Ur. 262 Erstes Blatt 178. Jahrgang Dienstag, 6. November 1928 Erschein! lüglich.cmtzei Sonntage anb Feirrlags Beilagen. Giehener Familiendlättei Heimat im Bild Die Scholle monats-Beinfiiprels; 2 Reichsmark und 20 Retchspfenntg für Trflger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern Infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51. 54 und 112 Anschrift für Drahtnach» rtchtem Hnjetger tieftet. po8fd)ecftonto; Kran Nuri am Main 11688. MtzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS und Verlag: vrühl'fche Untverfitätr-Vuch- und Ztetndruckeret H. Lange in Siehe». Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Lmrahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20", mehr. Chefredakteur Dr Friede. Wilh Gange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Gange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den An« zeigenteil Kurl hillmann. fämilich in Sieben poimare und die Linke. Der radikal-soziale Parteitag. Paris, 5. Rov. (Eigene Drahtmeldung des ®. QL) Ais Auftakt zu dem Zusammentritt des französischen Parlamentes hat in Angers der Parteitag der radikal-sozialenPar- tei getagt, die bei der augenblicklichen Parteikonstellation der sranzösischen Kammer das Zünglein anderWaage zwis Hen r.cht s u:ib links bildet. Sie ist an sich die stärkste franzö-- sische Partei, aber die Parteien in Frankreich sind anders als bei uns, sie haben keine so feste Disziplin. Aur so ist es möglich, daß ein Teil dieser Partei mit D e r r i o t im Kabinett vertreten ist, lvährend die andere Hälfte, deren geistiger Kopf E a i l l e a u x ist, mit allen Mitteln das Kabinett Poincare bekämpft und zu stürzen sucht. Für einen Auaenblick hat es auch so ausgesehen, als wenn der Parteitag von Angers die Kriegserklärung der Radikal-So- E'en an Poincare bedeuten würde. Das hat not noch in zwölfter Stunde abgedreht. Cail- ix selbst ist dabei nicht in die Erscheinung getreten, er ist klug genug, im Hintergründe zu bleiben: aber er ist doch der Drahtzieher, der einen Vorstoß gegen die Regierung an dem Streit um die Zulassung der Missionsorden aufhängen zu können glaubte, um den kriegerischen Ge.st, der unter Combes die Trennung zwischen Kirche und Staat auf Kosten der Krrche herbeiführte, wieder aufleben zu lassen. Poincar^, der weiß, daß Caillaux sein gefährlichster Gegner ist. bat diesem Stoß auszuweichen Die Reparationskonferenz. Wer wird Sachverständiger? Berlin, 6. Roo. Die internationale Debatte über die demnächstige neue Reparationskonferenz hat sich nunmehr dahin kondensiert, daß über die Frage: Sachverständige undnichtRegte- rungsbeamte eine ziemliche Klarheit herrscht. Der ursprüngliche französische Widerstand gegen diese These, die sich gerade aus dem ersten Erfolg der Daweskonferenz und den eklatanten Mißerfolgen der oorangegangenen Reparationskonferenzen von London bis Spaa ergab, ist nach den jüngsten Aeußerungen der französischen Presse dadurch beseitigt worden, daß man von deutscher Seite die übrigens selbstverständliche Auffassung zu erkennen gab, wonach auch die verlangten „unabhängigen Sachverständigen" nicht etwa ohne Einvernehmen mitihren Regierungen unb auf eigene Faust über die künftige Gesamtregelung entscheiden sollten. Aber es ist ja klar, daß ein ernannter Regierungsbeamter, der nach bestimmten Befehlen seiner Vorgesetzten zu handeln hätte, nicht die nötige Objektivität mitbringen würde, um an der Ausarbeitung eines Vorschlages mitzuarbeiten, der sich auf die Durchführbarkeit und die Leistungsfähigkeit Deutschlands, nicht aber auf die möglichst weitgespannten Wünsche seiner Auftraggeber zu stützen hätte. Dies vorausgelchickt, kann man heute ungefähr übersehe,!, auswelchenMännern sich die Konferenz zusammensetzen wird, die über das Schicksal des europäischen Wirtschaftsfriedens — denn um nicht mehr und nicht weniger bandelt es sich! — zu entscheiden haben wird. Von Frankreich aus wird in erster Linie der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, genannt, dem noch zwei Sachverständige beigegeben werden sollen. Als solche werden die Financiers S a r g e n t und Parmen- t i e r, letzterer Mitglied des Transferkomitees und früher ehrenamtlicher Direktor im französischen Finanzministerium, in zweiter Linie auch der bekannte Bankdirektor Finaly genannt. Von belgischer Seite scheint die Nominierung F r a n - q u i 5 festzustehen: er ist Direktor der Sociäte G6- n^rale de Belgique, war Mitglied der ersten Daweskommission und ist noch Mitglied des Generalrats der Deutschen Reichsbank: er gilt als der eigentliche Schöpfer der belgischen Stabilisierung. Italien wird in erster Linie den Großindustriellen Alberto Pirelli nominieren, der als Präsident der Internationalen Handelskammer und Mitglied der Weltwirtschaftskonferenz wiederholt eine große Rolle gespielt hat, und auch jetzt bereits in Verhandlungen mit Poincarc. als Sprachführer für Italien zur Frage der neuen Reparationskonferenz austritt. Von englischer Seite ist der Rarne Sir I'osich Stomps genannt worden, der England ebenfalls bereits im ersten Daweskomitce vertreten hat, als Rationalökonom und Statistiker einen großen Ramen hat und als Direktor der Robelwerke eine wirtschaftliche Rolle spielt. Daß Deutschland den Reichsbanlpräsidenten Schacht in erster Linie benennen wird, unterliegt keinem Zweifel: auch ihm werden voraussichtlich zwei Sachverständige aus Finanz- und Wirt« schaftskreisen beigegeben werden. Schließlich wird Amerika, dein durch diese Form die Teilnahme ermöglicht wird, voraussichtlich mindestens einen Beobachter entsenden, wofür Owen D. V o u n g , der ehemalige Stellvertreter und Mitarbeiter des Generals Dawes und der bekannte Bankier Morrow genannt werden. 3m ganzen wird also die Zusammensetzung der Konferenz sehr derjenigen des ersten Dawesaus- schusses ühneln und vorwiegend Persönlichkeiten umfassen, die entweder mit der Ratur der Qluf- gabe bereits seit langem vertraut sind, oder sich doch irgendwie als Mitarbeiter an den finanziellen Wiederaufbauarbeiten Europas einen Ramen gemacht haben. Dieser Rame muh Gewähr dafür bieten, daß ein Höchstmaß von -Unabhängig- feit und Selbständigkeit des Urteils für die Durchführung der großen Aufgabe mitgebracht wird. Eine Vermittlungsaktion im Cisenkonflikt? B e r l i n, 6. Roo. (Prio.Tel.) Die „vofsische Zeitung" meldet aus Essen: Der Termin für die Verhandlungen über die beim Arbeitsgericht in Duisburg eingerelchte Richtig- keitsktage des Arbeitgeberverbandes der nordwestlichen Gruppe ist auf den 16. TI o - oembec festgesetzt worden. Die Gewerkschaften werden voraussichtlich morgen eine Entscheidung darüber fallen, ob eine Gegenklage auf Schadenerfahzahlung eingereicht werden soll. 2Han will versuchen, durch diese Klage, die beim Arbeitsgericht in Essen eingerelcht werden soll, einen früheren Termin für die Verhandlungen zu erhallen. Die der „Bonoärfs“ aus Bochum meldet, werden allem Anschein nach die nächsten Tage des Kampfes in der Metallindustrie im Zeichen der Vorbereitung einer von dritter Seite ungebahnten vermittlungsaktion stehen. Wie verlautet, steht das Reichsarbeitsministerium sowie das Reichswirtschaftsministerium in engster Fühlung mit den Spitzen der Gewerkschaften und der llnternehmerseite. hier neben sollen offizielle Besprechungen zwischen Führern aus dem Gewerkschaftslager des Zentrums mit der Zentrumspartei nahestehenden Industriellen laufen. Auf weicher Verhandlungsbasis die zuständigen Berliner Instanzen ihre vermittlungsaktion zu führen gedenken, steht noch nicht fest. Keine ArbeiislofenAiierstühung. Die Entscheidung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung. Berlin, 5. Rov. (WTD.) Tlnbeschadet einer Entscheidung im Spruchverfahren hat der Borstand der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenver- si cherung eingehend die Frage geprüft, ob Arbeitnehmer, die von der Massenentlassung in der nordwestdeutschen Eisenindustrie betroffen sind, Arbeitslosenunterstützung erhalten können. Er muß jedoch diese Frage verneinen. Er betrachtet die Massenentlassung als eine Aussperrung. Arbeitslose, die ausgesperrt sind, dürfen aber nach § 94 des Ar- beitslosenverficherungsgesetzes während der Dauer der Aussperrung keine Arbeitslosenunterstützung erhalten. Dabei ist es nach dem Gesetz unerheblich, ob die Aussperrung unter Tarifbruch erfolgt ist oder nicht. Es ist der Reichsanstalt nach der Fassung und Entstehungsgeschichte verwehrt, die Gründe und Ziele einer Kampfmaßnahme nachzuprüfen und davon die Gewährung oder Derweigerung der Arbeitslosenunterstützung abhängig zu machen. Der Ausschluß des unmittelbaren Kampfrisikos von der Versicherung sollte zugleich die eigene Der- antwortung der Kampfparteien für ihre schwerwiegenden Entschlüsse ungeschwächt lassen. Die weitere Frage, in welchen Fällen Arbeitnehmer, die durch die Aussperrung mittelbar arbeitslos geworden sind, unterstützt werden dürfen, weil die "Verweigerung der Arbeitslosenunterstützung eine unbillige Härte war, wird bei dem Umfang des Kampfes eine besondere Bedeutung gewinnen. Da sich die Aussperrung über den Bezirk eines Landesarbeitsamtes hinaus erstreckt, ist der Vorstand selbst, durch zwei unpartei sche Sachverständige verstärkt, für die Entscheidung der einzelnen Fälle zuständig. Soweit durch die Aussperrung mittelbar Kurzarbeit verursacht wird, findet § 94 des Arbeitslosenver icherungsgesctzes nach Ansicht des Vorstandes keine Anwendung. Es darf also vorbehaltlich der Entscheidung im Rechtswege beim Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen Kurzarbeiterunter st ützung gewährt werden. Die wirischafiüchen Folgen der Aussperrung. Essen. 5. Rov. (IDIB.) Die Auswirkungen der Aussperrung in der Metallindustrie werden sich beim Bergbau bald zunehmend bemerkbar machen, da 25 bis 35 Prozent der Produktion der Zechen von der Eisenindustrie verbraucht werden. Ans den Zechen der vereinigten Stahlwerke sind bereits Feierschichten eingelegt worden. unb auch im übrigen Bergbau dürsten diese bald folgen. In führenden Kreisen hofft man, mit 1 bis 2 Feierschichten pro Woche auszukommcn. lieber die Folgen der Aussperrung auf die Roh - ftoffoerforgurfg der verarbeitenden Gewerbe läßt sich vorerst ein sicherer lieberblick nicht ermöglichen. Die vielfach austauchenden Meldungen über eine bereits bestehende Materialknappheit in der verarbeitenden Industrie sind jedoch übertrieben. Es kommen allerdings im allgemeinen, soweit das Aussperrungsgebiet in Betracht zu ziehen ist. für die Dauer des Streikes nur Lieferungen aus Vorräten insoweit in Frage, als sie dem Lagerhandel entstammen. Sollte der Konflikt auch auf die fog. Randgebiete übergreifen und die dortige eigenschaffende Industrie zum (Erliegen bringen, so dürfte allerdings die Frage der Rohstossbelieserung für die verarbeitende Industrie eine solche von erheblicher Bedeutung werden. Das Ziel der Arbeitgeber. Erhaltung des Preisniveaus. Düsseldorf, 5. Rov. (Täl.) Die „Deutsche Dergwcrlszeitung"' bringt in i)rer Diens agaus- gabe ein bemerkenswertes Interview mit dem bekannten Führer der westdeutschen Ci eninöustrie, Direktor Dr. Helmuth Poensgen. Aus die Frage, um welches Ziel die nordwestdeutsche Eisenindustrie kämpfe, antwortete Dr. Poensgen: Wir kämpfen im vollen Bewußtsein un erer Verantwortung gegenüber dec deutschen Wirtschaft für die Aufrechterhaltung des de u t- schen Preisniveaus, für die Rentabilität der Wirtschaft und damit für die gesicherte Weiterführung unfe: er Betriebe. Linser Ziel vst somit ein rein wirtschaftliches und zugleich ein soziales. Derrn nur eine auf gesicherter Grundlage rentabel arbeitende Wirtschaft ist in der Lage, den Arbeitern ein angemessenes Auskommen zu gewährleisten. Es handelt sich nicht um irgendein Vorgehen gegen die Staatsautorität oder den Grundgedanken des Schlichtungswesens. So verhängnisvoll die Wirkungen des Kampfes sein mögen, noch verhängnisvoller wäre es. wollte die deutsche Tlnternehmerschaft trotz klarer Erkenntnis der wirtschaftlichen Zwangsläufigkeiten ihre Hand bieten zu einem weiteren allgemeinen volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigten Herauffchrauben der Löhne und Preise. Leider hat die Regierung durch die wider Erwarten erfolgte Verbindlichkeit serk.ärung des Schiedsspruches sich selbst die Möglichkeit zu einem Ausgleich zwischen den Parteien erschwert. Wir Arbeitgeber sind nach wie vor zu jeder Stunde bereit, im Wege unmittelbarer Verhandlungen einen Weg zu einer dauernden Verständigung auf wirtschaftlich tragbarer Grundlage zu suchen. Eine Entschließung der Evangelischen Arbeitervereine. Dortmund, 5. Rov. (WD.) Der Verband evangelischer Arbeitervereine von Rheinland und Westfalen hat zum Konflikt in der westdeutschen Eisenindustrie durch folgende Entschließung Stellung genommen: Rach- dem der angesichts der Rotlage dec Me'allarbci- ter gefällte Schiedsspruch für verbindlich erklärt worden ist, muh die Durchführung der Aussperrung von mehr als 200 000 Arbeitern als ein Vorgang angesehen werden, der geltendes Recht und die Staatsautorität zu untergraben geeignet ist. Wie wir bisher jeden unberechtigten Streik verurteilt haben, so erwarten wir von allen gerecht denkenden Menschen, daß sie diese unberechtigte Aussperrung verurteilen. Von dec Reichsregierung erwarten wir, daß sie für Recht und Gerechtigkeit mit aller Entschiedenheit eintritt, damit die dem rhnuisch-westfälischen Industriegebiet und darüber hinaus der Voltsgesamtheit drohenden Gefahren vermieden werden. An die Arbeitgeber richten wir den Appell, daß sie die Volksgemeinschaft nicht stören, sondern auibauen Helsen, älnsere Vereinsmitglieder bitten wir, daß sie in diesem Kampfe die notwendige Ruhe bewahren und mit besonnener Tatkraft für den Sieg des Rechte-s sich einsetzen. Eine Sympathieerklärung des Deutschnationalen Arbeiierbundes. Berlin, 6. Rov. (Priv.