Nr. 2U Erster Blatt 178. Jahrgang Zrettag, 7. September 1928 er|*«tettagli^. -»tz-r Sonntag» «d Feiertag». BeUagci. eirhtruz JomiBcnblÄtta Heimat rm Bild tHr Scholle »•lets.BtiBgsprtti. 7 7tad)*marh and 20 *Rfid>ipfmnlq ftr Traget» lc.hr-, end) bei Richter» scheMen dnj einer Ttummerw infolge höherer ® ec alt Fernsprechanschlüsse: 51, M und 112 Lntch rift flh Drahtnach- richten. Hijeigri •tetra, pslfchrckkoeio: frenlfart am Kain 116M. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen t>md wut Dtrlofl: vrAhl'sch« URwersilätr-vLch. nö Stdutrnderd B, Lange hi Gietzeri. Lchriftiewm- onö GeschLftrKelle: 5ch«lftraße L Sweater wr Injeiaen für bk Iogt»nemm-Ungarn auszubrechen drohte, ben berliner Ä Dr.gr cf) von 1878 berief, brauchte er dabei ben QluMrud, DeutidblanD se: bereit, -wischen den sich gegenüberstehenden Parteien den ehr- lichen Makler zu machen, Rußland hatte den jtr.eg gewonnen und den Türken einen Freden bUtiert. der auS der Hälfte der Balkan- halbin'el ein russische» Basallengebiet machte - aber se-.ne Kräfte waren erschöpft. England drohte mt: Krieg, wenn d.e rufsifchen Ansprüche nicht stark zurückgefchraubt würden. Oesterreich-Lingam erflArte sich für mitinterefficri und machte Anstalten. sich *u bewaffnen. In dieser gefährlichen europätschen Lage unternahm es Di»- tna rd. den Frieden zu retten, indem er sich al» Vermittler zwischen den zugespihten 3n- leresiengegensätzen anbot. ®r konnte es, vermöge der ungeheuren politischen und persönlichen Autorität, die er besah, und e» gelang ihm auch, aus dem Kongreß einen Ausgleich zustande zu bringen. Allerdings. Rußland war nicht besrie- digt. und von der Stunde an wuchs in den maßgebenden russischen Kreisen die Abneigung gegen Deutschland, mit der Begründung Deutschen!) hat uns verraten, Deutschland hat sich geweigert. un» den schuldigen Dank dafür zu beweisen daß wir durch unsere Neutralität ihm erlaubt haben. Frankreich zu besiegen! Der Berliner Kongreß war die eigentliche Geburt-steile jene» panslawistischen Dogmas, daß der Weg nach Konstantinopel durch daS Brandenburger Tor in Berlin führe. Wenn schon solche (besahreu mit der Bolle dc» eßrlichen Makler» zu einer Zeit verbunden waren, al» Deutschland aus der Höhe seine» Ansehen» stand und eine Persönlichkeit von dem Format Bi»marck» Zeine Geschäfte führte — um wieviel schwerer und dornenvoller würde sich heute eine solche Aufgabe für Deutschland gestalten! lind doch Haies d.n Anschein, al» ob sie ihm zugeschanzt werden soll, denn nach den au» Dens kommenden Nachrichten hat Poincarö bei der Pariser Unterhaltung mit Stresemann die Anregung gegeben, Deutschland möge in der Frage der Kriegsschulden den Vermittler zw ischen Frankreich und Amerika machen. Man dars wohl annehmen, daß die Nachricht sell'st richtig ist. Gelange eS jetzt Poincare, nach dem großen Erfolg der 6labilificrung deS Franten, fei eS auch nur bei einem Fünftel seine» allen Wert», auch noch einen durchgreifenden Nachlaß der von Frankreich an Amerika geschuldeten Summen zu erreichen, so würde dieser Triimtph seine Stellung ganz unvergleichlich festigen. Deutschland wünscht die Näumung de» Rheinlandes. Gut! Dann soll Deutschland erst die Kastanien für Frankreich au» dem Feuer holen und Amerika zu einer Reduktion seiner Schuldfvlderung bewegen. Wie Deutschland damacht, ist seine Sache. Seine Position in Washington Hal sich ja infolge der Haltung, die e» dem Kellogg-Patt gegenüber eingenommen hat. so günstig gestaltet, daß eS vielleicht wagen dars, sich an die Vermittlerrolle zu machen! Glückt sie, so ist der entscheidende Vorteil bei Frankreich Glückt sie nicht, so kann Frankreich „mit aufrichtigem Bedauern" feftftdlcn, daß es ihm angesichts der Schwere und Unsicherheit seiner eigenen Verpflichtungen nicht möglich ist, das ..Pfand", das es m Gestalt des NhemlandeS für die deutschen Zahlungen bi Händen hält, preiszugeben. Außerdem isl ja bekannt, daß Snt- Scheidungen von fo großem Gewicht wie ein Schuldennachlaß an Amerika in Washington nach den dortigen Grundsätzen nicht getroffen werden, bevor die nächste Präsidentenwahl erfolgt ist. Danach kann Deutschland den ihm zugemuteten Schritt jetzt überhaupt nicht tun, und die Näu- mungähiagv vertagt sich damit automattsch auf da- nächste Jahr! Wir würden e» für einen Fehler halten, wenn die deutsche Politik auch nur grundsätzlich aus diese Maklerrolle einginge. Welchen Grund sollten die Amerikaner haben. Frankreich durch deutsche Vermittlung etwa- au- zugesteben. waS sie ihm direkt nicht zugcstehen wollen? Irgendwelche Gegenleistungen kann Deutschland Ameriia nicht anbieten, und Freund- schaftsgeschenke. zumal von solchem Umfange, werden in der Politik nicht gemacht. Davon abgesehen. hat Deutschland aber ein Necht auf Näumung. denn es bat feine Verpflichtungen aus dem F r ieden - v e r tr a g e erfüllt Nur eine ganz unsinnige, gewaltsam herbcigezogene Auslegung kann behaupten, zur Erfüllung im Sinne des betreffenden Versailler Diktaiparagraphen gehöre die vollständige 'Bezahlung der verlangten Tribu klammen. Die Franzoien haben durchaus ohne formelle und moralische Begründung die Näumungsfrage mit zwei anderen fragen verquickt, die vcrttags- mähig nicht- mit ihr zu tun haben: mit ihrer sogenannten militärischen Sicherheit und mit der Sicherheit für den Eingang der deutschen Repa- rationSzahlungen. Die erstere ist erledigt durch den Vertrag von Locarno, durch den außer Deutschland auch noch Sngland und Italien zu Garanten der französischen Ostgrenze geworden sind, und die zweite ist erledigt durch den Dawespl an. Die er toll darüber entscheiden, was Deutschland tatsächlich leisten kann und in welcher Form feine Leistungen geschehen sollen. Wenn Deutschland sich nun darauf einlaffcn Deutschland stützt sich aus Tatsachen. Dw erfk Besprechung zwischen Reichskanzler Hermann Müller und Briand m Gens gibt begreiflicherweise überall zu eingehenden Kommentaren Anlaß. Gewiß ist eS ein wichtiger Schritt vorwärts, wenn bei einer solchen Gelegenheit der Vertreter der deutschen "Reichsregierung in aller Form da» wiederholt, was 6 t r e f e - mann in feinen Pariser Desprechunaen schon Briand und Doincar - bi Aussicht gestellt hat, nämlich die formelle Anmeldung der Forderung Deutschlands auf Räumung de» besetzten Gebiets. Darüber kann eS jetzt keinen Streit mehr geben, daß tatsächlich diese Forderung Deutschlands in aller Form angemeldet worden ist und al» solche in aller Form bestehen bleibt. Alle Versuche der Franzosen, den Vorgang in seiner Bedeutung Herabzusehen und ihn lediglich al» eine mehr oder weniger private Unterhaltung zwischen zwei Staatsmännern hinzu- stellen, werden ihnen nicht» nützen. Selbstverständlich wird kein verständiger Vien Id) erwartet haben, daß schon gle-h beim ersten Schritt der französische Auhenmmister einsach die deutschen Forderungen cmnehmen und die schleunige und völlige Räumung de» besetzten Gebiete» zu- gestehen werde Die Pariser Besprechungen SttesemannS haben über die zu erwartende Haltung Frankreichs völlige Klarheit geschallen. Die Hauptsache ist und bleibt zunächst die Tatsache, daS unser Verlangen nach Räumung gestellt ist und daß die anderen Mächte das wissen. Mit der ersten qemernsamen Besprechung, die noch im Saufe dieser Woche stattfinden wird, sind die Verhandlungen übet die RäumungSsrage in Fluß gekommen, und es wird nun tue Hauptaufgabe der deutschen Dolitik sein, dafür zu sorgen, daß sie im Fluß bleiben. Auch wenn Briand nicht durch bestimmte Teile der französischen Presse in mehr ober weniger versteckter Form die Ausiasiung der französischen Negierung betanntgegeben hätte, wüßten wir ganz ae- nau, was er auf Müllers Dünsche geäußert bat. trist längst bekannt, daß Frankreich mit allen Mitteln eine Lösung anstrebt, die auf eine Verquickung der Räumungsfrage mit den Reoara- tionszahlungen und den französischen Kriegsschulden an Amerika hinausläust Es muß zugestanden werden, daß von un» selbst vor zwei Jahren in Thoiry eine solche Anregung ergangen ist. Aber damals ist dieser Gedanke von Poincarö schroff von der f)anb gewiesen worden, und nun haben wir keine Veranlassung mehr, von uns aus darauf zurückzukommen. Unfer Rechtsan- fpruch auf die sofortige und völlige Räumung des besetzten Gebietes ist ebenso unanfechtbar wie der moralische. Die Handhabe bietet, wie Briand selbst durch die französische Presie verkünden läßt, der Versailler Vertrag. Das immer wieder zu betonen und sich nicht durch französische Winkelzüge von dieser klar oorgezeichneten Richtlinie ablenken zu lasten, muß als Richtschnur für unsere Politik gelten. Dor allen Dingen müssen wir nunmehr versuchen, den Franzosen klarzumachen, was sie eigentlich längst wissen sollten, daß die amerikanische Regierung, wenigstens die jetzt vorhandene, jede Der- quickung der deutschen Reparationszahlungdn mit der französischen Kriegsschuld an Amerika schroff a d l e h n t. Ob sich nach der Wahl und Amtseinführung eines neuen amerikanischen Präsidenten in Washington auch eine neue Auffassung durchsetzen wird, kann vorläufig niemand voraussehen. Ganz offensichtlsch glücklicherweise logar etwas gar zu offensichtlich, versucht die französische Politik unter Benutzung ihrer eigenen und der ihr ergebenen Presse in anderen Ländern eine Art von Sermürbung»- und Irveführunastakttk etn- zuschlagen. Ss soll un» gut v.iacrcbct werden, nicht zu starken 'Druck auSzuüben und un# mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß Frankreich selbstverständlich Gegenforderungen zu stellen hat. Demgegenüber wird e» für un» leicht fein, auf die Verträge von Locarno und unsere Erfüllung der ReparationSverpf lich- wvllte. al» Vorbedingung dafür, daß die Fra n- zosen ihrer VertragSpfl icht nachkommen, erst noch eine fo wenig auSiichtsvolle Aufgabe wie die Vermittlung mit Amerika in der Schuldenfrage zu übernehmen. so würde es damit, überflüssiger und gefährlicher Weise, auf den Vorteil verzichten, den ihm die einfache Betonung feine» Rechtsansprüche» gewährt. Bei der zweiten Zone handelt e» sich ohnehin nur noch um eine kurze Frist. 3n Frankreich fühlt man sehr wohl die moralische Schwierigkeit. in die man geraten würde, wenn man jetzt, nach der Unterzeichnung des Kellogg- paktes. sich noch langer weigern wollte, über die Räumung zu sprechen. Wan fängt also mit dem Gespräch an. aber auf eine Weise, die von un» zurückgewiesen werden muh. SS ist nicht untere Sache. Frankreich auf eine Plattform hinauszuhelfen, von der aus es imstande wäre, mit einem Schein der Verhandlungsbereitschaft die Räumung tatsächlich zu verzögern. Der Reichspräsident in Ostpreußen. Berlin. 6. Sept. (ZIL) Reichspräsident von Hindenburg reiste am Donnerstagabend mit dem fahrplanmäßigen Zuge zum Besuch feines Gutes Reu deck (Kreis Rosenberg) nach Oft- I preußen. Der Aufenthalt in Ostpreußen, der tun gen al» vollgültige Gegenleistung hinzu- tocifen. Wird hieran feftgehalten, bann ist untere Stellung unerschütterlich. Die gestrigen Besprechungen. Genf. 6. Sept. (WTB.) Reichskanzler Hermann Müller hat heule nachrntttag den Besuch des österreichischeit Bundeskanzler Seipel erwidert. 5emer empfing Staatssekretär von Schubert den Besuch de» ungarischen Außenminister- Walko. Weitere Besprechungen mit der deutschen "Delegation waren für heute nicht vorgesehen. Der Zeitpunkt für den Besuch Briand- beim Reichskanzler ist noch nicht festgesetzt. Der ungarische Außenminister hatte außerdem im Verlaufe deS heutigen Tage- Unter re Düngen mit dem österreichischen Bundeskanzler Seipel, dem h Händischen Außenminister Beelaert-. dem tschechoslowasischen Außen» minrfter Be nesch und dem japanischen Rats- mitglied A d a s ch i. Die Hauptdelegierten der Älernen Entente haben heute abend eine Zu- fammenluntt bei Soti11ch. dem jugoslawischen ständigen Delegierten beim Völkerbund Berlin. 7. Sept. (XU.) Wie der ..Vor- wärt»" aus Genf meldet, llt ein betonterer Besuch deS Reichskanzlers bei den "delegierten Englands, Belgiens und Italien-, ähnlich Dem Schritt wie bei Briand nicht in Aussicht genommen. Da Briand sich bereitcrtlärt habe. Die übrigen DesatzungSmäch te Direkt zu verständigen, um mit ihnen eine gemeinsame Aussprache mit Dem Reichskanzler zu vereinbaren. Erwartungen der deutschen Delegation. Genf, 6. Sept. (XU.) In Kreisen der deutschen Abordnung rechnet man anscheinend fest damit, daß nach den Einzelunterredungen zwischen Reichskanzler Müller und den Vertretern D^r Besatzungsmächte, am Samstagnachmittag die erste all- gemeine Aussprache zwischen Briand, Scia- I o i a, Lushendun, Hymans und Müller tattfinden wird. Man betont nachdrücklich, daß legenwärtig von irgendwelchen schriftlichen vor- chlägen oder Denkschriften, die den Befotzungsmöch- ten vorgelegt werden sollen, wie von französischer Seite behauptet wird, keine Rede sein könne Man betont, daß von deutscher Seite keinerlei Vorschläge zu machen feien, da die deutschen Forderungen auf Räumung des Rheinländer sich auf Tatsachen stützten. Aus die Erfüllung de» Artikels 431 des Versailler Vertrages, auf den Abschluß de» Locarnopakte» und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Deutschland könne lediglich auf dieser Grundlage die Verhandlungen mit den alliierten Mächten aufnehmen. Man erwartet nunmehr, daß von französischer Seite diese Tatbestände zugegeben werden, jedoch erftärt werden wird, daß, da die Räumungssroge durch den Versailler Vertrag geregelt werden soll, somit eine Verbindung zwischen dem Räumungsproblem und der Rcparationsregelung bestehe. Hierdurch würde die Frage der Mobilisierung der Bonds des Da- wcsplanes und im Zusammenhang damit die Frage der interalliierten Lchuldcnregclung aufgerollt sein. Man siebt jedoch anscheinend hier noch nicht klar, in welcher Weile von französischer Seite diese Fragestellung erfolgen wird. Zunächst dürfte somit die deutscheThese einer französischenThese gegenüber st ehe n. Erst wenn über die grundsätzliche Frage Klarheit geschaffen sein wird, auf wel cher Basis die Räumungsoerhandlungen überhaupt geführt werden können, wird eine sachliche Wetter- siihrung der Besprechung als möglich angenommen. Sollten jedoch, wie fast zu erwarten ist, von franzö- keinerlei offiziellen Charakter hat, wird etwa eine Woche dauern. Schwierigkeiten beim Standesherren-Geseh. Eigene Drahtmeldung der .Gießener Anzeigers'. Berlin, 7. Sept. Die Durchführung des Ge- l'etzentwurfes über die Standerherrensragc der im Januar d. I. veröffentlicht wurde, und der zurzttt dem Reichsrat zur Beratung vorliegt, scheint auf Schwierigkeiten zu stoßen. Der Gesetzentwurf ist noch von der alten Regierung und dem Iustizminister Dr. Herat ausgearbeitet worden, und deckt sich daher nicht mit den Absichten und Wünschen der preußischen Koalition. Um diesen Gegensatz zu überbrücken, find Verhandlungen zwischen dem Reichsjustizministerium und der preußischen Regierung eingelötet worden, die aber noch zu keinem Abschluß geführt haben. Es ist möglich. daß der alte Entwurf zurückgezogen wird, oder daß man sich auf Grund der ictzigcn Besprechungen zu einer Aenderung im Reichsrat im Sinne der preußischen Regierung entschließt. Rußlands Beitritt zum Kellogg-Pakt. Moskau, 6. Sept. (DB.) Volkskommissar Litwinow übergab dem französischen Botschaf- silcher Seite die Reparation»- und die interalliierte od)uü>enfrage al» Grundlage der Räumungsverhandlungen erklärt werden, so würde sich zunächst eine weitere Arbeit von Seite der Sachverständigen und dann erst daran die endgültige Klärung des gesamten ^Reparation*- und Schuldenproblems an- schließen. Erst nächste Woche weitere Besprechungen? Pari-. 7. Sept. (WTB. Funlspruch.) Der .Hava- -Vertreter in Gens bezeichnet es al» allgemeine Annahme, Daß Die llntenxDu ;ien wegen Der Rheinlandsrage. Deren Ansang Die Besprechung Hermann M i^l l e r - V r i a n o gebildet habe, vor Ansang kommender Woche nutzbringend weder sortge- setzt, noch ausgedehnt werden können. „Eine hoffnungsvollere Atmosphäre." London,?. Sept. (WTB. Funkspruch.) „Time*"" berichtet aus Gens: Die erste wirkliche Fühlungnahme zwischen Minister Briand und dem Reichskanzler hat dort eine Hoffnung»- vollere Atmosphäre erzeugt, und da» irrige Gerücht, daß der Kanzler im Begrisse steht, noch Berlin zurückzukehren, hat der Erwartung Platz gemacht, daß die vesprechungcn der Räumung»frage wenig- ftens zur Entdeckung einer festen verhand- lung»grunblage führen werden, bevor die völ- kcrbund»versammlung zu Ende gehl. Obgleich die Verhandlungen jetzt nicht annähernd soweit sortgeschritten sind, wie sie vor zwei Fahren standen, als Briand mit Stresemann in T h o i r t) zusammenkam, werden sie jetzt auf eine geschäftsmäßigere Grundlage gestellt. Als einen weiteren Gewinn des augenblicklichen Meinungsaustausche» bezeichnet der Korrespondent die angebliche Erkenntnis, daß die Zurückziehung der alliierten Truppen aus dem Rheinland sechs ober sieden Jahre vor der feft- gesetzten Zeit nicht erwogen werden könne, ohne einen entsprechenden Vorteil für die andere Seite, etwa in der Art einer finanziellen Vereinbarung, durch die die Daweszahlnngen endgültig den Gläubigern Deutschlands sichcrgestellt werden. Er nennt weiter eine Erörterung über die Art und Zeit der Ueberwachung des geräumten Gebietes notwendig Dem Korrespondenten zufolge wird endlich auf französischer Seite nichtmehr davon gesprochen, irgend- welche politische Bedingungen an eine vorzeitige Rhcinlandräumung zu knüpfen. Dor allem Zeitgewinn für Briand . . . London, 6. Sept. (WTB.) P e r t i n a r meldet Dem .Daily Telegraph" au» Genf zur Unterredung zwischen Reich-kanzler Müller und Briand: ES verlautet. Daß Der Reich-.'anzler die gesamt e Frage DerRheinlanDbesehung aufgeworfen und Den stärksten Nachdruck auf Di» moralische Recht Deutschlands auf Räumung seine» Gebietes gelegt Hit. angesichts der friedlichen Gesinnung. Die e» bewiesen habe als es Die VocamoDerli ige unterzeichnete, dem Völkerbund beitrat, Art 36 Der Statuten de» Haager GerichtSbose- betreffend Zwang»- schiek^gerlchtsbarleit oeipflichtete unD Dem Kel- lvgg-Pakt zusttmmte. Periinar bcmcrlt. Briand Hobe Dr. Stresemann niemals versprochen, daß die Räumung Des Rhernloirde» aus Den Abschluß der LocarnovertMge folgen werde. ®» werde jedoch auf deutscher Seite erklärt, daß Briand Dr. Dttesemann zu Der Annahme veranlaßt habe, daß Die Räumung Die natürliche Folge Locarno» fein werde. Andererseits habe Der ter 1) e r b e 11 e den von Litwinow unterzeichneten Akt über den Beitritt der Sowjetunion zu dem Kelloggpakt. In der Begleitnote spricht Litwinow die Uederzeugung aus, daß die SotDjdrcgicriing ein genaues Verzeichnis der zum Sei tritt zum Pakt aufgeforberten Länder und des weiteren eine Mitteilung über ihren Beitritt und die Ratifizierung durch die einzelnen Regierungen erhalten werde. Tschitscherin in Deutschland. Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzelgers". Berlin. 7. Sept. Der rusiische Außenkom- miffar Tschitscherin. De len Erkrankung doch bei weitem ernster ist, als e» vielfach russischersei tS dargestellt wurde, wird sich in den nächsten Tagen nach Deutschland begeben, um sich hier einer längeren Kur zu unterziehen. Der Termin feiner Ankunft in Berlin steht noch nicht fest. Auffifcherfeits legt man jedoch Wert Darauf, schon jetzt feft^u ft eilen, daß Der Aufenthalt Tschitscherins in Deutschland rein privater Natur sei und ihm auch nicht im geringsten irgendein: polit sche VebeuL-ng yjfärr.e. Aller Voraussicht nach wird sich Tlch'ttcherin diesmal nicht von feinem Frankfurter Arzt, sondern von einem Berliner Aerztekonzilium untersuchen lassen. Erst ün Anschluß Daran wird festgestcllt werden, wo der russisch? Auhenkom- misiar seinen Erholungsurlaub in Deutschland verbringen wird. AorwrgMer Vorstoß im Völkerbund. Genf, 6. Sept. iWV i Das Ereignis der heutigen Dormittagssihang der Böller* bundsversammiung tocr e r.e Hebe des norwegischen Ministerpräsidenten Mowincket, in »er er n. o leine Unzufriedenheit nrt der Tattgtett des 'Hotts auÄrüdtc, den Mangel an Unparteilichkeit geißelte und vom "Rat ftatl der Vis en provisorischen Lösungen mehr definitive verlangte. Grundsätzlich sprach er sich gegen die H-robtetzung der zahrlichen -Ratstagungen von 4 cuf 3. und gegen die Wicderwählbarkeit au-, da es tat Interesse aller Länder liege, daß die jährliche turnusmäßige Erneuerung eines Teiles des Rates ohne Einschränkung e.ngehalten wird. Der Völkerbund müsse über den Parteien stehen und sollte zur Wahrung biefcS Grundsatzes den Ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag häufiger heranziehen als bisher. Die Beamten des Völkerbundsekretariates sollten den Charakter des Völkerbundsbeamten peinlichst wahren und weder nationalen noch privaten Inter^len bienen. Die Atmosphäre des Friedens sei näht so, wie man sie wünschen müsse. Unter schärfsten Anklagen gegen die militaristischen Tendenzen schilderte Mowinckel eindrucksvoll das Zerstörungswerk, das durch die Flugzeuge. Unterseeboote und die dazu gehörenden modernen Krieg-mittel in kürzester Zeit verheerend über die Menschheit hereinbrechen könnte. Man habe gerade in den letzten Wochen in der englischen Press« anläßlich der Luftmanöver in London lesen können, daß wenige Stunden zur Zerstörung London- genügten. Er erinnerte an die Folgen, die bereit- in Friedenszeiten durch das Platzen von ViftaaSbehältern entstehen können, an die zahllosen Zeitungsmeldungen über kriegsmäßig« Manöver, und stellte mit Rachdruck fest, daß aus allen diesen Gründen die internationale Atmosphäre sehr gedrückt sei. weil überall als ultima ratio der Qrieg mit seinen verheerenden Jotgen stehe. Jurchi und Mißtrauen könnten nicht beseitigt werden, und die Kriegspsychose bestehe weiter. Auf sozialem, humanitärem und wirtschältlichem Gebier wurden in den letzten Jahren Fortschritte erzielt. nicht aber aus politischem Gebiet., iur dessen Klärung nach seiner Auffassung das Genier Protokoll der richtige Leg gewc'cn wäre, M o w i n ck e l, dessen Rede von einem großen Teil der Delegierten und dem Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde, schloß mü der Forderung, daß man sich überall in der Welt zu dem Grundsatz beten«, der aus der Kellogg in Frankreich verehrten Füllfeder stehe: „Si vis pacem, para pacem' Als nächster und letzter Redner der heutigen Vollsitzung der Dölkerbindsverlammlung bestieg unter lebhaftem Veisall der belgische Außenministers Hymans die Tribüne. Gegenüber den Krisen, von denen man immer wieder spreche, wies er in durchaus optimistischer Weise auf die Fortschritte hin, die in der Zusammenarbeit der Völker auf wirtschaftlichem Gebiet zu erkennen seien, und betonte die Verdienste dcs Völkerbundes um das Zustandekommen des Locarnovrrtrages und der Weltwirtschaf tskonserenz. Weitere Fortschritte seien im vergangenen Jahre durch das Sicher- heitSkomit^e erreicht worden. Rach belgischer Auffassung sei dos vertrauen und dos Gefühl der Sicherheit für die verwirk lichung dec Abrüstung wesentlich, die im übrigen eine Funktion der SicherheUssrage fei Durch dieses Gefühl einer dauernden Sicherheit könne dir Abrüstung gefördert werden. Ebenso nötig sei die Vorbereitung der Seelen, und in diesem Sinne begrüße er den Kelloggpakt, der einen internationalen Morallode? darstelle. indem er über den Krieg als Wittel der nationalen Politik, ter bisher als legal gegolten habe, die Acht auSspreche. Die nächste Sitzung findet Freitag vormittag statt. Der neue Skandal in Berlin. 6. Sept. (WTD.) Die Tatsache, daß durch die Sekretärin des Unterfuchungs- richters. Landgerichtärats Brühl, Einzelheiten aus den Vernehmungen Hugo StinneS" an außenstehende Personen gelangt sind, beschäftigt, wie eine Berliner Korrespondenz meldet, heute alle in Frage kommenden Instanzen auf das lebhafteste. Heute vormittag fand eine sehr eingehende Konferenz des mit der Untersuchung der Angelegenheit beauftragten StaatS- anwaltschaftsrates Zimmermann mit dem Oberstaatsanwalt Sturm statt. Auch im Iu- stizministerium beschäftigt man sich sehr lebhaft mit dieser Affäre, die von grundsätzlicher Bedeutung ist. Die Sekretärin des Untersuchungsrichters ist keineveamtin.dle durch v i e n st e i d zur Geheimhaltung aller der Dinge verpflichtet ist, die ihr durch ihre Tätigkeit im Amt zur Kenntnis kommen. Die IuftizVerwaltung beschäftigt seit sechs Iah- ren angestellte Hilfsttäfte, zumeist Stenotypistinnen, die bei den Vernehmungen entweder das DUtat von Angeschuldigten und Zeugen direkt mit der Schreibmaschine ausnehmen, oder die bei großen stundenlangen Verhören, bei denen es mitunter auf ein Wort anlommt, die Aussagen stenographisch aufnehmen. Früher wurden für diese Tätigkeit nur Iustizbeamte verwendet, die Deamtenqualität hatten und die durch den Diensteid zur Verschwieg mhrit verpslichtet waren. Verletzt ein Beamter den Diensteid, so hat er außer der fristlosen Entlassung und dem Verlust aller Pensionsansprüche schwere Gefängnisstrafen zu erwarten. Bei den Iustizangcstellten liegen die Dinge jedoch anders. Die Verpflichtung durch Handschlag »st der Vereidigung nicht gleichzusetzeu, und letzten En- des bedeutet in einem Fall, wie dem vorliegenden, die Verletzung der Schweigepflicht für die Angestellte kein übergroßes Risiko. Außer dem sofortigen Verlust ihrer Stellung hat sie eine nennenswerte Strafe überhaupt nicht zu en warten. Man hot nun an Stelle der Sekretärin einen Obersekre tär berufen, einen langjährigen Beamten, der durch Eid zur völligen Derschwie- genheil verpflichtet ist. Die Tatsache, daß Fndiskre- der Stmues-AMre. Honen begangen worden sein sollen, ist, derselben Korrespondenz zufolge, durcheinenmerkwür- digen Zufall entdeckt worden. Ein Berliner Journalist, der mit einer Stelle im Kriminalgericht Moabit beruflich ein Telephon- gefpräch führe» wollte, geriet durch einen Zufall in eine Querverbindung. Lr härte, wie eine Dame einem Herrn Mitteilungen aus dem An tersuchungsoersahrsn machte, wobei auch eine Reihe von Hamen genannt wurde. Der Journalist, der das Gespräch unfreiwillig mit angehört hatte, machte nun dem Untersuchungsrichter Mitteilung, und dieser oeraillaßte nach Rücksprache mit den vorgesetzten Dienststellen daraus die Ein- leitung einer Untersuchung gegen seine Sekretärin. Entgegen anderslautenden Mitteilungen ertlärt die Sorrespondenz, daß eine Verhaftung der in Fraae kommenden Angestellten durch Staatsanwalr- schastsrat Zimmermann bisher noch nicht er- folgt ist. 5000Mark geboten, aber nicht erhalten. Berlin, 6. Sept. (Privattel. des WTB.) Laut „Lokalanz." waren d.n: Sekretärin des älntersuchungsrichters in der Etinnesaffare für ihre Indiskretionen von einer der daran in ter- cs iertcn Personen 5000 Marl geboten, die sie aber nicht erhalten hat. Wie eine Korrcspond'nz erfährt, besteht der Verdacht. daß di« Indiskretionen aus dem Zimmer des Untersuchungsrichters an einen Personen lreiS gelangt sind, der sich um den Bankier Horn in A m st e r d a m unb den Maller Eugen Hirsch in Pari- gruppiert. Stinnes verklagt die Vossische Zeitung. Berlin, 6. Sept. (WB.) Der Verteidiger Hugo 6tinne5*. Rechtsanwalt Dr 2L Fried- mann, teilt mit: Herr Hugo Stinnes jr. hat gegen die „Vossische Zeitung" wegen des Artikel- im heutigen Morgenbiakt, in welchem ihm ein Zusammenhang mit Manipulationen der Sekretärin des UntersuchungsiichterS unterstellt wird. Strafanzeige wegen verleumderischer Beleidigung gestellt. französische Ministcirat mit Zustimmung Driands j.n 23. August beschlossen, daß Die Räumung nur als pne allgemeine Regelung einschließlich ..ep^cuttoncn und Kriegsichulden erwogen werden könne, was von dem guten Dillen Amen las abhäng:. Unter diesen Umständen habe Briand kaum ein anderer weg osfengestanden, als Zeit ,u gc- reinnen und zu erklären, daß er auf konkrete deutsche Vorschläge warte. Es sei nicht bekannt, ob der Reichskanzler irgendwelche Vorschläge dieser Art gemacht bäte. E- werde als sicher angenommen, daß er jetzt Lord Cushendun, Scralo^a und Hymans mit dem Ersuchen und den Anstchten ferner Regierung bekannt machen werde. Es heiße, daß Biianb dem Reichskanzler mitgeteilt habe, daß er eine so wichtige Verhandlung nicht gesondert von den Alliierten Frankreich- einleiten könne. Pertina? bemerkt, die persönlichen Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und Brianü würden sich in Verhandlungen verwandeln, sobald der Reichskanzler formell an die ^Regierungen Englands, Italiens und Belgiens fcerangetreten sei. Briand verweise die gesamte Frage nach Paris. Abschwcichungsversuche in Pans. Pari-, 6. Sept. (WB.) Sowohl der „TempS" als auch das .Iournal des D6- ba ts" geben sich alle erdenüiche Mühe, die Bede u t u n g der gestrigen Unterredung de- Reichskanzlers mit Briand herabzumindern und ihr den Charakter eine- Verhandlungsbeginns zu nehmen. Sv schreibt der »Ternps": Die These, derzu- folge Deutschland das Recht hätte, die Rheinlandräumung zu erhalten wegen der Beweise seines Willen-, seine Verpflichtungen au erfüllen, und mit den anderen Mächten aktiv an der Organisierung des Friedens mitzuarbeiten, entbehrt der Grundlage. ES scheint, daß die Aufgabe des Reichskanzlers in Gens vor allem darin bestehen dürfte, sich durch vorsichtige Sondierung über die Einstellung der "Regierungen von Pari-, London, Brüssel und Rom hinsichtlich der Rechte und Interessen, die sie hüten sollen, zu unterrichten. Unter diesem Gesichtspunkt muß man, wie wir annehmen, die Privaten Unterredungen betrachten, die Reichskanzler Müller in Genf hatte und die auf alle Fälle — das muß man unterstreichen — nich t den Charakter einer eigentlichen Verhandlung annehmen können. Die Demarche, die er augenblicklich unternimmt, scheint besonders dazu bestimmt, die öffentliche Meinung in Deutschland selbst zu liberzeugen. daß die Reichsregierung sich ernstlich damit beschäftigt, die Frage der vorzeitigen Rheinlandräumuna zu schaffen. Aber man würde Gefahr laufen, Die Geister in Deutschland und anderswo in gefährlicher Weise irrezuführen, wenn man daraus schließen wollte, daß dieses ernste europäische Problem morgen gelöst werden könnte. Das „3oumal d«S Dybats^ schreibt. Rach feiner Unterredung mit Stresemann in Baden- Baden hat Hermann- Müller erttärt, er werde in Genf die Frag« der fofortigen 'Räumung aufwerfen, und diese Räumung schulde man Deutschland ohne Gegenletstuna. Fast die gesamte deutsche Presse führt seit Wochen die gleiche Sprache. Auf einer solchen Grundlage kann aber keinerlei Verhandlung eröffnet werden. Hier, wie so oft vorher, glauben die Deutschen geschickt zu sein, wenn sie Änschüchtern. Sie täuschen sich: die Zeiten Bismarcks und Wilhelms II. sind vorüber. Seitdem der Kanzler In Genf ist, h^t er schon bemerken können, daß seine These zu einem vollkommenen Mißerfolg verdammt ist. (3t muß sich eben auf den Standpunkt seiner Gegenspieler stellen. Wenn er wirklich eine Annäherung mit Frankreich wünscht, muß er auf das System der Forderungen ver-- z i ch t e n. Seipel über feine Genfer Reise. Wien. 6. Scpt. (WTB.) Das „Heue Wiener Tagblatt" veröffentlicht Mitteilungen des Bun- deslanzlerS Seipel über seine Genfer Mission an den Berichterstatter des Blattes, in denen Dr. Seipel sagte: Meine Bemühungen sind hier darauf gerichtet, die technischen und bureauttatischen Schwierigkeiten, welche der Ausnahme einer Anleihe im Amerika noch hindernd im Wege stehen, zu beheben. ES handelt lieb nicht darum, wie es noch immer von mancher Seite falsch bargeftellt wird, eine Anleihe aufAU- nehmen. Die Schwierigst ten gegen sie bestehen nicht bei den Anleih.gebern, auch nicht beim Völkerbund, der mit Dieser Frage überhaupt nichts mehr zu tun hat. Auch meine lange Unterredung mit Briand galt in erster Linie der Frage Der wirtschaftlichen Verhältnisse iu Oesterreich und der Schaffung Der DorauSsetzun- ?en für die amerikanische Anleihe Ueber Den nhalt der Unterredung wird auf beiden Seiten ein vielleicht manchen, auffällig erscheinendes Stillschweigen beobachtet, daS aber Den diplomatischen Gepflogenheiten entspricht. Absurd ist die auf dem Umwege über die „Jim- norf Times" auch in die deutsche presse gelangte Version, Ich hätte Briand bestimmen wollen, gegen den Anschluß vorzugeheo. Erne solche Kombination kann nicht ernst genommen werden. Meine lange Unterredung mit dem Deutschen Reichskanzler war sehr herzlich. Wir bedurften keines Dolmetschers und verstehen uns auch sonst schnell. Ich habe den Eindruck gctoomien, daß sich der Deutsche ftaiyler sehr rasch in die Genser Materie etngvorbeitei |>at, und habe von ihm mit Freude vernommen, r-.iß ReichSaußemninister Stresemann in der kurzen Zeit die er in Baden-Baden verweilt, kd) schon sehr erholt bat. Ich habe Den Kanzler Muller schon einmal in Berlin kennen gelernt und freue mich mit ihm jetzt in nähere Beziehungen zu treten. Oer polnisch-litauische Streit vor -em Völkerbundsrat. Gens, 6.Sept. (WB f Der Völkerbunds- rat ist heute nachmittag zu einer Sitzung über den polnisch-litauischen Streitfall zujam- mcngetrelen. Der Bericht des holländischen tfufoenmimfters 8 c e(aerts van BIookland über den gogen axirügen Stand der polnisch-litauischen Verband- hingen enthält eine knappe Zusammemaisuua der .’Irbeitcn Irr von der polnisch-litauischen Kons-renz eingesetzten drei Ausschüsse. Der Verkehrsaus- schuß, der in Warschau getagt hatte,' ist, so wird darüber ausgeführt, anscheinend zu keinerDer- standigung gelangt, die die Anknüpfung poftn» Uscher Beziehungen zwischen den beiden Ländern ermöglicht, da der litauische Vorschlag zur Her- fteUung indirekten Verkehrs vom Völkerbund nicht angenommen wurde mit Der Begründung, daß für den Verkehr über Drei Staaten keine besonderen Abmachungen nötig leien, und darin auch fein wirklicher Fortschritt zu suchen sei. Auch der in Äomno zusammengetreten« Ausschuß zur Regelung der Sicherheitsfrage und zum Ausgleich der gegenwärtigen Forderungen, die aus Dem polnisch- litauischen Sion Hi h entstanden feien, habe zu keinem positiven Ergebnis geführt. keiner der von Polen bzw. Litauen oorgeleglen Entwürfe sei auch nur als Grundlage der Verhandlung angenommen worden. Uriruig der dritte in Berlin zusammengetretene Ausschuß für die Erleichterung d e s Grenzoer k e h r s an der polnisch-litauischen Vermal- tungügrenze habe eine provisorische Vereinbarung zustandegebracht, die von den bei- den Delegationen paraphiert wurde. Aber auch bieje mageren Resultate warten noch auf bie Au- nähme durch die Dollkonferenz, für die trotz der verschiedenen von beiden Parteien gemachten Dar- schlage, weder 3eü noch Ort festgesetzt fei. Der Be- richterstatter gibt zum Schluß feiner Enttäuschung Ausdruck, daß die SBerbanNungen noch nicht Die Ergebnisse gezeigt haben, die er zu hoffen berechtigt war, und fordert dir beiden Parteien auf, feine Darlegungen zu ergänzen und zwar nicht nur in bezug auf das. was bis jetzt von beiden Par- teien in Verfolg her Dezemder-Relolution des Votterbundsrates geschehen sei, sondern auch in be^ufl auf die Aussickuen Di« bk weiteren Verhaud- Der polnische Außenminister Zalefki be- schräiMe sich auf die Versicherung, daß von polnischer Seit« alles getan worden sei, um sich der Dezenck»er-Refolution deS Völkerbundes anzupasfen. Oer litauische Ministerpräsident Woldemaras nahm Dagegen D« Gelegenheit wahr, um dem Rat ein längeres Expose über den Str.i.foll zu geben. Sr dankte dem Berichterstatter für feine unparteiischen und objektiven Berichte, die jedoch kein vollständiges Bild über den Stand bet Verhandlungen geben tonnten. Die Enttäuschung des Berichterstatters wird nach seiner Auffassung von jedermann geteilt Da die bisherigen Ergebnisse wirklich ungenügend seien. 