicht nur zu bloßen Phrafendrefchereien kommen darf, sondern daß die Aussprache mit Dotwcndigkeit zu einer klaren und sachlichen Festlegung der Reformpläne führen muh. Der Weg, der eingeschlagen worden ist, ist schon gangbar. Man muß aber mit der nötigen Sachlichkeit weiterschreiten, will man auch zum Ziel kommen. Die Reform deS deutschen Schlichtungswesens ist ebenso eine Ditale Dot- wendigkett, wie die Reform der allgemeinen Verwaltungs- und Ver - sassungsinstitutionen. Auch die Arbeit schasst neue Situationen und der Aufstieg der Wirtschaft erfordert immer wieder eine Revi- fi o n ber Arbeitsbedingungen und de« Arbeitsrechts. Beides greift ineinander über und den richtigen Ausgleich kann nur der finden, der den Willen zur objektiven Behandlung mitbringt. träges in Paris durch die 15 ursprünglichen Signatarmächte wird der Vertrag traft seiner eigenen ausdrücklichen Bestimmungen zum allgemeinen Beitritt freigegeben. Falls di« Moskauer Regierung nach diesem Zeitpunkt wünscht, die Doktrin der Verzichtleistung auf den Krieg alS eine« Instrument« der nationalen Politik zu unterschreiben, so werden diesen Wünschen seitens der Washingtoner Regierung keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Obwohl der Entwurf deS Kellogg- Paktes die Hinterlegungsstelle der Ratifizierungsurkunden nicht ausdrücklich bezeichnet, so werde selbstverständlicheim-eise angenommen. daß Frankreich diese Rolle übernehmen werde, da ja der Vertrag in Frankreich unterzeichnet werde. Au« diesem Grunde könne die Washingtoner Regierung auch nicht in die Dotwendig- telt verseht werden, in irgendwelche offiziellen Verbindungen mit Rußland zu treten. Bandenkrieg in Mexiko. Cuernavaca, 7. Aug (Associated Preß.) (Eine größere Anzahl von Banditen überfiel auf der Landstraße in der Nähe von Puente de Zxtia etwa 80 Automobilisten, meist Mexikaner und Spanier, raubte [le aus und nahm ihnen die Automo- bile weg. Hierauf überfielen die Banditen die Stadt Puente de Zxtia, plünderten das dortige Laaerhaus und die Bahnstation, sowie einen soeben einfahrenden Eisenbahnzug aus, dessen Lokoniotive sie loskoppelten und unbemannt in wilder Fahrt weiterfahren ließen, in der Absicht, einen anderen fälligen Zug zur Entgleisung zu bringen und au«- zuplündern. Die Lokomotive entgleiste jedoch bald ohne Schaden anzurichten. Der in Puente de Ixtia stationierten Bundesaarnison gelang es nach zweistündigem Kamps, die Banditen zu vertreiben und einen Teil der Automobile wieder zu erlangen. Die Touristen wurden sämtlich unverletzt auf der Landstraße aufgefunben. In dem Kampf wurden zahlreiche Banditen getötet oder verwundet, auch einige Bundessoldaten wurden verletzt. Der amerikanische Botschafter Morrow verbrachte das Wochenende unweit der Stelle, wo der Heb erfüll geschah, ohne von den Vorgängen etwas zu erfahren. Britische Grntearbeiter für Kanada. London, 7. Aug. (WTB.) Gestern haben sich etwa 8000 Arbeiter auf den Arbeitsbörsen für 6mlearbetten in Kanada eintragen lassen. Die Eintragung steht in Verbindung mit dem AegierungSplan. 10 000 Arbeiter mit Unterstützung des Staate« nach Kanada zu senden, damit sie bei der auhergewöhillich reichen Ernte helfen. Den Arbeitern wird sreiaestellt, im Winter nach Großbritannien zurückzukehren, doch man erwartet, daß sich die Mehrheit in Kanada anfiebeln werde. Einigung her nationalen Landarbeiter» Verbände. Berlin, 8 Aug. (Priv.-Tel.) Die Konferenz der bevollmächttgten Vertreter der auf christlich- nationalem Boden stehenden wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft hat au einer Vereinigung der Organisationen im Ze nt r a l v e r b a n d der Canba rbei ter mit dem Ziel der Ausgestaltung zu einem sich über das ganz« Reich erstreckenden ReichSverband landwirtschaftlicher Arbeitnehmer, der sich nach Beruf-gruppen in zentrale Fochverbände glicbem sott, geführt. Diele Grnigung dürfte geeignet sein, die Zersplitterung in den wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitnehmer in der Land- und Fvrstwirt- schasi zu beheben. Heftiger Sturm an der Küste von Florida. west- Palm-Veach (Florida), 8. August, (wlv. Junffprud).) Ein Tropcnftunr, der die ftüfle von Florida heimfuchle, erreichte während der letzten Vachl die Stärke eine» Tornado». Er hat beträchtlichen Sachschaden angerichtet Teilweise hat er dc« gleichen weg wie im September 1 9 2 6 genommen. An» Miami (Florida) wird berichtet, daß der Mellory-Vampfer „Algonquin" mit 300 Passagieren inmitten des Wirbelsturmes d I e Orientierung verloren hat. Die Funkstationen bemühen sich, den Dampfer wieder zu orientieren, um ein Aufläufen auf die Küste zu verhüten. Aus aller Welt. Ein verurteilter Raubmörder. Am Dienstag wurde vor dem Landgericht Traunstein gegen den 31 Iahre alten ledigen Kaufmann Heinrich Iungmann verhandelt, der am 16. April 1928 auf einem Wege im Berghannner Wald bei Bruckmühl die Kuchen- befchließerin Anna Ebenhoch au« Salzburg durch drei Revolverfchüff« in den Kopf getötet und deren Handtasche mit In- halt geraubt hatte. Iungmann ist wiederholt vorbestraft. Gegen ihn schweben etwa 30 Verfahren wegen Sittlichkeitsverbrechen. Betruges, Unterschlagung und Urkundenfälschung. In der Verhandlung gab der Angeklagte die vorsätzliche Tötung und den Raub der Handtasche. in der sich u. a. 40 Reichsmark befanden, zu. Die Tat selbst schilderte Iungmann ohne Spur von Reue. Dach der Zeugenvernehmung beantragte der Staatsanwalt die Todesstrafe wegen Raubmordes. Der Angeklagte wurde so- dann wegen Totschläge« in Tateinheit mit schwerem Raub z u lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt. In der Urteil«» begriinbung heißt es, daß der Angeklagte d i c Absicht gehabt habe, die Frau zu töten und zu berauben, doch habe ihm im Augenblick der Tcttausfährung di« ilebcrlcgung gefehlt, so daß die Anklage auf Mord habe fallen gelassen werden müssen. Vorsicht mit Sensen! Dinen schrecklichen Tod erlitt in Langensalza eine 22jährige Magd. Al« sie hie Straße entlang ging, kam ihr ein Dienstknecht, der eine Sense über der Schulter trug, auf seinem Rade entgegen. Dr fuhr da« Mädchen an und tarn zu Fall, wobei die Sense der Unglücklichen den Hal« durchs chn i 11. In kurzer Zett starb das Mädchen an Verblutung. Eine Dorfkirche vom Fever zerstört. In der Dacht zum Mittwoch brach in der Kirche zu Oppin bei Hall« a. S. Feuer au« Das Schiss der Kirche brannte bis aus b i e Grundmauern nieder, während Sakristei und Turm vom Feuer verschont blieben Tunnell»rand In Italien. Dach Meldungen auS Florenz hat sichln ei um Tunnel der neu zu ernchlenden Dahn Florenz — Bologna eine Feuersbrunst durch Auftreten von Gasen entwickelt. Die Holzverkleidimg de« TunnelS ist in Brand geraden. Man hat je- doch keinerlei Verunglückte zu beflogen. Das Feuer dauert weiter an. Durch eine einstürzende Mauer getötet. Bei Ausschachtungsarbeiten zu einem Berliner Dcubau stürzte plötzlich eine neuauigerichtee Mauer ein. Während es verschiedenen Arbeitern gelang, noch rechtzeitig au« der Baugrube her- auSzuspringen. wurde ein 35 Jahre alter Arbeiter durch einige Mauerstücke wieder 6er- abgerissen und von den nachstürzenden Massen in der etwa drei Meter tiefen Grube begraben. D'.e sofort herbeigerufene Feuerwehr g:ng mit größter Beschleunigung an die Ret- tungsarbeiten. doch gab der Verunglückte, al« man ihn endlich bergen konnte, keinerlei 2c- benSzeichen mehr von sich. Seine Leiche wurde in das Schauhaus gebracht. Die Untersuchung wegen der Schuldfrage ist eingeleitet. Tödlicher Absturz in den Alpen. gütigen l Berner Oberland). 8. Aug. (WTB. Funkspruch., Zwei leit Sonntag vermißte Touristen. der 22jäbnge Student Kuhlenkamp au« Bremen und lein Begleiter, «in Ichweizeri- schcr Bergführer, wurden von einet entsandten RettunaSkolonne al« Leichen geborgen und »u Tal gebracht Sic waren auf der Südseite de« Aermighoms. eine« 2457 Meter hohen Gipfels bei Frukigen im Berner Oberland abgestürzt. Eine Snnda-Insel fron einem Vulkanausbruch und einer Springflut helmgesucht. Die Sunda-In el Flores wurde m ter Dacht Dom Samstag auf Sonntag von einem Bulla n- cusbruch und eiixr Springflut heimgelucht. 20 Schiffe sollen unter gegangen fein. Das Unglück fou viele Menschenopser gefordert haben. Sir^elherten fehlen noch. Auf der benachbarten Lhrs-l Coenbatoc wurden am Samstag um Mitternacht die (tarier. Vulkanausbrüche wahrgenommen. Den Sonntag über fiel ein leichter Mchenregen. Eine päpstliche Medaille für Labile. Der Papst hat den Iefuitenpater Gian- fr a n p e c ch i, der an der Dordposiabrt teil» genommen hat, beauftragt, dem General Robilc den besonderen Segen zu überbringen und ihm gleichzeitig eine golden« Medaille zu überreichen. Reichstagung der deutschen Damenschnetderei. Der Reichsverband der deutschen Damenschneiderei hält vom 8.—12. September- L2J8 in Dürnberg seine Reichstagung ab. Im Rahmen dieser Taguna findet die Hauptversammlung des ReichSvervande« der Innungen für das Damenschneidergewerbe, die Generalversammlung her Verlagsgenossenschaft für da- Damen- schneidereigewerve c. G. m. H., die Hauptversammlung der Rentenversicherungskaste für daS Damenschneidereihandwerk und verwandte Gewerbe. die Mitgliederversammlung des Vereins Alters- und Erholungsheime für daS deutsche Damenfchneidereigeweroe c. B. und eine Ausstellung .Der Ausbildungsweg im Damenschnei- dereihandcoerk vom Lehrling bis zum Meister" statt. Da* Deinheimer Opfer der letzten Eisenbahn- katastrophc. In Weinheim wurde der bei der Sisenbahn- katastrvphe in Dinkelscherben tödlich verunglückte Hauptlehrer Karl Ioseph Schenk unter starker Beteiligung der Bevölkeruna zur ewigen Ruhe beigesetzt. Oberdaurat Gwald- Darmstadt überbrachte da« Delleid deS Reichspräsidenten und der Hauptbahnverwaltung, sowie der bayerischen Regierung. <3r legte einen Kranz mit Schlesien in den deutschen Farben und in den bayerischen Landessarben am Grab« nieder. Der „Krassin- in Iromeö. Der GiSbrecher „Krassin" traf am Montag in Tromsö ein und wurde von den Besatzungen der Schisse im Hafen mit Hurraruten empfangen. Der norwegische Wistenschastler Dozent Hoel, der sich wahrend der ganzen Rettungs- erpedition an Bord des „Krassin" befunden hatte, lobte die Russen sehr. Auf eine Frage, ob er sich über die viel erwähnte Gpsiode äußern wolle, al« der Flieger Tfchuchnowfki Mariano und Zappi auf dein Eise entdeckte, antwortete Hoel. er sei ganz sicher, daß es sich bei der vermeintlichen dritten Person um «In Paar Beinkleider gehandelt habe, die auf dem Eise lagen. C« habe auch noch ein Paar Hosen auf der Scholle gelegen, alS d»« beiden Männer an Bord genommen wurden. DaS Wetter fei sehr unsichtig gewesen und konnte Anlaß zu verschiedenen Mißverständnissen geben. Der Fiilm. den Tfchuchnowski ausgenommen habe, werde die Angelegenheit endgültig entscheiden. Der Film befinde sich noch an Bord de« „Krassin". D:r Dozent erklärte Wetter, daß Zappi bei der Rettung noch ziemlich bei Kräften war, während der Arzt an Bord des „Krassin" erklärte, Mariano hätte kaum nochzwölf Stunden leben können. Oie Wetterlage. y, atends. 0WDit€"foi0 Mite» * Sein« «MHI «tunitr 0)1 - !»••<' >' Mrtwrit ».< Pftut n *•! M" —0« ° < r» /•- Kn fl-ttn d.f Tn Warmluft verschte- dcnt.ich iu stärkerer DoUenbildung imb zu Gewitterstörungen kommen. Wettervoraussage für Donnerstag Wechlelnd wvsitg. kühler, ftdlentoetle ®e- witterbÜdung. Witter ingSaussichtenfürFrettag Kecn« wesenbiche Aenderung. Cuf ttem per aturen am 7. August: mittag« 23,0 G ad LelsiuS. abends 17s Grad Lel- fiu«. am 8. August: moraens 14,9 Grad LÄsius. THarimum 23 2 Grad Tesiiu« Minttnuyt 10/> Grad ttelfüi«. Srbtembetaturen in 10 Zentimeter liefe am 7. August: abend« 21,1 Grad Lelsius; im 8. August: morgcmS 16,9 Grad Eelsius. — 1 Sonnenfche.ndauer: 51 , Stunden lUUe. Stomnu. !" 