Nr. 32 Erster Matt 178. Jahrgang Dienstag, 7. Zebruar 1928 Erscheint 1ä,US», scher Sonntags nnb Fetertogn. Beilagen; Dtetzener JamtHenblftttex Heimat im Bild Die Scholle. Moaau-Vezvgrpretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech anfchlüfs«: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Etetze». Postscheckkonto; Frankfurt am Main 1168*. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnck vnö Verla-: vrühl'sch« Untver-ltttr.Yvch» mtb ZtelndruSerei & tauge in Sietzen. Schristiettung und SeschSftrfteSe: Zchnltzratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschnst 20v 0 mehr. Chefredakteur Dr. Friede Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wich Lange, für Feuilleton Dr H.Thyriot, für den übrigen leil Ernst Diumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Amerika will die Llbooiwaffe abschaffen. Eine ßrflarung Kelloggs. Ein internationales Abkommen über die Ubootwafse Oltaroa, 6. Jebr. (IDIB.) 3n einer Unterredung mit Pressevertretern führte Staatssekretär Kellogg aus, die Vereinigten Staaten befürworteten die Einstellung des Baues oder der Verwendung aller Unterseeboote, die eine barbarische Methode der Kriegführung darstellten. Die französifche Presse habe anscheinend die Haltung der vereinigten Staaten in dieser Frage mißverstanden. Die vereinigten Staaten seien bereit, mit der ganzen Welt einen Vertrag einzugehen, um das Ziel zu erreichen, auf das die von Fotheringham im Repräsentantenhaus eingebrachte Entschließung abzielte. Kellogg sagte weiter, er wisse nicht, daß diese Angelegenheit gerade am Vorabend der Unterzeichnung des Schiedsvertrages mit Frankreich veröffentlicht werde. Sobald die gegenwärtigen Verträge, deren Grundlage die Root* Abkommen bildeten, abgelaufen feien, würden Angebote;n ihrer Erneuerung gemacht werden. Auf den Vorschlag Briands zur Aechtung des Krieges näher einzugehen, lehnte der Staatssekretär ab. Schlechte Aussichten. Zustimmung in England, aber heftiger Widerstand der anderen Mächte. London, 6. Febr. (WD.) Der diplomatische Berichterstatter deS »Daily Telegraph" schreibt: Sehr tiefen Eindruck hat in britischen diplomatischen und politischen Kreisen KelloggS Erklärung gemacht, baß die amerikanische Re- gierung bereit sei, mit allen Mächten einen Vertrag zu unterzeichnen, der die Verwendung de* Llnterseebootes unbebingt verbietet. Der Korrespondent erinnert jedoch daran, das) Frankreich und auch Italien, letzteres zum größten Teil infolge Frankreichs Hartnäckigkeit, in der Frage sich bisher dem Eintreten Englands für die Abschaffung der Unterseeboote nachdrücklich widersetzt haben. Die -Uebereinftimmung Amerikas und Großbritanniens in einer Politik der Verfemung des Llnterseebootkrieges würde jedoch einen starken moralischen Einfluß in ganz Europa ausüben müssen. Es bestehen Gründe zu der Annahme, daß Kellogg diesen Schritt nicht unternommen hat, bevor er sich durch Sondierungen in Tokio überzeugt hat, daß, wenn Amerika bereit sein sollte, die Llnterseebootwaffe aufzugeben, Japan bereit sein würde, diesem Vorgehen zu folgen, unter der Voraussetzung der Zustimmung aller anderen Flottenmächte. — Die „Times" schreibt in einem Leitartikel: Kelloggs Erklärung bedeutet einen entschiedenen Fortschritt gegenüber der Haltung seiner Regierung zur Zeit der Washingtoner Konferenz. älnglücklicherweise besteht jedoch gegenwärtig keine Hoffnung auf allgemeine ^Unterstützung. Frankreich hat sich dem ursprünglichen Vorschlag heftig widersetzt. Auch Japan und Italien sind ihm ungünstig gesinnt gewesen. Frankreich und Italien erklären das Unterseeboot als für die nationale Verteidigung notwendig. Jetzt wird es zweifellos für nicht weniger unentbehrlich angesehen. Außerdem haben einige der kleineren Aationen ihre Unterseeboote feit dem Kriege dauernd vermehrt. Das Unterseeboot ist tatsächlich die Waffe der ärmeren Mächte geworden. Wenn die Länder, bei denen die Unterseeboote in besonderer Gunst stehen, dazu gelangen, ihre allgemeine Llbschaffung als wünsck^nswert anzusehen, so wird jedes Vorgehen, zu dein sie bereit wären, bestimmt von anderen begriffen werden. Aber für eine solche Aenderung des Standpunktes bestehen augenblicklich leider keine Anzeichen. Amerikas Gründe. Die japanische Ueberlcgenheit.—Im Kampf um die Vorherrschaft zur Lee. Eigene Drahttneldung des „Gießener Anzeigers"'. Berlin, 7. Febr. Die Erklärung des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg, daß die Washingtoner Regierung bereit sei, eine internationale Vereinbarung über die Abschaffung der Unterseeboote zu unterzeichnen, hat in allen europäischen Hauptstädten ein nicht unbeträchtliches Aufsehen hervorgerufen. Man fragt sich allenthalben nach den Gründen, die die nordamerikanifche Union veranlaßt haben könnten, plötzlich die Ll-Boot°Wasfe preisgeben zu wollen, nachdem sie sich stets für deren Beibehaltung eingesetzt und auch auf der Washingtoner Abrüstungskonferenz einen englischen Antrag auf Abwrackung sämtlicher UZBoote abgelehnt hatte. Die verschiedensten Mutmaßungen tauchen auf, schießen aber bis auf wenige am Ziel vorbei. Vergleicht man einmal die 11 - Boot -Neubauten der letzten Jahre miteinander, bann wird man finden, daß die Japaner doppelt so viel Boot« fertiggestellt haben als die Vereinigten Staaten. Bei dein ungeheuren Aktionsradius dieser modernen Kriegsschiffe liegt es auf der Hand, daß eS in einem künftigen amerikanischjapanischen Krieg den Japanern ein Leichtes ist, mit ihren Booten b i s an die amerikanische Küste vorzustoßen. Die sechzig japanischen U-CBoote können aber weiter die dreißig amerikanischen ohne Schwierigkeit von den japanischen Inseln sernhalten und darüber hinaus noch zu einer beängstigenden Gesahr für die Flotte der nordamerikanischen Union werden. Die Annahme dürfte zutreffend fein, daß d i e japanische Ueberlegenheit die Regierung in Washington veranlaßt Hal, die Abschaffung der U-Boot-Waffe zur Debatte zu stellen. Recht interessant ist aber der Hinweis eines englischen Blattes, daß dieser Vorschlag K-'loggs der beste Beweis dafür sei, daß Amerika zu einer Seemacht erster Ordnung sich entwickeln tollt Sind die U-Boote verschwunden und hat die Union die Kreuzerreserve, die sie sich anschaffen will, bann werden d i e Vereinigten Staaten die Meere beherrschen. Es berührt in der Tat auch merkwürdig, daß die Amerikaner auf der einen Seite fortgesetzt mit dem Bau ganzer Kreuzergeschwader drohen, auf der anderen aber nur die Llbschaffung der Unterseeboote anregen. Ihre Taktik spricht gerade nicht dafür, daß sie ehrlich eine Rüstungsbeschränkung zur See wollen. Sie finden auch nur Unterstützung bei den Engländern, deren Presse die Erklärung K lloggs begrüßt. Das tut sie aber nur, weil sie die Flotte Frankreichs und auch anderer Rationen um diese wertvolle Waffe bringen möchte. Den Engländern liegen nicht weniger als neunzig neue französische Unterseeboote gegenüber, während sie selbst seit dem Kriegsende nur sechzehn Boote in den Dienst gestellt haben. In Frankreich weiß man sehr gut, welchen Wert das U-Boot besitzt hier hat man infolgedessen auch wenig Verständnis für die Gedankengänge der Amerikaner. Ebenso kann sich auch die italienische Presse für die Qleußerung KZloggs nicht begeistern, eben weil das U-Boot ein guter Küstenschutz und auch eine brauchbare Ofsensivwafse ist. Die Abschaffung der U-Doot-Wafse wird unter diesen Umständen vielleicht noch 24 Stunden die internationale Diskussion beherrschen, bann aber aus ihr Der« schwinden, eben weil bie einen auf bas U-Boot nicht verzichten wollen unb bie anberen nach ber Vorherrschaft zur See streben. Golk der Völkerbund nach Wien verlegt werden? Genf oder Wien. — Das politische Bauprogramrn des Völkerbundes. Bon unserem ^.--Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Wien, Anfang Februar 1928. Es ist wirklich an der Zeit, die politische Eiterbeule der Uebersiedlungspläne des Völkerbundes aufzustechen. Was hat es denn für einen Zweck, immer wieder nach altbewährtem Muster zu dementieren, vielsagend zu lächeln und entrüstet zu tun, wenn einer mal die grobe Wahrheit sagt? Eine offene Aussprache ist denn doch besser, und darum sei es ehrlich eingestanden: jawohl, eine ganze Reihe führender Persönlichkeiten Oesterreichs spielen seit Monaten mit dem Gedanken, bie Pläne des Herrn White Williams von ber Reuhork Times verwirklichen zu helfen unb damit denVölker- bund nach Wien zu bringen. Und es sind nicht allein Wiener Geschäftsleute, Hausmeister und Autochauffeure, die diese Idee auS Gründen höherer Fremdenvertehrseinnahmen billigen, o nein! Man kann sich kaum eine politische Frage vorstellen, die schwieriger zu erfassen wäre, als bie der Uebersiedlung von Genf nach Wien. Das Problem ist genau so kompliziert wie die ganze Liga der Rationen selbst unb bas balkanisierte Mitteleuropa bazu. Wer ist nun für die Uebersiedlung? — Vor allem der sehr ehrenwerte Herr 2ßiUiams und mit ihm eine ganze Reihe von Völkerbundsjournalisten, Attaches und Beamten, denen das „spießige Genf 3 um Hals herauswäch ft", die gern in der Heimatstadt von Johann Strauß sich die Nächte um die Ohren schlagen möchten an der Seite jener berühmten „feschen Wienerinnen", die übrigens dem heutigen internationalen Girlgeschmack durchaus nicht mehr entsprechen, was allerdings eine Sache für sich ist und eigentlich gar nicht hierher gehört. Dann stehen hinter dem Plan die Ungarn, Hei, bas wäre eine Sache! Der Völkerbund in Wien! Einen Katzensprung, und man ist im .Zentrum der Welt", packt die internationale Politik beim Schopf und schleppt sie, bzw. ihre Vertreter nach den herr- lid^en Magnatenschlössern, „seift" sie dort tüchtig ein mit feurigem Wein unb noch feurigeren „Frauen", was mehr wert ist als die schönsten Reden des alten Äpponyi zusammen, und ... Ja, ja, nickst nur der sprichwörtlich gewordene kleine Moritz stellt sich unter Politik absonderliche Dinge vor ... Befürworter des Planes find dann auch jene un« garnfreundlichen Kreise um Rothermere in England, deren Eintreten für die Revision von Trianon zwar löblich, aber nicht ganz ohne Eigennutz ist, was man gleich erkennt, denkt man auch nur einen Augenblick an die Londoner Pläne, in denen die ungarischen Soldaten bie Rolle edlen Kanonenfutters in einem möglichen Kriege mit Rußland spielen. Unb auch die Italiener wären garnickst verärgert, fäme ber Völkerbund nach Wien. Sie würden sich darüber vielleicht am meisten freuen. Denn sofort wären zwei Möglichkeiten, die sie beide in gleicher Weise fürchten, a u s g e s ch a l - t et: ber Anschluß Oesterreichs an Deutsch lanb, unb auch bas Zustandekommen einer Donauföderation, in ber man bekanntlich in Rom bas Wieberauferstehen Oesterreich- Ungarns erblickte. Im engeren Völkerbund gibt es außerdem bie zehnmalklugen Politiker, bie bie Liga gern in ber „Rähe des europäischen Gefahrenherdes" wüßten. Das klingt sehr schön, nicht wahr? Und hier, in Wien, gibt es Leute, die an bie Donauföderation.nicht glauben, den Anschluß nicht wollen, und in der „Internationalisierung" das Heil erblicken, dann die „feinen Herren", bie Angst haben, baß sie vielleicht doch noch einmal in bie Uniform gesteckt werben könnten, bie Pazifisten aus Ueberzeugung und die aus persönlicher Feigheit unb last not least die erwähnten Hausmeister, Chauffeure, bie Hoteliers, Kaffeehausbesitzer unb Schuhputzer aus „volkswirtschaftlichen" Gründen. Ja, und dann, ich will sie nicht vergessen, bie Lokalpatrioten, bie in ber Burg unb in Schönbrunn toieber Weltpolitik sehen möchten. Unb wer ist bagegen? — Die österreichische Station! Die Anschlußsreunde, bie in ber Lieberzahl finb, unb auch bie Anschlußgegner, bie bie Föderation mit den Rachfolge- floaten wollen. Die Wirtschaft vor allem, ba sie den „Völkerbundsschmuggel" fürchtet, und mit Recht, denn er würde dieses Land vollends zugrunde richten. Eine Warenkontrolle wäre zur Unmöglichkeit geworden, und es gibt eine ganze Reihe von Oesterreichern, die nicht vom Fremdenverkehr leben, sondern