Nr. 158 Erstes Matt 178. Jahrgang Samstag, 7. )nfi 1928 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vn«k NI» Verl«,! vrLHI'lche nn» Stehtörndttd R. lange In Sieben. Sdfrtftlcttnng und StschSst,»elle: rchniMaße 7. 3etat)mt von flnjetaea für die lagesrmmmer bts zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe 2r Anzeigen von 27 mm reite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig. für Re- klameanzeigen von 70 mm Drelle 35 Reichspfennig, Playvorschrift 20'. mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den Anzeigenteil Nuri tzivmonn, sämtlich in Gießen Trfch etm täglich,autze: Sonntags und Feiertags Beilagen; Dietz euer FamMendlütte, Heimat im Bild Die Scholle. mona:$*Dejnfl$preU; 2 Reichsmark and 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. FernsprechanschlÜsse: 61, 54 unb 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger rieste». Postscheckkonto; Sttmrtarlam Uloin 11688. Ein Programm. Die erste parlamentarische bchlacht ist gemonnen. Das Kabinett Müller hat für sein Regierungsprogramm die Billigung des Reichstags gesunden und wird nun frisch unb munter an die Arbeit gehen müssen, wenn es auch nur einen Bruchteil von dem in die Praxis umsetzen will, was auf dem sehr reichhaltigen Wunschzettel als 3ie( unb Richtschnur aufgeführt wirb. Don ber Re- giecungderflänmg kann man leiber nicht behaupten, daß bei ihr bk gleiche weise Selbstbeschrönkung geherrscht hat, bie ben Reichskanzler veranlaßte, statt ein Vertrauensvotum zu forbern, sich mit einer Billigungssorrnel zu beanüaen. Vielleicht wirb aber gerabe bi es Marnrnuthaste seines Programms, bas aber auch nicht einen einzigen Zweig unseres politischen Lebens außer acht ließ, zu dem Ab- stimmungssiea seines Kabinetts nicht unwesentlich beigetragen haben. Hätte er sich bamit begnügt, einzelne wesentliche Probleme scharf herauszuarbeiten, zu diesen aber auch ganz präzise Stellung zu nehmen, statt ein riesengroßes Sammelsurium aller möglichen polittschen fragen zwar andeutungsweise zu streifen, aber in falsch verstandener Bescheidenheit seine eigene Meinung darüber und die des neuen Reichskabinetts für sich zu behalten, bann wäre die parlamentarische Debatte wohl viel- leicht nicht ganz so programmäßig verlausen, über bie politischen Ziele bes neuen Kurses würbe jedoch zweifellos größere Klarheit herrschen. Immerhin steht das eine fest. Die Sozialdemokratie hat trotz ihrer Stärke im Kabinett bei der Auf- Heilung des Regierungsprogramms sehr erhebliche Kompromisse machen müssen, ja auf wesentliche Punkte, deren unbedingte Durchsetzung noch im letzten Wahlkampf eine bedeutende Rolle gespielt haben, ganx verzichten müssen. Da ist in erster Linie bie Reichswehr zu nennen. Der Reichswehrminister ©roener hat hier offenbar gegenüber ben sozialistischen Wünschen ein energisches Veto eingelegt, jedenfalls wird auch in Zukunft eine rein vaterländische und überparteiliche Einstellung von unserer Wehrmacht gefordert. Das soll hoffentlich heißen, daß uns Experimente nach dem Wiener Rezept einer sogenannten „Republikanisie- rung* des Heeres, wie sie Lobe und Genossen vor- schweben, erspart bleiben und die Reichswehr auch künftighin, dem Gezänk der Parteien entrückt, fest in der Hand der verfassungsmäßig zuständigen Stellen liegt. Weiter ist an dem Rcgierungspro- aramm hoch erfreulich die Einstellung des neuen Kabinetts zur Agrarkrisis. Der neue Reichs- ernährungsminister, der Demokrat Dietrich, wird für die beschleunigte und restlose Durchführung des landwirtschaftlichen Notprogramms seines deutsch- nationalen Vorgängers Schiele Sorge tragen, und darüber hinaus verspricht das neue Kabinett, alles zu tun, um die Rentabilität der Landwirtschaft wiederherzustellen. Auch die Landbundpresse er- kennt den hier offenbarten guten Willen der Reichsregierung an, in der Hilfe für die Landwirtschaft nicht nachzulassen. Es ist also in diesem für den Wiederaufbau unseres Vaterlandes entscheidenden Punkt eine erfreuliche Einheitsfront der Meinungen festzustellen. Ueberhaupt wird die neue Regierung mit vielem die Zustimmung ihr sonst 3um wenigsten skeptisch gegenüberstehender Kreise finden, was sie in ihrem Programm über bie von ihr beabsichtigte Wirtschaftspolitik faßt. Man merkt hier deutlich die Handschrift des Volks- Jiartcilers Dr. Curtius, ber sich augenscheinlich von einen sozialistischen Ministerkollegen nicht ins Kon- xept pfuschen ließ.. Besonders betont wird die Fürsorge für den Mittelstand, für Handwerk und Gewerbe und das mit Recht, denn die Erhaltung eines selbständigen Unternehmertums von gesunder, mittlerer Größe in Handwerk und Gewerbe ist zweifellos eins der wichtigsten Mittel zu einer Wiedererstarkung der deutschen Wirtschaft und ver- dient auch von sozialpolitischem Gesichtspunkt aus nachdrückliche Förderung. Die Behandlung der 'Probleme, die die übrigen Reichsrefforts beschäftigen werden, geht über ®c- meinplätze nicht hinaus. Was hier über die künftige Sozialpolitik. namentlich auch über die Pläne jur Behebung der Wohnungsnot, ferner über das Derfasfungs Problem. das Reichsschul- gesetz. ja auch über die beabsichtigte Steuerpolitik gesagt wird, ist äußerst dürftig, meist beschränkt man sich mit der nackten Aufzählung von Stich- Worten und verspricht in allgemeinen Redensarten Wohlwollen und Förderung. Den Hinweis auf den Ausbau unseres Staatswesens im demokratischen Sinne, also mit andern Worten. Sever^ngfche Personalpolitik von Preußen auf das Reich übertragen, hätte man gerne vermißt, dafür aber lieber gehört, wie Herr 6cbering sich die Lösung der ihm bpn seinem Vorgänger Keudell im Anfangsstadium überkommenen Aufgabe einer Derfassungs- und Ve rwaltungs - re form an Haupt und Gliedern gedacht hat. Auch den wenigen Sätzen, die der Reform des Wahlrechts und dem Reichsschulgesetz gewidmet werden, ist nichts Positives über die Absichten des Kabinetts zu entnehmen. Grade auf dem Gebiet diases Ressorts werden die drohenden Klippen sichtbar, an dem diese Koalition voraussichtlich einmal scheitern wird. Deshalb auch die Scheu, über Fragen ausführlicher sich ■?u äußern, die die Gegensätze im Kabinett aufreihen müssen. Man geht über solch immerhin kitzligen Dinge lieber mit ein paar Floskeln hin- wird sich aber nicht vormachen dürfen, aah diese damit aus der Welt geschafft sind. Grade die Derfassungs- und Verwaltungsreform und der damit eng zusammenhängende endgültige Finanzausgleich, den die Regierungserklärung kaum mit Hamen genannt hat, werden Prüfsteine oafür sein, ob Zne Koalition große politische Das Urteil im Donezprozeß. Politik und Rechtsprechung in Sowjeirußland. —Die Folgerungen für die deutsche Wirtschaft. Das Urteil, das die oberste russische Gerichtsbehörde der Sowjetunion nach mehr als zweitägiger Beratung gefällt hat. wird nur insofern überraschen, als die deutschen Angeklagten verhältnismäßig gelinde weagekommen sind. Lediglich der Monteur Dadstieocr ist zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden^hat aber auch für diese Frist DewährungSzeit zugesprochen erhalten und wird, wie wir annehmen möchten, dies Jahr nicht gerade innerhalb des russischen Staatsgebiets verbringen. Gegen die russischen Angeklagten aber ist daS Gericht zum Teil In i t der äußersten Schärfe vor- gegangen. Selbst wenn für sechs oder elf zum Tode Verurteilten eine Milderung der Strafe „in Anbettacht ihrer Reue und ihrer hohen technischen Befähigung" befürwortet wird, so bleibt die Tatsache der Todesurteile eben doch bestehen. Hieraus aber war der ganze Rie'en- Prvzeh von Anfang an zugeschnitten, unb nach der ganzen Art der Verhandlungsführung ist es beinahe verwunderlich, d^ß nicht noch mehr Todesurteile ausgesprochen worden find. Während man in allen anderen Ländern sorgfältig darauf bedacht fit, die Methoden der Justiz so au verfeinern, daß Fehlurteile oder gar Justizmorde unmöglich werden, find die Sowjetmachthaber von Anfang an darauf bedacht gewesen, auch die Rechtsprechung in ben Dienst ihrer Politik zu stellen. Es ist doch im Grunde genommen grotesk, daß die Sozialdemokratie in Deutschland mit kommunistischer Unterstützung gerade jetzt heftig Sturm gegen bie Todesstrafe läuft, in der diel- chen Zeit, da der einzige, rein Marxist l- s ch e Staat der Welt elf Todesurteile auf einmal aussprlcht. Gewiß hat eS zu allen Zeiten politische Richtersprüche gegeben, und bie politische Justiz hat noch immer Verteidiger gefunden, die mit dem Schlagwort „summum jus — summa injuria“ argumentierten. Man darf aber wohl sagen, daß feit der Zeit der Iakobi- nerhcrschaft m Paris das Recht niemals wieder so gebeugt worden ist wie jetzt in MoSkcru. Herr Krylenko, ber Generalstaatsanwalt ber Sowjetunion, hat sich auch mit lächelnbem Zynismus zu ber Auffassung bekannt, daß bie ooerste Gerichtsbehörbe des Sowjetstaates nicht dazu da sei, Recht zu suchen, sondern daß sie es lediglich als ihre Ausgabe zu betrachten habe, „bie Errungenschaften ber proletarischen Revolution zu wahren“. Richt objektive Feststellungen über Schuld ober Unschuld der Angeklagten waren das Ziel dieser monatelangen Derhanblungen des Schachty-Pro- zesses: er war vielmehr ausschließlich nach ber ganzen Art feiner Inszenierung unb Durchführung zu kommunistischer Propaganda bestimmt. Es war ungemein charakteristisch, bah die Arbeiter ber großen Moskauer Industrien zu Hunderten in ben Gerichtssaal geführt würben, wo natürlich ber Generalstaatsanwalt ebenso wie ber Vorsitzende des Gerichts in Zusammenarbeit mit den russischen Verteidigern dafür sorgte, baß nicht etwa die Wahrheit enthüllt, sonbern ben Zuschauern ein kommunisttsches Theater vorgespielt wurde. Weil sich in Sowjetrußland eine wachsende Unzufriedenheit mit ber Führung bet gvpßen Staatsbetriebe bemerkbar machte, muhte ein neues Propaganda mittel für ben Kommunismus gesucht werden WaS gibt es aber Zugkräftigeres alS einen wirksam aufgezogenen politischen Monstreprozeh, bei dem die Anklage auf „Bedrohung des Staates durch industrielle Sabo- tage" lautet? Ärylenko unb das willfährige oberste Sowjet- gericht haben dabei mit den merkwürdigsten Methoden, gegen die sich in jedem anderen zivilisierten Staate die Entrüstung der gesamten Öffentlichkeit erhoben hätte, operiert. Durch Einbeziehung deutscher Staatsangehöriger in die Anklage wurde das Desperst drohender Konterrevolution vom Ausland ber an die Wand gemalt. AlS sich aber ber im Verlaufe bes Prozesses verbächtigte deutsche Ingenieur See- b o l d dem Gericht zur Vernehmung zur Verfügung stellte, wurden seine Aussagen von vornherein als bedeutungslos abgelehnt. Und als die deutsche Industrie, deren Erzeugnisse zunächst so schlecht wie nur möglich gemacht toorben waren, gegen bie böswilligen Unterstellungen ber AnNage energisch Einspruch erhob, lenkte Krylenko bereitwilligst ein in ber Erkenntnis, daß Rußland auf die deutsche Wirtschaft unbedingt angewiesen ist. Dafür aber verwies er das Gericht auf die sorgfältige Durchforschung des Vorlebens namentlich der russischen Angeklagten, bie natürlich, was allein ja schon aus ihrem Bildungsgang hervorgeht, größtenteils bürgerlicher Herkunft waren. Diese Herkunft aber genügte dem GencralstaatSantvait, um den Angeklagten konterrevolutionäre Umtriebe als bewiesen zu unterstellen. Er bemühte sich gar nicht darum, den Beweis hierfür au erbringen. Die Tatsache allein, daß die russischen Ingenieure usw. vor ber Sowjetrevolution in parteikvmmunist.schcm Sinne „Bourgeois" waren, war ihm unb bem Gericht Beweis genug ba für baß sie eben gegenrevolutionäre Bestrebungen verfolgen müßten. So unb nicht anders sind bte Todesurteile int Schachty-Prozeß zustandegekommen. allein für ben innerpolitischen Gebrauch, ausschließlich für die kommunistische Propaganda bestimmt. Und wenn wie gesagt bie Deutschen Angeklagten glimpflich bavongekommen sinb, so waren sür die Stellungnahme des Sowjetgerichts auch in Dieser ^infiajt nicht RechtsgrünDe, sonbern le. ig ich p o l i t i s. c Zweckmähigkeitserwägungen maßge- benb, Da man eben auch in Moskau erkannt hat, Daß man auf Die Deutsche Mitarbeit beim Wie- Dcraufbau RußlanDs angewiesen ist. Trotz- Dem fragt eS sich, ob sich Die deutsche Wirtschaft nach Dieser Enthüllung der russischen Iustizmetho- Den noch wirklich ernsthaft in Ruhl an D betätigen kann, Da ihr selbst unb ihren Exponenten Der Zu stank) völliger Rechtlosigkeit innerhalb DeS russischen Staatsgebietes nicht gut zugemutet werben kann. Oie llrieilöbegrün-ung. Moskau, 6. Juli (ÖB.) 3n der Urteilsbegründung Im Schachtyprozeh wurde u. a. ausgeführt, die Beweisaufnahme habe feflgeslelll, daß die Schädigungsorganisation auf der einen Seite von den Bereinigungen ehemaliger Grubenbesitzer sowie gewisser kapialistischer fi reife, und andererseits von gewissen 3 n ff i t title n e n einiger Ausland flauten finanziert worden fei. 3n den letzten drei Zähren habe diese Organisation mehrere hnnderttausend Rubel empfangen, wobei die Gelder entweder persönlich von den Mitgliedern der Organisation bei ihrer Rückkehr von dienstlichen Auslandreifen oder durch Unterstützung gewisser ausländischer Jnffitulionan übermittel! worden seien. (Eine der Finanzquellen seien auch die prozentualen Beiträge von den Bestellungen gewesen, die durch die Mitglieder der Organisation an deutsche Firmen vergeben wurden, wobei der Empfang der Geldmittel aus diesen Quellen in einzelnen Fällen dadurch erleichtert wurde, daß in einigen dieser Firmen leitende Stellen mit russischen (Emigranten beseht waren, die ihrerseits bereit waren, ihrer Schädigungsorganisation allseitige Unterstützung angedeihen zu lassen. Ferner habe das Gericht scstgestellt, daß 'Anfang des Jahres 1926 ebenso wie die Ehar- kower Zentrale, auch die Moskauer Zentrale in Tätigkeit zu treten begannen, die die schädlichen (Elemente in den verschiedenen Trusts und Bolfs- fommiffarlaten vereinigen wollte. 3n bet Begründung der Anklage gegen Matoff, Bratanowfki, Bojarinoff, Krschischanowski, 3ussewitsch und Budncy wird daraus hingewiesen, daß diese nicht allein die f ä 11 g ft e n Mitglieder der Schädigungsorganisation waren, sondern auch mit Berirctern einiger amtlicher ausländischer Institutionen in Berbinbung gestanden haben und ihnen neben Mirtschaftsinsormaflonen auch polifischeAus- fünfte geliefert hätten. • Die Deutschen Otto, Meyer unb Dadstieber, Der ebenfalls aus ber Haft entlassen wurde, behüben sich in einer Derartigen Verfassung, baß sie nicht in bet Lage sind, ihre Reise nach Der Heimat sofort anzutteten. Die Qlngeflagteit wurden nach ihrer Freilassung von Vertretern der deutschen Kolonie und Botschaft in Empfang genommen. Einer ber zum Tode Verurteilten erlitt nach der Verlesung des Urteils einen hysterischen Anfall. Alle Verurteilten wurden nach den Gefängnissen ber GPU gebracht. Die Verteidiger der zum Tode verurteilten Angeklagten haben dem Vorsitzenden des zentralen DollzugSlomitees, Kalinin. Gna- dengesuche überreicht, die am Samstag in einer besonderen Sitzung des Präsidiums des zentralen Dollzugskomitees behandelt werden sollen. Die Antwort auf Die Gnadengesuche muß innerhalb 72 Stunden nach der Einreichung erfolgen. Aufbau- unb Reformarbeit zu leisten imstande sein wirb. Ein Wort noch über bie Steuerpolitik. Dr. Hilferding, Der neue Reichsfinanzminister, hat zwar über einen Punkt, Der in Der Regierungserklärung angelündigt war, Die Senkung Der Lohnsteuer, bereits VerhanDlungen mit Den Parteien begonnen, Die hoffentlich noch im Laufe des Sommers zum Ziele führen werden, aber er wird sich darüber Har sein, baß Damit ben wirtschaftlichen Erfordernissen in nur ungenügendem Maße Rechnung getragen wird. Deutschland steht vor der Rotwendigkeit. im Interesse Der Aufrechterhaltung seiner Volkswirtschaft, aus Deren Erträgnissen die Rcparationsschulden bezahlt werben, sich einen Stamm eigenen Kapitals zu schaffen. Jede Kapitalbildung wird aber unmöglich gemacht, wenn Die gegenwärtigen Steuersätze weiterhin auf Den Betrieben lasten und manche kleinere und mittlere Unternehmer zwingen, chre Steuern aus der Substanz zu zahlen. Hier wird eine Deuregelung des Cin- kommensteuertarifs im Sinne einer Senkung der Steuersätze auch für die mittleren Einkommen und der Begrenzung der steuerlichen Höchstbelastung überhaupt auf ein Drittel des Einkommens neben einer Senkung der Realsteuern und einer Reform des Verfahrens zur zwingenden Rotwen- digkeit. Auch der sozialdemokratische Reichsfinanzminister