3» 4 y«“M» ■ Er fegte ttnai deutschen Karben färben am Grabe j; JjÄ j£fc om»ö. >f am Montag bt den Äefa-ungen rarusen < m t* !iffenfchaftltt Do- flanken lituing»- w" bthmbrofyu'x, eint H1. cb a t Wvdk du^tm ntznvwNf Modem Gilt ent« lei gen- licher, tafi N dritten tyt’nr der gehandelt habe, l habe auch noch ein lle gelegen, alt bw genommen tpurfren ichtia gemckn und n WIYverslLndMn ictinftTlh autgenow- •nfeit enl>güliq ert' sich noch dn 2or? märte veiler, M «ch prrnNtz bt\ : QM an 'Lord bti ano W laun den lvnnen. 0 0 7i «a fl yi 0 r»(» K ,-H ■ö?aÖ ^tei^ cm Kcrn^ , ®i« ^Stzz^ hen dcr y , aSatiumy u Se- nbZung -d' DO"111 ^ wahrlich n.chr leicht, lein Brot beuitatn lagt« zu Derfritnen So mancher tüchtige Mensch, her noch der Dell ttixxii zu bieten Dtcnag. den ®r1 abtungcr. fiug gemacht haben, steht brotlos aut der Strohe weil er tu .alt" ist. — Dre Veit die Unterstützung reicht. Mc nun ihm gibt, namentlich wenn Familie vorhanden ist. tonn redet sich aus rechnen, und welch« Off« an letztem noch verLustcrlichem ®ui aclracht wer bei'., davon erzählen die Psandtommern und Llttrdd^geschStl.- eine lang« und traurig« Ge- schtchte Das gibt et da zu zaudern, wenn noch «in Fünkchen Aussicht tr-nft, da oder dort eine Gin- nahm« zu erzielen? Jeder Deg. der der Familie ein Brot verspricht, wird beschritten In der Bot nimmt so mancher sein Instrument, das er einst zur .Srbolung" lernte, und zuht damit von Hos zu Hos, um für sein Spiel eine Belohnung zu erlangen. - Xie klingt da aus den HÄ en in allen Tönen das Stieb der 7toL — Oft merkt man aus dem Spiel, wie innig der Spieler mit dem Instrument verbunden ist, wie leine Seele gequält ist durch das .Betteln . Vie sie weint, weil sie Im Staube liegt Oft vergibt mancher sein Lo» und spielt sich hinweg über Zeit und Baum, bis ihm di« Droschen vor die Fuße fallen. — Di« aber wenn aus dem Hose ein Batten- länger von Hameln spielt, so einer, drr eS versteht. die Seite des Zuhörers einzulangen und mitzuführen über Berg und Tal. tn ferne, ach so lieb« Lande, aus denen man vor langet Zeit auszog Kindheit, Juaend, Elternhaus, kurz das Frühling-lieb des Ledens... «S klingt und Hnat und ichmc Helt und lockt, dal) man die Jahre vergiht... »s ist Sommer, und die Heckenrosen blühen ... zu zweit geht der Deg durch das Dors dem Dalde zu. — Ein Heckenrdslein im Knopfloch — ein KrMzletn der Liebsten schief aus die Locken gesetzt... — .Dar so jung, so morgen schön. Das er sonst noch spielt? — — Die letzten Akkorde geben den Gedanken ein wehmütiges ®«IeiL „0, wie liegt so wett, was mein einst war —** Hofmusik —. Die Dellen des LebenS lassen so manche« stolz« Schiff stranden an unwirtlichen Usern, lassen es an Klippen zerschellen, und nur wenige erreichen den Hasen eines bescheidenen, zusriebenen Glückes. Der da im HÄ spielt, bat jenen Hasen nicht erreichte die Dogen treiben ihn, bis «inst Lbarvn mit seinem Kahn ihn auf jenes stille Eiland fährt, auf dem auch et Frieden und Heimatrecht hat. Verlauf des Gewerbehauses an die Gtadi Gießen. Der hiesige (ferner beoerrin hielt gestellt abend «Int a u ft e r 0 r b e n 11 i htspi«!haus Dahnhvfstrohe. „Du lolllt nicht Berlin, ben auf dem Bahnsteig anwesenden Vertretern der deutschen Botschaft und des franzosisckicn Autzenminlsterium, und der deuttchen und französischen Brest» erklärt wurde, tfl der Aufenthalt der deutsche» Kinder, die dulchweg gut erholt au», sehen und sich mit ihren fron.zosischen Lameraden ohne Schwierigkeit in deren Muttersprache verständigen können, ohne jeden M 1 h t 0 verlausen. Die Hitzewelle in Amerika Am Sonntag ging über die östlichen Staaten cm« Hrtzweile hinweg. Die zehn Tvbesvps er forberte. Zahlreich« Personen erlitten einen Hitzfchlag. Später folflcnbe, von Dollerchrüchcii begleitete Gewitter verursachten, namentlich in Massachusetts, schweren Sachlchoben Im Staat Beuyork zerstörte ein vom Blitz gefällter To um brel Automobile Tier Personen würben hierbei verletzt. Verhaftung spanlfchrr Banditen. Vie beiden spanischen Banditen, die in letzter Zeit eine Reihe von Raubüberfdllen aus Lu- t 0 in 0 b I! I ft t n In den Pyrenäentälern bei Som- pourt au»fubrttn, find durch das Zusammenwirken der spanischen und ber französischen Gendarmerie 0 t r b a f t e l worben Roch einer Gegenüberstellung mit ben Opfern ihre» letzten Ueberfall» legten sie ein Geständnis ab. Schwere» Eisenbahnunglück In Zllinol». Sin Schnellzug ber Il inois-Zentraleisenbahn entgleiste. Zehn Dageti fuhren in einen aus bem Bebenaleis halt.nben Personenzug hinein, von bem 'ech« Dogen umgeworsen würben. Beun Personen würben getötet und etwa 200 ver'cyt. barunler Mehrere schwer Sie Entgleisung würbe burch eine auf Den Schienen lic» $mbe Sisenröhrc verursacht, bic von einem Ükerzug heruntergefallen war. Schwere» Autounglück in der Schweiz. Bei ber Draubünbener Ortschaft Fiberis ereignete sich ein schweres Aulomobll-Llnglück Gin mit sieben Personen besetzter Kraftwagen ftürzde an einer Kurve einen Abhang hinunter. Ton den Insassen Hieben zwei auf ber Stelle lot liegen. Die anbercn erlitten mit Ausnahme eines Kindes. baS unverletzt blieb, schwere Terletzungen unb muhten in baS Krankenhaus nach Schiern übergesührt werden. Kurz nach ber Gnckieserung ist ein weiterer Terletzter g e - st 0 rb «n. Man nimmt an, bah bas Unglück auf Bers agen ber Bremsen zurückzusühven ist. ------- --- chcbrachen '. — Astoria-Lichtspiele „Die Geheim- agentin von Beuyork" (2. Teil). *• Die Zahl ber ®cbäubcbränbe in Hessen. Die Zahl der Gebaubebränbe in Hessen bat gegenüber bet Vorkriegszeit adgeiwmmen. Gs tvaren zu verzeichiten 1Q14 393, 1927 276. in Starkenburg. 1914 196, 1927 94 in Cber- hessen. 1914 224. 1927 19» in Bheinhelsen. zusammen tm Tolksstaal Hessen 1914 813. 1927 560 Bränbe. Die Schäden bezifferten sich im Jahre 1914 auf 490 893.38 Mk. im Jahre 1927 auf 767 233,35 Mk. •• Fahrplonneueruug. Zur Zeit besteht eine Personen^ugverbindung, die nicht genügend bekannt ist, weil sie nicht im Fahrplan sieht. Und zwar Gießen ab 7.43 Uhr, mit Umsteigen in Vilbel, Frankfurt an 10.02 Uhr. Ab Gießen handelt es sich um einen Personenlecrwagenzug, der in beschränk- tem Umfange für Personenbeförderung bis Friedberg freigegebcn ist und |e nach Bedarf auf ben einzelnen Bahnhöfen hält. Ab Friebberg wirb dieser Zug ein sahrplanmäßiaer Personenzug. 3n Vilbel erreicht man den Anschluß an einen Personenzug von Lauterbach. ** Terkehrsunfall. Gestern nachmittag gegen 5.30 Uhr fuhr bet Metzgerbursche einer piefigen Metzgerei mit einer großen Parti« Wurstwaren auf einem Fahrrab bte Ludwig- ftraste hinauf. Zwischen Bleichstratze unb Allcen- straße wurde er von hinten von einem Auto eingeholt unb angeraniu. so baß er mit feinem Bao zu Fall kam. Dlücklicherweisc kam ber Tab- fobrer mit bem Schrecken davon, während bas Fahrrad beschädigt wurde Durch den Sturz er- gost sich über Nc Lubwigstraße ein .Durstrogen", von bem mancher Tiersüßler eine willkommene Mahlzeit erhielt ** Sine elektrische Stratzenuhr wstst aegenwarttg an ber Straftengabelung L r Straste Kaiserallee ausgestellt. Die tMerlciiidc pyramidenlörmigr, mehrere Meter hohe Säule bient tm unteren teil ZeLamezwecken. Im obere.» Teil find vier nach allen Selten l.chtbare grvtze Zifferblätter angebrachi Das Anbringen einer öttentlichen Uhr an btefer Stell« ftnbtl sicher allgemeine 2lnertmnung •• 6 t a b 11 be 0 I e r Glesien. Tom Stabt- cheaterburea-.l wirb uns mitgeteilt: Degen bes ausierorbenilich großen Srfoigee ber Frcilichtaus- fübnmg .3m weißen Bößk" wirb am Sonntag. GesUsls-kWseljlMgsanzkigkli «rforbetn stets eine forgfültlg« lertgebung und Satznusstat ttmg. (Rute Satzlelitungen sind nur erreichbar, wenn di« An,eigen Itiöieltig genug onfgegelien werden. Der Annahmefchluß für alle Anzeigen Im Gießener Anzeiger entfällt auf den Vach, mittag vor der Ausnahme. Empsehlung». anzeigen müsien, je nach Umfang und Satz- fchwlerigtzcilen, zwei bi» drei löge vorher beftellt fein, »ur mit Sorgfalt unb dem not. wendigen Zeitaufwand gefetzte Empfehlungen Mtm Den tMnimeu tolg! 12. August, die Torfttilung wiebcrholt werden. Die Ausiühr-una beginnt nachmittags 3*/, Uhr. Bei schiech kern Wettrr füllt bte Torstellung für Hefen Tachmittag aus. Die Beletzung ist bte gleiche wie bei ber Grstaufführung Die beutschen Meister-Fe st spiel« in Tab-QZaubcim nehmen morgen. Donnerstag. 9. August, mit ber Oper .Salome ' ihren Anfang. Taheres in ber heutigen Anzeige. ’• öcbafrä'ub« in Stangenrod. Unter ber Schafherde ber Demeinbe Stangenrob ist die Schafrüube festgestellt worben. Die Schuvuial,- nabmen ber Paragraphen 248 ff. ber Aueiüd- rungSverarbnung zum Beichsviebfeuchenaesetz werben angeordnet " Gin Druckfehler hat sich in bem Aussatz von Dr. D. Flörke. Korallenrifse des Devon rneeres in b:r letzten Bummer unserer .Heimat im Tilb" (Ar. 31 vom 2. August) ein- geschlichen. SS muh dort auf Seite 122 Zeile 14-15 statt 100 Gramm Wasser richtig 100 Liter Wasser heißen. " S l rahenspe rruna^ Das Hessische Polizeiamt teilt mit: Wegen Vornahme von Bau- arbeiten an bem Haus Marktstraße 4 Ist ber Tucggtoben zwischen bem Stubentenheim (Irüber Safn SbeO unb ber Marktstraße bis 10. Oktober b. I. für ben Fußgänger- und Fährverkehr polizeilich gesperrt. Ausgehobene Provinzialstraßen- s per re. D:e Straßensperre aus ber Provin,ial» straßenstrecke Gießen -Krofdorf ist wieder nus- gehoben. Ton der Lahn. Heutige Wasserwärm« der Lahn 18 Grab C«Mus Aus dem Amisvefkündigungsblott. • Das AmtsverkkinbigunaSblatt Br. 57 vom 7. August enthält: Straßensperre- Aufhedung. — Schafräude in Stangenrod — Schulausgabe der Beichsversafsung. — Leilsaden für praktisch« Unsallverhütung In landwirtschaftlichen Betrieben. — Bau unb Betrieb von Dampfbackösen — Anerkennung der Fachschulklasse für Schornsteinsegerlehrttnge an ber Berufsschule IV zu Frankfurt a. W - Denst- nachrichten. Berliner Börse. Berlin, 8. «ug. (DIB. yunkspruch ) Nachdem Ichon ber Schluß b#r gestrigen Abendbörse itfiihrr Meine Abschwächungen gebracht hotte, sieht c? im heutigen Frühoerkehr eher weiter leichter ou«. '.Ucan rechnet mit neuen Medio-Entlastungsunb glaubt, daß der gestrige laue Reuyorker Schluß ebenfgjl» Abgabenneigung Hervorrufen wird. Äur|r sind noch nicht zu Horen. Am veoifen markt nennt man Sari» 124,22, Mailand 92,^0, Spanien 29,00, da» Pfund 485,50 und den Dollar 4.1085 zu 40. IW ti'kttl -.l 'M l k < IHR I HERREN ! । EUCH ! WIRD „ VERKÜNDET .....'«“••■’HI/JII-“.....W''uu«'IW üütislber Tabak,,T)on, auser- . KUR QGAAETTEN bei 0900a empfiehlt 7199V Marktstraste 14 Telephon 2417. ————————— Klein $ Mel Klein-Linden, Gedern, Dutenhofen. 7. August 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag, 9. August, nachm. 3 Uhr statt. Fulda G. i. 05718 <624 D Statt Karten! Danksagung. »ugeben. 7222D Stcinstrastc 63. 3 danke ich herzlich im Namen aller Hinterbliebenen. August Kümmel, Oberzollinspektor. Gießen, den 6. August 1928. 7084V einschl. Sonntag: Ab heute bis Heuchelheim, den 8. August 1928. 72I7V gesucht. 7215ss gesucht. 05711 7230D geschloffen. Astoria-Lichtspiele weise gegen Barzahlung: 7224V nasse 4. 7221V 7205c 9 5 ehrlich und sauber, in allenZwetgen der Hauswirtschaft bewandert, daS etwas nahen kann, für gut. Haushalt, 6 Zimmer, für 1. Sevtbr. 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Besucht die M/eiße yyaren -Tage Heute morgen entschlief sanft in dem Herrn unsere liebe Mutter. Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Lenz geb.Weigel im fast vollendeten 73. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Weigel V. Familie Wilhelm Hölker Familie Christian Lenz Glänzende Exiftenz Erste- Versandhaus sucht f. d. hiesig. Bezirk Vertreter f. d. prov. Berkaus u. Damen- u. Herrensiofsen, Weitz- waren, Baumwollwarew Bett-, Velb« u. Tischwäsche. Trikotagen et?., s. d. bessere Privatkundichast, ivcaicll Beamtcukretse. Konkurrenzlose Muiterkoll. Erheb!. Zahlungverleichterungen, beste OualtiätSwaren, vor- leiloahc Preise, hohe Provision, wöchentl. Bezüge. Evtl. Uebergabe v. Vorhand. Kundschaft. Bertrauenöw. siettz. Herren — am liebst, etngesührte — belieb. Stngeb. über bisherige Tätigkeit m. Lichtbild. ZeugntSabschr. u. Referenz, einzuretch. u. I. 