aus diesem armen Boden mit ihrer Hände Arbeit herausholen, was herauszuholen ist. Die Oester- reicher, es sind noch immer acht Millionen, können nicht mit einem Schlage alle Fremdenführer werden. Gegen die Uebersiedlung von Genf nach Wien sind die Franzosen, die Tschechen unb Sübslawen. Für sie entschwinben mit der Uebersiedlung alle Hoffnungen auf bie Verwirklichung einer Donauföderation, wobei man sich freilich Rechenschaft darüber ablegen muß, baß ein- endgültig.' Verhin^r^ng des Anschlusses Oesterreichs an bas Reich auch etwas Verlockendes hat. Wenn man das Erwünschte nicht erreicht, kann man baS Unerwünschte wenigstens hintertreiben. Dagegen finb, auch bas sei gesagt, bie weiblichen Angestellten des Völkerbundes, die Angst haben, ihre Heiratsaussichten würden an ber Donau auf ein Minimum zusammenschrumpfen. Man unterschätze blefcn Um« staub nicht, bie Damen bes Völkerbundes haben auch ein Wörtchen mitzuredenI Im März soll also in Gens ber Vorstoß unternommen werden, um den Völkerbund nach Wien zu bringen. Offiziel wird es unter der Parole geschehen: Einsparung der Ausgaben für den Reubau des Völkerbundpalastesl Aus der Uebersiedelung wirb nichts werden. Es ist haft ein Ding der Unmöglichkeit, den Sitz des über den Rationen stehenden Völkerbundes vom Boden ber praktisch seit Jahrhunderten neutralifierten Schwei» weg in den Kern eines vor knappen zehn Jahren zusammen- gebrochenen Reiches zu verlegen, um den still aber heiß von drei Mächtegrupven gerungen wirb. Der Völkerbund kann es sich einfach nicht leisten, auS ber stillen politischen Ruhe dec Schweiz in den Sturm herauszutreten, der Deutsch-Oesterreich umtobt. Aber man wird bei ber Diskussion wenigstens die Oesterrelcher kennen lernen, die mit den LebenSinteressen ihrer Ration Fangball spielen, man wird sich ihre Ramen merken tonnen, unb das ist allerhand wert. Dis neue hessische Regierung. Hauses. Er ist (von den Kommunisten abgesehen) stets einstimmig gewählt worden. Der neue Staatspräsident gehört bet Sozialdemokratischen Partei an. Don unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 6. Febr. heute gegen abend tagten im Landtagsgebäude wiederum die Fraktionen der zur Weimarer Koalition gehörenden Parteien (Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten), um bie Verhandlungen zur Regierungsbildung zum Abschluß zu bringen. Es wurde beschlossen, die Regierung in der weise zu bilden, daß erhält: Das Staatsmini st erium, mit dem das neu geschaffene Kultusministerium verbunden ist, der bisherige Lomdtagspräfideni Adelung (Soz.). Das Finanzministerium der bisherige Minister des Innern, Kirnberger (Zenft.), der zugleich Stellverfteier des Ministerpräsidenten ist. Das Mini stet i um des Innern Abgeordneter Leufchner (So;.), damit verbunden ist das 3 u ff 13 m i n i ff e r i v, m , das wie bisher von Ministerialdirektor Dr. Schwarz verwaltet wird. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft Abgeordneter K o r e 11 (Dem ). Die Verhandlungen über einige Aemter, die nicht mehr zum Kabinett gehören, sind noch nicht abgeschlossen. Da nach Artikel 38 der Verfassung die Mitglieder des Gesamtministeriums zu ihrer Amtsführung des vertrauens des Landtags bedürfen, fo wird zur Bestätigung der Minisierliste der Landtag auf Dienstag, den 14. Februar, einberufen. An der Bestätigung ist nicht zu zweifeln. Oie neuen Männer. Staatspräsident Adelung. Der bisherige Präsident des Hessischen Land- tags unb (zweite) Bürgermeister von Mainz, Bernharb Adelung, ist 1876 in Bremen geboren. - besuchte bie Volksschule in Bremen unb wurde bann Buchbrucker. Rach seiner Ausbildung bereiste er bann Deutschland, Oesterreich, bie Schweiz, Frankreich unb Italien. Von 1897 ab arbeitete er als Schriftsetzer in Mainz unb wurde 1902 Redakteur ber Mainzer Volkszeitung. In ben folgenben Jahren würbe Adelung in die Stadtverordnetenversammlung und in den Kreistag gewählt. 1903 trat er in die Zweite Kammer des Hessischen Landtags ein, der ei’ (mit älnterbrechung in den Jahren 1938 bis 1912) bis zu dessen Auflösung im Jahre 1918 an- gehörte. Rach den Reuwahlen zum brnstituieren- den Landtag wurde Adelung zum Präsidenten gewählt unb bekleidete seit dieser Zeit ununterbrochen das Amt bes Landtagspräsibenten: er genoß wegen seiner unparteiischen Geschäftsführung hohes Ansehen bei allen Parteien bes Kinanzminister Kirnberger. Der neue Finanzminister Ferdinand Kirnber- ger wurde am 12. Januar 1875 als Sohn des Mebizinalrates Dr. Kirnberger in Mainz geboren. 3m Frühjahr 1898 legte er bie Fakultätsprüfung in Gießen ab unb im Oktober 1901 beftanb er bie Staatsprüfung. Er war zunächst als Regierungsassessor bei ben Kreisämtern Mainz, Groß-Gerau unb Darmstadt unb im Ministerium bes Innern tätig. 1906 wurde er Kreisamtmann. Als solcher versah er bis 1912 das Amt eines Feldbereinigungskommissars. Dann wirkte er am Kreisamt Offenbach bis zum Ausbruch des Krieges, ben er als Hauptmann ber Lanbwehr bei dem Felbartillerie-Regiment Rr. 27 mitmachte. 3m 3ahre 1917 wurde er als ständiger Hilfsarbeiter in bas Ministerium des 3nnem berufen. 1920 erfolgte seine Ernennung zum Oberregierungsrat bei dem Lan- besernährungsamt. Rach einer kurzen Tätigkeit bei ber Provinzialbirektion Mainz kam er 1921 als Vortragender Rat in bas Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft. 1922 wurde er unter Beförderung zum Ministerialrat wieder in das Ministerium des 3nnem übernommen. Während der schweren Erkrankung des Minister von Brentano im 3uli 1927 versah er das Ministerium des 3nnern als Minister ohne Portefeuille unb würbe nach bem Tobe bes Herrn von Brentano (21.3uli) im August zum Minister bes 3nnem ernannt. Kirnberger gehört bem Zentrum an. Ministerfür Arbeit und Wirtschaft Korell Der Minister für Arbeit unb Wirtschaft, 2ldolf Korell, ist aus bem evangelischen Pfarr- stanbe hervorgegangen; er ist am 20. März 1872 in Obergleen im Kreise Alsfelb (Oberhessen) geboren, besuchte bie Volksschule zu Pohlgöns, bann bie höhere Bürgerschule zu Butzbach unb schließlich bas Gymnasium in Gießen. An ber Landesuniversität absolvierte er auch fein Studium ber Theologie unb trat bann in den vorbereitenden Pfarrdienst ein. Er bekleidete in den nächsten 3ahren Pfarrstellen in Alsfeld, Darmstadt, Düdelsheim unb (12 3ahre) in König- ftäbten (Kreis Groß-Gerau) unb (feit 1912) in Rieder-3ngelheim. Pfarrer Korell war früh in bas politische Leben cingetreten, schon als Pfarrassistent war er politisch tätig im Sinne ber 3been bes Pfarrers Raumann. Er wandte sich der Fortschrittlichen Dolkspartei zu, für bie er vielfach als Dersammlungsredner auf trat unb auch öfters für den Landtag kandidierte. 3m 3ahre 1911 wurde er als Vertreter des Wahlkreises V Rheinhessen (Wörrstadt) in die Zweite Kammer des Hessischen Landtags gewählt, der er bis zur Staatsumwälzung im Jahre 1918 anaehörte. Er schloß sich dann der Demokratischen Partei an. 3m Jahre 1924 wurde Pfarrer Korell als Spitzenkandidat des Wahlvorschla^ seiner Partei in den Reichstag gewählt, wo er sich der 3nteressen des besetzten Gebietes an» nahm. 3n der Zeit des Ruhrkainpfes zählte er zu den Ausgewiesenen. Bei den Reichspräsidentenwahlen am 29. März und am 26. April 1925 trat er besonders eifrig für eine Wahl des Reichskanzlers Marx zum Reichspräsidenten ein. Dem Hessischen Landtag gehört Pfarrer Korell seit den Reuwahlen vom 13. Rovember vergangenen 3ahres an. Innenminister Leuschner. Der künftige Innenminister Wilhelm Leuschner gehört schon seit längerer Zeit zu den maßgebenden Führern der Sozialdemokraten in Darmstadt: er wurde schon öfters als künftiger Polizeipräsident, Minister und sogar als Kandidat für den Staatsprä-- fidentenposten genannt. Er ist im Jahre 1888 geboren, besuchte die Volksschule, dann verschiedene Kunstschulen und widmete sich dem Bildhauerberuf. In der Gewerkschaftsbewegung tat er sich schon früh hervor und er ist schon viele Jahre als Gewerkschaftssekretär tätig. In der Gewerkschaft der Bildhauer und Steinmetzen bekleidet er eine führende Stellung. Seit einigen Jahren gehört Leuscyner der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung an, auch wurde er in den Provinziallandtag gewählt; Mitglied des Hessischen Landtags ist er seit Dezember 1924. Wirtschaft und Reichsbahn. Die Drosselung von Aufträgen. — Die drohende Tariferhöhung. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 7. Febr. Die Finanzlage der Reichsbahn kann nach den günstigen Abschluhziffern für das Jahr 1927 durchaus als stabil und gesund bezeichnet werden. Jedoch hat die Investierung größerer Summen in den letzten Monaten die Kassenliquidität verschlechtert und diese Entwicklung hat dazu geführt, daß die Reichsbahn zur Streckung der von ihr an die Industrie gegebenen Aufträge schreiten mußte. So bedauerlich ein Rückgang der Aufträge seitens der Reichsbahn, die wohl der größte Auftraggeber für die deutsche Industrie in ihren verschiedenen Zweigen ist, angesehen werden muß, so kann man doch der Erwartung Ausdruck geben, daß abgesehen von den Unternehmungen, die fast ausschließlich auf die Aufträge seitens der Reichsbahn im Interesse einer dauernden Beschäftigung und eines fortgesetzten Produktionsprozesses angewiesen sind, nicht der vielfach angenommene ungünstige Einfluß auf die Beschäftigungslage der Industrie eintreten wird. Denn die Aufträge sind zu ihrem größeren Teil nur aufeinespätereZeit verschoben worden. Der gesamte Geldbedarf der Reichsbahn beträgt ca. 40 Mill. Mark. Don dieser Summe sind 20' Mill. Mark als dringlich zu bezeichnen und für die Beschaffung dieses Kapitals ist bereits ein Konsortium unter Führung der Reichsbank in Aktion getreten. Der Weg, den die Reichsbahn zwecks Durchführung ihres Bau- und Befcbaffungspro- grammes auf dem Kapitalmärkte beschritten hat, nämlich einen Teil ihrer Vorzugsaktien slüssia zu machen, war bereits im Vorjahre beabsichtigt, jedoch in Anbetracht der schwierigen Lage'des Kapitalmarktes aufgegeben worden. Die Reichsbahn konnte bisher die notroenbigen Mittel aus den laufenden Ueberschufsen bereitstellen. Liegt somit ein Grund zu Befürchtungen von Rückschlägen auf die Konjunkturlage infolge des Ausfalles an Reichsbahnaufträgen nicht vor, so droht der Wirtschaft doch v o n einer anderen Seite eine Gefahr. Es schweben Erwägungen, die auch bereits an die Oeffentlichteit gekommen sind; eine Erhöhung der Tarife oorzunehmen. Im gegenwärtigen Augenblick, wo sich die deutsche Wirtschaft immerhin in einer gedämpften Konjunktur befindet, d. h. in einer Lage, wo irgendwie auftretende Spannungen sich unmittelbar auf die Konjunktur auswirken müssen, wäre gerade eine Tariferhöhung der Reichsbahn geradezu eine G e - fahr. Es fragt sich, ob das, was im Falle einer Tariferhöhung für die Reichsbahn und die Gestaltung ihres finanziellen Status gewonnen wird, nicht um ein vielfaches Schaden bringt, da eine Tariferhöhung natürlich die Kostenlage in der gesamten Wirtschaft restlos beeinflußt. Man sollte, ehe man eine Tariferhöhung erwägt, zunächst die Entwicklung der nächsten Monate abwarten, da eine Tariferhöhung der Reichsbahn zweifellos Verkehrsdrosselungen zur Folge haben würde, so daß tatsächlich eine Einnahmesteigerung nicht in dem erwarteten Maße eintreten würde.' Das Zentrum hofft noch. Die „Germania" redet der Bolkspartei zu, ihren Widerstand anfzngeben. Verl in. 7. Febr. (Privattel.) Die „German i a" wendet sich heute gegen die auch in der Öffentlichkeit vertretene Auffassung, daß die Besprechungen über das Reichsschulgesetz bereits gescheitert seien, und schreibt, daß trotz der Erschwernisse, die sich im Verlaufe ter Verhandlungen ergeben haben, und trotz der Erkrankung des Reichskanzlers, dennoch die Versuche fortgesetzt werden, zu einer einigenden Fonnel zu gelangen. 