3m verlaus von saft einem 3ohr fei noch kein greifbares (Ergebnis erzielt worden, und es sei deshalb nötig, daß beide Parteien über di« entstandenen Schwierigkeiten sprächen. Der eigentliche Gegenstand der litauischen Stlaoe vom Oktober vorigen Jahres hab: lediglich die Schließung von litauischen Schulen im Wilnaer Gebiet als angeblich polnische 2tepref|alL« gegen Di« Schließung polnischer Schulen in Litauen, und aufkcDtm d.« Tätigkeit von BanDen im poln.sch-Iitauifchen Grenzgebiet Di« mit allerlei Mitteln Den Sturz Der litauischen Regierung betreiben, betroffen. Bvn Polen fei die Cristen; Dieser Banden mit altertet Ausflüchten geleugnet worden Litauen habe aber unanfechtbare Beweise in Händen, daß diese Banden bestehen, obwohl fi« häufig den Hamen wechseln und bald in Zipil, bald in Uniform auf treten. Zwei Wege gebe es. um Den polnisch* iitonischen Äonfüft aus der Welt tu schaffen. Der eint führe mir Des amt re gelang alter Streitfälle einschließlich Dieter Klage und der andere zur Vereinbarung eines modus vivendi, der die Ge'amtregeiung der Zukunft überlasse. WrlDemaras befähle sich weiter mit der Geschichte brr Königsberger Kon erenz unb ver- □ratrte sich takt gegen Die voinilchen Anichate tigunften. Daß LUaum auf Ic.aen Der polnischen Dorlchlö^e eingeye Seine weiteren Aus ührüa- gen bezeichvete Woidemaros als die Kernfrage. Im polniichen Weißbuch feien verschie- kkne für die polnisch-litauschen Verhandlungen — und gerate für die litauische These wichtige Dokumente uxggelaf en ttorber. Woldemaras untersuchte verschiedene 'Bestiaunungen der von Polen vcrgclchlagenen Berträse uich vorgebrachten Argumemie. um Darsutegea. daß hinter ihnen allen als treibend« Kraft die polnische iVk stehe, ble IDilnafragc endgültig auszuschatten und auf in direkte Weife den endgültigen Verzicht Litauens auf das IDilnageblrf zv erreiche». Zur Sntitchung des polnischen Argumentes, daß ein brrefter Babnverkehr nicht über das Gebiet dritter Staaten führen lönne, ztticNe Wvldemara- rerschiedcne Beispiel«. Die Re^arationSforderuw' gen PolcnS an Litauen stritten eine Entschädigung für Den Aufwand Polen- zur Durchführung dcs Handstreichs des polnischen General- Zeligowski dar und dienten nur da^u auf Ümttegtn den Verzicht Lrtauens auf das Wilna- gebiet zu erreichen. InSbefoitdere gelte das für die zwei Millionen Dollar, die Polen für dir Lchäo.m verlange, die im Dllnagebiet durch Freischärler verursacht wsr.dcn feien. Zum Schluß führte er aus. daß Die in den litauischen Vorschlägen enthaltenen Zugeständnille für Polen Durchaus annehmbar feien, daß aber Polen lich ihnen gegenüber stets mit Dem generellen Einwand begnügt habe, die litauifchen Vorschläge ständen int Widerspruch zu der Dezeo-.derrefolu- tion Des Rates. Unter Dielen Umständen sei du Arbeiten außerordentlich erschwert. Schweres Flugzeugunglück in Mistetstanken. Berlin, 6. Sept. (WIB.) heule mittag 1355 llhr verunglückte bas planmäßige Flugzeug auf der Streife Erfurt — München D. 180 bei einer Außenlandung in der Rähe von Herold»- bad), 5 Kilometer südwestlich von Z o r ch h e i m (THUlelfranten). hierbei kamen Der Flugzeugführer Zander und ble belben Passagiere Selber unb haux ums Leben. Augenzeugen berichten, daß ber von Norden kommende Einbecker, ein einmotoriger Eindecker pom Typ FS, ber auf Der Strecke Hannover—München eingesetzt war, plötzlich hin- unb herschwankte und sodann aus etwa 200 bis 300 Meier hohe je Boten stürzte. herbeiellenbe Eifenbahnarbecker fanden bas Flug, zeug in einem Acker etwa 150 Meter von ter Klein- bahnhaltestell« Poppendorf entfernt, auf. Der vor- bere Teil bet. Rumpfes mit dem Motor hatte sich tief in Das Erdreich hineingebohrt, unb die M u - jchine stand, ioroctl die Trümmer brr Äobinr unb ber Tragfläche erkennen ließen, völlig auf dem K o o f. Die drei 2 n f a | f e n , deren ‘Bergung aus oem wüsten Trümmerhaufen sich ziemlich schwierig gestaltete, waren offenbar durch teo furchtbaren Anprall, der ten schweren Motor iu den Führersitz unb die Kabine hineintrieb, sofort getötet worden. Etwa 2 00 Meter on Den Trümmern entfern t tDurDe der z brochene Propeller au'g.‘sunden. Die glücksstellc wurde sofort abg^fperrt. unb in \ t Tiachmitt. gsstunden trafen eine DerichtSkomm fion aus Forchheim und Fluglachverstöndiae a. ' Rücnberg in Poppendorf ein, um eine ilntr suchung an Ort und Stell« vorzuuehmen. £• Drei toten Insassen wurden alS der Flugzeug führer Major a.D. Zander aus Munchci, Der Fabrikant Hau» auS Ebingen in WLrttem. berg unD Der Student Weidner aus München ldmitifizierl. Major Zander war im Strtege zuletzt Äommanö.ur Des Iag)grschwaders I. Rach seinem Ausscheiden aus dem HeeveZdtenst war er in Schleich.im bei München Leiter der dortigen Derlehrssliegerschule und trat bann später in die Dienst« der Lufthansa ein. Die Lufthansa teilt zu dem ilngtiuf folgen» Des mit: Das Flugzeug erlitt einen Äurbei* Wellenbruch, der Propeller löste sich und flog unglücklicherweise gegen da- Trag- Deck. welche- zerstört wurde. Hierdurch wurde der Unfall verursacht. Schweres Flugzeugunglück in Amerika. Rockford (Illinois). 6. Sept. (WTB.) 9in Flugzeug, in dem drei Flieger mit drei Paffagieren versuchten, den ..Rund um Ai.ierila-Rekord" zu brechen, stürzt« heute nachmittag in den Rock River. Sabel wurden die Drei Flieger getötet und einer der Passagiere so schwer verletzt, daß er tarn mit Dem Leben banontommen dürfte rSettervotaNSsage. Die Tfnictixcteihnxg zeid im Raume von Is* land ein neues krä Ngcs tief, besten Warmluft* staffel bis über Irland und Schottland ver- brei.ete Riederschläge bracht« unb über Zentral* europa em Hochbruckgeliiei. dessen barometrische< sches Mortmum mit über 770 M lluneter Luft* druck lich über Deutschland erstreckt Unter Dem bc^cn Druck ha. bereite wieder BewölkunaS- abr epme e ngeletzt unb allenthalben herrscht wolkenloser Hunmel. Die Schönwe.terlage hält zunächst stand. Während ber klaren Rächt gehen die Temperaturen wieder stark zurück, steigen aber lag aiber durch ungehrndertc Svn nenstrahtemg kräftig an. Borau-sage für Sam - tag Morgen- heiter, trocken nachts kühl, tagsüber Erwärmung. Au-ftchten für Sonntag. Meist beite* res Wetter, tagsüber weitere Temperatuezu* nähme, trocken ßuf ttem pt ro ture n am 6. September mittags 22ß Grad Lelsius, abends 16,2 Grad Celfms; am 7 September: morgens SB Grad Lelfius. Maxi- mum 22A Minimum 6,5 Qrab Celsius Sonnen» ld>etnbmier 4i Stunden. •Irbtemperoturen am 6. September: abends 18^3 Grad Cellms: am 7 September morgens 1J6 Grad Celfius. am Ocmr*ig TwfrnillagS um 3 llbt, m brm 6aak t*r „Vid>ia*666t" ver- knemoin UZuftftjrrtnlqc Exrbrn borge bei en. H loden gememknet thebrr gefunaen werben unb her Zungwädchenverom der ßufa»gerne tnbe wRl b«rd) 'Bor unb €>pid bat bcufMx HolMfirb DorhibrciL 3m B.ttrlpunfte brr K-ranftaltama steh: ernt Ansprache des 5kfajn< Buhmann aut ^trxbbctg Man beachte bie heutige Anzeige. * 6ta btt Krater Oirbrn. 3ul bem ©tabti brolerbuBrau ttnrb unt gddzncbm Xlt t'oriette luttübruna bet ©oaxmrrabonnanentli wirb bat Lumpte! .Oifelott von der Vf alt" t>on Rudolf Prrsbor unb Der löaltbrr Stein gegeben. Regie führt Obcrlptelleiter 2Tbolf Trieft), brr nach feiner zehnjährizp-n. rdnig- re-.vben Tätigkeit am ©tabttbcaicr (Ficftcn fub mit biefer Vorstellung hom Publikum veradfchioden tmrb Tcietn folgt einem Ruf alt Oberffk Heiter cn bat ötabtttxMtrr Rcgensburu. ,e 21 i a r m unb \Srnflfall Ter Brr.ch: über die Feuerwehrübung mit nachfolgendem Vranbauti'Tud) in brr iettten 2tummer bet aLien, wo «s sch um •nrtiv. bcicit ig t. Preis 2.75 Mk. 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Die trauernd Hinterbliebenen: Friedrich Punzel, Werkmehter Wilhelm Lange und Frau. Die Beerdigung findet am Montag, dem 10. September, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen israelitischen Friedhof statt Heute nachmittag verschied nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, meine herzensgute Mutter,Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Gießon, den 7. September 1928. Die Beerdigung findet Montag, den 10. September, nachmittags 1", Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Damen-Strümpfe a aa Wolle mit Seide, in vielen Farben Mk. 6.00, jLt Jr wJ Damen-Strümpfe Mako, Seidenflor, schwarz und farbig...Mk. 1.80, Schöner Ziegenbock 6 Man. alt, au verk. Ilenchethclm. cum Bachflrahe 25. 2300 MK. als 1. Hypothek aus ein Landhaus gegen bnnfmäft. Zinsen u. iahrl. MiutfA. fot. oct Schristi. 2lnged. um. 06299 a. d.Gleß. Anz. Heute früh starb nach langem schweren Leiden meine liebe Fran, unsere gute Tochter Frau Anna Punzel geb. 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Rück- fahrt evtl. Auto. Der Vorstand, Amicitia, ■©ir bitten unsere Mitglieder, sich an d. Kommers des Gesangvereins Heiterkeit vollzählig;u beteilig Der Vorstand. Herren-Sport-Stutzen • ja In schönen Mustern, ohne Fuß Mk. 3.50, Damen-Strümpfe Bembergselde, l.Wahl, schwarz, färb., Mk. 5.00, 4.25, ^#3^0 Herren-Socken a prima Seidenflor. reine Kaschmir-Wolle Mk. 3.75, ^»03 Herren-Socken a ja Seidenflor oder Wolle gestrickt 2x2... .Mk. 2.85, Damen-Strümpfe a aa Kaschmir, reine Wolle, schwarz, färb., Mk. 4.50, 3.75, Herren-Socken 1 /fA Mako und Seidenflor. schöne Dessins, Mk. 2.40, 1.80, JL •TlVJ Damen-Strümpfe a a^j Waschseide, besonders solide Qualität. .Mk. 3.50, JLt jrO Damen-Strümpfe a aj la Seidenflor, schwere Mako-Qualität... Mk. 2.40, । Bilanz für das Iahr1925 vermöge» JUt Lchnldea XX Von der Reise zurück Prof. Honigmann _________________________I Von der Reise zurück Dr. Ernst Schwalm Lollar 7966 D Bekanntmachung. 2n unser Handelsregister Abteilung B wurde am 3. September 1928 bei der Firma S. Bock & Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Zigarrenfabriken in Gießen, folgendes eingetragen: Dem Kaufmann Heinrich Langstrosi in Gießen ist Prokura erteilt. 7995D Gießen, den 6. September 1928. Hessisches Amtsgericht. Die Bekanntmachung über die Eröffnung des Konkursverfahrens über das Vermögen der Firma Faber & Schreiner G. m. b. H. in Gießen wird dahin berichtigt, daß ein von der Gemeinjchuldnerin gemachter Vergleichsvorfchlag nicht vorliegt. 7995D Gießen, den 5. September 1928. HefsifcheS-Amtsgericht. Vergebung. Die Lieferung von 1400 Zentner gelb- fleifchigen, ausgelcfenen Speifckarioffelu soll vergeben werden. 7948D Kostenfreie Angebote find bis zur Er- ösfnungsstunde Donnerstag, den 4. Oktober 1928, vormittags 10 llhr, an die Direktion der Zellenstrafanstalt mit der Aufschrift „ftarfoffellleferung“ einzureichen. Die Bedingungen können während der Dienststunden im Geschäftszimmer des Oekonomen eingefehen, auch gegen Erstattung der Auslagen bezogen werden. Angebotsformulare zum Preise von 10 RPf. das Stück bei der gleichen Stelle. Die Sorten find näher zu bezeichnen. Teillieferungen, nicht unter 40 Zentner, find gestattet. Butzbach, den 1. September 1928. Die Direktion der Zellenstrafanstalt. Bekanntmachung. In Lützellinden soll der restliche Teil des Ortsnetzes umgebaut werden. Schriftliche und verschlossene Angebote nach einem hier erhältlichen Vordruck werden bis zum 7983D Freitag, dem 14. September 1928, vormittags 10 Uhr an das hiesige Bürgermeisteramt erbeten. Groß-Rechtenbach, den 4. Sept. 1928. Der Bürgermeister. I. V.: B o r d, JBeigeordneter. WMg Ml etwa 6 Zimmer, modern eingerichtet, möglichst mit Garten, in ruh. Lage. (Lvtl. kann Tauschwohnung in Mannheim zur Verfügung gestellt werden. Schr. Angeb, u. 7993P a. d. G. Anz. .!»»»> i!' in umwr iirminf— Friedrich Wilhelm LebcuvoerücherungS-Akt.-Gelellsch. 7969V] Errichtet 1866. Allein In Hessen und Hessen «Nassau mouatl. über 4000 Reuverficherte' Wir bauen uns. Außeuorganis. weiter auß u. stellen noch für verfch. Gebiete einige Neihiae und geschickte, retfegero. IBerbehräfte per fofort etn. Wir zahlen auch Richt- fachleuten von Anfang an fcsteäEtn- komm. Pers. Borst. nut Orig.-Zeuan ob. sonst.Belegen üb. btSber. rätiakeit am Camötaa, bent 8. Scvt. 1928, vorm. 11—irttbr.beiHrn.Lrganif - Lett Sehoarnaek, Bleflcn, Helal Schltx Ruder, «lub Hassia 1906 e.V Wir machen unsere MttgliedcrnochmalS auf da» SOjähr. Bestehen beb Gesang- ueieinb Heiterkeit aufmerksam und bitten um Beteiligung. Treffpunkt znm Fest- Aua 1‘, Ubr Lahn- brücke. Blatter An> Aitfl il Mütze. Ter Vorstand. Beteln eöem. gaoonerifien oon Giehen a. limgcög. SarnStaa. 8. Sept, abcubS 9'/, Uhr. Monats Versammlung bei Kamerad Böu sei, Hammstrahe. Alllelita. Erscheinen erwünscht ?<71b Der Bort'tand. Kavallerie Verein Giehen e.V. Beteiligung am 50|ljr.5(iihing5feil Oesfäelangoneliis ötifeurtt. Am Samstag, d. 8. Scvrbr., 7' , Ubr abdS- in der Volks balle. Sonntag, den 9. Scutbr.. 1 Ubr. an- treten im Vereins lokal. Die SamcTOben werden nebeten, sich Aablreidt au betet* 1’flCtL ■’l) Der Borüaud. 1. Hnpotbeken... 83958,— 2. T erleben yeg. Schuldscheme an Gemeinden, Kirchenu.Kom- munalverbde.. 225220,— 3. Darlehen geg. Schuldschein an Pnvate gegen Büraschast ... 82 535,30 4. Darlehen geg. Hinterlegung v. Wertpapieren. 2575,— 5. Äurflpapicre .. — 6. Wechsel 78231,85 7. Bankverkehr .. 854123,32 8. Kontokorrent- verkehr l Debitoren) .......1804207,70 9. Grundbesitz ... 114000,— 10. Mobilien..... 14000,— 11. RechnungSrest. 88895,24 3347 746,41 1. Sparverkehr . .2213344,40 2. Kontokorrent- Verkehr (Ärebi» toren) 888290,52 3. Bankschulden .. 114,19 4. Rücklage...... 159361,— 5. Auf wertungS- sond»......... 38861.76 6. Reingewinn ... 47774,54 3347 746,41 Abschluß zur Rechnung der BezirkSsvarkasse Gießen für 1925. Die Einnahme beträgt 26894110,24 XJt Die Ausgabe beträgt 26805215,— „ - verglichen blecht Rest . 88 895,24 XX bestehend in bat...........SS895,24 XX liquid. Ausständen — Vorlagen — „ zusammen wie oben . 88 895,24 XX Gießen, den 1. September 1926. gez. Braun, Sparkassenrechner. Revidiert, ohne daß sich für vorstehende Abschlüsse eine Aen- dcrung ergeben hat. Darmstadt, den 9. August 1928. Oberred)nunaSkammer. I. V.: gez. Schläger. Emmerich. Die vorstehende Bilanz sotvie der Abschluß werden gemäß Art. 3, Abs. 4 des Gesetzes über die öffentlichen Sparkassen vom 8. August 1902 zur Kenntnis der Bezirksangehörigen gebracht. Gießen, den 1. September 1928. Der Direktor der Bezirkssparkasse Gießen. Zachei-.79750 Bilanz für das Jahr 1926 Vermögen XX 1. Hypotheken... 610872,03 2. Darlehen fjeg. Schuldscheme an Gemeinden, Kirchen u.Kom- munalöcrbbe.. 479445,05 3. Darlehen geg. Schuldschein an Private gegen Bürgschaft... 116885,40 4. Darlehen geg. Hinterlegung v. Wertpapieren. 5630,90 5. KurSpapiere.. 1227734,75 6. Wechsel 70137,45 7. Bankverkehr .. 600244,07 8. Kontokorrentverkehr (Debitoren) .......2332143,93 9. Grundbesitz... 130000, - 10. Mobilien..... 27000,- - 11. RechnungSrest. 146164,18 5746257,76 Schulden JLX 1. Spar verkehr.. .3935409,22 2. Sontokorrent- verkehr (Debitoren) 1484339,82 3. AufwertungS- sond»......... 86725,18 4. Rücklage 193098,65 5. Reingewinn ... 46684,80 5746257,76 Abschluß zur Rechnung der Bezirkssparkasse Gießen für 1926. Die Einnahme beträgt 42820634,46 XV. Tie Ausgabe betrügt .. 42674470,28 „ verglichen bleibt Rest 146 164,18 XX Gießen, den 1. Juli 1927. gez. Braun, Sparkassenrechncr. Revidiert, ohne daß sich für vorstehende Abschlüsse eine Äen- berung ergeben hat. Darmstabt, den 9. August 1928. OberrechnungSkammer. I. B.: gez. Schläger. Emmerich. Vorstehende Bilanz sowie Abschluß werden gemäß Art. 3 Abs. 4 deS Gesetzes über die öffentlichen Sparkassen vom 8. Auguff 1902 zur Kenntnis der Bezirksangehörigen gebracht. Gießen, den 1. September 1928. Der Direktor der BezirkSsvarkasse Gießen. ____Zachei».797so Alle Schweine, solche mit Helfen Deinen, gefunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echte» RASSOLM mengen. Verlangen Sie nur echtes Roffol in Origmalflaschen u. weifen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engel« apothche Gießen. Zu haben in allen Apotheken. Sonntag, 9 Seot^ nachmittags l",Nhr SDlammeolanft tm VeretnSlokal zwecks Zetlnabme am fHftlufl 'äOiäbr. 