Nr. 287 Erstes Blatt 178. Jahrgang Donnerstag, 6. Dezember 1928 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen, poflfqedfonto: Zrantsurtam Main 11686. EktzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvS vnv Verlag: vrühl'sche Unwersilätr-Vuch' und Zleindruckerei R. Lange in Gietzen. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 2O°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gietzen. Der kranke König. Don unserem -f-Derühterstq. #otot<*i •ftege^ * Sehnet «» Oreupei» • nchei X 6ewiiter@w>ndjtiiic. kV Wthtcr 0$i y ">ä»>oee Suflsaowcw Q MurwwBt» «ordwert Ole ereile nieoen mit dem winde »ie oe» «en Stationen gteeendtn Za» Itn gehen die Temperatur an. Pie Limen eermad«« Ort« eit gleicht* ew« rt«reinii/e*M umaerecBoetea iviurw« Die nördlichen Druckstorungen haben den hohen Luftdruck weiter südwärts verdrängt. Da unser Bezirk mit in das Grenzgebiet der Störungen hineinragt, so ist mit überwiegend wolkigem und auch vielfach heiterem Wetter zu rechnen, wobei stellenweise geringe Niederschläge nicht ausgeschlossen sind. Die Temperaturen werden zwar nod) etwas an- fteigen, aber doch keine stärkeren Schwankungen erfahren. Wettervorhersage für Freitag: Weiterhin vielfach nebelig-wolkiges Wetter mit vereinzelten Sprühregen ohne stärkere Temperatur- anberung. Amtlicher Wintersport. Nachrichtendienst der hessischen Wetterdienststelle. Vogelsberg (hoherodskopf). Temperatur minus 2 Grad Celsius, Schneehöhe im Wald 10 Zentimeter, Beschaffenheit verhascht, Sportmöglichkett für Ski nur im Wald. Sauerland (wiuterberg). Nebelig, Temperatur minus 0 Grad Celsius, 17 Zentimeter Schnee, Beschaffenheit verharfcht, Ski und Rodel stellenweise möglich. Schwarzwald (Jelbberg). Bewölkt, — 5 Grad Celsius, 60 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel aut. 91 ul) e ft ein: Leichter Schneefall. Temperatur — 1 Grad Celsius, Schneehöhe 50 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel gut Alpen (®armifd)-parfenfird)en). Bewölkt, —5 Grad Celsius, 45 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Berchtesgaden: Bewölkt, — 3 Grad Celsius, 50 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Aus der Provinzialhaupistadi Gießen, den 6. Dezember 1928. Mein'Zlseü NikolauSgeschichte. „Wenn ich nur wüßte." sagt am Tage vor Nikolaus Frau M.. als Äletn-J[fe ihr Mittagsschläfchen hält, „wenn ich nur wüßte, wer morgen abend denNikolaus bei uns spielen könnte!" — „Kommt Zeit, tomnU Rat," tröstet sie ihr Gatte, der sich gerade anschickt, wieder ins Bureau zu gehen. Auf der Straße tnfft er den pfiffigen Lehrjungen ftinr- Schneiders. „Holla, Freundchen." ruft er chn an. verhandelt einige Mnuten mit dem schlanken Burschen und setzt dann, vergnüglich schmunzelnd seinen Weg fort. — Inzwischen ist daheim der Großpapa eingetroffen. der seine Enkelin besuchen will. „Siehst du. lieber Vater" sagt Frau M. nach einer Weile, „nun ist Ilschm dreieinhalb Iahre alt. gerade in dem Alter, in welchem ein Nikolaus den größten Eindruck auf ein Kindergemüt aus- übt und nun weih ich niemand, der ihn dar- stellen könnte!" Der Opa legt seine Stirn in Petersirienfurchenfalten. „Den Nikolaus? Ich vielleicht?" — „Das ist ganz ausgeschlossen, beim ersten Wort erkennt dich doch das Kind an der Stimme!" — „Hm. natürlich! Ich weih auch niemand im Augenblick ich will mtr’3 mal überlegen!" — „2D?r morgen ist doch schon---" — „Opa." jauchzt ein Helles Stimmchen, Ilse- kind steht in der Türe. Themawechsel. — Als der Opa heimwärts wandert, begegnet er dem kleinen Bäckerjungen. „Guten Abend, Fritz." begrüßt er ihn. ..wann macht ihr denn Feierabend? Sag mal, Iung, — — —",. der Opa gerät ins Tuscheln, zieht gewichtig seine Börse, das fixe und zuverlässige Kerlchen hört aufmerksam zu. und lachend trennen sich dann beide. — Frau M. hat soweit ihre Einkäufe erledigt und geht zu guter Lieht in den Mehgerladen. „Denken Sie nur Frau N.," sagt sie, als die Metzgersfrau das Fleisch einpackt. „nun ist morgen Niko- lausaberrd und ich weiß niemand, der zu unserem Ilschen kommen könnte!" — „Wenn's weiter nichts ist." lacht Frau N., „ein entfernter Verwandter von mir spielt bei meinen Kindern den Nikolaus, den schicke ich Ihnen dann hinüber!" Dankend und hocherfreut eilt Frau M. nach Haufe. — Der Nikolaus-Abend ist gekommen. Im Wohnzimmer bei M. sitzen die Mutter mit einer Handarbeit, der Vater mit der Zeitung, der er aber heute nicht wie sonst die ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, und der gute Opa mit seiner Enkelin auf den Knien. „iln& den ungezogenen Kindern gibt er Schläge mit einer großen Rute," erzählt der Opa ehzn zum vierten Male und sieht erwartungsvoll auf Ilse herab. Uni) prompt fragt Ilschen darauf siegcssicher zum vierten Male: „Nicht wahr, Mutti, ich war doch immer —" da schellt es draußen lange und stürmisch — ..inmier brav" klingt es jetzt zögernd, fast weinerlich zu Ende. Schwere Tritte kommen näher, ein breitschulteriger Nikolaus steht in der Türe. Frau M. blinzelt ihm aufmunternd zu. indessen sich Herr M. und der gute Opa sehr wundern. „Du hast also doch...?" fragen sie gleichzeitig. „Iawohl," nickt Frau M. stolz, „mein Nikolaus!" Ilse hat ihr Gedichtchen gesagt. gut auf die Ermahnungen gehört und liest nach dem Weggang des Rutenmannes die Aepsel und Nüsse zusannnen. als es wieder anhaltend und gellend schellt. Ietzt wundert sich Frau M. als ein großer, schlanker Nikolaus her» eintritt. „M einer." ruft Herr M triumphierend. während Opas Mienen immer heiterer werden. Ilschen sagt ihr Sprüchlein noch einmal, hört wieder allerhand über die Wechselwirkungen zwischen Folgsamkeit und Rute, und kugelt sich nach dem Fortgeh m des Nikolauses mit den Aepseln um dir Wette aus dem Boden herum, als es schon wieder klingelt, und diesmal ein zierlicher Nikolaus erscheint. Vergnüglich lacht der Opa von der Tochter zum Schwiegersohn und wieder zurück: „Dieser kleine — ist der imeine," rnnü er schmunzelnd. Diesmal kommen nach dem Berschen und den obligaten Ermahnungen außer Aepseln und Nüssen noch ein blondes Püppchen und ein reizender Teddybär zum Vorschein. Als auch dieser Nikolaus wieder dahin gegangen. wo er hrrgekommen war. und Ilse vor ihren Schätzen sitzt, sagt Frau M.: „Nun waren drei Nikolause da. jetzt können wir ja zu Nacht essen!" Ilse sieht entsetzt ihre Mutter an: „Kommt wirklich keiner mehr?!" — „Ganz bestimmt nicht, hast du auf einmal Angst?" Da fängt Klein-Ilse laut zu brüllen an: „Huhuhu, jedes von euch hat einen Nikolaus gehabt, nur ich nicht, huhuhu. ich will aber auch einen haben, huhuhuuuu!" Tacho. Bitte, Papierkörbe! Das Polizeiamt hat. wie wir gestern berichteten, eine Polizeiverordnung erlassen, nach welcher das Megwersen vonPapicr. Pappschachteln. Obstschalen usw. auf die Straße verboten ist. Mit uns werden alle diejenigen, die eine größere Sauberhaltung unserer Straßen als dringend wünschenswert, ja als notwendig ansehen, dieser polizeilichen Maßnahme zustimmen. Als notwendige Ergänzung zu dieser Anordnung muß aber die Stadtverwaltung dafür Sorge tragen, daß nun in den Straßen an möglichst zahlreichen Stellen Papierkorbc ausgestellt werden, damit die Bevölkerung die Möglichkeit erhäll, Papier usw., das sie nicht anders unterbringen kann, in erlaubter Weise los zu werden. Die wenigen Papierkörbe, die wir bisher in unseren Straßen haben genügen dem Bedürfnis in keiner Weise. Man darf wohl hoffen, daß die Stadtverwaltung in der hier angeregten Weise rasch handelt, damit diese ganze Aktion zur größeren Sauber- Haltung unserer Straßen auch nach allen Richtungen hin abgeschlossen wird. Gieszener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140. Wirsing 12 bis 20, Weißkraut 3 bis 15, Rotkraut 15 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 20, rote Rüben 10 bis 20, Spinat 25 bis 40. Llnter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 25, Rosenkohl 40 bis 60, Feldsalat 100 bis 120. Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 12 bis 20. Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 40 bis 60. Kartoffeln 5, Aepsel 20 bis 40, Dirnen 10 bis 30 Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 50. junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120. Gänse 90 bis 120, Nüsse 60 bis 80; das Stück: Eier 17 bis 18, Blumenkohl 60 bis 120 Salat 10 bis 20, Endivien 10 bis 20. Lauch 10 bis 15. Rettich 10 bis 20. Sellerie 10 bis 50 Pfennig; der Zentner: Wirsing 10 bis 12. Weißkraut 5 bis 7, Rotkraut 12 bis 15. Aepsel 20 bis 35, Dirnen 10 bis 20. Kartoffeln 3,30 bis 4,50 Mark. Bornotizeu. — Tageskalender für Donnerstag. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: Vortrag „Europa von innen heraus". 8,15 Uhr. in der Reuen Au'a der HnfoetfitäL — Deutschnativ- naler HandlungSgehll^en-Verband: Liederabend, 8.15 Uhr, im Katho-ischen Veceinshaus. — Ar- beller-Wohljahrt Gießen: 2. öffentlicher Vortrag über „Eefangenenfürsorge und soziale Ge» richtshilse", im Eewerischaftshaus, 8 Uhr. — Lichtspielhaus, Dahnhosstraße. „Flitterwochen". — Astoria-Lichtfpie.e: „Seine stärkste Waffe". — Stadttheatcr Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Zu der morgen stattsindenden Erstauf.ührung von Dayard Deillers „Prozeß der Mary Dugan" ist zu bemerken, daß das Stück an den größten Theatern der Provinz (München, Leipzig. Dres- lau, Frankfurt) zur Aufführung angenommen bzw. wie in Berlin das Ersolgstück der Spielzeit geworden ist. Die Regie des Stückes hat hier der Intendant. Die G-richtssaalszene ist von Karl Löffler erstellt. Wegen Erkrankung von Maria Koch hat Lieselottc Fuhrmann die Rolle der Frau Rice in „Der Prozeß der Mary Dugan" übernommen. — Infolge des großen Interesses, dessen sich die Schülervorstr.lungen schon seit der ersten Schüleraufführung von „Richard III." erfreuen, und der zahlreich ein« gegangenen Destellungen seitens der Schulen, sieht sich die Intendanz veranlaßt, zwei Schülervorstellungen von „Don Earlos" zu geben. Außer der auf Samstag. 8. Dezember. 15 Llhr, angelegten Vorstellung hat es sich für notwendig erwiesen, „Don Earlos" noch einmal zu wiederholen. Diese einzige Wiederholung findet am Montag. 10. Dezember, 15'/s Ähr, statt; dadurch soll allen Schülern die Gelegenheit gegeben werden. diese Klassikerinszenierung zu besuchen. Zu beiden Vorstellungen findet auch für das Publikum ein beschränkter Kartenverkauf — ermäßigte Preise — statt. Der Verkauf hat bereits begonnen. — I m Goethe-Bund spricht am kommenden Sonntagabend der bekannte Dichter Dr. Frank Thieß über ,Krisis und Neuordnung der Ehe". Wenn ein Dichter von der Bedeutung Frank Thieß' es unternimmt, über dieses Thema zu sprechen, so darf man die Erwartung hegen, daß er dieser Frage neue Seiten und Ausblicke abzugcwinnen versteht. Im Hinblick auf das sehr große Interesse, daß dec feinsinnige Dichter und Redner bei seinem Vortragsabend vor zwei Jahren in unserer Stadt gefunden hat, ist zu erwarten, daß auch seinem dieswinterlichen Vortragsabend allseitige Beachtung ge- schenkt wird. (Siehe heutige Anzeige.) L. U. Bon der Landes-Universität Gießen. Der ordentliche Professor in der Theolo- gischen Fakullät unserer Landes-Universität D. Dr. Heinrich Frick hat vom Mansfield-College in Oxford eine Einladung erhalten, im Jahre 1929 dort Gastvorlesungen abzuhalten. Er gedenkt dem ehrenvollen Ruf Folge zu leisten Wenn Ihre SmpfehlnngSanzeige in derSamstagsnummer desGießenerAnzeigers durch sorgfältige und wirksame Satzausstattung werben sott dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Donnerstag in der Geschäftsstelle auf! *• Personalien. Ernannt wurde der Bau- Praktikant Franz Sauer zu Gießen mit Wirkung ab 1. November zum überplanmäßigen Oberbausekretär bei einem Kullurbauamt. — In den Ruhestand versetzt wurde auf Grund des Altersgrenze- aesetzes mit Wirkung ab 1. Dezember der Direktor Dr. Adam R i tz e rt an der Taubstummenanstalt in Friedberg. ** Danziger Turnerbesuch beim Turnverein 1846 in Gießen. Kürzlich Halle der Turnverein 1846 in seiner Turnhalle am Oswaldsgarten wieder einen seltenen Besuch zu verzeichnen. Der Obert" twart des Gaues Danzig und Kreisturnwart für das Männerturnen im Kreis I (Ostoreußen) der Deutschen Turnerschaft, Willy Scyott aus Zoppot im Freistaate San zig, der hier bei Verwandten weilte, besuchte die Turnstunde, um den Gießener Turnern turnbrüderliche Grüße aus dem vom deutschen Vaterlande los- gerisienen Danziger Gebiet und aus Ostpreußen zu überbringen. Der erste Sprecher des Turnvereins 1846, Universitätsoberinspektor Erle, hieß den Danziger Gast willkommen und betonte dabei die turnbrüderliche Verbundenheit, die trotz aller Schranken und Fesseln heute und für alle Zellen alle deutschen Turner, gleich welcher Staatsangehörigkeit, verbinde. Dberturn- und Kreiswart Schott dankte für den freundlichen Willkommengruß und bekundete, ganz im Sinne seiner Danziger und ost- preußischen Turner, den ernsten Willen und festen Mut zum unentwegten Festhalten an der Deutschen Turnerschast und ihren hohen Zielen. Sodann verfolgte er mit lebhaftem Interesse die turnerischen Hebungen der Alten-Herrenadteilung des Tv. 1846, deren Leistungen seine vollste Anerkennung fanden. Mit besieg Eindrücken schied der Gast von den hiesigen Turnbrüdern. " Ein interessantes Schauspiel konnte man am Dienstagnachmittag beobachten. Das am Drandplatz neben dem Tapetenhaus Hochstätter stehende Derkaufshäuschen wurde von feinem seitherigen Standort hinweggenommen und auf einem Pritschenwagen durch die Stadt in die obere Kailerallee gefahren, wo es gestern vormittag an seinem neuen Bestimmungsort auf- gestellt wurde. ** Ein Schachwettkampf Oberhessen- Starkenburg wird am nächsten Sonntagnachmittag im Universitäts-Restaurant, Plockstraße, ausgetragen. (Siehe heutige Anzeige.) ** Zur Richtigstellung. In dem gestern erschienenen Bericht über die letzte Sitzung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde ist ein Druckfehler unterlaufen: den Vortrag „Ento- molvgenfahrt nach Nordamerika" hielt Professor Dr. Max fingier, nicht Ziegler, wie versehent- lich gesetzt worden war. CWeifyiaiW- Vorbereitungeib O<9 ■ m 9 3 8 ...... ......aaaaBBiiiiüi- 3 R v . m m B«! - 'WE' AßENDßllD UN51RIR FABRIK IN WANDSBEK Wenn in der Dämmerung der Winterabende die elektrischen Lichter auf- Schmuck erhalten soll- OVERSTOLZ ist ja schon längst die meistgerauchte Zigarette Deutschlands- Ihre grosse Verbreitung bürgt für ihre Qualität und gibt jedem die Gewissheit, dass er gut daran tut,diese alteingeführte Marke zu wählen, die von Jahr zu Jahr besser wird, statt einer der vielen neuen Marken, die wie eine Modeerscheinung, kommen und vergehen- glühen, herrscht weihnachtlicher Hochbetrieb in unseren Fabriken-Schon seit Monaten sind Tausende von fleissigen Händen damit beschäftigt.Weihnachts-Pakete für den Raucher zu machen- In diesem Jahr sind besonders umfangreiche Vorbereitungen notwendig, da auch OVERSTOLT/ weihnachtlichen • O • H • G » Sie Weifynactyspaclmnfc faxtet 5Mark, sie enthält wo OVE^STOLZ-Zi^ardten.fiir die wird also kein fyeisaufscljlag berechnet' <<%rner liefern wir in. qescherüipadtunfyin.