Nr. 58 Erstes Blatt 178. Jahrgang Donnerstag, 8 März <928 Eriche,nl lüglich, autze, Sonntags unb fteiertag*. Beilagen. (Lietzener FamiliendlStter Heimat im Bild Die Scholle monau»Bc}ngsprets: 2 Reichsmark unb 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanlchlüsse: 51, 54 nnb 112 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger tieften. Postscheckkonto; grantfurtam Blain 11686. metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnrck mid veriatz : vrühl'sche UntverfilLtr-vsch. miö Stehitrnderet S. Lange in Gietzen. Schristletnmg und Sefchaftrftelle: ZchuMaße L Annahme von Anzeigen für ble Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig. für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr Chefredakteur Dt Friedr Wilh. Lange Derantworllich für Politik Dt Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumfcheini für den An. zeigenteil Kurt Hillmaim, sämtlich in Bietzen. Die Lnvestigationsklage gegen Lingam. Die Waffenschmuggelaffäre von (5t Gotthard wird von der Kleinen Entente vor den Bölkerbundsrat gebracht. — Der Rat beauftragt ein Dreierkomitee mit der Untersuchung. Genf, 7. März. (WTB.) Der Bölkerbundsrat ist heute vormittag t/1ll Uhr zu der angefünbip» ten vertraulichen Sitzung zusammengetreten, in der die Investigationsklage der kleinen Entente gegen Ungarn den Hauptgegenstand der Beratung ildete. Bach Beendigung der Aussprache wurde die vertrauliche Sitzung gegen 12 Tlhr für öffentlich erklärt, und es wurde sofort in die Aussprache über den gleichen Gegenstand einige treten. Nachdem Fotitsch als Vertreter Südslawiens. V e v e r k a als Vertreter der Tschechoslowakei und General T a n c z o s als Vertreter Ungarns am RatStisch Platz genommen hatten, verlas der Rumäne Tilulcsco unter vollkommener Stille des Saales eine kurze Erklärung namens der Mächte der Kleinen Entente des Inhalts, bah diese Mächte die i^rage des Maschinengewehrschmuggels von St. Gotthard als eine Frage von allgemeinem Interesse, aber nicht als eine Frage betrachten, die die Kleine Entente im besonderen angehe. Wenn die Mächte der Kleinen Entente in dieser Angelegenheit etwas unternommen hätten, so sei das nicht in der Absicht geschehen, irgend jemanden anzuklagen, vielmehr lediglich im allgemeinen Interesse der Einhaltung der Verträge, aber auch zur Wahrung der Pflichten, die dem Völkerbundsrat obliegen. Der ungarische Vertreter General Tanczos erklärte davon überzeugt äu sein, dost die Klugheit des Rats diesen Zwischenfall zu einer gerechten Lösung bringen werve. Die Beziehungen Ungarns zu seinen Nachbarstaaten seien nicht hervorragend, und der Schritt, der von gewissen Nachbarxegierungen in Budapest unternommen worden sei, habe diese Beziehungen nicht verbessert. Die Durchführung von Mahregeln gegen sein Land würde diese Beziehungen noch gespannter gestalten. Die ungarische Regierung habe im übrigen von Anfang an erklärt, dah der Inhalt der fünf Eisenbahnwagen abmontierte Maschinengewehrteüe seien. Angesichts der in Ungarn wegen dieses Zwischenfalls herrschenden Stimmung sei es wenig angebracht, die öffentliche Meinung Ungarns auf eine solche Probe zu stellen. Jedes Volk, besonders wenn es sich in einer Lage befinde wie gegenwärtig Ungarn, ist natürlich außer» ordentlich empfindlich gegen jede Antastung seiner Souveränität und gegen fremde Einmischung. In diesem Zusammenhang kann ich es auch nicht unterlassen, die unlängst unternommene persönliche Initiative des R a t s p r ä s t d e n - ten zu erwähnen. In dem Wunsche, jede Rückwirkung auf die internationalen Beziehungen zu vermeiden, bitte ich den Rat, in vollkommener Unparteilichkeit die Sachlage an Hand der ihm von Ungarn vor gelegten Dokumente zu prüfen. Titulesco der bereits bei der Stelle, wo Tanczos von den Beziehungen zwischen Ungarn und der Kleinen Entente sprach, mit lebhafter Geste das Wort verlangt hatte, erwiderte: Die versöhnliche Erklärung der Kleinen Entente hätte eine andere Antwort verdient. Man könne dadurch, daß man Del aufs Feuer giehe, den zwischen den beteiligten Staaten so notwendigen Fried nszustand nicht schassen. Der Rat sei dazu benlfen, Maßnahmen zu ergreifen, die sich aus der Anwendung der Verträge und aus der Notwendigkeit der Aufrechterhaltung des Friedens ergeben. Die Vertreter der Kleinen Entente seien bet Der erforderlichen Prüfung nicht gewillt, sich auf das Gebiet der Polemik zu begeben. Hierauf beantragte Chamberlain, zur Prüfung des von der ungarischen Regierung eingereichten umfangreichen Materials ein kleines Ratskomitee zu bilden, das Dem Rat über die tatsächliche Seite der Angelegenheit und die daraus zu ziehenden juristischen Folgerungen Bericht erstatten solle. Mit diesem Dorschlag erklärte sich sowohl der rumänische als auch der ungarische Vertreter einverstanden. Briand richtete Dann an den ungarischen Vertreter zwei Fragen, nämlich nach Den Ö r i g i n a l do k um en ten der WafsensenDung unD nach Dem Grund, weshalb Die öffentliche Meinung in Ungarn gegen den Gedanken einer VölkerbunDsunterjuchung sich gesträubt habe unD warum man Das Material v er s ch r alte t u n d o e r st e i g e r t habe. General tanczos beantwortete die erste Frage Durch Vorlegung Der fünf Originalfrachtbriefe unD verwies bezüglich Der zweiten Frage auf Die seit Dem 3. Januar Durch Die gesamte Weltpresse gegangene 2l n k u n D i g un g Der Absicht der ungarischen Negierung, das Material zu zerstören und zu versteigern. Irland erklärte sich mit dieser zweiten Antwort nicht zufrieden und stellte die weitere Frage, warum Ungarn auf dieser Absicht beharrte, als es erfahren halte, daß die Nachbarn Ungarns Den Völkerbund mit dieser Angelegenheit befassen würden. Tanczos wies Demgegenüber auf Die Erklärung Des ungarischen Ministers Des Aeußern hin. Daß Ungarn bis zur Entscheidung Des Völkerbundsrates in dieser Angelegenheit seine volle Handlungsfreiheit behalte. Der Italiener S c i a I o j a stellte hierauf den Antrag, diese Aussprache im Plenum nicht fortzusetzen, sondern entsprechend dem Vorschlag Chamberlains diese Frage im Zusammenhang von dem kleinen Komitee prüfen zu lassen. Scialoja betonte die Nachtelle, die aus einer solchen öffentlichen Vorwegnahme der Untersuchuna für die Sache entstehen könnten. Schließlich wurde der Vorschlag Chamberlains, wie bereits gemeldet, angenommen. In Der vorausgegangenen vertraulichen Aussprache bildete zunächst Die persönliche Initiative Des letzten Ratspräsi- D e n t e n , Tscheng Loh, gegenüber Der ungarischen Regierung Gegenstand Der Aussprache. Das chinesische RatsmitglieD teilte Dabei mit, Daß er Das für Die ungarische Regierung bestimmte Telegramm nach Rücksprache mit einigen RatsmitglieDern abgefanDt habe, Daß er Damit an Die ungarische Regierung keinerlei AufforDerung, sonDern leDiglich Den freundschaftlichen Rat zustellen wollte, um zu verhindern, Daß Der Völkerbundsrat vor die voll- M>gene Tatsache gestellt würde, und um die Autorität des Völkerbundes zu wahren. Chamberlain erklärte, daß sich aus diesen Ausführungen die Notwendigkeit einer Prüfung der Befugnisse des Ratspräsidenten für die Zeit ergebe, wo Der Rat nicht versammelt sei. B r i a n D erklärte, daß eS sich hauptsächlich darum handele, kriegsverhütende Maßnahmen festzulegen. Unter Den gegenwärtigen UmstänDen sei Der RatspräsiDent bei ähnlichen Fällen in einer sehr delikaten Lage. Diese Lücke müsse ausgefüllt werden. Nach einer längeren Aussprache, in der Dr. 6trefemann ble Auffassung vertrat, dah zunächst Der jetzt Dem Rat vorliegenDe konkrete Fall abgeschlossen werden sollte, wurde beschlossen. in einer späteren Sitzung Die Frage Der Befugnisse Des Ratspräsidenten weiter zu behandeln. Oie Aufgabe desRatskvmitees Keine Jnvesügationsaesahr mehr für Ungarn Genf,?. März. (TU.) Zur weiteren Erörterung Der ungarischen Jnoesligationsaffäre wird von gut- urllerrichleter Seite Darauf hingewiesen, daß gegenwärtig keine der im Bölkerbundsrat vertretenen Großmächte an einem offiziellen Jnvesti- gationsverfahren gegen Ungarn interessiert sei. Es wird bezweifelt, ob die Verhandlungen über diese Frage im Rat noch bis zum Schluß dieser Ratstagung zu Ende gelangen werden. Vielmehr besteht gegenwärtig der Gedanke, dem heute eingesehten Dreierkomitee, Holland, Finnland und Chile, die Befugnis zu erteilen, durch einen zuerteilten Sachverständigen der einzelnen Völkerbundsorgane an Ort und Stelle eine Prüfung vornehmen zu lassen. Auch scheint der Gedanke erwogen zu werden, in gleicher Weise wie im Dezember anläßlich des polnisch-litauischen Streitfalles dieMllitärattachösderGroh- möchte an dieser Untersuchung teilnehmen zu lassen. Jedenfalls braucht mit einem offiziellen Jnvesti- gationsverfahren gegen Ungarn nicht mehr gerechnet zu werden. Zwischen den maßgebenden Ratsmlt- gliedern sind zur Zeil Verhandlungen im Gange, um einen einmütigen Beschluß zur Regelung der ungarischen Wafsentransportafsäre herbeizusühren. Das Ergebnis der Genfer Sicherheitskonferenz. OPtimisinns der deutschen Delegation. Genf, 7.März. (WTB.) Wie aus Kreisen der Deutschen Delegation verlautet, wird das Ergebnis der heute abgeschlossenen zweiten Tagung des Sicherheitskomitees vor allem darin gesehen, dah die in erster Lesung genehmigten V e r - trägst!) Pen ausschließlich auf den Grundsätzen der Schiedsgerichtsbarkeit und der Dergleichsregelung und damit auf den aus Art. 11 der Völkerbundssahung abzuleitenden Möglichkeiten der KriegLverhü- tung aufgebaut sind. Dagegen sind Di? Bestrebungen auf gründ ähliche Inan pruchnahme des Art. 16 und seiner Sanktions.,-eitimmungen, die die durch den Völle, bundspakt ohnehin geg bene Sicherheit verstärken sollten, fast vollständig in den Hintergrund getre en. Di- deutsche Auffassung, daß ich die im vertrage von Locarno verwirklichten Grund ätze nicht schlechthin auf andere Oebie e übrtragen la sen, kommt in dem Ergebnis der ersten Lesung zum Ausdruck Die angenomm neu Vertrags ntw.rse besagen, daß jede Spitze gegen Dritte Staaten beim Abschluß ausgeschaltet werden muß. Sie bedeuten daher gegenüber den ursprünglich manchs Delegationen vorschwebenden Defensivallianzen einen wesentlichen Fortschritt, der noch durch den HmftanD erhöht wird, daß man einstimmig die Heber- Beugung bekundete, dah Derartige Systeme, wie das auch in der deutschen Denkschrift zum Sicherheitsproblem zum Ausdruck kam. dem ilnioer- salitätsgedanken des Völkerbundes widersprechen. Dieses Ergebnis Darf um so höher eingeschätzt werden, als zu Beginn Der Tagung Die entgegengesetzte Tendenz mit sehr entschiedenen Forderungen auf trat. Auch die Frage des Jnitiativrechts des Rates, das von den gleichen Kreisen in sehr positiver Form gefordert wurde, ist dahin entschieden worden, daß irgendein Druck zur Einleitung der Verhandlungen über regionale Sicherheitsverträge oder gar zu deren Abschluß ausgeschlossen ist. Dadurch ist entsprechend der in der deutschen Denkschrift zum Ausdruck gekommenen Auffassung Der politisch notwendige Spielraum durchaus gegeben. Andererseits ist durch die jetzt empfohlenen Vertragstypen vollkommene Gleichwertigkeit beidcrVertrags- kategorien. D. h. sowohl Der Schieds- und Der- gleichsverträge. als auch Der Sicherheit^Verträge, im engeren Sinne gewahrt. Die deutschen Vorschläge sollen in der gleichen Weise behandelt werden, wie das bereits in Prag mit den übrigen Themen des Sicherheits- Problems geschehen ist. Dabei ist hervorzuheben, dah allgemein Die darin enthaltenen neuartigen Elemente und ihr posillver Wert In bezug auf Kriegsverhütuna unD Damit auf Erhöhung der durch den Pakt gegebenen Sicherheit anerkannt wurden. Außerdem herrschte vollkommene Einigkeit in bezug auf die Notwendigkeit, daß das gesamte der Nächsten Tagung vorliegende Material unter allen ilmftänDen so durchberaten werden soll, daß die nächste Völkerbundsversammlung im kommenden September endgültig dazu Stellung nehmen und damit zur Einberufung einer ersten Abrüstungskonferenz den entscheidenden Schritt tun kann. Die Verkehrsxoliiik des Reichs. Das Reichskabmeit gegen eine Erhöhung der Reichsbahntarife. Berlin, 7. März. (D.D.Z.) Die zweite Beratung des Haushalts des Reichswirtschaftsministeriums wird fortgesetzt. Abg. Loibl (BDP.) äußert sich über Die Lage des Handwerks. Die heute sehr schwierig sei. Der gewerbliche Mittelstand leide mit unter der Not der Landwirtschaft. Der Mittelstand begrüße das landwirtschaftliche Notprogramm; aber bei Der Bildung von Beiräten müsse das mittelständische Gewerbe gebührend berücksichtigt werden. Nicht nur die landwirtschaftlichen Genossenschaften sollten durch das Notprogramm gestützt werden, sondern auch die gewerblichen, an Denen Landwirte beteiligt sind. Der auf dem Mittelstand lastende Steuerdruck müsse gemildert werden. Die Auswüchse im Hausierhandel mühten beseitigt werden. Angenommen wird die Entschließung Frau Dr. Lüders (D.) auf Förderung der Hauswirtschaft, ebenso die Entschließung, Die sich gegen Die Erhöhung Der Eisenpreife richtet. Angenommen werden auch Die Ausschußentschließun- gen, wonach Neichsmittel für A u s st e l - lungen und Messen nur unter einheitlicher Leitung des Reichskommissars für Das Ausstellungs- unD Messewesen verwandt, den Richtern beim Reichsmirtschafts- und Kartellgericht die richterliche Unabhängigkeit gewährt und schließlich die Berufsbezeichnungen „Baumeister" und „Architekt" geregelt und geschützt werden sollen. 3m übrigen wird der Haushalt Des Reichswirt- schaftsministeriums bewilligt, ebenso der Etat des vorläufigen Reichswirtschaftsrats. Angenommen werden weiter Anträge Des volkswirtschaftlichen Ausschusses auf größere Berücksichtigung von Handwerk und Gewerbe bei Vergebung öffentlicher Aufträge und Lieferungen und auf allgemeine Anwendung Der ReicysverDingungsorDnung auch von Den Ländern und Gemeinden. Es folgt nun Die zweite Beratung des Haushalts des Reichsver- kehrsministeriums. ReichSverkehrömmister Dr. Koch erklärt: Die Reichswasserstraßenbauten seien 1927 planmäßig gefördert worden. Der Minister weist Darauf hin, daß Der außerordentliche Haushalt für 1928 keine neuen Bauten enthält. Auch bei Den Teilbeträgen für die im Gange befindlichen Bauten habe die Finanzlage Zurückhaltung auferlegt, so daß Verzögerungen in der Feriigstellung in Kauf genommen werden müßten. Die gegenwärtig im Bau befindlichen Wasserstraßen dienten wesentlich Den landwirtschaftlichen Interessen. Der S e e d i e n st nach O st p r e u ß e n hat sich im letzten Jahre wiederum bewährt. Die Fahrten nach Memel, die Die Verbindung mit Dem Deutschtum dieses Platzes enger gestaltet haben, sollen auch im kommenden Jahre wieder ausgenommen werden. Die deutschen Reedereien hätten den Wiederaufbau Der deutschen Handelsflotte kräftig gefördert. Die Flotte umfasse heute nahezu 3,5 Millionen Bruttoregistertonnen gegenüber einem Bestmde von 600 000 nach Der Ablieferung Der Schifte bei FrieDensschluß und 5,4 Millionen im Jahre 1914. Mit Den im Herbst 1927 gegebenen 18 Millionen für Die Werften aus Mitteln Der Erwerbsloscnfürsorge sollen inzwischen 120 Bauaufträge im Gesamtwert von etwa 140 Millionen erteilt worden sein. Der Kraftverkehr habe sich weiter entwickel. Das kürzlich angenommene Gesetz, wonach Einzelteile ausländischer Kra t ahrzeuge nicht mehr zu besonders niedrigen Zollsätzen eingesührt werden körnen, werde sich für die deutsche Industrie günstig auswirken. Die Zunahme Der Verkehrsuns älle fei dauernd Gegenstand ernster Sorge. Die Der» einheillichung der ver'ehrSpoli,-etlichen Vorschriften habe Fortschritte gemacht. 'Berbanblungen mit den Ländern über einen Haftpflichtversicherungszwang seien im Gange. Zur Erweiterung der Beteiligung des Reichs an Den Kraftverkehrsgesellschasten würden zwei Millionen anaeforbert Leider habe der Ausschuh diesen Posten um die Hälfte gekürzt. Er sei bemüht, durch Vereinbarung mit Den Ländern ein einheitliches Netz von Hauptverkehrsstraßen und eine StraHenbauordnung zu schaffen. Für die zivile Luftfahrt hat das Pariser Abkommen vom 22. Mai 1926 bemerkenswerte Fortschritte gebracht. Die zunehmende Größe Der Flugzeuge und Stärke Der Motoren haben uns leider Der Lösung Der Wirt- fchaftlichkeitsfrage im Luftverkehr nicht näher gebracht. Eine gewisse Einschränkung des Flugnetzes wirb kaum zu üermeiDen sein. Der Etat sieht fast in allen Positionen Ersparnisse vor, um möglichst umfangreiche Mittel für Flugzeug- unD Motorenbau unD für Versuchswesen zur Verfügung zu haben. Neben Den Strecken nach Den europäischen HauptstäDten verdient besonderes Interesse Die Verlängerung Der Verbin- Dung Berlin—Moskau nach Dem fernen Osten. Der innerDeutsche Kurzstreckenverkehr, Der finanziell hauptsächlich von LänDem unD GemeinDen getragen wirk), wird sich in ein System außerplanmäh i 9 en Fliegens um b i ID en müssen. Ein Transozeanverkehr toirD in erster Linie mit ©üDamerita möglich werden. Schwieriger liegen Die Verhältnisse auf Der Linie nach Nordamerika. Hier toerDen wir noch Teilerfahrungen sammeln müssen. Die mißglückten, mit unzureichendem Material unternommenen Versuche Des vergangenen Sommers haben Dem nicht genügen!) Rechnung getragen. Ob Luftschiff ober Flugzeug für ben Verkehr vorzuziehen ist, läßt sich noch nicht ent- scheiben. Zunächst soll bas neue Zeppelinluftschiff burch Mittel meines Etats geforbert werben. Leiber ist bie Luftfahrt im besetzten Gebiet noch immer unfreier als sogar ber beutsche Luftverkehr im Hoheitsgebiet ber Besatzungsmächte (Hört! hört! bei ber Mehrheit). Ich habe bie feste Zuversicht, baß bie beutsche Luftfahrt sich trotz vielfacher wirtschaftlicher und politischer Nöte auf einem guten Wege befinde. Die Finanzwirlschaft Der Reichsbahn stand im Zeichen Der günstigen Konjunktur. Die Einnahmeansätze von 4300 Millionen wurden stark überholt. Die Bewilligungen für Unterhaltung und Erneuerung Der Detriebsanlagen und Fahrzeuge konnten erweitert werden. Soweit sich übersehen läßt, wird für 1927 eine Gesamteinnahme von etwa 5000 Millionen erreicht, ber an Ausgaben für Betrieb und Unterhaltung etwa 3420 Millionen und für die Erneuerung Der Bahnanlagen etwa 650 Millionen, im ganzen also etwa 4070 Millionen gegenüber» stehen. Auf Dem Betriebsüberschuh von etwa 930 Millionen ruhen Lasten aus Dem Dienst Der Reparationsschuldverschreibungen von rund 590 Millionen, Zuführung an die gesetzliche Ausgleichsrücklage 100 Millionen und Dividende für Die Vorzugsaktien 62 Millionen, nach Deren Abdeckung voraussichtlich ein Aeberfchuh von 170 bis 180 Millionen verbleibt. Trotzdem Darf Die Finanzlage Der Reichsbahn für Das neue Jahr nur mit Vorsicht beurteilt werden. 300 Millionen Mehrausgaben stehen bereits fest' Davon 70 Millionen für Die gesteigerte Reparationslast. Eine Deckung läßt sich nur durch wesentliche Ermäßigung Der Ausgaben für äln'erha'tung und Erneuerung und Kürzung des weiteren Ausbauprogramms erreichen. Das Reichslabi et' ha vor einigen Sagen seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß eine Erhöhung Der Eisen- bahntarife mit Rücksicht auf ihre tiefgreifende Rückwirkung auf Die gesamte Wirtschaft nur im äußersten Notfälle in Frage kommen könne. Da Die vorliegenden Unterlagen das Vorhandensein einer derartigen Rotlage nicht erkennen lassen, hat das Kabinett einer Tariferhöhung nicht nähertreten können. Die Reparationvverpflichtungen der Reichsbahn wurden pünktlich erfüllt. Für den Dienst der Reparationsschullwerschreibungen waren 590 Millionen aufzubringen, für die Ausgleichsrücklage rund 100 Millionen, für die Beförderungsftcuer 290 Millioneir. Von 1928 an wird die R o r - malsumme von 6 6 0 Millionen für den Reparationsdienst aufzubringen sein. Eine Finanzierung des dem Reichstag mitgeteilten Bahnneubauprogramms hat sich bis jetzt noch nicht ermöglichen lassen. Sollten sich Wege zur Mittelbefchaffung finden, so werden wir unsere Fürsorge in erster Linie den durch die Grenzziehung besonders geschädigten Gebieten zuwenden müssen. Zwischen dem Ministerium als Aufsichtsbehörde und der Reichsbahn muh gegenseitiges Vertrauen herrschen. Gewiß sind die Rechte der Reichs- rcgierung auf diesem Gebiete beschränkt, aber die Rechte, die dem Reich geblieben sind, müssen in vollem Umfange ausgeübt werden. Grundsätzlich müssen die Reichsbahnbeamten mit denen des Reichs gleich behandelt werden. Ich hoffe, daß die Befürchtungen, die Reichsbahn plane eine Deseittgung des Beamtenverhältnisses, jetzt ausgeräumt sind. Der Personalabbau ist beendet, hoffentlich lassen sich die Beförderungsverhältnisse nun aussichtsreicher gestalten. Ich danke auch an dieser Stelle den Beamten, Angestellten und Arbeitern der Reichsbahn für ihre treue Pflichterfüllung. (Lebhafter Beifall.) Die Debatte. Abg. Schumann (Soz.) weist darauf hin, daß die Vermögenslage des Reichsbahn sich sehr günstig gestaltet habe. Danach wäre die Reichsbahngesellschast sehr wohl in der Lage, aus eigenen Mitteln die dringendsten Forderungen auf Ausbau des Liniennetzes zu erfüllen und vor allem auch die berechtigten Forderungen der Reichsbahnlohnempfänger zu erfüllen Roch immer gebe es bei der Reichsbahn den neunstündigen Arbeitstag und Dicnstschichten von 16 Stunden. (Hört! $)ört!) Abg. Dr. Klönne (Dntt.) meint, die deutsche Antomobilinduftrie sollte kräftiger gefördert werden als bisher. Ausländische Kraftwagen sollten möglichst von Deutschland ferngehalten werden. Bet der Reichsbahn sollte das Wagenmaterial verbessert werden. In anderen Ländern dienen die Eisenbahnen in erster Linie der Förderung der heimischen Wirtschaft', um das auch für uns zu erreichen, sollte bei erster (3e-- lcgenheit versucht werden, dieReichsbabn wieder unter die Verwaltung der Regierung zu bringen. Die Reichsbahn wird leider durch Geldmangel behindert, sich der Steigerung des Verkehrs schnell genug anzupassen. Das Reich sollte nochmals einspringen, damit nicht gerade in der Zelt der niedergehenden Konjunktur eine Lücke im Be> schaffungswesen entsteht. Es muß verhindert werden, daß Tariferhöhungen notwendig werden, während umgekehrt die Wittschaft eine Tarifermäßigung braucht. Reue Kanäle sollten nur gebaut werden, wenn ihre Rentabilität gesichert ist. Abg. Dr. Mittelmann (D.V.) erklärt es für dringend wünschenswert, daß die Reichsbahn möglichst bald wieder unter die Verwaltung des Reiches komme. Leider kann man mit einem Amt nicht zugleich das erforderliche Wissen übertragen. So ist leider festzustellen, daß das Reichsverkehrsministerium heute nicht mehr die hohe Schätzung in der Oeffentlichkeit genießt, als zu der Zeit als Dr. Krone das Amt seinem Rachfolger übergab (kört, hört!). Das Reichsverkehrsministerium sollte sich energisch dagegen welchen, daß bei der geplanten Einführung des Zweiklassensh st eins der Personentarif für die billigste Klasse über den Preis der bisherigen vierten Klasse hinaus erhöht wird. Damit würde man die breiten Massen deS Volkes in unerträglicher Weise neu belasten (sehr wahr). Der Plan einer stärkeren Beteiligung der Reichsbahn an den Kraftwagenverkehrslinien müsse mit aller Entschiedenheit a b- gelehnt werden. Denn seine Ausführung würde nur im Interesse des Reparationsagenten liegen, nicht aber im Interesse der deutschen Wirtschaft und der Allgemeinheit. In dieser Stellungnahme des Dehrkehrsrninisters liege eine sehr bedenkliche Verkennung der hohen Aufgaben, die sein» Ministerium gegenüber der Allgemeinheit habe. Das Ministerium sollte für Straßenbau cintreten. Das wäre auch die beste produktive Erwerbslosenfürsorge. Im Luftverkehrswesen habe der Minister wohl gesehen, daß trotz deutsch- nationaler Anterstühung die Befreiungspolitik nicht so rasch gefördert werden könne, wie es manchmal in der Wahlagitation behauptet wurde. (Hört, hort!) Die Dolkspartei beantrage die Bewilligung von zwei Millionen für die Vollendung des Zeppelinluftschiffes. — Weiterberatung Donnerstag. Die Phoebus-Affäre. Der Reichskanzler unterrichtet die Parteiführer. Berlin, 7. März. (Prio.