Rr. 57 Erster Blatt 178. Jahrgang Mittwoch, I. MSrz 1928 Erschetnr tügUch.emher Sonntags anb Feiertag». Beilagen: (Biegenei Familienblütter Heimat hn Bild Die Scholle MonalS'Bezvgspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trüget» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelncrNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten Sn;eiger Gieße«. Postscheckkonto: Sranffnrtam Main 11686. MtzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvff vnd Verlag: vrühl'lche UMverfftStL-vvch' und Stdndniderd B. Lange in Kietzen. Lchriftiettnng und Keschöftrstelle: Zchalltratze Z. Annahme von Anzeigen fit die Tagesnummer bis znm Nachmittag vorher. Preis fit \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° „ mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polürk Dr. Fr. Wilh. Gange, für Feuilleton Dr tz.Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in (Biegen. Fünfmächie-Konferenz über die Gotthard-Affäre. Investigation auf Hintertreppen. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 7. Mürz. Es scheint, als ob Ungarn diesmal im Mittelpunkt der Ratstagung stehen wird, wobei es nach zwei Fronten kämpfen muh: einmal gegen Rumänien wegen der seit Jahr und Tag schwebenden Enteignungen, deren Behandlung durch den Rat ein besonders trauriges Kapitel ist, noch mehr wohl aber durch den Waffenfund von St. Gotthard , Der von Frankreich und der Kleinen Entente künstlich aufgebauscht und mL aller Gewalt zu einer Staatsaktion gestempelt werden soll. Dabei handelt es sich doch eigentlich nur um eine Angelegenheit des Grenz- s ch m u g g e l s. 3n St Gotthard wurden einige Waggons mit Maschinengewehren beschlagnahmt, die zweifellos aus Italien stammen, von denen aber niemand sagen kann, wo sie hin sollten. Adressiert waren sie nach Polen: möglich, daß es sich dabei nur um eine Deckadresse handelte und daß sie in der Tat auf der Fahrt durch Ungarn verschwinden sollten, um die ungarischen Bestände aufzufüllen. Aber wenn schon. Daß gerade die Staaten, die s e l b st einen schwunghaften Waffenhandel biS nach China - siehe Beneschi — treiben, so entrüstet sind, wenn einige Waggons Waffen nach Ungarn festgelaufen sind, zeigt doch, in wie hohem Maße Politik und Unehrlichkeit sich hier wieder einmal mischen. Die allgemein. Antipathie gegen Ungarn gibt dabei einen willkommenen Hintergrund» vor dem Frankreich wieder einmal seine Friedensliebe in die richtige bengalische Beleuchtung zu setzen weih: allerdings nur, um im Schatten seine sehr viel nä^rliegenden politischen Ziele weiter zu verfolgen. Dieser ungarische Wasfenschmuggel könnte tbeo- retisch den Anlaß zu einer Investigation, zu einer Nachprüfung durch den Völkerbund, bilden. Der Fall ist in den Friedensverträgen vorgesehen : Ungarn gehört yu den entwaffneten Staaten, und wenn erst einmal überhaupt der Völkerbund von seinem Investigationsrecht Gebrauch gemacht hat, ist es später um so leichter, die ganze Maschinerie auch einmal gegen Deutschland in Bewegung zu setzen. Das ist der Drehpunkt der ganzen Angelegenheit: woraus sich für Deutschland ohne weiteres ergibt, welche Haltung wir einzunehmen haben. Wir denken nicht daran, die Ungarn zu verteidigen, falls irgendwelche formellen Berstöhe vorgekommen sein sollten. Wir denken aber ebenso wenig daran, ihnen einen Strick zu drehen, der später vielleicht um unseren eigenen Hals gelegt werden soll. Wohl gerade deshalb hält Briand in Genf mit großer Zähigkeit an dem Gedanken der Investigation fest. Er stößt dabei aber auf den Widerstand Italiens, das selbst vielleicht mancherlei zu verbergen- hat, und auch Englands, dem der Anlaß zu solchem Auswand doch etwas geringfügig erscheint. Briand hat deswegen auch schon 50 Prozent seiner Forderungen gestrichen und scheint sich mit einer Nachprüfung durch Zollbeamte einverstanden zu erklären, die lediglich den Grenzbahnhof inspizieren könnten. Aber auch das wäre schon der Anfang einer Investigation, was den Franzosen für diesmal genügen dürfte, was für uns aber ebenso ausschlaggebend ist, um selbst diesen Versuch kaputt zu schlagen. Herr Briand glaubt und mürbe machen zu können mit der Drohung, daß ohne Investigation keine Rheinlandräumung zu haben wäre. Die Zeiten, wo dieser Trumpf stach, sind doch wohl vorüber. Deutschland und die Bevölkerung des besetzten Gebietes haben sich längst darauf eingestellt, daß wir die wenigen Jahre bis zum Ablauf der Besatzungsfristen aushalten. 1935 muß der letzte französische Soldat den deutschen Boden verlassen, und dann hat Frankreich den Augenblick, wo es für das Besahungsrecht etwas einhandeln konnte, gründlich verpaßt. Vas Ergebnis der VespreHung. Untersuchunft durch ein Dreterkomrlee. Genf, 6. TRäc}. (IBIB.) heute nachmittag gegen 5 Uhr sind am Sih der französischen Delegation die Vertreter der fünf ständigen Ralsmilglie- öer, also Deutschlands, Englands, Frankreichs, Italiens und Japans zu einer Besprechung zusam- mengetreten, die über anderthalb Stunden dauerte und fast ausschließlich dem Zwischenfall von St. Gotthard galt. Meter das Ergebnis der Besprechung war in uukerrichtelcn Kreisen der bestimmte Eindruck, daß auf keinen Fall mehr an die Einleitung eines feierlichen 3 n o e ff i g a t i - onsversahrens gegen Ungarn unter Anwen- düng der Ratsbeschlüffe über das Jnoestigations- protokoll vom Dezember 1924 und Dezember 1926 gedacht wird. Bei den heutigen Besprechungen war allgemein der Wunsch maßgebend, von der in letzter Zeit teilweise in Erscheinung getretenen Ueber- t r e i b u n g der Bedeutung der Angelegenheit abzurücken. von der Einsetzung eines Dreierkomitees, das in schwierigen fallen bereits zur Tradition geworden ist, verspricht man sich auch in diesem Halle eine glückliche Lösung der ganzen Angelegenheit. Wenngleich anzunehmen ist, daß dieses Dreierkomitee insofern eine Richtlinie erhalten wird, als die Einleitung eines direkten feierlichen Jnvesti- gationsversahrens ausgeschlossen sein soll, so wird es doch bei der Aufstellung seines Berichtes und seiner Vorschläge vollkommen frei sein, so daß im Augenblick alle Möglichkeiten zwischen einer einfachen Verwarnung und einer Untersuchung an Ort und Stelle, jedoch ohne militärischen Eharakter, offen bleiben. Hebet die Zusammensetzung des Dreierkomitees verlautet noch nichts Bestimmtes, jedoch scheint man sich bereits in der Richtung orientiert zu haben, daß der holländische Außenminister den Vorsitz und damit auch das Amt des Berichterstatters übernimmt. In einigen Kreisen wird damit gerechnet, daß bei der bevorstehenden Diskussion über die Jnvesti- gationssrage gegen Ungarn oder vielleicht im Zusammenhang mit der geplanten Herabsetzung der jährlichen Ratstagungen von vier auf drei die Frage der Erweiterung der Befugnisse des Ratspräfidenten aufgeworfen werten wird. Diese jeage könnte jedoch auf keinen Fall in ter jetzigen Ratstagung spruchreif werden. Ganz abgesehen davon, daß in andern Lagern diese Jrage weder als dringlich, noch als aktuell angesehen wird. Auch die amerikanische Anregung zum Abschluß eines allgemeinen Anil- kriegspaktes zunächst unter den Hauptmächten, wird wegen der Kompliziertheit dieser $tage nach überwiegender Ansicht während der gegenwärtigen Tagung nicht spruchreif werden. Die Nheinlandräumung. Eine Erörterung in Genf unwahrscheinlich. Paris, 6. März. (TU.) Im „Petit Journal" meint Marcel Renaud, daß die unvermeidliche Diskussion der Rheinlandräumung dadurch erleichtert werden könnte, daß Deutschland der Entsendung einer Inoestigationskommission nach Ungarn zustimmen würde. Die Investi- gatten könnte wohl mit Stimmenmehrheit entschieden werden, eine einheitliche Auffassung des Dölker- bundsrates würde aber dem Frieden in Europa dienlich sein. Das „Oeuvre" betont die Zweckmäßig- feit der Besprechung über die Rheinlandräumung zwischen Strefemann und Briand, auch während der gegenwärtigen Ratstagung, obwohl diese Unterhaltung wegen der bevorstehenden Reichstagswahlen nur theoretischen Charakter hätte. Dabei weist das Blatt erneut darauf hin, daß das Rheinland endgültig 1935 geräumt werden müsse und eine vorzeitige Räumung Frankreich nur Vorteile bringen könne. D.e Besetzung erschwere die Annäherungspottiik. Die Räumung könnte gegebenenfalls das Reparationsproblem und das französische Schuldenproblem lösen und damit hätte man einen großen Schritt auf dem Wege des Friedens und der Wiederaufrichtung der französischen Finanzen getan. Rach dem „Petit Pa- rificn" soll Dr. Strcsemann im Laufe einer Unterredung mit Briand zu verstehen gegeben haben, daß er die Frage der Räumung des Rheinlandes während der gegenwärtigen Session des Rates nicht a u f ro 11 e n werde. Selbst ein theoretischer Gedankenaustausch wäre am Vorabend der deutschen und französischen Wahlen zwecklos. Dagegen hätte Streseman offen erklärt, daß die ganze Angelegenheit im Juni zur Sprache kommen soll. Die erste Ratssitzung. Genf, 6. März. (WTB.) Die heutige öffentliche Sitzung des Dölkerbundsrates begann um 10.30 Uhr und wurde kurz nach 13 Uhr geschlossen. Die ersten drei Punkte der Tagesordnung, die sich auf wirt- schastliche Fragen bezogen, wurden fast ohne Aussprache erledigt. Zu einer längeren und grundsätzlich wichtigen Aussprache kam es bei der Beratung eines von dem italienischen Ratsmitglied Sciateja erstatteten Berichtes über den Stand der Ratifizierungen der unter den Auspizien des Völkerbundes abgeschlossenen Staaten abkommen. Chamberlain bemängelte als erster Diskussionsredner, daß die Opiumkonvention vom Jahre 1925 wegen ungenügender Ratifizierung durch die Ratsmächte nach nichtinKrafttr'eten konnte. Auch habe eine ganze Reihe von Abkommen über Schifffahrtsfragen noch nicht die nötige Zahl von Ratifikationen erhalten. Chamberlain betonte die dringende Notwendigkeit, zunächst die bereits vorhandenen Abkommen in Kraft zu setzen, statt ihre ohnehin hohe Zahl immer mehr zu steigern. Die Vertreter Rumäniens, Hollands, Kanadas und Japans kündigten bei dieser Gelegenheit die bevorstehende Ratifikation der Opiumkonvention durch ihre Länder an, so daß diese, da Rumänien und Holland schön in allernächster Zeit ratifizieren werden, bis zur nächsten Ratstagung in Kraft treten kann. Der rumänische Außenminister Titulesco erinnerte außerdem daran, daß fein Land als erstes das Washingtoner Achtstundenabkommen unterzeichnete. Br i a n d erinnerte an die überaus große Bedeutung einer Ratifizierung der Konvention zur Kontrolle des internationalen Waffenhandels, die Frankreich ratifiziert habe, ohne allerdings dabei bisher viel Gefolgschaft gefunden zu haben Strcsemann wies auf Die große Bedeutung hin, die gewissen Vorbehalten bei der Ratifizierung von internationalen Abkommen zukomme. Er regte an, daß der Rat von Zeit zu Zeit sich grundsätzlich mit den Fortschritten des Ratifizieruntzsstandes befasse. ©cialoja wurde beauftragt, für die nächste Ratstagung einen Bericht über die juristisch- grundsätzliche Frage des Ratifitatioirsstandes aus- Auarbeiten. Dann beschloß der Rat, den von Dem Fünferausschuß au5gearbeiteten Bericht über den Bau des Bölkerbundspalastes in seinen Grundzügen zu genehmigen, aber gleichzeitig über die Frage der endgültigen Gestaltung des Bersammlungssaales und der Fassade einen Ergänzungsbericht für seine nächste Tagung einzusordern. Damit wird der gemeinsame Plan des Pariser Architekten M e n o t, des Erbauers der Sorbonne, und seines Schülers, des Genfer Architekten Flegenheimer, allerdings unter einer Reihe von Abänderungen zur Ausführung bestimmt. Die Baukosten sind bisher auf 19,5 Millionen Schweizer Franken festgesetzt worden. Das Honorar für die Architekten wird auf fünf Prozent der Baukosten festgrlegt. Der Generalsekretär soll den Auftrag für die Ausführung des Baues erst dann gegenzeichnen, wenn über die drei Punkte, des Bersammlungssaales, der Fassade und die Leitung der Bauarbeiten völlige Klarheit geschaffen iist. Oer amerikanisch-französische Gchiedsverirag. Ratifizierung im amerikanischen Senat. Washington, 7. März. (WTB. Funkspruch.) Der Senat hat gestern abend den Schiedsgerichtsvertrag zwischen Frankreich und den Bereinigten Staaten ohne Abstimmung nach kurzer Erörterung ratifiziert. Der neue Berirag, der den am 27. Februar abgelagerten Root° Schiedsgerichtsvertrag ersetzt, sieht vor, daß jeder Streitfall zwischen Frankreich und den Bereinigten Staaten, der nicht irgendeine rein innere Frage, die Interesse einer dritten Macht, die Monroe-Doktrin oder die Berpflichtungen Frankreichs als Mitglied des Völkerbundes in Mitleidenschaft zieht, einem Schiedsspruch unterworfen werden soll. In ter Präambel des Vertrages wird der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß ter Tag kommen werte, wo alle Länder auf den Krieg als Instrument nationaler Politik verzichten werden. Die Präambel wurde eingefügt im Anschluß an den Meinungsaustausch zwischen Briand und Kel- log über die Möglichkeit eines Abschlusses eines gesonderten Vertrages gegen den Krieg. Oer „Heilige Krieg" in Arabien. Oer Wahabitenhäuptting Ibn Saud zieht gegen Irak und Transjordanien zu Heide. Auf der arabischen Halbinsel schlagen die Kriegsflammen wieder einmal hoch. Ibn Saud, ter Führer der Wahabiten und Beherrscher fast «Arabiens, hat gegen den Irak, TranSjor- m und Koweit den .Heiligen Krieg" erklärt. Angeblich sollen die vom Glauben abtrünnig gewordenen Bewohner dieser Gegenden mit Feuer und Schwert bekehrt werten. In Wirllichkeit hantelt es sich aber um einen EroberungSfeldzug ter fanatisierten Wahabiten, die schon oft von sich den gemacht haben und von den Engländern nur schwer zu bändigen sind. Den äußeren Anstoß zu dem Kriegszug hat ein von den Engländern nicht eingelöfted Versprechen gegeben. Als Ibn Saud vor zwei Jahren den Emir Hussein, einen Schützling Englands, davonjagte und aus dem Innern Arabiens bis an das Rote Meer vorstieß, beeilte sich Großbritannien, mit dem Eroberer in Fühlung zu treten und mit ihm Freundschaft zu schließen. Die Engländer erkannten sehr rasch, daß das am besten durch die Abtretung einiger umstrittener Gebiete um Akaba und Maan geschehen könne. Ein entsprechender Vertrag kam zustande, die englischen Truppen wurden aber nicht zurückgezogen, worauf die Freundschaft zwischen Ibn Saud und den Engländern sehr rasch wieder in die Brüche ging. Dor wenigen Wochen ist er nun gegen das ihm versprochene Gebiet mit Waffengewalt vorgegangen und hat eS auch zum Teil erobert Dadurch sind die Engländer in eine recht kritische Lage gekommen. Man muh berücksichtigen, daß sie in Aegypten und Indien mit , ernsthasten Schwierigkeiten zu kämpfen haben und daß diese sich um ein Vielfaches vergrößern würden, wenn sie in Arabien das Feld nicht zu behaupten vermögen. Außerdem ist Ibn Saud in die Richtung ter Sinai-Halbinsel und des Suez» Kanalö vorgestoßen, so daß sich Großbritannien beeilt hat, Bombenflugzeuge und Tankgeschwater zur Niederwerfung der Aufständischen bereitzustellen. Außerdem sind aber die Wahabiten noch nach dem Osten vorgestoßen, sie wollen das Emirat Koweit am persischen Golf in ihre Gewalt bringen. Auch das müssen die Engländer verhindern, weil sie sonst den Persern gegenüber an Ansehen einbühen könnten. Schließlich bleibt noch der dritte Kriegsschauplatz in Assir übrig, ter aber von untergeordneter Bedeutung ist. Da die Engländer umfangreiche Äbwehrmahnahmen treffen, sind fic anscheinend gewillt, den Aufstand ter Wahabiten erst gar nicht zur Entwicklung kommen zu lassen. Englands Mandatspolitik. London, 7. März. (WTB. Funkspruch.) Nach einer „Exchange"-Meldung aus Jerusalem soll König Ibn Saud dem Irak und Transjordanien den Krieg erklärt haben. Eine starke Streitmacht von Wahabiten mit modernen Waffen befindet sich im Gebiete von Maan. Sieben Tanks und 22 Flugzeuge seien zum Schutze der Grenze des Trunsjordanlandes entsandt worden. Nach den Morgenblättern liegt bisher eine Bestätigung der Meldungen über die kriegerischen Dorbereitungen Ibn Sauds nicht vor. „Daily Mail" erklärt die mesopotamische Politik der Regierung für verfehlt und warnt davor, Großbritannien in einen Krieg steuern zu lassen. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" weist daraus hin, daß Großbritannien keine diplonwtische Vertretung oder Agenten in der Wahabiten-Haupt- stadt besitze, obwohl Ibn Saud in der mohamme- danrsclM Wett eine wichtige Rolle spielt. Die Erklärung des Heiligen Krieges gegen die Araber in Transjordanien, im Ira? und Koweit bedeutet für englische Orientkoimer nichts anderes als den Kampf Ibn Saute um die Erweiterung feiner Macht. In amtlichen e»»allschen Kreisen wird einerse-tts das Gerücht bementtert, daß indische Truppen nach Koweit unterroeg» seien, andererseits wird beruhtgerte darauf hingewiesen, daß die britischen ßuftflreitf reifte im Irak über 45 Bombenflugzeuge, 12 Kampfflugzeuge und mehrere Panzerwagen verfügen. Der „Soerring Standard" mentet sich unter dem Eindruck der arabischen Hiobsnachrichten stehend, scharf gegen die Zwecklosigkeit ter arabischen Mandate Engtente. Oie Lage in Aegypten. Kairo, 6. März. (Reuter.) Die politische Lage in Aegypten ist unverändert. Die Studenten zeigen weiterhin Abneigung, sich mit ihren Studien zu befassen. Eine Abordnung begab sich heute zum Hauptquartier ter radikalen Wafd-Partei, um im Namen der Studenten gegen die von der Polizei angewenteten Methoden Einspruch zu erheben. Der Führer der Wafd-Partei, Nahas Pascha, richtete jedoch eine Ansprache an sie, worin er erklärte, er mißbillige die Anwendung von unnötiger Gewalt von feiten ter Polizei. Die Studenten dürften aber auch keinen Anlaß dazu bieten. Sie könnten die Polizeistöcke vermeiden, wenn sie bei ihren Studien verblieben und es den verantwortlichen Führern überließen, sich mit der politischen Lage zu befassen. Das Tangerabkommen. Zustimmung Englands. London, 6. März. (TU.) Die hiesigen Botschaft ter Frankreichs und Spaniens sprachen gestern abend im Foreign Office vor und unterrich. teten den ständigen Unterstaatssekretär Sir William Ty re 11 davon, daß zwischen ihren Regierungen ein Abkommen über das Tanger st atut vom Jahre 1922 erreicht wurde. Das nächste Stadium der Verhandlungen wird nunmehr eine P a • rifer Konferenz zwischen Vertretern der englischen, französischen, italienischen und der spanischen Regierung sein, auf der die Bedingungen festgelegt werden sollen, unter denen JtalienindieTan- gerverwalkung einbezogen werden soll. Die britische Regierung wird auch hierbei eine ver- mittelnde Rolle einnehmen. — Wie die „Times" aus lange» berichtet, wird dort das Uebereinkommen zwischen Frankreich und Spanien n i ch t als ein An- zeilyen für eine endgültige Lösung des Tangerproblems angesehen. Die vorgesehene Vermehrung der Gendarmerie, die eine bedeutende Mehrbelastung für Tanger bedeutet, hat erheblich verstimmt. Weiter wird betont, daß die lieber« laftung der Finanzen der Tangerzone einen Ausgleich erheblich erschweren würde. Sie Samoaner »erlangen Se.bsiregimmg Wellington (Neuseeland), 6. März (Deuter.) Ein vom Gouverneur von Samoa am 3. März gemachter Vorschlag, in ter Frage der Begnadigung der Mitglieder des illegalen Verbandes von Samoanern, die ter Bildung irregulärer Polizeiformationen überführt sind, ist zurück- gewiesen worden. Wie ter Sprecher für 200 Gefangene erklärte, seien die angebotenen Zugeständnisse nicht genügend. Sie verlangen, daß Samoa ohne Hinzuziehung weißer Beamten von Samoanern, jedoch unter britischer Flagge regiert werde. Der Gouverneur eröärte ihnen, daß ein solcher Vorschlag Aufrührerisch sei und daß nicht darüber verhandelt werden könne. Das Notprogramm. Schwierigkeiten derDurchführung. -Zurückstellung einzelner Teile. Berlin, 7. März. (Priv.-Tel.) Bei der Vorberatung des Arbeitsprogra.nms im Reichsrat haben sich gewisse Schwierigkeiten herausgeslcllt. Die Vorlage über das Gefrierfleiichkon- kingent und über die Rentenbankkredite sind zurückge stell! worden, was die Verteilung der landwirtschaftlichen Mit- t e I anlangt, so waren bereits Bedenken des Zentrums gegen eine Benachteiligung der Preutzcnkasse durch Bevorzugung der Rentenbankkreditanslalt geltend gemacht worden. Bedenken der Länder, und zwar nicht nur Preußens, gegen die Zentralisierung der Agrarkredite sind hinzugetreten. Man wandte sich gegen die Erweiterung der Kompetenzen der Ren!envankkreditanstalt, die sich bisher auf l a n g f r i st i g e Realkrsdite beschränkt hat und jetzt auch die Ausgabe von kurzfristigen personalkreoiten erhalten soll. Auch in der Frage des Personaletats bestehen Schwierigkeiten. Die Bedenken des Zentrums sollen zwar durch direkte Verhandlungen zwischen Deutfchnatio- nalen und Zentrum ausgeräumt sein; das würde ober ein Abseitsbkeiben der Deutschen volkopartei nach sich ziehen. Der Personaletat unterliegt gegenwärtig der /Nachprüfung des Sparausschusfes. Zur Wahl- und Verfaffungsreform. Reichsinnenminifter von Keudell über die Splitterparteien Berlin, 6. März. (DDZ.) Zur Frage der Splitterparteien erklärte Reichsinnenmini- st e r v. Keudell im Haushaltsausschuh des Reichstages: Die Reichsregierung habe konsequent den Standpunkt eingenommen, daß die Lösung Lieser Frage zweckmäßig der Initiative der Parteien zu überlassen sei. Das wirksamste Mittel sei die Abschaffung des amtlichen Stimmzettels. Aber bei der Einstellung der Parteien fei hierzu feine Möglichkeit gegeben. Es sei auch die Frage erwogen worden, die Urteile des Staatsgerichtshofes über die Rechtsgültigkeit verschiedener Länderwahlrechte dadurch zu korrigieren, daß im Wege reichsgesetzlicher Regelung eine Erhöhung der Kautionssumme und der Zahl der Unterschriften für die Wahlvorschläge vorgesehen werde. Abgesehen von den grundsätzlichen Bedenken, daß man einen Spruch des Staatsgerichtshofes nicht durch die Gesetzgebungsmafchine korrigieren solle, habe man sich aber gefragt, ob dieses Verfahren nicht gegen den Grundsatz der Gleichheit verstoße. Weiter habe man erwogen, auf dem amtlichen Stimmzettel nur diejenigen Parteien aufzuführen, die bisher min- destens vier Abgeordnete gehabt hätten, während für die übrigen ein leeres Feld vorgesehen werden könne. Auch diesen Weg eines ausgesprochenen Ausnahmegesetzes gegen die Splitterparteien habe die Aeichsvegierung nicht gehen wollen. Es sei auch zu bedenken, daß eine solche Differenzierung des Verfahrens vvraussichttich Erbitterung erregen würde, ohne Laß eine Garantie für hinreichende Einschränkung der Parteizersplitterung gegeben sei. lieber das Verhältnis zwischen Reich und Ländern führte der Minister aus, auch für das kulturelle Gebiet gelte das Wort des Reichs- kanzlers, das Reich solle seinen Machtbereich nicht durch finanzielle Aushöhlung zum SchadenderLänder erweitern. Man könne es bedauern, daß die Frage zur Zeit so stark von dem Gegensatz zwischen Föderalismus und Unitarismus beherrscht werde. Was die Derwaltungsre- form betreffe, so werde die Reichsregieruna auch dort, wo der Schwerpunkt auf der Seite der Länder liege, den Ländern mit Rat und Tat zur Seite stehen, um diese Dinge zu fördern. Nach einem Wort des Abg. Heß greife das Problem tief hinein in die feinsten Verästelungen des deutschen Seelen- und Gemütslebens. Der psychologischeSchlüfsel des Problems liege südlich des Mains. Es werde eine Zusammenfassung der Kräfte des Reichs und die Beseitigung