Nr. 256 Erstes Blaff 178. Jahrgang Samstag, 6. Oktober 1928 (Er|d)cint täglich,anbei Sonntage unb Feiertag* Beilagen: Gtetzener FamlliendlLtt« tzetmat tm Bill» Die Scholle monat$»Be}ngsprets: 2 Reichemark und 20 Rejchspfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechan) chlüsse: 51, 54 und 112 Anschrift für DrahMach» richten. Bnjelgtr Ließe«. Postscheckkonto: grantfnrt am Main 11686 (Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitüls-Vuch- und Stcinörnderel R. Lange in Gletzen. 8christlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Lnuahme von Lnzeigea für die lagcsnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für I mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumscheini für den An» zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen präsentierte Wechsel. Fast hat man über den vielfachen Sorgen der Außenpolitik ganz vergessen, daß es auch so etwas wie eine Innenpolitik gibt. Die deutsche Forderung in Genf, Flottenpakt und Abrüstungsskandal haben unser Interesse voll und ganz beansprucht. Wer nun neigen sich die erfreulich langen Par- lamentsferien ihrem Ende zu und man rüstet überall mit Eifer zum Winterfeldzug. Der preußische Landtag ist schon zusammen getreten, im hessischen arbeiten bereits die Ausschüsse und mit einigem Grauen ob der zu erwartenden Redeschlachten zwischen so ausgiebigst ausgeruhten und erholten Volksvertretern denkt man schon an die bevorstehende Einberufung des Reichstags, der dann unteren parlamentarischen Betrieb in voller Blüte zeigen wird. Ganz ohne Kummer und Sorgen wird es dabei allerdings von Anfang an nicht abgehen. Dafür hat man es sich im Frühjahr zu leicht gemacht und allzu viel Probleme unter der Devise „nach uns die Sündflut“ ungelöst beiseitegeschoben. Mit dieser beglückt heiteren Lebensausfassung kommt man in der Politik nun eben doch nicht immer am schnellsten voran. Das wird sich zeigen, wenn jetzt in den kommenden Herbstwvchen an fast schon vergessene Dinge gerührt wird und Wechsel präsentiert werden, die einst vielleicht allzu bereitwillig ausgestellt wurden, um augenblickliche Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen — deren Unter- schrift man heute jedoch mit einem Gefühl des Mißbehagens als die seine anerkennen muß. älnfere Leser werden sich dunkel erinnern, daß das gegenwärtige Reichskabinett Hermann Müller- Franken, in dem die Sozialdemokraten mit vier Ministern die Oberhand haben, die Bolkspartei und die Demokraten durch je zwei Minister vertreten sind und das Zentrum nur einen Verbindungsmann unterhält, während die Bayrische Bolkspartei wieder ihr altes Postressort beseht hat und die Reichswehr durch den parteilosen Fachminister Groener verwaltet wird, nur ein Provisorium darstellt, eine Rotlösung, die tm Herbst durch ein reguläres Kabinett der Großen Koalition ersetzt werden sollte. Man muh schon fagen „sollt e“, denn nach der bald halbjährigen Probezeit, die man Herrn Hermann Müller bewilligt hatte, ist die Begeisterung bei den Parteien, auf die es ankommt, nicht durchweg überwältigend, um mit diesem allerdings noch umzugestaltenden Kabinett — „untermauern“ heißt der fachmännische Ausdruck für derartige Prozeduren — in Zukunft durch dick und dünn zu gehen. Besonders das Zentrum, das seinerzeit bei den Verhandlungen über die Regierungsbildung dank der Extratouren seines Herrn Wirth und mancher persönlicher Hnstimmigkeiten nicht sehr glücklich operiert hatte und sich schließlich durch dieses Verlegenheitsprodukt eines von den Parteien nur geduldeten Kabinetts der Großen Koalition nicht ohne beträchtlichen Prestigeverlust aus der Affäre gezogen hatte, besonders das Zentrum legt nun den Finger an die Rase und überlegt, ob der inneren Konsolidierung seiner Parteiorganisation und einer lebendigeren Fühlungnahme mit den Wählermassen im Lande nicht eine Periode des gänzlichen Verzichts auf eine Beteiligung an den Re- gierunasgeschäften ganz zuträglich sein könne. Cs gibt jedoch auch im Zentrum einflußreiche Kreise, die die Kosten einer an sich vielleicht wünschenswerten Sanierungsaktion namentlich auf personalpolitischem und kulturpolitischem Gebiet zu hoch sinden und deshalb die alte Zentrums- iaftif, stets mit von der Partie zu fein und im Widerstreit zwischen rechts und links die ausschlaggebende Rolle zu spielen, auch in Zukunft verfolgt wissen wollen. Auch die Deutsche Volk spart ei hat Grund, das gegenwärtige Reichskabinett nicht als endgültig anzusehen. Sie hatte ihre Beteiligung an einer von den Sozialdemokraten geführten Reichsregierung davon abhängig gemacht, daß ihre alte Forderung nach Homogenität des Reichskabinetts mit der Regierung in Preußen erfüllt werde. Herr Braun, der Allgewaltige in Preußen, hatte nicht recht gezogen, wollte sich nicht drängen lassen und verschanzte sich schließlich hinter formalistischen Spitzfindigkeiten. Das Ergebnis der in ihren einzelnen Phasen recht unerquicklichen Verhandlungen war, daß man „zu gegebener Zeit" — also wohl, wenn es dem preußischen Herrn Ministerpräsidenten besser paßte — weiter gehen wollte. Die Deutsche Volkspartei hat wohl oder übel ihre Forderung zurückgestellt, um überhaupt einmal ein aktionsfähiaes Reichskabinett zustande zu bringen. Sie hat jedoch damals schon keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie fpäteftensim H e r b st auf ihren alten Wunsch nach einer Umgestaltung der preußischen Regierung zu einem Kabinett der Großen Koalition zurückkommen werde. Sie hat zu verstehen gegeben, daß sie sich länger nicht Hinhalten lassen werde und hat auch von den in Frage kommenden Parteien sowohl wie vom preußischen Regierungschef den Bescheid bekommen, daß man dann zu Verhandlungen sich bereit finden werde. Es ist also kein Zufall, daß nun nach Zusammentritt des Preußischen Landtags die Volkspartei prompt ihren Wechsel präsentiert und seine Einlösung verlangt. Aber auf der Gegenseite spürt man das heiße Bemühen, die Angelegenheit nach Möglichkeit auch weiterhin dilatorisch zu behandeln. Herr Braun, dem die Beauftragten der volksparteilichen Preußenfraktion ihren Wechsel vorgelegt haben, erklärt sich für nicht zuständig und schiebt die Verhandlungen den Parteien zu, was eine befriedigende Erledigung nicht gerade erleichtert. Die Schwierigkeiten für eine Umgestaltung des preußischen Kabinetts liegen zum guten Teil auch darin, daß die Sozialdemokraten, die, obwohl stärkste Frak- „Graf Zeppelin" rüstei zur Amerikasahri. Idas größte Interesse. Die Blätter berichten ausführlich über die Fahrtvorbereitungen. Aus Lakehurst wird gemeldet, daß die von der Marineluststation für den Zeppelin gctrofic. cn Gmpfangsvorbereitungen beendigt sind. Es sind Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen, da gewaltige Massen Schaulustiger erwartet werden. Die Marinestation Philadelphia hält zur Trotz aller Schwierigkeiten, die ihm neben dem Wettergott und technischen Hindernissen auch der amtliche Bureaukratismus in den Weg legte, hat Dr. Eckener mit dem „Graf Zeppelin" die Versuchsfahrten erfolgreich beendigen können so daß der Weg für die erste große Fahrt über den Atlantischen Ozean und zurück freigemacht ist. Wieder, genau wie bei seinem Start zum Probeflug, begleiten ihn auf seinem schweren Flug Millionen deutscher Herzen mit den besten Wünschen. Das Luftschiff ist nun einmal e i n Stück unseres geistigen Rationaleigentums geworden, es hat sich eben durch die Persönlichkeit des alten Grafen in dem Volksbewuhtsein sehr viel fester verankert als das Flugzeug. Gerade deswegen empfinden wir es fo schmerzlich, daß von amtlicher Seite her Sonne und Wind, diese beiden Möglichkeiten der Hebcr- Windung der Luft, nicht gleichmäßig verteilt worden find. Weshalb? Vielleicht weil rein zufällig im Reichsvcrkehrsministerium die maßgebenden Männer der Auffassung find, daß im Flugzeug die größeren Zukunftsmogllchkeiten schlummern. Inwieweit das richtig ist, kann heute noch niemand entscheiden. Wir wissen nach unseren bisherigen Erfahrungen nur, daß d e Fähigkeiten des Lustschisies raumgreisend erst da anfangen, wo die des Flugzeugs auf hören. Der Transozeanflug im Flugzeug ist ein Gottversuchen, auch wenn er in vereinzelten Fällen gelungen ist, im Luftschiff dagegen ein gelöstes Problem. Das hat die erste Fahrt Dr. Eckeners gezeigt mit jenem Produkt deutschen Geistes, das wir an Amerika abliefern mußten und das nur deswegen überhaupt gebaut werden durfte, weil es nicht dauernd deutsches Eigentum blieb. Es ist doch gewiß auch kein Zufall, daß in dem Versailler Vertrag uns der Dau von Luftschiffen zunächst überhaupt verboten wurde, während England alle Anstrengungen machte, um den Vorsprung einzuhvlen, den wir vor dem Kriege und während des Krieges auf diesem Gebiet uns errungen hatten. Inzwischen ist hinter dem Druck Amerikas diese Hemmung von Versailles gefallen. Es darf wohl auch als sicher angenommen werden, daß der mili* tärische Wert eines Luftschiffes wegen seiner großen Verletzbarkeit nicht allzu groß ist, jedenfalls wesentlich geringer als der eines Flugzeugs. Dagegen sind die Verkehrswerte, die hier schlummern, unbegrenzt und unerreichbar für das Flugzeug, wenigstens so lange, wie hier nicht ganz andere Größenabmessungen gefunden sind. Die Engländer haben das scheinbar auch begriffen. Sie treffen alle Vorbereitungen, um die Verkehrswege innerhalb ihres Weltreichs durch das Luftschiff bester auszubauen. Heberalt werden Ankermasten errichtet, mit fieberhaftem Eifer hat die englische Industrie daran gearbeitet, die zwei RieseÄustschiffe, die dort auf Stapel liegen, so schnell fertigzustellen, daß sic vor dem „Graf Zeppelin" auf Fahrt gehen könnten. Das ist mißlungen. Eckener hat uns den Vorsprung von mindestens einem halben Iahr gesichert. Wenn das Wetterglück ihm einigermaßen günstig ist, wird er zeigen, daß es möglich ist, in wenig mehr als einer Woche nach Reuhork und zurück zu fahren. Das bedeutet eine Verkürzung der Entfernungen, die alles bisher Denkbare in den Schatten stellt und zumal Südamerika sehr viä enger an Europa heranbringen wird. Ganz abgesehen von den Aussichten, die sich dann für eine Verbindung mit dem Fernen Osten ergeben. Am Mittwoch startbereit. Die Amerikasahrt wird voraussichtlich am Freitag angetreten. Friedrichshafen, 5. Oft. (TH.) In einer Unterteilung des Sonderkorrespondenten der Telegraphen-Hnion mit dem ersten Führer des Luftschiffes, Kapitän Lehmann, erklärte dieser übet den Stand der Dorbereitungsarbeiten für den Amerikaflug: Man sei zur Zeit damit beschäftigt die Verbesserungsarbeiten in den Mannschaftsschlafräumen des Luftschiffes durchzuführen. Wenn diese Arbeit, sowie das Straffziehen der Hülle des Lustschif es beendet und andere kleine Verbesse- rungsarbeilen vorgenommen sein würden, werde mit dem Füllen des Luftschiffes begonnen werden, das wohl am Dienstagabend beendet fein dürfte, so daß bis Mittwoch das Schiff fahrbereit wäre. Rach Abschluß der Reineren Verbesserungsarbeiten werde aller Wahrscheinlichkeit nach noch am Donnerstag nochmals eine mehrstündige Werkstätten- fahrt stattfinden, die sich aber nur auf die Umgebung von Friedrichshafen und den Doden- see erstrecken dürfte. Heber die gegenwärtige Wetterlage e rflärte Kapitän Lehmann, daß in den nächsten Sagen äußerst günstiges Wetter zu erwarten sei: das gegenwärtig über dem Ozean liegende Tief habe sich weiter nach Osten verschoben. Die Annahme von Amerikapvst für den „Graf Zeppelin", die ursprünglich am kommenden Montag, mittags 12 Hhr, geschlossen werden sollte, ist wieder verlängert worden, und zwar ist mit der Post eine Vereinbarung getroffen worden, daß noch buchstäblich bis zum letzten Augenblick Briefe und Karten für Amerika angenommen werden können. Empfangsvorbereitungen in Lakehurst. Reu York, 5. Oft. (WB.) Die bevorstehende Amerikafahrt des „Graf Zeppelin" erregt hier Frankfurt a. M., 5. Oft. (Landespressedienst.) Dor dem Frankfurter Stahlhelm sprach am Freitag abend Franz Seldte, der Gründer und 1. Dundesführer. Er betonte die völlige Hn- abhängigkeit des „Stahlhelms" von Personen und Parteien. Der „Stahlhelm" ist völlig selb- ständig und Herr seiner Entschlüsse, wird von niemand finanziert, sondern erhält sich aus seinen eigenen Beiträgen. Es ist verständlich, wenn nach einer Enttäuschung von zehn Iahren der Zorn gegen die Gegenwart sich hie und da Luft macht und es ist begreiflich, wenn kürzlich einem Unterführer die Galle übergelaufen ist und er vom Haß gegen den jetzt gen Staat gesprochen hat. Diesen Ausführungen ist aber eine programmatische Bed eu- tung nicht beizumessen, denn die Hauptsache ist, daß die Führung weiß, was sie will. Die Stahlhelmer sind unbequeme Zeitgenossen für die jetzigen Machthaber. Sie sehen in der Politik von Genf und Locarno keinen Gewinn und erstreben die Gesinnung, die in den letzten Dingen von Voll, Ehre und Freiheit einen Appell andieWaffen zuläht. Der,, Stahlhelm" erstrebt, unbekümmert um das Geschrei Hilfeleistung bei der Landung mehrere hundert Matrosen in Bereitschaft. Es sind auch Vorbereitungen für die schnelle Verteilung der Post des Luftschiffes und für die Unterbringung seiner Besatzung in die Wege geleitet. Marinebeamte aus Washington werden Dr. Eckener in Lakehurst offiziell begrüßen. Eine verdiente Abfuhr. Der Daily Expreß an die Adresse der Rycinlandkommission. London, 5. Oft. (T. U.) Der „Daily Expreß" wendet sich in einem Leitartikel nachdrücklich gegen den Einspruch der Interalliierten Rheinlandkommission gegen die Heberfliegung besetzten Gebiet es durch „Graf Zeppelin". Während die Interalliierte Rheinlandkommission, so führt das Blatt u. a. aus, zehn Iahre nach Abschluß des Krieges wegen der Heberfliegung deutschen, nur zu Unrecht weiter besetzt gehaltenen Gebietes durch ein deutsches Luftschiff protestiere, habe England den Besuch desselben Luftschiffes an der gleichen Stelle, an der während des Krieges Bomben abgeworfen seien, geduldet und mit Interesse verfolgt. Es sei kein Zweifel, daß das britische Empfinden in diesem Falle das Richtige fei und daß die Rheinland- Eommiffion besser getan hätte, sich mit den Vorbereitungen für ihre Abreiseanstatt mit der Ausarbeitung eines Protestes gegen ein technisch unwillkommenes Ereignis zu beschäftigen. seiner Gegner, die Macht. Er will sie mit gesetzlichen Mitteln erreichen. Zu diesen Mitteln gehört auch das Volksbegehren, mit dem er alles, was in Deutschland deutsch denkt, zu einem General-Appell aufruft. Er wird das Volls- begehren auf zwei Punkte stellen: Verstärkung der Macht des Reichspräsidenten nach dem Vorbild der amerikanischen Verfassung und Beschränkung der Immunität der Abgeordneten. Es ist begreiflich, daß mit dem Denken des „Stahlhelms" viele nicht mitfönnen. Es stehen sich eben in diesen Fragen zwei Welten gegenüber, die sich nicht verstehen können und auch nicht verstehen dürfen und zwischen denen der Kampf entscheiden muh. Wenn gesagt wird, daß die Entschließung der Deutschen Bolkspartei auf Austritt ihrer Mitglieder aus dem „Stahlhelm" nur aus sachlichen Motiven erfolgt ist, so sei zu sagen, daß es für den „Stahlhelm" keine „Sache" und kein Handelsobjekt in diesen Fragen gibt, sondern nur Gefühl. Der „Stahlhelm" wird nicht rasten, bis er die innere und äußere Freiheit des deutschen Volles erreicht hat. Seldte über die Stahlhelm-Politik. Hon im Parlament, sich bisher mit zwei Ministersesseln begnügt haben, nun weitergehende Ansprüche anmelden, daß aber weder Zentrum noch Demokraten übermäßig bereit sind, einen der Ihren auf dem Altar der Koalitionspolitik zu opfern. Recht überflüssigerweise scheinen interessierte Kreise auch noch die KoaliHonsverhandlungen mit der Konkordatsfrage belasten zu wollen, obwohl absolut nicht einzusehen ist, welche aktuelle Bedeutung diesem überaus heiklen Problem zukommt, das doch schon seit Jahren Gegenstand von Verhandlungen zwischen Kultusministerium und päpstlicher Nuntiatur ist, ohne daß es bisher zu einem abschließenden Ergebnis gekommen wäre. Wenn ein Gegenstand geeignet ist, eine Einigung der Parteien zu erschweren, so ist das zweifellos die Frage eines Konkordats zwischen Preußen und dem Vatikan. Seit dem Abschluß des bayerischen Konkordats herrscht begreifliche Beunruhigung darüber, daß sich die Kurie durch einen Staatsvertrag auch in Preußen ähnliche, weit in die Staatshoheit übergreifende Rechte, namentlich auf dem Gebiet der Schulaufsicht, der Besetzung von Bistümern und Professuren an den preußischen Universitäten sichern werde. Es ist deshalb zu begreifen, daß der preußische Kultusminister Dr. Becker sich beeilt hat, zu erklären, daß zwar seit geraumer Zeit Verhandlungen mit dem Nuntius Pacelli gepflogen werden, daß diese jedoch noch keineswegs zum Abschluß gekommen sind. Er hat über die Verhandlungen selbst weiter erklärt, daß es sich dabei um die Neureae- lung des bereits bestehenden Dertragsverhältnisses zwischen Staat und Kirche nach den durch die neue Reichsverfassung veränderten staatsrechtlichen Verhältnissen handelt. Und er hat schließlich ausdrücklich versichert, daß eine die Staatshoheit auf dem Gebiete der Schule einschränkende Vereinbarung nicht in Frage komme. Man darf erwarten, daß der Minister die erste Gelegenhett benutzt, um vor dem Landtag über die Konkordatsverhandlungen weiteren Aufschluß zu geben. Mit einer Hmwandlung der preußischen Regierung wird sich nun allerdings die Vollspartei kaum begnügen können. Sie wird auch i h r V e r- hältnis zum Kabinett Hermann Müller einer sorgfältigen Heberprüfung unterziehen müssen und dabei vermutlich die gleiche Frage aufwersen, die sich das Zentrum bereits gestellt hat, ohne bislang zu einer endgültigen Antwort gekommen zu fein. Die Volkspartei hatte seinerzeit ihre beiden Minister Stresemann und Eurtius, die schon dem vorausgegangenen Kabinett Marx-Hergt angehört hatten, auch der neuen Regierung zur Verfügung gestellt, hatte jedoch, wie das Zenttum, eine feste Bindung der Fraktion abgelehnt. Der der für den Herbst geplanten „Untermauerung“ fonte dann über das Verhältnis zwischen Partei und Kabinett neu entschieden werden. Das müßte also nun geschehen, und die Partei wird jetzt eben die Frage zu beantworten haben, ob die Sozialdemokratie in den letzten Monaten genügend Gewähr für eine ersprießliche Zusammenarbeit geboten habe, die eine feste Dindung und die Uebernahme der vollen Verantwortung für die Taten eines neugebildeten Kabinetts rechtfertigen könnte. Ein von Herzen kommendes „3a“ wird auf diese Gewissensfrage keinem so leicht fallen. Es hat doch manche Dinge gegeben, die nicht grade rosig in die Zukunft schauen lassen. Denken wir an den, an sich selbstverständlichen, einstimmig gefaßten Deschluh des Reichskabinetts, den bereits vom früheren Reichstag genehmigten Bau des Panzerkreuzers durchzuführen. Die Folge war ein Sturm der Entrüstung in der sozialdemokratischen Partei gegen die eigenen Minister. Denken wir an die Extratouren des Herrn D r e i t s ch e i d in Genf, der nicht müde wurde, seinem Parteigenossen Hermann Müller, dem verantwortlichen Reichskanzler und Delegattonsführer, Knüppel zwischen die Deine zu werfen. Denken wir an d'e verheißungsvollen Ankündigungen Severings zur fünftigen Personalpolitik. Das sind alles Dinge, die eine Stärkung des bürgerlichen E'e- ments in der Reichsregierung dringend wünschenswert machen, wenn die Dvlkspartei sich weiter dazu hergeben soll, durch die Delassung ihrer Minister auf ihren Posten, die Taten des Kabinetts mit ihrem Ramen zu decken. Die Rolle des bürgerlichen Feigenblatts für sozialistische Politik ist schon immer undankbar gewesen. Man wird also vermutlich mit aller Entschiedenheit fordern, daß das Zentrum seine klug gewählte Distanzstellilng aufgibt und, nach' einer seiner Stärke angemessenen Vertretung im Kabinett, gemeinsam mit den andern bürgerlichen Parteien die feste Bindung vollzieht, um die es sich wohl gerne Herumdrücken würde. Taktisch unzweckmäßig würde es unseres Eracht ms allerdings fein, wollte man, was ursprünglich beabsichtigt war, bei dieser Gelegenheit nun den Reichsarbcitsminister Wissel durch Herrn Brauns vom Zentrum ersetzen und damit die Sozialdemokratie von der ihr sichtlich unange» nehmen Verantwortung für die Softalpositik entlasten, mit der sie Iahr um Iahr ihren Bedarf an Propagandamaterial gedeckt hat. Aber das sind Fragen zweiter Ordnung. Vorerst muß einmal klargestellt werden, was das Zenttum will, wie weit es sich binden will und ob es durch Eintritt in die Verantwortlichkeit auch den andern bürgerUd^en Parteien die Möglichkeit geben will, ein reguläres, parlamentarisch fest fundiertes Kabinett der Großen Koalition auf die Deine zu stellen. Der Finanzausgleich bei uns und im Ausland. Die Stellung der Länder und Gemeinden. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 6. Ott Zu der heftig umstrittenen Frage dos Finanzausgleichs, die noch im kommenden Jahre eine besonders große Rolle spielen wird, bringt das Statistische Reichsaint einen interessanten Vergleich zwischen dem Deutschen Reich und den Verhältnissen in Oesterreich, der Schweiz und den Vereinigten Staaten. Dabei ergibt sich, ^$6 die Stellung des Gesamtstaates zu den Teilgebieten in Deutschland finanzpolitisch gesehen ungefähr mit der Struktur der Vereinigten Staaten vergleichbar ist. Bei beiden entfällt auf die Länder nur ein relativ kleiner, auf die Gemeinde jedoch ein recht großer Teil des öffentlichen Aufwandes. Sn Prozentanteile umgesetzt erhalten die verschiedenen Körperschaften folgenden Anteil an den Gesamteinnahmen. Das Deutsche Reich 35 Prozent, Oesterreich, das unvergleichlich zentralistischer als Deutschland organisiert ist, weist einen Bundesanteil an den Gesamteinnahmen von 50 Prozent auf, während die Schweiz, wo das Schwergewicht der staatlichen Tätigkeit ausgesprochen in den Kantonen liegt, dem Bund nur 20 Prozent gibt, und die D e r e i n ig t e n S t a a t e n auf den Gesamtstaat etwa 36 Prozent, also ungefähr der deutsche Anteil, berechnen. Am stärksten ist bei diesem Vergleich die Diffe- reriz in der Verteilung der Gesamteinnahmen eines Volkes bei den Ländern oder Kantonen. In Deutschland entfallen 24 Prozent der Gesamteinnahmen auf die Länder, (41 Prozeitt auf die Gemeinden), während in Oesterreich nur 9 Prozent den einzelnen Bundesstaaten (41 Prozent den Gemeinden) zukommt Die Schweiz stellt die Kantone, d. h. die Land«?, mit 39 Prozent (41 Prozent entfallen auf die Gemeinden) besonders günstig, während die Vereinigten Staaten ihren Staaten nur 11 Prozent, dafür aber 73 Prozent den Gemeinden überlassen. In Amerika und damit ist es allerdings trotz mancher Aehnlichkeit im Finanzausgleich mit den Verhältnissen in Deutschland unvergleichbar, sind die S t a a t e n, d. h. die Länder, beinahe schon die Kostgänger der Gemeinden. Die Wirtschastspartei zur Außenpolitik. Gegen jede neue Belastung. Berlin, 5. Ott Der Reichsausschuß der Wirtschastspartei trat in Geme.nschaft mit den Abgeordneten des Reiches und der Länder im Preußischen Landtag zu einer Tagung zusammen, die vom 5. bis 7. Oktober währt. Sie wurde am Freitag mit einer Aussprache über die Außenpolitik eröffnet. Rach einleitenden Referaten der Abg. Drewitz und Prof. Dr. Bredt, die eine sehr eingehende Diskussion zur Folge hatten, wurde die nachstehende Entschließ u n g angenommen: _ Die Reichspartei des deutschen Mittelstandes steht grundsätzlich auf dem Boden einer Derständigungspolitikaufnat tonaler Grundlage, erachtet es aber schon fett längerem für notwendig, daß gerade mit Rücksicht auf solche Ziele eine größere Zurück- Haltung in der auswärtigen Polit il beobachtet wird. Die Partei hat niemals die großen C^vartungen auf Rückwirkungen von Locarno geteilt. Sie hat deshalb auch den Eintritt in den Völkerbund als v e r f r ü h t angesehen und seinerzeit abgelehnt. Sie derttitt jetzt entschieden den Standpunkt, daß unter keinen Um- stä'nden von Deutschland irgendwelche Angebote gemacht werden dürfen, die über dasIahr 1935hinausreichen. Die Partei erklärt die Dawes-Lasten in ihrer heutigen Höhe sür untragbar und verlangt in erster Linie eine baldige endgültige und annehmbare Lösung der gesamten Repa- rattonsfrage. Ein Oankerlasi des Reichspräsidenten. Berlin, 5.Ott. (DD.) Das Bureau des Reichspräsidenten gibt folgenden Erlaß des Reichspräsidenten bekannt: „Auch in diesem Jahre sind mit zu meinem Geburtstage aus allen Teilen des Reiches und von vielen Deutschen aus dem Ausland Glückwünsche in großer Zahl zu- gegangen. Ihre Linzelbeantworlung ist mir leider nicht möglich. Allen, die freundlich meiner gedacht haben, spreche ich daher aus diesem Wege meinen herzlichen Dank aus und bitte sie zugleich, die mir bezeigte Zuneigung und Treue dadurch zu bestätigen, daß sie, ein jeder an seiner Stelle, mithelfen, unserem Volke inneren Frieden und Einigkeit zu geben, gez. v. Hindenburg, Reichspräsident.^ Oie preußischen Koalitionsverhandlungen in Zluß. B e r k i n, 6. Ott. (Priv.-Tel.) Der preußische Ministerpräsident Braun ist am Freitag gegen Mittag im Landtag erschienen, um mit den Regierungsparteien Besprechungen über die Erweiterung der Regierungsbasis zur Großen Koalition zu pflegen. Gegen 12 Uhr fand eine Besprechung mit dem Führer der Demokraten, Falk, statt. Es werden nunmehr voraussichtlich in der kommenden Woche die preußischen Regierungsparteien (Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten) zu einer gemeinsamen Sitzung zusammentreten. An dieser Sitzung wird Ministerpräsident Braun teilnehmen. Bor allem wird die Frage der Besetzung der Ressorts zu lösen sein. Demokraten und Konkordat. Aus Kreisen der deutsch-demokratischen Landtagsfraktion wird zur Konkordatsfrage das folgende erilärt: Die Mitteilung einer Tageszeitung, die demokratische Landtagsfraktion sei bereit, einem Konlordat zuzustimmen, roenn d i e Schulfrage dabei unerwähnt bleibt, ist völlig unrichtig. Die Beziehungen zwischen dem preußischen Staat und der Kurie sind durch Vereinbarungen im Iahte 1821 geregelt worden, die ihren Riederschlag in einer preußischen Kabinettsorder und in einer päpstlichen Bulle gefunden haben. Ist eine Anpassung dieser Vereinbarungen an die heutigen Verhältnisse gelten, so wird die Oie Roi der Minderheiten. Der Auswärttge Ausschuß hat soeben seinem Bedauern Ausdruck verliehen, daß es unserer Delegation in Genf nicht gelungen sei, die Mitglieder des Völkerbundes zu einer A e n d e - rung der bisherigen Minderheiten Politik zu bringen. Bei der heftigen Kritik, die sich im Ausschuß bemerkbar machte, dachten die Abgeordneten in erster Linie an die Leiden unserer Volksgenossen in Südtirol, Polen und der Tschechoslowakei. Ieht liegen aber auch aus Iugoslawien, das seiner deutschen Minderheit nicht mehr ganz so unfreundlich gegenübersteht wie in den ersten Rachkriegsjcchren, Rachrichten vor, wonach der Kleinkrieg gegen die Staatsbürger deutscher Zunge noch immer nicht sein Ende gefunden hat. Ein sehr bekannter Arzt, der sich erst kürzlich für ein größeres Iugoslawien und eine deutschjugoslawische Annäherung einsehte, ist seines Postens als Kreisarzt enthoben worden, nur weil er zu den Führern des Deutschtums gehörte. Obwohl Iugoslawien von Iahr zu Iahr einen stärkeren Deutschenbesuch aufweist und auch die deutsch-jugoslawischen Beziehungen sich ständig bessern, scheint man es in Belgrad noch immer nicht für nötig zu halten, endlich einmal den Kleinkrieg gegen die deutschsprechenden De- völkerungsteile aufzugeben. Antideutscher Kurs in Slowenien. Unerhörte Schikanen gegen das untersteierische Deutschtum. Belgrad, 5. Ott. (TU.) Trotz der Versicherung einzelner südslawischer Politiker, für eine deutschfreundliche Minderheitenpolitik und eine deutsch-südslawische Verständigung einzutreten, herrscht in der Behandlung der Deutschen in Slowenien vollkommene Willkür undRecht- losigkeit. Erst kürzlich hat das Laibacher Oberlandesgericht bi zweiter Instanz in dem Verfahren gegen das den Deutschen widerrechtlich weggenommene Deutsche Haus in C i l l i das ungeheuerliche Urteil gefällt, daß diese Enteignung zu Recht bestehe, weil der Zweck des Deutschen Hauses, das der Erhaltung des Deutschtums diente, unmoralisch gewesen sei. Dieser Tage wurde der Führer des un ter steierischen Deutschtums Dr. C. Moro- cutti von der Kreisbehörde in Marburg in seiner Eigenschaft als Kreisarzt ohne Angabe ton Gründen seines Dienstes enthoben. Seit Iahren unterwühlen die slowenischen Behörden in dieser ungesetzlichen Weise die berufliche Tätigkeit Dr. Morocuttis. Schon vor mehreren Iahren erfolgte ohne gesetzliche Grundlage seine strafweise Versetzung, vor zwei Iahren seine willkürliche Entlassung aus dem Staatsdienst. Erst vor einigen Monaten wurde er auf die Aufforderung einer faszistischen slowenischen Zeitung hin zur militärischen Dienstleistung einberufen. Durch diese behördlichen Maßnahmen, die der Verfassung des südslawischen Staates und den Bestimmungen des MinderheitenschutzverttaLes widersprechen, versuchen die nationalen Machthaber in Slowenien diesen Führer des Deutschtums zur Abwanderung zu zwingen. Die Widersinnigkeit d'eser ungesetz'ichen Maßnahmen slowenischer Behörden wird aber dadurch deutlich, daß sie sich gegen einen Minderheitenpolitiker richten, der seit Iahren in mutiger Offenheit für eine ehrliche deutsch-südslawisch« Verständigung und für die Gewährung einer slowenischen Schul- und Kulturautonomie an die benachbarten Kärntner Slowenen eintritt. Erst dieser Tage erschien Dr. Morocuttis neues Buch „Großdeutschland — Grvhfüdslawien , in dem er die Rotwendigkeit einer planmäßigen deutsch-südslawischen Verständigungsarbeit in großzügiger Weise entwickelt. 3n Mener-Aeustadt am Vorlage des Aufmarsches. Ein Heerlager zum Schutz der Stadt. Starke Truppenkonzentrationen. Wienet-Jleu ff abt, 5.Oft (Von einem pri- voikorrespoudenfen.) Die Stabt zeigt seit gestern ein vollstänbig veränbertes Bilb, bas vorwiegend militärischen Eharakter trägt 3m Laufe des gestrigen Tages sind bereits einige tansenb THann Militär unb Genbarmeric in bie Stabt eingezogen. Sie erregten um so mehr Aufsehen. als sie in felbmarschmähiger Ausrüstung, mit Stahlhelm unb ausgepslanziem Bajonett durch bie Stabt marschierten. Für heute wirb bas Eintreffen von weiteren Militär- unb Gen- barmerieabteilungen erwartet Der größte Teil des Militärs ist in der ehemaligen Militärakademie ber Bunbeserzlehungsanstalt untergebracht weshalb sämtliche Schüler bieser Anstalt schon gestern diese räumen und in ihre Heimatorte zurückkehren mußten. Die hiesige städtische Sicherheitswache hat in den letzten Tagen Schießübungen abgehalten und wird für den 6. und 7. Oktober mit Mannlicher-Gewehren ausgerüstet fein. Großes Aufsehen erregen die vielen Militärordonnanzen, die auf Motorrädern durch die Stadt rasen. Die Stadt wimmelt von Uniformen. Für den Fall eventueller Zusammenstöße wurden in hiesigen allgemeinen Krankenhaus 300 Rotbetten und 22 Tragbahren bereitgestellt. Der ärztliche Dienst in Wiener-Neustadt wird durch eine Reihe wiener Aerzte verstärkt, viele Geschäftsleute haben für ihre Auslagen Holzverschalungen machen lasien, so daß bie hiesigen Tischler mit Arbeit überhäuft sinb. Der sonst am Samstag abge- haltene wochenmarkt wurde bereits heute früh abgehalten. da morgen früh sämtliche Betriebe der Stadt stillstehen und aller Voraussicht nach auch die Geschäftsleute von Wiener-Neustadt ihre Lokale bereits am Samstagmittag schließen werden. 3n Anbetracht des bereits morgen einsehenden Askoholverbots werden auch die hiesigen Gastwirte ab morgen bis Sonntagabend geschlossen halten. Viele Neustädter Einwohner haben bereits die Stadt verlassen, um an den beiden kritischen Tagen außerhalb von Wiener-Neustadt die Ereignisse abzuwarten. Man hofft jedoch mit aller Bestimmtheit, daß es zu keinen Zusammenstößen kommen wird. Auch in Baden trifft man Maßnahmen für den 7. Oktober. Es sind bereits 500 Manu zur Sicherung des Kurortes cingetroffen. Die Vorbereitungen zur Sicherung eines ruhigen Verlaufes des 7. Oktobers dehnen sich ferner auch auf Wien aus. Für Sonntag ist die allgemeine Bereitschaft der gesamten Wiener Polizei vorgesehen. 1350 Mann werden militärisch ausgerüstet in einem Gebäude in der Nähe der Regierungsgebäude zusam- mengezogen. Reiterpatrouillen und Polizei zu Fuß werden alle Bezirke abffreifen. 3n den Hauptstraßen sollen außerdem stehende Patrouillen an geeigneten Punkten ausgestellt werden, von der Polizeidirektion wird ein entsprechender Rachrichtendienst eingerichtet, um das Entstehen von beunruhigenden Rachrichten zu verhindern. Oie Ziele ber Heimwehren. Eine Erklärung des Bundesführers Steidle. Wien, S. Ott. (WB.) Bor Pressevertretern sprach der Bundesführer der österreichischen Selbstschutzverbände, Dr. Steidle, über den Zweck der Heimwehren, wobei er u. a. erklärte, daß die Sozialdemottatie seinerzeit auf dem Parteitag die demottatische Republik nur als lieber g ang zur Diktatur des Proletariats bezeichnet habe. Gerade dies habe der Heimwehr großen Zulauf gebracht, der nach dem 15. Iuli v. I. noch stark zugenommen habe. T a u- s«nde von Arbeitern seien den Heimwehren beigetreten. Diese Erscheinung habe naturgemäß zu weiterer Ausdehnung ihrer Werbeaktion auf die Industriegebiete geführt. Rach Wiener-Reustadt, wo von vornherein nur 1800 bis 1900 Mann auftreten sollten, würden weitere Ausmärfche in Linz und Bischofshof en erfolgen. Am 12. Rovember werde der Rational f e i e r t a g, den bisher di? Sozialdemokratie für sich allein beansprucht habe, durch Abordnungen der Heimwehren aus allen Bundesländern in Innsbruck festlich begangen werden. Aus Wiener-Reustadt jetzt ein Politikum und schließlich auch eine Macht- frage zu machen, sei der sozialdemokratischen Parteileitung Vorbehalten geblieben. Die Heimwehren würden sich aber nicht von der einmal beschlossenen Kundgebung abbringen lassen. Die Heimwehren seien auch kein Feind desPar- laments, doch müsse die Volksvertretung imstande sein und instandgesetzt werden, auch ihre Freiheit zu bewähren und ihren Willen durchzusehen. Die Heimwehren, so erklärte Steidle schließlich, seien zur inneren Abrüstung bereit, doch gehöre dazu die Beseitigung des Gesinnungszwanges und die Her- stellung der persönlichen geistigen Freiheit des Arbeiters und offenes Bekenntnis zur Demokratie und nicht zu einer Demokratie auf Kündigung. Vorher gäbe es keine Abrüstung und keine Verständigung. deutsch-demokratische Landtagsfraktion im Geiste der Toleranz sich dem nicht widersetzen, wobei unbedingte Voraussetzung ist, daß die staatlichen Rechte nicht beeinträtiat werden. Von einer Behandlung der Schulfrage bei dieser Gelegenheit kann überhaupt nicht die Rede sein. Zum Fall Thälmann. Berlin, 6.Ott. Das Politische Bureau der KPD. beschloß, eine Erklärung von 25 Mitgliedern des Zentralkomitees zu verösfentlichen, worin diese ihre Zustimmung zu dem Beschluß des Zentralkomi- tces über den Fall Thälmann und Genossen z u - rückziehen und erwarten, daß das Exekutivkomitee in Moskau die Revision des Beschlusses vornimmt, der die Rehabilitierung Thälmanns und die Wiederherstellung der Rechte der drei Hamburger Funktionäre bedeutet. Oie Idente der Siandesherren. Berlin, 6. DEL Ein Gesetzentwurf über die Auswertung und Ablösung älterer Staatsrenten wird das Reichskabinett noch in diesem Monat beschästigen. Das Gesetz erstrebt eine Abfindung der sogenannten st andesherrlichen Renten ansp rüch e an die Länder. Das Reichsjustizministerium hat sich in seinem Entwurf die Vorschläge der preußischen Regierung zu eigen gemacht. Es schlägt im allgemeinen eine Aufwertung von acht Prozent vor. Als nicht aufwertungsfähig sollen Leibeigenschafts- und Ho- hettsrenten gelten. Die Liegenschaftsren- ten sollen bis zu 25 Prozent auf gewertet werden können, wenn Verpflichtungen aus Ruhegehältern nachgewiesen werden. In besonderen Fällen kann eine Auswertung bis zu 40 Prozent erfolgen. Diese Aufwertungssähe sollen u. a. gesta tet werden, wenn aus der Rente eine kulturhistorische oder eine gemeinnützige wertvolle An läge (Schloß oder Park) bestritten wird. Oie neue Verfassung der Republik China. Rankina, 5. Oft. (WTB.) Die neue Verfassung der Republik China, die gestern von der Kuomintang-Partei verkündet wurde, bestimmt, daß sich die Rationalregierung aus fünf Körperschaften, Puan genannt, zusammensetzt. Das oberste Staatsorgan ist der Exe- kutiv-Buan. Der gesetzgebende Vuan besteht aus 49 bis 99 Mitgliedern, die von der Regierung ernannt werden. Die Regierung im engeren Sinne besteht aus einem Präsidenten und 12 bis 16 Staatsräten, aus deren Mitte die Präsidenten und Vizepräsidenten der Puans gewählt werden. Der Präsident der Regierung vertritt die Regierung beim Empfang der Diplomaten und bei offiziellen Veranstaltungen. Er ist auch der Oberbefehlshaber der 'Streitkräfte zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Die Regierungsgeschäfte werden unter Mitwirkung des Staatsrates geführt, des en Vorsitz dem Präsidenten der Regierung zusteht. Di« auf Grund der Entschließung des StaatsrateS verkündeten Gesetze und Verordnungen mü'sen von dem Präsidenten der Regierung und den Präsidenten der fünf QJuanS unterzeichnet werden. Aus aller Well. Der Dresdner Gattenmord. Dresden, 5. Ott. (WD.) Heute vormittag wurde in dem Gattenmordprozeh Treiber die damalige geschäftliche Lage der Firma Hoffmann L Treiber erörtert Kaufmann Hoffmann, der jetzt ein Geschäft in Wien betreibt, stellt fest, daß beide Geschäststeilhaber im Iah re 1924 nicht die monatlich vereinbarte Summe von 750 Mark, aus dem Geschäft entnommen bitten. Kaufmann Lässerhoff erilärt Treiber habe ihm etwa im Herbst 1925 erzählt, daß die Frau Treibers in; der Schweiz ein Kapital von 80 000 Franken stehen habe. Treiber stellt erregt eine derartige I Erklärung in Abrede. Es kam zu einem Wortgefecht zwischen dem Verteidiger Alsberg und dem Zeugen, wobei Alsberg den Zeugen fragte: „Wollten Sie Treiber bei der Gelegenheit, wo von den 80 000 Franken die Rede war, nicht gerade anpumpen?" Der Zeuge erwiderte: „Aber, Herr Doktor, reden Sie doch nicht von anpumpen!" (Große Heiterkeit im Saäl.) Der Schwager des Angeklagten. Emil Frvtsch aus Berlin, erklärte, daß er jederzeit den Eindruck gewonnen, daß die Ehe seiner Schwester überaus glücklich war, und daß in dieser Ehe beste Harmonie herrsche. Auch die Eheftau des Arztes Dr. Herbicht aus Rauschau, eine Jugendfreundin der Frau Treiber, bekundet daß sich ihre Freundin niemals über ihren Mann beklagt habe. Der 27jährige Bruder des fUngetlagten, Walter Treiber, sagt aus, daß er Unstimmigketten in der Ehe seines Bruders niemals bemerkt habe. Bon der Bersicherung sei ihm nichts bekannt gewesen. Dagegen habe er von den Beziehungen seines Bruders zu anderen Frauen gewußt Tragödie einer Jagdgesellschaft in der Wüste. Wie schon kurz gemeldet, wurde seit einigen Tagen nach einer Jagdgesellschaft gesucht, die in der ägyp- tischen Wüste sich offenbar verirrt hat Nach mehrtägigem Suchen ist es einem englischen Militärflugzeug gelungen, die Jagdgesellschaft auszufinden. Sie befand sich in einem bejammernswerten Zustande. Einige ihxe Mitglieder hatten den Ber st and verloren und lagen nackt in einer Höhle, wobei jeder den anderen für seinen Feind hielt. Sie waren nicht imstande, einen zusammenhängenden Bericht über ihre Abenteuer zu geben. Ihr Automobil ist noch nicht wieder gefunden worden. Freilassung der vier jugendlichen Diebe durch die Franzosen. Das französische Kriegsgericht hat entsprechend dem Antrag des Verteidigers Senatspräsident Dr. Führ-Landau den Haftbefehl gegen die wegen Diebstahls im Landauer Milttärpolizei- gefängniis festgehritenen vier Iugendlichen auf* gehob en und diese dem deutschen Iugendrichter überwiesen, der ihre Verbringung in eine Fürsorgeanstalt angevrdnet hat. Oie Wetterlage. Iberdeen- Kami La (oruna 18 o Freitag, d. 5. OK11928, 7haDdS. 