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Anzeiger Heute abend 8.30 Ubr: Monatsversammlung im Klublokal. Zahlreicher Besuch erwünscht. 7225 D Ter Vorstand. Lichtspielhaus Bahnhofstrabe 34 Verloren. gl. Brlllanlncöel «Andenken» o.Mollke- itratze Infi Theater, Dienstag abend verloren. Wiedervring. Belohnung. 05/11» Moltkestraste iß. | Vereins UL Gießen. Bekanntmachung. Die zur Neubefestigung der Fahrbahn der Bahnhofstraße (zwischen der Westanlage und Alicenstraße) und der Neustadt (von der Bahnhofstraße bis zur Kirchstraße) erforderliche,i Maurerarbeiten sollen auf Grund der ReichSverdingungSordnung öffentlich vergeben werden. Angebote auf bei unS erhältlichen Vordrucken find vor dem VerdingungStermin Oöerammiann Sestk. orteröadi (yverh). Verkauf durch den Milchhändler Ih. Wller.SM. AKSieseWi» 6. Bekanntmachung. Bctr.: Tie vorläufigen Umlagen und die vorläufige Sondcrgebäudcsteuer der Stadt Gießen im Rj. 1928. Auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 29. Juni 1928 und mit Genehmigung der hessischen Herren Minister des Innern, der Finanzen und für Arbeit und Wirtschaft sind für das Rj. 1928 die vorläufigen Ausschlagsätze wie folgt festgesetzt worden: 1. 22 Rpf. auf je 100 RM. Steuerwert der Gebäude und Bauplätze, 2. 32 Rpf. auf je 100 RM. Steucrwert des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes, 3. a) 80 Rpf. auf je 100 RM. Steucrwert des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals, b) 80 Rpf. auf je 1 RM. des für da- Kalenderjahr 1925 festgestelltcn staatlichen Gewerbeertragssteuersolls, 4. 45,93 Rpf. auf je 1 RM. deS für das Rj. 1928 festgestellten staatlichen Sondergebäudesteuersolls. Die Aufrechnung der hiernach zu entrichtenden vorläufigen Steuerbeträge auf die endgültig festgesetzte Steuer bleibt Vorbehalten. Die Erhebung sämtlicher Steuern erfolgt in sechs Zielen, und zwar: das 1. und 2.Ziel bis zum 25. Juli, die weiteren Ziele bis jeweils zum 25. September, 25. November 1928, 25. Januar und 25. März 1929. Mit Rücksicht auf die Zusammenlegung der beiden ersten Ziele »verden für das 2. Ziel vor 25. August 1928 keine Verzugszinsen in Ansatz gebracht. Neber bte zu zahlenden Steuerbeträge werden den Pflichtigen in den nächsten Tagen besondere Steuerbescheide zugestellt. Gießen, den 6. August 1928. Der Oberbürgermeister: Dr. Keller. 7216B ————— Eßt Seefische! l-rische und geräucherte fische in großer Auswahl Fisch-Spezialhaus „Warn“ Die Kameliendame In der Hauptrolle: Xorma Talmadgo. — 8 Akte hus dem Paris von heute, mit dem faszinierenden Glanz des Lebens der großen Welt. Die Kamclien- dame von Norma Talmadge, eine Frau unserer Tage, mit kurzem Rock, dem Herrenschnitt und der Abendtoilette, die manches zeigt und vieles erraten läßt. — Ferner: Liebesraserei Lustspiel in 2 Akten. — Sowie: Die neuesten Film-Berichte aus aller Welt Garantiert reine Vollmilch in Flaschen und Kannen, nur Tauerweide« Betrieb, daher höchste .Reinheit. 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August 1928, für Auszahlung deS Wochengeldes und für Einzahlungen von Beiträgen. Freitag, den 10. August 1928, für Krankengeldbezieher. Kassestünden von 8—1 Uhr vormittags. 72001)Der Vorstand. Anläßlich des VerfassungfitageS sind am 11. August 192K die Geschäftsräume der 'Allgemeinen Ortskrankenkasse deS Landkreises | Kaufgetuche | Wohnhaus nut gutgehender Wirtschaft u. Fremdenzimmern zu kaut, gesucht. Schr. Ang. u. 06714 an d. G. Anz. Gebrauchter Fahrstuhl (tüt ein I2jabr. Kindl ;u lausen gesucht, -chr. Angebote mit BrerSang unt.7218D an den Gieß, «n;. Garlenhötta rn kaufen gesucht. Heh. AlfTen. Großen Buiett [Empfehlungen | Neue Hollander vellheringe Hener GMern eingetroffen. WD J. M. Schulhof. Teleph. 11A Eingang vom Burggraden. TelephonischeBestei- lungen werden Io- »ort aufigesühri. Auto-Meiel 2502. I Frische Schellfische o. Ä. Kabeljau o A. Seehecht Rotzungen Reue Holländer Boll Heringe empsiehlt 7088D L ß. KleiDhenn. 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Wir sanden zuletzt, daß Maugham lden man wie .Mohrn" cru-fpricht) immerhin mehr Talent Aum handsesten Reiher bat. al- zur Komödie. Stücke, wie der .Regen" oder .Der Dries" geben ja wenigsten- den Leuten an die Riercn oder an- Gemüt. Aber dies hier, mit dem gesuchten und umständlichen Titel um Constance herum, ist eigentlich weder Fisch noch Fleisch. Es ist in seiner besten Szene — im zweiten Akt — «in so effektvolles Theaterstück wie der ..Dries". Es möchte aber mehr fctn; wir lasen etwa- vom literarischen Erbe Oscar Wilde-, da- Maugham hier angetreten habe. Wir bezWeiseln auch nicht, baß er da- gewcnlt hati aber vir können nicht finden, dah es :hm gelungen ist. Der Unterschied liegt in der geistigen Haltung sowohl wie im Still Wilde war wirklich wihtg. geistreich und non verblüffender Eleganz und Dcwcglichkext in seinem Denken und in feinen Formulierungen. Maugham aber ist — wo- jener niemals war - hier von einer krampfhaften und erzwungenen Schtaafertigkcit. die ihrerseits wiederum die wahre Komödie ausfchliestt. Denn in einer Komödie in unserem (vielleicht nicht im etiglischm) Sinne handelt es sich um Dinge des E>erzen-, welche man stockender zu verhandeln v^egt, als es hier immerfort der Fall ist. Zeden- '«I- nicht mit einer so plätschernden Geläufigkeit wahrhaft musterhaft gebauter Sätze, die man Tyxt> in der miserablen ilcbertragimg von Muni "of bewundern muh. - ~~?5 also, baß es sich hier um eine wpteler« handelt, um einen originellen Einfall, der einige Spannung und einige recht dramatische ^^"^rupven zeitigt, der ein unterhaltsam.'s etlichen prächtigen Rollen .■ 0er aber — zum wenigsten mit Maughams für bbc Komödie verloren ist. . bie Fabel selbst betrifft, so kann sie in d^r-^e prechung nur ebenso zur T-iskulsivn gestellt werden, wie im Stück geschieht. Finden Sie... 'tnOen Tie nicht...? Das ist eine reine Privat- Aufruhr -er „Society". Die .Dolf 3t4.* läht sich von ihrem Londoner Korrespondenten Rom Landau folgend.'- interessante Stimmungsbild von der Londoner .Sealon" melden Seit mehreren Jahren bereit.« w.rd die Londoner Sealon immer w eder von einer Epidemie hetmgesucht von brr Epidemie der .Gate Crusher" .Gate Crusher auf deut ch Torstürmer, find nicht aus Sportplätzen zu finden tragen auch keine Trikothrmdä en und nackte Knie, sondern es sind jene vornehmen Ladies und Gentlemen. die sich, mit ihren bett gebauten Frack- und liebreizendsten Roben angetan, zu groben Gmpsängen in vornehme Häuser begeben, ohne eine Ginladung erhalten zu haben' in den nunsten Fällen vermuten sie auf betagtem Dall einen Freund oder Bekannten zu treffen, der über eine gütige Ginladung verfügt Dennoch s ind London- .Gate Crusher" eine furchtbar. Epidemie, die sich über die unvorbereiteten und erschrockenen Büfett- der schmucken Dining-Room- herstürzt und jene Salate, Gänseleberpasteten und Eisbomben verschlingt, die den legitimen Gästen zugedacht waren. Dei Gmpsängen. zu denen 200 Gäste eingeladen wurden, pflegen oft doppelt soviel Frack- und Drokat- Sdichte au erscheinen den hilflosen .Hostefses" cibt nach einem solchen Empfang nicht- anderes übrig, al» sich am nächsten Morgen auf drr ersten Seite der .ktlangen in teuren Bekanntmachungen vor ihren Gästen dafür zu entschuldigen, dast die Speisen nicht gereicht haben, und da- Gedränge beängstigend toar; aber man Hatto nur 200 .Invitation- versandt und 400 Gäste waren er- schierren. Kein Unkraut ist gegen die Pest der Gate Crusher gewachsen. Man konnte auch nicht gut gegen sie einlchreiten, da. abgesehen davon, dah sie der Gesellschaft angehören, e- zur Londoner Sitte gehört, dast eine populäre Hostest zumeist weder weist, an wen alle- Einladungen versandt wurden, noch wer von den Cingeladenen Freunde mitgebracht batte; auch ist eS schwer festzustellen, wo der .Gate Crush" als juristischer Begriff beginnt Die meisten .Season Hostefses" kennen einen Teil ihrer Gäste überhaupt nicht, und viele der erschienenen Gäste bemühen sich gar nicht darum, ihre Hostest kennenzulernen. Kurzum, man war den .Gate CrusherS" hosfnung-lo- auS- geliefert Da kam aber, wie ein loderndes Kriegsschwert, vom Gott der Sealon und der Ordnung nach Mayfair entsandt. Lady Sllesmere, die Besitzerin von Dridgewater House, in dem sich die bestrickendsten Raffaelmadonncn Tizianschönbeiten und sonstige Kunstunlchatzbarkeiten befinden. Zu ihrem gros.en Zahrese.npsang lud sic 300 vor- iiohme Gäste ein, aber 500 Ladies und Gent- lernen waren erschienen Zornentbrannt begibt sich die stolze Ladn auf die kostbare Marmortreppe. den ersten ungeladenen Gindringling persönlich und erbarmungslos auszuwei'en. Gin paar schlank« Geschöpfe in Tüll und Spitzen besteigen die Treppe Unbekannt. Ha. Götter der Rache hebt mir bei! Wogenden DusenS stellt sich die edle Lad» in den Weg. fragt nach Rarnen. weift den Gntsetzten die Tur. Tut- noch einmal, noch einmal in ihrem Kampfesmut Ha. welche Wollust Schwert Gotte- zu sein! Am nächsten Morgen bringen alle Gazetten die Ramen der entehrten .Gate Grusher". 3n gleicher Rächt hatte sie die Lady den Redaktiotten mitgeteilt. S- sind schöne Ramen bekanntester Societnmitglieder. anal! Gin Skandal, wie ihn sich die schmunzelnden Zeitungen, die vergnügten Bürger seit Jahr und Tag nicht schöner erträumen konnten. Aber die Society tobt. Die de- Saale- verwiesenen Mädchen veröffentlichen in Zeitungen Driese. in denen sie beweisen, dah sie al- Gäste eines edlen Lord- Bridgewater House betraten, andere waren überhaupt regelrecht eingeladen, noch andere, deren unschuldige Ramen die zornentfachte Peerest den Zeitungen nannte, wurden überhaupt nicht auS- gewiesen. Die Mutter einer von ihnen, die edle Lady Willoughby. erNärte der Rasfaelhostest durch Spalten der'Zeitungen Krieg solcher Miß- gnff ki einer Ladv nicht würdig lind die Societo fpaltet tih in zwei Lager das der Antigatecrusher unter Laky Gllesnere- Führung. und da- der Freunde der Lady Wil» loughbv Ss labt fich nicht leugnen: K ieg. Za. Krieg. Süße De - itantinnen nehmen Einladungen zu den verlockendsten Partie» nicht an weil die eine oder die andere der beiden Ladys irgendwie mit btr Party liiert ist vornehms e Peerv- gctiinnc.i werden zu würdigen Gmpfängen nicht eingelaben treil sie diesen oder jenen Gatecrulher- glaubv. teilen; man Zchne det" sich und kennt sich nicht, man wird te nach dem Temperament, bei unpassendsten Gelegenheiten verlegen oder arrogant. Gotter der Society der guten Sitte, der tadel- lolen britischen Manieren und der gefelttchatt- lichen Langeweile verhüllt euer Rn lrtz. d e Götter der freien Meinung des unverblümten Wortes der sensationellen, interessanten Part^ drohen t»u sittliche Tradition britischer Geselligleit in Stücke zu schlagen. Die Großmacht Bleichröder. Von her LotterielolleNion zum DelibonshauS. — Der Bankier Bismarcks und des preußifcken Staates Von Herbert Hufanb. Gnde Zuli beging da- weltbekannte Berliner Bankhaus Blechröder die Feier seines hundertsünsundzwanzigjährigen Bestehen-. Al- .Wechfelgeschäli und Lotterietollektion" wurde im Fahre 1305 da- kleine Bankhaus S Blcichröder gegründet, dessen Seniot^hef Paul Hermann von Schwabach vor einigen Zähren den Vorsitz im Aufsichtsrat sieben grober a :icn sich die 1kreinigte Königs» und Laurahütte, die Hed- wigshätle, und die Contii.enlal-'Te egraphen-^om- pan e befanden, gleichzeitig aber stellvertretender Vorsitzender in den Aussichtscäten der Deutschen Grdöl-Attiengesellschaf!. ixr Vulkan-Werke in Hamburg und Stettin, der Kamerun-Eisenbahn- aesellfchast der Reu-Guinea Compagnie und der Preußischen Zentralbodenkredit Aktiengesellschaft war unb daneben das Amt eines Mitgliedes des- Aufsichtsrates in weiteren vierundzwanzig groben Aktiengesellschaften ausübte. Ratürlich ist dieser einflußreiche Mann auch Mitglied der Handelskammer zu Berlin, und gehört zum Zentralaus- schuh der Reichsbank. Aber das sind nur die Aemler, die in der Hand des Seniorchess dieses