mancher Reibungen um so eher erreicht, wenn es gelinge, die süddeutschen Länder zu freiwilliger Mitarbeit zu gewinnen. Wenn man diese psychologischen Kräfte richtig einschätze und behandele, dann sei der Weg frei für eine vollkommene Gestaltung unserer innerdeutschen staatsrechtlichen Verhältnisse. Oie Ehescheidungsreform. Zentrumscmträge im Rechlsausschuß. Berlin, 6. März (VDZ.) 2m RechtSauS- fchuß des Reichstags erklärte bei der Weiterberatung der Ehescheidungsreform Reichs- j u st i z m i n i st e r H e r g t, daß sich die Deichsregierung gegenüber Initiativanträgen prinzipiell eine gewisse Reserve auferlege, namentlich wenn es sich, wie im vorliegenden Falle, um Weltanschauungsfragen handele. Die Reichsregierung stehe auf dem Standpunkt, daß zunächst nur die im A r b e i ts n o t p r o g r a m m fest gelegten Angelegenheiten erledigt werben sollten und alle übrigen Angelegenheiten, welche die Erledigung des Arbeits- Programms belasten und stören könnten, zurück- z u st e l l e n. Daher halte die Reichsregierung au ch die Ehescheidungsreform als nicht geeignet, im Rahmen des Arbeitsprogramms in der noch biS zum Auseinandergehen deS Reichstags zur Verfügung stehenden Zeit erledigt zu werden und habe deshalb auch den Referentenentwurf dem Ausschuß nicht zugeleitet. LVg. Schu l te-Breslau (Zentr.) erklärt angesichts der Gefahr, daß die Ehescheidung weiter erleichtert werde, sei er genötigt, vom Standpunkt der christlich-katholischen Auffassung unter Berufung auf den demokratischen Charakter der Relchsversassung den Versuch zu machen, im bürgerlichen Recht Bestimmungen zu verankern die dieser Auffassung Rechnung tragen. Zunächst stelle er folgenden Antrag: „Ein Ehegatte kann auf Scheidung klagen, wenn der andere Ehegatte die vor der staatlichen Eheschließung vereinbarte kirchliche Trauung verweigert oder wenn die kirchliche Trauung nicht möglich ist. DaS gleiche gilt, wenn die Ehegatten derselben Religionsgemeinschaft angehören und auf Verlangen deS einen Teils der andere Teil die vor der staatlichen Eheschließung schon vorbereitete kirchliche Trauung verweigert." Was die beabsichtigten neuen Ehescheidungsgründe anlange, so werde er Anträge erwägen, die die Geltendmachung dieser Deutsche Wirtschastspwbleme. Reichsminister Or. Curtius antwortet seinen Kritikern. Berlin, 6. März. (VDZ.) Die zweite Beratung des Haushalts des Wirtschaftsministeriums wird fortgesetzt. Reichswirffchastsminister Or. Curtius äußert sich zu verschiedenen in der Debatte aufgeworfenen Einzelfragen. Er erklärt: Viele der vom Abg. Lejeune-Iung erhobenen Beschwerden muß ich als berechtigt anerkennen. Verschiedene Maßnahmen der englischen Regierung bedeuten eine Verschiebung der Basis, die wir gemeinschaftlich mit England beim Vertragsabschluß gefunden haben. Wir werden bei der ersten möglichen Gelcgmheit den deutsch-englischen Hondelsvert-ag kündigen und versuchen, bei den neuen Verhandlungen die jetzt zutage getretenen Mißstände abzustellen. Zum Wortführer der Beschwerden, die sich g gen die Methoden beim deutsch-italienischen Vertrag richten, sind nur diejenigen berufen, die auch von sich aus solche Methoden als verwerflich betrachten. Ich kann mich darum nicht denen anschließen, die, wie der Abg. H u g e n - berg das Heil in einer Grenzsperre für landwirtschaftliche Artikel und in Einfuhrverboten sehen. Diese Forderung steht im Widerspruch zu den in der Genfer Weltwirt- schaftskonserenz auch pon der landwirtfchastlichen Gruppe unter Zustimmung der deutschen Landwirtschaftsvertreter festgelegten Grundsätzen (Hört, hört!). Der Autorität des Abg. Hugenberg stelle ich die Autorität des verstorbenen Abg. H e l f f e r i ch gegenüber, der 1901 gesagt hat: ,,3d) sehe die größte Gefahr darin, daß wir als Industriestaat eine Agrarpolitik treiben, die den kleineren Teil des Volkes erhalten will mit Maßregeln, die den anderen, größeren Teil zugrunde richtens" (Hört, hört!) Den Grundsätzen, die Abg. Lejeunr hier in seiner Rede ausstellte, sind ja zum Glück er selbst und seine deutschnationalen Freunde in der Regierung nicht gefolgt. (Abg. Lejeune-Iung (Sn.): Ich habe 1926 genau so geredet wie jetzt!) Ja, aber die Deutschnationalen haben_ meine Politik m i t g e m a ch t. Die Ironie oes Schicksals will es, daß gerade für den deutsch-englischen und den deutsch-italienischen Handelsvertrag die deutschnationalen Abg. Lejeune-Iung und Sr. Reichert die Referenten waren. (Große Heiterkeit.) An dem Zustandekommen deS deutsch-französischen Handelsvertrages hat Reichsernährungsminister Schiele den stärksten Anteil. (Hört, hört und Heiterkeit.) Wenn wir mit Polen zum Vertrag kommen, so basiert das auf der Grundlage, die die Minister Schiele und Stresemann zusammen geschaffen haben. (Hört, hört.) Ich bin überzeugt, dah die Deutschnationalen bald auf diesen Boden wieder zurückfinden werden, denn mit den Plänen des Abg. Sr. Hugenberg werden wir niemals deutsche Handelspolitik treiben können. (Beifall.) Man darf andererseits den langsamen Fortgang der deutsch-polnischen Verhandlungen nicht allein auf deutsche Hemmungen zuruck- sühren. Die größten Schwierigkeiten gehen in der Riederlassungs- und Valorisierungsfrage von Polen aus. Die Klagen de» Mittelstandes werden infoferm berücksichtigt, als der Reichsernährungsminister die Beteiligung von Vertretern des Handwerks und Mittelstandes an den Beiräten für die Durchführung des landwirtschaftlichen Notpro- gramms zugesagt hat. Die Entschließung, in der eine Kontrolle der staatlichen Auftrogs- oergebung verlangt wird, geht nicht weit genug, weil sie sich nur auf die Reichsbetriebe erstreckt, die nur zehn Prozent aller Aufträge vergeben. Richtig wäre ee, wenn alle von Reich, Ländern ttrtb Gemeinden vergebenen Aufträge dem Reichswirtschaftsministerium mitgeteilt werden, das dann die gewünschte Kontrolle üben könnte. Die Reichsregierung trägt nicht die Schuld daran, daß die Novelle zur Handwerksordnung von diesem Reichstag noch nicht verabschiedet werden kann. Das Handwerk ist nicht aufgeiaugt worden, es hat sich gehalten und auf manchen Gebieten Terrain gewonnen. Mit dem neuen Reichskommiisar für das Handwerk haben die Handwerksoertreter visher ihre Zufriedenheit geäußert. Die von manchen Seiten geforderte Vereinigung des Reichswirtschaftsministeriums mit dem Reichsarbeitsministerium ist undurchführbar, denn kein Minister könnte allein ein so unge- Iieures Arbeitsgebiet bewältigen. Die Kooperation in der Wirtschaft ist auch das Ziel des Rei chswirtschaftsministerrums. Wir fordern die Zusammenarbeit der Erzeuger mit handel und Verbrauchern und wurden es begrüßen, wenn wenigstens etwas mehr dem amerikanischen Grundsatz Rechnung getragen würde: Oer Kunde hat immer Recht! Ich bedauere, daß die Zentralarbeitsgemeinfchaft nicht mehr besteht. Ich hoffe, dah ihre Aufgabe vom Reichswirtschaftsrat übernommen werden kann, denn wir brauchen die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zum Segen der ganzen Wirtschaft. (Beifall.) Abg. B e y t h i e n (D. D.) verlangt Anwendung der Reichsverdingungsordnung auch durch Betriebe, wie die Preußag. Das Eindringen der öffentlichen Hand in d i e Privatwirtschaft müsse aufhören. Die Zentral- beschaffungsstelle für behördlich benötigte Waren müsse aufgehoben werden. Die Hauszinssteuermittel sollten in stärkerem Maße der Privatbauwirtschaft zugeführt werden. Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb sei reformbedürftig. Der deutsche Einzelhandel müsse bei der Zusammensetzung des endgültigen Reichswirtschaftsrats besser berücksichtigt werden. Abg. B a r t s ck a t (Dem.) erklärt: Die Wirt- schaftspartci würde in Verlegenheit geraten, wenn sie vielleicht nach den nächsten Wahlen einmal den Wirtschaftsminister stellen sollte. Die Wirt- schastspartei sei bei der Abstimmung über große politische Fragen immer auSeinandergesallen, aber sie habe die Zollpolitik der Rechtsregierung mitgemacht und für die Beibehaltung der Luxussteuer gestimmt. Die Verdingungsoronung werde von den unteren Instanzen in einer Weise angewandt, die dem Geist der Verordnung widerspricht. Abg. Dr. Reichert (Dn.) wendet sich gegen das Kartellgericht. Dieses Sondergericht müsse verschwinden, oder wenigstens eine Berufungsinstanz erhalten. Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) ersucht die Reichsregierung um Maßnahmen für die Durchführung einheitlicher Bearbeitung und Förderung der Aufgaben der Hauswirtschaft, insbesondere der hiermit zusammenhängenden wirtschaftlichen unft technischen Fragen. Die Hauswirtschaft werde oft unterschätzt In ihrer Bedeutung für die Gesamtwirtschaft und die Weltwirtschaft. Durch Rationalisierung der Hauswirtschaft könnten dem Volksvermögen Milliarden erspart werden. Weiterberatung des Wirtschaftsetats Mittwoch. Ehescheidungsgründe dann ausschließen würde, wenn die Che außer der staatlichen auch in den Formen einer Religions- g e s e l l f ch a f t, der die Ehegatten angehören, geschlossen wäre. Don deutschnationaler Seite wurde beantragt, dem Ehegatten das Recht auf Ehescheidung nur dann zuzugestehen, wenn er ein bestimmtes Lebensalter überschrit- ten habe. Abg. Frankfurter (Dem.) hielt dem Zentrumsantrag entgegen, daß nach dem jetzt bereits geltenden Recht die Ehe angefochten werden könne, wenn ttotz eines gegebenen Versprechens der eine Ehegatte die kirchliche Trauung verweigere. Durch Abstimmung wurde ein deutschnationaler Antrag auf Abbruch der Verhandlungen mit 14 gegen 12 Stimmen abgelehnt. In der farblichen Beratung wurden unter Ablehnung verschiedener Aenderungsanträge folgende erste beiden Abschnitte eines in das BGB. einzu- fugenden neuen Paragraphen 1568a beschlossen: 1. Ein Ehegatte kann auf Scheidung klagen, wenn aus einem anderen Grunde eine so tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses eingetreten ist, daß eine demWesenderEheentsprechendeFort- setzung der Lebensgemeinschaft nicht mehr erwartet werden kann und wenn infolge der Zerrüttung die Lebensgemeinschaft der Ehegatten seit mindestens 1 Jahre vor Erhebung der Klage nicht mehr besteht. 2. Das Recht eines Ehegatten auf Scheidung nach 2lbs. 1 ist ausgeschlossen, wenn er s e l b st einen S ch e t d u n g s g r u n d gegeben hat oder anderweit die Zerrüttung der Ehe vorwiegend durch sein schuldhaftes Verhalten herbeige- führt worden ist. Der neue polnische Sejm. Die Warschauer Presse zum Wahlergebnis. Warschau, 6. Marz. (WTD.) Ohne sich schon in Kombinationen über die zukünftige Re- gierungsgestallung einzulassen, betont die Re- gierungSpresse Die großen Erfolge der Liste des Reg'erungsblocks und die vernichtende Rie- derlage der nationalistischen Parteien und begrüßt auch, daß die Ukrainer und Weißrussen in verhältnismäßig so überaus geringer Zahl in den neuen Sejm einziehen werden. Die nationalen Zeitungen gehen über die Tatsache der Riederlage der Rechten hinweg und beschätti- gen sich vorwiegend mit der politischen und sozialpolitischen Zusammensetzung des neuen Land- tag«. Für sie ist daS wesentliche Merkmal des Wahlergebnisses die darin zum Ausdruck kommende Radikalisierung. Sozialdemokraten und die beiden radikalen Bauernparteien verfügten, so wird In diesen Organen ausgeführt, allein schon über etwa 120 Mandate, hinzukomme noch, daß mindestens drei Viertel der Abgeordneten desRegierungsblockes ausgesprochen radikal eingestellt seien. Es sei infolgedessen damit zu rechnen, dah radikale Experimente jeglicher Art im neuen Landtage eine sichere Mehrheit finden werden. Um so mehr, als der Radikalismus in entscheidenden Fragen auch auf die Unter ft ütjung der nationalen Minderheiten rechnen könne. Diese Verschiebung des Schwergetrichtes vom nationalkonservativen in das radikale Lager sei ausschlaggebend für die Beurteilung des Wahlergebnisses. Im fozialdemotratifchen „Robotnik" schreibt der bekannte Abg. Riedzialkowski über bas Wahlergebnis: „Wir wundern uns, wenn die Regierungsblätter den „großen Sieg" und den „Triumph" der Regierungsliste verkünden, doch die brutale Wahrheit muß gesagt werden. Wenn nämlich der Regierungsblock seine 104 Mandate im normalen Wahlkampf gewonnen hatte, so wäre dieser Erfolg sicherlich imponierend, aber die Sache ver° lief anders. Ein unparteiisches Urteil der Ge- sch chte muß von dieser Ziffer 104 alles abrechnen, was dem Rcgierungsblock durch die Tätigkeit der Wojwoden und Starosten, der Polizei durch Druck auf die Beamten, durch die Aufwendung ungeheuerer Geldmittel und vor allem durch die Re- prefsivmaßnahmen gegen b i c anderen Listen gewonnen wurde. Wir lassen hier noch die O st marken beiseite, wir werden gesondert über die dortigen Prozeduren schreiben, mit denen sich das Oberste Gericht zu befassen haben wird. Aus aller Welt. Der Insulinforscher Lesser f. In Mannheim ist der Vorstand des Laboratoriums der Städtischen Krankenansta ten, Dr. Ernst Josef Les,ec, im Alter von 48 Jahren plötzlich gestorben. Der Verstorbene hatte schon im Jahre 1913 das Prinzip der Insulinwirkung gefunden, eine Veröffentlichung aus theoretischen Bedenken jedoch hinausg schoben. Rach dem Kriege kamen dann bekanntlich die Amerikaner damit heraus. Dieser Tage sollte Lefser zum Honorarpco'essor an der Universität F anb furt a. M. ernannt werden. Boni Verein für bas Deutschtum im Auslande. ■Berlin, 7. März (WTB. Funkspruch.) Der Verein für das Deutschtum tm Auslande veranstaltet am 10. März eine Hauptvorstands- fitzung, in der u. a. eine Aussprache über die Rücktrittsabsichten des Vorsitzenden, Staatssekretärs von Hintze, stattfindct 11 000 Lier zerschlagen. 3n der vergangenen Nacht wurden in einer Ä e > flügeffarm der Ergon - A.-G. auf dem früheren Flugplatz in Kalshorst bei Berlin m einem -er Wirtschaftsgebäude Kisten mit 11000 gestempelten Eiern, die heute als Bruteier versandt iver- den sollten, von Einbrechern geöffnet und sämtliche Eier so zerschlagen, daß sie nur noch eine breiige Masse vildeten. Die Eigentümerin der Farm, die Ergon - A.-G. vermutet einen Racheakt. verschwundene Juwelen. Eine Perlenkette im Werte von 50 000 Pfund Sterling, die von einem Juwelier in Paris in einem E i n s ch r e i b e p a ke t nach London abgeschickt worden war, ist seit ihrer Aufgabe in Paris spurlos verschwunden. Eine Belohnung von 5000 Pfund Sterling ist ausgesetzt worden. Es handelt sich um 57 rosa Perlen. Lawinenunfall am Otller. Am Ortler ist eine aus einem Bergführer und vier Soldaten bestehende Kolonne, die sich auf dem Marsche zur ehemaligen Schaubache Hütte befand, um diese zu verproviantieren, von einer Lawine in die Tiefe gerissen- und verschüttet worden. Dem Bergführer gelang es, sich herauszuarbeiten und auch die vier Soldaten nach längeren Bemühungen zu retten. 3m Moor versunken. Die Tochter des Arbeiters Schäfer aus Tcch- now bei Kolberg ging, um einen Weg abzulürzen, abends aus dem Heimwege über ein Moor. Sie geriet vom schmalen Pfade ab und versank. Die Leiche konnte erst nach zwei Tagen gefunden werden. Grubenunfall. Infolge vagabundierender Ströme löste sich auf einer Gleiwitzer Grube vorzeittg ein Schuß, wodurch drei Bergleute verschüttet wurden. Einer von ihnen wurde getötet, die beiden anderen, zwei Brüder, kamen mit erheblichen Verletzungen davon. Auffindung des vermißten Postflugzeuges. DaS Postverkehrsflugzeug der Linie Frank- reich—Südamerika, das am 4. März in Casablanca mit der ersten nach Südamerika bestimmten Post aufgestiegen war, und an seinem De- Bestimmungsort St. Louis (Senegal) vergeblich erwartet wurde, ist 100 Kilometer nördlich von Rio de O r o aufgefunden worden. Es hat wegen Benzinmangels niedergehen müssen und ist nach Auffüllung seiner Vorräte nach Port Etienne weitergeflogen. Defizit der Münchener handwerksausstellung. Dem Stadtrat München wurde die Abrechnung über die Ausstellung „Das bayerische Handwerk, München 1927" vorgelegt. Rach dieser Abrechnung ist ein Ausfall von 718 000 Mark rechnungsmäßig zu decken. Schwere Explosion auf 3aoa. Durch die Explosion einer Feuerwerkskörperfabrik in Koedoes, östlich von Semarang, wurden etwa £0 0 Häuser zerstört und sonstiger großer Schaden angerichtet. Aus den Trümmern wurden schon 2 0 Leichen herausgeholt. Außerdem sind 50 Personen verletzt worden. Polizei und Sanitäter leiten das Rettungswerk. Ein Einbrecher zu 15 Iahreu Zuchthaus verurteilt. Das Schöffengericht Dresden verurteilte den 34 Jahre alten Wärter Kostyrok aus Hirschberg in Schlesien wegen schweren Ruckfall- biebstahleL in 37 Fällen zu einer Gesamtstrafe von fünfzehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde auf Zulässigkeit der Polizeiaufsicht erkannt. Die Einbrüche sind in der Zeit von Oktober 1926 bis Juni 1927 in vielen Gegenden Sachsens und der Provinz Schlesien begangen worden. Der Anklage gegen Kostyrok hatten über 600 Diebstähle zugrunde gelegen. Die Wetterlage. Seydisf. ■Vel der' fiöewcn Wärst! Wien ©Wolkenlos. O neiter o naio Deoectt. 9 Nomio. • oeöetki eitcgew * Schnee a Criupein a «ecei K Grüner ©windstille. se» leichter Ost y m>«'0cr Sudsuowest Q sturmecne» «orowesl 8le Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeiaen Stationen dienenden Za> len gehen die Temperatur an Oie umen veromdeo Or« mit gleichen auf neeresnn/eau umaereenneteo Lultörwc» Hm Bereich einer flachen Druckstörung herrscht in unseom Gebiet vielfach nebelig ° wolkiges Welter. Außerdem kam es bereits zu vereinzelten Rieder« scklägen. Eine weitere Tiefdruckstörung rückt vom Westen heran, die unter stärkerer Bewölkung auch Niederschläge bringen dürfte. Dadurch werden sich durch den bedeckten Himmel die Tomperaturwette tagsüber in tieferen Grenzen als seicher hasten. Wettervoraussage für Donnerstag: Wolkig, zeitweise auch bedeckt, Temperaturen tags- über niedriger als seither, später Neigung zu Nie- derschläaen. Witterungsaussichten für Freitag: Wolkiges Wetter. Temperaturen wenig verändert, vielfach regnerisch. Lufttemperaturen tun 6. März: mittags 9,8 Grad Celsius, abends — 0,1 Grad Celsius: am 7. März: morgens 0,9 Grad Celsius. Maximum 10,5 Grad Celsius, Minimum — 1,1 Grad Celsius. — Erdtempe rciturcn in 10 Zentimeter Tiefe am 6 März: abends 4,3 Grad Celsius: am 7. März: morgens 1,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: 5% Stunden. J* 'ölte sich /'".Schuh, i50. Autlet tDur- ^Z- die bei^ mit tchW» ^stslugjcyzv, eL?"» Front, Mar in yai Wabtitlmm. ' an einem Je- 'egay betgeblid) ter nöMch von wten. Ss hat «n müssen und täte nach Port llchthau» eetudeill n verurteil!« den ok aus Äirschberg ren Aucisall- en zu einer Teil Zuchthaus und :rbem wurde auf ersannt. Du jon Ohobct IW iben Sachsens unb gen worden. Der n über 600 Dieb- 7^-°° i> fea rsMssteünng. t die Ärechnung erischr handwen. ch dieser Wrech- $000 Mar! rech- fsüS len. .?lÄ "* ->.r niet. su**4 gelang Mute'tteti n. chüser aus ' KÄL 7rr em Mvor A und versankt gefunden . b-rrscht lf g.wolklge» jftorunflMfunfl r Dpn n*5- tast' ^,l- , 08 N . mittao» Ä i>-°y M 'hw$ >m "nt l/’ s 3aoa. irwerlstörperfabrit in«, wurden etwa i ioriskiger großer Crümmern wurden lt. Außerdem sind lizei und Sanitäter 'n • «<*• **MehrRücksichtundwenigerLärm! Die beginnende wärmere Jahreszeit belebt die Straßen, Fußgänger und Fahrzeuge nehmen zu. Da ist es wiederum an der Zeit, zur Vorsicht, aber auch zur Rücksicht zu mahnen. Gilt jener Ruf dem Fußgänger, so dieser nrsbe onder« dem Auto- und Motorradfahrer. Der Feldzug der Polrzer in ganz Deutschland gegen rücksichtsloses Zähren und unnötiges Hupen hätte keine Berechtigung mehr, wenn gewisse Fahrer endlich von der ©c- wohnheit ließen, auch wenn es nrcht notwendrg ist und besow>ers in dec stillen Rächt, draufloszuhupen als ob sie da.ür bezahlt würden und förmliche Hupenkonzerte veranstalten mußten. Manche Fahrer haben sich die Unsitte angewöhnt, im Musiklakt zu hupen, was zumal in der Rächt ei,i auserlesener Ohren- und Rervenfchmaus ist. :\n die es 'unerfreuliche Kapitel gehört auch das Ar lau rnlasien von Kcaftradmvwren und das Oe fnen res Auspuffs — eine geradezu bru- a nächtliche Rücksichtslosigtett. Äeberhaupt vol zieht sich das Straßenleben heute unter einer ©eräuschentsaltung, die sicherlich in dem Maß du 'ch die Motorisierung des öffentlichen Der- kehrs allein nicht bedingt ist. Mehr Rücksicht und weniger Lärm mühte sich auch mit den Erfordernis,en des modernen Derleyrs m Em klang bringen lassen. _ . , . " iin^er die Straßenbahn gerom- m e n. Ein Änglucksfall. bei dem der Verunglückte crfreulioierwci e glimpflich davonkam, ereignete sich heute vovnckttag gegen 8.15 Ubr in der Bahn» Hofstraße zwischen der Grabenstraße und Dem (£af6 Amend. Dort befand sich der Kaufmann Friedrich Lcvermann, Scltersweg. vor dem Schaufenster des Zigarrengesc-zäfts Chambre, während sein Hund auf dem Zahrdamm umherlief. Als das Lier trotz des HerannahenS der Straßenbahn noch auf dem Gleis verblieb, versuchte Herr Levermann den Hund zu verscheuchen, wobei er selbst das Gleis überqueren wottte. Hierbei hatte er offenbar die Entfernung zwischen sich und dem Straßenbahnwagen unterschätzt. Er wurde von der Elektrischen erfaßt und zu Boden Aus Oer Provinzialhauptstadt. Gießen, den 7. März 1928. Der Bubenvater. Schon lange stand in der Nachbarschaft auf dem Lande der Storch auf seinem Neste und klapperte vergeblich. Kein Wunder, denn „es war noch nicht so weit". Der künftige Vater aber sprach schon Überall von feinet kommenden Buben. In anerkennenswerter Fürsorge schickte er die künftige Mutter seines Buben in die Nachbaruniversitätsstadt an eine zuverlässige Stätte, an der solche Stunden leichter überwunden u werden pflegen als anderswo. Der werdende Papa aber stöberte den Kalender täglich von oben bis unten nach dem schönsten Buben- vornamen aus. der seines Sprosses würdig wäre. Die Wahl des Vornamens war ganz seine, des Vaters, Sache. Wenn dis Frau auch anfänglich mitberaten durfte, wie das Änäblein heißen solle — die endgültige Bestimmung des Vornamens war sein Recht, sein Vaterrecht. Selbst ist der Herr! Eben läutet es bei der PoftyUfsstelle am Telephon. 