Nr. 288 Erstes Blaff 178. Jahrgang Aeltag, 7. Dezember 1928 (Et|d)etm lägl'.th, außer Sonntags und Ferertags. Beilagen Me Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. vezugrpreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Hnjeiaer Sieben. Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvS vnd Verlag: vrühl'sche UniverfitS1§-vuch- und Zteindruckerel R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: ZchuMaße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrist 20"mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Das Transferproblem. Der Generalagent Parker Gilbert hat in dem Bericht für das dritte Dawesjahr Wesen und Dedeuckmg des Transserschutzes mit messerscharfer Klarheit dargestellt. Als der Dawesplan entworfen wurde, war es unmöglich, in Hinsicht auf die Endsumme zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen. Dies „unmöglich" darf indessen nicht zugunsten Deutschlands ausgelegt werden, denn die Sachverständigen lehnten die Festsetzung der Sndfu nme nur deshalb ab, weil nach dem Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft, nach dem Ruh^einbruch und nach der Inflation die „Gefahr" bestand, die Sachverständigen könnten di« Endsumme zu niedrig fest- setzen, so das; die Gläubiger sie abgelehnt hätten. So wurde denn davon Abstand genommen, die Endsumme sestzusetzen, um zunächst einmal durch die sogenannle Schonzeit zu versuchen. aus Deutschland ein Höch st m ah von Lei st ungen her au Zzicholen. Dabei ivurde von den Sachverständigen betont, die schwierigste Frage bestehe darin, in welchem Umfang die Zahlungen Deuischlands mit Bestimmtheit Jahr für Jahr zum Taigen der Gläubiger a u s fremde Valuten übertragen werden könnten. Das ist das Transferproblem. Ist aber das, was vor vier Sahcen das am schwierigsten zu lösende Problem war, heute für die Lösung reif geworden? Der Generalagent Parker Gilbert hat diese Frage wiederholt bejaht, wobei er sich offenbar auf Material stützt, das ihm der Transferausschuh Überla,sen hat. Dieser Ausschuh hat die Berantwortung für die Ucberlragung der Zahlungen in fremde Valuten, sowie dafür, dah durch die e Uebertra- gung die Sicherheit der deutschen Währung nicht beeinträchtigt wird. Wer diese Zusammenhänge schärfer Durchdenkt, sieht gleich, dah der Transserschuh überhaupt nur ein Behelf s m i t te l war. dah es also im ursprünglichen Plane lag, die Endsumme so festzufetzen, dah die Gläubiger nicht widersprachen, dah es dann aber Sache Deutschlands war, selbst dafür zu sorgen, dah die Zahlungen reibungslos vor sich gingen. Herr Parker Gilbert hat dieReichs- regierung Im Herbst vorigen Jahres schwer gerügt. als er der Auffassung war, dah die Ausgabensteigerung das zulässige Mah überschritten. Wenn Deich und Wirtschaft Kredite im Ausland ausnehnien, wenn insbesondere die öffentliche Hand darauf lospumpt, so bedroht das nach Parker Gilbert die Ausführung des Dawesplanes. Mit altem Nachdruck muh ar-er darauf hingewiesen werd n, dah im Dawesplan selbst keine Bestimmung enthalien ist. die den Trans- ferschuh als unlösbaren Bestandteil des Planes erklärt. Es wird also auf die deutschen Sachverständigen ankommen, die Kollegen vom anderen ilfet davon zu überzeugen, dah, wie immer die Endsumme und die Jahresraten beschaffen sind, Deutschland für absehbare Zeit auf den Schutz seiner Währung nicht verzichten kann. Selbst wenn das gelingt, sofern es sich wirklich um Sachverständige handelt, so sind wir damit noch nicht über den Berg. Die Vorschläge der Sachverständigen müssen von den beteiligten Regierungen angenommen werden, llnb hier ist es das diplomatische Geschick, von dem abhängt, ob das Transferproblem in einem Sinne gelöst wird, wie das dir lebenswichtigen Sntcresen Deutschlands verlangen. Auf den Transserschuh kann Deutschland nicht verzichten. Wer diese Frage aus dem Handgelenk lösen will, wer, wie das freiwilligd Wichtigtuer in Genf getan haben, 2 Milli arden Mark als Sahresrenle unter Verzicht auf den Transferschuh anbietet, kennt die wirtschaftlichen Zusammenhänge nicht. Ob das, was wir künftig leisten oder leisten sollen, Dawestrrbut heißt oder nicht, diese Leistungen lassen sich nur dann ohne Gefahr für die Währung übertragen, wenn sie wirklich den äleberschuh der Wirtschaft hüben. Von einem Ueberschuh ober einer Aktivität bet Zahlungsbilanz kann aber nur bann gesprochen werben, wenn wir größere Einnahmen erzielen als wir Ausgaben bestreiten müssen. Sn angelsächsischen Länbern fehlt es nicht an überklugen Leuten, bie in Aufsätzen und Buchern zu beweisen suchen, bah bie Transfersorgen nur Legenden unD Märchen feien, dah es vielmehr durchaus möglich sei, Saht für Sahr Kredite im Auslände aufzunehmen, ohne die Wähnmg zu erschüttern. Es wird dabei auf bie Verschuldung der Vereinigten Staaten vor dem Kriege verwiesen, was ein durchaus unzulässiger Vergleich ist, Denn bie Vereinigten Staaten waren damals ein Rohstosflaiid, das sich durch bie Kredite, bie es in Europa aufnahm, zum über- ragenben unb übermäßigen Snbuftrieftaat entwickelte. Deutschlanb ist kein Rohstoffland; es ist übervölkert: es, ist überbies mit einem technischen Probuktionsapparat ausgestattet, bet kaum noch entwicklungsfähig ist. Es ist auch ein Fluch der Snflation, dah Die öffentliche Meinung in Deutsch lan D bas Transferproblem scheinbar so leicht nimmt, dah fie kaum aufhorcht, wenn von Hunderten von Millionen ober gar pon Milliarden Mark Die -Rede ist. Die Tatsache, bah es uns bisher gelungen ist, an Der Leistung aus eigener Kraft vorbeizukommen, b. h., bah wir bie Dawestribute Sahr für Sahr im Auslanb gepumpt haben hat bie Empfänglichkeit für Die Problematik des Dawesplanes iivch mehr herabgemmbert. Es ist schon politischer und sozialer Totentanz, wenn wir uns des Dawesjoches baburch zu erwehren suchen dah wir Einkommen unb Lebenshaltung der Vorkriegszeit für das ganze Doll als uw- Der Wechsel im österreichischen Bundespräsidium. Von Hainisch zu Millas. Auch die Oesterreicher haben gezeigt, daß ic auf dem Klavier des Parlamentarismus ohne Dissonanzen nicht zu spielen verstehen. Sie haben ür die Wahl ihres Präsidenten in ihrer Verfassung andere Formen vorgesehen als Deutschland. Sie schufen nach französischem Muster ein Gremium, das sich aus den beiden Parlamenten zusammensetzt. Ihm steht das Wahlrecht allein zu, während Deutschland auf die unmittelbare Dolkswahl abgekommen ist und in dem einzigen bisher vorliegenden Fall damit keine schlechten Erfahrungen gemacht hat. Theoretisch läßt sich freilich auch für das französische System mancherlei anführen, weil der Wahlkörper sehr viel kleiner und infolgedessen von den Stimmungen der Massen, die bei der allgemeinen Wahl sehr leicht den Ausschlag geben können, unabhängig bleibt. Die Voraussetzung allerdings ist gerade da, dah es gelingt, zwischen den verschiedenen Gruppen eine Verständigung auf einen Kandidaten zu finden, der dadurch eine Mehrheit erhält. Aber gerade das ist in Oesterreich nicht gelungen. Die Vorbereitungen der Wahl waren eigentlich eine Komödie für sich, die, well sie für die österreichischen Parteiverhältnisse kennzeichnend ist, doch ' einmal im Zusammenhang dargestellt werden muß. Der österreich'.scye Präsident ist im wesentlichen eine repräsentative Figur. Allzu viel zu sagen hat er nicht; einmal deswegen und dann auch, um den Parteiehrgeiz auszuschalten, hatte man sich das vorige Mal darauf verständigt, keinen Politiker, sondern einen Gelehrten zu wählen. So wurde Herr Hainisch Präsident, der sich auf das mehr Dekorative beschränkte und insoweit auch eine treffliche Figur gespielt hat: eine würdige Erscheinung, ein Mann von internationalem Rus, dem niemand irgendwelche Ambitionen nachsagen konnte. Er vermied es peinlich, die_ eng gezogene Grenze seiner Machtbefugnisse zu überschreiten und trat öffentlich nur hervor, soweit das die Repräsentation unbedingt verlangte. Seine Amtszeit war abgelaufen, die Christlich-Sozialen hatten den Vorschlag gemacht, ihn wie- der zu wählen, was nur durch Aenderung ober Suspendierung der Verfassung möglich war. Dazu bedurfte es wieder, um eine qualifizierte Mehrheit zu bekommen, der sozialdemokratischen Stimmen. Die Sozialdemokraten aber lehnten das ab. Darauf antworteten die Christlich-Sozialen, daß sie nun eine parteipolitische Kandidatur auf stellen würden. Die Sozialdemokraten hatten also durch ihre kurzsichtige Haltung nur erreicht, daß sie vor der Gefahr eines ausgesprochen christlich-sozialen Präsidenten standen, und da inzwischen Herr Hainisch zwei Reden gehalten hatte, die daraus berechnet waren, ihm die Sympathien der Linken zu gewinnen, waren die Sozialdemokraten bereit, ihren Widerspruch fallen zu lassen. Diese beiden Reden des Herrn Hainisch aber hatten nun bei den Christlich-Sozialen und bei den ihnen verbündeten Großdeutschen böses Blut gemacht, so daß jetzt dort keine Neigung mehr bestand, Herrn Hainisch erneut zu präsentieren. Seine Kandidatur war also erledigt. Versuche Der Christlich-Sozialen, innerhalb Der Regierungskoalition eine Verständiaung auf einen gemeinsamen Kandidaten, der auch so etwas wie eine Volksstimmung für sich hatte, zu schaffen, mißlangen, so daß am Abend vor der Wahl eigentlich noch niemand zu sagen wußte, wie die Entscheidung fallen würde. Das ist auch tatsächlich bis zur letzten Stunde zweifelhaft geblieben. Die Christlich-Sozialen präsentierten, womit sie schon vorher lange gedroht hatten, den Präsidenten des Nationalrats, ihren Parteifreund M i k l a s, die Sozialdemokraten rückten mit der Kandidatur ihres Genossen Renner an. Als dritte Gruppe hatten sich Die Agrarier und Die Großdeut - scheu zusammengefunden. Sie traten mit dem Namen des Wiener Polizeipräsidenten Schober hervor. Das war bie erste Ueberraschung, die aber wohl insofern ihre taktische Berechtigung hatte, als die Möglichkeit bestand, daß die Sozialdemokraten, um den Christlich-Sozialen einen Streich zu spielen, unter Zurückziehung ihres eigenen Kandidaten für Den Vertrauensmann Der GrohDeutschen stimmten. Darauf legten diese keinen Wert, und deswegen kamen sie mit Schober, Der für die Sozialdemokraten das rote Tuch ist. Das war in ganz Oesterreich so ziemlich Der einzige Name, für Den Die Sozialdemokraten nicht zu haben sein konnten, weil sie sich Damit lächerlich gemacht haben würden. So ging die Kräfteverteilung durch zwei WahlgäÜge hindurch, und nun kam Die neue Ueberraschung, daß i m dritten Wahlgang Die Sozialdemokraten ihre Kandidatur zurückzogen, indem sie leere Stimmzettel abgaben. Die Zahl der gilligen Stimmzettel ging infolgedessen um 91 Stimmen zurück, jetzt war nur noch der Christlich-Soziale Miklas und Der Polizeipräsident Schober im Rennen, so daß Der SanDiDat Der Christlich-Sozialen mit 94 gegen 26 Stimmen gewählt wurde, ohne allerdings Die absolute Mehrheit Der vorhanDenen Stimmen erreicht zu haben. Die Basis, auf Der Millas gewählt ist. blerot also verhältnismäßig gering. Er ist ein Mtnder- heitskanDiDat. und Das muß seiner Autorität von vornherein Abbruch tun. Weshalb Die Sozial- Demokraten Das getan haben? Auch Dafür lassen sich Gründe finden. Sie fürchteten. Daß Die Christlich-Sozialen jetzt mit Der Kandidatur Des Mini- sterpräsiDenten Seipel hervortreten würden, Der sofort Die Stimmen Der Großdeutschen bekommen hätte unD Dann mit Mehrheit gewählt war. Sie haben also Herrn Seipel einen Streich gespielt, sie haben gleichzeitig Das Ausein- a n De rf allen Der Regierungsparteien in eine bengalische Beleuchtung gerückt und Dürfen sich Der Hoffnung hingeben, in Die von Herrn Seipel geführte Koalition einen so tiefen Keil getrieben zu haben. Daß sie vielleicht auSeinanderfällt. wodurch sich Möglichkeiten einer Annäherung zwischen Sozialdemokraten und Christlich-Sozialen ergeben könnten. Dabei toar Millas für sie Das kleinere Hebet Er hat als Präsident Des Rationalrates Beweise für seine ülnparteilichkeit erbracht. Die ihm auch links gewisse Sympathim verschafften. Heber seine politische Grundeiastellung weiß man wenig; er ist. was uns Deutsche in erster Linie interessiert, zweifellos kein ausgesprochener An- schluhfreund. aber sein Einfluß wird wohl kaum .stark genug sein, um sich nach Der Richtung besonders auszuwirken; höchsteics auf Derrn Umwege über feine alte christlich-soziale Partei, wo cc ja ohnehin tätig war. Es bleibt nur abzuwarten, ob er Den Versuch macht. Die Fesseln zu sprengen, die Dem Präsidenten in Oesterreich angelegt sind. Vorläufig begrüßen wir ihn mit Der Achtung. Die Oesterreich als eng befreundetes Land für seinen Präsidenten von uns verlangen kann. Oer neue Bundespräsident. Wilhelm Millas wurde am 15. Oktober 1872 zu Krems a. d. Donau als Sohn eines Stäats- beamten geboren. Er wandte sich in Wien dem Studium Der Äeschichte. Geographie und Germanistik zu. Rach Abschluß seiner Studien trat er in Den höheren Schuldienst ein und war dort zunächst in Triest, in Prosnitz und Horn tätig. Sm Sahre 1903 wurde er vom Riederösterreichischen Landtag als Direktor des Landes-RealgymnafiumS nach Waidhofen und 1905 zur Leitung des Ober- ZkanzSUch-MiemscheAllSgieichsvechaMiingen. Eine Verständigung über Nordafrika vor der Tür? Berlin, 6.Dez. (I2L) Erklärungen des französischen Außenministers Briand in der Kammer über die Beziehungen Frankreichs zu Italien, die sich durch besondere Herzlichkeit auszeichneten, haben weit über Italien und Frankreich hinaus Aufsehen erregt, allerdings ohne dah man sich zu erklären wußte, aus welchem Grunde Briand sich so überaus ilaliensreundlich gab. Ein Leitartikel der „Time*" dürfte nunmehr Aufklärung über die Beweggründe des französischen Außenministers geben. Die „Times" erklärt in diesem Artikel nämlich, es würde bedauerlich fein, wenn die Ueberkei- bungen einiger jugendlicher Fafziften einen schlechten Einfluß aus die Besprechungen haben würden, die Mussolini mit dem französischen Botschafter in Rom, Beaumarchais, zur Zeit führe. Dabei gibt die „Times" einige in diesem Umfange der Ocsfentlichkeit bisher noch nicht bekanntgewordene Einzelheiten der italienisch-französischen Besprechungen bekannt, denen große Bedeutung beigemessen werden muß. hiernach steht nach den Vereinbarungen zwischen Frankreich und Italien über die Beteiligung Italiens an der Tangerverwaltung auch eine Einigung in der Frage 1 der Rationalität der italienischen Be- I oölferung in Tunis und der GrenzerWeiterung von Tripoli» bevor. 