7=5- K5F3öyänZ£ -Wö o dSLrf O -ft-Jan naytn ■■ ■ \ Eft y— Qwontemoi o nenn, k» naio oedecn 9 wölk!» O txdetnx elteqe^ * Schnee ^Graupeln e Nebel KGrwit,#r,(g)Wind5lille *O"> SdW •eichte* O$i £ nissige* Südsuovesi q stowmsche- xordwesK Oie Piene fliegen mit dem winde. Die beiden Stationen stcnenaen Zah? len geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte oM gleichet* »ul neeresniveaw umcerechnetea Lui tarne* Wettervo < aussage. Das westliche Tief hat sich nordwärts verlagert und liegt mit seinem Kern über dem Rordmeer. Kontinentale kühle Luftmassen des östlichen Hochdruckgebietes führten beim Zusammentreffen mit der maritimen Warmluft des Rordmeerfallgebietes im westlichen Deutschland in den heutigen Morgenstunden zu Aufgleitregen. Aachen und Wilhelmshaven melden Regen. Da von Südwesten her das Barometer erneut kräftig: ansteigt, und das uns bedrohende Schlechtwettergebiet eine abziehende und uns nicht mehr berührende Richtung eingeschlagen hat, so wird bei zeitweiser Bewölkung im wesentlichen trockenes Wetter vorherrschen. Wettervoraussage für Sonntag: Wollig mit Aufheiterung, mäßig warm und meist trocken. W i 11 e r u ng s a u s s ich t en für Montag: Aucheiterndes Wetter, zwischen Tag und Rächt wieder größere Temperaturgegensätze, trockn. Lufttemperaturen am 5. Oktober: mittags 13,8 Grad Celsius, abends 5,3 Grad Celsius: am 6. Ott.: morgens 4 Grad Celsius. Maximum 13,8 Grad Celsius, Minimum 1,5 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 5. Oktober: abends 8,6 Grad Celsius: am 6. Oktober: morgens 6,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7 Stunden. Ans der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6. Oktober 1928. Oer Schäfer. Es gab viele, die glaubten, nach den Feldbereinigungen sei das Ende des Schäfers gekommen. Aber sie haben sich geirrt. Man sieht noch in den meisten Gemarkungen grobe Schafherden. umheht von den Hunden, gefolgt von dem Hirten. Selbst in den reichsten Gemeinden gibt es immer noch Hänge und Waldblößen, die den genügsamen Schafen Nahrung bieten. Besonders jetzt im Herbst, wenn Aecker und Wiesen geleert sind, ist der Schäfer Herr der Loge. Langsam, gelassenen Schrittes, die Augen auf den Tieren, wandelt er dahin. Dann und wann ertönt ein scharfer Pfiff, der den Hunden gilt, damit sie die Schafe, die sich aus die Accker verirrten, zurücktreiben; manchmal tritt auch die Schippe in Tätigkeit und schleudert den ungehorsamen Tieren ein wenig Erde auf ihr weiches Fell. Nun steht er still, gestützt auf den langen Stock und schaut würdevoll um sich. _ Es ist, als ob er sagen wollte: 2a, unser Schäferberuf ist der älteste neben dem des Landwirtes. Adams Söhne, Kain und Abel, waren Landwirt und Schäfer, und Schäfer hat es gegeben, so lange die Welt steht. 2a, er hat recht. Er kann sich rühmen, sehr vornehme Vorgänger gehabt zu haben. Waren doch auch die Könige Saul und David Hirten, ehe sie zu ihrem hohen Berufe gesalbt wurden, und bis in die Neuzeit waren berühmte Männer in ihrer 2ugend Hirtenbuben gewesen. (Hans Thoma, Rosegger u.a.) Auch im gar vielen Volksliedern wird uns von Schäfern erzählt. — Wie kommt es eigentlich, daß wir uns unter einem Schäfer immer einen alten Mann vorstellen? Sind vielleicht die Bilder, die wir kennen, und worauf neben der Herde stets ein eisgrauer Hirte steht, daran schuld? Doch gibt es auch viele junge Schäfer, selbst in der Lüneburger Heide sah ich solche- älnd auf einer Herbstwanderung durch den Vogelsberg begegneten wir weit droben einer großen Schafherde, die von einem jungen Hirten begleitet wurde. Mein 2unge und ich freuten uns der vielen Tiere und schlossen eine Wette ab, wieviel Schäfchen wohl da weideten. 2eder nannte eine Zahl. Dann gingen wir zu dem Schäfer. Mein Sohn hatte besser geschätzt als ich. Es waren über 200 Tiere. „Weißt du auch," wandte sich der Schäfer nun an den Knaben, „wie man eine Schafherde schnell und sicher zählt? — Nicht? — Gib acht: Du zählst einfach die Deine und teilst durch vier. Dann hast du es ganz sicher!" Dieser Rat kam meinem 2ungen so verblüffend einfach vor, daß er erstaunt aufschaute. Als er aber das Gesicht des Schäfers sah, wußte er, wie's gemeint war und lachte mit uns. Noch manche Schnurre erzählte uns der lustige Vogelsberger, und mit einem freudigen „Auf Wiedersehn I" nahmen wir Wschied. 2a, Humor haben sie nicht alle, die Schäfer, aber eine großartige Ruhe. Sie lassen sich durch nichts aufregen. Das bringt ihr Beruf so mit sich Wer Tag und Nacht da draußen in der Natur steht, der lernt die Ruhe. Gr muß aushalten bei Sonnenschein, bei Sturm und Regen. Was hülfe ihm Aufregung, Zorn oder gar Furcht? Niemand lernt die Natur tiefer und inniger lieben als der Schäfer, niemand kann so den Zauber des Woldes und die Ruhe der Flur auf sich wirken lassen. Er läßt Donner und Blitz über sich ergehen und sorgt nur für seine Tiere, er steht in strömendem Regen und bietet dem eisigen Nordwind Trotz. Aber er weiß auch tote kaum ein anderer zu erzählen vom Leben und Treiben draußen, die Kräuter kennt er. die nützlichen, die Dogelstimmen sind ihm vertraut. Und tote kann er mit den kranken Tieren umgehen! 3d) sah oft, daß Schäfer lahme oder verwundete Lämmchen auf ihren Armen der Herde nachtrugen. Sie gehen nicht gleich zum Arzt. Sie helfen sich meist selber. Auch die Landleute haben großes Vertrauen zu ihrem Schäfer, und gar manchen guten Rat holen sie sich bei ihm. 2ch weiß aus meiner 2ugendzeit, es ist schon sehr lange her, als wir eine kranke Kuh hatten, daß meine Mutter einen Weg von vier Stunden machte, um sich Rat frei einem Schäfer in der Wetterau zu holen. Es war ein achtzigjähriger Mann, aber berühmt als Menschen- und Vieharzt. Er konnte die Kräuter und Wurzeln und wußte Tränklein zu bereiten, die nicht nur für das Vieh, sondern auch für die Menschen gut waren. Die Arznei und die Ratschläge, die meine Mutter mit nach Hause brachte, haben uns damals geholfen! Auch als Wetterprophet steht der Schäfer m hohem Ansehen. Kein Wunder, wer immer da draußen Lbt, wer Wolken und Winde beobachtet, der sieht und empfindet mehr als wir Augenblicksmenschen. Was wäre der Schäfer aber ohne seine Hunde? Hast du schon einmal auf das Freundschaftsverhältnis zwischen Herr und Tier geachtet? Wie redlich sie jeden Bissen teilen, wenn der 2unge das Mittagessen hinausgetragen hat zum Vater? Da sitzen sie vor ihrer Hütte und speisen gemeinschaftlich. ohne die Herde aus den Augen zu lassen. Und nachts, wenn der Schäfer in seinem Wagen schläft, tritt der treue Hund für ihn ein und umkreist die Hürde. — 2ch sah dieser Tage ein merkwürdiges Bildchen in einer Rundfunkzeitung. Da sitzt ein Schäfer auf einem Abhang und hat die Hörer auf seinen Ohren, der Hut liegt neben ihm, die Pfeise ist ihm ausgegangen vor Verwunderung. Hebet der Schäferhütte ist die Antenne gespannt und auf dem Trittbrett steht der Röhrenapparat. Der Hund aber schielt erstaunt nach seinem Herrn, Sen er nicht wieder erkennt. „Ein moderner Schäfer," meinte mein Freund, «diese Erfindung ist tatsächlich etwas für feinen stillen Beruf." Ob's wahr ist? Sollten es unsere Schäfer nicht lieber mit Ludwig älhlcmd halten und mit ihm sprechen: .... 2ch bin allein auf weiter Flur. Noch eine Morgenglocke nur, Nun Stille nah und fern." L. Der Winterfahrplan -es Gießener Anzeigers wird von heute an in der beliebten Taschenbuchform an alle Bezieher unserer Zeitung kostenlos abgegeben. Das unentbehrlich gewordene Heftchen ist gegenüber der Sommerausgabe verbessert und erweitert, es umfaßt jetzt 40 Seiten. 2n übersichtlicher Anordnung sind alle Zugverbindungen der Bahnlinien enthalten, die Gießen zum Mittel- oder Ausgangspunkt haben. Cs seien genannt die Linien bis Frankfurt, bis Fulda, bis Gelnhausen, bis Kassel und bis Kölin. Die Fernlinien weisen die Ankunfts- und Abfahrtzeiten der großstädtischen Endstationen auf. 2m übrigen sind auch alle wichtigen Anschluh- strecken über das oberhessische Fahrplangebiet hinaus aufgeführt, wie Frankfurt — Darmstadt, — Mainz, — Höchst, — Wiesbaden, — Bebra und — Limburg. Die Kraftwagenfahrpläne sind auf das ganze oberhessische Gebiet unter Einschluß der benachbarten preußischen Post- und Privatlinien erweitert. Eine Kuriosität aus Alt-Gießen. Johann Melchior Wickenacker, ein Gießener Findling aus alter Zeil. Ende November des 2ahres 1737 gab es in der Stadt Gießen ein Grrede, das von Haus zu Haus umlief. 2n einem Wickenacker auf dem Seltersberge hatte man ein neugeborenes Kind gefunden. Man nahm an, daß die grausame Mutter ei-pe herumziehende Person sei. Nun entstanden große Erwägungen, ob das Kind getauft fei oder nicht. Schließlüch entschied das Fürstliche Konsistorium, das seinen Sih in Gießen hatte, daß das Kind getauft und ihm ein „völliger" Name beigelegt werden sollte. Der ©tabtmagiftrat nahm diese Angelegenheit in die Hand. An der Spitze der städtischen Verwaltung stand damals als Bürgermeister der im 2ahre 1749 im Alber von 75 2ahren verstorbene Bäckermeister 2ohann Moritz Völcker ' (die Bürgermeister wechselten in der alten Zett von 2ahr zu 2ahr und wurden au-8 den Mftb-- gliedevn des Schöffenrates gewählt). Völcker be- aufbragte die „Ratsverwandten" (Schöffenräte), 2vhann Melchior Stohr und 2ohann Kaspar Müller, bei der Taufe als Gevattern mi't- zuwirken. Stohr war Wollenweber und starb, 50 2ahve alt, im 2ahre 1742. Müller starb, 64 2ahre alt, im Jahve 1752, er war Fürstlicher Postmeister, vermutlich gehörte er der Familie an, die in vielen 2ahrzehrrten und noch weit in das 19. (Jahrhundert hinein das Gasthaus „Zum Einhorn" besah. Das Kind erhielt den Namen 2 o h a nn Melchior Wickenacker und wurde am 22. November 1737 getauft. Was aus diesem Findling später geworden ist, konnte nicht festgestellt werden. Bornotizen. — TageSkalender für SamStag. Verein ehern. 116er, großer Begrühungsabend, anschließend Ball, Cafe Leib, 8 llhr. — Freiw. Gailfche Feuerwehr, Feier des 73. Gründungstages, Kathol. Vereinshaus, 8 Uhr. — Tv. von 1846, ordentliche Hauptversammlung im Post- keller, 8.30 llhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Angst". — Astoria-Lichtspiele: „Der Polizeiflieger von Kalifornien". — Lageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Arm wie eine Kirchenmaus". Anfang 18 Llhr, Ende 20.15 Ufjr. — Liebigshöhe: Großes Militärkonzert, nachm. 4 bis 7 llhr. — MTV. Familienabend, Cafe Leib. 6 llhr. — Gießener Radsahrerverein 1885 e. V., Absähren, 2 Uhr. Hessischer Hof: anschl. Familienzusammen- kunft. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Angst". — Astoria-Lichtspiele: „Der Polizeiflieger von Kalifornien". — Rezitationsabend „DieLeidendes jungen Werthe r". 9m Rahmen des Gießener Ferienkurses rezitiert der Zentendant des Gießener Stadttheaters, Dr. Rolf Prasch, Goethes „Die Leiden des jungen Werther". Der Dortrag wird auf etwa eine Stunde konzentriert werden. — Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil das Verzeichnis chrer Vorträge im Winterhalbjahr 1928/29. 3n der Ankündigung find auch Angaben über die Eintrittsbedingungen zu den Vorträgen enthalten. Man beachte die Anzeige. — Der Goethe-Bund lädt, wie aus dem heutigen Anzeigenteil zu ersehen ist, zu seinem dies- winterlichen Vortragsprogramm ein. chatten die Bestrebungen des Goethe-Bundes als literarische Interessengemeinschaft, so schreibt man uns zu dieser Einladung, seither in immer weiteren Kreisen unserer Gießener Bürgerschaft in stetig wachsendem Maße Anerkennung und Beachtung gefunden, so dürfte das kommende Dortragsprogramm, das sich im Rückblick auf seine künstlerische Bedeutung und Größe nur ganz große Städte und Kulturzentren leisten können, zu den schönsten Erwartungen berechtigen. Durch die Begründung einer engen Arbeitsgemeinschaft mit dem Stadttheater konnte das Vortragsprogramm des Goethe-Bundes eine wertvolle Ergänzung erhalten: ein Kammerspielzyklus wird eine Reihe von literarisch und dramaturgisch wertvollen Feinheiten bringen, die auf dem Spielplan des Theaters aus mancherlei Gründen nicht erscheinen können. Weiterhin erhalten die Bundesmitglieder bei dem Gastspiel der Berliner Kammeroper und bei den dramaturgischen Vorträgen des Stadttheaters weitgehende Eintrittsvergünstigungen. (Siehe heutige Anzeige.) — Mrlitärkonzert auf der Liebigshöhe. Am morgigen Sonntag, nachmittags von 4 llhr ab. konzertiert unsere Militärkapelle unter Leitung des Obermufikmeisters Lö- b e r auf der Liebigshöhe. Das Programm bringt im ersten Teil Streichmusik, im zweiten Teile Darbietungen mit Blasinstrumenten. Cs ist ein sehr abwechslungsreiches und kvnzertlich hochstehendes Programm gewählt worden, das allen Besuchern genußreiche Stunden bereiten wird. (Siehe Anzeige.) — Volkstümliches Konzert. Am Dienstag, 16. Oktober, findet im Katholischen Vereinshaus ein volkstümliches Konzert statt, bei dem Solisten von auswärts und die Kapelle unseres Bataillons unter Leitung des Obermusikmeisters Löber vor die Oeffentlichkeit treten werden. Die Vortragsfolge wird auch hochgestellten Anforderungen in vollem Maße gerecht werden. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. ** Die Versicherungspflicht nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz. Dom Versicherungsamt der Stadt Gießen wird uns geschrieben: Infolge Erweiterung der versicherungspflichtigen Höchstgrenze in der Angestelltenversicherung auf 700 Mark monatlich wird vielfach angenommen, daß seither in allen Derficherungszweigen versicherungsfreie Personen, die mehr als 500 Mark monatliches Einkommen hatten und jetzt unter 700 Mark bleiben, ohne weiteres versicherungspflichtig nach dem Arbeitslosenoersicherungsgesetz geworden leien. Das ist falsch. Waren beispielsweise seither Betriebsdirektoren, Handlungsbevollmächtigte u. a. oersicherungsfrei in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung, weil sie zu den Personen gehören, die der Krankenversicherung überhaupt nicht unterliegen, da sie nicht mit ausführenden Arbeiten vorwiegend materieller Art, sondern mit höheren, mehr geistigen, wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigt sind und sich durch ihre Stellung über die Betriebsbeamten, Werkmeister u. a. Angestellten in gleicher oder ähnlicher Stellung erheben, so sind sie es auch heute noch, nachdem sie als leitende Angestellte wegen ihres Einkommens unter 700 Mark monatlich oersicherungspflichtig nach dem Angestelltenver- ficherungsgefetz geworden sind. ** Gegen den Unfug an Feuermeldern. Das Hessische Amtsgericht Gießen verurteilte den Studenten K. Z. in Gießen wegen Einschlagens einer Feuermeldescheibe zu 100 Mark Strafe evtl. 20 Tagen Haft und zu den Kosten des Verfahrens. Das strenge Vorgehen des Gerichts mag anderen Unfuglustigen zur Warnung dienen. •• Vom S ta dttheater wird uns mit- ge teilt, daß das G-esaintgaftspiel des Neuen Operetten-TheaterS aus Frankfurt a. M.. „Gräfin Eva", am Dienstag, 9. d. TR., 1 9 Va itfcc beginnt (nicht 19V« H^r, tote seither veröffentlicht). Eine Personen st ands- und Betriebsaufnahme findet am 10. Oktober durch Beamte des hiesigen Polizeiamtes auf Veranlassung der Stadtverwaltung statt. Die Erhebung wird im heutigen Anzeigenteil angekün- digt. ' "Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden am Dienstag und Mittwoch kommender Woche statt. Am Dienstag ist Rindvieh- (Nuhvieh-)Markt, am Mittwoch Schweinemarkt. ** E i n Protest des Gewerbeoereins. Man berichtet uns: Der Vorstand des Gewerbevereins hielt in diesen Tagen eine Sitzung ab, in der nach Erledigung der verschiedensten geschäftlichen Fragen die Art der Ausschreibung der Umbauarbeiten an der Provinzial-Pflegeanstalt schärfsten Protest auslöste. Die Erregung über diese geringe Rücksichtnahme auf das hiesige Handwerk wurde noch größer, als bekannt wurde, daß mehrere hiesige Schreiner' meister, die nach Friedberg gefahren waren, um die nur dort erhältlichen Unterlagen zu holen, überhaupt keine Unterlagen mehr einholen konnten. ** Besitzwechsel. Die Firma Reils & Kraft, Auto-Reparaturanstalt, hat das frühere Schneidersche Anwesen Marburger Straße 8 käuflich erworben. •* Eine Achtzigjährige. Am kommenden Montag, 8. Oktober, begeht Frau Marie Schäfer W w., Eichgärten 31 wohnhaft, ihren 80. Geburtstag. Frau Schäf er, die aus Lang- Göns stammt, ist durch ihr Festhalten an der heimatlichen Tracht in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft bekanntgeworden. *• Motorradunfall. Gestern abend gegen Vj8 Ahr fuhr ein auswärttger Motorradler in der gesperrten Kaiserallee gegen eine nicht erleuchtete Schranke und stürzte dabei von seinem Rade. Einem glücklichen Zufall ist es zu danken, daß der Fahrer nur leichte Kopfverletzungen babontrug. Es dürfte sich empfehlen, die dort angebrachten Derkehrsschttder und Schranken während der Nacht aut zu -rleuchten, damit der Verkehr nicht gefährdet wird. ** EinS onder^ug nach dem sonnigen Süden wird im hiesigen Anzeigenteil von der Gießener Vertretung Der Hapag (Reisebureau Loeb) angekündigt. 2ntereffenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. (Weitere Lokalnachrichten Im 2. Blatt.) Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 dis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. /—Was ist Togal?— Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten Z Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel. Heber 5000 Aerzte anerkennen die hervorragende Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt. 2n allen Apotheken Mark 1.40 ^ 0,46 Chto-, 1X6 Litb- 74.3 Add- acet aal, ad 100 AmyL t DER GEIST KUR i LEBTINSEINEM ; । FABRIKAT I rjlcI^L auf KosLn. 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D eine Derwi vorgeschriel daraus her an Realste mit rund 2 werden kan den Realste fei ermä Weisungen h dem Haush, Mark angefc Millionen I tm laufende! stehen. Zahlr Körperschaskei setzesvorschrift Das 5)teie ^uhtmann, W den Ang °^ner wiede^ R tausend 7. eim L?'