11 nb dem Wartenden wird zu seiner höchsten Freude gemeldet: „Das Kind ist ange- tommen, ihm und der jungen Mutter gehts gut, sofortiger Besuch ist erlaubt." So schnell wie heute war der neugebackene Vater noch nie zur Dahn gesprungen. Vater, Vater!!, wie schwellte das Wort seine Brust. Ihm dünkte, der Zug habe bleierne Räder, so langsam fuhr er heute für ihn dahin. Denn ihn plagte die Sehnsucht, so rasch als möglich nach der Stadt zu gelangen. Als er endlich am Bahnhof angekommen war, kam ihm der Gedanke, so rasch als möglich seinen Jungen beim Standesamt anzumelden. So fuhr er denn augenblicklich dorthin, ließ das frohe Ereignis öffentlich beurkunden, und schloß eine halbe Stunde später seine kleine Frau in die Arme. Dann blieb er lange mit einer Freudenträne im Auge vor seinem Sprößling stehen. Er, der Vater! Anderen Tages durfte er wieder kommen. Draußen auf dem Korridor begegnete ihm die »weise Frau. „Wie geht's ihm denn?" fragte er. .Wem?" „Ihm!" „Sie meinen wohl dem kleinen Mädelchen? O, das trinkt und ist gesund." „ßle machen Spaß, Schwester," sprach der Vater aufhorchend. „3d) habe doch einen Jungen!" „3’ bewahre, Ihre Frau hat doch ein Mädelchen bekommen und keinen Buben. Da knickte der neugebackene Papa tief in die Knie. Herrgott, was hatte er angerichtet. Kein Bube, „nur" ein Mädchen! Was hatte er daheim erzählt! Und gar das Standesamt! Diese Blamage! Vorsorglich überzeugte er sich jetzt. Da war nichts zu machen. Ein liebliches Mädchen ballte ihm im Dettchen die Fäuste entgegen. Langsam schlich er zum Standssamte, um die Sache dort richtigzustellen. Es war impertinent, wie der Hüter des Personenstandsgesehes hämisch grinste und dann sogar — eine seltene Ausnahme in seinem sonst so trockenen Berufe — bei der Erzählung des Vaters trotz der ihm drohenden Schreibereien schadenfroh lachte. Der Instanzenzug wurde bis zum Gericht erschöpft. Und aus dem Kn«"' lein wurde ein Mägdlein gemacht — mit Hilfe von Feder und schwarzer Tinte. „Ach, wenn ich doch nicht gleich an das Standesamt gelaufen wäre", murmelte der Uebereilige. — Beim nächsten Male will er, so hat er's der glücklichen Mutter anvertraut, vorsichtiger zu Werke gehen. Ja, Vater werden ist gelegentlich doch schwer! G. Daten für Donnerstag, den 8. März. Sonnenaufgang: 6.31 Uhr, Sonnenuntergang: 17.52 Ähr. — Mondaufgang: 20.02 Ähr, Monountergang: 7.38 Ähr. 1823: Der ungarische Staatsmann Graf Julius Andrassy in Kaschau geboren (gest. 1890). — 1838: Dec Bühnendichter Adolf L Arronge in Hamburg geboren (gest. 1908). — 1917: Graf Ferdinand Zeppelin in Berlin gest. (geb. 1838). Bornotizen. — TageskalenderfürMittwoch. Stabt- thcater: 7.30 Uhr: „College Crampton" (Ende nach 10 Uhr). — Gewerbeverein: 8.15 Uhr, Gewerbehaus, Mitgliederversammlung. — Jungdeutscher Orden: 8.30 Uhr, Hotel Köhler, Konvent. — Lichtspielbaus, Bahnhofstraße: „Der Alte Fritz". — Astoria-Licht- spiele: „Der schwarze Satan". — Der Evangelische Arbeiterverein bringt am Sonntagabend in der Turnhalle das in früheren Jahren bereits mit Erfolg aufgeführte Dolksftück in fünf Aufzügen „Der Leiermann und fein Pflegkind" von Charlotte Birch-Pfeiffer erneut zur Aufführung. (Siehe Anzeige.) Berliner Börse. beutii ;UTU( GesMS'EWskWWWkMll erfordern stets eine sorgfältige Textgebung und Sahausstattung. Gute Satzleistungen sind nur erreichbar, wenn die Anzeigen Wz?W genug onloegetien werden. Der Annahmefchluß für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Nach» mittag vor der Aufnahme. Empfehlung«, anzeigen müssen, je nach Umfang und Satz, schwierigkeiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gefetzte Empfehlungen MM Den kMMW Wlij! Die Jugendherberge und das Jugendheim der Stadt Gießen. Von Bürgermeister Dr. Loh. Frey, Beigeordnetem der Stadt Gießen. Dorkriegsverhältnisse nicht mehr. Er sei deshalb auch nicht berechtigt, sie zum Maßstab der Fahrplanverhältnisse der Dachtriegszeit zu verwenden. Man müsse von 1925 ausgehen, das in den Zugleistungen gegen 1927 um 10 Prozent geringer, in der Zahl der beförderten Personen aber noch um 5 Prozent größer gewesen fei. 1926 sei ein Rückgang gekommen. 1927 sei ein Aufstieg in der Wirtschaft zu verzeichnen, der auch in den Zugleistungen ein Mehr von 4 Prozent gebracht habe, dem eine Steigerung der Verkehrseinnahmen von ebenfalls rund 4 Prozent gefolgt sei. Rur die Hoffnung, daß uns auch künftig ein langsamer und stetiger Aufstieg der Wirtschaft beschieden sei, rechtfertigte, auch für den Fahrplan 1 928 höhere Zugleistungen zu gewähren. Die Schmerzen der Bahn wegen eines schlechten Verkehrs seien bekannt. Sie beruhen in der Hauptsache in dem Verlust Elsah-Lothringens, ein Ämstand, der den Verkehr -über die Lahn außerordentlich geschwächt habe. Die Verbefierung des kommenden Fahrplans bestehe darin, daß die Schnellzüge Im neuen Fahrplan eine Beschleunigung erführen, einmal durch schnelleres Fahren und ferner durch Beseitigung von Halten an Stationen, deren Verkehrsaufkommen den Halt eines v-Zuges nicht rechtfertige. Er erläuterte dabei, daß das Führen von Kurswagen die Kürzung der Reisedauer eines Zuges erschwere und daß man sich deshalb hier auf das Rotwendigste beschränken müsse. Wenn ein bis zwei Wagen besetzt seien, also das Ämsteigen von vierzig bis fünfzig Reisenden erspart würde, dann könnte man einen solchen Kurswagen als notwendig bezeichnen. Selbstverständlicy könne der Kurs- waaenverkehr für Bäder im Interesse eine- verwöhnten, kranken ober gebrechlichen Reisepublikums in vielen Fällen als erwünscht anerkannt werden. Eine Beschleunigung der gewöhnlichen Personenzüge sei zwar auch erstrebt worden, sie könne sich nur im allgemeinen nicht besonders wirksam zeigen, denn die Durch- schnittsentfernung der Stationen im Direktionsbezirk sei etwa 3,6 Kilometer. Berufs-. Milch- und Viehwagenverkehr bedingten Aufenthalte auf den Stationen, die die Beschleunigung der Reisedauer verhinderten. Es wurden alsdann die im neuen Fahrplan zu erwartenden, für den Direktionsbezirk Frankfurt a. 2N. wichtigen Zugvermehrungen erläutert, wobei des neuen FD 3/4 Berlin- Frankfurt mit einzigen Halten in Halle und Erfurt gedacht und der FD 5 6 erwähnt wurde, der im Sommerabfchnitt selbständig von Berlin nach Da'el durchgeführt wird. Auch die Reuerung im internationalen Verkehr behandelte der Vortragende, wobei er den Verkehr mit einem Kurswagen im D 136 über Lindau—Arlberg nach Graz und einen neuen Zug Marseille-Appenweier mit Schlafwagen und Anschluß an Reichsbahnzüge erwähnte. Er recht- , fertigte weiter den W g des Pullmanzuges, der Frankfurt a. M. nicht berührt Der D 54 werde so beschleunigt, daß er einen günstigen Anschluß nach Meran erreiche. D:r Luxuszug 51 bekomme Schlafwagen Ostende—Konstantinopel. Der Verkehr zwischen Frankfurt a. M. und Paris werde durch ein neues Rachtzugpaar mit Schlafwagen belebt. Im Nahverkehr seien auf den Strecken Frankfurt—Mainz und Cronberg, in der Umgebung von Hersfeld, auf der Sieg strecke, im Westerwald und auf der Strecke Schlüchtern-Gemünden, wie auf der Strecke Höchst- Limburg Verbesserungen neben vielen anderen auf andern Strecken vorgesehen. Gegenüber 1927 bedeute die Vermehrung der Zuglei st ungen eine Erhöhung um 7 Prozent. Er wünsche, daß die Derkehrs- einnahmen eine gleiche Steigerung aufweisen. Im Anschluß an diesen Vortrag wurden noch vereinzelte Fahrplanwünsche vorgetragen. RDV. BeiVenutzung der Liegewagen Wäsche vorher bestellen! Oft kommt es vor, daß Reisende, die Liegewagen 3. Klasse benutzen. erst im Zuge die Wäsche für den Liegeplatz bestellen, offenbar, weil sie annehmen, daß Liegewagen ebenso tote Schlafwagen 1. und 2. Klasse mit Wäsche ausgerüstet sind. Die Benutzer der Liegewagen, die Bettwäsche wünschen, sind dadurch gezwungen, noch längere Zeit darauf zu warten, bis das Bett mit Wäsche bezogen ist, anstatt sich gleich zur Ruhe begeben zu können. Eine schnellere Abfertigung im Zuge ist aber in solchen Fällen deshalb nicht möglich, weil die Raumverhältnisse sehr beschränkt sind. Es liegt in der Hand her Reisenden selbst, Abhilfe zu schaffen. Sie brauchen nur bei der Lösung eines Liegewagenplatzes im Rcisebureau gleichzeitig auch die Bettwäsche vorzube st eilen. Bei Vorbestellung können bann bereits die Plätze im Zuge vor der Abfahrt hergerichtet werden. Die Gebühr für diese „Leihwäsche" — Kopfkissen, Laken, bezogene Decke und Handtuch — beträgt 2,50 Mark. Der Liegewagenplah selbst kostet 6,50 und 0,65 Mark Dormerkgebühr. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen. 6 März. Ein Elektrotechniker ver- folgte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Altenstadt, durch das er wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Woche Gefängnis verurteilt worden war. Aw. 31. Juli v. I. mürber auf der Landstraße Hainchen—Lindheim zwei Frauen von einem in saufender Fahrt daher kommenden Motorradfahrer überrannt und nicht unerheblich verletzt. Trotz der wett vorgeschrittenen Dämmerung hatte der Radfahrer keine Laterne, auch Warnungssignale gab er nicht. Zwei Zeugen wollten aus einiger Entfernung den AngeFahrplanlonferenz in Frankfurt. WSR. Frankfurt, 6. März. Die Reichs- bahndirektion Frankfurt (Main) hatte die Handelskammern ihres BezirlL, sowie Vertreter der Stadt Frankfurt (Main) auf heute zu einer Besprechung über den Fahrplan für das Jahr 1928 eingeladen. Der Fahrplandezernent, ReichSbahnoberrat Pietz, beleuchtete zunächst in einem kurzen Rückblick die bisherigen Fahrplanverhältnisse, wobei er auSsührte. daß man allzuleicht geneigt sei, bei dem Rückblick bis in die Zeit der Vorkrie^verhältnisse zurückzuschauen. In der Wirtschaft beständen Berlin, 7. März. (WTB. Funkspruch.) Der ige Frübverkehr ist geschäftslos, die Tendenz . ckhaltend. Auch der Geldmarkt ist noch unübersichtlich. Kurse werden noch nicht genannt. Am Devisenmarkt hört man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,35, Madrid 29,10, Low don gegen Kabel 4,8790 und die Reichsmark gegen Kabel 4,1835 klagte« an feiner Statur als den Täter erkannt haben. Der Angeklagte bestritt nicht, an jenem Abend den Weg nach Lindheim gefahren zu sein: es sei aber bereits 8.30 Uhr gewesen, während der Unfall sich kurz nach 9 Uhr abgespielt hatte. Da zwei Zeugen heute unter Eid bekundeten, den Angeklagten erhebliche Zeit vor 9 Uhr in Düdelsheim gesehen zu haben, konnte das erste Urteil nicht aufrecht erhalten werden. Es erfolgte Freisprechung. gerissen, wobei er unter den Vorderperron geriet und von dem Wagen vom Zigarrenges^äft Chambre aus bis zur Grabenstratze mitgescyleift wurde. Rachdcm der Wagen, der bei dem nassen Wetter von seinem Führer nicht so rasch zum Stehen gebracht werden konnte, an der Ecke Grabenstratze gestellt war, wurde der Verunglückte von hilfsbereit hinzugesprungenen Passanten aus seiner schlimmen Lage befreit und zunächst in das Haus des Dentisten Lehrmund verbracht. Rach- dem sich Herr Levermann hier einigermaßen wieder erholt hatte, wurde er zu Dr. med, Geher, Seltersweg, geführt, der die erfreuliche Feststellung machen konnte, daß der Verunglückte bei dem aufregenden Vorfall außer einer begreiflichen nervösen Anspannung zum Glück nur einige Hautabschürfungen an der rechten Hand, einen Bluterguß im linken Vorderarm und eine leichte Wunde am Kopfe davongetragen hatte. Wohl nur dem Umstände, dah infolge des Regens die Schienen der Straßenbahn und die Pflasterung naß waren, hat es Herr Levermann zu verdanken, daß er vor der Schutzvorrichtung bei den Vorderrädern des Straßenbahnwagens her- geschoben wurde und dadurch mit dem Leben davonkarn. ** Eine Segelflugschule auf der fierchenhainer Höhe? Wie uns aus fier- chenhain berichtet wird, stehen Verhandlungen über die Errichtung einer Segelflugschule auf der fier- chenhainer Höhe vor dem Abschluß. Anerkannte Segelflieger weilten in den letzten Tagen dort oben tm hohen Vogelsberg unb besichtigten das Gelände, das sich für den Zweck der Segelfluaschulung ve- sonders gut eigne. Mit dem Dau der Flugzeughalle solle schon bald begonnen werden. Außer Segelflugzeugen beabsichtige man auch einige Motorflugzeuge zu Unterrichtszurecken auf ter fierchenhainer fiohe zu stationieren. Den Wert des Wanderns für unsere Jugend bestreitet heute kein Berständigcr mehr. Sein fordernder Einfluß auf Körper, Geist und Gemüt darf als allgemeine Erkenntnis gelten. Wichtig erscheint es in Sonderheit ab Ergänzung von Leibesübungen, Sport und Spiel. Von diesen Betätigungen zur Schöpfung und Erhaltung jugendlicher Kraft ver- mag es Die Gefahr der Einseitigkeit abzuwenden. Es könnte manche üble Begleiterscheinung unseres heutigen Sportbetriebs, wie Rekordwut und Per- fonentultus, eindämmen. Der Geldbeutel der Jugend ist schmal. Wandern kann sie nur, wenn sie genügend Stützpunkte zu billiger und einfacher, aber sauberer Uebernacktung hat. Der Berband „Deutsche Jugendherbergen ' hat es erreicht, daß ganz Deutschland mit einem Netz voil etwa 2000 Jugendherbergen überzogen ist, einem Netz, das sich der Lückenlosigkeit nähert. Das Schwierigere, die fialtung der Herbergen auf der erforderlichen Höhe und ihre Unterhaltung bleibt seine dauernde Aufgabe. In der Erkenntnis, daß es vor allem die städtische Jugend ist, die des Wanderns bedarf, haben die deutichen Städte die besondere Unterstützung des Veroandes sich angelegen sein lassen. Aber sie haben zum großen Teil auch selbst Jugendherbergen geschaffen und führen sie nach den Grundsätzen des Verbandes. Selbst kleine Städte, auch in Gießens weiterer Umgebung, haben mit großen Mitteln Neubauten zu diesem Zwecke errichtet. Schließlich läßt sich das auch, von allem anderen abgesehen, rein wirtschaftlich rechtfertigen: vielleicht ist das nicht unwichtig, seitdem in der Luft der Börse die neue Erkenntnis gediehen ist, Einrichtungen zu gesund' heitlicher Förderung unseres Volkes seien Luxus. Mair fordert „Derkehrswerbung". Nun, die jugendlichen Wanderer lassen nicht viel Geld sitzen. Aber aus ihner werden Männer und Frauen, die als wirtschaftlich beachtliche Reisende gern an die Stätte zurückkehren, in denen sie sich in erinnerungsDer- Härter Zeit wohlgefühlt haben. Vielleicht wirbt bas mehr als alle Prospekte, die zentnerweise ungelesen in die Papierkörbe wandern. In Gießen war ursprünglich dem Wandervogel ein Uebernaditungsraum in einem der Torhäuschen am Walltor überlassen. Die Bleibe wurde ein Opfer der Wohnungsnot der Nachkriegszeit. Dieser Not aber durch Einziehung von Jugendwohlfahrtsein- rid)hingen abzuhelfen, heißt den Teufel durch Beelzebub austreiben. Als der Schreiber dieser Zeilen mit der Verantwortung für die Gießener Jugendherberge betraut wurde, hielt er es deshalb für feine Pflicht, der Jugend ihre fierberge wiederzugeben. Es gelang, allen Schwierigkeiten zum Trotz, dank dem wohlwollenden Entgegenkommen von Oberbürgermeister und Stadtverordneten. Der verständnisvollen und tätigen Hilfe des Stadtbauamtes sei besonders gedacht. An einen Neubau war in der Zeit des Währungsbetrugs nicht zu denken. Anfang 1922 wurde in einem alten Hause der Schloßgasse eine Gastwirtschaft frei. Es ergab sich die Möglichkeit, die Schankzimmer als Schlafräume zu verwenden. Im letzten Augenblick wären die Räume um ein Haar wieder verloren gegangen, da die Notwendigkeit auftrat, eine große Familie aus einem von Einsturzgefahr unmittelbar bedrohten Hause schleunigst irgendwo unterzubringen. Es gelang aber schließlich, einen anderen Ausweg zu finden. Die Wohnung wurde mit einem Ehepaar besetzt, das bereit war, die Ausgabe der fierberge- eitern zu übernehmen. Die damals sehr schwer zu beschaffende Einrichtung wurde durch Vermittelung des Verbandes Deutsche Jugendherbergen in Hilchenbach (die Gießener Ortsgruppe bestand damals noch nicht) bezogen. Einen Teil stellte und stellt noch heute der Wandervogel zur Verfügung, so besonders einen Gasherd und guten bilderischen Schmuck Zwanzia Betten standen für die wandernde Jugend bereit. Mit Ameren Mängeln mußte man sich damals abfinden. So fehlte es an einem Tagesraum. Als solcher diente das Wohnzimmer der Herbergseltern. Kaum glaublich erscheint es heute, daß ge- wisse, stiller Zurückgezogenheit gewidmete Gelasse — völlig fehlten. Die" fierbergsgäffe und die Familie der fierbergseltern waren auf die Gastfreundschaft der übrigen Hausbewohner angewiesen. Ein unter dem 3. August 1922 an die Stadtverordneten gerichteter Antrag, zur Beseitigung b*efes Mangels 30 0t>0 Mark zu bewilligen, trägt den Aktenvermerk: „Wegen der Geldentwertung nicht zur Erledigung gelangt". Schon damals gab es „Sparerlässe". Man war sich aber auch darüber klar, daß diese Herberge nur als vorläufiger Notbehelf gelten konnte. Trotzdem wurde sie reae benutzt Bald zeigte sich ein M-a zur Besierung. Es war in ienen Jahren unendlich schwieria gemesen, Kinder in Familienpflege unterzubringen. Die Kinderanstalten waren überfüllt. Das hatte zur Einrichtung eines städtischen Kinderheims im Hause A st e r - weg 25 geführt. Als eine Entspannung eintrat — ine Lage ift jetzt stark entspannt —, erschien es richtig, das Klnderheim, das zu kl war, um wirtschaftlich zu sein, stillzuiegen. Dadurch wurde es möglich, Räume im Obergeschoß für die Jugendherberge zu verwenden, Räume, die geeignet und ausreichend waren. Die bisherigen Räume wurden zu Wohnzwecken vermietet. Vorsichtshalber ift die Cm- nd)tung getroffen, daß das Kinoerheim jeden Augenblick auf Zeit wieder eröffnet werden kann, wenn plötzlich Kinder untergebracht werden müssen. Man denke etwa an den Fall eines größeren Brandes. Die fierberge muß bann solange ihre Pforten schließen Am 30. Juni 1923 erfolgte der Umzug in die neuen Räume. Sie hat sich dort trefflich entwickelt und genießt unter Kennern, vor allem der wandernden Jugend selbst, einen sehr guten Ruf. Die fierbergseltern, Eheleute Mandler, haben sich in die neue Aufgabe ausgezeichnet hineingefunden. Ein gemütlicher Tagesraum ist vorhanden. 40 Betten und 15 bis 20 Notlager stehen zur Verfügung. Der große Waschraum ist im vergangenen Jahre nach den Erfordernissen neuzeitlicher Gesundheitspflege neu eingerichtet worden. Die Zahl der Uebernach- tungen, die im Kalenderjahr 1925 972 betrug, stieg 1926 auf 1303 und 1927 aus 1537. Die Gießener Jugend hatte aber noch einen wei teren Wunsch, den sie ost und dringlich vortrug, diesmal nun nicht für die auswärtigen Kameraden, sondern für sich selbst. Die Bünde und Verbände brauchen für ihre abendlichen Zusammenkünfte Räume, ohne dafür große Kosten auf- wenden zu können. Dcreinszimmer von Gastwirtschaften kommen kaum in Frage. Der Gastwirt muß als Gewerbetreibender den ihm gebührenden Verdienst durch eine angemessene Miete sich verschaffen, ober auf reichlichen Bezug von Speise unb Trank rechnen können. Auch wollen bie Jugendbünde ihren Raum nach ihrem Wunsch und Geschmack ausftatteu und sich dort ganz und gar zu Hause fühlen. Das ganze Drum und Dran abendlichen Wirtschafis- oerkehrs sagt ihnen nicht zu und ist auch für Jugendliche gewiß keine geeignete Umwelt. Das inzwischen am 1. April 1924 in Kraft getretene Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt, durchaus auf Förderung der Jugendbewegung eingestellt, ließ es zulässig und geboten erscheinen, amtlich der Errichtung eines Jugendheims näher zu treten. Durch Beschluß der städtischen Wohlfahrtsdeputation als vorläufigen Jugendamts vom 10. Dezember 1925 wurden zwei weitere Zimmer, solange sie nicht etwa dem Zwecke des Kinderheims dienen müssen, als Jugendheim be- stimmt. Dem gleichen Zwecke dient abends der Tagesraum der Jugendherberge. Die Jugendbünde zahlen für die Benutzung eine kleine Gebühr, welche die Kosten der Heizung, Beleuchtung und Reinigung deckt. Mitglieder hiesiger Jugendbünde haben alle diese Räume und in allerletzter Zeit auch noch den großen Waschraum und den Mädchenschlafraum der fierberge teils mit Wandbespannung, teils mit einem geschmackvollen Wand- und Deckenanstrich versehen. Auch einige Wandmalereien zeugen dcui geschickter Hand und von jugendlichem Frohsinn. Es traf sich gut, daß das Gebäude, in dem im Erdgeschoß noch Wohnungsamt, Mieteinigungsamt und eine Fortbildungsschulklasse untergebracht sind, an der Reihe war, auch einen neuen Außenanstrich zu erhalten So zeigt es sich auch von außen schmuck unb stattlich. Das ganze Haus mit feinem Neben- gebäubc ist durchaus der Erhaltung und Pflege wert. Es ist in feiner Gesamtheit das gut erhaltene Heim einer wohlhabenden unb kultivierten Gießener Bürgerfamilie ber alten Zeit. Eingang unb Treppenaufgang, die Stuckdecken, die Bleioerglasungen der Fenster und manches andere ist von um so größerem heimatgeschichtlichen Wert, als diese Eigentümlichkeiten immer seltener werden. Die in ber Jugendbewegung vereinigte Jugend hat für derlei Dinge besonderes Verständnis und weiß sie zu würdigen und zu vflegen. Die Inanspruchnahme des Jugendheims ist stark. Nur ein Teil der Anmeldungen kann Berücksichtigung finden, obwohl vermöge freundlicher Duldung durch den Dezernenten des Mieteinigungsamtes, Bürgermeister Dr. Seih, auch der Warteraum dieses Amtes hilfs- weise hinzugezogen wird. Wenn einmal in besserer Zeit die z. Z. noch schwere Raumnot der Schulen und der städtischen Kanzleien behoben fein wird, bann — es sei gestattet, den Wunsch und die Hoffnung auszusprechen — möge das ganze Haus ein „Haus der Jugend" werden, bestimmt, altes heimatliches Kulturgut kommenden Geschlechtern zu erhalten unb dabei doch der Jugend zu dienen, die unsere Zukunft ist. ' !;U| iif M 1! I V.: Leyerzapf (XXX), F.V. 2581D Unterfertigter betrauert tief das Ableben seines lieben A. H. Bergwerksdirektor a. D. Hugo Putsch akt. 1899/1901 Hauptmann d. Res., Brücherhof b. Hörde Der Verein deutscher Studenten zu Gießen 2566D Heute entschlief sanft in dem Herrn, nach kurzem Leiden, meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter KateriieVieMw** im Alter von 73 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.: Christian Viehl. Lollar, den 5. März 1928. Die Beerdigung findet Donnerstagnachmittag 2 Uhr statt. Gießen, den 6. März 1928. 01780 Danksagung. Allen denen, die uns bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen in so reichem Maße ihre Teilnahme bewiesen haben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. David Löffert K. Schneider und Frau geb. Löffert Gg. Albold und Frau geb. Löffert. AWWne LeiWSMMelWS - GkfeWgfl hat für den hiesigen Bezirk die Stelle eines Reifebeamten zu vergeben. Reflektiert wird nur auf einen ersillMW MMMsWkWS - Mmsn der nn ein zielbewichieS, vinnmätzigeS Arbeiten gewöhnt ist. Herren, die auch m der leiden Zeit aui bedeutsame Erfolge zurückblicken können, bietet sich eine angenehme Dauerstellung bet hoben festen Bezügen. Mitbetüiigung in allen Sachversiche- rnngszweigen wird geboten. Ausiührl. schriiil. Bewerbungen unter Angabe der bisher. Tätigkeit und Erfolge im Fach mit Lebenslauf u. Lichtbild erbet. unt.2578D an den Gieß. Anz. Massives zwei- bzw. dreistöckiges iMd» UöW. in südlicher Lage sofort zu vermieten. Schrift!. Angel), unt. 01652a.d.Gieh. Anz. $eltetsroegZ5 zwei Räume für Werkstatt, Lager oder zum Abstellen von Möbeln sofort zu vermieten. Näh. Becker, ttevler- ftrahe 9 1. (2574D Mietgesuche | 2 bis 3 Zimmer und Küche InGiebenod.nachster Umgebung für sofort zu mieten gesucht. Schr. Angeb. u. 01778 nn d. Gies;. Anz. erb. .■iroet ältere, ruhige Leute suchen für alsbald eine Z-Mgl.-Mn. rn.Küche u. Zubehör. Schrift!. Angeb. unt. 01643 a. d. Eies;. Anz. 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Jakobi Peter Söhngen und Frau Familie loh. Wenzel Luise Söhngen . Familie Fried. Jakobi. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 8. März, nachm. 2 Uhr statt. In Gottes Ratschluß steht geschrieben, es seh’n sich wieder die sich lieben! Es ist der Herr, er tue was ihm wohlgefällt! Todes-Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen inmgstgeliebten Mann, unseren lieben Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Söhngen, Bahnarbeiter nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden im blühenden Alter von noch nicht ganz 29 Jahren zu steh in die Ewigkeit abzurufen. offenbart sich jeder Dame am eindruckvollsten in unserem Spezial-Damen- Konfektions - Geschäft und unseren Schaufenster-Auslagen, deren Auswahl die allerletzten Schöpfungen der heimischen und ausländischen Modekunst in unübertroffener Fülle enthalten Eigene ^aßanfertigung nach Original-Modellen zu mäßigen Preisen I Wir laden zur zwanglosen Besichtigung höfl, ein FRÄNKEL Spezialhaus für Damen-Bekleidung Seltersweg 52 HK I RUHLING ob. evil. nelaenäez. Ang. u.S.U. El bef. 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März 1928. 