3n der tunesischen Frage sollen sich die französisch-italieni- schen Ansichten bereits weitgehend genähert haben. Die französische Regierung sei bereit, diejenigen Paragraphen des sranzösischen Raiuralisierungsge- sehes zu ff r e i d) e n, die automatisch aus dem Enkel eines fremden Einwanderers einen französischen Staatsbürger machen und ihn so zur militärischen Dien st pflicht verpflichten würden. Dies käme einer Vertagung der Naturalisierung einer großen Anzahl italienischer Siedler in Tunis für die Dauer einer Generation gleich, hierfür soll die italienische Regierung bereit fein, a u f gewisse Vorrechte, die Kapitulationen gleichkämen, zu verzichten, die den Italienern noch unter der Regentschast des Beys von Tunis gewährt worden waren. Ebenso seien die Unterhaltungen über die Grenzänderung zwischen dem französischen und italienischen Afrika aus gutem Dege. Man dürfe annehmen, dah der italienische Anspruch aus die Erweiterung von Tripolis nach Süden und Südwesten hin grundsätzlich von Frankreich unter der Bedingung zugestanden worden sei, dah diese Grenzänderung nicht die direkte Verbindung zwischen Französisch-Rordafrika und Französisch-Aequatorial-Afrika unterbrechen dürfe. mittelbar erreichbar hinsteilen. Wenn wir frei* willig auf Den Transferschuh verzichten wollen, wie man uns von gewisser Seite leichtfertig empfiehlt, so müssen wir zunächst über jenes Mah von Selbstzucht unD wirtschaftlicher Einsicht verfügen, Die uns fähig machen, Die Daweslast als Das zu begreifen, was sie ist: sie geht jeden Deutschen an, sie drückt Die Lebenshaltung jedes Deutschen herunter bis ins zweite und dritte Glied. poincarSs Aeparationspolilik. Die Lachvcrständigcnkommission. Paris, 6. Dez. (WB.) Dor dem auswärtigen Ausschuß Der Kammer haben Ministerpräsident P o i n c a r 6 und Minister des Aeußern Briand den Willen der Regierung beteuert, sich für eine uellftänbige, definitioe Liquidierung des Reparationsproblems einzusetzen. Sie haben unterstrichen, daß die gegenwärtige Phase der Verhandlungen, deren allgemeiner Gang durch das in Genf im September aufgesetzte Protokoll geregelt bleibt, re in Sa ch v e r - ständigencharakter trägt. Bei Den Unterredungen, die bisher zwischen Frankreich und den ehemals alliierten Ländern bzw. zwischen Frankreich und Deutschland stattgefunden haben, ist besonders auf den Wunsch Deutschlands hin verabredet worden, daß die unabhängigen Sachoerstän- Digen feine die Regierungen bindenden Entscheidungen treffen könnten. Es werde also Sache der Regierungen sein, wenn die voraufgehende «achverständigenarbeit abgeschlossen sein wird, darüber zu urteilen, ob die Schlußfolgerungen der Sachverständigen es erlauben, daß d i e politischen De rhandl ungen in eine neue Phase treten. Nach einer Meldung der Agentur Haoas habe Ministerpräsident Poincars gezeigt, wie die Regelung des Repaartionsproblems eng verbunden sei mit der Prosperitätde^ Landes und somit mit dem seit 1926 begonnenen Sanierungswerk, dessen Krönung die Regelung des Reparationsproblems sein würde. Die Angaben PoincareZ, die durch Briand vervollständigt worden seien, hätten die vollkommene Uebereinstimmung der Ansichten der beiden Minister gezeigt. Lediglich ein Mitglied des Ausschusses, der frühere französische Delegierte in der Reparationskommission, Dubois, soll einige Vorbehalte gemacht haben; alle anderen Anwesenden Dagegen, von den Sozialisten bis zu den Konservativen, sollen der von Poincars vorgetragenen Auffassung vollkommen z u g e ft i m m t haben. Nebenher und in Beantwortung von Anfragen sei auch das Problem der Kriegsschulden berührt worden, dessen Lösung von dem der Reparationen vollkommen unabhängig sei und dessen Schwierigkeiten die Regierung keineswegs verkenne. Es scheine, daß das Problem der interalliierten Schulden nicht vor Regelung des Reparationsproblems in Angriff genommen werden könne und daß keinerlei Verbindung a priori zwischen diesen beiden auf verschiedenen Gebieten aufgeworfenen Fragen bestehe. Die deutschen Markbesiände in Belgien. Keine deutscheBerPflichmng zur Einlösung. Berlin, 7. Dez. (Eigene Drahtmeldung.) Das deutsch-r u m ä n i s ch e Abkommen über Das noch aus Der Kriegszeit stammende O f f u £ a - tivnsgelD hat se.bstverstänDlich in Belgien allergrößte Beachtung gefunden. Sn Der belgischen Presse ist wiederholt zum Ausbruck gebracht worden, Daß nunmehr auch Belgien von Deutsch- lanD eine Einlösung Der sechs Mil- liarDen Reichsmark, Die 1918 in Belgien zurückgelassen werden mußten, verlangen könne; sie hat aber dabei vollkommen übersehen, daß wir eigentlich in Dem Vertrag mit Rumänien keinerlei Cinlösungsverpflichtun- gen übernommen haben. Dem Wunsche nach einer Regelung dieser Angelegenheit scheint auch Die Behauptung entsprungen zu sein, Duj bereits zwischen Terlin und Brüssel verhandelt .toürDe. eine Behauptung, Die von Anfang bis zum Ende erfunden ist. Durch Die Unterzeichnung des Dawes-Abkommens ist Deutschland nicht mehr verpflichtet, Sonderlasten zu übernehmen, Belgien kann auch infolgedessen keinerlei Ansprüche mehr an uns stellen, weil Die Reparationszahlungen dazu dienen sollen, alle Forderungen abzu zelten. Daß wir grundsätzlich bereit sind, mit Den Belgiern ins Reine zu kommen, wenn sie mit entsprechenden Gegenleistungen au.toarlen können, haben wir schon einmal zu erkennen gegeben, als seinerzeit Die Rückgabe von Eupen und Malmedy an uns zur Debatte stand. Durch Den Einspruch Frankreichs haben sich die damals schon sehr weit gediehenen Verhandlungen zerschlagen. Sm» merhin ist es möglich, daß in Brüssel Die Vernunft wieder einzieht und wir früher oder später doch zu einer Dermin, Ligen Einigung kommen. Snteveffant wäre es allerdings, meint uns Die Belgier einmal mitteilen würden, ob sie Denn tatsächlich noch im Besitze Der Marknoten sind. Rach einem bisher unwidersprochen gebliebenen Gerücht soll das Brüsseler Finanzministerium 1923 wegen Der den schen Inflation Die in ihrem Werte start zusammengeschmvlzenen Martbestände schleunigst abge stoßen haben. ghmnasium- nach Horn berufen. Seit 1907 trat er auch politisch hervor, indem er für Cggen- burg-Gföhl in das Abgeordnetenhaus gewählt wurde. Mitglied des .iiederöster- reichischen Landtage- wurde er 1908. Aach der Revolution wurde er 1918 zum Mitglied der vorläufigen L a n d e s v e r t r e t u n g von Niederösterreich gewählt und leitete als Landesrat dessen Schulwesen. Ein Wiener Bezirk entsandte ihn im Februar 1919 in die konstituierende Nationalversammlung. Nach Sildung einer endgültigen Regierung aus der Mitte der Nationalversammlung wurde er zum älnterstaatssekretär im Staotsamt für das Dildungswefen ernannt. 3m November 1923 wurde er zum erstenmal ;um Präsidenten des österreichischen NatronalrateS gewählt. Nach den Aprilwahlen 1927 erfolate seine Wiederwahl zum Präsidenten des Natiznalrates. Miklas ist ein streng- gläubiger Katholik. Er bekleidete auch einmal das Ehrenamt eines Präsidenten des Katholikentages. Dar neue DuiÄespräfident ist Dater von elf Kindern. Glückwünsche des Reichspräsidenten. Berlin, 6. Dez. (WB.) Reichspräsident v. Hindenburg hat an den neugewählten österreichischen Bundespräsidenten M i k l das nachstehende Telegramm gerichtet: »Dem Bundespräsidenten der Republik Oesterreich, Herrn Wilhelm Millas, Wien. -Zu der tlebernahme 3Hres hohen Amtes als Bundes- Präsident der Republik Oesterreich bitte ich Sie, meine unddes deutschen Volkes herzlichste Wünsche entgegenzunehmen. Möge Ihre Amtsführung dem österreichischen Brudervolke, an dessen Gedeihen Deutschland den innigsten Anteil nimmt, zum Glück und Segen gereichen. (gez.) Reichspräsident v.Hindenburg.- Oie Auswirkung der tschechischen Wahlen. Prag, 6. Dez. (WB.) Obwohl die Wahlen zu den Landes- und Bezirksvertretungen die absolute Mehrheit der gegenwärtigen Oppositionsparteien gebracht fjaben, ist vorläufig mit einem Regierungswechsel nicht zu rechnen. 3n den nächsten Tagen soll aber die Ernennung des neuen Ministerpräsidenten an Steife deS erkrankten Svegla erfolgen. Der neue Wann wird den Reihen der stärksten Partei, den tschechischen Agrariern, entnommen werden. Diese Partei richtete heftige Angriffe gegen D e n e s ch, der dem bürgerlichen Kabinett angehört, obwohl er der Führer der oppositionellen tschechischen Nationalsozialisten ist. Das Zentralorgan der tschechischen Agrarier bezeichnet diesen Zustand als eine unerhörte Anomalie. Daß Benesch deswegen aus dem Kabinett ausscheiben sollte, ist frellich unwahrscheinlich. Eher ist mit einer Annäherung feiner Partei an die Mehrheit zu rechnen. Die Presse beschäftigt sich ferner lebhaft mit der großen Stärke der kommunistischen Partei, die trotz verschiedener kommunistenfeindlicher Regierungsmah- nahmen und trotz des starken Stimmrückganges noch immer di« zweit stärkste Partei des Staate- bleibt. Oie Wohnungsbaupolitik in Hessen. Minister Korell vor dem Finanzausschuß. D a r m st a d t, 6. Dez. Der Finanzausschuß nahm die Regierungsmitteiluna über die Verteilung der für polizeiliche Zwecke bewilligten 200 000 Mark zur Kenntnis. Abgelehnt wurde ein Antrag des Bauernbundes, diesen Kredit auf 100 000 Mark herabzusetzen. Einstimmige Bewilligung fand die von der Regierung beantragte Abänderung des Gemeindeumlagegesetzes. Wegen der Vergebung von Aufträgen der Bade- und Kurverwaltung Bad- Ra u h e i m war von den Kommunisten Klage geführt worden. Der Ausschuß stimmte einem Antrag Lux (Soz.) zu, alle vorkommenden Arbeiten, soweit sie 500 Mark übersteigen, auf dem Wege des öffentlichen Wettbewerbs zu vergeben. Arbeiten, die unter diesem Betrage liegen, sind abwechselnd den in Frage kommenden Handwerkern zu übertragen. Für die Beschaffung von Dadewasche für Bad- Rauheim werden 50 000, für Bad Salzhausen 11 000 Mark bewilligt. Ein so ialdemotratischer Antrag, zur Förde- rung des Wohnungsbaues und Belebung des Arboitsmarctes in den Landgemeinden schon jetzt Mittel aus dem nächstjährigen Dau- programm zur Verfügung zu stellen, wurde durch die Antwort des Ärbeits- und Wirtschaflsmini- sters für erledigt erklärt. Der Minister wies darauf hin, daß im laufenden 3ahre 8 Millionen für verbilligte Baudarle he n bereitgestellt und verteilt worden sind. Der Betrag reiche jedoch bei weitem nicht aus, um allen gestellten Ansprüchen gerecht zu werden. Da viele Bauten ohne Rücksicht auf die Finanzierung des Bauvorhabens in der Erwartung begonnen würden, daß für ein schon begonnenes Haus eher Mittel bewilligt würden, habe der Minister, um Stillegungen vorzubeugen, einen weiteren Betrag von 400 000 Mark bereit* gesteckt. Für die allerdringendsten Ansprüche seien später noch weitere 300 000 Mark notwendig. Auch dieser Betrag würde als Vorgriff aus die für das Baujahr 1929 vorgesehenen . Mittel zur Verfügung gestellt. Auch jetzt noch seien Anträge für 691 begonnene Wohnhäuser mit rund 1000 Wohnungen gestellt, die nicht mehr berücksichtigt werden könnten. Hiervon seien 761 Wohnungen als vordringlich bezeichnet. Bei einer