Nr 56 Erstes Blatt 178. Jahrgang Dienstag, 6. MSrz 1928 €t|d)»tnt tügtich,antzri Sonntage and Stiertags Beilagen; (Btegenci FamUiendUMer Heimat fm Bild Die Scholle Blcmau«Be$Dgsprets: 2 Reichsmark und 20 Retchspfennig für Trüger» lohn, auch bei Richter- scheinen einjelncr Jlummem infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlüsse: 61, 54 und 112 Anichrist für Drahtnachrichten Anzeiger rieben, postfchecttomo; grantln rt am Main 11688. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck imb Verlag: vrühl'sche Uittversiiütr-Vvch. nnö Stttnörnderd R. Lange tn Stehen. Zchriflletrnng und Seschäftrftelle: Schulttrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig- für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrift 20° „ mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Ted Ernst Dlurnichein; für den An- zeigenteil Aurt Hillmann, sämtlich in Gießen Das Ergebnis der polnischen Wahlen. Im Jahre der Wahlen 1928 hat Polen al S erstes den Reigen eröffnet und am 4. Marz seine Reichstags- oder Sejm-Wahl abgehalten. Wenn man bei dem Ergebnis von einem Links- r u ck spricht, so darf man dabei nicht deutsche Vorstellungen von Parteiwesen in Anwendung bringen. Das eigentliche Ergebnis besteht darin, daß der wahre Lenker des heutigen Polen, Marschall P i l s u d s k i, zwar noch nicht die absolute Mehrheit für feine Anhänger im neuen Sejm errungen, aber seine Stellung derart gefestigt bat, bah er für seine Person und feine Ideen inu Beruhigung in die Zukunft blicken kann. Daß Pilsudskt früher eine besondere Art von Sozialdemokrat war, gibt noch keine Berechtigung dazu, von einem Sieg der Linken zu sprechen, denn die eigentlichen Sozialdemokraten sind sogar vernichtend geschlagen worben. Selbst die Kommunisten haben auf Kosten der Sozialdemokraten zunehmen können. Wenn man sich die Dinge bei Licht betrachtet, so ist der Ausgang der politischen Wahlen ein rein persönlicher Erfolg des Marschalls, der zweifellos die' bedeutendste Persönlichkeit deS heutigen Polens überhaupt ist. Wenn man also dem Ergebnis eine bestimmte Bedeutung unterlegen will, so könnte es nur die sein, daß die Persönlichkeit eines einzelnen Mannes tzber den Parteihader und die Parteizersplitterung gesiegt hat. Man könnte noch weitergehen und sagen, daß auch in Polen die Idee der Diktatur und eines Diktators den Sieg davongetragen hat. Daran ändert auch nichts, daß dieser Sieg zweifellos unter Anwendung von Mitteln errv. worden ist, wie sie in einer wohlgeordneten Demokratie nach den Dorstellungen unserer Demokraten und Sozialdemo- kraten bei einer Linksregierung ausgeschlossen sein mühten. Die von Pilsudski abhängigen Behörden haben einen Wahlterror ausgeübt, wie er allenfalls noch in Ruhland möglich wäre. Zum Erfolge Pilsudskis hat offensichtlich auch die Parteizersplitterung beigetragen, die in Polen so groß ist, daß selbst die deutschen Parteizersplitterer vor Reid erblassen könnten. Richt weniger als 33 Wahlvorschlage waren eingereicht worden, von denen allerdings sechs für ungültig erklärt worden sind. Bei den letzten Wahlen vor etwas mehr als fünf Jahren betrug die Zahl der Wahlvorschläge 22. Seitdem hat also auch in Polen die Parteizersplitterung und die allgemeine politische Zerfahrenheit noch erhebliche Fortschritte gemacht. Um so verständlicher wird es, dah in einem derartigen Wirrwarr die auf einen einzelnen Mann gestellte Parteigruppierung große Erfolge erzielen konnte. Es ist noch immer so in der Welt gewesen, dah die große Masse sich von der einzelnen Persönlichkeit imponieren läßt. Für uns Deutsche ist besonders erfreulich, tote sich die deutsche Minderheit in ganz Polen, vor allen Dingen im Korridor und in Ostoberschlesien, gehalten hat. Wenn man berücksichtigt, daß seit der vorigen Wahl vor fünf Jahren zahlreiche Deutsche dem polnischen Druck gewichen und ausgewandert sind, dah ferner viele noch für Deutschland optiert haben, dah schließlich eine sehr große Zahl von deutschen Besitzern von den polnischen Behörden enteignet und vertrieben worden sind, dann erst wird der Erfolg ins richtige Licht gestellt, den unsere deutschen Landsleute im ehemals preußischen Gebiet errungen haben. Es wäre schon eine Großtat ersten Ranges, wenn es ihnen gelungen wäre, ihren alten Besitzstand zu behaupten. Aber nicht nur das haben sie vermocht, sondern darüber hinaus haben sie noch die Zahl ihrer Mandate um ein bis zwei vermehrt. Wie bewunderungswürdig ihre Disziplin und thr Opfermut gewesen sind, zeigt sich darin, daß in den deutschen Bezirken die Wa hl betet! t- gung 90 bis 95 Prozent betragen hat, m den übrigen Teilen Polens nur 60 bis 65 Prozent. Man kann also wohl mit berechtigtem Stolz behaupten, daß von den deutschen Ansiedlern und Bewohnern ein jeder einzelne ohne Ausnahme zur Wahl gegangen ist und für die deutschen Kandidaten gestimmt hat. Der hierbei an den Tag gelegte Mut tritt um so mehr in die Erscheinung angesichts des schon oben erwähnten Einschüchterungssystems, das die polnischen Behörden namentlich in Ostoberschlesien zur Anwendung gebracht haben. Sie sind sogar unter souveränster Richtachtung der bestehenden gesetzlichen Vorschriften so weit gegangen, die Wahrung des Wahlgeheimnisses preiszugeben und die Wahlzellen zu beseitigen, so daß jeder einzelne Wähler vor den Blicken des Wahlvorstandes seinen Wahlzettel in den Umschlag stecken mußte. Damit war einer Kontrolle der Wählerschaft durch die polnischen Behörden vollkommen freie Bahn geschaffen. Aber durch die Rachteile, die den deutschen Wählern aus dieser mutigen Haltung sicherlich erwachsen werden, hat sich keiner davon abhalten lassen, seine Pflicht als Deutscher zu Durch den Ausgang der Wahlen wird sich schwerlich im Verhältnis zwischen Polen und Deutschland etwas ändern. Ptlsudskis -Legier u n g ist in ihrer Macht bestätigt und b e » stärkt worden. Sie hat also keine Deran.assung, ihre bisherige Politik zu ändern. Runmeyr aber hat sie auch die volle Verantwortung für das zu tragen, was geschieht, und wir werden sehr bald wissen, wie sich die neue polnische Regierung Pilsudskis zu Deutschland stellen wird. Der neue (Sejm. Warschau, 5. März. (TU.) Nachdem jetzt aus sämtlichen polnischen Wahlbezirken die vorläufigen Wahlergebnisse vorliegen, lassen sich die Mandatsziffern zusammen mit den auf die einzelnen Listen entfallenden Mandate der Staatsliste folgendermaßen berechnen: Regierungspartei 135 Mandate Sozialisten 62 Dyzwolejnie 36 „ Rationale Arbeiterpartei 9 „ Bauernpartei Domski 25 „ Kommunisten 5 * Minderheitenblock 57 „ Raiionaldemokraten 36 „ Christliche Demokraten und Plasten 34 „ Kleine Parteien: ____ Ukrainische Selrop, links 5 „ Ukrainische Selrop, rechts 3 „ Ukra-Radikalsozialisfen 10 „ Petroschewitsch-Partei 1 „ Rationale Juden 4 „ Radikale Bauern 1 „ Komm. Bauern 3 * Russen 1 * Lokale Listen 12 Während in den ehemals deutschen Teilgebieten der Minderheitenblock einen durchschlagenden Erfolg hatte, gestaltete sich das Wahlergebnis in den östlichen Minderheit« n- gebielen weit ungünstiger als erwartet. Die Zahl der Mandate ist sowohl bei den Juden, Weißrussen als auch bei den Ukrainern zurück- gegangen. Besonders die letzteren haben im Vergleich zu den erwarteten Resultaten eine große Enttäuschung erlebt. Meldungen aus Lemberg zufolge ist man in ukrainischen Kreisen über das Wahlresultat in der polnischen Ukraine aufs höchste erstaunt. Es erscheint völlig unerklärlich, baß in einzelnen Bezirken, deren sämtliche Mandate bei der Wahl im Jahre 1922 auf den Minderheitenblock fielen, diesmal überhaupt kein Mandat errungen wurde. In den drei Wahlkreisen Wolhyniens, in denen 1922 sämtliche 16 Mandate auf den Minderheitenblock fielen, hat der Minderheilenblock diesmal nach den amtlichen Bekanntmachungen nur ein einziges Mandat erhalten, während der Regierungsblock, von dessen Anhängerschaft man dort vorher gar nichts wußte, allein mit zehn Mandaten aus der Wahl hervorging. Bei der streng nationalen Einstellung der ungeheuren Mehrheit des auf polnischem Staatsgebiet lebenden ukrainischen und weißrussischen Volkes ist ein derartiges Ergebnis nur mit unerlaubter Wahlbeeinflus- f u n g oder unlauteren Wahlmachenschaften zu erklären. Eine teilweise Erklärung für die seltsamen Vorgänge, die sich in der Rächt von gestern auf heute in den polnischen Ostmarken abgespielt haben müssen, ist das vor einiger Zeit im sozialistischen „Robotnik" veröffentlichte geheime Rundschreiben eines im Osten wirkenden polnischen Woiwoden an seine ihm untergebenen Starosten, in dem er ihnen als eine der wichtigsten Ausgaben in Erinnerung bringt, die Wahlkommissionen „aus sicheren Leuten" zusammenzusetzen. Nach den bisher vorliegenden amtlichen Feststellungen sind insgesamt 19 deutsche Abgeordnete in den Sejm gegenüber bisher 17 gewählt worden. In Frage steht noch die Wahl des deutschen Kandidaten in Lemberg und ein Platz auf der Staatsliste, der erst nach Bekanntwerden des ©e- samtresultates festzustellen ist. Verloren würde das deutsche Mandat in Luck in Wolhynien. Die (Ergeb- nisse des Minderheitenblocks sind demnach also roe- sentlich g ü n ft i g e r als nach den anfänglichen Meldungen angenommen wurde, da gerade die Ergebnisse der Wahlkreise, in denen der Minderheitenblock hohe Mandatsziffern erreicht hatte, zuletzt bekannt wurden. Für die deutschen Mandatsziffern sind die ungünstigen Ergebnisse in den Ostge- bieten insofern von Nachteil, als dadurch auf der Staatsliste nur 10 Mandate erreicht wurden und die auf Platz 13 und 14 auf der Staatsliste kandidierenden Deutschen nicht durchgekommen sind, wie man es erwartet hatte. Trotzdem ist der Minderheitenblock die drittstärkste Partei im kommenden Sejm und immer noch stärker als die bisher stärkste Partei der Nationaldemokraten. Die deutschen Erfolge. Warschau. 5. März. (WB.) Die Deutschen haben bei den Sejmwahlen einen großen unbestrittenen Erfolg errungen. In Pommerellen behaupteten sie ihre bisherigen Mandate in Graudenz und gewannen noch eins tn -rchorn und ein zweites im Kreise Dirschau. In der Woiwodschaft Posen gewannen sie ihre bisherigen Mandate in Samter und Bromberg, noch ein zweites Mandat in Bromberg und ein weiteres in Gnesen. so daß die deutsche Vertretung in Posen und Pommeretlen von drei au f sieben Mandate s i ch erhöht. In Ostoberschlesien und in dem Polen zugesprochenen ehemals österreichischen Teilgebiet behaupteten sie nicht nur die bisherigen fünf Mandate (zwei Kattowitz, zwei Königshütte und eins im Kreise Teschen-Pleh). sondern gewannen noch ein sechstes im Kreise Teschen- Pleß. Die deutsche Vertretung erhöht sich im deutschen Teilgebiet und ehemals österreichisch- schlesischen Teilgebiet von acht auf dreizehn Mandate. Die Wahlergebnisse für die deutschen in Kongrehpolen sind vorläufig noch nicht fcftgeftellt. Sicher scheint nur, daß die Deutschen in Wloclawek ein Mandat und ein zweites im Landbezirk Lodz behauptet haben. Hingegen ist das deutsche bürgerliche Mandat Stadtkreis Lodz wegen des Anschlusses der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei an die polnische Sozialdemokratie verloren gegangen. Dafür wurde auf der polnisch-sozialistischen Liste der Stadt Ladz ein Deutscher gewählt. Oie Sitzung des VölkerSundsrais. Don unserem Sonderkorrespondenten. Genf, 5. März. Die 49. Ratstagung ist heute vormittag unter dem Vorsitz von Urrutia- Eolumbien eröffnet worden. Genf bietet das übliche Bild. Der erste Tag ist der programmatischen Festsetzung gewidmet. Die Fragen, die behandelt werden sollen, sind begannt. Was bisher noch als Schreckgespenst betrachtet wurde, der Zwischenfall wegen der Waffenschiebungen von St. Gotthard, ist verblichen. Die Außenminister der Kleinen Entente sind darin überei ngefommen, keine Vorschläge zu machen und insbesondere haben sie festgestellt, dah sie diese Angelegenheit nicht alsStreit- fall mit Ungarn mehr ansehen. Damit ist die diesmalige Tagung im wesentlichen entlastet. Alles blickt mit Recht auf die anwesenden Außenminister der Großmächte. Roch find sie nicht zusammengekommen- Der heutige Tag soll die Zusammenkunft erst bringen. Ohne Frage haben die bevorstehenden Wahlen in fast sämtlichen europäischen Ländern die Initiative der Außenminister gebremst. DieUeicht oder sogar höchstwahrscheinlich werden sie nach den Wahlen fast alle wieder auf ihrem Posten erscheinen. Trotzdem sind sie heute doch nicht in der Lage, bindende Abschlüsse zu tätigen. Sie können sich eigentlich nur gegenseitig informieren. Vielleicht wird dabei manches herauskommen, was für die Zukunft von Vorteil sein wird, Sensationen werden nicht mehr erwartet. ®ie Rheinlandfrage, die an und für sich durch die ©aarfrage, die mit der Wahl der RegierungsloMmission auf dem diesmaligen Programm steht, sehr gut in die Debatte geworfen werden könnte, wird sicherlich gestreift werden. Die Räumungsfrage wird auch besprochen werden. Das aber, was eigentlich erwartet werden könnte, nämlich eine endliche F e st- fehung des Räumungstermins, das toi; die diesmalige Tagung nicht bringen. Damit hat sie aber auch außerordentlich viel an Spannung verloren. So ist die Lage. Und doch darf die diesmalige Tagung in ihrem Werte nicht unterschätzt toerden. Briand und Stresemann sehen sich zum letzten Male vor den Wahlen in Deutschland und Frankreich. Beide haben ihre Staatssekretäre mitgebracht. Das läßt schon darauf schließen, daß man die Besprechungen nicht nur oberflächlich führen will. Auch Briand ist sich bewußt, daß die Rheinlandfrage, die in ihrer Klärung durch die Wahlen jetzt aufgehalten worden ist, unmittelbar darauf, d. h. also im Sommer, mit ganz besonderer Intensität in den Vordergrund gerückt werden wird. Deshalb wird es gut sein, wenn die Minister schon jetzt die Situation nach allen Möglichkeiten hin klären. Die Entscheidungen, die dann notwendigerweise getroffen werden müssen — denn die Rheinlandfrage läßt sich nicht mehr aufschieben — werden dann um so rascher und um so glatter gefällt werden können. Die diplomatiiche Fühlungnahme, die nun nach der Lahmlegung der Parlamente durch die Wahlen aktiver werden muß, wird in Genf ihre Richtung erhalten. Andererseits aber stehen die übergeordneten und eminent wichtigen gesamteuropäischen Fragen, die durch das Sicherheitskomitee neuerlich bestimmt worden sind, und durch die amerikanische Kriegsverfemungsinitiative an Bedeutung gewonnen haben, im Mittelpunkt der Beratungen der Außenminister. Mit einem Worte also: Die diesmalige Genfer Tagung hat mehr prinzipielle, mehr symptomatische Bedeutung. Sie ist gleichsam ein*histo- risches Stück in der Gesamtentwicklung. Unter diesem Zeichen stehen auch alle anderen Genfer Beratungen. Oie Danziger Fragen. Genf, 5. März. (WTB.) Heber die Aussprache im Rat in bezug auf das Klagerecht Danziger Staatsangehöriger im polnischen Eisenbahndienst wird bekannt, daß zunächst von Polen und Frankreich die Meinung vertreten wurde, angesichts der Wichtigkeit des Haager Rechtsgutachtens, das offiziell dem Rat noch gar nicht zugegangen sei, müsse die weitere Behandlung der Frage auf die nächste Tagung verschoben werden. Reichsaußenminister Dr Stresemann bezeichnete es jedoch als unverständlich, daß der Rat, nachdem das Rechtsgutachten heute bereits in der ganzen Presse veröffentlicht sei, sich auf den Standpunkt stellen wolle, daß er davon noch keine Kenntnis habe. So wurde schließlich nach Zustimmung des italienischen Ratsmitgliedes und des chilenischen Berichterstatters einstimmig beschlossen, die Frage der Weiterbehandlung der Angelegenheit noch in dieser Tagung zu entscheiden. Die Frage eines polnischen Anlegehafens in Danzig und die Frage des Kontrollrechtes auf der Westerplatte wurden jedoch bis zum Abschluß der im Gange be- findlichen direkten Verhandlungen zwischen Danzig und Polen vertagt. Erste Unterhaltung Briand - Stresemann. Der Zwischenfall von Tt. Gotthard. — Die Frage der Investigation gegen Ungarn. Genf, 5. März. (TU.) heule um 18 Uhr Hal die erste Unterredung zwischen Stresemann und Briand im Hotel des Bergues siattgefunden. Der französtfche Außenminister erklärte heute abend einigen Pressevertretern über den verlauf der Unterredung, man befinde sich gegenwärtig auf dem Dege einer Lösung der Jnoestiga- t i o n 6 f r a g c und er hoffe, dah ein allerseits befriedigendes Resultat bald Zustandekommen werde. Cs verlautet ferner von gukunlerrichteter Seite, dah in dieser Unterredung die Rheinlandfrage einen breiten Raum eingenommen habe, doch werden von keiner Seite irgendwelche näheren Mitteilungen hierüber gemacht. Der Rat wird nach den bisherigen Dispofitio- nen am Dienstagvormittag in geheimer Sitzung die Debatte über den Investigationsantrag der Kleinen Entente aufnehmen. Man ertoartet; daß der von der ungarischen Regierung delegierte General T a n c z o s aufgefordert werden wird, das Material der ungarischen Regierung zu der Szent-Gotthard-Affäre einzureichen. Sodann soll zunächst 'öie weitere Untersuchung der ständigen Militärkommission des Völkerbundes übertragen werden, die sogleich dem Rat einen Bericht erstatten soll. Jedoch muh fest- gestellt werden, dah am Montagabend noch bei allen Delegationen wenig Klarheit über den weiteren Verlauf der Angelegenheit bestand. Es scheint gegenwärtig von französischer Seite der Vorschlag in den Vordergrund gerückt zu werden, entweder eine besondere Kommission aus militärischen oder zivilen Sachverständigen oder