- WO Kuck RAVENKLAU zu 6Mk- * 50 ftück LÖWENBRÜCK und 50 ftude GÜLDENRING zu.9Mk: Gießen, den 4. Dezember 1928. 10664V Die Beerdigung findet nächsten Freitag, den 7. Dezember 1928, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt In tiefem Schmerz: Conty EOIv geh. Kasner and Kinder Irene nnd Lydia. Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß mein innigstgeliebter, herzensguter Gatte, unser guter Papi, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Neffe Wilhelm M, ZigarrenlabiM nach kurzer, mit großer Geduld ertragener Krankheit im 38. Lebensjahre verstorben ist Freitag, d. 7. Dezember 1928, nachmittags 2 M versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 1 Nähmaschine, 1 Vertiko, drei Büfetts, eine Chaiselongue, 1 Sprechapparat mit 8 Platten, 3 Schreibtische, 1 Strickmaschine, 6 Dutzend Handtuchsgebilde, drei Ladentheken, 1 Schreibladentaffe, 2 Fahrräder, 1 Oberlockmotormaschine, 1 Flurgarderobe, 1 Spiegel, 2 Schreibmaschinen, 2 Sofas, 4 Tische, 1 Regulator, 1 Bild, 17 Lände Brockhaus Konversations-Lexikon, 2 Kredenzen, 1 Standuhr, 1 Teppich, 3 Sessel, 2 Kleiderschränke, 2 Kommoden, 1 Klavier, 1 Gasherd, 1 Gras- und Getreidemäher, 30 Mistbeetfenster, 1 Partie Puppen und Spielwaren, 4 Pferde. 10668V 2. Voraussichtlich bestimmt: 1 Orga-Schreib- maschine. 3. Bestimmt: 1 Partie Spielwaren wie: eine Dampfmaschine, 2 Kinomaschinen, 1 Herd- ständer mit Herd, 1 Puppen-Kaffeeservice, zwei Lahnhöfe, 1 Deiche, 1 Drehscheibe, 1 Bogenlampe, 4 Llhrwerk-Eisenbahnen, 1 elektr. Eisenbahn, 3 Baukasten, 1 Bild, 1 kleinen Posten Lederwaren. 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Studentenkarten: I0661D Mk. 1.- bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis Besucht die Handelsschule Kunaeimann I Nach wie vor kaufeji Vereine Ihren Bedarf in Lose Tanzkonlroller Eintrittskarten Diplome Programme usw. am vorteilhaftesten bei 16672D J. Weinert KI Neuenweg 9 Telephon 1615. Ingenieur 32 I. all- wünscht d. Bekannlschait jung. Dame. Wwe„ auch m. Kind, angenehm. Bei geg. Zuneigung heirat. Schr. Angebote unt. 106731) an d.G.An». Gebild. Dame 30 Jahre, jugendi. Erscheinung, tn leitender Stellge sucht öle Bek. eines kath^ solid. Herrn zw. Be- gleuungb.Soazierg., Theaterves.usw. Cff. in. Bild, welches zu- riickgei. wird, unter 08.542 an d. G. Anz. Vereine | 7. XII. V , Uhr 8.. ft. 8 Uhr T. I. 9 Uhr. Ber. [10Ö59D D. n. Oc. A. V. Sektion Gießen. Sonntag. 9. Dez.: 12. Wsnoetung. Abmarsch 10 Uör v. d.kathollschenKirche. Stadttheater Freitag, 7. Dez., 1(L Sreltug-’Mön.-BrfL von 20 bis 2L'/,Uhr Bum ersten Male DerProzeßMaryDugan' (The Trial ol Mary Ougan) Ein Stück tn 3 Akten von Bayltrd Beiller, für d.deuische Bühne bearbeuet von Rudolph Lothar. Donnerstag, 6. VezembeN928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gherhesseu) Nr. 287 Zweites Blatt Hessen und die Neugliederung des Reiches nun von wir daß wir fange eigen l.._ —, __ wurzelt, ist es keineswegs allgemein an die Beziehung zu dem besonderen Einzelstaat in feinen gegenwärtigen Grenzen gebunden. darüber, dah er nicht sehen kann. Sm Omnibus und in der Straßenbahn müssen wir mit den Deinen seitlich sitzen, und in einem der jetzt so beliebten kleineren Kraftwagen können wir nur in verkrümmter Stellung Unterkunft finden. Des Nachts haben wir kalte Fuhr, weil die Bettdecke nicht bis herunterreicht. QIm schlimmsten aber ist es, dah wir bei all unserm Unglück von den andern grauen noch so beneidet werden, weil wir alle Blicke auf uns ziehen." Geschichtliche Betrachtungen zur Reichsreform. Don Or. Hermann Aubin, o.ö.Prof. derGeschichte an derUniverfMGießen mit dem klugen Kameraden: der Künstler Bengt Berg ist gebannt vom Furor jenes schöpferischen Willens, der sich wenig Schritte vor ihm manifestiert. Renee Sintenis hat jetzt den Schädel in seinem Umrih fest gelegt und beginnt, die Hauptpartien Herauszuschalen. Shr Gesicht spannt sich in allen Muskeln, die Augen brennen und schneiden wie Messer den Konturen nach im menschlichen Modell. Sie beißen sich fest, indes der Mund tonlos Worte formt und die Hände im weichen Material chr Werk verrichten. Wie eine Gerte bewegt sich die ganze Gestalt: jede Sehne gehorcht dem Willen dieses Blicks, und wenn sich der Kopf zur Seite biegt, vorwärts schnellt, um an Bengt Bergs Auge den Bogen noch mehr zu betrachten, balanciert der Körper in anmutigster Kurve auf dem linken Bein. Es ist wie ein Tanz, ein Tanz im ganzen Organismus. Aber losgelöst davon tanzen die beiden Hände knetend über den Ton. Und nur ganz selten huscht ein Blick der Augen prüfend auf das Werk hinab. Die zehn Finger sind eine eigene Individualität, belebt wie Charlie Captins Hände, als sie den Tanz der Brötchen exekutierten im „Goldrausch". Bengt Berg erzählt indes. Erzählt von den drei Flaschen .Forster Scfuitengarten, Riesling Auslese 1919', die er auf seiner Fahrt in Abu Markubs Land mitgenommen hatte. Wit der ersten feierten der schottische Major und Bengt Berg die Erlegung des großen Leoparden; dce zweite galt der geglückten Ausnahme von Abu Markub, und die dritte sollte nach dem Film des ersten Elefanten getrunken werden; — „aber es sind gleich mehrere hundert an uns vorübergezogen, während die Flasche an einem Strick im Nilwasser zur Kühlung hing." Wir erfahren, wie die Nilpferde des Nachts unter dem Dampfer wegschwammen und von unten her gegen den Kiä stießen. Aber man konnte in dieser Fiebergegend nicht unter dem Moskitonetz hervor, solange die Sonne noch nicht aufgegangen war. Löwen brüllten auf beiden Usern, und am andern Morgen war aus den Spuren oft eine seltsame Geschichte zu lesen. Dreißig Meter vom Schiff entfernt hatte ein Löwe eine Antilope geschlagen und war mit Zwischen diesen Extremen steht jene Dorstellung von den Stämmen, welche aus einer Der- mengung von mundartlichni, territorial-- und ältergeschichllichen Merkmalen entstanden ist. Wrr wollen ihr nicht zu scharf auf den Lmb rücken. Denn in der Tat ist eine einheitliche Definition unmöglich. Entstammt doch die Einheit des Frantenstamms der Dölkerwande ungszmp wahrend sich jene der Schlesier nicht vor dec Kolonisation des Ostens seit dem 13. Jahrhundert zu bilden beginnen konnte. Es sind nicht einmal die mit dem gleichen Namen belegten Stämme in den ver schiedenen Epochen dasselbe. Der Bayern - stamm erstreckte sich einmal auch über dir Mar- wahre Athleten sind, und vergessen völlig, sie eS mit einer Frau zu tun haben. Sitzen im Theater, dann stolpern die Leute über unsere Füße und schimpfen, weil wir unsere Deine so weit vorstrecken; wer hinter uns sitzt, ist entrüstet man bereits hofft, nun endlich den Richtigen gefunden zu haben, dann wird er sich sicherlich auf so ein kleines Ding stürzen, das seinen Sdealen von zarter Weiblichkeit viel besser entspricht. Deim Sport aber haben wir es erst recht schlimm. Die Männer erwarten uns, dah wir alles leisten können, daß und sie nicht auf die Konkurrenz stärkerer Territorien fliehen, als drc schwäbische, oberrheinische, Was /Wunder, wenn bei so ungleichen Aus- gangspunkte und so ungleichen Schicksalen ein „unglaubliches Monstrum" von Staatsgebrlde herauskam. das aller rechtlichen Erfassung spottete, vor allem aber dem Leben der Nation die Dienste nicht leistete, welche sie von ihrem Staate verlangen muh. Smmerhin ist durch diesen immerwährenden Kampf aller gegen alle» am Ausgang des 18. Jahrhunderts die Klärung so weit gediehen, dah unter den Hunderten (nie genau zu zählenden) Pseudvstaaten einige den Anspruch auf den wahren Namen des Staates rechtfertigten, namentlich Oesterreich und Preußen. Aber erst der Dinrck des Auslandes in der Revolusions- und Rheinbundzeit führt mit ein, zwei gewaltsamen Rucken aus dem ärgsten Chaos heraus. Sn der einen Richtung legi imieit sich der eine -Leu der Territorien durch Reichs tags beschluß zur Säkularisation und Mediatisierung der Menge der übrigen. Das brachte allerdings den langsam hinschleichenden Reir.igungsprozeß ein n so großen Schritt weiter, daß am Ende nur noch 39 Staaten in den Deutschen Bund eingingen. Doch sind es keineswegs nur die lebensfähigsten. Gunst und Laune haben eine Auswahl getroffen, welche eine Musterkarte auch der kleinsten Kuriosa ergab. Sn der anderen Richtung wird die extremste Lösung herbeigeführt. Das Reich toi.fr zersprengt. Die Einzelstaaten stehen in voller (formeller) Souveränität fra. Die größte Einfachheit fres Staatsaufbaues der Deutschen ist jetzt erreicht; doch ist darüber die Einheit verlorengegangen. Und jene Souveränität war für die meisten Staaten nur Schein. Sm weiteren 19. Jahrhundert dauert der Dop- pelprozeh fort Rückläufig, was die staatsrechtliche Frage angeht: Die Einheit, nach der das deutsche Doll verlangte, konnte nicht ohne_ De- schmeidrmg dec kürzlich erlangten Souveränität wiedergewonnen werden, und so geht manches Stück derselben auf dem Wege über den Deutschen Dund und den Norddeutschen Bund zum neuen Reich und endlich frei dessen Neugestaltung zu Weimar verloren; gradlinig, was die territoriale Formierung betrifft: Die erobernde Hand Preußens verringert 1863 die Zahl der Staaten weiter auf 25. Die Fortsetzung dieses Weges hätte zum einheitlichen Reich führen können. Sn der Leistung hftte sich Preufeen bereits an fressen Stelle geschoben. Eben damals aber hat die Neugründung des Reiches auf föderalistischer Grundlage diesem Wege einen Riegel vorgelegt, indem sie den alten Territorialismus zügelte. Wenn man in diesem auch die Möglichkeit sieht, das deutsche Reich unitarisch vom Territorium aus zu schaffen, dann ist die Entwicklung auf halbem Wege stehen geblieben, ehe dieses Ziel erreicht war. Sa der Ruck von 1866, weil er nur einem, und zwar dem größten Territorium zugute kam, hat die schlechten Proportionen des deutschen Staatsgebäudes nur noch gesteigert. Allein der Weg des freiwilligen Anschlusses war zur inneren Flurbereinigung noch offen- gelassen. Don ihm haben nach 1918 wenigstens die Thüringischen Staaten Gebrauch gemacht. Die Zahl der Gliedstaaten ist dadurch noch einmal verringert, ä gste Zersplitterung an einigen Stellen beseitigt worden. Das Problem aber ist geblieben und die Wittel zu seiner Lösung sind eingeschränkt. Sie stehen bei der Einsicht der Gesamtheit des Dolles. Die Auseinandersetzungen der Territorien untereinander und mit dem Reich haben durch alle genannten Sahrhunderte die Kräfte unseres Volkes in unerhörtem Maße in Anspruch genommen. Während dieser Zeit haben die Deutschen in staatlichen Dingen vornehmlich in den Begriffen dieses Kampfes gedacht und aus ihm ihre politischen Vorstellungen genährt. Die fruchtbare Arbeit vollends, welche in Staatsfragen geleistet worden ist, kam bis ins 19. Sahr- hundert durchaus den Territorien zugute. Es gab einige Striche, wo bei allzugroßer Zersplitterung den Zwergterritorien gegenüber das Reich immer noch der Körper war, dem man sich am meiften verbunden fühlte. Für den größeren Teil Oie Klage der „lleberlebensgroßen". Frauen, die darüber unglücklich find, daß sie „zu nein“ sind, können sich trösten, denn das Schicksal der Uebergroßen ist noch viel trauriger. Dies behauptet eine Dame, die die statlliche Länge von 181 Zentimeter mißt. „Sch glaube nicht," schreibt sie, „dah eine kleine Frau sich vorstellen kann, welch eine Pein es ist, wenn man beim Betreten eines von Menschen erfüllten Naumes sofort alle Augen auf sich gerichtet fühlt, wenn das Gespräch stockt und erst wieder in Gang kommt, nachdem man sich in den nächsten Stuhl hat fallen lassen, und wenn man dann wieder aufsteht, folgen einem die Blicke wieder mit neugieriger Verwunderung. Die kleine Frau findet beim Einkäufen doch noch eher etwas, was ihr paßt. Aber wir „Ueberlebensgroßen"! Für uns wird jede Besorgung zum Martyrium, denn alles ist uns zu klein, Kleider und Schuhe und Handschuhe usw. Und dann diese ewige Schwierigkeit, den richtigen Partner zu finden. Kleine Männer fieht man überall. Aber wenn endlich einmal ein Mann mit Gardemaß auftritt und Wer das Ergebnis des mühevollen Terri- torialprozesses als unbefriedigend ansieht und in der Geschichte nach Anknüpfungspunkten für eine reinere und glücklichere Organisation des Reiches sucht, wird sie nicht innerhalb dieses Prozesses finden. Denn der ist durch