-Tel.) In der Phoe- bus-Angelegenheit empfing der Reichskanzler D r. Marx heule nacheinander die Führer der bisherigen Regierungsparteien, darauf am Nachmittag die Sozialdemokraten und in den Abendstunden die Demokraten und die Vertreter der Wirtschaftspartei. Der Reichskanzler unterrichtete die Parteiführer an der Hand des Berichtes des Reichssparkommissars Sämisch über die Angelegenheit. Von dem Reichssparkommissar wird eine Denkschrift ausgearbeitet werden, in der zur Darstellung gelangen soll, was volkswirtschaftlich und staatsrechtlich in der Angelegenheit von Bedeutung ist. Diese Denkschrift soll am Montag dem .Haushaltsausschuß bzw. dem Reichstag zur Kenntnis gebracht werden. Der Bericht wird vor allen Dingen alles Tatsächliche umfassen, und alle budgetrechtlichen Fragen behandeln. Der Reichskanzler gab zu, daß arge Verfehlungen vorgekommen sind, daß aber alle Vorkehrungen getroffen seien, um eine Wiederholung solcher Vorfälle unmöglich zu machen. Die sogenannten „schwarzen Fonds" sind restlich aufgeräumt. Es ist fein Pfennig mehr da, der ohne Wissen des Reichstages ausgegeben werden kann. Mit dem vom Reichskanzler beabsichtigten Vorgehen haben sich die Parteiführer — also auch die Demokraten und die Sozialdemokraten — im wesentlichen einverstan« den erklärt. Sowohl die Demokraten, als auch die Sozialdemokraten erklärten, daß sie ihre endgültige Stellungnahme erft treffen wollen, wenn der Bericht vorliegt, und von ihnen geprüft worden ist. Um eine Wiederholung solcher Vorkommnisse zu verhindern, soll ein n e u e r A u s s ch u ß des Kabinetts ge- bildet werden, der als K o n t r o l l i n ft a n z nicht nur über das Reichswehrministerium, sondern über alle Ressorts der Re i ch s r e g i e r u n g wachen soll. Schiedsspruch für die Berliner Metallindustrie. Berlin, 7. März. Die Verhandlungen zur Bei- le-gung des Konfliktes in der Berliner Metallindustrie wurden um 13 Uhr für beendet erklärt, da eine Verständigung nicht zu erzielen war. Die Schlichtungskammer $og sich bann yir Beratung zurück. Nach zwölfstundiger Verhandlung wurde dann von der Schlichtungskammer mit Mehrheitsbeschluß folgender Schiedsspruch gefällt: „Zwischen dem Verband Berliner Metalli industrieller und dem Deutschen Metallarbeiteroerband wird folgendes Abkommen geschlossen: Die Stundenlöhne und Akkordoerdienste der Werkzeugmacher sind einer Nachprüfung zu unterziehen. Die Nachprüfung hat sich nicht nur aus einzelne Akkorde zu erstrecken, vielmehr ist bi e Angemessenheit de r Löhne und Akkorde ganz allgemein zu prüfen. Auch Erhichungen der Verdienste ganzer Gruppen im Werkzeugbau sind gegebenenfalls vorzunehmen. Sollte eine Einigung im Betriebe nicht zustandekommen, wird unter Mitwirkung der Verbände eine endgültige Entscheidung getroffen, wobei erforderlichenfalls die Akkordoerech- nungsgrundlagen (Geldfaktoren) für die einzelnen Werkzeugmachergruppen f e ft z u l e g n find." Der Schiedsspruch sieht weiter die Bestimmungen des Vergleichsoorschlages vor, den der Dottitzend« des Schlichtungsausschusses, Gewerberat Körner, den Parteien bei den Vorverhandlungen unterbreitet hat, und der im wesentlichen das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer bei strittigen Akkorden durch Einsetzung einer paritätischen Kommission sichert. Die Erklärungsfrist für die Parteien läuft morgen nachmittag vier Uhr ab. Das afghanische Königspaar in Essen. Abschiedsbesuch beim Reichspräsidenten. Berlin, 7.März. (WTD.) Der König von Afghanistan stattete heute nachmittag 1 älhr in Begleitung seines Gefolges dem Reichspräsidenten einen Abschiedsbesuch ab. Der Reichspräsident erwiderte den Besuch um 2 Uhr im Palais P in; Albrecht. In seiner Begleitung beland.n sich Staatssekretär Dr. Meißner und der Ehef des Protokolls, Gesandter Dr. Köster. Das a ghanische König^paar Hit am gleichen Rachmittag in Beg'citung von Ministerialdirigent Frhr. v. Richtho'en und Gemahlin und den Gesandtschaftsräten Dr. Grobba, Holzhausen und v. Lieres Berlin im Eon derzug ver- lassen und sich nach Essen begeben. Bor dem Eingang des Bahnhofs Fried, ichstraße, an dem die deutsche und die afghanische Flagge gehißt worden war, bildete eine Abteilung der Schutzpolizei Spalier. Das Königspaar begab sich zunächst in das Staatsempfangszimmer, wo sich die Vertreter der Regierung verabschiedeten, und bestieg dann den Zug. Auf dem Bahnhof Villa Hügel in Essen wurde das Königspaar von Herrn und Frau Krupp von Bohlen und Halbach begrüßt und im Wagen zur Villa Hügel geleitet, wo sich der König und die Königin kurze Zeit nach dem Eintreffen in ihre Gemächer zurück- zogen. Morgen erfolgt die Besichttgung der Friedrich-Albert-Hütte in Rheinhausen. König Amanullah äußerte sich vor seiner Abreise von Berlin gegenüber dem Herausgeber der Deutschen diplomatisch-politischen Korrespondenz über seine Eindrücke während seines zweiwöchigen Aufenthaltes in Deutschland etwa dahin : Ich bin aufs Höchste befriedigt von dem Ergebnis meines Besuches in Ihrem schönen Lande. Die Aufnahme, die ich hier überall gefunden habe, und das Ergebnis meiner Studien und Besuche sind in jeder Weise dazu angetan, das lebhafte Interesse für die Förderung der Beziehungen zwischen Deutschland und Afghanistan zu verstärken. Ich freue mich schon jetzt darauf, auf meiner Rückreise noch einmal hierherkommen zu können, um bei dieser Gelegenheit die wirtschaftlichen Verbindungen, die in diesen Tagen angebahnt wurden, weiter zu fördern und, soweit möglich, zu geschäftlichen Abschlüssen und Vereinbarungen äu führen. Ich verspreche mir von dem, toafi ich gesehen und gehört habe, wertvolle Auswirkungen für mein Land und für unsere beiderseitigen Beziehungen. Muer Terror in Ostoberschlesien. Rache für den deutschen Wahlsieg. K a 11 o w i tz, 7. März. (Täl.) Rachdem der Wahlsonntag im allgemeinen ruhig verlausen ist, setzt jetzt wieder neuer Terror In den kleineren Ortschaften Oberschlesiens ein. Don Aufständischen wurden an verschiedenen Angehörigen der deutschen Minderheit für den deutschen Wahlerfolg Racheakte begangen. In Gottschalkwitz, Kreis Rhbnik, wurde ein Vertrauensmann der deutschen Wahlgemeinschaft in seiner Wohnung von einer Bande von etwa 15 Aufständischen überfallen. Die Banditen raubten sämtliche noch vorhandenen deutschen Stimmzettel und einen Betrag von 50 Zloty. Der ileber- fallene wurde mit Ochsenziemern bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen. Er mußte zum Arzt gebracht werden, der eine schwere Gehirnerschütterung seststellte. Aehnliche Meldungen kommen aus Zalenze, Lipine und Bismarckhütte. Als Opfer der deutschen Erfolge bei den Sejmwahlen werden zahlreiche im Staatsdienst stehende Angehörige der deutschen Minderheit mit der Begründung fristlos entlassen, daß sie sich staatsfeindlich betätigt hätten. Die Entlassungen werden auch von Gutsbesitzern gegen Landarbeiter, die Stimmzettel für die deutsche Wahlgemeinschast verteilt hatten, angewandt. Studenienausschrettungen in Lemberg. Warschau, 7. März. (TU.) In Cornberg ist es gestern zu schweren antisemitische n A u s - schreitungcn nationaldemokratischer und radikalisierter Studenten gekommen, die wegen der Mahl von zwei jüdischen Abgeordneten einen Demonstrationszug durch die Stadt ncranftalteten. Eine große Anzahl Juden, darunter einige Frauen, wurden von den Studenten schwer mißhandelt. Die Studenten drangen in einige Prioatwoh- nungen ein, zerstörten eine Anzahl jüdischer Läden und plünderten sie. Die Polizei, die e r ft nach längerer Zeit eintraf, verhaftete 28 Studenten. Die Erregung in der Bevölkerung über diese Roheits- akte ist außerordentlich groß. Oer briiisch-agypiische Konflikt Britisches Beto gegen ein ägyptisches Versammlungsgesctz. Kairo, 7.März. (WB.) Lord Lloyd, britischer Oberkommisfar, hat dem Ministerpräsidenten Sarwat Pascha eine Rote ausgehändigt, die das vor kurzem vom ägyptischen Parlament angenommene Gesetz über öle öffentlichen Versammlungen betrifft. Diese Rote kommt in Wirklichkeit einem Veto gleich. Wie man glaubt, besteht der Grund zu der überraschenden äleberreichung der britischen Rote darin, daß durch die einseitige Erklärung Großbritanniens dieses für den Schutz der Güter und Interessen der Ausländer verantwortlich ist. Die britische Regierung ist der Meinung, daß das Gesetz über die öffentlichen Versammlungen die Autorität der ägyptischen Regierung hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Ordnung und des Schutzes des Lebens und Eigentumes der Ausländer schwächt. Die Rote ist erst jetzt überreicht worden, weil man einen neuen Vertrag abzuschließen hoffte, nach dessen Bestimmungen die ägyptische Regierung für den Schuh der ausländischen Interessen verantwortlich gewesen wäre. Die britische Regierung behält sich in der Rote alle Maßnahmen vor, die erforderlich sind, um die von Großbritannien übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Der Gesetzentwurf über die öffentlichen Versammlungen ist übrigens noch nicht vom Senat angenommen worden, der ihn vielmehr zur Vornahme einiger Ergänzungen zurückverwiesen hat. Das Gesetz tritt erst nach der Annahme durch den Senat und älnterzeichnung durch den König in Kraft. In poli'ischen Kreisen herrscht über die Lage älnklarhcit. Die Lage ist jedoch ruhig. Der König hatte den Präsidenten der Kammer und den Führer der Rationalisten. Hanas Pascha, zu sich berufen. Eins Transsaharabshn von ösnischem Gelds? Paris, 7. März. (Sil.) Die französische Regierung wird das Parlament auffordern, noch vor feinem Auseinandergehen einen Gesetzentwurf zu verabschieden, der jedem Ministerium die Aufstellung eines Programms ermöglicht, das m i t Hilfe von Reparationslieferungen der Dawesannuität 1928/29 ausgeführ.t werden soll. Für das laufende Annuitätsjahr hat Frankreich Anspruch auf 1 200 000 Goldmark Reparationsleistungen. Die einzelnen Ministerien werden ihr Programm bis 1. April oder Mai ausgearbeitet haben, so daß das Raturallieferungsamt die Romenklatur der verlangten Lieferungen Parker Gilbert unterbreiten kann. So soll auch die T r a n s s a h a r a b a h n aus Mitteln des Reparationskontos geschaffen werden. Auch an die Vollendung von Fluß-, Eisenbahn- und Straßenbauten wird gedacht, ttotz der Einsprüche der französischen Privatindustrie, die in den deutschen Reparationslieferungen eine unerwünschte Konkurrenz sieht. Liberaler Wahlsieg in England. London, 7. März. (WB.) Bei den Rachwahlen zum ilnterhaus in Saintives erhielten der liberale Kandidat Frau R u n c i m a n 10 241 Stimmen, der konservative Caird 9478 und der Arbeiterparteiler Hopkins 4343 Stimmen. Frau Runciman ist somit gewählt. Das Mandat war bisher in konservativer Hand. Frau Runciman ist die Gattin des ehemaligen liberalen Ministers, der ebenfalls älnterhaus- mitglied ist. Aus aller Wett. Erdbeben in Kalabrien und Sizilien Mittwochvorrnittag wurden in C o s e n z a und Milazzo (Provinz Messina) Erdstöße wahrgenommen. In Cosenza wurde fein Schaden an gerichtet, dagegen entstanden in einigen Käufern in Milazzo Risse. Um 11.58 Uhr wurden auch in A o e l - lino (Neapel) wellenförmige Erdstöße verspürt. Ein Erdbeben örtlichen Ursprunges, das sechs Sekunden lang dauerte, wurde darauf gegen mittag in Meffina verzeichnet. Schäden wurden nicht angerichtet. In Vatanzaro, wurde um 11.17 Uhr ein sehr starker Erdstoß verspürt. Die Bevölkerung stürzte auf die Straßen. In der Stadt wurde keinerlei schwerer Schaden angerichtet. Dem Erdbeben, bei dessen Schilderung di« Blätter an die Katastrophe von 1908 erinnern, ist nach einer Mitteilung des aerologischen Instituts in Messina ein sehr heftiger Sirocco oorausgegan- gen. Weiter wird berichtet, daß der Erdstoß verschiedentlich von einem überaus starken Getöse begleitet war, das die Panik der Bevölkerung ver- j mehrte. Menschenopfer sind nicht zu beklagen. Her- vorgehoben zu werden oerbient, daß sich die Zementbauten in Reggio di Calabria sehr bewährt haben, so daß dort im Gegensatz zu anderen Orten fast kein Bau schaden angerichtet wurde. Zwischenfall auf einer südspanischen Zollstation. Gibraltar, 7. März. (WTB. Funlspruch.) Im Zusammenhang mit der scharfen Kontrolle der Spanier bei ihrer Rückkehr von Gibraltar auf spanisches Gebiet durch di« spanischen Zollbehörden in La Linea unterzogen werden, ist es heute abend zu einem ernsten Zwischenfall gekommen. Eine Menge von mehreren 1000 Personen, davon die Mehrzahl Frauen und Kinder, von denen viele kleine Vorräte von Gewürzen, Seife usw mit sich führten, versuchte gewaltsam durch die Zollschranken zu dringen. Die Zollbeamten und herbeigerufene Gendarmerie und Truppen begannen zu feuern. Zwei Personen wurden getötet, mehrere verwundet, lausende von Menschen flüchteten erschreckt nach Gibraltar zurück. 13 Tote bei der Katastrophe auf Zecye „Ewald". Im Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen ist jetzt ein weiterer verheirateter Bergmann seinen Verletzungen erlegen, die er bei der Seilfahrtkatastrophe auf Zeche „Ewald-Fortsetzung" erlitten hat. Damit ist die Zahl der tödlich verunglückten Bergleute auf dreizehn gestiegen. 35 Tote bei der Explosion der Feuerwerksfabrik auf Java. Die Zahl der bei der Explosion der Feuer- werksfabrik in Koedoes umgekommenen Personen hat sich auf 35 erhöht. Die Zahl der Verletzten beträgt jetzt 100. Man fürchtet jedoch, daß noch viele Leichen unter den Trümmern liegen. Die Arsache der Explosion konnte bisher noch nicht aufgeklärt werden. Schwere» Grubenunglück. In der Wenzaslaus-Grube in Ludwigsdorf bei Reu rode (Grafschaft Glatz) erfolgte ein Kohlensäureausbruch. Dem Unglück sind sechs Tote zum Opfer gefallen. Den unermüdlichen Arbeiten der Rettungstolomen gelang es, von den eingeschlossenen weiteren 18 Bergarbeitern sieben zu bergen, die alle wieder ins Leben zuruckgerufen werden konnten. Infolge der immer noch ausströmenden Kohlensäure gestalteten sich die Bergungsarbeiten sehr schwierig. 342 Mitglieder einer italienischen Räuberbande fesigenommen. Die Polizei hat in Sizilien eine Bande von 462 Dieben festgestellt, bi? viele Totschläge. ^Betäubungen und andere Vergehen begangen hat. 342 Mitglieder der Bande wurden bisher festgenommen. Tödlicher Verkehrsunfall. Auf der Dorfstrahe von Geibsdorf bei ßauban riß der Chauffeur eines Geschäftsautos seinen Wagen herum, um zu vermeiden, daß ein von einem Fuhrwerk abgesprungenes Kind überfahren werde. Das Auto fuhr in den Graben und überfuhr dabei einen zehnjährigen Knaben, der sofort tot war. Ein anderer Knabe wurde leicht verletzt. vier Brandstifter zum Tode verurteilt. Der Oberste Gerichtshof der Sowjetunion verurteilte unter Versagung einer Amnestie vier Angeklagte wegen einer zu konterrevolutionären Zwecken verübten Brandstiftung in der Dubrowschen Papierfabrik int Gouvernement Leningrad zum Tode. Der Brand hatte einen Sachschaden von l1/, Millionen Rubel verursacht. Großer Heidebrand. Im Landkreis Harburg, In der Umgegend von Otter, sind etwa 1400 Morgen Heide durch f a h r l ä s s g e B r a i>. d st i t u n g zerstört worden. Ein Ichahriger Haussohn hatte Gras angezündet. Das Feuer griff mit rajender Geschwindigkeit um sich und konnte erst nach viel- stundiger Arbeit eingedämmt werden. Der entstandene Schaden ist erheblich. Ausschreitungen Slellensuchender in Amerika. Infolge einer Zeitungsanzeige, durch die eine Neu- Yorker Firma einen Laufjungen bei 16 Dollars wöchentlichem Gehalt suchte, stellten sich 500 A r - b e i t s l o s e, Männer und Knaben, als Bewerber ein, die über die Treppen zu dem im 12. Stockwerk gelegenen Bureau der Firma hinaufftürmten. Als sie erfuhren, daß der Posten bereits vefetzt fei, weigerten f l e s i ch, wegzugehen und richteten in dem Bureau Zerstörungen an, bis sie schließlich durch die Polizei zerstreut wurden. Das große Co». Das große Los ist mit der Nummer 305 845 gezogen und in der ersten Abteilung nach Neumünster, In der zweiten Abteilung nach Pforzheim gefallen. Röst ■Valdersui todth rdten- yitmtl Wir: San Parts anW. Oie Wetterlage. ©wonttnlos.O neitrr ®naro Dtaecn »wofxig, eoeoetxi eRegt^ * Schnee Craupein • «eoei K Gewitter.©windstille.«^ sei» leichter Ost y massiger Suosoowest Q sturmucnei nordwesl 6ie Pfeile fliegen mit dem Winde Oie oo een Stationen stenenden Za* ttn gehen die Temperatur an. Pie Linien eeromden Orte mit gleiche* auf rteeresniveau umaereebneten Luitdruck ^ertervovaussage. Der mitteleuropäische Tiefdruckwirdel hat sich ostwärts verlagert und weiter vertieft. Sein Kerngebiet lag heute morgen über Schlesien und brachte hort verbreitete Niederschläge. Vordringende Kaltluft- maffen an seiner Rückseite, die bis in unser Gebiet oorgedrungen sind, haben an der Küste Schneefälle gebracht (Hamburg, Swinemünde) und gestalten den Witterungscharakter veränderlich. Da der hohe Luftdruck über Island sich weiter südwätts ausbreitet, ist wieder mit einer Besserung der Wetterlage zu rechnen. Aufheiterndes und durchweg trockenes Wetter mit nächtlichem Tcmperaturrückgang ist zu erwarten. Wettervoraussage für Freitag: Wollig mit Aufheiterung, nachts Temperaturen um Null, stellenweise etwas darunter, trocken. Witterungsaussichten für Samstag: Kein« wesentlicl)« Aenderung. Lufttemperaturen am 7. März, mittags: 8,0 Grad Celsius, abends: 6,4 Grad Celsius: am 8. März, morgens: 3.9 Grad Celsius. Maximum: 8,0 Grad Celsius, Minimum: 3,3 Grad Celsius. — Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 7. März, abends: 4,0 Grad Celsius: am 8. März, morgens: 3,5 Grad Celsius. Niederschläge: 0,8 Millimeter. ° o ° Kiagent mittnorf, den päientf —f T Ut^K Owot I. umrntr 305845 gr- z nach Nkuniün> ioch Pforzheim b. 1 öer Umgegend en Heide durch n g Mert tcDc* hatte TM an- ü ra^nbet Tetr rch noch viel- werden. Der ent- ider in Mmetila. durch die eint 9ltu< 8 e n bei 16 Dollars Um sich 500 Ariden, als Bewerber m im 12. Stotfwerl aufitürmien. Als sie ir btfetzi fei, weilen und richteten in s sie WeM durch 'L'LLd- * B|jg «wwrtelll Sotojehinion Jonttttebo- iwiaBnf an Tvu- °de.Sn Kand Wi Millionen fijj b« ßauhfln feinen । V°N Al überfahr n ® e o 6 e n und *** der ^nabe wurde “'"“'rtsfabti, l'Otl der <> niet e^lo£ ^'nen. " konnte HW. ä*« WJä rZ: ä* tonnttn ^ubttbanb. |\ MH er^esunde tV l^RÄ(BMSch$MV€iskniil I X\ 8 .. * J P^L>innrl.iv.ie wah.^'Jah V\kkX\\% X A. BATSCHARI CIGARETTENFABRIK A.G. wird jeden Packungsluxus verurteilen. 50 Millionen Reichsmark Sr werden jährlich in Deutschland an verbrauchten yCigareltenschachfeln nutzlos weggeworfen. Wie richtig r ist es daher, die Packung so einfach wie möglich zu halten u jeden ersparten Groschen fürdieWare selbst zu verwende «NETTO» 5 Pfg. «REKORD» 6 Pfg L daher von aussergewöhnlicher Qualität. T AR & < F UB aÄ M/o c N $ STATT UNGSLU* uy^ ÄS» TA “ä ** äc—----- ES ^ss-"“**5 1 jdn)i*el lieft ^Sbori ien^! M der Me 3cn W JSÄ1*** „ 80 ä,«« «*ÄW! m l ^flf\, iri) in Aachen Aum Deutschen Kaiser gekrönt; — 1451: der Seefahrer Amerigo Despucci in Florenz geboren (gestorben 1511); — 1749: der französische Staatsmann Graf von Mirabeau in Dignan geboren (gestorben 1791); — 1814: (9. und 10.) Sieg Blüchers über Napoleon I. bei Laon; — 1850: der Generaloberst von S)eerIngen in Kassel geboren (gestorben 1926); — 1888: Kaiser Wilhelm 1. in Berlin gestorben (gebaren 1797); — 1915: Eisde der Winterschiacht in der Champagne; — 1918: der Dramatiker Frank Wedekind in München gestorben (geboren 1864). Gictzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfd. 1.50 bis 1,70; Matte 30 bis 35; Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Wirsing Psd. 40 bis 45: Weißkraut 25; Rotkraut 30 bis 35; gelbe Rüben 20; rote Rüben 20; Spinat 40; Unter» Kohlrabi 10 bis 12; Grünkohl 35; Rosenkohl 50 bis 65; Feldsalat 1.50; Tomaten 1.30; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 40 bis 1.00; Schwarzwurzeln 40 bis 65; Kartoffeln 5 bis 5'/r! Aepfel 10 bis 18; Birnen 10 bis 15; Honig 45 bis 50; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Eier Stück 10 bis 11; Blumenkohl 40 bis 1.80; Salat 20 bis 35; Endivien Pfd. 1,00 bis 1,20; Lauch Stück 10 bis 15; Rettich 10 bis 30; Sellerie 10 bis 50. Grunde der Tümpel und fällt sogleich ahnungslos seinen meist sehr rohen Häschern in die gierigen Hände. An den Rändern der Pfütze fitzen bte Fänger, hoben Angel, Netz, Korb und Messer in Bereitschaft und halten grausame Ernte, wenn die Frösche an die Oberfläche des Wassers kommen, um Atem zu holen. Meistens finden die .Läger" keine Zeit zur Verwendung des Messers, sondern reißen den Tieren bei lebendigem Leibe die Schenkel aus. Die Orte, an denen mehrere solcher Unmenschen „gearbeitet" haben, bieten dem Beschauer ein schreck- liches Bild, einen Anblick zum Erbarmen. Sich in den entsetzlichsten Schmerzen windend, kriechen Hunderte so verstümmelter Tiere verschmachtend umher. Diese zur Gewinnung der als Fastenspeise gesuchten Froschschenkel gewerbsmäßig betriebenen Jagden stellen einen denkbar unwürdigen Verdienst dar; es ist wirkliches Blutgeld. Die Ausübung dieses Geschäftes ist besonders für das jugendliche Gemüt von verheerendem Einfluß. Solche Kinder schrecken auch dann vor der Marter größerer Tiere nicht zurück, und vom Verbrechen am Tiere zum Verbrechen am Menschen ist später nur ein Schritt. Zur Abschaffung dieses Greuels sollte jeder auf seine Art beitragen. In erster Linie muß all denen, die Froschschenkel gerne essen, klar gemacht werden, daß fie nur elender Schinderei Vorschub leisten. Und auch in den Schulen ist beste Gelegenheit zur Belehrung und Ermahnung gegeben. Die schonungslose Vernichtung der Frösche, die so fleißig Fliegen ui d Schnecken verzehren, wird schließlich auch zu einem gefährlichen Ueberhandnehmen des schädlichen Ungeziefers führen. Invalidenhauspflege in der Nngestettienverflcherung. Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte hat vor einiger Zeit begonnen, entsprechend der Hebung verschiedener Landesver- sicherungsanstalten, Ruhegeld - und sonstigen Rentenempfängern Unterbringung tn einem I n v a l i de n h a u s e zu gewähren. In seiner Sitzung vom 28. Dovembec 80 Jahre Neue Wiesbadener Zeitung. Die „Neue Wiesbadener Zeitung", die seit einigen Jahren als Zusammenfassung her „Wiesbadener Zeitung" und der „Wicsbad-'ner Neuesten Nachrichten" in Wiesbaden erscheint, konnte am 3. März den Tag begehen, an dem do r 80 Jahren — also am 3. März 1848 — die erste Ausgabe des Vorläufers der heutigen Zeitung erschien. Aus diesem Anlaß haben Verlag und Redaktion der „Neuen Wiesbadener Zeitung" eine „80-Jahr-Gedenknummer" herausgegeben, die als ein wertvolles Dokument der Heimat- und der Zeitgeschichte des Nassauer Landes bezeichnet werden muß. Die Jubiläumsausgabe enthält u.a. interessante Berichte aus dem Sturm- und Drangjahr 1848 im damaligen Nassauer Ländle, ferner bringt sie auf zwei Seiten die satzgeireue Wiedergabe der Titelseiten der Nummern 1 und 4 der „Freien Zeitung" vom 3 bzw. 6. März 1848, auf denen sich die damalige bewegte Zeit natürlich deutlich widerspiegelt. Zahlreiche weitere Beiträge sachkundiger Männer geben in der Jubiläuinsnum- mer, die auch eine Anzahl guter Strichzeichnungen enthält, fesselnde Schilderungen, von der Entwicklung der schönen Badestadt Wiesbaden und des Nassauer Landes. Unter den zahlreichen Jubiläumszeitungen der letzten Jahre kann die Gedenkausgabe der „Neuen Wiesbadener Zeitung" wegen ihrer gediegenen textlichen und sauberen buchdrucktechnischen Gestaltung mit Recht tinen Ehrenplatz beanspruchen. * Stadt und Verschone" ungsver- ein helft! Dur noch kurze Zeit trennt uns vom Beginn des Frühjahrs. Daß u>n. auf einen schönen Frühling hoffen, bedarf keiner weiteren Betonung. Lind daß wir auch vom Sommer viele schöne Tage erwarten, ist ebenso selbstverständlich. Die Spaziergänger werden dann ihre Schritte wieder hinauSlenken in unsere schöne Umgebung. Dabei werden viele Crholungs- suchende, namentlich ältere Leute, auf dem Wege zum Gleiberg oder nach der Badenburg Gelegenheiten zum Ausruhen vermissen. Die Stadtverwaltung und der Derschönerungsverein würden sich unzweifelhaft die dankbare Anerkennung vieler Bürger erwerben, wenn sie auf dem Höhenweg nach dem Gleiberg, sowie am Ufer der Lahn oder am Bahndamm zwischen dem Rodberg und der Badenburg einige Ruhebänke ausstellen ließen. Damit diese Bänke allerdings nicht zu Objekten der Zerstörungswut gewisser Zeitgenossen würden, wäre es wohl erforderlich, eiserne Bänke zu beschaffen und diese recht stark zu befestigen. Man sollte allerdings von dem Verstand erwachsener Menschen erwarten können, daß derartige Einrichtungen zum Wohle der ANgemeinheit respektiert und geschützt würden. •• Der gestrige Strahenbahnunfall in der Bahnhofstraße. Don der Direktion der städtischen Straßenbahn wird uns geschrieben: Der gestrige StraßenbahnunfaU spielte sich an der Ecke der Bahnhof- und Grabenstrahe vor dem Bäckergcschäft des Herrn Paul ab. Der Passant betrat unmittelbar vor dem Straßenbahnwagen das Gleis, so daß er vom Wagen erfaßt und umgestohen wurde. Trotz des infolge des einsetzenden Regens schlüpfrigen Gleiszustandes gelang es dem Wagenführer, seinen Wagen auf etwa 2 bis 3 Meter zum Halten zu bringen. Dur der Geistesgegenwart des Wagenführers ist eS zu danken, wenn der Unfall so glimpflich ablief. Glockenzeichen hat der Wagenführer in überreichlichem Maß gegeben, da er vor dem Unfall versuchte, den auf das Gleis laufenden Hund des betreffenden Passanten durch Signalgeben zu verscheuchen. Der Unfall dürfte für das Strahenpublikum eine Lehre fein, in Straßen mit Straßenbahnverkehr mehr auf die Signale der Wagen zu achten. ** Juaendherbergstag in Gießen. Im heutigen Anzeigenteil laden die Gießener Jugcnd- gnippen zur Teilnahme an dem Jugendherbergstag am 10. und 11. März ein. Am Samstagabend findet eine Veranstaltung im Katholischen Vereinshause statt; am Sonntag ist die Jugendherberge und die dort befindliche Ausstellung zur Besichtigung geöffnet, außerdem findet ein Umzug der Jugend statt. Näheres in der Anzeige. •• Jugendliche Ausreißer. Der Polizeibericht meldet: Am 3. d. M. gingen zwei Jugendliche von hier ihren Eltern fluchtig. Mittels Fahrräder gelangten sie bis Heidelberg, wo Aus der proviuzialhaupistadt. Gießen, den 8. März 1928. Andere Menschen. 3n einen Schulgarten sah ich hinein, über eine hohe Mauer hinweg und zwischen Bretter- Planken durch. Jugend beim Fußball. Schüler tm Alter von 14 bis 18 Jahren. Kleine, schmächtige Kerlchen darunter, mit raschen Bewegungen und Augen, die überall waren. Starke, kräftige Burschen auch, die breitbeinig im Sand ftanben, erwartungsvoll auf den Ball blickten, bereit, ihn mit Wucht zurüc^uwerfen. Die massigen Jungen mit entblößtem Oberkörper und nackten Beinen. Eine dünne Spielhose die ganze Bekleidung. So standen sie in der märzlichen Dachrnittagssonne. in dem kalten Wind, der unbestimmt blies, auf den Straßen Staub aufwirbelte und manchen Warmgel leiteten frösteln lieh. Frauen war ich kurz vorher begegnet, die eingehüllt waren in dicke Beize, und andere junge Männer hatte ich gesehen mit blauroten Händen. Hier aber standen die Jungen fast nackt, der herben Luft nusgeseeht, und lein Frösteln kam über sie. Lag es da nicht nahe, einmal die eigne Jugend zu vergleichen? Man ist ja auch einmal im Schulgarten einem Ball nachgejagt und hat sich daran gefreut, wenn man richtig tollen konnte. Aber das war doch gana anders. Turnhose? Dein, höchstens im geschlossenen Raum, und auch da nicht gern. Mit entblößtem Oberkörper im offenen ©arten? Dicht baia i $u denken. Im heißesten Sommer, wenn Hitzeferren drohten, war es schon ein wenig anstößig, den Rock abzulegen Wenn es aber gar einem einge allen wäre, in kalter Märzluft mit so dürftiger Bekleidung im Garten spielen zu wollen, man hätte ihn wohl für verrückt erklärt. Man kann auch in der Abhärtung zu weit geben, gewiß. Aber die Erfahrung hat betoiefen, daß man ohne Strafe ziemlich weit gehen kann. Schnupfen und Katarrh dürften Erscheinungen fein, die den jungen Leuten aus dem Schulhofe nicht so viel Beschwerde bereiten, wie sie es un8 Aelteren früher machten. Jeden'alls ist es ein anderes Geschlecht, das hier heranwächst, als das vergangene. Auch das hat allerlei geleistet, und das neue wird zu erweisen haben, ob eS Besseres leisten kann. Man hofft es. unb man darf es erwarten. Sicherer wird es im Leben stehen, breitbeinig, wie jetzt auf dem Sand, auch nicht vor jedem rauhen Lusthauch scheuend. Das Leben hat auch der alten Generation die Widerstandsfähig.eit beigebracht. Aber sie mußte sich doch erst allerlei abgewöhnen, ilnb eS ist wohl besser, man gewöhnt sich das an, was zu Gesundheit und Tüchtigkeit hinführt, als das andere, das abzulegen nicht immer leicht fällt. S Schonet die Frösche! hat das Direktorium der R. s. A. die Grundsätze für die Durchführung der JnvalidenhauS- Pflegc auf gestellt. Die Grundlage für die neue Leistung der R. f. A. bietet ber § 50 des Angestelltenverslcherungs» gcsehes, demzufolge Rentenempfänger auf ihren eigenen Antrag in einem Jnvalidcnhaus oder einer ähnlichen Anstalt untergebracht werden können. Dazu können die Barbezüge ganz ober teilweise verwendet werden. Gegebenenfalls kann die R. f. A. auch durch Gewährung von Zuschüssen zu den llnterbringungskosten Rentenempfängern die Aufnahme in anderen Heimen ermöglichen. Bei tuberkulösen Rentenempfängern wird bei dem Fehlen eigener Anstalten vorläufig die Zuschuhleistung in Frage kommen. Die 3n- validenhauspslege ist eine freiwillige Leistung der R. f. A. Heber die Aufnahme entscheidet das Direktorium unter Berüasichtigung der gesamten Derhältnisse dcS Antragstellers und der zur Der- fügung stehenden Mittel. Die Jnvalidenhaus- pflege wird grundsätzlich nicht zur Beschaffung eines nur vorübergehenden Hnterkommens, sondern nur bei Vorliegen eines dauernden Bedürfnisses gewährt. In erster Linie werden dabei berücksichtigt alleinstehende, arbeitsunfähige Personen, die Infolge AlterS, Körperschwäche, Kränklichkeit oder aus anderen Gründen hilfsbedürftig sind und die nicht durch Fürsorge von Angehörigen ein geeignetes Hnterkommen haben. Ausgeschlossen find so'che Personen, die an einer ansteckenden oder ekelerregenden K.ankheit oder an Geisteskrankheit leiden, die dem Trünke ergeben sind, ferner solche, die ständiger Pflege und Wartung, oder dauernder ärztlicher Hilfe bedürfen. Die Mfiaufnahme von Ehegafen kann nicht bewilligt werden. Es unterliegt der Entscheidung im Ernzelfalse. ob bei Bedürftigkeit seiner Angehörigen die Rente dem Rentenempfänger teilweise überlas'en wird. Die Aufnahme verpflichtet den Rentenempfänger für ein Vierteljahr Die in JnvalidenbauSpflege angenommenen Rentenempfänger erhalten Wohnung und Ter- Pflegung, sowie ärfifiche Behandlung bei vorübergehenden Erkrankungen. Beerdigungskosten des Pfleglings übernimmt die R. f. A. nicht. Dem Rentenempfänger kann von der R. f. A. ein angemessenes Taschengeld während der Jnvallden- hauspflege gewährt werden. Der Rentenempfänger kann jederzeit auS der Jnvalidenhauspflege wieder austreten. Der Anspruch auf Rente lebt jedoch erst nach Ablauf des Vierteljahres wieder auf, für das der Verficht ausgesprochen war. Die R. f. A. ist berechtigt, die Jnval'denhaus- pflcge unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist zum Schlüsse des Kalenderviertel- jahres zu kündigen. Siaöttheaier Gießen. 01797 ■ Gießen, Mühlstraße 32, den 7. März 1928. Beerdigung: Freitag, 9. März, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus. Heute nacht entschlief sanft mein treusorgender Vater, unser guter Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Karl Möser Lademeister i. R. im Alter von 85 Jahren. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Möser. Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott gefallen hat, meine Hebe Gattin, unsre gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Margarete Lerer gelt. Braun nach langem schweren, in Geduld getragenem Leiden, im Alter von 68 Jahren durch einen sanften Tod zu erlösen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Lepper IV. nebst allen Angehörigen. Alten-Buseck, Staufenberg, Lollar. Philadelphia (Nordamerika), 8. März 1928. Die Beerdigung findet Samstag, den 10. März 1928, nachmittags 2*/„ Uhr, vom Sterbehaus, Großen-Busecker Straße 6, aus statt. 01909 2607D Statt Karten. Univ.-Forstgarten bei Gießen, den 8. März 1928. 2596V 262 ID WMUkWWU-Mil 2615A die trauernden Hinterbliebenen: Theodor Gerlach und Familie Ludwig Eckeri und Familie Jakob Jost und Frau. Krofdorf, Wieseck, Büdingen in Oberh., 7. März 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 9. März 1928. nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehauae aus statt. Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlichst. Kätchen Dörmer geb. Engel und Kinder. Todesanzeige. Heute morgen entschlief sanft und unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Gerlach Werkmeister i. R. im 82. Lebensjahr. Um stille Teilnahme bitten sucht für den J)laH Gießen und weitere Umgebung bei der solventen Hä'ndlerkundschaft eingeführten ersten Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Verstorbenen innigen Dank. Emma Katz und Kinder Gießen, den 8. März 19W. Vertreter. Auto-Selbstfahrer werden bevorzugt. Angebote mit Angabe des Alters, bisheriger Tätigkeit und Referenzen erbeten unt. B. R. 91, Ala Haasenstein 6- Vogler, Bremen. | Vermietungen | ScMbeneöb,e Zimmer l od. 2 Retten, z.vr,n.. 01'09 «leichstr. SIL Mööl. Zimmer a. i. 4. au »ernt M:n8 Marburg. Str.SVs GrMer Men in guter Lage eines neuenSladtviertelS, sehr gut geeignet für Lebensmittelgeschäft oder Metzgerei, nm oder ohne Wohnung per 1.Aprtll928unter fltinft. Bedingungen z. vermieten. Schriftliche u. mündl. Aus- kuntt unr.Nr. 143 bet Wtleld. Annocc.-Exp. Gießen. Plockstr. 8. 2 gnt möbl. Zimmer lWobn-u.Schlafarm., zu vermieten 01789 Ludwigltr. 57 i, Werkstatt zu vermieten 01784 Kaiserallee 39. ietges nche. 5-b-Zimmer- Wohnung für sofort ob. später _ gesucht. Sd)tiftl. Angebote u. 01800 a.d. Gien. Anz, Ein leerstehendes Zimmer mil sep. 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Klrchenmuslkallsche Absndfefer am Sonntag, dem II. März 1928, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche zu Gießen veranstaltet von der Männer- und Frauemrereinigung der Matthäus-Gemeinde Mitwirkende: Der Evang. Kirchengeeangverein Gießen (Leitung: Herr Otto Lindenstruth), Frl. Ida Stammler-Gießen (Alt), FrI. Hedwig Gunderloch- Darmwtadt (Sopranl, Herr Mueiklehrer Fr. Bauer Jun.-Gießen (Violine). An der Orgel: Herr Stadtorgan ist Heine Simon-Gießen. Vortragsstücke: Joh. Seb. Bach, Max Reger. Antonio Lotti, Ph. Emanuel Bach, Jobs. Rheinberger, Arnold Mendelssohn. Programme zu 30 Pfennig an der Abendkasse. 2622D (Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken) Norddeutsche Grund-Credlt-Sank Weimar. Nach erfolgtem Ausverkauf unserer Zeigen Gold-Pfandbriefe Em. XVII geben wir eine gleichartig ausgestattete Serie, nach Thür. Gesetz mündelsichere 8°/0ige Gold-Pfandbriefe Em. XX nicht rückzahlbar vor 1. Oktober 1933 mit Apnl/Oktober-Zinsscheinen im Betrage von 10 Millionen Goldmark aus, wovon wir einen Teilbetrag in Höhe von 5 Millionen Goldmark zum Kurse von 88°,« hiermit zur Zeichnung auflegen. Stückelung: 100, 500, 1000, 5000 Goldmark. Zeichnungen nehmen wir durch Vermittlung von Banken und Bankiers, Spar- und Girokassen bis zum 31. März 1928 ein- schlleßl. entgegen. Früherer Zeichnungsschluß bleibt vorbehalten. Auf unsere gleichfalls mündelsicheren 8°/0igen Gold-Komm.- Schuidverschreibungen Em. XVIII nicht rückzahlbar vor 1. Oktober 1933 mit April/Oktober-Zinsscheinen nehmen wir weitere Zeichnungen bis zu der in etwa 2 Wochen erfolgenden Börseneinführung zum bisherigen Kurse von 95.50% entgegen. Prospekte sind bei allen Bankfirmen und Sparkassen erhältlich. Weimar, den 8. März 1923. Norddeutsche Grund-Credit-Bank. 2608V Der Arzi bestätigtes. 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(Weg wird noch bekanntgegeben.) 2591D eine Hobelmaschine. 2603D Freitag, den 9. Mürz 1928, nachm. 2 Uhr versteigere ich im .^öwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. einen Sprechapparat, einen Kaffenschrank, zwei Schreibmaschinen, einen Eisschronl, zwei Registrierkassen, fünf Fahrräder, vier Warenschränke, vier Schreibtische, zirka 61/, Kilo Treibqurken, einen Mengtrog, eine Bettstelle mit Mattatze, einen Kleider« schrank, drei Ladentheken, eine Nähmaschine, zwei Klaviere, vier Fleischwaagen, einen Attenrollschrank, zwei Pferde, zwei Kasten« wagen, eine Häckselmaschine, eine Runkel« mühle, eine Strickmaschine, drei Schweine. 2. Ferner an Ort und Stelle: (Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal) Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstr-. 24 I., Teleph. 239. Herba-Seife -'N behänd«» fo schreib, 6en Dr.med. 6. in 6. Per 6c. M —.65, 3Oe/e derstürN M. 1.— Zur Äachdedond- lun- ist herba-Ärem« besenber» »u empfehlen. Sa haben m »Uea Lpothek, ProgeNen u. Parfüm. Nnllenvevkauk. 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März 1928 an> ohne Seipel ist der starke Mann ist, als ob die in den Verkehrs und unserer Macht. Er hat keine Macht nach außen hin; der von ihm vertretene Staat ist der Prügelknabe Europas. Er hat kaum Macht im Innern; Nationen benutzte. Es Dienst des menschlichen des der ins Reich wertvoller als die Hebung Fremdenverkehrs durch eine Sihverlegung Völkerbundbureaus. Von Seipel hat eine englische Zeitung abgedrückte Hnfallkoessizient des Personenver! hrs im allgemeinen aufweist. Wenn also immer wieder aus der kleinen Schar der Auserlesenen einer solchen tragischen Ereignisse zum Opfer fällt, so ist das eine Mahnung des Schicksals, die nicht ungehört bleiben sollte — eine Aufforderung, alle Kräfte zum Wohl der menschlichen Gemeinschaft einzusetzen, um ein vollbrachtes Werk hinterlassen zu können, wenn eine unerbittliche Hand unvorhergesehen eine glairzvolle Laufbahn unterbricht. leicht mit naturalistischem Hustenreiz und unmotivierten Lachanfällen ein wenig zu viel getan wurde. Die Rolle verträgt keinerlei äußere Ablenkung. Es ist schon schwer genug, sie halbwegs glaubhaft vom vierten zum fünften Akt hinüberzusteuern. Aber der Schauspieler muh tun, was der Dramatiker verlangt; mit Streichen ist hier nicht zu helfen. Das rührende und liebenswerte Pärchen junger Menschenkinder (Gertrud und Max) wurde von Ingeborg Scherer und Hennig gespielt. Eine scharf umrissene, mit erfrischendem Humor begabte Kontrastfigur machte T a n n e r t aus dem älteren Strähler. Goll endlich war Cramptons getreues Faktotum Löffler, ein biederer Greis mit einem goldenen Heiden in der blauen Dienstmannsbluse; ben schlesischen Dialekt ersetzte er teils durch feines Hochdeutsch, teils durch Berliner Lokaltöne; es schadete nicht viel. Hnd wann hätte man je echte schlesische Töne in Hauptmanns Aufführungen gehört? Das ist ungeheuer selten. Dr.Th. Am Mittwoch beriet der Ausschuß daS Kapitel „Polizei". Der Antrag Dr. Leuchtgens (Landbund), die Aufwandsentschädigung bei diesem und anderen Kapiteln um 50 Prozent zu kürzen, wurde zurückgestellt, dagegen fand ein sozialdemokratischer Antrag, die sachlichen Ausgaben zu kürzen, Annahme. Ein Antrag Ritzel (Soz.), die Kosten der Rahrungs- mittelkontrolle auf den Staat zu übernehmen, wurde der Regierung überwiesen. Ein Antrag Reiber (Dem.), drei Polizeioberleutnants in Gruppe 9 bzw. 10 einzustufen, wurde angenommen. Der von der Regierung in den Etat eingestellte Betrag von 40 000 Mark für Stellvertretungskosten, der zu 2lbge- ordneten gewählten Beamten wurde g e st r i - Wandelhallen des Wiener Parlaments — denn er geht nicht: er schreitet — verneigen sich die Herren Volksvertreter rechts und links. Manchmal soll er sogar für einen Gruß gedankt haben. Gewöhnlich aber prallt das biedere „Grüaß Gott!" seiner älplerischen Parteifreunde und das giftige „Hab' die Ehre!" seiner Gegner aus den Wiener Arbeiterbezirken an der ehernen Maske ab, die er gar nicht so unsichtbar trägt. Maske? Oder Antlitz? Es ist kaum zu unter cheiden. Diese Gegner haben einmal das Gerücht aufgebracht und in ihrer Parteipreise verbreitet, der Bundeskanzler liehe seine Mutter in bitterer Armut darben. Sie nennen das „Kampf mit geistigen Waffen" und sind darin wahre Meister. Natürlich war die Ge chichte vom ersten bis zum letzten Wort erlogen. Das Dementi erschien, noch ehe die Blätter der austromarkistischen Parteipresse trocken waren. Der Bundeskanzler, hieß es da, habe überhaupt keine leiblichen Verwandten. Seine Mutter sei schon vor Jahrzehnten gestorben. Und Wien dachte: Natürlich! Und niemand in Wien hätte sich vorstellen lön- nen, daß dieser unnahbare Priester eine richtige Verwandtschaft habe, so eine mit einem jovialen Onkel und einer blonden Ku'ine und allem lebenden Inventar der lleinbürgerlichen Kr ise, denen er entstammt, und daß er einmal als Bub in einem Park gespielt hat und daß er überhaupt einer Mutter Sohn sei. Gr hat mehr Beziehungen zur Menschheit als zum Menschen. Gewiß, auch die Menschheit, also eine Gemeinschaft von immerhin recht ansehnlicher Bedeutung, ist nur ein kleiner Teil des Kosmos, in dem er lebt. Der in seinem Hirn lebendig ist. Aber für diesen Kreis lohnt es sich schon einzutreten. Besonders, wenn Menschheit-ideale sich in politische Konstruttwnen umsonnen lassen, die Wien wieder seine alte Bedeutung zurückgeben könnten. Paneuropa, Völkerbund, Heberstaat der Zukunft — es ist immer dasselbe. — Er unterscheidet sehr genau zwischen Volkstum und Staat. Hier — und nur hier — stellt er sich in bewußten Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der österreichischen Bevölkerung. Denn die Oesterreicher von heute, ganz ohne Rücksicht aus ihre Parteistellung, unterscheiden nicht. Sie sehnen den deutschen Nationalstaat herbei, das groß- deutsche Gebilde, in dem die Grenzen von Staat und Volkstum zusammenfallen. Vielleicht liegt es in ihrer Art, und vor allem in ihrer grenzenlosen Müdigkeit, daß dieses großdeutsche Ziel zuweilen mehr sehnsüchtig herbcigewünscht als aktiv vorbereitet wird; bewußtes und allgemeines Ziel ist es jedenfalls. Auch jenseits des lebendigen nationalen Ideals ist es dem Mann auf der Straße klar, daß der Absatz auf dem großen deutschen inneren Markt wichtiger ist, als ganz Paneuropa und Umgebung, und die immer sichtbarer in Erscheinung tretende Exportsteigerung Die „Despotie der Mittel". Der Wiener Essayist Boyneburg prägte bei Kriegsende das Wort von der „Despotie der Mittel", um anzudeuten, in wie hohem Maße die Geschicke der Menschheit, besonders in der Kriegführung, von dem Zwang der technischen Mittel bestimmt werden, die sie selbst geschaffen haben und deren sie sich zu bedienen glauben. Heber» blickt man anläßlich des jüngsten tragischen Verkehrsunfalls, der Europa in der Person Emil M a y r i s ch s . des Präsidenten der Internationalen Rohstahlgemeinschaft eines seiner grundlegendsten und wichtigsten Wirtschaftler beraubt, so wird einem die Bedeutung dieses halbphilosophischen Satzes in einem neuen Sinne, in bezug auf die modernen Verkehrsmittel klar. Es ist geradezu erstaunlich, in wie hohem Maße Persönlichkeiten von Weltbedeutung unter den Opfern der Unfälle zu finden sind, die durch die modernen Verkehrsmittel und ihre Anwendung hervorgerufen werden. Frankreich hat im Lahre 1920 sein Staatsoberhaupt, den Präsidenten Paul D e s ch a n e l durch einen Sturz aus dem Eisenbahnwagen verloren, von dem sich das Opfer nicht wieder zu erholen vermochte, so daß nach seinem Rücktritt im Verlauf von weniger als zwei Lahren der Tod eintrat. Deutschland büßte durch den schrecklichen Eisenbahnunfall von Bellinzona einen seiner fähigsten Staatsmänner, den ehemaligen Staatssekretär und stellvertretenden Reichskanzler Dr. H e l f f e r i ch ein. 2m abgelaufenen 2ahre fiel einer unserer bedeutendsten und fähigsten Diplomaten, der deutsche Botschafter in Washington Freiherr v. M a l h a n dem Flugzeugunfall bei Schleiz zum Opfer. Und nun hat ein Autofall, der ihn auf der Fahrt zu einer Sitzung des Rohstahlkartells, des mit seinem Namen aufs engste verknüpften größten internationalen Industriegebildes betraf, Emil Mayrisch jählings dahingerafft, einen Mann, der im Verein mit deutschen und französischen Großindustriellen und weit über seine engeren Derufsaufgaben hinausgreifend seine wirtschaftliche Tätigkeit in den letzten Jahren zu einem Brückenschlägen zwischen den vorher verfeindeten Hochschulnachnchten. Der Lehrstuhl der Chirurgie an der Bonner Universität ist dem a. o. Professor Dr. Erich Freiherrn von Redwitz in München ange- toten worden. — Professor Dr. Johannes Stroux in München hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der klassischen Philologie an der Universität Göttingen als Nachfolger von Geheimrat R. Reihenstein abgelehnt; nunmehr ist der Göttinger Lehrstuhl dem ordentlichen Professor Dr. Eduard Fränkel in Kiel angeboten worden. — Der Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt und Honorarprofessor an der Universität Kiel. Dr. Oswald Schneider hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf aus den Lehrstuhl der Staatswi.senscha ten an der HnirersitätK önigs- b e r g als Nachfolger von Pros. Mann zum 1. April d. 3. angenommen. Als Nachfolger des Geheimrats Flamm auf den Lehrstuhl für Theorie des Schiffes an der B e r - l i n e r Technischen Hochschule ist der Abtci- lungsvorsteher in der Preußischen Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau in Berlin Prof. Dr.