lediglich eine besondere Auskun ftsper son zur Untersuchung der Szent-Gotthard-Affäre zu entsenden. Ferner soll dre italienische Regierung veranlaßt werden, das gesamte Maschinengewehr- material zurückzunehmen, während die ungarische Regierung den Identitätsnachweis für baä Material zu führen hätte. Die englische Delegation legt sich zur Zeit größte Zurück--' Haltung auf. Von feiten des englischen Außenministers wird erklärt, dah England in dieser Angelegenheit nicht Richter fei und infolgedessen seine Stellungnahme nicht bekanntgeben dürfte. Auch dürften zweifellos von e nglifcher Seite gegenwärtig energische Versuche im Gange sein, eine Kompromißlösung herbeizuführen. England und Italien scheinen ein offizielles Investigationsverfahren gegen Ungarn kategorisch abzulehnen. Eine Untersuchung des Zwischenfalles soll nicht den Charakter eines Investigationsverfahrens tragen. Auf deutscher Seite steht man einem offiziellen Investigationsverfahren gegen Ungarn ebenfalls ablehnend gegenüber, da man den vorliegenden Fall als nicht schwerwiegertd genug erachtet und keinen Grund sieht, das gesamte Investigationssystem des Völkerbundes gegen Ungarn in Gang zu setzen. Desgleichen hält man entgegen der französischen Forderung eine Revision des Investigationspro- gtammß des Völkerbundes auf Grund der Bestimmungen der Friedensverträge sowie der Protokolle des Völkerbundsrates von 1924 und 1926 keinesfalls für erforderlich. Vielmehr wird deutscherseits erklärt, dah die Kontxollbe- f ugniffc des Rates nach dem Investigations- system als solchem keineswegs in Frage gestellt seien. Rur s-r den vorliegenden Fall müsse die Anwendung als unnötig angesehen werden. Die endgültige Entscheidung des Rates wird von den heute nachmittag eingeleiteien Verhandlungen abhängen. Wirtschastsde-atte im Reichstag. Berlin, 5. März. Die zweite Beratung des Haushalts des Reichswlrtschastsministeriurns wird fortgesetzt. Abg. v. Raumer (D. V.) wendet sich gegen die Ausführungen des sozialdemokratischen Abg. Heinig. Die Lage der deutschen Unternehmer sei heute gewiß nicht be- neideTrswert bei dem ungeheuren Krisenrisiko. Der 3nbuftrte drohe hier im Falle einer Krise dieselbe Katastrophe, von der jetzt die Landwirtschaft heimgesucht wird. Die deutsche Industrie steht vor der Rotwendigleit, ihren Export zu steigern, nicht nur der Unternehmer hat aber die Verantwortung für die Wirtschaft, sondern auch der Arbeiter (Rufe bei den Sozialdemokraten: „Einverstanden!"). Es ist ausgeschlossen, mit der deutschen Wirtschaft vorwärts zu kommen, wenn die Arbeiterschaft mcht Führer allererster Klasse hat. Wie soll sie aber dazu kommen, wenn den Arbeiterführern durch die Art unserer Fortsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen jede Verantwortung genommen wird. Die Lohnhöhe ist immer abhängig vom Stand der Produktion. Die in der Zeit der Kohlennot eingeführte deutsche Kohlenwirtschaft ist heute unter ganz anderen Verhältnissen nicht mehr zeitgemäß. Auch in der Elektrizitätswirtschaft, die noch vollständig im Fluh ist, müssen die Zügel locker gelassen werden. Angesichts der Rotwendigkeit unserer Eingliederung in die Weltwirtschaft muh auch Ructticht genommen werden auf die weltwirtschaftlichen Aufgaben der deutschen Kartelle. Der Landwirtschaft müssen noch weitere steuerliche Erleichterungen gewährt werden, sonst kann sie unmöglich dre hohe Zinsenlast trogen. Die Möglichkeiten einer Mechanisierung unserer Landwirtschaft werden bedeutend überschätzt. Unsere gesamte Wirtschaftspolitik muh unter der Tatsache stehen, dah wir in der Landwirtschaft einen krisenfattor ersten Ranges Haden und dah wir in absehbarer Zeit weniger mit dem Innenmarkt als mit dem Export zu rechnen haben. Wenn wir aber den Weltmarkt erobern wollen, darf die Steigerung der Produktionskosten nicht fortgesetzt werden. Abg. Meyer- Berlin (Dem.) kritisierte die Wirtschaftspolitik der Reichsregierung. Richt ein autonomer Zoll sei ermäßigt, dagegen H’n eine Reihe wichtiger Lebensmittelzölle erhöht worden. Der Abschluß des polnischen Vertrages, auf den die Wirtschaft im Osten besonders angewiesen sei, werde von Monat zu Monat durch agrarische Einflüsse verzögert. Die Zahlungsbilanz sei durch die Auslandkredite nur künstlich aktiviert worden. Die Erhöhung der deutschen Zolleinnahmen bed ute gleich- itig Erhöhung unseres Preisniveaus. Das einzige, was das Kabinett für die Preissenkung getan habe, seien Ermahnungen an den Kleinhandel und das Handwerk gewesen. Unter der verfehlten Politik der Regierung habe gerade der gewerbliche Mittelstand wiederum am schwersten gelitten. Die Demokrattsche Partei lehnt diese Wirtschafts- polittk ab. Sie erblickt das Kernproblem in der Ermäßigung deS Preisniveaus und in der Hebung der Ausfuhr. Abg. K o e n e n (Komm.) meint, das Wirt- schastsministerium sei dem industriellen Scharf- machertum gegenüber völlig ohnmächtig. Dieses Gcharfmachertum unterscheide sich in nichts von dem der Kaiferzett. Diese ®nttoicflung zeige deutlich, dah die Sozialdemokratie alS Arbeiterpartei völlig abgewirtscha tet habe und sich ein* gliedern lasse in die Einheitsfront der kapitalistischen Parteien. Die Arbeiterschaft werde da.aus erkennen, daß sie nur durch die Vernichtung des kapitalistischen Staates im revolutionären Klassenkamps ihr Recht erobern könne. Abg. Mollath (W. Vgg.) bedauert, daß in dec Regierung die nötige Uebereinstimmung zwischen Wirtschaftsministerium und Arbeitsministerium fehle. So entstehe oft ein unvereinbarer Gegensatz -wischen Wirtschasts- und Sozialpolitik. Mit Anleihen sei der Wirtschaft auf die Dauer nicht zu helfen, denn Amerika, das früher von Europa Geld zu drei Prozent erhielt, berechne jetzt sein Geld mit acht bis neun Prozent. Unter der schlechten Finanzlage der Gemeinden habe vor allem der gewerbliche Mittel st and zu leiden, denn er müsse die unerträglich hohen Realsteuern aufbringen. Bei aller Anerkennung der Rotlaae der Landwirtschaft müsse doch gewarnt werden vor einer Subventionspolitik auf kosten der steuerlich überlasteten Kreise von Handwerk und Gewerbe. Die Hilfsmaßnahmen mühten sich auch erstrecken auf diese von der Rot der Landwirtschaft ebenso betroffenen Mittelstandskreise auf dem platten Lande. Die Handwerksnovelle müsse endlich vorgelegt werden. Das geplante Zigarettenzwangssyndikat würde den gewerblichen Mittelstand aufs schwerste schädigen. Die Erhöhung der Tarife der Post habe die Wirtschaft um mehr als 250 Millionen neu belastet. Wenn es sich bestätigt, daß auch die Reichsbahn ihre Tarife erhöht, dann werde eine allgemeine Erhöhung der Preise unvermeidlich scm. Das SchankstÄtengeseh lei ein Ausnahmegesetz schlinnnster Art gegen die Gastwirte. Abg Düll (Dem.) fordert eine größere Einflußnahme des Reichswirtschaftsministeriums auf die Sozialpolitik. Dem Kleinhandel und dem gewerblichen Mittelstand sollte größerer Schutz vor der Preispolitik der Kartelle gewährt werden. Abg. Budjuhn (Dn.) wünscht stärkere Berücksichtigung des Handwerks bei der Vergebung behördlicher Aufträge. Mit der Landwirtschaft habe auch der gewerbliche Mittelstand auf oem Lande schwer zu leiden. Die feit Fahren versprochene Reichshandwerksordnung müsse endlich vorgelegt werden. Oie neuen Verhandlungen im Metattarbeiterkonfliki. B e r l i n , 5. März. (WTB.) Die Derttauenskom- mission des Verbandes Berliner Metallindustrieller hat im Hinblick auf die für Mittwoch erneut onbe- raumten Einigungsoerhandlungen im Reichsarbeitsministerium beschlossen, am Donnerstag abermals zusammenzukommen, um dann auf Grund des vorliegenden Ergebnisses Beschlüsse über weitere Maßnahmen zum Schuß der vom Streik betroffenen Betriebe zu fassen. Der neue Einigungsversuch trägt den Charakter einer Schlichtungsoerhandlung unter dem Vorsitz von drei Unparteiischen, und zwar von Gewerberat Körner, Reichsminister a. D. Köth und Reichsminister a. D. Robert Schmidt. Außerdem werden je drei Dertteter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmergewerkschaften daran beteiligt fein. Der etwa gefällte Spruch kann unter Umständen von dem Schlichter für Groß-Berlin für verbind lich erklärt werden. Oie erste Rate für das Panzerschiff bewilligt. Berlin, 5. Mär;. (TU.) 3m Haushalts- ausfchuh des Reichstage» fand heute die Abstimmung über die erste Rate für da» Panzerschiff statt. Sie wurde mit 15 gegen 12 Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten, Demokraten und des Bayerischen Bauernbundes bewilligt. Der Personaletat vor dem Reichskabinett. Berlin, 6. März. (Priv.-Tel.) Das Reichskabinett beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung n-ft dem Personaletat. Laut „Voß. Ztg." soll zwischen Deutschnationalen und Zentrum über die Veränderungen im Personaletat eine Verständigung Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 6. März. Die Tagung des Dölker- bundsrates in Genf hätte eigentlich keine passendere Einleitung finden können, als die Rede, die Mussolini am Samstag in der italienischen Kammer gehalten hat. Gr hatte sich lange überlegt, ob er Seipel antworten sollte und man konnte vielleicht daraus schließen, daß er eine Zuspitzung der internationalen Aussprache vermeiden wollte: aber er hat offenbar nur solange gewartet, um seinen Zorn zur Siedehitze bringen zu können und bann mit Steinwürfen sämtliche europäischen Fenstersch iben einzuschlagen. Auch der Völkerbund bekommt dabei seinen Teil ab. Der „5>uce“ behandelt ihn als eine unerhebliche Belanglosigkeit und droht einfach mit seinem Austritt, falls es etwa den Genfem einfallen sollte, sich in die Südtiroler Angelegenheiten hineinzumischen. Das ist ein sehr bequemer Standpunkt, der aber vermutlich den Erfolg für sich hat: der Völkerbund kennt seine innere Schwäche, er wendet sich immer nur g>gen die Stelle des geringsten Widerstandes, er wird sich also hüten, den Italienern irgendwie unbequem zu werden und lieber in aller Ruhe zusehen, wie die 200 000 Deutschen Südtirols weiter vergewaltigt werden. Daß zum mindesten eine moralische Bindung vor liegt, du lieber Gott, darüber sieht man in Genf gerne hinweg. Bei den Friedensverhandlungen und später auch im römischen Parlament haben sämtliche maßgebenden italienischen Minister erllärt, Italien denke nicht daran, daS Südttroler Voll in feiner Sprache, feinen Schulen, feinen Sitten und Gebräuchen irgendwie zu beeinträchtigen, dazu fei es viel zu liberal. Es wäre geradezu eine Beleidigung für Italien, wenn es diesen feinen Standpunkt erst durch UnterfArift unter die Bestimmungen des Minderheitenschutzes festlegen sollte. Jetzt kommt Herr Mussolini und erklärt, dah derartige Bindungen früherer italienischer Regierungen für ihn nicht existierten. Derselbe Mussolini, der sonst immer so gerne die Kontinuität der italienischen Politik betont, lehnt hier jede Verbindung nach rückwärts ab, nur weil sie ihm unbequem ist und er droht sogar, dah er z u Taten übergehen und die deutschen Beamten — die Hundert, die noch da sind! — nach dem Süden versetzen, die deutschen Zeitungen verbieten will. ilnö weshalb das alles? Das Mißverhältnis zwischen den 200 000 Deutschen und den 42 Millionen Italienern ist fo groß, daß irgendeine Gefährdung Italiens doch wahrhaftig nicht konstruiert werden kann, zumal da weder Deutschland noch Oesterreich jemals daran gedacht haben, die Brenner Grenze anzutasten. Dazu fehlen uns für absehbare Zeit die Voraussetzungen. Was wir verlangt haben, ist, daß die zwangsweise Italien einverleibten Südtiroler ihre Verbindung zu dem deutschen Kulturkreis aufrecht erhalten können, daß sie nicht zu Sklaven gemacht werden, denen mit der Peitsche die deutsche Sprache und deutsche Art ausgetrieben wird. Gerade die Italiener, die ja lange genug selbst unter der Fremdherrschaft leben muhten, sollten dafür Verständnis haben. Wollen sie es auf die Gewalt ankommen lassen, wir können sie nicht daran hindern. Aber soweit müßten sie eigentlich den deutschen Charakter schon kennen, um zu wissen, daß mit diesen Methoden nichts zu erreichen ist, daß gerade der Druck vielmehr nur dazu führt, die Deutschen Südtirols innerlich immer enger mit dem großen deutschen Volke zusammenzuschweißen. Eine Kundgebung der Sozialdemokratie. Telegramm des Reichstagspräsidenten Löbe Innsbruck. 6. März. (T.-A.) Gestern abend sand eine von der Sozialdemokratischen Partei Tirols einberusene Massenversammlung statt, in der der Abgeordnete Abram über das Thema „3>ie Sozialdemokratie und Südtirol" sprach. An der Versammlung nahmen etwa 2000 Personen teil. Zu Beginn seiner Rede verlas Abgeordneter Abram ein Telegramm des Reichstags- Präsidenten Lobe, in dem dieser die Deutschen Südtirols im Rainen des ganzen deutschen Volkes der unwandelbaren Treue versichert. Das Telegramm wurde mit stürmischem Beifall zur Kenntnis genommen. Der Beifall steigerte sich, als Abgeordneter Abram erftärte, das Telegramm sei ein sicherer Beweis dafür, daß hinter den Deutschen in Tirol das ganze große deutsche Volk stehe. In feiner Rede kritisierte dann Abgeordneter Abram in sachlicher Weise die Methoden der saszistifchen Herrschaft in Italien, die die Deutschen in Südtirol fo furchtbar zu spüren bekämen. Die Sozialdemo- kratte werde getreu ihren liberaben Grundsätzen und ohne Rücksicht auf Drohungen stets für die Rechte der unterdrückten Deutschen in Südtirol eintreten. erzteü worden fein, die in der Hauptsache darin bestehen soll, daß in den einzelnen Reichsministerien eine bestimmte Zahl von Beamten höher einaestuft wird. Wie dem „Berliner Tagebl." von Zentrumsseite mitgeteilt wird, werden auf keinen Fall neue Einstufungen großen U m f a nges vorgenommen werden. Es sollen nur die Folgerungen „aus den Fußnoten des Beamtenbesoldungsgesetzes" gezogen werden, womit die Zusicherungen gemeint seien, welche insbesondere den unteren Beamten bei der Verabschiedung des Gesetzes gegeben wurden. Oie Autonomistenbewegung. Paris, 5. März. (WB.) Der vom Unter- suchungsrichter in Mülhausen wegen Beteiligung an der Autonomistenbewegung gesuchte Vertrauensmann des Dr. Ricklin, Z a d o ck, der anfangs Februar in Mainz von der französischen Militärpolizei verhaftet worden war. ist nunmehr in Freiheit gesetzt worden. Er wurde aus dem besetzten Gebiet a u s g e w i e s e n, da die französischen Behörden seine Eigenschaft als vor zwei Jahren naturalisierter Deutscher anerkannt haben. Er entgeht somit jeder gerichtlichen Verfolgung, da die ihm zur Last gelegten Handlungen polittscher Art sind und die 'Verhaftung auf deutschem Boden erfolgt ist. Das verschärfte Regiment. Der Kampf gegen die deutschen Religionsbücher. Berlin, 6. März. (TU.) Wie Berliner Blätter melden, hat das faszistische Regime mit den von Mussolini in seiner Rede angekündiglen Repressalien in Südtirol bereits begonnen. So haben italienische Lehrer den Auftrag erhalten, die Rett- gionslehrer zu beobachten, ob sie das verbot deutscher Religionsbücher auch dort nicht verletzten, roo der Religionsunterricht in deutscher Sprache noch gestattet ist. Die Schulmappen der deutschen Kinder wurden nach deutschen Religionsbüchern untersucht, die dann vor den Augen der Kinder zerrissen wurden. Der Pfarrer von Algund, Perkmann, wurde unter der Behauptung verhaftet, im Auftrage des Bürgermeisters ein Rundschreiben der Geistlichkeit versandt zu haben. Er konnte ober nachweisen, daß er dies im Auftrage des Fürstbischofs von Trient getan halte, so daß er wieder freigelassen werden mußte. Der Präfekt von Bozen hat die Aufführung eines deutschen Theater st ückes durch den Katholischen Burschenoerein in Kastelruth mit der Begründung verboten, dah in dem Ort die Doppelsprachigkeit bereits abgeschafft worden sei und daher nur italienische Stücke ausgeführt werden dürften. Aegypten lehnt den britischen vertrag ab. London. 6. März. (TU.) Der britische Ober- komnnssar in Aegypten, Lord Lloyd, hatte gestern nachmittag eine Audienz bei König Fuad. Das Parlament ist am Abend zusammengetreten wegen Verhandlung bet re fs Reubildung des Kabinetts, aber wieder vertagt worden. An verschiedenen Stellen sind Streiks ausgebrochen und in den Provinzen 2llexandrien> und Kairo ist es im Anschluß an Demonstra- üonen oe.fc" iejentlicy zu Zusammenstößen mit der Polizei ge ommen. In der englischen Presse wird die Ablehnung des Vertragsentwurfs ruhig ausgenommen, da sie nach De.' Entwicklung ber letz!en Tage allgemein erwartet worden war. Sarwat Pascha wird Anerkennung für seine mutige Haltung gegenüber den Extremisten gesollt, aber fein Zwei el darüber gelassen, daß die britische Regierung nicht zurückweichen werde und daß die Kosten der Ablehnung letzten Endes von Aegypten getragen werden würden. Ltnruhen in Arabien. Basra, 5. März. (WB.) In Koweit eingetroffene Boten meldeten, daß der König des Hsdschas Ibn Saud vor einigen Tagen in Riyad dis Hauptführer der Stämme von Ned-schd, darunter auch die Scheichs der Stämme von Atainbaho, Aj- man und Mutair zusammenrief und ihnen erklärte, er habe die Hoffnung aufgegeben, den abtrünnigen Irak, Koweit und Transjordamen auf friedliche Weise zu seinen mohammedanischen Grundsätzen zu bekehren. Er sei daher der Meinung, daß man zum Schwerte greifen müsse. Außerdem kündigte er an, daß er den erwähnten Führern helfen werde, indem er ihnen Gewehre, Munition, Lebensmittel und alles, was sonst in feiner Macht stehe, liefere. .London, 6.März. (WTB Funkspruch.) Rach einem Funk,pruch aus Aden vom 5. März war im September o.I. der Imam Yahia des fernen aeroamt worden, daß feine Städte mit Bomben belegt werden würden, wenn er feine Angriffe auf das Gebiet des Aden-Pro tekto- r a t s nicht emfteöe. Trotzdem wurden kürzlich zwei Scheichs aus dem Aden-Gebiet von feinen Soldaten entführt. Es wurde an Yahia die Mitteilung entsandt, daß Battaba nach Ablauf einer Frist von 48 Sunden, die für die Entfernung der Frauen und Kinder aewahrt wurde, bombardiert werden würde. Darauf wurde der Bombenangriff durchge- fühtt und dann zeitweilig eingestellt, um den Bewohnern Gelegenheit zu geben, die beiden Scheichs zurückzusenden. Aus aller Welt. Ein Kleinauto vom v-Zug überfahren Beide Insassen getötet. Zwischen Rier st ein und Oppenheim am Rhein überfuhr an einem Lifenbahnübergang infolge nicht rechtzeitigen Schließen- der Schranke ein v-Zug ein Hannomag-Auto. Die beiden Insassen, der Mechaniker Hanauer und der Stadtverordnete Lauser, beide aus Oppenheim, wurden getötet. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Der König von Afghanistan auf der Leipziger Messe. In mehr als vierstündigem Rundgange be- sichttgte der König von Afghanistan mit seiner Begleitung die Leipziger Technische Messe, wobei der deutsche Chefingenieur in Afghanistan, Mussolinis Drohungen gegen Tirol I Dipl.-Ing. Harten, dem König die notwendigen Erläuterungen gab. Beim Abschluß der Besichtigung wurde dem König seitens des Weh- amtes ein schwerer Büssing-Sechsrad-L ast« f raf ttoagen zum Geschenk gemacht, den er im Ramen der afghanischen Regierurrg mit Dank annahm. Anschließend an die Besichttgung der Technischen Messe gab der Rat der Stadt zu Ehren des Königs im Ratplenarsitzungssaal ein Frühstück. Im Anschluß an das Frühstück stattete der König einer Leipziger Rauchwarenftrma einen Besuch ab. Besonderes Interesse zeigte er für das Lager der Firma in Persianern und Breitschwänzen, die einen Hauptausfuhrartikel Afghanistans bilden. Lin Wärter von einem Elefanten getötet. Im Baseler Zoologischen Garten wollte ein früher bei Hagenbeck angestellter Elefantenwärter, der seit einigen Wochen den Dienst versah, dem Elefanten ein Spick Brot reichen. Der Elefant ließ die Hand des Wärters nicht los, faßte ihn mit dem Rüffel beim Kopfe und drückte ihm den Kopf gegen die Gitterstäb.e, so daß der Wärter sofort t o t war. Das Tier wurde erschossen. Schwere Influenza-Lpidemie in Tokio. In Tokio herrscht augenblicklich eine schwere Influenza-Epidemie. Die Zahl der Todesfälle ist auf 58 täglich gestiegen. Der Kaiser liegt krank. Seine Tochter, Prinzessin Hisa, trägt ernste Symptome einer Blutvergiftung. Lin Flugzeug auf dem Wege nach Südamerika verschollen. Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Casablanca ist das am 4. März in Casablanca aufgestiegene Flugzeug der Strecke Frankreich—Südamerika, das die erste für Süd- amerifa bestimmte Post mit sich führte, an seinem Bestimmungsort <51 Louis am Senegal nicht ein getroffen. Man ist über feinen Verbleib ohne Nachricht. Mehrere Flugzeuge sind zur Nachforschung aufgestiegen. Tödlicher Belriebsuufall in einer Eisenhütte. In Mülheim (Ruhr) stürzte auf der Friedrich-Wilhelm-Hütte ein Behälter mit fluffiger Eisenmalle um. Zwei Arbeiter tourtrn getötet. ein dritter schwebt in Lebensgefahr. Sechs Kinder verbrannt. In Fife Lake (Saskatschewan) fanden bei einer Feuersbrunst, die ein Farmhaus zerstörte, sechs Kinder den Tod in den Flammen. Der Vater erlitt Derletzunegn b;t einem vergeblichen Versuch, sie zu retten. Reberfall auf einen Zug in Mexiko. Unweit Jalapa überfielen gut bewaffnete Banditen einen Eisenbahnzug. Drei Passagiere wurden getötet und zehn verwundet. Rach Plünderung des Gepäckwagens entflohen die Räuber. Bundestruppen sind zur Verfolgung entsandt worden. Amokläufer. Dach einer Meldung aus Batavia tötete ein Amokläufer in der Besitzung Molenvliet einen Eingeborenen, während 23 anbere Eingeborene von ihm zum TeÜ schwer verletzt wurden. Der Täter, der schließlich überwältigt wurde und von der erregten Bevölkerung beinahe gelyncht worden wäre, wurde mit einer Rerven- erschütterung im Hospital ausgenommen. Oie Wetterlage. ■Vaidersund- ■frtr Oslo 10 ?65 7riaT>tag,den<5.77t _________föatendf. OWonienfos.® nenc» Q naro otdecut. e «oixig. e oeaem eitegt® «Schnee a Qraupem e Meoei K Gewitter ©windstille. «O-> «*■ •eichte» Ost y massiger Südsüdwest \ stürmische» «ordwesfc. Sie Pfeile fliegen mit dem winde Pie oo een Stationen stenenden u* len geoen die Temperatur an Die Linien verDindee Orw mit gleicher® «ul neeresnivrau umoerecnnelen Lultäruci Das östliche Hoch schwächt sich weiter ab und sein Einfluß auf unsere Wetterlage geht dem Ende zu. Von Westen rücken Tiefdruckstörungen heran und bereits heute morgen lag eine flache Störung über der Nordsee, die sich südwärts über Holland bis nach Westdeutschland hin erstreckt und auch unserem Gebiet schon leichte Bewölkung zuführte. Unter dem Einfluß der Druckstörung kommt es zu wolkigem Wetter. Niederschläge dürften zunächst nur ganz vereinzelt und von unbedeutender Art sein. Die Temperaturen bleiben mild und werden sich mehr ausgleichen, so daß sie auch nachts einige Grad über Null zu liegen kommen. Wettervoraussage für Mittwoch: Wolkiges Wetter, auch zeitweise aufheiternd, Tem- peratuten zwischen Tag und Nacht mehr ausgeglichen, meist trocken. Witterungsaussichten für Donnerstag : Bei wenig veränderten Temperaturen weiterhin wolkiges Wetter und strichweise Neigung zu Niederschlägen. Lufttemperaturen am 5. März: mittags 11 Grad Celsius, abends 2,8 Grad Celsius: am 6. März: morgens minus 0,5 Grad Celsius. Maximum 11,7 Grad Celsius, Minimum —2,4 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 5. März: abends 4,8 Grad Celsius: am ß. März: morgens 1,8 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6. März 1928. Oer schüchterne Lenz. Gr ist wie ein schüchterner Liebhaber, der sich vor der Angebeteten verbirgt und doch ihr« Dähe sucht, dec sich gleichgültig und herb gibt und doch glüht. Der schüchterne Lenz bietet heute winterliche Kält« und morgen lockt er mit warmen Ästen und blendendem Sonnen- schein die Menschen ins Freie, wie er es z.D. am Sonntag getan. Cs gab ja wohl auch keinen, der sich am Sonntag nicht sonnte, und wer es einigermaßen vermochte, hat die Gelegenheit zu einer größeren oder kleineren Wanderfahrt in die Umgebung wahrgenommen. „Ich traue ihm nicht," sagte der eine und zog seinen schweren Paletot an. Aber nach hundert Schritten nahm er den Hut ab, nach weiteren hundert knöpfte er den Mantel auf und nach einer Viertelstunde sah ec sich nach dem nächsten Wirtshaus um, den Durst mit einem tüchtigen Zug zu loschen. Die Frauen entwickelten schon chre Pläne. Aufs Praktische öertfen sie immer. „Ich brauche einen neuen leichten Mantel. Auch den Sommer Hut kann ich nicht mehr tragen." Der Chemann ließ sich seine Freude nicht trüben. „Ia," sagte er und dachte sich: „Du wirst schon sehen, wieweit das Geld reicht." Die weibliche Welt führte die dünnsten Sei>.enstrümpschen und blinlende Lackschüh- chen spazieren. UnD die Sonne hatte ihre Freude da an. Ein Sonntag, gemacht zur Freude. Oder sollte es nicht zur Freude sein, wenn sich die dem Frühling entgegenhoffende Welt aufreckt, wenn es einem scheint, als ob sich die Saaten erhöben, die Blumen sprössen, die Knospen öffneten? Wenn sich der unendliche blaue Himmel spannt über die freundlichen Täler, die stillen Wälder, die bunten Siedlungen, von den Bergen am Horizont bis zu den Bergen auf der andern Seite, die hintereinander geschichtet in immer zarterem Blau verblassen? Wan erkennt wieder an solchen Tagen, in denen man wie aus langer Kerkerhaft hervvrgeht, wie schön unsere Heimat ist. Unö es wird schöner mit jedem Tag, mit dem wir dem Einzug des Frühlings näher hymmeru D. Geheimrat Prof. Or. Wagner. Gin Gelehrter von Weltruf, der für die deutsche und namentlich auch für die hessische Landwirtschaft bahnbrechend unb segensreich durch seine Forschungen auf dem Gebiete der Agrikultucche-mie gewirkt hat, Geheimer Hofrat Prof. Dr. phil., Dr.-Jng. h. c. Dr. agr. h. c. Paul Wagner in Darmstadt, feiert am 7. M ä r z seinen 85. Geburtstag. Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Versuchsstationen mit chrcr ausgedehnten Kontrolltätigkeit ist aicfs engste mit dem Wirken Paul Wagners verknüpft. Viele von ihnen sind nach dem Vorbild seiner Darmstädter Landwirtschaftlichen Versuchsstation geschaffen und bedienen sich der von ihm angegebenen Mechoden. Sein Arbeitsfeld, die Agrikulturchemie, hat seit dem Beginn seiner Laufbahn bedeutende Fortschritte gemacht, und nicht zum we- nigften sind sie ihm zu verdanken. Paul Wagner, der am 7. März 1843 zu Lie- benau (Hannover) geboren ist, kam erst auf einem Umwege zu seiner Lebensaufgabe. Er hatte sich zunächst der Pharmazie gewidmet, studierte in Erlangen Pharmazie und Naturwissenschaft und legte 1869 in diesen Fächern sein Staatsexamen ab. Erst an der Universität Göttingen widmete er sich der Agrrkulturchemi«. Fünf Jahre lang war Wagner dann Assistent am dortigen Agrikultur-chemischen Laboratorium, beschäfttgle sich mit pslanzenphysio- logischen Arbeiten, besonders mit solchen auf dem Gebiete der Pflanzenernährung. Auf Grund einer Abhandlung über „Die Stickstaffernährung der Pflanze" wurde er am 16. März 1869 zum Dr. phil. promoviert. Er habilitierte sich in Göttingen, wurde aber bald als Nachfolger Doltor Ernst Schulzes als Leiter an die neugegründete Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Kontrollstation berufen, wo er bis vor wenigen Jahren tätig war. Die Arbeiten Wagners erstrecken sich innerster Linie auf die Untersuchung von Dünger, Futter- mitteln, Rohmaterialien für die landwirtschaftlich- technischen Gewerbe, von Badenarten usw. Seine Forschungen und Versuche sind vorbildlich gewesen für andere landwirtschaftliche Versuchsstationen. Oie Gasseriwersorgung im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet. WER. Lieber die Bedeutung der neugegründeten Hessischen Kommunalen Gasfernversorgung schreibt die amtl. „Darmstädter Zeitung": Durch die Bemühungen des hessischen Ministeriums des Innern sind die mehrjährigen Bestrebungen, die vor allem von der Provinz Starkenburg und der Stadt Darmstadt ausgingen, um einen kommunalen Zusammenschluß zum gemeinsamen Gasfernbezug zu schaffen, jetzt zum Abschluß gebracht worden. In der Hessischen Kommunalen Gasfernversorgung (Hekoga). die am Mittwoch in Darmstadt gegründet wurde, sind die drei hessischen Provinzen und die Städte Darmstadt. Mainz. Worms und Gießen, sowie der hessische Staat vertreten. Damit ist rahmenmäßig ganz Hessen erfaßt. Die Reugründung ist jedoch keineswegs aus partikularistischen Gründmr entstanden, und es ist auch nicht geplant, mit ihr an den hessischen Grenzen Halt zu machen. Man hat die Interessen des gesamten rhein-mainischen Wirtschaftsgebiets, soweit ihm die Gasfernversorgung fehlt, im Auge. Der Zweck der Heioga ifi. durch die Zusammenfassung einer möglichst großen Abnehmerzahl einen entsprechend niedrigen Gaspreis, als Cinheits- preis, zu ermöglichen. Dies wird vor allem dem flachen Lande zugute kommen. Es besteht die Hoffnung, daß damit auch die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse O b e r h e f s e n s und des O 0 e n w a l d e s in wesentlichem Maße günstig beeinflußt werden. Sieben den Konsumenteninteressen. die durch dre beträchtliche Verbilligung des Gaspreises vertreten werden, war auch der Gedanke an die Werktätige Bevölkerung, der durch die hessische Reugründung Arbeitsgelegenheit geschaffen wird, von Bedeutung. Es wird unter Umständen an die Errichtung eines eigenen gern ein sauren Werkes gedacht. Der Zusammenschluß ist bekanntlich aus rein kommunaler Grundlage mit entsprechender Beteiligung der Provinzen erfolgt; die Ern» gliederung der dazwischenliegenden St a Dt e und Gemeinden ist vorgesehen. Dre Tatsache, daß es sich um eine rein kommunale Körper s ch o geklagte sollte eine Buße zahlen. Im Verlauf dieser Verhandlung schrieb der Angeklagte einen beleidigenden Brief an den zuständigen Schulrat. In diesem Brief warf er dem Schulrat vor, dieser liehe sich unter Umständen von politischen und nicht von sachlichen Interessen tat seiner Amtsführung leiten. Deshalb wurde wegen Beleidigung auf eine weitere Strafe von 20 Mark erkannt. Hätte der Angeklagte sich auf den vom Schulamt vorgeschlagenen Vergleich eingelassen, bann wäre er erheblich billiger davongekommen. Freigesprochen wurde ein weiterer Angeklagter, der durch einen Beaufttagten ohne Straßenhest Straßenhandel betrieben haben soll. Es konnte nicht nachgewiesen werden, inwiefern der Angeklagte mit dem Straßenhandel des Dritten etwas zu tun hatte. Schöffengericht Gießen. • Gießen. 5. März. Der Einbruchs - dieb stahl in der hiesigen Ortskrankenkasse im September 1925, bei dem den Einbrechern ein ganz erheblicher Geldbetrag in die Hände gefallen war. bildete den Gegenstand der heutigen Verhandlung, die sich bis in die späten Abendstunden ausdehnte. Angeklagt waren Die aus der Straf- bzw. Untersuchungshaft vorgeführten Anton Zalubski und Gustav Walz, beide polnische Staatsangehörige. Obwohl beide Angeklagte die Tat bestritten und sogar ableugneten, sich jemals schon gesehen zu haben, wurden sie doch auf Grund der zusammengetragenen lückenlosen Indizienbeweise der Täterschaft einwandfrei überführt. Richt zuletzt trug dazu ein Rotizbuch bei, daß bei einem kurze Zeit nachher in Magdeburg gleichfalls in der Ortskrankenkasse begangenen Einbruchsdiebstahl, bei dem der heutige Angeklagte Zalubski auf frischer Tat ertappt und festgenommen wurde, von den Tätern am Tatort zurückgelassen worden war. Darin befanden sich Rotizen, die nach dem von dem Schriftsachverständigen, Gerichtschemiker Prof. Dr. Popp erstatteten ausführlichen Gutachten nur von der Hand des Angeklagten Walz herrühren. Andererseits war der von den Angeklagten angebotene Alibibeweis vollkommen mißlungen. Beide wurden des ihnen $ur Last gelegten Einbruchsdiebstahls für schuldig befunden und Za - I ub f f i unter Einbeziehung der durch das Schöffengericht Magdeburg erkannten Strafe zu einer Gesamtstrafe von 3 Jahren 1 Woche Zuchthaus und Walz zu 2 Iahren Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurden den Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt und die Stellung unter Polizeiaufsicht für zulässig erklärt. Zubelgautag des O. H. B. WSR. Frankfurt a. M., 4. März. Dec am Samstagnachmittag eröffnete 2 5. Gautag des Deut sch nationalen Handlung s- gehilfen-Verbandes wurde in Anwesenheit von 350 Stimmführern und Ortsgruppenvertretern, sowie zahlreicher Ehrengäste vom Gau- vorsteher Auerbach eröffnet. In einer längeren Eröffnungsansprache schilderte der Redner das Werden des Main-Weser-Gaues im D. H. V., um dann auf die gegenwärtigen Verhältnisse sowohl des Verbandes, als auch auf die seiner Arbeitsgebiete einzugehen. Von den vertretenen Ortsgruppen wurde eine große Anzahl Beitrittserklärungen, die in den letzten Tagen bei ihnen eingegangen waren, unter lebhaftem Beifall überreicht. Eine starke Debatte entwickelte sich bei dem Bericht über die gewerkschaftlichen Arbeiten. Don vielen Seiten wurde daraus bin» gewiesen, daß das heutige Realeinkommen der Angestellten durchaus ungenügend sei und bei den jetzt bevorstehenden Tarif Verhandlungen unbedingt ein Ausgleich, insbesondere auch gegenüber der Deamtenbesoldung, geschaffen werden müßte. Eine entsprechende Entschließung hierzu wurde einstimmig angenommen. Bei der Besprechung der sozialpolitischen Arbeiten wurde viel über die ungenügende Durchführung der Sonntagsruhe- und Ladenschlußbestimmungen geklagt. In einer Ent chließung wird daher sowohl von den oberen DerwaltungZbe)örd n, insbesondere von den zuständigen preußische und hessischen Ministerien schärfste Anweisung an die Polizeiorgane verlangt, die zahlreichen Ueber- tretungsfälle unnachsichtlich zur Anzeige und Bestrafung zu bringen, damit dem Gesetz auch in dieser Beziehung Genüge werde. Dem Gauvocstand wurde einsttmmig Entlastung erteilt und seine durch Amtsablauf aus- geschiedenen Mitglieder wiedergewählt.. D:r Voranschlag für 1928 wurde genehmigt. Auch über die Delegierten zum diesjährigen Verbandstag herrschte auf dem Gautag Einmütigkeit, so daß die von den Kreisen vorgeschlagenen Abgeordneten bestätigt wurden. Zum nächstjährigen Tagungsort wurde nach kurzer Aussprache Bad Kreuznach gewählt. Die Fortsetzung des Gautages folgte am Sonntagvormittag 10 Uhr. Aus Anlaß des V o 1 k s-l trauertages wurde mit einem Orgelspiel „Totenklage" durch den Organisten Sauer (Cronberg) die Tagung eröffnet. In seiner An- spräche gedachte Gauvorsteher Auerbach der im Weltkrieg Gefallenen, insbesondere d:r vielen gefallenen Mitglieder des Verbandes. Rach einem weiteren Orgelspiel folgte sodann der Vortrag des Schulrats H a s s i n g e r (Darmstadt). Direktor der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen, über „Wege von Stand und Beruf zur Bildung von Mensch und Volk". Die klaren, tiefgründigen Ausführungen des Redners fanden außerordentlich starken Wi.erhall. Die anschließenden Ausführungen des Kccisgeschä t> sührers Klaue (Frankfurt a. M.) über „Die Durchführung der Bildungsaufgaben in den Ortsgruppen des D. H. D." lösten eine wert- und gehaltvolle Aussprache aus, und ein packendes Schlußwort des Verwaltungämitglie^es M. Habe r m a n n (Hamburg) gab der Tagung einen würdigen Ausklang. Ein Festabend in beiden Sälen des Saalbaues anläßlich der 30-Iahr-Fcier des Gaues Main-Weser im D. H. V. vereinigte etwa 2000 Personen. Ansprachen. Musik. Gesang und Vorführungen des Gesamtballetts des Opernhauses verhalfen dem Abend zu einem vollen Erfolg. Berliner Börse. Berlin, 6. März. (WTB. Funkspruch) Da auch im heutigen Frühverkehr von einer Entspannung des Geldmarktes kaum etwas zu merken ist, bleibt die Spekulation zurückhaltend. Man ' ort die etwas festeren Kurse des gestrigen Nachmittagsverkehrs. Z.