5>liftunflr< erkannt wird. Aber schon die Tatsache, das, sich die deutsche Wirtschaftspolitik mit der Schaffung nnes Feichskornmiffariat# für Handwerk und Kle.ngewerbe or- gonlfatorifch der Förderung des deutschen Handwerk» angenommen hat. zeigt, daß man in den ofsizrellen Äeeikn nach wie vor von dem Werte des Handwerks überzeugt ist. Gewiß wird noch mancherlei zu Um sein, um dessen Organisation zu fördern, aber wie bereits die ersten Schritt« dazu dorgetan haben, ist der Weg. den man em» geschlagen hak. der r.chtige gewesen. An und für sich ist das Handwerk ein Arbeit s- zweig. der in Anbei rach > feiner individuellen Boraussetzungen »w.schen der reinen Industriearbeit und der Arbeit der Kun ft steht. Da rau- erklärt sch auch, daß da» Handwerk sich namenl- lch solchen Berui-gruppen widmet, die eine ae- wisfe Fertigkeit der Hand verlangen. Der Väaer, Schneider, Maurer, Schlosser, Schmied. Sattler. Töpfer. Korbmacher. Dachdecker. Schuhmacher. Tapezierer. Buchdrucker. Buchbinder. Ma.er. Bottct)er. alle find Berufe, die auch ein ästhetisches Empfinden erfordern. Im ganzen genommen weist bas deutsche Handwerk auch heute noch e.ne ganz stattliche Anzahl von Handwerksbetrieben au, Fach der Statistik gab es am k.Ianuar 1027 in den 67 Kommerbezirken de» Handwerks fast 1 400 000 Handwerksbetriebe. Dabei ist die Berteilung dieser Betriebe auf die einzelnen Länder recht interessant. An der Sp.tze steht natürlich in Anbetracht seiner Gröhe Preu- hen mit fast 800 000 Handwerksbetrieben Dann folgt Bayern mit rund 200 000, Sachsen mit 100 000, Württemberg mit 85 000. Baden mit 57 000, Hessen mit 37 000 und die Hansestädte mit 32 000 Betrieben. Diese 1 400 000 Handwerksbetriebe beschäftigen nach den Erhebungen, die der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag in Hannover angesteilt hat rund ! i\)000 Gesellen und 700 000 Lehrlinge. Fach wie vor stellt allo daS Handwerk em nicht zu unter* schätzende» Fekrutierungsgebiet für den Fach- arbeiterbedars der Industrie dar 3a hier liegt fierade seine Bedeutung für die deutsche Wirt- choft begründet. Daneben darf nicht vergeben werden, doh der Handwerker immer nur Qualitätsarbeit liefern muh, d. h. also, eine Arbeit, die immer nach dem individuellen Stück gewertet wird. Kurzum, in den derzeitigen wirtschaftspolitischen Debatten, die in den Kongressen und auch den Enqueten der Fegierung ihren Ausdruck finden, sollten gerade im Interesse der Wirtschaft die Fragen des deutschen Handwerks einer g a n ä besonderen Beachtung unterzogen werden. Das Handwerk ist heute noch einer der tragenden Pfeiler des deutschen Mittelstandes. der deshalb auch vom sozialen Gesichtspunkt aus beurteilt werden muh. Sein Schuh und seine Förderung, die in dem Artikel 164 der Feichsversassung garantiert worden ist, ist deshalb auch heute noch eine bet wichtigsten Ausgaben der deutschen Wirtschaftspolitik. polens „krankes Kind". Fach Fkibungen auS Warschau soll der dritte Bericht des von Amerika eingesetzten F i - nanzkontroller" Devey in Polen sich auch mit der Frage de» Korridor» befassen. Der amerikanische Finanxkommissar, gegen den man sich in Polen zunächst sehr gesträubt hatte, wurde nach Warschau geschickt, als nach endlosen Verhandlungen die polnische Anleihe auf dem amerikanischen Markt endlich Tibetanische Speisekarte. Don Dr. Wilhelm Klchner. Der Süden Tibet» ist im Verhältnis zu den ungeheuren Strecken in den übrigen Gebieten dieses Wunderlandes al» bevölkert anzu- sprechen. Da» gilt besonders von der um Lhassa gelegenen Gegend. Die während des ganzen Iahre» von Pilgern, reisenden Kaufleuten und ihren Karawanen aus allen Gegenden Asien» überschwemmt wird. Die Menschen wohnen in Süd-Tibet in Steinbauten: sie leben hier auch üppiger und behaglicher als die nomadisierenden Bergsöhne im irörblichen Tibet. Besteht zwar zwischen Ford und Süd in der Wohnungsfrage ein sichtbarer Unterschied. fo ist doch die Ernährung der Tibetaner aller -Semen de» weiten Landes die gleiche. Im bevölkerten. südlichen Tibet, das dem Einfluß Indiens unterliegt, zeigt fich eine Heine Erweiterung der üblichen Spellekartr -Zucker, Fei», getrocknete Früchte, Fülle ufw. schaffen einige Abwechslung in dem sonst ziemlich eintönigen Menü. Der Zucker kommt aber nicht etwa nur m Pulverform in den Handel, sondern in der Hauptsache in feifenfotmig gepreßten flachen Rundstücken von Weister oder dunkelbrauner Farbe, ähnlich wie nnfer Zuckerkand. Diese eigenarngen flachen Mundstücke finden den Weg oft bi» tief nach Innerasien hinein. nun also das Menü der Tibeter beschaffen, welche Genülle hat es aufzuweisen? Von vorrchcrein fei bemerkt: Der Feinschmecker kommt nicht auf seine Fechnung Auch spielt der soziale Unterschied hinsichtlich des Ellens in Tibet ferne Folie. Für arme und für reiche Leute lautet das Menü tagtäglich. ..Tsarnba und -a*J€ 1 Lc Cn Tsarnba ist ein Gemisch aus geleitetem Gerstenmehl mit Tee, unter Zusatz von Butter, zuweilen auch von etwas Salz. Der Ziegeltee stammt aus China und wird in ge- prehttn Platten nn Ausmaß von 4S zu 30 zu 7 Zentimeter hnrortiott. Im Süden Tibets verwenden die 6ingebotenen diesen Ziegeltee jedoch nicht. Sie stellen ihren Tee vielmehr selbst aus zustande kam. >.n Urteil dieses Mannes, bellen Aufgabe -,n erster Linie die Aullicht über die E nhaltung der Anlechebedingungen ist. und der « ch :n tiefem Zusammenhang mit der Entwicklung der polnSchen Wirtschaft überhaupt befahr, .st natürlich von gröstler Bedeutung. Es m rd behauptet, daß Devey in feinem Bericht erkläre nn Gebier des Deichselkorridor» ^ien d.e wrtfchaftlichen Verhältnisse nicht so g ü n st g und befriedigend, wie in anderen Ge- b.etcn Polen». Devev macht dann konkrete Angaben. ;n denen er sich mit der schwierigen Lage der Wc.ch'el-Schllfahr: und mit dem mangelnden Ertrag von Industr.e und Landwirtschaft gerade in diesem Gebiete beschäftigt. Weiter wird Devey bx Aeuherung zugefchrieben. dah. wirt- 'chaftlich gesehen, der Korridor ..da» kranke Kind Polen»" fei, das nur dann gebettet werden könne, wenn d e Wirtschaft vom Staate gefördert werde. Er spr.cht von einer dringend notwendigen erheblichen Verkleinerung de» gerade un Korridor sehr übersetzten Beamtenstabes und erwähnt fre Forderung. Eisenbahnwesen zu reorganisieren D.e'e 2lMusterungen des amerckan schen Finanz» komm.'far» für Polen würden, wenn sie zuträfen — was b-.s zur Stunde noch nicht nachzuprüsem ist —. nur eine in Deutschland auch wohllvkannte 'Tallache feststellen De Forderungen, die der amer-kanr'che Dirtschaftsmann au# feinen Beobachtungen erhebt, hnb einmal au# feiner amUichen St«.lang .n Polen, und tchlreßlich aber auch da» mit zu erklären, dah für ihn die historische Entwicklung. tne zu der grotesken Korridorlöfung geführt hat, nur schwer verständlich sein muh. tniff« Im Xoirlbot 1 .? untragbar, weil hier ein Gebiet ganz unorganisch aus seinem größeren Zusammenhang herausgefchnilten worden ist. und daran werden auch wirtschasts- poliü'che oder verwaltungstechnische Maßnahmen Polen» nichts ändern f Dirnen Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten Lpayeuplagc in (£hilc. (1) Valparaiso. Im Iabre 1916 kam ein italienllcher Kaufmann nach Dakparoifo. um in Chile zwanzig Spatzen- parit^n |U verkaufen. Die Finantdchvrbc l'cr- langte eine fo hohe Verzollung der Vögel, die dort völlig unbetannt waren, daß der Italiener auf da» Geschäft verzichtete. Die Spätzchen wurden also in aller Form von dem Staate „konfisziert". Die Regierung wußte nicht recht, was sie mit den Tieren anfangen sollte und schenkte ihnen die Frei» heil. Das Ergebnis dieser tiersreundlichen Tat war überraschend: die Spatzen vermehrten sich und wurden im Verlauf eines Jahrzehnts so zahlreich, daß sie im Acunlagua-Tal sowie in den umliegenden Ortschaften bald in großen Scharen auftralen. Die durch eine überaus günstige Temperatur hervor- gerufene unerwünschte „Ueberproduktion" an «patzen ist nunmehr zu einer regelrechten Landplage geworden, die „lästigen Ausländer" sind nämlich über alle Maßen frech geworden, und rich- tat nennenswerte Schaden an, ja sie gefährden geradezu die Saat von Chile. Die bisherigen „Re- aierungsmaßnahmen" gegen btt fruchtbaren (Ein- öringlinge find erfolglos geblieben. Tic Trillinge von Voom. (g) Den Haag. In dem Städtchen Boom (in der Näht von Antwerpen) fand kürzlich eine gewiß nicht alltägliche dreifache Hochzeit statt: an ihrem einund- zwanzigsten ©eburtetage heirateten da drei Drillinge, die Fräulein Iosephine, PHUomine und Marie Boeymans. An der Hochzeit nahm die gc- somte Bevölkerung von Boom teil und streute Silbersand vor die Füße der drei Geschwister. Dor dem Rathaus wurden die drei Holden von — drei Drillingen begrüßt: Boom scheint eben ein Dorado der Drillinge zu fein! Die Boeymansschen Damen sollen in so ncrHüffcnbcm Maße einander ähneln, daß sie während der Verlobungszeit selbst von ihren drei Auserwählten häufig verwechselt worden sind. In Boom hofft man fetzt stark, daß wenigstens in Zukunft keine Verwechselung mehr ftattfinben wird ... Tic Störenfriede. (•) Prag. Wanzen sind niedliche Tierchen, und in Osteuropa gibt e» deren so viele, daß man in Budapest sogar ein Museum für diese zoologische Merk- Würdigkeit und ihre 127 (?) dort verbreiteten Sorten eingerichtet hat. Für den Fremden soll diese Merkwürdigkeit eine große Anziehungskraft ausüben — wenn man sie wohlpräporiett und hinter siche- ren Glaswänden bewundern kann ... Weniger merkwürdig müßen die lieben Geschöpfe wohl „in Freiheit dressiert" fein. Wenigstens war der Sekretär der Jugendfürsorge tn O. dieser Ansicht. Aus ihn übten diese Gottesgeschöose genau die gegenteilige Wirkung aus, wie die Budapester Museumswanzen auf die fremden Besucher. Der wackere Mann suhlte sich eines Tages veranlaßt, fein Amt n i e d e r z u l e g e n. Und in der Begründung seines Abschiedsgesuches hieß es: .Ich halte es für unwürdig, in einer Kanzlei zu arbeiten, in der ... täglich Wanzen von der Decke auf Tisch und Kleidung tollen." Da» kann man dem Mann wohl nachfühlen. Böse jungen haben nun aber behauptet, daß der Sekretär weniger aus hygienischen und ästhetischen Gründen das oelb feiner Tätigkeit geräumt habe, sondern — weil er die unerwünschten Stuben- genoßen als Störer einer ebenso gesunden wie angenehmen Kanzleibeschäftigung — während der man nach einem Sprichwort nicht fünbigt — unangenehm empfunden habe! Ein „KünsUerlrio" im Gefängnis. (i) Sofia. Da» Slaatsgesängnis von Sofia kann sich rühmen. ein ..Künstlertrio" erster Güte zu beherbergen. Allerdings handelt es fich hierbei um keine musikalische Vereinigung, sondern um drei Sträflinge, die wahre Meister der — Z ä l l ch e r- tun ft find. Der „Vorsitzende" der Gesellschaft heißt Christo Arnaudoff Gr ist feines Zeichen» Kunstmater und Graphiker und versieht fich angeblich wie kein zweiter auf die künstlerisch einwandfreie Herstellung von Geldscheinen. Briefmarken sowie sonstigen nützlichen Dingen. Mitunter, wohnt er in feiner fürstlich eingerichteten Villa, denn wenngleich er eine „kleine" Freiheitsstrafe von insgesamt zwanzig Iahren zu verbüßen hat. ge.ingt es ihm mittel» frlbstangefertigter Begnadigung»- erlasse immer wieder, die gastfreien Mauern de» staatlichen „Vogelhauses" zu verlassen. Daselbst lernte Fmauboff zwei ebenbürtige „Genie»" kennen und schätzen. Herr Wassil Fcbelcff ist ein leidenschaftlicher Sammler von alten Flün- zen und dergleichen mehr und machte seinen Famen dadurch bekannt, daß er vor einiger Zeit die gesamte Münzensammlung des bulgarischen Fationalmuscums enteignete. Der Dritte tm Bunde, Fikola Pezeff, hat ebenfalls für Münzen eine Leidenschaft: allerdings nicht für veraltete, denn er stellte „moderne" Scheine her ... Die drei Künstler bewohnten nun — die Ironie des Schicksals zeitigt mitunter derartige „Witze" — dieselbe Zelle, und es versteht sich von selbst, daß sie fich zur gemeinsamen „Arbeit" entschlossen haben. Fedeff Lernte „schneidern" und es gelang ihm mit Hllfe seiner Kollegen, di« biedere Fäh- maschine „umzustellen": die Firma fabrizierte Briefmarken en gro». Ein Wächter de» Gefängni'fe» wurde „stiller Kompagnon", beförderte die Erzeugnisse nach der Stabt und in knappen sechs Monaten wurden falscheBries- marfen im Werte von etwa 7 0 000 M k um- gesetzt. Erft nach einer halbjährigen Tätigkeit konnte man der Firma da» Handwerk legen. Fun sind die Künstler zur Fichtstueret verdammt: hossentlich werden sie aber, erfinderisch wie sie sind, demnächst wieder eine einttagsreiche „Betätigung" ausfindig machen. Genie bleibt eben Genie, und ein Vollblutkünstler läßt sich nicht so leicht hemmen ... lex quittierte Leichnam. (s) Warschau. Vor einem Delikatessengeschäft in Lodz stoppte vor einiger Zeit ein Auto. Der Chauffeur des einer Mischung von chinesischem und indischem Tee her. Dieser Preß-Tee hat die Form von Ziegelsteinen und ist unter dem Famen „Lhasta- Tee" bekannt. Er mundet viel besser als der chinesische Plattentee und stellt wie dieser einen gesuchten Handels- und Äaufartild dar. Die Fachsrage ist groß. Zugleich ist der Lhassa-Tee überall baß übliche Zahlungsmittel. Er ist der Gerichtsbarkeit sogar unentbehrlich: beim m der Strafrechtspflege wird die Buße für den Delinquenten in Teepla tten ausgedrückt. Dafür ein Beispiel aus bet Praxis der Strafrichter: Gin des Totschlags überführter Tibeter hat die Buße in Teeplatten zu leisten. Die Höhe der Buhe wechselt je nach Stand und Fang de» Ermordeten. Sv hat der Mörder eines Cama beispielsweise 250 bis 300 Teeplatten zu zahlen, der eines Tibeters von Stellung und Fang 120 Teeplatten, während der Mord eines Angehörigen de» Mittelstantes schon mit 80 Teevlatten zu sühnen ist, derjenige einer Frau mit 40 Tee platten, eures Bettlers ober Forschung» reisenden nur mit 3 Teeplatten. Also Klassenjustiz! Doch zurück zu unserer kulinarischen Betrachtung: Außer Tsarnba enthält die Speisekarte Tibets nur noch Suppe, in feiten en Fällen wohl auch Fleisch. Damit ist das 2Hcnu aber erschöpft Ftcmanb wird behaupten, daß es sehr abwechslungsreich fei! Die nomadisierenden Tibeter bereiten ihr Diner in folgender Form: entweder kochen sie ün Zett ober im Freien ab. In beiden Fällen wirb — beim Abkochen im Zett, in der Milte des Zett- bödens — ein Herd errichtet, d. h. der Kochtopf wird auf drei Steine gesetzt. An Stelle der Sttnne wird zuweilen auch ein Dreifuß ober ein sogenannter Feiftorb verwendet, der dazu dient, das Feuerungsmaterial. Kuhdünger, Kamel- und Zregenmist, zusammenzuha'.ten. Das Feuer wird mit dem geuerstein und Lumperckchwamm entfacht unter Zuhilfenahme eines aus Zell her- gestellten Blasebalgs mit eiserner Feuerröhre. Selbst wenn das Brennmatcr.al feucht ist, gelingt es dem Tibeter in kurzer Zeit, sogar im Freien bei größtem Sturm, ein Feuer zu entzünden und anzusachen. Ist ZLemholz zur Verfügung oder finden sich aus einem verlassenen Lagerplatz Holzreste ober fortgiworfene Gebrcnxhsgegenstänbe. fo. herrscht all gerne.ne Freude Jedes Holz- stückchen, das nicht augenblicklich benutzt wird, wird sorgsam verwahrt und zur nächsten Lagerstelle mitgeschleppt, da man nicht wissen Kinn, ob dort brennbarer, trockener Vak- oder Kamel, mist zu finden sein wird. Die erste Tätigkeit nach Fuhrn ft bei der in Aussicht genommenen Lager- stelle besteht stets nn eifrigen Sammeln von FZ i ft. Das ist die erste und größte Sorge aller Feilenden, sobald Fast gemacht wird. Sind tibetische Zette in der Fähe, lo erhallen die Feisenden dort entweder tofecnlo» ober gegen eine geringe Entschädigung das erforderliche Feuerungsmaterial. Während der Herrichtung der Feuecstelle holt einer der Feisegenolsen aus errum nahegelegenen Bach Wasler heran Zur Winterszeit wird der Kochtopf mit Eis und Schnee gefüllt, und der TMafebalg wird m emf gfte Bewegung gesetzt. Der sich entwickelnde beißende Fauch erzeugt bdonöere im Zett ein heftige» Tränen der Augen, doch den Tibeter stört das wenig. Sein ganze» Interesse konzentriert sich jetzt auf das Feuer und den Kochtopf. Beiden Dingen gilt die ausschließliche Aufmerksamkeit der mit untergeschla- genen Beinen um das Feuer versammelten Mitglieder der Feifegefellschaft. Die Unterhaltung ist lebhaft: jeder freut sich auf die .fürstliche" Mahlzeit die feiner harrt. Die Leute spucken um die Wette, entweder nach rückwärt» auf den Boden, oder aber, was als vornehmer güt auf die Erde in unmittelbarer Fähe der Feuerstelle. Der Speichel wird dann mit dem Finger durch Asche zugedeckt Foch ehe da» Waller kocht, wird ein Brocken Ziegeltee zwischen den Fingern zerkleinert und in den Topf geworfen. Bald färbt fich das Wasser dunkelbraun: es sieht wie Kaffee au». So genießt der Tibeter den Tee am liebsten. Oe dunkler er ist. um fo kräftiger ist er nach feiner Ansicht. Fun schöpft die Wirtin oder der Wirt mit einan^eifernen Löffel Tee aus dem Eilentovf und läßt ihn wieder iurii . Shausseur sprach aber gelaßen weiter: .Fielk i veranlagen Sie. daß ci er Ihrer eingestellten • hilft, ben Sarg bareinzubringen!" £er K u ..;ann feierte seinen Besucher entgeistert an. erfüllte jedoch den tonberbaren Wunsch. X# die .Sendung" bereit# nach dem La den innern gebracht wurde, verlangte der Gemütsmensch von einem Shausseur abermals he .Quxtiierung" der Leiche Der Äaufmann unter* i da» Lastauto verschwand, gelang e» dem Empfänger de» Leichnam», sich fo weit zu sammeln, um die Polizei benachrichtigen zu können. In stellte fich nun heraus, daß nicht etwa ein bummrr Scherz gemacht worden war un Sarge lagen die irbtldx orste eint» der in einem Posener Krankenhaus verstorben war und die KrankenhauSleriung vor seinem Ab- lebcn gebeten hatte, feine L.cche noch Lodz .zu ' de» Onkels vd befördern I bau# wurde dann auch die letzte Bitte de» Kranken erfüllt, unb der Fahrer hatte aus dem ^Vfichtspuntte bec ordnung liebcnl' vollkommen recht, daß er die Leiche nur gegen Quittung aus händigen wollte ... Tab vornchmc Krokodil. (in) Mailand. Da» Krokodil kann nicht nur furchtbar treffen und di« b.'