°" ■£« teil K'tz- Jomoöie? ? n Stück do rund, Au ^'2 2uf‘i von Manusaklurwarensef-Sfr wird Lindenplatz. 8834D kauft 8848D durch 8857D 07089 kaufen. Frau Kanzleirat Möbue Wwe.. Wetzlarer Weg 1511 ilberl M:t!elstädt. Darmitadt, Eltsabeihenstrane 34 Telephon 2340. Geb. Dame im Haushalt bett)., übernimmt Führung frauenl. Haushaltes Emtrttt tofort. An- nunum Papierkor^'. Schr. Ana. nnt.07079 an den Gtesi. Anzeig. 1 Dauerbrandofen 1 SlllgermaWoe Rundfchtff 1 neuer Anzug für Beruf, derb, Mtttelgr^ biUtg abzug. Wo? sagt die Geschst. d. Bl. Ferkel 8—9 Wochen alt. ver- Ein priiroeomagea 30 Zentner Tragkraft zu verkauf.0,118 GroSer Steinweg 18p. Junges Mädchen mit HandelSfchul- bildung sucht Stelle aus Bureau. Schr. 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Mittwoch, lO.Cftw 2.mittrooifi'llö.-BorfL von 20 bis 22 Uhr jngenorg Komödie in 3 Akten von Shitt Götz. Donnerstag. 11. 0kl.. (Aula der Llniversität) 20 Uhr: 1. dramaturgischer Sinslihrungsvortrag Das moderne Theater Einführung in den Spielvl an des Stadt« theaters. Vortragender: Dr. Karl Ritter. Freitag, 12. Okt., 2. zrettüg-Atm.-vorsl. von 20 bis 22 Uhr Ins SlridiDlütenfefl Spiel nach dem Javanischen von Klabund. Musik von Ernst Toch Vorher: Gedenkworte, HanS Tannert. Sonntag, 14. Okt., Auber Abonnement Fremdenvorstellnng von 18 b. geg. 21 Uhr: Gastspiel des Neuen Operetten-Theaters Zrankfutt a. IN. Ile DonotDriDjelfin Operette in 3 Akten von Leo Fall. MH D zum Eröffnung! 10. Oktober 1928, vormittags 11 Uhr hier einzureichen. Es können auch Teillieferungen, jedoch nicht unter 50 Zentner, erfolgen. Zuschlagsfrist eine Woche. SIMM empfiehlt sich tTag 3,— Mk.). geht auch auswärts. Schristl. Angeb. u. 07110 a. d. Gien.Anz. Strebs. Geschäftsfrau sucht Filiale irgend welcher Art. 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Ang. u.<>7080a.b.Gieb.Anz. Vefkins | Bekanntmachung. Sehr.: Personenstands- und Betriebsaufnahme am 10. Oktober 1928. Durch Beamte des Polizeiamts Gießen werden an alle wohnungs- und Vetriebs- Unhaber Listen ausgegeben, die von jedem Inhaber einer selbständigen Wohnung oder eines Betriebes nach dem Stand vom 10. Oktober 1928 auszufüllen und' alsbald an den Hausbesitzer oder dessen Vertreter zu übergeben sind. Die Nichterfüllung dieser Verpflichtung kann mit Geldstrafe belegt werden. 8817B Die näheren Bestimmungen bezüglich der Eintragungen sind.aus den Vordrucken er- sichtlich. Gießen, den 6. Oktober 1928. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Seib. Pferde • Versteigerung. Mittwoch, den 10. Oktober 1928, vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Hofe des Mar- ftallgebäudes, Mathildenplatz 17, dahier, sechs ausgemusterte Landgestülsbeschäler (fünf Belgier und ein Oldenburger) gegen gleich bare Zahlung öffentlich versteigert werden. 8818v Darmstadt, den 1. Oktober 1928. Hessische Landgestüts-Direktion. Im Auftrage: Hertel. lolpoliM von NäimliH im Hause, auch auswärts. Karie genügt. Kuhn, Bruchstr. 1011 07120 Zar Blntreinigung im Herbst ist es jetzt Zeit! Hierzu benutzen Sie baS alte Volksmittel WacbolderbeersaH in '/.Pftmb Schraubgläsern. Gar. reiner, getüRter Wacholderbeersaii a«°D 1.50 cuvwiMabe 31 S. r. Brennholz Anmachholz Sagemehl zum Räuchern ns3D Jul.Wellhöser Fernsprecher 743. IV6f8ekielIene8, Latein- Unterricht für sofort gesucht. Schristl. Ang. unt. 8875Oa.bGieb.Ans. Ein gebrauchter Handwagen und eine gebrauchte Hanxhaltnngg* lähmuschlne zu verkaufen. 8'510 S^lterswca ±7 II. Kinderwagen zu verkaufen. 07078 Walttorstr. 33 1. Gut erhaltener Uü.der wagen verkaufen. Wo,fagtb.GeschäftS- stelle b. G.Anz. 07094 80 bis 100 Tonnen Kleinpflaster' steine 8/10 u. 7/9, abzugeb. Wo? sagt bte Ge- schästsftelle b. Gieff. Anzeigers. 8848 V Zirka 150 qm Bretter evtl, gebraucht, für Dachschalung gegen Kaffe zu kaufen ges. Schristl. Angeb. um. t'7081 g. b. 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Don K.Lubert,Präsident derHcindwerkskammer zu Äerlin. 2n der Regierungserklärung vom 3. Juli 1928 ist dieStärkung der Spartätigkeit und die Förderung der Kapitalbildung Qis ein wichtiges Ziel der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik bezeichnet worden. Hierzu ist vor allem die Linderung des auf der Wirtschaft lastenden Steuerdruckes erforderlich. Rach den kürzlich veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen der Reichsfinanzstatistik betrug der Finanz bedarf von Reich, Ländern und Gemeinden 1925/26 rund 14,5 Milliarden Mark gegen 7,25 Milliarden Mark vor dem Kriege. Wenn man Hierzu die fast 5 Milliarden Mark betragende Belastung der Wirtschaft mit sozialen Abgaben hinzurechnet, so erhält man die stattliche Summe von fast 20 Milliarden Mark f ü r die Bedürfnisse der öffent- ^ichen Hand im Jahre 1928, die aus einem jährlichen Volkseinkommen von schätzungsweise 50 Milliarden Mark aufgebracht werden müssen. Es ist begreiflich, daß bei einem solchen Steuerdruck vielfach das Betriebsvermögen angegriffen werden muß, das; ferner mancher Steuerzahler seine Zuflucht zur Steuerhinterziehung nimmt. Dies geht aus dem Ergebnis der von den Reichsfinanzdehörden 1927 veranstalteten Buch- und Betriebsprüfungen hervor, die über 100 Millionen Mark Reichssteuern. 15 Millionen Mark Landessteuern und annähernd 5 Millionen Mark Steuerstrafen einbrachten. Trotzdem will man jetzt die Bermögens- ft euer für 1 928 im Betrage von 40 Millionen Mark nach erheben. Die Vermögenssteuer erbrachte 1927 442 Millionen Mark, 1928 mit 520 Millionen Mark den siebenfachen Betrag des Vorkriegsauskommens. Weitere 40 Millionen würden einer Betriebskapitalabgabe von 18 Prozent gleich kommen, die nach dem Willen der Regierung gerade unterbleiben soll. Das Handwerk erwartet daher, daß von dieser Racherhebung abgesehen wird, die unseres Erachtens vielleicht nur dem Buchstaben des Gesetzes nach, bestimmt nicht nach dem Willen des Gesetzgebers erfordevlich ist. Zur Begründung dieser Forderung wird auf die ohnehin schon übermäßige Belastung der Wirtschaft m it Real steuern verwiesen und auf die von den amtlichen Stellen des Reiches fest- aestÄlle allgemeine Verschlechterung der Wirtschaftslage. Wenn man sich hierbei auf die Vorschrift des § 23 im Artikel V des Steuermtlderungsgesetzes beruft, so darf vielleicht auf den § 4a des Finanzausgleichsgesehes hingewiesen werden, der die schwere Rotlage von Handwerk und Gewerbe anerkannt und zu ihrer Abhllfe die Länder zu der Vorsorge verpflichtet hat, daß die Mehrbeträge der Lieberweisungen aus der Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Llmsahsteuer, die über den Betrag von 2,4 Milliarden Mark hinausgehen, in erster Linie zur Senkung der Grund- und Gebäude st euern und Gewerbe- st eue r n unter das am 31. März 1927 gegebene Maß verwendet werden. Leider hat das Handwerk von einer auf Grund dieser Bestimmung erfolgten Herabsetzung der Realsteuerzuschläge, die eine wesentliche Erleichterung gebracht hätte, nichts gemerkt, obwohl 611 Millionen Mark zur Senkung der Realsteuern im verflossenen Haushaltsjahr zur Verfügung standen. Wie erleichternd für die Wirtschaft sich ein« Verwendung dieser Lieberweisungen in dem vorgeschriebenen Sinne ausgewirkt hätte, mag daraus hervorgehen, daß das gesamte Aufiommen an Realsteuern für 1927 (ohne Hauszinssteuer) mit rund 2 Milliarden Reichsmaä angenommen werden kann. Demnach hätten die Zuschläge zu den Realsteuern, roh gerechnet, um ein Drittel ermäßigt werden können. Die Lieberweisungen für das Rechnungsjahr 1928 sind nach dem Haushaltsplan für 1928 m t 3 217 817 000 Mark angesetzt, so daß voraussichtlich über 800 MUlionen Mark zur Senkung der Realsteuern im laufenden Haushaltsjahr zur Verfügung stehen. Zahlreiche Anfragen in den gesetzgebenden Körperschaften lassen erkennen, daß diese Ge° sehesvorschrift nicht erfüllt wurde. ■mmm—mb—cm—mnmr,711 ii amiuuiuirninBuerraann» Gießener Stavitheaier. Curt Götz: „Jngeborg". Motto für das Stück: „Wer unter die Oberfläche dringt, tut es auf eigene Gefahr." Oscar Wilde. Das Dreieck' Seit Goethe, seit Ibsen, feit Hauptmann, feit Eulenberg, seit den Franzosen und den Ungarn und selbst seit den Engländern immer wieder, immer wieder, zum hundertsten, K tausendsten Male — wer kann das zäh- —, eine Fabel von unerschöpflicher Anziehungskraft für die Dichter und für die Stückeschreiber. Worin zwischen beiden der Linterschied besteht, erläutert Götz selbst (erster Akt, Seite 29): „Die Stückeschreiber . . . können gewöhnlich nicht Dichten. Lind die Dichter können gewöhnlich keine Stücke schreiben." Curt Götz hat ein ausgezeichnetes Stück geschrieben. Aber keine Regel ohne Ausnahme; Götz sagte selber: gewöhnlich. Komödie? Rein. Das ist es eben: dafür ist sein Stück doch wohl zu gut geschrieben, zu glatt, zu rund, zu geistreich und zu poliert. Er hat ein Lustspiel geschrieben, und das ist etwas, was man, wie die Dinge heute liegen, dreimal rot unterstreichen sollle. (Die meisten „Komödien" sind Lustspiele, und die meisten „Lustspiele" sind Schwänke. Bei Licht besehen. Es ist ein Jammer. Aber kaum ernstlich zu bestreiten.) Außerdem wird sich ein so gescheiter Mensch wie Götz sein Motto überlegt haben. Ein sehr bedenkliches Motto. Es schließt noch vor dem ersten Alt die Komödie aus. Aber es gibt den Ton an wie eine Stimmgabel. So ist das Stück: nicht so hoffnungslos wie „Hedda Gabler", nicht so ernsthaft wie Eulenberg, nicht so frivol wie die Franzosen: sondern so geschliffen wie der „Dorian Gray", dem das Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 6. Oktober 1928 Das Handwerk verlangt immer wieder einen baldigen Abbau der unerträglich hohen Realbesteuerung. Die Hauszinssteuer dürfte u. E. nur für den Wohnungsbau verwendet werden und müßte baldmöglichst als Lieberrest aus der Inflationszeit ganz verschwinden. Vor allem wird die Gewerbe steue r als drückend und ungerechte Son der st euer empfunden. Ihr Ausbau zu einer allgemeinen 'Berufssteuer muß gefordert werden, wenn ihre gänzliche Beseitigung nicht möglich sein sollte, damit unter der Herrschaft des heutigen Gemeindewahlrechts endlich wieder breiteste Volksschichten zu Trägern der Lasten werden, die ihre Vertreter in der Gemeindeverwaltung beschließen. In gleicher Richtung liegen auch die Bestrebungen des Handwerks, den Gemeinden wieder das Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer einzuräumen. Die dringend notwendige Stärkung des Verantwortungsgefühls der gemeindlichen Selbstverwaltung wird von einer Einbeziehung der zur Zeit einkommensteuerfreien Bürger zum Gemeindezuschlag erwartet. Es geht nach Ansicht des Handwerks auf die Dauer nichr an, daß der Hauptbeil der Gemeindeausgaben auf dem Gewerbe allein lastet. Ein Anfang zur Derücksichfigung der durch die Lage der Wirtschaft gebotenen Rücksichtnahme bet der Lastenverteilung ist bei der Gewerbesteuer allerdings durch das Anhörungsrecht der amt- lcchen Berufsvertretungen gemacht worden. Rach Ansicht des Handwerks müßte dieses Anhörungsrecht der Derufsvertretungen bei allen Realsteuern zu einem Mitwirkungsrecht der Steuerträger bei Steuerbeschlüssen ausgebaut werden. Eine solche Entwicklung würde u. E. in der Richtung einer verantwortungsfreudigen Selbstverwaltung im Steinschen Sinne liegen. Da fick) das Anhörungsrecht bisher durchaus bewährt hot, ist es um so bedauerlicher, daß auf der letzten Tagung des Reichsstädtebundes der geschäftsfüh- rende Präsident über das Steuervereinheit- lichungsgesetz u. a. erklärte, »Daß einer reichsgesetzlichen Verpflichtung der Gemeinden zur Anhörung der Berussvertre- tungen der Wirtschaft vor der Beschlußfassung über die von den Realsteuern zu erhebenden Hundertsätze nicht zugestimmt werden könne, da darin „eine unerwünschte Beschränkung des Selbstbrstimmungsrechts und der Selbstverantwortlichkeit der Gemeinden" liege." Das Handwerk erwartet vom Steuer vereinheitlich ungsgeseh, dessen Vorlage von der Reichsregierung in der Regierungserklärung ebenfalls in Aussicht gestellt wurde, die Einschaltung eines weitgehenden Mitbestimmungsrechtes des Handwerks als Steuerträger. Vor allem muß endlich einmal bei allen Steuern, die an Vermögenswerte anknüpfen, der wirkliche Gegenwartswert zugrunde gelegt werden und nicht mehr der veraltete Vorlriegswert. In dieser Richtung ist eine Reugestaltung des Reichsbewertungsgesetzes erforderlich. Ferner dürfte nunmehr die Wiederaufrichtung und Beruhigung der Wirtschaft soweit fortgeschritten fein, daß die Veranlagung der Einkommen-, Ertrags- und Vermögenssteuern nach dem 3jährigen Durchschnitt wieder eingeführt werden kann. Diese Deranlagungsart unter Anrechnung der Derlustjahre mit dem Verlustbetrag entspricht mehr der Steuerfähigkeit und Gleichmäßigkeit. Auf der letzten Tagung des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages in Köln ist diese Forderung wieder erhoben worden. Auch andere Wirtschafts-Spitzenverbände hoben sie in den lebten Tagen öffentlich aufgestellt. Es wäre erfreulich, wenn der auf Wunsch des Reichstages beim Reichsfinanzministerium zur Untersuchung dieser Frage tätige Ausschuß recht bald mit brauchbaren Gesehesvorschlägen hervortreten würde. Eine gleichmäßige Steuerbelastung aller Gewerbetreibenden erstrebt schließlich noch der Wunsch des Handwerks nach einheitlicher Reichs b e ft euerung des Wandergewerbes und der Wandertag e r. Die Grundlagen des ehrlichen Wettbewerbs werden nicht zuletzt zu Llngunsten des i >iiun-jsrvuij.m »■ m.ujxmaa Motto entstammt, auch so paradox und so zu- gespitzt; die drei Akte bestehen eigentlich aus lauter Aphorismen, aus lauter Frechheiten und lauter Llnwahrscheinlichkeiten. Aber ihnen fehlt die hundeschnäuzige, abgebrühte und einseitige Manier der Pariser, die immer nur eine und immer die gleiche Lösung wissen. Bei Götz spürt man jederzeit die beruhigend erhobene Kavaliershand: nur keine Aufregung, alles halb so schlimm, alles am Ende gar nicht wahr: er schwebt immerdar zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit, zwischen Leben und Literatur. Er hat — man sollte es allerdings nicht für möglich halten — etwas Reues vorzubringen... zu diesem Thema. Das ist doch sehr bemerkenswert. Denn darauf ist schließlich niemand gefaßt, daß die drei Glieder des Dreiecks sich bei einer Bowle um den Tisch sehen, ohne Groll und Harm, unb die Sache in aller Freundlichkeit durchsprechen. Der deutsche Akzent im internationalen, weltliterarischen Thema: das Problem wird als Problem erkannt und von allen Beteiligten unter Hinzuziehung sogar von Unbeteiligten erörtert. Diese (groteske) Sachlichkeit ist das Reue in der Gestaltung dec Fabel. Wie die Besprechung ausgeht, wie ihr Ergebnis und also die Lösung lautet, ist hiernach nicht mehr so erheblich. Eine neue Lösung ist auch gar nicht mehr denkbar. Dazu ist vor Götz schon viel zu viel an der Dreieckskonstruktion herumgebastelt worden. Sie lautet ja doch immer wieder entweder „keiner" oder „wir beide" oder „ihr beide" oder „wir drei". Bald in Dur, bald in Moll. Lind die letzte Lösung ist so unbefriedigend (in der „Stella" wie später im „Zweiten Gesicht"), daß sie fast von vornherein ausscheidet. Götz versucht sie und verwirft sie im letzten Augenblick vor dem letzten Vorhang. • Bei ihm ergibt sich das Dreieck aus einer Schülerliebe, aus einer Iugcndeselei. Das heißt: den auftauchenden Andern hat die junge Frau nur in der Phantasie gesehen, nicht gekannt. In die Phantasiefigur, um sie und sich davon zu Käufers verschoben, wenn diese Art Gewerbebetrieb, der sich mit der Entwicklung neuzeitlicher Verkehrsmittel immer mehr ausbreitet, nicht die gleichen Lasten trägt, wie das ortsansässige bodenständige Gewerbe. Das Handwerk will gern dem Reich, dem Staat und der Gemeinde die nach den Grundsätzen steuerlicher Gerechtigkeit auf seinen Teil entfallenden Steueraögaben entrichten. Es erwartet jedoch im Zeitalter der Rationalisierung, daß auch endlich auf diesem Gebiete klare und erträgliche Verhältnisse geschaffen werden, die den Handwerker wieder zum st a a t s - freudigen und opferbereiten Bürger werden lassen. Stießet übet den SzeanM des „Gm? Ze-pelm". Wetter und Kurs. — Dienst und Leben an Bord. Vom Sonderberichterstatter des WTB. Friedrichshafen, 5. Oktober. Wir sitzen in Dr. Eckeners großeiü Arbeitszimmer, wie nun schon so oft in diesen Wochen. Rings an den Wänden hängen Bilder von Luft- schifsen, die alle so ganz anders aussehen, die alle werden und vergehen mußten, bis die ganze Summe von Erfahrung, von technischem Fortschritt, von äußerer Schönheit ihren Ausdruck fand in jenem wundervollen Schiff, das jetzt drüben in der Halle seiner ersten Ozeanfahrt entgegenträumt. Es hat alle Prüfungen für diese Fahrt bestanden, die süddeutschen Meßfahrten, nun die große Deutschland- und Rordeuropafahrt, die eine Triumphfahrt sondergleichen war. „Wir wußten, was das Schiff kann", sagt Dr. Eckener, „wir wußten, daß wir ihm vertrauen konnten. Es hat für mich eigentlich nur einen Augenblick einer leisen inneren Erregung gegeben, bas war, als ich vom in der Gondel stand und wir das erstemal aus der Halle herausfuhren. Lind diese Erregung war doch mehr die Freude." Run soll Dr. Eckener von der Amerika fahrt erzählen. Seine Augen werden ernst, und man fühlt, wie feine Gedaicken über den Ozean schweifen, zum „Z. R 3", zu der Fahrt vor vier Jahren. Sein Gesicht hat jetzt wieder diese friesischen Holzschnittzüge, die in so seltsamem Kontrast zu dem lachenden Dlld des württembergischen Grafen stehen, das dort, fast lebensgroß, über dem Schreibtisch hängt. „Dir werden 50 bis 80 Stunden brauchen, bis wir drüben sind", beginnt Dr. Eckener nach ein:r Pause, während der er bedächtig die unvermeidliche Seemannspfeife in Brand gesetzt hat. „Es tanrmt ganz auf Blind und Wetter an. Denn Luftsch., fnavigation ist meteorologische Ravigation. Man muß sich nach den gegebenen meteorologischen Situationen richten und sie ausnutzen. Davon hängt die Route ab, die wir einschlagen werden. Ratürlich nehme ich am liebsten den kürzesten Weg über den Ozean, dafür würde ich über dem Festland sogar sehr- schlechtes Wetter in Kauf nehmen. Das ist die nördliche Route, der sogenannte „größte Kugel - kreis". Wir würden dann über Holland, Mittel- england und Rordirland fahren, dann im nördlichen Dogen über den Atlantik bis Reufundland, die Küste entlang über Boston nach Reuhork. Aber leider liegt auf dieser Linie meist böses Wetter, so daß diese idealste Strecke auch am seltensten möglich ist. Dann muh man sich einen anderen Weg suchen, entweder noch nördlicher oder — und das ist meist der Fall — tiefer nach Süden. So bogen wir ja auch damals mit dem „Z. R. 3“ nach Süden ab, über die Azoren. Wenn das Wetter es gestattet, kann man immer noch versuchen, auf den kürzesten Weg zu kommen. Betrachtet man die Fahrtdauer, so muß man sich übrigens vor Augen halten, daß wir zunächst einmal neun Stunden bis zur Küste brauchen, die eigentliche Lieberfahrt, die sich vielleicht mit den Dampfern vergleichen läßt, dauert etwa 45 bis 70 Stunden. Zurück gehl es sehr viel schneller. Da Hal man meist Rückenwind, so daß der „Graf Zeppelin" es wohl in zwei Tagen schaffen kann. Dieser Vorteil wirkt sich natürlich auf der Hinfahrt entgegengesetzt aus. Man muß sich nur einmal die riesigen Flächen des Schiffes ansehen, dann