alle Sahrhunderte im Wesen der gleiche geblieben und deshalb bietet er in seinem ganzen Verlause kein Stadium und keinen Querschnitt, welche solche Anknüpfung gestatteten. Da er aber diese Sahrhunderte, wie gesagt, durchaus beherrscht hat, wird man in ihnen auch neben den territorialen Bildungen vergeblich nach anderen geeigneten suchen. Die letzte praktisch ins Leben eingreifende Einteilung Deutschlands, welche einigermaßen gleichartige Körper für die staatlichen Funktionen geschaffen hat, war die in 10 Reichs kreise, welche seit 1512 fest begrenzt blieben. Sie waren aber nur ein Surrogat für das zerfallende Reich und sind nur frort zu einem bescheidenem Leben wenigstens gelangt, wo man ihrer wegen der äußersten Zersplitterung gar nicht entraten konnte, Dec Gedanke ist gewiß verlockend. Es scheint hier die Stimme der Natur den Weg zu weisen. Sndessen warnen uns die geschichtlichen Ueber- legungen, die Stämme als eine einfache Lösung des Rätsels anzusehen. Für den Zweck praktischer Grenzziehung mangelt ihnen eine wichtige Eigenschaft: Die scharfe Grenze, wie leicht einzusehen ist. Wir dürfen mit ihnen nur als Kernen für die Bildung von Gebieten einer gewissen kulturellen Einheitlichkeit rechnen, die ein günstiges Substrat für staatliche Zusammenhänge bietet. Es ist dann auch meist, mit mehr oder weniger Erfolg, im Laufe der Geschichte der Versuch gemacht worden, diesen prädestinierten Räumen die politisch einheitliche Organisation zu geben. Ich will in einem zweiten Artikel an dem Beispiel Di« Frage der Neuorganisation des Reiches*), welche frei Gegenwart als dringenfres Problem gestellt ist, toiro nicht ohne Nachdenken über die Vergangenheit beantwortet we.dm dürfen. Diese muß uns vor allem sagen, welche Kräfte den heutigen Zustand geschaffen haben, wie tief seine Wurzeln 'm unserer Geschichte haften und welche Anknüpfungsmöglichkeiten für eine Neugestaltung darin gegeben sind. Der gegenwärtige Aufbau unseres Reiches wird staatsrechtlich durch die Teilung der Gewalt zwischen Reich und Gliedstaaten gekennzeichnet, ohne daß sich die Teilungslinie überzeugend und scharf ziehen ließe; territorial durch dle Nebeneinanderstellung von Ländern, welche in keiner Beziehung gegeneinander ausgeglichen sind. Sn Hinsicht i^ier Vevöllerungsstärke wie ihres Umfanges weisen sie die außerordentlichsten Unterschiede auf. Ihre Grenzen sind auf weite Strecken so gezogen, daß kein Verstand ihres Derlaufes sicht- bar wird. Sie reißen natürliche, zusammenhängende Wirtschasts- und Verlehrsgebiete und ebensohäufig zusammen ausgewachsene Kulturgebiete auseinander. Die innere Gliederung Englands bewahrt die Einteilung, welche vor Sahrhu iderlen gleichartige Bedürfnisse durch das Land hin erzeugt hatten; die englischen Grafschaften sind gleichwertige Träger für gleichwertige Ausgaben. Die innere Glie- frerung Frankreichs ist das Ergebnis eines vollständigen Umsturzes und einer rationalistischen Neukonstruktion; man hat in der Revolutionszeit die Departements zwar nicht immer glücklich, aber durchaus einheitlich gebildet. Die innere Gliederung Deutschlands erscheint als das Erzeugnis von Willkür und Zufall. Sn der Tat ist sie das Ergebnis eines jahr- hunderte währenden Kampfes. Dieser ist entbrannt, weil das deutsche Volk das eigentümliche Schauspiel gab, dah es den Staat, den es hatte, liegen und verkümmern liefe, um einen, nein viele neue an seiner Stelle aufzubauen. Um 1200, unter Öen späteren Staufern, hat es sich entschieden, daß bei uns nicht das Reich, sondern die — in allen Staaten vorhandenen — Parti- kulargewalten die Träger der politischen Entwicklung werden sollten. Partikularer Egoismus hat dem Reich vorenthalten, wessen es für Behauptung und Ausbau bedurfte. Als es deutlich geworden war, daß eine Heilung von oben, vom Reich her, nicht mehr möglich sei, war dies der Derechtigungstitel für alle territorialen Aspirationen. Seitdem hing der Wiederaufbau der deutschen Staatsgewalt von der möglichst raschen Erstarkung des Territoriums ab. Durch sechs Sahrhunderte haben auch die Territorien in dauernder Rivalität untereinander gerungen, um dem deutschen Volle Ersatz für den Staat zu schassen, welchen ihm das Reich immer weniger bot Eine unendliche Arbeit war zu leisten. WaS die Territorien für ihre Aufgabe vor fanden, war ein Chaos oft winzigster Bausteine von Rechten und Gebietsteilen. Es galt, daraus den Staats- laum zusammenzusehen, die Staatshoheit dem Reiche zu entziehen oder in dem von diesem gelassenen Vakuum neu auszubilden. Man kennt die vielgestaltigen, großen, kleinen und kleinsten Mittel, welche dafür in Bewegung gesetzt wurden: Heirat, ®rboerbrnt>erungen, Krieg, Privilegien. Man weife, daß die einen Dynastien erfolgreich waren, andere auäftarben; die einen Territorien anschwollen, die anderen steckenblie- ben oder geschluckt wurden. Teilungen dec Fürstentümer wirkten dem Aufbauwerke entgegen. •) Dgl. den Aufsatz Klute: Geographische Voraussetzungen in Nr. 283 und 284 des G. A. vom 1. und 3. Dezember 1928. seiner Deute über den Fluß geschwommen, hinüber zu den weiblichen Raubkatzen. Pause. Renee Sintenis tritt ein paar Schritte vom Modellieriwck zurück, schnellt vor und drückt den ganzen Bau aus Lehm schräg nach hinten. Und verbeifet sich schon wieder in knetende Gestaltung. „Wie ist das verzwickt," murmelt sie vor sich hin und lächelt plötzlich sehr vergnügt. „Seht hab ich's. Aber was sind das auch für Kanten! Und wie verschieden sitzen die Augen! Gucken sie blofe selber einmal her!“ Das Wunder ist bereits geschehen. Aus der grauen Masse blickt Bengt Berg; ja, das ist seine Nase, und um den Mund, seitlich von den Ohren her, zieht diese schmale Furche, die dem Gesicht das Energische gibt und zugleich wieder das Liebenswürde, Gütige seines Lächelns. Don Sitzung zu Sitzung reift das Porträt. Nach dem Vulkanhaften Beginn des Anfangs kommt jetzt das zärtliche Formen des Details. Und während Renee in gütiger Anmut und weiblichem Scharfsinn über die Physiognomie vor sich scherzt, während E. R. Weife mit Delikatesse und hoher Meisterschaft die letzten Pinselstriche auf ein vollendetes Oelbild setzt, erzählt Bengt Berg aus seiner Kinderzeit, als sein Vater das erstemal mit ihm zu einer Vogelinsel im schwedischen Ostmeer hinausgefahren ist. Da brüteten Möven und Seeschwalben zu Tausenden. Der Fischermann, seines Vaters Freund, brachte dem achtjährigen Bengt zwei Eier — vom Halsband- regenpseifer. Der alte Berg deutete hinaus übers Meer: dort liegt eine viel größere Snfel, sagte er, da brütet der Brachvogel und noch weiter hinten, jene schwarzen Wälderstreifen, das ist Warnanäs. Und so tauchte vor dem kleinen Sungen zur gleichen Stunde dec Regenpfeifer auf und das paradiesische Heim seiner reifen Manneszert. Bengt Bergs Düste ist fertig. Renee Sinterns hat in dem überlebensgroßen Porträt das ganze Sndividuum festgehalten: den kühnen Forscher und das große Kind, den Weltmann und den liebenswüriügen Schalk — Klugheit, Energie und Träumerei. Eine hohe Künstlerschaft blies Odem in die tote Erde. < Renee Sintenis modelliert Bengt Berg. Von Paul Eipper. Sn einer Holzwanne liegt graue Tonerde. Und auf dem dreibeinigen Modellier tisch, dessen Platte nach allen Seiten beweglich ist, steht senkrecht eine Eisenstange, um die der Lehm zur Kugel geknetet wird. Ein paar gebogene Holzstäve, Glättinstrumente, sind das einzige Arbeitsgerät. Vier oder fünf Sitzungen. Und aus dem Klumpen Erde ist ein Menschenantlih geworden, lebenswahr von allen Seiten, „fprechend", wie der Dollsmund sagt. _ o , Zwei Hände vollbringen dieses Schopfungswerl; zehn Finger formen das Ebenbild der Natur, und es ist ein Erlebnis, das tief ergreift, still in einer Ecke zu fitzen und zu beobachten. Die Malerei bietet keinen Vergleich. Hier wird mit dem Pinsel Farbe von Der Palette genommen und auf die Leinwand gesetzt. Aus solchen bunten Einzeltupfen ergibt sich in der Fläche die Darstellung eines plastischen Gegenstandes. Ren6e Sintenis aber, die Dildhguerm, steht vor ihrem Modellierfrrett und es ist, als jagte eine Act von Elektrizität durch jeden ihrer Finger. Sie sind plötzlich alle zehn selbständige Lebenswesen geworden: jetzt verkrampfen sie sich in die Masse, ziehen da eine Handvoll weg, wölben oben links einen Höcker heraus, tasten vorsichtig, vereinigen sich zu einer zärtlichen Äuroe und bohren getrennt an vielen Ste.llen zugleich in den „Urstoff“. Aber während die Finger werken, steht über ihnen als ihr Herr das Auge der Künstlerin. Und von ihm aus, das ruhig bleibt und sehr beherrscht, knistern die Kontakte, strömt der Wille, bildet sich die Form. Bengt Berg, der schwedische - Tiers orscher, fitzt behaglich angelehnt in seinem Stuhl. Philipp, der brave Hund, schnuppert an dem fremden Mann, und in wenigen Augenblicken ist Freundschaft geschlossen. Aber immer wieder unterbricht der tierverbundene Schwede sein Spiel I siänkische Kreis. . Man müfete also schon voi die '^ervuonal- Dentsckcknnda und am ade den politisch lebens- zeit zurückgchen, ob damals Deutschland etne volleren aalt fraß er" in den engerrn aber inten- günstigere politische Gliederung auf gewiesen hat. oas oes naaui^i ftänfrigleit“) daraus gewiß nichts lernen kon- Cme andere tfrage freilich ist es, ob sicy auQ Dur für die räumliche Gliederung möchte die konkreten ^erritorralkorper so ties frem vielleicht die Betrachtung lohnen. Man Bewußtsein des ^teSemgeptagt &i6en.spricht ja auch heute sehr viel von den Stäm - Maß mußte verschieden sein. Dre Territorien * * & verlangt, daß die Neugliederung des waren ja keine sesten ©toben. Deich-^anj jie Lückjicht nehme. sich unaufhörlich, wuchsen verloren hier mro versteht man unter diesen Stämmen? Sch gewannen da, traten wieder m neue: Verbin ^ß diese Frage keine befriedigende Ant- dungen em. Wie oft haben Orte,«ür wort findet, sicher keine eindeutige für unsere Landschaften ih e Zugeyorigrer! gewechclt! 6,t i I Bad-Nauheimer Verkehrsfragen Die Bad-Nauheimer Verkehrskom- Kühreriagung des Jung-B. H. E. hat für das Heim, das in zehn Monaten des . taufenden Jahres 4606 llebernach'ungen auszu- weisen hatte, auch tn diesem Jahre in dankenswerter Weise einen Zuschuß von 1500 Mark Die Haupttagung am Sonntagoormittag gab den Vertretern der einzelnen Ortsgruppen Gelegenheit zu einer regen Aussprache über das Lehrer beim Krcisschulamt sind Lehrer Heu soyn in Lorboch und Lehrer Stork in Mten stadt. gewährt. Die Gründung einer Vater-Ben- derheim-Gemeinde soll erstrebt werden. Abends gab der Zweigverein Offenbach a. M. im Saale des Rudervereins-DootshauscL einen zahlreich besuchten Festabend, dessen erster Teil als Huldigung an Schubert mit einer auserwählten Vortragsfolge zusammengestellt war und von hervorragenden Kräften glanzvoll durchgeführt wurde. der größeren Landschaft, in welcher Hessen liegt, dieses Ringen darzustellen versuchen, um dabei zugleich zu prüfen, welche geschichtlichen Voraug- sehungen für die Reuglietorang in dieser Landschaft gegeben sind. (Fortsetzung folgt.) Oberheffen. Landkreis Greßerr. 3 Dau bringen, 5. Dez. Am Sonntag wurde hier im Saale von Wilhelm Erb eine A u s - Kreis Büdingen. !! Büdingen. 4.De;. Der Gesangverein ,.Sängerlu,t Büdingen veranstaltete am Sonntagabend In den Fürstenhossälen fein diesjähriges Herbstkonzert, in dem vor- wiegend Werke von Schubert zum Ande.ken an dessen 100. Todestag zum Vortrag famen. Der Einladung des Vereins hatten eine sehr große Su zcchl Gäste Folge geleistet, so daß die Säle des Staates für das Bad sei eine allgemeine Werbetätigkeit notwendig. Denn es gelte, nicht nur Kurgäste anzuziehen, sondern auch den P a s s a n - ten verkehr wescnllich zu heben. Ein Vergleich mit den Besucherzahlen anderer Kurorte ergebe, daß auf diesem Gebiete für Bad-Nauheim noch viel zu tun sei. (Unseres Erachtens lyat hier Bürgermeister Dr. Ahl eine allgemeine hessische Verkehrsfragc angeschnitten. Denn ein ftär- feier Durchgangsverkehr für unser Bad wirkt sich günstig auch für das übrige Oberhessen aus, dessen Schönheiten von vielen der Bad-Nou- Heimer Passanten gewiß auch aufgesucht würden. D. B.) Dr. A h l sprach sich mit aller Entschiedenheit dafür aus, daß erhebliche Geldmittel von den Verwaltung und auch der Verkehrskommission zu danken. Schwieriger sei die Bilanz für die Kur- intcressenten, d. h. die vom Fremdenverkehr lebenden Berufsstände zu ziehen, da einwandfreie Zahlen hier nicht vorliegen können. * Stockheim, 5. Dez. Aus der kürzlich hier stattgefundenen Kreislehrerkonfe- ren; wurde an Stelle des in den Ruhestand getretenen Rektors Gahert in Ridda Lehrer Vierheller in Düdelsheim als Vertreter der Lehrerschaft beim Kreisschulamt Büdingen gewählt. Sein Stellvertreter ist Lehrer Hildebrandt in Gettenau. Weitere Vertreter der Kreis Schotte«. - Schotten. 4. -S«. Die Kulturfilmstelle beim hiesigen Kreisschulamt bringt in den kommenden Wochen den Film ^Welt- t rieg 2. Teil" im ganzen Kreis zur'Vorführung. 'Der 1. Teil dieses Filmes, bet vor einem den Bewohnern zu ersehen. — Am Montag fand eine Sitzung des Gemeinderars statt tn der zunächst dis Entwässerung der „Laubach" erörtert wurde. Man beschloß, die Eigentümer der Grundstücke, die enttoäf.ert werden sollen, zu einer Versammlung im Ralhaus'aal emzuladen. Bei der Festsetzung der Hundesteuer für 1929 bleibt es b.i b>m Sah für 1928 wonach der Staat 12 Mk.. die Gemeind? 4 Mk. Mr jeden Hund erhebt. Die Mietsätze der Gemeindewohnungen an der Licher Straße, die um 50 Proz. erhöht wurden, sollen bestehen bleiben. Die Frage tor Regelung des Wassergeldes und der Kanalgebühr wurde dahii: entschieden, daß das Wassergeld um 50 Prozent erhöht wurde, worin die Kanalgebühr enthalten ist. Zum städttschen Wiesenwärter, wozu sich zehn Bewerber gemeldet hatten, wurde Fried.ich Gräf gewählt. ? e n 1)0 i u, 5.Dez. Zu Ehren der von uns scheidenden Berufsschullehrers Stein- m a n n fand hier eine A b s ch i e d s f e i e r statt. 