.'anntcn oder vielmehr berüchtigten „Tränen" vergießen, sondern auch --sehr vornehm sein. Iedensall» hat jetzt ein solcher unheimlicher Bewohner tropifärcr Ge- . a Brescia den Beweis hierfür bracht. Aus der dortigen Eisenbahnftatton lief ein Zug ein. in dellen Vieh wag gerie verfrachtet war. Anfang» kümmerten fich Die Passanten recht wenig um die Tierverfemm- hing in den verschlossenen Güterwagen, bi» plötzlich ein großer Lärm entstand und Entsetzen sich aus den Gesichtern des Pub.ikumS zeigte. Zwischen all drn Menschen stolzierte nämlich mit cmemmal ein riesiges, ausgewachsenes Krokodil, da» in aller Seelenruhe auf dem B a h n ft e i g spazieren ging. Panik, Flucht Gedränge. Dequetsch«. Schreie. Ohnmachtsanfällc — all die» störte den wilden Genollen der Lotosblumen nicht im geringsten. Vielmehr blieb das Krokodil schließlich vor einem Wagen erster Älalfe stehen, dessen Tür offen stand, betrachtete diese eine Weile und begann dann langsam und ge- mud)iid) in den Wagen zu fr ?orl wurde c» dann am Ende von den Wärtern gefaßt und auf seinen Platz im „ordinären" Viehwagen zurückgebracht. ES hätte Ursache gebäht, nun einmal wirkliche und echte Tränen zu weinen. Musikalische Begabung und «üchen-Krach. (f) London. DK Musik-Sommerschule von Orford hat, wie man hört, die diesjährige Saison nicht geschlollen, ohne eine regelrechte Sensation vom Stapel zu lassen. In einem Bericht über die Pflege des Gehör» heißt e» rrämlich, es genüge keineswegs, die verschiedenen Töne und Tonstufeti auseinan- derhalten zu können. Man muffe vielmehr da» Ohr an viel .Größeres", .Höheres' gewöhnen. Unb hierunter verstehen die braven Sommerschulmusikanten von Orford nicht» Geringere» als die Unterscheidung der Materiakart beim — Zerbrechen des Geschirr» in der Küche. Ia die guten Leute gehen sogar noch weiter und verlangen von einem geschulten Ohr, es möge die Porzellanmarke unterscheiden, wenn e» vernimmt, wie z. D. eine kostbare Dake oder Tasse zu Boden fällt Die Mufikstudentc-n von Orford geben zu. daß eine solche Eigenschaft nur durch jahrelange Hebung erworben werden kann, tragen sich sogar mit dem Gedanken, besondere Kurse hierfür einzurichten. Ob tne Studierenden aber die hohen Kosten für da» zum Teil sehr teuere Material werden tragen können, da» ist eine andere Sache, und so wird auch da» Ideal der Orforder Musik-Sommerschule. wenn nicht alle» trügt, an der profanen Geldfrage zunichte werden. forderung ergehen, fich zum Schmause bereit» zuhatten Ieder der Anwesenden, ob Mann oder 5rau. holt nunmehr den kleinen Holznaps aus dem sackartig überhängenden Teil be» um die Hüsten geschnürten ^Pelzmarttel» unb wartet sittsam, bi» die Fei he an ihm ift unb sein Holz- napf gefüllt wird. ES wäre eine unglaubliche Taktlollgkcrt. wenn jemand unaufgefordert seinen Holznapf zeigen ober gar vorzeitig zum Fah- rungSempfang beretthalten würde. Wer kernen Holznapf besitzt, bekommt in Tibet einfach nicht» zu essen! Der Holznaps gekört zmn eisernen Bestand: ct ist das unentbehrlichste Gebrauchsstück eine» jeden Tibeter», ob Mann, Frau oder Kind. Wollte nun jemanb in Ermangelung eines eigenen den Holznaps eine» anderen benutzen, so würde auch das als Taktlosigkeit empsuTtden. Sobald die Holznäpse gefüllt sind, beginnt das Diner. Bei vermögenden Leuten wird jedem Gast vom Wirt noch ein Stück Butter dem Tee hitrzu- gefügt Die geschmolzene Butter wird auf der Oberfläche des FapfeS zurückgeblasen, so baß lie darin biS zuletzt zurückb.'eibt. Durch laute» Schlürfen bezeugt der Tibeter, dah es ihm sehr aut schmeckt. Meist folgt der ersten eine zweite Ladung Tee. die gleichfalls bi» auf ben Butterrest vertilgt wird: mit Hllfe diese» Dutterrcstes wird nunmehr Tsarnba hergestellt. Inzwischen hat der Wirt einen kleinen Sack herbei geholt, tn dem er seinen Tsamba-Vorrat verwahrt Es ist übrigens auch üblich, dah jeder Tibeter ein kleines Tfarnba-Säckchen. das auf dem Reitpferd verstaut wird, mitführt. In diesem Falle wird dem eigenen Vorrat eine Handvoll entnommen zur Füllung be# Holznapses. Eine zweite Hanbvoll wirb nachgeschüttet, bannt ein spitzer Tfamba-Kegel in bem Fapf aufragt Auch dieser Modus gilt als votmehm. Ietzt wird der Tfamba geknetet, d. h man beginnt mit den Fingern der rechten Hand die Mtschung von Tsarnba, Butter und Tee zu bearbeiten. Am Fände des Holztrapfes wird begonnen, unb man gebraucht schließlich die ganze Hand samt dem Handteller zu dieser Knetarbeit. Das Gemisch wird allmählich Immer kompakter und endlich er. ' ht tii ’cftrarjbraun gewordener harter Kloß. Oberheffen. La dkrci4 Gießen. m Lollar. 6. Sept. Das Preisschiehen des Beteranen- und « ri e g e r o e r e i n s Lollar findet an den kommenden Sonntagen statt. 3ur Preisoerteilung stehen etwa zwanzig wertvolle Gegenstände zur Verfügung, die zurzeit im Schaufenster des Sattlermeisters Karl Seipp zur Ansicht ausstehen. — Der Kartoffelkrebs, über dessen Feststellung in der Gemarkung Lollar wir kürzlich berichteten, ist erfreulicherweise bis jetzt nicht weiter ermittelt worden. Das vorforglicher- weife erlassene allgemeine Verbot des Verkaufes non Kartoffeln konnte daher auf den einen Fall beschränkt werden. i Mainzlar, 6. Sept. Bei der gestern statt- gehabten GrummetgraSverstetgerung der Gemeinde waren bei schwacher Betei liaung die Preise auch ziemlich niedrig, und es verblieb sogar noch einiger lleberftand. Zum großen Teil handelte es sich auch um Stücke mit sumpfigem Untergrund, wo das Grummet nur zu Streaizwecken zu gebrauchen ist: hier konnte man den Viertelmorgen schon zu 50 Pf. haben. Dank der guten Witterung war die Grummeternte in noch nicht ganz einer Woche beendet. Dah der Ertrag gut war. erkannte man an den genau so vollbeladenen Wagen wie bei der Heuernte. gr. Vrüningen, 6. Sept. 3n dieser Woche fanden hier dieAeichsjugendwettkämpse statt. Es nahmen alle Schüler der Oberklasse, ausgenommen die körperlich behinderten, daran teil. Bei einer Beteiligung von 36 Schülern wurden 12 Siege errungen. 3n jeder Abteilung wurde ein vvliStümlicher Dreikamps, bestehnid aus 100-Meter- bzw. 75-Meter-Lauf. Weitsprung und Schlagballwectwurs, auSgetragen. Das Ergebnis ist folgendes: Gruppe i, Knaben: 1. Jakob Schäfer 48 Punkte, 2. Otto Schmalz 40 P. Gruppe I, Mädchen: 1. Marie G rohhauS 50 P., 2. Emilie Größer 40 P. Dorklasse, Knaben. 1 Albert Lei dich 49 P., 2. Eh istian Petri 46 P., 3. Gerhard Bender 43 P. 4. Wilhelm Petri II. 41 P.. 5. Paul 3s- heim 40 P. Bor klasse, Mädchen: 1. Emma 3s- heim 50 P., 2. Frieda Albach 49 P., Z^Hilde 3 «beim 44 P. Die beiden Mädchen Marie Groh hauS und Emma 3s h e im erreichten die höchste Punktzahl und bckonunen die Ehrenurkunde de« Reichspräsidenten, die übrigen zehn Sieger die vom Reichsausschuh für Leibesübungen gestiftete Urkunde. )( Lich, 6. Sept. Nachdem der Unterricht bereits begonnen hatte, wurden am Somllagnach- mittag die Konfirmanden dieses 3ahres in feierlichem Gottesdienst eingewiesen. Am Schluß des ®ctie«bienfted traten nach alter Sirte die Eltern und Poren der diesjährigen Konfirmanden an den Altar heran, um durch Handschlag zu versprechen, den Pfarrern bei ihrer Arbeit an den Kindern treulich zur Seite zu stehen. Es wurden 52 Kinder in den Unterricht ausgenommen, 18 Knaben und 33 Mädchen, darunter 35 von Lich, 13 aus dem Rettungshaus ArnSburg und vier von Riederbessingen. - Lich, 6. Sept. Dank den eifrigen Bemühungen von Lehrer Schneider hat die Hessische Vereinigung für Volkskunde in den letzten Jahren auch in unserer Stadt Zuwachs an Mitgliedern gefunden. Das gibt der Vereinigung, an deren Spitze Oberstudiendirektor Dr. Faber (Friedberg) steht, Veranlassung, ihre diesjährige Zahrestagung im Spätherbst in unserer Stabt abzuhalten. T Obbornhofen. 6. Sept. 3n seiner letzten Sitzung befaßte sich der Gemeinderat mit der Neubesetzung der Gemeinderechner- ste^le, die durch den Tod deS seitherigen 3n- babers Peter Mörschel freigeworden war. BoU den 17 Bewerbern kamen 2 in die engere Wahl. Beim zweiten Wahlgang wurde der Ar- briter Hugo Kammer mit 4 ©tinunen gegen 3 Stimmen, die auf Heinrich Glockengießer entfielen, gewählt. Der neuzewählle Rechner wird nach kreisamtlicher Verpflichtung gegen Mitte des Monats seinen Dienst an treten. An Stelle des verstorbenen Ortrgerichtsmannes 'Peler Mörschel wurde dessen Schwiegersohn, der Landwirt Heinrich G l o ck c n g i e ste r. als Crsatz- mami gewählt — Die Grummeternte wurde t>er in gut acht Tagen durchgeführt. Der Ertrag ist gering, nur in einzelnen Wiesen war der Futterstand aut. Einige Wiesenstücke, sowie der Unternuhen der Baumanlageu wurden nicht gemäht. sie sollen noch al« Grünfutter Verwendung finden. Der Stand der Hackfrüchte ist nach den verschiedenen Riederich lauen in letzter Zeit befriedigend. Den Spätkartofseln war der Regen noch sehr zustatten gekommen. s. Aus dem mittleren Horlofftal, 6.Sept. Die Grummeternte, die m unserer Gegend allgemein schon während der trüben und teilweise regnerischen Tage der vorigen Woche begonnen unb infolgedessen schlechte Fortschritte gemacht hatte, konnte nun, durch baS anhaltend schöne Wetter dieser Woche begünstigt, schneller ati je ein Iahr beendig t werden, so dah um die Mitte der Woche fast alle Wiesengründe geräumt find. Die geerntete Menge läßt zu wünschen übrig, denn kslbst die Regenfälle des August haben den schwachen Graswuchs nicht mehr entscheidend beeinflussen können, nachdem die ®ta6narbe durch die 3uliglut fast vollständig verbrannt war. — Hier und da wirb mit dem Abernten deS Frühobstes begonnen. Gut behangen sind die Birnen, während an Aep fein die meisten Landwirte kaum ihren eigenen Hausbedarf erhallen. Auch an den Provinzial straf, en sind kaum Aepfel zu sehen, mit wenigen Ausnahmen; z. D. sind besonders die Goldparmänenbäume im Straßenzug Inheiden— Berstadt sehr reichlich behangen. Am besten ist das Steinobst geraten. Die Dörfer, in denen frühere Zwetschensorten gepflanzt wurden, waren am Samstag bereits vom Dutt der ersten ZwcNchen- kuchen erfüllt. Kreis Zriedberg. Friedberg, 6. September. Zum gestrigen Schweinemarkt waren 346 Ferkel aufgetrieben. für welche im Alter bis zu 6 Wochen 15 bis 20 Mk.. von 6 bis 8 Wochen 20 dis 25 Mk. und von 8 bis 12 Wochen 25 bis 35 Mk. gezahlt wurden. ES blieb kein Ueberstand. DSR. Bad-Rauheim, 6. Sept. Gestern feierte der älteste Einwohner von Rieder- Mörlen seinen 9 3. Geburtstag. Der rüstige Greis verrichtete bis in die letzte Zeit noch leichte Selbarbeiten. Z Bad-Rauheim, 6. Sept. Die Reihe der für hier geplanten Schubert- Feiern leitete das hiesige Doppelquartett mit einer wohl- gelungenen, stark besuchten Deranstallung im kleinen Bühnensaal des Kurhauses ein. Das Programm wurde im instrumentalen Teil von dem sog. Gießener Trio, ini gesanglichen Teil vom Doppelquartett unter Leitung von Ehvr- meiftcr Gernhardt bestritten. Fräulein Eckart (Gießen) erwies sich in den zwei Schu- bertschen Klaviertrios und in einem Klaviersolo als temperamen 1 volle Pianistin, die starken Dei- sall erntete. Redakteur E ck behändelle in kurzer, geistreicher Bettachtung das Thema »Franz Schubert und das deutsche Lied". Kreis Büdingen. Büdingen, 6. Sept. Am Dienstag toud>e auf dem reizend gelegenen Festplatz am Hammer bei prachtvollem Wetter das diesjährige 3u- gendfest abgchol'en. Unter Boranttitt der Kapelle Änaf setzte sich um 1,30 Uhr der lange Festzug in Bewegung. An der Spitze marschierten die Heinen A-B-E-Schützen, an die sich die übrigen Klassen anreihten. Die Schüler des Gymnasiums schlossen sich dann an die Volksschüler an. Aus dem Festplatz hiell Oberstudiendirektor Dr. Keller vom hiesigen Wolf gang-Emst-Gymna- fiuin eine markige Festrede, die mit einem Hoch auf unfer geliebtes deutsches Vaterland aus klang. Das Deutschlandlied wurde sodann gemeinsam gesungen. Die Schüler und Schülerinnen wurden nuiunehr auf Kosten der Stadt Büdingen mit Kaffee, Brötchen und Würstchen bewirtet. 5ret- übungen der jungen Turner fanden verdienten Beifall. Anschließend begannen die Einzelspiele nach Klassen geordnet. Alt und jung erfreuten sich an den schönen Spielen der Kinder. Gescmg uni) Musik, Wettläufe, Faustball, Sackhüpfen, Ringelreihen u. a. m. wechselten in bunter Folge ab. Die anschließende Preisverteilung war ein Ergebnis, von dem die jungen Kämpfer noch lange reden werden. Gegen Abend wurde in frohbewegter <3rimmung Der Heim marsch ange- irelcrt Ridda, 6. Sept. Während des hiesigen Herbstmarktes wurde einem Zinmiermeister aus dem benachbarten Unter-Schmitten das Fahrrad gestohlen. Er stellte c8 für kurze Zeit vor eine Wirtschaft, die an lebhaftem Straßenverkehr gelegen. Rach Der Rückkehr war es verschwunden. Von dem Diebe fehlt jegliche Spur. -- Unter der Einwirkung der sommerlichen Hitze nimmt die ® rummc Lernte einen raschen Verlauf. Während mll den Erträgen der außer Tfamba noch eine beträchtliche Portion Schmutz als Zusatz enthüll. Er stammt von den stets unfauberen. vor Schmutz buchstäblich ftarren- t 'n Händen Der Dinierenden, die sich eigentlich niemals waschen. Run beginnt dos Mahl. V atürlich wird ex faustibus gegessen. Man beißt ton dem faustgroßen Klumpen ab. Der in kürzester Frist verzehrt ist. Meist bleibt es nur bei einer Topffüllung Dom Tfamba des Gastes zweimal zu nehmen, gilt als unfein. Das Innere des Holznapses muß nach Beendigung der Mahlzeit wie ausgewaschen aus sehen. Auch das gehört in Tibet zum guten Ton. Bleibt kein Bröselchcn Xfamba in Dem Holznapf. Dann war die Masse kunstgerecht geknetet. Run beginnt ein Teegelage, von dem sich der Europäer keine Dorstellung zu machen ixrmag. Der Tibeter trüift nütnli® nn Durchschnitt seine zwanzig Räpfe Tee. Inzwischen ist der Kochtops neu mit Wasser gefüllt worden, da- zu kochen beginnt Run kommt, allerdings nur bei wohlbabenden Leuten, Der zweite Gong: die Suppe. Eh? das Wasser kocht, werden k.eingefchnit'.ene Spcckfiückchen hin- cmgetcoricn. 3cDer Tibelcr der .le cren Ge ielstchast" trägt im Bausch seines Pelzmantels ein saust großes Stück Speck. da- vor Schmutz ganz schwarz geworden ist und meist auf ein hohes Alter zurückbncken kann. Jetzt egt er Da6 Stück auf den Schatt feine5 Stiesels. foliS er selche trägt ober sonst aus Di? glatte °ette seines fd>mierig?:x Pelzmantels und schnc det mit dem Mes er ein Stück herunter, das bebende zerkleinert wird. Line halbe Handvoll solcher Lpcckftückchcn reicht auS, um einem halben Tutzend Tib.r ern di? Illu'ion einer nahrhaften Fleisch'uppe vorzuzautzern. Vermögende Leute higeit dieser Luppe logar noch etwas Salz rrnzu, daS manchmal übrigens aud) dem Tfamba bciacmifdbt wird. Ganz ferne Leute geben wohl auch nod) eine Handvoll Riehl oder Tlamba unter dauerndem Umrühren in Die Suppe Ist sie fertig, so beginnt die Verteilung. Wenig appefillich voll'ieht sich daS We ter?. Zolls bc Luppe dünnflüs ig ist. gebt alles gut. Dinn w>rd sic gcirunfcn. Ist fic ober breiarag. Io helfen d.e Hände bei bei Mahlzeit ober a.er re.i- am gctzräuchlichstcn ist. sie wird ousgeleckt. Die Mahlzeit wird erst bann beendet, wenn der Topf vollständig l?er ist. Am Schlus c läßt jeder anständige Mensch einen Eßnaps. nachdem er sachgemäß auSgeleckt ist, in Den Falten seines Pelzmantels ver chwindrn. Der Kochtopf toirD niemals gcrelliigtl Sehr gut erzogene Tibeter bringen vor Beginn der Mahlzeit Den Göt.crn ein Opfer dar, fie tauchen ihre Finger in Das Sf en und spritzen nach Den vier Himmels- rtchtuiigen etwas Davon fort. Auch habe ich es g setzen, daß die Tibeter die erste halbgefüllte chale Tee Den Göttern opfern. Einen Gang für sich bilbrf der Bu11ertee. Der nur von wohl>abend?n Tibetern getrunfen toirD; er ftelll manchmal auch eine leckere Zuspeise dar. Zur Herstellung des Butlertees bedienen sick) die Tibeter eine- hochzylindrigen Hol^gesäßes. dessen obere Oeffnung geschlv sen toirD, uiid in dessen Innern sich ein Stempel bctocat Diese Holzbütten werden zu drriviertel mit heißem Tee gefüllt, dem alsdann ein großer Klumpen Butter zugeletzt wird. Run wird Der Holzstempel sehr kräftig^nach oben gezogen. Durch diese Bewegung wird die Butter mit dem Tee vermischt, und es entsteht eine milchartige Flüstig- fett. der sogenannte Duttertee. von dem der Tibeter ung!au6 ite Mengen vertilgen kann. Bei dem Kapitel .ButlerLee1 Darf ich eine rein tibetische Gewohnheit nicht oerichweigen. wenngleich fie nach europäi'chem Geschmack auch wenig anmutig ist: Dor dem Genuß deS Buttertees schöpfen die Ti Lgöste (selbstverlläiiblich mit der hohlen Faust) etwas von der auf der Oberfläche des Tees schwimme d?n Butter ab. die sie sich zum Schuh gegen Äiltt und Detter in« G c - sicht ich mieten und mit der sic sich die Hände eiixfeticiL Roch dieser Prozedur, die gleichfalls zum guten Ton gehört, beginnt Dann Die Buttertre Mahl zell. End ich einige Worte über em tibetische- Pro- viantmoga in Alle Dorräte werden am Rande des Zetlioi ern ausgelchlchrei. d e RatzrengSmittel netzen anderem Zelttnvento. Hier Unb die 'But- tcrlaife, Tlamba unb Mebl in Säcken, sowie abg.häuicte Tiere, wie Schale usto verstaut. Ledens mittel werden sur die Win- der Dergwiescn kaum gerechnet werden darf, liefern die Grundwiesen annehmbare Heumengen, die vielfach nicht erwartet wurden. Die Heu - preise, die im Hinblick auf den trockenen Spätsommer stark in die Höhe schnellten, können sich unter den veränderten Verhältnissen nicht mehr behaupten. Saures Heu wird heute mit 3.20 bis 3,50 Mk. lüßeS mit 3,50 bis 3,80 Mk. befahlt. Die Rachttage ist nicht besonders groß. ]:( ® ein haar, c. Sept. Der Postschaffner Georg Stoa befand sich auf dem Heimweg nach feinem Amts ort Onenbera. als ihm zwischen Gelnhaar und Bergheim das Rad aus rutschte. Er kam so unglücklich zu Fall, daß er b etou b t - los im Graben liegen blieb. Zwei Reisende. die mit ihrem Auto vorbeikamen, fanden ihn hr einer großen Blutlache liegen. Sic brachten ihn in den nächsten Ort Bergheim. Don den an den Hilfsstellen eingezahlten Geldern und Briefsachen fehlte nichts. f Unter-Widdersheim, 6. Sept. Bei der GrummetgraSversteigerung der hiesigen Gerneindewiefen wurden Preise erzielt, die Ott die Höhe der HeugraSpreife überstiegen. ES hatten sich viele Kauflicbhaber eingc hinten, darunter solche aus den benachbarten Doriern Ober-WidderSheim und Utphe. Em Stück Wiese kam auf 10 bis 26 MI., je na<$ Güte und Menge Des Grassutters. Da sich die Wiesen in der feuchten Hör lofsn: oder ung befinden, ioar Der Grasstand alS mittel anzusprechen. Geringe Stücke mit saurem Futter kosteten 50 Pf. bis 3 Mk. — Die Hackfrüchte zeigen nach den Regenfällen der letzten Wochen ein befriedigendes AuS'ehcn. Der Stoppelllee ist handlang gewachsen und beginnt bereits Knöpfe zu treiben. Die beim Umbruch der Stoppeln eingesäten Erbsen unb Wicken find gut auf gelaufen unb werden bei dem günstigen WachÄvetter mit Dem Stoppe2lee genügen b Gvünfutter im Herbst liefern 3n den Gärten liefern die Gurken noch gute Erträge, während die bei dem trockenen Wetter gelb gewordenen Bohnen fich nicht mehr erholen. DaS Kohlgemüse ist in guter Entwicklung begriffen. Hier und da tritt die Kropfkrancheit auf. während die Erdflohplage vollständig überwunden ist. KreiS Schotten. eT Groß-Eichen, 6. Sept. DaS neue Pfarrhaus unterer Gemeinde geht der Vollendung im Rohbau entgegen. Man kann heute schon sagen, daß das Haus sich sehen lassen kann. AlS Ort für daS Gebäude wählte man eine ruhige Stelle in Der Rähe der Kirche, wozu allerdings ein Weg gebaut werden muß. — Um daS hiesige Schulhaus wird eine hohe Mauer angebracht. Der fchon vor langer Zeit angefangene Dau wird eben fertiggestellt. *!