01765 Für den Gefangswettstreit des Gesangvereins Frohsinn öu Garbemetch am 3. und 4. Ium d. I. ist die Besetzung einer SlWMe und eine? llmßells sowie einigerZySerWnlienochzu vergeben. Angeboie sind bis spätestens 1. Avril an den Vorsitzenden des Gesangvereins Frohsinn zu richten._________________d Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft zur Zelt der hochinteressante DKW-Film. Sehen Sie sich ihn an! DKW Motorräder: 4—6—12 PS Lieferwagen: 8 Ztr. Tragf. Bipl.-lnS.SW,FM.Str.23 Das nachweislich erfolgreiche Untvorsalmttt»! gegen M’tesser Pusteln, Pickel, Wimmerln, Hautgrieß u. a w. Ist dfe Aok-Seesand- Mandelk/eie. Preis: RM 0.20 und 1^-. Eiter.Kultur, Ostseebad Kelberg. Kalk Grau-und Weiß-Stück von bester Qualität und größter Ergiebigkeit zu billigstem Preis C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 1659. 897D Spare Zelt und Pupiei durch MGanimte erbesse! Eigene Fabrikation! Wand-u. Tischapparate in verschiedenen Ausführungen mit vemick. Bügeldruckmessern sowie Apparate für Packpapiere. 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Tc Burschen z die aber g Äeisege die iungi Schiff an zu erspar romantisc in Deut I e u t e, : Hafen stad auf einer muß ich daß, wie Geld g, überseeisch volkerunge beigen glauben, keit zur 2, vtaatei ber bcuffd schuhen sic losen Ani bedang Ll Wie die 3 die arbc Eur. ^ganien ang. kLen9lib folg, 3n°nei ^dringiii Herre °ung vor ßl m5nn x?uard '/sch gebe keines hp N,ung< ein« "ehmen - einiger i P°n3tasi Ldiesej Rr. 57 Zweites Blatt Mittwoch, 7. März 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Die Wett steht offen aber nur Leuten mit Geld W 0. Sv B. 30 WM ttttllM1 8ieblgfl.71,?el.lO7 bei unüberwindlicher Abneigung ein- •r U Erfolg geführt. Eine aanze Reihe von Staaten hat in den letzten Jahren sogar die Scheidung "A 0. Sv W 80 LandoraMil't'^ 0! ^führte Ganz andere Chancen haben selbständige Landwirte, die über Kapital verfügen. Sie werden von jedem überseeischen Land mit offenen Armen ausgenommen, und in den Südstaaten von Brasilien, in denen eine große Anzahl Deutscher lebt, kann ein Landwirt schon sür 3000 Mark genügend Grund und Boden erwerben. Hm sich in Argentinien anzusiedeln, muh man 8000 Mark besitzen, und noch teurer ist Mexiko, wo ein kleines Anwesen 12 000 bis 15 000 Mark kostet. Ganz anders liegen die Dinge in Südafrika, wo man bäuerliche Kleinwirtschaften nicht kennt. Für eine Farm mit den nötigen Bewässerungsanlagen, auf der man Diehzucht treiben kann, muh man 20 000 bis 40 000 Mark bezahlen, und noch teurer ist der Grundbesitz in S ü d w e st a f r i k a. wo eine große, guteingerichtete Farm 50 000 bis 70 000 Mark kostet. Außerdem gibt eine deutsche Siedlungsgesellschaft Land gegen Ratenzahlungen ab: doch muh sich der Bewerber verpflichten, vorher eine praktische Lehrzeit von zwei Jahren als Pflanzerassistent durchzumachen. — Riemand sollte ins Ausland gehen, ohne sich vorher bei der. Beratungsstelle seines Bezirkes über die Eigenheiten seines Wanderungszieles zu erkundigen: zwar wird diesen Stellen ihre Arbeit oft wenig gedankt, dych ist es ihnen oft gelungen, Auswanderer durch sachverständige Beratung vor Rot und Elend zu bewahren. »■ ftv W 45 neifaule eine gio- nere 8ma6l tritt Halft Aerülättcher iu luihtril tilliien Breiten. 01771 W Becker, idrinerei, Kamv Jet 13 Tel. 121«. $ fyanm Sohlleder I ZUMwi' I ablähe Schuhpuh Einlege« sohlen emvsiebl' Köhler Heustedt 791 ten und Slovenen nennt, meist Uniform. In Zivil erinnert der untersetzte Kinig durch sein ziemlich unfürstliches Aussehen daran, daß wenig mehr als ein Jahrhundert verflossen ist, seit sich sein glorreicher Ahnherr Kara Georg — der »schwarze Georg" — vom simplen Viehherden- besiher zum Befreier seines Baterlandes aufgeschwungen Hot. Wer in Belgrad weilte, weih, daß dort kein Pflaster für Dandys ist, und daß ein König, der dem „beau Brnmmel“ nacheifern wollte, dort kein Verständnis finden würde. Es soll aber nicht etwa behauptet werden, dah in Serbien Mangel an prächtigen Männergesta^ ten herrsche. Man begegnet ihnen dort ebenso häufig wie in der Türkei, deren Herrscher Kemal Pascha ebenfalls eine imponierende Erscheinung ist. Kemal Pascha, der den Fez ablchaftte, trägt westeuropäische Kleidung mit der Sicherheit eines Lords. Ob er aber in London, in Paris oder in Wien „arbeiten läßt", weiß man nicht. Wahrscheinlich läßt er seine Anzüge aber in Wien an- fertigen. Ist dock die Wiener Herrenmode der Londoner mindestens ebenbürtig, und ehemals unterwarfen sich ihr sogar die Erzherzoge willig. Der ehrwürdige Bundespräsident Dr. Michael H a i n i s ch steht in seiner untadeligen äußeren Erscheinung über der Mode, und dasselbe gilt von dem deutschen Reichspräsidenten von Hindenburg. Aber der deutsche Reichspräsident wäre sicherlich einigermaßen verwundert, zu vernehmen, daß ihn die Mode dennoch für sich, nicht als einen Schöpfer, aber al- einen Erhalter, in Anspruch nehmen könnte. Diejenigen, die dem Gehrock den Untergang voraussagten, ihn sogar schon zu den Toten warfen, sind Lügen gestraft worden, seitdem Reichspräsident von Hindenburg so häufig im Gehrock erscheint und damit nicht nur bei Beamten und Diplomaten Anklang gefunden hat. Roch vor wenigen Jahren galt dieses ernste, etwas steife schwarze Kleidungsstück als eine überwundene Tracht früherer Zeiten, und man sah den Gehrock nur noch bei Begräbnisfeiern oder ähnlichen traurig-feierlichen Anlässen. Merkwürdig genug, daß gerade ein Mann, der wahrscheinlich niemals über Modefragen nachgedacht hat, diesem Kleidungsstück zu neuem Glanz verhalfen hat. weder den Rachweis, daß der Reisende eine bestimmte Summe besitzt, oder eine Bürgschaftserklärung eines amerikanischen Staatsbürgers. Außerdem nimmt Amerika jährlich nur 51000 Deutsche auf, so daß bei der großen Zahl der Angemeldeten die meisten ungefähr ein Jahr auf die Einreiseerlaubnis war- t e n müssen. Auch Kanada verlangt den Besitz von ungefähr 500 Mark oder den Abschluß eines Dienstvertrages mit einer kanadischen Firma: ebenso verfahren Mexiko und die mittel- amerikanischen Staaten. Weniger ängstlich sind Argentinien, Chile und Paraguay, die keine besonderen Schwierigkeiten bereiten; auch für China, Japan und Rieder- ländisch-Jndien besteht keine Einreisebeschränkung. Diese Staaten kommen wegen der sehr hohen Reisekosten jedoch für deutsche Auswanderer fast gar nicht in Frage; kostet doch allein die Schiffsreise nach Japan in der billigsten Klasse ungefähr 1100 Mark. Australien verlangt den Rachweis, daß der Ankömmling ungefähr 800 Mark besitzt, und um nach Afrika einwandern zu können, muh man den Besitz von 1000 Mark Nachweisen." Ins Reich der Fabel gehört es auch, daß in den überseeischen Ländern ein Bedarf an deutschen Arbeitskräften bestehen soll. Richt nur in Deutschland besteht ein Arbeitslosenproblem — f a ft b i e ganze Welt leidet unter Arbeitslosigkeit. Gelingt es aber einem deutschen Arbeiter, Anstellung in einem überseeischen Land zu finden, so muh er den Wettbewerb mit einheimischen Arbeitskräften aulnchmen, die an Klima und Lebensweise gewöhnt sind. Außerdem bieten eingewanderte Süd- und Osteuropäer ihre Arbeitskraft weit billiger an, da sie ja viel Seringere Lebensbedürfnisse haben. Bor einigen lahren erhielten qualifizierte deutsche Industriearbeiter verlockende Angebote aus überseeischen Ländern. Es handelte sich jedoch nur um Spezialarbeiter, wie Strumpfwirker und Mechaniker für den Bau optischer Instrumente, und als man ihnen ihre Arbeitsmethoden abgesehen hatte, setzte man sie kurzerhand auf d i e Straße. Auch den verso-lenden Angeboten von Firmen, die den Arbeitern freie Reise versprechen, soll man mißtrauisch gegen überstehen, denn meist handelt es sich um brasilianische Unternehmer, die die Arbeiter dann a.u f Kaffee- Plantagen verwenden wollen. Einer solchen Arbeit ist aber kein Europäer gewachsen. Er muß zugrunde gehen, wenn es ihm nicht gelingt, sich das Geld für die Rückreise zu erbetteln. Die günstigsten Aussichten haben Landarbeiter. Die hauptsächlich in Australien und Kanada verlangt werden. So kann ein Landarbeiter in Kanada von April bis September ungefähr 120 bis 140 Mark wöchentlich — bei freier Wohnung und Verpflegung — verdienen; außerdem erhält er in den Erntemonaten eine tägliche Zulage von 12 bis 15 Mark. Ist aber die Ernte vorüber, dann drängt sich die Schar der Arbeitslosen in den Städten zusammen, und der Landarbeiter muß seine Ersparnisse aufzehren. Reichen sie nicht für den Winter, so muß er sich als Holzfäller oder Holzstapler betätigen, und diesen körperlichen Anstrengungen sind nur wenige gewachsen. Einigermaßen günstige Aussichten haben noch Handwerker in Südbrasilien. Dort finden vor allem Zimmerleute Beschäftigung; doch müssen sie sich mit geringem Lohn zufriedengeben. Ungünstiger sind Ingenieure und Techniker gestellt, die nur ganz vereinzelt angefordert werden. Trostlos aber sieht es für Kaufleute und kaufmännische Angestellte aus. Sie haben keinerlei Aussicht, in fremden Ländern eine Stellung zu finden, es bleibt ihnen zuletzt nur noch übrig, harte körperliche Arbeit zu leisten, die schlecht bezahlt wird. soll, läßt sich streiten: jedenfalls steht dieser Hut seinem Träger nicht übel zu Gesicht. Das diskret gestreifte Beinkleid fiel gradlinig, wie aus Erz gegossen, auf die mit hellen Gamaschen bedeckten Stiesel herab. Reben diesem korrekt gekleideten Gentleman machte der kleinere König von Italien keine glückliche Figur. Sein Vater, der König Umberto, war ein sehr stattlicher Mann, und feine Mutter, eine der reizendsten Frauen, deren Stirn je ein königliches Diadem geziert hat, war die Königin Margherita. Aber König Umberto und Königin Margherita waren nahe Verwandte, nämlich Vetter und Kusine, und daraus führt man es zurück, daß der Sproß dieser Ehe körperlich nicht sehr imponierend wirkt. Der kleingewachsene Monarch machte aber einen besonders armseligen Eindruck, weil er geradezu unmöglich gekleidet war. Jacket und Hose baumelten an seinen Gliedern so salopp, dah man unwillkürlich an Charlie Chaplin erinnert wurde, und auf feinem Kopf schwebte ein Hütchen, das nicht so verbeult wie die bekannte Kopfbedeckung des amerikanischen Komikers, aber nicht gerade elegant war. Der wirkliche Beherrscher des italienischen Reiches dagegen, Benito Mussolini, ist weit stattlicher und verdrängt durch seine kräftige, breitschultrige Figur den König, dessen oberster Diener .er zu sein vorgibt. Aber der auS der Tiefe emporgestiegene Führer der Schwarzhemden hat mit dem Instinkt der lateinischen Rasse schnell gelernt, sich glänzend zu lleiden. Der Dreß, in dem er, dessen Tagewerk nach Viertelstunden eingeteilt ist, an jedem Morgen seinen Spazierritt unternimmt, ist tatsächlich bestechend. Don der Plastronkrawatte bis zu den Breeches fände der schärfste Kritiker schwerlich etwas an ihm auSzusehen. Der Reitsport steht ja in Rom in höher Blüte, die Parforcejagden in der Campagna sind llassisch geworden, und die Gesellschaft würde sich sicherlich über den „Duce" lustig machen, wenn er sich einen Mißgriff in seiner Adjustierung zuschulden kommen ließe — er, der viele tausend Männer zu der absonderlichen Faszistenkleidung bekehrt hat. Herrscher und Sportsmann zugleich ist König Alfons XIII. von Spanien, der sich am Steuer seines Autos Wohler fühlt als in den Stunden, EHescheidkMßsressrm. Von £>r. O. Loeniny, Landgerichisdirekior in Berlin. Unser heutiges Ehescheidungsrecht beruht auf dein Derschuldungsprinzip. Rur im Falle der Geisteskrankheit eines Ehegatten kann auch ohne Verschulden geschieden werden. Vor dem 3nfra th eien des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahre 3900 hat in den meisten Teilen Deutschlands das Derschuldungsprinzip nicht gegolten, namentlich kannte das preußische Allgemeine Landrecht auch die Ehescheidung bei unüberwindlicher Abneigung. Das jetzige Derschuldungsprinzip hat dazu geführt, daß trotz allgemein anerkannter Zerrüttung der Ehe eine Scheidung oft nicht durchgeführt werden kann, oder daß die Ehegatten, die unter allen Umständen auseinander wollen, unter sich vereinbaren, dah der eine ober der andere einen Grund zur Scheidung schafft. Meist muß dafür ein wirklicher oder vorgetäuschter Ehebruch herhalten. Daß dieser Zustand weder den heutigen Anschauungen «itspricht, noch der Autorität der Gerichte dienlich ist, wird nur von sehr wenigen verkannt. Allerdings stehen bekanntlich auch heute noch weite Volkskreise meist aus religiösen Gründen der Erleichterung der Ehescheidung nicht gerade freundlich gegenüber, aber das wird doch allgemein anerfannt. daß der heutige rechtliche Zustand in keiner Weise befriedigend ist. Es ist sehr oft eine geradezu widerwärtige Tatsache, wie Eheleute sich nicht scheuen, das Intimste des intimen Ehelebens dem Gericht vorzuerzählen, nur um einen Scheidungsgrund dem Gericht vorzulegen, obwohl diese Intimitäten für daS Gericht in den meisten Fällen völlig belanglos sind, da sie nicht bewiesen werden tonnen. Seit einiger Zeit beschäftigt sich der Rechts- ausschuh des Reichstags mit einer Umgestaltung des Scheidungsrechts. Ueb'.i jen» haben sich in den letzten Jahrzehnt.n di gleichen Bestrebungen auch in anderen Ländern geltend gemacht und vielfach auch zu dem erhofften ‘ Reihe von Staaten Wenn Deutsche auswandern wollen. — Warnung vor brasilianischen Kaffeeplantagen phantastische Hoffnungen auf Aman Mah. Um dem Auswandererproblem eine wissenschaftliche Grundlage zu geben, ist kürzlich unter Mitwirkung namhafter Gelehrter eine „Zentralstelle für Wanderungsforschung" in Leipzig gegründet worden. Unser Mitarbeiter hat die „Reichsstelle für das Auswanderungswesen", die in allen größeren deutschen Städten mit Beratungsstellen zusammenarbeitet, über die Bedeutung der deutschen Auswanderung seit dem Krieg befragt. Ein merkwürdiger Irrtum hat sich in den Gehirnen vieler Europamüder festgesetzt: wie die zuständigen deutschen Stellen melden, werden sie in den letzten Tagen von zahlreichen Personen bestürmt, Auswanderungsmöglichkeiten nach Afghani st an zu schaffen, und viele dieser nach Abenteuern suchenden Männer wollen sich sogar an den Emir von Afghanistan, der ja augenblicklich in Deutschland weilt, mit der Bitte wenden, ihnen bei der Auswanderung behilflich zu sein. Sie verkennen dabei ganz, daß Amanullah nicht der Personalchef seines Staates und Afghanistan überhaupt kein Land sür großzügige europäische Einwanderung ist. Aber diese Bestrebungen sind doch ein Beweis dafür, wie groß die Wanderungslust ist. Während in den letzten Jahren vor dem Krieg nur durchschnittlich 25 000 Menschen aus Deutschland auswanderten, haben 60 000 Deutsche im Jahre 1927 — gegen 115 000 im Jahre 1923 — ihr Vaterland verlassen, um sich in fremden Ländern eine neue Existenz zu gründen. Weit großer wird in diesem Jahre die Zahl der Auswanderer fein; denn sehr viele Ausländsdeutsche werden an den Ort ihrer früheren Tätigkeit zurückkehren wollen, sobald ihr Eigentum in U. S. A. freiflegeben worden ist. Gerade in wirtschaitlich schlechten Zeiten spukt übrigens das Traumbild eines Landes, in dem Milch und Honig fließt, in den Kopsen der Rotleidenden, und nur zu oft fallen diese Optimisten in die Hände gewissenloser Leute, die ihnen unter falschen Vorspiegelungen ihre letzten Ersparnisse abnehmen. Um nun diesen dunklen Ehrenleuten das Handwerk zu legen, hat das Reich eine besondere Konzessionspflicht für Auswanderer-Beratungsstellen eingc- sührt; außerdem ist eine Reihe von halbamtlichen Beratungsstellen in Berlin, Bremen, Breslau, Dresden. Essen, Frankfurt a. M., Halle, Hamburg, Köln, Königsberg, Leipzig, Stuttgart und Stettin geschaffen worden. „Merkwürdige Ansichten", so berichtet der Leiter der Berliner Auskunftsstelle, „herrschen in weiten Bevölkerungsschichten über die Aussichten, die deutsche Auswanderer in fremden Ländern haben. Täglich kommen junge, abenteuerlustige Burschen zu mir, die völlig mittellos sind, die aber glauben, dah der Staat ihnen das Reisegeld schenken wird. Richt selten sind die jungen Abenteurer bereit, sich auf einem Schiff anheuern zu lassen, um so das Reisegeld zu ersparen. Rur mit Mühe kann man ihnen die romantischen Pläne ausreden: denn es gibt gerade in Deutschland viel arbeitslose Seeleute. und die Gewerkschaften achten in den Hafenstädten scharf darauf, dah kein Außenseiter aus einem Schiff beschäftigt wird. Dor allem muh ich jedem Auswanderungslustigen sagen, daß, wie zu allem, auch zum AuSwandern Geld gehört Vermögenslose sind auch in überseeischen Ländern kein gern gesehener Bevölkerungszuwachs, und die meisten Staaten verweigern Ausländem die Einreise, wenn sie glauben, dah die Einwanderer der Oefsentlich- keit zur Last fallen würden. Die Vereinigten Staaten von Rordamerika. wohin 90 Prozent der deutschen Auswanderer ihre Schritte lenken, schützen sich durch harte Bedingungen vor mittellosen Ankömmlingen. Der amerikanische Konsul verlangt nämlich vor Erteilung des Visums ent- 3 M. 70 2 MAsi 1.08 Mn 10 ®ln8 ä 1 M 12,50 mb iete- 30tlttt61iWS Sa*#* geführt. DaS ist namentlich in den skandinavischen Staaten geschehen. Dabei ist die eigenartige Beobachtung zu machen, daß in Staaten mit überaus erleichterter Ehesch.idung die Ehescheidungen im Verhältnis zum Deutichen Reich ganz bedeutend zurückgegangen sind. SS ist also der Schluß gerechtfertigt, daß die erleichterte Scheidungsmöglichkeit die tat Schlichen Scheidungen keineswegs zu vermehren braucht. Selbstverständlich würden bei einer Umgestaltung des Scheidungsrechts in Deut chland zunächst die Scheidungszisfem in die Hohe schnell n, nachdem aber die heute nicht scheidungskrästtgen Ehen dann geschieden find, würde die Ziffer sehr bald abnehmen. Die Beratungen im Rechtsausschuh des Reichstags drehen sich im wesentlichen darum, daß man die heutigen Scheidungsgründe um den der Ehezerrüttung ohne feststellbares Verschulden des einen Ehegatten vermehrt. In dieser Richtung bewegt sich der Antrag, den die Abgeordneten Kahl, Hampe, Frau Lüders und Rosenfeld dem Ausschuß unterbreitet haben. Danach soll die Scheidung auch möglich sein, wenn eine so tiefe Zerrüttung der ehelichen Verhältnisse eing .'treten ist, daß eine dem Wesen der Ehe entsprechende Fortsetzung der Lebensgemeinschaft nicht mehr erwartet werden kann. Voraussetzung soll aber noch weiter sein, daß infolge der Zerrüttung die Lebensgemeinschaft der Ehegatten seit mindestens einem Jahre vor der Scheidungsklage nicht mehr besteht. Hat ein Ehegatte selbst einen Scheidungsgrund gegeben. oder ist vorwiegend durch sein Verhalten die Ehe zerrüttet, so soll er nicht wegen Ehe- Serrüttung klagen können. Der Antrag will aber noch weiter auch das gegenseitige Einverständnis als ScheidungSgrund anerkennen, wenn die Ehegatten mindestens fünf Jahre völlig von einander getrennt gelebt haben. Hier soll sogar nur dieser Grund, nicht die bisherigen Verschuldung7gründe g.ltend gemacht werden können. Auch der Scheidungsgrund wegen Geisteskrankheit soll vereinfacht werden, es soll in Zukunft genügen, daß die Ans icht auf Wiederherstellung der geistigen Gemeinschaft zwischen Ehegatten ausgeschlossen ist. Sollten diese Anträge Gesetz werden, so würde zweifellos gegenüber dem bisherigen Rechtszustand die Ehescheidung ganz bedeut md erleichtert werden, theoretisch wenigstens. Es ist schon hervorgehoben, daß bei beiderseitigem Einverständnis auch heute schon die Ehescheidung sehr einfach ist und auch sehr schnell vonstatten gehen kann. Die Schwierigkeit in der Praxis ist nur dann gegeben, wenn ein Teil sich nicht scheiden lassen will. Allerdings hat heute das Gericht von sich aus die P licht, fest>,u'teilen, ob tatsächlich auch ein Scheidungsgrund vor liegt, aber dem Gericht sind zur Beschaffung der Wahrbeit die Hände sehr gebunden Ja. daS Gericht hat vielfach garnicht die tatsächliche CHtöglidyfett, die an» ?egebenen Ehescheidung Sa runde auf ihre Richttg- eit zu prüfen. Man denke an Ehebrüche, wo die Ehebrecher die Aussage verw igem. Man darf sich aber nicht der Einsicht verschließen. daß nach den erwähnten Anträgen in der Praxis, soweit Zerrüttung der Ehe geltend gemacht wird, eine allzugrohe Vereinfachung der Ehescheidung nicht eintritt, falls ein Teil die Ehescheidung nicht will. Will er sie nicht aus Unterhaltssorgen, so ist allerdings nach den Anträgen eine Erleichterung geschaffen. Denn die Scheidung soll bei Zerrüttung oder Einverständnis erst dann ausgesprochen werden, wenn die Ehegatten sich über die Unterhaltspflicht und auch über die gemeinsamen Kinder geeinigt haben. Bei erfolglo'em C.nigungäver- such hat das Gericht die Regelung vorzunehmen. Das sogenannte .Abkaufen" der Ehescheidung MM jw Gebieter der Welt — Untertanen der Mode. Wie die Mächtigen der Erde sich kleiden. Von £. von Nordegg. In den Tagen des Vorfrühlings wird die kommende Mode geschaffen: unser Mitarbeiter schildert, wie die politischen Führer Europas dem Dittat der Modeschöpfer folgen müssen. In allen Ländern gibt es einige Männer, die, eindringlicher als die Bilder der Modejournale, der Herrenwelt Schnitt und Farbe ihrer Kleidung vorschreiben. Diese Herrscher im Reich der männlichen Mode sind — mit Ausnahme Eduards VII. von England — niemals identisch gewesen mit den weltlichen Herrschern, und keines der gegenwärtig regierenden gekrönten und ungekrönten Staatsoberhäupter kann den Titel eines „Modekönigs" für sich in Anspruch nehmen. Das wurde besonders deutlich, als vor einiger Zeit König Viktor Emanuel III. von Italien seinem britischen Kollegen G e 0 r g V. in London einen Besuch abftattete; damals brachten die Londoner Blätter eine Momentaufnahme, auf der die beiden Monarchen auf einem Ausflug nach der Wembley-Schau dargestellt waren. Der Text dieses Bildes hätte lauten können: Wie der Herr von heute sich anziehen - uick) tote er sich nicht anziehen soll! Obwohl König Georg V von weit schmächtigerem Wuchs als fein Vater Eduard VII. ist und auch nicht die lebemannifch- eleganten Allüren seines Vaters besitzt, verleugnet er nicht seine Abstammung vorn, »ersten Gentleman Europas" — ohne als Vorbiw für die englischen Herrenschneider in 'Betragt ju kommen: diese Rolle spielt vielmehr sein Sohn, der Prinz von Wales, dessen Anzüge besonders sorgfältig ausgewählt werden. Die Pyoto- graphie zeigte den Britenkonig in einem tadellos geschnittenen Sakkoanzug von dunkler Farve; dazu trug er einen steifen, hellgrauen, weiß- bebänberten, runden Hut. Heber die Schönheit und Zweckmäßigkeit dieser Kopfbedeckung, deren Form angeblich eine Erfindung Georgs V. sein ■--------25770 WÄ" ", Seelen „ Sechst Meili a| Hamburger Mhandlun§ Nm ^ausdukz 15 _< 24 Stundenzahlen von Mitter- naeht Vie Mitternacht einte Tagte ent- Kakende Kreit und dit dielt punktierte Linie, der sogenannte Horiecnt, find fest- stehend tu denken. Der Sternhimmel dreht eich tarnt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — geicin ermaß en dem Zeiger der Himmelruhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne die gebogenen Pfeile einmal um eeinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die tu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatemitte sichtbaren Sterne. Uneere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatemitte. Will man tu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel tarnt dem geraden Pfeil eo gedreht, daß dieser auf die Be- ebachtungsetunde engt; dadurch werden die tu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nickt mittudrekenden Hari tont hin- eingedreht. Für je $ Tage vor der Monatsmiete iet der gerade Pfeil Ma Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Hs Stunde später ra stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wem er die astgedeutete Licht- gestalt zeigt. sternen bildet der Löwe, der um diese 3ahres- zeit sehr hoch im Süden am Abendhimmel steht und an seiner Sichelform leicht erkannt wird. Sehr wenig ist von den Wandelsternen in diesem Monat zu melden. Sie machen sich nämlich samt und sonders recht selten. Gänzlich unsichtbar bleibt der 3upiter, auch mit der Venus und dem Mars ist nicht viel Staat zu machen. Sie erscheinen nur am Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang: zuerst der Mars, dann die hellere Venus. Der einzige, länger sichtbare Wandelstern ist der Saturn, aber auch er steht um Mitternacht noch unter dem Horizont, ist also nur im zweiten Teil der Rächt sichtbar. Wir müssen uns also in diesem Monat mit dem Mond als Wandelstern begnügen. Kü st ermann. lichkeit immer im Auge haben müssen, wäre der Versuch, einen Regional-Vertrag zwischen Polen und Deutschland zustande zu bringen auf der Grundlage der Anerkennung des Status quo. Daß und weshalb ein Vertrag mit dieser Formel für Deutschland unannehmbar ist, haben wir ja oft genug auSeinandergesetzt. Aber gerade weil Frankreich und die übrigen Staaten das wissen, suchen sie nach einer Gelegenheit, uns doch auf einen Weg zu zwingen, wo uns nichts anberes als der Abschluß eines derartigen Vertrages übrig bleibt, wenn wir nicht die Rolle des europäischen Friedensstörers spielen wollen. Dazu kann ihnen der Wortlaut der Entschließung jetzt vielleicht eine Handhabe bieten. Es wird zwar gesagt, daß der Rat nur einschreiten kann, wenn der Wunsch nach einer Dermittlungs- aftion an ihn herangetragen wird und Gewicht auf eine Prüfung der politischen Situation unter Berücksichtigung des allgemeinen Friedensinteresses gelegt wird. Das sieht harmlos genug aus, fragt sich nur, was dahinter steckt. Es kann immer der Augenblick kommen, wo von Frankreich die Auffassung geltend gemacht wird, daß eine Prüfung der politischen Situation und das allgemeine Friedensinteresse dem Dölkerbund die Anbahnung eines Vertrages zwischen Deutschland und Polen zur Pflicht mache. eben weil das Richtbestehen dieses Vertrages den Frieden gefährden könne. Wenn sich dann die ganze Maschinerie eine- Drucks von Genf auS gegen uns geltend macht, dann wird Deutschland an den kürzeren Arm des Hebels gedrückt und steht vor der Wahl, entweder den Vorschlag des Rates abzulehnen und. sich bann in der ganzen Welt nachsagen zu lassen, daß es eben den Frieden nicht wolle, oder den Vorschlag anzunehmen und dadurch auf jede Möglichkeit einer Grenzveränderung im Osten zu verzichten. Wir haben deshalb starke Bedenken, ob es klug war, daß Deutschland sich überhaupt auf eine, wenn auch noch so verwaschene Entschließung einließ. 