-Tel.) Am Sonntag fand, dem „Iungdeutschen" zu olge, im Preußischen Landtag eine Tagung des Deutschnationalen Arbeiterbundes statt, in der eine Entschließung einstimmig angenommen wurde, in der es heißt: „Die Tagung des Deutschnationalen Arbeiterbundes für Berlin, Brandenburg, Grenzmark spricht den ausgesperrten Metallarbeitern Westdeutschlands ihre volle Sympathie aus und verurteilt das Vorgehen der dortigen Schwereisenindustriellen. Die wahllose Aussperrung von einer Diertelmillion arbeitswilliger Menschen, unter denen sich Zehntausende von Mitgliedern versucht, indem er schon vorher Herriot einige Konzessionen bei der Zulassung der Missionsorden machte, vornehmlich in der Richtung, daß die Zulassung nicht, wie ursprünglich vorgesehen war, durch Regierungsverordnung, sondern nur im Gesetzeswege erfolgen kann. Den Grundgedanken oiescs Kompromisses hat Herriot auch auf dem Parteitag verteidigt. Er konnte es aber doch nicht verhindern, daß im Ausschuß eine Entschließung mit knapper Mehrheit angenommen wurde, die den sofortigen Rücktritt der vier radikal-sozialistischen Minister aus dem Kabinett Poincars forderte. Der Parteitag selbst hat diese Entschließung nicht angenommen. Das Kabinett Poincarch das dadurch eigentlich schon in der Luft hing, ist durch die Schwenkung erst einmal wieder geleimt worden. Aber wer weiß, füx wie lange. Denn als Ergänzung dazu hat der Parteiführer Daladier den S o z i a l i st e n ausdrücklich ein Bündnisangebot für die Regierungsbildung gemacht. Richt zum ersten Male. Bisher haben die Sozialisten regelmäßig abgelehnt, und nur dadurch hat sich Poincars bisher gehalten: aber die Stimmung der radikal-sozial:stisä)en Partei läßt doch zum mindesten erkennen, daß Poincars stark an Boden verloren hat, daß das Kabinett der nationalen Einheit nur noch ein Notbehelf ist, der bei der ersten besten Gelegenheit über Bord geworfen wird, sobald die Voraussetzung für die Bildung einer andern Mehrheit gegeben ist. MjOerheiWmdliche Schulpolitik in SiidslMien. Der neue Bolksschulgcsetzentwurf. Belgrad, 5. Rov. (WD.) Heute wurde in der Skup'schtina der Wortlaut der Gesetzesvorlage über das Volksschulwesen unter die 2lb- aeordneten »erteilt. Der Entwurf rief unter den Minderheiten große älnzufriedenheit hervor, weil durch das Gesetz die Bestimmungen der diesbezüglich bestehenden Verordnungen, die im Widerspruch mit den Minder- beitspestimmungen der Friedons- berträge stehen, legalisiert werden. Rach der Vorlage wird es auf dem Gebiete Jugoslawiens überhaupt keine Volksschulen mit der Minderheitssprache als Unterrichtssprache geben. Für die Kinder der Minderheiten werden lediglich Parallelklassen in den Schulen mit slawischer iln- terrichtssprache eingerichtet werden, aber nur in den unteren frier Klassen, da von der fünften Klasse auswärts die älnterrichts- spräche nur die slawische sein darf. 3n den Parallelklassen dxr Minderheiten ist die Unter» richtssprache in Geschichte und Geogra - phie die slawische. Das Gesetz bestimmt ferner, daß Kinder mit slawis chen Ramen nur die slawischen Staaisschulen bzw. -klassen besuchen dürfen. Die Errichtung von Privatschulen wird an besondere Bedingungen gecnüpft. Die rumänische Krisis. Tie Bauernpartei fordert Neuwahlen. Bukarest, 5. Rov. ($11.) Die Nachricht von der Demission des Kabinetts Bratianu hat bei der Bevölkerung großen Jubel ausgelöst. Aus allen Teilen des Landes, besonders aus Siebenbürgen und aus den V.zirken in der Umgebung von Bukarest lausen Meldungen ein, daß in Hunderten von Dörfern Versammlungen stattfinden, die eine Regierung Ollaniu fordern. In zahlreichen Orten wurden die Gebäude der liberalen Partei zerstört. Bratianu, Averescu, Jorgs und Lupu suchen auf die Regentschaft.in dem Sinne einer Äon» zentrationscegierung einzuwirken. Bratianu will, daß die künftige Regierung wenigstens eine Zeitlang mit dem gegenwärtigen Parlament arbeite, was von Manin glatt abgelehnt wird. Maniu ist bereit, in einer Konzentrationsregierung mitzuarbeiten, wenn sofort Reuwahlen angrseht werden. Die Rationale Bauernpartei, so erklärte er, habe bei allen öffentlichen Kundgebungen und bei den letzten Ergänzungswahlen ihre Popularität bewiesen. Sie fei die einzige "Bartei, die in der Regierung dem Lande die notwendige politische Entspannung verschaffen und die finanziellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gegenwart lösen könnte. Eine Konzentrationsregierung würde die politische Lage noch un* übersichtlicher gestalten und infolgedessen nicht mehr Garantien für die Lösung der finanziellen Fragen bieten als die bisherige Regierung. Der Beschluß des Regentschaftsrates über die Kabinettsbildung dürfte nicht vor der für Mittwoch erwarteten Ankunft Titulescus erfolgen. Dietrichs Agrarprogramm. Ter Reichsernährungsminister in Stuttgart. Stuttgart, 5. Rov. (WD.) Dei einem Empfang von Persönlichkeiten der toürttembcrgi* scheu Landwirtschaft machte Reichsernahrungs- minifter Dietrich u. a. folgende Ausführungen: Das Ministerium befindet sich jetzt an einem Wendepunkt. Den Anstoß dazu hat das Rotprogramm des vorigen Jahres gegeben. Dis Ende dieses Jahres werden diese Mittel aufgebraucht sein. Zum großen Teil liegen die Dinge so, daß Maßnahmen besonders auf dem Gebiete der Absatzförderung eingeleitet worden sind, deren Ausbau und zielbewußte Durchführung nach Lage der Dinge noch mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Wir stehen jetzt vor der RotwendiglÄt, eine Reihe von Arbeiten des bisherigen Rotprograrnms auf das „Programm zur Forderung der Produltion und des Absatzes" aus lange Sicht umzu st eilen. Die gegenwärtige Rcichsregierung wird infolgedessen erstmalig im Etat 1929 trotz der gespannten Finanzlage für dieses Programm 20 Millionen Reichsmark zur Verfügung stellen, wobei sie sich bewußt ist, daß diese Summe damit für 5 Jahre feftgetegt wird. Insofern bedeutet der Etat des Jahres 1929 einen völligen Wendepunkt in den Arbeiten des Ministeriums, dessen Tätigkeit sich nunmehr aus lange Sicht und mit beträchtlichen, wenn auch immer noch nicht ausreichenden Mitteln auf den wichtigsten Gebieten der Landwirtschaftsförderung ausdehnen wird. deS Deutschnationalen Arbeiterbundes, des Stahlhelms, von wirtschaftsfriedlichen Verbanden und Llnorganisierten befinden, hat dem Gedanken der Volksgemeinschaft und der sittlichen Verbundenheit aller Volksgenossen einen schweren Schlag versetzt und gezeigt, daß die Eisen- und Stahlindustrie der nordwestlichen Gruppe den so oft betonten Gedanken der Werksgemeinschaft und WerkZverbunben- heit keinerlei praktische Bedeutung mehr zumessen." Landiagöabgeordneier Kindt t* Darmstadt, 5. 2lov. (TU.) Am Sonntag starb im Darmstädter Krankenhaus der langjährige Abgeordnete im hessischen Landtag, Ludolf Kindt. Er ist geboren am 27. 3anuat 1877 in Birkenfeld, besuchte daS Gymnasium zu Oldenburg, die Hochschule zu Darmstadt und war । 24 Jahre in Deutsch-Südwestafrika als Kauf- I mann und Herausgeber der Zeitung „Südwest" in Windhuk tätig. Don 1910 bis 1915 war er auch Mitglied des Südwestafrikanischen Landes- rates und wurde von den Engländern im Jahre 1919 wegen nationaler Gesinnung aus Subwestafrika ausgewiesen. Ludolf Kindt ist seit 15. Dezember 1921 ununterbrochen Mitglied des hessischen Landtages gewesen. — Die Deutschnationale Volkspartei erklärt zum Hin- fcheiden ihres Abgeordneten: ..Der hessische deutschnationale 5ZandtagSabgeordnete Rudolf Kindt ist am letzten Sonntagabend nach langem schweren Leiden im Alter von 55 Jahren in Darmstadt verschieden. Dor dem Kriege war er mehrere Jahrzehnte als Farmer und Zeitungsherausgeber in Deutsch-Südwest tätig und gehörte auf Grund seiner vielfältigen Verdienste als Mitglied dem LandeSrate der Kolonie am Er hat auch den Feldzug gegen die Osthereros und KauoshottenKokken rm Jahre 1896 und den großen Herecoaufftand 1904 als Kriegsfreiwilliger milgemacht. Lach dem Weltkriege durch di« Engländer seines Eigentums beraubt und vertrieben, schloß er sich der Deutschnationalen Volkspartei in Hessen an und hat ihr als Abgeordneter bis zum Tode sehr wesentliche Dienste geleistet. Besonders bemerkt wurde sein unerschrockener öffentlicher Kampf gegen jene hochbedenklichen Bestrebungen, di« einen autonomen Pufferstaat zwischen Frankreich und Deutschland mit Einschluß Hessens schaffen wollten. Herr Kindt nahm als Schriftleiter des Mitteilungsblattes des Weinheimer S. C. eine hochangesehene Stellung ein. Ein glänzendes Zeugnis für seine literarischen Fähigkeiten bilden zahlreiche Novellen auS Deutsch-Südwest, die mit großer Anschaulichkeit unb drastischem Humor geschrieben sind. Im Hessischen Landtag dürfte ihm Frau Julie Heraeus, Offenbach, nachfolgen." Begeisterter Empfang Eckeners in Berlin. Der Reichspräsident empfängt die Zeppelin-Besahung. Hindenburgs Glückwünsche. Berlin, 5. Nov. (WTB.) Kurz nach 12.30 Uhr trafen Dr. Eckener und diss Besatzung des Luft« schiffes im Palais des Aeichspräfiden- ten ein. Auf dem Wege von Staaken bis zum Palais war der Autozug überall von der Bevölkerung mit lautem Jubel begrüßt worden. Dor dem Palais des Reichspräsidenten hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt. Im großen Empfangssaal begrüßte Reichspräsident v. Hindenburg Dr. Eckener und die Besatzung mit etwa folgender Ansprache: Es ist mir eine große Freude, Sie persönlich kennenzulernen und Ihnen auszusprechen, wie sehr ich mich über Ihre Leistungen gefreut habe. Ihre Ozeanfahrten hat das ganze deutsche Volk mit Spannung, Gebeten und Hoffnungen begleitet. Das Herz des ganzen deutschen Volkes schlug mit Ihnen, besonders während der Stunden der Ungewißheit und der gefahrvollen Stunden der Stürme. Aber mit Ihnen, Herr Dr. Eckener und Ihren Kameraden, waren wir unverzagt in der Ueberzeugung, daß Ihr Flug glücken werde. Unser Vaterland sieht in diesem neuen Luftschiff und in seiner glänzenden Führung über Meere und Kontinente eine deutsche Leistung, auf die es stolz ist im Bewußtsein seines Arbeitswillens und im Vertrauen auf seine Zukunft. Ich bin gewiß, im Namen des ganzen deutschen Volkes zu sprechen, wenn ich allen, die mit Kovf, Herz und Hand an der Schaffung dieses Luftschiffes mitgewirkt haben, und allen, die es sicher durch Sturm und Gefahr geleitet haben, tief empfundenen Dank und Anerkennung ausspreche. Mit diesem Dank verbinde ich den Wunsch nach weiteren Erfolgen in der völkerverbindenden Arbeit des Luftschiffbaues. Mögen Ihnen, meine Herren, und dem deutschen Luftschiffbau weitere Erfolge beschieden sein. Or. Eckener erwiderte u.a.: Hochzuverehrender Herr Reichspräsident! Ich bitte, zugleich im Namen der Besatzung, meinen herzlichen und ehrerbietigen Dank sagen zu dürfen für die Begrüßungsworte, die Sie auszusprechen die Güte hatten. Das Gefühl, das uns stets begleitet hat, war das Gefühl, auf dem richtig en Wege zu fein. Wir haben stets die feste Ueberzeugung gehabt, daß das Luftschiff das geeignetste Luftverkehrsmittel über dem Ozean ist. Unsere zwei Fahrten über das Atlantische Meer haben uns in dieser Ueberzeugung gestärkt. Die Rückfahrt von Amerika hat uns gezeigt, daß die Leistungsfähigkeit unseres Luftschiffes doch noch ein wenig zu wünschen übrig läßt, ober wir wissen, wie dies zu bessern ist. Und wir legen hier vor Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, das Gelöbnis ab, daß wir alle unsere Kräfte einsetzen wollen, das uns überkommene Erbe im Sinne des Grafen Zeppelin zu verwalten. Wir bitten Sie, Herr Reichspräsident, unseren Bestrebungen auch fernerhin ein freundliches Interesse erhalten zu wollen. Im Anschluß daran stellte Dr. Eckener die Mitglieder der Besatzung, zunächst den Erbauer, Chef» kanstrukteur Dr. Dürr, dem Reichspräsidenten vor, der mit jedem einzelnen einige Wort« wechselte. Besonders herzlich begrüßte der Reichspräsident auch die amerikanischen Marineoffiziere. Als Reichspräsident von Hindenburg und Dr. Ecke- ner daraus auf d e u B a l k o n des Palais traten, brach die harrende Menge in ungeheuren Jubel aus. Nach kurzer zwangloser Unterhaltung dankte Reichspräsident von Hindenburg Dr. Eckener und der Luft- schisfbesatzung für ihren Besuch und wünschte ihnen weiter beste Erfolge für ihre Arbeit. Empfang im Reichsverkehrsministerium Der Reichskanzler begrüßt die Zeppelin-Besatzung. Berlin, 5. Lov. (WTB.) Der Leichsver-- kehrsmmister und Frau v. Guörard hatten Einladungen zu einem Frühstück in den Festsaal des Leichsverkehrsministeriums ergehen lassen, das eine große Anzahl der hervorragendsten Persönlichkeiten des politischen und des wirtschaftlichen Lebens vereinigte. Mit Dr. Eckener erschienen Oberingenieur Dr. Dürr, Kommerzienrat Colsmann, Dr. Maybach, seine Kapitäne Flemming unb Lehmann, sein Sohn und sein« Tochter sowie die gesamte Besatzung des „Graf Zeppelin". Reichskanzler Müller wies in seiner Begrüßungsrede daraus hin, daß die gesamte Bevölkerung ohne jeden Unterschied sich herzlich an dem Empfang des Luftschiffes beteiligt habe, und dankte namens deS Reichspräsidenten und im Namen der Reichs- reg'.erung allen Beteiligten, von den Erbauern des Luftschiffes und der Motoren bis zum letzten Werkmann, vor allem aber Dr. Eckener und seiner Besatzung für di« vollbrachte große Tat. Sie sei ein Beweis für da- Streben und Können des deutschen Dolkes, der in Amerika und in der ganzen Welt freundschaftlich als Kulturwerk gewürdigt worben sei. Der Jubel, mit dem das Luftschiff in Deutschland wie in Amerika empfangen werde, sei ein Symbol für die Verstärkung der Freundschaft zwischen den beiden Völkern. Die Bemerkung des Staatssekretärs Kellogg, daß die Sympathiekundgebungen dem ganzen deutschen Volke gegolten hätten, erwidere er aufs allerherzlichst«. 2n seiner Erwiderung dankte Dr. Eckener namens des Luftschiffbaues unb der Besatzung für die ehrenden Worte des Herrn Reichskanzlers und für den ihm und seinen Mitarbeitern bereiteten glänzenden Empfang. Wenn jetzt ein gütiges Geschick es gewollt habe, daß der »Graf Zeppelin" sich durch das schauerlichste Wetter habe durcharbeiten müssen, ein Wetter, in das et sich früher nie hineingewagt hätte, so möchten Regierung und Reichstag die daraus zu ziehende Lehre beherzigen und sich hinter die Sache st e l l e n, die ihre Lebensfähigkeit so glänzend bewiesen habe. — Der amerikanische Geschäftsträger Poole feierte dann die Leistungen des Luftschiffes, die nicht nur in das Gebiet der Wissenschaft und Technik, sondern auch in das der Mannheit und Tapferkeit gehörten, und beleuchtete den Sinn der beiden Empfänge diesseits und jenseits des Ozeans mit ihrer weitgehenden Gemeinsamkeit der Gedanken und Empfindungen. Völkerwanderung nach Staaken. Berlin, 5. Nov. (Tpl.) Der „Graf Zeppelin" hatte, wie nicht anders zu erwarten war, im Laufe des Tages einen großen Teil der Berliner Bevölkerung nach Staaken hinausgelockt. Die Verkehrs- und Besucherzahlen am Nachmittag übertrafen alle Erwartungen. Es war als ob der gesamte Berliner Autopark, Privatwagen und Droschken nach Staaken rollten. Auf der Heerstraße fuhr man in beiden Richtungen in zwei bis drei Reihen nebeneinander, wobei es natürlich zu langwierigen Stockungen kam. Dis in die späten Abendstunden dauerte der Zustrom der Hunderttausende nach dem Staakener Flugplatz. Ein rotes Blinkfeuer beleuchtet spärlich den Weg, der von den Haltestellen zum Flugplatz führt. Allenthalben haben sich fliegende Händler mit Lebens- und Genuß- mitteln, Zcitungsverkäufer unb Postkartenhändler niedergelassen. 3e näher man dem Staakener Felde kommt, desto beängstigender wird der Verkehr. An den Kassen stehen in Reih und Glied riesige Menschenschlangen. Inmitten des Feldes schwebt, fast wie ein ungeheurer Walfisch anzusehen, an seinem Ankermast das Luftschiff. Scheinwerfer lassen den »Graf Zep- Der undekannke Fnedensvertrag. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 6. Nov. Der Versailler Vertrag ist der überwiegenden Mehrheit des deutschen Boltes noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Es weiß wohl, daß in ihm jener berüchtigte Paragraph enthalten ist, der uns die Schuld am Kriegsausbruch zuschiebt und mit dessen Hllfe sich das gesamte Dertragswerk bis heute gehalten hat, es weiß auch, daß diese oder jene Bestimmungen uns militärisch ohnmächtig gemacht oder uns Teile des Reiches und unsere Kolonien genommen oder uns verpflichtet haben, Reparationen zu leisten. Aber es kennt nicht oll die anscheinend unbedeutsamen Artikel des Vertrages, die so manche Frage zu regeln versuchten, an deren Lösung den Signatarstaaten oder deren Vasallen besonders viel gelegen war, die aber nicht minder stark als etwa die Entwaffnungsartikel zu erkennen geben, wie nachdrücklich und nachhaltig es die Alliierten zum Ausdruck zu bringen verstanden haben, daß wir die Unterlegenen find und daß sie den „Friedensoertrag" aufgesetzt haben. So gibt es eine Verpflichtung Deutschlands, die im Versailler Vertrag als Pavagrapb 363 und 364 numeriert ist, wonach wir der Tschechoslowakei Teile der Häfen Hamburgs und Stettins auf neunundneunzig Jahre «in- zuräumen haben. Wie die Tschechen diesen Teil des Vertrages auslegten, zeigte sich sehr bald in den Erörterungen ihrer Presse. Stets von neuem kam zum Ausdruck, dah von nun ab diese beiden Häsen Ausfalltore für den ts chechischen Handel würden und bestimmte Anlagen unter die Hoheit des tschrchoflowa- kischen Staates kämen, etwa so, wie es mit der Danziger Westerplatte geschehen ist, die heute einen militärischen Stützpunkt Pofens auf Danziger Staatsgebiet darstellt. Wirtschaftspolitische Vernunft hat denn aber schließlich die Prager Legierung veranlaßt, bei der praktischen Durch- süh.ung dieser Paragraphen mit uns zusam- menzuar beiten und einen Modus zu suchen, Der den handelspolitischen Notwendigkeiten, wie sie sich aus der wirtschaftlichen Verflechtung der beiden Nachbarstaaten e.gebrn chaben und auch »weiterhin ergeben, Rechnung trägt. Ganz laicht ist diese Zusammenarbeit nicht geworden, sie hat sich über viele Jahre erstreckt, aber jetzt doch zur Unterzeichnung eines Heberetnfommend geführt, das zwar auf den Artikeln 363 und 364 basiert, jedoch den neunundneunzigjährizen Pachtvertrag, der für Hamburg abgeschlossen ist, den Bedürfnissen der Hansestadt anpaßt und die Tschechoslowakei im wesentlichen nicht anders als andere Privatpächter behandelt. Als F.eihafen wird demnach in Zukunft das Gelände am Saale- und Moldauhasen zur Verfügung gestellt. Für Stettin sind keine besonderen Vereinbarungen getroffen worden, es ist lediglich beschlossen worden, auch hier Anlagen an die Tschechoslowakei zu verpachten, wenn es von der Prager Regierung gewünscht werden sollte. Bei aller Berücksichtigung des Entgegenkommens der Tschechoslowakei bleibt aber doch die Tatsache bestehen, peltn" im magischen Stlberglanz leuchten. Sonst ist das riesige Feld in ägyptische Finsternis gehüllt. Erst in der elften Abendstunde ebbte die Flut der hin- und zurückströmenden Massen ab. .lieber dem Ganzen lag, nachdem das Wetter sich nachmittags äufgellärt hatte, ein sternenklarer Himmel. „Gras Zeppelin,, zum Rückflug gestartet. Staaken. 