Bankhauses vereinigt sind;' Werner von Dleichröder. ebenfalls Mitinhaber der Firma, war zur selben Zeit Vorsitzender im AuslichtSrat ;Untier Aktiengesellschasten und gehörte als stell- vertretender Vorsitzender oder als Mitglied den AufsichtSräten von sieben anderen Untemebmun» gen an. Der junge Samuel Dleichröder. der vor anderthalb Zahrhiinderten alS Lehrling im Frankfurter Stammhaus der Rothlchrlds begann und damit wohl die beste Ausbildung erhielt, die damals einem jungen Bankbeamten zuteil werden konnte, hat wohl nie geahnt, zu welchem bedeutenden Unternehmen er den Grund legte; zu Träumereien war er viel zu nüchtern. Sein Wechselgeschäft nahm erst einen gröberen Aufschwung. alS er im Zahre 1820 die Berliner Vertretung des Bankhauses Rothschild erhielt, da- damals schon zu internationaler Bedeutung gelangt war und sich bemühte, in allen wichtigen Städten Curvpas durch vertrauenswürdige Persönlichkeiten seine Znteressen wahrnehmen zu lallen Vertrauenswürdig waren natürlich in erster Linie die Söhne des Hauses; aber die »fünf Franksurter". die in Men. Reapel. Paris, London und in Frankfurt selbst sahen, reichten für daS wachsende GeschäftSgebiet ni«cht aus, und da man Samuel Dleichröder auS seiner Frankfurter Zeit gut kannte, überliest man dem redlichen, zuverlässigen Ikmfier die wichtige Derliner Vertretung. Weltbedeutung erlangte das Bankhaus S. Dleichröder aber erst unter Samuels Sohn, dem spateren Baron Gerson von Dleichröder. der am 22.Dezember 1822 in Berlin geboten wurde. Dieser zweite Znhaber des Bankhauses, das ihm nach dem am 30. Dezember 1855 erfolgten Tod seine- Vaters gehörte, war ein Finanzgenie. Er gewann sich das besondere Vertrauen des Fürsten Bismarck, dessen Vermögen er mit Geschick unb Umsicht verwaltete, allmählich wurde er dann auch zur FinanzieruTtg der preusttfchen Staatsgefchäfte her- angezogen. Als das preustifche AbgeordnelenhauS der Regierung in der Kontliktszeit die Gelder verweigeNe. wurde Gerfon Bieichröder im Zahre 1865 von König Wilhelm nach Karlsbad berufen, um die Preustifche Regierung darüber zu beraten. tote die nötigen Mittel für den Ausbau des HeereS aufgebracht werden lömxtcn. Zn Karlsbad wurde beschlossen, das Rückkauf-recht des preustischen Staates an der Köln -Mindener Eisenbahn für 14 Millionen Taler zu verkaufen, eine Transaktion, die Bieichröder mit grobem Geschick durchführte. Zum Dank wurde er hn Zahre 1867 zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. Auch in der Finanzierung des Krieges von 1 8 70 7 1 spielte das Bankhaus Bieichröder eine groste Rolle Bismarck berief den Derliner Bankier in das Groste Hauptquartier und beauftragte ihn. für die Erhebung der Äon- tribution zu sorgen, die die Stadt Paris damals zu zahlen hatte. E-s wird berichtet, day sich Bleich- röber in jenen kritischen Tagen erfolgreich für den Pariser Marquis de Rothschild eingefctzt haben soll, den Bismarck als Franctireur festnehmen lassen wollte, um eine Geiste! in der Hand zu haben — und das mußte Gerson Bleich- röber. der Vertreter der Rothschii,bfchen Hän'er war. natürlich sehr unangenehm fein. Eine wichtige Rolle spielte der bedeutende Bankier dann bei der Festsetzung der sranzösischen Kriegsentschädigung; er hatte errechnet, dast das reiche Frankreich mit Leichtigkeit fünf Milliardmi zahlen konnte, unb Bismarck glaubte dieser Rechnung natürikb gern. (Sine Anekdote, die vielleicht nut gut erfunden ist. beleuchtet die Rolle, die Dleichröder damals spielte, recht treffend. AlS Zules Favre von 'Bismarck erfuhr, dast Frankreich fünf Milliarden zahlen solle, sprang er entsetzt in die Höhe unb rief auS: .Wenn ein Mensch von Thrifts Geburt an bis aus den heutigen Tag ununterbrochen Geld gezählt hätte, so wäre bis zum FriedenSschlust noch nicht eine so ungeheure Summe durch seine Hände gelaufen.“ — .Darüber können Sie mrbesorgt sein." entgegnete BiSmarck mit einer Anspielung auf seinen Begleiter. .Dafür habe ich mir den Bankier Bleich- röber mitgebracht; der zählt nicht von Ehristi Geburt. sondern von Erschaffung der Welt an." Zn den FriedeTrsverhandlungen gelang es Bleich- röder dann, noch ein paar Millionen mehr für das Deutsche Reich herauszuschlagen, da er durchsetzte. dast die KriegSentschäbigung bis zu ihrer vollen Bezahlung auch verzinst werden müsse. Durch da- Adelspatent vom 8. März 1872 wurde Bieichröder battn in den erblichen Abels- ftanb erhoben; es ist wenig bekannt, dast jedoch nur Gerson von Bieichröder den Titel eine- Baron- erhielt, während feine Rachkommen. die im VollSmund ebenso tituliert werden, tatsächlich nur zum gewöhnlichen Brief ade! gehören. Erst viel später ist auch die Familie feines Kompagnon- geadelt worden. 6cit dem Zahre 1847 war nänüich auch Gerson- Detter, der spätere Xom* r.erzienrat Zuliu - Leopold Schwabach, in dem Berllner Bankhaus tätig, er wurde im Zehre 1866 Mitinhaber des Geschäftes. Dir Farn...e Schwabach ist erst am 16. 3uni 1907 txobi» hhetl worden Ader auch andere Ehren häuften sich bei den Znhabern des zu Weltruf gelangten Bankhauses. Schwabach und Bletchröder wurden brinsche GetreralkonsulS. und alS Gerson von Ble.chröder am 19. Februar 1893 starb, schritten die «chwarzau-gefchlage nc Marmortrep.-e des Trauerhause- nicht nur Vertrete, deutfcher Ye- berben unb Abgefandte grvstter mländ.fcher Un- temebmungen ernpor, sondern man sah danct^en auch die golbbetrestten Uniformen au-ländllcher Bottchafter. die im Hamen ihrer Reaieruitgen ihr Be.leid aussprachen. 3M Millionen Mark soll haben Znzw.lchen sinh die Bleichrödere. in jener Zc.t die reichsten Bewohner Berlins, durch viele Erteilungen zu gewöhnlichen Multimillionären hinabgesunken. Gerfon- ältester Sohn, der im Zanuar 1917 verstorbene Han- von Dleichröder. übernahm die Leitung de- Bankhauses, da- nicht nur in der Anleihepolittk des Re.che- und PreustenS fowie bei bet Verstaatlichung bet preustischen Eisenbahnen eine sührende Rolle gespielt hat. sondern auch im internationalen Anleihegeschäft zu den mastgebenden Kräften gehörte. Tie (firma S. Dleichröder arbeitete mit der österreichischen. der ungarischen und der italienischen Regierung, wirkte auf dem chinesischen Aktienmarkt mit und schlost Gefchäste mit Rustland. der Türkei. Aegypten. Mexiko, Brasilien und Rumänien ab. Während man im Hause Mendel-fohn immer noch nach alter Tradition daS reine Finanzgeschäft pflegte, betätigte sich Bieichröder auch aus industriellem Gebiet, und die Entwicklung der Laurahütte. der Bergwerk-gefell- schaft Hibernia. sowie der Vulkanwerke sind eng mit der Geschichte de- Hauses Dleichröder verknüpft. da» auch an der Deutsch-Astatischen Bank, der Deut-ch-Ostafrikanifchen Bank, der Deutsch?!» Orientbaftf. der Danca Eommerciale Ztaliana. der Danque Generale Roumaine. der turkifchen Tabak-Regie und anderen Unternehmungen beteiligt war. Der Frieden-schlust brachte da- Bank- chrus um den gröstten Teil ferner au-länbilchen Besitzungen, und es mustte in ben letzten Zohren eine vorsichtige unb hartnäckige Wiederaufbauarbeit leisten. Es gelang den Znhabern, dem Deniorchef Doktor Paul von Schwabach, Doktor ZameS von Dleichröder. Ernst Kritzler, dem Münchener Kommerzienrat Martin Aufhäuser. Kurt von Dleichröder unb Paul Zuliu- vonSchwabach. in fast alle wichtigen Industriezweige e.nznbrin- gen. Enge Beziehungen verbanden bald mit den» Rorddeutfchcn Lloyd in Bremen, her Rorbstern- Verslcherungsgefellfchaft und dem Wolff scheu -Te» legraphenburean und der Deutsch-Atlantischen Te- legraphen-Gesellschaft. Wichtig finb auch die De- tctlogunflen an der Kali- unb ber Zementinbustrie fowie dve Beziehungen zu einer Reihe von Banken üi Braunschweig, in Stettin, in München und in Amsterdam. Oberheffen. Ziegenmartt in Hungen. L Hungen, 7. Aug. Zu dem hier abgehaltenen Ferkel- und Ziegenmarkt teuren aufgetrieben. 468 Ferkel und 143 Ziegen Der Handel auf dem Ferkelmarkt toar infolge des groben Angebot- schleppend. eS verblieb reichlich Ueber- stand, toäbrcnb sich ber Verkauf auf dem Ziegenmarkt in mittleren Bahnen bewegte. TS kostelen 6 bis 7 Wochen alte Ferkel 12 bis 17 Mk. 8 bis 8 Wochen alle 18 bi« 22 Mk. 10 bis 12 Wochen alte 23 bi- 28 Ml. bei Stück. Ziegenböcke wurden verkauft je nach Ware bis zu 100 Mark da- Stück. Ätt dem Ziegenmarki war gleichzeitig eine Prämiierung von Ziegen verbunden, die folgendes Ergebnis bitte: Klasse I: Böcke. 2 Zahne alt und älter: Gemeinde Utphe 1 Pr.; die Gemeinden Laubach und Linbenstruth 2.Pr.; die Gemeinden Obborn- angelegenhe.t deS verehrl:chen Theaterbesuchers, eine Sache des Geschmack-, deS Sllicrs. des Geschlechts. der Erziehung unb. meinetwegen, der Wellan.chauung; die Beantwortung hat jedensallS mit der Beurteilung des Stückes an .ich wenig zu tun. < Eonstance. die glücklich (ober .glücklich"! verheiratet ist. wird von ihrem Mann mit ihrer besten Freundin betrogen. Ober von ihrer besten Freundin mit Ihrem Wann; einerlei. Alle Verwandten, Freunde unb Bekannten wissen es. Unb glauben, dast Eonstance. die es ja schließlich am elften angeht, nichts ahnt. Sie ahnt es aber nicht nur. sie ipeifo es Sie deckt sogar ihren Mann samt ihrer Freundin, al- deren wutschnaubender Gemahl mit der .Reuigkeit" hereinplatzt, macht ben Tölpel glauben, er habe sich geirrt unb setzt ibn vor die Tür. Selbst diese große Szerre mag in einer Komödie stehen; was aber nachfolgt, kann nur in einem Gesellschaftsstück stehen. Zn einem Gefellschasts- stück ist alles möglich. Zn einer Komödie mühte jetzt die Probe ausSHerz. die Probe aufs Gefühl bestanden werden. Aber es bleibt eine Spielerei, ein geklügeltes Spiel mit teohlgefetzten Worten und wohlauSproblerten Situationen. Man spürt, wie dieses Stück gemacht wurde, nicht: daß eS gewachsen ist. Der dritte Akt liefert nach etlichen zeitgemäßen Beiträgen zur .Kameradschaftsehe" deS Richtcrs Ben Lindsay ben merkwürdigen Triumph Eon- stances und die Bestrafung ihres Hatter haften Gemahls mit dem fragwürdigen Experiment, dah Eonstance mit einem zur rechten Zeit eingetroffenen Zugendfreunde für sechs Wochen auf Reifen geht — eetsch! Und über der zum Schluß liebenswürdig ins Parkett gctoor^cnen Frage .Finden Sie. dah Eonstance sich richtig verhält?" vergaßen wohl die meisten, darüber nachzudenken. wen von beiden. Ehemann oder Zugendfreund. die wunderliche Eonstarrce denn nun eigentlich wirklich liebt. Die Beantwortung dieser leider offen« gelaßenen Frage scheint uns aber für bas Stück wichtiger zu.fein, als jener nach dem richtigen, schicklichen ober ztoecknäßigen Verhalten ber jungen Frau. 3m Rahmen einer von Löffler entworfenen, geschmackvollen 'Dekoration von angenebm-mober- nen Formen Iba» heißt ohne bic radikalen Auswüchse des Dessauer Bauhauses) hatte ber Dra- I maturg Dr. Karl Ritter eine teohlpoinlierte I unb recht flüssige Aufführung herausgebracht, | die unseres Erachtens nur gerabc tn ber Hauptszene mit dem allzu stürmischen Austritt des eifersüchtigen Gatten jener lasterhaften Freundin bic Linie des eleganten Konversationsstückes verlor. Zhn spielte Dolck als Elefanten im Porzellanladen. zum allgemeinen Vergnügen, aber am gedämpfteren Stil des Ganzen entschieden vorbei. Maria Koch hatte die Paraderolle der Constance. die sie schauspielerisch glänzend aus- schöpfte so umsichtig und scharfsinnig wie mit leiser Zrvnie entwickelte, daß man ganz gefesselt von soviel Grazie des Verstandes unb Ditzes die manchmal erkältende Gefühlsleere der Gestalt vergessen tonnte Auguste Prasch-Grevenberg umgab die Rolle der Mrs. Culver mit gewinnen der Ucbcr- lezenheit. zwangloser Raturllchkeit unb entwaffnendem Humor; unb auch biefes zweite Gießener Gastspiel gedieh zu einem Erfolg von strahlender Herzlichtot. Tannert als Constance- wankelmütiger Gatte durfte erst im Schlußakt, knabenhaft schmollend und trotzig aufgebracht, richtig aus sich herauZgehen. Arzdorf (Bernhard) wirkte zu glatt und konventionell, was aber auch an ber unglücklichen Rolle liegen mag. Lieselotte Fuhrmann hatte alS Barbara nicht viel zu spielen; Zngeborg Scherer, die Sünderin Marie Luise, war eine englische Dame, wie sie von Reynolds oft gemalt wurden. Alis Kräh - mer, die grobe Martha mit den männlichen Gebärden, eine Tochter Albions, wie man sie in deutschen Zeitschriften mit Vorliebe verulk! h ltende trockene Witterung machte Nachdruck verboten. 