wird sich ihr nicht verschließen können. Eingeleitet wurde die Regierungserklärung mit einer Darlegung der außenpolitischen Ziele, bie an Dürftigkeit unb Schwunglosigkeit den übrigen Teilen des Regierungsprogramms nicht nachstand. Der Urlaub des Außenministers scheint die Formulierung dieses vielleicht wichtigsten Abschnitts nicht gerade günstig beeinflußt zu haben. Wir möchten wünschen, daß dieser in unserer gegenwärtigen Lage gänzlich unangebrachte Mangel an Aktivität unb Entschiedenheit, der sich in jenen Programmsätzen offenbarte, sich nicht als Dauermieter in der Wilhelmstrahe einnistet, solange Herr Stresemann seiner Arbeitsstätte fern ist, Deutschland hat feine ihm im Versailler Verttag auferlegten Verpflichtungen restlos erfüllt. Das hat die Gegenseite selbst mehrfach, wenn auch widerwillig, anerkannt. Damit hat Deutschland das Recht, Die vorzeitige Räumung ber noch besetzten Gebiete am Rhein zu verlangen. Und zwar hat es das Recht, die Zurückziehung Der Besatzungstrch>pen zu fordern, ohne neue Opfer finanzieller, wirtschaftlicher ober gar politischer Art anzu- bieten. Das Durfte in ber Regierungserklärung klipp und klar gesagt werben, daß bie Zeit für neue beutsche Angebote enbgültig vorüber ist. daß Frankreich den Augenblick für immer verpaßt hat. wo es mit einer vorzeitigen Räumung der Rheinlande noch hätte Geschäfte machen können. Wir und mit uns bie tapferen rheinischen Volksgenossen können unb werben im Bewußtsein unseres Rechts warten, bis die letzten Desahungs- terminc abgelaufen sinb. Unb weiter verdiente schon in ber Regierungserklärung mit aller Schärfe ausgesprochen zu werden, was der Reichskanzler erst in seiner zweiten Rede deutlich genug formulierte, daß nämlich Deutschland sich jede Einmischung von Dritter Seite in Die Frage Der Rheinlandräumung energisch verbittet und für eine Verkoppelung dieses Problems mit Fragen ber Ostpolitik nicht zu haben ist. Damit hätte Herr Zaleski, Polens Außenminister, endlich die verdiente Antwort auf seine anmaßenden Reden in Paris unb Brüssel erhalten. Ein Blatt der demokratischen Linken stellt bei Besprechung der Regterungserllärung fest, Daß bie Außenpolitik feit fast anderthalb Jahren stillstehen mußte, weil Die Anwesenheit Der Deutsch nationalen im alten Reichskabi- nett Den Argwohn Des Auslandes erregte, und Die Durchsetzung ganz bestimmter Forderungen, Die Das deutsche Volk nach Locarno und nach Genf erheben Darf, unmöglich gemacht habe. Wer nun aber geglaubt hat, es müsse alles besser werden, sobald erst dieser angebliche Stein des Anstoßes beseitigt sei, wer annahm, die Alliierten hätten nur Darauf gewartet, um einem sozialistischen Kabinett Die Rheinland räumung ober auch nur irgendein anderes Zugeständnis als Morgengabe in Die Wiege zu legen, wirk) an Der bitteren Enttäuschung leider noch lange zu tragen haben. Es ist nicht Schadenfreude, die uns zu dieser Feststellung veranlaßt: sie wäre angesichts des harten Deutschen Schicksals unangebracht. Ader Die Erkenntnis sollten wir Doch endlich aus aus dem Echo schöpfen, das die Bildung des Kabinetts Müller und sein Regierungsprogramm im Ausland gesunden hat: daß es zumindest kein Unterschied für Die Beurteilung Deutschlands in der Meinung des Auslandes ist, ob wir von rechts oder von links regiert werden. Abgesehen von einigen unverbindlichen Redensarten der wenigen und einflußlosen sozialistischen Blätter in Frankreich unb England, von Amerika unb Italien ganz zu schweigen, tut die gesamte Presse so. als ob in ber politischen Mhrung Deutschlands keinerlei Aenderung eingetreten sei. Genau so gut wie vorher, versucht man von Deutschland für bie Anerkennung wvhlbegründeter Rechtsansprüche neue Zugestänbnisse zu erpressen. Rach wie vor werden neue Beweise guten Willens verlangt unb bie Ernsthaftigkeit der friedlichen Absichten des deutschen Dolles in Zweifel gezogen. Gegenüber einer solchen Stimmung wird es bie gegenwärtige Reichscegierung nicht minder schwer haben, wie chre Dorgänger, die deutschen Forderungen durchzusetzen. Rückhalt am ganzen Doll, an Regierungsparteien wie Opposition, braucht der leüenbe Staatsmann heute dringender denn je im Kampf um Deutschland- Recht. Darum wird man in den entscheidenden Dingen der Auhenpolittk gerade diesem Kabinett gegenüber kein untätiges Beiseitestehen dulden dürfen, sondern emsige Mitarbeit, sei sie auch durch positiv-schöpferische Krittk von der Dank der Opposition aus fordern müssen In inner- pvlittschen Dingen wird man auch dieser Regierung. bei aller begreiflichen Skepsis unb kühlen Zurückhaltung, bie Chance einräumen, die sie verlangen fann. Auf die Geschicklichkit und TüchttKeit ihrer Mitglieder wird es ankommen, ob sie etwas daraus zu machen versteht. Kritik der presse. Berlin, 6. Iuli. (£11.) Das Urteil im Schachth-Prozeß wird in der Berliner Presse sehr start kritisiert. Namentlich die Beweggründe, die die Sowjet reaierung zu der Einleitung dieses Prozesse- geführt haben, werden mit aller Schärfe herauSgeorbeitet und die st o rte Belastungsprobe, der die deutsch-russischen Beziehungen durch diesen Prozeß ausgesetzt waren, wird immer wieder hervor gehoben. Besonders scharfe Kritik übt der „V orwärts" tin dem Prozeß. DaS Blatt seht sich namentlich mit den deutschen Kommunisten auseinander, die zu den 23 Todesanträgen Krylenkos brüllend Beifall geklatscht haben und schreibt: Es ist ein starkes Stück, daß die deutschen Kommunisten auch weitgehende Milde für unzureichend erllären, die von der deutschen Republik gegenüber Dynamitanschlägen und Vernichtung von Menschenleben geübt wird, während ihre russischen Vorbilder bereits auf unzweckmäßige Behandlung von Maschinen die nackte Dodesstrafe sehen." Das Blatt kommt ;u dem Schluß, daß dos herrschende System Sündenböcke gebraucht habe, um die Unfähigkeit des bolschewistischen Wirtschaftssystems zu verdecken. Auch die Kritik der „Germania" ist äußerst scharf. Der Schachtyprozeß Hobe die Atmosphäre reinigen und die widerstände gegen das Sowjetsystem endgültig niederschlagen sollen. Statt dessen werde er allgemeine Unsicherheit und Spannung und vielleicht eine Kette ähnlicher Prozesse auslosen. Für den eigentlichen Hauptanklagepunkt, die Mitgliedschaft oder Mitarbeit in einer antibolschewistischen Organisation, liege auch nicht der Ansatz eines Be we i ses vor. Offenbar habe bei der Urteilsfindung gegen die Deutschen das Außenamt ein 'Hort mitzusprechen gehabt, so daß der Spruch vergleichsweise milde ausgefallen sei. — Der „Lokal-Anzeiger" kommt zu dem Ergebnis, daß alle ihre Arbeit und Freiheit liebenden Europäer in einem Lande, in dem dieser ungeheuerliche Prozeß möglich gewesen fei, fernerhin nichts mehr zu suchen hätten. Man werde fortan wissen, daß das heutige Rußland kein R e ch t S st a a t sei. — Die „B ö r s e n z e itung" begrüßt mit Genugtuung die Rehabilitierung der am Rußlandgeschaft besonders beteiligten deutschen Firmen. Dos sreisprechende Urteil werde jedoch nicht darüber Hinwegtäuschen, daß der Prozeß eine außerordentlich schwere Belastungsprobe für die Beziehungen zwischen Deutschland und Ruß- lond sei. Das Urteil des Moskauer Gerichts habe erfreulicherweise gezeigt, daß es dem Außenminister Tschitscherin gelungen sei. einen Sieg über die dunklen Kräfte der G. P. 11. und den einseitigen Standpunkt der Klassenjustiz davonzu- lragen. Das „Berliner Tageblatt" stellt die Frage, wer garantiere, daß im Bedarfsfälle dasselbe Verfahren sich nicht wiederhole. Eine objektive Rechtsfindung sei vor Gericht überhaupt nicht zugelassen worden. Der gute Rame deutscher Staatsangehöriger und deutscher Firmen scheine zu gut zur Verwendung für die dekorativen Zwecke eines politischen Prozesses in Sowjetrußland. — Die „Deutsche Tageszeitung" gibt die Ansicht wieder, daß durch die Anllage nicht die deutschen Angeklagten und die deutsche Industrie getroffen toorben sei, sondern die deutsch-russischen Beziehungen, die durch die Hetze der Moskauer Presse aufs Spiel gesetzt worden seien. Gs gelte jetzt für Deutschland und vor allem für die deutsche Wirtschaft, die Erfahrungen der letzten Zeit aus- zunuhen, um größere Sicherheiten a ls bisher für einen reibungslosen Verlauf des Wirtschaftsverkehrs ztvischen den beiden Ländern zü erlangen. Hoffnungen auf Wissel. Kurswechsel in der Sozialpolitik Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 7. Juli. Obgleich mit dem neuen Reicbsarbeitsminifter Wissel die Führung der deutschen Sozialpolitik einem Sozialdemokraten übertragen worden ist, scheint die westdeutsche Schwerindustrie gewisse Hoffnungen auf den neuen Monn zu setzen, denn in der letzten Nummer des offiziellen Handelskammerorgans für das rheinischwestfälische Jnknlltriegebiet „R u h r und Rh ei n", setzen sich diese Kreise recht positiv mit dem zu erwartenden Kurswechsel unserer Sozialpolitik auseinander. Anscheinend gründen sich diese Hoffnungen auf der Ansicht, daß Wissel sich grundsätzlich mehr als sein Vorgänger Brauns, der das Prinzip des st a a t l i ch e n Zwanges und der staatlichen Führung in den Vordergrund stellte, für Selv st Verwaltung und Selb st Verantwortung einsetzt. Wörtlich wird gesagt, daß Herrn Wissel ^nichts ferner liegt, als dem Staat bureaukratisch-polizeiftaatliche Aufgaben übertragen zu wollen. Mit aller Entschiedenheit hat er sich immer wlvder gegen den Dorwurf zur Wehr gesetzt, er wolle die Wirtschaft in eine staatliche Zwangsjacke stecken, er wolle die staatlichen Zwongsorga- uisationen der Kriegszeit verewigen und verallgemeinern. Es ist schwer zu beurteilen, inwieweit cs seiner Initiative gelingen wird, die inneren und äußeren Schwierigkeiten zu überwinden, die ihm das seit langeo Jahren eingefahrene System Brauns bereiten wird/ Weiter wird dann betont, daß man gerade von Wissel die Förderung einer einheitlichen deutschen Wirtschaftspolitik durch Zusammenarbeit zwischen Wirtschafte-, Arbeite- und Finanzministerium erwarten könne und daß er der Mann sei, auch feinen Willen und seine Entschlüsse bis an die Grenze des Möglichen durchzusetzen. Es wäre äußerst erfreulich, wenn sich diese Zusammenarbeit zwischen Industrie und Arbeitsminister, die sich hier anzukünden scheint, verwirklichen würde. Oie Besteuerung -er kleinen landwirtschaftlichen Betriebe. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 7. Juli. Schon vor einigen Monaten sind vom Reichsfinanz inisterium Anweifun gen an die Finanzämter herausgegangen, nach denen man auf die besondere wirt s ch a f t l i ch e Lage der Bauern bei der Besteuerung im größten Maße Rücksicht nehmen soll. Diese Politik, di die Steuerveranlagung und die Steuereinziehung möglichst der Eigenart der landwirtschaftlichen Betriebe anzupassen versucht, wird jetzt mit einem neuen Erlaß be: Reichs finanznünisterv Dr. Hilferding fortgesetzt Mit dieser Maßnahme wird versucht, für d i e nichtbuch- führenden Landwirte, also vor allem für i.ic Bauern, ein größeres Maß von Gerechtigkeit in der Steuerveranlagung und -erhebung zu sichern. Die nichtbuchsührenden Landwirte sollen künftig nach Durchs" nittssätzen zur Einkommensteuer veranlagt werden, wobei die Finanzämter angewiesen werden, je nach Art der Betriebe, d. h. ob Viehzucht oder Körner- und Hockfruchtbau, besondere Sätze aufzustellen, für die aber beispielsweise bei W< tterlchäden wieder Abschläge erfolgen können. Gleichzeitig werden die Präsidenten der Finanzämter angewiesen, laufende Beobachtungen über Ernteerträge, Preise, Viehseuchen, Wetter'chäden usw. zu sammeln, die dann bei der Ermittlung der Durchschnittssätze unter Hinzuziehung landwirtschaftlicher Berufvverbände und kleiner landwirtschaftlicher Verlrauensaustchüsse mitzuverwerten sind. Krankreich und die Räumung. Pariser Echo der Kanzlcrrcdc. Paris. 6. Iuli. (TU.) Die französischen Blätter beschäftigen sich am Freitag eingehend mit der Erörterung über die Reichskanzler- re de und den Voraussetzungen für eine vorzeitige Rheinlandräumung. Der „TempS" stellt fest, daß die Sozialdemokraten in der Frage eines Ost-Locarno eine ebenso unnachgiebige Stellung zeigen wie die bürgerlichen Parteien. Deutschland wolle feine Ostgrenzen nicht durch Gewalt ändern, im übrigen aber s ich die Hände nicht binden und die Zukunft abwarten. Das ernste Bekenntnis der neuen Regierung zur Republii bedeute tatsächlich eine Wendung in der Geschichte Deutschlands, doch bedürfe es ganz anderer Dinge, nm das allgemeine Vertrauen zu Deutschland au festigen und die europäische Staatsordnung endgültig zu konsolidieren. Das „Iournal des De» bats" führt zu der Rede Breitscheids aus. Breitscheid dürfe nicht übersehen, daß die französischen Sozialisten eine sofortige Räumung deS Rheinlandes ohne Gegenleistung forderten Ebenso wie Briand machten sie jedoch die Rheinlandräumung von verschiedenen Bedingungen abhängig. Wenn nach dem Ausspruch Breit- scheids Deutschland ein moralisches Recht auf sofortige Räumung habe, so hätten die Franzosen rmd Alliierten ein moralisches und durch Gesetze festgesetztes Recht auf diegenaueste Erfüllung aller Klauseln deS Versailler Vertrages. Unter der Heberschrift „Regelt zuerst die Schäden", schreibt der ,.In- transigeant", die deutsche Wahl hätte im Reichstag eine neue Majorität gebracht. In der Frage der auswärtigen Politik sei aber keine Aen - derung eingetreten. Dveitscheid habe Frankreich nicht einmal mehr einen Handel vorgeschlagen. sondern nur eine Rechnung präsentiert. Die Räumung des Rheinlandes und die Einhaltung des Dawesplanes gehörten zusammen. parlamentarisches System in Amerika und Deutschland. Ein Vortrag RcinholdS in London London, 7. Iuli. (Tel.) Im Rahmen der gegenwärtig in London tagenden Konferenz der Demokratie Europas fanb im liberalen Klub eine Aussprache über den amerikanischen und europäischen Parlamentarismus statt. Dabei hielt der ehemalige Reichsfinana" minister Dr. Reinhold eine Rede, in der er u. a. ausführte: Die amerikanische Verfassung gebe theoretisch und praktisch dem vom Volke gewählten Präsidenten eine sehr starke Möglichkeit persönlicher Betätigung und sichere ihm die freie Wahl seiner Mitarbeiter, die unabhängig sind von einem Vertrauens- oder Mißtrauensvotum des Parlaments. Die Verfassung gestatte deshalb dem Präsidenten für seine Wahlzeit seine Gedancen durchzuführen. Die deutsche Verfassung dagegen lege praktisch die ganze Regierungsgewalt in die Hände des Parlaments und des vom Parlament abhängigen Kabinetts. Diese führe notwendigerweise zu häufigem Regierungswechsel und schwäche den Einfluß der Persönlichkeit. Man dürfe nicht vergessen, daß die Verfassungen der demokratischen Länder in erster Linie das Ziel hatten, die Freiheit der Böller vor Hebevgriffen der Monarchen und ihren Beauftragten zu sicher. „Mir scheint", so erklärte Reinhold, „daß heute dieser Gedanke etwas in den Hintergrund getreten ist. und daß durch die ganze Welt eine Sehnsucht der Völker geht, Macht und dauernden Einfluß der großen Persönlichkeit im politischen Leben der Rationen zu steigern. Diese Sehnsucht hat aber in ihrer llebertreibung. wie beim Faschismus, zu einer furchtbaren llnter- drückung der Freiheit geführt. Die Aufgabe von uns allen muß es sein, daß Palladium der Freiheit und der Delbstregierung der Völker auf konstitutioneller Grundlage durch Festigung der Demokratie unantastbar zu machen und die Männer, diedurcheinegesunde Führerauslese an die Spitze der Ration kommen, in ihrem Wirken zu stärken und ihre Kraft einzuordnen in den Dienst der Freiheit und der Versöhnung der Völker." Freilassung des Karlsruher Studenten. Karlsruhe, 6.Juli. (WB.) Der Studierende der Technischen Hochschule Karlsruhe, Ewert, dessen Festnahmedurch. ie französischen Behörden in Lauterburg dieser Tage gemeldet wurde, ist jetzt, wie von zuständiger Stelle aus Berlin mitgetcilt wird, von der französischen Behörde freigelassen worden, nachdem fcstgcstellt worden war, daß die Festnahme auf einem I r r • t u m über seine Staatsangehörigkeit beruhte. Aus aller Welt. Zum Tode Löwenftcintz. Die Fokker-Vertretung auf dem Flugplatz in Le Bourget hat mit einem Flugzeug des Typs, In dem der Bankier Löwenstein verunglückt Ist, den Versuch anstellen lassen, ob sich während der Fahrt d i v Ausgangst ü r öffnen läßt. Zwei Mechanikern gelang es nur durch gemeinsame A n ft r e n g u n g e n . während des Laufens der Motoren in voller Geschwindigkeit die Tür soweit Zu । öffnen, daß ein Mensch hätte hinaussallen können. I Der Fokker Vertreter hat auf Grund dieser Feststel- I hmg erklärt, daß es einem einzelnen Menschen nahezu unmöglich sei, die Tür eines Flugzeuges dieses Typs während der Fahrt zu öffnen. Einer der Direktoren der International Hoedings- und Investments Company, der Löwenstein noch vor feinem Fluge gesprochen he"", erklärte, daß Löwenstein in guter Laune war und erklärte, er hoffe, in einigen Tagen zurück zu sein. Es sei möglich, daß Löwenstein in reiner Zerstreutheit die falsche Tür geöffnet habe und vielleicht dadurch, daß die Maschine in ein Luftloch geriet, hinaus gefatien sei. Ein anderer, Löwenstein nahestehender ^inanzmann erklärte, daß es eine Angewohnheit Löwensteins gewesen sei, die Eingangstür zu seinem Flugzeug zu öffnen, um, während er sich an Öen Angeln festhielt, aufs Meer h t n a b 3 u • sehen. Diele seiner Freunde Hätten ibn bereits auf die Gefahren hingewiesen, zumal sein Flugzeug nicht mit Sicherheitsgeländer an der Eingangstür ausgerüstet war. — „Paris mibi" veröffentlicht eine Unterredung mit einer bem Finanzmann nahegestan- benen ungenannten Persönlichkeit. Danach soll Löwenstein Schlafwanbler gewesen sein, unb man könne annehmen, daß er ein Opfer dieser Krankheit geworden ist. Einen Selbstmord hält die betr. Persönlichkeit für ausgeschlossen. Eher konnte man noch ein Verbrechen annehmen. Bettung Lundborgs. Beim schwedischen Kriegsministerium ist eine Mitteilung von Kapitän Ty o tnber g. dem Leiter der schwedischen Expedition zur Rettung der Lundbovggruppe eingeaangen. wonach es am Freitagmorgen gelungen ist. den schwedischen Flieger Lund borg zu retten, lieber die Rettung Lundbvrgs meldet der „Berliner Lokalanzeiger^ aus Birgebah: Die beiden schwedischen Maschrnen 255 und 257 haben am Donnerstag ein kichneS Fliegerstück vollbracht. Trotz deS RebelS sind sie biS zum Lager der Lundbvrggruppe geflogen imb warfen dort Proviant ab. Bei dieser Gelegenheit erblickte der Führer der Maschine 22 eine offene Wasserfläche und wagte sofort eine Landung, bei der er auch vom Glück begünstigt wurde. Lundborg wurde an Bord genommen und zur „Quest" zurückgebracht. Das Wetter hat sich inzwischen gebessert und man hofft, noch im Laufe des Freitag die übrigen auf dem Eis Zurückgebliebenen in Sicherheit bringen zu können. Der Sieger im Oorbon-Bcnnef(-Retinen. Der amerikanische Ballon „11. 