3etzt wäre der Augenblick gewesen, die Gegensätze auszutragen. Es ist aber immer bedenklich, das auf eine ungewisse Zukunft hinein zu vertagen, in der Hoffnung, daß dann die Lage günstiger sein wird, wo doch gerade bei der Entwaffnung Deutschlands die Gefahr einer Verschlechterung sehr viel größer ist. Hätte der Sicherhritsausschuß wirklich die Erhaltung des europäischen Friedens im Auge gehabt, dann halte die deutsche Delegation ihm den Weg durch die von uns einge* reichte Denkschrift gegeben. Statt dessen sind diese praktischen Gcdcmoen in den großen Papierkorb gelangt, aus dem sie vielleicht — was aber mehr als unwahrscheinlich ist — In ferner Zukunft auserstehen sollen. Für den Augenblick hat sich leider die französische These gegen uns durchgesetzt. Wir haben es nicht einmal erreichen können, daß unsere Anwartschaft auf eine friedliche Regulierung der Grenze, wie sie im Dölker- bundSvertrag vorgesehen ist, andeutungsweise in die Entschließung aufgenommen worden ist. dem Ohm den Ausruf der rheinischen Republik, den er bei sich trug, vorlesen, war der auf einmal wieder taub. „Kann nit verstehn. Geht mich nix an", brummte er. Aber ein paar Kameraden von früher hatten dem Joseph 'doch Gehör geschenkt. Als Joseph Bremm längst wieder fort war, dockten die noch über manches nach. Wenn sie ihn mit seinen Redereien auch abgewiesen hatten, jetzt kam ihnen das, was er gesagt hatte, doch nicht ganz dumm vor. Zufrieden konnte man ja auch wirklich nicht sein. Es war abermals keine gute Ernte gewesen. Wozu eigentlich denn noch Wein bauen? Einmal gerät er, zehnmal mißlingt er. Und wäre er auch noch so gut, er wurde ja doch viel zu wenig getrunken. Die fremden Weine, ja, die wurden getrunken. Sie waren billiger. Wer konnte die eigene geringe Ernte mit der Menge der Reben, die in den weiten Gärten südlicher Länder soviel leichter zu bestellen sind, förmlich wie Untraut heranwachsen, auch vergleichen? Hier an den steilen Bergwänden war der Weinbau kostspielig und mühsam. Ach, und die Einfuhrzölle für die fremden Weine waren so niedrig! Warum ließ man die fremden Weine so leicht herein? War das nicht eine Ungerechtigkeit gegen den Winzer? Und warum wurde der Ackerbauer denn soviel mehr gestützt? Er, der es mit seinem Korn und seinen Kartoffeln um soviel leichter hatte? Braucht der Mensck neben dem täglichen Brot nicht auch Wein? Nicht den fremden Wein, der, dickflüssig, faul und müde macht, nein, den Wein, der emporsteigt am heißen Fels, aber gekühlt wird vom frischen Wasser. Der, selber lebendig, lebendig macht, leicht und froh. Ader wußten die Herren, die wie bet* liebe Gott von oben regierten und so weltenweit in Berlin saßen, denn eigentlich viel vom Moselwin- zer? Kannten sie ihn und seinen Weinbergs Es waren bittere Gedanken, die kamen. Freilich, mit denen da draußen — meist zusammengelau- fenes arbeitsscheues Gesindel — ließ man sich darum doch nicht ein. Wenn man sein Leben eben hier nicht mehr machen konnte, bann mußte man aus» wandern. Argentinien, Argentinien' Gab die Regierung selber es einem denn nicht zu verstehen, daß es besser wäre, man stellte sich um? Aber ehe man sich ansiedeln ließ im Osten des Reiches, wo es keine Berge gab, wo cs ewig langer Winter war mit Eis und Schnee, wo man umfommen würde vor Heimweh nach den Weinbergen >m Sonnengold, machte man lieber eine so weite Reise, daß selbst die Sehnsucht nicht mehr bis hierher zurückreichte. Das Roden das verstand man ja, es gab genug Rottland an oben Steilhängen hier, nun würde man drüben Urwald urbar machen. Und das war eine so schwere Arbeit, daß sie alle Körperkraft in Anlvrnch nahm und auch die Gedanken. Ach, und vielleicht konnte man drüben dann auch Weinberge anlegen, deutschen Wein ziehen weit überm Meer!---- Auf größeren Bahnhöfen hatten sich Plakate ein- gcfunden. Mit weithin leuchtenden, deutlich lesbaren Buchstaben kündeten Sch.sfahrtsgesellschaften an, daß sie bereit wären, deutsche Siedler billigst nach drüben zu befördern, wo die argentinische Regierung unter den günst.gsten Bedingungen Land anbot. „Deutsche Auswanderer, schafft euch eine neue Heimat! Versäumt nicht die Gelegenheit, euer sicheres Glück zu begründen!" Wem sollte das nicht auffallen zu dieser Zeit — neue Heimat, sicheres Glück?! Es blieben viele vor den Plakaten stehen und lasen sie kopfnickend: was hatte man hier denn auch noch groß zu gewinnen ober zu verlieren? Nur in weiter Ferne winkte noch ein besseres Los. „Willst du auch weg?" fragte Maria Bremm den Kasvar Dreis. Sie jagte es ganz bekümmert. Man hörte jetzt so oft davon sprechen, daß der und jener fort wollte, und da hatte es sie beschlichen fast wie Bedauern: wenn der Kaspar ginge, das wäre doch arg schade! „Du gehst ja auch weg", sagte er „Aber doch lang nit so weit weg, ich bleiben an der Mosel. Mit deinem Rad könnteste gut da hin- tommen, ober bu fährst m t der Bahn."'Sie wurde aanz eifrig: „Du kannst mich dock Sonntags besuchen Der Herr Doufcmont hat gesagt, ich sollst bei ihm kriegen wie Kind im Haus, da kann ich dock immer weg. Und mir gehen bann spazieren, gelt?4 Sie gab ihm einen kleinen Puff mit dem Ellbogen: „Sag, w llste?" Natürlich wollte er. Und sie lachte vergnügt: bann war es ja gar nicht anders, dann war es genau so, als wäre sie noch zu Haus. Am frühen Nachmittag hatten sie sich heute auf dem Klosterberg oben beim Friedhof getroffen. Frau Bremm hatte die Tochter hinausgefchickt, sie sollte nach den Gräbern sehen, ob die wenige Erde, Oberheffen. Land7rris Gießen. § Saubringen, 6. März. Dieser Tage wurde hier eine Drennholzversteige- rung abgehalten. Das Holz stammte aus dem Staatswald der Distrilte Ober- und Riever- Seilbach. Sogar Kauflustige waren aus ben benachbarten Dörfern erschienen. Die Preise bewegten sich in beachtlicher Höhe. Für je zwei Raummeter wurden durchschnittlich bezahlt: Buchenscheiter 27 bis 32 Ml., Buchenlnüppel 24 bis 26 Ml., Eichenknüppel 18 bis 20 Mk. Buchenreifer waren sehr teuer. 5 Raummeter galten durchschnittlich 24 bis 28 Ml. Höchstgebote kamen sogar über 30 Mk. Eichenreiser 12 bis 17 Mk. cf A11endorf a. d. Lda., 6. März. Unsere Stadt betrauert den Verlust von 4 0 im Weltkrieg Gefallenen. Sie zähll noch zu den wenigen Orten, die bis jetzt noch kein entsprechendes Ehrenmal für die toten Kriege?, besitzen. Dies rührt hauptsächlich daher, daß man über die Platzfrage nicht schlüssig war. Es kommen hierfür außer dem neuen Friedhof noch zwei andere Plätze innerhalb der Stadt in Frage. — Die neue Friedhofsanlage geht nunmehr ihrer Vollendung entgegen. Zur Zeit ist man mit dem Ausbau der neuen Straße, sowie mit der Zuführung der Wasserleitung und Kanalisierung beschäftigt. Da auf dem alten Friedhof nur noch wenige Plätze frei sind, so dürfte die Inanspruchnahme des neuen Friedhofs bald erforderlich sein. --- Reinhardshain, 6. März. Am Sonntag hielt der hiesige Kriegeroerein in der Wirtschaft von Karl Roth seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Präsident Gg. Müller begrüßte die Anwesenden und erteilte dem Rechner Heinrich Römer das Wort zum Rechenschaftsbericht. Die Rechnung für das abgelaufene Jahr ergibt einen Ueberschuß von 57 Mk. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Bei der Dorstandswahl wurde der seitherige Präsident Gg. Müller und der Rechner Heinrich Römer wiedergewählt. Als Schriftführer wurde Lehrer Müller neu in den Vorstand berufen. Zur Beschaffung des fehlenden Betrags für das Kriegerbe n k m a l soll eine Sammlung im Dorfe veranstaltet werden. Mit der Aufstellung und Einweihung des Denkmals will man warten, bis die Instandsetzung unserer Kirche vollendet ist. — Dieser Tage hielt auch der hiesige Gesangverein, der ein Opfer der Inflation geworden war, eine Generalversammlung im hiesigen Schulsaale ab. Auf der Tagesordnung stand: Besprechungen über die WiederabhaltungderSing stunden. Nachdem eine Anzahl junger Mitglieder ausgenommen worden war, wurde zur Dorstandswahl geschritten. Als 1. Vorsitzender wurde der Landwirt Karl Muhl ywiedergewählt, 2. Vorsitzender wurde der Maurer Wilhelm M e n z, Rechner wurde der Schmiedemeister Heinrich Wenzel und Schriftführer Landwirt Wilhelm R e i n m u t h. Als Beisitzer kamen Bürgermeister Heinrich Gieß und Flurschütz M e n z in den Vorstand. Als Dirigent wurde Lehrer Müller gewonnen. D Göbelnrod, 6. März. Der Volksbil- dungsoerein veranstaltete am Samstagabend im Saale des Gastwirts Schultheiß einen Lichtbildervortrag. Zuerst schilderte der Vortragende, Lehrer Allendörfer, Eindrücke und Erlebnisse auf seiner Reise vom Rheinfall bei Schaffhausen durch den St. Gotthard an die oberitalienü schen Seen. Dann wurden die zahlreichen Zuhörer im Geiste vom Rheintal zur Nahe und Mosel geführt, und lernten auch die Schönheiten deutschen Landes kennen. Mit der Vorführung einiger humoristischer Sachen von Wilh. Busch wurde der Abend beschlossen. z Harbach, 6. März. Letzte Woche fand hier ein Missionsvortrag durch Missionar D a ch m a n n, Riesky, statt. Der Mi fionar verstand es, in origineller Weise in die Arbeit des Missionars und die Welt des Regers in Ostafrika zu führen. Ostafrika war die Arbeitsstätte des Vortragenden gewesen. ri. Rieder-Bessingen, 6. März. Auch in diesem Winter hielt der hiesige Frauenverein, der unter der Leitung der auf dem nahen Hof Wühlsachsen wohnhaften Frau Prinzeß Ludwig zu Solms-Hohenfolms°Lich steht, regelmäßig seine Zusammenkünfte ab im Schulsaal, der von der Gemeinde hierfür zur Der- I fügung gestellt worden ist. Die Schluhfeier des die im harten Felsboden die Särge deckte, auch vom langanhaltenden Winterregen nicht weggespült worden war. Frau Anna konnte nicht selber hinauf, des Sonntags nach dem Hochamt mußte sie einmal stillsitzen, ein wenig ausruhen, denn die ganze Woche ging sie mit in den Berg. Die beiden Jungen halfen zwar nach Kräften, sie hatten an den langen Abenden fleißig Weidenruten zum Binden geschlissen, steckten auch die gelockerten Pfähle fest und rammten statt der vermorschten neue ein, aber das Anbinden der Ruten besorgte die Frau. Tag für Tag knipste vor ihr die Rebenschere, sie ging mit gebeugtem Rücken hinter ihrem Mann her, der die Reben beschnitt. Bremm hatte es nicht verlangt, baß die Frau mithalf, doch sie bestand darauf: er hatte ja so noch genug zu tun mit dem Düngertragen. Hotte um Hotte voll schlepvte er herauf, um jeden Weinstock wurde der Inhalt einer ganzen geschüttet. Und Unkraut, das schon so früh sprießt, muhte gejätet werden, und Schiefer gehackt. Die Arbeit hatte kein Ende, und sie litt keinen Aufschub, von den ersten Tagen des neuen Jahres an. Regengüsse durchweichten die Kleider, erste Sonne trocknete sie wieder am Leib. Maria und Kaspar hatten hoch oben über dem kleinen Kirchhof die jähe Felsnase erklettert. Da saßen sie nun heute am Vorfrühlingstag auf dem schmalen Sitz, den der Regen vieler Jahrzehnte aus dem Stein ausgewaschen, und sahen mit glänzenden Augen weithin über alles, was Menfckien- fleiß auf den Bergen geschaffen hatte und schuf- Helle Frühnachmittagssonne schien, und es war schon viel Wärme in ihr und Gold Wie rasch die Mosel dahinfchoß! Durch die Regengüsse des Winters war sie eine andere geworden, breit, mächttg strömend, fast wie der Rh'in. Alle Wasser des Hochlands hatten sich in sie ergossen, alle Bäche der Eifel, die zu Flüssen geworden. Tag und Nacht war es burd) tief einges.i)nit- ' lene Schluckten hinabgerauscht. Schäumend mit I weißlichem Gischt quirlte jetzt der Fluß, wo sonst ! geheime Strudel sich nicht offenbar zeigten. Das schone Blau der sommerlichen Masel war gelbgrau geworden. Sie tat wild, alle Steinmolen überflutete sie, von den Anpflanzungen der Weiden guckten nur die höchsten Schöpfe noch heraus, alle Ufer« wege bespülte sie und sthwuppte über die Füße. So kündigt die Mosel alljährlich den bald fommenben- Frühling an. (Fortsetzung folgt) Lwirstc,. Jaffee^’ Ser Traue eine neue •mal de K Eine ausde unter/en gebnti- Hchorlcm Abends -in- ihre Herknn btaud) und ' »n vcrsch'cö« i ÄUS o« llnsfautd ltgonnen. dei der frü^'f10 K Jahrer N'd die kalter dem N s. Aus 6. Marz, v Hai in uns • kalte Jahr« gvuren anch der S digend. > Hohe Tage. Mröinöiing yerrscht,, sth mal Rückfch beginnen 6a Knospen zu Blüten stark Fiele Garten Witterung d Gemüsear würden jedcxt den Argen P in Semarkun scharfe Wär, Därme ausg f derung v ; 'SagoewN Gewerks« lange der 5 r wird die Kk l Iorrat ist Schwelerei : Sonnen Ro laden und ; maschinellem hing liefert wachsene Kc ‘Bauart Tal! Sie find vc ' liefert. Jede meter und bringen die Inheiden zu laden. Streife also etwa d entsprechen. 1 mittels befon laufen, aus welches zu d seriiggeMi« die die gew Horloff he, in Gang n Jener, S dürste die < Ausmaß ar mutm liefe, nehmen. i । Obbo sand die ein; rung im hi öffentliche % zumeist breite hielte -ouü,en=3d)ei 3ö o,s 42 Q 15 bis 18 reiler) wurde Mhlt. . .20 bis 23 2 (amen nur , .Elautzt «m der F»s Deichseln w bezahlt. Fr Heiligung 3 der •! M N en W m Fri ! .feöte man s 2 Narbe Mieren ot: fite*«' ^Slahrige ! ,n n Z ■ nicht LM.Wur H ^s!ge *aene l41‘'« tifoT> erste W hilt des le ’Ä' * besonnen Rohkohle benötigt werden. Alles Ber- ,m Lochoeranstal' •9 und Einweihung n- bi» die Instand- i|t - Dieser lagt «verein, der ein > war, eine (Beno es'gen Lchuisaale ab. 'Lesprechungen über er6ing|tunben. Miglleder aufgenom- ir Dorstandswahl go wurde der Landwirt 2. Vorsitzender wurdt i, Rechner wurde der enzel und Schnji einmulh. Als Bri Heinrich Gieß uni irftanb. Als Dingen: onnen. rj. Der Dolkrbil- te am Samslagaben) jullhelß einen Lichi- schilderle der Vocko 1 r, Eindrücke und 5r- Rheinfall bei Wl d an die oberitalb e zahlreichen IM Nahe und Mos^o Schönheiten be^en sühmng einiaer tumfr )usch wurde der Übtnb frtfe Dache Md hier a bind) Millionär 9^ M ffinar Verse in die Arbeit bd AegerS tn OJ- ar die Arbeitsstätte n 6. Mrz. Ari Mge Trauen- W der aus - »nhasten Frau Prin !henso!ms-Lich M fünfte ab ® he hiersur zur Acr Die SchluM^ 3M $«1 Son*, le en in der ffiJ Ke lBener k trafibent ®g. ®ü . Nr das atg-üchni Tk »r ^orstands- ‘fibenl 0g.«MUtr wer roiebetgewähit. _er Müller neu in | mittels besonderer Maschinen, die aus Raupen laufen, auf ein Transportband geschafft, Meiches zu dem Schwelwerk führt. Auch die jetzt leitiggefteltte elektrische Pumpstation, bU die gewaltigen Mengen Kühlwasser ouS der Horloff heronswafst, wurde bereits probeweise ■ in Gang gesetzt. Ferner sind die Kessel unter Feuer, um die Turbinen zu erproben. Somit I dürste die gigantische Anlage, die ganz andere 8 Ausmaße angenommen hat als sich anfangs Der« | muten liest, in Bälde den Gesamtbetrieb auf» nehmen. i Obbornhofen, 6. Marz. Dieser Tage sAsand die einzige diesjährige H o lz o e r st e i g e - rung im hiesigen Gemeindewald statt. Da eine öffentliche Ausschreibung nicht erfolgt war, hatten sich zumeist Einheimische eingefunden. Die Preise hielten sich auf der Höhe deS Vorjahres. B uchen-Scheitholz kam der Doppelraummeter aus 35 bis 42 Mk.. Buchenstöcke die gleiche Menge 1> bis 18 Mk.. Buchenreifig (Durchforstungs- reifer) wurden je 6 Raummeter mit 18 bis 22 Mk. bezahlt. Cichenknüppel erzielten einen Preis von 2^ bis 23 Mk. je 2 Raummeter. An Ruhholz Innen nur geringe Mengen zum Ausgebot, in der Hauptsache Wagnerholz. Durchschnittlich I-Lnt der Festmeter auf 20 bis 28 Mk. zu stehen, s Deichseln wurden je Stück mit 2 bis 5 Mk. bezahlt. ■feen, )Qten aus C**t- fiarat btdte, oulh oom nicht weggesM ®JT’ nicht selber ^aU'£ eue e'b, le - * \$VM xZAtz AßL M S & Wv, Kreis Friedberg. LPD. Friedberg. 6. März. Unter grober Beteiligung fand hier die 15. Grneralverfamm-- log des OBettcr aucr Reitervereins statt. Ein endgültiger Beschlust, auch in diesem Ichr in Friedberg ein Reit- und Fahrturnrer cb;uhalten. kam noch nicht zustande, 11. a. befaßte man sich auch mit der Errichtrmg einer Reithalle. da die Reitbahn der Schutzpolizei ben Anforderungen nicht mehr genügt. — 3n inchreren Orten der Wetterau ist unter den 16 Hweinen die Rotlaufseuche ausge- bpvchen. < Bad-Rauheim, 6. März. Rachdem der langjährige, verdienstvolle Vorsitzende des hie-- igen Ortskartells der 'Beamten, Lehrer Porth, jun Amt niedergelegt hat, wurde ©teuer* in Ipeitor Plaag zum ersten Vorsitzenden ae- >värme ausgetrocknet wird. s. Trais-Horloff, 6. März. Die F o r - !!kderung von Braunkohle mit der neuen Baggeranlage hat seit einiger Zeit auf der Gewerkschaft „Friedrich" begonnen, So- lange der ©efamtbetrieb noch nicht im Gange ist, ; wird die Kohle auf Halden geschasst. Ein gewisser Vorrat ist schon deshalb notwendig, da für die f Schwelerei in einem Dreischichtentag etwa 600 nisten hme, in dem er sich allerdings in letzter 3eit vertreten lassen muhte. Hm seines zuvorkommenden, freundlichen Wesens willen war Lehrer Rahn in allen Kreisen sehr beliebt, und die Worte, die an seinem Grabe geredet und die vielen Kränze, die iliedergelegt wurden, zeigten, welcher Beliebtheit und Wertschätzung er in der Gemeinde und weit darüber ^.naus zu seinen Lebzeiten sich erfreuen durfte. # Wohnbach, 6. März. Die N u tz. und Brcnnholzoersteigerung im hiesigen Gemeindewald, die wegen der großen ansallenden cholz- mcngen drei Tage in Anspruch nahm und zu der sich eine große Zahl von Kaufliebhabern bis weit in die Wetterau hinein eingesunden hatte, ergab hohe Preise. Eichenschnitcholz, erstklassige, zarte Ware, kam auf 60 bis 80 Mk. je Festmeter, Fichtenschnittholz aus 45 bis 60 Mk., Eichenstammholz, als Wagnerwerkholz geeignet, wurde mit 20 bis 35 Mark bezahlt. Die Preise für Buchenscheitholz bewegten sich von 32 bis 40 Mk. je Doppelraummeter, entsprechend war der Kaufpreis für Stöcke und Reiser. 00 Rieder-Florstadt, 6. März. Der G e - m e i n b e r a t bestimmte in seiner Sitzung die Zahlungsbedingungen für die cholz- Verkäufe. Danach ist j des Kaufpreises sofort, die nächste Rate am 1. Juli und der Rest am 1. Oktober zu bezahlen. Bei Barzahlung wird 5 Prozent Nachlaß gewährt. Wer noch im Rückstand mit fälligen Zahlungen ist, erhält keinen Zuschlag. Bei der letzten Versteigerung, bei der hauptsächlich abgestandenes Holz zum Verkauf kam, wurden für den Raummeter Buchenscheit 18,50 Mk., Buchcn- fnüppel 14 Mk., Eichenscheit 12 Mk., Eichenknüp- pei 6 Mk., Buchenstäcke 6 bis 7 Mk. und Buchen- rdfer 4 bis 5 Mk. bezahlt. am. Stammheim, 6. März. Am Sonntag fand bei herrlichem Sonnenschein die Einweihung des hiesigen Gefallenendenkmals statt. Aus nah und fern fanden sich gegen 600 Personen zusammen, so daß die hiesige Kirche, in welcher der erste Teil der Feier verlief, die Menge nicht alle fassen konnte und viele noch auf der Straße stehen mußten. Die Feier war ein schönes Bild der Einigkeit. Alle Vereine hatten sich dazu eingefunden. Bemerkenswert war besonders der Massenchor „Wie sind die Helden gefallen" von A. Mendelssohn dadurch, daß alle Gesangvereine und gemischten Chore vereinigt waren. Zwischen den Gesänaen spielte der Posaunenchor der landeskirchiichen Gemeinschaft Ctammheim würdige Weisen. Während Bürgermeister Schenk die Begrüßungsansprache hielt, hatte Pfarrer Hamburger die Weiherede übernommen. Die Versammelten zogen nach dieser Rede vor das neben der Kirche errichtete, von dem aus unserem Orte gebürtigen Architekten Schwing entworfene Denkmal. Auf einem hohen Sockel liegt ein Lorbeerkranz von einem Stahlhelm überdeckt. Das Denkmat ist von der Firma Scholl in Darmstadt in Muschelkalk ausgeführt. Der Posaunenchor leitete mit dem Trauermarsch aus Samson die Enthüllungsfeier ein. Pfarrer Hamburger nahm darnach unter dem Läuten der Kirchenglocken die Enthüllung vor. Rach dem Spielen der Weise „Morgenrot, Morgenrot" gab die Gewehrabteilung des Kriegervereins eine Ehrensalve ab. wonach der Gesangverein „Germania" das Lied „Zkch hat einen Kameraden" hören lieh. Rachdem von der bürgerlichen und der Kirchengemeinde, sowie von allen, Vereinen — sogar von den Auslandgemeinden in Argentinien — Kränze niedergelegt worden waren, dankte Bürgermeister Schenk allen, die zum Gelingen dieser harmonisch verlaufenen Feier und zur Errichtung oes Denkmals mitgeholfen hatten, und nahm das Ehrenmal in den Schutz der Gemeinde. StreiS Büdingen. * Ridda, 6. März. Die hiesige Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland veranstaltete hier im „Gambrinus" ein Winterfest, wozu die Mitglieder mit ihren Angehörigen und zahlreiche hiesige und auswärtige Gäste erschienen waren. Der Vorsitzende der Schulgruppe der Realschule Ridda des V. D. A., Studienrat Draunewell, hieß die zahlreich Erschienenen herzlich willkommen und gab über den Zweck und die Ziele deS Vereins eingehende Aufklärungen. Gedichte, Musikvorträge und die Aufführung eines Theaterstückes „Die Eänsemagd", nach dem bekannten Grimmschen Märchen bearbeitet, boten reichlich angenehme Unterhaltung. Sämtliche Darbietungen fanden ungeteilten Beifall der Zuhörer und wurden nur von alteren Realschülern ausgesührt. Ganz besonderes Znterefle und vollen Beifall erntete auch der Vortrag des Deutschrumänen Sieb» recht aus Bukarest, der gegenwärtig in Darmstadt wohnt. Er verstand es. aus eigener Erfahrung die mißlichen Verhältnisse und die Rotlage der vielen Deutschen in seiner Heimat zu schildern. Mit herzlichen Dankesworten an den Redner sowie an Studienrat Braunewell für feine Mühewaltung bei Einübung der von den Schülern vor'üglich ausgeführten Unterhaltungen schloß der erste Vorsitzende 6er Ortsgruppe, Lehrer Dieter hier, die eindrucksvolle Feierlichkeit, deren Reinertrag den notleidenden Volksgenossen im Auslande zugute kommen soll. # Ober-Widdersheim. 