3n der Gastwirtschaft Alt hatte sich fast die ganze Gemeinde eingefunden. Zn seiner Ansprache feierte Bürgermeister Linker die Verdienste des Herrn Stein mann. Durch weitschauende Fürsorge war eä Herrn Sleinmann möglich, manches finanziell schwache Mitglied unserer Gemeinde durch die schwere Zeit hmdurch- zubringen. Als im vorigen Jahre die Lage unserer Vogelsberger Landwirtschaft kritisch wurde, übernahm er in selbstloser Weise die Leitung der Rotstandskommission. Seinem entschiedenen Eintreten ist es zu danken, daß der Landtag als auch die Regierung die Rotlage im Vogelsberg erkannten und für wirkungsvolle Hilfe sorgten. Insbesondere handelte es sich dabei um Steuersenkungen und Steuernachlässe, um Kredite und Saatgutvorschüsse. Am schwersten hatte wohl damals die Gemeinde Herchenhain zu leiden. Sie empfindet es deshalb auch heute als eine Dankesschuld, die nicht nur anerkennen, sondern auch abtragen möchte. Bürgermeister Linker glaubte dies am besten dadurch tun zu können, daß er dem nach Gießen verziehenden Herrn S t e i n m a n n den Ehrenbürgerbrief der Gemeinde überreichte. Herr Steinmann bankte für die Ehrung und versprach, auch von der Provinzialhauptstadt aus die Belange des Vogelsbergs weiter zu vertreten. Kreis Alsfeld. ' Homberg a. d. Ohm, 4. Dez. Die von der Reichsbahn angeordnete Sperre der am Bahnhof auf bähneigenem Gelände vor beiführenden Straße für Fuhrwerke und Kraftfahrzeuge ist dieser Tage erneut Gegenstand von Verhandlungen gewesen. Rach dem Ergebnis der Verhandlungen bann mit der alsbaldigen Aufhebung der Sperre seitens der Reichsbahn- direktion Frarchurt a. M. gerechnet werden, so daß den Verkehrs-Wünschen der Anlieger der Bahnhofstraße nicht nur, sondern auch denen aller übrigen Interessenten Rechnung getragen ist. Rheinhessen. WSR. Dexheim, 5. Dez. Wie verlautet, soll bei der Spar- und Darlehnskasse ein Fehlbetrag von 25 000 M k. festgestellt worden sein. Die Staatsanwaltschaft tn Mainz hat in der Sache eine Untersuchung eingeleitet. WER. DraiS, 5. Dez 3n der Gemeindekasse wurde ein Fehlbetrag von über 20 00 0 Ri k. entdeckt. Das Manko soll schon bei dem früheren, inzwischen verstorbenen Gemeinderechner bestanden haben. Bei der Staatsanwaltschaft in Mainz schwebt ein Gtmittlungs- vcr fahren. Preußen. Krr's Biedenkopf. * Rodheim a. d. Bieber. 5. Dez. Der Handwerker- und Getoerbeverein R o d h e i m a. d. D i e b e r konnte jetzt auf sein 25jährigcs Bestehen zurücDlicken. Aus diesem Anlaß fand am Sonntag eine Ausstellung der Zeichenschule im Zeichensaale des SchulhauseS statt. Der gute Besuch der AusstellunH gab Zeugnis von der Leistung der Schüler, btc auch bei den Handwerkern Anerkennung fand. Abends wurde die Feier des 25jährigen Bestehens im Saale von Karl Schlierbach IV. abyehalten. Dazu hatten sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen eingefunden. Der Vorsitzende Schlierbach eröffnete die Seiet, hieß die Erschienenen herzlich willkonnnen und gab dann einen Rückblick auf die Entstehung des Handwerker- und G^werbevereins. Zu der Feier hatte sich auchHerrHankel, der Geschäftsführer des Kreisverbantos für Handwerk und Gewerbe in Biedenkopf, eingefunden. Er überbrachte die Grüße des Vorstandes des Kreisverbandes und des Gewerbevercins Biedenkopf: dann überreichte er dem Handwerker- und Gewerbeverein Rodheim in Aneäennung seiner Verdienste eine Ehrenurkunde zur 25. Gründungsfeier. Der Vorsitzende des Jubelvereins, Schreinermeister Schlierbach. der jetzt 25 Jahre Vorsitzender ist, dankte dem Geschäftsführer des Kreisverbandes im Aamen des Gewerbevereins für die Ehrung. Ansprachen über die Wichtigkeit des Zusammenschlusses im Gewerbe in der heutigen Zeit hielten Pfarrer Vömel und WUhelm Bender. Der Jubeltag tiyrb allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. < Weidenhausen, 5. Dez. Gestern nachmittag wurde der schon oft beobachtete Unfug der Kirider, sich an einen fahrenden Wagen zu yängen, schwer bestraft. Ein Schüler des ersten Schuljahrs hing sich auf seinem Wege nach der Schule an die Seite, zwischen die Näder eines durch das Dorf kommenden -rrtrohwagens. Schließlich konnte er sich nicht mehr halten, ließ los und geriet unter d a s e i n e N a d. Zum Glück behielt er feinen Ranzen auf dem Rücken, so daß der Wagen über diesen fuhr. Trotzdem wurden dem Jungen aber mehrere Rippen gebrochen und die & u n g e gequetscht. Der Arzt hofft, ihn am Leben erhalten zu können. Maingau. in Betracht kommenden Stellen aufgebracht werden müßten. Er gibt einer aus Behörden und Privaten zusammengesetzten Verkehrsorganisation den Borzug vor einer rein bureaukratischen Einrichtung. Kaufmann R i ck e l, Hotelier Autor. Dr. Huppert. Gastwirt Engel. Stadtverordneter Rüßler, Sanitätsrat Dr. Hirsch betrachteten in längeren Ausführungen die Kurbilanz 1928 im wesentlichen vom Standpunkt der von ihnen vertretenen wirtschaftlichen Gruppen. Die allgemeine Wirtschaftslage und die dadurch bedingte verminderte Kaufkraft wirken sich naturgemäß für die meisten Kurinteressenten noch stark aus. Deshalb könnten die genannten Diskussionsredner das Ergebnis der Saison nicht so günstig beurteilen tote die Badq- und Kurverwaltung, zumal bei den gesteigerten Lebenshaltungs- und Gestehungskosten die Pensions- und sonstigen Preise kaum über denjenigen der Vorkriegszeit liegen. Es konnte an verschiedenen Beispielen nachgewiesen werben, daß Bad-Rauheim als einer der billigsten Kurorte zu bezeichnen ist, woraus sich die oft unbefriedigten Erfolge der Kurinteressenten ergeben. Einig waren sich die Vertreter der Wirtschaftsgruppen darin, daß der Werbefeldzug zu unterstützen und ein Ausbau der Verkehrsorganisation zu fördern sei. Ob dos in der Schaffung eines Kur Vereins nach dem Kissinger Vorbild, oder durch eine Reuorganisation unter städtischer Führung geschehen soll, das werden die weiteren Beratungen ergeben, tote auch bezüglich der Aufbringung der Mittel (ob durch eine Kurförderungsabgabe Der Kurinteressenten nach dem Vorbild Kissin- gens, wie bas Kaufmann R i ck e l wünschte, oder durch Erhöhung der städtischen Gewerbesteuer, wie es Stadtverordneter Rößler vorschlug) noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt werden konnten. Als Ergebnis der Aussprache kann zunächst festgestellt werden: die Forderung einer intensiven Werbetätigkeit auf der Grundlage einer finanziell gesicherten und nach modernen Erfahrungen und modernen Mitteln arbeitenden Verkehrsorganisation. Es wurde, nachdem noch von Lehrer Oßwald auf die Benachteiligung hingewiesen worden war, die Bad-Rauheim und Oberhessen tn der klassischen Reiseliteratur (z. B. in Den bekannten Meyerschen Reisehandbüchern) erfahren, eine Kommission gewählt, die die Frage der Reuorganisation näher prüfen und der nächsten Vollversammlung entsprechende Vorschläge machen sott. Vor der Gründung eenes Kurvereins. -4 Bad-Rauheim, 3. Dez. Die hiesige Vereinigung des Einzelhandels hat in einer recht gut besuchten Mltgli.drrverfamm- lung Stellung genommen zu Fragen der Der» kehrswerbung und zu der von der Verkehr s- kommission besprochenen Frage einer Reu- organisa'.ion der Ver e>5fommi iion auf breiterer und finanziell sicherer Grundlage. Man entschied sich In der Mehrheit für den von Kaufmann Ricke! begründe en Vorschlag, einen Kurverein nach Kifinger Muster zu gründen und diesen durch eine Kurförderungsab- gäbe zu finanzieren. Diese Organisation feil ihre Werbetätigkeit in erster Linie auf die Hebung des Passantenverkshrs richten. Die Zwangsbeiträge. zu denen alle Kurintrrcs en 'en verp, lichtet werden sotten, will man durch eine Kommission auf der Grundlage der von den Kacinteres enten nach den Berufsständen zu zahlenden Steuern festsetzen. Man hofft mit einem jährlichen Ge- sarntaufkvmrnen von etwa 40 000 Mk. zunächst auszukommen. Der Vorstand wurde beantragt, in der V.r'ehrskommis ion für die Reuorgani- fallen in obigem Sinne e nzutreten. 3cchr gezeigt wurde, übte auf die ländliche Bevölkerung eine ungemein starke Anziehungskraft aus. Sämtliche Veranstaltungen waren überfüllt, die Zuschauer ergriffen. Die mit Spannung erwartete Fortsetzung, die sich mehr damit besaßt, wie die Heimat den Krieg erlebt, dürfte gleichfalls nur aulverkaufte Häuser bringen.' Leider wird der Film nicht in den Schulen gezeigt, weil die Kosten zu hoch sind. Das ist bedauerlich. Denn gerade unserer Jugend sollte man einen Einblick in eine Zeit geben, von der sie schon so vieles gehört hat, ohne zu klaren Vorstellungen zu kommen. - Schotten, 4. Dez. Die Jugendher- berge Schotten war Im ersten Jahre ihres Bestehens gut besucht, und alle Wanderer, die sie auf suchten, verließen sie außerordentlich befriedigt. Berufene Vertreter des deutschen Her- dergSwesens besichtigten sie wiederholt und fanden nur Worte der Anerkennung. Die Hauptfrequenz stellten die Städte an den Grenzen des Wandergebietes, ober selöst aus Düsseldorf, Lübeck, Stralsund. Berlin, Rümberg und München hatten wir Besucher. Run beginnt die Zeit des Wintersportes. Für Skiläufer unb Rodler liegt unsere Herberge sehr günstig. Wer durch den Beruf so festgehallen ist, daß er beim Wochenende erst um 21.31 lllyr hier ankommen kann, der kann in unserer ^Ktberae übernachten und morgens beizeiten ins Ski- gelänto aufbrechen. Auf Wunsch wird die Herberge gegen kleine Vergütung vorgeheizt. LJ Lauba ch. 5. Dez. Am Sonntag fand unter dem Vorsitz des Fabrikan cm Hohmann eine stark besuchte Versammlung des hiesigen Bür- aervereins im Gasthof „Zur Traube" statt. Die Tagesordnung betraf die Ersatzpflicht der durch die Umstellung des Stromnetzes notwendig gewo-denen Rcuon cha st ung der Birnen unb Asnderung der Leitungen. Man nahm nach längerer Aussprache eine Entschll.'ßung an. wonach beim Heber lanbtoerf Oberhesicn △ Ridda, 5. Dez. Gestern wurden hier 90 Morgen städtisches Wiesenge- l ü n d e, von dem seither alljährlich die Grasnutzung versteigert wurde, auf 12 Jahre verpachtet. Dabei wurde ein befriedigendes Ergebnis erzielt. Der Morgen Wiesen, die unter- ___ halb der Stadt ziemlich well von hier entfernt 1. Wie liegen, kam durchschnittlich auf jährlich 25 Mark Pacht. Sehr viele Pachtliebhaber hatten sich aus Wallernhausen eingefunden. zum Schlüsse über den volksnationalen Staat, I — aufgebaut nach Den Grundsätzen, wie sie das des Fürstenhofs bis auf den letzten Platz besetzt Jungdeutsche Manifest verzeichnet, za sprechen. I waren. Die Chorleitung lag in Händen des Herrn Besonderes Interesse erregte die Stellungnahme H- R a g e l s ch m i d t, Hanau, dem man zu den der Jungdeutschen zur Wehrhaftmachung des Leistungen seines Chores vollste Anerkennung deutschen Volkes. Reicher Beifall dankte zum zollen muß. Er hat gezeigt, daß unsere alten Schlüsse dem Redner für seine interessanten Aus» und schönen Volkslieder von Beethoven, Schubert, fübrungen. Die Versammlung war nicht nur von Silcher, Abt, Moldenhauer u. a. auch heute noch Angehörigen der umliegenden Einheiten, sondern des Vortrages wert füll) und dankbare Zuhörer auch von Außenstehenden sehr gut besucht. — Der finden. Frl. Emmi Marx (Sopran) als So- Redner sprach am folgenden Tage auch in listin und Frau Johanna Ragelfchmidt- W a tz e n b v r n» S t e i n b e r g vor einer stark Weigand, die die Solovorträge auf dem Kla- mteieffierten öffentlichen Versammlung. I vier begleitete, verdienen neben dem vortreff- 0 (Brüning en. 5- Dez. Allabendlich fanden in I lichen Chor noch lobend erwähnt zu werden, der vergangenen Woche Evangelisations» Alle Darbietungen des Abends fanden reichen Vorträge in unserem Gotteshause statt, Die Beifall. fUb eines außerorDentlich starken Besuchs erfreuten. Insgesamt waren Der Einladung annähernd 3000 Personen gefolgt, Die in den Abendgottesdiensten den zu Herzen gehenden Ausführungen des Predigers Peters vom Bibelheim Flensunger Hof bei Mücke mit großer Aufmerksamkeit lauschten. Folgende Themen wurden von dem Redner behandelt. 1. können totr Gott erkennen? 2. Was wissen wir Gewisses von Gott? 3. Was sind Gottes Pläne für Dre Menschheit? 4. Jesus Christus der Welt- erlofcr. 