6. Army" wurde offiziell zum Sieger im Gordon-Bennett- Rennen der Lüfte erklärt. Zweiter im Wettbewerb ist der deutsche Ballon „Barmen". Die von dem Ballon „11. S. Armv" zurückgelegte Strecke betrug 460,9 Meilen. Die Flugstrecke des „Barmen" 459,4 Meilen und die des französischen Ballons „Blanchard", der den dritten Platz belegte. 447,9 weilen. Uebetflieguug des Mont-Blanc. Dem französischen Flieger Thoret ist e-S gelungen, mit zwei Passagieren, die Aiguelle- Berhe, das mer de glacc und dann trotz heftigen Windes den Gipfel des Mont-Blanc in 300 bis 400 Meter Höhe zu überfliegen. Die nach oben führenden Luftströmungen waren so stark, daß der Flieger trotz der Belastung seines Apparates in mehr als 5000 Meter Höhe einen Gleitflug ausführen konnte. Cine deutsche Forscherin im afrikanischen Busch. Die erste deutsche Afrikaforscherin, und überhaupt die erste Frau, die jemals selbständig zu Forschungs- Zwecken den afrikanischen Dusch betreten hat, Frau Gulla Pfeffer, ist dieser Tage nach mehrmonatiger Abwesenheit nach Berlin zurück- gekehrt. Die junge Forscherin hat sich hauptsächlich mit der anthropologischen Erforschung der wilden und zum Teil noch menschenfressenden Bergvölker in Kamerun und Nigeria befaßt. Die Forschungsreise hat inr ganzen acht Monate gedauert, und wurde im Auftrage des Berliner Museums für Völkerkunde unternommen. Die von Frau Pfeffer geleitete Expedition bestand aus 18 Gepäckträgern und zwei Boys, mit denen sie sieben Monate unter den Bergstämmen lebte. Die Forscherin hat eine reichhaltige Materialsammlung mitgebracht, die dem Museum für Völkerkunde zur Verfügung gestellt werden wird. Raubmord bei Krummhübel. Der im Gebirge zur Erholung weilende Ober» Pfarrer Schöne aus Modelsdorf wurde auf dem Wege von der Hampelbaude nach der Kleinen Teich-Baude erschossen aufgefunden. Die Leiche wies zwei Schüsse auf. Wahrscheinlich handelt es sich um Raubmord. Zwei Männer bat- den den lieberfall beobachtet und gesehen, wie der Pfarrer von dem Täter in das Gestrüpp geschleppt wurde. Als sie hinzukamen. war er bereits tot. Der Verdacht der Täterschaft richtet sich gegen einen vor wenigen Tagen aus einem tschechoslowakischen Gefängnis entlassenen Sträfling. Dem Erschossenen wurde die Brieftasche mit 100 Mark geraubt. Großer Sektfund im Rhein. Bei Shrenbrei ist ein fanden Badende im Rhein eine große SRengc Flaschen Sekt, die anscheinend ein Koblenzer Gastwirt, gegen den ein Strafversahren wegen S teuer- hinterziehung eingeleitet werden sollte, in den Rhein versenkt hatte. Die Leute fischten sich die Flaschen aus dem Rhein heraus und tranken sie an Ort unb Stelle aus. Trotz düS Eingreifens dec Polizei gab eS am Abend so viel Betrunkene in Ghrenbreitstein zu sehen, wie seit langem nicht mehr. (Eine Derkbund Ausstellung In Köln. Unter der Bezeichnung „D I e neue Zeit" soll im Jahre 1932 hier eine Werkbund-Ausstellung stattfinden, die die größte werben soll, ble überhaupt in Deutschland gezeigt wurde. Sie soll vor allem dem Zweck bienen, das Bauen in realer unb bildlicher Darstellung, bas Wohnungswesen mit allen seinen Erscheinungen, ben Stoff bazu unb seine Verarbeitung, ben Verkehr unb feine Auswirkungen usw. zu zeigen. Die Ausstel- lung ist als Fortsetzung der durch den Krieg unterbrochenen Werkausstellung 1914 gedacht. Sieben polnische Streckenarbeiter überfahren. Auf der Eisenbahnftrecke Bendzin—Dom- b r d w a fuhr ein von Dombrowa kommender Güterzug in eine au8 12 Mann be- stehende Arbeiterkvlonne hinein. Sechs Mann wurden aus der Stelle getötet, während ein siebenter so schwere Verletzungen da- üontrug, daß er ebenfalls nach wenigen Stunden starb. Die Kolonne hatte sich, um einem von Bendzin kommenden Güterzug auSzuweichen. aus das Rebengleis gestellt, auf dem 'in Metern Augenblick der Degenzug von Dombrowa heran- bravste. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, ben 7. Iuli 1928. Richt zagen! Dir Jjaben in ben schönen Märztagen frte ersten Frühlingsboten begrüßt und jeden einzelnen besonders in bas Herz geschlossen: Schneeglöckchen und Veilchen. Maiblumen und Tulpen. Sie sind dahin. Dafür blüht und duftet jetzt alles. Richt nur einzelne Blumen sind es. die. an der Hecke oder in den Gärten leuchten, jetzt bietet sich der Blumenschmuck in feiner ganz« Fülle dem Auge. Wenn auch Me Wiesen ihre Blüten verloren haben, so stehen die wogenden Getreidefelder noch aufrecht, der Wald zeigt fein schönstes Grün. Birken, Buchen, Eichen und selbst die Tannen mit ihren frischen Spitzen leuchten im Sonnenglanz. Wohin das Auge schaut: Wunder an Wunder... Die Obstbäume lassen die ersten Früchte schauen, und im Garten blüht die Königin bev Blumen, die Rose. Wir stehen auf der Höhe des Iahres. Hoffnung schwellt das Herz des - L«rdwirts, Freud? zieht ein in jedes empfängliche Gemüt. Ieht hinaus in die weite Welt! Schon werden die Wiesen leer, bald färben fick die Halme gelb. Dann geht eS abwärts. — Ist eS im menschlichen Leben nicht auch so? Rach angefangenem schwerem Werke, nach den ersten kleinen Erfolgen sieht man, wie es langsam wächst und vorangeht. Auf der Höhe deS Lebens überschaut der Mensch sein Werk. Im Vollgefühl seiner Krast hält er llmfthau. und stolz erhebt er sein Haupt. Roch ist er gesund und stark. Die Kinder blühen heran. Gesichert glaubt er sein Werk, gesirrt die Zukunft her Familie. Aber können nicht draußen in Feld und Wald Hochwasser. Hagelschlag unb andere Raturg»- - walten alles zerstören? Kann nicht audb bem Menschen Krankheit und Unglück alles vernichten? 3a, solche schweren Fragen umflattern unser Denken, können uns ernst stimmen Aber sind es nicht Gedanken deS Herbstes. Gedanken für die Zeit, in der alles zur Ruhe geht? Eben, auf der Höhe des Iahres. soll des Menschen Herz froh aufschauen und sich freuen und daS genießen. waS uns die Ratur in ihrer Fülle schenkt. Alles andere müssen wir dem Schicksal überlasten. Leicht und frei sei unser Sinn, froh und dankbar unser Glaube in diesen Tagen, von denen der Dichter sagt: WaS zagst du. Herz, in solchen Tagen, wo selbst die Domen Rosen tragen? (llhlond.) Daten für Sonntag, 8. Juli. Sonnenaufgang 3.53 Uhr, Sonnenuntergang 20.16 Uhr. — Monbaufgang 23.18 Uhr, Monbunterqang 9.33 Uhr. 1621: ber Fabeldichter Scan be Lafontaine in Chateau-Thierry geboren; — 1709: »sieg Peters bes Großen über Karl XII. von Schweben bei Poltawa; — 1803: der Dichter Julius Mosen in Marteney geboren; — 1826: der Muslkgelehrtc Friedrich Chrysander in Lübtheen geboren; 1836: der Staatsmann Jos. Chamberlain in Camberwell geboren; 1839: Ferdinand Gras von Zeppelin in Konstanz geboren; — 1855: ber Polarforscher Sir William Edward Parry in Ems gestorben: — 1858: die Schriftstellerin Louise Westkirch in Amsterdam geboren. Daten für Montag, 9 Juli. Sonnenaufgang 3.53 Uhr, Sonnenuntergang 20.1b Uhr. — Mondaufgang 23.35 Uhr, Monbuntergang 10.53 Uhr. 1386: Sieg ber Schweizer über Herzog Leopold von Oesterreich bei Sempach; — 1440: der Hol- Oie Wetterlage. ö.Ju/i 4926.1 w 18 <3 wofxemtii Qnrfier. 8 mm ptdtcxt ®wo!tlo. ®ttdecix * Schort triuotin e rithti KOrW':-rr^)Vind$tinc •<>» sdr lelchtr- O$i *i$$:gcr SedsetfwtSt V VOrmocno oorcwtst t*c Pienr fheoc" mit arm Win«. Oit broen Sflhontn sirnenotn Z«fr ter, flet-rn a-r Temperatur ii On Limtn vtrtuntfo Ort« mit fltrKht» •vf rrerfVHVeau amorrrc*ntirf> LUftdrucM Wettervoraussage. Bei der Ostwörtsweiterbewcgung des nördlichen Tiefdruckgebietes nach Schweben unb Finnland führten die in ihrer Begleitung folgenden kühleren maritimen Luftmassen In unserem Gebiete zu einem Temperaturnickgang von etwa 3 bis 5 Grab. Da an ber Rückseite bes abziehenden Tiefs polare Luft- massen weiter südwärts Vorbringen, fo bleibt es zunächst kühl und die Temperaturen werden noch etwas weiter zurückgehen. Gleichzeitig tritt vorerst noch wechselnde Bewölkung auf, jedoch dürfte es in unserem Gebiete nicht zu Niederschlägen kommen. Mit dem Vorstoß der Kaltluftmassen ist gleichzeitig kräftiger Luftbruckanstieg verbunden, ber im Verlaufe des morgigen Tages zu ruhiger unb aufbeitember Wetterlage führen wird. Wettervoraussage für Sonntag: Teils wolkig, teils aufhriternd. kühl, trocken, nordwestliche Winde. Wittern ngSaussichtcn für Montag: Wollig, wärmer, zunächst noch meist trodten. estattet vor ollem einen UeberbHd übet die tfächlichsten <^lufl»eufl- wnbung sind, uno die Liebig-Muleum. Großflugtag in (Sieben. Astora-Lichtspiele: die früheren (Sieben. AuS dem Zur glatten Abwtcklun, l??9/7 Immerhin: 1OOOO Mark in bar in Aussicht stehenden loortlichen Darbte- aus dem heutigen Anzeigenteil Näheres lungen ist ersichtlich. Wenn Sie dabei sein wollen, vergessen Sie nicht:. Der letzte Einsendungstermin ist der 31. Juli 1928» das De- dem wig«! „Am heften reinigen Sie alle femgevebren. bunten Sommerltoffe tm milden, lauen Schaum der Lux Seifenflodeen. Die ganz« Schönheit ihrer Farben bleibt ihnen erhalten und lelbli der dünnste Seiden« flor bleibt vollkommen un verlebet* Meiden Sie alles Scharfer für Lux Seifen Rode en gibt es keinen Erian Nui echt in den Original« pakeren zu 50 und 90 Pfg. SEIFENFLOCKEN 'Sunhcht ’ Mannheim Gewitter, soweit elektrische Entladungen in tracht kommen, weniger heftig. (Siebener Wochenmarktprcise Wissen Sie noch, worum es sich handelt? — Sie sollen sich etwas näher mit Ballett, der neuen Eckstein-Zigarette für 6 Pfg. beschäftigen. Prüfen Sie aufmerksam Hülle und Inhalt. Und fassen Sie dann Ihre Ansicht m einem kurzen, überzeugenden Ausspruch zusammen, gleich ob in Vers oder Prosa — eben in «einem Geleitwort, das alles sagt. typen, die heute In Berw_______. . Eigenheit ihrer Bauweise "Rach dem Kriege 50 Mark, 500 Mark, 1000 Mark oder gar3000 Mark und obendrein die Bekanntschaft einer Zigarette ganz auserlesenen Geschmacks: Das lohnt sich! 15.30 llftr nachmittags auf dem FlugplatzgelMllx — Gießener Lchwimmverein: 3 Uhr nachmittags in der Müllerschen Badeanstalt Schwimmfest. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die Stadt der für ein Geleitwort, das alles sagt, oder für gutgeformte charakteristische Urteile, und zwar 3000 Mark für den zutreffendsten Ausspruch, 1OOO Mark für den zweitbesten, 500 Mark für den drittbesten und hundertzehn Trostpreise von je 50 Mark für weitere charakteristische oder originelle Urteilsprägungen. A. M. ECKSTEIN & SÖHNE DRESDEN-A.27 Deutschlands älteste selbständige Zigarettenfabrik v Gegr. 1842 2000 Arbeiter und Angestellte — Das DerbcSchwimmfest de» Gie- hencr Schwimmnereins beginnt morgen nachmittag 8 Uhr in der Müllerschcn Badeanstalt, lieber die mehrere Däume vom Wirbelwind gedreht unb abgebrochen, ein Ahvrnbaum wurde seines schönen Wipfels beraubt. Auch dort war waren wir bekanntlich gezwungen, ganz neue Wege ein-uschlagen. weil das Versailler Diktat uni Beschränkungen in bezug aus die Motvren- stärke und Bauart auferlegte. Auf diese Weise Icing orten Wilhelmstraße Heuchelt», an mehreren Hausern die Dächer stund viele Dachziegel aus die Straß« ir glatten Abwicklung bei Verkehrs nach Flugplatz wird ab I Hb r von dem Lud- iplotz ein Pendelverkehr mit Auto- Oietzener Flugplatz st?li'indendcn Flug- tag zeichnet sich diesmal durch besondere Reich- halttgkeft aus. Es tausend Freuden". ..Mutter". — Stadttheater , !- strengungen und Deldaufwendungen zu machen haben, damit et feinen Betrieb bis zum morgigen Feste fertig hinstellen kann. Aus dem 2t i b Da • hat sich bei unS daS Kleinflugzeug ent- wickelt, für das die Segelslüge auf der Rhdn die Dorarbelt geleistet Haden D.r wissen heute, dah gerade die Knebelungen durch Feindstaaten auf dem Gebiete des F! Feindstaaten aus dem Gebiete des Flugzeugbaues für unS von großem Butzen gewesen sind, vor allem haben fr.efc Bindungen uns auf den Segel- ilug und au’ die Kleinflugzeuge hingewiesen, mit denen wir heute In Der Welt führend sind. Zwei Kleinflugzeuge, die mit einem Minimum von Motorenkraft geradezu Erstaunliches leisten, da« .Motorrad der Lüfte , konstruiert und in Diesten geflogen von dem bekannten Segelflieger Martens, sowe ein Klemm-Daimler- Flugzeug mit 20 P. S. werden auf dem Gießener Flug tag vor- gefuhrt werden. Die lefttgcnarmtc Type ist die o m n t b u s s e n eingerichtet, ebenso fahrt die elektrische Strahenbahn verstärkt. Oie Verkehrsregelung beim Flugtag. Für den morgigen Gießener Flugtag hat das Kreisamt Gießen folgende Verkehrsregelung bestimmt: Am Sonntag, 8. Juli, wird für die Zeit von 13.30 Uhr bis 18 Uhr das innerhalb der nachstehend näher bezeichneten Grenzen liegende Ge- lande polizeilich gesperrt: Im Süden: Straße Gießen—Rödgen von der östlichen Grenze der auf dem Trieb liegenden Sportplätze bte zur Uebersührung der Dahnlinic Gießen —Fulda. Im Osten: Bahndamm von Kreuzung Bahn- Unit Bietzen—Fulda mit Straße Rödgen bis zum Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz hat mit der städtischen Elektrischen Dahn ein Abkommen getroffen, dah nach der Vorstellung auf der Waldbühne Wagen für die Theatergäste bereitstehen. Bei schiechtem Wetter findet die Vorstellung um 20 Uhr im Stadttheater statt. Als Zeichen, daß auf der Waldbühne gespielt wird, wird auf dem Dach des Stadtthcaters eine Fahne gehißt werden. Der Vorverkauf Tüt die Vorstellung findet im Stadttheater zu den üblichen Kassenstunden statt. ** D i e Museen sind am Sonntag von 11 bis 1 llyr geöffnet. •’ Kein Sonderzug nach Köln. Dom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Der Sonderzug nach Köln am 8. Iulh Gießen ab 6.30 Uhr, fällt wegen ungenügender Beteiligung aus. Viehmarkte in Drehen. Am kommenden Dienstag findet hier Rindvieh- (Ruhvieh-) markt, am Mittwoch Schweinemarkt statt. Auf- triebSzeit von 2 bis 9 Uhr. " Kirschenversteigerung der Stadt Gießen. Am kommenden Montagnochmittag soll die Kirschenernte auf dem Trieb versteigert werden. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Stad'Verwaltung au ersehen. *• Freiguartiere für Sanitäter, die auS Anlaß des 10. hessischen SamtStSkolonnen- tages am 1. September unsere Stadt besuchen werden, erbittet die Freiwillige GanitätSkolonne vom Voten Kreuz t>on unseren Mitbürgern. Im Anzeigenteil unseres Blattes wurde bereits bekanntgegeben. daß Beauftragte der Gießener SanitätSkolvnne mit Listen zur Einzeichnung von Freiquartteren in den Wohnungen vorsprechen werden. Wer von unseren Gießener Ginwohnern sich vergegenwärttgt. daß die SanitätSkolvnne in Gießen und auch in anderen Städten allezeit in hilfsbereiter Weise kranken oder verletzten Volksgenossen zur Verfügung steht, der wird sicherlich die Ditte unserer Gießener Kolonne um ein Freiquartier für einen auswärtigen Sanitäter während einer Rächt nicht abschlagen, sofern der Wohnraum die Aufnahme eines Gastes nur einigermaßen gestattet. Man darf wohl hoffen, daß die SanitatSkolonne für ihr opferbereites Wirken auch bei dieser Gelegenheit eine Anerkennung der Bürgerschaft durch ll^reitstel- lung von Sreiquartieren erhält. ” Gin wichtiger Ste uervortr ag findet auf Einladung der Industrie- und Handels- lammer, der Handwerkskammer-Nebenstelle, des Hausbesitzervereins und des Ortögewerbevereins am Montagabend im Ease Leib statt. Oberregierungsrat Kadel aus Darmstadt spricht über „GinheitsbeWertung. Vermögens- und Gewerbe- besteuerung". Bei dieser Gelegenheit können auch Fragen der Steuerzahler über das Schema des Abends durch den Vortragenden kostenlose Beantwortung erhalten. Wer solche Fragen zu stellen hat. schreibt diese auf einen Zettel, den er bei seinem Kommen am Daal- eingang ht ehren Kasten wirst Im Verlaufe des Abend» werden Mdc Fragen von dem Tor- tragenberx beantwortet, ohne dabei natürlich den Damen des Fragestellers äu nennen, so daß dritte Personen bei der Bekanntgabe der 2lnt- worten nicht totffen, wen diese Angelegenheit angeht Man darf wohl amtebmen. daß t>ic!Ht3crflärung Argentiniens; — 1826: Schillers Gattin Gharlottc geb von Lengefeld in Bonn gestorben, — 1918: der Maler Hans am Ende in Stettin gestorben. Klug- und Zeppelintag tn (SieHen. Das Programm für ben am S. Iuli auf dem 0 s » 1 EroBiMwersleigemgl Unsere innigstgeliebte, treue Mutter Kl ein-Lin den. den 7. Juli 1928. 05032 1WW gesucht. 6439D 6461D Damen-Absätze 1.00 Mk. C.422D Säckcfabrik Au der Margarctenbütte 2L. Frankfurt a. M., Gießen, den 6. Juli 1928. 64601 »Baldravin1 *»D trieb, 6426a 16413V billig zu verkaufen. 6349D gesucht. -u 75 Pf. 6451D geführter 6441id Die Beerdigung findet Sonntag, 8. Juli, vorm.ll Uhr, vom Hauptportal des Isr. Friedhofs, Frankfurt a.M , aus statt. Eisu-,MJ:BettenKb“ Stahlmatratzen, günstig an Private. Katalog 565 frei Efwcnnittbelfabrik Snhl (ThüringJ. In tiefer Trauer. Emmy Schaaf Luise Schaaf Hedwig Schaaf. Die Beerdigung findet auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt. Von Beileidsbesuchen wird gebeten abzusehen. gesunden Schlaf darunter einige neuwertige Instrumente sehr preiswert •ed Bcnhigeag *r Nerven errieten Ste durch 3- bis 6- ZimmeFwohnnngen im Ringtausch n. verrauschen, ^chr. Wwe. mitt!. Jahre, n. f. rünig, w. Restaurant halte, s. in trau« enl. Privat- ob. Ge- schäftShauShali vass. Wirkungskreis, auch auf d. Vnnbe. ©ff. u. R. 1092 an Annoaeen- Irena, Wiesbaden. __ Um Rückgabe beS Regenschirmes (iilbcxner Grifft der irrtümlicher Welle am 6. Juli, 10 Uhr. nuv b. Krankenkasse mitgenomm. würbe, wirb gebeten. Da Andenken, wirb Belohnung Auaef. 0H'1 Bismarckttr. 44 I. Spratts Hund#kM. 6etlOooWir> ter. KöeMenlutter be« Gastav Malter Kolonial waren Mlusborg 13. Mehrere gespielte Pianos Versiclienings - Gesellsäiafi I hat Ihre Agentur neu zu besetzen. Interessenten wollen Ihre Bewerbung einreichen unter 04955 an den Gieß. Anzeiger. Nene iaWeln Holländische Erstlinge Versender zu Mk.7L0 je Ztr. etnschl. Sack ab ttrtgbberg »tranf« surr gegen ^Nachnahme. Wtebert'erkäufer, Grossverbraucher: PreiSermäfftguug. Fa.A.S!ali]Wwe.,Fneöl)erg(Eeti.) Gegr. 1863, Fernsprecher 4072 WA Drei sehr gut erhalt. Gefen und ein 6ttö IBöto) billig zu verk. °**1 Dollar. Hauptstraße 92. Gut erhaltene Wäschereianlage mit elektrischem Be- Vertreter au günstigen Bedingungen ioiori gesucht. Angebote unter J. V. 2314 an $noaliben» bank, Annoncen-Erveb^ Frankfurt a. M. Für ein erstklassiges unübertroffenes M- üJotooiiöi werben geeignete Vertreter, Tankstellen u. 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Er war schon zu Lebzeiten des DaterS m der Berliner Zentral« des Konzerns tätig und wurde nach dessen Tode mit crncr Reihe von der Art nach ganz verschiedenen Unternehmungen aus der Erbschaft abgefunden, die er jedoch in der Deflationskrisis nicht zusommenzuhalten vermochte. I. 3n den Aachkriegsjahren standen die Vereinigten Staaten von Äordomerika neben Ruß- land im Mittelpunkt des deutschen Interesses. Einzelne Persönlichkeiten und Stu dien kornrnissio- «nen sind in dos 2anD jenseits des Atlantischen Ozcans gefahren, um die Ursachen des Aufschwunges der amerikanischen Wirtschaft zu ergründen. Bücher, angefüllt mit mehr oder minder genauen Beobachtungen des amerikanischen Lebens, sind erschienen. Scharfe Kritiker des Amerikanismus ebenso wie Derherrlicher der Vereinigten Staaten haben Ihre Stimme erhoben. Besondere Beobachtung, das liegt in der Ratur der Dina«, hat die amerikanische Volkswirtschaft gesunden, und dann wieder scheint es oftmals, al« ob gerade diesem Thema keine neue Seite abgewonnen werden könnte, die für uns von Bedeutung sei. Daß den, nicht so ist, kann nur durch unbewußt« Einseitigkeit erklärt werden, die den deutschen Beobachter an wesentlichen Erscheinungen des amerikanischen Wirt- schastsleben vorbeisehen läßt, obwohl gerade deren Beobachtung zu einer kritischen Lieberprüfung des deutschen Zustan - d«S veranlassen sollte. Kaum oder doch nicht genügend brachtet find jene Wege, die die amerikanische Industrie beschritten hat, um, trotz weitgehender Konzernierung, der persönlichen Initiative den notwendigen Spielraum zu geben, der di« Dureaukratisierung der Wirtschaft verhindert. Aehnliche Beweggründe, von denen sich die Wirtschafter selbst in diesem Fall leiten lassen, sind auch die Ursache der gesetzlichen Verhinderung von Monopolen. Lind um dieser Gründe willen findet in allen Kreisen der Vereinigten Staaten auch der Staatssoztalismu« entschieden« Ablehnung. Die amerikanischen Konzern« werden nie — wie vielfach in Europa — halb parlamentarisch durch ein Gremium von gleichgestellten Ressortleitern geführt. Der allein verantwortliche Generaldirektor — Präsident — fällt auch die letzt« Entscheidung. Ist bei uns durch den Druck her Verhältnisse ein großes Unternehmen entstanden, Nrrrn bestätigt sich sofort unser Fanatismus für Lleberorganisativn. Alle glauben, das System des deutschen Beamtenstaates schleunigst auch auf die Industrie übertragen zu müssen. Die Zentrale bestimmt über einen endlosen Instanzenweg „planmäßig" jede Angelegenheit, auch die der kleinsten unterstellten Betriebe, es mag sich nun um Anschaffung von Handtüchern für einen chemischen Konzern handeln, oder um Kesselreparaturen für ein elektrisches Unternehmen. So kann es nicht wundernehmen, daß sich, mit jeder Ausdehnung und Vertrustung das akttve Leben immer mehr aus den Unternehmungen verflüchttgt und dadurch die Leistung beeinträchttgt wird. Die amerikanische Wirtschaft Hal es im Gegensatz zur deutschen viel mehr verstanden, die Erstarrung und den BureautratismuS weitgehend sernzu halten. So gehören — um ein Bei- 1^1«! zu geben — die einzelnen ZweiggeseU- schaften deS Stahltrusts zu 100 Prozent der Muttergesellschaft. Sie sind jedoch selb ständige Lebewesen, die ihre eigenen Belange se^st regeln und über ein eigenes abgegrenztes Absatzgebiet verfügen. Bezeichnend ist es z. B.. daß jede der Tochtergesellschaften von General Motors (Buick. Chevrolet, Cadillac usw.) eine eigene Absatzorganisation ausgebaut hat. Im allgemeinen sirrd in der Zentrale eines amerikanischen Konzerns nur die Finanzen, das internattonale Geschäft und der Erfahrungsaus- tausch zusammengesaßt. Die Zentrale bestimmt auch die Richtlinien der Preis- und Lohnpolitik. Alle Einzelheiten dagegen sind der Inittattve der Direktion der verschiedenen Werke überlassen. Dadurch ist in dec amerikanischen Wirtschaft die Dureaukratisierung vermieden, während bei uns eine Erstickung großer Betriebe durch die ileberorganifation droht. Besser ist es das lehrt das amerikanische Beispiel — die Selbständigkeit zu erhalten, selbst wenn dadurch die Möglichkeit nicht aus- geschaltet wird, daß Fehler gemacht toerben Selbständigkeit verbunden mit finanziellem Interesse erzieht zur Berantworlungssreudigkeit. Beide erhalten drüben den Unternehmungsgeist, der allein in der Lage ist. den wirtschaftlichen Forts ch r i t t herbeizuführen. Diese amerikanische Tendenz. eine persönliche Inittattve nicht auszuschalten, zeigt sich do.t auch im Aktienrecht. Die moderne Wirtjchafts- entwicklung in der ganzen Welt führt zur Bildung immer größerer Unternehmungen mit gewaltigem Kapital, an deren Spitze Direktoren stehen, die das Werk als Beamte ohne individuelles Interesse am Ertrag leiten. Das Aktienkapital dieser Unternehmungen verteilt sich auf einen gleichfalls wachsenden Persvnenkreis. Die Aktten liegen im Depot der Banken, die sie un allgemeinen verwalten. Da bei uns in Deutschland nun Inhaberaktien die Re- gel sind, können di« Banken die Aktien nach ihrem Interesse vertreten, wenn die Besitzer nicht ausdrücklich üher sie verfügen. So gibt in Europa daS Aktienrecht den Banken eine besondere Machtposition im ganzen Wirtschaftsleben. Di« IL 6.21. kennen nur Hamen«- aktien, die ein persönliches Verhältnis des Aktionärs zu seinem Unternehmen Herstellen und den Bankier ausschalten, wenn er nicht selbst Inhaber ist oder besondere Vollmacht hat. Da in der Wirtschaft wie im Staat aller Fortschritt immer nur den Führern zu verdanken ist. niemals der „Societe anonyme“, so möchte ich diese Qffticn- hanöhabung als der unseren weit überlegen bezeichnen. 6inc andere Seite des amerikanischen Aktien- welens muh ebenfalls mit wenigen Worten erwähnt werden. De facto haben unsere 'Aktiengesellschaften nur eine Sorte Aktien mit gleichem Kapitale iarschuß, gleichem Risiko und gleichem Stimmrecht. Durch die Entwicklung der letzten Jahre sind die Vorzugsaktien weitgehend verschwunden. Das amerikanische Aktienrecht kennt Stamm - und Vorzugsaktien. Durch die letzteren wird das meiste Kapitol aufgebracht. Sie haben ein geringes Stimmrecht, ein begrenztes Derlustrisiko unD beschränkte Gewinn« ussich- ten. Die wirklichen Träger eines Unternehmens sind aber die Stammaktien mit geringer Kapitoleinzahlung, großem Risiko. vollem Stimmrecht und großen Gewinnaussichten. Diese Aktienform ermöglicht es in der neuen Welt auch heute noch, daß dos individuelle Unter« nehmerkapital, wenn auch unter ganz befondcrem größt« Geld» und Machtpositionen erwirbt. So entspricht das amerikanische Aktien- wesen mehr als das unsere einer wahren Demo- kratte. die nicht nur „Freie Bahn dem Tuch- ttgen" sagt, sondern auch nach diesem Ausspruch handelt. Oie Sicherung -es Friedens. Außenpolitische Ltmschau. Von Or. Otto Hoehsch, o. Prof, der Geschichte an der Universität Serlin, M. d. K Linser« öffentliche Meinung ist, sei es von der Hitze, sei «s von der Innenpolittt, so abgespannt und müde, dah sie sich überhaupt nicht un die Vorgänge draußen kümmert. Dabei vollziehen sich jetzt sowohl in den Genfer Verhandlungen des Sicherheitskomitees, wie mit dem Kellogg- Vorschlag 23orgängc von großer Tragweitei DaS Sicherbeitskomite« in Genf hat zunächst die von seinem Redaktwnsausschuß ausgearbeiteten Musterverträge, 2)ertragsmodelle angenommen. Es sind drei Modelle für Schiedsgerichtsverträge und drei für Sicherheitsverträge. Das ist das Material, das vom Sicherheitskomitee nun der DöUerbundsversammlung im September vorgelegt wird, gemäß seiner Aufgabe, in diesem Punkte eine Grundlage für die Abrüstungskonferenz zu schassen. Theoretisch hätten dMnit die Staaten Modelle für alle möglichen Fälle, und sieht man das ganze Material an, so kann wirklich nicht mehr gesagt werden, daß irgendeine Sicherheit fehle, Die, wie bekannt, von der französischen Seite immer zur Voraussetzung der Llbrüstung gemacht wird. Die Schiedsverträg« sind in der Hauptsache nach dem Vorbild der Locarno-Verträge gemacht. Di« von der Türkei beantragte Reutrali- tatsklausel, wie st« eine solche in ihren Vertagen mit Rußland und Italien hat, ist freilich nicht durchgedrungen. Diesem Komitee lagen, wie erinnerlich, ferner deutsche Vorschläge vor, die auf Grund der bekannten deutschen Bemerkungen für Die Prager Vorbesprechung ausgearbettei waren und zum Zweck haben, praktische Maßnahmen gegen den Ausbruch eines Konflikts zu erreichen. In den Verhandlungen darüber trat erneut zutage, wie die andere Seite, und zwar nicht nur Frankreich, sondern vor allem namentlich England, ober auch Italien, sich be- mühten, mit allen möglichen Gründen das Bemühen Deutschlands zu verschleppen und die sehr positiven deutschen. 'Vorschläge jedes 'Wertes zu berauben. Man kann von unterem Standpunkte aus mancherlei gegen diese Vorschläge einwenden, die n-.cht ungefährlich und unbedenklich für un- fein können. Aber ohne Zweifel dienen sie in Wahrheit und in .Klarheit der 2Wcr- bund-idee, kriegerische Konflikte praktisch zu verhüten und dazu dem VöllerdundSrat größere Machtvollkommenheiten zu verleihen. Wieder hat sich gezeigt, daß die andere Seite solche Bindungen nicht will. Denn es liegt auf der Hand, dah. genau toi« Deutschland will, eines das andere nach sich zieht! Diese SchiedSgerichtS- und Prozedur-Erörterungen müssen dann auch Folgerungen militärischer Art in der Richtung auf Die 2lbrüstung nach sich ziehen. D«. seine Fahrten aufnehmen, und viele Deutsche, die daS Schiff über sich hinwegziehen scchen, werden dankbar seines Erfrirders gedenken, Dcffen Ra men es trägt, des Grafen Zeppelin, Der Sonntag, wenn er rwch unter uns weilte, 90 Sabre alt würde. Seit ferner Geburt am 8. Juli 1838 ist somit eine lange Zeit verflossen, unD fv ist es nicht wunderbar, daß Viele in ihm nur den großen Luftschifferfinder sehen und nicht mehr wissen, daß Graf Zeppelin schon ein berühmter Mann war, ehe er im Alter von 54 Jahren anfing, seine Gedanken über Den Bau lenkbarer Luftschiffe zu verwirklichen. Diese Berühmtheit gründet sich freilich auf eine ganz andere Tat, und auch diese liegt nunmehr schos 58 Jahre zurück. Die ©rrnnerung daran mag daher wieder einmal aufgefrischt werden, um so mehr, als sie aus derselben Eharaktereigenschaft Zeppelins hervorgegangen ist, die ihn auch als Erfinder allen Widerständen zum Trotz zum Erfolg geführt hat, nämlich auf feinem unbeugsamen M u t und ferner alle Hindernisse überwindende Zähigkeit des Willens. Es war zu Beginn des Krieges 1870, als in Karlsruhe bei Der badischen Division 4 Tage nach Der Kriegserklärung eine Beratung stattsand: man hätte gerne gewußt, ob sich zwischen Rhein und Vogesen südlich her von Ost nach West verlaufenden pfälzischen Grenze frarrzö- sische Truppen befänden, und in welcher ©tärfc; rnsbesondere auch, ob das im Elsaß stehende Korps Mac Mahoirs schon über Reiterei und Geschütze verfüge. Dieses Interesse war durchaus begreiflich, Denn leicht konnte aus dieser nur 15 Kilometer entfernten Ecke ein Vorstoß gegen Die badische Hauptstadt erfolgen. Rn Der Beratung nahm ein junger Hauptmann anD Generalftabsoffizier Der Württemberg!scheu Kavalleriebrigade teil, der 1858. also 12 Jahre dvr dem Kriege, Leutnant geworden war und fich schon' im Kriege 1866 durch eine kühne Tat ausgezeichnet hatte, indem er unter größter Lebeirsgefahr Den an- geschwollenen Main durchschwamm. Dieser Offizier erbot sich, in Feindesland hineinzureiten und Die erforderlichen Feststellungen zu machen. Es war der Graf Zeppelin. Sein Anerbieten wurde angenommen. Ulan gab ihm Den Oberleutnant Freiherrn lon Wechmar und Den Leutnant Freiherrn von Villiez vom badischen ßeibDragonerre» giment sowie Die Leutnants Wiens lo e und Freiherrn von Gayling vom 3. badischen Dragonerregiment und fiebert Dragoner mit. Mit dieser Streife — Streife heißt auf deutsch Patrouille — Die am 24. Juli morgens. Hagen- bach, 10 Kilometer westlich Karlsrnche jenseits des Rheins in Der Pfalz, nach Süden verlieh, überschritt Zeppelin nach wenigen Minuten die französische Grenze und sprengte über die heruntergelassene Zugbrücke in das elsähische Städtchen Lauterburg, während ihr die Mitglieder der Torwache mit offenem Mund« nachsahen und die gerade in die Kirche gehenden verblüfften Bewohner ebenso untätig blieben, wie Die