versteht man, daß der Wind bei ihm eine erhebliche Rolle spielt. Rehmen wir einen durchschnittlichen Gegenwind von acht Sekundenmetern an — beim „Z. R. 3" hatten wir eine ganze Reihe von Stunden sogar 14 Sekundenmeter gegen uns —, so bedeutet das, daß die Geschwindigkeit des Schiffes sich um etwa 30 Kilometer vermindert, also bei einer Marschgeschwm- bigfeit von 120 Kilometer auf 90 Kilomctter sinkt. Auf dem Rückweg erhöht sie sich dann entsprechend. Gewöhnlich wirden wir über dem Ozean in einer Höhe von 300 bis 350 Meter fahren. Bei Rückenwind geht man höher, bei Gegenwind tiefer, weil der Wind sich nach oben verstärkt. Einen besonderen Wetterdienst haben wir nicht eingerichtet. Er ist uns angeooten worden, aber uns genügt der normale Dienst, der für die Dampfer gemacht wird. Jrn ersten Teil der Fahrt stützen wir unsere Raviga ion auf Rord- deich und Königswusterhausen, später auf die amerikanischen Küstenstationen, die den internationalen Verkehr bedienen, und besonders auf die große Wetterwarte bei Washington. Wir selbst sieben wahrscheinlich nur von Zeit zu Zeit kurze Standorlmeldungen an die Werst." Hier kommt Dr. Eckcner nun auf einen Punkt zu sprechen, der von besonderer Bedeutung ist. „Es kann sehr leicht vorlommen," sagt er, „daß man einmal längere Zeil überhaupl keine Rach- richt von uns hört. Beim Z. R. 3 war es auch so. Das fing abends an und dauerte neun oder zehn Stunden, und später wurde mir erzählt, daß man sich in der ganzen Dell aufgeregt und schon geglaubt habe, uns sei ein Unglück passiert. Der Grrrnd liegt einfach darin, daß man in die Rähe des Golfstromgebietes kommt, in eine Atmosphäre, die starke elektrische Aufladung hat, ohne daß es gleich Gewitter zu sein brauchen, immerhin stark genug, daß man nicht gut durch- konnnt. Dieser Zeitpunkt wird etwa nach gut 40 Strfnden eintreten. Aber wenn dann wieder nichts von uns gehört wird, soll man sich nicht gleich aufregen. Das Schiff ist auf Sicherheit gebaut, und es ist auch noch größer und stärker als der „Z. R. 3". Wir haben fünf Maschinen, es täte uns nicht einmal etwas, wenn sogar zwei Motore ausfallen würden. Auch wenn an der Steuerung etwas nicht in Ordnung wäre, hätten wir immer noch die Reservesteuerung. Lind das eigentliche Schiss hat gewissermaßen Schotten wie ein Dampfer. Wenn von diesen Zellen — was noch nie bei einem Zeppelin passiert ist — drei auslaufen, fahren wir immer noch." In allem, was Dr. Eckener sagt, kommt dieses unbedingte Vertrauen zum Ausdruck. Dann geht die Rede noch einmal auf die Route zurück. Wenn der südliche Kurs gewählt werden muh, so würde der „Graf Zeppelin" auch über Frankreich fahren. Eine besondere Erlaubnis dafür ist nicht nötig, weil Frankreich zu den Staaten gehört, mit denen wir im Luftfahrt abkommen stehen. Das Leben an Bord wird sich ähnlich wie auf einem Dampfer abspielen. Bordpolizei und Polizeistunde haben wir aller- bings nicht, sagt Dr. Eckener lächelnd. Die Besatzung löst sich alle zwei Stunden ab. Wir fahren mit dreifacher Besetzung — dreimal 13 —, so daß immer vier Stunden Ruhe zwischen der Wache liegen. Während dieser Zeit hält sich die Besatzung in ihren eigenen Räumen auf, die etwa im Mittelschiff liegen, Fenster haben wie die Gondeln und zum Schlafen Hängematten. 3m übrigen bekommt die Crew dieselbe Verpflegung wie die Fahrgäste." Dr. Eckener lacht: „Im Schiff sind wir der demokratischste Betrieb, den Sie sich denken können!" Zum Schluß noch ein Wort über die Wirtschaftlichkeit des Ozeanluftverkehrs, die das Schiff D erlösen, verwandelte sich später ihr Gemahl: er schwindelte ihr vor: eben jener Unbekannte, vom Backfischheldenideal Llmflossene sei er selbst gewesen. Lind muß es zurücknehmen, als dann der Richtige erscheint. Der lUbt Jngeborg sogleich. Hat aber Hemmungen, „es" zu tun, well er den Gemahl nicht betrügen und betrüben möchte. Lind weil der ihn „geknebelt" hat mit dem Auftrag, seiner Frau, zur Probe, den Hof zu machen. Soviel Anständigkeit kann man nicht hintergehen. Also gibt er endlich den „Austrag" zurück. Lind so kommt es, daß Jngeborg zwisAn Ottokar, dem Wann, und Peter, dem andern, von beiden aufgefordert, wählen soll. I Lind das Verblüffende ist: sie liebt sie alle beide, Ottokar und Peter. Beide sind ihr gleich liebe Männer. Lind die haben schon vorher, allerdings in zunehmender Beschwipstheit. sich mehrfach und heftig aufrichtiger, wechselseitiger Sympathien versichert. Die drei Kindlein lieben sich sozusagen untereinander. Eine furchtbare Situation. QIber unseres Wissens noch nicht dagewesen. So ist die Lage gegen Ende des dritten Aktes. Bei Rächt. Mit Lampions im Park. Lind die Bowle ist schon stark gelichtet. Lind gleich wird es elf Lihr schlagen. Lind die „Morgenstimmung" aus „Peer Ghnt" von irgendwoher gespielt werden. (Hier waren es, wenn wir recht gehört haben, ein paar Takte des Menuetts aus „Don Juan".) Lind dann — was dann noch kommt, das wollen wir nicht erzählen. Man muß auch in einer Besprechung nicht immer alles sagen. Man soll hingehen und selbst sehn. Es kommt gar nicht mehr viel. Dor einer vornehmen und stimmungsvollen neuen Dekoration (Bühnenbild: Karl Löffler) wurde anmutig gespielt. Tannert dirigierte Lind es ergab sich eine kleine, schwebende, von Geist und Witz beschwingte Lustspielmelodie, sanft ausgehalten durch drei Akte hindurch, in den besten Augeirblicken mit einem ganz leisen Unterton von Kammermusik, der sich aber immer wieder verlor, und auf den es wohl Götz nicht einmal abgesehen hatte. „Jngeborg" war Jngeborg (Scherer): ihr standen die drei Arte so gut wie die drei Toiletten, grün, weiß und blau; selbst unwahrscheinliche Dinge klangen glaubwürdig aus ihrem Munde: und obwohl manches, was sie vorzubringen hatte, unbefangener und argloser daher- plätscherte. als es vielleicht gemeint war: wir halten dafür, daß auch Götzens spöttischer Blick nicht vhire Wohlgefallen auf ihr geruht haben würde, wenn er dabei gewesen wäre. Don Peter heißt es bei Götz: „Obendrein fitzt um, feine Mundwinkel ein Teufel, in seinem Lächeln ein Weib." Das ist ja nun ein bißchen viel verlangt, und Männert hatte unserem Gefühl nach weder das eine noch das andere. Aber es ging herrlich, auch ohne das. Er hielt sich mühelos an die fernere Anweisung, „jung, schlank und geschmackvoll" zu sein. Das liegt ihm, besonders das Bubenhaft-Linbeschwerte, das kann er, das macht er reizend. Bei Haeser, der den rechtmäßigen Ottokar spielte, hatten wir den Eindruck, daß er sich nicht ganz wohl dabei fühlte, und daß Götz ihn sich anders vorgestellt hat: er nahm das Ganze zu ernsthaft, zu wichtig, im dritten Akt auch, in der Dowlensitzung, nicht locker genug, zu betont in der aufsteigenden „Stimmung". Auch die sehr spassige Tante Ottllie dürfte, wie sie von Luise Jüngling gespielt wurde, nicht ganz im Sinne Götzens gewesen fein. Aber sie hatte soviel Impertinenzen ins Gespräch zu streuen, daß man ihr mit Vergnügen zuhörte. Der Diener, Herr Konjunktiv, ist „ein älterer Herr und eigentlich gar nicht vorhanden": Baste unterzog sich mit Anstand dieser träumerischen Rolle. Schließlich wirkt noch ehr Laubfrosch mit, namens Hadrian; wer den spielte, vermögen wir nicht anzugeben: im Personenverzeichnis begleiteten ihn die drei Sterne, mit welchen sonst nun die berühmtesten Leute ausgezeichnet werden. — Es war ein vergnügter Abend und ein hübscher, runder Erfolg. Dr. Th. -a2 . / 1 n » die V /s trag bringen! Viele wenig ergibt ein Diel! kP den und die in J fei Aus! sschncidung Zulun! .M Gleich «b-r nicht vei Mseherstellm | DS2. 51 Frankfurt Ps'ege der all LLsg-lbe pemi fein 80]at) MiibeModei [Roffmann f- Ein 16jäh | d) in der c Kahe Kaffee purde beim euigchmden. WSi jDSÄ. 2 tigung des lau|en-2 wrntimg stc ©euifiau'in, Mrlnhaulen, tretet der 5>o «gsabgeoröi tote kilnafa nicht!), gab sich als n e u g e b a cke n e r D ch u h- mann zu erkennen und schrieb mich auf. Am nächsten Tage stand im „Gießener Anzeiger" eine Lokalnotiz etwa des Inhalts: Heute nacht um 12 Uhr trat di« neue Schutzmannschaft ihren Dienst an; es gelang ihr, einen Studenten wegen ruhestörenden Lärms abzufas- sen. — Dieser Missetäter konnte nach Lage der Sache nur ich sein, und so komme ich zu der Ehre, mein SOjähriges Jubiläum als erstes Objekt der schutzmännrschen Tätigkeit feiern zu können. Freilich: in den nächsten Semestern mehrte sich die Zahl meiner Leidensgenossen ganz erheblich („Beweismittel: Schutzmann Otterbein) —, aber die zahlreichen Konflikte mit der Schuhmannschaft, damals dem Wechsel sehr schädlich, sind heute eine Quelle harmloser Erinnerungen. ** D i e Museen sind Sonntag, 7. Oktober, von 11 bis 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. ** Die stadtische Kunstsammlung tm Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist in den Monaten bis zum April nur an jedem ersten Sonntag im Monat bei freiem Gintritt ge- öfs" t Erziehungsbeihilfen für hessische Schüler. Dach Artikel 142, Absatz 2, der DeichKPerfassung sind durch Deich, Länder und Semeinden öffentliche Mittel bereitzustellen für Zugang Minderbemittelter zu den mittleren höheren Schulen. Dei der Auswahl soll ganze Persönlichkeit des Schülers — nicht etwa einseitige verstandesmäßige Begabung oder äußeres Wohlverhalten — maßgebend sein. Dorzugsweise sollen Schüler der oberen Klassen Beihilfen erhalten, weil im allgemeinen erst bei ihnen ein genügend sicheres Urteil abgegeben werden kann. Die Beihilfen sollen aber nicht nur das Derbleiben begabter Schüler auf ho- Heren Schulen ermöglichen, es gehört auch zu ihrer Aufgabe — wie die Deichsverfassung ausdrücklich hervorhebt —, besonders begabten Dvlks- schülern den Uebergang zu den ihnen sonst der- schlossenen höheren Schulen zu ermöglichen. Auch für das laufende Schuljahr sind für Hessen wieder Erziehungsbeihilfen bereitgestellt worden. Die in Betracht kommenden Schüler und Schülerinnen werden durch die Direktionen und Schulleiter dem Ministerium für Kultus und Dildungswesen bor- Der Michspräsiderü an das deutsche Roie Kreuz. Deichspräsident v.Hindenburg hat anläßlich des am Sonntag, 7. Oktober, stattsindenden Dot-Kreuz-Tages an den Präsidenten des Deutschen Ro'en Kreuzes. vWinterfeldt-Men- f in, das folgende Schreiben, datiert 6. Oktober 1928, gerichtet: „Zum morgigen Dot-Kreuz-Tage, der durch den 100. Geburtstag oes Stifters des Roten Kreuzes, Henri D u n a n t, in diesem Jahre eine | besondere Bedeutung erhält, grüße ich das! Deutsche Dote Kreuz in dankbarer Anerkennung für feine in opfervoller Arbeit für das Gesamtwohl geleisteten Dienste. Möge der Dot-Kreuz-Tag all« Kreise unseres Dolkes mit dem ernsten Willen erfüllen, in Krankheit, Sorge und Dot einander zu helfen, um in tätiger Dächstenliebe das Bewußtsein «ngverbundener Dolksge- m ein schäft zu fördern und zu stärken. v.Hindenburg. Das erste Objekt der Gießener Polizei. Prof. Dr. F a b r i c i u s , Oberbibliolhekar a. D. der Universitätsbibllothek in Marburg, schreibt uns: Soeben lese ich im Gieß. Anz., daß am 1. Okt. \ das Andenken an die U ms o r m u n g d e r G i e - ßener Polizei (1. X. 1878) festlich gefeiert worden ist. Da steigt mir eine persönliche Erinnerung auf, die mich bedauern läßt, die Feier nicht mitgemacht zu haben, denn ich war damals das erste Objekt, sozusagen das Dersuchs- karnickel der neuen Schuhmannschaft. Das kam so: Am 1. Oktober 1878 sollte ich. damals Gießener Student, bei den llßern als Einjähriger ein- treten. Am 30. September fuhr ich nach Gießen, fand — in den großen Ferien — zunächst keinen Bekannten und verbummelte den Dachmittag so aut es ging. Abends sah ich einer Seiltänzertruppe auf dem Brand zu uni) traf dort anfällig einen Korpsbruder. Dun war uns beiden geholfen: wir begossen die letzten Stunden deS Zivillebens mit reichlichen Libationen und nach Mitternacht begab ich mid). nach damaliger Gießener Mode durchaus nicht geräuschlos, nach Hanl« Unterwegs stellte mich plötzlich ein Mann in blauer Uniform, mit Helm (so etwas gabs bei den bisherigen Dachtwächtern geschlagen. *' Der Verband hessischer Schulgeographen. dem Lehrer aller Schularten angehören und der eine Landesgruppe des Deutschen Schulgeographen-Verbandes bildet, hält seine diesjährige Hauptversammlung am 27. und 28. Oktober in Bad-Dauheimab. Der Vorsitzende des Verbandes. Studienrat Dr. Knie- riem (Bad-Dauheim), hält einen Lichtbildet- Dcrtrag über „Die Stadtgeographie von Bad- Dauheim". Zur Aussprache stehen dann die Berichte der Fachausschüsse über Methodik. Wanderungen und Lehrplan. Eine Führung durch die technischen Anlagen des Bades beschließt die Tagung. " Für Pilzsammler. 3n der Zeit der Pilzernte werden alljährlich zahlreiche schwere, zum Teil tödliche Erkrankungen durch den Genuß giftiger Pilz,« verursacht, die in den meisten Fällen selbst gesammelt sind.. Da es allgemeine Erkennungsmerkmale für die Giftigkeit von Pilzen nicht gibt und gerade eine wirksame Behandlung ter Erkrankungen infolge Genusses Les gefährlichsten Pilzes (des Knollenblätter, schwammes) bisher unbekannt ist. kann jedem Pilzsammler nicht dringend genug empfohlen werden, zu Genuhzwecken nur solche Pilzarten zu verwenden, die als zweifellos ungiftig gelten können. Einen Ueberblick über die wichtigsten genießbaren und giftigen SJiljc in gemeinverständlicher Darstellung zu geben, hat sich auch das Deichsgesundheitsamt veranlaßt ge ehen. Das soeben in neuer, erheblich erweiterter Auflage bei Julius Springer. Berlin W 9. Linkstraße i 23/24. in Form eines Büchleins erschienene Pilz- merlblatt ist unter Mitwirkung des Botanischen Museums in Berlin-Dahlem und der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde bearbeitet. Cs werden darin 63 Pilzarten beschrieben: 57 davon sind farbig in Vs bis Vi natürlicher Größe abgebildet. Auch finden sich in dem Büchlein zahlreiche praktisch bewährte Belehrungen über das Sammeln von Pilzen und die Behandlung von Pilzvergistungen bis zum Eintreff n des Arztes. Das Pilzmerkblatt kann durch den Buchhandel bezogen werden. Der Preis für ein Stück beträgt 90 Pf. Um über die in Deutschlcmd beobachteten Pilzvergiftungen genau unterrichtet zu sein und auf Grund des gesammelten Materials die Bevölkerung über die Gefahren wirksamer auf- Hären zu können, hat die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde eine Kommission von Aerzten und I Pilzfachmännern gehrtet. Aus:ührliche und möglichst sofortige Mitteilungen über vorkommende Vergiftungen werden an Samtatsrat Professor Dr. Welsmann in Pelkum bei Hamm (Westfalen) erbeten. Jnstesontere werden die behänd Ir.ten Aeezte und Krankenhäuser um Berichte ersucht, die für die Beurteilung des Verlaufs der Erkrankungen und ihrer Behandlung I alles Wissenswerte enthalten. Wie bekannt, findet am nächsten Sonntag m ganz Hessen ter D o t - - K r e u z - a g statt. Das Rote Kreuz ist bekanntlich eine Gründung des am 6. Mai 1828 geborenen Schmelzers Duncmt, t>er aus Erfahrung nach der schlacht von Solserino darauf kam. Es hat sich daher I das Rote Kreuz, das in allen Landern Mt verbreitet ist, zunächst beschäftigt mit ter Pflege von Kriegsverwunteten. Inzwischen aber ist sein Aufgabentreis erheblich verbreitert worden. Wir in Gießen haben bekanntlich eine in Segen wirkende Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, die vor kurzem ihr 25. Jubiläum gefeiert hat. Sie war übrigens seinerzeit schon vom hiesigen evangelischen Arbeiterverein geplant, kam aber dort nicht zuiiande. Daher wurde die Aufgabe vorn hiesigen Zweig- verein des Roten Kreuzes übernommen, an dessen Spitze der im Frühjahr verstorbene Landgerichts- bireitor Wiener stand. Die Sanitätsivlonne ist zwar ein Verein für sich mit eigener Kassen- sührung, aber sie bedarf doch von Zeit zu Zeit auch ter geldlichen Unterstützung durch den | Zweigverein vom Roten Kreuz. Reben dieser ; Sanitätstolonne und ihrer Unterstützung hat das ; Aote Kreuz aber noch eine Reihe von anderen Aufgaben. Dach den Satzungen des Landesvereins hat er sich zu beteiligen bei Matznahmen zur Hebung ter Volksgesundheit im allgemeinen und bei der Bekämpfung von Seuchen und sonstigen Dolkskrankheiten. Es gibt zahlreiche Rot-Kreuz-Schwesternschaften. Er Hit mitzuwir- ken bei der Fürsorge für Kriegerhinteroliebene, Kriegsbeschädigte (vor allem Kriegsblinde), für aus ihren Wohnsitzen Vertriebene und für infolge tes Umschwungs der wirtschaftlichen Verhältnisse Verarmte. Alle diese Aufgaben und noch andere (z. B. Hilfe bei außergewöhnlichen Rot- fällen, Gisenbahnunfällen. Ueberschwe.nmungen. auch außerhalb des Landes, bei einem Erdbeben und dergleichen) bedürfen natürlich Geld und nochmals Geld. Aus den regelmäßigen Beiträgen allein können sie nicht bestritten wer- . den wenn es auch in Deutschland über 1000 000 Mitglieder in über 7 000 Vereinen des Roten Kreuzes gibt. Es findet daher, wie schon ge- faat, am nächsten Sonntag in Gießen der Rot - Kreuz-Tag statt, bei dem eine Anzahl von jungen Damen, die sich dazu bereiterklärt haben, auf den Straßen Blumen verkaufen und sich auch sonstige Gaben erbitten. Vom nächsten Montag an findet außerdem zu Gunsten des Roten Kreuzes eine Haussam ml u n g statt, zu der sich eine Anzahl junger Männer zur Verfügung gestellt haben. Mögen die Helferinnen und Heller überall freundlich au। genommen werten und ihre Sammlung reichen Er- □ L a uba ch. 5. Okt. In dieser Woche fand die Hauptversammlung ter Dezirksspar- kasse Laubach im »Solmser Hof" statt. Di« Beteiligung war sehr gut Den Vorfitz führte ter Direktor der Kasse, Oberamtsrichter Zimmermann. Die Ergebnisse der Rechnung für 1927 sind günstig, ter Rechnungsrest betrug 10 449,26 Mk.. ter Sparverkehr 352 495,09 Mark Einnahme. 98180.77 Mk. Ausgabe: ter Scheck- und Ueberweisungsverkehr 629 951.43 Mk. Einnahme. 591 226.27 Mk. Ausgabe: ter Kontv- kvrrentverkehr 564 920,64 Mk. Einnahme. 590 388/15 Mark Ausgabe: der Bankverkehr 486 549,37 OHL Einnahme, 536 513,44 Mk. Ausgate Die Der- waltungskosten betrugen: n) Persönliche 10 561,97, b) sachliche 4 526,30 Mk. Die Vergleichung ergab insgesamt 2 793 230,32 Mk. Einnahme, 277469W Mark Ausgabe, einen Rest von 18 639,33 Mk. Die Zahl der Sparkassenbücher belief sich im Anfang des Jahres auf 611 Stück. Zugang tm Saufe des Jahres 302 Stück, Abgang tm Laufe des Jahres 42 Stück, mithin Stand Ente des Jayres 871 Stück. Die Zahl der Giro-Konten war am Anfang des Jahres 359 Stück, im Laufe des Jahres Zugang 45 Stück. Abgang im Laufe tes Jahres von 4 Stück. Stand Ente tes Jahr«, von 400 Stück. An die Versammlung schloß stch da« übliche gemeinsame Essen. Die Bezirkskasse Laubach wurde im Jahre 1833 durch Otto Grafen i u Solms-Laubach (1799—1872) mit einer Stiftung von 10 000 Gulden begrüntet, um dis durch die napoleonischen Kriege stark verhütteten Landwirte aus den Händen der Wucherer zu befreien. Sie umfaßte, wie heute noch, die Orte ter früheren Deichsgrasschast. bie ßaa- bach und Utphe mit den „Rieddorfern Utphe. Trais-Horloff, Inheiden. Kreis Alsfeld. r. Aus dem oberen Ohmtal. 