Bein rn »«ui««, ^lasche.4 > tlBrr §gg JlOOlttt ■ MSlliW •Ante: WlllKtUl /Monia j’-Varmoniumi latteo,l,2,3,«i«. , FünUtt ' Tnompi^iantta SrommoDöflof unnfbfbmaunitn W ctf>upp gelter?rocn sl 11 Mül-NlkWk 1790. ,wu iGaritosü'Cn \ßauon5-^ ßarrohren- Rbfüll schlauche PrwinlVierka ; VVeinheren ech. zur— Weinhg*S GentrabSroawfr ,II6J gdiulW Neue Holl. I ME rontiuxitL®*!* WM MSWklH kMWkl- VlW LüUwJflÜ1 g5S*Hb V«' Carl Schunck. rVaSg®suche] cgdenFh^ mHK. .i»? S*'1, zu «Ak«* El iS*jS < Lö^r Ä M Nr. 183 Erstes vlast 178. Jahrgang Montag, 6. August |928 erlittet Uglte.aufcfT Seen tag» a»6 Bellegn: »tehexrr FamlllenblLtte, ftetmat im «Ud Di« Scholl« m»eet».Brie$i|rtli; 2 Hrid)»earh anb 20 Jkid)tpfrnnig fflr Tragt» lohn, auch bei Nichte» scheinen einzelnerNummer» tnfolg« höherer (BttralL F«rnspr«chanschISffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach' richten: Anzeiger Ältfc«. poRscheckkonfo: LrinNuNom Main litt«. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrv Heber Koburg und Umgebung gingen am Samstagabend schwere Gewitter nieder, von denen bad letzte in i t starkem Hagelsch lag und wölken- bruchartigem Regen verbunden war. Die Hagelkörk«r erreichten Hafelnußgröße. Der Blitz schlug hier und in der Umgebung einige Male ein. ohne jedoch zu zünden. 3n mehreren Stadtteilen traten Überschwemmungen ein. Der Telephonverkehr ist völlig gestört. Danzigs Verhandlungen mit Polen erfolgreich beendet. Oie Wesierplatte. — Das Anlegen polnischer Kriegsschiffe. — Oie Eisenbahntarife. Danzig, 4. llug. (IDIB.) Die zwischen dem Senat der Freien Stadt Danzig und dem diplomatischen Vertreter der Republik Polen, Minister Straßburger, schwebenden Verhandlungen über die Benutzung der IDefterplatfe z u Kriegszwecken, Anlegen reid)»polni- scher Kriegsschiffe im Danziger Hosen und die Frage der Geltung der polnischen L i s e n b o h n t a r i f e für da» Gebiet der Freien Stadt sind jetzt zum Abschluß gebracht worden. Heute erfolgte die Unterzeichnung der diesbezüglichen Protokolle. Die Ilkfkrplattenfrage wirb bi» zu ihrer endgültigen Regelung vertagt. Die polnische Regierung erklärt sich damit einverstanden, daß unter Vorbehalt einer sechswöchigen beiderseitigen Kündigungsfrist die Hkfferplatte auch provisorisch für allgemeine Handelszwccke ausgenutzt wird, indem das Hafenbecken nebst näherer Umgebung für die Benutzung durch Handelsschiffe und den allgemeinen Güterumschlag freigegeben unb, wie bie übrigen Teile be» Hasen», bem Hosenausschuß unterstellt wird. Die polnische Regierung hot do» Recht, zweck» Umschlag oon Kriegsmaterial und Explosivstoffen eine vorübergehende Räumung der frei- gegebenen Zone zu verlangen. Die polnische Regierung verpflichtet sich, mit allen disziplinarischen Mitteln bie Beachtung ber Sicherheits- Vorschriften auf ber IDcfferplattc sicher; u- skllen. Der Danziger Polizeipräsibent soll bae Recht haben, bie IPefterplafle zu betreten, am sich jeberzelt von ber Einhaltung der Vorschriften zu überragen. Durch blese provisorische Vereinbarung wirb ber bisherige grundsätzliche Standpunkt sowohl der polnischen Regierung al» auch des Senat» ber Freien Stabt Danzig i n keiner Meise g c - änberl. Reibe Regierungen behalten sich vor, nach vorheriger fiünbigung diese» Abkommen» auf bk Lrlebignng ber strittigen Tragen zurückzukom- wen unb gegebenenfalls den Streit ben zuständigen Völkerbundsinstanzen zur Entscheidung vorznlegen. 3n der Frage de» Anlegen» reichspolnischer Kriegsschiffe im Danziger Hasen zieht bk Freie Stabt Donzig, bk bereit» zum 1.3ufi 1927 ausgesprochene Kündigung be» vorläufigen Abkommen» vom 2k.' Oktober 1921, Wonach bie polnische Regierung ba» Recht hat, ben Danziger Hosen unter bestimmten Bebingungen für ihre Krieg»schiffe zu benutzen, zurück anb erklärt sich bereit, ba» Abkommen weiter bestehen zu losten. Line Kündigung kann frühsten» zum 1. 3uli 1931 mit dreimonatiger Frist erfolgen. Der beiderseitige Recht»standpunkt wirb burch biese Regelung nicht berührt. Bezüglich ber Eisenbahntarife würbe folgende Kegc(ung,oereinbari: Mit Wirkung vom 1. September 1928 werden bk gebrochenen Tarife zwischen Danzig unb Polen aufgehoben unb auf bem Gebiet ber Freien Stabt bie polnischen Lisenbohntorife ein geführt. Gleichzeitig wirb von ber Freien Stabt Danzig eine neue Lifenbahntarisorbnung in Kraft gefetzt, bie mit ber polnischen übereinstimmt. Diese Vereinbarung bedeutet für Danzig eine Derbill igung sowohl ber Fracht- wie ber Personentarlse unb doburch eine Erleichterung für bie Danziger Wirtschaft. Ein Kompromiß. Bon unserer Berliner Redaktion. Mit der Tatsache, daß es nun endlich gelungen ist. die zwischen bem Senat der Freien Stadt Danzig und dem diplomatischen Bcrtrctet der Republik Polen. Minister Straßburger, schwebenden Berhandlungen über die Benutzung der Tdesterplatte zu Handels Zwecken, das Anlegen reichSpolnischcr Kriegsschiffe im Danziger Hafen und die Frage der Geltung der polnischen Gifen- babnlorife für daS Gebiet der Freien Stadt zum Abschluß zu bringen, ist ein lange« Kapitel schwierigster Berhandl ungen. die ja mehrere Bölierbundstagunaen beschäftigt haben, abge- fchloffen worden. Wenn auch der Abschluß nicht als ein endgültiger angesehen werden kann, so ist doch damit bewiesen, daß der letztlich gewählte □Deg der direkten Be rhandl ungen der zweckmäßigste gewesen ist. Tie Bemühungen des Danziger Senats, auf jeden Fall zu einer Bereinigung der ftriitijen Fr: - en zu kommen, harten ja niemals nadbgriaf'en. Die undurchsichtige Haltung Polens verhinderte aber immer wieder, daß eine Einigung erreicht werden konnte. Und auch jetzt sind die Kernprobleme mit der getroffenen Bercinbarung noch keineswegs aus der Welt geschafft. Ra, wie vor bleibt daS Munitionslager aus der Westerplatte bestehe i, w:nn auch zuAebilligt worden ist. daß die W^este'platte wenigstens provisorisch für allgemeine Handelszwecke ausgenuy: werden kann. Gew.ß ha: Pr-.^i tr- losem den Danziger Forderungen Rechnung gc* tragen, als es sich verpflichtet, mit allen disziplinarischen Mitteln die Beachtung der Sicher- he.tsvorschriüen auf der Westerplatte sicherzusteilen und vor allem dem Danziger Polizeipräsidenten des Recht zuspricht. die Desterplatte zu betreten, um sich i«derzeit von ter Einhaltung der Vorschriften zu überzeugen. Damit ist wenigstens ber Begriff öfterritorialität der Westerplatte. wenn auch noch sehr zaghaft, auS der Welt geschafft. ES ist in der Berein- barung deshalb auch vorgesehen, daß beide Regierungen auf die Erledigung ter strittigen Hauptfragen zurückkommen können. Für te.eses ®ntgcgenfommen Polens hat die Freie Stadt Danzig aber auch etwas bezahlen muffen. 3n ter Frage des Port d'Attaches hat fie doch der polnllchen Forderung insofern Rechnung getragen, als f-.e sich tereiterfiärt, das Abkommen vom 8. Oktober 1921 nach Aufhebung ter ein- aereichlen Äüntegung weitertestehen zu lassen, so daß eine neuerliche Äünbigung erst frühesten« zum 1. Juli 1931 mit dreimonatiger Frist erfolgen kann. Polen kann also deshalb nach wie vor den Danziger Hafen militärisch ausnütze n. obwohl es doch in Gdingen einen eigenen Kriegsbasen erbaut bat. ter aber hinter den Kulissen recht lebhaft auch für den Handelsverkehr zumSchaden Danzigs ausgenutzt wird. Das erfreulichste Ergebnis für Danzig selbst ist Oielleubt ter dritte Punkt ter Bercinbarung, nach dem die gebrochenen Tarife zwischen Danzig und Polen aufgehoben werten, und dafür die polnischen Sisenbahntarife auf dem Gebiet ter Freien Stadt etngcfüßrt werten sollen. Damit werten natürllch die Danziger Tarife wesentlich verbilligt, was ohne Frage für bie Danziger Wirtschaft eine Entlastung bedeuten dürste Da Danzig in diefer Hinsicht auf da« polnische Hinterland angewiesen ist, wird e- für ten Danziger Handel in vieler Hinsicht em Borteil fein, wenn die Tarife verbilligt werten. 3nsolge ter Trennung vom deutschen Zollgebiet und ter bannt aufgezwungenen Hoch- schutzzollpolrtik, die erst durch einen deutsch-polnischen Handelsvertrag abgemiltert werten könnte, ist Dmtzigs Absatz nach Deutschland natürlich ganz erheblich erschwert. Somit beteutet ter Abschluß ter Berhandlun- gen wohl einen weiteren Schritt auf dem Wege ter wirtschaftlichen Bcrftänbigung zwischen Danzig und Polen, ohne batet aber i n poltiischcr Hinsicht Borteile zu erbringen. Schließlich wird Genf von diesen Fragen befreit, was ebenfalls al- ein Borteil angesehen werten muß. Ob und wann die endgültige Lösung freilich kommen wird, die noch offen gelassen ist. das steht noch dahin. Ein polnischer Transozeanflug mißglückt. Die fflieger ind Meer abgestiirzt und von einem deutschen Dampfer gereitek. Auch Polen hat ter Ehrgeiz nicht ruhen lassen, am Ueterfllegrn be» Ozean» beteiligt zu fein. Die polnischen Tran»ozeanfiieger haben aflerblng» wenig Glück gehabt. Sie sinb nach einer Meibung ber Polnischen Telegraphenogentur am Samstag um lb.40 Uhr amerikanischer Zeit über bem Atlantischen Ozean abge stürzt. Der Apparat „Marschn'l Pilsubski" Ist vollständig vernichtet worben. Die Flieger ruurben von bem bevtschen Dampfer „Samo»“ gerettet, ter ter Deutschen Levante-Linie gehört. Rach einer ergänzten Meldung ter Haoaragen- tur haben die beiten polnischen Flieger bei ihrem versuch, ten Ozean zu überfliegen, einen Zlsttin- blgen Flug au »geführt. Durch ba» schlechte Funktionieren der Brenn st offzufüh- r u n g würben sie gezwungen, etwa 60 Meilen vom kop Finlslerre entfernt auf bem Meere nle- bcrzugehen. Der Apparat schlug mit so großer Wucht auf tem Wasser auf, baß rfie Tragflächen zertrümmert würben. Liner ber Flieger erlitt eine Arm Verletzung. Er würbe im krankenhau» oon £ e I jr e o •, tem Hafen oon Porto (Portugal), in Beßanblung genommen. Die beiten Polen hoffen, halb nach Pari» abrrifen zu können. Der mißglückte polnische Ozeanflug Hot in Warschau eine gewaltige Enttäuschung her- oorgerufen, nachdem bie Erwartungen der Deffent- lichkeit durch eine übermäßige Pressepropaganda vorher allzu stark gesteigert worden waren. Der polnische Rundfunk, der während der beiden letzten Tage in kurzen Zeitabsionben Berichte herausgab, in denen nur mitgeteilt rourte, daß noch keine Dl a rt) r i d) t e n vorlägen, hatte am Sonntag früh Plötzlich jegliche Sendung eingestellt. Bereits am Samstag unb Sonntag erschienen in der Stobt Extrablätter, obwohl noch überhaupt feine bestimm, ten Meldungen Vorlagen, so daß sich ber Bevölkerung bereits Befürchtungen und Besorgnis bemach- tigten. Am Samstag traf bann um die Mittagsstunden die erste Nachricht über die ‘Rettung der ins Meer gestürzten Flieger durch einen deut- fchen Dampfer eim die durch Funk und kur, daraus erschienene Sonderausgaben verbreitet wurde. Die allgemeine Stimmung ist infolgedessen sehr gedrückt. EinLpclrcnnbootaufdemRhemerplodiert. Da» Rennboot Opel [V — Drri-Mekr-Klafse —, da» bei Abeking & Rasmussen in Bremen erbaut wurde, ift beifeinerer ff enDerfudjsfaßrt am Sonntagabend gegen 5410 Ahr auf tem Rhein oberhalb be» Binger Loche» beim OestrIcher Schwan in Branb geraten anb mußte von ter Befaßung, bie sich burch herausspringen rettete, verlassen werten. Fritz von Opel unb seinen Mitfahrern gelang e», kotz stürmischen wasier» unb ber schweren Ceterfleibung schwimmend da» Ufer zu erreichen. Das Boot explodierte, eine 30 Meter hohe Stichflamme flieg zum Himmel und erleuchtete die Ufer taghell, worauf e» In ben Fluten versank. politischer Mord in Agram. Atteuiat auf eiuen Belgrader Zourn allste«. Belgrad, 5. 