5. Jesus und die Frommen- 6. Jesus und die Unversöhnlichen. Sämtliche Vorträge erhielten durch die Mitwirkung der Gemischten und Posaunen-Ehöre der christlichen Gemein- Aasten Dorf-Gill, Watzenborn. Holzheim und Leihgestern eine besonders feierliche Umrahmung und hinterließen einen tiefen Eindruck Mission, die sich aus Vertretern aller an der Verkehrsfördernng interessierten Behörden. Vereine und Organisationen zusammensetzt und die nun über 25 Jahre zum Segen von Stadt und Bad Die alljährlich im Herbst stattfindende Ta- I arbeitet, hat dieser Tage ihre Winterarbeit mit einer gung fand am Samstag und Sonntag in O f f e n- wichtigen Sitzung ausgenommen. bach a. M. unter dem Vorsitze von Prof. Rückblick auf die Lurzeil 1928. furt a. M, statt. Die 3er Vorsitzende, Beigeordneter und Notar a.M, Friedb^g. Stahl, leitete die Besprechung mit einem kurzen ihre Referat ein, das von hoher Warte allgemeine, Vertreter entsandt, der Vorstand des Gesamt- grundlegende Verkehrsprobleme sachkundig behan- ® c t n OffcnbaO) delte und dabei im besonderen auch Bad-Nauheimer inriAfM» Hauser. Derkehrsfragen im Anschluß an die Betrachtung w Erscheinen der- ber Kurzeit 1928 herausstellte. Er gedachte dabei tnnr Darmstadß der oom Verkehrsbund Oberhessen ver- LL. 9 tnL run^ anftaüeten Pressefahrt, die von Bad-Nauheirn netoünfcbf SaflUn9 den besten Verlaus ihren Ausgang genommen und deren Bedeutung ° L- Ou4fAi.fi <>„ man leitens der Derkehrskonimstsion, der Stadt und v !uc Augendwa ndern ber Kuroerwallung durch Unterstützung und Förde- V VL '«LV ? rung gern anerkannt habe. Anerkennung fand auch biar5n’ W^ießt man jahr auch für diese Saison im wesentlichen gehalten neuerdings auch das platte Land nicht aus und habe. Zur P r 0 p a g a n ba f r a g e führte der toh auch da Sameirkörner auf empfänglichen Redner aus, daß für 1929 eine Steigerung Joton fallen tonnen bewies Die Ausstellung amberWerbetätigkeit geplant sei. Der hessische Sonntag. Die Besucher folgten nut größter Auf- Staat werbe dazu die Mittel gewiß nicht versagen, mcniamreit ton (^Elarungen über Die einzelnen denn eine kaufmännische Geschäftsführung forbere Kunstarten unD Techniken Der Schwarz-Weiß- bei Steigerung ber Einnahmen auch eine Erhöhung Munft, die Dr. Balser, dem wir diese Aus- Der Werbemittel. Im einzelnen führte der Redner stellung verdanken unermüdlich immer wieder von aus, wie der Werbefelbzug für 1929 großzügig zu ^5^"^oaiund verständlich machte. Daß eine ganze gestalten sei. Er wies dabei auch auf Südame - Anzahl Besucher mit Eifer und Freude unter rika als zu erschliehenbes Neuland hin und ton etwa 150 vom Künstler eigenhändig signierten zeigte, wie die Propaganda für das hessische Bad Originalen (darunter Ramen tote: Kollwrtz, auch nach anderen Ländern unb einzelnen Städten ßietormann, i^oma, Schlcht^l, Lowis Korinth, getragen werben müsse, beispielsweise in das noch K.eh, v. Volrmann) verglich, abschätzte undtoahltc, viel zu wenig bearbeitete Berlin, was burd) um etn ober mehrere Bilder käuflich zu er- bas Entgegenkommen der hessischen Gesandtschaft toeroen, toar ein überraschender Erfolg! Das jn der Reichshauptstadt auch möglich werde. Auch fmanzielle Ergebnis tor Ausstellung kommt ton Kurbtrektor v. Boehmer ist der Ansicht, daß es notlechenden Künstlern zugute. zweckdienlich sei, Generalmusikbirektor B 0 n g a r tz Garbenteich, 4. Dez. Am Samstag fand vor einem größeren Kreise einmal seine Ideen hier etn vom hiesigen I u n g deu t s chen Or- über das Musikjahr 1929 unb über den Öen veranstalteter politischer Abend statt. Als wetteren Aufbau des musikalischen Lebens in ber Äetoer toar der Großkomtur von Hessen-Rassau- Zukunft vortragen zu lassen, Waldeck, Hauptmann a. D. St 0 ßner, gewon- Wertvolle Ausführungen über den Wert nen tooröen tor oeritanb, injtoeiihinDiger einer zielbewußten Propaganda- pieto die Aufmerksamkeit der Zuhörer voll za tätig feit für die Verkehrshebung bot auch ÄIÄ' 2ln Hand einiger Busptele zeigte er die Bürgermeister Dr. Ahl. Neben ber Propaganda Schaden des heutigen Staatssyltems, um dann I " iM 2luf 5n ein De nti out 'Bal frtni lify fcnfl nun Kl' Äiä Ost- und 2> iptul W. grab W letz» pent Lag- Derst Last. Si lunöe: * tri San stad Del, i Siebe wlürsa Der 1 Dunfe So alte 1 Jahn jeden, den 2 fpenix um |c bereit D' ichli sche gebogenen Pfeile einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezdehnete Horizont umrahmt die tu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt. um die Monatemitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Minemacht der Monatsmiete. Will man zu einer anderen Stunde beobachte». ** denke man eich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil eo gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin- eingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmiete iet der gerade Pfeil /3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte 1/3 Stunde später zu stoßen. Man oergleiche die nächste JAonalskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. Venus, der Mars und drr Jupiter in ihrem vollen Glanze. Die Venus erstrahlt als holder Abendstern und bleibt im Verlauf des Monats immer länger nach Sonnenuntergang sichtbar, gegen Jahresende geht sie fast vier Stunden nach der Sonne unter und ist, da sie schon sehr bald nach Sonnenuntergang gesehen werden kann, fast eben so lange sichtbar. Aach ihrem Verschwinden ist der Jupiter der hellste Stern des Abendfrim- melS. und er bietet uns auch Gelegenheit, einen Blick auf das unmittelbar über ihm stehende, zwar nicht besonders auffallende, aber doch nicht unwichtige Sternbild des Widders zu werfen, dem von allershrr die Ehre zukommt, den Reigen der Tierkreissternbilder zu eröffnen. „Ein munterer Widder geht voran", sagt Schiller. Der Mars endlich, unser äußerer Rachbarplanet, fübrt uns mitten hinein in dre Wintersternbllder. Aebrr Richtung von den 3toillüigen in den Stier bewegt. Diese rückläufige Bewegung tritt zwar auch bei den anderen äußeren Wandelsternen, dem Jupiter und dem Saturn, ein, sie geschieht aber bei ihnen erheblich langsamer und minder auffallend als beim Mars. Auch bah der Vollmond gerade in der Aähe deS Mars eintritt, kann nicht Wunder nehmen, denn am 21. steht der Mars in der Gegenstellung zur Sonne, und der Vollmond, der ja immer in Gegen stellung zur Sonne steht, tritt nur wenige, nämlich 5 Tage später, ein. Sein gar zu Heller Glanz überstrahlt freilich die Wintersternbilder, die man sich also einige Tage vor oder nach Vollmond ansehen muß. Auch die schnelle Bewegung des Mondes kann durch Vergleich mit dem Mars besonders leicht beobachtet werden. Küstermann. - Weihnachten in Bethel! seit das Kind in der Strippe von Bethlehem lag, gehört die frohe Botschaft von der Liebe Gottes allen armen Leuten. Wo dieser Botschaft Herzen sich öffnen, da wandelt sich Trauer in Freude: da fährt ein Leuchten aus der Ewigkeit in alle Dunkelheit der Well hinein. Bon Dunkelheit und Leid weiß die Bcchel- Geineinde genug zu sagen. Mehr als 5000 Epileptische, Gemütskranke und Arbeitslose werden zu Weihnachten an unseren Tischen sitzen. Diele haben niemand außer uns, der ihnen eine Freude machen kann. Diese Freude an irdischen Gaben soll für die Kranken und Kleinen Wegweiser werden für die Botschaft von der ewigen Liebe. Darum erinnere ich an unser „Weihnachtshaus". Es ist die Wohnung aller Geheimnisse und die Rüstkammer aller Freuden. Dankbar nimmt es jede Gabe an. Besonders willkommen sind ihm Lebensmittel, Kleidungsstücke für Männer, Gesellschaftsspiele für Erwachsene, Spielsachen für Kinder, Bücher und Bilder. Seine Arbeit wird ihm sehr erleichtert, wenn die Gaben so früh wie möglich abae- sandt werden. Wer uns aber lieber das Einkäufen überlassen will, kann mir auch durch das Postscheckkonto Hannover 1904 eine Geldgabe schicken. Mit herzlichen dankbaren Weihnachtsgrüßen F. v. Bodelschwingh, P. Bethel bei Bielefeld, im Advent 1928. Daten für Freitag. 7. Dezember. 43 vor Christi: der römische Staatsmann Marcus Tullius Cicero bei Formiä ermordet (geboren 106 v. Ehr.): — 1542: Maria Stuart, Königin von Schottland, geboren (gestorben 1587); — 1865: der Schriftsteller Paul 0skar Höcker in Meiningen geboren. Briefkasten der Redaktton. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 5t. Sch. Ist ein Ehegatte für tot erklärt worden, etwa wegen Kriegsverschollenheit, so kann die Frau eine neue Ehe eingehen. Mit der Schließung der neuen Ehe wird die frühere Ehe aufgelöst und bleibt auch dann aufgelöst, wenn die Todeserklärung etwa infolge der Rückkehr des verschollen gewesenen ersten Ehemannes wieder aufgehoben wird (8 1348 BGB ). Richt der für tot Erklärte, wohl aber jeder Ehegatte der neuen Ehe kann, wenn der für tot Erklärte noch lebt, die neue Ehe ansechten, e» sei denn, daß er bei der Eheschließung von dessen Leben Kenntnis hatte (§ 1350 BGB ). Die Bestimmungen über die Wiederverheiratung im Falle der Todeserklärung finden sich in den Paragraphen 1348 bis 1352 des L. in V -. 3n Ihrem Falle gilt die Arbeit, auch wenn Sie im Aktord verrichtet wird, als Stückgutarbeit. Da Sie keine selbständigen Anternehmer sind, hat die Gemeinde als Arbeitgeber den Versicherungs-Anteil des Arbeitgebers zu tragen, auch die Anmeldungen zur ÄrantenlaHc vorzunehmen. Ferner ist die Gemeinde Trägerin deS unfallbriiigenden Betriebs. Wenn der dortige Gemeinderat die Aebernahme dieser Verpflichtungen abgelcfrnt hat, so befindet er sich im Anrecht D. S. in D.: Es gibt elektrische Waschmaschinen. Für eine Familie von sechs Köpfen wird ein solcher Apparat vorteilhaft sein. Irgendwelche Anannehmlichkeiten sind unseres Wissens damit nicht verknüpft. Wegen des Preise» erkundigen Sie sich bei einem Elektroinstallateur oder bei dem Städtischen Elektrizitätswerk in Gießen. , Fr. Sch., Gießen, SelterSweg. Die Einäscherung der Leiche einer erwachsenen Person aus Gießen auf dem hiesigen Friedhof kostet 50 Mk.. für Auswärtige 25 Prozent mehr, also 62,50 Mk. Der Platz für die Aufstellung einer Arne in der Reihe kostet 10 Ml., ein Erb-Arnenplatz tm Arnenhain, der für alle Zeiten gekauft ist, kostet 60 Mk. 2da K. in Württemberg. Rach der gegebenen Sachlage dürste Ihnen anzuraten fein, die Invalidenmarken weiterzukleben. Später wird Ihnen die Invalidenrente unabhängig von der Htnter- bliebenen-Rente ausbezahlt. G. S. Der Verlag des ..Blatte« für Patent-, Muster- und Zeichenwesen" befindet sich in Berlin. Die Iahrgänqe 1896 uni) 1899 können Sie vielleicht in der hiesigen Aniversitätsbibltoihek einsehen. Fragen Sie deswegen bei der Bibliotheksleitung direkt an. Berliner Börse. Berlin, 6. Dez. (WTB. Funkspruch.) Auch im heutigen Bormittagsoerkehr bleibt die Grundstimmung weiter fest. Bevorzugt sind wieder Farden- und Elektrowerte, besonders Siemens, Schuckert und AEG. Die nicht einheitliche Haltuna der gestrigen Neuyorker Börse, das weitere Anziehen des Tages- geldsatzes dort, wurden u^niger beachtet. Man nannte Farben 282,50 bis 283,50, AEG. 205,50, Schuckert 274 und Siemens 447. Am Devisenmarkt hörte man Paris 124,16, das Pfund 485,04, Mailand 92,63, Madrid 30,04, den Dollar 4,1965. ________ Störung im Theater -urch Husten und Räuspern wird vermieden durch Gebrauch von §ag's echten Sodener Minerai-paslillen. Eine grause Heerschar von leckeren Kuchen, Torten, Puddings usw. können Sie kinderleicht nach Dr. Oetker’s neuem farbig illustrierten Rezeptbuch, Ausgabe F herstellen, das Sie für 15 Pfennig bei Ihrem Kaufmann bekommen können. 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Oskars Hände zitterten, als er Joachim in Frack und Weste half. — Wein Golt, was mochte es da geben oder gegeben haben, daß der junge Herr wie ein Leichnam vor dem hohen Spiegel stand und mit kälte starren Fingern die weihe Krawatte zu knüpfen versuchte. (Fortsetzung folgt.) \ ist nur mit Genehmigung des Polizeiamts gestattet. t ct.afenh-mdem ist der Gebrauch mechanischer Wittel, wie Glocken Hupen, sowie las marktschrei rische Ausrufen ihrer Waren, um d.e Ausmer.famtett auf sich zu kn.cn, verboten. Diese Vorschriften gelten entspreHe.d auch für das 2ln5le.cn grwerb iher L.i'tungen Ln ambu- Icm.cn Verkehr. Zuwid. rhanolungen gegen diese Verordnung werden mit Geldstrafen bis zu 153 2RL bestraft, die im Falle der Uneinbringlichkeit in Haft umgewandrlt werden. gleitet. „Es wäre ------- e---- . . du davon gewußt hättest." Ein rascher Setten- Handel auf einem Privatgrundstück in der Weise ausgeübt werden soll, daß der öffent.iche Verkehr dadurch berührt wird. Straßenhänd er, denen keine Standerlaubnis erteilt ist. dürfen den Handel nur im ambulanten De rtehr ausüben. Der Strahenhandel ist verbotene im Selt:rswcg. auf drm Kceuzplah, War.tpla.), in der Marckftraße. Schul.rase. W.-usburg, au er- dem an Straße, ecken in einer Ent.ernung von weniger als 10 Weter bis zur nächsten Straßenkreuzung. . Las gewerbsmäßige Photographre . ren auf öf entltchen Straßen und Plätzen | Mein Gott, es wird mir schon was einfalln." Er machte eine komisch tiefe Vernergung. freit mich unguter. Herr Baron, und ehrt mich Wer die Wahn, dah S' meine Schwester wolln, Wer — leider — leider — ine Wizzerl, bte is schon vergeb n." Sie hing sich an feinen Hals unfi ärpte rpn überströmend. „Geld — Möbel — Wasche! Alles ' ^Er^lteh den Kopf weit aus die Brust herab- sinken. „Mir bleibt nix als das nackte Leben. Wieder schloh chm ein Kuh den Mund. Mit taufend Glücksträunren nahm Maria von ihrem Bruder 2lbschied bis zum 2tbeni>, denn bte Fabrik, in der er seine Lederwaren erzeugte, lag außerhalb der Stadt, während chr eigentliches Heim sich in der Mariahilferstrahe b^and- Wit einem Lächeln um dm Mund sah -Kupt* Hosen der schönen Schwester nach. „Vater!" schrie ter Gequälte aus. Hinter ihm fiel der schwere Stuhl zu Boden. „Sprich sv etwas nicht wieder!" stammelte er undeutlich. „3a, nicht wahr, das flingt gar nicht hübsch! — Wir leben in Gütergemeinschast, die Mama und ich. Fällt mein Vermögen, fällt auch das rhre. Begreifst du? — Es bleibt ihr womöglich nicht eine Stube, in die sie sich verkriechen kann. Merk dir aber: ehe ich zugebe, dah sie hungert, oder an der Verzweiflung zugrunde geht, setze ich uns beiden den Revolver an die Schläfen. Du kannst dich weiter amüsieren, wenn dir'Ä Vergnügen macht." Joachim hielt die rechte Hand in der Tasche vetckrallt. „Soll es heute noch sein, dah ich mich! um Maria Richchosen bewerbe?" „Was sonst? Vier bis sechs Wochen Verlobungszeit — so lange halten wir uns noch über Wasser. Dann sofortige Trauung. Das Vermögen deiner Frau wird sichergestellt. — Schau nicht darein wie einer, den sie zum Schafott bringen. Du liebst sie doch! Du begehst doch keinen Meineid, wenn du ihr am QHtare Treue schwörst." Joachims Gesicht stand in gelbfahlem Wech. „Und wenn sie „Vein!" sagt?" Der Baron würdigte ihn keiner Antwort mehr. Ohne ihn weiter zu beachten, lieh er sich an fernem Schreibtisch nieder. Er hörte, wie hinter ihm die Mesfingringe. an welchen die rotsamtenen Portieren befestigt waren, aneinanderklangen. Dann schnappte die Tür nach dem Flur mit kifem Knacken ein. Mit einem befriedigten Aus atmen wandte der Bankier den Kopf zurück. 