3st es auch durchaus nicht sicher, daß eine Einigung gefunden werden kann — wenigstens nach dem Stand der Dinge wie er gegenwärtig zu verzeichnen ist —, so mochte man hoffen, daß noch die bessere Einsicht siegt, um so mehr, als die V o l k s p a r t e i ein eben sollte daß ihr Antrag selbst nach dem Volum von Staatssekretär Zweigert verfas- rrnb und deshalb im Parlament nicht durchzubringen ist. - Dem Gerede aber entschiepen entgegengetreten werden, daß oas Schulgesetz und sein Schicksal noch auf Wochen hinaus vertagt werden könnte. Eine Meterkundgebung. ^hr. (WB.) Der Reichsbund Deutscher Mieter und die Ortsausschüsse der dreien Gewerlschaften veranstalteten im Gewerkschaftshaus eine Kundgebung, die sich gegen den Abbau des Mieterschutzes und die Hauszins st euer richtete. Rach Refe- raten des Bundesvorsitzenden. Fritz Dzieygk, und des Landtagsabgeordneten Drögemüller (Soz) wurde einftimmig eine Entschließung an- Das Branntweinmonopol-Gesetz. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 7. Febr. Eigentlich heißt es so gar nicht, denn man hat ihm nach dem Gesetzentwurf vom 16. Rovember 1926, den seinerzeit Reichsfinanzminister Dr. Reinhold dem Reichstag vorlegte, den Titel Spiritus- monopolgeseh gegeben, da man glaubte, damit eine bessere Präzisierung des Begriffes zu haben, als in dem des Branntweins, der doch nur eine bestimmte Sorte des Spiritus darstellt. 3m übrigen ist in der letzten Zeit wenig geschehen mit diesem Gesetzentwurf, so daß die Rachricht, daß am 10. d. M. der Steuerausfchuß des Reichstages sich damit befassen wird, eine gewisse Ueberraschuna verursacht. Trotzdem kann man nicht verhehlen, daß dies Gesetz nach jeder Richtung hin außerordentlich dringend ist, wenn auch in mancherlei Richtung Veränderungen in der allgemeinen Lage im Verhältnis zu der Zeit, wo das Gesetz entstand, eingetreten sind. Um nun die weiteren Verhandlungen begreifen zu können, dürfte es doch angebracht sein, sich noch einmal über die Grundzüge dieses Gesetzes klar zu werden. Bekanntlich stellte das Spiritusmonopol ein selbständiges Unternehmen des Reiches dar, das von der Reichsmonopolverwaltung verwaltet wird. Am 1. Oktober 1919 ist zum erstenmal ein Branntweinmonopol eingeführt worden, wobei man berechnete, daß das Monopol dem Reiche mehr Einnahmen liefern werde, als die Branntweinsteuer, und daß es daneben auch den volkswirtschaftlichen Aufgaben auf dem Gebiete der Branntweinbewirtschaftung gerecht zu werden vermöge. Diese Erwartungen haben sich nun nicht in dem erwünschten Maße erfüllt. Und so sind es vor allem wirtschaftliche Gründe neben rein organisatorischen, die zu einer neuen gesetzlichen Regelung der Spiritusmonopolfrage geführt haben. Gewiß ist es in den letzten 3ahren schon möglich gewesen, die Einnahmen aus der Branntweinsteuer in gleicher Höhe, ja sogar noch höher als vor dem Kriege zu erreichen. Während man vor dem Kriege rund 200 Mill. Mark erzielte, wird das Rechnungsjahr, das bis zum 31. März d. 3. läuft, rund 230 Mill. Mark erbringen und für den neuen Etat sind die Einnahmen bereits mit 270 Mill. Mark angeseht worden. Trotzdem steht die Einnahme aus der Branntweinsteuer außerordentlich schlecht im Verhältnis zu den übrigen Steuern. Hinzu kommt noch für diese unerfreulichen finanziellen Ergebnisse, daß sich auf dem Gebiete der Drannlweinbewirlschaftung große Schwierigkeiten ergeben haben. Auf der einen Seite riesige Spritbe stände des Monopols, die nicht oder nur mit Verlust abgesetzt werden können, auf der anderen Seite geminderte Branntweinerzeugung und die Rotwendigkeit, zur Verhinderung eines weiteren Anwachsens der Bestände die Erzeugung noch weiter als schon bisher zu drosseln. Die Monopol- verwaltung erzielt bekanntlich ihre Gewinne nur aus dem Verkaufe von Branntwein zu Trinkzwecken; den Branntwein zu technischen Zwecken muß sie zum allergrößten Teil unter dem Einkaufspreis abgeben und den zu motorischen Zwecken sogar noch mit ganz besonders hohen Verlusten, so daß die oben erwähnten Einnahmen dadurch restlos wieder aufgehoben werden. Mit dem neuen Gesetz erwartet man nun eine wesentliche Steigerung der Einnahmen, nicht nur dadurch, daß neben der Erhöhung des Reichsanteils und der besseren Organisation größere Einnahmen hereinkommen, sondern auch dadurch, daß durch zahlreiche Einzelverordnungen eine rationellere Arbeit der Monopolverwaltung, die in Zukunft zu einer ähnlichen Selbständigkeit wie Eisenbahn und Post gelangen soll, möglich ist. Man hofft, dieses Gesetz ebenfalls noch vom alten Reichstag erledigen lassen zu können. genommen, in der vom Reichstag gefordert wird, daß er das geplante Kündigungsverfahren und die übrigen Verschlechterungen des Mieterschutzes im Hinblick auf die unveränderte Fortdauer der Wohnungsnot a b l e h n t und die Mieterschutzgesehe bis zur Beseitigung der Wohnungsnot und bis zur Schaffung eines sozialen Miet- und Wohnrechtes verlängert. Es müsse ferner der tatsächliche Mietertrag der Steuerberechnung zugrunde gelegt werden, um durch die restlose Ausschöpfung der Hauszins- steuer weitere Mittel dem Wohnungsbau zuzuführen. Gegen die KGttalettragHeuer. Parlamentarische Anträge zu ihrer Beseitigung. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 7. Febr. Wenn nicht alles trügt, wird in diesen Wochen ein recht heftiger Kampf um die Kapitalertragssteuer einsetzen, die schon seit geraumer Zeit im Mittelpunkt öffentlicher Erörterungen steht. 3mmer wieder haben alle interessierten Kreise ihre gänzliche ober teilweise Aufhebung gefordert. Dem Reichstag lagen auch einmal entsprechende Anträge vor, die aber keine Mehrheit auf sich vereinigen konnten, weil sie angeblich zu überraschend gekommen waren. 3eht trägt man sich In den Kreisen der Regierungsparteien mit der Absicht, auf die damals zu Fall gebrachten demokratischen und deut chvglksparte lichen Anträge zurückzuko.nmen. Ein ernstes Wort wird dabei felbstverständlich der R e i ch s f i n a n z m i n i st e r mitzu pr.ch.n haben, da die Kapitalertragssteuer dem Reiche im vorigen 3ahre nicht weniger als 150 Millionen Mark einbrachte. Selbst wenn sie nur für die festverzinslichen Werte aufgehoben wird, entsteht ein recht erheblicher Einnahmeausfall. Sie muß aber mit Rücksicht auf unsere Wirtschaft beseitigt werden, da namentlich der ausländische Geldgeber keine Rei- gung zeigt, deutsche Werte zu erwerben, wenn ihm von den Zinsen, ehe er sie erhält, zehn Prozent als Ertragssteuer abgezogen werden. Die Reichsbahnvorzugsaktien werden sicherlich auch nur an den Mann zu bringen fein, wenn man die Kapitalsertragssteuer ändert. Der ftanzösisch- amerikanische Gchiedsgerichtsvertrag. Paris, 7. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Wortlaut des gestern unterzeichneten französifch-amerika- nifchen Schiedsgerichtsvertrages, der als Erneuerung des am gleichen Tage abgelaufenen alten Schiedsgerichtsoertrages zu be-l zeichnen ist, wird erst veröffentlicht werden, nachdem ! der amerikanische Senat ihn ratifiziert hat. — Rach dem „Petit Journal" besteht der Vertrag aus einer • Präambel und aus 4 Artikeln. Die Präambel stellt fest, daß beide Mächte feit 150 Jahren in Frieden und freundschaftlichen Beziehungen lebten und erklärten, endgültig auf den Krieg als Instrument ihrer nationalen Politik verzichten zu wollen. -Artikel 1 sehe vor, daß alle Streitigkeiten, die zwischen den beiden £än- ; dem entstehen könnten, durch eine, bereits im frühe- ; ren Vertrag vorgesehene A u s g l e i ch s k o m m i f- f i o n geregelt werde, die aus zwei amerikanifchm und zwei französischen Delegierten sowie einem Vertreter einer dritten Macht besteht. A r t i k e l 2 bestimmt, daß sämtliche Streitigfeiten juristischer Art dem Internationalen Gerichtshof im Haag oder einem anderen Gerichtshof unterbreitet werden, vorbehaltlich der V il - l i g u n g der Schiedssprüche durch den amerikanischen Senat. Artikel 3 nimmt von dem Schiedsgerichtsverfahren aus: 1. Streitigkeiten, die sich aus der inneren Gesetzgebung jedes der beiden Cänber ergeben; 2. Streitigkeiten, die d r i 11 e M ä ch t e be- treffen; 3. Streitigkeiten, im Zusammenhang mit der Monroedoktrin und 4. Streitigkeiten, die sich aus der Anwendung dec Artikel des Völker- bundsstatuts ergeben. Artikel 4 endlich erklärt, daß der Vertrag sofort nach der Ratifizierung durch dm amerikanischen Senat und durch das französische Parlament in firaft trete. Oie deutsche Einwcmdemngsquote. Eine Erklärung des amerikanischen Arbcitsministers Davis. R e u h o r k, 6. Febr. (WTB.) Arbeitsminister Davis erklärte sich bereit, die Vorlage des Senators Watson zu unterstützen, wonach die bisherige europäische Einwanderungsquote bestehen bleiben, die für Mexikaner borge* sehene Quote dagegen herabgesetzt werden soll. Außerdem soll das Verbot der Einwanderung von durch Arbeitsvertrag verpflichteten Arbeitem fallen. Es soll vielmehr eine Sonderklasse, die sogenannte selected Immigration, geschaffen werden, die diejenigen Arbeiter umfaßt, welche wegen besonderer Fähigkeiten von der Industrie der Vereinigten Staaten verpflichtet werden und bei der Einwanderung bevorzugt werden sollen. Die Familien dieser Arbeiter erhalten auto» matisch die Einwanderungserlaubnis, falls das Familienhaupt sie erhält. Die Einwanderung aus Mexiko wird auf ein freies Kontingent von 10 000 Saisonarbeitern beschränkt. Falls die Bestimmung über die Herkunft der Einwanderer Im 3uli in Kraft trete, würden 67 000 Mexikaner, aber nur 23 000 Deutsche einwandern können, was unbillig sei. Davis betonte mit größtem Rachdruck die Rotwendigkeit, das Einwan- derungsverbot für vertragsmäßig verpflichtete Arbeiter fallen zu lassen, das die amerikanischen Fabrikanten schädige. Günstiger Stand der Zreigabebill. Washington, 6. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Finanzausschuß des Senats brachte heute die Beratungen über die Freigabebill zu einem vorläufigen Abschluß. Tlnverändert bleiben die Bestimmungen über die Rückgabe von 80 Prozent des deutschen Eigen- t u m s, ebenso die Beschränkung der Zahlungen für deutsche Schiffe, Funkanlagen, Patente usw. auf 100 Millionen Dollar. Ausdrücklich wurde bestimmt, daß deutsche, im 3ahre 1917 souverän gewesene Fürsten und feeren Frauen und Kinder, die an deutschen Schisfohrtsgesell- schaften beteiligt waren, von einer Entschädigung ausgeschlossen werden sollen. Aufgenommen wurde ferner die Anregung des Senats, mit der deutschen Regierung über eine nach- > trä gliche Zu lasfung verspätet, also nach April 1923, bei der Schiedskommission angemeldeter Ansprüche zu verhau, ein. Als neuer Schlußtermin wurde der 1. 3uli 1928 vorgeschlagen. Kleine politische Rachrichten. Reichskanzler Dr. Marx hat der F ü r st i n von Bülow in Rom anläßlich ihres 80. Geburtstages durch den deutschen Botschafter ein Blumenarrangement überreichen lassen. Der deutsche Botschafter hat dabei die herzlichsten und oerehrungsvollsten Glückwünsche des Reichskanzlers übermittelt. * Zu Ehren des apostolischen Nuntius Monsignore Pacelli fand ein Frühstück in der Villa des Reichsaußenministers Dr. S t r e f e m a n n statt, an dem u. a. teilnahmen der belgische Gesandte Everts nebst Gattin, der ungarische Gesandte Koloman von Kanya, der tschechoslowakische Gesandte Choalkowsky nebst Gattin, Staatssekretär a. D. v. Kühlmann, Staatssekretär Dr. Meißner, Generalleutnant v. P a w e 1 s z , Gesandter Boden, Prälat Dr. Steinmann, Prof. Dr. Jäckh, Herr v. Papen, Bankdirektor Karl dürften berg und Herr E. Kritzler. * Reichsminister Dr. Stresemann ist gestern nach Cannes abgereist. Zum Abschied hatten sich u. a. seine Gattin sowie der hiesige französische Botschafter, Reichsinnenminister Dr. v. Keudell, Staatssekretär Dr. Pünder, Staatssekretär Dr. v. Schubert, sowie eine Reihe weiterer Herren des 21116= wärtiaen Amtes auf dem Bahnsteige eingefunden. Der Minister wird in Cannes vier Wochen aufhalten, um von dort direkt am 5. März sich zu der Ratstagung in G e n f zu begeben. In feiner Begleitung befinden sich außer feinem Hausarzt noch einige Referenten des Auswärtigen Amtes, bei deren Auswahl die besonderen Fragen maßgebnd waren, die bei der kommenden Besprechung zwischen Stresemann und dem rumänischen Außenminister Titu- l e s c u zur Debatte stehen werden. „Giomale d'Jtalia" meldet, daß eine genaue Volkszählung in der Provinz Bozen festgestellt hat, daß am 31. Dezember v. I. diese Provinz 253 000 Einwohner zählt«, von denen 47 700 italienischer Sprache und 205 300 deutscher Sprache waren. Aus aller Welt. Gefangennahme deutscher Missionare in China. Während eines Gottesdienstes Mitte Januar drangen 100 Banditen bei Tage in das Gebäude der deutschen römisch-katholischen Mission in p nischau ein und entführten nach einem Zusammenstoß, bei dem einige Chinesen getötet und verwundet wurden, drei deutsche Missionare und eine 31 on ne als Gefangene. Voten, die nach Fungtschangsu gesandt wurden, um ein Lösegeld von 60000 Dollar für die vier Deutschen zu fordern, wurden verhaftet. Darauf wurden Truppen zur Befreiung der Deutschen abgeschickt. Als die Truppen zum Angriff schritten, stellten die Van- diten die Deutschen vor sich auf. Während des Kampfes starb die Nonne vor Aufregung. Lin Deutscher wurde verwundet. verhängnisvolles Schadenfeuer. Winsen a.d. Luhe, 7. Febr. (WTB. Funk- spruch.) 