6. März. Sie kürzlich stattgehabte Iaadverpachtung fand nur zum Teil die Genehmigung des Gemeinde- ratd. Infolgedessen wurde jetzt der südlich der Bahnlinie Gießen—Gelnhausen gelegene Teil der Feldmark mit den Walddistri'ten Scheuer- und Hochwald erneut auf sechs Jahre ausgeboten. Höchstbietender mit 310 Mark blieb Land- und Gastwirt Karl Eifer I. von hier. — Rachdem um die Iahreswende die hiesigen Basalt- werke durch Rachlassen der Lieferungen zum Teil auf Lager arbeiteten, hat sich mit dem Einsetzen besserer Witterung der Absatz wieder bedeutend gehoben. Reben Schotter imd Splitt herrscht unverändert Rachfrage nach Pflastersteinen. Auch der Bezug von Erzeugnissen der BasaBndustrie durch Fuhrwerke hat in letzter Zeit wieder zugenommen. — Um dem Ge - meindesteinbruch, der an ein Konsortium verpachtet ist, weitere AuSdehnungsmög'ichkeiten zu gelten, ist eine mehrere Morgen große Waldfläche mit Sichende st and abgetrieben worden. # Echzell, ö. März. Wegen Seuchengrfahr waren die letzten Märkte hier ausgefallen. Gestern wurde nach längerer Zeit wieder der erste Schweinemarkt abgehalt n. Reben etwa 15 Eigenzüchtern aus der älmiegrnd waren verschiedene Händler anwesend mit einem Gesamtaustrieb von etwa nur 170 Ferkeln. Auch die Zahl der Kaufliebhaber war gering, was wohl seinen Grund darin hat, daß bei den niedrigen Preisen für Schlachtschweine — der Preis ist hier auf 52 Pf. pro Pfund Lebendgewicht gesunken — die Mast nicht lohnt. Der Handel ging flau, und es verblieb äleberstand. Das Paar sechs bis sieben Wochen alte Ferkel kostete 30 bis 35 Mk., solche im Alter von sieben bis acht Wochen kamen auf 36 bis 40 Mk.. ältere Jungtiere wurden daS Stück mit 23 bis 26 Mb abgesetzt. Einige Lkachsrage herrschte nach älteren Springern und Einlegschweinen, für die je nach Alter und Stärke 35 bis 40 Mk. gefordert wurden. -i- Aus dem Riddatal, 6. Marz. Heute wurde in den tiefer gelegenen Gemarkungen des Tales mit der Frühjahrsbestellung begonnen. Ser Zeitpunkt ist noch reichlich früh, aber die Felder sind infolge der anhaltend günstigen Witterung gut abgetrocknet, so daß die Aussaat glatt vonstatten geht und jedenfalls in der zweiten Wochenhälfte allgemein fein wird. — Die Holzknappheit in den staatlichen Waldungen bringt es mit sich, daß den losholzbereck)tigten Gemeinden das Losholz nicht merzr wie sonst in den angrenzenden Wäldern, sondern vielfach in weit abgelegenen Distrikten überwiesen wird. Statt des begehrten Buchenholzes enthält es jetzt meistenteils Eichen- und Fichtenholz. Die Losholz.zettel sollen erst ausgegeben werden, sobald die Waldwege genügend abgetrocknet sind. SireSchotten. # Freienseen, 6. März. Dieser Tage sand der vom Kreisschulamt Schotten veranstaltete Hauswirt fchastslehrgang seinen Abschluß. Die bewährte Leiterin, Fräulein D o h, sowie die Schülerinnen hatten zu einem Ab- schiedsessen in die Turnhalle eingeladen. Dom KreiSamt Schotten waren Geheimerat B o ck - mann und Kreisschulrat Kinkel erschienen, als Vertreter der Gemeinde Bürgermeister M ä n n ch e und Rechner 2 m m e l t, sowie Lehrer R e u ß als Vorsitzender des Schulvorstandes. Geheinrerat B v ck m a n n wies in einer Ansprache auf die Bedeutung der hauswirtschast- lichen Kurse hin, die in das ureigenste Gebiet der Hausfrauen einsuhren sollten, und sand anerkennende Worte für die aufopfernde Tätigkeit der Leiterin, die in ihren Freistunden einen Handarveckskurfus einlegte. Kreisschulrat Kin- k e l dantte der GemeüOe. die in anerkennenswerter Weise ein gut Teil der sachlichen Kosten übernommen hatte. Es wäre zu wünschen, wenn derartige Kurse in gewissen Zeitabständen könnten gehalten werden, da sie einem dringenden Betursnis der Landbevölkerung Rechnung tragen. — Zu einem zweiten Vortragsabend hatte der hiesige Kriegerverein eingeladen. Als Redner war Mehgerrneister Kray von hier gewonnen, der bereits im Laufe des Winters in den benachbarten Vereinen durch feine fesselnden Vorträge bekannt wurde. Vor einer stattlichen Zuhörerschar schöpfte der Redner auch hier aus seinem reichen Erfahrungsschatz, den er vor und während des Krieges sammelte. Den größten Teil seiner Ausführungen widmete er den Unterseebooten, die ihn 2'/s äahre als tapferen Seemann in die fernsten Meere führten. Ein frischer und gesunder Humor gab seinem säst dreistündigen Vortrag eine besondere Rote. Gute Lichtbilder ergänzten Mne Ausführungen, denen reicher Beifall gezollt wurde. V Gedern. 6. März. Heute fand hier ein stark besuchter Schweinemarkt statt. Es waren 587 Ferkel und Lauser aufgetrieben. Die Preise für Ferkel schwankten zwischen 15 und 20 Mk., während für Läufer 25 bis 30 Mk. je nach Größe bezahlt wurden. Der Handel war äußerst lebhaft. (Starfenburg. * Darmstadt, 6. März. Der S t a a t s - anwalt hat öffentliche Anklage gegen die in Darmstadt erscheinende Wochenschrift „Datier ich", bzw. deren Herausgeber Rudolf, erhoben wegen öffentlicher Beleidigung des Vorstandes der hiesigen Ortskrankenkasse Knoblauch. Es war diesem in einem Artikel u. a. sein Lebenswandel und sein hohes Einkommen (24 000 Mk.) vorgeworsen worden. Knoblauch zählt hier zu den Führern der Sozialden'.okratie. — Der Darlehensvermittler Georg Ebert wurde von der Kriminalpoli.M wegen Betrugs und Wechselreiterei fest genommen. WSR. Groß-Gerau, 6. März. Der Plan des Gemeinderats, das aus dem Mittelalter stammende Rathaus zu einer Gedächtnishalle für d i e Opfer des Weltkrieges umzugestalten, hat nunmehr die Genehmigung des Denkmalspflegers für Hessen gefunden. Es wurde in Aussicht gestellt, daß die Staatsregierung um die Bewilligung eines Zuschusses ersucht werde. Rheinhessen. Lpd, Mainz, 6. März. Der Haushaltsplan der Stadt Mainz weist für 1928 ein Defizit von 2,5 Millionen Mark auf. Zur Herabminderung des Defizits schlägt der Oberbürgermeister vor, den Rachlaß der Vergnügungssteuer für gewisse Vereine und Veranstaltungen, die in Zukunft steuerfrei bleiben sollten, aufzuheben; ferner foll die Gebäude st euer beträchtlich erhöht werden und zwar für ICO Mark von 20 auf 40 Pfennige. Auch die Gewerbesteuer soll eine E r - Höhung erfahren. Man hofft, daß durch diese steuerlichen Erhöhungen der Fehlbetrag von 2,5 Millionen auf etwa 1,25 Million herabgedrückt werden kann. Dieser neue Deckungsvorschlag foll demnächst dem Finanzausschuß der Stadt Mainz vorgelegt werden, der dann dazu Stellung zu nehmen hat. Preußen. Kreis Wetzlar. 2 Wetzlar, 6. März. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirke des Arbeitsamtes Wetzlar hat im Laufe des Monats Februar keine wesentlichen Veränderungen erfahren. Wahrend zu Beginn des Monats in der Arbeitslosenversicherung 1661 chauptunterstützuvgsempfänger mit 826 Frauen und 1503 Kindern unterstützt wurden, betrug die Zahl der Unterstützungsempfänger am Ende des Monats 1661 Hauptunterstützungsempfänger, 795 Frauen und 1446 Kinder. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 222 Hauptunter- ftühungsempfänger, 110 Frauen und 210 Kinder, auf die Landgemeinden des Kreises Wetzlar 1165 Hauptunterstutzungsempfänger. 585 Frauen und 1001 Kinder und auf die zu dem Arbeitsamt gehörigen Gemeinden des Kreises Biedenkopf 274 Hauptunterstützungsempfänger, 100 Frauen und 235 Kinder. In der Ä r i f c n f ü r f o r g e wurden Ende Februar 134 Hauptunterstützungsempfänger, 77 Frauen und 154 Kinder unterstützt gegenüber 139 Hauptunterstützungsempfängern, 86 Frauen und 155 Kindern zu Beginn des Monats. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 60 Hauptunterftutzungsemp fänger, 33 Frauen und 60 Kinder, auf die Landgemeinden des Kreises Wetzlar 71 Hauptunterstutzungs empfänger, 43 Frauen und 88 Kinder und auf Die Biedenkopffchen Gemeinden 3 Hauptunterstützungs- empfängcr, 1 Frau und 6 Kinder. Notstandsarbeiter wurden Ende Februar weder in der Arbeitslosenversicherung, noch in der Krisenfürsorge beschäftigt. Kreis Biedenkopf. VWaldgirmes. 6. März. Für den 1. Bezirk des Lahn-Dünsberg-Gaues fand am Sonntag hier unter dem Bezirksturnwart Gissel aus Rodheim die Borturner stunde statt. Durch die Feierlichkeiten des TrauersonnlagS in ihren Gemeinden waren vier Vereine nicht erschienen. Mit den 28 anwesenden Turnern und den bestimmten Kampfrichtern wurde der Stoff für das Gerätewetturnen des Gaues am 18. März durchgeturnt. Kreis Kirchhain. js Kirchhain, 6. März. Auf dem heutigen Rindvieh-undSchweinemarkt waren 236 Stück Großvieh, 18 Kälber und 318 Ferkel und Läufer angetrieben. Vier bis sechs Wochen alte Ferkel kosteten 15 bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alte 18 bis 22 Mark, Läufer 35 bis 45 Mark das Stück. Der Verkauf war bei Rindvieh flott, bei Schweinen schleppend. Dillkreis. Lpd. Dillenburg, 6. März. Unter dem dringenden Verdacht, gemeinschaftlich A m t S - gelber unterschlagen zu haben, sind in dem benachbarten Haiger ein Oberstadt- sekre tär und ein P o l i z e i b e a m t e r verhaftet worden. Die Höhe der unterschlagenen Gelder steht noch nicht genau fest. Büchertisch. — Gunnar Gunnarsson: „Der Geächtet e". liebersetzt von Erwin Magnus. Broschiert 4,75 Mk.. in Leinen 6,50 Mk. llniversitas Deutsche VerlagS-A.tienges llscha t, Dergin 50. — Der junge Isländer, der vor kurzem seinen Einzug in die deutsche Literatur gehalten hat, schildert hier die eigenartigen kulturellen und politischen Zustände seiner Heimat. Im Mittel- puntt der Geschehnisse steht der Sohn des alten Dompfarrers von Reykjavik, lllfur Ljotsson, ein hochbegabter junger Mensch, doch einer von den llnglücklichen, die immer von Zwiespalt und Zweifeln an sich selber zerrissen werden. Er liebt die Tochter des Ministers, glaubt sich aber nicht von ihr wiedergeliebt, und ergibt sich dem Trünke. Er entschließt sich sogar, angewidert von der Politik und von seinem Leben in der Stadt, Matrose auf einem Fischkutter zu werden. Doch auch hier bleibt er wankelmütig und findet keine Befriedigung. Ein geschilderter Schiffbruch erlöst ihn von seinen Zweifeln und vergeblichen Kämpfen. 104 — Otto Flake. Die Simona. Roman. 250 Seiten 8°. Verlag Ullstein, Berlin. — Ein Roman aus dem Konstantinopel der Vorkriegszeit. Bewegt in der Handlung, gepflegt in der Form. Ein junger, deutscher Offizier kommt mit einer Reihe interessanter Menschen der Konstantinopeler Fremdenkolonie in nähere Berührung, darunter mit der Tänzerin Relly — „Die Simona" genannt — einer deutschen Aristokratin, die aus höfischen Kreisen geflohen ist, um ihrem Leben eine eigene Form zu geben. Rach vielen Wirrungen und einem an Abenteuern und Liebeserlebnissen reichen Leben heiratet sie schließlich einen vermögenden Russen und findet wieder heim in den Kreis, den sie verlassen hatte. Der Band ist in der Reihe der „gelben Ullsteinbücher für 1 Mark" erschienen. 33 — D. Irehky: Spiel gegen Gott. Roman. Deutsch von Dr. H. v. Hoerschelmann. 320 Seiten 8°. Ring-Verlag. Berlin W 30, 1928. 10 — E. Fischer-Markgraff: 3ubitt). Die Geschichte eines Liebchens. Roman. 251 Seiten 8°. Verlag Dr. P. Langenscheidt, Berlin W 57. Preis 4,50 Mk. 40 Buntes Allerlei. Tragisches Mißgeschick eines Kindes. In Mannheim zog ein elf Monate altes Kind einen Teller mit heißer Suppe in einem unbewachten Augenblick vom Tisch und zog sich derart schwere Verletzungen zu. daß eS daran gestorben ist. Schwere Bluttat In Dortmund wurde in dem Stadtteil Castrop- Rauxel eine schwere Bluttat begangen. Drei männliche Personen drangen in ine Wohnung der Familie Gerlach ein. Der 22jährige Rudolf Gerlach stellte sich den Eindringlingen zuerst entgegen und wurde durch Messerstiche getötet. Sein Bruder, Franz Gerlach. wurde lebensgefährlich verletzt. Zw.i weitere P r.onen erlitten leichtere Verletzungen. Heute wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Die Verletzten wurden in das Krankenhaus eingelieferl. Ein Dors in Flammen. Das Dorf Cacharien (Altmark) wurde ein Raub der Flammen. Innerhalb kurzer Zeit brannten sieben Gehöfte mit 13 Gebäuden vollständig nieder. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Es wird Brandstiftung vermutet. Ausstellung der Relchsregierung auf der Presto. Der Reichskunftwart Dr. R e d s I o b und Oberbaurat Groß (Berlin) trafen in Köln ein, um mit Der Ausstellungsleitung der Internationalen Presta- Ausstcllung nähere Abmachungen über die Beteiligung des Reiches an der Ausstellung zu treffen. Die Ausstellung der Reichsrcgierung wird ein außerordentlich reichhaltiges und interessantes Material zeigen und eine eindrucksvolle Schau werden, wobei besonders die Wappenkunde des Reiches stark in den Vordergrund tritt. In einer besonderen Gruppe werden wertvolle Urkunde n a u s d e r D e r f a s s u n g s g e s ch i ch t e des Reiches gezeigt werden. Die Reichsregierung stellt die Originale der Verfastungsurkundcn zur Verfügung. Weitere erwähnenswerte Abteilungen sind u. a. die Ausstellung des H e i m a t d i e n st e s und der Reichsdruckerei. LprechftunkTn der Redaktion 12 bis 1 Uht mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Flur 3 3 150,— 9 H M 2 Flur H 500,— 500,— 2 300,— 2 300,— 777 qm Nr. 235 3 480,— 5 600,— Z 5 600,— 2 Stück 1. Klasse Zum 2557a 1 Lärchen-Stämme, Güteklasse F. 2 1 Neue Kurse Herborn Gieheu 2584V Schomber. NW Mt ZWU 2570V 27 24 12 2489D -u haben. 27 Ziehung io Güteklasse N. 2,17 fm (N) Eschenstammholz 1., 2. u. 3. Kl. 110 33,09 fm (A u. N) 21 3. Kl. (N) 7,29 fm 60 Fichtenstämme 68 18 2. 22 Derbstangen 31 6 (A u. N) 7,57 fm 4 Rompf. 2575V 13 13 2a-Kl. (N) 2,38 fm 18 41 6 242018 Zahlung versteigert: 2565 D 2274a b) C) Sekn,GelWM«WerinSM i* SlkiUstlMIZ. 25830 '•Sß HULE 1b- 2a- 2b- beginnen am 16. April! Vogtsche Handelssdiulen 20 5 10 2. 3. 3. 7,72 6,60 0,69 9,71 Ulmen-, Erlen-, Ahorn-, Birken- n. Elsbeerenstammholz 1., 2. und 74 181 2. 3. 3b- 2. 3. 5 17 2 19 57 1 18 9 1 12 2,01 4,90 21,62 19,51 12,54 1,62 3,21 24,27 4 28 63 27 11 1 28 759 166 1 St. 9 „ 2 .. 0,40 fm 5,48 „ 2,72 „ 4,39 „ 0,74 fm 7,18 , 1,65 , 1,70 1,05 , la- 1b- 2a- 2b- 3a- Drucksachen allerArt liefert in feder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl’scbe Unlv.-Drnckcrel, R. Lange. 2,48 fm 0,85 ff 0,45 „ 0,75 „ 0,34 „ 1,08 ff 0,60 ,, 19,22 ff 30,06 „ 10,29 ff 3,23 „ kleen beim Wald. 27 Eichenstämme 4 1 Eichenstamm 1 1 Buchenstamm 3 Buchenstämme 1 Kiefernstamm 141 Fichtenstämme 114 21 6 Nr. 279 = Acker, geschätzt Nr. 248°/i° = Verlangen Sie ausführliche Druckschrift G 44 von der Schulleitung Giefien, Goethestrahe U 2399a Röthges, den 6. März 1928. Hess. Bürgermeisterei. Metzger. Kiefernabschnitte 2a- u. 2b-Kl. (N) = 9,47 fm Kiefernabschnitte 3a- u. 3b»ftI.(N) - 29,87 fm Kiefernabschnitte 4a- u. 4b»SI.(N) 106 Eichen-Gartenpfosten, 2,2 m lang 19 Fichlen-Derbstangen 1. Klasse Eichenstämme 3. Kl. Buchenstamme 3. „ „ 4. ff Kiefernabschn. 3b- „ , 4a- „ Gießen, den 3. Mürz 1928. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Acker, geschätzt.... Nr. 200 = 912 qm ein Dertilo, zwei Schreibtische, zwei Sofas, eine Schreibmaschine, ein Spiegel, eine elektrische Stehlampe, ein Klelberstänber, eine Neg.-Kaffe, ein eis. Kaffenschrank. bestimmt: ein Klavier (pianino). MWmi Siegen, SMrassMelle Bekanntmachung. Bau- und Nutzholz-Bersteigerung. Freitag, den 9. März 1928, soll im Gemeindewald Lang-GönS (Distritt Wehrholz) nachstehendes Bau- und Nutzholz versteigert werden. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr an der Straße nach Nieder- Holzsubmisfion. Die Gemeinde Albach verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsorti- mente: Güteklasse A. Kiefern-Stämme und -Abschnitte, Güte« klasse N. 2 „ 3a- „ = 2,70 „ 17 Eichen-Derbstangen 1. Klasse, Deichseln 101 Fichten-Reisstangen 1.—3. Klasse. Lang-Göns, den 6. März 1928. Hessische Bürgermeisterei. Eichenstämme 2. " 3* Buchenstämme 2. „ 3. Kiefernabschn.: 2b», 3a» und 3b- 1. Klasse 2. 3. „ Nutzholzversteigerung für Handwerker u. Gewerbetreibende. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am Donnerstag, dem 22. März 1928, 10% Uhr beginnend, in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe" in Gießen versteigert werden: 23 St. Eichenstammholz l.u.2. Kl.(Au.I^) Nutz- und Brennholzversteigerung der Gemeinde Dorlar. Montag, den 12. d. M., bei Wirt Scheich in Dorlar, und zwar Nutzholz von 9 Uhr vorm., Brennholz 1 Uhr nachm. A. Nutzholz. 144 fm Fichten-Stämme und -Stangen 3. üffentiaciiep OSid-LOM zug.fl.onesDatissr 1200 Geldgewinne and 1 Prämie zusammen RM. 7500 Höchst- und HauDtcrewinnc Nr. lO4e/io = H90 qm Acker, geschätzt.... Nr. 104 = 1191 qm Acker, geschätzt.... Nr. 546/m = 1265 qm Acker, geschätzt.... Nr. 54 = 1264 qm Acker, geschätzt.... MfcichiMRUatJttfr»- ♦etiielLHMt-ä.TieiMs. jgfuntvstrn. s» »»••»»» 16 „ 6 „ 26 „ 10 ,, Fichtenabschnitte 5. Kl. (A) = 7,44 fm Weißtannelangholz la- u. lb» unb 2b»StI. (N) = 3,73 fm Lärchenlangholz la- u. lb» und losei in. Wä empfiehlt ü. Olnksimann, Worms Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 15191 Hier bei Staatl. Leit.- Ltlln. Fliem; aoAerdera bei J. Ohambrb, L.Eltert Koaral Emmerich, L. Jceet, Hfire. Kahl, 8. Loeb, Frisenr Lelx,Ella Realer Wwe., Wtlhalm Semmkr, Wllh.Weber. Erchen-Abschnitte, Güteklasse A. 2 Stück 4. Klasse = 1,79 fm Fichten-Stämme, Güteklasse N. Kiefern-Stämme Lärchen-Stämme Eichen-Stümme Eschen-Stämme und -Stangen Wiese, geschätzt . . . Nr. 307 = 1171 qm Acker, geschätzt.... Nr. 307°/i° = H71 qm Versteigerung Donnerstag, den S. Mürz 1925, nachmittags 2 Uhr, werden im Löwen, Neuenweg 26 dahier, zwangsweise gegen Lar- VfeodsmmM-Lottevlsr Loie s» 1 JLH, ii Stück io JUt. smo tn allen durch Plakate kenntlichen Geschälten und bet Burvackcr, Neuen Baue 11, nommen. Albach, den 5. März 1928. Hess. Bürgermeisterei Albach. n Lenz. 25420 1. WVIU! 5 — 10 000 Mk., auch In 2 Teilen, gesucht. Schr. Ana. u. 017W an den Gieß. Anz. Donnerstag, 3. Marz 1923, nachm. 2 Uhr, versteigere ich ini „Löwen", Nenenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: a) 1 Bücherschrank, 1 Aktenschrank. zwei Kassenschränke, 2 Büfetts, 1 Vitrine 1 Kletderschrank, 1 Waschtisch, 1 öett 1 Cbatselonaue, 3 Nühmaschtnen, ein« Schreibmaschine, 3 SolaS, 2 BertikoS 2 Spiegel. 6 Schreibtische, 1 Cabrneitr richtuna.1D.-Fabrrad, I Wintervaleto! 13 Kartons Knöpfe, 27 Schlachtmesier voraussichtlich bestimmt 1 EiSschratn Et am ine — Madras rL — 5,63 fm 1000 Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. Kl. = 47,61 fm 184 Fichtenreisstangen 4., 5. und 6. Kl. = 2,7lfm Zu dieser Versteigerung werden nur holzverarbeitende Handwerker und Gewerbetreibende zugelassen, die in Gießen oder in einerEntfernung von höchstens 10km ansässig sind. Händler sind von der Ver» steigerung ausgeschlossen. Loseeinteilungen nebst Verkaufsbedin- gungeu können von unterzeichneter Stelle unentgelllich bezogen werden. 25808 Gießen, den 6. März 1928. Der Oberbürgermeister: I. V.: vr. Rosenberg. 1 Klavier. 4 Atnlegschweine; bestimmt: 1 Nähmaschine, 1 Gitarre Sicher, 1 Bioltne, 5 Rasiermesser, drk cheren, 23 verschiedene Taschenmesser Angebote sind, getrennt nach Sortimenten und Klassen, pro Festmeter, bi* zum Montag, dem 12. März 1928, naä mittags iy2 Uhr^ bei der unterzeichneten Bürgermeisterei emzureichen, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können. Die Eröffnung der Angebote erfolgt im alten Schulhaus. ES empfiehlt sich, das Holz vorher anzusehen; spätere Einwendungen über Güte und Beschaffenheit werden nicht berücksichtigt. Reiskirchen, den 6. März 1928. Hess. Bürgermeisterei Reiskirchen. Zwangsversteigerung l Am Mittwoch, dem 18. Aprtt 1928, nachmittags 31/, Uhr, werden auf dem Ottsgericht zu Klein-Linden die nachstehenden, den Phllipp Weigel XVI. Eheleuten in Klein-Linden zugeschriebenen Grundstücke versteigett: Gemarkung Gießen: G.-B. Band 64, Bl. 3780: Flur 10 Nr. 81 = 1168 qm Acker, geschätzt. ... Jt 467,— Gemarkung Allendorf, Lahn, G.-B. Band 8, Bl. 20, 668 und 669: Frühjahrs-Pferde-Markt zu Gießen. Am Mittwoch, dem 14. März 1928, vor- mittags von iy2 Uhr ab, findet auf den städtischen Marktanlagen an der Rod- Heimer Straße Pferdemarkt statt. Bezüglich der in der Nähe des Marktplatzes vorhandenen Stallungen erteilt Herr Hoflohnkutscher Huhn Auskunft. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung des besten Pferdematerials verbunden, wofür über 2000 Mark zur Ber- sügung stehen. DerLandwittschaftskammer- Ausschuß für Oberhessen hat 300 Mark und der Hessische Landespferdezuchtverein 100 Mark für die Prämiierungen bei den Gießener Pferdemärkten gestiftet. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Rentner August Schwan in Gießen erhältlich. Die Prämienvertellung erfolgt nach Beendigung der Prämiierung. Die Ziehung der Pferdemarttlotterie mit wertvollen lebenden Gewinnen, sowie Ein- richtungs- und Gebrauchsgegenständen oller Art findet am 15. März 1928 statt. Hauptgewinn ein Pferd mit Geschirr und Lauterbacher Wagen. Gießen, den 20. Februar 1928. Die städtische Pserdemarkt-Deputation: Klingspor, Beigeordneter. 2560V 738 qm .....050,— 450 qm Äcker, geschätzt • • • • n 300,— Gemarkung Klein-Linden, Band 6, Bl. 387 und 388: Eichen- und Eschenderbstangen 1., 2. und 3. Kl. = 4 63 fm Fichtenlangholz la» u. Ib-Kl. (N) = 15,01 fm Fichtenlangholz 2a- u. 2b-Kl. (N) = 12,41 fm Fichtenlangholz und -Abschnitte 3a u. 3b-Kl. (A u. N) = 31,85 fm Fichtenabschnitte 4a- u. 4b-KI. Güteklasse A. Stück 3b»Klasse = 1,72 fm I SAlIWe o. S. Mellll» o. S. SeeMi WWW BtülWW ©töne Seü gr MM fwen M IHleiev MiM smoiten nfro. empfiehlt billigst Ullnlin Babnboittraße 59, Telephon 66. ””11 23 rm Eichen-Nutzknüppcl, 2 m lang z 1,75 „ Eichen-Nutzknüppel, 4 m lang B. Brennholz. 135 rm Eichen- und Buchen-Knüppel 212 „ Nadelholz-Reiser 2. Kl. 727 „ Laubholz-Reiser 2. Kl. 380 „ Eichen- und Buchen-Reiser 3. Kl. 375 „ Nadelholz-Reifer 3. Kl. Das Holz liegt größtenteils in der Nähe der Grube Morgenstern und östl. König- stuhl. Bedingungen im Termin. Nähere Auskunft durch Gemeindeförster Schroeter, Atzbach. 