35. Fortsetzung. res au Baronin hat ihn doch viel in Händen gehabt.^ Er zog eir el an Durch die < sich bei der alt: Heinrich > Freitag E» war ein Klang in den Worten, der machte Maria besorgt. Konnte sie nicht mehr lachen? Sie, die doch in aller Not bce vergangenen Jahr immer die Sorgen über Bord aeroorfen hatte? Jetzt wünschte sie Elenas alten Leichtsinn zurück. Darüber machte sie sich kaum Gedanken, datz der Schwager (eben vorausgcsahren war. Er mochte kaum den Wunsch haben, ihr zu begegnen, wenn (Hungen) Anerkennungen. Klasse V: Ziegen, 1 Hau (Hattenrod, l.Pr.i letzten Sitzung setzte der Vemeinderat zunächst die 6 tc u«ra icle fest. Es werden folgende Steuersätze beschlossen: 18 Pf. auf je 100 □Hart Steuerwert der Gebäude, 34 Df. für landwirtschaftliche Grundstücke. 45 Ps. für Gewerbe. 34 Pf. Sondersteuer für Gebäude. -- Die De» soldurg ' der Gemeindebeamten wirb analog den staatlichen Sätzen geregelt. — Um , serversorgun g zu verbessern werden noch eine Reihe Wassermesser eingebaut; Decher heraus und entfaltet« es — et war in deutscher Sprache ausgestellt, aber Herr Adossides Der- Möwe im Sturm Vornan von Sophie Moerß. er an dav <)aue dachte, in dem sie sein Galt gewesen war. Und sie wollten selber reisen, sobald er nur ging. „Drei Tage Ruhe, Elena, datz ich das Rütteln und Wiegen au» den Gliedern verliere, dann fahren wir zurück. Im Salonwagen des Herrn General- direkloro. Da hast du alle Bequemlichkeit, die dir nötig ist. Für dich freut e» mich, daß wir den Wagen haben." „Ach — so bist du getomnun? Ihr seid verlobt, Maria, ja?" JD nein, o nie, Liebste. Ich —“ ein leises Lachen — „Darüber reden wir ein andermal. Jetzt wollen wir nur an dich denken. Und moraen will ich hinaus aus die Akropoli». Wenn cs dir zu beschwer^ lich ist, wird Herr Sieversen mich geleiten. Wozu ist er Rcisemarschall - „3a, ja, geh mit dem. Steigen wird mir entsetzlich schwer." So ging Maria in aller Morgenfrühe de» nach- sten Tages, ehe Scmnenglut und Staub zur Plage wurden. Elena lag bis gegen Mittag, da wurde ihr gemeldet, Herr Aristides Adossides bäte um den Borzug. die Frau Baronin sprechen zu dürfen. Wie lästig. Sein Französisch anzuhören, war wirklich eine Qual. Aber er mochte etwa» von Sergei zu bestellen haben, der bisher nur eine flüchtige .starte gesandt hatte, eingesteckt in Budapest. „Der Herr soll ein wenig im Salon märten. Herr Adosstdcs, besten Dar« wie Silber glanzte und dessen Augen so österlich liebevoll der uer- lichen tjrau entgegensahen, konnte gleichwohl eine gewisse Nervosität nicht verbergen Er sagte, er komme, well er gehör.. Ihre Kai Uche Hoheit — ein ganz kleines Stocken — als bergemacnen Woche mit dem Schnitt begonnen. Im allgemeinen steht alles vortrefflich, es zeigt sich wieder klar, baft txoden« Jahre für den hohen Vogelsberg die besten sind. Dringend zu wünschen ist freilich, daß das trockene Wetter der letzten Zeit auch für die kommenden Wochen der Ernte anhält. Unter ^Beteiligung sämtlicher DolkSschuilen der Orte des Bezirks Ulrichstein fand am gestrigen Montag hier wie in jedem Jahr das Iugendturnfest statt. Im Äugel* st oh, deutschen Dreisprung. Stafettenlaus, Wettsprung und in Freiübungen konnten die Kinder auf btm ausgedehnten Ulrichsteiner Sportplatz ihre Kräfte messen und ein vielfach recht gutes Können zeigen. — Forstgehilfe Dittmann, der längere Zeit hier tätig war. wurde nach (Utphe). Ludwig Dock (Obbornhofen). Heinrich Münster (Hattenrod), Derselbe 2. Pr: Wilhekm Keil (Ettingshausen). Heinrich Weller XVI. (Dteseck). Heinrich Münster (Hattenrod) 3. Pr.; Friedrich Stauf (Utphe). Wilhelm Weber (Trais-Horlofs) Anerlennungen. Klasse VI: Zeitziegen: Pauline Jakob (InheDen) 3. Preis. Landkreis Gießen. X Klein-Linden 7. August. Ein unae- wöhnlicheS Verkehrshindernis fanden die geem abend zwischsden 9 und 10 Uhr die Frankfurter Strafte passierenden Autos in der Höhe der OrtSgrenze nach Gieften vor. Dort hatte sich ein einem hiesigen Besitzer gehöriges sehr schweres Pferd wegen heftiger Kolikschmerzen quer über die Strafte gelegt DaS wertvolle Tier sollte nach der Deterinärklinik in Tieften verbracht werden. waS auch noch möglich war: dort ist eS aber verendet, so datz der Eigentümer einen erheblichen Schaden erleidet. $ Alten-Duseck, 7. Aup. Der bekannte hiesige Oppersche Saal ging dieser Tage auf dem Wege der Zwangsversteigerung in den Besitz deS Gastwirts Philipp Einhauser, hier, über Der neue Besitzer, welcher die Genehmigung für Gastwirtschastsbetrieb deS seitherigen Inhabers mit übernommen hat, beabsichtigt durch Um- bzw. Anbau dem Saalgebäude eine geräumige Wohnung mH Gastzimmer anzufügen. Die seither in dem Saalgebäude betriebene Zigarrenfabrik der Firma Kltngspvr in Gieften bleibt von dem Besitzwechsel unberührt. Herr Sin- Häuser hat vielmehr der Firma den Saal bereits für ein weiteres Jahr pachtweise über* lassen. QJ Lollar, 7. August. An dem 10. Deut - sch en DundeSsängerfest in Wien hat auch eine Abordnung der hiesigen Sängervereinigung mit Fahne tellgenommen. Als Andenken an die erhebenden Tage hat die Abordnung eine Schubert-Gedenkmünze und eine Fahnenschkife erhalten. Daneben haben die Wienfahrer eine Teilaufnahme deS Hessischen Sängerbundes von der Feier an der Karls- kirche mitgebracht und ihrem Verein gestiftet Die Ocgenftänbe stehen Im Schaufenster deS Sattlermeisters Karl Seipp zur Ansicht au8. —Watzenborn-Steinberg. 7. Qlug. schätzender Bedeutung. Die Quellen lieferten seither etwa täglich 160 Kubikmeter Wasser, obwohl ein Bedarf von rund 240 Äubilmeter täglich vorlag. Durch Fassung von zwei neuen Quellen — die Arbeiten wurden vor einigen Tagen beendet - in der Rahe der übrigen Quellen, dürfte einem Wassermangel auch bei trockenster Witterung vorgebeugt fern. Die bet- den neuen Quellen tiefem etwa tägtich 100 Kubikmeter, so dah der Bedarf bet wertem ge- deckt ist. Der Hochbehälter der Wasserleitung wieS seither im Verhältnis xum Bedarf nur einen geringen Wasservorrat auf. Vorgestern waren Die beiden Vorratskammern, die je 100 Kubikmeter fassen, vollständig gefüllt und eS konnte sogar ein zeitweiliger llebcrlauf feftgestellt werden. da die zulaufenden Wassermassen nicht rest- los zur Verwendung kamen. — Hier in der Bahnhofftratze. kurz vor dem Dorf eingang, spielte ein 12jähriger Junge mit einem Voller. Einem herankommenden Auto wich der Junge nach der Seite auS. Hierbei kam er so unglücklich zu Fall, dah er vorn Kotflügel deS Wagens gefaßt und am Kopfe verletzt wurde. Der Besitzer des WagenS brachte den Jungen sofort zu dem hiesigen Arzt Dr. Fabel. der die erforderliche Behandlung vornahm und seine Heberfüfjrung in die Klinik heran- Iahte. Es ist verwunderlich, dah sich hier nicht schon mehr Unfälle ereignet haben, da manche Autofahrer und vor allem Motorradfahrer im wilden Tempo die Ortsstraßen durchrasen. Eine amtliche Kontrolle und ernstliche Bestrafung der wilden Fahrer wäre sehr am Platze. (—) Lang-Gons. 7. Qlug. Es gibt »äuge Stratzen in unserem Orte, die so stark vom Wagenvertehr benutzt werden, wie die Holzheimer Straße. Alle Bahnsendungen nach Holzheim, Drümngen. Reuhof ufto. werden hier aus geladen, außerdem eine Wenge Waggons Kartoffeln. Obst. Zuckerrüben ufto. weggeschickt. Dazu kommt noch, dah an der Holzheimer Straße ein ganz neuer Dorf teil entstanden ist. Bei verichie- oenen Gelegenheiten hat sich gezeigt, dah die Durchfahrt unter dem Bahndamm Diel zu schmal ist. Gs muß als Wunder angesehen werden, dah noch kein größeres Unalüct geschehen ist. Datz daneben bei schlechtem Wetter gerade vor unb hinter der Durchfahrt große Schlaamnassen ein Durchkommen für den Fußgänger nahezu unmöglich machen, sei nur angebeutet. Es wurde deshalb schon seit langem gewünscht, datz die Reichsbahn diese Durchfahrt erweitern soll. Zur Zeit wird nun hier an diesem Tunnel gearbeitet. Links und rechts soll eine Stützmauer errichtet werden, da sich Risse in dem Dau gezeigt hatten. Bon einer Erweiterung der Durchfahrt hört man aber nichts. Sollte es nicht möglich sein, bgß mit der Errichtung dieser Stützmauern zugleich eine Verbesserung dieser VerkehrSstrahe auftanbe- käme? — Selten sind die Ernte tage so voll ausgenutzt worden wie in der letzten Woche. Von früh morgcnS bis spät in den Abend hinein waren die Landwirte mit dem Schnitt des Getreides beschäftigt. Korn und Gerste sind ab. zum TeÄ schon eingefaßten. Hafer und Weizen folgen. Der Ertrag ist ausgezeichnet. Auf unserem guten Lehmboden ßat die Trvckeichrit bis jetzt iwch wenig geschadet, nur aus den Kleeäckerm machte sie sich unangenehm bemerkbar, deshalb kam der Regen am Samstag sehr gelegen. — Dank den energißßen AuSbesserungSarbriten ist unsere Wasserleitung trotz des trockenen WetterS tadellos imstande, während in den letzten Jahren bei anßaltenber Trockenheit stets Wassermangel eintrat. Durch Erneuerung fast aller Haus- anschlüsse in verschiedenen Straften ist eS gelungen, dah auch die am höchsten gelegenen Teile des Ortes zu jeder Stunde genügend Wasser haben. — Dte Bautätigkeit in diesem Jahr ist sehr gering. Zur Zeit wird ein Wohnhaus errichtet, außerdem daS Haus der Evangelischen Kicchengemernde, das alterdingS sehr groß wird. Reben einem Saal und zwei Wohnungen wird die Kleinkinderschule darin untergebracht. Ätci» Friedberg j Steinfurth, 7. Aua. Der Gemeinde- rat hat beschlossen, in der Bad-Rauheimer Straße einen erhöhten Fußsteig Herstellen zu lassen. Mit diesem Beschlüsse kommt der Gemeinderat einem allgemeinen Wunsche sehr entgegen. Infolge der Umleitung des Kraftwagenverkehr» über Steinfurth wahrend diese» Sommers ist die Bahnhosstrahe dauernd stark benutzt worden und befindet sich da- Hefigen Wasserleitung ein zeitweiliger Wassermangel in unangenehmer Weife bemerkbar So mußte auch an einem Samstag der Badebetrieb in der Demelndebadc- anstatt auSsallen Der Wassermangel ist übrigens nicht allein auf die trockene Witterung zurückzuführen. sondern die erhebliche Vermehrung der Einwohnerzahl seit der Erbauung des Wasserleitungsnetzes ist ebenfalls nicht von zu unterer in einem sehr schlechten Zustande Die Schäden werben sich bei Regenwetter besonder» unangenehm bemerkbar machen. Man hofft auf eine baldige Au»- füßrung der Arbeiten, die dem Maurermetster Jockel von hier übertragen worden sind. Kreitz Büdingen. Michelnau. 7. Aug. Hier feierten am vergangenen Sonntag Landwirt Konrad W en - z e l unv Frau Karvline geborene Odel In voller Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit. DaS Jubelpaar erfreut sich großer Wertschätzung und Beliebtheit. Der Jubilar war 38 Jahre lang Gemeindeeinnehmer und gehört schon viele Jahre der Kirchengemeindevertretung deS Kirchspiels Ridda an. Pfarrer 2 a u t von Ridda überbrachte die Glückwünsche der Kirchcn- behörde nebst einer Bibel als Geschenk. DaS Ehepaar ist noch täglich im Felde bei den Ernte- arbeiten eifrig tätig, obgleich Wentzel 78 und seine Frau 74 Jahre alt ist. Kreitz Schotte«. § Schotten. 