-Jng. Fritz Horn berufen worden. — Der Generalfuperintendent D. Dr. Martin Schian in Breslau (früher in Gießen) ist zum Hono- rarprosessor in der evangeli ch theologischen Fakultät der dortigen Universität ernannt worden. läßlich der Prager Reise des Bundeskanzlers behauptet, er habe diese unternommen, um für die Sitzverlegung zu werben. Eine Ente, gewiß — aber charakteristisch genug, daß sie überhaupt in die Welt gesetzt werden konnte. Man spekuliert im Ausland immer wieder auf die angebliche Anschlußgegnerschaft des Kanzlers. Man spekuliert falsch. Denn in Seipels staatsphilosophisches System wird der Anschluß eines Tages genau so hineinpassen, wie eine recht kühle Haltung gegenüber allen groß deutschen Bestrebungen in ihrem Rahmen Platz hatte, als diese noch nicht so aussichtsreich erschienen. Nehmt alles nur in allem: ein Realpolitiker. Und das muß man wohl auch fein, wenn man vor seine schier unlösbare Aufgabe gestellt ist. hochentwickelten Technik eingespannten Elemente sich von Zeit zu Zeit einen der Besten aussuchten, um eine Warnung aufzustellen gegen die Heberheblichkeit des Menschengeschlechts, gegen die allzu sieghafte Zuversicht, mit der wir immer von neuem eine erreichte Etappe in der Bändigung der Elemente ohne viel Federlesens in das System unseres Alltagslebens einreihen. Es ist nicht anzunehmen, daß etwa ein Flugzeug, unter dessen Verkehrsgästen sich ein beut» scher Botschafter befindet, weniger sorgfältig überprüft oder weniger vorsichtig geflogen wird, als ein mit gewöhnlichen Sterblichen besetztes. Es ist nicht anzunehmen, daß ein Kraftwagen, in dem ein Führer der europäisch».n Industrie Reisen zurücklegt, weniger gut ausgerüstet oder schlechter chauffiert ist, als die nächstbeste Autodroschke, der wir uns täglich in den belebten Straßen auss Geratewohl anbertrauen. Und Eisenbahnzüge, in denen die Großen dieser Erde reifen, bergen an sich bestimmt nicht größere Gefahrenmomente als der ohnehin auf ein Minimum Herseine Mehrheit steht ständig auf des Messers Schneide und hat weder den Elan noch das Zielbewußtsein noch die infernalische Rück ichts- losigkeit der Gegner. Diese Gegner, d ren immer noch: „Kamps mit geistigen Was,en' genannte Haßpropaganda (Seipel-Krone Sei el-^t u rn, Seipel-Sanierung, Seipel»A b itslo igieit, Seipel- Selbstmorde, so kann man es alle Tage in ihren Galetten lesen) einmal einem Idioten die Mordwaffe in die Hand gedrückt hat. Das war das Attentat auf dem Wiener Westbahnhof. Die Kugel trägt der Kanzler noch heute in d r Lunge. Er hat nur eine Macht: die der P e r ö n l i ch - feit. Der einzigen in der politischen Oede eines ausgebluteten, apathischen Staates. Intermezzi versteht, hat er gleich in seinem allerersten Stück glänzend erwiesen. Und auch später noch. Und immer nur so nebenbei, so unter der Hand, wie hier. Diese eine Szene des fünften Aktes allein würde das ganze Stück norm Untergang bewahren auf alle Zeit. Und einiges andere noch kommt hinzu, was heute noch gilt, wie damals: die technische Machart, der szenische Zugriff, die Gabe, Menschen zu sehen und wieder lebendig werden zu lassen. Das bleibt. Daran erinnert man sich immer aufs neue. In Berlin haben sie auch eben in diesen Tagen den „Crampton" wieder vorgeholt und einen einhelligen Erfolg damit erspielt. Immer wird man mit dem jungen Hauptmann Erfolg haben. — Telekh hatte die Inszenierung besorgt. Gr versuchte die Komödie unaufdringllch der historischen Beleuchtung zu entrüdea, in der sie dem Zuschauer von 1928 nun doch einmal erscheinen muh; er verwischte die allzu naturalistischen Merkmale und ließ die Dinge schlicht und ungezwungen sich begeben, wie sie von Hauptmann angelegt sind. Cs gelang ihm nicht — das wird kaum jemand vermögen —, auch nur einen der angedeuteten Einwände zu entkräften oder die im Rampenlicht erst recht bemerkbaren Schwächen der Komödie zu verdecken und zu überspielen. Gr bemühte sich nach Kräften um szenische Konzentration, ohne doch das schleppende Tempo breiter Zustandsschilderung, im vierten Akt besonders, zu befeuern. Hnb er konnte auch die nach dem letzten Dorhangfall sofort auf tauchende Frage — was geschieht denn nun? was ist erreicht? — nicht »um Schweigen bringen. Aber das ist ja nicht seine Sache. Das bringt kein Regisseur zustande. Auch die gewitzten Berliner nicht. Halten wir uns an die greifbaren Vorzüge der Aufführung: den gut bewegten Mittelakt (in dem bezeichnenderweise Crampton nicht erscheint), das wirblige Spiel des verliebten Paares zuletzt, und die mit Verständnis gewählte Besetzung. Crampton war G e f f e r s; eine der geschlossensten Leistungen, die wir von ihm in letzter Zeit zu sehen bekamen. Er machte den ost weinerlichen Ton der aus den Fugen gehenden Menschengestalt erträglich, der einem beim Lesen manchmal aus die Nerven fällt. Eine mit liebevoll behandelten Einzelzügen aussta'fierte, mehr komische als tragische Figur, geschickt in der Maske, annehmbar gesprochen, obwohl hier vielund Brauer, die heute längst lächerlich gewordenen Allüren gemein haben, das Aeußerliche. den Schlapphut aus Schwabing, die Samtjacke, den Flatterschlips. Crampton trinkt und schlampt und hält geschwollene Ansprachen wie Brauer. Aber er leidet nicht zu allem übrigen auch noch wie Kramer am Gegensatz der Generationen; der berühmte Vater-Sohn Komplex ist ausgeschaltet: ihm steht nicht feindlich und unverstanden der Junge gegenüber, sondern liebevoll, zärtlich und anhänglich die Tochter Gertrud, sein Abgöttchen, sein Reiner Polizist. Also geschieht ihm nur die gehäufte Enttäuschung: daß man „ihn nicht versteht", daß er fein Genie im akademischen Drill mit Abendakt und Korrekturen verschleißt, daß ein hoher Protektor ihn fallen läßt, daß ihm die Wohnung gepfändet wird, daß ihm die Frau davonläuft (um die es übrigens nicht schade ist: fort mit ihr!), daß man ihn aus der QTfabemte entläßt. Aber: er wird gerettet. Zwar nicht durch eine weltregierende, eingreifende Stimme von oben, sondern durch gute und mitleidige Menschen um ihn herum, die er übersieht oder verkennt oder kaum kennt. Hnd also landet Kollege Crampton am Ende im Hafen; der fünfte Akt richtet ihm seine furchtbar zusammengefallene bürgerliche Existenz wieder auf; die Erde hat ihn wieder; er findet ein freundliches helles Atelier, einen lohnenden Auftrag, eine glückstrahlend verlobte Tochter sogar, und er reckt gewaltig die Arme und will schaffen wie ein Kuli. 2llles ist wieder im Lot: Komödie. Schon Schlenther, Hauptmanns getreuer Biograph, wies jedoch mit Recht daraus hin, daß statt des Hafens im fünften Akt ebenfogut — ja wahrscheinlicher — ein Abgrund sich auf tun könne, aus dem es für Crampton kein Zurück mehr gäbe zu bürgerlicher Existenz und künstlerischem Sichzusammenreihen. Ebensogut hätte man den entgleisten Kollegen in dem üblen Bumslokal des vierten Aktes liegen lassen können in seinem Suf, bei dem schmierigen und gierigen Kneipenwirt und der mitleidigen K llnerin und den pöbelhaften Spießern mit der prallen Br ellafche. Hauptmann wollte das nicht; er entschied sich für den Hafen. (Jedem muß überlassen bleiben, was er wahrscheinlicher findet.) Hnd für die Verlobung. Kein Wort gegen diese Verlobung, etwa daß sie den „guten" Ausgang alhu lustspielhaft unter» streiche: sie ist die zierliche Krönung einer ganz entzückenden Liebesszene. Mit wie feinem und sicherem Gefühl sich Hauptmann auf dergleichen Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Don unserer Darmstadter Redaktion. D a r m st a d t, 6. März. Der Finanzausschuß nahm Kapitel 3 tKammeralgüter unter Ban- Dcrmaltung) an. Zu Kapitel 40 (Tierärztlicher D i e n st) wurde ein Antrag angenommen, in eeni die Regierung ermächtigt wird, die in den Ziffern 1 bis 5 vorgesehenen Beträge insgesamt um 25 000 Mark zu überschreiten, um m den Fallen, in denen gesetzlich eine Entschädigung oder Beihilfe nicht gewahrt werden kann, in denen ein Verschulden des Tierhalters nicht vorliegt und eine Verjagung der Entschädigung eine Härte wäre, eine solche zuzu- billigen. Die Entscheidung, ob und in welcher Hohe eine Entschädigung zuzubilligen ist, trifft der Minister des Innern. Zu Kapitel 41 (Hebammen- Lehranstalt zu Mainz) lag eine Regierungsvorlage über die Anschaffung eines Universalan- schlußapparates für Wechselstrom vor. Die Vor-' läge wurde genehmigt und das Kapitel angenommen. Zu Kap. 42 (Landesheil, und Pflege- an st al ten usw.) wurde ein Antrag Ritzel, der wünscht, daß auch in den Anstalten Heppenheim und Gießen möglichst Landwirtschaft betrieben wird, um so zu einer Verbilligung des Anstaltsbetriebes zu kommen, mit 6 gegen 5 Stimmen angenommen. Ein Antrag Reuter, der will, daß im nächstjährigen Voranschlag das Ergebnis der landwirtschaftlichen Betriebe in Einnahmen und Ausgaben und in detaillierter Form mitgetcilt wird, wurde einstimmig angenommen und das Kapitel selbst gegen 2 Stimmen bewilligt. Kapitel 43 (Anstalt für Geistesschwache „A l i c e st i f t" bei Darmstadt) wurde genehmigt, ebenso Kap. 44 (Volks- gesundheitspflege). Zu Kapitel 45 (I u - genbfürforge und besondere Maßnahmen zur Bekämpfung von Volkskrankheiten) wurde ein Antrag Heinstadt einstimmig angenommen, in dem die Regierung ersucht wird, eine nach Kapiteln des Voranschlags gesonderte Aufstellung der einzelnen Fonds, Stöcke usw. vorzulegen. Das Kapitel wurde gegen 1 Stimme angenommen. Ferner wurden genehmigt die Kapitel 46 (Staatsunterstüt- zungskasse), 49 (Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke) und 50 (nicht- staatllche Bausachen). Bei Kap. 51 (Hoch- b a u ro e f e nj wurde ein Antrag Lücke! über die Herstellung von Wohnungen für Personal der Heil- unb Pflegeanstalt in Alzey, nachdem die Reaierung sich hierzu geäußert hatte, für erledigt erklärt und das Kapitel angenommen. Kapitel 52 (Straßen- Verwaltung) wurde genehmigt. Ur. 58 Zweiter Blatt Gießener Etadttheater. Gerhart Hauptmann: „Kollege Crampton". Im Herbst 1891 sah Hauptmann im Deutschen Theater in Berlin eine Aufführung von Moliöres „Geizigem"; das Spiel machte ihm einen tiefen Eindruck und weckte allerlei Erinnerungen an seine Kunstschülerzeit aui der Breslauer Akademie; besonders an einen feiner damaligen Lehrer, Professor James Marshall, der ihm zum Hrbild des Kollegen Crampton wurde. In ein paar Winterwochen zu Schreiberhau war die Komödie niedergeschrieben; Anfang 1892 wurde sie im Deutschen Theater aufgeführt: es war diesmal ein unbestrittener großer Erfolg. Nicht minder wichtig als die zufällige Anregung durch Poliere erscheint jedoch für das Stück die Nachbarschaft der „Weber" und des „Biberpelzes", die den „Crampton" chronologisch einschließen. Mit andern Worten: das Stück trägt alle Merkmale seiner Entstehungszeit; der Stil der Komödie ist die typische Kunstweise des damals jungen, revolutionären und schließlich fieg- reichen Naturalismus, ausgeprägter noch als m den lockerer gebauten Akten der „Weber", sehr verwandt der Diebskomödie vom Biberpelz im Zuständlichen. (Hier liegen die Angriffsflächen des ganzen Stückes.) Ein feiner Kenner hat geradezu als Merkmal und bestes Kennzeichen des naturalistischen Dramas dies bezeichnet: daß es im Sande verläuft. Daß es also keine Entwicklung gibt, daß es in der Fläche bleibt, daß am Ende schließlich wieder alles beim alten ist. Wenn man von den radikalen Experimenten der Arno Holz und Johannes Schlaf absehen teilt, gibt es keine besseres Beispiel dafür, als den „Biberpelz", dem freilich auch der draufgesetzte „Rote Hahn" nicht geben konnte was ihm nun einmal fehlte. Hnd als den „Crampton , dessen halb heitere, halb trübselige Geschichte ebensogut erzählt wie gespielt werden konnte; vielleicht sogar besser. Crampton ist so wenig „Held" im Sinne alter und veralteter Dramaturgie wie möglich. Er tut nichts. crt die ganze Affäre, die gehauste Misere. Richt ohne seine Schuld, durchaus nicht. Er rührt sich nicyt. weder als Künstler, noch als dramatische Figur. Er ist übrigens weniger künstlerische Persönlichkeit als der spätere Michael Kramer, aber doch mehr Genie als der noch spätere Peter Brauer, der nur so tut und nichts als ein rum- merlicher Dilettant ist. Obwohl beide, Crampton Ignaz GeipeS. Ein Porträt. Don unserem k. K.-Derichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Wien, März 1928. In diesen Tagen ist er wieder einmal der meistgenannte Staatsmann Europas. Oder zumindest der, dessen Name am zteeithäufigsten gehört und gelesen wird. Mussolini dürste in dem Rededuell zwischen den beiden Ministerpräsidenten die größere Publizität haben. Freilich auch die fragwürdigere. Jede Rede des Duce gebiert in allen fünf Kontinenten Leitartikel sonder Zahl. Ruft ein lautes Echo hervor — und ein leises Mißbehagen. Hnd das ziemlich überall zwischen dem Qai d'Orsay und dem Königreich der Wahabiten. Jeder Vortrag Seipels hingegen beschäftigt einen auserlesenen Kreis des europäischen Auditoriums. Die Reden des Duce werden auf ihre Kraftstellen hin geprüft, die Vorträge des Priesters auf ihre Zweideutigkeiten, auf halbe Andeutungen und mysteriöse Formulierungen. Wenn Seipel spricht, wird es immer ein Vortrag. Sogar seine Extempores sind druckreif. In rauchge chwängerten Wirtshausstuben redet er gesammelte Werke — die so geartet sind, daß der Geschichtsphilosoph sich ihre Pointen auf der Zunge zergehen läßt und der Herr Wähler ihnen schmunzelnd zu folgen vermag. Seipels Formulierungen klingen sehr mannhaft und find sehr vorsichtig; er mengt in den salbungsvollen Schwung des Kanzelredners die humoristischen Blitzlichter, die man dem kleinen Mann servieren muß; er spricht Scherz, Satire, Ironie mit sehr viel tieferer Bedeutung, als man sie im ersten Augenblick heraushören mag. Freilich: man fröstelt ein bißchen bei Seipels Scherzen. Der Witz dieses politischen Prälaten frisst; aber sein Humor wärmt nicht. Er ist ein ausgeklügelt Buch, er ist kein Mensch mit seinem Widerspruch. Vor allem ist er: ein Intellekt. Keine nervöse Heberintelligenz teie sein Widerpart in der österreichischen Innenpolitik Dr. Otto Dauer, der einmal der Kronprinz des internationalen Proletariats war und heute, jeder Zoll ein Bezirkspascha, den auftro- marxistischen Leerlauf dirigiert. Ein kon - ftrutliDer Geist ist Seipel. Einer, der genau weiß, was er will. Allerdings wissen das nur er selber und Gott und sonst niemand auf der Welt. In der Südtirol-Diskussion dieser Tage erweist er sich wieder, wie schon so oft, als flug ab- toägenöer Realpolitiker, vielleicht sogar als ein etwas z u nüchterner, der mit beiden Deinen auf dieser Erde wurzelt. Immer sind es sehr diesseitige Fragen, mit denen er sich beschäftigt: die armseligen Lebensnöte Oesterreichs, too es zwischen Mietengesehgebung und Beamtenbesoldung, den zwei Problemen, an denen ein lebensunfähiger Staat zugrunde geht, während sie in jedem anderen mit einer Verordnung aus dem Handgelenk zu lösen sind, keine hohe Problematik und keine Vergeistigung der Politik gibt. Aber irgendwie lebt er doch im luftleeren Raum. Vielleicht gerade, weil fein Gedankenflug ihn prädestiniert, einen mittelalterlichen Kirchenstaat zu beherrschen, während das Schicksal ihn dazu zwang, das bißchen Oesterreich zu sanieren. Vielleicht liegt in dieser Diskrepanz zwischen innerer Sendung und äußerer Mission sein tragischer Konflikt. Er selber läßt jedenfalls von Konflikten nichts merken. Zerrissenheit. Disharmonie, Erschütterungen — was ist das? Er ist öle Ruhe und die Ausgeglichenheit selber. W i e w i r ihn sehen — von außen. Kein Diktator, kein Monarch von Gottes Gnaden, der jemals so einsam war, wie dieser Mann. Er hat Anhänger, Bewunderer, Kreaturen, Mitarbeiter, einen Sekretär fürs Pollli'che und einen fürs Finanzielle — aber nicht einen einzigen Freund. Schreitet er durch die Empfehlungen KStoLinlW iiltl 1Ä" 1 * GlticfajTiSBEI . Sohlleder ©ununl* absähe Schuhpuh Einlegesohlen emvnebli Köhler Neustadt <9 Wto-Nefl ^1790^ Ve^ine^J Mi * Möt J-fad. ;,U6**to,„nd lUnSA1,'r»e{25, iU8d-Gltllto M (W=8wkd ’***-) W litt Aeutnwea ü Stählung: feinen Menffiranf, en' ‘ nen »flnf ' oitr L e>nen Dltngtroft einen Rltito. eken-meMmW,. jWfWflageib tintn npsekde-MlWni. Nd)ine, eine Mb Wnt, brel 66tutint eitlk: In obtym &ai) 2603D »llzichnm Siehen ■ 241,1(1^.259. /er_. Vhr’im erei"shaUs. ^eD'tiede; e' Sprech. *auhd.freynwi. timte lsheim «'.Azurn laufen. wd .Men erfolgt nur 1. SW. Angebote endgevilbt sind bis in13.Mtz.vom einzureichen. März 1926. chen. Diese Kosten sollen in Zukunft in den zuständigen Ressorts verrechnet werden. Aus -em (Sesehgebungsausschuß. Darmstadt, 6. März. Der Gesetz- aebungsausschuh des Hessischen Landtags hielt heute eine Beratung ab, in der eine Regierungsvorlage über die Pachtschutzordnung beraten und angenommen wurde. Cs wurde ein Zusatz im Sinne eines Antrages des Abgeordneten Weckler genehmigt und damit Anträge der Abgeordneten Weckler und Anaermeier für erledigt erklärt. Die Regierungsvorlage, durch die die Geltung des Polizei- ge setz es bis zum 31. März verlängert wird, wurde genehmigt: über das Polizei- beamtengcseh wird erst in der nächsten Woche beraten. Ein Gesuch, die Strafverfolgung des Abgeordneten Sturmfels zu genehmigen, wurde abgelehnt. Der Ausschuß nahm auch einen Antrag der Abgeordneten Schreiber, Reiber und Genossen entgegen zur Reubearbeitung des Hessischen Polizei- strafgesehes vom 30. 10. 1855 in der Fassung vom 10. 10. 1871. Oberheffen. Landkreis Gietzcri. t Allendorf (L a h n), 7. März. Am Sonntag hielt unser seitheriger Geistlicher, Pfarrer Schultheiß, in der Kirche seine Abschiedspredigt. Ihm fern de schon vor einiger Zeit die Pfarrstelle zu Großen- Linden übertragen, doch versah er bis jetzt immer noch in Abwechselung mit Pfarrassistent Göbel von Klein-Linden hier den Gottesdienst: auch leitete er den Konfirmandenunterri' t Durch die Reu- -besetzung unserer Psorrstell-. di: PiarrerBecker von Herbstein übertragen wurde, ist Pfarrer Schultheiß von diesem doppelten Dienste befreit. In die letzten Jahre seiner Wirksamkeit fallen die Reuherrichtung unseres Gotteshauses und die Gründung des Kirchenchores, die von ihm betrieben wurden. Der Kirchenchor trug seinem Gründer zu Ehren am Sonntage vor: „Wenn alles auf Erden vergehet, so bleibt doch Die Liebe besteh'n" und der Schülerchor sang: „Zum letztenmal in heiliger Stunde, find wir vereint bei Gottes Wort". * Großen-Linden, 7. März. Die Likör-, Gärungs-Cssig-Fabrik- und Brennerei von Krause & C o. (Inhaber Rud. und Wilh. Gutermuth), Grohen-Linden feiert in Diesem Jahre ihr hundertjähriges Be- stehen. Gegründet wurde sie im Jahre 1828 von Jean Gossi, einem geborenen Frankfurter, der Das noch heute stehende alte Haus, an daS er im Laufe der Jahre einen oanzen Ko:nplex von Gebäuden anbaute, erwarb. Äurch Kauf ging die Firma nach dem Tode des ersten Inhabers von den Söhnen auf die Herren Engel und Krause über, die sich große Verdienste um Das Aufblühen des Geschäftes erwarben. Als jener ausschied, trat zuerst der Schwager Krauses, Ioh. Bal. Gutermuth, und nach dessen Tode sein Sohn Rudolph als aktiver Teilhaber in das Geschäst ein, der es zuletzt allein übernahm, mit seinem Sohne Wilhelm weiterführte, und es durch Aufnahme des Brennens von Steinhäger und von Wein und anderen Edelbrä■ weiter ausgebaut hat. Die Firma errang . der Gießener Gewerbeausstellung für den ausgestellten Steinhäger die goldene Medaille. Zwi- • schen den Geschäftsinhabern und ihren Angestellten bestand stets bestes Einvenrehmen. Ein Zeichen dafür ist, daß ein Destillateur 52 Jahre, Der andere 38 Iahre, ein Küfer 46 Iahre, ein Reisender 24 Iahre, ein anderer 33 Iahre bei der Firma tätig waren bzw. sind. Der jetzige Destillateur und Brennmeister ist auch schon seit 15 Iahren bei ihr beschäftigt, während sein Vorgänger, der im Weltkriege den Tod fürs Vaterland erlitt, ebenfalls 15 Iahre in dem Hause tätig war. Durch Angliederung der beiden Firmen Karl Engel, Großen-Linden, und später der alten, angesehenen Firma B. Blumen- st h a l in Rennertehausen bei Battenberg vergrößerte die Firma ihren Betrieb. . Aus Dem südlichen Teile des Kreises Gießen, 7. März. Wohl selten Hal die Frühjahrsarbeit des Landwirtes so früh eingesetzt wie in diesem Jahre. Schon hat die Feldbestellung begonnen, und hier und da sieht man eifrige Landwirte, die bereits Hafer säcn. Die Winterfrucht steht bis jetzt recht gut, und die Befürchtungen, die man wegen der Rachtfröste hegte, haben sich nicht erfüllt. I M a i n z l a r, 7. März. Die Holzhauerarbeiten in unserem Gemeindewald sind nunmehr beendet. Um die Arbeiten zu beschleunigen und sämtliches Stamm- und Werfholz möglichst im Monat Januar schlagen zu lassen, wurde noch eine Rotte aus dem benachbarten Treis a. d. Lda. herangezogen. Unglücksfälle sind außer einem leichten Unfall bei den Arbeiten glücklicherweise nicht vorgekommen. Die hiesige Rotte ist zur Zeit mit dem Entrinden des Stammholzes noch einige Tage beschäftigt. Der Einschlag ist gegen das Vorjahr um rund 70 Fe st meter höhe^ Die erste Rutzholz-Dersteigerung dürste schon in den nächsten Tagen stattstnden. § Alten-Buseck. 