3n der Ortschaft Stove wurden vergangene Rächt das Wohnhaus und die Scheune des Hofbesitzers Kordes durch Feuer zerstört. Hierbei fand ein 50jähriger Knecht den Tod in den Flammen. Ein zweiter Knecht erlitt schwere Brandwunden. Auch viele Stück Vieh sind verbrannt. Es wird Brandstiftung vermutet. Schneeslürme in Rußland. An der Taschkenter Eisenbahn wütet ein Schneesturin, der die Einstellung deS Verkehrs auf der ganzen Linie zur Folge hatte. Der Bahnkörper ist an vielen Stellen von bis zu 10 Meter dicken Schneeschichten bedeckt. Die Stadt Aktyubinsk ist vom Schnee verschüttet. Die Schneemassen liegen bis zu 21 Fuß hoch. Auch aus Charkow, Tiflis und der Krim werden Schneestürme gemeldet. Der Eisenbahnverkehr mußte auch dort verschiedentlich unterbrochen werden. Lin Banfenrun in Miami. Durch anonyme Briefe, die vor dem angeblich bevorstehenden Zusammenbruch der Southern Bank and Trust Compar y in Miami (U. S. A.) warnten, ist ein Run aus die lokalen Ban- k e n entstanden. Die Lage wurde noch verschärft, da die Souchern Trust ihre Guthaben bei den anderen Banken am Ort zurückziehen mußte, um dem Anftuvm auf ihre Kassen zu genügen. Infolgedessen mußten drei andere lokale Banken ihre Schalter vorübergehend schließen. Die First National Bank in Jacksonoille hat mit Flugzeug und Eisenbahn eiligst sieben Millionen Dollar nach Miami abgeschickt, um die Auszahlung der zurückgeforderten Guthaben an die Einleger zu ermöglichen. Die Polizei sucht jetzt nach dem Urheber der anonymen Brief«. Zwei Arbeiter durch eine Granate getötet. Zwei Arbeiter, die in der Rähe von Houthem bei Brügge eine 210 Kg. schwere Granate gefunden hatten, versuchten diese nach Abschrauben des Zünders zu entleeren. Dabei explodierte die Granate und die beiden Arbeiter wurden auf der Stelle getötet Oie Wetterlage. Mren-ira.' tn«d- Aberdccn. '2 5, O r o teoent WfrxO (§)rof. Or. phil. h. c. Carl Kramer t- Am Sonntag, 5. Februar 1928, hat ein Mann die Augen geschlossen, dessen Persönlichkeit für alle Wietzener etwas Eigenartiges besah: Sein aufrechter, langsamer Gang und der prächtige Bart mahnte an den Offizier der alten Schule, sein freundliches Wesen und fein gutes Auge erfüllte mit Zutrauen. Und so war er in der Tat, liebenswürdig und entgegenkommend im Verkehr mit jedem, der sich an ihn wandte: er kannte keinen Unterschied zwischen hoch und niedrig; war er doch durch seine Tätigkeit im Museumsfach freiwillig in ein Arbeitsgebiet getreten, durch das er mit allen Schichten der Bevölkerung in Berührung kam. Nur wo er aus Böswilligkeit und Hinterlist stieh, ging er mit Nücksichtslosigkeit vor. Denn sein Wesen war lauterste Wahrhaftigkeit: „Heraus mit dem Flederwisch!" Das war sein Wahlspruch, den er gegen jeden anwandte und von jedem erwai- tcte. So kam es denn, dah er überall die gleiche Liebe und Verehrung fand; er war einer von den wenigen, die keinen Feind haben, denn aus seinem Munde konnte man auch eine ernste Mahnung ohne inneres Sichausbäumen ruhig hinnchmen. Achtundsiebzig Jahre hatte er hinter sich, als ihn ein sanfter, friedlicher Tod dahinnahm, einen ehrwürdigen Greis, der in den lehten Zähren durch schwere Schicksalsschläge getroffen, aber nicht gebeugt wurde, impavidum ferient ruinae. Es ist hier nicht der Ort, den Lebenslauf des Entschlafenen zu schildern; in einem der Hefte von ,Bolk und Scholle", sowie im „Gießener Anzeiger" bei Gelegenheit feines siebzigsten Geburtstages mag man nachlesen, wie Kramer in und durch die Welt gegangen ist; es entspräche auch nicht seiner im tiefsten Grunde geradezu rührenden Bescheidenheit und Zurückhaltung, wollte man davon viel Wesens machen. Er sah sich nicht gern als den Mittelpunkt von Feiern, und ich denke noch heute mit Rührung daran, wie er das treffliche, von Meisterhand gemalte Oelbild, das ihm für das Museum bei der lehten Aufstchtsratssihung überreicht worden war, in Tücher einpacken und beiseite stellen lieh: .Später einmal, jetzt noch nicht", sagte er; nur den Platz, wo es hängen sollte, suchte er selbst aus. Ob er geahnt hat, wie bald es dahin kommen würde? Fast möchte man es aus allerlei Bemerkungen schließen, die er in den vergangenen Tagen machte. Denn über das früher oder später eintretende Ende sprach er mit einer gewissen heiteren Gelassenheit, nur eins wünschte er sich: ein ruhiges Ende ohne das mit dem höheren Alter so leicht eintretende Nachlassen der geistigen Spannkraft. Denn eins zeichnete ihn ganz besonders aus: er besaß ein wunderbares Gedächtnis auch für kleinere, nebensächliche Dinge, selbst wenn sie Jahrzehnte zurücklagen, und das ist ihm treu geblieben bis in die lehten Lebenstage. Das befähigte ihn neben anderen Eigenschaften aber auch zu dem Beruf, dem er sich in der zweiten Hälfte seines Lebens mit der ihm innewohnenden Energie widmete: der Museumstätigkeit. Was er hier für Oberhessen und im besonderen für Gießen aus dem Nichts ge- schafsen hat, das ehrt seinen Namen für alle Zeiten. Drei Museen sind es, die unter seinen Händen emporgewachsen sind: das Oberhessische Museum, seine Lieblingsschöpfung, das Dölker- museum und das Kriegsmuseum. Gewiß, er verstand es, durch den eigenartigen Zauber seiner Persönlichkeit, alle für seine Ideen zu gewinnen, und reiche Mittel flössen ihm von allen Seiten zu; aber er erst hauchte den Dingen seinen Geist ein, er erst gab ihnen das Leben, so dah sie sich zum Ganzen harmonisch fügten und ordneten. In der Aufstellung der Vor- und Frühgeschichte unserer Heimat hat er Hervorragendes geleistet; nicht genug, daß er sich in den gewaltigen Stoff hineinarbeitete, dah er schon bald die Hauptrichtungen in den noch planlos flutenden Wassern der HeimatSarchäo^ogie herauszuarbeiten verstand, nein, er setzte dies alles in Leben um; er ging selbst mit Hacke und Spaten hinaus und prüfte an den Tatsachen, was noch vielfach nur Vermutung und Hoffnung war; die Hügel auf dem Trieb, die Gräber am Rodberg, die Untersuchungen in der Lindener Mark, in Leihgestern und an vielen anderen Orten Oberhessens sind des Zeuge, mit welchem heiligen Eifer er arbeitete. Aber damit war er noch nicht zufrieden, sondern nun folgte die wiffenschaftliche Bearbeitung der Funde, die Verwertung des Vcrgleichsmaterials, die Ausdeutung der Fundumstände und schließlich die Gesamtdarstellung in farbigen Plänen und in ausführlichen Berichten. Blättert man die Bände der hessischen Denkmalpflege durch, liest man in Schumachers Siedelungsgeschichte, überall fällt sein Dame inS Auge. Weit über Hessens Grenzen hinaus bekannt und berühmt sind die einzigartigen Frauengräber der Frankenzeit, die er m Leihgestern sand und strs Museum brachte. Der Oberhessische Geschichtsverein ehrte chn durch eine sinnige Gabe, die Landesuniversität durch die Verleihung des philosophischen Ehrendoktors und der Staat durch den Pkofessortitel; im Deutschen Archäologischen Institut wurde er zuerst als korrespondierendes, dann als ordentliches Mitglied gesührt, lauter beredte Zeugnisse dafür, wie hoch Kramers wissenschaftliche Tätigkeit bewertet wurde. Neidlos freute er sich später, als das zunehmende Alter ihn von körperlicher Tätigkeit abhielt, an den Erfolgen von uns anderen; wie herzlich wußte er zu trösten, wenn die Erfolge einmal nicht den Erwartungen entsprachen! Meist hotte er mit seinem Optimismus recyi, und mit echt rheinischem Humor streute er goldene Lichter über die treffenden Bemerkungen seiner Kritik. So steht er vor uns, ein Vorbild als Mensch und als Wissenschaftler. Gießen, dessen Manern so manchen tüchtigen Mann bargen, darf ihn zu i einem feiner Besten zählen; das Oberhessische ! Museum ist Carl Kramers monumentum aere perennius. H. Daten für Mittwoch, 8. Februar. Sonnenaufgang 7.29 Uhr, Sonnenuntergang 17 Uhr. — Mondaufgang 20 Uhr, Monduntergang 9,02 Uhr. 1587: Maria Stuart in Totheringhay hingerichtet (geboren 1542); 1795: der Humorist und Satiriker M. G. Saphir in Looas Berenn in Ungarn geboren (gestorben I ’S); 1819: der Dichter und Schriftsteller Wilhelm Jordan in Insterburg geboren (gestorben 1900); 1828: der französische Schriftsteller Jules Verne in Nantes geboren (gestorben 1903); 1867: der Philosoph Max Dessoir in Berlin geboren. Gietzener Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter das Pfund 1,50 bis 1,70; Matte 30 bis 35; Käse, 10 Stück) 60 bis 1,40; Wirsing 35 bis 40; Weißkraut 20 bis 25; Rotkraut 30 bis 35; gelbe Rüben 15 bis 20; rote Rüben 15: Spinat 35 bis 40; Sinter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 25; Rosenkohl 50 bis 60; Feldsalat 1,50; Tomaten 1,20 bis 1,40; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 40 bis 1,00; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 5 bis 51/2; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Eier das Stück 16 bis 17; Blumenkohl 60 bis 3.00; Salat 25 bis 40; Endivien 30 bis 35; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 30; Sellerie 10 bis 60. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 7.30 Uhr, Jubiläums- und Ab- fchiedsvorstellung für Intendant Hofrat Stein- goetter „Ein Sommernachtstraum" (Ende gegen 10.30 Uhr). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ..Heimweh". — Astyria-Lichtspiele: „Der Polizeispitzel von Ehieago". — Nervenkraft und Nervenleiden heißt das Thema, über das Dr. med. Malten aus Baden-Baden am morgigen Mittwochabend im Kath. Dereinshause auf Einladung des Naturheilvereins sprechen wird. Der Redner ist ein Forscher auf dem Gebiete der Nervenleiden. Die Ausführungen werden an Lichtbildern besonders anschaulich gemacht, die vom Redner selbst für diesen Vortrag geschaffen wurden. Näheres in der gestrigen Anzeige. — Alfons Paquet spricht in Gießen. Der bekannte Dichter und Politiker Alfons P a q u e t hat einer Einladung des Amtes für politische Bildung der Studentenschaft zu Gießen Folge geleistet und spricht am Freitag, 10. Febr., abends 20 Uhr im Großen Hörsaal der Universität. Das Thema des Abends ist das Problem der unterdrückten Völker. Bei der Lage Deutschlands zwischen den Siegerstaaten des imperialistischen Westens und dem im Aufbruch befindlichen Osten dürfte dieser Vortrag von ganz besonderem Interesse sein. (Siehe Anzeige.) ** D i e Verkehrsverhältnisse in der Grünberger Straße zwischen dem Schützenhaus und dem sogenannten Prosessoreneck sind feit einiger Zeit Gegenstand ernster Klagen der dortigen Anwohner. Zunächst ist es die Beschaffenheit der Straße selbst, die bei dem nun schon einige Zeit währenden feuchten Wetter und dem regen Fahr- verköhr einen Zustand ausweist, den man für das Schuh werk und die Kleider der Passanten dieses Straßenzuges nicht mit Unrecht als unerträglich bezeichnet. Es ist gar keine Seltenheit, daß man dort oben bis nahezu an die Knöchel im Straßenschlamm versinkt. Eine weitere, sehr stark empsun- dene Vernachlässigung dieses Stadtteiles ist die völlige Dunkelheit, die in den Abendstunden zwischen dem Schützenhans und dem Professoreneck herrscht. Der Verkehr in diesem Straßenteil ist abends oft geradezu lebensgefährlich, denn nicht nur von vielfach ohne Licht fahrenden Radlern werden Fuß- Über 2000 Beamte und Arbeiter SO Miele I ekt r.o-Manc i i y I... *, 30cm br.» zu verkaufen. 