-G.-Farben 254,5 (Geld), Siemens 266,5 (Geld), Polyphon etwa 284. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,405, Ma drid 28,90, London gegen Kabel 4,8790 und die Reichsmark gegen Kabel 4,1830. 708a Gießen, den 4. März 1928. 2532V 01754 geiucht. 2540A Weidemanns Schuhe Mainz. 01756 Der Vorstand. gesucht 25240 Stiefel u. Schuhe für empfindliche Füße 2418A Zur 2534a DKW empfehle: Pfd. 85 Pf. en. 2-psündig Mädchen-Beinkleider Mädchen-Hemdhosen INGENIEURSCHULE ALTENBURG TH. kann. 25180 Reform-Leibchen Kerzentücher <^ts'CHr Kommunion-Kränze Alle Preislagen Gute Qualitäten Frdr.Telpel Markt 16 2525a Zu haben in allen Apotheken und Drogerien. Kindcrbeilamtalt ElisnbctbbauS Bad-Nanbeim. wie ein Holzzaun. Er hält Unberufene — Menschen und Tiere — von Ihrem Eigentum ab. Das richtige Drahtgeflecht in allen Maschenweiten, Bindedraht und Stacheldraht Drahtzangen u. sonstiges Werkzeug für die Anfertigung von Drahtzäunen bekommen Sie bei mir. Ein festerDrahtzaun ist rasch aufgestellt. 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Hngewollt habe der Vorsitzende dem Sensationsbedürfnis Rechnung getragen! Das Urteil selbst hat zweifellos auf einer beachtenswerten Höhe gestanden, auch die Begründung. Jedenfalls könnten der Prozehfichrung nicht diese Vorwürfe gemacht werden, wie es teilweise geschehen fei. Die Knegsgeschädigten und ihre Forderungen. Von unserer Berliner Redaktion. Der Vorfall im Reichsentschädigungsamt gibt Veranlassung, doch noch einmal die sachliche Gage der Kriegsgeschädigten näher zu beleuchten. Alle sind sich wohl darüber einig, dah diese unglücklichen Opfer des Krieges eine Entschädigung erhalten müssen. Die Kriegsgeschädigten selbst aber werden eine solche Tat, wie die vom Freitag, in jeder Beziehung verwerfen. Aus den Kreisen der früheren deutschen Kolonie gibt es insgesamt 17 500 Schadensfälle mit einem Gesamtschadensbetrage von rund 900 Millionen Mark. Diese Summe wird natürlich niemals ganz ersetzt werden können. Richt, weil das Deutsche Reich nicht will, sondern weil es nicht kann. Kriegsverluste haben doch fast alle erlitten und nur wenige werden einen nennenswerten Betrag wiederbekommen. Immerhin wird das Liquidationsschädengesetz eine Entschädigung bieten, die schon eine wertvolle Hilfe zu leisten imstande ist. Rach den Schätzungen der Reichsregierung belaufen sich ja die Forderungen der rund 390 000 Schadensfälle insgesamt auf 10,4 Milliarden Mark. Die Geschädigten selbst haben ihre Forderungen auf 18 bis 25 Milliarden angesetzt. Bisher sind an Entschädigung bereits für die Liquidationsgeschädigten rund 433 Millionen Mark und für Gewaltgeschädigte runö 664 Millionen Mark bewilligt worden. Rach dem vorliegenden Liquidationsschädengesetz sollen nunmehr insgesamt 13 Milliarden Entschädigung geleistet werden, und zwar sür Gewaltschäden 422 Millionen Mark und für die Liquidationsschäden rund 606 Millionen Mark. Diese Gelder werden in der Weise ausgegeben, daß rund 165 Millionen Mark in bar ausgezahlt werden, 732 Millionen Mark durch 6prozentige tilgbare Schuldbuch- eintragungen und 138 Millionen Mark durch untilgbare Schuldbucheintragungen. Dazu kommen noch rund 300 Millionen Mark, die durch die letzten Verhandlungen für die Gesamtentschädigung erneut bewilligt wurden. So werden die Geschädigten, was in rund drei Wochen der Fall sein wird, wenigstens eine gleiche Entschädigung erhalten, wie diejenigen, die auf Grund des Aufwertungsgesehes entschädigt worden sind. Mit dieser Summe wird es jedenfalls möglich sein, den Geschädigten eine gewisse finanzielle Grundlage zu bieten. Die Rot dieser Leute ist groß, das beweist ja auch, die Berliner Katastrophe zur Genüge. Die Mittel des Reiches sind aber leider beschränkt. Das Zentrum und die christlichen Gewerkschaften. Eine Rede Stegcrwalds. Die Arbeiterwählerschaft der Rheinisch-Westfälischen Zentrumspartei veranstaltete in Duisburg eine große Kundgebung unter dem Thema „Der Karnpf der christlichen Arbeiterschaft um den sozialen Vollsstaat". Ministerpräsident a. D. Dr. Stegerwald verwies darauf, daß die deutsche Staats- und Privatwirtschaft noch gar nicht gefestigt und geichert sei. Auch die Revision des Dawesplanes, die kommen müsse und kommen werde, werde Deutschland nicht nur Vorteile, sondern auch Rachteile bringen. da die Sicherung der deutschen Währung, die er enthalte, nach der Revision In allen Eisenbahnwagen hingen seit Wochen Plakate, auf denen es von Superlativen wimmelte, die kurz und bündig sämtliche Fragen, warum, wo, wie und wann man Reis essen solle, beantworteten. Und warum gerade italienischen Reis? Weil es der beste der Welt ist! Die Professoren bestiegen ihre Katheder, die Lehrer versammelten die Schuljugend, die Aerzte sagten es den Kranken. Es gibt gar nichts besseres für die Gesundheit. R.is ist das ideale Rahrungsmittel. Eine Dame kann soviel Reis essen als sie mag, und wird doch schlank bleiben! Zahllose Propagandaschriften, alle hübsch trikolor aufgemacht, beweisen es. Die Zeitungen bieten Spalten von Rezepten an. Reis alla Milanese, Risotto alla spagnola, alla Brasiliana, alla certosina, alla turca, Pilaff, schönen weihen Reis, Kapuzinerreis, Reistorte, Reis- leckerli — ich kann unmöglich alles auf einmal durchprobieren. Was ist der biblische Manna- regen gegen diesen Estomihi! In den Armeleutequartieren sah es aus wie im alten Rom. wenn ein Cäsar zur Besänftigung oder weil sein Magen nach einer tüchtigen Portion Volksgunst schrie. Korn verteilen ließ. Ein einziger Reisausschuh hat 60 000 Portionen ausgegeben. Die ersten Reisigen der Schlacht waren der König und der Duce. Säckchen von einem Kilo an auswärts. Non c’e male! Zur Messe nach Tripolis sandte man gleich 12 Doppelzentner, selbst die Verbannten auf den liparischen Inseln entgingen ihrem Schicksal nicht. Wenn ich recht gehört habe, wurden insgesamt an vierhunderttausend Reisunterstühungen, Ehrenportionen und Propagandamuster verteilt. Die Soldaten hielten sich bei diesem ersten Sturm so tapfer, dah sämtliche Dienstmädchen mit geröteten Backen heimkehrten. Ihre Liebe, zum Reis, kennt seither keine Grenzen mehr. Die Wirte strahlten. Soviel goldener Castelli- toein floß sonst nur an patriotischen Feiertagen, Ein Glück, daß die Wa,serlritunz funktio ie te. Alle Damen behaupten, seit Sonntag die Heber» schreitung der Linie nicht mehr zu befürchten. Heber die Vitamine will ich gar nicht reden, es ist selbstverständlich, dah auch sie sich patriotisch verhalten. Weihmehl muß einfach unter die Deserteure eingereiht werden — es enthält weder uns selbst zufalle. Die Abgeordneten der Zentrumspartei hätten sich mit allem Rachdruck gegen Art und Ausmaß der Beam- tenbesoldung gewandt. Solange die am schwersten arbeitenden Bergleute nicht einmal ihre Friedensreallöhne erreicht hätten, solange die Hüttenarbeiter noch die längste Arbeitszeit in Europa hätten und die deutsche Wirtschaft die 150 bis 200 Millionen Mark, die zu einer Aenderung notwendig wären, angeblich nicht aufzubringen vermöge, dürften iy2 Milliarden Mark für die Erhöhung der Beamtengehälter und Pensionen usw. nicht ausgeworsen werden. Die Arbeiterzentrumswähler wollten eine Entprvle- tarisierung der Arbeiterschaft herbeigeführt wissen und dafür gebe es in der Hauptsache zwei Wege: Die Steigerung des Reallohnes und die politische und wirtschaftliche Demokratte. sowie die soziale Ausgestaltung des Dildungswesens. Es wurde dann eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: Die Versammlung bekennt sich mit allem Rachdruck zum deutschen Dolksstaat. Die Verkündung politischer Rechtsgleichheit bedeutet noch keine tatsächliche Gleichberechtigung, Gleichachtung und Gleichwertung aller V)lks» klassen im Staate. Als nächstliegende praktische Forderungen für die Arbeiterpartei stellt die Versammlung heraus, stärkere Berücksichtigung der Arbeitervertreter in allen Instanzen der Partei und bei der Auswahl von Kandidaten zu den Parlamenten sowie in den Organen der öffentlichen Verwaltung, ferner bessere Ausgestaltung der Zentrumspresse im Sinne einer grundsatzklaren Haltung und polittschen Wegweisung. Oberheffen. Landkreis Gießen. g. Klein-Linden. 5. März. Der hiesige Handwerker- und G e w e r b e v e re in hatte für Samstag abend seine Mitglieder zu einem F a m i l i e n a b e n d auf der „Burg" eingeladen. Rachdem die Musikkapelle einen flotten Eingangsmarsch gespielt, begrüßte der 1. Vorsitzende Ludwig Vieh mann II. die Anwesenden. Der von der Firma Ruhl dahier zur Verfügung gestellte Lichtbilderapparat, sowie eine Sängergruppe sorgten für die Hnterhaltung des Abends. Syndikus Röhr, sowie Prof. Dr. Krausmüller, Oberreallehrer Haggenmüller und Bauunternehmer Becker brachten durch kurze Vorträge die Bedeutung des Abends in guter Weise zum Ausdruck. Der Handwerker- und Gewe^everein kann mit Zufriedenheit auf diesen schön verlaufenen Abend zurückblicken. T Stockhausen, 5. März. Hnsere Schuljugend litt in früheren Jahren unter dem öfteren Wechsel der hier tätigen Lehrer, da die zur Verfügung stehende Lehrerwohnung völlig unzureichend war und für einen verheirateten Lehrer mit Kindern gar nicht in Frage kommen konnte. Hm diesem Hebel abzuhelfen, wurde in dem letzten Jahre mit dem Reubau einer Lehrerwohnung begonnen. Gegenwärtig arbeiten die Geschäftsleute an der Inneneinrichtung der Wohnung. Bis zum kommenden Sommer wird das stattliche, schöne Wohngebäude, übrigens eine Zierde für unser Dorf und ein Werk, auf das unsere kleine Gemeinde mit Stolz blicken darf, soweit fertiggestellt sein, daß es bezogen werden kann. * Bellersheim, 5. März. Am Samstag abend 6.45 Hhr schoß der Jagdaufseher Julius W ö r n e r von hier die erste Schnepfe. ’ Eberstadt b. Lich, 5. März. Eine vorbildliche Reuerung auf dem Gebiete der Milchwirtschaft wurde hier von Altbürgermeister G ö r l a ch in Betrieb genommen. Als erster arbeitet dieser am hiesigen Platze mit einer Melkmaschine. K eis Friedberg. sf. F r i e d b e r g, 5. März. Am Samstagabend hielt unter Leitung seines Vorsitzenden, Wilh. Ad. Heß, der Ortsgewerbeverein eine Versammlung im Hörsaal des neuen Maschinenbaulaboratoriums des Polytechnikums ab. Als erster Puntt der Tagesordnung wurde auf Dor- das Vitamin A, noch das Vitamin B, noch das Vitamin C. Reis dagegen, per bacco, der Reis nimmt es mit dem ganzen Alphabet auf. Zwei Frankfurter Ltraufführungen. Der letzte Samstag stellte die Frankfurter Theatergemeinde vor ein recht schwieriges Problem. Es gab nicht weniger als zwei vielversprechende Hrauffühiungen und dazu das letzte Auftreten der Pawlowa vor ihrer Hebet» feereife. Das lokalpatriotische Gefühl drängte zunächst zum Besuch des Schauspielhauses, wo Toni Impekoven und Carl Mathern wieder eine neue Posse unter dem verheißungsvollen Titel „M a x der Prominente" bescherten. Man kam wie immer bei unfern beiden Lokaldichtern vollkommen auf seine Kosten, belachte herzlich die reiche Fülle heiterer Einfälle und die mehr oder minder kräftigen und drastischen Witze und spendete den Darstellern, von denen Impekoven selbst die Hauptrolle übernommen hatte, so starken und herzlichen Beifall, daß das Schauspielhaus wohl mit Sicherheit auf eine stattliche Anzahl weiterer Aufführungen rechnen kann. Mit etwas mehr Skepsis ging man in das Reue Opere ttenthea ter, das unter dem Titel „Liebeund Trompetenblasen" ein neues Wer lvon Marc Roland herausbrachte, zu dem Hans Sturm und Hans B a ch w i tz den Text geschrieben haben. Man war um so mehr skeptisch, als das Theater mit einer Reihe neuer Kräste aufwartete. Allerdings hatte man sich als Zugkraft Hans Junkermann verschrieben, der eine solche Fülle köstlichen Humors spendete, daß das Haus ihm verschiedentlich bei offener Szene lebhaft dankte. Eine angenehme Heberraschung bot die Besetzung der beiden weiblichen Rollen. In Grete Drill hat sich das Reue Operettentheater eine rassige Soubrette gesichert, der allerdings die überragende Tanzkunst einer Lisa Rade noch abgeht. In Lissy Helling, die eine recht anmutige Erscheinung mitbringt, hat das Ensemble eine weitete wertvolle Bereicherung erfahren. Den Löwenanteil des Abends aber sicherte sich trotz Junketmqnn unstreitig Rorbert Pelz mit seinem L rutnant Arpad, glücklich ergänzt durch den Humorschlag des Vorstandes einstimmig Bauunternehmer Becker (Gießen) als Mitglied in die Handwerkskammer gewählt. Dann fand eine Aussprache über eine Handwerks-Werbe- w o che, die im Sommer stattfinden soll, statt, an der sich außer dem Vorsitzenden noch die Herren Dr. Reif und Schreinermeister Jordis beteiligten. Einen Beschluß konnte man nicht fassen, da auch die Pläne des Verkehrsvereins, der ähnliches im Sinne hat. noch keine greifbare Gestalt angenommen haben. Anschließend fand eine Führung durch die Reuanlagen des Polytechnikums statt, die durch eine kurze Ansprache Direktor Dr. Schäfers eröffnet wurde. Daurat Dr. Winkhaus führte die Erschienenen durch das Maschinenbaulabora» totium und gab einen seht guten Hebetblick über Arbeitsweise und Verwendungsart der einzelnen Maschinen, die zur Aufstellung gelangt waren. Auch im elektrotechnischen Laboratorium, durch das die Bauräte Szeanner und Dr. O t t o die Führung übernommen hatten, wurde der Versammlung ein guter Heberblick über die großzügigen Reuanlagen gegeben, die geeignet sein werden, den Ruf der Friedberger Anstalt auf eine ganz bedeutende Stufe zu heben. In beiden Laboratorien wurden auch Maschinen und Apparate im Betrieb vorgeführt. Kreis Büdingen. nd. R i d d a, 5. März. In einer gestern hier abgehaltenen gemeinsamen Sitzung des Kirchenvorstandes und der Kirchen- gemeindevettretung unseres Kirchspiels wurde nochmals über die innere und äußere umfangreiche Renovierung unserer Stadtkirche verhandelt und die dabei beabsichtigten Veränderungen durch Versetzung der Orgel in den Chorraum und die Aufstellung der Kanzel hinter den Altar erörtert. Oberk^urat Frey von Büdingen erläuterte ausführlich die Gründe und Zweckmäßigkeit des Planes, der durch ein von ihm angefertigtes Modell vetanschMllicht wurde. Rach den Verhandlungen ergab die 2ib- ftimmung die Mehrheit für die Annahme der von der Baubehörde gemachten Vorschläge. Die Orgel soll bei der Hmstellung auch erweitert werden, ein zweites Manual und elektrisches Gebläse erhalten, wofür ein Kvstenvoranschlag von 2500 Mk. aufgestellt war. Die G e s amt- ko st e n für die Instandsetzung der Kirche sind auf 1 5 0 0 0 Mark vorgesehen. Zur Deckimg werden u.a. die hiesigen Vereine Deranstaltum« gen treffen, deren Erträge dem Kirchenfond zugewiesen werden sollen. Der Arbeiter-Gesangverein „Eintracht" wird zu dem guten Zwecke nächsten Sonntag in der Turnhalle ein Konzert veranstalten. Mit den Arbeiten in der Kirche soll baldigst begonnen werden, damit das Gotteshaus im Lause des Sommers wieder seinen Zwecken dienen kann. Während der baulichen Veränderungen wird der Gottesdienst wahrscheinlich in der Turnhalle gehalten werden. △ Stockheim, 5. März. Am Samstag hielt hier im Weitzelschen Saale die Argeitsge- meinschaft für Heimatkunde des Kreises Büdingen eine Versammlung ab, die von etwa 150 Personen, meistens Lehrer, Studienräte und Geistliche, besucht war. Rachdem der 1. Vorsitzende, Oberstudiendirektor Dr. Keller (Büdingen) die Versammlung eröffnet und herzlichst die große Zahl der Erschienenen begrüßt hatte, hielt Professor Dr. Blecher aus Friedberg einen zweistündigen, wissenschaftlich begründeten Vortrag über das Thema: »Der Mensch der Steinzeit und die früheste Besiedelung der Wetterau". Einleitend widerlegte er die in Schulbüchern häufig zu findenden falschen Berichte über die Beschaffenheit unseres Vaterlandes zur Zeit der Geburt Christi, die wohl die Beschreibungen Tacitus' zur Quelle haben. Heber die früheste Besiedelung dienen als interessante Belege die Skelettfunde vorsündslutlicher Säugetiere und Menschenschädel. Die Donnerkeile und andere Steinwerkzeuge lassen auf die Menschen der ältesten Steinzeit den Schluß zu, dah sie Sammler und Jäger in der einfachsten Form waren, deren Hrrasse aus Südfrankreich und Spanien stammte. Treffliche Lichtbilder von Tier- und Menschenschädcln, Schmuck und Zeichnungen auf sprühenden Soldaten Rothe-Careys und Josef Jahrbecks Rittmeister Ottokar. Das Haus dankte denn auch mit reichlichem Beifall und ebenso reichen Blumenspenden und rief nach Beendigung des zweiten Aktes auch den Komponisten, den Verfasser sowie Direktor Glock und den verdienstvollen Oberregisseur Wiesner wiederholt auf die Bühne. Hochschulnachnchten. Der außerordentliche Professor an der Berliner Hniversität Dr. Johannes Röbel hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der indischen Philologie an der Hniversität Marburg als Rachfolger von I. W. Hauer erhalten. — Ernannt wurden: der o. Professor Dr. August Reichen- sperger in Freiburg (Schweiz) zum ordentlichen Professor der Zoologie an der Hniversität Bonn als Rachsolger von Prof. R. Hesse: der o. Professor Dr. Max Scheler in Köln zum ord. Professor der Philosophie in Frankfurt a. M. und Professor Dr. Georg August Wagner von der deutschen Hniversität in P r a g zum Ordinarius der Geburtshilfe und Gynäkologie an der Hniversität Berlin als Rachfolger von K. Franz. — Dein Privatdozenten für romanische Philologie an der Frankfurter Hniversität Dr. Helmut Hatzfeld ist ein Lehrauftrag zur Vertretung der Stilgeschichte. Bedeutungslehre und Syntax der romanischen Sprachen erteilt worden. . Amtlich wird die Ernennung des Geheimen Hofrates Prof. Dr. Hermann Onden in München zum ordentlichen Professor der neueren Geschichte an der Hniversität Berlin bestättgt. Professor Dr. Johannes Ragler in Freiburg i. Br. hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl für öffentliches Recht an der Hniversität Breslau als Rachfolger von Professor P. Heilbvrn angenommen. Der durch die Emeritterung des Geh. Medizinalrats Wilhelm Müller an der Hniversität Rostock erledigte Lehrstuhl der Chirurgie ist dem nichtbeamteten a. o. Professor und Oberarzt an der chirurgischen Klinik der Hniversität G 5 t- tinflen Dr. med. Wilhelm von Gaza an- geboten worden. den alten Sitten und Trachten. Der Dortrag war von musikalischen Darbietungen umrahmt, die ein reichhaltiges Programm brachten. Frau Lehrer Breuer aus Udenhausen sang mit gutgeschul- ter, vollklingender Altstimme Lieder von Schubert, Cornelius und Mozart. Das vortreffliche Fugendorchester Alsfeld unter Leitung von Lehrer Dotter hatte sein großes Können in den Dienst der Sache gestellt. Fri,ches Musizieren einer musikliebendrn Schar junger Talente fesselte die Zuhörer vom ersten bis zum letzten Stück und rief immer größeren Beifall hervor. Es war ein belebender Genuß, diesen Klängen zuhören zu können, die in allen Zuhörern den Wunsch nach einer Wiederholung weckten. Außerdem brachte das Programm noch Gedichte von Gutberlet, die von hiesigen Mitgliedern der Iugendgruppen Alsfeld und Hersfeld ausgezeichnet zum Vortrag gebracht wurden. Die Veranstaltung dürste das Ansehen der V. D. A.