2Uig. (WTB.) Au» Agram wird gemeldet: Sonntag früh wurde in Agram der Redakteur Riftovic vom Belgrader Blatt „Ctebinftoo" von dem Bahnarbeiter Sunic durch Revvloerschüs'e getötet. Dabei wurde auch ein Polizist und ein Passant verletzt. Aiftovic hatte sich am Samstag nach Agram beheben. Dort geriet er in einem Gasthaus in einen Wvrt- wechsel mit Kroaten, die ihn Meuchelmörder nannten, der in der kroatischen Hauptstadt keinen Platz habe. Riftovic erwiderte in gleichem Tone. Bei der darauf folgenden Schlägerei schlug einer der Kroaten Riftovic mit einem Stock auf den Kopf, so daß er blutüberströmt zusammenbrach. Auf Einschreiten de- Gastwirtes verliest dann Riftovic das Lokal. Bor einem Krankenhaus, in dem sich Riftovic hatte verbinden lassen, erwartete ihn ein junger Man, der tfrn mit der Frage empfing „Wie hat der Chefredakteur de- „Ieoinstvo" es gewagt, nach Agram zu kommen, nachdem er doch geschrieben hatte, dast Raditsch getötet werden sollte?" — Riftovic erwiderte: „3a, das hat die „Iedinstvo" geschrieben, unb Ra- ditsch mustte tatsächlich getötet werden." Auf diese Erklärung hin feuerte der junge Mann sieben Schüsse auf Aiftovic ab, die sofort tödlich wirkten. Auf der Polizei erklärte der Attentäter Sunic, er kenne Aiftovic schon lange und habe beschlossen, gegen ihn ein Attentat zu verüben. Die Zeitung .Iedinstvo" führte in letzter Zeit eine sehr heftige Kampagne gegen Aaditsch und die kroatische Bouernkoalition. 3n Agram war man allgemein der Ansicht, dast Aatschitsch von dieser Zeitung zu dem Attentat gegen Aaditsch inspiriert worden sei. Wiederaufleben des Bürgerkrieges in China? Bonbon, 4. Aug. (WB.) Mehrere hier vorliegende Berichte weisen auf die Möglichkeit eines Wiederauflebens des Bürgerkrieges in China hin. Der Pekinger Korrespondent der ..Chicago Tribun«" schreibt: General Tschang- tsungtschang hat die Zuziehung von 60 000 Mann an d i e Mukdeneisenbahn angeordnet, um die Rationalisten anzugreifen. 3n Mulden ist eine nationalistische Konferenz einberufen worden, um über den Feldzug zu beraten. Bei den Rationalisten herrscht starke« Unbehagen über die feindliche Stimmung, die in Peking und Tientsin wegen des Beschlusses, die Hauptstadt und die Regierungsämter nach Aanking zu verlegen, entstanden ist. Der Pekinger Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet: 3n Rorb- china herrscht große Unzufriedenheit über die neue Re gierung , die eine schwerere S te ue r b« la st u n q ecngeführt hab« als di« unter Dschiangkaischeck bestandene, ohne daß die Öffentlichkeit Gelegenheit habe, die Derwendung des Gelbes nachzuprüfen. Die Kwansipartei unter der Führung der drei Generäle Kitschaismr (Kanton), Litsungjen und Paitschingschi lHankau) erhebt, wie gemeldet wird, gegen die Führung von Fengjusiang Einspruch. Auslandkreise glauben, daß eS binnen zwei Monaden zu einem offene n Bruch und neuen Kämpfen kommen werde, und daß wahrscheinlich Äc n g j u f i a n g die Gelegenheit benutzen werde, epizugreisen, um derneue nordchinesische Diktator zu werden. Paris und der Herrioibesuch. Nach Rückkehr dcS Ministers aus Köln. Paris, 6. August. (WTB. Funkspnich.) Der französische Unterrichtsininister H e r r i o 1, der gestern in Lyon eingetroffen ist, äußerte sich einem Mitarbeiter des „Petit Journal" gegenüber befrie- digt über seine Reise nach Deutschland. Er zollte dem Oberbürgermeister Adenauer uneingeschränktes Lob. In Köln sei der Wunsch nach einer Entwicklung der intellektuellen Beziehungen $um Ausdruck gekommen. Einige links gerichtete Blatter äußern sich über die Reise Herriots nach Köln sehr zustimmend. „Ere Rouoelle" schreibt, der herzliche Empfang Herriots in Deutschland Aeige, daß dort ein günstiger Geisteszustand für Die notwendige Verständigung vorhanden sei. „Dolonts" betont, her Empfang Herriots durch die staatlichen und städtischen Vertreter sowie durch die Menge sei herzlich gewesen. Die in Köln ansässigen Franzosen bestätigten die republikanische und aufrichtige Entwicklung im Rheinlande, Frankreichs Mißtrauen sei nicht mehr gerechtsertigk. Die anläßlich des Besuches Herriots an den lag gelegte .Kundgebung sei zu begeistert gewesen, um Zweiscl an ihrer Ehrlichkeit oufkom- men zu lassen. Sie sei ein Beweis für die friedlichen Bestrebungen Deutschlands gewesen. Das möge man in Frankreich begreifen und darnach handeln. 3m übrigen beschäftigen Jicfo auch einige Rechtsblatter mit dem Besuch, wobei sie vor allem an eme Aeuherung de» Kölner Ober- büraermeiner« Adenauer anlnüpsen, dast Frankreich die Möglichkeit habe, das Herz Deutschlands zu gewinnen. Der „Figaro" bemerft dazu: Man glaubt zu träumenI Also Frankreich soll '-ch um die Gunst Germaniens bewerben. Was hat c« sich denn verzeihen zu lasse«? Hat es dieBerträg« mißachtet oder geheime .Rüstungen wce die der Reichswehr ober gar wie die von Hamburg rorDeteüel? Hier wäre für einen französischen Minister die Gelegenheit gewesen. mit Takt unb Entschieden heil daran zu erinnern, dast Frankreich vor 1914 dem europäischen Frieden jedes Opfer ge- bracht hat und daß es feit dem Waffenstillstand unaufhörlich moralische und materielle Zugeständnisse gemacht bat. um die notwendige Entspannung herl>eizusühren Es ivär* Gelegenheit zu der Erklärung gewesen, dast die Böller sich nur bann ernsthaft untereinander aussöhnen können, wenn sie sich zunächst mit der Wahrheit auSsohnen unb wenn das Deutschtum auihört, der Geschichte eine Maske aufzusetzen. — Auch Avenir" unb ..Gau- loiS" sprechen von einem peinlichen Eindruck der Kölner Veranstaltung. Die beiden letztgenannten Blätter hatten fed» auch darüber auf, daß Minister a. D. Külz vor Herrior den Ansch . u st- gedanken verherrlicht habe. Rußland und der Kelloggpaki. Oie vermißte Einladung. — Oie Sowjetunion zur Teilnahme bereit. Tschitscherin fordert eine TRoifou, 5. Lug. (Telegraphenagentur der So- nxjefuttlon.) In einer Unterredung mit Pressevertretern erklärte Tschitscherin über die Stellungnahme der Sowjetunion zum ücllogg-pakl, daß der sog. kriegrächlungspakt zwar schon seit Dezember vorigen Jahres im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Diplomatenwelt aller Länder stehe, daß aber die Mächte nicht daran gedacht hatten, die Sowjetunion zur Teilnahme an den Verhandlungen über den Pakt anfznsordern. Dieser Umstand zeige da» wirkliche Ziel, das durch den Abschluß des Paktes verfolgt werde. Die Urheber des Paktes hätten das Bestreben, daraus ein Werkzeug des Kampfe» gegen die Sowjetunion zu machen. Die Verhandlungen feien ein Bestandteil der Politik, die es auf eine Linkreifung der Sowjetunion abgesehen habe. Die tatsächliche Aufgabe des Kellogg-Paktes werde noch verständlicher im Lichte der amerikanischen Rote vom 23. Juni, in der die amerikanische Regierung ausführlich erkläre, daß sowohl die Statuten de» Völkerbundes als des Locarno-Abkommens sowie die Verträge Frankreich» mit einer An- zahl von Staaten zu den im Kellogg-Pakte erwähnten Beziehungen gehörten. Damit werde klar bewiesen, daß der Kellogg-Pakt ein Bestand- teil der Vorbereitungen de» Kriege» gegen die Sowjetunion sei. Tschitscherin erklärte weiter: Ein bedeutender Teil der deutschen presse befürwortet die Heranziehung der Sowjetunion zur Teilnahme am Pakte, einige liberale englische Blätter, wie „Daily Ren»»", und einige französische Linksblätter, auch Abrüstungsverpflichtung. ein Teil der amerikanischen Blätter äußerten stch m demselben Sinne. Tschitscherin fuhr fort: „Jetzt iste » noch nicht zu fpä t. wenn auch die sog. Urhebermächte untereinander bereite einig geworden feien, hatten sie, wenn sie tatsächlich au» dem Pakte etwa» andere» al» ein vorbereitende» Werkzeug für den Krieg gegen die Sowjetunion machen wollten, die volle Möglichkeit, mit der Sowjetregierung in Verhandlungen zu trelen. Ihre Neigung ober Abneigung, mit der Sowjetunion zu verhandeln, werde den Beweis liefern, was ihr wirkliches Ziel fei. Frieden oder Kriegsvorbereitungl Ich erkläre, fo fuhr Tschitscherin fort, daß unsere Regierung bereit ist, an diesen Verhandlungen teilzunehmen. 3m Falle unserer Teilnahme an den Verhandlungen würden wir die von unseren Standpunkt aus notwendigen Aenderungen de» Paktes Vorschlägen. Unsere Regierung hebt hervor, daß der Kellogg-Pakt am meisten durch den Umstand entwertet wird, daß er nicht von einer Verpflichtung in der Abrüstungsfrage begleitet ist. wir verhehlen uns nicht, daß der von dem einflußreichsten Teil der presse England», Frankreich» und der vereinigten Staaten eingenommene Standpunkt uns wenig Hoffnung läßt, für unsere Teilnahme an diesen Verhandlungen. Unsere Regierung würde es für äußerst abnorm hatten, wenn ohne ihre Teilnahme verhandelt würde, wenn sie dennoch herangezogen wird, so wiederhole ich. daß die Möglichkeit einer Teilnahme unserer Regierung an der Unterzeichnung de» Kellogg-Pakte» nicht ausgeschlossen ist. Generaldirektor Dorpmüller inspiziert die bayrischen Bahnen. Berlin, 5. August. (WTB.) Der Generaldirektor der Deutschen ReichSbahngesellfchast, Dr. D o r p m ü l l c r, hat sich in Begleitung einiger Äeichsbahndirektoren nach Bayern begeben und wirb dabei Gelegenheit nehmen, diejenigen Strecken zu befahren und zu besichtigen, auf denen sich in der letzten Zeit die großen Gifenbahnkata- strophen ereigneten, nämlich bei Siegelsdorf und Dinkelscherben. Besondere Auf- merlsamkeit soll bei dieser 3nfpektionsreife dem Zustand des Gleisoberbaues und den technischen Einrichtungen der Reichsbahn geschenkt werden. Außerdem wird Generaldirettor Dr. Dorpmüller noch den im Augsburger Hospital liegenden Opfern des letzten Eisenbahnunglücks von Dinkelscherben 'Besuch abftatten. um sich persönlich von ihrem Besuchen zu überzeugen. 3n München wird dann eine Aussprache mit den Vertretern der dortigen Aeichsbahndirektion erfolgen. Dr. Dorpmüller wird sich in Bayern mehrere Tage aufhalten. Aus aller Wett. Bundestag der Marine. Die Vertreter aller deutschen Mari nevereine traten in Krolls Etablissement in Berlin zu ihrem von Delegierten aus allen Gauen Deutschlands zahlreich besuchten 33. Bundes tag zusammen. Unter den Ehrengästen sah man Admiral Scheer und Konteradmiral P r e n tz e l als Vertreter des Ehefs der Marineleitung. Vom Reichspräsidenten und einer Reihe von Verbänden waren Begrüßungstelegramme eingelaufen. Admiral Scheer sprach der Versammlung feine Glückwünsche au« und mahnte zur Treue und Kameradschaftlichkeit und zu aufrichtiger Zusammenarbeit für die gemeinsame hohe 3dee des Vaterlandes. Der dritte Vorsitzende des Kyffhäuserbundes, Hofrat A i tz, trat für ein Zusammengehen des Kyffhäuserbundes mit dem Bund deutscher Marinevereine ein. Rach Erstattung des Geschäfts- und Kassenberichtes. aus dem hervorgeht, daß der Bund gegenwärtig 551 Vereine mit rund 30 000 Mitgliedern umfaßt, wurde an Stelle deS bisherigen 1. Vorsitzenden Konteradmiral Trendtel, der sein Amt niedergelegt hat, Vizeadmiral Rosig gewählt und die übrigen bisherigen Mitglieder des Vorstandes wiedergewählt. Am Sonntag traten die Angehörigen der alten Marine zu einer eindrucksvollen Ehrung ihrer im Weltkriege gefallenen Kameraden auf der Avus zusammen. Unter den Anwesenden sah man die Admirale Scheer und v. Schroder. Vizeadmiral v. Prentzel als Vertreter des Ehefs der Marineleitung, weiter die Vize- admiräle v. Reuter, Rogge. Rösing, v. Trotha und andere namhafte Persönlichkeiten von Heer und Marine. Marinepfarrer Ron- neberger - Wilhelmshaven rief in ernsten Worten die Erinnerung an die gefallenen Kameraden wach. Admiral Scheer betonte in einer Ansprache, daß die Gefallenen willig ihr Leben im Dienfte des Vaterlandes geopfert hätten. Rian lönne die Gefallenen nicht besser ehren. alS daß man sich für die Freiheit und die Zukunft deS deutschen Volkes betätige. Der Admiral schloß mit einem dreifachen Hurra auf das deutsche Vaterland, worauf die Versammelten die Ralionctthmnne anstimmten. Rach Beendigung des Feldgottesdienftes formierten sich die Ria- rinevereine gauweise zu einem großen Fe st - a u g, an dem auch zahlreiche Krieger- unb andere vaterländische Vereine teilnahmen. Der Iest- zug bewegte sich zum Fefttokal im Kroll-Garten, wo abendS Konzert unb Ball ftattfanben. • vcgrüßungrabend der Deutschen Kolonie in Amsterdam. Der Olympia-Ausschuß der Amsterdamer Deist- *en Kolonie veranstaltete in Bellevue zu Ehren >e» Deutschen Olympischen Komitee» und der beut- chen Teilnehmer an den Olympischen Spielen einen ebr stark besuchten Begrnßiingsabend. Unter den Erschienenen bemerkte man u. a. den Vorsitzenden des Deusichen Reichsausschusie» für Leibesübungen, Staatssekretär a. D. Dr ßeroatb, den stellvertretenden deutschen Generalkonsul in Amsterdam, o. Hahn, den Bruder be» Prinzgemahls, Heinrich der Riederlande, den Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg. Romen» der deutschen Kolo- Dei Amsterdam herzlich willkommen. Hahn gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude Ausdruck, daß die holländische Königin - Mutter Emma, deren 70. Geburtstag kürzlich im ganzen Lande gefeiert wurde, eine Prinzessin von deutschem Blut fei, die sich die Liebe und Verehrung aller Holländer erworben habe. • Erzherzog Albrecht von Habsbttrg kam Sonntag in Amsterdam an, wo er von Vertretern der Bereinigung Ungarn-Holland und zahlreichen anderen Persönlichkeiten begrüßt wurde. Nachmittags fand ein Empfang im Hotel statt, wobei der Erzherzog den Dank an die holländischen Eltern für die freundliche Aufnahme der ungarischen Pflegekinder aussprach. Am Samstag mar der Erzherzog bei der Königin-Mut- ter der Niederlande zu Gast. Stenographenlag Stolze-Schrey. 