0966 Gderftrafte 4 p. Ä wimmer an chrtstl. Mädchen zu vcrm. Su erfr. In d.Gefchst.d.G.A. 0671 Einfach mööL Zimmer zu vermieten. Zu erfragen in d. Gefchst. d. Gieft. An». 0952 Gut möbl. Zimmer mit 1 u. 2 Beiten, in der Nähe d. Bahnh. u. d. Kliniken z. vm. 'JiöIlHo f mannstr. 4p. Wocheker Fr. Pascoe Gießen, Frank furter Strafte 29, H. Aelt. selbständiges MW zurnl5.Märzlu klein. Haushalt (3 Person.» gesucht. Schr. Ange- oote unt. 0949 an den Gieftener Anzeiger. Lehrmädchen für Herrenartikel- Geschält gesucht. Lchr.Angeb. unt.0939 a.d.Gteft. Anz. erbet. Plockftrafte 12 v. Braves Mädchen tagsüber für kleinen Haushalt ges. ,ott Franks. Str. 25 II. Holzkoner. ISchreib- tisch, mehrere gebrauchte Herren' Fahrräder. 0963 Schillerstr. 19. 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Mittwoch, 8. 3ebtv abds.8'/.Uhr, letzter Abend vom 0933 MigssMen. Stadttheater Mittwoch, 8. Febr. 17.Mllimolv-Ab.-öM. von 19'/» b. geg. 22U. ®a« Konzert Lustspiel in 3 Alien von Hermann Bahr. Nr. 32 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Dienstag, 7. Februar 1928 Französisch-Flandern. Von H. O. Wetter. Auf Frankreichs Boden wohnt heute eine fremdnationalc. lebhafte Bevölkerung von 3,4 Millionen. Sie stellt die beachtliche Ziffer von 9 Proz. der Gesamtbevölkerung dar. und ist absolut viermal so grob als die heutige reichsdeutsche Minderheiten- bevölkerung. An der Gesamtbevölkerung gemessen hat Frankreich heute sogar relativ sechsmal mehr fremdnationalc Einwohner als Deutschland. Menn der Höhe dieser Ziffern die praktische Ent- toidlung der fremdnationalen Fragen in Frankreich auch heute noch nicht entspricht, so deuten sie doch eine mögliche, ja sichere Zukunftentwicklung an. Ganz abgesehen von E l s a b * Lothringen haben diese Fragen seit dem Kriege in der Bretagne, in Flandern, in Savoyen und Korsika, im katalanischen Rousillon und in den bastischen W e st - Pyrenäen eine ständig wachsende Bedeutung gewonnen. Mährend diese Minderheiten vor dem Kriege von der Pariser Regierung mit allen Gewalt- und Werbemitteln im Sinne einer rücksichtslosen Aufsauguitgspolitik behandelt wurden, nahm die französische Oefsentlichkeit von diesem Beitrag zur Devise „Freiheit. Gleichheit und Brüderlichkeit" und zum „Lebensrecht der kleinen Bölker" kaum irgend Kenntnis. Zwar ist letzteres inzwischen anders geworden, aber die Regierungspraxis hat sich nicht geändert, höchstens verschärft. Trotzdem wächst in all jenen Teilen des Landes der Widerstand gegen die Assimilationstendenz des französischen Staates. Selbst Bolkssplitter. die man vor 1914 als dem sicheren Tode verfallen erklären mutzte, regen und bewegen sich wieder und erfüllen sich mit einem leidenschaftlichen Willen nach kultureller Freiheit und Eigenständigkeit. So ist es in der Bretagne, im Baskenland und in Flandern. Reben den Elsah-Lothringern rufen diese 250 000 niederdeutschen Flamen, die zwischen Dünkirchen und der belgischen Grenze siedeln, besondere Teilnahme an ihrem Schicksal hervor. Die flämische Sprachgrenze führte im früheren Mittelalter bis nach Boonen (Doulogne) und Kales (Calais) hinüber, verläuft heute aber westlich von Dünkirchen nach Süden, um dem Laufe der Lhs folgend bald zur belgischen Grenze hin- .zufinden. Reben diesem geschlossenen Gebiet haben die benachbarten Industriestädte Lille. Roubaix, Tourcoing und Armentiöres alte flämische Bestandteile besonders in ihrer Unterschicht aufzuweisen. die durch aus Belgien nachwandernbe Arbeiter gerade nach dem Kriege sehr verstärkt wurden. H a z e b r o u ck ist der Hauptort des Gebietes. Die Hafenstadt Dünkirchen ist stark französiert, doch wird auch hier noch viel flämisch gesprochen. Das Land kam einst zwischen 1586 und 1678 durch die Raubkriege Ludwigs XIV. von Spanien an die Krone Frankreichs. Schon damals, als Französisch die Sprache der Gebildeten ganz Europas war. wurde die flämische Landessprache zu einer Bauern- und Arbeitermundart herabgedrückt. Aber erst der französischen Revolution blieb es Vorbehalten, durch einen Deschluh des Rationalkonvents von 1793 jeden amtlichen Gebrauch des Flämischen zu verbieten. Die Sprache der Knechtschaft solle durch die Jangue de la libertc“ ersetzt werden! Rapoleon I. verschärfte noch diese Maßnahmen, und die Ber- welschung ging auch nach 1815 unvermindert weiter. Das gesamte Schulwesen ging auch nicht mit einer Stunde auf die Bedürfnisse der flämischen Volkssprache ein, sogar die gesamte Praxis der katholischen Kirche, die für die Eigenart aller slawischen Völker immer so frühzeitig Verständnis zeigte, war rein französisch. So schien das Erlöschen des flämischen Volkstums vor dem Kriege nur noch Sache einer kurzen Frist zu sein. Es gab zwar eine Stelle, die sich mit Eifer der wissenschaftlichen Sammlung der flämischen Lieberlieferungen widmete, das schon 1852 gegründete ehrwürdige und höchst verdienstvolle „Comite flamand de France“, dessen heutiger Leiter der Professor Looten von der katholischen Universität zu Lille ist. Aber diese philologisch-geschichtliche Sammelarbeit schuf kein neues Leben. Die erste Regung eines flämisch-nationalen Willens ging erst 1912 durchs Land. Der große Flamenführer B o o r m s , der wegen seiner Arbeit während des Krieges heute schon sieben Zähre im belgischen Zuchthaus sitzt und der Märtyrer seines Volkes geworden ist, gab die Anregung zur Gründung eines Vereins „Pro Westflandia , der den Flamen in Frankreich helfen sollte. Bis zum Kriegsausbruch wurden eine Anzahl Werbefahrten hinüber unternommen, die Erfolg hatten. Dann wurde Flandern zum Kampfgebiet. Aber auch jetzt kamen auf- rüttelnde Erlebnisse. 3m belgischen Heere, das zu 80 Prozent aus Flamen bestand, entstand jene radikal-flämische Geheimorganisation der „Frontpartei", die eine entschiedene Werbetätigkeit auch unter der Bevölkerung entfaltete. Der Zusammenbruch Deutschlands war dann der Zusammenbruch aller flämischen Hoffnungen in Belgien und Frankreich. Aber schon im 3ahre 1919 regten sich, zuerst von Dünkirchen aus, Stimmen für die Bewahrung der „regionalistischen Eigenarten" des Landes. 1920 entstand in Armentieres die erste flämische Zeitung, das Wochenblatt „Dc vlaamsche stemme“, die leider 1926 wieder einging. Die ganz französisch geschriebenen Lokalblätter brachten jetzt wenigstens kleine Geschichten und Sprüche in flämischer Sprache. Unter der Führung der Geistlichkeit und der 3ugend bildeten sich an zahlreichen Orten sog. cercles Hamands zum Studium der niederländischen Sprache. Diese cercles schlossen sich 1924 auf dem 1. Flämischen Kongreß zur „Union des cercles Hamands" zusammen, die sich seit Anfang 1927 „Vlaamsch Verbond von Vrankrijk“ nennt. Der 4. Flämische Kongreß, der im 3uli 1927 zu Hazebrouck stattfand, konnte von einem erfolgreichen Aufschwung der Arbeit Zeugnis geben. Der Leiter der Veranstaltung, Professor Looten aus Lille, erklärte, daß die Zeit für die Flamen arbeite, und daß man in wenigen Jahren wohl endlich die große Volksbewegung in Gang gebracht haben werde, deren es bedürfe. Es wurde eine Entschließung gefaßt, die den klaren und unbeugsamen Willen ausdrückt, für die Erhaltung und Förderung der flämischen Volkssprache einzutreten. Reben dem Ausbau des Pressewesens werden für die Zukunft besondere Vorträge, Theateraufführungen und Konzerte in Flämisch erstrebt werden. So entschieden die hier vereinigten Gruppen und Persönlichkeiten auch für die eigenen Volksrechte einzutreten, so groß ist freilich auch ihre Anhänglichkeit an das französische Vaterland. „Vaderland en MoeOer Sternhimmel im Februar. (Rachdruck verboten!) Sonnenaufgang von 7.45 bis 6.50 Uhr. Sonnenuntergang von 16.45 bis 17.35 ilßr. Lichtgestalten des Mondes: Vollmond am 5. um 21 Uhr, 3. Viertel am 13. um 20 ilbr. 1. Viertel am 28. um 4 ilfjr. mf. Der Fixsternhimmel zeigt die in diesem Monat alljährlich wiederkehrende Pracht. sinken in die Dünste des Horizontes nur wenig verlangsamt wird. Ein hübsches Schauspiel gibt dem Sternfreund der Morgenhimmel, an dem die Venus als Morgenstern erstrahlt. Sie überholt den weniger schnellen Mars kurz vor der Monatsmitte. Zur Zeit ihrer größten Rähe sind die beiden Rachbarplaneten der Erde nur um etwa drei Vollmondbreiten voneinander entfernt. Da die Erdbahn in Wirklichkeit zwischen t^Afarz (ttjJupzfer <^^fa/um Jfarne. /(feine Bach- \ zfaben STERNBILDER: 6R0/ZE 6UCH-/* STABEN /Z\ yu^fonne £) 1 Vierte/ (t) Vo//mond d 3. Vierte/ Der die 24 Stuzidsntahlen r- stangen 6 bis 10 Mark. )—( Ruppertsburg, 6. Febr. Wie in den vorausgehenden, so wurden auch in diesem Jahre nieder Raturalgaben für das Johann- Friedrich-Stift zu Laubach in unserem Orte gesammelt. Cs konnte ein hochbeladener Zweispännerwagen die Oaben, in der Hauptsache Kartoffeln und Obst, dorthin bringen. — Dieser Tage fand in unserer Kirche ein Gemeindeabend statt. Psarrer Schuster aus Heltau in Siebenbürgen sprach über Land und Leute seiner Heimat und zeigte, wie nötig es ist, daß wir den Siebenbürger Deutschen, die um ihres felsenfesten evangelischen Glaubens und ihrer stets Ireudeutschen Gesinnung willen zur Zeit der Mongolen- und Türkeneinfälle, der Magyaren- und Rumänenherrschast viel Schweres erduldet haben und noch leiden, helfen. Der schöne, vieraktige Siebenbürgensilm und prächtige kolorier e Stehbilder veranschaulichten das Gesagte und sesfelten die Besucher über zwei Stunden lang. Die Einnahme betrug 51 Mk. Am Abend darauf sprach der Redner in der Kirche unseres Rachbarortes Gonterskirchen. — Unsere Gemeinde-Holzversteigerung, die erste in diesem Winter, hatte dank des günstigen Wetters einen sehr starken Besuch, namentlich aus den Orten Röthges, Münster, Wetterseld und Ober - Bessingen, aufzuweisen. Die Preise waren infolgedessen höher als bei den vorausgegangenen Gräflichen Versteigerungen. Es wurden durchschnittlich erzielt: für den Raummeter Buchenscheit 13 Mk.. Bucheninüppel 8 bis 9 Mk., Buchenstöcke 6 bis 8 Mk., Fichtenknüppel 4 bis 5 Mk., Buchenreisig 1 Mk. — Der hiesige Radfahrerverein hielt bei Gastwirt Schlörb seine diesjährige Hauptversammlung ab, die der Vorsitzende Wilhelm ParrVl. leitete. Die Rechnungsablage ergab ein Barvermögen von 134 Mk. Die Versammlung beschloß, zu Fastnacht einen Ball abzuhalten, wobei die Kapelle Högel, Laubach, spielen soll. Gewählt wurden zum ersten Fahrwart Willi Blei, zum zweiten Fahrwart Hermann W ö r n e r und als Beisitzer im Vorstand Otto Stork. Kreis Alsfeld. 0-4 Alsfeld. 6. Febr. Am Samstag hielt der hiesige Zweigverein deS Vogelsberger Höhenklubs unter dem V:r,itz von Bürgermeister Dr. D ö l s i n g fein diesjähriges 1 Winter- und Dekorierungsfest ab, das sich eines j guten Besuches erfreute. Ein unter drr Spielleitung von Regierungsrat K o r f m a n n eingeübter und flott gespielter Schwank „Der Psif- fige Ladislaus" erntete stürmischen Beifall. Die Verleihung des goldenen Abzeichens erfolgte in stimmungsvoller Form in Verbindung mit einem lebenden Bilde, die Huldigung an den Vogelsberg darstellend, an 1 Mitglieder des Vereins. Tanz beschloß das schön verlaufene Fest. — Ein schwerer älnglücksfall ereignete sich am Sonntagnachmittag in der hiesigen Sandmühle, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der 19 jährige Sohn des Mühlenbesihers Krüger wollte in dem Mühlenbetriebe nach dem Getreidetrichter sehen. Dabei geriet die Jacke des bedauernswerten jungen Mannes an die Welle der Transmission und verwickelte sich in biefe; sodaß hierdurch der Leib zusammengeschnürt wurde, wodurch Erstickungstod eintrat. Der Vater fand den Sohn tot noch an der Welle stehend. Das Mitgefühl mit der schwergeprüften Familie ist umso größer, weil diese erst vor einigen Jahren einen 4jährigen Sohn ebenfalls Gchach-Lcke. ‘Gearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 147. Don 0. Remo. Schwarz. 