* Aus dem DogelSberg, 6. Sept. Hier ist oben Die Grummeternte in vollem Gange. Es ist allerdings nur in den Grundwiesen ein Mähen möglich, Da die Tristen dürr sind und seither ausgehutet wurden. Die Qualität des Grummets must als erstklassig bezeichnet werden. Kreis Alsfeld •I* Ruppertenrod, 6.Sept. Die hiesige DrummetgraS-Dersteigerung zelligte bei der heutigen Futterknapphc'tt reges Interesse seitens der hiesigen Einwohner. Die Preise werden jedoch nie befi>nders hoch, da die meisten Wiesen schon seit Jahren immer von denselben Leuten gefteiaert werden. AuS diesem Grunde ist die Einnahme der Gemeinde begrenzt. Rheinhessen. Lpd. Mainz, 6. Sept In Bischofsheim ereignete sich eine schwere Bluttat. Der ver- heiratete 33jährtge Schlosser Schneider erhicll, als er mit einem jungen Burschen in Streit geraten mar, von einem 19jährigen Taglöhner mit einer .stacke einen Schlag auf den Kopf, ' wobei die Schödeldeckc zertrümmert mürbe. Sch. stürzte bernußttos zusammen unb kam in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus. Der Täter wurde verhaftet. Preußen. Kreis Wetzlar. O Hörnsheim, 6. Sept Der hiesige Turnverein hielt am Sonn.ag fein diesjähriges Abturn en ab. das sich bei gutem Wetter eines zahlreichen Dekuches. bc onderS aus den unüiegenDen Gemeinden, erfreut?. Rach Ankunft des Festzuges auf Dem öieftplatze hielt der Dorfitzende Heinrich B o r ck die Festan- terszeit aufgespcicherf. Außer den Salzbeulelchen verdienen die Magenbeutel erwähnt zu werden. In die Mägen der geschlachteten Tiere werden Herz. Leber und Rieren eingenäbt, oft auch Die Därme. Solche Magcnbcutel werden zuweilen jahrelang verwahrt. Sie verbreiten einen penetranten Gestank. Wie steht es in Tibet um den Fleischgenust? Im allgemeinen ist es Dem gläubigen Tibeter verboten, Fleisch zu genießen Doch wird dieses Gesetz nicht so scharf beobacht.t wie jenes. daS den Genuß deS Alkohols untersagt. Ter Tib'ter weii das Fleischverbot zu umgehen. ES ist ihm nämlich nicht gestattet, das fleisch solcher Tiere zu ejen, die er selbst getötet hat oder die auf leine Veranlassung abgeschlachtet worden sind. Dir Gläubigen leben streng der Vorschrift gemäß. Dennoch wurde in den von mir besuchten Gebieten von Den Tibetern, vor allem in bet Lhas agegenb. unheimlich Biel Fleisch vertilgt. DaS geschlachtete Tier wird sofort zerlegt. Herz. Cungt, Magen. Die Leber unb bie Därme eineS Vabs oder eines Schafes wanbem unmittelbar in den Kochtopf, um ausgekocht zu werben. DaS gekochte Fleisch toirD entweder gleich verzehrt oder für fbäterc Tag? aufgehoben. Besonderer Dorliebe erfreuen sich beim Tibeter bie Därme unb der Hlogen dcr geschlachteten Tiere. Der größte Leckerfis'en find bie Würste. Die Wurst bereit ung ee'tt fvl7,enberma en vonsta.tcn. Fleisch und Fett, Leber Lunar und Darmstücke werben zerkrackt und mit Tfamba oder Mehl vermischt. Dies« so getonnnenc Flei hmasse wirb mit Den Händen und einem Stückchen in einen lediglich zwischen den Fingern ousgestrcisien Darm eingekührt. Run werben die Darmenden zuaebunben und b c Würste w?rdrn ausgekocht. Ich selbst war ein leiden chaftticher Verehrer die'er Wurüe. >:nn wih end meiner E,-ebttion war ich gezwungen, in meiner Ernährung ganz wie bie jingtboreiuii zu leben. Wird a B. ein Hammel ge'chlachtet. so tft bieS ein HammeU'risch ist m Tibet eine pc’iKb'e Dc. kateste Da« Fie ich eines -ahmen IakS ober eines Pier des würde her Hxter hingegen niemals an rühren; denn diese Ti?« bnb spräche. DaS Abtu men land m zwei Riegen statt. Die Hebungen waren für beide Riegen dieselben; sie bestanden in Hundertmeterlauf, Hochspruna, Weitsprung. Äupeliohcn. Weithvch- sprung unb Stabhochsprung. SS wurden folgende Preise errungen: Riege I: 1. Preis Albert Linker unb Albert Faber mit je 113 Punkten. 2. Albert Hedrich 101 P. 3. Albert Ohly U P Siege II: 1. Hermann Lang 102 P. 2 Alfred Gümbel 94 P. 3. Walter Schwarz 91 P. 4. Friedrich Damm SO P. und 5. Hermann Hedrich ZI P. ~ SberSgönS. 6. Sept. Bei Dem vom biefigen Schützenverein rwrnhaltetm d es- jährigen Preisschießcn wurden folgende Preise errungen: 1. Preis Konrad Schindel ,EbersgönS) 36 Ringe, 2. Johannes Köhler «Hochelheim) 35 R„ 3. Otto Mesterschmi Dl > SberSgönS) 34 R.. 4. Walter Mel erfchmidt «SberSgönS) 31 R.. 5. Karl Mesferschmidt (Hochtoetsel) 34 R.. 6. Wilhelm 3ung (SöersgönSi 33 R. 7. Marlin Wagner «Eloeberg 33 R, 8. Johannes Weber (Hochelhcün) 33 R.. 9. Gerne i nb.vorsteher Schindel iLberSgönS) 33 R.. 10. Diehl «Hoch- weiscl) 32 R.. 11. Gatzert (Hochtoe.sel > 32 R.. 12. W. Rage! (SbersaönS) 32 R.. 13. H. Laun- hardt (6-lcebetg) 32 R.. 14. Rompf (Po^aonS) 31 R.. 15. Dämon (Hochweifei) 31 R. lly Karl Eckard: (SberSgSns) 3! X Q Aus dem fireife Letzlar, 6. Sept. Der Kreisausjchuß hat eine neue Kreis- fa^ung für die ländlichen Fortbildungsschulen im Kreise Wetzlar erlassen. Rach der Satzung sind üi denjenigen Gemeinden. in denen eine Fortbildungsschule besteht oder eingerichtet wird unb welche lewe OrtzSiatzung über bie Berpflichturm zum Besuch chrer Fortbildungsschule erlassen haben, albe im Gerneindebezirf wohnhaften, nicht mehr vollS- schulpflichttgen männlichen Personen unter achtzehn Jahren verpflichtet. Mc füt bie Gemeinde errichtete öffentliche ländliche Forlbildunasschule zu besuchen. Die Schulpflicht besteht für vier aufeinanderfolgende Winterhalbjahre. Die Pfllcht zum Besuche der Forchildungsschirle ruht, solange der Schulpflichtige eine öffentliche Fachschule oder Innungs- bzw. xochvereurSschule, oder eine Privatschule besucht, oder r.nen ent- sprechenden anderen Unterricht erhält. Kreis Marburg. 1( Marburg. 6. Sept. Sin heute hier abgehaltener Schaf- und Schweinemarkt toar mit 845 Schafen, 438 Ferkeln unb 12 Läufern beschickt. Bezahlt wurden für bis 6 Wochen alte Ferkel 15 bis 20, 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 25. 8 bis 12 Wochen alte 25 b iS 35 und für Läufer 40 bis 60 Mark daS Stück, je nach Qualität. Einjährige Lämmer kosteten 23 bis 25. Schafe 30 bis 35 und Hämmel 45 bis 50 Warf je Stück. In Schweiiu?n wurde der Markt geräumt, während der Handel in Schafen flau war. — Ein Vier am 29. August, abends 7.30 Ubr. aufgelassener Kinderluf tballvn ging, wie aus Der zurückgesanDten Anhängekarte erslcht- lich, am anderen Tage, vormittags 5.30 Llhr, bei Prostken im Kreise Lyck (Ostpreußen) nieder. Der kleine Ballon hat also bie weite Reise m zehn Stunden zurückgelegt. - Heute vormlltag wurde in der DiegenstraA ein gewerblicher Fvrt- bildumgsschüler namenS Hoffmann auf dem Rachhaufewege von der Schule von einem Auto überfahren unb lebensgefährlich verletzt. Er wurde in die Klinik emgeliefert. Kreis Biedenkopf. 4t Gladenbach, 6. Sept. Gestern mittag entstand an der Straße Gladenbach — Diebenkopf rieche der .Bretten Erle" ein Waldbrand. Durch daS rasche und tatkräftige Eingreifen der Eintvvhner von Runzhaufen konnte der Brand lokalisiert werden, wodurch größerer Schaden vermieden wurde. Maingau. Lpd. Frankfurt a.M., 6. Sept. Am Donnern tagoormittag um 630 Uhr wurde auf einem Strafjcnübcrgang zwischen den Bahnhöfen Loehnberg und Stockhausen (Lahn) ein Auto aus Seilers von einem Zuge a n gefahren und leicht beschädigt. Hierbei wurden zwei Personen leicht verletzt. Die Ur- fache Des Unglücks ist noch nicht ermittelt Sprechsiuudcn der Redaktion 12 bi» 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nadjniiilaq geschloffen Anzeigenaufträge find lediglich an bie Geschäftsstelle zu richten. sakrosankt, weil Dick für den Menschen arbeiten? Mit Hammelfieich ist das grnz etwas anderes. Ich selbst habe TBeter gesehen, die unheimliche Wengen Hammelfleisches vertilgen konnten. Der $u solchem Wahl geladen« Gast bearbeitet die ihm dargebotene Keule mit Wester und Zahnen Derartig kunstgerecht, daß am Schaiß auch kein Fäserchen mehr an den Knochen zu entdecken ist. Er gleicht in der Tat einem anatomischen Präparat Der nächste Gang gUt dem abgenagten Knochen. Der wird mit Hilfe deS Riesters ober zwei Steinen zerfchlagen. und nun wird das Mark herausgelchlürtt. Erft dann bekommt der gierig wartende Hund die 5tznochenveste Ist die Mahlzeit beendet, so putzt der Tibeter bie fetttriefenden Finger an seinem Pelzmantel ab oder, was ali viel zweckmäßiger gilt, er reinigt und trocknet fie im Haar Riernaaß toinb behaupten wollen, daß der Tibeter sehr anspruchsvoll sei. Die nach unkren fiulhirbegriffcn wenig anmutigen Rebenerfchei- nungen in der Art deS Essens und TnnkenS find landesüblich unb stehen somit über der curopäisthen Kritik- Der Fremdling, besonders aber dcr Fvrfcher tut gut. sich so rasch wie möglich seiner Umgebung anzupassen. Er ist außerdem gezwunaen. sich ganz einzuordnen. wenn er feinem Ziele dienen will. D'e Söhne dieser Hochsteppcngebiete sind mißtrauisch und hellhörig: eine unzeitgemäße Bewegung oder gar eine kritische Bemerkung kann die übelsten ,folgen nach sich ziehen. So hilfsbeoeit der Ti- be:er nn oll gemeinen auch fein kann, hier würde er keinen Spaß verstehen. Dcsholb ist eS am tLügften. sich in jeder Weik den landesüblichen Gewohnheiten möglichst unauffällig e.nzugliebern unb. w'e da- Sprichwort sagt. ..mit den Wollen zu heukn". Dazu h.lft allein Di« ZwangS- ,aae. in der sich der Fvrschcr in folgen weiten r iegenen Gebieten, die jeder Kultur nach unseren Begr.skn dar s.nd. befindet. Ratürlich kostet da- am Anfang eisige Ucbcrtotnbung. ober unter u^gcwöhnlicheir Berhältni-sen wird bk Gewohnheit zur zweiten Ratur. Die Sicherung von SislNbahnübergängen. Dor einigen Lagen ist eine neue Fassung der Eisenbahn-Dau- und Drtriebs- vrdnung vom Iahro 1 unter twrbäcbt.gen Umständen tot auf- gesunden. H^u»beu.vhmr die bte alle Frau aeftem früh zum letzten Male gesehen hallen, hörten am Aochmittag und abends den Hund der Toten ängstlich wimmern. Als ihnen aus ihr Klopsen n.cht geöffnet wurde, alarmierten sie die Polt... die Frau Dalbach vollständig angel lei bet tot aus dem Boden liegend »and. Dre Mordkommission stellte leichte Kratzwunden an HalS und Wange und blutJiiierlaufenc Stellen an der Stirn, die von Schlägen herrüdren können, fest. Die Zimmer befanden sich m ziem- kicher Unoibnung. Ss wurde festgestellt. daß Frau Dalbach schon einen Teil der Mieten ein- tasstert. aber noch nicht abgefühlt batte. Erst die näfKrc Untersuchung wird ergeben können, ob xmb was an Geld und Wertsachen fehlt. Der Gerichtsarzl gib ein vorläufiges Gutachten dahin ab. daß der Tod durch Erwürgen ein getreten ist. 3m Pcrnftelnroerf verschüttet Ein schweres Unglück ereignete sich, wie die „Äön.gSbetger 5>artungtche Zeitung" berichtet. Donnerstag früh 3'/, Uhr am Ostende des Baggerwerks deS Bernsteinwerks Palm- nicken in der Bähe von Psessermüble lOslpreußtn). Die Erbmassen gerieten ins Datschen und begruben eine Anzahl der dort beschäftigten 21rbciter. Während vier Arbeiter mit leichteren Verletzungen davonlamen, wurden zwei Arbeiter vollständig verschüttet und konnten erst gegen 11 Uhr als Leichen geborgen werden. Zvxi andere Arbeiter erlitten schwere Derletzungen. da eine Daggerlokomolive mit siebe« Wagen infolge des Erdrutsches umstürzte und die Qlr» beiter unter sich begrub. Die Aettungsarbeiten auf dem Daggerfeld wurden durch Der'agen der Säugpumpe erschwert, da der Sauglorb durch die Erdmassen verschüttet wurde. )lach 2s Stauben lebend geborgen. Die Dergleute Hofsmann und W i d d e l - mann aus A o then bach wurden auf der Gustavsgrube infolge du'ammenbrudico des Dcrglastens und Versackung eine» Stapels mit Geste lnsmassen von der Außenwelt abgeschlossen Sie blieben 28 Stunden in der Grube ei n g es ch!vs sen. Aach unermüdlichen Aettun^sarfeilen gelang es am Mittwochabend, die beibcn Dergleute wohlbehalten zu bergen. Branbunglücf beim ßuchenbacken. Am Dienstagabend, am Dorabend ihres Geburtstages, war die Ssjährige Ehefrau Olga Hannig tn Tegel damit beschäftigt. Kuchen für den Festtag zu backen. Plötzlich schlugen au* der offenen Ofentür Helle Flammen und ergriffen dte Kleidung der Frau. Im Krankenhaus ist bte Unglückliche gestern, an ihrem Geburtstage, ihren schweren Verletzungen erlegen. Tin 16fäbdger schießt auf feine Mutter Mm Dienstagabend gab der 16jährige Sohn tfrnft der Eheleute Bregorn in Dortmund ün verlause einer Mueeinaoberjeßiing auf feine im Bett liegende Mutter dinteremandei mehrere bchüsje ab. wodurch die Frau lebensgefährlich verletzt wurde. Dann ergriff er. nur mit einem Aemb bekleidet die Flucht Schon nach kurzer Zeit wurde der jugendliche Täler non der Mordkommission gestellt Bei seiner Vernehmung gab er an. daß Die Mutter sich seinem Wunsche. Chauffeur zu werden, enlgegengesetzt habe (!>. Mord und Selbstmord. Vie fluufnwnnjfrau Kühn aus Lodz warf gestern ihr achtjährige» Söhnchen aus dem vierten Stockwerk be» Hause» in statkow 1 tz auf den chos hinunter. Das stind war auf der Stelle tot. Die Frau ftürale sich hie raus selbst au» dem Fenster und sand ebenfalls den Tod. Frau Kuhn stammt aus einer der angesehensten und reichsten flaidmaniufanulicn in Lodz. Sie Dürfte die lat infolge Familienzwistigkeiten begangen haben. Drei Kinder verbrannt In der vergangenen Dacht wurden drei L o n- boner Kinder *®el Drüber und ihm Schwester, die ihre Ferien bei Staplehurst «Graff chatt Kent» verbrachte.,, und an der Hopfenernte teil* genommen hatten, tn einer Huite von einer Feuersbrunst überrascht. Alle dvei fmb verbrannt. Ihrer Sportkleider! seidene Tenniekkider, bunte gemalte Sc 1*1». W ddledcrg Urtel und die weichen Angoras-jckchen: ille» aoll besonder» aoegsam gtwachen werden. 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S5Q Nr 2U Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Freitag, 7. September (928 Turnen, Sport und Spiel. Die Zrau und der Wassersport. Hn heraus hat sich die 3bre des Sport» auch unter dem weiblichen Geschlecht siegreich durchgrietzl und alle Widerstände überwunden. Der fit a u en|p o r t ist heute in al leit Ländern der «Uten und neuen Well anerkannt. Dabei findet auch der Wassersport allmählich die ihm gebührende WürdiEr- und 17 Jahrhundert jedoch, als das ganze deutsche Vcbtn in enge Fesseln geschlagen wurde, da wurde auch auf da» Schwimmen ein Fluch ,'eleg» Schwi'mnei'. für Frauen galt nicht nur «it» g.sundheitslchädllch und leb:nsg?fäbrlich. e» wurde birclt für eine Todsünde gehalten. Erst du Neuzeit, der Erziehungsgeist. tvic er durch Roufseau «lutfam. hat der männlichen und auch der weiblichen 3ugrnd die Freuden und den Nutzen Schwimmens wiedergeschenkt Der Padaaoac Gut» Muths war der erste, der den Schwimmunterricht wieder unter die gung. Cm «iller Bolkelpruch lagt _ Wer im Wasser kl l der lungi und wird nicht alt". Diesen cduntUiHiten Wert d.» Bade» für gesunde Menschen hat der Sport frühz-ilig erkannt und ihn auch zur Grundlage des Wal'ertportS für tic .Frau gemacht. 3m Wassersport Hot es zu allen Zeiten eine .Frauenfrage" gegeben, denn bt ira.i muhte 'ich ha» Recht aus Wassersport ertt erkampse». 3m Mittel aller allerdings wo das Schwimmen zu den ritterlichen Künsten ae- hörte gewährte man auch dem weiblichen Geschlecht allerhand Bad fr.leiten. Do» Familien- lx>d i S du» als moder« Erscheinung gilt, war im Mittelalter selbstverständlich. 