2572V Dorlar, den 6. Mär» 1928. Der Gemeindevorsteher. . „ „ - 2,88 . Angebote sind, getrennt nach Sortimem und Klassen, pro Festmeter, bis zum Freß tag, dem 9. März 1928, nachmittag» 2y2 Uhr, bei der unterzeichneten Bürger- meisteret einzureichen. ES empfiehlt sich, das Holz vorher oniu' sehen; spätere Reklamattonen über Güte und Beschaffenheit werden nicht enger a® » liefern wir Ihnen A FH s, . Modehaus Heuen änzun n;;~ 18,58. Ss=s MW! Kronenhummer Gänseleberpastete Oelsardinen Nordsee-Krabben Lachs Filetheringe in Wein, Majonnaise, Tomaten Ochsenmaulsalat Fleifchsalatm.Majonnais« M.Braunfchweiger Wurstwaren Türk L Pabsts echte Franks. Würstchen Diele Sorten Käse WsWetBMtWH ftets stiflö AMSW Settersweg 70 Acker, geschätzt ... Die amtsgerichtliche Verfügung ist an den Ortstafeln zu Gießen, Bergstr. 20,' zu Klein-Linden u. Allendorf/Lahn öffentlich zur Einsicht ausgehängt. 2556V Bekanntmachung Die Liste über die Erhebung von Standgeldern für das Rechnungsjahr 1927 liegt zur Einsicht der beteiligten auf dem Bureau des Unterzeichneten (Alicenstraße 2) drei Tage lang offen. Nur während dieser Frist können Ein- Wendungen erhoben werden. Gießen, den 6. März 1928. Der Vorstand der israelitischen ReligiouS- gemeinde Gießen. Louis Marcus. 2571V I Brennholz - Versteigerung Montag, den 12. März 1928, vormtt- tagS 10 Uhr, werden im Gasthaus Ron- thaler zu Langd auS den Staatswalddistritten Hupp 7 und 11, Heegwald 4 und 5, Eisenkaute 2 und 3 der Försterei Langd versteigert: Brennholz: Scheiter rm: 191 Buche 1. Kl., 8 2. Kl., 1 Hainbuche, 3 Eiche, 3 Kiefer, 32 Fichte 1. Kl., 9 2. Kl. Knüppel rm: 228 Buche, 4 Hainbuche, 388 Eiche 1. KU, 81 2. KU, 1 Elsbeere, 30 Kiefer, 1 Lärche, 36 Fichte. Reisig 1. KU rm: (Knüppelreisig) 239 Eiche. Reisig 2. Kl. rm: (Stammreisig) HO Buche. Reisig 3. Kl. rm: (Astreisig) 1044 Buche. Stöcke rm:40 Buche,5 Eiche,6 Ki'efer l.Kl., 5 2. Kl., 11 Fichte 1. Kl., 92 2. Kl. Das zur Versteigerung kommende Holz ist blau unterstrichen. Besichtigung wird vorausgesetzt. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Büttner und die unterzeichnete Stelle. 2579V Eichelsdorf, den 6. März 1928. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Holzsubmisfion. Die Gemeinde Reiskirchen verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachstehende Holzsortimente: Eichen-Stämme, Güteklasse N. = 10,92 fm Eichenstammholz 3. Kl. (A u. N) = 12,88 fm Eichenstammholz 4. Kl. (A u. N) = 22,20 fm Eichenstammholz 5., 6. u. 7. Kl. (A u. N) = 17,59 fm Buchenstammholz 3., 4., 5. u. 6. Klasse (A u. N) --- 30,53 fm Hainbuchenstammholz 1. u. 3. Kl. Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde RöthgeS für Rj. 1928 liegt vom Donnerstag, dem 8. d. M. ab, eine Woche zur Einsicht der Interessenten auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll während der üblichen Dienststunden vorgebracht werden. ES ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die AuSmärker beizutragen haben. Stück 2b-Klasse --- 0,38 fm Fichten-Dcrbstangen. Stück 1. Klasse --- 1,71 fm „ 2. „ - 3,42 „ „ 3. „ - 0,03 , Kiesern^erbpangen. Stück 1. Klasse - 0,45 fm ff 2. „ - 1,02 „ 3. „ - 0,06 „ Larchen-Derbstangen. Stück 1. Klasse --- 0,09 fm » 2. „ - 0,06 „ „ 3. Reisstangen 4. 40 Stück la-KIasse = 6,27 fm 63 lb- “ 17,84 „ 21 2a- = 13,65. „ 11 2b- et - 10,31 , 2 n 3a- w - 3,66 , 1 ff 4a- H -- 1,76 „ 113 Stück la-Klasse = 15,71 fm 230 „ Id- „ = 56,33 ff 100 „ 2a- ff - 39,50 „ 24 ff 2b- ff - 11,99 „ 3 , 3a- w “ 1,71 „ 4 u, 2** •*<«»< wtflerti ? nn: iqi _ Kl-, 9 2 g[ Mc tfeMSS 18 Sichte. ei5be«-. 2$ (6lammteiri8) i| vOll'si ynteenbe h- b unterzeichn sm, 25791 März 1928. lmt Eichelsdolj. ■rniilioT ldMen vertäust i ,n9ebot8 nachsteh!^ .'.^'eklalle N. W- 0,40 fm . - 6,48, • a 2,72, ,. - 4I e, Messt L 1,79 fm 5 M-stk N. W- 6,21 fm . -17,84 , , -13,85 , . -10,31 , , » 3,66 , , = 1,76 , 1 ^schnitte, M N. ässe = 16,71 fm h - 56,33 H , -39,60 . , -11,99 , . - 1,71 , U^e A. Haffe» 1,72 in ne, «attUflijtf, Slafie = O,N!o lerbftangen. Llafje -- 1,71h , - 3,42, n - 0,03 . kttbstange». Sich- 0,45 fa , - 1,02, , ° 0,06, rerbß««geil. -laste - 0,09 fm , - 0,06 „ getrennt nach :n, pro Festmeier, t 12. März M»L bei der unter.«iMli lzureichen, iveseibst cu: irge^henivtrd»löm:i )er Angebote nicht r E6 empW sich 01 sehen: fc*®1» ite mb W* lkstchM euSMzE Htaei Reüfnchen. «m.__* jmtjjtoib bach verlauft im Lt? tj folgende Hafte A. Kl. 1 St 9 , ' 2 , ]• 3 • v. 2 - eUasse N. , 18 , 9 , ’ " 1 , '- . 12 , * 0,74t - Ui. - 1,65. - 1,10 - 10 - 1,11. - 60 - 00 - 9,11 20 40 21,Ö 190 120 10 30 24/ fr, 4 ' v.»’. •:u' i. ?89' ° JJIM J * 'K'Kl KM I bS»‘l,'l: 6i< aS*6'.«Kii Lear- Nr. 57 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften) Mittwoch, 7. März 1928 Aus der Wett des Films. Vom sprechenden Film. | Von Frank Warschauer. Es ist merkwürdig, wie rasch man sich technischen Dingen gegenüber an gewisse Mängel gewohnt, wenn man sie für-unabänderlich hält, und sic außerdem regelmäßig in einigermaßen geschickter Weise verdeckt werden. Wer häufig Grammophon hört, wird allmählich die dabei auftretenden Nebengeräusche überhaupt nicht mehr bemerken, und beim Rundfunk geht es den meisten ebenso. Ebenso kommt es den Kinobesuchern heutzutage gar nicht mehr zum Bewußtsein, daß der Film, das lebende Bild, noch eine verhältnismäßig recht unvollkommene Erfindung ist. Nur, wenn man einen der Versuche gesehen hat, Filme in natürlichen Farben herzustel- len, hat man wieder eine Zeit lang ein Gefühl dafür, daß die Schwarzweiß-Reproduktion doch eigentlich nur einen notdürftigen Ersaß darstellt. Und den zweiten wesentlichen Mangel des Films, seine Stummheit, empfindet man für gewöhnlich auch nicht mehr als störend, so sehr hat man sich an die Begleitung der pantominischen Vorgänge durch mu sikalische Illustration gewöhnt. Erst wenn man einmal Gelegenheit hat, einen Film im Vorführungsraum lautlos, nur von dem leisen Surren des Dorführungsapparates begleitet, abrollen zu sehen, dann wird man sich wieder dar über klar, daß hier Menschen und Geschehnisse nicht in ihrer vollen Realität wieder gegeben sind, sondern nur in dem, was an ihnen sichtbar ist. Dann empfängt man von dieser eiligen Lebendigkeit, diesem Sprechen und Gestikulieren, ohne daß ein Wort herauskommt, dieser ganzen Welt der Klanglosigkeit, den geisterhaften Eindruck, den man sonst schon vergessen hatte. Warum ist nun der Film eigentlich stumm? An sich ist es ja ebenso gut möglich, Schallvorgänge festzuhalten und zu reproduzieren, wie optische. Man kann einen redenden Menschen photographieren oder filmen und man kann zugleich seine Worte auf Schallplatten fixieren, so daß sie nachher verhältnismäßig naturgetreu wiederzugeben sind. Man sollte also meinen, daß die Vereinigung dieser beiden Vorgänge verhältnismäßig einfach fei. Dem ist aber nicht so. Zwei Schwierigkeiten haben bis vor kurzem die Entwicklung des sprechenden Films gehemmt. Die erste liegt in der allmählichen Entwicklung und Verwandlung der Aufnahmetechnik dos Schalles begründet. So lange ganz besondere Voraussetzungen für Schallplattenaufnahmen gegeben fein mußten, so lange die Darbietungen, die festgehalten werden sollten, unmittelbar vor einem Trichter ftattfinben mußten, war die Bewegungsfreiheit der Künstler derart gehemmt, daß sich hierdurch schon kaum über- windliche Hindernisse ergaben. Erst seitdem es möglich ist, jeden beliebigen Schallvorgang, ganz gleich von welcher Stelle er ausgeht, mit Hilfe eines Mikrophons entweder, wie es im Rundfunk geschieht, auf Entfernungen weiterzugeben, aber aber, wie in der Schallplattentechnik, naturgetreu festzuhalten, finb die praktischen Vorbedingungen geschaffen, welche die Entwicklung des sprechenden Films ermöglichen. Die zweite Schwierigkeit besteht darin, eine Apparatur zu schaffen, die Schall und Bild gleichzeitig aufnimmt und sie auch gleichzeitig reproduziert, so daß man wirklich die Illusion hat, als ginge der Schall von dem nunmehr wirklich „lebenden" Bild aus. Denkt man etwa an das oben erwähnte Beispiel, so kann man zwar von einer sprechenden Person sowohl eine Filmaufnahme als auch eine Schallplattenaufnahme machen, ja sogar beides zu gleicher Zeit; aber nun wird es sich darum handeln, diese beiden verschiedenen Aufnahmen so haarscharf zur Deckung zu bringen, daß keinerlei zeitliche Diffe- „Der alte Fritz." Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Dies ist nun also, wenn man so will, dve Fortsetzung des vielgliedrigen Schauspiels „Fri- Dericus Rex", mit dem Czereph seinerzeit einen durchaus begründeten Erfolg hatte. Gerhard Lamprecht inszeniert nun ein Schauspiel „Der alte Fritz" und knüpft chronologisch ungefähr dort an, wo jener aufhörte. Der erste Teil dieses großangelegten Schauspieles, den wir hier sahen, heißt „Friede" und klingt damit aus, daß der König sein Testament niederschreibt. Wenn man, hinausgehend, das Ganze noch einmal überblickt, wird einem ein wenig bange, was denn der zweite Teil dieses Altersschauspieles noch werde bringen können, und man muß sogleich leidenschaftslos feststellen: den hinreißenden Schwung und die große Lime des „Friderieus" hat dieser Film vom Alten Fritz ni@r kann das auch nicht haben. Man muh. alles, was Lamprecht und seine Mitarbeiter geleistet haben, von den ungeheuren Schwrerrg- f eit en aus beurteilen, die im Stoff begründet liegen. (Richt in den Massen, im Kostüm, im technischen Beiwerk, im Historienstil: berglettecn bewältigt man heute ohne große Mühe.) Aber: für den „Friderieus" war eine Fülle von Handlungselementen gegeben, Spiel und Widerspiel, erst mit Friedrich Wilhelm, dann mit der großen Koalition auf der Gegenseite. Es war leicht, hieraus ein Film drama, fortlaufende Handlung innere Bewegung, äußeres Tempo zu scyaf- fen. 'Das fehlt hier ganz. Man sieht die Grenzen die Schwierigkeiten, oft sogar die Unmöglich- feit’ auf der stummen Leinwand, in lebendigen Bildern darzu st eilen, was nach den Jahren der Jugend und des großen Kampfes kommen " Dergleichen kann, wenn überhaupt, bildhaft nur schwach und andeutungsweise erfaßt und vermittelt werden. Um das ganze Ausmaß der künstlerischen Ausgabe zu, begreifen, muß man etwa vergleichen, wie Walter von Mv l o, der Dichter, mit seinen Mitteln sich um das Problem bemüht hat. Die natürliche Folge für den Film, es entsteht ein Mosaik von kleinen und kleinsten Bllderir, Ausschnitten, Episoden, Anekdoten, in pomnlttstl- scher Manier aneinandergeseht: ost ohne innere Bindung und gelegentlich unter Heranziehung von Elementen, die mit dem Hauptthema nur oberflächlich zusammenhängen. (Hierher gehört Konturrentin Gloria Swan- Tod. Alnd das kam so: eines lali° Hollywooder s o n wie den „Ich." Da platzte was soll ich „Sie? Sie ner (Prinzessin Amalie) und Dina G ra 11 a . als Wilhelmine Enke. Eine glatte Fehlbesetzung ist Holger-Madsen (Ziethen), der in der Maske unmöglich wirkt. — Gut und stimmungsvoll ist die stilsicher zufammengestellte Begleitmusik. r künstlerisch ein schwieriges Problem barstellt, ersetzt werben. Die Willkür des Kapellmeisters bei der Begleitung bes Films wäre ausgeschaltet. Wenn bann ber Film sprechen, singen, Musik machen kann, wenn er in nicht allzuserner Zeit auch farbig unb plastisch sein wirb — erst bann wirb man mit Recht von einem „lebenben Bild" sprechen können. „Wohl wahnsinnig geworden?! Ich bin doch Schauspieler und hab vom Schreiben keinen Tau!" „Gar nicht nötig. Ich weiß schon Bescheid." „Ich habe doch keine Einfälle!" „Macht nichts, die hab' ich." „Alnd teer macht denn das Szenarium?" „Ich, natürlich." „Die Handlung?" „Ich." „Das Drehbuch?" „Auch ich." „Die Titel?" Iannings vor Zorn: „Berdammt, denn an diesem Film machen?" zahlen die Eiscreme!" 3m Auto auf der Löivenfilmjagd. Hm einen Film von dem Alltagsleben der Löwen herzustellen, brach der englische Forschungsreisende Denhs Finch Hatton mit zwei Begleitern von Rairobi aus auf, und es ist ihm geglückt, den König der Tiere mit der Kamera so eingehend und in so intimer Weise zu beobachten, wie es vorher nie gelungen war. Er be-1 diente sich zu diesem Zwecke des Kraftwagens. „Wir wußten aus früheren Erfahrungen," berichtet er in der „Times", „wie unendlich schwer es ist, nahe genug an die Löwen zu Fuß heranzukommen, und mein Gedanke war, daß Löwen, die vorher niemals ein Auto gesehen hatten, diese seltsame Erscheinung nicht mit dem Menschen in Zusammenhang bringen und daher ein näheres Herankommen auf diesem Wege gestatten würden. Wir befestigten also einen Aufnahmeapparat an den Vordersitz des Wagens, links vom Führer, und hinter den Kameramann setzten wir einen mit einem Gewehr bewaffneten Jäger, der sofort eingreifen sollte, wenn die Sache gefährlich werden könnte." So ausgerüstet, ging nun die Fahrt los. Reben großen Herden von Zebras, Antilopen und anderen Tieren trafen sie- in den vierzehn Tagen ihrer Fahrt auf nicht weniger als 70 Löwen, und zwar in den verschiedensten Gruppen, bald mehrere Familien zusammen, bald nur eine Familie und Einzelgänger. „Die größte Zahl, die wir zusammen sahen," erzählt der Löwensilmjäger, „brsiand aus einer Truppe von elf Löwinnen mit einem einzigen männlichen Tier unter ihnen. Aber wir konnten nicht nahe genug an sie herankommen. Um so besser glückte uns dies bei zwei Löwen und zwei Löwinnen, die auf einem völlig unbedeckten großen Ameisenhügel ausruhten. Wir kamen glücklich bis auf 200 Fuß heran und dankten Gott für die heiße Mittagssonne, in der die riesigen Tiere schläfrig hindösten. So konnten wir diese Löwcn vier Stunden lang in den verschiedensten Stellungen aufnehmen, und zwar in Entfernungen von 50 Meter bis zu 70 Fuß. Während dieser Zeit bekamen wir einen Film von einer Löwin, die einen erfolglosen Versuch macht, einige Gazellen anzugreifen, wäh- Cmil Iannings, „the gennan giant“, ber „deutsche Riese", wie sie ihn in Amerika nennen, kam nach Hollywood. Gleich am ersten Tag sprach ihn ein etwas verkommener Mann an, dessen breite Lavalliere- Krawatte nicht recht nach AI. S. A. paßte. Richtig, ber Mann war deutscher Film-Dichter, vor drei Jahren, ber heillosen Stagnation halber, aus der Friedrichstraße nach Los Angeles emigriert. „Wissen Sie was. Herr Iannings. ich habe einen herrlichen Einfall. Wir gehen in Wilms Konditorei, trinken eine Eiscreme und schreiben gemeinsam ein FilmManuskript!" z. D. die breit ausgesponnene Eheaffäre des Thronfolgers.) Es ist also zu sagen, daß von einer völligen Gestaltung des großen Motivs keine Rede ist in diesem Film, daß dergleichen mit Mitteln des Films überhaupt nicht oder nur sehr bedingt gestaltet werden kann. Die innere Verbindung der Einzelbilder bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen: auf ihn kommt es an, er muß versuchen, vom äußeren Eindruck ins Innere vorzudringen, die Einzelbilder zum Ge- samtpanorama eines Jahrhunderts, eines Stils, einer geistigen Welt zusammenzuschliehen, die Hintergründe kultureller und politischer Art in das Ganze einzuordnen, aus winzigen Teilchen das überlebensgroße Bild der rätselhaften und bewunderungswürdi'en Konigsgestalt zusammen- zusehen. Man kann die Schwierigkeiten würdigen und braucht die Alnzulänglichkeiten des Werks nicht zu übersehen, um anzuerkennen, was hier an unbestrittenen und unbestreitbaren Werten geleistet wurde. Was aus dem für den Filmregisseur reichlich unergiebigen Thema „ Friede' an lebendigen Bildelementen herauszuholen war, ist erfaßt und zusammengetragen samt allem Beiwerk, Vorspiel und episodischer Ausschmückung: Friedensschluß. Einzug, Wiedersehen, Ausbau und Wiedergutmachung: die gewaltige Kulturarbeit des „inneren“ Königs in den Friedensjahren bat man auszuschöpsen oder wenigstens anzudeuten versucht. Steuererlaß. Bankgründung, Jndustrie- hilse, Inspektionsreise, diplomatische Schlichtung, Familienregiment. Dazwischen finden sich rem lyrische Bilder, die in ihrer starken Stimmung und Lebensnähe zum Besten zählen, was der Film bietet: Wiedersehen mit Sanssouci, Abschied von der Flöte, die Tafelrunde und das Konzert, wofür die berühmten Gemälde Menzels eine sehr glücklich benutzte Vorlage boten. Unübertrefflich wird wiederum, wie im „ £tiuce ricus", die Königsgestalt von Otto Gebühr verkörpert. Er leistet in der Maske, im körperlichen Almtifi, in Blick, Mienenspiel, Geste unb Gang das Vollkommenste, was man von einer historischen Figur erwarten kann: eine ausgezeichnete Darstellung: was dagegen vorgebracht wird, kann nur kleinlichster politischer oder persönlicher Animosität entspringen. Alm ihn herum ein Riesenpersonal von großenteils wenig oder gar nicht bekannten Darstellern. Von ihnen sind etwa zu erwähnen Stern und Reise, die als Keith unb d'Argens seht gute Figur machen; ferner Reissig (Prinz Heinrich). Klockow (Friedrich Wilhelm), Prasch- Grevenberg (Frau von Camas), Elsa W a g- ErnstLubitsch wurde einmal von einem Girlchen um ein Engagement angegangen. „ Zeigen Sie Ihre Beine!" Verschämt zog sie den Rock über das linke Knie. / Lubitsch laute an seiner Henry Clay: „Sehr nett. Das andere Bein, bitte." Da begann das Girlchen sich zu zieren: «Sieht ebenso aus." Lubitsch sprang vom Stuhl: „Ebenso? Sie sind engagiert. Für meinen nächsten Film ,Das Mädel mit den zwei linken Beinen'!" Buster Keaton, der Göttliche, fuhr über Weihnachten nach Alabama, in seinen Heimatsstaat. Es ereignete sich auf dieser Fahrt, daß Buster auf einer Station aus dem Fenster guckte. Ein Mädchen trat auf ihn zu, sah ihm lange in die großen, ach so milden Augen unb fragte endlich: „Verzeihen, sind Sie nicht Buster Keaton?" Bustie, glücklich ob solcher Popularität — hat er sich doch • niemals träumen lassen, daß man Achtung—Aufnahme—los! Geschichten rund um die Filmstars. Don Zunny Boy. renz zwischen ihnen besteht, baß vielmehr, wie ber Techniker sich ausbrückt, eine einwandfreie „Synchronisierung" besteht. Der scheinbar einfachste Weg, dies auf mechanische Weise zu erreichen, unb zugleich Schallplatten so ab- laufen zu lassen, baß Uebergänge von einer Platte zur anbern unb bereu Wechsel überhaupt nicht bemerkbar wirb, ist gcrabe in ber letzten Zeit wieder mit Erfolg begangen worben. Die Versuche haben so günstige Resultate gehabt, baß bie praktische Auswertung bieser Methoden von verschiedenen Seiten in Angriff genommen ist. 3m allgemeinen ist jedoch die Entwicklung insofern andere Wege gegangen, als zur Auszeichnung des Schalles Illcht bie sonst gebräuchlichen Platten verwandt werben, sonbern — Filme. Der moberne Techniker ist ja auch insofern ein Zauberkünstler, als er bie verschiebensten Energien ineinanber ver- roanbcln kann. Aus Schall macht er elektrische Vorgänge (mit Hilfe bes Mikrophons), diese wiederum kann er mit Hilfe ber Apparate, bie auch bei der Bildübertragungstechnik verwandt werden, in wechselnde Lichtintensität umsetzen. Dies nun geschieht bei den meisten Verfahren des sprechenden Films: ber Schall wird auf Umwegen gleichsam photographiert unb bie entsprechenden Werte auf einem Filmband festgehalten. In Deutschland sind vor allem zwei Verfahren dieser Art bekannt geworden. Bei dem ber bänischen Ingenieure Petersen unb Poulsen erfolgt die Aufnahme von Schall unb Bilb getrennt auf zwei verschiedenen Filmen, bie auch bann bei ber Re- probuktion getrennt voneinander laufen. Diese An- orbnung hat jedoch außer verschiedenen Vorteilen auch einen bestimmten Nachteil, an dessen Beseiti- gung zur Zeit intensiv gearbeitet wird. Wenn näm sich während der Vorführung, wie es schon mehrmals geschehen ist, eines ber beiben Filmbänder reißt, bann ist es nicht mehr möglich, bie zeitliche Ucbereinftimmung zwischen ihnen herzustellen. Dann hört man eine Person fingen, wenn sie auf bem Silbe. schon lange den Mund geschlossen hat, es bellen bie Hunbe, bie man gar nicht mehr sieht unb ähnliches. Bei anberen Verfahren wird bie Schall- unb Bilbaufnahme auf bem gleichen Film kopiert, ber zu biefeni Zweck bei bem Triergonverfahren etwas verbreitert ist, währenb es eine neue Erfindung des bekannten Amerikaners Lee de Fore ft ermöglicht, hierzu Filme von normaler Breite zu benutzen. Es wird hierbei das optische Bild etwas verkleinert, fo daß nm Rande ein schmaler Raum für die Klangaufzeichnungen übrig bleibt. Die Wiedergabe erfolgt bei allen Verfahren durch Lautsprecher, bie unsichtbar, meist neben ber Film- (einemanb, angebracht finb. Es ist klar, daß bie Fortschritte ber Rabiotechnik hier von entscheiben- bem Wert fein müssen. Was wirb uns bieser sprechenbe Film bringen unb in welcher Weise wirb hier die technische Entwicklung in bie ber bisherigen Ausbrucksformen bes Films eingeorbnet werben? Schon erheben sich Stimmen von Künstlern, bie in bieser Erfindung geradezu eine Gefahr für den Film von heute sehen, der sich gerade aus ber Begrenzung seiner Stummheit heraus ben eigenen Stil zu schaffen im Begriff sei. Nun, sicherlich werden bie stummen Filme nicht plötzlich durch bie sprechenben ersetzt werben, um so weniger, als ja dadurch ihr vielleicht größter Vorzug, nämlich bie Verstänblichkeit in allen Säubern behindert märe. Der sprechenbe Film wirb vielmehr zunächst zwei Anwendungsgebiete finben; einmal bas der Wiedergabe interessanter Tagesvorgänge, wie sie zum Beispiel schon jetzt in Amerika erfolgt. So konnte man dort vor einigen Monaten beu Empfang des Ozeanfliegers Lindbergh durch den Präsidenten Eoolidge im Film nicht nur sehen, sondern auch gleichzeitig hören, was bei dieser Gelegenheit gesprochen wurde. Ebenso werden Reise- filme durch bie Aufnahme interessanter Mussten, Tänze usw. belebt werben. Und zweitens wird es jetzt möglich sein, eine begleitende Musik mit bem stummen Film wirklich organisch unb bis ins einzelne präzis zu oerbinben, wenn biese gleichzeitig im Tonfilm erscheint; da burch würde, sicher in vorläufig vereinzelten Fällen bie bisherige Art ber Filmmusik, bie ja überhaupt Pv 1 a Regri, die eminent rassige Polin, haßt ihre große Charlie Chaplin besuchte mit Harold Lloyd ein Kino, in dem gerade ein großes Lustspiel lief, in der Hauptrolle: Harold Lloyd. Was Wunder, wenn Harold Lloyd nach der Vorstellung außerordentlich begierig war. Charlies Airteil über den Film zu hören. Aber Chaplin sagte nicht ein einziges Wort. Doch als die zwei dann an dem Direktor des Kinos vorbeigingen, wandte sich Charlie Chaplin gegen ihn und fragte ganz laut: „Sagen Sie, Herr Direktor, warum spielen Sie eigentlich keine Lustspiele?" Alnb Harold Lloyd hat ihn nicht verhauen renb ihre Gefährtinnen jede Bewegung des Wildes mit großem Interesse beobachten unb von uns nicht die geringste Rotiz nahmen, die wir nur 30 Meter entfernt waren. Als wir einmal zu nahe herankamen, trug ihnen der Wind eine verdächtige Witterung zu: sie richteten sich drohend auf unb blickten mit gespannter Aufmerksamkeit rings herum nach dein feindlichen Menschen. Dann aber legten sie sich 400 Meter entfernt wieder auf einem Ameisenhügel nieder, und nachdem wir ihnen 10 Minuten Ruhe vergönnt hatten, fuhren wir wieder heran und photographierten sie. Es war klar, daß sie in keiner Weise den Kraftwagen mit dem Menschen in Beziehung brachten." Ein andermal schossen sie eine Antilope und legten sie als Köder aus, um Löwen anzulocken. „Wir fuhren mit dem Wagen unter einen Baum, 40 Meter von dem toten Tier, und machten alles für die Filmaufnahme bereit. Wir hatten noch nicht eine Minute gewartet, als eine Löwin erschien, der in einiger Entfernung drei andere Tiere folgten. Mit einem mächtigen