6. Nov. (WTB. Funkspruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute morgen bei bedecktem Himmel und einer frischen Brise um 7.05 Uhr unter dem Jubel der Zuschauer zur Heimfahrt nach Friedrichshafen abgeflogen. Troß der frühen Morgenstunde waren zahlreiche Personen am Startplatz erschienen, um das grandiose Schauspiel zu genießen. 3m übrigen herrschte am Montag und in der Nacht zum Dienstag weltstadlvcrkehr in Staaken. Sämtliche Lokale hatten die Nacht über geöffnet, ebenso dos Postamt. das die Masse von Zeppelin-Karten kaum zu bewältigen vermochte. Viele Zeppelin-Pilger, die erst spät nachts in Staaken eingetroffen waren, blieben bis zur Abfahrt des Luftschiffes draußen, andere waren in Autos. Aboag-Magen und mit den Frühzügen der Eifenbahp herbeigeeill. An Bord des Luftschiffes „Graf Zeppelin" befinden sich außer den 40 Mann Besatzung 4 5 Passagiere, davon sind zehn zahlende Gäste, die übrigen Ehrengäste, darunter auch der Berliner Polizeipräsident 5örgiebe|L Rückflug über Thüringen. halle. 6. Nov. (WTB. Lunksprnch.) „Graf Zeppelin" hat um 8.35 Ahr 3>< ssau und um 9.10 Uhr Halle in niedrigem Fluge passiert, jubelnd von Tausenden von Einwohnern -begrüßt; er fährt In der Richtung Erfurt. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" überflog um 10 Uhr Gera, um 10.17 Uhr Greiz und flog in Richtung Plauen I. B. weiter. dah es einer unserer Nachbarstaaten für nötig gefunden hat, uns mit Hilfe des Versailler Vertrages zur Erfüllung von Forderungen zu zwingen, wie sie sich sonst andere Nattonen untereinander nur im Rahmen von Wirtschaftsverträgen und gegen gleichwertige Zugeständnisse zu geben bereit sind. Aus aller Wett. Dskar v. MÄlcr rationalisiert die HaSSwirtschast. Zum erstell Male wird iqr Februar 1929 tn Essen die Wanderausstellung -Technik an Heim" stattfinden, die von dort aus ave größeren Städte des Leiches besuchen soll. Der Gedanke dieser Ausstellung beruht auf der Tatsache, daß weitaus der größte Anteil des deutschem Volksvermögens etwa 40 Milliarden Mark, im Haushalt umgesetzt werden. Bei dem Umsatz dieser riesigen Summen sp'.elt aber die Rationalisierung in der Hauswirtschaft leider immer noch nur eine ziemlich untergeordnete Rolle und sie zu propagieren, soll die Aufgabe der Wanderausstellung „Technik im Heiu»- sein. Die Ide« dieser Wanderausstellung stammt vom Direktor des Deutschen Museums in München, Oskar v. Miller, der in Gemeinschaft mit dem Verein Deutscher Ingenieure durch aefe Ausstellung den Geist einer Neugestaltung der Hauswirtschaft in weiteste Kreise tragen wiLl, Er wird dabei unterstützt durch das Leichskurator?ium für Wirtschaftlichkeit, die Leichs so«. schuagLgesellichaft für Wirtschaftlichkeit im Dau- und Wohnwesen, dem Reichsverband deutscher HaussraiLeave^ei ’.e, dem Deichsverband landwirtscha tlichen Hausfrauenvereine und dem Lette-Berein. Bei dirser Wanderausstellung ist nicht etwa an eine reine Messe- schau gedacht, sie soll vielmehr zeigen, wie an Zeit, Kraft und Geld gvspart werden kann ohne baß Wohlstand unjb Gesundheit beeinträchtige werden. Sie soll vors Augen fuhren, was die moderne Technik und die neuzeitliche Ernährungslehre zur zweckmäßigen Einrichtung der Womn.äume, zur wirtschaftlichen Ausnutzung der Betriebsmittel und auch zur günstigen Zusammen siel lung des Küchenzettels beizutragen vermögen. Erneute Tätigkeit des Aetna^ Der Aetna ist, nachdem sein Aufbruch fast ganz aufgehört hatte, wieder in r-ephafte Tätigkeit getreten. Am Monte Nasi bat sich ein neuer Trichter gebildet, der massenhaft Lava auswirft, die in der Rich uag Nunziata, einer Siedlung, die zur Gemeinde M-rscaU gehört, vorrückt. Diese und andere nahegelegene Orte wurden vorsichtshalber von der ByittÄkcrung geräumt. Am Nachmittag eingetroffcne1 Nachrichten besagen, daß der Lava ström einige Weingärten zerstörte und mit beschleunigter Geschwindigkeit auf di« Gemeinde Mascali tten^tft. Der Hauptlavastrom wälzt sich in dem Saft eines Wildbaches in einer Breite von 20 N^-ter und mit einer stündlichen Geschwindigkeit von 500 Meter zu Tal. Abgesehen von einigen DauernIleffchech!schenFreihäseninSieMMHambMg Höfen auf dem offenen Lande befinden sich gegen# wärttg feine weiteren Ortschaften in Gefahr. Schweres Bauunglück. An der Staustufe bei Obernau lAschaff«r- burg) an der etwa 200 Arbeiter beschäftigt sind, ereignet« sich ein schweres Unglück. Ein Feld- bahngerüst in Höhe von etwa 8 m stürzte in dem Augenblick zusammen, als zwei mit Beton beladene Feldbahnwagen das Gerüst passierten. Die beiden Wagen stürzten in die Tief« und rissen drK Arbeiter mit sich. Zwei der Arbeiter wurden von den Wagen zerguesicht und waren auf der Stelle tot, em dritter Qlt- beiter wurde beiseite geschleudert und kam mit schweren Verletzungen davon. Wan hofft, baß er am Leben bleibt. Ein vierter Arbeiter konnte sich im letzten Augenblick in Sicherheit bringen. Blutiges Ende eines Mahlgesprächs. Die erregte Stimmung, die am Vorabend der amerikanischen Prasidentschaftswahlen in der Bevölke- herrscht, wird durch einen Bericht aus Jesup in Georgia gekennzeichnet, wo es anläßlich eines Wahlgesprächs zwischen einem Mieter unb einem Scheriff zu einem Faustkampf kam, der schließlich zu einem Zweikampf mit Mes- ser und Pi st ol« wurde. Der Richter blieb t o t auf dem Platz. Er hatte im Gespräche scherz- weise den Scheriff, der, wie er, ein Anhänger Hoovers war, als einen Smith-Anhänger bezeichnet. Der Scheriff wurde durch die Bemerkung aber derart gereizt, daß er den Richter angriff, der sich zu- nächst mit der Faust und dann mit dem Mesier verteidigte. Der Scheriff zog darauf den Revolver und tötete den Richter mit zwei Schüssen. Er wurde wegen Mordes verhaftet. Linen blinden Passagier vom Tode errettet ötn Ausländer, der sich in Hamburg an Bord eines äleberseedampfers geschlichen imt) im Kohlenbunker versteckt hatte, geriet dadurch tn ernste Gefahr, dah weitere Kohlenladungen eingcschüttet wurden. Aus der Fahrt nach Cuxhaven machte sich der blinde Passagier notgedrungen durch KloPfzeichÄr bemerkbar. Di« Besatzung boh.te daraufhin Löcher in die Dunkerwand, um den Eingeschlossenen mit Luft zu versorgen. Als funkentelegraphisch Hilfe herbeigeholt worden war. wurde das Bunkerschott mit Sauerstoffgebläse durchgebrannt und der Gingeschlossene befreit Der blinde Passagier, ein lettischer Staatsangehöriger, wurde der Polizei übergeben. Die Ürlegsanleihebetrugsaffäre. Die Ermittlungen des Berliner Untersuchungsrichters zur Aufklärung des Kriegsanleihebe- t r u g e s sind dadurch erleichtert worden, daß es jetzt nach einem fast Dreioierteljahr gelungen ist, zwei der wichtigsten Hintermänner der Affäre, den in Paris lebenden Bankier Eugen Hirsch und den Amsterdamer Makler van den Siepkomp, zu vernehmen. Eugen Hirsch stellte sich In Berlin zur Verfügung. Ferner wurde der Makler von den Siep- kamo ebenso wie eine Reihe bereits genannter Amsterdamer Bankiers In Holland vernommen. Seine Aussagen waren besonders wichtig in Zusammenhang mtt den gegen den Regierungsrat im Ministerium für die besetzten Gebiete, Steiger, erhobenen schweren Beschuldigungen. Die krönungsfeierllchkeiten la Iapan. Die vormalige Hauptstadt Kioto ist tn Erwar- hma der feierlichen Thronbesteigung des Kaisers festlich geschmückt. Die alten Straßen sind von Triumphbogen überspannt und mit Flaggen und farbigen Laternen verziert. Drahtlose Stationen und Televisionsapparate sind eingerichtet worden, um dl« Derbrei'.ung der Nachrichten tn ganz Japan zu beschleunigen. Für den Transport kinernatographischer Filme sind Flugzeuge bereit- gestellt. Die Ausgaben für die Zeremonien werden auf 100 Millionen Mark geschätzt. Oie Detterlaae. Nonlag. s ■in najm- & tQydeen- O 41 U Coouia Qjwofnenroi. 0n«itci onaio ofnccRL o «oiKtg ® ocaecm «nc^c« * 5chn« a Graupeln. ■ Nebel K 6ewTA Tüchtige joWeiire sofort gesucht. 9768D Gcorg Appel gesundheitSiechnische Anlagen, SelterSweg V6. Elektromonteur gesucht. 9767D H. Fabian Elektr.JnstallattonS- geschält, Langsdorf(Oberb). Mi« UM cetiuiMu sür eine hiesige Buch- und Papierhandlung Kesnch«. Schriftl. Angeb. mit Lebenslauf u. 9790D an den Gien. Anz. Jüngere WM für ein bief. Spezial- gefchast sofort gesucht. Schrtstl. Angebote mit Zeugms- abschrtsien u. 9782D an den Gieß. Anz. 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N Jüalttöt ^ssei l’erntD [fielet teils wickln füHung 3nftnJ Nr i l'ch trä y üx Die mal Nenn N die A als ei vorstei ilnf im Lc .Wen, umg? eine 6i Drinos bei tetr Nr 262 Zweites Blatt Deutschland im Spiel der Mchte. Außenpolitische Umschau. Von Or. OttoHoetzsch, o.professor der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. X Mit dem folgenden Vertrag nimmt Professor Dr. Hoetzsch, der von ferner Amerika- reife soeben zurückgekehrt ist. ferne regelmäßige Mitarbeit wieder auf. Die große Politik wird, wenn nun die Arbeit der Parlamente wieder beginnt, durch diese Momente bestimmt: das Fiasko und die Krise in Genf — das englisch-französische Flottenabkommen und Amerikas Antwort darauf — den K e l l o g g p a k t und die Frage seiner Rati - fikatron durch die Signatarstaaten — das neue .Sachverständigen-Komilee" für den Dawesplan — die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Rußland. Das Fiasko der Abrüsiungsverhandlungen tn Genf ist vollständig. Was darüber fürder ernft* hast verhandelt wird, ist in den Notenwechsel und Gegensatz verschoben, der zwischen England- Frankrerch und Amerika nun völlig zutage liegt. Die deutsche Räumungsoffensive tn Genf ist auch Völlig gescheitert, das deutsch-französische Verhältnis in offener Krisis. Wie soll das. wie sollen die deutsch-französischen Deziehungen nun weitergehen? Das Genfer Kompromiß vom 16. September will die Linien dafür ziehen, mit seiner .. Feststellungs- und Vergleichskommission". die die Räumungsfrage nunmehr in voller und nicht mehr lösbarer Verbindung mit der — für uns und nach dem Versailler Vertrag längst erledigten! — Kontrollfrage behandeln soll. Kann da etwas Gutes für Deutschland heraus- kommen, das darin nicht nur Frankreich, sondern auch die heutige englische Politik (trotz aller Mahnungen eines verständigen, aber einflußlosen Teils der englischen Presse) gegen sich hat? Schon über die Auslegung des September-Kompro» misses bestehen Differenzen! Wird nicht Driands Rede vom 10. September, die einen liefen Einschnitt in den deutsch fran^si- fden Beziehungen darstellt, verständlicher, seitdem die Geheimgeschichte des englisch-französischen Abkommens begannt geworden 11? Am 20. September brachte die Hearstpres e die bekannte Veröffentlichung. d:r voy den De'ei igten nicht widersprochen worden ist. Aber wichtiger noch ist, was Julius Sauerwein, in dem Drange, zu erllären. und das absolut Friedliche des Abkommens zu unterstreichen, aus der Vorgeschichte im „Malin" berich et hat. Der sehr genau unterrichtete Journalist sagt hier mehr, als er von seinem Standpunkt aus verantworten kann. Er berichtet, daß i.n Frühjahr Chamberlain und Vriand „in einer langen älnterhaltung zu dem Schluß kamen, es sei absurd, gegeneinander zu sechtm. daß dieser Entente der Minister (wörtlich!) sofort Instructionen an d e englisch« Diplomatie folgten, loyal mit ihren französischen Kollegen zusammenzuarbeiten", und das gleiche geschah für die französische Diplomatie. Das war vor sechs Monaten". (Also März- April.) Dem sei im Frühsommer der bekannte Desuch Derthelots in Paris gefolgt. „3n allem wurde gegeben und genommen. 3n der Weeres- frage koncedierlen die Engländer, in der Flottenfrage die Franzosen, und beide Regierungen verständigten sich über ihre Politik gegenüber Deutschland, Italien, Zentraleuropa und dem Balkan" (bezeichnenderweise fehlt Rußland in dieser Aufzählung!). „Alles das für Aufrecht- erhaltunq des Friedens in Europa. Auf dem ganzen Kontinent sind die einzigen großen Mächte, die in sich stabil sind und für die eine Veränderung im Status von Europa nicht vorteilhaft wäre, England und Frankreich. Wir Haven diese Tendenz der englischen Politik, von der wir nicht wis'en, wie we 1 Chamberlam sich bewußt in ihren Dienst gestellt hat, feit langem mit größter Aufmerksamkeit beobachtet. Run liegt das Ergebnis einer, wie Sauerwein selbst sagt, sechsnwnatigen Arbeit der englischen uyd französischen Dsi)lomatie vor. Die Entente von Gießener Konzertverein. Geigeukonzert Prof. Joseph Szigeti. Daß es Joseph Szigeti Vorbehalten war, die Reihe der Winterkonzerte zu eröffnen, mag clls ein besonderes Symbol gelten für die bevorstehenden musikalisch-künstlerischen Ereignisse. Unter all den Geigerpersönlichkeiten, die sich im Laufe der letzten 3ahre in Gießen Horen ließen, nimmt Joseph Szigeti fine So,Verstellung ein. Weder der sog. „große L,on . noch eine Spezialität im Stilisieren, noch verblüffende Virtuosität lassen chn die gewaltigen Eindrücke bei seinen Hörern erreichen, sondern sein edler, seelenwarmer Ton wird Kündungsmrttel seiner überragenden Musikalität. Wie schon früher bei anderer Gelegenheit einmal darauf verwiesen wurde, beschäftigt sich die Gegenwart vornehmlich mit den theoretischen Grundlagen der geigerischen ßeiftung. Beweist nicht gerade da die Vielheit der Meinungen, daß das geigerische Problem bisher noch nicht feine eindeutige theoretische Lösung erfahren hat. Daß aber andrerseits der praktisch ausübende Geiger durch die Gegebenheiten seiner Persönlichkeit die geigerische Idealität zu realisieren vermochte, bestätigt die Zahl der großen Violinspieler. von denen teils die Geschichte berichtet, teils, daß sie sich in unserer Gegenwart auszuwirken vermögen. Joseph Szigeti ist eine solche Erscheinung, tn der die violinistischen Probleme ihre volle Erfüllung gefunden haben. Ihm gelingt es, dem Instrument einen Ton zu entlocken, der nicht mehr die Merkmale seiner Hervorbringung in sich tragt, sondern der als Klang sich schwebend verbreitet, schlackenfrei, voll moduLatorischer Kraft, von idealer Schönheit, wie wir uns gern den Ton der menschllchen. Stimme denken möchten, ihn aber selten oder nie zu hören bekommen. Wenn man auch sonst gerne geneigt ist, von einem seelenvollen Ton zu sprechen, hier bei Szigeti finden wir die ideale Verkörperung dieser Tonqualität. Hinter dem Ton steht seine starke musikalische Persönlichkeit, die, von jeder Hemmung frei, dem Ton das zu geben vermag, was ihn innerlich bewegt: und so wird der Ton für ihn zum Kündrr innerlichen Schauens. Versunkenheit in die Welt des Klanges unter dem Vanne der Hingegebenheit an das Werk unserer großen Schaffenden kennzeichnet sein Spiel. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag. 6. November 1928 1904 ist erneuert, praktisch und förmlich: der französische Journalist gebraucht ja selbst das Wort. England Hal die Periode vom Amtsantritt Lord d'Abernons bis zum Locamoabschluß beendet, in der es zwischen Deutschland und Frankreich stand. Es steht jetzt an der Seite Frankreichs gegen Deutschland, und es stellt sich zugteich gegen Amerika, das mit der Flottenverständigung der beiden anderen getroffen wurde. w .. Das spricht man nunmehr tn Amercka offen aus. Man fragt, warum Amerika ausgeschlossen wurde, und die am 29. September veröffentlichte Rote der amerikanischen Regierung lehnt die Formel der englisch-sranzösisc^n Flottenverstän- digung glatt ab. sagt rund heraus, daß diese unvermeidlich zu einem Wiederaufleben des Wettrüstens zur See führen würde, das der nationalen Wirtschaft verhängnisvr>ll wäre. Was mit dem Scheitern der Genfer Seeabrüstungskonfe- renz sich andeutete, liegt nun zu Tage: ein Gegensatz großen Stils zwischen England und Nordamerika, und die Folgerung, di« die heuttge englische Regierung daraus zieht. Ein Teil der englischen Presse hat die Gefahr erkannt und schlägt Lärm: „englisch-amerikanische Deziehungen, schon schlecht, werden schlechter, und wenn das so weiter geht, gehen die Ereignisse über jede Kontrolle hinweg". 3m englischen Wahlkampf, der schon in Gang kommt, wird das eine große Rolle spielen! Aber jedenfalls: auf seinem Wege findet Deutschland, in entern Zusammenhang, über den nun gar keine Worte mehr verloren zu werden brauchen, auch England als Gegner! Das halte man sich in den nächsten Monaten vor Augen! Wird Winston Churchill, der diese englische Tendenz auch vertritt, bei seiner Unterredung mit Gilbert und dem gemeinsamen Besuch bet Pvincare in bezug auf den Dawesplan i m deutschen In t eres se gearbeitet haben? Auch hier macht England Schwierigkeiten zu denen hinzu, die Frankreich sowieso stets macht. Esi n e gemeinsame Front England-Frankreich ist auch in der Angelegenheit des Dawes- planes durchaus dettkbar. Diese kommt jetzt ins Rollen, und hier stehen wir vor sehr ernsten und weitgreifenden Fragen: ein neues Sach- verständigen-Komitee? Prüfung der Erfahrungen der vier „Probejahre"? Gesamtschuld Rußlands? Mobilisierung^ der Obligattonen? Transfer? Freunde Kontrollen? Wohlfahrtsindex? usw. älns scheint, daß die Sache schneller tn Gang gekommen ist, als man in Deutschland gedacht hat. Ist man bei uns überall gerüstet und auf die furchtbar schwere Arbeit vorbereitet, die damit nun vor uns liegt? Ohne Amerika ist dabei — das ist nach einer Richtung und in gewisser Weise für uns eine Garantie — schlechterdings nichts Entscheidendes zu machen. Ohne dasselbe Amerika, das eben denKel» loggpakt gebracht hat. Dessen Ratifikation wird im Winter die Staaten, in erster Linie Amerika selbst, beschäftigen und so die Diskussion wachhalten. Im „Matin" (28. Oktober) ,ianb das Urteil: .Künftig wird, welche Pattei auch in Washington am Ruder ist, der Frieden Europas unter die moralische Garantie der Vereinigten Staaten gestellt fein/ Das ist genau unsere Meinung auch, wenn wir natürlich bei dem Satz an etwas anderes denken und vor allem aus ihm etwas anderes machen wollen als Frankreich. Darum sprechen wir uns dahin aus, daß der Pakt baldmöglichst von Deutschland ratifiziert werde, und über den Weg, auf dem er nun weiterführen muß, soll er nicht bloß eine Geste und ein Blatt Papier (ein, wird noch viel zu sagen sein. Den Pakt hat Rußland bereits unterschrieben und ratifiziert. Sein Abrüstungsvorschlag liegt noch vor, und das Fiasko der Abrüstungsverhandlung ist darum auch für Rußland wichtig. Die englifch-sran- zösische Entente richtet sich mindestens nach dem Willen Englands, der in (einer Außenpolitik heute maßgebenden Manner, auch gegen Rußland. Es hat soeben (11. Oktober) fein neues Konzessionsprogramm veröffentlicht. Unter diesem Zeichen sollen die Verhandlungen Deutschlands und Rußlands, die am Schclchtyprozeß abbrachen, von neuem beginnen. Wir hoffen, daß die Einsicht in die großen weltpoli- Ri« wird er der Größe des Tones zuliebe ihn auch nur das Geringste an seiner Schönheit einbüßen lassen, denn die häusig bewunkterte Gröhe des Geigentones wird in den meisten Fällen auf Kosten der Schönheit und Seelen- wärme des Klanges erreicht. Richt ein Gerichtetsein der torrerzeugenden Faktoren auf Tongröße, eine innere Gespanntheit zur Erreichung dieses Zieles, sondern Hingabe an das Klangliche ist für ihn die Quelle. Das Volumen seines Tones wächst, ohne daß es uns jemals als absichtlich gewollt zum Bewußtsein käme. Richt die Länge des Bogens bedingt den langen Atem seiner Kantilene, bei ihm vermag der Dogenwechsel nicht das einheitliche Strömen des Klanges zu mindern. Es wäre verfehlt, bei seinem eminenten technischen Können, das nirgends begrenzt ist, von Virtuosität zu sprechen: ec kennt nur reine Sachlichkeit, unbeirrt durch den Deisall seiner Hörer. Richt das unbedingte Wirlenwollen auf das Publikum bestimmt ihn, sondern die Art. wie er die Werke erstehen läßt, schlägt alle Hörer in seinen Dann. Man wird bei Szigeti kaum feststellen können, daß diese oder jene Stilart seine besondere Domäne wäre. Dei ihm erwacht alles, was mit innerer Rotwendigkeit geschaffen wurde, zu blühendem Leben, frei von stilisierendem Akademismus. Wan wird bei ihm jede Gabe aus jedem Zeitalter hinnehmen und an ihr innere Erhebung sinden. So umfaßte auch diesmal seine Vottragsfolge Werke aus den verschiedensten Stadien des Viw- linenspiels. An der Spitze stand G.Tartinis Sonate in 0-Moll; jener faustischen Natur, d:e dem Violinsprel seine Auswirkung im Philosophischen zu geben versucht, dis in ihm eine dämonische Macht verkörpert sah. Durch Szigeti wurden diese Kräfte wach, und in atemloser Spannung lauschten die Hörer dem Ringen des Schlußsatzes. I.S. Bachs E-Dur-Partita verzichtet auf die Mitwirkung des Kladieres; um so schwieriger ist die Aufgabe für den Wiedergebenden, die polyphonen Gedankengange des Altmeisters In ihrer Klarheit herauszustellen Für Szigett wurden diese zur einfachen Selbstverständlichkeit: dce ursprünglichen Tanzrhythmen erlangten hier um» fassende musikalische Geltung. — Sine wesentlich andere Sprache beherrscht Schuberts Ö-Dur Sonatine. Schlichte, natürlich strömende Melodik, in ihrer scheinbaren Einfa^eit fähig, tischen Zusammenhänge des Augenblicks, die alle auch Rußland berühren — noch viel weniger als Amerika kann Rußland ja eine weltpolitische Selbstisolierung betreiben! — die russische Regierung in den Verhandlungen mit Deutschland bestimmen wird und diese zu einem Ergebnis führen. Aber auch bei uns vergesse man über den Details der Rechts- und Wirtschaftsklagen und «fragen niemals, in welchem großen weltpolitischen Zusammenhang gerade jetzt und in den nächsten Monaten diese Verhandlungen stehen, und man führe sie in diesem Sinne. Ein amtliches Werf über den Waffenstillstand von 1918. Wie amtlich mitgeteilt wird, erscheint Anfang November zum ersten Male ein amtliches Wett über beit Waffenstillstanb 1918, nachdem im Jahre 1920 lediglich ein Bruchteil des Gesamtmaterials als abschließender Rechenschaftsbettcht dem Deutschen Reichstage vorgetegt worden war. Das im Auftrage der Deutschen Waffenstill- ftandskommission mit Genehmigung des Auswärtigen Amtes bei der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte m. b. H. in Berlin erscheinende Wett führt den Titel „Der Waffenstlllstand 1918—1919. Das Dokumentenmaterial der Waffenstillstandsverhandlungen von Compiegne, Spa, Trier und Brüssel. Notenwech?el / Verhandlungsprotokolle / Verträge / Gefamttätigkeilsbettcht." Herausgeber ist, im Auftrage der Deutschen Waffenstillstands- kommisswn („WAKO") in Verbindung mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Waffen- stlllstandskommifsion in Spaa, General d. Inf. a.D. Hans Freiherrn von Hammerstein und Otto Freiherrn von Stein, ebenfalls einem ehemaligen leitenden Mitglied der Kommission in Spaa, Dr. jur. Edmund Marhefka, einem ehemaligen Mitglied der Wako. Das Werk umfaßt drei statte Bände. Der 1. Band behandelt den „Waffenstlllstandsvertrag von Compiegne und feine Verlängerungen nebst den finanzlellen Bestimmungen". Der 2. Band bringt die „Ausführungsverhandlungen und -abkommen zu den Waffenstillstandsverträgen". Hier finden sich die für Deutschland lebenswichtigen Vereinbarungen über die Lieferung von Lebensrnitteln. Auch die Verhandlungen über den Durchzug der polnischen Armee des Generals Haller erscheinen in diesem Bande zum ersten Male. Der abschließende 3. Band bringt den Gesamttätigkeitsbericht der Kommission vom Abschluß des Waffenstillstandes bis zum Inkrafttreten des Friedens. Das größte Interesse erwecken naturgemäß die Verhandlungsprotokolle mit der sorgfältigen Wiedergabe des Hin unb Her der Debatte während der Sitzungen unter dem Vorsitz Erzbergers auf deutscher, Fochs auf Seit« der Alliierten. Diese Protokolle sind voll dramatischer Spannung, so, wenn die deutschen Unterhändler sich bemühen müssen, vollkommen unsinnige und durch keinerlei Sachkenntnis oder ruhige Uebettegung getrübte Forderungen her Gegenseite ad absurdum zu führen ober sie doch wenigstens auf ein verständiges Maß zurückzuschrauben. In den nächsten Tagen werden einige besonders spannende Abschnitte aus dieser gerade jetzt aktuellen Publikation veröffentlicht. Um die Gcheldemündung. Zwilchen den Regierungen im Haag und in Brüssel sinden seit einigen Wochen wieder recht intensive Besprechungen über die schon seit Jahrzehnten in bet Schwebe befindlichen Scheldestreitigketten statt. Belgien drängt heftig auf eine Beseitigung der holländischen Hoheitsrechte aus dem Unterlauf der Schelde, um aus Antwerpen auch nod) einen Kriegshafen machen zu können, es forbert weiter ungestüm Settenkanäle durch holländisches Gebiet, bannt der gesamte Warenvettehr auf dem Rhein nach Antwerpen abgelcnft werden kann. Die Holländer vermochten sich aber bisher für die belgischen Wünsche nicht recht zu begeistern. Sie hatten zwar seinerzeit das Scheldeftatut unterzeichnet, das den Handelsvettehr zwischen Ant- Edelstes zu künden. Dieses Wett war sicher vielen ausübenden Musikfreunden vom eigenen Musizieren her nicht unbekannt, unb dennoch gewann auch hier so manches wieder eigene Geltung. Außerordentlich statt war der Eindruck, wie sich das Hauptthema des erften Satzes sotto voce erhob und zu klanglicher Kraft ausbreitete. Der letzte Teil des Programmes war mehr auf die moderne Violintechnik eingestellt, voran Szyma n o w s k y mit „La Fontaine d’Arethuse" und Debussy mit „La Fille aux cheveux de lin". Szymanowsky versucht, von außen her auf ihn eindringende Natureindrücke mit den Mitteln satz-technischer Virtuosität zu schildern. Er verliert sich aber nicht in reiner Tonmalerei, sondern die naturalistische Darstellung wird für ihn zum Hintergrund jenes romantischen Erlebens von Wasserspielen, das die Menschheit von Urzeiten an bewegt an. Wie ein Raunen, wie ein klagendes, geheimnisvolles Singen wird die Violine zum Träger dieses Erlebens, unb das Miteinander von Naturspiel und dem damit verbundenen Gefühlsempfinden wurde hier zur Einheit besonders durch die Mithilfe von Boris Golschmann am Flügel. Hatte dieser Künstler auch schon in der Schubert-Sonate sehr Beachtliches gegeben, so forderte hier sein Spiel zur Bewunderung heraus. Sein ungemein weicher, samtartiger Ton auf dem Klavier, seine Schmiegsamkeit im Anpassen an den Solisten im Mitgehen und dezentem Sich-Unterordnen ließen seine Fähigkeiten als Begleiter in besonders günstigem Lichte erscheinen. Debussys Stinununasbild gründete sich auf die Erschließung eines pemcttonischen Grundmotivs in seiner Abwandlung. Mit Paganinis „Tremolo Caprice in Q-Moll" für Violin-Solo bestätigte Szigeti, daß über dem Technischen für ihn das Musikalische steht. Mit Temperament und Feuer ge- stattete er de Falla-Kreislers „Spanischen Tanz". Alle die phänomenalen technischen Künste (Doppelgriff- Glissandi, Flageolett-Doppelgriffe, Springbogen ...) schienen bei chm niemals als Selbstzweck, sondern als Mittel, den musikalischen Eindruck zu vertiefen. Die Hörer waren derart eingefangen von seinem Spiel, daß es kaum einer wagte, nach Beendigung des Programmes den Saal zu verlassen. Man konnte und wollte sich nicht damit abfinden, daß die Reihe der edelsten Gaben nun ein Ende erreicht hatten; immer wieder rief man den Meister, der mtt zwei Zugaben dankte. Aber bis zum Verklingen des letzten Tones stand alles unter seiner Gewalt: ein Blick auf die Gesichter konnte jedem bestätigen, wie alle in stummer Andacht ihm huldigten. Dr. H. werpen unb bet Nordsee tn Friedenszetten unbehelligt läßt, allerdings der Haager Regierung ein gewisses DescUagnahmerecht einräumt; darüber hinaus vermochten sich bte Niederländer zu anderen Zugeständnissen nicht aufzuschwingen. Während der Fritt>ensverhandlungcn in Versailles ist nun versucht worden, den Holländern! das Gebiet am unteren Scheldelauf wegzunehmen und ihnen dasiir das deutsche Osts ries land zu übereignen. Dieser Plan fiel schließlich ins Wasser, immerhin erb leiten die Belgier im Versailler Vertrag das Recht, einen Kanal von Antwerpen nach Ruhrort bauen zu dürfen. Aber auch dieser Kanal muh durch holländisches Gebiet gehen. In den letzten Jahren hatte es die Brüsseter Regierung nun nut Hilfe ihrer Freunde in London und Paris verstanden, das zur Nachgiebigkeit neigende holländische Kabinett auf einen Vertrag festzulegen, der Holland verpflichtet, einen Seitenkanal zum Rheinhinzu bauen unb das Befahren sowohl der Schelde wie auch dieses Kanals durch belgische Kriegsschiffe zu gestatten. Nach diesen Abmachungen wäre es also Belgien möglich geworden, bis in das rheinisch-westsälischeKohlen- revier mit Kanonenbooten vorzustoßcn. Aber die erste holtändische Kammer lebnte die Ratifizierung des Vertrages ab, so daß alles beim alten blieb. Jetzt scheint ein neues Abkommen un Entstehen begriffen zu fein, über dessen Inhalt man sich noch in Schweigen hüllt, bas aber, nach allem, was bisher in bie Oefsentlichkeit gedrungen ist, für Belgien recht vorteilhaft zu werden ver- spricht. Auch diesmal sieht es so aus, als ob bie Haager Regierung den Belgiern Zugeständnisse machen will, die auf bet einen Seite ben wirtschaftlichen Ruin von 2ünsterdam und Rotterdam im Gefolge haben müssen, auf bet anderen aber die Schelde auch für den Kriegsschiffverkehr freimachen. Es ist übrigens auch sehr gut möglich, bah sich die Holländer in diesem Vettrag mit der Ziehung des Antwerpen-Ruhrortkanals durch ben Limburger Zipfel hindurch emoerftanben erklären. Kommt es nach bieser Richtung hin zu einer Einigung, dann muh Deutschland nach belgischen Plänen den Kanal bauen unb bie Baukosten tragen, bann muß es aber selbst daran Mitarbeiten, einen Verkehrsweg nach dem Westen zu legen, übet ben auch wegen seiner Kürze bet gesamte Westdeutsche Warenverkehr hinweggehen wird, von dem heute die deutschen Nordsee Häfen leben. Oberheffen. Landkreis Gieszen. =.