3n Kassel fand vom 3. bis 6. August der 8. VerbcmdStag der Kurzschriftschule Stolze- Schreh statt, die irn vergangenen Herbst auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Aus dieser Tagung nahmen berufene Vertreter der Kurzschrift, u. a. Professor Dr. Alge-St. Gallen, Landrat Boer-Gardelegen. Oberftubienbireftor Dewischeit-Halle, Chefredakteur Dr. Dröse-Stuttgart, Dr. v. Foerster-Berlin. Lanbgerichtsbirektor Dr. Mager-Hagen, älniversitätsprofessor Dr. Merk-Marburg, Bergwerksdirektor Romer-Kassel zu den schwebenden Fragen der Schaffung einer deutschen Einheitskurzschrift Stellung. Ein Riefenvermögen für die Ungarisch« Akademie der Wissenschaften. Aus Vern Nachlaß des verstorbenen Grafen Franz Vigayzo wurde beim Budapester Bezirksgericht nodj ein zweiles Testament eröffnet. Die Ungarische Aka dem ie derWissen- schäften wurde testamentarrsch zum Erben eingesetzt und ist damit zu einer der reichsten Akademien der Welt geworden. Graf Vigayzo, der Letzte seines Geschlechts, hat sein väterliches unb mütterliches Erde, bai aus 40 000 3och (ein 3och gleich 0,58 Hektar) Grundbesitz, mehreren Palais in Budapest, Schlössern in der Provinz. Kunstsammlungen (Gemälden, Uhren und 3u- welen, die allein einen Gesamtwert von über drei Millionen Pengo — über zwei Millionen Mark — darstellen) besteht, unter geringen Einschränkungen der Akademie vermacht mit der Bedingung, daß der Ertrag in ungarischem und christlichem Geiste zu verwenden sei. Mariano über Malmgreen. Wie ..Dagens Ryheter" mitteilen, sagte Mariano in einem Gespräche im Eisenbahnwagen: ..3d) habe die Polarforschung satt. Wir 3talcener passen gar nicht in Schnee und Eis. Wir waren hilflos im Vergleich zu Malm- green. der ein mutiger und geschickter Mann war. Er konnte Feuer machen mit zwei Holzstücken Trinkwasser Herstellen, Eisbären schießen. Schließlich waren Malmgreen« Kraft« erschöpft, und er bat uns, seinen erfrorenen Finger ab- zuschneiden. Gr wollte sterben unb beschwor unS, wette rzugehen unb uns zu retten.“ — 3n Stockholm, wo Mariano im Krankenhaus litzgt. erhoffen die Aerzte seine vollständige Hei- tung. Marianos Schwester, die in Stockholm eingetroffen ist, hat sich zu ihrem Bruder begeben. Große Unterschlagungen bei der „Berliner Liedertafel". Bei der „Berliner Liedertafel" ist man umfangreichen Unterschlagungen aus che Spur gekommen, die da» Eingreifen der Staatsa nmalt- schäft ßur Folge hatten. Diese ließ durch bk berliner Kriminalpolizei die Geschäftsbücher der „Berliner Liedertafel" beschlagnahmen. Der Verdacht der Untreue richtet sich gegen den ehemaligen Schatz, meister Hübner, der jahrelang ehrenamtlich die- fen Poften bekleidete Durch bte Maffenprüfungs- kammtssion wurden vor kurzer Zeit Unftimmig- feiten in den Geschäftsbüchern unb Belegen fest- gestellt, die zu einer sofortigen außerordentlichen Kassenrevision Anlaß gaben. Dabei wurde bisher ein Fehlbetrag von 30 000 Mark festgestellt. E» ist leicht möglich, baß sich diese Summe noch erhöhen wirb. Hübner wurde nach diesen Feststellungen totort seines Amtes enthebe n und lallte .unächst nur vor einem Ehrengericht zur Rechenschaft gezogen werden. In- zwilchen hat aber die Staatsanwaltschaft von den Unterschlagungen Leniunis erlangt und rin Verfahren gegen ben Beschuldigten eröffnet Opfer bet Berge. Am 1. August find vom WieSbach-Hdrn zwei Auslluc.cr abgestürzt und tot liegen» geblieben. Die Verunglückten sollen Michael Reuter unb Groner heißen unb vermutlich au» Rürn- bera flammen. Die Leichen wurden am 2. August wahrend eines Gewitters unb heftigen Sturmes unter großer Leben-getobr für die BergungS- teilnehmer geborgen. Da sich btc Ruck'Scke mit ben Papieren der Verunglückten an einem andern Orte befinden, tonnten bic Rainen unb sonstigen Angaben bis jetzt noch nicht mit Sicherheit tn Erfahrung gebracht werden. Tödlicher Absturz in eine Gletscherspalte. Auf dem Äanbernfirn im Eastcrnial, unterhalb der 2906 Meter hohen Mutthornhütte, stürzte der Maler Iohannn D u 11 i n g e r in eine 30 Meter tiefe Gletscherspalte, in der er erfror. Die Partie bestand aus drei Personen, die die nicht ungefährliche Tour führerlos unb ungefeilt ausführten. Beim Ueberfpringen eines Sdjrunbe» stürzte DuOinger rücklings ab. Er gab nach zwei Stunden noch Leben». Zeichen, doch traf die Rettung zu f p ä t*ciif- Sdjroere» Brandunglück. 3n Wehlau (Ostpreußen) brach tn einem zweistöckigen Haufe ein Feuer aus. daS so schnell um s»ch griff, daß die Einwohner mcht einmal ihr nacktes Leben retten konnten. Sin 23jährigeS Mädchen und ein dreijähriges Kind sind verbrannt: drei weitere Personen haben so schwere Brandwunden erlitten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Unter ihnen befindet sich eine vor zwei Tagen entbundene Frau. Zwei weitere Personen sprangen mtt schweren Brandwunden aus dem zweiten Stock auf das S trotzen- Pflaster. Mit schweren Verletzungen wurden sie nach dem Krankenhaus gebracht. Gin flcrnef Äntb wurde ebenfalls auS dem brennenden Haufe auf das Pflaster geworfen. Die Br and Ursache ist noch unbekannt. Beraubung einer chinesischen fiaifergruft. Chinesische Zeitungen berichten von einer unerhörten odjänbung einer Kaisecgrust durch Nord- truppen. Danach drangen in Schin-Heing in der Provinz fimangdu Soldaten auf Befehl des Generals Tfchu ?)u-pu in die dortige Kaisergruft ein unb raubten Juwelen unb Kun st werke im Werte von 4 bi» 5 Millionen Pfund Sterling. 13 Särge, darunter der der Kaiser» Tschien-lung, wurden au» der Gruft genommen. Der größte Teil des Raube» wurde in Tientsin verkauft. Aus der Gruft de» Kaiser» Tschien- lung wurden u. n. vier Diademe geraubt, die ganz aus Smaragden hergestellt waren. U Milliarden Erdbewohner auf den Jlorbfednfelu. Irgend jemand hat sich ein Vergnügen daraus gemacht, zu berechnen, wieviel Raum alle Menschen der Erde aneinandergesi. 111 wohl beanspruchen würden, unb er ist babei zu der Feststellung gekommen, daß etwa die deutschen Rordseeinseln genügten, um alle Menschen, die auf der Erde wohnen, aus^unehmen. Er geht von der Voraussetzung aus, daß für einen ausgewachsenen Menschen 2400 qcm genügen. Rimmt man die Bevölkerung der Erde also mit 1,7 Milliarden an. so wäre dafür eine Fläche von nur 408 qkm notwendig, eine Fläche, die ungefähr halb s o groß wie bieder Reichshauptstadt und etwa so groß wie Magdeburg oder Erfurt ist. Die 4l/t Millionen Einwohner der Reichshauptstadt sind also auf einen der großen Plätze, von denen ja Berlin eine ganze Lethe besitzt, unterzu- bringen. Die ganze Bevölkerung Deutschlands kann man auf ein Terrain von 15 qkm aufftdlen, und für die gesamte Bevölkerung Europa- braucht man, wenn man sie mit 470 Millionen einschätzt. etwa 112 qkm, d. h. also soviel Raum wie ein Berliner Vorort oder eine Mittelstadt an Ausdehnung hat. Oie Wetterlage. Sonntag, den 5. Quguft 192t:. S*norm 15 ■Jwifty»—- ...... ■ ■ — ■ -ttny —r~ -gyyy -> s 4 T X • ° । oene». a uw•<«"<- » S>eberfchlag 0,6 Millimeter. — Sonnen- schein bauer % Stunde. Aus -er Provinzialhaupisiadt. Sieben, ben 6. 'Xuguft 1928. Ausladen. M war mix ein Seines, ein unbebe lücnbed und doch war es darf genug. um sich m mich etngugraben. daß es heute noch btlbba't Dot mir ft ehe. Und nicht mir die Begebenheit, fcmbem auch das was he zu ’aaen hat 3n einem Bauernhof«. mil dem meine ®r* Zieher befreundet waren, ging ich aus und ein. wie wenn ich zu ihm geirrte Die weittäusigen -Gebäude geflatteten änttKduraorrilen, die ini«- elfanter waren als manche spätere Aeite. die mich in fremde Länder führte. Oine Arbeit, die mir zu Hause ausgetrogci: wurde, war mir zuwider. Hier ober nahm ich ungebeten harte Arbeiten ans mich, schon des Ae.^s der Aeuheil Einmal war ich mit zum Heueinfaheen. Der jünoftc Lohn des Dauern wollte einmal »d2cn. hob auch er schon seine Lache verstand, nahm, als die Leute auf dem Selbe waren, heimlich ypei > »ugtühe aus dem Stall und wollte Heu einfahren. Ich schloß mich ihm an. und wir beide schafften Im Schweifte untere* Angesichts, was wir bewältigen tonnten. . H. 6 tüchtigen Küfer der sich auch auf volz- arbetten versteht, etn l Rris nadifeign VitotlabilL nebbera Em tüchtiger Schmiede geselle d. auf Dauerstellung reflektiert, »fir sofort gesucht von eD LVilbelm t’ed. Schmied. Lliliete, Kreis Büdingen Erichee. faubereß IHöööjen in kleinen Haushalt i gesuch: <66721 Wrtt«gaste 7. I Tüchtiges Alleinmäöchen mit tuten ßeu«ntffen zum 15. flitft. evtl, später, nach -Vianf- furt a. M aeincht Kindermädchen vor- banden. Lorzuftelleu zw. 2 il 4 Ubr w fVilbclmfir. 12 1. AAAAAAAAAAAA (Stellengesuche iinuiuiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiii Aelt«eS Kräulein oerf. in all. Zweigen des HauSbaltS, sucht vast. LLirknngs-' krets als Stühe ob. Haushälterin zum 15. Äna. ob. 12*pt. Schr. Ang. u. 05679 an d. Gteg.Anz. erb. mimrmmmmtmnminmi verkauft 71700 Verkäufe Schulboft LNavktste. 4. iiimiiiiiiiiiiiii!iiHiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiii 1 BsnsLmJJltr.uÄell 25.x. IBerdir. 8.x, 1 litiMew. 10». 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Aber warum empfinden wir diele kleinen Quälgeister, die das Leben der summenden Diese auSmachen, als störend? Die, wirksamen Stosse sind nicht einbeuhg entdeckt. Beim Biß der Ameisen, beim Stich der Dienen und Mücken, einer Verletzung mit Drennesselblättern tritt ein charakteristisch« Schmerz aus. Gs findet sich bei den Absonderungen der Dienen usw. ein Stoss: die Ameisensäure; schon im Mittelalt« ist sein Austreten im Distsekret tter Ameisen beschrieben worden. Ab« es ist sehr fraglich. ob die Ameisensäure der eigentliche Giftstoff ist. Flurh bat eingehende Üntersuchungen darüber ange- stelft. Die freie Ameisensäure begleitet darnach solche Gifte, die sich durch örtliche Aeizwirtung auSzcichnen. Die Dedeutung kter Ameisensäure ist vielfach überschätzt worden. D« eigentliche Giftstoff ist feiner Aatur nach noch nicht bekannt. Dei den Ameisen dient- das Gift zur Derteidi- gung gegen kleinere Ziere, auch zum Angriff. AuS em« Giftdrüse gelangt das Gift in eine Sammelstelle, die Giftvlase. und von dort durch einen Ausslchrungsgang mit oder ohne Stachel nach außen. Untere einheimischen Ameisenarten besitzen keinen Starhel 6i< verletzen mit ihren Deißwerkzrügen beispielsweise die menschliche Haut, krümmen dann ihren Hinterleib mit dem Gtftavvaral nach vorn, und spritzen das ®ift in die vorher gelegte Wunde 3n erotischen Ländern können Ameisenbisse heftige örtranfun- giegenwart seines Führer- gerade noch ;m letzten Auaenbttck zur Seite biegen Sonst wäre ein größeres Unglück untKt* metdltch gewesen Mit dem Schrecken und letzteren Hautabschürfungen kamen die beiden gestürzten Aadsahr« davon. ''KonzertinderbessischenHeilstatte sürVteroenkranke. Den Jnfasien der hessischen Heilstätte für Nervenkranke wurde am vergangenen Freitag eine besondere Freude zuteil. Die RapeUc des hiesigen Neirtzswebr-Batatllons unter Führung des vorzüglichen Dbermuflfmetftero Loder Deranftaliete in der Änftalt ein wol-lgelungenes Hon- zert, dellen Inhalt, Märsche, Ouvertüren und Paro- Phrasen über deutsche Volkslieder, mit größtem Interesse ausgenommen wurde. Der SeifaU bewies, wie dankbar die Patienten für diese willkommene Zerstreuung waren. •• Das d i e neue Tanzsaison bringt. Die Sachverständigen haben sich dahin geäußert, daß im bevorstehenden Winter der „Black-Ü'harle- (ton" das Feld beherrschen wird zusammen nut der „Iale Blues". Daneben werden „Tango" und „Üng- sish Waise" getanzt werden. Darüber, ob uns noch eine besondere Sensation auf dem Gebiete der Tanzkunst blühen wird, entscheidet der in Kissingen vom 12. bis 2N. August tagende Äongreß der deutschen Tanzlehrer. "• dine Nachprüfung der Richtsätze für Sozialrentner wird auf Grund eines Aunberlalles deS Preußischen VolkswohUahrts- ministerS von ben preußischen Lüriorgeverbänden pcforb«t. Diese Aachprüsung soll im Hinblick aut die Erhöhung drr Aenten au» d« Invalidenversicherung erfolgen, die eine tatsächliche Gr- höhung nur bedeuten kann, wenn die Richtsätze nicht um biete Erhöhung gekürzt toerben. •• Straßensperrung Das -ess. Polizeiamt teilt mit: Wegen Ausführung von Pflasterarbeiten ist die Straße „An der Margarethenhütte" vor den Lagervlätzen Raiffeisen und Kohlenunion ob 6. August bis auf weiteres für allen Fährverkehr polizeilich gefperrt. Umleitung über Klein- Linden. * Austrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt 439 Ochsen, 109 'Bullen, «90 Kühe, 434 Färsen, 584 Kälber, 74 Schafe, 5920 Schweine. Vundsunkprogramm. Samstag, 11. August 12.15 bis 12.45: Schulfunk. 