Beleihung von nur 2000 Mark für jede Wohnung wäre ein weiterer Betrag von 1 520 000 Mark erforderlich gewesen. Da für das laufende Jahr bereits 8 ZOO 000 Mark bereit- gestellt seien, könne eine weitere Inanspruchnahme des Geldmarktes nicht mehr erfolgen. Für die allerdringendste Notlage werde jedoch im Einverständnis mit den: Finanzminister mxh ein Betrag von 700 000 2Rarf zur Verfügung gestellt werden können für die Lasten des Anteils der Landgemeinden an dem Sondergebäudesteuerauf- kvmmcn des I h.eS 1929. Wei ere Mittel für Rohbauarbeiten flüssig zu machen sei ausgeschlossen, zumal noch nicht feststehe, ob für das Jahr 1929 Anleihemittel zur Förderung des Wohnungsbaues in den Landgemeinden aufgebracht werden können, weil aus dem Gesamt aufkommen der Sondergebäudesteuer von 11 Millionen nur 4,4 Millionen den Landgemeinden zufallen, von k welchem Betrag aber noch die Verzinsung und Tilgung der Anleihen aus den Jahren 1927/28 in Abzug zu bringen seien. Weitere Vorgriffe auf die nächstjährigen Mittel dürften nicht mehr erfolgen, weil sonst im nächsten 3ahre die Baueinschränkungen schon früher einsetzen müßten und diese dann erheblich fühlbarer sich auswirken müssen als jetzt. Auch von der Beschreitung des Anleihrweges müßte zumindest so lange Abstand genommen werden, damit nicht die ordnungsmäßige Verzinsung und Abrechnung aller Bauten beeinträchtigt werde. Die Erhebungen für den Wohnungs- baubedarf für das Jahr 1929 seien im Gange. Der Minister hofft, daß er dem Landtag in der nächsten Zeit sein Programm vorlegen kann. Eine Regierungsaniwori. Auf die kleine Anfrage des Abg. Haurh betr. die Wohnungsfürsorgegesellschaft f ü r Hessen, gern. G. m.b. H., hat der Hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft am 3. Dezember im Landtage eine eingehende Erklärung abgegeben, der im wesentlichen folgendes zu entnehmen ist: Zu Ziffer 1. Der Regierung ist nicht bekannt geworden, daß die Wohnungssürsorge- gesellschast für Hessen, gern. G. m. b. H., Bauten durch führen läßt, die nicht ausreichend finanziert sind. Dagegen ist bekannt, daß die WohnungSfürsorgegesellschaft sehr vorsichtig finanziert und meistens höhere Doranschlagsbeträge annimmt, weck sie neben den eigentlichen Bau- und Grundstückskosten sämtliche Nebenkosten berücksichtigt, ein Verfahren, was die privaten Planverfertiger und Unternehmer nur leider zu wenig beachten. Zu Ziffer 2. Die Vergebung von Bauausführungen cm Generalunternehmer war namentlich im Jahre 1925 bei der Llnsicherheit der Preisgestaltung im 3ntereffe der meist minderbemittelten Bauherren gelegen, um diese durch feste Preisvereinbarungen vor einer nicht tragbaren Mehrbelastung zu schützen. Einzelsälle, in denen sich Handwerksmeister als ilnterunterneh- mer gegen den Generalunternehmer bei der Wohnungsfürsorgegeiellschaft beschwert haben, wurden von dieser gütlich beigelegt. Zu Ziffer 3 und 4. Der Vorwurf einer einseitigen Bevorzugung des Konsumvereins sowie der Bauhütte wird mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen. Zu Ziffer 5. Der auf Gerüchten beruhende Verdacht (die Gewährung von Prozenten an die Angestellten für von ihnen hereingebrachte Aufträge) trifft in keinem Falle und ist vol l- kommen unbegründet. Dte Geschäfte der W. F. G. werden in finanzieller Hinsicht von einem Ministerialvberrevisor und einem Dankrevisor regelmäßig geprüft. Außerdem bietet die Zusammensetzung des Auffichtsrates schon eine volle Gewähr für die äleberwachung der Ge- schäftssührung. Allgemein sei bemerkt, daß die in der Anfrage berührten angeblichen Mißstände und Mutmaßungen durch die Ermittelungen als unbegründet widerlegt sind. Um auch jeden Anschein zu beseitigen, der geeignet sein könnte, die Geschäftsführung und das Geschäftsgebaren der W. F G. nach außen hin herabzusetzen oder unmittelbar zu schädigen, wird festgestelll, daß die W. F. G. ihre Aufgaben sowohl auf dem Gebiete der Betreuung wie auch der Daustnanzierung und Bauleitung durchaus ordnungsmäßig und gewissenhaft erfüllt bat. Aus dem Jahresbericht von 1927 ist zu ersehen. daß im Berichtsjahr 1925 440 Wohnungen, 1926 490 1927 1070 1928 1150 bearbeitet wurden. Die Zahlen zeigen eine günstige Weckerentwickelung und steigende Inanspruchnahme der W. F. G. durch die Dauinter- essenten. gez. Korell. Bayerns Selbständigkeit. Ein Beschluß des Münchener Landtags. München, 6.Dez. (WTB.) Die Koalitionsparteien und die Nationalsozialisten haben im Bayerischen Landtag eine Entsch.ießung eingebracht, worin der Bayerische Landtag feinen Entschluß kundgibt, am Bestand des Staates Bayern fest zuhalten und alles zu tun, um die dem Staat Bayern nach Derfsassung und Verträgen zustehenden Rechte zu wahren, weck damit am besten dem inneren Zusammenhalt des Reiches und der Zukunft des deutschen Volkes gedient werde. Abg. Ackermann erklärte, die sozialdemokratische Fraktion lehne die Methoden ab, mit denen man letzthin im Landtag versucht habe, die Belange Bayerns gegenüber dem übrigen Deutschland zu wahren. Sie lehne es deshalb ab, der Entschließung beizutreten. Für die Deutsche Volkspa r tei führte Ab^. Burger aus: Wir werden die bayerische Regierung unterstützen, wenn sie die Selbständigkeit Bayerns wahrt, aber jeder Versuch, den Staat gegen das Reich a u s z u s p i e le n, schädigt den inneren Frieden des Reiches und seine Entwicklung. Die Entschließung^ wurde mit 68 gegen vier Stimmen bei 32' Stimmenthaltungen angenommen. Der Stimme enthielten sich die Sozialdemokraten und die Deutsche Volkspartei, dagegen stimmten nur die Kommunisten. Die Arbeitsgemeinschaft zwischen Preußen und Hamburg. Ein weitgehendesAbkommen bciderLänder Berlin, 6. Dez. (WTB.) In dem gestern unterzeichneten Abkommen bekunden die Regierungen der Länder Hamburg und Preußen die überein- stimmende Auffassung, daß eine einheitliche Entwicklung des h a m b u r g i s ch - p r e u - ßischen Wirtschaftsgebietes an der unteren Elbe notwendig ist, und erklären ihre Bereitwilligkeit, die hierzu erforderlichen Maß. nahmen, in gemeinsamer Arbeit so zu treffen, als ob Landesgrenzen nicht vorhanden wären. Zu diesem Zweck wird beschlossen, in erster Linie die Lösung der bestehenden Fragen auf dem Gebiete der Hafenwirtschaft, der Landesplanung und Siedlung, sowie der Verkehrsgestaltung in Angriff zu nehmen. Es wird die Bildung einer H a f e n g e m e i n f ch a f t zur einheitlichen Verwaltung und Ausgestaltung des Hafengebietes von Hamburg, Harburg, Wilhelmsburg und Altona vereinbart, in die beide Länder ihre Grundstücke, Beteiligungen und Bauanlagen mit allen Rechten und Pflichten in Anrechnung auf das Grundkapital einbringen. Beide Länder verpflichten sich, die etwa erfordersichen Zuschüsse in gleicher Hohe jährlich rechtzeitig zu leisten. In den Vorstand der Hafengemeinschaft entsenden beide Länder die gleiche Anzahl von Mitgliedern mit gleichen Rechten, ebenso in den Verwaltungsrat, dessen Vorsitzender, eine mit den Hamburger Verhältnissen vertraute Persönlichkeit, gemeinsam zur Wahl gestellt werden soll. Bezüglich der Landesplanung kommen Hamburg und Preußen überein, für Hamburg, Altona, Wandsbek, Harburg, Wilhelmsburg und das sonst in Frage kommende Gebiet eine einheitliche Planung zu schaffen, zu deren Ausarbeitung und fortlaufenber Anpassung ein Landesplanungs- ausschuß eingesetzt wird. Die beiden Regierungen gründen ferner einen Ausschuß zum Zwecke der planmäßigen Ausgestaltung des Kraftfahrlinienverkehrs in den Hamburg benachbarten preußischen Gebietsteilen und zur Herstellung einer zweckmäßigen Verbindung mit Hamburg. Die Regierungen erklären schließlich allgemein ihre Bereitwilligkeit auf die Beseitigung von Derwaltungsunzuträglichkeiten, insbesondere auch auf dem Gebiete des Anstaltswesens hinzuwirken, und geben dem Wunsche Ausdruck, daß die weiteren Verhandlungen im Geiste der Verständigung in aller Kürze zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht werden. Britische Mandaispoliiik in Palästina. Frankreich protestiert gegen den Ausbau des Hafens von Haifa. Berlin, 7. Dez. (Priv.-TeT) Das ,‘3. T." hört zu un 'Ausland verbreiteten Meldungen, wonach auf Veranlassung Deutschlands der Völkerbund in London gegen die Vergebung der Arbeiten zum Ausbau desHafens vonHaifa ausschließ' lich an englische Firmen protestiert haben soll, weil dies gegen die in den Mandatsbestvm- mungen ausdrücklich festgesetzte wirtschaftliche Gleichberechtigung aller Voller- bundsstationen verstoße, daß die Nachricht von einem Schritt Deutschlands in Genf in der Haifa-Angelegenheit unrichtig ist. 3m übrigen sei zunächst nicht der Völkerbund, sondern die Mandatskommission zuständig, die sich aber nach hier vorliegenden Informationen offiziell mit der Angelegenheit noch nicht beschäftigt hat. Gleichzeitig berichtet das Blatt, daß nach in Jerusalem vorliegenden Nachrichten Frankreichbei der englischen Regierung gegen den Hafenbau Protest eingelegt habe, weil Haifa durch ihn im Widerspruch zu den Mandatsbestimmungen zur englischen Flo t- t e n b a s i s würde. Ernste Lage in Afghanistan. London, 6. Dez. (Tel.) Nach den nunmehr in Kallutta und Lahore vorliegenden Berichten über die Vorgänge in Afghanistan besteht kein Zweifel mehr, daß sich dort sehr ernste Dinge vorbereiten. Die revolutionäre Bewegung in Iallalabad wird von einem Wasserträger namens Dacha Saku geführt, der einen großen Preis auf den 3?opf des Königs ausgesetzt hat. Auch in Kalkutta selbst beginnt sich die Lage infolge des sich langsam bemerkbar machenden Nahrungsmittelmangels zuzuspitzen. Die Auto- und Wagenführer, namentlich die Hindus weigern sich, die gefährliche Reife nach Peshawar zu unternehmen. In Peshawar sind bereits eine Reihe von afghanischen Beamten mit ihren Familien eingetroffen, die aus dem llnruhegebiet geflüchtet sind. Kabul ist von dm Rebellen gegenwärtigrolllommen abgeschnitten. Hiervon wird auch der dortige brisische Gesandte betroffen, der sich außer Stande sieht, seine beabsichtigte Weihnachtsreife nach Europa anzutveten. Aus aller Wett. Weihe des Denksteins für die Auslandhilfe. Die Deutsche Liga der Freien Wohlfahrtspflege und der Deutscke Zentralausschuß für die Ausland- Hilfe veranstalteten in dem Festsaal des Wohl- fahrtshaufes in der Oranienburger Straße in 2J e r« (in die Weihe des Denksteines für die Ausland- Hilfe. Der Denkstein zeigt eine Tafel mit einer Inschrift, an deren Seiten zwei Frauengestalten stehen und gemeinsam eine Opferschale heben, in der die Flamme der Erinnerung und des Dankes brennt. Die Inschrift lautet: „Bleibe du, Stein, s i n Zeuge des Dankes für helfende Güte, die durch Jahre der Not währt. Auslandhilfe 1924 bis 1927". Das Hilfswerk wurde in erster Linie getragen von den im Kriege neutralen Ländern, von Auslanddeutfchen und den deutschstämmigen Angehörigen der ehemals feindlichen Staaten. Ihnen schlossen sich die großen kirchlichen Hilfswerke aller Bekenntnisse und der humanitären Gesellschaften, namentlich der Rotkreuz-Dereine, an, bis im schweren Notwinter 1923/24 die Hilfe für das not- leidende Deutschland eine Angelegenheit fast aller Kulturstaaten wurde. Insgesamt sind von 1920 bis 1926 schätzungsweise 136 Millionen Kilo- gramm Waren, hauptsächlich Lebensrnittel, im Werte von 125 Millionen Goldmark und etwa 17 Millionen Goldmark in bar nach Deutschland vermittelt worden. Die sog. „Q u a f e r f p e i f u n g" hat während ihrer fünfjährigen Dauer von 1920 bis 1925 durchschnittlich 500 000, im Juni 1921 und im Sommer 1924 über eine Million Schul- und Sttemtinbern, Jugendlichen und Müttern eine tägliche Mahlzeit geboten. Etwa 260 000 deutsche Kinder wurden während der Zeit von 1917 bis 1924 in benachbarten Ländern zur Erholung ausgenommen. Nach einleitendem Gesang von Knaben des Staats- und Domchors begrüßte der Präsident der Deutschen Liga 'der Freien Wohlfahrtspfleae, Graf von Lerchenfeld, die Erschienenen. Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dietrich, erklärte: Das Gute und Erhebende aus den Jahren der Not soll und wird unser Volk bewahren, und dazu gehört, daß wir der Hilfe ge- denken, die uns in diesen Notzeiten opferfreudige Nächstenliebe deutscher Lolksgenosien im Auslände und darüber hinaus in weitem Maße hilfsbereiter und edler Menschen vieler Völker der Erde gebracht hat. Der Reichspräsident und die Reichs- regierung haben mich beauftragt, im Namen des deutschen Volkes allen, die mit dabei gewesen sind, bei diesem Werk der Menschlichkeit, den herzlichsten Dank auszusprechen. Ich tue dies zugleich auch namens der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege und namens der Organisationen, die die Hilfe vermittelt haben, und nicht zuletzt namens der Notleidenden, denen sie zuteil geworden ist. Die Schlußansprache hielt der Vertreter der religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker), Mr. Gilbert L. M a c Master. Eine chinesische Stadl unter der Schreckensherrschaft von Banditen. Die mächtige Bandit enorganisalion der „Großen Schwerter" hat die Stadt Li Pang im südlichen Kiangsu vollständig ausgeraubt und 78 vermögende Einwohner verschleppt, für die ein Lösegeld von vier Millionen Mark verlangt wird. Äe Banditen rückten etwa 1000 Mann stark an, zerstörten die Stadttore, befreiten mehr als 200 Insassen des Gefängnisses, erbrachen dir städtischen Verwaltungsgebäude, bemächtigten sich der Polizeistationen und setzten daraus eine Anzahl Gebäude in Flammen. Nach diesen ersten Vorbereitungen errichteten sie eine Schreckensherrschaft, ermordeten zahlreiche Personen und raubten alles, was ihnen in die Hände fiel. Nach fünfstündiger Schreckensherrschaft trafen Regierungstruppen ein, worauf sich die Banditen zurückzogen. Als Beweis für die Ernsthaftigkeit ihrer Ankündigung, daß sie die mitgeschleppten Gefangenen töten würden, wenn das Lösegeld nicht bezahlt werde, haben die Banditen beim Passieren einer Anzahl von Städten je einen oder zwei ber Gefangenen ermordet. Die Stadt Li Vang hat im vergangenen Jahre nicht weniger als fünf solcher Raubübersälle über sich ergehen lassen müssen, die jedesmal mit bedeutenden Opfern an Menschenleben und großen Sachschaden verbunden waren. hauseinsturz durch eine Explosion. 3n Schwarzenbach (Saale) ereignete sich in einem Haufe eine Implosion, wodurch ein großer Teil der hinteren Llmfasfungsmauer in den Hof stürzte und große Teile der Wohnungseinrichtungen mit in d e Tiefe gerissen wurden. Vier Familien sind durch den Einsturz obdachlos geworden. Die Ursache der Explo ton ist noch nicht geklärt. Die Unglücks stälte b.etet ein trostloses Bild: Mauertrümmer. Holzstücke. Glasscherben liegen in wüstem Durcheinander auf dem Grundstück. Ore Wetterlage. .770 V>0«. Donnerstag, ,6.DezD 1928 J* aDds. ©vonttnfox® neitei ö n«re ocaetii ® •om». ® oe 'von ihrem geistigen Schöpfer geformt und aebilbet ist, so etwas wie eine —obzwar immer ga^ bürgerliche, KMA irdische und im Grmche bem alltäglichen Leben zugeborene - Ideal- gestalt, in welcher die alte und die neue Zett, die Generation von ehedem und die allzugegen- toärtiae von übermorgen sich zusamrnenfinden und versöhnen; vielleicht liegt das Ideal für Dokumente und Argumente. Eine Buchbesprechung. Bei uns in Deutschland hat es leider vor dem Krieg Polttiker ohne Beruf und ohne Auftrag all- zuwenig gegeben. Bielleicht hängt dies zusammen mit den eminenten Schwierigkeiten und ständigen Rückfällen unserer politischen Entwicklung, die uns erst erheblich viel später als dem soviel glücklicheren England erlaubten, im festen Besitz eines deutschen Staatsbewußtseins den Blick nach außen über die querelles allemandes hinweg auf die hohe Politik zu lenken. Viktor Naumann ist einer der wenigen gewesen, denen dies schon im alten Deutschland gelungen war. Weich großen Nutzen bie leitenden Staatsmänner während des Weltkrieges aus seinen Erfahrungen und Erkenntnissen hätten ziehen können, beweist das nachgelassene Werk des 1927 für Deutschland zu früh Verstorbenen („Dokumente und Argumente", Verlag Ernst Rowohlt, Berlin. 610) Der Beweis ist um so schlüssiger, als es keine nachträgliche Weishett eines Mannes ist, der tlüger vom Rathaus kam, als er hinausging. Seine Tätigkeit im Dienste der deutschen Politik wird hier von ihm selbst auf Grund einer Unmenge wörtlich abgedruckter Tagebuch- notizen, Briefen und Denkschriften geschildert. Es ist ein erschütterndes Bild, was sich daraus für die Lotung der politischen Geschicke des deutschen Volkes in dem schwersten Kampfe seiner Geschichte er- gibt Und ein jeder Deutsche, dem es ernst ist um ble Liebe zu seinem Daterlande, sollte zu biesem Buche greifen unb es Zeile um Zeile lesen. Naumann war kein Extremer, kein Rabikaler nach irgenbwelcher Richtung hin. Vorurteilslos, mit freiem Blick geht er an ble Dinge heran. Obwohl von Hause aus Protestant, steht er doch dem Zentrum unb namentlich seinem bayrischen Flügel nahe. Er ist Vertrauensmann des Grafen Hertlmg, besten völliges Versagen als Kanzler jeboch für ihn ble größte Enttäuschung ist. Er ist ber Perbm- bungsmann zwischen Wien unb Berlin —, am Dallhausplatze unb in den Kreisen der Erzherzogin Maria Theresia gern gesehen, aber klar und auch- fern sieht er die schweren Fehler ber österreichischen Politik, sieht den Zusammenbruch der Monarchie, als man in Berlin immer noch nur das sah, was man gerne sehen wollte. Er hatte gute Freunde im Slusawrtigen Amt, aber keiner hat vernichtender über bie Unfähigkeit Bethmann Hollwegs urb das völlige Desaster unserer auswärtigen Politik in allen Phasen des Weltkrieges geurteilt, als er. Er stand Tirpitz nahe unb hatte sehr gute Beziehungen zur Marineleitung, aber er sah, daß der U-Boots- krieg, um ein Jahr zu spät begonnen, nicht nur ein militärischer Fehlschlag, sondern auch im Hm. blick auf Amerika ein politischer Fehler allerersten Ranges war. Naumann war kein Freund des parlamentarischen Systems, er hat die unglückselige Friedensresolution des Reichstages auf das aller- schärfste verurteilt, aber er war einsichtig genug, die Machthaber in Preußen immer wieder zu er- mahne? zur Einlösung ihres Versprechens das dem preußischen Volk die Wahlreform verheißen hatte, al» e» ins Feld zog. Er war Überzeugter Monarchist, aber er schloß nicht die Augen vor der Tatsache, daß der große Fond» dynastischen Ge- fühl», den Kaiser Wilhelm!, feinem Enkel hinter- laßen hatte, am Ende des Krieges restlos oeroirt- schuftet war. Er war auch ein überzeugter Fode- rallft und sah doch scharf die große Schuld der Bundesfürsten, die sich — ganz im Gegensatz zu dem Sinn der Bismarckschen Reichsoersasiung — von dem König von Preßen, bem pnmus inter pares, hatten zur Seite brängen laßen, und nicht einmal in den gefährlichsten Stunden des Kr.eges trotz befferer Erkenntnis aus ihrer Pafsiottat her- ^Vittor Naumann hat keineswegs geschwiegen, um nun nachträglich alle die zu steinigen, die damals in verantwortlicher Stellung gesündigt haben. Nein, er hat immer wieder noch zur rechten Zett in Unterredungen, Denkschriften und Briesen feiner Meinung klar und eindeutig Ausdruck gegeben. Und seine Vertrauensstellung zu so vielen damals lei- tenben Persönlichkeiten ermöglichte es ihm, seine Auffassung auch an bie maßgebenben Stellen her- anzubringev. Aber alles umsonst, man wollte nicht sehen unb konnte zu keinen entschiedenen Entschlüssen kommen. Hatte man sich endlich in Berlin und Wien zu Taten aufgerafft, dann war es zu spät, und die günstige Gelegenhett zu einem für uns billigen Frieden zu kommen, verpaßt. Das Buch ist, wenn auch unbeabsichtigt, eine glänzende Rechtfertigung Ludendorffs, dem man heute vorwirft, in diktatorischem Machtstreben alles an sich gerissen zu haben. Nein, die völlige Unfähigkeit des Berliner Systems drängte dem militärischen Verschönerung durch Ohrstuhen. Während man das Hundegeschlecht fett langem durch das Stutzen der Ohren zu verschönern sucht, war es unserer Zeit Vorbehalten auch den Menschen durch diese Maßnahme höhere Rei^e zu verleihen. Wie ein Pariser Blatt meldet, breitet sich die Mode, die Ränder besonders ausgewachsener Hörorgane durch Schönhettsdoktoren beschneiden zu lassen, immer mehr aus »Ich werde von Leuten überlaufen, die mich darum bitten, aus ihren breiten und abstehenden .Löffeln" kleine anliegende Ohren zu machen", erklärt ein bekannter französischer Schönheitsspezialist, Dr. Raymond Passot. „Ein bekannter Filmschauspieler z. D. wurde immer wieder gezwungen, die Schurken und Verbrecher zu spielen weil er große abstehende Ohren hatte. Er trollte nun die Rolle eines Liebhabers übernehmen, und da ihm dabei seine Ohren sehr hinderlich waren, so ließ er sich von mir ein Stück Knorpel herausschneiden, und seine Ohren befriedigten nun alle billigen Ansprüche. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Filmschauspieler beiderlei Geschlechts sich ihre Gesichtszüge durch mehr oder weniger eingreifende Operationen verschönern lassen. Große und häßlich geformte Nasen, breite Münder, Runzeln usw. lassen sich leicht beseitigen. Ein Filmdirektor schickt mir alle seine Künstler und Künstlerinnen, barmt ich die Fehler ihrer Gesichter verbessere, und das gelingt mir auch in etwa der Hälfte der Fälle. Manche der bekanntesten Schönheiten sind auf diese Weise behandelt worden." Nach Dr. Passot ist das »Ohrstutzen" eine schmerzlose Operation, die unter örtlicher Betäubung vorgenommen wird; die Wunde heilt in wenigen Tagen, und man braucht seine Arbeit deswegen nicht zu unterbrechen. ter den Mietsahen zurückgeblieben sinL. wurde beschlossen, ab 1. April eine kleine Erhöhung der Mietpreise eintreten zu lassen (durchschnittlich etwa 20 Prozent). Abgelehnt wurde ein Antrag des Katholischen Kirchenvorstandes auf Unterstützung des von den Schwestern „Unserer lieben Frauen" betriebenen Kindergartens. Für die Instandsetzung eines städtischen Hauses in der Dismarckstraße wurden 4200 Mark bewilligt. Aach dem zwischen dem hessischen Staat und der Stadt abgeschlossener Clek.rizi ü slieferungs- oertrag ist vom S.aat ein oirekte^ Hochspannungskabel vom Kraftwerk Wölfersheim nach dem Kraftwerk Bad-Aauheim zu legen. Kreis Schotten. ? Schotten, 6. Dez. Die älteste Bewohnerin unseres Städtchens und wohl auch eines weiten Umkreises feierte jetzt ihren 9 3. Geburtstag. Es ist die Mutter des Schornsteinfegermeisters Haas, eine gebürtig? Gedernerin. Die Hochbetagte ist noch im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte. Dis vor zwei Jahren sah sie noch regelmäßig am Spinnrade. Lähmungserscheinungen an den Un'.er chen'eln zwangen sie dann, auf diese Beschäftigung zu verzichten. Auch jetzt noch verrichtet sie häusliche Arbeiten. + Stumpertenrod, 6. Dez. Am Montag fand im hiesigen Gemeindesaal ein Lichtbildervortrag statt, der sowohl der Volksbildung. als auch der Erbauung dienen sollte, und bei dem mit Hilfe eines Episkopes Bilder in ihrer natürlichen Schönheit und Farbenpracht vorgeführt wurden. Der Abend zer.iel in zwei Teile. 3m ersten Teile wurden in Anlehnung an die am Totensonntag hier statt gefundene Gedächtnis'ei.'r für die Gefallenen Bilder aus dem Felde und von Kriegergräbern gezeigt. Dieser Teil fand feinen Abschluß mit der Vorsührung und kurzen Besprechung der künstlerischen Darste lung des Todes in dem Bilde des Malers Böcklin „Toteninsel" und des Malers Rethel „Der Tod als Freund". 3m zweiten Teil des Abends wurden Bilder des modernen Malers Lietzmann aus dem Leben 3esu gezeigt, die durch die Vorführung mit Hilfe des Epidiaskopes so recht in ihrem Farbenreichtum und ihrer Schönheit zur Geltung kamen und einen nachhaltigen Eindruck hinterließen. Dir Bilder wurden jedesmal erklärt entweder durch kurze Bemerkungen, die der Vor- tragend, Pfarrer SödIer, hierzu machte, oder dadurch, daß die Beschreibungen vorgele en wurden, die der Maler selbst zu einem Teil seiner Bilder geschrieben hatte. Der Abend war sehr gut besucht, eben'o die Wiederholung des Vortrages am Dienstagabend, so daß am Mittwochabend noch eine besondere Vorsührung für die Kinder stattsinden mußte, an der auch noch einige Erwachsene teilnahmen. Kreis Alsfeld. r. Ober-Ohmen, 6. Dez. 3m Laufe der letzten Woche wurde im Auftrag der Bürgermeisterei hier eine Sammelspende für die Unterhaltung der deutschen Kriegergräber in den ehemaligen Feind- buntifloaten burchgeführt. Die Kollekte ergab den Betrag von 72,25 Mk. Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach- Alle für die Aedaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 190. Von Dr. F. Aduch, Eernowitz. 2. Preis im 9. Dreizügerturnier der „Trollhättan Schack^ällslap". Schwarz. 2 6 5 4 3 8 7 a h 3 7 6 5 8 4 2 1 d e Weiß. g h b c d e t g a b i M ! W i \ Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 7 Steine. Ke3; Dg3; Te4; Lf3; Bc3, e6, g5. Schwarz: 10 Steine: Kd5; Dg8; Tc8; Bb5, b6, c5, d7, e7, f6, g7. Partie Nr. 123. 3m „Derliner-Tageblatt"-Schachturnier gespielt. Spanisch. Weiß: OttiL Schwarz: Capablaora. 1. e2-e4 1. e7-e5 2. Sgl-f3 2. Sb8-c6 3. Lfl-b5 3. a7-a6 4. Lb5-a4 4. d7-d6 5. c2-c3 5. f7 — f5 Capablanca hat diesen Agressivzug auf seiner Europareise öfters mit gutem Erfolg angewandt. Auch hier nimmt die Partie für *2i£ä einen tragischen Ausgang. 3ohner erklärt in einer Besprechung 5. c3 als schwach, und empfiehlt hierfür 5.0—0. Dies ist jedoch ein 3rrtum: Dicht 5. c3 ist schwach, sondern der folgende weiße Zug, welcher die Mitte schwächt, ist der entscheidend Fehler. 6 d2-d4? Verfehlt, d3 ist hier am Platze. 