7. Aug. Der gestrige Vieh- markt war verhältnismäßig gut beschickt und sehr gut besucht. Viel Pferdematerial, etwa 170 Stück, war angetrieben. Auch viri Vogelsberger Vieh war anzutreften. Die Straften der Stadt sind mit Verkaufsbuden angefüllt. — In feiner eine Quelle soll gefaßt und zugeführt werden. DaS OrtSnetz wird einer genauen Prüfung unterzogen. — In der Ridda st raße werden 400 Meter Kleinpflaster angelegt, die dazu notwendigen Randsteine werden beschafft. Ein neuer Bürgersteig wird dort angelegt. — Ebenso wird die neue Dkllenstraße, der Hohen toiesen- w e g, ausgebaut, die Kosten hierfür werden auf die Submission hin vom Gemeinderat genehmigt. — Dem Sportverein werden für Instandhaltung seines Sportplatzes 200 M. bewilligt. — Auch dem Schützenverein soll ein Darlehen für den Bau seiner neuen Schieftstände vermittelt werden. □ Laubach, 7. Aug. Die schöne Sitte, daß die in demselben Jahre Geborenen den Eintritt in da- 50. Lebensjahr gemeinsam begehen, hat sich seit einigen Jahren auch in unserem Städtchen eingebürgert. Dieser Tage feierten den Eintritt in bas höhere Lebensalter die im Jahre 1878 Geborenen. Am Morgen sand gemeinsamer Kirchgang statt. Der Geistliche. Dekan Volz, nahm in seiner Predigt auf die sinnige Feier Bezug. Am Abend fand ein fröhliches Bankett unter dem Vorsitz von Glasermeister Heinrich Hertel statt 40 Altersgenossen waren zur Feier erschienen. Auch aus der Umgebung und aus weiterer Ferne waren zahlreiche Gäste erschienen. — Ende der vorigen Woche hat auch der Schnitt deS KornS begonnen. Wan hat begründete Aussicht auf eine gute Ernte. Die Hackfrüchte und das ® rünf utter haben sich durch den Regen der letzten Tage sehr erholt. § Ulrichstein, 7. Aug. Während man In der Wetterau den größten Teil der Frucht bereits unter Dach haben dürfte, wird ht unserer Gegend stand Deutsch, wenn er es auch noch schlechter sprach al» Französisch. Geldpapiere la» er in allen Sprachen. „Sechzigtausend deutsche (Holbmarf, von Herrn (9eneftilt)ireftor Kollmann zu zahlen auf Sicht für Ihre Kaiserliche Hoheit die Großfürstin (Rena Wlw dimirawitsch, geborene Herzogin von Alkheim —" Er sah sie forschend an. Elena starrte vor sich hin. Was war da»? Kall- mann — und für Sie —_ Unb_— Ja, da» hätte sie misten müssen. Da» hätte Sergei dach gesagt. Jäh durchfuhr sie die ganze Erkenntnis. Aber sie riß die aufgeregten Gedanken zur Dfbnung. „Ja, da» mag sein, ich weist — mein Mann sprach davon — Ach Gott, ich kann nur sagen, so wenig, wie ich davon weiß —* Herr Adossides stand endlich auf. Er spurte, daß hier jede Minute verloren war. Die kleine Frau wußte tatsächlich nichts. Daß sie doch so tun wollte, war höchst verdächtig. Er verneigte sich sehr tief und ging. Elena stand und sah hinter ihm drein, al» die Tur schon minutenlang in das Schloß ge- sollen war. Wie war es doch gewesen an dem Abend, al» Sergei den alten Herrn mitbrachte und sie nett sein mußte? War das wirklich erst fünf Tage her? Da hatte fie Kollmann al» Schwager anerkannt. Obgleich -- aber Maria mußte eben einfach diesen Mann heiraten. Das war da» einzig vernünftige. Und bann mußte sich alle» ordnen Dann — , O (Bott, Maria. Ich hätte dich gar nicht eintreten.' Maria war au» ihrem Zimmer gekommen, stand schon hinter der Schwester, ehe diese sie bemerkte, und sah deren ganz verstöttes Gesicht im großen Wandspiegel. .Da» ist dir geschehen, Elena? Wer war der Mann, der eben hier war?" „Das, das — ein Geschäftsfreund von Sergei. Einer, der ihm Geld gegeben hat. Und nun kommt er und will non mir allerlei wissen — wo mir das doch alle» choldaisch ift" ..Aber warum regl es dich so auf?" ,,Das tut es gar nicht. Nein wirklich, das tut es nicht. — Rur — Matta, liebe, fuße Matta, kannst hu wirklich nidy: den reichen Mann da heiraten? Er ist ja keine standesgemäße Barrie, aber er gleicht e» doch bi» zu einem gewissen Grade au» durch seine Millionen, und ihr braucht ja nicht zu- Elena ihn nur wartend ansah, ein schnelleres Fort- I fahren — ja, Ihre Kaiserliche Hoheit sei allein. | Und da wolle er fragen, ob er in irgendeiner Weise ihr dienen könne. Denn e» mürbe am Ende eine Woche währen — und wieder ein hastig forschender Blick —, bi» Seine Äai(erlid)e Hoheit — „Bitte, sagen Sie doch .Baran Biron', Herr Adossides. Wir reifen nicht mehr mit dem Kroß- fürstentitel." „Gewiß, gewiß. Oatu wie die Fran Baronin befehlen. Ja, also eine Woche für eine Dame ganz allein — Denn wenn die Herren einmal solche Frühlingvfahrt in die Berge machten —" „9n die Berge? Rein — Ach, Sie meinen, mein Ma im sei mit der englischen Rundrciseaesellschast — D Gott, nein, lieber Herr Adossides. Für Harn- melherden hat er nicht das geringste Derftändnis. Er ist nach London. Und »ch werde in den nächsten Tagen mit meiner Schwester folgen." Der Grieche fuhr mit der Hand über den langen Bart. Sieh da, nach London. Hatte der hohe Herr ihn also angelogen. Immerhin — die kleine Frau war so harmlos — e» mochte doch alle» in Ordnung sein mit dem Gelde. Sonst — Teufel auch, das wäre ein schlimmer Reinfall. .Haben Sic noch Wünsche an meinen Mann. Herr Bankier? Soll ich ihm deshalb schreiben?" „Ich möchte Frau Baronin nicht bemühen. Es handelt sich nur um den Wechsel. Frau Baronin misten natürlich —" „Geldsachen? Rein, davon weiß ich gar nichts, die verstehe ich nicht. Da» geht nur meinen Mann an." „Der Wechsel ist angewiesen auf die Frau Baronin." „Was heißt das, angewiesen? — Bitte, da schrei ben Sie lieber doch selbst, so etwa» wirre ich alle» durcheinander. Seine Adresse ist —* Herr Adossides notierte die genannte Straße nebst Hotel sorgsam in seinem Buch, stand aber immer noch nicht auf. Elena wurde nerftimmt. Das hatte der Mann noch auf dem Herzen? Serge, wurde doch nicht irgend etwas angestellt haben, wo» nicht in Ordnung roar9 Sie kam |a nie au» der Unruhe heraus. ..v'elleichr sehen sich Frau Baronin doch einmal &ofen und Trais-Hortoss 3. Pr.: die Gemeinden Hungen BelterShrim und Laubach Anerkennungen. Klasse II: Böcke, 1 Jahr alt: Gemeinde Hattenrod l.Pr.: Gustav Rühl (Utphe) 2. Pr.: G« hielt am vergangenen Sonntag ihr dies- Shriges König - und Ritterschießen ab. Unter Vorantritt der Feuerwehrkapeüc marschierten die Schützen hinter ihrem Banner in stattlicher Anzahl nach den Scheftständen. Rach Rückgabe der Königs- bxto. Rttterketten an die Gilde begann der Kamps um dte Siegespalme. Geschossen wurden je fünf Schuß Lefler*- kniend und stehend freihändig auf die zwRser Ringscheibe. Es gelang unserem s eteherigen Schützen- 15mg Hans Schmitz, sowie auch dem 1. Ritter WAyelm Köhler mit 135. bzto. 132 Ringen ihre Würde zmn zweiten Mate zu erringen. Als 2 Ritter ging Schütze Georg Wagner mit 129 Ringen aus dem friedlichen Wettkampfe hrrvor. Der Abend vereinigte Mitglieder und Angehörige im Frankfurter Hof zu einer mit Tanz verbundenen Rachseier. die recht harmonisch oerftri. Kreis Lauterbach. # 6 i d) e n r o b , 7. Aug Bor wenigen Tagen feierten bie Eheleute Andrea» Kohler I. und dessen Ehrefrau Margarete, geb. Döll, Ihre goldene Hochzeit Dem greifen Paar wurden an diesem - Tage viele Ehren zuteil. Reichspräsident Hindenburg hatte in einem herzlich gehaltenen Glückwunschschreiben ihrer gedacht. Kreisdirektor Dr. Wichel überreichte im Namen der hessischen Staatsrcgierur.g ein Geschenk. Bürgermeister Döring überbrachte Glückwünsche der Gemeinde. Der 82jahrige alte Wagnermeister ist immer noch sehr rüstig und ver- richtet noch leichtere Arbeiten in feinem Beruf, ben fein Sohn auch gewählt hat. Preußen. KreiS Wetzlar. H Wetzlar, 7. Auaust. Die hlesiae Frei- 1 ige Feuerweh r beging in diesen Tagen daS Fest ihres 65jährigen Bestehens. Die Feier selbst wurde cingeteilet durch «men Fackelzug. der sich am Samstag:len«tag zwar nur die Vorläufe ausgetragen, trotzdem waren aber »wer Weltrekorde zu reg.strieren. 3m 2 00-Meter- Vrustschw mmen s ü r Samen gewann b;c Tlaabeburgern Hilde Schrader den ersten Dorlaus in der neuen Deltrekordzeit von 311.6 Auch Lotte M ü b c - H.ldcsdeim und Lotte Z.mmermann- Derlm qualifizierten sich für d e Zwischenläufe. 3m 100-Met«r-Rück«nfchwimm- tigt hätte. Allgemeine Bewunderung fand $i- fchers Dreimeterschritt, bem die Gegner nicht stanbdalten tonnicn. Er dürfte in den mittlerer. Strecken noch cnie gute Zukunft haben Auch für Radetzky ist der dritte Platz ein ansprechender Erfolg Äugelftoben. 1 Bah. Polizei Frankfurt. 12.60 Meier. 2 Modi. V s. B. Giessen. 12.1! Meter. 3 Roth. Vad-R anheim. 10,8c Meter Für Moh 1 emc gute Leistung, so knapp hinter Bast zu lande" der al« guter Werfer bekannt ist und u. a. auf bem Deut'chen Turnfest in -stbin mehr- facher Sieger wurde Handgranaten-Weitwurf: 1. Bast, Polizer Frankfurt a_M. 71.»3 Meter: 2. Mvhl. V. f B. Gieften. 67.15 Meter: 3. Zinzer. Bad- Rauh. :m. 60.75 Meter Auch hier must ftchM oh l trotz glänzendem Wurf dem ungemein starken und durchtrainierten frankfurter beugen. 3000 Meter 1. Rettig Darmstadt. 10.16 Ulm.; 2. Wolf. Polizei Butzbach 10,30 Min; 3. Müller. Ik f. * Sieben. 10.34 Mm. AuS bem Rudel von etwa zwanzig Läufern bUhrtc *ut) bald aus den drei genannten eine Spitzengruppe. die ihre Runden m ^eichmästigem Schritt, dicht beieinander liegend, zurücklegten. Rur bem verschärften Schkuftlempo konnte der junge Müller nicht mehr folgen und wurde mtt etwa 40 Meter guter Dritter Mn Recht batl her B. f B Gieften auf das neuerlich gute Abchneiden feiner rührigen Lerchlathletikabteilung stolz fein. Deutsche Zugendkrast. ceichtathlctische Wettkämpfe de» vezlrk» vdertzefsen. Auf dem Unfversitätssportplatz sanden am ver- pangenen Sonntag die leichtathletischen Jßettfämpfe des Bezirks Oderhessen der Deutschen Iugendkrast, des Verbandes stath Bereine. du auch Leibesübungen pslege». statt. Aus dem eigentlichen Bezlrksgebiet batten die Bereine DIK. Marburg, Bilbel, Bad-Rauheim. Butzbach. Ober-Morlen und (Siesten Teilnehmer entsandt. Um dem 8. Gporltag einen glanzvollen Rad- men zu geben, hatte die Leitung sog. Wettkampfe für Käste ausgeschrieben, die denn auch recht er- glrbig beschickt waren. Cc- nahmen teil: DZst Diern- beim, Jügesheim. Neu-3senburg. Bieber bei Offen- bad), Kochst Liederbach, Hanau, und die beiden Frankfurter Vereinigungen „Sparta" und „Arminia" 3m ganzen waren ungefähr 130 Teilnehmer gemeldet, von denen rum) 1(X) ^u den Wettkämpfen antraten. Für die cirkliche Leimng zeichneten verantwortlich ^ofeph Heisler und Hermann Gante nberg, seitens des Bezirks Oberhessen: der Uezirksleiter Helf er ich, Marburg, und der Leichtathlellk-Obmann Ä ö n i g, Odermärlen Der streis war durch den streis- und Daupräses Nikolaus, Mainz, und Schmitt, Frankfurt a. M., vertreten. Die gute Dorbereitungsarbeit liest eine reibungslose Slbwicklung der einzelnen Wettkämpfe zu. Die recht ungünstige Witterung aber hielt Teilnehmer zahl und Zuschaucrmenge in austerst be- scheidenen Grenzen. Die ganze Deranstaltung jedoch l eivies, daß man innerhalb des Verbandes der DFK. im Bezirk Oberbeffen gewMt ist, im Rahmen der gegebenen Verhältnisse bas Bestmögliche jif leisten. Die im Rath. Dereinshaus oorgenornmene Siegerverkündigung hatte folgendes Ergebnis: Schüler, 6 -Klasse, Dreikamps: 1. Al- bert Rosenfelder, Oder-Mörlen, 121 Punkte, 2. Hans Kries, Bad-Rauheim, 9K P, 3. Karl Slling, Ober-Mörlen, 76 P., 4. Fritz (Bries, Bad-Rauheim, 69i P Schüler, A-Rlaffe, Dreikampf: 1. Au- guff Seist, Vilbel, 83 P , 2. Vldert Rocker. Kiesten, 76 P , 3. 3. Wagner. Bad-Rauheim. 71 P.. 4. Willi Weil. Ober-Mörlen, 69 P. 5. Leo Dies e, Marbura, 78 P Jugend, B R I a f f c, Dreikampf: 1. Jakob Bernd. Kiesten, 55 P., 2. Alfred ft ö n i g, Bad Rauheim, 52 P, 3. Heinz Rickel, Kiesten. 39 B, 4 Franz Schäfer, Giesten, 38 P Jugend. B - ftlasse der Käste, Drei ka m p f. 1. Hans f) a a s, Viernheim, 70 V, 2. Richard Rirfchner, Viernheim, 69 P Fugend, ft lasse der Käste. Vierkampf: 1. (Beorg Herling, Bieber b. Offenbach, 81 P, 2. Leopold Hillebrandt, Dieber bei Offenbach, 73) P.. 3. Han» Michel, Höchst am Main-Liedcrbach. 71 P (kinzelkämpsc: Jugend, 2V> Meter-Lauf: Erich ftramer, Kiesten, 25*,i* Sek. Jugend, 200- Meter Laus lKälte): 1. Fakob Menz, Viernheim, 25' -, Sek. 2. Georg Hcrsing. Lieber, 26*/» Sek. 400-Meler Lauf (Käste) 1. Jakob Menz. Viernheim, 62 bek ftugclstohen: 1. (End) fträmer. Kiesten. 9,72 Meter, 2 Joseph Dittgen. Butzbach, 9,55 Meter, ftugelstosten (Käste): Georg Her sing, Bieber. 11,07 Meter Speerwerfen: 1. Franz Weinando, Kietzen. 31,70 Meter, 2. Erich fträmer. Kiesten, und Willi .stein, Marburg, 29,90 Meier Speer- werfen ,Kalte): 1. Han» Michel. Unter Lieder- doch. 33,60 Meter. Hochfprung: 1. W lU neu, Marburg 1.40 Atter Hoch'prung (Käste> 1. Leopold Hillen brand«. Bieder. 