2ün 3osephskai (tauten sich die Menschen. Es wurden ihrer binnen ganz kurzer Zeit so tnete, dah die Wagen zum Langsamfahren und zuletzt zum Stoppen gezwimgen waren. Der lange Straßenzug war rm 2lu ooLlig verstopft. Es schien, als wäre man in eine Sack- nasse geraten. Dabei gebärdete sich alles terart und voll unbestlmmter Hast, daß man sich in die ersten Tage der Mobilmachung des grohen Welttrteges verseht glaubte. Worte fielen, die wie Drohung klangen. „Eine Villa hat er, der Schwindler, und sein Herr Sohn einen Vennwagen!' „Seiner Frau hängt er Brillanten an Hals als wie aner Erzherzogin!" „Mir wern chm schon helfnl — W^m er net das letzte Krandl rauszahlt, bann spieß ma n! Lach« Naimr»! Vornan von 3- Schneider-Koerstl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. Verlorengegangene Menschen Abeu eurer, Defraudanten, jugendliche Ausreißer. — Wie die Vermißten gesucht werden. Von Siegfried Ascher. Klavier- und Melodramen-Abend Blast. Zugunsten der Gießener Stubentenhilse sand am Dienstag abend in der Heuen Aula der Universität ein Klavier- und Rezita- tio ns-Abend statt. Es war sehr schade, dah die Veranstaltung sv schlecht besucht war, einmal im Hinblick auf den guten Zweck und andererseits auch hinsichtlich des Gebotenen, daS sich in jeder Weise auf einem künstlerisch hoch zu wertendem Viveau hielt. Die Vvrtragsfolge wurde mit Schumanns symphonischen Stucken op. 13 für Klavier, jenem großzügigen und schwungvollen Werk eröffnet. daS der Meister nach seiner Verlobung mit (Srneftine v. Fricken nach einem Thema ihres Pflegevaters schrieb. Else Blah-Dau- s ch e n b u s ch (Berlin) zeigte sich als eine feinfühlige und gewissenhafte Interpretin Schumann- scher Leidenschaft, wobei eine nie oerfagenbe, immer klare Finger» und Anschlagstechnik ihr jede gewollte Farbgebung ermöglichte. So wurde das Werk unter ihren Händen zu einem geschlossenen Ganzen und konnte auf den Hörer eine tiefe und überzeugende Wirkurrg nicht verfehlen. Dr. Leonhard Bläh (Berlin) machte sodann den Hörern an einigen Beispielen das Ringen der heutigen Dichtung um das Problem der Wiedererweckung der Antike deutlich. Insofern war dieser Hauptteil des Programms interessant, als im heutigen Geistesleben Strömungen vorhanden finb, der Antike wieder eine zentrale Stellung im Dildungswesen zu geben. Ihren literarischen Viederschlag finben diese Bestrebungen in der von Prof. Werner Jager (Berlin) herausgegebenen Zeitschrift „Die Antike". — Zuerst hörten wir ein attisches Sonett von Th. Däubler, dann zwei Gedichte auf attische Grabdenkmäler von Erika Spann-Reinsch, deren zweites auf einen stürmenden Krieger eindringlich den rastlosen Tatendrang erleben läßt, der selbst nach dem Tode im Hades nicht erlischt und sich ewig fortsetzt. Eine schöne, sarbenglühende Sprache spricht Josef Ponten in seinem Buch „Griechische Landschaften", von dem ein Ausschnitt, Eindrücke von der Akropolis in anschaulicher Weise zum Vortrag kam. Josef Winklers „Irrgarten Gottes" behandelt das Erlösungsproblem. Prometheus sucht durch die Tat die Menschheit zu vervollkommnen, wird für diese Tat bestraft und beklagt seine Leiden. Christus dagegen versucht durch Duldung freiwillig übernommener Leiden -en Menschen zu helfen. Auf der einen Seite der Repräsentant christlichen Wärtyrer- tuals, auf der anderen der Typus des heidnisch- Zur beratenden Mitwirkung in Angelegenheiten des Eisenbahnverkehrs und der Tarife der deutschen Eisenbahnen sind tm Jahre 1922 Landes-Eisenbahn rate in vermiedenen Leiten des Reiches und ein Reichs-Eisenbahnrat errichtet worden. Hessen ist dem Bezirk Frankfurt am Main zugeteilt worden lder außerdem Braunschweig, sowie Leite von Preußen und Baden umfaßt), und wird vertreten von vier von der Regierung ernannten, vier von den Industrie- und Handelskammern gewählten und drei von der Landwirtschastslammer bezeichneten Mitgliedern. Außerdem sind die Gewerkschaften mit 13 Mitgliedern aus dem gesamten Bezirk des Landcseisenbahnrats Frankfurt vertre en. . Die Gesamtzahl desselben beträgt 52. Für jedes Mitglied wird noch ein Stellvertreter bestimmt. Die V e u w a h 1 soll demnächst für die Zeit vom l.Saiuiar 1929 bis 31. Januar 1931 vorgenommen werden. Die Wahl zum Reichseuen- bahnrat erfolgt durch die Landesersenbahn rate und durch den ReichswirtschastSrat. Hessen war bisher mit einem Mitglied aus Darmstadt un 2t. E. R. vertreten. Dte Bestimmung der von den Industrie- und Handelslammern zu wählenden vier Mitglieder hat von Anfang an ge- wisse Schwierigkeiten gemacht, well sieöen Industrie- und Handelskammern in Betracht tarnen, die jede für sich Anspruch auf Vertretung machten. 2luf Grund der D. V. über Beiräte für die Deutsche Reichsbahn vom 4. April 1922 bestimmte die Regierung die I n d u st r i e - und Handelskammern, aus deren Dezi.k je em Mit Med und ein Stellvertreter zu wählen war. Beim vorigen Wahltermin, im Jahre 1925. hatten dte Industrie- und Handelslammern Mainz, Worms, Darmstadt und Offenbach je ein orbente licheS Mitglied zu bezeichnen, während Oberhesse n mck den Industrie- und Handelskammern Gießen und Friedberg leer ausging. Dafür hatte man dann einen gewissen Ausgleich geschaffen, Intern von den vier von der Regierung zu ernennenden Mitgliedern je eines auf Mainz, Darmstadt, Offenbach und B a d - V a u - heim entfielen. Das Mitglred in Dad-Vauheun, Votar Stahl, vertrat nebenher als Syndckus die Interessen der Industrie- und Handelskammer Friedberg. Wit dieser Regellrng konnte sich indes Oberhessen nicht einverstanden erklären, da namentlich Gießen als Eisenbahnknotenpunkt wichtige Interessen im L. E. R. zu vertreten hat. Der 2Hmifter_ für Arbeit und Wirtschaft hat nun, wie wir hören, Selbstverständlich kann die ungeheure Arbett. die die .Zentralstellc für Vemmßte und unbekannte Tote" zu bewältigen hat, nur dadurch auÄ* geführt werden, daß eine straffe Organisation die Zusammenarbeit aller zuständigen Stellen ermöglicht. Jede Provinz besitzt gewissermaßen eine Filiale dieser Zentralstelle und alle Fälle, die nicht in bet Stadt, in der die Vermißten an- gemeldet wurden, aufgeklärt worden sind, werden der Zentrate nach Berlin gemeldet. Ebenso werden die Leichen, die in ganz Deutschland gesunden, aber nicht identifiziert werden können, photographiert, und die Bilder werden nach Berlin geschickt. Fast alle jugendlichen Abenteurer, die aus ihren Wildwestromanen genüg nd Wrltkenn'nis gesammelt zu haben glauben, tonunm nach Berlin, während eie Berliner Ausreißer ost nach den Hafenstädten streben, um weite Seereisen zu machen. Wichtige Fingerzeige gibt dm Beamten der Fragebogen, b:n die Angehörigen eines Vermißten aussüllm müssen. Vach Tag und Stunde des Verschwindens, nach dm mutmaß- l'.chen Gründen — etwa Famll enzwisttgkeiten — wird geforscht, auch nach dem Lebenswandel drS Verschwundenen. Wenn dann diese Angaben gemacht sind, wird der Verwallungsapparat in Bewegung gesetzt: bi? Polize reviere werden benachrichtigt. de Behörden verständigt, die von der Polizei festgestclltm Leute werdm gemustert, ob sich unter ihnen der Gesuchte befindet, und sogar in den Krankenhäusern wird nachgesvrscht, ob vielleicht der Vermißte dort eingeliefert worden ist. den Wünschen Oberhessens Rechnung getragen, mb em er ungeordnet hat, daß die Industrie- und Handelskammer Gießen ein Mtt- glieb in Vorschlag bringen soll, so daß die Provinz Oberhessen, sofern bas bisherige Mllglied in Dad-Vauheim von der Regierung wieder ernannt wird, barm mit zwei Mitgliedern im L. E. R. vertreten sein wird. Auch auf bie Provinz Starkenburg würden weiterhin ein von der Industrie- und Handelskammer Darmstadt zu wählendes dnb zwei (aus Darmstadt und Offenbach) von der Regierung zu ernennende Mitglieder entfallen. Aus Rheinhessen würden zwei von den Industrie- und Handelskammern Mainz und Worms und ein von der Regierung zu bestimmendes Mitglied kommen. Die Stellvertretungen werden auf nichtvertretene wichtige Orte verteilt. Der Siraßenhandelin Gießen In einer neuen Polizeiverordnung, dte nach Anh rang d r Stad v r:rdnete.v r ammUng Die Genehmigung des Ministers des Innern und des Ministers für Arbeit und Wirtschaft gefunden bat und die vom Poli.eiamt G.e;rn durch V:r- öf entlichung im Amtsverlündi.ungsblatt noch in dieser Woche in Kraft gefetzt wird werden über den Strahenhandel in der Stadt Gießen folge'.de Desti.nmungen getro'fm: Straßenhändlern ist das Einnehmen eines festen Standortes nur auf Grund einer Standerlaubnis geftat et. die von der Bürgermeisterei im Benennen mit dem Polizeiamt erteüt wird. Eine vom Po'izeiamt zu crtcitente Standerlaubnis ist auch erforderlich, wenn der Fingerz.i^e geben. Bezeichnend für einen solchen Fall war ein Vater, der vor ein ,x Zeit bei mir erschien, um das Derschwi d,n .emes Sohnes anzuzeigen. 2et Mann war test davon | überzeugt, daß der Verschwundene einem Verbrechen zum Opfer gi allen fein mü.fe. denn bte,er war in seinen Augen das beste und tugendhafteste Kind der Welt. Hatte sich doch der vermißte junge Mann eines äußerst soliden Lebenswandels beflsißigt: nie war er ohne seinen Vater aus- geganpen. und von seinem monat ichen Taschengeld, das 30 Mark betrug, hatte er noch Er- sparr.i je g-macht. Cinc Unter, udjunj ergab, daß er bei der Firma, dte ihn beschäftigte. 5000 Mark unterschlagen hat e, und die polizeilichen Feststellungen ergaben, dah brr Tugendbold unter eurer Postlager ad res,e einen lebha ten Briefwechsel mit jungen Damen unterhalten hatte. Das Auffinden seiner K.cidunz, die man in brr Vähe von Berlin wohlverpackt en-tedle. bestärkte mich in meinen Vermutungen j wirklich erhielt der Vater nach einigen Wochen eine unfrankierte Postkarte seines hoffnungsvollen Sprößllngs. in der dieser ihm mitteilte, daß er nunmehr d e von ihm begangene Unt -rsch'agrnz bereue und daher zum Vater zurücktehren wolle." „Merkwürdig ist es, dah nur ein geringer Prozentsatz von den Vermißten, die lange Abschteds- briefe und sogar Testamente hinterlassen, den Vorsatz tottllich ausführt und Selbstmord verübt. So hatte vor einiger Zeck ein solcher Selbstmord- kandidat ein Schreiben an unS_ gerichtet, in dem er über seine ganze Habe verfügte, und uns gewissermaßen zum Testamentsvollstrecker ernannte. Vach vier Tagen rief d eser „lebende Leichnam" angstbebend bei uns an, und zwar hocherfreut, als wir ihm versicherten, daß wir seinen letzten Willen noch nicht erfüllt batten. Auch über eine gewisse „Stammkundschaft * verfügen wir, nach der wir mehrmals im Jahr forschen müssen, den unbestrittenen Rekord hat jener Knabe inne, der bisher 56mal als vermißt bei uns gemeldet worden ist. Es gibt auch Kinder, die sich durch keinerlei Mittel, weder durch Zureden, noch durch Zwang, dazu bringen lassen, im Elternhaus zu bleiben; erst vor einiger Zeck erklärte mir ein Veunzehn- jähriger aus bester Familie. den ich auf seinen Jrrf ichrten ermittelt hatte, mit unbedingter Sicherheit: Geben Sie sich keine Mühe mit mir, die Kaschemmenluft behagt mir besser als die Atmosphäre meines wohlbehüteten Elternhauses. .In schwierigen Fällen ziehen wir die Presse und den Rundfunk zur Mitarbeit heran, ich pflege dies jedoch nur dann zu tun, wenn es sich um Kinder, Greise oder geistesschwache Personen handelt Man kann nämlich mit der Heranziehung der Oesseiitllchkeit vieles verderben. So mancher, der einen unüberlegten Schritt bereut, wagt nicht mtzhr nach Haus zurückzukehren, wenn sein Verschwinden in der Oessentlichkett bekanntgeworden ist. Es trifft übrigens nicht zu, t>afj der größte Seil der als vermißt Gemeldeten einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist oder Selbstmord verübt hat. Von 5000 Vermißten wurde nur einer ermordet; ein geringer Prozentsatz verübte Selbstmord oder fiel einem Unglücksfall zum Opfer, der größte Steil aber konnte ermittelt und seinen Angehörigen wieder zugeführt werden." blick streifte den Sohn. „Joachim, ich habe bis heute nichts von dir verlangt, als Respekt vor mir, als deinem > Erzeuger, und Ehrfurcht und Liebe für die Frau, die dich geboren hall — Vun habe ich einen Wunsch, den du mir erfüllen sollst." „Ja, Vater! — Du brauchst nur zu befehlen." „Wie es zur Zett um uns steht, weißt du!" Ein Ricken. ..Du liebst Maria Lichthöfen?" — Ein verräterisches Lot tief Ioachinis hohe, scharf gemeißelte Stirne hinauf. „Vun," forschte der Bankier ungeduldig. „Ja, Vater! — Ich liebe sie!" kam es mit Uebertoinbung. „Dann ist ja alles gut!“ Der alte Baron schöpfte befreiend Atem. „Die Lichthofens sind zur Zeit die geldkrästtgste Familie Wiens. Daß es nur Bruder und Schwester ist, erleichtert die Sache. Du wirst dich um die junge Dame bewerben, erhältst ihr Jawort, machst sie zu deinen Frau! — Ihr Vermögen flieht mit dem unseren zusammen! Wir sind wieder saniert und die ganze mißliche Affäre ist erlangt." Joachim hatte das Gefühl, als hätte sich aus der Luft herab ein Koloß von Zentnerschwere auf feine Schullern gesenkt, der ihn zu Boden zwang. „Erlaube, daß ich mich fefce,“ sagte er tonlos und faßte nach der Lehne eines Stuhles. Dec Bankier lachte verächtlich auf. „Das sähe dir ähnlich, dah du ein „Vein" für deinen Vater hast." „Ich würde keine Sekunde zögern, — wenn uh sie nicht liebte!" „Wenn du sie nicht liebte ft," kam es erste, „würde ich ein derartiges Verlangen gar techt an dich gestellt haben. — Ich würde eher alles über mir zusammenbrschen lassen, als meinen einzigen Sohn in eine unglückliche Ehe zwangen. „Wenn ich chr gestehe, dah ich chr Geld will, wird sie mich abweisen." „Varr!" Der Bankier ballte die Faust vor Joachims Augen und lleh sie dann hilflos wieder sinken. „Mtt dir ist nicht zu rechten. Diesen Ein- druck habe ich von dir schon feil Wochen. Geh also und laß deine Mutter, die dir tote eme Sklavin zu Füheii liegt, Selbstmord begehen " Täglich verschwinden in allen größeren beutUen Städten zahw.i-te P r onen jei.es Alters, nach deren Verb eio i.n Berliner Polizeipräsidium aeforicht w rd. iln e Xi.