8 6 5 3 2 3 8 o ? 5 4 d e Weih. g h 3 b decke f_x Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 5 Steine. Kgl; 0(2; Lh4; Sd3; Bg3. Schwarz: 6 Steine. Kh3; Lbl, H8; Se5; Bf3, H5. Endspiel Nr. 50. Don 0. Schubert. Schwarz. Weiß: 4 Steine. Ke2; Lf5; Be4; g4. Schwarz: 4 Steine. Kd4; Sh2; Be5, f7. 8 6 1 3 2 4 a a h 8 ? 6 5 4 3 2 1 IM ■ ■ b c d e f g h Weih. Weih am Zuge gewnurt. decket? 8 S HBF“ Lösung öeS Endspiels Rr. 48. Don A. TroihN. 1. c7-c8D, Lh3xc8 2. h2xg3, Kh5-g4! 3. Khl-h2, Lc8-b7 4. c3-c4!, Lb7xe4 5. Sb8-d7, f3 — f2 6. Sd7-f6+, Kg4-f5 7. S(6-g4, Kf5Xg4 patt: ober 6....., Kg4-f3 7. Sf6xc4, Kf3xe4 8. Kh2-g2, Ke4-e3 9. Kg2-fl usw. oder 4..... Lb7 - a8 - c8 oder beliebig 5. Sb8 - d7 ober c6 nebst 6. S-e5(+) usw. Lösung des Problems Dr. 144. Don Adolf Doegner. 1. Kh3-g2!, Kc2-d3 2. 0bb-bl-j- usw. 1......KC2-C1 2. Sf5-d4 usw. 1..... Kc2xdl 2. Db6-bl+ ufto. • Richtige Lösungen zum Problem Rr. 142: Pros. Weihgerber, Gießen; H. Rar», plehhausen; H. Kappes, Langsdorf; stud. W. Müller, Lang- Göns. Zu Rr. 143: E. Kammerer. Gießen; H. Ranz, äletzhausen. Zu den Endspielen Rr. 47 und 48: H. Ranz. Lletzhausen. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaklionStisch. Geschichten von der Marine. Sn der Berliner „D. A. Z." liest man folgende hübsche Anekdoten von der Waterkant. Das Torpedoboot war von Vorposten abgelöst und fuhr nach Wilhelmshaven zurück. Da dichter Rebel herrschte, war Signatgaft Siegelack als Ausguck auf der Back aufgezogen. Allmählich lichtete sich der Rebel. Da meldete Siegelack zur Brücke herauf: „Rechts voraus Land in Sicht!" „Quatsch! Das ist eine Rebelbank. Wischen Sie sich gefälligst Ihre Augen aus!" tönte es zurück. Schon schrie Siegelack: „Eine Kuh auf der Rebelbanki" Rvchmals ist den Seekadetten eingetrichtert worden, daß die schneeweißen Besichtigungs- Päckchen selbst gewaschen und gebügelt worden sind. Der Inspekteur des Marinc-Bildungswesens schreitet die Front ab. Lobend äußert er sich über das saubere Zeug. Dabei wendet er sich an einen Kadetten: „Ra, mein Junge, hast du dein Zeug auch selbst gewaschen?" „Zu Befehl! Euer Exzellenz!" schmettert das Kadettchen heraus. Der Admiral ist selbst einmal Seekadett gewesen. „Was hat denn das gekostet?" „80 Pfennig, Euer Exzellenz!" Auf dem Vorderperron der Elektrischen iftein fürchterliches Gedränge. Plötzlich bremst der Wagen stark. Alles poltert durcheinander. Ein weibliches Wesen klammert sich an den Arm eines ebenfalls dort stehenden Matrosen. Darauf ein Zivilist voll Würde: „Fräulein, nehmen Sie sich doch etwas in acht, sehen Sie denn nicht, daß der Matrose geimpft ist?" Dabei zeigt er auf einen roten Streifen am linken Aermel des Seemanns. „Ach verzeihen Sie", stammelt das Fräulein. „Ditte, bitte", sagt der Matrose und grinst. „Ra seh'n Sie, die Mariner sind gar nicht so", sagt darauf wieder der Zivllist. „Aber ml erklären Sie mir mal, junger Freund — ich habe schon andere Mariner rumlaufen sehen, die hatten zwei und drei rote Streifen uff’n Arm. Was hat denn das zu bedeuten?" Der Matrose todernst. „Die zeigen an, wieviel Pocken auf gegangen sind." K.A.P. durch einen Änglücksfall verloren hat, indem der Junge von dem eigenen Fuhrwerk deS Vaters überfahren wurde und dabei den Tod fand. Bei Korpulenz oder Veranlagung zum Fettansatz raten wir in der Avotheke 30 Gramm Toluva-Kerne zu kaufen, die unschädliche, dabet wirk- fame, den Fettansatz reduzierende Stosse enthalten JOE LOE Das isturis-erPrinzip• Versuchen Sie daher die beiden neuen Bat schari-Marken NETTOtuSPfg 8 REKORDßPfy V u-Sie werden jugeben y daß es keine besseren Cigaretten in di es er Preislage gibt- A-Baischari Gqarett-enfabrikA'G luter Claaretten- □enTabak irhtsfürden 74. AM V'-W. iilÄH . .... - JlM .ah: Kübler’s Sweater, Anzüge, Kleidchen Schlupfbeinkleider Hygienisch — Elegant — Dauerhaft Angenehm und praktisch im Tragen Reichhaltiges Lager in Pullover / Westen / Jacken Gute Qualitäten! Aeufierste Preise! Werte Einwohner von Kietzen o.Umgegend! Am 10. Februar 1928 eröffne ich Seltereweg 79 eine Schuhmacherei mit dem Namen 1424a JF Markt 16 Bahnhofstraße 45 Hillebrandtstrahe 2 Warten Sie noch bis zum 10. mit Ihren Reparaturen und bringen Sie mir Ihre Schuhe, denn es ist mir möglich, trotz der gewaltigen Lederpreissteigerung die Reparaturen noch zu folg. Preisen auszuführen: Herren-Sonlen per Paar Mk. 3.50 geklebt, genagelt oder genäht Oamen-Xohlen......per Paar Mk. 2.80 Perron-Sohlen n. Absätze per Paar Mk. 4.50 Hamen-Sohlen n. Absätze per Paar Mk. 3.50 Ich bürge für la Lederverarbeitung u. gute Arbeit. Machen Sie einen Versuch, Sie werden ein treuer Kunde von mir werden. Scinih-BesolUanstali Hansa Valentin Fischer. Seltersweg 79. 0972 Maskenball D i- Die Eintrittskarten zum >V loo\ \M len können am Freitag und Samstag bis 6 Uhr in den in der Vereinszeitung angegebenen Ausgabestellen in Empfang genommen werden, vorherige Einzeich- nung erforderlich. 1448D Onkel Franz Mittwoch, den 8. Februar 1928 Melzelsnnne dazu das gute Steinhäuser Bockbier halber Uter ” 50 Pfennig Der Spiritismus Schwache Nerven •In4 dfeOrundunachet, der meisten Krankheiten. Blutarmut. Herr- klopfen, nervöse Kopfschmerzen, Schlaflosiß- kelt.Schwächezustäncf. ■Iler Art. Unlust zur Arbeit. Zittern, Appetitlosigkeit, nervöse Magenbeschwerden sofien nur durch Doppelherz dem von der Wissenschaft anerkannt. Ner- ven kräftigungsmittel behandelt werden. Allein echt mit der Herzschwester. tbekrn and Drogerien, bestimmt bei: Droaerie E. Karn, Schulltrakc, Dro octic C. Seibel, Drogerie HanS Noll.LndwigSvlatt u. Neustadt, Dro gerieQttoWinter- bofs,Kreurvl.9/L0, HauSHindenburg, V. Eines, SelterS- weg 68 a, Kaiser drogerieErnstRoll Lindenvlay, Drogerie (tzebr. Michel, Wallforttr.29.' MW im Lichte der vollen Wahrheit Vortrag Mittwoch, den 8. Februar, abends 8 Uhr, im Gesangsaal des NealgnmnasiumS, Gienen, Ludwigstrade. I436D Eintritt frei! 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Kl., N, 2,08 fm Buchenstamam 5. Kl., N, 1,23 fm Forfiwarlei U: strikt Langebruch 2. Kl., N, W (riehen, Seltersweg 85 1441a Kiefern Fichten Fichten Fichten Fichten Fichten Oichten ichten Fichten Fichten Fichten Fichten heim Ruhl und Fritz Bender ist erloschen. ' i, den 2. Februar 1928. 14300 tags 10% Uhr, einzureichen sind. Zuschlagssrist: drei Wochen. Gießen, den 4. Februar 1928. Hessisches Kulturbauamt. Stammholz-Versteigerung Montag, den 13. Februar, mittags 1 Uhr, kommen im Rathaus, dahier, auf dem Submissionswege folgende Mengen Holz Sau- und Nutzholz-Versteigerung Der Plan liegt auf dem Stadtbauamt, Asterweg 9, zu jedermanns Einsicht offen. Gießen, den 3. Februar 1928. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Hamm. 3s-Kl., 1a-Kl., N, Ib-Kl., N, 2a-Kl., N, 2b-Kl., N, Los 4. Fichtenstangen. Stück mit 93,69 fm 1. Klaffe Stück mit 79,46 fm 2. Klasse Stück mit 37,95 fm 3. Klasse 0,27 fm; 3a 0,36 fm öffentlich meistbietend versteigert werden. Beginn vormittags 9% Uhr. Zusammenkunft an der Straße Dillingen—Hungen am Waldeingang. Derbstangen und Eichenholz teils Wag- nerholz. Bilfingen, am 2. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Dillingen. Pauli. Bekanntmachung. Im Bebauungsplan für die Schwarzlach und das Gartfeld ist eine Abänderung der östlichen Fluchtlinie in der Ederftraße von M bis C2 nach Genehmigung des Hessischen Ministers des Innern zu Rr. M. d. I. 45413 vom 7. Dezember 1927 vorgenommen worden. 1445B 4a-ÄL, N, 3a-Kl., A, 3b-Kl., A, 4a°Kl., A, 5a-Kl., A, Befonders preiswerte Samte und Kleiderftofie Fichtenstämme la-Kl., 0,64 fm Eichenholz A 4. Kl. 2fm; N 2. Kl. 19,60 fm; 3. Kl. 10,05 fm; 4. Kl. 4,18 fm; 5. Lärchen la 0,19 fm; lb 0,69 fm; 2b 3 28 30 9 3 1 10 7 2 2 1 1 2 3 9 52 54 15 2 1 6 4 2 Fritz Saffran ist erloschen. Gießen, den 2. Februar 1928. Hessisches Amtsgericht. Lindener Köper-Samt 90 cm br.^g allerbeste florfeste Qualität, p. m J Popeline doppeltbreit, reine Wolle.. ■. per m Popeline doppeltbreit, reine Wolle, 1 7 6 3 25 33 30 11 4 2 1 zum Verkauf (nach Homo): Los 1. Fichtenstämme. Ripspopeline 130 cm br., sehr schwere Qual., p. m Rips 130 cm breit, bes. solide Qual., p. m Reisftangen 4. Kl. 364 St.; 5. Kl. St.; 6. Kl. 852 St.; 7. Kl. 65 St.; 1 Buchenstamm 3. Kl., A, | 0,86 fm 10 Buchenstämme 4. Kl., A, 18,11 fm 4 Buchenstämme 5. Kl., A, 4,49 fm Kiefernstamm 2. Kl., N, 0,68 fm Holzversieigerungen im Rockenberger Markwald. Freitag, den 10., und Montag, den 13. d. M., wird das fiskalische Losholz, bestehend in 1425V 698 rm Buchenscheitern 349 rm Eichenknüppeln 698 rm Buchenreisig aus den Forstorten Alter Hof, Steinbügel, Hommelshausen, Seegrund und Ruhstatt versteigert. Zusammenkunft: Freitag, den 10., um 9 Uhr am Hopfenloch; Montag, den 13., um 9 Uhr auf der Kreisstraße Oppershofen—Södel am Judenpfad. Friedberg, den 3. Februar 1928. Hessisches Forstamt Friedberg. I. E.: Dr. Zimmer. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 1. Februar 1928 bei der Firma hessische Feinmechanik, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Klein-Linden, folgendes eingetragen: Mechaniker Wilhelm Ruhl in Klein-Linden ist zum weiteren Geschäftsführer bestellt. Die Prokura des Wil- Drucksachen aller Art ftattung" ftUrein mit/preiswert die vriibl'fche Universitäts-Druckerei, H. Lange, Gießen, Zchulftr 7 Forstwartei I: Buckenstämme 3. Kl., 3,22 fm Buchenstämme 4. Kl., 16,8lfm Buchenstämme 5. Kl., 2,10 fm 3797 Stück mit 211,10 fm Die Angebote sind schriftlich mit dem Vermerk „Holzverkaufnach Losen gc trennt, nach Durchschnittspreis pro Festmeter und bei Los 4 pro Stück bis zu obengenanntem Termin beim hiesigen Bürgermeisteramt einzureichen, woselbst die Eröffnung erfolgt. Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Brand-Oberndorf, den 7. Februar 1928. Der Bürgermeister. Stahl. Holzsubmission. Montag, den 13. Februar 1928, vormittags 10$ Uhr, werden aus den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. d. Lda. folgende Holzsortimente im Submissions- Das Holz ist mit Rinde gemessen, und das Nadelholz ist entrindet. 1396V Angebote sind nach Distrikten und Klassen gerennt, verschlossen mit Aufschrift versehen, bis zum obigen Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Angebote mit zusammengezogenen Klassen oder Vorbehalten und Bemerkungen versehen, bleiben unberücksichtigt. Es wird empfohlen, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Der Förster Bing, Treis an der Lumda, Forstwartei I, und Förster Förster Allendorf a. d. Lda., Forstwartei II, zeigen auf Wunsch das Holz vor. Die Verkaufsbedingungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden und werden im Termin nochmals bekannt- gegeben. Allendorf a. d. Lda., 4. Februar 1928. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. Donnerstag, den 9. Februar, sollen aus den Waldungen der Gemeinde Dillingen aus den Distrikten Buchwald, Schlaghaus, Marksteinmühl und Blaustück 1347D Fichtenlangholz la 29,39 fm; 47,59 fm; 2a 6,07 fm; 2b 1,12 fm Zweigstelle Gießen, folgendes eingetragen: Die Prokura des Gustav Wiß und des * * " -- - -- 14.30D Lindener Köper-Samt 4^50 70 cm breit.................per m V Oeffentlicher Vortrag Freitag, den 10. Februar 1928, abends um 8 Uhr, spricht im großen Hörsaal der Universität Alfons Paquet über das Problem der unterdrückten Völker Eintritt: 1 Mark. Für Studenten 50 Pfennige. Die Gießener Studentenschaft Lichtbilder-Vortrag Thema: „Nervenkrast und Nervenleiden" Ttebner: Herr Dr. med. Malten, Baden-Baden Eintritt für Mitglieder 30 Pfennig, für Gäste so Pfennig ÄatuvhMveseirr Gietzerr Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Rechnungsablage 3. Bericht der Vechnungsprusungskommisflon 4. (Ersatzwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Anschließend Vortrag über. Arbeitsvergebttng. Für die Feldbereinigung Großen-Linden soll auf dem Rathaus zu Großen-Linden die Herstellung des neuen Mühlgrabens unterhalb der Stadt, die Verschiebung des alten Mühlgrabens und das Verfüllen verschiedener alter Kleebachstrecken, veranschlagt zu rund 24000 Mark, vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungster- min am Montag, dem 13. d. M., vormit- Deutsche Registrierkassen „Krupp" der Friedrich Krupp A.