7. März. Wenn es vor wenigen Iahren noch kaum möglich war, bei Veräußerung von landwirtschaftlichem Grundbesitz alle Interessenten zu befriedigen, so zeigen die in letzter Zeit statt» gehabten Versteigerungen und Verpachtungen genau das entgegengesetzte Bild. Die Preisangebote bewegen sich trotz mehrmaligen Ausgebotes auf einer derart niedrigen Stufe, wie man sie bis jetzt selten erlebt hat. — Die Schüler der hiesigen Fortbildungsschule besichtigten am Dienstag unter Leitung des Lehrers Fay das Universitätsversuchsgut auf dem Ha rdthof bei Gießen. Anter fachkundiger Führung von Beamten des Institutes, deren Erklärungen die Schüler das lebhafteste Interesse entgegenbrachten, hatten die jungen Leute Gelegenheit, alle Einzelheiten des Betriebes in Augenschein nehmen zu können und ein klares Bild von der vorzüglichen Einrichtung und musterhaften Leitung des Versuchsgutes zu gewinnen. Bg. Großen-Buseck, 7. März. Während bei der zweiten Holzversteigerung die Preise als sehr hoch bezeichnet werden mußten — 2 Raummeter Duchenscheitholz kamen auf 40 bis 42 Mk., 2 Raummeter Buchenknüppel bis auf 34 Mk., 5 Raummeter Buchenrciser auf 28 bis 30 Mk. —. sanken die entsprechenden Preise bei der g e st r i- genOSer Weigerung bet allerdings vielfach geringerer Qualität aus 28, 26 ui'd 21 Mk. Es Findet nun noch eine Rutzholz- und eine Brenn- Entlarvte Fakire. Don Graf Karl von Klinckowstroem, München. als Geschenk anzubieten. Aber da ereignete sich etwas, was nicht im Programm vorgesehen war. Aus diese unüberlegten Worte Sarraks hin stürzte plötzlich dessen kleiner Sohn, der nebst seiner Frau ebenfalls anwesend war, weinend auf seine Mutter zu und rief: „Mama, die nehmen mir alle meine Fischchen mit fort!" Tableau! Der sehr einfache Trick Sarraks wurde dann bei einer andern Gelegenheit bald aufgedeckt: einer der Anwesenden hob heimlich bei günstiger Gelegenheit einen Zipfel des Tuches auf, mit dem der Meister sich bedeckt hatte, und da fand man wiederum ein Rohr, das Sarrak unter seiner Kleidung verborgen gehalten hatte, und aus welchem er eben im Begriffe stand, die Fischchen in das Glas auszuleeren. Trotzdem fand er unter denen, die nicht alle werden, auch weiterhin gläubige Anhänger, bis er nach 1910 von der Bildfläche verschwand, nachdem feine Identität mit dem obenerwähnten „Professor Saldini" fest- gestellt worden war. Wie steht es nun mit dem ägyptischen „Fakir" Tahra Bey? Seine Kunststücke bestehen im folgenden: Rachdem der Magier sich angeblich in Trance versetzt hat, wird ein 83 bis 90 Kilogramm schwerer Stein auf seinem Leibe in Stücke zerschlagen. DaS nächste Experiment betrifft die angebliche Anempfindlichleit gegen Schmerzen. Tahra Bey legt sich auf ein Brett mit Rägeln nach dem Vorbild indischer Büßer, ferner läßt er sich lange Hutnadeln durch die Wangen, durch das Fettgewebe der Arme und durch die Haut unter dem Kinn stechen, ohne Schmerz zu verraten, und ohne daß er blutet. Aber alle diese Vorführungen haben gar nichts Wunderbares an sich: jeder kann sie nachmachen. Das Kunststück, einen weichen Sandsteinbrocken auf d^m Leibe zerschlagen zu lassen, ist ein alter Trick, der von jeher im Repertoire eines jeden Iahrmarkt-Herkules enthalten ist. Die Dägel im Rogclbrett aber sind stumpf und stehen so dicht, daß die Last des Körpers sich ohne jede Anbequemlichkeit für den Ausführenden verteilen kann und kein Ragel die Haut auch nur ritzt. And das Durchstechen bestimmter Stellen der Haut mit dünnen Radeln ist ebenfalls eine Sache, die bei jedem Menschen genau so gelingt, kaum Schmerz bereitet und völlig unblutig verläuft. Man muß sich nur dazu überwinden, es zu versuchen. In deutschen Flieger.reifen „unterhie't" man sich während des Krieges vielfach mit diesem Kunststück. Der französische Schriftst Her Paul He uz e hat unlängst alle diese Tricks des Tahra Bey nachgemacht und in einem sehr interessanten Buche darüber berichtet. Auch das Lebendigbegraben für ein Viertelstündchen, das Tahra Bey vorführt, ist in der Form, wie es geschieht, eine ganz ungefährliche Sache: der mit P/i Finger hoher Sandschicht bedeckte Sarg, in den sich der „Fakir" einschließen läßt, würde ihm nach ärztlichem Urteil sogar gestatten, sein Experiment Über eine ganze Stunde auszudehnen. Die Autohypnose und die Wiedererweckungszeremonien des angeblich Scheintoten sind nichts anderes als theatralisches Beiwerk, um dem Publikum Sand in dse Augen zu streuen. Der bekannte amerikanische Laschenspieler und Entf"sselungskünstler Harry Houdini hat es sogar «ertiggebracht, in öffentlicher Dorführung in einem verlöteten Metallsarg unter Wos'er l1/, Stunden zu verweilen. Gr blieb währenddessen mit der Außenwelt nur durch ein Telephon in Verbindung. Ohne Zweifel sind auch die „Fakire", die der Indienreisende als fahrende Gaukler zu sehen bekommt, feine echten Fakire oder gar Vogls. Das ganze Milieu des Zauberlandes Indien mag aber leicht dazu beitragen, daß der naive Reisende diesen Gauklern besondere Fähigkeiten zuzuschreiben geneigt ist. Fachmänner, d. h. in diesem Falle Taschenspieler, haben oftmals fest- gestellt, daß das Können der indischen Zouber- ntnfller meist weit hinter dem ihrer europäischen Kollegen zurückb'.eibt. Hervorragende Leistungen scheinen eine Ausnahme zu sein. Am 1880 trat in Paris ein mit zahllosen Talmi-Orden behängter Zauberkünstler auf, der sich „Professor Saldini" nannte und mit lauter Reklame „wissenschaftliche Erperimental- sltzungen über Magnetismus, Katalepsie und Hellsehen" ankündigte. Einmal hatte er das Pech, aus seinem Publikum heraus den bekannten Taschenspieler R a y n a l h zur Mitwirkung an seinen Vorführungen aufzusordern der darüber einen amüsanten Bericht hinterlassen hat. Saldini rief durch magnetische Beeinflussung angebliche Katalepsie hervor — es war ja die Zeit, als die Grscheinunaen des Hypnotismus noch den Reiz der Reuheit hatten —, wobei ihm seine Frau als Versuchsperson diente. And er fand auch bei seinen Zuhörern großen Beifall. Run bat ihn aber Frau Rayna ly, es einmal mit ihr zu versuchen, was Saldini auch sogleich tat. Er geriet aber in nicht geringe Verlegenheit, als sein neues Medium die gleichen Phänomene vormachte, wie vorher seine Gattin, denn er war auf diese prompte Wirkung seines „magnetischen Fluidums" nicht gefaßt. Er beeilte sich daher mit der Entschuldigung, er dürfe ein so empfindliches Medium nicht überanstrengen, Frau Raynaly aus Ihrem angeblichen magnetischen Trancezustand zu wecken. Es war auch die höchste Zeit, denn Frau Raynaly konnte kaum noch das Lachen verbeißen. Etwa 27 Jahre später begann eine französische spiritistische Zeitschrift wunderbare Dinge von einem „Fakir-Doktor" mit Ramen Gral Albert de Sarrat zu berichten, der u. a. binnen wenigen Minuten ©amenförner zum ftetmen und kleine Fischchen aus den Eiern zum Ausschlüpfen zu bringen vermochte. Der Magier ging dabei folgendermaßen vor: er gab einem der Anwesenden ein Häufchen Erde in die geöffneten Hände und steckte eine abgezählte Anzahl gekennzeichneter Samenkörner hinein. Darauf wurde das Licht gelöscht. Sarrak führte unterdessen unter Stöhnen magnetische Striche über dem Erdhäufchen aus und stocherte gelegentlich mit einem Bleistift darin herum. Da, o Wunder! — als wieder Licht gemacht wurde, sah man, daß grüne Keime hervorgesproßt waren — und zwac genau soviele wie vorher Samenkörner eingepflanzt worden waren. Kannte Sarrak das Geheimnis der indischen Vogis, das Pslanzenwach, tum auf wunderbare Weise zu beschleunigen? Es schien so. And doch wurde der erstaunlich einfache Trick bald entdeckt: der Pariser Bildhauer Arnold hatte den Einfall, als er einmal den Vorzug hatte, die „verzauberte" Erde in seinen Händen zu halten, diese Erde zu untersuchen, während die Keimlinge im Saale herumgereicht und bestaunt wurden. And siehe da, er fand die gekennzeichneten Samenkörner vollzählig vor. Das ganze Wunder lag lediglich in dem Bleistift, mit dem der „Fakir" in dem Erdhäufchen herumzustochern pflegte: er war ein Rohr, in welchem die Keimlinge verborgen gewesen waren. Auch mit feinem anderen Kunststück erlebte der arme „Graf Sarrak' eine Blamage. Er pflegte seinen Zuschauern einige Körner getrockneten Kaviars zu zeigen, die er in ein halbgefülltes Glas Wasser 'warf. Dann setzte er sich auf einen Stuhl, mit dem Gefäß zwischen seinen Schenkeln, und bedeckte feinen Körper von der Brust bis zum Boden mit einem weißen Tuch. Sodann wurde das Licht bis auf eine kleine Lampe ausgelöscht. Sarrak flüsterte unverständliche Worte vor sich hin und stöhnte bisweilen laut. Das hat er vermutlich von den spiritistischen Medien gelernt. Rach 10 Minuten wird wieder Licht gemacht, man entfernt den Aeberwurf, und aus den Kaviarkörnern im Glase sind jetzt ebenso viele kleine rote Fischchen geworden! Das gläubige Publikum staunt das Wunder an. Aber eines Tages gab eine Dame ihrem Unfeinen Ausdruck, indem sie laut sagte: ..Der hält uns feohl für Idioten." Sarrak beeilte sich nun, um den peinlichen Eindruck dieser treffenden Bemerkung zu verwischen, den anwesenden Damen je eines der kleinen Fischchen Holzversteigerung statt. — Die Beteiligung an der Haussammlung zugunsten des geplanten Kriegerdenkmals war bei nur wenigen Ausnahmen allgemein. Der eingegan- gcnc Betrag beläuft sich auf über elf- hundert Mark. * Climbach, 7. März. Arn Sonntag 1., und Montag. 2. Iuli findet hier das BundeSfeft des Lumdatal-Sängerbundes statt, womit der hie ige Gesangverein „Liederkranz" die Feier seines 3 5jährigen Bestehens verbindet. Der Festausschuß hat die erforderlichen Vorarbeiten bereits in Angriff genommen. Man ist unter Aufbietung aller Kräfte eifrig bemüht — zumal seit 1896, wo das Fahnenfeeihsest stattfand, noch kein Fest hier wieder abgehalten wurde — dieser Veranstaltung besondere Weihe und Glanz zu geben. Hoffentlich geben die noch zu erwartend.n Anmeldungen der Vereine recht bald und zahlreich ein, um eine Aebersicht über die Beteiligung zu gewinnen. Man hofft hier, daß alle Festbesucher in unserem waldumrahmten liebst hen Dörfchen heitere und gastfrohe Stunden v-rleben, und auch die Vereine, die sich an dem gleichzeitigen Wcrtungssingen beteiligen, auf ihre Rechnung kommen werden. tor. Odenhaufen, 7. März. Anser Krie- gerberein hielt am Samstagabend bei Kam. Delling einen in jeder Hinsicht mit verlaufenen Familienabend ab. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden und schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf unfern Reichspräsidenten v. Hindenburg. Musiklehrer Schweitzer hatte mit feiner guten Kapelle den musikalischen Teil übernommen und damit den größten Teil zum Gelingen der Feier beigetragen. Frau Thorn und Lehrer H ö ch st zeigten einen sehr schönen Zeppelinfilm. Angehörige von Mitgliedern spielten ein Theaterstück in geschickter Weise. Kamerad Müssig unterhielt die Anwesenden durch sehr gute heitere Vorträge. Am 11 Ahr gab es Kaffee und mürbe Wecken, die vorzüglich mundeten. Der Vorsitzende dankte allen Mitwirkenden, dabei besvnd.rS den Frauen für ihre Mühe und Arbeit, die sie immer und hauptsächlich während des Krieges gehabt, und schloß mit einem Hoch auf die deutschen Frauen. Die ganze Feier verlief sehr schön und in finniger Weise. Geilshausen, 7. März. Bei Beginn dieser Woche wurde bei Landwirt Kriep eine Saatreinigungsanlage Petkus auf- gestellt. Von den Landwirten wird diese Einrichtung lebhaft begrüßt, da im Lumdatal noch leine derartige Maschine vorhanden ist. Es ist jetzt jedem Landwirt Gelegenheit geboten, ein einwandfreies, vollwertiges Saatgut zu erhalten. Die Ersparnisse, die hiermit erzielt werden, sind sehr grob, da alles Minderfeer ige von der Maschine ausgeschieden feird und der Wirtschaft erhalten bleibt. Aus diesem Grunde wäre im Interesse der Landwirte eine eifrige Inanspruchnahme der Saatreinigungsanlage zu wünschen, o Saasen, 7. März. Am Volkstrauertag wurde hier in der Kirche der Film: „Der h i 11 i g e Dorn" vorgeführt. Dieser Film, der in das Samariterwerk der Krüppelfürsorge führt, war gerade am Volkstrauertag gut am Platze. Der Film zeigt neben anderen segensreichen Arbeiten auch die Arbeit an den Kriegskrüppeln. Die verbindenden Worte wurden vom Pfarrer gesprochen. Der Hessische Landesverein für Innere Mission veranstaltete die Filmvorführung, um den Reinertrag der neu.n Krüppel- Lehrwerkstätte zu Rieder-Ramstadt zuzuwenden. Hier gingen 63,40 Mk. ein. -j- Grünberg, 7. März. Die Kanalisation der Londorfer Straße von der Gießener Straße bis zur Bahnüberführung ist soweit beendet. Die meisten Hausanschlüsse sind fertiggestellt. Im Interesse der Anlieger und der Landwirte wäre auch eine baldige Fertigstellung der Straße von Bedeutung, da in riniaen Wochen die Destellnngsarbeiten einseßen und auf der Londorfer Straße der Hauptverkehr nach den Aeckern zu liegt. Kreis Büdingen. ):[ Gelnhaar, 7.März Gestern nachmittag sollte ein siebenjähriges Mädchen einen Laib Brot holen. Es bekam von feiner Mutter dazu rin Markstück mit. Unterwegs spielte es mit feinem Ball und nahm das Gelo stück in den Mund, von wo es in die Speiseröhre verschluckt wurde. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte das Geldstück nicht herausbekommen, da es sich unter dem Kehlkopf fe ft gefegt hatte. Er ordnete die Ueberfuhrung des Kindes nach Gießen in die Klinik an, wo die Mark auf operativem Wege entfernt werden muß. Kreis Schotten. □ Laubach, 7. März. Auf der vorgestrigen Holzversteigerung der Gemeinde (Forstort „Eisenlöcher", bei der Station Laubacher Wald) wurden weaen der bequemen Abfahrt verhältnismäßig hohe Preise erzielt. Es kosteten der Raummeter Buchenscheiter im Durchschnitt 13 bis 14 Mk., Duchenknüppel 9 bis 10 Mk., Buchenstocke 8 bis 9 Mk., vier Meter Reisig kamen auf 5 Mk. — Wie wir seinerzeit meldeten, ist in der hiesigen städtischer Turnhalle eine Jugendherberge hergestellt worden. Die innere Ausstattung ist jetzt beendet. Es sind zwei hübsche Schlafräume eingerichtet worden, einer mit 14 "Selten und einem kleinen eisernen Herd für Knaben, und ein zweiter mit 12 "Betten und einem ei fernen Ofen (auch zum Kochen zu benutzen) für'Mädchen: hier steht auch ein Schrank mit Reserve- Bettzeug. Die beiden Schlasräume sind ttkit Sitzgelegenheit, Waschbecken ausgestaitet und auch mit elektrischer Beleuchtung versehen. Arn letzten Samstag wurde die Herberge erstmalig benutzt. — Für die "Beigeordnetenwa.hl. die am 18. März stattsindet, sind drei Wahlvorschläge eingereicht worden: Gemeinderatsmitglied Wilhelm Pitz II., Landwirt und Dez.- Sparkassen ontrolleur: EemeinderatSrnitglied August E m m e l i u s, Kaufmann: und Metzger- meister und Landwirt Adolf R e i d t. cP Freienseen. 7. März. LandwirtschaflS- rat Trautmann. Direktor des Landwirtschaftsamtes Grünberg, hielt dieser Tage im Rathaussaal in gut besuchter Versammlung einen Vortrag über „Vorteile der Jungvieh w e i d e". (Bürgermeister Männche leitete die Versammlung. Der Redner führte u. a. etwa folgendes aus: Die gesundheitlichen Vorteile für das Vieh, die eine derartige Weide mit sich bringt, sind von weittragender Bedeutung. Die Entwichlung des Jungtieres, insbesondere die Knochenbildung, wird durch die Bewegung in freier Ratur äußerst günstig beeinflußt. Die Widerstandsfähigkeit, Gesundheit und Freßlust sind weiterhin Vorteile, die die Folge des Weideganpes sind. Reben diesen Vorteilen stehen die wirtschaftlichen Vorteile für den Besitzer. Die Kosten für Fütterung und Haltung werden wesentlich herabgesetzt. Die sich anschließende Aussprache 'war sehr anregend. Reben Fragen, die das Thema des Vortrages berührten, wurden verschiedene andere Gebiete behandelt. Die an den Redner gestellten Fragen wurden beantwortet. Da das zur Verfügung stehende Gelände, das im Eigentum der Gemeinde ist, für eine Iungviehweide nicht ausreichen wird, soll zunächst ein Iungviehtummelplatz inS Leben gerufen werden. Bürgermeister Männche dankte Direktor Trautmonn für feinen lehrreichen Vortrag. Die Versammlung zollte den interessanten Ausführungen lebhaften Beifall. § Alrich stein, 7. März. Am Samstagabend wurde unsere Gemeinde in di? M i s s i o n s - arbeit in China eingeführt. Mi fionat Lauk von der Baseler Mission hielt in der Kirche einen Mifsionsvortraq. Der Redner Hai selbst nahezu elf Iahre in China als Missionar gearbeitet und konnte daher aus der Fülle seiner eigenen Erfahrungen vom Vordringen des Christentums im Reich der Mitte berichten. Zahlreiche gut gelungene Lichtbilder waren eine willkommene Ergänzung des ge'prochencn Wortes, die Zuhörer folgten dem Vortrag bis zum Schluß mit gespannter Aufmerksam eil. Ein namhafter Betrag ging als Kollekte für die Baseler Million ein. ZFeldkrücken.7. März. Am Sonntag konnten wir der Predigt eines Missionars lauschen, des Herrn La u k von der Basler Mission, der in packender Weise von Kampf und Not der Mission in China erzählte, wo er über 10 Jahre lang tätig war. Abends fanden sich noch einmal zahlreiche Zuhörer zu einem schönen und lehrreichen Lichtbildervortrag des Missionars in unserer Kirche ein. Kreis Alsfeld. »er. Homberg a. d. Ohm, 7. März. Zu dem heutigen Schweine markt waren 212 Schweine aufgetrieben. Es wurden je nach Alter folgende Preise erzielt: Für 6—8 Wochen alte Ferkel pro Kopf 20-22 Mk., für 9-12 Wochen alte 23—30 Mk. Roch ältere Ferkel galten über 30 Mk. Dieser erste Frichjahrsmarkt war zwar gut besucht, dennoch blieb etwas Aeberstand, was sich auf die zur Zeit herrschende ungünstige wirtschaftliche Lage zurückführen läßt. War doch der 'Preis für Mastschweine auf dem letzten Frankfurter Viehmarkt erheblich gesunken. (5 Dannenrod, 7. März. Am Samstagabend wurde in der hiesigen Kirche ein mehraktiger Film „D e r billige Bor n" aufgeführt. Dieser zeigte das Leben in dem Krüppelheim Hekenenheim zu Volkmarstein in Westfalen und die Entstehung der Anstalten in deutlicher Weise. Leider war hier der Besuch am Abend nicht so stark: in Appenrod war er am Freitagabend, in Mau 1 bach am Donnerstagabend erheblich besser. Der Reinertrag ist dem Hessischen Krüppelheim zu Nieder-Ramstadt zugeflossen. — Am 13. März wird in der hiesigen Kirche durch Missionsinspektor Pfarrer Schulz (Berlin) ein Lichtbilder vortrag über bas Wirken der Mission in Japan stattfinden. ck. Wettsaasen, 7. März. Die Hof reite des früheren Gemeinderechners Karl Grün dahier wurde dieser- Tag? zum viertenmal auf Antrag der Erben durch das Ortsgericht Wett- faafen versteigert. Die erste Versteigerung erfolgte Anfang Iuni 1927, sie erbrachte ein Gebot von 1905 Mk., die zweite Versteigerung feat Mitte Iuni 1927 und brachte 2000 Mk„ die dritte Versteigerung war Anfang Februar 1928 mit 1300 Mk., die vierte Versteigerung dieser Tage brachte ein Gebot von 2000 Mk. Die ©c» nebmigung soll diesmal erteilt werden. Rheinhessen. WSR. Mainz, 7. März. Die unhaltbaren Zustände auf der M ainzer Straßenbrücke wurden heute wieder dargetan durch einen Unfall, der ein mehrstündiges Verkehrshindernis herauP.schwor. Heber 200 Fahrzeuge konnten längere Zeit nicht feeiter- fahren. Einem schwer beladenen Lastauto einer ©inblinger Südfrüchtehandlung kam ein Radfahrer entgegen. Um ein Unglück zu verhüten, riß der Führer das Auto im letzten Augenblick zur Seite. Der La st wagen fuhr in voller Fahrt auf das Trottoir und rannte wider das Brückengeländer, riß dieses zusammen und schwebte zur Hälfte in freier Luft über dem Rhein. Die beiden Insassen, der Fahrzeugführer und eine weibliche Person, kamen mit dem Schrecken davon. Das Lastauto, dessen Absturz in den Rhein jeden Vie Aorbe von i 472 JOHANNA VOGT 0693 die Tagung die reichen geschlossen. mit dem Ausdruck des Dankes für Anregungen von dem Vorsitzenden ^Pfd. 50Pfg. Klavier- Unterricht Musikdiktat, Harmonielehre GIESSEN Goethestr. 3211 die Infanterie oder Artillerie sollen: wir Frauen verfügen Waffen." Milch und Butter und ihre Bedeutung. davon, ob wir in eingereiht werden über ganz andere - TotalAusverkaa! Max Warum Giefoen, Bahnhofstrahe Nr. 4 wagen, in ______________ auf sei. Aber dieser ingeniöse Einfall wird schon dadurch ad absurdum geführt, daß man sich bloß vorstellt, er werde allgemein eingeführt: Wenn die ganze Strotze entlang stets an einem Fenster der Schatten eines sitzenden Mannes erscheint, dann wird das auch dem dümmsten Einbrecher auffallen! Ein anderer Gedanke sicht eine besondere Vorrichtung an der Treppe vor. Sobald ein Einbrecher die unterste Treppenstufe ümSonntafi tonnten ir (auld)?n, der hem der in packender Meist Ion in Thina erzählte, i war. Abende sanden lörer zu einem M" roortragdes Ms Ser lästige Schleim Soüener und Du wirst Öen quälenden Hustenreiz los sein. betritt, die zum Hause hinaufführt, erscheint ein rotes Licht über der Haustür, so dah der patrouillierende Schuhmann sofort aufmerksam werden kann. Eine Firma erprobte diese Idee nicht ohne Erfolg, aber allgemein eingebürgert hat sie sich nicht, denn dieser Mahnahme steht wie so vielen anderen die Tatsache entgegen, datz sie bei dem Dekanntwerden nutzlos wird. Der Dieb wird eben nicht über die Treppenstusen gehen, wenn er Weitz, dah er dadurch ein Warnungssignal auslöst, Ueberhaupt sind solche schlauen .Fallen", wenn sie nicht geheimgehalten Kirche und Schule. Torfkircheavorstcher-Tagimg in Münzcnberg. • Münzenberg, 7. März. Am Montag fand hier eine Dorfkirchenvorsteher-- Tagung statt, die von der „Dorfkirchen-Der- einigung für das südliche Oberhessen" veranstaltet war. Der Tagung ging eine Art Vorfeier für die festgebende Gemeinde am Sonntag voran, indem im Hauptgottesdienst Pfarrer Dr. Heyman n von Rodheim bei Hungen predigte und ein dorftirchlicher Gemeindeabend, der sehr gut besucht war, im Saale des Gastwirts Volp „Zum Löwen" gehalten wurde. Als Vorsitzender der Dorfiirchen-Dereinigung sprach Dekan G c r i b a - Ridda der gastfreien Gemeinde, sowie allen Mitwirkenden an diesem Abend herzlichen W Mk heute eintxefienb. la Seelachs im Ausschnitt 80 H ff. Schellfische. Cabliau, Grat- fische.(Yoldbarich, grüne Heringe. Bücklinge do» Psd. 32 4, die Kiste mit netto b Pid. -A 1.50 Frische Sprotten llt Pfo. 30 4 la Sauerkraut selbst eingemacht. Psd. 20 4 Richard Grünewald, Babnbosstr. 27, Televb. 1631. 15<6a Samstag, den 10. März keine Sprechstunde Dr. Scheerbarth Homöopathischer Arzt Bahnhofstr. 64, neb. Caf6 Amend 2606V wirkt durch die Verbesserung des Blutes sehr kräftigend auf die Nerven ein und macht mithin den Körper und Geist frisch und vergnügt In Apoth.u. Droger. Pr. Mk.1.75 gr.Fl.Mk.3.— GALENUS Chem. Industrie, Frankfurt-M Guter Gesellschafter kann nur Jemand sein, der gesund ist, dessen Körper und Geist frisch ist. Die Vorbedingung hierzu ist aber, datz das im Körper kursierende Blut die richtige Zusammensetzung hat; in der jetzigen aufreibenden Zeit nutzen sich die Nerven sehr schnell ab, daher die vielen sich instcllenden Beschwerden Es W dem Ende zu! Das Lokal muß geräumt werden. Dieserhalb verkaufe zu jedem annehmbaren Preise. Geld sparen Sie beim Einkauf in Haushalt'Artikeln, Galanterie' und Spielwaren im Aosv Die Milch ist weih — woher kommt diese weihe Farbe? Das Fett schwimmt in der Milch in ganz feinen Tröpfchen, die Tröpfchen sind so Nein, dah man sie mit dem blohen Auge gar nicht sehen kann, sondern nur unter Zuhilfenahme des Mikroskops. In einem Kubikmillimeter Milch kann man 2 bis 5 Mill onen Fllttröpfchen finden. Diese Fettemulsion ruft bei auffallendem Licht die weihe Farbe hervor. Bei der Herstellung von Butter lagern sich die Fetttröpfchen durch den Buttcrungsprozetz aneinander und dann sieht die Butter nicht mehr Weitz aus — wie man nach dem Vorhergesagten annehmen könnte —, sondern gelblich. Dieser Farbstoff (Karotin und Lantophill) stammt aus den Futterpflanzen und geht bei der Milchbildung in die Milch über. Je nach der Art des aufgenommenen Futters bzw. der damit aufgenommenen Farbstoffe verändert sich auch die Farbe des Butterfrttes. Daher ist die Sommerbutter (Grasbutteri) im allgemeinen kräftiger gelb gefärbt als Winterbutter Deson- ders kräftige Farbsto'füberträger sind Kleefutter und Wicken. Der Uebergang von diesem Futter zu anderem verändert die Butterfarbe fast äugen' blicklich. Diele Forscher haben auch festgestellt, dah d'e kräftig gelbgefärbte Butter, deren Milch von Kühen stammt, welche reichlich Grünfutter erhalten, auch sehr reich an Vitaminen, namentlich an dem fettlöslichen Fallor A, ist. Sonderbare Einbrecherfallen. Die moderne Kriminaltechnik rückt den „schweren Jungen" immer mehr auf den Leib, und die Sicherungen, die durch Mechanismen oder durch sofortigen „Rotruf" gewonnen werden, sind immer stärker. Freilich geht aus der Suche nach solchen Schuhmahnahmen die Phantasie der Fachleute manchmal auf merkwürdige Wege. Einige Vorschläge, die in letzter Zeit von Beamten von Scotland Pard gemacht worden sind, bespricht ein früherer englischer Polizeiinspektor in einer Londoner Wochenschrift. So empfahl WW!« "ÄlMieu n. ÄtzÄ SÄ Mips Wn) (ut-CT rLs und 24 5 Pid.