12 biS 13 Dom AeichstagSgebaud«: DerfalsungStei«. 13 bi» 14: Schallplaften-Konzert: Klavier- und DesangS- Dorlrägc. 15 bis 15.25: Stunde der Jugend 15 40 bis 16.05: Lrieftunde 1635 bis 18.05: Heber- tragung vom Ahön-Segelflugwettbewerb auf der Wasserkuppe. 18.30 bis 19: Briefkasten 19 bis 19.30 ..Die Organisation der Aachrichtenagen- turen", Dortrag von Dr. D. Albrecht. 19.30 bis 20: Stenographischer Fortvttdungskurius. 20 bis 20.30: „Grdbeben und ihre Ursachen", Vortrag von Dr. W. Schuckmann 20.30: Don der Berliner Staatsoper: Versasiungsseier der Staatsregierung. der preußischen Acgierung und des Magistrats Berkin. Anschließend: Bunt« Abend. Daraus: Don Berlin: Tanzmusik. Berliner Börse. Berlin, 6. Aug. (WIB. Funkspruch.) Aao, der zweitägigen Unterbrechung ist es im heutigen Früh- ue r f e h r noch sehr ft HI Besondere Anregungen liegen nicht vor, doch hofft man, daß sich nach dem festen Verlauf der letzten Neuyorker Börsen hier die reundliche Stimmung erhalten kann. Kurse smd noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,18, Mailand 92,78, Spanien 29,54, bas Pfund 485,42, den Dollar 4,1945 Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. 2tn)cigenauf(räge find lediglich an die Geschäfts stelle zu richten. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. INR Der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeiger- liegt ein Flugblatt der Firma Schade ck Füllgrabe bei, mit welchem die Einführung eines neuen AückvergütungSsystemS angekündigt wird. Die Firma gewährt fünftig auf alle Waren eine Rückvergütung von 4*/e. 7168k) Wohlfahrts • Unternehmen sucht allerorts Damen und Herren fut den Amkcndienkt gegen sossrttgen Berdtenst. Einarbeitung durch feoa- rate «Bramtcnidjnlc. Wüte llmflontto- «armen Kleidung und th'edegewan beit -Zedinguna. Lchrtitl. Angebote mtt Lebenslauf, Scugnteabidjrihen ufro. um. 1.0.7102(/106ss) an den Steh, «nz a bei Imehtlie lutili* schilt KumIbuiI Großer grau und schwor» gescheckter Kater mit welker Brüll, sehr scheu, entlaufen. Evtl, im Keller ob. Scheune versteckt. Kote Belodnnn«. Seiiiig, Ecke Schul- u. Sonnen str. Lichtspielhaus Ab heute die einschl. Mittwoch: wenden an 7»92D OKW SchillingGießen 7I52D 6o5ua Für den 05670 71580 danke ich herzlich im Namen aller Hinterbliebenen. Carl Wahl, Pfarrer Butzbach, den 4. August 1928. Ämfatzfieisemmstt 7074L) Klein-Linden, den d. August 1928 '""D Telephon 1239. Jheringstr. nerdbfolgf. 7152V -Ctiwt Verschiedenes 71NV 'NM.5 ______sj in jeder Rollenzahl zu äußerst billigen Preisen bei niedrigsten Preisen brachten uns eine enorme Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Hierdurch sind wir in der Lage, eine weitere . H. A. Schlettow . Marie Laurent Wolleaao Silier - La Jana Du sollst nicht ehebrechen Ein Film nach dem Koro an .Therese Raquin* ron Emile Zola, in 10 Akten. Die Darsteller: Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. August, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Gießener Straße 3, aus statt. Therese Raquin Laurent...... Mme. Raquin ..... Camille Raquin Susanne MLchaud 7148c Meine Sprechstunden fallen vom 4. August bis 1. September aus» Ferner: Eifersucht ist eineLeidenschaft Lustspiel in 2 Akten. — Sowie: Tatarenfreuden Kulturfilm in 1 Akt. — Und: IMe neneete rfa-Worhenarhao! D. Daub, Heilkundiger Alsfeld. Todes-Anzeige. Am 4. August nachmittags 5 Uhr, wurde meine herzensgute Frau, unsere Hebe Schwägerin und Tante Frau Emma Marx geb. Lotz Im Alter von 55 Jahren, infolge eines Herzschlags, durch einen sanften Tod erlöst. In tiefster Trauer: Heinrich Marx, Uhrmachermeister und alle Angehörigen. Giehen (Seltersweg 34), den 6. August 1928. Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. August, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Herzlichsten Dank für die liebevolle Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei dem Heimgang meiner heißgeliebten Gattin unserer lieben, guten Mutter. Schwiegermutter und Großmutter. Die trauernden Hinterbliebenen: L d. N : Friedrich Fehl, Gastwirt Wißmar, den L August 192K Am 5. August, morgens 4 Uhr, verschied nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christiane Steinmüller geb. Becker im Alter von nahezu 60 Jahren. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Familie Karl Steinmüller II., Gastwirt nebst allen Angehörigen. Heuchelheim, Wieseck, den 6. August 1928. (miniiiiiuiiiiiiniiniiiiiiiiö Wer erteilt einem Mandolinen- flub louCronrtei Unterricht? Lehr. Ang tt 'WM? (ui den Gleit. An» IHlHHIIIimimUHIilllWHBi Tapeten Reste H. Hochstätter Brandplatz Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Klös. Danksagung. Für alle. Beweise der liebevollen Teilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung unseres lieben Entschlafenen Sanitätsrat Dr. Hermann Alker Drucksachen aller Art Mf Brflbl’fdrt UniDtrKtüfs Vrmftt.v H tange. Hießen. Schul,7 i Astoria-Lichtspiele Ah heute bis einschl. Mittwoch: Die Geheiniägentin von Network. 2. Teil Spannender Sensation«- und Abenteurerfilm in 10 Akten. — Sowie: Lloyd Mil auf der Walze Lustspiel in 2 Akten. ist rnihfllt durch Didcttn, TniftHn und Soonnnfpron« Dirft f>autiatrrwigkrrtcii br[rit!gt f dwtl Obrneryrr's 4brrte»e>«it« und man «tjirll durch di,seid, ,int jartt. rosig, Hou!, roo» ,adluich« änti. d. prioot* Lulachicn brrorilrn 6t TD.—.65. 50°/5 MiftäiKl Tfi. 1— Jur Ttaft>t»t). ist jßtr6o^Irtm, brlon». jo mpffN 3® bclicn m di. Tlpotb- vrog a Darf. Huhneraumn Hornhaut,5chwielen und Warzen beseitigt schnell, sicher und schmerzlos Kukirol VidrvMnioncnfsch bewehrt. PadowjCPt» Bügelkursus Beginn 14. Slufluft 1928, werden noch Schülerinnen ausgenommen Meld. a. Alice-5chule Steinstr.10 Betreff: Konkurs über das Vermögen der Automobil-BerkaufsgefeNschast m. b. H. in Gießen. Beschluß. Der auf den 7. August 1928 anberaumte Termin zur Abhaltung einer Gläubiger- versammiung fällt aus. 7153D Gießen, den 2. August 1928. Hessisches Amtsgericht. Luche eine gutgeh. 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Der Plan zur Abänderung der Fluchtlinien Ecke Goethe- und Lessingstraße und Ecke Goethe- und Gnauthstraßc ist durch Verfügung des Herrn Ministers des Innern vom 3. Juli 1928 zu Nr. M. d. I. 24924 genehmigt worden. Der Plan liegt zu jedermanns Einsicht bei dem städtischen Hochbauamt, Asterweg 9, offen. Gießen, den 27. Juli 1928. Der Oberbürgermeister I. B.: Dr. Seid. 71558 Dienstag, den 7. August 1928, nachm. 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Korbgarnitur, bestehend in Disch und 2 Sessel, 1 Käfersammlung, 2 Büfetts, 1 Plüschdiwan, 1 ovaler Tisch, 1 Kassen- schrank, 2 Schreibtische, 1 Klavier, 1 Oel- gemälde, 2 Chaiselongues, 1 Trumeau, 5 Kroupon Sohlleder, 20 Paar Leder- garnäschen, 1 Sprechmaschine, 1 großen Eisschrank, 1 Bertikow, 1 Diwan, 30 Hemden, 50 Paar Sportstrümpfe, 100 Selbstbinder, 28 Paar Zugstiefel, 2 Warcnschränke, 3 Herrenfahrräder, 2t Paar Schneeschuhe, 12 Paar Huß- vallstiefel, 4 Paar Skistiefel, 4 Paar Lonrcnstiefel, 30 Paar Lederhandschuhe, 20 Paar Tennisschuhe, 200 Paar Bade- Hosen, 100 Paar Turnschuhe, 15 Paar rierrenschnhe. -'itintmt: 1 Album mit 12 Schallplatten, 1 aroßeS Bild in Goldrahmen. 7151L) «ölt OlerichtSvollzieher fr. '21. in Gießen, NrM Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für G'oerhefsen) Mantag, 6. August 1928 Das SicherhMwblem bei der Reichsbahn. Die Meinung der Lokomotivführer. Iflu6 Ärei|tn der Lokomoliofuhicr geht UN» der folgende deochtenswerte Artikel zu. ver Vorschlag für die Prüfung der Eijenbayi' Unfall» einen Uni. ttuchuog-^uftchuß emzufetzen. ifl auch dem Lokomotivführer sympathisch Der Führer und die Heizer find diejenigen, über die bei allen Anlässen dieser Ärt am meisten gesprochen, die ober- am wenigsten gehört werden. Doch soll tunadvi noch desprochen werden, ob bie wahrscheinlichen Ur sachen der Unfälle nicht tiefer liegen und m folgendem gesucht werden müssen: Die Deutsche Reichobahn hat - und ,st für bie Beurteilung der gegenwärtigen Unfall pertobe wichtig — das Bestreben, vor allen Dingen fu r eine schnelle und rationelle Beförderung der Personen und Güter au iorgeii Au» diesem Grunde setzten schon im Anfang be» Sabre» 192h Bemühungen em, die Ses ch windig - keil der Schnell- und Perionenzugc sowie auch der Güterzug» zu erhöhen. Daran ist in erster Linie bie DerkehroabteUung der Reichobahn interessiert. sie geht hierbei von dem Gedanken aus, nicht nur den Beburfnlffen des reifenden Publikums zu bk nen, sondern auch in eine gewisse Uankuirenz mit ouslanbischen SisenbahngeseUsktinsten ein.,utreten (fin solche» Vorgehen ifl verständlich unb entspricht der größer geworbenen Bewegungsfreiheit unb Un- al hangigkeit deo Unternehmens Dabe, werben jeboch ,-iustönde übersehen, die sich trotz bes besten Willen, mch« beseitiaen lassen unb die al» gegeben mit in Rechnung gestellt werden müssen Vie 7teich»bahngesellschasl weif, sehr gut, das, sich z B. der Oberbau in einer schlechten ver sassuna befinbel unb die Lrneuerungoarbelten im Ruerücksichtigen, daß jeher Lokomotivführer sich für einen Iahrverlust verantworten muß, unb wenn her Iahroerlust an ber Grenze zweier Direktionen eintritt, so muß er sich hoppelt verantworten. Jeher Iahrverluft zeitig! eine schriftliche Vernehmung, bie als außerbienstlich angesehen unb von bem Personal in ber bienftfreien Zeit erledigt werden muß. Der Dorschlaa^ einen Untersuchungsausschuß für die Reichsbahn zu bilden, lieat im In* trreffe des Betriebes. (Es wäre zweckmäßig, wenn die Reichsbahn, bevor sie höhere Geschwindigkeiten einführt, auch ihre Lokomotivführer mit heranzöge, bann würbe sie ein auf die Praris gestütztes Urteil bekommen Im Hinblick auf bie angebeuteten bebenklichen Umftänbe bürste das Urteil der Lokomotivführer nicht auf weiter gesteigerte Fahrgeschwindigkeiten hinauslaufen; die Lokomotivführer sind vielmehr der Meinung, baß bie in diesem Tempo oorgefdebenen erhöhten Geschwindigkeiten große Gefahren in fictz bergen, und daß für deren Anwendung erst die Wiederherstellung de» Oberbaues eine unbedingte Voraussetzung ist. Bis dahin hätte man sich mit den vorhandenen Fahrzeiten begnügen müssen. Die deutsche Reichsbahngejell- schaft hat keine Beranlafiung, mit Betriebsleistungen zu renommieren, die sie nicht ohne Bedenken durchführen kann. Eine» hat allerbings bie Erhöhung ber Geschwin* bigkeiten mit Sicherheit gebracht, unb zwar eine weitere Ersparnis an Personal. Das Lo- komotivpersonal, welches z D. bisher in zehn Stunden 300 Kilometer durchfuhr, muß nun in ber gleichen Zeit 400 Kilometer fahren, bementsprechenb ist auch seine Beanspruchung intensiver unb so stark geworden, daß da» gesamte Personal der Meinung ist, die aufgetragene dienstliche Betastung nicht mehr tragen zu können. Man stelle sich den Lokomotiv- suhrer und Heizer vor, bie bet dieser Hitzeperiode bei einer Temperatur von 60 bis 63 Grad 4 bi» 4* Stunden unausgesetzt unb ohne bas Auge nur einen Augenblick von der Strecke oöwenden zu f nnen bei btesen aufregenden Geschwinbigkeiten fahren müssen. Die physische Inanspruchnahme