* arbeitet hatte Gelegenheit, Leiter der Berliner „Zentralstelle für Vermiet- und un» belangte Tote über Bedeutung und Umfang dieser er chreckenden Er.cheinnng ausführlich zu befragen. Wie Figuren aus Slrindbergschen Dramen muten den unbeteiligten Beobachter die Leute an. die im Laufe eines TageS in der „Zentralstelle für Vermißte und un.e.annte Tote", einer Abteilung des Ber.iner Poli',eipräsll>inms, zusam- menftrömen. Obwohl die Beamten dieser Stelle in ihrem (Beruf keineswegs w ichherzig fein ü en, werden sie doch von der ungeheuren Fülle des Jammers bedrückt, den fte täglich sehen und hören müssen. Verzwei ecke Mü ter. bcuimnierte Väter und bestürmte Ehegatten, das ist daS Publikum. das die Zentralstelle aufsucht, und so verschieden auch die Erzählungen und Angaben alter Besucher sein mögen, eins haben sie alle gemeinsam:' die Hofsnung. daß eS der Polizei gelingen werde, das vermi t? Fami ienmttgllll) gesund wiederaufzu i/iiten. Es ist für dte Beamten keine leichte Ausgabe, aus den verstörten Besuchern. d:ren Erzähl mc.en oft von Schluchzen und WeinkrMnpfen unt.-rkrochen werd n. genaue Angaben über dte verschwand: ne Per on zu erlangen, denn nur selten vermag ein Angehöriger richtig anzugeben, tote der Verschwundene be- lleidcl war. Vicht selten kormnt es vor. daß ©Lern nicht einmal genau angeben können, welche Farbe dte Augen ihrer Kinder haben. Aber auch die sehr wichttge Frage, ob das Gebiß des Vermißten irgmbtoeldjc besonderen Merkmale, etwa fehlende oder künstliche Zähne, auswttse, kann nur in den seltensten Fällen einwandfrei beantwortet werden. . Während die Zeitungen bleientgen Beamten feiern, denen es gelungen ist. einen aufsehenerregenden Word ober Diebstahl aufzuklaren, wirkt der Leiter der Zentrcllstelle für Vermißte Kriminalkommissar G a h m i g, mit seinem Stab von vierzehn Beamten in aller Stille. Eme ungeheure Arbeitsfülle hat dirser ersaß ene Kriminalist, der die Zentralstelle seit zehn wahren leitet, zu bewältigen; aus jedem Hllfesuchenden muß er die nötigen Angaben heraushvlen. und jeder der Besucher erwartet von chm wahre Wunderdinge. .Gerade in den letzten Jahren", so erklärt Kriminalkommi'sar Gahmig, „haben wir alle Hände voll zu tun, um die uns gestellten Aufgaben zu betoclti-cn. Mindestens die Hälfte aller Vermißten besteht aus Jugendlichen zwischrn fünfzehn und achtzehn Jahren, die dem Elternhause entlaufen sind. Oft müden wir feststellen, daß die @Item allzu wenig davon wissen, womit sich ihre Kinder in ihrer freien Zett beschäftigen oder mit welchen Per onen sie verkehren. Besonders schwierig gestalten sich unsere Ermittlungen deshalb, weil die Derschwunc^nen in den Augen ihrer Angehörigen fast ftetä fehler- los gewesen sind: sobald jemand um einen An- gHörigen in Sorge ist. vergißt er völlig dessen chtoächen. Aber gerate die Angabe der Untugenden. dte der Vermißte hat. kann wichtige „Ruhe I Ruhe! — Auseinandergehen! — Vov- wärtsgehen! — Bitte!" Ein Dutzend Gummiknüttel schwangen sich drohend über den gestikulierenden Häuptern und Armen. _ Was gibt es denn?" sorscyte em Fremder, der eingeteiü in der Menge stand und weder vor- noch rückwärts konnte. Ein Chauffeur, der gleichmütig auf dem Trittbrett seines Wagens stand, gab Antwort. „Ein bißchen Bankkrach! — Sonst nichts!" „Wer ist denn aufgeflogen?" „Die Tarner Ba^i! — ilnö die Bant, die chr Hauptgläubiger war, muß wahrscheinlich daran glauben. Es soll gar nicht einmal so schlimm stehen, aber die Leute gebärden sich wie die Verrückten. Wenn einer auch nur einen Schilling liegen hat, will er ihn heraus haben." Der Fremde nickte zustimmend. Die Inflation hatte d.e Gemüter verängstigt. In Geldsachen verstanden die Menschen vorläufig keinen Spaß mehr. _ . Oben in feinem Arbeitszimmer stand der Bankier Hettingen seinem Direktor gegenüber. „Denken Sie. Lieber Wörner, daß es Sinn und Zweck hat, wetterzumachen?" .,2a, Herr Baron! — Wir bezahlen die Leinen Sparer, dte sich am wildesten gebärden, heraus. Das tonnen wir. Von den großen verlangen wir Stundung. Die kriegen wir auch. — Die Tarner übernehmen wir auf eigene Regie und eigenes Risiko." „Das ist glattweg Selbstmord, lieber Wörner!" „Möglich! — Es kann auch dte Rettung sein! — So, wie es jetzt ist — ist unsere Position unhaltbar. —" Hettingen starrte vor sich hin und hörte kaum, daß der Direktor das Zimmer verlassen hatte und Joachim eingetreten war. Als er ausbllckte, sah er ihn vor sich stehen. antiken Tatmenschentums. Der Dichter löst das Problem nicht, sondern will zeigen, dah es auch von uns in ungeminderter neuer Heftigkeit Antwort heischt. Form und Sprache des Gedichts passen sich dem Inhalt aufs glücklichste 0*1. Dr. Bläh verstand es mit seinem sehr wandlungsfähigen und klangvollen Organ vortrefflich, gerate dieses Werk zu gestalten und den Hörern einen tiefen Eindruck zu vermitteln, wie er überhaupt seine Rezitationen mit warmem Ausdruck zu beseelen vermochte. 2m zweiten Teil trug er ebenso packend und eindrucksvoll „Hektors Bestattung" aus Homers 2lias vor, vollendet unterstützt von E l s e B l a h- Rauschenbusch, die sich auch hier wieder als musikalische Gestalterin von beachtlicher Höhe erwies. — Botho Sigwarts Musik paßt sich stilistisch nicht sehr glücklich dem Text an. ist aber oft von tiefer Wirkung. Durch Orchestrierung dürfte sie vielleicht gewinnen. Starker Beifall dankte den Ausführenden für ihre ausgezeichneten Leistungen. Der Studentenhilfe ist zu wünschen, daß sich ähnliche Veranstaltungen eines besseren Besuches erfreuen. F. B- Wirtschaft. Ein neues internationalem Großpapier. 3n den nächsten Tagen werden die drei maß- gctenten Effektenbörsen Deutschlands, nämlich Berlin, Frankfurt a. W. und Hamburg um ein neues internationales Großpapi er bereichert: die Einführung der Aktien des italienischen Montecattni-Cheinie- Trustes steht unmittelbar bevor. Es hantelt sich dabei um ein Unternehmen, das ähnliche Produktivnsaufgaben wie die I.-G.-Farben-In- dustrid--A.°G. hat, mit ter letzteren aber in der Kapazität und Finanzkraft bei weitem nicht Schritt hallen kann. Der deutsche' Chemietrust verfügt über ein Aktienkapllal von 1,1 Milliarden Mark und ein Obligationenkapital von 250 Millionen Mark, ter llalienische dagegen nur über 110 Millionen Mark (500 Millionen Lire) Aktien uni) 10 Millionen Dollar Obligationen. Immerhin hat es Bedeutung, wenn an einer Börse Aktien im Werte von 110 Millionen Mark neu zugelassen werden. 'Der aus diesem Anlaß vorgelegte Prospekt, in dem die Gesellschaften bekanntlich nähere Mitteilungen über ihren Aufbau, ihre finanzielle Lage und sonstigen Verhältnisse machen müssen, ist so ausführlich gehalten, daß sich manche deutsche Gesellschaften ein Beispiel daran nehmen tonnten. Der Wonte- catini-Konzern gibt z. D. sür die meisten Fabrikate genaue Produktions- und Absahzisfern bekannt, die bis zum Jahre 1925 zurückreichen. * Gegen die Auflegung deutscher Anleihen auf dem englischen Markt. 2n der gestern von ter British Electrica! und Allied Manufacturing Associa.ion in London veröffentlichten silebersicht über die allgemeine Wirtschaftslage wird in schärfster Form gegen die Auslegung deutscher Anleihen auf dem englischen Markt Stellung genommen, was „einen direkten Angriff auf die englische Industrie darstellt". Der einzige Vorteil bestehe in dem höheren Zinsfuß, dem aber ernstliche Rachtelle gegenüberständen. Die von Deutschland in England auf genommenen Kapitalien übten einen Druck auf den Sterlingkurs aus, was wiederum einen Abfluß von Gold und eine Kreditverknappang nach sich ziehe, worunter die gesamte Industrie des Landes leite, deren Lage gegenwärtig so schlecht sei, wie noch nie seit 1921, Deutschland dagegen habe einen wirtschaftlichen Aufschwung genommen, ter selbst den des letzten Jahrzehntes vor dem Kriege in den Schatten stelle. * Deutsche Kr-mmunal-Sammel-Ab- lösungsanleihe. Die Deutsche Girozentrale- Deutsche Kommunalbank, Berlin, hat st i bereiterklärt, die per 31. Dezember 1928 gezogenen Auslosungs- scheine zur Deutschen Kommunal-Sammel-Ablösungs- nnleihe schon jetzt zum Rückzahlungswert zuzüglich 5 v. ch. Zinsen per Anno für die Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1928, abzüglich 10 o. S). Kapitalertragssteuer unter Abzug von 7 v.H. Diskont vom Tage der Auszahlung zum 31. Dezember 1928 anzukaufen. Die hessische Rübenzuckergewin- nung 19 27/19 28. 3m Betriebsjahre ,1927,28 verarbeiteten die fünf hessischen Zuckerfabriken in Gernsheim, Groß-Gerau, Groß-llmstadt, Friedberg-Fauerbach und Worms insgesamt 2 785 806 Doppelzentner rohe Rüben, die auf 7981 Hektar Ackerfläche geerntet waren. 3n den freien Verkehr wurden davon überführt: Kristallisierter Zucker (Verbrauchszucker) 182 100 Doppelzentner. Hierunter waren 33 034 Doppelzentner eingeführter Verbrauchszucker. An Zuckersteuer wurden erhoben insgesamt 1 9.2 078,70 Mk., erstattet wurden daneben 295 373 Mk. * Die internationalen Verhandlungen in der Z e m e n l i n d u st r i e. Die am 3. Dezember in Köln zwischen der deutschen, belgischm und holländischen Ze.nen industrie geführten Verhandlungen ergaben eine Einigung auf ter Grundlage der im Rovember in Brüssel vorgesehenen Abmachungen. Darnach wird die neue holländische Zementfabrik inMaafliiht künftig die Belieferung des holländischen Marktes im Umfange von 20 Prozent des Bedarfes übernehmen, während die deutsche und belgische Zementindustrie sich in die verbleibenden 80 Prozent je zur Hälfte teilen. Durch die angegebene Belieferung des Inlandmarktes wird die Maastrichter Fabrik erheblich beschäftigt. Etwaige über- schießente Produktion ist für die Ausfuhr bestimmt, doch darf diese nicht nach Deutschland und Belgien gehen. Die formelle Unterzeichnung des Abkommens steht noch aus, dürfte jedoch in Kürze erfolgen. • Deutsche Mühlenvereinigung A. - G. Die Eeaeralr ersammlung der Deutschen Mühlenrereinigung A.-G. (Holding-Gesellschaft der Mühleninteressen des Scheuernlonzerns), genehmigte den Abschluß sür das erste Geschäftsjahr, das die Zeit voin 5. Januar bis 30. Juni 1928 umfaßt, und beschloß die Verteilung einer Dividende von 6 Prozent p. r. t. Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die Bllanz weist Beteiligungen in Höhe von 9 649 021 Mk. aus, Debitoren in Höhe von 1 194 066 Mk. und Kreditoren in Höhe von 522 701 Mk. Der Reingewinn beläuft sich auf 320 391 Mk., wovon 300 000 Mk. zur Dividendenausschüttung Verwendung finden, 17 000 Mk. dem Reservefonds zugeführt und 3391 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Der Geschäftsgang der an» geschlossenen Mühlen ist dem Bericht zufolge im neuen Geschäftsjahr bisher zufriedenstellend. ‘ Deutsche Bergin A-G. für Kohle und Erdölchemie. Heidelberg. Die Gesellschaft schließt mit einem Verlust von 25 545 Mark, der sich zuzüglich des Verlustvortrages aus dem Vorjahre in Höhe von 315 626 Mk. auf 341171 Mk. erhöht. Das Aktienkapital beträgt 1 Mill. Mk. * Das angeblich neue englische Kunstseide - H e r st e l l u n gs v e r f a hr e n. Durch die Presse ging vor kukzem eine Rachricht, wonach in England ein neues Kunstseite-Herstel- lnngsversahren, das sogenannte Drandwood-Der- fahren, erfunden Worten sei, das eine erhebliche Umgestaltung im Herstellungsprozeß, insbesondere auch eine Veröllllgung der Unkosten mit sich bringen werte. Wie die Vereinigte Glanzstoff- Fabriken A-G., Elberfeld inzwischen festgestellt hat, wurde ein Verfahren der führenden englischen Gefellschaft Courtaulds angeboten, die aber an diesem Verfahren nichts neues 3nterefsantes sand und deshalb den Erwerb glattweg ab- lehnte. Hieraus dürfte zu entnehmen sein, daß es sich bei dem neuen Verfahren um eine ter vielen angeblichen Reuerungen hantelt, die von Zeit zu Zeit auftauchen, um recht schnell wieder zu verschwinden. * Mainzer Aktienbrauerei. Aach dem Bericht hat das Geschäftsjahr 1927/28 einen Roh- gewinn von 1 200 000 Mk., und nach Abzug der Unkosten und Abschreibungen einen Reingewinn von 790 000 Mk. ergeben. Der auf den 19. Dezember einberufenen G.-V. wird die Verteilung einer Dividende von 12 Prozent vorgeschlagen. 3m neuen Geschäftsjahr seien die Aussichten im allgemeinen hoffnungsvoll, doch wird darauf hingewiesen, daß eine etwa beabsichtigte abermalige Biersteuererhöhung der gesamten deutschen Brauindustrie einen neuen Rückschlag bringen mühte. * Mannheimer Deamtenbank e. G. m. b. H. Die gestern abgehaltene auß-erordentliche G.-D. der Mannheimer Deamtenbank war von etwa 200 Mitgliedern besucht. Der zweite Beschluß auf Auflösung ter Genossenschaft wurde gegen eine Stimme gefaßt. Die Liquidations- eröffnungsbilanz wurde bekanntgegeben, ebenso der Revisionsbericht des Revi ionsvereins. Außerdem wurden einige interne Angelegenheiten erledigt. Frankfurter Börse Frankfurt a. M., 6. Dez. Tendenz abgeschwächt. — Obwohl im Dorrnit agsvertehr im Anschluß an die feste Haltung der gestrigen Abendbörse der Markt ein weiter freundliches Aussehen gezeigt hatte, machte sich zu Beginn der offiziellen Börfe eine größere Zurückhaltung bemerkbar. Die Spekulation schritt in verstärktem Maße zu Entlastungsverkäufen und Gewinnsicherungen. Der stark gesteigerte Tagesgeldsatz an der Reutzorcer Dörte und die Verknappung von Tagesgeld am hiesigen Platze mahnte allgemein zur Zurückhaltung. 