- Sachc weiter gehoben haben. Kreis Lauterbach. 8 Cngelrod, 5. März. 3n der Versammlung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurden 14 Mitglieder der Wehr (Georg Karl, Fohannes Greb X., Johannes Greb XL, Johannes Habicht, Georg Dahn, Heinrich Ganz, Heinrich Faust, Heinrich Greb V„ August Gieß, Georg Schaaf III., Johannes Holl, Karl Dock, Konrad Greb und Heinrich Möller II.) von dem Kreisseuerwehrinspeitor Bechtold von Lauterbach das 25jährige Feuerwehreh'ren- z eich en überreicht. Der Kreisfeuerwehrinspektor beglückwünschte die Zubilare zu der Auszeichnung und forderte die jüngeren Kameraden auf, sich mit dem gleichen Diensteifer dein Feuerwehrdienst zu widmen und ebenfalls die staatliche Ehrung zu erstreben. Bürgermeister Greb gratulierte den Dekorierten im Damen der Gemeinde nud sprach ihnen Dank für ihre seitherige Tätigkeit aus. Kommandant Karl, einer der heutigen Zubilare, dankte in deren Domen für die erwiesenen Ehrungen und gelobte, der Wehr auch in der Zukunft die Treue halten zu wollen. Starkenburg. * Darmstadt, 5. März. Mit einem Festakt wurde hier im Dathaussaa! dos hundertjährige Bestehen der Knab en-Ar - beitsanstalt begangen. Diese ist ein Institut, wie es wohl kaum ein zweites in Deutsche land gibt; sie ist hervorgegangen aus einer Stifa tung des Degierungsrates Karl Heinrich Beck in Darmstadt aus Anlaß des goldenen Ehejubiläums des Großherzogs Ludwig I„ und sollte der Verwahrlosung der Fugend entgegenwirken. Diese Aufgabe sucht die Anstalt zu lösen, indem sie Knaben in ihrer Freizeit mit Gartenarbeiten beschäftigt; sie erhalten dafür eine Entlohnung, die zur Beschaffung von Kleidung usw. für sie verwendet wird. Früher war die Arbeitsanstal* eine der größten Gärtnereien Hessens, bekannt wegen ihrer Dosenzucht. Vor etwa 30 Fahren ging das Stiftungsvermögen der Anstalt, das in 167 000 Mk., sowie in Haus- und Grundbesitz im Werte von 71 000 Mk. bestand, in das Eigentum der Stadt über, die die Knaben-ArbeitS- anstolt in ähnlicher Weise, doch mehr nach pädagogischen Gesichtspunkten, weiterführt. Feder Funge bewirtschaftet jetzt sein eigenes Gärtchen und wird so zur Arbeit und Naturliebe erzogen. Preußen. Kreis Wetzlar. L Wetzlar, 5. März. Die Seife tzung des hiesigen Pfarrers Lühl gestaltete sich zu einer erhebenden Trauerkundgebung der evangelischen Bevölkerung der Stadt für ihren lang- lährigen Seelsorger. Die Trauerfeier begann um 1 Uhr im Dom, der in seinen weiten Hallen bis auf den letzten Platz gefüllt war. Vor dem Altar war der Sarg aufgestellt, umgeben von einem mächtigeri Blumenwald. Auf der linken Seite des Altars hatte der Evangelische Manner- )erein Wetzlar seine Fahnenabordnung zur Aufteilung gebracht, während diejenige deS Gie- jener Evangelischen Arbeitervereins auf der rech, ten Seite Platz genommen hatte. Die Pfarrer der Synode Wetzlar waren unter Führung ihres Superintendenten Wieder fast vollzählig im Ornat erschienen, daneben noch eine größere Zahl Geistlicher der Synode Braunfels. Dach einem Orgelvorspiel sang der Evangelische Kirchenchor »Selig sind die Toten", von F. G. Herzog. Dann )ielt der zweite Pfarrer der Wetzlarer Gemeinde, Schmidt, die Gedächtnisrede. Mit war- men Worten gedachte er seines dahingeschiedenen Amtsbruders, der in fast 23jähriger aufopferungsvoller Arbeit seiner Gemeinde gedient hat. Seine große Gewissenhaftigkeit selbst bei den kleinsten Dingen, feine Arbeit in der Kranken- und Altersfürsorge, seine Pünktlichkeit in Der- waltungssachen usw., sie alle wurden noch einmal der trauernden Gemeinde zu Herz und Ohren Steinen, die besonders zahlreich in einer Höhle Spaniens gefunden worden sind, ergänzten die belehrenden Worte. Fn der jüngeren Steinzeit, 5000 bis 2000 v. Ehr., tritt unsere Gegend auf den Plan. Die wandernden Fäger wurden seßhaft, bauten Hütten und gingen langsam zum Ackerbau über. Die nördlichste Grenze dieser Spuren in der Wetterau findet man bei Eberstadt (Lich). AuS den zahlreich gefundenen Gefäßen jener Zeit lassen sich an der Keramik auch die Zuzüge aus Dord und Süd bis an den Deckar feststellen. Die Kultur- und Kunsthöhe dieser Menschen ruft unsere Achtung hervor. Der Vortragende wurde mit großem Beifall belohnt. Kreisfchulrat Gockel (Büdingen) sprach ihm den herzlichsten Dank aller Zuhörer aus. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg. 5. März. Untere freiwillige Feuerwehr hielt am Samstagabend, unter dem Vorsitz ihres 1. Kommandanten W. P o r t, in der Gastwirtschaft Schön ihre dritte ordentliche Generalversammlung ab. Die Wehr zählt zur Zeit 65 ordentliche und 62 außerordentliche Mitglieder. Dem Fahres- bericht entnehmen wir, daß sie auch im abgelaufenen Fahre bemüht war, sich durch tüchtige Liebungen für den Ernstfall vorzubereiten. Ihre beiden Kommandanten W. Port und W. Lein nahmen an einem Fnstruktionskursus in Schotten teil. Glücklicherweise blieb unser Dorf von Bränden verschont. Dur einmal wurde die Wehr alarmiert, aber nur zu einem Zimmerbrand. Die Dechnungsablage durch den Rechner Hch. B ö ch e r ergab einen Kassenvorrat von 74,50 Mark. Bei der Wahl des Gesamtvorstandes wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt. An Stelle des nach Schotten verzogenen Zugführers Otto Diehl wählte man Otto Fleischhauer. Das Amt eines Sanitäters übenrahm Emil Schön. J Eichelsachfen, 5.März. Nachdem vor vier Tagen die hiesige Feuerwehr erst einen W a l d - brand löschte, wurde sie heute roieöer alarmiert. Kurz vor 12 Uhr mittags brach in einer Hofreile Feuer aus, dem die Scheune mit ihren Vorräten gan^ und der obere Teil der Stallung zum Opfer fielen. Durch rasches Eingreifen der Feuerwehren von hier und Wingershausen konnte ein Uebergreifen des Feuers auf das Wohnhaus verhindert werden. Als Ursache des Brandes wird Kurzschluß angenommen. Kreis Alsfeld. te* Alsfeld, 5. März. Die Vereinigung ehem. 116er Alsfeld und Umgegend veranstaltete am Sonntagabend im kleinen Saale des »Deutschen Hauses" einen öffentlichen Lichtbildervortrag durch Herrn W. I. Decker, Marburg, L. 116, ehem. Stabsphotograph und Kartograph bei dem Generalstab des 26. Reserve-Armeekorps, über die Kämpfe um Vpern. die Schlacht an der Somme, in der Champagne. Vormarsch- und Rückzuggefechte 1918. Das Interesse für den Vertrag war so groß, daß der Saal biS auf den letzten Platz gefüllt war und viele Zuhörer umkehren mußten, weil sie keinen Platz mehr finden konnten. Die unmittelbar auf den Kampffeldern, oft während der Kampfhandlungen aufgenommenen Bilder gaben ein sehr ein- drucksvoUes Bild von den schweren Kämpfen, die unsere Truppen in diesen Gegenden zu bestehen hatten, sie gaben ein Bild von den heldenhaften, vft übermenschlichen Leistungen derselben, besonders in den Kämpfen an der Somme. Die Zahlreichen Zuhörer dankten dem Redner durch lebhaften BeifaU. — Am Samstagnachmittag gegen 3 Ahr wurde die hiesige Freiwillige Feuerwehr durch die Feuerfirene alarmiert und zur Brandhilfe nach dem benachbarten Altenburg angefordert. Dort war in den angrenzenden Waldungen des Freiherrn von Riedesel zu Altenburg ein Waldbrand aus- gebrochen, der infolge der trockenen Witterung sich rasch verbreitete. Als die Feuerwehr an Ort und Stelle kam, war jedoch der Brand bereits Durch das Gutspersonal und Einwohner von Altenburg gelöscht worden, so daß die Alsfelder Feuerwehr nicht mehr einzugreifen brauchte. — Der Reichs Postmini st er hat der Stadt Alsfeld seinen Dank ausgesprochen für den Entschluß, für dos in Alsfeld zu errichtende neue Postgebäude einen Teil des Anwesens des Hotel Krone" zur Verfügung zu stellen. Der Minister hat sich bereit erklärt, den Wünschen der Stadt hinsichtlich der Ausgestaltung des Gebäudes noch Möglichkeit Rechnung zu tragen. Mit Den Abbrucharbeiten der „Krone" wird voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche begonnen werden. =er. Homberg a. d. Ohm, 5. März. Soweit M die Sachlage jetzt schon überblicken läßt. Durfte im begonnenen Iahre die Bautätigkeit dahier und in der Umgegend eine recht rege werden. In Homberg werden fünf Wohn- Hauser, zwei Scheunen und einige Ställe er»' stehen. In Dieder-Ofleiden werden zwei im Rohbau stehende Wohnhäuser vollendet und fünf neue erbaut werden. Die Gemeinde Dannenrod will zur Unterbringung mittelloser Ortsbürger ein Gemeindehaus aufführen. -er. Die d e r - O s le i d e n, 5. März. Das vor etwa zwei Monaten aufgeführte eiserne Gern st von 35 Meter Höhe bei dem Dosaltwerke Dieder-Ofleiden, der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie gehörend, gestattet die automatische Hebung derzum Aufbau eines Gebäudes nötigen Betonmassen. Im Innern desselben werden etserne, mit Beton gefüllte Körbe von 0,25 Kubikmeter Inhalt zu jeder beliebigen Höhe gehoben und dann in eine Rinne gekippt. Fe höher der Betonbau wrrd, desto höher werden auch die Betonmafsen gehoben, um mittels seitlich angebrachter Rinnen in die verschalten Wände geleitet zu werden. Es gewährt einen sehr interessanten Anblick, diese Einrichtung in Tätigkeit zu sehen. _ ^r. § eckenbach, 5. März. Dieser Tage wurde dre Deckenbacher Gemeindejagd erneut aus sechs Iahre verpachtet. Der seitherige Iagdpachter, Architekt Weber, Solingen Der sie schon seit dem Iahre 1916 innehat. die 7?agd also zwölf Iahre lang ausübt, hat fic- für 450 Mk. gepachtet. Diesem Gebot wurde seilens des Gemeinderats die Genehmigung erteilt. Andere Fagdliebhc?, r hatten sich gleich. 1 falls eingefunden, aber niedrigere Gebote abgegeben. Auch die Gemeindejagd in H ö i n g e n t)at Weber für die gleiche Zeit gepachtet, und zwar für 225 Mk. x» Büßfeld, 5. März. In der Wirtschaft । von Ernst Fleischhauer tagte gestern eine Versammlung der Reitabteilung Düßseld, Die gut besucht war. Dr. Buhl (Homberg) hielt ; einen interessanten und lehrreichen Vortrag über das Pferd. Den HauptberatungSstofs bildete der am 18. d M. stattfindende Sternstafettenritt mit dem Endziel Schotten. An dieser größeren Reiterveranstaltung beteiligt sich auch die hiesige Abteilung, und zwar wird sie eine Strecke von Dieder-Gemünden bis Ulrichstein zu reiten haben. V Grebenau, 5. März. Eine Veranstaltung der hiesigen Ortsgruppe des D. D. A. in der Turnhalle beschloß am Samstagabend die Reihe der Winterveranstaltungen. 6te war der Passionszeit gemäß ernster Art. Den Mittelpunkt bildete ein einstündiger interessanter Vortrag des Oberstleutnants L 6 o n (Wien), vermit- telt durch die Reichszentrale für Heimatdienst, Frankfurt a.M. Der Redner schilderte die geschichtliche Entwicklung Tirols, bezeugte Deutschtum der Tiroler, das durch keinerlei Bemühungen der Italiener in Welschtum verfälscht werden kann. Alle die schweren, erbarmungslosen Bedrückungen werden das Deutschtum Tirols nicht verderben. Der Tiroler, auch der Sübtiroler, wird immer deutsch bleiben. Prachtvolle Lichtbilder zeigten anschließend die großartige Schönheit des Landes Tirol, die Kern- hastigkeit der Menschen und ihr Festhalten an Nerkchrsschrmng erfordert Rechts gehen! | ~TriiWT»~Tiir nn iiiiiiimiiiimi ii iiumr^r-ini—nrnm—wnfl Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redakrion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion deS „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 151. Don Dr. E. Zimmer. Schwarz. 2 3 5 4 6 7 a V//z. h 3 2 5 4 6 8 7 d e Weiß. g 11 a b b c d e t g « MU Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 6 Steine. Kdl; Dd8; Th3; Bb3, b4, d4. Schwarz: 5 Steine. Ke4; Bb5, bb, b7, e5. Endspiel Nr. 52. 2 5 3 6 4 8 7 a b g h 3 o 4 2 8 6 1 Von Dr. K. G. Wurzel, Wien. Schwarz, d e d e f g h Weiß. a b c Weih am Zuge macht remis. Weih: 6 Steine. Kb7; Lg3; Ba2, b3, d4, e6. Schwarz: 5 Steine. Kd5; Ta5; Lg4; Ba3, d7. Lösung deS Endspiels Ar. 51. Don E. Würscher. 1. Sh3-g5! (Droht durch 2. Le4+ bas Spiel unentschieden zu machen) 1...... Le3xg5 2 Ld3-a6!, Kd5-c6 (denn sonst folgt 3. Lb7+ etc.) 3. La6-e2!, h2-hl - D 4. Le2-f3+, l)iilxk3 patt. Lösung des Problems Ar. 148. Don E. Ferber. 1. 1. 1. 1. 1. 1. 1. Te7 —e3!, d4xe3 2. c2 —c4 matt. ...Dd3xe3 2. c2-c4 matt. •..Sd8xc6 2, Ld7 - eb matt. Tg5-g7 2. Te3-e5 matt. Dd3>-c2 2. DdlXd4 matt. ...., Dd3 —c3 2. Ddl — f3 matt. .beliebig 2. Sc6 - e7 matt Nimzomitsch Sieger im Berliner Turnier. Das diese Woche nach vierzehntägigem Kampfe beendete Berliner Iubiläumturnier hat den glänzenden Sieg des baltischen Großmeisters A. Olim- zowitsch ergeben; zwar ist er nicht mit großem Vorsprung vor seinem Rivalen Bogoljubow ge- «landet (sein Abstand beträgt einen halben Point), doch wenn man bedenkt, daß er gegen Asti durch einen Fingersehler einen halben Punkt verschenkte, sowie am folgenden Tage als Folge der Dervosi- tät gegen Steiner verlor, so kann demzufolge sein Sieg nicht hoch genug gewertet werden. Auch Bogoljubow hat in diesem Turnier mit großer Energie gespielt, aber da der Balte die ihm früher anhaftende Dervosität zum Teil abgelegt hat, ließ er sich den einmal erkämpften Dorsprung nicht wieder abnehmen. Dimzowitsch dürfte nach seinen letzten großen Erfolgen wohl der erste Anwärter für einen Kampf um die Weltmeisterschaft sein. Der dritte Preisträger, Dr. Tartakower, hat gegen Ende des Turniers seine alte Stärke wiedergefunden und so einen ehrenvollen Platz errungen. Eine Überraschung bildet der Erfolg des vierten Preisträgers P. Iohner und eine noch größere, derjenige des fünften, des jungen Berliner Helling. Sechster bis siebenter bis achter wurden Steiner, Reti und Brinkmann, von welchen Steiner das unglaubliche Kunststück fertiggebracht ba-, die drei ersten Preisträger niederzuringen. Deunter bis zehnter wurden Ahues und Sämisch, die beide höher hätten landen können. Die Schluhsavoriten Leonhardt, Schlage, Stoltz und Koch haben wenig geleistet, jedoch dazu beigetragen, den Spitzenstand der Sieger ein wenig zu verändern. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren bom Aebaktionstisch. profeffor Thiersch und der Patient Zu dem berühmtesten Wundarzt Leipzigs. Professor Thiersch, kam einmal ein Patient und zeigte ihm einen Arm, den er operieren lassen wollte. Allerdings sollte nicht etwa Thiersch die Operation vornehmen, sondern der Patient bat um eine Empfehlung an den berühmten Professor Doyen in Paris, von dem man sich damals Wunderdinge erzählte. Thiersch war etwas Derartiges in feiner langen Praxis noch nicht vorgekommen. Er betrachtete den Bittsteller, besah sich seinen Arm, erklärte sich aber schließlich doch bereit, die Empfehlung zu geben. „Sie müssen aber wissen, mein Lieber", sagte er erklärend, „dieser Professor Doyen ist eine sehr schroffe Datur. So wird er Sie beispielsweise zuerst fragen: Monsieur, waS wollen Sie denn von mir? — Darauf haben Sie zu sagen, daß Sie ganz ergebenst um einen operativen Eingriff durch ihn bitten. Verstanden? — Dann wird er Sie fragen, wie Sie heißen, — Sie antworten laut und vernehmlich: Ich heiße Uhlig! — So, und dann wird er fragen: Wo kommen Sie her? — Darauf sagen Sie nichts weiter als: Ich komme per Expreß aus Leipzig wegen der Operation nach Paris! — Wie? Sie sind auS Leipzig? wird er nochmals fragen, und Sie antworten: Iawohl! Und dann wird er den Kops schütteln und Sic lange ansehen und sagen: 3a, Sie Rindvieh, warum haben Sie sich denn nicht in Leipzig vom Thiersch operieren lassen?!" H. I. M. Parier. Hein und Fietje sind in einen Zirkus gegangen. Dort tritt ein Messerwerfer auf. Gespannt sehen Hein und Fietje zu, wie die Messer, von der geübten Hand des Artisten geschleudert, haar- scharf an dem Kopfe der hübschen Partnerin vorbeisausen. „Du", sagt Fietje. ..Funim, wolln gehn, der dammliche Kerl trifft ihr ja im Leben nich." K. A. E. geführt. Dach einem Gesang der Gemeinde ergriff Superintendent Wieder das Wort, um auch seinerseits die Verdienste des Verstorbenen an der Arbeit der Synode und in den Pfarrvereinen zu würdigen und ihm den Dank hierfür an seinem Sarge auszusprechen. Dach einem nochmaligen Vortrag des Kirchenchors und Gebet und Segen war der Trauerakt im Gotteshaus zu Ende. Hieran anschließend 'fand die Ueberführung zum Friedhof statt. Unter Dorantritt der Konfirmanden des Verstorbenen und der kirchlichen Männervereine von Wetzlar und Gießen setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Hinter dem Sarge schritten die Pfarrer unb Angehörigen, sowie die Mitglieder des Presbyteriums und der Gemeindevertretung, des ev. Kirchenchors usw. Dach der Einsegnung auf dem Friedhof wurden noch eine überaus große Zahl von Kränzen von Vereinen und Korporationen niedergelegt, darunter auch Damens der Stadt Wetzlar durch den Beigeordneten Richard. Mit Pfarrer Lühl, der erst ein Alter von 51 Fahren erreicht hat, ist ein äußerst pflichtgetreuer Geistlicher dahingegangen, der es mit seinen Arbeiten am Dienst seiner Gemeinde besonders ernst nahm. Ein schweres Herzleiden, das er sicher nicht früh genug bekämpfte, warf ihn in dem Augenblick auf das Krankenlager, als er sich im Dienst für die Äugend auf einer kirchlichen Tagung in Rengsdorf befand. Da eine Besserung nicht eintrat, mußte seine Ueberführung nach der Medizinischen Klinik in Gießen erfolgen, wo er vier Wochen nach seiner Einlieferung trotz größter Pflege seinem Leiden erlag. J Groß-Rechtenbach, 5. März. Bei der am Samstag stattgehabten gemeinschaftlichen Rutz- holzversteigerung der Gemeinden Volpertshausen, Klein-Rechtenbach, Vollnkirchen, Weidenhausen, Reiskirchen, Groß-Rechtenbach, Hörnsheim, Lützellinden unb Münchholzhausen wurden folgende Preise erzielt: Eichenstämme Kl. 2 N 20 bis 40 Mk., Kl. 3 N 25 bis 40 Mk., Klaffe 4 N 40 bis 70 Mk., Kl. 5 N 40 bis 100 Mk., Klaffe 6 N 50 bis 100 Mk. je Festmeter; Eicbennutzscheit 2. Kl. (Küferholz) 30 bis 50 Mk. pro Raummeter; Eichenstangen 1. Kl. 2,50 Mk. je St.; Eichennutzwellen (2 Meter lang) 20 bis 28 Mk. je Raummeter; Fichtenstämme Kl. la und 1b 30 bis 35 Mk., Kl. 2a und 2b 35 bis 40 Mk. je Festmeter; Fichtenstangen 1. Kl. 3 bis 3,50 Mk., 2 Kl. 1,50 bis 2 Mk. je Stück; Buchenstämme Kl. 3 N 20 bis 30 Mk., Kl. 4 N 25 bis 35 Mk.; Kirschenstämme Kl. 2 N 25 bis 30 Mk.; Kiefernstämme Kl. 1b 20 bis 26 Mk., Kl. 2a 25 bis 30 Mk., Kl. 2b 35 bis 40 Mk., Kl. 3a und 3b 40 bis 45 Mk., Kl. 4a 45 bis 52 Mk. je Fcftmeter; Kiefern- Nutzholz (3 Meter lang) 11 bis 13 Mk. je Raummeter. Kirche und Schule. △ Stockheim, 5. März. Am Samstag wurden hier die in der vorigen Woche in den Bezirken des Kreises Büdingen abgehaltenen Lehrproben und D o r t r ä g e, die der Berater für Werkunterricht, Schulrat Denzer aus Darmstadt, für die Lehrpersonen des Kreises abgehalten hat, beendet. Die Kurse haben zur Beseitigung mancher Vorurteile und zur Klärung vieler Fragen dieser neuzeitlichen Bewegung auf dem Unterrichtsgebiete beigetragen. Immer mehr findet die Selbsttätigkeit dev Schülers beim Unterrichte weitgehende Berücksichtigung. Kreisschulrat G ö ck e I aus Büdingen sprach Schulrat Denzer für seine wertvollen Anregungen und die trefflichen praktischen Vorführungen in den verschiedenen Schulklassen den Dank der Lehrerschaft des Kreises aus. Ml ift die Wähl eines erftklaffigen und einwandfreien vS> Hautpflegemittels.^^— (za dem täglichen Wafihwaffer zugefetzt erfrifcht. reinigt, klärt und befähigt die Haut aus eigener Kraft gefund und fchön zu fein. Heinrich Mack Nachf., Ulm a. D. Nx tgen tyu ?ntk *3J*Ä S? LL-btz !*n 6nbe Mergcfunbcr Rf'.Chic iJA1 vierten Äußere. 11 Hei. * bS L ?on deichen KL?98eMt J'CöenuunqS “®* «4%, 1 wnnen. "Sie °F Sich uni» «* dazu beige. "S«r ein wen,g PPe. öÄtioiiE Patient Leipzigs, Pro- n Patient und perieren lassen >a Thiersch blc rr Patient bat Mten Prvsessvr an sich damals 1 in feinet laugen - St betrachtete n,2m, erklärte die Smpsehlung n Lieber", sagte Doyen ist eine rt Sie beispielS' tvaS wollen Sie m Sie zu sagen, ’inen operativen anben? - Dann ßen, - Sie ant* Zch heiße Uhlig! en: Do kommen licht- weiter alt: ipzig wegen der ? Sie sind aut n, und Sie ant> chlitteln und kic , Sie Dindvich. t in Leipzig rm H.JM. Zirkus wen. Qtlpannt sehen rcr, von der gr° jleuderl, haar- hcn Pcirtnerm )lln gehn.^der icben nid)." K, A.E- iRmeler; Kiesm 3 Vk. je JtouH*' acht hule. oche m de" w diV der 9 SelierSweg 31. Auf dem Wege schriftlichen Angebots sollen zu den für den Hessischen Staatswald gültigen Bestimmungen 117 Festmeter Fichten-Ltammholz (Klasse la = 2, lb = 33, 2a = 65, 2b = 16 fm) aus dem Erbstädter Domanialwald vergeben werden. Verschlossene Angebote mit der Aufschrift „Fichtenstammholzsnb- mission" bis 20. III. 1928 um 17 Uhr an „ 3. Buchenstämme 2. 3. Kiefernabschn.: 2b-, 3a° und 3b Die Gemeinde Krofdorf-Gleiberg (Kreis Wetzlar) verkauft im Wege des schriftlichen Angebots: ----- Of 1 . 4a- „ = 0,42 „ Angebote find, getrennt nach Sortiment und Klassen, pro Festmeter, bis Samstag, de« 10. März 1928, vormittags 11 Uhr, bei der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer bei der Einreichung unterwerfen, eingesehen werden können. Das Holz ist mit Rinde gemessen. Daubringen, den 5. März 1928. Hess. Bürgermeisterei Daubringen. Preis. 2543V Güteklasse A. Eichenstämme 3. Kl. 1 2,2 rm Kiefernnutzscheit 3,9 MtnMohlMM Aus dem Staatswald des Forstaints Schiffenberg zu Gießen (Fernruf 2578) werden in 6 Losen unter den für die Staatswaldungen allgemein gültigen Bedingungen im Wege des schriftlichen Angebots verkauft: 864 fm Langholz (N), Versteigerung. Mittwoch, den 7. März 1928, nachmittags 4 Uhr, versteigere ich in Lich bei meiner Wohnung: ein Büfett aus Eichenholz, eine Kredenz aus Eichenholz, einen Lederklubsessel zwangsweise meistbietend gegen Barzahlung. 2637D Kl. lb - 0,37 fm „ 2a = 14,88 „ „ 2b = 29,64 „ 14 „ Langgrubenholz. Das Holz ist geschält und fast durchweg i Wege gerückt. Nähere Verzeichnisse stehen auf Wunsch zur Verfügung. Die Bieter sind 14 Tage an ihre Gebote gebunden. Einreichung der Gebote mit ent- la = 15,46 lb ---- 24,20 2a = 25,99 2b = 8,09 3a = 0,99 1 = 11,93 2 = 14,45 MWI! gemahlen, in Pavier- säcken sämtliche Sorten WWM empfiehlt ab Lager ober anneliefert zur Verweudungsilelle H. TrechM Sieinsir.73 Tel.1581 Fichtenstämme (nicht entrindet): Los 10. Klasse la......* Versand ab hier Nachnahme! k r i c li Ik e n k e i m a n n . 1245 .Hagdel)nr|f8. 113. Hoizsnbmission. Die Gemeinde Daubringen verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holz- fortimente: Fichtcu-Stämme. Gegen Zahlungs-e e Ausste“erhausSalomon Erleichterung . atCIIflCl S &T • «Heften, Seltersweg 81'/,, Reisstangen 4. „ 166 „ == 2,88 " Angebote sind, getrennt nach Sortiment und Klassen, pro Festmeter, bis zum Freitag, dem 9. März 1928, nachmittags 2% llhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen. Stück, 4,71 fm Zuschlaableibt Vorbehalten, und ist Bieter zwei Wochen, vom Eröffnungstermin Güteklasse N. Eichenstämme 2. SMM am Wihmarer Weg. ca. 1000 qm, mit Schuppen zu verk. Schr. Ang. u. 01638 an den Gieß. Anz. Gebrauchter großer tanscM billig abzuaeb. 8I’D Seltcröwea 91 II. an gerechnet, an sein Gebot gebunden. Zahlung vor der Abfuhr: ein Drittel bei Zuschlaaserteilung, ein Drittel bis l.Iuni 1928, Rest bis 15. Juli 1928 an die Gemeindekasse in Krofdorf. Nadelholz muß bis zum 15. Mai entrindet fein. Nähere Auskunft durch Förster Möller in Krofdorf bei Gießen. Angebote je Festmeter, nach Klaffen getrennt, sind bis zum 15. Mär, d. 3., 10 Ahr vormittags, an das Bürgermeisteramt in Krofdorf einzureichen. Krofdorf, den 2. März 1928. Der Bürgermeister. Welcher Herr ober Dame gibt Wäsdte zum Waschen n. Ans- bessern in Privat- Hand? Schr. Ana u. 01759 an d. G. Anz Empfehle mich im Mngoäta in und auner dem Haufe, sowie tm An- fertigen von Knovf- lächern. 01718 johonna Melder Schottstrahe 19 Kleine AlM zn kanten gesucht. "v Neustadt 50. | Empfehlungen | Wn in prima Qualität empfiehlt billigst W.Hankei, Neuen Baue 7. Teleph. 612. 4-, d Fast neues 01742 Iagögewehr erstkl. Fabrikat, biü. z. verk. Wo, sagt die Geschstsst. d. G. Anz. Kaufgesuche j Einfamilienhaus gegen bar zu kaufen gesucht. Schr. Angebote mit Angabe des Preises u. d. Räunie u. 01755 a. d. G. Anz. Konkurs-Versteigerung. Mittwoch, den 7. b. M., nachmittags 2 llhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg, meistbietend gegen Barzahlung: Konkursbestände, als: Nudeln, Kakao, Gewürze, Keks, Voll- und Kurzwaren; sowie: 2 Ausstellkasten, 1 Ladenkasse, 1 Drehstuhl, Tüten a. Fa. verschied. Papierrollen; ferner: 1 Partie Rasierapparate, Messer; Ersatzteile für Pfeifen (kurz und lang). 2638V Versteigerung bestimmt und pünktlich. L. Althoff, Konkursverwalter. 2 „ 3a- „ =2,88 „ Kiesern-Stämmc und Abschnitte. j Verkäufe | Vier schöne Läufer- schmeine zu verkaufen. Gustav Borger, 25540 Londorf. Teppiche, Brücken, Läufer lief, ohne Anzahl, in 10 Monatsraten von S M an Stein’« Teppich-Versand, Berlin C 2, Barg8tr.3O. Bitte ichretb. Vertreter gesncht. Drucksachen aller Art liefert in Jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die BrChl'ichc Univ.-Druckerei. R. Lange tfese eine Schneidert* iiintilbtc.1 Berten hio! Ja mein Kind, weshalb haben Sie nicht frühz. 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Die Gemeinde Albach verlaust int Wege schrifllichen Angebots folgende Holzsortimente : Bekanntmachung. Mit dem Einbauen der Gartenwassermesser wird in Kürze begonnen. Gartenbesitzer und Pächter, deren Gärten Wasseranschluß haben, werden ersucht, die Anmeldungen bis zum 20. März d. I. in unserem Verwaltungsgebäude, Zimmer 3, vorzunehmen. Bei Versäumung der Anmeldung zum genannten Termin kann der Messer nur unter erheblichen Mehrkosten gesetzt werden. 2529V Gießen, den 5. März 1928. Städt. Gas- und Wasserwerk ______________Steding._____________ Die Brennholzversteigerung v. 1. März 1. I. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 7. März an bei den Hebestellen in Empfang genommen werden. Hebet- Weisung 8. März I. I., vormittags 9 Uhr. Ablauf der Zahlungsfrist 26. März 1928. Gießen, 4. März 1928. 2527V Hessisches Forstamt Gießen. 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Von jeher hat er den Standpunkt vertreten, daß die Kurpfuscherei aus gesundheitspolitischen Gründen, und zwar durch Gesetzgebung und Aufklärung bekämpft werden muß, und er hat diese gesundheitspflegerische Notwendigkeit bereits zu einer Zeit erkannt. in welcher das gefährliche Llnwesen der Kurpfuscherei in auherärztlichen Kreisen noch sehr wenig beachtet worden war. Weiteste Kreise werden es dahch: heute als die Erfüllung einer selbstverständlichen Ehrenpflicht begrüßen, daß diese vorbildliche, uneigennützige und aufopfernde Arbeit im Dienste der Gesundung und Gesunderhaltung des Volkes durch die Verleihung des Dr. med. h. c. der Universität Jena auch in einer nach außen erkennbaren Form Dank und Anerkennung gefunden hat. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Ubr mittags. 5 bis 7 llhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloffen. Nr. 56 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)' Dienstag. 6 März (928 Turnen, Sport und Spiel. Bezirksgeräteiurnen des 2. Bezirks D.T. in Heuchelheim. Das diesjährige Wintergeräteturnen des LDezirks des Turngaues Hessen fand am Sonntag in Heuchelheim unter zahlreicher Beseitigung statt. Dem Bezirlsturn- wart Schüler, Wehlar, stellten sich 185 Turner zum Wettkamps. Er gedachte vor Beginn des Turnens des Volkstrauertages und ermahnte die Turner, denen, die für uns in de, Tod gegangen sind, die Treue zu bewahren und ihnen nachzuei een in der Erfüllung ihrer Pflicht für das Vaterland. Bor der Siegerverkündigung sprachen noch kernige Turnerworte der Gauoberturnwart W. Will und der Dezirksver- Ireter W. Erle. Nachstehend geben wir einen Auszug aus der Siegerliste. Aktive Turner: Teilnehmerzahl 28, Sieger 27. 1. Sieg Albert W ü r tz, 157 P.. Tv. Krofdorf; 2. Heinrich Mehl, 152 P., Tv. Gcoßen- Linden: 3. Fritz Derghäuser, 146 P., Tv. Niedergirmes; 4. Albert Leun, 145 P.. Tv. Großen- Linden; 5. Rudolf Paul, Tv. 1846 Gießen, und Theo Rinn, Tv. Heuchelheim, je 144 P.; 6. Otto Bepler, Tv. Heuchelheim, und Arthur Kreiling Mtv. Gießen, je 143 P.; 7. W. Zimmermann, Tv. 1846 G eßen, und Karl Leinweber, Tv. Treis, je 142 P.; 8. Wilhelm Wagner, 139 P.. Tv. 1846 Gießen; 9. Richard Belten, 138 P., Tv. Leihgestern ; 10. Heinrich Schmidt, Tv. Hermannstein, und Karl Stork, Tv. 1846 Gießen, je 136 Pi Jugend-Oberstufe: Teil, ehmcrzahl 15, Sieger 13. 1. Sieg Karl Schlicht, 144 P., Tv. Niedergirmes; 2. Heinrich Hettche, Tv. Treis, Heinrich Mosbach und Fritz evpuck, Miv. Gießen, je 143 P. . 3. Wilhelm Straub, Tv. 1846 Gießen, Heinrich Jung, Tv. Lützellinden, und Adolf Leib, Tv. Krofdorf, je 142 P.; 4. Kurt Horeyseck, 141 P.» Tv. 1846 Gießen; 5. Karl Geh ringer. 138 P., Tv. Grünberg: 6. Karl Schick, 137 P.r 7. August Schott, 133 P.; 8. Kurt Sanger, 131 P.; 9. Wilhelm Iller, 127 P., sämtlich vom Tv. 1846 Gießen. Jugend-Unter st ufe: Teilnchmerzahl 42. Sieger 36. 1. Sieg Willi Hedrich, 127 P., Tv. Nieder-Girmes; 2. Richard Ritz, 117 P., Mtv. Gießen; 3. Konrad Schaaf. 116 P., Tv. Treis; 4. Max Hardt, 115 P.. Tv. 1846 Gießen; 4. Fritz Arnold, 115 P.. Tv. 1846 Gießen; 5. Wilhelm Klein, 114 P., Tv. Treis; 6. Otto Kern. 113 P., Tv. 1846 Gießen; 7. Hans Bogt, 112 P., Tv. 1846 Gießen; 8. Oskar Hedrich. 111 P., Tv. Nieder-Girmes; 8. Rudolf Graf, 111 P., Tv. Grünberg; 9. Friedrich Brück, 109 P., Tv. 1846 Gießen; 10. Ludwig Will, 108 P., Tv. Treis. Schüler: Teilnehmerzahl 100. Sieger 78. 1. Sieg Werner Dachmann, 120 P., Mtv. Gießen; 2. Ludwig Lotz, 119 P., Tv. 1846 Gießen; 3. Willi Leidner, 118 P.. Tgmde. Laubach; 3. Karl Rinn, 118 P., Tv. Heuchelheim; 3. Karl Schorge, 118 P., Tv. Großen-Linden; 4. Otto Faber, 117 P., Tv. Großen-Linden; 5. Kurt Faber, 116 P., Tv. Gr.-Linden; 6. Walter Luh, 113 P., Tv. Großen-Linden; 7. Karl Sonntag, 112 P., Tv. 1846 Gießen; 7. Heini Schlamp, 112 P., Tv. 1846 Gießen; 7. Erwin Menges, 112 P., Tv. Großen-Linden; 8. Friedr. Mülln, 111 P., Tv. Klein-Linden; 9. Walther Mehl, 110 P., Tv. Großen-Linden; 9. Willi Ellermeier. 110P., Tv. 1846 Gießen; 10. Walter Belten, 109 P., Tv. Großen-Linden; 10. Ad. Schlicht, '109 P., Tv. Nieder-Girmes. Der Gießener Turnerschaft fielen zusammen 55 Siege zu, und zwar dem Tv. 1846 Gießen 40, und dem Mtv. 15. Handball, Gau Hessen der O. T. Mtv. Gießen II — Tv. Frankfurt-Fechenheim II 5:2. Mtv. Gießen I — To. Frankfurt-Fechenheim I 5:1. Mtv. Gießen (Schüler) — Gymnasium (Jugend und Schüler kombiniert) 1:2. Der vergangene Sonntag brachte der Handballabteilung des Mtv. einen vollen Erfolg. Mit der ersten und zweiten Mannschaft weilte Oie goldenen Berge. Vornan von Clara Viebig. Copyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der JosephI Hastig fuhr der Vater zurück. Dann tat er doch wieder ein paar Schritte nach vor. Das hatte er nicht erwartet, daß der Junge kam, aber da er nun einmal da war, sollte er auch ihm willkommen sein. Was vordem gewesen war, mochte vergessen sein heute. Er sprach: „Guten Abend!" Der Joseph, sich von der Mutter losmachend, sagte auch: „'n Abend/ Er war gar nicht verlegen, wem- aer verlegen als der Vater es war „Setz dich, setz dich doch," drängte die Mutter und drückte den Sohn auf die Bank nieder. Hier sollte er sitzen, hier, warm und gemütlich wieder an seines Vaters Herd. Sie strahlte. Also ihr Beten hatte geholfen, ihre Sehnsucht, ihr Hoffen, waren nicht umsonst gewesen, er war da, er war gekommen! Und hübsch sah er aus und eigentlich besser genährt als sie alle. Simon Bremms Blick überprüfte des Sohnes Erscheinung. Wenn der Rock, den der Joseph trug, auch wider Erwarten ganz war — er hatte im stillen gefürchtet, er würde den einmal in Lumpen feigen —, so war doch etwas an ihm, was ihm gar nicht gefiel. Es war Verbummeltes an dem Joseph. So sieht kein Mensch aus, der gearbeitet hat. Das Gesicht des Burschen war nicht voller geworden, es war nur aufgedunsen, und die Augen waren nicht so groß und blank mehr, sie waren verquollen — der hatte wohl viel gesoffen? „Wo bist du jetzt? Wat Verdienste dir? Und wonut?' „Laß ’n doch erst mal sich setzen, zur Ruh kommen," warf die Mutter schnell ein. „Er is ja kaum hier. Bist sicher arg müd, gelt, Joseph?" Der Bursche lächelte ein wenig: die Mutter glaubte wohl gor, er wäre zu Fuß gelaufen, so dumm war er doch nicht. Er war hübsch bequem mit der Dahn gefahren, nur das letzte Stück nicht, _merl bis hierher ja keine Dahn ging. Er klopfte die yrau auf den schon leicht sich beugenden Rücken: „No, Mutter, wie geht et dir dann?" Für sie hatte er immer etwas übrig gehabt und hatte das auch jetzt Mtv. bei den im Mittelrheinkreis bestens bekannten Fcchenheimer Turnern und konnte mit einem 5:1- bzw. 5:2-Sieg die Rückreise antreten. Die 2. Eli des Mtv. ging kurz nach Anpfiff mit einem schön erspielten Tore in Führung und konnte gleich daraus einen 16-Meterball verwandeln. Die Frankfurter setzten