be» Lokomotivpersonal» ist gerade in dieser Zeit so eminent hoch, daß eine absolute Sicherheit der Beobachtung und bie Zuverlässigkeit ber richtigen Handlungsweise geschwächt werden muß. Mit jeder Steigerung der Lokomottoleistvng steigert sich auch die Inanspruchnahme be» Personal», unb ber bisher schon kaum erträgliche Druck auf bie bienftliche Belastung nimmt durch bie oben geschilderten Umstände noch weiter zu. Hier bleibt bie Ausgabe ber Verwaltung, ihren Personalen nur bas Menschenmögliche zuzumuten, in Verzug. Alle Bemühungen be» Lokornotiopersonals, 'ihre dienstliche Tätigkeit den veränderten Betrtebsoerhältnissen anzupafsen, scheiterten an dem Widerstand ber Verwaltung, Daß ein solche» nicht dazu beitragen kann, bas Gefühl der Sicherheit zu erhöhen, ist sehr erklärlich. Wir glauben unbedingt im Interesie der Betriebssicherheit und zur Vermeidung von Unfällen zu handeln, wenn wir dafür eintreten, daß man ber sachlichen Tüchtigkeit unb ber persönlichen Einstellung tes Lokomotivführer» einen weiteten Spielraum laßt; bie überaus gunjtigen Unfallstatistiken ber ehe- mal» preußisch-bessiich« n Eisenbahnen haben bas bewiesen Die L- t|enbabn(irede ist in ihrer Lage unb ihrem Zustand durch Witlerungseinslüsfe und ber- gleiche» Io vielen Veränderung«n unterworfen, baß 'S auf bie persönliche Umsicht unb dauernde, durch kein Urbermafo dienstlicher Lerstun- ierH imfeit bes Lokomotiv- luhrer» im wesentlichen ankommt. CE» gibt — unb bas wirb |eber Lokomotivführer zum Ausdruck bringen — kleinere Streckenabschnitte, die au» bem persönlichen Gesuhl heraus nicht mit der tuschst zu- lässigen Fahrgeschwindigkeit besahren werden, weil man die Schwachen solcher Stellen unb bie Möglichkeit einer Gesahr aus ber jahrelangen Praxis kenncn- lernlc Hierin liegt ein wesentlicher, von ber Reichsbohngesellschast kaum beachteter Faktor. daß ein gut ausgebildete- und seiner Verantwortung bewußtes Personal sehr, sehr viel zur Vermeiduna von Ungluckssallen beitragen kann Daran wird auch alle Mechanisierung bes Betriebe» nicht» anbern. Das Leben unb bie Gesunbhett be» reisenden Pu- blifum» ist ein so kostbar»» Gut, daß man alle» an | seine Erhaltung setzen muß IX. Olympische Spiele in Amsterdam. Siebter und achter Tag. — Die Leichtathletil-Kampfe beendet Deutschland insgesamt an dritter Stelle. — Kein deutscher Staffelsieg. Die Olympischen OB c 11 f ä m p f c in Amsterdam wurden am Samstaa bei strömendem Regen zum Au«trag gebracht Trotz de» Unwetter- und des mageren leichtathletischen Programms hatten sich im Stadion doch 10000 Zuschauer etngefunben In der Leichtathletik nahm da- Hauptinteresse der Zehn kämpf in Anspruch. Sieger wurde in dieser Konkurrenz der Finne Drjöla mit 8053.29 Punkten vor 3 i r t? ä n n c n • Zinnland (7031.15) und Dougherty- Amerika 17706.65*. 3m modernen Fünfkampf siegte der Schwede T h o f e 1 t überlegen vor 2 i n b m a n- Schweden und Leutnant Kahl- Deutschland. Oberleutnant Has und Oberleutnant Holter- Deutschland belegten den fünften bzw. achten Platz. Q3ei den Torldufen zur 4zl00-Tlctcr- Herren staffel konnte im zweiten Bor lauf Deutschland in der Besetzuiig Lammers, Tort-, Houben unb Körnig h nter Frankreich nur den zweiten Platz erringen. Bei den 4x100-Mefcr-Damcn staffel- laufen ging De u t f ch l a n d tm zweiten Lauf mit der Mannschaft Stein berg-Holb- mann-Iunker-Schmibt inS 'Rennen. Auf der Außenbahn laufend, konnten die deutschen Vertreterinnen die Kurvenvorgabe gegen Amerika nicht halten und muhten sich mit b^m zwei ten Platz begnügen. Auch hier handelt eS fiq> nvch um DorlSufe. Die Dorläufe zur 4x4OO-Meter-Staf fei wurden bei einem Wolkenbruch gelaufen. Die deutsche Mannschaft lief in der Reihenfolge Heu- mann-KreoS-Engelharbt-Storz und formte überlegen den zweiten Dorlauf tn 3.20.8 vor Schweden und Italien gewinnen. Der Sieg im 3000 Meter-Hindernis- laufen war dem Finnen L u k v l a nicht zu nehmen, der vor seinen Landsleuten Rurmi und Anderson in der neuen olympischen Rekordzeit von 9.21 den Entscheidungslaus gewann. — 3m Rudern fielen noch keine Entscheidungen. Erwähnenswert ist, daß der Mannheimer Ruderklub Amicitia den zweiten Zwischenlauf im Achter gewinnen konnte. Am Samstag begannen auch die Schwi mm- wett k ä m p f e. Der Amerikanerin Martha R o - reliuS gelang eS. im ersten Dorlauf zum 400 Meter-Deliebigfchwimmen einen neuen Weltrekord mit 5 45.4 oufzustellen. Der Sonntag war der I e h t e T a g drr leichtathletischen Wettkämpfe dieser olympischen Spiele Sie begannen mit dem End - lauf der 4 100 Meter-Damen staffel, zu ber am Start waren Kanada, USA, Italien, Frankreich. Holland. Deutschland (hon innen nach außen). Sri. Kellner kam gut ab, nach dem Wechsel lag Frl Schmidt knapp hinter der kanadischen Läuferin. Frl. Holb- maun olS dritte Läuferin konnte den Dorfprung vor USA nicht mehr ganz halten. Dann klappte aber ihr Wechsel mit Frl. Junker, die zu tnib ablicf. daher wieder floppen muhte unb foftbaren Boden verlor, nicht, USA war vorbei, unb obwohl Frl. Junker alle# au- sich heraus- gab. enbctc die deutsche Mannschaft mit Meier hinter USA an dritter Stelle; vorn hatten die Kanadierinnen ihr Rennen ziemlich unangefochten in der neuen Weltrefordzeit 48,4 nach Hause gelaufen. 4 100 Meter-Dam en-End la uf : 1. Kanada (Rosenfeld, Dell, Smith, Eook), 48,4 Weltrekord, 2. USA 4 Meter. 3. Deutschland. 2 Meter; 4. Frankreich; 5. Holland; 6. Italien. Kaum war die olympische Zeremonie für dieses Rennen beendet, al# bk Herrenstafsei 4X100 Meter gestartet wurde. Aufstellung von innen nach außen USA.. England. Kanada. Deutschland. Schweiz. Frankreich. Erst der dritte Start gelang Deutschland# erster Läufer Lämmer# lief hervorragend, sein Wechsel mit (Sott# klappte gut. auch dessen Stabübergabe an Houben. aber die Amerikaner waren insgesamt doch etwas schneller, so dah trotz Houben S prächtigem Kurvenlauf ber letzte Mann der Amerikaner mit Dvrfprung vor Körnig den Stab erhielt. Körnig machte gegen R u s - s e I zwar noch Boden gut. aber um 20 Zentimeter lief er hinter dem Amerikaner durchs Ziel. Die Hoffnung, dah Deutschland« Sprinterstaffel für die Enttäuschungen, die die Ergebnisse der Sprintstrecken immerhin bebrütet hatten, durch einen Sieg entschädigen würde, erfüllte sich md)t Die Kanadier wechselten schlecht und gaben daher aus. Die amerikanische Slafsel lies dieselbe 3eit, in der fic schon 1924 in Paris gesiegt halte. 41 Sek 4 x100-Mcter-Herren-Snd- I a u f; 1. USA. (Wykoss. Quinn. Bvrah. Rüssel) 41. 2 Deutschland 20 Zentimeter, 3. England 2 Meter, 4. Frankreich, 5. Schweiz. Kanada auf gegeben. Einen zweiten Staffelfieg holten sich dann die Amerikaner — über 4x400 Meter in neuer Wettrekordzeit Nachdem die Mara- Das Glashaus ist tot... Dov Gustav W. Eberlein, Das Gla«baus ist tot, e- lebe da- Atelier! Die modernste Darstellungskunft kehrt wieder in bte Werkstatt de- Gummiballphotographen zurück, in das Dunketatelier. Sagt sich loS vom natürlichen Licht, los von ber .echten" Landschaft, arbeitet wieder mit künstlichen Beleuchtung-effetten und Requisiten. Die Romane, die unüberbietbar zeitgemäß zu sein glauben, als sie kühn unb verstohlen in das Glashaus schauten, um aus- zuplaudern, wie es .hinter den Kulissen" zu gehe, diese mobemen Freibeuter im Iupiterlicht der Filmindustrie sind s chvn wieder veraltet... 3n Italien starb die Kinematographie im Glas- farg. Wer heute in Rom vor tnc Tore gebt, stoßt da unb dorr noch zwischen fallenden Pinien unb massenhaft aufschieyenden Zinshäusern auf verödete Glashäuser, durch die noch^vor wenigen Jahren das Leben sprudelte und ); 9. Michelson (11621.): 10. 23 riefet (USA.). Loukola vor Jlurmi im 3000-Meter-HmderniSlaufen. Die einzige leichtathletische Entscheidung des Samstags brachte der 3000-m -HindetniS- lauf, in dem drei Finnen die dret ersten Plätze belegten. Die am Dortage hinter Ritola. fo wurde 21 u r m i auch m bielem Lauf Zwetter. diesmal hinter seinem Landsmann Loukola. Sofort nach dem Start nahmen Nurm: unb Ritola die Spitze, diesmal kam Nurmr auch gut über den Wassergraben, schlecht dagegen Rttola. der allmählich zurück- fiei unb nach etwa 2200 m aufgab. Mit Nurmi lagen seine Landsleute Andersson und Loukola -n Führung, später spurtete sich der Franzose Duquesne heran. Zum Schluß g ng Loukola davon. Nurmr blieb zurück und war nur darauf bedacht, daß feiner an ihm vorbeiging. (5« hatte auch in diesem Lauf wieder den 2bi- schern. als ob er seinem Landsmann den Sieg freiwillig überlasse: fo wurden die langen Strecken brüderlich unter den Finnen geteilt. Der Sieger lief cnc glänzende neue olympische Rekordzeit. 3000-m-Hindemislaufen l.Lou- f o I a - Finnland 9:21.8 (olympischer Reford): 2. Nurmi- Finnland: 3 A n d e r s s o n - Finn» land: 4 E ck l ö f - Schweden; 5. Dartigues- Frankreich; 6. Duquesne - Frankreich. — Drei finnische Flaggen wurden an den Siegesmasten emporgezogen. Weltrekord im Hochsprung der Frauen. 19 Teilnehmerinnen batten sich mit der Leistung von 1.40 Meter für Den Endkampf im Hoch- sprung der Frauen qualifiziert. Das Ergebnis war der Sieg der Kanadierin Eather - wood mit der Wcltrefordleistung 1,59 Meter vor der Holländerin Gysolf. M.t 1,43 Meter belegte Frl. N o 11 e (Deutschland) den 6. Platz. Hochsprung der Frauen: 1. Cather - wood «Kanada) 1,59 Meter (Weltrekord), 2. Gysolf (Holland) 1,56 Meter, 3. Wrley (USA.) 1,56 Meter (durch Stechen entschieden), 4. 6 h i l e y (USA.) 1,51 Meter, 5 Eckark (Süd- afrila) 1,48 Meter. 6. Notte (Deutschland) 1.48 Meter (Stechen). Leucht deutscher Olympiasieger im Ringen. Bei der am Sonntag ausgetragenen Entscheidung im Ringen — griechisch-römischen Stils — gelang es dem Nürnberger Leucht, durch einen Sieg im Bantamgewicht über den Tschechen Mauder, die Goldene Medaille für Deutschland zu gewinnen. 3m Mittelgewicht wurde Olympia-Sieger der Finne Kof- f i e n e n. Zweite Mder-Olympia Ausscheidungen. Am Samstagnachmittag wurden die zweiten Ausscheid ungen der olympischen Ruderregatta ausgefahren, in ihnen trafen die Sieger der ersten Borrennen und der Hoffnungsläufe zusammen. 3m Vierer m. St. traf die deutsche Mannschaft des Sturmvogel (Berlin) auf die italienische. Mit hohem Mehrschlag gingen die Italiener in Führung, und die Deutschen fonnten nicht mehr aufholen: sie unterlagen mit vier Längen. Italien 7:41,6; Deutschland 8.4,4. Die anderen Vorläufe wurden von Belgien, Schweiz und Polen gewonnen. Im Einer jiegten in den einzelnen Dorläufen Gunther (Holland), der Australier P e a r c e , der Tscheche Strafe, der Amerikaner Myers, der Franzose Saurin, der Schweizer Landeveau ging allein über die Bahn. In den Achter-Ausscheidungen errang die deutsche Mannschaft Amicitia (Mannheim) einen überlegenen Sieg über den argentinischen Achter. Deutschland fuhr 6:31,6: Argentinien 6:53,4. Die übrigen Läufe wurden gewonnen von USA., England, Italien, Kanada. Deutscher Hoffnungslauf-Sieg im Vierer o. St. _ Die Ruderausscheidungen wurden am Samstagvormittag fortgesetzt. Zunächst trafen die Unterlegenen der Doppelzweier-Vorrennen zusammen, diese Hoffnungsläufe wurden von Holland und England gewannen, Schweiz fuhr allein über die Bahn. Es folgten weitere Hoffnungsläufe im Zweier o Steuermann, die von Schweiz und Holland gewonnen wurden, einer im Zweier mit Steuermann, der mit dem Siege der französischen Mannschaft vor Amerika endete: an den Vierer ohne Steuermann-Hoffnungsläufen nahm auch die deutsche Mannschaft vom Dresdner R. D. teil, die am Vortage ihren Lauf gegen die Vereinigten Staaten verloren hatte, und diesmal Holland fchlug. Frankreich fuhr allein über die Bahn. Möwe im Siurm. Roman von Sophie Kloertz. 83. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Haben Sie Geduld", sagte die Hoheit zu Herrn AoUmann. „Sic denkt setzt an nichts als an die Schwester. Warum soll ich nor Ibnen schauspielern. Sie wissen ja, wie trostlos da die Verhältnisse liegen. Die beiden sind wied-'r einmal am Ende ihrer Res- sourcen, wie man so schön sagt. Elena ist anscheinend leidend; meine Nichte will durchaus hinunter nach Athen — da leben sie im Augenblick — und sie selber abholen. Man lut gut, ihr nichts in den Weg Zu legen Im Gegenteil, wer ihr da Hilfe leistet, sichert sich ihre Dankbarkeit, und Maria wird Der- vflichtungen empfinden. — Wissen Sie, sic ist wirklich Aristokratin vom Scheitel bis zur Sohle, wenn sie sich jetzt auch nur ganz schlicht Fräulein von Erd- mannsdors nennen läßt. Verpflichtungen entzieht sie sich niemals." „So habe ich sie mir von der ersten Stunde an gc- Sadit. Wenn ich irgendwie behilflich sein kann wegen vcs Passes — ober in anderer Weise —" Ein kurzes lleberlepen „Mein Sekretär würde in der nächsten Feit doch nach Mazedonien fahren müßen, er könnte dem gnädigen Fräulein als Neisemarschall dienen, ätne junge Dame allein auf dieser langen Strecke, auch wenn sie mit dem Onenterprcß fährt —" »Das wäre ja reizend, lieber Roömann. Maria wird begeistert sein --- Maria war nicht begeistert. „Warum da»? Hat der Mann wirklich da zu tun? sind warum sagtest du dem Herrn Generaldirektor überhaupt von meiner Fahrt unb non (Elena0 Mutz ?r In alle» btneinfeben?* „Maria, bu sprichst mit mir in einer Weise — Schließlich gibt doch Herr Schulze da» Gelb zu btefer äxvedition* Da drückte Maria die Lippen zulammen und schwieg Drei Wochen hatte Elena geschrieben Es waren erst zwei vergangen do kam S.rgei eine» Vormittag» und sagte, er hatte et An jn feine geliebte grau -Qkmabftn, unb er ho le, d sie ihm, her sooft alle» für sie ne* in, auch ihrerst > ihre Hilfe nicht verweigern werde „Lieber Gott, ich helfen? Wenn ich das könnte, säßen wir hier längst nicht mehr in diesem Stall. Mir ist übel, wenn ich aufstehe und wenn ich zu Bett gehe. Diese öligen Speisen reizen mich zum Brechen. Und der Schmutz! — Ein solch widerwärtiges Leben ist kein Leben mehr." „Du kannst es ändern, mein Kind." „Ich? Du redest wie die alte Rumänin, die mich an einen ihrer Schweinehändler verkuppeln wollte. ,5ie können es jeden Tag besser haben, meine Liebe, wenn Sie nur dem Glück ein wenig entgegengchen wollen'." Sie lachte Hari unb trocken. Der Fürst konstatierte, daß auch das sonnige Lachen seiner Frau stark gelitten hatte. „Du mußt ein wenig mehr deine Sprache korrigieren, meine Liebe. So paßt sie bald nicht mehr auf königliches Parkett." Elena sah ißn böse an. Sergei Wladimirowitsch nahm sie in den Arm — da wurde sie mißtrauisch. „Also sage, was ich soll." „Rein, so nicht. Wie kann ich dich um einen Liebesdienst bitten, wenn unsere Gefühle nicht zusammen- stimmen!" „Ich bin müde, Sergei. Laß bitte die langen Vorreden " „Also höre — Es ist für dich die höchste Zeit, daß du m«s dieser elenden Bude herauskommst Deine Gesundheit leihet hier Wir müssen Geld in die Hände befnmmcn, und zwar losort." „Ich kann es doch nicht schaffen " „Du nicht, aber Aristides Abosfides." „Wer ist bas?" „Ein htefiger Bankier. Seiner von den großen, aber immerhin einer, der für uns genügt Ein würdiger Herr, außerdem ein großer Verehrer von Frauenschönheit." „Soll ich ihm Sekt kredenzen, und du spielst mit ihm Ecartö ' Ich mache bas nicht wieder mit " „Gar nicht? sollst du, was dir gegen dein Ehrgefühl geht Nur ein wenig nett gegen den alten Herrn Irin unb ihm so nebenher erzählen, daß der große lloll- mann demnächst die (Ehre haben wird, dich Schwa- gehn nennen zu dürfen." „Dop, ha9^ „Elena, sei nicht so schwer von Begnfs. Er wird Sicherheüi'n Der langer, unb was sollen wir ihm biete ' Fürst en wort wird von den Geldmenschen wenig geachtet, wenn greifbare Werte fehlen." „Unb wenn ULiria Roflmann nicht heiratet, ist wieder einer durch nn» um sein Gew gekommen." Olympisches Segeln. Die weiteren Ausscheidungen^ der olympiichen Segelkonkurrenzen ergaben am Freitag folgende Ergebnisse: 8 Meter-Klasie: 1. Frankreich (L Alle VI) 23:32,6 : 2. Italien (Samba) 23:40,2; 3. Holland (Hollandia) 23:43,2. 6-Meter-.stlasie: 1. Norwegen (Storno) 15:31,7; 2. Belgien (Uhu) 15:43,2: 3. Dänemark (Hihi) 15:52,6. Deutschlands Vertreter fiel völlig aus, das Boot scheint viel zu rank zu sein. 12 Fuß-Iollen-Klasse: l.Äbt.: 1. Holland: 2 Finnland. 2. Abt.: 1. Schweden, 2. Deutschland. (Zeiten noch unbekannt.) Deutschland im Degenmannschastel- turnier ausgeschieden. Nach erfolgreich bestandener Dor- und Zwischenrunde — gegen Rumänien 8:7, gegen Spanien 8:8 — verlor die deutsche Degcnmann- schäft gegen Aegypten 6:9 unb schieb damit aus dem Turnier aus. Das gleiche Los ereilte Aegypten, Schweiz. Rumänien, USA. In die zweite Zwischenrunde kommen Frankreich, Holland, Italien, Spanien, Portugal, Norwegen, Belgien und Tschechoslowakei. Fußballresuliaie vom Samstag. F.C. 1893 Hanau—F.C. 1893 Altona 5 3 — 23.1.2. Neu-Isenburg—Sv.23gg. 1860 1394 Hanau 2:0. — Z.Dp.23. 1905 Mainz— 23.fR. Leivzig 2:5. — Mctoria Eckenheim -Germania 1894 Frankfurt 0:1. — Union Frankfurt—Germania Schwanheim 1:1. — Germania Wiesbaden—komb A»Ä[affc Wiesbaden 3:3. — 2! S. N. Nürnberg gegen Meerane 1:1. — F. C. 1904 Schalke gegen 1. F. C. Nürnberg 0: 1. Fußballresultate vom Sonntag. Eintracht Frankfurt — F E. Altona 1393 6:3. ^-Klasse Gau Frankfurt — Gau Südpfalz 3: 4. Rotweiß Frankfurt — 21. 6. Straßburg 3:1. Sp.-Gem. Höchst — F. Sp. 23. Frankfurt 1: 3. 23. f. L. Neu-Isenburg — Sp. 23. 1898 Darmstadt 4:1. Wormatia Worms — 23. f. D. Leipzig 1: 3. 23. f. L. Frankfurt »Süd — Sportfreunde Frankfurt 0: 0. 21. 6.23. Nürnberg — 23otuff;a Hcckle 2:4 Sp.-Dgg. Köln-Sulz — l.F. E. Nürnberg 1:4. Schwaben Augsburg — 23. f. L. Zwickau 4:0. D. S. 23. München — Neuhausen-Nymphenburg 4: 0. Kickers Offenbach — Mauweist Bürgel 3:3. Kickers Stuttgart — Turu Düsseldorf 5: 4. Wacker München — Kickers Schöneberg 3:0. Wartha Posen — Norden-Nordwest 2?er! in 4:2. F. Sp. 23. Frankfurt — Sp. 23. Fürth 3: 8 (1: 4)- Oie Mönsegelflüge. W2N. Fliegerlager Wasserkuppe, 4. Aug. Nach einem Nebel tag herrschte gestern herrliches Flugwetter Dom frühen Morgen an starteten wohl an die 50 Maschinen. Der Oesterreicher K r o n f e 1 d . der schon am ersten Tage des Wettbewerbs durch einen Segelflug von nahezu eindreiviertel Stunden sich ausgezeichnet hatte, erfüllte eine schwierige Ausgabe der Sportleitung. Gr flog nach Osten zum Ehrenberg und zurück, etwa vier Kilometer Luftlinie, und sicherte sich damit die ausgesetzten Tagespreise. Die Franzosen und der Schweizer Goldenhoff sind bis jetzt noch nicht erschienen. Heute nachmittag stattete der hessische Staatspräsident Adelung der Wassersuppe einen längeren Besuch ab und besichtigte die Einrichtungen deS Forschungsinstituts. Strafkammer Gießen. G i e ß e n . 13. 21ugust. 21m 9. 10. 1927 fuhr der Kraftwagenführer Ludwig W. von Wi e s e ck , mit seinem Auto von der Marburger Straße in die Nordanlage einbiegend, einen in einem Fahrstuhl befindlichen Invaliden derart an. daß dieser schwer verletzt wurde. DaS 2lmtsgericht Gießen hatte W. wegen fahrlässiger Körververlehung zu 4 0 21t L Geldstrafe verurteilt. Die Strafkammer verwarf seine Berufung. 2luch fie stellte fest, daß W. die Körperverletzung dadurch verschuldet habe, daß er auf der durch besonders regen Verkehr unübersichtlichen Straße weitergcfahven sei. anstatt zu halten, bis er den 2Dcg überschauen konnte. „Torheit, kleine Närrin. Der will ihn um sein Geld bringen? Obgleich er vielleicht ruhigere Nachte hätte, wenn er sich um die Schätze dieser Erbe sorgen müßte. Ich werde ihn zahlen, gewiß, von London aus Und du — wenn du erst in Berlin bist Es muß dir doch leicht werden, den Herrn Schulze zu überzeugen, daß man eine kaiserliche Hoheit in Gold fasten muß." „Ich mag nicht —" Und mit jähem Ausbäumen in Trotz und Zorn: „Ich maf diese Dinge nicht mehr, und ich will diese Dinge nicht mehr Sied zu, wo du die Mittel zu deinem wilden Leben hernimmft." Sie stieß einen leisen Klageschrei au». Der Fürst hatte ihre Hand mit solch »ifernem Griff umklammert, daß fie glaubte, er würde ihr das Gelenk zerbrechen. „Bist du meine Frau oder nicht? Das haft du mir wieder in Wien gesagt, wehr als einmal in heißen Stunden? War es nicht so, baß du hungern wolltest für mich und betteln unb stehlen, wenn wir nur zusammenbleiben könnten» Sinb wir nicht so selig gemeßen wie in der ersten Zeit unserer Liebe' Ja, ba war es leicht, ba konnte ich bir jeden Wunsch erfüllen, unb wenn es bas Tollste war. Aber so seid ihr Weiber. Sobalb die Not in bas Fenster sieht, ist eure ganze Liebe keinen Pfennig wert." „So sollst du nicht mit mir reden. Mich vergleichen mit den Weibern — mich —" Das heiße tränenlose Schluchzen erstickte Ihre Stimme. Nun war sie wehrlos vor Erregung. Da spürte sie die Hinb des Fürsten, die sich schmeichelnd um ihre Hüfte legt.- ,^tch will dich nicht kränken, Sinb Aber warum rrijt bu micy immer. — Komm, ber Herr Adostides wirb gleich hier sein. Nimm bich zusammen. Leg' ein wenig Not aus, unb zieh bie Löckchen tiefer in bie Stirn. Diese Söhne bes Sudenr find verhext von goldenen Haaren. Ich habe brr Wirtin gesagt, baß fie uns ein kleines Souper servieren laßt in ihrem sogenannten Speisesaal Wenigstens der Wein, den bie Bande rm Keller hat, ist trinkbar Das ist das einzige, worauf fie sich verstehen. Komm, küsse mich. Nicht lo lau. Das sind das für . itre a'te, w.ste Frau. Unb bu ! doch noch in Sch. nheit. D, Liebling, laß mich nicht io betteln. Sei meine fuße, heiße Rost, wie bu es warst in helleren Zeiten." Unb obgleich sie wußte, es war alles nicht echt, unb obgleich ihr das Heine leichsinmge Herz weh Zwei hiesige Einwohner waren hon 5*m ger.cht wegen Entwendung von etwa 1 Zentner Aepfeln tm August 1927 gu Haststrafen, von 10 Tagen unb 2 Wochen verurteilt worden. Zhre Berufung wurde verworfen. Das Ger.chr h.elt für einwandlret erwiesen, baß die beiden i wegen Feldfrevel- norbeftraften) Angeklagten bie Aepfel vom Daum entwendet hatten, und nicht der von ihnen vorgelchützte ..große bekannte". E n ^Handwerker von hier hatte im Winter 1926 27 e.ne Frau unter unwahren 23or Berufung war ohne Erfolg, bc d.e Beweisaufnahme) klar seine Schuld ergeben hatte. Oberheffea. Lauvkreis Gictzcn. X st l e i n • ß i n b e n , 6. Aug. Eitzen erheblichen Unfall erlitt am gestrigen SomaagckVvnd gegen 9 11 ßr ein von Gießen kommendes Auto aus der Frankfurter Sttaße, unter dem 23tabuti der Main-Weier-Dahn. Das Auto rannte derart heftig gegen einen der dort stehenden, aus alten S .fen bahn schienen l)ergestellten Abweiser, welche | zum Schutze der Drüdenfäulen angebracht lind, daß bv’tr glatt abrasiert und zur Seite geschleudert wurde. DaS 2üito wurde so fta t f be - schädigt, daß es nicht mehr gebrauchSsüdig war ■£•-? beiden Insassen wurden durch umber- fiiegenbe Glasscherben meßt ober wemgtr verletzt. :—: AuS de m 23useckerTal, 5. Xig. Die Oetreibeem te ist In vollen Gange. Der Schnitt des Roggens und der Sommergerste Ist soweit beendet. DaS trockene sehr heiße Tvetterj der letzten zwei Wochen hat daS Getreide über- / raschend schnell zur Reife gebracht, so daß in der kommenden Woche auch mit dem Schnitt des! HaferS sowie dtS Weizens gerechnet wer-, den kann. Soweit sich bi- jetzt überblicken läßt. | kann die Ernte als gut bezeichnet werden. Ganz besonders Tann dieS bei dem Roggen gefügt werden, dessen Ertrag eine seltene Quantität sowie auch Qualität aufzuweisen hat — Kar - t o f f e l n und Dicktvurz stehen ebenfalls sehr 1 gut; beiden kam der Regen der letzten Tage sehr' zu statten. Die Ob st auSsichten in unserem < Tale find bezüglich des Steinobstes gut Die < Zwetschenbäume zeigen reichen Dehang. Dagegen lassen die Kernobstaussichten sehr zu wünschen übrig Aepfel gibt eS fast keine Rirr rn mich nur in geringem Maße Die FutterauSsichten bürsten' sich nun auch wieder infolge des RegenS erheblich verbessern. • 2D inner ob, 5 Aug. Gestern morgen zwi- , scheu.' 