3m Verlause schritt die Kusisis zu w.lleren Abgaben, obwohl sonf.ige ungünstige Me.düngen nicht Vorlagen, so daß gegenüber ter gestrigen Abendbörse zumeist Kursverluste bis zu 3Proz. eintraten. Besonders in Mit'eitenfchaft gezogen traten am Clektromarkt Siemens mit minus 5 Pro-., Schuckert mit minus 3,75 Prozent, Felten mit minus 3,5 Proz. und Gesfürel mit minus 3 25 Proz. Auch Montanwerte waren stark vernachlässigt, doch waren hier die Kurs- abschwächungen gering, nur bei Mannesmann ging diese bis 3,25 Prozent. Am Bankenmarkt war die Kursgestaltung uneinheitlich. Reichsbank waren mit 2,5 Prozent, Kommerzbank minus 2 Prozent starker angeboten. Darmstädter Bank und Deutsche Bank waren dagegen etwas gefragt und eine Kleinigkeit erhöht. Am Chemiemarkt bestand für Farben bei einem Verlust von 1,75 Prozent weiter kleines 3ntereffe. Angeboten und 3,25 Prozent schwächer waren Waldhof. Deutsche Linoleum waren bei einiger Rachfrage gut gehalten. Einiges Interesse bestand noch für Goldschmidt bei etwas erhöhtem Kurse, für Rütgerswerke, die gut gehalten blieben, und am Bauunternehmungsmarkt bei ebenfalls gut gehaltenem Kurse für Wayß & Frey- tag. Am Rentenmarkt waren Ablösung mit Option gesucht. Ausländer still. Türken weiter angeboten und etwas schwächer. Im Verlaufe blieb das Geschäft klein, bei weiteren Abschlägen traten zumeist erneut Abschwächungen bis zu 2 Prozent ein. Plötzlich machte sich jedoch in ReÄtion auf die verstärkten Abgaben einige Rachfrage für Spezialwerte geltend, und das Kursniveau konnte sich allgemein etwas heben. An der Spitze standen Farben, die zirka 1,5 Prozent zurückgewinnen konnten. Auch AEG. waren wieder etwas gefragter. Am Geldmarkt war ter Satz für Tagesgeld auf 6,5 Prozent erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1960, gegen Pfund 20.355, gegen Paris 124.15, London - Kabel 4.8505, gegen Mailand 92.65, gegen Madrid 30J34, gegen Holland 12.0750. Berliner Börse. Berlin, 6. Dez. Rach der gestrigen festen Frankfurter Abendbörse war man im heutigen Vormittagsverkehr im Anfang ebenfalls fest gestimmt und nannte zum Teil sogar noch höhere Kurse a!ls gestern abend, doch schon im Laufe des Vormittags wurde die Hckllung sehr uneinheitlich und nervös. Der Börsenbe- gimi zeigte eine gewisse Unsicherheit. Man führte vor allem die außenpolitische Lage an; die Erklärungen des englischen Außenministers haben wenia befriedigt, und die Rachricht, daß er zu den Vollerbundsverhandlungen in Lugano vielleicht nicht kommen werde, wurde sehr ungünstig auf genommen. Die Kursschwankungen an der Reich orker Börse und das Anziehen des Tages- geldfatzes auf 9 v. H., seien die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung des Satzes auf 15 v. H. noch in diesem Jahre, verstimmte stark. Die Kurs- gestaltung zeigte im allgemeinen ein sehr uneinheitliches Bild. Während überwiegend 1- bis 3prvzentige Kursverluste, zum Teil sogar 5pro- zentige Verluste, sich ergaben, formten verschiedene Werte 1 bis 3 v. H. anziehen. Das Geschäft in Farben blieb ziemlich lebhaft. Der Kurs lag zwar über gestern, doch 2 v. H. niedriger als vormittags. Elektrische Liderungen waren fester, ebenfalls AEG. und Bergmann, ferner Spritwerte, sämtliche Montane, Feldmühle, Schubert & Salzer, Orenstein, Kaliwerte, Mitteldeutsche und Siemens. die wohl gegen andere Elektro werte, wie AEG., getauscht wurden. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer ebenfalls still. Pfandbriefmarkt lustlos. Der Geldmarkt lag leichter. Tagesgeld 7 bis 9 v. H. Monatsgeld 8 bis 9 v. H., Warenwechsel etwa 7 v. H. Die Glattstellungen der Spekulation hielten auch im Verlaufe an. Horsch konnten sich etwas erholen. Warenhauswerte waren leicht befestigt. Das gesamte übrige Kursniveau ging aber weiter um 1 bis 2 v. H. zurück. Waldhof und Polyphon bis 3 v. H., Bemberg 4 v. H. schwächer. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 6.Dez. Im Eir.k'ang mit den schlechteren Auslandmeldungen verkehrte der hiesige Produktenmarkt ebenfalls in schwacher Haltung. Das Angebot von Brotgetreide aus dem Inlaute hat weiter zugenommen, jedoch bei sehr geringer Rachfrage sind die Preise im Grundton etwas schwächer. Es wurden notiert: Weizen 22,75 Mk.; Roggen 22; Sommergerste (für Brauzwecke) 23,75 bis 24; Hafer (Wil.) 22,75 bis 23,25; Mais (gelb, für Futterzwecke) 22,25; Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 32,75 bis 33,25; Roggenmehl 29,75 bis 30; We.zenkleie 13,75 bis 13,85; Roggenk.eie 14,25 Mk. — Tendenz: ruhig. Frankfurter Schtachtbiehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Dez. Auftrieb: 168 Rinder, 1172 Kälber, 547 Schafe, 312 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 67 bis 72 Mk.; mittlere Mast- und ©augf älter 62 bis 66; geringe Kalber 54 bis 61. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 46 bis 51, (Stallmast) 42 bis 45; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 33 bis 41. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 78; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 76 bis 79; von etwa 200 bis 240 Pfund 75 bis 78 Mk. — Marktverkauf: In allen Diehgattungen mäßig-rege, ausderkauft. Strafkammer Gießen. * G i e h e n, 30. Rov. Wegen Körperverletzung war ein junger Mann aus einem Rachbarort zusammen mit anderen durch das Amtsgericht Gießen zu entsprechenden Geldstrafen verurteilt worden. Während sich die übrigen Verurteilten bei der Strafe beruhigten, verfolgte er, da er sich unschuldig fühlte, gegen das silrtell Berufung. Von den Zeugen will nur einer den Angeklagten mit Bestimmtheit als einen der Täter., erkannt haben. Doch glaubte das Gericht auf die Aussage dieses Zeugen allein, der selbst in jener Rocht angetrunken gewesen fein soll, das verurteilende Erkenntnis nicht aufrechterhalten zu können und sprach den Angellagten unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils frei. Ein junger Mann aus Rheinhessen hatte in einem Ort in der Wetterau Branntwein her- gestellt, ohne zuvor den Betrieb der Finanz» beb orte zwecks Versteuerung anzumelden. Wegen absichtlicher Hinterziehung der dem Reich aus dem Branntweinmonopol zustehenden Einnahmen war er durch das Amtsgericht Friedberg zu 3 Wochen Gefängnis und zu Geldstrafen von 7813 Mk., evtl, ein Jahr Gefängnis und 200 2HL, evtl. 20 Tage Gefängnis verurteilt worden. Außerdem war auf Einziehung des hergestellten Branntweins und Veröffentlichung des ilrteils erkannt worden. Seine Berufung hatte nur den Erfolg, daß die wegen ter 7813 Mk. erkannte Eventualstrafe auf 5 Monate Gefängnis festgesetzt wurde. Eine wegen Körperverletzung vorbestrafte Dienstmagd hatte sich wieder des gleichen Vergehens an ihrer Dienstherrin, einer hilflosen, geistesschwachen, unter Vormundschaft stehenden Frau, schuldig gemacht. Das Amtsgericht Homberg hatte deswegen gegen sie auf Gefängnisstrafe von 3 Monaten erkannt. Jetzt wurde außerdem noch sestgestellt, daß sie bereits im Frühjahr wegen ähnlicher Mißhandlungen durch das Amtsgericht eindringlichst verwarnt worden war. Ihre zwecks Freisprechung verfolgte Berufung wurde als unbegründet verworfen und auf die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung hin die erkannte Gefängnisstrafe auf 6 Monate erhöht. -------- j Kunst und Wissenschaft. Stinkbomben gegen hasenclever. Bei ter Aufführung des Hafenclever- f ch e n Stückes „Eh en werden im Himmel gefchlosse n", kam es im Frankfurter Schauspielhaus am Mittwoch zu erneuten Zwischenfällen und schweren Ruhestörungen. Im ersten Akt gab es Pfuirufe, die die Aufführung illusorisch zu machen drohten. Als einige ter ärgsten Ruhestörer entfernt waren, machte sich im Parkett ein übler Geruch bemerkbar. Auch im zweiten Akt setzten die Störenfriede ihren Lärm fort. Der Geruch wurde immer stärker. Richt nur auf die Bühne, sondern auch in den Zuschauerraum wurden Stinkbomben geworfen, so dah die Zuschauer sich fluchtbereit an die Seitenwände stellten und stehend das Stück wetterverfolgten. Erst nach polizeilicher Entfernung der Hefoeltäter konnte das Stück unter Dach und Fach gebracht werden. Rach Theaterschluß setzten sich die Tumultszenen auf der Straße fort, jedoch die Polizei zerstreute rasch die Menschenmenge. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Rellgionsgesellschafl. Sabbatfeier den 8. Dezember. Freitag abend 4 Uhr; Samstag vormittag 8.30; Predigt; nachmtttags 3.30; Sabbatausgang 5.15. — Wochengottesdienst morgens 7; abends 4. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 8. Dezember. Vor- abend 4.30 Uhr; Predigt; morgens 9 Uhr; Predigt; abends 4.35 und 5.15. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die binler den Papieren angelübrien Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Schluß I-Uhr- Sch.rchr Kur» ‘21 n iang Kur- Kur» «ur» Datum 5 12. 6. 12 5 12. | 6 12. 5% «eich-anleche o 1927 S7.-J 67.5 - ®t am..6U>löi..Sd)ull) mü flu» tol.-iHednen 52,1 52.5 »1,8 -2,5 Desai ohne üluslos.»Rechte 15 * 14,9 15,1 7% örantf. pyp.-Bk fflolbvf. un> kündbar bis 1932 90 tHbelnildte Hvv.-Bank Cian. klL.G aha Bortrtegs-Obligalion. cüdniblbai 1932 — »% Sdnoey Bunbesb.-Äm. 96,75 — — 1% SDelteaeidiiidie Golorle. — — 32,1 —— <,20% Ceftcn Silberne. — 2.OÖ — <% Oeüerreich einbetti Rtr — — - <% Ungarische Boidne 26.05 — 30.11 — 1% Ungarische SlaarSr v 191C — - — Wi% oeegl von 1913 — — 25.1 _ l% Ungar,jche flionenrte. 1.725 — 1.75 _ 1% Türk ßoUanleibe v 191) <% Türkisch, Bagdadbabn-Äni.. 12.o — 12.5 — Serie 1 — — 12.7 4% besgl. Serie 11 — 12.60 12,3 Rumänen converl fite. 10.85 _ Rumänen Loldani von 1913 19.75 - 19.75 üllg Deutsche iStien'xibn Hamburg-Amerika Sätet b 144 143.75 ,43.5 • 44.. lymb -eUDum Damvllch. 8 182 181.o panlo Sampfldjifl 10 185 183., Norddeutscher Vlooß - • 6 • 43 41.75 143 I42.o 7Ulg Deutsche Crediianlt. 10 >40 HO Barmer Bankverein 10 146 146 I45.o 14 .5 Berliner vandeisgeiellsch. 12 — 490 -91.2. Lommerz- und Prioat-Banl 11 199 • 97 198 <97,o Darmli u Raiionalbank 12 299 2997 298 299.7 Deutsche Bank 10 ..5.2- •<4.7o 14.6. «74.7 tXetonii'-tMcIelllchafi Snt. 10 I.4.5 — I 4.5 • ■4,5 Dresdner Bant 10 • 74.a 174.7. • 74 ,74 ÖHnelbcuildie (ixebübaa! 9 — 422 219 (Retallbanl ...... 8 143.75 — 142 25 142.5 »W»*baflJ » 39.5 337 39.9 37.75 Fraukkun a. M Berlin Schluß- Kurs 1-Uhr- Kur» Sch.ub- K»rs Anfang Kur» Darum: | 5 12. 6 12 5.12. | 6 12 -L.LS 8 206 205 204.5 205.7a Bergmann . . . e . 9 252 250.oo 251 Ekeklr. Lieserunge». . e e 10 IM.u 193-5 191.5 194.2. Licht unb Krasi 10 -70. ä 269.75j 470 270 iVdten 6 Öuillcaiune. • • . 6 159, c 156 158 157 Ges. f. (SleftT. Untern.. • 10 .83.25 280 281.7a 280.5 Hamb Octtt. Werte . e e 10 — - 159 159 Rhein Elettr. . . . 9 181 180 ISO 2. 181,5 Schiel. CüettT . . e 10 - 24t 238.25 Schütten . . . e • • ss 74.75 71 272 .70.7. Siemen« & ballte . . 12 •47 •42 445.. 441 tranaraoto . . . 6 — — 162, 161.7a IO 184.5 184.v 185.75 i8uoeme . . ■ - b 88.5 86.5 87 v5 Deutsche Lrdil . . 6 144.7o 143.< 143.5 144.a Essener StetnlcMe . . 8 — - 127.25 127 Selientrictiena . . 124 122.2o 123,5 123 Haroener . . . 6 139 138.2 13. Hoelck Eisen ... e - 8 - — 131 126 silse Bergbau ... • Q . 8 243 — 241 241 fllddnerroerfe . . • e • . 7 U4.o 110.5 112 111. Söin-Reuesseu . • • e * . 9 — - 128.0 127.. iJlanneemann - • • • • 8 129 75 126,4 l30 126 Mansseldei - . 7 114.5 — 115.13 114 Oberschies Eiienb Bebat 6 — ,11.., Oberschies Sotswerte 6 — — H9.9 U8.7v Bhönir Bergbau 51'2 91.1. 0.4 91 6 uO.o Rheinische Braun ko dien 10 289 7a 288.7o :88. u 289,2v Rheinstahi k. % Jad» 58 Bemberg ..... 14 — — 467 462 Zellsloss Waldbos .... 12 289 285,7. 288 2o 288 Zellstojj Aschofsenburg ... 12 -16.0 — 213,2a* Cbarlonenburger Wasser ... 7 — — 132.5 131.5 Dessauer Gas . .... 8 — — U4.75 212.5 Daimler Moiorro . ..... 0 — o4.5 85 54 75 Demag ...... 0 — — 48.75 48.5 Slblerwerte ftleea ...... 6 2,5 — 92 92.5 Ludw. Loewe ..... 10 — * 259.5 256 Rat. Automobil ...... 0 • — 57.u Crenfteln 4 Kovvel ..... 6 — — 106 103 Leonhard Die» . ..... 6 W — 292,a 292,5 Bamag-Meguin ...... 0 20 — 20 ^antf. Maichinen ...... C 70 70 71 _ Griyner ..... 11 112 * 119.5 _ heoligenftaedi ....... 0 ^ungoans ....... 4 76 b9,l _ 90 Lechwerte ....... 8 Maintrailwert» ....... 6 116,5 — Miag ...... 10 — • 40 140 Rekarsulmer ....... 8 22 — Beter, Union ....... 6 108 ___ 108 (gebt. Roeder ...... 10 125 7 v _ Böig, 4 Haesfn«......8 216 - 217 Eübb Rudei ..... 8 157 7 I57.2o 156.r. — Banknoten. verlm. 5 De;emder ’Aeib Ämeritaniiche 'Jtote» .... 4,176 i 196 Belgische 9/orcn ....... o8.ll 51 3,35 Dänische 'Jtotrn ...... 111,50 U 1,94 Lna lischt No um ........ 10.298 4) L78 Telegraphische Auszahlung. Berlin. 5 Derember (Selb I Brtei ^ranzöltsche yiouit nrö i6.ft Holländtschr Noten . . . . 167.91 168,59 Sratieniftfie Noten...... 21,91 21.99 Norwegische Noten . ... 111.57 112,01 Deutsch lOefterr.äioo Kronen 58.78 59,02 Rumänische Noten ..... 2.48 2.50 Schwedische Noten ...... 111.76 H2.20 Schwei,er Noten ...... 80,64 80,96 Cvanische Noten ...... 67,56 7.84 Tschcchoilowaüsche Roten . . 12.38 12.44 Ungarische Noten 72.89 '.19 Devisenmarkt Berlin -Krank' rt a. m. 5. Dezember 6 Dezemb r Amtliche Non runo 0»eld I Brie- Ämtliche Viorurunu ctzeld | Brie- ämft.« Nolt 168,29 168763 168.30 168,64 ’ Buen^Sireö l,76u 1.770 l,7b6 1,770 Jb.a9 Brss.-Äntw o8.27 08, u9 J8.27 Cbriftiania 111,75 111.97 111.7b 111.82 111.1.8 ftoDznbaflen 111.82 112.04 112.04 etocfbolm 112.02 UZ,24 112,02 IU.24 velnngtorS. 10,515 10,0-5 10,54 lu.ab Italien 21,045 d,98o 21.95 21,99 London. - . 20,531 2O.U71 ZO.obö 2u,«7ö Neunort . . *,192o 4,200a 4,1920 4,2600 Pari- . . to,u7ä 16.410 lu,a7 lu,41 Schweiz . . >U.76v -7,66 50.92a >o,7u 4J.92 Sva iten u7,6O -7,71 -7,8.5 Jovan 1,931 1,935 1.92 .499 1,93 Rio de Amt. 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