= Klein-Linden, 5. Rov. Den Reigen der Wintervetanstaltungen in diesem Jahre eröffnete am Sonntag der R a df a hretvere in 1904 mit feinem Winterfest In der „Deutschen Eiche". Spottliche Darbietungen, wie 6er* Damenreigen, ein Theaterstück usw. bereiteten angenehme Stunden. Die Veranstaltung wurde durch Konzertstücke der Kapelle Winter- Gießen weiterhin bestens ausgefüllt. Der Verein, der anläßlich seines 25jährigen Jubiläums im Jahre 1929 ein großes R adfahrerfe st mit Radrennen veranstalten will, hat in diesem Sommer in Ettingshausen und im Jahre 1927 in Ehringshausen bei den dortigen Radrennen und Korsofahrten große sportlich« Auszeichnungen errungen. )( Großen-Linben, 5.Nov. Georg Dem und seine Ehefrau Christina, geb. Leun, feierten im Kreise ihrer Kinder und Enkel die goldene Hochzeit. Der Minister des Innern unb das Kreisamt Gießen hatten schriftlich gratuliert. d. Heuchelheim, 5. Rov. Der Gesangverein Germania hielt am Sonntagabend in der vollbesetzten Turnhalle ein wohlgelungenes Konzert ab. Im ersten Teil wartete der unter Leitung des Lehrers K n a b stehende Verein mit (ehr gut zu Gehör gebrachten Choren von Fuhrmann, Dregert, Hansen, Wengert und Grei- mers auf. Der zweite Teil bestand aus einem Zyklus für Männerchor mit Orchesterbegleitung und Rezitation „An der Wolga", bearbeitet ,/Zirkus" — ein Chaplin Ulm. Dieser Film bringt nicht mehr, als was ein Dutzend andere europäische oder amerikanische Filme mit dem beliebten und immer zugkräftigen Motiv „Zirkus" auch bringen und schon gebracht haben: die unbestimmte Stimmung, welche von der Welt des fahrenden Volkes allezeit ausgeht, die etwas pathetische und etwas sentimentale Bajazzo-Romantik, von deren Wirksamkeit man noch immer unerschütterlich überzeugt ist, eine geschickte Inszenierung (Chaplin ist hier sein eigener Regisseur) und — was den Erfolg ausmacht — die meist improvisierte Situationskomik, wozu der Stoff reichlich Gelegenheit bietet. Die Szenen auf dem Rummelplatz, auf dem Drahtseil, auf der Dreyscheibe, im Löwenkäsig und einige andere sind gewiß von einer Wirkung auf die Lach- muskeln, denen sich kaum jemand entziehen kann, selbst der nicht, der für den robusten, naiven und jedenfalls fetten von Gemüt belasteten Humor der 'Sanfees an sich wenig übrig hat. Aber Aehnliches oder Gleiches hat man schon oft und immer wieder in den zahllosen doppelaktigen Lustspielen amerikanischen Stils gesehen, deren Effekt stets auf einer wilden Hetzjagd, einem wüsten Zusammenprall, einer Schlacht mit Schlagsahne oder einer verlorenen Hose beruht. Man mag Chaplin hier und da eine groteske Steigerung und Zuspitzung, auch eine vom Körperlichen ausgehende Drolerie der Erscheinung zugestehen, aber man sollte andererseits nach dem Zirkus-Film (wenn er wirklich die Gipfelleistung darstellt, als die er ausposaunt wurde) —ein- sehen, daß dieser mit einer unaemein betriebsamen Reklame hochgelobte Star schauspielerisch eine glatte Enttäuschung darsteltt, daß er künstlerisch kaum unserem provinziellen Durchschnitt an die Seite zu stellen ist — ein Spaßmacher, ein Akrobat, ein Artist bestenfalls; nicht mehr. (Man muß sich darüber klar sein, daß gerade die wirksamsten Szenen von einer großen Anzahl minder berühmter Schauspieler mit genau dem gleichen Erfolge gegeben werden könnten und z. T. gegeben worden sind; in den Stücken des Beiprogramms kann man oft genug die Probe darauf machen.) Unb wenn man sich ausgelacht hat unb ferner darüber nachdenkt, daß die wirkliche Handlung der sieben Akte mehr als mager unb nicht einmal originell ist, dann wird man seine Chaplin-Begeisterung doch am Ende auf ein der künstlerischen Leitung angepaßtes, bescheidenes Maß zurückführen. 2llle für die Redaklion bestimmten QHitteilun- 23. d4xe5 23. De7-c5 + gewohnt guter Weise die Gießen übernommen. Schach, hier ba§ Schlagen mit dem 7. c2-c3 7. b7-b6? Entwicklung seines Damen, mehr nun reis zum Sturm. 21. f4 —f5 Di 9568A 9780 C für .MiiiiiS 8. 9. 10. 11. 12. aller Art und bester Qualität in Sorten und Mischungen; 14. Lcl-e3 15. Tflxf3 Eine von dem spielte Partie. Sf3-e5 Ddl-a44- Lfl-e2 f2 — f4 Le2-f3 13. c6-c5 14. Lb7xf3 1. e7-e6 2. d7-d5 3. d5xe4 4. Sg8-f6 5. Dd8xf6? 1. e2-e4 2. d2-d4 3. Sbl -c3 4. Sc3xe4 5. Se4xf6 Geboten ist sich das Spiel nicht 8. Lc8-b7 9. c7—c6 10. Lf8-d6 11. 0-0 12. Df6-e7 25. Kf8-e8 26. Df2-e2 27. Sb8-c6 28. Sc6xe5 29. Ke8-e7 30. Ke7-d6 31. De2xe5 aufgegeben neuen Rheinmeister gut ge- war ih uv. vutiiyuui, an dem die Lehrer und Schüler der Realschule, von Hugo Jüngst. Auch dieser schwierigen Aufgabe wurde der Verein unter der vorzüglichen Leitung seines Dirigenten in vollem Maße gerecht. Reicher Beifall belohnte den Verein für feine Muhe. Den musikalischen Teil der Deran- ., gXh6, so 25. Dxh6 -f-, Ke7 TL3 usw. LhöXg7-+- Tg3 —f3 Dh5xf5 Tf3-h3 Th3-h84- Lg7 — f6-f- LföxeS-r Tfl —dl-f- Auch jetzt nicht, denn es würde, wie leicht ersichtlich, Matt in vier Zügen folgen. 24. Kgl-hl 24 Dc5-t2 Wohnungsinhaber und stieg dann auf der anderen Seite des Balkons durch ein offenes Oberlichtfenster in ein Zimmer ein. Rachdem er sich in der Wohnung einige Sachen angeeignet hatte, wurde er von den Wohnungsinhabern, die durch ein Geräusch aus ihn aufmerksam gemacht worden waren, entdeckt. Es entstand ein Kampf mit dem Einbrecher, doch gelang es diesem, sich freizumachen und durch ein Fenster in den Vorgarten herunterzuspringen. Ein zufällig in den Anlagen stehender Mann konnte die Verfolgung aufnehmen und ihn der Polizei übergeben. Lösung des Problems Ar. 183. Don 3. Zespersen. 1. Ke3-f2ü usw. he tilr< •un Schach-Ecke Bearbeitet von W Orbach. Vogelsand „Extur", Eierbrot usw.; ferner große Auswahl in Käfigen aus Metall u. Holz; Ulensillen Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstr. - Ecke Wolkengasse/Tel. 1403 Weiß: 8 Steine. Ka3; Dgl; Le6, h6; Sb7, f8; Be2, f3. Schwarz: 5 Steine. Ke5; Sc6; f2; Bf6, H7. Ein eleganter, preisgekrönter Zweizüger! Partie Nr. 120. Rachstehende Partie wurde im diesjährigen Rhemmeisterschaststumier zu Karlsruhe gespielt: Französisch. Weiß: Platz, Köln. Schwarz: Walter, Koblenz. Wech zertrümmert nun mit wenigen wuchtigen Schlägen den schwarzen Königsflügel. 15 15. a7 -ao? ulgebäude eingeweiht. Vormittags Festgottesdienst in der Turnhalle, 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. Droht entscheidend f6. 21 21. e6xf5- 22. Le3xh6! Ein auf der Hand liegendes Figurenopfer. 22 22. Ld6xe5 Der Läufer war natürlich nicht zu schlagen. Falls jetzt 24 26. Df6 4-, Kf8 27. Th3 25. " - Charlie Chaplin„Zirkus“ Bis 6 Uhr abends kleine Preise. Auf allen Plätzen zahlen Erwachsene Mk. 1.00 und Kinder Mk. 0.50. Donnefeldts l>jstund blei bt der BestelgßC» Keine6ratiszugaben,dafür Qualität! KUSS?* heutigen Gesamtauflage des Gießener Anzeigers liegt etn Prosoekt der Firma I>r. med. H. Schulze. G. m. b. <>.. Berlin W 30 — Freaalin betrefienö — bet, Haltung hatte in Kapelle Weller- gen, Lösungen usw. sind zu richten an die redaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 186. Don 2osef Pospicil. Problem Rr. 182 wurde richtig gelöst von Fr. Koch (Schüler), hier. Lösung des Endspiels Ar. 84. Don W. und M. Platosf. 1. Ld7 - ed -t-, Tföxeö. 2. d6 - d7, Te6 - d6. 3. Tg2x g6-i-, Td6xg6. 4. Lf2-g3!, Tg6xg3+- 5. Kgl -f2 und gewinnt. Z. B- 5 c2. 6. Dd8+, Kh7. 7. Dh4+ ujto. Falsch wäre 1. Ld7-a4 wegen 1. .. c2. 2. Le3, Txd6. 3. Ld2, (3), Lei, Tb6. 4. Kf2, Tb4! 5. Ld7, Tbl. 6. Tgl, Txcl. 7. Txcl, d2 usw. Tb6. 4. Kf2, Tb4! 5. Lc3, Tbl. 6. Tgl, Tdl. Aus -er Schachwelt. Capablanca — Sieger in Berlin. Wie allgemein erwartet, hat der Exweltmeister Capablanca in dem vom „Berliner Tageblattveranstalteten Internationalen Meisterturnie« in überlegener Weise den Sieg errungen. Schon vor der letzten Runde war ihm der 1. Preis sicher, denn dec ihm Rächst folgende, Rimzowitsch, hatte zwar, nur einen halben Zähler weniger, war je* doch in der letzten Runde spielfrei. Die Schlußpartie Eapablanca — Räti konnte deswegen nicht das ihr in einem anderen Falle zustehende Interesse Hervorrufen. R6ti, der die Partie spanisch eröffnet hatte, neriot bereits nad> 18 Zügen, da er sich zu einer verfehlten Kombination verleiten ließ, welche den Verlust einer Figur zur Folge hatte. Hierdurch erlangt« Capablanca einen Vorsprung von anderthalb Zählern. Zu der Damenbouernpartie Rubinstein gegen Tartakower opferte Rubinstein zwei Dauern und erlangte hierdurch ein überlegenes Spiel, welches zum endgültigen Siege reichte. Tartakower wurde durch diese Riederlage auf den vierten Platz heruntergedrückt. Die Partie Marshal — Spielmann endet« Remis. Spielmann hat sich gut behauptet, demgegem- über Rubinstein versagt hat. Der Schlußstand lautet: 1. Preis Capablanca mit 81/. Zählern. 2. Preis Rimzowitsch 7. 3Pr. Spielmann 6Vr- 4. Preis Tartakower 5Vr- ES folgen R6ti und Rubinstein mit je 5 und Marshall mit 4x/2 Zählern. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedattlonStisch. Wortspiele. Sie waren lange gewandert. Run lagerten sie. „Du bist schön müde," sagte sie. „Und du bist müde schön," sagte er. „2ch bin aber jetzt nicht müde." „Du bist auch jetzt nicht ...“ Da hatte er schon eine geklebt. Aebersehung. Pasicke ärgert sich mit einem Rumsteak herum. „Don welchem Tier mag das eigentlich sein. Herr Ober?" „Wie, Herr?" „Was heißt Wieher? Bei uns sagt man Pferd!" Eisenbahn-Fahrkarten auch die kleinste Strecke zu Original-Bahnpreisen ohne Jeglichen Aufschlag Theater- und Eintrittskarten für sämtliche Frankfurter Bühnen, sowie zum neueröffneten Frankfurter Sportpalast, Sechstagerennen, Boxkampf usw. Mittelmeer-Reisen “Se’S Reise-Brou Loeb, Gießen, Seltersweg 93, Telephon 4197 Mitteleuropäisches Relsoburean, Hamborß-Amerlka-Linle, Vertretunl Gl et en _______________________________________ 0773A gr. (9 r ü n i n g e n, 5. Nov. Die Ernte der Hackfrüchte kann nun als beendet angesehen werden, während noch ein Teil des Weizens zu säen ist. Die zweite Sturz dürfte bis gegen Ende November bewerkstelligt sein. Die Kartoffelernte setzte hier im Gegensatz zu den Nachbaraemeinden ziemlich spät ein. Die Knollen sind infolgedessen Ende September und Anfang Oktober noch mächtig gewachsen, so daß wir für unsere Gemeinde eine fetten gute Ernte zu verzeichnen haben. Die Dickwurz hingegen brachte nur eine Mittel- ernte. Nach so manchem Jahre teilweiser Mißernte steht nun der Landwirt am Ende eines gesegneten Jahres. Trotzdem kann er nicht so sehr zufrieden sein, da seine Erzeugnisse im allgemeinen nur Vorkriegspreise hoben, während die Preise für Dünger, landwirtschaftliche Geräte usw. weit über den der Vorkriegszeit liegen. So werden beispiels- weise zur Zeit für den Doppelzentner Weizen nur 21 bis 22 Mark (Vorkriegspreis!) und für den Zentner Kartoffeln 3,90 Mark bezahlt. Man sieht daraus, daß die Landwirtschaft durch das Mißverhältnis der Preise zwischen landwirtschaftlichen Produkten und denen der Bedarfsartikel sehr ungünstig beeinflußt wird. > Holzheim, 5. Rov. Seit gestern ftndet hier eine dreitägigeJugendfreizeit des christlichen Jugendbundes für Hessen statt. Zahlreiche auswärtige Teilnehmer haben in der Gemeinde gastliche Aufnahme gefunden. An den Dor-- und Rachmittagen sind regelmäßig Vorträge im Dereinshaus: allabendlich sind 3u= gendversammlungen vorgesehen. Die gestrige Re- formationsseier in der Kirche wurde verschönert durch Chorvorlräge des hiesigen Gemischten Chors, der durch auswärtige Kräfte, Teilnehmer an der Jugendfreizeit, verstärkt wurde und gute Leistungen bot. Kreis Biidn Zrn. nd. Ridda, 4. Rov. Vom schönsten Wetter begünstigt, wurde heute hier das neue Real- Lichtspielhaus/Bahnhulstrahe 34 Um allen Gelegenheit zu geben, dieses größte aller Lustspiele zu sehen, geben wir morgen Mittwoch, 7. Kovember möchten. Rektor M e r g o t t übermittelte darauf die Glückwünsche der Volksschule mit der Hoffnung, daß das bisher bestandene gut : Verhältnis beider Bildungsstätten auch ferner trotz räumlicher Trennung erhalten bleibe. Oberstudiendirektor Dr. Keller aus Büdingen sprach der Schwesteranstalt des Kreises im Auftrage des Oberlehrervereins in Oberhessen die besten Wünsche zu dem freundlichen, zeitgemäßen Unter- richtsgebäude aus. Die Glückwünsche des Philologenvereins Hessens überbrachte Studienrat Dr. Monje aus Darmstadt der Äiddaer Realschule unter längeren Ausführungen über die Bedeutung dieser Anstalten und überbrachte der Schule ein schönes Bild als Geschenk. Lehrer i. R. K ü - f e r von hier, der seine ganze 45jährige Dienstzeit der hiesigen nunmehrigen Realschule gewidmet hatte, beglückwünschte in tiefgefühlten Worten Lehrer und Schüler zu dem schönen neuen Heim. 3m Ramen ehemaliger Schüler brachte Studienrat Sr. Kraft die Gefühle der Anhänglichkeit und Dankbarkeit in herzlicher Weise zum Ausdruck und teilte mit, daß die Vereinigung größere Geldbeträge gestiftet habe zur Ausschmückung der neuen Schule durch kunstvolle Bilder und bergt Beigeordneter Rullmann von hier, ein eifriger Förderer der Erweiterung der Höheren Bürgerschule zur Realschule und eines Reubaues für diese, dankte für bte Anerkennung, die ihm für sein Streben von Vorredner Lauckhard gezollt worden sei. Schließlich überbrachte noch Lehrer Dieter von hier die Glückwünsche der Riddaer Ortsgruppe des V. DA. und gedachte dabei der deutschen Schüler im Auslande. Rach Schluß des Weiheaktes fand eine Besichtigung der Räume statt. Die 16 Säle und mehrere Zimmer und Rebenräume wurden allseits bewundert. Eine geräumige Hausmeisterwohnung, Dampfheizung und Räume für eine spätere Badeeinrichtung sind sehr zweckmäßig angelegt Der Turm enthält eine llhr und bietet von seiner Plattform aus eine weite ^lebersicht über Ridda und Umgebung. Don der Kreisverwaltung nahm Kreisdir^tor Dr. G a ß n e r aus Büdingen an der Feier teil. Das Lairdesarnt für Dildungswesen hatte in einem herzlichen Glückwunschschr:iben bedauert, wegen anderweitiger Dienst Geschäfte keinen Vertreter zur Feier senden zu können. Kreis Lauterbach. P. Schlitz, 5. Rov. Hnfere heimische Leinenindustrie hat ihren Weltruf auch gelegentlich der Amerikafahrt des »Graf Zeppelin" in hervorragender Weise bewiesen. Waren doch die im Speisesalon zur Verwendung gekommenen Tischdecken und Servietten Er^ug- nisse der hiesigen Langheinrichschen Seinen fabrif (Inhaber Kolb & Schüle A.-G.). Starkenburg. Darmstadt, 5. Rov. Der 24jährige Lagerarbeiter And.eas L e i ch t I e i n war im Baustoff- lager der Reichsbahn mit dem Abladen von Hakenplatten beschäftigt. Zu gleicher Zeit wurden einige Güterwagen zurückgestofzen. L. wollte vermutlich zwei Wagen zusammenkoppeln. wurde aber dabei von den Puffern erfaßt und z u Tode gequetscht. — Heute abend 5V° Ü&r wurde in der Pallasweisenstraße das dreijährige Kind Alfred des Hilfsarbeiters Franz Keller aus der Kolonie Grohberg von einem Auto der Kleiderfabrik Lorenz aus Rohdorf überfahren und sofort getötet. Rach den bisher angestellten Ermittlungen soll den Chauffeur keine Schuld treffen. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Krofdorf, 5. Nov. Am Samstagnachmittag wurde unter starker Anteilnahme der Bevölke- runa die sterbliche Hülle von Rektor a. D. Peter Hoffmann auf dem hiesigen Friedhof zur letzten Ruhe bestattet. Der Verewigte hatte fast vier Jahrzehnte in Treue an unserer Schule gewirkt, zu- nächst als Lehrer, später als Hauptlehrer und Leiter der Anstalt. Seit dem Sommer 1924 lebte er im wohlverdienten Ruhestand. Am Grobe wurde der großen Verdienste des Heimgegangenen in Schule, Kirche und Gemeinde unseres Ortes in würdiger Weise gedacht. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 5. Rov. Seit dem 18.Oktober wird hier die Ehefrau Frieda Gelsheimer vermißt. Rach den bei der Kriminalpolizei eingegangenen Rachrichten soll an der Frau ein Verbrechen begangen worden fein. Mit dem Verschwinden der Frau soll ein hiesiger Buchhalter in Verbindung stehen. — Am 30. Oktober abends kletterte ein stellenloser lüjähriger Schloss er in der Dockenheimer Anlage an einem Haus an der Vorderseite nach dem Balkon im ersten Stock empor, betrachtete sich durch ein beleuchtetes Fenster die viele ehemalige Schüler derselben von hier und auswärts, die sich unter dem Vorsitz von Studienrat Dr. Karl Kraft in Büdingen zu einer Vereinigung in diesem Jahre zusammengeschlossen haben, sowie eine größere Zahl von Gliedern des ganzen Kirchspiels teilnahmen. Dekan Scriba hielt die Festpredigt über „Wissen und Glauben" nach Ephes. 