5.Okt. Be- qünftiqt durch die Witterung im Sommer machten sich die Rebhühner sehr vorteilhaft her. aus, o daß der diesjährige Herbst dem Weidmann zahlreiche und starke Ketten wohlgenährter Hühner br*n$r oß - Felda, 5. Okt. Die M o l k er e i - G e. nossenschast Groß.Felda die bereits mehrere hohe Auszeichnungen für ihre Fabrikate erhiell, wurde auf der Internationalen Ausstellung für mo derne Lebenshaltung in $art5 oom 14. bta 2°. September für eingesandte h e s s i sch e garten butter und Erzeugnisse der K a f e =■ a b r t r a Hon mit bem Grund Prix, Ehr°nkr°uz mrl Ehrendiplom zur Goldenen Medaille, und Medaille ausgezeichnet. Kreis Lauterbach. WSD Lauterbach. 5. Oft- Bei einem Heinen Brand im Krömmelbeinschen Sägewerk war der Arbeiter Anton Ztnn aus Maar tn bas Sägemehltransportrohr rm Keller gckroch.ir, um nochzuschen, ob Funken tn das Dohr ^fallen seien. Als nach Löschung tes Brandes der Detrteb wieder in Gang gesetzt wurde, wurde Ztnn von tem im Dohr angebrachten Echaustor an bei - ben Unterschenkeln schwer verletzt. Gin Bein wurde dem Unglücklichen gebrochen. Starkenburg. WSD. O s s e n b a ch , 5. Olt. 2rn Stadtgarte« wurde heute vormittag in Anwesenhett zahlreicher prominenter Persönlichkeiten die Wände r a u s st e l l u n a des Dhein-Wainiscten Der- bantes für Dolksoildung „Wre wohnen? eröffnet. Unter den Anwesenden temertte man Staatspräsident Adelung, Schulrat H af - finger als Leiter der Zentralstelle für Bolls- bildung und Jugendpflege, und Oberbürgermeister Granzin -Offenbach. Dach kurzenDegriißungs- worten tes Oberbürgermeisters nahm Staa,ts- präsitent Adelung das Wort zur E^ffnungs- rete. Der Geschäftssiihrer tes Dhein-Maintschen sich erst noch erkämpfen mutz. Die Personenbeförderung wird vorläufig nicht gerate lukrativ fein Gewiß, es wird reiche Amerikaner, eilige Geschäftsleute geben. Time is money... Aber: „Man soll Briefe mi( dem Luftschiff schicken", sagt Dr. Eckener. In ter Lat: ter Vorteil ist deutlich. Auch für den Geschäftsmann. Und mit Begeisterung allein ist es schließlich gerate beim Luftschiff nicht getan. Aber das sind Dinge der Zukunft. Einer Zukunft, an deren Anfang wir erst stehen. Wir nehmen Abschied. Viele Leute toarten noch Eine Unmenge Arbeit bringen diese Tage, seitdem das Schiff fährt. Cs scheint fast, als wenn jeder, der es in der Luft gesehen hat irgendwo im deutschen Vaterland wie in der Schweiz, das Bedürfnis bat. „tem Doktor" persönlich zu danken. Die Flut der Briefe will kein Ende nehmen .. Da marschieren Schulklassen auf, von Fabriken, für die einer die Feder fuhrt. Familien, Vereine. Und Aur Derzwe.flung seiner Sekretärin möchte Dr. Eckener am liebsten jeten Brief selbst beantworten...__ Es ist nur gut, daß ter Mann, von dem letzt alles spricht, tn einigen Tagen Ruhe bekommt: Wenn ter „Graf Zeppelin" die deutsche Handelsflagge über den Allantik trägt, wenn nachts d-.e Oz-andumpler di- Lichl-r di-s-4 G-lst-r!ch,f!-s über sich Hinwegrasen sehen, dem Gebirge ter Wolkenkratzer Deuyorks entgegen. Aus der pwvmzialhauptstadt. Gießen, den 6. Oktober 1928. Not-Kreuz-Tag. Oberhessen. Landkreis Gienen. -- Lich. 6.Okt. Der Frankfurter Verein fürGejchichteundAlterturnskunde unternimmt am morgigen Sonntag einen Ausflug nach Oberhessen. Der Besuch gilt in erster Linie den geschichtlich so bedeutsamen Ruinen Kloster Arnsburg und Münzenberg, die unter Führung von Geheimrat.Kautzsch besichtigt werden sollen. U Rodheim a. d. Horloff. 5. Okt. Schon im Vorsommer kündigte der Rechner der hiesigen Spar- und Darlehnskasse. Otto Hofmann, infolge vorgerückten Alters seine Amtstätigkeit. In der folgenden Generalversammlung wurde einstimmig Karl Hofmann, der Sohn des seitherigen Rechners, zum Dachfolger ge- wählt. Dieser Tage erfolgte nun gelegentlich ter Kassenrevifion durch Genossenschaftsrevisor Hartmann-Gießen die Einführung tes neuen Rechners in sein Amt. Cs wird allgemein begrüßt. daß das Rechneramt in Händen derselben Familie bleibt; ist doch das Aufblühen unserer Kasse im wesentlichen ein Verdienst tes jetzt 81jährigen Greises, ter nun mit Stolz auf die Kasse als auf sein Lebenswerk blicken kann. Er war vor 37 Jahren Mitbegründer und erster Rechner. — Zu der fast allerorts hörbaren Klage über" den schlechten Ertrag des Tafelobstes kommt in unserem Ort nicht minder merllich die über das fast vollständige Fehlen des Wirtschaftsobstes. Wahrend hiesige Apselweingroßkelterei von K. Uhl anderen Jahren um diese Zeit schon wochenlang in Betrieb war. konnte ihre Tätigkeit in diesem Jahr erst vor wenigen Tagen beginnen, da die Suche nach Kelterobst erst nach längerer Zell Erfolg halle. Jetzt find die ersten Waggons, die teils aus der Rhön, teils aus dem nord- lichen Deutschland kommen. auSgelaten worden. Die Preise des Obstes sind naturgemäß ehr hoch und kommen an die des Tafelobstes im vorigen Jahre heran. * Hattenrod, 5.Okt. Dieser Tage sand bei Gastwirt Dörr ein Lichtbildvortrag statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt Zuerst wurde eine Lichtbildreihe über die „Seeschlacht vor dem Skagerrak" gezeigt. Die prächtigen Bilder gefielen sehr. Dann folgten zwei humoristische Bild- feiten, und zwar „Der große Krieg in Scherz- und Sinnbild" und aus „Nix für ungut von Rudolf Dietz. Die Lichtbildreihen wurden von der Gesellschaft für Volksbildung in Berlin entliehen. und ter Herbstmarkt nach tote vor am Montag ter ersten Septemberwoche abgehalten. Auf Vorschlag ter Feldkommission soll ein Teil ter seither in Selbstbewirlschaftung befindlichen städtischen Wiesen auf längere Zeit verpach- t e t und außerdem auf einer hierzu geeigneten Wiese Weiten angepflanzt werden. Die nach dem genehmigten Voranschlag zu erhebende Umlage von 62 000 Mark soll wie folgt aufgebracht werten: 1. auf je 100 Mk. Steuerwerk der Gebäude und Bauplätze 22 Pf., 2. auf je 100 Mk. Steuerwerk des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes 44 Pf., 3. auf je 100 Mk. Steuerwert des Anlage- und Betriebskapitals 60 Pf., 4. auf je 1 Mk. tes für ba« Dj. 1925 festgestellten ftaatlidjen Gewerbeertrags- steuersolls 150 Pf., 5. auf je eine Mark tes für das Dj. 1925 festgestellten ftaatl. Sontergebäute- steuersolls 34,93 Pf. Die erforderlich gewordene Garage für den 34-Sitzer-Omnibus tes Zweckverbandes Didda-Ulfa soll int ehern. Kraftschen Drauereianwesen eingerichtet und daselbst auch ein Bekriebsstofstank eingebaut werten. — In der vor einigen Tagen stattgehabten Ausschuhsihung tes Zweckverbandes Didda-Ulfa wurde beschlossen, den Sommerfahrplan auch für die Win- termonate bestehen zu lasten, da die Eisenbahn nennenswerte Aenterungen tes Fahrplanes nicht vorgenommen hat und außerdem von ten beteiligten Gemeinten Anträge auf Aenderung nicht vorgebracht worden sind. Hinsichtlich ter Linie Didda — Ulfa soll jedoch, ebenso wie im Vorjahre, für die Zeit vom 1. November bis 31. März eine Vormittagsfahrt Didda ab 6.45 und Ulfa ab 8 Uhr eingelegt werten. Falls genügend Interesse besteht, soll die Linie übel? Bad Salzhausen nach Geih-Didda, möglicherweise auch bis Dauemheim durchgeführt werten. Aus dem Niddatal. 5. Okt. Hier sind die Aepselpreise ungemein hoch. Sie übertreffen fast die Marktpreise in den Städten. Gutes Wirtschaftsobst kostet 25 Mark, Tafelobst 30 Mark pro Zentner. Dabei handelt es sich nicht um aussortierte Ware, sondern die Aepfel werden in der Zu- sammensetzung abgelassen, wie sie der Baum liefert. Während der überwiegend größte Teil der Obstzüchter die gesamte Apfelernte in den Rocktaschen Heimtragen konnte, ist ein kleiner Teil in der glück- lichen Lage, wenigstens einige Korbe voll zu ejmten. Wer aber, wie es ganz vereinzell zu verzeichnen ist. durch einen außergewöhnlichen Zufall bis zu 20 und 30 Zentner bergen durfte, hat eine schöne Einnahme zu verbuchen. Neuer „Hohenastheimer" ist eine seltene Erscheinung. Nur einzelne haben, wohl versuchsweise, die Obstkeller in Betrieb gesetzt. Für Schüttel- ob ft zahlt man 10 bis 12 Mark. Die Anlieferung ist natürlich ungenügend, wenn nicht aus anderen Gegenden Obst herangeführt werden kann. Die fchlech- ten Aussichten für das neue Apfelweinjahr haben bereits eine Erhöhung der seitherigen Apfelweinpreise bewirkt. Kreis Schotten. 3 <« war U 16 3* t "K r sw Mündung Mngend n ei°dlv,a IW ■ Ite II Teile V; Ilgent IV i° s Hin 11 bif II Mer >n I * üblich Perl | J w Kreis Frievberg WSD. Friedberg, 5. Okt. In ter gestrigen Stadtverordnetensitzung stand derDei- fcritt ter Stadt Friedberg zur Hessischen K v m m u n a l e n G a s s e r n v e r s o r g u n g zur Beratung. Das Kollegium tonnte sich für den Beitritt infolge der Unklarheit, die die ganze Frage noch umgibt, nicht entschließen. erregt Befremden, daß ter hessische Staat größten Wert auf die Geheimhaltung ter Satzungen ter Hekoga legt. Die kleineren Städte OberhessenS fürchten, daß sie bei Zusage unter das Diktat von Bankenkonsortien kämen. Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit der Bad-Rauhe i me r Kläranlage, die immer noch nicht einwandfrei arbeitet und erhebliche Mängel auft weist. Stadtverwaltung und Kreisamt, wie auch das Kulturbauamt werten ter Anlage ihr besonderes Augenmerk schenken. B u tz b a ch, 5. Okt. In sinniger Weise verband die hiesige W e i d i g - O b c r r e a l s ch u l e die Verkündigung der Sieger in den Reichsiugendwett- kämpfen mit einer Jahn-Gedenkfeier, an der auch die oberen Klassen der Stadtschule teilnah- men Die fein aufgebaute Gedächnisrede auf Jahn hielt Studienassessor Dietz. Anschaulich führte er die Jugend in die beiden Hauptwerke Jahns „Das deutsche Volkstum" und „Die deutsche Turnkunst ein Gedicht- und Mufikvorträge umrahmten die Rede. Oberstudiendirektor Dr. Binzel nahm die Verkündigung der Sieger in den diesjährigen Reichsjugendwettkämpfen vor und weihte eine von Zeichenlehrer Grün entworfene und kunstvoll beschriebene G e d e n k t a f e l, auf der alle Sieger m den Reichsjugendwellkämpfen, die feit 1924 die Urkunde des Reichspräsidenten erhiellen, verzeichnet find und auch in Zukunft aufgcführt werden sollen. Bemerkenswert ist, daß die Teilnahme an den Wettkämpfen mit jedem Jahre wächst: sie ift von 16,2 v. H. (der Schüler) im Jahre 1924 auf 71 4 Prozent in diesem Jahre angeftiegen. Erstmalig wurden in diesem Jahre an der Weidig-Oberreal- schule auch volkstümliche Schulmeisterschaften »n Einzelübungen ausgetragen. Kreis Büdingen. m Nidda, 5. Oktober. In der jüngsten G e- meinderatssihung wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Das Doppelhaus in der Hopsengasse wird den Postschassnern Ludwig Hofmann und Louis L u d w i g für ten bereits festgesetzten Kaufpreis von 9800 Mk. je Wvhnung käuflich überlassen. Der P fc ’ und 5obl«nmar!t, ber in d-r als Fohlenmarkt ausgebaut und versuchsweise mit einer Prämiierung verbunden irrten soll, wird in Zukunft Mitte Juli, und zwar Montags, Don heute on erscheint als Winter ausgab e der TÄschett-Fahrpia« des Ameigevs mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen OberhessenS und der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit -em zuständigen post- und privat-Krafiwagenverkehr als WWettwls GsAbersaSe 50 Lahre Aliceschule in Gießen Der 8 AÖ. .1 X 3 % w REEMTSMA CIGARETTEN X W D ||(V^ l\l« M. aus und F ?i'( daß unsere Einkaufsorganisation mehr als ein Sechstel der gesamten Tabakernte Makedoniens aufgekauft hat. In den Rest teilt sich die Cigarettenindustrie der ganzen Welt. quantitativ eF üh- 'rung im Einkauf macedonischer Tabake. Die Reemtsma A.-G. hat seit 1924 die linie Gießen— GelnHausen—Bieb«r— Lohr bezeichnete. Nach einer regen Aussprache, in der die Frage der Rentabilität der Änien- führung im Vordergrund der Erörterungen stand, meister R o r d t. Vieber, der als Zweck der Versammlung die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur vorbereitenden Arbeit für die zweigleisig projektierte Bahn» an k f u r t e r D ü r g e r v e r e i n, der sich die Tc-je der alten Frankfurter Dürgertradition zur Ifgflobe gemacht hat, kann in diesen Tagen auf fti 8 0iähriges Bestehen zurückblicken. 2 tlbegründer des Vereins ist u. a. Heinrich H Hf mann, der Verfasser des Struwwelpeter. 8in löjähriger Spenglerlehrling, der Hi in der elterlichen Wohnung in der Schön» 'slnffe Kaffee auf dem Gaskocher wärmen wollte, kv.rLe beim Rachhausekommen seiner Eltern t o t -vg-chunden. Es liegt Gasvergiftung vor. Ma ünGießen-Gelnhausen-Lohr | D-SR. Dieber, 5. Okt. Zur weiteren Ver» flttdiaiig des Bahnprojekts Gießen—Gein» |tu | e n—D iebe r—L o h r fand hier eine Ver» fcnrhmg statt, an der Vertreter der Kreise Kfm Hausen, Vüdingen und Lohr, der Städte Kfc.n Hausen, Gießen und Lohr, sowie Der- rittr1 der Handelskammer, Reichstags- und Land- rt«;sQbgeordnete mib zahlreiche interessierte Pri- fttj teilnahmen. Den Vorsitz führte Vürger- Mls? U vstellung aufnehmen. Preußen. Maingau. MSR. Frankfurt a. M, 5. Okt. mnny Geschäftliches. 'Aecht Franck" und „Korusrauck" zweimal vreis- aekrönt. Der bekannten Weitfirma Heinrich Franck Söhne G. m. b. Ludwigsburg, Berlin- Halle, wurde von dem Preisgericht der „Ernährung", für besonders wertvolle Leistungen, der silberne StaatsehrenvretS des preu- tzischen Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forüen, zuerkannt. Es handelt sich um die höchste Auszeichnung, die zu vergeben mar. Bet der großen hauSwirtschaftlichen Ausstellun „Einst und Jetzt" in Nürnberg im August dieses JahreS wurden die Franck-Erzeugnisse mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. Die vielen Millionen Frauen, weiche die Franck- Fabrikate im Haushalt verwenden, werden sich sicher über diese beiden Auszeichnungen freuen, ist es für sie doch ein Beweis, daß ste in „Aecht Franck" und „Kornfranck" etwas wirklich Gutes zur Bereitung des Kaffees haben. W die Zahl der Schülerinnen auf 3500. Davon legten 180 die Prüfung als Handarbeitslehrerin ab. ll. Die hauswirtschaftlichen An st alten. Im Herbst des Jahres 1892 wurde mit dem Bezug des Schulhauses auf dem Oswalds- garten eine Kochschule eingerichtet. Die Einrichtung sand großen Anllang. Anfang 1908 erhielt die Kochschule auf einer allgemeinen Koch- kunstausslcllung die Goldene Medaille und den Ehrenpreis der Stadt Gießen. Am 1. Oktober 1909 konnte die Haushaltungsschule eröffnet werden, zugleich mit ihr ein Pensionat für die Schülerinnen der Anstalt. Der Besuch ist bis heute fortgesetzt gut gewesen. Aus pädagogischen Gründen mußten später die Kurse in der Koch- schrcke aufgegeben werden, da das Rebeneinander von Haushaltungsschule und Kochschule unterrichtlich und auch räumlich nicht durchzusühren war. Im Oktober 1909 wurde gleichzeitig mit der Haushaltungsschule bad Hauswirtschaftsseminar für die Ausbildung von Hauswirtschafts- lehrerinnen als erstes derartiges Institut in Hessen eröffnet. Organisatorisch wurde mit die» ser Einrichtung der Schlußstein für die hauswirtschaftlich gerichtete Abteilung der Schule gesetzt. Als im Jahre 1922 die obligatorische Fortbildungsschule für Mädchen ins Leben trat, standen für den hauswirtschaftlichen Unterricht ausreichend vorgebildete Lehrkräfte zur Verfügung. IH. Das technische Seminar. Seit dem Schuljahr 1922 besteht das zweijährige technische Seminar. In diesem steht im ersten Jahre die Hauswirtschaft, im zweiten Jahre die Ausbildung in Handarbeiten im Vordergründe. IV. Fröbelan st alten. Das von der früheren Oberlehrerin Frl. Möser gegründete und sehr verdienstvoll um die Allgemeinheit geleitete Fröbelseminar mit Kindergarten ging, da die Dame sich aus Gesundheitsrücksichten von der Stiftung dieses Instituts zurückziehen mußte, zu Ostern 1921 an den Alice»Schul°Derein über. Die Ausbildungsdauer und auch das Stoffgebiet haben gegen früher eine Erweiterung erfahren. Als die verschiedenen Fröbelinstitute auf den Verein übergingen, besuchten 21 Kindergärtnerinnen und 15 Pflegerinnen die Seminare, heute stehen diesen Zahlen Desuchsziffern von 54 und 58 gegenüber. 1921 gehörten dem Kindergarten 40 Kinder an, heute besuchen die beiden Kindergärten 120 Kinder. Zusammenfasfendistzu sagen, daß heute die Desuchsziffern aller Anstalten des Vereins die Höchstgrenze, die durch die Raumverhältnisse und den Ausbildungszweck gesetzt ist, erreicht haben. Die verschiedenen Abteilungen der Schuleinrichtungen des Vereins werden heute durchschnittlich jährlich von 350 Schülerinnen besucht. Entsprechend dem starken Zuwachs an Schülerinnen ist auch das Lehrpersonal ständig vermehrt worden. Es unterrichten in den Anstalten des Vereins heute 13 hauptamtliche und 13 nebenamtliche Lehrkräfte. wurde einstimmig beschlossen, daß die Gemeindevertretungen die einzelnen Mitglieder zu einer Arbeitsgemeinschaft bis zum 15. Oktober ernennen sollen. Die ernannten Mitglieder sollen dann vom Bürgermeister von Bieber zu einer Versammlung berufen werden. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus: Sonntag, 7. Oktober, von 19 bis 22,45 Ähr: Der RoseÄavalier. Montag, 8.» von 19,30 bis gegen 21,30 Uhr: Die toten Augen. Dienstag, 9., von 19,30 bis nach 22,30 Uhr: Der Diktator — Das geheime Königreich — Schwergewicht oder Die Ehre der Ration. Mittwoch, 10., von 19,30 bis gegen 23 Uhr: Samson und Dalila. Donnerstag, 11., von 20 bis gegen 22,30 Uhr: 1. Gastspiel Georges Daklanoff: Tosca. Freitag, 12 von 20 bis 22 Uhr: Einmaliger Tanzabend Pvonne Georgi und Harald Kreutzberg. Samstag, 13. von 20 bis 22,30 Uhr: 2. Gastspiel Georges Daklanoff: Rigoletto. Sonntag, 14., von 19,30 bis nach 22,30 Uhr: Der Diktator — Das geheime Königreich — Schwrr- gewicht oder Die Ehre der Ration. Montag, 15., von 19,30 bis nach 22,30 Uhr: Me Macht des Schicksals. — Schauspielhaus: Sonntag, 7. Oktober, von 20 bis gegen 23 Uhr: Reidhardt von Gneisenau. Montag, 8., von 20 bis nach 22 Uhr: Die Liebe auf dem Lande: vorher: Der erste Branntweinbrenner. Dienstag, 9., von 20 bis 22,30 Uhr: Schinderhannes. Mittwoch, 10., von 20 bis gegen 22,30 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. Donnerstag, 11., von 20 bis 23 Uhr: Othello. Freitag, 12., von 20 bis nach 22 Uhr: Die Lieoe auf dem Lande: vorher: Der erste Branntweinbrenner. Samstag, 13., von 20 bis gegen 22,30 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. Sonntag, 14., von 19,30 bis gegen 22 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. Montag, 15., von 19,30 bis 23 Uhr: Don Karlos. Turnen, Sport und Spiel. Fußball in Lich. Die 1. Mannschaft des D. f. R. Lich trägt am nächsten Sonntag gegen die gleiche von Lollar ihr 2. Verbandsspiel aus. Trotzdem Lich den Vorteil des eigenen Platzes hat, wird Lollar die Punkte mit nach Hause nehmen, da Lich das Spiel mit vier Mann Ersatz bestreiten muß. Die Zweite spielt in Großen-Buseck und muß auch mit Ersah spielen. Sie wird auch wenig Aussichten haben, einen Punkt mit nach Hause zu bringen. dir hy. Sä ig S* ’s? l.< GöKÄ w SG Wresen chi-S lassen v QUftprhom UM VA 2>e A■ tai labten, ßuhj ft Sm ^Icnfel m E ous' aePKl werben in bet %■. Dle fe öer Baum liefert 9ro&fe Teil ter Obst- 5 '"den Roschen fmer Teil in der glück. Horbe voll zu ejnten. yj ru verzeichnen ist, e.n Zufall bis zu U und ü eine schone Annahme Melmer" ist eine seltene Fetzt, ijur Schottel. Biart Die Anliefening ist enn nicht aus nnberen t werben kann. Die schlcch. e Apselweinjatzr haben be* eiterigen Apfelweinpreise chotteu. 3n dieser Doche fan8 der Dezirksspar- ,©olmfer Hof statt Sie it Dm Zor ih stlhrtr dre mmtsrichter Ziinmer» issr der Rechnung Itig, der AechniingSrest t Lparverkchr 352495,09 ).7Z Mk. Angabe: der 62995143 M. ■ 21u$gabe; der Konto- Mötmiahm«. 590 388.45 ckderiehr 486549.