1,50 Meter, 2 Bernhard Ä rah, Reu Isenburg. 1.40 Meter 1500-M «ter-Lauf (Kalte): 1. Heinz R i (tote r, Reu-2senburg. 4.58* n, 2. Walter Echm, d. Reu-Isenburg. 4^>9. stl a s s e der Anfänger Fünfkampf: 1. Sieg Joseph Fischer, Marburg. Punkte. 2. Kerbard Klad < Marbura V> P.. 3. Frist Schuch. Dad-Naubetm, 39 Punkte Fünfkampf der Käste 1 Kg Hutzel- mann. Unter-Liederdoch 4ö Punkte Einzelkümpfe Ps»-Me,er-Laus (Käste): 1. Ludwig Lchrob Bieber. 62,2 Sek.. 2 Front Bosse. Bieber .«>-»'Meier-Lauf (Kaste): 1 Anton Reuter. Bieber, (ohne Zeu>. ItzttO-Meter- Laus 1. Joseph Fischer Marburg, 5,10 Mm.. 2. läuten ft 6 n I g . Ober-M. Neu. ELfte Klass«. Einielkämpse (aktiv): 100-Meter-Laiü 1. Heinrich Hartung. Siem- heim. 11,6 Sek 2. 3o|. Mü ! ler. ftaiau, ItS iinb ftarl Meyer. Reu-Äintburg, NA Sekunden. 300-Meter-Laui I August Konter mann, „Spana" - Frankfun a. M 24.3 Sek., 2. Z'x»nrich Wartung Viernheim: bOtt-Merer-Laus: 1 Keopg Fries. Hochit a. D 2 21L. 2 SNch B v i t g e r. Ilnicr-Vicbcrbad), 2:21,4. Selbert. ..Anmnia"- Frankfun a. M„ 2:21 Min : 3000.M,ifs ^'.n,s: 1- Binzen« cabel, ..Spana" . Frankiuri o M.. 10,17 Minuten. 2. ftarl Fis, ..Spana" - Frank- furta. 9Ä., 1, 3. Iosevl, Rack. Hanau, 27A5: 4-X 100 . Meter - staf sei 1. D I. ft. - Hanau, 4# Sekunden. 2. 2. F ft. - Biernheim, äV'm. 3. D. I. ft. - Jügesheim. -19 w; Schweden st a ss e I : 1. D. I. ft. - Hanau, 2.13',„ Minuten. 2. D. I. ft. - „Brminia'-JrankfuN a. M.. 2,17*',» Min.: 3 X 1000-3» #t er • Staffel !. D. I. ft. - „Ärminio" - FrankfuN a. M . 9,35" ,• Minuten, 2. D. 3. ft. • Hechst-Untediederdach. Bezirksmeifter • ft (affe. Einzeiiämpfe. 100-Meter-Laus: 1. Heinr. ft eil, Marburg, ll*/u Sek., 2. Walter Schneider, Mar bürg, 12, 3. ftad Schäser, Kiesten. 12",o Sek.: 200-Metcr . Laus: Walter Schneider. Marburg. 26* m Sek.. 2. Rad Fischer, Marburg. 4 00- M c ter - Lauf : 1. ftarl Ellingc . 23:1 bei, 2. Waller Weitzel. Marburg, (ohne Zeit): st00-Meter-Lauf: 1. ftad (EI Unger, Vilbel: 3000-Meter-Lauf: Henrrann Kantenberg. Kiesten. 10:14,6 Minuten: Hoch- sorung 1. ft (Flllnger, Vilbel. 1,46 Me(?r: Weits prung 1. ftonr. Braun, Marburg. 5.11 Meter, 2. ftad Schäser. Kietzen. Di- f u ♦ roc r f e n : 1. Wolfgang Breitner, Bug- bad). 29,65 Meter, 2. Rad Schäfer. Kiesten, 25 Meter: Speerwerfen 1. ftarl Schäfer, Kiesten, 2 ft. Fischer. Marburg (ohne Angabe der Wurfweite): ftngel st osten : 1. W Brett- ner. Butzbach. 9,04 Meter, 2. ftarl Fischer, Marburg. 3. ftarl Schäser. Kietzen, 1X80- Meter - SchuIer - SiafseI 1. D. F. R - Kiesten. 30,6 Sek.. 2. D. 2- ft. - Ober-Möden. UR Sek. 3. D. 2. ft.. vilbcl. 32,2 Sekunden. 4X100- Meter-Iugend staffel: 1 D. 2- ft. - Marburg, 51,9 Sekunden. Vezirksmcist4rstaffel, 3X1000-Meter und 4X1000- Meter, sowie die D. 2- ft.-Staffel sah jedesmal dic D. 3. ft. • Marburg al» Sieger. Wolkenflüge ber RbSnsegelflieger. Frankfurt a. W., 7. Aug. (WTD Funk- spruch.) Die gestrigen v eg elf lüge bei ter Watterkuppe zrichneten sich dadurcy au«, hast e« 8um ersten Wale mehreren Fliegern gelang, aufterordentltche Höhen bi« 1 500 Meter über bem Meere zu erreichen. Rechnet man die Höhe der Wafscrkuppc ab, so erreichten die Segelflieger eine Höhe von 550 Meter. Der gestrige Tag hat somit dem Degelfluge neue Möglichkeiten eröffnet. Der Erfolg wurde von den Fliegern im Lager festlich begangen. Lvrcchstunvcn der Nedaltion 12 ble 1 Uhr mittags, 5 bi» 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeiaenausträgc sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Geschäftliches! (fin Vorteilbaste« Sonderangebot der Snulicht- wcicllldjoft gibt der HouSkrau Gelegenheit, die Vur 'Seifenstocken, sowie do« vuy- und £d>eiicrint!irl Btm kennen zu lernen ftoitenlo« erhält >eder Haus- balt eine Crhinalöole Bim «Wert 30 Vf.« beim (5in kauf eine» VaketeS Vur Sclfenflotfcn; man braucht nur den (Nuitacin aus brr In ben nächsten Zagen in dicker Heilung erscheinenden Anzeige der Sun- Itchi-Keleltichalt. Mannheiut. autnuftbneiben und In irgendeinem Geschält. das Sunlichl- Krzeugmsie lübrL cinculölen. Man wird sich durch ben einen»n versuch überzeugen bah Lur Settenflocken da» ibeate Wafchmuict für feine Wäsche unb emofinb- li(6e Qletbunflfe nide find. tOstdss benötigen Jfire Kindei gute 'Sdmfiel Kinderschuhe müssen was aushalten, Schaft und Sohle müssen eisenfest sein. — Eltern, kauft euren Kindern deshalb Schuhe, die durch und durch Leder sind, im schlimmsten Wetter trocken halten und den wachsenden Fuß nicht behindern. 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Danach scheinen sich Journalismus unb Wifttnschaft schroff gegenüberzustehen. 3n der Lat nerfteten fte einander nur selten Unb doch mül'en sie sich finden und sie formen sich auch finden Verantwortungsbewußter 3our- nalismu-» und yelftrcfHge wis enscha t ich» Arbeit stehen sich innerlich sogar sehr nahe. Sie ergänzen einander und wären vereint unüberwindlich, ©ett jeher bestanden Zwischen beiden 'Berufen enge peinliche Belebungen, engere, als d.r gelegentlich öffentlich gegeneinander geführte Kampf auch nur ahnen läßt. Sine gaiue Reib enamhafter Universitätslehrer. namentlich b.*r Staats- und Wirtschaftswissenschaften haben in jungen Jahren, fei es in losem, sei es in festem Mttarbeitervcrhaltnis Aur Presse gestanden. AuS praktischem, journa- listifcheni ©rieben haben sie den Anstoß zur theoretischen Bclchäftigung mit bestimmten Lebensgebieten gewonnen. Diele sind ebenso oft aus einer leistungsstarken und anerkannten ©e- febrten lauf bahn gelegentlich oder auch dauernd trxebtr tn die Arena des öffentlichen Kampfes der Meinungen zurück getreten. 3hre geleimte Qlr- heit war ihnen dann ein Rüstzeug besonderer Art. das sie schützte ohne die Fechtgewandtheit ihrer fieber au bischux-ren. £)iei Vamen aus jüngster 3eit au nennen, hiebe Partei nehmen, aber als klassisches Dorbild dieses in einer Person voll- zogei en Bundes zwischen Wi'senfchaft und Journalismus mag 3oses GoerreS gelten. Wenigstens war er ein solches Vorbild für feine Seit, die im Journalismus noch nicht daS Hasten nach Aktualität unb in der Wissenschaft noch nicht das vertiefte Spezialistentum kannte. Aber gerade diese Entwicklung sollte 3ournalis- mus und Wissenschaft nicht auseinander, sondern mm gerade zusammensühren. Ausgezeichnete Fachgelehrte von großem Ruf haben es oft als eine her fchwierigsten Aufgaben ihres Wirkens bezeichnet, die fiubUng mit der Pra»iS. die fiublimg mit dem Leden überhaupt und damit auch den rechten Hebert) lüf über die große Linie sich zu erhalten, nach der sich ihre Arbeit m der kulturellen Gesamtentwicklung einordnet. ©cnau entgegen gesetzt lautet die Klage dcS Journalisten Seit sich seine Tätigkeit' mehr als j« bisher, eingeklemmt zwischen drm technisierten Einlauf der Vachricht und der nach Minuten berechneten Herstellung, der Zeitung, aufs engste an di« Maschine actumben vollzieht, und oaS vssentliche Leben sich mehr und mehr in buntester Mannigsaltigkeit und tollstem Tempo tn der Zeitung siegelt, seitdem ist dem Journalisten betrachtende Muße, die einzige, die über daS äußerliche Erleben hinweg zu lebenden Erkenntnissen fuhrt, kaum mehr vergönnt. Und wenn sich der Journalist auch in seiner Spart« spezi^isiert. so ist das in den meisten Fällen doch mehr eine auf prompt» unb richtige Erfaß una des Aktuellen gerichtete Arbeitsteilung und erlaubt bei weitem nicht die Vertiefung. die an sich nötig wäre. ©clanac es also, den 3ournalisten und den Wisfenschof tler etnanber näherzul>ringen. so wäre ein wechsel fettiger Gewinn ohne Zweifel die Folge. 'Daß Verbindungen dieser Art zwischen hervorragenden Vertretern auf beiden Seiten bestehen, sei nicht geleugnet. Aber diese Sinzelsälle schassen den Wust von Mißverstehen und gelegentlich sogar temperamentvoller Miß- Sensation. Don O. Frank. Das eine können wir sagen Die öenfattrm um jeden Preis ist heut« in der Zeitung im großen ganzen verpönt. Die bunten Zeitungsenten, die früher im Gewässer der Publizistik so fidel umher- plä^cherten, sind nicht mehr geduldet, chre Schonzeit ist um unb sobald sie in den Spalten irgendeines Revcssverblättchens wieder auftauchen, wird auf sie geschossen. Vicht nur der Ausbau des Vachr.chtenwesen- ist an dieser Wandlung schuld. Sie vollziccht sich in dem Maße wie die Zeitungen zu mächtigen Exponenten der öffentlichen Meinung wurden Bei einem unterhaltenden Erzähler find Phantasie unb Phantastik am Platze: von einem ernsthaften Betrachter der wirtlichen Su(ammenbärge verlangt man m erster Linie Wahrhaftig leit und Sachlichleit. Ss wäre für di», welche .hm vertrauen, verhängnisvoll, wenn er von diesen Prinzipien »rbweichen würbe. Di» Sensationsbedürftigkeit ist eine» der menschlichen Erbübel, firübere Jahrhunderte konnten ihm ungestraft bereitwilliger nachgeben al- der durch Erkenntnisse und gesellschaftliches Ein bezog en fern straff organisierte Mensch unserer Zett. Die Sensation wurde nicht erst mit der Zeitung geboren. Auch die populären Vorläufer der Seitung, der Bänkelge^ang. die Moritat wußten schon — ob fte nu* Geschehenes oder Erlogenes berichteten — durch die Art des Vortrages jene briefctnbe Spannung, jenes unheimliche G rüttln zu vechrn. weiches das unrrüalrche ErketmungS- zenhen jeder waschechten Sensation ist. 6tne bieFer alten Morttaten beginnt: En-, schrvcklich unerhörte Mehr Hflt sich jetzt zugetragen hier. Su Hall m Sachsen, das ist wahr. 3n diesem 1605. Jahr. ötn Mann allda au dieser Frist. Friedrich Kersten sein Varn' ist. .. “ Friedrich Kersten hat einen Raubmord an einem Juwelier begangen und wird dafür aufs Vad geflochten. Das wird mit allen schauerlichen Einzelheiten berichtet. Gs ist nur ein Beispiel von vielen. Die gedruckte Sensation muhte natürlich noch wert überzeugender unb darum nerven erschüttern- ber wirken als die gesungene. Beim Gesang konnte man sich immerhin verhört haben, aber wenn es nicht gelingt auch die großen Orgebnipe | verschiedenartigere CMementc ein. wie früher Gaß Meinung" in allen Vorzügen Art begreift, was vergeht und Vachteilen ihrer schönes presse und Oeffenilichkeii der Krei» berjenli gendwie c n ungerecht gegenüber dem vielfältigen gehetzten Tagewerk des 3oumalisten. auch sachlich falsch unb führt nur tercr Verbitterung. Hier beachte man Karl Büchers naliSmus lern» und aufnahenebereit genug geblieben. Menschen, die geistig i r öffentlichen M e i und oft das ist zu wei- geben wird. baxu ist. daS darf wo! ÖptimiSmuS gesagt werden, unser i tmlttnschaftlicher Forlcherarben so dem öffentlichen x^ntcrcpc itihcAubringen. daß die .Matten- Wort .Unb ist beim an sich ber Beruf des Mannes, besten Wort durch di« Zeitung täglich Zehn- oder gar Hundert taufende erreicht, geringer zu schätzen, als eiwa des Predigers, dessen Worte nur Hundert» hören, oder der des akademischen LehrerS. der vielleicht nur ein paar Dutzend um seinen Lehrstuhl versammelt sieht? Was verschlägt es. wenn eS Münze kleinster Stücklung ist. die er in feinen Artikeln auSaibt. 3st nur die Prägung gelungen, ist ihre Währung echt, fo geht fic ürer in den allgemeinen Kulturschah der Ration." Daß die Währung dieser kleinsten Münzen echt ist. dafür sollte die Wissenschaft mehr alS bisher sich einsetzen durch eine freudige und gegen- warkSfrische Mitarbeit. Daß de'e Mitarbeit be» sein und die Gesinnung der Zeitung soll die Gesinnung ber öffentlichen Meinung werden" — deshalb zustimmen können, jedoch weiter geben unb die sogenannte .Gesinnung ber öffentlichen Meinung, konkret untersuchen müssen. Da der letzte Wert der Zeitung, wenigstens politisch getthen, davon abhängt, ob — und wie weit — es der Zeitung gelingt, buk meinungs- bilbenbc Kraft erfolgreich anzusetzen, so wird man. gerade von der Zeitung aus gesehen, sich hüten müssen, die öfsenlliche Meinung gar zu unkompliziert zu sehen. Gibt eS denn wirklich eine solch einheitliche öffentliche Meinung, die eine einheitliche Gesinnung hat? Haben sich die Verhältnisse nicht vielmehr dahin entwickelt, daß die öffentliche Meinung sich vervielfältigt hat unb deshalb nicht «in«, sondern verschiedene zahlreiche Gesinnungen hat. Dies« Wandlung der .