3m 16. ziebungssächer ausnahm 3n der Gegenwart hat sich der Wassersport Ler Frau nicht so schnell entwickelt, wie andere Sportdisziplinen. Das Schwimmen haben eigentlich die Pariserinnen in Mode gebracht, nachdem mannigfache Schwierigkeiten bezüglich der Bc- klcidungsfrage überwunden worden waren. Dann fand aber der W«.f er'iport al» 3dealsport zur gröhere Anh.inaerschast. Schwimmen bedeutet für die Frau Turnen im Wasser. Alle Organe und Muskeln werden zur Mitarbeit herangczogen und dadurch gekräftigt. Dazu kommt der "Reiz, den das kalte Wasser aus die Haut ausübt und ixt eine bessere Durchblutung der Haut im Gc- solge hat. Beim Schwimmen massiert gewisser« nmT'cn das Wasser den Körper. Schwimmen im kalten Wasser im Freien steht unter allen Gesundheits-Sportarten der Frau an erster Stelle Schwimmen und Schwimmen ist aber zweierlei. Es genügt nicht, wenn man sich ein paar Froschbewegunaen abguckt und einübt. Damit kommt man Wohl ein Paar Stöße vorwärts, aber im tiefen Wasser, auf etwas größere Entfernungen. bei Wellengang oder Strömung versagt bald die unzulängliche Fertigkeit. Gerade die Frau als Neuling im Schwimmsport muß vor einer kontrollosen Einübung gewarnt werden. Fehler, die beim Schwimmen zur Gewohnheit geworden sind, lassen ftch lehr schwer wieder ab- gewöhncn Man muß wissen, daß alles Schwimmen aus Atmung beruht. Arm- und Brinbe- wegunaen lediglich zur Fortbewegung dienen. Eine Schwimmerin soll erst einmal stilgericht Brustschwimmen lernen, und erst wenn sie eine gewisse Vertrautheit mit dem nassen Element erworben hat, mit anderen Stilarten beginnen. Kann die Frau sicher schwimmen, darf sie sich auch an andere WassersPorte, wie Nudern. Kanu- sähren, Segeln ulw. wagen. Sportrudern mit Maß und Ziel ist für gesunde Mädchen und Frauen ein Stahlbad des Körpers. Entschieden Stellung zu nehmen ist gegen das Rennrudern gegen männliche Äonlurreiw, da sich dabei ungleiche Kräfte messen Der weibliche Körper ih der dazu erforderlichen Hochspannung nicht g.-wachsen Dagegen tonnen Frauen nach entsprechendem Training ohne irgendwelche Schä- digung Ruderwettbewerbe aulereinander sehr aut abhalren 3u begrüßen als Frouenwassetipvit ist da» Danterrudern. weil dabei die Anstrengungen der körperlichen Lelllungssähigtrit der Frau 'ehr gut angepoßt werden können Das Leben in der freien Natur mit feinem großen Reiz, seiner Anlrruftslofigkeit. die Abhärtung gegen Wind und Wetter, die Gntwick- Wicklung von Entschlußkraft und Ausdauer sind besonders für die wc bliche Fugend von hervorragendem gesundheitliche:., und erzieherischem Wert. 3n jüngster Zell hat sich der Wassersport der Frau neben dem Schwimmen und Rudern auch auf Wallerspringen und Wasserballspiel ausgedehnt. Beide- 'intet immer mehr und mehr Anklang. Soll sich der Wassersport der Frau aller ungünstig entwickeln, so ist es notwendig, daß Schwimmen in der Schule Pflichtfach wird. Cclanqi* da» nicht der Fall ist. sollen es sich alle Mütter angclege i kin lassen, bei ihren Töchtern schon im frühen Alter Korperkraft. Mut und Tatenlust durch Wassersport zu wecken, denn er ist nicht nur her gesundeste Sport an sich, sondern die dem weiblichen Geschlecht am besten liegende sportliche Tetäligunfl. Aus keinem Sport- gebiet kommen die Leistungen der Frau denen des Mannes so nahe, wie z. D. im Schwimmen. A. M. -.Faustballspiele desT.B.^846 Gießen Aus vier Gauen des Mittelrhemkreises waren Mannschaften zu den Faustballfpielen de» T.V. 18 4 6 gemeldet worden, ein Beweis dafür, wie gern die Vereine, die da» Faustballspiel pflegen, die Gelegenheit ergreifen, an einer solchen Veranstaltung te.lzunehmen. Leider war die Beteiligung au» dem eigenen Gau nicht so groß, wie man etwa, tet hatte. Und da muß man mit Bedauern feststellen. daß sich die Spiel- beweguag mehr und mehr lüt das Handballspiel entschieden hat. das mehr Kampfspiel ist, schneller zu erlernen ist. dabei weniger technische BoUendung als Korperkraft und Ausdauer beansprucht. das dagegen auch niemals auf eine solche lünstler lche Höhe gebracht werden kann, wie das Faustballspiel. Bei der guten Vorbereitung der Spiele war eS kein Wunder, daß 1 dello» fi ppte. 3n der M e . Uetil a s se wurde die Mannschaft des T.V. 18 60 Frankfurt Sieget An die zweite Stelle kam T. V. Ballersbach. Die Gießener Mannschaft blieb in sämtlichen Spielen, besonders aber im ersten, sehr hinter ihrem gewöhnlichen Können zurück, und nur die erste Halbzeit des Spieles gegen den Sieger Frankfurt mit dem Ergebnis 17:17 zeigte einen Anlauf zu besserem Spiel. Aber dabei blieb es auch. 3n der A-Älajfe wurde in zwei Gruppen gespielt. Das Entscheidungsspiel, das Friedrichsdorf und 18 4 6 Gießen bestritten, gewannen wie gewöhnlich die Gießener, die damit seit drei Jahren im- geschlagen blieben. Die Spiele der Jugendklasse gewann T.V. Wetzlar. Die kleinen Gießener, die anS Ende kamen, haben hoftentlich mancherlei hinzugelernt. Handball her D. T. Turnverein von 1846. Samstag und Sonntag sährl die 1. Mannschaft nach Offenbach und Franlsurt. um fällige Rückspiele auSzutragen Samstag spielt sie gegen die I Elf des Tv. Osfenbach Die Gieszener müssen sich zusammennehmen. um gegen den sehr spielstarken Gegner einigermaßen abzuschnei^n DaS Gleiche gilt von dem Sp cl gegen Eintracht Frankfurt Da die Mannschaft des Turnvereins in ziemlich veränderter Aufstellung antritt und auch neue Leute in ihren Reihen bat. kann man auf den Spielausgang gespannt sein. Verhängnisse. Dioman von Liesbet Dill Copyright Hy Martin Feuchtwanger, Halle <5aale). 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Odette hatte bisher jeden Donnerstag einige Familien bei sich gesehen. Leit dem Prozeße war dieser Verkehr abgebrochen. Man kam nicht mehr zu ihr ins Haus. Irgend etwas war hängen geblieben, ein Verdacht mar geblieben. Der Prozeß hakte die ganze Gegend in Aufruhr gebracht, und die Leitungen mit ihren fettgedruckten Ueberfchriften hatten ihre Wirkung getan. „Nein, wirklich, man kann es uns nicht zu- muten", sagte die Frau des Notar», deren Mann die Deputierten aus Paris empfing. lind da die erste Gesellschaft von nun ab ihre Türen geschlossen halte rar Odette, sagten die anderen BurgerssraUt'n, mit denen Dbette bisher keinen Verkehr unterhalten halle: ,.Da» fallt uns ein, sie em zuladen, jetzt, nachdem sie den anderen nicht mehr gut genug ist." Man grüßte {trau Gontard seht odn oben herab, wenn man ihr begegnete. Odette ging selten au» in diesem Winter. Jeden fNüdnriuc.q ’fieg ’i? hin. aus zur Aathcbrale. brachte frische Blumen ha die Altäre sie hatte der Madonna ein neue* «leid gearbeitet au» Silbers pitze aus hellblauem Atlas. ir sie ruhiger. Aber es hielt nie lange an. V» war ihr immer, als käme noch etwas ... Als märte irgend etwas hinter der Tür auf sie. Tagsüber lief sie in dem engen, weitläufigen Hause treppauf, treppab, und arbeitete mit einer Emsigkeit, daß Charles tagte: „Du niachsl es genau wie Mama. Du wirst auch eines Tages einen Herz- schlag bekommen." Etwas Fanatisches mar in diesem Arbeitsdrange, tic arbeitete, um nicht denken zu müssen. In dem Getriebe her Wirtschaft ging es lind abends war sic oft so müde, daß sie während des Lesens schlief, eie las viel in dielen stillen Winterabenden, während sie und Charles «ich gegenüberfaßen in dem kleinen Wohnzimmerchen nach dem Hofe, wenn draußen nichts hörbar war als das Geräusch des Regens und das Rasseln der i Sl ille mit den Kettei Obelle war abgemagert. ..Du arbeitest viel zu viel", sagte Charles. „Du siehst gar nicht mehr gut aus." Das Blühende nxir aus ihrem Gesicht verschwunden, die rosigen Farben waren wie weggewilcht. „Glaubst du, daß sie ihn finden werden", fragte „Wie kann man das wissen? Rach dem Stncbel- bart können sie lange suchen So sehen in Marseille viele aus. Und wer weiß, ob er noch dort ist. Und ob er es tatsächlich gewesen ist." ..Aber, es könnte doch eines Tages sein, Charles ..." „Nun. dann wurde ich Gott danken", sagte er. „Für was danken?" „Daß wir die ganze Geschichte dann für immer los sind." Sie schwieg. Auf ihnen beiden lastete noch immer der Druck, wenn auch die Gerüchte in der Stobt verstummt waren. Cs mar, wie wenn man Asche über das Feuer legt. Darunter glimmt es langsam fort. Und eines Tages konnte cri Windltoß wieder die Flaimne erwecke«'. Und bann brannte e» wie der an allen Ecken lichterloh. Wegen des ewigen Regens waren die Handwerksarbeiten im Langevilleschen „Schlößchen" zum Stillstand gefomnien und im „tiion d ar" konnte man vor dem Frühjahr nicht mit dem "Äbreißen beginnen. Es war, wie wenn alles auf etwas wartete. Allmählich kamen wieder einig; Gäste in den ..tiion d or". die alten Stammgäste sanden lich zum Billard ein. und die Rrilenden übernachteten an Marktagen dort. Eines ?lad>miüagf. als das Haus 'auber geordnet und still mar. faß Odette mit ihrer Stickerei am Fenster in dem kleinen Bureau. Und üc fühlte: es war wieder da. Gedanken und (Sc^penurr irrten um sie. Schatten standen auf. Das Geräusch des Regens, der von morgens bis abends aus grauen Wolken troff, der Anblick dieses Himmels, der schwer und Ichiefergrau über dem Lande hing, begleiteten ihre Gedanken. Plötzlich kam Charles herein, um ein Aktenstück in dem Geldichranke zu suchen. Als er die Papiere beiseite schob, flog ein großer, rostiger Schlüße! heraus. Die 2. Mannschaft empfängt auf dem llniuetfi- tätsptatz die 1 Mannschaft des Th. Tret# Der Spielausgang ist offen. Handball in Großen-Lindcn. Mniiincnbcn Sonntag empfang, die 1. Iugend- .nanntchaf r des Tb. Grr-f en-Linben die 1. 3ugenh- man:.schatt des Tv Grvßen-Bufeck Bride Mann- schaftz.i sind fid) z.^tich gleichlvcriig. io daß ein spanneride: Kampf za erwarten in, bei dem man den Ausgang otfenlaffen muß. Leichtathletischer Äezirkswettkamps Westfalen - Hessen-Hannover. Die Westfalen siegen IbM): H92 fünften. ö. Wie vorauszusehen war konnten die West- falenbertrcter bei dem am Sonntag in Paderborn statigehabteu Rückkamp' den Spieß um- drehen und den Bezirkskampf siegreich gestalten. 3n den Sprintstrecken belegten die Westsalen alle ersten Plätze lieber 100 Meter und 200 Meter f egte jeweils der ausgezeichnete Münsteraner Porgmeler allerdings dickll gefolgt von Schaurig. Kassel. Meter 4?0 Meter mußten sich die Helsen mit dem 3 und 4. Platz begnüge n. Die Scharte wurde tedvch durch die S000-Meter-Leute miet'-r au ,,ewey> und wenn sich Christoph Gblftitgen, im 1500-Meter- Lauf so gut geschlagen bitte wie Walpert i Kalfell über 800, dann mire der Punktunterschied in den Einzellaufw.tlbewerben nur gering gewesen. Die Staffeln waren ein besondere- Kapitel. Helfens 4 100-Meter-Sta'sel in der Besetzung Dr. Grämet at gexte: den F. Sp. V 0b a i n z den Vorteil des eigenen Platze» Ob b.crdurch die Mainzer an einem Siege gehindert werden können, bleibt abzuwarten Der V. f. L Reu-3senburg ift spielfret. Spielvereinigung 1900 (Ziehen. 0. Auf her Wahlversammlung de» Wcstdeutlchci Spielvcrbandes. bic am n und 9. d M. in Cifer abgrhalten wird, fällt erst die Cntscheidung über da von der „Neuko" «uisgearbeitete Spielst-stem, |o daf die Meisterschaftsspiele bestenfalls erst am lf> d M begonnen werden können. Die Zwischenzeit nutze- die Bcteine noch mit der Austragung von Gesell schaftsspielen rege au». Luch für den kommenden Sonntag hat die Spiel Vereinigung 1900 Gießen einen namhaften (Segne, verpflichtet, denn die Ligamannfchaft empfangt bi« Bezirksligaelf vom Verein für Bewegungsfpiele ftm Hessen 05 Marburg. Die Marburger waren in Gie ßen immer gern gesehene Gaste Sie gefielen befon berv durch ihr überaus eifrige», fchnelle», bazi faires Spiel. Auch diesmal wird der opielorrlou ausgeglichen fein. Auf Grund der seitherigen Resul täte in Gesellschaftsspielen muß man die Gegner bieinigermaßen komplettem Antreten siir gleich start halten. Spielt 1900 mit dem nötigen (Eifer und Ernst so bietet die Mannschaftsaufstellung Gewähr zur Ausmerzung der letzten Niederlage. 1900s Ligareserve steht im Rückspiel gegen bi< 1. Mannschaft von „Alemannia" Sechshelden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die Cinheimischei' diesesmal nicht als zweiter Sieger aus dem Treffen hervorgehen werden, beim der Platzverein spielt mit kompletter Mannschaft. Da» Dorspiel verlor 1900 in Sechshelden 4:1. Die 3 Mannschaft spielt ein Gesellschaftsspiel in Steinbad). Der Ausgang ist völlig offen. Hier spielen die Platzoerhältnisie die Hauptrolle. Die Jugend hat Lokaltteffen mit dem B. f. B Gießen, und zwar die 1. Iugendmannschasten auf dem Waldsportplatz und die 2. Iuaendmannschasten aus dem 1900 Sportplatz an der Liebigshohe V. f. B. Die Ltgcinannschaft Hal am kommenden Sonntag auf eigenem Platz bie Liga der Fuldaer „Germania" in einem Gesellschaftsspiel iRück- spiel- zum Gegner. Die der 2. DezirkSligallass« angehövenden Gäste stehen in ihrem Kreis mit an führender Stelle und spielen einen gefälligen flachen Fußball. 3m Vorfpftl mußte sich Gießen mit einem 4:4-Resultat zufrieden geben. Rach den zuletzt gezeigten Leistungen dari man von der V. f. L.-Els erwarten, daß sie auch gegen Fulda nicht enttäuscht. Sie sollte knapp gewinnen können, wenn sie mit demselb.n Eifer und demselben geschlossenen Dillen kämpft wie an den Vorfonntogen Da» Spiel der Ligarrierve gegen die erste Mannschaft des FußbnllveveinS Wetter finde! am kommenden Sonntag ebenfalls auf hiesigem Platz statt Ein Sieg dec D. f. B.-Els sollte wahr- fcheinlich sein, jcdock) nur dann, wenn ihr Sturm sich bellcr zusammensindet und durchschlagskräftiger spielt. Wetter wird um eine Niederlag: kaum h^rumkommen. es fei denn, daß es feine Der alte leichtsinnige Kerl. Ich sind« cs ja sonderbar von ihm, daß er uns nie davon geschrieben hat. Cb er wohl glücklich ist? Lch eigne mich nicht zum Chemann', sagte er immer ..." Charles zündete sich eine Zigarre an. „Daß man so abgefchnitten voneinander ifL Bür rohren so gute Freunde. Man konnte ihm nie böse fein, (fr rammt, tritt ins Zimmer reicht einem die Hand, klopft einem auf die Schulter, erzählt eine Menge luftiger Geschichten: Weißt du noch, Charles? .. 3a. dieses weißt du noch, Odette . . Ich weiß nicht, ob du das nerfteßft du bist noch jung, du hattest viele Freundinnen in Orleans und kannst noch neue finden. Aber ich ... ein Mann hat nur einen Freund. Und nur bi« Iugendsreundschaften taugen etwas. Das, was einen in der Jugend zu- sammengciuhrt hat, die (Erinnerungen, die Schule, das hält für immer. Ob einen auch das tieben später trennt. Cs find oft nur Kleinigkeiten Renö kann keine Briefe schreiben, und ich habe dazu keine Zeit." Odette schwiea Sie hatte ihre Stickerei wieder aufgenommen. „RenL hat in meinem Leben eine große Rolle gespielt", fuhr Charles fort. ..(fr war mein einziger Freund. Ich hatte nur ihn. Unsere Ammen fuhren uns schon nebeneinander fparieren; mir itnb ;n dieser Stadt geboren, in einer Straße, 'ast in einem Hause. Wir haben dasselbe Gtzinna- *ium besucht, in demselben Internat gewohnt, dieselben Lehrer gehabt, haben unsere Ausgaben non- einander ^geschrieben Er lieferte mir die Aufsätze', er hatte Phantaiie und einen guten Stil und sagte mir in Gc'chichie nor. Dafür machte ich ihm leine Mathematik. Für die exakten Dissenjchaficn war er weniger. Wir gingen zusammen jur Kommunion, hatten im selben Monat Geburtstag, im Mai Seine Cltern gaben dann immer ein Gartenfest, und wenn im -tiion b'or* getanzt wurde. Iahen wir vom Born- speichcr aus zu. Er gab da solche Dachluken, durch dic konnte man die Tanzenden beobachten, das machte uns einen Heidenspaß. Als er in die Garni- son kam, hielt er mich immer auf dem laufenden. Tolle Abenteuer hat cr erlebt. Und immer gingen sie gut aus, für ihn wenigstens. Zch sagte ihm immer, du hast cm ganz ungewöhnliches Gluck. Aber einmal erwischt es dich doch. Aber er macht«- fich feine Sorgen. (Einmal ging eine Korrespondenz mit einer Dame aus Lisieux über meine Adresse." „Mit roos für einer Dame9" (Fortsetzung folgt) Spielstarke seit dem Vorjahre bedeutend gehoben hat. Die Alten Herren tragen ihr schon lange abgeschlossenes Rückspiel gegen die A.-H.-Mann- schaft Wetter aus. Das Vorspiel gewann V. f. V. mit 10:1. Dre Gäste werden sich sehr wehren müssen, wenn sie nicht auch diesmal hoch verlieren wollen, da die Alten Herren zur Zeit in bester Dersassurrg sind. Das vierte auf dein Waldspvrtplah stattsin- dende Tressen ist daS Lokalsprel V. s. V. 1. Zugendmannschaft gegen Spiewrrcrnigung 1900 1. Jugend. Für die Platzmannschaft ist dies das dritte Pflichtspiel der Saison. Während sie tne beiden ersten gegen Niedergirmes und Butzbach mit 5:0 bzw. 3:2 gewinnen konnte, sind am Sonntag ihne Eiegesaussichten nicht allzugrost, da sie ersatzgeschwächt anzutreten gezwungen ist, und die Spielvereinigungsjugend als ihr stärkster Gegner bezeichnet werden muh. Wenn dem Treffen ein strenger und gerechter Leiter vorsteht, darf man auf seinen Verlauf gespannt fein. Dasselbe ist von der zweiten Zugendmannschaft zu sagen, die Gegner ter gleichen der Spielvereinigung ist. DaS Spiel findet auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe statt und sollte aller Voraussicht nach ein Llncnl^chieden, vielleicht einen knappen Sieg der Platzelf eraeben. Einen ziemlich sicheren Steg darf man der ersten Schülermannschaft Voraussagen. Sie trägt ihr erstes Pflichtspiel gegen Großen-Busecks erste Schüler auf deren Platz auS. Fußball in Heuchelheim. Der Sportverein 1920 tritt kommenden Sonntag mit seiner ersten Mannschaft in Butzbach gegen die .Erste" des dortigen V. f. R. an. Butzbach ist für die hiLsiaen, besonders auf eigenem Platze, ein sehr schwer zu schlagender Gegner. Immerhin sollte bei koinplettcm Antreten der Mannschaft ein Sieg der Heuchelheimer möglich sein. Arbeiter-Turn« und Gportbund. 