-Ktt'te 1.10 Mk. MsdeLMgrM Filialen in allen Stadtteilen 2624V z. B. ein junger Kriminalist, jeder Wohnungs- rnhaber solle eine lebensgroße männliche Gestalt aus Pappmaschee des Rachts so auf einen Stuhl setzen, datz der Schatten von außen am Fenster deutlich zu sehen sei. Ratürlich muß dann auch das Licht die ganze Rächt brennen. Er erklärte, kein Einbrecher werde in ein Haus einzudringen dem augenscheinlich noch ein Mann Selbstmord des Kamilienmörders Wichmann? WER. Frankfurt a. M., 7. März. Aach den bisher von der Kriminalpolizei gemachten Erhebungen kann mit großer Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, dah Wichmann nicht mehr unter den Lebenden weilt. Durch Zeugenaussagen ist festgestellt worden, daß am 1. März, dem Tage der grausigen Tat, kurz nach 12 Uhr mittags ein Mann von der Wilhelmsbrücke i n den Main ge-sprungen ist. Als der Selbstmörder auf das Brückengeländer stieg, stand in unmittelbarer Aähe ein junger Mann. Dieser Zeuge gab eine Personen- und Kleiderbeschreibung, die auf Wichmann paßt. Wichmann hat nach ärztlicher Feststellung seine Frau und seine drei Kinder wahrscheinlich zwischen 10 und 11 Uhr vormittags ermordet. Er hat dann um 11 Uhr das Haus verlassen und ist kurz vor 12 Uhr in den Main gesprungen. Bei den jetzigen Witterungsverhältnissen ist damit zu rechnen, daß es noch einige Zeit dauern wirb, bis die Leiche an die Oberfläche kommt. Die Angabe, daß Wichmann nach der Tat In Do mstadt und Egelsbach gesehen worben sei, dürfte somit nicht zu- treffen. Auf Grund der polizeilichen Ermittlungen kann mit Sicherheit angenommen werden, daß äußerste wirtschaftliche Aot das Motiv zurTat gewesen ist. Düngekalk allerbeste Qualität, botd stets vorrätig. Anlieferung prompt Bill. Preis. C* Rubsamen, Tel» 1659« Augenblick zu befürchten war, wurde mit Hebewerkzeugen nach zweistündiger Tätigkeit aus dieser Lage befreit. Preußen. KrciL. . rburg. ]( Marburg, 7.März. Die Stadtverordnetenversammlung bewilli für den Aufbau der Festspielbühne und für die dazu erforderlichen gärtnerischen Anla- ?i e n auf dem im Schlotzpark liegenden Ge- ände einen Kredit von 34 0Ö0 Mk. Es ist Vorsorge getroffen, daß 2000 Personen den Freilich tveran Haltungen beiwohnen können. Der Platz mit dem Schloß im Hintergrund soll nicht nur den Fest^pie.en, sondern auch Konzerten und anderen Festlichkeiten dirnen. Auch der althistv- rische Bückingsgarten am Eingang zum Schlohhof soll mehr als bisher dem Pub üum zugänglich gemacht werden. Es wurden 3.0J Mk. zum Bau einer Wirt chaltshalle dortselbst bewilligt. Mit dem Ausbau einer Starkstromleitung zwischen Odenhausen und dem staatlichen Umspannwerk bei Gießen, der 50 000 Wk. erfordert, ist man einverstanden. Eine lebhafte Aussprache wurde durch die Eingabe des hie igen Grund- und Hausbesitzervereins betreffend Aufhebung d r Wohnungs- zwangswirtschaft in Marburg entfessel. Es wurde mitgeteilt, daß ein Ausschuß die Lage auf dem Wohnungsrnarkt geprüst und dabei festgestellt habe, daß für 3 7 7 Familien n och dringend Wohnungen geb aucht würden. Deshalb bestehe zur Z it keine Mag ich- keit, die Wohnui'gszwangswirt chefc in Marburg abzuschaf en. Die Stadtverordneten sch.os en sich diesem Standpunkt an. Maingatt. WSA. Frankfurt a. W., 7. März. Der Langendiebacher Lustmörder Heinrich Aeckermann, der feine Untat nach wie vor lebhaft bestreitet, ist gestern nachmittag nach Feststellung seiner Transportfähizkeit in das Lazarett der Strafanstalt Preungesheim eingeliefert worden. SenatSergänzung die Dienstpflicht der verheirateten Frau dem freien Ermessen der Ehefrauen überlassen. Der Senat soll darüber beschließen, datz der Platz der französischen Mutter am Herd und nicht an der Front ist. Zahlreichen hervorragenden französischen Frauen ist mit die'em Entgegenkommen nicht gedient. Die Ballettänzerin Monna Pawa hofft, daß der Senat den Gesetzentwurf in seiner augenblicklichen Form annimmt. Frauen müssen nach ihrem Kunnen den Dienst am Vaterland versehen. „3d> persönlich", sagt sie. „würde gern im Automobilkorps dienen". Die Schriftstellerin 3eanne Aenouard sagt: „3ch möchte am liebsten zur Flotte eingezogen werden. 3ch halte es mit der See." Eine andere Schriftstellerin, Germaine Acrement, wiederum erklärt: „Laßt mich in der Feuerzone dienen." Die Schauspielerin 3ane Piecly findet aber: „Trotz meiner streitlustigen Aatur sehe ich als die passendste Aufgabe der Frau in Kriegszeit an, dem Manne Mut zuzusprechen und daS Herz froh zu haben. Selbst im Fall der Mobilisierung ist keine Rede ÜIL liichenlw/tn alle Mm ßddd man heute uUeMm Als Genußfürgrofu.klein seid. im, 7. Mö-z. 3« notft w m uibcn I« "ach H Wochen alte L-.r g—12 Woche« 9aUen etwas UebetM eichende ung* ein mehraN'g'l F lack: •" 21 ? L Son: W- ers -^unmal auf acht« Ä * ®‘ Jb** ft. an- ,,6 trabe EO in de" Vermischtes. französische Künstlerinnen über ihre „Dienstpflicht". 3m französischen Senat bespricht man das von der Kammer bereits angenommene Gesetz, das die Einberufung der ganzen Ration für den Kriegsfall vorsieht. 3n seiner jetzigen Gestalt betrifft das Gesetz beide Geschlechter, doch wlll eine Depot: Viktoria-Drogerie, Marktstraße 5 I werden können, wertlos. Die Einbrecher sind schlau genug, solche Mechanismen in ihrer eigenen Wohnung zu erproben und Wittel und Wege zu ihrer Ueberwindung auszuarbeiten. Ein höchst» >ibner Plan besteht darin, daß eine kleine Grube dicht vor dem Eingang zum Hause ausgegraben wird: diese soll mit einer zähen Leimmafse und einem roten Farbstoff ausgefülll werden. Tritt der Einbrecher auf die dünne Schicht, die die Grube verdeckt, dann bricht et ein und wird sofort festgeleimt und bis an die Knie mit roter Farbe bedeckt. So kann er also leicht erkannt und bequem verhaftet werden. Ein Schutzmann erfand einen künstlichen „Wachthund" mit Glasaugen, die durch kleine elektrische Batterien zum Leuchten gebracht werden können. Dieser elektrisch beleuchtete Hund wird an sichtbarer Stelle aufgepflanzt und soll dann jeden gefährlichen nächtlichen Befucher fernhalten. Aber bei der ersten Verwendung die'es wunderlichen Spielzeugs ergab sich das Resultat, daß der Einbrecher den Hund trotz seiner glühenden Augen einfach — mitnahm. Erfolg hatte eine Vorrichtung gegen Taschendiebe, die noch eine besondere Sicherhcitskette an der Uhr vorsieht, die im Westenfutter befestigt wird. Wenn der Taschendieb die Uhr herauszieht, dann wird die Uhr durch diese Kette festgehalten, und es ist auf die e Weise gelungen, zahlreiche Diebe zu verhaften. (Ein Denkmal für einen koch. 3n Frankreich hat sich ein Komitee gebildet, um dem berühmtesten französischen Koch, dem Schop'er der modernen gallischen Kochkunst, die ein Stolz Frankreichs ist, Da rem e, in feiner Vaterstadt Pa.iS ein Denkmal zu setzen. Dieser ..Koch der Köche", der aus einer armen Familie stammte und sich als Küchenjunge bei Ta lieh- ranö an seinen ke.ühmten Vorgängern Lagui- Pierre und R i q u e 11 e bildete, ist der berühmteste Küchenchef der napolronischen Zeit gewesen. Als junger Mann betätigte er sich nicht nur praktisch im Backen von Pasteten und Erfinden von Saucen, sondern er studierte auch die Literatur der Küche, um seine große Reform vorzubereiten. ,.3ch betrachtete hinter meinem Küchenofen," hat er selbst gesagt, „die Küchen von 3nbien und China, von Aegypten und der Türkei, von 3talien. Deutschland und der Schweiz. 3d) fühlte, wie unter meinen Streichen bas unedle Handwerk zusammenbrach und eine neue Kunst emporstieg? Er schuf mit seinen Rezepten neue Gesetze der Gastronomie, und sein Ruhm ging durch alle Lande. Racheinander war et Küchenchef an den Höfen von England, Rußland und Oesterreich, dann beim Baron Rothschild und bei dem englischen Gesandten in Paris, Lord Steward. Als seine angegti fene Gesundheit ihm nicht mehr gestattete, selbst am Herd zu stehen, begann er seine literarischen Arbeiten, auf denen die Kochkunst des 19.3ahrhunderts in Frankreich beruht. Er starb, wie er gelebt. Als ihn einer seiner Freunde an seinem letzten Krankenlager besuchte, lag Earöme mit geschlossenen Augen und murmelte: „Du bist es, lieber Freund, Dank! Gestern waren deine Fisch- klößchen gut gekonnt, aber sie waren zu fest und die Sauce schlecht gebunden. Siehst du, man muß ...“ Er hob die zitternde Hand und machte eine Bewegung, wie wenn er etwas anrühren wollte — bann sank er tot in die Kissen zurück. Scherze von Vriand. Der französische Außenminister Aristide Driand ist wegen seines Witzes berühmt, und unzählige Scherze, die er auf Kosten anderer und auf eigene Kosten machte, werden von ihm berichtet. Als er zum erstenmal Ministerpräsident wurde, so wird in der „Deutsch-französischen Rundschau" erzählt, rief er aus: „Wie schade, dah meine Angelsaison so früh unterbrochen wirdl" Aus den Einwand, er werde ja auch noch weiter ab und zu Zeit finden, um Angeln zu gehen, meinte er: „Wenn man Ministerpräsident ist, schlagen sich auch die Fische zur Opposition." Eine andere Anekdote handelt von seinem alten Feind, dem royalistischen Rationalisten Löon Daudet. Dieser befand sich einst in der Rähe von Briands zärtlich geliebtem Mustergut Cocherel und wollte seinem Gegner einen Besuch machen. Er trifft ihn aber nickt an und bittet nun den greifen Verwalter, Driand von Löon Daudet zu grüßen: worauf der alte Mann ausruft: „Ah, L^on Daudet — richtig, so hat ja Herr Driand unseren größten Truthahn getauft!“ Dank auS und erläuterte die Bestrebungen der „Dorfkirche". Zur Delebung der Feier trug der von dem hiesigen Lehrer K r o st vortrefflich geschulte Männergesangverein wesentlich bei mit seinen stimmungsvollen Liedern. Für Auge und Ohr gleich lieblich war daS Spiel der evgl. Mädchenvereinigung „Die wahre Freude", in welches das Stück von Hans Sachs „Die Wahrheit niemand herbergen will" geschickt eingeflochten war. 3m Mittelpunkt des Abends stand der eindrucksvolle Vortrag von Pfarrer R ü h l - Reichelsheim über das „Familien- leben". Auch der Turnverein beteiligte sich durch schöne Hebungen am Barren aktiv an unserem Gemeindeabend. Am Schluß sprach Pfr. K ö d d i n g - Eberstadt über die „Rechte und Freyheiten der Burg und Stadt Wünhenberg, bestättiget durch die Münhen- bergische Erben" vom 3ahre 1256, und wies auf die echte Freiheit hin, die im freien Dienst für andere bestehe. Rach einem Dankeswort durch den Ortsgeistlichen und dem Gesang des Liedes „Gin feste Burg ist unser Gott" ging die Versammlung befriedigt auseinander. Am Montag vormittag begann die eigentliche Tagung mit dem F e st g o 11 e s d i e n st. Liturg und Festprediger war Prof. Stroh vom Prediger-Seminar zu Friedberg. Das von Haupt- leyrer Wagner feinernpfundene Spiel auf der klangvollen Orgel und der harmonieschöne, von Lehrer K r o st geleitete Gesang des Mädchenchors erhöhte die Liturgie. 3n seiner hackenden Rede beschrieb der Prediger auf Grund von Apostelgesch. 20, 28 die „Apostolische Dienstanweisung für uns Kirchenvorsteher" durch Paulus mit ihren 3 „Paragraphen": 1. Denkt hoch von eurem verantwortungsvollen Amt. 2. Habt acht auf die Herde. 3. Habt acht auf euch selbst. Rach dem erhebenden Gottesdienst zerstreuten sich die rund 200 Besucher in die Familien der wartenden Gemeinde, die in herzlicher Gastlichkeit ihre Gaste mittags und nachmittags reichlich bewirteten. Gegen V$2 Uhr begannen die Hauptverhandlungen im Saale des Gasthauses „Zur Burg". Kirchenvorsteher Gilbert Diehl begrüßte im Ramen des Münzenberger Kirchenvorstandes alle Erschienenen und wünschte der Verhandlung einen guten Erfolg. Hierauf gab der Leiter, Dekan S c r i b a . dem Hauptredner, Pfr. Rühl, das Wort für seinen groß- angelegten Vortrag „Fluch und Segen der deutschen Sitte". Aus der Fülle des Stoffs kann nur weniges herausgehoben werden. Die Dauernsitte ist nur noch ein Rest der einstigen deutschen Sitte. Was ist Sitte? Die durch Geschichte und Erfahrung entstandene Regelung des gemeinsamen Lebens. Sie hat also bewahrende und fördernde Kraft. 3hr Gegensatz ist die Mode. Sie kommt aus den Großstädten und reißt die Menschen auseinander: denn durch sie will einer den andern übertrumpfen. Ein eigenartiger Crsah für die Sitte ist das Gesetz. Es ist die Sitte unter Zwang. Die gegenwärtige GeseheSvroduktion beweist das Schwinden der guten Sitten; eine große Gefahr für unser Volksleben. Dagegen Hilst nur das Wort und der Geist Gottes. Er schafft Freiwilligkeit, an Stelle des Geseheszwanges. Die Sinaigebote, 3esu Bergpredigt und die apostoll,cyen Ordnungen schufen neue Volkssitten. 3m Laufe der Zeit wurden sie aber ihres göttlichen 3nhalts entleert und zu toten Gewohnheiten gemacht. Das ist ihr Fluch! Wenn in ihnen der Sinn des brüderlichen Zusammenhalts verschwindet, dann haben die Volksund Kirchensitten keine Widerstandskraft gegen die Mode und den fressenden Kapitalismus, ja, sie können die Profitgier noch fordern. Darum ist die besondere Aufgabe der Kirchenvorsteher die, ihre Dorfsitten zu prüfen, ob sie vom Wort und Geist Gottes erfüllt sind oder es werden können. An der Aussprache, die noch manche schöne Ergänzung bot, beteiligten sich die Kirchenvorsteher leider fast gar nicht. Don ihnen hätte man gern Hinweise auf die besonderen Dorfsitten, ihre Bedeutung und Behandlung gehört. Etwa um Vr5 Uhr wurde die Versammlung und damit auch Nur mit buffertein ind Kilomeh KILOMETER UND KUNDEN! len gfotcM *re sind Kaufmann! ♦ Rechnen Sie i aus, was schnelle Warerrfrefonmg Ihr Geschäft bedeutet*! ♦ Kunden beste Lieferwagen ist für Sie gerade gtri genug. wählen sie den Citroen Er ist ein Wirlschaftslalcict, mH dem jeder Kaufmann rechnen mufj. ♦ Die Saugkih-Vierradbremse schüft Fahrer und Ware. ♦ Im dicht abgeschlossenen Führerhaus sitzt der Fahrer unbehelligt von W'md und Wetter. ♦ Der Kastenaufbau ist leicht und aus Stahl. ♦ Filter für Benzin, Luft und Oel erhalten den Motor gesund. »M. 4300.- ab Köln. X Lang. 2594D Weber. 2617D e, 2618D Versteigerung bestimmt. Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Göbelnrod für Rj. 1028 liegt von Freitag, den, 9. d. M. ab eine Woche zur Einsicht der Interessenten auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei offen. Einwendungen dagegen können schriftlich oder mündlich während der Offenlegungsfrist vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu welcher auch die AuSmärker berzutragen haben. Göbelnrod, den 7. März 1028. Hessische Bürgermeisterei. Bullenverkauf. Die Gemeinde Großen-Linden verkauft auf dem Submissionswege einen fette» Vogelsberger Bulle«. Anyebote, pro Zentner Lebendgewicht, sind bis zum SamStag, dem 10. März 1928, mittags 12 Nhr, an die Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die'' Bedingungen bekannt gegeben werden. Großen-Linden, den 6. März 1928. Hessische Bürgermeisterei. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 1414. Holzversteigerung. Donnerstag, den 15. März 1928, von vormittags 9% Nhr ab, werden in der Hörlescheu Wirtschast zu Merlau aus den Forstorten Atzenboben, Linnenstruth 1, - Kirschgartenzipfen, Burgwald 1, 4, 8, 9, Buchenkops, Haag 1, 2, Eichheege 1, 2, 3, 5, Gänsheege 3, 4, Hoheroth 1, 3, 4, der Försterei Merlau, sowie den Forstortcn Rundwäldchen, Linnes 3, 4, 6, 7, 8, 10, 11, 12, Buchscheer, Lehnheimer Linnes 2, Kammerwald 9, 10, 11, Flensungerkopf 1, 2, Erlen 2, 3, Alter Heegwald, Kratzberg 2 der Försterei Lehnheim versteigert: Scheiter, rm: 202 Buche, 4 Hainbuche, 2 Esche, 63 Eiche, 267 Kiefer (rund), 2 Lärche, 108 Fichte. Knüppel, rm: 69 Buche, 10 Hainbuche, 11 Esche, 116 Eiche, 1 Birke, 6 Erle, 67 Kiefer, 6 Lärche, 102 Fichte. Reiser I. Kl. (Knüppelreisig), rm: 8 Buche, 34 Esche, 73 Eiche, 237 Kiefer, 9 Fichte. Reiser H. Kl. (Durchforstungsreiser), rm: 142 Buche, 78 Esche, 62 Eiche, 4 Weide, 2 Linde, 691 Fichte (Schichthaufen). Wefelen! Freitag, den 9. März, nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28, Kleiderschränke, Kommoden, Spiegel, Nähmaschinen, Teppiche, Tische, Stühle, Sofas, Schränkchen, Klubsofas, Betten (neu), 1 Schreibsekretär, 1 Schreibmaschine mit Tisch, 1 Ofen mit Marmorbeschlag, Eisschränke, 1 Kinderstühlchen, mehrere Sessel, Herren- und Damenräder, u. n. v. a. Reiser III. Kl. (Astreisigl, rm: 336 Buch 2 Esche, 200 Eiche. Stöcke, rm: 61 Buch 2lit fbriing 18.2k das n( DPin 2 Da licue Gorie 1. rflum P 2, 'A -er arii Lilie nicht- E viel bei der Pa, Es sei > streifen. Aach sahnu Abgabs zeug v' sahrzer 1927 n wird - obinitzl llnterh es an Kraftfa werden Aus di siihrung Dreni sagte: verbrau gerechte^ sehen e gangbar Straßen bei der steuer u ftraßen städten. genaug Techms oder 1 für K Petrie ergab Durchs man für da! Gesamt rund 2 klar, di auf die stosse d spielige wahrsch wieder Man leicht w gcnieuu sügung süßende Wv Eleueo ist vv Man ' sonenki raum", Steuer: Mas ist das für Hu chen, dc bens h interesst gebet t raum" begleite -Da nunmeh schäft i Eophr, 8- 3,01 Sie 1 feine $ standen Straßen « ein : N'rsich, ypritofei berge, m •tle.9 hin nur. . Der ji Ma spurte if "-mand aus, der wandert eine $u ricren fs n°d) €jn Nt; ni wagte ( nicht «Ls xrnich u-kte?h "ahwe, \ Lr KUn ?»ütbe sj <-o,e h hchelnde e bei * $h £*Ub bi des anberer 05 des i,eL-A ii»?°n > Ieber n Bekanntmachung. In dem Verfahren zur Anlegung des Grundbuchs und BcrggrundbuchS für die Gemarkung Heuchelheim beginnt die An- meldungsfrist am 1. April 1928, die Frist endigt am 30. Juni 1928. Die Vorschriften darüber, was seitens der Beteiligten während der Anmeldungsfrist zu geschehen hat, können auf der Amtsstube des hessischen Ortsgerichtsvorstehers zu Heuchelheim und aus dem Anschlag an der dortigen Ortstafel ersehen werden. 2597V Gießen, den 6. März 1928. Hessisches Amtsgericht. Brennholz-Versteigerung Mittwoch, den 14. März, von vormittags 9% Uhr ab, im Saale auf der RindSmühle bei Leihgestern aus den Forstorten Töpferkaute, Altgehegt, Rabenpfuhl, Rehhecke der Försterei Leihgestern, und Hexenbusch der Försterei Großen-Linden: Scheiter, rm: 29,8 Eicke II. Kl., 2 Birke, 58,2 Kiefer I. Kl., 2 II. Kl., 1,8 Fichte II. Kl. Knüppel, rm: 5,8 Eiche II. Kl., 2 Fickte. Reisig II. Kl. (Stammreisig), 100 Wellen: 0,5 Aspe, 28,5 Kiefer. Reisig III. Kl. (Astreisig), 100 Wellen: 7,9 Buche, 0,5 Hainbuche, 21,2 'Eiche, 0,5 Birke, 0,6 Linde, 0,5 Weide, 33,2 Kiefer, 8,05 Fichte. Stöcke, rm: 1 Buche, 40,1 Eiche, 32,3 Kiefer, 11,3 Fichte. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. 2619D Gießen, den 7. März 1928. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. 34 Eiche, 129 Kiefer, 101 Fichte; außerdem kommen noch 5 Stück Kiefernstämme 2a— 3a-ÄI.=4,20 km aus den Forstorlen Hoheroth 4a und Gänsheege 3f jum Verkauf. Das Holz mit rot unterstrichenen Nummern kommt nicht zum AuSgebot. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch die Herren Förster Müller zu Mücke und Edelmann zu Merlau (Post Mücke), sowie die unterzeichnete Stelle. 261 ID Grünberg, den 6. März 1928. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. vrennholz-versteigerung. Montag, den 12. Mürz, vormittags 10 Uhr anfangend, werden im „Deutschen Haus" dahier folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: Distrikt 43 (Sollheck): 19000 Stück la Durchforstungswellen (Lohschlag). Brand-Oberndorf, den 6. Mürz 1928. Der Bürgermeister. Stahl. 2528D Nur nodi bis einschließlich Samstag dauert meine STRUMPF »WERBEWOCHE Auf alle Strumpfwaren FÜNFZEHN PROZENT RABATT Frankfurter Straße 19 ti* fiiRODE Edce Liebigstraße 2612a MUMMS LS«! Tnnhnti März, von von 2604D -Leiepyon löd. 8 Ubt ab 2626 vorm. 8 Ubt ab 2626V AkwIkNM Meten per Rolle 60 Pf. Fr. Zimmermann Tapezierer n7i» Seltersweg 3L Freitag und Samstag: WeWe Akvtung: Achtung! OvoHe Gerrdrrus Schwarzwurz, Koossalat. Feldsalat, Gur« kew Endivien. Tomaten. Radieschen, Wirsing, Weißkraut, Rotkraut, Blumenkohl, Spinat, Winrerkobl, Petersilie, Zwiebeln, Apfelsinen. 20 Stück 1 Mark, etnaelroffen. Verkauf zu billigsten Preisen. Kran KvoM tvtve. Tel. 1051. Leltersweg 3, Laden. Lteierung ftei HauS. Oster-Hausputz hin zu richten. 2609V Bohnerwachs Beize Futter- Obermann&Co 2599a Farben-Spezialgeschäft Nur Schulstraße 6 Nur Erka- Loba- Büffel- Mohren- Förster, 2595V Parkett- und Linoleum- Reinigungsmittel Ofenwichse Ofenlack usw. Nachlaß - Versteigerung. Samstag, den 10. März, von 3 Uhr ab, werden in der Hofreite des verstorbenen Försters i. R. Heinrich Keil II zu EttingS- hausen versteigert: Vorräte. Im Auftrage Philipp Keil, Ettingshausen. Keil, Förster. Leinölfirnis Terpentinöl Fußbodenöl Scheuertücher Fensterleder Wachstuche Wandschoner Fußmatten Bohnerbesen O-Cedar-Mop Hofgut-Reuverpachtung Das Hofgut Münzenberg in Oberhessen, Bahnlinie Lich—Butzbach, 423 Morgen groß, ist in beiderseitigem Einverständnis sofort oder mit dem Ablauf des Wirtschaftsjahres neu zu verpachten. Das Inventar des seitherigen Pächters kann übernommen werden. Verpachtung erfolgt durch die Gras zu SolmS-Laubach'sche Rentkamrner in Laubach (Oberhessen); Anfragen und Bewerbungen sind nur dort- 1 Kuh, Gelbscheck, frischmelkend; 1 Kuh, Vogelsberger Rasse, beide gute Fahrkühe ; 1 Rind, 1 Jahr alt; 1 Kalb, drei Wochen alt; 1 Wagen und sonstiges landwirtschaftliche Gerät und empfehlen wir die besten Farben und Lacke streichfertig — für jegliche Verwendungsart. Ferner: GkMiOM MWlMkM der Gemeinden EbcrögönS, Oberkleen und Niederkleen am 1. März 1928. Die Versteigerung der Gemeinden Ebers- gons und Oberkleen ist genehmigt. Die Gemeinde Niederkleen hat die Versteigerung nicht genehmigt. Großrechtenbach, den 6. März 1928. Der Bürgermeister. Schneider. 2610V Banersdier Gesang-Verein E.V. GIESSEN Gegründet 1864 / / Mitglied des Deutschen Sängerbundes Sonntag, 11. März, 16 Uhr in der Aula der Universität: KONZERT Mitwirkende: Fräul. Elsa Schade (Sopran), Kassel Herr Jul. Hahn (Klavier), Gießen Ein Hornquartett Leitung: Herr Otto Görlach Es gelangen zum Vortrag: Chöre v. Schubert, H. Heinrichs, M. Neumann, A. v. Othegraven, F. Hanemann; Lieder für Sopran von Schubert, Brahms, H. Kann und R. Trunk. Preise der Plätze: 1. Platz 2 Mk., 2. Platz 1.50 Mk., 3. Platz 1 Mk., Karten im Vorverkauf bei Herrn E. Challier, Neuenweg, und an der Kasse. Für das Mitglieder-Konzert am Samstag. 10. März, 20 Uhr, sind die Eintrittskarten bis spätestens Samstagmittag 12 Uhr bei Mitglied Lotz, Bahnhofstrabe, in Empfang zu nehmen. Der Bechstein- Flügel ist aus dem Pianohaus R. Schönau, Gießen, Seltersweg._______________2598D Giefeen er Konzertverein Donnerstag, 15. März 1928, abends 7% Uhr, im Stadttheater NEUNTES KONZERT Symiitionie-Kenierl Solist: Josef Szigeti (Violine) Das Frankfurter Symphonieorchester Leitung: Dr. Stefan Temesvary Reger: Suite im alten Stil — Corelli: La Folia — Mozart: Violinkonzert in D-dur — Beethoven: Dritte Symphonie (Eroica) Eintrittskarten: RM. 5.-, 4.- und 2.50 bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 1.50 nur bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. 2590D HukuloWerk, Solingen. 'erlangen. Umtausch aSter RasierMinsen » °^er Elter Apparate Alle Systeme werden »weeks Werbung weiterer Kunden beim Banfe der neuen hohlgcecLUffencn Wj}? Molcuto • Diunnn • Dauerklingen, welche viele Jahre ohne Schleifen brauchbar bleiben «and den stärksten Bart von Grnnd auf anaraaicren od. der neneu Mnlcnlo- Patenl- Bnnlerapparate In Zahlung genommen. Per Poti karte koitcnloaea Umtasatianflattl Nr. 8 Z Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Astoria-Lichtspiele Ab heule bis einschließlich Sonn ag: Toms gefährlichstes Abenteuer Spannender Wildwestfilm in 5 Akten. In der Hauptrolle Amerikas berühmtester Cowboy- Darsteller Tom Teyler. — Ferner: Die Frauen zweier Mesellen Gesellschaftsdrama in 6 Akten. In den Hauptrollen: Charles Willy Kayser, .Harla Minzenfi, Margarete Schlegel. _______2592c 509 GT38OEN AUTOMOBIL A.G. KÖLN-POLL ©FTKLOtM VERTRETER: Otto Faber, Gießen, Mühlstraße 22 Heute letzter Tag: Der alte Fritz, l.Teil mit Otto Gebühr in der Hauptrolle. Ab morgen bis einschließlich Sonntag: L Walzer von Czibulka 2. Gavotte.............. 3. Marsch .............. 4. Tarantella ........... 