öffentlichen Meinung" scheint mir geschichtlich durchaus begründet unb verständlich zu fein Seit dem Anfang deS vorigen 3ahrhundertS hat sich grüßt und ihr auch eine .echte Prägung" gc- ibl ohne falschen deutscher 3our- nung teil haben, fortgesetzt vergrößert. Die Volksbildung nahm immer mehr zu, die Aufklärung erfaßte, natürlich mit fehr verschiedener 3ntenfität, die weitesten unb breitesten Schichten unseres Volkes. Mag die 3af>l ber wahrhaft Gebildeten, die unmittelbar am Werke ber Kultur mitfchufen, gebend unb nehmend ihre eigene Gesinnung mit dem Zeitgeist vermischen, 'ich prozentual auch nichtt vergrößert haben, so wirkten diese Debilbeten nunmehr doch auf sehr viel Dill man di« politische und geistige Bedeutung des deutschen Zeitungswesens der Gegenwart erfassen unb entsprechend in Staats- unb Geisteswissenschaft eingliedern, dann wird noch viel zu tun fein. Dieses ganze Fragengebiet ist noch unentdecktes Land, überwuchert von unklaren Vorstellungen und Fiktionen. Unzählige gangbare Auffassungen werden einmal widerlegt. fehlerhafte Vorstellungen ausgerottet werden müssen, ehe aufgebaut werden kann. Diefe fachliche Reinigungsarbeit tarn nicht von einem einzelnen geleistet ©erben; eine ganze Generation von Fachleuten und ausmerksamen Beobachtern wird sich mühen müssen, ehe die Zeitungskunde in wissenschaftlicher Hinsicht befriedigende Leistungen, allgemein gültige Darstellungen der besonderen Problematik des Pressewesens wird aufweisen können. Werden bestimmt« Dinge. Zusammenhänge und Fragen überhaupt erst einmal gesehen, dann ist schon etwas erreicht; bas Vichterkennen des Problems, bas sorglose llebersehen der Erscheinung, ist die Gefahr unb der Weg zur Verwirrung. Die Frage der Entstehung der öffentlichen Meinung wird uns noch mancherlei Rätsel aufgeben. Daß von der Tendenz die stärkste meinung-bildende Kraft auf die Oeffenllichkeit ausgeht, muß immer wieder gejagt werden. DaS Bekenntnis Aur Tendenz. als dem fchöpfe- rifchen Teil der lournalistischen Arbeit, ist eine Tat der Ehrlichkeit; nichts verdirbt daS Werk und den Geist so sehr, wie unhaltbare Fiktionen. Man wird dem einmal ausgestellten Postulat — .die Tendenz einer Zeitung soll ihre Gesinnung achtung nicht weg. die eine wirkliche Fühlungnahme zwischen beiden Ständen ermöglichen und DaS geht nur an. wenn einem ehrlichen und praktischen Zusammenarbeiten der Weg geebnet wird. Dr Ludwig Kühle bat längst in einem m. S. ausgezeichneten Aufsatz die Wege dazu gewiesen. l. Zeitung-verlag Ur. 26".) Kein Zweifel, daß der moderne Gelehrte die modrige unb verstaubte Studierstube längst verkaffen. daß er feine Wissenschaft alS einen bestimmten Gemeinscha t?b enft betreib: und das alte, früher so oft betonte Selbst zrrecküttal gelehrter Forschung nur noch als Ribbel zur Erhaltung wil enfchaftlicher Unabhängig feit unb Voraussetzungslosigkeit a ufoechterhält. Er muh nun auch — arbeite er auf welchem Gebiet er immer wolle — den Weg zu jenen journalistischen Formen finden, mit Deren bi« breite Oef fentlichkeit allein für seine Arbeiten 3nteresse gewinnen unb ihr jene stark fördernde Hilfskraft zur Sette stellen kann, die heute nur durch die richtige Einstellung der Oeffentlichkeit ftu jeder der Gesamtheit irgendwie dienstbaren Arbeit gewonnen werden kann. Mit voreiliger Bekanntgabe unausgegorener Anfänge oder plumper Selbstreklame hat daS nicht- zu tun. Denn da- Gelehrtentum oft mit vollem Recht über eine ungenaue, oberflächliche und gelegentlich total falsche ober gar fremdländische Arbeiten den deutschen bevorzugende Berichterstattung klagt, so sollte sie sich fragen, was ft« denn selbst getan, die Presse zu unterrichten, und zwar d i e ganze Presse, nicht nur die sog. .große" Presse, die das Honorar kostspieliger Spezial- Mitarbeiter aufbringt, aber bekanntlich nicht einmal die größten Lesermalsen erfaßt. Man hat fein Recht, über die Dordringlichkeit de- Sporte-, des Film- und anderer nicht gerade geistiger, aber volkstümlicher Angelegenheiten zu Hagen. Man sage nicht, der 3ournalist träte für diese Arbeit nicht z.i gewinnen. 3n Deutschland würde diettr Vorwurf ver'ehlt lein. Wenn in den Z»i- tung.-n, namentlich in den mittleren und kleinen, gelegentlich Wll'en'chaftliches entstellt wieker- gegeben wurde, so ist nichts fallcher. al« solche (Irrtümer mit dem Schweigen der Verachtung zu quittieren. Das ist nur verständnislos unb 3um Problem ber öffentlichen Meinung. Don Dr. Pon# von Gefärbt, o. Professor für Zeitungswissenschaft an der Universität Heidelberg. es etwa 'n ber Zeit deutscher Vot. um 1809 herum, eine Gesinnung der damaligen ollentlichen Meinung so parttllpierten an ihr relattv nicht fehr zahlreich- Schichten Die anderen hatten natürlich auch eine .Gesinnung", diese aber war primitiv, betraf nur wenige Lebensgebiete unb konnte sich deshalb nicht erhärten, dokumentieren. geltend machen. Dies« dumpferen, noch find heute weit bewußter, lebentätiger, regsamer. aktiver, sehen ihre Beziehung au Staat. Volk. Kultur unb nehmen deshalb auch Stellung zu den Lebensfragen ber peffentlichselt. 3ft der Strom ber öffentlichen Meinung dadurch auch außerordentlich viel breiter geworden, so hat sich die'e .öffentliche Meinung' gleichzeitig doch auch vollständig geändert. Zahlreiche Schich- ten im Volk, bic früher keine Zielsetzungen, kein« deutlichen Wunschbilder hatten, wissen heute, wie es um ihre Interessen steht und stellen sich deshalb aus der Allgemeinheit heraus, isolieren sich freiwillig, entziehen sich jeher Vereinheitlichung-tendeiiz. Diese Zwiespältigkeit unb Vielfältigkeit im Denken, diele außerordentliche Verschiedenheit der Vorstellungswelten ergibt nur ganz feiten eine Synthese, einen Zusammenklang zur öfsentlicheu Meinung des deutschen Volles Die urwergeßlichen Augustlage deS 3ah- reS 1914 bewiesen ein einheitliche» Meinen, eine gemeinschaftliche Gesinnung der Massen Vach etwa einem Jahr entstanden jedoch schon wieder mehrere öffentlUbc Meinungen, die jede als solcke deutlich wahrnehmbar, in sich natürlich differenziert und nuanciert, fich von der anderen 6ffentliehen Meinung abzugrenzen unb abzuheben suchte Vach vier 3ahren hatte sich die Derschie- benbeit dieser öffentlichen OHcinuixgcn fo außerordentlich stark vertieft, daß es schließlich zu einer Spaltung kam und die feindlich gewordenen Meinungen sich in schärfster Delle zu bekämpfen begannen. Seitdem ist längst wieder eine Wandlung eingetreten, die öffentlichen MeinungSrich- tungen in unserem Volk streben wieder au einem Au-gleich. Dio Differenzierung nimmt also ab. — von einer einheitlichen öffentlichen Meinung kann aber weder in den das Staals- leben, noch die Werluirg der Kultur, der Wirtschaft. der Religion der Vation, betreffenden Stagen ufw. die Rede fein. Die Lebenshaltuna und der Leben-stil ber einzelnen Schichten unb Klassen sind im deutschat Volk zu sehr verschieden. die konsessionelle Scheidung hat neben geschichtlichen und sozialen Momenten verschiedeiier Art. eine solche (relative) Vereinheitlichuirg der Vation tote in Frankreich. England. Spanien usw. nicht zugelassen. Hieraus folgt, daß man die G«Innung der öffentlichen Meinung in Deutschland sich nicht gut erstellen kann. fonbeni stet- die Vielfältigkeit dieser Gesinnungen zu erkennen haben wird. Die Gesinmmg der Zeitung kann trotzdem aber von besonderer und verstärkter, meinung-bildender Krass sein, wenn fte auf den auf .■ . sInnung abgerundeten, geschlossenen Teil der öffentlichen Meinung wirkt. Von „her“ Zeitung sollte allerdings in diesem Zusammenhang gar nicht gesprochen, sondern die Zeitungen — Die Presse also - genommen werden, die in verschiedener Weise, auf verschiedene Kreise wirken, Gesinnung schaffen und diese gar zu einem VolkS- willen steigert. Gmil Lederer hat einmal sehr richtig darauf hingewiefen. daß eS beute kaum eine wirkliche poliitfche Organisation der Massen gibt. alS diejenige, die sich um eine bestimmt» Zeitung schart Die Gesamtheit der Leser einer beftimmien Zeitung hat oftmals eine ganz klar erkennbare, deutlich zutage tretende Gesinnung, die dann in stärkstem Maße auf die unwirklichere, verschwommenere, farblosere Gesinnung der entsprechenden össentlichen Meinung-richtung cintoirft Sine Partei hat wohl eine leitende Gruppe, aber nur eine gebier stand eS unverkennbar, schwarz auf weiß. Die auf aktuelle Ereignisse bezug nehmenden Druckschriften und Einvlaltdrucke des 16. und 17.3ahrhundert überboten sich im effektvollen Kolportieren einzigartiger und wundert-arer Ereignisse. Da erhält man ..glaubtoirbige neue Zeitung" von pomphaften Fursteneinzügen unb Krönungen. ..gewisse Zeitung". 3eitung von Schlachten. Eroberungen. Plünderungen. Die Titel dieser Schriften sind schon sehr sensationell gehalten: da gibt eS z. B eine Wahrhafftige und erschreckliche Vewzeitung ■- von dem grausamen Feind und Tvrannen de- MuSeowiterS / wie er fo erbennllch und jämmerlich / viel Volcks rnnbs Leben > mn Lief land hat bringen lallen < auch tobe er ist vor Parnow gezogen / biefefbige den 9.3uhj dieleS 75. Gare eingenommen hat." Mordgeschichten werden mit breiter Anschaulichkeit erzählt daS Titelblatt ist häufig illustriert und das Bild zeigt dann meistens im Vordergründe den möglichst in allen Einzelheiten genauen Hergang der Mordtat, während man im Dildhintergrund bic Hinrichtung des Mörders dargesteltt sieht. Man war anlcheirrend der Auffassung. daß dem Leser keiner dieser ^Gerrüsfe*' vorenthalten werden dürfe. Berichte über Kometen. seltsame Himmelszeichen unb schreckliche Gesichte waren an der Tagesordnung Vicht weniger zahlreich sind die Schilderungen in Wort und Bild von allerlei Abnormitäten, von Kälbern mit zwei Köpfen. Hunden mit Menschenköpfen. Wverbrachen, welche viele Mentchen auffraßen uedung zieht Ue sich immer mehr zurück und beschränkt sich laber dafür mit konzentrierter Heftigkeit, auf da- Gebiet im- mtttelbarer sinnlicher Eindrücke. (fine Heiratsannonce aus dem Zahee 1612. Der bekannte „nicht mehr ungewöhnliche Weg" ist. wie so viele- nicht erst eine Errungenschaft unserer Zett Schon im 18.3a brbunbert verwendeten heiratslustige junge und allere 3unggelub-11-IU)T- Sd)iub-| tlnfang Kur» I Mut» Kur« । Rur* ____2L— Zraiuon'Le -Jlotcn ..... Hollönbrichr Noten...... ytalttntfdt Öiottn...... Norntgtfche Noten...... Demfch-Qcsterr .t ic» Kronen Numantfche Noten...... Cdmxbndj* Noten ...... Schwei-er Noten....... Crnnt'dy Noten....... Ifchcch.-'lowaktfch« Stotro - . llnoarifibe Noten . . - Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — ReichSbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuß 8 Prozent. Datum 6X Di. KrtchlaitlkUx v. 1927 . . tL Mnl..<0ildMS6ulb mit to|.*$fd)itn......... Desai, ebne Aullof.-Rechlt . . ■ 7% tzranlf. Hop.-Bl. «vlbpf. un- kündbar bt» 1933....... Rbeintlcbc Hyp.-Banl Liqu.- •olbrl............ I.Ö.®. obg. IS ortrtefl4-Obligation. »■Aefo--T TUE--- 117.86 21.99 111.63 59.07 1,64 111, »0.6* 69,ON Jrauhfurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluh- 1-Uhr- Kur. 1 Kur» Schlutz-i An|ang Kur» , Kur» SdJlub-l 1-Uhr- Klir» | Kur» Smiub Kur» Anfang Kur» Datum: | 7. 8. | 8 8. 7.8. 8.8. Datum: 7. 8. 8. 8. 7.8. 8. 8. 21.I5.Ö. ........8 Sctflmmn......... 9 iflcttt. Ltcseningen.....XO Licht unb thdfi ...... 10 gelten 4 «ullleaume.....k 2 •Ketalulmer Peters Union......... «ebr. .............io 9o«ai » * Südd. Ämter........» Ben 138 167 148.25 - 220 109,5 128 23 71.25 111 20 IU o i 1 | 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Ilci.lll2.1lif O-l C-* .44.23 I 342.75 305 25 527.73 296.5 1'7.5 196.65 109.25 54.25 127 237 81.4 122 235 21.5 71.75 129.5 »1 8- LS S-X . 11 i i 11ii ।e r Mntt 5 brtni'dx eia bau..... 6Vi 93.26 279,5 93.6 278 92.25 •l.?5 — • 138.5 .38.5 ^-nnttebl-.n ... K1 280 r7d _ 57.5 109 206.5 144.6 Skinfiobl ... 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