Torwächter. Hinter Laut er bürg legte Die Streife nun zunächst zwei Telegraphenstangen um. Damit Die Lauterburger Telegraphenbeamten nach ihrer Erholung von Der kleinen ilcber- raschung keine Rachricht Darüber in Der Richtung nach Frankreich geben konnten. Dann ging es weiter nach Reuweiler, wo kurze Rast gehalten tourDe. Bei dieser Gelegenheit wurden Dort Die Briefkasten geleert und dem gerade auf feinem Gange befindlichen französischen Briefträger seine Briefe und Zeitungen abgenommen. Um 5 Uhr nachmittags gelangte Die Streif« nach Trimbach, wo wiederum Rast gehalten wurde Da dort Tanz ftattfanö, bemächtigte sich jeder der deutschen Reiter einer elsäßischen Jungfrau und schwenkte sie ein paarmal herum. Dann ging es, wieder zu ernsteren Beschäfttgungen. Als man sich gerade damit befaßte, eine am Spritzenhaus angeschlagene Kundgebung Rapoleons mitzunehmen, tarnen ein französischer Lancier und ein Landjäger dazu und griffen Den Grafen Zeppelin an. Dem Lancier gelang es. das Pi erd des Grasen Zeppelin Durch einen Stich schwer zu verwunden. Zeppelin vertrieb ihn jedoch durch einen Säbelhieb, während sich Der Landjäger ergab. Da man ihn nicht gut mitnehmen tonnte, gab man ihm Den Laufpaß, nachdem man ihm wichtige Papiere und fein Pferd abgenommen hatte. Dieses Pferch bestieg nun Zeppelin: das des Lanciers nahm einer der Dragoner an Die Hand. Da das Pferd des Landjägers jedoch nach kurzer Zeit stürzte, setzte sich Zeppelin auf das Pferd des Lancrers. das nicht sehr gut war, jedenfalls schlechter als die Pferde der badischen Dragoner. In Hundsbach wurden dann rwch Telegraphenapparate zerstört, damit keine Rachrichten über Die Streife verbreitet werden konnten. Da Die Streife bisher außerordentliche Erfolge gebracht und viele wertvolle Rachrichten geliefert hatte, beschloß Graf Zeppelin, sie noch weiter auszudehnen. Um aber die bisher gewonnenen Rachrichten für alle Fälle und auch möglichst schnell nutzbar zu machen, schickte er den Leutnant Freiherrn von Gayling mit zwei Dragonern zurück: diese Drei Reiter kamen am nächsten Morgen 5 älhr wohlbehalten in Karlsruhe an. Der Rest Der Streife drang dann am 25. Juli weiter nach Westen bis nach Riederbronn in Feindesland vor und sand Wörch — dasselbe Wörth, nach Dem Die Schlacht am 6. August ihren Ramen hat — unbesetzt. Die Streife war nun schon so lange unterwegs, daß Mann und Pferd dringend einer Stärkung durch Ruhe und Rahrung bedurften. In einer Ortschaft konnten sie nicht zu bleiben wagen. Zeppelin entschloß sich daher, im Schirlenhof einzukehren. Die Pferde wurden in eine Scheune gestellt. Die Offiziere und Die Dragoner gingen in das Gastzimmer des bescheidenen Gasthofs und sicherten sich durch einen Posten Inzwischen hatten die Franzosen aber doch Wind von Der Streife bekommen und setzten zwei Schwadronen zu ihrer Aufsuchung und Vernichtung an. Der französische Leutnant Chabot erfuhr in der Rähe des Schirlenhofes. daß die deutsche Streife Dort fei, ließ feinen Zug absitzen und ging gegen Den Schirlenhof vor. Beim Versuch, aus der Scheune einen Gegenstoß zu machen, siel der Leutnant Winslo« als erster der im Kriege 1870/71 gefallenen 1871*) deutschen Offiziere. Der Oberleutnant Freiherr von Wechmar. Der Leutnant von Villiez und die fünf Dragoner wurden gefangen genommen. Dur einer entging Dem Tod oder der Gefangenschaft- Der Graf Zeppelin. Durch Die Hintertür hinausstürzend sah et eine alte Frau, die das Pferd eines französischen Chasseurs hielt. Er nahm der Frau das Pferd weg, schwang sich darauf und erreichte ein Waldstück, in dem •) Dah diese Zahl mit der Jahreszahl über» einstimmt, ist ein merkwürdiger, wenig bekannter Zufall. Wer sie einmal gelesen hat, wird sie nie wieder vergessen. er das Pferd an einen Baum band. Während die Franzosen den Wald umstellten, hielt er füb auf einem andern Baum verborgen, in steter Besorgnis, das Pferd könne wiehern und ihn dadurch terraten. Aber es wieherte glücklicherweise nicht. Um 5 Uhr nachmittags ritt er aus Dem Walde heraus, stärkte sich mit Milch, die ihm ein Dauer von einer Kuh seines Gespanns gab. Erst uni 11 Uhr abends ließen feine Der- folger von ihm ab. In einem Bauernhof in vulztal gab ihm die Besihersfrau Unterkunft, da sie ihn seines württembergischcn Käppi- Wegen für einen Franzosen hielt Der später nach Hcmfe kommende Bauer prüfte Pferd und Pferdegeschirr des schlafenden Gastes, stellte es als französisch fest und legte sich beruhigt zur ®raf Zeppelin aber gelangte am na m e e 8 e 1 Anagramm. Eisenbahn. Silbenrätsel L Drachme; 2. Ischias; 5. Eller; 4. Drange; 5. Lasso: 6. Ysop; 7. Manifest; 8. Paletot; 9. Isolde, 10. Scheffel. Die olympischen Spiele. Rösselsprung-Reims. Tue Gutes, aber verlange keine Dankbarkeit dafür. Bilber-RätfeL Lange jung bleibt, wer gern lacht, Unb den andern Freude macht. Die Narrenkappe. Splitter unb Sparren vom RedakttonSKsch. Vorschuß. Ein Sträfling, der eine Woche über seine „Zeit" hinaus im Neuyorker Zuchthaus Sing-Sing fest, gehallen wurde, forderte statt einer Entschädigung die „Gutschrift" der zuviel gebrummten Woche für spätere Fälle ... Spare in der Zeit, so hast du in der Not ... Potargrötzen. Als die bellten Flughelden Wilkins und Eielson bei einer Berliner Finanzgröße geladen waren, sann di« Tochter des Hauses verzweifell darüber nach, wie sie die Herren wohl passend unterhalten könne. End- litb hatte sie eine kapitale Idee. Ihr Gesicht hellte sich auf und sie fragte die Piloten: „Darf ich Ihnen vielleicht unseren Eiskeller zeigen?" 6in wahres Glück. ®tn Advokat erhält Besuch von einem seiner Klienten, bet ihm baß Honorar bezahlen will für eine Sache, bte er für ihn geführt hat „Wieviel bin ich Ihnen schuldig?" fragte der Klient. „Nun, Ihr Batet unb ich waren alte Freunde", antwortete der Advokat. .Da wollen wir sagen: tausend Mark." .Da ist es aber ein Glück, baß Sie nicht auch noch meinen Großvater gekannt haben", seufzte bet Klient. Georg Dreßler. Noble Firma. Ein Reisender wurde durch fürchterlichen, andauernden Sturm auf Island festgehalten ^r telegraphierte an sein Haus in Hamburg: „Kann wegen Sturm nicht abreifen, sendet Instruktionen." Die Firma antwortete: . Beginnen Sie Ihre Sommerferien ab gestern!* Es ist so einfach. Die guten Heiligen verlangen nur. daß es aus Herzensgründe geschieht. Man muß nur sagen: Dank, Dank, tausend Dank. Dos genügt ihnen." „Dank, Dank, o vielen, tausend Dank." Der Ton kam aus dem Herzen, aber die Augen suchten nicht die Apostel an den Wänden, die hingen nur an dem Mädchengesicht und waren so voll Freude, daß Maria langsam unter ihren Blicken errötete. „Müssen «sie hier noch viel zeichnen?" „Nein, hier nicht mehr. Ader zur Riallobrücke will ich und das bunte Treiben dort festhalten. Dolkstypen, Obstverkäufer, Bettler, Gondeliers, unb dann im Hofe bes Dogenpalastes eine stolz- herbe Dogaressu." „Ich wäre bamals, als wir vor vielen Jahren hier waren, immer so gern zur Brücke gegangen, aber Fräulein von Mecrsbera litt es nicht." „Wer war Fräulein von Meersberg?" „Meine Erzieherin. Sie ließ mich keinen Schritt allein tun. Unb hinter uns ging immer noch steif und würdevoll der alte Stephan." „Wenn Sie mich als Schützer annehmen wollen — kommen Sic jetzt mit. Am Morgen ist das Treiben dort am heitersten. Und ich kenne die Stadt ganz genau, es kann Ihnen nichts zustoßen." Wer verbot es ihr? Es war zu schön, so ganz frei und fröhlich durch den sonnigen Morgen zu gehen, durch die Kanäle zu fahren, sich verehrt zu fühlen imb umsorgt, mit kleinen Aufmerksamkeiten umaeben, mit Veilchen beschenkt, wie ein kleines Mädchen von seinem Studenten, unb einmal non Heyen hing zu sein, nur jung. Als sic fast drei Stunden später vor dem H8ß- licheu Palazzo hielten, sagte Maria: „Nun danke ich Ihnen sehr vielmals. Dank, Dank, tausend Dank. Und es ist ganz ehrlich gemeint Sie haben mir einen wunderschönen Morgen gegeben. Ich wußte nicht, daß man auf so nette Weise eine Stadt kennenlernen kann. Unb wenn der Roman in bem Blatt erscheint — wie hieß es noch? —, bann werde ich mir das kommen lallen unb bet jedem Bilde denken: Das sahen wir auch zusammen." „Und bei der Dogaressa, — was denken Sie da, gnädiges Fräulein?" ,/Da sage ich mir: Armes Konterfei. Als du vor fünfhundert Jahren durch die Lagunen fuhrst, warst du ein eingesperrter Vogel. — Wir haben viel verloren, aber was haben wir auch bafür gewonnen. Zum erstenmal weiß ich, was das Wort heißt: Goldene Freiheit." „Möchte es Ihnen eine goldene Freiheit bleiben." So ehrfürchtig hatte noch keiner ihre Hand an seine Lippen gezogen. So heiß hatten sic noch keine Augen z»m Abschied angeblickt. Aber darüber lieber nicht nachdenken. Das Tor ging auf, sie trat hinein in die dämmernde Halle. Zwei Türen standen auf. Ein Mädchen war beschäftigt, in den Stuben Ordnung zu schaffen. Aller- lei billiger Luxus prahlte aus Teppichen und Wandbehängen. Maria dachte verwundert „Wer wohnt beim hier unten?" Eben wurde eine Tür ausgestoßen, ein junger Herr trat heraus, wandte sich noch einmal und rief in bas Zimmer zurück: „Heute abend vor dem Cafe Quadri." War das nicht — Es war ja frellich Jahre her, da sah sie ihn zum letztenmal — aber wer vergißt seine erste Backfischneigung? Fredi Hochheim von den Ofener Dragonern, der übermütige, aänzlich haltlose unb boch so höchst amüsante Cousin, der bte Tante Inno^entia immer Tante Unnützentia nannte, weil sie ihn scharf an die Kandare nahm, sooft er sjch auf Erdmannsbors sehen lieh. Sie hat ten sich gegenseitig nicht geschätzt, er unb die alte Durchlauch:. Aber sah der heruntergekommen aus! Und doch — Unb wenn sie noch gezweifelt hätte in dem unlieberen Licht, sein Schreck verriet ihn. „Der Frebi." „Die Maria! Alle heiligen Nothelfer, was bringt denn ausgerechnet dich hierher? Willst doch nicht hierbleiben?" „2Iber sehr gern will ich hierbleiben bei der Elena. Wo gehör' ich denn sonst noch hin auf der Welt? Unsere Leute sind alle arm unb heimatlos geworden, Fredi." „Ja, ja, bist auch solch ein armes Hascheri. Eine arme Komteß. das war in seligen Friedenszeiten der Höhepunkt des Bejammernswerten, jetzt kannst dreist sagen, ein arm's Komtesserl hat's große Los gezogen gegen die durchlauchtigsten Herrschaften." (Fortsetzung folgt.) Sonntagsdienst d.Berzte u.Ävotdeken am 8. 7. SS Dr. W «lein. t>rL Dr. Ghtvilcr. 'Bcllfanavotbcfr. Zahnarzt: Dr. Wertheim. *D Für die Geschäftswelt Oberhessens Auto-Licht-Zentrale E. Alt hoff Fernsprecher 1534 Seltersweg 13 64ti2D findet eine Ser- Telephon 2582 von G417B 6410D statt. Tagesordnung: statt. Tagesordnung: t>363D 6406D der gegebene Lieferungswagen. Vorführung und jede gewünschte Auskunft ohne Verbindlichkeit Tic amt: Einficht an auSgehängt Hen, den 22. Mai 1928. I. A. des Amtsgerichts Gießen Leo, OrtSgerichtSvorsteher. kappe. üreöattkoMsch. Bekanntmachung. Kirscheuversteigernog der -ladt Gießen. Montag, den 9. Juli 1928, 14 Uhr, wird die Kirschenernte von den Bäumen auf dem Trieb in zirka 22 Losen möglichst Wewtanlage 10 ________________62I6D Sprechstunden der Redaktion 12 bi« 1 Uhr mittag«, 5 bis 7 Uhr nachmittag«. Samstag nachmittag geschlossen. günstige Gelegenheit lum Einkauf von Aussteuerartikeln |C über feine „XW ms 6tng--Siny fcff. einer »r irummten Wvchr für Seit, fo hast du in der $auck Geruch Sehladtzjäkne Grus.- meistbietend ver- 64178 der Bolkshalle, baumweise öffentlich steigert. Zusammenkunft an Kaiser allee. Anschließend hieran LchweinemaeV. Auftriebszeit an den Markttagen KIMM i öanneninne werd, sachgemäß u. preiswert ge- ittniml n. revcrr. S.Kverl^ Gießen, VlmMrli Telephon 2408. Aakaulgbr. Ql an. u. Harmoniums 7- 9 Uhr vormittags. Gießen, den 7. Juli 1928. Ter Oberbürgermeister I- B.: Klingspor. 1. Rechnungsablage für 1927. 2. Entlastung des Direktors und des Ausschusses. 3. Wahl des Direktors und dessen Stellvertreters. 4. Wahl von Ausschußmitglledern. 5. Verschiedenes. Der stellvertretende Direktor. Spieß. 5". 4. Omnoe; * ». Paletot.: Spiele. 6ei. ' leine Dantbtnftit i. ■ gern lacht, ibe mcht, stcigcrung von Äbfallhotz in der Moltke straße bei der Wieseckbrücke statt. Gießen, den 3. Juli 1928. Der Oberbürgermeister _______J.B.: Dr. Rosenberg._____ Versuchen Sie bei Kopfschmerzen CARMOL (XinMfiMwht) Carmol tut wohl, lindert Schmerzen. Urel-FibtL Itamcri Ohrt) Kaiser*-Drogerie, Linden platt 5. Nach langjähriger allgemeiner und spexialärztllchcr Ausbildung, zuletzt als Oberarzt an der Universl- täts - NervenkHnlk in Gießen, habe Ich mich als Facharzt (Ur Nerven- und Gemiits-KrankheiteD in Gießen niedergelassen. Die Praxis des Herrn Dr. med. G erster, Nervenarzt in Gießen, wird von mir weitergeführt. — Sprechstunden: 9—12 und 15 -17 Uhr außer Samstagnachmittag u. Sonntags Dr. med. H. Schmidt, Giefeen Äreiv Limburg. WS'-'i. Limdurg, 6. Suh. Dir Limburger Orts gruppe des Deut|chnationalen Handlungsgehilfenverbandes hat den Bau eines Ortsgruppen- und Jugendheims be- fchlossen Die Arbeiten, die eine Summe von rund ich habe mich in der früheren Zahn-Praxis des verstorbenen Herrn Oraef niedergelassen. Erich Schmidt, Dentist staatlich geprüft nach § 123 RVO Gteften, Bahnhofstraße 38 p. 04969 Bekanntmachung. Ter nächste Bichmarkt in Gießen findet statt: Dienstag, den lv. Juli 192b: Mndvieh- (Nutzvieh-) Markt. Mittwoch, den 11. Fuli 1928: Bekanntmachung. Tas im hiesigen Stadtwald noch lagernde Holz muß im Interesse notwendiger Weg- Herstellungsarbeiten innerhalb 3 Wochen abgefahren sein. Es wird auf die Ber- steigerungs- bzw. Verkaufsbedingungen, wie auch auf die Strafbarkeit cmer weiteren Verzögerung der Abfuhr Hur- Viele Tausend Reste von allen Artikeln DIE PREISE SIND FABELHAFT NIEDRIG und des Lahnlals ist Type 4 R.L. mit 750 kg Tragkraft die Marke Phänomen ^gerichtliche Verfügung ist zur i oct Ortstafel, Bergstraße 20, t. 5282 D Groß- u. Kleinauto Itl.1711 Mm unb ffielfon geloben waren, sann lt darüber nach, wie rhaltea Votum. lrnd- . Ihr Gesicht W en: „Darf ich >•' -n?" IW. h ton etnen seiner loror ballen E ihn geführt hat. Huldig?" fragte der Daren alte freunde", i vollen vir sagen: ück, M M :r gekannt haben, Georg Drehler. io. ch fürchterlichen, w mb festÄal^ * l8 in §u-rrM abreisen, fffW > Suche alSl.Hyvoidek zur Erbauung eines EtnfamtllenhauieS 5-600010! Karttal.Schr.An 05003 a. d.Gieß.i Beim Landgericht Gießen als Rechtsanwalt gewiesen. Sich, den 7. Juli 1928. Hessische Bürgermeisterei Lich Geil. zugelassen, betreibe ich meine Praxis gemeinsam mit meinem Vater, dem Rechts an walt und Notar Justizrat Dr. Ernst Rosenberg. — Unsere Kanzlei befindet sich in Gießen Alicenstraße 5 Gießen, den 1. Juli 1928 Dr. Kurt Rosenberg Rechtsanwalt Bekanntmachung. Der Voran!cd lag der fifenteinbe Stein- Heim für das Rj. 1928 liegt vom 9. d. M. an eine Woche lang auf dem Bürger- meistereibureml tut Einsicht der Interessenten offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worden, zu der auch die AusmSrler beantragen haben. Steinheim, den 6. Juli 1928. Bürgermeisterei Steinheim Schmidt. 6427D Hatholikbr Gemeinden Samstaa, den 7. Juli Gießen. 1.30 und 7 Uhr: Beichte Sonntag, den 8. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte, 7: Messe: Kommunion der Jünglinge: 8. Kommunion. 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe 2; Christenlehre und Andacht — Grünberg. 9 45: Messe mit Predigt — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Tlibba. &30: Hochamt mit Predigt L. Bernard Plockstrabe 16 40 000 Mart erfordern, sollen bis jum 1 Oktober fertiggestellt sein. Oie Ctra&cnräubcr von Steinsurch. DGN. Frankfurt a. M.. 6. Juli. Die Strastcnrüuber. die in der Frühe des 18. Öuni auf dem TSad-Tlauhcimcr Bahnhof, nachdem sie einen Frankfurter, Chauffeur in einer Daldparzelle in der 2I3he de« Dorfes Stein- furth geknebelt und feinem Schicksal üderlalfen hatten, festgenvmmen wurden, sind jetzt als der Arbeiter und frühere CBergmann Oohaun Dust ab Ta rrafch geboren 1898 in Harpen, zuletzt dort wohnhaft, unb als der frühere Bergmann Wilhelm Conrad, geboren 1900 in Werne, wohnhaft in Gerthe, festgestellt worden. 3m Besitz des Tarrafch. der sich mit seinem Komplizen in der Gegend von Frankfurt, dem übrigen Nassau und den angrenzenden hessischen Gebietsteilen Herumgetrieben hat. wurde eine goldene Herrenuhr gefunden, über deren Herkunft er jede Auskunft verweigert. Es must an- genommen werden, dast die Uhr aus einem Diebstahl oder "Raub herrührt. Ttachrichien Evangelische Gemeinden conntaa, den b. 3uli. 5 Sonntag nach Trinitatir-. Skodttirche. S Uhr: Pfarrer Becker: Etzristeniehre für die Neukoniirmierten aus der Markusgemeinde. 