5. Englische Tänze ... . ■. Ballett-Ensemble ... Solo-Tanz .. Ballett-Ensemble ... Solo-Tanz Ballett-Ensemble Die Original-Musik zu dem Film Der fidele Bauer wird von unserem Künstler-Orchester ausgeführt, unter Leitung von Kapellmeister Karl Stork. Gewöhnliche Eintrittspreise Ein entzückender Film nach der gleichnamigen Operette von Leo Fall, in 7 Akten. In den Hauptrollen: Werner Kraus, Carmen Boni, Hans Brausewetter. Ferner: Die neueste Ufa-Wochenschau Auf der Bühne: Die Royal-Girls (Geschwister v. d. Berg-Ballett) mit ihren neuesten Ballett- und Tanzeinlagen. Tanzfolge: Ifrii fi>* ^SHL 8ü& ^ctiihclh,1 l^ei1 'irz 1928. 25970 Gericht -55*5 Sga® ft bie"-feWerei )en. eb,r,9ungcn ;‘en8'®«iU28 Hennecherei. ----2594D ^»chuna Feinde tiöbein. J?00 Krcttag.dcm Ä“«** der uÄn,Bet der Anwendungen da. °d« mündlich 2^"°rgebiach! ^bung erner Umlage 1 °uch die AuSmcicki 7-»6ö1M8. 'fletmeiftetei. ”!!• 26I7D Meijetwj ^ür;,von vomittagr - aus der Rich-mühle en Fochorten tipiei- ^npfuhlFeWeder ■ und fäabM btt len: kichr II. 2 Birke, u. ri, 13 Fichte 5,8 tzichr U. Jü., RI (TimmmeW, i, 283 Kiesrr. ftttfa » Wellen: 7,9 Buch. 2'Eiche, 0,5 Bill Seide, 33,2 Kiese n:1 Buche, 40,1 Eich htc. skichenrn Summen Verweigerung. Bon 1 bei Holzer tritt 28190 Kürz 1928. tarnt Echisfenberg. olaur.___________ Weigerung. 16. März 1928, von t ab, werben in der t zu Mrlau aus her. jen, Mnensmilh I, Burgwald 1, 4,8,9, ,2,Eichheege 1,2,3,5. joheroth 1, 3, 4, brr sowie ben Forsiorlcr nei 3,4,6,7, 8,10, Lehnbeimer Pinne?; 11, glcniungerfoFf 1, heegwK fraWW2 tim versteigert: Lche>' 4 Sainbudie, 2 Esche, :t (runb), 2 Lärche, el, rm: 69 Me» e, 115 Eiche, 1 Mr Lärche, 102 W IteiUfl),rm; 8 duch-' 237 Dieser, ? 5*. •ass »'“KJ sSde, rm: 61 Ach, 101 Fichte; äußert ,»«L S >0 geanftan- ochtiagl'ch henen SW ^tiau bflrnflLteneid)net! oie d.e °nEZ„o ^Ohmem «ö***, i.be««:** grgenne'^ ZzB ötahl^-— I #*! 1 ^Slubioich' I Rr.S8 Drittes Blatt Donnerstag, 8. März 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Die Neugestaltung der KraMrzeugsteuer. Von I^egierungsrat Or. Greffchmann. Mit Wirkung vom 1. April 1928 tritt das ursprünglich nur bis zum 31. Dezember 1927 befristet gewesene Kraftfahrzeugsteuer - Gesetz vom 19. Mai 1926 außer Kraft. An seine Stelle tritt dos neue, bis zum 1. April 1931 befristete Gesetz vom 21. Dezember 1927. Was bringt es in der Hauptsache Neues? Man lann die Antwort in ein paar Worte zusammenfassen: 1. Einen teilweise neuen Steuermahstab (Hub- raum statt P. S.). 2. Den Liebergang von dec geometrischen zu der arithmetischen Progression des Tarifs. Eine grundlegende Neuerung bringt es also nicht. Eine solche wäre der in den letzten Jahren viel besprochene und geforderte Liebergang von der Pausch- zur Verbrauchsbesteuerung gewesen. Es sei mir gestattet, dieses Problem hier kurz zu streifen. Nach dem Pauschsystem wird von dem Kraftfahrzeughalter eine von vornherein feststehende Abgabe erhoben, gleichviel, ob er das Kraftfahrzeug viel oder wenig benutzt. Da aber die Kraftfahrzeugsteuer — deren Aufkommen im Jahre 1927 mit rund 160 Millionen Mark veranschlagt wird — ihrer inneren Natur nach eine Wegeabnutzungssteuer ist, die dazu dienen soll, die Linterhaltung der Straßen zu finanzieren,- wäre es an sich ideal, wenn die Steuer von dem Kraftfahrzeughalter genau in dem Maße erhoben werden könnte, in dem er die Wege abnutz^. Aus diesem Grunde hat man bereits die Ein* führung einer Reifen-, Kilometer- oder Brennst off st euer geplant, indem man sich sagte: Wer viel fährt, nutzt viele Reifen ab, verbraucht viel Brennstoff, da haben wir ja den gerechtesten Maßstab! Allein bei näherem -Zusehen erwiesen sich diese Wege doch nicht als gangbar. Die aus dem Lande auf schlechte Straßen angewiesenen Fahrzeuge kommen sowohl bei der Brennstoff- wie besonders bei der Reifensteuer ungünstiger weg als die auf guten Asphaltstraßen sich bewegenden Fahrzeuge in den Großstädten. Eine Kilometersteuer ferner setzt ganz genaugehende Kilometerzähler voraus, die die Technik heute noch nicht liefern kann. Die Brenn- oder Betriebsstoffsteuer endlich hätte auf die für Kraftfahrzeuge bestimmten und verwendeten Betriebsstoffe beschränkt bleiben müssen und da ergab sich sofort die Schwierigkeit der technischen Durchführung. Aus rund 770 000 Tonnen schätzt man den Brennstoffverbrauch der Kraftfahrzeuge für das Jahr 1928, während dec voraussichtliche Gesamtverbrauch an Mineralölen überhaupt auf rund 2 Millionen Tonnen sich beziffert. Cs ist klar, daß bei der Beschränkung der Steuer nur auf die für Kraftfahrzeuge bestimmten Betriebsstoffe die Steuerüberwachung einen überaus kostspieligen Beamtenapparat erfordert hätte, der wahrscheinlich den größten Teil des Aufkommens wieder verschlungen haben würbe. Man blieb also bei dem Pauschsystem. (Vielleicht wird es im Jahre 1931, wenn unsere Ingenieure bis dahin vollendete Zähler zur Verfügung stellen, durch ein auf Kilometerzählern fußendes Verbrauchssystem abgelöst werden.) Allerdings hat man einen teilweise anderen Steuermahstab als den bisherigen gewählt und ist von den Steuerpferdestärken abgekommen. Man berechnet jetzt (bei Krafträdern und Personenkraftwagen) die Steuer nach dem „Hubraum", daneben hat man das „Eigengewicht" als Steuermahstab bei Lastkraftwagen beibehalten. Was bedeutet der Ausdruck „Hubraum"? Es ist das nichts anderes als das verdeutschte Wort für Hubvolumen und bedeutet, laienhaft gesprochen, den Raum, in dem sich der Hub des Kolbens im Zylinder vollzieht. Es ist übrigens interessant, mit welcher Empfehlung der Gesetzgeber die Neueinführung des Ausdrucks „Hubraum" in dem Entwurf zu dem neuen Gesetz begleitet. Er sagt: „Da der Gebrauch des Wortes „Hubvolumen" nunmehr aus dem Bereiche der technischen Wissenschaft und der Konstruktionsbureaus hinaustritt in den weiteren Kreis von Hunderttausenden von Kraftfahrzeughaltern, Chauffeuren, Verkehrs- und Finanzbeamten, erscheint es angemessen, das Wort, soweit es Fremdwort ist, zu verdeutschen. Der Entwurf schlägt den Ausdruck „H u b r a u m" vor. Damit der Vorteil einer einheitlichen Bezeichnung nicht verloren geht, darf hier der Wunsch ausgesprochen werden, daß der Ausdruck Hubraum sich allgemein in Wissenschaft und Praxis statt des Ausdrucks Hubvolumen einbürgern möchte." Dies alles vorausgeschickt, wird man nun den Inhalt des für die Neugestaltung der Steuer bedeutsamen § 4 des Gesetzes, den ich im Wortlaut folgen lasse, ohne weiteres verstehen: „(1) Die Steuer beträgt für die Dauer eines Jahres für 1. Krafträder (Kraftfahrzeuge, die auf nicht mehr als drei Rädern laufen und deren Eigengewicht in betriebsfertigem Zustand 350 kg nicht übersteigt) mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine für je 100 Kubikzentimeter Hubraum oder einen Teil davon .... 8 Mark. 2. Personenkraftwagen mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine, ausgenommen Kraftomnibusse, für je 100 Kubikzentimeter Hubraum oder einen Teil davon .... 12 Mark. 3. Kraftomnibusse und Lastkraftwagen mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine für je 200 Kilogramm Eigengewicht des betriebsfertigen Kraftfahrzeugs oder einen Teil davon......30 Mark. 4. Elektrisch oder mit Dampf angetriebene Kraftfahrzeuge sowie Zugmaschinen ohne Güterladeraum für je 200 Kilogramm Eigengewicht des betriebsfertigen Kraftfahrzeugs oder einen Teil davon......15 Mark. (2) Auf Kraftfahrzeuge mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine, die vorstehend nicht besonders aufgeführt sind, ist der Steuersatz nach Abs. 1 Nr. 4 anzuwenden. (3) Ist ein Kraftfahrzeug der im Abs. 1 unter Nr. 3 genannten Art nicht auf alten Rädern mit Luftbereifung versehen, so erhöht sich der Steuersatz um ein Zehntel." Absatz 3 ist deshalb angefügt, weil die Kraftfahrzeugsteuer ihrem inneren Wesen nach eine Wegeabnuhungssteuer ist. Als zweite wichtige Neuerung nannte ich oben den Liebergang von her geometrischen zur arithmetischen Progression des Steuertarifs. Was das bedeuten soll, kann nur an Beispielen erläutert werden: a) Für einen Personenkraftwagen mit 2 P. S. zahlte man bisher 75 Mark Jahressteuer, b) für einen Personenkraftwagen mit 12 P. S. zahlte man nicht etwa das achtfache von a), sondern mehr, nämlich 525 Mark, ». c) für einen Personenkraftwagen mit 14 P. S. zahlte man nicht etwa das siebenfache von a), sondern mehr, nämlich 675 Mark, d) für einen Personenkraftwagen mit 16 P. S. zahlt man nicht etwa das achtfache von a), sondern mehr, nämlich 850 Mark. Nach dem neuen Gesetz haben die Besitzer von Kraftfahrzeugen mit einer großen Anzahl von P. S. nur das entsprechende Vielfache der Steuereinheit zu entrichten. Damit soll auch der bisher beobachteten Entwicklung, die dahinging Wagen mit möglichst geringer Motorenstärke auf Den Markt zu werfen, entgegengewirkt werden. Die Statistik sagt, daß es im Jahre 1924 in Deutschland 132179 Personenkraftwagen gab: hiervon waren Wagen bis 6 P. S. 38 864 — 29,2 v. H., während die Wagen mit mehr als 6 bis 10 P. S. 37,8 v. H. ausmachten. Bis zum Jahre 1927 verdoppelte sich die Zahl Der Personenkraftwagen insgesamt auf 267 774; davon waren aber Wagen bis 6 P. S. 122 731 = 45,8 v. H., während die Wagen mit mehr als 6 bis 10 P. S. auf 30,7 v. H. zurückgegangen sind. Man sieht an Bietern Beispiel wieder einmal sehr trefflich, wie Wirtschaft und Gesetzgebung in Wechselwirkung zueinander stehen. Im Folgenden seien nun noch Die sonstigen Neuerungen des Gesetzes in Kürze aufgezählt: 1. Die ©leuerlarteu werden auf die Dauer eines Jahres, eines Halbjahrs oder eines Vierteljahres ausgestellt. Die Steuer für Die Vierteljahreskarte beträgt nicht mehr als ein Viertel Der Jahres- steuer. Doch ist mit jeDer Steuerzahlung, Die sich auf einen Zeitraum von weniger als ein Jahr bezieht, ein sog. „AufgelD" zu entrichten. Das AufgelD beträgt bei einer Zahlung für ein Vierteljahr .....6 vom Hundert des für diesen Zeitraum zu zahlenden Steuerbetrages, bei einer Zahlung für ein halbes Jahr .... 3 vom Hundert des für diesen Zeitraum zu zahlenden Steuerbetrages. 2. Der Zuschlag zur Kraftfahrzeug- steuer nach dem Finanzausgleichs- g e s e h wurde gesenkt. Er betrug bisher 25 v. H. und beträgt für das Rechnungsjahr 1928 20 v. H. für das Rechnungsjahr 1929 15 v. H. 3. Steuerkarten für Probefahrtkennzeichen Tonnen künftig auch auf die Dauer von 4 bis 15 Sagen ausgestellt werden; die Steuer beträgt für je einen Tag 1 Mark (zuzüglich des Zuschlags von 20 bzw. 15 v. H ). 4. Der Begriff „Kleinkrafträder" findet sich im neuen Gesetze nicht mehr. Dafür ist in § 2 vorgesehen: „Von Der Steuer sinD befreit. l.Krafträber mit einem Hubraum von nicht mehr als 200 Kubikzentimeter.....“ 5. Im Interesse her Steuerüberwachung wurDe Die Vorschrift des § 11 auch auf den Kreis Der nicht kennzeichnungspflichtigen Fahrzeuge erweitert. Die Praxis lehrt täglich, Daß Die Tragweite Dieser Vorschrift I e i D e r sehr vielen Steuerpflichtigen noch nicht zum Bewußtsein gekommen ist. Aus Diesem GrunDe sei Die betreffende Gesehes- stelle hier noch kurz angefügt und erläutert: ,,§ 11. (1) Soweit nach den verkehrspolizeilichen Bestimmungen für Kraftfahrzeuge eine Zulassung vorgeschrieben ist, darf die Zulassungsbehörde die Zulassungsbescheinigung e r st aushändigen, wenn die Steuerkarte oder die Bescheinigung über die Steuerfreiheit vorgelegt wird oder Die Steuerstelle bestätigt hat, Daß Den Vorschriften über die Entrichtung der Kraftfahrzeugsteuer genügt ist. (2) Solange ein Kraftfahrzeug der im Abs. 1 genannten Art bei der Zulassungsbehörde nicht abgemeldet oder ein Probefahrtkennzeichen der Zulassungsbehörde nicht zurückgeliefert ist, gelten die Voraussetzungen der Steuerpflicht als gegeben. Im Falle nicht rechtzeitiger Lösung einer neuen Steuerkarte oder nicht rechtzeitiger Entrichtung der Steuer, hat die Zulassungsbehörde auf Antrag der Steuerstelle die Ablieferung oder Einziehung der Zulassungsbescheinigung und die Vernichtung des Dienststempels auf dem Kennzeichen zu bewirken." Für Die Praxis folgt hieraus, daß Die S teuer- karte für nicht abgemeldete Fahrzeuge stets zu erneuern und daß als Beginn der Gültigkeitsdauer her neuen Karte stets der auf den Ablauf der alten Karte folgende Tag einzusetzen ist. Der Steuerpflichtige kann sich also insbesondere nicht darauf berufen, daß er das Fahrzeug in der Zwischenzeit nicht benutzt habe bzw. zur Zeit nicht benutze, sei es weil er abwesend war oder weil das Fahrzeug einer länger dauernden Ausbesserung unterzogen wird, sei es auch, weil es infolge eines Llnfalls unbrauchbar geworden, oder weil es an einen anderen verkauft worden ist. Will sich also der Steuerpflichtige vor Nachteilen schützen, so bleibt ihm nichts anderes übrig, als entweder kurz vor Ablauf Der Steuerkarte diese zu erneuern, oder aber das Fahrzeug bei der ZulassunHsbehörde abzumelden. 6. Endlich sind auch noch Die Crstattungs- vorschriften erweitert worden. Für jeden vollen - Monat, der nach Abmeldung des Fahrzeugs bei der Zulassungsbehörde liegt und für den die Steuer bereits entrichtet ist. wird ein Betrag in Höhe von einem Zwölftel der Jahressteuer erstattet. 7. Als letzte, wenn auch nicht unwesentliche Neuerung nenne ich die Einführung Der Möglichkeit vierteljährlicher Teilzahlungen bei Entrichtung der Steuer. (Voraussetzung ist allerdings, daß die Teilzahlungen den Betrag von 50 Reichsmark erreichen.) Hiermit dürste den Bedürfnissen der Steuerpflichtigen besonders weit entgegengekommen sein. Wirtschaft. Oie Gefahren der Selbstkostenkrise. Die Direktion der Disconto-Gesell- schäft weist in ihrem Monatsbericht nachdrücklich auf die Gefahren der Selbstkosten- k r i f c hin. Trotz aller Anstrengungen dec Wirtschaft, die Selbstkosten zu verbilligen, seien diese in eine Tendenz ständigen Anwachsens geraten, dessen weiteres Fortschreiten schließlich den Verlust der Exportfähigkeit und damit für das rohstoffarme Deutschland nur die Llnmög- lichkeit, seinen Güterbedarf durch Bezüge aus dem Auslande ausreichend zu ergänzen, herbeiführen müsse. Ferner werde den Unternehmungen immer stärker erschwert, sich die notwendige Rentabilität zu sichern und die Bildung von Eigen- kapital auf den Umfang zu bringen, den Kapitalmangel, Auslandverschuldung und die Notwendigkeit, eine Senkung der Zinssätze herbeizuführen, verlangen. Es wird sodann u. a. weiter ausgeführt: Es ist nötig, alles daran zu sehen, daß die schleichende Selbstkostenkrise nicht offen ausbricht. Leider ist, wie sich jetzt immer mehr herauszustellen scheint, in Wahrheit mit allen Erfolgen der Rationalisierung nicht viel mehr erreicht worden, als ein Hinausschieben des Eintretens der Selbstkostenkrise. Die Ueberteue- rungssaktoren sind so gut wie ausnahmslos nicht privatwirtschaftlichen, sondern öffentlichen Ursprungs. Das gilt von den Wirkungen der Steuer- und Sozialpolitik so gut, wie von den Löhnen, Deren Steigerung nicht nach Den Preisgesehen des freien Marktes, sondern nach behörolicher Entscheidung erfolgt. Löhne plus Steuer und soziale Lasten machen bei Der heutigen Höhe der letzteren den entscheidenden Anteil der Gesamtunkosten aus. An vielen Stellen hat sich die Ueberzeugung herausgebildet, es sei überhaupt nicht mehr angängig, offen davon zu sprechen, daß man noch genügende Uederschüsse erziele. Aber ein System, das auf der Grundlage des Privatkapitals arbeiten will, jedoch durch .Ueberhandnahme der öffentlichen Belastungen Die Rentabilität in Frage stellt, ist ein Widerspruch in sich und bedroht seine eigene Fortentwicklung. Nur durch verstärkte Bildung von Eigenkapital kann eine Senkung des Zinsniveaus erreicht und die Abhängigkeit von der fremden Kapitalzufuhr mit ihren unerwünschten Begleiterscheinungen eingeschränkt und schließlich ganz beseitigt werden. Für diese Kapitalbildung ist und bleibt die Behauptung der R e n t a b i l i- tätder Wirtschaft die Voraussetzung. Ausreichende Rentabilität ist erforderlich, um Gewinnausschüttungen vorzunehmen, die für das heimische Kapital die Anlage in deutschen Produktionswerten anreizend machen und zur Bildung weiteren Sparkapitals verlocken. Darüber hinaus ist die Ansammlung von LI e b e r s ch ü s - s e n bei den wirtschaftlichen Unternehmungen selber eine der wichtigsten Formen der Kapitalbildung. Sie ermöglicht Betriebsverbesserungen und -ausdehnungen, für die her offene Kapitalmarkt bei seiner dürftigen Ausstattung die Mittel nicht herzugeben vermag, und bewirkt eine Stärkung von Leistungsgrad und Widerstandsfähig- leit gegen Konjunkturrückschläge, die nicht zuletzt der Arbeiterschaft zugute kommt. Der Bericht weist weiter daraus hin, daß die Gesamteinnahmen des Reiches im Monat Januar die Rekordhöhe von 1008 Millionen Mark erreicht haben, daß in Öen letzten drei Jahren hie Einnahmen des Reiches ganz bedeutend angewachsen sind und für das Rechnungsjahr 1927/28 sich auf 8500 Millionen Mark belaufen werden. Lieber die Auswirkungen auf Die gowenen Berge. Vornan von Clara Diebig. Copyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 8. F.ortsetzung. Nachdruck verboten. Die Weinberge waren noch grau; noch tränte keine Rebe und zeigte schwellende Augen, noch standen die Aepsel- und Birnbäume am Rand der Straßen iin Wintergewand, aber schon zeigte sich — ein rosa Wölkchen im Weinberg — blühender Pfirsich, und in Gärten schimmerten weißlich die Aprikosen. Freundlich besonnt waren die Moselberge, nur winterlich starr noch, fast drohend ernst, stieg hinter ihnen das gewölbte Hochland der Eifel Der junge Mann schob leise seinen Arm hinter das Mädchen — hier war es schon Frühling. Er spurte ihn. Still war es ringsum, es schaffte heute niemand im Weinberg. Nur den Stationsweg herauf, der kerzensteil zwischen den Weinbergen führt, wanderte eine Frau mit einem Kind an der Hand, eine Puppe, von hier gesehen, mit einem noch kleineren Püppchen. Bis die hier oben war, dauerte es noch eine Weile, an jeder Station machte sie betend halt; man war noch lange allein. Kaspars Arm wagte es, ein wenig zu drucken. Maria bemerkte es nicht. ~ »Ach, daß die auch noch so dumm war! Der junge Mann' seufzte innerlich: die wußte auch noch rein gar nichts von der Liebe! Oder tat sie nur so? Er rückte ihr näher. Sie waren so allein — sein Herz klopfte — wenn er sie nun so fest in den Arm nähme, daß sie nicht mehr los konnte? Wenn er sich nun satt an ihr küßte nach Herzenslust? Was würde sie machen?! Er spähte von der Seite in ihr Gesicht. . , . ... Sie hielt es ein wenig abgewendct, der mild fächelnden Luft entgegen. Die Flügel ihrer geraden Nase bebten, tief atmend sog sie den Duft ein, den ei-fte Kräuter des Waldmeisters im vermoderten Laub des Buchenwaldes vom jenseitigen Abhang des Berges zu ihnen sandte. Zart kam noch ein anderer Hauch mit. Sie schnellte plötzlich auf, achtlos des sie leicht umfangenden Armes, laut jubelte sie: „Veilchen! Kaspar, komm, Veilchen suchen! Von ihr fortgerissen, mußte er mit. Er wäre viel Heber noch sitzen geblieben,' das besonnte Flußtal, die stillen Weinberge vor sich und hinter sich den noch stilleren Kirchhof. Aber wenn sie jetzt doch nur Veilchen im Kopf hatte! Und nicht einmal Hand in Hand ging sie mit ihm nun hinab durch den Buchenwald, sie suchte bald rechts, bald links vom Weg, oder sie war ihm vorauf. Langsam folgte er. Kaspar Dreis fühlte eine große Enttäuschung. Als sie ihn durch ihren Bruder, den Peter, hatte wissen lassen, daß sie am Sonntagmittag nach dem Kirchhof auf den Kloster berg ginge, hatte er gehofft. Man bestellt doch keinen, um sich mit ihm nur Mosel und Weinberge zu besehen. Andere Mädchen waren ganz anders, bei denen hätte er nicht so zu warten gebraucht. Aber gerade die Maria, die Maria allein wollte er. Ob Simon Bremm sie ihm wohl zur Frau geben würde, wenn er den fragte? Der war sehr stolz auf seine Maria. Konnte er das nicht auch sein? Gab es eine Schönere? Und — ach! eine Sittsamere? Kaspar fühlte sich plötzlich ganz klein: was konnte er ihr denn bieten? Sie waren ihrer drei Brüder, und der Vater lebte auch noch; es war wohl ein schöner Weinberg, den sie haften — gute Lage —, aber verdient man Denn groß beim Weinbau? Wenn sie nicht noch die Fischerei hätten in der Mosel, so wäre selten Bargeld im Hause gewesen. Aber wenn Simon Bremm ihm die Tochter versprach, würde er es noch anders machen. Er würde tagsüber an der Bahn arbeiten, beim Straßenbau, im Steinbruch, ganz gleich wo, wenn es nur gut zu verdienen gab, unh nur nach Feierabend im Weinberg. Ach, wenn die Maria wollte! Aber daß er nicht wußte, ob sie wollte, das quälte ihn. „Riech email" Maria kam eben von unten der Wiese ihm entgegengelaufen. Ajre Augen strahlten ihn an; sie hielt ihm ein paar Veilchen unter die Nase. Er hielt ihre Hand fest: „Liebe Maria!" Er gab dem „liebe" einen besonderen Nachdruck. Sie ließ ihm vertraulich ihre Hand. Aber Dann wurde sie rot: warum guckte er sie so sonderbar an? Hatte sie etwas an sich? Er setzte zum Sprechen an und stockte doch wieder: er war aufgeregt. Da entzog sie ihm sanft ihre Hand: was wollte er denn? Sie wurde plötzlich unsicher. „Maria", sagte er zärtlich, — es verschlug ihm fast den Atem — „wenn ich deinen Vater nu fragen würd' und der sagte ,ja‘, heiratste mich dann?" Sie hätte am liebsten hell gelacht — was fiel dem Kaspar nur ein? — aber das traute sie sich doch nicht, er war so ernsthaft. „Maria, ja?" Er drängte. Oh, was sollte sie antworten?! Sie war in großer Verlegenheit; einfach „nein" sagen konnte sie nicht, sie wollte ihn doch nicht kränken. Sie hing den Kops, fall kläglich kam es heraus: „Ich bin noch so jungr' Und bann, wie getrieben von einem Impuls, dessen sie sich seiber nicht bewußt mar und dessen Grund sie nicht kannte, streckte sie plötzlich beide Arme aus nach dem ahnungsvoll Sich- dehnen der Wiese, nach dem Lauf des eilenden Wassers, nach dem emporsteigenden Warmenberg drüben, auf dem der Himmel zu ruhen schien, und fast ungestüm stieß sie heraus: „Ich will doch leben! Ich muß leben — ach, laß mich noch!" Und eilends lief sie fort. Er stand bestürzt: war das ihre ganze Antwort'? Wieder verstand sie ihn nicht oder wollte ihn nicht verstehen. Niedergeschlagen ging er ihr nach. Stumm sah er zu, wie sie weiter nach Veilchen suchte. Erste bleichgelbe Himmelsschlüssel fand sie schon auf der Wiese und mitten in braunmoderndem Buchenlaub die weißen Sterne der Anemonen. So glücklich schien sie darüber, daß er das, was er eigentlich jetzt sagen wollte — er ließe sich nicht länger mehr an der Nase ziehen — nicht sagte. Mit einem Sträußchen kam sie dann zu ihm zurück. Als habe er sie gar nicht so etwas Ernsthaftes gefragt und sie ihm nicht so darauf geantwortet, lachte sie ihn vergnügt an. Aber er lachte nicht, er machte ein finsteres Gesicht. Da legte sie beide Hände, in ihnen das Sträußchen haltend, wie betend zusammen, legte sie so an seine Brust unb sah ihm von unten her in die gesenkten Augen „Kaspar, bist du mir bös?" Er schüttelte „nein" — was sollte er ihr wohl sagen? Da stieß sie einen jubelnden Ruf aus: „Wat is et so schön auf der Welt! Wat bin ich so froh, daß ich leb!" Und faßte seine Hand und ließ die nicht mehr los. Hand in Hand gingen sie so; die, welche ihnen norm Dorf begegneten, hielten sie für ein Liebespaar. Und sie waren das doch nicht. 