8 unb 9 üßr wurde der Landwirt Heinrich ' Schmidt aus Rollendach bei Winnervd von einem bedauerlichen IlnglückSfall betroffen. Beim Futter holen scheuten auS unbekannter Ur- ( fache die Pferde unb gingen durch. Dabei wurde Schmidt von einem der Pferde geschlagen, zu Boden geworfen und von dem mtt K'ce beladenen Wagen überfahren. Der 2Sebavernswerte wurde mit schweren inneren Verletzungen durch das städtische SanitätSauto von Gießen in die dortige Ehirurgische Äfinif gebracht. ü- Hungen, 5. Aug. 23ctm Baden im städtischen Schwimmbad ertrank die an Ostern au« der Schule entlassene EMabeth Müller von hier. Da sie al« gute Schwimmerin bekannt! war, wird angenommen, baß sie trrm einem Herzschlag betroffen wurde. # '21 u 9 dem Horloffta 1, 5. Aug. Die Früh- fortoffelernte ist jetzt in vollem Gange. Trotz der wochenlangen Trockenheit ist man mit bem (Ertrag zufrieden. Auf tiefgründigen, gut bewirt,(hafteten Aeckern werden je Normalmorgen (250 Quadratmeter) 70 bis 80 Zentner geerntet. In der Hauptsache wurden Böhms Allerfrühste Gelbe unb Odenwälder Blaue angebaut. Weniger bewährt hat sich auch Heuer wieder die Sorte Holländer Erstlinge wegen ihres ungleichmäßigen Auflaufen» und bem verhältnismäßig starken Befall durch die Schwarz- beinigkeit. Bezahlt wird je Zentner Frühkartoffeln an Station gegenwärtig 5,50 Mk. Der Peis ist gegen bie Vorwoche um eine halbe Mark gestiegen, was wohl mit der anhaltenden Trockenheit tm Zusammenhang steht. Außerordentlich in bie Höhe gegangen ist der Preis für diesjährige» Heu. Wahrend im Vorjahre zu 2 Mk. pro Zentner kaum Käufer zu finden waren, werden jetzt für füße» tat wie nie — sie küßte ihn, bis sie selber brannte von Leidenschaft, fie preßte sich in seine Arme unb lachte unb fragte „Bist du glücklich? Ja, bist bu glücklich? Vin ich jetzt wieder jung unb schön? vlüf ich jetzt wicber auf? Du? Sag' es boch, sag' ee boch?" „Du bist bie schönste unb bie liebste Frau. Es kommt bir keine gleich." Währenb er es sagte, lauschte er schon hinaus, wo bie Stimme eines Fremden (aut wurde, der nach dem Baron Biron fragte „So reiß dich zusammen. Der Herr Bankier ist bereit# ba. Komm hinunter in den Saal. Wenn bu kommst, wirb es wirNich ein Festsaal sein. Eile dich —1 bo die Wasserverhältmsse an der hochgelegenen Brandstelle sehr nnrninftig waren und das 'Soffer erst t n Fässern herangeschasst wer- tn. eBcn. 3' G’Utn (AjLp . > Dio-ch t ollen Sange, Tt ®onunergerfte Ht Detters >a« ©etreibe über- lobaHnb« m Schnitt btfl r« gerechnet der- ■ überblickst IMt teerten «an, Doggen grfeg. diene Quantität n Hof - Koren ebenfalls sehr' letzten Tage sehr' ten m unserem« wbsteS gut. Die. Behang. Dagegen chr zu wünschen »irren auch nur Echten dürften' i erheblich «ft«m itotyn tov : Landwvri Sprich bei Wiminvd vor idifall beirvisn'. luä unMomler Ur- durch. Dabei wurde geschlagen, zu Somit Kee bflabrnn ikr SetüumfMtU ercn Jerlehun- itätScmto non Sichen vinik gebracht. leim Taben int aitf fyc an Cflm Mbeth Will et f>wimmerin Manr.t ih sie wm eneni i DoHtm Wange, troß ist man mit dem (Fr- ligen, gut bfwin'd,"- malmorgen (250 Lu-- ter geerntet an oer SaerfrüMf- » ««» Weniger bttsabri b-i ie fioQänber W V Rufern urb «" ■ hur* Die Schwarz- nhter grüV«*J Mk. Ser Peis tß albe Mari fltW- Irodenbeii tin äj’ «ick in dü übriges htv. »W pro Zentner aum nben W hiHHeib^rönM; ,ron ®"«ttk [feto. en l°nnl' Kd) so, ■*Ä <*; *'S toim« * S tellt P< «v fonn ^(angenrtnfl 0 i Den Tun , b ent U-ZS <2! löeL schloakr.^jfen. S:!^S ßfufutter 3,50 bis 4 Mk geboten — In den (Barten macht sich die anhaltende Dürre unangenehm bemerkbar. Da, wo täglich gegossen wird, zeigen Bohnen. Gurken und i£n bitte'n einen guten Stand. Schlecht entwickeln sich sämtliche 8chlorten An dem «raut treten die Raupen sehr stark auf und uchten an den an sich schon schwach entwickelten Pflanzen großen Schaben an. ff» empfiehlt sich, die -Raupen adzuleien unb die gelben ffierhouschen an den Unterseiten der Blatter, au» denen sich die zweite Generation bildet, Ai zerdrücken Den Weinspalieren an den Wohnhaulern ist da« Regenw.tler sehr zustatten ge lammen Bereit« beginnen sich die ersten Gescheine ter „Blauen Frühburgunder" zu färben. Durch ihr fjdte« Blühen haben die Maifroste keinerlei Schaden angerichtet. Daher hängen die Äeinftode so reich ooll Gescheinen, wie seil vielen Jahren nicht. — Die Ernte der Frühbirnen hat begonnen Db- i»ohl der Ertrag unter mitte, ist, sind die Preise yring Die Händler bieten für da« Pfund ab »aum A bl« 7 Ps Hauptsächlich ist e» die grüne Ttagbalenenbirnr, die bereit« herangcreift ist und sich durch einen gewürzig süßlichen Geschmack aus- ytdjnet Areit -riedberg. SZSD Ot odenberg. 5 Aug Der hielige ?a1rl»drter Künstler bet bereit» im ver- Rugenen 3ahr einmal durch einen 'Bullen zu »oben gekommen war. wurde am Freitag- U«rr eichen. Das Qtebäube brannte b i s auf Ute Grundmauern nieder. Die Bewohner Iw» oberen Stockwerk» konnten nur da» nadle ‘eben retten, während ihre gesamte Habe ein taub der Flammen wurde. Auch aus dem untren Stockwerk konnte nur wenig geborgen wer- :on. Durch den Brand sind 1 6 Familien, turänreg arme x. I arbeitslose Leute, die ihre .tarnte. unversicherte Habe verloren haben, ob« bachlos geworden. Mrcie Büdingen. Tlidda. 5 Aug Die hiesige Stadlver- «ltung veranstaltet mit dem cm 3 September hettfutoenben Herbstmarkt diese» Jahr eine Prämiierung von hessischem Fleck- f-i«h (Cimmentaler) und der BogelSberger ■f ckfe Der LandwirtschaftskammerauSschuß für Orerheslen unterstützt dieses ‘Borbaben, so daß ei getarnt 1000 Mark zu PrämiicrungSzwecken Beringung stehen. Jlltt dem Markt ist rociter» fxh eine ^»chtviehverst:igerung de» Landwirt- 'Hastskammerausschusses von hessischem Fleckvieh vb Obern verbunden Kreitz Schotten. t Ht!» dem oberenBogelsber g, 4.«ug. ?äf lange Reihe der heißen Tage haben im Bogels- berg eine Naiurfchönheit entfaltet die e» !nen ist. daß man auf sie aufmerksam macht. Weite sWechen von Aahlschlcgen aus den letzten Jahren ' echten den, Wanderer in einer Pracht entgegen, er glauben könnte, in die blühende Heide ■i ihrer schönsten Zeit bineinjumanbern. Seit etwa 1 irzehn Tagen stehen die Weidenröschen in ^ute. Wem her herrliche Anblick der blühenden ■'«'be versagt ist. der hat hier oben im Vogelsberg »f die beste Anschauung. Kilometerweit leuchtet die rofadita Farbe de« Meere« der Bluten. Da- »ischen bewegen sich die weißen Kopftücher bim- tserfuchender grauen und Mädchen. Geht man i tten durch solch einen Schlag hindurch, so kann -n die emsigen Bienen in Mailen beobachten. •'< die Gunst de« diesjährigen Sommerwetters ■ 'hrem eigenen Segen und dem des Imker« aus- inerten wisien. Klein-Eichen, 5. 2lug. Gestern feierten >* Eheleute Heinrich Karl Zimmer und 5lifa- "ch gsb. Enders au Klein-Eichen da» Fest der eibenen Hochzeit. Kreis Alsfeld. '* Auvpertenrod. 5. Auq. Pa» drei- ’J®* ^^chterchen eine» hiesigen Einwohners in der Küche schaffen, al» die Jitter diese einen AugenbNck verliest. Bald »..nahm sie Hilferufe und eilte in die Küche. Äinb in hellen Flam- r.n.. ®lc c ^^ss sofort einen Eimer voll 9; ‘On auf die brennenden Kleider fdjütten. Das bebauernswerto 3«rmvtu*'ihl!»*4m>eTen Brandwunden darnieder, l'ch am Herdfeuer Su schaffen to°?ei kxne Kleider Feuer fingen. " • Ohmtal. 5. Aua Das De - rr1 felrfomo YÄ Äeif® dieses Jahr h-.er ■ dn- Während man xK13 ■£?*>*** 2vggenernte begann. Ht n nur sehr langsam reifen, .tfle Landwirte muffen eben den Hafer vor Albrecht Thaer d.I. Zum 100. Geburtstag des landwirtschaftlichen Forschers und Lehrers an der Gießener Hochschule. Don Minisierialrat L "K *Dx. Walther, Darmsiadt. Knapp drei Monate vor dem Ableben de» im 3n- und Auslande berühmten Staatsrats Thaer erblickte am 6. August 1828 ein Enlel «ältester Sohn des m Lüdersdors wirkenden Albrecht Philipp Thaer) das Licht der Welt. Al- Erstgeborener erhielt er den Aufnamen Albrecht «Konrad Wilhelm). Bold nach feiner Geburt starb ferne Mutter, und der Dater heiratete seine Schwägerin die den Knaben liebevoll erzog und später von ihm al» eine Königin im Kreise der Familie bezeichnet wurde Aach dem Tobe de» Großvaters Thaer zog dessen Sohn nach Möglm, um die berühmt gewordene landvirtschastliche Lehranstalt bafeibst weiterzu- führen. Aus dem betonter» durch eine Mustergut ig betriebene Schafzucht der Merinorasse und knivch ernt vorzügliche Bewirtschaftung bekannt gewordenem Gute wuchs der Knabe als echte» Äaturtind auf, das auf alle Dinge achtete. -. B. auf die Arbeiten beim Wiederousbau he» abgebrannten Wohnhaufe» So konnte sich fein Sinn fürs Praktische frühzeitig cnitotcfeln. 3n den Jahren 1841 brs 1846 besuchte er (mit unserem Bismarck) in Berlin das Gymnasium zum (Irauen Kloster, wo er 1846 die Aeiseprüfung betont». Aus dieser Zeit stammt seine Borliebe sür da» Griechische, da« er biS in» hohe Alter betrieb. Sr war Miiglied ter „Graeca“ in Berlin. Sein Baler nahm ihn 1845 mit zum Besuche der grohcn landwirtschaftlichen Ausstellung in Breslau. Sein erstes Semester verlebte er in Heidelberg, wo er staat-wissenschaftliche Dor- lefungcii hörte. daraus wurde er Schüler der Mögliner Akadentie, um dann 1847 die Berliner Universität zu besuchen und seine Dokwrprüsung (1851) dort abzulegen. Dazwischen war er m England und Schottland, rnn die dortigen Landwirtschaft-Verhältnisse kennen zu lernen. 1852/53 arbeitete er praktisch daselbst. 1854 erwarb sein Baler die Tasdorfer Mühle, um durch leinen Sohn den Stienihsee senken zu lassen, was dessen volle geistige und körperliche Arbeitskraft beanspruchte. Auf diese Leistung konnte mit Recht der Sohn -ertleben» stolz fein. (Dgl. den Bericht hierüber in den Annalen der preußischen Landwirtschaft 1864.) Dann kam die selbständige Der- waltung der väterlichen Guter von Rüdersdorf und Boernicke von 1854 bl- 1859. Dom letzten Jahre an unterstützte er seinen Dater an der Landwirtschasllichen Akademie m Möglin und blieb dort bi- zu deren Aufhebung (1861). 1860 versatzte er seine Habilitationsschrist und hielt seins lateinische Antritt-rede al- Privatdozent der Llniversllät Berlin, wo er int Januar 1861 mit seinen Dockesungen begann und dorthin 1862 übersiedelte. Don feinem Dater erwarb er das ®ui Altgaul bei Wriehen o. d Oder. Auherdem übernahm er nach dem Tode seine» Dater- (6. Oktober 1863) das Mögliner Gut. dessen berühmte Schafherde aber in 1864 versteigert wurde. Schon 1863 war bat Gut RüdcrSdvrf verkauft worden. 3m 3ahre 1865 gründete er in Deck in den Klub der Landwirte und gemeinsam mit Jungk den Derein deutscher Landwirt- schaft-beamten Am 23.3uni 1866 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Für das landwirtschastliche Dereinswelen war Thaer in Beck in wie später in Gießen sehr tätig. Man besichtigte Güter, so z.B. 1868 da- RüderS- borfet Gut und den Stienitzfee. 3m gleichen 3ahre verpachtete Thaer das Gut Altgaul und im Februar 1870 auch das Mögliner Gut. 1869 sand in Beck in der erste norddeutsche Kongreß der Landwirte statt, dem auch der Kronprinz und Bismarck beiwohnten. Am 22. Dezember 1869 wurde Thaer als Prosessor der Rote Adlerorden 4. Kl. verliehen Am 28. Oktober 1870 erhielt er den Rus nach Gießen al- Ordinarius für da - neu gegründete Landwirtschaftliche 3nftitut, bas er 1871 übernahm. Thaer stürzte sich mit Macht und einer bewundernswerten Ausdauer auf die Ausbildung des Instituts. Mußte er doch als einziger sämtliche Disziplinen vortragen, wobei ihm sein reiches Wissen und die in der Prorigesammelten Erfahrungen Auguiefamcn Hm der Sache zu dienen, legte er schon 1872 der Regierung eine Denkschrift über die zweckmäßige Ausgestaltung de- Lond- wirtschastlschen Instituts vor. leider damals umsonst. Wenn nach feinem Tote daS erstrebte Ziel erreicht wurde, so war daS, wie fein Rachsolger GiseviuS oussprach, Thaer zu banlen, der vor feinem Abgänge die Regierung erneut auf den Ausbau des landwirtschaftlichen Instituts hinwieS. Dcch auch ohne HUse verzaats Thaer mcht. Hnermüdlich und unverdrossen totrfie er im Laboratorium, auf dem Derfuchs- felbe, alS Dozent und auch alS Schriftsteller. Da» Gut Altgaul verkaufte er 1873. Wenn ich heute al» Forstmann und Kameralist am 100. Geburtstage des am 13. Dezember 1906 verstorbenen Lehrer» gedenke, so bin ich hierzu wohl berechtigt, weil ich einer seiner ältesten Schüler bin und bei ihm meinem väterlichen Freunde, al» Assistent wirken durfte, ihm so tnel verdanke immer liebevoll ohne ein harte» Wort unterwieten wurde, und — weil ich von der noch in Gießen lebenden Tochter, der ich herzlich für die gütige le hweise Heberlo'sung von Aufzeichnungen. Briefen ufw. danke, gebeten wurde, ihre» Doters zu gedenken. Del dessen Berufung hieß eS .Die an hiesiger Hniversität gehaltenen landwirtschaftlichen Dockefungen sind in erster Linie von der Großh. hessischen Staatsregierung