6...... 6. I5xe4 7. Sf3-g5 7. e5xd4 8. Sg5xe4 Hier sollte sofort 8. Dxd4 geschehen. 8..... 8. Sg8-f6 9. Lei -g5 9- Lf8—e7 10. DdlXd4? Ein grober Fehler, der zu Figurverlust führt: gegeben war 10. Lxc6 +. Asti hatte bei der geplanten Kombination den 12. Zug des Gegners übersehen. 10..... 10. b7-b5 11. Se4>-f64- 11. g7xf6 12. Dd4-d5 Figurverlust läßt sich nicht vermeiden: wahr- scheiiüich hatte A6ti bei seiner Kombination vergessen, daß nun auch der Läufer auf a4 hängt. Falsch wäre: 12. ..., fxg5 wegen: 13. Ldll, DdZ 14. Lg4L Eapablanca fällt jedoch auf diesen Trick nicht hinein. 12...... 12. b5xa4 13. Lg5-h6 13. Dd8-d7 14. 0-0 Aochiert ins Matt. 14...... 14. Lc8-b7 15. Lh6-g7 15. 0-0-0! 16 Lg7xh8 16. Sc6-e5! Der Degiirn einer glanzcnLen Schlußkombination. 17. Dd5-dl 17. Lb7-f3ü 18. g2xf3 Auf 18. Dd4 folgt .... DhS! 18 ..... 18. Dd7-h3 Aufgegeben, eine traurige Niederlage. Losung des Problems Ar. 187. Don K. Traxler. 1. Tf6-f4!, Th6-h8 (h7) 2. Da5-d8ufto. 1. ...n Kg3xf4 2. Lc5-d6+ usw. 1. ... n Tnö-bö-f- 2. Lc5xb6 ufto. 1. ...Sa7-c6 2. Lc5xe3! usw. 1..... Sa7-b5 2. Lc5-d6 ulto. 1..... Shl-f2 2. Sg7-f5 + usw. 1..... beliebig 2. Lc5-d6 ufto- Lösung des Endspiels Rr.SS. Don L. Holzer. 1. Sc4 - e5-f-!, Lc7xe5 «Erzwungen, denn sonst gewinnt Weih durch 2. Sd7-j- oder 2. Dxf4+ oder 2. Dxh5+ usw.) 2. Df3-g3+! (Die Pointe!) fx g3+ (sonst folgt Matt durch 3. Dg5) 3. Kh2-h3 (Schwarz kann die Pattstellung des Weißen mit seinem nächsten Zuge nicht auf heben.) Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Die fliege. Ein elegantes CafL in Berlin W. — Vor seinem fast biS zur Aeige geleerten Glas Pilsener sitzt Herr Metzer. Da fällt eine Fliege in fein Glas und ertrinkt. Weher hat eine 3i>ee. „Ober," ruft er laut, „fef>en Sie mal her! Habe ich denn Pllsener mit Fliegen bestellt? Das trinke ich nicht. Ditte ein neues Glas!" Der Geschäftsführer kommt hinzu, und um jede Auseinandersetzung zu vermeiden, weist er den Ober an, ein neues Glas Pilsener ohne Berechnung zu bringen. Während der Kellner da« Bier holt, hat Meyer mit seinem Finger behutsam die tote Fliege aus dem Glase gefischt, si« auf den Tisch geworfen und den Rest ausgetrunken. Da erhebt sich ein Gast vom Aebentisch, der mit 3nteresse den ganzen Vorgang beobachtet hat, tritt an Meyers Tisch und fragt höflich: „Gestatten Sie, daß ich auch über diese Fliege verfüge?" (Lust. BL) klassisch. A.: „Welche,: Gasthof würden Sie mir in dem Städtchen empfehlen — soll ich in die „Post" oder in den „Löwen" gehen?" D.: „Gehen Sie in die „Post", es ist im „Löwen" häßlich eingerichtet!" (Luft. DL) Umsteigen. Auf dem Templiner See bet Potsdam führte ein Akrobat das Experiment vor, aus einem Ut voller Fahrt dahinsausenden Motorboot mit Hilfe einer herabhängenden Strickleiter in ein Flugzeug umzusteigen, das darüber hinflog. Die Sensatton des kritischen Momentes lähmte alle Zungen. Dur eine alle Dame plapperte: „Tjä —ich finde ja Llmsteigen auch immer furchtbar unbequem!** („3ugenb“.) Alarm. Aus der Feuerwache ertönte das Alarmzeichen. Sin Löschzug machte sich fertig, rückte au», donnerte mit Horn ruf und Aädergerassel die Straßen entlang, stoppte hart vor dem Feuermelder, dessen Scheibe eingeschlagen war. Ein Heiner 3unge, ein wenig blaß, ein wenig schüchtern, stand da: er hatte ein Schulheft in der Hand, und er sagte zu dem ersten Wehrmann oben links auf dem Wager.: „Dappa, ich tootlte bloß nal fragen, wann re* gierte Karl der Großes'(Luft. DL) "0 f /REGEN, WIND U SCHNEE „GEATR.ON” L,IW"___ Ndürfiehes Das fieiunilhellssaller le an Weisel Giefeen, Sonnenstrabe 6, Telephon Sr. 88 Preis 20 Pfennig Seht einmal her, so muß man’s machen» 1. Scheuerlappen anfeuchten 2. etwas „A t a" aufstreuen 3. Gegenstand reinigen und 4. sorgfältig trodeenreiben. Das ist die ganze Scheuerkunst Neu bleibt alles durch — ATÜ HenkeFs bewährtes Putz» u. Scheuermittel, Hasen jedes Quantum, im ganzen u. im Ausschnitt empfiehlt billigst J. Zörb Wwe., Teleohon 813. Marinierte MG ver Stück 20 Ps. J. M. Schulhof Marktktr. 4. Ein«. 8iir,mraben. ‘•"D Restauration «/3um schwarzen Walfische Tel. 1786 Geltersweg 50 Tel. 1786 Samstag und Sonntag Familien Konzert Zum Ausschank Ihring-Melchior-Expori- bier. Dürgerlicher Mittagstisch, aud) im Abonnement, llm gütigen Zuspruch bittet Kranz Goldan iutusd ZWSWk »ranffnrt Str. 83 morgen Samstag Schlacht fest NMerier Lebkuchen von Haeberlein-Metzger Aachener LambertzPrinten Gröfete Auswahl in Gesdienkartikeln BonbonniereDBiuiMarziDan in nur guter Qualität Ferner Kauf laden-und Puppenküchen- ArtikeJ empfiehlt 1U572D Schokoladenbans Weilti Inh.: A. Stöckel / Giefeen, Mäusburg 16 Zum Schwanen Walltorstratze 28 08545 Morgen Samstag, 8. Dezember ■etzel- suppe. Ab 9 Uhr Wellfleisch mit Kraut. Wirtschaft „Zur Lahn" Gabelöberaerstraße — Ecke Hammstraße SamStag, de« k. Dezember 1928 Metzelsuppe Ab morgens 9 Uhr: Wellfleisch mit Kraut. ES ladet ein Heinrich Bönsel Bekanntmachung. Wie uns mitgetellt wird, so bestehen über den Schulbesuch der gewerblich tätigen Fortbildungsschülerlnneu noch vielfach irrige Auffassunaen. Wir machen dem- gegenüber darauf aufmerksam, daß die in einem gewerblichen Lehrverhältnis stehenden Schülerinnen, soweit sie hier beschäftigt Snd, ausnahmslos die an der hiesigen tädchenf. rtdildungsschule eingerichteten gewerblichen Fachklasfen zu besuchen haben. 10715C Gießen, den 6. Dezember 1928. Stadtschulamt. I. B.: Dr. Alles. Submjsßonsholzverkalls. Aus hessischen Staats- und Gemeindewaldungen verschiedener Forstamter der Forstbezirksgruppe Alsfeld kommen zum Submissionsverkauf: 10711D Stammholz (Langholz und Abschnitte): Fichte 5606 im, Kieser 7994 fm, Derbslangen: Fichte 3200 Stück, Kiefer 420 Stück: Reisslängen: Fichte 49 400 Stück: ferner Papierholz: Fichte 4305 na (aus dem gesamten hessischen Staats- und Gemeindewald). Das Nähere gel)t aus dem Holzverzeichnis hervor, das ebenso wie die Zahlungsbedingungen und Angebotsoordrucke auf Anfordern kostenlos von unserem Sekre- tanat bezogen werden kann. Gebote sind verschwssen mit der Aufschrift „Submissiousholzvertauf aus Staats- und Gemeiudewatd am & Januar 1929“ bis spätestens Dienstag, den 8. Januar 1929, vormittags 10 Uhr, bei dem Forstamt Alsfeld zu Alsfeld einzureichen. Gebote, die nach diesem Termin einlaufen, werden nicht berücksichtigt. In den Geboten ist ausdrücklich anzu- neben, ober der gebotene Preis für geschältes oder nicht gefdMtes Holz gilt Falls nichts bemerkt ist, gelten die Gebote für nicht geschaltes Holz. In diesem Falle ist bei bereits geschällem Holz der Käufer oerpfltdjtet, den Schälerlohn zu ersetzen. Für jedes Forstamt bzw. jede Gemeinde, jede Holzart und jedes £o: ist eia besonderer Angebotsoordruck zu benutzen. Deffnen und Sortieren der Gebote: Dienstag, den S. Januar 1929, vormittags 10# Uhr, in Alsfeld, Hotel „Deutsches Haus". Daran anschließend Verlesen der hauptsächllchsten Gebote. Darmstadt, den 3. Dezember 1928. hessisches Ministerium der Finanzen. Abteilung für Forst- und Kameraloerwaltung. Sofas, Chaiselongues Klubsessel rO2MV udo soDtoiinta I Inminoc PidseLMitesaer werdentneinijen kJ III CI I ICO Tagen durch da» Tdntversdiö- fnOQIphf ueruogsmitte! Venus (Stfirke A) Ucblblll unter Garantie beseitig t Sic erzielen einen saznzn erweichen Teint Nur zu haben bei /448A Drog. O. Wint erhoff, KreuzpL 9/10 Hindenburg-Drog. Seltersweg 68a erstklassig In jed. Beziehung. Zahlbar monatlhar Rm.10.— trotz biILPreise. Lleferwuzerfoigt franko tlaas. Lang- jähr.Garantie. Fragen Sied. Postk.«a Rich. Langenbach, Bürbach i.W. Großer Modell-Verkauf Mäntel Kleider Pelze zu sehr niedrigen Preisen CD A AI I Spezialhaus für l\M I V l\L- L. 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Frauenvereinigung Sonntag, 9. Dezember, 197$ Uhr, im Lafö Leib 10690D Oie Gemeinde ist herzlich eingeladen Programme zu 20 Pf. zu haben am Saaleingang. Saalöffnung: 188/« tlhr föleyle’s Damen- Wachstuch Miotem Kanstlsder Ledertuch i in allen Breiten MIMiol Plockstrafoe 14. 8Z BieSenerTheaterVereinitufi gegründ. 1926 Sonntag, 9. Dez., kn Katholischen Vereinshaus Weihnachtsfeier verbunden mit Theater il Tanz I02S1 ahung. Zahlbar SÄ« kodaaa.L'inr' 8ied.Potk”a Erbach i.W. chn üuMim, myn u. im $niti W M Wwe, Dijon 613. am , infort aeluöri- k HAUT 1 SU Kavallerieverein Gießen e.V. Am Samstag, d. 8. Dezember, 8 Uhr abends, findet unser diesjähriges Winterfest verbunden mit 22. Stiftungsfest im Caf6 Leib statt Die Kameraden sind mit ihren Familien herzlichst eingeladen. Geladene Gäste haben Zutritt. itflrf 80 A Schulhof ffcnxtoxo jngueT 44 fifi 1 Oberhemd I ievv | weiß, beste Fabrikate 4fi flfi I Oberhemd 3U.UU e Perkai, farbig........ 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Sem ihres tonnfe laretn reichen nicht a Führ» leistun len L nach chen- baia unb Versi L ftant Sem leitet, diese 1amp| Die i faßen Das Weiche e\nun tonnt. An man d ni Mm durch ihrer Aende nicht- gestellt L Urk 15. F. LUDWIG f' Z: WW • '•••■ *-v. 7 -«/... < | sSsäTva.»'. ,< > ;-7";r'/f yS M I ■ w I I M - 1 • h N 10452A Während der Licht-Werbe woche vom 8. bis 16. Dezember erhält jeder Käufer beim Einkauf von 1 Mark an und für jede weitere Mark je ein Juhiläumslos gratis ? Sämtliche Kurzwaren in großer Auswahl zu billigsten Preisen Pullover und Westen reizende Neuheiten für Damen und Herren in großer Auswahl außerordentlich gut und Billig GIESSEN BAHNHOFSTRASSE2-* „D Wien W. D aus Fra Der San, chen 3. lich. komr mich hast, aut ■ Ul öl Hehr Mr tonnt 9tiäb , 4 lonb ®an IdLt 3te( Md sein Zreitag. 7. Dezember <928 Gietzeiier Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 28S Drittes Blatt Turnen, Sport und Spiel Torverhältnis, Universität Nachdruck verboten. 15. Fortsetzung. zu- ge- die mit Sie so- 5. 6. drei 7. ge- sich I Dia Handball. — Oberrealschule 6:3 (2:3). Daten für Samstag, 8. Dezember. Sonnenaufgang 7.51 Uhr, Sonnenuntergang 15.53 XXtyc. — Mondaufgang 3.44 Uhr, Monduntergang 14.11 Uhr. 65. v. Ehr.: der römische Dichter Qumtus Ho- ratius Flaccus in Denusia geboren: — 1815: der Maler Adolf v. Menzel in Breslau gekoren: — 1832: der norwegische Dichter Djörnstjerne Djörn- fon in Oesterdal geboren: — 1903: der englische Philosoph Herbert Spencer in Brighton gestorben. _______________________________________ Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 1 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. laß ich — bitten, — ich ha- be ihr was sagen I" „Wenn der Herr Baron sich bis morgen dulden möchten! — Die girädige Frau hat schon zurückgezogen!" „Schon zurück—gezogen! - Ich lasse Mama bitten, — Oskar. — Ich —“ (Fortsetzung folgt.) Fckbre-Chvury 189 Punkte. Duray-Chcrrlrer 138 Punkte. nervösen Hande, welche sich ihm widerstandslos überließen. A „Es war doch schön gewesen, Oskar? Nicht? So viele Jahre haben wir uns gehabt! Und hat gar niemals Streit gegeben!" „Herr Baron — ich gehe mit!" Ein verzerrtes Lächeln. „Das wäre ein bittrer Gang, den du da gehen müßtest, mein lieber Alter. Den mach ich besser ganz allein! Dann habe ich doch wenigstens nur meiner Ehre ins Gesicht geschlagen. Und die diene ist heil und ganz!" Als Joachim in den Mietwagen stieg, den ihm Oskar besorgt hatte, hielt der erregte Alte noch einmal seine Hände fest und neigte das Gesicht darüber. „Um der gnädigen Frau willen, Herr Baron! Sie stirbt daran." Hettingen sah chm mit einem rätselhaften Blick in die rotgeränderten Augen. „Eben darum, daß die Mama nicht sterben muß, mache ich ja diesen Gang!" Oskar kannte sich nicht mehr aus. Als die Baronin fünf Minuten später nach Hause kam. fand sie ihn in einem Stuhl zusammengebrochen, den Kopf tief auf die Brust gesunken, vor. Ohne lange nach jemand zu klingeln, lief sie nach ihrem Zimmer um Kölnisch Wasser und stärkende Baldriantropfen. Aus dem Eßzimmer brachte sie ein Glas dunklen Tokayers. „Nun trinken Sie einen tüchtigen Schluck, Oskar. Warum schonen Sie sich nicht besser? Deshalb haben wir doch den jungen Martin engagiert, damit Sie nicht soviel zu sorgen und zu laufen brauchen. Warum haben Sie denn nicht nach meinem Sohn geklingelt? Sie wissen doch, wie Joachim an Ihnen hängt." Hemmungslos kollerten dem Alten die Tränen über die Wangen. „Der junge gnädige Herr ist weggefahren." „Wenn er geahnt hätte, daß Sie sich so schwach fühlen, wäre er sicher geblieben. Sie hätten es ihm nur sagen müssen, Oskar." Der Bediente schüttelte den Kopf und zog sich mit beiden Händen am Stuhle hoch. „Herr Baron Joachim hat mir aufgetragen, er käme Nachdem das Vorspiel im vorigen Semester 6: 7 verloren ging, konnte die in stark veränderter Aufstellung antretende Univerfitätsmannschaft obiges Resultat erzielen. Die Oberrealschule hatte aus ihrem großen Spielermaterial verschiedene neue Kräfte eingestellt, die sich glänzend bewährten. Die erste Halbzeit zeigte glerch- verteiltes Feldspiel und besseres Zusammenspiel auf Seiten der Schüler, deren Läuferreihe aufopfernd arbeitete. In der zweiten Halbzeit hatten sich die Universitätsstürmer gefunden. Run entwickelte ftch ein immer schneller und flüssiger werdendes Zusammenspiel, dessen Tempo die gegnerische Hintermannschaft nicht mehr gewachsen war. ____ fallen. , e r, Das Spiel der 2. Mannschaft gegen gleiche vom T. D. 1846 Gießen endete einem großen Erfolg der Männerturner, konnten das Spiel überlegen gestalten und mit das hohe Resultat herausholen. Der T.V. 18:6 war der Spielweise der M.T.D.er nicht gewachsen und mußte sich — wie auch im Vorspiel — eine hohe Niederlage gefallen lassen. acht Runden zurück: 10. Remold-Schäser 137 Punkte. LacheNaiarro! Roman von 3- Schnewer-Foerfil. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. Runden zurück: Kroschel-Degraeve 208 Punkte, 8. Maczinski-Dvrn 169 Punkte, fünf Runden zurück: 9. Bossi-Bestetti 267 Punkte. ö. Nächsten Sonntag haben programmäh'.g vier Mannschaften der Spielvereinigung 1900 in die Derbandsspiele einzugreifen. Es spielen: die erste aktive Mannschaft gegen die gleiche des V.f.D. Gießen auf dessen Platz, die zweite aktive Mannschaft gegen die Elf des V.f.L. Wetzlar in Wetzlar, die erste Jugend gegen V.f.D. Gießen ebenfalls auf dem Waldsportplah, und die zweite Jugend gegen dieselbe Garnitur des V.f.L. Wetzlar auf dessen Gelände. Im Mittelpunkt des Interesses steht natürlich die abermalige Begegnung der beiden Lokalrivalen. Es dürfte noch in bester Erinnerung sein, daß die Leute vom Waldsportplah beim Vorspiel den 1900ern stark zusehten und sie nur zu einem knappen Sieg kommen ließen. Auf eigenem Gelände werden sie wohl den Spieß umzudrehen versuchen. Da aber auch die 1900er die schwache Leistung des Vorspiels auszugleichen versuchen werden, dürfte das Endergebnis keine allzu große Differenz aufweisen. — Die zweite Mannschaft hat gegen die Paulus-Elf in Wetzlar nur auf ein gutes Torverhältnis, nicht etwa auf Sieg zu spielen. Der Ausgang der Iugendspiele ist offen. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Der Gegner der 1. Mannschaft für kommenden Sonntag ist die 1. Elf des Tv. Bad-Nauheim. Es wird ein Harles Treffen geben, das die 1846er knapp für sich entscheiden dürften. Handball-Verbandsspiele im Männerturnverein (O. T.) M.T.V. I. — T.D. Wetzlar I. 2:2 (Halbzeit 0:1). M.T.V. II. — T.D. 1846 Gießen II. 10:0 (Halb- zeit 5:0). Am vorigen Sonntag fand in Wetzlar vor einer großen Zuschauermenge das Entscheidungsspiel um die Ehrung im Handball des Gaues Hessen statt. Wenn das Spiel auch unentschieden ausging, so haben es die Gießener Männerturner doch fertiggebracht, den Vorsprung gegenüber Wetzlar — dem Anwärter auf die Meisterschaft — zu behalten. Gelingt es ihnen nun noch, die beiden Spiele gegen den T.V. Großen-Duseck zu gewinnen, so dürften sie als Sieger aus der Meisterllasse des Gaues Hessen hervorgehen. — Dei dem Spiel gegen Wetzlar konnte man bei den M.T.V.ern .eine weitere Fußball in Heuchelheim. Zum letzten Verbandsspiel in der Vorrunde tritt am kommenden Sonntag der F. C. 1926 Grünberg S den S. V. 1920 Heuchelheim auf demHeuchei- r Platze an. Grünberg ist eine noch sehr junge Mannschaft, die gegen die Einheimischen kaum aufkommen dürfte. Sranffurfer Sechstagerennen. WSN. Frankfurt a. M., 6. Dez. D."? Zweite Frankfurter Sechstagerennen ist heute zu Ende gegangen. Das Paar Rieger-Richli war das beste Paar im selbe und hat verdient gewonnen. Im einzelnen ist die Reihenfolge der Sieger folgende 1. Rieger-Richli 360 Punkte, 2. Rausch-Hürtgen 201 Punkte, eine Runde zurück: 3. Louet-2unge 110 Punkt«, zwei Runden zurück: 4 Goebel-Schorn 273 Punkte, „Wollen der Herr Daron nicht besser dre kurze Schleife nehmen?" . Zerfahren löste Ioachrm den kE geschlungenen Knoten wieder auf. ^Wen ich brs em Uhr nicht zurück bin, soll dre Mama nicht warten. „Der Herr Daron essen später^ „Ich weiß noch nicht. — 2a, spater. e hastig, als er Oskars erschrockeneü Dlrck ge- Der^'alte Diener fühlte, wie ihm der Schweiß auf die Stirne drang. Wenn doch die gnadrge Frau zurückkäme, daß er mit ihr sprechen konnte. — Das nahm kein gutes Ende heute! — Verantwortung erdrückte ihn. Er nahm fernen ganzen Mut zusammen. „Der Herr Daron sollten sich erst noch ein bißchen legen. — Darf ich bas Bett zurechtmachen. Joachims Lippen verschoben sich kaum merklich. „Nein, laß! — Ich komme schon, so wert ich kommen muß! — Weißt du noch, Oskar, wre du mich als lleinen Jungen immer heimgetragen host wenn ich nicht mehr gehen konnte? — Wre out das war. Wie wohlig sich's da gelegen hat in deinem Arm. — Jetzt könntest du mich nicht mehr tragen, auch wenn es wäre, daß ich nicht mehr auf eigenen Füßen nach Hause kommen „Herr Daron, ich brn so rn Sorgen — dre gnädige Frau!" Du wirst die Mama nicht ängstigen, Oskar, sondern wirst ihr sagen, ich hätte einen wichtigen Gang gehabt, von dem rch moglrcherwerse sehr spät zurückkomme. Wöglicherwerse auch sehr früh. Steck mir meinen Drowning rn die lrnke Flügeltasche, ich möchte abends nicht gerne ohne Waffe sein, wenn ich nach Hause gehe." ,Lerr Daron!" Der Alle umklammerte dre Am kommenden Sonntag spielt die erste Mannschaft gegen die gleiche des T.V.Großen- Duseck. Heber die Spielstärke der Busecker kann man noch nichts genaues sagen, da sie erst kürzlich zu der D. T. übergetreten sind und nunmehr in die Handball-Verbandstunde des Gaues eingreifen. Die Männerturner haben sich bis zur Spitzenstellung durchgekämpft. Es dürfte hierin wohl auf Grund ihrer besseren Spielerfahrung am Sonntag keine Aenderung eintreten. Aber immerhin darf das Spiel nicht zu leicht genommen werden, zumal Ersatz em- oestelll werden muh und man den Gegner nicht genau kennt. Grohen-Buseck betreibt schon lahrelang Handdallsport und ist kein zu unterschätzender ^ie^frrocite Mannschaft hat die Erste des T.V. Wetzlar.Niedergirmes als Gast. Spielt die Mannschaft in derselben Form, wie am letzten Sonntag, so dürste ihr der Sieg nicht zu nehmen sein. Niedergirmes konnte im Vorspiel knapp gewinnen. Handball in Großen-Linden. Kommenden Sonntag empfängt die Jugend des Tv. Großen-Linden die gleiche des Tv. Wetzlar. Die Platzmannschaft wird sich sehr onftrengen müssen, wenn sie feine Niederlage einstecken will. Handball im Lahn Oünöberg-Gau. To. Mendorf a. d. Lda. I — Tv. wieseck! 4:0. Dieses Spiel wurde durch die starke körperliche Ueberlegenheit Allendorfs gewonnen. Am nächsten Sonntag hat Garbenteich Allendors an der Lumda zu Gast. Garbenteich wird sich mach- Mannschaft Allendorfs besiegen zu können. Londors tig onftrengen müssen, um die körperlich starke hat auf eignem Platze Kinzenbach zum Gegner und wird alles hergeben müssen, um die Gäste zu schlagen. Das letzte Spiel findet in Wieseck statt und führt Kesselb-ch und Wieseck zusammen. In diesem Spiel kann Äieseck zu seinem ersten Sieg kommen. D. f. B. Handball. Am kommenden Sonnlag findet aus^dem Waldsportplatz das" Handüa l Verbandsrück^p^el zwischen den beiden ersten Mannschaften dc-rSpre l- vereinigung 19 0 0 und des D. f. D. statt. Das Vorspiel endete nach äußerst hartem und spannendem Kampf, in dem die Gegner vollkommen gleichwertige Leistungen zeigten, mit einem knappen und glücklichen Sieg der Sprel- vereinigung. 'Die D. s. B.-Elf hat diesmal den Vorteil des eigenen Platzes, muß aber in stark veränderter Aufstellung und mit einigem Ersatz an treten. Trotzdem wird sie sich den spielstarken 1900ern so ohne weiteres nicht geschlagen bekennen. Andererseits wird auch die Spielvereinigung alles daransetzen, den Punltekampf, dem als Lokal- tressen noch besondere Bedeutung zukommt, für sich zu entscheiden. Jedenfalls steht ein inter- essantes Spiel zu erwarten, dessen Ausgang völlig offen ist. Handball der Gp.-Vg. 1900. deutlicher die Oberhand behalten. Einen sehr schweren Tag wird Eintracht Frankfurt Haben, die mit start ersatzgeschwächter Mannschckft in Offenbach gegen Kickers antreten soll. Der 1. F. C. 93 Hanau wird mit Victoria Aschaffenburg wohl leicht fertig werden, dagegen sollt« der arrdere Hanauer Verein, die Sp. Vgg. 60/94. gegen Union Niederrad schwerlich 2lusiicht auf Punktgewinn haben. In der Gruppe Hessen hat der Fußoall- spoctverein 05 Mainz gegen den Sp. V. Wiesbaden schon einmal 1:2 verloren, kämpft diesmal allerdings auf eigenem Platz. Vielleicht kann er hierdurch das Ergebnis umkehren. F. E. 03 Langen wird Wormatia Worms die Punkte mitgeben müssen. Auch die Sp. Vgg. Arhri.gen wird den V.f.L. Neu-Isenburg wohl als klaren Sieger abziehen sehen. Hassia Dingen ist Gelegenheit geboten, an der Sportgemeinde Höchst ür daS 2: 3 des Vorspiels Vergeltung zu nehmen. Bezirk Bayern. In der Gruppe Nordbahern hat der 1. F.C. Nürnberg im 1. F. C. Bayreuth nur einen schwachen Gegner. Dagegen wird der V. f. R. Fürth der Sp. Vgg. Fürth das Leben etwas schwerer machen. Der F. 2.04 Würzburg wird dem A. S. V. Nürnberg sicherlich keinen geringen Widerstand leisten. In der Gruppe Südbahern spulen sämtliche Münchener Großvereine auf fremder, Plätzen. Teutonia München hat den Sp. V. 1860 München zu Gast und wird ihn an einem leichten Siege kaum hindern können. Schwaben Augsburg könnte den Münchener Bayern bei einiger Qlnf- merffamkit immerhin die letzten Kräfte abfordern, Jahn Regensburg genießt gegen D. S. V. München die Unterstützung des heimischen Publikums. Formverbesserung feststellen. Wenn es nur zu einem Unentschieden gekommen ist, so lag das hauptsächlich an den ungewohnten und schlechten Platzvevhältnissen. Zum Spielverlauf selbst ist zu sagen, daß sich sofort nach Anwurf ein Spiel entwickelte, das reich an spannenden Momenten war. Beide Mannschaften litten jedoch sehr unter dem schlüpfrigen Boden, was der Entfaltung ihres vollen Könnens hinderlich war. Dennoch konnte man auf beiden Seiten gute Leistungen sehen. Angenehm fiel die ruhige Spielweise der Männerturner auf. Sie wurden öfters den Wetzlarern sehr gefährlich, nur konnten die zahlreichen Torchancen wegen des glatten Bodens nicht ausgenuht werden. Es wurde zähe tun die Führung gekämpft, dabei wurden wahre Prachtleistungen gezeigt. Zwei Minuten vor Halb- zeit gelang es Wetzlar, durch ein Ueberraschungs- lor die Führung zu übernehmen. 3n der zwei- ten Spielhälfte konnten die Wännerturner kurz nach Anwurf und schönem Durchbruch ausgleichen. Hierdurch angespornt, konnten sie bald daraus einen weiteren Erfolg für sich buchen und somit die Fahrung übernehmen. Wetzlar versuchte nun mit aller Kraft den Ausgleich herbeizuführen, was ihnen auch gelang, allerdings durch ein glattes Abseitstor, und dann stand der Werfer auch noch im Schußkreis vor dem Wurf. Der Schiedsrichter, der sonst gut leitete, stand zu weit vom Dall ab und übersah diese beiden groben Fehler. Beide Mannschaften 'kämpften dann erneut um die Führung, abep das Spiel ging feinem Ende entgegen und es gelang keiner Seite mehr, zu einem Erfolg zu kommen. Die Spielweise beider Mannschaften konnte " nicht zum Mittagstisch, er hätte einen wichtigen Gang, er würde möglicherweise sehr spät zuruck- tommen! Die Frau Baronin möchten sich nicht sorgen." „Er ist doch ein guter Bub, nicht wahr, Oskar? Manchmal bin ich so furchtbar eitel auf ihn! Und wenn ich denke, er könnte mir genommen werden, fange ich schon in derselben Minute an zu zittern." Der Bediente stand wieder vollkommen stramm vor seiner Herrin. Nein, diese gute, edle Frau durfte er nicht ängstigen. Allein mußte er die schwere Last der lähmenden Angst tragen, die ihm Joachims Worte auf die Seele geladen hatten. Allein muhte er auf die Mittel und Wege sinnen, die ihm auf die Spur halfen, wohin der junge Herr gegangen war. Kam er bis zum Abend nicht zurück, würde er in dem großen Wien nach ihm suchen gehen. Um sieben Uhr rief der Bankier an, er würde heute nicht zum Abendtisch erscheinen, da ihn eine Sitzung bis spät in die Nacht im Geschäft festhielte. Doll dumpfer, beklemmender Sorge erfüllt, hing Oskar den schwarzen Hörer ein. Als die Klingel zum anderen Male schrillte, stürzte er aufgeregt ins Telephonzimmer. — Wieder nichts! — Eine Freundin der Daronin srug an, ob der gnädigen Frau ihr Kommen für morgen nachmittag erwünscht wäre. Dann schlich die Zeil auf schweren Füßen. Neun Uhr schlug's, und zehn Uhr ging vorüber. Als die großen Zeiger der Standuhr in der Halle zum elften Schlage ausholten, vermochte der alte Diener seine Angst nicht mehr zu zügeln. Er lief nach seiner Stube und _ begann sich zum Ausgehen umzukleiden. In fünf Minuten stand er fertig, und nach weiteren zwei öffnete er die Hallentüre, um durch den Garten nach der Straße zu gehen. Drückend schwül schlug die Nachtluft chm entgegen. Am Himmel standen die Wolken zu (Bergen gehäuft, die minutenweise branöfarben aufglühten. Wetterleuchten! Noch kündete kein Rollen, daß das Gewitter näher kam. — Ein dumpf gespanntes Erwarten lag in der ganzen Atmosphäre, ein Ahnen von etwas Dieses Spiel war zugleich Trainingsspiel für das am nächsten Mittwoch hier stattfindende Kreismeisterichaftsspiel gegen Mainz (Padagogi- sches Institut). Gpiewereinigung 1900 Gießen. ö. Zum letzten Meisterschaftsspiel vor Weihnachten gastiert die Ligamannschaft vom Sportclub Burg bei Herborn erstmals seit der Zuge- Hörigkeit zur Ligaklasie am nächsten Sonntag in Gießen. Den Gästen geht der Ruf bester Technik und großer Schnelligkeit voraus. Erft am vorigen Sonntag blieb Burg zu Hause gegen Butzbach mit 5:1 siegreich. Die Mannschaft wird sicher auch die Blauweißen vor eine schwere Aufgabe stellen, insbesondere da Letztere zur Ersatzgestellung gezwungen sind. Eine Voraussage ist aus diesem Grunde nicht möglich. Nur mit größter Energieaufwendung sollten die Vereinigten zur Erringung eines erträglichen Resultats befähigt sein. Bei der Begegnung der Ligarejerven kann man schon eher mit einem Sieg der Gießener rechnen, wenn auch deren Mannschaftsaufstellung nicht das Beste darstellt. 