5. Kapitel. In den Weinbergen waren die Arbeiten, die dem Frühling voraufgchen, beendet. Simon Bremm mußte jetzt auf sein Feld. Das lag, seinem Weinberg gerade entgegengesetzt, weit draußen norm anderen Ende des Dorfes, da, wo das Ufer ein wenig mehr ausholt und den Portenern so Raum läßt für die Streifen ihrer Aecker und .Gärten und für die Dbftbäumc längs der Chaussee. Früher hatte Bremm sich einen ständigen Knecht gehalten uni), auch für die Frau eine Magd im Haus; das konnte man sich jetzt nicht mehr leisten, aber wenn sie alle mit anfaßten, ging es auch ohne bezahlte Hilfe. Es mußte gehen. Und der Acker mußte eben bescheiden sein, sich begnügen mit dem, was der Weinberg übrig läßt an Kraft und Dünger und Zeit und Liebe. An der ganzen Mosel blühten die breitgeästeten Bäume der süßen Kirschen, vom Berge gesehen ein ganzes Meer gerundeter Wipfel, schneeig weiß hin- gelagerten Wolken vergleichbar. Im Buchenwald jubilierte unablässig der Fink. Die Wiese unterm Klosterberg, dem Dorf gegenüber, zeigte sich bunt: Dotterblumen und Knabenkraut, Himmelschlüssel und Wiesenschaum. Wie lange noch und tiefblaue Akelei schoß auf im höher werdenden (9ras, und im noch von erhaltenem Gemäuer umstandenen Schiff der alten Klosterkirche kletterten blühende Ranken des duftenden Nosenbusches, auf den einst Jungfrau Maria die Windeln des Iefuskindleins gehängt. Maria Bremm pflückte nicht Blumen mehr auf der glücklichen Wiese; seit Ostern war sie fort in der Kreisstadt. So ungern Bremm sie hatte ziehen lassen — er empfand es wie demütigend: die Tochter eines Winzers, seine Tochter im Dienst! — so sah er es doch ein, es war jetzt eine neue, eine ganz andere Zeit, wenn auch keine bessere. Der Winter war für all die Arbeit des Winzers zu kurz, zu lang aber für einen, der viele Mäuler satt zu machen hat; es war nötig, daß die Maria sich etwas verdiente. Woher kam es nur, daß man in allem so knapp war? Man hatte jetzt doch wieder richtiges Geld. Aber was vordem taufend Milliarden gewesen waren, das war jetzt nur eine einzige lumpige Mark. Bremm wunderte sich, wie seine Anna es fertig gebracht hatte, sie alle so leidlich durch den Winter zu bringen, in dem man doch so viel mehr Hunger hat als zu anderer Zeit. Im heißen Sommer mag man kaum essen, aber jetzt knurrte der Magen noch manchesmal, wenn man schon längst im Bett lag. Gott sei Dank, die Kinder verschliefen's! — (Fortsetzung folgt.) die einzelnen wirtschaftlichen Unternehmungen, Die in ihrer Gesamtheit direkt oder indirekt diese Beträge aufgebracht haben, wird ausgeführt: Allein die R e ich-sbesteuerung hat in vier fahren eine Lastensteigerung um 27 Prozent gebracht. Hinzu kommen die Landes- und Gemeinde st euer n, die un- zweifelhast die gleiche Steigerungstendenz gehabt haben. Hinzu kommen die sozialen L a st e n, die z. B. im Ruhrbergbau aus 24 bis 27 Prozent der Arbeiterlöhne angestiegen sind, hinzu kommen endlich die Lohnsteigerun- gen. Bis zum 1. April laufen für mehr als drei Millionen Arbeiter die Tarifverträge ab. Allein 1 Pf. Lohnerhöhung pro Stunde für diese drei Millionen Arbeiter erfordert einen jährlichen Kapitalaufwand von 80 bis 100 Millionen Mark. Tatsächlich hat in Deutschland vom 1. Januar 1925 bis 1. Januar 1928 der Tarifstundenlohn für gelernte Arbeiter eine Erhöhung von rund 24 Pf., für ungelernte Arbeiter eine solche von rund 20 Pf. erfahren, und diese Erhöhung ist nicht drei Millionen Arbeitern, sondern mindestens der fünffachen Zahl zugeflossen. In den jetzt erscheinenden Jahresberichten zahlreicher Gesellschaften kehren überall die eindringlichen Klagen darüber wieder, daß die hohen Lasten immer unerträglicher im Verhältnis zu den erzielbaren Preisen werden, daß sie die Reingewinne auf Kosten der Kapitalbildung zu stark schmälern, und daß steuerliche und soziale Vorbelastung der deutschen Produktion bei rückläufiger Konjunktur jeden Gewinn völlig aufzuzehren drohen. Wie die Dinge liegen, ist es leider nicht mehr möglich, diese Klagen als Phrasen abzutun. * D i e amtliche Großhandelsindex- ziffer im Monatsdurchschnitt Februar. Die für den Monatsdurchschnitt Februar berechnete Grohhandelsindexzifser des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Vormonat um 0,6 v. H. von 138,7 auf 137,9 zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um. 1,6 v. H. auf 130,1 (132,2) und diejenige für Kolonialwaren um 0,2 v. H. auf 129,7 (130,0) nachgegeben. Unter den Industriestoffen ist die Indexziffer für Rohstoffe und Halbwaren um 0,6 v. H. auf 133,6 (134,4) gesunken, während die Indexziffer der industriellen Fertigwaren um 0,4 v. H. auf 156,8 (156,1) gestiegen ist. Don der Eisenindustrie. Die Lage l?er deutschen Eisenindustrie hat sich, wie aus den nicht unerheblich gestiegenen 'Fob-Preisen für Eisen in Antwerpen hervorgeht, sehr gebessert, und die Spanne zwischen Ausland- und Inland- preis hat eine entsprechende Verminderung erfahren. Die Eisenindustrie ist infolgedessen aus ihrer -Zurückhaltung gegenüber den Weltmärkten herausgegangen, und die Mschlutztätigkeit hat eine ziemlich große Steigerung erfahren. Für die Eisenindustrie ist diese Entwicklung auch deshalb günstig und wichtig, weil sie auf eine Verminderung bzw. einen Ausgleich des Inland- und Auslandpreises hinarbeiten muß. * Frankfurter Pfandbriefbank. Wie der LPD. erfährt, folgt die Frankfurter Pfandbriefbank als zweites Institut der Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken mit ihrer Dividendenerklärung für 1927. Die Aufsichtsrats- sihung am Mittwoch hat sich für eine Dividendenerhöhung auf 9 (8) Prozent ausgesprochen. " West bank A.-G. Frankfurt a. M. Wie der SPD. erfährt, werden für 1927 auf das erhöhte Aktienkapital 6 (5) Prozent Dividende vorgeschlagen. * Kaiser-Friedrich-Quelle A. - G., Q f f e n b a ch a. M. Die Gesellschaft erhöht für 1927 ihre Dividende von 8 auf 10 Prozent. Ueberzeichnung der Gelsenkir- chener Anleihe. Die gestern in Reuyork von einem Dankenkonsortium unter Führung des Bankhauses Dillon, Read & Co. zum Kurse von 97 Proz. aufgelegten 6proz. sichergestellten Roten mit öiahriger Laufzeit der Gelsenkirchener Berg- werks-A.-G. im Betrage von 15 Millionen Doll, wurden glgtt überzeichnet. Zeichnungen gingen aus allen Teilen des Landes ein * D a i m l e r - B e n z A. - G. In der vor- gestr:gen AufsihtZratssitzung wur')e der Abschluß xJUnn- ^°r9c^gt, der nach Abschreibungen von 4 364 22o Mk. (im Vorjahre 3 018 537 Mk.) mit einem Lieberschub von 861 653 Mk. abschließt, teorin der Eewinnvortrag von 1923 von 478 227 Mark enthalten ist. Lieber den Geschäftsgang wurde mitgeteilt, daß die vor einigen Wochen erreichte erfreuliche Absatzsteigerung anhält. Die Generalversammlung wird auf den 31. März zusammenberufen. ' Phoenix-A.-G. für Bergbau und Segens her Direktion der Phoenix-A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb wird antählich der vielfach verbreiteten Gerüchte über die zu erwartende Phoenix-Dividende darauf hingewiesen, daß das Geschäftsjahr der Phoenix- A.-G. erst mit dem 31. März abschlieht und daß ein Beschluß des Aufsichtsrates über den der Generalversammlung zu machenden Dividendenvorschlag erst nach Fertigstellung der Abschlußarbeiten erfolgen kann. * Deutsche Telephonwerke und Ka° belindustrie A. - G., Berlin. Die Gesellschaft verteilt diesmal 7 Prozent gegen 6 Prozent Dividende im Vorjahre. Der Auftragsbestand ist befriedigend. * Gothaer Lebensversicherungsbank A. G. Die Gothaer Lebensversicherungsbank A. G. hat im abgelaufenen Jahre wiederum einen die besten Vorkriegsergebnisse überschreitenden Reuzugang erzielt: er belief sich auf 11 736 neu abgeschlossene Versicherungen über rund 89* Mill. Mk. Versicherungssumme. Der Versicherungsbestand stieg auf rund 341 Mill. Mk. Die Beitragseinnahme belief sich auf mehr als 17 Mill. Mk. Die Vermögensrechnung wird für Ende 1927 an Aktiven fast 100 Mill. Mk. aufweisen, wovon mehr als 62 Mill. Mk. in Goldmarkhypotheken, annähernd 4 Mill. Mk. in Darlehen an juristische Personen des öffentlichen Rechts, etwa 7 Mill. Mk. in Wertpapieren auf etwa 7Vi Mill. Mk. in Bankguthaben bei erstklassigen Großbanken angelegt sind. Der Vorkriegswert des Grundbesitzes ist durch Reuerwer- bungen auf über 7 Mill. Mk. gestiegen. Da der Verlauf der Sterblichkeit ebenso wie das Zins- erträgnis wieder sehr günstig waren und die Verwaltungskosten auf einem mäßigen Satze gehalten werden konnten, wird der Iahresüberschuß. der sich 1926 auf 4,11 Mill. Mk. belief, wiederum sehr ansehnlich fein. Der endgültige Jahresabschluß und die Festsetzung der Lleberschuhanteile für das Jahr 1929 werden gegen Mitte 1928 erfolgen. * Hamburg-Amerika-Linie, Hamburg-Amerikanische Paketfahrt AG. Der Aufsichtsrat der Hamburg-Amerika-Linie, Hamburg-Amerikanische Paketfahrt AG. in Hamburg hot beschlossen, der auf den 2. April ein» zuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 8 Proz. (i. D. 6 Proz.) vorzuschlagen. Norddeutsche Grund-Credit- Bank, Weimar. Die von der Bank im Januar zur Zeichnung aufgelegten 8prozentigen Gold-Pfandbriefe Emission XVII sind inzwischen begeben. Deshalb wird nunmehr eine Erweiterungsserie in Form von neuen, gleichfalls bis 1. Oktober 1933 unkündbaren Gold-Pfandbriefen Emission XX zum Kurse von 98 Prozent zur Zeichnung aufgelegt. Für die Zeit bis 31. März 1928 werden 8 Prozent Stückzinsen vergütet. Die Bank nimmt weiterhin Zeichnungen auf ihre Lprozeatigei Gold-Kommu tal-Schuid erschreibun- gen Emission XVIII zum bisherigen Kurse von 95,50 Prozent bis zu der in Kürze erwarteten Einführung an der Berliner Börse entgegen. Pfandbriefe und Kommunal-Schuldverschreibun- gen sind nach Thür. Gesetz mündelsicher. Man beachte die heutige Anzeige. Frankfurter Börse. Frankfurt, 8. Mörz. Tendenz: schwächer.— An der heutigen Börse schwächte sich die Tendenzall gemein weiter ab, da das Angebot wieder überwog. Die Stimmung war außerordentlich unsicher im Zusammenhang mit den sich ausbreitenden Lohnbewegungen, so daß einige günstige Momente, wie die Lieberzeichnung der Geisenkirchen-An- leihe in Reuyork und die erhöhte Dividende bei Hapag, vollkommen ohne Einfluß blieben. Ein starker Druck auf das Kursniveau wurde wieder ausgeübt durch das anhaltende Angebot in I.-G.-Bezugsrechten. I.-G.-Farben- Dezüge waren zu dem niedrigen Kurs von 8 Prozent angeboten, I.°G.°Farben°Bonds auf 129,5 gedrückt. Daraufhin war das Angebot in I.-G.-Farben selbst ziemlich groß, und der Kurs gab 2 Prozent nach. Auf den übrigen Marktgebieten waren zumeist Kursrückgänge von 1 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Stärker abgeschwächt waren Goldschmidt minus 3 Prozent Rheinstahl minus 3,25 Prozent, Waldhof minus 3 Prozent und Kaliwerte minus 3 Prozent. Am Elektromarkt waren Felten stark angeboten und 4,5 Prozent schwächer, sonst gab es hier 1- bis 2proz. Kursverluste. Deutsche Erdöl verloren 4 Proz. Von Bankaktien waren Commerz 2,5 und Disconko 2 Proz. schwächer, während Reichsbank behauptet blieben. RSL1. lagen mit 61 Proz. weiter flau, auch Daimler auf den dividendenlosen Abschluß minus 2 Proz. Heimische und ausländische Renten blieben vernachlässigt. Im Freiverkehr waren Russen etwas fester. Im Verlaufe kam die Abwärtsbewegung der Kurse zumeist zum Stillstand, und es machte sich eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar. Offenbar wurde jetzt von interessierter Seite intervenierend eingegriffen. I.-G.° Bezüge konnten sich auf 8,2 erholen. Der Geldmarkt zeigt eine weitere Erleichterung. Tagesgeld 7 Proz. Am Devisenmarkt war die Reichsmark wieder etwas befestigt, dagegen schwächte sich das englische Pfund ab. Reichsmark gegen Kabel 4,1836, gegen London 20,407. London-Kabel 4,8785. Paris gegen London 124,03, Mailand 92,30, Madrid 29,05, Holland 12.125. Berlins Börse. Berlin, 8. März. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Der Kursabbröcke- lungsprozeß setzte sich heute toeitex fort. Befürchtete Dividendenreduzierungen bei Montanwerten beunruhigten erneut die Börse. Die Farben-Emission wirft ihre Schatten voraus. Weiter verstimmte der unübersichtliche Geldmarkt. Obwohl seitens der Spekulation zu den ersten Kursen eher Deckungen vorgenommen wurden, lagen die Rotierungen bei kleinen Llmsähen ziemlich einheitlich um 1 bis 4 Prozent schwächer. Stärker gedrückt waren Schade minus 10 Mark. Schubert & Salzer minus 7 Prozent, Löwe minus 5 Prozent, Deutsche Erdöl minus 4,25 Prozent. Stolberger Zink zogen dagegen 2 Prozent an. Heimische Anleihen nachgebend. Ausländer größtenteils behauptet. Pfandbriefe ohne Geschäft und eher schwächer. Farben-Bonds 129,5 Prozent, Bezugsrechte 7,75 bis 8 Prozent. Geld war nur unbedeutend leichter. Tagesgeld 7 bis 9 Prozent. Monatsgeld 7,50 bis 8,50 Prozent. 2?ach den ersten Rotierungen blieb die Stimmung unsicher, es setzten sich aber überwiegend kleine Erholungen durch. Polyphon plus 1,5 Prozent, Berger plus 4 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. März. Die Stimmung ist fest, besonders Weizen und Weizenmehl, desgleichen Roggen. Die Llmsähe sind aber verhältnismäßig klein. Auch Mais liegt nach wie vor unverändert fest; die Vorräte alter Ernte sind sehr gering. Das Mehlgeschäft war etwas belebt, aber immer noch unbedeutend. Futtermittel im ganzen fest. Kleie unverändert. Futter- und Rachmehle etwas gesuchter als bisher. Guter Hafer recht gefragt. Es wurden notiert: Weizen 1. gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 26 bis 26,25; Roggen 25,75 bis 26; Sommergerste für Brauzwecke 29 bis 31,50; Hafer, inländischer 25 bis 26, Mais (gelb) für Futterzwecke 23 bis 23,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 25,50 bis 26; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 37,75 bis 38,25; Roggenmehl 35.50 bis 37,75; Weizenkleie 14,10 bis 14,25; Roggenskeie 15 bis 15,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. März. Auftrieb: 75 Rinder, 1064 Kälber, 190 Schafe, 209 Schweine. Es wurden notiert: beste Mast- und Saugkälber 74 bis 78, mittlere Mast- und Saugkälber^ 65 bis 73, geringe Kälber 56 bis 64; Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weide- mast, 51 bis 55. mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 43 bis 50. Marktverlauf: Kälber und Schafe rege und ausverkauft. Schweine wegen des schwachen Auftriebs nicht notiert. Buntes Allerlei. Schnell wachfende Städte. Den Rekord in schnellem Wachstum unter den Städten hält unbestritten das amerikanische Los Angeles, das sich in einem Zeitraum von fünfzig Jahren verhundertfachte und heute größer als unser Köln ist. (Eine ähnliche Entwicklung nahm in Amerika Seattle.) Für Deutschland an erster Stelle stehl Essen. Essen brachte seine Einwohnerzahl in noch nicht zwei Menschenaltern von 40 000 auf 500 000, hat sich also verzwölffacht. Andere schnellwochsende Städte sind Detroit, die Ford-Stadl, 1860 noch eine kleine Provinzstadt, heute über 1,5 Millionen Einwohner verfügend, Duisburg. Buenos Aires, Chikago, Leipzig, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Reuyork und Cleveland. (Die nächsten Millionenstadt-Kandidaten sind: Birmingham, Alexandria, Warschau. Budapest, Melbourne, vielleicht auch Mexiko.) Verurteilung eines Separatisten - polizeikommisfars. Der berüchtigte Raubmörder und ehemalige Separatisten-Polizeikommissar von Duisburg. Köpp, wurde vom erweiterten Schöffengericht Mörs zu sechs Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Köpp hatte im vergangenen Jahre auf der Straße Mörs— Hölderberg ein Mädchen Überfällen und zu berauben und z u ermorden versucht. Köpp ist im vergangenen Jahre vom Saarbrücker Schwurgericht wegen Raubmordes an einem 20jährigen Mädchen in Merzig zum Tode verurteilt worden. Während der Separatistenzeit spielte er als Polizeikommissar von Duisburg eine üble Rolle. Er ist wegen Roheitsdelikten und Ei gen tu ms vergehen bereits zehnmal vorbestraft. Die Zahnärzte in Deutschland. Die Zahl der Zahnärzte Deutschlands beträgt nach statistischen Feststellungen gegenwärtig rund 9500. Damit entfallen bei einer Gesamteinwohnerzahl des Deutschen Reiches von rund 65 Millionen auf einen Zahnarzt 68680 Einwohner. Hinsichtlich der Versorgung der deutschen Städte mit Zahnärzten dürfte der Bedarf in den großen und mittleren, nicht aber auch in den kleineren Städten gedeckt fein. So beträgt die Zahl der Kleinstädte mit 2000 bis 4000 Einwohnern ohne Niederlassung eines Zahnarztes in Preußen noch 143, in Bayern 166, in Sachsen 32, in Württemberg 31 und in Balten 37. 75 Jahre „Pester Lloyd". Im lausenden Jahre feiert die größte deutsche Tageszeitung der ungarischen Hauptstadt Budapest, der »Pester Lloyd", der im Jahre 1854 gegründet wurde, das Jubiläum ihres 75jährigen Bestehens. Der „Pester Lloyd" ist das führende Organ der ungarischen Volkswirtschaft und hat auch als einziges fremdsprachliches Informationsorgan über ungarische politische und wirtschaftliche Verhältnisse eine besondere Bedeutung in dec ganzen Welt. An der Spitze des Blattes steht Chefredakteur Josef V e s z i, eine hervorragende Persönlichkeit der mitteleuropäischen Journalistik. Büchertisch. — Franz Adam Beherlein. „Der Brückenkop f". (Verlag Scherl, Berlin. Ganzleinen 5 Mk.) — Das Gut des ostpreutzischen Barons Imme, auf das uns Beyerlein, der Verfasser von „Jena oder Sedan" in diesem Gegenwartsroman führt, grenzt an das polnische Gebiet mit einem Hügel, der durch feine Lage 8U einem wichtigen Brückenkopf bei feindlichen Einfällen wird. Freund und Feind nimmt daher an, daß es hier heimliche Befestigungen und Wasfenlager gibt. Aus das Immsche Gut kommen nun zu gleicher Zeit Herbert Imme, ein jüngerer, etwas unsteter Vetter des Gutsherrn, und das neue Stubenmädchen Anni, eine Polin, beten feines Wesen sofort Zweifel über ihren eigentlichen Stand und ihre Absichten aufkommen lassen. Zwischen beiden entspinnen sich Beziehungen, die seltsam aus feindseligen Plänen und sinnlicher Zuneigung gemischt sind. Schließlich finden bei einem waghalsigen Versuch Annis, Rachrichten an die Polen weiterzugeben, beide ihren Tod. Die Interalliierte Kontrolllommis- sion kommt, muh sich aber von der Grundlosigkeit der bekanntgewordenen Gerüchte überzeugen: Ostpreußen hat nichts als die Leiber seiner Männer, um die Grenzen der Heimat zu schirmen. (22) — Auch allein — wohne fein. Die Wohnung der Junggesellin von Elisabeth Reff. Mit 2 farbigen und 10 einfarbigen Tafeln, sowie 20 Zeichnungen im Text. Preis kart. Mk. 1,80. Franckh'sche Derlagshandlung, Stuttgart. — Die berufstätige Junggesellin von heute braucht ein Heim, in dem sich das Schöne unauffällig dem Zweckmäßigen anpaht. Bei einigem guten Willen und Rachdenken ist es für sie nicht schwer, sich wenigstens die äußeren Grundlagen einer Heimat in einer wenn auch engen Wohnung zu schaffen. Anregungen dazu vermittelt das vorliegende schmucke Bändchen in hervorragender Weise. Durch sinngemäße Anordnung der Möbel wird eine gesteigerte Ausnützung des Raumes erreicht. Licht, Fensterbehang, Wände, Wahl der Farben usw. — all diese Fragen werden eingehend behandelt und ermöglichen es der Junggesellin, die Sinn und Gefühl für Stil hat, die „Wohnmaschine" mit geringem Aufwand in eine behagliche Heimstätte zu verwandeln. 2 — Dr. H. F. Thies: Wäsche und Waschen im Haushalt. Praktische Ratschläge für Einkauf und Behandlung der Wäsche. Illustriert und mit zehn Stoffproben versehen, kartoniert 2 Mk. Leipzig 1928. Koehler & Arne- lang, Verlag. — In dem vorliegenden Buche macht der Direktor des Melliand-Institutes für Textilforschung unsere Hausfrauen mit den wichtigsten Eigenschaften der Faserstoffe bekannt und gibt ihnen so einen zuverlässigen Berater beim Einkauf von Wäsche und Kleiderstoffen. Außerdem zeigt er, in welch einfacher, wäscheschonen- der und angenehmer Weise heute gewaschen werden kann. 83 Datum *Io Dt Reichsanlethe v 1927 Anl Ablös Schuld mit Auelos »Rechten Tesal. ebne Auslos.-Rechten Th» Franks H unkündbar •V»°/o Rheinische 6tn> «Bank Uiqu »Goldpf AEG abQ Borkrtegs»Ob- stgationen. rückzahlbar 1932 4% Schwei;. Bundesb.-Anl. 4°/o Oestereichische Goldrle <,20°/o Deftcrr ich Silberne •ulo Oesterreich einheitl. Rie Ungarische Goldrle . . «% Ungarische Staatsr v 1910 ♦*/»% desgl von 1913 Ungarische Kronenrte . . *°l. Türk. HoUanlcihe v 1911 4% lurt. Bagdadbabn.Anl. sene I. 4°/, desgl. Serir !1. 4°, Rumänen converl Rte. 4,/e°/o Rumänen Goldanl. von 1913 CUq Deutsche Eisenbahn .4'/, Hamburg-Amerika Palet. v Hamb^Südam Dampssch v «$00196(1)1^ .6 reutscher Llovd . . 6 Ätlfl. Deutsche Credilanft.. 10 Barm, r Bankverein 10 Berliner HandelSyeselllch. l'z Commerz- und Privat-Bk. 11 Lärmst, u. Nationalbank 12 Deutsche Bank 10 LiSkonlo-Gesellschafi ünt. 10 Dresdner Bank . 10 Mitteldeutsche Lredirbank 9 pictalldank 8 «eichSbauk XU Yp.-Bl. Go.dpi 6tS 1932 . . Devisenmarkt Derlm—Frankfurt /• 8 4 143 141 143J 25 0 72,5 —- 72 — 16,2 ManS'eldcr.....7 — 112,25 113 75 111,5 14J — 142 —- _ Oberschlel Eisend. Bedarf 0 Obcrschles Kokswcrke . 0 101,75 92 ■peiiliarnftaebt . , . . . . , 0 25,5 86 _ _ _ _ 94.75 91,25 99 Fungdans ...... 6 — 84 — 151,25 149,4 150,75 149,25 Phünir Bergbau f I 3 100 99.5 100 Lechwerke . ...... Mainkraftwerke ...... 8 116 115 — Rheinische Braunkohlen 10 246,5 241 247.5 243 5 8 114 —- —- — — 225 223,4 Roeinstahl .0 156,5 156,5 154 Miag . ...... 10 140 — 139 136,5 152,25 144 149,9 152,75 142,5 143,13 251 5 Hui 9 141.5 142.5 249 144 99,7o 164,5 Rekarsulmer ..... Leier« Union . ...... Gebr. Roeder ...... Borgt >. 64 67 Bereinigte Stahlw- f. */•$? 3 Otavi Minen . . . 1 sb Kali Aschersleben . . .10 100,25 100 13,75 98.5 43,13 8 10 6 100.5 175 100 175 — 173.5 171 173,25 171,75 KaliWestereqeln . . 10 Kaliwerk Salzdetfurth 12 «— I 173^5 177.5 Eüdd Zuck:e ... O 131.5 — 133 — 222 222,25 22 0 — j 250 247 161 156 154 162 156.5 157 160 154 155,75 3 G Farben-Jndustrie 10 Dynamit Nobel ... .0 250,75! .'48,75 250 248,25 Banfnolea 157,5 19371 108 95,25 191,75 105.5 94,25 172 122.5 — Berlin, 7. März 1 Geld Brrc, 1 1 1 198 213 125.25 198,5 210 197 Goldschmidt ...... .5 Rulgerswerke......... Metall gefelllchak».....10 108 97 105 95 Amerikanische Noten Belgische Noten..... Dänische Noten...... Englische Noten ...... • 4,163 58.10 111,68 1 20.36 4,183 58,34 112,12 20.44 7. März 8 März Amtliche Geld Noti.rung Brief Amtliche Notierung Geld 1 Brief flmiL» Rolt 168,17 168,51 168,13 168,47 Buen^Sires 1,789 58,275 1,793 1,788 1,792 - Brff.-Sotw 58,395 58,24 58,36 Christiania 111,34 111,56 111,30 111,52 Kopenhagen 111,90 112,21 111,92 112,14 Stockholm . HelstngforS 112,17 10,525 112,80 112,10 112,32 10,545 10,52 10,54 Italien. . 22,10 22,11 22,1)85 22,125 London. . . 20,395 20,435 20,358 20,425 N enp ork . . 4,1800 4,18«O 4,1785 4,1865 Paris.... Sch wetz . . 16,44 16,48 16,435 16,.7« 80,455 80,615 80.455 80,615 Span irrt . . 69,79 69.93 <0.13 70,27 Japan . . . 1,962 1,966 1,962 1,966 Wo de Jan 0.5025 ü,5Ü4u 0,503 0,50.1 Wien in D-> Oest- obgest -8,84 68,96 08,835 58.955 Prag . Belzrad . - 12,387 12,40. 12,383 12,403 7,358 7,372 7,353 7,367 Budapest. . 73,1t 73,25 73,10 73,24 Bulaarien 3,017 3,023 3,022 3,028 Liflabon 19,28 19,32 19.22 19,27 Danzig. . . Konstantin- 81,54 81,70 81,47 81,63 2,115 2,119 5,546 2,130 2,134 Ätben. . . 5,534 5,534 — 5,546 Kanada 4,176 4.184 4,176 4,184 Um not) - 4,276 4,284 4,276 4,284 Mn 20.9? 20 96 20.908 20,948