9.30: Pfarrer wahr . 11: .Kinderkirche für die Mat thäusgemeinde, Pfarrer Mahr. — 3otzanne»firche. 8: Pfarrer Ausfeld: Christenlehre für die Neukonstr- mierten aus der c. Echorlemmer. — hausen- Gordenteich. 10: Gardenteich. Christenlehre. 1: Hausen — w atzen dorn-Stein berg. 0 stinderkirche: 1 predigt Bin lUNS Euadvand- ilpr wohnt iniwn-" . fhl6en ein iuntzer l und nef * *- nwj.0"1.’ ilnnW* • ^antc i öie Sie h^' oi» * «Ä * >er‘ brr lc arm , w sti-t.) Während des Ausverkaufes gewähre ich trotz meiner bekannt billigen Preis« !O°/o Rabatt ______________________________________________________ 6447a (ohne Zusatz) das heisst: billig, sparsam und richtig waschen.! HySperrholz in Eiche,Gaboou u. 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Lumda. 696 Kinder aus den letzten vier Schuljahren hatten ein defektes behandlungsbedürftiges Ge- biß. Leider muhten bei den Benachrichtigungen der Eltern über notwendige zahnärztliche Behandlung die gleichen Erfahrungen wie im Vorjahre gemacht werden. Rur ein verschwindender Teil kam wirklich zur Behandlung. Die Ursachen dieser betrüblichen Erscheinung liegen in der Scheu vor Geldausgaben, in der geringen Beachtung, die in dörflichen Gemeinden den Erkrankungen des Gebisses unb namentlich ber Vorbeugung seiner Erkrankung geschenkt wirb, unb zum Teil auch in der Organisation der Schulzahlpflege bc» KreiseS. Die allgemeine, für die Eltern kostenlose Behandlung wirb wohl wegen der notwendigen Sparsamkeit im Haushalt deS Kreises und der Gemeinden in absehbarer Zeit nicht eingeführt werden können. Ein grober Teil der Kinder, die der Behandlung bisher noch fern- blieben, würde ihr aber zugeführt, wenn die Organisation geändert werden könnte. Es ist ein Unding, wenn die Schulkinder weit entlegener Gemeinden zur zahnärztlichen Behandlung nach Giehen fahren sollen unb ein Vielfaches der Behandlungskosten für die Reise auswerfen müssen. Es kann deshalb verstanden werden, tvenn sich im Kreistag Stimmen erheben. welche die Behandlung der Kinder auß entlegenen Gemeinden durch nichtapprobierte Zahnbehandler, die in größerer Anzahl im Kreise vorhanden sind unb schneller unb mit geringeren Kosten erreicht werden können, befürworten. Referent ist der Ansicht, dah der Kreis, wenn er überhau-t die Schulzahn- behandlung einrichtet, den Kindern die bestmögliche Behandlung zuteil werden lassen muh. Dah dies nur durch approbierte Zahnärzte geschehen kann, steht außer Frage. Wenn daher in Zukunft die Dentisten zur S ch u I- zahnbehandlung zugelas en werden sollen, so geschieht dies nicht im ausdrücklichen Einverständnis mit dem Schularzt, sondern nur auß der Erwägung heraus, dah damit eine gröbere Anzahl Schulkinder überhaupt einer Behandlung zugeführt toerbm. Selbstverständlich können hier nur solche Dentisten in Betracht kommen, die die Prüfung nach 8 123 der RDO. abgelegt haben unb beren Wohnsitz schneller und mit geringeren Kosten zu erreichen ist, als bet bes nächsten Zahnarztes. Die immer noch starke Verbreitung ber skrofulösen utzd asthenischen Jnbivibuen unter ben älteren Jahrgängen ber Kinber machte die Beantragung einer größeren Anzahl von Solbabekuren erforderlich. 158 von allen untersuchten Kindern mußten als kurbedürstig bezeichnet werden. 65 Kinder hatten wegen vor- übergebenbet körperlicher Schwäche eine Erholungskur von mehreren Wochen nötig. Wie- viele von diesen beantragten Kuren durchgeführt werden konnten, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Rach ben Erfahrungen der Vorjahre zu schliehen, werden es wenig genug fein. Stellen. Zu sagen wäre nur noch einiges über den Gindruck, den man als Außenstehender in dieser Angelegenheit bekam. Dor allem ist dabei festzustellen, bafe man aus ber ersten Mitteilung der Ortskrankenkasse, es solle auf dem Gelände ein „Verwaltungsgebäude mit modernem Zubehör" errichtet werden, doch sicherlich nicht den Schluh ziehen konnte, dah dort eine Zahnklinik im Rahmen des Verwaltungsgebäudes geschaffen werben soll. Ganz sicherlich ist es verständlich, wenn behauptet wird, dah man unter „modernem Zubehör" die Schaffung von besonderen Räumen für die Angestellten (z. B. Ehraum. Kleiderablagen, modernen Waschraum usw.) verstanden habe, und so ist es auch be- Sreiflich, dah die Stadtverordneten Ende vorigen ähres ihre Zustimmung zur Ueberlaffung von Gelände im Erbbau zwecks Schaffung eines Der- waItimgßgcbäubeß gegeben haben. Durch die mittlerweile aber bekannt gewordenen wirklichen Absichten der Ortskrankenkasse, die vor allem neben der Schaffung neuen Verwaltungsraums auf die Einrichtung einer Zahnklinik abzielen, war selbstverständlich für das Stadtparlament eine neue Sachlage entstanden, die den Antrag der Mittel- standsfraltivn auf Verweigerung von Gelände im Erbbau für diesen Zweck begreiflich macht. Es handell sich hier übrigens im Grunde genommen gar nicht um den einen Fall der Ortskrankenkasse, sondern es geht um die grundsätzliche Einstellung unserer Kommunalpolitck. Man toill nicht, dah das Gut der Allgemeinheit (das Gelände) zu Zwecken Verwendung findet, die nichts anderes zum Ziele haben, als bestimmten Schichten der Bürgerschaft im Wirtschaftskampfe Konkurrenz zu machen unb ben Bürgern die Existenzgrundlagen zu beeinträchtigen. 3m vorliegenden Falle kommt als besonders bedeutsam noch die Tatsache in Betracht, dah die Ortskrankenkasse als Interessent auf der einen Seite völlig steuerfrei ist, während die Zahnärzte und Dentisten als Interessierte auf der anderen Seite m vollem Umfange zur Steuerzahlung herangezogen werden. Man form es daher verstehen, wenn in der Stadtverordnetenversammlung in diesem speziellen Falle die foftenlofe Uebetlassung von städtischem Gelände an die steuerfreie Ortskrankenkasse als eine unbillige Härte gegenüber den steuerzahlenben Bürgertreisen bezeichnet wurde. Unb auch vom grundsätzlichen Standpunkt äus erscheint es gerechtfertigt, wenn dem Ersuchen der Crtßfranlenlaffe in diesem Falle nicht entsprochen wird, denn was man jetzt der Ortskrankenkässe gewähren würde, könnte man in Zukunft anderen privaten Interessenten ober privatwirtschaftlichen Körperschaften nicht ablehnen. Wenn betont wird, bah die Stadt für die Errichtung einer Uni- versitäts-Zahnklinik, mit der in naher Zukunft wohl zu rechnen sein wird, doch sicherllch auch Gelände kostenlos zur Verfügung stellen werde, im Hinblick darauf also das Ersuchen der Ortskrankenkasse erfüllen müsse, so ist demgegenüber doch geltend zu machen, dah eine Parallele zwischen llnibcrfität und Ortskrankenkasse nicht aut Sen werden kann. Eine Universitäts-Zayn- toirb als oberstes Ziel immer die Weiterentwicklung der Wistenschaft auf diesem Gebiete und die Ausbildung des fachärztlichen Rach- wuchles. also ausgesprochene Fvrschungs- unb Lehrzwecke verfolgen, während man eine gleiche primäre Einstellung von der Ortskrankenkasse — ohne dieser mit der Betonung dieses Unterschieds zu nahe treten zu wollen — doch nicht behaupten kann. Hiernach wird ein Ersuchen der Universität um kostenlose Uebertaffung von städtischem Gelände zur Errichtung einer llni- versitätszahnklinik ganz anders zu bewerten sein, als die jetzige Forderung der Crtßfranlenfaffe. Jedoch auch den Plänen der Ortskrankenkasse will das Stabtparlament nicht im Wege stehen. Es hat niemanb grundsätzlichen Einspruch gegen die Schaffung einer Zahnklinik ber Ortskrankenkasse erhoben, nur wird Widerstand dagegen geleistet, dah diese llinische Einrichtung aus- gebaut sein soll auf ber kostenlosen lieber- Ladung von Besitztum der Allgemeinheit. Wenn die Ortstrankenkasse ben Grund unb Boden zu ihrem Bau unter gleichen Bedingungen erwirbt, wie jeder andere Bauinterellent, so wird auch feitenß der Stadtverordneten unb der gerecht denkenden Bürgert reise nichts dagegen zu sagen fein, dah auf diesem gekauften Grundeigentum die Kasse nach ihrem Ermessen verfährt. In diesem Falle würde die Ortskraickenkasse eben unter den gleichen wirtschaftlichen Bedingungen arbeiten, wie jeder andere Interessent. Wenn die Ortskrankenkasse zur Abwehr ber Einwände ihrer Widersacher noch darauf hinweist, dah sie nicht beabsichtige, ihren Mitgliedern Ke freie Arztwahl zu nehmen, dah es aiuf> nach der Errichtung einer Ortskrankenkassen-Zahnklinik jedem Kassenmitglied freistehen solle, zu dem Zahnarzt oder Dentisten seines Vertrauens zu gehen unb die Zahnklinik der Kalle nicht in Anspruch zu nehmen, so muh sich die Leitung der Kasse doch von der anderen Seite entgegenhalten lallen, daß für die dauernde Geltung dieses Standpunktes von heute keinerlei Gewähr gegeben ist, daß dagegen allerlei Möglichkeiten bestehen, auch ohne formelle Aufhebung ober Beschränkung ber freien Arztwahl die zahn kranken Mitglieder der Kalle in erster Linie, ober auch ausschließlich nur der Einrichtung ber Kalle zuzuführen. Wenn aus dieser ganzen Betrachtung des Zahnklinik-Projekts der UrtßtranfenfafTe von weiten Kreisen der Bürgerschaft, die sich nicht etwa zum »Sprachrohr der Zahnärzte unb Dentisten" machen, ber Schluh gezogen wird, daß die Stadt feine Veranlassung hat, in diesem Falle städtisches Gelände kostenlos herzugeben unb steuerzahlenben Bürgern eine aus bem Besitz ber Bürgergesamtheit gestärkte Konkurrenz entgegenyiie^en, so formen wir diese Stellungnahme nur verstehen und billigen. Die Stadtvervrbnetenversammlung. die voraussichtlich schon in Kürze über diese Frage endgültig zu entscheiden hat, wird nach unserer An.icht im Sinne ber gerecht und billig denkenden Teile der Dürgerschaf t handeln, wenn sie —- nicht etwa den Zahnärzten und Dentisten zuliebe, sondern euß grundsätzlichen Erwägungen heraus — diesem Ersuchen der OrtSkrankenkalle nicht entspricht. Der Oberhessische Kunsiverein hielt am Donnerstag im Stadthause seine ordentliche Mitglieder versa mm lu n g ab. Der von dem Vorsitzenden erstattete 3 a b » reegcschäftS bericht über daS Jahr 1927 ergibt, dah im Laufe deS letzteren sieben Ausstellungen stattfanden, zu toeld^en neben ber heimischen Höllischen, insbesondere Oberhessischen Künstlerschast auch eine Reihe namhafter auswärtiger Künstler mit Werken verschiedenster Art zugezogen wurde. Im Januar- Februar stellten elsässische Künstler Aquarelle aus ihrer Heimat sowie Holzminiaturen aus. während Professor Wach. Düsseldorf 4 große Gobelins aus seinen Kammerburger Werlstätten und seine Modelle nebst Zeichnungen zu dem Entwurf eines Ehrenmals aus den Jnlcpr bei Lorch am Rhein zur Schau brachte. Ganz besonderes Interesse sand die darauf folgende, von Geheimerat Bantzer. Marburg. selbst zusammengestellte Ausstellung von Werken Marburger Künstler. AuS den nam- hasten Gemälden des genannten Künstlers erwarb der Verein die Vorarbeit Dantzers zu seinem bekannten Gemälde in der Rational-Ga- leric in Berlin: „Abendmahljeict" und zwar Szene 1 „am Altar", der Künstler stiftete dem Verein die dazu gehörige Szene 2. sodaß dieser jetzt die gesamten Vorarbeiten zu jenem Dilae beüht. welche in die ständige Kunstsammlung im Reuen Schloß ausgenommen worden sind. 3m April brachte Heinrich Linzen. Weimar, eine Kollektiv-Ausstellung von Odgemalben, Aquarellen und Zeichnungen, 3agdstücke, Tierkampsszenen. Wildlomposilionen darstellend, im Mai Juni Daniel ©reiner, Jugenheim eine solche von Gemälden, Graphik uitb Plastik mannigfacher Art. Die folgenden Ausstellungen waren insbesondere der einheimischen, hessischen Kunst gewidmet und schlossen im Dezember mit der speziell für oberhesfische Künstler eingerichteten Weihnachtsaus Heilung: .Künstle r h i l s e 1927" ab, welche wieder i>on dem Landesamt für das Dildungswesen in Darmstadt angeregt, aber in diesem Jahre in Verbindung mit einer innerhalb ber Provinz Ober- Hessen veranstalteten Ausspielung von bem Olxr- heffischen Kunstverein selbstäirdig burd.geiübrt wurde. AuS dem Loseverkauf (4483 ä 5J Pf. 2241,50 Mk.), konnten 15 in. der Ausstellung an gekaufte Cinzelgewinne, bestehend in 8 Ocl- gemälden, 3 Aquarellen, 1 Plastik, 1 Pastell, 1 Zeichnung, 1 Holzschnitt, sowie 396 handschriftlich signierte Blätter aus 4 Serien hessischer Künstler, im ganzen 411 Gewinne erworben und am 19. Dezember verlost werden. In der Ausstellung selbst wurden noch 29 Kunstwerke im Gesamtwert von 2806 Mark, verkauft. Das private Publikum war dabei allerdings angesichts der schwierigen Zeitverhältnisse nur sehr gering beteiligt, ihn so dankbarer ist die tatkräftige ilnterstützung der oberhessi sehen Kunst seitens der öffentlichen Körperschaften, ganz besonders der Provinz, hervor^uheben. Der ilm- sah in den übrraen 5 Ausstellungen war gleichfalls ein äußerst geringer, et blieb unter 1000 Mark. Auch ber Besuch ber Ausstellungen läßt namentlich an den Wochentagen viel zu wünschen übrig. Die JahreSverlosung unter öic Mitglieder fand am 12. Dezember statt. Verlost wurden acht Anrechtscheine zwischen 150 und 25 Mk., achtzehn im Laufe des Jahres in ber Ausstellung angetanste meist gerahmte Kunstwerke: Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen sowie vierzehn Piperdrucke: „Rubens, Knabe mit Zeisig", welche dem Verein durch Vermittlung des Kunstvereins Kassel h"ir die Mitglieder zu einem Vorzugspreise überlallen wurden, im ganzen vierzig Gewinne im Gesamtwert von etwa 1000 Mk., ein bei der schwierigen finanziellen Lage immerhin recht schöner Erfolg, in Anbetracht ber Umftänbe, baß ber Verein statt bes statutarisch bestimmten Jahresbeitrags von 10 Mk. nur die Hälfte erhebt, die Mitgliederzahl ab- nimmt und die Ausstellungen bei groben Kosten und geringen Einnahmen in der Regel mit nicht unbeträchtlichen Defizits abschließen. Immerhin ist der Verein mit feiner Jahreseinnahme ausgekommen und hat per 31. Dezember 1927 mit einem Gesamtvermögen von 2790,85 Mk. abgeschlossen. Die von dem Schatzmeister, Bankdirektvr Grieß- bauer, gestellte, von den Revisoren Profestor Belte und Geheimerat b (t, geprüfte Jahresrechnung wurde richtig befunden. Dem Schatzmeister njuroc unter Danksagung für feine Mühewaltung Entlastung erteilt. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1927 nur noch 449 (gegen 485 Ende 1926). Geheimerat Bantzer hat am 6. August 1927 seinen 70. Geburtstag begangen. Der Verein hat ihm aus diesem Anlaß in dankbarer Anerkennung seines ihm bekundeten großen Interesses die Ehrenmitgliedschaft verliehen und ihm am genannten Tage durch den Vorsitzenden und den Schriftführer eine Ehren- urkunde in Ledermappe überreichen lassen. Der Verein ist dem „Berbanb deutscher Kunst- oereine E. D. in München" beigetreten, welcher be- zweckt, die der Pflege der bildenden Kunst dienenden gemeinsamen Bestrebungen der deutschen Kunstver- eine durch heute besonders dringlichen Zusammenschluß zu fördern. Möchte auch das Publikum nach Kräften mithelfen, die allenthalben darniederliegende Kunst und die im Existenzkampf schwer ringende Künstlerschaft wieder einer besseren Zeit entgegen- zujühren. Sehr zu fcbauern ist endlich, baß Raummangel im Reuen Schloß jebrr Ecweiterul'.g ber so hoffnungsvoll begonnenen ftänbigen Kunstsammlung entgegensteht. Möchte es auch hier ber Stabt recht halb gelingen, bessere Raumverhältnisse yi beschaffen unb Somit ber Sammlung, gleichzeitvg aber auch ber Kunst selbst ein weiteres Fort- schreiten zu ermöglichen! Am Schlüsse ber Versammlung bankte ber Vorsitzende ben leibet nicht in großer Zahl er- schienenen Mitgliedern für bas bem Verein be* I kündete Interesse, während Geheimerat Olt bem Dorsihenben mit herzlichen Worten ben Dank bet Erschienenen zum Ausdruck brachte. Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen >on ffijodlflitclungen. fiw'iUmu.Sß&iöe Schtttzl ummimnimmiminiiiiimiimimmilimtiiiiimiimiiimimiiiiimmmiiiiimiiiiimmiimmimiiiiimmimmiiiiig I Bad Setters 1 (Obettefieti) nc von Westerland: ß Schönste Sommerfreude: Solbad Stadt. Badeverwaltung Westerland = = Blee LR - = Kai Fr all TM iudn Craben im Sand Von Wexletland! ■■■■■■■ Empfehlen Sie ihre Gaststätte in unserer Bäderbeilage! altem 6d)ri Beimntg Oie Bette Oes M«s Prospekte durch die Kurverwaltung! Hauptniederlage ,n Gießen: Jean Weisel, Sonnenstr. 