2n der Kreisklasse spielt Gießen I. gegen Friedberg I. nachmittags 3.30 Uhr auf dem Trieb. Gießen wird sich voraussichtlich die ersten Punkte holen. Der zweite Sonntag der Nachrunde führt in der 1. Klasse die Nachbaroereine Heuchelheim I. — Gießen Ib. zusammen. Zeigen die Städter den Eifer des vergangenen Sonntags, durften sie. wenn die Platzbesitzcr sich nicht ernstlicher anstrengen, mit einem Siege nach Hause geben. Lollar l. fährt nach Alsfeld, um gegen die dortige 1. Mannschaft anzutreten. Zwei gleichwertige Gegner treffen hier aufeinander, unter denen es schon immer scharfe Spiele gegeben hat. Auch diesmal wird es ein hartes Treffen werden, dessen Ausgang offenzulassen ist. Wetzlar I. hat Marburg 1. zu Gast. Auch hier treffen zwei gleichwertige Gegner aufeinander, von denen der Glücklichere Sieger bleiben wird. In der zweiten Klasse hat Kinzenbach I. Beilstein I. zu Gast. Auch dieses Spiel wird ein scharfes Treffen werden, dessen Ausgang offenzulassen ist. Hungen I. fährt nach Alsfeld, um sich gegen die dortige 2. Mannschaft zwei wertvolle Punkte zu holen. Daubringen I. hat Oppenrod I. auf eigenem Platz zum Gegner. Spielerisch zwei gleichwertige Mann- schäften werden hier um die Punkte ringen, wovon der Glücklichere Sieger bleiben wird. Burkhardsfelden I. fährt nach Hachborn uud wird in der dortigen 1. Mannschaft einen ebenbürtigen Gegner finden. Der Ausgang dieses Spieles ist offenzulassen. In der Iugendklasie hat Naunheim Kinzenbach zu Gast und wird sich den Sieg nicht nehmen lasten. Gießens ungeschlagene Jugend fährt nach Grün- t|»rg, um sich dort zwei weitere Punkte zu holen. ■ Treis Jugend macht die Reise nach Groß-Seelheim iflib dürfte von dort als Sieger Heimkommen. Der Freie Ium- und Sportverein Dieseck begeht am Sonntag sein diesjähriges Abturnen, verbunden mit Werbeveranstaltung Am Vormittag fin- bet ein Geräte- und leichtathletischer Wettkampf aller Aktiven, Zöglinge, Schüler und Schülerinnen statt. Der Nachmittag, die eigentliche Werbeveranstaltung, bringt Ausschnitte aus dem Vcreinsübungsvetrieb. Die hierzu gewonnene Kreisriege des 9. Kreises wird Gipfelübungen an den drei Haupgeräten Pferd, Barren und Neck, zeigen. Abends wird die Bezirksriege durch ihre Mitwirkung die Veranstaltung ver- schonen helfen. Westdeutsche Wasserballnreisterschast. Am Mittwochabend standen sich im letzten nach ausstehenden Spiel um die w e st d e u t s ch e Wässe l b a l l in e i st e r s ch a f t im Kölner Stadion Sparta und Poseidon Köln gegenüber. Wie die meisten Spiele dieser Mannschaften endete auch die Mittwvchbegegnung unentschieden 1:1 (1:1). Die Infolge 6er Schärfe bes Kampfes vor 5er Halbheit herausgestellten Spieler durften bei der Fortsetzung des Kampfes nicht mehr Eingreifen. Zum Schluß muhten sogar fünf Spieler untätig .Zusehen. Oer Tenniöländerlampf Ungarn — Deutschland endete am Mrttwochnachmittag Im Gesamtergebnis mit dem Siege de r Deutschen, die 5:3 erfolgreich blieben. Frl. Rost schlug Frau Petery-Barady überlegen 6:2. 6:3, dagegen blieb der Ungar von Kehrling über Froitzheim 6:4, 6:0, 6:2 siegreich. Wirtschaft. Oie Ernte-Jinan,ietung. Rach den amtlichen Srnteschätzungen darf mit Mindestens einer guten Mittelernte gerechnet werden. Der Mehrertrag der deutschen Ernte beträgt nach den neuesten Schätzungen von Anfang August gegenüber dem Vorjahr bei Roggen 14,3 Prozent, bei Weizen 6.3 Prozent. Dieses günstige Ergebnis dürfte zum Teil auch auf den vermehrten Düngerverbrauch zurückzuführen sein. Der Mehrwert dec Ernte fann mit etwa 400 bis 5 00 Mill. M k. eingeschäht werden. Drefe günstige Entwicklung der Produktionsfeite hat natürlich zur Folge, daß die Frage der Erntefinanzierung in diesem Jahre dringlicher ist als in den beiten Vorjahren, obgleich die kurzfristige Zinsenlast und die Wechselver- pftichtungen der Landwirtschaft durch die bereits vorliegeirden Erfolge der Llwschuldungsaklion bei weitem nicht mehr so hoch sind, wie im Vorjahre. Jedenfalls ist die Frage der Erntefinanzierung noch nicht endgültig gelöst. Man denkt anscheinend an eine modifizierte Lombardierungsaktion durch Einschaltung der genossenschaftlichen Warenzentralen und der Handelsorganisation der sogenannten Scheuer-Gruppe, die damit zum erstenmal aktiv im Znteresse der Landwirtschaft tätig sein würde. Eine Lombar- dierungsaktion für Getreide hat in einem Zeitpunkt, in dem die in der ganzen Welt günstigen Crnteaussichten bzw. bereits eingebrachten guten Ernten bereits eine starke Senkung der Getreidepreise zur Folge gehabt haben, ihre groben Gefahren wegen des bestehenden Risikos aus der ^Inübersicht^ichke.t hinsichtlich ter Preisgestaltung. Cs ist wohl nicht von der Hand zu-weisen, daß in diesem Jahre auch weiter mit einem starken Verkaufs druck auf den einheimischen Getreidemärkten zu rechnen ist. Allerdings dürfte aber dieser Derkaufsdruck zu einem Teil durch den nicht mehr für die Landwirtschaft bestehenten Zwang großen Ausmaßes zur Zurückzahlung von Ätefci'en auf gefangen werden. Die Preisentwicklung hat in den letzten Wochen zudem dazu geführt, daß infolge des Räherrückens der Roggenpreise an die Preise für Futtergerste die Landwirtschaft zu einer erhöhten Dersütterung von Roggen übergeht, so daß auch von dieser Seite her gewissermaßen eine zusätzliche Entlastung eintreten kann'. Daß man sich über diese Entwicklung an den zuständigen Stellen klar ist, beweisen die Aufkäufe der Getreidehandelsgesellschaft, die sich bekanntlich im Besitze des Reichs beftntet, uni diese Gesellschaft ist auch vorerst weiterhin bereit, zwecks Stützung der Getreidepreise Getreide zur Einlagerung aufzukaufen. Hand in Hand mit dieser QHtion soll nun die Lombardierungsaktion gehen, intern nämlich von den Genossenschaften bzw. ter Scheuer-Gruppe das Getreide dem Landwirt bevorschußt wird, wobei es ihm ^w. ter Einzelgenossenschaft frei» stehen soll, den Termin für den Verkauf des eingelagerten Getreides selbst zu bestimmen. Es fragt sich natürlich, wie groß die finanziellen Mittel für diese modiftzierte Lombardierungsaktion sind, denn von ihrer Höhe hängt schließlich dec Erfolg ab, wenigstens für den Landwirt, wenngleich die Getreidehandels-A.-G., wie bereits oben gesagt, infolge ter Unbestimmtheit der Preisgestaltung ein beträchtliches Risiko ein* geht. Rach unseren Informationen sind von den in Frage kommenden Stellen feste Beschlüsse noch nicht gefaßt worden. Anscheinend wird man zunächst abwarten wollen, ob die Getreide- preise ttoh ter Anlaufsbereitschaft sich weiter senken werten. Von ihrer Entwicklung hängt es also ab. ob die geplante modifizierte Lombardierungsaktion durchgesührt werden wird. * Der Saaten st and In Preußen Anfang September. Tie „6ta:iftifd>e Korre- spondenz" berichtet über den Saatenstand in Preußen Anfang September 1928 u. a.: Die Erntearbeiten haben sich in diesem Zähre um gute zwei bi8 drei Wochen verzögert, so daß ein großer Teil bet sonst Bereif# in 3ult beendeten Arbeiten erst tm August richtig in Angriff genommen werten konnte, dann allerdings in ganz kurzer Zeit erledigt werden muhte. Für diejenigen Fruchtarten, deren Saalenftanb in dieser Zeit noch ermittelt wird, ergibt sich kein einhett- ttches Bild. Während Hafer unb Hülsenfrüchte mit Ausnahme der Lupinen sowie die Hackfrüchte als mittel, zum Teil etwas besser, beurteilt werden, stehen Klee. Luzerne und Wiesen erheblich unter mittel. Die Ertragsaussichten sind hier also recht gering. Kartoffeln und Rüben sind tm allgemeinen durch dre frühere Trockenheit zurückgeblieben. haben sich aber durch den Regen des letzten Monats in den meisten Gegenden recht gut erholt Teilweise wird über sehr geringen Absatz geklagt. 3m Westen scheint der Stand der Spät- kartoffeln mit geringen Ausnahmen durchweg besser zu sein als im Osten. • Die Abwickelung bei der Oebrü- derPa ssa van t G. m. b.H.. Frankfurt a. M. Der Abwickelungsplan des in Schwierigkeiten geratenen Unternehmens liegt nunmehr vor. Die Verluste betragen für Frankfurt a. M. 649 R33 Mk.. für Bafel 749 108 Mark. Für die Abwicklung sind 250 000 Mark angesetzt. Dem Gesamtverluste von 1647 942 stehen gegenüber das Gesellschaftskapital von 700 000 Mark, die Aufwendung der Familie Passaoant mit 700 000 Mark, sonstige Zuschüsse mit 108 000 Mark. Reserven mit 139 942 Mark. Die Ausschüttungen aus der Liquidationsmasse sollen noch in diesem Monat beginnen. Die gedeckten Gläubiger sind im wesentlichen mit dem Amerika guthaben gesichert, das mit 60 v. H. seines Wettes angesetzt ist. so daß hier noch eine Reserve verbleibt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., Z. Sept. Tendenz: unsicher. — Die Börse stand auch heute unter dem Druck des andauernden starken Ortermangclg. und die Stimmung war lustlos u n b unsicher. Der uneinheitliche Schluß ter gestrigen Reuhorker Börse konnte keine Anregung bieten. Außerdem war man verstimmt über ten Witt- schccktsbericht der Discontgesellschaft. ter sich mit ter Ausbringung der Daweszahlungen befall te. Die Umsahtätigkeit war auf ein Minimum beschränkt. Die Spekulation zeigte eher Abgabeneigung, anterfeitd waren einige Spezialwerte wieder gefragt. Die Kureentwicklung war daher uneinheitlich. Ileberwirgcnd ergaben sich jedcch kleine Abbröckelungen bis etwa 2 Pro- ft ent. Interesse bestand weiter für Banken, namentlich Derli.ter Handelsgesellschaft, die 6 Prozent erhöht waren. Eontmerzbank und Danatbank zogen je 1 Prozent an. RrichSbank dagegen 1 Prozent niedriger. Am Elektromarkt eröffneten Ges» fürel 1 Proz. und Dheig 2 Proz. schwächer.wähcend Siemens sich l,5Proz. crholen tonnten. Chemiewerke waren weiter eher angeboten. Z.-G.-Farben gaben 0,25 b:S 0,75 Prozent nach, SchriteanstLlt 2 Prozent niedriger. Am Montanmarkt traten bei minimalen Am fachen meist kleine Rückgänge bis zu 1 Prozent ein. Schiffahrrswecte waren allgemein etwas erhöht. Dagegen verloren Ha- bag 0,75 Prozent und Rord-Llotzd 1,13 Prozent. Starker angeboten waren Deutsche L.noleum, die 5 Prozent einbühten. Deutsche Anleihen waren vernachlässigt. Am Auslandrentenmarkt Anatolier weiterhin lebhaft und fest. Auch für Türken erhielt sich Interesse. 3m Freivrrkehr waren Russen lebhaft verlangt und höher. 3m Verlaufe blieb die Haltung uneinheitlich. Schiffahrtswerte zogen leicht an, während 3.-D.-Farben weiter vernachlässigt und geringfügig schwächer waren. Das Geschäft war sehr still. 3m Freiverkehr bestand für Kaliindustrie mit 215 Prozent lebhafteres 3ntcreffe. Der Geldmarkt war wenig verändert, jedoch eher etwas leichter. Tagesgeld 6.5 Prozent. Am De isenmarkt nannte man Mac? gegen Dollar 4.1968, Pfund 20.363, London Kabel 4.8518, Paris 124.25, Mailand 92,70, Madrid 29.25, Holland 12.0990. Berliner Börse. Berlin, 7. Sept. Entgegen dm Erwartungen des Dormittag?vrrlchrs h^rtr man vorbörslich schwächere Kurse. Man vm'MieS dabri auf ten unrcge'mäf igen Reuyor.er Börsenschluß und die ilnrufw die immer noch durch die un- ttarc Außenpolitik und die geringm Erfolge in Genf in die Börse getragen wird. Auch der am Sonntag beginnende Bcmsicrtag wurde in die Diskussion gezogen, und man weiß nicht, was die dort zu ertoartenten Reden der führenden Wirtschaftler bringen werten. Mediogeld sche'nt mehr da zu sein, als gestern noch angenommen wurde, überhaupt konnte am Geldmarkt eine weitere Entspannung festgestellt werten. Als noch kurz vor Feststellung ter ersten Rotte» rungen lebhafte Umsätze am Siemens-Markt ein» setzten, brachten die ersten Rotterungen im all- gemcirci kleine Veränderungen, neigten aber immer noch eher zur Schwäche. Außer Siemens hatlen noch Berliner Hantels- aefellschaft und die leit Tagen bevorzugten Kaliindustrie-Aktien große ÜT/äne. ÄunftfeiDet- wette setzten schwächer ein. Deuttcye Linoleum verloren fast 7 Prozent, Berger 5 Prozent und Polyphon 4,5 Prozent. Bemerkenswert schwach lag auch ter Farbenmarkt. Hier soll es sich um Verkäufe zur Ge'.dteichaftung siir die am 15. d. M. faltigen Raten ter Farben. Bonds handeln. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geteilt: Anatolier bester, Bosnier schwäch:-. Rufen- werie ziemlich sest, bei höheren Kurien. Pfand- briefmarft vollkommen ge'chäftSlos. Ctelfrrarh eher lei-ch:er. Tagesgeld 5 bis 7 Prozent Mona tsgeld 8.25 biS 9 Prozent. Warenvxchkel 6L0 Prozent und darüber. Auch im Verlaus: blieb die Stimmung nervös. Banken- und Schiss- sahrtswette etwas fester, mit Ausnahme von Reichsbankanteilen, die im Verlaufe 3 Prozen! verloren Dagegen zogen Berliner Handels- gesellschast bei größeren Umsätzen 2 bis 3 Prozm: an. Kaliindustrie konnten im Verlaufe auf 21' Prozent steigen, während die offiziell not.er:cn Kaliwerte 2 Prozent abbröckelien. Einige Um- sähe fanden in Derlin-KarlSruher Industrie- Werken statt. Zu erwähnen wäre noch ter weitere Rückgang ter Polydhonaktien um 3 bis 4 Prozent. tvvinffiirter Getreidebörse Frankfurt« M.. 7. Sept. Bei stetigen AnS- iandnottecungen war die Marktlage heute unverändert. Die Rachfrage blieb zwar gering, anbei - seits war aber das Angebot auch nicht groß, so daß die Rotierungen bei stillstem Geschäft un- verändert belasten tourten. Es wurden notier I Weizen 23,50 brs 23,75; Roggen 22.50 bi# 22,75. Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bie 26; inl. Hafer 21,75 bis 22; Mais «gell») für Suttentoed? 20.50; Weizenmehl, süddeuttches Spezial 0. 33.25 bis 33,75; Roggen mehl 31,25 biS 31,<5. Weizen - fleie 13.25; Roggenkleie 14 Mark. Tendenz geschäftslos. Kunst und Wissenschaft. Geheimer Hofrat Professor vr. Karl Wirtz f. Aach längerem Leiten ist ter ordentliche Professor der Elektrotechnik an ter technische" Hochschule in Darmstadt. Geheimer Hofrat Dr Karl Wirtz gestorben. Professor Wirtz toirftr 40 Jahre lang als vorbildlicher Lehrer und Forscher an der Darmstädter Hochschule Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. GvtteSdteni' in der Synagoge (Süd-Anlage) Samstag, ter 8. September 1928. Vorabend: 6.45 Uhr Morgens: 8.30 Llhr. Llbends: 7.05 und 7.45 Alte Gottesdienst der israelitischen AeligivnSgesel>. schasl. Sabbatfeier den 8. September 1928. Freitag abends 6.30. Samstag vormittag 8 00. nachmittags 4.30. Sabbatau-gang 7.45. — Wochen» gottesdienst: Sonntag und Freitag: morgens 5.00; an ten übrigen Tagen 5.30; abend- 6.30. Letzte Nachrichten. Vier Touristen abgestürzi. Berchtesgaden. 7. Sept. (WTB. Funk- spruch.) Bei einer Tour zum Hochkalter sind gestern vier Berchtesgadener Touristen. die Lehrer Leonhard, ©raffel, Hochreiter und Hasenknops. verunglückt. Bei Alebcrqucrung teS BlaueiS-Vletscher- verlor an einer steilen Stelle Hafenknopf ten Halt und riß die drei anderen mit in die Tiefe. Alle vier stürzten etwa 100 Meter tief ab und erlitten f chwckr e Verletzungen. Eine Ret- tungZexpedition aus Berchtesgaden brachte die Verunglückten nach ter DlaueiShütte. Bei dem Abtransport von dort, bei sich sehr schwielig gestaltete. ist Hafenknvps feinen Ver letzun gen erlegen. Der Zustand Leonhards und ter Hochreiters ist bedenklich. Oie älteste Aerztin Europas. Freiburg i. Br.. 7. Sept lDTB. Funk- spruch.) 3n Freiburg-Lippenweiler, wo sie sich nach ihrer Ausweisung auS Pew Elsaß nietergelassen hat. kann heute Frl. Dr Mathilte Theyssen, die erste und älteste Aerztin Europas, ihren 9 0. Geburtstag in Griffiger und körperlicher Frische begehen. Während teS deutsch-französischen Krieges 1870 71 hatte sie sich tem Roten Kreuz zur Qkr- fügung gestellt. Sie tourte bei tem Aufsuchen von Verwunteten auf den Schlachtfeldern zweimal verwundet. Die Stadtverwaltung hat der Seniorin ter Aerzteschaft ein Ehrengeschenk überreichen lassen. Kurszettel der Berliner und Kranksurler Börse. _____________________®tc_fiintcr^ten Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent. $ranl|uri a. M Berlin Jraiikfurt a. M Berlin Jrauhfurt a. 1R Berlin Berlin. 6 ätDkmbfT iMetb I— l~1i .troniöfiidie Jtoten..... Hollänkn'che 91otm...... atahemfdjt Noten ...... Nonvegikche Violen . .... DenthS-Critm., i jno Irenen ‘JlnmanKAe Roten...... erturotittie Roten...... Echweii-r Rot-n....... evnntkche Roten....... T(chechoitowaktf<-e Roten . . Ungortikde Noten....... DevifenmarU Bersin Telegraph »sche rris >67,77 11,99 111,6« 54,91 M II 8 11 M 6 1 7 , Hambura-Awerika Soret ... 8 Admb.-eübam. TampUd). . . 9 Hansa ■ • • l® Koeddeutschkk L'loBb - . • • • «Ufl Trurhbe ilrebltontt. . . 10 Sannet Vanh>erein ... «0 Bttfinci (1Jnt*h'1;eifL|4. . e l'J lommfts- unb -fcdtaVSae! . n Tann ft u. «arionalvank . . w Teutlctr Bank - - - TUtonU' O'eltUlAafnlxL. . 10 Trrtbnn Bank • • • »Mlle.'deaische ättbUbed • • • • .................. • • ■ lü-Ub.'txinl ........ 18 M- ... r- 2 L5».- Sa ? 8 ? 1 »8» • '3 • tf-K - '31 •■>»!« -»• 1 3 CF.kw s 51.« 161 - ■M.a» «6 l>6 271.5 lb*.t 166.16 in 67.6 61,1 17,1 - 88,3 2.55 11.4 H.9 11.25 84.75 164.5 197.76 196.76 155 111.5 IP.9 .'«9 1»7 874.85 IM.9 1« 171.75 199.5 139.5 321 61.13 17.2 - 28.4 »6.13 3,55 11,6 163.9 154,6 141.4 144.9 t'-H 1SÖ 473 75 Itt.76 1'6 171..5 199,7: - 344.75 »i.e.e............8 Bergmann...... . . f (Behr. Dleleningen.....1' Llchl und flrof: . . • • . 10 gelten » iSuilleaume..... 6 ®e|. f. (Hehr. Untern.. ... 10 t*amb. eieftr. öerte .... 10 Rhein. ClcTtr. ...... v S»Ies. Slekrr........10 cdjudett ..... 9 etemrtu 4 HaNk» ..... 12 Transradio ....... 8 Lahmever * tto....... 10 Butte nie ........ 6 Teutldtc OrbSl.......6 (Bienet < trtnt?l>le......6 SeUenkirchener ... t H 9- « Harpener ....... .6 poefd) Vien. ....... .9 alle BerflSan ........ 8 fil»dnenuerfe ...... ..7 ALln-Reuellen. ....... 9 lSanneetfe. ....... 6 ^taintraftwcrft . ..... ^ .......1° ^efatl ulmet ...... > feiert Untow ...... 6 »Me'.-r Xoetter ....... 1° (Sc:31 ft C-arih« ...... » €666 Sudtr ....... 9 Sank 142 13, 167 113 tH 8 147.34 70 126 112 126 141.5 58 106,5 1 21 M5 147 Voten. 111 i 11 । ■ । 11111111 &i 111in 1111 11 143,5 3<4 298.75 583 602 .*7.7j 2M.5 124 192.65 103.75 54.25 1:7,5 243.5 61.5 119 260 ,3 143 52. - 117 tiii »SR »22 lasss ai i-i 11 i 11 ■» i ii i i " - 9 ** ■ - - - »• * o « 8S5* 3 3 2.497 111,93 •91,60 11,88 77.90 —JtonfTuri AoSiob .44 3..T D.W 9,5# 13 ;'.t< HL 1 NmA^Rott Brg.-L»nv 0'drtManla »opmbcaen Stockholin telf-nnrort- ataltrn . . London. ». Network . . Parts. . . 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