1900s 3. Mannschaft geht zu einem Gesellschaftsspiel nach Leihgestern. Leihgesterns erste Elf hat seither sehr gut abgeschnitten, da man das gleiche auch von den Gießenern behaupten kann, so wird das Treffen sehr interessant werden, auch Aufschluß geben über die Stärke der beiden Gruppen in der zweiten Gauklasse. Die Iugendabteilung wird den letzten Spieltag vor der Weihnachtssperre noch einmal mit Gesellschaftsspielen ausnützen. Es spielen in Gießen: 1900 3b-Jugend — Garbentcich 1. Jugend. 1900 2. Schüler — Garbenteich 1. Schüler. 1900 32-Iugend — Steinberg 1. Jugend. 1900 1. Schüler — Großen-Buseck 1. Schüler. Die 1. Jugendmannschaft wird in etwas geschwächter Aufstellung ein Spiel außerhalb aus- tragen. Für den endgültigen Gegner hatte man sich noch nicht entschieden. B. s. B. Die Ligamannschaft, sowie die dritte und vierte Mannschaft sind dem Derbandsspiel- kalender nach am kommenden Sonntag spielfrei. Die Ligareserve hat aller Voraussicht nach Großen-Dusecks Erste auf hiesigem Platz zum Gegner und sollte, wenn sie einigermaßen in Form ist, das Spiel für ftch entscheiden können. Immerhin wird sie die Gäste nicht unterschätzen dürfen, da diese ihre Spielstärke in der letzten Zeit bedeutend verbessert haben und als energische und flinke Mannschaft bekannt sind. __ Die erste Jugend ist bei der Marburger Germania zu Gast. Wenn sie die Leistungen vom Sonntag wiederholt, kann sie einen knappen Sieg mit nach Hause bringen. Voraussetzung für einen Erfolg ist, daß sich der Sturm etwas angriffsfreudiger zeigt und vor allem mehr schießt. , _ Für die zweite Jugend ist ein Gesellschaftsspiel gegen die erste Iugendelf von G r. - Duseck auf hiesigem Platz vorgesehen. Hier wird sich V.f.D. sehr anstrengen müssen, wenn er nicht verlieren will. Oie süddeutschen Fußballspiele. Allmählich streben die süddeutschen Fußball- verbandsspiele ihrem Ende zu. Die Placierungskämpfe am oberen und unteren Ende der Tabellen gewinnen an Interesse und (Bedeutung. Noch ist die Sache in den meisten Gruppen ungeklärt. Nur hier und da lassen sich bestimmtere Mutmaßungen rechtfertigen. Im Bezirk Main-Hessen hat die Gruppe Main wieder sehr bedeutsame Entscheidungen angeseht. Der Fußballsport- verein Frankfurt wird alle Kräfte zusammen- raffen müssen, um einen nicht unbeachtlichen Gegner wie Germania Dieber schlagen zu können. Das Vorspiel endete nur knapp 2:1 für Frankfurt. Rotweiß Frankfurt hat Fechenheim auch nur 1:0 besiegt, sollte diesmal aber doch etwas Fürchterlichem, das in den allernächsten Sekunden über sie hingehen und erschauern lassen würde. Oskar warf einen Blick nach dem Himmel und spähte bann die matterleuchtete Straße entlang. Don ferne verklang der Hall eines Schrittes auf dem glänzenden Asphalt. Er horchte! Nichts regte sich mehr. Nach kurzem Ueberlegen lief er nochmals ins Haus zurück. Der junge gnädige Herr war ohne Mantel gewesen! Als er wieder ins Freie trat, taumelte ihm eine Gestalt entgegen, faßte unsicher nach der Türklinke und hing dann schwer gegen die Eichentäfelung am Eingänge. „Herr Daron Ioachrm!" „Iaa — hast du — auf mich — gewartet? — Nimm die vielen — Stüühle weg, Alter! — Diee« — stehen mir — im Wege!" „Herr Daron, Joachim —“ „Iaaa! — Was soll ich denn — mit deinem — Arm? — Ich — kann schon selber — meinen Weg finden!" Oskar zftterte am ganzen Körper. Der junge Herr betrunken! Das erstemal! Wenn das die gnädige Frau sah! — Vielleicht glückte es, ihn sofort in sein Zimmer zu bringen. „Ich habe das Veit schon zugerichtet, Herr Baron." bat er beschwichtigend und faßte Joachim von neuem unter, als er beängstigend scharf geradewegs auf den hohen Spiegel an der Schmalwand zubog. „Der Herr Baron legen sich sofort zur Ruhe und ich bringe heißen Kaffee und eine Phramidontablette." Ein unmotiviertes Auflachen folgte. „Ich brauche keine — Ta—bletten! Aber wenn die Mama — wenn die — Mama noch wach ist, — Frensdorf im besten Licht! Trotz Freilosen und besten Aussichten auf einen Opelwagen, oder ein Schlafzimmer, machen Sie enorme Ersparrisse beim Einkauf Ihrer Wintermäntel während der Lichtwoche. Ueberzeugen Sie sich von dergroßen Auswahl,den bekannt guten Qualitäten und den erstaunlich niederen Preisenl M0lÜg EM, Mit psÄChtVOl- JR RA Hausjoppen len Seidenverschnürungen und höher 36.00, 32.00, 29.00,24.00. 21.00,19.50, ■ W Mk. 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Denn die den Banken zur Verfügung stehenden Mittel lvor allem die Depositen aus bem Ausland) dürften sich nur zu einem geringen Teil in langfristige Anlagen überführen lassen, wenn nicht die bankmäßige Liquidität gefährdet werden soll. Während vor Jahresfrist die liquiden Anlagen der Großbanken um rund 153 Mill. Mark niedriger toaren, als die Koau>korrentforderungen. besteht gegenwärtig ein Llebeschuh der liquiden Anlagen von fast 850 Mill. Mark. Diese Flüssigkeit der Danken hat die Entspannung auf dem Geldmarkt geförderc und die Abwicklung des Wechselrredits ecleich.ert. Zur Lage der Landwirtschaft. Nach den Berichten der Landwirtschaftskammern über die Lage der Landwirtjchaft im November waren durch die Häufung der Steuerzahlungen in diesem Monat viele Landwirte gezwungen, chre Erzeugnisse zu unzureichenden Preisen zu verkaufen. In Gläubigerkreisen sind vielfach verfehlte Auffassungen über das Maß der Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft infolge der fluten Ernte verbreitet. Dem Angebot an Grund- itürfen in den meisten Gegenden des Ostens steht nur • eine geringe Nachfrage gegenüber. Die Um- ^chnldungsaktion ist noch nicht überall zu Ende geführt. Infolge der günstigen Witterung konnten die Herbstbestellung und die Hackfruchternte fast überall beendet werden. Die Wintersaaten haben sich überall recht gut, zum Teil sogar üppig entwickelt, lln Betriebsmitteln wird aus Geldmangel nur das nötigste gekauft. Der Düngemitteleinkauf gestaltete sich normal. An Stelle des zu teueren Kraftfutters werden Getreide und Kartoffeln aus der eigenen Wirtschaft verfüttert. Die Fortführung der Meliorationen und Oedlandkultivierung leidet unter dem Kapitalmangel. Die starken Regengüs e und Stürme haben besonders in den Suiftengebieten durch Ueberschwcmmungen teilweise den Wintersaaten schweren Schaden zugefügt. * • Der Saaten st and in Preußen anfangs Dezember. Heber den Saaten stand in Preußen Anfang Dezember berichtet die Statistische Korrespondenz: Abgesehen von Spelz, wo der Stand der gleiche ist, wie im Bormonat (2,5), zeigt sich durchweg eine Verbesserung gegen das vorige Wal, die bei Roggen — von 2,7 auf 2,4 — am erheblichsten ist. Der Saaten- stand ist also bei allen Getreidearten als durchaus mittelgut anzusehen, auch bei Raps und Rübsamen nähert er sich dieser Bewertung: der Klee steht allerdings mit 2,9 nur etwa durchschnittlich. Diese Zahlen berechtigen, wenn nicht ganÄ unvorhergesehene Schädigungen eintreten, zu den besten Hoffnungen für das nächste Jahr. * Hessische und H e rc u l e s - B i e r - Brauerei A.--G.. Kassel. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 1927/28 einen Stein** gewinn von 661 809 (566 207) Alk. Aach 347 318 (305 680) Mk. Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 314 491 (260 527) Mk., woraus 11 (10) v. H. Dividende auf 2,2 Mill. Mk. (Stamm- und 6 v. H. auf 20 000 Mk. Vorzugsaktien verteilt und die restlichen 26 690 (19 791) Mk. vorgetragen werden. Aach dem Bericht war das Ergebnis des Geschäftsjahres infolge des guten Sommer- Wetters befriedigend. Die Aeubauten sind zu Ende geführt worden. Der vergrößerte Absatz hat eine Vergrößerung der Lagerräume notwendig gemacht. Das Disagiokonto in Höhe von 100 000 Mk. wurde auf llnkostenkonto abgebucht, lieber die Aussichten des laufenden Jahres könne noch nichts gesagt werden. ‘ • Vereinigte Glanz st off-Fabriken A.G. Die Verwaltung dir Vereinigte Glanzstoff-Fabriken A.G., El'erfftd bestä igt daß sie zusammen mit Courtaulds die Li ienseld Patente Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) 8reitag, 7. Dezember 1928 — —, ■ - y -w übernommen hat, nachdem die Ruera-Gefellfchaft ihr Einverständnis zur Fabrikation des außer- gewöhn.ich starken Kunstseid.ngarnes gab. Später soll ein liebereinkommen zwischen b:n drei genannten Gesellschaften geschlossen toerben, wonach die Herstellung dieses Disco,egarnes auf einen Ort konzentriert werden soll. * Deutsche Linoleum unternehm un- g e n A-G. — Deutsche Linoleumwerke. Die außerordentliche Generalversammluna der Deutsche Linolcumunternehmungen A.-G. beschloß die Fusion mit der Deutsche Linoleumwerke A.-G.. Auf nominelle 500 Mark Aktien der Linoleumunternehmungen entfallen nominell 600 Mark Aktien der Linoleumwerke zuzüglich 30 Mk. in bar. * Die Münchener Anleihe. Wie von den Emissionsbanken mitgeteilt wird, sind alle Zeichnungen auf die gestern im Betrage von 300 000 Pfund Sterling aufgelegten 6-o. H.-Obligationen der Stadt München voll zugewiesen worden. * Süddeutsche Zucker A.-G., Mannheim. Der Aufsichtsrat hat In seiner gestrigen Sitzung beschlossen, der Generalversammlung für das am 31. August abgelaufene Geschäftsjahr 1927/28 aus dem Neingewinn von 4 138 072 Mark eine Dividende von 10 (i. V. 8) o. H. auf die Stamm- und 7 v. H. auf die Vorzugsaktien zu verteilen und 1 150 072 Mark vorzutragen. * Neue Anleihe de r Provinz Pommern. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, gibt die Provinz Pommern eine mit 8 v. H. verzinsliche, bis tpäteftens 1951 nur durch Aus- Ä tilgbare Anleihe im Gesamtbeträge von ionen Mark aus. Der Zeichnungskurs beträgt 93,25 o. H. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 7. Dez. Tendenz: schwach. Im Zusammenhang mit der Auswirkung der gehegten Befürchtungen über die Placierung der 10-Millionen-Farben-Bonds verkehrte die yeutige Börse in weiter schwacher Haltung. Die Spekulation bekundete große Unsicherheit und schritt auf fast allen Marktgebieten zu größeren Abgaben, da der sehr schwache Verlauf der gestrigen Neunor- ker Börse und der versteifte dortige Geldmarkt stark auf die Stimmung drückten. Im Zusammenhang damit sind auch verschieocnllich Ang st verkaufe zu beobachten, und and) von feiten der Bankkundschaft dürsten im Zusammenhang hiermit Verkaufs- orders an den Markt gekommen sein. Die kleinen Kursrückgänge an der gestrigen Abendbörse konnten sich an der heutigen Börse verdoppeln und erreichten erneut ein Ausmaß bis zu 5 o. H., was sich besonders am Elektromarkt stärker auswirtte. A. E. G. wurden in größeren Posten mit minus 5,5 o. H. angeboten. Grffürel lagen 4,5 o. H. und Siemens 3 v. H. schwächer. Lahmeyer dagegen etwas gefragt und 0,75 v. H. erhöht. Am Montan- martt war das Angebot beschränkt, die Kursrückgänge gingen bis 2 v. H. Für Klöckner bestand sogar etwas lebhafteres Interesse mit plus 2 o. H. Arn Farbenmarkt waren Farben mit minus 3,75 v. H. stark im Angebot. Auch am Schifsahrtsmarkt machte sich für Hapag mit plus etwa 0,5 v. H. einige Nachfrage bemerkbar. Von Autowerten waren Kleyer gut gehalten. Trotz der Fusion der Linoleum-Unternehmungen mit der Deutschen Lino- leum - A.-G. verloren letztere 5 v. H. Die Rentenmärkte lagen vernachlässigt bei nachgebenden Kursen. Im Verlaufe kam das Geschäft fast vollkom- men zum Stillstand. Die Abgaben wurden bebeu- tenb geringer, die Tendenz war aber weiter unsicher, da die Baissespekulation versuchte, weitere Vorstöße zu unternehmen. Am Tagesgeldmarkt war eine weitere Verknappung von Tagesgeld mit 7 o. H. festzustellen. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1970, gegen Pfund 20,354, London gegen Kabel 4,85075, gegen Paris 124,1750, gegen Mailand 92,67, gegen Madrid 30,03, gegen Holland 12,0750. Bc. tner Börse. Berlin, 7.Dez. Während man gestern trotz größtenteils schon rückgängigen Kursen von einem Tendenzumschwung noch nicht sprecyen konnte, ist die Stimmung heute ausgesprochen schwach. Man war über die Placierung der Farbenbonds und über die Auswirkung dieser Transaktion noch nicht im klaren, hatte aber von Anfang an den Eindruck, als ob die 30-o. H.-Steigerung der letzten Zeit in I.-G.-Farben vorbereitenden Charakter hierzu gehabt hätte. Heute morgen kam noch die außerordentlich schwache Tendenz der gestrigen Neuyorker Börse hinzu und die Befürchtungen neuer Ristriktionsmaßnahmen am dortigen Platze. Der Tagesgeldsatz hatte dort bereits gestern den sensationellen Stand von 12 v. H. erreicht. Die Spekulation bemüht sich, die gestern eingegangenen Engagements schleunigst glattzustellen, und da neue Orders diesen Angeboten nicht gegenüberstanden, lagen die ersten Notierungen meist noch unter dem niedrigsten Kurse des Vormiltagsverkehrs. Naturgemäß waren die Hauptspekulationspapiere der letzten Zeit am stärksten gedrückt, während bei den Nebenwerten die Verluste über 2d.f). nur vereinzelt hinausgingen. Bemberg, Nordwolle, Dessauer Gas, Deutsche Linoleum, Rheinstahl, Farben, A. E. G., Bergmann, Licht & Kraft, Gessürel, Schlickert, Siemens und Polyphon verloren 5 bis 10 v. H. Am Montanmartt verstimmten die Meldungen von den hohen Bergarbeit-rforderllngen für Den entstandenen Lohnausfall, ferner die Nachrichten von einer wahrscheinlichen Dividendereduzierung resp. völligen Dioidendelosigkeit bei Mannesmann. Deutsche Anleihen bis 0,30 o. H. schwächer. Ausländer ziemlich behauptet, aber ohne größere Umsatztätigkeit. Pfandbriefmarkt sehr still bei gehaltenen Kursen. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 7 bis 9 v. H., Warenwechsel etwa 7 v. H. Der Verlauf brachte vorübergehend in den stark gedrückten Werten leichte Erholungen, doch war die Grundstimmung weiter sehr unsicher und die Kursentwicklung keine einheitliche. Es besteht die Gefahr, daß diese rückläufige Kursbewegung noch Material aus Kreisen herausbringen kann, die eventuell noch auf ihren Engagements liegende Gewinne realisieren wollen. Frankfurter Getrei ,’e. Frankfurt, 7. Dez. Zum Wochenschluß verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt bei sehr geringer Umsatztätigkeit in ruhiger Haltung. Die Preise konnten sich im allgemeinen gut behaupten. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 v. H. Auswuchs, 22,75 Mark: Roggen 22 Mk.; Sommergerste für Brauzwecke 23,75 Mk.; Mais (gelb) für Futterzwecke 22,25 Mk.: Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32,75 bis 33,25 Mk.: Roggenmehl 29,75 bis 30 Mk.; Weizenkleie 13,75 bis 13,85 Mk.; Roggenkleie 14,25 Mk. Tendenz ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin. 6. Dez. Das inländische Brotgetreideangebot hat sich gegenüber den Vortagen nicht verstärkt, da aber das Ausland wiederum mit billigeren Offerten für Wftzen im Markte war, machte der Preisrückgang weitere Fortschritte. Das vom Inlands angebotene Material von Weizen und Roggen fand zu etwa 1 Mark niedrigeren Preisen als gestern bei den Mühlen und Exporteuren, zum Teil auch zu Reportage- zwecken Aufnahme. Die zu beobachtenden Käufe der Exporteure stellen zumeist Deckungen auf vorher getätigte Abschlüsse dar. Don neuem Exportgeschäft ist nichts zu hören. Auch am Lieferungsmarkt erfuhr das Prftsniveau eine weitere Senkung, lediglich Dezemberroggen vermochte feinen Preisstand zu behaupten, anscheinend im Zusammenhang mit der Tatsache, daß die zu heute gekündigten 360 Tonnen Roggen als un- kontraktlich erflärt worden sind. Gute Weizenauszugsmehle haben nach wie vor einiges Geschäft. sonst liegt der Mehlmarkt weiter sehr still. Hafer im Platzgeschäft stetig, an der Küste dagegen bei reichlicherem Angebot schwächer. Gersten unverändert matt. Cs notierten für je 1000 kg: Weizen, märt, 206 bis 208, 'Szx 221. März 230,75 bis 230, Mai 238.75 (schwächer); Roggen, märt, 201 bis 204, Dez. 215,50 bis 215,75. März 227,25 bis 226.75, Mai 237 bis 236 (schwächer); Braugerste 218 bis 235; Futter- gerste 198 bis 205; Hafer, märt, 194 bis 202, März 224,50, Mai 235 (matter); zollbegünstigter Futtermais 209 bis 221 (ruhig); für je 100 kg: Weizenmehl 26 bis 29 (ruhig): Roggenmehl 25.60 bis 28.60 (ruhig): Weizenklcie 14 bis 14,25 (matt); Weizenkl'iemelafse 15 bis 15.15 (matt): Roggen- kleie 14 bis 14.25 (matt); Diktoriaerbsen 41 bis 50; Wicken 27 bis 29,50; Lupinen, blau, 14 bis 14,50, Lupinen, gelb, 16 bis 17,50; Rapskuchen 19,90 bis 20,30; Leinkuchen 25 bis 25,20; Trocken- schnitzel 13,20 bis 15,60; Soyaschrot 22 bis 22,60; für je 50 kg: weiße Kartoffeln 2,10 bis 2,30; rote Kartoffeln 2,30 bis 2,50; gelbe Kartoffeln 2,20 bis 2,60; Kartoffelstöcken 18,80 bis 19,50 Mt Amtsgericht Gießen. • Gießen, 30. Rov. Ein Angestellter der Firma ei'.es Rachbarorts pflegte, wenn er frühmorgens sein Geschäft au suchte, mit seinem Kraftwagen vor der dortigen Post zu halten, um die Postsachen mitzunehnen. und dann auf der Fahrstraße zwecks Fortsetzung seiner Fahrt zu wenden. Eines Tages ereignete sich hierbei e'n Unfall, indem ein d e S raße auf der recht m Seite herkommender Motorradfahrer w.der das Auto rannte, sich überschlug und nicht unerheblich verletzte. Rach feiner Darstellung wollt: er an dem Auto vorüber;ähren und war nur noch wenige Schritte von ihn entfernt, als der Auto ührer vor ihm plötzlich den Richtungsanzeiger cin- schaltele, Signal gab und gleichzeitig nach der Mitte der Straße zu einbog, um zu wenden, so daß ihn, dem Motorsa;r:r, zu irgeidwe ch:n Gegenmaßnahmen toeb:r Raum noch Zeit blieb und der Zusammenstoß un.erme.i) i I) war.Gegen den Auto.ührer wurde deshalb Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben, weil er seine Ab.icht des ilmtoenbend durch eine bestimmte Armbewe''ung od:r durch eine mechanische Einrichtung nicht rechnet ig kundge an habe. Der Verletzte blieb in t>:r heutigen Hauptver- hand'ung. deren ein Auzensch ii torauögin*’. b i seiner Darstellung. Es war aber heute auch ein bama'iger musti'ec Z .scha e:. brr den Hergang zufällig g:nau beobaft:t hatte, als Zeuge aut» getreten. Dieser b kund t? un'er einem Eide, dah der Autofahrer beim Clnstellen des Richtungsanzeigers uird Anfah en vorschri tsmäßig gehandelt habe und irgendftne Gefahr durch ein nachfolgendes Fcll;r cug nicht vorhanden g toe en sei; namentlich fei der Motorradfahrer noch eine gehörige Streck»» entfernt gewesen, so daß er bei einiger Aufm:rlsamk:it d a Rihtungsan etger so rechtzeitig hätte wohrnchmcn müs en. daß er noch die nach der Sachlage gegebenen Maßnahmen (Stoppen, Fahren auf die linke Sei.e u. dgl.) ergreifen konnte; diese hab? er aber offen* sicht ich ver äumt. So stand, da die übrigen Be- weicergebn.s e nicht wes.nt ich waren, hinsichtlich der Schul.f ag: Zeugenculsage gegen Zeugenaussage. Die des Verletzten war iannerhin insofern nicht einwandfrei, als er am Ausgang der Strafsache beteiligt ist. da er bereits ein: Ent- schädizungsk a^e gegen d.n Angrklagt:n ersto'cn hat. Dieser mußte indessen im Strafver astron. da feine Schuld nicht zweifelsfrei erwiefen. frei-* gespr ochen werden. Kunst und Wissenschaft. Ehrung der deutschen Alai-Turkestau-Forsch«. Zu Ehren des bru.scheu Gesam leitend der vor kurzem mit hervorragenden wissenschaftlichen Ergebnissen beende en Alai-Expedition. W. R. Rickmers und d:s Lei.ers der al-iaistischen Abteilung der Gxpedi ion. Regierungsrats Dr. D o r ch e r. wurde aus Anlaß ihrer Rücklehr in ihre Vaterstadt Bremen dort ein Degrüßnngs- abcnd veranstallet. Ramens des Senats hielt Landesschulrat Prof. Bohm eine Begrüßungsansprache. in der er die Verdienste der Heim- gekehrlen um die Er.orfchung Zentralasiens hervorhob. Weitere Begrüßungsansprachen hielten der Vorsitzende der Geographischen Gesellschaft in Bremen. I. Lauts und der Vorsitzende der Sektion Bremen des Deu sch-österreichischen Alpenvereins. Achelis. Mit herzlichen Worten dankte Rickmers allen Rednern, wobei er gleichfalls der Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und dem Alvenverein für die zur Verfügung gestellten Geldmittel und das geschenkt« Dertvaucn feinen Dank aussprach Er gedacht« weiter seiner Mitarbeiter und ihrer überaus wertvollen Hilfe, schilderte in kurzen Worten das durchforschte Land und die Aufgaben der Expedition Borchers. Er dankte gleichfalls für den herzlichen Empfang und die rege Anteilnahme an den Expeditionserlebnissen und -ergebniffen. Buntes Allerlei. Sdjiffsbranb. Im Motorraum eines in Stolzenhagen-Krah- wieck bei Stettin liegenden schwedischen Molov- schoners brach Feuer aus, b!?.s einen riesigen Umfang anzunehmen drohte. Die Stettner Feuerwehr fand das Schiff mit brennendem Oel förmlich überflutet, weil die Rohrleitung gen des Motors abgeschmolzen waren. Die Feuerwehr mußte mit Gasmasken und Rauchapparaten vorgehen. Rach mehr als vierstündiger Arbeit gelang es unter Anwendung von Schaumlöschern des Feuers Herr zu werden. Relle Freunde. Drei auf der Wanderschaft begriffene junge Leu^" toaren auf der Rheinchaussee zwischen Bacharach und Bingen in S reft geraten. Zwri »,er Handwerksburschen stellten sich gegen Den einen und warfen ihn, als ein Auto vorüber fuhr, kurzerhand vor das'Fahrzeug, während sie Reißaus in die Berge nahmen. Der junge Mann teurbe durch das Auto so schwer verletzt, daß er nach dem Hospftal gebracht werden muhte. ^raiihfuit a. TI | Berlin a. 2H. Devisenmarkt Berlin—Franks-rt Telegraphische Auszahlung. Banknoten. Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe bet zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent. Lombarbzinsfuh 8 Prozent. Berlin 6 Dezember Weib Brief itramönfdK Jiotcn U>,Hä I7HI AnUnnbtfdk' 9/nten ..... 167,98 168,66 ?5infirtn(t6e 'Jloteit ...... 41,91 21.99 Norwegische Noten. ... 111.53 111.97 Deutsch-Oesterr. ä 100 Sronen 58.82 59,06 Rumänische Noten...... -.48 2,50 Schwedische Noten...... 111.78 112,22 Schweizer Noten ...... SD.62 80,94 Cvanische Noten....... 67,53 7,81 Tschechoslowakische Noten . . 12.39 12,45 Ungarische Noten 72.89 73,19 Jranfefurt a. M Berlin Schluh-! t-Uhr- Rur» ; Kurs Sch.ud Kurs Vlnjang Kurs Datnn rt: 1 6. 12. | 7 12. 6. 12. | 7 12 ........ Bergmann ....... Eleklr. Lieferung«..... Lickt und Kraft ..... gelten 4 Guilleaume.... Ges. f. Etekn. Untern.. ... Hamb. Äekrr. Werke .... Rhein. (Siehr....... Schlei. Elektr........ Schocken ....... Siemen» 4 HaUk» . . • • . tianerabto . ...... Lohmener 4 6».. • • • • • Buderus ........ Deutsche CtMl ...... Essener Steinlohl»..... Gelsenkirchener ... $. H tzarpener ....... Hoesch Eisen. ....... Ilse Bergbau....... Slidnetwerfe ....... 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Serie 11 - - - — 12,6 12.25 4% üiumüucn conoert Ste. . . . 10,8 — 19,75 V/i% Rumänen Goldaul. vov 1913 19.3 — Lllg Deunche Eilev'xchn . . Pamburg-Ämerika Sätet ... 8 bamb.-Sübam Damvllck- • - 8 143.25 143.5 143.9 142.4 - 182 Ldnsa Dampsschsll -10 Norddeutscher Llohb • - ° lülg Teutsche Crevitanst. - 1° 40.25 140,5 183,25 H2 140 180.2o 141 139.9 Barmer Bankverein m — 144.7a 145 Berliner Hanbelsgeiellsch- - - 12 Commerz, und Priooi-Ban! • H <96.25 194,25 490 <96,0 -8b-4 »•«3,5 <63.25 Dresdner Ban! ... 10 173.9 172.2o 173,9 <72.7« krinelbeutiche Sie bild an! ... 9 — 142 219 418 Retailban!.........8 142 7.' 143.75 142 25 12 o34,7o .33,2o 54,75 332,5 Schluh-l l-Uhr- Rur» ! Kur» Sch.ub K'8,32 l,7u5 168,66 " 1,769 58,39 Brss.-Antw o8.27 a8.30 a8.27 (Sbrtftianta 111.76 111,98 111,76 111,98 .Kopenhagen 111,82 112,04 U1.84 112,06 Ctockvolm 112,02 112,24 112,04 112,26 fcetfinafotS. lu.54 10,56 10,342 10,3'2 Italien. . . 41,95 21,99 41,955 41,995 öonbon. . . 2U,u35 20,375 4ü,u32 40,o72 Nenvott . . 4.1920 4,2000 4,1920 4,2000 PnriS.... lo,37 16,41 la. „7 16.41 Schwei» . . iU,7u -0,92 5ü,73u 80,895 6nantcn - . -7,71 «7,85 a? ,72 07,86 Javao - - . 1.92 1,93 1.929 1.933 *Hto de Fan .499 0.501 1.4985 J.5tO5 Bien In D-- Ceft- aboeft ->0,85 39,07 38,-8 12,422 »9,10 Prag . 12,421 12.441 12,442 Bel irad - - <■.368 7,382 7,30« 7.o82 Dndapest. <3,07 73,21 <3,68 <3,22 Bul arten ,027 >.0»3 -,025 -,031 Lissabon 18.70 18.74 18,70 18.74 Tonün■ . Ronfiantfn. Dl,29 01.45 01.29 ■1.45 4,083 2.687 4.078 -.1-83 titben a,425 5,433 5.425 a,435 Tanado 4.186 4.194 1.180 1.194 Urn naD 4,286 4.294 4,28b 4.294 ttdfre ... 40.855 20,895 10.855 40.89.5 Berlin. 6. 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