$ 11 1. AuSoabe. Die Der« Die Dergleichmg ergab L Annahme, 1U4MK 4 ton W33 Ak. Di- Her belief sich im Anfang Stück. Zugang im Lause ' Abgang im Laufe des n Stand Snde des JayreS vr Siro-Konten var am -59 Stück, ün Lause be« iSiÄä 31 «lsl-l»- .... in Oimt«''„ rott« SnÄ«Wr j Oft DieMolke^' m*« ““Ä»5'1*' । Paris ff , fluten- Üfe der ^^freuz ^ cleuburg' x6>. VWÄ«’' SrsW 1 cbanbes für Vollsbilöung. Gebhard- Fvank- i. t wies dann in längeren Ausführungen auf : Bedeutung der Ausstellung hin. Rach einem lirbgang durch die Ausstellung fand eine Füh- ■ -j und Besichtigung der Bauten der Stadt As«nbach statt, die allen Teilnehimrn einen intw- |fxnt«n Einblick in die Arbeit der Gemeinde- ?:valtvng bot. {in städtischer Milchhof für Darmstadt. 0ZSR. Darmstadt, 5. Okt. Bereits vor zwei MÖren hat man aus hygienischen Gründen in cka cm st a d t einen Milchhof schassen wollen. |>ar dabei an eine gleichmäßige Beteiligung nrei Interessengruppen, Landwirtschaft, Han- and Stadtverordneten, in einer G. m. b. H. ht. Don autoritativer Seite wird erklärt, der Handel in den Verhandlungen eine sehr pältige Rolle gespielt habe, der jetzt erklärt, eigenen Milchhos schaffen zu wollen. Eine rsuchung der Milchversorgung hat aber die düng eines zentralenMilchhofes als end notwendig erscheinen lassen, den die dtverwaltung nun gemeinsam mit der aninerten Landwirtschaft err.ch- will. Die Verdien st span ne des 'n.lchhändlers beträgt in Darmstadt zur fitlim Durchschnitt 60 Prozent desStall- \ ei f e in manchen Fällen biszu70Pro- ||nxt. 2Dampferfahrt auf dem Lago Maggiore Gesamtpreis nur 65 Mk. Ausserdem billige Auiüfiie nach Mailand (7 Mir.), Dampferfahrten auf dem Comer-See, Bergbahnfa':rten Keine Sprachkenntnlese und kein Bel*cpaD nötig; nur polliel- llcher Perao n al* A u «weis mit Lichtbild Karten müssen sofort bestellt oder gelöst werden Im Reisebureau Loeb In Hießen, g Selterawei 93, Telephon 4197 I Universitäts-Restaurant tBierhauS Onkel Fran»! 07104 SamStaa und Sonntag Große Konzerte ES lobet fteunblid)ft ein Eaucrborn. Schöner Sani noch einige Tage Much Sonntag) tret. Toninausint. hirio« Wtrtmmtir-A »,•//••••< Neue Kurse beginnen am 15. Oktober u. 2. Nov. Hansa-Hanlelssdinle I. Kunzeimann Gießen, Bahnbofstr. 60. Prospekt kostenl. Wir retten ihre Haare! darum senden Sie eofort etwas au e e r s t e 1 i e b e i s t d > e b e s t e Gleichklang, arm — Arm. Keltenrätsel. Art-Ur — Ur-Tier — Tier-Schau — Schau- Spiel — Spiel-Buch — Buch-Holz — Holz- Schnitt — Schnitt-Lauch — Lauch-Heim — Heim-Gang — Gang-Art. Liederrälsel. Wer hat dich, du schöner Wald. Gegensahrälsel. 1. Dickkopf: 2. Abschied; 3. Christfest; 4. Großist; 5. Fuhrmann; 6. Eifersucht; 7. Widerstand; 8. Oberwasser. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Geschichte von einem Angler. Am Ufer des Havelsees hatte sich ein Mann mit seinem Angellahn aufgebaut. Der Mann litt sehr unter der Hitze, und da er einen erfinderischen Kopf hatte, so befestigte er an dem Ende der Angel, das er eigentlich hätte halten müssen, eine ©Lode. Danach versank er in einen tiefen Schlummer. Es gab eine Unmenge Fische an der Stelle, und unter ihnen waren Barsche, so alt und so erfahren wie die sieben Weisen. Sie hatten das Ding mit der Glocke bald spitz, und sie amüsierten sich köstlich damit. Immer packte einer die Schnur, er zog ein paarmal aus Leibeskräften daran, dann machte sich die ganze Bande aus dem Staube und lugte hinter dem Bug des Kahnes vorsichtig nach dem Angler. Der blinzelte bloß ein bißchen mit den Augen, brummte eine Kleinigkeit und Pennte weiter. Das ging so den ganzen Nachmittag. und die Fische wurden immer übermütiger. Bis schließlich aus reiner Fahrlässigkeit ein Stichling mit dem Schwanz am Haken hängen blieb. Um diese Zeit erwachte der Mann im Kahn. Er zog seine Angel, schüttelte den Kopf und meinte vorwurfsvoll: „Ich will dir mal was sagen, du Stückchen Bückling, wenn einer so klein und unbedeutend ist wie du, dann kloppt er höchstens einmal bescheiden an, aber er klingelt nicht den ganzen Tag Sturm, als ob er der Prinz von Wales ist!" (Lust. Bl.) die Unwettergeschädigten an der Bergstraße eingegangen, die der treuen Heimatliebe der Ausgewanderten ein ehrendes Zeugnis aus stellt. Bei einem Wohltätigkeitsfest der „Hessen-Darmstädter", dessen Vorsitzende Otto Ries und Christian Gerhard, geborene Grünberger, sind, wirtten die beiden „hessischen" Gesangvereine Schottener Männerchor, Vorsitzender Waih aus Schotten, und Beethoven-Männerchor, Vorsitzender Ludwig Ries aus Grünberg, mit. In der Festrede gedachte Dr. Ludwig Oberndorf der schweren Prüfungen und Leiden des besetzten Gebietes am deutschen Rhein und forderte zur Betätigung der echten Hessen- treue auf. Berliner Börse. Berlin, 6. Okt. (WTB. Funkspruch) 3m heutigen Vorinittagsverkehr ist eine Tendenz schwer zu erkennen, man glaubt,daß es auf Verlangen zum Wochenschluß eher etwas freundlicher werden kann. Die Kurse halten sich etwa auf gestriger letzten Abendbasis. Siemens 399, Farben 262, Karstadt 236,50 eher Geld, Polyphon 498 bis 500. Daten für Sonntag, den 7. Oktober. Sonnenaufgang 6.10 Uhr, Sonnenuntergang 17.25 Uhr. — Mondaufgang 22.27 Uhr, Monduntergang 15.31 Uhr. 1849: der Dichter Edgar Allan Poe in Baltimore gestorben; — 1862: der Schriftsteller Otto Ernst in Ottensen geboren. Daten für Montag, den 8 Oktober. Sonnenaufgang 6.11 Uhr, Sonnenuntergang 17.23 Uhr. — Mondaufgang 0 Uhr, Monduntergang 16.03 Uhr. 1868: der Maler Max Slevogt in Landshut i. B. geboren; — 1889: der Naturforscher Johann Jakob von Tschudi in Jokobshof gestorben; — 1914: der Literarhistoriker Richard M. Meyer in Berlin gestorben. Rundfunkprogramm des Frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 7. Oktober. 8,30 bis 9,30: Bon Kassel: Morgenfeier, ver- onftaltei von der Freiheiter Gemeinde (Evangelische Landeskirche Kassel). 11 bis 11,30: Eltern- stunde. 11,30 bis 12: Englische Dichtung. 12 6iS 13: Mittagsständchen des Rundfunkorchesters. 15. bis 16: Stunde der Jugend. 16 bis 17: Konzert des Rundfunkorchesters. 17 bis 18: Stunde des Landes (Leiter: Dr. Carl Gebhardt) Eröffnung, 18 bis 19: Stunde des Rhein-Mainischen "Verbandes für DolksbUdung. 19 bis 19,30: Sportnachrichten. 19,30 bis 20 30: Schubert-Abend des Wiener (Kvlisch-) Streichquartetts. 20,30 5iS 21,30: Dortragsstunde: „Bilderbuch ohne Bilder'* von Hans Christian Andersen. 21,30 bis 22,30: Volkstümlicher Abend des Rundfunkorchesters. Anschließend bis 0,30: Tanzmusik. Montag, 8. Oktober. 6,30: Morgengymnastik. 12.30 bis 13,30: Rach Stuttgart: Mittagsständchen des Rundfunkorchesters. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst, unter Leitung von Fini Pfannes. 16,35 bis 18,05: Rach Stuttgart: Opernmusik (Konzert des Rundfunkorchesters). 18,10 bis 18,30: Stunde der Jugend. 18,45 bis 19: Englische Literaturproben. 19 bis 19,30: Englischer Sprachunterricht. 19,30: Vom Frankfurter Opernhaus: Die toten Augen, Oper von EugM d'Albert. Anschließend: Schallplatten-Konzert: Buntes Programm. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeind . Sonntag, den 7. Oktober. 18. Sonntag nach Trinitatis. Stadtrirche. 9.30 Uhr: Kirchenrat Eisenberg, Kassel: Beichte und hl. Abendmahl; 11.15: Kinderkirche für die Markusgemeinde^ 6: Pfarrer Mahr. — 3o- hanneskirche. 9.30: (zugleich Militärgottesdienst)^ Feldpropst D. Schlegel, Berlin; Beichte und hl. Abendmahl; 11.15: Kindergottesdienst für di' Johannes- gemeinde; Pfarrer Ausfeld; 6: Pfarrer Bechtols» Heimer; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. Kein Gottesdienst. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9aj: Pfarrer Bechtol Hein er. — Ivieseck. 9.30: Kandidat Heldmann - Opfer für die evangelischen Gemeinden in Oesterreich; 10.45: Kinderkirche. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte für den Evangelischen Bund; 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Lollar; 1.30: Mainzlar. — Hausen- Garbenteich. 10: Garbenteich; hl. Abendmahl; 1: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte, im Anschluß Predigtgott.sdienst und Feier des hl. Abendmahls (ältere Eheleute); 1: Christenlehre (Schluß).— Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsdechant Kahn (Kollekte für den Evangelischen Bund); Hk. Abendmahls 12.45: Kindergottesdienst (Missionar Schlaudraff). Kein Nachmittagsgott 'dienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 6. Oktober. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 7. Oktober. 19. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer, der Jünglinge und des Kaufmännischen Vereins; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 5.30: Rosenkranzandacht mit Segen. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubaty. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Pre- digt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Gießen. An den Werktagen ist abends 8 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. Sonntai^vienst '.'Herne u. 'tvotbeken am7.10.28 Dr. Schösser. Dr. Meyerhofs. Hirschavocheke. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Dl Der schlimmste Feind seidener und kunstseidener Strümpfe ist unsachgemässes Waschen. Nehmen Sie Lux Scifen- flocken; nur dann sind Sie sicher, dass Gewebe und Farben nicht leiden. Lux Scifcnflocken reinigen behutsam und dennoch vollkommen. 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Nachdem erst dieser Tage in den Septemberberichten der Preußischen Industrie- und Handelskammern ein deutlich erkennbarer Rückgang der Konjunktur festgestellt worden ist und auch die Berichte der Landesarbeitsämter die rückläufige Tendenz des Arbeitsmarktes mit wenigen saisonbedingten Ausnahmen erkennen ließen, kommt jetzt auch das Institut für Konjunkturforschung zu der Feststellung, dah sich die Produktionstätigkeit in der letzten Zeit, wenn auch teilweise nur zögernd, weiterhin vermindert hat. Dor allem ist in den Produltionsmittel- industrien von Juli auf August ein weiterer Rückgang eingetreten. Die Kohlen- und Koksproduition ist allerdings gegenwärtig leicht gestiegen, was, wie die Beobachtung der Vorjahre erkennen läßt, auf saisonmäßige Einflüsse zurückzuführen ist. Dagegen ist sowohl die Roheisen-, wie die Walzwer er.TCuguiyi von Juli auf August gelaufen. Dabei ist freilich bemerkenswert, dah namentlich in der Roheisen- Produktion das Tempo der Abwärtsbewegung in den letzten Monaten gegenüber dem Frühjahr nachgelassen hat. In der Zeit von Februar, dem Monat der höchsten Roheisenerzeugung, bis Mai ergab sich eine Verminderung um 12,9 Prozent; in den folgenden Monaten (Mai bis August) betrug dagegen der Rückgang nur 1,2 Prozent, wobei von Mai bis Juni sogar eine leichte Zunahme eingetreten war. Bei der Produktion von Walzwerkerzeugnissen war der Rückgang in den letzten Monaten nur verhälttiismähig gering. 2m Maschinenbau ist vom Juli auf August der Auftragseingang im Inlandgeschäft wieder zu- rüdgegangen. Dabei hat der Eingang von In- landaufträgen aus den Poduktionsmillelii.da- strien neuerdings bedeutend stärker nachgelassen, als der aus den Derbrauchsgüterindustrien. Dies ist insofern beachtlich, als sich das Inlandgeschäft in Maschinen für die Verbrauchsgüterindustrien (gemessen am 2Iuftrag:eingang) seit dem Frühjahr wesentllch verschlechtert hatte, während sich das Inlandgeschäft in Maschinen für die Produktionsmittelindustrien leit Beginn des Jahres unter Schwankungen auf annähernd gleicher Höhe hielt. Der Auftragseingang im Auslandgeschäft hat seine Aufwärtsbewegung fortgesetzt, ohne jedoch den Rückgang im Inlandgeschäft voll auszugleichen. Die T e x t i l p r o d u k t i o n ist in den letzten Monaten nicht mehr in dem Maße zurückgegangen, wie im Frühjahr. Von Juni auf Juki hat sie nur um 1,7 Prozent abgenommen (gegen einen Rückgang von 2,9 Prozent im Durchschnitt der Monate Februar bis Mai); von Juli auf August ist sie sogar wieder leicht gestiegen. Oie Gründe der Kalihausse. Die Aufwärtsbewegung am Markt der Kali- werte hat, wie aus dem Bericht der Gebr. Dam- mann Bank hervorgeht, in dieser Woche weitere Fortschritte gemacht. Westeregeln,Salz- v e t f u r t h und Aschersleben überschritten zeitweilig die 500 bzw. die 300 Prozent- Grenze, ohne allerdings ihren Höchststand behaupten zu fönnen. Wie verlautet, soll innerhalb der Verwaltung über die Durchführung der in Aussicht genommenen Kapitals-Transaktionen noch kein Einvernehmen erzielt sein. Eine Ausgabe von Gratis-Aktien scheint indes keinesfalls in Frage zu kommen. Viel beachtet wurden Meldungen, wonach die Salzdetfurth- Gruppe hinter ben großen Käufen stehen solle, die schon seit längerer Zeit in Krüg ers - Hall - Akt i en vorgenommen werden. Diesq Version scheint indes völlig abwegig, da die Krügershall-Majorität im Bürbach-Konzern fest gebunden ist, und auch nur die diesem Konzern nahestehenden Kreise in der Hauptsache als Träger der großen Käufe in Betracht kommen. Die größere Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß diese Käufe in Verbindung stehen mit den ihrer Verwirllichung entgegenreifenden Plänen, sämtliche Werke des Burbach-Gumpelkonzerns unter Benutzung der Aktienform von Krügershall in einer großen Aktiengesellschaft zusammeirzuschließen. Del endgültige September-Absatz hat mit 1 408 478 Dz. Reinkali das Ergebnis des vorjährigen Parallelmonats um 223 C00 Dz. übertroffen. Damit stellt sich der Gesamtabsatz für die ersten neun Monate dieses Jahres auf rund '1 1 551 000 Dz. gegen 10068000.®3. in der gleichen Zeit des Vorjahres. Es sind also bislang 1 483 000 Dz. im Nettowert von ungefähr 23 Millionen Reichs mark mehr abgelicfert worden. Die Monate Oktober und November werden die übliche saisonmäßig bedingte Abschwächung bringen; immerhin geht die vorläufige Äbsatzschätzung der Syndi- katsleitung für den laufenden Monat mit 650 000 Dz. noch über das in: Oktober 1927 erzielte Ergebnis (637 000 Dz.) hinaus. Gochenbenchc oom Sranffurfer produtienmarkt. 3n dieser Woche konnte die Besserung der Tendenz am Frankfurter Produktenmarkt merkliche Fortschritte machen. Die Hauptanregung ging wieder von den ausländischen Märkten aus. da Amerika und auch Liverpool höhere Kurse meldete. Dazu kam. daß das inlmv Äsche Angebot in Brotgetreide in Anbetracht der Tatsache, daß die Landwirtschaft immer nod) mit Feldarbeiten beschäftigt war. ziemlich klein blieb. Anderseits war die Nachfrage nament- i lich nach Weizen wieder ziemlich lebhaft, vor allem der Export beteiligte sich in größerem ! Wahr am Geschäft. Auch der Handel in Roggen I erfuhr eine gewisse Belebung, da auch hier zu Exportzwecken die Händle^chast zunehmende Kaufneigung bekundete. Vorübergehend trat ein gewisser Rückschlag ein, als die Nachrichten über Zahlungsschwierigkeiten eines Hamburger Hauses, sowie auch einer Getreidefirma in Mannheim größere Verstimmung hervorrie en. Das M e h l - ge schäft war weiterhin ziemlich still, doch konnten sich auch hier kleine Preiserhöhungen durchsetzen, da von dem Konsum einig: Bedarfskäuse vorgenommen wurden. Recht lebhaftes Interesse machte sich für Futtermittel geltend. Inländischer Hafer, in dem das Angebot weiter minimal war und der besonders lebhaft verlangt wurde, konnte merklich im Preise anziehen, aber auch für Mais und Kleie traten ansehnliche Preiserhöhungen ein. Sommergerste war in besten Qualitäten seitens der Brauindustrie weiter gesucht, das Angebot war jedoch klein und es fernen nur wenige Abschlüsse zustande. Zum Mochenschluß formte sich die Befestigung nicht halten, trotzdem das Inlandangebot weiter gering war. Die offizielle Preisnotierung brachte jedoch keine Aenderung. obwohl Weizen und Roggen vereinzelt etwas niedriger gesprochen wurde. Futtermittel, besonders Weizenileie. blieben weiter rege gefragt. 3m Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche konnten Hafer, Mais und Weizen- Leie je 0,75 Mb, Weizen, Roggen und Roggenkleie je 0.50 Mk. und Weizen- und Roggenmehl je 0,25 Mk. anziehen, während Sommergerste nur gut behauptet blieb. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 23 bis 23,25, Roggen 22,50 bis 22,75, Sommergerste 25,50, Haser, inl. 22.50 bis 23, Mais 21 bis 21,25, Weizenmehl 33.75 bis 31, Roggenmehl 30,75 bis 31,25. Weizenkl ie 1 '.25, Rogge,rkleie 14. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Wit der relativ leichten pleber Windung des Ouartalsultirno wich der starke Druck, der wochenlang au| der Börse gelastet hatte, und die Besserung der Tendenz, die bereits im Verlause der vergangenen Woche einsetzte, konnte Fortschritte machen. Groß war die Befriedigung vor allem darüber, daß der Geldmarkt durchaus nicht in dem starken Maße angespannt wurde, wie man es zumeist befürchtet hatte. Monatsgeld blieb zwar unverändert knapp, doch am Tagesgeldmarkte ging der Satz nicht über 7,5 Prozent hinaus, und bald trat eine fühlbare Erleichterung ein, so daß wieder eine Ermäßigung des Satzes auf 6 Prozent vorgenommen werden konnte. Man glaubt, wohl auch mit Recht, annehmen zu können, daß diese reibungslose Äeberwindung des Ultimo am Geldmärkte im wesentlichen durch eine starke Inanspruchnahme der kurz ristigen Auslandsgelder möglich war, die in beträchtlichem Umfange zur Verfügung gestanden h.ib: i sollen. Günstig aufgenommen wurde von der Börse in diesem Zusammenhang der Reichsban ausweis, dessen Anspannung zum Ultimo ebenfalls aus diesem Grunde erheblich hinter den Befürchtungen zurückblieb. Dazu kam, daß der Orderseingang eine Verstärkung erfuhr. Neben neuen Käufen des Auslandes, das namentlich wieder für Spezialwerte lebhaftes Interesse bekundete, war auch das inländische Publikum mit einigen Kaufanträgen am Markte. Die Kulisse schritt daraufhin gleichfalls in größerem Ausmaße zu neuen Käufen. Im wesentlichen waren es wieder Spezialwerte, in denen sich das Geschäft lebhafter gestalten konnte, doch hat sich der Kreis dieser bevorzugten Papiere vergrößert. Die Abschaffung der Medioliquidation schien also zunächst die daran geknüpften Hoffnungen weiter Kreise zu erfüllen, die mit einer lebhafteren Publikumsbeteiligung gerechnet hatten. Bald erwies es sich jedoch, daß die Äntülnahme der zweiten Hand nur vorübergehend war, während die Nachfrage seitens des Auslandes sich eher noch verstärkte. Vorübergehend wurde die Stimmung etwas un= ! icher, da die schwache Haltung der Auslandsbörsen und die zeitweise außerordentlich scharfe Anspannung des Neuhorker Geldmarktes zur Zurückhaltung mahnten. Auch die Berichte der preußischen Handelskammern, nach denen der Konjunkturrückgang im September deutlicher geworden ist, verstimmten. Die anhaltende Nachfrage nach Spezialwerten bot jedoch dem Markte eine starke Stühe, so daß die auf verschiedenen Märkten eingetretenen Kursrückgänge bald wieder ausgeglichen werden tonnten. Im Vordergründe standen wieder die Kaliaktien, deren Markt infolge der nun schon mehrere Wochen anhaltenden Käufe sehr eng geworden ist. Anregend wirkten die unverändert günstigen Absatzziffern und die Erwartung eines günstigen Bezugsrechtes. Nach den Verwaltungserllärun- gen des Salzdetfurthkonzerns find jedoch bestimmte Beschlüsse noch nicht gefaßt worden. Kali Aschersleben und Westeregeln tonnten die 300 Prozent-Grenze überschreiten, während Salzdetfurth vorübergehend auf über 500 Prozent gesteigert wurde. Für I. G.