alles daran, um den Vorsprung einzuholen, was ihnen auch gelang. Bei Halbzeit stand das Spiel 2:2. Jedoch nach der Pause waren die Leistungen der Mainstädter nicht mehr das, wie zuvor, und dem Tempo der Mtvcr zum Opfer fallend, mußten sie sich mit einer 5:2-Nieder- läge als geschlagen bekennen. Auch bei dem Spiele der e r ft e n Mannschaft ten gelang es den Gießenern die Führung zu übernehmen; allerdings dauerte die Freude nicht lange, denn Fechenheim glich im Handumdrehen aus. Dem flüssigen Zusammenspiel des Sturmes der Männerturner vermochten die Einheim schen nichts cntgegenzusetzen. Es fielen in regelmäßigen Abständen noch drei Tore. Bei dem Stande 4.1 für Mtv. wurden die Seiten gewechsett. Nach der Halbzeitver- legte sich Frankfurt mehr auf das Zerstörungsspiel, blieb ledoch immer im Rahmen des Erlaubten. Das Spiel wurde jetzt fast nur noch in Frankfurts Hälfte ausgetragen. Tormann und Verteidigung hatten riesig viel Arbeit, ober ihr aufopferndes Spiel bewahrte ihre Mannschaft vor einer zweistelligen Niederlage. Zusammenfassend ist über Spielweise und Rönnen der Mannschaften kurz zu sagen: Sicheres Fangen, auch aus den schwierigsten Lagen, schnelles Starten zum Ball, vor allen Dingen flüssige Kombination und Ausdauer bis zum Schluffe ermöglichten den Mtvern den hohen, aber durchaus verdienten Sieg. Nicht zuletzt sei die uneigennützige Spielweise jedes einzelnen lobend erwähnt. In dieser Beziehung ließ die Mannschaft der Fechenheimer sehr viel zu wünschen übrig. Die Alleingänge und die plötzlich einsetzenden Durchbrüche wurden meistens schon von der Läuferreihe abgefangen. Die wenigen Würfe auf das Tor der Mtvcr waren nicht genau genug, um an dem gut arbeitenden Tormann vorbeizukommen. Beide Spiele wurden in sehr ritterlicher, schöner Kampfesart zur Durchführung gebracht; man hatte das Gefühl, daß die Gegner sich hierin zu überbieten suchten. Auf diese Weise wurde dem Schiedsrichter, einem Turner aus Offenbach, das Amt leicht gemacht. Er gebrauchte seine Pfeife stets zur rechten Zeit und gefiel durch seine korrekten Entscheidungen. Die Jüngsten, die Schülermannschaft des Männerttirnvereins, spielte gegen eine kombinierte Mannschaft der Jugend und Schüler des hiesigen Gymnasiums und mußte eine nicht ganz verdiente 2:1°Niederlage einstecken. Unverdient deswegen, weil sie in bezug auf Zusammenspiel und Sicherheit im Spiele den andern überlegen war. Unverdient auch deswegen, weil die Schüler (bis 14 Jahre) sich gegen die Jugendspieler (bis 18 Jahre) nicht so durchzusetzen vermochten, um gegen körperlich überlegene Spieler eine ganze Spielzeit durchzuhalten. Der älteste und größte der Gymnasiasten warf denn auch die beiden einziaen Tore, die der Mannschaft Sieg und Erfolg brachte. Anzuerkennen ist trotzdem der Eifer auf beiden Seiten und die Freude am Spiel Spielabteilung des L.-L - Gymnasiums Nächsten Donnerstag fährt die 1. Handballmannschaft des Gymnasiums nach Wetzlar, um gegen die dortige Aufbauschule ein Wettspiel auszutragen. Die Wetzlarer sind aus der Schule P a u l u s' hervorgegangen und werden aller Voraussicht nach gewinnen. B. C. 20 Gießen — Trupbach Siegen 3:2 (1:1) Am Sonntag stand D. E. 20 Gießen 1. Mannschaft gegen die gleiche des Sportvereins Trupbach Siegen. Gießen konnte nach halbstündiger Spieldauer durch seinen Halbrechten in Führung gehen, während kurz vor Halbzeit der Halblinke der Gäste den Ausgleich erzielte. Nach der Pause konnten die Gäste in Führung gehen, bald stellte Gießen aber den Ausgleich her. Kurz vor Schluß fiel für Gießen durch den Halbrechten das Siegestor. Die gesamte Mannschaft der Einheimischen war sehr gut. Bei den Gästen gefielen Linksaußen, Tormann und rechter Verteidiger. Fußball am Zugendheim-Opferiag. Als Hauptveranstaltung im Lahnkreis stieg am Sonntag im Marburger Stadion die Begegnung Gau Marburg gegen Gau Gießen- Wehlar, die 3:3 (Halbzeit 3:1 für Marburg) endete. Die Zusammensetzung der beiden Mannschaften, hie nur Marburg und hie nur Gießen, gab dem Spiel mehr den Charakter eines Städtespiels. Marburg führte bis zur Pause 3:1 infolge gänzlichen Versagens der Gießener Läuferreihe. Allerdings mußte ®icr ens Hüter den zweiten Treffer unbedingt verhüten. Nach dem Wechsel kam Gießen erst in Schwung, aber außer dem Ausgleich endeten alle noch so gut gemeinten Aktionen im Sand. Ein knapper Sieg der Gießener Elf wäre dem Spielverlauf nach verdient gewesen; so endete die Par'ie remis. Die Gießener Farben vertraten: Brambach; Schneider (1900) Bingel (D. f.B); Will 1 (1900) Kreß I (V. f. B.) Glitsch; Lust (1900) Henrich II Böttiger (D. f. D.) Adelberger (l»?0) Kleinke (V. f. B). Die zweite Gaumannschaft spielte in Heuchelheim gegen die 1. Mannschaft vom Sportverein 1 920 Heuchelheim. Einige Minuten Spielunterbrechung galten dem Gedenken der Toten. Der Plahverein entschied diese Begegnung mit 3:2 zu seinen Gunsten. Die Gaumannschaft war säst ständig überlegen, verstand es aber nicht, dies zahlenmäßig zum Ausdruck zu bringen. Ein Eigentor und ein ausgelassener Elsmeterball der „Kmnbinicrten" verhalfen dem 931000«^ zum Sieg. Die Gaumannschaft wies, infolge vieler Absagen, manchen schwachen Punkt auf. Heuchelheim svielte recht eifrig und wuchtig, der Mannschaft mangelt es nur noch an etwas Technik und Ballbehandlung, ihr Torwart war überragend und hielt die unglaublichsten Sachen. Diese Elf hat jedenfalls durch den Neuerwerb einiger Spieler sehr viel gewonnen. In der Gaumannscha.'t B wa.en Torwart und Rechtsaußen vorzüglich, während Verteidigung und Linksaußen (erste Hälfte) versagten und die anderen nicht mehr als Durchschnitt waren. Es mangelie ehr an Verständnis untereinander. Das Spiel war viel zu hoch. Der Sturm setzte einige Schüsse an Pfosten und Querlatte und hatte auch sonst noch reichliches Pech. Diesem Spiel voraus ging ein Schülerspiel Heuchelheim gegen V. f.B. Gießen, das Heuchelheim 2:1 gewinnen konnte, allerdings, auf Grund der besseren Leistungen, verdient. Arbeiter-Turn- und Gportbund. Bezirkstag. Am Sonntag fand in Krofdorf der diesjährige ordentliche Bezirkstag statt. Der Geschäftsbericht tonnte eine weitere Entwicklung konstatieren, zählt doch der Bezirk heute 48 Vereine mit annähernd 3000 Mitgliederm Von den 48 Vereinen sind 18 reine Turnvereine, 11 reine Fußballvereine und 19 gemischte Vereine. Der Turnbetrieb hat zugunsten der Leicht- athlettk und des Fußballspiels einen leichten Rückgang aufzuweisen, betreiben doch 30 Vereine heute das Fußballspiel. Die Kassenverhältnisse geigten einen günstigen Stand. Das Referat des Kreisoertreters streifte die gesamtorganisatorischen Fragen, die heute im Vordergründe der Bewegung stehen, und sand ungeteilten Beifall. Das Bezirks fest findet am l.Juli in Steinbach b. Gießen für alle Sparten statt. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des seitherigen Vorstandes. Unter Allgemeines kamen noch einige Fragen über das Bezirksfest zur Erledigung. Dec Spaitentag der Turner fand am Samstagabend in demselben Lokal statt. Hier waren es besonders technische Fragen, die eine längere Debatte hervorriesen. Der Geschäfts- und Kassenbericht konnte befriedigen. Das ««■eHBseaeetAVÄ-iar'ÄWiu.uRt -2 rrwsit »T TwuRKsramarixz sehr interessante Referat des Kreis-Männer- turnwartes über technische Angelegenheiten brachte manches Reue. Die Sahungsberatungen mußten zurückgestellt toer.cn. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des seitherigen Spartenvorstandes. Auch die vorgeschlagenen Techniker wurden gewählt. Naunheim — Schierstein. Naunheim konnte unserer Voraussage gemäß gegen Schierstein mit 3:1 gewinnen. Zum Spielverlauf fei gesagt, daß das Spiel nicht besriedigen konnte. In der ersten Halbzeit war Schierstein überlegen, konnte jedoch durch Versagen des Sturmes keinen Vorsprung erreichen. Mit 1:1 ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel kam mehr Fluß ins Spiel, und jetzt war es Naunheim, das zeitweise überlegen war und bald das Führungstor errang. Kurz vor Schluß konnte Naunheim fein drittes Tor erzielen und so mit obigem Resultat als Sieger den Platz verlassen. Lollar I — Wieseck I 3:3. Hier bewahrheitete sich unsere Voraussage insofern, als wohl sechs Tore fielen, beide Mannschatten sie sich aber tei'ten. Nach Anstoß war es Wieseck, das leicht drückte. Lollar versuchte mit aller Energie, die am Sonntag vorher erlittene Niederlage auszugleichen, doch Wieseck war auf der Hohe. Nach wechselvollem, schi'nem Spiele fielen abwechselnd für jede Mannschaft 3 Sore. Gießen — Großen-Linden 9:1. Gießen, das sich schlecht mit den schmalen Platzverhältnissen abfinden konnte, zeigte ein technisch überlegenes Spiel. Bei Halbzeit stand das Resultat 4:1. Rach Halbzeit spielte Gießen mit der Sonne im Rücken und formte Großen- Linden ganz einschnüren. Bis Schluß vermochten sie das Resultat auf 9:1 zu erhöhen. Gießen — Vuhbach. Gießen Ib hatte Butzbach zu Gast. In wechselvollem Spiel, in dem zuerst Gießen die Führung übernahm, konnte Butzbach rurz vor Schluß sein 3. Tor erzielen und mit 3:2 den Platz als Sieger verlassen. Heuchelheim 1 — Alsfeld I 2:1. Man war allgemein auf den Ausg.ng dieses Spieles gekannt. Nach Anstoß folgte ein scharfes, offenes Spiel. Bei Halbzeit stand das Resultat 1:1. Nach Wechsel der Seiten noch schärferes Spiel. Heuchelheim kam in bedrängte Lage, doch wollte es Alsfeld nicht gelingen, etwas Zählbares zu erreichen. Gegen Schluß ließ Alsfeld merklich nach. Heuchelheim gelang es jetzt, sein zweites Tor zu erzielen. Noch einmal flammte das Spiel auf beiden Seiten auf, ohne Erfolge xu bringen. Mit obigem Resultat trennten sich die Gegner. Burkhardsfelden — Treis. Burkhardsfelden hatte den Neuling TreiS a. d. Lumda zu Gast. Burkhardsfelden, das die größere Spielerfahrung befaß, konnte mit 6:2 das Spiel für sich entscheiden. huagen — Naunheim. Hungen I hatte Naunheim kl tm Rückspiel zu Gast. In abwechslungsreichem Spiel, in dem Hungen bei Halbzeit mit 3:1 in Führung lag, konnte Naunheim durch zu weites Aufrücken der Verteidigung HungenS bis Schluß bas Resultat mit 4:3 zu seinen Gunsten gestalten. Köln schlägiWesibeuffchland 3:0(2:0). Am Volkstrauertag standen alle westdeutschen Fußballspiele im Zeichen des W. S. V.- Jugendheim-Opsertags. Das interessanteste der Spiele wurde vor etwa 30 000 Zuschauern auf der Hauptlampfbahn des Kölner Stadions ausgetragen, wo sich die in den Spielen um den D. F.D.-Pokal bewährte westdeutsche Vertretung und eine Kölner Stadt elf gegenüberstanden. Im dem sehr schnell geführten Kampf wurde Westdeutschlands Vertretung mit 3:0 geschlagen. Der Sieg der Kölner war durchaus verdient. xzasttzMe■.,* r—i ■iiwm, i, ii—mm— noch. „Wie is et dann mit eurem Herbst dies Jahr?" „Man muß zufrieden fein," sagte Stemm. Es war Joseph Bremm im Grunde gleichgültig, ob sein Vater zufrieden rvar oder nicht, aber die Winzer durften nicht zufrieden sein. Es waren ihrer viele im Mosel- und Rheinland, und nur wenn die unzufrieden waren, konnte man auf sie zählen. Er sagte wichtig: ,Jhr habt wohl nix gehört? Das Rheinland wird rheinische Republik. Dann wird alles hier anders. Mel besser. Wir kriegen eigene Gesetze. Ihr müßt all dafür sein, dann braucht ihr keine Steuern zu zahlen. Et is ja en Jammer, wie schlecht et euch geht. Die Weinberg fressen euch auf, ihr setzt an die euer Leben. In der ganzen Welt :st eure Arbeit die schwerste, sie is noch schwerer als die im Kohlenrevier. Die haben da auch nix zu lachen, aber die würden sich doch bedanken, mit euch zu tauschen." „Wir Heben unsere Arbeit," sagte Brcmm. Der Joseph schwatzte weiter: „Aber wat habt ihr davon? Ihr seid ja zu dumm! Geld habt ihr d o ch nit Denn was ihr an Geld verdient, dat is ja nix wert. Die Millionen, die Milliarden vom Reich, all die Papierschein sind Dreck, lauter Dreck. Nur das Geld der rheinischen Republik, der rheinische Gulden ..." „So, der is also wat wert," unterbrach Stemm den Sohn. Und nun war fein Ton rauh: „Und wer hat dich so gut eingelernt?" In den Augen des Vaters begann etwas aufzuglimmen. Der Sohn beachtete das weiter nicht; er mar ganz im Eifer: „Der Dorten, der is der richtige Mann für uns. Der steht sich auch gut mit den Franzosen ..." .Rängen sollten se den Lump!" Der Mann fuhr plötzlich schnell aus. O Schande, zu denen gehörte der Bengel?! So inmtm, wie der grüne Junge sich dachte, war er noch lange nicht, er hatte genug gehört von denen, von denen da! Seine Hand machte eine Bewegung, als wiese er etwas von sich in weite Ferne. „Die sind ja weit schlimmer als die Franzosen. Die sind unsere ärgsten Feinde!" Als der Sohn etwas entgegnen wollte, schrie er ihn an: „Halt dein Maul!" Mit großen Schritten stapfte er durch die Küche. Nun blieb er dicht vor dem Burschen stehen, seine Augen bohrten sich dem von ganz nah ins Gesicht: „Und zu solchen Kerlen gehörst du? Du, einer von hier zu Haus, ein Winzersohn — mein Sohn?!" Unwillkürlich fuhr der Sohn jetzt zurück, er sprang von der Bank auf und lehnte sich gegen die Wand. So hielt er sich wenigstens den Rücken gedeckt, der Alte war ihm ja gefährlich nahe auf den Hals gerückt. Aber er sollte sich nur unterstehen, ihn wieder anzurühren! „Joseph, Joseph!" Die Mutter schrie in Angst, sie sah, daß der Sohn die Faust geballt hatte: „Du wirst doch nit deine Hand gegen den Vater erheben?! Mann, Mann!" Sic umklammerte ihren Bremm. Aber Bremm ließ die Arme schlaff herunterhängen, sie waren ihm auf einmal wie gelähmt: was nutzte es, wenn er den da züchtigte? Der wurde dadurch doch nicht wieder fein Sohn — sie waren und blieben getrennt. Mit einer Stimme, in der zugleich Schmerz wie Empörung waren, sagte er, sich zur Ruhe zwingend: „Wenn du nur dazu hergelommen bist, um mir den Unsinn zu erzählen, hättste wegbleiben sollen. Wir Winzer sind arm, et is uns noch nie sonderlich gut gegangen, aber wir fallen darum vom Reich doch nit ab. Wir werden keine Franzosenknechte." „Franzosenknechte!?" Der Bursche schlug eine laute, höhnende Lache auf: „Als ob ihr nit längst ärgere Knechte wärt, Knechte von einem Reich, das sich ’nen Dreck um euch kümmert. Nur wenn Steuern zu zahlen sind, bann is et da. Steuern, ja — und was gibt es euch dagegen —?! Brot?! Hilft es euch, wenn ihr in Not seid? Hä?!" Simon Bremm hob wie abwehrend beide Hände; es arbeitete in feinen Zügen, er war erblaßt. So ganz unrecht hatte der Jung jetzt nicht; es stieg ihm Bitteres auf in der Kehle, aber er würgte es hinunter. Mit rauher Stimme stieß er heraus: „Du trift en nixnutziger Lump!" Und ohne noch weiter etwas zu sagen, ging er schnell aus der Tür. „Jesus Maria, ach Jung, Jung!" Die Frau weinte auf. Der Joseph stand etwas betreten da, die Frechheit hatte er auf einmal verloren. Me Mutter faßte nach seiner Hand: „Geh, lauf ihm nach! Gib ihm ’n gut Wort! Versöhnt euch! Ach, se haben dich ja nur irre gemacht, et is lauter dumm Zeug. Bleib du nur bei uns — ach, wenn ich bächt, du gingst nu fort und im Bosen, ich schlief keine Nacht. Ich fänb auch keine Ruh in der Stunb des Todes. Joseph, mein Joseph!" Sie hatte ihn mit beiden Armen umfangen. Er machte sich frei: „Laß Mutter!" In der Bedrängnis seiner roiberftreitenben Gefühle war er unwirsch. Wozu so ein Spektakel? Der Alte würbe schon einsehen, wie recht er hatte, und wie dumm er selber war. Der Vater war ein Narr. So ein alter Esel! Er fing an zu schimpfen. Die Frau legte ihm rasch die Hand auf den Mund: „Geh nach oben, mein Joseph! In der Kam mer von den Jungens steht noch dein Bett, leg dich drein!" Ach, sie war ja so glücklich, daß er gekommen war, sie würde ihn nun nicht wieder hergeben. Sie rannte zum Weihwasserkesselchen bei der Tür und betupfte ihm Stirn und Augen. Sie streichelte ihn: „Schlaf! Schlaf gut, mein Kind! Die heilige Jungfrau behüte dich!" — Aber der Joseph konnte nicht schlafen. Er horte die Mutter unten in der Küche noch meinen, der Vater war wiedergekommen — schalt er mit ihr? Seine Stimme klang rauh und heftig. Morgen würde es auch nicht angenehmer hier sein. Ein Gruseln überlief den Joseph: warum war er eigentlich heimgekommen? Um den blinden Schafsköpfen hier ein Licht aufzustecken? Ober aus einem Gefühl heraus, das ihn manchmal überkam, bas er bann als lästig empfand, und das er doch nicht loswerben konnte? Eine schone Dummheit. Er stand wieder auf. Behutsam, baß die alten Dielenbretter nicht krachten, trat er auf. Die Brüder schliefen fest, er betrachtete sie mit einem bösen Lächeln: die würden dem Alten den „nichtsnutzigen Lump", den ihm der an den Kopf geschmißen hatte, vielleicht auch einmal heimzahlen. Leise schlich er dann die Treppe hinab. Unten war es jetzt ganz still. Aber die Mutter meinte sicherlich noch in ihrem Bett. Er stand einen Augenblick zögernd: mürbe sie am Ende sehr traurig fein? Ach ja, das würde sie, traurig sein, wenn er morgen früh nicht mehr da war. (Fortsetzung folgt.) Die westdeutschen Siürmsr waren in ihrem Zuspiel genauer, aber vor dem Tor fehlte daS Schuhvermögen. Die Kölner wuchsen über sich selbst hinaus. Die fehlende Technik ersetzten sie durch einen großen Eiser. Schon nach 20 Minuten ging Köln durch Euler, der eine Flanke von Ulrich verwandelte, mit 1:0 in Führung. Fünf Minuten vor der Pause stellte wiederum Euler das Ergebnis auf 2: 0. 3n der zweiten Halbzeit vermochte S w a t o s ch durch einen Bombenschuß das Ergebnis auf 3. 0 zu erhöhen. ■■■■ »ft«.™ I I ■! 