6, Telephon 88 Badeschriften durch die Kurverwaltung iu genießen. der verwöhnteste Naturfreund wird )ier über die Fülle der Schönheiten staunen. bewaldeten Kuppe gelegen, versäume man nicht, die prachtvolle Aussicht hinter der Kirche und von der neu errichteten Terrasse deS HotelS Rod« der hervorragende gesundheitliche Einflun Weiterlandl beruht auf der wundervollen Wirkung dei reinen Seeklimai und der starken Brandung auf den menschlichen Körper. Die Nerven werden angeregt, der Geist er frucht Sonne. Luft Licht entfernen alle Krankheitskeime, stimmen den Körper um. verjüngen ihn. erhöhen seine Leistungsfähigkeit. Sie werden sich selber dankbar sein, wenn Sie nach Westerland reisen. — Auch in diesem Jahre beisst es wie früher schont 2MD Gegen Sicht, Stein, u. Stoffwechselleiden. Ermäßigte vauschalkuren (mindestens 5 Wochen: Pauschalpreis M.1S9,-. Äewistigung v. Kreditkuren auf Antrag 3m Kurhaus: Wochenpauschalpreis Ml. 80,50; im Badehof: Dockenpauschale Ml. 105,-. Auskunft auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung. Maua Charlotte, Georg Schult», Tel. MdOa 203 Fremdenheim S srmanla, n ud. ^ftper, । al. MlddaSt Kühe, Windmühlen aus der Dämnterung sich heben. Der Fluh ist so breit wie der Bodensee. 3m stillen Wisser glänzt die Mondstrahe. Vereinzelt gleiten Schiffe wie Schatten vorbei. Die Leuchtfeuer sangen an. jedes in seiner Art. AfS eS ganz dunkel ist, sehen wir die Lichter von Eurhaven Es wird kalt und windig. Die Nordsee kommt. Wir gehen in unsere kleine Kabine. Am zweiten Tage sehen wir nur das Meer. Wie ist das Schiss nun anders alS im HafenI Dort offen, schief und schmutzig an den Kai gedrückt: kleiner Teil des verwirrenden Ganzen Hier gesammelt, groh und blank, Mitte der Welt. Der Himmel ist ohne Wolken. Das Meer blau- grau. glitzernd und ruhig. Die Passagiere sitzen in Korbsesseln aus dem Deck, jeder, wo c» ihm gefällt. Die Norweger gehen still herum und streichen Laternen an. Wir sitzen oben in der sonnigen Kühle zwischen Rettungsboot und Leine und sehen inS schäumende Meer, das leise rauscht. Vom Mast ein wimmernder Ton des Windes. Wir sehen Quallen, sarbig in der Mitte und am Rande tote Spitzen gemustert Sie sind meist zusammen mit seltsamen, endlos langen, faserigen. rotbraunen Streifungen des Meeres, die wir immer wieder kreuzen. Linser alter Kapitän, der so oft schon diese Strecke gefahren ist. hat etwas übrig für die Wissenschaft. Er opfert Oel, dos Schiffchen hält, und ein Matrose holt einen Eimer voll der rostigen Brühe heraus. Alle stehen und knien drumherum. Es sind ganz kleine Bläschen, man sieht es deutlich in der Sonne. Makreelen-Laich, meint der Kapitän. Aber er will jedenfalls eine Flasche davon an die Bergen- sche zoologische Station schicken. von den Hansehäusern (Wirtschaft), über die unS unser Zeichen zum Endziel Marburg führt. Dauer der Wanderung 5’ t Stunden. vledenkops—Sackpfeife—Hatzfeld—Dattenberg. Wir benutzen den Frühzug nach Biedenwpf. Wer dieses schöne Fleckchen Erde noch nicht kennt, sahre schon tags zuvor hin. Don D. gehen wir dem roten Strich nach auf die 674 Meter hohe Sackpfeife, den höchsten Berg des Hinterlandes. Der vor etlichen Jahren neu errichtete Aus- sichtSturm bietet herrliche Fernsicht nach dem Sauerland und den Hinterländer Bergen. Das Wegezeichen leitet uns weiter nach dem im Edertal an gewaltigen Felsen cmgeschmiegten Hatzfeld, einer aufblühenden Sommerfrische, sodann auf dem linken Ufer der Eder weiter über volz- hausen noch Dattenberg. 3n B., hoch auf einer Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gaudes Out bürgerliches Haus Gartenwirtschaft N70D Touristen bestens empfohlen IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIII OnhlnR Onfä Mnrhiifn Herr!. Aussicht Marburgs. Qualitäten uClilOÖ*baIujnarOlIfy allererster Güte. - Auto-Halteplatz freilich nicht von der Kühle verlockt, öertn es ist unerträglich schwül, sondern von der langen Dämmerung. Mädchen mit leichtsinnigen Pro- vinzgesichtern und in veralteter Mode bummeln mit eleganten Fünglingen, und Hasenmänner schlendern umher. DaS Licht der Dämmerung mischt sich mit dem der vielen Ladenfenfter, aus denen kleinstädtische Auslagen prunken. — Oben im Grünen die berühmte gotische „Domkirke". Sie ist aus Stein, und über dem Portal blicken ernste alte Gesichter. — Auf einmal eine ganz steile Strohe zu einem Turm, vor denr Kanonen stehen. Vier Jungen hocken da und verstecken Zigaretten Wir sehen l-crab auf den Hasen und suchen unser Schiff. Wir gehen weiter Da ist ntxf) eine rote Backsteinkirche. Eine breite Straße steigt zwischen den niederen weihen Häuschen gegen den Himmel und hört auf. Abwärts sehen wir fast überall Wasser. Ganz oben eine seltsame weihe Holzkirchc am Friedhof ES wird tnmfel. wir gehen zurück. Leichtsinnige Autos mit lachen' den Mädchen grunzen vorbei. Wieder der Dom. Eine Art kleine Alster ist davor, daran sitzen die alten Leute in schwarzen Scharen auf gereihten Bänken. — Am Kai glänzt daS Wasser wie Perlmutter blau und rot, und Speicherlichter gegenüber machen gelbe Schlangenlinien darauf. Kalte, üble Schwirle lagert aus dem Wasser. Das Deck des Schiffes ist nah. Wir gehen in die brennend heihe Kabine. 3m Schlafe fahren wir ab. ermöglicht eS jedermann, auf Grund der preiswerten Pauschalkuren, seine Erholungszeit in den reizvollen Bergen und Wäldern Ober- ÄX'Ä Senedlttus.Svrudel Frauenleiden sowie Stoffwechselstörungen, Ischias und Rheumatismus, pauschaipreise im ganz neu erbauten und modern eingerichteten Kur- yause, Pension (einschließlich Nachmittagskaffee), Bäder, Trinkkur usw.: 3 Wochen Mark 145.-, 2 Wochen Mark 100.-, 1 Woche Mark 55.- Am dritten Tage sahren wir immer an der K ü st c entlang. Links glitzert daS dunkelblaue Meer unter der Sonne, rechts lagert in 10 bis 20 Kilometer Entfernung daS Land. Wir sind so weit davon, das; die Schären mit dem Festland verschmelzen, die Fjordeingänge verslachen und von der Tiefe nichts zu sehen ist alS eine rötlich graue Kette vorn und eine blaue hinten Wo das Meer angrenzt, hat die Ebbe einen schmalen gelblichen Streifen bsohgelegt. Stundenlang gleitet diese Mauer vorüber, eine blaue Sichel, lints aus dem Horizont auftauchend, rechts untergehend. Mödenschwärme folgen uns. Wir fahren mit dem Ofttoinb, so dah es schwül und still ist. Rach der allmählichen Wendung nach Rorden tritt das Gebirge in grauen, zerklüfteten Klötzen ein wenig zurück, niedere Ebenen. Wiesen, weite Dörfer vor sich lassend, das Meer wird still, dah es Schiffe spiegelt, und ein weiter, blauer, abendlicher Schärengarten nimmt uns aus. Schiffe kommen uns entgegen. Wir nähern unS der großen Hafenstadt Stavanger. Gegen neun laufen wir ein. Hinter der großen Bucht, vor dem grauvioletten Gebirge, sehen wir lauter Holzhäuser, rote und weihe. Unheimliche, hohe Speicher mit Krangiebeln sieben vorne. Eins der vielen Schiffe fährt ab nach Bergen. Hundert Menschen in abendlicher Bewegung. Wir gehen in die Stadt. Es ist halb Zehn. Wie in Italien sind die Strahen vollerMenschen, Staatlich. Kin haus, Otto Baumgarten, iel. Nidda 9t> Fremdenheim Jrie, Zentralheizung, iei. Nidda 237 l F sehr zuverlässig au6. Wie er auf der Elbe allein ist, wird er schöner. Die Laderäume sind geschlossen, das Deck gesäubert, er fährt schnell und ruhig. Das groffe Hamburg weicht zurück: rechts dehnt sich sonnig, mit Ease« und Musik, ein endloser Badestrand. Bis es einsamer und breiter wird. Wielen. hohen Berg, der uns schon lange leitet. Rach einer Wendung sehen wir sie auf etranal ganz. Zwischen hohen graugrünen Bergen ist ftt tote in einem Tuche auf gehängt gelagert. Sie feiern ein Fest dort, eine Warenmesse, deshalb leuchtet überall die schöne rote Fahne mit dem blauen, weihgerandeten Kreuz Eine Haldinsel springt vor und in den beiden Duchten liegen groffe und kleine Schiffe. Die Fenster der frol- zernen und steinernen Häuser glitzern. Wir denken: Die schöne, grobe, festliche Stadt! Die Seefahrt hat ein Ende Wanderfahrten. collar—Staufenberg—Frauenberg—Marburg. Von Lollar, unserem Ausgangspunkr, toanbem wir auf guter, aussichtsreicher Straffe über Burg Staufenberg, blauen Punkten nach, durch Felo und Wald, am Hof Fortbach vorüber nach Hachborn, wo gute Einkehr ist. Durch einen Tkll ches schönen EbSdorfer Grundes gelangen wir hierauf zum Frauenberg, von dessen Ruine wir eine umfassende prächtige Aussicht geniehen. In beiden Wirtschaften, oben und etwas weiter unten, ist man gut aufgehoben. Dom Frauenberg folgen wir jetzt blauen Kreuzen, die un6 über den Lichteküppel führen Leider ist die früher so hübsche Aussicht von hier stark verwachsen. Um so schöner ist der Blick auf die alte Musenstadt Fahri nach Norwegen. Don Martin Wagenschein. Wir fahren mit einem kleinen norwegischen Frachtdampfer, der nur zehn Passagiere nimmt. Das ist die billigste legitime Gelegenheit, nach Westnorwegen zu kommen, und zugleich die schönste. Von Radiogrräuschen und den Sitten reicher Leute ungestört, findet man hier nur was nötig ist. Wie er an einem verstohlenen Kai des Hamburger Hafens liegt, kaum 100 Meter lang, schief, schmutzig, Apfelsinen, Häute und Maschinen ladend, innerlich dunkel und steil, sieht er nickt Rachmittags eine leichte Trübung Wellen fom- men von rechts und Schiffe quer zu unserer Richtung. Das ist das Skagerrak. Das Brausen und Wimmern wird stärker: man kann Menschenlärm und Karussell heraushören wenn man will. Vraune Segelboote schwan en. Schwedische Fischer, sagt der Offizier. Sie bleiben monatelang drau- ffen. fangen Flundern und salzen sie ein. bis daS Boot voll ist Führen wir doch noch lange auf drm Meer! Führen wir doch nach Amerika! Wir fürchten die Sensation des Landes. Aber sie kommt, noch heute. Abends um neun sehen wir im Rorden eine ganz niedere, gezackte. blauc Mauer, ein Sechstel etwa des Horizontes erfüllend. Die Enden rechts und links, verdunsten, versinken. Das ist die südlichste Küste Rorweaeus. 3m Schlafe hören wir Äetien rasseln Wir sind in Christian sand Sie laden wohl die 2lp,el- sinen aus Wir schlafen weiter und toerben gegen Morgen wieder wach vom Heulen der Pfeife. Wir sahren ab Schlaftrunken sehe ich durch daS kleine runde Fenster eine bleiche Holzkirche. Seltsam, die Glocke hängt drauffen vor der Tür. T¥Höhenluftkurort I Jll Hl | iin württemb. Kchwariwaid. * 72q ra u d. M. zwischen Wildbad n. Badon.Baden, In schöner, ruhiger Lage, inmitten herrLTannenhochwakLmlt prlchu Fernsicht. Heilkr. Gebirireklima, bee. geeignet f. ■ervöie, Bari«, Bierea- o. Äithmaleldinfle. Kurant Lesezimmer. Gute Gaethöre. «ahl- relche Privntwohnungen. Prospekte durch die Karverwaltaat. Bad Salzhaufen Ohprheffen kZwei Bahn stunden von Frankfurt am Main Lz V1 llvll vH Heine Stunde Bahnfahrt von Oloflen 1 Kohlensäurehaltige Solquellen, Lithium-, Stahl-, Schwefelquellen, Inhalatorium, Höhensonne. ’ Sonnenbad. 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Die kleinen Wiesen davor sind leuchtend j grün. Alle haben die norwegische Fahne an einer langen Stange vor drm Hause gehifft. , . - denn es ist Sonntag und die Bergener sind aufs Don Dattenberg per Bahn über .yrantenberg Land gefahren. 3n Motorbooten sitzen ste rn I zurück oder wer nach vierstündtger Wanderung weiffen Anzügen und winken und lassen sich I noch nicht müde tst. gehe den grünen Dreiecken von unseren Wellen schaukeln. Wir fahren in nach Über Berghofen nach Ernsthausen und von einen tiefen gewundenen Fjord, in den noch da per Bahn über Marburg nach Gieffen. Don andere münden Die Stadt liegt hinter dem > Diedenlopf Autopostverbindung nnl Dattenberg. -Wenn die Hände rüden von bc8 Werktags Last Und Erquickung du suchst von städtischer Hast, Dann sehnend die Seele zur gerne dringt, Wo Mutter Natur ste erfrischend umschlingt. Wir kennen ein Plätzchen, das Gottes Hand In unendlicher Güte setzte ins Land. Wo Quellen geschwätzig sprudeln und springen Uni> Böglein dir goldige Lieder singen. Wo bald du vergissest deö Alltags Spur Fn gottgesegneter sel'ger Natur. . _ Wo die Stunden dtr stieben in kindlichem Glück, Wo du träumst dich in Märchenländer zurück. Wo fröhlich die Angel du wirfst vom Gestade, Wo der Schlttztluh dich lockt zu erauickendem Bade. Wo Eichen rauschen ein uraltes Lied, Wo ein Lehnen dich bt» in den Himmel zieht, Ein heiliges Sehnen.-- O ittll'S und komm' In der Sch ttzer Wälder herrlichen Dom. Luftkurort Sch Ute — altderstbmt. 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Der Ätmnqrfhirtwrlauf wird m den nächsten Monaten m hohqm Grade von de- Entwicklung der Bautätigkeit beeinflußt rocrbcn Qlad) den Festste Hungen deS Institut- für Äonjuntturfor- schung konnte sich schon bisher die Gesamtbeschäftigung in der Hauptsache nur deswegen annähernd auf dem Im Winter 1927 28 erreichten Stand behaupten, weil gleichzeitig mit der Der- schärsung der konjunkturellen Rückgang« in vielen Branchen sich der- Ginfluh der saisonmästig bedingten Zunahme der Bautätigkeit geltend machte Wenn so die Bautätigkeit den Kon jun k- turrückgang fürs erste gemildert hat und auch in der nächsten Zeit eine wesentliche Stühe der Konjunktur lein wird, so ist doch zu beachten, daß auch auf dem Baumarkt eine gewisse Abschwächung, namentlich im Vergleich zum Vorjahr, eingetreten ist. Die- ist um so bedeu- tung-voller, al- durch den Umfang der Bautätigkeit nicht allein die Beschäftigung de« Bau- gewe^e- und der Baustoffindustrien, sondern darüber hinaus auch der Absatz anderer Branchen wesentlich bestimmt wird. 3m ganzen ist gegenwärtig damit zu rechnen, dah im Jahre 1928 da- Bauvolumen im Wohnungsbau um etwa 10 Prozent geringer sein wird, al« im 3a&tc 1927. Interessant ist. dah bisher sowohl Zahl wie Wert der von Industrie und Handel erteilten Bauaufträge, also der gewerblichen Bauten. tm Gegensatz zu den öffentlichen und den Wvhrnrngsbauten. gröfter waren alS 1927. Die Produktion ist im Mai weiter gesunken: die Berichte der Handelskammern deuten darauf hin. da ft sich die Lage im Juni nicht wesentlich verändert hat. Während im ersten Vierteljahr 1928 der konjunkturelle Stand hauptsächlich aus einzelne Branchen der Verbrauchsgüterindustrie (in erster Linie Textil- und Lederindustrie) beschränkt geblieben war. machen sich seit Beginn des zweiten Vierteljahr« auch in den Produktionsmittelindustrien stärkere Rückgangserfcheinungen bemerkbar, die allerdings zum Teil saisonmästiger Natur sind Ausgesprochen konjunkturellen Charakter scheint dagegen der Produktionsrückgang in der eisenschassenden Industine zu tragen. Deutlicher noch alS die Produktionsergebnisse zeigt die Bewegung der Rvhstoffeinfuhr. daß der Konjunkturrückgang sich auf die meisten wichtigen Industriezweige erstreckt. Seit Ende 1927 wurden von Monat zu Monat immer mehr Einfuhr- gruppen von der rückläufigen Tendenz ersaht. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. Vach dem HalbjahrSultimo standen an der Börse zunächst naturgemäh die Erörterungen über die weitere Entwicklung deS Geldmarktes im Mittelpunkt des Interesse«. Bei diesen Diskussionen gingen di« Ansichten teilweise erhebüch auseinander. Optimistischere Kreis« verwiesen auf die erhöhte Liquidität der Banken, wie sie schon in don letzten Zwischenbilanzen zum Ausdruck gekommen war. und auf die zum Halbjahrstermin eingehenden KuponSzahlungen. Andererseits jedoch wurden grotze Geldbeträge von den Ein- Lonunensteuerzahlungen. der Aufbringung der 2n- dustriebelastungSzinsen und der Einzahlung aus die letzte Bäte der neuen ReichSbahnvorzugs- alticn absorbiert. DesorgniSerregend wirkte aber vor allem die starke Geldverknappung an den internationalen Märkten, besonders in Veuyork. wo Tagesgeld zu dem seit Jahren nicht mehr erreichten hohen Satz von 10 Prozent gesucht war. Die Folge davon war eine stärkere älnsicherheit an der Neuyorker Börse, die ihre ungünstige Wirkung aus die deutschen Märkte natürlich nicht verfehlte. Man befürchtete hier, daß die starke Kurssteigerung des Dollars darauf zurückzusühren sei. dah von amerikanischer Seite Leihgclder aus dem deutschen Markt gezogen wurden. In größerem Ausmaft dürste dies jedoch nicht eingetteten sein. Bald aber setzte sich die Meinung durch, dah die Geldverteuerung in Neuyork durch di« Fed er ar Re- servc-Barcken nachdrücklich gefördert oder teilweise sogar hervorgerufen worden sei, um einen weiteren Abbau der an der Börse investierten Kredite zu veranlassen. Als dann bald eine fühlbare Erleichterung am VeuYorker Geldmarkt ein- trat und sich infolgedessen an der dortigen Börse eine kräftige Erholung durchsetzen konnte, wurde der starke Druck, der auf den deutschen Börsen gelastet hatte, beseitigt. Der Frankfurter! Geldma rkt blieb aber auch zum Wochenfchlust I rr>ch ziemlich stark angespannt, und TageSgeld war zu dem unverändert hohen Satz | von 8 Prozent weiter gesucht. In diesem Zu- 'ammenhang verwie« man auf di« starke Anspannung Ser Reichsbani nach dem Hltimoau«- id«i4; eine baldige Senkung des Reichsbank- di-lon'.e« sei daher für die allernächste Zeit wohl noch nicht zu erwarten. Das Geschäft war ’.m allgemeinen außerordentlich still, da das private Publikum dem Markte nach wie vor fast vollkommen fernblieb und auch das Ausland 'ich kaum beteiligte. Die Grundstimmung blieb jedoch ttotzdem zunächst freundlich. Politische Vorgänge. wie die Regierungserklärung und die sich daran anschließende Aussprache im Reichstag. also Momente, die für die Bors« von erheblicher Wichtigkeit sind, wurden kaum besprochen. Dagegen übten verschiedene ungünstige Konjunkturberichte einen gewissen Druck auf die Stimmung au«, besonders der Bericht der preußischen Industrie- und Handelskammern. Gegen Ende der Woche wurde die Börse gewaltsam aus ihrer Lethargie gerissen. Da« plötzliche und rätselhafte Ende de« belgischen Finanziers Löwenstein, der in seiner Hand bekanntlich große Posten der internationalen Kunstseide» und Elektrovapiere vereinigte, stand im Mittelpunkt lebhafter Diskussionen und verursachte eine außerordentlich unsichere unb nervöse Stimmung, da man besonders für hie Kunstseidewerte die empfindlichsten Kurseinbußen befürchtete. Die Börse ertrug bk erwartete Erschütterung jedoch wesentlich besser, als vielfach angenommen worden war. Es wurde der Beweis dafür erbracht, daß die allgemeine Börsenlage gesund ist. Tatsächlich sind ja auch die Engagements der Spekulation so klein geworden, daß ein übergroßes Angebot nicht befürchtet werden mußte. Die Baissespekulation nutzte jedoch die Situation aus und nahm in größerem Maße Leerverkäufe vor: Spezialwerte, besonders natürlich die Zell- stofsaktien und von Sleltrowerten Chadeakticn und Gesfürel. verloren gegen die Vorwoche bis zu 15 Prozent. Die Mcyrzahl der Papiere aber war nur etwa 1 bis 5 Prozent abgeschwächt. Zellstoff Aschaffenburg, für die sich zum Wochenbeginn starkes Interesse geltend gemacht hatte, konnten von ihrem Kursgewinn sogar 15 Prozent retten. Wochenbericht vom frankfurter Schlachtviehmarkt. Wie in der vergangenen Woche war daS Geschäft ziemlich ruhig. Obwohl der Auftrieb ein bedeutend geringerer war, blieb die Lustlosigkeit bei den Händlern bestehen. Der Geschäftsgang war überwiegend schleppend. Rur am Schweinemarkt machte sich der geringere Auftrieb etwas mehr geltend, und anfangs der Woche wurden ganz beträchtliche Gewinne erzielt, die jedoch am Nebenmarkt teilweise wieder verloren gingen, da gegenüber den sonstigen Neben- märkten der Auftrieb recht groß war. DaS Geschäft entwickelte sich aber trotzdem lebhaft und eS wurde alles ausverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus: 1505 Rindern, darunter befanden sich 291 Ochsen, 93 Dullen, 650 Kühe und 380 Färsen, ferner aus 1375 Kälbern, 220 Schafen und 5340 Schweinen. Im Vergleich zum Auftrieb der vergangenen Woche waren 60 Rinder. 425 Kälber und 500 Schweine weniger an- aetrieben, während 70 Schafe mehr zum Verkauf standen. Dezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen Al 60- 63. 2 55 59, Bl 50—54, Bullen A 51—55, B 48-50, C 46- 47, Kühe A 49 -53. B 43—48. C 38-42, D 28-37, Färsen A 61 bk 64. B 57- 60, C 51—56, Kälber B 74—78, C 67 bis 73, D 60- 66, Schafe Al 48-52. B 41—47, C 36 —40. Verglichen mit den Notierungen der vorigen Woche waren Rinder eine Mark, und Schafe bis zu zwei Mark billiger, während Kälber bis zu einer Mark anzogen. Schweine waren gut behauptet. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Die ruhige Haltung setzt« sich in dieser Woche weiter fort, und die Umsätze blieben, wie schon in den Vorwochen, sehr klein. Die Grundstimmung war jedoch ziemlich freundlich, da etwas erhöhte Auslandnotierungen einen günstigen Einfluß ausübten, ohne daß jedoch die Preisgestaltung davon berührt wurde. Umsätze wurden nur zögernd getätigt, da die Unternehmungslust der Händler sehr klein blieb und von einer Beteiligung des Export« oder de« I Auslandes nur sehr wenig zu merken war. Auch war das Angebot gering, und die geforderten | Preise wurden zumeist glatt bezahlt. Die freundlichere Stimmung wurde hauptsächlich von dem etwa« gebesserten M e h l m a r k t hervorgerufen. Besonders Weizenmehl fand bei etwa« erhöhtem Preis guten 'Absatz, fo daß die Mühlen, angeregt hiervon, einige Kaufneigung bekundeten. Inland- toare kam zumeist, der geringen Nachfrage entsprechend, genügend an den Markt, so daß AuS- lanuforten kaum benötigt wurden. In Weizen und Roggen blieben di« Umsätze stark begrenzt. Mai« wurde ebenfalls kaum umgefetzt. Am Futtermittelmarkt waren Weizen- und Roggenkleie stärker vernachlässigt. Hier konnten Abschlüsse nur mit PreiSverlusten zustande kommen, die aber minimal blieben, da der 'Bedarf der Landwirtschaft in Futterartikeln während der Sommermonate klein ist. Auch zum Wochenschluß blieb die Haltung ruhig, e« machte sich sogar wieder eine größere Lustlosigkeit bemerkbar, da von außen her keine Anregungen vorlagen. Die Umsätze beschränkten sich auf ein Minimum. 3m Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche blieben Weizen, Roggen. Hafer, inländischer, Mai« für Futterzwecke und Roggenmehl gut behauptet. Weizenmehl lag eine viertel Mark höher, während Weizenkleie 35 Pf. und Roggenkleie 25 Pf. nachgaben. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen I 26,50 bis 26.75; Roggen 28,50; Hafer, inlänb., 27.75 bis 28.25; Mais für .Futterzwecke 24,25: Weizenmehl 36,50 bis 37,25; Roggenmehl 38 bis 39; Weizcnkleie 13,50; Roggenkleie 16,25. Hessischer Felder st andsbericht Anfang Juli. Rach Angabe der Berichterstatter wird der Stand der einzelnen Fruchtarten tm allgemeinen als mittel bis gut bezeichnet. Die Winterfrucht steht in einigen Orten gut; sie ist jedoch, ebenso wie die Sommerfrucht und die Hackfrüchte, stellenweise infolge der naßkalten Witterung und späteren Trockenheit im Wachstum zurückgeblieben. Heber Verunkrautung und Ungezkferplage wird nur in einigen Orten geklagt. Auch über Klee, Wiesen und Weinberge Lauten die Nachrichten aus einigen Gemeinden nicht günstig. Frost und Hagelschäden haben in einigen Orten in den Weinbergen großen Schaden angerichtet. Die SaatenstandSnoten betragen für Winterweizen 2,6, Sommerweizen 2,6, Winterspelz 2,8, Winterroggen 2,3, Sommerroggen 2,1, Wintergerste 2,5, Sommergerste 2,4, Hafer 2,7, Frühkartoffeln 2,5, Spätkartoffeln 2,7, Zuckerrüben 2,7, Futterrüben 2,9, Klee 2,9, Luzerne 2,8, De>-(Ent-)wässerungswiesen 2,7, andere Wiesen 2,8 und für Reben 3,2. (Es bedeuten: 2 = gut. 3 Ä mittel, 4 = gering.) • Saatenstand in Preußen Ans ang Juli. Ein« statistische Korrespondenz berichtet über den Saatenstand m Preußen Anfang Juli u. a. wie folgt: Die Entwicklung der Felds rächte ist unter der wenig günstigen Juni-Witterung gegenüber den normalen Jahren weit zurückgeblieben. Ausreichender Sonnenschein fehlt« überall; die Blüte dauerte daher ziemlich lange und war selten beendet, so daß mit dem Mähen des RoagenS schon im Juli kaum gerechnet wird. Das Anfetzen der Rüben und Kvhlpf langen war im Osten infolge der Kälte st» gering, dah fte noch keinen Boden decken konnten. Die Kartoffeln konnten sich unter dem Einfluß der Kälte ebenfalls nicht normal entwickeln. In manchen Gegenden waren die Frühkartoffeln erfroren. Von der im letzten Monatsdrittel eingetretenen wärmeren Witterung erhofft man eine wesentlich bessere und schnellere Entwicklung aller Feldfrüchte. Aus den Degutachttrngsnole i gcfti hervor, daß der Stand der Feldfrüchte j:genüber dem Vormonat etwa zur Hälfte gleich geblieben ist. Verbessert haben sich nur vier Fruchtarten, darunter die wichttgst«, der Winter roggen, um drei Punkte, ferner Wintergerste um zwei, Frühkartoffeln sowie Raps und Rübsen um je einen Punkt Die Rückgänge sind ttoh der im allgemeinen nicht günstig verlausenen Iuniwitterung nicht erheblich. Außer Flachs, der um fünf Punkte zurück- gegangen ist, haben sich nur die gewöhnlichen Wiesen um zwei Punkte verschlechtert, alle übrigen nur um einen Punkt. • Heyligenst aedt & E o., Werkzeug- maschinenfabrik und Eisengießerei A.-G., Gießen. Die Gesellschaft beantragt Herabsetzung des Aktienkapitals im Verhältnis von 5:2 auf 520 000 Mark und Wiedererhohung um 280 000 Mark auf 800 000 Mark. frankfurter Abendvörse. Frankfurt a. M.. 6. Juli. An der Abend- börse herrschte wieder Ge'chäftSstille, da die von Reuvork gemeldeten schwächeren Anfangskurse bi« schon heute mittag fühlbare Zurückhaltung noch verstärkten Dazu kam. daß nach wie vor Orders von aussen her fast vollkommen fehlten. Die Kurse waren gegen den Berliner Schluß nur wenig verändert, verschiedentlich traten kleine Abbröckelungen ein. fo bei Licht und Kraft. Gelsenkirchen und Adlerwerke, die biS 1 Prvz. verloren. Dagegen konnten Zellstoff Waldhvf und Hapag leicht anziehen 2luch im Verlaus« blich di« Stimmung allgemein still und zurückhaltend. Die Rentenmärkte lagen umsatzloS. AblöfungS- schuld 17: «. Barmer Dank 145,50, Danatbank 247.75. Deutsche Dank 167, Reichsbank 276. Gelsenkirchen 138, Harpener 158.50, Aschersleben 262,50. Westeregeln 275.75. Mannesmann 136, Rheinische Braunkohlen 293. Rheinstahl 152.50. Stahlverein 96,75. Adlerwerle 109,25. AEG. 176.75. Bergmann 201,50, Ehadeaktien 604. Scheideanstalt 206. Licht und Kraft 221, I.-G.- Farben 266,25, Gessürel 260.25, Holzmann 148,50, Rütgerswerke 100, Schuckert 204,50, Siemen« 361,50. Zellstoff Aschaffenburg 232,25, Waldhof 312,50, Hapag 165'/,. Lloyd 155,75. Rundfunkprogramm de« Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonnlag, 8. Juli 8 bis 9; Morgenfeier, veranstaltet vom Wart- bungt>crem, Frankfurt a. M. 11 bis 11.30: Die Elternstunde. 12 bi« 13: Konzert der Kapelle des Eafö Rumpelmayer. 14 bi« 15: Die Stunde der Jugend. 15: Don Köln: Fußball-Wettspiel. 17 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters. 18 bis 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: Stunde der Heimat. 19 bi« 19.30: Stunde des Kulturkartells der modernen Arbeiterbewegung: Vortrag: ..Die Bedeutung der Konsumgenossenschaften". 19.30 bis 20: Sportnachrichten. 20.30: Gastspiel Direktton Sander- Gräf: Das Mufikantenmädel. Operette in drei Akten. Anschließend bis 0.30: Von Berlin: Tanzmusik. THontag, 9. Juli. 15.30 bis 16.30: Studien-Musik. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. Neue Tanz- fchlager. 17.45 bis 18.05: Die Lefestunde. 18.30 bis 18.45: Rundfunkbullettn der VölkerbundS- behörde: „Der Kampf gegen di« Rauschgifte". 18.45 bis 19.15: „Frarckfurt al« Wahl- und Krönungsstadt", Vortrag anläßlich der Ausstellung der Krönungsinsignien im Rönrer, von Kustos Dr. Dingemer. 19.15 bi« 19.30: Englische Literaturproben. 19.30 bis 20: Englischer Sprachunterricht. 20 bis 21.15: Von der Norag, Hamburg: Singstunde. 21.15: Dom Mannheimer Besprechungsraum: Neuere russische Klaviermusik. Anschließend: Schallpl a tte n-Konzert. Dienstag, 10. Dull. 12.30 bi« 13 30: Don Kassel: MittagSkonzert: Eharakterstücke. 16.30 bi« 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. Romantische Opern. 17.45 bi« 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bi« 18.45: Von Kassel: Die Stund« der Frau. 18.45 bi« 19.15: Von Göttingen: „Die szenisch« Aufführung dramatischer Kantaten", Vortrag von General-Musikdirektor Rudolf Schulz, Dornburg, anläßlich der Göttinger Händel-Opern-Festspie le 1928. 19.15 bis 19.30: Don Kassel: Einführung in die nachfolgende Göttinger Aufführung. 19.30: Vom Stadttheater Göttingen anläßlich der ©Ottinger Händel-Festspiele 1928: Szenische Kantaten. Anschließend: Don Kassel: Aus einem Frauen- taschenbuch Mittwoch, 11. Juli. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. 17.45 bis 18.05: Die Bücherstunde. 18.15 bis 18.45: Dom Mannheimer Besprechungsraum: „Mannheim als Kunststadt im 18. Jahrhundert", Dorttag von Stadtarchivar Dr. W. Winkler. 18.45 bis 19.15: „Ein Stteifzug durch da« deutsche Zollrecht". Vortrag von Oberzollinspektor Seufer. 19.15 bis 19.30: Senckenberg-Viertelstunde: „Bau und Gliederung des Odenwaldes", Vorttag von Dr. H. Diehl. 19.30 bis 20.15: Französischer Sprachunterricht. 20.15 bis 21.15: Nach Stuttgart: Heiterer Abend. 21.15: Gastspiel Peter von der Osten. Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Franks«, a. M Berlin Eteankfurt a. TR ©erlitt Frankfurt a. M Berlin Berlin. 6 Juli Äeld Bries französische *Jioten..... Holländische Noten...... HtalientfCbe Noten...... Norkveatsche Noten...... 2eat<'6«C'rtrrr ,i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Unaattfche Noten...... Dcvifeumartt Berlin Telegraphllche 168,23 22,06 111,73 ,14 2,54 112,08 68,76 12.365 72,77 —Frankfurl A - « zah it?63 168,91 22,14 112,17 59.38 2,56 112.52 80,91 61,04 12,425 78.07 Siemen« 4 Hallt«.....12 358 Transradio . . ....... 8 — Labmever 4 Lo. - ..... 10 1-2,5 176.75 170.5 ■221 130,5 260.25 204,5 172 140,13 138 158.5 136 93.75 293 152.5 96,75 262.5 275.5 454 266.25 206 98 100 173,75 199 170 220 130 251 158 153 238 199.5 354 80 137.65 124 137.75 158 134,75 248.5 126 132 134,75 113,5 105 107.75 92,75 289 151 155 95,25 51.65 255 263.5 444 262,75 125 98.25 98.5 177 103 171.5 222 130 259.25 159.5 153 243 205.25 S62 155,5 82.5 140 125.5 138.9 158,5 134,5 128 131.13 134.5 114,5 107 111,75 93,9 293.5 153.25 96,65 52 262 272 454 266.25 97,5 100.5 Hermann......7 Heidelberger Ecment.... 10 iernenl Larlsiadl ...... 8 Wayb 4 Freitag..... 10 Schulchell Btchenhofer ... 15 £ Ilwede.........12 Ber. tzlantkoff......18 Bemberg. ........ 14 fleüftofi Daldbol.....12 Zett stoss AschassenSurq ... 12 tibetionenbutflet Ban et ... 7 Dessauer Ga»..... 8 Daimler Motoren ...... 0 Demag ...... 0 Adlerwerke Lieder ...... h Ludm. Loeive ...... 10 Rat. Sutomod-U ....... 0 CtenüefB 4 koppel . .... 5 Leonhard De» ....... 6 Bamag-Megum ....... 0 Franks. Maschine» ...... 6 Yrigner ......... 11 HeyliaenOaedt ....... 0 Iungbat'.-. . . ....... 4 Lech werke. . . ......8 MainkrakrwertR .......8 Mag...........10 Rekarsulmer .....8 Peter» Unton ........ 8 Sebr. Roeder . ...... 10 Bmgi 4 Haeffner ...... 8 SLdb. Zucker........8 Baid 14s.5 140 173 146,5 - — 311,75 232,5 108,5 109 25 75.25 134 25 85 113 120 145 64 109 153,75 ‘noten. 148.5 173 146,6 - T — 312.75 232.25 108,5 109.25 — 76 135 25 113.25 119 146 63,75 110 209 154.5 - - S - R Cnbä 1 88$ 1 1 t-> 1 8» 1 •jVnStc cnEnStn“ o 0*88 Ü.U. 1 1 1 ar • III I s L.2Ü-».SiS ' 1L • ' 153 QMlfi • • CD «■ » • «r* • w » 3 3 5. Juli 6. galt «mtlttbe Notierumi (Selb «riei Lmrliche Nonenuig Geld i Brref Buderu« . . . ...... 6 T rutsche ErdSI.......6 Ciienet Steinke hie......8 Gelsenkirchener ... |. ü 3- * Harveuer.......... 6 Hoesch Eisen. ....... .8 Sdln-Reuesjea. .......9 Mannesmann. ....... 8 Manrseldcr.........' c berschlei.Eisenb. Bedarf. . . 5 Cberjdild. RoUocde.....6 Dhäuir Bergbau......5% Rbeinische Braunkohlen... 10 Ndein.tadl . . f. % Iabr 4Yt Riebeck Montan..... 7,2 Sereinigte Slaülw......6 Ltavi Minen . ...... Seh ftalf Aschersleben.....10 ffnj Effttttdelü ...... 10 I. S. Farben^nauSUe ... 12 Tonantt XebeJ . ...... 5 Schetdeanttatt ....... 9 Soldschmidt . ...... .6 Rntgers-erke ........ 6 MemUgeseMchaft. ..... 11 bO 138.75 139.5 159 — 127,5 136,25 93 ■94 152.5 95,75 259 i61 450 '5.5.75 207 98 99,5 «ml.-Ron «urn. «tres «rtz.-Amw ttbrifHanta- Kopenchagro Gtoetboün . HelfmgforS. Statten . . . London. .. N eim ork . . Paris.... Schweiz .. Svanien. . ^tobe Jan Wien in D - Ct8,385 111,94 112,03 112,24 10,522 31,jK5 2O.03M I.18ÜU 16,40 93,105 6fl 99 1,938 •.4985 »8,97 12.397 7,363 72,89 3.022 18,« 81,52 2,140 »,425 4,171 4,266 20.914 168,88 1,777 58,505 112,16 112,25 112.46 10,54 t 22.025 20,043 4,1920 16,44 80.756 1.942 0.5005 59.09 12,417 7,373 73,03 3.028 81,68 168.55 1,772 58,37 111,91 111,99 10,52 21,97 20,382 16,405 »0,62 69,01 1,918 U, 498 -8.96 12,395 7,363 72.94 3,022 18.88 81,50 2,145 5,40j 4,171 4,266 20.907 168.89 1,77» 58,49 112,13 112,21 112,44 Kl, 64 22,01 20,452 4,1915 16,445 60,78 69,16 1,942 0.602 59,08 12.415 7,177 iv.US 3.028 18,92 81.66 2,149 5,415 4,179 4,274 80.947 Berlrn. 6. Jtnli <»eiB | Brie« 2,144 5,435 4.179 4.274 20.9M iltnertkamschr Note» ..... Belgische Noten. ....... Dänische Noten ........ fatfW .....— . 4,164 58,5» 111,73 20.365 1 4,1» 68,82 112,17 1 20.445 >1 ii MW! 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