Sprung nahm sie von dem Tier Besitz, die andern kamen langsamer nach, und die Mahlzeit begann. Ab und zu erhob sich ein blutbesudeltes Löwengesicht und blickte nach dem Wagen, mit dem wir immer näher herangekommen waren. Aber sie liehen ruhig zu, daß wir auf 70 Fuß die nächste Aufnahme von ihnen machten. Rach etwa einer halben Stunde, schienen sie vorläufig gesättigt und sanden augenscheinlich die Sonne für ihre vollen Mägen zu heiß. Rach einander trotteten zwei Löwinnen und der jüngste Löwe davon und legten sich unter einen schattigen Busch. Der größte Löwe aber blieb bei der Antilope und nahm den nur zur Hälfte aufgefressenen Körper des großen Tieres ins Maul: bann trug er die schwere Last so leicht, wie wenn es ein Hase wäre, unter den Schatten. Auf diese Weise haben wir einen Löwenfilm von einzigartiger Anschaulichkeit gewonnen. Außerdem konnten wir auch das überaus reiche übrige Tierleben mit der Kamera eingehend studieren." Der Verfasser, der den Kraftwagen als Mittel zu Filmaufnahmen von Tieren so hoch schätzt, hält aber seine Verwendung bei der richtigen Jagd für eine große Gefahr. Denn auf diese Weise werden furchtbare Blutbäder unter dem Großwild veranstaltet, besonders auch unter den Löwen. Er verlangt, daß die Jagd auf Löwen und andere seltene Raubtiere Im Kraftwagen unter strengste Strafe gestellt werde, wenn nicht dieses afrikanische Tier-Paradies seiner interessantesten Bewohner beraubt werden sott. fb. sornisch-schönen Tages wurde Pola Regri von einem amerikanischen Reporter interviewt. Zugegeben, ber Reporter mag einiges dazugelogen haben, auf jeden Fall aber scheint es mit den Aussagen Pola Regris einiges auf sich gehabt zu haben. Am nächsten Morgen stand also klipp und klar in dem Blatte des betreffenden Reporters: Pola Regri fürchtet keine Konkurrentin! Weiter: Wenn es eine einzige Schauspielerin unter diesem Himmel gibt, die vom Film so etwas wie einen Dunst hat, bann heißt sie eben Pola Regri! Alnb: Ihre Konkurrentin sei noch nicht geboren. Run, Gloria Swanson wurde nach der Lektüre dieses Interviews von einem schrecklichen Wein- krampf befallen, ihr Gatte Henry Coudrai de la Falaise drohte mit einer ganzen Serie von Duellen. Coolidge sollte den Streit ber Königinnen schlichten, in ben Hollywooder Klubs ging es drunter und drüber, mit einem Worte: fuuuuuuurcfitbarer Skandal in Kalifornien. Ja, als Pola Regri einmal Fred Riblo, dem Den Hur-Regisseur, gegenüber mit aller Bestimmtheit behauptete, Gloria Swanson sähe einem Pavian ähnlich, da spitzte sich die Lage dergestalt zu, baß sich die Polin nur noch unter Detektivbewachung auf die Straße wagte. Was ich aber erzählen wollte: kürzlich drehte man einen historischen Film. Pola Regri spielte gewissermaßen eine zweite Jungfrau von Orleans, ein Heldenmädchen, das an ber Spitze wild tobender Menschenmassen eine Festung erstürmen sollte. Der Regisseur brüllte durchs Megaphon: „Schreien Sie, Miß Regri, schreien Sie etwas, um Himmels teilten. Sie müssen die Masse mitrexfien. Schreien Sie!" „Ja. was soll ich denn schreien?" „Egal, was. Rur schreien müssen Sie. Meinetwegen: Gloria Victoria!" Da'warf sich die Diva in die Brust: „Ausgeschlossen. Dann schon lieber: Pola Victoria!" ihn hier, in einem solchen Nest, kenne —. freute sich über die Mähen. „Ja, der bin ich!" „Ach", fuhr das Mägdlein fort, „dann hätte ich eine große Ditte: Wenn Sie nach Hollywood zurückkommen. so bitten Sie doch Ramon Na- varrv, er soll mir sein Autogramm schicken I" Douglas Fairbanke hatte mit ebendemselben Bustcc K-raton gewettet, daß er ihn, der doch davon lebt, noch nie gelacht zu haben, zum Lachen bringe. Preis: ein Kistchen echter Havanna-Zigarren. Run, Fairbanks gab sich die größte Mühe: er erzählte Duster Keaton den ausgezeichneten Witz von dem Rilpferd und von der Rähmaschine — Bustie zuckte nicht mit der Wimper: er machte komische Purzelbäume und spazierte auf den Händen — Duster Keaton machte ein Gesicht, als wäre er bei einem Begräbnis; er jonglierte mit drei Stückchen Käsekuchen und putzte sich gleichzeitig die Zähne — Duster Keaton schien immer noch dem Weinen näher als dem Lachen. Jetzt gab Fairbanks die Wette verloren und taufte Keaton die Kiste Havanna-Zigarren. Keton rauchte sich eine an. und sie schmeckte ihm dermaßen, daß er zum erstenmal in seinem Leben übers ganze Gesicht grinste. Da nahm ihm Fairbanks die Zigarren wieder weg. Fritz Lang war gerade daran, die Kosten des Metropolis- Filmes zu berechnen und steckte, begreiflicherweise, bis über den Kopf in zehnstelligen Ziffern, als ein dürres Männchen das Zimmer betrat. „Sie wünschen?" „Eine Rolle." „Hahaha. Das wäre gelacht. Ich brauche nur Leute, die bekannte Damen tragen!" „So? Dann werden Sie mich engagieren!" „Wie heißen Sie denn?" „Meyer!" Wirtschaft. Oisconto-Gesellschast Berlin. Der Aufsichtsrat der Disconto-Gesell- schäft wird der auf den 30. März einzuberufenden Generalversammlung aus einem Reingewinn von 15 374 430 Mark (15 347 165) die Verteilung einer Dividende von 10 Proz. in Dorschlag bringen. Rach Zuweisungen der Gewinnbeteiligungen des Aufsichtsrats und Lleberweisung an die besondere Reserve in Höhe von 1 Mill. Mk. (1 Mill. Mk.) verbleiben 217 674 (190 408) Mk. zum Vortrag auf neue Rechnung. In der Dilanz erscheinen unter Aktiven, Kasse usw. (alles in Millionen Mark) 63,866 (49,616), Wechsel 321,800 (223,421). Rostroguthaben bei Banken 155,799 (105,997), Reports und Lombards 69,149 (88,910), Vorschüsse auf Waren 131,589 (59,732), Eigene Wertpapiere 9,644 (6,765), Konsortialbeteiligungen 24,290 (18,275), Beteiligung bei der Rordd. Bank in Hamburg 12, (12), Beteiligung bei dem Schaffh. Bankverein A.-G. Köln 25 (25), Dauernde Beteiligung bei anderen Banken 33.749 (32,909), Schuldner in laufender Rechnung 527,816 (462,576), Bankgebäude 30,471 (30,666), Sonstige Liegenschaften 5,742 (5,382). Die Passiven zeigen Gläubiger mit 1,139 397 (864 263). Akzepte und Schecks 68,288 (54,979), Beamtenfonds 2,765 (2,570). Die gesetzliche Reserve ist mit 48 Mill. Mk. unverändert geblieben, die besondere Reserve hat sich auf 3 Millionen erhöht, so daß die Reserven zusammen 51 Millionen Mark betragen. Zu der Bilanz ist zu bemerken: Die Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen weisen mt 131,6 (59,7) Mill, eine starke Erhöhung auf, die namentlich auf Vergrößerung der Ümsätze, sowie auf Preissteigerungen in dem für die Bremer Filiale der Bank so überaus wichtigen Baumwollverkehr zurückzuführen ist. Die Steigerung des Effekten - und Konsortialbestandes ist lediglich darauf zurückzuführen, daß eine Anzahl größerer Transaktionen am Iahresschluß noch in der Abwicklung begriffen ist. Die Einstandspreise der Effektenbestände sind so niedrig, daß sie eine nennenswerte stille Reserve gegen die heutigen Tageskurse enthalten. Der Rominalbetrag der dauernden Beteiligungen beläuft sich auf 36,1 Mill. Mk., der Buchwert auf 33,8 (32,9) Mill. Mk. Die Zunahme des laufenden Geschäftsverkehrs und die Pflege des Kontokorrentgeschäftes zeigt sich in der Steigerung der Schuldner, die mit 527,8 Mill. Mk. (462,6) ein erhebliches Plus aufweisen. Sie spiegelt gleichzeitig das starke Krcdit- bedürfnis wider, daß sich in Kreisen des Handels und der Industrie geltend macht, und aus einheimischen Mitteln bei weitem nicht befriedigt werden kann. Die gedeckten Debitoren haben eine wesentliche Zunahme erfahren. In den Ziffern der Kreditoren und Debitoren befinden sich auch Valutakreditoren und Debitoren, deren Forderungen bzw. Schulden zum Tageskurs in Markvaluta umgerechnet sind. Die Liquidität stellt sich, wenn man Kreditoren und Akzepten die vier ersten Posten der Aktivseite gegenüberstellt, als greifbare Aktiven auf 44,83 Prozent (41,23), unter Berücksichtigung der sechs ersten Posten auf 61,53 Prozent (57,47). ■ Fritz Thyssen vorläufiger Borsitzender der Rohstahlgemeinschaft. Rach einer Meldung der „Kölnischen Volkszeitung" aus Paris soll an Stelle des tödlich verunglückten Präsidenten M a y r i s ch einstweilen Fritz Thyssen mit der Führuna der Geschäfte der Rohstahlgemeinschaft bis zum Zusammentritt des Präsidiums und bis zur Neuwahl beauftragt werden. * Vereinigte Stahlwerke A. - G. Durch den Reubau und die bereits teilweise Inbetriebnahme der neuen Kokereien der Zechen „Minister Stein" und „Hansa" werden die veralteten Kokereieinrichtungen anderer Zechen der Vereinigten Stahlwerke, wie die Zechen „Adolf von Hansemann" und „Germania 2“ in der nächsten Zeit wahrscheinlich überflüssig und werden, falls nicht besonders günstige Konjunkturverhält- nisse eintreten, außer Betrieb gesetzt. Auch ine derselben Gesellschaft gehörende Zech? „Erin" ist mit dem Reubau einer Kokereianlage beschäftigt. Ein genaues Datum für die Außerbetriebsetzung der alten Anlagen läßt sich allerdings nicht feststellen. da hierfür die wirtschaftlichen Verhältnisse mitspielen. — Auf Grund der Interessengemeinschafts- und Pachtverträge mit den Vereinigten Stahlwerken A.-G. werden die Stahlwerke Brüninghausen A.-G. in Werdohl und Friedrich Thoma A.-G. in Werdohl je 4 Prozent, die Eisenindustrie A.-G. zu Menden und Schwerte, das Eisenwerk Kraft A.-G. in Duisburg und die Westfälische Eisen- und Drahtwerke A.-G. Werne bei Langendreer je 5,5 Prozent Dividende ausschütten. Die Dividende ist wie bei den Vereinigten Stahlwerken fällig. * Frankfurter H o f A.-G. Die Frankfurter Hof A.-G. in Frankfurt a. M. erzielte im Geschäftsjahre 1927 nach 187 068 Mk. (im Vorjahr 195 728 Mk.) Abschreibungen einen Reingewinn von 332 741 Mk. (im Vorjahr 293 320 Mark), woraus wieder 6 Prozent Dividende auf 32 000 Mark Vorzugsaktien und 7 Prozent (im Vorjahr 6 Prozent) auf 3,6 Mill. Mk. Stammaktien vorgeschlagen werden sollen. Der bisherige Verlauf des neuen Geschäftsjahres könne als befriedigend bezeichnet werden. * Portland-Zementwerk Saxonia A. - G. In der Aufsichtsratssitzung der Portland- Zementwerk Saxonia A.-G. vorm. Heinr. Laas Söhne in Glöthe b. Förderstedt wurde beschlossen, der auf den 20. April einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 10 Proz. (im Vorjahr 8 Proz.) vorzuschlagen. * Elektrizitäts-Lieferungs-A. »G. Der Reingewinn der Gesellschaft beträgt 3231 726 Mark gegen 2 301251 Mark im Vorjahre. Cs gelangt wiederum eine Dividende von 10 Proz. auf das erhöhte Aktienkapital von 30 Millionen Mark (i. V. 20) zur Verteilung. • NSD. Vereinigte Fahrzeugwerke A.-G., Neckarsulm. Laut „Franks. Ztg." ist eine Opposition für die Generalversammlung in Bildung begriffen, die unter Führung von Frankfurter Juristen steht und ein gemeinsames Vorgehen der Aktionäre angesichts der neuen Entwicklung bei der Gesellschaft anstrebt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 7. März. Tendenz: schwächer. An der heutigen Börse erfuhr die Tendenz eine Abschwächung. Die Stimmung wurde sehr unsicher und nervös, da die drohende Ausbreitung der Lohnbewegung durch neue Tarifkündigungen stark beachtet wurde. Die Spekulation nahm daher Blankoabgaben vor, die bei der Enge des Marktes und der herrschenden Aufnahmeunlust einen ziemlich starken Druck auf das Kursniveau ausübten. Das Privatpublikum blieb dem Geschäft weiter fast vollkommen fern. Der QI' Schluß der Disconto- Gesellfchaft bot kaum eine Anregung. Auch die heute erstmals zu beobächtende leichte Entspannung am Geldmärkte konnte keinen Einfluß aus die Stimmung ausüben. I.--G.» Farben-Donds waren mit 131 angeboten. I.-G. -Farben eröffneten 2,5 Proz. schwächer. Bei den ersten Kursen gab es auf den meisten Märkten 1° bis 2prozentige Einbußen. Die am Vortage favorisierten Werte lagen stärker im Angebot. So verloren Rheinbraun 3 und Rheinstahl 2 Proz., Harpener minus 2,5 Proz. rückläufig. Von den übrigen Montanwerken konnten sich Gelsenkirchen auf die bekannte Auslandanleihe und Hoffnungen auf eine 8prozentige Dividende behaupten. Scheideanstalt gaben 2,5 Prozent nach, auch Holzverkohlung minus 1,25 Prozent. Schi s f a h r t s a k t ie n blieben behauptet im Zusammenhang mit dem erwarteten Abschluß von Hapag. Banken still und meist knapp behauptet. Am C l e k t r o m a r k t verloren Siemens 1,5 Prozent, AGG. und Licht & Kraft je minus 1 Prozent, dagegen Gesfürel gefragt und plus 2,5 Prozent. Von heimischen Anleihen bestand für Reubesitz etwas Interesse. Von ausländischen Renten erhielt sich die Rachfrage nach Türken. Auch Russen gefragt und fester. Am Pfandbriefmarkt lagen Anteile befestigt. Im Verlaufe neigte die Tendenz weiter zur Schwäche, und die Kurse gaben erneut 1 bis 2 Prozent nach. Das Geschäft war außerordentlich still. Der Satz für Lagesgeld wurde geringfügig aus 7,75 Prozent ermäßigt. Am Devisenmarkt lagen Devisen etwas erholt. Reichsmark gegen Kabel 4,1842, gegen London 20,423. Paris gegen London 124,03, Mailand 92,30, Madrid 29,25. Holland 12,125. Berlins Börse. Berlin, 7. März. Im Gegensatz zu gestern brachten die ersten offiziellen Kurse eine Enttäuschung nach unten. Vorbörslich hatten Spezialbewegungen eine recht freundliche Stimmung hervorgerufen, und auch für die übrigen Märkte eine Befestigung erwarten lassen. Der amtliche Beginn enttäuschte jedoch hirrin stark. Die Kursgestaltung war uneinheitlich und im allgemeinen nur behauptet. Spezialpapiere, deren Kreis sich allerdings vergrößert hat, lagen ebenfalls nicht ganz so fest wie am Vormittag, aber immer noch bis 4 Prozent über gestern. Bemberg zogen 8 Prozent, Glanzstoff 15 Prozent an. Für Freigabe- werte bestand einiges Interesse. Außerdem blieben Textilaktien und Warenhauswerte gefragt. Stolberger Zink weiter schwächer minus 3 Prozent, Schade mit 4,50 Mark. Am heimischen Anleihemarkt lagen Reubesitz fester. Ausländer uneinheitlich. Anatolier etwas höher, Bosnier nachgebend. Pfandbriefe behauptet. Liquidationsanteile gefragt. I.-G.-Farben-Bonds 131,5 bis 132. Am Geldmarkt wird für Tagesgelo immer noch ein Satz von 7,5 bis 9 Prozent genannt, der nur vereinzelt unterschritten wurde. Monatsgeld 7,25 bis 8,5 Prozent. Gleich nach den ersten Kursen traten Abschwächungen ein, dir mit Geldsorgen begründet wurden, andererseits kamen auch die schon zu Beginn vorliegenden ungünstigen Momente stärker zur Auswirkung (Stilllegungen, Tarifkündigungen, Arbeiterentlassun- gen, Lohnforderungen usw.). Auch der Abschluß der Disconto-Gesellschaft verstimmte. Die Kurse gingen auch für Spezialwerte ziemlich einheitlich um 1 bis 3 Prozent zurück. Rur Tietz fest (plus 1 Prozent). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. März. Die Marktlage ist im allgemeinen unverändert. Trotz der etwas niedrigeren Auslandpreise blieb die Tendenz im allgemeinen gut behauptet. Lebhaftes Interesse besteht weiter für Roggenmehl, das erneut um 25 Pf. im Preise anziehen konnte. Im übrigen blieben die Notierungen unverändert. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 26; Roggen 25,75; Sommergerste für Brauzwecke 29 bis 31,50; Hafer, inl. 25 bis 26; Mais (gelb) für Futterzwecke 23 bis 23,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 25,50 bis 25,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 37,50 bis 38; Roggenmehl 35,50 bis 37,75; Weizenkleie 14,10 bis 14,25; Roggenkleie 15 bis 15,25. Tendenz: stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. März. Andienungen fehlten heute völlig, und da das Inlandangebot von Brotgetreide weiter nur sehr gering und in den Forderungen beträchtlich erhöht ist, konnte sich hier recht feste Tendenz entfalten, wobei allerdings die Llmsatztätigkeit ziemlich eng begrenzt blieb. Die festeren Meldungen von den ausländischen Terminmärkten und die Erhöhung der Cifforde- rungen biteben auf die Stimmung auch nicht ohne Einfluß, zumal die Besserung des Mehlgeschäftes anhielt. Die Preise für Weizen und Roggen für prompte Ware und auch auf Lieferung waren um 1,50 bis 2 Mark fester gehalten; eine Ausnahme bildete am Lieferungsmarkte lediglich der laufende Monat, der bei Weizen nur um 0,75 Mark befestigt, bei Roggen sogar um 1 Mark abgeschwächt war. Die Veröffentlichung der Berliner Lagerbestände spielte bei der Bewertung der Märzsicht eine gewisse Rolle. Die lebhaftere Nachfrage für Roggen- und Weizenmehl hat sich erhalten, die Preise sind von den Mühlen gegen gestern mittag um 0,25 bis 0,50 Mark erhöht worden. Hafer sehr knapp angeboten; Nachfrage zurückhaltend, Forderungen unverändert hoch. Gerste sehr still bei behaupteten Preisen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Klagen von der Marburger Straße. Seit Eintritt der trockenen Witterung herrscht auf der oberen Marburger Straße wieder ein ft a r t e r Staubbelag, der von meist mit ungesetzlicher Geschwindigkeit passierenden Kraftfahrzeugen aufgewirbelt wird und sich bei dem besonders Sonntags fast ununterbrochenen Verkehr kaum niedersenkt. Wozu hat die Stadt die Motor- sprengwagen angeschafft? Ein täglich zweimaliges Besprengen, udti und nachmittags, würde schon Abhilfe schassen. Die Frankfurter Straße, die kaum wesentlich mehr benutzt wird, wurde gepflastert. Warum erledigte man die Bagatelle hier oben nicht, als die Stadt noch Geld hatte und die Provinz die Pflasterung bis vor die Stadt führte? Ebenso muß wegen der außerordentlich mangelhaften Straßenbeleuchtung geklagt werden. Der Straßenteil ab Wiesecker Weg bis PZingertstraße besitzt nur, sage und schreibe, zwei Laternen. Alles andere ist in tiefes Dunkel gehüllt. Es ist ein Wunder, daß die Belästigungen der Passanten nicht noch ernsterer Natur werden und nicht noch mehr derselben mit den Bäumen auf dem rechten Bürgersteig, sowie dem höchst überflüssigen Graben in unliebsame Berührung kommen. Warum ließ die Stadt nicht die gut verteilten Gaslaternen stehen, wenn sie dafür keinen vollen Ersatz liefern will? Es muß hier, sowie in der Regulierung der Fahrgeschwindigkeit der Kraftfahrzeuge unbedingt schnellstens Abhilfe, wenn auch teilweise, geschaffen werden, wenn die Ungeduld der unter diesen Mißständen leidenden Anlieger nicht auf die Spitze getrieben werden soll. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. TB. in Gießen. Wir ersuchen Sie, uns zunächst die Satzung des in Frage kommenden Vereins zur Einsichtnahme „zu treuen Händen" mitzuteilen, um aus ihnen die Stellung des Vorstandes, wie sie in dieser Satzung geregelt ist, kennenzulernen. Die Vereinssatzung werden Sie alsbald wieder zurück- erhalten. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt N r. 17 vom 6. März enthält: Anordnung über die veterinärpolizeiliche Beaufsichtigung von Handelsstal- lungen. — Dienstnachrichten. Vermischtes. In einem Tag von Honkong nach Hamburg. Einer der großen Luxusdampfer der Hamburg- Amerika-Linie ist jetzt mit einer neuen F u n k° a n l a g e ausgerüstet worden, die dazu dienen soll, eine Brieffunkverbindung mit dem Heimatland oder mit Amerika herzustellen. Der Apparat ist eine Kurzwellenanlage, die während der ganzen Reise, auch in ostasiatischen Gewäsfern. die direkte Verbindung mit Deutschland über Norddeich und mit Amerika über Tucker ton Herstellen kann. Gegen eine relativ geringe Gebühr werden vom Bordfunk kleinere Briefe angenommen, die dann an eine der beiden Stationen drahtlos weitergegeben werden, von wo sie sofort als Brief ihre Reise nach dem gewünschten Inlandort antreten. Wie berichtet wird, hat diese neue Anlage, mit der auch die „Resolute" ausgerüstet worden ist, die jetzt vor allem mit amerikanischen Gästen eine große Reise um die Welt macht, sich schon sehr gut bewährt. Kirchliche Nachrichten. Lvangelische Gemeinden. Mittwoch, den 7. März. Stadtkirche. 6 Uhr: Passionsandacht, Pfarrassistent Hertel. Freitag, den 9. März. Kapelle des Alten Friedhofs. 6 Uhr: Pafsions- andacht, Pfarrer Lenz. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdislont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Fraubsurt a. M Berlin Z.auksurt a. M Berlin Berlin. 6 März | Geld Brief Franzöiische Roten..... Holländische Noten ... italienische Noten...... Norwegische Noten ...... Deutsch. Qestcrr., A100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . Devisenmarkt Berlin Telegrophifche 16.475 167,81 22.07 111,03 58,68 2,561 111,88 80,32 70,26 12,36 72 92 —Frankfnr Ausz 0 h ÜTo33 168,49 22,15 111,47 58.92 2,584 112,32 80,64 70,54 12,47 73,22 a. TL lang. Schluß- Kurs 1-Uhr. Kurs Schluß Kurs 1 Anfang Kur- Schluh- Kurs l'Uhr° Kurs Schnch- Kurs Anfang Kur- Schlich- Kurs 1-Uhr- Kurs Schmfr- Kurs Anfanc Kur Datum 6. 3. 7.3. 6.3. 7. 3. Datum: 6 3. 7. 3. 6.3. 7 3 Datum: 6. 3. 7.3. | 6.3. । 7.3 F/e Dt Reichsanleihe D. 1927 Tt Anl Ab lös Schuld mit Auslos -Rechten Dcsol. ob-..c AuSlos -Rechten 7*lo ftraiJj Lpp -Bk. Go dpi unkündbar bi? 1932 iWVo Rheinisch» üvv -Bank Liqu -Goldpf AEG abg BorkriegS-Ob hgationen. rückzahlbar 1932 4'6 Schwei;. Bundesb.-Anl. <°/e Oesteretchische Goldrte 4.20°/, Dcfterr. ich. Silberne 4u/o Oesterreich einbeit!. Rte 4°/o Ungarische Goldrte <°/o Ungarische Etaatkr. v. 1910 i’/i0/.■> deögl. von 1913 4°/o Ungarische Kronenrte . . 4°/, Türk ^ollanleihe v 1911 4°/o Türk Bagdadbabn-Anl. Serie 1 4°/u dcvgl. Serti 31 4% Rumänen convert. Rte 4‘///o Rumänen Goldanl. von 1913 CUfl Deutsche Eisenbahn 4'/, Hamburg-Amerika Paket. . 6 Hamb -Südam Dampisch. 8 Hansa Dampfschiff • k Norddeutscher Llovd 6 Allg. Deutsche 6rebitanft,. 10 Barm r Bankverein lv Berliner Handelsyesellsch. 12 Commerz- und Privat-Bk. 11 Tarmsl. u Raiionalbank 12 Deutsche Bank 10 Tiökonto-Gesellschaft Süll 10 Dresdner Bank • 10 Mitteldeutsche Credttbant 9 Metallbank .........8 Reichsbank........ 11 87,5 34.25 3,75 1.55 24,7 24.8 13 12,95 5,35 16,45 151 163,5 145,5 174,5 226.25 163 157 158,75 197 1 13 1 I 1 1 < 1 1 1 1 1 IS »II 1 13 । 1 । । 1 »8 M ।53S। 3 3 ” s sä 87,5 52 14,6 - 24,25 1.4 13 13,2 13 16.13 150,65 210.75 226 153.65 145.5 145.5 251.75 174,5 227 163,5 156. M 159 126,25 196 9 52,1 15.2 24,8 24,13 13,2 13 152 225,5 154,25 143.25 253,5 174,25 227 163,25 157 158.5 213 126 200 LEG . . .7 Bergmann ........8 Elektr Lieferungen. . . lo Licht und Kraft .... 10 Felten /, Mannesmann f. I 4 ManS eldrr- . - 7 Qberschles Eisend. Bedarf 0 Lberschlcl Kokswerke . 0 Phönix Bergbau f ’/» I 3 Roe mische Braunkohlen 10 Roeinstahl 0 Riebeck Montan......6 Bereinig re Slahlw. f. V» I 3 Olavi Minen • • 1 sh Kali Aschersleben • 10 KaliWestcrrgeln ■ . 10 Kaliwerk Salidetfurth 12 I G Faeven-Industrlr 10 Dvuamit Nobel ... 0 Scheid.anstatt . ..... .8 'Goldschmidt . ..... .5 RülgerSwerke ....... .0 Metallgeiell'chaf».....10 Ladw. tioeire ..... 1, Rat. Automobil...... 6 Oreustetn i Kovvel .... 4 Linke Homiann .... 0 Leonhard Tiey .... 6 Bamaa- 'i.eguin ...... 0 Franks Maschine» .... 0 Griyner ..... 1 Hevligeustaedt ...... 0 JunaoanS ...... 6 Lechwerke . ...... 8 Matnkraftwerke ...... 8 Miag ...... 10 Nekarsulmer ........ 8 $eter6 Union - ...... 8 Kebr Roeder ...... 10 Voigt A Haeffner ..... 6 Südd Zucker ...... o Ban 1,789 58,275 111,34 111,99 112,17 10,525 22,10 20,39.) 4,1800 16,41 80,455 69,79 1,962 0,5025 ->8,84 12,387 7,358 73,11 3,017 19,28 Kl 51 1,793 58,395 111,56 112,21 112,89 10,545 22,14 20,435 4,1880 16,48 80,615 69 93 1,966 0,5045 68,96 12,407 7,372 73,25 3,023 19,32 81.70 Berlin, 6. März | cöelö tönet 2,115 2,119 5,534 5,546 4,176 4,184 4,276 4,284 20,92 20.96 Amerikanische Roten..... Belgische Noten...... Dänische Noten...... Englische Noten ....... 47162 58,08 111,68 20,35 4,182 68,37 112,12 20,43