-G., Esten. Unverbindliche Auskunft und Vorführung durch B. Oomrnröse, Gießen, Glaubrechtstr. 81 0941 Der Sausbesitz in der KommnnalpoM Um vollzähliges (Erscheinen wird höflichst gebeten. Der Vorstand. Fichten Fichten tämme Mittwoch, den 8. Februar, nachmittags 3—6 Uhr 2. Ms Kinler Kollflmleil Hausbesitzer-Verein e.V., Gießen Donnerstag, den 9. Zebr. 1928, abends 8 Uhr, im Cafe Leib: LLHauptversammlung 706aj Feine Herren-Schneiderei Mäßige Preise 802 485 89 5 Stück mit 319,26 fm lb Stück mit 375,62 fm 2a Stück mit 102,88 fm 2b Stück mit 7,084m 3a 2 1 Stück mit 3,47 fm 3b Stück mit 2,26 fm 4a 1542 Stück mit 845,21 fm Los 2. Fichtenstämme. 313 Stück mit 62,52 fm la 221 Stück mit 77,03 fm lb 49 Stück mit 31,31 fm 2a 7 Stück mit 6,66 fm 2b 1 Stück mit 1,39 fm 4a 591 Stück mit 178,91 fm Los 3. Lärchenstärnrnc. 12 Stück mit 5,07 fm lb 14 Stück mit 8,51 fm 2a 2 Stück mit 1,75 fm 2b 2 Stück mit 2,13 fm 3a 30 Stück mit 17,46 fm Nr 52 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheßen) Dienstag, 7. Februar (928 Turnen, Sport und Spiel. Hochschul Skirennen auf dem Hoherodskopf. Auf dem diesjährigen Hvchfchul-Sli-Rennen frn Vogelsberg, das am Sonntag stattfand, waren vertreten Darmstadt mit 10, Dietzen mit 13 und Marburg mit 1 Läufer. Heidelberg, das zunächst,mit 5 Läusern gemeldet war, mutzte im letzten Augenblick absagen. So standen sich im wesentlichen wieder die beiden hes- fischen Hochschulen Dietzen und Darmstadt gegenüber. Die Universität Dietzen war vertreten durch den Vorsitzenden des engeren Ausschusses für Leibesübungen, Prof. Kuhn. Die Renn- leitung lag in den Händen von Prof. K I u t e, älniversitätssportlehrer Möckelmann und Dr. H e i h. Der Sii-Klub Dietzen unterstützte die Durchführung. Die Darmstädter Mannschaft war unter Führung des dortigen Llniversitätssport- lehrers S ö l l r n g e r erschienen. Bereits am Samstagabend entwickelte sich im D. H. C-.-Klubhaus ein reges Treiben. Prof. Kuhn begrüßte im Ramen der ilniierfität und dankte dem Vogelsberger Höhenclub für die Ve- reitstellung der Räume, und dem Gießener Ski- Klub für die Mitarbeit. Dessen 1. Vorsitzender, Dr. Wodaege, erwiderte mit einigen begrüßenden Worten. Sämtliche Läufe wurden programmähig durchgeführt. Schnee war in genügender Menge vorhanden. Die Führung der Sti war teilweise etwas schwierig, da auf der festgelagerten Schneedecke nur eine dünne Führungsschicht lag. Trotzdem wurden gute Zeiten erzielt. Das Wetter war zunächst neblig, später auf klärend. Wunderbarer Rauhreif schmückte den Oberwald. Der Langlaus war auf 7,5 Kilometer abgesteckt und zweimal zu durchlaufen, somit 15 Kilometer lang. (Sin Drittel war eben, ein Drittel Steigung, «in Drittel Abfahrt. Die zu überwindende Höhen- vifferenz betrug insgesamt 250 Meter. Der Laus führte vom Start am Klubhaus über die Forellenteiche durch den Oberwald zurück zum Ausgangspunkt. An diesem Laus nahmen nur die Darmstädter und Gießener Mannschaften teil. Gewertet wurde nach Mannschaften (je 5 Mann) und Einzelleistungen. Für Darmstadt liefen zwei Mannschaften, von denen die zweite jedoch ausschied. Siegreich war die 1. Darmstädter Mannschaft, der übrigens ein Mitglied des Ski-Klubs Gießen. Wolff, angehörte. Sie lief um 3 Minuten 57 Sekunden besser als die Gießener. 3n der Einzelbewertung war Gießen Sieger durch Graf Hardenberg, der die 15 Kilometer in 78 Minuten 49 Sekunden lief. Hinter ihm folgte mit einer Mehrzeit von 5 Minuten 13 Sek. der Darmstädter Baumgarten als zweiter Sieger. Der Abfahrtslauf für Studenten, Studentinnen und Altakademiker war 2.5 Kilometer lang und führte von der Jugendherberge durch den Wald Mir Daloppschneise hinunter, dann an den Klubhäusern vorbei über die Rennbahn bis in die Aäh« befl RehbergS. SS galt nur Einzelbewertung. Sieger war bet Darmstädter Vonk> ran mit 4 Minuten 15 Sekunden. Gießen hielt durch Gras Hardenberg (4.50 Min.) und Schass (4.55 Min.) den 3. nub 4. Platz. Don den Stu» drntinnen war Siegerin Lotte Brill, die bereits am Sonntag zuvor bei dem Rennen des Ski-Klubs Gießen den 1. Preis davongetragen hatte. Außer Konkurrenz lief Frl. Jaeger- Gießen mit (5.40 Min.). In Konkurrenz gestartet hatten fünf Studentinnen, während sich am Alt- Akademikerlauf vier Läufer beteiligt hatten. Im Professorenlauf, der auf einer kürzeren Strecke (1,75 km) ausgetragen wurde, siegte Prof. K l u t e. Von der Gießener Mannschaft gehören Schaff, Vaubel, Kuhn dem A.T.V. der DHeinfranken an, während von den sonstigen Gießener Korporationen nur die Gießener Burschenschaft Germania durch Forstassessor Georgi im Altakademiker-Absahrtslauf vertreten war. Zum Sprunglauf starteten vier Studenten, nämlich Baumgarten, Wolfs (ein Gießener), Schm i d t für die Darmstädter Hochschule und der Tiroler Moser für die Universität Marburg. Außer Konkurrenz sprangen der ßauftoart des Skiklubs Gießen, v. G r o l m a n und der Dorwcger T h o r e s o n (z. Zt. Darmstadt). Den Kampfrichtersprung sprang Dr. Heiß (Gießen). Dieser sowie die sämtlichen Sprünge der beiden Vorgenannten waren sämtlich gestandene. Durch bie Ruhe und Sicherheit seines Sprunges wirkte der Darmstädter Baumgarten, während der Dorweger T h o r e s e n (z. Zt. Darmstadt). Den unb Stöcken sprang, durch die Kühnheit und die Technik seines Springens Bewunderung erregte. Dabei sei bemerkt. Die Schanze auf dem Hohe- rodskopf ist lediglich eine Uebungsschanze. Cs ist deshalb müßig, die Sprungweiten mit denen zu vergleichen, die auf großen Konkurrenzschanzen erzielt werden. Die neue Hoherodskopf- schanze ist, wenn noch einige kleinere Verbesserungen vorgenommen werden, für Sprünge von etwa 20 Meter vorgesehen. 2m übrigen sprachen sich gerade die auswärtigen Springer, insbesondere auch der Rorweger, sehr anerkennend über die älebungsschanze aus. Als Schiedsrichter waren tätig: Prof. Kuhn itnb Klute, Dr. Heiß und älniv.-Sportlehrer Möckelmann, ferner vom Skiklub Gießen Dr. W o d a e g e , Baurat Mangold und Legler. — Das Ergebnis im einzelnen ift folgendes: 1. Langlauf über 15 Kilometer. A. Mannschaftslauf: 1. siegende Mannschaft: die erste Mannschaft der Hochschule Darmstadt, bestehend aus Ixn Studenten: Fritz Baumgarten (84,02), Ernst Vondran (85,15), Emanuel Wolfs (86,11), Rid (88,44), Wilhelm Müller (88,50). Durchschnittszeit der Mannschaft: 87 Min. 25 Sek. — 2. Mannschaft der Hnioerfität Dietzen, bestehend aus den Studenten: Graf Hardenberg (78,49), Erich Schaff (88,22), Ludwig Daube! (91,44), Roland Kuhn (98,25), Karl Wagner (99,01). Durchschnittszeit der Mannschaft: 91 Min. 22 Sek. — B. Einzelbewertung: 1. Sieger Gras Hardenberg, Dietzen, 78.49 Min.: 2. Fritz Baumgarten, Darmstadt, 84,02 Min.: 3. Ernst Dondran, Darmstadt, 85,15 Min.; 4. Emanuel Wolsf, Darmstadt, 86,11 Min.: 5. Erich Schaff, Gießen, 88,22 Min. 2. Abfahrtslauf. A. lieber 2,5 Kilometer: a) Studenten: 1. Sieger Ernst Vondran, Darmstadt, 4.15 Min.: 2. Fritz Baumgarten, Darmstadt, 4,19 Min.: 3. Gras Hardenberg, Gießen, 4,50 Min.: 4. Erich Schaff, Gießen. 4,55 Min.: 5. Hans Wengler, Darmstadt, 5,43 Min. Außer Konkurrenz: Student Thoresen (Rorwegen), zur Zeit Darmstadt, 4,26 Min. — b) Studentinnen: 1. Siegerin Lotte Drill, Gießen, 6,22 Mm.: 2. Gertrud Schmoll, Gießen. 6,44 Min.: 3. Gertraud Bleh, Darmstadt. 9.36 Min. Außer Konkurrenz: Frl. 3aeger, Dietzen, 5,40 Min. — c) Altakademiker: 1. Sieger Dr. Schopper, Gietzen, 5,06 M.n.: 2. Dr. Hermann, Gießen, 5,15 M.n.: 3. Forstassessor Georgi, Grebenhain, 6,05 Min. — B. Heber 1.75 Kilometer: 1. Sieger Prof. Klute. Dietzen, 3,46 Min.: 2. Prof. Gg. Herzog, Gietzen, 5,27 Min.-, 3. Prof. Huntemücker, Gieren, 6,07 Min. III. Sprunglauf: a) Studenten (je drei gewertete Sprünge): 1. Sieger Fritz Baumgarten (Darmstadt): Wette: 15 Meter. 16,50 Meter, 17 Meter, sämtlich gestanden: Punktzahl: 19.28. 2. Sieger Simon Moser (Tirol, zur Zeit Marburg): 13,50 Meter gestanden. 15,60 Meter gestürzt, 17,40 Meter gestanden: Punktzahl 15,19. 3. Sieger Emmanuel Wolff (Darmstadt) 15,80 Meter gestanden. 15,60 Meter gestanden, 16,70 Meter gestürzt: Punktzahl 15,02. — b) Außer Konkurrenz: Kampfrichtersprung: Dr. Heiß (Gießen) 15,50 Meter gestanden. Thoresen (Rorwegen) 17,20 Meter, v. Grolman (Gießen» 16,50 Meter. Bei den beiden letzteren ist von je drei Sprüngen der weiteste angegeben. Ftchball-Auswahlspiel in Gie'en. Gießener Stödleelf gegen Herborn (Liga) 9:0 (Halbzeit 3:0). d. Infolge Dereinsfestlicyteiten sagten viele Spieler, die in den Auswahlmannschaften A und B am Sonntag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 mitwirlen sollten, ab. Dafür sprang die zufällig spielfreie Ligaelf vom Sportverein 1 9 2 0 Herborn ein. Wenn die Gäste auch nicht den Gegner abgeben konnten, wie die vorgesehene B-Mannschaft, so waren sie trotzdem mit großem Eifer bei der Sache und leisteten auch bis zur Pause, allerdings mit Rückenwind, eine überraschend gute Partie. Die Mannschaft A war nur aus Spielern von 1 9 00 und D. f. B. Gietzen zusammengesetzt, also gewissermaßen unsere Stadtmannschaft. Diese Zusammenstellung zeigte ein wirklich solides Können. Schwach waren zeitweise nur die Leistungen des Mittelläufers und rechten Dertei- digers, die aber auch noch durch bessere Kräfte erseht werden können. Ganz ausgezeichnet war das Stürmerspiel. Schöne genaue Flachlombi- nation im Jnnentrio lösten schnelle Flankenläufe der Autzenstürmer ab. Dabei ging Schuh auf Schutz auf des Gegners Tor. Die gute Herborner Abwehr, und auch zum Schluß etwas Leichtsinn bei den Einheimischen, verhinderten ein noch höheres, dem Spielverlauf nach gerechtfertigtes Resultat. Der Gau Gießen-Wehlar kann in diese Gießener Elf das Dertrauen setzen, daß sie am 4. März, dem Jugendopfertag, siegreich aus Marburg zurückkehrt. Dorher spielte 1900s 1. Jugend gegen D. f.R.07 Limburg 1. Jugend 0:0. Ein knapper Sieg der Einheimischen hätte eher dem Spielverlauf entsprochen. Dormittags besiegte 1900s 2. Jugend die 2. Jugend vom Ortsrivalen D. f. D. 2:1, dabei noch einen Clsmeter auslassend. Zwei Kampf- Hähne. von jeder Partei einer, traf Platzverweis des Unparteiischen. Die Schüler 1900s gewannen gegen Klein-Lindens Schüler kampflos. 