° Farben bestand in dieser Woche etwas regeres Interesse bei anziehendem Kurs. Die größten Umsätze kamen aber in der Siemensaktie zustande, die namentlich vom Auslande gekauft wurde. Lebhaft gefragt und stark erhöht waren ferner Deutsch? Linoleum. Rudolf Karstadt, die Zell- stoffakticn unb am Bankenmarkt Danatbank. Scheidear.Üalt waren dagegen dauernd angeboten und abgesckwächt, trotzdem der Aufsichtsrat nunmehr die erhoffte Kapitalerhöhung beschlossen hat. Man war offenbar enttäuscht über das knappe Kommunique hierüber, in dem man Angaben über den Geschäftsgang und den gegenwärtigen Stand der Freigabeangelegenheit vermißte. Bemerkenswert schwach lagen ferner Daimler auf die Ungewißheit darüber, was mit dem Schapiroschen Aktienpaket geschehen wird. NSU. waren dagegen bis zirka 35 Prozent erholt'auf die Mitteilung, daß eine Vereinbarung mit der Schapirogruppe über deren Austritt aus der Verwaltung getroffen worden sei. Deutsche Anleihen lagen unverändert still. Am Markte der Auslandsrenten waren namentlich ungarische unb österreichische Werte verlangt und fester. Ferner bestand wieder für Türken und Rumänen verstärktes Interesse. H-r. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. In dieser Woche war das Geschäft namentlich wieder in Großvieh ziemlich lebhaft, f: daß trotz etwas größeren Auftriebs eine Preisherabsetzung vermieden werden konnte. Der Markt wurde allerdings nicht ganz geräumt. Etwas größere Kaufneigung bestand ferner für Schweine, doch waren in Anbetracht d?r vorgeschrittenen Jahreszeit leichte Qualitäten vernachlässigt. In Kalben: und Schafen war die Geschäftstätigkeit sehr ruhig. Der ©efamtauftrieb der Woche bestand aus: 1716 Rindern, darunter 421 Ochsen, 118 Bullen, 669 Kühen, 410 Färsen, ferner aus 1545 Kälbern, 713 Schafen unb 6694 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der Vorwoche waren 225 Rinder, 95 Schafe und 1670 Schweine mehr angetrieben, dagegen standen 125 Kälber weniger zum Verkauf. Bezahlt wurde pro Zenttrer Lebendgewicht: Ochsen A 1 56 bis 59, A2 52 bis 55, Bl 48 bis 51, B 2 43 bis 47, Dullen A 50 bis 53, B 46 bis 49, Kühe A 45 bjs 48. B 40 bis 44, C 34 bis 39. D 25 bis 33, Färsen A 56 bis 59, B 51 bis 55, C 44 bis 50, Kälber B 73 bis 77, C 68 bis 72, D 60 bis 67, Schafe A 44 bis 48, B 38 bis 43, C 30 bis 37, Schweine B 76 bis 78, C 75 bis 78, D 74 bis 77, E 70 bis 75. ImVer- gleich zu den Notterungen der verqangenen Woche blieben Rinder gut behauptet, Kälber konnten 1 bis 3 Mark anziehen, während Schafe 2 Mark und Schweine 1 bis 2 Mark nachgeben mußten, » * Die Entwicklung des Automobilmarktes im September. Die Nachfrage nach Personen- und Lastkraftwagen erfuhr im September, laut Auto-Presse-Dienst, eine leichte Belebung. Die Zurückhaltung der Käufer in Erwartung der Internationalen Automobil- und Motorradausstellung wurde durch vennehrte Käufe in landwirtschaftlichen Gegenden reichlich ausgeglichen. Stärker gefragt waren vor allem Schnellieserwagen und leichte Lastwagen bis zu 3000 Kilogramm Eigengewicht und von Personenwagen, vor allem Achtzylindertypen, von mehr als drei Liter Inhalt und Kleinkraft- wagen. Die hier und dort erfolgten Preisermäßigungen hielten sich trotz der durch die Zollsenkung schärferen Auslandkonkurrenz in engen Grenzen. Der Absatz von Motorrädern ging mit Einsetzen der schlechten Witterung um etwa ein Fünftel saisonmäßig zurück: trotzdem sind einige größere Werke noch für mehrere Monate mit Aufträgen versehen. Dagegen haben im September mehrere Automobilfabriten und in ebenso großem Um lange auch ausländische Mon- tagewerrstatten in Hinblick auf die im Herbst und Winter rückläufige Nachfrage 'Betriebsein- schränlungen vorgenommen, obwohl die Produktion in diesem Jahre eine wesentliche Steigerung erfuhr und auch jetzt nicht unerheblich hoher liegt als im Vergleichsmonat 1927. * Ausdehnung des Versorgungs- gebietes der Frankfurter Gasgejell - schuft. Wie WTB.-Handelsdienst aus zuverlässiger Quelle erfährt, hat sich die Stadt Karlsruhe entsprechend einem Beschluß des dortigen Stadtrates der Südwestdeutschen Gas A.-G. in Frankfurt a. M. als Aktionär angeschlossen und ist damit der Interessengemeinschaft der Städte Frankfurt und Mannheim auf dem Gebiete der Gasfernversorgung Südwestdeutschlands beigetreten. Die Frankfurter Gasgesellschaft zählt damit vier Großstädte zu ihren Abnehmern (Offenbach, Mannheim, Karlsruhe, Frankfurt selbst). Wie wir weiter hören, schweben Verhandlungen mit Stuttgart, die jedoch noch nicht abgeschlossen sind. * Rheinische Metallwaren > und Maschinenfabrik A.-G., D ü s s e l d o rf. Der Auf- fid)tsrat der Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik A.-G., Düsseldorf, hat in der gestrigen Sitzung beschlossen, der Generalversammlung über die Verwendung des nach Abschreibungen in Höhe von rund 2,2 Millionen Mark sich ergebenden Reingewinnes von 1582 000 Mark vorzuschlagen, dem ae- setzlichen Reservefonds 600 000 Mark zu überweisen und eine Dividende von 6 v. H. auszuschütten. Ferner soll der Hauptversammlung vorgeschlagen werden, zur Stärkung der Betriebsmittel das Aktienkapital von 12 Millionen Mark um 8 Millionen Mark auf 20 Millionen Mark zu erhöhen. Die jungen Aktien sollen den alten Aktionären im Verhältnis von 3:2 zum Kurse von 106 v. H. angeboten werden. * Die Vornan, Dogtländische Maschinenfabrik A.-G., Plauen i.V., hat zu den umfangreichen, ihr in diesem Jahre erteilten Aufträgen eine weitere Bestellung auf 20 Omnibusse vom Reichspostministerium erhallen. * Elberfelder St a d t a n l e i h e. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, legt ein unter gemeinsamer Führung der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) und der Bergisch-Märkischen Bank, Filiale der Deutschen Bank in Elberfeld, stehendes Bankenkonsortium vom 8. bis einschließlich 13. Oktober 7,5 Millionen Mark 8-v. H.-Elberfelder- Stadtanleihe auf Feingoldbasis zur öffentlichen Zeichnung auf. Die Tilgung der Anleihe erfolgt in längstens 21 Jahren. Verstärkte Tilgung und Gesamtkündigung ist frühestens am 1. Oktober 1933 zulässig. Der Zeichnungskurs ist auf 93,25 v. H. festgesetzt. Die Bezahlung der zugeteilten Stücke hat am 20. Oktober 1928 zu erfolgen. FraEurler Börse. Frankfurt a. M., 6. Okt. Tendenz uneinheitlich. Zum Wochenschluß blieb die Haltung im allgemeinen still und zurückhaltend. Das private Publikum verharrte in seiner fast vollkommenen Interesselosigkeit, das Geschäft war im wesentlichen auf die Tätigkeit der Kulisse beschränkt, die einige Deckungskäufe vornahm. Für einige Spezialwerte war wieder etwas regere Kaufneigung festzustellen. Eine Anregung bot auch die feste Tendenz der gestrigen Reuyorker Börse. Die Kursentwicklung war nicht einheitlich. Ueberwiegend ergaben sich wieder Besserungen von 1 bis 2 v. H. gegen die Abendbörse. Etwas stärker heroortraten heute die Montanwerte, von denen Rheinische Braunkohlen bevorzugt waren. Rheinische Braunkohlen eröffneten 6,5 v. H. höher, während Harpe- ner, Phönix und Rheinstahl je 1 o H. anziehen konnten. Lebhafter war das Interesse ferner wieder für Deutsche Linoleum, die 4,5 v. H. gewannen. Am Elektromarkt waren Siemens nach wie vor mit plus 2,5 v. H. und Schuckert mit plus 2 v. H. stärker beachtet. Bergmann setzten 1,25 v. H. und Else Bergbau 0,5 v. H. ein. Etwas höher eröffneten am Bankenmarkt noch Commerzbank, ferner Zellstoff Waldhof und Rütgerswerke mit je plus 1 v. H. I.-G.-Farben waren unverändert. Autoaktien lagen um etwa 1 v. H. gedrückt. Wayß & Freytag setzten ihre Abwärtsbewegung mit 1,5 v. H. fort. Reichsbank, die gut behauptet eröffneten, zogen im Verlaufe 3 v. H. an. Deutsche Anleihen lagen fast ge- schaftslos. Auch ausländische Renten still. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, das Geschäft war aber außerordentlich ruhig. I.-G.-Farben waren etwas lebhafter verlangt und 2 v. H. höher. Am Geldmarkt mar Tagesgeld zu 6 25 v. H. wieder etwas leichter. Auch Monatsgeld für erste Adresse etwas erleichtert. Am Devisenmarkt gingder Markkurs weiter etwas zurück. Man nannte: Mark gegen Dollar 4,199250, gegen Pfund 20,370, London gegen Kabel 4,8490, gegen Paris 124,08, gegen Mailand 92,56, gegen Madrid 29,65, gegen Holland 12,0913. Berliner Börse. Berlin, 6. Okt. Bei sehr kleinen Umsätzen eröffnete die heutige Samstagbörse überwiegend etroas jreunb(id)er. Die Stimmung war im Gegensatz zu gestern etwas beruhigter. Die Gerüchte über eine ernstere Erkrankung des Reichspräsidenten haben erfreulicherweise keine Bestätigung gefunden. Die Ermäßigung des Privotdiskontes, Die geftern auf die Tendenz keinen Einfluß gewinnen konnte, wurde heute. als Begründung für einige Rückkäufe und Deckungsneigung der Spekulation mit herangezogen. Die ziemlich freundliche gestrige Reuyorker Börse und die Nachrichten von einem baldigen Abschluß der Karstadt-Anleihe unter Einführung der Aktien in Neuyork waren weitere günstige Momente. Es war kein drängendes Singegebot mehr festzustellen. Für Spezialwerte bestand auf selten des Auslandes eher kleine Kaufneigung. Siemens, Deutsche Linoleum, Bemberg, Polyphon, Glanzstoff, Karstadt und Salzdetfurth waren 2 bis 3 v. H. höher, Soenska konnten 6 Mark gewinnen, auch Braunkohlenwerte, unter Führung von Rhein. Braunkohlen, fanden Beachtung. Nur Reichsbank waren um weitere 2?5 v. H. gedrückt. Auch Schubert & Salzer 4 v. H. niedriger. Deutsche Anleihen und Ausländer geschäftslos. Mexikaner schwächer. Pfand- briefmarft vorläufig noch unentwickelt. Der Geld- markt war weiter erleichtert. Tagesgeld 5,5 bis 7,5 v. H., Monatsgeld 8,25 bis 9,25 v. H. Sparen« wechsel 6% v. H. Im Verlaufe machte sich dos'Feh- len neuer Orders noch stärker bemerkbar. Bei uneinheitlicher Kursgestaltung ließ das Geschäft mit Ausnahme der Spezialmärkte nach. Sehr lebhaft Siemens (400), angeblich auf Käufe Der Schweiz, Svenfka 514 auf festeres London. Reichsbankanteile bis 4 o. H. über Anfang. Rheinische Braunkohlen plus 4,5 o. H. Vermischtes. Lautsprecher gegen Lautsprecher. In parlamentarischen Kreisen ist eine groß« Beunruhigung eingetreten. Besonders im preußischen Landtag ist man tatkräftig am Werk, gegen unverbesserliche Schreier mit den neuesten Mitteln der Technik vvr- zugehen. Die Pause in den Plenarberatungen ist dazu benutzt worden, eine Reihe von Laut - s p r e ch e r n auszuprobieren, die bei allzu stürmischen Sitzungen in Tättgkeit treten sollen. Zunächst hat man den Präsidenten des Hauses mit_einem Mikrophon bedacht, das er zur Betätigung des Lautsprechers jederzeit einschalten kann, um seinen Anordnungen den notroenöi- gen Nachdruck zu verleihen. Ein weiteres Mikrophon befindet sich am Rednerpult: es wird gleichfalls vom Präsidenten eingeschaltet werden können, wenn sich diese Maßnahme erforderlich macht, damit der Redner bei allzu großem Lärm durchdringen Fann. Eine gleiche Anlage auf der Minister bank wird dafür sorgen, den Worten, die auS Ministermunde kommen, den wünschenswerten Nachdruck zu verschaffen. Man darf also im Verlaufe der Wintertagung des preußischen Landtages mit Ruhe entgegensehen. Material zur Strafrechtsreform. Der Haushälter Franke aus ® log au wurde z u acht Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er im Januar drei Besitzungen in 2Ht- Schönau und Röversdorf in Brand gesteckt hatte, die sämtlich vollkommen eingeäschert wurden. Ms Grund für sein Treiben gab Franke an. es sei ihm langwellig gewesen, und so habe er es einmal brennen sehen wollen. Er ist schon mehrfach vorbestraft, darunter mit Zuchthaus. Seine Mutter endcte wegen Brandstiftung auch im Zuchthaus. Seine drei Brüder sind ebenfalls oft vorbestrafte Diebe. Die jetzige Zuchthausstrafe ist die 1 4. S t r a f c des Franke. Neben der Zuchthausstrafe wurden Franke für zehn Jahre die Ehrenrechte aberkannt. Ein guter Fang. Die Zollbehörde von Neuyork, die vermutete, daß auf Schiffen, die die o st asiatischen Hä- f e n anliefen, Opium eingeschmu g g e l t wurde, nahm auf dem gestern von einer Wellreise zurückgekehrten amerikanischen Dampfer „President Harrison" eine genaue Durchsuchung vor. Da die Nachforschungen ergebnislos blieben, wollten die Beamten das Schiff verlassen, als dem Leiter der Kommission an einer Stelle ein leichter Opiumgeruch auffiel. Er ließ die Schiffswand aufsägen und man entdeckte darunter über 30 Metallbüchsen. dieOpiumimWertevonetwa 11/3 Millionen Dollar enthielten. Das Opium wurde beschlagnahmt. Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Frankfurt a.M Berlin Frattksurt a. M Berlin Schluß 1-Uhr- Sch-utz- Anfang Schluß 1-Uht- Sch.uh. Anlang ___ . _ Äurs 1 Aur» flurs Kur» Kurs Kur» Kurs Kurs Datum 5 10 6. 10. 5 10. 6; 10. Datum: | 5. 10. 6 10. | 5. 10. 6 10. 6% Dt 8ktd)«anleil)? o 1927 . 87.3 — 87.5 - ÖL«.®. • ... . 8 188.1 189 187.75 189 Dt. Anl.-'llblüi.-Schuld nut «ufr Bergmann..... . 9 -'06 207.25 205.13 207 wj.-Stechicn —* 1 — — 16.5 Sleltr. ßleferungen. . 10 179.75 DeSgl. otjne AuSlos.-Rechte . . 16,4 — 16.5 Licht unb Kraft . . 10 •425.21 226 224.76 224 7% zraukl. Hyp.-Bi (Solttöf. uw gelten & Guilleaume. . 6 155 155 — runobai 613 1932 . . 90 — — w Gei. f. De Ur. Untern.. 10 270 — 270 270.25 4y»% MibJintfffle Htzp.-Bain 8tau.- Hamb. (Seht. Wette . 10 — 151 150,75 ®ol6VI. —— — — Rhein. Sieht. . . . . 9 — — 162.75 163 Q-lS.QJ abg. iBortriegfrubltgatwn., Schiel. Sieht. . . . 10 — 239 tudAobluar 1932 85 — — —* Schuckctl ...» . 8 412 214 211 213.6 4% Schwetj. >8unbe#b.-einl.. 95.6 — — — Siemens & HaILk« . « 12 399 400.5 397.25 <00,75 4% eeiteneld)lfd)f Oolbrte.. . — —• Transradio ...» . 8 175 — 149 4,20% Gelten Silbe nie. . . — — — —- Lohmener 4 6».. . • 10 — 175 — 4% Oeiterreid). einheUl. Otte. . —- Bube tue . . . 6 86 75 — «7.5 —, 4% Ungarijdje ©olbtte. 4% UngarlRhe «Staats t. v. 1910 37,4 — 27,3 28 Deutlche St831 . . . . 6 — — 141 141.25 33.4 — — — Stiener Steinkohl» . . . 8 — —- W$% uon 1913 — 26.5 — Geilenkirchener . . . V 1 4 I. 4 127.25 128 127.25 127,75 4% Uua-i: .id e Kronenrte.. . 2,4 4.4 — Harpener .... . 6 — 154 150.75 153.5 4% Tüv. juilanleitie e. 1911 11,5 — 11.5 11.3 Voesch Eilen. ...» . 8 — — 133.5 134 4% lu'.mrue yagbaobobn-inni., lt.75 11.75 Ilie Bergbau . . . . . 8 256 — 255 «Serie l w Kiöcknerwerke . . . . . 7 1-1,25 121 121.25 4% veogt. Serie 11 . ■ ■ 11.25 •W 11,5 11.25 Kbln-Neuelien. . . . . 9 — 129 129,5 4% »Rumänen conöert. Rte. . -- -- — — Mannesmann . . . . 8 131.75 131,75 131.25 13t Wi% Rumänen «ÄolbonL von 1913 24 —- 24,25 Mansielder - . . . 1 115 lla 11..9 CbcddM Silenb. Bebart. . 6 — 111,5 111,6 flllg Deutsche Sisen'xchn y. — — Oberichlei. Kokswette . 6 - — 115.25 115 6 Hamburg-Amerika ßatet . . Pauib -Südam Damvllch. 8 158,5 —. 158.75 159,9 Phönix Bernbau 6 Fi 95 95.75 95,6 96 8 Rheinische Braunkohlen 10 286 292.5 287.75 289 Hansa Damvsschill - - IO — — 190 75 — Rheinstahl k. % Jahr 146 147 145.65 146,5 »lurbbeutfdier Lloyd . . . 6 151 - 151.25 rnebed 'Montan 7.2 - 1.0 illlg SeutKiie iSrebitanfL . 10 - 13» 138.25 Bereinigte Stahiw. . . fi 95.5 — 95 Id 95.75 Barme, Ba.iloerein IC 144 — 143.75 144.5 Otavi Minen . . • sh — 53.6- 54 Berliner Handetegeselllch. 12 J00 —— (11 6 301,75 Kali Aschersleben . 10 293 491 293 iominetfr unb Brivat-Banl Dar ni st u Rattanalban! 11 190.15 191.75 (90.75 191 7. Stall Westeregeln . . Kaliwerk Solzdetfurch 10 295.13 293,9 294 12 U4.Z5 - <’J3 294-.> 15 483 482.75 485 Deutsche Ban! £lttunto.(5e(ell|diaf1 ÜnL. SJreübnet Ban! . . ■ Mntelceuischr fetebltban! . . Clerallbanf ... U-tchrdan! ... 10 10 10 9 8 1? i;u 164.25 172 137 mO 170 164 171,75 300.5 170 13.75 171.5 210 137.t lli 1.13 170 . (hl 171.5 219 5 137,75 19* 25 .1. Ä- uatbeu-ynDuteM ■ * Dynamit Nobel . . . . Scheideanstalt ..... Goldschmidt . • . • • Rütgerswerke . . . , . . MetallneleNschakt. . . . . 12 . 6 . 9 . 5 . 8 11 -64.75 412.5 104 105.25 *62 102.75 106 19! 264.9 103.5 106 -61.75 103.25 106,25 Berlin Berlin, n Oktober Held Bries Fraajouiche Holländische Noten . - Noten . . . 16.ÜH5 167,86 16.455 168,54 22. M Schluh. bUbr- Sch.uh Anfang Rurs Kurs Kur» flurs tltalienische Noten . . . 22.06 Datum: 5 10. 6'10 |5. 10. | 6. 10. Norwegische Noten . .... Deuksch-Ocsterr..5100 Kronen 111.60 58.88 112,04 59.12 Bhilipv Holzmann . . . 7 -- 138 - Rumänische Noten . . 2.645 2.665 Heidelberger Semen! . Semem Karlstadt 10 _ _ 11,95 112,39 so.w • 68.59 . 8 170 140,; _ — 80.64 Wayß & Freitag . . 10 139 142 — Svanllche Noten .... «Ml 68.31 Schultheis Patzenhofer Lstwerke ...... 15 12 _ 336 294.75 336 295.75 Tschechoslowakische Roten . . Ungarische Noten . • 12.385 73.00 12.445 73. :i) Ber. Glanzstoll . . . • 18 — 558 561.5 Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a. 31L 1 Bemberg...... Zellstoff Daldhof . . Zellstoff Aschaffenburg 14 12 216 295.6 215,25 481 294.. 483 .95.75 Telegraphifche Auszahlung e 12 — 214.5 Sharwtlenburger Waner • — — 187.25 128.6 o. UltOD:r ö uttoo r Denauer .... Daimler Motoren . . Demag ... Adlertverke Hieltet . . • . 8 . 0 92,5 91,75 198 9 58.25 125 198.5 91.5 ümtlichc Noti.ruug Geld 1 Brie' Ämtliche Notierung Geld 1 tirte- . 6 126 125 — SmÜ^Rott. Buen.-Aires 168,17 1.76.3 168,51 1.767 168,25 1,763 168,j9 1,767 Ludw. Loewe . . . • 10 — — 260 — Bns'2lntw 58,29 38,4t 58.31, 58,435 Rat. Auiomobll . . . • . 0 _ — —- 72 72 Shristiania. 111,76 111.08 111,80 112,02 Orenslein 4 Kovpel « e . 6 — 116.25 115.25 Kopendaaen 111,6.- 111. 4 111,87 112,09 Leonhard Tietz . . e . 6 — 275 276 Ekockbolm . 112,17 11;,3» 112.19 113.41 Bamag-Meguin . . . Utankf. Maschine» . . • . 0 . 6 18.5 75 — 19 75 Selnngfort. Italien. . . 10,559 -1,95> 10,679 21.995 10.564 21.99 10,564 42.03 Gritzner . , . • 11 1,-6 19 — 1*26.25 öonvon. . . 20.339 20,379 20.345 20.385 Heyligenstaedt . . . • . V — — — W ent)ort . . 1.1950 4.4030 4,1966 4.2045 IunghanS . . « • • . 4 89,5 •• 89 — Paris.... 16,-9 16 4.1 16,395 16.435 Lechwerkc...... • . 8 ** — Echweiz .. Svauien . . .0,72 80,88 80.77 80.93 68.46 Mainkrasiwette . . . e . 8 — — — 68,41 68.65 68 32 Miag ... Slekarsulmer . . • • • 10 — — 139 139,5 Yapon . . . 1.913 1.9 • 1,916 1,920 • . 8 35 35 35 — Nio de Ian 1.3015 0.5035 1.501 J.5Ü3 Beterö Union . . . • . 8 10.6 — 109 * Wien tn D - Gebr. Roeder .... • 10 127 — Ceft- abaeft '9,010 39,135 >9,015 □9.135 Voigt 4 Haefjner . . . 8 217 - 215 — Prag 12,431 12,454 12,»3c 12,455 Südd. Zucker ... 8 149,75 Belgrad • 7,368 7.38-' 7,378 7,393 Budapest. • 73,145 73,285 73,lo5 73,305 Banfnotea Pul.wrieu 9'llabon 1.030 18.33 3,03b 18.97 3,030 18.88 3,036 18.92 Danzig Qonuuattii. 81,29 2,168 «1.4 > », 172 81.30 2.173 61,46 2.177 5,435 Berlin. 5. Oktooer >»eld 1 Brte> Amerikantiche Noten M . 4,177 4,1 »7 58,39 Sltben . . 5,425 5,435 5,425 Belgische Noten . - 58,15 Tana da 1.193 1.201 1,194 4,202 Dänische Noten . » * 111.60 11'2.01 Um Bao . 1,266 4.274 4,266 4,274 Englische Noten. , • • • • • >0.307 387 tatrp .'0.86 20.90 20 865 1 '0.905 8829D 0710t Karl Schmidt,Gießen,Neuenweg 42,Tel. 4075 06313 Morgen Sonntag, den 7. Oktober Nähkursus 88--1V Gründlichen Unterricht 619V Lahnstraße 12/14 wmiiiimimmm staatlich geprüfte Damenschneidermeisterin 07121 Beim Sonntag, den 7. Oktober 1928, alle UTrösterMM Amerikaner Dauerbrenner junrounw Um Gaben bitten die Vorstände. 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