3,19. Die Realschüler sangen: „Danket dem Herrn". Um 3 llhr nachmittags versammelten sich Lehrer und Realschüler und eine große Zahl Festteilnehmer vor dem a I t_e n Schulhaus. Zum Abschied trug eine Schülerin ein passendes Gedicht vor, nachdem die Feuerwehrkapelle einen Choral gespielt und der Schülerchor „ Unfern Ausgang segne Gott" gesungen hatte. Der Leiter der RealschÄe, Studienrat Lauckhardt. sprach dann herzliche Abschiedsworte und schilderte kurz den Werdegang der Schule, die 33 Jahre lang mit der Volksschule in einem Hause stets friedlich und im besten Einvernehmen gewesen sei. Dann zog die ganze Versammlung unter MusiDeglei- tuna zum Reubau der Realschule, der, mit Girlanden und Fahnen geschmückt, einen prächtigen Anblick bot. Zu beiden Seiten am Hofeingang stehen zwei mannshohe allegorische Figuren aus der Märchen- und Sagenwelt als Springbrunnen auf wohlgepflegten Anlagen. Die Kapelle intonierte: »Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Rachdem die Schüler ein Danklied gesungen und eine Schülerin einen kurzen Prolog gesprochen, ergriff Oberbaurat Frey von Büdingen, der Bauleiter, das Wort. Er erläuterte die Entstehung, die Ausführung und Anlage des Gebäudes und beglückwünschte zu dieser Zierde bie Stadt Ridda. Dabei übergab er den Schlüssel dem Vertreter der Stadt. Bürgermeister Ringshaufen. Dieser übernahm mit Dankesworten an die Baubehörde und die beim Dau beteiligten Handwerker, die sich allen Aufgaben gewachsen gezeigt, das Haus im Ramen der Stadl und über gab dem Leiter der Schule den Schlüssel mit den besten Segenswünschen für die Anstatt. Rach Oeffnung t>eg Hauses strömte die große Menge hinein. Rur ein Teil konnte in der sehr geräumigen Aula Platz finden, um der weiteren Feier beizuwohnen. Rektor Lauckhard gab in seiner Weiherede der großen Freude von Lehrern und Schülern über die herrlichen, gesunden Räume Ausdruck, banfte allen Mit wirkenden beim Gelingen des Werkes und besonders der Stadtverwaltung für die gebrachten sehr großen Opfer, die reichen Segen für die in dem neuen Hause herangebildeten Geschlechter bringen Dies ist völlig verfehlt und sollle durch 7 Sbd7, gefolgt von Ld6 nebst e51 ersetzt werden. Aach dem Textzuge gelangt Schwarz nicht mehr zur ? ~ ‘ - springers, wonach halten läßt. Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGI5 Wurze und achten Sie genau darauf, daß Jhr Fläschchen aus MAGGI5 großer Original flasche gefüllt wird. Jn dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als MAGGFWürze g-Dauern: erstens steht die Dame deplaciert auf n6: unt> zweckens verhindert der Dauer auf f6 das spätere Fest setzen eines Springers auf e5. 6. Sgl — f3 6. h7-h6 Verhindert 13. Sxc6 wegen Dd71 13. 0-0 ~ ' Umständliche Umgruppierung 1 16. Tal — fl 16. Ta8-a7 17. Tf3-g3 17. c5xd4 18. c3xd4 18. Ta7-c7 19. Da4-dl 19. Tf8-c8 20. Ddl-h5 20. Kg8-f8 Weiß M b h 3 2 5 1 6 4 8 7 Schwarz. c d e f Weiß. und setzt in zwei PFEILRING" durch viele sCHACHEMMYR- ist zu haben bei: Herren- 07860 und Haushaltungswäsche durch „EULAN“ der J.G.-Farben-Indusfrie A.-G. 9782 D lerbaad Lichtbilder-Vortrag ”“D Pfarrer Wilhelm Kramer i und Frau Lotte geb. Scriba Angersbach (z. Z. Gießen), den 4. 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Doch glich der rechte Halbstürmer der Giehener nach schönem Zusammenspiel aus und konnte kurz vor Halbzeit durch unhaltbaren Strafstoß das Resultat auf 2:1 für 1846 stellen. Wetzlar stellte nach Halbzeit um und hatte nun mehr vom Spiel. Gießen verstärkte die Verteidigung durch die beiden Außenstürmer, und gegen diese Mauer rannte Wetzlar vergeblich an. Was aufs Tor ging, hielt der Gießener Tormann in glänzender Manier. Beim Schlußpfiff sah man 1816 als Sieger. Vorbildlicher Eifer und gute Taktik hatten das Spiel gewinnen lassen. Ein seiner Erfolg, der ehrlich anerkannt werden muh. Auch die 2. Mannschaft konnte gegen Heuchelheim- 1. nach schönem Spiel gewinnen. Die Iugendmannschaft muhte sich der Wetzlarer Jugend nach verteiltem Spiel 2:1 beugen. Handball-Verbandsspiele im Männerturnverein (0. T.) Mw. I. — Tv. 1860 Dad-Rauheim I. 7:4 (Halbzeit 5:3). Mw. II. — T. u. Sp. Butzbach l. 2:9 (Hälb- zeit 1:4). Mw. Jugend — Tgmde. Friedberg 3:2 (Halbzeit 0:1). DaS am Sonntag ausgetragene Rückspiel gegen Bad-Rauheim konnte die 1. Mannschaft sicher gewinnen. Durch dieses Spiel bewiesen die Männer- turner, daß sie ihre alte Spi?lstärke nicht ein» Öt, sondern verbessert haben. Gilt doch Dad- ,rim als ein schwer zu schlagender Gegner. Durch diesen Sieg übernimmt der Mtv. wiederum die Führung in der Gaw-Mristerklasse. Die Mwer stellten das Resultat bis Halbzeit bereits aus 5:3. Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Männerturner das Spiel fest in der Hand und ließen sich den Sieg nicht nehmen. Die Spielweise beider Gegner konnte gefallen. Das technisch bessere Spiel der Gießener brachte die Entscheidung uni) den Sieg. Dad-Rauheim stellte eine kampferprobte Mannschaft und spielte aufopfernd. Das Spiel der II. Mannschaft endete, wie vorauszusehen, mit einer Riederlage. Zu berücksichtigen ist, daß die Männerturner ohne ihren bewährten Tormann antreten mußten und ein Spieler dem Spiel fernblieb. Die Ersatzleute konnten die Lucken nicht entsprechend ausfüllen. Butzbach spceUe sn guter Form und zeigte das bessere Können. ES hat verdient gewonnen. Di« Iugendmannschaft spielte um die Entscheidung In der Gau-Jugendklasse, und es gelang ihr, gegen den spielstarken Gegner den Sieg und somit auch den Meistertitel zu erringen. Friedberg hatte den Vorteil des eigenen Platzes und konnte durch einen für den Torwart unhaltbaren Schuß in Führung gehen. Das Spiel wurde bei diesem Stande bis zur Halbzeit durchgeführt. In der 2. Spielhälfte machte sich eine Heber» legenheit der Männerturner bemerkbar. Es gelang ihnen, auszugleichen und bald darauf Die Führung zu übernehmen. Friedberg erzwang nach schönem Durchbruch den Ausgleich. In der letzten Viertelstunde entspann sich ein zäher Kampf um die Führung, aus dem die Männerturner als Sieger hervorgingen. Die MTV.-Iugend hat es damit fertiggebracht, den Titel des Gau» Iugendmeisters im Handball zum erstenmal nach Dießen zu bringen. Ohne Derlustpunkte aus der ganzen Verbandsrunde hervorgegangen, kann sie mit Stolz aus ein Torverhältnis von 50:6 zu- rückblicken. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. I. Mannschaft Londorf — L Mannschaft Diefeck 2:4. Diese Handballmannschaften trafen sich am Sonntag in Londorf zu einem Gesellschaftsspiel. Wieseck trat nur mit 10 Mann an und konnte nach schönem Feldspiel gegen die gutspielende Londorfer Mannschaft das obengenannte Resultat erzielen. 4. Bezirk Gau Hessen O. T. Am Sonntag fand in der Turnhalle zu Alsfeld eine sehr stark oesuchte Vorturnerstunde des 4. Turnbezirkes des Gaues Hessen D. T. statt. 52 Vorturner führten unter der Leitung des 1. Be- Airfstumuxirtes A. Bastian (Alsfeld) die nach dem neuen Turnplane vorgesehenen Ordnungs«, Frei- und Geräteübungen aus. Der Bezirks-Vor- turnertag, der nach dem Turnen abgelzalten wurde, faßte folgende Beschlüsse: Das Hallen-Wetturnen wird dem Turnverein Grebenhain (Kreis Lauterbach) übertragen. Als Tag wird der 10. Februar 1929 festgesetzt. Das Berirksturnfest übernimmt der Turnverein Romrod (Kreis Alsfeld), es wird am 16. Juni 1929 abgehalten. Handball der Sp.-Vg. 1900. 1900 1. Mannschaft — D. f. D. Gießen 1. Mannschaft 4:3. 1900 Jugend — V. f. D. Gießen Jugend ausgefallen, da V. f. D. nicht angetreten. 1900 Schüler — D. f. B. Gießen Schüler 2:1. 1900 2. Mannschaft — D. f. L. Wetzlar 1. Mannschaft 3:9. ö. Das erste diesjährige Ortstreffen im Handball endete mit einer äleberraschung: die 1900er können, im Gegensatz zum Vorjahr, den D. f. B. nur knapp niederringen. Die Erklärung für diesen AuSgang ist darin zu suchen, daß einerseits der Plahverein ohne seinen bewährten Mittelläufer mit einer unglücklich zusammengestellten und außerdem nicht In bester Form befindlichen Mannschaft spielte, die Gäste andererseits über sich hinauszuwachsen schienen. Etwa zehn Minuten nach Spielbeginn konnten die 1900er durch Verwandlung eines Strafwurfs in Führung gehen. Die Leute vom Waidsportplah legten sich jedoch mächtig ins Zeug und tonnten bald darauf den Ausgleich erzielen. Ein ihnen etwas später zugesprochener Sttaswurs kam zur Verwandlung, und sie vermochten den errungenen Vorsprung trotz des Drängens der Spielvereinigungsleute bis kurz vor dem Wechsel zu halten, als es dem 1900er Linksaußen durch schönen Schrägwurf gelang, aufzuholen. Gleich nach der Pause gab der V. f. B.-Mittelsturmer einen hohen Ball aufs Tor, der infolge falscher Berechnung des Spielvereinigungswrwartes seinen Weg ins Retz fand. Das Spiel wurde nun immer lebhafter. Der umgestellte 1900er-Sturm gab dem recht gut, aber auch glücklich (fünf Latten- bzw. Postenschussel) arbeitenden V. f. 03.- Huter alle Hände voll zu tun, konnte ihn aber nur noch zweimal schlagen. Die Angrifte der Dewegungsspieler wurden von der im letzten Teil des Spieles etwas aufmerksamer arbeitenden Hintermannschaft des Platzvereins rechtzeitig abgestoppt. Schiedsrichter Waldmann (Wetzlarer Sportverein) schien sich zwar Mühe zu geben, konnte aber nicht recht überzeugen. Das Spiel der Iugendmannschaften kam nicht zustande, da die D. f. B.er — ohne vorherige Absage — nicht antraten. Das Schülertreften nahm den gewohnt knappen Ausgang. Die reifere Ballbehandlung brachte den Kleinsten von 1900 den Sieg. Die zweite aktive Mannschaft stand der bis auf Paulus vollständigen ersten Elf des D. f. L. Wetzlar zum fälligen Punktspiel gegenüber. Die 1900er Zweiklassigen ließen sich hier weit besser an, als die erste Garnitur im vorhergehenden Spiel. Schon in der zweiten Minute mußte Wetzlars Torwart hinter sich greifen. Run zog Seid fällt vom Himmel. Roman von Paul Enderling. Copyright by Carl Sünder, Verlag, Berlin. 36. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie wimmerte, von einem innern Sturm durch- schüttelt, vor sich hin. Er stand ratlos vor ihr. „Soll ich nicht lieber einen Arzt holen?" Sie sah ihn an. „D u bist mein Arzt. Bleib' noch ein Weilchen und sprich lieb zu mir. Lüge, wenn es nicht anders geht, aber sprich lieb zu mir. Dann bin ich gesund. Als er im Zimmer nach einem Korkzieher suchte, um die Flasche zu öffnen, fiel sein Blick auf einen offen baliegenben Brief, den er bis dahin nicht bemerkt hatte. Er las am obern Rand in lithographierten Buchstaben: „Auskunftei Okulus, Inhaber ..." Weiter las er nicht, und er öffnete die Flasche. Sie hatte, wie sie es in der ganzen Zeit getan, ihn beobachtet. „Gib den Brief!" sagte sie hastig. „Er ist von einer Freundin. Sie hat ihn liegen lassen, als sie mich besuchte." Er reichte ihn ihr, und sie steckte das Schreiben gleich unter die Decke. „Don einer Freundin? Hast du Freundinnen, die mit diesem Kiebitz, ober wie er hieß, verkehren?" „Meine Freundin ist bei ihm angestellt." Sie Iah ihn aus halb geschlossenen Lidern an, um die Wirkung ihrer Worte zu prüfen. „Tippt sie dort?" fragte er, den Wein in zwei Wassergläser gießend. „Trinke, Kind. Das wirb dich kräftigen." „Nein." Sie schob das Glas beiseite, da es ihr den Ausblick verengte. „Meine Freundin ist bei ihm ongefteüt, aber als Beobachterin. Sie sammelt Informationen für ihn." Besorgt empfand er die Veränderung des Tons. Kam es wieder zu einem Ausbruch? „Ich verstehe mich nicht auf diese Berufe .. Sie erhob sich etwas, nippte an dem Glas und sagte, ihm ins Gesicht sehend: „Ja, zu solchen Berufen greifen Frauen, wenn es Ihnen schlecht geht. Verachtest du meine Freundin sehr?" Er strich beruhigend über ihr Haar. ,Lst denn so schlimmes mit diesem Beruf verknüpft?" Sie hielt seine Hand fest und preßte sie in jäher Aufwallung. „Es ist ein gemeines, erniedrigendes Leben. Kiewcning beschäftigt nur Kräfte, die zu allem fähig sind. Verstehst du: zu allem. Sie müssen nicht nur beobachten und Material sammeln, sie müssen manchmal auch nachhelfen." „Das verstehe ich nicht." „Freilich. Du brauchst so was ja auch nicht zu verstehen. Meine Freundin hatte zum Beispiel den Auftrag, einer jungen Ehefrau eine Eheirrung nachzuweifen. Er wollte sie los fein. Wie das machen? Sie erfuhr, daß die Dame abergläubisch sei und empfahl sich als Handleserin. Es war nicht schwer, ihr allerhand Richtiges zu sagen und ihr Vertrauen zu erwerben. Nun, und dieses Vertrauen mußte sie büßen. Horst du auch aenau zu?" Er hatte die ganze Zeit in den Regen gestarrt, der die Welt verhüllte. „Ich werde Licht machen. Es erzählt sich besser, wenn man sich sieht. Oder willst du nicht lieber schweigen und ruhen? Ich will ganz still neben dir sitzen." „Nein, ich will nicht schweigen. Du sollst alles Horen." Sie sah in das aufspringende Licht und fuhr fort: „Meine Freundin hat auch den umgekehrten Fall gehabt. Die Frau eines Kaufmanns wollte geschieden sein, und ihrem Mann mußte ein Fehltritt nachgewiesen werden." Sie würgte an ihren Worten, aber sie peitschte sich weiter in ihre häßlichen Erinnerungen hinein, in eine qualvolle Beichte. „Mehrere Tausende waren als Prämie ausgesetzt. Meine Freundin täuschte das Vertrauen ihres Chefs nicht. Sie wurde Stenotypistin bei dem Kaufmann, machte sich unentbehrlich, besuchte ihn und — verweigerte beim Scheidungsprozeß die Aussage ..." Diesmal hatte er zugehört. Als sie fertig war und ihn lauernd anblickte, sagte er: „Du solltest mit einer solchen Freundin nicht verkehren." Er wischte unwillkürlich mit seinem Tuch über den Handrücken. „Siehst du? Du verachtest mich. Sag' es doch laut! Ich sehe es dir ja an." Ihre fiebernden Augen sprühten auf. Seine Hand glitt flüchtig über ihre fieberfeuchte Stirn. „Ruhig, Kind. Dich trifft es ja nicht." Sie warf sich mit einem wilden Schluchzen zurück. „Ich wußte es ja ... ich wußte es ja ... der V. f. L. alle Register seines Könnens und sandte bis zur Pause viermal ein. Allerdings ho - di« Platzmannschaft schon eine Viertelstunde nach Spielbeginn ihren Verteidiger infolge 03er» g verloren. Rach dem Wechsel ergab sich verdecktes Spiel. Wenn sich der 1900er Hüter nicht einige böse Schnitzer geleistet hätte, so wäre das Tressen in seiner zweiten Hälfte auch zcchlenmähig auf Llnentschieden zu halten gewesen. Die beiden Tore für 1900 hatten ebenfalls den Halblinken zum Schuhen. Gpieivereinigung 1900 Gießen. ö. Die am Sonntag zum Austrag gebrachten Jugend-Pflicht- und G e s e l l s ch a f t s - spiele zeitigten folgende Ergebnisse: 1900 1. Jugend — Grünberg 1. Jugend 1:0. 1900 2. Jugend — Leihgestern 1. Jugend 2:1. 1900 3. Jugend — D. f. B. Kurhessen Marburg 4. Jugend 0:2. 1900 1. Schüler — Steinberg Schüler 5:1. Das Spiel der 1. Jugend fand in Grünberg statt und kostete die Gießener auf dem kleinen ungewohnten Platz alle Anstrengungen, um den knappen Sieg sicherzustellen. Beim Seitenwechsel führte 1900 bereits 1:0 und hatte später noch eine ganz sichere Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen, die aber versiebt wurde. Die 2. Jugend spielte auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe. Für den zu spät eintreffenden Schieds- richter leitete ein Jugendlicher vom Platzverein, der seine Sache besser machte, als nachher der Schiri. Mit 1:1 ging man in die Pause. Ein eigentlich haltbarer Elfmeter ergab für Leihgestern das Ehrentor Die Gäste waren körperlich sehr gut entwickelt. Die 3. Jugend konnte in Marburg nicht erfolgreich fein. Diese Mannschaft hat bis jetzt, trotz großen Eifers, wenig Zusammenspiel, wobei berücksichtigt werden muß, daß die körperlich schwache Elf erst drei Spiele ausgetragen hat. (Halbzeit 0:1.) Ein recht ansprechendes Resultat erzielte die erste Schülerelf in Steinberg. Bis zum Schlußpfiff erzielten die Kleinen fünf, zum Teil sehr schöne Tore, darunter eins durch Verwandeln eines Elfmeters. Die Ueberlegenheit der Gießener kommt durch das 3.0-Halbzeitresultat schon recht zum Ausdruck. V. f. B. Liga — Burg Liga 5:1. Ligareserve — Burg Ligareserve 5:1. 