bestimmt für die Studierenden der Forst- und Kameralwisfenschaft behuss Ablegung einer obligatorischen Fakultät»- unb Staatsprüfung in Enzvklvpädie der Landwirtschaft und der landwirtschastlichtechni chen Gewerbe. Dorstudium in den naturwissenschaftlichen Fächern war DorauSlehung. also au Füßen unseres verehrten Thaers neben Landwirten und Q3etcrinären Forstleute und Kameralisten. Thaers reiche Erfahrungen au» der Praxi», sein theoretisches Wislen bi» in daS klassische Altertum hinein machten seine Dockesungen zu einem Genuß. Man nahm sie ganz in sich auf und arbeitet«' gern im Laboratorium mit Besonderlehrreich waren die Besichtigungen der Aafcl- reichen nach Standort und wirtschaftlichen Der» hältnisscn so mannigfaltig gestalteten Hofgütern und deren technischen Reben betrieben < Brennereien'. Themische Anlagen (Düngerfabriken und dgl. > wurden unter Führung Thaers besucht. Da die Derwoltiing der Domaniakgüter schon Mitte der 70er Jahre den Oberförstereien übertragen Worten war insbesondere diejenigen der Wiesen, so war für die Studierenten der Forstwirtschaft die Dorlesung über Wiesenbau sehr wichtig. Für mich al« Assistenten hatten die vielseitigen Dün- aunqsversuche auf den Derfuchsfeldern große» Interesse. So hoch Thaer nach den Lehren seines Großvaters auch die Humusdüngung einschähte. so überzeugt war er von der Wichtigtett der Mineraldüngung nach Liebig» Fvrschungeii. Schon 1859 wies er in einer Derössentlichung aus den Erfolg ter Gründüngung mit Lupine hin. waS wir später im Waldbau erprobten. Wie Thaer 1865 in Berlin mit Erfolg den Klub der Landwirte gegründet hatte, so wirkte er auch in gleicher Richtung in Gießen. Der dortige landwirtschaftliche Derein ist sein Werk. ®r suchte vor allem die Kleinbauern, die nur schwer aus sich ßerau»geben, in den kleinen Vereinen zur Aussprache au bringen und sie mit den Fortschritten in der Larwwirtschaft und Wissenschaft bekanntzumachen. Sr war glücklich, wenn er Anklang fand. Der Erfolg blieb aber auch nicht aus. (Dgl. die Gedächtnisrede des Oekonomierats S ch l e n ke am Grabe Thaers.) Zahlreiche Abhandlungen stammen aus ThaerS Feder. 1883 wurde Thaer Dekan der philosophischen Fakultät und 1884/85 Rektor der Hniversität Seine Rek- toratSrete vom 1. Juli 1885 b/»anbdte die gegenwärtige landwirtschaftliche Kr.se in Deutschland. 1894 orhrelt er den Titel Geh. Hofrat. Sehr geehrt wurde er an feinem 70. Geburtstag. Bezeichnend für ihn war seine Bescheidenheit. Der Derlag ter Fühlingschen landw. Zeitung, der 1892 in Rr. 23. 41. Jahrgang ein Lebensbild übet ihn gab, erhielt nur aus wiederholtes Bitten von ihm sein Bild. Das 50jährige Doktorjubiläum feierte Thaer am 2. April 1901. Im Oktober 1901 nahm er seinen Abschied und erhielt daS Komturkreuz 2. Kl. des Verdien st ortens Philipps des Großmütigen. Aus Gesundheitsrücksichten war er 1898 aus dem Stadtvorstand au»- aes(hieben. Trotz schwerer Schicksalsschläge (drei Söhne, eine Tochter unb seine Frau, geb Mannkopf, starben vor ihm) blieb er als wahrhaft frommer Christ stanbhast und war dankbar für sein Familienglück. Als Kirchenvorstand wirkte er segensreich. Eine große Freude war es für ihn, daß 1905,06 vier Enkelsöhne in Gießen studierten und an seinem Tische faßen; einer von ihnen (Willy > studierte Landwirtschaft (1907 in Göttingen). Don der Oberhessischen Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde in Gießen wurde er zum Qjßrenmitgliete ernannt Auf philosophischem, geschichtlichem und literarischem Gebiete war er sehr belesen; Plato unb Sokrates waren seine stetigen Begleiter, aber als daS liebste Buch bezeichnete er bvch Luthers Bibel. Er starb am 13. Dezember 1906 — also runb 100 Jahre nach ter Gründung bet Mögliner Lehranstalt 1908 überreichte ter Landw. Verein Gießen den Hinterbliebenen Thaers ein Gebenk- blatt: .Den Manen Thaer», des Begründers des Landwirtfchafllichen Lokalvereins Gießen". dem Korn abmadfen. Früher sah man hier nie vor Ende August reisen Hafer auf den Felbern stehen Mrcie Lauterbach. ch Eichenrod, 5. August. Die Kinder der Schule von Eichenrod und die Oberklasse von Lanzenha,n unternahmen mit ihren Lehrern am vergangenen Montag unb Dienstag einen Ausflug noch Eisenach. Ain ersten Tage mürbe die Tropfsteinhöhle bei Thal besichtigt Sie machte auf die Vogelsbergkinder, die keine rechte Vorstellung davon haben konnten, einen großen Eindruck, lieber hcrr(id)e Aussichtspunkte in den Thüringer Wald gmgs m fünfstündigem Marsch« durch die Drachen- Ichlucht nach Eisenach Nach einer kräftigen Abend- fjppe mürbe in einer Jugendherberge übernachtet 2fm andern Tage war genügend Zeii zu eingehender Vesichngung von Eijenoch unb der Wartburg. Abend» um 8 Uhr kamen die Schuler wieder in LaMcrbach an. Starkenburg. Schweres Autounglück bei Zwingeuderg. WSR. Zwingenberg. 5. Aug. Cm schwerer Autounfall ereignete sich gestern nachmittag kurz vor Zwingenberg. Der Frankfurter Echlvsiermeister Jung nahm mit seinem Wagen die Kurve vor Zwingenberg mit 70 bi» 80 Kilometer Stundengeschwindigkeit. streifte dabei einen Baum und geriet derart in» Schleudern, daß er die Herrschaft über den Wagen verlor. Der Wagen rannte in voller Fahrt gegen den nächsten Daum unb würbe voll- ftänbig demoliert. Der Besitzer des Wagen», der selbst steuerte war sofort tot. Don den drei milfahrenten Damen erlitten die Mutter unb bie eine Tochter sehr schwere Verlegungen. während die andere Dame, bie jüngste Tochter, wie burch ein 'S}unter mit dem Schrecken davon kam. Die beiten schwerverletzten Damen wurden in bas Darmstädter Krankenhaus gebrarht. wo die Tochter noch im Laufe des Abends starb. Di« Mutter liegt so schwer darnieder, baß an ihrem Aufkommen gezweifelt wirb. LPD. Darmstabt. 5. Aug. Heute fand in Sarmftabt ein Großflugtag statt, der trotz des windigen und kühlen Wetters einen starken Besuch (12 15000 Personen aufwies unb einen glänzenden Verlauf nahm. Der Tag stand ganz im Zeichen der Leistungen des bekannten Fliegers Fiefeier, den man mit Recht al» dm besten Flieger ter Welk bezeichnet Seine Vorführungen, insbesondere der Rückenflug unb der Flug mit senkrechten, zur Seite gewendeten Tragflächen fanden großen Beifall. Mit Fiefeler startete der deutsche Meister im KunstMegen Stoehr. der allerdings nicht seine eigene Maschine benutzen konnte, und so feine Fähigkeiten nicht voll entwickeln konnte. Unter den übrigen F'ugvoriüh- rimgcn, zu denen u. a. auch bu Herren Kel- t i n g unb Hauptmann Felmh. beide au» Frankfurt a W, starteten ragten die Leistungen des Franzosen de P a l l i e r e s hervor. — Der Start des Ballons „Union1 mit dem Führer De kn. Darmstadt, imb des Ballon» „Darmstadt* mit dem Führer Hauptmann Wirbt aus Frankfurk a. M leitete die Doriuhrungen des Tages «in. FaUfch'ruiabfprunge Dallonrammer. Taufen von ©cgcifluguugm unb Pafsagierilüg« beschloßen ten Flugtag Preußen. Mrcie Metzlar. • • Aus dem Kleebachtal. 5. August. Am gestrigen Samstag zogen verschiedene heftige Gewitter über unsere Gegend, die den au-getrockneten Auren die langerlcßme Feuchtigkeit brachten. Die langanhallende Trockenheit der letzten Wochen hat den K a r t v s s e l n bereit» empsindlich geschadet, da diese ,n höheren Lagen bereit» abgestorben sind A>r die Dict- wurz bestehen nach dem Regen wieder gute Aussichten. dagegen sind noch anhaltende Regentalle erforderlich um den Kieeäckcrn die nötige A-uch- ligtcit zu bringen und so den starken G r ü n - suttermangel au beheben. Für die irndcnen Wiesen kommt der Regen bereit» au spat, so haß hier auf leine Ernte zu hoffen ist. Die R v g - genernte sowie her Schnitt der Sommergerste sind überall beendigt und sind teilweile schon ganze Qleder leergefahren Der Hafer ,st bei der großen Hitze der letzten Woche ’dmcll berongcreift unb wird auf höhergelegenen Aeckern stbon überall geschnitten Da tn diesem 3 ab re säst feine Lagerungen zu verzeichnen sind, können überall die Emiemalchinen benutzt werben. Tillkrcitz. dl. Burg (b. Herbom), 4. Aug. Die Gemeindevertretung hat ten Um- bAiv. Erweiterungsbau de- Rathauses beschloßen. DaS Gebäude wird entsprechend den teuliqen Bebürsnrssen so erweitert, daß neben den Dureouraumen im Erdgesijwß ein Raum für Feuerlöschgeräle und oben eine Wohnung bc- reitgcftcllt werden wird Die Kosten oeS Umbaues werden auf 25 bis 30 000 Mark veranschlagt. Mit der AuSsührung wird begonnen. Maingau. WSR Franksuri a. M., 5. Aug Der Attentäter Josef Willkomm, der am Freitagnachmittag im Städtischen Arbeitsamt aus den Dermittlungsfekretär Ennenbach einen Schuß abgab und tonn flüchtete, wurde am ©am»tag gegen 11 Uhr abends in Bcxstmheim von ter 'P©lijci ausgegrfssen und festgenoinrnen. Wirtschaft. Oie ArbeiiSmarktlage im Kcid>. Rach den Feststellungen der LanteSarbeits- ämter hat sich die Lagedes Arbeitsmart • te» der Berichtswoche vom 23. brs 28 Juli 1928 mir weniy verändert und ist tm allgemeinen uneinheitlich geblieben. 3n den vorwiegend landwirtschastlichen Bezirken (Ostpreußen, Schlssien. Riedersachsen), zum Teil auch in Hessen. Mitteldeutschland, Brandenburg und Dordenark ist noch eine leichte Besserung zu verzeichnen, obwohl bie Erntearbeiten erst zum Teil in Angriss genommen sind. Reben den Außenberusen konnte bk K o n se r ve ni n d u - strie, das DerkehrSgewerbe und das Gastwirtschaftsgewerbe m erhöhtem 'Stoße Arbeitskräfte aufnehmen. Dagegen lauten bie Berichte auS Rheinlonb und Westfalen für bie X eytil- und Metallindustrie xum Teil auch au» einigen anderen Bezirken toentger günstig Die Unsicherheit der Arbeitsmackrlag« druckt sich in einem ft arten Wechsel namentlich der kurzsristtg De^chästiglen auS. ter die Der- mitllungslätigkeit der ArbeilSNachweise steigerte. 3n der Londwir tschos t hat der Kräste- bedars der Vorwoche unoermmtert cmgehallen. in verschiedenen Bezirfen sich sogar nicht unbedeutend erhöht. 3m Bergbau ist die Loge nicht einheitlicher geworden. 3m Ruhrbergbau sanden wertere Entlassungen statt. Die Zahl der Arbeitsuchendcn bat von Witte 3urri bis Mitte 3ult um 1839 Mann, ober 22.7 Prozent, zugenmnmen. Die Belegschaft des rhemrsch-tvestfällschen Steintohlen- bergbaues («inschl. der Zechen des linken Rieder- rHeins) ging sogar von 386 943 Gute Mai auf 384 321, alfo um 2622 Warm zurück Mit einem werteren Rückgang des Auslandablatzes wird gerechnet. Aber auch der 3nlandabsatz scheint nachzulassen, so daß die Zechen zu weiteren Ein- (chränkungen bzw. Stillegungen gezwungen fern werden. 3m sächsischen Steinkohlenbergbau hat sich d» Lage nicht aeänbert. Dagegen ist inj mitteldeutschen Braunkohl en ber^ bau b . 111,85 112.29 lc|.-9ifd|ten........ tHfll. ohne fluNol^Recht» . . . *X, Bianfl. Hvp -Vt. Holbpl. eit- tflnobnt bii 1939...... 61 ■— 5t 51 (Keth. Stekrungeii. . ... 1« 176 t?7 175.75 218 132 261.75 176,5 - . . 8 16S 146,75 80,78 68,65 12.38 72.75 81.04 68,93 12.44 73.05 17 5 17,6 17,8 17.7 »18 220 132,5 148.25 Sranische 9 Ttchechollow UnoarisLe 9 90 Prflten 4 (Duilleaume. O*cf. f. (Hrftr. Untern.. • • • . 6 . . . 1" 122 261 133^25 264.5 SdjuUbeU Batzenhoter . . . 15 34.5 301.5 547 524.5 296 346 309 60> 528 5 akische Roten ioien Nbetafidje Hhp.-Vant Stau.- •olt-pl............ LS.®, abg. f3trtrü-$4-Obligation., rüchadldar 1032 . ... 75,36 — - (»amb. iHettt. Berte . Rdetn. (Bettt..... . • . 10 . . . . 9 — — 157.75 151.5 157,6 151.6 Cftwede..... • r-er. Slünzkotz ...» *. *. 18 . . 14 — Devisenmartt Berlin —Frankfurt a_ 2H. 3d)lef. -Stta..... ... 10 — 241,5 198.4 368.65 148.5 177.25 244 201 870.5 149 fleUftcff DalLhol . . . . . 12 .'95.5 298.75 Telegraphische AuSAah long- 1% ®d>Bd4- FunDHb.-flnL. . . f% Cfhendrtnldie ilolbtte.. . . 120% Cetan. eilbtnu..... % Cetandd.'. rinbdtLSilc • - — - - - eiemenl 4 Haltta . . 12 • • . . 8 ... 10 368.^ 370,25 Senildf aitfianenbuie . Gbadoltenbuiget öaflex . . 12 221 423 220.5 129.65 2-2.5 130 1. HnauQ 6 flaouft 3.13 Lahrneoer 4 6o.. . . 177 179.25 Telfauet t. H 3- 4 137 . ... ft 151 87 142.9 86.5 140.75 124.75 137 151 5 87 142.75 123.75 130 154 25 108 «VtiB «rw* »eld ®rui % Ungartldfe »olbtte...... % Ungarn Staato. 6.1910 . 34% Mfll. von ISIS..... % Unzart) t5 41,945 21.22 20.44 41..-6 % »utnÄntn amtiert. 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