1900s Ligareserve kehtte. trotz mehrfachen Ersatzes, mit einem 9:3-Siea über die kampferprobten Reserven vom D. f. B. Kur* Hessen-Marburg zurück. Arbeiter-Tum- und Sportburid. Raunheim I — Urberach I 2:3. Raunheim hatte im dritten Aufstiegspiel Hr- berach, den Vertreter des 1. Bezirkes, zu Gast. Trotz aufgeregten Spiels und aufgeweichten Bodens konnte Hrberach bis Halbzeit zweimal erfolgreich sein. Aach Halbzeit war es Raunheim, das im eifrigen Spiele zweimal einsenden konnte. Schon rechnete man mit einem unentschiedenen Ausgang, da brachte ein in letzter Minute verwirkter Elfmeter die Entscheidung und den Sieg der Gäste. Gießen Ib — Leun I 5:6. Rach Anstoß setzte ein flottes Feldspiel ein, in dem Gießen leicht überlegen war. Schon nach wenigen Minuten konnte es zum ersten Erfolg kommen, dem kurz daraus der Ausgleich folgte. Dis Halbzeit konnten beide Parteien je noch einmal einsenden. Rach Halbzeit fiel das Spiel merklich ab. Leun spielte jetzt ziemlich körperlich, um so zum Erfolg zu kommen. Dreimal gelang es noch beiden Parteien, das Leder über die Torlinie zu bringen; kurz vor Schluß konnte Leun sein sechstes Tor erzielen und damit den Sieg erringen. Gießen II — Rodheim I 0:0. Nach eifrigem Spiel, in dem beide Parteien zeitweise überlegen waren, gelang es keiner Pattei, zum Erfolge zu kommen, und mit einem 0:0 trennten sich die Gegner. Luhbach l — Wetzlar I 3:3. Beide Vereine lieferten sich in Butzbach ein schönes Spiel. Wetzlar war im Felde zeitweise überlegen, und Butzbachs Hintermannschaft hatte Mühe, die Angriffe abzuwehren. Bei Halbzeit stand das Resultat 2:2. In der zweiten Halbzeit übernahm Butzbach die Führung. Kurz vor Schluß gelang es Wetzlar, den Ausgleich zu erzielen. Butzbachs Jugend konnte die nur mit neun Mann antretende Jugend Gießens mit dem Resultat 7:0 nach Hause schicken. Wieseck Jugend — Oppenrod I 7:0. Wiesecks Jugend hatte Oppenrods I. zu Gast. Rach flottem Spiel konnte die spielerfahrene, technisch bessere Jugend Wiesecks ihren Gast mit obigem Resultat abfertigen. Großen-Linden I — Heuchelheim I 1:2. Am Sonntag trat die Kreis-Klassemannschaft Heuchelheims gegen die B--Klassemannschaft Großen-Linden in Großen-Linden an. Rach scharfem Spiel bei aufgeweichtem Boden ging es mit 1:0 für Großen-Linden in die Pause. In der zweiten Halbzeit drängte Heuchelheim scharf, erreichte den Ausgleich und erzielte im weiteren Verlauf des Spieles noch ein Tor. damit das Ergebnis auf 2:1 für Heuchelheim stellend. Vorher spielten die Jugendmannschaften beider Vereine, wobei Heuchelheim mit 4:1 siegreich blieb. Fußball m Heuchelheim. SP.D. 1920 1 — SP. u. SP. Burg I 3:2. Die erste Mannschaft des Sportvereins 1920 Heuchelheim weilte am Sonntag in Burg, um bei dem dortigen Spiel- und Sportverein ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Vurg stellt einen sehr beachte nswerten Gegner dar, der aus eigenem Platze kaum zu schlagen ist. Die Mannschaft ist in allen Teilen gut beseht. Besonders hervor- zuheben ist der sehr gute M fttelläu.er. Für die Heuchelheimer hat d eiet Sieg eine besondere Bedeutung: beweist er doch, daß die Mannschaft des Sportvereins 1920 endlich dazu übergeht, auch auf fremden Plätzen gegen gute Gegner zu gewinnen. Die Mannschaft hat das Zeug dazu in sich. Sehr gut waren der Tormann und besonders der Mittettäu er. — Das Spiel stand bis Halbzeit 2: 2. In der zweiten Hälfte konnte Heuchelheim immer mehr Boden gewinnen und das Spiel zum Schluß überlegen gestalten. Mit 3:2 verließ Heuchelheim als Sieger den Platz. Berliner Fußball-Verbandöspiele. Die Berliner Fußball-Derbandsspiele mußten am Sonntag aus aufgeweichten Spiel echern durchgeführt werden. Mit einer Ausnahme nahmen aber sämtliche Treffen den erwarteten Ausgang. Hertha D. S. C. sicherte sich endgültig durch einen 3:0-Sieg über Wacker 04 di« Meisterschaft der Abteilung A. Eine Ueberraschung bedeutete der 3:1-Sieg von Corso 99 über Viktoria. Eorso und Tasmania stehen nunmehr punktgleich, und erst das nächste Spiel zwi- schen biefen beiden Vereinen wird darüber entscheiden, wer mit Blau-Weih den Abstieg antritt. In der Abteilung B holte sich Tennis- Borussia mit 6:0 über den 1. F. C. Reu- k ö l In seinen 16. Sieg. Oie D. e. B. bleibt fest. Auf Wunsch Dr. P e l h e r s hatte die Amateur Athletic-äinion an die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik das Ersuchen gerichtet, für Pelher im ganzen sechs Starts freizugeben, und zwar für Los Angeles, für die nationalen Meisterschaften, für das Columbusfest und für Illinois. Der mit Spannung erwartete Bescheid der D. S. B. ist nun gefallen. Sie bewilligte für Dr. Peltzer, der bereits einmal gestartet ist, nur zweiweitere Starts. Es bleibt Dr. Pelher überlassen, bei welchen Veranstaltungen er starten will: aber mehr als insgesamt drei Startangebote darf er in Amerika nicht annehmen. Diese Entscheidung der D. S. D. ist enögültig. Die Amateur Athe- tit-ünion wurde in diesem Sinne verständigt. Oie Reichswehr bei den Olympischen Spielen. Die deutsche Reichswehr wird sich an dem viertägigen internationalen Gepäckmarsch beteiligen, der anläßlich der Olympischen Spiele vom 17. bis 20. Juli vom Riederländischen Bund für körperliche Erziehung mit Unterstützung des R. O. C. und der Riederländischen Militärbehörden in der Umgebung von Rhmwegen veranstaltet wird. Handball der Sp.-Vg. 1900. Kurhessen-Polizei Kassel — Sp.-Dgg. 1900 9.2. ö. Am Sonntag fand in Kassel das zweite Entscheidungsspiel um die Handballmeisterschast von Hessen-Hannover zwischen dem K a f f e I e r Meister Kurhessen und dem Lahnkreismeister Gießen 1900 statt. Während die 1900er am Vorsonntag ein sehr gutes Spiel lieferten, zeigten sie in Kassel recht wenig, sie mußten mit einer, wenn auch unverdient, hohen Riederlage die Heimreise antreten. Kurhessen spielte in verstärtter Aufstellung. 1900 mit zwei Ersatzleuten, die sich allerdings bewährten. Die Mannschaften stellten sich bereits am Vormittag 6em Schiedsrichter Viereck- Hessen-Preußen, der einwandfrei amtierte. Die erste Spielhälfte besiegelte bereits die Riederlage der 1900er, die hier eine ihrer schlechtesten Partten lieferten. DaS Halbzeitergebnis von 7:0 hatte seine 11c- sache in dem ausgezeichneten Sturmspiel und der Arbeit des Mittelläufers der Kurhessen. Die Hintermannschaft der 1900er fand sich nicht zusammen, auch der Sturm lieh jede systemvolle Arbeit vermissen. Rach der Pause änderte sich dieses Bild. Die Hintermannschaft der 1900er arbeitete nun zuverlässiger, was naturgemäß auch dem Sturm zugute kam, der jetzt gefährlicher wurde. Das Spiel wurde reichlich hart, bl cb aber durchweg fair. Der Rechtsaußen der 1900er stellte durch einen Flankenball das Resultat auf 7:1, Halbrechts durch einen verwandelten Strafwurf auf 7:2. Der gleiche Spieler erzielte dann noch ein Tor. das jedoch nicht gegeben wurde. Der Mittelstürmer, der stark aögedeckt wurde, vergab freistehend ein sicheres Tor, der Ball ging knapp neben den Pfosten. Auch Kurhessen vermochte noch zwei unhaltbare Tore zu erzielen. Das Spiel wurde in den letzten Minuten sehr lebhaft, aber schon ertönte der Schlußpfiff. Die 1900er Mannschaft beglückwünschte den neuen Handballmeister von Hessen- Hannover. Die Mannschaft des Siegers zeigte eine sehr gute Leistung, besonders im Sturm, der sich durch große Beweglichkeit aus e.chnete. Die Hintermannschaft arbeitete ohne Fehler, wenn auch unnötig hart. Der Torwart gut wie immer. Die 1900er konnten nicht überzeugen. Zusammenarbeit und Dallsichcrheit ließen viele Wünsche offen. Der Torwart hatte einen schwarzen Tag, 3 Bälle hätte er halten müssen: wenn er auch einige andere schön meisterte. Die Verteidigung war der Mannschaftsteil, der noch am besten war. Die Läuferreihe arbeitete unproduktiv, besonders in der 1. Halbzeit, um in der zweiten besser zu werden. Der Sturm konnte ebenfalls nicht gefallen. Der Jnnensturm war zu langsam. Der Halblinke war gegen den Vorsonntag nicht wiederzuerlennen. Die rechte Sturmseite war besser als die linke, von dort fielen beide Tore. Anerkennen muh man die Ruhe der Gießener Mannschaft und den Willen all r, nach der Partie eine Katastrophe abzuwenie.i. So war diese Riederlage nicht unrühmlich. Die Handba [ec der Sp.-Vgg. 1900 haben, trotz der beiden reilotenen Entscheidungsspiele, den Lahnlreis würvig vertreten. Weltmeisterschaft im Eisschnelläufen. Der dritte Wettbewerb der Welimeisterschafl im C.sschneHau.en, der 1500°Me!er°Lauf, wurde am Sonntag in Davos entschieden. Sieger wurde der Finne Thunberg in 2:18,8 vor den Norwegern Evensen 2:20,6, Ballangrud 2:20,9 und Staksrud 2:21,4. Von den deutschen Teilnehmern belegte Vollstaedt den 24.Platz in 2:37 und Mayke den 25. Platz in 2:37,6. Zrckernationales Berliner Schwimmfest Die Hauptergebnisse dieser 'Veranstaltung vom Sonntag, über die wir gestern schon kurz berichteten, waren folgende: Stüdtelagenstaffel 8 mftan;oiische -toten~ pollöndische Noten Italienische Noten..... Norwegische Noten..... Teutsch^esterr-, 5100 Kronen Numaniscke Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten - - Frankfurt a. M Berlin F atidfuri a. M Berlin J atihlurl a. M | Berlin Schluß ä r» 1 t>Uhr- ft'tr» Sch uk Aniana Schlich S"TS l-Uhr- Äurs Sch »ch 1 ‘tinianc fiur Schtuh- Kurs l-Uhr- 1 Kurs 1 Sch.utz Kurs 21 n jang Kur fi.irs 1 Äur Datnm: 6 2. 7.2. 6 2. 7.2 Datum: 6 2. 7 2 6.2. 7 2. Datum: 6. 2. 7.2. 6. 2. i " *1» Dt Reichsanleige v 1927 — 1 87.5 i Ä. E G 7 164.5 , 165,5 164..) 165.25 Bdllwv Holzmann 138 — 138 138 Dt Anl Adlöj Schuld nut Ansloi -Nechten yArrgninnn ..... £ _ 184 183,5 Vctöclutract Srment 138 137,5 — — 51,8; 51,8 51.9 i 52 Elektr Lieferungen • . . 10 — 168 5 Lement Karlstadt , 8 — — — DeSgl ointe Äusi | -Nichten IG.? 16.3 16.1 16.4 Licht und Kratt . - 10 218,5 219.5 218.13 218.75 San6 St s^reiiaa 1t — — —- — 7% ftra: (i Hop.Bl Go dvk unkündbar bis >832 gelten St tYutU nnme 0 123 - 123 124 SchnlkbelS Payenhoker 15 - _ 396 398 — — Kes r Elektr Untern 10 261.5 264 262 264.25 Cftrocrft 12 335 132 <’/g°/o N Heinriche 6öD -Bank 93 Hamb Elektr Werte 10 — \ - 150 — Bcr Glanjstoss ... 15 — — 555 560 Vtqn -iNo dpi 83,75 — - — Rhein Elektr . . . 8 — 156.5 156.65 Bem berg ...... 8 — — 425 LEG abg BvrkrtegS-L'b Lchles. Elektr .... 10 — — 189 190 Zellsto Daldbof. 12 Zellstoff Aschasfenbura 10 Cbarlott nburger Wasser 7 247 5 249 173 246.5 248,5 Uganonen. rückzahlbar 1932 4' Schwei; Bundesb.-Anl. 85 9G 1 _ 181 285.25 179.5 284 181 285 71.5 170 128.25 Siemens 4 HalStt . . . 16 284 - 128 4% OrfterrtchNche Golbrtc 4.20°/« Ccftcrr ich Silberne 40.25 wnbtn yoeire . > • . li _ — 360 254.25 41/»0, deögl von 1913 <% Ungarisch« Kronenrte — — 4 133.75 — 133 134 iT>nt 9! ntnmnhil . . f, _ 96.75 — — 1,65 13,75 Harveiter • ■ ■ 8 187 188 186.25 188 f'rrnftpbi .fr .0nDtiet .... t 137 138,5 4°/ Turk .soüanlcitjc v 1911 4°/, Türk Bagdadbabn-Anl verte 1 4»/. de Sgl. Sertr !l - 13,5 13 13.76 Voesch Eiten - ...... «lle Bergbau....... .6 -8 — I 141.5 142.4 223 Linke Ho'mnnn .... 0 Leonbard Tiey . . . . f Bcmma-1 eguin ..... 0 (trnnff stblnen .... (1 _ 199 199 _ _ 13,9 13,4 13.25 Klöckncrwcrkr ...... .5 Köln-Ncuessen . . 61.., 120 121,5 119 141.25 121,65 14-,75 74 74 28 74 _ 4°e Rumänen convcrt 212.75 212.5 Nbeinische Braunkohlen 10 232 4«>3. ü 232.5 235 •IRiaa ...... ic 139 — 1395 — Hansa Damokschijs 6 Norddeutscher viot)6 t. 216 217,25 166.25 Noeinitahl 0 167,25 168.25 >67.25 167,5 -.9,9 100 155.5 156.25 Riebeck Montan (i — * - 103.65 Bereis Union ... - 8 112 — 113 — eilig Deutsche ttrebilanft 10 111,25 - 144.7u 145 '£creintgtt totcoiro. f. 7» 3 b 103 103.5 103 75 lÄebr Roeder .....1' — — Barm r Bankverein 10 145 145 147 L’taDt 'Hirnen i •I — 14 25 44.25 Borgt 4 Hacfsner .... 6 — 179,5 179,75 Berliner HanoelSmsellsch. 12 Tommer;- und Privat-Bk i 175 •74 268.5 270,75 Rali AscherSleden KaltWcstereqelo 10 10 175 181.5 176.4 174 5 Sndd Butler ... 0 141 143,75 141.5 — Tarmst u Nationaldank 12 230 5 232 5 230.3 231.25 Kaltwert Satzdctturtb 12 — - 251 252.5 Banknoten. Teuitche Bank io 162 163 75 162.2., 163..' 1( 60.25 262.25 260 262,25 DiSkonto-Gesellschas, eint lü 158.2J 159,75 | 158 75 158 5 |158,75 Dynamit 'Jlobef . . . 0 127 127.3 Berlin. 6 Febr 1 »eld töne Dresdner Bank 10 i 160.5 159 1159 25 Scheid anttail ... .8 196 200 — Amerikanische Noten..... 4,171 1,191 Mtttrldeutiche Ereditdank 9 — | 128.25 207. ö 209 "wtdichmidi .... .5 — 112 112 üelgischc Noten ... ... 58.21 58,45 pkctnllbank ......8 127 126.3 — RiiigerSwerke ..... .0 96 95.5 95.25 95,75 Dänische Noten ...... 111,88 20.372 112,32 20.452 velchSdank ..... 1U 194.5 — 195 195,75 Metallgeielltchakt .... 10 — 178.5 Englische Noten . ...... 6. ^ebr 7 Febr. Amtliche Nolt rmta Amtliche Notierung Geld Briet ideld •Örter _ timit.« Ji ott 168,70 169.04 168,71 169,05 Buen.-Aires 1,789 1,793 1,789 1,793 Brss.-Antw 58.325 1 58,445 58,295 58,415 I5k;rtsttania 111,3. 112,12 111,57 111,36 111,58 ikovenhag-n 112,34 112,08 112,30 tototfbolm . 112,39 112,61 112,35 112,57 10,568 velüngsorS. 10,546 10,566 10,518 Italien. . . 22,16 22,20 22,16 22,20 öondon. . 20.404 20,444 20,398 20,438 OZtunort . . Ports.... 4,1885 4,1965 4,1870 4.1950 16,44 16,48 16,445 16,485 Schwei; . . «vatnn 80,56 80,72 60, o5 0,71 71.28 71.42 71 03 71,17 Iavao 1,965 1,969 1,965 1,969 Hio de Ian 0.5025 0,5045 0.503 0,505 Äien in D-- Cfft. abfltfl -8,975 19,095 18,975 59.095 Prag . 12,412 12,432 12,41 12,43 Belgrad 7,371 7,382 7.361 t ,375 Bndavett. 73.21 73,35 73.21 73,35 Buk arien 3,027 1,033 4,027 3,033 t'tffabon 20.68 20,72 19,68 19,72 Tannn 81,56 81,72 81,58 81,74 Q 011 ft nttn 2,123 2,127 2,125 2,129 Vltt.cn 5,544 5,556 3,544 5,556 Tanada 4,180 4.188 4.180 4,188 Um uav 4,27b 4,284 4,27b 4,284 20.925 20 965 20.922 20.962