1. Jugend — 1. Jugend Butzbach 2:1. 2. Jugend — 1. Jugend Steinberg 0:6. 3. Jugend — 1. Jugend Hermannstein 0:1. 2. Schüler — 1. Schüler Hermannstein 0:2. Die Liga Mannschaft mußte ihre Fahrt nach Burg ohne die erkrankten Spieler Sättiger und Singel antreten. Sie lieferte wider Erwarten ein sehr gutes Spiel. Wie auf allen derartigen Plätzen, fiel es auch hier der V. f. B.-Mannschaft in der ersten Halbzeit schwer, sich zurechtzufinden, zumal die körperlich sehr kräftige Platzelf mit einem Eifer und einem Siegeswillen kämpfte, gegen die aufzukommen, nicht leicht war. Obgleich die technische Ueberlegenheit Gießens schon von Anfang an durch besseres Feldspiel zum Ausdruck kam, reichte cs bis zur Halbzeit nur zum Führungstor, da die äußerst stabile Burger Verteidigung durch ihre euer- gische Abwehr die Angriffe des Gießener Sturms mit Sicherheit abzustoppen vermochte. Die Gegenangriffe der Einheimischen waren recht gefährlich und schufen heikle Situationen vor dem V. f. B.-Tor, wo sich jedoch die in guter Form befindliche Hintermannschaft als Herr der Lage zeigte. Nach dem Wechsel schien der Gegner fein Pulver verschossen zu haben. Während sich D. f. B. anfangs das hohe Spiel der Burger hatte aufdrängen lassen, kehrte er nun zur flachen Kombination zurück und beherrschte von jetzt ab das Feld. Die Mannschaft führte bis zum Schluß ein so prächtiges Spiel vor, wie sie es in den diesjährigen Derbandsfpiclen noch nicht gezeigt hat. Die Ballbehandlung und das Stellungsoer- mögen des einzelnen, sowie das Zuspiel untereinander und die Zusammenarbeit der Mannschaftsteile zeigten Klassenunterschied. Während die Verteidigung, einschl. Tormann, nur noch wenige Male ein« Verwirrt sah er auf das fiebernde Mädchen. Warum erregte sie sein Urteil über ihre Freundin so? Im Alcazar kam sie doch auch nicht nur mit Gentlemen zusammen. Plötzlich fiel ihm ein, daß dieser Kiewening damals, als er ins Alcazar flüchtete, an feinem Tisch gesessen und sich immer wieder an ihn herangedrängt hatte. Und dann war Blinsky zu ihm gegangen — ob sie etwas wußte? Ein unbehagliches Gefühl überkroch chn. Marthas Schluchzen war verebbt. Ihr Gesicht kam unter der Decke vor, und sie versuchte zu scherzen: „Nun habe ich wohl eine rote Nase von dem dummen Weinen?" „Du hast sehr interessant erzählt. Aber ich habe das Gefühl, daß du mir noch nicht alles erzählt hast." „Nicht alles?" Ihre 2lugen weiteten sich angstvoll. Er beugte sich über sie. „Du verbirgst mir etwas." Jetzt, da sie alles sagen sollte, fühlte sie sich feige werden. „Ich verberge nichts ... ich ..." Mutlos legte sie den Kopf auf das Kissen. „Ich habe dir nichts mehr zu sagen." „Diesmal sprichst du wahr. Du hast mir nichts mehr zu sagen: denn ich weiß nun alles. Du bist Kiewenings Gehilfin, und du hast auch mich beobachtet. Ist es so?" Sie blickte furchtsam auf. „Es ist so." Grotteck stand auf. Er fühlte, wie sich ein Netz über ihn legte. „Und — wie weit ist dein Chef nun informiert?’5 „Ich schwöre dir, ich habe es nur übernommen, damit es nicht jemand anders bekam. Nie hätte ich dick; ihm preisgegeben, nie ... nie ... nie. Ich liebe dich doch. Fühlst du das nicht?" „Was weiß er nun von mir?" „Nichts. Er hat mich gequält und ausgesorscht, er hat mich beleidigt und mit Entlassung bedroht. Kurt, glaube mir, und wenn ich auf der Folter gelegen hätte, ich hätte nichts verraten." „Was war denn zu verraten?" „Nichts. Es liegt nichts gegen dich vor." „War es das, was du in deinem Brief andeutetest?" „3a, er scheint von anderer Seite etwas gehört zu haben." „Von Blinsky?" fragte er schnell. zugreifen brauchte, lieferte die Läuferreihe und von dieser besonders der Mittelläufer eine glänzende Partie. Der gut unterstützte Sturm trug den Ball in systemvollen Angriffen immer wieder nach vorn und schoß, obgleich er in dem ganz vorzügl.chen Torwart des Platzvereins ein schwer zu überwindendes Hindernis vor sich hatte, in regelmäßigen Abständen vier Tore. Fast mit dem Schlußpfiff erzielte Burg bei einem überraschenden Durchbruch sein Ehrentor, so das Schlußresultat auf 5:1 stellend. Die ßigareferoe zeigte sich ihrem Gegner in punkto Technik und Zuspiel ebenfalls überlegen und gewann verdient', dem Spielverlauf nach hätte das Resultat noch hoher ausfallen können. Die Mannschaft brauchte jedoch ebenfalls einige Zeit, bis sie sich mit den Platzverhättnissen abgefunden hatte und ihr besieres Können in Tore auszudrücken vermochte. Die erste Iugendmannschaft hatte auf eigenem Platz die gleiche des D. f. R. Butzbach zum Derbandsspielgegner und gewann knapp, aber verdient. Beide Maimscha'ten zeigten mäßige Leistungen. B. f. 2. spielte weit unter seiner sonstigen Form, war aber seinem Gegner trotzdem um einiges überlegen. Das Tressen hinterließ durch das wenig sportliche Disziplin verratende Verhalten der Butzbacher, von denen der Schiedsrichter gegen Schluß zwei vom Feld verweisen mußte, einen ungünstigen Eindruck. Eine unverdiente Riedrriaae mußte sich die zweite Iugendmannschaft in Steinberg gefallen lasen. Das 0:6 enftpricht in keiner Weise dem Kräfteverhältnis der beiden Mannschaften, die von dem Schiedsrichter, einem Mitglied des Plahvereins, in der ausfallendsten Weise ungleich behandelt wurden. Die dritte Jugend zeigte in ihrem Gesellschaftsspiel gegen Hermann st ein eine merkliche Formverbes-erung und verlor nur knapp. Trotz fester Zusage des Lollarer Sportvereins trat dessen erste Iugendmannschaft zum vereinbarten Geseklschasts'p-el gegen die erste Schülerelf nicht an, so daß diese ohne Gegner blieb. Die zweite Schüler Mannschaft zeigte gegen die Schüler Her mann st eins nur schwache Leistungen und mußte sich den besseren Gästen beugen. Fußball in Heuchelheim. 5p. V. 1921 I — 5p. 3. Daubtingen I 5:0 (2:0). Im Verbandsspiel trafen sich die Mannschaften auf dem Sportplatz in Heuchelheim. Obwohl die Heuchelheimer 5:0 gewannen, konnte« ihr Spiel durchaus nicht überzeugen. Die Mannschaft war gegen das Spiel am Vorsonntag nicht wiederzuerkennerr. Zum Glück war Saubringen rin sehr schwacher Gegner. Dis zur Halbzeit kamen die Gäste noch einigermaßen mit, danach war es nur noch ein Spiel auf rin Tor« Kußball in Großen-Buseck. F. C. 1926 Großen-Buseck I — Sp. D. Teutonia Laubach I 3:2 (2:0). F. C. 1926 Großen-Buseck II — Sp. D. Teutonia Laubach II 3:2. Was man am Sonntag in Großen-Buseck zu sehen bekam, übertraf alle Erwartungen. Der Gegner sowie der Platzverein spielten einen gleichwertigen Fußball, der ganz im Rahmen der Sportlichkeit durchgeführt wurde. Der Kampf war vorn Anfang bis zum Schlußpfiff packend. Auch die 2. Mannschaften zeigten gute Leistungen: hier war es dem Platzverein ver- gönnt, Sieger zu fein. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Sfei.ibad) I 4:0 (4:0). Am Sonntag hatte Leihgestern die spielstarke 1. Mannschaft des Fußballsportoereins Steinbach im Verbandsspiel zu Gast. Leihgestern fpielte in der ersten Halbzeit überlegen und konnte mit 4:0 in Führung gehen. Trotz dieses Halbzeitresultats kämpfte Steinbach eifrig weiter, konnte aber das Ehrentor nicht erzielen, da die Hintermannschaft der Einheimischen in sehr guter Form war. Mit diesem Sieg hat Leihgestern die Führung in der Tabelle übernom- „Den kenne ich nicht. Ich wollte dir nur raten: sieh' dich vor! Oder noch besser: bezahle Kiewening. Dann ist er auf deiner Seite." „Danke schon." „Wirst du nun wiederkommen?" Grotteck zog den Mantel an. „Das weiß ich nicht. Aber ich weiß, daß du Hilfe braucbst. Ich nehme an, daß du dies alles im Fieber gesprochen hast. Ich muß es annehmen. Du mußt hier heraus, aus dieser Bude und aus der Stadt. Ich gebe dir Geld, damit du in ein stilles Schwarzwalddorf ziehen kannst, sobald es der Arzt erlaubt. Deine Nerven müssen sich wieder erholen. „Du willst mir Geld geben?" Er zog die Brieftasche und legte mehrere Scheine hin. „Das wird fürs erste reichen, denke ich." Mit einem Ruck saß sie aufrecht. „Woher hast du das Geld?" „Es fiel vom Himmel", sagte er ruhig. Entsetzt schlug sie die Hände vor die Augen. „Dann bist du es also doch!" schrie sie plötzlich auf. Draußen vor der Tür gab es ein kurzes Stolpern, als wenn ein Mensch über die dort au (gestapelten Pappschachteln gefallen wäre. „Werden wir hier belauscht?" Aber als er die Tür öffnete, war niemand zu sehen. Er schloß sie wieder. „Nun will ich gehen", sagte er mit tonloser Stimme. „Wohin?" „Daß weiß ich nicht." „Es ist noch nichts verloren ..." „Ich fürchte, es ist mehr verloren, als du ahnst." „Kann ich dir nicht wenigstens einen Rat geben?" „Nein. Ich brauche keinen Rat von dir?" Sie zuckte zusammen. Ein schlimmes Lächeln stand plötzlich in ihrem geröteten Gesicht. „Wenigstens kannst du jetzt nicht zu ihr gehen", sagte sie befriedigt. Seine Haltung war wieder gestrafft. „Wen mek« nen Sie, Fräulein Rebmann?" „Zu ihr, zu dieser Brodersen in ihrem Auto!" <5te lachte schadenfroh. Sie war ihm ganz fremd. „Und warum sollte ich nicht?" „Weil sie nicht da sind. Weil sie in Paris wohnen.* (Fortsetzung folgt.) men. Schiedsrichter Kreiling (V. f. D Gießen) leitete mustergültig. Lechgesterns 1. Jugend verlor im Gesellschaftsspiel gegen Spielvereinigung 1900 Gießen 2. Jugend mit 1.2 Toren. Sportverein Ettingshausen 1921. Zum fälligen Derbandsspiel weilte die erst. Mannschaft des Sportvereins Rieder-Weisel am Sonntag in Ettingshausen. 3n der ersten Halbzeit wurde GUi beiden Seiten nichts besonderes geboten, und mit 0:0 wurde gewechselt (Caen 1:4). Erst in der zweiten Halbzeit fand Ettingshausen sich etwas besser zu arnmen und konnte dem Gastverein, der merklich nachgelassen hatte, vier Tore einsenden, darunter _ ein Elfmeter. Tormann und Verteidigung der Gäste waren flui; der Sturm war nicht durchschlagkräftig genug, um zu einem Erfolg zu gelangen. Ergebnis 4:0 (Eckenverhältnis 10:4) für Ettingshausen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen! — Dorheim! 1:1. Gießen hatte am Sonntag Dorheims l.Wann- schaft im Rückspiel zu Gast. Die Gäste stellten eine stabile Mannschaft, während die Einheimischen mit reichlichem Ersatz antraten. Auch diesmal endete das Spiel unentschieden und zeigt« so, daß beide Mannschaften gleichwertig sind. Aach Anstoß entwickelte sich ein flottes Spiel; in dem es auf beiden Seiten gefährliche Momente gab. Kurz vor Halbzeit konnte Gießen durch Strafstoß in Führung gehen. Aach Seitenwechsel versuchte Dorheim auszugleichen, so daß das Spiel schärfer wurde. Aus einem Gedränge vor Gießens Tor gelang es Dorheim, den Ausgleich herzustellen. Beide Mannschaften kämpften nun um die abermalige Führung. Einige gute Gelegenheiten wurden auf beiden Seiten noch herausgearbeitet, sie brachten jedoch nichts ein. Mit dem Resultat 1:1, Ecken 8:3 für Gießen, machte der Schlußpfiff des guten Unparteiischen dem Spiel ein Ende. Naunheim! — AlSseld! 1:0. Alsfeld mußte mit vier Mann Ersah nach Naunheim fahren. Beide Mannschaften spielten gleichartig und verschossen je einen Elfmeter. Kurz vor Halbzeit konnte Aaunheim durch Strafstoß in Führung gehen. Bis Schluß folg e ausgeglichenes Spiel, in dem Alsfeld nicht zum Erfolg kommen konnte. Die übrigen Spiele. Aaunheims 2. Mannschaft hatte Leuns 1. zu Gast. Aach gleichwertigem, verteilten Spiel trennten sich die Gegner mit dem Resultat 3:3. Marburg 1 zog es vor. der 1. Mannschaft Lollars die Punkte kampflos zu überlassen. Wiesecks Jugend hatte Gießens Jugend zu Gast. Bereits n?ch 20 Minuten, beim Stande 1:0 für Wieseck, mußte der Unparteiische, veranlaßt durch das Verhalten der Begleitmannschaft der Gäste, das Spiel abbrechen. Tagung der Uebungswarte. Am Sonntag trafen sich in Gießen die Uebungswarte der Bezirksvereine zur Herbstübungsstunde mit anschließender Tagung. Bezirksturnwart Will, Launsbach, leitete die Hebungsstunde. Einleitende Gymnastik brachte bald Leben und Arbeitsfreude in die stattliche Zahl der Teilnehmer. Anschließend wurden die Geräteübungen in Ober-, Mittel- und Unterstufe für das Anfang nächsten Jahres stattfindende Bezirls-Gerätewetturnen durchgeturnt. Den Abschluß der Uebungsstunde bildeten Hebungen und Spiele mit dem Medizinball. In der anschließenden Sitzung wurde ein kurzer Rückblick über das abgelaufene Jahr gegeben. Die Wahl der Techniker crgau die Wiederwahl der seitherigen Männer. Zum nächstjährigen Dezirkssest ,in Heuchelheim wurden ein Sieben- und Zehn- tampf für Turner. Drei- und Fünfkampf für Sportler und ein Dreikampf für Fußballer vor- ge'chlagen. Ferner wurde ein Antrag eingebracht, das Bezirksfest spätestens vier Wochen vor dem Bundesfest (18. bis 21. Juli in Rürnberg) ab- zuhalten. Dem soll entsprochen werden. Das ilebungsmaterial wird in der anfangs Februar 1929 stattfindenden älebungsstunde durchgenommen, wobei auch das Wettkampf- und Frei- übungsmgterial zum Bundesfest durchgefprochen und vorgeführt wird. MisterschastdeSDeutschenSchützendundeK Die Mannschafts-Meisterschaften des Deutschen Schützenbundes wurden am Sonntag auf den Ständen des Bürgerschützenkorps in Erfurt ausgetragen. Bundesmeifter wurde die Mannschaft der Berliner Schützengilde mit 3 Siegen und 3886 Ringen, 2. Hauptschützengesellschaft München 3 Siege und 3867 Ringe, 3. Büchsenschützenkompagnie Weimar 3 Siege und 3827 Ringe, 4. Hamburg einen Sieg und 3617 Ringe, 5. Düsseldorf „Wilhelm Tell" 3657 Ringe. Aeuer deutscher Rekord im 100 m Freistilschwimmen. Bei den am Sonntag veranstalleten internen Wettkämpfen des Vereins Dorussia-Silesia Breslau stellte Schubert mit 1:00,6 Minuten einen neuen deutschen Hallenrekord im. 100- Mcter Freistilschwimmen auf. Wirischast. Oeuischtands Kapiiaiversorgung. Die Direction der Disconto-Gesell- schäft, Berlin, führt in ihrem neuesten Bericht zur Kapitalversorgung Deutschlands u. a. aus: Die Lage des deutschen Kapitalmarktes der Gegenwart erhält ihr besonderes Gepräge durch das anhaltende Mißverhältnis von Angebot und Nachfrage. Es hat den Anschein, daß die Haupt- ursachcn für dieses Mißverhältnis immer noch mehr in der Stärke der Nachfrage, als in der älnzulänglichkeit des Angebots liegen. Der Kapitalbedarf für Zwecke des Wirtschaftsausoaues und Rationalisierung wird noch auf lange Zeit über das Normalmaß gesteigert bleiben. Die Abtragung unserer politischen und privaten Schul- denverpflchtungen gegenüber dem Ausland zwingt uns dazu, unsere Wirtschaft immer leistungsfähiger zu machen, unsere Ausfuhr zu steigern und unsere Einfuhr zu vermindern. DaS ist ohne verstärkte Kapitalinvestitionen in Industrie und Landwirtschaft nicht möglich. Hinzu kommt der Bedarf für den Wohnungsbau und für den Ausbau des Verkehrswesens (Straßen und Fahrzeuge), um nur zwei wichtige Gebiete zu nennen. Die zunehmende Verflechtung der deutschen Wirtschaft in internationale Zusammenhänge macht es auch zur unabweisbaren Notwendigkeit, daß uns, wenn auch zunächst nur bescheidene, Kapitacheträge zur Anlage int Ausland zur Verfügung stehen. Für unsere Cxportentwicktung wichtige Beziehungen zum Ausland können vielfach nur durch finanzielle Beteiligung ausgebaut und gesichert werden. Durch die zunehmende Intensität unserer Wiedereinbeziehung in weltwirtschaftliche Zusammenhänge mehren sich die Fälle, in denen solche finanziellen Beteiligungen nicht freiwilligen Kapitalexport, sondern notwendige Verstärkung der Fäden bedeuten, die uns mit den verschiedensten Gebieten der internationalen Wirtschaft verbinden. Leider steht nicht zu hoffen, daß die aus derartigen Kapitalanlagen int Ausland stammenden Einnahmen bereits in absehbarer Zeit eine fühlbare Entlastung unserer Zahlungsbilanz bewirken. Deutschland bleibt zunächst ein K a p i t a l e i n f v. h r l a n d, schon unter dem Druck der Kapitalverluste, die die Reparationszahlungen