11— I I *«e. • T«H Wirtschaft. Präsident Mayrisch f- Luxemburg, 5. März. Der Präsident der Internationalen Rohstahlgemeinschaft, M a y r i s ch , ist auf der Fahrt nach Paris bei Thalons-sur- Morne bei einem Automobilunfall tödlich verunglückt. Mit dem luxemburgischen Großindustriellen Emil Moyrisch ist eine führende europäische Persönlichkeit dahingegangen. Mayrisch war es, der im September 1926 die Internationale Rohstahlgemeinschaft in Brüssel zustandebrächte und sich durch die Gründung des deutsch-französischen Studienkomitees um die deutsch-französische Annäherung weiterhin bemühte. Mayrisch, der am 10. November 1862 in Eich (Luxemburg) geboren ist, war von 1885 bis zu seinem Tode im Dienst der Dudelinger Industrie. Don Haus aus Ingenieur, wurde er 1918 der alleinige Generaldirektor der Vereinigten Hüttenwerke Durbach-Eich-Dudelingen (Arbed). Im Jahre 1920 wurde er ihr Direktionspräsident. Äon den Schlachtviehmärkten. 3m Hinblick auf das Monatsende und die Fastenzeit in den süddeutschen Gebieten war das Geschäft an den deutschen Schlachtviehmärkien in der jüngsten Berichtswoche immerhin als etwas annehmbarer zu bezeichnen. Die kalte, trockene Wetterlage begünstrgie Mdem neben dem besseren Abschneiden der Frrschfleischmärkte den Absatz, wenn auch von einer nachhaltigen Geschäftsbele-- bung noch nicht gesprochen werden kann. Die Zufuhren hielten sich zumeist ungefähr im Rahmen. Großvieh wurde in 15 000 Stück aufgetrieben (gegen 14 800 in der Borwoche), Kälber in 20 000 (18 000), Schale in 6500 (7700) und Schweine in 99 800 (102 300) Stück. Die Rindermärkte setz'.en durchweg vor- m a l um, die Preise lagen mehr als vereinzelt schwach befestigt, plus einen bis zwei Pfennig. Für Kälber waren un allgem.inen die Quotierungen der Vorwoche wieder in Geltung. 3n Schafen war die Kauflust nicht erheblich, doch konnten sich die Preise durchgängig auf vor- wöchiger Basis behaupten. QIm Schweine- markt gingen gute Stücke annehmbar, im ganzen wurde in den oberen Klassen etwas mehr erzielt, doch gingen die Aufschläge nur selten über einen Pfennig hinaus. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert: Rinder Kälber Schafe Scbweine Berlln 20-62 44-84 30-61 50-59 Bremen 25-61 40-80 — 40-54 Breslau 15-57 53-80 42-61 46-56 Chemnitz 25-57 60-80 50-80 46-58 Dortmund 25-61 38-88 — 45-59 Dresden 25-59 60-84 52-65 49-60 Düffeldorf 20-61 45-85 45-63 Elberfeld 20-64 50-85 — 50-59 Effen 28-61 45-110 — 50-60 Frankfurt M. 25 62 52-77 40-55 50-60 Hamburg 15-60 32-88 45-69 44-56 Hannover 23-60 40-86 30-60 47-57 Husum — — — _ Karlsruhe 18-61 57—32 — 45-62 Kaffel 25-60 50-70 — 50-60 Kiel 20-54 25-75 31-62 40-54 Köln 20-62 40-115 52-58 50-64 Leipzig 23-60 50-81 40-64 48-57 Magdeburg 22-58 40-80 30-56 45-58 Mannheim 16-62 48-78 42-48 46-62 München 20-58 66-90 —- 44-59 Stettin 15-55 35-77 20-5 2 40-46 Stuttgart 14-62 59-84 42-62 Zwickau 20-56 55-83 45-62 50-59 'Gründung einer Inte ress en gern e i n f ch a f t von Hapaa - Aktionären. Zur Gründung einer Interessengemeinschaft von Hapag-Aktionärcn hört WTB. - Handelsdienst, daß es sich dabei um die Gruppe handelt, die bereits verschiedentlich in Generaloerfammliurgen non Schiffahrtslinien als Opposition aufgetreten ist, ins- befonbere bei der Hapag Die Bestrebungen der Gruppe zielen nicht darauf ab. eine Barausschüttung zu erreichen, da man der Auffassung -st. daß die Gesellschaft im eigenen, wie rm allgemein-wirt- jchasUichen Interesse, die ihr aus der Frejgabeattion zuftießenden Mittel behalten sollte. Man will vielmehr darauf himvirken, eine Heraufstempelung des Nennwertes der Aktien, oder eine Vergütung in Form eines Bons zu erreichen. * Aorüdeutscher Lloyd. — Globus- Aeederei. Der Aorddeutsche Lloyd verteilt eine Dividende von 8 Prozent gegen 6 Prozent im Vorjahre, und die Globus-Reederei wieder wie im Vorfahre 8 Prozent. ' Hessen-Rassauische Gas-A. - G., Höchst a. M. Die Gesellschaft schlägt aus einem erhöhten Reingewinn von 0,40 (0,28) Mill. Mk. die Verteilung einer Dividende von 7 (i. V. 5y2) Prozent vor. 8 15-Millionen-Dollar-Anleihe der Gelsenkirchener Bergwerks - A. - G. Die Verhandlungen zwischen der Gelsenkirchener Bergwerks-D.-G. und dem Bankhaus Dillon, Read & Co., Reuyork, über die Ausgabe einer Anleihe sind zum Abschluß gekommen. Zur Auflegung gelangt ein Betrag von 15 Mill. Dollar gleich 63 Mill. Reichsmark in Form von gesicherten Roten. Der Zinsfuß beträgt 6 Prozent: die Laufzeit 6 3ahre. Als Sicherheit werden Aktien der Vereinigten Stahlwerke- A.-G. hinterlegt. * Pfandbriefe der Frankfurter Hypothekenbank Wie aus Gmittentenkrei- sen verlautet, sind die in Holland aufgelegten siebenprozentigen Pfandbriefe der Frankfurter Hypothekenbank in Frankfurt am Main sehr ftarf' überzeichnet worden. * A-SchaaffhausenscherBankverein A.°G. Die Bilanz der A. Schaaffhausenscher Bankverein A-G. per 31. Dezember 1927 schließt mit einem Reingewinn von 2 701 065 Mk. (t D. 3 803 346 Mk.). der sich laut Gewinn- und Verlustrechnung folgendermaßen zuscrnmensetzt (alles in Millionen Mark, die Vorj ahrsziffern in Klammern): Provisionen 5,96 (5,68). Zinsen-- und Wechsel-Gewinn 4,26 (4.41), Effekten- und Kon- sortial-Sewinn 1,16 (1,58). zusammen 11,56(11,82), von denen Handlungsuntosten mit 6,66 (6,7) und Steuern mit 2,20 (1,34) zu kürzen sind. Es wird vorgsschlagen, wie int Vorjahre eine Dividende von 10 Prozent zu verteilen und 79,443 Ml. (181724 Mk.) auf neue Rechnung vorzutragen. * Waggonfabrik Rastatt 21.-©, Rastatt. Bei der Gesellschaft erhöht sich nach 34 800 (28 231) Ml. Abschreibungen der Verlust um 273 932 auf 481 259 Mk. Der Vertrag der Waggonbauvereinigung mit der Reichsbahn hat sich laut Be..icht noch kaum ausgewirkt. Die Be- schästigung war größtenteils ungenügen!). 3m neuen 3ahre habe die Besserung zunächst ange- halien, und es liegen noch für mehrere Monate Aus träge vor. Man hofft, unter dem üblichen Vorbehalt, das laufende 3ahr ohne Verlust ab- schließen zu können. Aranksnrter Börse. Frankfurt a.M., 6. März. Tendenz: etwas freuiMicher. — Bei dem andauernden Fehlen des Prioatpublikums blieb das Geschäft auch im heutigen Börsenverkehr klein und im wesentlichen wieder auf die Kulisse beschränkt. Do diese jedoch nach den gestrigen Blankoabgaben einige Deckungen oor- ncchm, war die Tendenz überwiegend leicht erholt. Anregend wirkte der Abschluß der 15-Millio- nen-Dollor-Anleih.e bei Gelsenkirchen, auch verwies man aus die Unterzeichnung der Freigabebill durch Coolidge. Bor allem boten einige Spezialbewegungen eine Anregung und gaben der Börse ein etwas freundlicheres Aussehen. Rheinbraun wurden lebhaft gefragt und zogen zum ersten Kurs um 7 v. H. an. Auch für Zellstoff- werte bestand einiges Interesse. Zellstoff-Waldhof plus 2 o. H., Aschasienburger plus 2,5 o. H. Auch in Harpener wurden Deckungen vorgenommen (plus 1 v.H.). Am Elektromarkt gewannen Ächt und Kraft 2 o. H., Siemens ebenfalls plus 2 v.H. Im übrigen ergaben sich überwiegend etwa einprozentige Kurserholungen. 21m Bankenmarkt gewannen Dana! 2 o. H., Diskonto 1,25 o. H. Bon Montanwerten konnten Mansfelder, Klöckner und Rheinstahl je 1 o. H. anziehen. I.-G. - Farben eröffneten leicht befestigt. 2km Auto- werten waren NSU. mit minus 2 v.H. weiter angeboten. Es tauchten Befürchtungen auf, daß das Nichtzustandekommen der 2luslandanleihe eine Kapitalzusammenlegung zur Deckung der Bankschulden erforderlich mache. Daimler waren leicht erholt, Kleyer knapp behauptet. Kaliwerte blieben etwas gefragt und höher. Deutsche und ausländische Renten still und wenig verändert. Nach den ersten Kursen wurde die Tendenz etwas schwächer, wobei man auf den unverändert steifen Geldmarkt hinwies. Die Kurse gaben geringfügig nach. Späterhin schrumpfte das Geschäft auf ein Minimum zusammen. Im Devisenoer- kehr setzte die Reichsmark ihre starke Aufwärtsbewegung fort. Reichsmark gegen Kabel 4,1820, gegen London 20,411. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,30, London gegen Kabel 4,8795. Holland 12,1265. Berliner Börse. Berlin, 6. März> (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Die momentane R e r v o - fität der Börse wird charakterisiert durch mehrprozentige Schwankungen. die im Freiver.ehr festzustellen waren. Vorbörslich eher schwächer tariert, zeigten die ersten amtlichen Kurse bei kleinem Geschäft nur vereinzelt größere Veränderungen. Duvh Spezialbewegungen wurde die Stimmung etwas freundlicher. Harpener waren auf Secfungen erholt und weiter gefragt: Rhein-- braun konnten 5,50 Prozent anziehen, Borger plus 5 Prozent. Schubert & Salzer plus 4 Prozent. Glanzstoff plus 4 Prozent. A.-G. für Verkehr plus 3 Prozent. Deutsche Waffen plus 2,13 Prozent. Dagegen erschienen Stolberg-Zink mit mmus-mrnus-Zeichen an den Maklertweln, Heimische Anleihen lagen behauptet. Ausländer nicht einheitlich. Bosnier bis 0,75 Prozent höher. Pfandbriefe ebenfalls still, zumeist aber gehalten. Geld ist immer noch gesucht. Man rechnet für Donnerstag mit einer Erhöhung des offiziellen Reportgeldsayes um 0,25 Prozent. Rach den ersten Kursen blieb die Stimmung freundlich, und das Geschäft wurde allgemein etwas belebter. Es entwickelte sich weiter eine Spezialbewegung in Rheinbraun (plus 3 Prozent), Dessauer Gas plus 4 Prozent, Glanzstosf plus 4 Prozent, Deutsche Wallen plus 1 Prozent. Dagegen Polyphon minus 1.5 Prozent. Stolberger Zink auf angebliche Dividendenreduzierung 195 nach 206 Prozent, doch kam keine Rotiz zustande. tyrantfurtcr Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. März. Die allgemeine Stimmung ist recht fest. Besonders Hafer in guten Qualitäten ist gesucht, und der Preis, der bereits gestern eine Erhöhung erfahren hat. zog weiter um 0,50 Mark an. Auch Mais liegt sehr fest. 3n Weizen ziehen die Preise ebenfalls an, doch sind die» Umsätze nicht bedeutend. Mehle zeigen etwas freundlichere Stimmung, das Geschäft belebt sich etwas. Kleie unverändert. Futter-' und Rachmehle etwas fester. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs, 26; Roggen 25,75; Sommergerste für Brauzwecke 29 bis 31,50; inländ. Hafer 25 bis 26; Mais (gelb) für Futterzwecke 23 bis 23,25; Mais (gelb) für andere Zwecke 25,50 bis 25,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 37,50 bis 38; Roggenmehl 35,25 bis 37,50; Weizenkleie 14,10 bis 14,25; Roggenkleie 15 bis 15,25 Mk. Frankfurter Kartoffelrnurkt. Frankfurt a. M., 5. März. Das Geschäft am Kartoffelmarkt war flau, die Preise eher nachgebend. Industrie hiesiger Gegend notierten 3,40 Mark je 50 Kilogramm. Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. Mürz. Die zu heute erfolgten Andienungen, die zum größten Teil als kontraktlich befunden wurden, und zu morgen in Aussicht gestellte weitere Kündigungen größeren Umfanges wirkten trotz der besseren Auslandmeidungen am hiesigen Produktenmarkte einer Befestigung entgegen. Das inländische Angebot von Brotgetreide macht sicb immer knapper, da die Lanbwirtsihaft bei dem schönen Wetter mit Bestellungsarbeiten beschäftigt ist; die Nachfrage der Mühlen hat sich infolge des besseren Mehlgeschästes belebt und das angebotene Material findet zu Samstagpreisen schlank Unterkunft. Arn ßieferungsmarEte waren die Preise für Weizen und Roggen nur unwesentlich verändert. Sowohl Weizen- als auch Roggenmehl begegnen entschieden desierer Nachfrage, uer- einzelt sind auch etwas höhere Preise zu erzieltzn. Die Abnahme aus alten Kontrakten soll ebenfalls glatter von statten gehen. Hafer ist in den Forde rungen weiter hoch gehalten, Umsätze infolge Zurückhaltung der Käufer jedoch nur ziemlich klein. Gerste still. Aus dem Amisverkündigungsbtaii. * Das Amts verkünd igungs blatt Nr. 16 vom 2. März enthüll: Straßensperre; Tarif für die Benutzung der Kreisabdeckerei; Versicherungspflicht der Handarbeitslehrerinnen: Feldbereinigungen Bergheim und Haufen. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 7. März. 13,30 bis 14.30: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hausiapelle. 15,30 bis 16: Die Stunde der Fügend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Operetten. 17,45 bis 18,05: Die Bücherstunde. 18,45 bis 19,15: Vortrag von Pfarrer Taesler. 19,15 bis 19'45: Französischer Sprachunterricht. 19,45 bis 20: Senckenberg-Viertelstunde. 20: Von Stuttgart: Sinfonie-Konzert. Anschließend: Von Kassel: Kammernrusik. Donnerstag, 8. März. 13,30 bis 14,30: Von Kassel: Mittagsstandchen der Kasseler Hauslapelle. 15,30 bis 16: Die Stunde der Fügend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Leoncavallo. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,30 bis 18,45: Von Kassel: Die „Stunde Haus und ©arten“: „Sommerblumen“, Vortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18,45 bis 19.15: Von Kassel: „Leonard Delson, der Philosoph als Erzieher, Vortrag von Dr. Erich Lewinsii. 19,15 bis 19,45: Vortragszyklus des Gewertschastsbundes der Angestellten: „Der Angestellte und seine Organisation in Staat und Wirtschaft“, Vorttag von Armin Gehner, Geschäftsführer des G. d. A. 20,15 ^bis 21,15: Nach Stuttgart: Violin-Konzert. 21,15 bis 22'15: Nach Stuttgart: Roda Roda. Vorttag aus eigenen Werken, Schwänke und Schnurren, Satiren und Gleichnisse. 22,30 bis 23: Von Berlin (nach Stuttgart): Tanzkursus. Anschließend bis 0,30: Don Berlin (nach Stuttgart): Tanzmusik. Freitag, 9. Marz. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Haus- frauen-Rachmittag: Programm u. a_: „Haushaltungsbücher der Geschichte“. Vortrag von Dr Georg Schott. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,3.0 bis 19: Stunde des Südwestdeutsch:nRadio- Clubs. 19 bis 19,30: „ Zur Verminderung der Autounfälle“, Vorttag von Wertmeister Karl Eger. 19,30 bis 19,50: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20: Dom großen Saal des Saalbaues (nach Stuttgart): Konzert der Wuseumsaesellschast. Anschließend: Von Kassel: „Heitere Kleinig eiten", Vortragender: Dr. Allos, Hannover. Darauf: Von Kcsisel: Spättonzert der Kasseler Haus apelle. Samstag, 10. Marz. 13 bis 14: Von Kassel: Mittagsstandchen der Kasseler Haustapelle. 15,30 bis 16: Die Stunde der Fugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 17,45 bis 18,05: die Lesestunde. 18,30 bis 18.45: Der Briefkasten. 18,45 bis 19,15: Funthochschule: „Deutsche Dichtung um 1100“, Vorttag von Professor Dr. H. Raumann. 19,15 bis 19,45: Stenographis cher Fortbildungskursus für Anfänger und Srortge- schrittene (SLtat von 80 Silben auswärts). 19,45 bis 20,15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Recht und Sittlichkeit“, Vortrag von Rechtsanwalt Dr. PH. Rothbarth. 20.15 bis 22,15: Bunter Abend. 22,30 bis 23: Von Berlin (nach Stuttgart): Tanzkursus. Anschließend bis 0,30: Von Berlin (nach Stuttgart): Tanzmusik. Letzte Nachrichten. Gründung der Lhristl.-nationalen Bauernpartei. - ReichSiagsadg. Karl Sepp aus der S. 5. p. ausgeschieden. Berlin, 6. 2Räq. (TU. Drahtmeldung.) von der Christlich-nationalen Bauernpartei wird mitge- teill, daß der Vorstand der Bezirksbauernschaft für Nassau und den kreis Dehlar in Ausführung eines früheren Beschlusses seiner Vertreterversammiung die Gründung der Christlich.nationalen Bauernpartei vollzogen hat. Der Vorstand der Partei hat in liebereinffimmung mit dem Vorstand der Bezirksbauernschaft deren Vorsitzenden, dem Reichstagsabgeordneten Sari Hepp-Scel- bach die Spihenkandidatur der Reichstags- lisie der Christlich-nationalen Bauernpartei angetragen. Der Abg. Hepp hat diese Kandidatur angenommen. 3m Zusammenhang damit wird der TU. von der Deutschen Volkspartei mitgeteilt, daß der Abg. Hepp aus der Deutschen Volkspartei und deren Reichstagsfraktion ausge schieden ist. Selbstrasierer! Var dem Einseifen die Häuf g-rtlndhch mit NIVEA-CREME einreibenl Erfolg: Schmerzloses Rasieren, blendendes Schneiden des Messers, keine Reizung der Häuf. , Prenc: m 0.20 - m i sd Kurszettel öer Berliner und Frankfurter Börse. Die butter den Papieren angelübrten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Aeichvbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Sranhfurt a. TL Berlin Schluh.- 1-Uhr. Kurs ' fiuts Schuh, fiurs 'Anfang stur Datum 5. 3. 6. 3. 15 | 6.3. Dr Reichsanleihe 0. 1927 Dt Anl ilblöf Schuld mir Auslos •SRrdjtcn Desal. ohne iluSNs.Rechten "/o ftrantf Hyp.-Bl. (So dvi unkündbar dis 1932 F/.’/o 'Jifjcinttdjr 6od -Bank 2iqa .(botdvr 8 6® abg BorkriegS-Ob> ligariooen. rurfiatilhar 193? l'i, Schwei; Buodesb.-Ani. **/• Orfterrichische ®olbrte ♦»2Ü®/» Ceftcrr ich Silberne <% Oesterreich, eini/ciil Rie 4% Ungarische (Solbrtc Ungarische SraarSr v 1910 <*/»% deSgl oon 1913 <’/o Ungarische .fltontirrte Neuessea . . . ■ .»/, — — 141.5 142'13 Jj.'anntömann ,f. 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Ungarische Noten . . w, ii 167,91 22 13 111.08 58,83 2.56 111.95 80.345 70.67 12.36 73 97 16,55 168,59 22.21 111.52 59,07 2.58 112.39 8O.b65 70,95 12,47 73.27- Devstenmartt Berlin —Sranthirt 8,89 12,392 7,353 73,13 ;.u22 19,33 81.53 2,096 5,534 1,173 »2270 20,919 168.52 1,792 58,36 Ul,53 112.23 112,41 10,547 22,115 20,135 4,1885 16,485 80,635 71.79 1.965 0.5055 39,01 12,412 7,367 73,26 3,028 19,37 81,69 2,100 5,546 4.18t 4.284 20 959 168,15 1,788 58,24 111,29 Ul. 98 112,14 10.523 22,06 20,387 1,1790 16,44 «0.44 70,315 1,960 4.503 u8.84 12,382 7,358 <3,10 -.017 19,32 81.52 2.100 5.574 4,172 4.276 20.91 168,49 ' 1,792 58,36 111,51 112,20 112,36 10,543 22.10 20,427 4,1870 16, .8 80,60 70,455 1,964 0.505 59.96 12.402 7,372 73.24 3.023 18.37 81.68 i, 104 6,586 4.180 4,284 20.95