bedeuten. Daß gegenüber dem geschilderten Kapitalbedarf das Angebot unzu- reicheitd ist, ergibt sich aus der Höhe der deutschen Zinssätze. Sie ist der beste und einwandfreieste Messer für den Grad der noch bestehenden Kapitalarmut Deutschlands verglichen mit anderen Ländern auf derselben Stufe wirtschaftlicher Entwicklung. Der unveränderr hohe Stand des Zinsfußes beweist zugleich, wenn man sich den ihm innewohnendeit Anreiz zu einer außerordentlich verstärkten und beschleunigten Kapitalbildung vergegenwärtigt, unser tatsächliches Unvermögen zu dieser. Berechnungen der Höhe der gegenwärtigen deutschen Kapitalbtl- dung sind mehrfach angestellt worden. Wie man sich zu ihren Ergebnissen im einzelnen auch stellen mag, so wird man doch zugeben müssen, daß die Kapitalbüdung unter Ausschaltung jeglicher Auslandkredite und unter Berücksichttgung der Geldentwertung noch sehr erheblich hinter dem Boickriegsumfang zurückbleibt. Die Bildung von Sparkapital hängt, ab- aeseheit von den Konsumgewohnheiten. entscheidend von der Slnkommengestaltung ab. Die verringerte Kapitalbildung würde also zunächst ohne weiteres den Schluß auf Verringerung der Durch- ichnittseinkommen nahelegen. Ganz allgemein kann heute von einer solchen nicht mehr die Rede sein. Aber durch die Verarmung des Rentner- standes und andere soziale Verschiebungen fallen weite Kreise in der Kapitalbildung aus. Die weitgehendste Erschwerung erfährt bte Kapitalbildung bei Privatpersonen, wie bei wirtschaftlichen Unternehmungen durch die starke Entziehung öon Finanzmitteln seitens der öffentlichen Körperschaften. Es geht nicht an, diese Belastung mit deut Hinweis darauf obzutmt, daß ja, von den Reparationszahlungen abgesehen, der gesamte öffentliche Aufwand wieder in irgendeiner Form in die Wirtschaft zurückfließe; vor allem im Zusammenhang mit der Frage der Kapitalbildung ist ein solches Argument nicht stichhaltig. Die Wirkungen des Kapitalentzugs uni) die Verringerung der Kapi- talbtldungsmöglichketten bleiben bestehen. Pflegliche Behandlung und Stärkung aller Möglichkeiten zu neuer Kapitalbildung ist neben möglichst produkttver Verwendung des vorhattdenen Kapitals eine dreifache Notwendigkeit für ein Land, in dem die Höhe der Kapitallosten und die aus ihr entspringende Verteuerung der Selbstkosten fast eine wirtschaftliche Gefahr bedeutet. * Rudolf Karstadt A.-G. In der Aufsichts- ratssttzung der Rudolf Karstadt A.-G. in Hamburg wurde Bericht erstattet über die fortschreitende Entwicklung der Einheitspreisläden der Tochtergesellschaft „EPA", die inzwischen 17 Geschäfte in Deutschland fast ausschließlich in eigenen Grundstücken der Karstadt A.-G. betreibt, während sechs weitere demnächst eröffnet werden. Die inzwischen erworbenen und im Bau befindlichen Häuser werden es ermöglichen, bis Ende 1929 etwa 40 Filialen in Betrieb zu haben. Die Umsatzziffern aller Häuser befinden sich in steigender Entwicklung. Es wurde ferner be- kanntgcgeben, daß die Kauf- und Warenhäuser der Karstadt A.-G. auch in diesem Fahre eine nicht un« bedeutende Umsatzsteiaerung zu verzeichnen haben. Der Aufsichtsrat beschloß, von den Borratsaktien im Betrage von 10,5 Millionen Mark 9 916 000 Mark mit Dividendenberechtigung ab 1. Februar den Aktionären im Verhältnis 6:1 zum Kurse von 175 v. H. onzubieten. Das Agio fließt in die Kassen der Gesellschaft. Es wird zur Erhöhung des Reservefonds dienen. Die übrigbleibenden 584 000 Mark Borratsaktien bleiben unverändert zur Verfügung der Gesellschaft. Hindermarki in Gießen. Der heutige Gießener Rindviehmartt war mit 869 Stück Großvieh und 356 Kälbern und Jungtieren beschickt. Der Handel war ziemlich flau. Besonders schlecht war der Handel in Schlachtkühen, die säst unverkäuflich waren. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qualität 500 bis 600 Mt., 2. Qualität 300 bis 400 Mk.; Schlachtkühe 70 bis 150 Mk.; Rinder (ein- bis zweijährig) 100 bis 240 Mk.; Kälber (je Pfund Lebengewicht) 50 bis 60 Pf. Bessere Tiere erbrachten Preise über Notiz. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 6. Nov. Tendenz: unein- heitlich. — In Anbetracht der heutigen amerikanischen Präsidentschaftswahlen war die Stimmung bei Eröffnung zurückhaltend und ziemlich unsicher, wobei die weiter unübersichtliche Lage im Eisenkonflikt die bestehende Luftlosigleit verstärkte. Das Geschäft war im allgemeinen wieder nur sehr gering, und an einigen Märkten schritt die Spekulation zu Positionslösungen, während andererseits für verschiedene Werte weiter etwas Kausneigung bestand. Die Kursentwicklung war daher nicht ein- heitlich, doch blieb die Dör'e im Grundton ziem- lichwider standsfähig. Etwas regeres Interesse bestand heute für Bankwerte, von denen Danatbank und Reichsbank mit je plus 2,5 Prozent bevorzugt waren. Am Schissahrtsmarkte waren Hapag auf die heutige Aufsichtsratssitzung mit plus 1,25 Prozent, wie schon an der gestrigen Abendbörse, gefragt. Norddeutscher Lloyd dagegen auf Glattstellungen leicht gedrückt. Einige Käufe wurden in Wahß & Freitag vorgenommen, die weitere 1,75 Prozent gewannen. Ferner 6Heben Kaliaktten auf die günstigen Kaliobsahziffern des Kalisyndckats gut behauptet. Montanwerte lagen still. Mannesmann und Mansfelder je 1 Prozent fester. Am Elektromarkt gewannen Gesfürel erneut 1 Prozent, AEG., Bergmann, Chade, Schuckert und Siemens dagegen infolge Realisationen je 1 Prozent schwächer. J.-G.-Far- ben eröffneten 1 Prozent niedriger. Stärker an- geboten waren Karstadt mit minus 5 Prozent, da das Bezugsrccht 6:1 bei Ausgebung der Vorratsak.ien anscheinend enttäuschte. Außerdem waren Zellstoff Waldhof mit minus 4 Prozent merklich gedrückt, obwohl ein Ergebnis der heutigen Aufsichtsratssitzung noch nicht vorlag. Ain 'Markte der AutaMen gaben N. E. 1L abermals 1 Prozent nach; man erwartet eine scharfe (Sanierung angeblich 5:1. Auch Kieyer lagen 1 Proz. schwächer. Daimler dagegen etwas anziehend. Deutsche An'eiben waren vernachlässigt. Von Auslandrcnten Türlen etwas schwächer. Im Verlause blieb die Tendenz uneinheitlich Elektrowerte zogen meist leicht an. Farben und Nord- lloyd waren dagegen weiter eher etwas rückgängig. Am Geldmarkt machte die Er eichterung Fortschritte. Tagesgeld 6 Proz. Am Devisenmarkt konnte sich der Markkurs etwas bessern. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1985, gegen Pfund 20,36, London gegen Kabel 4,8485. gegen Paris 124,12. gegen Mailand 92,59, gegen Madrid 30,10, gegen Holland 12,0875. Berliner Börse. Berlin, 6. Nov. Nachdem an der gestrigen Börse die Spekulation zu Deckungen geschritten war, konnte man heute wieder beobachten, daß sie eher Neigung zu Abgaben zeigte. Anregende Momente gab es nicht. Der Eisenkonftitt wurde stärker als an den Vortagen erörtert, und die heute stattfindenden amerikanischen Präsidentschastswah. l e n riefen auch eine gewisse Zurückhaltung hervor. Die Kursgestaltung war nicht einheitlich, die Schwankungen betrugen nach beiden Seiten 1 bis 2 v. H.. bis auf wenige Ausnahmen. Die gestrige Aufsichtsratssitzung bei Karstadt mit dem Beschluß der Ausschüttung von 10,5 Millionen Vorratsaktiev verstimmte infolge des die Börse nicht besriedigenden Bezugsrechtes. Kaliwerte waren etwas gefragter, da im Gegensatz zu Meldungen in der vergangenen Woche heute bekanntgemacht wurde, daß der Absatz im Oktober befriedigend war. Die Ausführungen über die geplanten Transaktionen im Bürbach» konzern befriedigten. Krügershall blieben weiter stark gefragt. Salzdetfurth gaben jedoch 3,6 o. H. nach, da etwas stärker Ware herauskam. Von Elek- trowerten, die allgemein etwas bevorzugt waren, konnten Gesfürel 6 v. H. und Transradio 4,5 v. H. anziehen. Reichsbank waren 2,5 n. H. höher, man wollte wieder Käufe für das Ausland beobachten. Zu erwähnen wären noch Glanzstoff und Aschaffenburger Zellstoff, sowie Waldhof, die bis 3 v. H. schwächer waren, dagegen Dessauer Gas und Polyphon 3 biß 5 o. H. höher. Deutsche Anlechen waren eher etwas fester. Ausländer sehr uneinheitlich. Mexikaner fester, dagegen Bosnier und Anatolier schwächer. Pfandbriefe ohne Geschäft und unverändert. Der Geldmarkt war zwar unoeränbert, Tagesgeld aber mit 7 bis 9 v. H. gefragt Monatsgeld 8 bis 9 o. H., Warenwechsel etwa 6,88 v. H. Gleich nach Anfang wurde es etwas schwächer, doch setzten ich kurz darauf an vielen Märkten Kursbesserungen >urch. Tietz konnten auf die heutige Aufsichtsratsitzung, in der über die Erhöhung des Kapitals Be- chluß gefaßt werden soll, etwa 5 v. H. anziehen. Schifsahrtswerte auf die heutige Aufsichtsratssitzung der Hapag fester. Karstadt 3 v. H. erhöht Elektro- roerte lebhafter und durchweg über Anfang. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Nov. Der heutige Frankfurter Produktenmarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Anregungen lagen nicht vor. Die Umsätze waren auf ein kleines Maß beschränkt. Die Käufer übten Zurückhaltung. Die Forderungen vom Ausland sind unverändert Die Preise erfuhren gegen gestern keine Veränderung. Es wurden notiert: Wetzen, 23,50; Roggen 22,25 bis 22,50; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24,50; Hafer, inländischer 23 bis 23,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 22 bis 22,25; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 33,75 bis 34,50; Roggenmehl 29,75 vis 30,50; Weizenkleie 13,75; Roggenkleie 14,25 Mark. — Tendenz: ruhig. Letzte Nachrichten. ,0raf Zeppelins" Rückflug. Alm. 6. Rov. (WTB. Drahtbericht) Vas C u ,f- schiff „Graf Zeppelin" hat, aus der Richtung Hof—Rürnberg kommend, kurz n id) 1 Uhr unsere Stadt in Richtung auf Friedrichshafen passiert. Friedrichshafen, 6. Roo. (MTV. Drahtbericht.) Ein bei der Iverfttellung um 12.30 Uhr ein- gegangener Funtspruch des „Graf Zeppelin" besagt, daß das Luftschiff voraussichtlich zwischen 14 und 15 Uhr in Friedrichshafen landen wird. Zusammentritt des Reichstages schon am 12. November. Berlin, 6. Roo. (TU. Drahtber.) Der A e l t e st e n- rat beschloß in seiner Heuligen Sitzung, daß der Reichstag schon am 12. November zusammentreten und als ersten Hauptpunkt über die Anträge zur Aussperrung in Westdeutschland und zur Aenderung de, Schlichtungswesen, beraten werde. Gesamt-emlssion des Kabinett- Poincarb Paris, 6. Rov. (TU. Drahtbericht) Die vier radikal-sozialistischen Minister, herriot, S ar- rau 1, Perrier und Q u e u 111 e statteten dem französischen Minlsterprä,»deuten poincart heute vormittag einen Besuch ab und überreichten ihm ihreRücktrittsgesuche. Andern Ministerrat der unter dem Dorsih des Präsidenten der Republik im Llyfte stattfand, haben die vier Minister nicht mehr teilgenommen. Der Miulster- ral hat beschlossen, dem Präsidenten der Republik die Gefamtdemission des Kabinetts zu übermitteln. 'VTies Berlin. 5 November "5772T 90 a.M. Devisenmarkt Berlin—Irankfurl 74,13 Telegraphische Auszahlung. 26,45 13.5 149,76 ‘61 146 145,25 Banknoten. t1 804,5 50.75 14,65 96 32 3 140,5 ä» L88.20 289.25 165,6 161,5 h>8 18,6 291.75 166 161.2c . . I . . 6 . 10 S.Sö 22,8 1,9 13.5 Mg Deuftchr iHlerT/abn £iamburg-’2lmerilo fattt . pamb -eiioam Damvsich. Vausa SmnpficW »iotWutfdjtr Lloyd . . Mg SrutfdK CreDitanQ. . 6atm« Bankverein ffrantfurt a. M Sdjlufe-i l-Uhr- RuTelRur» 50,75 14,4 . 8 10 IO 12 11 12 10 10 10 . S isrmuonsche Jiotrii Holländische Noten - . .. . ritalienische Noten ...... Norwegisch« Noten - ..... Deutsch Qestrrr . 4100 Kronen Rumänische Noten ..... Schwedische Noten ...»•• Schweller Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten • • Unaariiche Noten Berliner HaodellltzkieUsch. . . Lommerz- und Prioot-Bank. Darms» u NaNonaüxml Deutsche Bant • • - DiSkonto-GeleMckat« Äst. . Dresdner San! . . » «itteldeutiche CredM>«I . . ................... ....... Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — ReichSbankdiskont 7 Prozent, Lombardzlnsfuh 8 Prozent Datum 6% t)l. Relcbionipt^e o 1927 . Dl. Snl.-Sdl»1.-Schuld mü 6Ü14- tch.-Stechien DrtflL ohne AuSIol.-Rechte . . - ?% ftrautl. Hnp.-Bk ®olböf. wrv kündbar bi« 199» St betuliche Hyv-Bank Limi. U.E.ch abfl SoTtd#o«-D6Ugatton. rüdiablbai 193'2 1% Schweiz. Äundesd.-Lol.. 1% Oeilerreichtiche Soldrt«.. . t.2O% Oeb-ri Silderrre. ... (% Oesterreich einheitl. Rtt. . i% Ungarische Boldrte. . . 1% Ungarische 6tontet. V. 1910 Ü/i% Deeßl. von 1918 ... l% Ungarische Kronen Ne.. . l% kürt. ZoNonleihe v. 1911 . i% türtiTdx Bagdabbohn»Anl., Serie I ..... t% de-gl. Serie N ... i% Sriimünen coiroett. Rte. - '14% Rumänen SnlbenL von 1913 Sraiikfurt a.M Berlin Schlub-i Rur» | ».Uhr. Rur» Seg-utr Rur» ilnjang Rur» Datum: 5. 11. | 6. II. 5. 11. | 6. 11. Bhitivv Hulzmänn......1 - - 132 Heidelberger Cement .... 10 136.25 W- Semen! Karlstad! ...... 8 175 - — Wayb 4 utritaß .....10 134 136.75 133 — Lchultheii Pazenhossr . . . 15 —» — -20 319 Cfiroette .....12 d- 272 5 272.5 Bei. (SlanjftoH ..... 18 — 575 672 — — 493 492 Zellkwfs Waldhos.....12 285 281 284 281.5 Zellstoss Aichasfenburg ... 12 •209 208 200,25 205.5 Charlottenburger W aller ... 7 — — 124 •> 125,0 Dessauer .....8 192.5 Daimler Motoren ...... 0 83 83.5 83 83.75 Demag ...... 0 — 48,25 48.25 Adlerwerir -teuer ...... 5 110,5 100,5 111 HO Lubw.Loewe ...... 10 — — 245 245.5 Nal. Automobil . ...... O — 62.13 63,75 Oreulirtn « Koppel.....6 — — 107,4 lOS.o E- 283.5 283 Bamog Mrauin . ...... 0 18.5 — 19.75 * rtanlj. Mailiiine* ...... 6 71,a —— 12 — Krchaer ...... 11 — — 122,5 —• Heqlioenstaedl ....... 0 ^ungban« . ....... 4 84,5 — 84 — Lechwerte . ....... 8 111.25 —- — —• Mainkaslwert» ...... . 8 117 — * Miag . ...... IC 134.75 136 136 Velarsulmer . ...... 8 22.5 21 22 — 'öfters Union ....... 8 106 — 105 — Gebe. Ro.-der ...... t( 123 • w Boipt » Haessna ...... 8 —- — «r —J» Sübb Buder ....... 8 149.76 140.5 Berlin Franbsurt a. M Berlin Sch.uß ; Aniong Schluh. Rurs l.Uhr. Rur» Schlich i Äniang Rur» Rurs Rur» Ruts | 5 11. 6 11. Datum: 5 11. 6 IL | 5. 11. ! 6.11. 87.5 — Ä.E.V........ . 8 ito.9 Ito 184.7.1 184.9 BerHmana ...... . 9 218.9 218 417.75 418.2a 50,9 60, b (ilettt. Lieserunge».... Licht und Kraj! .... 10 166 — 165,25 166.25 14,5 14,6 10 236.65 —- 434.9 236,5 zelten & 0uUlcoume. • • Des. f. Eiektt. Unienu. • • . 6 150,5 — 150.., 151,4 * — 10 270,5 271,5 268 272 Hamb. Elekn. Serie . • • 10 150 149 w» — Schein. tLektr. . . . . 9 158 158 Schics, liletlt. .... 10 — 226.5 226.25 —- — Schocken . . • • • . 8 230 229 -28 228.75 — * Siemens 6 HaUle .... 12 106,5 404,6,4 ad, 25 ft all Aschersleben . . . 10 285 28.5.25 •483,5 183.25 284 188,5 28V 188,0 290,5 Kali Wekteregem . . . . tlall wer! GaUbetfurtl . . 10 285 45.25 284 16 487 488 484,5 I -5,66 106 3 iS garden.IovuM» . . 12 55 234 Jtä.2b 254,5 161,25 101.5 Donamit Nobel . . . . . 6 -- -v» I67.V 107,5 Lcheideonstalt . . . • e . 9 208.9 -09 410 409.5 iSoldschmtdt . • • • • . 6 100,25 104 99,4 99.4 134,75 134 104,13 - 104,13 104.25 ,01 305 öetallfleleUKMl. « • • • u b * - 16, 15 16,41 167,91 168,59 21,91 21,99 111.55 111,90 58.91 59,15 3,53 2.M Ul. 83 112,27 8'1,51 80,83 67,51 67.79 12,39 13. tt 72.91 73.11 5 Novcmb.r 6 Novemb r ilmiliche Noti.runo Geld Bric -Imtlich« Notierung Gclh 1 Smll.-Rot! Btren-Aire4 Brss.-Slurw 168,23 1,768 38.295 111,76 111,82 112,11 10,55 21,965 20,337 4,1955 16,385 40,715 168,57 1,772 58,415 111.98 112,04 112,33 10.57 22,0.500 58,-8 12,427 .7,43? ‘3,Ito '.032 18,88 tis 4,191 112,00 112,30 10.372 -2.00 20,373 4,2025 16,42 80.85 67.74 1,955 9.608 50,10 12.447 ASk 3 r.A Sva liea . Favan . . . Nio d« ffau Wien in C«fi abaeft Be??rad . ' Dodaprft. . Bul arten Lissabon Ädn »Wen •7,71 1,960 a.500 -S.-9 12,432 7,370 73,10 -.030 18.88 81,33 3.111 i»,425 4.1915 Um ncD 4,266 20.86 4,274 20.90 4.260 30.855 20. Berlin. 5 November >-»eid Brre> «rnerikantiche Note»..... 1,175 4,195 Belgische Noten ...... 58.13 58,97 Demiicbe Noten ....... 111.61 112,03 Lnglffche Roten 10.307 10. w